Str. 85 Somtaa, 12, April 1885. Ii. Sollt». 5 i trlimrVMIii». Lrgan für die Interessen der Arbeiter. _ Das„Berliner Volksblatt" «schernt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Ml. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in oer Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Wirkungen des schweizerischen Fabrikgefetzes. Wenngleich die schweizerische Fabrikgesetzgebung, prin» z i p i e l l betrachtet, allen bis jetzt bestehenden ähnliche» Jnstiiutioncn anderer Länder um ein gut Stück voraus ist, so ist doch ihre praktische Wirksamkeit durchaus unzu- länglich. Es find nicht die Mittel gegeben, um ei» wirk- sanu« Eingreifen der Staatsgewalt in die»irthfchaftlichen Zustände zu ermöglichen; besonders aber tritt als Mangel hervor, daß den Arbeitern selbst keine Gelegenheit gegeben wird, ihre Interessen zu wahren, so etwa, wie eS der von den deutschen sozialistischen Abgeordneten aufge- stellte Entwurf eines Arbeiterschutzgesetzes verlangt. In der Schweiz liegt alle ausübende Gewalt bei den Be- Hörden. Der im schweizerischen Fabrikgefetz enthaltene NoimalarbeitStag ist zu hoch, um den Arbeitein das un- erträgliche Joch des allzugroßen Angebots von Arbetts- kräfien abnehmen zu könne«; über die Lohnfrage ist im ganzen Gesetze gar nichts enthalte«. So konnten die Wir» für, gm des Gesetzes nur beschränkte lein. Dennoch sind dies« Wirkungen ganz gute, wie au« dem Bericht zu ersehen, den in dieser Sache der Regierungirath des Kantons Zürich an den BundeSrath erstattet hat. „Wenn auch," bemerkt der Bericht,„im Allgemeinen die Furcht vor dem Gesetze sich bedeutend vermindert hat, so giebt eS einerseits noch Geschäftsleute, die sich möglichst ange demselben zu entziehen suchen, und andererseits Ge- «eindebehörden, welche der Anzeigepflicht, betreffend neu erstellte Fabriken, nicht genügend nachkommen. Vielfach «erden solche EtabliffementS erst durch da« eidgenössische Fabrikinspektorat oder in Folge der Mittzheilungen von anderer Seite entdeckt." Für diese» Fall müßt« aber, »i« es im deutschen Arbeitcrschutzgesetz enthalten, eine „Anzeigepflicht" bestehen. Da» schweizerisch« Gesetz veranlaßt die Unternehmer, bei Herstellung ihrer Betriebsräume schon von vornherein auf die nöthigen Sicherheitsvorrichtungen Rücksicht zu neh» «en. Der B-richt besagt: „Immer noch kommen vereinzelte Fälle vor. in denen die aufgestellten Fabrikordnuvgen dem Regie- rungsrathe zur Genehmigung eingereicht«erden, ohne daß vorher eine Anzeige gemacht worden wäre, daß ein neue« Fabrikgebäude erstellt oder ein schon bestandene« umgeändert worden sei. Auch kommt e» vor, daß Baupläne erst nach Fertigstellung der Fabriklokale ein- gesandt werden. Doch zeigt sich bei Neubauten selten ein Mangel, der zu ernstlichen Au«stellungen Anlaß giebt, da die Bauherren zum Voraus der Sorge für Luft und Licht, sowie für k- 9] & «-»dn-ck otrboten.] Jeuirreton. Im Eckfenster. Roman von Friedrich verstäcker. (Fortsetzung.) „Gut, recht gut, Ha»«," erwiderte dieser,„wenn Du mich auch freilich hier noch al« Hauptmani, siehst. Unser Avancement ist verzweifelt langsam, und ehe man Oberst «nd, hat man gewöhnlich graue Haare. Da« find die Schattenseiten der hiesigen Tretmühle, die wir unser Leben nennen, und man muß sich eben hineinfinden; sonst aber, Hans, bm ,ch jetzt der glücklichste Mensch, den($ auf der Erde giebt, denn ich...« „Bin verliebt>" lachte Hanl.„Hab' ich'««rrathen?" „Auf den Kopf getroffen, und«eine Braut ist ein Engel." ..Da« Letztere versteht sich von selbst," nickte Han«;„ich be noch nie eine Braut gesehen, die nicht in den Augen ihre« Bräutigam« ein Engel gewesen wäre. Aber wie heißt sie? Kenn' ich sie?" „Seit wann bist Du zurück?" „Seit vorgestern." „Nein, dann kannst Du sie nicht kennen und— bist vielleicht auch nicht mit meiner Wahl einverstanden," setzte er langsamer hinzu. „Ich?" rief Han« erstaunt.„Und weshalb nicht?" „Sie ist nicht von Adel..." „Bah, s o viel für Eure alten Geschlechter I" rief der junge Mann.„Einige von ihnen find so alt, daß es Roth thut, sie von Grund au« zu restauriren l Wie heißt sie?" "SS,8 erste Sängerin am hiesigen Theater." „Alle Wetter! Aber ein braves Mädchen?" .."f.1" tüchtiges, brave« Mädchen," bestätigte von Dürr- deck,„die es eine» schweren Kampf gekostet hat, ihre Kunst aufzugeben, br« die Liebe zu mir auch ihre letzten Zweifel hob. Haus, ich kann Dir gar nicht sage», wie glücklich ich Mich fühle!" Han« drückte ihm, ohne ein Wort weiter, herzlich die Hand, Sicherheit Beachtung schenken, was bei alten umgeänderten Fabriken weniger der Fall ist." Die« wäre schon eine ganz vorzügliche Errungenschaft, denn wenn schon bei der Aufführung von Neubauten auf die anzubringenden Sicherheit« Vorrichtungen Rückficht ge- nommen wird, so lassen sich diese Vorrichtungen viel»weck- mäßiger und wirksamer herstellen, al« im entgegengesetzten Fall! Wo« die Kinderarbeit anbelangt, so konstatirt der Bericht, daß in vereinzelten Fällen auch jetzt noch immer Kinder unter 14 Jahren in Fabriken beschäftigt werden; e« zeige sich die« namentlich in neuen Geschäften, welche ihr Personal vor der Unterstellung unter da« Gesetz einstellten. Sechs Fälle solcher Gesetze«- Übertretungen wurden den Gerichten überwiesen. Im Ganzen stnd im Zeitraum, den der Bericht umfaßt, 9 Fabrikbesitzer auf Grund de« Fabrikgesetzes bestraft wor- den. Wa« die Haftpflicht für Unfälle betrifft, so haben sich bei dieser Angelegenheit eine Menge Unzuträg- lichkeiten herausgestellt, die«an aber durch da« zur Be- rathung kom» nicht in Güte arrangire»? Vielleicht kann Dir mein Vater dabei nützen." „Wohl schwerlich," sagte der Hauptmann kopfschüt- telnd;„der alle Herr hängt so hartnäckig an seinem Bor- urtheile von unvermischten altadeligen Geschlechtern und hat mir selber schon so ernste Vorstellungen darüber ge» macht und mich abgemahnt von einem solchen Verbrechen an meinen Ahnen, wie er e« nennt, daß ich auf seine Unterstützung dabei wohl schwerlich rechnen könnte. Ich würde nrcht einmal wagen, ihn darum zu bitten." „Das wäre da« Wenigste," sagte Hans;„aber wer hat hier beim Theater die entscheidende Sttmme m dieser Angelegenheit?" „Der hiesige Direktor." „Und hast Du ihn schon darüber gesprochen? „Aufrichtig gesagt, war ich eben auf dem Wege, ,h« machen wenigsten« den Versuch und sehen,«,e dt« Sache „Hi« glnch vortun« im Brink, Nr. 29; e« soll übri- gen« ein höchst origineller Kau, sei»- Emme behaupten halb verrückt, der nur im Theater lebt und webt und ketne Welt anerkennt, die nicht eine« hölzernen Erdboden und wie die schweizerische. Vor allen Dingen müssen, da« be» tonen wir nochmals, die Arbeiter selbst an der Au«» Übung de» Gesetze« betheiligt sein, wie da« deutsche Ar» beiterschutzgesetz durch die Arbeitsämter und Arbeitskammer« e« anstrebt. Diese Berichte über die Wirksamkeit der schweizerischen Fabrikgesetmcbung können sonach für die deutschen Arbeiter nur eine Mahnung sein, mit aller Energie darnach zu stre» ben, daß bei uns bie Fabrikgesetzgebung einer gründliche« Reform unterzogen und weiter aulgebildet werde. Jeder» mann hat heute ei» Interesse daran, der vernünftige«ad denkende Unternehmer nicht ausgenommen, der die Verhält» nisse nicht nach de« Einflüsterungen eine» engherzigen Egoismus, sondern nach höheren und allgemeineren Ge» fichtlpunklen beurtheilt. Dolitiscke Uebersickt. Da« Arbeiterfchntzgefetz in seiner Bedeutung für die Arbeiter herab, usetzen, da« ist eine SlsyphoSarbeit, selbst für die offiziöse„Nordd. Allg Ztg." Die zu diesem Zweck von ihr produzirten langathmigen Attikel haben ihren Beruf verfehlt. Wir haben von den Geistesprodukten der„Nordd", weil wir hinter dm Artikeln eine„treibende Kraft" vermuthen. Akt ge» nommen und mit wmigen Wottm die Hohlheit derselben gekennzeichnet. Da« giebt dem Blatte zu folgender Entgegnung Anlaß; „Wie vorauszusehen, gefallen dem„Berliner VolkSblatt" unsere unter dem Titel Sozialistische« gegebmen Dar« leguvgen sehr wenig. Da da«„Organ für die Interessen der Arbeiter"— andere Leute halten das„VolkSblatt" für da« Organ des Herrn Singer— gegen die in jenen Attikeln erfolgte Ausdeckung der Widersprüche des sozialdemokratischen Thun« und RevmS nichts zu sagen weiß, zieht es fich hinter Phrasen zurück und meint, die„pofitive" Sozialreform, die wir der Bebel'schen gegmüber gestellt, befriedige die Arbeiter nicht, denn „nicht eine organifirte Armenpflege schwebe ihnen als Ziel vor", st« wollten vielmehr„Krankheit und Armuth verhüten". Jeden» falls ein sehr löbliches Ziel, nur schade, daß die sozialdemo?rati» schm Weltverbesserer nicht haben dm Sündenfall ver» hüten können, durch dm menschlischeS Elend, Krankhest und Armuth in die Welt gekommen. Da das aber nicht der Fall aewesm, wird man fich begnügen müssen, diesen schlimmen Dingen„nach Möglichkeit" vorzubeugen und ihre Folgen zu mildern. Dahin zielt die„pofitive Sozialpolitik", die bekannt- lick durchaus keine„organifirte Armenpflege" ist und sein soll, und die sozialdemokratischm„Arbetterfteunde" thäten unserer Meinung nach besser, ihre Kräfte diesem Ziele mit zu widmen, als taktischen Parteibedürfniffen zu Liebe Unmögliches anzu» streben." Daß uns die Artikel der„Nordd." nicht„gefallen", ist in gewissem Sinne richtig. Denn wenn wir einerseits auch nicht fonderlichgUrseche haben, uns über Das den Kopf zu zer« brechen, was ihre Spalten enthalten, so ist eS doch andererfeUS auf Leinwand gemalte Bäume und Häuser hat. In der Stadt werden sogar die tollsten Geschichten von ihm er» zählt— jedenfalls Uebettreibungen—, sonst gilt er aber für einm Ehrenmann." „Da« ist die Hauptsache, da» Andere findet fich alle«. Vamonos companero— ich will Dem Sekundant sein, und wir wollen doch einmal sehen, ob wir den alten Herrn nicht herumkriegen können." „Und Deine Schwester hat sich kürzlich auch verlobt," sagte Dürrbeck nach einer Paus«, in welcher sie von der Promenade ab der Richtung zubogea, in welcher der Brink lag. „Ja," sagte Han»;„kennst Du meinen künftigen Schwager?" «Ich— war einige Male mit ihm zusammen." „Wie gefällt er Dir? Wa» ist e» für ein Mann?" „Kennst Du ihn denn noch nicht?" „Ich kenne ihn allerding« seit den wenige» Tagen, möchte aber auch Deine Meinung über ihn hören." „Oh, er soll au« einer sehr angesehenen Familie sein und hat etwa« außerordentlich Noble«, �eigentlich vornehm Aristokratisches in seinem ganzen Wesen, wa« Deinen Elter« besonder» an ihm gefällt!" „Daß ist kein Fehler— und sonst?" „Und sonst? Ja, lieber Han», ich bin doch ,u«eaige Male mit ihm zusammengettoffen, um darüber«n wirkliche» Urtheil fällen zu können, und da« war noch dazu meist in Gegenwart Deiner Schwester. Du weißt aber, Brautleute zeigen sich in diesem Stadium für andere Leute ungenießbar— aber da sind wir; sollen w» wirk» WÄ w „Wenn ich aufrichtig sein will, ja. Ich erbitte nicht gern von irgend wem etwa«, noch dazu, da fich hier doch eigentlich nur da« Ganze um eine Geldsache, die Konven» tionalstrafe dreht." „Und ist die so bedeutend?" „E« würde mich wenigsten« doch geniren, sie auf einem Brette auszuzahlen. E« find zweitausend Thal«." " unfere Pflicht, Alles, was die Arbeiter direkt oder indirekt be trifft, also auch Artikel, welche Arbeiterfragen behandeln, auf, merksam zu verfolgen. Wir haben aber in besagten Artikeln auch nicht das Geringfte entdeden fönnen zu Gunsten des Schußgefeßes, obgleich der Verfaffer nicht in der Lage war, auch nur ein Partitelchen von den in dem Entwurf enthaltenen Forderungen als unnöthig oder überflüssig binzustellen. Nicht einmal ein neuer Gedante war in den Artikeln zu finden, sondern nur abgeftandene und verbrauchte Flosteln. Wenn aber ein Drgan und namentlich ein offiziöses Drgan, nichts Besseres barzubieten vermag, wenn es nicht im Stande ist, auch nur einen pofitiven Gedanken zu entwickeln, dann wissen wir wirklich nicht, was uns veranlassen sollte, Gefallen" an solchen leeren Worten zu finden. Damit fällt aber auch der Vorwurf, daß wir uns hinter Phrasen zurückziehen, er fällt folgerichtig auf seine oder seinen Urheber zurüd. Daß die sogen. positive Sozialreform die Arbeiter nicht befriedigen tann, daß werden bei einigem Nachdenken selbst die Hintermänner der ,, Nordd." zugeben müffen, denn Krankenversicherungs. und Unfallgeset ist doch alles, was unter dem Begriff, pofitive Sostalreform" bis jetzt zu rubriziren ist. Der Hinweis auf den„ Sündenfall" und das dadurch entstandene menschliche Elend, sowie Krank beit und Amuth scheint uns um einen gelinden Ausdruck zu gebrauchen sehr schlecht gewählt. Uebrigens wollen wir bescheiden gestehen, daß unsere Begriffe nicht bis zum„ Sün denfall" reichen und daß wir daher auch gar nicht in der Lage find, uns in eine Kontroverse darüber einzulaffen. Desto mehr rechnen wir aber mit Thatsachen, mit der Wirklichkeit; und da thatsächlich die Lage der Arbeiter bereits eine so tief traurige geworden ist, daß die Unmöglictelt, dieselbe auf die Dauer so au belaffen oder gar noch wetter herabzud: ücken, Jedem, der überhaupt noch Begriffe bat, einleuchten muß, so bleibt doch weiter nichts übrig, als dieselbe zu verbessern. Der Rath der Nordd.", man müsse fich begnügen, diesen schlimmen Dingen ( Elend, Krankheit und Armuth) nach Möglichkeit vorzubeugen und ihre Folgen zu mildern, und die daran geknüpfte Auffor derung, diesem Biele mit zu und nicht Unmögliches anzu streben, ist uns sehr sympathisanur scheint sich das Blatt bezüglich der Adresse geirrt zu haben. Den intelligenten Ar beitern wird es nie einfallen, Unmögliches" zu verlangen; die Forderungen des Schutzgesezes liegen vollständig im Bereiche der Der Möglichkeit; gerade dieses Gesez ift ganz dazu angethan, nach Möglichkeit Den schlimmen Dingen, Elend, Armuth und Krankheit, vorau beugen. Wer daher gegen dieses Gescß ist, von dem muß man annehmen, daß er nicht den ernsten Willen hat, nach Möglichkeit" ben Arbeitern zu helfen. Die Arbeiter sind zu jeder Zeit bereit, das wirklich Gute, sei es auch noch so gering, anzuertennen, fie haben aber andererseits auch Erfahrungen genug gesammelt, um den Schein von der Wirklichkeit unterscheiden zu tönnen. Bum Schluß sehen wir uns noch ver. anlaßt, den ,, anderen Leuten" zur Beruhigung mitzu theilen daß das Berliner Volksblatt" nicht ,, Drgan des Herrn Singer", sondern Drgan für die Intereffen der Arbeiter" ist. Die Redaktion des Berl. Wolfsblattes ist in der glücklichen Lage, von keinen intermännern fommandirt zu werden; außer den bestehenden Gesezen, hat fte auf nichts Rücksicht zu nehmen, am wenigften auf irgend welche Personen. 