Sk. 65. Mittwoch, 18. März 1885. n. Jahrg. Jl trlmrVMW Brgan für die Intrreffkn der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei m's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreislist« für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstratze 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Abimemtllts-Eivladullg. Zum bcvolstthendcn ViertkljahrS> Wechsel erlauben wir uns, «lle Arbeiter Berlins zum Abonnenent auf das „Berliner Volksblatt" »ltt der Gratis-Beilage „Jlluftrirtes Sonntagsblatt" tfnzuladen. _ Die ReickShauptstadt hatte vor dem Erscheinen unseres Blattes lein Organ, welches den Interessen der werkthättgen Bevölkerung diente. Das„Berliner BolkSblatt" füllt diese «.ucke aus, es bedarf aber, um.seiner Aufgabe voll und ganz gerecht werden zu können, der nachhaltigsten Unterstützung der «rdeiter. Wer der Sache der Aideiter dienen will, helfe ein Unter- Rohmen befestigen, welches bestimmt ist, die berechtigten For- Hungen und Wünsche der Arbeiter zum Ausdruck zu bringen, "Nd auf ihre thaljächliche Erfüllung hinzuwirken. „ Ein Jeder von unseren disberigen Anhängern suche indem seiner Freunde und Bekannten da?„Berliner B° l k s b l a t t' zu verbreiten und sehe darauf, daß jeder neu- «fmndcne Gesinnungsgenosse, sein Versprechen, zu abonntren, "Uch wirklich hält. Am I. April schließen wir unseren ersten Jahrgang ab; o? ist uns in dem veiflossenen Jahre klar geworden, daß die JP�liner Arbeiterschaft wirklich von der Wichtigkeit durch- w�Sen ist, ein Organ zu besitzen, in welchem ihre Mrebungen und Bedürfniffe in ur. verfälschter, ungefärbter 7, on die Oeffentlichkeii gebracht werden. unser«lstits werden wir auch fernerhin bemüht sein, den unseres BlatteS immer reichhaltiger zu gestalten. besondere Sorgsalt weroen wir auch aus daS »ruillcton vklwrnden und am 1. April mit der Veiöffentlichung -lNes höchst interessanten und spannenden RomanS auS der seder Friedrich Gerftäcker'S Im Eckfenster Finnen. a, Den neu hinzutretenden Abonnenten wird— soweit der Borrath reicht— der bisher erichtenene Theil des RomanS „Gesucht und gesunde«" l»wie daS „Jllustrirtes Sonntagsblatt" •fcotis und franko nachgeliefert. Das „Berliner Bottsblatt" �4dru darin hatte Fritz vollständig die rechte Maxime ergriffen— muß nicht allein mit seiner Wissenschaft den Unglücklichen Hilfe leisten, vor alle« Dingen muß er suchen die Vor» aänae ihrer Seelen zu durchforschen, welche da« Uebel hervorgerufen, und dazu ist nicht« mehr geeignet al» da« ward die Thür bei großen die Schaar von Irren be« zusammensaß und stand, von welchem die beiden diese« ttaurigen Orte» Arzt einer Irrenanstalt— find wir der Meinung, daß ganz ander« einem Abkommen zwischen Deutschland und England Schwierigkeiten in den Weg gelegt haben, andere Leute, die sonst unermüdlich dem Fürsten Bismarck Söldnerdienste leisten. So schrieb am 5. März die Berliner Zeitungskorrespondenz, welche die ganze kleine gouvernementale Presse mit den nöthigen Ausschnitten versorgt: „Der Riese Fürst Bismarck hat das gegenwärtige Ministerium Englands erschlagen"— dies ist der Ein- druck, den Jeder gewonnen hat, der die wuchtige Rede des deutschen Reichskanzlers vom 2. d. M. gehört oder gelesen hat. Dieser Riese hat im Verlaufe einer kurzen Rede nicht blos da? meerbehenschende stolze Aldion lief gebeugt und dessen gegenwärtige Diplomaten nachgerade hofunfähig gemacht, sondern auch mit einem Zauberschlage die antinationalen Parteien des deutschen Reichstags zu sprühenden Patrioten umaeschaffen. Dieser GeniuS, der mit seiner geistigen Laterne die Lügen und die Jrrpfade der fich vor ihm velkriechenven Staats- männ-r Englands beleuchtete, zündete zugleich daß himmlische Feuer des heimiicben Patriotismus wieder an, daS seit einiger Zeit im Ringkampfe der politischen Parteien erloschen zu sein schien. Es kann gar keinem Zweifel mehr unterliegen, daß kein Gesandter Englands, lein diplomatischer englischer Agent jemals mehr an einem europäischen Hofe eine diskrete Mittheilung em- pfangen kann, insolange er im Dienste deS fich als hochperfid erwiesenen gegenwärtigen englischen Ministe- riumS fich befindet. Wir wüßten nicht, welcher englischeGesandte es noch wagen könnte, im PalaiS des deutschen Reichskanzlers zum BeHufe einer vertraulichen Unter- redung vorzusprechen, so langeMr.Glad- stone oder Lord Granville im Amte sind. Wenn irgend etwaS geeignet ist, den Groll Englands zu wecken, so find es gewiß derartige Aeußerungen, die noch dazu Anspruch darauf erheben, patriotisch zu sein. Daß der«eue Antrag det Herrn Ackermann und Genossen, betr. Abänderung der Gewerbeord« n u n g(Befähigungsnachweis) den bayerischen Zünftlern noch nicht reaktionär genug ist, haben wir bereits mitgelheilt. Heute können wir hinzufügen, daß auch die„Baugew. Ztg.", ein angeblich die Jnteiessen der Kleinhandwerker verfechtendes Blatt, ganz in die Trompete der bayerischen„Brüder" bläst. DaS genannte Blatt plädirt für die Einberufung eines allge- meinen deutschen Handwerkertages, damit die Initiative zur Gesetzgebung vom Handwerker selbst ausgebe und nicht„auch fernerhin stückweis und flickweis, ja zum Theil ganz an den unrichtigen Stellen die Gewerbeordnung ergänzt werde." Das Blatt fordert von einem solchen Handwerkertage ein durchdachtes und grundlegen- des Handwerker-Programm und fügt hinzu:„Wir glauben sogar, daß die R-gierung nur auf eine solche Kundgebung wartet, um danach ihre Gesetzentwürfe bei dem Reichstage ein- bringen zu können, denn ste erkennt die Klage als berechtigt an, daß Vieles am grünen Tisch dem Handwerker verdorben wird." — Richtiger wäre eS auf jeden Fall, wenn die Handwerker selbst Vorschläge machen würden; fie find dazu kompetenter, wie der Herr Hofrath Ackermann, allein nach den bis jetzt ge- machten Erfahiungen zu urtheilen, wird auch auf dem Hand- werkertag nichts weiter als konfuses Zeug zu Stande kommen. Stettin. Wie im vorigen, so find auch in diesem Jahre bereits eine größere Anzahl hier ankommender Dampfer nach sozialdemokialischen Schriften durchsucht werden. Außer dem Dampfer„Titania" wurde auch der Postdampfer„llffo" durchsucht; es handelt fich vermuthlich um den in Kopenhagen er- scheinenden„Sozialdemokraten", von dem man annimmt, daß er in Deutschland verbreitet wird. Auch bei einem Stettiner Arbeiter fand eine Hausdurchsuchung statt; eS wurde indeß nirgends etwaS Verdächtiges gefunden. Frankreich. Zu den Schwierigkeiten, welche die Franzosen in Tongking und auf der Insel Formosa zu überwinden haben, find durch ein-n Aufstand in Cambodscha und C o ch i n ch i n a weiter« gekommen. Cambodscha, ehemals ein selbstständiges Reich in Hinterindien, auf der südöstlichsten großen Landzunge Ast n« gelegen, ist seiner Zeit zum Theil durch die Franzosen von Annam losgerissen und kolonistrt worden, während ein anderer Theil als Vasallenstaat Frankreichs betrachtet wurde. Der offiziöse„TempS" spricht die Vermuthung auS, daß die Chi- nesen die Hand im spiele haben. In der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar d. I. drang plötzlich eine starke Bande von Piraten aus Cambodscha in ein zu Cochinchina gehör-ndeS Dorf, welches nur wenig entfernt von Tai-Ninh, dem Haupt- orte des Cambodscha benachbatten Arrondissements liegt, ein. Von Saigun, aus ver Hauptstadt der französtschen Befitzungcn in Cochinchina, wurden sogleich achtzig französtsche Marine- Vertrauen seiner Patienten. Fritz besaß nicht nur da« Vertrauen seiner Patienten, nein auch die Liebe aller jener Unglücklichen, die dieser Ort beherbergte. Das zeigte sich jetzt recht deutlich, al» er nach langer Abwesenheit zurück- kehrte. Er ward vollständig belagert, bestürmt. Alle« eilte ihm entgegen, um ihn zu begrüßen. Man schüttelte ihm die Hände. Man überreichte ihm ganze Stöße von Bitt- schrifte« und Auseinandersetzungen, die man während seiner Abwesenheit angeferttgt hatte. Man erzählte ihm die wunderbarsten Dinge, welche pasfirt sein sollten, und be- klagte fich über dies und jene», wa« ihnen in ihrer Ein« bildung Böse« zugefügt sei. Fritz hörte da« Alle« geduldig, hier mitleidig lächelnd, hier kopfschüttelnd mit an. E« war ihm kaum möglich durch den Saal hindurch» zugehen, und doch zog e» ihn nach jenem Nebengemach, in welchem er Diejenige wußte, die ihm ein so tiefe« Mitge- fühl abgewonnen hatte. Da erblickte er fie von fern. Elly hatte fich mit Mrß. Forster erhoben. Auch fie wollte ihm entgegeneilen, in- dessen wagten fie nicht durch den Haufen, der Fritz umgab, sich hindurchzudrängen. Sie blieben von ferne stehen, und in ihren Mienen la« Fritz die Freude de« Wiedersehen». Er nickte ihnen einen freundlichen Gruß zu und suchte fich dann der Zudringlichen zu entledige» und bi« zu ihnen vorzudringen. Elly'« Auge schwamm in Freudenthränen. Er nahm ihre kleine zarte Hand und drückte fie an seine Lippen. Wie selig durchzuckte«« Elly bei dieser Berührung! E« war ihr mehr al« genügender Beweis: Fritz hielt sie nicht für fein« Patientin, nicht für«ine Wahnfinnige. Sie war feine Freundin. „Und Sie auch wieder hier?" sagte Fritz, fich an Mrß. Forster wendend.„Ihre Heilung im vorigen Jahre war also doch nicht nachhaltig?" „Nein, Herr Doktor," antwortet« Mrß. Forster,„e« war «in Jrrthum! Ich glaubte gesund zu sei», ach. ich fand, daß e» nicht wahr sei. Ich war sehr, sehr krank.... Ich bin wiedergekommen, um»och einmal hier meine Heilung zu suchen." „Und Sie werden sie hier finden." antwortete Fritz gutmüthig.„Verlieren Sie nur nicht die Geduld und den Muth am Leben. Suchen Sie traurige Erinnerungen ,u Infanteristen und 150 annamitische Tirailleure unter dem Kommando des Kapitäns Silvani abgesondert, während zugleich das Kanonenboot„La Sagaie" unter dem Kommando des Schiffslteutenant de Festgny eine Rekognoszinrng vor- nahm. Am 6. und 7. Februar traf dann die Kolonne de» Kapitän« Silvani mit den Piraten zusammen und jagte die« selben in die Flucht, wohei 150 Annamiten, die von den Com- bodschanern zu Gefangenen gemacht worden waren, befrei! und achtzehn Dschonken(chinefische Schiffe) genommen wurden.— Wenn eS den Franzosen hier auch mit leichter Mühe gelang, den Aufstand zu unterdrücken, so werden ste dennoch ungeheure Schwierigkeiten haben, denselben— da es bereits im ganzen Lande gährt— gänzlich zu unterdrücken. Am 9 Februar kam es an einer anderen Stelle wiederum zum Kampf und fort« während werden neue Aufstände aus dem Innern fignaltstrt. Die Garnisonen find durchweg nur schwach besetzt, man braucht die Truppen in Tongking und Formosa, wo Fieber und Krank« heften aller Art große Lücken reißen. Sicherlich würde die ftanzöfische Regierung gerne zufrieden sein, wenn China sich zum Frieden entschließen, wollte Einem Gerücht zufolge sollen Übrigens diesbezügliche Verhandlungen zwischen Frankreich und China in Ausficht stehen Großbritaunie«. Dem Unterhaus« th eilte der Unterstaatssekcctär Fitzmaurice mit. daß der Dampfer„Glenroy" von dem französischen Flotten« Offizier freigegeben worden sei, nachdem das Schiff das Blei seiner Ladung den französtschen Behörden zur Verfügung ge« stellt habe. Die französische Regierung habe keine Andeutung gemacht, daß ste Blei oder andere Waare, mit Ausnahme von Reis, als Kriegskontrebande ansehen würde. Blei sei einer der gewöhnlichsten und und nothwendigsten Handelsartikel, welche in der jetzigen Saison nach China zur Verkleidung von Theekisten verschifft würden. Die Regierung hoffe, ihre Vor« stellungen in PanS würden die Freigabe des fortgenommene» Bleies bewirken. Auf eine Anfrage von Bourke bezeichnete der fiemier Gladstone den vollständigen Abschluß des egyptischen inanzabkommens als in allernächster Zeit bevor« stehend. Der Schriftwechsel hierüber solle dem Hause jedenfalls, sobald er zur Vorlage fertig, vorgelegt werden. Fitzmaurictx erklärte, es sei noch keine Bestätigung der Nachricht vom Fillr- Kassalas eingegangen; in Suak m sei nur ein Gerücht vier- 1 über verbreitet gewesen.— In Bezug auf die afghanische Frag« ist ein Abkommen dahingehend getroffen, daß die russtschen uird afghanischen Vorposten voriäusig nicht vorrücken. Inzwischen finden Verhandlungen einer sogenannten Grenzregulirungs' kommisfion statt, zu der die betheiligten Staaten Delegirte g? sandt haben. Od es dieser Kommisston gelingen wird, „richtige" Grenze zu finden, das erscheint immerhin fraglbb Thatsächlich hat England schon etwaS nachgegeben, denn ts russtschen Vorposten find ein gut Stück vorgerückt und selff wenn eine Einigung zu Stande rommt, so wird Rußland v» einmal desetzte Terrain niemals wieder herausgeben. Amerika. Ein aus Newyork vom 16. d. Ml«, übermittelte« gramm aus Panama meldet: Heute früh i Uhr machte eis su« etwa 250 Mann destehender Trupp Aufttänd scher eines Angriff auf die Stadt, welche tebhasl verthridigt wird. düngen aus La Libertad bestätigen, daß Präsident B a r r i o' das Dekret wegen Vereinigung der zentrasamerikanischen publiken zu einer Republik ohne Vorwissen der anderen publiken erließ und daß letzlere erst am 6. d. Mts. von des Dekrete erfuhren. Der Kongreß von San Salvador er« mächtig! unterm 14. d. die Regierung, alle zur Vertheidigw� des Landes erforderlichen Mittel zu ergreifen, infolge deffe» wurde der Belagerungszustand prollamlrt. D o k» l e s. g. Ein interessanter Haftpflichtprozeß von zugl-iä prinzipieller Wichtigkeit, welcher dir Bestimmung des§120� Gewerbe-Ordnung:„Die Gewerbeunternehmer find verpflichte!' alle diejenigen Einrichtungen herzustellen und zu unterhalte» welche mit Rückstcht auf die besondere Beschaffenheit des werbebetriebeS und der Betriebsstätte zu thunlichster gegen Gefahr für Leben und Gesundheit nothwendig Mv, zum Gegenstände hatte, ist vor Kurzem durch daS Reichsgttt« zur Entscheidung gelangt. Der Arbeiter Robert Erdmann p Berlin war in der Mineralwafferfabrik von AndreaS Wcfietfff zu Berlin beschäftigt. Am 6. September 1882 zersprang fw Selterflasche, welche E- zu füllen beschäftigt war, ein K splttter derselben verletzte ihn am linken Auge derartig, daß/» seine Arbeit aufgeben und fich in ärztliche Behandlung geben mußte. Diese wurde ihm bis zum 31. Oktober 188*' der hiesigen Augenklinik des Prof. Schäler. von diesem DJs ab bis' zum 23. November.efftlben Jahres in der hiesig. Universttätsaugenklinik zu Theil. Das linke Auge ist vurcb® Unfall vollständig erblindet, daS rechte Auge war durch � bannen durch die Hoffnung auf eine glücklichere fünft" Sw antwortete nur mit einem ttaurigen"DP schütteln:. j „Ich kann niemal« glücklich werden! Ich bin rner« LebenSglückS beraubt, und da», wa» ich verlor, kann* Niemand wiedergeben." t „Zunächst suchen Sie die Gesundheit, Mrß. Fnrff�' antwortete er.„Und diese kann Ihnen zurückgegev werden." � „Ach! Ich freu« mich ,u hören, daß Sie mich für gesund halte», wie die Andern.". „D nein! Ich halte Ihr Gemüth der Heilung tig," antwortete Fritz,„und glaube auch die Medrz">" funden zu haben, welche Ihnen hilft." Sie schüttelte ungläubig den Kopf. „Für mich giebt e« keine Medizin." W «Da« Heilmittel, wa» Ihnen hilft, ist: Ersatz für Verlorene." Er sagte da» gewissermaßen, um die Ursache Leiden zu prüfen auf da» Gerathewohl hin, und peh« — er hatte da» Rechte getroffen., Sie schlug da» schmerzerfüllte Auge zum Himmel-� „Ersatz für da» Verlorene!" wiederholte fie-/ mand kann mir wiedergeben, wa« ich verlorea habe- V „Warum dürfen Sie fich Niemandem anvertra ftagte Fritz. Er beobachtete fie von Neuem mit eine«»»»,(r tvollle er ihr in'» Tiefste ihrer Seele schauen, r eine Aeußerung hinzufügte, welche er au« ihre«> � Monde gehört: jL ff „Kann denn die Wölfin, welcher«an die Juns gock raubt, nicht» andere» thun, al» fich in Schmerz u». � ju verzehren? Kann fie nicht durch Klugheit und r ihr Geraubte wieder zu erlange« suchen?" � m% Welche wunderbar« Wirkung brachten diese die Patieniin hervor I Mit eine« Blicke voll»a � Angst schaute sie den Man« an. Sie erblaßte heftig zu zittern.