mu'n Sustav r. 55. Ri iter- Beji erhallen, ordnete ein Vere Stertribüne er Verein ift zahlrei am Sonn att, die a rte einber in einen Die Kornj eifall der hin, und de Refolut agende Boll Des Referen ant aus tteln für ndwerker ion fand it hatte, cig verlau Ellenberg gaben am eit einge onntag tes Sti ns- Verfa rigstraße Mante Straßbu werden l M., Aben 9, eine Vortrag ftehung Meni Berlin Un redit werde Bürtles Bormi 31/32 leber 2. Mitglieder chal 0 Uhr, Borwa in. Mi ichtigte Madl tr. 77/79 inger: aften ets will rftand : tir Der Ber lin und 5. Nad A De be Freitag, 6. März 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 f. Postabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Freifinniges. Redaktion: Beuthstraße 2. Die vielbesprochenen 20 000 Mart für den zweiten Direktor im auswärtigen Amt sind bewilligt und die Ents hung" der konservativen und nationalliberalen Staatsmanner hat nun dem behaglichen Hochgefühl des Sieges lag gemacht. Glänzend war der Sieg mit 19 Stimmen Majorität zwar gerade nicht, allein die Sache ist nunmehr ledigt und die Demonstrationen werden aufhören. Wenn also überflüssig ist, von der Sache selbst noch weiter reden, so ist es doch angebracht, auf das Verhalten Einzelner bei der Erledigung dieser Angelegenheit zurück tommen. Die freifinnige Partei hat sich bei dieser Frage abermals gespalten und so ziemlich dieselben Elemente, die im origen Jahr für das Sozialistengeseh stimmten, haben ch für die Bewilligung des zweiten Direktors votirt. Man wird sich erinnern, daß unlängst der Abgeordnete Richter im Reichstag fich dahin äußerte, wenn in seiner Bartei in Bezug auf das Sozialistengeset wieder ein " Umfall" vorfäme, so hätte er feine Lust, noch weiter mitzuthun. Damit sollte offenbar ein Druck auf die diffenfirenden Mitglieder der Partei ausgeübt werden, um für folche und ähnliche Gelegenheiten wieber eine Einheitlichkeit der Abstimmungen zu erzwingen. Dieser energische Appell, der einer Drohung ganz und gar ähnlich sieht, scheint fonach nicht gefruchtet zu haben. Herr Richter hat seine Macht überschäßt. Die Trennung der rechten und linken Seite innerhalb der freisinnigen Partei ist tiefgehender, als man es auf den ersten Blick glauben könnte. Die Kluft ist faum mehr zu überbrücken. Es läßt sich auch denken, daß die einstigen Nationalfach mit faum zu unterbrüdender Sehnsucht nach jenen Fleischtöpfen Egyptens" zurückblicken, benen fie einst so nahe gerückt waren, daß fie kaum noch die Hand auszustrecken nöthig zu haben glaubten, um die Fleischtöpfe" zu erhaschen. Allein es war eine Fata Morgana; das trügerische Bild wich lockend in weite Ferne zurüd. Man muß sagen, daß Herr Bamberger und bie ihm ähnlich find, sich in die Stolle liberaler Oppoft fionemänner wieder hineingefunden haben; fie find miß bergnügt und geben diesem Mißvergnügen in Reben und für die früher geleisteten Dienste nicht den Dank und die Abstimmungen unverholen Ausdrud. Sie glauben offenbar Anerkennung gefunden zu haben, die sie erwarteten. Ganz anders liegt die Sache bei jenem Theil der hemaligen Nationalliberalen, die sich heute freifinnig" nennen, an deren Spize Herr von Fordenbeck Robrudt verboten.] 109 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsegung.) Wohl dem Manne, der sein Haus bestellt, ehe er don hinnen fährt," schaltete Amberg salbungsvoll ein. Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncena Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. marschirt. Diese Herren scheinen den Traum an Macht und Herrschaft, den sie einst geträumt, nicht vergessen zu können. Sie blicken wohl mit geheimem Mißbehagen nach den nationalliberalen, nunmehr feindlichen Brüdern, die so geschickt„ einzulenken" verstanden haben. Ja, Heinrich IV. war sicherlich ein fluger Mann, als er meinte, Paris sei eine Messe werth und zum Katholizismus übertrat. Nun, wem das Urtheil der Geschichte und der Zeitgenossen wie der Nachkommen gleichgiltig ist, der mag dem Beispiele Heichnrichs IV. folgen, wie es die Heidelberger National liberalen thun und wie es ihre heute freifinnigen Freunde von ehemals gerne thun möchten. Nur ist die Sache die, daß man dabei auch Glück haben muß, was Heinrich IV. offenbar gehabt hat. Aus der Haltung der freisinnigen Partei am Mittwoch geht abermals hervor, daß die aus so verschiedenartigen Elementen zusammengeschweißte freifinnige Partei sich auf die Dauer nicht wird zusammenhalten lassen. Die Be sorgniß, daß die Zukunft dies bringen werde, leuchtet auch aus den Artikeln hervor, in denen die freifinnigen Blätter die Abstimmung vom Mittwoch besprechen. In der That haben die dissentirenden Mitglieder der freisinnigen Partei recht nationalliberale Eigenschaften an den Tag gelegt. Man bebenke, daß seit nun zwei und einhalb Monaten der ganze Apparat der konservativen, nationalliberalen und offiziösen Presse gegen die Majorität vem 15. Dezember gespielt hat. Die Volksvertreter wurden mit den größten Schmähungen belegt und ihnen sogar gefagt, fie verdienten ben Strick. Die Kundgebungen ber Entrüstungsversammlungen bewegten sich theilweise auf einem Niveau, daß man sich ganz erstaunt fragen mußte: Wohin find wir denn in Deutschland gerathen? Dem gegenüber haben die am Mittwoch mit Ja stimmenden Frei finnigen eine wahrhaft großartige Demuth an den Tag gelegt. Sie scheinen gewiffe biblische Vorschriften sehr ftreng zu befolgen, denn sie haben nach dem Schlag auf die eine Wange vertrauensvoll auch die andere dars geboten. Nun, Jeder nach seinem Geschmack. Wir haben die Sache nie für besonders wichtig gehalten und es mußte schon ein waderer Schwabe, Herr von Wöllwarth, sein, der einen einen Staatsstreich" in Aussicht stellen konnte, wenn die 20 000 Mart verweigert werden sollten. Daß aber auch diese Affaire dazu beitragen konnte, wieder ein Blatt aus dem so sehr verwelkten Lorbeerkranze der freisinnigen Partei zu reißen, das zeigt, wie schnell es mit dieser Partei abwärts geht. die Niedertracht triumphiren lassen, wenn Sie Ihre Vers wandten nach Allem, was Sie erfahren haben, noch berück fichtigen wollten." " Nach dem Ausspruch meines Arztes, der diesen Morgen hier war," fuhr Rodenburg fort, dessen Stimme immer schwächer wurde, find meine Tage gezählt. Vielleicht hat er mir nicht ganz die Wahrheit gesagt. Auf Euren Gefichtern lese ich, daß selbst meine Stunden schon geIch schob es so lange auf, nicht weil ich meinen Ent- zählt sind. Lassen Sie einen Notar holen; noch heute schluß, Euch, meine Lieben, die einzig mir treu gebliebenen will ich mein Testament machen." Freunde, zu belohnen, geändert hätte, sondern weil ich Ich habe vorausgesehen, mein theurer Freund, daß immer noch hoffte, daß meine Verwandten fich mir nähern Sie das Bedürfniß fühlen würden, vor dem Hinscheiden Politische Uebersicht. Aus dem Reichstage. Die 8 olltommission des Reichstages hat gestern Abend in 32ftündiger Sizung die von der Regierung vorgeschlagene Bollerhöhung auf ,, Nähfäden" berathen. Der Referent Abg. Lohren bes Industrie als nothleibend und daher des Schußes dringend antragte Annahme der Erhöhung, indem er die Nähfädenbedürftig bezeichnete. Der Korreferent Abg. Singer dagegen führte aus, daß eine Industrie, die es ermögliche, 8-10 pt. iährlich Dividende an die Aktionäre zu vertheilen, nicht nothleidend genannt werden kann. Der Umstand ferner, daß unsere Ausfuhr bedeutend höher ist, als die Einfuhr dieses Artikels, bewiese hinreichend, daß die Nähfäden Fabrikation unter den heutigen Verhältnissen vollkommen konkurrenza fähig set. Mehr aber als Diese Gründe spräche für die die Ablehnung der Vorlage die Thatsache, daß die geplante Bollerhöhung einzig und allein Don den Näherinnen getragen werden müsse, die in ihrem Erwerb schon schlecht genug gestellt, durchaus nicht in der Lage feien, den Boll zu Gunsten weniger Fabriken zu übernehmen. Dazu käme noch, daß die Holzrollen, auf denen die Nähfäden fich befinden und welche mitverzollt werden müssen, fast die Hälfte des Gewichtes ausmachten und daher schon iegt unter der Bezeichnung Nähfaden" werthloses Holz vetsteuert, und dadurch das eigentliche Material zum doppelten Sage bezahlt wird. Der Redner, welcher fich auf Petitionen der Berliner und Münchener Näherinnen berufen fonnte, beantragte die Ablehnung der Regierungsvorlage. Nach eingehender Debatte, in welcher fich die Vertreter aller Parteien betheiligten, wurde der Antrag des Abg. Singer, die Regierungsvorlage abzus lehnen, mit 12 gegen 7 Stimmen angenommen und somit in erster Lesung die drohende Gefahr, das Nähmaterial erheb lich zu vertheuern, beseitigt. Abgepaart". Was mag dies Wort bedeuten, welches wir hier an die Spige einer politischen Notiz stellen. Wir wollen dasselbe hier erklären; es wird vielfach im Parlament gebraucht. Wenn nämlich wichtige Abstimmungen in Aussicht stehen und besonders, wenn es bekannt ist, daß dieselben namentliche werden sollen, so verpflichten fich Abgeordnete gegenüberstehender Parteien, die aus irgend wel chen Gründen nicht in die betreffende Sigung kommen können, gegenseitig, unter feinen Umständen an der Abstimmung Theil zu nehmen, so daß hierdurch eben so viele Stimmen für einen Antrag fehlen, als Stimmen gegen den Antrag. Das durch wird dasselbe Verhältniß bei der Abstimmung gewahrt, als wenn jene Abgeordneten an der Abstimmung Theil genommen hätten. Eine solche Abpaarung" fand auch bei der jüngsten Abstimmung über die Getreidezölle statt. So haben sich die konservativen Abgeordneten v. Kleist- Rezow und v. Köller mit den sozialdemokratischen Abgeordneten Kräcker und Geiser abgepaart die erftgenannten beiden Herren wür den bei ihrer Anwesenheit mit Ja, die legtgenannten Herren mit Nein gestimmt haben. Auch noch zwei andere Sozialdemokraten haben sich mit Sentrums- und tonservativen Abs geordneten abgepaart, unter denen der Abg. Kayser sich befand. fie mit wahrhaft gierigem Blick hinter demselben hervor. Jebe Viber war angespannt, damit sie auch nicht ein Wort verliere von dem, was Rodenburg sprach. Amberg zitterte und mußte sich an der Lehne des Stubles halten, hinter welchem er stand, um sich aufrecht zu erhalten. Der Krante ftodte und holte Athem. Nach einer Pause fuhr er fort: "... setze ich den Prediger Paul Amberg in Neus stadt ein." Ein tiefer Seufzer der Erleichterung ward gehört. "... den Prediger Paul Amberg in Neustadt ein," Noch ein Zusatz?" würden, daß sie den Sterbenden aufsuchen und ihm den Ihr Haus zu bestellen, und wie ich stets gesorgt habe, daß wiederholte der Notar Trost gewähren würden, mit ihnen ausgeföhnt die Schwelle auch der leisefte Ihrer Wünsche erfüllt werde, und zwar des Jenseits überschreiten zu dürfen." " Sie haben gegen Ihre Verwandte gehandelt wie ein echter Christ, und es wird Ihnen als ein hohes Verbienst angerechnet werden, daß sie die hilfreiche Hand so oft reichten und immer wieder reichten, Schnöde und undankbar zurückgewiesen wurde," erklärte Das Alles habe ich mir auch gefagt. Es ist mir ein Amberg. holen.. wenn sie auch oft, noch bevor er ausgesprochen wurde, so habe ich denn auch Sorge getragen, daß bereits ein Notar hier im Schloffe wartet. Wenn Sie wollen, verehrter Freund ?" Noch ein Zusatz- mit der Bestimmung, daß Herr Prediger Amberg seiner Nichte Emmy für die treuen Dienste, die sie mir geleistet, den fünften Theil des Baarvermögens verschreibt, und ihr die Summe auszahlt am Tage ihrer Vermählung, bis dahin aber die Summe mit fünf Prozent verzinst; ferner die treuen Dienste meiner Leute angemessen belohnt." Charlotte soll so viel erhalten, daß sie ein eigenes Haus am Drte bewohnen und bis in ihr Alter sorgenfrei Troft in meiner letzten Stunde, daß Sie mir das wieder nöthigen Apparat an Schreibmaterial, Siegellad nnd Bet leben kann." Sprechen Sie in diesem Augenblick nicht Lassen Sie ihn rufen," unterbrach ihn Rodenburg. Es bedurfte nicht der Aufforderung Amberg's. Emmy war bereits aufgesprungen, und in eins der anstoßenden Simmer geeilt, wo der Notar bereits mit dem ganzen schaft des Rufes harrte. Der Notar nahm an dem Tische, Emmy kniete wieder neben dem Kranken und beAber sie mäßigte als Freund, nicht als einer von Tenjenigen, welchen neben welchem Rodenburg saß, Plaz. ich mein Erbe zu hinterlassen gebenke, sprechen Sie als Briefter nach Ihrer innersten Ueberzeugung, nach gann von Neuem zu schluchzen. Ihrem Gewiffen: darf ich die Kinder meines Bruders ents Edier, hochherziger Mann, der noch erben?" Mein Freund! in der Stunde des Todes glühende Kohlen auf das Haupt feiner Feinde zu sammeln sucht," antwortete Amberg mit einer begeisterten Geberde: ja Sie durften es, und wenn Sie auch nicht so oft die Hand zur Versöhnung gereicht hätten das Ueberwallen ihrer Gefühle so weit, daß der Kranke von ihnen Allen genau verstanden werden konnte. Die Einleitung war geschrieben. " Ich Endesunterzeichneter und so weiter er fläre hiermit in Gegenwart der und der Zeugen so weiter und so weiter Nun tam der Inhalt: und zu nehmen, und verlange es auch jetzt nicht; ich fordere bilen, der Immobilien, so wie der baaren Kapitalien, über feinen Lohn für meine Freundschaft. Es wäre eine schlechte deren Höhe und Verwendungen die in meinem Schreibtisch Seite eines Sterbenden, und so sage ich Ihnen: Ja, Sie aufbewahrten Bücher Aufschluß geben, setze ich.. Eine athemlose Stille trat ein. Emmy schluchzte nicht. Für Ehrlich soll ein Kapital angelegt werden, das ihm eine Rente von jährlich dreihundert Thalern bis an sein Lebensende sichert." ,, D, mein theurer Freund," unterbrach Amberg den Erblaffer, ich bewundere Ihre Großmuth; wie Sie an Alle denten, auch diejenigen, welche Ihnen nicht nahe stehen ... Die Großmuth ist eine herrliche Eigenschaft, doch fann man gar leicht zu weit darin gehen." Rodenburg schüttelte den Kopf. . Es ist mein Wille, Herr Amberg Noch eins: Ein Legat von fünftaufend Thalern sehe ich aus, um Rinbern unbemittelter Eltern freien Unterricht und freie Lehrs mittel zu gewähren." " Noch eins: Eine Summe von zehntausend Thalern. ,, Um Himmelswillen, theurer Freund, Sie gehen wirks dürfen es, Sie müssen es, benn es hieße die Bosheit und Sie hielt zwar das Taschentuch vor den Augen, doch schielte lich zu weit in Ihrer Großmuth!" unterbrach ihn Amberg, Der Abg. Auer lag frank in Schwerin darnieder. Aber auch in den übrigen Parteien fanden Abpaarungen statt, sodaß viel fach die Vorwürfe in der Preffe, die fehlenden Abgeordneten oder einzelnen Parteien gemacht worden, entweder falsch oder doch sehr übertrieben find. machen können, noch die von Fieberdünften geschwängerte Luft. Und in den Holzbaracken denn nur solche kann sich der Kolonist erbauen, das heißt wenn er Bretter hat findet selbst der ärmste Landmann fein erfreuliches Heim. Wer noch in Deutschland unter mäßigen" Verhältnissen Zur Währungsfrage. Eine Reihe hiesiger Beitungentheils noch auf viehischer Stufe stehenden Negern sein Leben leben kann, der wird nicht danach lechzen, unter ungebildeten, brachten gestern Abend folgende, anscheinend aus einer gemeinsamen Quelle, dem offiziösen Telegraphen- Bureau, stammende auffallende Mittheilung, welche also lautet:" Der Bundes rath wird morgen über die Petitionen betreffend die Einführung der Doppelwährung Beschluß faffen." Die Voff Btg." bemerkt dazu: So eilig scheint der Bundesrath es doch mit der von agrarischer Seite geplanten Münzverschlechterung nicht zu haben. Nach unseren Informationen wird der Bun Desrath heute lediglich über die geschäftliche Behandlung der in Rede stehenden Petitionen Beschluß faffen, und zwar voraussichtlich dahin, daß er dieselben den Ausschüssen zu weiterer Erörterung übergiebt. Es ist charakteristisch, daß das offiziöse Telegraphen- Bureau die Hand dazu bietet, solche halb falsche Nachrichten, die nur zur Erschütterung des Vertrauens in die Festigkeit der deutschen Münzverfaffung dienen können, nach allen Richtungen der Windrose zu verbreiten." Die schon oft genannte Steuerreformvorlage der preußischen Regierung soll nach einer offiziösen Mittheilung feit geraumer Zeit fertig gestellt sein, indessen habe man von der Einbringung derselben bisher abgesehen, weil maßgebende Parteiführer, voran die Konservativen, fich entschieden gegen jede weitere Aufhebung von Klaffensteuerstufen erklärt haben. -Das klingt sonderbar! Die Regierung pflegt fich doch sonst nicht durch die Ansichten etwaiger Parteiführer von dem Eins bringen von Vorlagen abhalten zu lassen. Die königlichen Eisenbahndirektionen sollten nach einer Notiz des Franff. Journals" vom Minifter für öffentliche Arbeiten die Anweisung erhalten haben, alle noch nicht 21 Jahre alten Arbeiter, welche in irgend einem Dienstzweige eine Beschäftigung haben, die mit dem Betriebsdienste zufammenhänge bezw. bei welcher Unglücksfälle herbeigeführt werden könnten, aus diesen Stellen zu entfernen und fünftig hin nicht zu verwenden." Wir sind in der Lage, sagt die N. A. 8.", aus bester Quelle mitzutheilen, daß eine derartige oder eine ähnliche Anordnung nicht ergangen ist, somit jene Mittheilung der thatsächlichen Begründung entbehrt. " Ueber die Gesellschaft für deutsche Kolonisation" in Oftafrita und Die in Aussicht stehende Angra Pequena Kompagnie" wird dem ,, Hamb. Korresp." aus Berlin mitgetheilt: Da die Gesellschaft Antheilscheine u 50 M. ausgiebt, so fann nunmehr ieder auch in mäßigen Verhältnissen lebende Deutsche afrikanischer Grundbesizer werden. Bei der Bildung der früher erwähnten Angra Pequena- Kompagnie sollen, wie man hört, schon höhere Ansprüche gemacht werden, da zur Beschaffung des Rapitals von 1 Million Mart Beichnungen in Beträgen von je 1000 Mart angenommen werden sollen. Zur Betheiligung soll, sobald dieerwähnten An stöße beseitigt find, durch öffentliche Bekanntmachung aufgefordert werden. Die Reichsregierung hat die Ertheilung eines taiserlichen Schußbriefes für die Kompagnie zugesagt. Herr Lüderit berechnet die Kosten für Erwerbung des Gebirts u. f. w. auf weit über eine halbe Million. Falls eine Einigung zu Stande kommt, müßte demnach das Kapital der Kompagnie um den entsprechenden Betrag erhöht werden. Daß die ers forderlichen Summen zur Konstituirung der Rompagnie in furzer Zei beschafft werden würden, kann bei dem Nimbus Der diese erste deutsche Kolonie in Afrika umgiebt, nicht be zweifelt werden, obgleich selbstverständlich Niemand sich betheiligen fann, der auf eine sofortige und feste Verzinsung des Anlagetapitals angewiesen ist. Ursprünglich scheint sogar der Gedanke in Erwägung gezogen worden zu sein, die zur Ausbeutung des Gebiets erforderliche Summe aus Reichsmitteln zu beschaffen, aber die inzwischen gemachten Erfahrungen haben diesen Gedanken völlig in den Hintergrund treten lassen." Wir haben schon einmal darauf hingewiesen, daß es für das Publitum gilt, die Augen offen zu halten. Es klingt fast wie Bukunftsmufit, wenn man lieft daß jeder in ,, mäßigen" Verhältnissen lebende Deutsche Aussicht hat, nach Anzahlung von 50 Mart afrikanischer Grundbefizer zu werden. Wann ist freilich nicht gesagt und auch nicht wieviel noch außer den 50 Mark zu zahlen ist. Die Gesellschaft hat das Land freilich nahezu geschenkt erhalten, aber man vergeffe doch nicht, daß das Land eben afritanisches Land ist, daß es Jahre der größten Anstrengungen bedarf, um nur die nothwendigsten Einrichtungen für etwaige anzulegende Kolonien zu schaffen; vorausgefeßt, daß das Land fich überhaupt zu solchen Zwecken eignet. Es lieft sich ja sehr schön in Büchern über Afrika, wie dies leider namentlich dann, wenn der Schriftsteller üblich seiner Phantaste freien Spielraum gelaffen hat. Aber zwischen Schilderung und Wirklichkeit ist ein großer Unterschied. Unter schönen Palmen und herrlichen Sträuchern niftet häßliches Ungeziefer, an den Flüffen und Seen giebt es außer Milliarden von Stechmücken, die den Europäer wahnsinnig der kaum noch an sich zu halten vermochte, und mit jeder neuen Summe, die der Erblaffer nannte, in neuen Schrecken gerieth. Eine Summe von zehntausend Thalern soll hypothes tarisch angelegt und die