Nr. 63. Sonntag, 15, März 1885. n. Jahrg. Jl trlimrVxldsdlilll Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Das..Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Merlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. vvstabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in oer Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. am#* II Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Vie Leute vom„verfehlten Leruf". Man weiß, daß der Herr Reichskanzler die Jour- �listen als„Leute, die ihren Beruf verfehlt haben", zeichnet hat und nun erfahren wir, daß auch fei« Sohn, N Herbert Bismarck, bei seiner jüngsten Anwesenheit in Mon, sich in nicht» weniger al» schmeichelhafter Weise »der die Presse ausgelassen hat. Wir können heute keine Betrachtungen darüber an« „„...........,............... L,----- v- JJllen, welche politische Stellung im deutsche» Reiche dem ?u«Iten Sohn des Reichskanzler» vielleicht in der Zukunft fistlmmt fein dürfte; wir vermuthen nur, daß diese Stel- keine unbedeutende sein wird, und so ist e» für un» � ohne Interesse, wie Graf Bismarck über die Presse & Wenn wir uv« gegen die Auffassung, die Vater und �>hn von der Presse haben, vertheidigen, so sprechen wir Erdings pro domo, wir wahren unser eigenstes Interesse; Jü'ä warum sollten wir da» nicht thun? Wenn die Herren ..Wo«aten in Beziehung auf ihren Beruf angegriffen wer- W'-v pstegen sie sich auch zu vertheidigen; warum sollten Äurnalisten nicht dasselbe thun? ' Herbert Bismarck soll in London von der d e r P r e s s e" viel gesprochen und sich dieser Großmacht beschwert haben. Neu ». �ras Herbert Bismarck sou in«onoon von Großmacht der Presse" viel gesprochen und sich .ÜD« die Einflüsse dieser Großmacht beschwert haben. Neu "«Bezeichnung der Presse al» Großmacht gerade nicht; �uhrt bekanntlich von Napoleon i, der mit Bezug auf alten GörreS herausgegebenen„Rheinischen Aeußerung that, daß die Presse die sechste �--o-nacht stj. Seit GörreS und dem„Rheinischen Mer- l uns c Tich die Presse ungemein verändert; ihre Macht Lat$x Einfluß ist in» Unglaubliche gewachsen. Insofern —, Bismarck auch«cht. E« giebt eine gute und eine schlechte Presse; allerdings Graf Bismarck die„gute" Presse auf erner andern «eite suchen al» wir, und umgekehrt. Wir sind der Meinung, daß wenn man die Jouraa« »Ken als Leute vom„verfehlten Beruf" bezeichnet und wenn x>n sich darüber beklagt, daß die Presse eine Großmacht ?— daß damit eben ein erschöpfendes Urtheil über die We keineswegs gesprochen ist. Ohnehin, wenn e» darauf ("üine, den Lebenslauf aller Journalisten zu untersuchen, ? würde man bei dm konservativen und regierungSfreund- Journalisten vielleicht eben so viele„verfehlte Be« �«menschen" finden, als unter den anderen. W,r befitze« '"Deutschland auch keine AuSbildungSanstalten für Jour- """sten; das„Preßgewerbe" al» solches wird mcht ,« verboten) Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur- (Forsetzung.) ». Tr hatte wenigstens AuSficht gehabt, einmal in daS ?.°S«ordnetenhauS gewählt zu werden. Seine Untergebmen, 2« Nachbarn, sie Alle kannten ihn, er lebte damals sO? ihnen, und manche Stimme fiel auf ihn au« per- �'cher Neigung ohne Rücksicht auf ferne Politik. k. Jetzt aber, wo er fem von allen Denen sich befand, 2% und leiaen Charakter kannten, wo er ,n Berlin als wsm sich die Thür des Pavillons. WMSS WWNMM prophezeihten. Weife erlemt, und daher ist eS begreiflich, daß >ie meisten Journalisten sich ursprünglich einem anderen Berufe gewidmet haben. Die Mängel der heutigm Presse zu verschweige», ist auch unserere Sache nicht. Im Gegmtheil, wir gerade empfinden vielleicht mehr al» man glaubt, die Korruption, die m der heutigen Presse eingerissen ist. Ein großer Theil der Presse ist reine Geldspekulation geworden und mit dieser hat derjenige, dem Ideale vorschweben und für den das Interesse der Gesammtheit maß« gebend ist, einen unerquicklichen und schwierigen Kampf zu führen. Es gibt eine Presse, die dm Leidm- fchaften des Volke« schmeichelt und seine Schwächen auS« nutzt, statt erziehlich zu wirken. Es giebt eine Presse, die förmlich die Denkfaulheit kultioirt, statt neue Jdem zu bringen oder anzuregen. Und schließlich werdm dem Kundigen weder die„Norddeutsche Allgemeine", noch die„Kreuzzeitung", noch die„Post" als Muster von Preß« «rzeugnissen erscheinen. Aber gegmüber diesm Mißständm, die wir unverholen zugeben, sind die wohlthätigen Einflüsse der Presse in groß- artigem Maße überwiegend. Im Allgemeinen giebt eS eben doch keinen besseren Wächter für die allgemeine Wohlfahrt als eine aufrichtige Presse, ganz abgesehen von ihrer politi- schen Richtung. Ein großer Theil de» Volke» empfängt seine Belehrung nur au» der Press« und wenn diese Presse nur halbwegS vernünftig ist und modernen Anschauungen huldigt, so ist das ein unberechenbarer Vortheil. Zünftige Gelehrte und Diplomaten lächeln vielleicht darüber und können ihre Geringschätzung über das Wenige, was die Presse im Verhältniß bieten kanv, nicht verbergen. Aber wer soll denn dem Volke Belehrung über die- Zeitfragen geben und wer will sich dieser eminenten Aufgabe unterziehen mit der Beharrlichkeit, die in diesem Falle allein «inen Erfolg verbürgen kann? Nun, die Professoren thun eS nicht, schon deshalb nicht, weil da» Volk ihren gelehrten Jargon nicht— oder nur wenig versteht; die Geistlichen thun eS nicht, die BanquierS thun«S nicht und die Staat»- männer thun es auch nicht. Wer wird es also thun, wenn «S die Presse nicht thut? Wenn die Presse nach dieser Richtung hin«ine Groß- macht geworden ist, so hat sie eS wahrlich verdient und sie wird eS auch bleiben. Oder hat man vielleicht Lust, unser« öffentlichen Unterrichtsanstalten so zu organifiren, daß jedem einzelnen Staatsangehörigen eine so umfassend« Bil« dung gegeben werden kann, daß er eine Belehrung aus Zeitungen nicht mehr nöthig hat? Wenn man das wollte, so würden Herr von Wredow hielt in seinem Gange durch den Pavillon inne und blieb vor seinem Sohne stehm. „Hast Du Nachricht, Oswald?" fragte er. Der junge Mann verzog die Miene zu einem be- dauernden Lächeln. „Lieber Vater," sagte er,„Deine Aussichten find keine idcn. Ich erhielt soeben eine Depesche vom Wahl- somitee in Falkenburg. Die freikonservative Partei hat Dich natürlich aufgestellt, aber..." Ich weiß schon! Die Mehrzahl der Wahlmänner ist liberal und ich werde unterliegen." „Ich fürchte, daß e» so ist," antwortete Oswald. „Und die Liberalen, welchen Kandidaten haben sie? fragte Wredow und sein Gesicht nahm einen außerordentlich feindseligen Ausdruck an. „Natürlich Herrn von Steinberg I" antwortete Oswald. „Ja, natürlich, die Majorität der Wahlmänner wählt Herrn von Steinberg!... Er, dessen Familie so alt ist wie die meinige, entblödet sich nicht, mit dem süßen Pöbel zu kokettiren, und hat dafür dre Genugthuung, mich in der Wahl zu besiegen und über mich zu triumphiren.— O, wie ich ihn hasse, diese» Steinberg l" „Daß Du ihm in der Wahl unterliegst, Vater, ist kein Grund zum Hasse," sagte Oswald mit große« Ernste und einer Festigkeit, die für sein jugendliche» Alter in hohem Grade anerkennenSwerth war.„Herr von Stein« b.rg hat die Pflicht, feine politische Meinung zu ver« treten, so gut wie Du die Deinige vertrittst. Wer eS ehrlich meint mit der Sache, darf auf die Person keine Rücksicht nehmen, und soviel ich Herrn von Steinberg'« Charakter kenne, ist er nicht so boshaft. Dich mit Schadenfreude unterliegen zu sehen." „Da hast Du Recht, mein Sohn I" nahm hier die Baronin schüchtern da» Wort,„ich glaube da» auch nicht von Herm von Steinberg. O nein, boshaft ist er nicht, gewiß nicht." „Nicht? Ich hätte nicht gedacht, daß in meinem Haufe Herr von Steinberg so viel Vertheidigung fände!" be- merkte Herr von Wredow ironisch. „Wenn e» ihm nicht besondere Freude machte, über mich zu triumphiren, so würde er e» nie über sich gewinnen können, mich mit alle« Mittel«, die ihm zu Gebote stehen, zu bekämpfen." wir mit der größten Freude unsere Feder niederlegen und gestehen, daß unser Beruf von nun an verfehlt sei. So lange aber der Staat eine solche Bildung nicht gewährt, fühlen wir uns verpflichtet, dem Volke zu Hilfe zu kommen, in« dem wir sein Verständniß für die Zeitfragen fördern helfen. Wir tragen unser Scherflein zur allgemeinen Kulturarbeit bei, so gut wir können, und wir find in der erfreulichen Lage, für diese unsere Bestrebungen auch Anerkennung zu finden. DotitiMe Uebersiekt. Völkerfrühling> Welch herrliches Wort! Ist doch schon der alljährlich wiederkehrende Frühling im Stande, nicht nur die Natur, sondern auch die Herzen der Menschenkinder neu zu beleben; in welchem Grade muß dies nicht der Völkerfrühling thun? Die Prophezeiung eines solchen Frühlings datirt nicht aus den jüngsten Tagen; einfichtige, denkende Männer be- hauptetm schon vor vielen, vielen Jahren, daß dieser Frühling kommen werde und kommen müsse; doch ihre Augen schloffen sich ohne den Frühling gesehen zu haben. Und jetzt hören wir. daß auch der Kanzler des deutschen Reiches, Fürst Bismarck, von einem Völkerfrühling spricht. Der Reichskanzler verlegt , freilich diesen Zeitabschnitt in die Vergangenheit, er ist der | Meinung, daß derselbe vorhanden war nach der glücklichen Be- endigung der Kriege von 1866 und 1870—71. Nach der Einigung Teutschlands verspürte er das Wehen des Völker- frühlings. Seiner Anficht nach ist der wiedererwachte Parteigeist, der Hader, schuld daran, daß der Frühling nicht von Dauer war, daß er von einem starren, kalten Nordwind verdrängt wurde. Und daran hat der deutsche Reichstag zum großen Theil Schuld, weil er die— nach Anficht der Regierung— nothwendigcn Gesetze gar nicht oder doch vielfach nur zum Theil bewilligte, der Hort der Einheit ist nicht in den Parla- menten zu finden, der Parteigeist überwuchert Alles. Diesen klagt der Kanzler an vor„Gott und der Geschichte".— Wir wollen eS dem ZteichSkanzler ja gerne glauben, daß diese Worte eine Anschauungen widerspiegeln. Allein der Rerchskanzler ist o wenig unfehlbar, wie ein anderes Menschenkind, seine An« chauungen entfernen fich gar weit von den Anfichten Anderer. Unserer Ansicht nach hat der deutsche Reichstag vielen Ge« ctzen zugestimmt, die nimmer zum Wohle des gesammten Volles dienen können; er hat mehr denn zu oft Ja gesagt, wo er Nein sagen mußte. Wahr ist freilich, daß oft große Reden gehalten worden find, die unnützer Natur waren und daß die Opposition oft von kleinlichen GestchtSpunkten auS ihr Urtheil abgab; aber Jasager konnte fich der Reichskanzler schwerlich mehr wünschen als wie ste ihm der Reichstag darbot. ES müssen somit andere Ursachen schuld sein, wenn im deut« schen Reiche nicht da» richtige Leben pulstrt. Und diese Ur« fachen find unsere wirthschaftltchen Verhältnisse. Wohl trat „Da« ist nicht richtig I" antwortete Oswald.„Er be» kämpft Dich nicht mit allen Mitteln, die ihm zu Gebote stehen; Du unterliegst im ehrenvollen Kampse. Er be- kämpft Dich nicht ander», als mit den Waffen innigster Ueberzeugung, niemal» im persönlichen Angriff oder gar durch da» Gift der Verleumdung. Herr von Stern- berg kämpft ehrlich, wie eS einem ehrenhaften Mann« ge« ziemt." „Du billigst also sein Auftrete» gegen mich?" „Ich muß bekennen, daß ich in demselben Falle ebenso handeln würde.... Herrn von Steinberg muß daran lregen, ferne Partei siegreich aus dem Kampfe hervorgehen zu sehen." „Mein Sohn, Du redest Herrn von Steinberg das Wort, denn Du bist nicht allzu weit entfernt davon. Dich ebenfalls zu seinen Grundsätze zu bekennen; Du bist einer von Denen, die nicht die alten hergebrachten Rechte der Aristokratie, die persönliche Macht, sondern überall das Volk und da» Wohl des Volke« t» den Vordergrund stellen." „Nicht deswegen rede ich Herrn von Steinberg das Wort, sondern weil ich ihn in der That für einen Mann halte, welcher nicht au« persönlicher Gereizheit eine gewisse Politik verfolgt, sondern au« Ueberzeugung. Ja, ich be- Haupte, daß, wenn Deine Politik zufällig übereinstimmte mit der semigen, er Deiner Wahl sich nicht widersetze« Herr von Wredow lachte spöttisch auf. Frau von Wredow seufzte. Oswald blickte sie voll Theilnahme an. Er näherte fich ihr und nahm ihre Hand in die seinige. „An dem Starrsinn meines Vaters scheitert Alle»," flüstert« er;„er ist unnachgiebig, unbeugsam." „Leider, ja," erwiderte sie mit gepreßter Stimme.„Er wird nie darin willigen, daß Bruno in unsere Familie zu- rückkehrt.— Wie geht e» ihm und feiner Frau?" fügte sie ein wenig stockend hinzu. „Es geht ihm gut I Ich erhielt diesen Morgen einen Brief von ihm; er hält sich mit seiner Frau in Stolzen- bürg auf, beschäftigt mit Studien und Ausübung ferner Kunst.— Er könnte glücklich sein, wenn er seine Eltern wiedergefunden hätte, wenn der unselig« Zwist beigelegt wäre, so schreibt er." i so nach den Kriegsjahren in Deutschland ein kurzer wirthschaft licher Aufschwung ein, aber den sogenannten fetten Jahren find bereits soviel magere gefolgt, daß von den fetten auch nicht ein Bartifelchen übrig geblieben ist. Und wie steht es heute aus? Schutzölle und Getreidezölle hat der Reichstag bewilligt; Die Kolonialpolitik wird, wenn auch keine große, doch eine Mehrheit finden: finden; aber aber wird δας Alles die wirthschaftliche Lage beffern? Wir sagen Nein. Schußzölle haben wir schon seit Jahren; fie haben die wirth schaftliche Lage nicht verbessert. Wir meinen natürlich die wirthschaftliche Lage des gesammten deutschen Volles. Einzelne Industrielle werden sicherlich Vortheile erzielt haben; aber Die Lage der großen Maffe des Volkes, die Lage der Arbei ter, fie ist nicht beffer geworden. Und die erhöhten Getreides zölle find erst recht nicht dazu angethan, die Lage des Volles zu verbessern. Bleibt noch die Kolonialpolitik, über die wir uns oft genug verbreitet haben. Mit diesen Mitteln ist der Volkswohlstand nicht zu verbessern, dazu find andere Maßnahmen nothwendig. Rings um in der ganzen Welt machen fich die Zeichen einer Krists bemerkbar, einer Krifts, wie sie noch niemals vorhanden war. Die Arbeitslosigkeit hat in allen Ländern Dimensionen angenommen, wie noch niemals und fte ist noch immer im Bunehmen. hat aber der Arbeiter Geld, so hat's die ganze Welt! Haben die Arbeiter, welche doch in allen Ländern die Maffe des Boltes ausmachen, teine Mittel zum Konsumiren, so kann auch nichts produzirt werden; daher kann also die Produktion nur gehoben werden, wenn dem Arbeiter Erwerb geschaffen wird. Von der Existenz des Arbeiters hängt die Existenz des Staates ab und der Staat, welcher keine Mitel in Anwendung bringt, um diese Frage zu lösen, geht seinem Verfall entgegen. Hier hat die Gesetzgebung den Hebel anzuseßen, wenn ein Aufschwung in wirthschftlicher Beziehung kommen soll. Wir glauben indeß, daß dies noch nicht gesehen wird, man wird zu dieser Einsicht kommen, wenn die Möglichkeit, zu beffern, äußerst schwer geworden sein wird. Mit Kleinlichen Fragen und Dingen, welche absolut ohne Wirkung bleiben werden, beschäftigt man sich heute, während man die große weltbewegende Frage, von der Alles abhängt, unbe achtet läßt. Wie wunderbar muß den tausenden Arbeitslosen im Vaterlande das Wort Völlerfrühling" vorkommen, wenn fie trotz aller Mühe teine Existenz finden können. Und die Bus funft, wird fie Befferung bringen? Wir bejahen das. Der wirthschaftliche Entwickelungsgang geht mit mathematischer Nothwendigkeit seinen Gang, er tann nicht aufgehalten werden und die ihn heute noch nicht fennen lernten, fte werden ihn schließlich anerkennen müssen. Was der deutsche Reichskanzler heute für verloren hält, was er als gewesen betrachtet, das erwarten wir von der Zukunft; fie wird ihn bringen, den Völkerfrühling' Deutsche Auswanderer auf den Hawaii- Inseln. Ge legentlich der zweiten Berathung des Etats für 1884/85 brachte bei dem Auswanderungswesen der Abgeordnete Bock Gotha die Klagen und Beschwerden der vor zwei Jahren unter gün ftigen Versprechungen nach den Sandwichsinseln gelockten Arbeiter zur Sprache. Er verlangte, daß die Regierung darauf febe, daß die Verträge, welche das Haus Hadfeld in Bremen mit den deutschen Auswanderern abgeschlossen hat, auch ge= halten werden, und daß die Regierung, event. Die Firma zur Rechenschaft ziehe. Nach Mittheilungen, welche nach Thüringen gelangt find, würden diese Arbeiter in brutalfter Weise bes handelt, ihre Klagen fänden aber bei dem dortigen deutschen Konsul tein Gehör. Bei der dritten Berathung interpellirte der Abgeordnete Bock die Regierung, ob diese Berichte auf Wahrheit beruhen, event. ob der Regierung bekannt geworden sei, daß, wie amerikanische Beitungen berichten, der deutsche Konsul auf den Sandwichsinseln Mitinhaber der Plantagen des Hauses Hackfeld sei. Wäre dieses der Fall, dann fände er( Bock) allerdings eine Erklärung, warum der Konsul fich der Sache jener unglücklichen Auswanderer nicht angenommen habe. Minister v. Boetticher antwortete, daß ihm darüber nichts bekannt set. Die wöchentliche Volkszeitung, welche Herr Bock in der fraglichen Reichstagsfizung zitirte, schreibt über das Verhältniß des deutschen Konsuls zum Hause Had feld und die Lage der Arbeiter in Honolulu: Das Verhältniß des Arbeiters zu seinem Dienst und Brodherrn in jenem fernen Lande ist ein recht eigenthümliches. Daffelbe ist nach hawaiischen Gefeßen streng geregelt. Ehemals find diese Geseze nur für die Coolies bestimmt gewesen, jest jedoch werden dieselben auch auf den weißen Arbeiter, resp. feden Dienstbefliffenen, welcher verschiedenen Gattung der Arbeiter auch angehören möge, angewandt. Der Coolie steht mit dem weißen deutschen Dienstmädchen, dem Handlungs fommis gleich, nur mit dem Unterschiede, daß jener aus China, Dieser aus Deutschland und zwar aus einem Bremer oder Lübecker Komptoir importirt wurde. Jeder Arbeitgeber hat eine gewisse Macht über seinen Arbeiter; der Arbeitgeber jedoch ift zu nichts verpflichtet, außer was Lohn resp. Koft und Woh nung c. anbelangt, der Arbeiter dagegen zu Allem. Bricht Dieser unselige Familienzwift, der mich hindert, meinen Sohn zu umarmen!" ,, Du willst nicht die Gelegenheit benutzen, die ich Dir bot, ihn zu fehen? Darf ich's wagen?