„«b' Weit geöffaeten Auge» starrte fie auf W*' jM* diesem Blick lag eine leise, leise Spur von lern* K finn, den er schon einmal an ihr bemerkt hatte, fich hier mit de« Wahnsinn Schrecken gemischt' ng vors ne des gte die en Cam reit und ter dem entzündlichen Zustand des linken gefährdet und mußte zur Er cend zu altung deffelben eine zwedentsprechende Operation in der mmando Universitätsaugentlinit vorgenommen werden. E. behauptet mun, feine Sehkraft sei derartig geschädigt, daß er nicht mehr laschen abziehen und als gewöhnlicher Arbeiter nur noch öftens wöchentlich 11 m. 50 Bf. verdienen tönne, während früber einen Wochenlohn von 19 M. 50 Bf. brzogen habe. da der Fabrikant W. die zur Sicherung der Arbeiter gegen den. Beschädigung durch das häufige Berspringen der zu füllenden Mineralwasserflaschen erforderlichen Schußbrillen und aus gelang, geheure Draht hergestellten, den ganzen Kopf schüßenden Masten, ganzen welche allgemein gebräuchlich seien, nicht eingeführt hatte, so uar tam machte E. den W. für den Unfall aus§ 120 der Gew. Ordn. mb fort allein verantwortlich und verklagte den W., an ihn an Wochen analifirt. ohn für die Zeit vom 6. September bis 3. November 1882 für jede der 11 Wochen 19 Mt. 50 Pf. und an Alimenten braucht om 26. November 1882 bis zum Lebensende des E. für jede Woche 8 Wit, zu bezahlen, W. dagegen lehnte jede Verantwort lichteit ab, weil E. Die in seiner Fabrit bestehenden Schußmaß tegeln ganz außer Acht gelaffen. So befänden sich bei ihm aus Blech fonstruirte Schugtörbe, in welche die zu füllende Flasche auf den Tritt gestellt wird, um, falls dieselbe springen ollte, das Herumfliegen der Glassplitter zu verhindern. Von dieser Vorrichtung babe E. teinen Gebrauch gemacht. Es wurde nun in erster Instanz von dem Röniglichen Gewerberath Flotten on Stülpnagel ein Gutachten darüber eingefordert, ob bei der as Bleier in Rede stehenden Selterwasserfabrikation der durch die ung ges Gewerbeordnung verlangte Schuß durch Anwendung der in deutung Rede stehenden Schutkörbe ausreichend bewirkt worden oder ob ein solcher ausreichender Schuß vielmehr nur durch Schußei einer brillen oder Schußmasten gewährt werde. Da das Gutachten Bartitel, o Krant rde die ina fich Je follen etch und maurice me von ung von re Vor mmenen onete der Optischen bevor Denfalls, maurice m Falle ht biers e Frage en und zwischen dem Resultat tam, daß wohl Schußbrillen, nach den bes währtesten Konstruktionen hergestellt, mehr Schuß gewähren, als der Schuylorb, aber die Benugung des letteren im ton treten Falle den Unfall verhindert hätte, so erfolgte die Abweisung des Klägers und das Kammergericht schloß sich uf die eingelegte Berufung dem Urtheil des Vorderrichters an. Um den Prozeß zur endgültigen Entscheidung " bringen, suchte der hiesige Rechtsanwalt Hugo Sachs beim Reichsgericht das Armenrecht unter folgender Motivirung nach: Das Kammergericht verstößt gegen§ 120 der GemOrbn. Gehören Schußbrillen zu den Schußvorrichtungen, welche die Gefahren des Fabrikbetriebes in höherem Grade als Schugtörbe zu vermindern geeignet find- und dies muß lirungsubjektiven der Sachverständige trotz der in seinem Gutachten enthaltenen ubjektiven Momente bestätigen so ist es ohne Belang, ob girte ge bie Arbeiter eine solche Schußbrille in anderen Fällen nur iro, bie mit Widerwillen( wie es in dem Gutachten heißt) tragen und fraglid b von ihnen ein Verlangen um Beschaffung einer Schuß Denn bit brille an den Arbeitgeber gestellt wird. Die Vertretungspflicht and felb des Arbeitsherrn fann nur durch den Nachweis der Bereit and b fellung des relativ befferen Schugmittels im tonkreten Falle aufgehoben werden, wobei dann die Nichtbenuzung des Schutzmittels den Arbeiter selbst treffen würde. Das Reichsgericht, Tele mchte ein er einen . Mel arrios hen Re ren Re von dem Dor er eidigung ge deffen zugleich 120 bet pflichtet, erhalten Des G g find", Sicherbet Bgericht mann zu Beftersin ng eine Glais , daß er ang be 1882 in m Tage hiefigen urch den urch den re Bu Ropf meines ann mir Forfter," gegeben ich night bebürf bizin ge für bal be thr tebe ba! amel. Rie rauen? Es bob das Erkenntniß des Kammergerichts durch Urtheil vom 3. Februar d. J. auf und wies die Sache zur nochmaligen Berhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurück, indem es u. A. motivirend ausführte: Nach dem Gut6.D. für die Anschaffung und Bereitstellung von Schußbrillen aten des Sachverständigen war der Beklagte gemäß§ 120 verantwortlich und war von seiner Verpflichtung nicht dadurch entbunden, daß diese Schußvorrichtung möglicherweise auf Widerstand bei seinen Arbeitern stoßen fonnte. Troß des zu erwartenden Widerstandes von Seiten seiner Arbeiter lag es in der Pflicht des Beklagten, Schutzbrillen anzuschaffen und deren Benugung zu ermöglichen und zu empfehlen. Erst wenn Bivilsenat, adoptirte durchweg im Brinzip diesen Einwand. 11 Eine anständig gekleidete, etwa 18jährige Dame betrat vor einigen Tagen ein Schirmgeschäft im Zentrum der Stadt und allein die bewiesene Nachficht, daß er die jugendliche Diebin nicht sofort einem Schußmanne zur Festnahme übergeben, von der Mutter des jungen Mädchens noch heftige Vorwürfe darüber gemacht wurden, daß er der diebischen Tochter so viel Angst und Schrecken bereitet habe. Das war dem Bestohlenen denn doch zu arg, und brachte er den Diebstahl deshalb zur Anzeige. Das Repertoir des Belle- Alliance- Theater ist in dieser Woche mit Hypochonder"," Doktor Klaus" und Raub der Ehe die Diretton die Sabinerinnen" abwechselnd besetzt. nächste Novität in Szene gehen läßt, soll Emil Bobl's unter. haltende Gesangspoffe ,, Klein Geld" noch zur Aufführung gelangen. Gerichts- Zeitung. Ein Abkühlungsmittel. Bwischen zwei sonst befreun deten Familien, die das Schicksal auf die Benuzung eines gemeinschaftlichen Korridors angewiesen hat, tam es zu Meinungsverschiedenheiten, die gar bald der seitherigen Har monie ein jähes Ende bereiteten. Ganz besonders befleißigten fich die betheiligten Repräsentantinnen des schönen Geschlechts, benen hierzu Beit genugsam zu Gebote stand, mit Hilfe ihrer schneidigen Bungen den hader zu schüren. Bei jeder Begeg nung, deren nach Lage der Sache gar viele stattfanden, gab man der gegenseitigen Verachtung in durchaus flafftschen Worten Ausdruck und rief schließlich sogar von beiden Seiten die Hilfe des Injurienrichters an, damit von Amtswegen die ehrens Wohl rührenden Kränkungen empfindlich gefühnt würden. oder übel mußte fich der Mann des Gesezes mit der undeli taten Angelegenheit befaffen. Die richterliche Entscheidung, nach welcher die gegenseitigen Beleidigungen für fompenftit erachtet, und jeder Partei die Hälfte der Kosten auferlegt wurde, war jedoch keineswegs im Stande, dem uner quidlichen Bwist ein Ende zu bereiten. Auch die eingelegte Appellation führte zu feinem andern Resultat, obwohl im Be rufungstermin jeder Partei ein erlerntet" Rechtsanwalt zur Seite stand. Die gegenseitige Erbitterung war auch hierburch keineswegs abgeschwächt worden. Die streitbaren Nach baren trollten sich aus dem Gerichtssaale zwar in gesonderten, jedoch so dicht aufeinanderfolgenden Gruppen nach Hause, daß fedes Wort vernehmlich an die dafür bestimmte Aoreffe gelangte. Offenbar wurden in dieser Weise die Ohren der Bes theiligten durch manchen Mißton empfindlich berührt, so daß es kaum Wunder nehmen darf, wenn Klägerin und Widerflägerin beim Betreten des Hausflurs des von ihnen be wohnten Grundstücks einander in die Haare geriethen und fich bald darauf auf den Dielen herumbalgten. Der beneidens werthe Ehemann einer dieser Streitbaren Amazonen machte schließlich nach mehreren vergeblichen Vermittelungsversuchen bem hartnäckigen Kampfe durch Anwendung eines drastischen Mittels ein Ende, welches die beabsichtigte Wirkung zwar nicht versagte, jedoch eine Anklage wegen vorfäglicher Sachbe schädigung im Gefolge hatte. Der Angeschuldigte, der Maurer Peter Kornelius Petermann, stellte in der öffentlichen Audienz die ihm zur Last ge legte Handlung entschieden in Abrede und behauptete, nur mit Widerstreben an eine Aussöhnung der" Weibsleute" herangegangen zu sein. Vors: Um eine Aussöhnung dürfte es Ihnen taum zu thun sein, da Sie der Gegnerin Ihrer Ehefrau vom Treppenabfay, also aus einer ansehnlichen Höbe, einen vollen Eimer Waffer vorfäßlich über den Kopf gegoffen. Angell.: Diese Madam wird nu schon nich meenen, wenn ihr eener' mal' n bißken de Belle abspült. Vors. Sie würden sicher beffer gethan haben, durch Ihren Einfluß Ihre Ehefrau von thätlichen Ausschreitungen abzuhalten, anstatt deren Eifer durch eine solche Beihilfe noch aufzustacheln. Die Beugin schäßt den Werth ihrer ruinirten Garderobe auf mindestens 30 Mt.- Angefl.: Det is nu schon mehr Ufschnitt, Herr Jerichtshof, indem ich jänzlich farnischt mehr Ufschnitt, Herr Jerichtshof, indem id fänzlich farnischt verrujenirt habe. Mit reenet Leitungswasser wird nischt ver unreenigt. Vorf.: Auch durch das Klarste Waffer tann in vielen Fällen Garderobe vollständig verdorben werden, und im Fall Sie nicht das Gegentheil beweisen können, ist gar kein Grund vorhanden, den Angaben der Beschädigten zu mißtrauen. Offenbar war es aber auch Ihre Absicht, die Beugin recht empfindlich zu tränken. Angefl.: Aber noch nich in de la main, Herr Jerichtshof; mein Seitenjewehr is ja noch ville febrer injeweecht jeworden. Man blos berubijen wollte ick det anwesende Befizer des Geschäfts legte der Käuferin eine größere Anzahl Schirme vor, ohne dieselbe, zu einer Wahl beftimmen zu können. Die Dame entfernte fich darauf, der neuesten Modefarben, eilte der Dame nach und zog ihr den abbanden gekommenen Schirm auf der Straße unter dem Binterpaletot hervor. Die Diebin, welche sich zunächst zu einer unfreiwilligen Rückkehr nach dem Schirmgeschäfte be quemen mußte, bat hier unter vielen Thränen, fte nicht un glücklich zu machen, da sie die Tochter einer anständigen Kaufmannsfamilie sei und nur aus Bußsucht, weil ihre Mama er tlärt habe, daß ste die Tochter fich im kommenden Vors.: Ich habe Ihnen schon einmal bemerkt, daß eine Sommer mit dem vorjährigen Sonnenschirm begnügen müsse, derartige Prozedur nicht geeignet ist, bestehenden Unfrieden in beffere Bahnen zu leiten.- Angell.: Sie versteh'n mir fänz den Diebstahl begangen habe. Um fich zu überzeugen, ob die Diebin die Wahrheit gesprochen und nicht etwa eine profef lich miß, Herr Jerichtshof; wenn' n Weibsstüde erst unjeRonsmäßige Ladendiebin sei, begab sich der Bestohlene mit der mietlich wird, denn hat et ooch de mehrschte Beit' n mächtig Diebin nach dem Hause der Eltern, wo ihm zum Dank für derben Born int Leib un is denn nich wie' n Mensch mit je= Er bemerkte den Eindruck, den seine Worte auf fie gemacht hatten, und nidte befriedigt unmerklich mit dem Ropfe. Ich hatte Recht," dachte er bei sich, da ich sie für wirklich wahnsinnig erflärte. Sie ist es, und ich kenne den Siz ihres Wahnsinns." Und als Fortsetzung dieser seiner Gedanken fügte er laut hinzu: Weibsvolt. Nur einen oder zwei Tage werde ich abwesend sein; ich gehe nur nach Davistown." Mrß. Forster, welche fich in einen Fauteuil gefeßt und ben Kopf schwermüthig in die Hand gestützt hatte, sprang bei diesen Worten empor, als ob eine Natter fie gebissen hätte. Sie wollen nach Davistown, Herr Doktor?- Was wollen Sie dort? Was führt Sie nach Davistown? Was suchen Sie dort?... Sie werden dort Niemanden finden; es ist vergebens!..... Sie werden nicht nach " Nur getroft, Mr. Forster! Sie haben an mir einen Freund, der zunächst die Ursache der Krankheit und dann bie Krankheit selbst beseitigen wird. Wenn sich Ersatz Davistown gehen!" fchaffen läßt für das Verlorene, so schaffe ich Ihnen den trauens, wenn ich Ihnen helfen soll." haben D, meine Freundin!" flehte Elly, sich an sie schmie gend, vertrauen Sie ihm; er wird sie gesund und glüc lich machen. Vertrauen Sie ihm, wie sie mir vertraut ; er verdient es. Er verräth Sie nicht." Das findliche Flehen des schönen Mädchens hatte etwas unendlich Rührendes, und die Zuversicht, welche aus Fritz war auf's Höchste verwundert über die Heftigkeit, mit welcher fie sprach. " Sie find in Davistown bekannt, Mrs. Forster?" fragte er, indem er sie wieder mit jenem scharfen Blide beobachtete, der ihm so eigen war und mit welchem er in der Seele der Patienten zu lesen schien, der Blick des er fahrenen Arztes, des flugen Psychologen. Als ob sie sich auf einer Unvorsichtigkeit ertappt fähe, fenkte Mrs. Forster verlegen den Blid. Ich bin dort bekannt," sagte fie nach einigem Zögern, ihren Worten sprach, machten auf Mrß. Forster einen Ein oder vielmehr ich weiß, daß Lady Davis jegt bort nicht brud. Ich will mir's überlegen", sagte sie.„ Ich will ver fuchen, ob ich's über mich gewinnen fann, Ihnen das furchtbare Geheimniß anzuvertrauen." So ift's recht, so it's gut," sagte Friz. Uleber anwesend ist. Sie werden vergebens dorthin reisen; ich wiederhole es Ihnen, Sie erfahren dort nichts." Ah! Wer sagt Ihnen, daß ich etwas zu er fahren wünsche?" sagte Friß, immer noch halb erstaunt, halb forschenb sie anblickenb. und woher Legen Sie fich's und ich gebe Ihnen die Versicherung, daß, wissen Sie, daß Lady Davis jeßt bort nicht anwesend wenn ich den Umfang Ihrer Leiden, die Ursache Ihres ist- Seit drei Monaten befinden Sie sich hier in der Rummers tenne, daß ich dann Hilfe schaffe, wenn überhaupt Anstalt und haben also unmöglich Nachrichten aus Davis menschliche Hilfe möglich ist." Fide, als bem er feigenen ngen ge no Born Lift bas Borte auf mentofa begann und in Wahn aur batte barf; aber heute, heute kann ich es nicht." " Ich weiß, daß ich von Ihnen allein Hilfe erwarten Ich erwarte es auch heute nicht," antwortete Frig gutmüthig. Rehmen Sie sich Beit; überlegen Sie fich befuchen." H town erhalten." Ich vermuthe es nur!... Ich weiß es nicht!.. Sie können sich darauf verlassen, meine Vermuthung trifft zu; Lady Davis ist dort nicht anwesend." " Alles ganz ruhig. In einigen Tagen werde ich sie wieder lag mir gerade daran, die persönliche Bekanntschaft ber werben nicht morgen wieber hier sein?" In einigen Tagen?" fiel Elly erschrocken ein. Sie babe noch eine Kleine Reise zu machen." " Wohl schwerlich, Miß Elly!" erwiderte Friz. Ich Sie wollen uns wieder allein laffen?" Wieber eine Reise!.... Laby Davis zu machen." Lady Davis will mit feinem Menschen Bekanntschaft Sie würde Sie nicht machen, Niemanden sehen empfangen, auch wenn sie anwesend wäre." Bielleicht doch, wenn sie den Grund erfährt, weshalb ich ihre Bekanntschaft machen will." Sie find ein Spion, Herr Doktor!" rief Mrs. funde fieben Sinne zu tarieren. Nee, son Indifidibum derf denn man blos wie' ne jedwede andere Kreatur äftimiert wer'n. Vors. Auf die Ursache der gegenseitigen Uneinigkeiten tommt es hier durchaus nicht an. Uebrigens habe ich aus den Vorakten des Injurienrichters ersehen, daß auch Ihre Ehefrau fehr reizbaren Temperamentes ift.- Angell.: Na ob det teen Alas is, Herr Jerichtshof; det bißten Bungenschlag sollten Se hören! Ik sage jut vor, Ihre sämtlichen Horchlappen würden Se sich auftoppen. Vors. Um so unbegreifliche ist es, daß Sie so unerquid lichen Szenen durch thätliches Eingreifen noch Vorschub leifteten. Angell.: Sie versteh'n mir wieder miß, Herr Jerichtshof. Wie' t vor etliche paar Jahre mit meine Profes fton man mies war, da hatte id mir mit' n fleenen Handel mit' n eejen Jespann, wo doch immer in wenigste een Bughund zu jehören dubt, jeetablirt. Bors.: Das gehört ja aber garnicht zur Sache!- Angell.: Wenn id mir nich verdeffendiren derf, denn wird mir der Herr Staatsanwalt schon ohne eenzigste Inade inseef n. Vors. So reden Sie. Angell.: Indem doch nu aber'n Jeschäftsmann mit eenen Bugbund teenen Effekt macht, legte id noch zwee Mark fufzis an oor' n janz politischen Köter, so halb Bulldur un halb Pudel un von' ne Rolör, die' t janich jeben duht. Nu war det woll wat vor'n Kenner; aber zu't Biehen äftimierte sich det Diehr zu schade. Det det man nich cher den Strang frade machte, bis id ihn etliche zehnmal den Jummischlauch be Ribben langjepakt hatte. Vors. Wenn Sie nun nicht zur Sache kommen, werde ich mit Bernehmung der Beugen vorgeben. Angell.: Bei de Arbeet fonnten sich nu die beeden Diere janz scheenicken vers dragen, indem se Maultörbe vorhatten. Wenn id ihr aber Futter vorschmeißen daht, det se fich denn man jleich in' n Schlunt pacten; je doller id mang dreschte, je sehrer faßten se zu, bis ich ihr denn' n paar Emmer Waffer überjoß, wat bei fone Anjelejenheeten det eenzigste Mittel is. nen. Bors.: Nun verstehe ich; Sie glaubten, das Handgemenge der beiden Frauen nur durch ein Sturzbad beendigen zu tön) Angell.: Aber ooch janz jewiß, Herr Jerichtshof;' ne janze Viertelstunde hatte sich det in de Haare und stelte sich uf ' n Erdboden' rum, un wer die beeden kennt, der weeß ooch, Det se mindestens so lange feftehalten, bis ihr eener de Klauen abhauen dubt. In sonen Fall soll aber' n Emmer Wasser febre jesund find. Die Beweisaufnahme war dem Angeklagten insofern günstig, als gelegentlich derselben zur Sprache tam, daß Petermann bet denselben Parteien durch Anwendung desselben Mittels schon wiederholentlich den Ausbruch von thätlichen Feindseligteiten verhindert hat. Unter diesen Umständen verwies der Gerichtshof die Beschädigte auf die Bivilllage und sprach den Angeschuldigten nach dem Antrage des Staatsanwalts fostenlos fret. ( ,, Ger. Big.") Soziales und Arbeiterbewegung. Börsenmoral. Die Wiener Anglobant flagt jetzt gegen ein Pariser Bankinstitut, mit dem sie seinerzeit gemeinsam die Finanzirung" amerikanischer Eisenbahnpapiere übernommen batte: fte soll dabei 100 000 Gulden verloren haben, und awar, wie fte angiebt, hauptsächlich deshalb, weil ihr das französische Institut lauter gefälschte Angaben über die Lage der betreffenden Bahnen zukommen ließ. Die Spigen unserer bürgerlichen Gesellschaft scheinen moralisch gerade nicht besonders boch zu stehen. Industrie und Voltsgesundheit. Wir wiesen neulich ausführlicher darauf hin, wie unter der zügellosen Ausbeutung der Arbeitskraft eine allgemeine Degeneration der Arbeiter schaft eingetreten ist. Wir erhalten aus Brünn in Mähren eine neue Bestätigung dieser Thatsache. Am 4. d. M. fand daselbst die Aushebung der Stellungspflichtigen der ersten Altersklaffe statt. Von 345 Stellungspflichtigen wurden fage und schreibe 23 als tauglich