olches eben. felten erbe 5.48) web Seride I und nfere now 1 bei r. 65 ngn ubert. affer Mara man Vor beits weiten eiches reffen indler Lotal rtrag Den 5. man tur in Bauer, Man burg feine bat зиде abren fein Daren. eraus aben nad Safte ange gfam etwa tod Better ge Усфол ge fta ablen Bim len D Nr. 68. Sonnabend, 21. März 1885. II. Jabrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4- Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen AnnoncenBureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Beuthstraße 2. Expedition: Zimmerstraße 44. Der heutigen Nummer liegt für unsere auswärtigen Abonnenten die Nummer 16 des" Juustrirtes Sonntagsblatt" bei. Abonnements- Einladung. Bum bevorstehenden Vierteljahrs- Wechsel erlauben wir uns, alle Arbeiter Berlins zum Abonnement auf das Berliner mit der Gratis- Bellage einzuladen. Das ,, Berliner Volksblatt" toftet für das ganze Bierteljahr 4 Mart, für den Monat April 1 Mart 35 Pf., pro Woche 35 Pf. frei ins Haus. Bestellungen werden von sämmtlichen Beitungsspediteuren, sowie in der Expedition, Zimmerstcaße 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Boftanstalten Abonnements für das nächste Quartal zum Preise von 4 Mark entgegen. Außerdem bitten wir unsere auswärtigen Abonnenten die zahlung von 10 Pf. Strafporto vermieden wird. Volksblatt" Bestellung bei der Boſt rechtzeitig aufzugeben, damit die NachIllustrirtes Sonntagsblatt" Die Reichshauptstadt batte vor dem Erscheinen unseres Blattes fein Drgan, welches den Intereffen der werkthätigen Bevölkerung diente. Das„ Berliner Volksblatt" füllt diese Lüde aus, es bedarf aber, um seiner Aufgabe voll und ganz gerecht werden zu können, der nachhaltigsten Unterstüßung der Arbeiter. Die Redaktion und Expedition des Berliner Volksblatt." Wohlfahrtseinrichtungen. 民 Durch die Zeitungen geht ein Artikel, der die Ueber schrift: Wohlfahrts Einrichtungen für Fabritarbeiter" trägt und das Unglaublichste in Bezug auf eine derartige Ueberschrift leistet. Bunächst wundert man sich, daß der Herr Verfasser die Volksbadeanstalten, Menagen, Konfumanstalten, Schlafsäle und Arbeiterwohnungen für Einrichtungen erklärt, die den Einbruck machten, daß der Arbeiter dabei erst in zweiter Linie in Betracht tomme. Diese Meinung ist allerdings sehr richtig und unsere Verwunderung bei derselben refultiri im Wesentlichen auch nur in Hinblick auf die nun folgenden Behauptungen. Wohlfahrtseinrichtungen!" Man müßte lachen, wenn die Sache nicht so ernst wäre! Was aber geschieht mit dem schuldigen Burschen, Fabrikherr oder Direktor genannt? Wie oft kommt es doch vor, daß der schuldige Bursche" nur in letzter Zeit vorgeschoben wird! Sind solche Fabrikordnungen, folche Wohlfahrtseinrichtungen nicht geradezu Stlavenfesseln, die übermüthige, gewissenslose Unternehmer um ihre Arbeiter schlingen? Und dann noch die Sperrung der Erspar= nisse bis zur Verheirathung"? Besteht denn in der That die arbeitende Menschheit aus lauter Unmünbigen? Sollen dem unverheiratheten Arbeiter die Ersparnisse auch noch gesperrt werden, wenn er das sogenannte Schwabenalter erreicht hat? Die Zinsen der Ersparnisse follen bann wohl den vielfach lüderlichen Söhnen der Fabritberren zu Gute tommen? Es ist geradezu unerhört, daß konservative Zeitungen, die fortwährend ihre Arbeiterfreundlichkeit betonen, derartige Wohlfahrtseinrichtungen" empfehlen. Es ist geradezu uns erhört, daß in solcher Weise ein Unterdrückungssystem angepriefen wird, welches weit über die mittelalterliche Leibeigenschaft hinausreicht. Wahrlich, nichts zeichnet unsere reaktionäre Zeit beffer, als die Thatsache, daß man überhaupt wagt, solche Unter brückungsmaßregeln vorzuschlagen. Wer der Sache der Arbeiter dienen will, belfe ein Unternehmen befestigen, welches beftimmt ist, die berechtigten For berungen und Wünsche der Arbeiter zum Ausdruck zu bringen, und auf ihre thatsächliche Erfüllung hinzuwirken. Ein Jeder von unseren bisberigen Anhängern suche in dem Kreise seiner Freunde und Bekannten bas Berliner Boltsblatt" zu verbreiten und sehe darauf, daß jeder neu gefundene Befinnungsgenoffe, fein Versprechen, zu abonniren, auch wirklich hält. Das beste Merkmal einer empfehlenswerthen Wohl Am 1. April schließen wir unseren ersten Jahrgang abfahrts Einrichtung soll nämlich die gemüthliche uns in dem früherer demokratischer Stadtverordneter aus Bochum die Berliner Arbeiterschaft wirklich von der Wichtigkeit durch Patriotische Beziehung zwischen Arbeiter brungen ist, ein Drgan zu besitzen, in welchem ihre Bestrebungen und Bedürfnisse in unverfälschter, ungefärbter Weise an die Deffentlichkeit gebracht werden. Unsererseits werben wir auch fernerhin bemüht sein, den Snhalt unseres Blattes immer reichhaltiger zu gestalten. Ganz besondere Sorgfalt werden wir auch auf das Feuilleton verwenden und am 1. April mit der Veröffentlichung eines höchst interessanten und spannenden Romans aus der Feder Friedrich Gerstäder's beginnen. Im Eckfenster Den neu hinzutretenden Abonnenten wird soweit der Borrath reicht der bisher erichtenene Theil des Romans „ Gesucht und gefunden" fowie das Illustrirtes Sonntagsblatt" gratis und tranto nachgeliefert. Rachbruc verboten.] 122 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forserung.) und Wie sich diese Beziehung aber in einer besonders hervorgehobenen Aufzählung der vielfachen Vortheile, die ein solches Verhältniß den Arbeitern gewährt, gestalten soll, bas geht aus folgendem Paffus bes beregten Artikels hervor: ,, Wechsel im Arbeiterpersonal tommt gar nicht vor, sozial demokratische Reime sind stets rasch verdorrt. Eine sechsjährige Lehrzeit, innerhalb derer auch förperliche Züchtigungen des Direktors(!) nicht prinzipiell ausgeschlossen find, legt den Grund für dauernde Tüchtigkeit." Das sind allerdings sehr nette Wohlfahrts= Einrichtungen"! Doch weiter. In dem betreffenden Artikel heißt es dann wörtlich:" Nicht nur dem bescholtenen Mädchen, sondern auch dem schuldigen Burschen wird die Arbeit in ber Fabrik genommen." " Aberlaß, mehrere Klyftire, und als ich wieder mit Theerwaffer beginnen wollte, da ging's leider mit ihm zu Ende. War nicht meine Schuld. Ja sage. es ist Schuld der fremden Herren aus Weftin, die ihm die ganze Nacht zu gefeßt haben. Sie hatten so große Eile, daß sie sich nicht bis zum nächsten Morgen gedulden wollten." Wenn sie hätten bis zum nächsten Morgen die Sache verschoben, so wäre sicherlich nichts daraus geworden," be Die Stirn des Baders überzog sich einen Augenblick mit einer leichten Nöthe. Mr. Knox schien aber seine Verlegenheit nicht zu bemerken, sondern nahm die Flasche, merkte der Wirth. bielt fie empor, öffnete den Stöpsel und roch hinein. Brr! Wie das riecht!" fagte er sich schüttelnd, die Medizin des Herrn Bader für meine Frau," fügte Mr. Rnor ertlärend hinzu. " Doch mit dem Essen tommt der Appetit. Wenn die Herren Ackermann und Genoffen im Reichstag gewissermaßen den Knieriemen für die Lehrlinge vorschlagen, wenn ein Prügelstrafe befürwortet, bann ist es wenigstens erklärlich, baß Zeitungsschreiber solche Wohlfahrtseinrichtungen" an preifen. Noch aber wollen wir uns auf den freiheitlichen Geist, ber im Bolte, vor allem im Arbeitervolte herrscht, flüßen, an dem schließlich alle reaktionären Gelüfte abprallen werden. Noch aber wollen wir hinausrufen ins Arbeitervolt, daß es sich nicht durch solche reaktionären Versuche vers Loden läßt. Wir find der Ueberzeugung, daß das Volk in sich selbst die Stüße fuchen wird und nicht in den Vorschlägen der von Arbeiterfreundlichkeit" stroßenden Reaktion. " Politische Uebersicht. Aus dem Reichstage. Die Bolltarif Kommission, welche in erster Lesung die beantragte Bollerhöhung auf ,, afkomodirten Nähfaden" vor 70 auf 120 Mt. mit 12 gegen 7 Stimmen Sache sehr geheim gehalten; nur die beiden amtlich vers pflichteten Beugen und Mr. Harriers waren zugegen, von bem natürlich auch kein Wort herauszubringen ist Aber das hat doch nicht geschützt; der Herr Bader kennt trop dessen den Inhalt des Protofolls genau." " . Aber Mr. Knox, Sie kompromittiren mich," sagte dieser in vorwurfsvollem Tone. ,, Wie so denn, mein Freund?" erwiderte Mr. Knox. Weiß es doch die ganze Stadt, daß Sie an der Thür gelauscht haben während des Protokolls." " " Hätte aber doch verschoben werden müssen. Ich babe gleich gesagt," erklärte der Bader, daß er nicht Kräfte genug hat zu folcher Anfirengung; hatte zu heftige Kon gefitionen. Ich bäne ihm erst durch einen Aberlaß Erleichte rung schaffen sollen, dann vielleicht wäre es möglich ge Dir wesen, ihn zwei Stunden lang zu vernehmen. thur's leid, daß ich's zugegeben habe." Papperlappap!" fagte Knox lächelnd. Wenn die Verhörte, was drinnen gesprochen wurde." nehmung nicht in jener Nacht stattgefunden hätte, so hätte " Das sei ferne von mir!" erklärte der Bader mit gravitätischer Indignation. gravitätischer Jabignation. Es wäre eines Artztes un würdig, an der Thür zu laufchen; jedoch räume ich ein, daß ich mich in der Nähe der Thüre befand, für den Fall, daß schleunige Hilfe nothwendig sein sollte, und so blieb es denn nicht aus, daß ich hier und da ein Wort von dem ,, Es wäre mir interessant, auch etwas davon zu hören," sagte Friz. Vielleicht hat Mr. Knox, unser liebens würdiger Wirth, die Güte, inzwischen noch einige Flaschen Ale zu bringen... It's Ihnen gefällig, Herr Kollege, mit mir eine Flasche zu trinken?" Nun guten Appetit," sagte Friß. Wenn Mistreß Rnor eben Appetit auf Theerwasser hat, so schabet's ihr nicht, wenn fie das Quantum hinunterschluckt. Aber ich bente, mein Herr Kollege wird nichts dagegen haben, wenn Natron geben?" fie überhaupt nicht stattfinden können; und Sie, lieber " Durchaus nicht, Herr Doktor! Ich gebe zu, daß Baber, wären um die schönen Neuigkeiten gekommen, mit benen Sie ein viertel Jahr lang Ihre Kunden unterhalten Natron auch gute Dienste leistet.... Versteht sich, Mr. Rnog, ich meinie ja auch, daß Sie daneben auch Natron haben." geben sollten, das alte Mittel... D, der Herr Doktor„ Ei, das müssen interessante Neuigkeiten gewesen sein," Rodenburg ist ein gescheidter Mann, der eben so gut bas sagte Friß, die ein viertel Jahr lang Stoff zur UnterRechte zu finden weiß, wie Unsereins, der Sie nehmen haltung Jorer Runden boten." to doch nicht übel, wenn ich sage in der Pragis alter Alle Achtung vor Ihrer Erfahrung, Herr Bader," lagte Friz. Ich bin weit entfernt, Sie bei Ihren Kunden in Mißkredit bringen zu wollen." fein, daß Theerwasser in afuten Fällen immer eine gute Leute, und nun erft gar der Umstand, daß der Bader in Renntniß gekommen ist, Jemanden mittheile." " Sehr verbunden, Herr Doktor! Sie dürfen überzeugt Birtung hat. Ich habe es oft erprobt; auch heute erst Folge des Protokolls mit Neuigkeiten beladen war. Sollte ift." bei Mr. Roberts. Als er das dritte Quart ausgetrunken Frizz hatte im Stillen längst seinen Glücksstern ge= priesen, der ihn gleich bei seinem Eintritt vor die rechte Schmiede führte. Der Zufall hatte gewollt, daß es nicht erst langer Bemühung seinerseits bedurfte, um von Row land und seinen Verhältnissen Näheres zu erfahren. Mr. Knox und namentlich der Bader, das waren bie rechten zu seinen Neuigkeiten nicht auch das gehören, was zu ers ,, D, Sie sind sehr gütig, Herr Doktor!" " Auf Jbre Gesundheit und immer gute Praris!". fagte Frig, mit dem Baber anstoßend. Der Baber dankte und sagte, daß er auf Frit's Ge ſundheit und fernere gute Rarrière trinke, und Beide standen im freundschaftlichsten Einvernehmen. Doch blieb der Bader zurückhaltend. Sie fönnen nicht verlangen, Her Doktor," fagte er, daß ich ein Geheimniß, das mir in meiner Praxis zur Verstellen Sie sich nur nicht, Freund Bader!" rief der Wirth vom Büffet herüber. Sie haben es ja doch batte, erfolgte ein sehr wohlthuendes Würgen, daß ihm fahren ihm am Herzen lag, um dessenwillen er die Reise nicht nur mir, sondern auch allen Ihren Kunden mitgetheilt. Luft verschafft hat... Eine ähnliche Wirkung beobachtete nach Bladfield gemacht hatte? Er beschloß gerade auf Dem Herrn Doktor Rodenburg können Sie das mit der ich auch damals bei Mr. Nowland, der leider zu früh das Biel loszusteuern. farb. Hätte er noch eine Flasche getrunken, wer weiß, ob er nicht noch heute am Leben wäre." Friz, der bis dahiu einen munter scherzenden Ton angeschlagen hatte, änderte denselben plöglich. " Sie haben auch Mr. Rowland be handelt?" fragte er. Sie waren bei Aufnahme des Protokolls als Zeuge gegenwärtig?" Hm, das gerade nicht!" sagte der Bader mit einigem Bögern. D nein!" bestätigte der Gastwirth. Unberufene selben Offenheit erzählen." " Aber ich bitte Sie, Mr. Knox, Herr Nodenburg ist ein Arzt. Was muß Herr Rodenburg von mir benten, wenn Sie dergleichen fagen! Es klingt ja gerade, als ob ich nicht meine Pflicht als Arzt tenne." So lange Sie Arzt sind, mögen Sie darüber Schweigen Zeugen haben sie nicht hinzugelassen. Sie haben die beobachten," erklärte Knox; aber wenn Sie Barbier sind, " abgelehnt hatte, hat in der heutigen Sigung ihren neulichen Beschluß um gestoßen und mit 10 gegen 8 Stimmen die Regierungsvorlage angenommen. Troß der eindringlichen Mahnungen des Abg. Sina er, nicht einen Zoll zu be schließen, welcher von der wirthschaftlich schwächsten Klaffe, den Näherinnen", getragen werde, und tros des Hinweises darauf, daß dieser Boll nur ganz wenigen Fabriken und meist ,, Aktiengesellschaften" au Sute fommt, überwogen Sonderinteressen diese Rücksichten und führten zur Annahme des erhöhten Bollfazes. Der Abg. Singer profeftirte gegen Diese Art des Schutes nationaler Arbeit" und fündigte an, daß das Plenum des Reichstages zu entscheiden haben wird zwischen den Interessen weniger Fabriken und denen von vielen tausenden von Arbeiterinnen. " 1 In der letzten Sigung der Arbeiterschuh- Kommission des Reichstags wurde die Debatte über die zweite Nummer des Antrages des Abg. v. Hertling, welcher fich auf die Kinberarbeit in den Fabriten bezieht, fortgesezt. Eine Einschränkung derselben in der Weise, daß die Arbeit von Kin dern unter 14 Sabren möglichst(!) verboten werde, wurde von verschiedenen Seiten lebhaft befürwortet. Es wurde dabel betont, daß die Kraft und Gesundheit der Generation erhalten bleiben müffe, und daß diesen Forderungen gegenüber materielle aus Ausnußung der Frauen und Kinderarbeit resultirende Vortheile nicht von Belang sein könnten. Von diesem Gefichts punkte aus fand auch der von dem Abg. Haarmann zu dieser Frage gestellte Antrag eine wohlwollende Beurtheilung, die babin ging: Die gewerbsmäßige( 1) Beschäftigung Schulpflichtiger Kinder unter 14 Jahren in Fabriken und Wert ftätten ist verboten. Kinder, welche vor dem 14. Lebensjahre aus der Schule entlassen werden, dürfen bis zu 6 Stunden täglich in Fabriken und Werkstätten beschäftigt werden." Eine Beschlußfaffung über diese Frage erfolgte in der Sigung noch nicht, die Debatte bewegte fich vielmehr noch immer in dem Rahmen der Generaldiskussion; es dürfte aber in der nächsten Sigung dieselbe beendet werden.-( Wir werden selbst redend über die weiteren Beschlüffe berichten. D. R.) dung der gesammelten Gelder in irgend einem öffentlichen Interesse noch möglich zu sein. Von einem bekannten Mitgliede Der hohen Finanz erzählt man fich, es habe erklärt, nur zeichnen zu wollen, wenn der Fonds im persönlichen Interesse verwandt werde." Frankreich. ge flärung telegraphirt, daß die Vereinigten Staaten Guatemala für jeden Schaden verantwortlich machen werden, welch r den Rabeln durch Guatemala oder mit deffen Einverständniß zu gefügt werden sollte. Ueber die kürzlich in Paris ftattgefundenen Ausweisungen, erfahren wir noch folgendes: Die Aus weisungen waren schon am 7. d. Mts. von dem Minifterium des Innern beschlossen worden und wurden am 11. und zwar in folgender Weise vorgenommen: Am Nachmittage des 11. erschien ein Geheimpolizist in den Werkstätten der Betroffenen und veranlaßte dieselben unter dem Vorwande, es handele fich nur um eine furze Unterredung mit dem Kommissar, worauf fte sofort wieder entlaffen würden ihm nach dem Rom miffariat zu folgen. Dort angekommen, wurde ihnen, ohne Angabe irgendwelcher Gründe, ein VerhaftungsBefehl vorgelesen und zugleich bedeutet, daß fie bis nächsten Morgen 9 Uhr auf der Polizei- Präfeftur abgeliefert sein müßten, um über die Grenze gebracht zu werden. Noch am selben Abend wurden die Verhafteten 4 an der Zahl mittelft des Gefangenen Wagens nach der Präfektur transportirt. Drei Derselben wurden in einem täumigen Saal mit ca. 200 Verbrechern der schlimmsten Sorte zusammengesperrt und dort bis zum Moment ihrer Ab. reise behalten, während der Vierte separat in einer Belle untergebracht wurde. Am folgenden Morgen wurden die vier Ber bafteten photographirt; auch wurde nicht versäumt, ihr genaues Signalement( Rörpermaß u. f. w.) aufzunehmen. Nunmehr vor den Präfekten geführt, baten dieselben, man möge ihnen doch mindestens die übliche 24stündige Frist zur Ordnung wurde. Nicht einmal gestattete man ihnen nach Hause zu ihrer Angelegenheiten gestatten, was jedoch barsch verweigert gehen, um die Kleider zu wechseln und so wurden denn dret der Verhafteten( was aus dem vierten geworden, fonnte nicht in Erfahrung gebracht werden) tros energischen Protestes, in ihren Arbeitstleidern, unter Bedeckung von fünf Geheim polizisten nach dem Bahnhof gebracht, um nach der belgischen Grenze transportirt zu werden. Die Lepteren begleiteten die Ausgewiesenen bis zur Grenzstation Chaumont, wo man ihnen endlich den Grund der Ausweisung bekannt machte: Theilnahme an dem Begräbniß Jules Vallès.- Das Sonderbarste bei der ganzen Sache ist, daß die Meisten der Betroffenen mit besagter Demonstration abo lut nicht das Geringste zu thun hatten es fich hier also um einen groben Mißgriff der Pariser Polizei handelt.