- D, Du kennst des Vaters Heftigkeit; ich müßte Alles fürchten, wenn ich entdeckt würde... Nein, nein, ich muß dem Wiedersehen entfagen, obgleich wir uns nahe find! Nein, nein, ich darf es nicht!" Laß mich noch einen Versuch beim Vater machen." Ach, ich fürchte, es ist Alles vergebens." Dewald näherte sich seinem Vater, der wieder schweis gend und in Gedanken versunken auf und abschritt. " Entschuldige, mein Vater," fagte er, daß ich Deine Gedanken unterbreche; ich muß mich aber noch eines Auftrages entledigen. Ich habe Dir einen Gruß von Deinem Sohne Bruno zu bestellen. " Schweig mir von Bruno; ich habe keinen Sohn Bruno! Er ist von meinen Feinden geworben." " Du täuschest Dich, Vater. Bruno bereut von ganzem Herzen, Dich getränkt zu haben." der Arbeiter seinen Kontrakt, z. B. durch Arbeitseinstellung oder dergleichen, so hat er die bestimmte Aussicht, ins Ge fängniß zu wandern, und die Straßen von Honolulu so lange zu reinigen, bis er sich entschließt, den Pflichten seines gebrochenen Kontraktes wieder nachzukommen. Dienstmädchen, welche den Herrschaften den Stuhl vor die Thüre sezen, kennt man dort einfach nicht, in dem Falle jedoch, wo so etwas vor fommen sollte, hat das Mädchen eben zwischen Gefängniß oder Der Rückkehr zu ihrer Herrschaft zu wählen. Hat der Arbeiter jedoch Klage über seinen Brodherrn zu führen, so Feschwert er sich bei den betreffenden Gerichten; farbige Arbeiter wurden gar nicht berücksichtigt, als blos pro forma, mit Weißen wird schon eher etwas Feberlesens" ge macht, jedoch kommen auch fie felten zu ihrem Rechte, wenn nicht der Konsul ihrer Nation sich ins Mittel legt und ihre Sache führt der dortige deutsche Konsul Wm. Gladde ist Affociè des großen Handelshauses Hackfeld u. Co. Herr Had feld gründete das handelshaus vor 25 Jahren, lebt seit den letzten Jahren wieder in Bremen. Auch diese Firma hat Buderplantagen und deutsche Arbeiter in den Mühlen. Auch Die Leute, welche als Aufseher auf den Plantagen an gestellt find, beklagen fich viel über schlechte Behandlung und erbärmliche Koft. Auch sind die Leute gezwungen, bei ihren Arbeitsgebern ihre Kleider und Alles zu laufen, und da fie dafür hobe Preise zu bezahlen haben, so müffen fte eben geduldig herhalten, zumal ihnen Aussicht auf Verbesserung ihrer Lage nicht bevorsteht, und fte bei den Gerichten nicht flagen können und wollen. Wm. J. ist eben Konsul, und wie schon oben erwähnt, ohne Konsul tein Recht. Und bereut, eine Steinberg geheirathet zu haben?" Das nicht! Er bereut, entflohen zu sein und Dich bem Gerede der Leute preisgegeben zu haben; er wünscht nichts sehnlicher, als mit Dir ausgeföhnt zu sein. Flehend wiederhalt er die Bitte, daß Du ihm eine Zusammenfunft gewährst, daß Du ihm die Hand reichst zur Verföhnung." " Ihm hätte ich den leichtsinnigen Streich längst verziehen, fagte Wrebow, aber er hat eine Steinberg zur Frau, und darum haffe ich ihn... Soll ich etwa auch feine Frau, das ehemalige Fräulein von Steinberg, um armen, und meine Tochter nennen?" Gleich nachdem der Abg. Bod in jener Sigung die Tribune verlassen, verficherte ihm ein in die Verhältnisse einge weihter Abgeordneter, daß auch ihm bekannt sei, daß der deutsche Konsul an den Plantagen betheiligt sei. Wir werden, da die Reichsregierung Recherchen über die Lage jener 4. bis 500 Reichsregierung Recherchen über die Lage jener 4. bis 500 deutschen Familien hat anstellen lassen, über den weiteren deutschen Familien hat anstellen lassen, über den weiteren Verlauf berichten. Reichstag, Abgeordnetenhaus, Herrenhaus und Staatsrath werden in den nächsten Tagen nebeneinander an Der Arbeit für das Wohl des Volkes theilnehmen, vom Bun besrath ganz abgesehen. In feinem Jahre so meint der Hamb. Korresp. haben wir unter der Ueberfülle des Parlamentarismus so zu leiden gehabt, wie gegenwärtig, und es liegt für den letteren in der That eine Gefahr in diesem Uebermaß, welches die Theilnahme des Volkes an den parlamentarischen Verhandlungen nothwendiger Weise herabdrücken muß. Die Aufnahmefähigkeit des Publikums für diesen Stoff hat thre Grenzen, die uns bereits erheblich überschritten zu fein scheinen". Wir können den Ansichten des genannten Blattes nicht ganz zustimmen; die Reichstagsverhand. Iungen werden im ganzen Lande mit der größten Aufmerk famleit verfolgt, und wenn eine Misstimmung in Bezug auf lange Reichstagsreden obwaltet, so ist das dem Umstand zuzuschreiben, daß verschiedene Voltsvertreter gerade bei kleinen und unwichtigen Vorlagen viel Lärm machen, während sie die wichtigsten Vorlagen mit bewundernswerther Geschwindigkeit bes handeln. Abgeordnetenhaus, Herrenhaus und Staatsrath, find Dinge, um die fich das eigentliche Volf wenig fümmert; am wenigsten wird es sich über die Berathungen des Herrenhauses und des Staatsraths den Kopf zerbrechen; den Meisten ist es im Grunde genommen so ziemlich gleichgiltig, was diese Herren beschließen. 1077, der Nationalliberale 755 Stimmen. Insgesammt stimm ten von 7712 Wahlberechtigten 3074. Frankreich. A18 für näd Bofanstalt Anarchiften und Sozialisten haben so wird der Bof an st alt 8tg." aus Paris geschrieben sehr recht, wenn fte darübe gesetzt, da flagen, daß die Polizei Mouchards, falsche Brüder in the Nacht biet Mitte einzuschmuggeln wiffe, nur hält fie das nicht ab, troufnahme dem in die ihnen gestellten Fallen zu gehen. So erzähl welche aus Andrieur in seinen Erinnerungen eines Polizeipräfetten: Räume so schickte einen behäbigen, wohlgekleideten Herrn zu einem da verlegt me gefcheidtesten, thätigften Anarchisten. Dieser Herr erzählt losen nich legterem, er habe im Handel mit Droguerien Vermögen Räume au worben und wolle nun einen Theil seines Einkommens follen. E die sozialistische Propaganda verwenden. Dieser Bourgeois ärztliche U welcher aufgefreffen sein wollte, flößte den Genoffen" ni bindung den mindesten Verdacht ein. Durch denselben ließ hinten ver die nöthige Kaution beim Staatsschat hinterlegen und baum öffen Sociale Revolution" fonnte erscheinen. Dieselbe erschien Straße eri Der wöchentlich, da ich als Droguift nicht die Freigebigkeit bis einem täglichen Blatte steigern wollte. Louise Michel glänzt nehmigte 2 als Stern in meiner Redaktion. Es ist unnöthig, beizufügen hule a daß die große Bürgerin" nichts von der Rolle ahnte, die man fie spielen ließ. Und ich verrathe hier nicht ohne einige Be fchämung die Falle, welche wir der Unerfahrenheit mehrere Genoffen und Genoffinnen gestellt hatten. Jeden Tag v sammelten sich um den Redaktionstisch die anerkannten Führ hat dem der Aktionspartei, um gemeinsam die internationale Rot an ihren spondenz zu durchgehen und über die Maßnahmen zu berichten, bi rathen, durch welche der Ausbeutung des Menschen burd follen. A den Menschen" ein Ziel gesezt werden sollte. Man sprach die wissenschaftlichen Berstörungsmittel. Ich w ftets bei diesen Berathungen vertreten, gab nöthigenfalls mein Meinung zum Besten. Mein Swed war, die ebrfamen noffen beffer zu überwachen, indem ich sie bei einem Bla vereinigte. Die Revolution sociale" lieferte mir noch andet Dienste. Ich betenne es offen, den Artikeln nicht ferngeftande zu haben, welche dieselbe während der Gemeindewahlen gege Does Guyot und seine Gesinnungsgenossen veröffentlig Denn ich hätte unbedingt vo: gezogen, Redakteure des„ Broletai im Gemeinderathe zu sehen, als Mitarbeiter der Lantern Die Behörde ist jederzeit bei den Wahlen auf Seiten Sozialisten gewesen, wenn sie zawischen ihnen und Radikalen zu wählen hatte. ben бы welde fte thre fein Meine Aufgabe als lizeipräfekt wäre ungleich leichter gewesen, wenn im meinderathe ein Schock Anarchisten gesessen hätte, Die Radikalen als Reaktionäre bekämpft und durch eigenen Ausschreitungen den ganzen Gemeinderath um Ansehen gebracht haben würden." Die„ Voff. 8tg merkt dazu: Derartige Polizeimanöver find nicht neu; fprechen ganz den Ueberlieferungen der Bariser Bolizeipräfel unter Ludwig Bhilipp 3. B. gab kein Gegner des Minifteri ein Fest, eine Gesellschaft in seinem Hause, ohne daß wenigstens ein Geheimpolizist sich eine Einladung dazu zu schaffen wußte. Selbst in der nächsten Umgebung namba Führer der Oppofition befanden sich Agenten der Regieru Gar zu oft war der Sekretär einer politischen Persönlichte ein Mann der Polizei. Seine höchste Blüthe hatte der Spione dienst unter Napoleon III. Die Regierung wußte ftets aiem lich genau, was bei Thiers, Felix Pyat, Ledru- Rollin, Lou Blanc u. s. w. vorging. Von Anderen zu geschweigen. Der weg Die Pariser Polizei wies noch zwei ausländische So listen aus, den deutschen Ostermann und den Polen Befobowi Ferner wurden ein deutscher und ein ruffis der Sozialist haftet, um über die Grenze gebracht zu werden. des thätlichen Angriffs auf den Redakteur des Gri du peuple angeklagte Bolizeikommiffar Ballerich ist von den Geschwom freigesprochen worden. Gegen das Institut der Sigredakteure wendet sich die Nordd. Allg. Zeit." mit großer Entrüstung. Ganz besonders weist sie darauf hin, daß bei verschiedenen Verurtheilungen von politischen Sigredakteuren das Unmoralische dieser Bes schäftigung" erschwerend ins Gewicht gefallen sei, welches die Angeklagten als folche caratteriftte, benen die heiligsten Güter des Menschen, Ehre und Freiheit, um schnödes Geld feil seten". Hierzu bemerkt die Vosfische Beitung", daß der Begriff der Sigredakteure noch einer Erweiterung oder viel mehr Präziftrung bedarf. Der Begriff der„ Sigredakteure" umfaßt alle diejenigen Personen, welche die gefeßliche und moralische Verantwortung für den Inhalt einer Beitung übernehmen, obwohl sie fich der eigenen Entscheidung über die Aufnahme für die Artikel der ganzen Seitung oder auch nur für die Artikel auf einem gewiffen Quantum weißen Papiers begeben. Der moralische Werth dieser Personen ist derselbe, gleichviel ob fte der oppofitionellen oder gouvernementalen Bresse dienen. Der Unterschied ist nur der, daß die Moral der Einen sich der Einsperrung aussegt( oaher der Name Sigredakteure), während die der Anderen Titel und Orden gewärtigen darf. Heffen- Darmstadt. mit 36 S versammlu find auf 4 Die Jägerstraß stimmt, di des Hause gesammelt u gründe Aus den Betrage a Vorbereit trat zu ve ben Bwed welche die endung d werbe od in die Lel befuchen bie Mögli jabres bea Unterhalt ben an hi meifter ob Hand besuchen eine gute und dann unterstützt bon Fabr gefehen w 1848 1848 mar und Bros Die Polize Diefe, Br ein Dorn meiftens Staatsan einzuschrei 20 Allgemei Aus Hongtong traf in Paris die Nachricht ein, der englische Dampfer, Glenroy", weil er Blei als Kriegstont bande an Bord führte, von französischen Kreuzern aufgebrach und mit Beschlag belegt wurde. Großbritannien. Gestern langte noch folgendes Telegramm aus London an: ,, Das Kriegsdepartement hat Befehl ertheilt, daß die senale in Bombay und Bengalen Munition aller Art bere halten. Ferner sollen Vorbereitungen für die Mobilifirun aveier Armeekorps getroffen werden, jedes in einer Stärte vo 28 000 Mann Infanterie, 8000 Mann Kavallerie und 90 R nonen. Von der Admiralität wird die Transportflotte in Be Das war gestern; heute trifft bereits di Nachricht ein, daß der englische Premier- Minister im Unte also auch in Betreff dieser Affaire vorläufig wieder verftumme Bei der Landtagswahl für das Großherzogthum Hessen- Darmstadt wurde im Wahlkreise Mainz, nach einem Telegramm der Frankf. Beitung", der fozialdemokratische Randidat Schreiner Jo est mit 1242 Stimmen gewählt. Der Ultramontane Kandidat erhielt werden nie wiederkehren. schlechter existiren." Die Feindschaft zwischen den baufe die Erklärung abgeben hat, Rußland und England ob auf die Dauer, das ist freilich fraglich. 11 Strahlenau hat noch keineswegs die Hoffnung wil auf ihn ficher treffen werde; er hat sich nicht klar barüber au gesprochen, aber mit großer Bestimmtheit versichert, basa Steinberg's und Wredow's wird bestehen, so lange die Ge gegeben. Er hat behauptet, daß er im Laufe des Wintal Das hoffen!" antwortete Dewald. unritterlich, zu verdammen, ohne hinlängliche Beweise einer Schuld zu haben." wir " Es ist unchriftlich, Haß im Herzen zu tragen, und es ist einen Ort wisse, in welchem fich im Laufe des Winte Sprechen wir nicht davon, Dswalb," antwortete Herr von Wredow, durch den energischen Widerspruch seines Sohnes offenbar ein wenig in seinen Grundsägen wankend gemacht. ,, Sprechen wir wir lieber von dem Stand der Dinge in Faltenburg. Morgen findet die Wahl statt, und ich befinde mich in fast fieberhafter Aufregung, bevor ich das Resultat weiß..... Ist Herr Strahlenau bort?" ,, Er ist dort, und hat versprochen, mir über jede Ver änderung in den Chancen Mittheilung zu machen. Er verfolgt den Stand der Dinge mit Aufmerksamkeit." „ Hältst Du Strahlenau für einen zuverlässigen Mann?" " Für den zuverlässigsten, den wir finden konnten," antwortete Dswald, Er ist erfahren, gewandt, beredt, hat Agitator." Felix Rodenburg gewiß einfinden werde." DON Ich will hoffen und meinem alten Freunde Theil wird. Herzen wünschen, das ihm das Glück des Wiedersehens Er hat schwer gelitten unter dem traurigen Frrthu der ihn seines Sohnes beraubte." " Bruno ist an Allem schuld Strahlenau den besten Erfolg. Nußen fein?" Ich wüns Dis Unterzeich Die Ueber Drte einzu und ihrer nöthigt, fe Die Breffe über Refo wegt, fete fehr das eichnete Begen Die Diefer S Beiftes. als rohe Schein de tyrern De giebt es n Der gleich feine Aug regung. Im Wahlen. EB 1 Das lotal verf Faltenbur fleine e Wintel bie fich u Schaar, 1 fie heran men bes Din und nannt, u hören, bi Abgeordn man nur Also Du meinst, er werde mir bei der Wahl von ,, Dja, ich halte ihn, wie gesagt, für einen gewandte flugen jungen Mann, der Dir bei der Wahl ficher nüßen wird. Er versteht es, die Wahlmänner, wenn au nicht in öffentlicher, schwungvoller Rebe, so doch in pri Item Verkehr zu gewinnen. Ich bin überzeugt, daß er eine oder die andere Stimme sicherlich gewinnen wirb, a eine scharfe Beobachtungsgabe und ist jedenfalls der beste daß, wenn Du unterliegst, Du wenigstens nicht mit ein fo eklatanten Majorität geschlagen wirft, wie bei früber ,, Er ist, wie Du fagft, auch mit Bruno befreundet In dem Fall fürchte ich, er wird ebenfalls für d mein Vater!.. Du thust wahrlich all' den Ehrenmänner Unrecht, und wenn Du einmal überzeugt bift, daß " 1 Woher kennst Du ihn?" Er ist ein Freund des Rechnungsraths Elsler, der in meinem Bureau arbeitet; durch ihn lernte ich Herrn Strahlenau kennen. Außerdem ist er, wie Du weißt, ein Strahlenau kennen. Außerdem ist er, wie Du weißt, ein Freund Felix Rodenburg's, dessen traurige Geschichte Du ja gehört haft." Ja, ja, ich beklage Herrn Rodenburg." Wahlen." Steinberg's agitiren, nicht aber für mich." Wrebow blidte einige Minuten finnend vor fich hin. Dich irrtest, dann haft Du schweres Unrecht wieber qut „ Er ist unglücklicher als ich. Ich habe doch noch einen Sohn, er hat keinen.... Und das Alles ist durch machen." " Warum nicht? Sie ist nie Deine politische Geg Bruno verschuldet. Er hat nicht nur mir einen Sohn Irrthum herausstellte; ich wünsche es um meines Frieben nerin gewesen. Deines Sohnes." Sie vereinigt Ihre Bitten mit denen D, ich bin nicht so schwach, daran zu glauben, daß der Schwiegersohn eines Steinberg aufrichtig eine Verföhnung mit mir wünscht, und noch weniger, daß eine Steinberg'sche Tochter sich nach Versöhnnng mit uns sehnt.. Schweig' mir von ihnen! niemals geftatte ich Bruno, mein Haus zu betreten, es sei denn, daß die Verhältnisse wieder find, wie sie damals waren, ehe er entfloh, und diese Beiten " 1 geraubt, sondern auch meinem Freunde Rodenburg den feinigen." aufzufinden; bis jept freilich sind alle Nachforschungen vergebens gewesen." Willen... Glaube mir, ich kann nicht glücklich fein dieser Erbitterung! Die Erbitterung gegen meinen " Strahlenau hat noch Hoffnung, seine Spur wieder maligen Freund macht mich erbittert gegen alle Well, Mein armer, alter Freund? Ich kann mir vorstellen, wie niederschlagend für ihn die Nachricht gewesen sein mußte, daß es unmöglich war, den Aufenthalt seines Sohnes zu ermitteln." Ich habe