Zinsen davon an arme Kranke und arbeitsunfähige Leute vertheilt werden nach dem Ermeffen des Gutsherrn und des Drtsprebigers." Amberg schoß einen wüthenden Blick auf den ErbLaffer und auch auf den Notar, der wie eine Maschine da faß und Alles niederschrieb. Der Notar faß mit zusammengekniffenen Lippen da. Er sprach nichts und fah burch seine goldene Brille Nie mand an, sondern blidte starr auf das Papier, und seine Hand schrieb so mechanisch, als ob es sich um die allergleichgiltigfte Sache von der Welt handelte. " Ich denke, nun find wir bis zur Unterschrift," sagte Amberg, als dieser Saz niedergeschrieben war. zuzubringen. Dem Armen nußt aber auch die Einzahlung von 50 Mart nichts. Denn selbst wenn ihm für diese geringe Summe Land in Afrika angewiesen würde, so müßte er für Heiseloften, Lebensmittel auf mindestens ein Jahr, Adergeräth schaften und sonstige Ausgaben noch mindestens die Summe von 1500 Mart zur Verfügung baben; ist dieses nicht der Fall, so ist seine Existenzficherheit ganz in Frage gestellt. halten es für unsere Pflicht, übermäßigen Verlodungen zur Auswanderung nach Afrika entgegenzutreten, und namentlich rathen wir jedem, erst gründlich mit sich zu Rathe zu gehen, be= vor er die gewünschten 50 Mt. in die Kaffe einer afritanischen Gesellschaft zahlt. Wir Afrikanisches. Die„ Tägl. Rundschau" veröffentlicht eine Erklärung des Ausschusses der Gesellschaft für deutsche Kolos nisation", welche sich auf das Zustandekommen von Verträgen mit den Häuptlingen resp. Sultanen freier Völferstämme in Ost- Afrita, sowie auf die Entwickelung des Unternehmens im Allgemeinen bezieht. Wir entnehmen diesem Schrififtück fol gendes: Der Ausschuß der Gesellschaft für deutsche Kolonifation entsendete im September vorigen Jahres eine Expedition nach Ost- Afrika zum Anlauf von Land für Kolonisationszwecke. Insbesondere war die Landschaft Usagara westlich von der Insel Banzibar als Ziel bestimmt. Der Chef dieser Expedition mit unbeschränkten Vollmachten war Herr Dr. Carl Peters. Dieselbe erreichte am 4. November 1884 Banzibar und fuhr mit äußerster Einschränkung der Ausrüstung schon am 10. November zum Kontinente von Afrika hinüber. Dort hat Herr Dr. Cail Peters unter Mitwirkung seiner beiden Gefährten im Namen der Gesellschaft für deutschekolonisation durch 12 bündige und völlig rechtsgiltige Verträge mit 10 unabhängigen Sultanen die Landschaften Useguba( mit Ausnahme derjenigen Aüftenpunkte, welche dem Sultan von Banzibar gehören), Nguru, Usagara und Utami, im Ganzen etwa ein Gebiet von etwa 2500 Quabratmeilen, mit allen Privat und Hoheitsrechten für ewige Beiten erworben. Höchst interessant nimmt sich unter den abgeschlossenen Verträgen der Vertrag mit dem Sultan von Nguru aus, derfelbe lautet folgendermaßen: Mafungu Biniani, Herr von Quatunge Quaniani 2c., Sultan von Nguru, tritt hiermit durch sein Handzeichen und unter Buziehung der nigen Souverän gehörige Land Quaniani, Quatunge in Nguru mitunterschriebenen Beugen das ihm widerspruchslos als allei mit allen ihm widerspruchslos und unbestritten gehörigen Rechten für ewige Reiten und zu völlig freier Verfügung an Herrn Dr. Peters als dem Vertreter der Gesellschaft für deutsche Kolonisation, Herrin von Useguha, ab. Die Rechte, welche mit Dieser Abtretung auf Herrn Dr. Karl Peters als den Vertreter der Gesellschaft für deutsche Kolonisation, Herrin von Useguha, übergeben, find die dem Sultan von Nauru einzeln und münd lich dargelegten Rechte, welche nach den Begriffen des deutschen Staatsrechtes die Staatsoberhoheit, sowie den privatrechtlichen Befiz des Landes bedeuten; unter Anderem: das Recht, überall, wo es Herrn Dr. Karl Peters oder der von ihm vertretenen Gesellschaft für deutsche Kolonisation gefällt, Farmen, Häuser, Straßen, Bergwerke sc. anzulegen; das alleinige Recht, Grund und Boden, Forsten und Flüsse u. s. w. in jeder ihm beliebenden Weise auszunuzen; das alleinige Recht, Kolonisten in das Land zu führen, eigene Justiz und Verwaltung einzurichten, Bölle und Steuern aufzulegen. Dafür übernimmt die Gesellschschaft für deutsche Kolonisation, Herrin von Useguha, und verspricht durch ihren Vertreter Dr. Karl Peters, den Sultan Masungu Biniani und sein Volk zu schüßen gegen Jedermann, so weit es in ihren Kräften steht, sein ihm privatrechtlich reservirtes Eigenthum als solches zu respektiren und ihm außer den am heutigen Tage übermittelten Geschenken eine jährliche, mündlich vereinbarte Rente, in Bich und Handelsartikeln zahlbar, zu gewähren. Dieser Vertrag ist unter den in Nguru üblichen Rechtsformen und nachdem Herr Dr. Karl Peters mit dem Sultan Mafungu Biniani Blutsbrüderschaft gemacht hatte unter Buziehung rechtsgiltiger Beugen, als für ewige Beiten giltig und beide Theile ohne Widerruf bindend, am 23. No vember Eintausend achthundert und vierundachtzig in Quaniani abgeschloffen und von beiden Theilen durch bindende Unterschrift gezeichnet worden, nachdem er dem Sultan Mafungu Biniani durch den Dolmetscher Ramassan sachgemäß und wortgetreu mitbetheilt war. Es folgen nun die Unterschriften. Sr. Majestät der Sultan mit dem langen Namen ist des Schreibens untundig und hat sich mit einem Kreuz begnügt. Ein zweiter Vertrag, abgeschlossen in der Stadt" Kwindo faniani, fichert der Gesellschaft noch größere Rechte, sogar das Recht über den Sultan und sein Volk die Herrschaft auszuüben auf ewige Beiten." Ob der Sultan den Begriff ,, ewige Beiten" auch richtig aufzufassen vermag, darüber dürften die Ansichten verschieden ausfallen. Noch eins," sagte Rodenburg, ohne auf die Unges Eins der Kinder meines buld Amberg's zu achten... Bruders ist verschwunden, vielleicht todt, Martin Roden burg. Sollte derselbe jemals zurüdkehren, und sollte er nicht wie feine Geschwister, seinem Onkel zürnen, und aus Haß gegen ihn Verzicht leisten auf sein Erbtheil, so ist ihm daffelbe in Höhe von fünfundsiebenzigtausend Thalern auszuzahlen." Mein Gott! Herr Rodenburg," rief Amberg, es bleibt wahrhaftig nicht allzuviel übrig, wenn ich alle diese Summen abzweige." Es bleibt noch genug übrig," erwiderte Rodenburg. D, ich bin reich, sehr reich! Sie werden zufrieden sein, Amberg... Noch eins!" Noch eins?!" rief nun auch Emmy, die allmälig auch die Geduld verlor. Ich wüßte nicht, was jezt noch übrig sein sollte?" Cordelia Rodenburg," fuhr der Alte fort, ist eine entfernte Verwandte von mir; es gebührt sich, daß ich auch ihrer gebente. Sie soll, wenn sie einmal durchs Alter oder Umstände genöthigt ist, ihr Pensionat aufzugeben, hier im Schloffe wohnen. Es sind ihr so viel Zimmer zur Dispofition zu stellen, als sie beansprucht. Sie soll wie meine " Verwandte gehalten, respektirt und verpflegt werden, und außerdem eine Rente von tausend Thalern erhalten. Das heißt wahrlich fürstlich gesorgt für Personen, die sich nicht um Einen gekümmert haben," meinte Emmy schnippisch. Ich hoffe, nun ist's zu Ende, und wir können unterschreiben," nahm Amberg das Wort. Amerika. Ueber intereffante Beitungen gebens. D eine Anzah Lotalflatich Ein historisches Ereignis fand gestern in den Berei nigten Staaten statt, Grover Cleveland hat all Bräftdent seinen Einzug in das sogenannte weiße boulim legten Washington gehalten. Nachdem die republikanische Bar Herr Dr. S 24 Jahre lang im Weißen Hause geherrscht hat, sieht in Geschichte wieder ein Vertreter der demokratischen Partei in Daffelbe e und es ist daher leicht zu erklären, daß die ftegreiche Barle der Uebernahme der Regierung durch Cleveland einen beson ders feierlichen Charakter zu geben wünschte. Wie weit Erwartungen, welche sich an den Amtsantritt des demokratische Präsidenten inüpfen, in Erfüllung gehen werden, läßt fich no liner Woch fürlich noch nicht voraussehen, allein die schlimmen Erfah jurüd, ab rungen der republikanischen Partei werden dem neuen Bra denten doch als Warnung dienen, dem verhängnißvollen Grundlage von der Beute, welche dem Sieger gehört eine zu große Ausdehnung zu geben. Nicht der Umstand, daß di demokratische Partei wieder an das Ruder kommt, sondern die Thatsache, daß die Korruption der republikanischen Partei entschieden von der Mehrheit des amerikanischen Volles vift aber we urtheilt worden ist, fommt als wesentlich in Betracht. Inde schriften, u täuschen fich Diejenigen, welche von dem neuen Präfidenten eine gründliche Umgestaltung der Dinge erwarten. Wohl es thm möglich der Aemterjägerei ein bestimmtes Biel zu sehen, für die aber die schriftliche Misère wird auch Cleveland nicht beseitigen. Neben dies Dazu find Mittel erforderlich, die der demokratische Präfident nicht ergreifen wird und als einzelne Person auch nicht fann und daher werden nach wie vor wirthschaftliche Krisen Korruption in Amerika zu verzeichnen sein. Kommunales. und zur Beit Wochenschr 1732 bera bürger, mo nicht lange fanden, da Dienten, g jener Beit und privat Don diesen benen man Nun führt Buerft nan Anall möch bertandigt Blatt für Die Baudeputation Abtheilung II hat angeordnet, sobald als möglich Fußgänger- Brücke zu beiden Seiten de Oranienbrüde, deren mittleres Klappenpaar zugleich umgebaut utlaubten, wird, hergestellt werden sollen. Bugleich werden Fußgängerichte des ftege zu beiden Seiten der Rottbuser- Brücke angelegt werden. 1798. Get trägt die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft. Die Kosten dieser für den Fußgänger- Verkehr wichtigen Anlagen der Lärmka Der Gemeinde- Kirchenrath der Dankeskirche auf dem Wedding- Blage hat beim Magistrat wegen Verwandlung be Plages in einen Schmudplay petitionirt. Indeffen fann be Magistrat diesen Play, so lange daselbst die Wochenmarie abgehalten werden, nicht mit gärtnerischen Anlagen versehen, erst nach Aufbebung der Wochenmärkte daselbst wird Wünschen des Kirchenraths seitens des Magistrats entsprochen werden können. Für die Feuerwehr fordert der Magistrat vier Löschzüge nach Analogie des mit Zustimmung der städtischen Chronita v ton mit Hiebern 17 Belebender fafer der jeichnen de trägt die Der Winter Fine popu ging diefe Buchhandl Engel". baltung bi Don Berli Woche ein Schieden e ftänden Camera netti de V war dies e Behörden im Jahre 1883 beschafften Versuchslöschungszuges, welcher aus einer zweispännigen Gas- und Dampffprize, einem Waffertender und einem Geräthewagen besteht. Die Gas und Dampfiprize ist in jedem Momente dadurch betrieb fähig, daß die Dampfpumpe durch einen auf dem Fahrzeugt mitgeführten Vorrath an flüssiger Roblensäure in Betrieb g fegt werden kann, bis sich der zum dauernden Betriebe erforder liche Dampfbrudt entwickelt hat. Der Geräthewagen ist auße den gegenwärtig auf dem Personen- und Utenfilienwagen untergebrachten Geräthschaften mit einer mechanischen Leite welche dem Branddirektor Witte im Verein mit dem Ingenieu D. Greiner patentirt ist, ausgerüstet. Ein derartiger Löschu erfordert nach den Ausführungen des Königlichen Polizei Pr fidiums bei größerer Böschwirtung und erhöhter Manövr fähigkeit eine geringere Bedienungsmannschaft als ein bishe ger Bug, dagegen müssen sämmtliche Mannschaften technische Vorbildung für Löschdienst erhalt löhnenden Anforderungen entspreche Was die finanzielle Seite der beabsichtigten Reorganisati Aufrechterhaltung der jezigen Organisation nach Fertigstellumehrere a und höher zu Den anlangt, so stellt sich dieselbe nicht ungünstig. Während der noch in Aussicht genommenen Feuerwehrdepots nicht eine Vermehrung der Löschgeräthe, sondern auch eine bet bet selben, eine Ersparniß im Personal- Etat eintreten, weil die an fprechende Vermehrung des jeßigen Personalbestandes eintret müßte, würde bei Durchführung der Reorganisation fro Vermehrung der Löschgeräthe und der Leistungsfähigkeit Drudmannschaften überflüssig würden.- Was die Frage Druckmannschaften überflüssig würden. langt, ob nach gänzlicher Beseitigung der Sprißenmänn Mannschaften der Feuerwehr zum Aufräumen der stellen ausreichen, so würden nach der Meinung de Brand Herrn Mann Branddirektor Witte diese Arbeiten zunächst durch die Mann schaften der Züge ausgeführt werden müssen, was allerdings in einzelnen Fällen etwas längere Zeit, als bisher, erfordern schaften nicht ausreichen und auf die Annahme befondere Da indeffen solche Fälle nur außergewöhnliche seien, so dürfte hierauf ein befondered könne. Nur bei großen Bränden dürfte die Bahl dieser zu sein. Gewicht nicht zu legen sein. Reue zu heucheln, wo sie nichts zu bereuen hatte, nie her geben würde. rid Nun bin ich zu Ende!" erklärte Rodenburg., Mechanisch legte der Notar die Feder bei Seite, tete fich auf, hob das Dokoment in die Höhe und begann es mit lauter Stimme noch einmal zu lesen, wobei eint athemlose Stille unter seinen Zuhörern herrschte, eine Stille Jezt bin ich zu Ende," erklärte Rodenburg.. Den welche allein unterbrochen wurde durch Rodenburgs feuchen Schlüssel zu meinem Pulte finden Sie unter diesem Kissen den Athem und einen Seufzer, der sich hin und wiede aus seiner Brust rang, namentlich wo er erinnert wur Ian seine Verwandte, und wo er baran dachte, daß all' fe Reichthum, Alles, was er erworben, nun in fremde Händ Sobald ich die Augen geschlossen, nehmen Sie, Herr Amberg, diesen Schlüssel an sich. Sie und der Herr Notar mögen die Inventur aufnehmen, und Sie ernenne ich zu Bolstreder meines Testaments Das ist Alles, was ich zu sagen habe, nur eins möchte ich noch hinzufügen. Sollte Lucie..." ,, D, Lucie bedarf Ihrer nicht," unterbrach ihn Amberg. ,, Sie haben wohl gehört, daß Brand, ihr Mann, in glän übergehen sollte. ,, Borgelesen, genehmigt und unterschrieben," las bu Notar.. ..Die Zurechnungsfähigkeit des Testators bezeugen:" Hier schrieb er seinen Namen hin. fenden Verhältnissen lebt; sie hat sich ja ihren Antheil unter zu sehen?" wandte er sich an Amberg. Derfelbe " Wollen Sie die Güte haben, den Ihrigen aud bar Das fehlte auch noch, daß Lucie, welche Sie so schänd- ergriff mit zitternder Hand die Feder und schrieb seine felber antizipirt. lich hintergangen, in Ihrem Testament bedacht wird," fügte Emmy hinzu Sie, welche weiß, daß Sie todtkrank sind, und sich nicht um Sie fümmert." Sollte Lucie später einmal bereuen," fuhr der Kranke Namen. ,, Und nun den Ihrigen, Herr Rodenburg." Der Krante war durch die Aufregung so entfräfte daß er nicht im Stande war, die Hand zu erheben. ,, Noch einen Augenblick," sagte er mit matter unbeirrt fort, so will ich noch im Grabe ihr verzeihen, Stimme. Ich kann nicht!... Gönnt mir eine Minut und ordne deshalb an, daß, wenn sie meinem Universal erben, Herrn Brediger Amberg, ihre Reue ausspricht, dieſer ihr einen Erbschaftsantheil von ebenfalls fünfundfiebenzigtausend Thalern unverkürzt auszahlt." Erholung." teuchenden Athems in seinem Lehnstuhle faß Während der Krante den Ropf hintenübergebeug wer be schreibt die fieberhafte Aufregung, die Gier, das bange Amberg fant mit einem Schredensruf auf einen Stuhl. Bittern der Erwartung derer, die Beugen diefer Sen Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die Worte des Unwillens und des Vorwurfs, die er auf der Bunge hatte, brängte er zurück. waren! in legter theilte die den Gefur leuchtungs erichten ein durchaus nur 3454 während Die dem zur Erport- Bi Den Hand ebenfalls daß nicht auswärtige die als au Jumenten brautes B berwerthig billige An quettes be Rönigliche ftaurateure rein gehal einzelnen Don wird fuchung di führten, werden. fchaft ließ pieren in lestere unt Die Gespräch Amb und die e Stimme Dod ihien 23 Roch hat Schr Eben wol ber Kran ben nebe Die bes Nam gelang es Der Der belmi. " Bu De bleibt bis Ich dank H übrig." Er Gefahr b Rath no biefe Me lange ber Tifche La Jetz entfernte Jd Bilbelm hätte ger Er umblidte aber tame! Lautlose Stille herrschte mehrere Minuten. Ambers hielt die Feder, um sie dem Kranken zu reichen; Noch rechtzeitig bedachte er, daß Lucie sich wahrschein- immer erhob Rodenburg noch nicht seine Hand. Wi wenn noch im letzten Moment etwas Wenn Alles vergebens wäre? lich niemals vor ihm demüthigen, und reuig eine Schuld befennen merde, die sie niemals begangen. Er fannte auch Lucie so weit, daß dieselbe, um die fünfundsiebenzigtausend dazwischen D, von dieser Minute hing ja Alles ab! In diefes Thaler zu erhalten, sich zu einer so unwürdigen Handlung, Minute fonnte Alles gewonnen und Alles verloren eine Schuld zu bekennnen, wo fie unschuldig war, und werden! Id Sie ber n Verei Dhat all je vous che Bart zieht jet Daffelbe ein iche Barle inen befon Bie weit bi di fondern die # 19087 t befeitigen e Bräfident nicht tann; Erifen und Seiten de Zokales. " 1 wurde g. Die Abbruchsarbetten auf dem Grundstück des ehe maligen Arbeitshauses werden jetzt flott betrieben. Der Abbruch erfolgt jest auf der ganzen Linie, d. h. bet sämmtlichen Gebäuden, deren befanntlich hier mehrere vorhanden sind. Das alte Baumaterial geht fort, wie warme Semmel". Von aufgeschichteten Ziegelsteinen fieht man auf dem großen Grundstück gar nichts. Dieselben finden immer ihren Käufer und werden sofort abgefahren. Auch die Ballen sind noch sehr brauchbar und so scheint der Unternehmer bei dem Abbruch sein Geschäft zu machen. g. Mit Ende dieses Monats verlieren die Billets der Stadt- und Ningbahn, welche mit dem Giltigkeitsvermert für das Jahr 1884 versehen find, ihren Werth und dürfen zur Fahrt nicht mehr benugt werden. Da fich noch eine große Anzahl derartiger Billets im Bestze des Publikums befindet, so machen wir darauf aufmerksam, daß jene Billets gegen folche für das laufende Jahr giltige Billets bis zum 31. b. M. umgetauscht werden können, jedoch nur bei denjenigen Stationen bezw. Billetexpeditionen, bei denen die Billets seinerzeit gelöst worden find. | Kronenstraße Nr. 42 gehabt und vorgegeben, Getreidegeschäfte zu machen, Hypotheken und Häuser zu taufen und Inkasso's zu besorgen und an der Spige seiner Briefbogen befand sich auch die Aufschrift: Kommissionsbant, Otto Boedeker, Telegramm Adresse: Boedeker, Berlin W." JIm Oktober v. J. verlegte er fein Bureau" nach der Neuen Friedrichstraße 14, woselbst er plöglich in seinen Korrespondenzen: Boedeler u. Ko." firmirte. Thatsächlich betrieb Boedeker feines der von ihm angegebenen Geschäfte, denn er ist seit längerer Zeit völlig mittellos, hat den Offenbarungseid geleistet und war außer Stande selbst ben geringen Lohn seiner Aufwärterin zu zahlen. In seinem Komptoir befanden sich nur ein Bult und einige Stühle. Per sonen beschäftigte er regelmäßig überhaupt nicht, und nur während der Stunden, in welchen er stellungsuchende Personen in seinem Komptoir empfing, beschäftigte er zwei junge Leute scheinbar mit Korrespondenzen, damit sein Geschäft auf die Stellungsuchenden einen günstigen Eindruck mache. Die Stellungsuchenden lockte er durch Zeitungs- Inserate, durch welche er für sein Bankgeschäft Kassirer, Buchhalter, Geschäfts führer 2c. bei hohen Gehältern suchte, heran, versprach ihnen Anfangsgehälter von 2000 bis 3000 m. und forderte Rautionen bis zur Höhe von 3000 m., begnügte sich aber auch mit geringeren Summen, wenn Die Stel lungfuchenden nicht so viel zu geben vermochten. Beim Abschluß des Engagements mußte ihm die Kaution ganz oder zur Hälfte gezahlt werden und er gab darüber eine Quittung, worin er gefliffentlich die Bezeichnung der Summe als Kautionssumme vermied. Zu dem Antritt der Stellungen bei ihm ist es in den hisher bekannt gewordenen Fällen nicht gekommen, vielmehr haben die Geschädigten schon vorher über den wahren Charakter des Boedeker und seines Geschäftes Renntniß erhalten, auch hat ihnen Boedeler vor dem Antrittstermin mitgetheilt, daß er ihre Dienste nicht gebrauchen könne und daß er die ihm von den Engagirten gewährten ,, Darlehne"( in Wirklichkeit: die Rautions ſumme) ihnen demnächst zurückzahlen würde. Diese Burüd zahlung ist bisher nicht erfolgt. In einem neuerdings bekannt gewordenen Fall hat Boedefer einen Kaufmann Sch. als Ge schäftsführer mit 2000 Mart Anfangsgehalt engagirt, und sich von diesem sofort 500 Mart Raution geben laffen, welchen bei Antritt der Stellung noch weitere 500 Mart, zusammen also 