11 Die Entwickelung der Fachvereine macht verschiedenen Reaktionären arge Kopfichmerzen. Diese Leute wittern hinter offiziösen Blätter von solchen Auslaffungen mit großem Bebagen Notiz nehmen; es find dieselben Blätter, welche bei jeder Gelegenheit von Arbeiterfreundlichkeit triefen, sich aber nicht scheuen, den Arbeitern die wenigen Refte Der vorhandenen Vereinsfreiheit, ohne welche die Arbeiter doch absolut machts los gegenüber den Unternehmern find, noch mehr verkümmern zu helfen. Auch ein Mittel zur Beseitigung der Bettelei und Vagabondage. Bei den regierungsseitig veranlaßten Er hebungen über die zu ergreifenden Mittel zur Beseiti gung der Vagabondage wurde insbesondere die Frage zur Erörterung gestellt, ob es sich nicht empfehlen möchte, sum Schuße der Bewohner des platten Landes, welche der Kalami tät des Bettelns und Landstreichens in besonders hohem Grade ausgesetzt sind, die Gendarmerie zu vermehren, und in welchem Umfange eventuell eine solche Vermehrung erforderlich sei. Die über diese Frage von den Polizeibehörden erstatteten Berichte sprechen sich in der überwiegenden Mehrheit für eine Verstärkung der vorhandenen Gendarmeriekräfte aus. Die Zahl der aus den in Betracht kommenden Verwaltungsbezirlen angemeldeten Gendarmen ist jedoch eine so beträchts liche, daß es Bedenken an maßgebender Stelle fand, sofort und bevor die eingeleitete Prüfung, durch welche Mittel bem Uebelstande der Vagabondage mit Erfolg entgegenzutreten ist, in ihrem Gesammtumfange zum Abschluß gelangt sein wird, eine entsprechende Verstärkung der Landgendarmerie eintreten zu laffen Es soll deshalb auf Neueinstellung von Gendarmen bis auf Weiteres nur dann Bedacht genommen werden, wenn der allgemeine Bustand der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in einzelnen Diftritten das Eintreten einer schärferen Uebers wachung erforderlich macht und deshalb eine Theilung be ftebender polizeilicher Bezirke mit Nothwendigkeit bedingt. Der Minister des Innern hatte bereits in einer im Jahre 1881 an sämmtliche Bezirksregierungen erlaffenen Birkular- Verfügung benselben die Fortsegung ihrer Bemühungen, die Leistungen der Polizeibehörden, insbesondere der ländlichen, gegen das Unwesen der Bettelet und des Landstretchens zu erhöhen, mit dem Bes merken empfohlen, daß die mangelnde Thätigkeit der Ortspolizeibebörden nicht überall durch Vermehrung der Gendarmerie er segt werden könne, daß er aber gleichwohl, wo im Einzelnen ein dringendes Bedürfniß zu einer dauernden oder mindestens seitweisen Verstärkung fich zeige, den auf Befriedigung dieses Bedürfniffes gerichteten motivirten Anträgen der Brovinzial behörde jebe zulässige Berücksichtigung zuwenden werde. Nach all den über diese Frage gepflogenen Debatten in den Barlamenten, nachdem sogar drr Reichstanaler wenigftens indirekt zugegeben hat, daß es heute vielen fleißigen Angehöri gen Des Reichs nicht möglich ist, Beschäftigung zu finden, ist man immer noch zu feinem anderen Resultat ge tommen, als mittelst Gendarmen die Uebel zu bekämpfen. Daß durch die Einstellung von mehr Polizei die Ursachen beseitigt werden können, welche die genannten Erscheinungen hervor rufen, wird im Ernste doch wohl Niemand glauben können. " Der sozialdemokratische Abgeordnete Sabor in Frankfurt a. M. hat( wie wir in der Frankf. Btg" lesen) gelegentlich einer Berichterstattung, die er seinen Wählern gab, folgendes erzählt: Es babe fich nach seine Wahl in Frant furt Jemand an ihn gewandt mit dem Vorschlage, ihm die Leitung eines neu zu gründenden Frankfurter Arbeiter. blattes zu übertragen. Es sei ihm zugleich ein be deutendes Ravital angeboten worden, das auf lange jeder, auch der harmloseften Vereinigung Umftursbestrebungen; hinaus zum Unterhalt dieses Blattes ausgereicht hätte. Redner alles Reden und Denken ist ihnen ein Gräuel. da in den Fachvereinen sogar Reden gehalten werden, die zum Denten anregen, so ist das für sie schon Beweis genug, daß nur sozialdemokratische Bestr bungen den Fachvereinen zu Grunde liegen. So finden wir augenblicklich in fast allen Blättern einen Waschzettel, der anscheinend auf Bestellung an gefertigt, darauf ausgeht, die Fachvereine zu denunziren. In dem Geschreibsel wird ganz besonders darauf hingewiesen, daß ein franzöfifcher Sozialist, Namens Herbinet, eine Aufforderung an Die Fachvereine zur Betheiligung an einer internationalen Ar beiter Industrieausstellung in Paris erlassen habe, und daraus werden dann die unfinnigsten Schlußfolgerungen gezogen. Daß der Herr Herbinet Sozialist ist, erfahren die Arbeiter in Den Fachvereinen jedenfalls erst durch den Waschzettel, denn barum bat fich ficherlich noch kein Arbeiter gekümmert. Am aller wenigsten werden die Fachvereine nach dem politischen Glaubensbes tenntniß des besagten Franzosen gef agt haben. Die häßliche und widerwärtige Sitte, Jemanden nach seinen politischen Ansichten zu beurtheilen, ist sicher unter den Arbeitern noch nicht verbreitet, und ein Fachverein, der die Aufnahme von der politischen Ge finnung abbängig machen wollte, würde nicht lange bestehen tönnen. Wer aufrichtig und ohne Vorurtheil das Thun und Laffen der Fachvereine beobachtet, der wird zu der Ueberzeugung tommen, daß diefelben gefliffentlich Alles vermeiden, was ge eignet wäre, ihre Tätigkeit als eine ungefeßliche erscheinen zu laffen. Mit der peinlichsten Vorsicht wird Alles befolgt, was das Gefeß verlangt und wenu dennoch hier oder da eine Ge fegesverlegung ftatfindet, so lana das angesichts der verschieden artigsten Auslegungen der Gefeße, selbst von Seiten Kundiger, nicht auffallen. Erwähnenswerth erscheint uns, daß gerade die Alle Wetter, dem Preise nach muß ja Dein Bräut chen eine Nachtigallenstimme befizen!" ,, Das thut fie auch, Hans!" rief Dürrbed bewegt. Du sollst sie nur einmal hören! Es pact Dir die Nerven und hebt Dich zu wahrhaft himmlischer Seligkeit oder zwingt Dir, Du magst wollen oder nicht, die Thränen in bie Augen." „ Sieh, fieh, fieh, fieh bas Schwärmen habe ich Dir gar nicht zugetraut Aber hier an der Hausthür Tönnen wir nicht stehen bleiben, Ramerad. Also Muth ge faßt, ich feuere jezt den ersten Schuß" und damit zog er ohne Weiteres an der Klingel, erfchrat aber dann selber über die Wirkung. Es war in der That, als ob im Innern des Hauses eine Legion von Gloden losgelassen wäre, einen folchen Spektakel machte es in den unteren Räumen, und die beiden jungen Leute sahen fich beide ganz verwun bert an. In dem Moment schon öffnete sich aber die durch eine Feder gefchloffene, Thür, und sie betraten das fleine Wohnhaus, das sich nur durch seine Tapete auszeichnete. Es war nämlich einzig und allein mit Theaterzetteln be= flebt, und zwar von solchen Stücken, in welchen der Herr Direktor, der auch bas erste Heldenfach und überhaupt alle guten Rollen spielte, mitgewirkt hatte oder noch mitwirkte. Dabei hatte sich der betreffende Herr die Mühe nicht verdrießen lassen, auf jedem Bettel feinen Namen mit Rothftift zu unterstreichen, so daß man in sehr kurzer Beit einen Ueberblick über sein sehr ausgedehntes Rollenfach bekommen fonnte. Es wurde ihnen aber nicht langer Raum zu Betrach tungen gegeben; ein sehr dürftig aussehendes Subjekt in einem abgetragenen schwarzen rad, der ihm aber nur oben auf den Schultern paßte und einem viel größeren Mann, vielleicht einmal früher dem Direktor selber, angehört haben mußte, mit ebenfalls zu langen, aber aufgefrempelten Hosen, kam die Treppe herunter und fragte, was die Herren wollten. Er war dabei augenscheinlich erstaunt, einen Dffiter hier zu sehen, denn seinen Begleiter tagirte er augenblicklich für einen ersten Liebhaber, der Engage ment fuchte. habe die Schlange bemerkt, im Vertrauen zweien seiner Freunde das Anerbieten mitgetheilt und diese um weitere Rücksprache mit dem Betreffenden ersucht, in dem Sinne, daß er sich nicht bazu hergebe, die Arbeiterangelegenheiten in ein anderes Fahr waffer zu lenten, als er für recht halte. Bei der Unterredung babe fich herausgestellt, daß ein höherer Beamter" das Geld bergeben wolle. Selbstverständlich sei Ablehnung erfolgt. Auch sonst babe man fich hier und in Berlin an ihn gebrängt, als ob er fich dazu hergebe. im gouvernementalen Wasser zu schwimmen. Um dem ein Ende zu machen, habe er die erfte befte Gelegenheit ergriffen, ein paar Worte zu sprechen, und fte feien verstanden worden."- Die Volfs- 8tg." bemerkt Die Volts- 3tg." bemerkt dazu: Diese Andeutungen find etwas dunkel; vielleicht ent schließt sich Herr Sabor dazu, seine Angaben etwas näher zu erörtern!" Frantfurt a. M. Die Frantf. Btg." meldet aus Mainz, Daß nun auch Der in Mains verhaftete Jour. nalist und frühere Offizier Röttger aus der Untersuchungsbaft entlassen set. Frankreich. Das franzöftsche Ministerium will tros des Friedens. schluffes noch 60 000 Mann nach Tontin schiden um das Land vollständig zu beseßen. Der offiziöse Temps" meldet dies. bezüglich, die für Tontin bestimmten Verstärkungen würden ihre Einschiffung demnächst beginnen, damit in zuverlässiger Weise alle wichtigen Punkte befeßt werden, die General Brière de l'Jale nach der am 20. April beginnenden and bis 31. Mat dauernden Räumung seitens der Chinesen noch besetzen wird. Die Unterdrückung des franzöflichen Journals Bosphore" " " " Wir wünschen den Direktor in einer Privatangelegenheit zu sprechen," nahm Hans das Wort. t er zu Hause?" Nun ja," sagte der Mann und zudte dabei mit den Achseln, zu Hause wäre er schon, aber er studirt." Und läßt sich da wohl nicht gern stören?" " Ne..." " " Dann wollen wir lieber einen günstigeren Moment abwarten," sagte Dürrbed halblaut zu dem Freunde;„ ich möchte ihm nicht gerade ungelegen kommen." " Ja, er fludirt immer," warf der Mann ein, der die Worte gehört haben mußte. in Kairo, giebt den franzöfifchen Zeitungen Anlaß, von dem Minister des Aeußern, Freycinet, zu verlangen, daß er sich jest wieder mehr mit der egyptischen Frage beschäftigt. Es i bekanntlich den Franzosen sehr schwer geworden, den Englän dern Egypten gänzlich zu überlassen, man darf sich daher nicht wundern, wenn fie jest angesichts der englischon Schwäche fich wieder mit Konkurrenzgedanken befreunden. Rußland. In Rußland scheint die Erregung nicht so groß zu sein als in England. Man weiß an maßgebender Stelle ganz gut daß die rufftschen Chanzen entschieden günstiger find als die englischen. Die russischen Blätter schlagen bereits einen Zon an, als ob die russische Armee die englische schon bestegt hätte Die Petersburger Wedomifti" sagen, das britische Kabine habe den diplomatischen Feldzug verloren und man habe die prahlerisch angekündigten Vorbereitungen zum Kriege abzu warten. Es fällt Jedermann schwer, an den Ernst England zu glauben. Die Nowoje Wremia" berichtet aus Nitolaje am Schwarzen Meere, daß daselbst der Befehl eingetroffen fel alle im Hafen liegenden Schiffe der Schwarzen Meer- Flotte eiligft ſeefertig zu machen. Am 23. März bereits bat dort ein Seekriegsrath getagt, um über die Vertheilung der Mann schaften und ihre zweddienliche Ausrüstung zu berathschlagen fämmtliche Flaggen- Offiziere, Admiräle, die Kommandeure de Schiffsequipagen und der Kriegsschiffe ersten und zwelten Ranges nahmen an demselben Theil. Für das laufende Jab ist die Bahl der einzustellenden Rekruten auf 230 000 feftgefe worden. Minifier Großbritannien. Im Unterbause theilte Lord Trevelyan mit, das Berbo Der Bieheinfuhr aus Hamburg, Bremen und Geeftemünde f aufgehoben worden, weil die Maul- und Klauenseuche Hamburg aufgehört und die deutsche Regierung Maßregel getroffen habe, um die Viehausfuhr aus solchen Distrikten, denen die Seuche noch vorkomme, zu verhindern.- Gladston thellt mit, die Antwort der ruffischen Regierung sei im Lauf des gestrigen Abends eingetroffen; dieselbe befage, daß di ruffische Regierung bereits von General Komarow& flärunge vermuthe, das Wort„ bereits" bedeute, daß diese Erklärungen über sein Verhalten verlangt habe. Der Premier bemerkt, d verlangt worden, bevor der Botschafter Thornton mit dem Letterer habe gleichzeitig wiederholt, daß die ruffische D. Giers in in Verbindungen getreten Truppen Bendichdeh nicht befegt, sondern ftch ibre früheren Pofitionen zurückgezogen hätten. englischen Beitungen find sehr friegerisch. Ein Artild Der Times" meint, bie sofortige Burüdberufung General Romarow's und der Rückzug der russischen Truppen von alle legthin bejezten Bofitionen fönne vielleicht den Krieg verhinder Der Daily Telegraph" verlangt die Kafftrung der schuldige russischen Offiziere. England folle eigentlich mit fofortige Kriegserklärung antworten. Der Standard" fagt in eine Artikel, der Friede sei unmöglich und sofortige Striegserklärung Pflicht, außer wenn innerhalb 24 Stunden vollständige Abbi geleistet werde. Daily News" sagen, der Krieg fei nur vermeiden, wenn Rußland die Handlung des Kommandeu Komarow desavouire und Garantien gegen eine Wiederholun solcher Vorkommuiffe gebe. " 1 " Kommunales. trat falle reich Fab tigu erfüll ibn wen bie fet. Den richt gier Berl mur beit Herr Kra Herr zu v Diese gern fähi Fab Diese Der rüdf jedo Denn Schon Auch 100 729 einig That daß länge ungl ftren utsad fel nacht baß über in Di Herr ehrter mirkl Das 1 für nicht Kolle Fabr Hoch Grun Attes daß ftraße meine beide er da figent balt Ebert a. Die Frage, ob die Bekleidung und A mirung der Schumannschaft als Kosten der örb lichen Bolizeiverwaltung in den preußischen Provinzialstädten zu erachten find, wird bekanntlich das hiesige Ober. Berwal tungsgericht demnächst beschäftigen, nachdem die Stadtgemeinde Königsberg in Preußen die Einstellung von 8000 Mart in den städtischen Etat, welche von dem Regierungspräsidenten ges fordert wurde, verweigert und die Entscheidung des Dberoe waltungsgerichts angerufen hat. Auch an die Stadt Köln i seitens des Regierungspräsidenten die Aufforderung ergangen 18125 M. in den Gemeinde- Etat für die sächlichen Roften b Schußmannschaft einzustellen. Ebenso ist an den Magistra zu Breslau die Aufforderung ergangen, für Bekleidung u Bewaffnung der Schußleute in den städtischen Etat 16 640 jährlich und insbesondere für 1885/86 24960. einzuftelle Bisher hatte in den genannten Stäoten nicht der Staat die fächlichen Koften getragen, sondern die Schupleute waren pflichtet, aus eigenen Mitteln fich die erforderliche Unifo und Waffe anzuschaffen. Durch die Uebertragung dieser Au gaben auf die Stadisäckel sollen die Gehaltsverhältnisse diese Beamten verbessert werden. Lokales. Wie es einem tranten Arbeiter in der Fabrik vo Siemens u. Halste erging, zeigt folgende Thatsache. Da fett nabezu sehn Jahren als Werkzeugmacher in genannte Fabrit beschäftigte Arbeiter Kirch litt und leidet auch no heute an einem Fußübel, welches so start und anhaltend cu bit Es blieb den beiden Freunden übrigens völlig Zeit, Gemälde mit Muße zu betrachten. Db fte der Direktor ab fichtlich so lange in der„ Borhalle seines Genies" ließ, schwer zu fagen, aber es dauerte eine reichliche Viertel fiunde, bis ber Theaterbiener wieber bei ihnen erschien und die Herren ersuchte, noch mehr nach oben zu kommen „ Der Herr Direktor," erklärte babei ber flein Mann, find nämlich noch im Schlafrod, wie immer bein Stubiren, und betreten dieses Bimmer nur im schwarzen Frad." folgen Berlin Dr. wenig mehr Arbei beit, Teine Ste Herrn Si me ร dem t macht nicht betriff bald t rung" Führu ift, ein fich m wenig fo en für 1 bie un wendi Publi fucht, der W überho felbft Unter Hans warf dem Freunde einen lächelnden Blick zu und rohe In dem Falle, mein lieber Freund," nahm Hans das zeigte auf seinen grauen, joppenähnlichen Rod, aber er fagtt Uppla Wort, ersuche ich Sie, dem Herrn Direktor meine Rarte mit hinauf zu nehmen und ihm zu sagen, daß wir ihn Dürrbed?" nicht lange stören würden.- Haft Du eine Karte bei Dir, Weg schien wie bei einem Thurm nach oben zu imme nichts, und eine Art von Wendeltreppe hinauf, denn de enger zu werden, erreichten sie endlich den Punkt, wo den Direktor finden sollten. fie ร Dirige geit ge Namen er ftub Aber auch hier mußten fie noch warten, ber Direktor ftehen) war noch mitten im Studiren, und da er jest plöglich mit - wie fich gehobener Stimme laut und heftig sprach, fonnten fie ba braußen deutlich die einzelnen Worte hören: ,, Schid' nur die Deinige hinauf, das genügt ja." Na, dann kommen Sie man mit in die erfte Etage, ins Wartezimmer," sagte der dienstbare Geist Später herausstellte, der Theaterdiener es wird nicht so ,, es wird nicht so lange dauern. Der Herr Direktor find noch weiter oben." Damit nidte er den beiden Freunden zu und stieg ihnen bie schmale Treppe voran. Das Kleine Edzimmer in der ersten Etage stellte fich als Empfangssalon heraus; es war wenigstens bie„ gute Stube" des Direktors, mit Mahagoni und Plüsch über zogenen Möbeln. Die Wände aber ließen gar teine Tapete Dh, nehmi ihn weg von meinem Haupte wieder, Nehmt ihn hinweg, er fengt mir meine Loden; Und wie ein Strahl der Sonne, der zu heiß Das Haupt mir träfe, brennt er mir die Kraft Des Dentens aus der Stirne. Fieberbize Bewegt mein Blut- Verzeiht, es ist zu viel!" " Laffo", flüsterte Dürrbed leise dem Freunde zu fehen, sondern hingen dicht gebringt voll großer Delgemälde, während der Theaterdiener, der genau das Stichwort fannte selber, und zwar viermal allein in Lebensgröße in seinen Moment Alles ruhig, dann rief eine von den vorherigen bie jedoch niemand Andern vorstellten, als ben Direktor jest dreimal start an die Thür pochte. Drin war in einem Thür und bedeutete die beiden Herren, einzutreten. Da hing er als Wetter von Strahl und als Rönig ein! und im nächsten Augenblick öffnete der Mann bie Tönen sehr verschiedene Baßstimme ein gebieterisches Ber Hauptrollen. Lear; ba hing er als Sohn der Wildniß und als Karl Moor, außerbem aber noch in fleinen Delgemälden, Photographien, Lithographien, Stahlftichen und Kreidezeich verblüfftes Geficht zu machen, denn eben erst wieder in bie nungen in so viel verschiedenen Rostüms und fühnen Stel alte Welt zurüdgelehrt, fand er sich hier einer Geftelt für möglich gehalten hätte. Direktor Sußmeyer gehörte Inngen, baß einem ganz schwindelig wurde, wenn man bebachte, daß alle diese zahlreichen Personen mit den ver schiedensten Gefichtern doch nur einen und denselben Men schen vorstellen sollten. allerdings einem etwas extravaganten Gefchlecht Ian, dem ber richtigen Komödianten, die ihr Streben erwart tannt 95 ber ge aus de felben fallende கு aus 6 nicht barer S bicht ü Bänder vorn in ber Rolle, Mertwi Je fältigfte benen ber Th trat, daß er fick— um nicht ISnfler der Kasse ,ur Last zu fallen und in Ermägung der verhältnißmäßig doch nur unzu- reichenden Krankrnunteistützung— entschloß, den Direktor der Fabrik, Jacobi, um eine im Sitzen zu verrichtende Beschäf- ttfluNfl zu bitten. Der Herr Direktor erklärte, diese Bitte nicht erfüllen zu tönnen, weil er keine derartige Beschäftigung für rhn habe.