während der vil verbittert mir das Leben. Jahre teine frohe Stunde gehabt." wie ich b Am ja gerabe Das Wah Jubel be berg zieh Gift ber Beitunger genannt Sei ihrer An um ihn i barten Nieberlag Rei Voll brachte v Bablen Da Sechsunddreißigstes Rapitel der Wahlen sich näherte. Diese Nacht hatte der S Wredow's Aufregung steigerte fich, je mehr bie Stunk noch in Viel Nachricht Sei (irnt flitnw Als Sruudlaae für das zm Errichtung eines Asyls lür nächtlichObdachlostundtinerDeSinfektionS« der»nstalt aufzustellmde Bauprogramm bat der Magistrat fest- ic darüb««setzt, daß das Asyl 1000 Personen Unterkommen für die er in i&fl Nacht bieten kann und darin außerdem Räumlichkeiten»ur _ab, trch«ufnahme zeitweis obdachloser Familien vorhanden sein müssen, so erzM welche ausreichen, um 300 Familienglieder aufzunehmen; diese kten:„L« Naume sollen in das an der Straße zu errichtende Vorderhaus einem*»erlegt werden, so daß diese Familien mit den nächtlich Obdach- r erzähl» tostn nicht in Berührung kommen, da die für diese bestimmten mögen o Naume auf dem dahinter liegenden Terrain errichtet werden nmcnS f® wllen. Ebenso sollen die für die Kontrole, Beauffichtigung, Bourgeaa ärztliche Untersuchung k- notwendigen Räume nicht in Ver- ffen"»,«>»mdung mit dem Vorderhaus gebracht, sondern auch nach , ließ j»inten verlegt werden. Die zu errichtende Desinfektionsanstalt > und»» jum öffentlichen Gebrauch soll in gewissem Abstand von der ie ersfliw vtraße errichtet werden. keit biä J» Der Ä a g i st r a t hat die von der Schuldeputation gt hel glanss nehmigte Bauskizze zur Erbauung einer Gemeinde-Doppel- bcizufügor schule auf dem Grundstücke in der Reichenbergerstraße 131/132 e, die m» mit 36 Schulklassen genehmigt und wird der Stadtverordneten« einige W Versammlung eine bezügliche Vorlage machen. Die Baukosten _me&tet»| sind auf 432 000 Mk. veranschlagt. , Die Wittwe des Justizraths Heidenfeld hat dem Magistrat angezeigt, daß fie oeabfichtige, zum Andenken üanp| vi ihren verstorbenen Gatten zwei Stiftungen zu er- "chten, die den Namen Justizrath Heivenfeld-Stiftung führen jjllen. Als Grundstock ist hierfür daS schuldenfreie Grundstück Zagerstraße 61& und eine Baarsumme von 100 000 Mk be> Mmt, die an den MaaisKat gezahlt wird. Aus den Einkünften Hauses und den Zinsen deS ÄapitalS sollen 30000 Mk. «sammelt und an daS hiestge Landgericht 1 zu einer daselbst ß gründenden Justizrath Heivenfeld-Stiftung abgeführt werden. I ZuS den Zinsen dieses Kapitals sollen zwei Stipendien in gleichem Betrage an zwei Referendare, die stch im letzten Jahre ihres ijourbereftungSdiensteS befinden, gegeben werden. Die vom Magi- »rat zu verwaltende zweite Justizrai h Heidenfeld-Stiftung hat «n Zweck, Unterstützungen an Arbeitersöhne zu gewähren, welche die erste Klasse einer Berliner Gemeindeschule vor Voll- wdung des 14. Lebensjahres absolvtrt haben, stch dem Ge- w«be. oder Kaufmannsstande widmen und vor dem Eintritt j» die Lehre noch eine weitere Schule(höhere Bürgerschule) fluchen wollen; die Unterstützung soll hier insbesondere auch »ie Möglichkeit gewähren, während des 14. bis 17. Lebens- t?hres des Sohnes darauf zu verzichten, daß derselbe für seinen Unterhalt arbeitet. Unterstützungen sollen ferner gezahlt wer- an hiestge Lehrlinge, die die Lehrzeit bei einem Handwerks- »rrtster oder Fabrikanten mit gutem Erfolg benutzt haben und Handwerter- oder Fachschule-c- zur weiteren Ausbildung «suchen wollen. Auch solche Arbeitersöhne, welche Hierselbst % gute handwerksmäßige Ausbildung bereits erlangt haben «nv bann eine Jnstruktionsreise unternehmen wollen, sollen �leistützt werden. Unter Söhnen von Arbeitern sollen Söhne .�.Fabrikarbeitern oder HaudwerkSgesellen resp. Gehilfen an »stehen werden._ D o k» l e s. und heute. 37 Jahre später! Nach dem 18. März thatsächlich Preßfreiheit eingetreten. In den Zeitungen L7' Broschüren konnte Alles geschrieben werden, ohne daß stch 5N T�lizei oder die Staatsanwaltschaft darum gekümmert hätte. Preßfreiheit", wie fie eS nannten, war den Konservativen otn im Auge und die Staatsanwaltschaft wurde vielfach, SÄ8 anonym, darum angegangen, einzuschretten. Der -in,,., Anwalt, Herr v. Kirchmann, weigerte stch jedoch bestimmt, sufj'mciitn und erließ am 31. April im amtlichen Theile der Üm. ßeinen Preußischeu Zeitung" folgende Erklärung:„Der bj, i�stchnete ist von vielen Seiten aufgefordert worden, gegen Uebergriffe der Vreffe in den letzten Tagen am hiestgen �ne einzuschreiten. Bei der großen Zahl dieser Aufforderungen »Nb ihrer theilweisen Anonymität ist der Unterzeichnete ge- Mjgt, seine Antwort auf diesem Wege zu geben. So lange «t Presse stch nur in dem Felde des Allgemeinen, in Theorien %(t Reform des Staates, der Gesellschaft, deS Verkehrs be- wtgr, seien die Vorschläge auch noch so übertrieben, noch so % daS Bestehende angreifend, so lange hält der Unter- 'chnete jedes Einschreiten ver Staatsgewalt für unzuläsfig. gen die Erzeugnisse deS Geistes, selbst des Böswilligsten in Sster Sphäre, giebt S keine andere Waffen, als die des Enstes. Zuchthaus, Geldbußen dagegen anzuwenden, erscheint 2» rohe Gewalt, die nur dazu dient, solchen Anfichten den schein der Wahrheit zu leihen und ihre Verbreiter zu Mär- '«ern des VolkSwohls zu erheben. Gegm die Unwahrheit ?'tbt es nur ein Mittel, daS: fie zu widerlegen und zwar in gleichen einfachen, verständlichen Weise,ft x'nit den Landboten in die Residenz, und er, das Seiii,* Erbitterung im Herzen, gedemüthigt, muß in den gey."�en die Berichte lesen, in denen Steinberg's Namen "ut wird. Er ist der Vergessene, Verschollene! ihr,, Zustand erregte in der That Besorgniß. In ""b um ihn näherte sich ihm mehrmal« seine Gattin, �itd9? ,u beruhigen, um ihn über die vermuthlich erlittene . W zu trösten. im' nein' ei gkiang nicht. Er wie» fie ab, oft mit to flirten. Sticht• Spannung erwartete er die Abendzeitung. Sie »hlen j� cht schon eine Nachricht über da» Resultat der »och wieder schickte er«ach seinem Sohn, der sich in®üreau befand. bricht � hatte man schon im Ministerium telegraphrsche Sein Sohn kam immer noch nicht. ihre Verbreitung zu erlangen sucht. Je mehr jeder Anficht, auch der äußersten, Raum wird, um so gefahrloser wird ste- Die Gefahr beginnt erst mit dem Moment, wo die Verfolgung solcher Anficht ste nölhigt, ihre Verbrestung im Geheimen zu suchen. Wer Preßfreiheit will, muß auch deren Mißbräuche zu ertragen wissen. Die Neuheit der Sache läßt übrigens die Größe der Gefahr wohl überschätzen. Der gesunde Sinn der Bevölcerung wird auch den verführerischsten solcher Theorien zu widerstehen wissen, wenn ihnen nicht blas Bitten und Er- Mahnungen entgegengestellt, sondern das Unhaltbare, für den Arbeiter selbst Verderbliche solcher Lehren ruhig und ernst dar- gelegt wird. Der Unterzeichnete wird deshalb nur dann gegen Uebergriffe der Presse einschreiten und hält fich im Geiste des neuen Preßzesetzes nur dann dazu befugt, wenn eine Druck- schrift, das Gebiet des Allgemeinen verlassend, zu einem be- stimmten Verbrechen Rath ober Anleitung geben oder die Ehre und Integrität bestimmter Personen verletzen sollte. Der Staatsanwalt beim Königl. Kriminalgericht: gez. v. Kirch, mann."— Dieser Erklärung einen Kommentar geben wollen, sagt die„Berliner Zeitung", hieße ihren Werth ver» ringern. Ein untrügliche« Zeiche« des nahende« Frühling« find hier in Bei Im die Straßensperrungen; kaum beginnt die mildere Jahreszeit, so nimmt auch die Buddelei wieder ihren Anfang, und Vre Bekanntmachungen über das Absperren ein- zelner Straßenzüge nehmen wieder ihren regelmäßigen Platz in den Publikationen ein. Für heute stnd es zwei solcher Sperren, die bekannt gemacht werden, und zwar wird die neben der Drehbrücke im Zuge der alten Verbindungsbahn über die Oberspiee führende Fußgängerbrücke behuss der Ausbesserung und das Tempelhofer Ufer zwischen der Lankwitz- und Großbeerenstraße behufs der Kanalisation bis auf weiteres gesperrt. a. Ein schwerer Diebstahl. Der Schlächtergeselle M wurde gestern zur Haft gebracht, weil er auf einem der letzten Wochenmärkte auf dem Dönhofsplatz ein ausgeschlachtetes hal- beS Schwein gestohlen hatte. Da in letzter Zeit auf dem Dön- Hofsplatz-Wochenmärkten mehrfach gleiche Diebstähle verübt worden find, so vermuthet man, daß M. ebenfalls diese Diebstähle verübt hat, und es ist deshalb erwünscht, daß diejenigen Personen, welche in mehreren dieser Diebstähle den Dieb ge« sehen und von seiner Ergreifung Abstand genommen haben, weil fie annahmen, dost er zur Fortschaffung des Fleisches be, fugt wäre, fich beim Kriminalkommissar melden, um den ver, hafteten M. event. zu rekognosziren. Abgefaßte Diebe. Die Polizei in Spandau machte gestern einen wichtigen Fang. Am Vormittage wurden drei Fremde, welche am Morgen in einer hiestgen Herberge eingekehrt waren, wegen Trunkenheit zur Polizeiwache ststirt. Die Zechgenossen fielen durch ihre Korpulenz auf, die ihnen daS Aussehen wahrer Falstafffizuren verlieh. Bei näherer Betrachtung dieser Formen- fülle machte man die überraschende Entdeckung, daß alle drei förmlich wandelnde Kleidermagazine darstellten. Der eine war mit nicht weniger als 5 Beinkleidem, 7 Westen und 3 Röcken bekleidet; in ähnlicher Weise hatten stch auch die beiden an- dern mit zahlreichen Garderobenftücken versehen. Die Fremden wurdm genölhigt, fich der übeiflüsfigen Kleider zu entledigen, und alsdann einem scharfen Verhör unterworfen. Einer der Delinquenten, ein Schneidergeselle, machte auch bald das Ge» ständniß, daß fie in der vergangenen Nacht in Berlin einem Kleiderladen einen Besuch abgestattet hätten und mit der hier» bei gemachten Beute heute früh nach Spandau gekommen seien, um fich den Recherchen der Berliner Kriminalpolizei zu ent« ziehen. Er gab ferner an, daß dies sein Debüt auf der Ver- orecherlaufbahn sei. Die beiden Genoffen, ein Fleischergeselle und ein Metalldreher wollten fich zu keinem Geständniß be- quemm. Die drei Einbrecher befinden fich in Haft. a. Ein feiner Chambregarnist. Ein angeblicher Schrift- steller Namens Mahlke ist gestern wegen wiederholten Betruges zur Haft gebracht worden. Mahlke hat fortgesetzt Chambregarni» Vrrmiether dadurch geschädigt, daß er bei ihnen längere Zeit hindurch Kost und Wohnung genoß und später nach Andäufung einer bedeutenden LogiS- und Kost-Schuld heimlich stch ent- f ernte. Er verschaffte fich diese Kredite durch die Vorspiege« lungen, vermögende und angesehene Verwandte zu haben, die ihm häufig Geldsendungen machten, von Verlegern für gelieferte literarische Arbeiten Honorare zu beziehen und ein dramatisches Stück beendet zu haben, für welches ein Theater-Agent ihm bereits eine sehr hohe Summe offeritt habe. In einem Falle gab er fich als Zeilungs, Redakteur aus und wies ein Schrift- stück der Zimmervermietherin vor, welches er als seinen Kon- traft mit dem ZeitungSverleger bezeichnete. Auf diese Weise hat er zuletzt einen Kaufmann K. in der Thletaartenstraße um 430 Mk. und vorher ein Fräulein U. in der Mohrenstraße um 100 Mk. geschädigt. a. Ein Agent R. Preuß. welcher früher in der Schul» zendorferstraße gewohnt hat, verbreitete in den letzten Monaten gedruckte Zirkulare, in�welchm er fich als Reisender für hiestge Endlich, eS war bereits Abend, und in dem Gesell- schastSzimmer, in welchem Herr von Wredow wieder unruhig auf- und abschrrtt, während sein Auge in dem gedämpften Licht der mit Glocken überdeckten Wandleuchter un- heimlich funkelte, sah e» öde und düster aus, wie in seinem Herzen. Da öffnet« sich die Thür. Endlich, endlich erschien Oswald. Aber er kam nicht allein, er war begleitet von Strahlenau. „Nun Oswald!" rief der Baron ihm entgegentretend. „Du läßt mich lange warten.... Herr Strahlenau, Sie hier?" „Ja, Herr Baron; soeben bin ich mit dem Kourier- zuge angekommen, um der erste zu sein, der Ihnen da» Resultat der Wahl bringt..... Herr Abgeordneter von Wredow, lassen Sie mich zuerst Ihnen meinen Glückwunsch bringen." Herr von Wredow starrte den Sprecher an, dann aber zog fich seine Stirn in zürnende Falten zusammen. „Herr Strahlenau, da« ist eine empfindliche Stelle in meinem Herzen; in diesem Punkte dulde ich keinen Scherz." „Ich scherze nicht, Herr Baron! Ich grawlire Ihnen als Abgeordneter de» Kreises Falkenburg." „Und ich desgleichen," sagte Oswald.„Hier ist die Depesche,, die ich gleichzeitig mit dem Eintreffen de« Herrn Strahlenau erhielt. Du bist gewählt!" Herr von Wredow stand zur Bildsäule versteinert den beiden jungen Leuten gegenüber. Diese Nachricht kam so unerwartet, daß er die Wahrheit noch nicht glaubte, als er die Depesche in der Hand hielt. Er starrte die Zeile« an. Ja, da stand eS: „„Baron von Wredow in Berlin mit großer Majorität gewählt."" „Mein Sohn," rief er endlich sich gewaltsam fassend, „Herr Strahlenau— eS ist nicht Täuschung, e» ist Alle» Wahrheit?... Ich weiß nicht, mir verwirren sich die Sinne.... Träume ich? Ich kann nicht dam» glauben I Wie ist efi möglich?" „Es ist Wahrheit, mein Vater I Laß Dir von Herrn Strahlenau den Hergang erzählen, und Du wirst nicht nur überzeugt sein, daß alle Deine Voraussetzungen und Be- Photographm ausgab und zu Abonnements einlud, welche er- möglichen sollten, für geringe Ratenzahlungen die Berechtigung zu erlangen, bei den angeblich von ihm verttetenen Photo» graphen fich und seine Familie photographirm zu lassen. Die« jenigen Personen, welche darauf eingingen, hatten wöchentlich 50 Pf. gegen Quittung zu zahlen, bis ste 6 Mark gezahlt hatten, und konnten sodann gegen die von Preuß empfangenen Quittungen stch abnehmen lassen. Thatsächlich aber hatten die von ihm bezeichneten Photographen ihm gar nicht die Befug- niß eingeräumt, für ihr Geschäft Abonnenten zu sammeln und Abonnementsgelder einzuziehm, und nachdem P. von den Ge« täuschten die Ratenzahlungen eingezogen hatte, verschwand er auS seiner Wohnung in der Schul zendorferstraße und seine Abonnenten hatten vas leere Nachsehen. Die von ihm ver« breiteten Zirkulare waren mit dm Namen der angeblich von ihm vertretenen Photographm unterzeichnet und enthielten eine Empfehlung ihres Reisendm Preuß, welcher ermächtigt sei, Subskriptionen resp. Abonnements entgegenzunehmen. Der berüchtigte Pferdevieb und bereits seit Jahren als „wilder Mann" in der ftädtischm Irrenanstalt zu Dalldorf be» stndliche, aber wiederholt von dort entsprungme Kutscher Ernst Friedrich Wilhelm Haseloff war bekanntlich im Frühjahr v. I. bereits zum dritten Mal aus der Anstalt entwichen. Nachdem er stch in verschiedenen Städten umhergetrieben, wurde er in Bremen ergriffen und hierher tranSportirt. In Svandau ent« sprang er wiederum seinem Transporteur auf �em Bahnhof. Der Königlichen Staatsanwaltschaft entstanden nun doch wohl» berechtigte Zweifel an seiner Geisteskrankheit trotz der äcztlichm Gutachten, und wurde unterm 8. Juli ein Steckbrief hinter dem Flüchtling erlassen, in welchem wegen Diebstahls und wiederholten, versuchten Betruges seine Einlieferung in da» GerichtSgefängniß verlangt wurde. Trotz alledem ist eS bisher nicht gelungen, dieses schlauen Verbrechers wieder habhast zu werden. Nach einem hierher gelangten Steckbriefe der Staats- anwaltschast in Hamourg vom 6. d. M. hat Haseloff die Zeit seiner Freiheit dort verlebt; denn nach demselben wird er als „Schmidt und Kutscher" von Hamburg aus wegen wiederholten Diebstahls und Bettuges ebenfalls gesucht. Vereine uuÄ Versammlungen. Berichtigung. Im Beiblatt vom Sonnabend, den 14. März, find in dem Bericht über die Arbeiterinnen-Versammlunz vom Donnerstag bei Keller einige Unrichtigkeiten enthalten. In der 14. Zeile muß es betreffs der Krankenkasse heißen: Krankenkasse für Frauen und Mädchen, nicht Krankenkasse für Arbei» terinnen, denn die Kasse nimmt alle Frauen und Mädchen auf vom 14. bis 45 Lebensjahre. Sie zahlt nicht 5000 Mitglieder, sondern 20000 in Deutschland und zirka 5000 für Berlin. Außerdem fehlt, daß Frau Schack persönlich zum Eintritt aufforderte und die Adresse des Vorfitzenden: C. Richter, Andreasstraße 20, Hof 3. § Der Arbeiter-Bezirksverein für den Osten Berlin» hielt am letzten Dienstag in Keller'S Lokal, ÄndreaSstraße 21, eine Versammlung ab, in welcher Herr B i s ch 0 f f einen Vor« trag über„das Meer, seine Eigen hümlichkeiten und seine Be- wohner" hielt. Nachdem Referent in einer Einleitung das Meer in seinen Eigenthümlichleiten, Ruhe und Sturm, als Tropen- und als Polarmeer, und in seiner großen Wichtigkeit für die Menschen überhaupt, sowie besonders für den Welt- verkehr besprochen hatte, ging er zu einer eingehenden Beschreibung der Thierwelt über, welche das Meer bevölkert. Durch eine Anzahl höchst naturgetreu und farbenprächtig auS- geführter Nebelbilder veranschaulicht, erregten die eigenthllm« lichen und wunderbaren Gestalten der Diakonceen, Quallen, Korallen, Seesterne, Papiermantilus u. s. w. großes Interesse. Ferner wurden außer den interessantesten Seefischen auch die dem Meer angehörenden Amphibien, Vögel und Säugethiere, unter den letzteren besonders der Walfisch, die Robbe und der Eisbär, in fesselnder Weise besprochen. Der höchst populär gehaltene Vortrag fand ungetheilten Beifall. Den Schluß des Abends bildete eine kleine Reise um die Welt, von Herrn Bischof in humoristischen Nebelbildern dargestellt, welche die Versammlung in ununterbrochene Heiterkeit versetzten und zu stürmischm Bei- fallSbezeigungen veranlaßten Beim 3. Punkt der Tagesordnung,„Ergänzungswahl des Vorstandes", wurden die Herren Lehmann, Eifert u. Gehlar als Beisteer u. NeuhauS als dritter Kasfirer durch Akklamation geivählt. Nach Erledigung deS Fragekastens machte der Vorfitzende auf die nächste Versamm- lung, welche am D i e n st a g, den 24. d. M t S. stattfindet, aufmerksam und schloß hierauf die zahlreich besuchte Versamm- lung 11 Uhr 15 Minuten. