nad tennt anche 3 ba Re beit 3 ber lins" fant n ge it der eiber oben Un Kon enden oraus mäßig opi Räry Satob n bat gegen baf Vor le bie ein wed n auf ieten. We in naut абуш Seute, man Bro g der pt. und Itung Bov ung: Tung erben Mits Diefes nigen teber DO Cage ungi weiß Bezug Be einem Leute meine r 160 etaa ochens 1 be Märs man wird ifchen baute fchen Jubel Dirett anabe Tende Befell unter Ober Nr. 69. Sonntag, 22. März 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Poftabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Redaktion: Beuthstraße 2. Abonnements- Einladung. Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. Loftet für das ganze Vierteljabr 4 Mart, für den Monat April 1 Mart 35 Pf., pro Woche 35 Pf. frei ins Haus. Bestellungen werden von sämmtlichen Beitungsspediteuren, Bum bevorstehenden Vierteljahrs- Wechsel erlauben wir uns, sowie in der Expedition, 3immerstraße 44, angenommen. alle Arbeiter Berlins zum Abonnement auf das Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements Berliner Volksblatt" für das nächste Quartal zum Preise von 4 Mart entgegen. mit der Gratis- Bellage einzuladen. Illustrirtes Sonntagsblatt" Die Reichshauptstadt hatte vor dem Erscheinen unseres Blattes tein Drgan, welches den Jntereffen der werkthätigen Bevölkerung diente. Das„ Berliner Voltsblatt" füllt diese Lüde aus, es bedarf aber, um seiner Aufgabe voll und ganz gerecht werden zu können, der nachhaltigsten Unterstügung der Arbeiter. Wer der Sache der Arbeiter dienen will, belfe ein Unter nehmen befestigen, welches bestimmt ist, die berechtigten For berungen und Wünsche der Arbeiter zum Ausdruck zu bringen, und auf ihre thatsächliche Erfüllung hinzuwirken. Ein Jeder von unseren bisherigen Anhängern suche in dem Kreise feiner Freunde und Bekannten das Berliner Boltsblatt" au verbreiten und sehe darauf, daß jeder neugefundene Befinnungsgenosse, sein Versprechen, zu abonniren, auch wirklich hält. Am 1. April schließen wir unseren ersten Jahrgang ab; es ist uns in dem verfloffenen Jahre klar geworden, daß die Berliner Arbeiterschaft wirklich von der Wichtigkeit durch brungen ist, ein Organ zu befizen, in welchem thre Bestrebungen und Bedürfnisse in unverfälschter, ungefärbter Beife an die Deffentlichkeit gebracht werden. Unfererseits werden wir auch fernerhin bemüht sein, den Inhalt unseres Blattes immer reichhaltiger zu gestalten. Ganz besondere Sorgfalt merben wir auch auf das Feuilleton verwenden und am 1. April mit der Veröffentlichung eines höchft interessanten und spannenden Romans aus der Feder Friedrich Gerstäder's beginnen. Im Eckfenster Den neu hinzutretenden Abonnenten wird- soweit der Borrath reicht der bisher erschienene Theil des Romans „ Gesucht und gefunden" sowie das Illustrirtes Sonntagsblatt" gratis und franto nachgeliefert. Das Diefer er bi be Deamte Aftan burbe indige chlim bod te als en 96 4 te b asse 599 6.) telle eneral ebenel Treichen ร วน! reiberd 601 ,, Berliner Volksblatt" Radbrud verboten.] 123 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsegung.) Natürlich müssen wir uns an ihren Befehl halten. Ueberhaupt ist es mir verdächtig diese häufigen Besuche in ber legten Zeit von Seiten des Oberst D'Brian und seines jungen Freundes." ,, Der Oberst wird wahrscheinlich nicht mehr wieder Außerdem bitten wir unsere auswärtigen Abonnenten die Bestellung bei der Post rechtzeitig aufzugeben, damit die Nachzahlung von 10 Pf. Strafporto vermieden wird. Die Redaktion und Expedition des Berliner Volksblatt." Das Grubenunglück bei Saarbrücken. Fall zu beziehen, daß im Allgemeinen beim Bergs bau an Schuß- und Vorsichtsmaßregeln nicht immer und nicht überall auch alles vorgesehen worden ist, was die moderne Technit zu leisten vermag. Es wäre in der That ein Ziel, des Schweißes der Eblen werth", wenn sich die hervorragendsten Techniker unferer Zeit zu gemeinsamer Arbeit zufammenthäten, um ausfindig zu machen, was bei so gefahrenreichen Be trieben, wie der Bergbau es ist und wie es ja noch viele andere giebt, an Schußmaßregeln überhaupt geleistet und erreicht werden fönnte. Solche Arbeiten und Forschungen würden dem Gesammtwohl viel erfprießlicher sein, als etwa die Nachforschungen, wo das Schlachtfeld liegt, auf welchem der römische Feldherr Varus von Hermann dem Cheruster besiegt worden ist. Wir haben gegen solch historische Forschungen an sich nichts einzuwenden, aber anderers Die Schreckenstunde, die in diesen Tagen durch das Land läuft und uns den Tod von anderthalb hundert braven und fleißigen Arbeitern meldet, hat wieder einmal mit furchtbaren Argumenten bewiesen, wie ungenügend heute noch beim Bergbau der Schutz gegen plöglich eintretende mörderische Explosionen ist. Der offizielle preußische Staatsfeits müssen wir denn auch darauf hinweisen, daß uns hier das Anzeiger" sagt, baß ein solches Unglück mit solchen Wirfungen in der Geschichte des preußischen Bergbaues bis jetzt einzig daftehe. Die eindringlichen und erschreckenden Mahnungen, die in außerpreußischen Ländern durch dort beim Bergbau vorgekommene Unglücksfälle ertheilt worden sind, hätten unseres Erachtens indeffen wohl auch hingereicht, um alle Kräfte anzuspannen zu fleißigem Nachdenken und ununterbrochenem Arbeiten, um zu Mitteln zu gelangen, mit denen solchen Unglüdsfällen mehr und sicherer vorzubeugen wäre als bisher. 3war geben wir uns nicht der Illusion hin, daß es gelingen fönne, ein absolutes Schuhmittel gegen alle gefährliche Bufälle und Vorkommnisse zu finden, der Bergbau ist einer der gefährlichsten Betriebe und seine Ge schichte weist eine furchtbare Bahl von Opfern an Menschenleben auf, der Opfer an Gesundheit noch gar nicht zu_gebenken. Man erinnere sich nur an das furchtbare Grubenunglück zu 2ugau in Sachfen, das so viele Opfer verschlang und ein Heer von armen und unversorgten Wittwen und Waisen hinter sich herzog. Wir sind nicht in der Lage, zu beurtheilen, wie weit die Schußmittel, welche die moderne Technit bieten tann, ausgebildet find. Man meldet, daß in der Grube, wo das Unglück vorfiel, gerade sehr sorgfältige Vorsichtsmaßregeln getroffen waren. Wir find nicht in der Lage, dies anzweifeln zu können und man fann dem Eifer und der Aufopferung, womit die Ret tungsarbeiten von den Behörden in die Hand genommen und geleitet wurden, nur volle Anerkennung zollen. Allein bas hindert uns nicht, unfere unmaßgebliche Meinung da hin auszusprechen, ohne uns auf den in Rede stehenden den Herrn Dberamtmann zu begrüßen?.. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen!" " Sehr gütig!" fagte Miß Braddon mit einem tiefen Rnig. Die erste flüchtige Musterung war zu seinen Gunsten ansgefallen. Mr. Harriers dagegen blickte ihn mit Mißtrauen an. Das forschende, durchbringende Auge des jungen Arztes gefiel ihm durchaus nicht. " 1 lommen; wir haben ihm das legte Mal unumwunden ge- Jahreszeit ist sie niemals anwesend." fagt, daß Mylaby Niemanden sehen will." Aber seine verfänglichen Fragen? Ich fürchte immer, wenn er auch nicht selbst zurückkehrt, er schickt einen andern feiner Freunde zum Spioniren.... Was ist das?" Diese Unterbrechung wurde veranlaßt dadurch, daß Mr. Harriers, als er zufällig einen Blick durch das Fenster auf den Schloßhof hinaus warf, bort einen Reiter ge wahrie, der eben vom Pferde abstieg. Er übergab einem als ob er ganz besondere Eile hätte, in's Schloß der Diener die Zügel und trat raschen Schrittes, gerade hinein. " Ich wette," sagte Harriers, das ist ein neuer Spion. Run, wir werden ihn eben so abweisen, wie wir den Oberft D'Brian abgewiesen haben Ems Ich habe bereits gehört," fuhr Frig fort, daß Lady Davis augenblicklich nicht anwesend ist im Schloffe. Nein, mein Herr," antwortete Harriers, zu dieser Aber man weiß ungefähr die Zeit, wann Mylady zurüdtommt. Ich bebaure aufrichtig um Lady Davis willen, daß ich sie nicht anwesend treffe.. Doch ich sehe, ich habe die Herrschaften beim Frühstück gestört. Ich bitte bringend, daß Sie sich durch meine Anwesenheit nicht stören lassen; bas war nicht meine Absicht. Wir können ja auch plau bern, während Sie speisen.... Ich schäße mich glücklich, mit der liebenswürdigen Miß Braddon und mit bem ehrenwerthen Mr. Harriers ein Viertelitündchen zu plaudern." Ein recht feiner Mann," dachte Miß Lizzi. Die Schmeichelei hatte eine leichte Röthe auf ihren runden Wangen hervorgerufen. " Herr Doktor," sagte sie in verbindlichem Tone, pfangen Sie ihn nicht allein, Miß Lizzi, laffen Sie mich würden Sie uns vielleicht die Ehre erweisen, an unferm Frühstück Theil zu nehmen?" Jugegen sein." Gewiß, Harriers, sollen Sie zugegen sein. Er mag den hierher tommen; wir wollen ihn hier empfangen." Dottor Fritz Rodenburg. Es währte nicht lange, so meldete ein Diener Sollte er gar im " D, Sie find sehr gütig, Miß Braddon; sehr gern. Ich habe so viel Gutes und Rühmendes von Ihnen ge hört, daß ich, wenn auch der Zweck meiner Reife hierher vergebens ist, mich doch einigermaßen entschädigt halten barf, da ich das Vergnügen gehabt habe, Ihre Bekanntschaft zu machen." Harriers nachdenkend. Das ist ja ein Arzt von Bethesda. Auftrage des Mr. Gefferson tommen? Sollte dieser einen Stellvertreter schicken?... Unmöglich! Mr. Gefferson noch ein Rouvert herbei, und bald saßen die Drei an dem weiß ja, daß zu dieser Jahreszeit Mylady gar nicht anwefend ist." riers Jebenfalls müffen wir sein Begehren hören." affen Sie den Herrn hier eintreten, sagte Mr. Har zu dem Diener. Eine Minute später trat Friß ein. " Ich habe die Ehre, die Frau Dberhofmeisterin und Miß Braddon schellte. Ein Rammermädchen brachte sauber und reich fervirten Frühstücstisch zusammen, an scheinend im gemüthlichen Geplauder begriffen. Es war aber feineswegs eine harmlose Unterhaltung, welche sie pflogen, vielmehr hatte das Ganze doch etwas Gezwun genes, Geschraubtes. Mr. Harriers fonnte von seinem Mißtrauen durchaus nicht zurückkommen. Wenn auch der Dottor fich alle Mühe gab, heiter und harmlos zu er Hemd näher ist als der Rock und daß unsere Bergarbeiter denn doch von Seiten wissenschaftlicher Arbeit und Forschung mehr Aufmerksamkeit verdienen, als Varus und Hermann der Cherusker. Die liberale" Manchester- Dekonomie will bekanntlich bem Risiko des Arbeiters bei industriellen Unternehmungen nur eine untergeordnete Bedeutung beilegen; für sie ist maßgebend das Risiko des Unternehmers, ber sein Bes triebskapital aufs Spiel fegt. Gegenüber dieser egoistischen und grob materialistischen Anschauung hat die moderne Technik die humane Aufgabe, das Risiko des Arbeiters, bas doch weit gefährlicher als dasjenige des Unternehmers ist, zu vermindern. Dabei muß die Gesetzgebung zu Hilfe kommen und Vergütungen für Verlegte und Arbeitsunfähige, wie für die Hinterbliebenen der Todten aussehen. Das Alles ist so selbstverständlich, daß man kaum davon zu sprechen brauchte, wenn nicht eben gegentheilige Thatsachen vorhanden wären. Anderthalbhundert und vielleicht noch mehr Tobte sind die Opfer der Katastrophe; hinter ihnen stehen nahezu 500 Wittmen und Waisen. Was wird mit diesen geschehen? Das Unfallversicherungsgesetz ist noch nicht in Kraft getreten. Es wäre gut, wenn es bestände, wie viele Mängel es auch haben mag, da in diesem Falle und bei so schweren Verunglückungen die Haftung nicht auf die Krankenkassen abgewälzt werden könnte. Allein nun find die Hinterbliebenen der getödteten Bergleute auf das Haftpflichtgesetz angewiesen und da tritt gerade für sie jener Mißstand ein, den man neuerdings so oft und mit so vielem Recht hervorgehoben hat. Die Hinterbliebenen werden die Aufgabe haben, zu beweisen, daß das Unglück scheinen, so blickte er doch die Haushofmeisterin und ben Dberamtmann zuweilen so eigenthümlich durchdringend an, und der Gegenstand seiner Unterhaltung war so verfänglicher Art, daß Harriers fich sagte: Wir müssen vorsichtig gegen ihn sein, er ist jedenfalls nichts als ein Spion!" Miß Lizzi allein gab sich dem Vergnügen der inter effanten Unterhaltung mit dem jungen, berühmten Arzte von Bethesda hin, dessen Ruf längst bis hierher gedrungen war. Nachdem sich Friß die Zuneigung seiner beiden Tischgenoffen erworben zu haben glaubte, beschloß er, gerade auf sein Biel loszusteuern. " Mein Herr Oberamtmann," sagte er, Sie werden fich wundern, wenn ich Ihnen sage, daß ich nicht direkt von Bethesda hierher tomme, sondern von Bladfield." ,, Ah, von Blackfield, vielleicht einen Patienten dort?" fragte Harriers mißtrauisch. ,, Das nicht! Es handelte fich um Erkundigungen, die ich in Blackfield einzog. Sie kennen diese Angelegenheit ja auch, es betraf die Bekenntnisse Mr. Rowlands." Harriers ließ den Bissen, den er eben zu feinem Munde führen wollte, sinken, lehnte sich in seinen Stuhl und saß da wie ein vernichteter Mann, feines Wors tes mächtig. Auch Miß Brabbon starrte den Doktor mit weit geöffneten Augen an. Dieser stellte sich, als bemerkte er den Schrecken feiner Wirthe gar nicht, sondern fuhr fort: Es wird Sie verwundern, daß die Bekenntnisse Mr. Rowland's für mich Jntereffe haben tönnen; Sie werden aber begreifen, daß dieses Interesse kein geringes ist, wenn ich Ihnen fage, daß es sich um die verschwundene Tochter der Lady Davis handelt." Jegt waren Beide völlig gelähmt. Sie saßen da wie Statuen, regungslos und bleich ihn anftarrend. ,, Um die Tochter der Lady Davis?" wiederholte Harriers mechanisch. " Ich meine das Rind, das vor fünfzehn oder sechszehn Jahren verschwand. Es ward dem Förster des Bords, einem gewissen Garrid, übergeben." Herr Gott! Er weiß Alles!" rief Miß Braddon, einen hoffnungslosen Blick auf Harriers richtend. burch Vernachlässigung der gesetzlichen Sicherheitsvorschriften herbeigeführt worden ist. Nach dem, was man bis jetzt vernommen, ist das aber keineswegs der Fall, die Be hörden sind vollständig frei von jeder Schuld und die Sicherheitsmaßregeln waren nicht verfäumt worden. So berichteten wenigstens übereinstimmend die Seitungen. Wenn sich die Sache so verhält, so findet das Haftpflicht gesetz in diesem Fall eben keine Anwendung, denn für die Schäden, die durch höhere Gewalt", wie der terminus technicus lautet, angerichtet werden, fennt es feine Vergütung. Über die nahezu 500 Wittwen und Waisen sind doch da und gerathen ins äußerste Elend, wenn ihnen nicht geholfen wird. Da wird Mancher die Achseln zuden und auf die üblichen Sammlungen verweisen, die in den öffentlichen Blättern benn auch bereits begonnen haben. Nein, das betrachten wir als den alten schlechten Troft. Was da zusammengebracht wird, kann nicht ausreichen. Es ist für uns auch eine Art Zeichen der Zeit, daß in einer Epoche, da Alles sich das Schlagwort Sozialreform" angeeignet hat, bei einer solchen Ratastrophe immer noch zu dem alten uns unbeliebten Mittel der öffentlichen Sammlungen gegriffen werden muß. Politische Webersicht. In Bezug auf die Abstimmung über die Dampferfubvention behauptet Herr Eugen Richter in den Blät tern, die ihm weißes Papier zur Verfügung stellen, daß die fozialdemokratische Frattion 11 ihrer Mitglieder abtommandirt" habe, um die australische Dampferlinie zur Annahme zu bringen. Diese Behauptung ist absolut unwahr und kommt wohl nur daher, daß Herr Richter glaubt, es ginge in anderen Fraktionen eben so zu, wie in der feinigen. Ueber die Gründung einer Angra Pequena- Gesellschaft wird in den Tageszeitungen noch immer spaltenlang berichtet. Den neuesten Berichten aufolge sollen vorgenommene Bohrungen in der Nähe der Küfte den Beweis geliefert haben, daß daselbst große Erzlager vorhanden find. Infolgedessen herrscht große Freude unter den Betheiligten und allem Anfcheine nach wird nunmehr das Kapital zur Ausbeutung der Entdeckung schnellstens herbeigeschafft werden können. Wenn man fich nur nicht geirit hat in Bezug auf die Erzlager? Das Geschrei erinnert lebhaft an die entdeckten Minen in der Gründerzeit, die kei näherer Besichtigung nichts weiter als Rieselsteine enthielten. In Bezug auf das Duellunwesen weist die ,, Germania" auf die Reformbedürftigkeit unserer Straf. gesezgebung hin. Nach§ 202 des Strafgesetzbuchs wird so schreibt das Blatt der Duellant mit Festungshaft von zwei Monaten bis zu zwei Jahren bestraft, wenn bei der Hers ausforderung die Absicht, daß einer von beiden Theilen das Leben verlieren soll, entweder ausgesprochen ist, oder aus der gewählten Art des Bweitampfs erhellt. Lepteres ist beim Pi ftolenduell der Fall. Wer den Gegner auf Pistolen fordert, weiß, daß er beide Theile der Tödtung aussett; wer darum ein solches Duell eingeht, dokumentit indirekt die Absicht des Mordes. Das Rechtsgefühl des Volkes kann es nicht vers ftehen, warum die Pistolenduelle nicht ganz allgemein unter ben§ 207 des Strafgefeßes fallen, welcher das Duell nach den Vorschriften Berbrechen über das der Tödtung be straft, wenn die Tödtung mittelst vorsäglicher Üleber tretung der vereinbarten oder hergebrachten Regeln