Str. 64. Dienstag, 17. März 1885. n. Jahrg. Jl erlimWKMl Krga» für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Volksblatt" scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Merlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW.( Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. Die Petitionen foben wir schon einmal in diesem Blatte die S t i e f- �nder des Reichstags genannt. Das war bei Schluß der vorigen Legiilaturperwde. Der gegenwärtige Reichstag ist nun auch schon gegen Monate zusammen, ohne daß man irgend von einer fsdeutsamen PetittonSberathung etwas hört. Diel Peti- Wnäfommiffitm arbeitet zwar recht fleißig auch sind ver- Wedene gut ausgearbeitete Berichte an die ReichStagSmit- weder gelangt, ober das Plenum regt sich sich noch nicht bnd so dürfte diese Session geschlossen werden, ohne daß "J1* nennenSwerthe Anzahl von Petitionen zur Berathung *|P' zur Beschlußfassung gelangt est., . Seit Errichtung des deutschen Reichstag? laufen flihr- 4 tausende von Petitionen an denselben ein; viele die jus Gesetzesvorlogen hinzielen, zahlreichere aber noch, die M Wohl und Wehe einzelner Ges>llschaften oder Personen führen. Bei den auf bestimmte Gesetze hinzielenden Pe» �!'°u«n kann man im Allgemeinen sagen, daß sie in richtiger r�ssc erledigt werden— natürlich nur dann, wenn von T Regierung oder aus der Mitte des Reichstags selbst 2" das bezügliche Gesetz betreffender Antrag e,»gebracht T'den ist. Der Referent der zuständigen Kommission bann mit, daß fo und so viele Petitionen, die sich in u,e* oder jener Art aussprechen, zu der Sache vorlügen „.— c____ CY1.L. � Vi I n**<>*««««• AofrerM '» das :q da Od« jener»vi uubi�v�v.., ö~.7"-------- «l überläsit es den Rednern auf dieselben einzugehen. das Gesetz durchberathen worden ist,«erden die für erledigt erklärt. �..«nders steht e« mit den Einzelpetittonen. Es ist eine 7' bei allen Parlamenten gebräuchliche, wenn auch un- yRe Sitte, unliebsame Petitionen nicht zur Berathung Wangen zu lassen, sondern sie in der Kommission einfach * begrabe«. Dergleichen Eingaben sind dann von der Bildfläche Wschwunden, denn die folgende Session de» Reichstag» l°t weder die Pflicht noch das Recht, diese bei der ver- Hencn Session eingereichten Petitionen zur Erledigung bringen. Diejenigen, bei denen genaue Adressen de» dienten angegeben worden sind, werden mit dem Vermerk �erledigt zurückgesandt, die übrigen bleiben einige fahre auf dem Boden de» ReichStagSgebäude» in Verwah- "»g und werden dann makulirt. Nur erneute, vor und während der nächsten Session ft" ben Reichstag gerichtete Petitionen können Aussicht auf �cksichtigung haben. Aber auch solche Petitionen, welche keineswegs unlieb- > verboten.) AeuilTetcm. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur- (Forsetzung.). .Sie werden hoffentlich noch von anderer Seite die igung finden", fuhr Strahlenau fort.„Die Sache . daß ich, von Herrn von Ste.nberg aufgefordert, lle mögliche Mühe gab, einzelne Wähler, die ich für "führe? hielt, auf Ihre Seite zu. bringen. Da war Beispiel der Brauer Lehmann mit seinem Anhange nun, ich habe da« meinige gethan, um ben ehren- 9ch weif wfSn�&ännerverfammiungen er- n "foijn sam, sondern die von großer Wichtigkeit für die einzelnen Petenten sind, finden nur in den seltensten Fällen eine sachgemäße Erledigung. Man spricht jetzt so oft von allzusehr ausgebildetem Parlamentarismus, man redet davon, daß der Reichstag allzuoft zusammentrete und allzulange zusammenbleibe. Die RtichSregieruvg möchte ihn am liebsten nur alle zwei Jahre einberufen. Und doch wird der Reichstag jetzt niemals mit seinen Petitionen nur annähernd fertig. Dabei aber ar- bettet, wie schon angedeutet, die Petitionskommission recht fleißig; auch werden diejenigen Petitionen, welche die Kom- Mission als zur Berathung im Plenum für ungeeignet er- klärt, den Abgeordneten nach Nummern geordnet zugeschickt und später im Reichstag vom Referenten in wenigen Mi» nuten vorgelesen. Woher aber kommt eS, daß der Reichstag in dieser Wcise verfährt, vielleicht gezwungen ist, fo zu verfahren? Der Reichstag ist vielfach überbürdet mit zahlreichen gleichgiltigen Dingen und Arbeite», oder aber mit neuen Gesetzentwürfen, die für deS Volkes Wohl von sehr zweifel- haftet Bedeutung sind. Und alles daS, was von der Reichsregierung kommt, da» muß der Reichstag, so schwer es ihm auch manchmal ankommt, bis auf daS Pünktchen über dem i gewissenhaft aufarbeiten, er blickt auch in seiner Majorität zu sehr nach oben und muß nun naturgemäß vernachlässigen, waS von unten vom Volke kommt. Daß bei einem solchen System da» Vertrauen de» Volkes auf den Reichstag mehr und mehr schwindet, ist selbstverständlich. Die vernünftigen und berechtigten Peti- tionen werden bald auch ausbleiben und fo wird es kom- men, daß sich später der Reichstag nur noch mit Petitionen von Querulanten und Halbirrsinnigen zu beschäftigen haben wird.--- Es würde jedenfalls der Bedeutsamkeit de» Parlaments sowohl, als auch der Bedeutsamkeit deS Petitionsrechtes des Volkes und der Achtung vor demselben entsprechen, wenn ein jedei Parlament gesetzlich zur sachgemäßen Erledigung aller bei ihm eingegangenen Petitionen verpflichtet wäre und für den Eingang derselben mit dem Rechte der Berücksichtigung eine bestimmte Frist öffentlich bekannt gemacht würde. Durch eine derartige Einrichtung aber würde auch der Zusammenhang der Volksvertretung und des Volke» besser hergestellt und befestigt werden zum Wohle deS Landes. 'fioqn.. schüttelte ungläubig den Kopf. !kd Klllmare ist, wie Sie wiff erster Klasse und ist von großem Einfluß. Auf die Wähler feiner Güter durfte er rechnen," „Und er nannte meinen Namen?" „Wie Sie sagen— den Ihrigen. Er folgte lediglich dem Vorschlage seine« Schwiegervaters." „Weiter, weiter! Herr Sttahlenau. Ich weiß nicht, wa» ich von alledem denken soll? Mir wird es ganz wirr im Kopfe... Ich hatte mir von Steinberg und seinen Verwandten eine ganz andere Vorstellung gemacht." „Kann wohl wahr sein, Herr Baron. Wenn Sie sich eine andere Vorstellung von diesen Personen gemacht haben, als die, daß sie im höchsten Grade ehrenwertye Leute sind, so war ihre Vorstellung eben eine falsche." „DaS Resultat der Vorwahl war also...* „DaS Resultat war, daß die Meinungen noch immer getheilt waren. Ein großer Theil, Diejenigen, die ich geworben und die Anhänger KillmareS und Ihres SoyneS, standen auf Ihrer Seite; aber die Wähler Steinbergs waren trotzdem in der Majorität. So hoch man auch den Lord schätzt, und so viel man auch Rücksicht nehmen mochte auf seinen Vorschlag in der Politik wal» leten noch andere Motive ob, als die persönliche Achtung." „Freilich, freilich!" „Als wir schon beinahe eines gewissen Erfolges sicher waren, da erbob sich eine Stimme, ich glaube der Kerl ist der GerichtSschreibcr aus Falkenburg. „„Ich habe nicht« dawider"" sagte dieser,„„daß Herr von Wredow ein ehrenwerther Charakter ist...."" „So also doch ein ehrenwerther Charakter," schaltete Herr von Wredow ei». „„....aber er ist ein Reaktionär. In der Periode der Verfassungskämpfe hat er auf der Seite der Junker gestanden. Er ist kein Freund de« Volkes; ihn dürfen wir nicht wählen. Mag er auch in den kirchenpolitischen Fragen liberale Ansichten haben, wir sind eS unserem alten Abgeordneten Steinberg schuldig, daß wir ihn wiederwählen. Bei ihm sind wir sicher, daß er uns in unserem Sinne vertritt."" „Ein Bravo und ein wiederholtes:„„Steinberg wird gewählt!""... war da» Resultat." „Ja wohl, das kann ich mir denken. Und Steinberg, der ohne Zweifel zugegen war. triumphirte." Ob aber ein solcher wahrhafter Fortschritt auf dem Wege des ächten Parlamentarismus bald fchon erfolgen wird, das wagen wir zu unserem Bedauern nicht zu bejahen._______ f otitiBcke Rebersiekt. undesrath ist der Entwurf einer allgemeinen Ltterarkonvention, eines Zusaßartikels dazu und eines Schlußprotokolls mit dem Antrage vorgelegt worden,„daß das Reich sich an dem Abschluß einer allgemeinen Literalkonvention auf der Grundlage dieser Entwürfe, vorbehaltlich der durch die weiteren Verhandlungen etwa nothwendig werdenden Modifikationen, detheillge." Die Entwürfe find im französischen Text vorgelegt und entsprechen dem Ergebniß der im September vorigen Jahres zu Bern über eine allgemeine Literalkonvention stattgefundenen Berathungen. Die Konvention umfaßt 21 Artikel, die Einsühmngstermine find offen gehalten. Betreffend das Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen ist folgende Bekanntmachung erlassen:„Auf Grund des§ 1 Abs. 2 deS Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen vom 9. Juli 1884(Reichs-Gesetzblatt S. 61) hat der Bundesrath beschlossen, die nachfolgenden Sprengstoffe als solche, welche vorzugsweise als Schießmittel gebraucht werden, zu bezeichnen: 1) alle zum Schießen aus Jagd- oder Echeibengewehren oder zu Sprengungen in Bergwerken, Steinbrüchen u. s. w. dienenden, aus Salpeter, Schwefel und Koble hergestellten Pulversorten; 2) die zur Entzündung von Gewehrladunaen dienenden Sprengstoffe, so- weit fie in Zündhütchen für Gewehre oder Zündspiegeln für dergleichen verarbeitet find; 3) die Vereinigung der unter 1. und 2. genannten Stoffe in fettige Gewehr-, Pistolen- oder Revolverxatronen, einschließlich der unter Verwendung von Knallqueckstiber ohne Pulver hergestellten Patronen für Teschingewehre, Pistolen oder Revolver. Berlin, dm 13. März 1885. Der Stellvertreter des ReichkamlerS. v. Boetticher." Folgender Gesetzentwurf betreffend die Abänderung de« Zollvereintgnngsvertrages vom 8. Juli 1867 ist dem Bundesrathe zugegangen:§ 1. Die Bestimmung unter Ziffer I. des Zollvereinigungsoertrages vom 8. Juli 1867, wonach von allm bei der Einfuhr mit mehr als 15 Groschen vom Zentner(3 M. von 100 Kilogramm) belegten ausländischen Erzeugnissen keine weitere Abgabe irgend einer Art, sei es für Rechnung des Staats oder für Rechnung von Kom- munen und Korporationen erhoben werden darf, findet auf Mehl und andere Mühlenfabrilate, desgleichen auf Backwaaren, Fleisch, Fleisch waaren und Fett, sowie femer, insoweit eS fich um Besteuerung für Rechnung von Kommunen und Korporationen handelt, auf Bier keine Anwendung.—§ 2. Dieses Gesetz tritt sofort in Kraft. Gleichzeitig tritt§ 4 deS Gesetzes vom 20. Februar dieses „Unsere Sache stand schlecht; da betrat Steinberg die Tribüne." „Um für fich zu plaidire» ohne Zweifel?" „Ganz im Gegentheil, Herr Baron! Er wandte sich an seine bisherigen Wähler und dankte ihnen für da» Verträum, das sie ihm bis dahin geschenkt, und sprach die Erwartung au», daß sie ihm auch ferner Vertrauen schenkten. — Beifall, Zustimmung gaben ihm die Versicherung, daß er in der Gunst seiner Wähler noch eben so hoch stände wie früher." „Weiter, Herr Strahlenau." „Er plaidirte aber nicht für sich." „„Meine Herren,"" sagte er,„„in der gegenwärtigen Legislaturperiode handelt es sich um Fragen, in welchen ich mit meinem Freunde, dem Baron von Wredo», nicht differire."" „Er sagte:„„mit meinem Freunde?"" „Ich wiederhole Ihnen wörtlich, wa» er sagte." „Hm, hm!.. Vielleicht eine neue Kriegslist.. „„Ich bedaure, meine Herren,"" sagte er weiter,„„daß ich bisher als Gegner meinem Freunde, dem Baron von Wredow, habe gegenüberstehen müssen. Ich war damals genöthigt, die Freundschaft der Politik zu opfern. Ich schätzte mich glücklich und bin froh, zu diesem Opfer die« mal nicht ge- swungen zu sein. Herr v. Wredow ist ein Abgeordneter, der Sie m dieser Legislaturperiode eben so in Ihrem Sinne vertreten wird, als ich es thun würde; ja, de» der Entschieden» hett seines Charakters, der Unbeugsamkeit seine» Willens in Bezug auf Dinge, die er einmal für Recht anerkannt hat, wird er Sie vielleicht noch energischer vertreten, und wird noch energischer für die Intentionen der Regierung eintreten, wie ich selbst... Meine Herren" — so endete er seine Rede—„„Sie können keinen besseren Abgeordneten finden, als den Baron von Wredow, gegenwärtig in Berlin. Ich bitte deshalb meine Wähler, welche mir Ihr Vertrauen schenkten, dasselbe auf Herrn von Wredow zu übertragen. Ich werde e« al» Vertrauensvotum Ihrerseits ansehen, wenn Herr von Wredow al» Abgeordneter au» der Wahlurne hervorgeht."" Wredow hatte dem Sprecher mit gespanntester Aus» merksamkeit zugehört. Al» Strahlenau schwieg, sah er ihn. JahreS, betreffend die vorlSufige Einführung von Aenderungen deS Zolltarifs, außer Kraft.— Die Begründung führt aus, wie es sich darum handle, die letzt« Zolltarifnovelle mit der Mahl- und Schlacktsteuer, namentlich gegenüber dem Sperr- gesetz in Einklang zu bringen. Eine Mahlsteuer für Rechnung des Staates wird nirgends erhoben, da- gegen besteht in mehr als 150 Gemeinden eine solche Steuer, welcher auch von auswärts eingehend« Mühlen- fabrikate, sowie meistens auch eingehende Backsaaren unter- liegen. Weiter heißt es:„Von noch größerer finanzieller Be« deutung als die Mahlsteuer ist die Schlachtsteuer(Flcischakzise), welche sü: Rechnung von drei Staaten(Sachsen, Baden und Sachsen-Altenburg), sowie von einer großen Zahl von Ge- meinden zur Erhebung gelangt. Dieser Steuer unterliegen bei dem Eingange von Ausww.is auch fleisch, Fleischwaaren und Fell; indeffen dülfen diese Gegenstände, insofern fie aus- ländische find, mit Rückficht darauf, daß fie mit einem höheren Zollsätze als 3 Mark sür 100 Kilogramm belegt find, zur Be- steuerung nicht herangezogen werden- Der letztbezeichnete Um- stand ist geeignet, die dcabstchtigte Wirkung des Zolltarifs zu beeinträchtigen, indem er den Vorzug, welchen inländische Gegenstände der bezeichneten Art auf dem deutschen Markte haben sollen, mehr oder minder aufh dt und hierdurch zugleich den Schutz, welchen die landwirthjchafuichen Viehzölle zu ge« währen bestimmt find, abschwächt. Hiernach erscheint es noth- wendig, die Beschräukung der Besteuerung ausländischer Er- zcugmffe auch für Fleisch, Fleischwaa en und Fett in Wegfall zu bringen. Ferner empfiehlt es fich, für die kommunale Ab- von Bier die fragliche Beschränkung fallen zu �gabenerhebung Der Landtag des Grostherzogthums Hessen wird zum ersten Male zwei Sozi alvemol raten zu seinen Mit- gliedern zählen. In Mainz hatten bei der letzten Wahl(die durch relative Mehrheit entschieden wird) die Ultramontanen mit knapper Majorität gestegt. Die Wahl wurde aber vom Landtag kaifirt und die Neuwahl der Wahlmänner fiel zu Gunsten der Sozia demoirazen aus. Sie brachten 1251 Stimmen auf, die Ultramontanen 1077, die Nationallideralen 757. Die Demokraren hatten stch der Wahl enthalten. Bei den letzten Wahlen waren für fie 366 Stimmen abgegeben, für die Nationallideralen 607, die Sozialisten 822 und die Ultramontanen 827. Die beiden sozialdemokratischen Landtagsabgeoid- neten werden Schreiner Jöst von Mainz und Ullrich von Offendach sein. Mainz befitzt jetzt eine wunderbar ge- mischte Vertretung. Bei den städtischen Wahlen haben die vereinigten Nalionalliberalen und Demokraten, bei den Land- tagSwahlen die Sozialdemokraten, bei den Reichs tagswahlen die Ultramontanen gefiegl. Stettin, 14. März. Der Dampfer„Titania", welcher heute von Kopenhagen hier eintraf, wurde nach soziaidemokra- tischen Schriften durchsucht. Wie verlautet, ist die Durchsuchung erfolglos gewesen. Oesterreich'Ungarn. Das Schicksal des Sozialistengesetzes ist sür diese Sesfion d-s ReichsratheS zweifelhaft geworden, da daS Ab- geordnet«. Haus nach Ostern nur mehr formale Angelegenheiten erledigen soll, der Ausschuß für das Sozialistengesetz aber die Berathung über daS Gesetz einem Subkomitä übergeben hat, welches jetzt erst fertig geworden ist. Ob das Gesetz in dieser Sesfion noch erledigt wird, hangt einerseits von der Stärke des Drucks ab, den die Regierung zu Gunsten einer schnellen Erledigung ausüben wird, andererseits von dem Verhältniß der Fraktionen der Majorität zur Regierung. Zur Annahme dürfte daS Gesetz unter allen Umständen gelangen, wenn auch mit einigen Abänderungen, die aber unwesentlicher Natur fem werden. Daß die Czechen gegen das Gesetz stimmen werden, ist noch sehr zu bezweifeln; was Dr. Rieger am 17. Februar zu einer Diputatwn tschechischer Arbeiter über die Arbetlerfreundlichkeit der czcchischen Ab- geordneten sagte, kann wenig Bürgschaften für das Verhalten dieser Abgeordneten gegenüber dem Gesetze gewähren, da diese Herren immer mehr Freunde der Regierung als der Arbeiter waren und man niemals zweien Herren gleichzeitig dienen kann, besonders, wenn deren Interessen entgegengesetzte find. Das Subkomitö hat den Regierungsentwurf derartig verpall- hornistrt, daß er. in dieser Form angenommen, noch niehr ge- eignet wäre, jede selbststäirdige Regung der Arbeiter zu unter- drücken.,. Frankreich. Der„Jntranstgeant" erzählt von verschiedenen neuen V er- Haftungen und Ausweisungen. Da ist in erster Reihe ein deutscher Sckreinei, Namens Oft ermann, den zwei Polizeiagenten in seiner Wohnung aufsuchten, um ihm mitzutheilen, daß er binnen dreimal 24 Stunden an die bel- aische Grenze geführt würde; Aehnliches widerfuhr einem Polen und serner wurden zwei tr is ch e Journalisten, der Eine in seiner Wohnung von sechs Agenten, der Andere von längere Zeit mit großen Augen an. Dann war es, als ob die Lider sich ein wenig rötheten und leise erzitterten. „DaS sagte Herr von Sreinberg f" fragte er endlich. „Ei sind seine eigenen Worte!" erwiderte Strahlenau. „Er nannte mich seinen Freund? Er sagte, eS thue ihm leid, daß er habe mein Gegner sein müssen?.... Er ergreift die erste Gelegenheit, mir zu zeigen, daß ,hn meine Niederlage nicht freut, daß er keine persönliche Feindschaft gegen mich hegt?" „Ich habe Dir'S immer gesagt, mein Vater," nahm Oswald hier das Wort,„Du beurtheilst den Charakter de» Herrn von Steinberg falsch. Ich habe an seiner Ehren« haftigkeit nie gezweifett, und habe es Deiner gereizten Stimmung zugeschrieben, wenn Du ungerechte Vorwürfe gegen ihn richtest." Wredow stand in Gedanken versunken und starrte nne ���,Mehr»e"Male hat er mich in der Wahl besiegt," sagte er dann langsam;„das letzte Mal hat er mich schwerer besiegt als je, denn diesmal hat er mich besiegt an Groß« muth und Edelsinn." Er schwieg wieder und begann unruhig auf» und ab» zuschreiten. Dann blieb er vor seinem Sohne stehen. „Du hattest Recht, Oswald, als Du sagtest, ich werde auS dieser W hl eine Ueberzeugung gewinnen, die sür mich mehr werth ist als der Wahlsieg.... Ich habe die Ueber- zeugung erhalten, daß ich bisher ungerecht war und schwere« Unrecht beging gegen einen Mann, der mich an Großmuth und Edelsinn so west übertrifft.... Er hat meine Wahl befürwortet, aber da« Unrecht, daS�ich an ihm beging, da» wird er mir doch nicht verzeihen. Ich habe geglaubt, er verachtet mich mit meinem beschränkten, politischen Ansich- ten, wie manche Leute meine Ueberzeugung nennen; jetzt fürchte ich vielmehr, er verachtet mich wegen meine« Man« gelS an Seelengröße." Siebenunddreißigstes Kapitel. Man hörte, daß während dieses Gesprächs ein Wagen die Rampe hinauffuhr. Herr von Wredow hatte diesen Umstand nicht beachtet. Er war allzusehr mit seinen Ge« dankeNj�ochaT� die Thür und meldete, daß Lord zwei Polizisten auf der Straße verhaftet. Endlich vernimmt man, daß der Senior der irischen Revolutionäre, JameS Stephens, welcher schon seit 1848 Paris bewobnt und fich als Sprachlehrer durchbrachte, jüngst in aller Frühe aus dem Schlafe aufgeschreckt und nach dem Polizei- Kommiffariat der Vorstadt Les Ccrnes geführt wurde. Die kaiserliche Polizei hatte ihn durch beinahe zwanzig Jahre unbehelligt gelassen und die jetzt gegen den Greis unternommenen Maßregeln dürfen um so eher befremden, als er der Partei der„Jnvincibles" nicht nur fern gestanden, sondern fie sogar in Gesprächen mit Bericht- erstattern, des„Figaro" z. B-, wegen ihres Vernichtungskrieges unumwunden getadelt hatte und dafür noch kürzlich in dem Konvent der Tchnamitarden als ein Verräther v-rurthrill wor- den war. Nach einer aus Shanghai eingetroffenen Depesche, ist der mit Beschlag belegte englische Dampfer gegen Bürgschaft eines englischen Handelshauses wieder freigegeben. Die Fran- zosen behalten vorläufig das Blei, welches einen Theil der Schiffsladung ausmachte. Türkei. Der M a h d i begnügt fich nicht mit der Herrschaft über den Sudan, sondern er sucht auch in der afiatischen Türkei festen Fuß zu fassen. In mehreren Stältkn Arabiens find von ihm erlassene Proklamationen vorgefunden worden. In denselben erklärt der Mahdi, daß die Zeit für die Wiederher- stellung eines arabischrn Königreiches erschienen sei, daß die Türken nicht besser als Ungläubige seien und aus Arabien ver- trieben werden müßten; daß seine Mission des Erfolges sicher sei, und daß die Araber vorbereitet sein müßten, in seiner Sache zu kämpfen, wenn er das Signal dazu gebe. Er fügt hinzu, daß die Zeit für ein solches Signal noch nicht gekommen sei, aber miitlerwe'lc müßten die Vorbereitungen rüstig betrieben werden. Die Gouverneure von Hedjaz und Demen haben in Folge der gewaltigen Gährung, welche diese Proklamationen unter der Brvötlerung von Türlisch-Arabien erzeugt haben, die Pforte dringend um Xruppenverstärlungen ersucht. Egypten. Daß die Engländer hauptiächlich mit goldenen Soldaten operiren, ist allbekannr. Auch in Egyvtcn haben fie es daran nicht fehlen lassen; eS ist ihnen aber nicht gelungen, mit dieser Macht den Sudan zu erobern. Daß aber beretts kolossale Summen verausgabt wurden, ersteht man schon daran, daß die einheimischen Stämme nördlich von Wadi-Halfa. dafür, daß fie stch„brav" verhalten, monatlich 250 000 Pfund beziehen. Solche Ausgaben find nicht vereinzelt, die Stämme können nur durch Geld dazu bewogen werden, daß fie die Engländer ungestört ziehen lassen. Rewnet man dazu die geradezu fabelhaften Ausgaben für Kamcelc, Proviant- Führer und sonstige Be- dürfniffe, so kann man fich ein ungefähres Bild von den Summen entwerfen, die dieser Feldzug oerschlingt.