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsaenossen halt am Montag den 16. d. Mt».. AbendS 8V1 Uhr, Naunynstr. 44, eine Versammlung ab.— Tagesordnung: Vortrag deS Herrn Leffer über:„AuS der Chemie". Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste wÄ- kommen. fürchtungen nicht eingetroffen sind, sondern wirst auch eine andere Ueberzeugung erhalten, die für Dich mindesten» eben so hohen Werth hat, als die Gewißheit, daß Du in der Wahl gesiegt hast." „Ich bitte Sie, Herr Strahlenau, erzählen Sie.... Mir kommt da» Alle» so überraschend, daß ich«irklich nicht im Stande bin, so ohne Weiteres an die Wahrheit zu glauben.... Ich habe in allen Wahlen unterliegen müssen, selbst zur Zeit, al» ich noch mitten unter meinen Wählern lebte, als fie in mir zum Theil ihren Herrn, zu« Theil ihren Wohlthäter sahen— und jetzt, da ich fort bin, sollte ich gewählt sein?— Da» ist wunderbar I" „ES ist Alle» natürlich zugegangen, Herr Baron," ant« «ortete Strahlenau.„Allerdinas standen die Chancen für Sie Anfang» nicht günstig. E» stand bei allen Wahl» männern fest, daß Steinberg gewählt würde. Herr von Steinberg hatte aber diesmal fern« Gründe sich nicht wählen zu lassen... Er dachte nach, wer wohl ein Abgeordneter sei, den er mit bestem Gewissen den Wählern empfehlen könne, und..." „Und?" wiederholte Herr von Wredow gespannt. „Und er nannte Ihren Namen I" „Meinen Namen? Den seine« politischen Gegner«? .. Das ist unmöglich, Herr Strahlenau!" „Sie waren ehedem sein politischer Gegner; in de« Fragen, deren Entscheidung jetzt dem Abgeordnetenhause vorliegt, differiren Sie in Ihren Ansichten nicht... ES ist ja bekannt,(daß Sie hinsichtlich der kirchenpolitischen Gesetze die Regierung so gut zu unterstütze« beabsichtigen, wie eS Steinberg nur könnte; ja, Herr von Steinberg war sogar überzeugt, daß Sie mit größerer Entschiedenheit und Energie für die Sache eintreten würden, al« er im Stande ist. Er opferte also seinen persönlichen Ehrgeiz der Ueber» zeugung, daß Sie den Platz besser ausfüllen al« er." „Sie wollen mich täuschen," sagte Herr von Wredow unwillig und seine Stirn begann sich zu umwölken.„Seit vielen Jahren habe ich Herrn von Steinberg nicht von dieser Seite kennen gelernt. Ja, früher war er einer solchen Gesinnung fähig; jetzt aber, da ihn die Gunst der Wähler hochmüthig gemacht.... Nein, nein, Sie täuschen mich, jetzt hegt er solche Gesinnung nicht, am wenigsten gegen mich." �Fortsetzung folgt.) Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Die Zauberflöte. Morgen: Morgano. 554 Königliches Schauspielhaus. Beute: Die Jäger. Morgen: Tartuffe. Deutsches Theater. Deute: Der Weg zum Herzen. Morgen: Hamlet. Bellealliance- Theater. beute: Dottor Klaus. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Deute: Gasparone. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Beute: Der Walzer- König. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Nefidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Beute: Bum 25. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Deute: Der Feldprediger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Heute: Fünftes Gastspiel der Original. White- Star- Minstrels. Dazu: Dnkel Bräfig. Morgen; Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater: Heute: Das Geheimniß der alten Mamsell. Morgen: Dieselbe Borstellung. Deute: Die Sorglosen. Wallner- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vittoria Theater. Heute: Die Tochter des Teufels. Geschäfts- Eröffnung! Allen meinen Freunden und Bekannten, sowie meiner geehrten Nachbarschaft zeige hierdurch an, daß ich am Donnerstag, den 19. März, in Berlin, Weinbergsweg Nr. 15b am Rosenthalerthor eine Cigarren- und Tabak- Handlung unter bewährter Leitung eröffnen werde. 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März, Nachmittags 1 Uhr Am Tische des Bundesraths Fürst v. Bismard, Boettider, Stephan, Bronfart v. Schellen dorff. Die zweite Berathung des Gesezent wurfs, betreffend die Dampferfubvention, wird fortgesezt. Abg. Richter: Ganz praktisch und verständig hat der Reichstanzler gestern erklärt, daß er auch eine einzige Dampferlinie bantbar annehmen werde und aus der Ablehnung der beiden anderen teine Kabinetsfrage machen wolle. Ich habe Einzigen Linie hinzu, und Sonntag, den 15. März 1885. Don man der Luft gegriffen. Es vermindert an anderer Stelle das Ka pital und damit auch die Nachfrage nach Arbeitern. Es findet also nur eine Verschiebung, nicht eine Vermehrung der Arbeitsgelegenheit statt. In Ditafien handelt es sich um eine Bevölkerung von 300 Millionen Chinesen und Japaner. Die Phantafte fann fich tann fich wenigstens ausmalen, daß hier eine Entwickelungsfähigkeit des Exports möglich Exports möglich ift, Der gegenwärtig taum eine noch Vorstellung hat. In Australien handelt es sich nur um 2 Millionen, im ganzen Welttheil um 5 Millionen Menschen. Auch wäre bei den Chinesen und Japanern eine umfaffendere Gewöhnung an europäische Bedürfnisse möglich. Ein politisch ganz tendenzloses Wert, die Statistit des Prof. Diegmann über den außereuropäischen Waarenverkehr Deutschlands sagt bezüglich Australiens, gegenüber der Hoffnung auf Steigerung des Exports werde vor Ueberschäßung der Konsumtionsfähigkeit des Landes gewarnt, da daselbst bereits große Konkurrenz im Angebot herrsche und die Geschäfte nur mit fleinen Gewinnen betrieben würden. Herr Stephan hätte gestern auch erwähnen sollen, daß von der großen Einfuhr nach Neu- Süd- Wales die deutsche Einfuhr nur den 55., in Bifioria nur den 400. Theil beträgt. Von einer Rentabilität der australischen Linie kann nur die Rede sein, wenn man fie als Auswandererlinie auffaßt; die Subvention wird eine Prämie auf die deutsche Auswanderung nach Australien sein. Aus dem amtlichen Bericht des Reichskommiffars geht hervor, daß 1883 die 10 Schiffe der Slomanschen Linie, die nach Anftralien gefahren find, 1085 deutsche Auswanderer dorthin mitgenommen haben. Die Auswanderung nach Australien ist 1883 gar nicht unbedeutend gewefen. Ebenso wenig wie ich nun ein Freund künstlicher Bolizeihinderniffe gegen die Auswanderung bin, fann ich ihre fünftliche Förderung durch Prämien, durch Verwohlfeiler ung Deutsche Arbeiter lönnen des Paffagegeldes billigen. Ich betrachte aber dergleichen nicht vom Standpunkt des größeren oder geringeren Bergnügens, sondern außerdem dort förperlche Arbeit nicht verrichten und inwieweit dort fremde verwenbar sind, das soll noch erst on dem der Pflichterfüllung, zumal er erflärt bat, schon vor nachgewiesen werden. 10 Jahren diese Bo: lage in feinem Refort ausgearbeitet zu Nur Vorstände der Fattoreien baben. Behn Jahre hat also die Regierung gebraucht, fich schlüffig zu machen und da Bett für unsere Vorprüfung zu lang! Herr von Helldorf at gestern die schlechten Erfolge des Subventionssystems in Frankreich durch den Mangel an Geschicklichkeit erklärt. Also das Syftem an fich verbürgt nicht den Erfolg, fegt noch eine besondere Geschicklichkeit in feiner Anwendung Doraus: um so mehr ist ihre Erprobung auf beschränktem Ge en auch nicht anders erwartet. Allerdings hat er damit das Berhalten der Konservativen und Nationalliberalen in der Rommiffton, welche die Vorlage im Ganzen ablehnten, weil fie einen Torso, ein verstümmeltes Werk, die Annahme wir der oftfatischen Linie, nicht annehmen fönnten, scharf dementirt. Er fügte noch den andern Grund für die Annahme einer weil die Sache noch unfertig durch die Erfahrung sielfach forrigirt wer als also probiren besser ist müffe. Wenn ludiren, dann ist es doch richtiger, das Rifilo nicht gleich so groß zu stellen und zuerst mit einer Linie Erfahrungen zu machen, um die Nachtheile ihrer mangelhaften Gestaltung zu ercingern. Auch die Freunde der Vorlage, ja die Regierung elbst, haben in der Kommission ihren Standpunkt in Bezug uf die Ausführung im Einzelnen mehrfach geändert, nur Hrn. Stepban fonnte es niemals rasch genug geben; er war mit der Sache von vorn herein fertig und bezeichnete es als ein weifelhaftes Bergnügen, 8 Wochen damit in der Kommiffion u verbringen. 3 biete findet man die angezeigt, bevor man fich weiter engagirt. Ueberdies find, aur Beaufsichtigung der Arbeit werden vorhanden sein. Ich will aber gern meine Anficht darüber korrigiren, wenn die neuen Befiger der deutschen Landstriche, die Herren Hansemann und Bleichröder, die man jegt als die Pioniere der Erwer bungen von Deutschland feiern will, erst selbst die Probe auf ihre Gesundheit gemacht und sich wenigstens auf den von Herrn Kalle gerühmten Höhen als Luftkurort aufgehalten haben. In feinem Fall wird die australische Linie durch Auswandes rung rentabler werden. Und wie steht es mit ihrer Rückfracht? Gestern rühmte der Reichskanzler diese Verbindung damit, daß fie uns Waaren zuführen werde, die wir nicht produziren, Aber aus dem Festland Australien fann umgekehrt nur im portirt werden, was in Deutschland selbst produzirt wird, vor Allem Wolle, die 72 pet. des ganzen australischen Exports ausmacht. Davon tamen nach Deutschland in den letzten drei wie felbft die prinzipiellen Freunde der Vorlage anerkennen, Die Rhedereiverhältnisse gegenwärtig besonders bedenklicher Natur. Das Angebot von Seeschiffen ist größer als die Nach frage nach Frachten, und durch die Ausführung dieser Vorlage wird das Angebot von Schiffen noch vermehrt werden. Wenn Die Schiffe, die jest nach Aften und Australien fahren, aus Dieser Linie hinausgedrängt werden, müssen fte andere Frachten Jahren 885 000, 909 000 und 1056 000 Doppelzentner, unser aufsuchen und werden dadurch den Preis der Frachten noch mehr herunterdrücken. Gerade aus diesem Grunde wird die Sympathie für das Unternehmen immer fübler, je mehr man fich dem Seeftrande nähert, und die Begeisterung dafür mit Dom Seeftrande um so größer. Je mehr Der Entfernung Schiffe jest unmittelbar neu eingerichtet werden, desto intenfiver erden die Gefahren für die Entwicklung der Seeschifffahrt. Benn wir gleich ein viertel Dugend Linien subventioniren, wird die Entmuthigung für die selbstständige Entwickelung der beberet natürlich viel stärker sein, als wenn man es mit einer ble einzigen Linie bewenden läßt. Hier handelt es sich um Bewilligung von 5 400 000 Mart, beschränken Sie diese Summe auf die Forderung von 1700 000 aik für die oft fatifche Linie, so wird eine Summe verfügbar, die in Preußen der Hauptfache hinreichen würde, jene immerhin noch färgBenfion für die Volksschullehrer aus der Staatskaffe zu der Reichskanzler die Fürsorge Früher bat liche Deden fr Den Import steigt also beträchtlich und verdrängt unsere eigene Wolle aus unserer Wollfabrikation bis auf 1% des Bedarfs. Ich bin gewiß ein Gegner des Wollzolls, aber dagegen bin ich auch, den ausländischen Import zum Nachtheil unserer Produktion künstlich durch vermehrte Frachten und Schiffe zu erleichtern, zumal unfere Schafzucht und Wollproduktion fich ohnehin schon in einer schweren Krifis befindet. Von 1878-1883 hat die Bahl der Schafe in Deutschland um 5 Millionen abgenommen, speziell in Schleften, wo besonders lebhaft geklagt wird, um 39 pSt. Außerdem macht Australien unserer Landwirthschaft durch den Fleischimport und zugleich durch den Export von Hammeln auf dem englischen Markt Konkurrenz. Herr v. Helldorf meinte dem gegenüber wenn sich wirklich daraus eine größere Konfurrenz für die deutsche Landwirthschaft entwidein sollte, so fönnten wir die Fleischzölle entsprechend erhöhen. Was ist das für eine Politik! Erst bezahlt man etwas zu, um den Import fünftlich zu erleichtern, und dann will man die Bölle erhöhen, um diesen künstlichen Import wieder künstlich zu neutralisiren. Die auftralische Linie ist am schwächsten befürwortet, und in teiner Weise zu vertheidigen. Das Marineintereffe dabei ist sehr minimal. Auch das postalische Interesse wird nicht mehr so hervorgekehrt. Das Postborn war nur dazu bestimmt, gepolitische Vorhang aufgezogen werden fonnte. Herr v. Hell dorf und noch schärfer der Reichskanzler forderten uns auf, in der Stellungnahme zu dieser Vorlage Farbe zu bekennen gegenarmen Mann in den Vordergrund gestellt; geitern hörten wir ihn die Fürsorge für die Midionäre in Den Bordergrund stellen. Nun, ich denke die Millionäre ver Der Bau neuer Schiffe nur einem ganz begrenzten Kreise von ben es schon, für fich selbst zu sorgen. Jedenfalls wird auch Arbeitern zu gute kommen, während die Gesammtheit der nicht wissermaßen Zwischenaktsmusik zu machen, bis der kolonialm Schiffbau betheiligten Arbeiter zu den Geldern mit beitragen müffen, die zur Deckung erforderlich find. Das Geld, das für den Schiffsbau verwendet wird, wird doch nicht aus Berliner Sonntagsplauderet. R. C. Die vergangene Woche hat auch einmal bei um der Liebe willen unglücklich zu machen, man fand wohl auch andere Mittel, um eine Vertreterin des zarten Ge schlechts, die durchaus nicht auf dem Wege der Tugend Wohl kennt außerdem Sage und Geschichte viele wilde eines Weibes ftritten, im Alterthum zogen ganze Völker gegen einander ins Feld, Troja fiel wegen eines Weibes, und heute noch, nach vielen tausenden von Jahren, vers uns, in unserer sonst als so nüchtern verschrieenen Reichs- bleiben wollte, auf den richtigen Weg zurückzuführen. Sauptftabt einen wahren Roman gezeitigt, in deffen Schlußs apitel ber Revolver, das Instrument, welches fich überall und erbitterte Kämpfe von Männern, die um die Liebe Mur Ausgleichung irgend welcher Liebeshändel einer immer Rößeren Beliebtheit erfreut, eine verhängnißvolle Rolle ges gend einer Beziehung über" find! Da soll man noch sagen, daß die Franzosen uns in Pielt hat. Die Affaire des Uhrmacher Dettmar, über welche unsere Sefer genügend orientirt sein werden. ist recht bezeichnend gewiffe foziale Bustände, fie wirft ein grelles Licht auf Rechtsbewußtsein, von welchem manche unserer Mits Bürger erfüllt find. wünschen sämmtliche Gymnafiaften die schöne Helena, denn ohne diese Dame brauchten sie wahrscheinlich nicht die unfterblichen Gefänge des Homer mühsam aus dem Griechischen in das Hochdeutsche zu übersehen. Wie ist das heute Alles anders geworden! Zwei Nebenbuhler, von denen Jeder ein Anrecht auf die Auserkorene zu haben glaubt, spielen feelenvergnügi und ruhig eine Barthie Billard, indem sie sich von ihrer Es ist hier nicht der Drt, Untersuchungen darüber anuitellen, wer von den Personen den größten Theil der Angebeteten dabei unterhalten. Sollte man nun nicht annehmen, daß fie nach allen aneinander geriethen und sich mindestens tüchtig zer bläuten? II. Jahrgang. über der Kolonialpolitik. Ja, wir haben Farbe bekannt, soweit die Kolonialpolitik überhaupt eine bestimmte Farbe gezeigt hat. Wir haben 3 Millionen für die Marine und eine Bauschalsumme für Beamte und Bauten in den afrikanischen Schut gebieten bewilligt. Aber wir fönnen in der Bewilligung nicht weiter gehen, als die Kolonialpolitik überhaupt eine bestimmte Farbe erkennen läßt. Der Reichskanzler hat ja zugegeben, daß Die Kolonialpolitik für ihn selbst mehrfach eine terra incognita sei, Daß er deshalb vorsichtig sein müsse und Maßnahmen, die er heute für richtig ansehe, vielleicht später für unrichtig zu be zeichnen genöthigt sein könnte. Dieselbe Verpflichtung, Vorsicht zu üben, haben wie die Regierung natürlich auch die Vertreter des Voltes. Gerade die Art, wie diese Linien in Verbindung gebracht werden mit der Kolonialpolitik, ist geeignet, stußig zu machen. Es sind hier Säße ausgesprochen worden, die eine Berspektive von Geldbewilligungen eröffnen, vor der ich zurüdschrecke. Hören wir doch schon den Sag, wir wollen im Auss land unabhängig vom Auslande sein, wir wollen auch dort auf deutsche Verbindungen angewiesen sein. Wohin soll das führen? Nach Herrn Stephan sollen die Dampfer uns mit dichtbevölkerten Orten verbinden, um den Export zu heben, in den Kolonien ist aber teine dichte Bevölkerung, sondern da find nur kleine Fattoreien, die mit wilden Stämmen Tauschhandel treiben. Jene Linien sollen durch Zeitersparnis der Konkurrenz anderer Staaten einen Vorsprung ab gewinnen, in den Kolonien tommt es darauf nicht an, da die Wilden den Werth der Beit nicht kennen. Wie Herr Woermann versichert, wird ein Elfenbeinzahn, über deffen Preis man sich nicht einigen fann, ins Innere Afritas zurüde gebracht und kommt nach Monaten erst wieder zum Vorschein. Durch die Verbindung der Dampferlinien mit den Kolonien treuzt man eine natürliche Entwickelung, die sich bisher ange bahnt hat, nämlich die Verbindung des Handels mit eigenen Schiffen; alle Befizer von Faktoreien haben ihre eigenen Schiffe und können sich so den besonderen Verhältnissen des dortigen Exporthandels anpassen, was die Postdampfer nicht fönnen. Wenn diese auch noch Passagiere aufnehmen, so machen fie den Fattoreien Konkurrenz, die jetzt noch verfrüht ist. Wenn alle Japanesen die Sitte befolgten, bei Leichenbegängnissen mit Papierschnigeln sich in eine feierliche Stimmung zu verseßen", was bedeutet das gegenüber dem Schaden, den das Königreich Sachsen durch den neuen österreichisch ungarischen Bolltarif er leiden wird.