des Zweikampfs bewirkt wird. Es ist eine Forderung, welche immer und immer betont werden muß: Wer einen Menschen tödtet, wird mit Zuchthaus bestraft, wer ihn absichtlich tödtet, erhält die Todesstrafe. Die Ausnahmsstellung der Pistolen buelle wird das Volk nie und nimmer verstehen. Ihre Be seitigung verlangt das natürliche Rechtsgefühl, die gesunde Bernunft und die Gerechtigkeit. Preßdelitte werden mit Gefängniß geahndet. Ein zeichnender Redakteur übers nimmt die gefeßliche Verantwortung des Gesammtinbalts einer Beitung. Selten wird ein Redakteur für seine eigenen Auslaffungen bestraft, denn als Fachmann ist er zu vorsichtig. In den meisten Fällen büßt er für die Preßfünden anderer oder aber dafür, daß er in der Hize des Gefechts zu weit gegangen. Der Journalist vertritt eine Idee, die für ihn sein Ideal ist; wenn ihm dabei Verstöße pasfiren, die mitunter erst fo zurechtgelegt werden müssen, daß fich auf fte das Strafgeset anwenden läßt, dann wandert er ins Gefängniß, zu den Ver brechern. Erschießt aber einer seinen Nächsten im Duell, unter ben gravirendsten Umständen sogar, so erhält er Festung.Auffällig ift св die Germania" nur uns, daß Meine lieben Freunde!" sagte Frizz sehr ernst,„ ja, ich weiß Alles! Sie haben keine Judiskretion von mir zu befürchten. Ich beabsichtige nicht, das Haus Davis zu kom promittiren; was ich will, ist allein, der Laby Davis, welche, wie ich weiß, noch heute um den Tod ihres Kindes trauert.. der Lady Davis ihr Kind zurückzugeben und den Kinde selbst die Mutter und das Lebensglüd wiederzugeben." Was!?" rief Harriers auffahrend. Das Kind " Tebt?" ,, Es lebt!" antwortete Friß. " Und Sie wissen das? Sie wissen, Herr Doktor, was tein Mensch auf der Welt weiß!" auf die Pistolenduelle binweist. Es ist schließlich doch ganz gleichgiltig, ob ein Mensch mittelst Pistole oder mittelst eines langen Meffers umgebracht wird. Das Eine ist so ver werflich, wie das Andere. Wir wollen, daß das ganze Duellwesen abgeschafft wird, und das fann nur geschehen, wenn die Gesetzgebung jedes Duell, gleichviel, welte Waffe dabei zur Anwendung gelommen ist, als ein gemeines Verbrechen anfteht. Mag man noch soviel zur Vertheidigung des Duells anführen, es ist und bleibt ein gewöhnliches Verbrechen, und, was um so schlimmer ist, ein planmäßig überlegtes Verbrechen. Wenn jiunge Burschen auf dem Tanzsaal um ein Mädchen in Streit gerathen, und sich dabei blutig schlagen, oder wenn im Ver laufe eines Wort- Streites die Parteien fich mit den Fäusten oder auch mit Knüppeln bearbeiten, so ist das zwar sehr roh aber es find doch immerhin mildernde Umstände vorhan Den. Wenn aber Leute, die auf ihre Bildung ganz besonders stolz find, es nicht unter ihrer Würde halten, fich gegenseitig todt zu schlagen, so verdienen sie die hätteste Strafe. Bei den jugendlichen Studirenden könnte höchstens die Jugend als Milderungsgrund gelten, denn thatsächlich wissen diese Jüngs Soll linge vom praktischen Leben so gut wie garnichts. also dem Duellunwesen endgilig gefteuert werden, so proklamire man den Grundsat Gleiches Recht für Alle" auch in Bezug auf das Duellwesen; der Strobfact und die Pritsche find sehr prosaische Dinge welche auch den heißblütigsten Raufe bold abkühlen werden. So'ange für die gebildeten Rauf bolde auf Feftungshaft erkannt wird, werden auch die Duelle tein Ende nehmen. „ Ich weiß das Alles, Mr. Harriers! Sie begreifen, daß ich Ursache habe, zu beklagen, Lady Davis nicht an wesend zu finden." " 1 So soll sie doch noch einmal glücklich werden!" rief Lizzi. D, fie wird an dieses Glück gar nicht glauben, und wenn es wahr ist, sie wird es nicht ers tragen." Im Wahlkreise Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg, wo durch die bevorstehende Ernennung des Landrathes Prinzen Handiery zum Regierungs. B: äfidenten in Liegnis bemnächst ein Reichstags Mandat valant werden wird, find die Vorbereitungen für die Wahl bereits im Gange. Wie verlautet, sollen die Konservativen- da Prinz Handjery nicht Die geneigt sein soll, ein Mandat wieder zu übernehmen Abficht haben, den Professor Adolf Wagner als Kandis daten aufzustellen. Die Deutsch- Freifinnigen werden vorausfichtlich an ihrem früheren Kandidaten, dem Kaufmann Wöll mer in Charlottenburg, festhalten. Die Rheinlachs- Konferenz" foll bald wieder zusammentreten. Dan erwartet nur noch, wie ein Berliner Korrespon bent der Köln. 8tg." mittheilt, eine Aeußerung von nieder ländischer Seite über einige Puntte. Dann wird die Konfe renz das schließliche Abkommen vereinbaren, das weiterhin noch der Buftimmung der verschiedenen gefeßgebenden Körper schaften und in Holland von fünf Provinzialständen voraussert. Aber eine Einigung gilt schon iegt für gefchert. Die Ausführungsverordnung zum Sperrgefeh lautet nach den von der Reichstagstommission vorgenom menen Menderungen folgendermaßen:„ Der in§ 1 des Geseßes Dom 20. Februar 1885 bei der vorläufigen Einführung von Aenderungen des Bolltarifs vorgeschlagene Nachweis für Einfuhren in Folge von Verträgen, welche vor dem 15. Januar d. J. abgeschloffen worden sind, kann durch alle in der Zivilprozeßordnung vorgesehenen Beweismittel erbracht werden. Wird der Nachweis erbracht, so find diejenigen Mehrbeträge zurückzuerstatten, welche in Folge des Gefeßes vom 20. Februar 1885 erhoben worden sind. Die betreffenden Ansprüche find innerhalb 4 Wochen nach Inkrafttreten dieses Gesezes bei der Amtsstelle, an welcher die Waare zur Eingangsabfertigung an gemeldet wird, geltend zu machen." Der Regierungsvertreter v. Burchard hatte sein Einverständniß mit dieser Fassung erklärt. Zur Bürgermeisterwahl in Posen gebt den Demo, Iratischen Blättern" folgendes Schreiben zur Veröffentlichung zu: Berlin, den 27. Februar 1885. Eurer Exzellenz beehre ich mich ergebenst zu erwidern, daß der Bürgermeister Melzbach in politischer Beziehung zu Bedenken feinen Anlaß bietet. Er zählt sich zur fonservativen Partei, und wenn auch seine politischen Verdienste nicht hoch anzuschlagen sein dürften, bestrebt gewesen ist, in fonfervativer Richtung zu wirken. Da gegen darf ich Eurer Exzellenz nicht verschweigen, daß es ihm an Tatt in hohem Maße gebricht. Dies hat ihn in zahlreiche Konflikte mit aken möglichen Behörden und Personen gestürzt. Unter anderem ist hierber die Differenz mit den Offizieren in Burg zu rechnen, von welcher der p. Melzbach Eurer Exzellenz erzählt hat. Das formale Recht aber war in diesem Falle allerdings überwiegend auf Melzbachs Seite, allein mit ein wenig Taft und Geschicklichkeit hätte die ganze Affaire vermieden werden können. Ob diese Umstände genügenden würden, Melzbach die Bestätigung zu Anlaß bieten versagen, möchte ich dahingestellt sein_laffen, Denn ich bin überzeugt, daß die Posener Stadtverordneten weit entfernt sein werden, ihn zu wählen, wenn sie einiger maßen Ertundigungen einziehen. Indem ich zum Schlusse Freilich! Derselbe steht noch heute da unangerührt feit jener Beit!" Auch Lady Davis, meinen Sie, hat diefen Sekretär noch nicht geöffnet?" „ D, fie hat dieses Zimmer nie betreten. Sie vermied nun, es es, biefes Bimmer zu betreten. Sie wissen find Gründe, Herr Doktor, welche wir Ihnen nicht mittheiten können." " Ich kenne die Gründe. Die Lady hat Ursache, ihren verstorbenen Gemahl zu hassen." Euer Exzellenz bitte, den p. Melzbach über mein Urtheil mög lichft im Unklaren zu lassen, bin ich in größter Verehrung Eure Exzellenz ganz gehorsamer v. Wedell, Reg.- Präs. Der internationale Poftkongreß in Lissabon hat be schloffen, die Bestimmungen der Bariser Konvention hinsichtlich der Bulaffung von Postfarten mit bezahlter Antwort aufrecht zuerhalten. Auf den Antrag des russischen Delegirten ist ferner beschlossen worden, daß der nächste internationale Bo fongreß in fünf Jahren in Wien gehalten werden soll. Am Sonnabend, 21. März, werden die Hauptakte des diesjährigen Kongresses, sowie die speziellen Vereinbarungen zur Unters zeichnung gelangen. Hierauf wird dann der Rongreß ge schloffen werden. Bor Ihnen kann man nichts geheim halten; Sie wissen Alles!" " Aber nicht wahr, Herr Doktor," flehte Miß Lizzi an gfivoll, Sie sprechen nicht vor Fremden darüber? Bis jest weiß das Niemand als wir, und wir wissen die Repu tation des Hauses zu wahren. Wir hätten auch Ihnen Schweden und Norwegen. Auch in Schweden hat die agrarische Partei den Versuch gemacht, von der Gesetzgebung höhere Bölle auf nothwendige Lebensmittel zu erlangen. Die erste Rammer hat aber die ver langten Bölle auf Getreide und Sped mit großer Majo rität verworfen. Auch der vom Ausschuß empfohlene Maiszoll wurde mit 53 gegen 45 Stimmen abgelehnt. In der zweiten Kammer find die Debatten über die Bollfragen noch nicht ab geschloffen. Dänemark. Das Landsthing hat nunmehr die bereits in Aussicht ge stellte Gegen- Adresse an den König fertiggestellt. Das Schrift stück schildert zunächst in längerer Ausführung die Entstehung und Entwidelung des langjährigen Bwiftes zwischen dem M nifterium und dem Landsthing einer und dem Folkething an dererseits und wendet sich zum Schluß an den Monarchen mit der Verficherung, daß das Landsthing das Verhalten des Folle thing nicht billige. Großbritannien. Im Unterhause wurde die Einzelberathung der Vors lage für die Neueintheilung der Wahlreise wieder aufgenommen und nach Ablehnung aller Amendements mit mehr oder minder bedeutenden Stimmenmehrheiten zu Ende geführt. Dann Tamen die angemeldeten neuen Paragraphen an die Reihe Ein von Wilmot beantragter Paragraph, der die Anzahl der Mitglieder des Unterhauses auf 658 einschränken will, während die Bill fie auf 670 firit, wurde nach lebhafter Debatte mit 149 gegen 47 Stimmen abgelehnt. Fr Als Antwort auf eine Anfrage in Bezug auf die afgbanische Frage, verlas Gladstone dem Hause ein gester in später Abendstunde von dem britischen Botschafter in St Petersburg, eingelaufenes Telegramm. Daffelbe lautet: D ruifische Minister für auswärtige Angelegenheiten erklärt, das die ruffischen Truppen von gegenwärtig von ihnen befesten Stellungen nicht vorrüden werden, vorausgefeßt, daß die afghanischen Streitkräfte nicht vorrüden oder angreifen, ob es sei denn aus irgend einem außerordentlichen Grunde, w zum Beispiel Rubestörungen in Benjdch. Et# klärt ferner, daß die striktesten Befehle an die ruffische Befehlshaber ergangen sind, durch alle erdenklichen Mit einen Konflit oder irgend eine Aufreizung zu einen Konfliki zu vermeiden, und daß diese Befehle wiederholt werden würden." Der Premier fügt hinzu:„ Wir nehmen diese flärung als eine bona fide und selbstverständlich auf beide Barteien anwendbare an. Auf unsere Verantwortung hin ba delnd und in der Leitung einer Politik begriffen, die ich a eine nationale und Reichspolitil bezeichnet habe, lehnen meine Kollegen und ich jedes Dringen auf die Abgabe weiterer G flärungen im gegenwärtigen Zeitpunkte entschieden ab." dem Telegramm erhellt zur Genüge, daß die Russen vorrüden werden, sobald es ihnen beliebt; denn Rubestörungen" find stets ba, wenn man sie haben will. Das ganze hin- und h reden ist also nichts als leeres Geschwäg. In weiteren Ve laufe der Sigung zeigte Gladstone an, daß die Osterferien vo 31. März bis zum 9. April dauern würden, sofern nicht bit Berathung des egyptischen Finanzabkommens eine Veränderung nothwendig mache. In der Freitags Sigung des Unterbauſes wurde ein Antrag des Abg. Thurlow, das Museum für Natur geschichte auch des Sonntags zu öffnen, mit 64 gegen 64 Stim men abgelehnt. Die Stimme des Sprechers gab den Ausschlag gegen den Antrag. Egypten. daß da tönnte, mit fich muß, u tommen Gefalle wichen, wieder nach ein Deman Verluft Graham zuwarte länder Wüste Vorschei Di Polizeir bes Fle Das Au balg ob ftattfind beförder jungen feiner änderun Di noch Fa Unterid Amors zählen, In eine der N auß en noch zu 11 nährers Stube und Ki Die Kun Kurzem einer n In sein Leute j am Abe Berman Schöne S nung i in der beiden führt di lichfeiter das D längerer nächsten Brautp Verlobu Bräutig gesucht Hänge ftebence Au treibung glücklich pochzeit Berlin follte, Gelb D General Graham hat, nachdem er sein Heer bei Sualin gemustert hat, an Osman Digma eine Broklamation erlaffen, in welcher er thn auffordert, fich zu ergeben. Wie ein Tele gramm meldet, ist General Graham bereits vorgerückt. wurde dringend nothwendig, fich die Araber vom Leibe halten. Sie beunruhigten unaufhörlich das englische Lag und zwangen die Hälfte der Truppen, Nachts unterm Gewehr zu bleiben. Daß das Vorrücken diesen 3wed hauptsächlich hatte, vielleicht auch den, das Fortschreiten der Eisenbahnar beiten zu decken, ist anzunehmen. Es fehlt noch viel barat, Meinen Sie, Lizzi, daß ich's müßte? Doktor, wenn ich's Ihnen anvertrauen dürfte?" " und al die Arm Au tam vo welches, Den Her in einen funft, e Gasthof men wu Fremde befänder einzurid zum An lichen auch ein Wohnu anfaufte Stiegen Ja, Herr Möbel Wenn Sie mir dasselbe nicht anvertrauen wollen, Mr. Harriers, so fordere ich Sie auf, fich mit dem Schrifts stück in Bethesda einzufinden. Ich muthe Ihnen nicht zu, mir ein Schriftstück auszuhändigen, aber ich fordert ven Ihnen, daß Sie mit irgend einem Schriftstück des bas zurüd Lord Davis fich in Bethesda einfinden, und ferner, Sie mich fofort benachrichten, wenn Lady Davis gelehrt sein wird. Nicht einen Tag, nicht eine Stunde dürfen Sie fäumen." " D, wenn es wahr wäre! Wenn Mylady noch ein mal glücklich sein könnte!" Sie wird es sein! Das kann ich Ihnen jest fajon fest versprechen." " Und dann Lizzi," sagte Mr. Harriers, der plögli darüber nicht Rede gestanden, wenn Sie nicht bereits Alles durch eine Ideenverbindung wieder auf den Gegenstand wüßten." " Sie befizen auch die Schlüssel zu jenem Sekretär?" " Zu dem Sekretär nicht," antwortete Lizzi. „ Die ,, Sie lennen nicht den Aufenthalt der Lady?" Wir haben keine Ahnung davon, wo sie sich die Beit Schlüssel befinden sich in dem Schreibtisch der Lady, zu vom Monat Mai bis zum Januar aufhält." Vom Monat Mai bis Januar ist Lady Davis abwefend?" Jedes Jahr, schon seit dreizehn Jahren ist es so!" ,, Ah, Lady Davis ist frank?" ,, Sehr frank!" ,, Laby Davis kehrt jedesmal leidenber zurüd, als fie war, ba fie wegging. Während der Monate, daß fie hier ist es ist zwar im Winter feineswegs, angenehm hier erholt fie fich einigermaßen. Wir haben sie inständigft gebeten, einmal ben Sommer hier zu bleiben, aber fie bleibt nicht hier." " Sehr merkwürdig!" sagte Frig. indem er nachdenkend einige Sefunden vor sich hinftarrte. Sehr merkwürdig! Sie haben zu allen Behältern die Schlüffeln!" fragte er nach einer Weile, scheinbar ganz zusammenhangslos. Ich habe die Schlüssel zu allen Behältern hier im Schfoffe," sagte Lizzi, mit Ausnahme des Bureaus, zu welchem Mr. Harriers den Schlüffel hal." Lorb Davis hatte einen Schreibsekretär in seinem Arbeitszimmer?" welchem sie die Schlüssel mitgenommen." Schlimm, sehr schlimm!.. Dann muß Alles hinausgeschoben werden, bis Lady Davis zurückkommt. Aber eins fönnte ich vielleicht doch erreichen. Besißen Sie ein Schriftstück von Lord Davis Hand?" Er schrieb zwar wenig," antwortete Harriers, aber Schriftftüde von seiner Hand eristiren mehrere. Da habe ich in meinem Bureau beispielsweise den Entwurf eines Raufvertrages." Würden Sie vielleicht die Güte haben, mir dieses Schriftstück auszuhändigen" " Herr Doktor, was verlangen Sie?