befunden. Ein geringer Bruchtheil ist nicht nicht erschienen. In der II. Altersklasse wurden von 216 Stellungspflichtigen 15 ausgehoben. Wenn diese Misère nicht zum größten Theil dem Industrialismus, wie er gegen wärtig anarchistisch betrieben wird, zugeschrieben werden muß, dann wiffen wir überhaupt keinen Erklärungsgrund hiefür. " Dem Bauhandwerker" dem Organ der deutschen Maurer wird von einem Leser über die Behandlung der Ar beiter bei den Berliner städtischen Bauten ges schrieben: Es ist vielfach die Meinung verbreitet, daß bei städtischen Bauten, über deren nicht gerade sehr sorgsame Ausführung des öfteren in diesem Blatte berichtet worden, wenigstens der Arbeiter regelmäßig bezahlt werde, da dort doch nur solide" Unternehmer Arbeit erhalten. Dies ist aber noch nicht immer der Fall. So z. B. hat der Meister Kuhle, der auf dem Windmühlenberge eine städtische Schule baut, im vorigen Jahre mehrmals seine Arbeiter am Bahltage nicht be " Forster fast in Born gerathend. Sie drängen sich in die Geheimnisse anderer Leute. D, das ist nicht schön von Ihnen! Laffen Sie Lady Davis unangefochten. Laffen Sie fie allein mit ihrer Krankheit, mit ihrem Rummer, mit ihrem Elend, mit ihrem Geheimniß.... Beunruhigen Sie die Unglüdliche nicht noch mehr. D, Lady Davis ist sehr, sehr unglücklich!" Sie begann heftig zu weinen und sant wieder in den Stuhl zurüd. Eine ganz wunderbare Wallung! Friß bachte darüber nach. Sollte der Kummer dieser Frau, welcher, wie er fest überzeugt war, allein in dem Berluft ihrer Rinder feinen Grund hatte, irgendwie mit Lady Davis in Zusammen hang stehen; und welcher Art war dieser Zusammenhang, daß sie mit einem so auffallenden Eifer, ja, mit einer Auf regung, die sie troh ihrer ruhigen Stimmung beinahe wieder zu einem Wahnsinnsausbruch veranlaßte, ihn abzubringen versuchte von seinem Besuche auf Davistown? Es waltete ein Geheimniß ob, das wußte er jetzt, welches Mrß. Forster und Lady Davis zugleich betraf, ein Ge heimniß, welches seine Patientin mit einer auffallenden Aengstlichkeit hütete. Dieses Geheimniß mußte er erfahren. Nicht Neugierde trieb ihn dazu, sondern die Pflicht des Arztes, feinen Patienten zu helfen, wenn Hilfe möglich ist, und für Mrs. Forster war nur Hilfe, wenn er den Schleier von dem Geheimnisse zog, das die Ursache ihrer Krankheit umgab. Ich werde mich erkundigen, Mrs. Forster," fagte er, ob Ihre Vermuthung zutrifft, daß Laby Davis abwesend ist. Sollte das der Fall sein, so werde ich selbstverständ lich meinen Besuch dort aufschieben, bis sie wieder in ihrem Schloffe anwesend ist." H Es wird Ihnen nichts nüßen; sie wird Sie nicht empfangen," wiederholte fie immer noch in ungeheurer Angst und Aufregung. Sie Beruhigen Sie sich, Mrß. Forster! Reine Aufregung, und fürchten Sie nicht meine Indiskretion haben mir versprochen, Bertrauen zu mir zu faffen. ( Fortsesung folgt.) zahlt. Am Weihnachts- Helligenabend gab es auch nichts. Als Kollege W. am Sylvesterabend nach der Wohnung des Meisters ging, um Geld zu fordern, wurde ihm von der Frau Meisterin der Bescheid, der Meister wäre nicht zu Hause, er wäre ausgegangen. Kollege W. sagte: Gut, dann werde ich so lange warten, bis der Meister tommt!" Siehe da, nach 10 Minuten etwa tam der Meister ganz vergnügt aus dem Hause. Auf dem Neubau der städtiSchule in der Markusstraße entließ am 14. Februar ein Bolier 8 Gesellen, wie er sagte, wegen Mangel an Steinen. Gleich Darauf faben wir den Lehrburschen mit fünf Postkarten weggehen und in Folge dessen tamen fünf Gesellen von außer halb zugewandert und erhielten die Arbeitsstellen, aus welchen die hiefigen Kameraden entlassen waren. Als nun einer von den 8 Entlaffenen den Bolier darüber zur Rede stellte, zuckte dieser nur die Achsel stati aller Antwort. So wird der städtische Bau benust, um die Berliner Maurer um die Arbeit zu bringen. Jest find doch wohl Arbeiter genug in Berlin, man braucht nicht noch von Außen welche heran zu holen."- Die Redaktion bes Bauhandwerker" bemerkt hierzu:„ Wenn der Herr Ein fender, mit dem wir vollkommen einverstanden find, daß hier schreiende Mißstände vorliegen, fragt, was da zu thun set, so tönnen wir nur sagen: In einzelnen vorliegenden Falle gar nichts. Es muß da auf einen vollständigen Syftemwechsel beim Bergeben der städtischen Bauten hingearbeitet werden. Die Stadt baut gegenwärtig theuer und schlecht. Es muß der Unternehmerbau ganz aufhören und zum Regiebau zurüdgekehrt werden. Die Sache ist sehr gut ausführbar, ja, fie ist sogar sehr leicht aus führbar. Es muß nur der nöthige Druck durch die Stadtver ordneten ausgeübt werden. Dazu ist aber erforderlich, daß bei den Wahlen zu dieser Körperschaft die Arbeiter sehr auf dem Posten sind. Nicht klagen, sondern handeln müssen die Arbeiter. Dresden. Die Maurerinnung bietet, nachdem die Gefellen etwas energischer als bisher Lohnerhöhung verlangen, einen Lohnaufschlag auf 28 Pf. per Stunde für den Gesellen und 20 Bf. für den Handarbeiter. Dieser Lohnaufschlag ist höchst unbedeutend und ändert am bisherigen Zustand sehr wenig. Erwiesen ist aber durch dieses Vorgehen der Innung, daß die Bauunternehmer und Meister eine Lohnerhöhung bewilligen tönnen und durch Verträge jezt noch nicht gebunden find. Herr Baumeister Reichstagsabg. Hartwig hat in seiner Buschrift an den Fachverein, als Sachverständiger, einen Lohn von 35 Pf. per Stunde für durchaus berechtigt bezeichnet. Nr. f Da wird die Lohnkommission vier Kollegen zu unterstügen haben wenn dieselben nicht anderweitig Arbeit gefunden haben. G wurden noch die Verhältnisse der Werkstatt des Herrn Scheibe, Lüßowftr. 105 von einem anwesenden Kollegen geschildert. G habe daselbst mit einen anderen Kollegen in Rompagnie ge arbeitet und zusammen in einer Woche von 90 Stunden Ar beitszeit die horrende Summe von M. 27 verdient, also pro Mann und Stunde 15 Pf.! Herr Scheibe, welcher selbst an wesend war, suchte die Aussagen abzuschwächen, indem a sagte, er habe die betreffende Arbeit nur einem Arbeiter übergeben. Derselbe hätte sich nun einen Helfer an genommen, für welchen er aber eine besondere Sympathie ge habt habe, denn derselbe habe schon bei ihm als helfer ge arbeitet, als er noch keine eigene Werkstatt hatte. Als ihm der betreffende Arbeiter hierauf erwidern wollte, hatte Herr Scheibe bereits das Lokal verlassen. Der Lohnkommission wurden noch folgende Werkstätten brieflich belannt gemacht, um deren In haber zur nächsten Versammlung einzuladen: 1. Dietrich, Nord ufer, Maschinenfabrik, 12stündige Arbeitszeit, per Stunde 20 f Lohn. 2. Krieger, Hagelsbergerstraße 2, 12-13 Stunden Ap beitszeit. 3. Veit, Annenstraße 2, 12-13 Stunden Arbeitszeit esundhe 4. Bergemann, Grünerweg 79, 12-13 Stunden Arbeitszeit Das Verhalten der Lohntommission wurde in folgender Re folution, welche einstimmig angenommen wurde, anerkannt Die heute in der Viktoria- Brauerei versammelten Schloffer Berlins erklären sich mit den Ausführungen des Referenten, sowie mit dem Vorgehen der Lohntommission vollständig ein verstanden und verpflichten sich, in ihren Werkstätten dahin wirken, daß vor allen Dingen die 10stündige Arbeitszeit einge führt wird." Ein Antrag, welcher besagte, einen seit 14 Wochen arbeitslosen Kollegen, der durch Krankheit heruntergekommen set, mit einer Tellersammlung zu überraschen, wurde einstimmig angenommen und ergab dieselbe 17,90 Mart. Die Verhand lungen, welche auf alle Anwesende fichtlich einen guten Ein brud gemacht hatten, wurden um 22 Uhr geschloffen. gabe der Sanitätswachen müßte es sein, prophylaktische Maß| regeln zu treffen und die Verbreitung und das Entstehen von Epidemien zu verhüten, fie müßten ein Depot von Arzneimitteln befizen, die ebenfalls fostenfrei zu verabfolgen feien, vor allem aber müßten die Aerzte, als angestellte Kommunalbeamte, ein höfliches und anständiges Entgegenkommen gegen jeden Hilfes fuchenden beweisen. Eine Bedingung, deren Ablehnung die ganze Einrichtung unmöglich machen würde, sei das Verlangen, bie Benutzung dieser Sanitätswachen nicht als Armenunterstüßung anzusehen. Der Berliner Arbeiter steht zu hoch, um für diesen Preis, für die Aufgebung seines Wahlrechtes, die Einrichtung zu benutzen. Die Arbeiter Stadtverordneten würden Alles thun, um der Petition nicht blos die bekannte wohlwollende Erwägung der Stadtverordneten Versammlung, sondern auch die Durchführung zu sichern; es sei zu hoffen, daß die Majorität fich nicht ablehnend diesem Vorschlage gegenüber verhalten werde, deffen Gerechtigkeit und Nothwendigkeit außer allem Bweifel stebe. Die beste Unterstüßung aber, welche die Arbeiter Bweifel stehe. Die beste Unterstüßung aber, welche die Arbeiter selber ihrem Vorschlage gewähren fönnten, sei die Wahl solcher Männer, die gesonnen seien, mit aller Energie für ihr Programm einzutreten, für Abschaffung der Miethesteuer, Brogramm einzutreten, für Abschaffung der Miethesteuer, für die Verkommunalisirung nugbringender städtischer Anlagen und für die Errichtung von Sanitätswachen. Mit einem" ppell an die Anwesenden, der mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde, bei den Ergänzungswahlen im Herbst, wo ein Drittel der Stadtverordneten ausscheidet, auf dem Blage zu sein, schloß Redner seinen eingehenden Vortrag. Plage zu sein, schloß Redner seinen eingehenden Vortrag. An der lebhaften Diskussion, die volles Einverständniß mit den Ausführungen des Referenten befundete, betheiligten sich die Herren Peter, Krohm, 8ubeil, Schulz, Rund Noeste, und Uedermann. Nun wurde die Klage laut, daß die Versammlung beffer hätte besucht sein können und man führte dies darauf zurück, daß der Wirth, ob aus Versehen oder Spekulation bleibe unentschieden, zweimal auch an die Schuhmacher den Saal vermiethet habe, so daß dadurch Verwirrung und die Vermuthung entstanden sei, die Versamm lung wäre verboten. Die Petition selber wurde zahlreich unter. schrieben und zur Zirkulation in Bekanntenkreisen mitgenommen. Die Liften mit den Unterschriften müssen spätestens bis 1. April an folgende Herren wieder abgeliefert werden: G. Schulz, Wienerstr. 11, III. Rob. Herzfeld, Adalbertstr. 71. Leh mann, Adalbertstr. 75, und 3ubeil, Waldemar ftr. 76. Defterreichische Bahnarbeiter. Hussowit bei Brünn. Von Hufowig werden dem Brünner Arbeiter. organ bie gräulichsten Zustände, die bei dem Bahnbau existiren, berichtet. Der Taglohn der einheimischen Arbeiter ist ein der art miserabler, daß die betreffenden Arbeiter des Sonntags, wenn fie nicht arbeiten, in den umliegenden Ortschaften schaarenweise beiteln gehen, weil sie diesen Tag nichts zum Effen haben. Geld bekommen diese Leute mit Ausnahme det dort beschäftigten Italiener, die auch beffer bezahlt werden ferns, sondern nur Maiten, für welche sie in der dortigen Kantine, die dem betreffenden Subunternehmer gehört, die ,, Lebensmittel" taufen müssen. Von der Mit dieser Lebensmittel" tann man sich erst dann eine kleine Vorstellung machen, wenn man fte selbst gesehen oder gekostet hat. Die Regierung follte ihre Organe doch anweisen, ein größeres Augenmerk auf diesen Unfug, auf diese schrankenlose Ausbeutung, der diese armen Arbeiter ausaefeßt find, zu richten. Wenn diese Leute, troß der schweren Arbeit so wenig Lohn zugesprochen erhalten, daß fie, um nicht ganz zu verhungern, fich nicht einmal ein grobes Hemd kaufen können, wenn sie dieses Wenige nicht einmal baar ausbezahlt erhalten, sondern der Lebensmittelwucherer der Empfänger ist, dann ist es wahrlich kein Wunder, wenn man nur zu oft hört, daß da oder dort die Bahnarbeiter revoltirt haben, und bewaffnete Macht gegen fie aufgeboten werden mußte. Mit vollem Recht können die Bahnarbeiter als Parias der Gesellschaft" gelten. Vereine und Versammlungen. Die am letzten Sonntag in der Viktoria- Brauerei unter Vorsiz des Herrn Klint stattgefundene öffentliche General Versammlung der Schlosser und Berufsgenossen war recht zahlreich besucht, und wurden von Herrn Miethe, welcher über den Punkt: Unser Programm und wie verhalten fich die Meister demselben gegenüber, referirte in eingehender Weise die Schäden im Schloffergewerbe flar gelegt und betont, daß wir jedenfalls nicht zu einer solchen Krisis gekommen wären, wenn die Gesetzgebung mit den Erfindungen gleichen Schritt gehalten hätte. Denn in derselben Weise, wie die Maschinen immer mehr Verbreitung fänden, hätte auch die Arbeitszeit verkürzt werden müssen, damit die Maschinen der gesammten Gesellschaft und nicht, wie es jest der Fall ist, nur Einzelnen zu Gute tämen. Dadurch sei in einzelne Hände eine Kapitalmacht gelegt, welcher nur durch eine organifirte Arbeiterschaft entgegengetreten werden tönne. be. Die Kommunal- Wählerversammlung der äußeren Louisenstadt, welche unter Vorfis des Herrn Rob. Herzfeld am Montag, den 16. d. M. in der Urania, Wrangeftr. 9/10, stattfand, beschäftigte fich mit der Uebernahme der Sanitäts wachen durch die Stadt. Es war die dritte Versammlung, welche fich mit diesem Gegenstande befaßte. Nachdem die be tannte Petition verlesen war, welche die Forderung enthält, daß die Kommune zahlreiche Sanitätswachen errichte und unter halte, in denen Jedermann zu jeder Zeit kostenfreie ärztliche Hilfe findet, ohne daß die Gewährung derselben als Armen unterfügung angesehen werde, besprach der Stadtverordnete Herr Paul Singer ausführlich die einzelnen Bunkte diefer Betition, welche einen tief empfundenen Uebelstand berühre nnd seine volle Sympathie und Unterstügung habe. Während früher als es noch keine Großstädte gab, auch ein verhältnismäßig innigeres Verhältniß zwischen Arat und Patienten bestand, während Die frühere Se werbeordnung den Arzt verpflichtete, zu jeder Beit zu ers scheinen, von wem er auch gerufen würde( eine Bestimmung, deren Uebertretung allerdings sprichwörtlich war), haben die Dinge heute eine gewaltige Veränderung erfahren und es sei schwerer geworden, besonders in der Nacht einen Arzt zu er t. Der Weberstreit gewinnt immer mehr an Ausdehnung Nachdem über die Firma Lebram u. Ko. der Streik verhäng worden war und alle Stüble anderwärts beschäftig worden find, gingen die Ditschaften Nowawes, Bernau, Strausberg und Ladenwalde in gleicher Weise gegen die Firma Ludwig Lehmann in Rummelsburg vor. Her Lekmann verhielt sich nicht, wie Herr Lebram, den Forderungen seiner Arbeiter gegen über durchaus ablehnend, trat vielmehr mit denselben in Unte handlung, rief eine Fabrikantenversammlung ein, welche den Beschluß faß'e eine Konferenz anzuberaumen, auf der die Arbei geber und Arbeitnehmer fich verständigen sollten. Diese Kon ferenz trat in Berlin bei Herrn Friedländer zusammen, scheiterte jedoch an dem Beschluffe der Fabrikanten, die ebenfalls schienenen Delegiten von Berlin an den Verhandlungen theilnehmen zu laffen und an dem festen Willen der wärtigen Delegirten, ohne Berlin nicht unterhandeln zu Es sollte nun eine neue Konferenz einberufen werden, die jedoch thatsächlich nicht stattfand. die jedoch thatsächlich nicht stattfand. An Stelle be nid wollen. wurde dem Streitfomitee ein von Fabrikanten ausgearbeiteta fichtigung fahrunge mann f wegen m Rilit waren a törperlich und App untaugli Spä tider un bem eidg taffen faffender teit ber gliedern, Minimal und Marimal- Lohntarif für verschiedene Stoffe gelegt, während das lebeige der freien Bereinbarung überlaffen bleiben sollte. Diesen Tarif innezuhalten, hatten fich viere Es hätten Fabrikanten verpflichtet. In Erwägung aber, daß diefer Tarif in einzelnen Bofitionen hinter dem von den Arbeitnehme aufgestellten und geforderten Tarife zurückbleibt und das gerade iegt die Saison anfängt, wurde der Fabrikanten- Tarif ve worfen und von den für die Firma Ludwig Lehmann in de Drten Nowawes, Bernau, Luckenwalde und Strausberg beitenden Webern zum allergrößten Theile die Arbeit eingefiel Um nun die Berliner Lehmann'schen Arbeiter für sich zu g winnen, fand am Montag Abend bei Buß, Große Frankfurt Straße, eine öffentliche Stublarbeiter- Bersammlung statt, welcher die streitenden Drtschaften durch Delegirte treten waren, die folgende Resolution fast einstimmig faßte In Erwägung, daß die jeßigen Löhne auf ein Niveau berab gedrückt find, daß fie zur Beftreitung der nothwendigen Leben bedürfnisse nicht im Entferntesten ausreichen, begrüßt die bes tige Versammlung das Vorgehen ihrer auswärtigen Rolle aufs Freudigste und spricht den Wunsch aus, daß sich die bes und Wege zu finden, um seine Lage zu verbessern. Wir müssen figen, für die Firma L. Ludwig Lehmann arbeitenden Weber fich nun auch bei den Schloffern solche Männer gefunden, welche das Richtige erkannt und eine Bewegung ins Leben ge welche das Richtige erkannt und eine Bewegung ins Leben ges rufen haben, deren Programm lautet: Ein Marimalarbeitstag von höchstens 10 Stunden, Abschaffung der Sonntage und Nachfeierabend- Arbeit und ein Minimallohn von mindestens 18 M. in der Woche. Diese Forderungen sind sehr bescheiden und in Folge deffen werden wir auch hoffentlich nicht auf große Schwierigkeiten stoßen. Die gut gesinnten Meister haben bas auch längst akzeptirt, es tönne fich nur noch um solche handeln, die nicht recht leiflungsfähig, und in Folge deffen auf die lange Arbeitszeit angewiesen find, um sich noch eine furze Beit über Waffer zu halten. Ein solches Festhalten sei aber nicht von langer Dauer, denn die Zeit ist nicht mehr fern, wo fte ebenfalls ruinirt sein werden. Selbst der neue LehrlingsSelbst der neue Lehrlings paragraph und mit ihm die ganze Jnnung lönne hieran nichts mehr ändern. Der Arbeiter sei einfach gezwungen, Mittel mit den Meistern in persönlichen Verkehr treten, und daher haben wir zu der beutigen Versammlung folgende Meister brieflich eingeladen. H. Schulz, Nachtigall, Klemm,( Linden straße), Kleinschmidt,( Friedrichstr.) und Ubricht, Flensburger ſtr.