Mittwoch. 15. April 1885. 11. Ist- Krgan für die Interessen der Arbeiter. , Das..Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementspreiS für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustt. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr bettägt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufttägen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Ein Leitrag)um Militarismus. Daß der Militarismus, ganz abgesehen davon, daß er die Quelle mancher Kriege»st, ebenso wie ihn»iederum vielfach die Kriege erzeugen, auch für die Kulturnationen der Ursprung vielen wirthschaftlichen und finanziellen Elends ist, dies wird jeder halbwegs verständige Mensch nicht leugnen. Davon find die Negierungen selbst überzeugt, doch dünken ihnen verschiedene Vortheile, die der Militarismus für sie bringt, wichtiger, als die Nachtheile, welche de» Völkern aus demselben entstehen. Im Deutsche» Reiche herrscht gleichfalls und zwar schon auf Grund der Entstehung desselben der Militarismus. DaS kann nicht abgestritten werden. Doch wird vielfach ver- sucht, die Unschädlichkeit desselben besonder» im Vergleich zu andern Ländern hinzustellen. N» So tauchen ab und zu vergleichende statistische Tabellen auf über die militärischen Ausgaben der größeren Staaten Europas, zu welchen dann die üblichen Schlußfolgerungen gemacht werden. Die neueste dieser Statistiken ist von Max Haushofer und hat folgende« Ergebniß: Deutsches Reich jährl. 423 Mill. Mark oder 9,35 pro Kopf Frankreich„ 663„„ 17,7„„ Großbritannien„ 637„„ 18,1„„ ZtaUen..„» 245„„ 8,6„„ Oesterretch.Ungarn„ 234„„ 6,4„„ Rußland„ 731„„ 7.2„„ Da sehen wir e«, so wird jeder„Patriot", oder sagen wir besser jede deutsche Chauvinist, rufen, das Deutsche Reich zahlt ja so viel weniger an Gesammt- militärsteuern, als Rußland, al« England und als Frankreich. Und auch auf den Kopf die Steuer vertheilt, zahlen die Engländer da» Doppelte und die Franzosen fast das Doppelte, wie die Deutschen. Wir wollen hier zunächst auf zwei nicht unwesentliche Punkte aufmerksam machen, welche da« Verhältniß schon sehr zu Ungunsten des Deutschen Reiches verschieben. In Frankreich nämlich sind die gesammten Ausgaben für die Gensdarmerie mit in das Militärbudget aufgenommen und außerdem fungiren auch die Ausgaben für die. Invaliden bei allen anderen Nationen im Militäretat, während die» im Deutschen Reiche nicht der Fall ist. Dann aber auch sind bei Frankreich, Rußland und England bei Berechnung der Ausgaben pro Kopf die Ein- wohner in den Kolonie» nicht mitgezählt, dre doch min- destenS soviel an allerlei Vortheilen für den Staat auf» bringen, wie z. B. die arme Landbevölkerung in den oft« preußischen LandeStheilen für da» Deutsche Reich. Würde «an aber die Einwohner in de« Kolonien mitzählen, so ttochdrixl»erboten.� U] JeuMeton. 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) "Ich glaube, Fräulein Blevdheim ist am Schlüsse," sagte Dürrbea, der kein einzige» Wort von der ganzen lang- wemgen Aueeinandersitzung gehört oder auch nur darauf geachtet hatte— was ging ihn die Lebensweise diese» oder irgend eine» andern Kalkulator» an!—„Sie werden entschuldigen, verehrter Herr.. „Bitte," sagte der Beamte mit einer Havdbewegung, die Alle« elnbegriss, Wae der Hauptmann nur wünschen konnte— er entlteß ihn förmlich, denn daß er in seinen Biographien unterbrochen wurde, war er schon gewohnt und Dürrbeck eilte jetzt zu der Geliebten hinüber, die er durch ein bestimmtes Klopfen in das„gute Zimmer" der Familie zitirte. „Bernhard." sagte Constanze mit herzlicher Stimme, al« sie dem Rufe rasche Folge leistete,„wie freue ich mich, Dich heute noch einmal zu sprechen— wie habe ich mich danach gesehnt!" „Du stehst blaß au», mein Herz," sagte der Haupt» mann besorgt, al» er einen Kuß auf ihre Lippen gedrückt und ihren Kopf zurückbog, um ihr in die Augen zu schauen —„fehlt Dir etwas?" »Körperlich nein, Bernhard," sagte da» junge, schöne wkadchen, indem sie sich an ihn schmiegte und ihr Haupt 'i.lne Schulter lehnte,„und auch in diesem Augenblicke, Ü* ki m'r bist, selbst geistig nicht»; aber bin qrLn«ich manchmal eine unsagbare Angst, ein Gefühl, dem ich keine Worte geben kann und da» nur boch trotzdem zuweilen den Athem versetzt und das Blut m den Adern stocken macht." c j wa8 �.t'n Gefühl, Constanze?" bat Dürr- Deck.„Haben wir nicht die Hauptschwierigkeit glücklich überwunden- und wa« öderes könnte Dir noch Sorgen oder Bangen manchen? Dem Kontrakt?" »Ich weiß e» nicht; die lange Zögeruug vielleicht, die würden in Frankreich zirka M. 13%, in Rußland ungefähr M. 6% und in Großbritannien nur M. 1 auf den Kopf der Bevölkerung kommen. Und wenn«an gar noch den„Nationalreichthum", der ja für die konservativen und besonder« die liberalen Politiker da» ABC aller ihrer Erwägungen ist, in Betracht zieht, so kommt nächst Rußland da» Deutsche Reich von den vier tonangebenden Mächten am schlechtesten weg. Wir machen unser- Leser auf den Artikel aufmerksam: „ N a t i o n a l r e i ch t h u«" in Nr. 78 unsere» Blattei. Großbritannien kommt bei dieser Frage gar nicht in Be- tracht, da eine Mark jährliche Milltärsteuer auf den Kopf der Bevölkerung überhaupt keine so sehr drückende Last ist. Vergleichen wir deshalb nur die drei hauptsächlichste« Land- mächte Europa». Rußland mit rund 87 Millionen Einwohnern hat einen sogenannten Nationalreichthum von 68 Milliarden, dai Deutsche Reich mit rund 45 Millionen Einwohnern von 116 Milliarden und Frankreich mit rund 36 Millionen Einwohnern von 148 Milliarden. Das würden in Rußland auf den Kopf der Bevölkerung bei 5 pZt. zirka M. 40 an Zir sen betragen, in Deutschland M. 130 und in Frankreich M. 190. Trotzdem, daß in Rußland nur M. 6% Militärsteuer onf den Kopf fallen, ersieht man— immer nach dem „Nationalreichthum" gerechnet— wie gewaltig diese Steuer auf dem Lande lastet. M. 9% fallen im Deutschen Reiche bei M. 130 Zinsen auf den Kopf— da» ist schon ei» ungeheurer Forlschritt, der nur noch etwa« überboten wird durch Frankr ich, wo bei M. 13% Militärkopfsteuer M. 190 Zinsen auf die Person fallen. W i r wissen wohl, daß die Vergleiche mit dem„National- reichthum", der ja nicht im Volke vertheilt vorhanden ist, bedenklich hinken; wir haben uns auch nur unser Rechnen- vergnügen gefacht, um die Herren„Patrioten" mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Unser Beweis, daß Deutschland die Kriegslast nicht leichter trägt, wie z. B. Frankreich, liegt übrigen» noch in einem wesentlichen anderen Punkte. Durchweg sind die Löhne in Frankreich bedeutend höher als in Deutschland, und dann ist der sogenannte Mittelstand, der bei uns vielfach verschuldet oder in seiner Existenz bedroht ist, in Frankreich noch in ganz bedeutender Werse am„National- reichthum" betheiligt. Deshalb erttägt Frankreich die erhöhtere Kriegslast eben so lercht, oder besser gesagt, nicht schwerer, al« Deutsch- land die in Zahlen ausgedrückte geringere Militärsteuer. Da« russische arme Volk aber ist sicher am übelsten daran. Im Ucbrigen ist es in der That von viel geringerem Ungewißheit dessen, was dazwischen liegt— aber da« auch nicht— mehr ein unbestimmte» Etwa», wie eine Ahnung droherrden Unheil». Und doch, wenn ich vernünftig darüber nachdenke, so bietet sich mir kein Anhalt an irgend wa»." „Träume, mein Schatz," lächelte Dürr deck,„schwere» Blut; Du machst Dir wenig Bewegung, ich fürchte auch," setzte er leiser hinzu,„die Kost hier im Hauke ist für Dich und Deine ewige geistige Aufregung wie körperliche Anstrengung auf der Bühne nicht kräftig, nicht nahrhaft genug." „Die Leute thun wirklich, was sie können, Bernhard," sagte Constanze gutmüthig.„Aber e» ist anch nicht da», denn sobald Du bei mir bist, schwindet diese» fast tödtende Gefühl im Nu und mir ist so wohl und leicht, daß ich aufjauchzen möchte in Lust und Seligkeit." „Mein Herz, mem liebes Herz," dankte ihr der junge Mann, sie wieder fester an sich ziehend;„aber nun schüttle auch die bösen Träume ab, die mein arme» Mädchen nicht viel länger mehr quälen sollen. Ich habe heute wieder einen aar so lieben Brief von meiner Mutter gehabt, die Dich einladen läßt, die F tun, wenn bi» dahin unsere Verbindung noch nicht geschlossen wäre, auf unserem Gute zuzubringen." „Die gute Mutter..." „Ich habe Dir den Brief mitgebracht; lies ihn heut« Abend durch, wenn Du allein bist; er wird Dir so viele Freude machen, wie er mir gemacht." „Ich danke Dir, Bernhard— ich danke es Deiner Mutter, die der armen, heimathlosen Waise so freundlich ihre Arme geöffnet hat." „Und noch immer so traurig, Herz, so niedergedrückt? Ich bin ja bei Dir jetzt, und da dürfen keine trüben Ge- danken in Dir weilen." „Du hast Recht, Bernhard," sagte da» schöne MSd« che«, indem ein Läch-ln über ihre freilich noch immer bleichen Züge glitt;„Du solltest mich schelten, daß ich so undankbar gegen Dich bin, und doch ist e» ja nur meine Liebe zu Dir, die mich sorgen und mich ängstigen läßt— für mein eigene» Selbst lebt kein Gedanke in mir." „Meine Constanze, mein süße», herrliche« Mädchen— Belang, welche Nation die Kriegslast am leichtesten un welche sie am schwersten trägt, von viel größerer Be- deutung ist, daß der Militarismus am Kulturleben aller Nationen in verderblicher Weise nagt, daß er allen Nation«» da« Leben überau» sauer macht und daß seine Abschaffung ein Stück Erlösung für die ganze Menschheit bedeuten wü de. Weit über drei Milliarden Mark jährlicher Ausgaben für Militärzwecke lasten wie ein Alp auf ben Völkern Europa'«— bedenkt man nun, welche Bedeutung eine solche Summe erlangen könnte, wenn sie für Kultur- zwecke verausgabt würde, dann erst begreift man ganz da« Verderbliche de« gegenwärtigen Militarismus. Koljtiscke Uebersickt. Die Frage de» Tabaksmonopol« erscheint wieder am parlamentarischen Horizont. Das, der Pwn, das Tabaksmonopol einzuführen, von dem Fürsten Bismarck noch niemals aufaegeben wurde, ist allbekannt. Man hat daS Projekt nur verlangt, um es zu gelegener Zell wieder zu präscntüen. ES gewinnt nun ganz den Anschein, als ob man den gcaen- wältigen Moment für geeignet hält, die Frage wieder in Fluß zu bringen. Als ein Zeichen für diese Ansicht kann das Vorgehen der offiziösen„Rordd. Allg. Ztg." betrachtet werden; dieselbe registttrt in auffälliaer Weise eine angeblich aus bäuer- lichen Kreisen stammende Petition um Erhöhung des TadakzolleS. Da nun einmal der Anfang gemacht ist, so wer» den wohl bald mehr Petitionen folgen, welche haarklein den Beweis liefem, daß den nothletdenden Tabaksbauern geholfen werden muß. Für die Nothlage der Landwirthschaft har ja bekanntlich die Majorität der Volksvertreter ein sehr weiches Herz, und da die TaöakSbauer der Landwirthschaft angehören» so wird mar. sich schon zur Abhilfe ihrer großen Nothlage ent» schließen.— Einer noch weiteren Erhöhung des TabakszollcS würde aber von vielen Seilen, sogar von Interessenten, da» Monopol vorgezogen werden, denn die Zolleihöbuogen wür- den gleichbedeutend sein mit dem Ruin der gesammten Tabaks. industrte. Dieser Sachlage ist man sich in maßgebenden Kreisen wohl bewußt, allem Anschein nach rechnet man darauf, daß durch beantragte Zoll rböhung-n, die Stimmung für da« Monopol günstiger wird. Im Reichstage dürste der Monopol- gevanke in der That unter Umständen die günstigste Aufnahme finden. Im Jahr« 1879 stimmte sogar noch ein Thcil der Konservativen gegen daS Monopol, jetzt wird das stcher nicht mehr der Fall sein und daS Zentrum läßt bekanntlich mit sich bandeln. Der Moment ist also günstig und man wird ihn stcher nicht unbenutzt verstreichen lassen. Gegen die Erhöhung de« Zolls aus Leinengarne. AuS der Laufiy hahen sich Weber und Bleicher direkt an den Bundesralh mit der Bitte gewendet, unter keinen Umständen ver E böhung des Zolls der Leinengarne No. 8—20 von 6 auf 9 Mark zuzustimmen, welche auf Antrag des Schuyzöllne?» Lohren von der Tarifkommission deS Reichstages beschlossen worden ist. Die Handelskammer in Zittau hat die Agitation aber ich muß wieder die rosigen Grübchen in Deine» Wangen sehen." sagt« er kosend, indem er sie zu dem Ruhe- fauteurl am Fenster führte,„Komm, da setze Dich hin, und ich erzählt Dir meinen heutigen Besuch bei Deinem Direktor." „Du warst dort?" rief Constanze hastig.„Und wa« hat er gesagt? Er weigert sich natürlich— ich bat Dich gleich, den nutzlosen Versuch gar nicht zu machen. Er ist ein Geldmensch und weiter nicht«." „Bitte, mein Schatz," lachte Dürrbcck,„er ist auch noch etwa« mehr, und zwar der komischste Kauz, der mir in meinem ganzen Leben vorgekommen ist. Denke Dir, er studirte den Tusso— und hatte dazu noch seine Locke» in Papilloten!" Constanze lächelte. „Und da« noch nicht genug, Han» Solberg ärgerte ihn und nachdem er un» gehörig angedonnert, ging er durch eine richtige und wahrhaftige Versenkung in die untere Etage!" „Da» sieht ihm ähnlich," lachte Constanze, von deren Stirn die trüben Schatten jetzt im Nu gewichen waren; „aber er macht noch andere, tollere Geschichten. Er hat in seiner Wohnung auch eine ganz richtige Blitz» und Don- nermaschine, und wenn Einzelne der Mitglieder ihn mit Anliegen quälten, Vorschuß haben wollten und dergleichen, so ließ er den Donner lo« und verschwand in einem grellen Blitze..." „Es ist doch kaum denkbar..." „Die Sache ist ihm aber gelegt worden," lachte Eon« stanze,„denn neulich war auch einmal ein Rathsdiener bei ihm, der die fälligen oder überfälligen Steuem einkassiren sollte, und den verblüffte er dermaßen durch grelle Blitze und Donner, während er ebenfalls verschwand, daß der Mann die Treppe hinabsprang und unten die Feuerwehr alarmirte. Seitdem ist ihm das Blitzen sowohl wie da» Donnern, über welche» sich die Nachbarn schon mehrfach beklagt hatten, verboten worden, aber seine Versenkung benutzt er nach wie vor." „Aber sag' einmal, Schatz," lachte Dürrbeck,„der gegen die für oberlauftger Weberei höchst schädliche Garnzoll erhöhung in die Hand genommen, und aus den Kreisen der Schleftichen Weber werden gleichfalls ernste Vorstellungen er hoben. Wenn die oberlaufiger Weber und Bleicher fich nicht an den Reichstag gewendet haben, so ist die Besorgnis maßgebend gewesen, daß die Petition nicht mehr rechtzeitig zur Kenntniß des Hauses gelangen dürfte, da die Abstimmung über den Antrag Lohren schon in einer der ersten Sizungen zu erwarten ist. Angesichts der im Reichstage bevorstehenden Verhandlungen über die Impffrage wird, wie man uns mits theilt, bereits von