- Es geht nicht an, daß ich irgend ein Schriftstück aus der Hand gebe, das mir anvertraut ist." seiner höchsten Sehnsucht gekommen war, und dann Lizzi Sie reichte ihm ihre runde Hand und sagte mit gär werden auch wir glücklich sein." lichem Lächeln: " Dann Harriers werben wir's auch sein!" Friß aber dachte bei sich: ,, Sie Alle werben glücklich sein; ich allein werde glücklich sein mein Leben lang." bit Eins hatte ihn mit tiefem Schmerz erfüllt, feit Entbedung gemacht, daß Miß Elly, die Frre von Bethelb die Tochter der Lady Davis sei. Das war ihm vielleicht jetzt erst zum flaren Bewußt Er liebte sie und seine Liebe gehörte ihr für alle sein gekommen. Zeit Aber sie • १ Vielleicht liebte sie ihn einft auch. bit Vielleicht würde einst die arme Jrre von Bethesda ihn bie Kluf Auch nicht, wenn Sie wissen, daß dieses Schriftflüd mit gleicher Jnnigkeit in ihr Herz gefchloffen haben, bazu dienen foll, die Identität einer gewiffen jungen Dame Tochter der Lady Davis aber o nein mit der verschwundenen Tochter der Lady Davis nachzus zwischen ihm und ihr war alsdann zu groß, zu weit, weisen" " Harriers, wenn das der Fall ist, dürfen Sie nicht allein das Schriftstück aus der Hand geben, Sie müssen es, Sie haben die Pflicht, dies zu thun," auch durch die heißeste Liebe überbrüdt zu werden. „ Miß Elly wird glücklich sein!" wiederholte e Sit Alle werden glücklich sein!... Ich aber werde unglüdli sein mein Leben lang!" ( Fortsetzung folgt.) Sprachen Dertäufe Der ihne Ständige Dieses Möbel die Hilf Et Bentrum lich beft Den Led mit ber mühung Donner zunehme lich auf Rombin lungen: welchem alsdann Dividit Anzahl Felle, u Der Sp getheilt Notizbu ber Die Richtige auch 1 an,( b. und hie brecher b und di fret blei De wegen lebensla Rommi immer felbft Lagen in Moo Herrn S werden. zu habe bet Dem aber vo lich, De mög ehrung f. wat bes ichtlich frecht Cen ift Bot Am brigen Unters ge Berjud Dendige Die vep Majo Caiszol weiten cht abs t ge Schrift tebung m Mi ng an en mit Folle r Bors ommen minder Dann Reihe hl ber end die it 149 uf die gefter in St Des rt, daß efepten bie 7, obe De, wit St# fftfchen Mittel einem werden efe G f beide in han ich als meine rer Gr Aud Orrüden n" find nd he en Ver en por icht bit Derung chaufes Natur Stim Bichlag Sualin erlaffen n Tele dt. G eibe u e Lager Geweb tsächlic babnar daran, a, Herr wollen, Schrift n nig forbere süd bel er, ba zurid Stumbe och ein bt fajon plögli Benftanb an Liggi mit gar erde un it er bit Bethes Bewußt Für alle daß das englische Expeditionskorps ernst ich daran denken tönnte, einzubringen. Es wird eine ungeheure Maffe Kameele mit fich führen müffen, da alles Waffer mitgeschleppt werden muß, und die Thiere sollen zum Theil noch erft von Indien tommen. Dsman Digma hat nun ben Engländern nicht den Gefallen gethan, fich schlagen zu laffen, sondern ist zurückgewichen, um nach dem Abzuge der Engländer die alte Stellung wieder einzunehmen. Nach einem Telegramm aus Suatim von geftern find nach einem fünfftündigen Rampfe bei Hasheen alle Stellungen Dsman Digma's befegt worden und hat der Feind beträchtliche Verluste erlitten. Danach scheint es, als ob die Truppen Grahams aufs Neue vorgerückt find. Die Bestätigung ist abzuwarten. Großen Werth wird selbst der Sieg für die Eng länder nicht haben; Dsman Digma zieht sich in die Wüste zurück und tommt zur gelegeneren Beit wieder zum Vorschein. Lokales. Die Regierungspräsidenten find angewiesen worden, Polizeiverordnungen zu erlaffen, durch welche das Aufblasen bes Fleisches ein für allemal verboten wird. Bisher war nur das Aufblasen mit dem Munde verboten, das mit dem Blase balg ober geftattet. Auch letteres soll fünftighin nicht mehr stattfinden, weil das Aufblasen die Bersegung des Fleisches befördert, zumal es fich meistens nur um das Fleisch von sehr jurgen Rälbern und Hammeln handelt, welches ohnehin wegen seiner Qualität weit leichter einer gesundheitsschädlichen Ver änderung unterliegen kann. 11 gewesen wäre, die Verdachtsmomente gegen die verdächtige Person nach verschiedenen Seiten hin zu unterstützen. Leider beharrt Dickhoff bei seiner von Anfang an beliebten Manier, alles zu bestreiten und absolut von nichts wiffen zu wollen. Ein Durchgänger. Am Mittwoch Abend wurde der Volontär S., welcher seit einigen Monaten in einem Elfenguß waaren Engros Geschäft in der Wallstraße beschäftigt gewesen, von dem Prokuristen der Handlung beauftragt, einen mit 1080 M. beschwerten Brief nach dem Bostamt in der Sendel ftraße zur Beförderung aufzugeben. Der Herr Volontär hat es aber vorgezogen, mit dem Geldbriefe durchzugehen. Allem Vermuthen nach ist der leichtfinnige Mensch, dessen Vater den Schaden bereits erfest bat, von einer bayerischen Kellnerin aus einem Restaurant in der Gegend des Spittelmarktes begleitet, da das Dämchen seit Donnerstag früh auch verschwunden ist. Den Hafenstädten wurde ein Signalement der beiden Vermißten telegraphisch übermittelt. Der Herr Rechtsanwalt war zum Juftirath ernannt und dies im„ Staatsanzeiger" und Justizministerialblatt" amtlich bekannt gemacht. Kurze Zeit darauf erhielt der neue Herr Juftigrath die Ausfertigung eines Urtheils, in welchem es im Rubrum bei einer Bartei hieß, vertreten zurch den Rechtsanwalt". Der Herr Juftigrath hat sich dies nicht gefallen laffen, sondern Berichtigung des Thatbestandes beantragt, die auch gewährt worden ist. Derselbe streng auf Form haltende Herr Justizrath sandte die ihm ohne den neuen Titel zugehenden Briefe an die Gerichte zurüd unter Hinweis auf die erfolgte und publizitte Ernennung mit dem Antrage, die zukömmliche Bezeichnung zu ertheilen. Ob alle neuen Justizräthe wohl so genau find? Betrieb, daß viele Kinder unter vierzehn, ja selbst solche unter zwölf Jahren, zu schweren Arbeiten herangezogen werden und infolge deffen verkümmern. Auch die Frauenarbeit hat bedent liche Dimensionen angenommen. Es ist auf diesem Gebiete noch sehr vieles nachzuholen und herrschen in manchen Etablissements höchft bedauerliche Bustände, in erster Linie jedoch in den galizischen Petroleumg uben. Die Zustände dort werden als geradezu aftatisch bezeichnet. So die vorläufigen Mel bungen der Blätter. Wir kommen auf die Berichte noch aud führlich zurück, sowie fie uns zugegangen sein werden. Defter reich hat neuerdings viele privatstatistische Arbeiten über industrielle Verhältnisse aufzumeifen; es wird von Intereffe sein, hiermit die offiziellen Berichte der Beamten zu vergleichen und zu kombiniren. Jedenfalls wird die Publikation viel Aufsehen erregen, und es ist nur zu wünschen, daß in unserem Nachbarreich das an fich so werthvolle Institut der Fabrikinspektoren zu voller Entfaltung tommt und nicht derartig verfümmert wie in Deutschland. Einen Beweis für die Vorzüglichkeit unseres Wirthschaftssystems, erblickt der bekannte französische National ökonom Leroy Beaulieu in dem Sinken des Binsfußes.- Jn dem gleichen Maße muß fich nach ihm und die deutschen Blätter, liberale mie fonservative, bruden das geduldig nach Das Einkommen der befizenden Klaffen vermindern und der Lohn der Arbeiter erhöhen. Ueberall in der Welt geht die Kapitalrente zurück; das bereisen am besten die aufeinanders folgenden Konvertirungen der Staatsschulden in den Vereinigten Staaten, in Frankeeich, in Belgien, in Desterreich- Ungarn, in Breußen, demnächst voraussichtlich in Italien und in Rußland." Der Verfasser des Essai sur la répartition des richesses et sur la tendance a une moindre inégalité des conditions steht in dem nothwendig damit parallel gehenden Steigen der Löhne und des Einkommens der kleinen Leute eine, wenn auch mit Stedungen und Sückschlägen, aber doch mit Naturnothwendig felt fort breitende Verminderung der sozialen Gegenfäße und die ohne Eingreifen des Staates fich vollziehende ,, Lösung der sozialen Frage." fozialen Frage." Das macht sich also alles ganz von selbst, ohne daß wir auch nur einen Finger zu rühren brauchen. Schön wäre es freilich, wenn das Sinten des Binses zugleich eine Verminderung des Einkommens der befizenden Klaffen bedeutete; es bedeutet dies aber doch nur dann, wenn nicht etwa bas zinstragende Kapital noch rascher wächst, als der Binsfuß fintt. Eine Million zu 5 Prozent verzinst bringt immer erst die Hälfte von 10 Millionen zu einem Prozent verzinst. Und in der That hat sich das Kapital so rasch vermehrt, daß für die befizenden Klaffen trop Binsfußs reduktionen ganz erflecklich mehr abfällt. Wir wiesen vor gar nicht langer Zeit auf die Steigerung der franzöfifchen Mobiliar werthe hin und des Einkommens daraus, und ein Blick auf unsere Industrie und Handelsunternehmunger muß Jedem zeigen, wie gewaltig das Kapital auch bei uns angeschwollen ift, und wie es trop aller Senkungen des Binsfußes einen wachsenden, nicht einen fintenden Theil des Nationaleinkommens verschlingt. Nicht das ist das Grundgejeß der heutigen Eintommensvertheilung, daß das Lohneinkommen wächst und das Kapitaleinkommen fintt, sondern daß im Gegentheil der Lohn trop aller Gütervermehrung gleich bleibt, oft jogar finkt, daß mithin der Lohn zu einem immer kleineren Bruchtheil des stetig fich vermehrenden Nationaleinkommens zusammenschmilzt. g. Unter ganz eigenthümlichen Umständen ist am Donnerstag Abend plöglich der in einer biefigen ZeitungsExpedition angestellt gewesene Annonsen Alquifiteur Richard Winkler verstorben, weshalb auch die Ueberführung der Leiche nach dem Obduktionshause erfolgt ist. W., welcher fich allge meiner Beliebtheit erfreute und im Begriff stand, fich zu verloben, tam am Donnerstag Abend gegen 1/29 Uhr nach seiner in der Lindenstraße 64 belegenen Wohnung gefahren und ließ fich, bevor er sein in der ersten Etage belegenes Bimmer auffuchte, von seinem Wirth, Restaurateur Elsner, ein Glas Bier geben, daß er haftig austrant. Als sodann W. in Begleitung des E. von dem Parterrelokal nach seinem Bimmer gi g, bemerkte ihm W., daß er einen Schmerz in den Füßen verspüre. Im Bimmer angelangt, bat W. den E., tbm doch eine Taffe Ra millenthee au fochen, die er vor dem Schlafengehen austrinten wollte. E. tam auch dem Wunsche des W. nach. Als er aber furze Zeit darauf wieder das Zimmer betrat, war der Thee ausgetrunken und W. lag regungslos im Bett. E. rüttelte den Körper wiederholt und da M. fein Lebenszeichen von fich gab, so lief E.( es war gegen 10 Uhr Abends) schleunigst nach einem Arzt. Erst beim dritten Arzt fand er Hilfe. Dieser fonnte aber nur den eingetretenen Tod konstatiren. Da Gründe für einen Selbstmord ganz und gar fehlen, so ist es noch räthselhaft, welches die eigentliche Todesursache gewesen. Die Romantit ift noch nicht ausgeftorben. Es giebt noch Fälle von Liebe auf den ersten Blick". Nur daß zum Unterschiede von dem gewöhnlichen Verlaufe solcher Attacen Amors der wahrheitsgetreue Vorfall, von dem wir hier er zählen, mit Sturmeseile zu glücklichem Ende geführt wurde. In einer der besseren Straßen des Berliner Westendes wohnte der ,, Nat.- 8ta." zufolge eine Muter mit ihrer Tochter in überaus engen Verhältnissen. Die Chefs des verstorbenen Ers nährers zahlten den Hinterbliebenen eine tieine Benfion. Was noch zum Leben fehlte, mußte das Vermiethen der einzigen Stube aufbringen. Mutter und Tochter waren auf Rammer und Küche angewiesen. Die Tochter nahm Malunterricht, um die Kunst dann zum Erwerbe auszubeuten. Da tommt vor Kurzem ein Vetter aus es find inapp vier Wochen her einer mitteldeutschen Residensstadt in Geschäften nach Berlin. In seiner Gesellschaft befindet sich einer der reichsten jungen Leute jener Banten gefegneten Stadt. Die beiden verabredeten am Abend einen Besuch ins Theater. Buvor muß ich meine Verwandten noch befuchen," meinte der Better. Ust dort das Schöne Mädchen, das ich vor einigen Jahren aus der Entfer nung fah?" Ja." So nimm mich mit." Das Mädchen ist in der Thnt schön, graziös, geistvoll. Der Besuch genirte die belden Damen indeffen, denn der Eingang zur fleinen Stube führt durch die Küche. Der Fremde schien jedoch diese Aeußer lichkeiten nicht zu bemerten. Seiner dringenden Einladung, das Deutsche Theater mit ihm zu besuchen, wurde nach längerem Bögern Folge gegeben- um's furz zu machen, am nächsten Abend stellten sich die jungen Leute der Mama als Brautpaar vor, noch in der Nacht gingen die telegraphischen Verlobungsanzeigen ab, am nächsten Morgen mußte- der Bräutigam bestand daraufbereits der Standesbeamte auf. bereits der Standesbeamte auf gesucht werden und nach Ablauf der gefeßlich vorgeschriebenen hängefrist" fand die Hochzeit bei Huster statt. An der vor tehenden Schilderung ist mit peinlicher Sorgfalt jede Ueber treibung vermieden. Genau so bat fich's zugetragen und das glückliche junge Baar befindet sich seit einigen Tagen auf der Dochzeitsreije. Der junge Gatte aber war nicht zufällig nach Berlin gekommen. Man hatte ihm eine reiche Braut zugedacht und als er in seinem beimathorte ihre Bekanntschaft machen follte, da floh er nach Berlin, denn er wollte sich nicht um Gelb verkaufen lassen. Wie er hier zufällig seinem Glüd in die Arme lief, ist vorstehend geschildert. Auch ein Möbelhändler. Mit der Stettiner Eisenbahn fam vor etwa 14 Tagen ein junges Ehepaar nach Berlin, weiches, hier vollständig fremd, einen auf dem Bahnhof stehen den Herrn um Auskunft wegen Beschaffung eines Unterfommens in einem Gafthofe bat. Der Gefragte gab bereitwilligst Aus funft, erklärte fich bereit, die jungen Leute selbst nach einem Gasthofe zu bringen, was von den Fremden dankbar angenom men wurde. Im Laufe der Unterhaitung erfuhr der gefällige Fremdenführer, daß die jungen Leute nicht ohne Mittel fich befänden und die Absicht hätten, ein fleines Geschäft fich einzurichten. Es fiel ihm nicht schwer, bem jungen Ehepaar zum Anlauf von Möbeln seinen in der Brunnenstraße befind lichen Möbel Ausverkauf" zu empfehlen, in welchem dann auch einige Tage später, als die Leute vorläufig eine passende Wohnung gefunden, dieselben Möbel im Werthe von 400 m. anfauften und fofort bezahlten. Nach Empfang der Möbel fliegen bei dem Ehepaar Bebenten über die Güte der getauften Möbel auf, und als Nachbarsleute ebenfalls thre Bweifel aus prachen, wandten sich die mit den Berliner Schwindel- Ausverkäufen nicht vertrauten Provinzialen an einen Rechtsanwalt, der ihnen den Rath ertheilte, durch den gerichtlichen Sachvers ständigen die Möbel toriren zu lassen. Nach dem Gutachten m. Dieses Sachverständigen haben die mit rund 400. bezahlten Röbel einen Werth von 130 Mt. Das betrogene Ehepaar hat die Hilfe der Kriminalpolizei angerufen. Eine Anzahl hiesiger Lederhändler, namentlich im Sentrum der Stadt, wurde in letter Zeit mehrfach empfind lich bestohlen. Die Spigbuben hatten in allen Fällen unter den Ledervorrätyen die besten Felle ausgesucht und waren stets mit der gestohlenen Beute glücklich entlommen. Den Bes N. ,, Direftor Lempp", dessen Freilaffung wir bereits meldeten, versendet augenblidlich in einer Auflage von 12000 Stüd Zirkulare, in welchen er die näheren Gründe zu seiner Verhaftung am 19. Februar d. J. angiebt, und auch die Protest- Erklärung veröffentlicht, die von ihm an maßgebender Stelle eingereicht worden und die, wie es den Arschein bat, auch zu seiner Freilassung geführt hat. In der Lokal Versammlung, die am Dienstag, den 24. März, von dem Lokal- Vorftzenden anberaumt werden soll, sollen diese Zirkulare zur allgemeinen Kenntniß gebracht werden. Lettspindelbant Arbeitern ertheilt der Techniker und Werfführer Herr Nad, Mariannenstraße 31, Unterricht zum Ausrechnen der Räder für alle vorkommenden Gewinde. Das Ausrechnen der Räder fällt manchem Dreher ganz be sonders schwer, und da die in den Fabriken vorhandenen Tas bellen oft unzulänglich find, so gelingt es manchmal erst nach schwierigen und zeitraubenden Berechnungen, die richtigen Räder herauszufinden. Herr Nackt lehrt in leicht faßlicher Weise, wie man die betreffenden Räder findet. Näheres stehe Annonze. Projettirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele Dom 22. bis 29. März. Im Opernhause: Sonntag, den 22.: Oberon, König der Elfen; Montag, den 23: Der Trompeter von Sällingen; Dienstag, den 24.: Der Wildschüß; Mittwoch, den 25.: Tannhäuser( Herr Niemann); Donnerstag, den 26. Unbestimmt; Freitag, den 27.: Die Walküre( Herr Niemann); Sonnabend, den 28.: 7. Sinfonie; Sonntag, Den 29. Die Königin von Saba. Im Schauspiel hause: Sonntag, den 22.: Kolberg; Montag, den 23.: Auf ber Brautfahrt; Dienstag, den 24: Der Kaufmann von Venedig; Mittwoch, den 25.: Roderich Heller; Donnerstag, den 26.: Der Traum, ein Leben; Freitag, den 27.: Tartuffe, Caftor und Bollur; Sonnabend, den 28.: Der Kaufmann von Venedig; Sonntag, den 29. Die Waise von Lowood. : Soziales und Arbeiterbewegung. Die Arbeiterinnen Berlins beginnen fich jest in regerer Weise als früher für die öffentlichen Angelegenheiten zu intereffiren. Wie immer, wenn die Ver äumniffe ganzer Genes rationen nachgeholt werden müssen ,, hat die Bewegung noch manches Unfertige an fich, aber die Frauen haben sich mit überraschender Schnelligkeit in dem ihnen bisher fremben Ele ment aurechtzufinden gewußt. Aufgabe der Presse sollte es nun sein, die Aufstrebenden soviel wie möglich zu unterstügen. Statt beffen gefällt sich ein große: Theil unserer Blätter darin, alles ins Lächerliche zu ziehen, was in den Frauenversamme lungen vorkommt, und somit die ganze Bewegung zu kompro mittiren und zu lähmen. Beim Berl. Tagbl." und dem ,, Berl. Courier" fann man das am Ende nicht anders ers warten; für sie ist ja die Welt, und auch die weite Welt der Wünsche und Interessen der Arbeiter nur dazu da, um Stoff für pitante und schnobdrige Artikel zu liefern. Daß aber auch Blätter, wie die Volksatg.", nur Hohn und Spott für die gerechte Sache der Arbeiterfrauen haben, daß weckt in der That arge Bedenken an ihrer Arbeiterfreundlichkeit und sollte allen Arbeitern und besonders allen Arbeiterfrauen die Frage nabe legen, ob sie solche Blätter durch Abon nements auch noch unterstüßen wollen. mühungen des Kriminal- Kommiffars Herrn Braun in es am Donnerstag gelungen, die Einbrecher, fünf an der Bahl, festsunehmen. Die Ueberführung der Verbrecher, die alle anfäng lich auf das barnädigste leugneten, ist durch die glückliche Rombination des genannten Beamten auf folgende Weise ges lungen: Bei einem der Spizbuben fand er ein Notizbuch, in welchem eine Anzahl Zahlen verzeichnet war, die erst addirt, alsdann