— Der Kranke konnte dagegen natürlich nicht« ein» wenden, war ober nicht wenig erstaunt, als ihm kurz darauf die Kunde wurde, daß er überhaupt aus der Fabrik entlasten sei.— Er fühlte stch daraufhin veranlaßt, folgenden Brief an den Inhaber der Fabrik, Herrn Dr. Werner Siemens, zu richten: „Hochwohlgeborener Herr! Hochverehrter Herr Geh. Re- gierung&Rath! Ich war seit dem 18. August 1875 in Ihrer Fabrik, Berlin, Markgrafmstraße 94, als Werkzeugmacher beschäftigt, wurde jedoch am 3. November 1884 durch ein Fußletden ar> beitiuvsähig und bin bis zur Stunde in Behandlung des Herrn Dr. Eberty, der alt Arzt bei der neuen Maschinenbauer- Krankenkasse ist. Im Laufe der Behandlung erklärte mir der Herr Doktor, daß ich dauernd untauglich sei, stehende Arbeit zu verrichten. Der Herr Doktor stellte mir am 26. Januar dieseS JohreS beiliegendes Attest aut und sagte mir, da ich ?v.n arbeiten wollte, daß er mich versuchsweise arbeitt- ahig schreiben würde, wenn ich sitzende Arbeit in der Fabrik bekommen könnte. Ich ging nun am 27. Januar mit di-sem Atteste zu dem WerkstattS-Direklor, Herrn Jacobi, in der Hoffnung, daß der Herr Direftor mein Leiden be« rückfichtigen und mir solche Arbeit zuweisen würde, jedoch wurde ich in dieser Hoffnung bitter getäuscht, denn der Herr Direftor theilte mir kurz mit. daß mein Platz schon besetzt sei und er andere Arbeit nicht für mich hätte. Auch erklärte mir Herr Jakobi, daß ich überhaupt in der Zeit, wo ich im Geschäft thättg war, schon zu oft krank gewesen sei. — Ich war biS dahin in dem Zeitraum von nahe zehn Jahren einige zwanzig Wochen krank. Die Antwort und die letzlere Thatsache th-Ute ich meinem Arzte mit, welcher darauf meinte, daß ich mich glücklich schätzen könnte, in diesem Zeitraum nicht länger krank gewesen zu sein.— Nicht genug, daß ich nun unglücklich bin, ein Fußleidrn zu haben, waS in Folge ange- strengte! Arbeit von Jahr zu Jahr mir mehr Schmerzen ver- Ursachen wird, wie der Arzt mir mittheilt, mußte ich leider nachträglich durch den Krankenbesucher Herrn Engel erfahren, daß ich vom Herrn Direktor Jakobi für faulkrank ihm gegen- über erklärt worden sei. Der mich behandelnde Arzt erklärte Herrn Engrl jedoch, daß das nicht der Fall wäre.— Hockver- «hrter Herr Gchelmrath! Versetzen Sie stch in meine Lage, wirklich krank zu sein, Schmerzen auszuhalten durch ein Leiden, das von Jahr zu Jahr immer schlimmer wird und trotzdem für faul krank gehalten zu werden! Und dieses Alles noch nicht genug; dieser Tage erfahre ich von mehreren meiner Kollegen, welche mich besuchten, daß ich überhaupt aus der Fabrik entlaffen sei. Eine Bitte habe ich nur noch an Ew. Hochwohlgeboren und die geht dahin, mir doch wenigstens den Grund zu meiner Entlassung mitzutheilen. Durch beiliegendes Attest deS Herrn Dr. Eberly ist wohl zur Genüge erwiesen, daß ich nickt faulkrank bin. Hochachtungsvoll und ergebenst Carl Kirch, Bernburger- straße 23, v. II. DaS beigelegte ärztliche Attest hat folgenden Worttaut: Der Werkzeugmacher Kirch ist seit ein viertel Jahr in meiner Behandlung und arbeitsunfähig. Derselbe leidet an beiden Unterschenkeln an derartigen Venenerweitcrungen, daß er dauernd unfähig ist, im Stehen Arbeiten zu verrichten. In fitzender Stellung ist derselbe vielleicht noch im Stande, Unter- halt zu verdienen. Berlin W., den 26. Januar 1885. Dr. Eberty, pratt. Arzt. Herr Kirch erhielt von dem Herrn Dr. Werner Siemens folgende Antwort: Herrn Karl Kirch, hier, Bernburgerstraß« 23, vorn II. Berlin, den 5. Mär, 1885. J.-Nr. 6622. Auf Ihre Eingabe an unseren Herrn Geh. Reg.-Rath Dr. W. Siemens erwidern wir Ihnen, daß Ihre Entlassung weniger JhreS häufigen Krankseins wegen erfolgte, als viel- mehr deshalb, weil wir wegen ArbeitSmongel genöthigt waren, Arbetter zu entlassen. Da Herr Jakobi weder mit Ihrer Arbeit, noch mit Ihrer Führung sehr zufrieden war, wir auch keine paffende fitzende Beschäftigung für Sie hatten, wurden Sie mitentlesscn. Ihre Entlassung ist Ihnen übrigens von Herrn Jakobi persönlich mitgetheilt worden. Achtungsvoll Si menS u. Halske. Diese Antwort nimmt stch recht eigenthümlich aus. Nach- dem der Mann nahezu 10 Jahre in der Fabrik thütig war. wacht der Herr Direktor die„Erfahrung", daß seine Arbeit nicht gut gewesen ist. WaS ferner den„Arbeitsmangel" an- betrifft, so ist erwähnenSwerth, daß die Stelle des Kranken bald wieder besetzt wurde. ES bleibt also nur noch die„Füh- rung". Sonderbar ist dabei jedenfalls, daß man die schlechte Führung gerade in dem Moment entdeckt, wo der Mann krank ist, ein Umstand, der gewiß zu denken giebt. Hätte der Mann stch«irftich schlecht geführt, so würde man ihn stcher nicht fast weniger in der Kunst, al« de« Erfolg suchen und dabei so entzückt von ibre« eigenen Leistungen find und fich für so groß und unentbehrlich halten, daß sie sich die um da« Theater herumliegende Welt nur al« ein noth- «endige» Anhängsel zu dem Zentraltheil, u« eben da« Publikum zu liefern, denken. Wer da« Theater nicht be- sucht, gehört in ihren Augen zu de« ungebildeten Theil der Menschheit und kommt nicht in Betracht; man weiß überhaupt gar nicht, welhalb er auf der Welt ist. Aber selbst zwtschen den Theatergängern werdrn noch feine Unterschiede gemacht und diese»jeder in gebildete und rohe geschtede«. Das hängt aber einzig nnd allein vom Applaudiren ab. Direktor Sußmeyer stand über de« allen; er war der Dirigent eine« Kuvstmstrtut«, wie die Theater in der Neu« zeit genannt»erden(und eigentlich gäbe e««inen andern Namen dafür, besondert»enn sie unter einer Intendanz stehen), und lebte und webte nur in dieser Sphäre, aber er studirte auch seine eigenen Rolle« in diese« Geiste und envartete natürlich, daß da« auch von de, Mitwelt aner- kannt würde. Wie er jetzt freilich dastand, bot er für Jemanden, der gerade nicht in diesen Kreisen lebte und eigentlich au« de« wirklichen und praktischen Leben direkt in die- selbe» hineinsprang, ein etwa« wunderliche«, jedenfall» auf- fallende« Bild. Er trug seinen gewöhnliche« rothseidenen Schlafrock, au« Gardinenstoff gemacht, der aber in der Ferne, wie fich nlzl ließ,«ehr Effekt machte, al« in unmittel- Die Unterkleider ließen fich nur an ei« paar Wä v? ken Röcheln zusammengebundenen weißleinenen «. �°th«n. mit den Füßen Pak er in eine« Paar {»w' aufgebogene» türkischen Pantoffeln, MMZAD« txtn � 5 kr fich nämlich auf da« Sorg- filttgste dr« Haar« m eine Unzahl von Papilloten, mit denen er herumging, bi* Rachmittag« vor dem Theater der Theaterfnseu, kam und ihn„adonisirte", wie dieser ein Jahrzehnt besckiästigt haben.— Der Schlüssel zu diesem Räthsel dürfte vielleickt anderSwo zu suchen sein. Es existirt in dieser Fabrik eine sogenannte Jnvalidenkaffe, auS der die invalid gewordenen Arbetter eine Unterstützung erhalten. In der Regel wird die Unterstützung jedoch erst dann gewährt, wenn der invalid Gewordene mindesten« zehn Jahre in der Fabrik gearbeitet hat. Diese Kasse ist eine Stiftung deS Fa- brikanten Dr. Werner Siemens. Die Unterstützung ist nicht für Alle gleich; sie richtet stch danach, wie lange der betreffende Arbeiter in der Fabrik war und ob er Halb- oder Ganzinva- lid« geworden ist. Auf die Vergünstigungen au« dies« Kasse hoffen nun alle in der Fabrik alt gewordenen Arbeiter, und die Leiter deS Etablissements find sehr stolz auf diese Ein- richtung. Daß also auch der Arbeiter Kirch darauf rechnete, einstmals aus dieser Kasse unterstützt zu werden, kann ihm ?ewiß Niemand zum Vorwurf machen. Und ebenso wenig ann man fich darüber wundem, wenn er seine Entlassung mit dem Gedanken an die Jnvalidenpmston in Verbindung bringt. Wir können zwar nicht annehmen, daß der Kranke entlaffen wurde, um der Fabrik die Jnvalidenpenston zu ersparen, müssen aber andererseits doch konstatiren, daß solche Fälle kein gute« Licht, so wenig auf derartige sogenannte humane Einrichtungen, als auch auf daS Etablissement überhaupt werfen. Achtzehn Besitzer von Kolonialwaarengefchäfte«- im Verkehr nennt man ste kurz„Materialisten"— haben vor einigen Wochen beschlossen, an Sonn- und Feiertagen von Mittags an ihre Geschäfte zu schließen. Sie haben gleichzeitig an ihre Kollegen die Aufforderung ergehen lassen, gemeinsam« Sache mit ihnen zu machen und, wie verlautet, find die Zu- stimmungSerklärungen so zahlreich eingelaufen, daß der Versuch gemacht werden kann, in einer öffentlichen Versammlung auf ein einmüthigeS Handeln aller Inhaber solcher Geschäfte hin- zuwirken. E« ist diesen Bestrebungen ein voller Erfolg zu wünschen. In kaum einem zweiten Geschäfte find die jungen Leute so erholungsbedürftig wie hier. Ihre Thätigkett beginnt mit dem frühesten Morgen, oft um 5 Uhr, ste endet erst, wenn der Wächter die Hausthüren schließt. Der Festtag bringt ihnen keine Erholung, nur Stunden deS Ausruhen« find ihnen ge- gönnt und auS ihrer eigenen Mitte kommt die berechtigte Klage, daß ihnen zur wetteren Ausbildung keine Zeit bleibt. Es handelt stch hier um viele Tausende junger Leute und eS ist«rfteulich, daß Abhilfe durch das Vorgehen der Prinzipale selbst geschaffen werden soll. In der That läßt stch gerade bei den Kolontalwaarenhändlern die angestrebte Neuerung überaus leicht ausführen. Die von ihnen geführten Artikel müssen in jedem Haushalt sein. Die Befriedigung des HungerS und Durstes läßt stch nicht aufschieben. ES ist die Bequemlichkett viel» Hauiftauen allein, welche ste veranlaßt, ihre Einkäufe bis zum letzten Moment hinauszuschieben. Befinden ste fich in der Zwangslage, am Sonntag Vormittag auch schon für den Abend sorgen zu müssen, so werden ste eS thun. Die Fälle unerwarteten Besuchs am Abend find nach unserem ganzen gesellschaftlichen Zuschnitt so seltene, daß die Rückficht auf ste nicht als Entschuldigung für die übermäßige Jnan- spruchnahme vieler Tausender erholungsbedürftiger junger Leute gelten kann. Das Vorgehen der achtzehn Geschäfte bezeichnet einen dankenswerthen prattilchen Schritt, de: um so mehr Aner« kennung verdient, als er ein freiwilliger und enlschiedener ist. Eine Verbrecherlaufdahn Heber daS Vorleben deS am zweiten Osterfeiertage Abends bei einem verwegenen CinbruchSdiebstahl in der Keibelstraße ergriffenen Weber- meisters W agner, worüber wir ausführlich berichteten, find der „Gr. Ztg" von zuständiger Seite fo'gende interessante Einzel« heiten mitgetheilt worden: Wagner, welcher daS 50. Lebensjahr erreicht hat, ist der Sohn einer hochgeachteten Weber- meister-Familie aus der Weberstraße, die ihren Sohn daS W-berhandio.rk erleinen ließ, um das Geschäft de« Vaters später fortzusetzen. Hierzu verlpürte der mit guten Schul- kenntnissen ausgerüstete Sohn wenig Lust. Schon als Knabe betrieb er mit Vorliebe den Vogelfang und, um den Wünschen deS Sohnes nachzukommen, etabiirten die Eltern ihm Anfangs der 50er Jahre in ihrem Hause einen Vogelhandel. Wagner wußte seinem Geschäft, zu weichem er späterhin noch einen Handel mit Federvieh anlegte, einen derartigen Aufschwung zu aeben, daß er tn kurzer Zeit d-S größte Geschäft dieser Art in Berlin besaß. Er war es, der mit dem längst verstorbenen Befitzer des alten Viehhofes am vormaligen Landsberger Thor, Kommisfionirath Kläger, von England aus die ersten Cochinchina-Hühner tn Deutschland einführte. Auf den ersten bünorologischen Ausstellungen in Görlitz und Berlin erhielt Wagner die ersten Preise für Ausstellungen der besten Exemplare dieser damals viel degehrtrn Hühnerrasse. Der zu dieser Zeit kaum 2Sjähuge Wagner, der viel Geld verdiente, aber für Häuslichkeit wenig Sinn• befaß, ergab stch einem lüderlichen Lebenswandel, vernachläsfigte fein Geschäft und trieb stch meist in zwetdeuliger Gesellschaft des Nachts umher. In solcher Ge- sellschaft lentte er rrosesfionirte Diebe kennen, die den leicht- finnigen Wagner derart umgarnten, daß er stch Anfangs der 60er Jahre verleiten ließ, den ersten schweren Diebstahl in einem Hause in der Nähe seiner Eltern und mit Hilfe mehreren Komplizen auszuführen. Bei Versilberung der ge» e« nannte. In feinem Studium konnte er natürlich darauf keine Rücksicht nehmen, er war auch schon so daran gewöhnt, daß er e« selber kaum mehr wußte, und nur heute gewannen diese Papilloten eine« eigen- thümlichen Charakter, da er, ganz in den Geist serner Rolle des Tasso vertieft, sich dm Lorbeerkranz, den ihm eigentlich die Prinzessin Leonore von Este hätte aufsetzen sollen, selber nicht in die Locken, sondem auf die Papillotm gedrückt hatte. So, mit etwas rothem, aufgedunsene« Gesicht und «ine« geringeu Ansatz zu einer Stülpnase, stand er da, die Rolle in der Hand, den Lorbeerkranz auf de« Kopf, und erwartete seinen Besuch. Der Anblick war auch wirklich so absonderlicher Art, daß selbst der sonst nicht so leicht außer Fassung zu briv« gende HanS Solberg einm Moment nach Wortm;u einer Einführung sucht«. Direktor Sußmeper dagegen, die Roll« gesenkt, den rechten Fuß vorgesetzt, daß der rothe Pantoffel und der untere Theil seiner Unterbeinkleider deutlich ficht» bar wurde, den Oberkörper noch im Geiste des überschwäng- lichen Taffo zurückgebogm, sagte:„Mit«a» kann ich Ihnen dienen,«eine Herren?— Pichler!" wandte er fich dabei mit einer Bewegung der Hand, in der er die Roll« hielt, gegen den Theaterdimer—„ab!" Pichler verschwand spurlos durch die Thür, und Dürr» beck, der doch wohl fühlte, daß er hier da« Wort ergreife» müsse, auch den etwa« exzentrischen Charakter de« Herrn schon von früher kannte, um nicht mehr davon verblüfft zu werden, sagte freundlich:„Herr Direktor, wir müffe» Sie vorher dringend um Entschuldigung bitten, daß»« Sie hier in Ihrer, ich könnte sagm, geistram Fechtschule stören; ober ich selber komme mit einem Anliegen an Sie, bei dem mich nur mein Freund hier, Baron von Solberg, begleitet hat." Der Direftor neigt« leise den Lorbeerkranz gegen den Vorgestellten, ohne jedoch seine Haltung rm Ge» ringsten zu verändern.,,. „Ich weiß nicht, ob ich flelber Ihne» bekannt bin?" fuhr Dürrbeck fort. „Wer kennt die Völker,»mnt die Ramm, du gastlich hier zusammmkamm," jitirt« der Direktor. stöhlen«» Waare ertappt, gelang eS dem damasigm Kriminal» Kommissar Bormann, die ganze Diedekgesellschaft hinter Schloß und Riegel zu dringen, die bald darauf sämmtlich zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt wurde. Wagner wurde der Strafanstalt Spandau zugeführt, wo er die Bekanntschaften der derüchtigsten Einbrecher wie„Böttcher Karl", Strauß, Brökelmann und LouiS Grothe macht«. Louis Grothe ermordete am 19. April 1864 hier in Berlin den Professor Gregy und wurde am 13. März 1860 auf dem Hofe des hiestgen ZellenaefängnisseS hingerichtet. Wagner ging nach Verbüßung seiner Strafe nach Berlin zurück, wo er von„Böttcher Karl", der bereits ftüher auS der Straf» hast entlassen worden war, mit offenen Armen empfange* wurde. Aus dem ftüheren Webermeister und Federviehhändler Wagner war nunmehr ein im DiebSgewerbe gewiegter Ver» brechet geworden- Sein Freund und DiedSgenoff« Koch, ge» nannt„Böttcher Karl", ward bald bei Berübung etneS fchwerm Diebstahls ergriffen, zu einer 14jährigen Zuchthausstrafe ver» uttheilt und nach der Strafanstalt Jauer abgeführt. Jnzwischm hatte aber ein anderer schwerer Verbrecher, der Koch SchtlowSktz, die Strafanstalt Spandau verlassen und stch mit Wagner zm Begehung von Diebstählen verbunden. Wie viele Diebstähle diese deidm ausgeführt haben, konnte niemals festgestellt werden; die Kriminalpolizei nimmt aber an, daß eine große Anzahl damals auS« geführter schwerer Diebstähle, bei welchen den Einbrechem viel Geld und Werthsachen in die Hände steten, von Wagner und Schilowtkv verübt worden find- Endlich im Jahre 1866 wurden Wagner und Schilowsky bei einem Diebstahl tn der Landsbergerstraße ergriffen, und SchilowSky zu zehnjährig«, Wagner zu neunjähriger Zuchthausstrafe veruttheilt. Das würdige Berbrecherpaar kam wiederum