— Inzwischen treffen immer neue Nachrichren ein, die von einer kritischen Lage der mglischen Armee Zeugniß adligen. Herr Wolselev konzenttirt fich noch immer rückwärts und vorläufig ist das Ende des Krieges noch garnicht abzusehen. DarlAmeutarterKes. — Die Petitions-Kommission des Reichstages beendigte die am 20. Januar begonnenen Berathungen der zahlreichen Petitionen, welche eine Verlängerung oder Auf- bebung der im§ 82b des Jnvalidengesetzes vom 27. Juni 1871 respcktive§ 13 des Gesetzes vom 4. April 1874 festgesetzten Präklusivfrist verlangen oder die Umwanv- luna des durch den Allerhöchsten Erlaß vom 22. Juli 1884 eröffneten Gnadenweges in eine Jnvalidengesetz-No- cell« erstreben. Die Kommission beschloß einstimmig, die Petition vor daS Plenum zu bringen, mit dem Antrage auf motivirte Tagesordnung. Die Kommisfion fand die Motivimng im Wesentlichen darin, daß die a u f d e n G n a- den weg für die nachträgliche Erwerbung von Invaliden- henefizien wegen einer im Kriege 1870/71 erlittenen inneren Beschädigung Angewiesenen nach dem durch die Militärbehörden eingeschlagenen wohlwollenden, aufBilligkett und nicht auf strengem Recht beruhenden Verfahren viel zahlreicher zu einer Gewährung ihrer Ansprüche gelangen, als wenn diese Ansprüche nur nach einem kaum mehr zu erbringenden Nach- weis des reinen Rechtsanspruches gesetzlich de- urtheilt würden. Der schriftliche Bericht wird durch den Abg. Heinze erstattet. — Die Sudkommission der Unfallkommission hat die Berathung der Vorschläge wegen Ausdehnung der Krankenversicherung auf die land- und forst- wirthschaftlichen Arbeiter abgeschlossen, die nunmehr der Kommission selbst zur Berathung vorgelegt werden. Nach Erledigung der Spezialberalhung wurde auf Antrag des Ab- geordneten v. Franckenstein ein Zusatz beschloffen, wonach die Killmare und noch einige andere Herren angekommen seien, und Herrn von Wredow um die Erlaubniß bitten.... „Lord Killmare? Laß ihn eintreten.... Ich bitte, Mtzlord." Er öffnete selbst die Thür und drückte dem Lord herz« lich die Hand. Er war so bewegt, daß seine Stimme bebte, und er ihm den Dank, den er auf der Zunge hatte, nicht sogleich auszusprechen vermochte. Hinter dem Lord erschienen noch drei Personen, welche ihrem Aeußern nach nicht in das aristokratische Haus des Herrn von Wredow zu gehöre» schienen. Man sah e« ihren Gesichtern und Manieren an, daß fie in diesen Regionen sonst fremd waren. Der Lord machte Denen, die ihm folgten Platz. Vorauf trat eine gigantische Figur, ein Mann von fast sieben Fuß Höhe, der entsprechenden Breite seiner Schul- tern und einem Umfang seiner Taille, der ihn wie ein wahrer Koloß erscheinen ließ. Den ansehnlichen Schmeer» bauch st«llte der, vielleicht vor fünfundzwanzig Jahren mo- dern gewesene, sehr weit ausgeschnittene Frack in daS aller« vortheilhafreste Licht. Im unbeholfensten Gange, der sich denken läßt, schritt er auf Herrn von Wredow zu, der über- rascht in der Mitte de» Zimmers stand und immer voch Killmare's Hand hielt. Dem Koloß folgten zwei andere Personen, deren eine in der Kleidung den Zeitverhältniffen«in wenig mehr Rech« nung trug, insofern als diese Kleidung modern und ge« wissermaßen elegant genannt werden konnte. ES war eine kleine, sehr runde Figur mit einem rothen Vollmondgesicht und einem bis an den Nacken kahlen Schädel. Em Prachtstück feiner Toilette war jedenfalls die dicke, goldene Kette, die ihm aus der Tasche heraus- hing, und an deren Ende ein Petschaft angebracht war. Ganz im Gegensatz zu diesen beiden Figuren stand die dritte, eine spindeldürre Gestalt, in schwarzem, außer- ordentlich fadenscheinigem Anzug«. Die«twaS zu kurzen Beinkleider waren, was für feine ätherische Figur noch nachtheiliger war, zuglerch ein wenig zu enge. Der Frack war möglicher Werse noch ernige Dezennien älter al« der des voranfchreiteuden Giganten und um viele» faden« scheiviger. Dagegen bedeckte seinen Kopf lange- bi» auf den Nacken heradreichendeS, schon etwas grau melirte» Einführung der Krankenversicherung für land« und forstwirth« schaftliche Arbeiter Ver Landes-Gesetzgebung vorbehalte« bleiben soll. Kokales. g. Ein Bild entsetzlichen Elends, daS allen Auswaii- derungslustigen zur Warnung dienen sollte, zog gestern Mittag in der Zimmernraße die Äufmerkiamkett der Passanten in hohem G.ade auf fich. Vor dem Hause 52, in welchem fW eine Destillation befindet, lagerten eine größere Anzahl jener galtzischen Landarb-.iter, wie wir fie auf ihrer weiten Reue über den Ozean sehr häufig m Beriin durchziehen sehen. Dieselben waren den Verlockungen gewissenloser AuSwanverungs- agenten gefolgt und hatten Weib und Kind verlassen, um „drüben" Ihr Giück zu versuchen. Ihr Empfang war aber em unerwarteter. Mittellos, wuroen fie nicht auf amerikanischen! Boden geduldet, weil Arbeit nicht vorhanden ist und so ei- folgte die Rückweisung nach Deutschland. Von Hamburg wurden fie nuch Berlin sveditt, um das Geld auf der öfter- rcichisch- ungarischen Botschaft zur Weiterreise in die Heimatt zu erlangen. Dort wurde ihnen bedeutet, fie müßten sich den österreichisch- ungarischen Hllfsoerein„Ki onvnnz Radou wenden, dem die Unter stützuig derartiger Reisender zustehe- Sie begaben fich gegen Mittag dorthin, erfuhren hier aber, daß man fie erst Nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr anhöre» könne, weil dann die Sprechstunden seien.(!) Das Burtf» befindet stch Zimmerstraße 68. Um nun nicht diese kurz W" messen« Zeit zu veisäumen, nahmen fie in der Nähe Stellu»ll Die armen Leute sahen sehr niedergeschlagen aus und scheine» fich mit großer Rcfignation in ihr Schicksal zu finden. Hoffe»» lich ist eS ihnen gelungen, die nöthige Unieistützung zu finde»' Sie haben stch geschworen, Jedem zur Uiberfahrt:>»" Amerika abzurathen, der nicht mit ausreichenden Mitteln sehen ist.„ b. Havelstiut! war früher ein Ruf, den man ebenso� in den Straßen Berlins hörte, wie heut die Klingeln»er Bolle'schen Milchwagen- Aber der schmackhafte Fisch heutzutage nur noch selten auf unseren Märkten. Die hrhauplen, er sterbe aus. Dr. Karl Bolle meint, ver iPj derselben lohne nur nickt mehr; am Tegeler See finde#» nach Frühjahrs stürmen immer noch todle Stinte am Ufer-£» die Eisluhmen diänge fich der Stint manchmal in f»'®v Menge, daß man ihn mit Reifigbündeln herausziehen kö»� Für gewöhnlich lebt er in großen Tiefen, aber Ende Fe*»"' und Anfang März kommt er in Massen an die Obersts Der Stint ist ein nicht zu verachtender Fisch, er gehöit r Familie der Lachse, also det Edelfische..% g- Bon den Drillingen, mit den-n die Familie ve» der Bülchingstraße 25 wohnenden Dcoschkenkulschers in der Nacht zum 11. v. M. beschenkt morsen, ist das t'» Kind am Freitag früh gesto:ben. Daffelve wurde am deffilben Tages nach der Leichenhalle des zuständigen geschafft und wird dort heule beerdigt- Die beiden. Knaben dagegen befinden fich außerordentlich wohl; es ff»".-, reizende Kinder, daß man schon beim ersten Anblick" „Würmnkens" die tiefste Zaneiguna fassen muß. Da« ,/%. nehme Vorkommniß" war für die D.'scke Familie wirkli« Segen; namentlich das zart« Geschiech,, ohne RangunterW' wetteifert förmlich in der Beglückung der Wöchnerin. der eleganten Equipage der hohen Aristokratin fahren Drost»' auf Droschken vor das HauS Büschingstraße 25 vor, P-rsonen mit Packeten entsteigen, um in die Kellerwoh»», des glücklichen Droschkenkutschers zu verschwinden- Da»� kommen zahlreiche Packete mit der Post und der Packest»»' gesellschaft an. Selbst von außerhalb, aus Dresden, traf gestern eine„LiedeSsen vung" ein. w a. Ein bedeutender Einbruchsdiebstahl ist>»? gestrigen Mttiagestunde in der Parterre belegenen Wob»®! des Handelsmannes B. in der Rilleraaffe verübt wo� während B. fich zum Mittagessen zu seiner in der Friedrichstraße wohnenden Tochter begeben hatte und u. f gestohlen sich befand. Außer Kleioungs- und Wäschestücken, ■ f. w. find Werthpapicre im Gesammibetrage von 330� � ohlen worden. Die Wohnung selbst besteht aus" Küche. Die Thür der Küche wurde vom Flur au» hschlüffels geöffnet, und von da drangen der Dieb de in die Stube, deren Thür mitlelst eines Ster > altsam erbrochen wurde, welches von dem Diebe ickgelassen worden ist. Sämmtlrche Schränke und Behälter wurden gewaltsam geöffnet und die oben bezst®�« 2Ä3 ränke und soNÄ Gegenstände daraus gestohlen. Die gestohlenen Werw«-.'�, find folgende: Eine englische 50 Pfund-Not« der)U!» � Anleihe vom Jahre 1334 Nr. 107 900; 4 Prwritätsodl, der Berlin- Potsdam- Magdeburger Eisenbahn, Nr. 38 092 und 39 385 a iroTblr., Nr. 13236 über 200*5; ver. IV. Nr. 34687 über lOO THir., ohne Talons und eine 4vrozentige Berliner Stadtodligation von Haar, und seine kleinen Augen waren geschützt durch,� gewaltige, blau gefärbte Brille, die zu weiterem zu beiden Seiten, rechts und link», noch mit grüne» fern versehen war, em Umstand, der ihm ein ganz" der« gelehrtes Ansehen verlieh. jli Strahlenau konnte ein Lächeln nicht unterdrück«»-� die drei Herren eintraten, die Wredow'S und i � SohneS höchste Verwunderung erregten, Was Jfi auffiel, war, daß er jedem der drei Herren o# zunickte, wie alten Bekannten, und dem ooransch�' Koloß sogar im Vorbeigehen die Hand drückte. � „Hrrr von Wredow," nahm jetzt Lord Killms � Wort,„ich nahm mir die Freiheit, Sie aufzusuch»' Ihnen meine Gratulation abzustatten. „O, Dank, Dank! Mylord." „Gleichzeitig aber erlauben Sie mir, Herr von-«v Ihnen diese Herren, drei Ihrer Wähler vorzustellen,� von den übrigen als Deputation abgeschickt sind, uw � ebenfalls ihren Glückwunsch darzubringen, und � sicherung ihrer HochachtuM Ihnen zu Füßen zu l» „Deputation meiner Wähler?" fragte Herr von halb verwirrt.., f ES kam ihm da« Alle» so überrascht, daß\f schwer war zu glauben, dies Alle« fei nicht Tra dem Wirklichkeit und Wahrheit., Lf. „Ja, eine Deputation Ihrer Wähler?' � Killmare fort,„und zwar ist dieser H-rr" auf dm Giganten—„der Brauereibesitzer Leh>"% Falkenburg. Dieser Herr"— nämlich der mit.?>' mondSgefichte—„der Herr Gastwirth Fischer, gff. Herr, der Herr Gerichtsschreiber Federlein..- luhen die Herren anzuhören?", oi „0, meine Herren l" rief Wredow, drt die Eintretenden mit i ganz anderen � � „Sie überraschen, Sie erfreuen mich f' gtf'J nicht Worte finden kann, Ihnen zu dankm-•' gi einen solchen Augenblick für unmöglich geholte«- yy nicht geglaubt, daß ich jemals da» Vertrauen y im Kceife Falkenburg in dem Maaße genieße". Seien Sie mir herzlich willkommen, meint v a nehmen Sie meinen Dank zuvor.", ,, 0,,d f Der eingefleischte Aristokrat, der Mann,*>? die StandeSvvrurtheile verfochten hatte m» ö 1 d- i w � THIr. Nr. 41 105; ein preuß. Staatsanleihischein von 1352 «itt. D. Nr. 1402 über 100 Thlr- ein Hundertmarkschein, eine »raunseidene mit Perlen besetzte Börse, worin ein Äernburger *Wer, ein bayer. Marienthaler, ein Frankfurter-, ein Sieges« Jnp ein Krönungsthaler fich befanden- Der resp. die Diebe Wid noch nicht ermittelt. . Ein anderer bedeutender Einbruchsdiebstahl wurde «r dem Magazin des Kaufmann Sch. in der Alten Jakobstr. verübt. Dieses Magazin befindet fich parterre, im Querge« »aude, und enthält zwei Eingänge, welche schmiedeeiserne -thuren haben. Durch eine dieser Thülen, welche verschlossen gewesen waren, drangen in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. vre bisher noch nicht ermittelten Diebe, nachdem fie diese mit einem Nachschlüssel oder sonstigen Diebeswerkzeugen geöffnet hatten, in das Magazin und drangen von da in den an- Grenzenden Komptoirraum, indem fie in der mit einem'HlaS- fenfter versehenen Verb'.ndungsthür die Glasscheibe einschlugen Sund durch die Fensteröffnung in das Komptoir einstiegen. Da» bst öffneten sie mit Gewalt ein Wandlpind und ein Pult. 8 dem Wandspind stahlen fie eine rothe juchtenlederne Geld- lasche mit L960 Mark in 100-, 50- und 5-Markscheinen und aus dem Pult nahmen fie 20 Mk. in Silber, eine Anzahl «rei-Pfennig-Postmarken und ein Aerometerbestecf. g. Ein hiesiger Schlächtermeister war zur Zahlung mrer Alimentation von 45 M. pro Quartal verurtheilt worden. »r sandte den Betrag per Postanweisung an den als Vormund «stellten Herrn O. rn der Pionierstraße ab, unterließ aber, vem Betrage das Bestellgeld von 5 Pfennigen beizufügen. »«cht wenig erschreckt war nun der Absender, als ihm am H d. Mls. durch den Gerichtsvollzieher Sch. eine Rechnung Jw folgender Ausstellung überreicht wird:„In Sachen:c. Übe ich heute 1. M. 0,05 Restbetrag der Alimente, 2. M. 1,20 «nwaltgebühren, 3 M. 0,25 Porto und Bestellgeld, 4. M. 1,60, Jebühren§ 11 G. O.. in Summa M. 2,50 erhalten." Der Vormund hatte einfach die Eintreibung der„Restforderung" von 5 Pfennigen, ohne von seinem Beginnen den Schlächter- Deisler in Kenntniß zu setzen, einem Rechtsanwalt übergeben, welcher auf die beschriebene Art das Weitere veranlaßte. Jeder Kommantar zu diesem Verhalten erscheint überflüssig. g. Eine aufregende Szene spielte fich vorgestern Abend fivfien 10 Uhr vor der Reichsbank in der Jägerstraße ab. Drei vor einen großen Frachtwagen gespannte Pferde, welche vor ttnem Hause der Kurstraße hielten, gingen plötzlich durch und "efen nach der Jägerstraße zu. Hier kam ihnen ein Pferde- vahnwagen der Linie Hafenplatz-Schloßplatz entgegen. Schon Mibte man an einen gefährlichen Zusammenstoß. Doch im Men Augenblicke bogen die Pferde seitwärts ab und suchten »wischen den Pferdeeisenbahnwagen und eine Droschke durch- »Ulommen. Letztere wurde befug auf das rechtsseitige Trottoir Geschleudert, ohne daß jedoch Menschen verunglückten. Ali- «>nn gelang es, die scheuen Pferde zum Stehen zu bringen. . b Große Goldsendungen gehen jetzt von hier nach Eng- land Dieser Tage sandte eine hiesige Firma 3'/: Millionen jbtorl vom Bahnhof Friedrichstraße nach England ab. Das �olv war in 32 Fässern verpackt und wurde von einem Ver- der Firma, sowie von zwei Kassenboten begleitet. Diese Mldsendungen find eine Folge der Verkäufe von gewal igen Mmmen der russtsch-englischen Anleihe an der hiefigen Börse. taxirt diese Verkäufe auf 300 Millionen. In England «urubte man einige Tage lang ernstlich an einen Krieg mit �ußland. Die Kurse fielen durch diese Massenverkäufe ganz Leblich. Die Berliner Börse widerstand am längsten diesem m«he""k deshalb rief man von London die sog. Pfundrussen VN. Einen grausigen Fund machten am Sonntag Passan- Friedrichshain in der Nähe des städtischen allgemeinen Jahre alt, von mittler Statur, hat weißes, nicht allzu langes Haupthaar und struppigen Schnurrbart, ziemlich hohe Stirn, blaue Augen, glatt rafirtes Kinn und dick aufgeworfene Unter» lippe. Bekleidet war er mit einem dicken dunklen Winterllber- zieher, Tuchweste, Tuchrock und dunkler Tuchhose, leinenem Hemd mit Vorhemd, gezeichnet G- 2, grauwollenem Unterhemd, Parchend-Unterhose, Pulswärmern, grauwollenen angestrickten Strümpfen und Schaftstiefeln; ferner war er mit einem doppelten Bruchbande versehen. Außerdem wurde bei der Leiche vorgefunden ein runder Filzhut, eine leere Schnapsstasche, ein Portemoenaie ohne Inhalt, ein Messer, eine Zigarrenspitze, eine Brille mit Futteral, ein ungezeichnetes Taschenluch, ein Stock, ein mit Bleistift geschriebener, mit„Hermann B", darunter Sch-, unterzeichneter Zettel. g. Jene entsetzliche That, welche fich am Sonnabend, den 15. November v. I. in der Schulstraße abspielte und den Tod des Arbeiters Steinmann zur Folge hatte, kommt am 21. d. M. zur Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts i. Bekanntlich unierhielt der Bruder des Et. mit der Frau deS Schlächters Keßner ein Verhältniß, wodurch zwischen Steinmann und Keßner bittere Feindschaft entstand. Am 15. November nun wurde K von dem verstorbenen Steinmann und dessen Bruder in der Schulfiraße überfallen, wobei K- zu seiner Abwehr ein Messer zog und mit demselben um fich hieb. Hierbei traf er den Bruder des Liebhabers seiner Frau so un- glücklich mit dem Messer, daß dasselbe dem St. in die rechte Brust, unterhalb des Schlüsselbeines, drang und die Lunge ver» letzte, wodurch der Tod des Gestochenen nach kurzer Zeit ein- ttat. Angeklagt find außer dem Schlächter Keßner die Ehefrau und der Bruder des Ermordeten. GrnrKts. Zeitung. u0initnbaufc8. Dieselben bemerkten dort nämlich unter den unbelaubten Sträuchern eine mittelgroße Pappschachtel, Hb«-« ihrer O-ffnung die zum größten Theil in Verwesung hj, gegangene Leiche eines Kindes männlichen Geschlechts ent- HjS ra �,,er unheimliche Fund wurde zunächst nach dem 50. Po« (jiN; jfeoiet unb von hier nach dem Obduktionshause geschafft. 5ae polizeilichen Recherchen nach der Mutter resp. nach Per- i«Nen, welche die Leiche ausgesetzt, find eingeleitet. N Von einem jehen Tode wurde am gestrigen Tage ein »n der Metzelstraße wohnender Kaufmann B. ereilt. Derselbe Gälte fich bis zum Abend in dem W.'schen Lokal in der Linien» Istaße mit Kegelschieben belustigt und wollte fich gerade nach Hause begeben, als er plötzlich auf dem Hausflur ohnmächtig Zusammenbrach, und bereits nach einigen Sekunden, ehe noch »in Arzt herbeigeholt werden konnte, verstaib. Ein später hin« »urommender Arzt konstalwe einen Schlaganfall als Todes- Ursache. ., g. Die Identität der Leiche eines Selbstmörders, !«lcher fich zur B-förderung ins Jenseits den Park von Sans- wuci auSgewähtt hatte und am 21 v. Mts. dort erhängt auf- Pfunden worden ist, hat bisher nicht ermittelt werden können. vielleicht gehört der Veistorbene nach Berlin. Er ist ca. 60 Brauer das Beine spreizte wie Mylord Gebote stehenden Mitteln, der daS Liebäugeln Steinberg'S s«, dem Pöbel, wie er eS nannte, verdammt und ver- ifw hatte— er schüttelte dem Brauer, dem Gastwirth Ud dem Gerichtsschreiber die Hand. vn»Herr Baron," nahm jetzt der r-°vt, indem er feine umfangreichen Hirn- � breit aufpflanzte,„es ist ®rf2aie gesagt hat. Wir sind gekommen, um Ihnen vniT% wünschen und Ihnen zu sagen, daß die Wähler lies Vertrauen zu Ihnen haben." »Nochmals meinen Dank für die Versicherung, mein Gren werther Herr Lehmann", sagte Wredow.