Nr. 73. Freitaa, 27. März 1885. II. Jahrg. Jl MerVslksW fut ölt Intere�tn öer Atötlitt. Adlinlltmtllts-Eilliadllilg. Zum bkvorstehenden BirrttljahrS'Wrchsil erlauben wir UNS» alle Arbeiter Berlins zum Abonnenent auf das „Berliner Bolksblatt" mit der GratiS-Beilage „JllustrirteS Sonutagsblatt" einzuladen. Mei in» Hans kostet dasselbe für das ganze Vierteljahr 4 Mark, für den Monat April 1 Mark 35 Pf.» pro Woche 35 Pf. Bestellunaen werden von sämmtlichen ZeitungSspediteuren, sowie in der Expedition, Zimmerstraße 14, angenommen. Zu dem beomstehenden Umzug machen wir unsere Leser noch stanz besonders darauf aufmerksam, die neue Wohnung dem Spediteur rechtzeitig anzugeben, damit in der Bestellung der Zeitung keine Unterbrechung eintritt. Am 1. April werden wir mit der Veröffentlichung eines höchst wtereffanten und spannenden Romans aus der ftefcer Friedrich«erftärfer'« 3m Eckfenster beginnen. Den neu hinzutretenden Abonnenten wird— soweit der Borrath reicht— der bisher erschienene Theil des Roman» „Gesicht Iii zesiude»" sowie daS „Jllustrirtes SouutagSblatt" gratis und franko nachgeliefeit. Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements ßr da« nächste Quartal zum Preise von 4 Mark entgegen. Die Siedatrion und(Expedition de»„Berliner Voltsblatt." Die französische Wahlreform. Die Idee G a w b e t t a's, das EinkreiSwahlsystem ab» zuschaffen und an dessen Stelle eine Wahl nach Listen mit Kandidaten zu setzen, konnte bekanntlich zu Lebzeiten de« großen Redner« uvd ehrgeizigen Politiker» nicht durch- dringen; sie scheiterte an de« Widerstande der konservativ- republikanischen Mehrheit des Senat«, nachdem die Abge- ordvetenkammer sich mit" nicht allzugroßer Mehrheit für da» Projekt erklärt hatte. Was Gambetta seinerzeit mit dem Lifienskrutmium wollte, ist klar; er bezweckte damit, die gegnerischen Parteien bei den Wahlen vollständig nieder- zuwerfen. Er selbst mit seinem populären Namen als Nachdruck o erboten.] 127 Ieuil'l'eton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) Es war für Fritz kein beglückendes Gefühl, als er di« Überzeugung gewann, daß auch Elly ihn liebte. Unter mderen Umständen würde ihn diese Erklärung unendlich «glückt haben, so aber setzte sie ihn fast in Schrecken. Er »ußte. daß Elly's kindliche Naivität allein Ursache sei, baß se so unumwunden die Erklärung abgab, sie verzichte "ber auf alle» Glück, als daß sie sich von ihm trennen »olle. Er hatte nun nicht allein gegen seine eigene Liebe u kämpfen, er hatte auch noch die Pflicht, Elly wehe * thun. »Das Schicksal hat es nicht gewollt. Miß Glly," sagte x>»baß wir einander länger Freunde sein dürfen, als bis u dem Zeitpunkt, da Sie andere Freunde gewinnen. Von «m Augenblick an, da sie ihre Mutur gefunden haben mei» «U, gehören Sie nicht mehr dem Kreisen an, denen Sie !tther angehörten. Sie dürfen dann nicht mehr in ?tthesda bleiben und müssen auch all' dem entsagen, da» ">e noch an diesen traurigen Ort knüpft... Wenn Sie uch die Gewohnheit und die Dankbarkeit an diese oder ine Person fesseln mag, Sie werden da» in der neuen -Phare, in welcher Sie leben werben, gar bald vergessen, M werden gar bald bemüht sein müssen, alle Erinnerungen " Bethesda und die Freunde, die Sie zurücklassen, zu ver« �inen." »Niemals, niemals, Mr. Rodenburg l" ,..Ohne Zweifel sehnen Sie sich, Ihre Mutter wieder- Ziehen s* »Ich vermag ein solches Glück nicht zu fassen I" »Die Z it ist hoffentlich nicht mehr fern, bis es Ihnen 'gönnt ist, Ihre Mutter zu umarmen. Was an mir 5�- werde ich darauf hinwirken, sie zu beschleunigen; ein '.'