( Moabit). Diese Einladung allein hat schon ein erfreuliches Resultat erzielt, denn von den 5 angeführten Wieintern haben am Sonnabend schon 3 unsere Forderung bewilligt, nämlich, tonnte noch te ne Erklärung abgegeben werden, weil er fich noch nicht geäußert hat. auf eine nicht und Die im Interesse der Allgemeinheit der Bewegung anschließen weitere Schritte in dieser Angelegenheit thun mögen. hiesigen Lehmann'schen Arbeiter beschloffen jofort, am nächsten Tage zu einer Besprechung zusammenzukommen, um ihre in Herrn Lehmann zu stellenden Forderungen zu formuliren, im Falle deren Ablehnung auch sie die Arbeit einstellen werden. so daß jährlich zu beme unter di Herr Klemm, Kleinschmidt und Ubricht. Von Herrn Nachtigall willigkeit mehrerer Kollegen ist es möglich geworden, eine erfte Dagegen hat Herr Schulz genoffen zu überweisen. Wir richten nun an Euch Alle bie Die Einladung gelesen, einen seiner damit die Entscheidung für die Arbeiter eine günstige sein möge ließ, er ließ, nachdem er Arbeiter, von dem er annabm, daß derselbe wohl der jenige set, welchem er die Einladung zu verdanken hätte, zu fich ins Romtoir bescheiden und erklärte ihm, daß er entlassen fet. Auf die Frage, warum, soll Herr Schulz geantwortet haben: Sie sind derjenige, welcher mir meine Leute aufhezt und für solche habe ich teine Arbeit." Es wurde von mehreren Rednern angeführt, daß bei Herrn Schulz eine Arbeitszeit( das beißt ohne Sonntags und Nachfeierabendarbeit) von 61 Stunden pro Woche stattfindet, Herr Schulz aber nur 60 " boben P an Tube Don Don Ie von ST von d Ueb in feiner fucht an wirthsch Derhalte fo groß Seb Kinde Schweiz tons um Manufa bis 1874 b b b Für macht J antwort feftgebal Pflege Fabritge ration n Sammelliften find nöthigenfalls zu haben bei: E. Warn Wiesenstr. 38, und F. Günther, Adalbertstr. 66; auch werben, Beiträge daselbst angenommen. Mit follegialischem Gruß. De Vorstand des Fachvereins der Nähmaschinenarbeiter und Be rufsgenossen. F. Günther, 1. Boifigender. Cölln bei Meißen, den 16. März 1885. Der Streil der Töpfer dauert ununterbrochen fort und ist das Ende noch nicht abzusehen. Die Forderungen der Streifenben find: 1. Wiedereinstellung der acht Gemaßregelten; 2. soll Niemand Stunden bezahle. Auf die Vorstellungen verschiedener Arbeiter, gemaßregelt werden, der auch ferner dem Fachverern angehört, warum denn die eine Stunoe nicht bezahlt würde, soll Herr nicht verkennen, daß der Arzt die Nachtruhe sehr nöthig babe, Schulz stets geantwortet haben, daß die eine Stunde während bewilligt werden. Die Gründe dazu find folgende: Im Jahre der Woche wohl verbummelt würde und infolgedessen nicht sei nicht erwiesen. Rechnet man jcgt eine Arbeiterzahl von bezahlt wird. Ob Herr Schulz damit die Nothgänge meint, versprochen, sobald die Geschäfte wieder besser gingen, ba fi wie fte Herr Schulz gegenwärtig ungefähr be Jahr 10 pCt. Dividende erhalten haben, und dieses Jahr noch mehr in Aussicht gestellt ist, glauben wir, daß die Arbeiter wenn er am Tage seine ernsten Pflichten gewiffenhaft erfüllen wolle. Andererseits sei ein bedeutendes Proletariat unter den Aerzten entstanden, das darauf halten müffe, Bezahlung zu er halten und daher oft einem Armen ihre Hilfe verweigere. Aus 150, dem Gefühl, diese Mikstände zu beseitigen, selen die heute beschäftigt, so ergiebt sich daraus, daß ftehenden Sanitätswachen hervorgegangen, die aber in ihrer jegigen Einrichtung auch den bescheidensten Ansprüchen faum genügen tönnten und der Aufgabe gegenüber, en die sie sich herangewagt hätten, gleich Null seien. Die Stadt er thatsächlich 165 Mann beschäftigt davon aber 15 Wann nicht bezahlt. Db fich ein solches Benehmen aber für eine Firma, welche überall Unterstügung wird gebeten. Die Stimmung unter den auf ihre Schilder erste Berliner Eisen- Möbel Fabrik schreibt, Streifenden ist eine begeisterte. Briefe sowie Sendungen find past, ist eine andere Frage. Es wurde daher eine Resolution eingebracht, welche einstimmige Annahme fand: Die heute in Der Viktoria- Brauerei versammelten Schlossergesellen sprechen zu richten an R. Sachse, Niederfäbra Nr. 36 bei Meißen. au fonn in die einer färgliche Darreich fuct; e für Au Kindern ftebt." nerinnen ichon o Wöchner 29 pSt. fehr bea tragen; An Arbeiter beschrän Maßrege erhöhen, Rinder& Der Louisenstädtische Bezirksverein„ Vorwärts" hält über das Verhalten des Herrn Schulz( Lindenstr. 105) thre Saal, Wafferthorftr. 68, eine Vereins- Versammlung ab. Auf Mißbilligung aus. Sie beauftragen die Lohnkommiffion, aus ihrer Mitte eine engere Kommission an Herrn Schulz abzu fenden, welche wegen seines Verhaltens unserem Programm gegenüber, vorstellig wird und uns in der nächsten öffentlichen Generalversammlung Bericht erstattet." Die Verhältnisse in der Ubricht'schen Werkstatt find auch auch etwas auffälliger Natur, die regelmäßige Arbeitszeit war bis iegt 10% Stunden, jedoch ist in der Werkstatt eine Art Fabrifordnung angeschlagen, wonach derjenige, welcher auf Wunsch des Herrn Ubricht nicht nach Feierabend arbeitet, 2-3 Mt. Strafe zahlt oder entlassen wird. Es ist vorgekommen, daß vor Weihnachten, obgleich nach Feierabend ja sogar bis spät am Morgen gear" 1 ber Tagesordnung steht ein Vortrag über: Berliner Gewerbe Schiedsgericht." Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Mitglieder ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gäfte will tommen. Briefkasten der Redaktion. B. R. 1) Die Herrschaft hat feinen weiteren Anfprud an das Mädchen, nachdem dieses dem Verlangen der Herrschaft fte bezahlt hat. Das Gefinde fann den Dienst ohne Auffin gemäß die Reparatur hat vornehmen laffen und die Kosten für der Stadt beitet wurde, Leute mit 11-12 Mt pro Woche nach Hause bigung verlassen, wenn es durch Mißhandlungen von der gegangen find. Diese Thatsachen können mittelst Lohnzettel Herrschaft in Gefahr des Lebens oder der Gesundheit verfest wird. 2) Wegen des Abschiedszeugnisses muß fich das Dienf habe die Verpflichtung, diese Einrichtung weiter auszubauen und Die Aufgabe sei nicht so sehr schwer zu lösen. Selbst in petuntärer Beziehung sei die Ueber nahme der Sanitätswachen durch die Stadt ein Vortheil. Die Krankenhäuser würden nicht so viel kosten, wenn die Krankheit in den ersten Stadien einer Behandlung unterwerfen würde, die Gesundung dadurch rascher herbeigeführt und die Ueber führung in ein Krankenhaus überflüssig werde; auch die Steuerfähigkeit der Bürger werde durch eine bald eintretende ärztliche Behandlung geboben, denn ein Mann, der fich früher 6 Wochen lang mit seiner Krankheit herumgeschleppt habe, dann aber vielleicht in 8 Tagen wieder hergestellt werden könne, fet 5 Wochen früher in der Lage, wieder Abgaben zu zahlen. Höher aber als dieser materielle Nußen, der die Klagen einer Überlastung des Stadibudgets zu nichte mache, stehe der moralische Effelt, ftebe die Verpflichtung Berlin, ihre Einwohner gesund zu erhalten, und wenn dieser Erfolg erreicht werde, sei es so fruchtbar und lohnend, daß man eine Mehrausgabe von einigen tausend Mart nicht zu scheuen brauche. So viel Armenkommiffionsbezirte es gäbe, fo viel Sanitätswachen müßten errichtet werden, in denen plög. liche Erkrankungen auf der Straße, plögliche E.frankungen in Der Familie und alle diejenigen lostenfrei behandelt würden, die zu arm feien, um sich anderweitig Hilfe verschaffen zu tönnen. Mit diesen Stationen sollten zugleich Bolksbade anstalten verbunden sein und fie sollten in jedem Bezirk in einem öffentlichen Gebäude untergebracht werden, das auch Armentommiffton, Polizeiamt u. f. w. aufnehmen tönne. Die größere Ausbreitung der Stadt würde überhaupt immer mehr zu einer derartigen Lokaliftrung drängen. Eine weitere Auf Verantwortlicher Redakteur R. bewiesen werden. Als nun Herr Ubricht mit einer Einladung zur Versammlung bedacht wurde, ließ er seine Arbeiter durch Arbeitszeit einführen werde, zu gleicher Beit legte er aber auch ein Schreiben vor, in welchem alle Arbeiter durch ihre Unter fchriften erklärten, mit den Verhältnissen in der Fabrit zufrieden präsidium. be Zu folgende In Don ber eine all täftchen Baume bem m und sch Tropfer naben s tief im baute. A randa welchem Beide gelleibe Borzug blizende die Glocke zusammen rufen und erklärte, daß er die 10ftündige Bolizeibeamte ein Verwandter der Herrschaft, so wenden Gle fich unter Darlegung bes Sachverhältnisses an das Polize W. K. III. 1) Dr Wirth hat sich Ihnen und Ihrer zu sein. Wer nicht unterschreiben wolle, sei entlassen. Die Folge Braut gegenüber einer Beleidigung schuldig gemacht. Gin war, daß 3 Mann entlassen wurden weil sie es mit ihrer Ehre nicht deder der Beleidigten hat das Recht, Privatllage wegen vereinbaren fonnten, unter ein derartiges Schreiben ihren Ehrverlegung au erheben. 2) Das Verbot brauchen Sie nicht Namen zu feßen. Anderen, welche noch nicht unterschrieben batten, aber mit ihrer Arbeit fertig waren, wurde im Romtoir bedeutet, wenn fle zu beachten. 2. 40. Das Urtheil ist zu Recht ergangen. Die Ebe noch nicht unterschrieben hätten, so scheidungsklage läßt sich aber aus anderen Gründen von Neuem anstellen. tönnten fie auch teine Arbeit mehr erhalten. Infolge deffen Infolge deffen Grongeim n berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sieran eine Beilage trug ein Borthei Spielte bie vo Profil 35 weiche batten. fattete blonde ber the näschen bilbeten Blondi hin ben ertheilt I Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr.«S. Mittwoch, den 18 März 1885. n. Jahrgang. % 'ß ,W FabriKardeit und Voiksgesundheit. , Daß die �abrika.beit einer starken gesetzlichen Bcauf- nmigung und Einschränkung bedarf, wenn sie nicht die Volks- »Wundheit untergraben und zerrütten soll, haben auch die Er- 'Ehrungen der Schweiz sehr schlagend bewiesen. Dr. Hü-.li- ■"Wn fand in Glarus unter 100 Fabrikarbeitern 32,1 j*8fn mangelhafter Körperentwickelung untauglich zum Militärdienst, unter den Landwirthen nur 18,2; es Aren also unter den Fabrikarbeitern fast noch einmal soviel wperlich Verkümmerte. In den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Appenzell waren unter sämmtlichen Rekruten 25,1 pEt. untauglich, unter den Fabrikarbeitern(mit Einschluß der Einzel- Acker und-Weber) 35,4 pEt . Spärliche, aber ebenso ungünstig lautende Angaben lieferten «em eidgenössischen FabrikinspektorS ch u l e r einige K r a n l e n> 'dssen. So war in glarnerischen, alle Berufearten um- Menden Dorfkrankentass m bei dm Fabrikarbeitern die Häufig- Mt der Erkrankung um 12 pEt. größer als bei anderen Mit- i. �ern, die Krankheilen dauerten dann auch immer länger, L, daß die Zahl der Krankhcitstage bei den Fabrikarbeitern lahrlrch durchschnittlich um 64 pEt. größer war. Hierbei ist »u bemerken, daß die Krankheiten der VerdauungSorgane, und ?uter diesm wieder die katarrhalischen, einm ganz auffallend dohen Prozmtsatz ausmachtm. In GlaruS starben 1872/74 »n Tuberkulose und Skrophulose uon den Fabrikarbeitern.. 23,4 Prozent, von dm gelehrten Berufsarten, Kauf- leuten w........... 16,5*„ von den Handwerkern, Krämern und Wirthcn.......... 16,2„ von den Bauern und ländlichen Arbeitern 6,4„ , Uedereinstimmend mit diesm Zahlen giebt auch Dr. Müller v> lerner Arbeit über das Vorhandensein der Lungenschwind- Mt an, daß sich die Lungenschwindsuckisterblichkeit der land- �nthschaftlichm zu derjenigen der industriellen Bevölkerung , nhalte wie 100: 231, daß letztere also mehr wie noch einmal groß sei als elftere. 0 Vehr lehrreich find auch die Beobachtungen über die e' n d e r st e r b l i ch k e i t in den industriellm Gegmden der P�Birrz. Ez steigt nämlich die Kindersterblichkeit eine? Kan- an* um so höher, je mehr deffen Bevölkerung in Fabrik- und �onusakturgcwcrbcn thätig ist: in Glarus betrug' von 1872 * 1874 die Sterblichkeit der Kinder im erstm Jahr bei dm Fabrikarbeitern.... 28,5 Prozent, bei dm Bauern...... 22,7„ . bei den wohlhabendm Klassen.. 12,6 ,, einen großen Thcil dieser übermäßigen Sterblichkeit . Jnspeftor Scküler die Fraumarbeit in den Fabriken ver- i.ftO>ortlich.„Die Mutter ist gewöhnlich durch die Fabrikarbeit JMallen und in die Unmöglichkeit versetzt, sich selbst der »j� des Kindes zu widmen. Ihm die Mutterbrust reichen ftazÄ'A' gehört so sehr zu den Ausnahmen, daß in manchen rat,« Agenden selbst die Organe dafür bei jeder neuen Gene- L 0J} mehr zu schwinven beginnen. Der Säugling kommt ein.. � Obhut eines älteren GeschwisterS oder noch häufiger 1?. �i�validin, welche aus der Äesorgung einiger Kinder ihr «nglicheS Auskommen gewinnt. Da wird jedes Geschrei mit «Erreichung von Nahrung oder durch den Lutscher zu stillen ver- ucht: ein gemeinsamer Topf enthält stets gewärmt die Milch mr Alle, die, oft aufs Unappetitlichste verunreinigt, den Indern dargereicht wird, bis sie, halb durchsäuert, Allen wider- steht." Die schweizerische Fabrikgesetzgebung schließt die Wöch- Irinnen auf sechs Wochen von der Fabrik aus; sie hat damit Kon viel erreicht. In Glarus hafte vor Einführung des Möchnerinnenausschluffes Jahre hindurch die Kindersterblichkeit :J vCt. der Geborenen(die Todtgcbormen eingeschlossen) de- Agen; nachher fiel ste sehr rasch auf 23 pEt. Gewiß eine "hr beachtmSwerthe Thatsache. j. r Alle diese Mitthetlungen beweism, wie dringlich eS ist, die ?'beiter in den Fabriken zu schützen und ihre Arbeitszeit zu Uchränkcn, und wie es vielleicht noch mehr eili, durch große Maßregeln der Eozialreform das Einkommen der Arbeiter zu Nähen, damit sie gesund wohnen, kräftig essen und ihre milder gut erziehen können. Kotitiscke Nebersiekt. Z« dem Kapitel„Wahlfreiheit der Arbeiter" liefern �lftfide g)t{tff> welche V-S Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Sein Geheimniß. Aug dem Englischen. Im Westende von London, nicht allzuweit entfernt -.on den Hauptverkehrsadern des modernen Babylon, stand Ne allerliebste kleine Villa. Wie ein geöffnetes Schmuck- Uchen präsentirte sie sich dem Beschauer; prächtige alte ?oumt nickten zu den spiegelblanken Fenstern herein, in 7*) mächtig großen Park sprudelte ein Springbrunnen, Ud schleuderte seine diamantenen, im Sonnenlicht funkelnden �°pf-n auf sammtweiche Rasenflächen, während auf dem "»hen Teich ein Schwan den blendenden Nacken reckte und Q im blühenden Fliedergebüsch die Nachtigall ihr Nest »n Auf der von Schlingrosen und Epheu umrankten Ve- '°nda der Villa stand ein reich besetzter Frühstückst, sch, an Mem ,«« Damen Platz genommen hatten. Beide jung, % schön und Beide sowohl elegant, wie geschmackvoll Sendet, war c« schwer zu entscheiden, welcher man den Nu» geben sollte. Die Eine, eine schlanke Brünette m,t O'venden dunklen Augen, und tiefschwarzem, lockigem Haar, kuapp anliegende, schwarze- S.,denkle.d, welche» WZMM bilh?" und die blendend weißen, perlengleichen Zahne beizendes Ensemble. r 1... %Ionbi*'p doch eigentlich seltsam, Stella," sagte jetzt d,e M."--«elche offenbar die Hausfrau war, da sie vor- '-theit. r eine Weisung in Betreff de? Frühstücks hutte,„daß wir Beide, obgleich verwandt und waS Dortmund einem Arbeiter zustellle, einen drastischen Belag. Bei der Wahl zum Reichstage standen sich im Wahlkreise Dortmund der Gmdendireltor Kleine und der Rechtsanwalt Lenzmann gegenüber. Die Arbefter stimmten der Mehrzahl nach für Lenzmann, derselbe wurde gewählt. WaS nun geschah, das zeigt folgendes Schreiben, welches wir der„VolkSzeitung" entnehmen:_, An den Vorarbeiter N. N., hier. Trotzdem wir mittelst Anschlages(So, So!) Beamte und Arbeiter ersuchten(!), bei der stattgehabten Reichs- tagswahl dem Kandidaten Kleine ihre Stimme zu geben, weil wir das Interesse des Werkes besser gewahrt glaubten, wenn dieser Kandidat gewählt würde, haben Sie sich in hervor- ragender Weise an der Agitation für die Wahl Lenzmann'S betheiligt. Wir erachten Ihre Thättgkeit in dieser Richtung als schädlich sür das Werk und die darin beschäftigten Beamten und Arbeiter, und kündigen Ihnen deshalb Ihre Stellung oei uns, so daß Sie binnen 14 Togen von heute daS Werk zu verlassen haben. Ihren Vorgesetzten ist Kenntniß von diesem Schreiben gegeben._ � Eisen- und Stahlwerk Hoesch. Jetzt Aktiengesellschaft in Dortmund. Albert Hoesel.D Der betreffende Arbeiter machte daraufhin eine Eingabe an die Gesellschaft, in der er im Hinblick, daß er sich doch nichts habe zu Schulden kommen lassen, um Wtederanstellung bat. Er erhielt folgende Antwort: Dortmund, den 27. Dezember 1884. An den Vorarbeiter N. N. In Beantwortung Ihres gefl. Schreibens vom 25. d. M. theilen wir Ihnen mit, daß wir dem von Ihnen geäußerten Wunsche auf Wiederanstellung keine Folge geben können, auch Stauben wir nicht, daß wir dies für die Zukunft in Ausficht ellen können. Sie haben sich in deutlichster Weise als einen eisrigen und überzeugten Anhänger Lenzmann'S zu erkennen gegeben. Wir erachten die Tbätigkeft des Abgeordneten Lenz- mann jedoch als durchaus schädlich sowohl für unser Werk wie sür die gesammte rheinisch-westfälische Industrie. Unser eigenes Interesse, wie das unserer Beamten und Arbeiter, gebietet eS, unsere Gegner fern von unserem Werke zu halten, und werden wir inZukunft hierin viel energischer wie bisher einschreiten. Achtungsvoll! Eisen- und Stahlwerl Hoesch. Jetzt Aktiengesellschaft in Dortmund. Albert Hoesel. Diese Briefe find— so bemerkt die„VolkSzeitung"— äußerst lehrreich. Zunächst bestätigen sie in authentischer Form, daß daS genannte Etablissement durch Anschlag seine Beamten und Arbeiter aufgefordert bat, für den national- liberalen Kandidaten zu stimmen, eine Aufforderung, die einem zwingenden Befehl gleichkommt, wenn der Ungehorsam mit Entlassung beahndet und durch Verwendung gekennzeichneter Stimmzettel die Wahl der einzelnen Arbeiter ermittelt wird. — Wir stellen also fest, daß das Eisen- und Stahlwerk Hoesch seinen Beanten und Ärbeftern eine bestimmte politische Rich- tung und deren Bethätiaung aufzwingt, die Andersgesinnten also zur Verleugnung ihrer Ueberzeugung, zur politischen Un- redlichleit nöthiat.