Seite der Berliner Jmpfgegner eine große Rührigkeit entwickelt Der Vorfigende des Berliner Vereins der Impfgegner, Dr. med. Sturm, hat in furzer und bündiger Weise die wichtigsten Punkte der Impffrage in einen Bericht zusammengefaßt, der nun einerseits an sämmtliche Reichstagsmigli der, anderseits mit den entsprechenden Eingaben an den Reid slangler und Kultusminister abgehen wird. Wie bekannt, find die Gründe, welche gegen die Jmpfung vorgebracht werden, so schlagende, daß man mit Recht auf die Entgegnung der impffreundlichen Autoritäten gespannt sein daif. Die Geiftlichen und die Wahlen. Von der Ansicht ausgehend, daß bei Gelegenheit der lezten Reichstagswahlen Die evangelisch pietist schen Geistlichen nicht durchweg die dem geistlichen Beruf auferlegte Burüdhaltung beobachtet haben, hat der evangelische Oberkirchenrath des Großherzogthums Baden Anlaß genommen, daran zu erinnern, daß der Geifts liche in Ausübung des ihm gleich jedem anderen Staatsbürger zustehenden Rechtes der Theilnahme an der Bolitit an ftimmte Grenzen gebunden sei. Diese Grenzen", heißt es in dem soeben veröffentlichten Erlaß des Oberkirchenrathes, find thm durch sein Amt gezogen. Er ist ein Diener der Kirche und hat als solcher die Pflicht, die Gemeinde, und zwar die ganze Gemeinde seelsorgerisch zu bedienen. Damit ist nicht wohl vereinbar, daß er die politische Thätigkeit als eine ,, Amtspflicht" betrachtet, als politischer Agitator auftritt und sich aus fchließlich in den Dienst einer politischen Bartet innerhalb feiner Gemeinde ftellt. Er fommi dadurch in Gefahr, nicht bloß das Vertrauen der Gemeindemitglieder, welcher einer an deren Partei angehören, sondern auch die für die geregelte Führung seines Amtes nöthige religiöse Konzentration, Kraft und Freudigkeit zu verlieren. Wir richten daher an unsere Geistlichen wiederholt die Bitte und Mahnung, um ihrer selbst, um ihres Amtes und ihrer Gemeinden willen die vorstehenden wohlgemeinten Bemerkungen beberziaen zu wollen." Die Mabnung ist gewiß für solche ,, Geistliche", die mit besonderer Vorliebe Andersdenkende zu verbrßen suchen, ganz am Blaze; und auch der Hinweis, daß der Geistliche seine politische Thätig feit nicht als Amtspflicht" betrachten darf, ist sehr gerecht fertigt. Dem Geistlichen darf sein Staatsbürgerrecht nicht vers fürzt werden, aber so lange derselbe vom Staate besoldet wird, also im wuflichen Sinne Staatsbeamter ist, wird es nöthig sein, ihm das Recht der Einmischung in öffentliche Angelegenheiten und namentlich das öffentliche Agitiren für eine polis fische Partei, abzusprechen. Der Handelsminister hat über den Geschäftsbetrieb der Trödier, Gesindevermiether, Stellenvermittier, Ronsulenten 2c. auf Grund der einschlägigen Bestimmung der Gewerbeordnung und des Geiches über die allgemeine Landesverwaltung, Bestimmungen erlaffen. Danach ist Jeder, der den Tözelhandel( Handel mit gebrauchten Kleidern, gebrauchten Betten, gebrauchter Wäsche, Kleinhandel mit altem Metallgeräth, Metallbruch oder dergl.) betreibt, verpflichtet, ein nach vorge schriebenem Vater eingerichtetes Buch über Ein- und Verkäufe zu führen. Daffelbe ist vor dem Gebrauche von der Ditepolizei abzustempeln, darf teine tasuren noch unleserlich gemachte Eintragungen enthalten, auch nicht ganz oder theilweise vernichtet werden. Alle Ein- und Verkaufsgeschäfte find im Laufe des Tag 3, an welchem fie abgeschloffen sind, in das Geschäftsbuch nach der Reihenfolge thres Abschlusses einzutragen. Namen, Stand und Wohnort und, wenn die Polizei es verlangt, auch die Wohnung desjenigen, mit welchem Ein- und Verlaufsgefchäfte abg schlossen find, müssen bei allen Eintragungen genau angegeben werden. Ueber die Richtigkeit der gemachten Angaben hat fich der Trödler( warum nicht ,, Händler"?) in glaubhafter Weise zu vei sichern. Mit Minderjährigen Darf er fich ohne ausdrückliche Genehmigung Der Eltern oder Vormünder in Geschäfte nicht einlaffen. Er ist verpflichtet, alle ihm von Behörden oder Privatpersonen zu gehenden Benachrichtigungen über verlorene oder dem Eigens thümer wiberrechtlich entfremdete Gegenstände genau aufzubewahren. Die Polizeibehörde und deren Drgane find befugt, von dem gesammten Geschäftsbetriebe des Trödlers jeder Zeit Einficht zu nehmen. Diese Bestimmungen gelten auch für den Kleinhandel mit Garnabfällen oder Dräumen von Seide, Wolle, Baumwolle oder Leinen. Der Gefindevermiether oder Stellen vermittler ist gleichfalls verpflichtet, ein vorgeschriebenes Buch zu führen, und der Beaufsichtigung durch die Polizei unter wo: fen. Personen, welche die Besorgung fremder Rechtsanges legenheiten, insbesondere die At faffurg von Schriftftüden ge werbsmäßig betreiben, sowie die geme: bsmäßigen Vermittelungs Mann ist doch einfach wahnsinnig; wie fann er da einem folchen Institut vorstehen?" " Weißt Du nicht, wie Bolonius im Hamlet sagt?" lächelte Constanze. Es ist Methode in seinem Wahnsinn, aber er lebt und webt auch nur für die Bühne, und wenn nicht sein Berstand, so leitet ihn doch unfehlbar sein Jn stinkt, auf diesem Felbe durchschnittlich das Richtige zu treffen. Jm praktischen Leben würde er völlig unbrauch bar sein, so weit es nicht Geldangelegenheiten betrifft, aber für das Theater paßt er. Er ist allerdings ein stauerlich manierirter Schauspieler und spielt eine Anzahl von Rollen, für die er theils zu alt, theils wieder zu jung ist; aber der Feuereifer, mit dem er sich hineinwirft, die wirkliche Begeisterung, mit ber er die verschiedenen Charaktere an faßt, sprechen dann wieder für ihn, und das Publikum hat fich außerdem fo an ihn gewöhnt, daß er eben machen fann, was er will er gefällt ihm doch." „ Aber auf jedem andern Theater der Welt würde er ausgelacht!" „ Das ist möglich, sogar wahrscheinlich; aber er scheint bas auch selbst zu fühlen, oder leitet ihn da wieber fein Instinkt er fudt fie wenigftens nicht auf und hat fogar, wie ich bestimmt weiß, ihm angebotene Gafispiele direkt abgelehnt." Das ist wenigftens vernünftig, wenn ich ihm auch sonst die Eigenschaft vollkommen absprechen möchte." Was willst Du, Bernhard," fagte Constanze, giebt es nicht eine Menge von Menschen, die nur einzig und allein ihr Stedenpferd und noch dazu selbst mitten in die menschliche Gesellschaft hineinreiten und für weiter nichts auf der Gotteswelt Sinn zu haben scheinen, als eben das? Egiebt wieder Menschen, deren ganzes Gehirn allein aus Noten, während das anderer wieder aus 8ahlen zusammen gesezt scheint. Unser Direktor kenat nichts" nd will nichts tennen als das Theater. Es wurde neulich einmal im Ronversationszinmer von dem Tode eines berühmten Maters gesprochen und der Direktor hatte den Namen mehrfach gehört; endlich sagte er: Wo war er engagirt?" Er fann fich nicht denken, daß irgend etwas anderes auch agenten für Immobiliar verträge, Darlehen und Heiratben find| verpflichtet, den zuständigen Polije bebörden und deren Organen auf Erfordern ihre Geschäftebücher und die gesammten auf ihren Geschäftsbetrieb bezüglichen Schriftstücke zur Einficht vorzulegen und den betreffenden Beamten jede auf den Geschäftsbetrieb bezügliche Auskunft wahrheite getreu zu ertheilen. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Juni 1885 in Kraft. Ueber den deutschen Handel nach dem Kongogebiet giebt das soeben erschienene Weißbuch die erste statistische Notiz. Vom Januar 1883 bis März 1884 wurden do: thin von Ham burg mit den Mörmann'schen Dampfern verfrachtet für 300 000 Mart Bulver, für 300 000 Mart Spirituosen und für 250 000 Matt Waffen und Reis. Das Komitee der basler Missionsanstalt bat hat an den Reichskanzler eine Betition gerichtet, derselbe möge die Branntwein Einfuhr in West- Afrika durch einen möglichst hohen Einfuhrzoll beschränken. Es wird uns dies( so beißt es in der Petition) zur Pflicht gemacht durch so manche Anzeichen, daß gerade der Branntwein von deutschen Handlungshäusern als Hauptausfuhratitel nach Afrika in Aussicht genommen ist. Welch unberechenbarer Schaden dadurch den Negervölfern droht, bedarf laum eines ausführ licheren Nachweises; denn es ist eine unleugbare und bekannte Thatsache, daß die Verleitung der Neger zum Branntweingenuß den moralischen und ökonomischen, weiterhin auch den physischen Ruin derselben zur Folge hat; das wird jeder Missionar bestätigen, welcher die Negervölker durch seine Arbeit unter ihnen fennt. Der Neger ist schwach; er trinkt so lange er etwas hat, und wenn er nichts hat, so macht er Schulden, um trinfen zu können und wird dadurch den dort überall herrschen. Den uralten Gewohnheiten zufolge Pfandsklave seines Gläubigers was ungefähr dem früher in Deutschland bestehenden Stand Don Hörigen" entspricht. Die Anbietung von Branntwein an die Neger ist fittlich um nichts weniger gefährlich und ver werflich, als wenn man bei uns Kinder zum Branntweingenuß verleitet, was jeder fittlich fühlende Mensch als ein Verbrechen an einem Kinde verübt erkennt. Denn die Neger find in fittlicher Bestehung auch Kinder. Das fittliche Gefühl des deutschen Volles war bisher geneigt, den englisch ostindischen Opiumbandel mit China zu verurtheilen. Da nun der Brannt wein bei unzivilifirten Völkern eine ähnliche demoralisirende Wirkung ausübt wie das Dpium, so müßte eine Begünstigung desselben entweder die fittline Entrüftung des deutschen Volles hervorrufen, oder würde dieses unter dem Einfluß des dadurch erzielten Gewinnes fich gewöhnen, seine fiitliche Ueberzeugung zu verleugnen und dadurch Schaden nehmen an einem seiner böchsten Güter, seiner Sittlichkeit. Was werden dazu die Großhändler Wörmann und Genoffen fagen? Pulver, Schnaps, Waffen und Reis, das find, wie Figura zeigt, die Artikel, welche den Negern zugeführt werden. Und davon spielen Und davon spielen Pulver und Schnaps die Hauptrolle; mit diesen wird also die Bivilisation" in Afrika inaugurirt. Ueber den Schutz des Privateigenthums auf See im Falle eines Krieges zwischen Rußland und England, wird in betheiligten Kreisen bereits lebhaft diskutirt. Ein russisches Blatt, die Nowoje Wremja", geht bei der Erörterung der Frage, wie weit Rußland fich an die Pariser D.llaration von 1856 über das Privateigenthum im Seefriege gebunden er achten soll. bereits so weit, auch die Lossagung Rußlands von der Vereinbarung, daß die neutrale Flagge das feindliche Gut deckt, zu empfehlen, um eventuell den englischen liche Gut deci, zu empfehlen, um eventuell ben englischen Handel an allen Enden der Welt zu erschüttern." Eine der natürlichen Folgen eines englisch- russischen Krieges wäre, daß englische Waaren nach Möglichkeit neutralen Schiffen, also deutschen, franzöftschen sc., zur Beförderung übergeben werden würden, um fie durch die neutrale Flagge zu sichern. Dies will das genannte ruffische Blatt verhindern, die neutralen Mächte würden die Staatthaftigkeit des von ihm der russischen Regierung angerathenen Verfahrens aber wohl nicht aner fennen. Italien. Der Italienische Journalistenverein, deffen Präsident der frühere Unterrichtsminister Bonghi ist, hat in der Angelegens beit des Dr. Benedotti Cirment( des aus Berlin ausgewiesenen Berichterstatters) folgenden Beschluß gefaßt:„ Der Journalisten verein hat aus verschiedenen Ursachen erst ziemlich spät durch den Dr. Girmeni Mittheilung von der ihm zu Theil gewordenen Ausweisung aus Berlin und den vorgeblichen Gründen für dieselbe erhalten können. Da diese Maßregel die Rechte der Breßfreiheit erlegt und der offenen und gewissenhaften Dis tuffton der Handlungen und Absichten der Regierungen, sowie dem für die interesfirten Länder werthvollen Bekanntwerden derselben hinderlich ist, so ift der Journalistenverein der An ficht, daß die inzwischen verfloffene Zeit lein Grund sein darf, um ist zu schweigen. Die Rechtsverlegung bleibt bestehen, und sie ist um so schwerer, als der Dr. Girment, der von seinen sämmtlichen Berufsgenossen geachtet wird, teinen Anlaß dazu gegeben hat, ba auch selbst seine olitischen Ansichten der Ne gierung hödst gü stig waren, von welcher ihm die Beleidigung und Benachtheiligung zugefügt worden ist. Indem der Jour nalistenverein gegen einen so willkürlichen und willkürlich mos nur das geringfte Interesse für Jemanden haben könnte. Aber was gab er Dir zur Antwort?" Lauter Unsinn, Herz," sagte Dürrbed, Zitate aus Tasso und Shakespeare damit stieg er augenblicklich anf den Rothurn und ging von dem durch die bewußte Versenkung in die Unterwelt ab. Ich fage Dir, Hans Solberg war mit mir und fonnte fich nachher noch wohl eine halbe Stunde lang nicht zufrieden geben; er lachte in einem fort vor sich hin." tivirten Alt protestirt, spricht er den Wunsch aus, es mi die Regierungen nicht ferner von dem ihnen noch zuftehen Rechte der beliebigen Austreibung der Fremden zum Nach von Schriftstellern und Beitungsberichterstattern Gebt machen, welche pflichtgemäß daran arbeiten, die Kunde von Staaten politif zu verallgemeinern." - Die Untersuchungen in Sachen der wegen revolution Propaganda in der Armee Verhafteten nimmt immer größ Dimensionen an. Bei dem in Rom verhafteten Lobo Marini wurden Pläne der römischen Kafernen vorgefun und von ihm anerkannt. Die Behörden befigen angeblid Liste der Mitglieder der Gesellschaft; es sollen fechshunded Rom allein sein. Türkei. Die Erfolge des Mahdi feßen bie türkische Regi in Schreden, um so mehr, da bekannt ist, daß derselbe, auch heimlich, von allen gläubigen Muselmanen ange wird. Um den Mahdi in den Augen der Gläubigen als e Frevler erscheinen zu laffen, ist von der Regierung fol Erklärung erlaffen worden: ,, Da der falsche Mahoi bi in einer Weise gehandelt, die gegen die Grundsäße des verstößt und folglich im Widerspruche mit den erhabenen und persönlichen Anschauungen Sr. Majeftät des Su steht, ist es nicht unmöglich, daß er seine Kühnheit und rührerische Neigung so weit getrieben haben mag, eine zündende Broklamation gegen die ottomanische Herrscha erlaffen. Das Vorhandensein einer solchen Proklamation indeß bezweifelt, da den Behörden des Hedjaj oder des V welche die arabische Bevölkerung in ihrer Treue gege laiserliche Regierung über die Handlungen dieses Bet auf dem Laufenden zu halten, niemals ermangelt, nichts über bekannt ist. Wie dem auch sein mag, so unterlie teinem Zweifel, daß die Araber in allen von dieser Rac wohnten Theilen des Reiches ihre Ergebenheit gegen taiserlichen Thron und das Khaliphat burch beständiges senden von Deputationen nach Konstantinopel befunden daß die Araber ebenso wie alle anderen Muselmanen vom Fanatismus und Barbarismus gemachten neuen mit derfelben tiefen Berachtung behandeln werden, wie fi Rufteizungen ähnlicher At. Die in Rede stehende Broklam wiro demnach feine Wirkung erzeugen auf die müiber muselmanischen Bevölkerung, welche den fudaneftschen als nichts weiter als einen Betrüger und Räuberhaupt der schlimmsten Art betrachtet."