?u Ändert mich daran, jetzt etwa« für Sie zu thun, in Mrgen Wochen aber ist Ihr Schicksal entschieden. Miß *9 und auch da» meinige—" fügte er nach 2180* Zögern und einem leisen Beben seiner Stimme „Großwähler" an der Spitze der republikanischen Liste hätte sich eine unbestrittene Herrschast auf dem Gebiete de» allgemeinen Wahlrecht? gesichert, denn die Wahl nach Listen, wie Gambetta sie wollte, schließt die Vertretung der Minoritäten vollständig au«. Die» brutale System, ganz der gewaltthätigen Natur Gambetta« entsprechend, fand bei d-r entschiedenen Demokratie den heftigsten Wider- spruch und mit Recht. Es war auf einen Cäsarismu» de» allgemeinen Wahlrechts zugeschnitten, wo- bei eS ganz bedeutungslos blieb, ob dieser Cäsar sich Re- publikaner nannte oder nicht. Nunmehr, nachdem Gambetta längst tobt, ist sein Gedanke von seinen politischen Schülern und Erben wieder aufgenommcn und»um zweiten Male vor die Kammer gebracht worden. Die Kammer hat denn auch, nach reif- licher Erwägung, dem Vorschlage zugestimmt und zwar«it der unerwartet großen Mojotität von 400 Stimmen. Wie der Senat fich oerhalten wird, steht dahin; man weiß aber, daß er, um seine Existenz Überhaupt nicht in Frage zu stellen, eine« energischen Drängen der Kammer gewöhnlich nicht lange widersteht. So tst es wahrscheinlich, daß die französische Republik demnächst mit dem Listen skrutinium ausgestattet werden wird. Bei der Diskussion der Vorlage ist ein schönes Wort (gesprochen worden, da» indessen die Herren Volksreprä- entanten nicht beherzigt haben. Ein Abgeordneter warnte vor der Unterdrückung der Minoritäten, wie sie vom Listen- skrutinium unzertrennlich sei; er meinte, man müsse die Minoritäten zur Geltung gelangen lassen, weil von ihnen gewöhnlich die neuen und bahnbrechenden Ideen ausgingen. Der Mann hatte Recht, und er verließ die Tribüne mit dem Bewußtsein, daß bahn brechende Ideen auch durch ein Listeaskrutiaium nicht auf- gehalten werden können. Die republikanische, besser gesagt, bürgerlich-liberale Partei, die gegenwärtig in Frankreich im Besitz der Staats- gemalt ist, scheint allerdings kein Bedürfniß zu fühlen, neue und bahnbrechende Ideen zur Geltung kommen zu lassen. In dieser Partei haben sich, nach ihren ersten Er- folgen, all die politischen Streber angesammelt, die bereit sind, jeder Macht zu dienen, sobald sie nur Aussicht haben, zu R-ichthum, Einfluß und Ehren zu gelangen. Diese Partei beutet nun den Umstand au«, baß sie im Besitz der Staatsmacht ist; sie führt Kriege mit dem Blut und Geld des Linde», die keinen anderen Zweck haben, als den Geldbeutel der Herrschenden zu füllen, während die Masse die Kosten zu bestreiten hat. Natürlich denkt man auch „Und ich soll Ihnen nicht zeitlebens dankbar sein!" rief Elly, indem sie seine Hand ergriff.„Ich sollte die Erinnerung an Sie verbannen?.... O nein, Herr Doktor Rodenburg. die« werde ich niemals, und wenn ich auch ohne Sie glücklich werden könnte, ich würde Sie nicht vergessen können, denn Ihnen allein verdanke ich alles Glück, welches ich erreichen kann." „Nicht mir; ich that nur meine Pflicht," erwiderte er, indem er die zarte Hand des Mädchens in der seinigen zärtlich drückte und ihr innig in'S Auge schaute.„Wollen Sie sich meiner später erinnern, so widmen Sie mir nicht größere Dankbarkeit, als ich verdiene; doch nehmen Sie die Ueberzeugung mit, daß Sie niemals einen wahreren Freund gehabt haben." Fritz ging, und Elly mit dem übervollen Herten blieb allein zurück. In dem Ueber wallen ihrer Empfindungen vermochte sie nicht. Alle», was sie in diesem Augenblicke bewegte, in ihrer Brust zu verschließen. Si« mußte Je- wanden ihr Herz ausschütten, und wem ander« hätte sie es ausschütten können als ihrer Freundin? Sie eilte, um Mrß. Fotster alle« mitzutheilen, was sie gehört hatte. Sie fand diese heut nicht in der Stimmung wie ge« wöhnlich; ja, sie fühlte sich durch den Empfang, der ihr hier zu Theil wurde, fast zurückgestoßen. Mrß. Forster saß in der Ecke eines Sopha«, hatte den Kopf gestützt und blickte nachdenkend und grübelnd zum Fenster hinaus. Sie bemerkte Elly'« Eintritt kaum und wandte ihr daS Antlitz erst zu, als Elly mit einem lauten:„O, meine Freundin l" auf sie zustürzte und ihre Arme um ihren HalS schlang. „Wa» giebt's?" fragte Mrß. Förster fast kalt und gleichgiltig. „Ach, ich habe Ihnen so Vieles mitzutheilen," sagte Elly.