„Sie habe» ick• lh Ihre Wahl Ihr Vertrauen ausgesprochen, und �.deinerseits will meinen Stolz und meine Ehre dm in chen, dasselbe zu rechtfertigen." »Ja, ja, davon sind wir überzeugt," antwortete der •'«Herr von Steinberg versicherte uns das auch, den vertrauen Ihren Worten und denen deS Herrn Jru Weinberg, unseres bisherigen Abgeordneten unbedingt. schert« � Ihre Wahl befürwortete, da war dieselbe ge- •iitEf"®08 wich betrifft," sagte der Brauer,„so weiß ich von& � von meinem ursprünglichen Kandidaten, Herrn Lc �leinberg, abgegangen wäre. Die Ueberzeugung, �»keu« ber Rechte seien, habe ich diesem Herrn hier zu in l beutete auf Strahlenau, vessen schalkhafte» Lächeln � barem Kontrast stand zu der würdevollen Miene, der Sprecher der Deputation zur Schau trug. .r�enn Sie auch lächeln, Herr Strahlenau," fuhr er fort, h, wahr, Sie sind ein Mann nach meinem Geschmack. ihn,-» was dieser Mann erzählen kann! Al« wir mit b>vlle!Ü densaßeu im Gasthofe de« Herrn Fischer, da dir Alle nicht« davon wissen, von unserem Kandi- i ♦MI-——- f- rc----- Cf', p. Eine erstaunliche Gewandtheit im Stehlen bewies die erst 10 Jahre alte Ida Winkelmann aus Nauen. Die gestern vor der Strafkammer wegen Hehlerei dieserhalb ange- klagte Mutter derselben, verehelichte Arbeiter Friederike Win- kelmann begünstigte das Treiben ihres Kindes. Die Angeklagte hatte im Juni und Juli v. I. ihre Tochter mit Heidelbeeren zum Verkauf in den Häusern ausgeschickt und dabei waren eine ganze Reihe von Gelegenheitsdiebstählen unter ihrer Protektion von dem lOjährigen Mädchen ausgeführt. In einem Hause der Neuenstraße in Nauen wurde aus einem unver- schlossenen Zimmer von sechs in einem Koffer aufbewahrten ein einzelner Hundertmark-Schein entwendet, auf dieselbe Weise besuchte die Kleine verschiedene Geschäftslokale, woselbst kleine Geldbeträge und Waaren in ihre Diebesfinger geriethen. Von allen diesen Diebstählen wußte die Angeklagte und fie schämte fich nicht die Flüchte des verbrecherischen Treibens ihres Kindes zu genießen, denn die Kleine lieferte das gestohlene Gut pünktlich der An- geklagten ab, bis auf einen Ring; diesen hatte fie gestohlen, aber für fich behalten und hinterher ihn einer Schulgenosstn für ein paar Pfennige verkaust. Von dem letzteren Umstände hatte nun zufällig der Polizeiwachtmeister Blumenchal Kenntniß erhalten und er nahm das Mädchen ins Gebet, wobei dasselbe mit einer unbegreiflichen Unverfrorenheit die erwähnten Dieb- stähle ohne Weiteres eingestand. Im Audienztermine, wahr« scheinlich von der Mutter hierzu veranlaßt, widerrief das als Zeugin vernommene Mädchen seine vorher gemachten Geständ« nisse' keinem Zweifel unterlag jedoch auf Grund der belasten- den Aussagen einwandSfreier Zeugen die Schuld der Mutter, welche außerdem noch wegen Entwendung einiger Stücke Ta- petenrester angeklagt war. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängniß, Ehroellust und Polizeiaufstcht; der Gerichtshof jedoch erkannte unter Bewilligung mildernder Umstände auf 6 Monate Gefängniß. p. Unter Benutzung des Verbrecheralbums war der bereits vorbestrafte Maler Johann Wollert zu Berlin ermittelt und wegen eines in Charlottenburg verübten Einbruchsdieb- stahlS verdächtig in Haft genommen worden. Dem Lehrer Mann, Leidnitzstr. 91 zu Charloiit iidurg, entwendeten am 14. Januar sogenannte„Flatterfahrer" mittelst gewaltsamen Einbruches auS der Waichküche die ganze von seinem Dienstmädchen eben eingeweichte Wäsche. Die Diebe halten anscheinend von dem angrenzenden Grundstück, Berlinerstc. 126, ihren Weg über mehrere Zäune genommen, um nach der an der Hinterfront des Grundstücks Leibnitzftr. 91 belegenen Waschküche gelangen zu können. Die zu derselben fü beende Thür war mittelst eines Stemmeisens erbrochen worden, und demnächst die noch nasse Wäsche-urch den Flur des Mannschen Hauses fort- geschafft, wie die im Schnee hinterlaffenen Spuren im Garten be- wiesen. Der mit den Recherchen in der Sache betraute Kriminal- Beamte Kümmert ermittelte ferner, daß vor dem gegenüber- liegenden Hause von dem Schankwirth Mainekat zwei Männer um die Zeit des Diebstahls bemerkt wurden, deren scheues Be- nehmen dem M. im hohen Grade verdächtig erschien. Einer derselben, so deponirte Mainekat vor der Polizei, sei schließlich, als er die Beiden scharf WS Auge gefaßt, w sein Kellerlokal getreten und habe dort, jedenfalls in der Abficht ihn möglichst lange von seinem Aufpafferposten fernzuhalten, in auffallend zeitraubender Weise Verschiedenes bestellt und verzehrt. Auf Grund dieser Aussage forderte Herr Kümmert den Mainekat auf, ihm nach Berlin zu folgen und dort behufs weiterer Er- Mittelungen das Verbrecheralbum einzusehen. Nachdem dieS geschehen, bezeichnete Mainekat als seinen Gast an jenem Abend den oben genannten p. Wollert, dessen Gefichts- zierde in Gestalt eines auffallend schönen BarteS M. als Erkennungsmerkmal auf der vorgelegten Photographie Mainekat des Weitern bezeichnete. Bei der unmittel- bar darauffolgenden Haussuchung bei Wollert wurde ferner ein Ueberzieher vorgefunden, welcher von dem Zeugen bestimmt als dem von seinem Gatte getragenen auf ein Haar gleichend wiedererkannt wurde. ES erfolgte daraufhin die Verhaftung des Wollert, der zwar seine Unschuld betheuerte, sowie Er- Hebung der Anklage, da genügende Verdachts-Momente gegen ihn vorlagen, daß bei dem qu. Einbruchldlebstahl„Schmiere gestanden und einem Komplizen die Wegschaffung der ge- stohlenen Wäsche möglich gemacht. Im Audienz-Termin vor der Strafkammer des Landgerichts vermochte jedoch Mainekat den aus der Haft vorgeführten Angeklagten nicht überzeugend zu rekognosziren. Während der Zeuge behauptet, daß die von ihm bewirthete Persönlichkeit, ähnlich wie dieselbe im Verbrecher« Album dargestellt, den Bart am Kinn ein wenig auSrafiert getragen, erbot er fich der Angeklagte zu dem Gegenbeweis, dag seit drei Jahren kein Scheermesser ihn berührt habe. Dies allein hätte aber wohl schwerlich genügt die Un» schuldSbetheuerungen des Angeklagten zu beweisen; indessen half über alle diese ostenbaren Widersprüche schließlich der von dem Vertheidiger, Rechtsanwalt Sello, geführte Alibibeweis hin- weg, wonach der Angeklagte um die Zeit des Diebstahls über- Haupt nicht in Charlottenburg, sondern in seiner Behausung in Berlin fich aufgehalten hatte.— Auf Grund dieser Wen- dung der Dinge beantragte der Staatsanwalt die Frei- sprechung deS Angeklagten; das Uttheil des Gerichtshofes lautete demgemäß Der ausgewiesene Maurer Herr Robert Conrad au« Halle a. S. war gestern nach erlangter Erlaubniß des Polizei- PrästdiumS vor der zweiten Strafkammer hiefigen Landgerichts l. erschienen, um fich auf eine Anklage wegen öffentlicher Auf- forderung zum Ungehorsam gegen von der Obrigkeit innerhalb ihrer Zuständigkeit getroffenen Anordnungen, sowie wegen öffentlich aufgestellter Behauptungen, wissend, daß fie entstellt find, um dadurch Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen, wegen Vergehen gegen die§§ 110 und 130 St.-G.'B., zu verantworten. Der Angeklagte hatte in einer im„Deutschm Kaiser" am 17. September er. abgehaltenen Versammlung der Mitglieder der Maurerkrankenkaffe einen Bericht über den Ausgang eines von den Maurern Brandt und Blemert gegen den Vorstand der alten Ottskasse der Maurer angestrengten Prozesses erstattet und soll nach dem von dem überwachenden Polizeilieutenant erstatteten Bericht hierbei geäußert haben:„Das sei eine abgekettete Sache, der Vertreter der Kläger Rechtsanwalt Sachs sei nicht einmal zu Motte gekommen. Solche Gesetze seien gar keine Gesetze." Der Angeklagte stellt entschieden in Abrede, die ihm imputitten Aeußerungen gethan zu haben; er habe vielmehr hervorgehoben, daß trotz wiederholter überzeugender Ausfüh- rungen des Rechtsanwalts Sachs die Klage abgewiesen worden sei. Er berief sich zum Beweise dafür auf das Zeugniß von sechs geladenen Besuchern der Versammlung, von denen vier bereits in einer Entlastungsschrift laudirt waren. Da von der Ladung dieser Zeugen, deren Wohnungen dem Vettheidiger erst in den letzten Tagen bekannt wurden, der Staatsanwaltschaft leine Mittheilung zugegangen war, beschloß der Gerichtshof, die Sache zu vertagen und dem Angeklagten die Kosten dieses vereitelten TeonineS aufzuerlegen. Wie Majestätsbeleidigungs-Prozesse in Szene gesetzt werden, lehne eine gestern vor der vietten Strafkammer hie- stgen Landgerichts 1. stattgehabte Verhandlung einer Anklage gegen den Rentier Wilhelm Müller wegen Beleidigung de« Kaisers. Der tzauptzeuge Uhrmacher Leißner machte, nachdem er vorher eine eidesstattliche Versicherung dem Vertheidiger deS Angeklagten, Rechtsanwa t Wronker, übergeben hatte, etwa folgende überraschende Deposttion: Seit dem Frühjahr v. I. war ich mit dem Angeklagten und dem Kaufmann Herfurth be- Hufs Ausstellung des GlobuS im Rothen Schloß affoziirt. Herfurth und Müller geriethen häufig in Differenzen, und theilte mir im Sommer der erstere mit, daß der Angeklagte in früherer Zeit einmal in seinem Geschäftslokal eine den Kaiser beleibt« öftthK u-i»- a\-— r** zu , ß-"4*"«uvwm----—,---- £86 in 8.1 r �un erzählte er bald von einer Tiger- rftlioi, i"siolen, dann von der Wittwenverbrennung in r spreche nn?m wieder auf die hiesigen Verhältnisse feJi'ö nch.,'"o'?wer erklärte er dabei, daß Sie der K'Ä-».%%% N.-° 3% "%%%%% Herr Strahlenau vorschlägt, und daS waren Sie, Herr v. Wredow". So unbeholfen und unpassend diese Wendung auch gewesen sein mochte, sie verfehlte nicht, eine Wirkung hervorzubringen, und veranlaßte Herrn von Wredow, Strahlenau gerührt die Hand zu schütteln. „Ich sehe," sagte er7zu diesem,„daß Sie fich nach Kräften für meine Wahl bemüht haben und wünsche nur, daß ich den Dienst vergelten könnte." „Die Sache war bei meinen Freunden Lebmann und Fischer nicht so schwierig," antwortete Stralenau m munterer Laune;„aber dieser hier, der Herr Gerichtsschreiber, der hätte un« im letzten Momente beinahe noch Alle» ver- dorben. Er wollte durchaus nicht zu unserer Fahne schwören." „O nein," vertheidigte sich der Gerichtsschreiber,„so- bald Herr von Steinberg die Ansprache gehalten und ge- sagt hatte, daß wir den Herrn Baron wählen sollten, er würde das als ein Vertrauensvotum für sich hinnehmen, da waren wir Alle auf Ihrer Seite." „Ja, wir warm Alle auf Ihrer Seite," bestätigte der Brauer.„Und nun meine Herren,"— er wandte sich mit diesen Wortm an seine beiden Kollegen von der Deputa« tion—„lassm Sie uns im Namen der übrigen Wähler ein Hoch auSbringm: „Herr Baron von Wredow, Abgeordneter des Kreise« Falkenburg, lebe hoch!" Die beiden von Wein und Bier präparirtm Kehle» deS Brauer« und de« GastwirtheS thaten ihr Möglichstes, diese« Hoch zu einem recht sonoren zu machen, und die dünne Stimme des Schreibers lieferte einen effektvollen Diskant dazu. Nachdem diese Ovation beendet war, lud Herr von Wredow seine Gäste in daS anstoßende Zimmer und bat ste, mit ihm ein Mahl einzunehmen. Der Aristokrat war von seinen Vorurtheilen schnell zurückgekommen. Wer hätte e« noch vor wenigen Tagen für möglich gehaltm, daß er mit einem Brauer, einem Gastwirth und einem Gerichtsschreiber zu Tische fitzen werde. Nur Ein« lag ihm schwer auf dem Herzen. Mehr- mal» hatte er vor fich hingemurmelt: ....... owM. ein zu bringen. itLenn er mich durch ein Zeichen avettiren würde, sollte ich erzählen, daß Müller beim Pasflren deS kaiserlichen Palais eine schwere Majestätsbeleivlgung ausgestoßen habe. In Folge dessen that „Er hat mich doch besiegt.... Er wird mir nie ver- zeihen." Diese Motte sprach er auch vor sich hin, al« er fich eben mit seinen Gästen in da« Nebenzimmer begeben wollte. Da legte Lord Killmare di» Hand auf seine Schulter. „Herr Baron," sagte er,„eS ist noch ein Herr da, der Ihnen seine Gratulation zu bringen wünscht. Wollen Sie ihn sprechen?" „Jeden, jeden meiner Freunde, Mylord," antwortete er rasch.„Wie können Sie fragen? Lassen Sie Alle herein, die mir da» Glück diese» Tage« verschaffen halfen; Sie sind mir werthe Gäste. Einer wäre mir der wertheste. aber der wird nicht kommen." Auf einen Wink KillmaröS entfernte sich Oswald und kehrte nach wenigen Augenblicken zurück mit— Herrn von Steinberg. Jetzt wallten die im Rausche de» Glücks so lange ge» hemmten Gefühle im Herzen de« Baron von Wredow über. Er sah den alten, langjährigen Freund nach jahrelanger Trennung zum ersten Male wieder, und der Gekränkte, der Beleidigte, er, der glühende Kohlen auf sein Haupt gesam« melt, er kam zu ihm, er suchte ihn auf, um ihm Versöh» nung zu bringen. Da« war zu viel! Dem alten Herrn standen die Thrä- nen in den Augen und rollten ihm in den grauen Bart hinab. Er fuhr einmal mit der Hand durch die weiße« Haare, wie in Verzweiflung, al« ob er sagen sollte: Wie machst Du Dich dieses Augenblicks würdig? Steinberg streckte ihm die Hand entgegen.„Meine» Glückwunsch, Wredow I" DaS war Alles, was er sagte. Wredow aber nahm diese Hand nicht. Er schloß den Freund in seine Arme, legte sein schneeweißes Haupt auf die Schulter des alten Freunde» uud schluchzte und weint« vor Freuden. Auch Steinberg'« Augen waren naß. Zwei alte Freunde, die ei» unglückselige« Mißver» ständniß getrennt, fie hatten sich wiedergefunden. „Steinberg," sagte Herr v. Wredow, als er endlich seine Bewegung niedergekämpft hatte, um Motte zu finden, „Du kannst mir verzeihen?" „Laß uns wieder die Alten sein," erwidette Stein« berg,„und laß alle« Geschehene vergessen sein.— MeS, hörst Du?"(Forts, folgt.) ich dies auch im September v. J., als mich Herfurt am Rede| weisen, gut, allein man darf nicht vergessen, daß ein Ge zupfte und machte Herrn Hirsch eine diesbezügliche Mittheilung. Im November pr. theilte mir Herfurth mit, daß Müller ihn und mich wegen Betruges denunzirt und auch beabsichtigt hätte, unsere Verhaftung zu bewirken. Darob war ich natürlich sehr ungehalten, vermochte mich aber doch nicht zu entschließen, wie es Herfurth wollte, eine Denunziation gegen Müller abzulaffen. Dagegen ließ ich mich im Bureau des Rechtsanwalts Dr. Beidler, der uns in den verschiedenen Brozeffen vertritt, verleiten, auf Verlangen des Herfurth dem Bureauvorsteher Gehrmann die Geschichte der Majestätsbeleidigung zu erzählen. Gehrmann verlangte nun Don mir, ich folle die Sache zur Anzeige bringen und verfaßte, als ich mich dessen weigerte, weisen, gut, allein man darf nicht vergessen, daß ein Ge| fängniß in erster Linie eine Strafanstalt ift und daß auf die eigentlichen Gewerbetreibenden mehr Rückicht zu nehmen ist, als auf Sträflinge, daß die Erwerbsverhältnisse ganzer Berufsklaffen nicht durch die Gefängnißinduftrie ge schädigt werden dürfen. Lezteres liegt aber an vielen Drten vor. So hat man sich jezt zu Bochum veranlaßt gesehen, an den dortigen Magistrat eine motivirte Petition einzureichen, dahingehend, er wolle bet der staatlichen Behörde erwirten, daß den Schädigungen des Handwerkerstandes durch die Sträflingsfonkurrenz ein Riegel vorgeschoben werde. Don Wir halten alle Einzelverfügungen, welche dem guten Willen der Behörde über laffen bleiben, für fällig unzulänglich. Die Gefängnißarbeit bedarf einer gründlichen organischen Regelung durch die Gesetz --baben eingestellt werden müssen, weil die Polizei Forderungen ftellte, welche die städtischen Behörden nicht glauben erfüllen zu tönnen, am Reichstagsgebäude wird im fommenden Sommer nur wenig gearbeitet werden, da in diesem Jahre besonders Material für den Bau beschafft wird und sonst weiter find feine nennenswerthen öffentlichen Bauten in Aussicht. Es ift fchon jezt eine Ueberfüllung an Maurern hier vorhanden, man fann die Bahl der beschäftigungslosen Maurer hier in Berlin augenblidlich auf mehr als 3000 anschlagen. Bei diesem Zustande ist es nun sehr schwer, lohnende Arbeit zu erhalten und beginnen die Unternehmer die Löhne herab zudrücken. Wenn nun noch ein größerer Buzug eintritt, mus es hier arge Noth und sehr niedrigen Lohn geben, da man dann nicht fähig sein würde, den hier nothwendigen Lohn auf Berlin zu vermeiden, und hier das Angebot von Maurer nicht zu erhöhen, besonders sich auch nicht durch Zeitungsartikel oder Schreiben von Spekulanten hierher loden zu laffen, man würde sonst Schaden haben und die Kameraden hier schädigen Also in diesem Jahre nicht nach Berlin!" Das sei für die Maurer die Losung. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden nm Verbreitung dieses Aufrufs gebeten. Im Auftrage der General- Versammlung der Maurer von Berlin und Umgegend: C. Behrend." Nr. Die bezügliche Denunziation und landte ſte ſelbſt ab. Als ich gebung, wie sie der Arbeiterichu. Beſetzentwurf der Sozialisten recht zu erhalten. Wir bitten alſo, ſoviel als irgend mäen von d vor dem Untersuchungsrichter vernommen werden sollte, hielt mir Herfurth vor, daß ich nunmehr die in der Denurziation enthaltenen Angaben auch bestätigen mußte, weil ich mich sonst einer ftrafbaren Handlung schuldig gemacht hätte. Da mir ein Eid nicht abgefordert worden ist denn beschworen hätte ich die falschen Argaben sicherlich nicht, so bestätigte ich die unwahre Behauptung. Später aber empfand ich bittere Reue über mein Thun, namentlich, da Herfurth mich verleumdete und zu schädigen suchte, und verfaßte nach einer schlaflos durchbrachten Nacht die dem Vertheidiger überreichte eidesstatt liche Versicherung. Der Zeuge betheuerte, daß dies die reine Wahrheit sei und beschwor seine Aussage.- Der Beuge Herfurth erklärte die sämmtlichen Angaben des Leißner, soweit er dabei betheiligt ist, für unwahr. Müller babe in seinem Laden nies mals eine den Kaiser beleidigende Aeußerung gethan, dagegen habe Leigner ihm die Geschichte beim Paffiren des faiserlichen Balais von Müller erzählt. Auch dieser Beuge beeidete trot der ernstesten Vorstellungen des Präsidenten diese seine, der Bekundung des Leißner diametral gegenüber stehende Aussage, so daß also einer dieser beiden Beugen einen Meineid geleistet haben muß. Selbstverständlich erfolgte bei dieser Sachlage die vom Staatsanwalt beantragte Freisprechung des Angeflagten.d Hamburg. Der Realgymnaftallehrer Dr. Töppen hierselbst, der wegen Majestätsbeleidigung, die er in Korrespons benzen für eine südamerikanische Zeitung begangen haben sollte, in Hamburger Blättern denunzirt war, ist von der Straftammer gestern zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Soziales und Arbeiterbewegung. In Göttingen soll in Bukunft den armen Schultindern, welche nur ein ungenügendes oder gar kein Früh stück von Haus mitbringen, durch den Schulwärter in den Schuten jeden Morgen eine Portion warme Milch und ein Brötchen gratis verabfolgt werden. Man ist also nicht nur in England soweit gekommen, daß die Kinder wegen der Armuth der Eltern hungrig zur Schule geben. Dabei leugnen manche Leure auch nom tas eherne ohngefeß! Nach diesem verdienen die Arbeiter so viel, um sich und ihre Kinder auf das Nothdürftigste zu ernähren; nach obigen Erfahrungen langt aber der Lohn nicht einmal hierzu; die Kinder müffen aus Almosen gespeist werden. Armuth und Krankheit. Die meisten Krankheiten wur zeln bekanntlich in sozialen Misständen, in schlimmen Wohnungs- und Ernährungsverhältniffen, in Ueberarbeit und ähnlichem. Auch die Blindheit wird, wie dies der eben er= schienene Jahresbericht der Heilanstalt für arme Augentrante der Proving Brandenburg bestätigt, wesentlich durch Armuth und ungünstige Arbeitszustände befördert. Es heißt in dem Berichte u. A. Smmer wieder ist die Wahrnehmung zu machen, daß fich eine bestimmte Gleichartigkeit der Augentrant beiten beobachten lasse. Von diesen Erkrankungen treten awet Gruppen mit einem stetig hohen Prozentsak hervor, dies find die Hornhautentzündungen und die Staarleiden. Die horn hauileiden lassen sich bezüglich ihrer Häufigfett doppelt begründen. Einmal durch die Berufsarbeiten der Arbeiter, die dem Auge resp. der vorderst gelagerten Hornhaut so vielfach schädliche Einflüffe barbieten, als da find: atmosphärische Schädlichkeiten, mecha nische Reize durch Rauch, Dampf, Stauv, Direkte Verlegungen u. 1. w., dies ist zumeist bei den Erwachs fenen der Fall. Bei den Kindern der Armen dagegen erklärt sich die Maffenerkrankung der Hornhaut lediglich aus ungünstigen Gesundheitsbedingungen, als da find: bumpfe Wohnungen, spärliche oder unregelmäßige( fast ausschließlich Stärtemehl) Nahrung, gefundheitswidrige Bes schäftigung, mangeinde Hautpflege 2c. Diese ursächlichen Be dingungen beraniger Leiden laffen aber annähernd die Schwierigkeit dauernder Heilung erkennen. So entfallen denn auch die meisten der ungeheilt sur Entlassung gekommenen und rückfälligen Leiden gerade auf diese Gruppe. Der Kurerfolg erweist sich zunächst nicht immer von Dauer, je nachdem die schädlichen Einflüsse der Heimath wieder erneut auf das Auge einwirten. Es ist aber gerade dieses Leiden durch seinen Endausgang von hoher sozialer Bedeutung. Gewiß fallen ihm wohl zehn Prozent sämmlicher Erblindungen anheim." Die Erblindungen durch Hornhautleiden find also meistens Folgen ungesunder Arbeit und Wohnungen. Werden fie furirt, so tehren fte doch häufig wieder, wenn der Patient in die alten Verhältnisse zurück versezt wird. Ein Zehntel sämmtlicher Erblingungsfälle entsteht allein auf diese Weise. Der Arzt tann da gar nichts helfen; Befferung kann nur eine günstigere Ge ftaltung der fozialen Bustände, also eine vernünftige Sozialpolitit, nicht die Dundjalbereien unserer Aerzte, bewirken. im Reichstag verlangt. Hoffentlich dringen deren Forderungen recht bald durch. " Zur Krankenversicherung. Auch der Magistrat zu Görlig macht jetzt auf die ungesegliche Handlungsweise der Arbeit geber" aufmerksam, welche das Arbeitsverhältniß den Arbeitnehmern gegenüber davon abhängig machen, daß legtere auch die Arbeitgeber Beiträge aus ihren Mitteln bezahlen. Es ist nicht anzunehmen, daß die gerügten Unternehmungen Des Gesezes allein in Görlig vogelommen find. Bei dem starken Angebote von Arbeitern werden die Arbeitgeber trot des Geseges leicht in der Lage sein, die Verpflichtung zur Bahlung des Drittels thatsächlich auf die Arbeiter abzuwälzen und wenn es in Gestalt einer Lohnreduktion ist. Berlin. Der Beitrag der Drtstranten lassen für die Gesundheitspflege ihrer Mitglieder ist nach dem Vorschlage des Komitees des Gewerbe- Krankenkassen- Vereins nicht, wie angenommen worden ist, auf 110 Pfennige, sondern auf 80 Pfennige pro Kopf und Jahr festgesezt und zur Kaffe des Gewerbe Krankenkassen- Vereins eingezogen wer den. Dieser Verein umfaßt jest 68 Krantentaffen mit 175 600 Mitgliedern, welcher an die besoldeten 71 Vereinsärzte, wovon 12 auf die Vororte tommen, 105 000 Mt. Gehalt zahlt. Diese 68 Kaffen besaßen bereits am 13. März cr. zusammen in der städtischen Spartaffe an disponiblen Geldern 519 371 Mart 31 Bfg. und beim Magistrats- Depofitorium an sofort realiftrbaren Bapieren 486 206 Dt. 60 Bfg. Lipine( Oberschleften), 13. März. Gestern früh ist auf beiden hiesigen Binthütten der schleftschen Aktien Gesellschaft von den Arbeitern die Arbeit eingestellt worden. Seit heute Vormittag hat sich der Streit auch auf das Zinkwalz wert erstreckt. Einige Arbeiter haben auf Sileftahütte II. auf Bureden die Abeit wieder aufgenommen. Die Arbeiter haben an den gestern hier anwesenden Landraih von Wittken eine Beschwerdeschrift eingereicht, deren hauptsächlicher Inhalt die Unzufriedenheit der Arbeiter mit der neueingeführten ArbeiterBension und Unfallversicherung betont. Wie die„ Schles. 