- Im Uebrigen dürften in Kürze weitere Ausweisungen stattfinden, da einer der Agenten die Bemerkung fallen ließ, er habe noch eine Liste nebst Signalement von 16-20 Deutschen in der Tasche, welche nächstens an die Reihe kämen. Die Ministerial- Verordnung, nach welcher Vereinsbergnügungen, zu welchen Jeder gegen Eintrittsgeld Zutritt bat, als öffentliche anzusehen sind, und daher der Tanzsteuer, wo solche von den Kommunen erhoben wird, unterliegen, hat von Seiten der Behörden eine sonderbare Auslegung erfahren. Wie aus Liegnis gemeldet wird, hat die dortige Polizeiverwaltung diese Bestimmung auf alle Vereine auszudebnen versucht, welche Vergnügungen veranstalten, auch auf solche, die tein Eintrittsgeld erheben. Ja sie ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Wie der Liegn. Anz." mittheilt, läßt die Polizeiverwaltung in Liegnis den Vereinen, welche die Abhaltung von Stiftungsfesten 2c. anzeigen, eine Verfügung zu geben, nach welcher die Genehmigung zur Veranstaltung eines Balles nur unter der Bedingung ertheilt wird, daß Gäste teinen Zutritt baben. Eine solche Verfügung ist u. a. Dem katholischen Gesellenvereine zu seinem Stiftungsfefte zugegangen. Auch andere Vereine vorstände haben fie erhalten und überdies, obwohl fie fein Eintrittsgeld erhoben, die Tanzsteuer bezahlen müssen. Seitens des Gartenbauvereins, der für ein an seinem Stiftungsfeste, an welchem außer 60 Mitgliedern nur etwa ein Fünftel eingeführte Gäste theilnahmen, veranstaltetes Tanzvergnügen nachträglich zu einer Tanzsteuer von 5,25 M. herangezogen worden ist, wird die Angelegenheit in höheren Instanzen zum Austrage gebracht werden. Im allgemeinen Intereffe aber liegt es, daß die neue Braris der Liegniger Polizeiverwaltung, die Genehmigung zur Veranstaltung von Tanzvergnügen bei Stiftungsfesten sc. ges fchloffener Vereine von der Nichtzulaffung von Bäften abhängig zu machen, möglichst rasch Remedur finde. Eine derartige Bes schränkung fann der Minister nicht beabsichtigt haben. Zur Bismarckspende schreibt der ,, Hamb. Korresp.": ,, Die in die Preffe gebrachten Notizen über die Verwendung des Bismarckfonds zum Anlauf des Bismarc'schen Stammgutes fangen an, weitere Kreiſe lebhaft zu beunruhigen Die Schilderung, welche das Frankfurter Journal" von der Stim mung entwirft, welche in Folge jener Notizen in Süddeutschland um fich greift, ist nach Nachrichten, die hierher gelangt find, vollkommen zutreffend. Ein angesehener ehemaliger Barla mentarier bezeichnet es als ein nationales Unglück, wenn es gelänge, aus dem Fonds ein persönliches Geschent zu machen; ein anderer, der an der Svize eines großen Gemeinwesens steht, bedauert offen, fich mit der Angelegenheit befaßt zu haben, falls fte diese Wendung nehmen sollte. Namentlich wird auch Klage barüber erhoben, daß, weil das Komitee fich zu keinem Dementi verstanden habe, die Sammlungen ins Stoden gerathen jeten. Wie wir hören, hat der Herzog von Ratibor die Erklärung ab gegeben, daß in der Sigung des Ausschusses vom 23. v. Mts. über die Art der Verwendung Beschluß gefaßt worden, daß das Komitee aber bereits den Gedanken einer Stiftung ausgeschloffen habe. Viele auswärtige Komitee- Mitglieder wissen hiervon nichts. Nach dieser Erklärung scheint eine einmalige Verwen dann können Sie darüber sprechen. Bilden Sie sich ein, daß Sie Mr. Rodenburg gegenüber kein Arzt sind, so tönnen Sie ohne Umstände erzählen; und wenn Sie es nicht erzählen, so werde ich meinem alten Miethsmann und Freunde erzählen, was ich darüber gehört habe." Amerika. Lokales. manchm Schüler bitorei manches Dermöch Denn intereff einft gl fängert Des ehe Anfäng g. An Gebühren für die Benutzung des öffentlichen Schlachthauses auf dem städtischen Sentralviehhofe werden vom 1. April d. Js. ab bis 31. März 1886 erhoben: für ein Rind 1,50 M., ein Schwein 0.95 M., ein Kalb 0,50 D., ein Schaf 0,25 M., eine Biege 0,30 M. Für die Untersuchung des Johann Schlachtviebes ist zu zahlen: für ein Rind 0,30 M., ein Rämpfe Schwein 0,75 M., ein Ralb 0,10 M., ein Schaf 0,05 M., eine Biege 0,05 M. Ein schönes Zeichen guten Einvernehmens zwischen 25jährige Arbeitsjubiläum des Arbeiters Hugo Begold. Derfelbe Arbeitsgebern und den Arbeitern, lieferte gestern bas trat am 17. März 1860 in die in der Krautsstraße 20 befind liche Modrach'sche Appreturanftalt nnd Färberei ein und hat ununterbrochen fleißig und treu seine Arbeit verrichtet. Ans läßlich seines geftrigen Ehrentages zeichneten die Chefs des genannten Etablissements ihren treuen Arbeiter durch ein nam haftes Geldpräsent aus, während seine Kollegen dem Jubilat mehrere werthvolle Andenzen überreichten. Im nächsten Jahre wird es wiederum und zwar mehreren Arbeitern vergönnt sein, auf eine 25 jährige Thätigkeit in der Modrach'schen Fabrik zu rückblicken zu können. b. In der Charitee herrscht, wie dort ein- und aus gehende Bersonen berichten, jetzt ein ganz anderer Ton als früher. Es fungirt ein anderer Portier, auch das Personal Des Aufnahmezimmers ist einem Wechsel unterworfen worden, und eine Anzahl Krankenwärter innen hat ihre Entlaffung e halten. Man sollte meinen, daß es unter solchen Umständen gerathen wäre, den Prozeß gegen Diejenigen, denen man diese Wandelung zu danten hat, je eher je lieber tobt zu machen. Leider haben Mitangeklagte, wie der mittellose Arbeiter Förster, große Beitverfäumniß und unerschwingliche Kosten für das gute Wert gehabt, welches fte gestiftet haben. Das irisch- amerikanische Hilfs- Korps, welches nach dem Sudan zu gehen beabsichtigt, um fich dem Mahdi gegen die Engländer zur Verfügung zu stellen, scheint in der That in der Bildung begriffen zu sein. Nach einer Mittheilung aus Chitago besteht das dortige Korps aus vier Rompagnien, an beren Spige vier Virginier steben, die zur Beit des Bürgers frieges fich einen Namen als Führer von Guerillabanden ge macht haben sollen. In den Städten New York, Philadelphia, Buffalo, Boston und St. Louis sollen ähnliche Rorps organiftrt werben, die sich zu einer Frischen Brigade" unter dem Ober Tefehl des„ Generals" Fig Hugh Lee vereinigen follen. Bwei Rompagnien sollen nach ihrer Ankunft im Sudan beritten gemacht werden und die ganze ,, Brigade" aus tausend Mann bestehen. Dem Interocean" zufolge follen Dynamitmaschinen bereits maffenhaft nach Egypten verschifft worden sein.(?) Um jedes Aufsehen zu vermeiden, werden sich die in den verschie Senen obengenannten Städten angeworbenen Mitglieder der ,, Brigade" einzeln nach New- Dort, das als Drt des Rendezvous bestimmt ist, begeben und von dort aus in fleineren Gruppen mit verschiedenen Dampfern die Reise nach dem egyptischen Kriegsschauplaz antreten. Das würde mich beleidigen," erklärte der Bader. Sie würden vielleicht die Sache entstellen oder anders dar ftellen, als sie wirklich war. Sie müssen bedenken, daß durch die Geschichte gewisse hoch angesehene Personen kom promittirt find." " Diejenigen, die dadurch kompromittirt find, Lord Davis und Rowland, find Beide todt," versette Rnog, ber jetzt gerade den Tisch vor Friz Rodenburg deckte und ein wenig talten Braten und den Reſt einer Bastete auftrug. Also um Lord Davis handelt es sich?" versezte Fris Rodenburg. So will ich Ihnen sagen, meine Herren, daß mir der Inhalt des Protokolls nicht ganz so unbekannt ist, als Sie glauben, und Sie thun deshalb nicht so großes Unrecht, wenn Sie darüber sprechen, Herr Bader. Jah weiß zum Beispiel, daß in diesem Protokoll die Rede war von einer Karte, die Jemand in drei Theile zerrissen und beren mittleren Theil man herausgenommen hat." Ah, Sie wissen das?" rief der Bader überrascht. " Das weiß ich!" Aus Panama wird gemeldet, daß dort der Eisenift die nich traße Gasbel bas po ist das puntt tiefenbo Wandf bald m fame S tönnen. Seiten gethan in Der alle M Weiterg wallend Sardin punft a Biele leben, ftanden nun fte aus Landele ununter bat Be gemefen Mensch über de Der St uns au Welt- St und Be ball, ei Baffant man eine Erinner garter. durchjag Die Bei ichon et vorbei, Schwitzer brüde. Schöpf fonderen deren L fragte ein Fremder, der, am Bellealliance plaß stehend, die un Wie lang mag wohl die Friedrichstraße sein?" so endlich lange Straßenzeile berabblickte, deren Ende im Nebe zu verschwinden schien. Der Wegemeffer giebt darauf wo Die exakte Antwort. In der Sprache der Droschkentutscher fte eine doppelte Tour. Für den mit der Geschichte der Stadt Vertrauten aber birgt fte so viel des Anregenden und Inte effanten, daß man recht lange Stunden mit ihrer Durchman derung zubringen lann, wenn man vor jedem bemerkenswerthen Hause auch nur einige Minuten Raft macht. Seitdem Gen ralpostmeister Stephan die Stadt nach Himmelsrichtungen ein getheilt hat, ist fte in drei Theile geschnitten. Am Bellealliance plas ist sie SW, in ihrer Mitte W, am andern Ende N So ragt fte in drei durchaus verschiedenartige Stadtvierte Berlins hinein. Am südwestlichen Ende gemahnen die Denk mäler des jegt zu einer herrlichen Schmudanlage umgeschaffenen Blazes an die Erhebung der Freiheitstriege. Wenige Minuten weiter erhebt sich auf wüstem Holzplage das Ziel der Sehns fucht aller Kinder: der Birkus Broefmann. Wer sich belaben fühlt von den Sorgen des Tages, der gehe ein einziges Wtal hierher und schöpfe aus den leuchtenden Augen und dem Aufjauchzen der Kleinen neue Lebensluft. Quer über dem Wege geht ein stolzer Bau in die Höhe. In der Mitte ist ein Blag frei gelaffen für das Medaillonbild des Dichters der Frauenliebe. In dem Hinterhause wohnte die geschäftige alte Waschfrau." Wieber über die Straße hinweg fällt da Auge auf eine anscheinende Ruine. Ein begonnener Bau i mitten in feinen Anfängen steden geblieben, die Steine ve wittern. Hier soll die Markthalle entstehen, gegen deren Weiterbau die Polizei ihr Beto eingelegt hat. Ginfiweile loftet die Siftirung unserer Stadt täglich ein fleines Bev mögen an Binsen. Wer es unternähme, sich vor dieser Bau stelle flar machen zu wollen, welche zwingenden Gründe ote Po 1 tr eigentlich zu diesem Gingriffe verandaffen, der würde voraussichtlich niemals weiter fommen. Wir bahnvertebr stodt, die Geschäfte stille stehen und große Aufziehen es vorweiter zu eilen. Die Schulmeister. Fabrit regung herrscht. Es wurde ein zweiter Angriff der Rebellen erwartet und Präfident Arosemena hatte Buflucht an Bord Des britischen Kanonenbootes Heroine" gesucht. Es verlautet, daß Die Rebellen Colon besett bätten. Der Befehlshaber des ame ritanischen Kriegsschiffes Galena" in Aspinwall berichtet, daß dort eine Revolution ausgebrochen ist und daß er zum Schuße des Eigenthums eine Abtheilung Seesoldaten gelandet und das Schiff an dem Dock angelegt habe. Die zentral und südamerikanische Telegraphengesellschaft hat die Behörden in Merito, San Salvador und Nicaragua davon benachrichtigt, daß bei den Kabellandungsplägen Wachposten zum Schuße derselben aufgestellt worden find. Der Staatssekretär Bayard hat an die amerikanische Gesandtschaft in Guatemala die Erlauscht hatte, sondern daß ihm beinahe kein einziges Wort entgangen war. Sehen Sie," fagte der Bader, die Geschichte fom promittirt eigentsich Lord Davis, und zwar insofern, als derselbe mit seiner zweiten Frau eine gewisse Mesalliance Ich habe den Namen dieser Frau nicht genau eine Be ten fich Der an Seite n bes St Schluß ichinen Nachba helmstra mit ihre regunge Biebt be hofer F Droschl giebt es nennt der Volksmund das gegenüberstehende königliche Seminar, in welchem die Turnlehrer und Lehrerinnen ausgebildet we den. Und der Kultusminister ist der eifrigste Gönner des Turnens. Nicht immer hat Vater Jahn fich solcher Anerken nung erfreut. Gleich hinter der Buttkamerstraße auf der linker Seite hat eben ein Tingeltangel fich in ein Theater verwandelt bie der republikanische Amerikaner seine Däumlinge betitelt, fahren hier täglich, gefolgt von einer athemlosen Menge in thre Nipptisch Equipage vor. Von drüben her aber bewundern angehenden Staatsbürger die Wundermenschen. In unmittel barer Nachbarschaft befinden sich das Friedrich- Wilhelm- Gym Und das Kind? Was ist aus dem Kinde geworden fragte Friz. „ Das weiß Niemand; das wußte auch Rowland nicht!" ,, Und wie war's mit der Rarte?" " Nun Lord Davis befahl Rowland, seine Karte brei Stücke zu zerreißen. Das mittlere Stüd nahm Der Fri brechend Berlore Ein gu Straße nacht bi ihrer ga mächtig an Gla g. ganz un verlaffe noch di ju fönn in town f ber δειτε το leben Mitthe 1 hören können; nur das weiß ich, es war ein bürgerlicher Lord; die beiden anderen verwahrte er in einem Geheim Name. Sie haben deswegen sehr unglüdlich gelebt. Sie hat ihn nicht geliebt. Er hat ihr mißtraut, hatte fie in schwerem Verdacht. Ich hörte, daß der Name des fach feines Sekretärs." Frig faß eine Weile schweigend und nachdenkend ba Lords Fergus M'Donuil mehrmals genannt wurde; ich Welch ein düsteres Bild war vor seiner Seele entrollt! hörte aber anch, daß Rowland erklärte, es sei ein grund. Eine Bürgerliche, eine dem Lord an Rang nicht ebenbürtige Lord Davis hatte ein Rind, Frau, ein zart fühlendes, zart befaitetes Wesen, an ihrer Seite ein rauber, ungeschlachteter Mann, der mit feinem Mißtrauen, feiner Eifersucht sie verfolgt, der ihr das ein So brachte er fein Kind bei Seite!" wieder zige Rind, vielleicht den einzigen Troft ihres Lebens raubt. holte Friß. Jezt ist mir Alles klar! Die unglüdliche Und das Kind? Frau!" loser Verdacht gewesen. und da er in seiner blinden Eifersucht das Kind nicht für das seinige hielt, so brachte er's bei Seite." " Dann wandte er sich wieder laut an den Bader: Der Name des Grafen M'Donuil wurde genannt, fagten Sie? In welcher Weise?" Der Graf liebte Lady Davis, so sagte Rowland, fie aber ist, obgleich sie von ihrem Manne tyrannisch behandelt Miß Elly. Es fonnte nicht anders sein, dieses Rind wat Der Unmensch hatte mit Hilfe seines ihm ergebenen Dieners, des Försters Garrick, dieses Kind für seine Lebens zeit im Irrenhause geborgen. wurde, obgleich derselbe sie mit seinem Mißtrauen verfolgte, Berreißen der Karte gehabt hat," unterbrach der Baber und obgleich sie ihn nicht liebte, ihm bennoch nicht untreu Ja so; ich versprach Ihnen das," antwortete Fri " So wiffen Sie vielleicht auch, zu welchem 3wede geworden. Sie hat den Grafen Fergus stets abgewiesen zerstreut. Nun, mit der Karte hat's eben die Bewanbni zerfireut. Idaß mit Hilfe derselben das verschwundene Rind aufges funden werden soll. Und dies ist schon aufgefunden." Lord Davis dem verstorbenen Rowland den Befehl gab, die Karte in drei Theile zu zerreißen?" Also Lord Davis gab den Befehl!.. Jegt wird's Licht in dieser dunklen Geschichte," murmelte Friz für sich. Ich kenne auch den 8wed," antwortete er laut ,,, und ich will Ihnen den 8wed mittheilen, wenn Sie mir alles Uebrige erzählen. Sie sehen, daß ich Sie in den Stand fegen fann, die Geschichte, mit welcher Sie Ihre Kunden brei Monate unterhalten haben, zu vervollständigen." Die Aussicht, um eine Neuigkeit bereichert zu werden, war für den Baber zu verlockend um nicht deswegen die Rüdfichten hintenan zu sehen, die er der Würde seiner Stellung schuldig zu sein glaubte. Er begann also den ganzen Inhalt des Protokols zu erzählen, und es zeigte fich dabei, daß er nicht nur hin und wieder ein Wort erMan muß deshalb Lady Davis hoch schäßen, und der Lord hat die Strafe, die ihn nachher ereilte, an seiner un glücklichen Frau verbient." " Darüber find wir Alle einig, die hat er verbient," bestätigte Mr. Knox. Lord Davis war ein roher Gefelle; Was sagen Sie? Wo hat man es aufgefunden? Wo hat er es hingebracht?" ich weiß es, wenn er mit seinen Fuchsjägern hier einlehrte, bin nicht berechtigt, schon jetzt davon zu sprechen, Herr er war der Wüftefte von Allen, und für ein so zartes Wesen, wie Laby Davis sein soll, nicht geschaffen. Ich hätte ihr's nicht verdacht, wenn sie ihre Liebe einem Un Anbern zugewandt hätte." Das hat sie aber nicht gethan, behauptete Rowland. und aus dem Grunde, weil Rowland ihr Unrecht that, und sie im ungerechten Verdacht gehabt hat, und ihren Mann in seinem Mißtrauen gegen fie bestärkt, fühlte er sich vor seinem Ende gezwungen, dies protokollarisch zu ers flären." , Das Alles wird eine spätere Beit enthüllen. 34 BaderIch danke Ihnen für Ihre Mittheilungen." ,, Aber Herr Doktor, Sie rühren ja die Speifen gar nicht an. Ich denke, Sie müssen hungrig sein," rief ber Mir ist der Appetit vergangen," antwortete Fri Wirth. ich muß eine Stunde allein sein." " Sie find vielleicht frant, Herr Doktor?" Ste denken, sehr wichtige Geschäfte, ,, Das nicht! Nein, nein; aber ich habe fo Bieles Entfchuldigen mich, Mr. Knox, und auch Sie, Herr Bader, wenn ich Git D" fich ent meriten büfteru 1 im Ar wichtig Bethes Racht 1 bas nic Я ສ 907 wiffent Birth feble e idaft des 9 weniger Reichth achtet bie bei bie 23f I «eb< manchmal ein Bund fürs Leben angebandelt hat zwischen der vchllletin der Selekta und dem Abiturienten f Ob die Kon» morei an der anderen Ecke, die, wie der Voltsmund sagt, schon manches ehrbare VcrhSitniß reifen sah, darüber AuStunfl zu geben vermöchte? Wir find zu diskret, um weiter danach zu forschen. Denn nur ein Stadtgeviert weiter winkt ein Haus, das mleressant« Erinnerungen wach ruft- Der„Triangel" war der» einst gleichzeitig in seinem Kellergeschoß die beliebteste Bauern» fängerlnerpe Berlins und in seiner oberen Etage die Behausung des ehemaligen Staatsanwalts Teffendorf. Hier knüpfen die Anfänge des Sozialistengesetzes an. In der Erinnerung taucht Mannes Most und Die Mutter Hahn auf, die ihre harten «impfe mit ihm zu bestehen hatten. Es folgt eine kleine Strecke, die nichrs Bemerkcnswerthes bietet. An der Ecke der Leipziger» maß« wirft eine elektrische Bogenlichtlampe der fie umgebenden Gaebeleuchtung den Fehdehandschuh hin Jetzt find wir in das vornebme Stadtviertel gelangt. An schönen Nachmittagen ist das Gewühl fast so lebhaft wie an einem Kreuzungs- »unkt de» Broadway. Der vor einem Laden haltende Uesenhode Bonbonwagen deS„Hustenheil", auf dessen Wandflächen unzweifelhaft auch Kamerun und Neu Guinea bald mit Filialen vertreten sein werden, gemahnt an die seit» >ame Karriere, die auch bei uns Kavallerieoffiziere machen wnnen. An einer der späteren Ecken drängen fich auf beiden «eilen der Straße junge Frauenspersonen. Hier links, an» sethan mit weißer Schürze, ohne Hut, ein blaues Büchelchen >n der Hand, suchen fie einen Dienst, und der Schutzmann hat »ste Mühe, in den ihm so schwer fallenden sanften Tönen zum Weiiergehen aufzufordern. Drüben rechts verschwinden fie mit wallenden Federn und langer Schleppe hinter den zugezogenen «ardinen eineS Kaffeehauses, das oft genug der Ausgangs» pur, kr arger Exzesse gewesen ist. Welch ein Gegensatz und wie «itlc von Denen, die hier im Kaffee ein glänzendes Elend llben, mögen einstmals da drüben noch rernen Herzens ge- stuitven haben, bis die Großstadt fie verschlang. Und "UN stehen wir vor der Passage, der großen Schöpfung ?uS der Gründerzeit; vom Balkon herab grüßen die eandsleute aus Zululand. Im Panoptikum findet Ununterbrochen eine Art Völkerkongreß statt. Der Provinziale put Berlin überhaupt nicht gesehen, wenn er nicht hier oben Kiweien. Der Kreuzungspunkt der Läden ist von einer dichten Menschenmenge blockirt. Mit Vor ficht und Mühe gelangen wir Uder den Damm. Wie mit ernem Schlage ist die Phyfiognomie Straße verändert. Ein koloffales Wagengetriebe nimmt auf. Hier der Riesenbau ist daS Zentralhotel. Die große «Wt. Karawanserei, aber auch die Stätte der Fröhlichkeit und Berlins beliebtster Ballfestr. Je nach der Neigung der ■Passanten mag ihm ein Strauß'scher Walzer vom Schauspieler» uull, ein stürmisches Hoch auf die Redner der Liberalen oder «Ne Streik-Androhung der Tischlergesellen die dauerndste «iinnerunq sein, denn Raum für Alle hat der Winter- satten. Und dicht daneben der Zentralbabnhof. Heute fährt wan oon hier bequem nach allen Theilm der Welt, durchjagt die Stadt in wenigen Minuten. Wie lange liegt i? Zeü hinter uns, als die Fahrt nach dem Bahnhof auch ichon eine kleine Reise war? An dem größten Bade Berlins vorbei, in dem die von Rheuma Geplagten fich Heilung er» Awitzen, vorbei an der Peptnie/b, deren Zöglinge jetzt mit be« anderem Eifer Dermatologie studiren, über die Weidenvammer» Lücke. Nur wenige Schritte und wir stehen vor den großen Schöpfungen der franzöfischen Kolonie in Birlin. Es gab einst J;"1 Zeit, da der Fremde ins Land gerufen wurde, der in an- Ländern als Andersgläubiger verfolgt ward. Sie stell- i" fich direkt unter den Schutz deS Militärs. Denn von der �zUe nimmt fich ihrer die„reitende Artillerie" an, von jenseits eu.�traßcndammes daS zweite Garderegiment zu Fuß. Den zj�uß der Straße aber bildet das großartigste Ma» d™ien,Eiablissement Berlins. Der Eohndes armen Schlossers. dieier Stelle die erste Loko'motive baute, konnte fich als j.Mar des Reichskanzlers ein herrliches Pala S in der Wil» Mie �uße bauen. Und diese Straße, so plaudett die„Nat.