( Widerspruch.) Sie sollen nicht unsern Blid ab lenten von den wirklichen Exportintereffen auf allerlei Flitter. ( Sehr richtig! links, Widerspruch rechts). Der Reichs tanzler flagte über den Parteihader, über den Verfall des Parteiwesens über die wachsende Uneinigkeit. Was hat fich aber aber seit der Zeit unmittelbar vor oder nach 1870 viel geändert? Die politischen Parteien find dieselben; hier und da ist die Bezeichnung eine andere geworden, aber die Traditionen, die Auffassungen dieser Barteien find grundsäßlich wenig verändert. Was sich verändert hat, ist, daß die sozialistische Partei viel größer, daß die Ben trumspartei die ausschlaggebende Partei geworden ist. Ich theile nicht die Kirchenpolitischen Anschauungen des Herr Windts horst, aber ich muß sagen, daß wenn die Kirchenpolitischen Kämpfe dazu beigetragen haben, die Zentrumspartei zu vers stärken, so hat nach meiner Auffaffung gerade die Eigenart, wie die firchenpolitischen Kämpfe unter der Initiative des Reichskanzlers geführt find, das Meiste dazu beigetragen.. ( Sehr richtig! links.) Was die sozialistische Partei betrifft, so find die Sozialisten selbst und wir, ihre Gegner, darüber einig, daß dieselbe gerade dadurch, daß der Reichskanzler in den legten Jahren die sozialistischen Schlagwörter aufgenommen und durch die ganze Art, wie er die sozialistische Bewegung au bekämpfen suchte am meisten gestärkt worden ist. ( Sehr richtig! lints.) Die gegenwärtige Schußzollpoliti nun und die Art, wie der Reichskanaler fie in der Deffentlichkeit vertritt, ist auch nicht nicht geeignet, vereinigen, daß gemeinsame Bewußisein lebendig zu erhalten; fie ist im Gegentheil dazu angethan, überall Intereffen gruppen hervorzurufen, von denen jede ihr Sonderintereffe auf Kosten der Allgemeinheit befriedigen will. Der Reichstanzler hat mit Recht hervorgehoben, wie stark der Einheitsdrang und Das Einheitsbewußtsein das deutsche Volt erfüllt; aber er hat unterlassen darauf hinzuweisen, daß man die Einheit nicht als Selbstzweck verlangt, sondern mit der Forderung der Einheit in Deutschland immer die der Freiheit verbunden hat. Man Straßen in Berlin garnicht mehr denken. au Wie nett wird es erst wieder sein, wenn wir über hochaufgethürmte Sands hügel, über monumentale Steinhaufen dahin wandeln wer ben, wenn namentlich braußen in den Vorstädten bei der flotten Beleuchtung der Staatsbürger mit zerbrochenen Beinen liegen und vergeblich nach Hilfe rufen wird! Doch, was das Schicksal schickt, fertrage man fann doch nichts dagegen thun, und wir werden uns wahrschein lich bis in alle Ewigkeit hinein in die Buddelei finden müssen, die Frage der Pflasterung scheint eine so harte Nuß zu sein, daß ein Wiener Pflasterstein weich wie Butter dagegen erscheint. Hoffentlich hat das noch einige Wochen Zeit, denn vor läufig leben wir ja noch in jener ungemüthlichen Zeits periode, wo man viele, namentlich jüngere Leute, in bloßem Rock und heroischem Gesicht, aber blaugefrorener Nasenspite einherstolziren sieht. Die Unglüdlichen haben den paar warmen Sonnenstrahlen vertraut, fte haben sich vorzeitig von bem wärmenden Winterüberzieher und in den Pfandschein können sie doch ihre zitternden Glieder nicht hüllen. So müssen sie frösteind burch die Straßen traben, sie weichen ängstlich und mit peinlicher Sorgfalt jedem Bekannten aus, denn die Ausrede, daß sie nur der Abhärtung wegen jezt schon im bloßen Rock einherwandeln, ruft doch höchstens ein un Schuld an dem tragischen Ausgang des Liebesdramas trägt, bisher über derartige Fälle bekannt gewordenen Regeln getrennt obiel aber ist sicher, daß, wenn die Sitte oder Unfitte des Schießens in unserem Spreeathen noch weiter an Aus behnung gewinnt, man gut daran thut, fich bei Zeiten nach finem fugelficheren Panzerhembe umzusehen, denn es giebt doch nichts Etlicheres, als wenn man in der Stimmung gemeinschaftliche Braut" hatte, derselben eine Kugel in den times schmachtenden Liebhabers, der nach den süßen Freuden Im Gegentheil, fie trennen sich friedfertig, und wenige Stunden später schießt der Eine, der ältere Rechte an die Der Liebe dürftet, urplöglich mit Schnellfeuer überschüttet Kopf, nachdem ihm diese Perle des weiblichen Geschlechts gläubiges Lächeln hervor, ein Lächeln, über welches sie sich wirb. die trostreiche Versicherung gegeben, daß sie, um allen heirathen würde! Jene franzöfifche Dame, die sich in ihrer weiblichen Eventualitäten vorzubeugen, am liebsten beide Bewerber Begeben. Das ist doch ein reizendes Bild aus bem großstädtiBeit bas erste Beispiel zu dieser lebensgefährlichen Spielerei schen Leben, es beweist, daß wir in jeder Beziehung ver uns find es die Männer, welche mit scharfgeladenen Nes Wege, wer weiß, wie weit wir es noch bringen! Merkwürdiger Weise haben sich nun die Berliner geschritten find. Brauen dieses neuen Sports nicht bemächtigt, sondern bei Nur immer vorwärts auf dem einmal beschrittenen Wenn derartige kleine störende Borkommnisse den Früh unwillkürlich ärgern. Entschieden ist es unfreundlich, seine Mitmenschen durch unfreundliche Fragen zu ärgern, was kann es andere Leute kümmern, wenn sich Jemand an die Rauhheiten der Witte rung gewöhnen will? Es macht sich aber auch in manchen anderen Kreisen oft eine recht gehässige Neugierde bemerk bar, man fragt und interpellirt oftmals, wo man nur sehr ungern Antworten auf indiskrete Fragen ertheilt. Das ist gewiß grausam, und es sollte im Interesse der Antwort bolvern in den Hosentaschen ihre Liebesrendez- vous besongen. ling ter Liebe anzeigen, so wird uns das faktische Eins geber die ganze Interpellirerei möglichst vermieden werden. Die Zeit schreitet fort, und unaufhaltsam rollt das Rab ber Rultur! treten der wärmeren Jahreszeit in Berlin ganz anders angekündigt. laufen, man hielt es nicht für durchaus nothwendig, fich Dhne diese liebliche Beigabe kann man sich sommerliche Dann würde eine segensreiche Beit anbrechen, es würde sich die Aufforderung erfüllen, die in dem drastischen, geflügelten Berliner Wort liegt: ,, Mensch, ärgere Dich nicht." wollte nicht bloß einen deutschen Kaiser, sondern auch einen Deutschen Reichstag, well man die deutsche Nation für berufen und geeignet bielt, einen entscheidenden Antheil an der Gestal tung ihrer Geschicke zu nehmen. Wenn der Reichskanzler wieder auf die Regierungen im Gegensatz zur Volksvertretung als auf die Stüße des Reiches hingewiesen hat, so berufe ich mich das gegen auf eine Rede Bennigsens, in welcher er sagte, daß, wenn die deutsche Verfassung und die politische Zukunft Deutschlands auf die Stüße der Regierungen allein gestellt werden müßte, diese fich weder breit noch fest genug zeigen würde. Der Reichstanzler hat gestern in seiner Anklage gegen das deutsche Volt fich ebenso ungerecht als undankbar gegen dieses Volt erwiesen. Ich will nicht herabseßen, was er durch seine Kunst, sein Geschickt, feine Diplomatie für das deutsche Volk und seine Einheit geleistet. Aber mit Recht hat Herr v. Bennigsen gegen dasselbe Riagelied in seiner ausgezeichneten Rede hervorgehoben, daß der Reichskanzler gerade feine Popularität dem verdankt, daß er nicht etwa alles mit feiner Genialität, sondern aus dem Geist des Volles heraus durchgeführt, und dem was lange darin vorbereitet war, zum Durchbruch verholfen hat. Was auch Fürsten, Feldherren und der Reichskanzler selbst zur Sicherung der Erfolge beigetragen haben, errungen find fie dadurch, daß das ganze Volt Alles, Gut und Blut einsette. Schließlich trägt es die Opfer jeder Bolitit, barum müssen wir, die wir ihm verantwortlich sind, es vor Belastung, neuen Steuern und Ausgaben, die wir nicht vollständig gerechtfertigt halten, bewahren. Der Reichstag hat fich damals durch daffelbe Klagelied des Reichskanzlers nicht abhalten laffen, das Tabaksmonopol abzulehnen, und sich das durch um das Volk wohlverdient gemacht.( Widerspruch rechts.) Haben Sie( rechts) denn schon vergessen, daß die Mehrheit der Ronservativen an diesem Verdienst betheiligt ist?( Seiterkeit und sehr richtig! links). Dder sind Sie schon jetzt so zer Inirscht, fühlen Sie sich schon als reuige Sünder, daß man Sie an dieses Verdienst gar nicht erinnern fann? Wollen Sie wirklich das Tabaksmonopol? Bitte, seien Sie offen! Dann würden dem blinden Hödur vielleicht die Augen über Sie mehr geöffnet werden.( Unruhe rechts.) Wie wir uns durch Ablehnung des Tabaksmonopols trop der Klagen und gegen den Willen des Reichskanzlers ein Berdienst um das Boll erworben zu haben meinen, so glauben wir auch, daß, wenn wir hier auf einem anderen politischen Gebiet, auf dem es dem Großen Friedrich und dem Großen Kurfürsten nicht gelang, besondere Lorbeeren zu erwerben, und auf dem jest Nachbarnationen in große lästige Kriege verwickelt find, für eine maßvolle Politik eintreten, vorsichtig, sorgsam alle Anfor derungen prüfen, daß uns das in weiten Kreisen des Volkes gedankt wird.( Beifall links, Bischen rechts. Wiederholtes leb haftes Bravo lints.) Stage- Bof igleiten zu man in de acht hätte, eitlicher al ine Herren, Bofchinger igung auf wird, zur das beffere Le aus. izopf ba mich da wachfende unferer Ju großartig meinen mit dem gegangen men. Laffer jeben, wie find auge lung, nich t, ich glo rem Maß alle noch ben noch Frage, ob Wablfteg hten wird. Das me big wie ichen Nati ben Juge großen Be Heeres ingericher mus der lämpfen fterben erleben, wenn i wir zum en, mir p und jede Ermuthigung finden, die in unserer Macht steht." Wie ist es möglich, daß dieselben Vorgänge, dieselben Fragen einen so verschiedenen Eindruck auf zwei Leute machen? Hat ber Minister Gladstone mehr Liebe für das Deutsche Reich übrig, als der Herr Abg. Windthorst? Das kann ich mir doch nicht denken! Aber jedenfalls hat er mehr Verständniß für unsere Kolonialpolitik, als dieser Führer einer großen Partei bei uns in seinen jegigen Aeußerungen gezeigt hat. Meine Herren! Es haben solche Versuche, Zweifel an der Festigkeit des Friedens zu erregen, doch sicher ihre Bedenken!( Sehr richtig!) Ich spreche dabei durchaus nicht von der Börse. Die rührt das nicht; aber fortgesette Bweifel an der Beständigkeit des Friedens finden ab und zu, namentlich bei den Parteis leuten, die in verba magistri zu schwören gewohnt find, schließ lich doch einigen Glauben, und dadurch wird der Friede mit der Beit erschüttert. Es ist deshalb die Tattit aller Der jenigen, deren Parteiprogramm oder deren Bestrebungen über haupt nur durch Unterbrechung des Friedens, nur durch Krieg verwirklicht werden können, Stets Bweifel an der Sicherheit des Friedens auszusprechen. Mir ift das ja in meiner langen Erfahrung wiederholt entgegen getreten, und wir haben bei uns ja im Reiche Fraktionen, deren offen aufgestellte Joeale nur durch Krieg, und zwar einen unglücklichen Krieg Deutschlands erreicht werden können.( hört! rechts.) Die Herstellung des Königreichs Polen, die Losreißung der polnisch redenden Provinzen von Preußen, ist doch nur möglich durch einen unglücklichen Krieg Preußens, die Wieder abtretung von Nordschleswig an Dänemark, die Wiederherstel lung des Königsreichs Hannover in seinem alten Umfange, die Wiederabtretung von Elsaß Lothringen an Frankreich, alles find Dinge, die nur nach einer großen Niederlage Deutsch lands erreichbar find, nur wenn gewissermaßen das Königreich Preußen wieder ausgeschlachtet wird, das Königreich, so wie es jest Mitglied des Deutschen Reiches ist. Es ist deshalb nicht unnatürlich, wenn ſtrebsame Mitglieder solcher Fraktionen eine gewiffe Ungeduld empfinden, daß der Friede fich immer mehr zu befestigen scheint( hört, hört! rechts), und daß fie durch Andeutungen, es wäre damit nicht so weit her, seine Sicherheit in Zweifel zu ziehen und ihn dadurch thatsächlich zu erschüttern suchen. Es hit also nicht so ganz obenhin zu nehmen, wenn angesehene politische Persönlichkeiten die Hand dazu bieten. Ich nehme an, daß der Herr Abg. Windthorft fich über die Tragweite seiner Worte und Friedenszweifel getäuscht hat; aber ich gebe thm doch zu bedenken- ihm find ja diese Fraktionen, von denen ich spreche, in allen ihren Bestrebungen noch durchfichtiger als mir ich möchte ihn bitten, dergleichen Hoffnungen, die fich an unseren Untergang muß ich geradezu sagen, fnüpfen, nicht zu nähren, indem dann ohne allen Grund unsere friedlichen Beziehungen zu anderen Großmächten, mit denen wir fie sorgfältig pflegen, fich als zweifelhaft darstellen. Dann sagte Herr Windborst: Wir finden überhaupt keine fefte Leitung der Dinge mehr durch die Regierung, sondern die Regierung wartet stets, was wir aus unserer Initiative bringen." Wie soll ich das zusammenreimen mit der späteren Behauptung, daß wir zu unbedachtsam" vor wärts brängen. Der Herr Reichstanzler", sagt Herr Wind horst, will vor allen Dingen zu schnell vorwärts gehen; so rasch arbeitet eine große Nation nicht, ste tann nur langsam und allmälig"- und dabei wird uns in demselben Athem vorgeworfen, wir warteten stets auf das, was der Reichstag thun will. Da möchte ich auch sagen: Erkläret mir, Graf Drindur,- nicht diesen 3 viespalt der Natur, aber diese Worte des Herrn Abgeordneten! Gehen wir danach zu langsam, gehen wir zu rasch? Ich weiß es nicht. Warten wir zu lange dar auf, wie fich der Reichstag entschließen wird? Sind wir au rüdsichtsvoll in Bezug auf die Wünsche des Reichstags Laffen wir uns die Sachen zu sehr bringen, um zu sehen, ob wir es ihm recht machen, oder ist das Andere begründet, daß wir vor allen Dingen schnell vorwärts wollen, rascher als eine Nation arbeiten fann? Ich fann mich aus diesem Dilemma nicht herausfinden. Wenn der Herr Abgeordnete mir sagen will, was seine eigentliche Meinung ist, ob ich s rasch oder zu langsam vorgehe, so werde ich ihm dafür dankbar fein. Der Herr Abgeordnete bezieht sich auf das, was für die Flotte schon mehr bewilligt sei. Ja, wenn wir gar teine Kolonien hätten, und wenn wir namentlich die Dampferfub vention gar nicht vorgelegt hätten, so wäre, glaube ich, eine gewiffe Steigerung der Bewilligung für die Flotte doch unab weislich und zwar aus einer sehr erfreulichen Ursache: nämlich weil der deutsche Handel fich, und namentlich, je mehr er Raptial und Entschluß dazu findet, zur Dampfschiffahrt übers ftimmen en bolz hen; Ifo t lebe nicht und bie igteit bes n wir uns fann ich noch viel weniger barauf rechnen, daß in neuen, auf wüftem Gebiete zu gründenden Kolonien etwas Gedeihliches mit allgemeiner Buftimmung geschaffen werden tann. Sch mache darauf aufmerksam, daß auch der Abg. Richter wahr. scheinlich seine Gründe gehabt hat, von Dampfersubvention sehr wenig zu sprechen und sie nur als ein untergeordnetes Hilfsorgan für die geringen folonialen Anfänge zu behandeln, Die wir bisher haben. Ich tomme auf diese Seite der Sache nachher zurück. Ich mache hier nur aufmerksam auf die eigen thümliche Tattil aund zwar auch das Publikum draußen, daß es fich nicht dadurch irreletten laffe, als hätte die Dampferfubvention gar teine andere Bestimmung, als etwa die Ver bindung mit Angra Pequena oder mit Kamerun oder mit Neu Guinea aufrechtzuerhalten. Das find ja alles erst- ich will nicht sagen: Bukunftsmufit, aber Hoffnungen der Zukunft, auf die wir jetzt allerdings noch keine ergiebige Dampferver bindung bafiren können. Es handelt sich aber hier nicht um die Kolonialfrage, sondern es handelt sich darum: soll unsere Handelsverbindung nach Ostindien, nach Samoa, nach Neu Holland durch Subsidien unterstüßt werden, eventuell auch die nach Afrika? Der Abg. Richter hat eine Wahrheit gefagt gesagt, die ich ihm in feiner Weise bestreiten tann, nämlich, daß unsere Handelsbeziehungen zu Desterreich- Ungarn bei weitem wichtiger find als die mit Japan. Aber das habe ich ja auch niemals bestritten, das ist wiederum eine andere Manier der Taktit, Behauptungen fiegreich zu widerlegen, die der andere niemals aufgestellt hat. Daß die österreichische Tarifnovelle, wenn fie Gesetz werden sollte, für unsere Indu ftrie eine ganz außerordentlich nachtheilige ist, das wird Nie mand Herrn Richter bestreiten; daß fie aber in Zusammenhang stände mit unserer eigenen Bolinovelle und namentlich mit dem Schuß der landwirthschaftlichen Produkte, der dabei beabsichtigt wird, das kann ein so fachkundiger Redner, wie er ja selbst, nicht glauben. Er wird doch diese Tarifnovelle gelesen haben. Daß das in der Tarifnovelle behauptet wird, das ist ja sehr wohl wahrscheinlich, denn daß die Industriellen von Cislei thanien irgend einen Vorwand brauchen, um einen starten Schutzoll für ihre Industrie