— Ferner geben die Briefe in der unver- frorensten Offenheit zu, daß für gewisse Großindustrielle nicht das Wohl der Gesammtheit, sondern das eigene Interesse einzig und allein bestimmend bei der Wahl der Äbgeord- nelen ist. Ein nackteres Zugeständniß der Selbstsucht in politischen Dingen läßt sich kaum denken. Und diese Leute nennen sich nationalliberal, behaupten von fich, die einzig wahren und echten Patrioten zu sein, die ihre Hand' lungen nur durch die Liebe zum Vaterlande bestimmen ließen. Wahrlich jener Politiker hatte recht, der es vor Kurzem aus- sprach:„Die Großindustriellen Westfalens kennen keinen Pa- trwtismus, haben keinen Sinn für daS Wohl der gesammten Nation; fie beim nur einen Gott an: ihren Geldbeutel. Sie würden sür eine Mark Eisenzoll die ganze deutsche Nation, Kaiser und Reich verkaufen und oerrathen." Wir haben schon oft darauf hingewiesen, daß von einem „freien" Wahlrecht für die Ardeiter heute gar nicht die Rede sein kann, wäre dieses der Fall, so würde verdeutsche Reichs- tag ganz anders aussehen. Und die freie Wahl schrumpft für die Urbeiter immer mehr zusammen, je größer die Ärbeitslofig- k-it wird. Da nun letztere immer mehr zunimmt, so nimmt folgerichtig die Wahlfreiheit immer mehr ab. Es ist somit im noch mehr sagen will, so innig befreundet, nun schon fast drei Monate verheirathet sind, ohne daß Eine den Gatten der Andern kennt." „Ja, Lillv, eigentlichst hast Du Recht", nickte die Brünette.„Diesmal hatte Lionel die bestimmte Absicht, mich nach London zu begleiten, nur um Euch kennen zu lernen, aber gerade als wir abfahren wollten, erhielt er ein Telegramm mit der Meldung, daß sein alter Groß- onkel erkrankt sei und ihn zu sehen wünsche. Du weißt ja, wie wunderlich alte Leute sind, und so blieb Lionel keine andere Wahl,— er fuhr mit dem Schnellzug nach Glasgow und trug mir auf, ihn bei Euch zu entschuldigen. Hoffentlich erholt sich der alte Herr baldigst, so daß Lionel doch noch nach London reisen kann, so lange ich hier bin. Meine Schwester und deren Gatte haben un» für den zehnten hier Rendezvous gegeben und so lange bleibe ich jedenfalls. Aver wie ist'S denn mit Deinem Herrn und Gebieter? Wenn ich offen sein soll, bin ich hauptsächlich ihm zu Liebe heute so früh herausgefahren; meine Schwägerin war beinahe ärgerlich, daß ich noch vor dem Frühstück zu Dir eilte." Dunkle Röthe trat in Lilly'» zarte» Gesicht, als Stella ihres Gatten Erwähnung that, und sich tief über ihre Häkelarbeit neigend, sagte sie verlegen: „ES wird Percy unendlich leid sein. Dich verfehlt zu haben; aber er mußre heute schon früh ausgebe» und vor Mittag wird er schwerlich heimkommen. Er rst überhaupt hier sehr viel in Anspruch genommen und—" „Ah, das heißt so viel, daß er mehr ausgeht, al« Dir lieb ist," neckte Stella die junge Frau.„Aber sieh', Schatz, daran bist Du selbst schuld." „Ich? O, Du scherzest, Stella I" rief Lilly, während die blaum Augen fich wie in angstvoller Frage auf die Gefährtin richteten. „Behüte, ich scherze nicht," erklärte Stella ernsthast. „Man muß die Männer bei Zeiten ziehen. Lionel thut nicht», waS ich nicht billige, und hätte ich darauf bestanden, dann wäre er, anstatt nach Glasgow mit mir nach London Grunde genommen ein müßiges Beginnen, wenn man auS den abgegebenen Stimmen eine Schlußfolgerung auf die Volks- Meinung ziehen will: diese kann fich, wie aus angefühlten und hundert ähnlichen Beispielen hervorgeht, in der Volksvertretung nicht widerspiegeln. Wegen Landesverraths ist in Mainz ein Journalist Ramens Nötiger verhaftet worden. Der Betreffmde stand früher als Offizier in österreichischen, spanischen und anderen Militärdiensten und fristete seit Jahren in Mainz durch Be- richte in Zeitungen über meteorologische Beobachtungen und diverse Lotalneuigkeiten ein kümmerliches Dasein. Auch ein Offizier der Mainzer Garnison soll in der gleichen Angelegenheft inhaftirt sein. Frankreich. Die Heereskommission wurde darüber einig, das Amende- ment der Abgeordneten Garnier und Locomte, welches die in Frankreich geborenen Söhne von Ausländern zum Militärdienste heranziehen, ihnen mit allen Rechten auch die Pflichten eines französischen Bülgcrs aufbürden wollte, als unstatthaft zu verwerfen, weil die Frage auf einer brefteren Basis gelöst werden müsse. — Eine Delegation des Pariser Gemeinderaths und des Generalraths des Eeine-DepartementS sprach bei dem Handelsminister vor, um ihn aufzufordern, daß er den Aus- schuß für die Weltausstellung von 1889 anweise, fich über die zu fassenden Beschlüsse jeweilen mit dem Pariser Ge- meinderath zu benehmen. Herr Rouvier entgegnete, dem in dieser Form gestellten Verlangen könne er nicht willfahren; der Gemeinderath werde aber ficherlich um seine Meinung be- fragt werden, da die Stadt Paris in dm Fall kommen könnte, die Kosten mfttragen zu helfen, und dem Munizipalrath die Bestimmung der Höhe des Betrages, sowie der Bedingungen zustehm würde. — Der Polizeipräfekt von Paris wird demnächst eine Ver« ordnung erlassen, welche die Entfaltung r oth er F ah n en bei öffentlichen Feierlichkeiten absolut untersagt.— Für den 18. März find umfassende Maßregeln angeordnet. Die bekann- ten Führer der revolutionären Partei werden schon seit einigen Ta�en überwacht, weil man größere Ausschreitungm be- MmmWWW. Oldenburg, 16. März. Amtliches Resultat der im ersten Olvenburger Wahlkreise am 12. d. M. vorgenommenen Reichstagswahl. Es wurden im Ganzen 14809 Stimmen abgegeben, davon erhielt Bankvirektor Propping hier (fortschr.) 7668, Fortmann(natlib.) 6301, Echwartz lsoz.) 563 und Windthorst 241 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt. — Dem R e i ch S t a g ist der Entwurf eines Gesetzes, be- treffend den Schutz des zur A n f e r t t g u n g von Reichs- kassenscheinen verwendeten Papiers gegen unbefugte Nachahmung, zugegangen. Dasselbe bestimmt, daß Papier, welches dem zur Herstellung von Reichslaflenscheinen verwen- Veten, durch äußere Merkmale erkennbar gemachten Papier hin« fichtlich dieser Merkmale gleich oder so ähnlich ist, daß die Verschiedenheit nur durch Anwendung besonderer Aufmerksam- keit wahrgenommen werden kann, ohne Erlaubniß des Reichskanzlers oder einer von demselben zur Ertheilung der Erlaubniß ermächtigten Behörde weder angefertigt oder aus dem Auslände eingeführt, noch verkauft, feilgehalten oder sonst in Verkehr ge- bracht werden darf. Die Zuwiderhandlung gegen diese Be- fimmmung wird mit Gesängniß bi« zu zwei Jahren bestraft. ur Begründung wird mitgethcilt, daß auch da» Faserpapier, auf welchem die neuen Reichskassenscheine hergestellt find, bereits Fälschungen unterliegt, und daß daher ein straf- rechtlicher Schutz des zu diesen Scheinen verwendeten Papiers angezeigt sei. Aehnliche Schutzmaßregeln be» stehen in dm Vereinigten Staaten von Nordamerika u» England. und in K»rl«meutsberirkte. Deutscher Reichstag. 69. Sitzung vom 16. März, Nachmittags 1 Uhr. Am Tische des BundeSrathS von Boetticher, Stephan u. A. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf, betr. die Befugniß der gefahren und hätte seinen grilligen Onkel allein gesund werden lassen, wie er ja auch allein krank geworden ist. Daß ich mich darein fand, allein zu reisen, war ein große» Zugeständniß meinerseits, aber da der Onkel fast achtzig Jahre alt und sehr reich ist, hielt ich e» für klüger, nicht auf meinem Willen zu bestehen." „Du mußt sehr viel Einfluß auf Deinen Gatte« haben," äußerste Lilly mit naiver Bewunderung, während sie mechanisch die Falten ihre» hellblauen KachemirkleideS glatt strich. Stella lachte hell auf.„Einfluß ist wohl nicht ganz die rechte Bezeichnung," sagte sie dann mit selbstbewußter Miene. Ich beherrsche Lionel vollständig." Lilly seufzte leise und blickte nachdenklich vor sich nieder, dann aber erhob sie sich und mit dem ganzen Uagestüm einer impulsiven Natur beide Arme um Stella'» Nacken schlingend, flüsterte sie schluchzend:„Stella, Du weißt, daß rch schon, al« wir in der Pension zusammen waren, nie- mal» ein Geheimniß vor Dir hatte und so muß ich Dir auch heute sagen, wa» mich bedrückt: heute hatte ich den ersten Zwist mit meinem Gatten I" Stella drückte da» blonde Köpfchen zärtlich an sich und streichelte die glühenden Wangen der jungen Frau.„Tröste Dich, mein Liebling," sagte sie dann liebevoll,„unter Um- ständen kann die» Vorkommniß fich zu einer heilsamen Krisi» gestalten." „WaS willst Du damit sagen, Stella?" fragte Lilly, die großen Augen erwartungsvoll aufschlagend. „Närrchen, da» ist doch sehr einfach. Je nach der Art und Weise, wie Ihr Euern ersten Ehezwist ausgleicht, wird sich Euer zukünftiges Leben regeln. Giebft Du heute nach, dann kannst Du e« für ewige Zeiten thun; be- hauptest Du aber Dein gutes Recht, dann wette ich Zehn gegen Ein«, daß Dein Gemahl Respekt vor Dir be- kommt und Dir für die Folge willig die Oberherrschaft zu- gesteht." Lilly blickte die Rathgeberin zweifelnd an: in diesem Augenblick wollte»hr da« Glück, im Hause Seefabrzeuge, die nicht zur Klaffe der Kauffahrteischiffe gehören, zur Führung der Reichè flagge. Der Präfident erbittet und erhält die Ermächtigung für das Präsidium, Sr. Majestät dem Kaiser die Glückwünsche des Reichstags am 22. März darzubringen. Von dem Herrn Reichstanzer ist folgendes Schreiben an den Präsidenten eingegangen: „ Der Herr Abg. v. Jazdzewski hat in der geftrigen Sigung des Reichstags im Wege einer persönlichen Bemer fung nach Schluß der Debatte behauptet, daß ich in der Sigung vom 14. b. M. die von ihm mir untergelegten Aeuße rungen wirklich gethan hätte. Er bezeugte dies aus seiner eigenen Wahrnehmung mit der Behauptung, daß der entgegenstehende Tert nachträglich geändert sei. Aus Rücksicht auf die Zeit des Reichstages habe ich mich der Richtigstellung diefer unwahren Angabe enthalten, um nicht durch Wiedereröffnung der Diskussion das Haus der Möglich feit einer nochmaligen namentlichen Abstimmung über den Schluß der Debatte auszusetzen. Um aber die Angabe des Herrn v. Jazdzewski nicht unberücksichtigt zu lassen, erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren den amtlichen stenographischen Be richt über die Verhandlung vom 14. d. M. im Driginal zu überreichen und mich speziell auf die Blätter 233-236 au bes ziehen. Ich richte an Euer Hochwohlgeboren das ergebenste Er suchen, den Reichstag auf Grund dieses Attenstückes davon in Kenntniß zu sehen, daß die Angaben des Herrn v. Jazd zewski über nachträgliche Aenderung des Stenogramms unrichtig find." Der Reichskanzler. v. Bismard. von mindestens 11 Rroten; nach dem Antrage NintelenRacke eine solche von 12 Knoten. Nachdem Abg. Hammacher und Staatssekretär Stephan darauf hingewiesen haben, daß, wenn die Schiffe anderer Nationen schneller fahren würden als durchschnittlich 11½ Knoten, die Unternehmer der deutschen Dampferlinien ebenfalls tontrattmäßig schneller fahren müßten, um konkurrenzfähig zu bleiben, wird der Antrag Rintelen zurückgezogen, fähig zu bleiben, wird der Antrag Rintelen zurüdgezogen, und Nr. 3 in der Faffung Behr- Hammachers genehmigt. § 2 lautet nach dem Vorschlage derselben Herren: ,, Die im§ 1 bezeichneten Verträge müssen die in der Anlage Anlage zusammengestellten Hauptbedingungen enthalten und bedürfen zu ihrer Giltigkeit der Genehmigung des Bun desraths. Abg. Richter( zur Geschäftsordnung): Wenn sich die Sitte einbürgert, daß ein Regierungsvertreter, der das Recht bat, jederzeit hier im Hause zu sprechen, durch Busendung von Schriftstücken, dir hier am Eingang verlesen werden, seine Bemerkungen macht, so würde dadurch eine ganz eigenthümliche Geschäftspraxis entstehen, und es würden die Mitglieder, gegen welche jene schriftlichen persönlichen Bemerkungen gerichtet sind, in eine ganz eigenthümliche Lage gegenüber den Regierungs. vertretern fommen. Ich verwahre mich deshalb dagegen, daß dieser Vorgang ein Präzedenzfall für die Geschäftspraxis des Hauses wird. Die Verträge sowie die auf Grund derselben geleisteten Bahlungen find dem Reichstag bei Vorlage des nächsten Reichshaushalts- Etats mitzutheilen." Abg. Junggreen( Däne) verwahrt sich und seine Landsleute bei dieser Gelegenheit gegen den Borwurf des Reichskanzlers, als ob fte einen für Deutschland unglücklichen Krieg erstrebten; aber Verträge, wenn sie einmal bestehen, müßten erfüllt werden, auch von der preußischen Regierung. Staatssekretär v. Boetticher: Ich bestreite gegenüber dieser Andeutung des Abg. Junggreen, daß die preußische Regierung irgend einen Vertrag unerfüllt bestehen läßt; nament lich einen Bertrag, aus dem der Vorredner und seine Landsleute Rechte herleiten können. ordnete Stößel nur die feineren Gemüse mit einem Boll be legen wollte, dann hätte er den Kopffalat nicht dazu nehmen sollen. § 2 wird unverändert angenommen; ebenso§ 3, welcher bestimmt, daß die nach§ 1 zahlbaren Beträge in den Reichshaushaltsetat einzustellen find. Damit ist die zweite Berathung Dampfervorlage erledigt. Der treten? den get jollfret prochen, habe ich Broduk ( Große mit gro Ab welche t lebensb Ab Sä St Geh. Ober- Regierungsrath Schraut: Es läßt sich nicht verkennen, daß den Anträgen auf Einführung eines Bolls für frische Gemüse manche beachtenswerthe Gesichtspunkte zur Seite stehen. Es handelt sich, namentlich wenn man diejenigen Ars tikel, die der erste Redner ins Auge faßt, um Artikel des Ron sums wohlhabender Klassen, und selbst in denjenigen Monaten, wo unsere heimische Produktion auf klimatische Hindernisse flöst, würde sich ein berechtigter Finanzzoll ergeben, während für die anderen Monate der Boll nebenbei die Qualität eines Schutzolls haben würde. Die Einfuhr von frischem Ge müse ist seit dem Jahre 1880 fortlaufend erheblich gestiegen. Innerhalb der verbündeten Regierungen ist von bolaöll feiner Seite eine Anregung auf Einführung dieses Bolles ers gangen.