3tg." weiter erfährt, ist zu der heute stattfindenden Löhnung Gendarmerie und Polizei vastä.ft worden. Eine Kompagnie des in Beuthen DS. garnisonirenden 2. Bataillons 1. Bosenschen Infanterie- Regiments Nr. 18 war bereit, auf telephonischen Ruf per Ertraag nach Lipine befördert zu werden. Bis in die dritte Nachmittagsstunde des heutigen Tages ist jedoch die Ruhe nicht gestört worden; ste scheint auch weiter erhalten worden zu sein, da später Nachrichten über Unruhen nicht eingegangen find. Es kriselt jest an allen Eden und Enden! Im Aufruf an die Maurer und Zimmerer Deutschlands. Der Fachverein der Maurer und Bimmerer Rathenows, welcher es sich, wie die Fachvereine überhaupt, zum Biele gesezt hat, für das materielle und geistige Wohl feiner Mitglieder und fämmtlicher Berufsgenossen zu wirken, steht sich im Verfolg Dieser Aufgabe vor einen ernsten, harten Kampf gestellt. Wir haben es uns zur Pflicht gemacht, Jedem unserer Beruf genoffen ein solches Leben zu verschaffen, daß er durch den Gr fraa seiner Arbeit fich und den Seinen ein menschenwürdige Dasein verschaffen kann, fich und die Seinen geistig weiterbilde und zu tüchtigen Menschen und brauchbaren Mitgliedern de menschlischen Gesellschaft erziehen kann. Urtheilt felbft, of das unter den jezigen Verhältnissen möglich ist. Der Durd schnittslohn des Maureis und Zimmereis beträgt hier 22 pro Stunde, das giebt bei 26 Wochen zu voller Arbeits gerechnet zu 11 Stunden täglich und jede Woche zu 6 Arbeit lagen Mit. 377,52. 13 Wochen wegen der vorgerückten Jahu zeit zu zwei Drittel Tagesatbest also 9 Stunden täglich epic Mr. 154,44. Mr. 154,44. 13 Wochen( Winter und Frühjahr) arbeit los, clso zusammen einen Jahresverdienst von Mr. 531 d. h. täglich 1. 45 Bf. Kann man davon Wohnung Kleidung, Effen und Trinken, Licht und Heizung, Ste unb wir: und Abgaben, eigene Bildung und Kindererziehung bestreiten? Wohl schwerlich, und um dies zu ermöglichen, verlangten Lohn pro Stunde 30 Bf., 10ftündige Arbeitszeit und b schaffung aller Ueberstunden, um auch in Wahrheit ein bäu liches Leben genießen zu können, Aufschlag von 25 pot. auf Atford und Sonntagsarbeit. Jft das zu viel verlangt Der Lohn würde sich dadurch von 1,45 M. auf 1,80 stellen. Ist das unbillig? Wir glauben nicht, und auch Ihr werdet unsere Forderung gerecht und billig finden. waren in fragen an a. Na Be Def Re b. Die effi Der Ar bo Der Mag Stadtver F1 fa ſtä ha De mo mo rif da fin ta lic V De A tre ta De F 3 18 nu Unsere Meister und Arbeitgeber aber haben fich mit uns nicht 486 gütlich darüber einigen wollen, dreimal haben wir ste zu Sprechungen eingeladen und fi: find nicht erschienen. bleibt uns nichts Underes mehr übrig, als die Arbeit nieber zulegen und wir rechnen, falls es dazu fommt, auf Eure Haltet vor allen Dingen jeden Bujug fern! Wir vertrauen auf Euren follegialiichen Sinn den Kampf beginnen! Mit kollegialischem Gruß die Kom mission der Maurer und Bimmerer Rathenows. J. B.: G. Kreffe. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Ab bruck gebeten. Leipzig, 13. März. 3ur Lohnbewegung. Königreich Sachsen beginnen nun auch die Bädergesellen mit an der Aufbesserung ihrer sozialen Lage zu arbeiten. Das jeßige System, wonach ein Gehilfe 16-18 Stunden arbeiten muß, ist nur deshalb möglich, weil in den kleineren Städten die Bäckergesellen förmlich gezüchtet werden. Ein Meister arbeitet mit 3-4 Lehrlingen, ohne einen Gehilfen. Was der Lehrling lernt, ist Nebensache, hat er ausgelernt, so muß er auf die Wanderschaft und ist schleßlich froh, wenn er überhaupt eine Stellung findet. Thatsache ist, daß von den Bäckergesellen nur 3 pбt militärtüchtig find. Vorgestern hielten hier die diesen zählten 163 Vereine 19 917 Mitglieder; von den übrigen Bäckergesellen eine Versammlung ab, welche etwa von 500 Be theiligten besucht war. Man beschloß, den Meistern einen Normalarbeitstag vorzuschlagen, in der Dauer von Wochentags 12 Uhr Nachts bis 12 Uhr Mittags und Sonntags bis 8 Uhr, Feiertags bis 6 Uhr früh. Uebertrieben sind. diese Forderungen jedenfalls nicht. Madrid, 12. März. Arbeiterinnenrevolte. Die bei der lönigl. Tabat- und Bigarren- Manufaktur beschäftigten 2000 weiblichen Arbeiter begannen gestern Morgen die Utens fillien u. s. w. der Fabrik zu zerstören, weil die Manufaktur durch Maschinen weiter betrieben werden sollte. Es wurden München, 15. März.( Mittheilung von Fr. Rob leder's Bureau.) Bis zum 15. März waren insgesamm angemeldet 198 Fachvereine refp. Filialen von zentialite Unterſtügungsvereinen aus 83 Städten und Ortschaften on Vereinen fehlten noch die Angaben über die Mitgliederzahl Weitere statistische Mittheilungen find erwünscht. Außer diesen ist aber zur Erhaltung und Weiterführung des Bureaus die petuniäre Beihilfe der Fachvereine 2c. erforderlich. Es bittet deshalb um baldige Busendung der ersten Quartalebei träge, wo dieselben noch ausstehen, Fr. Robleder's Burea Neubausen München. Vereine und Versammlungen. Im Berliner Verein für harmonische Leben vom Gouverneur Truppen entsandt, um die aufständigen weise" sprach Herr Dr. Pau! Förster vor einer zahlreichen Weiber zur Ruhe zu bringen. Dieselben hielten eine Belagerung Buhörerschaft in äußerst fesselnder Weise über: Thierschut und Vegetarismus". Der den Förderern des Thierschußes, einer Unterhandlung, die zu einem befriedigenden Resultat begann der Herr Vortragende, oft mit Recht gemachte Vorwu fle vergäßen über ihren Thierschußbestrebungen von 11 Stunden in dem verbarrikadirten Gebäude aus. Nach führte, wurden die Arbeiterinnen einzeln entlassen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf gegen 5000 Pesetas. 11 viel den nöthigeren Menschenschutz, treffe die Vegetarier nicht. Deren Wahlspruch sei vielmehr: Das Eine thun und das Ander Wie gemeldet wird, find auf der Missouri Pacific Eisenbahn nicht lassen! Und wer Mitgefühl mit den Thieren habe und und deren Verbindungslinien ausgedehnie Streits der bestrebt set, denselben ihr Recht zu Theil werden zu laffen, be - Die Eisenbahnbediensteten im Gange. Die stetige Her könne nicht mitleidelos und ungerecht gegen seinesgleichen fein Verpflegungsstationen. Die Magd. 8tg." bemerkt heute mit Recht, über die theils täppischen, theils brutalen Vers fuche, alle armen Reisenden auf den Verpflegungsstationen arbeiten zu laffen, che fte etwas bekommen: Aber, wie will ebe man auf den Dörfern Arbeit finden, während hundert fleißige Hände im Dorfe gerungen ruhen? Wollen wir Holz spalten, wo fein solches Holz getauft und gebrannt wird? Wollen wir eine Schrotmühle einrichten und dem Müller im Dorfe sein Brod nehmen oder doch verkürzen? Wollen wir Steine flopfen lassen von Bädern, Schreibern und dergleichen, die dadurch ihre Finger und Hände für die Arbeit des Handwerks schädigen, abgesehen von Bodelschwingh's Mahnung, die Arbeit folle nur verborgen" sein und nicht am Wege geschehen? Endlich aber die Frage: Hat die 2 Stunde oder Stunde Arbeit in der Station wirklich Werth? Materiell gewiß nicht, da die Leute ausgemergelt und vom Marsch bereits ermattet find." Sehr richtig, aber wenn die Magdeburgerin dann fofort Paß und amiliches Wanderbuch und Korrektionshäuser fordert, so find ihre Vorschläge noch brutaler, wie die eben von ihr tritiftrten. abseßung der Löhne bis fast auf den Verhungerungspunkt hat Die Veranlassung dazu gegeben. Zur Verhinderung von Ruhestörungen find durch den Gouverneur von Missouri Truppen entsandt worden. Jm Distrikt Pittsburg haben 10 000 Grubenarbeiter ihre Thätigkeit eingestellt und verlangen 3 Cents für den Bushel geförderter Rohle. werde vielmehr dem leidenden Bruder helfen. mit Seite versuche man die Thierschußbestrebungen dadurch zu be feitigen, daß man die Vertreter Spott und Hohn überschütte, was gezeigt habe, Bon gewiffe Derselben fich fo red als Richard Wagner seinem natürliche Gefühl Ausdrud gab und sich gegen die Vivifettion erklärt und in seiner Schrift: Religion und Kunst" voll und gan für den Vegetarismus eintrat. Die Vegetarier würden abe Aufforderung: in unsere Reihen zu treten und mit zu berathen ungeachtet aller unsauberen Angriffe kräftig weiter wirten, bi An die Schmiede Berlins! Werthe Kollegen! Schon einmal in diesem Jahre traten wir an Euch heran mit der wie unsere Lage zu verbessern ist. Kollegen, laffet unsern Ruf auch unser Verein in ter kurzen Bett feines Bestehens eine ein Recht haben, zu leben und fich ihres Daseins 3 freum nicht vergeblich sein, sondern leget mit Hand and Weik. Hat mündigen Brüder", wie Herder die Thiere so schön genannt Iman überall zu der Einsicht gekommen sei, daß unsere un imposante Mitgliederzahl erreicht, so ist dieselbe doch noch lange Allen Thierquälereien, die so viel zur Verrohung der Menschen nicht groß genug, es müßte Reiner in unseren Reihen beitrügen, müffe der Garaus gemacht werden, vor allem aud der Vivisektion, deren Nothwendigkeit und seltenes Borkommen tag, den 17. März, Abends 8 Uhr, nach Keller's Prof.Heidenhayn neuerdings vergeblich nachzuweisen gesucht babe Salon, Andreasftr. 21 am Andreas- Plas, es ist der größte EinBlid in die medizinischen Fachjournale lehre, daß auch in Deut Saal Berlins, forget dafür, daß kein Blas leer bleibt. Auf land in ausgedehnteftem Maße vivisezitt merde. Auch die der Tagesordnung steht: 1. Wie ist unserem Handwerk aufzu- Jagd sei zu verwerfen, und werde er auf dieselbe in einem fehlen; darum fommt alle Mann für Mann am Diensbelfen. Referent: Herr Regierungs Baumeister Regler. 2. Die Forderungen des Fachpereins und die Antwort des Innungsvorstandes und wie verhalten sich die Berliner Schmiede schiedenes. Sämmtliche Schmiedemeister werden zu dieser Ver besondern Vortrage zurüdtommen. Die Quälereien, die be Ver hi fü pf Le be he ne Do fch fü και Uebe treffend, Magiftrat SK ga we nu ga N 100 wo pu Fl an Er wo ert ni wo Be ев un all am De in or Wir Bartel f giftrata. Don Beit licht, ift immer er Intellige libera der Vivisektion und der Jagd vorlämen, feien aber nur gering gegen die beim Mästen und Töoten der Schlachtthiere verüblen zur legteren. 3. Wahl von 5 Kommiffionsmitgliedern. 4. Ver- Greuel. Und deshalb müße jeder echte Thierfreund der nidt nur unnöthigen, sondern sogar franfmachenden Fleischgenu sammlung freundlichst eingeladen. Der Vorstand des Fach- aufgeben, müsse denselben umfomehr meiben, als fonit bie vereins der Schmiede. J. A.: D. Matthes, Vorftzender. Vivisektoren sich darauf berufen könnten, daß fie ihren Diejenigen Kollegen, welche noch im Befiße von Frage- fuche" unternähmen, um für die franken Menschen Hilfe u Die Fachvereins Versammlung am 16. März weise gefund bleibenden Vegetariern hinfällig fei. Der Berr Vortragende schloß mit der dringenden Aufforderung, man Die Maurer Berlins richten an ihre Kameraden außer möge auch hier nicht halb sein, sondern voll und gang und halb Berlins bei Beginn der Bauzeit die dringende Warnung, konsequent für den Thierschuß eintreten und sich dem Begetari in diesem Jahre sich von Berlin möglichst fern muß, der Religion der Bufunft" anschließen und zum Besten Gefängißarbeit. Aus der Grafschaft Mart, 11. März. Entgegen der Ministerial- Verfügung, nach welcher in den Ge fängiffen Handweitsarbeiten nur für Personen, welche mehr als zehn Kilometer vom Gefängnißorte entfernt wohnen, ausgeführt werden sollen, ist es in den überfüllten Strafanstalten der Mart der gewöhnliche Brauch, daß für Unternehmer gearbeitet wird, welche die in den Gefängnissen erzeugten Waaren verschleißen, wo und wie fte nur tönnen. Gegen deren Kon furrenz tönnen ehrliche Gewerbetreibende, Handwerker, Näberin nen u. f. w. nicht mehr aufkommen. Natürlich verfügt die Verwaltung von Strafanstalten über billige Arbeitskräfte, für Deren Kost, Wohnung und Handwertszeug der Staat auf tommt. Es ist erstaunlich, zu welchen maßlos billigen Preisen 3. B. für Kleiderbazare und Weißwaaren- Magazine die Nähund Schneiderarbeiten ausgeführt werden. Sträflingsarbeit Handwerksverderb, das ist die allgemeine Pearl hier. Gewi ist die Absicht, den Sträflinger nütliche Arbeit au 悅 bogen find, werden gebeten, dieselben in der Versammlung abzuliefern. zu halten, ba hier nur sehr geringe Aussicht auf Arbeit ist. Es heißt in dem Aufruf: Die Privatbauthätigkeit ist in Diesem Jahre ganz erheblich geringer als in den vorigen Jahren, da die Materialier preise sehr theuer, auch die Betse der Menschheit lauter Bekenner desselben hafte Diskussion. werden. Dem mit leb En rauschendem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine l Eine große Kommunal Wählerversamm der Baustellen durch die unsolide Spekulation sehr hinaufge- Iung findet am Mittwoch, den 18. März, Abends 8 Uhr, trieben find, und so das Bauen verfbeuert wird; dazu kommt der Lothringerstraße 37 ftatt. Tagesordnung: I. Die Errichtung die Einmiturg der Erschwerung des Bauens burch polizeis von Sanitätsachen für den Norden Berlins. Ref. De liche Anforderungen, die fehr schwer zu erfüllen find. Die Kanalisationsarbeiten, die sonst immer einer großen Det. Krohm. II. Wahl einer Kommiffion Deutscher Senefelder- Bund, Mitgliedschaft Berlin Bahl Maurer Beschäftigung gaben, bieten in diesem Jahre Dienstag, den 17. cr., Abends 8 Uhr im Restaurant Weld ren laurern nur wenig Arbeit, da jest besonders nur Rohr Alexanderftr. 31: Vortrag über Chemie von Herrn Leffer legunaer ausgeführt werden; die Bauten an den Markthallen Bahlreiches Erscheinen erwünscht. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage eine( bi Ichwindfu thm bie viel geto gaben fe Blätter D amtlichen Diefe indi Blätter Jeitung. Btg. un Bebe und flet aber doch Soweit men, fin welche p an den Annonze Biebt es haben m Blatatfä fann fich brechen. erungen erfüllen Sommer efonders ter find ht. Es handen, er hier chlagen. Arbeit berabr. tt, muß a man Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 64. hn aufs möglic Maurern Don Bartitel en, man werden Genossen hädigen waren in der Sizung vom 4. Dezember v. J. folgende Anfür die fragen an den Magistrat eingebracht worden: ge ber gegend: lands welcher est bat Der und Berfolg tellt. Berufe Den Gr Dürbigel erbildn ern ba bft, of Durch 22 beitszeit Arbeits Jabus ecgiebt arbeit 531,96 ng unb Steuern treiten! en wir: and b bäu St. auf gt? 80 and aud Den. s nicht zu Be nieber of Eure in Sinn feden Hilfe Kom 3. V.: um Ab Rob efamm altfirtes Bon abrigen Derzabl Diefen aus die ch. E talebel reau, Bebens Ireichen terschut uges, fo Sormun en viel Deren Ander abe und Ten, ber en fein au be gewiffer mit redt ütlichen erklärt nb gan n aber ten, bi Tenannt freuen tenfchen m aud Commen ht babe Deutic uch bie einem Die be gering erübten er nicht ilfe u Dienstag, den 17. März 1885. Von den Stadtverordneten Goerckt und zurückgreifen müssen, die in Arbeiter- und Kleinhandwerker- und wie die Behandlungen in den Häfen am besten auszua. Nach welchen Grundsägen verfährt der Magistrat bei Veröffentlichung von Bestimmungen und Anordnungen deffelben, die in hiesigen Zeitungen als Annonzen zur Kenninig der gesammten Bürgerschaft bestimmt find? b. Warum berücksichtigt der Magiftrat bei Veröffentlichungen, Die zum größten Theil die arbeitende Bevölkerung intereffiren( wie die Anordnung über das neue Kranken versicherungswesen) nicht auch das in Berlin erscheinende Arbeiterorgan, Berliner Voltsblatt", da dies doch hauptsächlich von Arbeitern gelesen wird? Der Magiftrat antwortet jegt darauf in einer Vorlage an die Stadtverordneten- Bersammlung. Ad a. bemerkt er: freifen viel gehalten werden, und wir erkennen gerne an, daß der Magistrat bisher schon mehrfach danach gehandelt hat. Politische Webersicht. Frankreich. Dem Gestern fand in Paris die Beerdigung des vor einigen Tagen verstorbenen radikalen Abg. Gatineau statt. Leichenwagen folgte eine große Vollsmenge, unter welcher fich auch der radikale Deputirte Clovis Hugues mit seiner Gattin befand. Einige Vereine wollten rothe Fahnen entfalten, wurden jedoch durch die Polizei daran verhindert; Clovis Hugues trat den Polizeibeamten entgegen und versuchte eine Fahne feft zubalten, gab jedoch nach Intervention eines Rommissars seinen Widerstand auf. Am Grabe auf dem Kirchhofe Père Lachaise sprachen verschiedene Gesinnungsgenoffen des VerIn Bezug auf die Veröffentlichung der diesseitigen Bestorbenen. fanntmachungen 2c. ist zunächst zu bemerken, daß die städtische Verwaltung bestimmte Publikations- Organe haben muß, von denen das Publikum weiß, daß in denselben sämmtliche Bublikationen der Gemeindever waltung zu finden sind. Gewiffe amtliche Bekannt machungen, z. B. betreffend die Anleihen, ortsstatutarische Feststellungen von Baufluchtlinien haben nur dann Giltigkeit, wenn sie so vorschriftsmäßig publizirt find. Die Bahl solcher amtlicher Publitations Organe fann mit Rücksicht auf die Insertionskosten selbstverständlich nur eine beschränkte sein. Die amtlichen Publikations- Organe der städtischen Verwaltung, in welchen sämmtliche Betanntmachungen 2. veröffentlicht werden, find gegenwärtig: Das Intelligenzblatt, die Bossische Zeitung und die National- Beitung. Unter gewiffen Umständen müssen das Potsdamer