„Mein Herz ist so voll!" Sie konnte nicht fortfahren; ein Thränenstrom mußte ihr erst da« übervolle Herz erleichtern. Mrß. Forster schloß sie nicht wie sonst in ihre Arme, streichelte ihr nicht wie sonst die Wongen, und beruhigte und tröstete sie nicht wie eine Mutter. Sie wandte sich wieder kalt, fast'gleichgiltig ab, und schaute wieder zum Fenster hinaus. bisweilen daran, daß sich da» Blatt einmal wenden konnte, denn da« allgemeine Wahlrecht ist eine unsichere Bast« für eine Partei, die dauernd herrschen möchte. Deshalb ver- fällt man auf das Listenskrutinium, dessen Zweck ist, die Minoritäten völlig iodt zu machen und der gegenwärtigen Majorität die Herrschaft zu sichern. Klug ist da« nicht. E» ist der Fehler, in den alle konservattven Parteien und Regierungen verfallen sind, und der darin besteht, daß man durch äußerliche Mittel, die dem herrschenden System zwar unbequemen, aber doch in den thatsächlichen Verhältnissen begründeten Neuerungen zu verhindern oder wenigsten» aufzuschiebe« sucht. Da« ist noch nirgend« gelungen, am allerwenigsten in Frankreich, wo doch schon die verschiedensten RegierungS- systeme versucht worden sind. Man könnte glauben, die Herren Republikaner wären zu bequem gewesen, die an Lehren und Erfahrungen so überreiche Geschichte ihres eigenen Landes zu studirm. Wenn die republikanische Partei fich dauernd an der Regierung erhalten wollte, so gab es für sie ein weit ein» fächere« und bessere» Mittel; sie mußte die sozialen und wirthschaftliche« Mißstände energisch bekämpfen. Wie wür- den die von ihrer Nothlage so hart bedrängten französischen Arbeiter aufgejubelt haben, hätte fich einmal eine Regierung gefunden, die ihnen auch nur etwas entgegengekommen wäre? Allein statt des BvnapartiswuS mit seinen auf politische Korruption berechneten Almosen haben sie nun eine Re- gierung von Kapitalisten und Advokaten, die für die Roth- läge de» Volke« nur lächerliche Phrasen haben und für welche die Kursschwankungen der Börse den Herzschlag der Welt bedeuten. Diese Leute haben als Ziel vor sich die kaufmännische Berwerthung der Kräfte de« Lande« zunächst im Interesse ihrer eigenen werthen Person und dann'« Interesse de« Schwarme« von Strebern, der hinter ihnen steht. Von sozialen Reformen keine Spur, auch nicht ein Gedanke davon. Während die Arbeitslosig- leit in Pari« erschreckende Dimensionen angenommen hat, haben diese Herren ihre Blicke nur auf die„Erfolge" ihrer Truppen in Ostasien gerichtet, die dort neue Bahnen für die Spekulationen der heimischen Bourgeoisie et öffnen sollen. Die dauerhafteste Regierung ist diejenige, welche sich daß volle Vertrauen de« Volke« zu erringen und zu sichern weiß. Daß die herrschende Partei da« Listenskrutinium einzuführen für nothwendig findet, ist aber der Beweis, daß sie selbst fühlt, daß sie da« Vertrauen des Volkes nicht be- sitzt, wenigsten« nicht in dem Grade, der zu ihrer Dauer Endlich fand Elly Worte.„Ich werde meine Mutter wiedersehen I" rief sie. Wenn Elly erwartet hatte, daß Mrß. Forster ihre Freude theilen würde, so hatte sie sich sehr getäuscht. Die Stirn der Freundin umdüsterte sich. Mit einem un« heimlichen Blick starrte sie die Sprecherin an. Welche Ver- ünderung war ia dem Antlitz dieser Frau vorgegangen. Die sonst so sanften Züge waren finster und hart, der milde Ausdruck war verschwunden; Zorn, starre Eni- schlossenheit, ja, eine gewisse unheimliche Gluth des Zorne« schien aus denselben hervorzuleuchten. Wenn eS möglich gewesen wäre. Grausamkeit und Blutdurst in diesen Zügen zu vermuthen, man hätte sie fast in denselben lesen können. Elly starrte die Freundin eine Zeit lang erschrocken an. War e» möglich, daß da» dieselbe Frau war, welche ihr immer Freundin gewesen, welche sie wie eine Mutter geliebt hatte? Der Blick dieser Frau schien da» junge Mädchm durchbohren zu wollen. „Sie werden Ihre Mutter wiedersehen!... Ha! Jede Mutter findet ihr Kind wieder, nur ich nicht di« «einigen!" Ihr Auge funkelte; da» Weiße in demselben schien mit Blut unterlaufen. Ja, sie sah aus, als ob sie irgend einem unbekannten Feind in diesem Augenblick wüthende Rache drohe. Fast vor diesem Blick zitternd sagte Elly, indem sie einen Schritt zurücktrat: „Freut Sie da» nicht, Mrß. Fotster?... Ach, ver» zweifeln Sie nicht; auch Sie werden glücklich sein, er ist ja auch Ihr Freund." „Wer?" tief Mrß. Forster