znr Verbüßung der Strafen nach Spandau. In der Strafanstalt macht« SchilowSky sehr bald einen verwegenen Fluchtversuch, indem er durch eine Mau«, in welcher ein Loch durchgeschlagen war, auS der Anstalt entschlüpfte, auf der Straße ab« von Militär» Personen angehalten und zurücktraniportitt wurde. Dies« mißglückte Fluchtversuch hielt ab« SchilowSky nicht ab, mit Hilfe seines Freundes Wagn« einen zweiten, in seiner Art einzig dastehenden Fluchtalan zu«nt» werfen, d« euch wirklich gelang. Schilowsky und Wagn« waren in der Anstalt mit Hofardeitm beschäftigt und eines TageS beauftragt, einen Wagen mit Müll und Kehttcht zu be» laden. Außer den beiden waren noch andere Gefangene mit dieser Arbeit beauftragt, die ein Gefangenen-Aufseher über» wachte. Als letzter« auf wenige Minuten stch nach ein« andern Seite deS HofeS begeben hatte, sprang SchilowSky auf den Wagen, legte fich platt nieder und ließ fich von dm an» deren in den Fluchtplan eingeweihten Gefangenen mit Müll bewerfen. Als SchilowSky vermißt und überall gesucht wurde, stand der mit Kehricht beladen« Wagen noch auf dem Hofe der Strafanstalt', Niemand dachte ab« daran, daß unt« dem Müll der Gesuchte verborgen sein könne. Erst als der Wagen die Strafanstalt verlassen und außnhalb d« Fistungimau«« eine einsame Chaussee vasstrte, sprang Schilowsky vom Wagen und entkam. D« Führer des WagenS, ein AtbeUSmann, bekam, als SchilowSky plötzlich auS dem Müll hervorkroch, einen solchen Schreck, daß« auch vom Wagen sprang und die Flucht nahm. Einige Monate spät« wurde Schilowsky wieder ergriffen, nach d« Strafanstalt zurückgebracht und tn Gegmwatt der anderen Sträflinge ausgepeitscht. Im Jahre 1872, als die Straß« anstatt in Spandau aufgelöst wurde, und man die Gefangme* nach anderen Strafanstalten überführte, waren Wagner und sein Freund Schilowsly d«art erlranft, daß ihr Transport nach Sonnenbmg nicht bewerkstelligt werdm konnte. Beide wurdm dah« per Wagen von Spandau aus nach dem hiestgen Zellengeiängniß ttanSlozirt. Schilowsky, d« angeb» lich augenlrank war, setzte eS auch wirklich durch, daß er im August 1872 vor verbüßter Strafe auS der Haft krankheiti« halb« beurlaubt wurde, während Wagner seine ganze Straß» zeit abfitzen mußte. SchilowSky war kaum 4 Wochen auS d« Haft entlassen, als« bei Begehung eines neuen Diebstahls in der Belle-Alliancestraße wieder«griffen und zusätzlich zu dem noch nicht verbüßten Theil seiner früh««» Strafe auf ferner« vier Jahre WS Zuchthaus geschickt wurde. Wagn«, der 1875 seine 9jährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte, ist dann wiederum zweimal mit 5 und 4jährigem Zuchthaus bestraft wordm und hat im ganzen, die Untersuchungshast adg««chnet, 22 Jahr« feines Lrdens im Zuchthause zugebracht. Für seine jüngste That steht dem gefährlichen Verbrech« wiederum ein« Anzahl Jahre Zuchthausstrafe in Ausficht. Von seinem Komplizen Schilowsky haben die Behörden seit Jahren nichts mehr gehört; nach dm Angaben Wagners ist er nach Amerika gegangen; man nimmt aber an, daß dieser Verbrech« unter einem ftemden Namen in irgmd ein« Strafanstalt Strafe absttzt. Belle- Nlltance- Theater. Auch für diese Woche bleibt daS Original- Lustipiel„Amerikanisch" von C. A. Görn« un- unterbrochen auf dem Repertoir, da dasselbe nicht allein in künstl«ischer, sondem auch in pekuniärer Beziehung fich des besten Erfolges zu erfreuen hat. sagte d« Direktor huldvoll, in'» W«k zu setze»? Ich nicht» in dm Weg lege« Sie eine Perle an ihr ge« „Hauptmann von Dürrbeck," stellte fich d« Offizier vor;„Sie haben gewiß von mir gehört?" Um de« Direktor« lorbe«gekrönte Stirn zogen fich düst«« Wolken; leise neigte er sein Haupt und sagte: „Sie sind der Bräutigam von Constanze Blendheim." „All«ding«, Herr Direktor,"«widerte Dürrbeck, jetzt einmal im Zuge,„und d« Zweck meine« Besuche« ist eben, Sie dringmd zu bitten, jme Klausel, die da« besagt« Frän« lein in ihren Konttaft aufgenommen hat, diesmal mit fteundlich« Nachficht zu behandeln. Familienverhältnisse machen es dringend wünschmswerth, daß Fräulein Blend» heim bald die Meine wird." „Und was hindert Sie," „das schon in dieser Woche würde Ihrem Glück wahrlrch «ollen, denn ich««iß, daß «innen." „Sie find sehr freundlich, Herr Direftor." sagte Dürr» beck, doch etwas»«legen, dm»« wußte nicht recht, wie « diesen Ausgleich umgehen soll«,„es ist nur daS einzige Unangenehme bei der Sache, daß— daß meine Familie nicht wünscht— Sie wiffm, ich bin Offizi«, es würde, allm uns««» gesellschaftlichen Rücksichten nach, nrcht gut ausführbar sei», daß meine Frau noch öffentlich auf» °„Da« ist de» Pudel,««»," sagt« der Direktor, die Augenbrauen mit einem eigenen MuStelsprel so hoch hin» aufziehend, daß sie ihm unt« die Papilloten genethen, „ftaffe Voruttheile der sogenannttn haute volse gegen du Kunst und die Künstl«. Oeffmtlich auftrete» nennen Sie da« Sanktuarium der Bühne, d« Brett«, die die Welt bedeuten, d« einzigen Kulturschule uns«« in Verderbniß begriffenen Zeit. Oeffentlich auftreten, als ob es etwa« nutzt» würde, wenn ste ihre gottvolle Stimme im stille« Kämm«l«in, von Niemandem gehört, ertönen ließ« l" „Ab«, best« Herr Direktor..." (Fortsetzung folgt.) Theater. Hinne Königliches Opernhaus. Beute: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Morgen: Der Feenfee.u Königliches Schauspielhaus. Heute: Die Journalisten. Morgen: Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. Heute: Prinz von Homourg. Morgen: Feffeln. Bellealliance- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Beute: Amerikanisch. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Rorgen: Dieselbe Borstellung. has Central- Theater: Befchäfts- Eröffnung. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage ein Cigarren- und Tabak- Geschäft Naunynstraße 51, nahe am Dranienplatz eröffnet habe. Es wird stets mein Bestreben sein, reelle Waare preiswerth am Liger zu halten. 781 Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Seute: Der Walzer König. Achtungsvoll Wassili Schmidt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater: Direttion Anton Anno. Deute: Bum 10. Male: Bum 10. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feloprediger. Morgen: Dieselbe Borstellung. Louisenftädtisches Theater: Heute: Hurrah Germania! Morgen: Dieselbe Vorstellung. un Beute: Der fliegende Holländer. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Beute: Ein weißer Rabe. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Beute: Sulfurina. Vittoria Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alhambra Theater. Deute: Die Gauner von Berlin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Allen Freunden und Bekannten empfehle meine Tabak u. Cigarren- Handlung 783 Herrmann Laske, Kleine Andreasstraße 21, Ede Rrautsstraße. Allen Freunden und Bekannten empfehle meine 3 neuen Regelbahnen im Haideschlößchen, Hasenhaide 9a. 782 Achtungsvoll Hübner, Pächter. Zur geneigten Beachtung. 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Wenn derselbe dem wirthschaftsich- liberalen, politisch aber ziemlich weit rechts stehenden deutsch freifinnigen Kandidaten Dr. Barth recht viele Stimmen wegfangen würde, so könnten wir dies von unserem Standpunkte nur mit Freuden begrüßen. Ganz abgesehen davon, daß dann die Möglichkeit nicht ausgeschloffen ist, daß der Kandidat der Arbeiterpartei in die engere Wahl tommt, wäre es doch erfreulich, wenn bei einer Stichwahl, in welcher die Arbeiterpartei ausfiele, die Anhänger Dieser Partei fieudigen Muthes für einen der beiden übrig gebliebenen Kandidaten stimmen fönnten. Das können fie felbstverständlich nicht, wenn Brinz Handjery und Dr. Barth in die engere Wahl kommen. Für Handjery unter feinen Umständen, für den freiftnnigen" Dr. Barth, wenn die Arbeiter Dann überhaupt stimmen, nur mit schwerem Herzen! Hauptfache aber ist es, daß die Arbeiter gleich im ersten Wahl. gange in Maffen für den Kandidaten der Arbeiterpartei, den Medailleur Krohm stimmen. Das Uebrige wird fich dann finden. Dem Herrn Reichskanzler scheint in Folge der Spende das Heer der Schnorrer arg moleftirt zu haben, da die Nordd. Allg. 8tg." fich veranlagt fiebt, folgende Notiz an hervorragender Stelle mitzutheilen:" In Folge der Nachricht von einer aus den Sammlungen zu dem 70. Geburtstage des Reichstanzlers zu gründenden Stiftung find bereits so viele Gesuche an den Fürsten Bismard eingegangen, daß es schon jest unmöglich geworden ist, dieselben geschäftlich zu be handeln oder auch nur den einzelnen Betenten eine Antwort angehen zu laffen. Bisher ist übrigens eine Stiftung noch gar nicht exiftent geworden. Es steht selbst noch nichts über den Bwed derselben feft. Nur so viel scheint unzweifehaft, daß die gesammelten Gelder nicht zu allgemeiner Milothätigkeit verwendet werden und einer Erleichterung der Armenlasten dienen sollen. Die zahlreichen Gesuchsteller, welche von dieser falschen Bor ausfeßung ausgehen, werden daher auch in Zukunft auf einen Bescheid nicht rechnen dürfen." In Bielefeld scheinen sich unter dem nunmehr aufge hobenen Belagerungszustande recht gemüthliche Bustände ents wideln zu wollen. Die Weftf. 8tg." brachte in der Belt des Belagerungszustandes einen Artikel, welcher die irrthümliche Meinung aussprach, daß das hiesige( Bielefelder) Garnison tommando über die Aufhebung des Belagerungszustandes selbstständig zu entscheiden habe. Darauf erhielt das Blatt folgende Mittheilung vom Garnison Kommando: Der Redaktion verfehlt das Garnison Rommando nicht mitzutheilen, daß der( betr.) Artikel zum Streif" Unrichtig feiten enthält, indem das Garnison- Kommando nicht befugt ist, den vom Staatsministerium verhängten Belagerungszustand aufzuheben. Vermuthungen über das Aufhören des Bes lagerungszustandes, sowie das Begründen dieser Vermuthungen muß das Garnison Rommando als eine unbe rechtigte Kritit seiner Maßnahme auffaffen, falls die Vermuthungen fich später nicht realistren sollten. The das Garnison- Kommando zu schärferen Mitteln greift, um solche Kritiken zu unterdrücken, ersucht dasselbe die Redaktion er gebenst, vor der Ausgabe der Beitung ein Exemplar Derselben auf das Bureau des Bezirks- Kommandos senden zu wollen.' Koeppen M Hierzu bemerkte das gemaßregelte Blatt: Infolge dieser Maßregel find wir während des Belagerungszustandes viel leicht nicht in der Lage, unsere Beitung so pünflich wie früber erscheinen zu lassen und bitten wir um gütige Nachficht. Um uns übrigens nicht schärferen Mitteln auszusezen, werden wir während des Belagerungszustandes über denselben nichts weiter Deröffentlichen." - Die mitbelagerte Bresse fann fich freuen, daß der Be lagerungszustand ein Ende gefunden hat. Ueber den Be lagerungszustand und seine Nothwendigkeit wird im preußischen Abgeordnetenhause noch jedenfalls diskutirt werden. Lokales. Für die Hinterbliebenen der verunglückten Berg leute im Camphausenschacht sind uns ferner zugegangen: Vom Verein Concordia, gef. von Herrn Windig, 4 Mart 75 Pf. Insgesammt bis jest: 84 Mart 55 Pf. Berliner Sonntagsplauderet. R. C. Dahin find die Feste, vorbei die Feiertage, und so trübe wie der Himmel augenblicklich auf uns herab fieht, mag Manchem zu Muthe gewefen fein, der nach froh verlebten Feiertagen fich wieder in die nüchterne, prosaische Tagesarbeit zu stürzen hatte. Was ist geblieben von dem frohen Osterfeste? Nichts als ein ödes Gezänt darüber, wer die Spektakelszenen und ben Radau auf dem Spandauer Bock am Charfreitag an gestiftetet hatte. Auf der einen Seite schreit man: Bidenbach und die Antisemiten waren es, von ber anberen wird dagegen ges getert: Nein, Ihr Anderen habt das wüste Treiben durch bie frivolen Artikel in Eurer Presse systematisch groß gezogen! Wer hat nun Recht? Wer hat Unrecht? Es gehört mindestens salomonische Weisheit dazu, um hier das Richtige zu treffen, jebenfalls war der Nadau da, und wenn Reiner mehr helfen kann, dann soll es die Polizei thun. Nun, uns fann es recht sein, denn Arbeiter- doch halt, da wir hätten beinahe etwas Schönes angerichtet. Fast hätten wir nämlich behauptet, es wären Arbeiter wohl schwer lich bei den Exceffen betheiligt gewesen, aber das trifft nicht zu, benn der größte Bürger Berlins hatte da draußen am Charfreitag einige Spandauer Freunde, die dem Arbeiterstande" an gehörten, um sich versammelt, um beim Bockbier und unter bem Gejohle des betrunkenen gebildeten Böbels zu fanne gießern und nachzudenken über die Lösung der sozialen Frage. Und konnte man sich hierzu einen passenderen Drt, eine paffendere Zeit auswählen? Schwerlich, noch in späteren Seiten werden unfere Rinder und Rindestinber ben Ruhm des Mannes verkünden, der sich nicht scheute, mit seinen Freunden aus dem Arbeiterstande" menschliches Elend an seiner Urquelle aufzusuchen und zu ftudiren, nur hier konnte er und seine Freunde fehen, zu welchen Un| Sonntag, den 12. April 1885. Dem Magiftrat find dreizehn Aquarellen non Berliner Ansichten( ältere Grundstücke und Waffer partien) von ange meffener Ausführung und historischer Bedeutung angeboten. Unter den Aquarellen find Anfichten des Bullenwinkel, der Herkulesbrücke, des Hofs am Krögel, der Schloßfreiheit von der Spreefeite, eine Partie des Grünen Grabens, mehrere Partien des Monbijougartens und des Schiffbauerdammes. a. Die gemeinschaftliche Kommission der Aerzte und Apotheker, die fich hier im vergangenen Monat aus 24 Dele girten der 8 ärztlichen Bezirksvereine und 8 Delegirten des Apothekervereins tonstituirt hat, behufs wirksamer Bekämpfung des Geheimmittelschwindels, hat nunmehr ihre Berathungen begonnen. Von Einigen murde die Anficht ausgesprochen, daß nur auf dem Wege der Gesetzgebung, vielleicht auch durch Er bebung einer Steuer für Geheimmittel Remebur geschaffen werden könne; Andere dagegen versprachen sich schon davon einen Erfolg, daß auf das Publikum belehrend eingewirkt würde. Die Kommission einigte sich schließlich dahin, eine Betition an an das Kal. Polizeipräsidium zu richten, daß diese Behörde belehrende Abhandlungen in den politischen Tagesblättern veröffentliche, wie dies beispielsweise in Frankfurt a. M., Karlsruhe und in anderen Städten geschehe. Es wurde eine Subtommiffion mit der Ausarbeitung diefer Petition betraut, sowie eine zweite Subkommission gewählt, welche für eine der folgenden Sigungen Vorschläge machen soll, in welcher Weise weiter gegen den Geheimmittelschwindel vorgegangen werden lönne. " Die Reifeprüfungen an den hiesigen Gymnaften und Dber Realschulen zu Ostern d. J. haben, nach einer Bus fammenstellung der Nordd. Allg. 8tg." folgendes Gesammt resultat ergeben: Auf den vollständigen 14 Gymnaften traten während der schriftlichen Arbeiten 17 Oberprimaner auf den Rath der betreffenden Lehrer von der weiteren Prüfung zurück. In die mündliche Prüfung traten 155 Eraminanden ein, von Denen 150 das Beugniß der Reife erlangten. Außerdem wur den 8 sogenannte Wilde" geprüft, von denen 4 Die Prüfung bestanden. Auf dem föniglichen Luisen- Gymnafium bat teine Abiturienten- Prüfung stattgefunden- An den 7 Realgym naften traten zwei Dberprimaner während der schriftlichen Arbeiten zurüd. In die mündliche Prüfung traten 43 Examinan den ein, welche dieselbe auch bestanden. Auch ein Wilder" nahm an der Prüfung Theil und erhielt gleichfaüs das Reifezeugniß. Die beiden Ober- Realschulen hatten im Ganzen nur drei Abiturienten, welche auch für reif erklärt wurden. Jm Ganzen fonnten demnach 200 Maturitätszeugnisse an den biefigen höheren Lehranstalten vertheilt werden, eine Bahl, welche bis jetzt noch nicht erreicht worden ist. Die meisten Beugniffe, nämlich 25, fonnte das fönigliche Friedrich- WilhelmsGymnaftum ertheilen, eine Bahl, die ebenfalls einzig dasteht. Ueberhaupt ift die Frequenz unserer Gymnaften im steten Steigen geblieben. Bu Ostern vorigen Jahres wurden 179, Dftern 1883 nur 154 Reisezeugnisse an die betreffenden Ober Brimaner ertheilt g. Von einem berufsmäßigen Weder, der vor Kurzem feine irdische Laufbahn in der französischen Hauptstadt beschloß, erzählten dieser Tage die Zeitungen. Der Mann soll sein Leben dadurch gefristet haben, daß er in früher Morgenstunde seine Kunden aus dem Schlafe rüttelte, damit sie zu gehöriger Beit an ihren Geschäften und Arbeitsstellen sein konnten. Doch warum in die Ferne schweifen, wo wir doch ebenso gut auch unsere Wecker unter uns haben. Da ist z. B. in erster Linie die Beitung zu nennen! Die Presse ruft nicht allein dem Geifte