Amtsblatt und der Staats- und Reichs- Anzeiger hinzu treten. Das Intelligenzblatt ist von je her amtliches Publitations Organ, sowohl der Staatsbehörden, als auch der hiesigen Gemeindebehörde gewesen; die Vosfische Beitung ist schon seit Erlaß der Städteordnung von 1808 zur Bublitation diesseitiger Bekanntmachungen bes nugt worden; die National- Beitung ist im Jahre 1874 hinzugetreten. Das Intelligenzblatt nimmt die diesseitigen Inserate für den ermäßigten Preis von 20 Pf. pro Beile auf. Rußland. II. Jahrgang. führen find. Das Alles ist mit einer größeren Flotte vorzüg lich, von einer fleineren nur mit geringem Erfolg auszuführen. Von größter Wichtigkeit ist das regelmäßige vierzehntägige Ers scheinen der Schiffe in den verschiedenen Häfen. Die Kosten für Kohlen, Agenten und Hafeneinrichtungen finden sich zwie fach, wenn beide Linien, Oftasten und Australien Annahme finden: in Alexandrinen, Port Said, Suez, vielleicht Aden, später in auch Colombo. Die Zweiglinie Brindisi besteht nicht für für sich, fondern ist mit beiden Linien verbunden. Deshalb ist auch die Ent schädigung für fie mit nur 400 000 tatt berechnet, fte wird aber mehr fosten, wenn sie nur einmal alle vier Wochen zu fahren hat. Sie ist in der Vorlage nur so billig augesezt, weil bie Beamten und Einrichtungen alle vierzehn Tage ihre Dienste thun sollten. Ich habe mich während meines Aufenthaltes in Australien der mühevollen Arbeit unterzogen, die wirkliche Einfuhr von Europa festzustellen: damals verhielt sie sich zur Ge sammteinfuhr Australiens wie 35:50, also jest wie 42:63 b. h. von diesen 800 Mart ist ein Theil durch redliche tüchtige Kons Turrenz mit ausgezeichneten Waaren für uns zu erwerben. Unser bisheriger Antheil von 14 Millionen Mark wird sich durch die australische Linie unzweifelhaft erhöhen, wozu die vermehrte Einrichtung von Filialen gehört. Wer meinem Rath in dieser Beziehung gefolgt ist, hat sehr wohl gethan, und mehrere Expeditionen in diesem Sinne find in Vorbereitung. Der auftralische Handel ist ungleich entwickelungsfähiger, als der chinesische, und wird den letteren nach Bewilligung der Subvention sehr bald überholen. Herr Richter steht einen Widerspruch darin, daß man die Linie nach China empfiehlt, weil es erst Eisenbahnen bauen will, und die nach Australien, weil es fie schon bat. Das ist feine Sophistit, sondern ganz richtig. Dort fönnen wir Schienen und Baumaterial liefern, in Australien find die bereits vorhandenen Bahnen die Grundlage fortschrei tender Kultur und Konsumtionsfähigkeit. Ferner: nach China gehen grobe Waaren, nach Australien feinere, die r ehr Jntelligenz und beffere Arbeiter erfordern. Wenn Sie den Herren Richter und Rintelen folgen, so ziehen Sie der Vorlage das Beste, ihre industrielle Seele, aus dem Leibe und lassen den groben Bestand übrig. Und dann haben Sie sich ja mit alle dem für Rotterdam verschoffenen Pulver präjudizirt: warum soll der Rhein für Rotterdam und seinen Tiefgang schwärmen, wenn keine Waaren dorthin transportirt werden? Denn aus Süddeutschland nach Rotterdam würden nicht die Waaren für China, sondern nur die für Australien geben. Die Chinesen spielen nicht Klavier, fte taufen Kanonen und grobes Tuch, bas in Schwaben nur blau gefärbt wird; nicht süddeutsches Saffianleder und Schuhe. Der Rhein wird nicht belastet von den Waaren, die vom Oberrhein und Schwaben nach China gehen. Der Absatz von Farben aus Mannheimer und Frank furter Fabrifen hat sein Morimum erreicht. Unsere Einfuhr von roher Wolle steigt, weil unsere Wollindustrie sich mehr einführen. Von diesen wollenen Waaren geht ein Theil nach England. Wir würden also unser Rohmaterial durch unsere Dampfer billiger beziehen als bisher. Afrita braucht einstweilen nur eine Menge geringerer Artikel für Maffenverbrauch, ist aber auch entwickelungsfähig. Alle drei Linien liefern uns die werthvolften Rohstoffe, die unsere Industrie veredelt. Das Haus wolle daher die Anträge auf Be willigung der oftastatischen Linie allein ablehnen und die ganze Vorlage nach dem Antrage der Abgg. Behr und Genoffen annehmen.( Beifall.) Die Verbannung des Bischofs Hryniewiecki hat in der Wilnaer Diözese unter den Polen böses Blut gemacht. Die der russischen Regierung genehmen Geistlichen werden von den Anhängern des Bischofs verachtet und insultirt; namentlich find es die Frauen, welche ihre Verachtung öffentlich zur Schau tragen. In Wilna, so schreibt ein Moskauer Blatt, bewaffnen tragen. In Wilna, so schreibt ein Moskauer Blatt, bewaffnen fich die Frauen mit Eisen und Steinen und figuriren als Chor der Erinnyen, als schreckliche Rämerinnen des quaft unschul digen Schlachtopfers, d. h, des Bischofs Hryniewiecki. Da fte mehr als die übrigen geistlichen Schafe in die Geheimnisse der bischöflichen Sympathien und Antipathien eingeweiht find, so bemühen sie sich, ihren Born an den Priestern auszulassen, die der Bischof am wenigsten leiden konnte. Das erste Dpfer weiblicher Rache wurde vor Kurzem der Religionslehrer am Wilna'schen Mädchen- Gymnaftum, der Geistliche Jusitiewicz. Eine entschloffene Patriotin brachte ihm mit einem Schlüffel eine nicht unerhebliche Wunde am Kopfe bei. Wahrscheinlich wird man fte dem Bischof nachsenden. Auch ein anderer Relts gionslehrer, der an der höheren Marien Töchterschule angestellt ist, ein Prälat B., fühlt fich nicht sicher. Er fürchtet sich, die Straße zu betreten. An der Thür der Wohnung eines Dritten Religionslehrer an der technischen Eisenbahnschule, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von graziöser weiblicher Hand ein tadelloser Drobbrief angeklebt. Viele Frauen follen mit Rohrstöcken, Steinen und wahrscheinlich auch mit rohen Giern bewaffnet die Kirche besuchen, um den Geistlichen zu attatiren, der sich unterstehen sollte, der polnischen Sache untreu zu werden und eine russische Predigt zu halten. In Kowno liegen nach der Aeußerung des Korrespondenten die Sachen übrigens noch ernster. Eines der Gymnafien des Gouvernements Kowno, das Schaulen'sche, befindet sich im Belagerungszustand; einige Mitglieder der örtlichen römisch- geboben hat als unsere Schafsucht, wir müssen daher Wolle faibolischen Gesellschaft attafiten dasselbe bei Nacht mit Steinen und drücken damit ihre Unzufriedenheit über die Verfügungen des neuen Direktors aus, die auf die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Anstalt und auf die Wahrung der russischen Intereffen gerichtet sind. Nirgends wirkt die katholischepolnische Propaganda mit solcher Energie und Ungenirtheit, wie in diesem Gouvernement."- Der Bericht ist zwar augenscheinlich übertrieben, immerhin ist aber aus demselben erficht lich, daß die Verbannung des Bischofs eine große Erregung unter den Polen erzeugt hat. Die Volftiche und National Beitung haben sich ver pflichten müffen, alle Veröffentlichungen, welche diesseits lediglich im öffentlichen Intereffe, d. h. im Intereffe der gesammten Einwohnerschaft etlassen werden( bis her die weitaus größte Bahl) unentgeltlich aufzus nehmen. Die drei genannten Blätter haben sich bisher als völlig ausreichend erwiesen. Nur wenn gewisse Bekanntmachungen eine möglichst schnelle und weite Verbreitung erhalten sollen, werden für diese besonderen Fälle je nach Art der Sache ausnahmsweise noch andere Beitungen benußt. Magiftrat: Ueber die zweite Angelegenheit, die Anordnungen betreffend, welche hauptsächlich Arbeiter angehen, äußert der Wenn wir außer den drei ständigen Publikations- Dr. ganen noch andere Blätter zu benußen für nothwendig erachten, so können dies doch der Kosten wegen nur so viele sein, als zur Erreichung des Zwecks unum gänglich nöthig sind. Die Bekanntmachung vom 26. November pr., auf welche die Interpellation hindeutet, war unseres Erachtens in ausreichender Weise publizirt worden. Dieselbe ist fünf Mal an den Anschlagfäulen publizirt und außerdem in 172 000 Eremplaren als Flugblatt verbreitet worden, wovon 11 000 Exemplare an betheiligte Personen zur Orientirung und 154 000 Der geleſenſten Beitungen beigelegt Exemplare 11 worden waren. Hierdurch find recht erhebliche Kosten erwachsen. Wenn bierbei das Berliner Boltsblatt" nicht berücksichtigt worden war, fo ift dies unterlaffen worben, weil wir es nicht für nöthig hielten, noch mehr Beitungen heranzuziehen. Dazu kommt aber noch, daß es fich bei der in Rede stehenden Bekanntmachung nur um die Meldepflicht der Arbeitgeber gehandelt hat. In den Fällen, in welchen es sich speziell um das Intereffe der Arbeitnehmer handelt, werden wir stets Sorge tragen, daß die betreffenden Bekanntmachungen allen Arbeitnehmern zugänglich gemacht werden. Am zweckmäßigsten dürfte das aber durch Veröffentlichung an ben Anschlagfäulen geschehen. Wir behalten uns indeffen vor, auch ferner wie bisher in solchen Fällen neben unsern ständigen Publikationsorganen auch noch andere Beitungen zu benußen. Wir erlauben uns, da wir in der ganzen Sache selber Bartei find, nur wenige Worte zu diefer Rundgebung des Mas Egypten. Nach einem in London eingegangenen Telegramm der Sunday Times" wäre Stassa la von den Anhängern des Mahdi genommen und die ganze Garnison niedergemacht wor den. Eine Bestätigung dieser Nachricht ist der englischen Re gierung noch nicht zugegangen. Bebehr Pascha, sein Sohn und drei andere Personen find am Sonnabend auf An ordnung der englischen Militärbehörden verhaftet und in Alerandrien an Bord des englischen Aviso Jris" gebracht worden, welcher alsbald den Befehl zur Abfahrt erhielt. Aus zahlreichen beschlagnahmten Papieren soll sich der dringende Verdacht, welcher zu der Bethaftung Anlaß gab, daß Bebehr mit dem Mahdi Verbindungen unterhalten habe, bestätigt haben. Nach einer Meldung aus Alexandrien von gestern ist der Aviso Fris" mit den Verhafteten nach Cypern gejegelt, wo dieselben internist werden sollen. Bebehr Bascha ist eine einflußreiche Person, er war früher Sllavenhändler und gerieth mit Gordon in Konflikt, worauf dieser zwei von seinen Söhnen tödten ließ. Später versuchte Gordon ihn auf seine Seite zu ziehen und bot thm fogar die Stelle als Generalgouverneur des Subans an. Die diesbezüglichen Verhandlungen scheiterten an dem Widerstande der englischen Regierung, die als Befreierin" Egyptens unmöglich den früheren Sklaven händler zum Gouverneur des Sudans machen tonnte. Amerika. Reichskanzler Fürst v. Bismard: Ich habe einen Frr thum au berichtigen, in welchem ich mich vorgestern dem Herrn Abg. Richter befunden habe. Es war mir, ich weiß nicht mehr, ob aus Beitungen oder aus mündlichen Mittheilungen bekannt geworden, daß er in der Rede, die er als captatio benevolentiae für England hielt, unter den Motiven, die unsere Haltung England gegenüber zu bestimmen hätten, auch die Verwandt schaften unserer Dynastie ins Feld geführt hätte. Ich ließ mir deshalb den stenographischen Bericht vorlegen, und in demfelben wurde mir die Hauptrede des Herrn Abgeordneten von jener Sigung, die erste, als die Rede bezeichnet. Bei ihrer Durchlefung fand ich diese Wendung der Sache nicht wieder. Ich schloß daraus, daß der Herr Abg. Richter in Bezug auf politischen Tatt mit mir die gleichen Ansichten gehabt und bei der Korrektur die Anspielung auf die Verwandts schaften unserer Dynastie unterdrückt hätte, und erlaubte mir, darüber in meiner vorgestrigen Rede meine Freude zu erkennen zu geben. Der Herr Abg. Nichter hat sehr bald Gelegenheit genommen, diese Freude mir zu zerstören, und ich habe, durch feinen Widerspruch veranlaßt, nunmehr den vollständigen Sigungsbericht gelesen und bin Aufklärung darüber schuldig, wie ich zu dem Jrrthum gekommen bin. Ich konnte nicht vorausseßen, daß der Herr Abgeordnete in seinem Plaidoyer für England das Bedürfniß empfunden haben würde, zwei mal hintereinander denselben Gedanken das zweite mal etwas schärfer unterstrichen zum Ausdruck zu bringen. Ich glaubte, nachdem ich seine erste Rede gelesen batte, damit wäre Die Sache beendigt, da er in dieser ersten Rede alles gesagt hatte, was meines Erachtens fich von seinem Standpunkte fagen ließ, in den Worten, die dahin lauten: England und Deutschland sind aufeinander angewiesen nach Stammesver wandschaft, nach den historischen Traditionen und nach der ganzen Entwickelung, mehr als irgend welche anderen Länder in Europa. Wenn augenblicklich diplomatische Streitigkeiten schweben, über deren Berechtigung ich mir heute kein Urtheil erlaube und über die ich nicht entscheiden will, so wollen wir hoffen u. f. w. Ich glaube, der Herr Abg. Richter täuscht sich Der Abg. Richter hat in England ein viel größeres Schwerüber das Gewicht seines Auftretens wenigstens in England. In Folge der durch das Vorgehen des Präsidenten Barrios in Guatemala in den Staaten von Bentral Amerika hervorgerufenen Bewegung erhielten mehrere Krieg 8fchiffe der nordamerikanischen Union den Befehl, fich nach den Gewäffern von Bentral Amerifa zu begeben. Ein weiteres auf die zentral- amerikanischen Vorgänge bezüg Depeschen aus La Libertad ist die merikanische Gesandt schaft in Guatemala angewiesen worden, Guatemala zu ver giftrats. Daß der Magistrat nur in einer beschränkten Bahl liches New- Yorker Telegramm vom Sonnabend lautet: Stach Don Beitungen fämmtliche Bekanntmachungen veröffent licht, ist fachlich durchaus geboten. Auffällig fönnte es freilich immer erscheinen, daß außer einem reinen Annonzenblatt( dem laffen und sich nach San Salvador zu begeben. Von der Intelligenzblatt) die amtlichen Publikationen gerade zwei liberalen Blättern zugewendet werden, von denen das chwindsucht litt. gaben febr ungern bgenus nit bie Ver Lebens r Herr man und getaris Beften em mit ne leb Abr, in htung Herr Berlin Weid Ter. Der Magistrat mag darauf hinweisen, daß aber indirekt unterstützt hat er die von Guatemala zusammengezogen. Die Haltung Meritos dem Vorgehen des Präsidenten Barrios in Guatemala gegenüber Borgehen des Präsidenten Barrios in Guatemala gegenüber findet in den drei dadurch bedrohten Staaten von Bentralthm die Annonzen in der Vosfischen und National Beitung nicht amerita lebhafte Bustimmung. viel geloftet haben wir vermissen nähere, auffernmäßige An Blätter doch sehr wirksam: viele Mitbürger mußten fte des amtlichen Inhaltes wegen lesen, und es ist doch die Frage, ob biese indirekte Unterstüßung zu rechtfertigen war, wenn andere Blätter viel mehr Abonnenten hatten, wie die National Jeitung. Jedenfalls ist soviel sicher, daß Blätter, wie die„ Voff. Btg. und die Nat.- 3tg." in die große Maffe der Arbeiter überfüllt. und fleinen Leute gar nicht eindringen. Diese Kreise werden aber doch auch von vielen Maßregeln des Magistrats berührt. Soweit hier Bekanntmachungen des Magistrats in Frage kom men, find fie unbedingt auch anderen Blättern zu überweisen, Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 68. Sigung vom 16. März, Vormittags 11 Uhr. Am Tische des Bundesraths Für ft v. Bismard, von Boetticher und Kommissarien. Die Tribünen find Die zweite Berathung des Gesezentwurfs, betreffend die Dampferfubvention, wird fortgesegt. Kommiffarius Geb. Rath Reuleaux: Die Vorschläge der Abgg. Rintelen und Richter heben einen Bruchtheil der welche vornehmlich unter Arbeitern verbreitet sind. Plakate Vorlage heraus gerade so, als bestände ste aus drei über einan den Säulen tönnen nur in feltenen Fällen die Beitungs- ander geschichteten Vorlagen, während sie ein einheitliches Annonze ganz und gar ersetzen. Wie viele Bekanntmachungen Ganges ift und ein äußerst festes Gefüge bat, in dem fich jeder Biebt es nicht, die der ungeübte Arbeiter längere Zeit zur Hand haben muß, um vor Firthümern ficher zu sein. Auf die großen und 6 bis 7 fleinen Dampfern als eine einzige abges Theil auf den anderen bezieht: eine Flotte von 12 bis 13 fchloffene Gruppe, in der es von größter Bedeutung ist, daß Die Dampfer auf den einzelnen Linian eineinander aushelfen gewicht als bei uns in Deutschland.( Heiterkeit rechts.) Ich muß darauf aufmerksam machen. Der, welcher an der Spige einer Majorität, der die Regierung ziemlich regelmäßig unterliegt in Fragen, die fte bringt, ist doch für England der herr schende Bunkt, der Stern der Zukunft, und man muß schon die deutschen Verhältnisse genauer tennen, um sich zu überzeugen, daß diese englische Auffaffung bei uns nicht so ausschließlich Blat greift, wie es in England der Fall sein dürfte. Ich habe das angeführt, was der Herr Abg. Richter in seiner ersten Rede gesagt hat. Wenn ich nun zwei Seiten weiter umschlage, so finde ich, daß er ge nau denselben Gedanken nochmals wiederholt hat; schien eins vergeffen zu haben und nachholen zu müssen; das waren die verwandtschaftlichen Beziehungen der Dynastie. Die zweite Wendung ist im Uebrigen ganz identisch mit tec erften, fte hat wenige Minuten nachher nnter wiederholter Meldung zum Wort stattgefunden. Ich muß daber annehmen, daß Herr Richter auf diese Einschaltung ein ganz besonderes Gewicht gelegt hat, Er sagt, daß er überzeugt sei ,,, die Anfichten weiter Kreise im deutschen Volt zu vertreten"- denke ich mir; der Saß ist nicht ganz zufammeuhängend- ,, die sich brechen. Deshalb wird der Magistrat immer auf Beitungen und ermittelt wird, welche für gewiffe Linien am besten paffen keineswegs durch parlamentarische Debatten, die an dieser Stelle wenigstens durchaus überflüssig find, in einen künstlichen Gegen« satz zu einem unS stammverwandten Volle, das unS nicht nur durch unsere Dynastie, sondern auch durch die germanische Ab» stammung verwandt und durch gemeinsame Kämpfe in kritischm Perioden der Geschichte verbunden ist, wollen hineinbringen lasten. Ich bin bei dem Herrn Abg. Richter ebenso gut wie bei an» deren hervorragenden Parlamentariern gewohnt, daß fie nicht so leicht etwas ohne Ursache thun, daß irgend eine Bcrech- nun g auf die Wirkung die fie erzielen könnten, dahinter steckt. Auch aus unserer eigenen neuesten Geschichte darf ich wohl daran erinnern, daß in den vierziger Jahren von den Gegnern unserer Dynastien die nahe Verwandtschaft derselben mit dem russischen Kaiserhause jederzeit ausgebeutet worden ist, um sie als abhängig, als beeinflußt von dem Auslande darzustellen. Ich brauche Sie nur zu erinnern— oder vielleicht haben es viele von Ihnen nicht gelesen; aber ich habe es damals gelesen— an das bekannte Gedicht von Herwegh, wo er in etwas ge- zwungenem Reim auf Meleager sagt:„Behüt' uns vor dem Zaren, Deinem Schwager I"— Dieselbe Tonart, die Herwegh im Jahre 1840 und 1841 anschlug, zog sich durch daS ganze Jahr 1848. Im Jahre 1848 war eS ja in Plakaten überall zu lesen:„Die Russen kommen!"— Für die Popularität der eigenen Dynastie war die Behauptung dieses stemden Einflusses niemals nützlich. Ich bin der Behauptung ja noch begegnet im Anfange meiner ministeriellen Laufbahn zu den Zeiten der polnisch-russtschen Kartellkonvention. Was wurde hauptsächlich gegen die Politik Sr. Majestät des Königs, die ich damals ver- trat, ausgespielt? Unsere Abhängigkeit von Rußland in Bezug auf die Kartcllkonvention, in Bezug auf Alles; kurz, es wurde die Dynastie im Lande verdächtigt, daß sie nicht die nationalen Be- dürfnifle allein, sondern auch ihre verwandtschaftlichen Rücksichten auf die nahestehende russische Dynastie in der Politik mit zum Ausdruck brächte. Diesese historischen Erinnerungen und Er- wägungen und das wenige Pertrauen, das mir der Royalis- muS des Herrn Abg. Richter einflößt(HeiterkeitS rechts), nöthigen mich, hier seiner Bezugnahme auf dynastische Ver- wandtschaftcn und ihren Einfluß auf die Politik mit der Ver- stcherung entgegenzutreten, daß das Gewicht der deutschen Dy- nastien und insbesondere unserer kaiserlichen Dynastie unter allen Umständen jederzeit auf Seiten der nationalen In- teressen und niemals auf der Seite der fürstlichen Ver- wandtschaften in die Waage fallen wird.