- Db's helfen wird? Großbritannien. Ein dem Parlament vorgelegtes Blaubuch enth diplomatischen Schriftwechsel, der zwischen England und reich über die Frage, ob Reis Kriegsfontreb sei, gepflogen wurde. Das enalische Auswärtige m feine Behauptung aufrecht, daß Reis im Allgemeinen ni Kriegelontrebande behandelt werden könne. Lord G giebt zu, daß es Sache des Prisengerichts der friegfi Macht fel, die eine Beschlagnahme vornehme, in erster darüber zu entscheiden, ob dieselbe legal sei; er behauptet daß die Entscheidung, um bindend für neutrale Regieru fein, im Einklange mit den Grundsägen des Völkerrecht müffe. Die britische Regierung behält sich ihre Red gegen die Doktrin zu profeftiren, daß eine friegführende ohne Rücksicht auf die wohlbegründeten Rechte von N befugt sei, zu entscheiden, was Kriegstontrebande ist oder Im Unterbause, wo diese Angelegenheit den Gegenstan Anfragen bi dete, gab Lord Fzmaurice u. U. die Eil ab, daß die Abbaliung einer internationalen Ronfe Definirung von Kriegstontrebande und Ausdehnung Barifer Vertrage von 1856 verfö: perten politif nicht in ficht genommen set. DE D - In Betreff der afabanischen Frage äußerte flone im Unterhause: Was den Bericht des General toff angebe, so differire derselbe wesentlich von den bekannten Berichten der englischen Offiziere, von Lume englischen Grenskommiffar) werde ein ausführlicher B wartet. Die Regierung werde ihr Möglichtes thun, geleitete Untersuchung erschöpfend und vollständig au Der Zeitpunkt, wann die Antwort der russischen Regien Lumsden's zu erwarten sei, fei noch nicht zu bestimmen fet es nicht möglich gewesen, eine vollständige Antwo lands auf die wesentlichen Punkte der Vorstellung lischen Regierung zu erhalten. Der Regierung fei tein richt von dem Vormarsch der Ruffen längs des Murhab augegangen, fte habe nur gerüchtweise davon gebört wenta habe die Regierung erfahren, daß die russische e dem Befehlshaber an der afghanischen Grenze Belob und Dekorationen verliehen habe. Unterftaatsieteetär ertätte, Lumsden befinde sich jetzt in Tirpul, es wer aufgeboten, den Telegraphen zwischen Teheran und wieder herzustellen. Wie das„ Reuter'iche Bureau" soll Lumsden die strategisch bedeutende Position Tip Heri Rud- Fluffe besetzt haben, um einen etwaigen Hand der Ruffen auf berat au verhindern. Fin A ,, aber laß es gut sein, Bernhard, glaube nicht, daß artiges Nichts auch nur einen Schatten über meine werfen oder mein Glück mir mit einem Hauche trüben Ich habe Dich, Bernhard, ich liebe Dich aus vollem Herzen ich weiß, Du liebft mich wieder, und Gesellschaft!" uns felber genug, was fümmert uns dann die Well Deine liebe, liebe Constanze," rief Därrbed, Was ist dieser Hans von Solberg für ein Mann?" glücklich fühle ich mich in Deinem Besiz! Aber glaub er sich zu ihr niederbeugte und ihre Stirn fügte fragte Constanze. fürchte auch nicht, daß Dir, wenn Du erst mein Weib bist, irgend Jemand den Stolz entgegentragen mit dem Dir jetzt noch Emmige begegnen. Du bift bi nur meine Braut, und leichtfinnig gegebene Verfprede aber nichts vergeben, bis sie ihrer Sache vollkommen ist; dann trittst Du jedoch ebenbürtig in ihre Reihe " Ein lieber, prächtiger Mensch," rief Dürrbed, so natürlich und herzlich, daß man es ihm auf den ersten Blick anfteht, er sei nicht in unseren gebrechselten und so oft leiber vollkommen unnatürlichen Verhältnissen aufgeschon öfter gebrochen worden- bie haute volée wachsen!" H Er war lange in Amerika?" " Ja; ich traf ihn heute unerwartet auf der Straße; Du sollst sehen, wie freundlich man Dir überall be ich hatte keine Ahnung, daß er zurückgekehrt sei." Du bist mit Solbergs felber nicht befreundet?" " „ Ich " Ich war früher oft im Hause," sagte Dürrbed ausweichend. " Und feit Deiner Verlobung mit mir haben sie fich von Dir zurückgezogen," sagte Conflanze mit leifer, aber müssen, Bernhard, mir und Deiner Liebe!" Und nennst Du das ein Dpfer, wenn sich hier und wird." es ist das meine fleinste Sorge; fage mir liebe Laß das, Bernhard," lächelte das junge M Du jezt bestimmt haft, denn auf den Direktor redne mehr. Auf den Direktor?" lachte Dürrbed. Nei tief bewegter Stimme; wie viele Dpfer hast Du bringen Schah. Jemand, dem folche Mittel zu Gebote ftebe einem läftig werdenden Besuche zu entziehen, möchte da eine adelstolze Familie wirklich von mir zurückgezogen das? Noch habe ich eine andere Hoffaung und schwerlich auf Unterhandlungen eingehen. Aber wi hätte?" rief der junge Offizier mit leuchtenden Bliden. barüber erst einmal mit einem tüchtigen Aooolaten fpr Nennst Du das ein Opfer, wo ich Dich dafür gewann, Ich weiß nämlich nicht, ob er Dich durch eine folde Constanze? Aber es ist das nicht einmal der Fall, denn Gesetz gerade zuwiderlaufende Klausel wirklich binden N Hans erzählte ich augenblicklich von Dir, und er blieb so herzlich, wie er je gewefen. Nur in dem alten Rammers noch der alte Dünkel." ist das aber trotzdem der Fa, nun, bann Ro Schlimmste, was mir passiren tann, daß ich die. herrn und der eingebildeten Dame, seiner Frau, stedte tionalftrafe zable, unb das macht mich auch not arm. So viel verspreche ich Dir gewiß: Ende na Monats ist meiner Eltern silberne Hochzeit, und an Und die Tochter? Ich begegnete ihr neulich und grüßte fie artig, aber sie hielt es nicht der Mühe werth, mir zu danken." Sie hat Dich vielleicht gar nicht erkannt." " Das wäre allerdings merkwürdig," lächelte Constanze; Tage feiern wir auch unsere bas" Mein Bernhard!" Verbindung -genü Aber jezt muß ich fort. Die Dam merun den umf Бобе Aud find wort Erhe unter au fo zeit Uebe Folg Diret Die Diese ware ihren in be lich S Erhe in b Schich gege Don beftin fond thüre werde Erin nach telche Stei Piro Beift Tag Flieg ( Ma das Der S auch befor Dob Die v mehr Anla ben. anfeb zu n Der z Der zählt. Die Bäun Des beded Strä Schle alle ftellte freisi theilt Beitu aefag Magi Ausi Grun Straße im u Die o Schie halter folge In Der a hierb theilu neten Wah! Mitn nicht nicht wir, bereit biefig an bie Sto Conf ftanz unser man bere bie I bie mehr freue Und und erfte plau Schle in nend Han renn zu fi Arm Rau er, mad aus! fette nicht fout ga be, ftebe Nad Gebra Don! Lution er groß Lodo gefunt eblid unted Regien ange als d folg Di bi es men Sull und eine Schaf tion gege Bet tchts terlie Rac egen iges Den en n te fi flam ther Ag aupts that RD eba Ant ni S füb er j ptet cru cht Red De Ne oder Giftl ftan feren A D t in fich ald Den 40 en ten Do T DE eine arbab Regi Lob 子 惜 Derbe D u" Cirp Dan ine en em, Fin Wel ed, i iste Laub mein agen ft bil prede e t men eihen be STRE eber, edne eis, teben öchte 10.16 ад Spr Іфе Den ift Ro поф e nat Dan enügt Lokales. Am bemerkenswertheften ist hierbei der Schlußfaß. Herr Höhne theilte dem Blatte nämlich weiter mit, daß er, trop der an geblich am 29. Dktober v. 3. abgelaufenen Amtsdauer als Schiedsmann noch heute im Beftz der Protokollbücher und des Stempels sei, und daß er seit jener Beit bis heute fortwährend Amtshandlungen als Schiedsmann in gutem Glauben vorge nommen, da ihm keinerlei Mittheilungen vom Magiftrate über Ablauf seiner Amtsdauer und lebergabe der Bücher und des Sten pels zugegangen waren. Alle von Herrn Höhne, Gartenstraße 73, in den 5 Monaten seit dem 29. Oktober v. J. vor genommenen Schiedesmannshandlungen find der oben abge brudten Magistratsverfügung vom 25. März d. J. zufolge also redkisungiltig. Die richterlichen Entscheidungen in allen Brozeffen, welche in der Beit vom 29. Dftober v. J. bis jest auf Grund der Schiedsmannsatteste des genannten Herrn geführt worden find, lönnen auf ihre Rechtsgiltigkeit ange fochten werden. Entscheidet nun die gerichtliche Instanz auf Rechtsungiltigkeit, wer trägt dann die bisher entstandenen Prozeßtoften? a. Auf Veranlaßung des Kultusministers werden in den fünftigen Universitätsferien Autoritäten der Augenheilkunde umfaffende Untersuchungen der Augen bei den Schülern der höheren Lehranstalten in verschiedenen Provinzen vornehmen. Auch auf das Vorkommen der Schwerhörigkeit der Schüler find vom Kultusminister die Schulaufsichtsbehörden hingewiesen worden, und es werden gegenwärtig in den höberen Schulen Erhebungen angestellt über das Auftreten der Schwerhörig leit unter den Schülern. Es handelt sich dabei insbesondere darum, au fonstatiren, ob die Schwerhörigkeit erft während der Schulzu zeit eingetreten ist und ob von Seiten der Schule diesem Uebel und seinen das Unterrichtsresultat beeinträchtigenden Folgen Beachtung geschenkt wird. Demgemäß haben die Schul Direttoren Auskunft zu geben über folgende Bunkte: 1) über die Zahl der Schwerhörigen in den einzelnen Klaffen, 2) ob Dieselben bereits bei ihrem Eintritt in die Schule schwerhörig waren, 3) ob auf die Schwerhörigkeit der betr. Schüler bei ihrem Eintritt in die Schule etwa durch Anweisung von Plägen in der Nähe des Lehrers Rücksicht genommen wird. Nament lich Punkt 3 ist sehr wichtig, und es soll durch die angeordneten Erhebungen offenbar darauf hingewirkt werden; doch ist in den meisten Fällen wohl vorauszuseßen, daß es bereits geSchicht. a. Zur Vermehrung der Sicherheit in den Schulen gegen Fruersgefahr 2c. ist neuerdings vom Kultusminister bestimmt worden, daß bei allen Neu- und Reparatur bauten von Schulhäusern nicht allein die Thüren der Schulstuben, sondern auch die für die Schulkinder bestimmten Eingangs, thüren der Schulgebäude nach Außen aufschlagend eingerichtet werden sollen". Der Polizeipräsident bringt die Polizeiverordnung in Erinnerung, nach welcher das Tödten und Einfangen der nach benannten Vogelarten verboten und strafbar ist: Blau telchen, Rothfelchen, Nachtigall, Grasmüde, Rothschwanz, Grasmüde, Rothschwanz, Steinschmäger, Wiesenschmäßer, Bachstelze, Bieger, Bauntönig, Birol, Goldhähnchen, Meise, Ammer, Fint, Hänfling, Sperling, Beifig, Stieglitz, Baumläufer( Kleiba), Wiedehopf, Schwalbe, Lagschlaf, Staar, Dohle, Saatträhe, Hate( Mandelträbe), Fliegenschnäpper, Würger, Kudud, Specht, Wendehals, Buffard ( Mäusefalt) und Eule( mit Ausschluß des Uhu). Ebenso ist das Ausnehmen der Eier oder der Brut sowie das Zerstören der Nester der voraufgeführten Vögel verboten. Daffelbe gilt auch von allen Vorbereitungen zum Fangen dieser Vögel, insbesondere von dem Aufstellen von Vogelneßen, Schlingen, Dohnen, Sprenkeln, Räfigen und Leimruthen. Auch dürfen Die voraufgeführten Vogelarten auf den Wochenmärkten nicht mehr feilgeboten werden. Regen der Natur, die mit gewaltiger Macht die legten Feffeln bricht, die der tyrannische Winter ihr geschlagen? Der Riesens tampf tritt zurück hinter den kleinlichen Kampf um die eigene Existenz; die Menschen, denen nur an Sonn- und Feiertagen, und dann kaum noch, vergönnt ist, einen Fuß zu feßen, einen Blick zu werfen in die freie, schöne Natur, fte bleiben unberührt von dem unendlichen Zauber, von dem geheimnisvollen Wirken, Das mit tausendfältigem Leben das Starre, Todte durchbricht! Ungesehen entinospen und entsproffen die Millionen Blätter und Blüthen, Blumen und Gräser, ungehört verhallt das liebliche Geläute der Maiglöckchen und Anemonen, welche den Menschen hinausrufen aus dem steinernen Labyrinte und einladen zur holden, erquidenden Frühlingsfeier, und wie ein Ruf aus anderen Sphären klingt die Frage an sein Dbr:„ Ein Sträuschen gefällig?" Berwundert hemmt der Geschäftige seine eilenden Schritte und fast befremdet blickt er auf, heraus geriffen aus seinen fombinirenden Gedanken. Sind es auch weniger die Fragesteller selbst, die seine Blicke zu feffeln vers mögen, so sind es doch die lieblichen Kinder der Natur, die Blümchen wunderhold, die ihn anjieben mit unwiderstehlicher Gewalt, die ihn anlachen in unschuldsvoller Reinheit und grüßend die farbigen Röpfchen neigen. Da beginnt es auch in seiner Brust fich zu regen und Frühlingsschauer machen sein. Herz erbeben ,,, denn für Natur" schlummert faft in jeder Menschen brust ein mehr oder minder empfängliches Gefühl und Verständniß, welches nur einer Anregung bedarf, um zum vollen Bewußtsein zu gelangen. Und diese Anregung wird hter gegeben, der Städter wird fich der großen Beit bewußt, in welcher er lebt, in der die Natur ihre Auferstehung feiert aus dem langen Winterschlafe, und in ihm reat fich das Vers langen, thellzunehmen an der Jubelfeier, sein Mitempfinden zu befunden und sich zu schmücken mit den holden Sendlingen des Früblings. Freudig ftredt er seine Hand aus nach dem dargebotenen Sträußchen und ebenso freudig entrichtet er auch den geringen, ihm dafür abverlangten Preis. Und in der pietätvollen Befriedigung seines inneren Dranges vollbringt der Käufer eines Siräußchen, wenn auch wohl oftmals unbewußt, Augleich eine zweite gute That. Sind doch die Blumenver fäufer auf den Straßen zumeist Frauen und Kinder, oder auch frante und arbeitsunfähige oder arbeitslose Männer, welche biesen, schwerlich viel abwerfenden Handel treiben, um sich eine, wenn auch spärlich fließende Einnahmequelle zu erschließen und denen durch den Verkauf ihrer Sträußchen immerhin ein finanzieller Vortheil ermächst. Wer da weiß, wie schwer es Manchem wird, fich ehrlich und redlich durchzubringen, wie weh der Hunger thut und wie groß die Versuchung und Verführung ist, der wird sich gewiß schon aus diesem Grunde veranlaut fühlen, nicht achtlos oder abweisend vorüberzugeben, wenn zarte Kinderhändchen fich ihm entgegenstreden, wenn bleiche Frauen oder Mädchenlippen die billende Frage an ihn richten: Ein Sträußchen gefällig?" Von den„ oberen Zehntausend". Der sensationelle Kriminal- Prozeß gegen die viel erwähnte, zulegt wegen wieder holter Fälschung amtlicher Urkunden zu einer 2 jährigen Buchthausstrafe verurtheilte ,, Gräfin Redey" hat jest, der ,, Ger. Btg." zu Folge, ein Nachspiel vor dem Kriminaliichter in einer Untersuchungsfache gegen den Sohn und Erben eines an einem süddeutschen Hofe aftreditirt gewesenen, fürzlich verstorbenen Diplomaten gefunden. Unter den von der Gräfin Revey an geblich geschädigten Personen befand sich auch dieser Diplomatensohn, der in der Zeit vom März 1881 bis dahin 1884 von einem süddeutschen Amtsgericht wegen