ein Wache auf!" zu, fte weckt auch allmorgentlich in vielen Fällen die Leute aus dem förperlichen Schlaf. Viele Beitungsabonnenten bestellten bei den Spediteuren die Beitung zu einer ganz bestimmten frühen Morgenstunde, und zwar dies lediglich zu dem Zwecke, um nicht der Gefahr des Verschlafens" ausgesezt zu sein. Die Beitung selbst wird erst Mittags gelesen, aber fie muß früh gebracht werden, um als Wecker" zu dienen. Eine andere Spezialität im Weckeramte ist der Bäderjunge, der das Frühstück bringt und er ist der Beitungsfrau insofern vorzuziehen, als die Gewedten bei seinem Klingeln und Klopfen viel schneller aus den Federn springen, Denn hier liegt neben der Gefahr des Verschlafens in vielen Häusern auch eine andere Gefahr nahe. Der Bäckerjunge hat zum Warten ebensowenig Zeit, wie die Beitungsfiau. Die Beitungsfrau tann aber die Beitung durch eine Thürrige steden, das kann der Bäckerjunge mit seinen Backwaaren nicht Er bängt den Beutel mit den fitfchen Semmeln auf den Thür brücker und dort darf er nicht allzulange hängen bleiben, wenn " Unfinnigkeiten und Ausschreitungen sich bas menschliche Herz hinreißen läßt, wenn es bem Elend verfällt, und namentlich, wenn dieses Elend das sogenannte grau e ist; Und einen solchen Mann wagt man berabzusehen? Ausgestorben und erloschen ist jebe Spur von Dankbarkeit auf dieser sündigen Welt, mit schnödem Undant belohnt man heute die Männer, die noch ein Herz für das Wohl ihres Boltes haben! Ein Ehrenpokal follte dem großen Bürger Pidenbach für seine Leistungen geftiftet werden, wenn es noch Recht und Gerechtigkeit in diesem irdischen Jammers thal gäbe, dreißig weißgekleidete Ehrenbiersprigen sollten ihm denselben überreichen, und auf dem Spandauer Bod sollte man ihm für alle fünftigen Charfreitagsstandale einen Ehrenstammsiz sichern. und das alljährliche Radau- Mufit forps hätte ihn schon am ersten Feiertage zu seinem Ehren dirigenten ernennen müssen. So ehrt man Leute, die sich um Staat und Gesellschaft verdient machen, und wenn man sonst noch etwas hätte thun wollen, so könnte man vor läufig eine Sammlung veranstalten, zu einem Denkmal für den größten Sohn Berlins. Natürlich müßte eigentlich auch der Arbeiter" in ent sprechender Weise gedacht werden, die es nicht für unter ihrer Würde halten, Herrn Pickenbach in seinem löblichen Treiben nach Kräften zu unterstüßen. Heut zu Tage allerdings dient der Arbeiter als Parade stück für Jedermann, der durchaus nichts befferes mit seiner Beit anzufangen weiß, als Staat und Gesellschaft zu retten. Für den Arbeiter", für den armen, den fleinen Mann" " -das ist die Parole, die sich wie ein rother Faden durch unsere ganze Beitgeschichte zieht. Und es scheint immer noch auch unter den Arbeitern Leute zu geben, die auf ben Lodruf ihrer falschen Freunde hören. Sie werden es ja mit der Beit erkennen, wem fie fich anvertraut haben. Es müffen freilich ganz wunderbare Arbeiter sein die heute noch von Leuten vom Schlage des Stadtver ord neten Herrn Pidenbach Besserung ihrer Lage erwarten. Aber es ist eine bringende Nothwendigkeit, daß ein BoltsII. Jabrgang ihn der Frühstücksmarder" nicht miten und me bolen foll und deshalb eben stehen Diejenigen, welche vom Bäckerjungen geweckt werden, immer sofort auf, wenn er seine Anwesenbeit Durch die Thürklingel oder durch den Absaß seines Pantoffels fundgegeben bat. Es giebt noch einige andere Spezies von Weckern, doch wollen wir uns heute auf die beiden oben an geführten beschränken. Der Netlameschnorrer. Neben den vielen naiven und ehrlichen Huldigungsbezeigungen, die dem Fürsten Bismarc bei seinem Jubiläum zugingen, matte fich in aufdringlicher Weise auch die ungezählte Schaar profeffionsmäßiger, Reklame Schnorrer" mit allen Kräften bemerklich, welche sich die Gelegen helt nicht entgehen ließen, da ste einen Refus nicht zu befürchten hatten, irgend einen alten Laden hüter auf dem Altar des Nationaldantes niederzulegen; und wenn auch im Palais des Reichetanglers Neigung dazu bestanden, so wäre es doch rein unmöglich gewesen, die Doations- Gedichte und Wünsche ac. darauf zu untersuchen, ob fte aufrichtig dem Verdienste um das Vaterland gegolten oder ob fte nur nach der Specielte der Bublizität gezielt haben. Unter die legtere Rubrif, um nur ein Exempel herauszugreifen, schreibt die ,, Volks.8tg.", zählt. gewiß die Huldigung des minderwerthigen Dichters" Dr. C. Beyer aus Pommersfelden, in Stuttgart lebend, der jegt in den Beitungen von der besonders ehrenden Aufnahme seiner ,, Dichtprobe" posaunt oder posaunen läßt, nachdem er sonst vers geblich auf alle möglichen und unmöglichen Aten sich an die Redaktionen heranzuschlängeln versucht hat. Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen," sagt ein from mer Spruch, und in der That, was liegt z. B. einem gottes fürchtigen und dreisten Wurmfamenhändler oder Versmacher näher, als daß er eine kleine Dofts wohlverpackt nach Berlin schickt und dafür sorgt, daß seine That publik wird? Er zieht Davon mehrfachen Nußen: 1) er ist das Zeug los, 2) er ist ein opferwilliger Patriot, 3) wird er in den Beitungen genannt, und 4) was nicht das geringste ist: erspart er die unangenehmen Insertionstoften. " Das erste Gewitter in diesem Jahre entlud fich am Donnerstag Abend in südöstlicher Richtung von Berlin zwischen 9 und 10 Uhr mit beftigem Blig und schwächeren Donnerschlägen und mit wolkenbruchartigem Regen. In Friedrichsfelde, Rummelsburg und im Südosten Berlins waren nur vereinzelte Donnerschläge hörbar, während der Blig unauf börlich den Horizont beleuchtete. Herrliche Aussichten für die geplagten Droschkengäule! Der durch die Erfindung des Natrondampfteffels bekannte Herr Honigmann in Grevenbrück bei Aachen hat nun auch eine Dampforoschke tonstruirt, bei welcher die Abdampf- Vorrichtung derart mit dem Dampfentwickler verbunden ist, daß die ver dünnte Natronlösung im Natrondampflefsel selbst eingedampft werden kann. Ehe man mit der Dnoschke fahren will, wird durch eine unten angebrachte Feuerung die verdünnte Natronlösung so lange eingedampft, bis das Sicherheitsventil des Dampfteffels bei 8 Atmosphären abbläst. Wird nun durch den Injektor noch so viel Waffer eingespeist, daß der normale Ar bettsbrud von 4 Atmosphären erreicht ist, so fann die Droschke 20-30 km zurücklegen und wird alsdann der Druck immer noch 4 Atmosphären betragen, während im Natrontefel ein Gegendruck von etwa 1 Atmosphäre entstanden sein wird. Uebrigens wird dieser tombinirte Reffel auch für Kriegs. schiffe, besonders Torpedo- Böte, bei welchen auf eine große Geschwindigkeit und zeitweise Rauchlosigkeit Werth gelegt werden muß, von Vortheil sein. Auf Schiffen fann derselbe nämlich so betrieben werden, daß die verdünnte Natronlösung bei geschlossenem Natronteffel und einem Ueberdrud von 2-3 Atmosphären abgedampft wird. Der beim Eindampfen entwidelte Dampf wird, wie die ,, Sttsbgr.- 8tg." zu melden weiß, in diesem Falle zum Betriebe der Schiffsmaschine benutt. Soll nun plöglich mit starkem Druck gearbeitet werden, so wird Waffer in den bis dahin leeren Wasserkessel eingepumpt. Es bildet sich sofort Dampf von hoher Spannung, während die Spannung im Natronteffel durch Abkühlung deffelben fast ver schwindet. Nunmehr tann die Maschine mit Hochdruck und feuerlos arbeiten, indem der Exhauftdampf in das Natron geführt wird. Ueber die standalösen Auftritte, welche am lesten Charfreitag auf dem Spandauer Bock fich abgespielt haben, sprechen die öffentlichen Blätter aller Richtungen mit Recht ihre volle Entrüstung aus. Die Nordd. Allg. 8tg." schreibt anscheinend offtistös hierzu:" Fragt man, wie solchen Vorkommniffen für die Folge vorgebeugt werden kann, so wird mann heute in seiner Suite auch wirkliche, lebendige Arbeiter aufzuweisen hat, ohne diese würde ihm ein be denkliches Stüd an seiner Popularität, an seinem Nimbus fehlen, und findet man in Berlin keinen Bruder Arbeiter mit der schwieligen Faust", nun, so verschreibt man sich ein paar Exemplare aus Spandau, denn Arbeiter müssen sein, gleichgiltig, woher fie fommen, und besprechen muß man fich mit ihnen auch, egal, ob das am Charfreitag auf dem Spandauer Bock geschieht,- ein wahrer Boltsbeglüder opfert sich eben auf für seine Freunde! So haben die Dẞtergloden mit einem Mißton aus gellungen, es hat aber die ganze Affaire hinlänglich gezeigt, weß' Geistes Rinder die Herren sind, die vornehmlich um die Arbeitergunst buhlen. Wir wollen ihnen ihr findliches Vergnügen laffen und ihnen in ihren Reformbestrebungen durchaus nicht hinderlich fein, wünschenswerth wäre es jedoch, wenn sie bei sich selbst zuerst zu reformiren anfingen. Projektirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 12. bis 19. April 1885. Jm Opernhause. Sonntag, den 12.: Tannhäuser( Herr Niemann); Montag den 13.: Der Feenfee; Dienstag den 14.: Don Juan; Mittwoch den 15., auf Begehren: Rienzi( Herr Niemann); Donnerstag den 16.: Der Trompeter von Säffingen; Freitag den 17., neu ein studirt: Norma; Sonnabend den 18.: Carmen( Fr. Minnie 3m Schauspielhause. Sonntag den 12.: Die Jour Haud a. G); Sonntag den 19.: Die Walküre( Herr Niemann). nalisten; Montag den 13.: Der Kaufmann von Benedig; Dienstag den 14.: Tartüffe, Caftor und Vollur; Mittwoch den 15. Die Räuber; Donnerstag den 16.: Magnetische Kuren; Freitag den 17.: Ein Sommernachtstraum; Sonnabend den 18. Der Mohr des Baren; Sonntag den 19.: Viel Lärmen um Nichts. Im Deutschen Theater wird heute, Sonntag, Bring Friedrich von Homburg" gegeben. Morgen, Montag, geht Das Lustspiel Feffeln" von Scribe neu in Szene. Außer den Wiederholungen dieser beiden Stücke bringt das Repertoire dieser Woche noch Aufführungen von„ Romeo und Julia" und ,, Der Weg zum Herzen". man die Verantwortung für dieselben in erster Linie den be treffenden Witthen zuschieben müssen, denen es obliegt, Vorforge zu treffen, daß ihre Lokale nicht zu derartigen Dingen gemißbraucht werden. Wenn demnächst auch an die Behörden Das Verlangen gestellt wird, gegen solche Erzeffe einzuschreiten, so darf man nicht übersehen, daß die Polizei, soweit es sich um präventive Maßregeln handelt, nach Lage der hierfür maß gebenden gefeßlichen Bestimmungen und nach der thatsächlichen Entwidelung der Verhältnisse an enge Grenzen gebunden ist. Indeffen ist, wie wir hören, von der Bentralinstanz an die be theiligten Behörden die Anregung ergangen, au erwägen, mit welchen Maßregeln in 3ufunft solchen Ausschreitungen mit Erfolg wird entgegen getreten werden können. Ein Schwindel, zu dem ein gewiffes Anlagekapital gehört, der aber ohne besonderes Riftto in Szene au segen ist, bat in zwet dem ,, B." bekannt gewordenen und wahrschein lich in noch anderen Fällen hiesige Geschäftsleute geschädigt. Gestern Mittag trat ein elegant aussehender Herr von etwa 35 Jahren, ziemlich start, von sehr gesunder Gefichtsfarbe, tothem Schnurr und furzgeschorenem vollen Rinnbart und etwas dunflerem Haar in den Laden eines Kammmachers in der Spandauerstraße und laufte ein Ohrenschwämmchen zum Preise von 25 Pfennig. Als Bahlung legte er ein Goldftüd auf den Tisch, das der Geschäftsmann nach flüchtiger Prüfung für ein 20- Markstück bielt und auf das er dem Kunden 19 M. 75 Pf. zurüdgab. Während des Wechſelns unterhielt fich der gut gekleidete Einkäufer in jovialster Weise mit dem Ladeninhaber, flagte über das schreckliche Wetter, zählte dann das Geld sorgfältig nach und empfabl fich in eleganter Manier. Kurze 3 it darnach besab der Verkäufer seinen Schaden. Das Goldstück war fein 20 Mart, sondern ein 20 Franksstück ge wesen. Daß hier nicht Bufall, sondern Abficht im Spiele ift, erfuhr der um vier Mart geschädigte Geschäftsmann noch im Laufe des gestrigen Tages aus der Erzählung eines Geschäftsgenoffen aus der Alexanderstraße. Auch diesen hatte der ele gante und joviale Stunde beehrt, ihm ein Taschenlämmchen für 35 Pfennig abgekauft, ebenfalls ein 3wanzigfrankſtück an Stelle eines 3wanzigmarkstüdes in Bahlung gegeben und während des Wechseins ein Gespräch über die Stadtbahn an getnüpft. Beide Geschäftsleute waren gleichmäßig auf den Schwindel hineingefallen. Da der feine Kunde sein gefahr Loses und dabet doch recht einträgliches Experiment wahrschein lich wiederholen dürfte, so sei hiermit vor dem Betrüger gewarnt. a. Wegen Kautionsschwindeleien ist der Agent Löffler, ein wegen Betruges, Urkundenfälschung und Banker utts mehrfach voi bestrafter Mensch, gestern zur haft gebracht worden. Löffler hat seine Schwindeleien theils unter seinem richtigen Er Namen, theils unter dem Namen Steinemann verübt. engagirte für sein angebliches Waaren- Geschäft, unter dem Vorgeben, Stettiner Geschäfte hier zu vertreten, Raffenboten, welche Kautionen von je 300 m. stellen mußten. Diese Kau tionen verwendete Löffler in feinem Nugen, und er entließ gleich nach dem Engagement wieder die Boten, da er thatsäch lich gar fein Geschäft betrieb und diese nicht beschäftigen fonnte. Die traurige Katastrophe des Lieutenants S., welcher durch einen unglücklichen Sprung von der Pferdebahn sein Leben eingebügt hat, ist auch bei Gelegenheit des Chi rurgen Kongreffes von einigen Theilnehmern deffelben privatim besprochen worden. Der Vosftschen Zeitung wird dazu ge schrieben, daß man die Frage aufwarf, ob denn die Verlegung an fich eine absolut tödtliche war, oder ob anderweitige hinzu getretene Momente an dem Berlaufe betheiligt gewesen seien. Das legtere murde bejaht und zwar, weil der Berunglückte mittels Droschte nach seiner Wohnung und dann erst nach dem Lazareth geschafft wurde. Der Transport eines Verwuns beten mit Knochenbruch an den unteren Extremitäten, nament lich am Oberschertel, in einer Drofcole ist der allerschlechtefte. Ein rationelles Verfahren wäre es gewesen, den Verletzten in nächster Nähe der Unglüdsßätte ruhig zu lagern und schleu nigft einen Arzt zu rufen, inzwischen aber eine Krankentrage zu beschaffen oder doch einen Krankentransportwagen, was auf telegraphischem Wege vom nächstgelegenen Polizeibureau aus geschehen fonnte. Lazarethgehilfen, Krankenträger werden auf das Sorgfältigfte inftruirt, um im Felde verwundeten Soldaten Die erste zw: dmäßigste pilfe angedeihen zu laffen: die Sama riterschulen haben viele tausend Männer mit dieser Hilfeleistung veriraut gemacht und trotzdem mußte bier in der großen Stadt, Die gerade eine Menge von einschlägigen Hilfsmitteln bietet, ber Berunglückte eine Behandlung erfahren, die zweifellos den Verlauf der Kranth: it böchst nachtheilig beeinflußt hat. a. Verhaftet. Der hierselbst in der Schwerinstraße wohnende Kaufmann S. ist gestern unter dem dringenden Verdacht der Wechselfälschung verhaftet worden. S. hatte vor mehreren Tagen bei dem Röntgstädtischen Kreditverein einen bei ihm Domizilirten Wechsel über 743 M., akseptint von einem Kauf mann G. in Viegnig, zu bisfontiren versucht. Der Kafftrer bes Vereins nahm den Wechsel an fich und versprach, nach einigen Tagen, nach erfolgter Erkundigung über die Bonität bes afgeplanten und der übrigen auf dem Wechsel befindlichen Verpflichteten, im günftigen Falle den Wechsel zu diskontiren. Der Verein sandte hierauf den Wechsel an den Liegnizer Kredit Verein, deffen Vorft her zufällig bald nach dem Empfang des Wechsels mit dem darauf angegebenen Akzeptanten G. auf der Straße zusammentraf und diesem erzählte, einen von ihm aljeptirten Wechiel erhalten zu haben. G., welchen es befrem. dete, daß sein Afzept in Berlin furfirte, ließ fio den Wechsel Dorlegen, und er erfab sofort, daß seine Unterschrift gefälscht war; auch woren ihm die forftigen auf dem Wechsel vermert ten Personen nicht befannt. Auf seine an die Berliner Bolizei brbörde gemachte Anzeige, ftellte diese fofort Nachforschungen nach dem Fälscher an. Der gefälschte Wechsel selst war ins zwischen wieder na Berlin an ben hiesigen Krebitoerein zurückgekommen, und von diesem wurde der Wechsel als falsch dem Kaufmann E. zurüdg stellt. Wenige Stunden später wurde bei S. eine polizeiliche Haussuchung abgehalten und der gefälschte Wechsel bei diesem vorgefunden. S., welcher be fireitet, die Fälschung feluft vorgenommen zu haben, denjenigen aber zu nennen verweigert, von welchem er angeblich den Wechsel e halten hätte, ist zur Untersuchungshaft nach Moabit gebracht worden. N. Ein 17jähriger Selbstmörder. Im Landwehrkanal, und zwar vor dem Grundstück Lügomer Ufer 24, wurde gestern Nachmittag die Leiche eines sirfa 17 jährigen halbüchstgen Burschen