1000 Mart Raution, folgen sollten. Am folgenden Tage erfuhr Sch. bereits den wahren Charakter des B.'schen Geschäfts, und als er von B. die Tags zuvor eingezahlten 500 Mart zurückverlangte, fonnte oder wollte Boedefer ihm nichts davon zurück geben. Das gegen Boedeler eingeleitete strafgerichtliche Vers fahren wird voraussichtlich baldigst dem Treiben desselben ein Ende machen. Die Geftellungsordres zu den Kontrolversammlungen der Reservisten und Landwehrleute erfolgten bisher durch Militärordonnanzen oder durch die Post. In diesem Frühjahr zum ersten Male wird eine öffentliche Aufforderung durch die Beitungen( Intelligenzblatt??) und Anschlagsäulen stattfinden. Die Frühjahrs- Rontrolversammlungen finden in der Regel in der Zeit vom 1. bis 15. April statt, ein Studium der Zei tungen( welcher?) resp. Litfaßsäulen kann deshalb in Anbetracht der unangenehmen Konsequenzen, welche durch die Kontrol entziehung entstehen können, allen Kontrolpflichtigen empfohlen werden. Wer sich der Kontrole entzieht und seine Dienstzeit unterbricht, muß die versäumte Dienstzeit bekanntlich nachholen außerdem erfolgt noch eine Bestrafung im Disziplinarwege. Man sollte dann doch wenigstens die gelesensten Zeitungen zur Bublikation benugen und die politische Parteistellung dabei außer Acht lassen. Das wäre dem betheiligten Bublifum gegenüber nicht mehr wie Pflicht! Ueber die Nubrit Lokales" in den Berliner Zeitungen im legten Viertel des vergangenen Jahrhunderts berichtete, derr Dr. Fischer in der jüngsten Sigung des Vereins für die Geschichte Berlins. Wir entnehmen der B. B. 3." aus dem intereffanten Vortrage folgende Details: In den politischen Beitungen jener Beit sucht man die Rubrik Lokales" ver gebens. Dagegen entstanden neben den politischen Zeitungen tine Anzahl Wochenschriften, die zum Theil wenigstens dem mokratische lokalflatsch gewidmet waren. Die ersten Anfänge dieser Beräßt fich liner Wochenschriften geben vor die Beit Friedrichs des Großen nen Erfah jurüd, aber eine fruchtbare Entwickelung zeigt sich erst uen Präf jur Zeit des fiebenjährigen Krieges hier ebenso wie ngnißvollen bei den politischen Beitungen. Die erste Berliner ehört eine Wochenschrift Das Moralische Fernglas" id, daß 1732 herausgegeben, 1741 folgte eine zweite: Der Weltbürger, wöchentlich ans Licht gestellt." Beide haben jedoch Partei fo nicht lange bestanden; ste find moralische Wochenschriften. Es Bolles ist aber wohl nicht ohne Bedeutung, daß gerade die Wochen cht. Indef fchriften, welche ernstere Interessen verfolgten, nicht lange be Braftbenten tanden, dagegen gerade diejenigen, welche nur der Unterhaltung bienten, gute Geschäfte machten. Die Schriften find gerade iel zu fete für die Sittengeschichte jener Zeit von hoher Bedeutung. Neben diesen Wochenschriften verdienen für die Kulturgeschichte fener Beit die Broschüren Beachtung, in denen reine persönliche und private Intereffen besprochen wurden. Leider sind viele von diesen Wochenschriften auch nicht in den Bibliotheken, in denen manjihr Vorhandensein mit Recht vermuthen darf, zu finden. Nun führte der Vortragende verschiedene Wochenschriften vor. Buerft nannte er die Lärmlanone", woraus mit einem großen Knall wöchentlich das Neue aus Berlin herausgeschoffen und ordnet, bebekündigt werden soll. Daffelbe war eigentlich nur ein Blatt für den braven Soldatenstand, namentlich für die Be5 umgebaut laubten, und der Anfang des Blattes war die Lebensge Fußgängerichte des Biethen. Abgefeuert von Hans Konstabel. Berlin egt werden. 1798. Gebrudt bei Birnstiel."- Berwandt mit der Richtung Berwandt mit der Richtung Der Lärmfanone find die beiden Schriften:„ Beytrag zur en Anlage Chronila von Berlin in beliebten altdeutschen Romanzen ton mit untermischten erbaulichen Lob und Buß e auf bem 1781" und Charakteristik oder Gemälde aus ndlung bes Belebenden Berlin fürs Jahr 1784 von dem Vern fann ber faffer der Berlinischen Korrespondenz". eichnen den Inhalt ziemlich genau. Ganz anderen Charakter tägt die Wochenschrift„ Der Lauf der Welt oder Beschreibung Der Winterluftbarkeiten in Berlin. 1788 bey Petit und Schöne." Eine populäre periodische Schrift. Als der Frühling tam, ing diese Schrift natürlich ein, und es erschien von derselben Buchhandlung eine andere periodische Schrift:„ Gallerie der Engel". Bon den Wochenschriften, welche nur der Unterbaltung dienten, erwähnte der Vortragende: ,, Camera obscura yon Berlin". Diese Schrift erschien 1795 und 1796 jede Boche einmal für einen Groschen. Der Inhalt, so vers chieben er auch ist, handelte von Vorgängen und Butänden im Leben der Hauptstadt. So berichtete die Camera obscura" über eine Vorstellung des Chevalier Bi netti de Merri, königlicher Hofphyftker, sehr ausführlich. Es war dies eine ähnliche Vorstellung, wie sie von Cumberland in legter Beit abgehalten wurden. Außer zahlreichen Auffäßen theilte die ,, Camera obscura" auch statistische Berichte über den Gesundheitszustand in Berlin mit, und als mit dem Beleuchtungswesen Berlins eine Verbesserung beabsichtigt wurde, erichten ein Auffaß, welcher bewies, daß eine Verbesserung durchaus nöthig sei, denn auf 9448 Häuser Berlins fämen nur 3454 Laternen, mithin auf alle 4 Häuser eine Laterne, während Wien bei 6100 Häusern 3445 Laternen besäße. Die Untersuchungsfache wider den Bierverleger L., dem zur Laft gelegt wird, unter der Bezeichnung„ Nürnberger Erport- Bier" ein ganz gewöhnliches, hier gebrautes Bier in den Handel gebracht zu haben, wird wahrscheinlich noch gegen ochenmarie En verfeben, wird Den entiproden it vier neue ftädtisches ungauges, prize, einem Die Gas ch betriebl Fahrzeug Betrieb ge be erforder ift auße filienwagen hen Leite Ingenieu er Lösch Bolizei Br Manövr ein bisher aften ein erhalten entfpreds rganifati Bährend rtigstellu 3 nicht n eine en es eintreten t trop bes bigkeit b Frage weil die an nänner bie er Brand des Herrn Die Mann allerdings erfordern efer Mann befonderer olche Fälle befondend nie ber Seite, rid and began wobei ein cine Still Be feuchen and wiede Bert wur Ball' fei mbe Hand Tas b Beugen:" aud bar Derfelbe web feines entfräfte en. it matter ce Minut ergebeugt wer be was bange er Szent Amberg en; aber b. 2Bie n time! In biefer verloren liebern " Die Titel be= daß nicht allein Nürnberger Export", sondern auch andere ebenfalls ein Verfahren nach sich ziehen, da sich ergeben hat, auswärtige Biere im Flaschenverkauf hier vertrieben werden, fumenten bezogen werden, jedoch nur gewöhnliches, hier gebrautes Bier enthalten. Die Restaurateure, welche diefe minDerwerthigen Biere führen, laffen sich lediglich durch das billige Angebot, durch die an den Flaschen befindlichen Etiquettes bestimmen, diese Bierplantschereien zu unterstügen. Die Königliche Staatsanwaltschaft nimmt nun an, daß die Reftaurateure als Fachmänner wiffen müffen, man lönne wirklich tein gehaltene echte Biere nicht so billig beziehen, wie fte von einzelnen Bierverlegern abgegeben werden. Die Folge hierDon wird sein, daß nach Abschluß der eingeleiteten Unterfuchung die Restaurateure, welche die geplantschten Biersorten werden. Auf die Requisition der Königlichen Staatsanwalt Schaft ließ die Kriminalpolizei in sämmtlichen 71 Polizei- Reestere untersuchen. Die Ausweisung des Journalisten Kat betreffend, wird der W. 3." von hier geschrieben:" Die bereits vor mehr als einer Woche erfolgte Ankündigung, daß wiederum ein im Ausland gebürtiger Journalist aus Preußen ausge wiesen sei, hat ihre Bestätigung gefunden. Diesmal trifft die Ausweisung einen Schriffteller, dessen Thätigkeit sich ausschließlich auf das Gebiet der Politik erstreckt hatte. Aber ohne gewiffe fleine Eigenthümlichkeiten scheint es bei diesen polizeilichen Verfügungen nicht abzugehen. Man erzählt sich, daß die Nachricht von der bevorstehenden neuen Ausweisung ihre Ber breitung gefunden habe durch einen Reporter, der vor wenigen Monaten selbst erst durch einen ähnlichen Polizeierlaß aus Berlin entfernt worden war. Damals wurde demselben zur Laft gelegt, daß er unter der Vorgabe, Beziehungen zu den Polizeibehörden zu unterhalten, fafche Nachrichten in die Welt gesezt habe. Bestätigt sich das bereits erwähnte Gerücht, so müßte die gegen ihn erlaffene Ausweisungsordre in aller Stille außer Kraft gefeßt und Beziehungen in der That eingetreten sein, die früher nur vorgeschüßt wurden, um müßigen Kombinationen Hintergrund zu geben." Nachdem von den Mitgliedern der Friedrichsberger Gaunerbande bis jetzt elf Personen hinter Schloß und Riegel gabracht worden, ist es immer noch nicht gelungen, eins der Häupter der Bande, den in Warschau geborenen, 27 Jahr alten füdischen Handelsmann Hermann( auch Herschel genannt) Bariserband festzunehmen. Nach den Angaben eines Verhafteten besucht der noch auf freiem Fuße befindliche Stomplize Bariserband seit Jahren die Viehmärkte in den Provinzen zur Ausübung von Taschendiebstählen, auch benugt er zu dieser Thätigkeit mit Vorliebe das Gedränge auf Eisenbahnhöfen. In der Ausübung seiner diebischen Fingerfertigkeit soll der Gesuchte unerreicht daftehen. Während die meisten Taschendiebe die im Gedränge Uhren stehlen, lettere von der Uhrtette abs drehen, oder auch die Kette durchschneiden, pflegt Bariserband den Bügel von der Uhr abzudrehen und selbst dann mit Erfolg zu arbeiten", wenn der Bügel an der Uhr durch Niete noch besonders befestigt ist. Es gehört hierzu eine ungewöhnliche Kraft im Daumen und Beigefinger. Herr Landgerichts rath Asché, der die Untersuchung gegen die Gaunerbande führt, hat jest, nachdem alle Versuche, den erwähnten Gauner einzufangen, vergebliche gewesen, einen Steckbrief hinter ihm erlassen. Es wird vermuthet, daß Bariserband sich in Berlin aufhält und in irgend einer der Polizei unbekannten Verbrecherwohnung versteckt gehalten wird. An baarem Gelde soll es ihm nicht fehlen, da er im vorigen Jahr reichliche Beute zusammengestohlen hat. a. Gegen das gemeingefährliche geschäftliche Treiben eines Kaufmanns Otto Boedeker find während der letzten Monate bei der Staatsanwaltschaft und bei der Kriminalpolizei mehrfache Anzeigen gemacht worden, wonach Boedeler stellungssuchende Kaufleute, Bureaubedienstete ac. um bedeutende Summen, ihm pieren in den Restaurationen, welche echte" Biere führten, raffinirter Weise geschädigt hat. Boedeter hat bis zum Oktober Die lautlose Stille ward unterbrochen durch ein kurzes Gespräch draußen an der Thür. Amberg horchte auf. Er erkannte Charlotte's Stimme und die eines fremden Mannes. Doch nein! auch diese Stimme hatte er bereits gehört. Doch da öffnete fich die Thür und in derselben erchien Wilhelmi's ernste, würdige Gestalt. Schreckensbleich starrte ihn Amberg einen Moment an. da erhob v. J. sein angebliches Bant- und Kommissionsgeschäft in der oft genug den Versuch gemacht, unaufgefordert zu Ihnen zu kommen; es war mir nicht vergönnt, bis zu Ihnen zu gelangen." 11 Es war der Wunsch meines Freundes Rodenburg, nicht durch einen Besuch belästigt zu werden," antwortete Amberg. " Ja, das habe ich gewünscht," bestätigte Rodenburg; Sie waren nicht damit gemeint, auch Ehrlich nicht. Reiner Roch hatte der Kranke den Eintretenden nicht bemerkt. hat mich besucht. Aber nun lassen Sie uns allein mit Eben wollte Wilhelmi seine Lippen öffnen einander sprechen... D, wie oft habe ich mich gesehnt, Laßt uns allein, meine Freunde," wandte sich Rodenburg an Amberg. der Kranke seine Hand. Mühsam legte er die Hand auf mit Ihnen allein, wenn auch nur einige Worte zu sprechen. den neben ihm stehenden Tisch. Die abgemagerten Finger vermochten nicht die Züge bes Namens zu schreiben. Erst mit Ambergs Unterstützung gelang es. belmi. Der Name„ Rodenburg" stand unter dem Dokument. Fünfundzwanzigstes Rapitel. Der Krante wandte sich jest um. Er erkannte Wil " Bu spät!" flüsterten seine Lippen. bleibt bis zum Tage der Eröffnung in Ihren Händen. Herr Notar!" fagte Amberg laut,„ bas Teftament übrig." Amberg ging, wie ein Mann, der ein Märtyrerthum mit Würde erträgt, mit den Seinigen hinaus. Rodenburg und Wilhelmi blieben allein. Ich habe mein Testament gemacht," sagte Rodenburg leise zu Wilhelmi. " Ich sah es. Und wie lautet der Inhalt Ihres Testaments?" Was konnte ich Anderes thun, als ihn zum Universalerben einfegen?" Ich dachte es wohl.. Armer, getäuschter Mann! Ich danke Ihnen, es ist nichts mehr für Sie zu thun Also in fremde Hände kommt Ihr Reichthum, Fremde schließen Ihnen die Augen! An Ihrem Grabe keine lieben nein, Niemand weint • Er wußte recht wohl, daß auch jetzt noch nicht die Gefahr beseitigt sei, daß der Kranke ja auf Wilhelmi's Ihnen eine Thräne nach, und die unschuldig Gekränkten Rath noch eine Aenderung vornehmen könnte, und daß flagen Sie an." biese Aenderung leicht vorgenommen werden konnte, so lange der Rotar da war und das Testament auf dem Tifche lag. entfernte fich. hätte " Was fagen Sie, die unschuldig Getränkten?" " Ich spreche zunächst von Ihrer Nichte." Sie wissen, daß fie ch meiner Liebe unwürdig ges Jeht word es mit dem Siegel verschlossen. Der Notar zeigt hat. D, wie habe ich sie geliebt! Ein Vater tann Ich habe nach Ihnen verlangt," sagte Rodenburg, Wilhelmi feine beiden Hände entgegenstreckend.„ D, ich gewünscht, daß Sie früher gekommen wären!" Er sagte dies, indem er sich scheu nach den Amberg's umblickte, bie neugierig lauschend in der Nähe standen. " Ich habe mir's wohl gedacht," sagte Wilhelmi, daß seine Tochter nicht zärtlicher lieben!" " Ich weiß es!- Sie ward verleumbet." " Mein Feund, Sie haben vergessen, ich hatte die Be weise." ,, Sie hatten das Zeugniß eines Ihrer Untergebenen, eines gewiffen Barthel. War's nicht so?" Sie ber alten Freunde nicht vergessen würden. Ich habe täuscht. Lucie und ihr jeßiger Gatte, Brand." " Ja, ja! Sein Zeugniß bewies, daß Lucie mich geg. Diebe hatten in der Nacht zum Mittwoch an scheinend einen Einbruch in das in der Friedrichstr. 62 befind liche Teppich- und Deckengeschäft von Pincuß und Joseph be absichtigt, begnügten sich aber, weil sie sich wahrscheinlich einen Bugang zu dem Laden nicht erzwingen fonnten, damit, die Binkversierung, welche fich unten am Schaufenster zur Birkulation der Luft befindet, auszuschneiden um durch diese so entstandene Deffnung eine werthvolle Plüschdecke und andere kleinere Gegen stände zu ziehen, welche im Schaufenster ausgelegen hatten. Bu verwundern ist nur, wie ein solcher Diebstahl in der selbst des Nachts sehr verkehrsreichen Friedrichstraße möglich gewesen. Tagen aus dem Kattunwaarenlager von Bormas u. Co., Span Mittelst gewaltsamen Eindringens find ferner vor einigen dauerstr. 18, mehrere Stücke Zeug 2c. gestohlen worden. Die Untersuchung, welche in Folge eines, auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise in Charlottenburg verbreiteten falschen Gerüchts über das Verschwinden des dortigen Eigen thümers, Maurer Albert Marunge, eingeleitet wurde, hat er geben, daß Marunge am 31. Oktober v. J. mit grauem Rod und Müße, schwarzer Hose, Weste und blauer Jacke bekleidet, aus seiner Wohnung Schloßstraße 23 unter Mitnahme von 800 Mart baaren Geldes sich entfernt hat und seitdem vers schwunden ist. Das Gerücht von einem an ihm verübten Morde ist aus der Luft gegriffen; vielmehr wird vermuthet, daß ein Unglück vorliegt. N. Von einem bedauerlichen Unfall ist am vorgestrigen Tage ein Hausdiener Namens Karl Buck aus Rigdorf in der Leipzigerstraße zwischen Charlotten- und Friedrichstraße be troffen worden. B., der einen Korb mit Viktualien auf der Schulter trug, gerieth beim Ueberschreiten des Fahrdamms unter die Pferde eines nach Schöneberg fahrenden Pferdebahnwagens und wäre sicher von dem Lepteren überfahren worden, wenn der Kutscher nicht noch rechtzeitig gebremst hätte. B. hatte aber durch die Huftritte der Pferde doch derartige Verlegungen erlitten, daß er sofort per Droschte nach Rixdorf transportirt werden mußte. Aus mehreren Kopfwunden blutend taumelte vor gestern in später Abendstunde ein dem Arbeiterftande ange höriger Mann die Prinzenstraße entlang. Derselbe will nach feinen Aussagen in der Oranienstraße von einem Trupp Nacht schwärmer überfallen und mit einem eisenbeschlagenen Snüppel mißhandelt worden sein. Da der Blutverlust bei dem Angegriffenen ein überaus starter war, und er sich außer Stande fühlte, seinen Heimweg weiter fortzusetzen, so wurde er auf ,, Und wenn nun das Zeugniß Barthel's ein falsches gewesen wäre?" Das kann nicht sein!" " D, das war der Fall! Diesen Morgen tam eben jener Barthel reumüthig zu mir, bekannte, daß er hinsicht lich Ihrer Nichte Lucie und Brands gelogen habe, und daß er zu dieser Lüge genöthigt gewesen sei durch Drohungen Ihrer jeßigen Erben. Er hat mir aufgetragen, Ihnen, dem Sterbenden, zu sagen, daß, wenn Sie die Wahrheit hören wollen, er fie Ihnen bekennen wird; er wird Ihnen den Beweis liefern, daß Sie Unwürdigen Ihre Gunst gespendet und die Schuldlosen den Schuldigen geopfert haben." Herr Gott, Sie erschrecken mich! Sollte es möglich sein? Ich kann's nicht glauben! Bielleicht täuschte sich Barthel?" " Onein, sein Gewissen trieb ihn zu mir." Was muß ich hören! Und nun habe ich sie von der Erbschaft ausgeschlossen!" Das ist nicht bas Schlimmste! Aber Sie müssen ihr verzeihen, Sie müssen sie rechtfertigen vor aller Welt und vor Denen, welche gewissenlos genug waren, fie, die Reine, die Schuldlose anzuklagen und sich der schimpflichsten Mittel, des falschen Zeugnisses, zu bedienen." Ach, wie gerne bitte ich sie um Verzeihung, aber ich fürchte, es ist nicht, wie Sie sagen und Lucie haßt mich, wie Ihr Bruder mich haßt." Sie haben mit Unrecht Friß Rodenburg den Vorwurf der Herzlosigkeit, der Gefühllosigkeit gemacht. Auch davon fann ich Ihnen den Beweis liefern. Vor sechs Monaten war er hier; wenn Sie wüßten..." " Ich weiß Alles!" " Man hat Sie auch in Bezug auf ihn getäuscht!" Mein Gott, so viel Unrecht habe ich begangen und bin außer Stande, es zu fühnen. spät zum Bereuen!" Jeßt, jezt ist es zu " Bum Bereuen ist es nie zu spät." H " Es ist zu spät; denn jebe Stunde kann ich abberufen werden von hier." ( Fortsetzung folgt.) Veranlassung von mehreren Baffanten nach seiner in der Alexanbrinenstraße belegenen Wohnung per Droschte geschafft. N. Großes Aufsehen erregt das plötzliche Verschwinden der beiden Inhaber einer belannten Konfektionsfirma T. in der Leipzigerstraße. Dieselben, welche wegen Vergebens gegen die Sittlichkeit gestern in Haft genommen werden sollten, haben fich ihrer Strafe durch eine schleunige Auswanderung nach Amerita entzogen. b. Der erste Kahn vom Müggelsee her, mit Holzkohlen beladen, paffirte gestern Mittag die Schleuse, genau 24 Stunden nach dem ersten Steinkahn von den Havelseen her. Nach Ausfage der Schiffer aber ist die Passage durch den Müggelsee noch feine permanente. Sie richtet fich nach dem Winde, der das Eis hin und her schiebt. Nachdem der Kahn das Müggelschlößchen paffirt hatte, war die Durchfahrt in Folge des umgesprungenen Windes wieder gesperrt. Belle Alliance Theater. In der heutigen Aufführung der Gesangspoffe ,, Ein gemachter Mann" debütirt eine neu engagirte Scubrette, Frl Bäckers als Toni Sendler. b. Die Sanitätswache in der Brüderstraße hat eins mal wieder in der Nacht zum Donnerstag ein Menschenleben gerettet. An der Gertraudtenbrüde wurde ein Mann bewußt los aus dem Wasser gezogen, und nach der Wache gebracht, wo man ihn durch energische Thätigkeit wieder ins Leben rief. Dhne diese prompte Hilfe wäre er sicher dem Tode anheimgefallen. durch den Saal walzen zu können, ließ ihn jedes Bedenken, das er bezüglich seiner Kaffe hatte, schnell vergessen. Was weiter geschehen ist, darüber ist niemals ein zuverlässiger Bericht in die Deffentlichkeit gedrungen, nur über das Ende seines Liebesabenteuers hat der Kommis Ausführliches mit getheilt und zwar vor Gericht. Er erinnert fich noch, daß er mit seiner Begleiterin an jenem Abend getanzt und gezecht hat, dann übermannte ihn das Glück und das Bier und er fiel in einen sanften Schlummer. Er wurde plößlich durch die Berührung