-Z", t' ihren unendlichen Enne ungen und Mahnungen und An- .HUNgen wird durchflalhet von nie rastendem Leben. Hier rht daS Militär mit klingendem Spiel hinaus zum Tempel» er Feld zu den Uebungen und zur Parade. Hochbepacktc vschken eilen dem Bahnhofe zu. In den Abendstunde« ßiebt es Korso der nach dem Zirkus, dem Deutschen Theater, M Friedrich- Wiche Imstavt eilenden Besucher. Mit der herein- Rechenden Nacht aber nehmen von der vornehmen Straße die verlorenen Beschlag, deren ehrloses Leben das Licht scheut. An gutes Stück de» Berliner Lebens spielt fich in dieser einen vtraße ab Ihr Galatag ist der Tag der Parade, ihre Gala» dacht die Neujabrsnacht. Noch ist fie erst in einem Theile zu "»er ganzen Größe entfaltet. Aber im Südwesten regt es fich nächtig, nur wenige Jahre rock und auch dieses Ende wird Glanz dem Haupllheile nicht nachstehen. „ Einen empfindlichen Verlust erlitt gestern Abend "iiz unverhofft ein Droschkenkutscher. Derselbe war mit seinem *öieu, meine Herren.... Mr. Knox, ich muß id könn s?"" Mittag ein anderes Pferd haben, um abreisen -/Sie wollen heut schon wieder fort?" tn».»Ich muß, denn ich muß morgen früh schon in Davis» "wR sein!" Himmelswillen! Sie wollen die ganze Nacht hin- reiten?" leb. sind dringende Geschäfte l... Noch einmal, Zt>." wohl, meine Herren. Ich danke Ihnen für Ihre tttheilung, Herr Bader" Er reichle Beiden die Hand und ging-- »Ein sonderbarer Mensch," sagte der Bader, als Fritz .entfernt hatte.„Ein gescheuter Arzt mag er sein; aber bfifi n h" Zerstreutheit?... Eine gewisse Um» "fierung hier...." ih o• fich«it seinem langen Finger auf seiner Stirn �rnse herum. Der Wirth sah ihn fragend an. -Was meinen�Sie damit?" w!�.»Jch will nichts gesagt haben," erklärte der Bader mit Ästiger Miene;„aber mir scheint, der Aufenthalt in ?£? W auf seinen Geist gewirkt. Er ist angesteckt." -»Meinen Sie wirklich?" ZK.»�un, sein Benehmen... und dann die Idee, die j.V hn- durch auf der Landstraße reiten zu wollen. Wen» nicht Spuren von Wahnsinn find, so giebt'» keine." »*)ös wäre schrecklich I Der arme Mr. Rodenburg I" Zweiundvierzigstes Kapitel. idifi.ÜÜK HarrierS machte eben, wie e« Pflicht eines ge- tzi'?h°sttn Oberamtmann« ist, in de» Hofe und den fehl-, B�i�sgkbäuden von DaviStown die Runde, feine Be- i(W, �'heilend, Anordnungen treffend, als ob die Herr- b..tt anwesend wäre und nicht da» Schloß neun Monat« Lahres verödet stände, und auch während der Gefährt vor dem Deutschen Theater in der Schumannstraße vorgefabren, als daS Pferd, ein gesundes, fünfjähriges Thier, einige Male nach vome und hinlen zu wankte und dann, wie vom Blitz getroffen, zur Erde stürzte und regungslos liegen blieb. In wenigen Minuten war es verendet. Gegen halb 10 Uhr wurde der Kadaver nach der Abdeckerei geschafft. g. Die verhängnißvolle« Wirkungen einer fidele» Bockbierknetperei brachten gestern Abend eme sehr anständige Dame, welche mit zweien ihrer Verwandle« daS„edle Naß" an der Quelle geprüft hatte, in nicht geringe Verlegenheit. Die Gesellschaft hatte am Kreuzberg einen nach der Behrenstraße führenden Pferdebahnwagen bestiegen, um die Fahrt nack den Linden zu machen. In der Charlottenstraße wurde der Dame nun derartig„unwohl", daß es zu spät war, ehe der Kondukteur den Wagen halten lassen konnte. a. Eine jugendliche Schwindlerin. Die neunjährige Anna D. hatte am 17. d. MtS. Abends 6'/« Ubr im Auftrage rbrer Mutter fertiggestellte Koniek ionSgegenstände zu einem Schneider in der Gollnowstraß? getragen, und von diesem den Arbeitslohn im Betrage von 6 M. 36 Pf. erhalten Die D. begab fich die �Lmienstraße entlang nach Hause und begegnete an der Ecke der Alten Schönhauserstraße einer Echulfteundin, mit welcher fie die Schönhauserstraße entlang nach der Münz- straße zu ging. Vor dem Hause Nr. 39/40 wurden beide Mädchen von einer jungen Frauensperson ersucht, aus dem Hause ein Frl. Berger nach der Straße herunlerzuholen, und die Unbekannte nahm der D-, die fich dazu bereit erklärte, ihren Handkorb ad, welcher daS Portemonnaie mit den 6 M 35 Pf., ein Tuch, und ein Notizbuch enthielt, worauf die D. mit ihrer Echulfteundin in daS HauS trat. Als fie nach der Straße wieder zurückkehrten, nachdem fie in dem Hause erfahren hatten, daß ein Frl. Berger daselbst nickt wohnte, war die Frauens- peison mit dem Rothe nebst Inhalt verschwunden. Dieselbe ist etwa 20 Jahre alt, mittelgroß, hat dunkelblonde Haare, ovales und gesundes Gestcht, und ichlanke Gestalt; fie war bekleidet mit einem grau gestreiften Mantel mit Pellerine, dunklem Hut, schwarzer Muffe. N. Einbruäisdiebstahl. Mit einer Frechheit, die ihres Gleichen suchen dürste, ist am vorg firigen hellen lichten Tage in dem Hause Friedrich straße 211 und zwar in der dort be- legenen Privatwohnung VeS RestaurateurS Sauer ein Einbruchs- diebstahl in Szene gesetzt worden. Während fich die Sauer- schen Eheleute, sowie daS Geschäfttpersonal in ihrem in der Partene-Etage belegenen Restaurant„Zum alten Fritz" befanden, hadm Diebe, die allem Anscheine nach mit der Oertlichkeii genau vertraut gewesen sein müssen, die Thür zu der in der fünften Etage belegenen Wohnung gewaltsam erbrochen und dann aus einem Voiderzimmer, in dem fich die Garderobe befand, alleS nicht Nreth» und Nagelfeste mitgenommen. Fast sämmtliche Kleidungsstücke der S.'fchen Eheleute find den Ein- blechern in die Finger gefallen. Der Schaden ist ein ganz dedeutender. Wunderda: erweise haben die Bewohner der obetsten Etage nichts von dem Diebstahl wahrgenommen. Die polizeilichen Recherchen find eingeleitet; der Vervacht richtet fich auf einen vor Kurzem entlassenen Hausdiener. a. Die alte Unvorsichtigkeit. Von einem Pferdebahn- wagen der Ringbahn stieg am 18. v. MtS-, AbendS gegen 9 Uhr, in der F-iedenSstraße der Hausdiener Grabow, während fich der Pferdebahnwagen in vollem Lauf befand, herab, ohne zu bemerken, daß dem Pferdebahnwagen in schnellem Lauf ein Schlächterfuhrwerk folgte, welche» dickt an den Geleisen der Pferdebahn fuhr. Grabow wurde beim Herabspringen von diesem Fuhrwerk gefaßt, zu Boden geworfen und überfahren. Seine beiden Füße wurden gequetscht und der Daumen d-r rechten Hand wurde verletzt. Das Schlächterfuhrwerk fuhr, ohne fich aufzuhalten, weiter und hat nickt ermittelt werden können. Die Verletzungen des Grabow find glückücherw-ise nur leichte. ». Ein rafsioirter Betrüger, der 22jäkcige HandlungS gehilfe Brandt, hat während der letzten Wochen eine ganze Reihe von Betrügereien und Unterschlagungen, therlweise un:er dem Namen Grand autgetührt. Er stellte fich hiefigen Ge» schuftsieuren, vorzaaöweilc Bulter- und Kolonialwaarenhändlein, Fletschern und sonstigen Vtktualtenhändlern als Stadtreisender vor und gab an, Aufträge von Konsumenten zum Einkauf grü- ßerer Quantitäten Fleisch, Butter ic. zu baden. Er erhielt von den Verkäufern die von ihm bestellten Maaren, lieferte diese Maaren auch an seine Abnehmer ab und sagte dem vor den Häusern der Abnehmer aus ihn wattenden Hausdiener des Ver- läuferS, daß die Abnehmer nicht zu Hause seien und er die Kaufpreise noch nicht erhalten habe. Thatsächlich hatte er aber stets die Preise sofott bei Ablieferung der Maaren erhalten und unterschlagen. Andere Kaufleute schädigte Brand dadurch, daß er ihnen fälschlich vorspiegelte, Abnehmer für ihre Maaren an der Hand zu haben, und die ihn mit der Waare begleitenden Hausdiener oder Dienstmädchen vor einem Eckhause, in welchem sich eine Restauration oder Destillation defindet, warten ließ, die Maaren selbst in das Lokal mit hineinnahm und durch % verödet ftanoe, uno— �—,..... Monate, in welchen die Besitzerin aller dieser "chiet„ r£ anwesend war, von derselben fast völlig unbe» gelassen würde. #** Bill I" rief er einem Stallmeister zu,„lassen Sie " Pf.,1""«n Gespanne jeden Tag zwei Stunden fahren; 6* �hen fich ja steif im Stalle." �0n wahr, Herr Oberamtmann," erwiderte der Stall« j meister,„aber die Kutscher verlieren endlich auch die Geduld. Was nützt eS? Wir haben die Kutschgespanne im letzte» Jahre schon zweimal gewechselt,'und ist Mylady schon ein einzige» Mal ausgefahren?" „Thut nicht»! ES muß Alle» im Stande gehalten werden, als ob die Herrschaft täglich ausführe. Die Wa» gen gesäubert, die Geschirre in Ordnung, die Pferde blank geputzt und gut eingefahren." Dann begab er sich nach dem Garten, inspizirte die Treibhäuser, die bereits für den nahenden Winter in Stand gesetzt wurden, befahl dem Gärtner Alles so einzurichten, daß Mylady dieselben jeden Tag besuchen könne. „DaS hat noch nicht solche Eile," erwiderte der Gärt- ner;„wir wissen ja, daß Mylady erst im Anfang de« Januar von ihrer Reise zurückkommt." „Könnt Ihr Euch nicht daran gewöhnen, auf diese» Umstand gar keine Rückficht zu nehmen?" schalt HarrierS. „Mich dünkt, Ihr müßtet wrssen, daß Euch da» einerlei sein soll." Dann nahm er die Berichte der Sekretair e entgegen; kontrolirte die Rechnungen und nachdem er alle diese Ge- schäfte beendet hatte, begab er sich in da» Schloß und zwar in da» Erdgeschoß des Seitenflügel», welches die Wirth» schafterin Miß Lizzi Braddon bewohnte. Seit einunddreihig Jahren war Harriers ihr treuer Anbeter und Bewerber um ihre Hand. Sie setzten fich an den Frühstückstisch einander gegen- über, wie sie immer zu thun pflegte». Ehe aber Mr. Harrier» etwa» berührte, heftete er einen langen, zärtlichen Blick auf seine Angebetete und seufzte: „Ach Lizzi! Wann wird einmal die Zeit kommen, «0 wir als Man« und Frau so einander gegenüber- sitzen?" „Nur Geduld, Harrier» I" erwiderte fie,„die Zeit kommt auch noch. Wir müssen nns eben gedulden.... Sie sehen ja selbst ein, daß es so nicht geht." „Leider geht ei nicht," erwiderte er«it einem neue» Seufzer.„So lange habe ich immer gehofft, daß die Lady hergestellt werden würde; ich wage beinahe nicht zu hoffen, daß es jemals geschieht." „Das wäre traurig, sehr traurig, Mr. HarrierS. Nun, dann freilich hätten Sie keine Aussicht auf Erfüllung Ihrer Wünsche." einen zweiten Ausgang fich spurlos entfernte. Brand hat steben derartige Fälle, welche er in dm letzten beiden Wochen verübt hat, darunter den vor einigen Tagen von uns mitge- theilten Betrug gegen eine Schlächterftau in der Adalbettstraße, eingeräumt. Brandt ist gestern zur Hast gebracht wordm. Sosisles unü Arbeiterbewegung. Die Berliner Barbieri»n«ng hat also ihren Willen durchgesetzt. Der Polizeipräsident von Berlin erläßt folgende Bekanntmachung:„Ich bestimme hierdurch auf Grund deS § 100 e Ziffer 3 der Reichs- Gewerbe-Oldnung für den Bezirk der Ba'bier- und Fciseur- Innung zu Berlin, daß diejenigen Arbeirgeber, welche ein in dieser Innung vertretenes Gewerde betreiben und selbst zur Aufnahme in die Innung fähig sein würden, gleichwohl aber der Innung nicht angehören, vom 1. Juli 1885 an Lehrlinge nicht mehr annehmen dürfe n." Damit hat der den Namen des Herrn Ackermann tragende, der reaklionärste unter den bisherigen Emgristen in die Gewerbefceibeit— schwerlich durch die Initiative deS Ber- Uner Po izeipräfioenten— zum ersten Mal vraklische Vedeu- tung erlangt; und es wird bei dieser einen Anwendung nicht lange sein Bewenden haben. Die««richte des bremischen KabrtkinspektorS Dr. Jacobt wurden in der bremischen Bürgerschaft am 18. März einer sehr eingehenden Besprechung unterzogen, bei der manche interessante Thalsachen vorgebracht wurden. Zunächst fand man die ausgeübte Untersuchung der Fabriken durchaus ungenügend, sovaß augenscheinliche Uebelstände, die in per» schiedenen Fadrilen vorhanden seien, niemals auf Beseitigung hoffe» könnten. Kein Wunder, wenn man erfähtt, daß Dr. Jacodi nicht allein die Fabriken zu inspiziren hat, sondern daß ihm auch die Dampikesselreviston und das Aichamt unterstellt ist, und daß er nach Abgang deS früheren DampfkesselinspettorS inBremerhaven auch noch dessen Geschäfte übernommen hat. Wer soll das alleS gründlich betreiben? Ueber die unbefriedigenden Zu- stände in manchen diemischen Industrien hier nur ein Beispiel! Von 900 Zigarrenarbeitern, welche stch in Folge des Kranken« lassengesetze» zur Aufnahme in Krankenlassm gemeloet, seien 150 ihreS schlechten Gesundheitszustandes wegen zurückgewtesm worden und dabei hätten die untersuchenden Aerzte erklärt, st« hätten nur die Schlimmsten beanstandet; bei einer genauen Untersuchung würden nur einzelne von hundert aufgenommen werden können; dieser mangelhafte Gesundheitsmstand der Zigarrenarbeiter habe seinen Hauptgrund darin, daß diese Lerne sehr häufig in engen, dumpfigen Räumen in großer Zahl zusammengepfercht zu ar» beiten härten. Em anderer Redner weist darauf hin, daß man schlimmere Zustände noch, alS in den Fabttken, bei den söge- nannten tzausarbeiter« in der Zigarrenindustrie antreffe. Fälle, wo eine ganze Famrlie in einem engen Kellerzimmer Tag und Nacht fich aufhalte, in einem elenden Raum, wo ge- wohnt, gearbeitet, gegessen und geschlafen werde.— Bezüglrch der Krantenverstche-'ung macht man übrigens in Bremen dieselben Erfahrungen wie anderwäils: viele Unternehmer zwingen aus Eigennutz ihre Arbeiter, den freien Hilfskaffen beizutreten, fie machen also Propaganda für die eigentlichen Organisationen der fmtgeschtttleneren Arbeiter. Im Reichstage— äußerte Herr Lukey— habe man den freien tzttfekassen gemiffermassen den Krieg erklärt, weil man fürchtete, daß durch fie sozialdemokratische Propaganda getrieben würde. Wie sttmmt das nun damit, wenn hier in Bremen von den Inhabern verschiedener Eladliffements den Ar beilern drohend anbefohlen worden ist, fie sollten fich so bald wie möglich einer freien Hilftkafse anschließen, weil fie(die Unternehmer) nicht Lust hauen, die Beiträge zur allgemeinen Krankenverstcherung für fie zu bezahlen- Zum Schluß wurde folgender Antrag an- genommen:„In Folge von ihr gewordenen Mittheilungen wünscht die bremische Bürgerschaft, daß tn Ueberlegunci gezogen werde, ob nicht eine häufigere Revision ver Fabriken, insbesondere bezüglich der räumlichen Aus- nützun g derselben im Verhältniß zu der darin beschäftigten Arbeiterzahl fich empfehle, und«ttuch» den Senat um Mit- theilung dm über." o Die Nolhwendtgkett gewerkschaftlicher Bereinigung. Düsseldorf. Als Betög, wie ohne eine wirksame gesetzliche Regelung eine friedliche Verhandlung zwischen Meistern und Gesellen ganz wirkungslos ist, weil das, was heute zwischen ihnen festgesetzt, morgen schon wieder seitens der Meister gebrochen wird, dient das Verfahren der hiefigen Zimmerer- t-nungsmttster Theodor Zinsen, Phil pp Fuchs und Reinhold ors. Am 9. Juli 1884 schlössen die hiefigen Gesellen und die Jnnungsmeister einen Vettrag auf fünf Jahre, durch welchen lOstündige Arbeitszeit zwischen beiden Thcilen vereinbar» wurde. Im Monat Januar, also in einer Zeit, in welcher es am leichte- sten ist, die Arbeiter zu terrottstren, legten nun d,e genannten drei sehr ehrenwetthcn Jnnungsmeister ein Schriftstück dm Ge- sellen vor, wonach fich diese verpflichten sollten, 11 Stunden „Wissen Sie, Lizzi, ich finde, daß Mylady fich auf ihren Reisen nicht erholt, sondern daß sie jedesmal schwächer und angegriffener zurückkehrt, als da» vorige Mal. Beim letzten fürchtete ich fast, sie würde nicht wieder auf- kommen." „Sehr wahr, Mr. HarrierS. Ach, und als Mr. Geffer- fon hier war, und ein so bedenkliches Geficht machte, da habe ich fast geweint um Mylady." „Wissen Sie, Lizzi, seit der Nacht, wo ich Rowland's Bekenntnisse hörte, bin ich zuweilen sehr traurig. Es ist auch schrecklich zudenken, daß eine Frau so viel hat leide« und dulden müssen." „Da» Schlimmste ist, daß man nicht weiß, wa» aus dem Kinde geworden ist, ihrem Töchterchen-" „ES wird todt sein I Das Scheusal Garrick hat das Kind umgebracht; e» ist nicht anders." „Freilich, e» wird nicht anders sein. Nun, er hat seine Strafe auch erhalten. Sie habe» alle ihre Strafe erhalim, welche an dem Unglück der Lady schuld find." „Damit ist Lady Davis aber nicht geholfen. Sie klagt und jammert um ihr Kind und verzehrt sich in Gram, sie, die Schuldlose." „Mylady thut Unrecht, daß sie nicht Zerstreuung sucht; fie schließt sich so von Allem ab. Ich bin überzeugt, daß, wenn fie auf der Reise ist, sie eben so einsam lebt, wie hier.... Ich habe eS ihr auch gesagt, daß fie mit ihren Standesgenossen verkehren müßte; aber fie meidet ja alle Welt." „Sie will Niemanden sehen. Ich habe ihr zugeredet, den jungen Herrn, den Oberst O' Brian, zu empfangen, der einige Male hier war und dringend wünschte, sie zu sprechen." „Was diesen betrifft," sagte Harrier»,„so ist'S am besten, man weist ihn ab. Gerade seine Dringlichkeit ist mir verdächtig. Der Mann kommt mir vor, als spronire er hier, und noch mehr sein Freund, den er mitbrachte." „ES ist aber doch ein recht liebenswürdiger, hübscher, junger Mann und sieht so melancholisch aus." „Darum ist er erst recht kein Gesellschafter für Mylady; sein Besuch würde sie nur noch trauriger machen." „Wir müssen uns strikte an ihren Befehl halten und dürfen Niemanden zu ihr lassen." »(Fortsetzung folgt.) zu arbeiten oder sofortige Entlassung zu gewärtigen. Wir tönnen auf die Kameraden, welche unter solchem Druck das Verlangte thaten, und sich dem Drude fügten, feinen Stein werfen. Der Lokalverband hat die armen Leute ausgeschlossen, wir haben sein Verfahren nicht zu fritiftren, fönnen aber nicht umbin in solchen Fällen doch zur Milde zu rathen. Die hiefigen Gesellen werden mit allen Mitteln versuchen, den Ver trag vom 9. Juli 1884 aufrecht zu erhalten. Die Leiter und Mitglieder der Gewerksvereine" sehen hier aber wieder recht deutlich, was mit ,, freier Vereinbarung" und ,, Selbsthilfe" ohne gefeßlichen Schuß zu erreichen ist. Es ist die freie Vereins barung" zwischen Meistern und Gesellen soviel werth, wie ein Friedensvertrag zwischen Kaße und Maus. Die Kate würde thn so lange halten, als fte feinen Hunger hat und die Maus nicht zu greifen ist, weiter n cht. Wir fönnen den Kameraden, die jetzt noch dieser sinkenden Fahne folgen, nur den dringen Den Rath geben, zur Herstellung der so nothwendigen Einig feit unter den Arbeitern, die schädigende Sonderbündelet auf zugeben und fich ganz und voll der Arbeiterbewegung in den Fachvereinen anzuschließen, die auf durchaus gefeßlichem Boden ftehen und einen wirksamen Schuß der Arbeiter gegen Ausnugung und Vergewaltigung seitens der Meister durch die Gesezgebung ohne Aufopferung der freien Bewegung anstreben. Nur Einheit macht uns start. Zu den Verpflegungsstationen. Ein Landrath aus Hannover berichtet, daß durch zweckmäßige Einrichtung der Stationen in seinem Kreise diesem jährlich gegen 6000 m. er Spart wurden, b. i. die Differenz der gereichten Bettelpfennige ( jeben Haushalt pro Tag mit 1 Bf. berechnet), die mit dem Inslebentreten der Stationen fortfallen, und den durch geringe Steuer aufgebrachten Kosten für Stationen. Es lohnt sich also? Zur Lohnbewegung in Sachsen. Wie aus guter Quelle mitgetheilt wird, haben die Maurer und Simmerleute von Dresden und Umgegend ihren Arbeitgebern ein Schreiben zu tommen au laffen, in welchem fie fernerhin einen Arbeitslohn von 35 Pf. für die Stunde, die Einführung eines zehnstündis gen Normalarbeitstages und die Abschaffung aller und jeder Sonntagsarbeit verlangen. Wenn die Meister auf diese For Derungen nicht eingehen, so soll eine Arbeitseinstellung in Szene gesezt werden. Um womöglich noch eine Einigung zu erzielen, beabsichtigt man in nächster Beit eine gemeinschaftliche Berathung der Arbeitgeber und der Gesellen abzuhalten. Die Meister beklagen fich zumeist darüber, daß die Gesellen erst jegt, unmittelbar vor dem Wiederbeginn der Bauthätigkeit, mit ihren Forderungen hervortreten, zu einer Beit, wo die Arbeit geber ihre Abschlüsse unter Bugrundelegung der alten Lohnberechnung gemacht haben. Der am 23. und 24. b. M. in Hannover ftatifindende Kongreß der Maurer Deutschlands" wird auch von Sachsen zahlreich beschickt werden. Verhandelt wird auf diesem Kongreß unter anderem über die Gründung einer Maurerunterstüßungstaffe und über das Verhalten bei Arbeitseinstellungen. " es sei ein das Wort in der Diskussion ertheilt werden könnte, um der Versammlung ihren vollen Charakter als Frauen- Versammlung zu erhalten. Sodann legte fie die Nothwendigkeit des Entstehens eines Arbeiterinnen- Vereins flar und betonte hauptsächlich die ideelle Seite eines solchen Unternehmens. Man war bisher bemüht- führte fte aus die Lust zur geistigen Weiterentwickelung bei der Frau zu ersticken und als es nun gelungen war, hat man triumphirend gerufen, die Frau stebe von Natur geistig niedriger als der Mann! Werde nur nicht zu gelehrt", wird dem jungen Mädchen häufig gesagt, und die Jugend gehorcht solcher Aufforderung gern. Die wenigen aus gewählten Frauen aber, die trotz der ungünstigsten Umstände burch Energie und Tüchtigkeit fich emporgearbeitet hätten, haben als Pioniere thres Geschlechtes in der Wissenschaft, in der Runft und auf dem Throne bewiesen, daß die Frau dasselbe leiften fönne wie der Mann und jener Unterschied des Verftandes nur ein künstlich bevorgerufener sei. Die Berliner Ge meindeschulen leisten vieles, aber mit dem 14. Jahre ist für die Schüler die Bildung vorüber und Kenntniffe, die nicht geübt werden, geben verloren. Der Mann habe täglich Ge legenheit zur Fortbildung, weil er im öffentlichen Leben stehe, weil er in so vielen Vereinen Anregung zum Denken empfange. Dieses Biel solle der beabsichtigte Verein für die Frau eben falls verwirklichen. Durch Vorträge und Besprechungen, durch eine Bibliothet, welche die von den Kolporteuren ins Haus gebrachte Schundliteratur verdrängen werde, und durch Errichfung von Fachschulen solle allseitige Gelegenheit zur geistigen Weiterentwidelung gegeben werd.n. Nach einer lurzen Be rührung der materiellen Seite der Angelegenheit großer Uebelstand, daß auch in reichen Familien die Töchter ihren Ruhm darin suchten, ihre Garderobe selbst herzustellen schließt Rednerin mit der Aufforderung, fich recht zahlreich dem Verein anzuschließen. ,, Wenn wir 10000 geworden find, werden wir eine Macht sein, mit der man rechnen muß. Die Zukunft unserer Berbindung ruht in den Handen der deutschen, arbei tenden und vorwärts strebenden Frau!"