mit demselben Ausdruck. „O, ich habe nur einen Freund, da» ist der Wolf, der die Wölfin rächen wird; er�wird Diejenigen zerreißen, die fie ihrer Jungen beraubt'haben." Erschrocken vor dem entsetzlichen Ausdruck, mit welche« sie diese Worte sprach, prallte Elly zurück. Mrß. Forster, welche e« bemerkte, zuckte zusammen. Sie fuhr sich mit der Hand über da» Gesicht und schloß einen Augenblick die Augen. Ja, sie war in einem Zu» stände der Geistesabwesenheit gewesen. Sie hatte sich jetzt nothwendig ist. Diesen Mangel durch den Zwang de» Listenskrulinium» ausgleichen zu wollen, ist eine politische Albernheit, die sich indessen dadurch erklärt, daß man eS eben mit einer ganz sonderbaren Sorte von„Republikanern" zu thun hat. Herr Ferry, der TppuS dieser Richtung, ist die verkörperte Mittelmäßigkeit und daß sagt genug. DolitiseKe Uebersiebt. Der deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke wird, wie verschledenc Blätter berichten, am 29. Mai zu Dresden seine allgemeine Versammlung halten. Ob er dann noch Grunv haben wird, fich mit seinen jetzt dem Reichstage vorliegenden Wünschen für Schänken-Beschiä kung zu beschäf- tigen, und schon Stoff und Anlaß, auf vir einem Sachver» ständigenauischuß überwiesene Klage der Branntweinsteuer» Erhöhung einzugehen, bleibt vorläufig off-n. Dagegen wird man zum Abschluß zu bringen suchen die vor einem Jahre auf» Senommenen, seitdem durch die BezirkSvereine gegangenen sragen, ob Srgernißerreg-nde Trunkenheit bestraft und der den Seinigen oder Andern gefährlich wer- dende Säuser entmündigt, beziehungsweise einem Heil- verfahren auch wider Willen unterworfen werden soll. Die Gutachten der BezirkSvereine werden durch General« staatSanwalt Dr. v. Schwartz: zusammengestellt, der im Jahre 1881 nicht allein Präses, sondern auch Referent der betreffenden Reichstagskommisfion war. Einen zweiten Gegenstand macht die Bcausstchtigung der Reinheit deS TrinkschnapscS auS, über die Sanitä'.Srath Dr. Barr in Berlin zu berichten eingeladen ist. Endlich will der Vorfitzende des Dresdener Vereins, Geb- Regierungsrath Dr. Böhmert, über den Brannt» wein in Fabriken svrechen.— ES kann also losgehen mit der Errettung des deutschen Volkes von der Trunksucht. Ob daS Volk wohl eine Ahnung hat, wie sehr diese Männer fich abmühen, um den Schnapsteufel auszutreiben? Sicherlich nicht, denn Anerkennung ist eine Pflanze, die nur auf Gräbern wuchert. Es bedarf also für die ledenden SchnapSfeinde noch sehr der Tam Tam-Schläge. um fich schon bei Lebzeiten Aner» kennung zu fichern; und wir find gern bereit, ihnen virSdezüg- liche Rathschläge zu ertheilen. Wie wäre es denn, wenn fich der besagte Verein in dem Sinne der englischen„Heilsarmee" organifirte? Sicherlich würden fich in allen Städten und Dörfern Deutschlands einige alte Weiber finden, die unter Heulen und Wehklagen, oder auch mit einem stumpfen Besen den Führern dieser„wichtigen" Bewegung folgen würden. Vielleicht käme es sogar auch bei unS zu einem kleinen Schnaps» krawall, wie vor einigen Jahren in Amerika, wo bekanntlich einige Kneipen gestürmt und einigen Schnapsfäffern der Boden ausgeschlagen wurde. Freilich wurde bei dieser Gelegenheit von Exzedenten auch einer über die„Gebühr" getrunken, ja manche schlürften den Fusel direkt auS den zerschlagenen Fäffern und blieben in Folge veffen gleich neben dem Faß liegen, aber was wollte das sagen im Vergleich zu der großen Befteiung deS amerikanischen VolkeS von der Trunksucht. Heute trinken in Amerika nur noch ganz böse Menschen, namentlich ruinirte und durchgebrannte Bankdirektoren, weggejagte Offiziere und Börsenjobber. Alles Leute, die durch irgend ein„Versehen" in die„Neue Welt" gerathen find und dort keine Existenz wohl aber EchnapS vorfanden. Ihnen zur Seite stehen die Tem- perenzler oder auch Wafferheilige gmannt, die den EchnapS nur auS der Apotheke beziehen, natürlich nur zu medizinischen Zwecken. Die amerikanischen Arbeiter trinken Bier, fie haben befferes zu thun alS fich in Fusel zu berauschen; wenn es hie und da dennoch geschieht, so find meisten» Umstände schuld, die den