einer fremden Hand aus demselben geweckt, und als er die Augen aufschlug, sah er die schöne Ella vor sich stehen. Sie war eben damit beschäftigt, die übrkette von seiner Weste loszulösen, offenbar in der Abficht, um sie mit der Uhr zu stehlen. Dieses Vorhaben war indeß schwer zur Ausführung zu bringen, denn der Kommis hatte seinen Stundenzeiger gerade acht Tage vorher ins Leihhaus getragen und die Kette an seine Westentasche angenäht. Heinrich war über das Benehmen des Mädchens, das so zärtlich gegen ihn gewesen, auf's schmerzlichste berührt und brachte die That derselben zur Anzeige. Vor Gericht aber tonnte der schönen Ella nicht nachgewiesen werden daß sie habe stehlen wollen, und so ward fte freigesprochen. Soziales und Arbeiterbewegung. Di politische Das Zentrum erntet für seine Beistimmung zur Ge treidezollerhöhung durchaus nicht überall Dant bei seinen Wählern und Gesinnungsgenossen. So kämpfen die ,, chriftli sozialen Blätter," das Bentralorgan" der katholisch- sostales Partei, fehr lebhaft gegen die Bertheuerung des Brodes.de theurer Se theurer heißt es hier ein Gegenstand wird, def weniger gebraucht dann das Land. Vertheuerung des Ge treides bedeutet also Abnahme des Verbrauchs von Körne Für diejenigen Gegenden, in welchen das Brod zu einen Mr. 55. festen Geldsage verkauft wird und die Preisschwankungen is der Größe des Leibes wiedergegeben werden, ist die Abnahme handgreiflich; die Mutter giebt jedem Kinde, die Hausfra jedem Dienstboten ein Brödchen zum Kaffee, ohne zu fragen, ob dasselbe ein Loth oder 4 oder/ Loth weniger wiegt. Ob das Eingebüßte überhaupt ersetzt werden kann, diese Frage wird demjenigen leicht zu beantworten sein, der die Schwieri leiten, Gleichgewicht im Arbeiterhaushalt zu erzielen, fennt Sofern Ersatz für das entzogene Brod dem einzelnen Rotfelten tref der Arbeiterfamilie gewährt wird, wird dies in der Regel nem unbeach Kartoffeln geschehen. Dhne Zweifel bat also die Be erziger Jahr Arbeit" f theuerung des Getreides auch den Uebergang zu einer gering Soviel steht aber handger würbe in werthigern Nahrung zur Folge. lich fest, daß die breitesten Schichten des Boltes fchon Bintelbach) nicht gut genährt werden und daß auch die geringste B Neumann, mit dem er vorher im Wirthshause gezecht hatte, schlechterung empfindlich schädigen muß. Schließlich kommit voll un den Befehl, ins Bett zu gehen. Als der total betrunkene Neu- aber die moralische Seite: je schlechter die Koft, defto met iedererkenner mann feine Folge leistete, sondern zu schimpfen begann, verSchnaps!" Aus diesen Gründen, erklärt der Redakteur de segte ihm der Unteroffizier mit dem blanten Säbel solche Hiebe christlich- sozialen Blätter, müsse er unter allen Umständen auf die Schultern und den Arm, daß Neumann vier Monate gegen Erhöhung des Kornzolles fich erklären und auch die a Deren hohen Lebensmittelzölle müsse er für verderblich halten im Spital lag und dann, da Muskelschwund an dem verlegten Arm eingetreten war, als dienstuntauglich aus der Armee ent- Einen neuen Vorschlag zum Normalarbeitstag das ,, Chriftlich soziale Correspondenzblatt", das Drgan laffen werden mußte. Die Mißhandlung war derart, daß der Kanonier Welzenbach den Unteroffizier bat, er möge doch mit Herrn Stöcker. Danach soll die ganze wichtige und schwie dem Schlagen aufhören, da sein Kamerad ja betrunken sei. Frage dadurch gelöst werden, daß alle Ueberstunden über et Liberalis Der Unteroffizier verfeyte darauf noch dem Fürsprecher zwei gewisse Arbeitszeit hinaus nach einem höheren, von Obrigkelters ist di Säbelhiebe, deren es noch mehrere geworden wären, wenn wegen festgesetten, Tarif bezahlt werden. Dieser Art der bene Ueberzeu nicht in dem Momente der Feldwebel gekommen und dem bru- gelung werden zwei große Vorzüge zugeschrieben. Ersten Borzügen bes Neumann hatte für seine Gehorsamsverweigerung 45 Tage stimmt werden können: die Gewerbe, welche zuweilen Sie weiß auf Aus Bayern. Ueber eine Verhandlung des Würzburger Militärbezirksgerichts berichten die Blätter wie folgt: Der Unteroffizier Thorwart des 2. Feld- Art.- Regiments in Landau ertheilte am 29. Juni v. J. im Rafernenzimmer dem Soldaten Polizeibericht. Am 3. d. M. Mittags fiel der Invalide Hellwig, als er fich in seine in der Oppelnerstraße im Keller belegene Wohnung begeben wollte, einige Stufen der Treppe hinab und mit dem Kopfe auf den Fußboden des Kellers. Es frat in Folge dessen Gehirnblutung ein, an der er noch an demselben Tage Abends verstarb. Am 4. d. M. Vormittags fiel ein Mann auf dem Bürgersteige der Landsbergerstaße in Folge Ausgleitens zur Erde und brach dabei den rechten Unters fchentel, so daß er nach der königlichen Klinik gebracht werden mußte. An demselben Tage Nachmittags verunglückten in dem Walzwerte der Heckmann'schen Fabrik, in der Schleftschenstraße 24/25, der Meister Milde und der Arbeiter Patulat da burch, daß sie beim Deffnen eines Ventils am Dampfrohr in Folge Plagens des Ventilgehäuses von dem herausströmenden Dampfe verbrübt und durch den Druck des Dampfes über das Geländer der etwa 6% Meter hohen Brücke, auf welcher ste standen, Milde erlitt außer bedeutenden herabgeschleudert wurden. Brandwunden einen Rippenbruch und eine Verlegung am Kopfe, während Patulat außer Brandwunden einen Bruch des linken Armes und ebenfalls eine bedeutende Kopfwunde erlitt. Beide wurden nach Bethanien gebracht. Am Abende deffelben Tages wurde ein Mann in seiner in der Breslauerftraße belegenen Wohnung am Bettpfoften erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause ge schafft. In der darauf folgenden Nacht sprang ein Mann in selbstmörderischer Absicht von der Gertraudtenbrücke in die Spree, wurde jedoch alsbald herausgezogen und noch lebend nach der Charitee gebracht. Gerichts- Zeitung. - $ madi br fe Dea meistens längere Zeit arbeiten laffen müssen, zahlen eben f Miß die Ueberstunden nur den höheren Lohnfag. Zweitens feine Rontrole nöthig sein: es liegt im eigenen Intereffe Gefängniß bekommen; der wegen Körperverlegung und Mig brauch der Dienstgewalt angeklagte Unteroffizier wurde freis gesprochen. Gullt. Ueber eine erschreckende Reihe von Urfiltlichkeitsverbrechen, begangen an 32 Mädchen, darunter 31 Schul. mädchen im Alter von zehn bis dreizehn Jahren, hatten dieser Unternehmers, teine Ueberstunden zu machen, weil er fte teurer Der Vorschlag ist so quadsalbertsch wie die chriftlich- soziale Bartei. Db man die Ueberstunden bilf Tage die hiesigen Geschworenen zu judiziren. Als Angeklagter zahlt oder nicht, das macht rechnerisch wohl einen Unterschied erschien der ehemalige Volksschullehrer Matthias Stergar, be reits vom Wiener Landesgerichte wegen Schändung zu sechs Monaten Kerkers verurtheilt. Derselbe ist 41 Jahre alt, ab ist aber fachlich ganz gleichgiltig. Bei seiner heutigen loftgkeit und Nothlage muß fich ohne Verbot der Ueberfunden Der Arbeiter zu legteren verstehen, und wenn er dafür mehr Die p artei inem ganze war einerfeit en Feste f bererfeits g letariat weber terscheidet, feine Rei tereffen ver Baterlan e, fchätzt rth auf fe Anstande ung ber solvirte acht Gymnaftal- Klaffen und wurde hierauf Novize im erhält, so erhält er eben für die normalen Arbeitsftumben weniger, aber über den nothdürftigen Lebensunterhalt fommt und 2 Franziskanerkloster zu Nazareth. Später heiratete er, lebte je doch von seiner Gaitin getrennt und wußte fich die erledigte Lehrerstelle in Podgorje( Bezirk Windischgräß) zu verschaffen. Fast alle ihm anvertrauten Schülerinnen, so viel fonstatirt werden konnte, 31 an der Bahl, fielen ihm zum Opfer, ebenso feine 16 Jahre alte Koufine. Leider beobachteten alle Schulmädchen Stillschweigen über diese Vorgänge und so blieb das schändliche Treiben dieses Menschen verborgen, bis die meisten Opfer von scheußlichen Krankheiten beimgesucht wurden; viele befinden sich noch im Krankenhause, während die Genesenen als Beuginnen vorgeladen waren. Angesichts deren Depofitionen vermochte der Angellagte nicht zu leugnen, wollte jedoch glauben machen, die slowenischen Mädchen jener Gegend seien fo verkommen, daß fie ihn, den Lehrer verführt hätten. Dagegen spricht aber die allgemeine Entrüftung, die sich bei Entdeckung der Schandthaten in der ganzen Gegend kundgab und so gewaltig war, daß Stergar beinahe durch Steinwürfe gelyncht worden wäre, wenn ihn nicht die Gendarmerie in Schuß genommen hätte. Die Geschworenen sprachen ihn in allen Fällen schuldig, und der Gerichtshof erkannte in Rüder nicht hinaus. ach Maßgab Norhandensei Industrie und Wehrkraft. Welche Verwüstungen Industrie in unserer Boltetraft anrichtet, das zeigt aufbürgerlic Schlagendfte folgende Aufstellung für Desterreich( Cisleithanie Bei den militärischen Aushebungen entfielen auf je 1000 Unte suchte 264 taugliche 1870 1871 254 " 1 1872 253 " 1873 207 " 1 1874 185 " 1875 184 " 1876 184 1877 171 11 1878 166 " 1 1879 1880. 156 145 . " eigenen S ach der Gen m des Bort ehr aber au ondern nur ngsfähigteit Berfolgung i bas indirette olchen F Sie verwirft, rer induftri Brinzipientri Eröffnung n Aus der ländlichen Bevölkerung werden verhältnißmbne allen G viel mehr Rekruten entnommen, weil die Arbeit auf Lande, wenn auch sehr anspannend, so doch immer noch ge eit feft, ale ficht auf die besonders erschwerenden Umstände auf eine schwere ist. Welchen Unterschied es für das ganze leibliche Gebendelsfreihe Kerkerstrafe in der Dauer von fünfzehn Jahren. -y. Einem Romanschriftsteller lieferte eine Verhandlung, welche geſtern vor der 87. Abtheilung des Schöffen gerichts stattfand, dankbaren und ergiebigen Stoff. Vor etwa brei Jabren machte in Braunschweig die heimliche Flucht des dort ansässigen Uhrmachers Albert Dettmer mit der Frau seines Nachbarn, des Kaufmanns Ulrich, nicht geringes Aussehen. Das Paar floh nach London, doch hier gerieth es, nachdem die wenigen mitgenommenen Baarmittel verausgabt waren, in eine traurige Lage, denn alle Bemühungen des Dettmer, Beschäfti gung zu erhalten, schlugen fehl. Als die Noth am größten war, griff er zu einem verzweifelten Mittel, er wurde Seemann. Getreulich sandte er der in London zurückgebliebenen Geliebten den größten Theil seines so sauer erworbenen Verdienstes und in allen seinen Briefen gab er seiner Freude um das baldige bie macht, ob in den Fabriken für sanitäre Vorkehrungen gefo ist, oder nicht, beweist eine Untersuchung Singers, nach ba einem mufterbaften" Etablissement von 213 Arbeiter während der legten neun Jahre zur Stellung tamen, 28 tauglich befunden wurden, während in einer anderen Fabri die wegen ihrer niedrigen Löhne und sonstigen Mike fannt ist, 183 zwischen 1871 und 1880 zur Stellung gelangte Arbeiter sämmtlich für untauglich erklärt wurden. ug der Arbeiter bedeutet also Hebung der Volksgesundheit entbehrlichen Grundlage aller staatlichen Entwickelung. ber un Men Länder bes Bet Recht all Senannten atische für ben anderer spricht.*) monopolift Einer bela ift deffe Silbert in M. Gladbach wies in einer Eingabe an das Handelaminiite Kapitalistischer Fortschritt. Herr Kommerzienrath Wolf Irium nach, daß durch den Uebergang der Handweberei ju mechanischen Weberei, welcher am Rhein für die Halbfeibende der Bi Industrie fich vollzieht, einige tausend Handstühle zum St Wiedersehen Ausdruck. Aber eine arge Enttäuschung harrte stand gekommen find, ohne daß die Menge der Bro seiner, als er im Januar d. J. nach einer langen Tour durch den Stillen Dzean wieder nach London zurückkehrte, anstatt der Geliebten fand er nur einen Brief von ihr vor. Sie theilte ihm mit, daß allerdings inzwischen ihre Ehe rechtsträftig geschieden wor ben wäre, aber es sei ihr in dem Erkenntniß ausdrüdlich ver fte a Befellschaft u Bentiber fel Betten", was a 1 jebe balten. buttion abnimmt, weil ein mechanischer Webftuhl i Stande ist, bis zum zehnfachen eines Handwebestuhls zu leifft übertrag Daß man das, was man braucht, mit kleinerer Mübe fleinerem Aufwand an Arbeit gewinnt, ist an fich gewiß zum Vortheil eines Voltes. Nur hat unter den heutigen V boten worden, eine neue Ehe mit ihrem Entführer einzugehen. hältnissen ,, das Volt" weiter nichts davon, als daß es fei Zusammenleben mit ihm zu verzichten und den Vorschlag ihrer braucht aber weniger Arbeiter. Die übrig bleibenden tönn Unter diesen Umständen habe sie es vorgezogen, auf ein ferneres Der verliebte Kommis und die schöne Ella. Es war an einem der falten, aber schönen Januarabende, wie wir fie in diesem Jahre so ausnahmsweise herrlich und frisch hatten. Klarer, heller Mondenschein erleuchtete die einsamen Straßen Nur hin und wieder sah man des Westviertels in Leipzig. einige Personen, deren Schritte fie auf dem dichtgefallenen Schnee schon weithin anfündigten. Auf der Elsterstraße ging ein junger Mann die linke Häuserreihe entlang, dem das Herz heute ganz sonderbar bewegt zu sein schien, denn ab und zu fuhr er sich mit der Hand nach der Stirn und, den Kopf lang fam hebend, entrang fich dann immer ein schwerer Seufzer seiner Brust. Es war der Kommis Heinrich B. Heinrich war erft 18 Jahre alt, er hatte noch nie der Liebe Glück und Leid tennen gelernt, aber heute hatte es ihn hinausgetrieben, denn ein unnennbares Sehnen war in seine Brust eingezogen. Am Nachmitage nämlich, da hatte er Geibel'sche Gedichte gelesen, in dem schön gebur denen Buche, welches ihm Fräulein Elise, die noch nicht 16 Jahre alte Tochter seines Prinzipals ges geben hatte, wobei sie ihm so ganz en passant die Hand ge brüdt und ihn gar so wundersam angeschaut. Ach, er spürte jenen Händedrud und fühlte jenen Blick noch, als er im Laufe des Nachmittags schon so und so viele ge algene Häringe aus Der Tonne mächtigen Tiefe hervorgeholt und fein säuberlich den verschiedenen Annas, Emmas u. f. w. eingepackt hatte. Endlich aber war es neun Uhr Abends geworden, und nachdem er sich in seinem bescheidenen Stübchen von des Tages Staub und Schmuß schnell gereinigt, und überhaupt sein Aeußeres etwas zurechtgeftugt hatte, da war er hinausgestürmt auf die Straße und endlich war er in die stille, menschenleere Elfterstraße gekommen. Während er träumerisch durch die Straße schritt, murmelte er den Anfang des Minneliedes" das er heute gelesen hatte, laut vor fich hin:„ Es giebt wohl Manches, was entzückt" c. Er blieb plöglich stehen, und wie gebannt hing sein Blick an der Gestalt eines jungen Mädchens, das eben an ihm vorbeigeschritten war und jest vor ihm herging. Er hatte ihr Geficht faum gesehen, aber in der Stimmung, in welcher er fich nun einmal befand, war er der Meinung, daß es himm lisch" sein müffe, von einem solchen Mädchen geliebt zu werden". Er faßte fich ein Herz und folgte der schönen Unbekannten nach. Diese schien lein bestimmtes Biel auf ihrer Wanderung zu verfolgen. Plöglich blieb fie stehen. Mein Herr, warum verfolgen Sie mich?" wandte fie fich an heinrich, der erstaunt und erschroden stehen blieb. Er stammelte eine Entschuldigung und erbob süchtern den Blick zu der Schönen. Er tom fich in diesem Moment selbst unendlich verabscheuungswürdig vor und er sagte sich, daß die Fremde wohl ein Recht habe, über sein Betragen entrüstet zu sein. Diese schien indeß feineswegs zu zürnen, fte lächelte vielmehr Den Kommis holdselig an und sagte: Wollen wir zusammengeben?" wäre mir freilich recht angenehm und Sie würden mich er suchte nach einer passenden Redensart aum glücklichsten aller Erdensöhne machen." Das Mädchen lächelte ihm wieder freundlich zu und legte ihre Hand in seinen Arm. Wohin gehen wir?" fragte fte nach einer Weile. D, mein liebes Fräulein," rief Heinrich, hingeriffen von der Liebenswürdigkeit der jungen Dame, ich gehe überall hin, wohin Sie wollen. Gehen wir meinetwegen ein bischen ins Rosenthal, dort die schönen Bäume ,, Ach nee," unterbrach ihn das Fräulein, gehen wir lieber in e Lokal und effen m'r was. Gewiß mein liebes Fräulein." Und Heinrich und seine Dame gingen nach einer Restauration. Gern hätte er ihr Nektar gegeben, aber seine Begleiterin war be scheiden, fie begnügte fich mit Bairisch Bier. Heinrich war entzückt; trunkenen Herzens flüsterte er ihr zu, daß er fte über Alles liebe, daß er in ihr endlich Diejenige gefunden babe, deren Bild ihm, von einem Strahlenglanze umgeben, im Traume erschienen sei, und daß sein Herz ihr ewig gehören werde. Sie hörte freundlich auf seine Betheuerungen und trant Bier und aß eine Portion Someinstnochen mit Sauerkraut dazu. Heinrich, der mit seinen brennenden Augen jede Bewegung seiner Angebeteten verfolgte und in immer größere Verzückung gerieth, hatte bereits seinen ganzen Vorrath von Liebesbetheuerungen erschöpft. Endlich schien Fräulein Ella, so hieß die Schöne nämlich, genug gegeffen und getrunken zu haben und, sich mit der Papier serviette fein fäuberlich Hände und Lippen reinigend, sagte sie jest: Wissen Sie was, nun gehn wir in e Lotal, wo getanzt wird." Hein rich griff instinktiv in seine Hosentasche und suchte sich durch Befühlen seines Portemonnaies von seinem Raffenbestande zu überzeugen, die Aussicht aber, mit Fräulein Ella am Arme " in Berlin lebenden kränklichen Mutter, zu ihr zu ziehen, ange nommen. Der aus allen seinen Himmeln gestürzte Seemann war aber nicht Willens, seine Braut so ohne Weiteres fahren zu lassen, wilde Leider schaften mögen wohl in ihm getobt haben, Wirthschafts- Ordnung". Der Verein für Selb 胆 betteln gehn. So schlägt innerhalb der heutigen Wirthscha ordnung jeder Fortschritt nur zum Nachtheil der Arbeit au statt die Arbeit der Mühseligen und Beladenen zu erleichte als er, nachdem er sich einen Revolver angeschafft hatte, sofort Industrie in Krefeld hat an die schweizerischen Scha auf die Reise nach Berlin begab. Die beiden Frauen erhielten Spinner ein Birkular gerichtet, worin auf den Umfchw teinen gelinden Sdred, als der in weiter Ferne geglaubte eines Abends plöglich in ihre in der Auguststr. belegene Wohnung trat und durch Bitten, Flehen und Drohungen die Abtrünnige zu bewegen suchte, wieder mit ihm zusammen zu leben. Die Ulrich verblieb aber bei thier Weigerung, froßdem Dettmar feine Ueberredungsversuche mit jedem Tage wiederholte. Die hingewiesen wird, der im Oktober vorigen Jahres in det dahin überaus start beschäftigten Sammet Fabrikation produktion bezeichnet. Nachdem man dies erkannt habe, be Bewalthe aud Sie ha fchelmisch Parole unter Konigin unfe getreten ist. Als Hauptgrund der Stockung wird die le auf Verminderung der Produttion eifrig hingearbeitet word und heute könne fonstatirt werden, daß mehr als di legte dieser Zusammenkünfte endete mit einer höchst erregten Hälfte der im vorigen Sommer beschäftigt gewefen Handstühle still stehe und die mechanische Fabrit the nächsten Tage vor den Augen der Geliebten erschießen zu halbe, theils viertel Beit atbeite. Da bei einer Mind Szene, Dettmar zog den Revolver hervor und drohte, fich am Dem Um wollen, wenn diese auch dann noch nicht nachgeben wolle. Vorher werde er ihr aber eine so entstellende Verwundung beibringen, daß kein Menn je mehr an ihr Gefallen finden sollte. Die geänaftigte und rattlose Frau wandte fich an die Polizei und als Dettmar am nächsten Tage vor dem Hause erschien, mutbe er von zwei Kriminalbeamten in Empfang genommen, die ihn zur Haft brachten, aus der er gestern Gerichtshofe vorgeführt wurde, sich wegen Bedrohung mit einem Verbrechen, sowie wegen verbote nen Waffentragens zu verantworten. Man batte nämlich einen geladenen 6läufigen Revolver nebst Munition hei ihm vorge funden. Im Termine räumte der Angeklagte die vorstehenden Thatsachen unummunden ein, ert'ärte aber, daß ihn die Unters fuchungshaft insoweit zur Besinnung gebracht, als er nunmehr den Gedanken an jeglichen Gewaltati gegen sich und Andere aufgegeben und den Plan gefaßt babe, nach seiner Freilassung sofort den europäischen Boden zu verlassen und wieder zur See zu gehen. Der Staatsanwalt billigte dem vielgeprüften Mann mildernde Umstände zu und beantragte für jede Straf that 20 M. Geldstrafe oder 8 Tage Gefängniß. Der Gerichtss hof war aber der Ansicht, daß in diesem Falle eine Gefängniß ftrafe prinzipaliter angebracht sei und erkannte auf eine solche von 8 Tagen, die er indessen durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtete. Web Still, m bas fleir Runb. Sehen Bettelmond, eift? Es if Befchmetter Mein G auf ein Ballfaales ei Seiten ober produktion von nahezu 10 000 Stühlen auch der Verbrauc Rohmaterial fich erheblich reduzire, sei es unausbleiblich der Preis desselben einen alle Theile schwer schädigenden gang nehmen müsse, wenn troßdem unverminderte Quantit Schappe an den Markt kommen. Der Verein balte es seine Pflicht, diese Thatsache zur Kenntniß der Produzen zu bringen und ihnen anheimzugeben, so bald wie mög entsprechende Maßregeln zu treffen. Also erst maßlose! arbeit und Ueberproduktion, dann maffenhafte Arbei entlassungen- 11 000 Stühle stehen ganz still, andere f nur theilweise beschäftigt. Die Lieferanten von Robmater Das verarbeitet werden soll, produziren aber noch immer Blaue hinein, bis sie endlich, nach großen Verlusten, ihre Produktion einschränken und ihre Arbeiter entiaffen Und das nennt man auch noch Ordnung" in ben. Wirthschaft. Briefkaften der Redaktion. aud nter dem G Doch es m bas wah Die Menschen Straße bei el miteinan ei einander ennen fich Die Gefichter reund fchro Das wahre 2 nicht tenn Die Kur Befchlecht fell ebten, fann Stadtbeit po tenb es bo Chlupfwinte Stirn, auf nicht möglich, Bestimmtes zu erfahren. Wissenschaftlicher Zentralverein. Es war und le meb F. Wilde. Sie haben sich die Verzögerung selbst u schreiben, da Thr umfangreiches Manuskript trop unferer m fachen Bitten, wieder auf beiden Seiten beschrieben war. ben nächsten Tagen also. Berantwortlicher Rebakteur R. Grenheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Bierzu eine Bellag weiß nicht, ing. ng zur Ge t bei seinen echriftlich tfch- fojialen Brodes. wird, deft ng des Be on Körner zu einen Beilage zum Berliner Volksblatt. antungen. 