( Stürmischer Beifall.) In der Diskussion wurde gewissermaßen als Ergänzung des Vortrages von allen Rednerinnen betont, daß die Regelung der Lohnfrage mindestens ein ebenso wichtiges Biel sei, als die Erhöhung der weiblichen Bildung, deren Nothwendigkeit übrigens felbstverständlich von feiner Seite bestritten wurde. So fagte Frau Fortong: Durch eine feste Organisation werden wir beweisen, daß wir keine Würmer find, auf die jeder treten kann. Der Lohn muß erhöht werden, auch der Lohn der männlichen Arbeiter, damit die verheirathete Frau nicht länger nöthig hat, in die Fabrik zu gehen, damit das Familienleben nicht länger aufgehoben und vernichtet wird. ( Wiederholter Beifall.) Frl. W ab niz bezeichnete als Mittel, den Lohn zu erhöhen, die gefeßliche Einführung des Maximal arbeitstages. Die Arbeiterin, die in der Nacht arbeitet, näht fich selber thr Leichentuch!" In einer Kragenfabrit, in welcher von früb acht bis Abends fieben Uhr gearbeitet wird, fragt der Werkmeister die Nähterin: Sie nehmen blos vier Dußend Kragen nach Hause mit? Sie find wohl reich genug? Da fönnen wir Sie nicht brauchen!" Die heutige Ueberproduktion und maßlose Konkurrens drückt die Preise auf ein Niveau, das nicht mehr den herstellungskosten entspricht. Die stammen Bahlen, mit denen die Gegenstände in den Schaufenstern aus gezeichnet find, reden eine laute Sprache. Sie reden von armen, bleichfüchtigen Nähterinnen und von dem zerstörten Familienleben der Arbeiter. Die Maschinen, die doch ein Beichen des Segens find, daß die Laft der rohen Arbeit den Menschen von den Schultern genommen werden soll, haben beute nur Unheil im Gefolge, denn fie machen die Menschen überflüffig und brodlos. Hier muß der Verein helfen, so viel er tann. Er soll eigene Werkstätten für Schneiderei 2c. einrichten; er muß aber über Geld verfügen, wenn er etwas ausrichten will. Die Rednerin hofft zum Schluß, daß, wenn sich künstlerinnen ges funden haben, die zum Besten einer Altersversorgungsanstalt für Hunde in einer Soiree mitgewirkt haben, fich auch Künstle rinnen finden, die das Gleiche für die Arbeiterin, die doch auch ein nüßliches Geschöpf set, thun werden.( beiterfeit und Beifall.) Frau Kanzius bittet, dem Verein besonders niedrige Arbeitslöhne mitzutheilen, damit dort zunächst eingegriffen wird. Die Löhne müßten erhöht werden, aber so, daß nicht der Preis der Waaren um denselben Betrag stiege, denn dann würden die Verhältnisse dieselben bleiben. Die Arbeitgeber müßten gezwungen werden, Wenn die Ge einige Prozente ibres Gewinncs zu opfern. fammtheit einig ist, werden wir das Elend bannen."( Stür mischer Beifall.) Nachdem noch Frau Stägemann die Anwesenden aufgefordert hatte, soweit fie noch nicht Mitglieder des Vereines seien, sich in die Listen einzutragen dec Auf forderung wurde auch zahlreich nachgekommen und sich so wohl als Frau Ihrer( Lothringerstr. 67 III; Frau St. wohnt Neue Königftr. 39) als bereit erklärt hatte, privatim jede Auskunft über den Verein zu ertheilen, wurde die Ver sammlung geschloffen. Ueber die Berufskrankheiten der Tapezierer sprach im Hamburger Fachverein der Tapezierer am Dienstag, den 10. b. Mts., Herr Dr. Claffen. Wenn man die bei den Tapezierern vorkommenden Krankheiten übersteht, so steut sich heraus, daß dieselben hauptsächlich entstehen durch das Einathmen von Staub, welcher bei Aufpolsterung von Möb: In, Abreißen und Verarbeiten der Tapeten sc. hervorgerufen wird. Dieser sei vorzugsweise der Träger ansteckender Stoffe und Pilze, welche nur auf eine günstige Gelegenheit warten, um fich zu ent wickeln und fortzupflanzen. Schädlicher wie der Staub von alten Möbeln, den man durch Zuführung von Zugluft ableiten tann, ist der Staub von Tapeten. Es würden noch immer, trop aller Verbote, die Farben einiger Tapeten mit Arsenit versett. Da nun bei Verarbeitung der Tapeten Zugluft nicht eintreten barf, so ist es gefährlich, wenn man gezwungen ist, fortwährend in solchem Staub zu arbeiten. Thatsächlich laffen fich viele Krankheiten bei den Tapezierern auf Vers Diese Art Vergiftung zurüd führen. solche giftung durch arsenithaltige Stoffe zeige fich durch Röthe der Augen an. Ein hauptsächlicher Träger im Staube ents haltener Pilze sei auch der Kleister mit dem die Tapeten ange heftet werden. Die Erfahrung lehre, daß die Tapeten in von epidemisch Kranken benugten Bimmern die eigentlichen Träger der Ansteckungsstoffe find und sollten solche Zimmer nicht allein gut gelüftet, sondern auch die Tapeten gänzlich entfernt werden. Redner behandelte nun in längerer Ausführung die Batterien und Spaltpilze 2c. und behauptet, daß es unzweifelhafi sei, daß die Diphtheritis, diese oftmals so verheerend auftretende Krant heit, durch Einathmen solcher Pilze entstehe. Aber nicht allein durch Einathmen von Staub entstehen Vergiftungen. auch durch Eintreten desselben in fleine Wunden bilden fich eiternde Ent zündungen, wodurch Blutvergiftungen herbeigeführt werden. Es sei sehr wichtig, daß der Arbeiter darauf sebe, in Arbeits räumen stets frische Luft zu haben und seinen Körper in jeder Hinficht abzuhärten suche, sei es durch häufiges Baden oder Luftwechsel, um den vielen Krankheiten, welchen dieselben stets ausgesetzt sind, möglichst vorzubeugen. Vereine und Versammlungen. hr. Eine öffentliche Versammlung von Kutschern, etwa 200 Theilnehmer zählend, fand am Dienstag, 11-1 Uhr Nachts, unter dem Vorfige der Herren Schüttel und Henschel ftatt. Herr Schüttel gab in einem ausführlichen Referate einen Rückblick auf die Krankenkassen- Verhältnisse der Kutscher Ber lins und auf die seit Anfang des Jahres 1884 ins Leben ge aus welcher tretene Bewegung unter denselben, nationale Kranken- und Sterbe Kasie der Kutscher und Berufsgenossen, E.. Nr. 75", deren Statut am 23. Januar d. J. vom föniglichen Polizei Präsidium genehmigt worden, hervorgegangen ist, und pläibirte dann in fehr wirkungsvoller Weise zu Gunsten dieser freien hilfs taffe, indem er die Vorzüge dieser Kaffe gegenüber der all gemeinen Gemeinde- Krankenkaffe, gegenüber der Dris- Kranten laffe für Kutscher, die wahrscheinlich( als eine 8 wangstaffe) noch zu Stande lommen wird, und gegenüber der eingeschriebenen Hilfskaffe Eintracht für Fuhrherren und Kutscher", welche in jüngster Beit die nur Fuhr herren zu Mitgliedern habenden zwei Droschtenvereine ge gründet haben, in ein helles Licht feste. Nach kurzer Diskussion wurde einstimmig die folgende Resolution angenommen: Die p. p. Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Res ferenten voll und ganz einverstanden. Dieselbe beschließt: in Erwägung, daß bis heute der Versicherungszwang über die nicht gewerblichen Arbeiter noch nicht ausgedehnt ist, dem Reichstage aber schon eine diesbezügliche Petition zugegangen ist, die Яutscher und verwandten Berufsgenossen somit zu den nichigewerblichen Arbeitern gerechnet werden, trogdem, ohne Versicherungszwang, fich versichern und zu diesem Bwed fich Der nationalen Kranten und Sterbetafe, E. H. Nr. 75," welche dem§ 75 des Krankenkassengesetes entspricht, anschließen zu wollen." be. Die Arbeiterinnen Versammlung, welche am Donnerstag, en 19. d. Mts., Abends, unter Vorsitz der Frau Stagemann( Frau Fortong zweite Vors, Frau Ihrer, Schriftf.) in Thiele's Salon, Rosenthaletst: aße, stattfand, war so zahlreich besucht, daß Tische und Stühle enifernt werden mußten, und doch Hunderte von Personen wegen Ueberfüllung des Saales feinen Zutritt mehr erhalten fonnten, zumal der überwachende Polizei- Lieutenant die Freihaltung eines Ganges G. Guillaume- Schack war durch eine Reise am Erscheinen ver Der Louisenftädtische Bezirksverein„ Vorwärts" hielt am Mittwoch, den 18. März, eine Vereinsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand Besprechung über das Berliner Gewerbe- Schiedsgericht". Herr Appelt hielt ein Referat, in welchem er die Mängel des hiesigen Schiedsgerichtes beleuchtete und verlas dann das Drtestatut des Gewerbe Schiedsgerichts zu Dresden, aus welchem hervorging, daß das dortige Schiedsgericht in einer sowohl für Arbeitgeber, wie Arbeitnehmer zu friedenstellenden Weise organifitt ist In der darauf folgenden Diskussion wurde beschloffen, eine Petition nebst Vorlage zur Abhilfe der Mängel auszuarbeiten, dieselbe in ten nächfien Versammlungen zur Unterschrift auszulegen und dann dem Magiftrat resp. der Stadtverordneten- Versammlung zu übersenden. Unter Verschiedenem stellte Herr Pfeffet die Frage, ob Diffedent und freireligiös eins und dasselbe sei, oder ob zwischen beiden ein Unterschied bestehe. Bei der über diese Frage entstehenden Diskuffton fond ber überwachende Polizei: beamte Gelegenheit, die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengeleges aufzulösen. g. Jm chirurgisch- wissenschaftlichen Verein, welcher sein 25jähriges Bestehen vor Kurzem gefeiert hat, hielt gestern Abend Herr Dr. Otto Ringt einen ebenso interessanten als wichtigen Vortrag über die Diphtheritis, welche er mit vollem Recht als den Würgeengel unserer Jugend bezeichnete. Der naden im Blut verursachen, eine Verstopfung in der Zirkulation des Blutes und damit eine Lähmung des Herzens oder des Als radikales Mittel zur Heilung der Gehirns einträte. Diphtherie empfehle er einen Theelöffel voll Terpentinöl mit Olivenöl, auch Einführen in die Nafe, Binseln mit einer starten Bromlösung. Er rathe entschieden das Gurgeln mit Kaltwasser ab, weil dies schädigend für den inneren Drga nismus sei. Eine große Versammlung der Mitgliedschaft der Former Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 22. März, Vorm. 10 Uhr, in Conrad's Salon, Wafferthorstraße Nr. 68 statt. Tagesordnung: Die Wichtigkeit des Anschlusses an die Nr. Bentralisation der Metallarbeiter Deutschlands. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist Ehrensache. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Eine Versammlung ehem. Zöglinge der Wadzek'schen Anstalt findet am Montag, den 23. d. Mts., Abends 8 Uhr, bei Otto, Adalbertstraße 21, statt. Alle ehemaligen Schüler werden ersucht, in derselben zu erscheinen. Arbeiter- Bezirksverein vom 15. und 20. Kommunal Wahlbezirk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die ordent liche Versammlung am legten Mittwoch auf Grund des Sozia liftengescßes verboten wurde. Die Vorstandsmitglieder werben erfucht, zu einer außerordentlichen Vorstandsfizung am Sonne tag, den 22. D. Mts., Vormittags 11 Uhr, bei Ehrlich zu er scheinen. Eine Versammlung der Tischler findet am Sonntag Vormittag 10 Uhr im Gesellschaftshause Oftend", üder dorferstr. 45 flatt. Tagesordnung: Wird Berlin durch die durchzuführenden Minimallohntarife tonfurrenzunfähig. Refe rent: Kollege Gustav Roedel. Bei dieser hochwichtigen Tage ordnung werden alle Kollegen um zahlreiches Erscheinen er sucht. Die Tischlermeister find eingeladen. Eine Versammlung der Mitglieder der Zentral Kranten und Sterbefasse der Tischler und anderer ge werblicher Arbeiter findet diesen Sonntag, Vormittag 10 b tm Weddingpart, Müllerstr. 178, statt. Tagesordnung: Wahl der 14 Delegirten zur Generalversammlung. Marlenbuch leg timizt. Die örtliche Verwaltungsstelle Berlin E. Große allgemeine Versammlung der Dachdecker Berlins. Sonntag, den 22. März 1885, Vormittags 10%, Uhr im Lofale des Herrn Weid, Alexanderstr. 31. T- D.: 1. Schließen wir uns der Drts- oder der Freien Hilfskaffe für Dachdecker an. 2. Verschiedenes. Kollegen! Wer von uns bis 1. April fich um feine Kaffe gefümmert hat, wird ohne Weiteres glied der Drtskaffe, darum gebietet uns unsere Ehrenpflicht, in Dieser so wichtigen Versammlung alle zu erscheinen. Fü geht, es gefta fionen Wahllo hat der In de liche B wie zu 0,609 auf ein der Ma des Sa Die vo d'atten dem eig Barrier lints Laffe febt e Urne; figen b feine vi Protot i Beugen Partei An be Saales theilung pulten, ander find, Verein zur Wahrung der Interessen der Korbmacher Berlins und Umgegend. Bersammlung am Sonntag, be 22. März, Vormittags 10 Uhr, bei Dito, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 1. Statistische Erhebungen über die Lob verhältnisse der biefigen Korbmacher. 2. Vereinsangelegen beiten. Der Fachverein der Tischler bält am Montag, ben 23. d. M., im Lokal von Rothader, Bellealliancestr. 5, eine Versammlung ab, in welcher Herr Klose über die Bestrebungen des Fadvereins jegt und in Bukunft" sprechen wird. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. In der freireligiösen Gemeinde spricht am nächsten Sonntag, Vorm. 10 Uhr, Rosenthalerstraße 38, Herr Schäfer über das Thema: In wiefern find die freien Gemeinden eine Stimme des öffentlichen Gewissens? Butritt steht Jedem frei Vermischtes. Ein betrunkenes Schiff. In New- York amüfirt man fich augenblicklich damit, in immer neu erfundenen Formen dem Dampfer Be: muba" vorzuwerfen, daß er sich auf offener See in Bunich betrunken babe. Die ,, Bermuda" war auf der Fahrt nach New- Yort mit einer Ladung Bucker, Limonadensaf und Jamaila Rum. Außer Stande, der Versuchung, die La dung anzubohren, zu widerstehen, fing die, Bermuda" an so beftig zu rollen, daß die Fäffer mit Limonadensaft aus der Lage kamen und sich über den Bucket ergoffen. Alsbana geriethen die Rumfäffer in Folge des bösartigen Rollens der ,, Bermuda" arg ins Wan ten und ergossen ihren Inhalt über den von Limonensaft ge ränkten Buder, bis der gange untere Theil des Schiffes mit Punsch gefüllt war. Wie zu erwarten, wurde die„ Bermuda" bald unlenkbar. Ihre Schraube wurde so schwach, daß sie ihr nicht mehr von Nugen war, als einem betrunkenen Manne seine Beine. Man behauptete nicht mit Unrecht, daß eine Schraube bei ihr lose geworden fei. Schließlich legte fte fic auf eine Seite und ve: blieb in dieser Lage, bis sich ein vor überfahrendes Schiff ihrer annahm und sie nach dem Hafen von New- York ins Schlepptau nabm, wo sie zu mindestens zehn Tagen Troden Dod verurtheilt werden wird, um ihren Kater" auszufuriren. Eine hübsche Anekdote, welche zugleich sehr charakteristis für den Mann ist, den sie betrifft, erzählt ein amerikanisches Blatt vor dem neuen Bräsidenten der Vereinigten Staaten, Herrn Cleveland: Ais Bögling einer boarding- school batte fich eine jener tleinen Schulfnaben- Unarten zu Schulden tommen lassen, die dort wie hier zu Lande mit Linealfchlägen in die flache Hand gestraft wurden. Ohne Abnung des berannabens den Donnerwetters hatte er nur bis zum Beginn der Schulstunde Murmeln" gespielt und sich die Hände fürchterlich schmußig ge macht. So eilte er auf seinen Play, von dem ihmi deffen bald des Lehrers Stimme zu fi auf's Bult beschied, der ihm seine Sünden vorhielt und das Li H Während der Straf bie neal auf und nieder tanzen ließ. unser Freund einen schnellen Blid auf predigt warf unser Freund seine Hände, spuckte rasch in die Rechte und wifchte fich das Alergste verstohlen an der Rehrseite seines äußeren Menschen ab, che er die Hand zur Büchtigung binreichte Linfe barg er auf den Rücken. Du hier befab sich die un saubere Hand und sagte bann mit leichtem Spott:„ ör Junge, wenn Du im Stande bist, in der ganzen Klaffe eine 10 sei Dir für heute die Strafe erlaffen." Ohne ein Wort sagen, nur mit jenem halb gutmüthigen, halb schlauen Lächeln, das ihm heute noch eigen ist, zog jezt der junge Cleveland raf die Vortragende warnte nebenbei eindringlich vor dem Abftäuben verborgene Linke hervor und zeigte fie dem Lehrer. Diefer der Gegenstände in einem Zimmer und unternüßte seine Anfichten über die hiermit verbundenen Gefahren durch den Hinweis auf eine ihm bekannte Familie, in welcher drei inder, die beim Abftäuben eines Pianinos zugegen gewesen, an der Lugenentzündung erfrankt feien; zwei von diesen Kindern, welche den Staub in großen Quantitäten eingeathmet, feien in Turzer Beit geftorben. Was die Diphtheritis felbst betreffe, so trete fie vorn hmlich dort auf, wo viel Feuchtigkeit mit Wärme vorhanden sei. Aus diesem Grunde fände man fie am stärksten 11 einer liche vo achtet ähnlich theilun Haupt Das G daß Wähler folche i theilun Die beginnt gens, nach a be folg giebt f aufgeru gang b den Ti Stimm und a welch' der der M vollzieh fo zufo legt ih theilun Mal, f ibre A fich we fie mü Frau giebigf Saiten 11 wiegt eine und G wirft " Dein geben. be dürfte entge Derrät blauer fonnte nur mit Mühe sein Lachen verbeißen, während die Lehrer dann, Du kannst Dich auf Deinen Plat begeben." Und triumphirend kehrte der fünftige Präfident auf seinen Blaz zurück. " der Altmark gemeldet. Die große Waldfläge, welche fich über den Leßlinger Forst ausdehnt, beherberat fich viele Starte Vermehrung der Wildschweine wird auch aus von Diesdorf über Clöße bis nach Gardelegen erftred und bei uns in Norddeutschland; im mittleren Deutschland lase tausende dieser wühlenden Borstenthiere. Dieselben sind eine große Landplage. Der Schaden, den sie auf ben in der man fie gar nicht mehr. Auch dort, wo sehr reine Luft vor Nähe des Waldes angrenzenden Feldern anrichten, ift unge So sei auf der mein groß. Besonders wühlen die Beftien diejenigen Roggen Schneekoppe und dem Brocken der Ausbruch einer Diphterie felder im Winter auf, die zur Vorfrucht Kartoffeln balten so daß ganze Landflächen des Frühjahrs wieder umgepflügt die schreckliche Krankheit bereits nach, im tiefen