Betreffenden zur Verzweiflung und zur SchnapSflasche getrieben haben-— Und analog verhält es fich mit den Schnavs- lrinlern in Deutschland- Was berechtigt diese Leute, fortwäl,. rend auf die Arbeiter als auf diejenigen hinzuweisen, welche der Hauptsache nach dem Schnapsgenuß obliegen? Zugegeben, daß dieses drr Fall ist, so ist damit noch gar nichts bewiesen, eS müßte doch das Verhältniß der schnapStrinkenden Arbeiter zu dem der schnapStrinkenden Nichtardeiter oder sog. Gebilde len festgestellt werden. Sicher würde eine genaue Untersuchung ergeben, daß im Verhältniß zu ihrer Zahl, fich unter den Ar» heitern weniger GewohnhritSsäufer— unv auf diese kommt es doch hauptsächlich an— befinden, alS unter der sogenann» ten besseren Gesellschaft. Welchen„Mißbrauch" wollen also die Herren beseitigen? Wollen fie wirklich Gutes stiften, dann mögen fie die Ursachen, die heute viele brave Menschm zur Verzweiflung und zur Schnaptflasche treiben, beseitigen helfen. Auf das, waS die Herren jetzt betreiben, blicken die Arbeiter mit souveräner Verachtung herab, es ist nicht dazu angethan, irgend welche Sympathien in Ärbcsterkreisen zu er» wecken, sondem ruft nur den Volkswitz wach, der fich bereits der planmäßigen SchnapSteufel-AuStreiberei in hohem Grade bemächtigt hat. In Betreff der Apothekenfrage verlautet, daß in maß» schnell gesammelt. Wie ganz ander»»ar in»enigen Se- künden der Ausdruck ihre» Gesichts! Sie streckte dem jungen Mädchen beide Hände ent« gegen. „Verzeihen Sie, liebe Elly. Ach! Ich dachte an die Vergangenheit," sagte sie nicht ohne eine gewisse Verlegen- hest und mit einer gewissen Angst. Fürchtete sie, daß sie sich abermal» von den Wahn- Vorstellungen, die sie in diesem Moment überkommen waren, hinreißen lassen würde? „WaS sagten Sie, Elly, Sie werden Ihre Mutter wiederfinden?" „Er sagte e«!" „Wer?" „Unser Freund, der Doktor Rodenburg!" Die Stirn der leidenden Frau umdüsterte sich wieder ein wenig. „Unser Freund, sagen Sie? Er ist nicht mein Freund, Elly; ich fürchte diesen Mann. Er ist ein Sp'vnl.... Der Mann sagte, daß er nach DaviStown gehen wolle... Er gehört zu meinen Verfolgern.... Elly, fürchten Sie diesen Mann, fürchten Sie Alle, welche nach DaviStown gehen... Dort wohnen die Ungeheuer, welche Unschuldige zerreißen, und da» Herz unglücklicher Mütter blutdürstig zerfleischen I" Der lichte Augenblick war vorüber. Da» blutunter- laufen« Auge begann von Neuem zu rollen» und al» jetzt Mrß. Forster sich erhob, und mit wilder Gederde vor Elly hintrat, da stieß diese einen Schrei au« und floh der Thür zu. Dir Geberde der Frau»ar so erschreckend, daß da» geängstete Mädchen da« Schlimmste von ihr befürchten zu müssen glaubte. So hatte Miß Elly Mrß. Forster noch nie gesehen. Ihr Schrei und ihre Flucht nach der Thür brachten Mrß. Forster von Neuem zu sich. Wieder fuhr fie sich mit der Hand über da» Antlitz, ging einige Male schwei- gend auf und ab, blieb dann vor Elly stehen und sagte in einem Tone, dem man anmerkte, daß sie mühsam nach Fassung rang:_, „Schon wieder habe ich Sie erschreckt, Elly? Gehen Sie, mein Kind,«eine Freundin... Seim Sre glücklich. Ich bin keine Gesellschaft mehr für Sie... Fliehen Sie mich!" gebendm Kreisen seit längerer Zeit Verhandlungen darüber gepflogen werden, ob eS nicht zweckmäßig sei, um die Schaffung neuer Monopolwerthe von Apotheken zu verhindern, unter Auf- Hebung der Zirkular-Verfügung vom 21. Oktober 1846, die Zirkular-Verfügung vom 13. August 1842 wieder einzuführen. In dieser Zirkular-Verfügung werden die Regierungen ange- wiesen, in Fällen von KonzesfionSerledigungen von Apotheken nicht femer, wie es bisher geschehm, dem abgehenden Apotheker den Vorschlag deS Apothekers zu gestatten, sondern die Aus- rntchl veS Letzteren noch Maßgabe der bestehmden Vorschiiftm selbst zu treffen. Es sollen, da ein Zurückgreifen auf Apothekei- Konzessionen älteren Datums, die bereits in zweiter unv dritter Hand find, nicht gut thuniich ist, sämmtliche konzesfionirte Äpo'heken, die noch in erster Hand, d. h. im Befitze der ur- sprünglichen Konzesstonäre find und sämmtliche seit dem 