(Lebhafter Bei- fall rechts.) Abg. D i e tz(Hamburg): Wir werden für die ostastatische und australische Linie stimmen, um der deutschen Jndustie, den deutschen Arbeitern einen Dienst zu erweisen. Die afri- kanische Linie werden wir ablehnen, weil sie vorzugsweise zur Unterstützung der Kolonialpolitil gefordert zu sein scheint, und weil mau erst beispielsweise den schlefischen und sächsischen Webern helfen müßte, ehe man für Gründung von Kolonien Geld ausgrebt. Das Gute, das man uns bietet, wollen wir nicht verwerfen, und wenn Deutschland,' Antheil an dem Welthandel lebendiger wird, so werden dabei auch zahlreiche Seeleute und Ardeiter ihr Brod finden. Dieser Gesichtspunkt ist für uns die Hauptsache. Ich bestreite-s, daß nur daS Großkapital von der Dampfersud- vention Vortheil haben wird, wenn ihm auch der Löwen- antheil an demselben zufallen wird. Wer einmal miterlebt hat, was es heißt, wenn eine Fabrik geschlossen wird und die Arbeiter obne Beschäftigung sind, der wird mit meinem Ur- theile vollständig übereinstimmen. Der Reichskanzler hat neu- lich gesagt, es wäre gut. wenn jeder von den Herren hier auch einmal einen landwirlhschaftlichen Kursus durchgemacht hätte. Ich sage, ein Kursus in einer Fabrik würde Ihnen Allen eben- falls recht nützlich sein. Auf den großen Dampfern werden zahlreiche Personen eine feste Anstellung finden. Ich muß hierbei meine neulichen Bemerkungen über den Lloyd aufrecht erhalten. Eist kürzlich ist in einer Gerichtsverhandlung durch einen Staatsanwalt selbst ronstatirt worden, daß in zahlreichen Fällen die Leute auf den Llond- schiffen schlecht behandelt werden. In einem einzigen Jahre find 16 Selbstmorde unter den Hilfsarbeitern solcher Schiffe vorgekommen. ES kommen da Dinge vor, die aller Menschlichkeit Hohn sprechen. Auch die Löhnung dieser Ar- bester ist unglaublich gering, auf den Ozeandampfern ca. 50 M. monatlich, auf der Ostsee gar nur 36 M. Daher kann man sich gar nicht wundern, daß die Leute lieber aus englische und französische Schiffe gehen. Eine Staatssuboention halte ich an sich nicht für gefährlich, ich wünschte überhaupt, daß diese ganzen subventionstten Dampfe, linien verstaatlicht würden. Die Regierung ist viel mehr der Kritik ausgesetzt und kann viel eher gefaßt werden, als Privatunternehmer, und man würde wenigstens davor sicher sein, daß wie bisher die größten Scheußlichkeiten auf den überseeischen Dampfern gegenüber den Ardeitern verübt werden.(Beifall bei den Sozial- �"™Ab«"�orn v. Bulach: Wir elsaß-lothringische Ab- geordnete betrachten die Vorlage begreiflicherweise nicht vom nationalen Standpunkt; ich erkläre aber Namens meiner politi- schen Freunde, daß wir auS sachlichen Gründen und praktischen Erwägungen für die Vorlage stimmen werden, wie fie von der Re- gierung aufgestellt ist.(Lebhafter Beifall rechts.) Wir thun dies vor Allem mit Rücksicht auf die Industrie und den Handel Elsaß-Lothiingens. Unsere heimische Industrie hat nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Weltoerkehr eine große Bedeutung. Wenn es richtig ist, zu sagen, mit der Dampfer- sudvention treibe man SiaatssozialismuS, so ist es ebenso richtig, auch Kanal., Straßen- und Eisenbabnbauten deS Staates als SiaatssozialismuS zu bezeichnen. Ich bitte Sie nochmals speziell im Interesse der elsässtschen Industrie die ganze Regierungsvorlage anzunehmen.(Lebhafter Betfall rechts und bei den Nationalliberalen.) Abg. v. I a z d» e w s k i: Ich bin von meinen Lands- leuten bei dieser Vorlage zu folgender Erklärung ermächtigt. Wir behalten uns aus taltischen Grünven vor, unsere Spe- zialbestimmung je nach Lage der Dinge einzurichten. werden aber schließlich gegen die Vorlage stimmen, weil wir uns einerseits den schwerwiegenden Bedenken. die von anderer Seite erHoden worden find, nicht ver- schließen können, und weil wir andererseits die Kolonial- Politik der ReichSregierung und was damit zusammenhängt, nicht mit dem Veitrauen und der Begeisterung unterstützen können, wenn der leitende Staatsmann im Reiche und in Preußen bei jeder Gelegenheit in der verletzendsten Weise unS gegenüber austritt und uns auf kirchlichem und nationalem Gebiete in der gehässigsten Weise behandelt, wie das auch am Sonnabend geschehen: und gerade diese letztere Ausführung des Kanzlers nöthiat mich zu folgender Erklärung: Fürst Biemm ck hat konstatiren zu müssen geglaubt, daß eS im Reiche Fraktionen gebe, und aus dem Zusammenhange seiner Rede aeht hervor, daß er dazu auch meine Fraktion rechnet, die ihre offen ausgestellten Jveale nur durch einen unglücklichen Krieg Deutschlands, durch eine große Äitederlage desselbenle, reichen zu können vermiinen. und Vre darauf förmlich spekuliren. Ich mutz diese Unterstellung, soweit sie meme Fraktion und alle ihre Mitglieder betrifft, auf das Entschiedenste zurückweisen. Ich bestreite, daß unser Sinnen und Trachtcn auf das Schüren von Feindseligkeiten gegen Deutschland oder gegen irgend ein anderes Staatswesen derechnet sei, daß wir auf irgend eine allgemeine Konflagration. auf irg.nd eine Störung des eu- ropäischen Friedens spekuliren. und daraus irgend we-de Territoiialveränderungen zum Vortheil unserer Nationalität erboffen. Eine solche Insinuation, die dazu angetban ist, um unsere Stellung dem In- und dem Auslände gegenüber zu diskreditiren— und es scheint, alS wenn eS hauptsachlich auf " WWW, einer ostasrika nischen Linie. Gerade diese Linie werde von außerordentlichem Vortherl für die Rhederei sein und zahlreichen deutschen Arbeitern Beschäftigung geben; namentlich aber auch zur H-bung der deutschen Kolonien in Ostafrika beitragen.(Bei- fall rechts.) Reichskanzler Mrst v. Bismarck: Der Herr Abgeord- netc für Krotoschin hat sich vorher dahin geäußert, daß rch in meiner vorgestrigen Rede seine Fraktion ungerecht beschuldigt hätte, als ob ste zu denen gehörte, deren Ideale nur durch Störung der Einheit des Deutschen Reiches, nur durch Loß- reißung von Landestheilen von einzelnen Staaten, die das Deutsche Reich bilden, verwirklicht werden könnten. Er hat nach dem, was mir darüber gemeldet ist, aus dem Zusammen- hang meiner Worte geschloffen, daß ich auch seine Fraktion ge- meint hätte. Das ist ja außer Zweifel; das braucht man nicht aus dem Zusammenhang zu verstehen. Ich habe eS ganz ausdrücklich gesagt Ich glaube, der Abgeordnete hat im Interesse seiner eigenen Landsleute nicht wohl gethan, mich durch seinen Angriff zu nöthigen, diese meine gestrigeAeußerung noch einmal zu unterstreichen und ihreinebreiterePudlizitätdurch einenochmalige Wiederholung zu verschaffen. Ich glaube, daß die Herren auS den polnisch redenden Landestheilen überhaupt ihrem Interesse besser dienen würden, wenn fie die Regierung des Landes und deS Reiches bis auf Weiteres unterstützten. Sie könnm eben nur durch einen unglücklichen Krieg ihre außerhalb unserer staatlichm Existenz liegenden Ideale verwirklichen. Eindet aber dieser unglückliche Krieg statt, dann werden die erren ja doch davon profiliren; und das gilt auch für andere zentrifugale Bestrebungen. Sie können ja den Erfolg deS Krieges ruhig abwarten und können inzwischen der staatlichen Gemeinschaft, in der Sie sich nach Gottes Willen einstweilen befinden, nach dem Spruche:„seid unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über euch hat,"— und das möchte ich namentlich auch den konfessionellen Fraktionen ans Herz legm— ruhig und fehrlich dienen- Der Vortheil, den Sie von einem un- glücklichen Kriege für ihre antistaatlichen Ideale haben können, der läuft Ihnen deshalb nicht weg.(Heiterleft.) Wenn da« Deutsche Reich zertrümmert, wenn Preußen zer» schlagen und niedergeworfen ist, ja dann kommt es nur darauf an, durch wen, v. h. ob unsere polnischen Provinzen einem anderen Reiche einverleibt werden, oder ob Ver Sieger ein solcher ist, der seinerseits ein Interesse an der Herstellung des Königreichs Polen hat; im letzteren Falle wird er es ganz sicher herstellen, Sie mögen in der Zwischenzeit sich gegen die jetzige Regierung freundlich benommen und Ihren Landsleuten und Jhrm engeren provinziellen Gemeinweisen das Wohlwollen der jetzigen Re- gierung erworben haben oder nicht, Das wird sich dabei ganz gleich bleiben und die Resurrettion des polnischen Gedankens wird dann ohne Ihre Zuthun vom Auslande selbst gemacht werden; denn es giebt ausländische Bestrebungen, denen eine Zerreißung der preußischen Monarchie, denen die Herstellung eines feindlichen Elementes in der Weichselgegend bis an die Oder heran Deutschland gegenüber von Nutzen erscheinen kann. Also warten Sie doch ruhig ab, bis der unglückliche Krieg ge- kommen und geführt ist, und enthalten Sie sich der Sünde, ihn an die Wand zu malen; denn die Hoffnung, ihn dadurch zu beschleunigen und herbeizuführm, ist doch eine eitle, die wird sich nicht verwirklichen! Die Regierungen find sich in ihrem Interesse dazu klar, die Regierungen sowohl innerhalb Deutsch- lands wie außerhalb Deutschlands.(Lebhaftes Bravo rechts.) Abg. Virchow: Der Reichskanzler hat am 13. März hervorgehoben, daß er denen, die die Vorlage ablehnen, auch die Verantwortlichkeit überlassen müsse; jedenfalls werde er lein Mittel unversucht lassen, um uns zu zwingen, Farbe zu be- kennen, ob wir eine Kolonialpolitil wollten oder nicht. Ich bin nun hierher gekommen, um offen Farbe zu bekennen, nicht bloß vor m e i n e n Wählern, sondern auch vor den Wählern des ganzen Landes. Der Reichskanzler wird dann auch zu« geben, daß wir gar nicht so sehr als Gegner auf diesem Gebiet seiner Bestrebungen angesehen werden dürfen, wie er zu glau- hen scheint. Als die Frage der Kolonialpolitik zuerst auftauchte, waren viele meiner Freunde der Ansicht, daß der Zeitpunkt hierfür verpaßt sei. Der Ausdruck„Kolonialpolitik" hat freilich eine Dehnbarkeit erhalten, daß es schwer ist, festzuhalten, worum es sich eigentlich handelt; er ist so elastisch geworden, daß er für jeden Zweck verwendet werden kann. Jeder, der gelehrte Bildung hat, weiß, daß daS Wort von eolovus herstammt (Heiterkeit) und hat den Gedanken, daß es sich dabei immer um etwaS Ackerbau handelt.(Widerspiuch rechts) Sie (rechts) haben doch vorhin mit Bewunderung den Herrn aus dem Elsaß gehört, der unS eine Kolonialpolitik anrieth, weil wir so ftuchtbar seien und so viele Kinder erzeugten, daß es nöthig sei, Raum für dieselben in anderen Erdtheilen zu schaffen. Was sollten aber die Hinausziehenden Anderes machen, als Ackerbau treiben? Dieselben können doch in der Ferne nicht blos sterben wollen.(Unruhe rechts.) Noch eine kurze Bemerkung zu dem Ausfalle des Herrn ReichSlanz- lers gegen meinen F-aftwnsgenossen Richter. Wenn er die Rede desselben aufmerksam hätte lesen wollen, so würde er ge» funden haben, daß die Bemerkungen des Abg. Richter über unsere Beziehungen zu England nicht von der Bosheit diklirt waren, sondern, daß dieselben nur eine Abwehr sein sollten gegen die Bemerkungen des Abg. Kalle. Wenn der Herr Reichskanzler sodann noch sich gegen die Bemerkung deS Abg. Richter über unsere dynastischen Beziehungen zu England ge- wendet hat, so mußte die Enegung, mit der das geschah, für Jeden unverständlich bleiben. Herr Richter wies auf unsere Stammverwandtschast mit England hin, und als dieser Be- merkung ein Oho! entgegengesetzt wurde, fügte er hinzu, daß wir mit England nicht nur durch unsere Dynastie, sondern auch durch unseie Abstimmung verwandt seien.(Hört! hört!) In dieser Kombination wird Niemand etwas in der Bemerkung Richters finden können. Warum soll man nicht von etwas sprechen, was allgemein bekannt ist?(Rufe rechts: Zur Sache!) Ich dade selbst gehört, wie in England bei festlicher Gelegenheit der dynastischen Beziehung Erwähnung gethan ward. Das ist nichts Ungewöhnliches, weder hüben noch drüben. Wir haben in diesen Beziehungen eine Garantie mehr, daß kleine Miß- Verständnisse nicht überschätzt werden. Wir sollten unS wohl hüten, Einzelheiten mit solcher Heftigkeit zu behandeln, wo es sich darum handelt, ein gemeinsames Werl zu begründen. Wir haben un« mit schwerem Herzen entschlossen, in dem einen Punkte nachzugeben, den der Reichskanzler selbst als den wichtigsten bezeichnet hat. Mein ,u thun haben wir momentan keine Veranlassung.(Beifall links.) Reichskanzler Für st von Bismarck: Der Hern Vor« redner hat meine AnSführungen ein klein wenig verschoben,— im letzten Theil seiner Rede; auf den Haupttheil derselben habe ich nichts zu erwidern, nur in Bezug auf den Schluß. Die Verschiebung charakterisirt sich am besten durch die Be- hauptung deS Herrn Vorredners: eS sei doch nicht zu verwun- dein, wenn der Herr Abg. Richter neulich, nachdem er den Akzent darauf gelegt, daß England mit uns durch die germa- nische Abstammung stammverwandt sei, gemeinsame Kämpfe mit uns bestanden habe, hinzugefügt hätte, daß auch die Dy- nastien verwandt wären. Die Argumentation deS Herrn Abg. Richter war, wie der T-xt zeigt, genau die umgelehrte; er hat die dynastische Frage voran- und die anderen in zweite Linie gestellt.(Rufe linlS: Nein') — Ja, meine Herren, ich berufe mich auf den Text. Nach Herrn Virchow hätte der Herr Abg. Richter neulich gesagt, daß wir nicht nur durch die germanische Abstammung und die gemein- same Geschichte verwandt wären, sondern auch noch durch die Dynastien. Er hat aber gesagt, daß wir nicht nur durch unsere mmmm Herr Redner mit meinen Argumenten vorgmommen hat. Der Herr Abg. Virchow hat behauptet, daß die Rede, die Herr Richter hier gehalten hat in Bezug auf die Verhandlungen, die in England schwebten, einen Einfluß gar nicht üben könnte, und er hat zur Unterstützung dessen angeführt, daß er in keine« englischen Blatte etwas üb-r die Rede des Herrn Abg. Richter gelesen hätte. Ja, die Politik wird eben doch nicht ganz auS« schließlich durch die Zeitungm gemacht. Ich habe es zu spüren geglaubt, daß in der Bereitwilligkeit, mit der uns von englischer Seite im ersten Augenblick entgegengekommen wurde, ein Rallentando eingetreten ist; ob dies propter hoc oder post ho« gewesen ist, das muß ich unentschieden lassen. Ich schreibe daS einigermaßen dem Eindruck zu, daß man gefunden hat, in unseren Ansprüchen, die wir England gegenüber verfechten, stände doch nicht die ganze Nation hinter uns. Wenn der Führer einer so bedeutenden Opposition in einer Zeit, wo die Regierung in der Minorität ist, im Reichstage seinerseits auf diese Weise für die englische Auffassung der Sache, für deren Berücksichtigung eintritt, so hat man in England natürlich den Eindruck: die Nation in ihrer Gesammtheit steht nicht hinter den verbündeten Regierungen und ihrer Politik. Es schlägt das in daS Fach hinein, das rch schon öfter besprochen habe: eine koloniale PolÜik läßt sich nur machen, wenn fie getragen ist von dem— ich will nicht sagen einstimmigen, aber nahezu einstimmigen— entschlossenen, festen, starken Natwnalaefüd>> das einen Ausdruck nicht nur im Volke und in der Preffe. sondern auch im Reichstage, und zwar in der Mehr» heit des Reichstages und auch durch die Führer De* selben findet. Zu den Führern dieser Mehrheit gehört doch der Herr Abgeordnete Richter, und daß er diese nationalen Äs, irationen nicht theilt, eben so wenig theitt,»f die Führer der anderen Hälfte der Majorität, des Zentrums — ja, meine Herren, das liest man aus Ihren Wieden h� länglich heraus. Daß das unsere Stellung bei den Verhäng lungcn mit dem Auslande wesentlich abschwächt, das muß dl»t jedes Kind einsehen, und ich weiß nicht, wie wir hier darüber streiten können. Eine Regierung, die ihre ganze Nation hinter sich hat, die tritt mit einem ganz anderen Gewichte dem Ai£ lande gegenüber auf als eine Regierung, der die größere HM der Vertreter der Nation in ihrem Parlamente Oppofitst» macht. Ich muß mich da an die Wortführer der Opposition halten, und einer derer ist der Herr Abg. Richter, der seW Opposition ausdrücklich mit der Rücksicht auf die Schorn# die wir England aus dynastischen und anderen JnterelW schuldig wären, begründet hat. Der Herr Abg. Virchow mir vorgeworfen— dem Reichskanzler, wie er sich ausdrM- daß ich gerade die Plätze ausgesucht hätte, die Keiner hätte heds? wollen. Es fehlt mcht viel, so würde er in dem Sinne, des« ja an seinen Geschäftsfreunden gewohnt bin, mich als die alles UebelS zu betrachten, mir auch noch die Malaria autS? bürdet und behauptet haben(Heiterkeit), daß ich � expreß erfunden habe, um das deutsche Volk mit irge« einem reaktionären Plane zu schädigen. Ich muß die fllw Kette seiner Argumente zurückweisen, die davon ausgeht, ich die Plätze ausgesucht hätte. Das ist nicht wahr:'o deutsche Handel hat ste sich ausgesucht und hat von mir gefordert und zwar im Appell an die Würde des Reiches u« an das Ansehen unserer Flagge im Auslände. Heber, j« Gegenden westlich von dem Reiche Zanzidar, über die W* imperial charter ausgestellt ist, habe ich noch in keiner � schreibung von den Leuten, die da gewesen find, etwaS R4®, theiliges erfahren; die gelten nach dem Zeugniß der Engläno�' Amerikaner, Belgier, Deutschen, die ich darüber gesproM bade, für den besten Theil von dem ganzen Innern Afrika: die Gegenden zwischen der Westgrenze des Sultans von Zanzibar und den großen Seen, die in � aftikantschen Nilquellengegend sich definden. Der Vorredner bat dieselben in seiner Auszählung der � gesunden Gegenden nicht erwähnt; ich glaube, er fic vermieden, weil er seinerseits noch nichts UebeleS dieser Gegend gehört hat. Ich habe sehr viel GuteS vernommen, und auS dieser Rücksicht empfiehlt eS M'fVm die Frage nicht übers Knie zu brechen. Es handelt st? einen Landstrich, der, glaube ich, fast so groß ist, wie. Königreich Preußen, als ich geboren wurde, und der alle* maten, alle möglichen Arten von Vegetationen enthält..v diS zur europäischen, und der von eine# der tropischen Ji------,----- U........ gleichungsweise gefitteten und bildsamen MenschenschlaSt wohnt wird: alle Vorbedingungen für eine Anknüpfung 1, trmn firfq in hw•. nialer Beziehungen, die man sich in der Theorie denken- treffen dort zu. Ob sich daS praktisch bewährt und vtt?� licht verantwortlich> die da waren, und utiren voll zu. jjo ura cos prarniw oewayrr r licht, meine Herren, dafür kann ich nicht verantwortlich N u dafür find verantwortlich die Leute,--------" Leute,* die hingehen. Der Herr Vorredner hat es so D*% stellt, alS ob man den unwissenden Deutschen verleite un» � das Messer deS KlimaS liefern würde. Jeder ist GlückeS Schmied, und wer dahin geht, hat eben einen schuh von Unternehmungsgeist und verwerthet denselben z einem Gebiet, in einer Richtung, die bisher nur für unsere v in Lesebüchern eine erhebliche Anziehungskraft hatte, � daß wir sehr viel erwachsene Mitbürger besäßen, die var"� mitzureden wüßten. Also lassen Sie fie doch! deutsche Nation einen Ueberschuß von Kraftgefühl, s*. nehmungsgeist und Entdeckungsgeist in sich verspürt, so Sie ihr doch wenigstens ein Thor, durch welches sie da» ß wirklichen kann, und nöthigen Sie uns nicht, wie dawa' � den Samoaverhandlungen, auf die ich schon vorhin an; auch diese Vorlage wieder zu den Akten zu schreiben uOu sagen: ja, die Regierung würde sehr gern den und der Initiative des Handels folgen mit ihrem 6** hat ohne den Reichstag kann sie es nicht, und der Reichstag � keine Neigung dazu. Bewahren Sie uns vor der Noww keit, meine Herren, die Schuld, daß auch hier dm De». pi nicht einmal freie Fahrt geöffnet wird, auf den Rei»» schieben!(Lebhafter Beifall recht«.)_...„j N* Abg. R a ck e: Ich muß den Abg. Windthorst ü Zentrum nochmals gegen die Insinuationen, welche dtt kanzler am Sonnabend gegen uns geschleudert hat, � nehmen; der Abg. Windthor st ficht thurmhoch über dieses tionen erhaben Da. Den Abg. Windthorst, den wir m» � den Führer des Zentrums nennen, so zu bezichtig»"' aber zugleich die Zentrumsfraktion für fähig achten rung eines Mannes sich anzuverttauen, der seine San � �0 essen therls auf dem Wege eines Bruderkrieges, W ---"...---- e.,--- r.—t* TiaaW_(p anderen unlauteren Mitteln zu verfolgen iucht. wir den allerentschiedensten Protest ein. In unsere", ein Bruderk-reg ein so großes nationales Unglück, da? ,, nii haben uns unsere Wähler hierher geschickt; aber unlauter roimaionim ,rurn v.« rsmara. v«,«j i" äd das Wort, um eine irrthümliche Auffassung r*® Xchält'i welche der Herr Vorredner bezüglich meines � h-rA konservativen Mitgliedern der hat durchs seine A-ußerung, daß R zu dm gerufen. Instruktion von den ..