angeschwemmt und von Schiffern ans Land gezogen. Bei der Liche, die nach der vorgeschrittenen Verwesung zu urtheilen sa on längere Zeit im Waffer gelegen haben mußte, wurden mehrere Lgitimations- Bapiere vorgefunden, aus denen hervorzug hen scheint, daß die Le che bie eines Arbeiters Franz Wieland, bisher Maaßenftraße 37 wohnhaft, ift. W., der schon seit längerer Beit von seinen Angehörigen vermigt wird, soll vor seiner Entfernung wiederholt davon gesprochen haben, sich das Leben nehmen wollen. bes Gegen den eines Sittlichkeitsverbrechens schuldigten Gerta tsattuar 2., welcher vor mehreren Wochen Deshalb vabafiet, einige Tage später aber aus der Haft wieder entlassen worden war, ist nunmehr das Verfahren vollständig eingestellt norden, nachdem der Angeschuldigte nach dem Gutachten bes Geheimen Vedizinalraths Profeffor Dr. Liman für unzurechnungsfäbtg ertätt worden ist. a Die neue Welt in der Hafenhaide eröffnet ihre diesjährige Sommerfation am Sonntag, den 12. d. mit großem Militär- Konzert unter Leitung des Herrn Selchow und Volksbeluftigunjen manigfachster Art. Von den vielen höchst vor theilhaften Umänderungen ist besonders die von Slemens und Halste hergente lte elektrische Eleuchtung, die dies Etablissement mit seinen Grotten, Fontainen u. f. w. bei eintretender Dunkels beit wahrhaft feenhaft erleuchten wird. Beim Eintritt wärmerer Witterung wird der rühmlichst bekannte Lufischiffer Herr Richard Opig eine Reihe von Auffahrten von hier aus unter nehmen. Außerdem trifft die Direktion schon jest umfang, reiche Vorbereitungen für die in ihrer Art einzigen Donnerstag Feuerwerke, so daß die neue Welt bei der jeẞt so bequemen Verbindung vermittelst zweier Pferdebahnen, ein Anziehungs punkt ersten Ranges zu werden verspricht. Gerichts- Zeitung. legtere natürlich vom Fabrikherrn, sonst beachten sie ihn nicht. Für die den jugendlichen Arbeitern dieser Art gegenüber be gangenen Uebertretungen der Gefeße ist er aber froßdem allein verantwortlich. Dies befagt folgende gerichtliche Entscheidung: Daß in Fabriten von größerem Geschäftsbetriebe nur derjenige, in deffen Hand die Leitung der Fabrit in ihrer Gesammtheit liegt, als Arbeitgeber betrachtet werden kann, liegt klar im Sinne der Gewerbeordnung. Gerade die Bestimmungen über Die Beschäftigung von Kindern und minderjährigen Arbeiten, welche eine genaue Regulirung der Arbeitszeiten und der zwischen solchen einzuhaltenden Bausen und ähnliche Vors bachtung und Einhaltung nur von Seiten desjenigen bewirkt werden kann, welchem die Gesammtleitung der ganzen Fabrik zufteht, teinenfalls aber von Seiten eines einzelnen Arbeiters. Denn mag diesem auch gestattet sein, sich einen Gehilfen für gewiffe Handleistungen selbstständig zu wählen und seinerseits auszulohnen, so ist er doch niemals in der Lage, deffen Arbeitszeit, von der oft der Fortgang seiner eigenen Thätigkeit abhängig wird, eigenmächtig und selbstständig zu regeln; vielmehr fann dies nur in der Weise geschehen, daß bei Regelung des gesammten Fabritbetriebes und der Anord nung der Arbeit wie ihrer Beit und Reihenfolge darauf Rüd ficht genommen wird, wann und wie lange auch die jugend lichen Arbeiter zur Verfügung stehen, was selbstverständlich nur vom Leiter des Ganzen, dem Fabrikherrn, oder einem Stellvertreter deffelben in der Geschäftsleitung angeordnet werden tann. Keinenfalls tann fich der Fabrikherr dadurch, daß er einzelnen Arbeitern bezüglich der Annahme von Hilfs, arbeitern gewiffe Befugnisse einräumt, welche an fich ihm jus fiehen würden, der im Geseze begründeten Verpflichtung ent ziehen, die Beobachtung der für Geschäftsbetriebe in Fabriken gegebenen polizeilichen Vorschriften zu fichern, die zu diesem Bwed erforderlichen Maßregeln zu treffen und fich über deren Einhaltung jederzeit Kenntniß zu verschaffen. -y. Ein Roman aus dem Leben. Im Monate Fe- schriften anordnen, laffen unzweifelhaft erkennen, daß ihre Beos bruar des vorigen Jahres befand sich unter den Fremden, welche in großer Anzahl Venedig besuchten, auch die Gattin eines reichen Berliner Kaufmanns. Frau R. sag eines Abends in Begleitung ihrer Gesellschafterin in einem der dortigen Ronzertjäle und hier begann das erfte Kapitel eines Romans, welcher schließlich im Kriminalgebäude zu Moabit seinen etwas tragischen Abschluß finden sollte. Der Zenorist, welcher die Buhörer durch eine schmelzende Stimme und einen seelenvollen Vortrag hinriß, gewann auch die Bewunderung der Frau N. und zwar in dem Grade, daß fie, sämmtliche Rücksichten außer Acht laffend, zu dem hübschen gluthäugigen jungen Künstler in nähere Beziehungen zu treten beschloß. Am folgenden Tage erhielt derselbe von der Dame eine Einladung zu einem Be suche in ihrer Privatwohnung und Enrico Gargiulo, so hieß der Sänger, zögerte nicht, dem Rufe zu folgen. Seine Gönnerin machte ihm den Vorschlag, das Auftreten in öffentlichen Konzerten aufzugeben und nur mit ihr und für fte zu leben und da sie reich, er aber arm war, so bot fte ihm vor läufig eine monatliche Gage von 200 m., wofür er die Ver pflichtung übernahm, ihr Unterricht im Gefang und Mandolinen spiel zu ertheilen. Enrico besann sich nicht lange, mit ungebeucheltem Entzüden nahm er den Vorschlag an und von Stund an begann für ihn eine töftliche Beit. Das Liebespaar nahm zunächst längeren Aufenthalt in Nizza, besuchte dann Brescia, Genua und Mailand und mit dem Frühjahre zogen fie über die Alpen, gingen nach München und von da nach Frankfurt a. M. Inzwischen hatte Frau R ihrem Batten mitgetheilt, daß fie ohne den Sänger nicht leben fönne und deshalb ihre Ehe gelöst zu sehen wünsche. Dieser hatte hiergegen unter den obwaltenden Umständen auch nichts ein. zuwenden und es wurden die ersten Schritte zur Ehescheidung gethan. Aber dieselben find wieder rückgängig gemacht worden, Denn inzwischen mar die neue Leidenschaft der Frau R. ver raucht und sie suchte fich ihres jest unbequemen Liebhabers zu entledigen. Dies war aber, wie fte erfahren sollte, eine un gleich schwerere Aufgabe, als die, ihn zu feffeln, der liebe glühende Jtaliener machte ihr ob der bevorstehenden Trennung Die entseglichsten und aufregendsten Szenen und drohte nicht nur, den ihm im Wege stehenden Gatten, der seine reuige Ehehälfte zu Gnaden wieder angenommen, zu erschießen, sondern auch, sich selbst vor den Augen der Geliebten zu vergiften. Ein Geichent von 3000 M., welches ihm von der Frau R. angeboten wurde, verfehlte aber eine beruhigende Wirkung nicht, es gelang derselben endlich, sich von dem stürmischen Liebhaber zu befreien. Dieser bemühte fich zunächst, die 3000 Mart durchzubringen und durch ein loderes Leben seinen Liebesgram zu beherrschen und nachdem ihm Beides gelungen, saß er in einem Münchener Hotel auf dem Trockenen. In feiner Nothlage verfiel er nun auf die Joee, seine Liebesaffaire mit der Frau R. für fich zu fruftifiziren und mit Hilfe des Portiers Michael Schneider, dem er fich anvertraute, feste er einen Erpressungsversuch in Szene, der für Beide verhängnißvolle Folgen haben soute. Da Gargi lo des Deutschen un fundig, diftirte er dem Schneider einen französischen Brief, den der Lettere sodann ins Deutsche übersezte. Dies Schreiben wurde an den Gaiten der Frau R. gerichtet und enthielt das fategorische Verlangen, dem Verfasser sofort 10 000 Mart zu übersenden, widrigenfalls der Liebeshandel seiner Gattin mit allen Details sofort durch die öffentlichen Blätter bekannt ge geben werden würde. Her R. ging anscheinend auf die Forderung ein antwortete dem Gargiulo, daß er sich das Geld persönlich in Berlin holen solle. Der Lettere ging in die Falle und brachte sogar seinen Helfersbelfer, den Portier mit. Als die Beiden an einem Auguft- Abende des vor. J. in der Friedrichstraße ein trafen, wurde Gargiulo sofort von zwei Kriminalbeamten in Empfang genommen, seinem Begleiter gelang es indeffen, im Gedränge zu entkommen. Bargiulo trug einen Revoiver bet fich und wurde ihm deshalb außer wegen der versuchten Erpreffung noch wegen verbotenen Waffentragens der Prozeß ge macht. Die gestrige Verhandlung in dieser Sache vor der zweiten Straffammer des Landgerichts fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt, da dieselbe fich fast durchweg auf dem Boden der chronique scandaleuse bewegte. Der Angeklagte Gargiulo wurde zu 9 Monaten Gefängniß und der Mitange Gargiulo wurde zu 9 Monaten Gefängniß und der Mitange flagte Schneider Au sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. und " P. Wegen Majestätsbeleidigung angeklagt erschien der in der Hornemann'schen Bronze waaren Fabrit beschäftigte Schleifermeister Herrmann Jacobs gestern vor den Schranken der Sirafkammer des Landgerichts. Im Verlauf der Verhand lung ward ersichtlich, daß mit der Denunziation gegen Jacobs wie dies ja leiber häufig der Fall ein ganz frivoler Rache Akt beabsichtigt war. Der Denunziant, ein früher in Der obengenannten Fabrik beschäftigt gewesener Schlosser Na mens Hermann Richter- 3. 8 in Rigdorf wohnhafthatte nach seiner Entlassung gegen den Angeklagten einen bitteren Groll gefaßt und wie die Beweisaufnahme ergab, lediglich aus niederer Rachsuct die ganze Denun ziation aus dem Nichts erstehen lassen. Unmittelbar nam seiner Entlassung war Richter in dem hierselbst Gitschinerstraße belegenen Sazkorn'schen Schantlofale mit einigen ehemaligen Kollegen zusammengetroffen und hatte bort geäußert, daß er sich an dem 2c. Jacobs rächen wolle; er fragte einen der Kollegen, ob derselbe nichts wife, wie man ben Jakobs hineinfegen fönne und ertiärte, ale ihm ein allge meines bedeutsames Schütteln des Kopf: s als Antwort zutheil geworden ,,, er, Richter, molle schon etwas erfinden um den Jacobs bineinzulegen, derselbe solle ein halbes Jahr nach Blögensee, damit er seine Meisterschaft verliere und dann, nach dem er 6 Monate abgebrummt, solle er wieder als Giselle ars beiten wie jeder Andere." Richter ließ seinen Worten die That folgen und denunzirte den Jacobs, indem er sich auf mehrere Beugen darüber berief. daß Jacobs angeblich Frühjahr durch ehrenrührige Aeußerungen die Person des Landesherrn fich der Majestäts- Beleidt gung schuldig gemacht. Im gestrigen Audienz Termin vermochten jedoch die von dem Denunzianten laudirten Be lafiungszeugen nichts derartiges zu befunden, dagegen be im 0 Breslau, 9. April. Der Bigarrenmacher Windthoift, welcher vor einigen Jahren auf Grund des Sozialistengejeges aus Berlin ausgewiesen wurde, tam vor ungefähr zwei Jahren hierher, errichtete ein Cigarrengeschäft, wurde Anfangs April v. J. in Untersuchungshaft genommen und später zu fieben Mo naten Gefängniß wegen Uebertretung des Sozialistengefeges ver urtheilt. Im Ganzen. war W. elf Monate im Gefängniß. Nach feiner vor furzer Beit erfolgten Entlaffung arbeitete W. hier wieder als Cigarrenmacher und war eben dabei, fich wieder ein fleines Geschäft zu errichten, als er plöglich vom Polizei resp. Regierungspräftdium die schriftliche Ordre bekam, binnen 24 Stun ben, bei Vermeidung der zwangsweisen Abschiebung, das Ges biet des Stadt- und Landkreises Breslau zu verlaffen. Die Aus weisung stüßt fich auf das Gesetz vom 1. November 1867 ( Freizügigkeitsgefeß), und auf das Gesetz über die Aufnahme neu anziehender Personen vom 31. Dezember 1842. Jm Freis zügigkeitsgefeß ist allerding die Bestimmung enthalten, daß die Befugniffe der Polizei resp. die Landesgefeße in Geltung bleiben, allein Niemand konnte ja daran denken, daß auf so alte Geseze zurückgegriffen werden könnte, um anliebfame Personen forizuschaffen.§ 1 des legtangezogenen Gesezes lautet zwar, daß keinem selbstständigen preußischen Unterthan an dem Drte, wo er eine eigene Wohnung oder ein Unter fommen fich selbst zu verschaffen im Stande ist, der Auf enthalt verweigert oder durch lästige Bedingungen er schwert werden darf", jedoch der§ 2 läßt aub wieder Ausnahmen zu, auf Grund deren W. ausgewiesen wurde und die Thatsache, daß W. zwar in Bremen geboren, aber seit langen Jahren vor seiner Ausweisung aus Berlin daselbst als selbstständiger Bürger fich und seine Fa milie ernährte, dürfte es für alle nicht in Preußen geborene Leute rathsam erscheinen laffen, sich recht bald naturaliftren zu laffen, obgleich dieser Umstand, bei W.'s Ausweisung nicht berührt wird. Denn es es ist zu bebenken, daß wir in Deutich land unter Ausnahmegefeßen leben. W. hat seine Strafe, die jest so nachtheilige Nachwirkungen für ihn hat, lediglich bem Umstance zu verdanten, daß er und etliche seiner Parteifreunde von einem Handschuhmacher Weffeln seiner Beit wegen Ueber De tretung des Sozialisten Gefeßes denunzirt wurden. Absatz 2 des§ 2 des angegebenen Gesetzes, durch we chen Ausnahmen von der Aufenthaltsbeschränkung a lautet: Die Wenn Landes. Boliger gelassen find, behörde nöthig findet, ift fie befugt, einen entlaffene Sträfling dem Aufenthalte gewiffen Orten auszuschließen.' erzu ist die Landes- Polizeibehörde jedo nur in Ansehung solcher Sträflinge befugt, welche Buchthaus oder wegen eines Verbrechens, wodurch der Thäler fich als einen für die öffentliche Sicherheit oder Moralität g fährlichen Menschen darstellt, zu irgend einer anderen Strafe verurtheilt worden oder in einer anderen Korrektionsanftalt eingesperrt gewesen find. Ueber die Gründe einer solchen Ma regel ist die Landes. Polizeibehörde nur dem vorgesezten nifterium, nicht aber der Partet Rechenschaft zu geben ful dig."" Bu irgend einer anderen Strafe verurtheilt". Also die Daßregel fann auch solche Berfonen treffen, welche den Unte ftügungswohnfig noch nicht erlangt, jedoch zu einer Strafe po fage und schreibe Drei Mart verurtheilt worden find Vielleicht finden die Volksvertreter Zeit, dieje alte Geseze vorschrift aufzubeben. Freilich gehört dazu die Zustimmung Der Regierung resp. des Bundesrathes und biele dürfte jet schwerlich zu erreichen sein, da sich mit dieser Gesegesbestim mung vorzüglich regteren läßt. Don an Soziales und Arbeiterbewegung. Die Bestrebungen der Fachvereine, die Arbeiten eine bestimmten Gewerbes resp. der verwandten Berufe zusammen auschließen, um die Rechte derselben zu sichern und zu erweitert nehmen ihren rüftigen Fortgang. Diese Bestrebungen haben schon viel Gutes geschaffen, mancher austytslose Streif vermieden und mancher Fabrikant ist zur Nachgiebigkeit scho dadurch veranlagt worden, daß er sich einer geschloffene größeren Zahl von Arbeitern gegenüberfab. Er fühlte, da do Die Arbeiterorganisation einen Kampf auf gewerb lichem Gebiete leichter und ausfichtsvoller führen tönne, tolo früber die nicht organisirten Arbeiter. In der legten Zeit find nun auch vielfach Bestrebungen aufgetreten, die örtlichen Fad vereine zu zentralisiren. In einzelnen Arbeiterbranchen find dieselben auf guten Boden gefallen, in anderen hat man Fich gegen di felben fühl verhalten Im Prinsip find wir für ein über derartige Sentralisation. Jedoch möchten wir rathen, daß ma in jedem einzelnen Gewerbe die Frage völlig ruhig und nüchter behandele, denn wenn das Brinzip auch ein völlig richtigd ist, so fragt es sich doch immer und zwar in jedem einzelnen Gewerbe, ob auch der richtige Beitpunkt der Zentralisation vo schworen Richter und seine Ehefrau die in der Denunziation handen ist. Wo man auf einen ernstlichen Widerstand in den behaupteten Thatsachen einzig und allein. Dem Vertheidiger. Fachvereinen stößt, da soll man die Frage ber Bentralisation Rechtsanwalt Freudenthal gelang es jedoch, indem er eine Anzahl Entlastungszeugen ins Treffen führte, die isolirten Ausfagen der Richter'schen Eheleute in 8weifel zu setzen. Der Staatsanwalt stellte die Entscheidung dem Gerichtshofe an beim; feinen Ausführungen, daß einer der Zeugen, meil der= felbe Sozialdemokrat set, zu Gunsten des Angeklagten mit der Wahrheit zurückhalte, tritt der Vertheidiger Rechtsanwalt Freu dentbal mit der Bemerkung entgegen, daß das politische Glau bensbekenntniß eines Beugen unmöglich seine Glaubwürdigkeit beeinflussen könne. Der Gerichtshof schenkt indeffen den Ausfagen des Denunzianten sowie deffen Ehefrau teinen Glauben und erachtet den Angeklagten des ihm zur Zaft gelegten Bergebens nichtschuldig. Das Urtheil lautete auf Freisprechung. In vielen größeren Fabriken werden Handwerksmeister beschäftigt, welche die ihnen untergebenen Gehilfen und Lehr einfach auf einige Beit vertagen. Eine gute dee bricht fi ja immer Bahn. In Tischlerkreisen ist man durchaus nicht erbaut übe die Erhöhung der Holzzölle. Das Robbols ift m bal dem doppelten Saße des bisherigen Bolles belegt, um Hola im Breise zu erhöhen. Die Tischler nun würden fid gegen diesen Boll nicht besonders auflehnen, wenn auch bit besteuert würden. Diese vorgeschlagene Bollerhöhung wur im Reichstage aber abgelehnt. So muß die beutsche Eischlere die auswärtige Ronfurtens nunmehr in erhöhtem Maße tragen Vielleicht ändert die dritte Berathung über die Holzölle i Tischlergewerbes wäre dies sehr zu wünschen. Reichstage.die vorläufigen Beschlüsse. Im Intereffe bd linge selbst engagiren und entlassen. Das Lohn erhalten I eine" ist zu berichten, daß der größte derselben, der Verein deuti Kran jezt зи о männ besch Berei aber fame ob d Hau darin beits Lehr mir haup ift ei verto finkt in S engl Verl schle im( Die Jebr fächf bis groß tein Aeu anzu bem abzu guni wach land allge eine gro Dur und wor lote Ver meb gefa beja weit vort jegt So Arb niffe Nä ( f. 1 Des Mi der Kür Jan wor Mo bezi gel De Di für ich auf fpre mer L No Der bob ftar füb Dor Ge als für Kol eitl mol A. 