durch eine fleinere Bahl mit der Gesammtsumme Dividit waren. Diese addirten Bahlen ergaben zufällig die Anzahl der bei den verschiedenen Leder händlern gestohlenen Felle, und die Biffer, mit welcher dividirt worden, die Anzahl Der Spigbuben, die fich in den erzielten Erlös aus dem Raube Aus den Berichten der öfterreichischen Fabrifinspetgetheilt hatten. Als der umfichtige Kommiffar dem Befizer des toren. Der erste Bericht der Gewerbe- und Fabrikinspektoren Notizbuches dieses glücklich gelöfte Rechenerempel vorhielt, war der Dieb so überrascht, daß der Kommissar sofort merkte, das liegt nunmehr vor. Er umfaßt ihre Amtsthätigkeit im Jahre 1884, und ist den Einzelberichten der neuen Inspektoren ein allRichtige getroffen zu haben. Einer der Verhafteten legte dann auch zuerst" bie tieine Flöte", später die große Flöte" gemeiner, erläutern der Bericht vorausgeschickt. Die Bahl der an,( d. b. er" räumte erft halb und halb, später alles ein) inspizirten Gewerbebetriebe erreichte zu Ende des Berichtsjahres die Höhe von 2564 mit 227 930 Arbeitern. Die Inspektoren und hierdurch wurde es möglich, eine der gefährlichsten Ein brecher banden so zu überführen, daß ihre Bestrafung gesichert beschränkten fich nicht darauf, so und so viele Etablissements zu besuchen und die Verhältnisse der daselbst beschäftigten Arbeiter und die Hauptstadt auf längere Zeit von ihren Raubzügen zu studiren, fie griffen, wo man es verlangte und wo sie es fret bleibt. Der in der Lissauer und Königsbeck'schen Mordfache thun durften, mit Rath und That ein. In mehr als hundert wegen Anftiftung zum Raube und Beihilfe zum Morde zu lebenslängl cher und zu zehnjähriger Buchthausstrafe verurtheilte lage der Etablissements, auf deren innere Einrichtung, auf VorKommisfionär Dickhoff, welcher zur Verbüßung der Strafe fich immer noch in dem hiesigen Bellengefängniß befindet und ba felbft mit Dütentleben beschäftigt wird, wurde vor einigen esba ibn ben, bit Die Ruf peit, um Sit gladli 2 olgt.) Herrn Landgerichtsrath Hollmann von Neuem vernommen zu werden. Die Kriminalpolizei glaubte, einen Anhalt gefunden richtungen zur Unfallverhütung. Es gelang ihnen, zuweilen Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Unternehmern zu schlichten und lettere zu bewegen, die Arbeiterhilfskaffen in entsprechenLiegnis, 19. März. In der Schilderschen Lampenfabrik haben gestern sämmliche Gesellen und Arbeiter die Arbeit eingestellt. Grund hierzu ist eine Lohnherabseßung, welche fich Die Leute nicht gefallen lassen wollen. Eine Einigung ist bis jetzt nicht erzielt worden, und der Streit dauert demzufolge roch fort. Aufruf der Cöllner Töpfer. Seit dem 9. März liegen wir im Kampfe, ohne daß derselbe entschieden ist. Die Zahl Der Streifenden hat sich um 11 reduzirt, welche zum Theil anderweitig Arbeit erhalten haben, und beträgt die Bahl noch 81. Die Haltung und Stimmung der Streifenden ist eine vorzügliche, und haben wir die Gunst der öffentlichen Meinung auf unserer Seite, troßdem nichts unversucht geblieben ist, dieselbe zu beeinfluffen. Bweimal find wir an die Verwaltung heran getreten, um mit derselben zu verhandeln, jedoch ohne Erfolg, wir hoffen aber, daß fie bald nachgeben müffen, indem die Arbeit nun drängt. Kollegen, Genoffen! Die jezt noch Streifenden find der Stamm, welcher unter allen Umständen entschloffen ist, auszubarren, wenn sie nur genügend unterstügt werden. Es ist jetzt die Miethe fällig, und find wir in der Lage, zur nächsten Zahlung etwas mehr geben zu fönnen, so würde dadurch der Muth gehoben werden. Hauptsächlich die Verheiratheten befinden fich in traurigen Verhält niffen. Wenn wir noch eine furze Zeit aushalten, kann der Sieg nicht ausbleiben. Deshalb, Arbeiter und Genossen, find wir gezwungen, so schwer es uns wird, und unter Anerkennung Eurer bisherigen Hilfe nochmals an Euer Solidaritätsgefühl zu appelliren. Tretet auch ferner thatkräftig für unsere Intereffen, für die Intereffen der gesammten Arbeiterschaft ein. Reuther, Sachse, Pezold, Kommission der streifenden Töpfer in Cölln bei Meißen. Briefe u. s. w. find zu richten an Richard Sachse, Niederfähra Nr. 36 bei Meißen. Vereine und Versammlungen. Eine große Versammlung des Arbeiter Bezirksvereins der Rosenthaler Vorstadt findet am Montag, den 23. März, in der Neuen Wallhalla, Schönhauser Allee 156, statt. Tagess ordnung: 1. Vortrag über die Arbeiterfrage( Ref. wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Verschiedenes( Petitionen, Adres Ralender). 3. Fragekasten. Delegirtenversammlung der Tischler. Dienstag, den 24. März, Abends 8% Uhr, im Louisenstäotischen Konzerthause, Alte Jatobstraße 37. T.- D.: 1. Die Konsequenzen der in lepterer Zeit erfolgten Arbeitseinstellungen. 2. Die in lepterer Beit eingetretene Üeberarbeit und Sonntagsarbeit in den sog. befferen Werkstätten spez. in der von Pohl, Oranienstraße 22. 3. Kommissionsbericht. Weitere Werkstätten werden noch aufgenommen. Unterstüßungsverein der Schuhmacher. Schuhmacher. Montag, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Mundt, Köpnickerstr. 100. T.D: Vortrag, Verschiedenes und Fragelasten. Neue Mit glieder werden aufgenommen. Gäste willfommen. Versammlung der Kranten- und Sterbetasse der Metallarbeiter( E. H. 29 Hamburg) beute Sonntag, den 22. März, Vorm. 9 Ubr, in Dohnat's Salon, Alt- Moabit 90. Tagesordnung: 1. Wahl des Beitragssammlers. 2. Wahl eines Krantentontroleurs. 3. Verschiedenes. Im Verein zur Wahrung der Intereffen der Tapeaierer findet Montag, den 23. d. M., Abends 8 Uhr, in Gratweils Bierhallen eine Versammlung statt mit der Tages ordnung: 1. Bortrag, 2. Bericht über das Stiftungsfest. 3. Jahresbericht des Kassirers. 4. Verschiedenes und Frage tasten. Der Butritt ist jedem Kollegen gestattet. Zentral- Kranten- und Sterbelasse der Tischler 1c. Louisenstadt) findet am Montag Abend 8% Uhr eine Ver Für die Mitglieder der Verwaltungsstelle Berlin A.( innere Wrangelstraße 9-10( Urania) statt. Tagesordnung: Tagen unter ficherer Bedeckung nach dem neuen Juftizpalast der Weise zu dotiren. Auch den Dienst- oder Fabrikordnungen,( Lofalverband Berlin) hat sich genöthigt gesehen, die regel bet dem blutigen Verbrechen vorgehen zu fönnen. Hierzu war die so zur Unzufriedenheit des Anlaß geben, widmeten ste ihre Aufmerksamkeit. Sie regten Berbefferungen an und ihre Anregungen fanden in vielen Fällen zu haben, um gegen eine bestimmte Berson wegen Betheiligung Antlang. hinsichtlich der Lage der Arbeiter aber vorerst eine eingehende Bernehmung des Didhoff erforder bringen die Einzelberichte nicht viel Er freuliches. Unter anderem wird bemerkt, daß beim Klein1. Statutenänderung. 2. Delegirtenwahl. Mitgliedsbuch muß vorgezeigt werden. Der Vorstand des Verbands deutscher Zimmerlente lich, der nach den stattgehabten Ermittelungen wohl im Stande 1 gewerbe zuweilen länger gearbeitet wird als beim fabrikmäßigen Bentralisirten Hilfskrankenkasse der Bimmerer aufgenommen. nach den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, zu verlegen und findet die nächste Versammlung am Mittwoch, den 25. b. M. daselbst statt. Es ist Ehrenfache eines jeden Mitgliedes, der vorliegenden wichtigen Anträge halber pünktlich zu erscheinen. Auch werden daselbst an jedem Vereinsabend Mitglieder in die Beute: Oberon. Theater. Königliches Opernhaus. Morgen: Der Trompeter von Sättingen. Morgen: Auf der Brautfahrt. Königliches Schauspielhaus. Heute: Colberg. Deutsches Theater. Heute: Hamlet. Morgen: Romeo und Julia. Bellealliance Theater. Möbel- ut. Volfferwaaren- Fabrik Don Georg Haake, Verkaufs- Lager Oranien- Strasse Nr. 8586. Empfehle Möbel, Spiegel und Polsterwaaren zu billigsten Produktionspreisen. Mein Musterbuch, enthaltend 346 N 20 ausammengeftellte Wohnungs- Einrichtungen vom Einfachsten bis zum Elegantesten, versende poftfrei. Heute: Der Hypochonder Morgen: Dieselbe Vorstellung. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Hate: Der Walzer- König. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Refidenz Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Bum 32. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Morgen: Dieselbe Borstellung. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Felbprediger. Morgen; Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Heute: Onkel Bräfig. Morgen: Der zerstreute Profeffor und Beckers Geschichte. Deute: Bineta. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Heute: Die Sorglosen. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vittoria Theater. Alhambra- Theater. Heute: Sulfurina. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Bella Vista. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Allen Freunden und Bekannten empfehle meine Restauration Zum wahren Jakob. Weiss- und Bairisch- Bier à Glas 10 P. Für Abend Unterhaltung ist auf das Beste gesorgt. 258 G. Spiekermann, Rüdersdorferstr. 51. Herm. Kehr, Hutmacher. Stalizerstr. 109, nahe d. Manteuffelstr. Elegante Seidenhüte v. 5-12 Mk. 59 Gute und feine Filzhüte v. 2-6 Mk. Jede Reparatur wird sauber und billig ausgeführt. 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Ein Telegramm des Wolff'schen Bureaus meldet, dag bis gestern, Donnerstag, Mittag 3 Uhr von den 219 vers unglückten Bergleuten 137 toot und 51 lebend zu Tage ges fördert waren; von letteren find schon einige geftorben. Die übrigen in der Grube Verunglückten find todt und können der Harten Verschüttungen wegen nur langsam zu Tage gefördert werden. Es find also 168 Bergleute sofort getödtet worden, andere werden den erhaltenen Verlegungen erliegen. Die ,, Germ." giebt folgende eingesandte Schilderungen: Dudweiler, 18. März. Ein furchtbares Unglück ist gestern Abend, den 17., awischen 11 und 12 Uhr auf Grube Camphausen durch schlagende Wetter vorgekommen. Es find Abends 216 Bergleute und drei Steiger angefahren, davon find 51 Mann zu Tage gefördert. Die Rettungsarbeiten dauern fort, besonders sei erwähnt Inspektor Dr. Sattig, er arbeitet todes Detachtend an dem Rettungswerke. Derselbe mußte heute Vor mittag nach Hause gefahren werden, ging jedoch Nachmittags fofort wieder ans Werk. Die Entzündungsursache ist nnbekannt. Furchtbare Menschenmaffen strömen von den umliegenden Drt schaften und Gruben herbei. Herzzerreißend ist das Jammern und Weinen der Angehörigen. Von den drei Steigern find bis jest zwei todt zu Tage( Bost und Gläser), Steiger Ritscht ift noch nicht gefunden. Die noch Fehlenden glaubt man alle todt. Soviel für heute. " Ein zweiter Originalbericht lautet: Saarbrüden, 18. März. Ein entsegliches Unglück hat in der vergangenen Nacht unser Roblenrevier betroffen. Auf der Seche Camphausen", Sta tion der Fischbachbahn, waren gestern 219 Bergleute zur Nacht Schicht angefahren. Gegen 12 Uhr Nachts erfolgte auf bis jest unerklärte Weise eine Explosion schlagender Wetter mit einer Heftigkeit, daß die Flamme zum Schacht Camphausen II. hoch herausschlug und die ganze Bimmerung zerstört wurde. Indes, Diese Berstörung hat gar nichts zu bedeuten im Vergleich mit dem Unglüd im Innern der Strecken und Querschläge; fast alle find fie eingeftürzt und haben diejenigen Arbeiter, die nicht von den Wettern verbrannt oder von den Nachschwaden ( Roblenorydgasen) erstickt waren, zerschmettert oder verschüttet. Bis heute Nachmittag 5 Uhr waren von sämmtlichen, bei Der Verlesung vor der Schicht gegenwärtigen 219 Bergleuten und Beamten, 26 lebende und 21 todte mit der einzigen, noch betriebsmäßigen Förderschale an Schacht I zu Tage gefördert. Die übrigen zu retten ist wegen der gänzlichen Berstörung der Baue und der giftigen Schwaden faft nmöglich. Die Behörden waren sofort nach erhaltener Meldung zur Stelle, Der Geheime Bergrath Herr Eilert fuhr in Begleitung des Herrn Inspektors Dr. Sattig persönlich in den Schacht. Herr Inspektor Sattig, der sich in einem Querschlage zuweit vorge wagt batte, wäre faft der Pflichttreue zum Opfer gefallen; mit Mühe nur fonnten ihn seine Begleiter, die selbst mit Den Schwaden lämpften, vom Erftidungstode retten. berzerreißendes Bild bieten die Tausende von Angehörigen Der Berunglückten, die sich um die Schachtbühne drängen. Eine Greifin erzählte bem Schreiber dieses, daß ihr Mann mit zwei trwachsenen Söhnen den Tod gefunden hätte. Auf einem leichten mit Rüben bespannten Wägelchen liegen drei fohlengeschwärzte Leichen, der Fuhrmann sagt: es find meine drei Brüder. Im Maschinengebäude liegen nebeneinander 20 Toote, erstickt und verbrannt, ein gräßlicher Anblick, zumal, da die meisten der Arbeiter in den bis 700 Meter tiefen Bauen wegen der Hiße mit nadiem Oberkörper arbeiten müssen, also ihren verbrannten Rörper faft ohne Hülle zeigten. Ein Das Aufsuchen und Butagebefördern der Arbeiter, die unten verbrannt, erstickt oder verschüttei liegen, wird voraussichtlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Köln. Sta." bringt folgenden Bericht: Saarbrüden, 18. März. Das Unglück auf der Grube Camphausen ist das größte, das im Saarrevier bisher vorgekommen, Das erste größere in den neuen Anlagen des Fischbachthales. Die Gruben haben hier im Allgemeinen wenig Grubengas, find aber außerordentlich trocken und die Koble staubt in hohem Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Nach der unzweifelhaften Angabe des Kalenders bat der Frühling gestern feinen Einzug bei uns gehalten. Es hindert uns daher nichts, uns mit ganzem Herzen all' jenen wonigen Gefühlen zu überlassen, die für alle einiger maßen poetisch veranlagte Herzen mit dem Eintreten des Lenzes verbunden sind. Freilich heulte vorgestern Abend der Sturm noch ganz entfeßlich durch die Straßen, Hagel und Regen flatschte in angenehmer Mischung gegen die Fensterscheiben, und an besonders zugigen Eden konnte man die eilfertigsten Wett läufe beobachten, nedisch hatte der Wind so manchem fried lichen Bürger den Hut entführt und luftig rollte die Be hauptung" burch Bfüßen und Regenlachen. Das kommt davon, wenn man spät Abends noch in eine Rneipe zieht. Dem Manne, der kein freies Verfügungsrecht über einen Hausschlüssel hat, wird das so leicht nicht paffiren, er fist eben längst zu Hause, wenn der nächtliche Sturm andere Leute noch schitanitt. Doch auch dieses wird anders werben, es wird in naher Zukunft keine Hausfrau mehr allein und verlassen zu Hause figen, während ihr Tyrann an seinem Stammtisch hauft und in furchtbarer Weise politisch fannegießert. Die ganze Welt oder vielmehr Kneipordnung wird umgestaltet wer ben; ehelicher Swift, Gardinenpredigten, Schmollen und Gebrumm werden wie längst verschollene Sagen einer todten Beit angehören, und Mann und Weib werden ewige Flitter wochen feiern. Sonntag, den 22. März 1885. Grade. Das ist wahrscheinlich der Grund, daß die Explosion hier so große Wirkung hatte. Sie ist durch den brennenden Rohlenstaub weiter getragen worden. Die Explosion geschah auf der vorlegten Sohle, die 500 M. tief liegt. Man will die Flammen thurmhoch aus dem Schachte haben schlagen feben. Ein Signal. wärter bei der Förderung wurde getödet. Von der Belegschaft waren 16 Mann turz vor der Explofton aufgefahren. Unter den wahrscheinlich Betödteten find auch drei Steiger. Die herausgeförderten Leichen werden in einem Saale des Ma schinenbauſes auf Stroh gelegt und hier durch die Grubenbeamten refognoszirt. Sie find zumeist stark verbrannt, theil weise auch sonst verlegt, anscheinend durch Abstürze. Einzelnen ist die Haut heruntergeriffen. Die Leichen find bis zur Hälfte entblößt, da in der Grube eine Wärme bis zu 30 Br. herrscht und die Leute daher halb entkleidet arbeiten. Der Betrieb ist sofort eingestellt worden. Infolge deffen mangelte es alsbald an Kohlen für die Fördermaschinen; die Kohlen mußten anderwärts her gefahren werden. Die Beamten der Bergwerksdirektion aus Saarbrücken waren rechtzeitig zur Stelle; ein besonderer Bug brachte fte heute Morgen dahin. Geheimrath Eilert leitet die Rettungsarbeiten. Der Direktor der Grube Sattig war von Anfang an 12 vole Stunden in der Grube und erkrankte alsdann. Die Förderung geht wegen des zerstörten zweiten Ein Arzt ist in die Grube Schachtes nur langfam vorwärts. gefahren und es werden zunächst die Lebenden gefördert, während die Todten später geborgen werden sollen. Die Trauer und Bes stürzung in den Bergmannsdörfern ist ungeheuer. Bu Tausenden strömt die Bevölkerung, Männer, Weiber und Kinder, an der Unglücksstelle und an der Förderung zusammen; jeder neu ge förderte Körper wird mit lautem Jammer empfangen. Aus einer Familie find fünf Brüder getödtet. Ein Junge fam noch als gereftet zu Tage, nachdem er 12 Stunden unten zu gebracht hatte. Ueber die Ursache der Explosion ist noch nichts bekannt. Es dürften noch acht Tage vergehen, bevor die legte Leiche geborgen sein wird. Der Saarbrücker Zeitung" entnehmen wir noch folgende Mittheilungen über das Gruben unglüd: Gegen 12 Uhr Nachts erfolgte in der Grube eine so beftige Explosion, daß die Flammen zum Schachithurm herausschlugen und der Signalmätter getödtet wurde. Die Berunglückten sind meist aus Fischbach, Herresohr, Sulzbach, Dudweiler und Reinsbach. Auf die erste Nachricht von dem Unglücksfall waren die Mitglieder der Bergwerksdirektion mittels Extrazuges nach Camphausen geeilt, um fich an der Rettung zu betheiligen. Auch Landrath v. Richthofen, Bür germeister Blum c. waren anwesend. Der Jammer ist grenzenlos. Eine Frau von Dudweiler, deren einem Sohn vor Kurzem das Augenlicht durch Explofton zerstört worden, hat den jüngsten Sohn jest auch noch verloren. Von einer Fas milie Minte aus Dudweiler sollen 5 Brüder, von einer Fa milie aus Fischbach 4 Söhne und 1 Schwiegersohn verun glückt sein. Die Rettungsarbeiten können, da nur einer von drei Schächten fahrbar und die Grubenstrecken weit verzweigt find, nur sehr langsam von Statten gehen." Saarbrüden, 20. März. Fernerhin liegt noch folgende Meldung vor: Seit gestern Abend find weitere 10 Leichen ans Tageslicht gebracht worden, so daß die Gesammtzahl der bia jest tonstatirten Berunglückten 165 beträgt. Die seit gestern geförderten Todten find gräßlich verstümmelt, verbrannt und Daher unerkennbar. Etwa 15 Bergleute find noch nicht aufgefunden und herausgeschafft. Die Rettungsarbeiten werden mit dem größten Eifer fortgefeßt. Der Jammer ist unbe schreiblich. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 73. Sizung vom 21. März, Nachmittags 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes von Boetticher, Bronsart v. Schellendorff, o. Schelling u. A. Der Bericht der Reichsschuldenlommission über die Ver waltung des Schuldenwesens wird durch Dechargirung er ledigt. nung Es folgt die zweite Berathung der allgemeinen Verdient er nicht in der That die höchste Anerken ? Man bente fich nur die angenehme Aussicht, ruhig, ohne sich die Stiefel naß zu machen, zu Hause fißen zu tönnen, und ganz nach Belieben einen Schoppen nach dem andern leeren zu dürfen. Man hat damit nicht mehr Mühe, als menn man sich heute dem mehr als zweifelhaften Genuß eines Glases Leitungswassers hingiebt. Allerdings hat dasselbe ja auch bisweilen eine Farbe wie schlechtes Bier, und wer Vegetarier und wer Vegetarier ift, Farbe wie schlechtes Bier wird nur mit gerechtem Bedenken dieses Zeug ver schlucken. Man kann ja nun einwenden, daß man auch schon früher in seiner Wohnung Bier trinken konnte. Das war doch aber nur ein sehr getheiltes Vergnügen, weil man fich hauptsächlich auf den Verbrauch von Flaschenbier be schränken mußte. Flaschenbier ist bekanntlich nicht Jeder manns Sache, und war es einmal einem Ehemann gelun gen, seine Frau bei irgend einer feierlichen Gelegenheit von der Nothwendigkeit eines aufzulegenden Achtels zu überzeugen, so machte das doch entschieben eine Unmenge von Umständen und Schmußerei, und der Spaß der ganzen Sache wurde mindestens ein fraglicher. Jegt, oder wenigstens bald, in naher Zukunft min destens, wird man das Alles nicht mehr fennen, und aus dem Hahn der Wasserleitung wird Erquicung und Labung über die leidende Menschheit dahin strömen. Wie dieser große Mann mit seiner weltbewegenden Erfindung überall mit unendlichem Jubel begrüßt werden wird, so hat in der vergangenen Woche ein anderer- in feiner Ari ja auch ein Weltbeglüder unfägliches Weh' und Leiden über verschiedene unserer Mitbürger gebracht. ,, Es wär' so schön gewesen, doch es hat nicht sollen " Und wann das geschehen wird? Nun einfach, wenn jene segensreiche Erfindung, mit der uns ein Mitbürger zu sein" so sagt gewiß jest mancher Dekoriste, wenn er beglüden verheißen hat, erst wirklich ins Leben getreten sein wird, wenn aus jedem Wasserleitungshahn statt des von dem glänzenden Stern, von dem bunten Bändchen, jezigen, nüchternen und nichtssagenden Getränkes ebles, um es für alle Zeiten in die verborgenfte Schublade feines fchäumendes Bier fließen wird, dann hört natürlich jedes Schreibtisches zu verschließen. Alles ist eitel auf der Rneipengehen auf, der wahre Völkerfrühling des Ehelebens Welt, selbst der Glaube an die Echtheit eines per fischen Fermans, und niemals hat wohl ein Mensch dische Jammerthal zu bezeichnen. mandem mehr gestattet sein, unseren Planeten als das ir das Vertrauen seiner Mitbürger in unwürdigerer Weise gemißbraucht, als jener unglüdselige Baron, der freigebig Ein Hoch diesem braven Mann, der einen solchen Knopflöcher und Halskragen gegen gleich baare Bezahlung ausschmückte, in dem Augenblick, als er sich von der Polizei menschheitsbeglückenden Plan gefaßt hat. II. Jahrgang. Rechnung für 1880/81, für welche die Rechnungskommiss flon die Dechargeertheilung vorschlägt. Abg. Meyer( Halle) beantragt, einzelne Ausgabeposten aus dem Etat der Militärverwaltung, wo nach dem Monitum der Oberrechnung lammer eine den bestehenden Vorschriften widersprechende Verausgabung stattgefunden hat, ohne daß die Militärverwaltung eine nachträgliche Genehmigung beantragt, nachträglich zu genehmigen; eventuell aber die Decharge für Diese Ausgaben vorzubehalten. Der Rechnungshof hat beanstandet, daß gewisse nicht etatmäßige Ausgaben justifiziert wor den find durch Anträge der betreffenden Kriegsverwaltung und nicht durch Anträge des im Reiche verantwortlichen Beamten. Materielle Einwendungen haben wir nicht zu erheben, ers kennen vielmehr an, daß nach Lage der Sache die Behörde wohl veranlaßt war, diese Ausgaben zu leisten; wir machen aus diesen vom Rechnungshof hervorgehobenen Umständen teinen Differenzpunkt zwischen uns und der Regierung und glaubrn durch unseren Antrag den versöhnlichsten Weg einge schlagen zu haben. Minister Bronsart von Schellendorff: Ich erkläre für jetzt nur von Neuem, daß die vom König von Preußen in diesen Dingen erlassenen Drdres als die Angelegenheit vollständig erledigend angesehen werden müssen, fo daß es einer nachträglichen Genehmigung des Reichstages nicht bedarf. Abg. Richter: Bei der Rechnung für 1879/ 8C hat der Reichstag mit großer Mehrheit einen dem Antrage Meyer ana logen Beschluß gefaßt. Denselben Standpunkt bitte ich Sie, auch heute einzunehmen. Minister Bronsart von Schellendorff erinnert daran, daß die liberalen Antragsteller ihr Vorgehen nicht wohl versöhnlich meinen können, denn fte feien es gerade, die jest den bis zum vorigen Jahre noch zwischen der Regierung und dem Reichstag in dieser Frage bestandenen Waffenstilstand stören. Abg. Ridert: Von einem Waffenstillstand ist nicht die Rede. Die Anfichten der Regierung und der Volksvertretung fteben fich prinzipiell gegenüber. Wenn wir den Rechnungsdaß die Regierung recht hat, und würden unseren eigenen hof im Stiche laffen wollten, so würden wir damit anerkennen, faffen, die unseren prinzipiellen Standpunkt wahren. Prinzipiell Rechten etwas vergeben. Wir können hier nur Beschlüsse aber haben wir den Standpunkt der Regierung nie als forrekt. anerkannt. Ich bitte den Minister, nicht Konsequenzen aus seiner Theorie zu ziehen und uns nicht in einer Weise zu provoziren, daß wir noch mehr aus unserer Reserve heraustreten und die Dechargirung überhaupt verweigern müßten. Minister Bronsart v. Schellendorff: Ich halte meinen Vergleich mit dem Waffenstillstand völlig aufrecht. Nicht aus der Initiative der Regierung, sondern aus der des bauses ist die Situation verschärft worden. Nicht der preußis sche Kriegsminister hat die Streitfrage aufgerührt, sondern der Antragsteller und seine Partei, welche jegt die Gelegenheit für gekommen halten, um ihrer früher nur in der Kommission ge= äußerten Auffassung im Plenum Geltung zu verschaffen. Der König von Preußen hat aber in loyaler Ausübung des ihm nach Annahme der Regierungen zustehenden Rechts einen Justifizirungsbefehl gegeben an die Armee; wir können uns nicht der Konsequenz ausseßen, die aus der nachträglichen Ge nehmigung dieses Befehls durch den Reichstag folgen würde, anzuerkennen, daß der Reichstag einmal die Ausführung eines solchen Befehls als unzulässig bezeichnen dürfte. " Abg. Hänel: Wenn der Kriegsminister alles das, was feine Verantwortlichkeit zu decken hat, unter die Kategorien des Befehles" bringt, dann müssen wir überhaupt darauf ver sichten, über Militärbudget und militärische Dinge auch nur ein Wort zu fagen. In rechnungsmäßigen finanziellen Dingen steht die Militärverwaltung nicht anders da als jede andere, bet welcher ebenfalls an lezte: Stelle die Intention und selbst eine Verfügung des Kaisers vorliegen tann und sehr häufig thatsächlich vorliegt. Kriegsminister Bronfart v. Schellendorff: Auch der Abg. Hänel hat die Beziehungen des preußischen Kriegsauf Fälschungen ertappen ließ und jest hinter den düsteren Mauern des Untersuchungsgefängnisses darüber nachdenken muß, wem eigentlich das Recht und die Befugniß zusteht, nach Verdienst und Würdigkeit Orden und hohe Titel zu verleihen. Für uns und unsere Leser entbehrt ein solches Vor tommniß gewiß nicht der Tragikomit, und es ist recht weise von der Natur eingerichtet, daß in dieser Beziehung doch immer nur gewiffe Kreise gebauernfängert werden tönnen. Dem Verdienst seine Krone, dem Ehrfüchtigen seinen Drden wenn er auch nicht viel mehr Werth besitzt, wie eine einfache Rotillonauszeichnung. Eitelkeit und Ehrfucht diese beiden Eigenschaften drücken unserem ganzen Zeitalter seinen eigenartigen Stempel auf. Falsche Begriffe von Ehre waren es, die in der verfloffenen Woche junge, noch nicht im Mannesalter stehende Leute vor den Strafrichter brachten, wo sie sich verantworten sollten wegen eines Vergehens, das unter anderen Umständen mit den schwersten Strafen belegt wird, welche unser Strafgesetzbuch kennt. Der Ausgang des Prozesses Dehlte ist bekannt, es will uns nicht scheinen, als ob das Urtheil allgemeine Bes friedigung hervorgerufen hätte. Gab dieser Prozeß auch ein abschreckendes Bild von der Verwilderung, welche in den sogenannten gebildeten" Kreisen herrscht, so veistummte die Diskussion hierüber sofort, als die Runde von dem entseglichen Unglück in den Rohlenbergwerken bei Saarbrücken das deutsche Baterland durcheilte. Fast zweihundert Männer find dort ihrem Beruf zum Opfer gefallen, bis jetzt hat man noch nicht einmal die ver tohlten Leiber an das Tageslicht schaffen können. Jezt wollen wir sehen, wie sich die Deutschen den Deutschen gegenüber betragen. Wird man jezt auch Bälle, Theater und Festvorstellungen aller Art veranstalten? Bu Gunsten der Spanier that man das, man tanzte und sechte und sammelte, wir wollen hoffen, daß diejenigen Leute, welche für Fremde stets massenhaft Geld haben, sich ihren eigenen Landsleuten gegenüber ebenfalls hochherzig und ebelmüthig zeigen werden. ministeriums zu Sr. Majestät dem Kaiser verschoben. Es han delt sich garnicht um einen Verwaltungs-, sondern um einen Gnadenatt. Es haben vollständig bona fide aus Versehen einige Doppelzahlungen stattgefunden. Es wäre unbillig gewesen, den daran schuldigen Beamten den Schadenersatz auf zuerlegen. Se. Majestät hat deshalb von dem verfaffungsmäßigen Gnadenrecht Gebrauch gemacht und die Sache niedergeschlagen. Das Argument, daß durch das Gnadenrecht des Rönigs ein Recht dritter Personen nicht berührt werden dürfe, ift hinfällig. Auch wenn ein Verbrecher begnadigt wird, wird ein Recht Dritter Personen beeinträchtigt, nämlich das Recht desjenigen, der durch den Verbrecher geschädigt ist.( Lebhafter Widerspruch links.) Ich muß für den König von Preußen Daffelbe Recht in Anspruch nehmen wie für alle anderen Bundesfürsten. Durch die Reichsverfassung ist das fönigliche Gnadenrecht in teiner Weise beschränkt worden. Den Rech nungshof fönnen Sie doch gewiß nicht als Hilfstruppe bei einer beabsichtigten Restriktion königlicher Rechte heranziehen. Es ist eine tönigliche Behörde, seine Mitglieder werden vom Rönige ernannt. Ich würde meine Pflicht auf das Gröblichste verlegen, wenn ich stillschweigen wollte zu der Beeinträchtigung eines Rechtes der Krone. Wenn davor gewarnt wird, den Reichstag zu schärferen Schritten zu drängen, so würde doch eventuell die eventuell die Schuld baran nicht an uns liegen, sondern an denen, die diese Frage aufgerührt haben, nachdem wir uns bisher in der Kommiffiou ftets bequem arrangirt hatten. Stellung in der Sache genommen habe, find verfehlt. Der Streit bleibt ja gleichwohl noch offen, der Reichstag wird aber, glaube ich, absehen müssen davon, den Rechnungshof als Bundes genoffen hier bereinzuziehen. Abg. v. Malzahn: Es entspricht nicht unserer Ver faffung, daß der Rechnungshof der Verbündete des Reichstags in der Kontrole der Ausgaben sei, sonst entsteht die Auffaffung, als ob auf der einen Seite Reichstag und Rechnungshof, auf der anderen Seite die verbündeten Regierungen stünden, welche Die Rechte des Landes nicht genügend beachteten. Ich erkenne an, daß hier eine Lücke ist, und wenn wir de lege ferenda ver handelten, würde ich mich wohl der milderen Anschauung des Abg. Meyer anschließen fönnen, daß bier eine Abweichung vom Geseze vorliege. Aus der jetzt bestehenden Reichsver faffung tann ich hier nicht ein Recht des Reichstags herleiten, die Gegenzeichnung des Reichskanzlers zu fordern, weil ich ein Recht des Kaisers nicht anerkenne. Der Kaiser ist nicht souverän als solcher, er ist nicht Kaiser von Deutschland, denn sonst würde man aus dem Begriffe der Souveränetät das Recht niederzuschlagen herleiten können. Der Reichstag hat nicht zu verzeihen, das ist nur in der liberalen Theorie be gründet. Mit diesem Recht würde der Reichstag als der höher stehende gelten und damit ausgesprochen sein, daß die Souve ränetät beim Volle liege. Ein Gnadenrecht im gewöhnlichen Sinne giebt es nur auf dem Gebiete des Kriminalrechts, Bes gnadigung fann nur stattfinden bei einem Delift, hier handelt es fich nicht um ein solches. Es handelt sich hier um eine Befugniß, welche so lange bestehen wird, als bis durch ein Geset hier die Aenderung geschaffen ist. Ich bitte Sie daher einfach, dem Antrage der Kommission zu folgen. Abg. Dirichlet: Der Herr Vorredner hat sich an dem Ausdrud verzeihen" gestoßen und behauptet, wir wollten da mit die verbündeten Regierungen zu unseren Dienern machen. Es verzeiht aber nicht der höher Stehende dem niedriger Se ftellten, sondern der Gekränite dem Verlegenden. Ich ver wahre mich übrigens dagegen ausdrücklich, daß aus den Vers handlungen hier Souveränetätsgelüfte deduzirt werden. Abg. v. elldorff: Es handelt sich hier nicht am eine Kränkung des Reichstages, sondern um einen nothwendigen Alt der Verwaltung. Hierbei lann von Verzeihen nicht die Rede sein. Dieser Ausdruck giebt sonst zu dem Mißverständniffe Anlaß, als ob die Regierung ein Unrecht begangen. ( Beifall rechts.) Der Prinzipalantrag des Abg. Meyer wird darauf gegen die Stimmen der Konservativen und der Reichspartei an genommen, von welcher legteren nur die Abgg. Prinz Schönaich Carolath und Fürst Bapfeldt Trachenberg mit der Mehrheit stimmen. Im Uebrigen gelangt der Antrag der Kommission zur Annahme. In Bezug auf die allgemeine Rechnung für 1879/80 werden die Beschlüsse zweiter Lesung in dritter Lesung be ftätigt. Bei der zweiten Berathung des Entwurfs eines Ge setes, betreffend die Ergänzung des Reichsbeamtengesezes erflätt Abg. Kayfer: Seine Partei würde gegen das Gesetz stimmen, weil dasselbe eine Verschärfung der Disziplinargewalt herbeiführen würde. Die Regierung habe nach den jezt be stehenden Gesezen schon zu viel Gewalt über die Beamten, diese sollten sehen, daß wenigstens eine Partei im Reichstage fich ihrer annehme. Das Gesetz wird darauf gegen die Stimmen der Sozial demokraten angenommen. In erster und zweiter Berathung erledigt das Haus darauf das Gesez, betreffend die Befugniß von Fahrzeugen, welche ber Gattung der Kauffahrteischiffe nicht angehören, zur Führung Der Reichsflagge. Schluß der Sigung 34 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( Dampfervorlage und Bolltarif.) Abg. Hänel: Alle Angriffe des Kriegsministers werden durch den vom Oberrechnungshof einmal eingenommenen Standpunft abgeftumpft; umsomebr, als diese Behörde eine fönigliche ist, der solche Suppofitionen, wie sie der Minister und macht, nicht untergeschoben werden können. Der Rechnungshof geht bei seinen Monitis davon aus, daß ein Recht, ein Gesez vers legt sei. Wenn wir von demselben Standpunkte ausgehen, so fann uns der Minister das doch nicht verwerfen. Jede leidenschaftliche, nicht rein sachliche Deduktion des Ministers muß an Es ist recht bedenklich, mit großen Diesem Punkte scheitern. Es ist recht bedenklich, mit großen ftaatsrechtlichen Gefichtspunkten zu operiren, um eine praktisch recht kleine Sache durchzusetzen. Wir behaupten, daß das Be gnadigungsrecht auf finanzielle Dinge nicht ausgedehnt werden fann, ohne daß dem parlamentarischen Budgetrecht zu nahe getreten würde. Wer leugnet denn, daß der König, beam. Der Kaiser begnadigen fann? Wir meinen