Beischwendung entmündigt worden war. Dec junge Mann, welcher in Berlin studirte, lernte hier die Gräfin Redey kennen, die unter der Angabe, daß fie mit den höchsten Kreisen der Gesellschaft in Verbindung stebe, denselben veranlaßte, ihr ein Wechselatzept in Höhe von 30 000. zu übergeben und außerdem einen Theil einer ihm inzwischen zugefallenen Erbschaft in Höhe von 103 000. der Gräfin Redey zu zediren. Als equivalent für diese Werthe will der junge Lebemann nur eine ganz geringe Summe erhalten haben, während die Gräfin Redey fich wiederholt mit diesen Werthen Geld verschafft haben soll. Als die Untersuchung gegen die Hochftaplerin Reden eingeleitet wurde, ließ der Untersuchungsrichter diesen Wechsel von 30 000 Mait und Die Erbschaftszeffion, welche Werthe inzwischen in die Hände dritter Personen übergegangen waren, mit Beschlag belegen. Es gelang aber dem zeitigen Inhaber dieser Werthe, dem Landgericht den Beweis zu liefern, daß er in ganz reeller Weise in den Befit dieser Dokumente gekommen war und auch nicht gewußt habe, daß der Wechsel- Akzeptant und Erbe des sehr bedeutenden Vermögens zur Beit ents mündigt mündigt war. In dem Strafprozeßverfahren gegen ie erwähnte Gräfin Redey hat nun der Erbe ausgesagt und mit dem Eide bekräftigt, daß er außer 700 Mt., die zur Bezahlung von Schulden verwandt worden sind, feine weitere Valuta von der Gräfin Reden erhalten habe. Nach der Verurtheilung der Gräfin Redey strenate nun der Bige Inhaber des Wechsels über 30 000 Mt. gegen den Wechsel- Atzeptanten, über welchen, wie schon eingangs erwähnt, das Entmündigungsverfahren inzwischen aufgehoben war, die Klage an. Mit dieser Klage ist derselbe aber unter Kostenlast abgewiesen worden, da der Beklagte den Nachweis erbracht, daß er zur Beit der Aus stellung des Wechsels unter Kuratel gestanden hatte. Nunmehr ließ es fich der Wechsel- Inhaber angelegen sein, über die mikliche Entstehung des fraglichen Wechsels den richtigen Sachverhalt zu erfahren, wobei sich heraus stellte, daß bei Hingabe deffelben noch eine zweite Dame interesfirt gewesen, mit welcher Der junge E.be längere Zeit ein intimes Verhältniß unterhalten und ihr als erzielte Valuta auf den in Rede stehenden Wechsel balts gezahlt hatte. Diese zweite Dame, welche im Botsdamer eine bedeutend höhere Summe zur Bestreifung ihres Unter Biertel längere Beit gewohnt, bat denn auch Briefe ihres rüheren Verehrers, des Wechsel Akzeptanten, zur Stelle ge= bracht, die das ganze Wechselgeschäft und die ganze Erbschafte zeffion ganz anders darstellen, als es der junge Diplomaten john in dem Etrafverfahren gegen die Gräfin Redey eidlich gethan hatte. Wenngleich nicht in Abrede zu stellen, daß deffenungeachtet der Wechsel- Akzeptant bei Hingabe des Wechsels und der Beffion des Erbschaftsantheils mehr oder weniger einer schlimmen Sorte„ Kravattenfabrikanten" in die Finger gefallen, so dürfte doch, nachdem die bisherigen Verhandlungen gescheitert sind, die ist eingeleitete Untersuchung den Beweis liefern, daß der junge Diplomatensohn in höchft leichtfertiger Weise über die wirkliche Entstehung des Wechsels und über die darauf erhaltenen Summen seine Aussage abgegeben hat. g. Der Laufiber Platz verspricht, was die gärtnerischen Anlagen betrifft, zu einem der schönsten Pläge Berlins zu wer ben. Der zu diesen Anlagen hergerichtete Plaß ist von einer ansehnlichen Größe und da die Ausschmückung eine sehr reiche zu nennen ist, so kann man ungefähr ermeffen, daß die Zahl der zur Einpflanzung kommenden Bäume uud Sträucher, mit der man gegenwärtig fleißig beschäftigt ist, nach Hunderten zählt. Das in der Mitte des Plages stehende Gebäude für die interimistische Thomaskirche wird förmlich von jungen Bäumen und Sträuchern eingerahmt und gerade dieser Theil des Plages wird sich, wenn erst das dichte Gün die 3 veige bedeckt, sehr wirkungsvoll ausnehmen. Die Bäume und Sträucher werden der städtischen Baumschule vor dem Schlesischen Thore entnommen, woselbst man übrigens jegt alle Hände voll zu thun hat, um allen an die Baumschule ge ftellten Anforderungen zu genügen. Auf Als einen interessanten Beweis für die„, deutschfreifinnige" Mufterwirthschaft in unserer Stadtverwaltung theilt ein hieftges Blatt folgendes mit: In den meisten biefigen Beitungen war neulich eine Nott: zu lesen, in deren Eingange aefagt war: Den Schiedsmännern ist ein Rundschreiben des Magiftrats zugegangen, worin sie über ihr Verbleiber, resp. Ausscheiten aus dem Amte unterrichtet werden 2c.' Grund dieses Artikels theilt der hiesige Rentier Höhne, GartenStraße 73, ein in Ehren alt gewordener Mann, der lanne Jahre im unbesoldeten Rommunaldienste thätig gewesen ist, mit, daß die oben angedeutete Notiz nicht richtig sei. Er sei nämlich Schiedsmann, habe aber ein solches Rundschreiben nicht erhalten. Dagegen sei ihm auf eine Anfrage vom Magiftrat folgender Bescheid geworden: Berlin, den 25. März 1885. In Beantwortung Ihres Schreibens vom 9. d. M., speziell der am Schluffe beffelben gestellten Fragen, theilen wir Ihnen hierdurch mit, daß Sie bei den infolge der neuen Bezirksein theilung stattgefundenen Neuwahlen weber zum Servisverordneten noch zum Schiedsmann wiedergewählt worden sind. Die Wahlen werden von der Stadtverordneten Versammlung ohne Mitwirkung des Magistrats vollzogen. Wir befinden und daher nicht in der Lage, die Gründe angeben zu fönnen, welche für die nicht erfolgte Wiederwahl vorgelegen haben. Schließlich bemerken wir, daß Ihre dreijährige Wahlzeit für das Schiedsmannsamt bereits am 29. Ditober v. J. abgelaufen gewesen ist. Magistrat biefiger Röniglicher Haupt und Residenzstadt".( Unterschrift.) an, und ich möchte der liebenswürdigen Nachbarschaft, die hier an den Fenstern zu wohnen scheint, nicht Stoff zu boshaften Bemerkungen geben, Deinetwegen, Constanze." Die beiden jungen Damen da drüben," lächelte Conftanze, baben fich schon fast den Naden abgedreht, um unser Fenster nicht aus den Augen zu verlieren." H Es find Klingenbruchs," nidte Dürrbed, und wie man fich in der Stadt erzählt, leben fie, fast ohne jebe an bere irdische Nahrung, nur von Standal und Neuigkeiten doch gute Nacht, mein Herz, halte Dich jetzt und noch bie kurze Zeit tapfer, und bald, recht bald schlägt für uns bie glüdliche Stunde, von der an wir vereint und nicht mehr getrennt die Dämmerung erwarten und uns ihrer freuen tönnen. Gute Nacht, mein liebes, füßes Herz!" Und sie noch einmal fest umschlingend, wandte er sich ab und verließ, felig in der Erinnerung an diese Stunde, der erften faft, in der er ungestört mit der Geliebten hatte plaubern können, das Haus. In der Bierstube. Am andern Morgen, und zwar dicht vor zwölf Uhr, Schlenderte Hauptmann Dürrbeck über den Markt, aber so in Gedanken vertieft, daß er gar nicht auf die ihm Begegs nenden achtete, bis er fich angerufen hörte und zugleich Hans' Hand auf seiner Schulter fühlte. Hollah, Bernhard," lachte der junge Solberg, Du rennst ja die Leute beinahe auf der Straße um, ohne sie zu sehen! Wobin?" Als Dürrbeck auffah, erkannte er den Freund, der Arm in Arm mit feinem fünftigen Schwager, dem Grafen Rauten, vor ihm stand und ihn fröhlich anschaute. Wie geht es, Hans?" fragte er freundlich, während er, mehr förmlich, dem Grafen eine leichte Berbeugung machte, die dieser ebenso erwiderte. Du siehst vergnügt aus 1" " Ich bin es auch," erwiderte der junge Mann, aber," fette er etwas erstaunt hinzu, tennen fich die Herren nicht? Mein fünftiger Schwager, Bernhard Graf Rauten, t. Ein Sträußchen gefällig? In dem raftlosen Getriebe und Gewoge einer Millionenstadt, vergraben hinter falten, düsteren Mauern, in Fabriken, Komtoirs, Bureaur. Geschäften und Wohnungen, die Gedanken gerichtet auf Arbeit, Erwerb und Gewinn, in Anspruch genommen von den schweren Sorgen des täglichen Kampfes ums Dasein, wie hätte der Mensch da Beit und Gelegenheit, zu sehen und zu hören das gewaltige von mir." Hauptmann von Dürrbed, ein alter lieber Jugendfreund Ich habe die Ehre gehabt," sagte Rauten lächelnd, ,, wir waren einige Male fchon an verschiedenen Plätzen zu fammen, auch in Deines Vaters Hause, Hans." Gewiß," sagte Dürrbeck ,,, ich glaube fogar, ich hatte schon einmal das Vergnügen, mit dem Herrn Grafen eine Partie Whist zu spielen?" Ach ja, bei Schallers, nicht wahr?" " Ich glaube, ja, aber wo willst Du hin, Hans?" " Wenn ich aufrichtig sein soll, so war ich bis jetzt wohl noch ohne Biel; wir flanirten nur und plauderten von Dem und Jenem. Wir find einander noch fast volltommen fremb, und sollen doch schon so bald in eine so nahe Verwandtschaft treten. Doch jest spür' ich Appetit nach einem Glase Bier, ist nicht ein gutes Haus hier in der Nähe?" Gewiß, das beste, gleich hier dicht bei," sagte Dürr bed, bei Baumanns in der sogenannten Zichorie." Ein ominöfer Name!" lachte Hans. " " Wir haben der Restauration den Namen gegeben, weil man einen so nichtswürdigen Raffee bort bekommt. Aber das Bier ist ausgezeichnet, und um diese Zeit am Tage finden wir auch das fleine Stübchen voll von Dffizieren." " Vortrefflich!" rief Hans. Du lieber Gott, wie lange bin ich jest in feinem wirklich echten Bierhause gewesen; tomm, Leopold, Du gehst doch mit?" " Ich muß Dir aufrichtig gestehen," sagte Graf Rauten, daß ich ein schlechter Biertrinker bin; ich mache mir nichts baraus, und dann bekommt es mir auch nicht, besonders Morgens nicht." Man findet bort auch ein vortreffliches Glas Portwein oder Sherry," sagte der Hauptmann. Wenn das ist, habe ich nichts bageyen," willigte der Graf, obgleich noch etwas zögernb, ein, wir werden nur in einen heillosen Tabatsqualm gerathen und man bringt den Geruch gar nicht wieder fort." Aha," lachte Hans, Du fürchtest Dich vor Mama und Fränzchen, wenn wir nachher zum Effen gehen. Bah, In der Leihbibliothet. Die deutsche Schriftstellerwelt ist nicht gut auf die Leihbibliothek zu sprechen und die Gründe für diese Antipathie sind einleuchtend. Wie soll ein Buch zahlreiche Auflagen erleben, wenn jedes einzelne Exemplar den: Lefebedürfnisse von Hunderten oder gar Tausenden genügt? Wie soll der Verleger nambafte Honorare zahlen, wenn er weiß, daß einige hundert Leihbibliotheken feine bedeutendste Kundschaft, den Stamm seiner Käufer bilden? Wenn von dem neuesten Roman Bola's, Germinal", wenige Tage nach der Ausgabe desselben 55 000 Exemplare abgefeßt waren, und gegründete Aussicht vorhanden ist, daß sich diese Zahl binnen Sturzem auf 100 000 fteigern werde, so erklärt fich dieser riesige Erfolg, außer durch die Beliebtheit des naturalistischen Autors, wesentlich durch den Umstand, daß das Leihbibliothekenwesen in der Ausdehnung, welches es in Deutschland gewonnen hat, in Frankreich unbekannt ist, und daß daselbst feder halbwegs günstig Gestellte nicht daran denkt, abgegriffenen Exemplaren eines Budes, bas durch zahlreiche Hände gegangen ist, an dem möglicherweise Krankheitsteime haften und auf das er überdies vielleicht wochenlang warten muß, den Eingang in sein Haus zu geftatten. Diese Verhältnisse machen es begreiflich, daß die franzöftschen Schriftsteller, denen es gelingt, en vogue au fom men, Hotels, Landfiße und werthvolle Gemälde- Gallerien bes figen, während es die gelesensten und fruchtbarsten deutschen Autoren im besten Falle zu einem bescheidenen Wohlstande bringen. Diese bedauerlichen Zustände find oft genug besprochen, mans nigfache Vorschläge zur Befferung derselben find gemacht wor den, ohne daß bis jest ein Erfolg erzielt wurde und ohne daß Aussicht vorbanden wäre, in nächster Beit einen solchen zu ers reichen. Beben wir daher die undankbare Rolle des Predigers in der Wüste auf und dringen wir lieber fühn in das Lager des Feindes, in die Höhle des Löwen, in eine der frequentesten Leihbibliotheken. Ein Stündchen in den großen Zimmern vers lebt, an deren Wänden die Tausende von Bänden in ihrer gleichförmigen Einbands Uniform mit den Namen, Titeln und Bablen am Rücken den Eindruck einer in Reib' und Glied aufgeftellten Armee machen, fann sich ebenso lehr als genußreich gestalten. Was ist nicht Alles hier aufmarschirt, von einzelnen Ichweren Batterien der Fachwissenschaften bis zu den leichten Tirailleurs feuilletonistischer Stigjen. Das Gros bilden die bas nimmt die Luft alles wieder fort, und dann mögen fie sich auch ein wenig daran gewöhnen! Bum Henter auch, es fällt mir gar nicht ein, mich der zarten Nerven meiner sehr gnädigen Mama wegen so zu geniren, daß ich nicht allein wagen darf, außer dem Hause eine Bigarre zu rauchen, und Du thäteft sehr wohl daran, Leopold, wenn Du Fränzchen nicht zu sehr darin, gleich von Anfang an, verwöhntest! Du bringst einmal später einen Freund mit nach Hause, der vielleicht so gern raucht, wie ich, und fannst Du ihm nachher keinen Platz bieten, wo er im Stande ist, dem Genuß zu fröhnen, so fühlt er sich nicht behaglich und bleibt das nächste Mal weg." Also meinst Du, ich soll mir ein richtiges Rauchcoupé anlegen?" Gewiß, das gehört in jede Haushaltung, und wenn ich einmal heirathe, fo bedinge ich mir gleich in dem Kontratt aus, daß ich überall im Hause rauchen darf, ich will nirgends genirt sein." Nun, weißt Du, Hans," lächelte der Graf ,,, bis da hin änderst Du vielleicht noch Deine Ansichten; möglich, deß Du auch noch einmal ganz richtig unter den Bautoffel tommst." Möglich, aber doch nicht recht wahrscheinlich; doch, wo ist Deine Restauration zur Sichorie, Bernhard ,, Da, gleich vor uns, Baumann, der Name steht ja über der Thür. Wir wollten, er sollte sich eine Bichorien pflanze als Schild über die Thür fezen laffen, ja haben uns fogar erboten, ihm dasselbe fostenfrei zu liefern, aber er mag nicht recht dran, denn der Name gefällt ihm nicht, ja, er behauptet sogar, bei ihm gäbe es ben besten Kaffee in der Stadt. Aber da find wir," und den Beiden voran trat er in die Thür, um ihnen den Weg zu zeigen. Er führte sie auch jetzt in ein ziemlich geräumiges Lotal, aus bem ihnen aber allerdings ein sehr gemischter Tabatabampf entgegen quoll, wie denn auch eine Gesellschaft von fleinen Beamten und Bürgern den Raum zu füllen schien. Sier?" sagte Graf Rauten und sah den Hauptmann von Dürrbed etwas erstaunt an. Wir müssen hier durchgehen," sagte dieser, unser Lokal liegt dort drüben." ( Fortsetzung folgt.) Fußtruppen des spezifischen Leibbibliothek Romanes, einer litera ischen Erscheinung, welche bdiefer Institution nicht nur den Namen, sondern auch die Entstehung verdankt, Blüthe und Frucht derselben ist. Die