Süben finde banden, komme die Diphtheritis nicht vor. So sei auf der noch nicht fonstatirt worden. Die Krankheit rühre von den werden müssen. Die Entschädigung für Wildschäden ift fiber der Luft schwebenden unscheinbaren sogenannten Monaden her, all gering und schwer zu erhalten. Das neue Gefeß über welche sich bei den weniger geschüßten Schleimhäuten, im Wildschäden ist bekanntlich in der legten Seffion des preußi Rachen und der Nase festseßen und hier die Berlegung be wirken. Da die Monaden ins Blut übergingen und hier eine Umstand, daß oft mehrere Tage nach der Heilung von der schen Abgeordnetenhauses gescheitert. welche jept immer Don einem Der Alle Nothstand, diejenigen Der Lilly C " " Schlu gegen wahre nadge Verhä bie na habe. fonder Sache wird abgieb fchafft S genb Bierau eine Bellagio Don 1 Meter Breite in sehr kategorischer Form verlangte. Frau handlung des Arztés sofort eine äußere und innere sein. Der selbe Erhöhung der Getreidezölle zum Nachtheil der arbeiten Landwirthschaft herrschen soll, reden, die für die hindert und Frau Dr. Hof mann schickte eine Bitte, dieses Diphterie der Kranke plößlich an Herz- oder Gehirnschlag daß die Landplage, welche durch Wildschäden entsteht, aufhöre ftürbe, liefere den Beweis für seine Behauptung, daß durch Allerdings würden gerade jene Herren um ihren Jagdsport feste Störperchen, welche die in den Körper gedrungenen Mo- tommen und der geht ihnen vor. Crongeim in Berlin. Drud und Verlag von War Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Ausbleiben zu entschuldigen, und die Erklärung ihrem Vor trage voraus, daß den als Gästen anwesenden Männern nicht Berantwortlicher Redakteur R. Beilage zum Berliner BoMblatt. Nr. 68. Sonnabend, den 21. März 1885. n. Jahrgang. % -ck V Vas belgische Wahlverfahren. Für de» Saal, i» welche« die Abstimmung vor sich geht, ist ein bestimmte» Modell vorgeschrieben. Doch ist es gestattet, daß von den Vorschriften über die Dimen- Ronen abgewichen werden darf, wo«» der Zustand der Wahllokale erforderlich macht. Nach dem Normal- Modell hat der Saal sieben Meter Breite und zehn Meter Tiefe. In der Mitte wird er durch eine niedrige beweg» liche Barriere in zwei Theile getheilt, welche zur rechten wie zur linken Hand Durchlässe in der Breite von 0.60 Meter hat, also nur breit genug ist, um eine Person ans einmal durchzulassen; die Oeffnung zur rechten Hand der Wähler dient zum Eingang in die hintere Abtheilung de« Saale», die zur linken zum Ausgang au» derselben. Die vordere Abtheilung ist da»„Wartezimmer"(aalle d'attente des eiecteura). Die hintere Seite de« Saale» dient dem eigentlichen Wahlakte. Vor demjenigen Theile der Barriere, der recht» und link» durch die Durch- lässe abgeschnitten ist, steht ein Tisch mit der Urne; an demselben sitzen der Präsident und leine vier Beisitzer, der Protokollführer und zwei Zeugen, von denen jede startei einen deputirt. £n der Rückwand de» Saale» befinden sich Ab» theilungen mit Schreib- pulten, welche von ein- ander vollständig isolirt und, so daß jeder in ksner derselben Befind- «che vollständig undeob» achtet und ungestört ist, ahnlich den Schreibab» Heilungen im Berliner Haupt- Telegraphenamt. Do» Gesetz schreibt vor, °ah auf je hundert Mhler mindesten« ein« wlche isolirte Schreibab» �Xilung kommen muß. »Di« Wahlhandlung i�nnt um 9 Uhr Mor- »GW, die Mäkler werden , ach alphabetischer Rei- � folge aufgerufen. Der ausgerufene Wähler be- giebt sich durch den Ein- gang der Barriere in die Hintere Abtheilung de» Saale» an den Tisch de» Präsidenten und empfängt dort von ihm einen Stimmzettel, der doppelt rechtwinkling zusammengefaltet und auf der Rückseite mit einem Stempel versehen ift, welch' letzterer die Nummer de» Bureau» und da» Datum der Wahl angiebt. Mit diesem Stimmzettel begiebt sich der Wähler in eine der isolirten Schreib-Abtheilungen, vollzieht dort sein Votum, faltet den Stimmzettel wieder so zusammen, wie er ihm vom Präsidenten übergeben ist, segt ihn in der Urne nieder, und verläßt die Hintere Ab- �Heilung de« Saale» durch den Ausgang der Barriere. Jede« ™al, sobald ein Wähler die Hintere Abtheilung de« Saale» ver« Seia Geheimnis. Au« dem Englischen. (Schluß.) Stella Seaton blickte mit ernstlichem Bedauern auf Are Kousine. Sie konnte sich nicht verhehlen, daß Lilly srch»..!» fühl«. als sie zugestehen wolle, und t Aj« Kousine. Sie konnte sich mcyr very.,...., r? weit unglücklicher fühle, al» sie zugestehen wolle, und £ wünschte sehnlichst, ihr helfen zu können. Die junge »rau hatte ihren Gemahl offenbar durch zu große Nach- gleit verwöhnt und e« war hohe Zeit, daß sie andere Zarten aufzog. „Lilly," sagte sie, nachdem sie eine Weile nachgedacht, oder nie bietet sich Dir Gelegenheit, Deinem Herrn nd Gebieter zu beweisen, daß seine Frau mehr ist als we willenlose Sklavin. Folge meinem Rothe und Du "Ii e» nicht zu bereuen haben." „Und wa» räthst Du mir?" fragte Lilly athemloi. g\„Hm— nicht» mehr und nicht« weniger, al« **** Versprechen zu halten und heute Abend auszu- »ryen." .„Stella, ist da» Dein Ernst? Meinst Du wirklich, ich ""te meinem Gatte« trotzen und seinem direkten Verbote fliegen ausgehen?" rief Lilly fast bestürzt, während e» »."ätherisch um die feinen Mundwinkel zuckte und die «Uen Augen n Thronen schwammen. Stella nickte sehr energisch; ihrer Meinung nach mußte 9 unter allen Umständen ausgehen. »Aber Stella..." »Nun, kleine Trauerweide..." fc. kommt mir so unrecht vor," sagte Lilly, tapfer ihr „.Huchzen unterdrückend.„Percy hat sich so bestimmt da- ��ausgesprochen, daß ich Abend» ausgehe und nun gar .»Während« selbst seinen abendlichen Vergnügungen Meht," ergänzte Stella ironisch.„Ja, Kind, da» ist -«arfto Wahrheit....< läßt, ruft der Schriftführer einen andern auf, so daß sich der Ab- und Zugang der Wähler ohne Unterbrechung voll- zieht. Niemand darf sich länger in der Hinteren Abthei- lung de» Saale» aufhalten, al» zur Abgabe seines Votum« erforderlich ist. Fall» ein Wähler durch ein Versehen den Stimmzettel, der ihm übergeben ist, unbrauchbar macht, kann er unter Rückgabe de« ersten Stimm- zettel»«inen weiteren fordern. Der erste Stimmzettel wird vom Präsidenten sofort vernichtet. Blinde Wähler oder solche, welche nicht allein gehen können, dürfen sich nach eingeholter Erlaubniß de» Präsidenten«ine» Führer» oder Begleiters bedienen. Die Stimmzettel werden von dem Hauptbureau de« Wahlkreise» au» bestimmtem Papier hergestellt. In Belgien wird nach de« Listenskrutinium gewählt, d. h. die Wahl- kreise sind nicht so klein abgegrenzt, daß auf jeden nur ein Abgeordneter entfällt, sondern da« Land ist in größere Bezirke eingethcilt, von denen jeder mehrere Ab- geordnete zu wählen hat; al,o, auf unsere Ver- Hältnisse übertragen, etwa in der Art, daß Berlin nicht in sech« Wahlkreisen je einen Abgeordneten, sondern daß die ganze Stadt gemeinsam sechs Abgeordnete wählt. E» hat also jeder Wähler nicht einem, sondern sech» Kandidaten seine Stim- «e zu geben. Fünf Tage vor der Wahl müssen die Kandidaten angemel- det werden. Die An- Meldung muß in den Arrondiflement«, welche mehr al» vier Mitglie» der wählen, von fünfzig Wählern, in den andern von dreißig Wählern unterzeichnet sein. Die Stimmzettel find in drei Rubriken eingetheilt. Die Kolonne zur Linken, in blauer Farbe gedruckt, enthält die liberale Liste; die Kolonne zur Rechten, in rother Farbe gedruckt, die katholische Liste; die mittlere Kolonne, schwarz, enthält diejenigen Kandidaten, welche zu keiner von beiden Parteien gehören. Ueber jeder Kolonne befindet sich ein offene« Quadrat. Will nun der Wähler seine Stimme der ge- sammten Liste einer Partei geben, so macht er einfach ein Kreuz durch da» Quadrat am Kopf der betreffenden Liste. Will er dagegen Kandidaten au» verschiedenen Listen wäh- len, so macht er hinter jedem der betreffenden Namen ein Kreuz. Da in Deutschland in jedem Wahlkreis nur ein Abgeordneter gewählt wird, so wäre bei un» da« Verfahren ein sehr viel einfachere»; e» würde eben nur erforderlich sein, daß die Namen der Kandidaten in alphabetischer Ord- nung auf die Stimmzettel gedruckt würden, und der Wähler hätte weiter nicht» zu thun, al» daß er hinter dem Namen desjenigen, den er zu wählen gedenkt, ein Kreuz macht, oder auch die andern Namen durchstreicht. ' ergänzte Stella ironiscy.„ou,—... «eri�ft � ungeschminkte Wahrheit.... Schau doch den Hah. �'lsen getrost in» Auge und bekenne, da« ich recht �»d-«.- Richer» eise leben wir hier nicht im Orient, �04# VV'nm«ünlifirten Land«, wo die Frau nicht al« *i»b u.Ik" ol8 vollberechtigte Persönlichkeit angesehen ?b»ie�?<# nur natürlich ist, daß sie ihre Meinung schaff, c. r5vlge meinem Rath; wie man sich seine Stellung L.lln S"6 w.an �°uch tragen." fifnb Stella'« Worte klang-n so überzeu- e» ließ sich ja leider auch nicht leugnen, daß Percy seine Unterhaltung allein außer dem Hause suchte. Wären nur seine dummen Worte nicht gewesen! Immer wieder klang e» ihr im Ohr: ,.O, daß sie herrschen, lenken, trotzen wollen, Wo sie nur schweigen, dienen, lieben sollen!" Stella wartete geduldig auf Antwort, al« Lilly aber konsequent schwieg, sagte Frau Seaton endlich ernsthaft: „Nun, Lilly, kannst Du Dich nicht entschließen? Zeige Deinem Gatten, daß Du ein selbstbewußte», charakterfeste» Weib bist und nicht die Puppe, zu welcher er dich stempeln möchte! Wäre ich ein Mann, dann wollte ichdoch wahrhastig lieber in der Frau die gleichberechtigte Gefährtin, al» die unterwürfige Dienerin sehen." Lilly erhob sich. In ihren blauen Augen lag ein fester Entschluß.„Stella, ich folge Der," sagte sie hastig.„Ich will heute Abend ausgehen und mich auch einmal amü- fim.' Da« letzte Wort klang freilich nicht seinem Sinn rnt« sprechend und die Miene der jungen Frau erinnerte eher an die einer Märtyrerin al« einer Dame, welche sich„amü- firen" will; Stella indeß hielt e» für besser, diesen Um- stand nicht zu beachten und so sagte sie lebhaft:„Bravo, Lilly I Und nun will ich Dir einen Vorschlag machen: begleite mich heute Abend in» Theater." „In» Theater?" wiederholte Lilly leuchtenden Auge«. „Ja, in« Theater; in unserer Log««st noch ein Platz frei." „Und man giebt„Der Widerspänstigen Zähmung"?" fragte Lilly zweifelnd. „Ja. Dein Herr und Gebieter hätte sicherlich nicht« dagegen einzuwenden, daß Du da» Stück siehst,— ent- spricht eS doch vollständig seiner Auffassung. Ich muß ge- stehen, daß ich lieber«in andere» Schauspiel gesehen hätte, aber e» ist ein Gast da,»elcher den Petrucchro ganz Herr- lich darstellen soll, und da ich nicht lange in London bleibe, muß ich meine Zeit au«nützen und möglichst viel sehen." „Wann gehen wir?" fragte Lilly, al« Frau Seaton jetzt aufstand und erklärte, sie müsse fort, da sie ihrer Schwägerin versprochen habe, im Hydepark mit ihr zu» '„alir werben Dich kurz nach sieben Uhr abholen," erwiderte Stella, die kleine Frau zärtlich umarmend. „Und meine Toilette?" meinte Lilly zaghaft. „Pah, wenn man so hübsch und frisch ist wie Du, ist A. Urne. B. Präfivent. C. Stimmzähler(Beisitzer). D. Protokollführer. E. Zeugen der Kandidaten. F. Hin- und Rückweg der Wähler. G. Isolirte Abtheilung mit Schreib- pult. E. Bewegliche Barriere. KolMscke NebersirKt. Die von de« Vereinigten Staaten geplante Zoll- Revanche gegen Deutschland giebt der„No:vv. Allg. Ztg." Anlaß, wieder einmal auf das von der deutschen Regierung erlassene Verbot der Einfuhr amerikanischen Schweine« f I e i s ch e» ," al» eine vom sanitärischen Standpunkt durchaus nothwendige Maßregel hinzuweisen. Zu diesem Zwecke ver- öffentlicht dieselbe folgenden Brief, der ihr von einem deutsch- amerikanischen Arzte zugesandt wurde:„Au« den offiziellen Reports unseres Ackersauressorts d.S Staates Illinois kann man die verheerenden Krankheiten unter unseren Schweinen lernen. Al» steter Beobachter und auf dem Land lebend und gleichzeitig so.nahe demZHauptmarlt Chicago wohnend, habe ich Gelegenheit, mich über diese Frage genau zu unterrichten und theile Ihnen meine Erfahrungen darüber hier mit. Tausendweise liegen die an der Cholera kreplrten fetten Schweine auf den Praire-Farmen nicht allein im Staate Illinois, sondern Iowa, Nebraska, Dalotah rc. umher. Es hat fich nun eine neue In- dustrie gebildet. Einer meiner Renter oder Pächter z. B. zieht mit Pferden und Wagen und mit einem Schmelzapparate von Farm zu Farm, schneidet die lrepirten Schweine zusammen und kocht das Fett aus, welches er einem Händler verkaust, der ein Exportgeschäft damit treiben soll. Daß nun solches Schmalz, wenn es, waS man wenigstens vermuthen oder fürchten sollte, in den deutschen Handel kommen sollte, der Gesundheit höchst nachtheilig ja Ver- derben bringend sein muß, oeistebt sich von selbst." Wir wollen die ZuoerläsfigkeilgveS betreffenden Briefschreibers nicht bezweifeln, im Lande des Dollars wird stcher nicht alles reinlich und zweifelsohne zugehen, allein die absolute Roth- wendigkeit des Verbots geht daran« immer noch nicht hervor. Es werden fich auf alle Fälle doch Mittel und Wege finden, die eine gute 5kontrole des amerikanischen Fleisches ermöglichen; bei dem gänzlichen Verbot wird aber daS Kind mit dem Bade ausgeschüttet.— Es ist gewiß kein gutes Zeichen, daß der deutsche Arbeiter gezwungen ist, fich nach dem vielleicht un- sauberen amerikanischen Fleische zu sehnen; im Vaterlande ist Fleisch, und zwar gute« Fleisch, in Hülle und Fülle vor- hanven; es liegt also nur daran, daß e» dem Arbeiter nicht zugänglich ist. Mithin muß also dafür Sorge getragen weiden, daß der Arbeiter deutsches Fleisch kaufen kann, dann weroen derartige Verbote und die daraufhin folgenden Zollkriege vollständig überflüssig fein. Auf Grund de» Sozialistengesetze« ist der„Fachver- ein vereinigter Berufszweige" zu Limmer in Hannover oeröoien worden. Frankreich« Zu der Vorlage betr. Einführung d-S L i st e n s y st e m S liegen 19 AtänderungSanträge vor; vier derselben beziehen stch auf die Feststellung der Zahl der Abgeordneten. Nach dem Ausschuß-Antrag soll jedes Departement für je 70000 Einwohner und für den überschüsfigen Bruchtheil einen Vertreter zu wählen haben, nach Herrn Desson de St.>Aignan für je 100 000 Einwohner, nach Herrn de Roy für je 19 000 Wähler, und einen für den Bruchtheil, wenn derselbe 10 000 üdersteiat, nach Herrn Ribot für je 20 000, nach Herrn Cuneo d'Ornano für je 25000 Wähler. Diese Frage dürfte wohl die Hauptdebatte hervorrufen. Dann liegen di ei Amendements vor, deren Zweck ist, der Minderheit zur Vertretung zu verhelfen, indem oem Wähler, wie in England, gestattet werden soll, einem Kandidaten mehrere Stimmen zu Toilette Nebensache," lachte Stella.„Du bist in Allem reizend." „So werde ich pünktlich fertig sein," versprach Lilly und dann trennten sich die Kousinen nach nochmaligem zärtlichen Abschied.+ Al« sich Lilly allein sah, dachte sie nochmals über ihr Vorhaben nach. Freilich erschien e» ihr noch immer un- geheuerlich, aber sie dachte nicht mehr daran, e» aufzu- geben. Daß es ihr, al» der in puritanischer Einsamkeit und Einfachheit erzogenen Tochter eines orthodoxen Geist- liehen, nicht leicht werde, den Ansichten sowohl ihre» Vater wie ihres Gatten zuwider zu handeln, war wohl nur natürlich, aber sie redete sich ein, ihr Gatte beschränke ihren freien Willen und es sei chr Gute« Recht, sich da- gegen aufzulehnen. Wie es freilich um diese Beweis- führung gestanden hätte, wenn Percy Wilson über Tag nach Hause gekommen wäre, um nach seiner kleinen Frau zu sehen, ist schwer zu entscheiden, aber er kam nicht und als es sieben Uhr schlug, stand Lilly fix und fertig vor dem großen Ankleidespiegel und erröthete vor Vergnügen, al« ihre kleine Zofe sagte:„Madame sehen ganz entzückend aus." Da» Mädchen hatte übrigens nur di« Wahrheit gesagt. Das schwarze Grenadinekleid, welche« hoch am Halse schloß, ließ die schneeige Weiße der feingeformten Arme und de» schlanken Nacken» durchschimmern; blaßrothe Rosen schmück- ten die weichen Locken und«in schimmernde» Brillantkreuz, Percy's erste« Geschenk, funkelte an Lilly'« Hol». „Ich wollte, Percy könnte mich so sehen," flüsterte die junge Frau, während sie eine Tasse starken Thee'S schlürfte und dabei mechanisch den Theaterzettel, den ihr Stella ge» sandt, stuoirte. Richtig, da stand e« mit großen Buchstaben zu lesen: „Der Widerspänstigen Zähmung. Petrucchio: Herr Hamilton al« Gast. Zwanzigste Aufführung." Wie seltsam! Noch gestern hatte Lilly nicht an ei» Theater zu denke« gewagt und heute sollte sie den be- rühmten Hamilton, dessen Ras sogar bi» in die stille Pfarrei gedrungen war, auf den weltbedeutenden Brettern den Petrucchio spielen sehe»,— es war wie ein Märchen. Zur festgesetzten Stunde erschien Stella in Begleitung ihre» Schwager», eine« Bruder» ihre» Gatten, um Lilly abzuholen. In Gesellschaft diese» Herren und seine« Vetter» begaben fich die Damen in» Theater und bald saßen si» «eben. Zwei weitere Amendements bezwecken, die Teheimhal- rung der Abstimmung zu fichern; andere Amendements beziehen sich auf die EraänzungSwahlen, auf die Verpflichtung der Wähler, am Wahlakte theilzunehmen, auf die Festsetzung»ineS bestimmten TageS für die Vornahme der allgemeinen Wahlen u. s. w. Letzteres Amendement wird von der Regierung ent« schieden bekämpft.— Nach verschiedenen Pariser Blättern stehen anwaltschaft würde jedoch den Schluß der Kammersesfion ab warten, um die Formalität der Fo dcruna einer parlamenta- rischen Autorisatwn zur Verfolgung eines Deputirten zu vermeiden. Großbritannien. Daß die durch den deutschen Konsulativerweser auf S a« m o a, Dr. Etnebel, veranlaßte Aufhissung der deut» schen Flagge zu Upolu inzwischen thatsächlich von der deutschen Reichsrcgieruny deSavouirt und rückgängig gemacht worden ist, wird durch die in dem englischen Blaubuch veröffmt- lichte Note deS Lord Granville an den Grafen Münster vom 15. Februar d. I. dargethan. Ja dieser Not« heißt eS: Ich benutze gern die Gelegenheit, meine Befriedigung darüber auszusprechen, daß Ihre Regierung, wie ich von Ihrer Majestät Botschasler in Berlin und von Ew. Exzellenz vernehme, rasch das Verfahren d«S deutschen Konsuls in Apia, der dort auf einem Gebiete die deutsche Flagge auf» gezogen, deSavouirt hat. Es ist unvermeidlich, daß in von Europa entfernten Orten daS Verfahren nicht nur der britischen und deutschen Privatpersonen, sondern auch der beiderseitigen Staatsbeamten ein solches sein kann, daß eS, wenn ei nicht gehindert wird, unnöthige Verwickelungen herbeiführen kann. Sofortige Untersuchung und entsprechende Aktion seitens der betreffenden Regierung, wie fie jetzt seitens Deutschlands geschehen ist, und zu der die englische Regierung bei ähnlichen Gelegenheiten ebenfalls bereit wäre, find die besten Gegenmittel gegen ein« solche Gefahr-" DartsmeutsderiMe. Deutscher Reichstag. 72. Sitzung vom 20. März, Vormittags 12 Uhr. Am Tische dei BundeSratheS von Boetticher, ». Burchard, LuciuS u. A. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung verlangt der Ab» geordnete v. I a z d z e w S k i daS Wort- Meine Herren, der Herr Reichskanzler hat unter dem 17. d. M. ein Schreiben an den Präfidenten diese« Hauses gerichtet, deffen Verlesung ich nichi beigewohnt habe, da ich durch dringende amtliche Geschäfte in meiner Heimath abgerufm war. Erst gestern erhielt ich unterwegs von dem Inhalt des Schreibens Nachricht. Ich werde bei der dritten Lesung der Dampfervorlage auf diese Sache zurückkommen. Da» HauS setzt die zweite Berathung der Zolltarifnovell« (H o l z z ö l l e) fort mit der Pofition 13 c Bau- und Nutz» holz:„3. in der Richtung der Längsachse gesägt; nicht gehobelte Bretter; gesägte Kanthölzer und andere Säge- und Schnittwaaren." Die Vorlage hatte für diese Hölzer einen Zollsatz von 1 50 M. pro 100 Kilogr. verlangt, die Kommisston von 2 M., Abg. Spahn von IM.; die Abgg. R i ck e r t und K r o e b e r von 0,70 M. Abg. Graf Holstein: Durch die vorgeschlagenen Holz» zölle würde die Provinz Schleswig. Holstein schwer geschädigt werden. Man bedarf dort nothwendig des schwedischen Holze«. Namentlich den kleineren Grundbefitzern würde der Holzzoll eine vielfach unerträgliche Last auflegen. Jede« Arbeiter» HauS auf dem Lande würde einige hundert Mark mehr kosten als jetzt. Eine Scheune für 500 Fuhren Weizen würde 1200 M. mehr kosten. Die Belastung für die Provinz im Ganzen würde fich nach Millionen berechnen. Ich bitte Sie daher, diese Holzzölle abzulehnen und Schleswig» Holstein vor einer einseitigen und ungerechten Besteuerung zu bewahren. Abg. Graf A d e l m a n n wendet stch gegen den Antrag Rickert. Wenn eS schon in der Kommisfion schwer war, ein richtiges Verhättniß zwischen dem Zoll auf Rohholz und dem Bretterzoll festzusetzen, so ist eS im Plenum noch viel schwie- riger. Redner beruft fich auf Petitionen von Sägemüllem, welche für den Fall der Zollerhöhung überhaupt für dm Bretterzoll den fünffachen Betrag des Rohzolle« wünschen. Das würde wesentlich vas richtige Verhättniß sein. Der An» trag Spahn, welcher daS berücksichtigt, ist deshalb am em« pfehlenSwerthesten. Abg. Münch weist darauf hin, daß mit dem Bretterzoll große und blühmde Industrien zerstört werden, daß femer der in einer der Proszeniumslogen in lebhafter Unterhaltung. Lilly'« Frische entzückte die Herren und Stella war nicht wenig stolz auf ihre kleine reizende Kousine. Jetzt ging der Vorhang auf und Lilly war ganz Auge und Ohr. Katharina und Bianca erschimen und ernteten den gebührenden Beifall, aber Lilly hatte wenig Sympathie für die unweibliche Haltung des von Shakespeare verewigten Käthchen» und sie dachte bei sich, daß Petrucchio wohl zu entschuldigen sei, wenn er gleichfalls derb auftrete. Jetzt folgte der zweite Aufzug und mit ihm belebte fich da» allgemeine Interesse und wandte sich in erster Linie dem gefeierten Gast zu. Anfänglich konnte Petrucchio gar nicht zu Worte kommen; er mußte beständig für den freneti- schen Beifall, welcher sein Erscheinen begrüßte, danken, und erst nachdem sich der erste Sturm gelegt, nahm die Vor- stellung ihren Fortgang. Aber freilich, da« war auch ein Petrucchio, wie ihn Shakespeare nicht ander» geträumt haben konnte. Jeder Zoll ein Edelmann, blieb er stet» in dm gebührenden Schranken, und al« er nach rasch geschlossenem Ehebund die Widerspänstige allen Einreden zum Trotz mit sich fortführte, brach da» Publikum in rasenden Applau» au«. „Nun, Lilly, wie hat Dir Hamilton gefalle»?" fragte Stella lächelnd.„Was«einst Du, um den Preis, von einem solchem Petrucchio„gezähmt" zu werden, würde ich mich gern zu Katharina'« Rolle bequemen. Aber Kind," unterbrach fie sich erschreckt,„wa» fehlt Dir denn? Du bist leichenblaß. Hat Dich die Vorstellung doch zu sehr ange» griffen? Närrchen, e» ist ja nur ein Schauspiel, oder»rächst Du Dir Gedanken ob Derne*„Ungehorsam»"?" „Stella, laß mich nach Hause bringen," flehte Lilly mit bebenden Lippen.„Die Hitze und die vielen Menschen machen mich schwindeln: ich kann nicht länger bleiben." „Arme«, kleine« Dingl" flüsterte Stella mitleidig und dann winkte sie ihrem Schwager, welcher sich beeilte, die junge Frau in ihren Mantel zu hüllen und fie zum Wagen zu führen. Er wollt« fie nach Hause begleiten, weil ihr bleiche« Auesehen ihm ernstlich Sorge machte, aber Lilly lehnte eS dankend ab und versicherte ihm, die frische Abendlust habe sie bereit« wieder hergestellt. So verab- schiedet« er sich denn von ihr und die junge Frau fuhr «ach Hause. � Von den Thürmen von St. Paul schlug die Mitter- nachtsstunde, al« ein Wagen, in scharfem Trabe durch die stillen Straßen rollte und vor der Villa, in welcher Lilly kleine Grunddefitzer auf dem Land erheblich geschädigt werde, da er nicht wie der stä.tische Grunddefitzer die Bau« und Un- terhaltungSkosten seiner Häuser auf die Miether abwälzen kann. Ein kleiner Grunddefitzer von 20 Morgen braucht im Durch- schnttt etwa 18 Festmeter jährlich an Brettern. Ihm würde durch den hohen Bretterzoll eine jährliche Belastung von etwa 200 Mail aufgeleqt werden. Die großen Grundbesitzer werden ganz allein alle Vortheile deS Zolles in die Tasche stecken. Im Interesse der kleinen Landwitthe gerade lehnen Sie dies« Zölle ab! Staatssekretär».Burchard bittet, bei den Kommisfion«» beschlüssen zu bleiben. Die Einfuhr von vorgearbettetem Holz hat sich seit 1878 fast um das Doppelte gesteigert. Diese Ein- fuhr repräsentirt 25 bis 30 Millionen Mark an Arbeitswerth. welcher dem Inland« entzogm und dem Ausland« zugeführt wird. Wir wollen doch lieber das Rohholz von unseren eigenen Arbettern zersägen und behobeln lassen, alS von ausländischen. Schon der Reichskanzler hat ausgeführt, wie viele Arbeiterfamilien durch diese Holzzölle in Nahrung gesetzt werden. Man hat 1879, als der Zoll von 3 MI. für gehobelte Bretter einge- führt wurde, gesagt, die Hobelbretter würden um 24—30 pCt. vertheuett werden. DaS ist nicht eingetreten, wohl aber hat fich in Deutschland eine blühende Hobelindustrie ausgebildet, welche jetzt da« früher im Ausland verdiente Geld selbst ver- dient. Ebenso wird eS auch bei der Zollerhöhung der Fall sein. Die Bretter werden nicht vertheuert werden. Die Säge» mühlenindustrie aber wird fich noch mehr entwickeln als bisher, wenn auch vielleicht nicht in Lübeck, so doch jedenfalls im In« nern des Lande«. Abg. v. Schalscha: Es handelt stch für uns nicht darum, daS Hol, zu vertheuern, sondern eine höhere Wald- rente für die Befitzer zu erzielen(große Heiterkeit links), indem man mehr Nutzholz gewinnt als bisher. Uebrigens liegt mir an niedrigen Preisen weniger alS an der PreiSwürdigkett der Waaren, und ferner liegt mir daran, daß die Preise der Holzwaaren nicht herabgedrückt werden auf Kosten der Produzenten. Wir wollen auch unfern Arbeitern mit dem Zoll möglichst viel an lohnender Arbeit schaffen, darin liegt keineswegs die Proklamirung des Recht» auf Arbeit. Herr Rickert Kit fich gestern beklagt, daß in der Zollpolitik die Einzelinteressen zu sehr hervortreten. Die Herren von jener Seite find am wenigsten berechtigt, da« zu betonen. Herr Rickert verKitt stet« die materiellen Interessen Danzigs und Herr Stiller die Lübecker und wieder andere Abgeordnete die holsteinischen Interessen. Wir find bestrebt, mit dieser Zollreform die Kalamität, welche unS der Freihandel gebracht hat, harmonisch auszugleichen. Jeder einzelne Zoll wird natür- lich immer nur für einen gewissen kleineren KreiS von Jnter- essen ten nützlich sein. Ich bitte Sie, den Kommisstoniantrag, eoentuell den Antrag Spahn, anzunehmen. Abg. Haupt befürwortet den Antrag Kroeder, eventuell den Antrag Spahn, welcher wenigstens da» Verhättniß d«S Rohhol, zolleS zum Zolle auf gesägte« Holz von 1: 5 festhalte. Redner weist darauf hin, daß die Walvrente nicht in Folge deS Freihandel« gefallm sei, sondern in Folge de« stälkerm Verbrauchs von Steinkohle und des Rückgänge« d«S Schiff- baue«. Abg. K l u m p p(auf der Tribüne schwer verständlich) be» fürwo.tet den Antrag Spahn. 3Ibg. Pfannkuch(SozJ erklärt stch gegen die höheren Holz- zölle. Man zerstöre damtt blühende Industrien in Deutschland und ichädige den ganzen Arbetterstand durch Vertheuerung der Möbel. Man solle doch dem Arbeiter die Möglichkeit geben, fich wenigsten«, wenn er eine Familie begründet, gute Möbel anzuschaffen. Die Zölle würben ihn zwingen, mit den erbärm» lichsten alten Sachen vorlieb zu nehmen und ihn verhindern, fich ein kaulicheS Heim zu gründen. Der Reichskanzler will gern den Exekutor besettigen, aber mit diesem Zoll vertheuert er dem armen Mann, der aus diesem Jammerthal scheidet, so- gar die sechs Bretter und zwei Bretlchen zum Sarge. Der Zoll belastet die Gesammtheit der Steuerzahler zu Gunsten der großen Grunddefitzer; er verhindert, daß dem Volk« endlich das Rechtsbewußtsein zurückkehrt, daß die deutsche Eiche ursprünglich deutsches Volkseigenthum und der Wald eigentlich gemeinschast- liches Eigenthum war. Gerade im Interesse des Schutzes der nationalen Arbeit müsse dieser Bretterzoll abgelehnt werden. Abg. Kroeder begründet seinen Antrag, der lediglich eine Konsequenz der gestrigen Beschlüsse deS Hauses sei. Nach der Erhöhung de« Zolle» für da« Rohmaterial müßten freilich auch die Sägeprodukle höher verzollt werden. Bisher verhielt fich der Rohholzzoll zum Bretterzoll wie 1:2'/,; nach dem Antrage Spahn und dem der Kommisfion steht da« Verhättniß 1: 5. Wenn man einen Waggon Bretter— 20 Kubikmeter als Einheit nimmt und als fest- stehend betrachtet, daß hierfür 30 Kubikmeter Rundholz erforderlich find, so stellt stch die Kalkulation folgendermaßen: mit ihrem Gatten wohnte. Halt machte. Im nächsten Augenblick fuhr der Wagen»ieder davon, während ein elastischer Schritt die Stufen hinaufeilte, und dann ward die Thür de» behaglichen Wohnzimmer« behutsam ge- öffnet und eine schlanke Männergestalt stand auf der Schwelle. „Wie, mein kleiner Lieblina, Du bist noch auf?* rief der junge Mann freudig überrascht, al« er Lilly gewahrte, welche noch immer in voller Abeiidtoilette, mit den blaß- rothen Rosen im Haar, neben der Lampe saß Und eifrig zu lesen schien. Bei den Worten ihres Gatten legte fie ihr Buch bei Seite und bot ihm die frischen Lippen zum Kuß. Er schloß die junge Frau zärtlich in seine Arme und flüsterte ihr in» Ohr:„Bist Du mir noch böse, mein Liebling? Ich habe mir Vorwürfe wegen meiner Heftigkeit gemacht, und der Gedarke an Dein kaurige» Aussehen heute Morgen hat mich den ganzen Tag verfolgt. Sage mir, daß Du mir vergebe» hast, meine süße kleine Lilly!" „E« fragt fich noch, wer von un« Beiden mehr Ver- gebung bedarf," entgegnete fie mit erstickter Stimme und sich fester in seine Arme schmiegend, fuhr sie fort: „Percy, ich war Dir ungehorsam— ich bin heute Abend ausgegangen!" „Du bist ausgegangen?" wiederholte er tonlo»; ,,ach wirklich, ich bemerke jetzt erst Deine elegante Toilette. Wo warst Du denn, Lilly? Wo konntest Du hingehen ohne mich?" Anstatt zu antworten, griff sie in ihr« Tasche und legte ein zusammengefaltete« Papier in seine Hand. Er entfaltete dasselbe und blickte anfänglich verständnißlo», dann aber mit plötzlich erbleichendem Geficht auf den Theaterzettel, welchen er in der Hand hielt. „Lilly, willst Du damit sagen, daß Du— dort warst?" fragte Percy endlich mit heiserer Stimme. Lilly nickte. „Und— Du— sahst—" �Jch sah den großen Künstler Percy Hamilton," ant- «ortete die junge Frau strahlenden Auge«, indem sie sich m die Arme de» Gatten warf.„O Percy, vergieb mir- e« war meine erste und einzige Widersetzlichkeit und doch gab« ,ch da», wa« ,ch dabei gewonnen, nimmer wieder w»tt S Ä«.« 30 Festmeter Rundhol, zu 1,80 M.»» 54 M., 20 Festmeter Bretter zu 9 M.— 180 M.; bleibt Schutzzoll per Waggon 126 M. Nach Gewicht verzollt, bleibt ein Schutzzoll von 105 Mark. Diesen Zollsatz betrachte ich als den allerschlimmstea Prohibitivzoll, mit dem Sie eine Industrie beglücken können denn wenn die Zollgesetzgebung wieder einmal einen anderen Lauf nimmt, dann hängen alle die neuen Sägen, welche Folge dieses Beschlusses etablirt werden, nebst den alten eine schönen Tages in der Luft, wie heute die Hobelei, die auch au Grund eineS Prohibitivzolls ins Leben gerufen wurde. Bei dem Antrage Spahn stellt fich ein Schutzzoll von 84 Mari. nach Gewicht 70 Mark heraus. Auch diesen Zoll erachte kl al» einen sehr hohen; wenn er es auch ermöglicht, die feinere« Brettersorten noch einzuführen, schließt er doch die mittle«« vollständig aus. Nach meinem Antrage bleibt ein Schutzzoll für die Sägemüllerei von 48 M., nach Gewicht 40 M-, W ist für diese Müllerei durchaus genügend. Nehmen Sie diese« Satz an, so wird uns das Ausland wohl noch feinere Bretter« smten schicken, allein die Reichtkaffe wird dafür auch einen Zoll ein» nehmen, während fie bei einem Prohibitivzoll nichts einnimmt Wollen Sie der deutschen Sägemüllerei eine wiikliche Hilfe biete«, so ist ihr, da» spreche ich nicht als Polttiker oder als' SM- zöllner, sondern al« Fachmann aus, mit einem Zoll von 70# per Waggon mehr gedient, als mit einem solchen von 150# — UebrtgenS habe ich gestern gar nicht gesagt, waS der baierisch« BundeSlommissar bestruten hat, nämlich, daß alle baierijchen Gefängnisse nicht mtt baierischem Holz geheizt werde«! ich habe nur gesagt, und daS ist eine Thaliache, die ich au« nicht durch einen Bruch de« Amtsgeheimnisse«, sondern dur« einen blanken Zufall erfahren habe, daß daS daierische JustV Set Sude nicht mtt baierischem Holze geheizt wird. S« hließlich die„Mache" der badischen Petitionen für die Hoh- zölle anbelangt, so glaube ich, daß die 180 badischen meinden nicht an einem schönen Sommer« oder Wintermorge» diese gleichlautende Petition vom Himmel herabgesandt halten haben. Eine Mache muß doch dabei gewesen sein, ich auch zugebe, daß die Herren, welche hier versammelt warat um zu protestiren, nach hier eingeladen gewesen find- So von selbst macht fich die Geschichte nicht(Hetterkeit). Ich Sie also nochmals im Namen der deutschen Sägeindustiie.« deren Namen ich hier wohl sprechm darf; denn zehn Iah» hintereinander hat mich eine Korporation, die den größten tOp der Sägemüsser SüvdeutschlandS umfaßt, zu ihrem Vorsts««' gewählt.(Beifall links.) Abg. Spahn btttet da« HauS, die Konsequenz kr gestrigen Beschlüsse zu ziehen, und im Interesse eineS lau»- nellen Velhältnissei zwischen den Zöllen für Rohbolz Bretter den von ihm beantragten Bretterzoll von 1 M. o«r nehmen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Zur Geschäftsordnung konstatitt.. Abg. Hänel, daß er durch den Schluß der DiSkuW verhindert worden fei, in dieser für die Provinz Schlesu» Holstein so wichtioen Frage das Wort zu ergreifen.. Die Regierungsvorlage(Zollsatz von 2 M.) wird die Stimmen weniger Mirglieder der Rechten, der Kommissto»? Vorschlag(1,50 M.) mit 143 gegen 135 Slimmen abgeleb" Gegen denselben stimmen mit der Linken auch die 30"% Polen und etwa 10 Zentrumsmitglieder; dafür mit Rechten und dem Gros deS ZenttumS auch einige Ratio»« liberale u. A. v. Fischer, Klumpp, Leemann. ,, Der Antrag Sp.hn gelangt mit geringer Majorität r Annahme, womit der Antrag Kroeber-Rickert beseitigt ist. m Zur Pofition c. Bau- und Nutzholz ist in einer Am»? kung vorbehaltlich deS WidrrufS beim Mißbrauch die z»'' freie Einfuhr von Rohholz für Bewohner und I»?, ftrien deS Glenzbezilk« gestattet, wenn dasselbe mit Zu�th� gefahren und nicht auf einen Verschiffungsplatz gebracht wird... I Abg. E b e r t macht darauf aufmerksam, daß die An»»»? dieser Bestimmung die Entwicklung einer begünstigte».�"' industrie an der Grenze zur Folge haben wird, die der dischen große Konkurrenz bereiten wird Die Anmerkung wird angenommen. Für die Holzwaaren(Pofition 13 d, e, 0, 10 M. belegt' find,% schlagen; di, Kommisfio» mtt einem Zoll von 3, 6 und Regierung keine Erhöhung vorgeschlagen antragte Zollerhöhungen auf 4, 9 und 14 M. Abg. Spahn beantragt in Konsequenz der früheren v schlüss« d«S HauseS diese Zollerhöhung abzulehnen.„ Abg. Rickert bittet den Antrag Spahn anzunehmen.-, auch in der Regierungsvorlage ein erhöhter Zoll für diese P« twnen nicht gefordert war. Auch in der Kommission 9a\.4 Vertreter der Regierung detont, daß eingehende Erwägung darüber nothwendig wären, ob es nothwendig sei, eine-w erhöhung für diese Pofition herbeizuziehen. ES Handel! flüsterte er ihr in» Ohr:„Also hat Hamilton-Pettu� meinem Weibchen gefallen?" „Ob er ihr gefallen hat! Aber sage mir, weShalb durste ich nicht wissen, daß Du der große ton feiest?"& „Und da« fragst Du noch, meine kleine Lilly?, bald ich als Schauspieler da» Hau» Deine« Vater« war die Tochter de» strenggläubigen Geistlichen für imh Vm sA Itp tA mssf i#n?M � verloren, und da ich fie, nachdem ich auf jenem deni� digem Picknick mit ihr zusammengetroffen, nicht wieder A ich auf Mittel und Wege denke»- � x__.._w___ f."j geffen konnte, mußte zu gewinnen. Ein Freund war so liebenswürdig.„ Deinem Vater als reichen Privatier vorzustellen und in der angenehmen Lage bin, ein bedeutende» Ber>nf� aufweisen zu können, wurden meiner Bewerbung.A Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Mit der Zeit v mußte ich daran denken, da« Geheimniß laut werde lassen, aber einstweilen wahrte ich«» noch nach i- und deshalb widersetzte ich mich Deinen Wünschen, � liche Vergnügungtorte zu besuchen. Nach der � Katastrophe indeß mag die Maske fallen;•5%/ schreibe ich an Deinen Vater und beichte mein« Sw � »Und wenn er sieht, wie glücklich seine Tos? � der Seite de«„Schauspieler«" ist," fiel Lilly läche>» � „tvitb er sein Vorurtheil schwinden lassen. Aber sag Tzi wie heiße ich nun eigentlich, Frau Hamilton ade Wilson?« „Frau Wilson, mein Liebling,— Hamilton ist» angenommener Name." ,%«' „Und darf ich jetzt auch manchmal in* Theater g fragte die junge Frau neckisch._ ,, „So oft Du willst," mein« kleine Lilly, .Percy zärtlich und am nächsten Abend saß Lilly# W in der Proszeniumsloge und lauschte mit Entzu trucchio'S Worten. Die jubelnde, beifallspendende existirte nichi für fie, sie sah nur eine hohe, W*: Gestalt, deren Stimme die Skala der. Leid meisterhaft wiedergab, und al« er zu Katharina o sprach: „O daß sie herrschen, lenken, trotzen* j Wo sie nur schweigen, dienen, lieben% da legte Lilly die Hand auf da» hochklopftnde V f flüsterte innig:„Gott segne Dich, mein Pe�" sollst stet« mit Deine«„Käthchen" zufrieden ft' heimisch machen Soll Nil 2 Pf. r Fabrik. doch ni einen s in der Zoll. Sedenl d- eS Zoll n n% Luxus welche! SBalflf Antra aus l Nehmi «'! wird.' stn. w %4ta. «t ftmeter Baggon on 105 mmiten önnen; anderen Iche in en eines uch auf e. Bei Marl chte ich feineren ittleren chutzoll R., das le diesen Brettes Boll ein nnimmt e bieten, Schut 770. 150 M pas ber af alle werden; ich auch n durd Juftiy Was ie boly en Be morgen andi ev ein, wie I waren, So ganj Ich bitte ftite, in n Jahre en Theil Forftande feine ratio ol und R. ang istuffi hlesw bgege miffion lebnt Welfen lational mit ba rität u ift. Anme aoll ad Indu gthiere Bahnho Innab en Holy er inlän batte di Die fept ffton be eren Be 7. men, b iefe Bo pägungen bat bet ine Boll andelt fi Setruccio Beliebte Samil ? S betrat für mid Dentwir eber ver enten, f ig, mid bba i Bermögen ng teint it freili werben Rrafts offent heutiges morgen Schul ochter a elnb ein age mit Der Fra nur ein geben? flaftert wieberum iden Be De Menge Rattlige enfchaften Die Work Der unb io! Du bier um Industrien, die für den Export arbeiten. Schon des halb ist es unzulässig, eine Sollerhöhung hier eintreten zu laffen. Man sollte fich auch hüten, in einem Augenblicke, wo Defterreich und Frankreich mit der Revifion ihres Bolltarifs be schäftigt find, diese Länder, sowie das Ausland überhaupt zu Retorfionen zu reizen. Staatssekretär v. Burchard: Die verbündeten Regie rungen haben nichts erklärt, was Sie veranlassen könnte, den vorgeschlagenen Weg nicht zu betreten. In der Kommiffion ist lediglich erklärt worden, daß eine eingehende Erwägung zuvor ftattfinden müffe. Die Kommission hat sich derselben unter zogen. Was die Rücksicht auf die Retorfionsmaßregeln des Auslands betrifft, so tönnen in erster Linie doch nur in Be tracht kommen die Bedürfnisse des eigenen Landes. Abg. Graf Udo Stolberg hebt hervor, der Antrag Spahn allerdings eine Konsequenz der bei der Pofition c. 1, 2, 3 gefaßten Beschlüsse sei. Da seine Partei indeffen hoffe, dieselben in dritter Lesung wieder umftoßen zu können, werde diefelbe auch heute gegen den Antrag Spahn stimmen. Abg. Ridert: Aus dem Umstand, daß in der Regie rungsvorlage die hier vorgeschlagene Bollerhöhung nicht zu fin den war, glaubte ich schließen zu dürfen, daß die Regierung ein Bedürfniß für diese Bollerhöhung nicht anerkenne. Wenn bie tommiffarische Prüfung dieser Frage eingehend genannt werden darf, so gratulire ich zu der Methode, mit welcher die Regierung bei Bollerhöhungen vorgeht. Herr von Burchard scheint der Meinung zu sein, daß eine Rommissionsberathung ein ausreichendes Motio für eine Bollerhöhung sei. Die für die Pofitionen d., e., f. beantragte Bollerhöhung wird mit 141 gegen 140 Stimmen abgelehnt. Die Abgg. Menten und Genossen beantragen für Hornfischbein einen Boll von 60 M. pro 100 Kilogramm. Abg. v. Schalsch a befürwortet diesen Antrag, der die beimische Hornfischbein Industrie vom Auslande unabhängig machen soll. Schädliche Folgen irgend welcher Art habe dieser Boll nicht; ein Korset werde dadurch höchstens um 1½ bis 2 Bf. vertheuert.