55. te Abnahme te Hausfra e zu fragen niger miegt Diese Frage Schwierig elen, fennt Die innerliche Hohlheit und politische Charakterlosigkeit der Bourgeoisie elnen Stop felten treffender gekennzeichnet worden als von Marlo, er Regelem unbeachtet gebliebenen Gelehrten, der zu Ende der so die Ver ziger Jahre ein großes Wert über„ Die Organisation einer gering Arbeit" schrieb," bas foeben neu herausgegeben wird. r bander würbe in bem Spiegelbild, bas Marlo( eigentlich Brof. fchon Binkelbach) der damaligen„ Geldadelspartei" entgegenhielt, Blich kommt voll und ganz unser" heutiaes liberales Bürgerthum Defto mehr iedererkennen? edakteur de Umständen auch die an blich halten tstag mad Drgan ringfte B Freitag, den 6 März 1885. eine bestimmte Taktik, die darin besteht, daß sie das Königs thum, unter dem Scheine, es zu erhalten, unterjocht und den Abel sowohl seiner politischen als sozialen Borrechte beraubt. Sie verfährt hierbei mit vieler Gewandtheit und versteht sowohl Bolt als Königthum zu täuschen, indem sie jenem versichert, daß sie seine Rechte vor dem Throne ver trete, und diesem, daß sie ihm Schutz gegen die Angriffe des Volkes gewähre. Auf solchem Wege zur Herrschaft gelangen, weiß fie die halb ober ganz erschlichene Gewalt auf das Geschicktefte zu ihrem Vortheile auszubeuten. Sie tritt unter den verschiedensten Namen auf, womit sie stets dem herrschenden Sprachgebrauche widersprechende Begriffe Die plutokratische oder Gelbabels. verbindet. Sie nennt sich, wie wohl sie die erste Stelle artei schreibt Marlo vertritt das von ihr in in der Gesellschaft einnimmt, Mitteltlasse, weil ihre nem ganzen Umfange durchschaute liberale Recht, und bar einerseits gegen den um die Erhaltung der unzugäng Boltsklassen standen, oder Bourgeoisie, uneingebent en Feste feiner stabilen Monopole fämpfenden Abel und der Thatsache, daß fie einen nur kleinen und bevorzugten schwieribererfeits gegen das sich nach Erlösung von dem Uebel en über e Liberalismus sehnende Volt. Der Grundzug ihres Cha- Theil derselben ausmacht. Sie nennt sich konstitutio, Obrigkeit ters ist die eben so richtige als unverhohlen kundgege nell, versteht jedoch unter einem konstitutionellen Staate einen solchen, worin nur sie durch auf indirektem Wege erArt der bene Ueberzeugung, daß ihr Werth nicht in persönlichen nannte Minister regiert: ja fie nennt sich sogar demoBorzügen bestehe. Sie fennt nur ein einziges Werthmaß, br en. Erften weilen ober en eben für peitens foll rfte theurer tich wie die Gie Berufe des Beld, wonach fie sich selbst, gleich einer Sache, schäßt. h. h. der einsichtsvollste, dessen Interessen auf das beiß auf das Bestimmteste, daß sie sich von dem Probober be Unterichied tigen bilf leberftunden Dafür mehr Beste vertretende Theil desselben zu II. Jahrgang. fich an der chinesischen Küstenfrachtfahrt betheiligen und im Wesentlichen auf den genannten Fruchtartikel angewiesen find. Die Eingabe zielt dahin, der Minister möge in geeigneter Weise Schritte thun, daß die erwähnten Maßnahmen gegenüber Die Voltsschullehrer und die Kandidaten des Volksschulamts haben nach neuerer Verfügung von ießt ab zu derselben Zeit ihrer Dienstpflicht zu genügen, wie die zum ersten Mal übenden Ersaßreserven, und dieselben werben fünftig so eingestellt werden, daß das Ende ihrer Dienstzeit mit dem Abschluß der 10 wöchentlichen Uebung der Ersagreserven zusammenfällt. deutschen Schiffen nicht zur Anwendung kommen. Frankreich. Die Kammer hatte die Debatte über das Bollgeset gestern noch nicht beendet, die Revision des vom Senate durchberathes nen Budgets wird daher frühestens heute beginnen können. Jnzwischen haben die verschiedenen Fraktionen hinsichtlich der vom Senate votirten Abänderungen bereits Beschlüsse gefaßt, aus benen erhellt, daß die Majorität der Kammer sich entschieden weigern wird, die vom Senate wiederhergestellten Kredite im des aufgeführt waren. Die Verfaffung enthält keine Bestimmung in sein. Am letariat weber burch edleres Blut, noch durch edlere Gesinnung liebsten legt sie sich die Namen gemäßigte und Ordnungss Intereffe beerscheidet, und daß sie mit dem Verlust ihres Besizes partei bei; gemäßigte nennt sie sich, weil sie die Souve feine Reihe hinabfintt. Sie verfolgt, alle idealen ränitätsrechte nicht für alle Staats- Angehörige, sondern nur tereffen verachtend, lediglich materielle, hat keine Liebe zu Baterlande, hält weber auf Standes- noch National- für den befähigteren Theil derfelben, d. h. für sich selbst in Anspruch nimmt, Drdnungspartei, weil sie die , schätzt den Befiz höher als den Ruhm, legt keinen durch die liberale Drdnung bedingte, ihr allein Vortheil brinerth auf feine Sitten, bindet sich nicht an die Regeln gende indirekte Revolution burch keine direkte gestört wiffen Anstandes und bemüht sich kaum, ihre niedrige Ge Anung der Welt zu verbergen. Sie hat feinen Sinn für gewordene Phrase von der Heiligkeit des Eigenthums, der will. Charakteristisch ist die ihr neuerdings so geläufig balt tommt und Wissenschaft, sondern schäßt deren Werth nur Familie und der Religion. Sie führt dieselbe stets im Maßgabe ihrer Nüglichkeit. Sie glaubt kaum an das orhandensein sittlicher Gesinnung, hat keine Vorstellung tale Erwerbsrecht, welches ihr indirekte Angriffe auf bas Munde, versteht jedoch unter Eigenthum das libetale Erwerbsrecht, welches ihr indirekte Angriffe auf das beitsstunden ftungen Bletthante bi at auf n bürgerlicher Tugend und setzt stets die Unfittlichkeit Eigenthum Anderer und diesen weder direkte noch indirekte fittliches, allen Gliedern der Gesellschaft zugängliches, zur auf das ihrige gestattet; unter Familie nicht etwa ein Erreichung der höchsten menschlichen Zwecke bestimmtes, fonbern nur ein zur Vererbung des Vermögens, also auch nur für die besigende Klasse bestehendes Institut, und unter Religion ein in ihrem Munde zur Lästerung wers eine ganz annehmbare Polizeimaßregel zur Bügelung Derer, die in dieser Welt für sie arbeiten und in eigenen Motive bei ihren Gegnern voraus. Sie strebt 1000 Unber Gewalt, wiewohl nicht aus Herrschlucht, sondern bes Vortheiles willen, hält wenig auf Formen, um so ehr aber auf die Sache, fordert weber Liebe noch Achtung, ondern nur pünktliche Zahlung und betrachtet die Zah ngsfähigkeit als Basis der Freundschaft. Sie zieht bei Berfolgung ihrer Zwecke den frummen Weg dem geraden, dendes Wort bas indirekte Verfahren dem direkten vor und trozt nur olchen Feinden, die sie nicht fürchtet. Sie verwirft, da der Friede die unerläßlichste Bedingung jener den Lohn dafür empfangen sollen. rer industriellen Kämpfe ist, eben so wohl Rabinets als Brinzipienfriege und gebraucht die Waffen höchstens zur Eröffnung neuer Absatzpläge für ihre Waaren. Sie ist Sältnißmbne allen Gemeingeift. Sie hält an Prinzipien nur in so eit feft, als fie ihr nügen, weshalb sie im reichsten Lande he Gebendelsfreiheit, in den ärmeren hingegen Schußzölle und in it auf noch gef gen gefo nach ber beiter men, bie 28 file eren Fabri tiffande bes ng gelangte Soup Der Deit ber uns ung. enrath Wolf ndelsminifte Oweberei ju zum DAS en Ländern Unterdrückung der Arbeiter- Berbindungen des Bettelns verlangt. - So Marlo 1848. Besser ist seitdem unsere Bourgeoisie sicher nicht geworden! Politische Webersicht. Die gestrige Reichstagssigung glich der Ruhe nach dem Sturme. Die Redner sprachen durchweg monoton und konnten das Interesse des Hauses nicht erwecken. Man merkte, daß an den einmal festgestellten Beschlüssen der zweiten Lesung des Etats nichts oder doch nur sehr wenig zu ändern war. Man Morgen würde dann ein Schwerinstag" sein mit der Tages hofft heute mit der dritten Lesung des Etats fertig zu werden. " Sie hält, abgesehen von den annten Ausnahmen, die Erwerbsfreiheit für Recht aller Rechte und unter Staatsformen die pluto. atische für die beste, begnügt sich übrigens auch mit einer ben anderen, von der sie sich Schuß für die Erwerbsfreiheit Antrag Ackermann( Jnnungen) und Antrag Grillenberger. spricht.) Sie ist tonservativ in liberalen, revolutionär Bebel( Arbeiterschutzgesez). Doch dürfte der lettere Antrag Bebel( Arbeiterschutzgesetz). Doch dürfte der lettere Antrag monopolistischen Staaten und befolgt in den letteren kaum noch zur Berathung gelangen. Derselbe würde dann noch bis zu dem folgenden Schwerinstag" hinausgeschoben werden. Die nächste Woche wird voraussichtlich mit der zweiten Berathung der Dampfer subventionsvorlage ausgefüllt werden. Silbert Einer der bezeichnendsten Büge im Charakter des Geldels ift deffen Widerwille gegen alle Sozialreformer. Er fte als verschrobene, zerstörungssüchtige Geister, als Halbleibende der Zivilisation, als einen frankhaften Auswuchs der Besellschaft und verfichert: man müsse solchen Ungeheuern ge Der Bro Webftubl ls zu Mühe Leiften gewig f eutigen aß es fe Rhein me nden tonn Wirthschaf Arbeit a Bentiber tetten" nunft balten. ,, selbst die Freiheit opfern, um die Sivilisation zu was aus der Sprache der Unvernunft in die der Verübertragen, nichts anderes heißt, als: man fönne fich jebe Gewalthat erlauben, um die bestehende Barbarei zu er Maskenfreiheit. ( Aus Demokratische Blätter".) Sie haben mich wirklich nicht erkannt?" fragte sie u erleicht helmischem Lächeln, die Maske bei Seite legend. Umfchw 胆 für Selb en Schapp in Det ritation Die leb nt habe eitet word tals bi t gewefe Fabrit the mer Minde Berbrauch bleiblich genden R Quantit balte es Produzen auch Barole, keine Ahnung, gnädige Frau. Wer hätte unter dem Köhlerweib aus dem Schwarzwalde die Ronigin unferes Salons, die reizende, geistreiche " Still, Runb. Sie Schmeichler," unterbricht sie ihn und legt Die Ausdehnung der Kriegstontrebande auf Neis hat bereits zu lebhaften Kontroversen geführt. Die& am burger Rheder haben bereits vor einigen Tagen auf den Schaben hingewiesen, welcher der deutschen Schifffahrt durch Die Broklamation der franzöfifchen Regierung droht und jetzt hat sich auch die Sieler Handelskammer zu einer Petition an den Handelsminister entschlossen. In derselben wird aus geführt, daß e If schleswig holsteinische Dampfer Vom Urvater an bis heute hat es immer Menschen gegeben, die eine Larve vorbanden. m bas fleine weiße Händchen auf den beschnurbarteten Volkes bleiben, bis sein glühendster Wunsch erfüllt und er " Sehen Sie dort," fuhr sie dann fort, den dicken Bettelmond, welchen diese stolze Königin der Nacht um heift? Es ist der reiche..." Das andere geht unter dem Befchmetter der Drchestermusik verloren. Mein Gott, welche Mühe sich doch die Masken geben, auf ein paar Stunden auf dem Parquetboden eines Ballfaales einander zu täuschen, sich zu neden, kleine Bos Seiten oder fede Schmeicheleien sich einander zuzuraunen Unter dem Schuße der Maskenfreiheit.. Um das wahre Gesicht zu verhüllen. Jahrelang verkehren wie mögl Blofe leb te Arbeit andere f aud Robmater 6 immer luften, a ntlaffen ng" in on. r uns ei felbit su unferer en war. Beilag meb Da ist unser Bettelmönch bort! Sein Vater war ein dunkler Ehrenmann, der mit fauren Gurken und marinirten Heringen und Schnaps handelte. Der Sohn aber ist ein sehr reicher Mann geworden, der eine Villa, Equipagen, Livreebebiente hat. Er versichert aber Jebem, daß er stolz darauf sei, ein Plebejer zu sein, ein Sohn des Volks. Biele glauben es und er wird auch so lange ein Sohn des in den Reichstag gewählt ist. Welche Aussichten eröffnen sich dann seinem heimlichen Ehrgeiz! Er giebt seine Karte bei dem Minister ab. Er erhält Einladungen zu Soupers und Frühschoppen bei Exzellenzen. Seine politischen Anschau ungen empfangen durch den intimen Umgang mit Geheimräthen eine ungeahnte Bereicherung. Eines Tages findet der Sohn des Bolts, der seine Wahl vor Allem den Plebejern seines Wahlfreises verdankt, daß es sehr lintisch ist, auf der Linken zu fißen und ein Platz auf der Rechten viel natürlicher ist. Eines Tages träumt er sogar von einem Generalkonsulat, einem Drden... aber still, verrätherischer Gedanke, hinunter in den fernsten Seelenwinkel, noch bin ich nicht Die Königin der Nacht, mit welcher unser zukünftiger Doch es bedarf nicht erst der Larve aus Papiermaché, Menschen miteinander, begegnen sich täglich auf freier Mitglied des Reichstags! Straße bei hellem Sonnenlicht, treiben Handel und Wanlennen fich doch nicht. oder wollen sich nicht fennen. feit dreizehn Monaten betrauert. Und wie betrauert! Eine Mohrenprinzessin aus dem Lande unserer afrikanischen Betrage von über 7 000 000 anzunehmen. Mit einer einzigen Ausnahme hat der Senat die Budget- Positionen wieder hergestellt, wie dieselben in dem der Kammer unterbreiteten Regierungsentwurfe Bezug auf die Lösung eines Konfliktes zwischen den beiden Kammern, der deshalb nur durch gegenseitige Bugeständnisse geschlichtet werden kann. Dazu scheint aber im gegenwärtigen Falle die Majorität der Kammer wenig geneigt, und es steht zu befürchten, daß ste vom Senate verlangen wird, die Streichungen der Kammer gutzuheißen. Mit Ausnahme der Rechten verficht die gesammte Kammer den Grundsaß, daß den Deputirten, welchen die Initiative in allen Budgetfragen ververfassungsmäßig gebührt, auch das legte Wort in diesen Fragen autommt. Hiernach bleibt dem Senate nur übrig, die Waffen zu strecken, was er aber ebensowenig thun wird, wie die Kammer dazu geneigt ist. Auf die Budgetdebatte soll sofort die Diskussion des Wahlgesezes folgen. Daß die Majorität die Abänderung des Wahlmodus und die Einführung des Listenstrutiniums beschließen wird, gilt als gesichert, aber in Bezug auf einige wichtige Einzelfragen herrscht noch eine vollständige Ungewißheit. von Die durch Studenten und sonstige Chauvinisten verübten Ruhestörungen, welche fich unter der Aegide des be fort au folgenden Aeußerungen in seinem Intransigeant" fannten Prügel- Patrioten abgewickelt haben, geben Henry Roches Veranlassung. Er schreibt: ,, Der Derouledismus ist eine neuer lich von der medizinischen Akademie festgestellte Krankheitsform. Die Erscheinungen dieses sonderbaren Leidens find derart denen der Hundswuth ähnlich, daß Herr Pasteur mit der Aufsuchung des Bazillus beauftragt ist. Der Derouledismus zeigt sich bald Durch den Trieb, Bierhäuser zu verwüsten, wo man deutsches Bier verkauft, bald durch die Manie, Fahnen herunterzureißen unter dem Vorwand, daß sie nicht dreifarbig sind! Herr Des roulede glaubt von den Leichenbestattern ein Privileg zur Entfaltung Don Driflammen beim Begräbniß Tonglingkämpfern erworben zu haben... Seit fünfzehn Jahren verspricht der Erfinder des Derouledismus uns die Wiedergewinnung von Elsaß und Lothringen. Die einzige deutsche Fahne, die er bis jest erobert hat, ist indeffen die am 14. Juli aus einer Draperie im Grand Hotel herausgerissene... Für die rothe Fahne zeigt Herr Deroulede eine Erregung, die er mit den spanischen Stieren zeigt. Man hat gefragt, warum langweilen, nicht seinem Patriotismus in Tongling Luft Derselbe statt das Publikum mit seinen Demonstrationen zu macht. Nunmehr weiß man, wie das zusammenhängt es ist der Abscheu vor dem Rothen, was diesen Ritter zurückhält, Tongling ist ja vom Rothen Flusse durchströmt und um dahin zu kommen, muß man gar das Rothe Meer paffiren. Bufällig find auch die Möbel in meiner Redaktion mit rothem Tuch ausgeschlagen, nur würde ihm ein Einbrechen bei mir theurer zu stehen kommen, wie sein Abenteuer in der deutschen Bierkneipe." Dänemark. Im Folkething fand am vorigen Donnerstag die zweite Lesung des Gefeßentwurfs statt, in welchem die Regierung die Vollmacht zur vorläufiigen Erhebung der Steuern und Abgaben sowie zur Bestreitung der laufenden und anderer nöthigen Ausgaben" für die Zeit vom 1. bis 30. April nationaler Wohlthätigkeit, der zum Besten der durch Erdbeben heimgesuchten Spanier veranstaltet worden ist. Sonst hätte teine Macht der Erde die arme junge Oberstin hierhergebracht.... Diesen blauen Domino, welcher den langen, hageren Herrn umhüllt, der seit einer Viertelstunde jene beiden kleinen, üppig geformten Debardeurs verfolgt zwei pilante Chansonettensängerinnen hat ernster Forschungstrieb auf den Boden des Ballsaales gen führt. Würde er seine schwarze Halbmaske fallen lassen, so würde man das lange, faltige Gesicht eines frommen Kirchenraths aus der Provinz erblicken, der sich persönlich überzeugen will, ob die Sittenlosigkeit in der großen Stadt fo arg fei, wie man sie schildere, ob die Damen wirklich mit so tief ausgeschnittenen Kleibern auf den Ball gehen... Die blendenden, weißen Schultern der beiden kleinen Des bardeurs beweisen ihm, das es wirklich so ist. D, er muß diese reizenden Sünderinnen befehren... und wenn es ihm drei Flaschen Sett kosten sollte. ihm drei Flaschen Sett fosten sollte.... Doch genug von dem Mummenschanz zwischen den Wänden eines Balllotals. Die Larve hat ihr Recht geübt auf offenem Markte seit Jahrtausenden. Täuschte nicht des Brutus Maske selbst den großen Cäsar, bis er an der Pompejus- Säule unter dem Dolch des Verschwörers fiel? Freilich Mark Anton verstand die Kunst noch besser, als Brutus und Cassius, bel miteinander, ärgern und freuen sich zusammen, stehen Abgeordneter plaudert, ist eine junge Wittwe von fünf- wie uns die Leichenfeier zeigt, die er dem todten Freunde bei einander Gevatter, gehen miteinander zu Grabe und undzwanzig Jahren, die ihren Gemahl, einen alten Obersten, hielt... Ein Sprung über sechszehn Jahrhunderte hinDie Gefichter allerdings, die kennen fie. Db dieser gute Das wahre Antlig kennen sie nicht oder, wie gesagt, wollen gehen, als unsere junge Wittwe. Sie war ein armes reund schwarze Haare hat und der Andere rothe. Aber Schußverwandten fann nicht in tieferem Schwarz einhers jener Rönig Karl von Frankreich zu tragen, Coligny, den nicht tennen. Stadtbeit Mädchen ohne Aussichten, hat aber den alten Haudegen, wie sie jedem erzählt, der sich wegen dieser Ehe mit seiner Die Kunst der Verstellung ist uralt, wie das MenschenBeschlecht selbst und unsere Ahnen, die vor der Sündfluth ganzen Familie überwarf, nur aus wahrer Liebe geheirathet. er die flüchtenden Kezer niederschoß.. vor, die ihn sich verbergen ließ vor Gott, wähbesuchen. Was