nur, daß durch unsere Rechte gegenüber der Finanzverwaltung jenes Gnadenrecht eine Grenze findet, die dahin führt, daß der verantwortliche Minister die Verantwortlichkeit für einen derartigen Gnadenaft uns gegenüber übernehmen muß und dadurch allerdings fich der Gefahr aussett, daß die Decharge unter Umständen auch verweigert werden kann. Das ist die richtige Frage, und mit allgemeinen Deduktionen, die immer nur zu leidenschaftlichen Erörterungen führen, sollte der Kriegsminister fern bleiben. Auch auf das epinöfe und etwas verwickelte Thema vom König von Preußen und vom Deutschen Kaiser ist der Kriegsminister zurüc gekommen. Es handelt sich hier doch immer um Atte der Finanzverwaltung, denn ein solcher ist eine Begnadigung, die fich auf finanzielle Dinge bezieht, wenn es auch ein höchster Aft sein kann. Nach dem Kriegsminister wird die Finanz verwaltung in militärischen Dingen nach wie vor von dem Könige von Preußen geführt. Ich leugne das, ich behaupte, das widerspricht schnurstracks den Verfassungsartikeln. Die Finanzverwaltung wird in allen Verwaltungszweigen auch auf dem Gebiete der Militärverwaltung, von Sr. Majestät dem Raiser, nicht von dem Könige Preußen, geführt. Auf Baiern mit seiner Separatstellung findet diese Deduktion natürlich leine Anwendung; auch bezüglich Württembergs mag die Sache etwas zweifelhaft liegen; ich habe aber hier nur das ver faffungsmäßige Recht dem Kriegsminister gegenüber zu wahren. Art. 62 der Verfaffung besagt bezüglich der militärischen Finanzverwaltung: Bur Bestreitung des Aufwandes für das ge sammte deutsche Heer und die zu demselben gehörenden Einrichtungen find bis zum 31. Dezember 1871- das ist eine provisorische Bestimmung dem Kaiser so und so viel Geld zur Verfügung zu stellen". Also der Kaiser, nicht Der König von Breußen, fommt in den Besitz der gesammten finanziellen Mittel des Reiches! Und wem gehören denn die Fonds der einzelnen Kontingentsverwaltungen, wem die Grund. stücke und das gesammte Kriegsmaterial? Dem Könige von Preußen oder dem deutschen Kaiser in seiner staatsrechtlichen Stellung? Wir haben doch ein besonderes Geset, wonach die zum Dienstgebrauch einer deutschen Verwaltung bestimmten Gegenstände sammt und sonders Eigenthum des Reiches sind! Soll über diese Reichsattiva der Rönig von Breußen in dieser seiner Eigenschaft disponiten können? Ueber Reichsmittel können nur Reichsinstanzen verfügen, nur der Kaiser ist Inhaber der militärischen Finanzverwaltung des Reiches, und alle Organe dieser finanziellen Seite der Militärverwaltung find Reichsorgane. Deshalb find alle Verfügungen, welche in derartigen Finanzangelegenheiten ergeben, in legter Instanz durch die Berantwortlichkeit des Reichstanzlers getragen. Die Verfassung fagt weiter: ,, leber alle Einnahmen des Reichs und solche Einnahmen sind vor Allem die für die Militärverwaltung bestimmten ist durch den Reichskanzler dem Bundesrath und dem Reichstag zur Entlastung jährlich Rechnung zu legen." Wie könnte denn der Reichstanzler Rechnung legen auch über die gesammte Militär- Verwaltung, wenn er nicht der oberste verantwortliche Chef für diese finanzielle Seite der Militär- Verwaltung wäre? Jene Verfügungen find also nicht preußische, sondern faiserliche, die nur gededt werden können durch einen faiser lichen, mit der Kontrafignatur faiserlicher Verfügungen beauftragten Beamten. Es wäre doch höchst furios, wenn der preus ßische Minister als solcher derartige Verfügungen zeichnete, wofür er doch auch eine gewiffe Verantwortlichkeit hat. Wem wäre er denn verantwortlich? Dem Preußischen Landtag? Dann müßten doch auch die fleinen Landtage, deren Kontin gent dem Preußischen einverleibt ist, diese Verantwortlichkeit irgendwie wahrnehmen fönnen. Von alledem fann gar feine Rede sein. Der Kriegsminister hat dann gesagt, selbstverständ lich sei sowohl der König von Preußen wie der Kaiser von Deutschland in seinem Gnadenrecht nicht an parlamen tarische Kontrole gebunden. Das geben wir zu; aber sobald man das beansprucht, muß man auch die entsprechenden Dide pofitionsfonts fich bewilligen laffen. Man darf nicht jeden beliebigen Etatstitel zu einer Art Dispofitionsfonds für kaiserliche Gnadenafte machen. Der Kriegsminister mag seinen Standpunkt festhalten; er soll uns aber nicht sagen, daß wir nur aus allgemein oppofitionellen Gründen, aus Gründen, die irgend etwas mit monarchischen Rechten zu thun haben, unsere Stellung vertheidigen.( Beifall links.) Abg. v. Helldorff glaubt ebenfalls nicht, daß die Frage des Gnadenrechts hier in Betracht komme. Abg. Meyer( Breslau): Wo bleibt denn unser Budget recht, wenn wir nicht das Recht haben sollen, Defekte durch unsere Genehmigung niederzuschlagen? Die Art, wie der Minister das preußische Staatsrecht in den Reichstag hinein. getragen hat, ist sehr bedenklich. Durch die Defekte im Reichs budget werden doch auch nichtpreußische Reichsangehörige geschädigt. Soll hierüber durch einen lediglich preußischen Ver waltungsatt entschieden werden? Das brauchen sich die nicht preußischen Reichstagsmitglieder nicht gefallen zu laffen. Wenn gefagt wird, der Rechnungshof habe seine Monitis seit Jahren gemacht, so find doch auch leider diese Monitis von der Kriegsverwaltung seit Jahren nicht beachtet worden; wir wollen ihnen eben eine größere Beachtung sichern. Nicht wir, sondern der Kriegsminister ist schuld an diesem Streit, indem er einseitig auf seinem Standpunkt stehen bleibt. Direttor im Reichsschazamt Aschenborn: Alle Debuktionen, welche sich darauf stüßen, daß der Rechnungshof Abgeordnetenhaus. 47. Sigung vom 21. März, 10 Uhr. Am Ministertische: von Puttkamer, Lucius, Friedberg, von Goßler und Kommissarien. Eingegangen ist ein Gesezentwurf, betr. die Abfindung des schleswig- Holsteinischen Hauses. Mörder gefallen ist. Diese Frage wird erst durch die Gerichte zu entscheiden sein, und es ist deshalb nach meiner Ansicht nicht Sache des Hauses, hier dem Urtheile des Gerichtes vorzugreifen. Es ist aber auch zu prüfen, ob wir hier nicht vor einer Lüde des Gesetzes stehen, nämlich vor der Frage, ob nicht von Rechts wegen generell für die Hinterbliebenen solcher Beamten gesorgt werden müßte. Derartige Unglücksfälle tommen im öffentlichen Leben alle Augenblide vor; es ist bei den Förstern, den Grenz und Steuerbeamten genau derselbe Fall, und dies verweist darauf, daß die Frage ausführlich geprüft werde, um sie wo möglich generell zu regeln. Minister des Innern v. Butttamer: Die Konsequenz der ersten Ausführung des Vorredners würde die sein müssen, Die ganze Berathung auszuseßen, bis das gerichtliche Urtheil gefällt ist. Für meine Ansicht, daß es sich hier um ein anarchis ftisches Attentat handelt, berufe ich mich auf die öffentliche Stimme, welche ohne irgend eine Nuanze fich dahin ausge sprochen hat, daß der Polizeirath Rumpff das Opfer eines anarchistischen Planes geworden sei. Die öffentliche Meinung, vox populi, tft in diesem Falle wirklich vox dei Jch verweise Sie auf das höhnische, halbe Sugeständniß einzelner Mitglieder einer im Reichstage vertretenen Partei und auf das Triumphgeschrei der Anarchisten nach dem Morde. Diese Thatsachen find so überwältigend, daß ich glaube, Herr Dirichlet tönnte fich mit seinen Zweifeln zufrieden stellen. Was seine weiteren Bemerkungen anlangt, so erkenne ich die Nothwendigkeit einer fogenannten Unfallversicherung für Beamte an, es ist dies eine edle Forderung und das Haus hat früher schon einmal eine dahin gehende Resolution beschloffen, welche im Staats minifterium eingehend berathen worden ist. Man glaubte in deffen, daß es damals noch nicht nothwendig sei, darauf einzu geben, weil den Ministern Dispofitionsfonds zur Verfügung stehen. Aber je furchtbarer die Gefahr ist, welche unserer Ge sellschaft von der anarchistischen Partei droht, um so noth wendiger ist es, einen solchen Fall, wie den vorliegenden, indi viduell zu behandeln. Der Rumpff'sche Fall ist die Ausge burt eines höllischen Feuers, welches unsere ganze Gesellschaft bedroht. Ich glaube, daß Herr Dirichlet die hohe politische Bedeutung der Vorlage mehr würdigen wird, wenn er der selben jegt einfach zustimmt. Intere ja gem verbüte Rechte gierun wolle, 0. Borlag der Br N ftimmu genom die Re D gemach Des Fr betr. m Adid auf Ar miffion S ( Etat.) nachri Klaffen 1885/8 Hinwe 25. M brachte bebalt trages leines eignete Die ver liche of Da, w vember Steuer Haush gering trächtig Entsche wang brücklic fchwert Klaffen im St fen, o ftande ber geg Retur meifun geftunt bung fchwert haftete treisen zufolge furistifo Abg. Graf Limburg Stirum( tons.): Meine Freunde und ich, wir wünschen die Angelegenheit nicht in der Kommis flon zu berathen, sondern die Vorlage sofort zu bewilligen, Das Gericht hat allerdings über den Mörder noch zu urtheilen, aber über das Bestehen der anarchistischen Partei steht dem Hause sehr wohl ein Urtheil zu. Uebrigens ist zwischen dem Fall Rumpff und den vom Abg. Dirichlet angeführten Fällen doch ein großer Unterschied; denn diese Beamten, welche in Ausübung ihres Berufs getödtet werden, find nicht das Dpfer eines Planes, der von einer Partet ausgeht. Abg. Dr. Windthorst: Da der Gefeßentwurf einmal vorgelegt ist, werde ich demfelben ohne tommiffarische Prüfung zustimmen und zwar mit Rücksicht auf die Erklärung des M nisters, daß er fich davon eine besondere Wirkung für die Energie der Beamten gegenüber den anarchistischen Beftre bungen verspricht. Diesen Bestrebungen gegenüber tönnen wir nicht streng genug fein, denn wir haben es hier mit in fernalischer Bosbeit zu thun. Bu bedenten gebe ich freilich ob es nicht beffer gewesen wäre, mit dieser Vorlage 3 warten, bis die richterliche Entscheidung ge troffen wäre.( Sehr richtig! links.) Im Uebrigen aber schließt fich Redner den Ausführungen des Abg. Dirichlet on Es wird hier ein Präzedens geschaffen; der Mord bes Gendarmen in Bochum ist genau derselbe Fall. Abg. Dirichlet: Was der Minister über die Kränkung der öffentlichen Meinung in diesem Falle gesagt hat, das ist außerordentlich geeignet, die richterliche Entscheidung zu beein fluffen.( Widerspruch rechts.) Db hier ein anarchistischer Fall vorliegt, Darüber zu urtheilen, ist Sache der Gerichte. de Attentate werden einer Partei in die Schuhe geschoben, un es ist sehr bedenklich, daß der Herr Minister hier im baufe auf eine mit Hilfe der Regierung und der konservativen tei gewählte Partei des Reichstages anspielt.( Belächter rechts.) Well aber auch ich die Thätigkeit der Polizeibeamten nicht au lähmen wünsche, so verzichte ich auf meinen Antrag.( Beifall rechts.) Der Minister des Innern, v. Butttamer freut fi über diesen Entschluß des Vorredners, steht sich aber veranlaßt, einige„ unglaubliche" Mißverständnisse desselben zurückzuweisen. Die Anarchisten seien die bestorganisirte Partei auf dem ganzen Erdenrund. Die ganze Haltung der Sozialdemokratie fei eine indirekte Förderung der anarchistischen Bestrebungen. Das Bericht habe er mit seinen Aeußerungen nicht beeinfluffen In der General Diskussion zur dritten Berathung des wollen, denn von dem subjektiven Thatbestande des in Frant Der Gefeßentwurf, betr. Ergänzung und Abänderung der Bestimmungen über die Aussonderung des steuerartigen Theils aus den sogenannten stehenden Gefällen in der Provinz Schleswig- Holstein wird ohne Debatte in dritter Lesung des finitiv angenommen. rheinischen Konsolidations- Gesezes verwahrt. furt schwebenden Prozesses habe er nicht gesprochen. b. Die G bat fich zu ber erworb päpstlic ihm mi bafter lich au Honora Baron waren gezahlt Abend auf der meines auf bas berechti Benehn abgeleg Maige toration gegen 600 Daß L. fchaffte 5. eine tellner tünfiler 6 hafteft Cheil Ringlo Don de Ringel Alebeft einem Alebito Die Diskussion wird geschlossen und nach einigen Worten gegen das barte Wort des Ministers Lucius, daß ihre zahl des Abg. Dirichlet zu§ 1 wird der Gesezentwurf einstimmig angenommen. reichen Petitionen gegen den Erfaß dieses Gesetzes die Folge fünftlicher Agitation feien und daß fie gegen das Votum des Provinziallandtages federleicht wiegen. Der Provinziallandtag babe allerdings den Entwurf gutgeheißen, aber nicht die Mehr JR erster und zweiter Berathung wird hierauf der Ges verbände in den hohenzollernschen Landen heit derer, für die er bestimmt set, auch nicht einmal die Mehr sowie der Gesezentwurf zur Ergänzung bes87 man nicht aufdrängen; der rheinische Bauer bedanke fich für die angeblichen Segnungen und Wohlthaten des Gesezes, die bisherige Freiheit der Bewegung sei ihm auch um den Preis wirthschaftlicher Vortheile nicht feil. waltung vom 30. Jult 1883 angenommen. Bu einer furzen Debatte führt der Gefeßentwust bett Henderungen der Kirchenverfaffung bef evangelisch- lutherischen Kirche der Proving Abg. Reichensperger( Olpe): Die große Mehrheit Hannover, der indeß ebenfalls unverändert genehmigt der rheinischen Abgeordneten hat schon in der zweiten Lesung gegen das Gefeß gestimmt und lehnt die Verantwortung für Die Folgen deffelten ab.( Beifall im Zentrum.) wird. vinz Hannover. $ Daffelbe geschieht mit dem Gefeßentwurf über die Abstellung von Berechtigungen zum hauen oder Stechen von Plaggen haide c. für die Bro Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sigung schacher und der Spekulation mit Sperrparzellen wirksam Montag 10 Uhr( fleinere Vorlagen; das Gefeß, betreffend Minister Lucius hält seine Behauptung aufrecht, daß bie 70 000 Unterzeichner der Petitionen von falschen Voraus Segungen ausgegangen find. Das Gefeß werde dem Parzellen. steuern; diese Vorzüge hätten ja gerade der altländischen Agrar gefeßgebung zu ihren großartigen Erfolgen verholfen. An der weiteren Debatte betheiligten sich noch die Abgg. Limbourg, Reichensperger( Olpe), Schreiber( Marburg) und Lieber; der Entwurf wird nach den Beschlüssen zweiter Lesung unverändert im Einzelnen angenommen und gegen Bentrum und Polen definitiv genehmigt, desgl. das Konsolidations- und Separationsgesetz für Hohenzollern und ebenso der Gefeßentwurf, betreffend die Schabloshaltung des schleswig- Holsteinischen Hauses). Schluß gegen 2% Uhr. miffarien. Herrenhaus. 10. Sigung vom 21. März, 1 Uhr. Am Ministertische: Maybach, Friedberg und Rom Bunächst wird das neu eingetretene Mitglied Graf pos hypothetarische Belastung von Grundstüden im Geltungs- Althann in den vorgeschriebenen Formen auf die Berfaffung bereich des rheinischen Rechts. Es folgt die erste, resp. zweite Berathung des Gefeß- Ent wurfs, betreffend die Versorgung der Hinterbliebenen des BoItzeiraths Rumpff. Dereidigt. in mutf hat den Bwed, in gefeßlich gesicherter Weise die staatliche lebenslängliche Fürsorge eintreten zu laffen für die hilflosen Hinterbliebenen eines unter dem Dolche eines anarchistischen Mörders hingeschlachteten treuen und braven Beamten. Ich möchte glauben, daß der Inhalt des Gesez Entwurfs so für fich selbst spricht, daß ich mich einer näheren Begründung des felben enthalten fann. Ich beschränke mich baber für jegt Darauf, diesen Entwurf Ihrer möglichst einstimmigen Annahme au empfehlen.( Beifall rechts.) Das Gesetz betr. die Veräußerung von Erennstüden, wel ches im Abgeordnetenhause in Folge eines Antrages des b Grafen Posadowsky in erweiterter Form zur Annahme gelangt Minister des Innern v. Putttamer: Der Gefeß- Ent ist, wird von Prof. Beseler als ein Einbruch in das be stehende Vermögensrecht, als ein sozialistischer Versuch belämpft Der eine Expropriation ohne Entschädigung zulaffe und alo eber als eine Novelle zum Enteignungsgesetz fich darftelle Redner beantragt den§ 1, welcher im Abgeordnetenhause Folge des erwähnten Antrages beschlossen worden ist und we cher das Gesez von 1850 betr. Den erleichterten Abverkauf fleine Grundstüce auch dann anwenden will, wenn zum öffentlicher Anlagen( Eisenbahnen, öffentlicher Wege, Abg. Dirichlet( oft.): Ich erkläre von vornherein, daß über die Behandlung dieser Angelegenheit in meiner politischen Partei kein Beschluß gefaßt ist, und daß ich daher nur in mei nem eigenen Namen spreche. Ich stehe dem Gedanken der Vorlage sympathisch gegenüber, trotzdem erregt der Gesezent wurf und seine Motivirung einige Bedenten in mir, welche es mir wünschenswerth erscheinen lassen, die Frage in einer Kom mission noch einer näheren Erörterung zu unterziehen. Es ist zunächst die Frage, ob der Beamte durch einen anarchistischen Bweds Randle u. f. w.) einzelne Grundstücksparzellen unentgeltlich veräußert werden," abzulehnen und die Regierungsvorlage wiederber stellen.