herbeizuführen, das glaube ich wohl; aber daß die agrarische Seite, daß Transleithanien, Ungarn, gerade das Bedürfniß hätte, die Einfuhr auf Wollstoffe und derartige Manufatte bedeutend zu erhöhen, das tann ich mir nicht denken; das ist aber gerade die einzige, die ungarisch- agrarische Hälfte, die unter unserem Boll leidet, und die vielleicht etwas weniger leidet, wenn sie ihrerseits dasselbe System bei sich in Bezug auf den Schuß ihrer Landwirth, schaft einführt. Bisher betrachtet fle fich als Trägerin des Tranfits eines großen Theils von südrussischem, beffarabischem, rumänischem Korn, das zunächst nach Wien verladen und von Wien weiter spedirt wird. Wenn die ungarische Produktion Diese Rivalität nicht hätte, so glaube ich, daß sie weniger bedrückt durch unsere neue Bollgesetzgebung fich fühlen würde. Außerdem ist unsere neue Bollvorlage, wenn fie Gesetz wird, was man ja noch gar nicht wissen fann bei den mannichfachen Bweifeln, die dagegen ausgesprochen werden, in teiner Weise ruinös für die ungarischen Kornproduzenten, namentlich bei Gerste, die dort eine große Hauptsache ist; sondern sie werden eben von der hohen Steigerung des Grund- und Bodenwerthes, welche die ungarischen und russischen Güter in der Nähe der Eisenbahnen seit Vollendung des Eisenbahnnetzes erfahren haben, wieder eine Kleinigkeit zurückstecken. Aber der Handel wird bei 30 M. mehr oder weniger für die Laft derselbe sein. Also Herr Richter ist vollständig im Frithum, wenn er hier die österreichische Bollnovelle in Busammenhang bringt mit der unsrigen. Daß Diejenigen, die in Desterreich für ihre Inter effen Schuß wünschen, glauben zu machen suchen, als liege in ber deutschen Bollnovelle eine gerechte Provokation dazu, das ist ja sehr natürlich; jeder Kaufmann kennt sein Geschäft und arbeitet dafür. Aber fte felbft glauben das wohl nicht, und ich fann mir auch nicht denken, daß der Herr Abgeordnete Richter, wenn er das genauer prüft, selbst daran glauben tönnte. Der Herr Abgeordnete Richter ist, wie in vielen Dingen, so auch darin mit Herrn Abg. Windthorft einvers standen gewesen, daß er der Regierung empfiehlt, darauf Be dacht zu nehmen, länger dauernde Verträge, feien es Tarifverträge, seien es, wie der Herr Abgeordnete Windthorst fich verträge, selen es, wie der Herr Abgeordnete Windthorst fich ausdrückt, politisch pragmatische Verträge, mit Desterreich- Ungarn abzuschließen. Ja, meine Herren, es ist eigenthümlich, daß ich einmal mit diesen beiden Herren, Windthorst und Richter, der dritte im Bunde sein tann; ich bin auch nicht dagegen, und ich habe, wie Sie aus den Zeitungen wohl schon früher er sehen haben werden, wenn Sie andere Beitungen, als gerade die Shrigen lesen, schon vor Jahren in Desterreich den Vorzugehen, fortwährend ausbreitet, in die Weite und in die schlag gemacht oder wenigstens die Frage angeregt, ob es möglich sein würde, solche pragmatischen Einrichtungen, sei es auf dem Zollgebiet, sei es auf anderem Gebiet, zu treffen, und das durch die Lücke zu decken, die der Abgeordnete Windthorst zu feinem Bedauern durch die Ereignisse von 1866 in den deutschen Beziehungen geriffen fand. Wir haben aber bei näherer Brü fung gefunden, daß, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, bie bei uns eintreten tönnten, in den öfterreich- ungarischen Verhältnissen noch sehr viel größere liegen, und daß es für eine dortige Regierung, die ganz bereit wäre, darauf einzunicht he e geführt Adlichen Art g die ficher den? Ich babe gefte annehmen egt wird, und für ft 0 upt nicht b tung über orlagen auf jchwerlich giebigen ntereffe des rachtens nic ung daffelb ungen. In jebe einze bag fte u ware boch be, daß e te, baß itives gelei Aber Breite fich mehrt und also eines größeren Schußes bebar Daß wir so viel Schiffe in den oftastatischen Gewässern und so viele Interessen an der Ost- und Westküste von Amerika zu schügen haben würden, wie jest das Bedürfniß fich her ausstellt, das haben wir früher nicht geglaubt. nun dieses erfreuliche Ergebniß, daß ein größerer Seehandel eines größeren Schußes durch die Flotte bedarf, nun wiederum ist doch auch nicht gerecht. Der Herr Abgeordnete tabelt mich dars über, das ich auf das Jahr 1866 überhaupt Bezug genommen gehen, doch zweifelhaft sein müßte, ob sie die nöthigen babe, und fügt hinzu:„ Wir find hier der Einigkeit wegen". Reichskanzler Fürst v. Bismard: Ich will auf die vielen Angriffe, und auf den vielen Tadel, die der Herr Vorredner nach seiner Gewohnheit gegen meine Person gerichtet hat, nicht so sehr in's Einzelne eingehen; er thut es in einer so liebenswürdigen, verbindlichen Weise, aus der sein gutes Herz ja überall durchleuchtet, daß man ihm darüber nicht gram fein tann. Aber ich bin doch genöthigt, auf Einiges einzu gehen, wenn ich mich auch im Ganzen mit dem Bekenntniß ab finde, daß ich ja gern einräume, daß ich schuldig bin an allem Uebel, das in diesem Deutschen Reiche überhaupt vorhanden ist, an der Berriffenheit der Parteien, daß ich der Urheber einer jeden übelen Partei gewesen bin, und daß ich jeden Schaden, der angerichtet worden ist, sowohl durch den Schutzoll wie durch den Freihandel, auf mein sündiges Gewissen nehmen muß. Der Herr Vorredner mag dies ja immer glauben und den Leuten aufbinden, die seine Rede lesen; ich verlasse mich auf die Thatsachen, gegen die ja schließlich auch die allerlängfte Rede, und wenn fie auch von dem Abg. Richter ausgeht, nicht aufkommen tann.( Sehr gut! rechts.) Der Herr Abgeordnete hat weniger im eigenen Namen gesprochen, er hat sich ab und zu mit Herrn v. Bennigsen identifizirt und dann wieder mit dem Ausdruc ,, Volt". So lange wie ich in parlamentarischen Geschäften thätig bin, seit 40 Jahren, bat Jeder sich immer das Ansehen gegeben, und wenn er die kleinste Minorität vertrat, als wenn er das Volk verträte und für das Volt allein spräche, und so bat auch der Herr Abgeordnete gesucht, sich in den weiten Mantel der deutschen Volksvertretung im Allgemeinen zu hüllen, indem er diese Vertretung für sich und die Seinigen ganz insbesondere in Anspruch nahm gegenüber den übrigen Parteien, namentlich gegenüber der Regierung. Ich kann dem gegenüber nicht oft genug wiederholen, daß zum Bolt wir Alle gehören; ich bin auch Voll und auch die Abgeordneten der Rechten find Bolt; auch die reaktionärsten unter ihnen find vom Volle gewählt und vertreten das Volk in ihrer Weise; fte vertreten Schattirungen des Volks. Der Abg. Nichter vertritt eine im Volt nur gering vorhandene und nur durch die Täuschung der Ueberredung, des Kaukus und der Wablbear beitung( sehr wahr! rechts) fich so weit ausbreitende Minder heit des Volts, wie wir fie hier vor uns vertreten sehen. Der Herr Abg. Richter ist meines Erachtens weit davon entfernt, im Namen der Mehrheit des deutschen Volks überhaupt bier sprechen zu dürfen; er soll im Namen feines Wahlkreises oder seiner Wahlkreise oder seiner Partei sprechen, die ihn in den Stand gesezt hat, durch eine geschickte Wahlmache mit einer Majorität von, ich weiß nicht wieviel, Stimmen, den andern Theil des Volts zu schlagen. Man soll hier doch nicht den Mund so voll von Volt nehmen, als wenn man ganz allein das deutsche Volt vertrete.( Sehr wahr rechts.) Ich wiederhole- ich habe auch bas schon gesagt, und der Herr Abg. Richter notirt sich ja Alles, was ich zwei Mal sage, ich wiederhole, daß eine viel größere Maffe des deutschen Voltes in mir ihren Vertreter fieht als in dem Abg. Richter.( Lebhafte Bustimmung rechts. Unruhe und Widerspruch links.) Ich habe das vorausgesehen, meine Herren, geniren Sie sich nicht, ich warte einen Augenblid, wenn Sie schreien wollen. Wie der Herr Abgeordnete über nationale Dinge denkt, das tam in einer Weise heraus, über die ich well fle mir ein so flares Schlaglicht auf seine Denkungsweise wirft eine gewiffe Befriedigung bei mir nicht unterdrücken konnte. Er sagte: je öfter die nationale Frage aufgeworfen wird-. Ja, für den Herrn Vorredner ist also unsere nationale Sache eine Sache, die wohl gelegentlich mal aufgeworfen und dann besprochen wird; dann fängt man an, fich seiner Nationalität zu erinnern, und dann wird man national. Für mich, meine Herren, ist es eine Frage, die an jedem Tage und in jeder Stunde mir oft mit hundert Beziehungen entgegentrift, die mir den Schlaf, die Ruhe am Tage raubt und mich dazu treibt, hier in meinem hohen Alter an die Beantwortung von Reben das bischen Athem zu seßen, bas mir noch übrig bleibt. Das ist eben die Liebe zu meiner Nation, die Liebe zu meinem Vaterlande, die sich bei dem Herrn Abg. Richter ab und zu einzustellen pflegt; fte stößt ihm ab und zu auf, und dann geht er darauf ein. Unsere Dampfervorlage ist von den Kolonien in der Hauptsache ganz unabhängig, nur die an vierter Stelle stehende, die ex post und als legte hinzugefügt ist, die afrikanische hat Beziehung zu unseren auswärtigen Kolonien, und es scheint ja in der Majorität bereits vollständiges Einverständniß darüber vorhanden zu sein, daß wir die auf keinen Fall bekommen. Nun, dann fcheidet also die Rolonialfrage bei der Frage der Dampferſubvention vollständig aus. Ich habe früher gesagt, daß ich für bie Kolonialfrage enthmuthigt sein würde, wenn die Herren die Dampferfubvention a limine ablehnten. Das ist ganz richtig, Denn die Dampferfubvention ist das Näherliegende, die Gründung neuer Kolonien ist das entfernt Liegende. Wenn in unferer öffentlichen Meinung für überseeischen Handel und Schifffahrt so wenig Intereffe besteht, daß nicht einmal die gegenwärtigen Verbindungen mit Indien, mit Australien und sollen, mit den Südseeinseln gefördert werden -Berne habe ich für Aber Berathung etr an die Nei stag e ich gefag Slung, die werden e Befe babe ich pten, went hinten wir Derbünde ie afgeptire chaft wird antt. Ich fe in Ja an unfere onnen haber der Dier n Sie ein onn, auf de ftweilen Deutschen S ellen, so ha it der of Subfeelinien, größten Er sagt:„ Die Erinnerung an 1866 wird diese Einigkeit leicht stören fönnen". Das ist meine Ansicht nicht. Ich glaube im Gegentheil. Wenn noch der 66er Krieg der einzige Bürgers frieg wäre, der in Deutschland geführt wurde- oder Bruder frieg, wie Sie wollen; aber es ist doch fast in jedem Jahr hundert einmal ein großer deutscher Krieg gewesen. Gehen Sie weiter zurück, Sie haben die Kriege zwischen Preußen und Desterreich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts; noch weiter, Sie haben den 30jährigen Krieg, Sie haben den schmalkaldi schen und die Reformationstage, und dahinter haben Sie die Welfen- und Ghibelinenkämpfe. Wir find eben ein streitbares Volt, und so ganz ohne feste Handgreiflichkeiten sind selbst unsere Entwickelung. Aber baß das eine so sehr üble Erinnerung hinterließ, fann ich nicht finden; es war gewiffermaßen Morgenröthe einer befferen Zeit, die 1866- allerdings blutig mit eine -anbrad. Allerdings eigentlich schon früher. Die Kugel Bewilligungen der Körperschaften, deren sie dazu bedarf, finden würde. Also Darüber brauchen brauchen die beiden Herren mit mir nicht Händel zu suchen; es ist nur nicht Alles, was die Herren uns hinwerfen, so leicht auszuführen, wenn man der Sache praktisch näher tritt. Der Herr Abgeordnete Windthorst hat ferner gefagt und das ist namentlich, was mich zu einer Erwiderung zwingt: ,, Als ich früher barauf hinwies, hat der Herr Reichstanzler mir gegen über hervorgehoben, wie friedlich unsere Beziehungen namentlich zu England feien, und heute steht Alles in hellen Flammen." Ich bin über diese Aeußerung wahrhaft bestürzt gewesen; ich habe weder Flammen noch Rauch wahrgenommen und weiß Tode des Königs von Dänemark, da fing es an. nicht, was der Herr Abgeordnete hat brennen ſeben. Ich habe schon vorher gefagt, ich glaube nicht, daß er irgend etwas ohne einen bestimmten Boed anführe; was für einen 3wed kann er nun baben, unser Verhältniß zu England so darzustellen, wie Flammen? Ich habe hier gerade die heutigen Beitungsausschnitte. Nun welchen Eindruck hat die gestrige Rede in London des Fürsten Bismard ein Beichen dafür, daß das jüngste Mißverständniß zwischen Deutschland und England sowohl in Berlin wie in London als beendigt betrachtet wäre; im Verein mit den Ers flärungen des Ministers Gladstone werden fich alle Spuren des jüngsten Mißverständnisses sicherlich verwischen. Wie ist es nur möglich, daß eine Rede, die jenseits des Kanals einen so friedlichen Eindrud gemacht hat, hier bei einem Herrn Ab geordneten, der 10 Schritte von mir fist, den Eindruck mache, als stände zwischen uns und England Alles vollständig in Flammen?( Heiterkeit.) Das ist mir vollständig unverständ gemacht? Die ,, Times" erblickt in der gestrigen Reichstagsrede Herren! Ich muß sagen, daß ich es bedauern würde, wenn Bie ten Hand nie nicht f eber Die oft brerer Der Meinungsver it ber troft nig, mie eistagsper Pas ich für ben wird. Linie amberen, nicht bi eu Bolland rage, ob bas gleid babe bi ich fo bet Sie ton aupt bren ich bei D eidatansler Daß ich r angler hat v fo viel ar fen, daß i Derr Heich wir uns mit unserer historischen Vergangenheit, namentlich in der modernen Belt, nicht beschäftigen wollten, denn fte ift außerordentlich lehrreich. Manche von Ihnen werden vielleicht unter den Veröffentlichungen der preußischen Archive das Buch von Herrn v. Boschinger über den Bundestag gelesen haben, von dem ja heute schon mehrfach die Rede war. Nun, bie Epoche, die dieses Buch beschreibt, liegt jegt ungefähr Jahr hundert hinter uns. Das ist ja nicht so sehr lange, aber nicht bestoweniger, wenn wir in dem Buche von den Streitigkeiten lich! Die Worte von Herrn Gladstone, auf die hier Bezug Räftrich in Mainz über das verschanzte Lager, über Liquidations lefen, die einige dreißig Souveraine, Regierungen über den wesen hatten, so macht uns das Alles einen fleinlichen Eindrud und wir bliden mit einem gewiffen Bebagen aus der Verbefferung der deutschen Zustände zurüd in diese Beit des Kleinlichen Partitula rismus, der mit seinen unbedeutenden Kämpfen die Kraft der ganjen Nun, meine Herren, das zeigt also, daß wir in diesem Viertel stehen. Er sagt: Würde Deutschland eine koloniftrende Macht, jahrhundert doch erhebliche politische Fortschritte gemacht haben; Reiner sehnt sich zurück nach der Beit; wir bliden zurüd von zum Segen der Menschheit. Ich fährt er fort begrüße Land und verstehen faum, wir wir in unserer politischen Rind feinen Eintritt in diese Thätigkeit und werde es erfreulicher beit uns so über Lappalien haben streiten können, die wir ver finden, daß es unser Genosse in der Verbreitung des Lichts und geffen haben. Nun, meine Herren, sollte es denn gar nicht wird bei diesem Werk unsere herzlichsten und besten Wünsche so wie dieser Bundestag einen Boschinger gefunden hat, ein bann genommen wird, und die ich gern wiederhole, betonen die Freundschaft zwischen England und Deutschland, an welcher der Herr Abgeordnete Windthorst im Widerspruch mit meiner früheren Buficherung hier 8 weifel erhebt; fie betonen ausdrüc lich, was Deutschland betreffe, so wünsche Herr Gladstone, in feiner Buneigung für dieses Land hinter Niemand zurückzu so rufe er ihm Gottes Segen für seine Bestrebungen zu, Deutschland werde Englands Bundesfreund und Genosse sein Der Zivilisation in weniger zivilifirten Gegenden wird. Er Abg. bat, ich ber uniche, for Benofferfchaf nicht um ind nicht in Des Reichsta Möchten bi t steht." Fragen m? hat he Reich mir doch dnik für n Partei Meine Feftigkeit ( Sehr örse. Die ändigkeit Parteis schließ riede mit Her Ders en übers r durch Bweifel Mir ift Entgegen en, deren ar einen 7.( Hört! Breißung Doch nur Wieder erherstel ange, die das Deutsch önigreich fo wie Deshalb raktionen 5 immer Daß fte er, feine atsächlich enhin zu ie Hand Sindthorft nazweifel ihm find en ihren Schte ihn ntergang em dann = anderen fich als : Wir Durch die wir aus enreimen am" vor Windt ben; fo langfam en Athem Reichstag r, Graf fe Worte m, gehen ange bar wir au chstags? Tehen, ob egründet, scher als Diesem geordnete ob id s Dankbar für die Bar feine mpferfub ich, eine Och unab nämlich mehr er hrt über ab in die 3 bedarf Mern und Amerita fich her Seehandel wiederum das ist Aber mich dars enommen wegen" teit leicht laube im Bürger Bruders em Jahr Sehen Sie ußen und och weiter, maltaldi Sie die treitbares bft unfere politifche rinnerung aßen die gs blutig Ste Rugel mit dem Meine De, wenn entlich in nfte ift vielleicht Das Buch n haben, Nun, bien 4 Jabr Der nichts eitigteiten über den ibations befferung Einbrud Bartifula er ganjen nfumirte. Viertel it haben; rüd von n wäftes en Rind wit ver gar nicht hundert at, ein beren tags- Boschinger einmal auf unsere jezigen Fraktionsigkeiten zurückblickte, man dann auch den Eindruck hätte, man in den 25 Jahren erheblich Fortschritte zum Besseren ht hätte, daß der nationale Gedanke mehr als bisher und licher als bisher zum Durchbruch gelommen wäre? e Herren, ich gebe darauf die Hoffnung nicht auf, daß Boschingerleser von 1912 mit demselben Gefühl der Be Sigung auf die beutige Beit, wenn fie einmal zusammenge wird, zurückblicken und sagen werden: Nun, wir find beffere Leute, als die damals lebten, ich nehme mich aus. Ich nehme an, daß der Fraktionszopf und igopf bann etwas aus der Mode gelommen sein wird. mich dazu ermuthigt, das sind die Beichen an unserer wachsenden Generation.