Leibbibliothet benachtheiligt nämlich den tünstlerisch schaffenden Autor nicht nur durch die Schmä lerung des Absages seiner Werte, fordern vielleicht noch mehr Durch die Konkurrenz des handwerksmäßigen Produzirens, das fte begünstigt, ja hervorruft, und das den ungünstigsten Ein fluß auf die Geschmacksrichtung des lesenden Publikums aus übt. Gewisse Autoren und gewiffe Verlags fitmen existiren nur burch und von den Leibbibliotheken, fte wären ohne dieselben einfach unmöglich Treten wir ein in das geistige Restaurations Total. Die Kommis find in voller Thätigkeit, um die literarischen Bedürfnisse der Rundschaft zu befriedigen. Sie schlagen in umfangreichen Katalogen nach, fie tleitern auf Leitern empor, um die verlangten Bücher von den höheren Regalen zu holen, fie quittiren über Abonnements- Beträge und Einlagsaelder, fie empfehlen den Unentschiedenen dieses odes jenes Wert, fie vers tröften Andere, welche ein bestimmtes Buch, das eben ver griffen ist, verlangen, auf die nächsten Tage, fie schreiben die ausgegebenen Werte in die Abonnements bücher ein und löschen Die zurückgebrachten in denselben. Intereffanter aber als das Bersonal, unter welchem allerdings auch bemerkenswerthe Typen zu finden find, die ein gewiffes schöngeistiges Kachet zur Schau tragen und, geflüßt auf ihre Kenntnis von Büchertiteln, eigentlich eine Lehrfanzel der Geschichte der modernen Literatur für den ihrer würdigen Plaz halten, ist das Publikum, welches von diesen durch unerbittlichen Schicksalsspruch an das Steh pult und den Ladentisch gefesselten Tantalussen bedient wird. Wir wollen von den dienstbaren Geistern absehen, die aller bings ein bedeutendes Kontingent zu den Gästen der Leih bibliotheken stellen, aber nur im übertragenen Wirkungskreise hier erscheinen und aus deren Wünschen man nicht einmal immer einen unfehlbaren Schuß auf die literarische Richtung threr Auftraggeber ziehen tann. Ich habe nämlich diesen Imposanten Latai und jenes zierliche Kammerfäßchen im Vers bachte, daß fie ihrer Herrschaft die eigenen Lieblings- Autoren unter dem Vorwande oftroyiren, daß die verlangten Werke gerade in der Hand seien. Und so muß denn der Gebieter des imposanten Lataten Louise Mühlbach" statt„ Difip Schubin", und die Herrin des sierlichen Kammermädchens ,, Eduard Breier" ftatt Friedrich Spielhagen" lesen. Es geschieht ihnen übrigens ganz recht, warum wenden fie fich an die Leihbliothek statt an ben Buchhändler! Der blaffe junge Mann in dem fadenscheinigen, aber sorgfältig gebürsteten Rocke und mit der Brille auf der Nase, der jegt eintritt und ein wissenschaftliches Werk verlangt, ist offenbar ein Student. Ach! das Unterrichtgeben trägt nicht so viel ein, daß man fich die nöthigen Hilfsmittel anschaffen könnte; hat es ihn doch genug Sorgen und Ents behrungen geloftet, um den Abonnementsbetrag und die EinTage zusammenzubringen. Wie er fich eilig mit dem so schwer errungenen Schoße entfernt! Er hat keine Zeit zu verlieren. Wie viele Stunden der Nacht wird er bei mattem Lampen scheine über das Buch gebeugt figen, das er iegt mit fich fortträgt. Tapferer Bursche, mögest du stegen in dem unblutigen, aber darum nicht minder schredlichen Rampfe zwischen Armuth und Wissensdrang! Er reicht im Fortgehen einer eleganten Dame die Thürtlinte. Sie verlangt stürmisch die ,, Société de Vienne"! Sie hat schon dreimal geschickt und erscheint jest persönlich, Alle Exemplare find verliehen, obwohl, wie der Rommis entschuldigend verfichert, deren zehn angeschafft wur den. Ob die Biffer exakt ist, wer fann es sagen? Möglich ist fie immerhin. Die Dame rauschte entrüstet hinaus. Vielleicht entschließt fie fich endlich doch, das Buch zu kaufen. Ein älterer, aber noch sehr jugendlich gekleideter Herr, deffen Haupt haare und Bart jedenfalls gefärbt find, vorausgesetzt, daß ersteres überhaupt echt ist, flüstert sehr geheimnißooll mit einem Der Kommis, der ihn mit verständnißvollem Lächeln anhört. Etwas Pilantes! Das Pilanteste, was vorhanden ist! Natür lich nur franzöftsch! Der Kommis empfiehlt ihm La belle Madame Le Vassart"! Darüber hinaus giebt es nichts mehr als die Verlagsartikel gewiffer Hamburger Firmen, welche aber nur in verftegelten Kouverts verschickt werden. Wer kann in der einfach, aber geschmackvoll gekleideten, nicht mehr ganz jungen Dame mit den blond n SchmachtLoden Die Gouvernante oder Sprachlehrerin ver Tennen? Ste verlangt englische oder amerikanische Romane der Tauchnitz Edition Braddon, Elliot, Bret Hart, vieleicht auch Duida. Sie wird ihre Schülerinnen, daß Nügliche mit dem Angenehmen verbindend, beim Lesen dieser Romane mit den Geheimnissen der englischen Grammatit, Syntax, Rechtschreibung und Aussprache vertraut machen. Der Jüngling mit dem bartlosen Gefichte, dem langen Haare und Dem Sonnenthalhute, der den Streit der Schmiede" verlangt, ist ein angehender Seelenmaler, vielleicht sogar ein Schüler des Konservatoriums. Wehe, wenn er losgelassen! Er wird dem harmlosen Geselligkeitsverein, der ihn für nächsten Sonntag eingeladen hat, mitleidslos das Gedicht Coppées vorseßen und Die Hörer dürfen fich noch glücklich preifen, wenn sie nicht Halm's König Leogair" als Buwage erhalten. Sein weibliches Pendant ist die junge Dame mit der Mappe in der Hand, welche ihrer Sehnsucht nach der ,, Mutter vor Gericht" verschäm ten Ausdrud leiht. In eine höhere Kategorie derse ben Klaffe gehören die Kunstnovizen beider Geschlechter, welche„ Die Räus ber," ,, Don Carlos", Sappho" oder Maria Stuart" verlangen. Lyrit wird verhältnißmäßig wenig begehrt. Die Beit ist ja so prosaisch! Hübsche Backfische verlangen wohl ab und zu Seibels Gedichte und sentimentale Nähmädchen sparen fich das Leihgeld vom Munde ab, um in Saphir's Wilde Rosen" zu schwelgen. Dagegen möchte ich schwözen, daß jene Frau in unbest mmbarem Alter, beren anspruchsvolle, zugleich aber vernachläffigte Toilette mit Bestimmtheit auf den Blauftrumpf schließen läßt, und die mit rubiger Sicherheit die ,, Diffonanzen aus zerrissenen Herzenssaiten" verlangt, diese Mistöne selbst auf ihrem poes tischen Gewissen hat. Die tiefe moralische Entrüftung, die fie nicht verbergen tann, als ihr der Kommis mittheilt, daß die Diffonanzen" nicht angeschafft wurden, ja daß er den Titel Dieses Buches zum ersten Male böre, spricht unwiderlegbar für Diese Annahme. Arme Dichterin, lege diese Diffo nanz zu den anderen deines Lebens! In ununterbrochener, endloser Reihe drängen fich die Kunden herein. Unsere Beit aber ist abgelaufen. Wir verlassen das Lokal, indem wir allen ben literarischen Gourmands guten Appetit und gesunde Ver bauung, der Institution der Leihbibliotheken selbst aber ein baldiges feliges Ende wünschen ein frommer Wunsch, der leider fehr wenig Aussicht hat, bald in Erfüllung zu gehen. Ein Mädchen für Alles". Eine in der Spandauer Straße wohnhafte Familie hatte zum ersten April ein neues Dienstmädchen engagirt. Daffelbe hatte wegen feines gefälligen Wesens und feines ausgezeichneten Dienstbuches den Vorzug vor vielen Bewerbern erhalten. Am zweiten Feiertage ging die gesammte Familie ins Theater und ließ, in Folge des dem Mädchen geschenkten Butrauens, dasselbe allein in der Wohnung zurüd. Als fte aus dem Theater zurücklehrte, machte sie Die traurige Entdeckung, daß das Mädchen verschwunden war und sämmtliche Gold- und Silbersachen, deren es hatte habhaft werden können, mitgenommen hatte. Sogar der Silberfchrant war erbrochen und das ganze| Darin befindliche werthvolle Geschirr geraubt worden. Dagegen bat die schm de Diebin versäumt", ihr Dienstbuch mitzunehmen. Es wurde nun sofort bei der Polizei die Anzeige von dem Diebstahl ge macht, und das zurückgelaffene" Dienstbuch des Mädchens ab gegeben. Da ftellte fich denn heraus, daß das Dienstbuch der Betrügerin gar nicht gehört hat, daß diese das Buch, welches von der Polizei schon längere Zeit gesucht wird, gestohlen oder gefunden und als ihr eigenes ausgegeben hat, um auf Grund Der darin enthaltenen guten Zeugnisse eine lohnende" Stellung fich zu verschaffen und ihr wirkliches Nationale zu verbergen. Bis jest fehlt über die raffinirte Diebin und den Verbleib der gestohlenen Werthsachen noch jede Spur. Unerschöpflich ist der amtliche Polizei- Bericht in feinen Mittheilungen aus den Nachtſeiten des Berliner Lebens. In einem einzigen furzen Absas wird uns vorgestern wieder von einer Leiche erzählt, die im Kanal angeschwemmt wurde, von einem unbekannten Mann, der bewußtlos auf der Straße gefunden wurde, von einer Frau, die in finnlos betrunkenem Bustande vom Schlage gerührt ward. In der einen Reihe wird ein Selbstmörder gerettet, weil der Strick reißt, an dem er fich erhängen wollte, in der anderen wird ein Ertrinkender noch lebend aus dem Wasser gezogen. Wahrhaft tragisch aber flingt es und für die Verfasser von Schauerromanen dürfte es einen Vorwurf zu einem sensationellen Kapitel liefern, wenn es beißt: Am Sonntag Nachmittag wurde ein Mann in seinem Geschäftslokal in der Französischen Straße am Geldspind in Inteender Stellung erhängt vorgefunden!" " Im Deutschen Theater" tritt Herr Kabelburg nach feiner Rüdkehr vom Urlaub am Sonnabend, den 18. d. Mts., wieder zum ersten Male in ,, Der Weg zum Herzen" auf. Gerichts- Zeitung. Ein merkwürdiger Unglüdsfall. Ohne die geringste Befangenheit schreitet eine fräftige Frau mit energischem Ges fichtsausdruck, die 32 Jahre alte verwittwete Amalie Bertha Kolter, geb. Meißner, einen triefenden Regenschirm in der Hand baltend, zur Anklagebant und macht es sich dortselbst nach Möglichkeit bequem. Die Gemüthsruhe der Erichienenen wird auch durch die Feststellung ihrer Personalien nicht beein trächtigt, die auf die Frage nach ihrem Alter in die Worte ausbricht: Wat sagen Se man bloß zu det mieße Wetter, Herr Jerichtshof; eenen Dag reinet et Strippen, und den andern fießt et schon mehr mit Mollen. Un uf die Art bleibt et immer cenjal bei, wo fich denn der Mensch nich jroß ver wundern derf, wenn ihn de paar Lumpen, reeneweg von' t Leib ' runfaulen." Bors.: Ihre Betrachtungen über das Wetter find hier nicht am Blaze; es handelt sich vielmehr einzig um die Vorgänge vom 15. März d. J. Wie tamen fie mit dem Beugen Mais boom in Streit? Angell: Det is nu woll nischt, Herr Jerichtshof; jerade Streiteret is uf meine Seite janich. Man bloß verdeffendieren dhue id mir, wenn mir eener an' n Wagen tommt. Jd bin nu schon jang gewiß de Jutheet selber; aber Holz derf mir teener uf den Buckel Kleene hauen, denn were id ooch unjemietlich. Vorf.: Schön, fie streiten sich nicht, sondern verdeffendieren sich nur. Wodurch wurde nun an jenem Tage ein folcher Fall heraufbeschworen?- Angell.: Et war den Dag, jenau ausjerechnet, meinen lieben Mann sein Jeburtsdag, wo er doch all int zweete Monat uf den Kirchhof liejen daht. Nu is et schon' n Unflat jewesen, indem er mir immer retourfette un ab und zu ooch' n paar Dinger verwischte; id habe ihn aber derentwejen' n Kranz vor sechs Jute' rausjedragen, wenn er' t ooch nich um mir verdient hat. Un wat nur sein Bruder, Der Ebe, is, der bejleitete mir, wo wir bis an de Seestraße mit de Ferdebahne fubren un von da per pedes zu Fuß los ziehen wollten. Bors.: Es ist lobenswerth, daß fie ihrem verstorbenen Mann eine so sinnige Aufmerksamkeit widmeten, welcher Um stand indeffen mit der gegenwärtigen Anklage durchaus nichts Au thun bat. Bleiben Sie daher streng bei der Sache. Angell.: Wat soll id Ihnen noch sagen, Herr Jerichtshof, wie wir an de Schaffee von de Ferbebahne' runjeftiejen waren, wollten wir uns in eens von de villen Latäler natierlich' n bigten vernüchtern, indem' t doch nach' n Kirchhof' raus von da noch' n höllischet Ende is. Wir bezähmten und denn ooch ' ne Weiße un zwitscherten' n Kimmel zu, un weil jänzlich ja teen jemischtet Bublifum da war, ließen wir uns erscht noch eene Lage un denn noch eene inplumpen. Bors. Sie erzählen uns ganz oleichgiltige Sachen, die für die Anklage nicht den mindesten Werth baben. Warum geriethen Sie mit dem Zeugen Maiboom in Konfliki? Angell.: Ueber Ihnen aber ooch, Herr Jerichtshof! So weit bin id ja noch janich. Id muß Ihnen doch den Knaatsch zurechte lejen, wie' t fich jehören duht, un id trau' mir balde zu iloben, Sie wer'n hinterher sagen, de Koltern hatte doch recht. Vors.: So fahren Sie fort; aber befleißigen Sie fich möglichster Kürze. Angell.: Wir figen noch bei unse Weiße un denten jänzlich an janischt Arjet, wo mit een Mal de Dische retourjeschoben wer'n, un een son luftijer Bruder uf' n Jammerhola' rummerher flimpert wie noch nie, sage id Ihnen, un int Umseben sprangen se alle rundum wie de Verrückten. Nu bin id schon nich sehre vor sonen Lenz; aber weil id doch von wejen meine Trauer seit de Fastnachten teene Sohle ge Danzt hatte, et ooch all dufter jeworben war, wo doch keener mehr uf den Kirchhof wat sehen kann, sage id denn zu Eden, bet wir janz jeschwinde eenije paar Mal' rumscherbeln möchten. Un richtig, wir zitterten derbe los, bis son Klodener achten hin, wo Maiboom fommen baht un unser scheenet Berjniejen jänzlich verstörte. Bors. Endlich wären wir bei diesem Punkt angelangt. Was begab fich nun?- Angell.: Nu müffen Se wissen, Angell.: Nu müffen Se wiffen, Herr Jerichtshof, det der faule Junge' ne Bilantrie uf mir hat un mir mächtig jerne wat ant Beig fliden möchte; id bin ihn aber immer zu belle, wat ihm noch mehr ver schnuppt. Bors.: Woraus schließen Sie, daß Ihnen der Beuge nicht wohlgefinnt ist? Angell.: Na, der Mann macht doch in Roodhware, un id führe denselbichten Artikel. Bors. Inwiefern erlitt nun aber durch das Erscheinen Störung?