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Stun Ge - Aus= 1867 ahme Frei Daß Eltung uf fo bfame efe Bes erthan Unter Auf ners pieder vurde woren aus me Fas borene liftren night eutfch Te, die Dem reunde Ueber De me 83 Bolige affenes Drten jedod фе зи Thaler tät ge Strafe Sanftalt Mak en Mi fbul lfo die Unter afe vo find Befege mmung ite jest beftim n eines ammen peitern haben reit fchon offenc e, bal gewer e, wit ett find n Fad en find an Für ein deutscher Kaufleute", derselbe, der auch eine eingeschriebene Kranten und Begräbnißlaffe für Staufleute eingerichtet hat, iegt im Begriffe steht, eine Versicherung gegen Stellenlosigkeit zu organisiren. Bei dem übermäßigen Budrange zur faufmännischen Karriere und der geradezu erschreckenden Menge beschäftigungsloser junger Kaufleute ist das Bestreben des Vereins gewiß bedeutungsvoll und aller Anerkennung werth; aber freilich find die Schwierigkeiten einer einigermaßen wirtsamen Versicherung auch so groß, daß ernste Bweifel entstehen, ob dieselben auf diesem Wege zu heben sein werden. Das Hauptmittel zur Bekämpfung des Uebelstandes scheint vielmehr darin bestehen zu müssen, daß man den Budrang neuer Arbeitskräfte, d. h. die Ausbildung einer übermäßigen Zahl von Lehrlingen bekämpft. In Bezug auf die Geschäftslage im Elsaß erfahren wir aus dem Berichte der Handelstammer zu Kolmar, daß die Spinnerei über die englische Konkurrenz flagt und über. haupt nicht auf Rofen gebettet ist. Die Lage der Weberet ist eine äußerst ungünstige; alle Gewebe werden mit Verlust verkauft Ein Theil der Webstühle steht still, der Arbeitslohn fintt. Die Jutefabritation und die Gewerbefabriken in Hanf und Flachs flagen gleichfalls und zwar auch über englische Konkurrenz. Der Tuch fabritation schadet der Berlust des französischen Marktes und auch fte flagt über den schlechten Absay. Im Allgemeinen also ist die Geschäftslage im Elsaß eine schlechte zu nennen. Muladftr. 22, vorn 1 Tr., 9) Wilhelm, Wilhelmftr. 94, hof| richt, daß die neuen Statutenbücher bet dem Kassirer Baul 4 Tr., 10) Schmidt, Gr. Frankfurterstr. 44, 11) C. Miethe, Alexandrinenft. 118a. Die Lohnkommission. be. Die Generalversammlung des ArbeiterinnenVereins, welche unter Vorsiz der Frau Guillaume. Schac am Freitag, den 10. d. M. Abends, in Gratweil's Bierballen, Kommandantenftr. 77/79 stattfand, war trop des sehr schlechten Wetters gut besucht. Frau Dr. Hofmann begrüßte die Anwesenden und theilte mit, daß die Statuten durch die Bo lizei bestätigt worden seien. Sie tnüpfte hieran die Auf, forderung, fich feft dem Bunde anzuschließen und nie durch Uneinigkeit sein Gefüge zu lockern. Allerdings dürfe das Recht der freien Meinungsäußerung nicht angetaftet werden, aber die Frau müffe auch lernen, sich der Majorität zu unterwerfen; niemals dürfe die fachliche Prüfung einer Angelegenheit durch Die Rednerin bes persönliche Motive beeinträchtigt werden. Nachdem sprach nun die nächsten Biele und Aufgaben des Vereins: der Anfang werde mit wiffenschaftlichen Vorträgen, die Belehrung und Anregung zu bringen hätten, gemacht werden; man merde Daran denken, allmählich die Bibliothek zu vergrößern und die Mitglieder zur fleißigen Benugung zu veranlaffe... Die Art und Weise, wie die Unterstüßungsfrage zu lösen sei, fönne jezt noch nicht angegeben werden, erst die Erfahrung verde zu Das einer geordneten und regelmäßigen Praris führen. Hauptziel des Vereins, die Regelung der Lohnengelenbe ten, d. h. eine durchgängige Echöhung der Löhne für die weibik he Arbeit, set unstreitig zwar der wichtigste aber auch derjenige Bunit des Programms, der am schwierigsten zu erfüllen sei. An ein Vorgehen in diesem Jahre sei nicht zu denken, auch im nächsten Jahre werde man taum so meit sein; jedenfalls hänge der Beitpunkt, an dem man mit Erfolg, wenn es nöthig werde, auch Streits unternehmen fönne, von der Mitgliederzahl und den Geldmitteln ab, die zur Verfügung stünden. zunächst Frau Guillaume Sad als Ehrenvorfigende bestätigt und fte einige Worte des Dankes an die Versamm lung gerichtet, schritt man zur Wahl des Vorstandes für das laufende Jahr. Es ergab sich folgendes Resultat: Frau Dr. Hofmann wurde zur ersten Borfizenden, Frau Stage mann zur zweiten, Frau Fortong zur ersten Schatzmeisterin, Frau Hersfeld zur zweiten Schazmeisterin, Frau Ihrer zur erften Schriftführerin, Fräulein Enghard zur zweiten Schrift führerin und außerdem die Frauen Cancius, Kreuß, Büge, Werrlich, baase zu Ausschußmitgliederu_ge wählt. Die Damen nahmen sämmtlich die auf sie gefallene Wahl an, dankten in menigen Worten und versprachen, ihr Amt in tieuer Pflichterfüllung zu verwalten. Nachdem noch Frau Guillaume S ch a d in einem Schlußwort die Anwesenden aufgefordert hatte, die Zeit bis zur nächsten Ber sammlung, die in kommender Woche stattfinden soll, nicht ungenügt vorübergehen zu laffen, sondern unausgesezt neue Mits glteder für den Verein zu werben, der nur so im Stande fet, eine Befferung des Frauenlooses herbeizuführen, erfolgte um 10% Uhr der Schluß der Versammlung. Aus Sachsen wird der Hamb. Bürgerstg." geschrieben: Die allgemeine industrielle Nothlage, von der sehr viele Industriezweige gegenwärtig betroffen find, treibt im fächftschen Voigtland zu einer großen Kalamität. Dort war bis zu vorigem Jahr die Stickereibranche sehr in Blüthe. Die große Nachfrage nach Stidereierzeugnissen veranlaßte sehr viele tieine Leute, ihre legten Mittel nnd ihren Kredit bis auf's Aeußerste anzuspannen, um sich eine der großen Stickmaschinen anzuschaffen, die verhältnismäßig guten Verdienst abwerfen und bem Eigenthümer ermöglichen, allmälig die hohen Kosten ber abzutragen. Die Sachlage hat sich neuerdings sehr zu Ungunsten dieser Arbeiter verändert. Trug schon die rasch wachsende Bahl dieser Stickmaschinen in allen Dcten des Voigtlandes dazu bei, die Löhne erheblich zu reduziren, so ist die allgemeine Arbeitslosigkeit in Aussicht, seitdem durch Einführung einer neuerfundenen Schiffchenmaschine ein sechsfach größeres Quantum per Arbeitstag geleistet wird. Durch die Einführung dieser neuen Maschine find Hunderte und aber Hunderte der alten Maschinen nahezu werthlos geworden, die Arbeiter baben ihr bestes Befißthum dabei ver loren und auch die Maschinenlieferanten tommen zu schweren Verlusten, weil sie auf Bezahlung der Restlaufgelder nicht mehr rechnen dürfen. Die Löhne sind seit drei Monaten rapide gefallen. Bu Weihnachten wurde noch. per ,, Wagen" M. 1,60 bezahlt, gegenwärtig nur noch 70 Bf., und fte werden noch weiter finfen. Eine Stickmaschinen Fabrit in Plauen, die voriges Jahr 3-400 Arbeiter beschäftigte, beschäftigt deren jezt nur noch 30, und wird bald ganz schließen tönnen. So zahlen jeden industriellen Fortschritt in erster Linie die Arbeiter. Wir hatten gestern schon ganz ähnliche Verhält niffe erwähnt. F hfs. In dem Artikel über den Abschluß des Bielefelder Nähmaschinenarbeiter- Streits in der Fabrit von Koch u. Ko. ( f. d. gestrige Nr. 84 des ,, Beil Volksblatt") find( auf Betle 8 des Artikels von unten) einige eingefiammerte, auf vorherige Mittheilungen bezügliche Worte unverändert stehen geblieben, deren Sinn in Folge von redaktionell vorgenommenen Kürzungen im voranstehenden, aber nicht zum Abdruck gelangten Theile des längeren Artifels unverständlich geworden ist. Die betreffenden, in Parenthese angeführten Worte:( in der oben näher angegebenen Weise") beziehen fich auf eine Vertragsbestimmung, welche in dem weggelaffenen Theile des Artikels enthalten war und monach die Arbeiter nach einem von der Fabrit( Direktion) vereinbarten Preis. Tarif, welcher ihnen viertelfährlich zur Revision vorgelegt wird", für die Instandhaltungs-( d. h. Reparatur- und Nachfchaffung 8-) Kosten der sogenannten tieinen Werkzeuge" aufzukommen haben, wofür fie( die Arbette) jedoch durch ent sprechende Stücklohn- und Lohn Erhöhungen später entschädigt werden sollen. Aufruf an die Schuhmacher Deutschlands. Durch die Nothlage in unserem Handwert steht sich die Lohnkommission der Schuhmacher Berlins gezwungen, eine Petition an den hohen Reichstag zu richten, um Abschaffung mehrerer Miß ftände in unserem Handwert. Die Petition fordert die Ein führung des Marimalarbeitstages, wie er im Arbeiterschußgeses vorgeschlagen ist, ferner einen Minimallohn und Regelung der Gefängniß und Buchthausarbeit damit der Staat nicht mehr als Konkurrent der Privat- Industrie dafteht, sondern nur noch für seinen eigenen Bedarf produziren darf. Alle diejenigen Kollegen außerhalb, welche sich mit der Petition einverstanden erklären und Unterschriften für dieselbe in ihrer Stadt sammeln wollen, werden ersucht, ihre Adressen bis spätestens 1. Mai an A. Wasewis, Fruchtstraße 35, Berlin O., zu schicken, damit wir denselben die Denkschrift zu dieser Petition in gedruckten For mularen zugehen lassen fönnen. Mit kollegialischem Gruß die Lohnkommission der Schuhmacher Berlins. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Aufcufs gebeten. Vereine und Versammlungen. In der Werkstatt- Versammlung der streifenden Schloffer aus der C. Schulz'schen Werkstatt, welche am Freitag in der Mai fgrafenstt. bei Bachmann stattfand, und zu welcher auch die in Arbeit gebliebenen Schloffer, sowie auch Der erste Werfführer Herr Böttcher brieflich eingeladen waren, sollte laut Beschluß der Delegirten- Bersammlung vom 8. d. M. der legte Versuch gemacht werden, Herrn Schulz durch Vors stellungen einer, in dieser Versammlung gewählten Kommiifion zu bewegen, die bewilligten Forderungen durch seine Unter schrift zu bekräftigen. Von diesem Beschluß der Delegirten Versammlung mußte jedoch Abstand genommen werden, da weder Herr Böttcher, noch einer der dort arbeitenden Schloffer erschienen war. Nachtem der Vorfigende der Lohn tommission, Herr C. Miethe, largelegt, daß nur der Indiffe rentismus der dort in Arbeit gebliebenen Schloffer an der Vera weigerung der Unterschrift der bewilligten Forderungen seitens des Herrn Schulz allein die Schulo trage und ein Weiter Streifen unter den obraltenden Umständen nußlos sei, empfahl derselbe, sich mit den mündlich bewilligten Forderungen zu be gnügen und den Streit für beendet zu erklären. Redner be mertie weiter, daß es den in benannter Werkstatt in Arbeit gebliebenen Schlossern nicht zur besonderen Ehre gereiche, die Vortheile zu genießen, welche ihnen ihre früheren Kollegen durch Niederlegung der Arbeit errungen haben, denn er erwarte, daß von den streitenden Kollegen feiner die Arbeit bei Herrn Echulz wieder aufnehmen werde. In Folge dessen lief von einem streifenden Kollegen folgender Antrag ein: Beantrage, daß der Streit bei G. Schulz, Lindenstr. 105, für beendet ertiäit wird und alle ftreifenden Kollegen fich durch Unterschrift verpflichten, daselbst die Arbeit nicht wieder aufnehmen zu wollen". Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Somit ist der Streit der Schulz'schen Werkstatt beendet. Die Kollegen werden aufgefordert, die Sammlungen nicht einstellen zu wollen, da die im Streit gewesenen Kollegen so lange zu unterstüßen find, bis sie Unterfunft gefunden haben. Gelder find an folgende Bahlstellen abzuliefern: 1) Birch, Breslauer traße 13, vorn 4 Tr., 2) Alter, Dieffenbachstr. 11, porn 3 Tr., 3) Klint, Fürbringerftr. 28, of part., 4) Köderig, Bülowftr. 38, 5) Armerding, Karlstr. 17, Hof 4 Tr., 6) Marts, Grenzftr. 10, vorn 4 Tr., 7) Krüger, Weinstr. 31, vorn 4 Tr., 8) Kluge, mas ühter ichtige nzelnen On DOD in ben alifation ht fich ut über fft mil m bal en fid uch bit hober wuth tablere tragen bd Olle im Te achber Verein Der Louisenstädtische Bezirks- Berein Borwärts" hielt am Mittwoch, den 8. b. M., eine Versammlung ab, in welcher Herr Dr. Stahn einen sehr interessanten Vortrag über ,, Dar minismus" hielt. Bum befferen Verständniß reichte Referent auf den Vortrag bezügliche Abbildungen zur Ansicht herum. Die in der Diskuffton gestellten zahlreichen Fragen bewiesen, daß die Anwefenden dem Vortrage mit Aufmerksamkeit gefolgt waren. Die Mehrzahl der Mitglieder sprach sich gegen eine vom Vorstande am Bußtag in Aussicht genommene Bartie aus. Bum Schluß machte der Vorfigende bekannt, daß die nächste Versammlung eine Generalversammlung sei. Die Berliner Filiale des Unterstüßungsvereins deutscher Sauhmacher ist in erfreulichem Anwachsen begriffen. Im leßten Vierteljahr traten 130 neue Mitglieder dem Verein bet und es übersteigt diese Anzahl der Mitglieder die des früheren Fachvereins bereits, ein Beweis mehr dafür, wie falsch Die Behauptung ist, die Zentralisation fönne nicht solche Massen zusammen bringen, als die Fachver eine in ihrem lokalen Wirken. Es ist deshalb Pflicht aller Schuhmacher, dem Verein nicht mehr fern zu bleiben, ebenso mögen auch die nicht mehr schmollend zurückbleiben, denen das Statut unseres Vereins nicht genügend ausgestattet war. Pfingsten findet eine Generalversammlung sämmtlicher Filialen Deutschlands statt und da merben voraussichtlich alle Mängel beseitigt und die nöthigen Berbesserungen eingeführt werden können.( Siehe heutiges Inserat.) Der Arbeiter- Bezirksverein der Friedrichsstadt hät seine nächste Versammlung am fommenden Mittwoch, den 15. April cr., Abends 81/2 Uhr, in Gratweils Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79, ab. Auf der Tagesordnung febt: 1) Ein interessanter Vortrag( Referent wird in der Versammlung befannt gemacht) 2) Rommunales. 3) Verschiedenes und Fragekasten. Wir glauben, daß es für alle Bürger der Friedrichsstadt und der angrenzenden Bezirke als eine dringende Pflicht erachtet werden muß, in solchen Bezirksvereinsverjammlungen zu erscheinen, da im Laufe des Jahres ein Drittel der Stadtoerordn.ten neu gewählt, und wie bie Tagesordnung dieser Versammlung vermuthen läßt, sehr wich tige fommunale Fragen in derselben behandelt werden sollen, so fönnen wir unsern Mitbürgern den Besuch der Ver sammlung bestens empfehlen, da Gäfte stets sehr gerne gesehen werden. Der Bezirksverein des werkthätigen Voltes im 29., 30. und 31. Wahlbezi: k hält am Dienstag, den 14. April, Abends 8 Uhr, im Golle'schen Restaurant, Linienstr. 30, seine Generalversammlung ab. Tages Ordnung: 1) Berichterstattung des Vorsitzenden über die Thätigkeit des Vereins im verfloffe nen Quartal. 2) Bericht der Revisionskommission und des Kassirers über den Bestand der Kaffe. 3) Verschiedenes. 4) Fragelaften. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Gleichzeitig Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. sei an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß der Verein ein Eintrittsgelo nicht erhebt und der monatliche Beitrag nur 20 Pf. beträgt, weshalb den im 5. Wahlkreise wohnenden Ar beitern der Eintritt in besagten Verein nicht dringend genug ans Herz gelegt werden kann. Haupt Versammlung der Central- Kranken- und Be gräbnißtaffe für Frauen u. f. w.( E..) Offenbach a. Main Sonntag, den 12. April, Nachmittags 3 Uhr, Kommandanten straße 72( Buldermanna). Tagesordnung: Vierteljahı sabrech. nung. Wahl von Beisigern. Verschiedenes. Der Arbeiter- Bezirksverein der Schönhauser Vorstadt bält Dienstag, den 14. April, Abends 8 Uhr in Meister's Lokal, Schönhauser- Allee 161, seine General Bersammlung ab. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Tagesordnung: 1. Ersagwahl. 2. Vortrag. 