( Sehr richtig! Bravo! rechts.) unferer Jugend ist ganz anderer nationaler Schwung und großartigere Auffaffung des politischen Lebens als in meinen Altersgenossen, die durch die Jahre 1847 und mit dem Fraktions- und Parteiftempel nothwendig hingegangen find unb den nicht von ihrer Haut abwaschen en. Laffen Sie uns mal erst Alle sterben, dann sollen eben, wie Deutschland in Flor fommen wird.( heiterfeit.) find augenblicklich das Hinderniß seiner nationalen Entlung, nicht ich allein, wie der Herr Abg. Richter das ant, ich glaube fogar, der Herr Abg. Richter in noch viel tem Maße als ich, aber ich nehme mich nicht aus. Wir alle noch viel zu sehr erfüllt vom Parteikampfeszorn, wir ben noch an die Größe der Parteien, an die Bedeutung Frage, ob einer bei dieser oder jener Partei eintritt, ob Bahlfieg hier oder da, ob bei einer Abstimmung ein Sieg ten wird. Mit welchem Triumph erfüllt das die Herzen. Das meinige nicht ausgenommen; auch ich bin big wie ein Kind darüber. Aber ich habe zu der en Nation und namentlich zur Jugend, zu der jegt studen Jugend, zu der Jugend, die unter den Eindrüden roßen Beit studirt hat, die unser Kaiser an der Svige Heeres inaugurirte das Vertrauen; die wird mit ingerschen Augen auf die heutige Politit, auf den Barti mus der zehn oder zwölf Fraktionen, die hier mit einlämpfen, zurüdbliden. Das ist die Hoffnung, in der ich Sterben werde.( Bravo! rechts.) Ich werde es nicht erleben, daß es so weit tommt; aber ich habe diese Hoffwenn im trüben Momente mir der Popanz vorschwebt, wir zum alten Bundestag zurückkehren könnten. Ja, meine zu jener Beit, um zu wiffen, welchen Anschauungen der en, mir paffirt so Manches, was den Menschen hypochon- Herr Reichskanzler damals huldigte. Ich habe damals den Stimmen fann, und von dem ich mir sage, wenn das am en Holz paffirt, was soll erst am, ich weiß nicht wem, ges hen; lso ich sehe nicht immer rofig in die Zukunft, denn the nicht immer jüngere Leute und deren Gesinnung vor und die älteren find verbittert, mit denen wird eine volle igkeit des deutschen Reiches außer in großen Zwangsfragen, dazu beizutragen, daß beim Reichskanzler und bei uns die Ueberzeugung befestigt wird, daß es am besten wäre, wenn wir uns beiderseitig zu verständigen suchten. Die Behauptung, daß die Regierung die Leitung der Dinge zu wenig in der Hand habe, halte ich aufrecht. Auf den wichtigsten Gebieten, wo wir die Initiative der Regierung nöthig gehabt hätten, haben wir sie nicht gefunden. Daraus folgt nicht, daß die Regierung nirgends die Jniatiotive ergreife; fie ergreift fte, wenn ihr gerade der betreffende Gegenstand ein augenblic liches Intereffe erweckt, wie z. B. diese Kolonialpolitit. Ich halte auch meine fernere Behauptung aufrecht, daß mir Der Reichskanzler bald zu schnell und bald zu lang sam vorgeht. In der Kolonialpolitik z. B., Tendenz ich vollkommen billige, geht mir der Reichsfanzler zu schnell; in der Beseitigung des Kulturkampfes geht er mir au langsam.( Heiterkeit.) Ich habe schon einmal erklärt, daß meine.rzenswünsche auf die Wiederherstellung Hannovers gerichtet sind, aber um den Preis eines Krieges nimmermehr. Sch habe, wenn ich jene Aeußerung gethan, mich daran er innert, daß es Momente in der Geschichte gegeben hat und geben wird, wo ein verlegtes Recht sich so sehr geltend macht, etwas wieder gut zu machen, was man niemals hätte verlegen sollen.( Beifall im Zentrum.) Diese Erklärung wird den Herrn Reichskanzler hoffentlich zufriedenstellen. Ich kann nicht glauben, daß der Herr Reichetangler annimmt, Gefühle, wie ich fte habe, laffen sich unterdrücken. Auch er ist ein monarchisch gefinnter Mann und weiß, daß man die monarchische Gesinnung nicht wechseln fann, wie einen Rock( Beifall im Zentrum). intereffant mir Die Bemerkung Des Sehr Herrn Reichskanzlers, daß glaube, die fünftige Generation werde mit einer anderen Auffassung unserer polis tischen Bustände begabt sein als wir, das find Bukunftsbilder, die wir abtreten müssen. Herrn Boschingers Buch ist ein nicht uninteressanter Beitrag zu dieser Geschichte. Aber ich muß fagen, daß die Bekanntmachung des Herrn etwas einseitig ist und fein volles Bild von dem giebt, was zu jener Beit gethan ift. Das zu behaupten, wäre ein schiefes Urtheil. Das Wert ift weniger geschrieben, um die Geschichte jener Zeit objektiv darzustellen, als um den Reichskanzler zu verherrlichen.( Sehr richtig! im Bentrum.) Ich will dem Herrn seinen Ruhm nicht ver fümmern, aber mir sind die Dinge, die er dargestellt, Ich bin oft genug in Frankfurt gewesen nicht neu. war er Herren auf dem Bundestage immer gesagt: Gardez- vous! ( Große Heiterkeit.) Das in Beziehung auf Boschinger. Ich bedauere, daß ich hier abbrechen muß, denn die Sache ist zu verführerisch.( Große Heiterfeit.) Aber die Bemerkungen hängen zu lose mit der Dampfersubvention zusammen, und ich fürchte, daß mich der Herr Staatssekretär Stephan wieder apostrophirt, ich habe die Frage nach Wien und nach Rom dirigirt. Ich wollte den Herrn doch bitten, nicht den Versuch zu machen, in einem so ernsten Momente eine ernste Sache mit so wenig bedeutenden Wigen abzuthun. Was mich nach Wien geführt, das hat der Herr Reichstanzler bestätigt; auch ihm ist wünschenswerth erschienen, was ich vorgetragen. Das ist meine Freude und ich hoffe, daß er an diesem Biele fest hält. Ich kann ihm zu seinem bevorstehenden Geburtstage nichts Befferes wünschen, als daß er so lange leben möge, bis die pragmatische Sanktion, die Allianz mit Desterreich, fertig gestellt ist.( Beifall.) Das ist die beste That, bie ihm zu thun noch übrig bleibt. Daß ich meine Wünsche auch auf Nom gerichtet, wird der Herr Staatsfetretair Stephan vielleicht nicht, aber sonst jeder Andere ver stehen. Ich schließe mit der Erklärung, daß wir unsere patriotischen Empfindungen nicht beffer bethätigen fönnen, als wenn wir endlich Frieden mit Rom schließen.( Lebhafter Beifall im toir uns unserer Haut wehren müssen, glaube ich, theonicht herzustellen sein. Wir haben bisher nur glückliche ege geführt, aber laffen Sie uns einmal einen schweren unAdlichen Krieg führen; ob wir dann an der Volksvertre g die sichere Stüße finden werden, die wir im Jahre 1870 babe gestern gesagt, ich würde jede Abschlagszahlung dankannehmen. Ich möchte nur bitten, daß das nicht so aus egt wird, als ob ich auf irgend eine der Linien verzichtete und für fich, und die Verantwortlichkeit dafür, daß sie über upt nicht berathen und nicht beschloffen wird, auf die Re rung übernehmen wollte. Wir halten die sämmtlichen orlagen aufrecht. Wir haben aber bereits gesehen, daß wir schwerlich alle viere durchbekommen, und wenn ich diesen ntereffe des Ansehens des Reichstages gethan, daß meines giebigen Ton anstimmte, so habe ich das hauptsächlich im ung daffelbe negative Resultat hätte, wie die Kommissions Sentrum.) ungen. In der Kommission ist der Parteikampf so gewesen, daß fie uns für nichts eine Majorität bat liefern tönnen. wäre boch für den Reichstaa, wenn öffentlich konstatirt De, daß er für nichts eine Majorität zu Stande bringen nte, daß bei der Berfahrenheit im Parteihaber nichts itives geleistet worden sei, ein betrübendes Beugniß, das Berne babe vermeiden wollen. Sie werfen mir immer vor, ich für das Ansehen des Reichstages nicht besorgt Aber mich hat lediglich das Gefühl geleitet, daß, bie Reichstageberathungen daffelbe Ergebnis hätten, wie Berathungen der Kommission, das für Regierung und idstag etwas beschämendes haben würde; und deshalb he ich gefagt: glauben Sie nicht, daß wir eine AbschlagsBlung, die Sie uns bewilligen würden, ablehnen werden. Staatssetretair Stephan: Ich fann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob die Dampfer bereits weit außer Sicht find( beiterkeit). Ich meine das vollkommen ernsthaft. Bur Sache für jest nur zwei thatsächliche Berichtigungen. Dem Herrn Reichstanzler hat es durchaus fern gelegen, auf einen Theil der Vorlage zu verzichten( Widerspruch); es hat das Niemand aus seinen Worten entnehmen können; er hat nur von fümmerlichen Abschlagszahlungen" gesprochen. Dann ist die Idee der staatlichen Subvention durchaus nicht neu, sondern in der Postverwaltung, z. B. für die Linien auf der Ostsee, seit lange praktisch. Ein Antrag auf Bertagung wird angenommen.. Der Präsident schlägt vor, die Berathung Montag 1 Uhr fortzusetzen. Abg. von Kardorff will schon um 11 Uhr die Sigung beginnen laffen, damit man endlich zur Abstimmung gelange. Abg. Windthorst erklärt sich für den Vorschlag des Präsidenten, da am Montag das preußische Abgeordnetenhaus berben deshalb nicht sagen, meine ich: damit ist das e Gesetz gefallen, und wir nehmen es ganz und gar nicht. habe ich mich auch gestern ausgedrückt. Ich würde es bepten, wenn Sie Ihre Bewilligung nur auf eine Linie be Ränten würden. Aber ich würde mich nicht berechtigt halten, den Kultusetat in dritter Lesung berathe. berbündeten Regierungen zuzureden, daß sie diese eine aleptiren. Man tönnte ja Gründe dafür haben. Das nic Abg. Richter tritt auch für 11 Uhr ein, da er es wohl für angänglich hält, daß das Abgeordnetenhaus mit Rücksicht auf die entscheidenden Abstimmungen im Reichstage seine Sigung( die auf 10 Uhr angesezt ist) sofort wieder aufhebe. Durch Auszählung wird mit 119 gegen 105 Stimmen be schloffen, um 11 Uhr zu beginnen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr. ( Fortsegung der Berathung.) Abgeordnetenhaus. 41. Sigung vom 14. März, 10 Uhr. Am Ministertische Dr. Lucius, von Goßler und Kom miffarien. Eingegangen ist ein Gesezentwurf, betreffend Abänderun gen der Kirchenverfassung der evangelisch- lutherischen Kirche der Proving Hannover. chäft wird ja theurer, wenn man es auf eine Linie benn Sie eine ausschließen wollen, es am ersten verträgt, intt. Ich halte die afrikanische Linie für diejenige, die, fe in Jahr und Zag oder später wieder eingebracht wird, an unsere Kolonien dort etwas mehr Hand und Fuf geBonnen haben. So lange das nicht der Fall ist, glaube ich, Bonn, auf der Dftlüfte von Herrn Sloman eingerichtet ist, der Dienst, der auf der Westküste von Herrn Woer meilen die Bedürfnisse nothwendig deckt, und zwar deutschen Händen deckt. Also wollen Sie eine Linie zurückellen, so hätte die afrikanische die meiste Zeit, zu warten. ft der oftaftatischen lege ich das meisie Gewicht auf die Seelinien, namentlich auf die nach Samoa; wir haben dort größten eigenen Geschäfte. Wir haben vielleicht den ten Handel nach Neu- Holland, und ich möchte auch diese Sie nicht fallen lassen; Die beiden find mir gleich wichtig. eber Die oftaftatische Linie ist, wie ich nach dem Beugniß spricht der ehrerer der Herren Redner annehmen darf, überhaupt keine Steinungsverschiedenheit, und ich fann daher meinen Bortrag feinen Dank für die Bemühungen zur Förderung der Landit der tröstlichen Rechnung schließen, daß das negative Er Boniß, wie es aus der Kommiffion gekommen ist, von unseren tagsverhandlungen nicht zu erwarten steht, daß uns das, ich für eine Beschämung halte, auf diese Weise erspart Baben wird. Aber ich hoffe, Sie laffen es bei der einen nicht bewenden, sondern Sie halten die beiden Sinte berent, Die Bweiglinie Don Samoa und die von eu Holland, mit gleicher Entschiedenheit feft; es spricht für le bas gleiche, und fte find gleich unabhängig von der frage, ob wir Kolonien überhaupt haben wollen oder nicht. Die dritte Berathung des Etats wird fortgesetzt. Bei den Einnahmen des Ministeriums für Landwirthschaft Abg. Wagner( Dfthavelland) dem Minister Dr. Lucius wirthschaft und im Besonderen für die Erhöhung der Getreidezölle aus. Wir find dem Reichskanaler unseren Dant schuldig, daß er den Muth gehabt, gegenüber Ihrem wüsten Geschrei( oho! links) im Landtag, im Reichstag und in den Versammlungen zu demjenigen Mittel zu greifen, das nach aller Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht einen definitiven, so doch einen gewissen Erfolg verspricht.( Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Ridert: Die Wähler von Osthavelland wiffen jegt, wie Herr Wagner im Reichstage in dieser wichtigen Frage rechts; sehr richtig! links.) Db fte jest an dieser Kandidatur ihm, wenn er jegt einen Wahlkampf riskirte, wohl noch schlech ter gehen, wie das legte Mal.( Sehr wahr! links.) Der Abg. Waaner hat von nnferer ,, wüften Agitation" gesprochen( Buruf). babe Die Herren nur noch um Entschuldigung zu bitten, gesagt haben würde, wenn er nicht durchgefallen wäre.( Db! ich fo lange Ihre Geduld in Anspruch genommen habe; ber Sie tönnen auch nicht von mir verlangen, wenn ich über mehr Geschmack finden würden, das glaube ich nicht, es würde aupt Thren Verhandlungen nicht gänzlich fern bleiben soll, a ich bei den hundert Säßen, von denen jeder anfängt: der Beidetangler hat gesagt, der Reichskanzler meint, der Reichsangler bat vor 10 Jahren, vor 5 Jahren dies und das gejagt So? also noch beffer war es? Dann hat der Präfident es wohl nicht verstanden Nun mag es sein uns läßt das fühl. kann man doch nicht seine Meinung wechseln wie einen Handschuh.( Lebhafter wiederholter Beifall links, Zischen rechts.) Abg. v. Eynern: Ich beklage, daß Herr Wagner ein l Reichstagsmandat nicht gewonnen hat, um so mehr, als wir sonst seine heutige Rede hier nicht hätten hören müssen. Ich bitte nun, nachdem wir einen Kornzöllner und einen Aktien zöllner vernommen haben, die Diskussion zu schließen, damit wir zu den Aufgaben übergeben können, die uns eigentlich hier rur beschäftigen sollen.( Lebhafter Beifall) Die Diskussion wird hierauf mit den Stimmen der meisten Konservativen, Nationalliberalen und eines Theils des Zentrums geschloffen.( Heiterkeit.) Abg. Wagner( persönlich): Die Herren von Eynern und Rickert haben es für passend gehalten, mehrmals darauf zurückzukommen, daß ich fein Reichstagsmandat erhalten habe. Mir fehlten allerdings jene Danziger. Juden, die tein deutsches Staatsbürgerrecht besaßen und die Herrn Ridert in Danzig zur Majorität verholfen haben.( Große Unruhe.) Mein Wort über Ihren wüsten Lärm bezog sich nicht auf Ihre Thätigkeit im Hause, sondern auf Ihre wüste Agitation außerhalb deffelben.( Widerspruch lints.) Abg. Büchte mann: Herr Wagner hat das wüste Geschrei, so viel ich verstanden habe, gleichwohl auf uns bezogen. Ich konstatire übrigens, daß der Mann von wüstem Geschrei einer anderen Partei sprach, der selbst Führer des Antisemitismus und der sozialistische Erfinder des Patrimoniums der Enterbten" ist.( Lebhafter Beifall links, Bischen rechts.) " Präsident v. Köller: Nach dem stenographischen Bericht hat der Abg Wagner gesagt:„ Durch all' Ihr wüstes Geschrei, Herr Büchtemann, mit dem Sie hier im Landtage und in öffent lichen Versammlungen die öffentliche Meinung irre leiten wollen 2c. Ich muß diesen Ausdruck ,, wüstes Geschrei" mit Bezug auf ein Mitglied des Hauses als unparlamentarisch be zeichnen und rufe deshalb den Abg. Wagner zur Ordnung. ( Lebhafter Beifall links.) Abg. Wagner: Ich war von Ihrer Seite gereizt.( Ge lächter links.) Ich bin fein Führer des wüsten Antisemitismus, das ist eine unwahrheit, die sich Herr Büchtemann eben erlaubt hat.( Unruhe.) Eine zweite unwahrheit, die er, wie ich glaube, als solche gekannt hat( erneute Unruhe), ist die, daß ich Erfinder des Patrimoniums der Enterbien" bin. Wenn Jemand Er finder dieser Sache ist, dann bin ich es nicht, sondern der Herr Reichskanzler. " Abg. Büchtemann: Ich habe Herrn Wagner nicht gereist; ich war nicht in gereiztem Bustand während feiner Rede, sondern im Gegentheil in einem recht heitern. Herr Wagner ist ferner in Berlin allerdings wiederholt in Ber sammlungen für die antisemitische Bewegung warm eingetreten. Mag er fich zu den Führern rechnen oder nicht, jedenfalls ist er start an dieser Bewegung betheiligt.( Beifall links.) Abg. Wagner: Die legten Behauptungen des Abg. Büchtemann find unrichtig.( Lachen links.) Ich bin allenfalls einer der Führer der christlich- sozialen Bewegung, die freilich auch etwas antisemitisches an sich, aber nicht im Antisemitismus ihren Hauptternpunkt hat. Wäre ich übrigens ein Führer der antisemitischen Bewegung, so würde ich mich nicht scheuen, das zu sagen; denn 99 pCt. der dieser Bewegung aum Grunde liegenden Gefichtspunkte find richtig; ein Prozent vielleicht mag es nicht sein.( Unruhe links. Beifall rechts.) Abg. Büchtemann: Jh tonstatire, daß Herr Wagner gefagt hat, meine Behauptung über seinen Antisemitismus sei unrichtig, während er selbst zugiebt, daß er mitten in einer Bewegung steht, die zwar christlich- sozial, aber auch antisemitisch fei. Bustimmung lints.) in Abg. Ridert: Nach den legten Bemerkungen des Herrn Wagner bin ich der Mühe überhoben, auf seine Aeußerungen über die Danziger Juden zu antworten. Es ist auch unter meiner Würde, auf solchen Ton einzugehen. Ich bin nicht Reichstags Abgeordneter von Danzig, sondern von Westhavel land.