kann sie dafür, wenn ihr die Männer tenb es doch bas böse Gewissen war, das ihn in seinen nachsehen? Der dunkle Crep hebt ihr blondes Lockenweg, von den Jden des Märzes bis zu einer schwülen Augustnacht in Paris. Wie geschickt wußte seine Maske großen Admiral und die anderen Hugenotten- Häupter in die Mordfalle zu locken, bis er die Larve am offenen Fenster des Louvre fallen ließ und nach der Büchse griff, mit der Auch die Demagogen haben zu allen Zeiten die Kunst des Mastenspiels trefflich verstanden, jene großen Romobianten und Egoisten der Weltgeschichte, die das Glück der lupfwinkel trieb; und sein Sohn Kain hatte gar die Köpfchen, das ist wahr; aber sie kann sich doch die Haare Nationen im Munde führten und nur an ihr Ich, ihr Ein, auf des Herrn Frage nach Abel zu antworten: Ich nicht schwarz färben? Sie soll toquett, abenteuerluftig eigenes Selbst dachten. Von dem atheniensischen Gerber weiß nicht, foll ich meines Bruders Hüter sein? sein. Schändlich! Das Maskenfest ist ein Akt inter Kleon an bis zu dem verrückten Schneider Jan Bockelt von d. J. verlangt. Von dem Abg. Graf Holstein- Ledreborg war ein Aenderungsantrag eingebracht, wonach der Gesezentwurf den Titel ,, interimistisches Finanzgefeg" erhalten soll und die Re gierung nur zur Bestreitung der laufenden Ausgaben" ers mächtigt werde, wie dies seit dem Jahre 1850 üblich gewesen. Konseilspräsident Estrup bekämpfte das Holstein'sche Ämendement. Abg. Bischof Monrad spricht für das Amendement. In namentlicher Abstimmung wurde schließlich das Holsteinische Amendement mit 63 gegen 9 Stimmen angenommen, zwet Konservative enthielten fich der Abstimmung und 23 Abgeord nete waren abwesend. Die beiden Kopenhagener Abgeordneten Nyholm und Hage, sowie Bischof Monrad stimmten mit der Oppofition. In Angelegenheiten des Kopenhagener Schüßenvereins fand- wie der Voff. Beit." mitgetheilt wird noch ein Nachspiel statt. Die Konservativen, erbost über die am vorigen Sonnabend erlittene Niederlage, hatten tros des Protestes der Liberalen, die fich fern hielten und nur durch den Obergerichtsanwalt Contor gegen jeden Beschluß Protest einlegen ließen, über die beantragte Statutenänderung eine neue Abstimmung veranstaltet, was erflärlicher Weise große Aufregung unter den Liberalen verursachte. Am Nachmittage wurden in Folge deffen wieder von den Militär- und Polizeibehörden umfaffende Maßnahmen getroffen, um allen Ruheftörungen vorzubeugen. Seitens des Kommandanten erhielten alle Infanterie- und Kavallerie Abtheilungen die Drbre, von 8 Uhr Abends ab zum sofortigen Ausrüden bereit zu sein, die Schlogwache auf Amalienburg wurde gegen 6 Uhr um 60 Mann verstärkt, alle Bugänge zum Schloffe mit starken PolizeiAbtheilungen befest und in dem nabe belegenen Raftnotheater eine bedeutende Polizeimacht in Reserve gehalten. Abends zogen auch einige große Trupps durch die Straßen, welche Freiheitslieder sangen und vor den Redaktionen liberaler Blätter Hochs ausbrachten, während sie vor der Wohnung des Ministerpräsidenten Nieder mit Estrup!" riefen, doch gelang es der Polizei ohne militärische Unterstügung weitere Auss schreitungen zu verhindern. Die Mitglieder des tonservativen Klubs versuchten auch gestern wieder nach dem Schloffe Amalienburg au lommen, um dem Könige ein Hoch zu bringen, wurden aber wie am vorigen Sonnabend von der Polizei, welche ihre Absicht nicht kannte, furchtbar durchgeprügelt. Großbritannien. In der lezten Sigung des Stadtraths von Dublin( Irland) wurde formell ein Antrag gemeldet, die in der Nähe des Mansionhouse befindliche Reiterstatue George II, die als beleidigend bezeichnet wurde, zu beseitigen und nach der Rumpelkammer zu schaffen. Ein Versuch, den Lordmayor zu weiteren Erklärungen über die Drohung zu veranlaffen, gelegentlich des bevorstehenden Besuchs des Prinzen und der Prinzessin von Wales die Flagge von dem Manstonhouse zu entfernen, wurde von den parnellitischen Stadt, räthen niedergeschrien, und einem Antrag auf Ernennung einer Deputation zum Empfange des Prinzen folgte sofort ein Veto. Graf Herbert Bismarck ist in London eingetroffen und hat sich zu Lord Granville begeben. Man nimmt an, daß der Besuch den 3ved hat, die in lepterer Zeit zwischen ber deutschen und englischen Regierung entstandenen Differenzen auszugleichen. Parlamentarisches. - Die Petitionskommission des Reichstags hielt gestern ihre 37. Sigung ab. Zur Berathung der von dem Verein Kinderheim" in Steglig aufs Neue eingereichten in der letzten Session unerledigt gebliebenen Petition um Befreiung von der Stempelabgabe für seine Lotterieloose war als Regierungskommiffar Geh. Rath Neumann erschienen. Bei Berathung des Reichsstempelgesetes ist der Regierungsentwurf, nach welchem bei Lotterien bis zu 1000 Wait die Loose stempelfrei sein sollten, dahin abgeändert worden, daß die Befreiung nur bei mildthätigen Bweden gewährt wird. Der Bundesrath hat im vorliegenden Falle Das Befreiungsgesuch abgelehnt, weil der Zweck des Instituts zwar ein gemeinnügiger, nicht aber ein mildthätiger sei. Die Kommission war gegentheiliger Ansicht und beschloß, die Befür Schwellen bezwedte. Die Diskussion bot nichts wesentlich Neues. Nächste Sigung heute früh 10 Uhr. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 59. Sigung vom 5. März, Vorm. 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Boetticher, Bron fart von Schellendorff, von Caprioi, von Scholz. Die dritte Berathung des Etats für 1885/86 wird fortgesezt: Reichsamt des Innern. Abg. Baumbach: Die letzten Berichte der Fabrikinspektoren find übersichtlicher geordnet, handlicher als die früheren, Durch ein vortreffliches Register vermehrt, und ihr Inhalt ist sehr sorgfältig durchgearbeitet. Gleichwohl find fie auch diesmal sehr ungleichartig, die einen reichhaltig, andere nur dürf tig. Ich will feinem der Beamten einen Vorwurf machen; die Unvollständigkeit einzelner Berichte liegt theils an zu großem Umfang der Bezirke, theils daran, daß namentlich in fleineren Staaten die Fabrikinspektion durch viel beschäftigte Staatsbeamte im Nebenamt versehen wird. Den Inspektoren der großen Bezirke müßte man mindestens die nothwendigen Assistenten zur Seite stellen. Besonders dürftig und von wenig Gehalt sind die Berichte aus Württemberg; und wie soll z. B. der Fabritinspektor von Berlin bei aller Tüchtigkeit 3351 und der von Merseburg- Erfurt gar 6976 Fabriken allein genügend fontroliren? Auch ohne Bentralisation der Inspektion wie in England und der Schweiz könnte doch durch das Reichsamt des Innern im Instruktionswege eine gewisse Einheitlichkeit hergestellt, und der Uebelstand beseitigt werden, daß einige Inspektoren hohe, andere geringe Anforderungen an die Industrie stellen und dadurch die Konkurrenzbedingungen für einzelne Branchen in den verschiedenen Be zirken ungleichartig werden. So bestehen z. B. im Düffel dorfer sehr strenge Vorschriften über den Arbeiterschuß; die dortigen Fabriken find dadurch in ihrer Konkurrenzfähigkeit mit denen anderer Bezirke, wo solche Vorschriften nicht bestehen, stark beeinträchtigt. Ein seiner Zeit vom Abg. Hirsch und mir gestellter Antrag auf Erlaß genereller Vorschriften, betreffend Verhütung von Unfällen und Krankheiten der Arbeiter, wurde zwar einstimmig angenommen, von der Regierung leider aber abgelehnt. Ich will diese Frage hiermit von Neuem angeregt haben;§ 120 der Gewerbeordnung bietet dem Bundesrath für den Erlaß solcher genereller Vorschriften die Handhabe. prüfen lassen. Daß die Berufsgenossenschaften allein den das Materia beiterschus regeln sollen, habe ich nicht gesagt; vielmehr wet prüft werder den die Reichsbehörden dabei mitwirken. Uebrigens liegt t Abg. D im eigenen peluntären Interesse der Berufsgenossenschaften, die tages, bie Verhütung von Unfällen möglichst im Auge zu haben; jeder mittelgeset einzelne Berufsgenosse würde den Mangel guter Arbeiterschußoop gemacht hat schriften mehr oder weniger, je nach Maßgabe der Gefahren gelommen flaffe, zu der sein Betrieb gehört, an seinem eigenen Gelb im Besige in beutel empfinden. Daß die Regierungsvertreter fich isu sein. der Kommission nicht entgegenkommend gezeigt haben, be Abg. B streite ich. nicht; es if Abg. Lingens wünscht die Fortbildung der bestehenden ist für die e Institutionen, dagegen die Versuche mit neuen Systemen Bonbonièrer vermeiden. tung; man Abg. Baumbach: Ich habe dem Fabrikinspektor von behandeln b Berlin feinerlei Vorwurf machen wollen, gerade seine Thätig Antrag, im feit war besonders erfolgreich; seine Tabellen über die Arbeit festzustellen, zeit z. B. geben ein vortreffliches Material zur Beurtheilung desrath nich der Frage des Normalarbeitstages; es ergiebt fich daraus, daß industrie wit in Berlin von 100 000 Arbeitern nur sechs über 11 Stunden mehr ist es täglich arbeiten.( hört!) Gleichwohl ist es für mich undent tende Geset bar, daß in Berlin ein einziger Mann alle Fabriken genügen Abg. uftellen, w inspiziren fann. Abg. Adermann behauptet mit dem Abg. Schrade, Daß noch n daß der Arbeiterschußkommission fein genügendes Material unein, die Ge der Sonntagsruhe. Die Kommission werde daher kaum etwas terbreitet worden sei; dies gelte besonders bezüglich der Frage die Materie fein follte, Positives schaffen. limmiten Staats Staatssetretair v. Boetticher bestreitet dies. Er hat das dringen sofort, als der Wunsch der Kommission zu seiner Kenntnis fam, durch Rundschreiben die Regierungen um Mittheilung Bersuch gem tagsruhe gehandhabt wird. darüber ersucht, wie in ihren Gebieten die Frage der Sonn aber die Löf Die Zusammenstellung diese den. Wir tagsruhe gehandhabt wird. Mittheilungen wird der Kommission bereitwilligst u Lösung zuz Majoritat Verfügung gestellt werden. Erklärungen, durch welche da Stellung der Reichsregierung präjudizirt wird, fönnen freilicht einigen die Bundeskommiffare in der Kommission nicht abgeben. Scho die Enquete über die Sonntagsruhe ist der Kommission ein pofttiver Erfolg anzurechnen. Damit schließt diese Verhandlung, die sich an das Gehalt des Staatssekretärs fnüpfte. al be Bei Stap. 7 b.( Kommissar für das Auswanderung wesen) fonstatirt Abg. Lingens die Verbesserung der burger Einrichtungen; die Thatsachen, die er bei Der Lesung vorgebracht, seien ihm von den Vertrauensmänn Vereins für katholische Auswanderer in den verschiedenen Hafenplägen zugetragen. Ein Plakat, das der Verein an schiedenen Stellen in Hamburg habe anbringen laffen, um Die поф bellagenswe fondern die und darin, ee Beur furechen. Abg. G ter Beit im nicht richtig efundheits urch den Derben; fi Roze herr allein burch ung in Be worden; b ohne rechten Grund entfernt worden. In Bremen habe Nie die Frage der Aufhebung der Konzession an Auswanderung das Reichs mand daran Anstoß genommen. Endlich regt der Rebner agenten an. Staatssekretär v. Bötticher: Die Ermittelungen Бе antworten. gründet, bi Diretto Staatssekretär v. Boetticher: Soweit die Regierungen gefeßlich in der Lage find, auf eine gleichmäßige Gestaltung der Berichte der Fabrikinspektoren hinzuwirken, ist dies bereits durch eine Instruktion geschehen. Vorschläge zur Vervoll ständigung diefer Instruktion würden wir gern prüfen und event. berücksichtigen. Die Herren also, welche Mängel bemerkt haben, bitte ich sie zu unserer Kenntniß zu bringen. Wenn gesagt wurde, der Berliner Bezirk sei zu groß, so hat doch befanntlich gerade der betreffende Fabrikinspektor sein Amt bisher mit vollem Erfolge versehen. Bezüglich der Schußvor schriften für die Arbeiter sind die Regierungen nicht unthätig schriften für die Arbeiter find die Regierungen nicht unthätig gewesen. Der Erlaß genereller Vorschriften ist aber außer haben wir darauf feinen Einfluß, sondern müssen die Sache ordentlich schwierig, weil sie schwerlich den Bedürfnissen aller dem Hamburger Senat überlassen. Allen Klagen, die laut Industrien und aller Bezirke im Reiche gleichmäßig angepast an un werden, find wir gern bereit abzuhelfen. Die Frage der Au werden könnten. Wir versprechen uns vielmehr auf dem Gebiet des Arbeiterschußes große Erfolge von der Thätigkeit der Berufsgenossenschaften und warten in dieser Beziehung mit Buversicht die weitere Entwickelung ab; sollten unsere Erwartungen fich nicht erfüllen, so würden wir gern der Sache anderweit näher treten. züglich der vom Abg. Lingens vorgebrachten Beschwerden haben ergeben, daß die Einrichtungen in Hamburg in durchau Reids- Bes Abg. Hartwig wünscht, daß die Inspektoren allgemeine Erhebungen über die Arbeitslöhne in ihren Bezirken anstellen. Nur so könne man ein Urtheil über die Behauptung gewinnen, daß die meisten Löhne Hungerlöhne seien. Abg. Schrader: Für den Arbeiterschuß ist von der Reichsregierung in den lezten Jahren wenig geschehen; man hat hier zum größten Theil dem Reichstage die Initiative überlaffen. In den Berufsgenossenschaften werden die Arbeiter nur gutachtlich gehört und alles liegt in den Händen der Arbeit begegnet gewichtigen Bedenken. Das Kapitel wird bewilligt. be Frath ni Ma Bei Kap. 12, Reichs. Gesundheitsamt, bell es Abg. Eysoldt, daß das Nahrungsmittelgefeß von Gerichten eine so verschiedene Auslegung erfahre. Ein Blum fabrilant ist verurtheilt worden, weil er eine gewiffe verwandte; ein Anderer, der dieselbe Farbe gebrauchte, wur freigesprochen. Den Gerichten fann daraus ein Vorwurf gemacht werden, das liegt an der Fassung des Gesetzes. beunruhigt aber jedenfalls durch die Abweichung in den kenntnissen die ganze Industrie. Es ist daher nothwend endlich an den Ausbau des Gesetzes zu denken. Man wolle dazu nicht blos die Erkenntnisse der obersten Gerichtshöfe, dern auch die der mittleren Gerichte einsehen. Direktor des Reichs- Gesundheitsamts Köhler: Die fon tition dem Herrn Reichskanzler zur Berücksichtigung zu über geber, die bezüglich des Schußes der Arbeiter mit diesen nicht schiedene Handhabung des Nahrungsmittelgeseßes ift be find eine große Anzahl die Währungsfrage betreffende Betitionen eingegangen, zusammen 440. Da der auf dieselbe Frage bezügliche Antrag des Abg. v. Kardorff nächstens im Plenum zur Verhandlung kommt, beschloß man, über die bezüglichen Petitionen Bericht zu erstatten und vorzuschlagen, entweder fie durch die zu fassenden Plenarbeschlüsse für er ledigt zu erklären oder an die zu bestellende Kommission zu überweisen. feblen. gleiche Interessen haben, denen man also nicht einseitig die bauern; aber die Möglichkeit einer solchen ist nicht auße Regelung dieses Schußes überlassen dürfte. Vielmehr wünsche Regelung dieses Schutes überlassen dürfte. Vielmehr wünsche auch ich, daß der Bundesrath die Sache in die Hand nimmt. Die Arbeiterschußkommission wird kaum ein brauchbares Elaborat zu Stande Fringen, da ihr von den Regierungsvertretern das gewünschte Material nicht zur Verfügung gestellt ist. zuschließen, die Richter find eben Menschen und können Die Blumenfabrikation wird dadurch übrigens nicht mehr ge schädigt, als irgend eine andere Branche, bei der abalie Dinge vorkommen. Der Wunsch, daß nicht blos die niffe der oberen Gerichtshöfe, sondern auch die der Erwägung gezogen. Erfennt mittleren Uebrigens ist die Verweisung der Arbeiterschußfrage an die gesammelt werden mögen, ist von der Reichsregierung in enfte Berufsgenossenschaften einfach eine Hinausschiebung der Sache ad calendas graecas, denn diese Korporationen werden sich berbrennun gefeggebung Anfrage D worden ist. Nach perger u Beim Bebel: Abg. Witte verlangt gleichfalls und möglichst bald eine einheitliche Rechtsprechung in Bezug auf das Nahrung Staatssekretär v. Bötticher: Db die Ermittelungen mittelgeses, unter deren Mangel die Spielwaaren- Induftri nicht sonderlich mit ihr beeilen. In der letten Sigung der ol330lIfommission gelangte die Nummer 3 der Pofition c. in folgender Fassung zur Annahme: In der Richtung der Längsachse gesägte, nicht gehobelte Bretter, gefagte Kanthölzer und andere Säge- und Schnittwaaren, 100 Kilogramm 1,50 M., 1 Festmeter 9,00 M. Ein Antrag, den Bollsat auf 1 W. herabzufezen, wurde ebenso abgelehnt, wie ein fernerer, welcher einen geringeren Bollfat Leiden. Gehörte auch Mirabeau zu ihnen? Der Blatters narbige mit der Löwenmähne, dem alle Frauenherzen ent gegenschlugen? Vielleicht! Aber er starb noch zur rechten Beit, bevor er demaskirt wurde. Einem anderen Demas über die Lohnfäße von Erfolg sein würden, ist zweifelhaft. Man müßte dann eigentlich auch die Arbeitgeber verpflichten, fich über die Höhe der von ihnen gezahlten Löhne zu äußern; bloße Erfundigungen bei den Arbeitern würden fein zuver läffiges Resultat geben. Indessen will ich die Frage gern Zeit gegeben. Leute, die eine schwer leibe.. und Daß bei ei Raffeler C bei biefer fchoffen m Daß er in febe in eine grobe Gehorsam fehlen wie unterme ußerdienf Direktor Köhler: Die Materie ist schwierig und ums fangreich; es besteht die Absicht, zunächst die Anfichten der be theiligten Kreise zu erfahren, bevor wir eine neue Borlagt in dieser Richtung machen. Die Sache ist in Fluß, und der müde Reporter, der schon in ein paar Stunden in Maske vorbanden, welche den Mächtigen, den Gewaltigen den Zeitungen erzählen soll, wie sich die kleine Narrenwelt Streber hat es aller des Tages gefiel. Aus den Betbrüdern und Betschwestern des französi- begegnet dem Journalisten einer jener großen Schriftstelle gogen wurde die Maske von deutschen Soldatenfäusten bei schen Hofs unter dem alten Ludwig XIV. und der fröm die ihren Ruhm guten Kameraden und der Straßenbirne Sedan herabgerissen, nachdem er zwanzig Jahre lang die Welt getäuscht hatte. Vielleicht ließ sich auch die Welt absichtlich von ihm täuschen, von dem faiserlichen Demagogen, der nicht einmal den Muth fand, mit dem Degen in der Hand zu sterben. Sie ließ sich von ihm täuschen trotz des Blutes, das von der Mordnacht des zweiten Dezember her an seiner gleißnerischen Larve flebte. Von diesen großen Charaktermasken auf der Bühne der Weltgeschichte, wie von den kleinen Schleichern, Heuchlern, Strebern, Hanswürsten auf dem Jahrmarkt des Alltagslebens, von diesen Allen gilt Torquato Tasso's Wort: Die Menschen lennen sich einander nicht, Nur die Galeerenstlaven tennen fich, Die eng an eine Bant geschmiedet keuchen. Sie fennen sich! Doch wir verkennen nur die Andern höflich, Damit sie wieder uns verkennen sollen. Ja, wenn es nur Hanswürfte wären! Narren der melnden Maintenon wurden am andern Tage die Roués und Hetären des Regenten, mit dem die wildeste Lüderlichkeit Mode wurde, nachdem die Frömmelei das Szepter niedergelegt hatte. Auch später hat es immer Streber gegeben, in Frankreich wie in Deutschland und anderwärts. Leute, die unterwürfig, fervil nach Dben, brutal nach unten waren, wenn dies die Signatur der Zeit; freiheitsliebend und patriotisch, wenn dadurch Nemter und Würden zu erlangen! Den Freigeist spielend, wenn ein philofophischer Kopf am Ruder war; topfhängerisch, wenn die Drthodoxie das Regiment führte. Aber es waren das doch im Ganzen nur vereinzelte Erscheinungen, während heute das Streberthum, diese wider liche Maskerade ins Weite geht. Wie hat das Bolts und Rechtsbewußtsein noch im Anfange dieses Jahrhunderts zu Gericht gesessen über den Abtrünnigen, der um äußere Vortheile willen seine Ueber Abtrünnigen, der um äußere Vortheile willen seine Ueber Reklame verdanken. so früb?" icheint mir welchen Bu Offizieren, chenmateri es natürlic tonnen, a beranzuzieh inzugetret trägt die Fall ist Woher so spät," fragt der Reporter, oder vielmehr ,, Von der Soiree des Geheimen Kommerzienraths. Sit kennen ihn ja, der mit den Berühmtheiten an seiner Zafel brillirt, wie seine Frau mit ihren Diamanten," antwortet herablaffend der große Autor. Ihnen vielmals lieber Doktor." " Famos, famos," lächelt der Reporter, ich bante Wofür?" meint der berühmte Schriftsteller. den Kopf darüber. Barbe Jag mann Bri Er wurde Sagarebo aus dem Benfion, b Die Berlet beim Land Brinzen R Jeines Beir Daß der berechtigt pliva ihre andernfalls Cine ande fb ebenfa bat in La faths Epn Diefer Ma S in ihrem bet bem g beschweren folgte Ren Arbeiter D Die ( Wiederho ganze fit zugleic Waarengei ten für Roiner B erhalten u leiner Ron Arbeiter i lieferunge Bleis ,, Sie haben mir einen Schluß für meine Blauber über dieses Maskenfeft gegeben. Ich zerbrach mir eben ,, Nun und dieser Schluß?" lauscht der Berühmte. Der Berichterstatter hat inzwischen rasch einige stiftzeilen in sein Notizbuch gekrigelt. " Bulegt," lieft er dem großen Dichter vor, erfien auf der Bildfläche der interessante Kopf unseres brama Eitelkeit, welche die Maske der Bescheidenheit vors Gesicht zeugung preisgab. Es genügt den Namen jenes Friedrich tischen Autors, den man unsern Molière nennen fönnte, binden und Tantalusqualen ausstehen, wenn sie ein rothes Bändchen oder einen Stern im Knopfloch eines Andern fehen; ober tapfere Großfprecher, die für ihre Ueberzeus gung Gut und Blut zu opfern stets bereit sind, aber wenn Genz zu nennen, der aus einem Freiheitsschwärmer des die rechte Hand Fürsten Metternich wurde. Die Besten unserer Nation haben ihn geächtet. Und wenn sein Name in deutschen Landen nicht den besten Klang hätte." " Schmeichler," unterbricht ihn der Berühmte, fi wie viele feinesgleichen giebt es heut zu Tage. Allers Ihren Ballbericht haben Sie noch Beit genug. Es ift w es zum Treffen kommt die Ueberzeugung fahren laffen und dings nicht so begabt, aber ebenso bereit, für klingenden Lohn Uhr trinken wir noch eine Flasche Sett," und er legt Gut und Blut behalten, wenn es nur solche komische Charaktermasten wären, die uns auf dem Karneval des Lebens begegneten! Aber es giebt viel schlimmere! Wir wollen nicht von den Kreuzrittern sprechen, welche die Maske der Loyalität vorbinden, und den Fanatikern der Priesterherrschaft, welche fich hinter der Glaubensmaste verbergen, um die Könige, wie die Völker zu täuschen und zu regieren. Aber da ist eine andere, weit verbreitete Larvenzunft: die Streber. ihre Grundsäge so rasch zu wechseln, wie ihre Hemden. Rein Land ist von dieser Erscheinung frei, wir finden fie allerwärts... Vielleicht deshalb, weil der Kampf um's seinen Arm in den des Reporters, um dessen Mund ein ironisches Lächeln fliegt. Ach, wenn der Berichterstatter aus der Schule fchwagen Dasein schwerer geworden? Wir erbliden da jede Charak fönnte! Aber er thut es nicht, denn auch er tennt jenen termaske: die Toga, den Diplomatenfrad, die Uniform, den bürgerlichen Rock und die seidene Robe der eleganten Dame. Doch genug! Die Musik spielt den Rehraus. Morgen ist Aschermittwoch. Sie wandern heim, die bunten Masken Vers des Torquato Tasso: Doch wir verkennen nur die Andern höflich, Damit sie wieder uns verkennen sollen! waltung, nebmer, dem Erla auf Staa Arbeiter Beftimmu es bie m the tit, Do unterfiüt gefährlich meinen e Demfelben welche du Bestrebun Anregung fall bet b Arieg Die Verr erfolgt ni : n den A das Material wird auf das Sorgfältigste gesammelt und gemehr wet prüft werden. 