1 Januar 1880 konzesfionirte Apotheken, mögen dieselben auch bereits durch Verkauf in andere Hände übergegangen sein, un» verkäuflich sein und bei deretnstigem Abgang des Inhabers an die Regierung wieder zurückfallen. Da der Staat die Kon» zesfion in der Konzesstons-VcrleihungS-Urkunde ausdrücklich nur tem Konresfionär für seine Person und unter ausdrücklichem Vorbehalt der Wieder-Einziehung der Konzession bei seinem dereinstigen Abgang ertheilt hat, so wird beabfichtigt, die ihm zustehende, aber allmählich abhanden gekommene freie Ver- fügung über die Apotheken-Konzesfionen zurückzuerlangm. Zum vieh-Etn- und Durchfuhrverbot. Nachdem auf Grund eines BundeSrathSbeschluffeS vom 29. Januar d. I. zur Verhütung der Einschleppung von Viehseuchen die Ein- und Durchfuhr von Schafen und frischem Fleisch von Schafm auS Oesterreich- Ungarn, Rußtand und deren Hinterländem über die österreichisch- ungarisch- bezw. rusfisch- preußische Grenze verboten worden, ist nunmehr zur Verhin- denrng der Umgehung dieses Verbotes auf Grund des§ 7 des Reicks-Viehseuchengesetzes vom 23. Juli 1880 und des§ 3 deS preußischen AuifühiungSgesetzes vom 12. März 1881 auch die Ein- und Durchfuhr von Schafen und frischem Schaffleische auS dem Königreiche der Niederlande in bezw- durch die diesseitigen Grenzbezirke verboten worden. Bei der dritte« Lesung der Zollnovelle soll von ultramontaner Seite eine Erhöhung de» Gersten- zolle» beantragt werden. Femer ist vom Abd. Gebhard ein Antrag eingebracht worden, welcher fich als Unterantrag zu dem Antrag der Freien Wirthschaftlichen Vereinigung(Schutz- Zöllner), der für frische Fische einen Zoll von 3 M. einführen will, darstellt, und die Einführung dieses Zolles, soweit eS fich um Seefisch« handelt, bi» zum 1. Oktober 1888 hinauszuschieben beabfichtigt. Die vraunsqweiger Erbfolgefrage veranlaßt, daß fich die Blicke vieler Politiker ganz besonders auf die Vorgänge in diesem Duodez-Staate richten. Nach dm landesrechtlichen Erbfolgebestimmungen muß binnen einem Jahre, vom Tode deS Herzogs an gerechnet, endgiltig darüber entschieden sein, wer in Zukunft die Herrschaft über daS Land auszuüben hat. Da nun der Endpunkt immer näber heranrückt, so wird auch die Entscheidung, welche der Regentschaftsrath, wenigstens der Form nach, zu treffen hat, bald erfolgen müssen.— Seitens der staatsrechtlichen Kommisston deS Landtags wurde in der vorgestrigen Land- tagsfiyung eine Erklärung nachstehenden Inhalts verlesen: Die Kommisfion glaube fich mit der Regierung im Einverständ- risse, daß Schritte bezüglich der Thronfolgefrage feilen» der Landesversammlung bei der gegenwärtigen Sachlage weder er- forderlich noch wünschenSwerth seim. Die Kommisfion glaube fich auch mit der Regierung darin einverstanden, daß bezüglich der Durchführung deS$ 6 des RegentschaftSgesetzes vorbereitende Schrttte zu thun seien, daß aber auch die Lesugniffe deS RegentschaftSrathes erst nach der Durchführung dieser Maßnahmen erlöschen würden. Die Erklärung wurde ohne Debatte all acta genommen-— Danach wird also der Landtag dem ReamtschaftSraih alles überlassen' derselbe wird die Regierung so lange führen, biS die Erbfolgeftage in der einen oder an- deren Weise erledigt sein wird.— Auf eine Anfrage, wie es mit der Zahlung der ca. Million betragenden Erbschafts- steuer seitens des Herzogs von Cumberlanv stehe, erwiderte der braunschweiger StaatSminister, er sei nicht in der Lage, diese schwierige und delikate Frage zur Zeit zu beantworten.— Der Abg. Schulte und neun andere Mitglieder des Landtags, haben folgende Interpellation gestellt:„Herzogliche Staattregierung wird ersucht, darüber Auskunft zu geben, weshalb der Ueder- gang des braunschweigischen Eisenbahn-UnternehmenS an den pieußischm Staat in anderer Weise erfolgte, wie daS in dem Vertrage vom 30. Juni». I. vorgesehm ist."