3. Verschiedenes und Fagetaften. Arbeiter Bezirksverein der RosenthalerVorstadt. Mon. tag, den 13. April, Abends 8 Uhr, Bersammlung im Colberger Salon, Colberger fit. 23. Tagesordnung: Kaffenbericht, Vor trag( Referent wird in der Versammlung bekonnt gemacht) und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. Der Verein der Modelltischler hält am Montag, Abends 8 Uhr, in der Aderftraße 63, eine Versammlung ab, in welcher Der Herr Kandidat Jädel einen Vortrag über Heinrich von Kleift" halten wird. Auch Damen ist der Zutritt gestattet. Gäste willkommen. Der Arbeiter Bezirks- Verein des Westen Berlins hält am Montag, den 13. April, Abends 8% Ubr, eine Ver fammlung ab, in welcher der Stadtverordnete Herr Tugauer einen Vortrag halten wird. Es wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. Bebreud, Reinickendorferstr. 60 III jeden Abend von 7-8% Uhr in feiner Wohnung und Sonntags Vormittags von 9-11 Uhr Vormittags im Weddingpark, Müllerstraße 178, in Empfang genommen werden. Daselbst werden Beiträge für Die Vereinigung deutscher Metallarbeiter( Mitgliedschaft Berlin 1) sowie neue Mitglieder angenommen. Deffentliche Generalversammlung sämmtlicher Metall arbeiter Berlins, heute Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Nieft, Kommandantenstraße 71/72. Tagesordnung: 1. Bericht der Rommission 2. Kaffenbericht. 3. Verschiedenes. Central Kranten- und Sterbe- Kaffe der Dachdecker Deutschlands. Mitglieder Versammlung am Sonntag, den 26. April cr., Vormittags 102 Uhr, im Lokale des Herrn Weick, Alexanderstr. 31. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht.-2. Verschiedenes. Um rege Betheiligung bittet der Vorstand. Quittungsbuch legi imirt. Große Versammlung des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Berliner Dachdecker am Donnerstag, den 16 d. M., Abends 8 Uhr, im obigen Lokale. Tagesordnung: 1. Vortrag Des Kollegen 6 May über den Fachverein und seine Bedeus tung. 2. Verschiedenes. Gäfte haben Butritt. Neue Mits glieder werden aufgenommen. Versammlung des Fachvereins Chirurg. Instrumenten macher und Bandagisten am Montag. Den 13. d. M., Abends 8% Uhr, Weinmeisterstr. 18. Freie Vereinigung der Graveure, Biseleure und verw. Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 13. April, Abends 8 Uhr, Annenstr 16. Tagesordnung: 1. Geschäfts liches, Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Ausstellung indischer Facharbeiten. 3. Verschiedenes, Bericht des Nachweisebureaus. Die Bibliothek ist geöffnet. Der Verein Berliner Stuckateure bält in diesem Monat seine Sigung am Montag, den 13. April, ab. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es erwünscht, recht zahlreich am Plaße zu sein. Die Generalversammlung des Fachvereins der MetallSchrauben Façondreher und Berufsgenoffen Berlins findet Sonntag, den 12 April, Vormittags 10% Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstr. 9, ftatt. Bum pünktlichen und zahl reichen Erscheinen ersucht der Vorstand. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Versammlung des Fachvereins der Tischler am Montag, den 13. April, Abends 8 Uhr, in Säger's Salon, Grüner Weg 29. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stabn über Vergangenheit und Bulunft der Erde". 2. Vorschläge zum Kassirer für den Diten. 3. Verschiedenes und Fragetaften. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Bevoll mächtigte. Der Unterstügungs- Verein der Buchbinder hält am Montag, den 13. d. M. feine regelmäßige Generalversammlung im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 55, ab. Tagesordnung lautet: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht der Delegirten über die Beschlüsse des Kongresses. 3. Antrag des Vorstandes und eines Mitgliedes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Gau Verein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 14. April im Restaurant Sahm, Annenstr. 16, Abends 9 Uhr. Delegirten Versammlung. Referat von College Dupont: Ueber Marimal Arbeitstag und Minimallohn. Üm zahlreiche Be theiligung ecfucht die Kommission. Eine große Versammlung der Tischler( Meister und Gesellen) findet am Montag, den 13. April, Abends 7 Uhr, im Lokal des Heren Keller. Andreasstraße 21, im großen Saal statt. Tagesordnung: Definitive Beschlußfaffung über den in der Kastenmöbelbranche aufgestellten. Minimallohntarif. Für die Herren Tischlermeister find Bläge reservirt. Die Abstime mungen finden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern getrennt statt. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist eine allgemeine Betheiligung nothwendig. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen hält am Montag, den 13. b. Mts., Abends 8% Uhr, Naunynftr. 44, eine Versammlung ab. T.- D.: Jahres Bericht, Wahl des Vorstandes. Neue Mitglieder werden auf genommen. Kleine Mittheilungen. Bernau, 9. April. Das älteste Storchnest in der ganzen Mark dürfte das auf dem hiesigen Pulverthurm" sein, denn schon über 150 Jahre benußt es Freund Adebar. Auch für diesen Sommer hat es der gein gesehene Gast vor einigen Tagen zur Wohnung genommen. Sämmtliche Bernauer Rinder seit hundert Jahren behaupten, vom Pulverthurm- Storch ge bracht zu sein. Saarbrüden, 8. April. Dieser Tage wunderte sich einer der Bitefträger unserer Stadt wohl nicht wenig, als er eine erhebliche Menge von diden unfrantirten Briefen, deren Ums schlag mit einem Trauerrand umgeben war und den Boststempel New- York" trug, zu bestellen hatte. Auch die Empfänger der Briefe wunderten fich, derartiges aus Amerita zu bekommen, aber die Neugter, welche Todesanzeige ihnen gemacht würde, ſepte fte über das Bedenken hinweg, die unfrantirte Sendung anzunehmen. Und was enthielt der Trauerbrief? Ein Exem plar der berüchtigten Most'schen Freiheit". Man darf wohl annehmen, daß diese betrügerische Art der Einschmuggelung nicht auf unsere Stadt allein beschränkt geblieben ist. Die Empfänger vernichteten sogleich das Schandblatt. Vor einem Vierteljahr erhielten Viele bier aus New York unter Kreuzband eine harmlose amerikanische Zeitung; Dieselbe diente jedoch nur als Umschlag einer darunter verborgenen Nummer der Freiheit". Solothurn.( Ueber einen Att ultramontaner Tolerans) wird dem Bund folgendes geschrieben: Jm solothurnischen Dorfe Wangen bei Olten lag eine Frau, die von ihrem Mann geschieden war, in zweiter Ehe lebte und mehrere Kinder gezeugt hatte, auf den Tod danieder. Nach christlichem Gebrauche stef der Ehemann den D tepfarrer, um ihr geistlichen Trost zu spenden. Was that nun aber dieser würdige Seelsorger, Namens Buri? Anstatt der Sterbenden die lerte Lebenss stunde zu erleichtern, warf er dem vor ihm in Todess noth fich windenden Weibe die zweite Ehe als Todsünde vor uno ängstigte dasselbe dermaßen, daß die arme Frau den Ehes ring, den ihr der zweite Mann gegeben, vom Finger riß und fortwarf. Unter solchen Umständen ging die Sterbende ins Jenseits. Mit dem errungenen Erfolg nicht zufrieden, vers fündigte der Pfarrer von der Kanzel den Tod dieser Frau unter dem Namen ihres ersten Mannes und erklärte die Kinder aus der zweiten Ehe als unehelich. Wegen dieser Handlungs. weise wurde Pfarrer Buri von der Regierung von Solothurn zur Verantwortung gezogen." Berge, 7. April.( Grausamkeit.) Gestern Nachmittag wurde in der bäuerlichen Forst eine in einer Drahtschlinge ges fangene, tragende Hirschtub gefunden, die erst turz vor dem Auffinden nach hartem Todestampfe verendet sein mußte. Es ist wohl faum anzunehmen, daß ein Wilddieb auf Hirsche Schlingen legte, die Möglichkeit liegt vielmehr näher, daß Jemand aus Uebermuth die Schlinge gestellt und den graus samen Tod des Thieres herbeigeführt hat. Briefkasten der Redaktion. Abonnent Weitgereift. Kreole beigt ein in West indien oder Amerita( peziell in den ehemaligen franzöfifchen, Allen Mitgliedern der ehemaligen Gewerkschaft der spanischen und portugiesischen Kolonien) von eingewanderten Maschinenbau- und Metallarbeiter, die ihren Verpflichtungen europäischen Eltern geborener Bewohner, der also rein europäi bis ult. November 1884 nachgekommen find, hiermit zur Nachsches Blut hat. In weiterem Sinne heißt auch der aus reinem Negerblute in Amerika geborene Neger criollo, im Gegensas aum eingeführten Neger aus Afrika. Ein Mischling fann nie Kreole heißen. Wenn Meyer's Legilon in dem Artikel Men schenracen" die Mischlinge von Mestizen und Weißen Kreolen nennt, so ist dies eine ganz mißbräuchliche Benennung. 6. F. 43. Der Wirth tann feine Schadensvergütung für das zerbrochene Fenster von Ihnen fordern. Zwet Wettende, Admiralftr. Sie haben beide Unrecht, Denn Sie verwechseln Dienstpflicht und Wehrpflicht. Webr pflichtig ist jeder deutsche Reichsbürger vom vollendeten 17. bis zum 42. Lebensjahre. Die Dinstpflicht dauert im ftebenden Heere drei Jahre, in der Reserve vier und in der Landwehr fünf Jahre, worauf der Uebertritt zum Landfturm erfolgt. Natürlich wird die Dienstpflicht vom Eintritt in das fteber de Herr an gerechnet. Die Einjährig- Freiwilligen müffen awei Jahre länger in der Reserve bleiben, weil ihnen die zwei Jahre attive Dienstpflicht erlaffen find. Arb.- Bez- Ver. der Rosenth. Vorft. Solbergerstraße 23. Montag, den 13. April, Abends 8 Uhr, in der Große Versammlung Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vortrag. Referent wird in der Ver fammlung bekannt gemacht. 3. Verschiedenes. 4. Fragekaften. Bahlreiches Erscheinen geboten. Gäste willkommen. Die Mitglieder des Arbeiter- Bezirksvereins der Rosen thaler Vorstadt, welche dem Genossen Albert Joseph das legte Geleit geben wollen, werden ersucht, fich Sonntag Nachmittag um 2 Uhr in der Neuen Walhalla, Schönhauser Allee 186, zu versammeln. 777 Große öffentliche Der Vorstand. General- Versammlung sämmtlicher Metallarbeiter Berlins. Sonntag, den 12. April, Vormittags 9% Ubr, im Lokale des Herrn Nieft, Rommandantenstraße 71-72. Tagesord nung: 1. Be icht der Kommission. 2. Kaffenbericht. 3. Ver schiedenes. des Die Kommission. J. V.: Albert Thielecke. 765 General Versammlung Fachvereins der Schneider. Dienstag, den 14. d. M., Abends 8 einhalb Uhr, Kommandantenstraße 71-72( Nieft's Salon. Tages Ordnung: 1. Vierteljährliche Rechnungslegung. 2. Anschluß an den Bentral- Verband zum 15. d. M. und Beschluß über das von Anna B. Reichenbergerstr. Geibel ist, wie in der aller neueften Zeit aus den Kirchenbüchern festgestellt worden ist, am 17. Oftober 1815 und nicht am 18. Oftober 1814 geboren. Auf dem Denkmal in Lübeck ist die Zahl 1814 in 1815 ges ändert worden, während als Datum dort noch immer der 18. Ditober steht. S- r. Marienstr. Jedes Kind hat 200 M. als Pflicht theil zu beanspruchen. Grät in Gladbach. Sofern Sie die Bezahlung des Kaufpreises nicht nachweisen können, find Sie zur Zahlung ver pflichtet. W. R. M. Sofort nach Fälligkeit der Forderung ist der Pfandleiber das Pfand zu verlaufen berechtigt. Eine schrift liche Aufforderung an den Verpfänder zu erlaffen, ist er nicht verpflichtet, da der Verkauf öffentlich bekannt gemacht wird. St. U. Spandan. Ist die fragliche Busage in der That in verbindlicher Weise gegeben, so ist Ihre Mutter Klageberech Hasenhaide. | tigt. Der Beweis der Zusage liegt Ihrer Mutter ob und nicht diese den Eid zu leisten haben, vielmehr muß fie den dem Gegner zuschieben. 6. B. 12. Die Anzeige tann von Jedem gema werden. Alter Abonnent Bülowftr. Die Herrschaft hat Recht, den vollen Werth des Gegenstandes in Antechnung bringen. A. P., Wienerstr. Darüber find wir nicht inform Es giebt aber in jeder Buchhandlung Bücher, in wel Ste Näheres über die von Ihnen erwähnte Thierkran finden. W. M. 999. 1. Von der Errichtung des Geme baben Sie dem tönigl. Polizei- Präfidium Anzeige zu ma 2. Um die Waaren auf Meffen und Märkten feilzubieten, dürfen Sie eines Waarengewerbescheins. Neue Welf Hasenhaide, Bergschlossbrauerei. Hente, Sonntag, den 12. April 1885, zur Eröffnung des vollständig renovirten Etablissements: Großes Militär- Concert ausgeführt von dem Musit. Corps des Barde Ruraisier Regiments, unter Leitung des Königl. Mufitoire Herin Selchow. Boltsbeluftigungen, Marionetten Theater, Abends imposante elektrische Beleuchtung des ga Etablissements. Näheres die Säulen. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Die Direction. Möbel- ut. Volfferwaaren- Fabri Don Georg Haake, Verkaufs- Lager Oranien- Strasse Nr. 8586. 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Kommunal- Wahlbezirk. 769 Behufs Betheiligung an der Beerdigung unseres Genoffen Albert Joseph werden die Mitglieder aufgefordert, fich heute Nachmittag 22 Uhr bei Holz, Auguststraße 36, einzufinden. 5. Wahlkreis. 770 Bezirksverein des werkthätigen Voltes im 29., 30. und 31. Kommunal- Wahlbezirk. Dienstag, den 14. April, Abends 8 Uhr, im Restaurant Golle, Linienstraße 30, General Versammlung. Gäfte, welche Mitglieder werden wollen, haben Zutritt. Unterfüßungsverein d. Schuhmacher. Montag, den 13. April, Abends 8% Uhr, Köpnickerstraße Nr. 100 bet Mundts. Tagesordnung: 1. Vortrag d. Herrn Engler. 2. Die Delegirtenfrage. 3. Fragelasten. Gäste will tommen. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beiträge zu ent richten. 786 " Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vortrag des Herrn Klein über Vegetarismus. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. In dieser Versammlung ist es Pflicht eines Der Vorstand. jeden Mitgliedes zu erscheinen. NB. Diejenigen Mitglieder, welche ihre Wohnung ge wechselt haben, werden ersucht, selbige beim Kasfirer in der Versammlung oder in deffen Wohnung, Pücklerstr. 51, H. 2 Tr., abzugeben. 784 Haupt- Versammlung Der Central- Kranken- u. Begräbnißkaffe für frauen u. f. w. ( E. H. Offenbach a. Main.) Sonntag, den 12. April, Nachmittags 3 Uhr, Kommanbantenstraße 72( Buldermanne). Tagesordnung: VierteljahrsAbrechnung. Wahl eines Kajfirers. Wahl von Beifizern. Verschiedenes. 764 Bezirksverein des werkthätigen Bolkes Arbeiter- Bezirksv. d. Westen Berlius. der Schönhauser Vorstadt. Dienstag, den 14. April, General- Versammlung in Meister's Lokal, Schönhauser Allee 161, präz. 84 Uhr. 2.D.: 1. Ersagwahl. 2. Vortrag. 3. Verschiedenes und Fragetaften. Die Versammlung wit pünktlich eröffnet. 763 Große Der Vorstand. Schuhmacher- Versammlung. Dienstag, den 14. 6 M., Abends 8 Uhr, im Königstädt. Kafino, Holzmarktstraße 72. Tagesordnung: Vorlage der Betition. Referent Herr Engler. 2. Lohntarif. 773 J. A.: A. Wasemis Fachverein der Schmiede. Montag, den 13. April, Abends 8½ Uhr, in Gründer's Lokal, Schwerinstraße 26, Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Tubauer. 2. Fragelaften und Verschiedenes. Der Vorstand. Arb.- Bezirksverein d. Friedrichstadt. Mittwoch, den 15. April, Abends 81 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenſtr. 77/79, Versammlung. Tagesordnung: 1. Interessanter Bortrag.( Referent wird in der Versammlung belannt gemacht.) 2. Kommunales. 3. Verschiedenes und Fragelasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um Der Vorstand. Montag, den 13. April, Abends 8½ Uhr, im Vereins zahlreichen Befuch bittet Lokal, Kommandantenstraße 77-79, General- Verfammlung Vollzähliges Erscheinen, der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen, erwünscht. Gäste willkommen. 768 Der Vorstand. Arb.- Bez- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, 14. April, Abends 81%, Uhr: Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 778 1. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag des Stadtverordneten Hrn. Frip Goerdi über: ,, Die neue Banpolizei- Ordnung." 3. Distusfion. 4. Verschiebenes. 5. Fragetaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte, durch Mit glieder eingeführt, haben Butritt. Bei der Wichtigkeit der Lagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Bersammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Unterstützungsv. d. Buchbinder und verwandten Berufsgenossen Montag, den 13. April, Alte Jakobstraße Nr. 75: General- Versammlung. Tagesordnung: 771 1. Kaffenbericht. 2. Bericht über den Kongreß. 3. Anträge. Erscheinen ist Pflicht eines jeden Mitgliedes. Arbeitsmarkt. Ich suche für meine Böttcherei einen Lehrling. 743 F. Trautmann, Böttchermftr., Manteuffelstr. 41 Eine Frau zur Unterstüßung in der Wirthschaft gegen Koft und Wohnung verl. Prinzessinnenstr. 7. Fuhrmann. 776 Ein Mädchen zur selbstständigen Führung einer Il. Wirth schaft w. den Tag üb. verl. Näh. Belforterstr. 16 im Eig. Laden. 2 M. Näherinnen( W. 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