- Angell. Die thümliches Mißgeschick gehabt. Der Beuge behauptet je Sie hätten abfichtlich die Bücklinge mit Petroleum bego beren Werth auf 21 Mart angegeben wird. Angefl.: 21 Mart vor die stinkichte Waare? Da verlange id d beweise. Durch die sonstige Beweisaufnahme wurde die schuldigte der vorfäßlichen Sachbeschädigung vollständig i führt und in Rücksicht auf wegen Hausfriedene bruches, w Beleidigung und wegen Widerstandes erlittene Vorf zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. ( Ber. B Seine Kinder hungerten. Selten macht eine theidigungsrede eines wegen Diebstahls angeklagten Man die nur aus drei Worten besteht, Eindrud auf die Rid Der Handarbeiter Carl Hermann H aus Sitten brachte fertig. Meine Kinder hungerten!" sagte er einfach und rannen ein paar große Thränen über seint eingefallenen 3 Das Elend, daß fich vor den Augen der Welt verbirgt, weitem größer, als jenes, das allen in die Augen gerückt um das Mitleid und die Wohlthätigkeit der Menschen h zufordern! In dem Häuschen des Handarbeiters und löhners H. in Sitten hatte die Sorge ihre Heimstätte nommen. Mann und Frau waren wohl gesund und t aber fieben hungerige Kinder galt es täglich ftatt zu m und zu kleiden. Und das brachten die Leute bei 95 Pfennigen ichem Verdienst fertig. Als Tagelöbner auf dem Ritte verdiente. nicht eine volle Mart täglich; half icine mit, so bekam diese pro Stunde einen Lohn non 5 Pfenn Es tlagen in den Städten so Viele über Noth une Ein bitteres aber als durch diese eine Biffer angedeutetes es nicht geben. Die Kinder hungerten: der Gemeinde Der Mann nicht zur Last fallen, denn er war ja gefund fonnte arbeiten. Und er arbeitete auch, tagaus, tageinwenige Pfennige um Brot für seine Kinder! Im Nov des vorigen Jahres war's. Auf den Tennen des Ritte pachters wurde gedroschen. Wenn es Abend war, so raff ein paar Hände voll Korn auf und barg fie in seinen T -60 Pfund hat er so in awölf einzelnen Malen nach getragen, seine Kinder hungerten! Die Zeit Verdienst schlechter, der noch Inapper, aber Rinder behielten denselben gesunden Appetit, ja, nahm mit jedem Tage zu, je kleiner die Biffen tre Brotes wurden, welche ihnen von den armen Eltern zug werden konnten. Auf dem Felde des Rittergutspächters eine Scheune, in welcher Weisen aufbewahrt wurde. Si fest verriegelt. Nur eine in Mannshöhe angebrachte Deff durch welche etwa ein mittelstarter Mann schlüpfen befand sich in der einen Längswand. Eines Tages f H. durch das Loch. Er stahl Weizen einmal, zweim mehrmal, bis er endlich zwei Beniner genommen hatte verlaufte das gestohlene Korn nicht, es wurde zer ftamp aus dem unvoltommen zugerichteten Material wurde B backen Brot für die fieben hungrigen Rinder! Das verlangt mit eiserner Unerbittlichkeit sein Recht. Dem pächter wurde.'s Febltritt bekannt. Das Gericht legt Hand auf den unglücklichen schuldigen Mann un Gerechtigkeit verlangte ihr Recht. Der H. bat einer Reihe von Einzelfäden fich des einfachen Die schuldig gemacht, durch das Einsteigen in die verfch Scheune aber das Verbrechen des schweren Diebstahls a geladen. H. gab Alles zu. Müde und traurig flagen Worte: Mein Kinder hungerten!" Die Richter fabe Mann mitleidig an und der Staatsanwalt beantragte mildernde Umstände. Aber bestraft mußte der Arme das Gesez, der unerbittliche Buchstabe verlangt sein Drei Monate Gefängniß diftirten ihm die Richter u hatten es milde gemacht, so milde, als es der starre Buch des Gesezes es ihnen nur gestattete. Der Mann schrit der Anklagebant mit gesentiem Kopfe. Die Gefängnißzc für ihn nicht schlimm, er wird ernährt. Aber wie oft wird der Bedante tommen: Meine Kinder hungern!" graufam harter Fluch, der Fluch des Verbrechens, ben diesem Falle trifft es auch die unschuldigen Kinder. Liegt ein Verschulden eines Fabritarbeiters bo einer Anweisung seines Vorgesetzten gehorcht? dem Reichsgesetz vom 7. Juni 1871 haftet derjenige, ein Bergwert, einen Steinbruch, eine Gräberet oder brit betreibt, für jeden Schaden an Leben oder Ge eines Menschen, der durch ein Verschulden eines B Bevollmächtigten, Repräsentanten oder einer zur Leitung Beauffichtigung angenommenen Berson entstanden ist verhält sich aber die Sache, wenn der selbstständige Leite unglüdt? So hatte B. als Lommandirender Former Vorbereitungen zum Guß in der Fabrit des Bellage treffen und machte den Werkführer auf die mange Pfannen aufmerksam, weil fie Leben und Gesundheit felbilf deten. Troßdem wies ihn der Werkführer an, diese Ba weiter zu gebrauchen, in Folge desen B. verunglückte. zweite Richter wies die Klage deffelben ab, weil er dafür zu sorgen gehabt, daß keine solche gefährlichen Werl verwendet wurden und er sonach sein Unglüd selbst vers hätte. Das Reichsgericht billigte jedoch diese Ansicht und nahm vielmehr an, daß B., da er der Anweisung Werkführers Folge leiftete, teinerlei Verantwortlichkeit nahm, diese vielmehr der Werkführer zu tragen hatte, sich seine Anordnungen erstreckten. 11 Soziales und Arbeiterbewegung. der Die Eine sonderbare Gegnerschaft der Regelung fängnißarbeit wird von deutschen Blättern, so don Bolls wohl", aus Ameritazu Hilfe gerufen. Das gena Blatt läßt sich natürlich aus New- Dort schreiben, daß alle fängnißarbeit abzuschaffen. Auch die Gefängnißarbeit fet Sache is die, Herr Jerichtshof; wo doch man bloß feinet ehrliche" Arbeit! Nun weiß jeder vernünftige" Mann i Publikum int Lafal war, hält der Mann mit seinen Hunde- halb und außerhalb Amerikas, daß Niemand die Gefäng eener in' ne jebild'te Jesellschaft kommt, denn derf er feene Ar- Konkurrenz, die dieselbe der sogenannten freien Arbit arbeit völlig abschaffen will, daß vielmehr nur die unga beetskluft überjeftreeft un teene blaue Schürze vorjebunden verhindert werden soll. Die Gefangenen tönnen vermöge haben. Wer'n bißten Schliff hat, duht sowat schon jang jemiß Stellung die Arbeit billiger leisten, wie die freten" nich. Stimmt det nich? farren vor de Dühre still un kommt ooch' tin. Wenn aber Vors. Der Zeuge mag nicht sehr rücksichtsvoll gehandelt auch billiger verkauft werden. Dies ist der wunde Punt haben; aber es läßt sich nicht recht einsehen, wie Sie sich durch Gefängnißarbeit. Wie wir dieselbe geregelt haben wo ist unseren Lesern bekannt. Daß aber ein deutsches getlagter: Na, wat id mir dafor toofe! Ja habe ihn int welches den vielversprechenden Namen„ Volkswohl" führt An feringste janich äftimirt. Man bloß, wie er mir per Du anreden dabt, sage id zu ihn, lieber Mann, sage id, quaffeln Se nich, un ließ ihm wie' ne versteenerte Bildfeile fteben. Bors.: Erzählen Sie weitez.- Angell: Weil id mir doch nu aber schon nich ferne in' ne jemischte Jesellschaft be fie zum Sprachrohr extremer Manchesterideen, und wenn i aus Amerita fommen, gebrauchen lägt oder dieselben ga Hilfe ruft, das ist Beweis genug, welch' frivoles Spiel vi mit dem Bollswohl getrieben wird. In einem Artitel„ Zur Auswanderungsfrage Bors. Sie haben zunächst bei einem benachbarten Kauf- vativen in der That gegen ihren Herrn und Meister durch die konservativen Zeitungen geht, lehnen fich die befremdlich, weil man derartige Waaren ftets in der Nähe weisen nämlich, daß da, wo der geringste Wobl mann eine Flasche Petroleum geholt. Dieser Umstand ist sehr Fürsten Bismard, in ganz respektwidriger Weise auf. G seiner Wohnung zu laufen pflegt. Angell.: Der Petroljum herrscht, besonders in den dünnbevölkerten, östlichen preu bet den Budiler war zu scheene, sage id Ihnen, wo id mir Denn ooch von die Sorte' ne Pulle leistete. Det Beijet von unsen Roofmann doocht die mehrschte Beit janischt. Vorf. Was thaten Sie nun? Angell.: Wenn id nu erklären fie, daß die sinkende Probuftionsfäb Provinzen, der Auswanderungstrieb vorherrschend fei. D teit der Landwirthschaft entweder Broletarier oder u ooch schon nich neijierig bin, so wollte id doch jerne wiffen, Auswanderung ein 8eichen des Wohlft and derer schaffe. Fürst Bismard aber hat bebauptet, daß die Also ist es nicht wahr, daß in den ostpreußischen Broo Imebrichte Beit verlooft der Mann den reenen Schund. 3d Nothstand unter der Landwirthschaft herrscht, da ja die jans fleenet bißten über die eene Bidlingsfifte, wobei per Bus wahr, daß die Landwirthschaft Getreidezölle gebraucht wanderung dort eine sehr große ift, deshalb ift es auch ihr ja überaus gut geht. Das sagen nicht wir, fondern schlängele mir denn ooch janz fachteten' ran und bieje mir son fall der Betroljum ausloofen dubt, indem id de Bulle untern Arm un teenen Proppen d'ruf hatte. Sowat lann doch den Menschen schon' mal pafftren. Bors. Da haben Sie aber in der That ein ganz eigen Berantwortlicher Biebatteur R. Stoneim n Berlin. Drud und Berlag von Kar Bading in reit hat es Fürft Bismard selbst gefagt und was be muß doch richtig sein wenigftens müffen die Konfera es als richtig annehmen. Berlin SW., Beuthfraße 2. Sieran eine Belios Nr. 76. C Am Rommif Die Urlaub Eir bie Erm Grund wurf ei und Af für den ( Beweg De Di Arfett. Erden rob, geb Gegenst Desgleic fret. D rung b amar f Asbesta Bapier mit 24 40 Mt. verzollt mit and Ab 5, 8 u ferner 2 3eme pro 100 mit reli Ab Asbestfo daß der vorzügli Neueru bestreite aufrecht überhau eine seh nöthigt, Weise verzeich und 2 filation beantra Artikel dienen. heimisch Umfang entsteht, und Sc auf ein Betition langen. Kanada und die Asbestfa den Pre möglichf befizer Fabriker tönnen 1 lichen R gebung tammen legten fi Berat be Biel dar großen Dabei m welchen steht. S pappe 1 Boll un Fünffad Don 188 M. toft brauch mir bea zentuell Don 188 Artikel, werden. Denen brennun Dienen; werden ftellt, b Asbest nischen Bollfage Bollfaz geben u einiger eigentlid Die Ver Diesen gleich au tommt. Bu Regieru Bofition einer Be Die inlä Die hein Beit für Duftriezu bedeutsa verhältni turrenz, drückung Preisdrü daß dem werden Ersatzsto tann es im Allge Beilage nun Berliner BolNlatl. Ste. 87. Mittwoch, den 15 April 1885. n. Jahrgang. MrlsmentsbrriMr. Deutscher Reichstag. 7K. Sitzung vom 14. April, Mitt-gS IV» Uhr. _ Am Tesche des BundedrathS v. Burch ard und Rommissari n. ,,, D'e Bänke des Hausei find mäßig besetzt, die Zahl der Urlaubsgesuche ist sehr erheblich. Eingegangen fiad eine Mitthrilung des Reichskanzlers, betr. die Ermutelungen über die Wirkung des Jmpfgesetzes auf Erund bezüglicher Beschlüffe des Retcbslags; ferner der Entwurf elnei Gesetzes, betreffend die Steuervergütung für Zocker, und� Aktenstücke betreffend die Kongofrage. Der Abg. v. Schorlemer- Alst bat sein Mandat für den 1. Wahlkreis dei Reg.. Bez. Münster niegergelegt. (Bewegung.) Die zweite Berathung der T a r i f n o v e l l e wird fort- gefetzt. DaS Zolltarifgesetz von 1879 ließ unter Nr. 7 Erden, Erze und edle Metalle in jedem Zustande, roh, gebrannt, geschlemmt, gemahlen, aufbereitet, soweit diese Gegenstände nicht mit einem Zollsätze namentlich betroffen find, desgleichen edle Metalle gemünzt, in Barren und Bruch zoll- ftei. Die Novelle fügt in diese Nr. 7 eine spezialistrte Tarifi« rung des A S b e ft und der Asbestwaaren ein, und »war sollen Asbestfiber, auch gereinigt, Asbestkitt und Asbestanstrichmaffe rollfrei sein; dagegen Pappe und Papier auS Asb st ungefo mt mit 10 Ml-, geformt mit 24 Mf., Garne, Schnure, Stricke mir 24 Mk, Gewebe mit 40 Mi, anderweite Asbestwaaren mit 60 Mk. pro 100 Kckogr. verzollt worden, die drei letz'.en Kategorien auch in Verbindung mit anderen Splnnmaterialien. Abg. B r ve m e l beantragt, die drei ersteren Zollsätze auf 2, 8 und 12 M, die beiden letzten auf 24 M herabzusetzen: ferner B ieb l und S ed lm ayr als neue Posttion einzustellen Zement 0,30 M. und Delbrück Schlemkreide 1 M. pro 100 K logr. Adg Broemel: Treten wir an diese Nummer nicht mit religiösen Anschauungen heran, obwod! die Petckton eines ASbeftfadrikanten seine Sacke mit der Bemerkung empfiehlt, daß der Asbest, den er verarbeite, bereits in der Bibel als vorzüglich gerühmt werde- Die Vorlage bringt hier eine Neuerung, deren Berechtigung ick durchaus nicht vollständig bestreite. Der gegenwärtige Zustand ist in der Thal nicht wohl aufrecht zu erhatten. Der Tarif von 1879 nahm auf Asbest überhaupt keine Rückficht, weil die Asbestwaaren damals nur eine sehr geringe Rolle spielten; aber bald sah man fich ge» nölhigt, fie irgenbwie und zuweilen auf etwas gezwungene Weise in sehr verschiedenen Pofitionen deS amtlichen Waaren- verzeichnrffeS unter den Artikeln der Papier-, Steinwaaren- und T-xttlinduftrie unterzubringen. Die neue Klasfi- fikation der Vorlage ist daher durchaus zu empfehlen, und ich beantrage nur die Herabsetzung der Zollsätze, weil diese Artikel ganz wesentlich geweiblichen Zwecken und der ein- heimischen Produktion als wichtiges HUfS- und Schutzmittel dienen. Als unverbrennlich werden fie in immer größerem Umfang überall da angewendet, wo ein starker Hitzegrad entsteht, und gegen Hitze sehr widerstandsfähige Dich'ungen und Schutzhüllen gebraucht weiden. Diese Rückficht sollte der auf einige wenige Fabrikanten voranstehen, die in ihren Petitionen eine Preissteigerung für ihre Wpare ganz offen ver- langen. Sie beziehen ihr Rohmaterial zum großen Tbeil auS Kanada, wo die Asbestgrubenbefitzer selbst Fabrikanten find, und die„perfiden" Amerikaner setzt n nun gegen die deutschen Asbestfabrilanten ein schlimmes Manöver ins Werk: fie halten den Preis für RohaSbeft recht hoch und den für Asbestwaaren möglichst niedrig. Vielleicht schließen fich die wenigen Gruben- befitzer in Amerika zu einem Ring zusammen. Aber die beiden Fabriken in Deutschland, um die es stck üb-rhaupt hier handelt, können unter dem Schutz des hohen Zolles einen ebenso fürchter« ltchen Ring bilden, und keinesfalls ist die deutsche Zollgesetz- aebung im Stande, fie gegen den hohen Preis des aus Amertka stammenden Rohmaterials zu schützen, der übrigens in den letzten fünf Jahren erheblich zurückgegangen ist. Nun ist seine Verarbeitung auf deutschem Boden ganz erfreulich, aber dieseS Ziel darf doch nicht erreicht werden auf Kosten der ganzen, großen Gecreibefreiheit, die Asbest verwendet. Es handelt fich dabei wesintlich um Dichtungen solcher Dampfleitungen, in welchen ein Stoff verwendet werden muß. der der Hitze wider- steht. Dazugehört vor Allem der wichtigste Artikel. Die At bestpappe und daS Asbestpapier, für welche die Vorlage den Zoll um das Zehnfache, mein Antrag nur um das Fünffache erhöht. Die Vorlage rechnet noch mit den Preisen von 1882, alt der Doppelzentner Asbestpappe noch 400—450 M. kostete. Seitdem hat fich diese Industrie und der Ver- brauch so entwickelt, daß er heute 120 M. kostet. Der von . �antragt« Zollsatz von 5 M. statt 10 M ist also pro- skntuell immer noch höher als der doppiste Zollsatz dem Preise von 1882 gegenüber. Es Handell fich hier feiner um zahlreiche ','u Schutzvorrichtungen für Arbeiter verwendet werden. Dahin gebö en namentlich die Aebesthandschuhe(von denen Redner ein Paar vorzeigt), dir zum Schutze von Ver- brennungen der Hände in den Gießereien und Hochöfen dienen; ferner die Mask-n und Anzüge von Asbest. Ferner werden aus Asdqtgeweben die Uebeizüge für Boote herge- stellt, besonders auch auf Kriegsschiffen. Die Benutzung des Asbest bedeutet einen wesrntlichen ökonomischen und hygie- Nischen Fortschritt, und diese Rückficht müssen wir bei dem Zollsatze in den Vordergrund stellen; wrr dürfen mit dem Zollsatz nicht über ein verständiges, bescheidenes M.