— Die Beantwortung dieser Interpellation ist noch nicht erfolgt. Frankreich. Die französtsche Deputirtenkammer hat, wie berestS gestern gemeldet, daS L i st e n w a h l g e f e mit einer Mehrheit von 412 gegen 99 Stimmen angenommen. Am 19. Mai 1881 Sie drängt' Elly fast zur Thür hinaus und schloß dann dieselbe hinter sich. Elly war diese Begegnung unbegreiflich. Sie wußte nicht, wa» fie davon denken sollte. Hätte sie Gelegenheit gehabt, dem Doktor Rodenburg den Vorfall zu erzählen, er würde gesagt haben: «Ich begreife e« wohl, denn ich habe«» nicht ander» erwartet!" Sechste» Kapitel. Fritz Rodenburg war, al» er von seinem Besuche bei der Vatienti», die vor allen Anderen sein Interesse in An- spruch nahm, zurückkehrte, der Aufforderung de« Chef- Arzte« nachgekommen, und hatte fich in dessen Sprechzimmer begeben. Mr. Gesserson hatte ihn bereit» erwartet. „Ah! gut, daß Sie da sind," rief er, al» Fritz ein» trat.„Ich habe über einen Gegenstand dringend Rück- spräche mit Ihnen zu nehmen." „Auch ich habe den dringenden Wunsch, über einen Gegenstand von Wichtigkeit zu sprechen." „Haben Sie die Güte, Platz zu nehmen, Mr. Roden« bürg." Er kam der Aufforderung nach. „Ich bin gern bereit, Sie anzuhören; haben Sie indessen die Güte, zuerst den Gegenstand, der mir auf dem Herzen liegt, mit mir zu erledigen, da er nach meiner An- ficht der wichtigste ist, insofern, al« er speziell unsere Anstalt angeht und zwar eine Bewohnerin derselben, welcher wir besondere Rücksicht schulden." „Sie sprechen von Miß Elly?" „Nein, von ihr nicht, sondern von Mrß. Forster!" „Ah! Ich vermuthe, sie fühlt sich wieder genesen: e« ist ja die Jahreszeit, in welcher sie regelmäßig die Ansialt zu verlassen wünscht." „Sie vermuthen ganz recht! Mrß. Forster ließ mir durch die Oberwärterin sagen, daß sie mich zu sprechen wünsche. Ich kenne ihr Anliegen; sie wünscht mir«itzu- theilm, daß sie sich genesen fühlt, und die Anstalt verlasse» werde. Ich habe, da Sie abwesend waren, die Unterredung mit ihr zwei Tage hinausgeschoben, da ich erst mit Ihnen Rücksprache nehmen wollte." stimmten für die Wiedereinführung der Listenwahl mit 267 Deputirte, während 202 dagegen stimmten; in der Minorität befanden fich, wie die» auch jetzt der Fall gewesen sein wird, MUglieder aller Parteien. Die Vorlage scheiterte damals im Senat, der dieselbe mit 148 gegen 114 Stimmen ablehnte; daß vieSmal ein Gleiches geschehen könne, scheint man in Pari» nicht zu befü-chten. Die französtsche Deputirtenkammer wird künftig 596 Mitglieder zählen; gegenwärtig zählt fie 557. Nach dem neuen Gesetze bildet das Departement einen einzigen Wahlkreis und wählt auf je 70000 Einwohner einen Deputirten. Niemand, bestimmt Artikel 4, ist im ersten Wahlgang als ge- wählt zu betracht-n, wenn er nicht die absolute Majorität der abgegebenen Stimmen auf fich vereinigt und wenn nicht die Zahl dieser Stimmen mindestens gleich dem vierten Theil der eingeschriebenen Wähler ist.— Die Wähler von vier Pariser Stadtvinteln hatten vorgestern je einen Gemeinderath (Stadtverordneten) zu ernennen an Stelle deS zum Senator gewählten Georges Martin und seiner drei ehemaligen Kollegen Dr. Dechamps. Georges Berry und Boll, deren im Mai o. Js. erfolgte Wahlen wegen Unregelmäßigkeit von dem StaatSrathe umgestoßen worden waren. In zwei Vier« teln, Quartier de la Gare'(13. Anondissement) und Quartier de la Chapelle(18. Ärrondissement), wo der jetzig« Senator Georges Martin und der Opportunist Boll hätten er« setzt werden sollen, find Stichwahlen nothwendig. Im letzteren erhielt jedoch Boll wieder die meisten Stimmen, wenn auch nicht die absolute Majorität, im anderen steht an der Spitze der Liste der Sozialist Dr. Navarre 1537 Stimmen, dann kommen nach ihm ein gewisser Gaston, der fich als Radikalm ankündigt, mit 839, ein anderer Sozialist Goull« mit 473 und ein Arbeiter Faillot mit 308 Stimmen, In den beiden ande- ren Vierteln drangen die Gewählten vom vorigen Jahre regel« recht durch: der autonomistische Dr. Dechamps im Sarbonne« Quaitier mit 2019 Stimmen— seine Mitbewerber waren ein radikaler Republikaner Leo Roy und der Arbester Adam— und der Monarchist GeorgeS Berry, der dekannte Meeting- Redner, mit 1271 St'mmen, während auf den Kandidaten der Opportunisten deren 1137 einfielen. Hieraus ergiedt fich wieder — so meint die„Nat. Ztg."