—.......... Sellen deS Reichskanzlers Merne Herren, es ist daS ja ein trauriges Gewero-* der einen Seite betrieben wird, die Meinungsauv». gegnerischen Fraktion dadurch herunterzusetzen, als Byzantinismus, als Inspiration der Reist und in welchem Jrrthum— ich meine, in einem,, dem ein Abgeordneter eigentlich nicht mehr sollte— der Herr Vorredner dabei gewesen ie Herr en, die Tönnte, Teinem Richter auße fpüren lischer 2, ein ost hoc be das gat, in Techten, nn der wo die its auf = deren Ich den binter schlägt babe: etragen nahezu gefühl, Breffe Mehr gehört I Dets Diefe It, wie trums, daß die Rechte, die Nationalliberalen und vom Bentrum Graf Adelmann, v. Buol, Freiherr v. Landsberg, Lender, Letocha, Adelmann, v. Buol, Freiherr v. Landsberg, Lender, Letocha, Marbe und Roßhirt; außerdem die beiden Welfen v. Wangen beim( Eldenburg) und Langwerth v. Simmern, endlich der Liberale Bertram. Abgelehnt wird auch der Antrag Lohren auf Bewilli gung einer oftafrikanischen Zweiglinie nach Port Elizabeth; dafür die beiden Parteien der Rechten und etwa die Qälfte der bafür die beiden Parteien der Rechten und etwa die gälfte der Nationalliberalen. " Die von verschiedenen Seiten beantragten Modifikationen, daß die Linien geeigneten deutschen" Unternehmern ,, auf dem Wege der engeren Submission einzeln oder zufammen" übertragen werden sollen, werden fast einstimmig angenommen, In Gemäßheit der Annahme der oftastatischen und australischen Linie wird nunmehr der Betrag der jährlichen Subvention nach dem Antrage Veiel auf 4 Millionen Mark festgestellt. Der Antrag tintelen, die Bewillung auf die oftaftatische Linie einzuschränken, wird mit 170 gegen 154 Stimmen abgelehnt; der zweite Theil seines Antrages auf Bewilligung einer Zweiglinie Trieft- Alexandrien wird fast einstimmig angenommen. § 1 hat hiernach folgende Fassung erhalten: diesen Streich gespielt haben könne, und erfuhr dadurch, daß derselbe mit dem Vergolder Carl Grunow, Landwehrstr. 42, in ernfte Differenzen gerathen ist. Der Angeklagte fügte aber hinzu, daß bei dem Charakter deffelben gar nicht daran zu benten sei, daß der Streich von dieser Seite ihm gespielt sein tönne. Nichtsdestoweniger benutte der Vertheidiger den ers hobenen Anhalt und ließ sich die Korrespondenz des Grunow vorlegen. Beim Anfichtigwerden derselben fiel ihm sofort die überraschende Aehnlichkeit der Handschrift mit der des ano nymen Briefes auf, und er beantragte bei Gericht, den vers eideten Schreibsachverständigen Lehrer Zink in Erfurt mit einer Expertise zu betrauen. Dieselbe ging dahin, daß der anonyme Brief vom Angeklagten unmöglich geschrieben sein tann, während für die Jdentität der Handschrift mit der des Grunom verschiedene Anhaltepunkte vorlägen. In Folge dieses Gut achtens wurde der Angeklagte, nachdem er 50 Tage in Unter fuchungshaft zugebracht, aus dem Gefängniß entlassen. In der geftrigen Verhandlung gab Kanzleirath Seegel zu, daß den anonymen Drohbrief Grunow fehr wohl geschrieben haben tönne. Brunow selbst, der unter Ausseßung der Beeidigung vernommen worden ist, stellte in Abrede, den Brief geschrieben zu haben und dem Angeklagten feindlich gesinnt zu sein. In Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt und dem Vertheidiger ertannte der Gerichtshof auf Freisprechung des Angeklagten, und legte, da derselbe auch nicht einmal in fahrlässiger Weise bie Anklage veranlaßt habe, der Staatskaffe die Kosten mit den dem Angeklagten erwachsenen nothwendigen Auslagen auf. hervor, daß, wie ich glaube mit Bestimmtheit verfichern zu tönnen, ich während der ganzen Dauer der Kommiffions Agung mit feinem einzigen Mitgliede der tonservativen Partet ein Wort über die Dampfervorlage gewechselt habe, auch nicht indirett, auch nicht schriftlich. Ich erkläre also die Behaup tung für eine Erfindung, die man zum Schaden einer Gegens partel macken fann, die man aber mit solcher Entschieden heit doch nicht in die Welt schicken sollte, wenn fie absolut unwahr ist und so leicht widerlegt werden kann. Jm Uebrigen bat der Herr Vorredner ja selbst und mit einer gewissen Emphase erklärt, daß seine Abstimmung nicht von der Beur theilung der Sache( sehr richtig! rechts), sondern von der Aufnahme abhängig ist, die seine Art zu reden in dieser Versamm lung, namentlich bei seinen Gegnern gefunden hat. Wenn der Herr Vortedner seine Abstimmung davon abhängig macht, Dann gebe ich allerdings die Hoffnung auf, ihn für unsere Sache zu gewinnen.( Heiterfeit rechts.) Im Uebrigen will ich nur die Bweifel des Herrn Abg. Richter an der Einschätzung feiner politischen und ministeriellen Bedeutung, die er mir gegenüber im Wege der Unterbrechung geltend machte, dadurch u beseitigen suchen, daß ich ihm ein glaubwürdigeres Beugniß, für ihn wenigstens glaubwürdiger als das meinige, dafür anführe; es ist das seines Fraktionskollegen, des Abg. Bam berger, der zu derselben Zeit, von der ich sprach, in denselben Kreisen, die ich berührte, in denselben diplomatischen Kreisen, in derselben Weise der Verwunderung darüber, der Herr Abg. Richter bisher noch nicht Minister gewesen sei, begegnet ist. In der Sigung vom 27. Apr I 1880 fagte der Herr Abgeordnete Bamberger:" Wenn ein franzöfifcher Präfekt in Lille eine Rede hält oder ein englischer Homeruler in Dublin, dann find wunderlicherweise unsere Beitungen mit enggedruckten Spalten gefüllt, während die Ausländer faum wiffen, was bei uns vorgeht. Ich habe neulich eine merkwürdige Gelegenheit gehabt, das wieder bes ftätigt zu sehen. Ich war mit zwei Mitgliedern zweier ver fchiedener angesehener Gesandtschaften zusammen, es scheint also damals im diplomatischen Korps die Legende gewesen zu fein es knüpfte das Gespräch an parlamentarische Angenehmer auf dem Wege der engeren Submiffion zu übertragen legenheiten an, und der eine der Herren sagte: wie seltsam ist es doch, daß ein Mann von so großen Leistungen wie Eugen Richter noch nicht Minister geworden ist!( Hort, hört! rechts.) Darauf folgte eine ganz unberechtigte Heiterfeit-worauf der andere erwiderte: wie, ist Herr Richter noch nie Minister gewesen? Dieser Herr ist schon mehrere Jahre hier bei einer großen Gesandtschaft, das sind so ungefähr die Anfmertfamfeiten, die man unseren Vorgängen schenkt u. s. w." Dies genügt, um meine Auffassung mit dem ganz unverdächtigen Seugniß eines Herrn, der mich sonst nicht zu unterstüßen pflegt, zu belegen, daß der Herr Abg. Richter das Gewicht, welches das Ausland seiner Oppofition gegen die Regierung beilegt, unterschäßt, und ich möchte ihn bitten, von der Be deutung und dem Gewicht seiner Persönlichkeit sich eine flarere und richtigere Anschauung zu bilden, als bisher. ( Bravo! rechts.) bin erband dod Darüber hinta 1 Aug Hälfte pofition pofition feine onung tereffen Drüde to bat e haben Den ih Wurzel aufge bbie trgend ganje t, ba r; ber Schut es und Der bie Diefel er Be Nad länder, prochen En von Itanat in bet Herr er un wer bat Don Darliber boch hum Die das Te Ali , vort em vers age be 8_tolo fann erwirk ch fein, und Die barge und an feines Ueber Den auf Jugend Darüber obne nn ble Unter öffnen als bei as vers fpielte und zu Bungen 6, aber ag bat vendig cutfchen Stag nb bas Reich Abg. Meier- Bremen( bei der großen Unruhe im Hause schwer verständlich) Ich erinnere Sie nur daran, daß Sie, wenn Sie nicht außer der oftaustralischen wenigstens noch die australische Linie bewilligen, auf die Linie- Trieft Alexandrien auch verzichten müffen. Ich bitte Sie deshalb, zum mindesten der australischen Linie noch zuzustimmen. Bon tonservativer Seite wird der Schluß der Diskussion beantragt. Auf Antrag Rickert wird hierüber namentlich abgestimmt und mit 178 gegen 148 Stimmen der Schluß an= genommen. Der Reichskanzler wird ermächtigt, die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Postdampfschiffsverbindungen zwischen Deutschland einerseits und Oftaften, sowie Australien andererseits, auf eine Dauer von bis zu fünfzehn Jahren an geeignete deutsche Unternehmer auf dem Wege der engeren Submission einzeln oder zusammen zu übertragen und in den hierüber abzuschließenden Verträgen Beihilfen bis zum Höchstbetrage Don jährlich vier Mil Itonen Mark aus Reichsmitteln zu bewilligen. Der Reichskanzler wird ferner ermächtigt, zum Anschluß an die Hauptlinien die Einrichtung und Unterhaltung einer Bweiglinie von Triest über Brindist nach Alexandrien auf eine Dauer bis zu fünfzehn Jahren an geeignete deutsche Unter und in den hierüber abzuschließenden Verträgen eine Beihilfe bis zum Höchstbetrage von jährlich vierhunderttausend Mart aus Reichsmitteln zu bewilligen." Um 6 Uhr vertagt sich das Haus bis Dienstag 1 Uhr.( Bolltarifnovelle.) Lokales. Am Dienstag, den 17. März cr., Nachmittags 5 Uhr, findet eine außerordentliche Sigung der Stadtverordneten- Verfammlung statt. Tagesordnung: Berichterstattung, betr. den Entwurf einer neuen Baupolizeiordnung für Berlin. In Bezug auf die von uns gebrachte Notiz, daß in der Sache gegen den von hier ausgewiesenen Tischler Herin Grothe am 13. März ein Termin stattfinden sollte, wird uns mitgetheilt, daß das fönigl. Amtsgericht den Termin bis zum 18. April ausgefest hat, da Herr Grothe bereits seit dem 3. März b. unsere Nachbar- Residenz Potsdam hatte bisher nur eine Bürger Feuerwehr nach altem Muster, d. h. jeder Bürger ist bei ausbrechendem Feuer verpflichtet, Löschdienste zu leisten. Einem von Berlin dorthin übergeftebelten Kaufmann überbrachte erst kürzlich ein Magistrats Nuntius ein Blechschild, durch welches er als Drudmann Nr. 17 bei der Schloßsprize bestellt wurde. Die erste Stufe zum Stadtrath!", meinte der Ueberbringer scherzend. Potsdam ist in Bezug auf Brände allerdings ungewöhnlich günstig fituirt. Wegen seiner weitläufigen Bauart und des Mangels an Fabriken kommt oft Jahre lang fein Feuer aus. Jezt aber ist doch eine freiJezt aber ist doch eine freiwillige Bildung begriffen, zu der die MelEs folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen, die zum Theil durch den Präsidenten als nicht persönliche unterbrochen und abgeschnitten werden. So kommt der Abg. v. Jazd sewati nicht dazu, seine Landsleute gegen den Vorwurf landesgefährlicher Bestrebungen, die ihren Zweck durch Krieg dungen sehr zahlreich find. oder Revolution erreichen sollen, zu bewahren; aber unter großer Seiterfeit des Hauses vewandelt sich diese als öffentlich indentirte Erklärung in ein Privatgespräch mit dem Herrn Reichskanzler, das einen befriedigenden Abschluß zu finden fcheint. Abg. Virchow verwahrt sich gegen den Vorwurf des Reichslanglers, als hätte er die Worte des Abg. Richter abfichtlich umgelehrt. Abg. v. Kardorff: Herr Virchow hat sich beklagt, daß ich seine Rede unterbrochen habe. Die Rede fonnte durch Unterbrechungen nur gewinnen; das find die Dafen in der Wüste.( Heiterkeit.) Meine Behauptung, die Jahre von 1850 bis 1870 feien Jahre des Aufschwungs gewefen, halte ich aufrecht; bekanntlich hatten wir aber bis 1865 viel höhere Schuß ölle als heute; und jedenfalls herrschte damals noch nicht Die Freihandelstheorie. verkehrte Abg. Bamberger: Der Herr Reichskanzler hat heute eine Stelle aus einer Rede verlesen, die ich bei der zweiten Lesung der Samoa- Vorlage im Jahre 1880 hier gehalten habe. Es war Darin von mir eine Unterhaltung wiedergegeben, die ich mit zwei Sekretären hiesiger Botschaften gehabt batte. Der Herr Reichskanzler hat die Erwähnung, daß ich mit Bersönlichkeiten des diplomatischen Korps mit einer Gloffe begleitet, die ich meinem Plage aus nicht deutlich verstand. Wenn er in will ich bemeifen, daß ich damals noch Mitglied der nationalliberalen Partei war. Heute, wo ich zur Oppofition gehöre, ju diskret sein, um solche Herren durch nähere Berührung zu tompromittiren. Don Abg. v. Selldorff verwahrt seine Fraktion gegen den Derläßt den Saal.) Bromel: Unsere viertägigen Verhandlungen wer b. Wie's gemacht wird! Eine renommirte Haarwaffer. Fabrik" in Dresden bietet 50 Mt. Belohnung öffentlich aus für den Nachweis einer Verkäuferin, die außergewöhnlich startes, mindestens 12 Meter langes Haar befigt. Solches Haar aufzutreiben, wird allerdings schwer sein. Aber der Mumpis ist doch zu deutlich. Vereine und Versammlungen. hfs. Die öffentliche Generalversammlung der Maurer und Pußer Berlins, welche die Maurer Lohnfommission am Sonntag Vormittag hauptsächlich zum Zweck der zu vollziehen den Delegirtenwahlen für den am 23. und 24. b. M. in Hannover stattfindenden zweiten Kongres der Maurer Deutschlands in das Louisenstädtische Theater einberufen hatte, war von mehr als 1000 Theilnehmern besucht und verlief nach animirten mehrstündigen Verhandlungen in allseitig befriedigender Weise. Nachdem das Bureau der Vers fammlung gewählt worden war, ertheilte der Vorsitzende, Herr Behrend, dem Regierungsbaumeister a. D. Herrn Keßler Das Wort zu seinem, den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildenden und von den Zuhörern sehr beifällig aufgenommenen Vortrage über die Swede und Aufgaben des bes vorstehenden Kongresses. Als solche bezeichnete der Redner hauptsächlich erstens die Regelung der Verhältnisse be züglich des Fachorgans der deutschen Maurer, des in Berlin erscheinenden Bauhandwerker". Ein Eingriff in die wohlbe gründeten Rechte der Berliner Maurer auf die Leitung Der Verwaltung des Blattes sei, so führte der Redner im Wesentlichen aus, unzulässig, aber auch gar nicht zu be fürchten. Das Eigenthumsrecht der Berliner Maurer am Blatte, das sie mit eigenen Mitteln ins Leben gerufen, und der daraus herzuleitende entscheidende Einfluß auf das Dronen persönlicher und fachlicher, die Redaktion und Verwaltung des Blattes betreffender Fragen könne, dürfe und werde von feiner Seite her in Frage gestellt werden. Allen in dieser Hinsicht etwa auftauchenden Befürchtungen müffe man, als durchaus unbegründet, entschieden entgegentreten. Wohl aber sei die Gesammtheit der deutschen Maurer, deren Interessen zu dienen das Blatt gegründet wurde, zu der Forderung berechtigt, daß der auf dem Kongreß zu schaffenden Vertretung der Gesammt heit oder Allgemeinheit ein Einfluß auf die Verhältnisse des Gewerkschaftsorgans dahin ermöglicht wird, die Sicherheit der Existenz des Blattes erhöhen, seine Wirksamkeit fördern, es noch nugbringender für die Bewegung machen und die Weiterausdehnung seiner Verbreitung bewirken zu können. Eine Ueber schreitung dieser Grenzen, welche geeignet wäre, ernste Störungen zu veranlaffen, müffe durchaus vermieden werden. Die zweite Hauptaufgabe des Kongresses sei die Gründung eines Bentralausschusses. Diesem solle die Aufgabe zufallen, in der Zwischenzeit von einem Rongreffe zum andern die ge wertschaftliche Bewegung zu beobachten und zu leiten, bie Rongreffe einzuberufen und die Vorlagen für dieselben auszus arbeiten und zu publiziren 2c., in den einzelnen Gauen Gaus versammlungen anzuregen und vorzubereiten, auf Verlangen den Einzelnen in Gewerkssachen Rath zu ertheilen, Gelder für die Bewegung zu sammeln und zu verwenden, furz und mit einem Wort, die Bewegung zu zentralisiren, wobei man vorläufig die Bentralisation der Vereine durch einen Bentralverband oder sonstwie noch gut werde entbehren können. Die übrigen, voraussichtlich auf der Tagesordnung des Kongreffes stehenden Punkte, wie: Regelung des Agitationswesens ( Absendung von Agitatoren nach Ortschaften ohne oder mit nur schwachen Organisationen), Berathung über die Mittel zur Vermeidung von Arbeitseinstellungen und über die bei unvermeiblich gewordenen Streites zu beachtenden Grundsäße, An regung zur Gründung einer Wanderunterstüßungsiaffe für reisende Daurer, Besprechung über die Verbreitung des Vereinswesen 2c., alle diese und andere Punkte würden am besten durch bloße Diskutirung auf dem Kongreß erledigt, zu dem alleinis gen Bwede, dem Ausschuß für zukünftige Kongreßvorlagen orientirende Fingerzeige und Direktiven bezüglich der bei den Delegirten vorherrschenden Ansichten, Meinungen und Wünsche darzubieten. Gelinge es auf dem Kongreß, einen lebensfähigen Bentralausschuß zu schaffen, der seiner Aufgabe gewachsen ist, dann werde legterer troß allen beengenden Vereinsgesetzbestimmungen einzelner Staaten die gewerkschaftliche Bewegung wirksam zu Vortrag und den Kongreß selbst mußte mit Rücksicht auf die viel Beit beanspruchende Angelegenheit der Kongreß- Delegirten Wahlen Abstand genommen werden. Unter animinirten Diafuffionen beschloß die Versammlung, fünf Delegirte zu entsenden, denen täglich 6 Mt. und freie Fahrt( Dritter Klaffe) vergütet werden sollen. Gewählt wurden die Herren Behrend, Blaurod, Dietrich( Buger), Peter und Wilte. Bei Erledigung des legten Bunftes der Tages ordnung, Verschiedenes, wuide die Berathung und Beschlußfaffung über einen von Scheel gestellten und furz motivirten Antrag auf Neuwahl einer Lohnfommission( an Stelle der jezigen, die dem Antragsteller, nicht einheitlich und durchgreifend genug ist) bis zur nächsten Generalversammlung in 14 Tagen vertagt. g Polizeibeamte in großer Ertrinkungsgefahr. Dieser Anblick brachte vor einigen Tagen die Bewohner vom Tegeler Ort in nicht geringe Aufregung. Der Polizeibeamte der Oberspree, Herr Schubert, bei den Wasserbewohnern Pritsch ftabler genannt, befand sich mit einem Gensdarm und einem Polizeidiener an dem betreffenden Tage auf der Rekognoszirungstour, welche durch Befahren der Oberspree und der umliegenden Gewäffer mit einem Kahn, den eine Zivilperson dirigirt, ausgeführt. Bwischen Tegeler Ort und Saatwinkel befindet sich, wie vielen Berlinern bekannt sein dürfte, eine Durchfahrt, in welcher das Fahren mit Rähnen gefährlich ist, welche einen Segel haben, weil der Wind hier durch die WinDungen in den Rohrinseln bald von dieser, bald von jener Seite das Segel bezw. der Kahn erfaßt. Im Begriff diese Durchfahrt zu pafftren, blies der Wind bei einer kurzen Biegung plöglich derartig stark in die Segelleinenwand, daß der Kahn tenterte und sämmtliche vier Infaffen ins Wasser fielen. Diese Katastrophe war vom Ufer des Tegeler Drtes gesehen worden. Bis von dort Hülfe nabte, gelang es den Verunglückten, welche fich ohne Ausnahme einer ziemlichen Leibesstärke erfreuen, nach bem bekannten Saße Fett schwimmt oben" sehr tapfer fich über Waffer zu halten bezw. fich an den umgekippten Kahn zu flammern. Alle Bier wurden denn auch, ohne weiteren Schaden N. Ein ganz entfeßlicher Unglücksfall trug fich gestern Schneevogel in der Pantstraße 19 zu. Ein dort beschäftigter Arbeiter mit Namen Gustav Beuge wollte um die angegebene Beit einen Treibriemen von einer in Notation befindlichen Welle abheben, wurde dabei aber an der Hand erfaßt und so, che ein Aufhalten der Maschine möglich war, wohl sechs mal angehalten, konnte der 3. aus seiner entfeßlichen Lage befreit werden. Der eine Arm war dem Aermsten bis beinahe zum Schultergelenk vollständig ausgeriffen, während er außerdem Vorwurf des Abg. Radke, als empfange fie für ihre Abstim mungen vom Reichskanzler Instruktionen.( Der Reichskanzler Das Schlußwort als Berichterstatter erhält den Jeden im Hause von den bestridenden Reizen einer Dampfer- um die Welle herumgeschleudert. Erst nachdem die Maschine Abg. fubvention überzeugt haben; wer in ihren Sauberkreis ge tathen, tommt sobald daraus nicht los.( Helterkeit.) Diese Erfahrung wird hoffentlich das Urtheil über die umfang Schut nfinua Stol belg r Füh erinter 18 mil in legen gen i " nicht pir ba baju Brat Rebner gen zu or Ent ng bel bin. Te nut ftellen Itniffe bervor In eine en fel Don en der an fle ftellt: in fein Daraus reiche Erörterung der Frage in der Kommifton berichtigen mehrere Rippenbrüche, schwere innere Verlegungen und Fleisch und mildern. Was im Uebrigen meine Pflichten als Bericht tontufionen erlitten. 8, der bis zum legten Moment die Beerstatter im gegenwärtigen Augenblide anlangt, so hat man mir soeben gerühmt, daß der angenehmste Redner in der gan en Debatte der Berichterstatter gewesen sei.( Sehr richtig! geschafft werden. 