( hört! hört!) Ich kann also auch keine Erklärung abgeben, wie dieselben zu einem Beschlusse des Reichstages, einen Boll einzuführen, fih verhalten würden. Ich muß aber auf einen anderen Gesichtspunkt aufmerksam machen. Durch den kommiff Handelsvertrag mit der Schweiz find wir gebunden, frisches Gemüse als Gartengewächs zollfrei einzulassen. Ein Zoll auf Gemüse fönnte alio zunächst gegenüber der Schweiz und den ehranst übrigen meistbegünstigten Ländern, welche in der Hauptsache die Importländer für diese Artikel find, nicht in Kraft treten. tagswah Es kann allerdings der Schweizer Handelsvertrag gekündigt werden und zwar zwölf Monate vor dem 30. Juni 1886. Die ihnen b Frage, ob zu einer Kündigung desselben vorzuschreiten ist, liegt auf allgemein handelspolitischem Gebiet, und es läßt sich zur Beit nicht übersehen, in wie weit der Wunsch, Aktionsfreiheit bezüglich der Gartengewächse zu bekommen, hier eine gewiffe Tragweite gewinnen fann. In erster und zweiter Berathung werden die Beschlüsse des Bundesraths, betreffend die Aufnahme von Anlagen zur Deftillation oder zur Verarbeitung von Theer und von Theer waffer in das Verzeichniß der nach§ 16 der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 genehmigungspflichtigen Anlagen ohne Distuffton bestätigt. Staatssekretär v. Boetticher: Ich kann nicht an erkennen, daß durch das Schreiben des Herrn Reichskanzlers eine Praxis eingeführt würde, welche die Rechte der Mitglieder dieses Hauses irgendwie beeinträchtigt. Denn soviel ist doch flar, daß, wenn auch der Herr Abgeordnete, auf den sich dieses Schreiben bezieht, heute nicht anwesend ist, es ihm unbenommen bleibt, bei der nächsten Gelegenheit und event.vor der Tagesordnung der nächsten Sizung diejenigen Bemerkungen zu machen, welche etwa zur Wahrung seines Intereffes und seiner Stellung gegenüber diesem Schreiben zu machen find. Jm Uebrigen glaube ich, daß gerade durch dieses Schreiben eine Rücksicht nahme gegenüber den Verhandlungen dieses hoben Hauses von Seiten des Hrn. Reichskanzlers befundet worden ist. Der Herr Reichskanzler hat es unterlassen, noch einmal auf die per fönli ve Bemerkung des Hrr. Abg. Dr. von Jazdzewski hin das Wort zu ergreifen, weil er dadurch die Debatte wieder eröffnet haben würre, und weil er es vermeiden wollte, die schon sehr lang bingesponnenen Verhandlungen och weiter auszudehnen. Ich erblicke weder in der Verfaffung, noch in den durch die Gewohnheit hergestellten Beziehungen des Herrn Reichskanzlers zu diesem Hause irgend ein Hinderniß, welches dem Verfahren ent egenstehen könnte, das der Herr ReichsTangler einzuschlagen für gut befunden hat. Es folgt die erste Berathung des Geseßentwurfs, betreffend den Schuß des zur Anfertigung von Reichstaffen. fcheinen verwendeten Papiers gegen unbefugte Nach ahmung. Es soll nach der Vorlage dergleichen Papier ohne Erlaub niß des Reichstanzlers nicht angefertigt, bezw. verkauft werden dürfen. Suwiderhandlungen werden mit Gefängniß bis zu zwei Jahren und Konfistation des Papiers bestraft. Die Vorlage wird der Kommision für das Gerichtsver faffungsgesetz überwiesen. Das Haus geht zu Wahlprüfungen über. Die Wahlen der Abgg. Kablé, v. Gerlach und Gehlert werden für giltig erklärt; in Bezug auf die Wahl des Abg. Lohren dagegen noch Ermittelungen über die in der Protesten behaupteten Vorkommniffe verlangt. Abg. Richter: In der Verfassung ist allerdings kein Hinderniß vorhanden. Ich habe auch nicht von einer Ver faffungsfrage gefprochev, sondern von einer Frage der Ge schäftspraxis. Warum ist denn in unserer Geschäftsordnung bestimmt, daß, wenn der Reichskanaler eine persön die Debatte wieder eröffnet liche Bemerkung macht, wird? Doch wohl deshalb, weil ein Mitglied dadurch veranlaßt se n tönnte, sofort darauf zu antworten. Der heutige Vorgang umgeht diese Bestimmung der Geschäftsordnung, die zum Schutz der Mitglieder gemacht ist. Denn heute kann das betreffende Mitglied nichts erwidern. Ich habe durch meine Bemerkung nur verhindern wollen, daß in Bukunft sich Je mand auf den heutigen Vorgang beruft. Gegen den Inhalt des Schreibens habe ich nichts einzuwenden. Die zweite Berathung der Dampfervorlage wird hierauf fortgefeßt und zwar zunächst mit den beiden Nummern 1 und 3 der Anlagen, die beim Beginn der zweiten Berathung am 12. b. Mts. bis nach dem Beschluß über§ 1 zurückgestellt d. wurden. Darauf wird die zweite Berathung der 3olltarif. novelle fortgefeßt und zwar mit der Pofition ,, Gemüse". Am Die Etat des Ab Peters, jettel ük Der Reg ung zu blos bet niebertr Mi dem Bo auch lieb mür Ab wie der Bebrer es nic gewende Ab theinisch ichten i Rollegiu ftätigt. batten, Die Sac Ab Lieber preußifd itreite i Ab Ab Abg. Buddeberg: Es hat mich gewundert, daß bie sächsischen Kollegen für diesen Zoll eintreten. Der Abg. Günther hat erst Ende November v. J. als Mitglied des sächsischen Landeskulturraths einen Beschluß gefaßt, wonach ein Boll auf Gemüse nicht nothwendig, sondern im Gegentheil für die Ge müsezüchter nachtheilig sei. Nun haben wir ja hier allerdings nicht über die besonderen Intereffen der sächsischen Gemüsezüchter zu beschließen; aber, selbst wenn ich zugebe, daß die sächtige und die niederrheinische Gärtnerei verschiedene Interessen haben, würde ich vom national n Gesichtspunkte die Intereffen der einen denen der anderen nicht opfern. Der Gemüsezoll ist ja von leiner Bedeutung gegenüber den Zöllen, die in den lesten Wochen befchloffen find. Es sind aber doch viele Tausend die in diesem Artikel ihren Erwerb finden und die andererseits bei intelligenter Bearbeitung des Bodens die Krücke der Ge seggebung gar nicht brauchen. In meinem Wahlkreise fin einige hundert selbstständiger Gärtnereien, die fünf Sech ihrer Produktion nach Böhmen abseßen und nur dahin a feßen können, und die ruinirt find, sobald Desterreich mit eine Gegenmaßregel antwortete. Man war in gärtnerischen Kreisen beunruhigt worden durch die Besorgniß einer vermehrten ita lienischen Einfuhr in Folge der St. Gotthardbahn. Es is aber sonderbar, daß, nachdem große Summen im Intereffe de Waarenaustausches ausgegeben worden, man nun alles Mög liche thut, um denselben zu verhindern. Wäre wirklich da Import von Jtalien ein so bedrohlicher, so müßte er zuerst auf dem zunächst gelegenen, dem schweizerischen Markte zum Ausdrud lommen. Die Waarenstatistik beweist aber, daß 1881-83 der Jmport aus Italien nach der Schweiz herunters gegangen ist; dagegen hat die Gemüseau3fuhr von Deutsch land nach der Schweiz erheblich zugenommen. Selbst menn aber diese Verhältnisse ungünstiger wären, so würde fich daraus eine Gefahr für unsere Gärtnerei noch nicht er geben. Denn bie Gemüseeinfuhr findet zu einer Zeit statt, wo die deutsche Gärtnerei den deutschen Markt nicht versorgen fann Die deutsche Gärtnerei in ihren berufenen Drganen proteftirt gegen die Vortheile, die ihr aufoftroyirt werden sollen; wünscht nur, daß Sie sie einfach in Ruhe lassen.( Beifall links.) Nach dem Antrag der Abgg. Schorlemer und Ges noffen soll Gemüse mit Ausnahme von Kraut( Kopftohl) 5 M. Boll zahlen; nach der Regierungsvorlage sollten diese Artikel frei eingehen. Die Nr. 1 wird in folgender Faffung angenommen: ,, Die Fahrten müssen auf den Hauptlinien in Beitabschnitten von längstens vier Wochen stattfinden." Abg. Stöbel beantragt, nur Blumenkohl, Spargel und Kopffalat mit einem Zoll von 5 M. zu belegen, während Abg. v. Gustedt Lablacken zu diesen drei Artikeln noch die Bwiebeln hinzufügen will. Nr. 3 der Anlagen bestimmt nach den Anträgen Graf Behr und Hammacher eine durchschnittliche Fah: geschwindigkeit Abg. Lucius beantragt, Ropffohl mit 2 M. zu ver zollen. Abg. Stöbel führt aus, daß, wenn der Boll alle Gemüfearten trifft, dadurch gerade der fleine Mann sehr geschädigt würde. Ein Boll von 5 M. tommt bei den billigeren Ge müsearten ja beinahe dem Werthe derselben gleich. In meiner Heimath wird viel mehr Gemüse versehrt als gebaut; es eignet fich auch dort der Boden nicht für alle Gemüsearten; die Einfuhr von auswärts ist deshalb unbedingt nothwendig. Ein Mittagsmahl Gemüse, das etwa 20 Pf. tostet, würde fich durch den Boll um 10 Pf. steigern; und von dieser Last würden gerade Leute betroffen werden, die das Gemüse absolut nicht entbebren können, und deren färgliche Arbeitslöhne auf eine folche Bertheuerung nicht eingerichtet sind. Unser Boden am Nieberthein eignet sich für den Gemüsebau ebenso gut wie Holland; es bedarf da feiner besonderen Prämie durch den Zoll; ja, es würde dabei sogar ein gut Theil Fracht gespart. zu herrschen, nicht mehr gar lockend erscheinen. Heute Morgen, während sie ihrem Gatten gegenüber ihre Meinung sehr lebhaft verfochten hatte, war er lächelnd an den Bücherschrank getreten, hatte einen Band Shakespeare zur Hand genommen und der jungen Frau folgende Worte vorgelesen: Abg. Günther( Sachsen): Es bestand bei meinen Freunden ursprünglich nicht die Abfichtf, einen Gemüsezoll einzuführen. Eine Enquete in Preußen und der sächsische Landeskultucrath haben sich ja dahin ausgesprochen, daß es nicht gerathen sei, höhere Bölle auf ausländische Gemüse zu legen; die Ausfuhr aus Deutschland sei wesentlich höher als die Einfubr.( Abg. Rickert: Wissen Sie das erst jezt?) Die Gründe, welche für den Zoll sprechen, find mindestens ebenso bedeutend wie die, welche gegen denselben sprechen. Am meisten empfiehlt sich nun der Antrag Schorlemer. Wenn der AbgeLieber der Ueb Der fath ftalten a Gel Mittheil Be teitsanft Ab tatholi Stapitel De Be eine An mit, da fte Staatsa Anordn eine Unterric und vor Abg. Graf v. Hoensbroech: Unser Antrag füllt Lücke im Zolltarif aus, welche die bisherige Bollpolitik noch tehoben. gelaffen hat. Dieser Boll dient zur Hebung der tieinen Ge müsebauern. Ich halte die bisherige Bollfreiheit der Gemilfe für durchaus ungerechtfertigt, denn wir lönnen selbst unferen Bedarf an Gemüse produziren und können die ausländische Einfuhr entbehren. Die gerba chweren feitens Bedürfr einigen. Ab auch der Gebot t Rothwe Ab Etats n Fin billigt. Bu Dem nä am) l Bewäb gemeind Abg. Strudmann: Wir haben hier doch nicht bie Pflicht, einen Boll zu bewilligen, der nur damit motioirt if daß er eine Lücke ausfüllen soll. Es liegt um so weniger U fache für einen Boll vor, als die verbündeten Regierungen nach der Enquete nicht einen Gemüsezoll verlangt baben. Aus der felben geht hervor, daß gerade die kleinen Gärtner, die felbft ihr Gemüse bauer und auf den Wochenmarkt bringen, empfinds lichen Schaden hätten; denn sie würden zu einer Beit, wo inländisches Gemüse noch nicht giebt, ausländisches nicht mehr auf den Wochenmarkt bringen tönnen. Wie man hört, ist der hier vorgeschlagene Boll nur auf Grund eines Kompromiff von der freien Vereinigung angenommen worden. Ich bitte Abg. Uhden verwahrt sich dagegen, daß die Majorität der freien Vereinigung nur auf Wunsch eines Mitgliede ohne fachliche Ueberzeugung den Boll auf Gemüse angenom daher, den Antrag Schorlemer abzulehnen. strengsten Richtung angehören, und auch Bercy liebt es nicht, wenn Frauen Abends ausgeben; er fagt, es ftreife den Duft von ihnen ab und er wünsche mich so frisch und unberührt zu erhalten, wie er mich gefunden," sagte die fleine Frau Wilson verlegen. die Ansicht, daß Shakespeare demoralifirend ,, Hm wirken fönne, ist jedenfalls neu," entgegnete Stella, die schönen Schultern geringschäßig zuckend. Und während Better Percy so eifrig bemüht ist, sein Weibchen sowohl ,, unberührt, wie ,, ungesehen" zu erhalten", fuhr sie dan unbarmherzig fort ,,, opfert er felbst auf dem Altar der weltlichen Vergnügen und bringt seine Abende auswärts zu, nicht wahr, Lilly?" men habe. lints: bei Ab Barochi Ab fügen, jablen liche St Di uneh Juleh Na gelehnt. Be Lage Borlegu Bertheil Abg. Meyer( alle): Sonst beginnt eine Diskussion damit, daß der Antragsteller seinen Antrag begründet, heute erklärt der erste Redner, der für einen Gemüsezoll ist, sich gegen denselben, und will ihn nur aus Verzweiflung auf einzelne Gegenstände beschränken, damit nicht Anderes angenommen wird. Der zweite Redner erklärt ebenfalls, Bedenten gegen den Zoll gehabt zu haben, aber er habe fich endlich alfommodirt. Es ist das zugleich der Zoll der Höflichkeit, den der Herr Abz. Günther( Sachsen) seinen Freunden entrichtet hat, den Era ditionen feines Stammes folgend.( heiterkeit.) Der Noth stand der Gemüsebauern, der zur Begründung dieses Bolles angeführt wird, ist nach dem Berichte der landwirthschaftlichen Lilly hing das Köpfchen. Ich muß zugeben," sagte Verwaltung Breußens gar nicht vorhanden. Im Gegentheil fie dann gedrückt, daß ich selbst schon ähnlichen Ver- wind dort ausdrücklich eine Hebung des Gemüsebaues tonftatitt, muthungen Raum gab. Dente Dir, Stella, er bleibt keinen Abend zu Hause und so habe ich leider nur zu viel Zeit und Gelegenheit, über die Art und Weise, wie er mich vers nachlässigt, zu grübeln. Heute Morgen endlich faßte ich mir ein Herz und machte ihm Vorwürfe, aber was gab er Der Ernährung des armen Mannes. Nichts lähmt mebr die Schaffensfreudigkeit, als die Monotonte der Ernährung. mir zur Antwort? Er habe meinem Vater fest versprochen, mich mit der Welt nicht in Berührung fommen zu lassen, und Die Abwechselung in der Nahrung ist das Zeichen des freien als ich darauf heftig wurde und mir Bemerkungen über Mannes und mit einem Boll sezen fte den amen Mann auf eine schmälere Kost überhaupt Uebrigens wird es Ihnen auch fein eigenes fortgesettes Ausgehen erlaubte, schlug nicht angenehm sein, wenn Sie im Gemüse inen Nebenge felbe vor." er diese Stelle im Shakespeare auf und las mir dies schmed finden, der vielleicht davon herrührt, daß vor dem Ab Dein Ehmann ist Dein Herr und Dein Erhalter, Dein Licht, Dein Haupt, Dein Fürst. Er sorgt für Dich Und Deinen Unterhalt, giebt seinen Leib Mühsel'ger Arbeit preis zu Land und Meer, Wacht Nächte durch in Sturm und Tag' in Kälte, Wenn Du im Hause warm und ficher ruhst. Und fordert zum Ersaß nicht andern Lohn, Als Liebe, freundlich Blicken und Gehorsam Bu fleine Zahlung für so große Schuld. Die Pflicht, die der Vafall dem Fürsten zollt, Die ist die Frau auch schuldig ihrem Gatten. Und ist sie trogig, launisch, trüb und bitter, Und nicht gehorsam billigem Gebot, Was ist sie als ein tüdischer Rebell. Sünd'ger Berräther an dem lieben Herrn? Wie schäm' ich mich, daß Frau'n so albern find! Sie fünden Krieg und sollten knien um Frieden! Ddaß sie herrschen, lenten, trogen wollen, Wo sie nur schweigen, dienen, lieben sollen!" Diefe Worte tamen ihr wieder zu Sinn, aber felt famerweise erschienen ihr diefelben jetzt ganz vernünftig, während sie vor wenigen Stunden noch es als tiefe Kräns fung empfunden hatte, daß ihr Gatte ihr die Stelle vorge lesen. Begierig, Stella's Meinung darüber zu hören, holte sie das Buch und wies mit dem Finger auf den Bassus: Stella las und lächelte spöttisch, bann sagte sie plößlich Welch seltsames Zusammentreffen!" Wie so? Was meinst Du damit, Stella?" fragte Lilly lebhaft. Der höchftens bilft Boll auf in durch rauhe Frühjahrswitterung Einbuße erlitten hat, aber gegen Frühjahrswitterung lein Schutzzoll.( Heiterkeit.) Durch einen Gemüse schmälern Sie fchmälern Sie zudem die ,, Und dann?" fragte Stella lebhaft, als Lilly stockte. Dann erklärte ich ihm, wenn er heute Abend wieder ausgehe, werde ich es ebenso machen und mich auswärts Abwechselung iten di well ma gar mi welcher Der Schm nifter Regieru Burück, treng n geftelt De binar Da lebig wiegen des Gemüses assa foetida auf derselben Bollwaage ab gewogen würde.( Große Heite: keit.) Da werden Sie bes Tages gedenken, an dem Ste für den Antrag gestimmt baben! Von Jtalien fommt Gemüse in einer Zeit zu uns, wo bei uns I noch feins gedeiht, wir tönnen jegt etwas früher gutes Gemüse für die langen, einsamen Stunden zu Hause zu entschädigen effen.( Ruf rechts: Der arme Mann?) Ich habe vorhin vom wiffen. Nun ward auch er heftig und rief, um mir zu zeigen, wer Herr im Hause sei, werde er heute Abend nicht vor Mitternacht heimkommen und er erwarte bes stimmt, daß ich mich sowohl seinen wie meines Vaters armen Mann gesprochen und spreche jetzt vom beffer fituirten ich will nicht einseitig sein( Heiterkeit). Der Frühling ist jest der ihn erschlagen will.( Stürmische Heiterkeit.) Herr Stoepel international geworden, dieser Antrag ist der blinde Hödu ist auch nicht vom Zoll überzeugt, er will damit nur schlim Er hat den Spargel und Blumentobl meres abwehren. auf dem Wünschen füge und zu Hause bleibe. Meine Antwort will ich lieber verschweigen," schloß die kleine Frau halb beschämt, sie war leider der Art, daß Percy sich entfernte, dirbschämt,„ fte war leider der Art, daß Percy ſich entfernte, nehme an, ohne mir" Adieu zu sagen." ,, Ei, weil ich gerade heute Abend mit meinen Berwandten ins Prince of Wales- Theater gehe, um„ Der Widerspänftigen Zähmung" zu sehen. Das Stück wird allabendlich dort gegeben; haft Du es schon gesehen" Nein, ich gehe nie zu öffentlichen Vergnügen. Wie Du weißt, ist Papa einer jener Geistlichen, welche der ( Schluß folgt.) Altar Des Baterlandes niedergelegt, tch Daß das seine Leibgerichte find.( beiter feit.) Er sollte aber den Kopffalat aus dem Spiel laffen. Durch diesen Boll wird der Norden vom Süden getrennt. Der Norden liebt den Kopffalat, den Sie besteuern wollen, der Süden den Endiviensalat. Soll hier eine ungleichmäßige Behandlung ein Die ba malta 36 5492 gelanate Sd woch 1 Za Berfan mittags Brojeft Bantitr Boll be nehmen fich nicht Bolls für zur Seite igen Ars des Kon Monaten, treten? Der Antrag Lucius geht noch weiter, und will sogar ben gewöhnlichsten Kohl, das wohlfeilfte aller Gemüse, nicht jollfrei laffen. Es ist auch vom Nothstande des Kohls ge prochen, aber aus dem Stadium der schutzöllnerischen Literatur habe ich nicht die Ueberzeugung gewinnen fönnen, daß wir in der Broduktion von Rohl hinter anderen Ländern zurückstehen. ( Broße Heiterfeit.) Jo bitte, den 3oll abzulehnen und zwar mit großer Heiterkeit.