ß hinausgehen und die weitere Anwendung deS Asbests nicht zu Gunsten einiger weniger Fabrikanten hemmen. Es ist vielmehr recht eigentlich im Interesse unserer Industrie und unserer Arbeiter, die Verwendung von Asbestwaaren möglichst zu fördern. Diesen Zweck suckt mein Antrag zu erreichen, indem er zu- gleich auch den Wünschen der Asbestfabrikanten weit entgegen kommt.(Zustimmung links.) Bundeskommiffar Geh. Rath M o S l e r: Die von den Regierungen vorgeschlagenen Zollsätze find dei allen einzelnen Pofitionen im Allgemeinen gering und geeignet, einerseits Snef Pertheuerung der Maaren vorzubeugen, andererseits auch Ns Plandische Fabrikation namentlich in Pappen zu stärken. b.j««i l?' Fabrikation von ASphaltpappe rst in neuerer . inländische Maschinenindustrie und für alle In- i x die mit Dampfkraft b-trieben weiden, besonders 9* gebe zu, daß zur Zeit andere Preis- Verhältnisse vorliegen, als 1882. In Folge der großen Kon- turrenz, namentlich � von amerikanischer Seite, ist eine Preis« diückang herbeigeführt worden. Aber andererseits ist diese Prersvruckung im Auslände auch dadurch veranlaßt worden, daß dem Asbest andere Materialien mehr und mehr zugefügt und daß eine zunehmende Fälschung mit minderen Ersatzstoffen gerade vom Auslände bewerkstelligt wird. Man kann es der inländischen Produktion nachrühmen, daß fie fich im Allgemeinen befleißigt, reinere Asbestprovukte in den Handel zu liefern. Im Jnlande werden meist Bsbestprodukte von guter Qualität hergestellt, in England und Amerika meist nur geringwerthige. Sotchergestalt kann der Preis drrck vom Aus- lande leicht erzielt werden, der thatsächlich eingetreten ist und der die inländische Produktion hindert, in dem Maße wie fie in der letzten Zeit fortgeschritten ist, auch weiter fortzu- Abg. B r ö m e l erwidert, daß ein hoher ASdestzoll es den Fabiikanten ermöglichen werde, auf dem inländischen Markte im Widerspruch mir den Preisen deS Weltmarktes die Preise hock zu balten. ES sei ferner mehrfach bezweifelt worden, ob die ASbestartikel auch in vollem Maße Schutz gegen FeuerS- g?fahr wnb Emwilkung großer Hitze bieten. Denjenigen, welche in dieser Hinficht Mißtrauen hegen sollten, kann ich nur em« vfehlen, einen Versuch zu machen. Wer in Gefahr kommen sollte, fich in einer delikaten Angelegenheit einmal die Finger zu veidrennen, der mag fich ein Paar dieser Asbesthandschuhe anschaffen(Heiteikett) �,_ Abg. Sedlmayr befürwortet seinen Antrag auf Er- böhung deS Zementzolles, namentitch mit Rücksicht daraus, daß Oesterreich und die Schweiz einen Schutzzoll für Zement ein« geführt haben, und daß in Süddeutschland viel Zement auS Oesterreich importtrt werde. Die deutschen Werke würden den deutschen Zementbedarf recht gut allein decken können, es wird sogar schon gegenwärtig viel Zement auS Deutschland exportirt. Bundes-Kommiffar Geheimrath Krause weist darauf hin, daß der deutsche Zement- Export den Import weit über« treffe und kann ein Bedürfniß für einen Zementzoll nicht an- erkennen....... Abg. Münch bestreitet gleichfalls, daß eine Notblage hier vorhanden sei. Nur einige wenige Zementfabriken würden ein Interesse an dem Schutzzoll haben. Die Aktien der meisten Zementfabr'ken stehen augenblicklich weit über Pari, und die große Mehrheit der Jntneffenten wünscht keinen Schutzzoll; außerdem würde der Zoll den Zement erheblich veriheuern. Damit würden nicht nur für das Reich und die Einzelstaatm, sondern auch für alle Gemeinden, welche Kanalisationen und andere öffentlich« Bauten vomehmen, endlich auch für jeden einzelnen Privatbauherrn, welcher Zement bedarf, erhebliche Mehrausgaben erwachsen. Ich bedauere besonders, daß die Natio- nalliberalen, die sonst gegen jede Zollerhöhung eingetreten find, den Antrag Sedlmayr unterstützm. Adg. B i e b l: Der Abg. Münch scheint lediglich seine bamdurqischen Interessen vertreten zu baden.(Zuruf linkö: Nassau! Heiteller».) Für Norddeutschland mag ein Bedürfniß nach dem Zementzoll nicht bestehen, wohl aber für die füd- deutschen Zimentsabrikm, deren Absatz nach der Schweiz neuer« dingS erst wieder durch den dort eingeführte r Schutzzoll erheb- lich geschädigt ist. Ich deantrage, um eine Verständigung über den Zoll zu erleichtern, daß derselbe nur gelten soll für dm Zement, welcher land« und flußabwärts eingeführt wird. Abg. B r ö m e l: Der Abg. Münch hat hier als Abge« ordneter für Nassau gesprochen und nicht für eine Seestadt, wie der Vorredner annahm. Wenn auch vielleicht der Name Nassau an Feuchtigkeit erinnert(Heiterkeit), so hat bisher noch Niemand geglaubt, daß es an der See gelegen ist. Die große Mehrheit der dcutschm Zementsabrikanten wünscht dm Zoll nicht, und namentlich hat fich der„Verein der deutschen Zement« fabrtkanten" auf diesen Standpunkt g-stellt. Staatssekretär v. Burch ard: Die verbündeten Regie- rungen haben bei der Einbringung ihrer Vorlage lediglich in Erwägung gezogen, ob ein Noihstand vorhanden sei, der Ab- stellung erheischt. Darüber find fie nicht gegangen und fie haben auch von der Forderung eines Zolles für Zement ad« gesehen, der allerdings dm Anschein eines RetorfionS, olles gegen Oesterreich erwecken könnte, weil von dorther am meisten Zement bei uns eingeführt wird. Ein B-dürfniß für einen solchen Zoll war nicht vorhanden, und der leicht auskommmdm Auffassung, daß wir zu Aarrsfivzöllm gegen einen de- freundeten Nachbarstaat übergehen wollten, dürfen wir nicht Vorschub leisten. Adg. F r e g e spricht für dm Antrag Biehl. Abg. Richter: Daß Herr Frege, der schon einmal seinm vartikulaien Nothstand durch einen Echieferzoll zu beseitigen suchte, jetzt auch den partikularen Noihstand der Zemmtindu« striellen durch einen Zoll beseitigen will, wundert mich nicht. Wenn echaber meint, daß die Industrie für Schutzzölle enthu» ffasmirt sei, so glaube rch. daß das Gegmthetl ver Fall ist. Wenn fie überhaupt je dieser Auffassung gehulvigt hat, so ist fie davon mehr und mehr kurirt worden, und wenn jetzt die Lebensmittel der Arbeiter weiter verthmert werden, so wird das noch mehr geschehen. Bringen Sie noch ein halb Dutzmd ähnlicher Zölle, und die Industriellen werden sehr bald sagen: Hätten wir das gewußt, wir hätten uns nie auf eine solche Schutzzollpolitik eingelassen! Herr Biel hat gesagt, Retorfion ist der eigmtliche Grund unieies Antrags; wir wollen Oesterreich ärgern. Man kann nicht schärfer den Retoifionsgedankm zum Ausdruck bringen, als vaS hier gesch.hen ist. Ich bin mit dem Herrn Staatssekretär einverstanden, der uns warnte. Retorsionszölle einzuführen. Wir hadm gegen Oesterreich durch die Korn- und die Holzzölle schon hohe Barrls errichtet, und nun kommen Sie in diesem Äugenblicke noch mit diesem Zolle. Der Herr Reichskanzler, der uns hier sagte, daß die österreichische Zollnovelle nicht dm Charakter der Re- to:ston gegen Dmtschland trage, ist durch die Red« der Minister und durch die Altenstücke vollständig desavouirt worden. Zwar ist die Berathung der Novelle in Oesterreich noch verschoben worden, aber das beweist nur, daß noch eine freundliche Stimmung in Oesterretch-Ungam für uns vorhanden ist. Wenn eS Ihnen in der Tbat an der Erhaltung unserer freundlichen Beziehungen zu Oesterreich liegt, so sollten wir diesen Antrag ablehnen. Staatssekretär v. B u r ch a r d: Ich möchte den Herrn Vorredner doch darauf aufmerksam machm, daß auch Oester- reich-Ungarn und Rußland eine differmtielle Zollbehandlung kennen. Von einer Illoyalität unsererseits kann also nicht wohl die Rede sein, wenn wir jetzt die Landeinfuhr von Zement anders behandeln wollten, als die Seeeinfuhr. In Oesterreich- Ungarn mag man anfangs unsere Zollnovelle als einen Zoll- krieg aufgefaßt haben. Aber diese Aufassung ist geschwunden. Es ist dort Stimmung dafür vorhandm, von jeder Retorfion abzusehen, weil man weiß, daß wir nicht aggresfiv vorgehen wollten, sondern unsere Zölle nur nach unserm mlandrschm Bedüifniffm eingerichtet haben. Das ist die Sachlage. Die Zollnovelle hat nur dm Zweck gehabt, Schaven zu Herten, die fich bei unS herausgestellt. Abg. Sedlmayr: Ich habe nicht behauptet, daß unser Antrag ein R-to-fionSzoll sei. Es ist doch etwas Anderes, eine Industrie in ihrem Bestand zu schützen, und einen Nachbarn zu ärgern. Der Abänderung, welche Abg. Biehl unserem Antrag gegeben hat, kann ich mich anschließen, weil so die partikula- ristische Spitze deffelbm abgebrochen wird. Abg. Richter: Der Abg. Sedlmayr leugnet, daß er den Zoll auf Zement als Retorsionszoll begründet habe. E hat aber ausdrücklich ausgeführt, daß wir die Konkurrenz Oester« reichS wegen der Güte unseres Materials nicht zu scheuen habm; nur well Oesterreich uns mit einem Zoll belastet, deS- wegen sollen wir Oesterreich auch mit einem Zoll belasten. Der Staatssekretair v. Buichard hat dagegen freilich ausgeführt, daß Retorsionszölle hanvelsvolstisch äußerlich bedenklich feien, wenn man einen Zoll einführen wolle, dann müsse man ihn an allen Grenzm einführen. ES handelt fich hier nur um den Schutz eines daierischm Interesses gegen Oetterrerch. DaS ist eine Beeinträchtigung der Meistbegünstigungsklausel, wie ste noch niemals vorgekommen ist. Staatssekretär v. Burchard: Der Abg. Richter ver- wechselt RetorfionSzölle mit einer differentiellen Behandlung der Eee-Einfuhr, die auch in Oesterreich mehrfach angewmdet wird. AuS dem Umstand, daß man die österreichische Zoll« tarifnovelle nicht weiter verfolgt, schließe ich, daß man in un« serer Zolltarifnovell« nicht einm Angriff gegen Oesterreich steht. Abg. Broemel weist darauf hin, daß während im Jahre 1884 der Import von Zement von Oesterreich nach Deutschland 193000 Doppelzmtner betragen, der Export oon Dmtschland nach Oesterreich fich auf 348 000 Doppelzentner belaufen habe. DieseS HandelSverkeh soerhä tniß mache bei Einführung neuer Zölle die größte Vorficht noth- wendig. Adg. Richter macht noch darauf aufmerksam, daß nicht blos aus Baiern, sondern auch aus Schlefien Zement nach Oesterreich importirt wird. Schlefien verliert aber den Import, wmn Oesterreich den Zoll erhöht. Stimmung für diese Zoll- erhöhuog ist in Oesterreich schon vorhanden. Wollen Sie diese Stimmung noch verstärken, dann müssen Ste allerdings für den Zementzoll fich erktären. Damit schließt die Debatte. Abg. Köller bezweifelt, ob das HauS beschlußfähig ist. DaS Bureau ist ebenfalls zweifelhaft. Es wird deshalb der Namensaufruf vorgenommen, welcher die Anwesenheit von nur 156 Abgeordneten ergiebt. DaS HauS ist also nicht beschluß- fähig. Die Sitzung wird abgebrochen. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. (Anträge und Petitionen.) «ivgeoronerenoau». 51. Sitzung vom 14. April, 11 Uhr. Am Minister tisch vonPuttkamer, von Scholz, von Goßler und Kommiffarten. Eingegangen ist eine Denkschrift, betreffend die Verhän« gung deS Belagerungszustandes über Bielefeld. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des von den Abgg. v. Zedlitz und Schmidt(Sagan) beantragten Gesetzentwurfes, betreffend die Penfionirung der Volksschullehrer. Nack) den Kommisffonsbeschlüssen sollen alle an einer zur Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht dienenden öffentlichen Schule definitiv angestellten Lehrer eine Pension erhalten, die fich nach dem Beamtenpenfionsgesetz de« mißt. Nach dem Antrage sollte die StaatSkaffe einen Pen- stonsbetrag bis 1200 M. nach dem Kommisstons beschluß einen solchen von 900 M. übernehmen, der Rest den Schulunter« haUungspflichtiaen auferlegt werden. Referent Adg. S ch m i d t(Sagan) versucht die finanzielle Tragweite deS Gesetzentwurfes näher darzulegen und nachzu- weisen, daß auch angrfichts der gegenwärtigen Finanzlage die Frage erledigt werden könne. Minister v. S ch o l z: Die Antragsteller haben fich bei Einbringung ihreS AnuageS bereits in annähernd vollständiger Kenntniß unserer Finanzlage befunden und Ihnen Allen ist die letztere jetzt km, nach Abschluß der Etaisberathung durchaus genügend in Erinnerung. Diese Finanzlage und die wettere Thatsache, daß es nach der Ueberzeugung der Regierung zweck« mäßig gewesen sein würde, neue Bestimmungen über die L-Hrerpenstonen zu verbinden mit den Bestimmungen über die VolkSschulunterhaltuna überhaupt, haben die Regierung abge- Helten, chrerseiiS die Initiative in der Richtung deS Antrages v. Zedliv zu ergreifen. Nachdem nun aber die mit unserer Finanzlage völlig bekannte Volksvertretung die Initiative er« griffen hatte, mußten für die Regurung, für ihre Haltung in dieser Sache noch eine Reihe and-rer erheblicher Gesichtspunkte in Betracht kommen. Zunächst muß die Regierung stch ver- gegenwärtigen, daß das, was vies-r Entwurf will, ganz genau dem von der Regierung selbst Gewünschten und von ihr seit langer Zeit für ein Bedüifniß Anerkannten entspricht. Die Regierung freut fich umsomehr, den Lehrern bald elwaS GuteS erweisen zu können, wenn dies, wie der Antrag will, nicht ein- fach auf Kosten der Gemeinden geschehen soll. Darin find wir ja alle einig, daß die Schullasten der Gemeinden möglichst zu erleichtern find; daS liegt vollkommen im Programm der Regierung. Dazu kommt die fernere Erwägung, daß die Re« gierung In dem letzten Jahrzchnt nur zu oft hat erfahren müssen, daß daS unerreichbare Bessere Ver schlimmste Feind des erreichbaren Guten ist; und auch das muß fie abhalten, eigen« ursprünglichen Auffassung festzuhalten. Alle diese Motloe können die Regierung nur dazu bewegen, im Allgemeinen eine zustrmmenoe Haltung gegenüber dem Vor- gehen deS Hauses einzunehmen.(Beifall.) Nun hat die Kom- wUston die Summe, welche der Staat nach der ur prünglichen Absicht der Antragsteller oon jeder Penfton prioritänsch über« nehmen sollte, zu metner Freude schon auf 900 Mk. herabgesetzt. Gleichwohl aber muß die Regierung noch eine weitere Herab« setzung dieser Summe zur Bedingung ihrer Zustimmung zum Entwurf machen.