3. ist verheirathet, sein Zustand soll ein Seiterkeit); ich möchte diesen Ruhm nicht leichtfertig aufs Spiel hoffnungsloser sein. feben und verzichte deshalb auf das Wort als Berichterstatter. ( beiterleit und Beifall.) nur Antrag der Sozialdemokraten, In der Abstimmung wird zunächst der nach dem Festlande eventuelle australische Linie bewilligen, gegen au die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Die australische Linie wird, entgegen dem Antrage Richter, in namentlicher Abstimmung mit 170 gegen 159 Stimmen angenommen. Für dieselbe stimmen geschloffen die beiden Parteien Der Rechten und ferner vom finnung behielt, mußte sofort, nachdem ihm Nothverbände angelegt, mittelft Krankenwagen nach dem Lazaruskrankenhaus Gerichts- Zeitung. Sieben Wochen unschuldig in Untersuchungshaft gefeffen. Unter der Anklage der Beleidigung des Kaisers erschien der Handelsmann Johann Franz Adolph Hoffmann vor Den Schranken der ersten Straftammer hiesigen Landgerichts I. Am 5 November v. J. ging bei dem Berliner Polizeipräsidium ein Drohbrief gegen den Kaiser ein, in welchem u. A. ein Attentat auf denselben binnen Monatsfrist angekündigt wurde. Bentrum Graf Adelmann, v. Buol, Frigen Haanen, Graf Um die gleiche Zeit langte ein Besuch des Angeklagten um Hendel, Hiße, Bender, Letocha, Marbe, Pfafferott, Roßbirt, Ertheilung einer Legitimationskarte für den Gewerbebetrieb ein. Stogel, Trimborn; außerdem die anwesenden Elfäffer, die Welfen v. Wangenheim( Eldenburg) und Langwerth v. SimDa nun merkwürdiger Weise die Handschriften beider Schriftftücke einander ähnlich sahen, kam der Dezernent des Polizeimern, die Liberalen Bertram und Graf Hade und der Volks- präftdiums auf den Gedanken, daß der Angeklagte auch den parteiler Haerle. Gegen die Linie ftimmen die Freifinnigen, erft Sozialdemokraten und Bolen geschlossen, außerdem das Groß habe. Der Bentrumspartei, die Welfen und Volksparteiler. erwähnten Drohbrief geschrie en und eingesandt Nachdem auch der gerichtliche Schreibsachver ftändige Kanzleirath Seegel begutachtet hatte, daß beide Die Linte nach Afrita wird in ebenfalls nament- Handschriften von derselben hand herrühren, wurde der AngeBegen die Linie stimmen die Freifinnigen, Volkspartei, Sozial- Rechtsanwalt Freudenthal, forschte bei seinem Mandanten be. Die tonftituirende Versammlung des Arbei terinnen Vereins, die am Sonntag, den 15. ds., Nachmit tags, in Buldermann's Saal, Kommandantenstr. 71/72, statts fand, war troß der schlecht gewählten Stunde verhältnismäßig sehr gut besuchl. Bur ersten Vorsitzenden wurde Frau Dr. Hofmann, zur zweiten Frau Stägemann und zur Schriftführerin Frau Ihrer einstimmig gewählt. In einer furzen Ansprache begrüßte Frau Guillaume- Schad die Erschienenen als Mitarbeiterinnen an dem großen Werke, die Verhältnisse der Arbeiterinnen zu beffern, ein Biel, das durch den beabsichtigten Verein erstrebt werden solle. Ein fester Vers band muffe die Einzelnen umschließen, die allein zu schwach feien, um der materiellen Noth Widerstand leisten zu können, oder um andererseits fich geistig weiter zu bilden; in dem Herzen einer jeder müsse das Gefühl der Zusammengehörigkeit, einer wahren und innigen Schwesternschaft erweckt und gestärkt werden. Die 325 Einzeichnungen in die vorläufigen Mit gliederlisten, die in den wenigen vorhergehenden Versamm lungen erfolgt, seien ein Beweis, wie sehr die Nothwendigkeit eines solchen Vereins eingesehen worden wäre. folgte nunmehr die Berathung der Statuten, die mit geringen Aenderungen einstimmig genehmigt wurden. Die wichtigsten Paragraphen lauten:§ 1. Der Verein führt den Namen Verein zur Vertretung der Intereffen der Arbeiterinnen" und Demokraten, Bolen und fast das ganze Zentrum; für dieselbe I nach, ob derselbe nicht einen Feind hätte, welcher ihm wohl erstrebt: a) die hebung der geistigen und materiellen Inter Ea effen der Arbeiterinnen, insbesondere die Regelung der Lohnverhältniffe; b) die gegenseitige Unterstüßung bei Lohnstreitig Leifen.§ 2. Die Wirksamkeit des Vereins soll bestehen in Abhaltung von populären, nicht politischen Vorträgen, Beschaffung einer Bibliotbet, sowie Errichtung eines Ar belisnachweises.§ 3. Frauen und Mädchen, welche das 16. Lebensjahr vollendet haben, tönnen Mitglieder des Vereins werden...§ 4. Der monatliche Beitrag beträgt 20 Bfg.; das Eintrittsgeld 25 Pfg.; der Beitrag ist im Vor aus zu entrichten § 5. Die Verwaltung des Vereins besteht aus einer Vorfizenden und deren Stellvertreterin, einer Schagmeisterin und deren Stellvertreterin, einer Schriftführerin und deren Stellvertreterin und 5 Ausschußmitgliedern, welche die Kontrole über die Kaffenangelegenheiten zu führen baben.§ 6.. Die Verwaltungsmitglieder erhalten keine Entschädigung.§ 7. Die Wahl des Vorstandes geschieht in der Generalversammlung durch Stimmzettel, wobei einfache Mehrheit entscheidet...§ 8. Alle 8 Tage findet eine Vorftandsfigung, alle 14 Tage eine Vereinsversammlung statt. Jedes Mitglied hat das Recht, zwei Gäfte zu den Vereine versammlungen einzuführen.... Männer haben zu den Vereinsversammlungen gewöhnlich feinen Butritt.§ 10. Sollte fich der Verein auflösen, wird das Vereinsvermögen unier die Mitglieder gleichmäßig vertheilt. Eine lebhafte Die tuffton batte hauptsächlich die Bestimmung des§ 8 hervor gerufen, daß Männer gewöhnlich von den Vereinsversamm lungen auszuschließen seien. Es wurde zwar von verschiedenen Seiten geltend gemacht, daß die Frauen von den Männern immerhin noch etwas lernen tönnten, daß die Frauen allein wegen zu geringen Bierverbrauchs Lokale für die Versamm lungen nur gegen Entschädigung erhalten würden, aber im Intereffe vollkommener Selbstständigkeit einigte man fich schließ lich auf die oben mitgetheilte Faffung, Hierauf schritt man zur Wahl des Vorstandes, der während 4 Wochen provisorisch Die Geschäfte letten soll. Einstimmig wurde folgende Lifte im ganzen angenommen: Frau G. Guillaume- Schadt, Ehrenpräftdentin, Frau Dr. Hoffmann, erste Verfigende, Frau Stages mann, zweite Boifigende; Frau Fortong, erste Schatmeisterin; Frau Hersfeld, zweite Schaßmeifterin; Frau Ihrer, erste Schriftführerin; Fil. Enghardt, zweite Schriftführerin, und als Ausschußmitglieder die Frauen: Büge, Haase, Ranzius, Kreuß und Nerrlich. Nachdem noch Frau Stägemann im Namen des Vereins der Frau Guillaume- Schadt für thr muthvolles Eintreten für die Sache der Enterbten gedankt und Frau Guillaume- Schack in bewegten Worten versprochen hatte, das ibr zuertheilte Ehrenamt treulich zu verwalten und immer am Blaze zu sein, wenn es gebe für die Arbeiterin einzustehen, eine Erklärung, welche mit flürmischem Beifall aufgenommen wurde, erfolgte um 5 Uhr Nachmittags der Schluß der Versammlung. Die Statuten find der Polizeibehörde noch an demselben Tage einge reicht worden. Am nächsten Donnerstag oder Freitag wird eine große Frauen versammlung einberufen werden; hoffentlich ist bis dat in die Entscheidung der Behörde bereits erfolgt. t. Eine Generalve sammlung sämmtlicher Tischler Berlins hatte die Bentrallohnkommission für Sonntag, den 15. d. M., nach dem Wintergatten des Bentral- Hotels einbe rufen und waren etwa 4000 Tischler diesem Rufe gefolgt. Mit der Leitung dieser imposanten Versammlung wurde Herr Lenz bet aut, während Herr Rödel über das zur Tagess ordnung stehende Thema:" Die bevorstehende Durchführung der Minimallohntarife" referirte. An die mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede des Herrn Rödel knüpfte sich eine ausgedehnte Disfuffton, an der fich in hervorragender Weise Die Herrn Künzel, Blücher, John, Randa u. A. betheiligten und wurde am Schluffe derselben folgende Resolution ein stimmig angenommen: Die heute, am 15. März im Wintergarten des Zentral hotels tagende Generalversammlung der Berliner Tischler beschließt: 1) In Erwägung, daß, da eine größere Anzahl Tischlereien in Berlin existiren, deren Inhabern es durch Verwendung des schlechtesten Materials, sowie durch die Ausbeutung der Arbeit nehmer möglich ist, eine unsolide, das gesammte Tischlergewerbe Heute: Lohengrin. Theater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Heute: Ein Schritt vom Wege. Deutsches Theater. Heute: Der Probepfeil. Bellealliance Theater. Heute: Der Hypochonder. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Deute: Gaspatone. sniff Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Residenz- Theater: Direttion Anton Anno. Deute: Bum 27. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenftädtisches Theater: Heute: Siebentes Gaftspiel der Original White- Star- Minstrels. Dazu: Onkel Bräfig. Oftend- Theater: Heute: Das Geheimniß der alten Mamsell. Wallner Theater. beute: Die Sorglosen. Vittoria Theater. Heute: Sulfurina. Heute: Bella- Vista. Alhambra- Theater. Arbeitsmarkt. 21:00 schädigende Ronkurrenz zu entfalten, welche in lepterer Beit manchen solild produzirenden Arbeitgeber gezwungen hat, ent weder auf jede Arbeit zu verzichten, oder die Preisnormirungen niedriger als sonst zu setzen, ein weiteres Umftchgreifen einer derartigen, den solid produzirenden Arbeitgeber, den Arbeit nehmer, sowie den Konsumenten gleichmäßig schädigenden Kon furrenz den vollständigen Ruin vieler Intereffenten des Tischlergewerbes herbeiführen würde; 2) in weiterer Erwägung, daß die eben gekennzeichneten Mißstände bedeutend wenn nicht ganz durch die Durch führung der Minimallohntarife beseitigt werden können, durch Dieselben auch eine Verbesserung des Arbeitsproduktes erzielt wird, was wiederum geeignet ist, den Berliner Fabrikanten neue Absaßgebiete zu verschaffen, sowie auch dadurch eine Vermehrung der Arbeitsgelegenheit ermöglicht wird; Ein verheiratheter Mann sucht Stellen zum Bierabziehen, auch fann derselbe eine Bapferstelle übernehmen. 3) in fernerer Erwägung, daß der durchzuführende Tarif als Minimal- Lohntarif aufgestellt ist, eine ganze Anzahl folider und reeller Firmen auch bereits höhere Lohnfäße, als die im Minimallohntarif angegebenen zahlt; die jetzige scham lose Konkurrenz durch Durchführung der Minimallohntarife lose Ronkurrenz durch Durchführung der Minimallohntarife auch beseitigt wird und somit eine Berechtigung, auf Grund der Minimallohntarife Abzüge zu machen, nicht vor handen ist; Adreffen an P. Welzel, Rleine Andreasstraße 6, Hof lints 1 Tr. 567 Ein Malerlehrling wird verlangt 569 Brehmer u. Bahnke, Anhaltstr. 8. zu Al. I. mit allen geseßlichen Mitteln die Inhaber solcher Arbeitsstätten zu bekämpfen und zwar durch Entziehung von A: beitsträffen, sowie durch Mittheilung der Geschäftspraktiken an die Abnehmer derselben; zu Al. II. den aufgestellten cr. 200 Nummern ent baltenden Minimallohntatif fofort nach Beendigung der mit den Vertretern der Meisterorganisationen begonnenen Verhandlungen zur Durchführung zu bringen, sowie in allen denfenigen Werkstätten, deren Inhaber den vereinbarten Tarif nicht zahlen, nicht wieder in Arbeit zu treten. Bu Al. III: In allen denjenigen Werkstätten, deren Inhaber jetzt bereits höhere Atforblöhne zahlen, als im Minimal lohntarif angegeben find, jeden, auch den geringsten Abzug von Den bisher gezahlten Löhnen durch sofortige allgemeine Arbeitsniederlegung zu ahnden. Die Bersammelten ertheilen der Zentrallohntommission Vollmacht, nach eigenem Ermessen den Zeitpunkt für die Durch führung der Tarife festzuseßen, ebenso, den Versuch zu machen, auf dem Wege der Verhandlung mit den Vertretern der Meisterorganisationen eine Vereinbarung zu erzielen. Ferner wird die Kommission beauftragt, alle vorbereitenden Schritte zur Durchführung zu bringen. Die Versammelten verpflichten sich, der Zentrallohntommission bei der Durchführung der Minimallohntarife zur Seite zu stehen, sowie fest bei den Forderungen zu beharren." Bur einstimmigen Annahme gelangte ferner folgender Antrag: Die heute im Wintergarten des Zentralhotels tagende Versammlung der Berliner Tischler beschließt, daß von heut an sämmtliche Tischler Berlins wöchentlich 25 Pfennige frei willige Beisteuer zum Unterstügungsfonds zu zahlen moralisch verpflichtet sind, und daß Diejenigen, welche während des Streits in Arbeit stehen, für die Dauer des Streits eine freiwillige Beisteuer von mindestens 50 Pfennig wöchentlich zu zahlen haben." " In seinem Schlußwort sprach Herr Rödel der Versamm lung seinen Dank aus, also schließend: So lange ich an der Spize stehe, werde ich nicht aufhören, für die Intereffen der Tischler einzutreten. Mit der Durchführung der Minimal lohntarife hat die Bewegung nicht ihr Ende erreicht, werden Ihnen vielmehr noch febr weits werden. Wenn heute gehende Vorschläge gemacht fogar in den Times" die Drganisation der Berliner Tischler als die Mustergiltigste Deutschlands bezeichnet wird, wenn alle Gewerkschaften sich die Tischlerbewegung zum Vorbild nehmen, so beweist dies, daß ein gesunder Kern darin steckt. Den guten Geist zu pflegen und zu fördern, soll meine Aufgabe sein. Was bis jetzt erreicht worden ist, ist nur ein kleines Theil teffen, was erreicht werden kann. Laffen Sie uns daher die Piontere der heutigen Arbeiterbewegung sein, ohne Rücksicht auf irgendwelches Opfer. Produktiv Genossenschaften der Tischler 554 Berlins, Deutschlands ist das nächste Ziel. Durch Einigkeit ist Alles zu erreichen." hr. Die von der Lohntommission einberufene öffent liche Versammlung der Kürschner, welche am Sonntag Nachmittag, gegen 200 Theilnehmer zählend, Neue Königstraße 7 tagte, beschäftigte sich mit der Frage:" Ist es möglich, in nächster Herbstfaifon eine Erhöhung der Löhne zu erzielen?"- Der Vorfigende Herr Jahnuß gab eine entschieden bejahende Antwort auf die Frage.- Es wurden dann Wahlen vollzogen. Bu Mitgliedern der Lohntommission wurden in Stelle der Herren Lewin und Belgier, welche ihr Mandat niedergelegt haben, die Herren Bint und Schönfeld, zu Ver trauensmännern die Herren Jungnid, Hill, Gädide, Gräser, Brand, Effer, Bergmann( 2 zum Ersatz für ausgeschiedene, 5 zur Verstärkung der Körperschaft) gewählt. Der Fachverein der Töpfer Dresdens erläßt folgenden Aufruf: Kollegen Deutschlands! Wie Jhr wohl schon wißt, befinden sich unsere Kollegen der sächsischen fenfabril im Streit( 90 Mann). Dieselben wurden zu diesem Schritt ge awungen, weil man ihre Kommission, welche mit dem Direktor verhandeln sollte, sofort entließ. Es ist dieses die erste Lohns bewegung neuerer Beit in unserem Gewerbe. Dieselbe mus nun unbedingt zu Gunsten der Arbeiter enden. Wir ersuchen alle Kollegen dringend, den Buzug fern zu halten und sofort Sammlungen vorzunehmen und daffelbe auch bei anderen Ge werben beziehentlich Fachvereinen veranlassen zu wollen. Kollegen, lagt unsere Brüder nicht im Kampf unterliegen, e wäre dies ein Schlag für uns Alle. Sendungen find zu richten an Richard Sachse, Niederfähre bei Meigen Nr. 36. Der Fachverein der Töpfer Dresdens. Alle arbeiterfreundlichen Blätter find dringend um Abdruck des Vorstehenden ge beten. Der Bezirksverein des wertthätigen Voltes im 29. bis 31. Kommunal- Wahlbezirt hält am Dienstag, den 17. März, Abends 8 Uhr. seine ordentliche Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Otto Ballmüller einen Vortrag über die Arbeiterschußgefeßgebung und die Kornzölle halten wird. Der Louisenftädtische Bezirksverein Vorwärts" bält Mitt voch, den 18. März, Abends 8 Uhr, in Konrads Sa Wafferthorstraße 68, eine Vereinsversammlung mit folgende Tagesordnung ab: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vortrag über das Berliner Gewerbe Schiedsgericht. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes und Frage fasten. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die M glieder ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gäste stets kommen. Außerordentliche Generalversammlung der Kranken und Begräbnißtaffe der Berliner Gürtler und Bronzeure( Fin geschr. Hilfskaffe 60), Sonntag, den 22. März, Vormittag 10% Uhr im Louisenst. Konzerthaus, Alte Jalobstr. 37. Tage ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl des 2. Borsigenden, 1 Schriftführers, 1 Beisigers. 3. Verschiedenes. Das Quittung buch legitimirt. Den Mitgliedern der Zentral Kranken- und Sterbe taffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter zur Nac richt, daß die Bahlstelle Invalidenstraße 131 bet Dable hiermit aufgehoben ist und haben die Mitglieder ihre Beiträge al nächstgelegene Bablßellen ferner zu entrichten. Die Bahlstellen für die Ortsverwaltung Berlin F.( Schönhauserthor) find: Linienstraße 160, Ede der Gr, Hamburgerstraße, bei Guth Linienstraße 230 bei Lücke, Megeistraße 21 bei Webland, Bernauerstraße 14, Ede der Streligerstraße, bei Hönoch, Bion firchplay 11 bei Hahn. " Arbeiter- Bezirts- Verein Glücauf." Dienstag, be 17. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung in der Urania Wrangelstraße 9 u. 10. Tagesordnung:" 1. Geschäft liches. 2. Vortrag des Herrn Schwennhagen über: Silb liches Bedenken über des Erbrecht." 3. Verschiedenes. 4. Frage taften. Gäfte, durch Mitglieder eingefühit, find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Mr. erfchein Berlin Poftabo 三 einzulade Blattes Die Bevölker Lüde au gerecht Arbeiter. Se nehmen berunger und auf Ein Streife Bolts gefunden auch wir Am es ist un Berliner brungen Bestrebu Weife a Uni Inhalt San Feuilleto eines bö Feder F beginnen Den Borrath Abrech Eine Versammlung der Mitglieder der Hilfstasse Tapezirer und verwandte Berufsgenossen findet am Mittwoch, den 18. d. Mts., bei Bratweil statt. Tagesordnung: nungsvertheilung und Raffenangelegenheiten. Geschäfts- Eröffnung! Allen meinen Freunden und Bekannten, sowie meiner geehrten Nachbarschaft zeige hierdurch an, daß ich am Donnerstag, den 19. März, in Berlin, Weinbergsweg Nr. 15b am Nosenthalerthor eine Cigarren- und Tabak- Handlung unter bewährter Leitung eröffnen werde. Ich ersuche, mich in meinem Vorhaben zu unterstützen und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, durch gute und gediegene Waare die Zufriedenheit meiner geehrten Kunden zu erwerben. Ferdinand Ewald, 3. 3. Brandenburg a. H. Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 18. März, Abends 8 Uhr, in urzmann's Salon, Bergstraße 68: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Schriftsteller Bujarsky. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste will Der Bevollmächtigte. tommen. Verein zur Wahrung der Interessen der Maler Alte Jakobstraße 83( Café Richter) Arbeiter- Bezirksverein v. 15, u. Communal- Wahlbezirk. 20. 566 Mittwoch, den 18. März 1885, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Otto, Adalbertstraße 21: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. fowie ba gratis un Das Rachbruck v 119 कथ Sabre fe " 933 mare ba webmen, zuführen biefes T „ A Mutter, Sohn w gefunden Sohn un „ De auf eine mers fta Da Unb Dan bann tü ber Beib Gatte. Die Jaß, war Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Frage Neue Mitglieder werden aufgenommen. taften. willkommen. Safte Der Vorstand Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. General- Versammlung. Arb. Bez.-V. Laufiter Plat Dienstag, den 17. März, Abends 8 Uhr: Versammlung in der ,, Urania", Wrangelstr. 9 u. 10. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Schwennhagen über: Sittliches Bedenken über das Erbrecht." 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, find willkommen. Neue Mitglieder werden auf genommen. Um zahlreichen Besuch bittet 571 Der Vorstand. Vortrag über Krankheiten und die Entstehung derselben in unserm Gewerbe. Große 568 Communal- Wählerversammlung. Mittwoch, den 18. März, Abends 8 Uhr, Lothringerftr. 37. Tagesordnung: 1. Die Errichtung von Sanitätswachen für den Norden Berlins. Referent Herr Dit. Krohm. 2. Wahl einer Kommiffion Der Einberufer. 570 Mittwoch, den 18. März, Abends 8 Uhr, 10 in der„ Urania", Wrangelstr. 9 u. Versammlung Z.- D.: 1. Raffenbericht. 2. Vortrag. 3. Verschiebene 4. Fragekasten. Gingeführte Gäste find willlommen.- Neut Mitglieder werden aufgenommen. bittet Um zahlreichen Befud Der Vorftand NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 Pf. Gin Einschreibegeld wird nicht erhoben. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 572 hatte nie war nie A1B fand er bebrt ha Wa wie alle Sie batt gifter ein Befferfon jebesmal Empfang