8 liegt Abg. Dr. Braun: Es ist die Verpflichtung des Reichschaften, die tages, die Mißstände, die aus dem Nahrungs- und Genuß en; jeder mittelgesetz entspringen, endlich zu beseitigen, da er das Gesetz erfchuzoor gemacht hat und große Schulo daran hat, daß die Dinge so Gefahren gelommen find. Man hat ein Gefeß gemacht, ohne Enen Gelb im Bestze des nothwendigen wissenschaftlichen Materials fich in zu sein. Daben, be Abg. Baumbach: Daß die Sache in Fluß ist, genügt nicht; es ist Beit, daß sie zum Abschluß fomme. Die Frage bestehenden ist für die Spielwaaren, Buntpapier, die Fabrikation von ystemen zu Bonbonieren, Atrappen u. s. w. von der eminentesten Bedeu tung; man weiß heute nicht, welche Farbe man als giftige zu pektor von behandeln hat und und welche nicht. Ich bedauere, daß der me Thätig Antrag, im Wege internationaler Vereinbarungen die Farben sie Arbeits festzustellen, die nicht verwendet werden dürfen, von dem Buneurtheilung desrath nicht weiter beachtet worden ist. Die Spielwaaren araus, das industrie wird durch die Holzzölle schwer geschädigt; um so 1 Stunden mehr ist es nöthig, die Schwierigkeiten, die durch die schwanchunden lende Gesetzesauslegung entstehen, zu beseitigen. genügend Abg. Witte: Es wird nicht möglich sein, ein Gesetz aufzustellen, welches alle Kreise der Industrie zufrieden stellt. chrabe, daß noch nicht alle Interessenten gehört find, fann fein Grund aterial unein, die Gesetzesänderung hinauszuschieben. So schwierig ist Der Frage die Materie doch auch nicht, daß es noch nicht möglich gewesen aum etwas ein sollte, ein Gesetz vorzulegen, welches wenigstens die schlimmsten Uebelſtände einigermaßen beseitigen könnte, und 8. Er hat das dringend nothwendig ist. Kenntniß schaften, welche ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, bei den Treibjagden Verwendung finden, so wird unter teinen Um ständen auch nur ein Mann dazu gezwungen. Es ist das eine freiwillige Leistung, ein Befehl wird nicht erlaffen. Die Leute werden dafür honoritt und thun es, wie ich Ihnen nebenbei versichern fann, sehr gern. Der Soldat hat im Allgemeinen schon eine Neigung, fich an der Jagd zu betheiligen. Es ist das ein männliches und anständiges Vergnügen ( Lachen links), ich höre dort Lachen, ich bebauere wirklich, daß auf jener Seite so wenig Jäger fizen.( Heiter feit rechts.) Ich wiederhole, es handelt sich um eine freiwillige Leistung, zu welcher die Kompagniechefs, wenn es geht, vom Dienst dispenfiren, lezteres geschieht auch bei anderen Gelegen heiten. Wir gehen nicht darauf aus, die Leute übermenschlich im Dienste zu schinden, sondern wir sind auch dafür, daß der Soldat, sobald es möglich ist, seinen freien Tag und sein Vergnügen haben kann. Wenn es ein Vorwurf sein soll, daß ein Mann, der außerhalb des Dienstes verwundet wurde, im Militärlazareth behandelt wird, so finde ich diesen Vorwurf nicht gerade human. Wir behandeln jeden Soldaten, der er frankt ist, sogar wenn er die Krankheit selbst verschuldet hat, im Militärlazareth. Daß Treiber angeschoffen werden, kommt nicht blos bei Offizieren vor, die das Gewehr doch leidlich zu handhaben wissen, sondern auch bei anderen Ständen. Für Die Folgen hat natürlich der einzutreten, der für die Verwundung verantwortlich ist. Der Prozeß gegen den erwähnten Hauptmann ist ein Bivilprozeß; was geht der den Militäretat an?( Sehr richtig! rechts.) Sum Falle Landeshut bemerke ich, daß die Militärverwaltung einen sehr strengen Maßstab an solche Lieferanten anlegt. Wir schließen sehr viele Personen aus und würden auch den genannten ausschließen, wenn uns greifbar nachgewiesen wäre, daß dieser Mann wirklich seine Arbeiter betrogen hat. Ich denke doch, wer seine die Gerichte. Die Ar Arbeiter betrügt, fommt vor beiter werden doch jedenfalls klagen.( Rufe bei den Sozialdemokraten: Geschieht auch!), und es wird doch jeden falls wegen Betruges eriannt werden. Sollte das geschehen, Dann wird der Mann leine Lieferung mehr bekommen.( Sehr gut!) Wir wollen lauter anständige Leute zu Lieferanten. Wenn also jene Behauptung wahr ist, daß der genannte Herr - ich genieße ja nicht das Vorrecht, hier von Leuten ohne Weiteres sagen zu dürfen, fte baben betrogen.( weiterfeit rechis.) Jch enthalte mich also, den Namen zu nennen - so mache ich mich ohne Weiteres hier anheischig, daß der Mann nicht wieder eine Lieferung bekommen wird. ( Beifall rechts.) Staatssekretär v. Boetticher: Wir haben 1882 den Mittheilung Bersuch gemacht, die Uebelstände einigermaßen zu beseitigen, der Sonn aber die Lösung hat den Beifall des Reichstages nicht gefunung diese den. Wir waren bemüht, die Frage nunmehr einer solchen Wigft zut fung zuzuführen, die den Beifall der Majorität findet. Die welche Dat Majorität der Interessenten hat sich bis jetzt aber selbst noch men freilicht einigen können. Der gegenwärtige Bustand ist freilich Sen. Schollagenswerth, derselbe fällt aber nicht den Richtern zur Last, miffion all fondern die Mängel liegen in der Schwierigkeit der Materie Das Gehalt erung Der zweiten Ader Ham ännan be richiedenen ein an o en, um Die hätten fel babe Nie ebner nod anderunge elungen be Beschwerden darin, daß die Sachverständigen fich über die Fragen, die ree Beurtheilung unterliegen, nicht übereinstimmend ausfrechen. Abg. Greve: Die Leichenverbrennungsfrage ist in neuen Beit immer mehr in den Vordergrund getreten. Es ist icht richtig, daß die Begräbnißstätten heutzutage nicht mehr efundheitsgefährlich sind. Es ist eine irrige Meinung, daß urch den Verwesungsprozeß die Infektionsfeime vernichtet Berben; fie werden im Gegentheil durch den VerwesungsRozeß hervorgerufen; getödtet werden dieselben einzig und allein durch Verbrennung. Von dem Verein für Feuerbestat ng in Berlin ist das Reichs. Gesundheitsamt hierüber befragt worden; der Verein hat aber nur die Antwort erhalten, daß das Reichs. Gesundheitsamt nicht in der Lage sei, darauf zu antworten. Daffelbe ist doch aber gerade zu dem Zwecke gegründet, die Gesetzgebung durch Vorarbeiten zu unterstügen. n durchaus Reichs- Gesundheitsamt ist nicht in der Lage, fich über Leichenbetrifft, fo Die Sacht die laut Te der Auf ng an und Don b t, bella n Blum wiffe Fa hte, wur rwurf ni Bes. in ben nothwend Ma Dan wolle höfe, fon Die ift ju ver Be nicht aus nen fehlen. St mehr ge er abnliche te Grlennt r mittleren 8 in ernfte lichft balb n- Induftrie Nabrung und um ten der be te Vorlage Flug, un Stunden in Tarrenwelt Des Saale hriftsteller raßenbirne vielmeh Faths, Sit einer Zafe antwortet ich bante Blauber mir eben ühmte. nige Blei erfdien es brama en tönnte ften Klang mte, fil Es ist we nd er Legt Mund ein e fchwaßen ennt jenen Direttor im Reichs- Gesundheitsamt Röbler: Das berbrennung zu äußern, da diese Materie nicht in die Reichsgefeggebung aufgenommen ist; es muß deshalb auf jene Anfrage die Eiflärung abgegeben werden, die abgegeben worden ist. Nach einigen Bemerkungen der Abgeordneten Arnsperger und Ulrich wird das Kapitel bewilligt. Beim Etat der mititärverwaltung bemerkt Abg. Bebel: Zu Ende Januar d. J. berichteten die Zeitungen, daß bei einer Hoffago in Kaffel zweihundert Soldaten der bei dieser Gelegenheit sollen vier von ihnen ange lehe in biefer Unter Berwendung unserer Truppen eine grobe Ungehörigkeit, die nur durch den unbedingten Gehorsam erklärlich wird, mit dem sich die Soldaten den Be ehlen unterwerfen haben, einerlet, ob es sich um dienstliche oder außerdienstliche Zwecke handelt. Die Beschäftigung als Treiber eint mir mit militärischen Funktionen absolut nicht in irgend welchen Zusammenhang gebracht werden zu können. Von den us dem Abg. Lingens fragt unter Bezugnahme auf Spezial fälle an, ob die Kompagnieschuhmacher und Schneider nicht zur Kirche geführt werden, selbst dann nicht, wenn die ganze Kompagnie zur Kirche Lommandirt wird. Kriegsminister v. Bronsart erklärt, von den Spezial fällen teine Kenntniß zu haben. Beruht dies auf Wahrheit, so läge hier ein sehr bestimmter, beklagenswerther Verstoß gegen die allerhöchsten Bestimmungen vor. Abg. Richter: Es ist mir sehr wohl bekannt, daß die Soldaten als Treiber nicht fommandirt werden; indessen bei den großen diskretionären Befugnissen, welche die Vorgesezten im Militärdienste über ihre Untergebenen haben, ist der Begriff der Freiwilligkeit sehr oft sehr zweifelhaft, zumal nach der Theorie vom unbedingten Gehorsam. Es tommt auch darauf an, ob bei den Soldaten die Vorstellung lebendig ist, daß sie eine freiwillige Dienstleistung thun. Schon um Mißverständnisse zu vermeiden, wäre es dringend wünschenswerth, daß die Soldaten nicht im Privatintereffe von Vorgesezten verwendet werden, abgesehen von Fällen, wo solches wie im Burschendienst reglementsmäßig geordnet ist. Aber auch die volle Freiwilligkeit vorausgesezt, entsteht die Frage: Wo bleibt der Dienst? Mir ist vielfach versichert worden, den Dienst haben die Uebrigen zu thun und zwar um so mehr Dienst, um ihre Kameraden für die Treibjagden frei zu machen. Mir scheint auch diese männliche, anständige Beschäftigung, von der der Kriegsminister( prach nota bene, an der Jagd nehmen die Soldaten nicht Theil, für die Schonung sondern nur am Treiben( Heiterkeit links) der Uniform nicht besonders zuträglich. Es ist das übrigens nicht blos in Raffel Gegenstand der öffentlichen Aufmerksamkeit geworden, sondern auch in der Nähe von Berlin und in Schleften haben solche Verwendungen in sehr großem Umfange im November und Dezember stattgefunden, und aus einer großen natürlich als große Bequemlichkeit empfunden, das Men Bahl von Buschriften, die mir von Personen zugetragen find, mit denen ich sonst keine Beziehungen unterhalte, geht mir denmaterial, über welches sie dienstlich unbestritten verfügen tonnen, auch durch Anordnung für derartige Vergnügungen hervor, daß in der That diese Verwendung unserer Truppen zu beranzuziehen. In diesem Fall sind nun noch Verwundungen bene Male haben wir es im Interesse der Finanzen verlangt, inzugetreten, einer derselben ist ins Lazareth gekommen; wer ägt die Kuiloften? Doch das Reich. In einem früheren wie früher die Soldaten nicht schon mit dem fünften November Fall ist etwa vor drei Jahren beim Garde- Schüßen- oder einzustellen, sondern zu einem späteren Termin, zumal im NoBarbe Jägerbataillon in Potsdam ein Soldat durch den Haupt- vember und Desember der Dienst keine besonderen Anforderun mann Brinzen Radziwill auf der Jagd angeschoffen worden. gen erheischt. Diese Forderung ist von der Regierung auf's zurückgewiese.. worden; sie hat sich auf das Lazareth, zugleich aber auch, weil dienstuntauglich geworden, Septennat berufen und erklärt, fie tönne auch nicht einen Militärdienst entlassen, ohne jeden Anspruch auf einzigen Tag von der Dienstzeit missen, ohne die WehrhaftigBmfion, der auch gar nicht erhoben werden kann, weil er fich feit in Frage zu stellen. Wenn man nun fieht, daß die die Berlegung außerdienfilich zugezogen hat. Es schwebt jetzt nationale Dinge, wie die Ver beim Landgericht in Potsdam ein Prozeß gegen den Hauptmann wendung von Soldaten als Treiber, in Frage gestellt wird, so Brinzen Radziwill; der Mann ist nämlich durch die Verwundung ist das ein neuer Beweis dafür, daß die gegenwärtige Dienstleines Beines dauernd in seinem Erwerbe behindert. Ich erwarte, zeit in ihrem Umfange nicht gerechtfertigt ist( Widerspruch berechtigt find, Soldaten zu derartigen Dienstleistungen für Soldaten auf das, wozu fie bestimmt sind, auf die Ausbilprivaten Vergnügungszwecke heranzuziehen, und daß er andernfalls die Wiederkehr solcher Mißbräuche unmöglich macht. ihre dung für den Kriegsdienst, auch mit fürgerer Dienstzeit ausund Lärm rechts.) Eine andere Beschwerde, welche ich vorzubringen habe, bezieht Wenn dem Soldaten die Wahl gestellt wird, so zweifle ich Rich ebenfalls auf die Militärverwaltung. Vor einigen Tagen nicht, daß er gern auf die sogenannte männliche und ans etwas früher zu seinem bürgerlichen Beruf zurückkehren wird. taths Epner eine große Arbeitseinstellung stattgefunden, weil diefer Mann seine Arbeiter in wahrhaft betrügerischer Weise( Beifall.) in ihrem Lohn verkürzt hat. Die Arbeiter wagten zuerst nicht, bei dem großen sozialen Drud, unter dem sie standen, sich zu beschweren( Rufe rechts: Bur Sache! Militäretat!); die ers folgte Remedur ist schließlich so unzureichend gewesen, daß die Arbeiter die Einstellung der Arbeit haben eintreten lassen, und Bevölkerung von Landeshut steht auf ihrer Seite. bie ganze ( Wiederholte Rufe: Sur Sache!) Dieser Kommerzienrath Epner fit zugleich Mitglied eines sehr großen Militär- Manufattur waarengescafts in Köln und einer der bevorzugtesten Lieferan ten für Militärartikel. Eist vor wenigen Wochen hat er vom Roiner Proviantamt eine sehr bedeutende Bestellung auf Drell Treibjagden nicht immer dieselben Leute genommen werden. Ich bin ganz fest überzeugt, daß, wenn jegt ein Verbot er laffen würde, Soldaten für Treibjagden zu verwenden, den Soldaten nur ein Schaden zugefügt würde, die einen solchen freien Tag als einen angenehmen 3wischenfall in dem ewis gen Einerlei des militärischen Dienstes auffaffen.( Beifall rechts.) Abg. Bebel: Ich bin mit Herrn Richter einverstanden, daß von einer Freiwilligkeit bei den Soldaten nicht viel die Rede sein kann.( Natürlich! rechts.) Natürlich! Ich möchte den Soldaten sehen, der es wagte, einem Wunsche seines Vorgesetzten nicht nachzukommen.( Sehr richtig! links.) Der Herr Kriegsminister hat gemeint, daß eine wesentliche Verkürzung der Dienstzeit nicht herbeigeführt werden könne, wenn man aufhöre, die Soldaten zu Treibjagden zn verwenden. Aber die mißbräuchliche Verwendung von Soldaten ist doch auch bet anderen Dienstleistungen bemerkt worden. Ist es doch allbekannt, daß jeder Unteroffiziersfrau ein männlicher Dienstbote zur Verfügung steht( Widerspruch recht), allerdings nicht auf Grund der bestehenden geseßlichen Bestimmungen, sondern auf Grund der Gewalt, welche der Herr Unteroffizier ausübt.( Er neuter Widerspruch rechts.) Gehen Sie doch nur in einer Garnisonsstadt auf den Markt. Sie können dort stets Unter offiziersfrauen in Begleitung von Soldaten mit Hentelkörben feben. Daß der Soldat Abwechselung wünscht in dem ewigen Einerlei des Dienstes bestreite ich nicht. Aber dann verstatte man auch Privafleuten, die Soldaten aus dem Dienste herauszuziehen. Da würde allerdings die Antwort immer lauten, daß der Dienst dem im Wege stehe. In Bezug auf den Fall Epner hat der Herr Kriegsminister gesagt, daß, wenn demselben durch gerichtliches Urtheil Betrug nach gewiesen wäre, er sicher keine Lieferungsordres mehr erhalten werde. Das ist mir angenehm zu hören, aber ich habe das auch als selbstverständlich vorausgefeßt. Mein Wunsch ging aber noch weiter darauf, daß Leute, die von der Militärverwaltung Aufträge erhalten, angehalten werden, ihre Arbeiter menschlich zu behandeln. Die Militärverwaltung soll auch hier darauf hinwirken, derartige Unzuträglichkeiten abzustellen, und nicht nur da, wo es fich um Betrug handelt. Ich bemerte übrigens noch, daß ich, indem ich den Namen des Fabrikanten nannte, meine Immunität als Abgeordneter nicht gemißbraucht habe. Der Name war schon in den Beitungen genannt, ohne daß Herr Epner dagegen Einspruch erhoben hätte; er wird fich auch hüten, das zu thun. Abg. v. Köller: Der Herr Kriegsminister hat den Landes huter Vorfall so vollständig erledigt, daß ich nicht begreife, weshalb Herr Bebel noch einmal auf denselben zurückgekommen ist. Wenn nun er und auch Herr Richter bestritten haben, daß es Freiwilligkeit gäbe in der Armee, so haben die Herren, die wohl beide nicht Soldat gewesen sind, bewiesen, daß fie teine blaffe Ahnung von den Beziehungen der Soldaten zu den Offizieren haben.( Widerspruch links.) Sie haben ja selbst den Beweis geliefert. In der ganzen Armee liegen die Verhältnisse so, daß jeder Soldat mit Freuden den Wunsch seines Vorgesezten erfüllt; denn er weiß, daß ihm nichts Un gebührliches zugemuthet wird. Wenn nun weiter von den Herren gefordert wird, daß die Soldaten nur zwei Jahre bienen sollen, so spricht das nur für die totale Unkenntniß aller militärischen Verhältnisse.( Rufe links: Das haben Sie ia bereits gesagt.) Ich wiederhole das so lange, bts auch Sie es glauben werden.( Lachen links.) Es soll eine nicht an ständige Passion sein, als Treiber zu dienen. Ich frage alle Jäger hier im Hause, ob sie nicht auch einmal Treiber gewesen find. Und ist es nicht auch mit dem Parlament ähnlich wie mit der Jagd? Sind Sie nicht alle auch einmal parlamentarische Treiber gewesen?( Lachen links.) Auch Herrn Richter kann ich den Rath geben: wenn Sie ein guter Jäger werden wollen, versuchen Sie es erst einmal als Treiber.