( Heiterfeit.) Abg. Wagner: Gleichwohl hat Herr Rickert Danzig bekanntlich nut Die Mehrheit erhalten durch Anzahl Juden rufftschen Staatsbürgerrechts, die bei der Wahl mitgestimmt hatten. Die christlichfoziale Bartei findet ihren Mittelpunkt in ganz anderen Dingen als im Antisemitismus, trop der tendenziösen Uebertreibungen und Entstellungen der Freunde des Herrn Büchtemann. Das Kapitel wird darauf bewilligt. eine Die Ausgaben des Etats der landwirthschaftlichen Vers waltung und der Etat der Gestütverwaltung werden darauf bewilligt. In die Berathung des Kultusetats wird nicht mehr eingetreten, vielmehr um 1 Uhr ein Vertagungsantrag des Abg. thin. v. Schorlemer. Ist, dem nur Abg. v. Tiede mann( Bomft) widerspricht, während ihn die Abgg. v. Eynern v. Rauch han pt und Büchtemann befürworten, fast ein700 stimmig angenommen. Schluß 1 Uhr. Nächste Sigung Montag 10 Uhr. ( Kultusetat.) Vereine und Versammlungen. In der ersten General Versammlung der Kranten und Sterbe Kaffe der Fuhrherren, Rutscher und verwandten Berufsgenoffen Eintracht"( Eingeschr. H.-K.), welche am legten Freitag Abend in Uhlmann's Restaurant stattfand, wurde nach eingehender Berathung des ausgearbeiteten Statuts die einftimmige Annahme und Unterzeichnung desselben vollzogen, fowie die Fuhrherren F. Schulze fun., Ernst Burgdorff, A. Bölcke, C. Grassom, die Kutscher Jul. Herrmann, H. Durst, Wilhelm Seeger und Carl Born als provisorischer Vorstand erwählt. Dem staatlich zu bildenden Reservefonds der Kaffe konnte vorläufig ein Bathengeschent von 306 Mart gemacht werden. Bum Kaffenlotal wurde das Büreau des Droschken befizer- Vereins, Fischerbrüde 14, erwählt, wo Mitglieder- Einzeichnungen entgegenommen und jede Auskunft ertheilt wird. Verein der Maschinisten und Heizer. Heute Nach mittag 5 Uhr, Neue Jakobstraße 24/25( Schultheiß), Bersammlung mit Damen. Vortrag des Ingenieur Herrn M. Kirchner. Gäste willkommen, neue Mitglieder werden aufgenommen. Die ordentliche Vereins- Versammlung des Bezirks vereins der arbeitenden Bevölkerung des SW. Berlins tann Umstände halber am Montag, den 16. März cr., nicht stattfinden. An Stelle deren wird voraussichtlich über acht Lage eine außerordentliche Versammlung einberufen werden. Arbeiter Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Am Montag, den 16 März, Abends 29 Uhr, Versammlung im Wedding- Bart, Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des Tischlermeisters Herrn Mitan. 2. Fortseßung der Statutenberathung. 3. Verschie benes. 4. Fragelasten. Es wird die dringende Bitte an die Mitglieder gerichtet, zu dieser Versammlung recht zahlreich zu fen, daß ich viel antworte.( Lebhafter Beifall rechts.) Der Standpunkt gestanden( Abgeordneter Wagner: Das ist nicht fie sonst gewärtig sein müssen, als Mitglieder gestrichen zu So viel angegriffen werde, so müssen Sie sich auch gefallen Ein Mann, der noch vor Kurzem in dieser Frage auf unserem ihren Verpflichtungen dem Verein gegenüber nachzukommen, da wliniche, wahr!) nicht wahr? Sie haben ja ausdrücklich um Entschuldi werden. Es ist dem Verein nur dann möglich, seinen MitAbg. Windthorst: Wenn der Neichskanzler gefagt gung gebeten, daß Sie jest anderer Meinung find wie früher. gliedern etwas zu bieten, wenn dieselben voll und ganz ben bat, ich beweise nicht durch die That, daß ich die Einigkeit Sie haben ja zugegeben, mit Ihrer Vergangenheit gebrochen statutarischen Bestimmungen nachkommen. nicht so wünsche ich allerdings die Einigkeit, und die BundesWir zu au haben. Ich mache Ihnen keinen Vorwurf daraus, aber Sie Vorlesung mit solchen Redensarten halten, irgend einen Einwieder einmal anders bekehrt werden, mit denselben RedensBenofferschaft des Reichskanzlers wäre mir sehr find nicht in den Reichstag gesandt, um zu den Anschauungen druck auf uns zu machen. Sie werden vielleicht, wenn Sie um den Preis meiner selbstständigen lieb aber als Nenbelehrter tönnen doch nicht erwarten, wenn Sie eine Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Oeffentliche Versammlungen behufs Gründung eines Sanitätsvereins( Verein für ärzliche Hilfeleistung) am MittTooch, den 18. März, Abends 8 Uhr, im Lofale Sanssouci, Rottbuserstr. 4 a und Freitag, den 20. März, im Möchten die Verhandlungen, die jest stattgefunden haben, I arten gegen Shre jeßigen Freunde sprechen. In solchen Fragen Lotale Urania, Wrangelstr. 10. ud 907 $ Der Arbeiter Bezirksverein der Friedrichsstadt hält Teine nächste Versammlung eingetretener Umstände halber nicht Donnerstag, den 19. März cr., sondern Montag, den 16. März cr., Abends 8% Uhr in Gratweil's Bierballen, Kommandantenftr. 77/79, ab. Auf der Tagesordnung fteht: 1) ein interessanter Vortrag, Referent und Thema werden in der Versammlung bekannt gemacht. 2) Aus dem Rathhause. 3) Verschiedenes und Fragelaften.- Neue Mitglieder werden aufgenommen und find Gäste stets gerne gesehen. Da der Verein das Intereffe der Mitbürger in fommunalen Ange legenheiten immer rege zu halten sucht, so ist angesichts der im Herbst bevorstehenden Wahlen ein zahlreicher Besuch zu wünschen. Gauverein der Berliner Bildhauer. Dienstag, den 17. März, findet im Restaurant Sahm, Annenstr. 16, Abends 9 Uhr, eine Extra- Delegirtenversammlung statt. Tagesordnung: 1. Referat über Gründung einer Kaffe zur Unterstützung für Diejenigen, die durch irgend welche Verhältnisse gezwungen find, die Arbeit einzustellen. 2. Ueber an den Hauptvorstand zu stellende Anträge 2c. Um zahlreichen Besuch bittet die Delegirten Kommission. Der Fachverein der Möbelpolirer Berlins( f. g. Arb.) hält am Montag, den 16. d. M., eine ordentliche Versammlung im Vereinslokal, Mariannenstraße 31 und 32, mit folgender Tagesordnung ab. 1) Vortrag des Herrn Dr. Stein über: Vegetarismus“. 2) Bericht über die Revifion der Bahlmarken. 3) Anträge, Verschiedenes und Fragekasten.- Die Herren Selbstständigen ersuchen wir, da die flotte Geschäftszeit angeht, von unseren Arbeitsnachweisen recht regen Gebrauch zu machen. Dieselben befinden sich: Naunynstraße 24 bei Herrn Bander und Weberstraße 13 bei Herrn Haat. Eine Delegirten- Versammlung der Tischler findet am Dienstag Abend 8% Uhr Alte Jakobftraße 37 statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Wie verhalten fich die Kollegen der Werkstätten, in welchen jezt bereits über dem Minimallohntarif Arbeitsmarkt. 447 Ein Sohn rechtlicher Eltern, welcher Luft hat Schuhmacher zu lernen, fann fich melden bei A. Kreuter, Waldemarstr. 46. Ein Schuhmacherlehrling wird verlangt Naunynftr. 32. 520 Herzchen! Tausend Glückwünsche sendet Dein Engel.[ 553 bezahlt wird? Referent: Kollege G. Roebel. 2. Kommiffions bericht. 3. Anträge und Verschiedenes. Die Delegirten Ber sammlungen der Tischler finden von jest ab jeden Dienstag Abend 8 Uhr im obigen Lokal statt. Den Mitgliedern der zentralisirten Hilfskaffe der Studateure u. f. w. zur Nachricht, daß am Montag, den 16. d. M., Abends 8 Uhr, im Restaurant Nentwich, Neue Grünftraße 14, eine Mitglieder- Versammlung stattfindet. Neue Mit glieder werden aufgenommen. hfs. Ueber die„ chriftlich- soziale Partei" wird, wie man uns von kompetenter Seite mittheilt, der emeritirte Bre diger, Herr Gandert, am nächsten Dienstag( d. 17. d. M.), Abends 8 Uhr, in einer von ihm selbst einberufenrn Arbeiterversammlung( oder Volksversammlung) im Konzertlokal ,, Sanssouci", Rottbuserstraße 4 a, einen Vortrag halten, der, wie Unterrichtete wissen wollen, hauptsächlich wegen des durchaus originalen und ebenso objektiven, als wahrhaft freifinnigen und arbeiterfreundlichen Standpunktes, auf den sich der Redner zu stellen gedente, geeignet sein werde, berechtigtes Aufsehen zu erregen. Briefkasten der Redaktion. 2. E. 100. Der Erzeuger des Kindes ist zu deffen Alimentirung verpflichtet, für Sie ist eine derartige Verpflichtung, selbst wenn Sie die Mutter des Kindes heirathen, nicht begründet. Anklamerstr. Das sächsische Recht, welches im vorlieliegenden Falle zur Anwendung fommt, ist uns nicht betannt. Scharrnftr. Kinderlose Ehen können nur auf Grund gegenseitiger Einwilligung geschieden werden. Impotenz, Unfruchtbarkeit ist Ehescheidungsgrund. J. G. So lange Sie die Wohnung inne haben, brauchen Sie die Vornahme der Reparaturen nicht zu dulden. 5. Wahlkreis. Bezirksverein des wertthätigen Voltes im 29., 30. und 31. Kommunal- Wahlbezirk. Dienstag, den 17. März, Abends 8 Uhr, im Restaurant Golle, Linienstraße 30, Versammlung. T.- D.: 1. Bortrag, 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten.- Bahlreicher Besuch erforderlich.- Eingeführte Gäste willkommen. 559 | Polizeibeamte ein Verwandter der Herrschaft, so wenden Sie fich unter Darlegung des Sachverhältnisses an das Polizeis präsidium. Alter Abonneent. Die Räumung der Wohrung hat am 2. April zu erfolgen. Für Lüftung der Wohnung müssen Sie in der Zeit vom 16. März bis zum Auszuge, selbst wenn Sie sich in der Wohnung nicht mehr aufhalten, Sorge tragen. E. A. S. Am 15. des Monats ist zu fündigen. A. R.10000. 1) Wegen Frage ad 1 ftehe sub G. 10 des Brieftastens. 2) Der wechselmäßige Anspruch gegen den Atzeps tanten verjährt in 3 Jahren vom Verfalltage des Wechsels an gerechnet. 5. G. Gewiß ist das strafbar. Am besten ist es, wenn Sie sich in der Angelegenheit an einen Anwalt menden. Blit 100. Das Sachverhältniß ist nicht genügend dar gelegt. Die Regel ist, daß der Antrag auf Bestrafung nur in ben gefeßlich bestimmten Fällen zurüdgenommen werden kann. Fr. 100. Ein Recht zum Verkauf der Sachen Ihrer Schuldnerin haben Sie nicht. Klagen Sie Ihre Forderung gegen dieselbe ein; nach Erlangung eines vollstrecbaren Urs theils fönnen Sie den Gerichtsvollzieher beauftragen, die bei Shnen befindlichen Sachen der Schuldnerin zu pfänden und zum Zwangsverkauf zu bringen. W. H. 148. Sie find nicht verpflichtet, die bargelegten Handlungen des Vermiethers resp. seines Verwalters u bulden, sofern fie durch dieselben in dem Gebrauch oder der Benugung der Wohnung beeinträchtigt werden. Schönau. Wenden Sie sich im Wege der Beschwerde an den Finanzminister. Wilh. Franke. Die Anfrage ist nach der thatsächlichen Seite nicht genügend largelegt. Wollen Sie nochmals unter genauer Nachdarstellung anfragen. Die Kanalisationsarbeiter, welche vor Kurzem bei Herrn Stadtverordneten Herold waren, werden er sucht, noch einmal bei demselben vorzusprechen. Mitglieder Verfammlung Der Central- Kranken- und Meinen Freunden u. Bekannten Unterstützungsv. d. Buchbinder Sterbekasse der Tischler zur Nachricht, daß meine am 15. März in Keller's oberem Saal stattfindende Geburtstagsfeier auf Grund des§ 9 des Sozia liften- Gesezes verboten ist. 562 Otto Mahler. H. Buldermann's Salon Nachfl. Th. Lammers Kommandantenstraße 72, 1 Tr. 549 Mein hocheleganter Parquet- Saal ist noch am 1. Dfterfeiertag zum Tanzkränzchen zu vermiethen. Herren und Damen, welche geneigt sind einem TheaterVerein beizutreten, werden gebeten, ihre Adresse bei H. Berger, Königstraße 2, und C.. Kothe, Schüßenstraße 24,. 1 Tr., abzugeben. Vergnügungs- Anzeige. 551 Anständige junge Mädchen, welche fich an einem Vergnügen, welches aus Veranlassung des Kaisers Geburtstags am 22. März Abends stattfindet, betheiligen wollen, werden gebeten, ihre werthe Adresse Rüdersdorferstraße 54 III. bei Laneus bis zum 18. d. M. abzugeben. Das Vergnügen findet statt 563 und verwandten Berufsgenossen Montag, den 16. März, Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Zuchtgausarbeit, gehalten von Herrn Freymann. 2. Bericht über die Werkstuben der Herren Lempe, Schmidt u. Nauwerk und Hoffmann. 3. Ber schiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. 558 Große öffentl. Versammlung sämmtlicher Stuhlarbeiter Berlins u. Umgegend Montag, den 16. März, Abends 8 Uhr, in. Buffe's Salon, Große Frankfurterstr. 87. Tagesordnung: Berichterstattung über den gegenwärtigen Stand des Weberftreits und die Fabrikanten- Konferenz. NB. Alle Weber, welche für die Firma L. Lehmann ( Rummelsburg) arbeiten, find zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Delegirte der streitenden Ortschaften haben ihr Erscheinen Der Vorstand der Allg. Stuhlarbeiter Vereinigung. zugesagt. 564 Große bei Buggenhagen am Moritzplatz. Gommunal- Wählerversammlung Restaurant Don H. Liche Dormals Schmidt Köpnickerstrasse 55b gegenüber der Rohrpost empfiehlt seinen billigen Frühstücks- und Mittagstisch. Möbel-, Spiegel- und Polsterwaaren verkauft billigst F. Trapp, Tischlermeister, SO. Elifabeth- Ufer 49, nahe Dranienplatz. Rob- Tabak. Sumatra Deden à 180, 200, 225, 300, 375 Bf., Java bede à 225 Bf. Brafildede à 180 Pf., billige Elsaffer- Einlage a 58 Pf., wie Brafils, Carmen, Domingo, Bühlerthaler und Rebat empfehlen 552 419 Bergemann& Donisch, C. Alexanderstr. 8. Central- Bazar für Herren- u. Knaben- Garderobe Berlin O., Frankfurterstrasse 135 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Anzügen, Paletots, Jaquets, Hosen, Weften, sowie Knaben- Anzüge in großer Auswahl bei billigen Preisen, guter Arbeit und gutem Schnitt. Zur Einsegnung: Elegante Anzüge in schwarz und dunkelblauer Jaquet- Facon. Arbeits- Jaquets u. Hosen in Engl. u. Hamburger Leder mit Zwirn genäht. 550 Eine freundl. Schlafft. an 1 oder 2 Herren zum 1. April Stalizerftr. 5 vorn II. Näher. Gitschinerstr. 51 bet Dobrat der äußeren Louisenstadt Montag, Abends 8% Uhr, in der ,, Urania", Wrangelstr. 9/10. Tagesordnung: Die Uebernahme der Sanitätswachen durch die Stadt. Referent: Stadtverordneter Paul Singer. Der wichtigen Tagesordnung halber jeder am Blaze. Der Einberufer. Fachverein d. Möbelpolirer für geschw. Arbeit. 456 und anderer gewerblicher Arbeiter der örtlichen Verwaltung ftelle Berlin G. Frankfurterthorbezirk( E. H.) Montag, den 16. März, Abends 8 Uhr, Andreasstr. 21 bei Keller's im oberen Sale. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Statutenberathung 2. Vorwahl von 3 Delegirien zur Generalversammlung. 3. Ber schiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt; ohne daß tann feiner Der Bevoдmächtigte wählen. sout Qeffentliche Versammlung ehemaliger Böglinge der Wadzed- Anstalt am Montag, d. 16. b. Abends 8 Uhr, bei Herrn W. Otto, Adalbertstraße 21. Da es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt, fo wird dringend gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Mr. erschein Berlin Poftabo haben linde Schluß De vier M bedeutsa tionston fchiedene glieber und so eine ner refp. zu Se lich tau auf Ge bas Ma berühre titionen Weife ber Reg ein bad 545 worden theilt b biefer o und ü Nachbe Petition A wohl be Töne Den Mitgliedern des Bezirksvereins der arbeitenden Bevölkerung des SW. Berlins zur Nachricht, daß die ordentliche Vereinsversammlung am 16. März cr. nicht statt Der Vorstand. findet. [ 561] Für Kürschner und Berufsgenossen befindet sich der Arbeits- Nachweis Abends von 8 bis 10 Uhr bei Seefeld, Grenadierstraße 33. 1519 Roh- Tabak. 555 Größte Auswahl sämmtlicher in- und ausländischer Sorten, sowie guten Sumatra- Schnitt zu billigsten Preisen Brunnen- Straße 141142, Gebr. Franck. Rheinwein. In Fäßchen- und Flaschenfüllung versende ich einen felbft gefelterten guten Roth- und Weisswein in reiner Montag, den 16. b. Mts., Abends 8 Uhr, Mariannenstr. 31/32: Dualität bei billigster Berechnung. Versammlung. T.- D.: 1. Vortrag. 2. Beiträge und Abrechnung des Marken- Fonds. 3. Verschiedenes und Fragekasten.- Unsere Arbeits- Nachweiſebureaus befinden sich bet Bander. Naunynftraße 24 und bei Haad, Weberstraße 13 für Arbeitgeber und Der Vorstand. Nehmer zur unentgeltlichen Benuzung. Arb.- Bezirksverein d. Friedrichstadt. Montag, den 16. März, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79 Versammlung. 560 Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent und Thema werden in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Aus dem Rathhause. 3. Verschiedenes und Fragekasten. glieder. Aufnahme neuer MitGäste find stets willkommen.-Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet. 560 Die Nr. 14 der humoristischen Blätter Der Vorstand. Der wahre Jacob" tenen und in der Erped. d.„ Berl. Voltsb!" zu baben 548 3. Mann, Ober- Ingelheim a./Rh. b. Mainz. Für Wiederverkäufer billigste Bezugsquelle. க்க்க் Ele 1 Sgr. Elle 1 Sgr. Std. 1 Sgr. 1 Sgr. Elle 1 Sgr. Fortsetzung des Verkaufs der durch Wasser unsauber gewordenen Waaren 1 Vosten schadhafte Shirtings, Posten 5/4 ungebl. Nessels, 1 Bosten schadhafte Servietten, Gardinen in 3wirn, Gaze, 1 Posten Drell- Handtücher, Tüll- Gardinen, 1 Fenster 1 Sopha- Teppich und Bett Teppiche nur 1 Thlr. für 1 Thlr. Sopha- Bezüge mit Farbenfehler, Elle 3 Sgr. Waffel- Decken mit Franzen 5 Elle 2 Sgr. Salon Teppiche, 5 Ellen lang, 4 Ellen breit, 1/2 Dtd. reinl. Wischtücher Hemden- Leinen m. fl. Flecken, Rolltücher, 3 Ellen lang. 1 Dtd. Kaiser- Taschentücher 2% Thaler. 5 Tischdecken mit Schnur u. Quaften 22 Sgr. Central Depot, Jerufalemerstraße 5, L August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112. 51 L Möbel, Spiegel- und Poffterwaaren- Magazin Eigene Fabrik, Solide Preise. Prompte Bedienung. Verantwortlicher Rebatteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von War Bading in Berlin SW. 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