( Beifall.) Бе bal geringen Dernburg spricht sich in demselben Sinne aus und mängelt namentlich den Busatz zum§ 1, nach welchem Unschädlichkeitszeugniß dann ertheilt werden darf, wenn Trennstück im Verhältniß zu dem Hauptgute von Werth und Umfang ist, und wenn die durch die neue herbeigeführte Werthserhöhung des Hauptgutes den Werth Anlage be Trennstüds erreicht. Die in Betracht kommenden öffentlichen form g querft f fet fte jebem Borftel lägt fid bauschu man ü ungeeig rathen bei bie ausnim fucht m Haare, Strutt ist uns fte Am menn faffen 81 b. Di., Herren mal fo Das Ro laffen. felbft fait al Dem R geschrie baburd Bez, S Lebrun fchäftig noch d Muller Lieban, Blemde merftor chte icht fen. üde ts orgt hen enz Deift 1000 eng en, beil chis Cide ge Enes ng, Deife eder ph hen inte erent iner Dies mal ats ins jus ung Gee oth nbi ge baft fche Der unde gen. len, Dem Dem Men in Opfer mal Fung S bie fire nen in lich 31 ges aber an. bes Tung 3 ift ein Fall Ade unt aufe Bat ts.) tzu ifall fich aft tfen. Interessen bet den Sekundärbahnen und Landstraßen seien ia gewiß sehr bedeutende; um aber eine Rechtsverlegung zu verhüten und das Eigenthum unverleglich zu erhalten, um die Rechte der Hypothekengläubiger zu schüßen, müffe die Re gierung, wenn sie die Vortheile dieser Amendirung erlangen wolle, in nächster Seffion ein besonderes Gesez einbringen. vom Wallhalla Operetten Theater, Pauli, Frocoloba vom Victoriatheater, Reicher vom Residenztheater und Kettner und Thielicher vom Bentraltheater. Außerdem wird das Victoria theater durch ein exzentrisches Ballet vertreten sein. Herr Dr. Jacobson hat für diesen Abend ein Rouplet geschrieben und Bruno Köhler, Kostüm- Maler am Deutschen Theater, ein reizendes Erinnerungsblatt gezeichnet. Eine Ueberfüllung dec ,, Phil des Erinnerungsblatt gezeichnet. Eine Ueberfüllung dec, Phil barmonie" ist in diesem Jahre absolut ausgeschlossen, da im Ganzen nur 1200 Billets, von denen ein großer Theil bereits v. Bernuth nimmt die Justizkommiffion, welche die Vorlage zur Annahme empfiehlt, gegen die Ausführungen der Vorredner in Souß und empfiehlt die Annahme des§ 1. Nach längerer Debatte wird in namentlicher Abverkauft, ausgegeben werden. stimmung der Antrag Beseler mit 60 gegen 17 Stimmen an genommen;§ 1 ist danach abgelehnt. Im Uebrigen wird die Regierungsvorlage wieder hergestellt. Der Rechenschaftsbericht über die Verwendung der flüffig gemachten Bestände des Hinterlegungsfonds wird auf Antrag Des Frhrn. v. Tettau für erledigt erklärt; der Gefeßentwurf, betr. megepolizeiliche Vorschriften für Schleswig- Holstein, dem Adides( Altona) unverändert zuzuftimmen vorschlägt, wird auf Antrag des Landraths v. Winterfeld der Agrar- Kommiffion zur Vorprüfung überwiesen. Schluß 3½ Uhr. Nächste Sizung Dienstag 11 Uhr. ( Etat.) Lokales. a. Ermittelte Diebe. Wegen mehrerer im Laufe des vorigen Jahres verübter Diebstähle und auch wegen eines im Mat 1884 verübten Raubes ist vor einigen Tagen der Arbeiter" Sch. verhaftet worden, welcher unter eigenthümlichen Ümfiänden dieser Verbrechen überführt worden ist. Im Mai v. J. war dem Arbeiter R. auf dem Grüßmacher eine Uhr und ein Borte monnaie geraubt worden. Auf Grund einer anonymen Anzeige, monnaie geraubt worden. Auf Grund einer anonymen Anzeige, welche den Arbeiter Sch. Dieser That verdächtigte, wurde Sch. Aftirt und da er sich bei seiner Vernehmung in Widerspruch verwickelte, so wurde er zur Haft gebracht. Da aber der Beraubte, welcher zur Zeit des Staubes betrunken gewesen war, den Sch. als den Thäter nicht zu refognosziren vermochte, so wurde Sch. aus der Haft entlassen. Einige Tage später führte Sch. mit einem Komplizen in der Wohnung eines Reichstags Abgeordneten in der Leffingstraße einen Wäschediebstahl aus, und beide brachten die Wäsche zu der Mutter des Komplizen. Die Thäter wurden aber nicht ermittelt. 3wei Stunden nach der Ausführung dieses Diebstahls verursachten beide Diebe in der Plantagenstraße durch eine Schlägerei mit einem Baffanten, welchen fte hierbei erheblich verlegten, einen Auflauf und beide wurden verhaftet. Sch. nahm aber diese Körperverlegung auf fich und wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, während seine Komplize freigelassen wurde. Der freigelassene Komplize hatte dem Sch. versprochen, für Sch. an die Gefängnißverwaltung fortlaufend Geld einzuzahlen, damit dieser während der Untersuchungshaft über Mittel zu befferer Beföftigung verfügte. Aber der Kom plize erfüllte sein Versprechen nicht. Darüber empört, richtete Sch. vor einigen Wochen an die Mutter seines Komplizen aus der Stadtvoigtei einen Brief( Kaffiber"), in welchem er den oben erwähnten Raub auf dem Grüßmacher, den Diebstahl in der Lessingstraße und andere Diebstähle ausgeführt zu haben einräumte. Dieser Kaffiber fam in den Befis der Kriminalpolizei, welche sofort bei der Adresfatin eine Haussuchung vornahm und daselbst zahlreiche Wäschefiücke fand, welche ersichtlich aus vers schiedenen, bisher noch nicht ermittelten Diebstählen herrühren. Der inzwischen aus der Haft entlassene Sch. wurde am 17. b. M. von Neuem und mit ihm zugleich die Mutter des noch nicht ergriffenen Komplizen wegen Hehlerei verhaftet. Bei der hebleret wurden unter anderen Sachen Taschentücher mit den Monogrammen S. M. 10, R. P., C. 6. 5 mit Arone u. f. w., ferner Taschentücher mit den Initialen H. B., v. B., M. L., A. mit Krone, A. v. F. u. s. w., ferner blaugeränderte Battist taichentücher mit dem Namen Louise, Herren Oberhemden und Nachthemden( G. B. und F. F), Damenwäsche und Tischwäsche( gezeichnet C. H., H. D., M. F., A. v. St. u. s. w.) gefunden. Behördlicherseits hat man nunmehr mit der Benachrichtigung der Steuerzahler über die Einschägung zur laffen und flaiffifizirten Einfommensteuer für das Steuerjahr 1885/86 begonnen. Wenn es in der Benachrichtigung, unter Hinweis auf den§ 14 der Gefeße vom 1. Mai 1851 und 25. Mai 1873, beißt, daß die Steuerzahlung durch die ange brachte Reklamation nicht aufgehalten werde, vielmehr mit Vorbehalt der späteren Erstattung des etwa zu viel bezahlten Be trages zu den bestimmten Terminen erfolgen müffe, so ist damit leineswegs die Befugniß der Verwaltung ausgeschlossen, in ge eigneten Fällen auch solchen Steuerpflichtigen, welche gegen Die veranlagte Steuer reklamirt bezw. refurirt haben, eine ganzliche oder theilweise Stundung der Klaffensteuer zu bewilligen. Da, wie es in einem Erlaß des Finanzministers vom 28. November 1878 heißt, Jrthümer bei der Einschätzung zur Klaffen fteuer vortommen fönnen, welche die veranlagten Berfonen bezw. Haushaltungen hatt betreffen, und unter Umständen selbst in ihrem geringen Vermögens- und Nahrungsstande empfindlich beein trächtigen, wenn die veranlagte Steuer unbedingt bis zur Entscheidung über die Reklamation eingefordert und eventuell wangsweise beigetrieben wird, so find die Landräthe c. audbrücklich ermächtigt worden, die Steuer auf Antrag des Be schwerdeführers ganz oder theilweise zu stunden, wenn fie a, die Klaffensteuer- Retlamation für begründet erachten und zugleich b. Die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der Reflamant nicht im Stande ist, die Steuer bis zur Entscheidung fortzuentrich fen, ohne in seinem Nahrungs- beziehungsweise Vermögens ftande geschädigt zu werden. In gleicher Weise ist bezüglich Der gegen Klaffensteuer Reklamations- Entscheidungen erhobenen Returse zu verfahren. Erfolgt demnächst gleichwohl die Ab weisung des Beschwerdeführers, so haben die Behörden den geftundeten Betrag wieder in gebung zu setzen. Die Stun bung der Steuer erfolgt allerdings nur auf Antrag des Be schwerdeführers. Der wegen der persischen Ordensschwindelei hier ver haftete Dr. jur. Baron v. Ledersteger, der in hiesigen Sports, freifen eine febr belannte Persönlichkeit ist, soll, dem B. T." dem ,, B. ufolge, eine sehr bewegte Vergangenheit haben. Seinen juristischen Dottortitel führt er jedoch mit Fug und Recht; er bat fich denselben seiner Beit auf einer baterischen Universität erworben. Er war dann längere Beit Dffizier in der ehemals päpstlichen Armee, und von da rühren auch seine Beziehungen auder italienischen Republik San Marino her. Zu den von m mit Drden Beglückten gehörte auch ein früher hier wohn bafter reicher Raufmann S. aus der Karlstraße, der augenblic lich auf seiner Billa am Rhein lebt. Herr S. erhielt für ein Honorar von 1200 M. durch Vermittlung des sogenannten Baron 2. eine päpstliche Dekoration. Die Bedingungen waren derart ftipulirt, daß 600 M. im Voraus an gezahlt wurden und 600 M. nach Empfang der Dekoration. Am Abend nach dem Eintreffen des Drdens war Subskriptionsball, auf dem Herr S. mit der neuen Dekoration erschien, die allgemeines Aufsehen erregte. Am andern Morgen wurde Herr S. auf das Polizeibureau bestellt und ihm bedeutet, daß er nicht berechtigt sei, die Dekoration zu tragen, da die landesherrliche Genehmigung dazu fehle. Wehmuthsvoll mußte der Diden abgelegt werden, denn damals, furz nach der Entstehung der Maigefeße, war auf eine Genehmigung zum Tragen der Detoration nicht zu hoffen. Ledersteger strengte nun eine Klage gegen 5. auf Bahlung der noch restirenden, aber verweigerten 600 Mart an; beide Theile einigten sich jedoch in der Weise, daß& Herrn S. den Konfultitel einer erotischen Republik vers schaffte. Gegen ein weiteres flinger des Honorar erhielt verr S. einen perfifchen Drden und zwar gleichzeitig mit dem Ober fellner eines Hotels in Hannover und einem bekannten Bauber fünftler. jen eine Das ffen ant worten urf Bes en §7 usf ber ing migt bie en Bro Bung fend Rom Seit einigen Tagen wagt sich eine der schauder hafteften Moden an's Licht. Die Ponies, welche den oberen Theil der Stirn wie mit einem Franzen vorbang bedeckten, die Ringlöckchen, welche folett fich an die Schläfe schmiegten, haben von der ganzen Stirn Befis ergriffen und in der Form eines Ringelneges dieselbe überzogen. Mit Pomade und ähnlichem Klebeftoffe müssen diefe verschlungenen Ringe befestigt, mit einem unsichtbaren Sege außerdem festgehalten werden. Ist der Alebstoff nicht gut, so lösen sich diese gebrannten und in Kreisform gezwängten Bonies zu Korfziehern auf. Wer diese Frisur fet fte irgendwo in der Nähe von Dalldorf erfunden. Bei jedem anderen Auswuchs der Mode tann man fich doch eine Vorstellung der Bedeutung machen, das künstlerische Motiv" läßt sich verfolgen. Mag man über die rüdwärtige Aufbauschung der Kleider bis zur Höhe von Kameelhöckern, mag man über die unästhetische Anbringung von Blumen an den ungeeignetsten Stellen in noch so berechtigten Unmuth ges bei diesen Ringelfranzen, bei dieser Stirnbeschattung, die sich ausnimmt wie ein unters Riesenmikroskop gelegtes Fliegenauge, sucht man jede Spur eines Motivs vergeblich. Da liegen die Haare, auf bas Antlig gekleckst, zusammenhanglos init der Struktur des Kopfes, verunschönend und entstellend. Die Mode fie Amerika. Es würde gar nichts dagegen einzuwenden sein, tenn sich gegen solchen Import ein ästhetisches Einfuhrverbot Zu dem Programm für den am Sonnabend, den 28. .De., in der Bhilharmonie" stattfindenden GenossenschaftsHerren Abend find von Seiten der Berliner Schauspieler diesmal so zahlreiche Anmeldungen für Vorträge eingelaufen, daß rathen ift faffen ließe. ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode". Aber DON Tung wel 21bg angt Без mpft alfo telle e in wel einer wede male Bert be bad gem lage be Chen 募 F s. N. In Betreff des Raubanfalles, der von einer hiesigen Korrespondenz nach einer Mittheilung von Augenzeugen be richtet worden war, wird der Korrespondenz jest amtlich mits getheilt, daß es fich nicht um einen wirklich beabsichtigten Raubanfall, sondern um eine sogenannte Straßenrempelei handelte, die allerdings Augenzeugen in den Glauben verfeßte, daß es fich um eine Beraubung des Angerempelten, der eine größere Summe Geldes trug, handele. Gegen den roben Patron, einen Arbeiter K. ist das Strafverfahren auf Grund des§ 360 des Reichs Strafgesetzbuches eingeleitet. Belle Alliance. Theater. Die angekündigte Novität Amerikanisch" ist nicht zu verwechseln mit dem bereits im vorigen Jahre aufgeführten Lustspiel ,, Nur Amerikanisch". Es ist dies das letzte Wert von C. A. Goerner, ein Luftspiel in 5 Arten, welches am Hamburger Thalia Theater und bereits an verschiedenen ersten deutschen Bühnen einen außerordentlichen Erfolg erzielte. " " Im Deutschen Theater" bringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen von Romeo und Julia",„ Die Welt, in der man fich langweilt"," Hamlet", die drei Einatter: Ehrenschulden", Jm Bunde der Dritte" und unter Brü Dern"," Fiesto" und Der Weg zum Herzen". Die heutige Aufführung von" Hamlet", beginnt um 6½ Uhr. Die zweite Aufführung des Stüdes am Donnerstag, welche wie ge wöhnlich um 7 Uhr begann, war bereits 10 Minuten nach 10% Uhr beendet. Gerichts- Zeitung. -y. Ein betrübender Unglücksfall, der fich am 1. Sep tember vor. Jahres in der Nähe der Hauptwache Unter den Linden zutrug, lag einer Antlage wegen fahrlässiger Tödtung zu Grunde, die gestern vor der ersten Straffammer des Landgerichts I gegen den Kutscher Auguft Göhrs verhandelt wurde. In der dritten Nachmittagsstunde des genannten Tages wollte der hier zum Besuche anwesende Kaufmann Voigt aus Bran den urg a/. den Fahrdamm vom Kaftanienwäldchen nach der Hauptwache zu überschreiten, als der Angeklagte mit einem leeren Arbeitswagen von Unter den Linden fommend, in scharfem Trabe um die Ecke bog. Der an das Geräusch und Den Verkehr in einer Weltstadt nicht gewohnte Herr, vers mochte dem Fuhrwert nicht schnell genug auszuweichen, wurde von den Pferden zu Boden geriffen und gerieth unter - er hatte inzwischen seinen Namen franzöfirt- die Gage der Bühnenmitglieder aus den einkaffirten und kontrolirten Einnahmen entrichten, im zweiten Monate wurde dem Musen tempel aber ein bedeutend geringerer Besuch zu Theil und der Direttor gerieth in die Klemme. Eine Zeit lang half er fich mit den erwähnten Rautionssummen durch, als auch diese drauf gegangen waren, wurde auf Theilung gespielt und schließlich that der Direktor Fildroit etwas, was vor ihm schon mancher seiner Kollegen gethan - et brannte bei Nacht und Nebel durch. Der um seine Kaution gekommene Kafftrer ftellte aber den Strafantrag wegen Unterschlagung und so tam es, daß der Direktor Fildroit, aber nunmehr wieder unter seinem deutschen Namen Fadenrecht eine traurige und unfreiwillige Gastrolle vor dem Schöffengerichte geben mußte. Er räumte den Thatbestand unumwunden ein, wollte aber nur durch den vorzeitigen Zusammenbruch feines Unternehmens an der Rückzahlung der Kautionen gebindert worden sein. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate Gefängniß, der Vertheidiger, R.-A. Dorn II. führte aber aus, diß im vorliegenden Falle von einer Unterschlagung nicht die Rede sein lönne und daß nur ein Bivilanspruch seitens des Giebler vorliege. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Vereine und Versammlungen. In der letzten Sigung des Bezirksvereins im 29.- 31. Wahlbezirk sprach Herr Otto Ballmüller über das ArbeiterSchußgesez und die Erhöhung der Kornzölle und knüpfte fich an diesen Vortrag eine lebhafte Distusfion an. Unter Verschiedenem wurde für den verunglückten Arbeiter Hennig eine Tellersammlung veranstaltet und ist dem Verunglückten der Ertrag derselben von 5 Mart zugestellt worden. Nachdem noch die im Fragekasten befindlichen Fragen eine sehr lebhafte und interessante Diskussion hervorriefen, wurde die Versammlung geschlossen. Nächste Versammlung Dienstag, den 31. März, im Restaurant Golle, Linienstr. 