( Große Heiterkeit.) Abg. Ridert: Es bandele fich nur um eine einzige Fabrit, welche dieser Boll schüßen soll. Deswegen dürfe man doch nicht die ganze Industrie, welche Fischbein braucht, durch einen so hohen Boll, den selbst der Staatssekretär v. Burchard in der Kommiffion für bedenklich erklärt habe, schädigen. Staatssekretär v. Burchard: Ich habe nicht gegen den Boll von 60 M., sondern gegen einen solchen von 100 m. Bedenten geäußert. Das ist ein erheblicher Unterschied. Abg. Graf Udo Stolberg ist für den Antrag Menken, ba es fich hier um einen Lurusartikel handle, der durch den Boll nur unerheblich vertheuert werde. Abg. Dirichlet bestreitet, daß es fich hier um einen Lugusartikel handle; vielmehr steht in Frage ein Surrogat, welches man nicht schüßen solle au Ungunsten des deutschen Walfifches.( Große Seiterkeit.) Der Zoll wird hierauf augenommen, jedoch auf Antrag v. Schalfcha statt ,, Hornfischbein" gefeßt ,, bornftäbe aus Büffel oder anderen Thierhörnern". Die von der Kommission vorgeschlagene Menderung des $ 5, wonach auch Erzeugnisse der Waldwirthschaft von außer balb der Bollgrenze gelegenen Grundstüden, die vom Inlande aus bewirthschaftet werden, zollfrei eingehen sollen, wird ge nehmigt. In§ 7 wird eine Bestimmung eingeschaltet, wonach der Prozentsag der Abfälle, welche bei der Bearbeitung von Bau und Nugholz in den Tranfillägern entstehen, gefeßlich figirt wird. Abg. Ridert: Sn der Kommiffion ist die Bestimmung einstimmig gefaßt, ich gehe deshalb auf dieselbe sachlich nicht ein. Es machen fich aber Bedenken dagegen geltend, daß die Berfügung darüber dem Bundesrath überlassen werden solle. glauben, daß es im allgemeinen Intereffe liegt, wenn die Sache gefeßlich firirt wird. Wir Der Kommiffionsvorschlag wird mit sehr großer Mehrheit angenommen. Nach§ 3 soll der neue Tarif für Rohholz erst am 1. Oftober, für das bearbeitete Holz schon am 1. Juli in Kraft treten. Abg. v. Schliedmann: Sch wünsche, daß für die bes bebauenen und gefägten Hölzer der Tarif sofort in Kraft trete und beantrage statt am 1. Juli" fofort" zu seßen. Es ent Spricht dies den Wünschen der Intereffenten der Sägewerke und aller Holzinduftrien, gleichviel ob dieselben Freihändler oder Schutzöllner find. Wir müssen es verhüten, daß wir in der Beit bis zum 1. Juli mit bearbeitetem Holz überschwemmt werden Abg. Dirichlet: Daß die Interessenten, ob Schußzöllner oder Freibändler, möglichst bald in den Befis der Wohlthat Dieser Bölle lommen wollen, ist nur menschlich. Es wird auch in der That in vereinzelten Fällen vielleicht eine erhöhte Bufuhr von Hölzern eintreten. Das berechtigt aber gar nicht, Die ihre Raltulation von Leuten, eine große Reihe und Abschlüsse auf einen bestimmten Preis gemacht haben, schwer zu schädigen, ja deren Eriftens zu gefährden. Ich bitte Sie, nicht um weniger Intereffenten willen viele Existenzen auf das Spiel zu feßen und den Antrag Schliedmann abzu lebnen Staatsjelretar v. Burchard: Die weite Hinausschiebung des Termins wird mit dem Hinweis auf bereits abgeschloffene Berträge motivirt. Dieser Gesichtspunkt ist bezüglich des Rob holzes zutreffend. Wesentlich anders liegt die Sache bei dem bearbeiteten Holz. Da ist in der That eine ungeheure Vor tatbszufuhr zu erwarten, wenn der Tarif nicht sofort in Rraft tritt. zulehnen. $ 3 als Vollbahn gebaut werden soll, find 3 500 000 Mt. gefordert, welche die Kommission zu bewißigen beantragt. Die Pofition wird bewilligt. Die für die Linie hochneukirch Grevenbroic geforderten 1 500 000 Mart beantragt die Kommission abzus lehnen. Die Abgg. Janssen und Berger wünschen die Be willigung. Minifter Maybach unterflüßt diesen Wunsch mit Hin weis darauf, daß feineswegs, wie die Kommission angenommen babe, die Interessen der Stadt Gladbach durch die Linie geschädigt werden, und daß die Bahn auch als Stüd einer für die Zukunft in Aussicht genommenen direkten Linie für den Güter Verkehr von Antwerpen nach Köln zu betrachten set. Der Antrag Janffen wird angenommen. Für die Linie Oppeln NameIau werden 3400 000 Mart gefordert. Die Kommission beantragt dieselben zu be willigen. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Auch die für die Linie Glaz Rüders geforderten 1580 000 Mt. werden nach dem Antrag der Kommission bewilligt. Für die Linie Rogasen Snowraslam werden 6 610 000. gefordert, welche die Kommission zu bewilligen vorschlägt. Abg. Graf v. Posadowsky Webner schlägt vor, diese Summe auf 6730 000. zu erhöhen und dement sprechend den Beitrag der Interessenten von 240 000 M. auf 120 000 Mt. zu ermäßigen. Die Abgg. v. Dergen( Bromberg) und Seer unters ftüßen diesen Antrag. Minister Maybach erklärt sich gegen den Antrag. Nachdem hierauf Abg. Graf v. Posadowsly seinen Antrag zurückgezogen, wird der Antrag der Kommission angenommen. Für die Linie Deutsch- Crone- Sallies werden 3 100 000. gefordert. Die Rommission schlägt unveränderte Bewilligung der Summe vor. Abg. Büchtemann hebt hervor, daß fich nirgends die Verkehrtheit des Prinzips, das bei dem Ausbau der Sekundär bahnen zu Grunde gelegt werde, mehr zeige als bei diesem Projekte. Man baue auch hier wieder eine Bahn, die im Sande steden bleibe. Wenn dieselbe den Kreisen Deutsch- Crone und Dramburg wirklich hätte von Nugen sein sollen, so hätte man auf einen Anschluß nach dem Westen hin Bedacht nehmen müssen, um den Kreisen billige Absaggelegenheit zu schaffen. Mit dem gegenwärtigen Projekt belaste man nur den Fiekus, ohne den entsprechenden Nutzen davon zu haben. Die Abgg. Wehr, Graf d'haussonville und Graf Baudissin treten für die Forderung ein. Abg. v. Meyer( Arnswalde) wünscht, daß die Bahnlinie, für deren Bewilligung er heute stimmen wird, über Callies nach Stargard fortgesezt werden möge. Minister May ba ch erwidert, daß eine Verlängerung des Bahntratts über Callies hinaus nach Stargard und Arnswalde werde in Erwägung gezogen werden, sobald die Finanslage es geftatte. Der Vorwurf des Abg. Büchtemann sei ihm un flar geblieben. Der Antrag der Rommission wird bewilligt. Die Forderung von 2115 000 M. für den Bau einer Linie Löwenberg Zemplin und die weitere Forderung von 4606 000 M. für die Linie Stralsund Rostod mit Abzweigung von Velgast nach Barth wird ohne Debatte unverändert bewilligt. Für den Bau einer Bahn von Neustadt a. D. über Meyenburg bis zur Landesgrenze werden 3 800 000 M. gefordert. Die Kommission beantragt die Bewilligung dieser Summe. Auf eine Anfrage der Abgg. v. Quast und Büchte. mann erklärt Minister Maybach, daß der Bau von Se fundärbahnen auch fernerhin Privaten überlassen werden soll, wenn das betreffende Projekt nicht in den Rahmen des Staatsbabnneßes fällt, und wenn die Staatseisenbahn Verwaltung Die Ueberzeugung hat, daß das Privatunternehmen auf solider Grundlage beruht. Der Kommissionsantrag wird ange nommen. $ Für die Linte Hannover Visselhövede werden 5 100 000 t. gefordert. Die Summe wird dem Kommissionsantrage gemäß bewil ligt; zugleich werden Petitionen aus den Aemtern Falling. bostel und Soltau und der Handelskammer zu Harburg, in denen der Bau einer Bahn Walsrode Fallingbostel Soltau nachgesucht wird, der Regierung als Material zur weiteren Erwägung überwiesen. " Für die Linie Fulda- Gersfeld werben 1,280,000 M. ge fordert, welche die Kommission zu bewilligen beantragt. Die Forderung wird genehmigt, und ebenso gelangt ein weiterer Antrag der Kommission zur Annahme, worin die Staatsregierung ersucht wird, in nochmalige Erwägung dar über zu freten, ob nicht der fünftige Bahnhof bei Stadt Bers feld so zu legen ist, daß dadurch die eventuelle Fortsetzung der Bahn Fulda- Gersfeld nach der bayerischen Landesgrenze zum Anschluß an die bayerische Bahn Neustadt Bischofsheim ermöglicht wird. Die Forderung von 2 490 000 M. für die Linie Warburg- Arolsen und die Forderung von 858 000 Wt. für die Linie Wissen. Morsbach wird ohne Debatte ange nommen. Für den Bau einer Bahn von Schee nach Silschebe werden 980 000 M. gefordert, welche die Kommission zu be willigen beantragt. Die bag. v. Suny und Lieber wünschen, daß die Fortsetzung der oberen Wupperthalbahn von Krebsöge auf wärts nach einer Station der Eisenbahn von Born nach Hückswagen mit Abzweigung von Kräwinklerbrüde nach Radevorm wald in Erwägung gezogen werde. Dieser Antrag, sowie der auf die Regierungsvorlage be zügliche Kommiffionsantrag werden angenommen. Abg. Graf Stolberg: Die Annahme des Antrages Schliedmann würde bewirten, daß die für die Getreidezölle angenommene clausula Windthorst auch auf die hozzölle aus gedehnt wird. Das aber wäre sehr bedenklich. Ich wünsche, daß die Diskussion über§ 3 vorläufig noch ausgelegt wird, bis über die Bölle selbst definitive Beschlüffe gefaßt find. Abg. Stiller bittet, den Antrag Schliedmann abAbgeordneter Graf Stolberg beantragt nunmehr, den zur nochmaligen Erwägung an die Kommission zurückzuverweisen. Abg. von Schliedmann bittet um Annahme seines Antrages, der eine unberechtigte Spekulation verhindern soll. Forderung von 5516 000. für Anlage zweiter Se Der Abg. Dirichlet scheine das Bedürfniß zu haben, fich wieder einmal in Memel und Tilfit populär zu machen.( Heiterkeit rechts. Unruhe lints.) Abg. Dirichlet: Ich richte mich in meiner Haltung nur nach dem, was recht tft, nicht nach dem, was mich hier und da popular oder unpopulär machen könnte. Der Abg. D. Schliedmann möge doch hier nicht alte Wahlgeschichten wie Strudmann erklärt sich gegen den Antrag Schliedmann; ebenso der Abg. Rrober. Abg. Der aufwärmen. Der§ 3 wird unverändert angenommen. Schluß der Sigung 5 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 lbr.( Sleinere Vorlagen, Rechnungen.) Abgeordnetenhaus. 46. Sigung vom 20. März, 10 Uhr. Am Ministertische: Maybach und Kommiffarien. Eingegangen ist ein Gesezentwurf, betreffend die Kanton gefängnisse in der Rheinproving. Setundärbahnvorlage Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung der Für Beschaffung von Betriebsmitteln fordert die Regierungsvorlage 8945 000 M. Die Kommisston beantragt, dieselben zu bewilligen. Die Forderung wird obne Debatte bewilligt, ebenso die leise und Geleisveränderungen, sowie eine weitere Forderung im Gesammtbetrage von 3 500 000 M. für die Erbauung eines Geschäftsgebäudes für die königliche Eisenbahndiret tion in Bromberg, für ein Empfangsgebäude in Rretensen und für die Umgestaltung der Bahnhofs. anlagen zu Münster in Westfalen. Auch der Rest des Gesezes wird ohne Debatte un verändert angenommen. Claus wit, zum Stellvertreter das Mitglied des Herrenbauses v. Klütow gewählt. Darauf erledigte das Haus verschiedene Petitionen und vertagte fich dann bis Sonnabend 1 Uhr. Lokales. In den Armen- Speisungsanstalten, welche ihre Thätig teit für diesen Winter mit dem 15. d. Mts. eingestellt haben, find im Ganzen während der talten Jahreszeit 615 740 Bor tionen Suppe an bedürftige Personen vertheilt worden. In einer überaus troftlosen Lage befindet sich der Tischler Theodor Schmiedeberg, Brizerstraße 38, v. 4 Treppen. Derselbe liegt 1½ Jabre trant darnieder, und natürlich ist sein Letztes in dieser langen Beit, während er vollkommen arbeitsunfähig war, aufgebraucht worden. Kaum daß der allers nöthigste Lebensunterhalt da ist, und außerdem lastet noch eine rüdständige Miethsschuld auf ihm. Kollegen, sowie andere ebeldenkende Menschen werden herzlich gebeten, dem unglücklichen Arbeiter zu helfen. Der jüngst hier vorgekommene Fall von Trichinofis hat jezt ein Komitee hiesiger Schlächtermeister, an deffen Spize die Herren A. Heffter, Altmeister Helfert, Altmeister Wendt u. A. stehen, veranlaßt, die sämmtlichen Schlächtermeister in Stadt und Land in einem in der Allg. Fleischer- 3tg." publis zirten Aufruf zu einer allgemeinen Agitation für Einführung einer allgemeinen amtlichen Fleischschau, deren Kosten der Staat zu tragen hat, anzuspornen. Es solle eine diesbezügliche Petition an den Reichstag gerichtet, ein Agitationsfonds gebildet und in jeder Stadt wie in jedem Dorfe des Deutschen Reichs Listen zur Unterschrift ausgelegt werden. Auch ein besonderes Kennzeichen. Eine heitere Szene spielte fich, wie ein Reporter meldet, dieser Tage auf einem biefigen Polizei- Bureau ab. Daselbst erschien ein hier aus einem Bosenschen Städtchen eingewanderter Handwerksbursche, um seine Anmeldepapiere vorzulegen. In dem von der Dris behörde ausgestellten Baß fand fich nun beim Signalement als besonderes Kennzeichen der sonderbare Vermert:„ Sieht sehr versoffen aus." Welchen Effekt die Verlesung dieses Vermerks auf dem Bureau erzeugt hat, das bedarf wohl teiner besonderen Schilderung. a. Nach der Mittheilung einer hiesigen Korrespondenz foll am 18. d. Mts. Nachmittags auf dem Spittelmarkt gegen einen Boten eines biefigen Bantinstituts, der eine nambafte Summe von der Reichsbant abgeholt habe, ein mißlungener Raubanfall verübt und der Thäter festgenommen worden sein. Wie wir erfahren ist an zuständiger Stelle bis heut Nachmittag von dem angeblichen Raubanfall auf dem Spittelmarkt nichts bekannt geworden. Seit einiger Zeit erläßt eine Firma: Portable Electric Light Company in New York und Boston ( Massachusetts) in den größeren Beitungen Europas Inserate, in welchen für eine patentirte neue Erfindung für die vers schiedenen größeren Länder Generalvertretungen gesucht werden. Wie fich jest herausstellt, hat man es mit einem raffinitten ameritanischen Schwindel zu thun. Es hat sich ergeben, daß fich auf Grund dieser Inserate in Wien und Berlin eine Ans zahl Geschäftsleute meldeten, die sämmtlich mit der alleinigen Bertretung des Hauses sei es für Desterreich- Ungarn oder für Deutschland betraut wurden. Bugleich aber wurde jedem der Geschäftsleute aufgegeben, gegen Einsendung von 82 Mart oder 50 Gulden österr. Währ. eventuell gegen Angabe guter Refe renzen die Muster neu patentirter elektrischer Lampen zu ent nehmen. Nachdem mit dieser Manip.lation vermuthlich kein rechter Erfolg erzielt worden ist, bat die Gesellschaft die Lies ferung der Muster einem gewissen Henry T. Anderson in Lon don übertragen, der dieselben aber nur gegen nicht unbeträchtliche Summen abgiebt. So verlangte er u. A. für 5 Riften voll Muster, wie er schrieb, die Kleinigkeit von 410 M. Jn New- Dort wird die Gesellschaft, deren Hauptfit Boston ist, von einem gewiffen Filton vertreten, deffen Bureau in dem Chatham Street 45 aus einem Bimmer besteht, das als Meubles ment ein Bult enthält. Belle Alliance Theater. Die Lustspiele„ Der Hypochonder", Doktor Klaus" und" Der Raub der Sabinerinnen" führen der Kaffe augenblicklich so viel ,, Groß Geld" zu, daß die Direktoren Lebrun und Wolf beschloffen haben, die bereits an gekündigte Gesangspoffe ,, Klein Geld" vorläufig ruhen zu laffen und die oben angeführten Luftsptele abwechselnd bis nächsten Sonnabend auf dem Repertoir zu halten. Am Sonnabend geht dann die Novität„ Amerikanisch" zum ersten Male in Szene. Polizeibericht. Am 17. d. M. Abends sprang ein 8 Jahr altes Mädchen, in der Köpnickerstraße bei seinem Onkel wohnbaft, in Abwesenheit desselben, anscheinend, weil es sich von Spigbuben verfolgt wähnte, aus dem Fenster der 2 Treppen hoch belegenen, von innen verschlossenen Wohnung auf den gepflasterten Hof binab und erlitt dabei schwere innere Ber legungen und einen Bruch des linken Unterschenkels, so daß es nach Bethanien gebracht werden mußte. In der Nacht zum 19 d. M. fiel ein im Opernhause beschäftigter Maschinist aus eigener Unvorsichtigteit etwa 2% Meter tief in den un teren Maschinenroum hinab und erlitt dadurch einen Rippen bruch und eine Verlegung des linken handgelenks. Er wurde nach dem katholischen Krankenhause gebracht. Am 19. b. M. Mittags stürzte sich ein Mädchen aus dem Fenster einer in der Veteranenstraße 4 Treppen hoch belegenen Wohnung auf den Bürgersteig und verstarb auf der Stelle. Gerichts- Zeitung. P. Die Geschäftshandhabung eines Wintelkonsulenten unterlag in einer gestern stattgehabten Verhandlung vor dem Schwurgericht am Landgericht II. der Beurtheilung der Ge schworenen. Vor den Schranten erschien der frühere Gerichts tanglift, jezige Rechtskonsulent, Louis Bieger, welcher am 9. Jas nuar d. J. bereits durch Urtheil der Straffammer des Landgerichts wegen Betrug, Unterschlagung, Urkundenfälschung und Diebstahls zu einer längeren Freiheitsstrafe verurtheilt worden ift, und gegenwärtig diese Strafe in Blößensee verbüßt, von wo er durch einen Transporteur vorgeführt wurde. Der Angetlagte, ein im 35. Lebensjahre stehender Mann, war, nachdem er vor Jahren die Beamtenfarriere verlassen, seit Jahren immer mehr und mehr in seinen Verhältnissen beruntergekommen und zog zulegt von Berlin nach dem Dorfe Gr. Machnow, woselbst er Gelegenheit fand, bei der ländlichen Bevölkerung seine ju riftischen Kenntnisse zu verwerthen. Er hatte seit Jahr und Tag fich des Vertrauens, mit welchem man ihm entgegenkam, nicht unwerth erwiesen, bis er im vergangenen Jahre mit dem Strafgefes in argen Konflikt gerathen und wie oben erwähnt Dieserhalb verurtheilt worden war. Kaum war diese Vers urtheilung bekannt geworden, so tamen in weiterer Folge noch mehrere Unredlichkeiten zur Sprache und diese bildeten die Unterlage zu der vorgestern gegen Bieger verhandelten An Schluß der Sigung 2% Uhr. Nächste Sigung Sonn abend 10 Uhr( tleinere Borlagen, darunter die Vorlagefache, ebenfalls wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung lage betr. die Fürsorge für die Hinterbliebenen des Polizeiraths Rumpff). Herrenhaus. 