( Beifall.) Abg. Heine erklärt sich gegen die Gemüsezölle, durch ndernisse welche fein Nugen geschaffen, vielmehr nur ein nothwendiges während lebensbedürfniß des Volkes erheblich vertheuert wird. ät eines em Ge erheblich ift von Bolles ers rung ab es, einen aber auf urch den frides Boll auf und den auptfache ft treten. ekündigt Die ift, liegt t fich zur nsfreiheit e gewiffe 86. daß die Günther ächsischen Boll auf Die Ge ngs nicht fezüchter fächſtice n haben effen der lift jo en lesten Caufend Dererfell Der Ge wife ft Seche abin ab mit eine Kreisen tten ita Ea ift reffe del Mög lich ber er zuerst rfte zum Er, daß Derunter Deutich Selbst o würde nicht er tatt, wo en fann. proteftirt Ten; fte ( Beifall allt eine ttt noch Enen Be Gemülfe unferen ländische nicht bie tvirt ift, iger Ur gen nach lus der Die felbft empfinds t, wo es cht mehr , ist der romiffs Ich bitte Rajorität itgliedes ngenom stuffion t, beute ch gegen einzelne nommen gegen mmodirt. err Abg. en Tra Noth Bolles aftlichen gentheil onftatirt Einbuße bilft A auf ng in t mebr abrung es freien ann auf lebenge en auch em Ab age abSie bes baben! bei uns Bemale in vom ituirten ift jest Hödur Stoepel tch Schlim mentobl t, Seiter Dura Norden Den ben ng eins Abg. Lucius spricht für seinen Antrag. Sämmtliche Anträge werden abgelehnt. räumung eines Fensterrechts an der Rochstraße für das Grund-| ftüd Münzstraße 7 desgl. über den Etat für die Verwaltung der städtischen Gasanstalten pro 1. April 1885/86 Fort Fort segung der Berichterstattung, betr. den Stadthaushalt Etat pro 1. April 1885/86 und zwar über Kapitel XIII( Straßens beleuchtung, Straßenreinigung und Straßenbesprengung) Kapitel XV( Gemeinde Friedhöfe und Bivilstandsämter) und Kapitel VIII( Verwaltung der Krankenhäuser und Einrichtungen für Gesundheitspflege, mit Ausnahme des Etats für das Krankenhaus Roabit) Vorlage, Fetr. die Stizze zum Neubau einer Gemeinde Doppelschule auf dem Grundstüd Müllerstraße 48- Vorlagen, betr. Die Erwerbung des von den Grundstüden Kastanien- Adee 65/66 zur Bürger Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. fteig- Regulirung, sowie deß von dem Grundstücke Alexandrinenbolzzölle. Abgeordnetenhaus. 43. Sigung vom 17. März, 10 Uhr. Am Ministertische: Dr. v. Goßler, v. Scholz und kommissarien. Die dritte Berathung des Etats wird fortgesetzt beim tat des Kultusministeriums. Beim Kapitel„ Höhere Lehranstalten" bringt Abg. Lieber zur Sprache, daß bei den legten Reichstagswahlen der Direktor des Gymnasiums in Hadamar, Dr. Beters, die Lehrer in das Konferenzzimmer zusammenberufen, ihnen den tonservativen Wahlaufruf und konservative Stimm ettel übergeben und hinzugefügt habe: mer den Kandidaten Der Regierung nicht wählt, hat sobald feine Gehaltsaufbeffeung zu erwarten." Eine derartige Beeinflussung ist nicht blos betrübend und verwerflich, man muß fie geradezu als niederträchtig bezeichnen. Minister v. Soler: Die Unterrichtsverwaltung hat von Dem Vorgang feine Kenntniß; die betreffenden Lehrer hätten fich auch lieber unmittelbar an mich beschwerdeführend wenden sollen; 3 würde selbstverständlich sofort Remedur eingetreten sein. Abg. v. Eynern: Wenn die Sache sich so verhielte, pie der Abg. Lieber fie dargestellt hat, so würden wohl die Lehrer sofort die rechte Antwort darauf gegeben und, wenn bies nichts gefruchtet hätte, an die Unterrichtsverwaltung fich gewendet haben. Abg. Lieber: Die Frankfurter Beitung", die Niederheinische Beitung" und der Nassauer Bote" haben die Nachichten übereinstimmend gebracht und ein Lehrer des betreffenden Rollegiums hat mir brieflich die Darstellung als richtig be hätigt. Auch wenn die Lehrer sich an den Minister gewendet bätten, hätte ich der Pflicht mich nicht entschlagen können, hier die Sache öffentlich zur Sprache zu bringen. Abg. v. Eynern: Nach den Aeußerungen des Abg. Lieber müßte man die Stellung eines Gymnasialdirektors im reußischen Staate für die eines Tyrannen balten. Jo be treite so lange die Richtigkeit der Darstellung, bis der Abg. Lieber den Namen des Briefschreibers nennt." Abg. Hahn zweifelt ebenfalls an der Richtigkeit. Abg. Reichensperger tommt nochmals auf die Frage der Ueberbürdung der Schüler und Schülerinnen dieser Anftalten zurüd. Geb. Rath Schneider berichtigt eine diesbezügliche Mittheilung des Vorrebners. Bei dem Titel„ Waisenhäuser und andere Wohlthätig. leitsanstalten" flagt der latholischen Arbeiterkolonie der Rheinproving durch einen fatholischen Drden verboten habe. Abg. Bachem darüber, daß die Regierung die Leitung Der Titel wird bewilligt, desgleichen ohne Debatte das Rapitel Kunst und Wissenschaft". Bet Kap. 123 Technisches Unterrichtswesen" theilt auf ftraße 118 zur Straßen- Regulirung und des zur Freilegung der Bärwaldstraße zwischen der Pionierstraße und der Bergmannstraße erforderlichen Terrains Vorlage, betr. Die Anfrage von Mitgliedern der Versammlung in Bezug auf die für die amtlichen Bekanntmachungen der Gemeindeverwaltung geltenden Grundfäße, sowie in Bezug auf die Verhandlungen mit der Großen Ber liner Pferdeeisenbahngesellschaft wegen Einlegung von Frühwagen und Ausgabe von Tagesbillets- desgl, betr. den Ankauf der Grundstücke Alexandrinenstraße 5 und 6, sowie des Hinterlandes des Grundstücks Alexandrinenstraße 11 zum Bau der höheren Bürgerschule- desgl, betr. den Verkauf des Restgrundstücks Wilhelmstraße 96- desgl, Fetr. die Veränderung der Heiz anlage im Leibniz Gymnaftum Etat der Reuter- Stiftung pro 1. April 1885 86- Vorlage, betr. die Beibehaltung der für den Grundstücks- Erwerbsfonds erlassenen Bestimmungen Berichterstattung über zwei Naturalisationsgesuche- Bor lage, betreffend die Wahl eines Schiedsrichters für die noch anhängigen Freibaus. Ablösungssachen- desgl., betr. die Neu wahl eines Bürgerdeputirten für die Armendirektion- desgl., betr. die Wahl von acht Mitgliedern und acht Stellvertretern für die beiden neu zu bildenden Hilfs.Ersazkommissionen. Lokales. cr. Von dem deutschen Antisemitismus weiß die Staatsbürger- Beitung" in ihrer gestrigen Nummer des Langen und Breiten zu erzählen. Die Bestrebungen jener Herren, welche den Bund mit den drei geheimnisvollen Anfangsbuch staben bilden, fümmern und herzlich wenig; fie machen, da sie fich unter die Aegide des Herrn Wilhelm Pickenbach gestellt haben, wohl auch schwerlich Anspruch auf eine ernsthafte Würdigung. Es wäre überflüssig, bier noch einmal auf das Ver. werfliche und Unfittliche eines Religions- oder Rassentampfes binzuweisen, wir wissen nur, daß ein solcher ebenso wie die Aufforderung zu demselben, durch die bestehenden Staatsgefeße verboten ist, und diesen Gesezen wird sich vorläufig ein Jeder, selbst Herr Pickenbach zu fügen haben. Im Uebrigen glauben wir auch, daß die Wichtigkeit und die Bedeutung, die fich Herr Pickenbach selbst beizulegen beliebt, von der aber außer ihm selbst wohl nur sehr wenige seiner Mitbürger überzeugt sein dürften, thn dazu berechtigt, Lügen in die Welt zu seßen, die zu beweisen er ohne allen Bweifel außer Stande ist Herr Bidenbach erzählte feinen Bög lingen von jener T voliversammlung, wo der Reichstags abgeordnete Singer unter dem Jubel einer vieltausendköpfigen Arbeitermenge ein Hoch auf das allgemeine deutsche Vaterland ausbrachte, im Gegensatz zu den Leuten, die darauf ausgehen, Haß und 3pietracht unter den Bürgern eines Staates u verb eiten. Herr Bickenbach versteigt sich in seinem Sermon zu folgender Phrase:„ Wenn Herr Singer in einer Tivolis Bersammlung gerufen hat: Ja! hoch das deutsche Vaterland!", so ist das gewiß das gewiß nicht seine innere Aber gewesen. Ueberzeugung er weiß, daß der und um seinen Einfluß nicht zu verlieren, hat er das gerufen." Wir haben von den lobenswertben Eigenschaften des Herrn Bickenbach bisher immer eine genügend hohe Meinung gehabt, baß er sich aber außer seinen übrigen Tugenden jezt auch noch die Fähigkeit beilegt, anderen Leuten in das Herz sehen zu tönnen, das ist, wenn auch nicht besonders bescheiden, so doch wenigstens neu. Was berechtigt Herrn Pickenbach dazu, eine derartige Verleumdung in die Welt zu ſeßen, welch' grobe Fahrlässigkeit, welch' immenser Leichtsinn gehört dazu, einem Manne, der dieselben und höhere Ehrenämter wie Herr Bidenbach bekleidet, derartige unlautere Motive unterzuschieben! Was würde der gewiffenbafte Herr gesagt haben, wenn einer seiner Gegner behauptet hätte. daß Herr Pickenbach, als er noch Inhaber seines verfloffenen Wäschegeschäftes war, sich nur deshalb antisemiti schen Tendenzen gewidmet hätte, um sich eine christlich- germanische Kundschaft zu sichern? Das wäre gewiß sehr unedel gewesen, und Herr Pickenbach hätte eine solche Bumuthung sicher mit dem ganzen Bathos zurückgewiesen, in welches er fich bei besonders feierlichen Gelegenheiten so hübsch zu kleiden vers steht. Außerdem liegt es doch sehr nahe, von den Motiven, die man Anderen unterzuschieben sich nicht entblödet, auf von denen man selbst diejenigen zurückzuschließen, erfüllt ist. Was bezwecken derartige verleumderische und denunziatorische Ausfälle überhaupt? Ist Herr mit solchen Albernheiten um feinen verlegenderen Ausdruck zu gebrauchen Die Beit vertreiben zu müssen? Wie öde und geiftesarm muß es dann um ihn und feine Bewegung bestellt sein! Wenn Herr Pickenbach freilich meint, durch der eine Anfrage bes Abg. Stöder Kultusminister v. Goßler Arbeiter fich seine Vaterlandsliebe nicht nehmen läßt mit, daß die Regierung andauernd bestrebt sei, den SonntagsUnterricht in den Fortbildungsschulen einzuschränken. An den Staatsanstalten der Kunst- und Kunstgewerbeschule sei auf Anordnung des Ministers der Sonntagsunterricht auf Rehoben. Die Abgg. Dr. Natorp, Büchtemann und Langerhans bedauern, daß der von dem Abg. Stöcker empfohlene und vom Minister beschrittene Wege den Fortbildungsschulen weren Abbruch thue; bei etwas mehr Entgegenkommen titens der Geistlichkeit laffe sich die Befriedigung des religiösen Bedürfnisses mit der Theilnahme an dem Unterricht wohl vers einigen. Abg. Stöder wendet sich gegen diese Auffassung, die auch der Abg. Windthorft mit Hinweis darauf, daß das Bebot der Sonntagsheiligung in einem christlichen Staate eine Rothwendigkeit fei, befämpft. Abg. Frhr. v. v. Red bittet die dritte Berathung des Gtats nicht durch so weitschichtige Debatten aufzuhalten.( Ruf lints: Stöder!) Ein Schlußantrag wird angenommen und das Kapitel bewilligt. Bu Rap. 124( Rultus und Unterricht gemein jam) liegt vor ein Antrag des Abg. Hahn, wonach in dem nächsten Etat ein neuer Titel eingefügt werden soll zur Bewährung von Unterstüßungen an unvermögende Kirchens Pickenbach wirklich darauf angewiesen, seinen Zuhörern gemeinden zum Neubau von Kirchen und Pfarrhäusern, speziell bei Abtrennung neuer Pfarreien von bestehenden großen Barochien. Abg. v. uene will diesem Antrage den Satz hinzu fügen, daß die Summen im Verhältniß der Bevölkerungs- artige grobe Ungehörigkeiten eine Entfremdung zwischen die jahlen für die evangelische Kirche und ür die 1ömisch- katho. Berliner Arbeiter und ihre Vertreter zu bringen, so irrt er ges liche Kirche getrennt einzustellen und zu verwenden sind. Die Rommission schlägt vor, den Antrag Hahn an lunehmen, den Antrag des Abg. v. Huene dagegen abJulehnen. gelehnt. Nach längerer Debatte werden beide Anträge abBel Titel 5( 8 ur Verbesserung der äußeren waltig, das ist selbst mächtigeren Herren, wie Herr Pickenbach ift, nicht gelungen, und durch das Ausspielen des einzigen Trumpfes, den Herr Bickenbach besitzt, durch den konfessionellen Hader wird das Niemand.m gelingen. Die Berliner Arbeiters schaft hat ganz andere Intereffen zu verfolgen, als sich an der Judenbeße zu betheiligen, der Berliner Arbeiter fämpft oor allen Dingen für die hebung seiner wirthschaftlichen Lage, diese wie die Lösung derselben mit den Hegerelen des Herrn Pickenbach in Berührung zu bringen ist, darüber dürfte uns der geehrte Herr selbst wahrscheinlich die Antwort schuldig bleiben. Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse) wün Frage beschäftigt ihn hauptsächlich N. Eine neue Pferdebahnlinie ist, wie wir hören, für Rixdorf in Aussicht genommen. Für den Sommerfahrplan foll nämlich eine Pferdebahnlinie eingeführt werden( die Linie Rigdorf Dönhoffsplatz würde dann in Wegfall kommen) vom Rollkrug durch die Hasenheide nach der Ecke der Behren- und zimmer eine grüne Plüschdecke mit Quasten, ferner einen Stats blod aus cuivre poli, auf welchem sich ein Ritter mit einem Schild befindet, 2c. sich angeeignet. Als sie aber ein Spind zu öffnen versuchten, bellte ein in einem Nebenzimmer' befind liches Hündchen und die Diebe, dadurch gestört, ergriffen mit der bereits eingepackten Beute die Flucht. a. Der alte Schwindel. In den Fleischerladen der Wittwe T in der Adalbertstraße trat vor einigen Tagen Mite tags ein junger Mann, welcher zwei rohe Schinken für 15 Mt. 50 Bf. taufte und bat, ihm die Schinken nach seiner angeb lichen Wohnung in der Reichenbergerstraße durch das Dienst mädchen der Fleischerfrau mitzuschicken, den Preis wollte er in seiner Wohnung der Begleiterin zahlen. Der Käufer begab fich hierauf mit dem ihn begleitenden Dienstmädchen auf den Heimweg. Auf dem Wege trat er in eine Deftillation der Ede Dranten und Stalizerstraße und ließ das Mädchen auf der Straße warten. Nach einigen Minuten tam der Käufer heraus und ließ sich von dem Mädchen die Schinten geben, unter dem Vorgeben, daß er dieselben in der Destillation verkauft habe und ihr den Preis dafür herausbringen werde. Das Mädchen gab die Schinken an den Unbekannten, des mit denselben von Neuem in das Lokal trat und durch einen zweiten Auss gang der Deftillation fich entfernte, während das Mädchen an dem anderen Ausgang vergeblich auf die Rückkehr des Schwinde lers wartete. Derselbe ist noch nicht ermittelt. Er befindet sich im Anfange der zwanziger Jahre, ist ziemlich flein, ſchlant, mit länglichem Gesicht, er hat blonde Haare und einen kleinen blon den Schnurrbart. Bekleidet war er mit einem grauen Jaquet, blauer Tuchbose und kleinem schwarzen Hut. N. Von seinem eigenen Vater todtgefahren. Ein erschütternder Unglücksfall trug sich, wie uns geschrieben wird, in der vorvergangenen Nacht auf der Chauffee zwischen Steglit und Berlin zu. Ein Bauerngutsbefizer aus der Umgegend Berlins befand sich mit seinem Sohne, einem zirka 15 jährigen Knaben auf dem Wege nach Berlin, als der Knabe plöglich wohl dadurch, daß er eingeschlafen, vom Wagen fiel und so unglücklich vor die Räder zu liegen tam, daß dieselben ihm über beide Beine gingen. Der Vater schaffte sein verunglücktes Rind nach dem Elisabeth Krankenhause, wo man sofort eine Amputation der Füße bis zum Kniegelenk vornehmen mußte. Obwohl dieselbe glücklich beendet, ist der Knabe doch im Laufe des gestrigen Tages in Folge der fürchterlichen Schmerzen im Krankenhause verstorben. N. Ju einem Bferdebahnwagen verunglückt. Ein heftiger Zusammenstoß fand gestern Nachmittag an der Lands berger und fleinen Frankfurterstraßen Ede zwischen einem Bferdebahnwagen und einem Arbeitsfuhrwert statt. Das Pferd des legte en Gespanns wurde durch das Läuten der Bferdebahnglode plötzlich scheu, und rannte so direkt in den Pferdebahnwagen hinein, daß sämmtliche Fenster der einen Seite zertrümmert wurden. Ein in dem Pferdebahnwagen befindlicher Passagier wurde durch die umberfliegenden Glasfplitier dabei so erheblich im Geficht verlegt, daß er sich begufs Anlegung eines Verbandes nach der in der Blumenstraße bea legenen Sanitätswache begeben mußte. N. Ein bedeutender Schadenbrand, der leicht die ume fangreichsten Dimensionen hätte annehmen können, suchte wäh rend der vorvergangenen Nacht das erst vor Kurzem erbaute Eckhaus Markgrafen- und Französischestraße heim. Leider ist dem Brande auch ein Menschenleben zum Opfer gefallen. Neben der im Souterrain gelegenen Tischlerwerkstatt der India Faser Manufaktur( A. W. Bluthmann) befand sich unter dem nach der Markgrafenstraße zu belegenen Treppenhause eine Brückenwaage und etwas Holzvorräthe der genannten Möbelfabrik, die als der Herb des Feuers, deffen Ursachen bisher noch nicht ermittelt worden find, angesehen werden müssen. Das Feuer, welches in dem Treppengeländer wie es scheint nach oben ges leitet wurde, fand in einigen im Hausflur niedergestellten Möbeln( Schränken u s. w.) seine beste Nahrung und zog fich gierig in dem Treppengeländer bis zum vierten Stod mert hoch Durch die im unteren Stock werte entfaltete intensive Gluth war ein dort angebrachter selbstthätiger Feuer melder gesprengt und somit in Thätigkeit gefeßt worden. Hier durch war sowohl die Feuerwehr, wie der im 4. Stockwerk wohnhafte Eigenthümer des Hauses, Herr Mäder, alarmirt, der Lettere aufgeregt die Treppe hinabgeeilt, jedoch durch den er stidenden Qualm und die sengende Gluth gehindert, den ge fuchten Ausgang zur Straße zu erreichen. Er eilte wieder die Treppe hinauf, brach jedoch oben erstickt zusammen, und ist nicht mehr zum Bewußtsein zurückgekehrt. Als ein wahres Wunder muß es bezeichnet werden, daß die unmittelbar neben der Feuerstelle gelegene Werkstätte und der darüber befindliche Möbelladen von dem Feuer verschont geblieben sind. Die Thüren waren durch angebrachte Eisenplatten vor dem Durchs brennen geschüßt, find jedoch von der Thüre halb geschmolzen und frumm gebogen. Die gegen 4 Uhr früh an der Brands stätte erschienene Feuerwehr griff mit gewohn.er Umficht ein, und wurde bald des Feuers Herr, so daß der Brand gegen 8 Uhr früh als vollständig beseitigt, angesehen werden konnte. Gerichts- Zeitung. Ein Säbelereß schlimmer Art beschäftigte gestern die zweite Strafkammer hiesigen Landgerichts 1. Auf der Anklages bant nahmen Play 1) dec aus der Untersuchungshaft vors geführte Tischler Reinhold Fröhlich und der Metallschleifer Münzer, ersterer unter der Beschuldigung des groben Unfugs, der Beleidigung, des Widerstands gegen einen Exekutiv beamten, der vorfäßlichen Körperverlegung mittels eines ge fährlichen Werkzeugs, fooie mittels lebensgefährlicher Behand lung, lepterer, des Widerstands und der versuchten Gefangenenbefreiung. In der Nacht vom 19. zum 20. Juli pr. oollführten eine Anzahl halbtrunkener Leute in der Nähe des Görliger Bahnhofs gröbliche Ereffe, die das pasfirende Publikum verans laßten, den Wachtmeister Berte herbeizuholen, um die gestörte Ruhe wieder herzustellen. Nur theilweis gelang ihn dies, wobei der Beamte sich verschiedenfache Verhöhnungen gefallen laffen mußte. So hörte er, wie der Angeklagte Fröhlich, fich ihm zus wenden, laut aussief: Wenn der Kerl was will, dann soll er nur heikommen, dann friegt er was in die Freffe!" Hierdurch wurde der Wachtmeister in die Zwangslage gesezt, den Schreier festzunehmen. Bei der Abführung gelang es demselben, unter nem Schuß der tobenden Mange fich einige Male loszureißen, boch erreichte ihn der Beamie jedesmal wieder. In der Naunyn Borlegung der Uebersichten und Listen, welche die Art der weil man fürchtet, fich zu fompromittiren. Der Minister hat gar mit einer neuen Vertheilung dieser Fonds gedroht, bei welcher die Katholiken schlecht wegkommen dürften. Das ist Der schwerste Hohn, welcher den Katholiken zugefügt ist. nifter eine neue Vertheilung in Aussicht gestellt habe. Die Kanonierstraße, so daß Rirdorf ein sehr gutes Verkehrsmittel Kopf, der ihn zu Boden warf. Nunmehr entriß derselbe ihm Ministerialdirektor Borthausen bestreitet, daß der MiJurict, fie ist sich bewußt, bei der Bertheilung des Fonds wagen der Linie Spittelmarkt Rollkrug zum Theil im Sommer Regierung hält auch die geforderten Liften nicht aus Furcht mit der Friedrichstadt ertält. Ferner sollen die Pferdebahn feinen Säbel, den er zu seinem Schuße gegen das Anstürmen Areng nach den Grundsäßen zu verfahren, welche im Etat auf geftelt find. Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Dr= dinariums und das Extraordinarium. Damit ist die dritte Berathung des Etats er lebigt. Es betragen die Einnabmen 1257 725 000., Die Dauernden Ausgaben 1221 175 788 Mt., die ein maligen und außerordentlichen Ausgaben ibre Endstation an der Mühlenstraße erhalten, d. b. ein Wagen wird durch Rydorf hindurch geben, während der folgende wieder am Rolltrug hält, so daß die Wagen auch nur in In terwallen von 12 Minuten Nigdorf in der Berg- und Berliner straße pasfiren. 36 549 212 Mt. Das Etats- unb das Anleihegeset lich entfernt. Diese 900 M. bildeten die Ersparnisse seines Belanaten ebenfalls ohne Debatte zur Anna bme. Woo ch 10 Uhr.( Anträge und Petitionen.) Schluß der Sigung 4 Uhr. Nächste Sigung Mitt. Kommunales. a. Ein guter Sohn. Der 19 jährige Josef Hellbach aus Nordhausen hat sich in der Nacht vom 11. zum 12. b. Dits. unter Mitnahme von 900 M. aus dem elterlichen Hause heimdurch eine große Familie gesegneten Vaters, welcher dieselbe mühsam ernährt. Man vermuthet, daß Hellbach fich nach Berlin begeben hat und hier das Geld durch bringt. So ift 5' 2" groß, er hat ein rundes Geficht und dunkles, starkes Haar. a. Einbruch. In der Nacht vom 16. zum 17. b. Mts. Tagesordnung für die Situng der Stadtverordneten ist in dem Hause des Apotheters H. zu Bankom ein Eins Bersammlung am Donnerstag, den 19. März cr., Nach bruchsdiebstahl verübt worden. Die bisher noch nicht ermittel bec Tumultanten gezogen habe, und schlug mit der scharfen Klinge gewuchtig und unbarmherzig auf den am Boden liegens den Wachtmeister ein. Einige Hiebe trafen die verschiedenen Stellen des Kopfes desselben. Jegt eilte auf die Intervention einiger Zivilpersonen der Wachtmeister Lenz vom Trainbat taillon berzu und wollte den Fröhlich von seinem Opfer entfernen. Dieser schlug aber auf Lenz ein, der seinerseits den Säbel zog, um sich zu schüßen und den Wüthenden kampfunfähig zu machen. Hierbei erhielt auch Fröhlich einen gewuchtigen Schlag über den Kopf. Seiner Abführung zur Wache widersette fich dieser Angeklagte mehrfach, und der Mitangetiagte Münzer machte den Versuch, den Fröhlich der Gewalt des Wachtmeisters Lens au entreißen. Nach deffen Bekundung bis ihn Münzer am Arm und trat ihm wiederholt auf die Hacken. Der vers lette Wachtmeister Berke wurde auf Veranlassung des Dr. Rosenstein, welcher sowohl bet thm als beim Angeklagten Fröh lich den ersten Verband angelegt hat, nach Bethanien gebracht und war dort am 12. August pr. als geheilt entlassen. Der mittags 5 Uhr. Berichterstattung über die Vorlage, betr. das ten Diebe waren vom Vorgarten aus auf den offenen Balkon Angeklagte Fröhlich suchte sich durch die Behauptung, daß er Brojeft zum Neubau eines Gymnafiums auf dem Grundstück geftiegen, und hatten die nach dem Balkon führenden Thüren finnlos betrunten gewesen sei, au erfulpiren, Münzer stellt jeg Bantitraße 9/12- desgl. über die Vorlage, betr. Die Ein- mit einem Stemmeisen gewaltsam geöffnet und in dem Ballon | liche 3 Jahre Gefärgniß und 14 Tage haft gegen Fröhlich, und 6 Monate Gefängniß gegen Münzer; der Gerichtshof erkannte auf 2 Jahre 6 Monate Gefängniß, 14 Tage haft und auf 6 Monate Gefängniß. Vereine und Versammlungen. hr. Im Unterftüßungsverein der Buchbinder( Alte Jakobstraße 75) bielt am Montag Herr Freymann einen Bor trag über Buchthausarbeit. Der Vortragende theilte Die Erfahrungen mit, die er als Werkführer für Buchbinderarbeiten im Buchthause zu Lichtenburg in der Proving Sachsen gemacht, wo er 32 in folirzellen arbeitende Gefangene zu be schäftigen gehabt. Er konstatirte, daß von den 1100 Befangenen, die in Preußen mit Buchbinderarbeiten beschäftigt werden, den freien Arbeitern im Buchbindergewerbe eine den letzteren zu großem Schaden gereichende Konkurrenz gemacht wird, und Schloß mit dem Hinweise auf die Pflicht aller Kollegen, fich der Organisation anzuschließen, die, wie gegen alle anderen Uebelftände im Gewerbe, so auch gegen die der freien Arbeit durch Die Gefängnißarbeit gemachte Konkurrenz gerichtet sei. Darauf erstattete Herr Mehnert im Namen der Lohnkommission Berichte über Verhandlungen, welche er in Folge eingegangener Bes schwerden mit drei Fabrikanten gehabt. In Bezug auf den Fabrikanten Herrn Lempe tam man zu der Anficht, daß die Entlaffung zweier Kollegen seitens deffelben nur darum erfolgt fet, weil fie Mitglieder des Unterstüßungsvereins find, wenn auch Herr L. dies in Abrede stelle. Dem einen der belden ents laffenen Kollegen, der noch keine Arbeit gefunden, wurde die für Gemaßregelte" festgesette Unterstügung erfannt. สน den In Bezug auf den Herrn Schmidt, Inhaber der Firma Schmidt und Neuwert, theilte Herr Mehnert mit, daß derselbe ihm gegenüber fich dahin ausgesprochen, er forge in väterlicher Weise für seine Arbeiter, aber er verlange auch, daß seine Arbeiter fich seinen Anordnungen fügen; Arbeiter, welche seinem Verbote zuwider die Vereinsversammlungen besuchen oder als Vertrauesmänner der Lohntommiffion Spionsdienste leisten(!) wolle in er seiner as brit nicht haben. Die Luruspapierfabrik von Hoffmann be treffend, gegen welche vor etwa drei Wochen in einer Vers Sammlung arge Beschuldigungen ausgesprochen wurden, erklärte Herr Mehnert, daß er durch einen Besuch in der Fabrik und burch eine Unterredung mit Herrn Hoffmann die Ueberzeugung gewonnen, daß die ausgesprochenen Beschuldigungen durchaus unwahr find, daß im Gegentheil diese Fabrit in Bezug auf Einrichtungen, Löhne und Arbeitszeit eine wahre Muster fabrit und ihr Inhaber ein wirklicher ehrenhafter Arbeiterfreund ist. Die öffentliche Schuhmacherversammlung am Montag Abend in der Urania, Wrangelstr. 9/10, verfiel der polizeilichen Auflösung. Nachdem in derselben die Herren Papte und Pladek zu Vorfißenden gewählt waren, sprach Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Der Feensee. Königliches Schauspielhaus. Heute: Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. Heute: Ehrenschulden. Im Bunde der Dritte. Unter Brüdern. Bellealliance- Theater. Deute: Der Hypochonder. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Gasparone. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Beute: Bum 28. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla- Operetten- Theater: Deute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Achtes Gastspiel der Original White- Star- Minstrels. Dazu: Onkel Bräfig. Oftend- Theater: Heute: Das Geheimniß der alten Mamsell. der Reichstagsabgeordnete Herr Bod aus Gotha über das Thema:„ Die jeßige Lage der Schuhmacher und die Bewegung derselben." Der Redner beklagte die ungenügende Drganisation der Schuhmacher, welche denselben immer größere Nachtheile zufüge, bekämpfte darnach das Innungswesen, da das Handwert nicht in frühere Verhältnisse bei der Vervollkommnung der Maschinen gedrängt werden könne, und die Theilarbeit die Ablegung eines Examens unmöglich mache, behandelte weiter Die Gewerbefreiheit, sowie die traurige Lage der Schuhmacher, bei welcher Gelegenheit er zum Anschluß an den gegründeten Unterstüßungsverein deutscher Schuhmacher aufforderte, gleichauch Davor warnte, bevor dieser Verein zeitig aber genügend erstarkt sei, Streits ชน veranstalten, ba dadurch Die größten Nachtheile geschaffen würden. In diesem Sinne sprachen auch die Herren Baginski und Bladed, worauf folgende Refolution angenommen wurde: Die 2c. Versammlung erklärt sich mit den Rednern einvers standen und spricht die Ueberzeugung aus, daß durch die gemachten Vorschläge eine Befferung der Zustände erzielt werden tann, indem fie gleichzeitig dem Referenten Herrn Reichstagsabgeordneten Bod ihren Dank für seinen Vortrag ausspricht." -Beim zweiten Punkt der Tagesordnung, Berathung ber Petition über den Marimal Arbeitstag, verlangte Herr Papte, baß in der verlesenen Petition auch die Zuchthausarbeit berückfichtigt werden sollte, und auch der anwesende Drechsler Herr Julius Müller bemerkte, daß in der Petition eine be stimmte Zeit, wie lange man am Tage arbeiten wolle, ange geben sein müsse. Hiernach erfolgte die Auflösung bei den Bemerkungen des Tischlers John. Die Vorträge über Gesundheitspflege, welche der betannte ärztliche Leiter der Kuranstalt Untere Waid" bei St. Gallen, Herr Dr. med. Dod, auf seiner Rundreise durch Deutschland seit 8 Tagen auch hier in Berlin bei vollen Sälen hält, werden heute Mittwoch( d. 18. März) ihren Abschluß erhalten durch einen Vortrag über„ Die Bedeutung der vege tarischen Lebensweise für das Familien leben", veran staltet vom Berliner Verein f. barmon Lebensweise" im Kathol. Vereinshause, Niederwallstr. 11, Ab. 8 Uhr. Damen wie Herren find als Gäste willkommen. Das Eintrittsgeld ist beliebig. Nach dem Vortrage werden gesundheitliche Fragen gern beantwortet und diskutirt werden; auch Flugschriften über Gesundheitspflege kommen zur Vertheilung. Arbeiter Bezirksverein vom 15. u. 20. Kommunal Wahlbezirk. Mittwoch, den 18. März 1885, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Otto, Adalbertstraße 21: Ordentliche Tagesordnung: Mitglieder Versammlung. 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Der Verein der Parquettbodenleger hält am 18. d. M. Abends 8 Uhr im Lokal des Herrn Koths, Wilhelmstraße 105, eine Mitglieder- Versammlung ab. Tagesordnung wird in der 574 Arbeitsmarkt. Einen Lehrling für volz- Drechslerei sucht Gotthard Kühn, Stalschreiberstr. 25. Pantoffel Einfafferin verl. Bernauerstr. 31, H. 4 Tr., Meyer. 578 Ein Maleriehrling wird verlangt 567 Brehmer u. Bahnke, Anhaltstr. 8. Versammlung bekannt gemacht. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird dringend gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Eine große öffentliche Schneiderversammlung findet Donnerstag, den 19. März cr., Abends 8 Uhr in den König städtischen Bierhallen, Große Frankfurterfir. Nr. 30 statt. Die selbe ist einberufen vom tombinirten Romite der Schneider meister und Gesellen Berlins. Auf der Tagesordnuna steht: Der für die Konfektionsbranche aufzustellende Lohntarif und Lohn- und Werkstellenverhältnisse im Osten. Da die Lohn verhältniffe in der Konfektion so traurige find, ist es Pflicht aller Konfektionsschneider in der Versammlung zu erscheinen. Arbeiter- Bezirksverein Laufiber Plat. Mittwoch, den 18. März, Abends 8 Uhr, in der Urania", Wrangelft. 9 und 10, Versammlung. T.- D.: 1. Kaffenbericht. 2. Vor trag. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten. Eingeführte Gäße find willkommen.- Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. NB. Der mo natliche Beitrag beträgt 20 Pf. Ein Einschreibegeld wird nicht erhoben. " 1 Eine vom Verein der Impfgegner Deutschlands eins berufene Versammlung findet Donnerstag, den 19. Mä Abends 8 Uhr, im Konzerthause Sanssouci", Kottbuse straße 4, statt. Der erste Vorftzende des Vereins, Herr Dr. C. Sturm, wird einen Vortrag über das Wesen der Impfung halten, und ist dringend zu wünschen, daß die Versammlung von Damen und Herren recht zahlreich besucht werde, da Gäfte stets willkommen find. Bugleich bemerken wir, daß das Einschreibegeld 25 Pfg, beträgt. Der Jahre betrag ist 1 Ml., doch kann derselbe auch in vierteljährlichen Raten à 25 Bfg. entrichtet werden. Fürstenwalde, 17. März. Gestern Abend fand hierselbst im Saale der Wilhelmshöhe" eine öffentliche Versammlung statt, vor welcher Herr Reichstagsabgeordneter Aug. Heine einen Vortrag über das Arbeiterschußgeset hielt. Der Bop tragende verstand es, das Thema der Zuhörerschaft, welde vorwiegend aus Handwerksmeistern( Schuhmachern) und Ge fellen bestand, anzupassen und erntete den Beifall der filt hiefige Verhältnisse äußerst start besuchten Versammlung. Briefkasten der Redaktion. Wißbegieriger alter Abonnent. Der Diamant befieht aus Rohlenstoff, und zwar weiß man dies erst in Folge Versuchen über sein Verhalten im Feuer, mit welchen 1594 Florenz der Anfang gemacht wurde. Mit Rücksicht dara daß dies jedoch nur mit Zutritt der Luft geschah, wurden ter Diamanten in Sauerstoffgas verbrannt, wobei man Ro säure als Produkt erhielt. Die anderen Fragen können Ihnen des Raummangels wegen hier nicht beantworten, mühen Sie sich gefälligstt zu uns. Rr erschein Berlin Postab Bu alle Ar B mit ber einzulab Di Blattes Bevölke Lude a be gerecht Arbeiter 11.0 Ein Schuhmacherlehrling wird verlangt Naunynftr. 32. 590 Allen Freunden und Genoffen empfehle meine Cigarren und Rauch- Tabake 131 Lotterie- Loose und Antheile. Münchener M. Meyer, O. Fruchtstr. 36a. Pschorr- Bräu. General- Vertreter für die Provinz Brandenburg: Berlin W. FERDINAND PRINTZ. Berlin W. Haupt- Ausschanklokal u. Kellereien: Taubenstraße 10. Versandt in Gebinden und Flaschen. Original- Abzüge in Gebinden von 10 Sifer an. Ausschanklokale in Berlin und Umgegend: Linke, Beffelstraße 21. Schaper, Leipzigerstraße 136. Schulz, Leipzigerstraße 133. Röper, Bellevuestraße 1. 923 nehmen berunge und au Et Kreife Bolt gefunde αυτό το An es ist Berline brunge Beftre Seife U Inhalt Ga Feuillet eined bi Feber beginner De Borrath Tomie D Duvinage, Luisen- Ufer 1. Körner, Barutherstraße 1. Meinecke, Dranienstraße 36. gratis Da Faber, Charlottenstraße 58. 576 Höhne, Charlottenburg. Grundmann, Prinzenstraße 82. Haack, Steglig, Schloßpart. Dahme, Spandau, Lehrter Bahnhof. Lucke, Friedrichshagen. Raporud 120 Wallner- Theater. Beute: Die Sorglosen. Heute: Sulfurina. Heute: Bella Vista. Vittoria- Theater. Alhambra- Theater. Den Mitgliedern der freien Kranten und Begräbnißfaffe der Schuhmacher Berlins( E. H.) zur Nachricht, daß das Mitglied Johann Dreimüller den 14. b. M. gestorben. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18., Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Potsdamerstraße 129 statt. 570 Der Vorstand. Donnerstag, den 19. d. Mts., Abends 8 Uhr, findet in Herren Thiele's Salon, Rosenthalerstraße 11-12, eine Arbeiterinnen- Versammlung statt, zur Besprechung der Interessen der Arbeiterinnen. Gäfte haben Butritt. G. Guillaume- Schack. Größte Auswahl Don 579 Schuhen und Stiefeln 434 Bestellungen nach Maß nur reell, solideste Preise bet C. Wolf, Adalbertſtr. 80. Selbstunterricht in der einfachen und doppelten kaufmännischen Buchführung und Darstellung eines neuen abgekürzten Systems zur doppelten Buchmethode von C.Schmidt, Leficer d. Bandelswiffenfdiaft Preis Mk. 1,50. Bu beziehen durch die Expedition des Berliner Volksblatt" Simmerstraße 44. Schulz, Botsdamerstraße 20. Braune, Kurfürstenstraße 142. Stolzenburg, Karlstraße 27. Geppert, Luisenstraße 34. Aimé, Unter den Linden 16. Hotel Janson, Mittelstraße 53 u. 54. Morgen und übermorgen: Ziehung der Großen Schlesischen Lotterie zu Breslau. W. 15 Mark. W. 2000 Gewinne Hauptgewinne w. 5000 mark. 3000 A., 2000 M., 1000 M. u. s. w. 554 Loose à 3 Mark. ( 11 Loose 30 Mart) empfiehlt 527 A. Aschenheim, Berlin W Friedrichstraße 85, zwischen Unter den Linden u. Behrenstraße. Geschäfts- Eröffnung! hoffe, S 5 Mr. biene. Mein Ihnen ihm na eufate der Fre ihm me ૪ δητά, α Reuem Rranter feine b Teren Arztes fultat mit lebr erfreut, aberbo Roben Allen meinen Freunden und Bekannten, sowie meiner geehrten Nachbarschaft zeige hierdurch an, daß ich am Donnerstag, den 19. März, in Berlin, Weinbergsweg Nr. 15b am Nosenthalerthor eine Cigarren- und Tabak- Handlung unter bewährter Leitung eröffnen werde. Ich ersuche, mich in meinem Vorhaben zu unterstützen und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, durch gute und gediegene Waare die Zu friedenheit meiner geehrten Kunden zu erwerben. H. Ferdinand Ewald, 3. 3. Brandenburg a. 5. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. a fabren pettion gen, un trage i bie id babe.