30. hfs. Zur Gründung eines Sanitäts- Vereins für ärztliche Hilfeleistung fanden am Mittwoch, den 18., und Freitag, den 20. d. Mis., Abends, im Konzertlokal ,, Sanssouci", Rott Leitung der gewählten Kommiffion zwei öffentliche Versammbuserstraße, und in der Urania", Wrangelstraße, unter der lungen statt, welche besonders von Vorstandsmitgliedern der freien Hilfskaffen, sowie überhaupt gut besucht waren. In dnselben tam zur Mittheilung, daß die zum ersten Male ein gereichten Vereins- Statuten von der staatlichen Aufsichtsbehörde, obschon dieselbe die Bestrebungen eines solchen Vereins voll ständig billigte und anerkannte, nicht genehmigt wurden, well, nach Ansicht der Behörde, die Mitgliederbeiträge zu gering normirt waren. Diese Auffassung der Behörde habe nachträge lich auch als einer gewiffen Berechtigung nicht entbehrend an erkannt werden müffen. Allem Anscheine nach würde man in ber Braris über turz oder lang ohnehin einer Erhöhung Erhöhung der Beiträge genöthigt gewesen sein. Die Statuten seien inzwischen mit den entsprechenden Abände rungen der Behörde abermals eingereicht worden, und, wie man gehört, stände zu boffen, daß diesmal ihre Genehmigung erfolgen werde. Das Einschreibegeld sei jest auf 1 M. firiri, und der Monatsbeitrag pro Person auf 30 Bf., für den Mann mit Ehefrau auf 50 ẞf, und für ein Kind auf 5 Pf. In beiden Versammlungen wurde darüber lebhaft diskutirt und mehrige Höhe der Beitragssäge eine schlagende Widerlegung nachdem die vereinzelt geäußerten Bedenken gegen die nun. erfahren hatten dem Verhalten der Kommission zugeftimmt. Auch fanden zahlreiche Einzeichnungen in die ausliegenden Mitgliederlisten statt. Herr Dr. Dock aus der Schweiz hielt am Mittwoch in einer vom Berl. Verein für harmonische Lebensweise" einberufenen, von über 600 Personen besuchten Versammlung seinen lepten diesjährigen Vortrag über:„ Vege tarismus und Familienleben". Der Herr Vortragende gab zu nächst einen turzen Ueberblick über die Geschichte der vegetaris schen Bewegung in Deutschland, die vor etwa 20 Jahren von Theodor Hahn, Gustav Struve, Eduard Balzer u. a. ins Leben gerufen sei. Diese ersten Vorkämpfer des Vegetarismus hätten viel Spott und Hohn erdulden müffen; heute sei es schon leichter, Vegetarier zu sein, denn allgemach habe man gesehen, daß die Vegetarier fich bei ihrer traftlosen" Roft einer großen Frische und fernigen Gesundheit erfreuten, man habe ferner eingesehen, daß durch Todtschweigen und Wigeleien der Vege tarismus nicht zu beseitigen sei, und so fange man endlich an, den Vegetarismus zu studiren, was zur Folge habe, daß der Vegetarier immer mehr würden, denn das sei das Gefährliche der vegetarischen Ideen, daß man denselben nicht widerstehen fönne, sobald man anfange, fich ernstlich mit denselben zu bes schäftigen. Der Herr Vortragende erklärte dann, auf sein Thema tommend, die Wissenschaft habe nachgewiesen, daß die Liebig'sche Ernährungstheorie falsch set, nicht dem Eiweiß, son dern den Kohlenhydraten und dem Fett falle die wichtigste Rolle bei der Ernährung des Menschen zu. Die Letteren seien aber, wie Redner an einer Tafel zeigte, in den Früchten in ungleich höherem Grade vorhanden, als im Fleisch; selbst an Eiweiß seien die Hülsenfrüchte reicher als Fleisch, das an Stelle der wichtigsten Kohlenhydrate die Auswurfstoffe enthielte als Harnsäure Harnstoff u. s. m. Man lebe daber bei einer vernünftig gewählten Früchte und Pflanzenkost beffer, gesünder und etwa achtmal billiger als bei Fleischlost. Lettere errege aber, da fie den Ges brauch von Salz und Gewürzen bedinge, Durst und habe sodann Gaumen Waffer durchaus nicht munde. Da dem Begetarier weder geistige Getränke, noch Tabak Tabat schmackhaft er schienen, so babe er auch hier Ersparniffe, Die ibn die Räder, welche ihm über die linke Bruſtſeite hinweggingen. Spirituofengenuß im Gefolge, da dem an Gewürze gewöhnten doch zogen dieselben eine Rippenfellentzündung nach sich, welche den Tod zur Folge hatten. Dieses Unglück hätte, wie die Beweisaufnahme ergab, vermieden werden können, wenn der Angeklagte, wie die Verordnung es vorschreibt, im Schritt um Die Ede gebogen wäre. Der Gerichtshof hielt die Fahrlässigkeit für eine außerordentlich grobe, die eine strenge Sühne verdiene, er verurtheilte den Angeklagten zu einem Jahre Gefängniß, ordnete auch dessen sofortige Verhaftung an. -y. Ein verkrachter Theaterdirektor wurde gestern in der Person des erst 25 jährigen Kaufmanns Curt Fabenrecht der 87. Abtheilung des Schöffengerichts vorgeführt, um sich wegen Aweter Unterschlagungsfälle zu verantworten. Der Angeklagte ist, wie weiland der Graf Hahn- vahn, von einem unbefteg baren Drange für die Bretter, die die Welt bedeuten" befeelt, doch hat er nicht wie dieser, seiner Leidenschaft die eigenen Güter, sondern diejenigen anderer Bersonen geopfert. Der Angeklagte bewarb sich im vorigen Jahre um die Konzeffton als Theaterunternehmer, und erhielt auch eine solche, worauf et mit dem Magiftrat zu Aschersleben in Verbindung trat, und von diesem die Erlaubniß erhielt, daselbst einen Byclus von Vorstellungen zu geben. Nunmehr fehlte ihm nur das Beste, das Geld; wenn er die nöthigen Mittel batte, konnte die Geschichte loser fich nunmehr nannte, griff zu einem ebenso alten als gefährlichen Mittel, um fich die nöthigen Gelder zu beschaffen, er suchte einen tautionsfähigen Rafftrer und der Homöopath Biebler biß auf den ausgeworfenen Röder an, wurde Theaterkafftrer und hinterlegte eine Raution in Höhe von 750 M. Der frisch geben. Der Königlich konzeffionitte Theaterunternehmer", wie laffen. Dit wirklich anerkennenswerthem Fleiß haben Mitglieder fait aller Berliner Theater in diesem Jahre gearbeitet, um felbft verfertigte Driginal Vorträge bieten zu fönnen und find Dem Romitee nicht weniger als vier eigens au diesem Zwed geschriebene Theaterſtüde eingereicht worden. Der Abend wird dadurch einen besonderen Reis erhalten, daß die Herren Franz Bey, Bräfident der Genossenschaft, und Direktor Theodor gebackene Theaterdirektor brauchte nun aber wiederum eine Lebrun in einem dieser Stüde in hervorragenden Rollen benoch die Herren Krotop, Oberhauser, Schmidt, Ernst, Kalisch, schäftigt find. Aus der Fülle der Mitwirkenden nennen wir Lieban, Chor Dirigent Gräfen, Kahle, Nesper, Reßler, Eugen Müller, Vollmer, Will von den töniglichen Theatern, Thomas, Blemde, Guthera, Meißner vom Wallnertheater, Kainz, Som merstorf vom Deutschen Theater, Philipp, Worms, Steinberger fautionsfähige Person, welche den Kasfirer überwachte und es wurde darauf der Kommis Buckisch als„ Kontroleur" engagirt, welcher eine Raution von 500 M. hinterlegte. Engagements bedürftige Schauspieler gab es in Hülle und Fülle, und am 6. Nov. gab die Gesellschaft des Direktors Fadenrecht die erste Vorstellung in Aschersleben. Anfangs ließ fich das Geschäft leiblich an und im ersten Monate konnte der Direktor ,, Fildroit" in den Stand septen, zur rechten Beit einen eigenen Herd zu gründen. So arbeite der Vegetarismus der Cheloftgtett mit thren schrecklichen Flgen entgegen. An Stelle der aufgegebenen schädlichen Bedürfnisse verlange der Vegetarier gute Wohnung, nach der Arbeit gehörige Nube, regelmäßige Hautpflege( Baden), Gelegenheit und Beit, fich weiter zu bilden u. s. w. und diese Bedürfnisse tönne er leich ter als der Fleischeffende befriedigen. So babe er( Rebner) bet seinen sächsischen Genossen, welche hauptsächlich dem Arbetterftande angehörten, einen Komfort gefunden, wie er sonst faum im Mittelstande angetroffen werde. Dadurch, daß der Vegetarier seine Leibesbedürfniffe leicht befriedigen fönne und so der Willkür seiner Mitmenschen nicht leicht ausgefeßt sei, daß er bei seiner Koft gesund bleibe und Arzt und Apotheke nicht zu bezahlen brauche, fet bei ihm die Grundlage eines glücklichen Familienlebens, eine sorgenfreie Existenz, gegeben. Die die Leidenschaften mildernden Eigenschaften der vegetabilischen Kost trügen dann weiter zur Herstellung Der fo erstrebenswerthen Harmonie zwischen Mann und Weib bei. Der Vegetarismus werde aber auch dem die Weibe die ihm gebührende Stellung verschaffen. Deute jet e Frau hauptsächlich Köchin und Krantenpfl gerin. Beide Thätig teiten fielen bei Vegetariern so gut wie ganz weg, ba Krant heiten bei ihnen gar nicht, oder nur in leichten Fällen vorkommen würden, und die Herstellung eines vegetarischen Mahles sehr wenig Zeit in Anspruch nähme. Dafür könne die Vegetarierin Ihre Beit zu ihrer Fortbildung, zur Verschönerung des Familienlebens und zur Pflege und Erziehung der Kinder verwenden. Die Kinder vegetarischer Eltern brauchten nicht tagtäglich zu sehen, wie die Handlungen der Menschen so sehr im Widerspruch ständen mit den guten Lehren, welche ihnen vorgetragen würden. ,, Du sollst nicht tödten!" werde den Kindern zuge rufen, und in der Häuslichkeit sähen dieselben dies Gebot täglich übertreten. Ja, es werde nicht einmal ihrer Freunde unter zu den Thieren geschont, und wenn fie für dieselben um Gnade bitten wollten, würde ihnen einfach gesagt, die Thiere seien zur Nahrung des Menschen da. Diese Lehre trüge aber ihre Früchte. Seien es erst nur die Thiere, die um des Menschen willen da seien, so mache das Kind bald auch einen Unterschied zwischen den Menschen, und der mit bem schlechten Kleide dünte ihm auch nur dazu da au sein, daß er dem andern mit dem gutem Kleide Genüffe verschaffe und so gehe die Wirkung jener Lehre immer weiter. Zum Schluß sprach der Herr Vortragende den Wunsch aus, es möge ihm gelungen sein, recht viele der Zuhörer zu threm und ihrer Kinder Besten für den Vegetarismus gewonnen zu haben. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine interessante Diskussion, in der u. A. der bekannte Impfgegner Dr. Didtmann aus Linnich auf die hohe Bedeutung der sog. Nährsalze für die Ernährung des Menschen hinwies. Dieselben seien aber am meisten in den Produkten des Pflanzenreiches enthalten. Vom Fachverein der Schneider ist, in Anbetracht der geringen Schulfenntnisse, welche in den meisten Fällen bei den Berufsgenossen zu finden sind, ein Schreibtursus er öffnet worden, um so den Kollegen Gelegenheit zu geben, fich das, was die Schule nicht bieten fonnte, jegt noch anzueignen. Bei dem billigen Preise pro Kursus( drei Monate) 6 Mart, sollte jeder Kollege es fich zu Nußen machen und an dem Unterricht Theil nehmen, da in der heutigen Zeit auch an den einfachsten Arbeiter immer größere Anforderungen gestellt werden. Die Unterrichtsaben.e find Freitag von 8 bis 10% Uhr Abends im Restaurant Baum, Annnenstraße 9, und wird darum ersucht, daß die Kollegen fich recht rege daran betheiligen, ebenso ihre Freunde dazu veranlassen. Meldungen betheiligen, ebenso ihre Freunde dazu veranlassen. Meldungen werden an den Unterrichtsabenben und im Lokal Mauerstraße 86 bei L. Pfeiffer entgengenommen. Eine große Versammlung des Arbeiter- Bezirks- Ver eins der Rofenthaler Vorstadt findet am Montag, den 23. März, Abends 8 Ubr, in der Neuen Walhalla", Schönhauser Allee 156, ftatt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschie denes. 3. Fragelaften. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ift nothwendig. Säfte haben Zutritt. Bezirksverein der arb. Bevölkerung des S.W. Ber lins. Am Dienstag, den 24. März cr., Abends 8 Uhr, findet Arb.- Bez- Ver. der Rosenth. Vorft.| Central- Kranken- und Sterbekasse Montag, 23. März, Abends 8 Uhr, Neue Walhalla, Schönhauser Allee 156 Große Versammlung. Tagesordnung: der Tischler u. s. w. ( äußere Louisenstadt) findet am Montag, Abends 8½ Uhr, Für die Mitglieder der Verwaltungsstelle Berlin A. eine Versammlung, Wrangelstraße 9-10( Urania), statt. L.- D.: 1. Statutenänderung. 2. Delegirtenwahl. Mitgliedsbuch muß vorgezeigt werden. Der Bevollmächtigte. 609 1. Die Arbeiterfrage. Referent wird in der Bersammlung Bezirksverein des werkthätigen Volkes bekannt gemacht.) 2. Verschiedenes( Petitionen, Adreß- Kalender). 3. Fragelaften.- Bahlreiches Erscheinen erwünscht.- Gäfte willkommen. 612 Der Vorstand. Arb.- Bez- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, den 24. März, Abends 8 Uhr: Versammlung 613 in Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn H. Land über: Des Volkes Kunstgenüsse." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfie, durch Mits glieder eingeführt, haben Zutritt. Die neuen Statuten fönnen beim Raffirer in Empfang genommen werden. Um zahlreichen Der Vorstand. Besuch bittet Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin I. Mitglieder Versammlung am Montag, Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Komman Dantenstraße 71-72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn 2. Aufklärungen über den Dr. Toselowsky über oygiene. Streit der Bielefelder Nähmaschinenarbeiter von Roch u. Komp. 3. Verschiedenes u. Fragetaften. 585 Der Bevollmächtigte. Unterstützungsv. d. Buchbinder und verwandten Berufsgenossen Montag, den 23. d. Mts., Alte Jakobstraße Nr. 75: Versammlung. TD.: 1. Statutenberathung der Vororts- Vorlage. 2. Antrag eines Mitgliedes. 3. Verschiedenes und Fragelaften. 605 Der Vorstand. Fachverein der Schneider. Montag, den 23. Februar, Abends 8% Uhr, Kommandantenstr. 20, oberer Saal, Groke Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Streit in eig. 2. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 3. Verschiedes. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. 620 Der Vorstand. Bezirksverein der arb. Bevölkerung des S.W. Berlins. Dienstag, den 24. März cr., Abends 8 Uhr, Versamm lung bei Nieft, Kommandantenstr. 71/72. T.- D.: 1) Vortrag des Herrn Krohm über ,, Uebernahme der Sanitäts wachen resp. Einrichtung derselben durch die städt. Verwaltung. Gäste willkommen. 2) Verschiedenes. Fachverein der Tischler. 616 Versammlung Montag, den 23. d. Mis., Abds. 8% Uhr, in Rothacker's Saal, Belle- Alliancestraße 5. Tagesordnung: 1) Die Bestrebungen des Fachvereins jegt und in Bukunft. Referent: Herr C. Klose. 2) Diskussion. 3) Vorschlag eines Bevollmächtigten, eines Beitragssammlers und eines Brotokoll führers. Gäfte haben Butritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. 614 Versammlung d. Verbands deutscher Zimmerleute ( Lokalverband Berlin) Mittwoch, Abends präc. 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. Nr. 20. T.- D.: 1. Berathung über die Anträge zum Handwerkertag. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Aufnahme neuer Mitglieder. NB. Den Mitgliedern und Freunden zur Nachricht, daß die Bersammlungen des Verbands regelmäßig jeden Mittwoch vor dem 597 der Schönhauser Vorstadt Dienstag, den 24. März, Abends 8 Uhr, bei Meister, Schönhauser Allee 161, Große Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Meißner. 2. Verschiedenes und Fragetasten. Die neuen Mitgliedsbücher werden in Empfang genommen und die Mitglieder auf§ 5 aufmerksam gemacht. Der Vorstand. 617 ! Rohtabak! Habe meine Preise für DOF Sumatra zu billiger Fabrikation, um vor Eintreffen der neuen Ernte möglichst zu zäumen, sehr billig gestellt. Domingo- Umblatt 85 PC. Carmen- Umblatt 90-100 Pr Mein Lager bietet am hiesigen Blaze Grösste Auswahl sowie bekannt, niederste reise. Conditionen Biel 6 Monat. Für laufende Rundschaft seit Jahren bewährte Sparbucheinrichtung! A. Goldschmidt, Alexanderstr. 38a. Brunnenstr. 155. 584 Möbel, Spiegel- und Polsterwaaren verkauft billigst F. Trapp, Tischlermeister, Berlin SO. Elifabeth- Ufer 49, nahe Oranienplay. Beeignete Bodizeitsgeschenke in Porzellan und Glas empfiehlt die 611 Porzellan- u. Glaswaarenhandlg. Don Max Angelé, Drainage 85/86. Cigarren eigener Fabrik, lämm fiche Rauch- u. Schnupftabake, Lager von echtem Nordhäuser Kautabak. 475 Frik Voigt, veteranenstr. 2. Erste Produktiv- Genossenschaft Berliner 1. und vor dem 15. jeben Monats bis auf weiteres in den Schneider( Eingetragene Genossenschaft.) Arminhallen, Rommandantenftr. Nr. 20 stattfinden, auch werden dafelbft Mitglieder in die zentralisirte Hilfskaffe der Zimmerer aufgenommen. 616 Der Vorstand. J. A.: Hugo Lehmann. Oeffentliche Versammlung ehemaliger Böglinge der Wadzeck- Anstalt am Montag, d. 23. b. M., Abends 8 Uhr, bei Herrn W. Otto, Adalbertstraße 21. Da es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt, so wird dringend gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. 602 Berlin S., Kommandanten- Straße 63/64. Vom 1. April: Kommandantenstraße 61, Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Reichhaltige Auswahl nur reeller in- und ausländischer Stoffe. Auf Wunsch Mustervor lage im Hause. Saubere Arbeit, guten Sig, solidefte Preise Der Vorstand: garantirt 373 Eb. Siebert. A. Krause. A. Hooge. in Riefts Lokal, Rommandantenstr. 71/72 eine außerordentliche Versammlung statt. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Oskar Krohm über Uebernahme der Sanitätswachen resp. Gin richtung derselben durch die städtische Verwaltung. 2) Ber schiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Säfte find willlommen. Der Arbeiter Bezirksverein des Westens hält am Montag, den 23. März, Abends 8 Uhr, feine regelmäßige Versammlung in Gründers Lokal ab. Der wichtigen Tages ordnung halber, welche in der Versammlung bekannt gemacht wird, werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Aufruf an die Metallarbeiter Berlins. Die Vereini gung der deutschen Metallarbeiter, Mitgliedschaft Berlin( 5), veranstaltet zum Besten der Unterstüßungskaffe für Arbeitsloje am 1. Osterfeiertage eine Matinee und werden Billets am Sonnabend Abend von 7-9 Uhr bei Sodike, Ritterstr. 123, sowie bei den Herren Möhring, Dranienstraße 14 a, Thielde, Friedenstr. 56, Groß, Fürstenstr. 11 verausgabt und bitten wit fämmtliche Metallarbeiter Berlins, sich im Interesse der guten Sache recht rege daran zu betheiligen. S. Buldermann's Salon. Nachfl. Th. Lammers. Kommandantenstraße 72, Saal 1 Treppe. Heute im bochelegant dekorirten Fest- Saal Grosse Extra- Gesellschaftsstunde. Mein hocheleganter Parquet- Saal ist bes. Umst. halber 1. 1. Feiertag von 5 Uhr ab. 3. Tanz- Kränzchen 3. verm. Allen Freuden und Bekannten empfehle mein Möbel- Transport- Geschäft. F. Dam, 26. 603 M ersch Ber Poſt Pappel Allee alle S Roh- Tabak. Sumatra Deden à 175, 200, 225, 300, 375 Bf., Java P. K./Blitar à 225 Bf., Carmen à 110 Pf., Domingo a 110 St. Felix Brafil à 85, 95, 110-140 Bf., Brafildede à 175 Els. Rebat à 70 und 58 Pf., Bühlerthaler a 80 Bf. empfehlen 606 419 Bergemann& Donisch, C. 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