9. Sigung vom 20. März, Mittags 12 Uhr. Am Ministertische Friedberg und Kommissarien. Das Präfidium erbittet und erhält die Vollmacht, Sr. Majestät dem Kaiser zu deffen Geburtstage die aller unterthänigsten Glückwünsche des Herrenhauses darzubringen. Nach dem Ausscheiden des Herren Grafen zur Lippe bat fich die Staatsschuldenkommiffion neu fonftituirt. Bum Bor und Betruges. Hiernach erhielt der Angeklagte von einem feiner Klienten, dem Roffäth Hoffmann zu Machnow, im Juli v. J. den Betrag von 20 Mt. mit dem Auftrage, das Geld an die Schwiegermutter des Hoffmann per Postanweisung ein zusenden. Bieger führte jedoch den Auftrag nur zur Hälfte aus, Denn er zahlte bei der Post nur 10 Mt. ein, während er den Rest von 10 Mt. für fich behielt. Den Hoffmann, welcher von ihm den Nachweis über die prompte Ausführung des erhaltenen Auftrages durch Vorlegung eines Postscheines verlangte, fuchte suchte er mit der Angabe zu beruhigen, daß er den Boftschein fürzlich verloren hätte und übergab ihm fchließ lich als Hoffmann mit dieser faulen Ausrede fich nicht abfinden welche ſizenden ist das Mitglied des Abgeordnetenhauses Dr. ließ, ein Schriftstück in Form eines Quartblattes, welches man feiner Angabe eine zweite Ausfertigung des verlorenen Boft scheins sein sollte und worin von dem kaiserlichen Bostamt No. 38 in Berlin die Absendung von 20 Mt. bescheinigt wurde. Unterzeichnet war das von dem Angeklagten selbst an gefertigte Schriftftüd mit dem Namen eines nicht existirenden Poftfetretärs. Das half aber dem Angeklagten nichts, denn Hoffmann's Schwiegermutter, war in Bezug auf den Geld punkt zu der Kategorie der unleiblichen Schwiegermütter au zählen und die alte Dame" merkte etwas. Ein Brief der Schwiegermutter folgte dem andern und Hoffmann traute nun zulegt dem Frieden nicht mehr, zumal er von der Bestrafung bes B. inzwischen Kenntniß erhalten. Angestellte Nachforschungen ergaben zu guterlegt, daß die Schwiegermutter diesmal doch recht hatte und der Angell., der damals bereits in Haft war, räumte beim erften Verhör ein, fich der Urkundenfälschung und Unterschlagung schuldig gemacht zu haben. In einem anderen Falle hatte In einem anderen Falle hatte Bieger fälschlich als Bureauvorsteher eines Rechtsanwalts R. fich dem Ortsvorsteher Hanke vorgestellt und von demselben Darlehne im Gesammtbetrage von 45 Mt. unter der Vorspies gelung erschlichen, daß er diese Darlehne von der Kostenrech nung nach Beendigung des Prozesses in Abzug bringen wolle. Als dann der Zeitpunkt der Abrechnung herangerückt war, fertigte der Angeflagte, um den Geprellten hinzuhalten, einen Schreibebrief an, mit der Unterschrift des R., in welchem die Mite theilung gemacht wurde, daß der Rechtsanwalt den Gesammt Kostenvorschuß" erst nach Erledigung der Sache berechnen werde. Auch hier ging der Krug so lange zum Brunnen, bis er brach. Im Audienztermin war der Angeklagte der ihm zur Laft gelegten Bergehen geständig und beantragte der Staatsanwalt, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage unter Bewilligung mildernder Umstände bejaht, wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Betruges eine Gesammtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten Gefängniß. Dem Offizial Vertheidiger, Referendar Eulenburg, erübrigte nach dem Ausfall der Beweisaufnahme und mit Rücksicht auf Das theilweise Geständniß des Angeklagten nur, für milde Beur theilung au plaidiren; dies geschah unter Hinweis darauf, daß der Angeklagte bis zu seinem 35ften Lebensjahre fich tadellos geführt habe. Der Gerichtshof erkannte bemgemäß auf nur 1 Sabr Gefängniß zusäßlich zu der im Januar d. J. erkannten Strafe. 11 in sammen. Reßner hatte in seiner bedrängten Lage zu einem verzweifelten Mittel gegriffen, um fich seines Gegners zu erwehren; er hatte ein scharfes Schlächtermesser aus der Brufttasche gez gen und dieses von unten seinem Feinde zwei mal bis ans eft in die Bruft gejagt. Einer der Stiche hatte belbe Lungenflügel burchbohrt und mußte den sofortigen Tod zur Folge haben. Aber auch Keßner war so arg zugerichtet, daß er fofort nach der Charitee gebracht werden mußte, wofelbft die Heilung seiner Wunden über 4 Wochen in Anspruch nahm. Von den Angeklagten machte Reiner entschieden den besten Ein brud, ohne seine That irgendwie abschwächen oder beschönigen zu wollen, schilderte er den Vorfall und die Veranlaffung dazu in rubiger, leidenschaftsloser Weise und behauptete nur, daß er fich im Zustande der Nothwehr befur den. Der Angeklagte Steinmann gab eine Schilderung des Vorfalls, die durch die Beweisaufnahme strikte widerlegt wurde, und behauptete er u. A. auch, daß Keßner ihm mit dem bereits gezogenen Meffer entgegengekommen sei. Eine ebenso wenig rühmliche Rolle spielte die Angeklagte Ehefrau Keßner; ihre bei der ersten Vernehmung abgegebene Aussage, fte babe nicht gesehen, daß Auguft Steinmann einen Beitschenstiel zum Schlagen benutt und daß diese Behauptung eine wiffentlich falsche sein mußte, lag den Umständen nach auf der Hand- wollte fie nur in der Verwirrung abgegeben haben. Ste mußte auch einräumen, daß fie nach dem Weggange von ihrem Manne den Angeklagten Steinmann bei fich aufgenommen habe. Der Staatsanwalt bedauerte, die Anklage gegen Kegner aufrecht erhalten zu müssen, der Mann verdiene das vollste Mitleid, aber dem Geseze müsse Genüge geschehn. Dagegen bitte er, diesem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen, die Schuldfragen in Betreff der beiden anderen Angeklagten aber ohne solche zu bejahen. Der Vertheidiger des Keßner, R- A. Raphael, plaidirte mit Wärme für dessen Freisprechung, da hier lediglich ein Akt der Nothwehr vorliege, und R.-A. Dr. Isaac führte für seine Klientin, die Angeklagte Reßner, alle vorliegenden Milderungsgründe an. Die Geschworenen erklärten den Regner für nichtschuldig, bejahten dagegen die Schuldfragen in Betreff der beiden andern Angeklagten. Dem zufolge mußte Reßner freigesprochen werden und der Berichtshof verurtheilte August Steinmann zu einem Jahre Gefängniß, Die Ehefrau Keßner zu 3 Monaten Gefängniß. In der Klagefache des aus Berlin ausgewiesenen Literaten Schloßbauer gegen den Reporter M. A. Wagener stand zu gestern Termin an, in welchem die Parteien und die geladenen Beugen erschienen waren. Der Angeklagte verlangte, Da der Kläger Ausländer sei, auf Grund der geseglichen Beftimmungen für die ihm eventuell erwachsenen Roften eine Sicherheit von 100 Mart. Der Kläger bestritt, Ausländer zu sein und berief sich darauf, daß auf seine Klage um Aufhebung der über ihn verhängten Ausweisungsmaßregel am 28. d. Mts. Termin vor dem Oberverwaltungsgericht anstehe, in dem der Nachweis seiner Qualität als Nichtausländer geführt werden wird. Er erbot sich zwar, um nicht eine abermalige Bertagung herbeizuführen, die geforderte Sicherheit zu hinterlegen, sein Vertreter, Rechtsanwalt Königsberger, widersprach aber der Bulässigkeit dieser Hinterlegung, da das Verlangen beffelben ein unberechtigtes fei. Der Gerichtshof beschloß, den Termin zu vertagen und die Akten des Oberverwaltungsgerichts ein zufordern. паф nabm Die Bersammlung einstimmig Die ftehende Resolution an:„ Die beutige Versammlung sc. erkennt an, daß eine Aufbefferung der Löhne in der Konfektionsbranche nur auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen und es ba her Pflicht eines jeden Schneiders ift, für eine gefeßliche Re gelung der Arbeitszeit durch Einführung des Marimalarbeits tages einzutreten." In Erledigung des zweiten Bunttes der Tagesordnung: Die Werkstellenverhältnisse im Osten Berlins" schilderte Herr Pfeiffer hauptsächlich die, hinsichtlich der fani tären Anforderungen an Luft und Licht sc., angeblich in ge radezu haarsträubender Weise vernachläßigte Beschaffenheit der in einem Kellergewölbe befindlichen Wertstelle eines Schneider meisters Schulz, Thaetstraße 46. In der Diskussion hoben mehrere Redner übereinstimmend hervor, daß die an's Un glaublich streifende Niedrigkeit der Löhne der meisten Ron fektionsgeschäfte im Osten Berlins die für dieselben arbeitenden Schneider zu der ausgedehntensten Nachtarbeit zwinge, woraus fich, nächst der herrschenden Noth, auch der verhältnismäßig schwächere Besub dieser Versammlung erklären laffe. uns. Eine öffentliche Versammlung der Drechsler, Knopf arbetter und Berufsgenossen findet am Montag, den 23. März Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakob ftraße Nr. 37 ftatt. Tagesordnung: 1. Welche Aufgaben hat der neue Verein. 2. Das Vorgehen der Fabrikanten gegen 3. Verschiedenes. Es ist unbedingt nothwendig, daß aller Rollegen in dieser Versammlung erscheinen; denn die Vor gänge in unserm Gewerbe in der legten Beit, sowohl wie die in Aussicht gestellten Lohnabzüge, mit denen uns wieder ein zelne Fabrikanten drohen, müssen gelehrt haben, wie zwed mäßig es ist, eine große Vereinigung herbei zu führen um auf diese Weise dem Herabdrücken der Löhne einhalt zu gebieten. Also nochmals, Drechsler- und Knopfarbeiter, erscheint alle in dieser Versammlung. Die Kommission ersucht, die Listen u Beitrittserklärung zum Fachverein in der Versammlung abju geben. Fachverein der Schloffer und Berufsgenossen. Heute Sonnabend 8 Uhr, Versammlung, bei Gratweil, Romman Dantenstraße. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Groß mann. Diskussion. Aufnahme reuer Mitglieder. Antrag der Bibliothekare. Verschiedenes. Bahlreicher Besuch erwünscht. Mitglieder Versammlung der Zentral- Kranten und Sterbetafe der Tischler u. f. m., örtliche Verwaltung Berlin C., Hallesches Thor, Sonntag, den 22. März, Bov mittag 10 Uhr, Teltowerstr. 3 bei Rothacker. Tagesordnung 1. Hauptwahl von 14 Delegirten zur Generalversammlung 2. Fortsegung der Statutenberathung. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Das gliedsbuch muß bei der Wahl vorgezeigt werden; obne diese darf Niemand wählen. Stimmberechtigt find nur diejenigen Mitglieder, welche über 21 Jahr alt find. Unterstügungsverein deutscher Buchdrucker. Mitgliede versammlung der C. K. K. am Sonntag, den 22. März, mittags 11 Uhr, in Staas' Salon, Sebaftianstraße 39. Zage ordnung: 1. Aufstellung von Kandidaten für die Ortverwaltung 2. Remuneration der Ortsverwaltung. 486 Berichtigung. Herr Schulz erfucht uns unter Hinweis auf das Preßgefes um Aufnahme folgender Beilen, die Be haben auf einen in Nr. 65 unseres Blattes abgedruckten richt, über eine Schlofferversammlung: Sch habe weber einem Arbeiter erklärt, er fei entlassen, weil ich für solche, die meine Leute aufhezen, keine Arbeit habe. Noch ist es wahr, daß meine 140-150 Arbeiter in jeder Woche statt 161 Stunden nur 160 Stunden bezahlt erhalten. Lezteres ist hinfällig, weil etad fieben chtel meiner Arbeiter auf Attord, ein Achtel auf Wochen John angenommen find und fein einziger nach Stundenzahl be zahlt wird." Mitte Januar c. brachten wir einen Bericht, wonach der frühere Redakteur der Allgem. Deutschen Buchbinderzeitung", Paul Jahn, aus dem hiesigen Unterstügungsverein der Buchbinder und verw. Berufsgen." ausgeschlossen wurde. Herr Jahn war vom Vorfißenden des obengenannten Vereins Herrn 88. Joft der Unterschlagung geziehen worden und dadurch aus dem Verein ausgeschlossen. Der Staatsanwalt batte auf diese Denunziation bin gegen Jahn die Untersuchung eingeleitet und war auf Beschluß des Amtsgerichts Anklage gegen Jahn erhoben worden. In dem gestern stattgefundenen Termin wurde Jahn auf Antrag des Staatsanwal& freigesprochen, da er fich in der Wahrnehmung seiner Interessen feiner Rechtswidrigkeit schuldig gemacht habe. Der Gerichtshof erkannte auch dem gemäß, indem er die Kosten des Prozesses der Staatstaffe zur Im Zollhafen lief nämlich ber erste von der badischen Laft legte. Schraubendampffchifffahrts Gesellschaft Mannheim" erbaute Seeflußdampfernduftrie" im Beisein einer großen Menschen -th. Jener blutige Erzeß, der fich am Nachmittage des 15. Novbr. vor. J. in der Schulstraße abspielte, unterlag gestern der Prüfung des Schwurgerichts des Landgerichts I. Auf der Antlagebant nabmen drei Personen Play: der Schlächtermstr. Karl Gottlieb Ferdinand Keßner, der Kutscher Ernst August Steinmann und die Ehefrau des ersten Angeklagten, Anna Reßner, geb. Schumann. Dem ersten Angeklagten wird vor fäßliche Körperverlegung mit tödtlichem Ausgange, dem zweiten Betheiligung an der Schlägerei und der dritten Begünstigung zur Last gelegt, indem fie bei ihrer ersten Vernehmung vor Der Polizet eine wiffentlich falsche Aussage abgab, um den Wie es zweiten Angeklagten der Strafe zu entziehen. meistens bei solchen traurigen Vorfällen der Fall zu sein pflegt, spielte eine Frau auch in diesem Drama die Hauptrolle. Der Angeklagte Regner lebte mit seiner Frau feit längerer Zeit in Unfrieden und war hieran einestheils der Umstand schuld, daß sein Geschäft in völligen Berfall gerathen war und anderntheils der Verdacht des Kegner, daß seine Frau mit dem Kutscher August Steinmann ein unlauteres Verhält nig unterhielt. Im Juli v. J. wurde Keßner frant und fand im städtischen Krantenhause zu Moabit Aufnahme, seine Ehes frau gab darauf die bisherige Wohnung auf und lebte mit dem Angeklagten Steinmann zusammen. Als Keßner nach seiner Wiederherstellung bei seiner Frau Annäherungsversuche machte, wurde er schroff abgewiesen und nun entstand natürlich zwischen den Parteien eine höchst gereizte Stim mung, die fich bei gelegentlichen Busammentreffen gegenseitigen Schimpfereien Luft machte. Schließlich tam die Feindschaft in einem Kampfe, der auf offener Straße stattfand, zum Ausbruch und nahm einen überaus traurigen Verlauf. Ms Keßner am obenerwähnten Tage mit einer leeren Molle unter dem Arm daß in der Schulstraße belegene Boll'sche Schantlotal verließ, bemerkte er auf der andern Seite der Straße feinen Nebenbuhler Auguft Steinmann und sofort fielen hüben wie brüben Schimpfreden. Steinmann eilte sodann über den Straßendamm und eröffnete die Thätlichkeiten, indem er den Regner mit dem dicen Ende des Peitschenstiels über den Kopf schlug. Der Schlag war ein so heftiger, daß der Getroffene Sofort zu Boden stürzte, worauf Steinmann den er Vortheil dazu benutte, benutte, dem am Boden rungenen Liegenden noch mehrere Hiebe mit dem Peitschenstiele zu versegen. In diesem Augenblide tauchten auch die Ehefrau Regner und der Arbeiter Heinrich Steinmann, ein Bruder des Angeflagten auf, augenscheinlich hatten die Beiden sich auf dem Flure eines benachbarten Hauses aufgehalten. Während Frau Reiner fich paffiv verhielt, frat Heinrich Steinmann sofort in Aftion, er ergriff die dem Keßner entfallene Molle und schlug bamit so lange gegen den Kopf deffelben, bis die Molle in Stücken zersprang. Sodann Iniete er auf ihm und traktirte ihn mit Fauftschlägen ins Geficht. Plößlich sprang Heinrich Steinmann von seinem Opfer auf, wantte einige Schritte zur Seite und brach nach wenigen Augenbliden mit einem dumpfen Schmerzensschrei entseelt zu Heute: Carmen. Theater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Heute: Iphigenie auf Tauris. Heute: Der Richter von Balamea. Deutsches Theater. Bellealliance- Theater. Heute: Der Hypochonder. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Bum 31. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Das eiserne Kreuz. Was fich die Kaserne erzählt. Heute: Vineta. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Heute: Die Sorglosen. Vittoria Theater. Heute: Sulfurina. Heute: Bella- Vista. Alhambra- Theater. Dem Schankwirth Fris Ebel, Staligerstr. 43, ein breimal donnerndes Hoch zu seinem 39. Wiegenfeft, daß der H. E. u. Andere. ganze Laufiger Plat zittert. Wie meenft de? Wat sägst de? 586 Vereine und Versammlungen. 11 hfs. In der öffentlichen Versammlung der Konfettions- Schneider, welche das fombinirte Komitee"( von Ja nungs- und Schneidermeister- und Gesellen- Vereinigungs- Vore ftänden) zum Donnerstag Abend in die ,, Königstädtischen Bierhallen", Gr. Frankfurterstr. 30, einberufen hatte, referirte zus erst Herr Pfeiffer über den aufzustellenden( bekannten) Minis mallohntarif für die Konfettionsbranche. Die hieran geknüpften mallohntarif für die Konfektionsbranche. Die hieran geknüpften Ausführungen des Redners über die schon in so vielen Ber sammlungen erörtete traurige Lage der Arbeiter im Berliner Diskussion, in welcher zahlreiche Redner die gedrückten Ber bältniffe sowohl im Allgemeinen, als aud ganz besonders die Kleine Mittheilungen. Der erste Seeflußdampfer in Köln. Der 18. Mär brachte der Stadt Köln ein Ereigniß welches, wie man , begrüßten. Daffelbe batte seine erste Fahrt von London dirett rung des Schiffes an das Kölner Ufer. 11 Ans Wittenberg bringt die Mago. 3tg." folgende Schreiben: In Jüterbog herrscht seit Sonntag in allen Gesell außergewöhnlichen Umständen erfolgte Verbaftung des Obe Verhaftung bervorgerufen ist. Die Verhaftung, von der dig abgeschlossen, daß es auch seiner Frau nicht vergönnt die bis wurde N erfchei Berli Pofta alle Bu ,, B mit der einzula Di Blattes Bevöll Luce a gerecht Arbeite 933 nehmen berung und au Ei Kreise Bolk gefunde auch m An es ist u Berline brunge Befireb Beife Un Inhalt Ga Feuillet eines bi Feder beginne De Borrath Schneidergewerbe fanden reichen Beifall. Nach einer längeren Thomas keine Ahnung hatten, wurde durch zwei Kriminalbeamte aus Berlin vorgenommen, und der Verhaftete sofort so vollstän der Konfektionsschneider mitunter drastisch illuftritten, der allge thn zu sehen. Thomas, der fich durch große und unverständige meine Beitritt zum Fachverein der Schneider dringend empfohe Geloausgaben auffällig gemacht hat, soll sich eines sehr schlim len wurde und namentlich verr Täterow die Regelung der Arbeitszeit durch einen gefeßlichen Marimalarbeitstag als einziges und wirksamstes Abhilfsmittel nachzuweisen suchte, Am 19. März, Vormittags 112 Uhr, verstarb plöglich am perafalag unier lieber Mann, Vater, und Großvater, der ehemalige Kassirer der Kranken- und Sterbekaffe der Steindrucker und Lithographen Théodore Roussel. Die Beerdigung findet am Sonntag, d. 22. März, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des fran zöfifchen Kirchhofs( Prinzen- Allee) aus statt 600 Die trauernden Hinterbliebenen. Orts Krankenkaffe der Maurer. Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 22. März, Vormittags 10 Uhr, men Verbrechens als Soldat schuldig gemacht haben, bod ist Alles, was darüber in die Deffentlichkeit fommt, nichts als Gerücht. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten machen wir die traurige Mittheilung, daß unser lieber Sohn und Bruder, der Schriftseger Gustav Stengel am 18. März, Abends 10 Uhr, an der Lungenschwind fucht sanft entschlafen ist. Die trauernden Eltern nebst Geschwister. NB. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Georgenkirchhofs zu Weißensee statt. 596 Mitglieder- Versammlung der 599 Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerbl. Arbeiter( E. H) im Lokale des Herrn Keller, Andreasstraße Nr. 21. 34 Hamburg für die örtl. Verwaltungsstelle Tagesordnung: Wahl der 100 Vertreter zur General Bersammlung nach § 46 des Statuts. Wahlberechtigt und wählbar find nur solche Personen, Berlin F.( Schönhanserthor) Montag, den 23. März, Abends 8 Uhr, TD.: 1. Definitine Wahl der Delegirten zur General welche großjährig und im Bestße der bürgerlichen Ehrenrechte Versammlung. 2. Wahl eines Revisors und Verschiedenes find. Der Eintritt ist nur großiäbrigen Mitgliedern, welche nicht mit 2 Beiträgen im Rückstande und nur gegen Vorzei gung des auf die Orts- Krankenkasse der Maurer lautenden Dufitungsbuches, gestattet. Das Kaffen- Lotal bleibt an diesem Tage geschlossen. Der provisorische Vorstand der Drts- Krankentafe der Maurer. Kosmus, Wallnertheaterstr. 45. 595 Um zahlreichen J. A.: F. Meißner Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Besuch ersucht Arbeitsmarkt. 601 Ein junges anftändiges Mädchen fann die Damenfchnelberd gründlich eriernen Louisen Ufer 10, 3 Tr. links. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Werlag von War Gading in Berlin SW. Beuthstraße 2. fomie b gratis Da Radbrud 123 Ueberb ber let jungen Tommer fagt, b wenn feiner A Mr. S auf be wabrie der Di als o hinein. Run, Dberft pfange Jugegen hierher 6 Dottor Das Auftra Stellv weiß j wefenb riers jn@e inia