( Beifall rechts, Lachen links.) Abg. Windthorst: Diese einfache Frage, ob die Leute auch als Treiber benutzt werden können, hat eine ganz außerordentliche Dimenfion, angenommen; man bat sogar Die awei oder dreijährige Dienstzeit, das Verhältniß Der Leute den Offizieren สิน u. f. w. in Betracht gezogen. Die Frage der Dienstzeit gehört gar nicht hierher. Es handelt sich einfach darum, inwiefern die Leute während ihrer Dienstzeit zu Privatzwecken freiwillig fich sollen verwenden lassen. Da ist denn nun behauptet wor den, daß in Bezug auf eine zweifache Art der Verwendung Freiwilligkeit nicht stattfinde: beim Jagen und bei Verrichtung häuslicher Dienste, bei Ankäufen auf dem Markt, wo die Sol Daten die Körbe trügen u. s. w. Ich weiche in dieser Frage von den Herren Bebel und Richter gänzlich ab. Auf mich macht die Begleitung des Soldaten auf dem Markte, das Tragen der Körbe 2c. immer einen höchft angenehmen Eindruck, wenn ich diese jungen Männer, frisch, gesund und kräftig, so gemüthlich in der Gesellschaft sebe( Heiterkeit); und es ist ganz nüglich und gut, daß sie auf diese Weise in der That dem Familienleben etwas näher gerückt werden und nicht ausschließlich dem Kasernenleben anheimfallen. Wahr haft freuen sollten wir uns, daß in dieser Weise die jungen Männer auch von der Seite des Gemüthalebens er zogen werden.( Große Heiterkeit.) Ich begreife wirklich nicht, meine Herren, was Sie darin Heiteres finden: es ist das eben das Leben, wie es ist. Man soll doch nicht glauben, daß diese jungen Männer nicht ebenso, wie auch andere, das Leben gern nahe sehen, und es ist für ihre innere Bildung nüglich, daß fie dem Gemüthsleben näher geführt werden. Gerade je strammer der Dienst ist, je schärfer er in der Kaserne herrscht, desto mehr ist es nothwendig, daß auch dieses Mildere an fie herantritt, und wenn Sie diese Männer fragen, so werden ste Ihnen alle fagen: wir find ganz zufrieden. Die Leute, die man in solcher ich will sagen- Familienarbeit sieht, find meistens Offiziersburschen, und wenn Sie sich erkundigen, ob fie gern da find, so danken wohl alle dem Himmel, daß sie auf Diese Weise vieler anderen Piacereien enthoben sind. Hier also zweifle ich an Freiwilligkeit nicht eine Sekunde. Was dann das Jagen betrifft, so muß ich sagen, daß der Vers such, den Mannschaften die Gelegenheit zu nehmen, als Treiber auf der Jagd mitzuwirken, ein sehr glücklicher ist. Das ist nun eine Sache, die ich aus dem Grunde verstehe. Denn ich habe in meiner Jugend vom achten Jahre an immer in den Reihen der Treiber auf der Jagd mitgeholfen( stürmische Heiterkeit), und wenn ich so über mein Leben nachdenke, dann ist mir die Erinnerung an diese Beit immer angenehm und erfreulich, und ich habe noch heute nicht vergessen, wie viel Wildschweine, wie viel Rebe und Hirsche ich aufgejagt habe; geschossen habe ich nachher weniger, weil mein Auge anfing, mich zu verlaffen. Gerade die Natur dieser Beschäftigung verbürgt die Freiwilligkeit der Theilnahme, und wenn der Herr Kriegsminister gefagt hat, wo die Mannschaft einer Kompagnie aufge fordert wurde, fich zu solchem Jagddienst zu melden, da melde fte sich ganz, so ist dies Wort durchaus aus dem Leben gegriffen. Ich habe ihn nie mit mehr Erfolg sprechen gehört als heute bet diefer Jagdangelegenheit.( Stürmische Heiterkeit.) Würde hier etwas gesagt oder ein Antrag ein Antrag gestellt in der Richtung, da dieses Vergnügen der Mannschaft entzogen werden solle, so würde ich die heftigste Oppofition da gegen machen, und ich nahm nur das Wort, damit neben der Stimme des Ministers auch eine andere Stimme fich für dieses Soldatenvergnügen erhöbe, und damit der Herr Kriegsminister gebeten würde, den Leuten, so viel es irgend denkbar ist, dieses Bergnügen gütigst zu gestatten.( Seiterkeit und Betfall.) Daß Der eigentliche militärische Dienst dabei nicht zu kurz kommen preußischen Heere herrscht, vollkommen überzeugt, und ich bin Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf: Herr Richter hat gesagt, daß es eine eigenthümliche Sache mit der Freiwilligkeit in der Armee sei. Aber Niemand wird leugnen fönnen, daß Soldaten auch freiwillig ihren Offizieren etwas zu Liebe thun.( Lachen links.) Wer das belacht, der weiß einfach nicht, daß, wie der Offizier jeden Augenblid bereit ist, für den Soldaten einzutreten, so auch der Soldat. Wenn die Herren das nicht wissen, so sollten fte fich noch nachträglich zum Freiwilligendienst melden.( eiterkeit!) Die Sache liegt einfach so, daß, wenn jezt der Hauptmann 20 Leute, die als Treiber an einer Jagd theilnehmen sollen, auffordert vorzus erhalten und zwar zu Preisen, welche höher find als diejenigen treten, die ganze Kompagnie fich meldet. Ernster ist die Frage feiner Ronkurrenten. Es wäre doch Aufgabe der Militärver des Abgeordneten Richter, wo dann der Dienst bleibe. Auf waltung, mit Strenge darauf zu sehen, daß Geschäftsunter diese Frage aber haben die Dffiziere nur ihren Vorgesezten in nebmer, die ihre Lieferanten find, nicht in dieser Weise ihre der Armee eine Auskunft zu ertheilen.( Unruhe links.) Die Arbeiter schädigen, daß solche ein für allemal von den Staats- heutigen Angriffe auf die Armeeverwaltung wundern mich lieferungen ausgeschloffen werden.( Bustimmung links.) Nach auf Staatslieferungen bezüglich der von ihnen beschäftigten Arbeiter sehr scharfe Bestimmungen erlassen worden. Diese Bestimmungen find noch heute in Kraft und namentlich hält es die Militäroerwaltung für ihre eigenste Pflicht, soweit an thr ist, dafür zu sorgen, daß die sozialistischen Ideen nicht nicht; wenn irgendwo der Armee etwas am Beuge zu flicken ist, wenn das Wild aufgespürt ist, kann ich heute ja wohl sagen, wird die ganze Meute laut( Heiterkeit rechts); sie wundern mich vor Allem bei dem Herrn Vorrebner nicht, der sich ja zum Vertreter aller Angriffe auf die Armee gemacht hat.( Große Unruhe links.) Herr Richter hat weiter gemeint, man solle, anstatt den Soldaten für Treibjagden zu verwenden, lieber eine mente ziehen nicht. Ich würde es nicht billigen, wenn Refruten auch nur in vereinzelten Fällen zu Treibjagden vers unterfiügt werden.( Sehr richtig! rechts.) Das ist ein sehr Verkürzung der Dienstzeit eintreten lassen. Aber seine Argufall bet den Sozialdemokraten.) demselben Grunde sollte sie doch nicht Unternehmer unterstüßen, wendet würden. Wenn aber die Tage, die zur Treibjago welche durch ihr Verhalten nothwendig die sozialdemokratischen Bestrebungen mittelbar fördern! Ich hoffe, es bedarf nur dieser Anregung, um den Minister zur Kemedur zu veranlaffen.( Bei verwendet werden, witlich zu einer Verkürzung der Dienstzeit verwendet werden sollten, so würde die Verkürzung nur eine geringe sein. Man könnte dabei nicht dazu kommen, die Dienstzeit von 3 auf 2 Jahre herabzusezen, wie das ja immer von heraus fommen, sondern höchstens zwei bis drei Tage im Jahre. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: den Herren links verlangt wird. Nicht einmal Wochen würden wird, davon bin ich bei der Strammheit desselben, wie er im erfolgt nicht auf dem Wege des Kommandos. Wenn Mann Uebrigens liegt es auch im Interesse des Dienstes, daß für die sicher, daß die Leute darum nicht weniger marschiren lernen, nicht weniger schießen und treffen als sonst auch. Lesen wir doch den Tacitus: die alten Deutschen find immer Jäger gewesen, und diese Leute können doch nicht alle zu den Schüßen gebracht werden; laffen Sie fie also bei den Treibern sein! Ich würde mich mit Vergnügen ihnen anschließen.( Große Heiterkeit.) Bei dem Kapitel Geldverpflegung der Trup pen" ersucht Abg. Stolle den Kriegsminister, die Gründe anzugeben, welche zu dem Erlaß geführt, durch den allen Militärmusikern verboten worden ist, dem Allgemeinen deutschen Musikerver band anzugehören. Er flagt ferner über die Konkurrenz der Militärmufit mit dem Privatgewerbe. Minister Bronsart von Schellendorff lehnt es ab, die Gründe für den Erlaß anzugeben. Vermögensrechtliche Intereffen der Einzelnen seien durch denselben nicht geschädigt worden, insofern den bisherigen militärischen Mit gliedern des Mufikerverbandes gestattet ist, auch ferner in der zum Verbande gehörigen Wittwen- und Waisenkasse zu bleiben. bittet Das Kapital wird bewilligt. Beim Kapitel Bau und Unterhaltung der Festungen" Abg. Heine die Kriegsverwaltung um eine möglichst schonende Handbabung der geltenden Rayonbestimmungen gegenüber den Privatinteressenten. Das Kapitel, sowie der Rest des Militäretats wird bes willigt; ebenso die Etats der Marine und der Reichsjuftiz verwaltung. Um 42 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung bis Freitag 12 Uhr. Vereine und Versammlungen. Für die Mitglieder sämmtlicher Filialen der Allgemeinen Kranten- und Sterbefaffe der Metallarbeiter ( Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 29, Hamburg) Berlin's, sowie der Filialen Niederschönweide und Charlottenburg, findet am Sonntag, den 8. b. M., Vorm. 10 Uhr, im Lokale, Neue Schönhauferstr. 20, Palmensaal, eine große Versammlung statt, mit der Tagesordnung: 1. Bericht über den Antrag des Vorstandes, betr. Abhaltung einer außerordentlichen Generalversammlung in Braunschweig. 2. Statutenberathung. 3. Wahl von 16 Delegirten. 4. Berschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht ber hochwichtigen Tagesordnung wegen zahlreich zu erscheinen, Mitgliedsbuch legitimirt. Eine öffentliche Versammlung der Nadler und Siebmacher findet Sonnabend, den 7. März, Abends 8 Uhr, im Lotale Arminhallen, Kommandanten str. 20, statt. Tages ordnung: Wie stellt sich der Fachverein den Meistern gegenüber? Da Herr Mitan sein Erscheinen zugefagt hat, bitten wir Meister und Gesellen, recht zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. 1 Große öffentliche, General Versammlung der Schloffer und Berufsgenossen am Sonntag, den 8. März, Vormittags 10 Uhr, in Embergs Lokal, Schumannstraße 14. Tagesord nung: 1) Die Nothwendigkeit einer strammen Organisation Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Sardanapal Königliches Schauspielhaus. Deute: Christoph Marlow. Deutsches Theater. Bellealliance- Theater. Heute: Die Hagestolzen. Jugendliebe. Heute: Ein gemachter Mann. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Deute: Gasparone. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Deute: Der Walzer König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. unseres Gewerts. Referent: Herr W. Liefländer. 2) Disunseres Gewerks. Referent: Herr W. Liefländer. 2) Distuffton über den Vortrag. 3) Die 11 stündige Arbeitszeit, sowie fussion über den Vortrag. 3) Die 11 stündige Arbeitszeit, sowie Die Sonntags und Nachfeierabendarbeit in verschiedenen größe ren Werkstätten und die schädlichen Folgen derselben. Die Werkstätten werden in den Versammlungen bekannt gemacht. 4) Verschiedenes. Recht zahlreiche Betheiligung erwartet, besonders aus dem Norden, die Lohnkommission der Schloffer und Berufsgenossen. Gelder zu dem Generalunterstüßungsfonds nehmen entgegen: 1) Birch, Breslauerstraße 13. 2) Alter, Dieffenbachstr. 11, III. 3) Klint, Fürbringer straße 28, Hof part. 4) Köderis, Bülowstraße 38. 5) Armerding, Karlstr. 17, S. t. IV. 6) arts, Grenzstr. 10, v. IV. 7) Krüger, Weinfir. 31. 8) Kluge, Muladftr. 22, v. I. 9) Wilhelm, Wilhelmstr. 94,. IV. 10) Schmid, Gr. Frankfurterstr. 44. Beute: Bum 16. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla- Operetten- Theater: Deute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Durch eigene Kraft. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Heute: Im Schillingshof. Beute: Die Sorglosen. Vittoria Theater. Heute: Die Tochter des Teufels. Alhambra Theater.. Heute: Der Viehhändler von Oberösterreich. Eine Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Intereffen der Fabrit- und Bauarbeiter in Berlin findet am Sonntag, den 8. d. Mts. Vormittags 10% Uhr, bei Keller, Andreasstr. 21 im oberen. Saal statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Michelsen über das Arbeiter Schußgefeß. 2. Diskussion und Verschiedenes. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Eine große Versammlung des Arbeiter- BezirksVereins der Rosenthaler Vorstadt findet am Montag, den 9. März, Abends 8 Uhr in der neuen Walhalla, Schönhauser Allee 156, statt. T.- D.: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über„ Die Todesstrafe". 2. Vorlegung von Petitionen. 3. Ber schiedenes. 4. Fragetasten. Das Erscheinen der Mitglieder ist dringend geboten. Gäste willkommen. Versammlung der Mitglieder der Zentral- Kranten und Sterbetasse der Tischler und anderer gewerblicher Ar beiter für die örtliche Verwaltungsstelle Berlin E. Sonntag, den 8. März, Vormittags 10 Uhr, im Weddingpart, Müllerftraße 178. T.- D.: 1. Statuten- Berathung. 2 Vorwahl eines Delegirten zur Generalversammlung. 3. Wahl eines Drts taffierers und eines Schriftführers. Mitgliedsbuch legitimirt. Rixdorf. Die Rixdorfer Tischler wollen jest auch endlich mit vorwärtsstreben und mit den Berliner Tischlern einmüthig vorgehen. Bereits am nächsten Sonntag ( 8. März) Nachmittags 3 Uhr findet im kleinen Saale des Herrn Niesegt, Bergstr. 129 eine Versammlung der Tischler statt, in welcher Herr Gustav Roedel aus Berlin über die bevorstehende Durchführung der Minimallohntatife referiren wird. Versammlungsverbot. Die zu gestern, Donnerstag, in Gratweil's Bierhallen anberaumte Versammlung des Arbeiter Bezirksvereins der Friedrichstadt, in welcher der Reichstags abgeordnete Herr Baul Singer einen Vortrag halten wollte, wurde auf Grund des§ 9 des Sozialistengesezes verboten. Kleine Mittheilungen. Ein Lokomotivführ r in Erfurt hatte vor ungefähr drei Jahren das Unglück, daß seine Maschine auf Station Apolda in Folge falscher Weichenstellung mit einem anderen Zuge zu sammenstieß und er sich dabei eine Gehirnerschütterung zuzog. Der Unglückliche wurde geiftes schwach und mußte einer Frren anstalt überwiesen werden. Seiner Familie, der Frau und 6 Kindern, gewährte die Bahnverwaltung eine Benfton von 36 M. monatlich. Daß unter diesen Umständen die Familie in die tiefste Noth gerieth, ist flar Mittlerweile gelang es, den Geistesschwachen so weit zu heilen, daß er den Seinen wieder zurückgegeben werden konnte, wenngleich mit dem traus rigen Beugniß, daß er für die ganze Dauer seines Lebens als vollständig erwerbsunfähig anzusehen sei. Angesichts dieses entsetzlichen Bustandes und der Nothlage feiner Familie wurde der Mann auf Sicherstellung seiner Bukunft gegen die Bahn verwaltung flagbar. verwaltung flagbar. In diesen Tages hat das Gericht seine Entscheidung gefällt und zwar, wie mit Genugthuurg zu ton statiren ist, zu Gunsten des Unglüdlichen. Das Urtheil lautet nämlich dahin, daß dem Manne eine einmalige Entschädigung von 14 000 M. und eine jährliche Benfion von 1500 Mait au zahlen set. Schönebec, 3. März. Beim Zuge 58( 6 Uhr 51 Minuten von hier nach Magdeburg) ist der Schaffner Cäsar aus Köthen zwischen Bude 5 und 4 beim Koupiren heruntergefallen und am Kopfe stark verwundet worden. Der Bedauernewerthe wurde ins Magdeburger Krantenhaus geschafft. Er hat eine Frau mit 7 Kindern. Briefkaften der Redaktion. A. W. Die Omnibuskutscher haben unseres Wissens teine spezielle Krankenkasse; die Droschfenfutscher haben aber vor Sturzem eine freie Hilfskaffe gegründet, in welcher jedenfalls auch Omnibusfutscher aufgenommen werden. Außerdem nimmt auch die freie, zentralistite Hilfskaffe der Tischler und Berufs genoffen Personen aus allen Branchen auf. Wilh. Horn... Das ist eine Frage, die wir nicht so ohne Weiteres beantworten fönnen. Das Statut der alten Kaffe muß doch eine bestimmte Frist zum Austritt vorschreiben; haben Sie fich denn nicht abgemeldet? Unter Umständen kann Ihnen wohl der Meister das Krankengeld einbehalten, ob aber in diesem Falle, das läßt sich so nicht beurtheilen. Gottfried.., Wilmersdorf. Wenn Sie und Ihre Kollegen nicht schon vor dem 1. Dezember v. J. Mitglieder einer freien Hilfskaffe waren, so müssen Sie vor der Hand in der Ortskaffe bleiben. Ausscheiden können Sie in Folge von Arbeitslosigkeit, Sie müssen dann aber Ihren Austritt erklären, und wenn Sie wieder in Arbeit treten, nachweisen, daß S Mitglied einer freien Hilfetaffe find. Außerdem fönnen austreten am Schluß des Rechnungsjahres, wenn Sie Monate vorher fündigen und beim Ausscheiden nach ro daß Sie Mitglied einer gefeßlich zugelassenen Kaffe find. Sie C. K. Waldemar 16. Der Brief bleibt 6 Monate liegen. Nachher geht derfelbe an den Absender zurück. bie H. S., Palisadenstr. Wir danken Ihnen sehr für freundliche Einsendung, dieselbe ist jedoch nunmehr veraltet. Det zweite Bericht hat für uns fein Intereffe. H. V. Lucauerstraße. Wir bitten um Ihren Besuch. E. E. Gartenstr. 67. Wenden Sie sich an das Land wehr bezirks Rommando unter Beifügung ihrer Militär papiere. 0 Geschäftseröffnung! Nr. erfcheint Berlin Bostabo: Der Abonne blat b Arbei gehilfe Es gen in kiben P gemacht Sie ande lannt b Agitation mb So Da den Gr freitet bem ga 644 bung bi teie inhaber Gehilfer bes Be Die von Mitgliedern des Fachvereins der Schneider gegründete Produktiv- u. Rohstoffgenossenschaft der Schneider zu Berlin( Eingetragene Genossenschaft) hat ihr Geschäftslokal 30 Bimmerstraße 30 eröffnet. Lager fertiger Herren- Garderobe. Reichhaltiges Lager in und ausländischer Stoffe, ebenfalls von Futter, Knöpfen und Borten, worauf wir unsere Kollegen noch besonders aufmerksam machen. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Reelle Arbeit. Dauerhafte Stoffe. Feste Preise. Bitte genau auf Straße und Nummer zu achten. Der Vorstand und Verwaltungsrath Fachver. f. Schlosser u. Berufsg. Sonnabend, den 7. d. M., Abends 81% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79 Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Comités vom Stiftungsfest. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragefaften. Der Vorstand. 468 General- Versammlung itt der Mitglieder des Fachvereins der Metallarbetter Gas, Wasser und Dampf- Armaturen findet Sonnabend, den 7. März 1885, in den Gratwell'schen Bierhallen, Kom mandantenstraße 77/79, Abends 8 Uhr, ftatt. mir in berung fonit e Bie w Frage follen Uebera bort ein De kenntni ift na lige rbe englifch Tagesordnung: 1. Die Centralisation der Metallarbeiter D. Krohm. 2. Diskussion. 3. Wichtige Vereins- Angelegen Deutschlands und unsere Stellung dem gegenüber. Referent her Der Wichtigkeit Der Tagesordnung wegen ersucht um das Erscheinen sämmtlicher Mi: glieder beiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand Im Verlage W. Die erschien soeben: Mitglieder Versammlung Die Sozialdemokratie Der Am Montag Nachmittag wurde uns unser geschäster Central- Kranken- und Sterbekasse Kollege, der eifrige Förderer der geistigen und materiellen Intereffen seines Standes Cifelenr Paul Eilert im Alter von 24 Jabren durch den Tod entriffen. Sein Anbenten hält hoch in Ehren die Freie Vereinigung der Gra veure, Ciseleure und Berufsgenoffen." Die Beerdigung findet vom Krankenhause Friedrichshain heute( Freitag) statt. Anschluß der Kollegen um 3 Uhr am Rottbuser Thor. 465 Arbeitsmarkt. Berfilberer und Farbigmacher verlangen Krüger und Günther, Andreasstraße 10. Lehrmamfells auf Damenmäntel verlangt Linienftr. 133. Arbeits- Nachweis f. Tischler Juvalidenfir 131. 3. Dahle. 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Bu beziehen durch die Erzedition des Berliner Volksblatt" Zimmerstraße 44. Der wahre Jacob" Die Nr. 14 der humoristischen Blätter 469 ist erschienen und in der Exped. d.„ Berl. Voltsbl." zu haben vor dem deutschen Reichstage. Berathung der Denkschrift, betreffend die Erneuerung der Ver hängung des Kleinen Belagerungszustandes über Berlin und Hamburg- Altona, am Sonnabend, den 31. Januar 1885. Nach dem amtlichen Stenogramm. Preis 20 Pf. Bu beziehen durch die Erpedition Bimmerftr. 44. Drucksachen = aller Art, namentlich bon un Beit aus gefeßlic Selbft it nich ein aus wurde, Sir Jo Blätter gegenü 8 Arbeits Rasbrud 110 Bieles barbot beit, find Sie ha und b Ihnen tam, nem c empfa geben forber wolle Shner einem ber Bor Circulaire, Rechnungs- und Quittungs formulare, Adreßkarten, Prospecte, PreisCourante, Brochüren, Statuten und Quittungsbücher, Marken, fämmtliche Formulare für Krankenkaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. Buchdruckerei MAX BADING Beuthstrasse 2. 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