— daß gemäßigte Wahlen in Paris immer mehr zu den Seltenheiten, wenn nicht zu den Unmöglichkesten gehören; nur die Extreme, die äußerste Linke oder die äußerste Rechte finden noch Anklang bei den Gemeinde« wie bei den politischen Wählern. — Der Abg. CloviS HugueS kündigt die Abstcht an, in der Kammer einen Amnesiie-Antrag zu Gunsttzn der Verurtheilten von Montceau-les-Mines, Lyon und PariS ein- zubringen. Der Antrag soll u. A. mit den von Andrieux in seinen Memoiren gemachten Enthüllungen begründet wer- den, nach denen die Polizei die Gelder für revolutionär« Blätter geliefert haben soll. Herr Andrieux hat versprochen, im Laufe der Debatte das Wort zu ergreifen. R u h l a n d. Die rusfische Polizei ist wieder riefiz an der Arbeit. Der Petersdurger Stadthauptmann Greffer veröffentlicht am 18. Februar auf Grund§ 15 der Maßregeln zur Aufrechthaltung der Staatsordnung und sozialen Ruhe folgenden, erst dieser Tage allgemein bekannt gewordenen Befehl, betreffend die Arbeiter in den Druckereien, Lithographien, und ähnlichen Anstallen: 1) Alle Arbeiter beiderlei Geschlechts, die fich mit Druckerei und Schriftgießerei beschäftigen, müssen mit besonderen formgiltigen Billets versehen sein, laut Anord« nung des Ministers des Innern vom Oktober 1367; 2) Kein Arbeiter darf ohne ein solches Billet angenommen weiden; 3) Die Befitzer von Druckereien, Lithographien u. a. A. find verpflichtet, die Polizei in Kenntniß zu setzen: v von dem Eintritte und Austritte eine? jeden Arbeiters, zugleich müssen fie daS Faktum in die Billets eintragen; b. in spätesten» 24 Stunden müssen fie ven örtlichen Inspektor zur Beauffichtigung der Druckerei benachrichtigen über jede Aufnahme, jeden AuS- tritt ic. der mit Billetten versehenen Arb-iter; 4) Personen, die dieser Befehl betrifft und die demselben zuwiderhandeln, unterliegen einer administrativen, durch den Stadthauptmann zu dikuienden Bestrafung bi» 500 Rudel oder 3 Monaten Arrest. Dem Anschein nach soll diese Konlrole dazu dienen, daß fich in die Druckereien keine Nihilisten einschleichen, um dann heimlich Auftufe oder Proklamationen ferrtg zu stellen. Grohbritaunie«. Während einerseits Glavstone nicht müde wird, im Unter« hause fortwährend zu verkünden, daß die zwischen Rußland und England schwebende afghanische Frage in der ftiedlichsten Weise gelöst werden würde, langen' fortwährend neue Nach« richten an, die gerade daS Gegentheil von FriedenSauSfichten find. So wird der„Voss. Ztg." aus London telegraphirt: „Lord Dufferin(Vizekönig von Indien) hatte gestern in Allahadad eine Begegnung mit General Stewart und ge- nehmigte die Mobilifirung zweier Armeekorps von je 25 000 Mann, sowie deren Entsendung nach Pischin mit einem Reserve- „Ich erkenne darin ein große« Vertrauen Ihrerseits, Mr. Gesserson," antwortete Fritz Rodenburg. „Sie haben ja stet» mein Vertrauen in jeder Be�ie« hung gerechtfertigt, so daß ich ungern wichtige Schritt« thue, ohne Sie zu Rathe gezogen zu haben. Sie habe« fich bi» jetzt in der Behandlung unserer Patienten so vor« trefflich bewährt, daß ich Ihrem Urtheile stet« jede Gerech- tigkeit widerfahren lasse." „Da« ist mir sehr schmeichelhaft, Mr. Gesserson, und ich höre e» um so lieber, al« ich glaube, unserer Patientin, Mrß. Forster, einen wesentlichen Diensi leisten zu können, wenn Sie in diesem Falle meine« gut gemeinten Rath« folge« wollen." „Und welche« wäre Ihr Rath?" „Sie lassen sie nicht abreisen!" „Ich dachte mir fast, daß die» ihr Ausspruch sein würde; Sie deuteten diese Ihre Ansicht schon einmal a«, indem Sie behaupteten, daß Mr. Forsier gerade dann, wenn fie sich gesund wähnt, krank sei." „Ich bin der Ansicht, daß ihr Wahnsinn ein period«- scher ist, und zum Ausbruch kommt, wenn fie die Anstalt verlassen will. Ist der Anfall vorüber, so hat fie eine u»- bestimmte Erinnerung daran; fie fühlt, daß sie krank»st- sie sucht hier Hilfe. Zu dieser Zeit isi sie gesund.-' Geben Sie Acht, Mr. Gesserson, behalten Sie Mrß. Forster Sier, und Sie werden den Ausbruch der Krankheit binnen 'urzem beobachten könne». Spuren de» Anfall« bemerk» ich vor einem Jahre, al« sie die Anstalt verließ, und>