(Hört! hört!) Wenn Sie Penfionslast ein« fach ganz auf den Staat übernommen würde, so märe das immer noch ein klareres und annehmbareres Verhälmiß, als wenn, wie es hiir vorgeschlagen wird, 95 Prozent der Last der Staatskasse zufallen, und wegen der übrigen 5P.ozent erst stets eine schwierige Berechnung angestellt werden muß, wer diese 5 Prozent zu tragen hat. Der Satz von 900 Ml. geht auch weit über das Bedürfniß der Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Gemeinde hinaus. Die Regierung kann dem Gesetz nur zustimmen, wenn der vom Staate plrorüätisch zu übernehmende Satz auf höchstens 600 M. festgestellt wird. (Hört! hört! Unruhe.) Es scheint meine Erklärung auf Sie keinen güns igen Eindruck»u machen. DaS bedauere ich, aber ich hoffe, daß Sie meine Haltung bei näherer Erwägung als berechtigt anerkennen werden. Der ihnen vorgeschlagme hohe Satz würde einer zukünftigen zweckmäßigen Regulwung der SchulunterhaltungStasten bedenklich pcäjudiziren. Bedenken Ei-, daß die von unS gewünschte Korrektur Die Brück- ist, auf welcher VaS ganze Gesetz zu erreichen ist und auf welcher Sie einer hochgespannten und lebhafien Erwartung des Landes entsprechen können. Die Regiecu ig mußie, ehe fie Jgnen so weit entgegenkam, ernste B-de ken überwinden; fie wird dar- über große F-eude und Genugthuung empfinden, wenn eS unS durch ein gleiches Entgegenkommen ihcerseiis gelingt, eine so lange gewünschte Verbesserung unserer Zustände zu er« reichen und damit eine Frage, die allen Bartelen gleichmäßig am Herzen liegt, die aber auch vielfach zu anderen 8veden vorgespannt worden ist,( Sehr richtig! rechts), dauernd zu be feitigen. Die Regierung hofft, daß ihr Entgegenkommen die Wurzel des Entgegenkommens auch von Seiten des Hauses ist und daß wir vielleicht in Bukunft seltener die traurige Er fabrung, daß das Beffere der Feind des Guten ist, machen werden. Abg. Hansen ist über die zustimmende Erklärung des Ministers sehr erfreut, vermißt aber in§ 1 der Kommiffionsbeschblüffe eine genügende Definition resp. Abgrenzung des Kreises der Berechtigten. Regierungskommiffar Geh. Nath Raffel: Der Entwurf bezieht sich feiner ganzen Natur nach lediglich auf diejenigen Lehrer und Lehrerinnen, welche an obligatorischen Volksschulen angestellt find. Ueber den Begriff der legteren bat das Ober. Verwaltungsgericht sich bereits wiederholt geäußert.( Der Herr Rommiffar verlieft einige der neueren E.tenntniffe.) Hiernach erscheint es unthunlich, die Frage der Pensionsverhältnisse der Mittelschullebrer in dem vorliegenden Entwurfe gleichzeitig zu regeln; es würde dafür der Weg besonderer Gesezgebung vorzubehalten sein. Abg. Richter: Die Penfionsverhältnisse der VolksSchullehrer in Preußen find nachgerade ein öffentliches Aergerniß geworden, indem fie trop fortgesetter Vermehrung ber Steuern und Bölle bisher keine Abhilfe gefunden haben. Auch ohne alle solche Vermehrung würde es jedem Finanzminister bet einigem gutem Willen und bei einem Etat von einer Milliarde möglich sein, die dringendsten Erleichterungen zu gewähren. Wir haben auf diesem Gebiete seit Jahren die Initiative ergriffen; ich selbst stellte 1879 einen Antrag, der mit dem jegt vorliegenden vieles gemeinsam hat; die Sache ist aber nicht von der Stelle gerüdt. Dem Kommiffionsvorschlage gegenüber müffen wir zwar viele besondere Wünsche zurückstellen, halten aber die Forderung eines Minimalpenfionssages und prinzipiell Die prozentuale Vertheilung der Benfionslast auf den Staat und die Gemeinden aufrecht. Schon in der Verfassungsurkunde von 1850 ist uns ein umfassendes Unterrichtsgeses versprochen worden; heute, nach 34 Jahren, find wir einem solchen nicht näher as damals. Da nun unbestritten Gehalts- und und Pensionsfrage in organischem Zusammenhang und in einer Wechselwirkung stehen, so darf man nicht eine Regelung an ftreben, welche für Gemeinde und Staat entgegengelegte und widerstreitende Interessen schafft. Dieses würde aber sowohl nach den Vorschlägen der Kommission wie nach den des Finanzministers der Fall sein. Wenn bestimmt wird, daß die Benfion bis zu einer gewiffen Höhe vom Staate allein ges tragen werden soll und darüber hinaus von den Gemeinden, so hat bei allen unterhalb der Grenze liegenden Gehältern die Gemeinde das natürliche Intereffe, den Lehrer, sobald er älter wird, zu penfionisen, während umgekehrt der Staat bas ent gegengesezte Intereffe bekommt, die Benfionirung möglichst hir auszuschieben. Unser Vorschlag, die Pension zu 2 dem Staate, zu den Gemeinden aufzuerlegen, scheint uns in jeder Beziehung vortheilhafter, als die Festsetzung eirer Grenze von 900 oder 600 Mt. Auch bei 600 Mart wird immer noch eine ganze Anzahl von Stellen übrig bleiben, für welche der Staat die Pensionslast allein trägt. Für unseren Borschlag spricht aber auch noch der Umstand, daß er finanziell für die Gemeinden von derselben Bedeutung sein wird wie der Vorschlag des Finansministers. Die Feftfeßung einer unteren Grenze für die Verpflichtung des Staates zur Tragung der Pens ftonslast würde auch auf die einzelnen Provinzen ganz verschieden und zwar zum Nachtheil des Westens einwirken. Namentlich die mittleren Städte würden den geringeren oder gar keinen Nußen haben, obwohl gerade unter ihnen fich diejenigen Gemeinden befinden, welche brei, vier oder fünfhundert pet. Kommunal fteuer zuschlag erheben, die also am meisten mit Gemeindesteuern bedrückt find, während auch nach dem Vorschlage des Finanzministers immer noch eine Reihe von Gemeinden des Ostens von der Pensionslast ganz befreit sein würde. Zu alle dem tritt für uns der prinzipielle Standpunkt hinzu, daß wir von der Verstaatlichung der Schule nichts wissen wollen. Im Intereffe der Schule und im Intereffe der Gerechtigkeit empfehlen wir unseren Vorschlag in erster Linie; eventuell geben wir dem Vorschlag des Ministers vor dem der Kommission den Borzug. Minister v. Scholz: Der Abg. Richter bat zwar au meiner Freude erklärt, daß er mehr derjenigen Maxim Igrenze geneigt sei, von der ich sprach, aber dennoch seine Bolemit gegen diesen Vorschlag des Finanzministers gerichtet". Ich muß das berichtigen; meine Erklärung bezog sich auf einen Vorschlag, für den fich in der Kommiffion bereits eine Mehr hett gefunden hat, und stellte fest, wie weit die Regierung event. auf diesem vom Hause vorgeschlagenen Wege zu folgen entschloffenen set. Anderenfalls würde ich dem Prinzip der Quotenbetheilung des Staates mit dem Abg. Richter den Voraug geben.( hört, hört! links.) Ich habe sogar hervorgehoben, daß der Modus einer bestimmten Summe sehr große Bedenken babe und nur bei dem provisorischen Charakter eines Noth gefeßes zulässig erscheine. Könnten wir die Schulunterhaltungslaft jest definitiv regeln, so würde nach meiner Auffaffung das Prinzip, die Schulunterhaltungslost auf Staat und Gemeinde zur Hälfte zu vertbeilen, das einzig richtige sein, namentlich aus praktischen Rücksichten. Dann wird es möglich sein, die Schulgemeinden in der vollsten Autonomie zu belaffen, jete bureaukratische Einmischung zu vermeiden, weil die Tatsache, daß die G meinden für jeden Groichen zur Hälfte mit auffommen rüffen, den Fietus ausreichend schüßt. Daß damit die sogenannte Verstaatlichung der Schule nicht angestrebt, sondern für die Dauer beseitigt wird, dürfte der Abg. Richter mir zugeben. In der Beurtheilung der Wirkungen des Beschlusses der Kous miffion weiche ich indes erheblich von dem Vorredner ab. 3ft es schon an fich nicht schön, der Staatsregierung die einseitige Wahrnehmung eines fieinlichen fiskalischen Interesses bet der Benfionirung der Volksschullehrer unterzuschieben, so besteht auch in der That eine solche fistalische Vertretung des Finanz intereffes innerhalb der Schuiverwaltung nicht. Handelten aber einzelne Theile der Regierung wirklich fo pflichtverarffen, welche Garantie liegt dann in der prozentualen Bertheilung, worach der Staat zwei Drittel tragen foll? Dec Antrag auf Festlegung einer Minimalpenfion, wie er von den Herren ( lints) eingebracht ist, ist für die Regierung unannehmbar. In dem Moment, wo man die Lage der Lehrer bezüglich der Pen for sverhältnisse mit der aller übrigen Staatsbeamten in Urbereinstimmung bringen will, fann man nicht neues Recht für die Lehrer schaffen und ihnen einen Anspruch beilegen wollen, den fein anderer preußischer Beainter befigt. Abg. v. Schendendorff: Die Nationalliberalen haben einer gefeßlichen Regelung der Unterrichtsverhältnisse stets das Wort geredet. Meine politischen Freunde und ich begrüßen daher auch den vorliegenden Gefeßentwurf auf das Beste und werden ihr Möglichstes thun, um ein Buflande Tommen des Geiges herbeizuführen. Der Entwurf erfüllt leider nur einen Theil der Dotationsgefeggebung von der Unterrichte gefeßgebung gar nicht zu reden aber doch einen febr wesentlichen Theil, denn er schafft endlich rechtliche Ver bältnisse auf diesem Gebiete. Ich hoffe, daß dies Gesetz den Anfang zu einer schrittweisen Weiterbewegung der Schulgesetzgebung führen wird. Ich bedauere, daß das Benfioneminimum gefallen ist, und hätte darin keine Bevorzugung des Lhrerftandes erblickt, da die Pensionsregelung vor der Dotations regelung in Angriff genommen wird. Nachtem aber die Re gierung definitiv erklärt bat, daß ihr das Penstone minimum unanr ehmbar fet, muß ich nunmehr, wenn ich das Gesetz nicht gefährden will, den Antrag Beisert und Genoffen belämpfen. Mögen auch einzelne Betenten zu weit gehende Wünsche gestellt haben, so trifft dies doch nicht die Lehrerschaft als solche. Die hervorragendften pädagogischen Beitungen weisen diese übertriebenen Forderur gen auch selbst mit Entschiedenheit zurüd. Ich erwarte mit den Kommissionsmitgliedern, daß der Staat mit dem ihm jest dauernd zur Verfügung gestellten Dispoft tionsfonds den vorhandenen Emeriten eine entschiedene Auf befferung zu Theil werden laffen wird, daß man also eine neue Enquete in dieser Richtung anftellt. Da aber das Benfioneminimum gefallen ist, so ist der Dispofitionsfonds eine unbedingte Nothwendigkeit. Sh spreche die Ewartung aus, daß die Staatsregierung mit mildernder Hand eingreifen werde, wo die Verhältnisse einer Abhilfe bedürfen. Nachdem die Ne gierung heute eine günstige Stellung zum Gesetz genommen bat, so bitte ich nur noch das hohe Haus, thunlichst einmüthig für das Zustandekommen des Gesezes einzutreten. ( Beifall.) Abg. Windthorst: Die Debatte zeigt, wie schwierig es ist, derartige Materien, welche tief in organisatorische Fragen eingreifen, aus dem Hause heraus zu regeln.( Buruf: Antiag Quene!) Der Antrag Quene greift nicht in solche Drganisa tionsfragen ein. Daß die Regierung fich nicht früher erklärt babe, lönne er nicht tabeln; fie müsse erst fiste Beschlüsse vor fich sehen. Ich vermiffe in der Debatte auch eine Erörterung darüber, wo denn die Schullast eigentlich liegt, und wie fte durch diesen Entwurf eigentlich verschoben wird. Ich glaube, daß derselbe dem Artikel 25 widerspricht. Vielleicht könne ja eine Abänderung deffelben in der Weise herbeigeführt werden, daß für die Penstonen statt der Gemeinden der Staat eintritt. Daß eine Aenderung des Pensionswesens der Volksschullehrer nothwendig ist, will ich nicht bestreiten. Aber durch die Vorlage werde der Westen belaftet zu Gunsten des Ditens. Dhne eine Anerkennung der lediglich fubfidiären Verpflichtung des Staates, für die Staates, für die Lehrerpenfionen einzutreten, tann ich Der Vorlage nicht zustimmen. Auch der Antrag des Abg. Richter verdient eine genaue Prüfung; er erscheint beffer als die Vorschläge der Kommission. Wenn der Finanz minifter zur Dedung der finanziellen Belastung des Staates etma neue Steuern verlangt, so irre er fich; von neuen Steuern auf Taback 2c. wird nichts gereicht werden. Die Mittel tönnen nur durch Sparsamkeit in sonstigen Ausgaben aufgebracht werden.( Buruf: Getreidezölle!) Die Getreidezölle sollen dem Reiche teine neuen Einnahmen bringen, sondern lediglich die Landwirthschaft schüßen und leistungsfäbig erhalten; der Antrag Quene soll diese Einnahmen den Kommunen zuwenden. Ich wünsche schließlich, daß die Antragsteller einmal die finanzielle Tragweite des Entwurfes darlegen.( Beifall im Bentrum) Alg. Graf Clairon d'haussonville freut sich, daß die Temperatur für das Gefeß eine günstigere geworden fet. Da er die Fertigstellung des Gesezes wünsche, so werde er mit feinen Freunden nach einer Verständigung mit der Re gierung streben. Hierauf wird§ 1 der Kommissionsbeschlüsse mit sehr großer Mehrheit angenommen( dagegen nur vereinzelte Ston fervative und Bentrumsmitglieder) und um 3 Uhr die For jegung der Berathung auf Mittwoch 10 Uhr vertagt. Kommunales. Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung am Donnerstag, den 16. April, Nachmittag 5 Uhr. Berichterstattung über die Vorlage, betr. Den Anfa eines an der Straße 58, zwischen der Liebigftraße und d Proskauerstraße belegenen Grundstücks- Komplexes- Vorlag betr. Die Erwerbung einer von dem Edgrundstücke Admiral straße 40 zur Verbreiterung der Skaligerstraße erforderliche Barzelle- desgl, betr. die Anlegung einer neuen Dunglade stätte auf dem Bentral- Viebhof- besgl., betr. das Proje zum Neubau einer Gemeinde Doppelschule nebft Turnhalle un Lehrerwohngebäude auf dem ehem. Kunheim'schen Grundstü in der Bergmannstraße Rechnungsfachen Vorlage, be die Festlegung einer Baufluchtlinie für den Vorplay an Südwestseite des Stadtbahnhofes Alexanderplaß und Ueb nahme dieses Vorplages als öffentlige Straße- Vorlag betr. die Neuwahl eines Bürgerdeputirten für die Arme Direktion- Berichterstattung über eine Benfionirungssa fowie über einige Anstellungssachen- desgl. über ein turalisationsgesuch turalisationsgesuch- Vorlage, betr. den Ablauf der Wahl eines Bürgerbeputirten bei der Deputation zur Beschaffung Brennmaterialien- desgl., betr. zwei Wahlablehnungen desgl., betr. die Wahl eines Rathsmaurermeisters. Lokales. Die Gerichtsberichterstatter der hiesigen Zeitung erlaffen folgenden Artikel zur Abwehr. Im Anschluß an Prozeß des Mandolinenspielers Gargiulo bringt das„ Kle Journal" eine gegen die Gerichts- Referenten gemünzte No welche denselben Vorwürfe darüber macht, daß fie den Nam der Heldin jenes Liebesromans nur angedeutet und nicht genannt haben. Der Artikel behauptet, daß fich ein bo Beamter" im Intereffe jener Dame bei den Beitungs- Re tionen verwendet habe und schließt mit dem geiftvollen ,, Auf jeden Fall werden die Herren Gerichtsreferenten ein ähnlichen Mandolinen- ,, Klang" noch recht oft berbeiwünsc er stimmt so rücksichtsooll, so zart, fo mild..."- Wir füb uns veranlaßt, die in lepteren Worten liegende schmach Ifinuation hiermit öffentlich zurück zu weisen. Wir w nicht, welchen Ralibers betr. Mitarbeiter des R. Journ jedenfalls muß fich derselbe beffer auf die Würdigung Klängen" der angedeuteten Art verstehen, als wir. Wir fererseits wiffen weder etwas von der Verwendung ,, bohen Beamten", noch von Alängen" irgend melcher Die vielleicht für den Artikelschreiber des Kl. Journ." Richtschnur seines Handelns sein mögen. Die betreffende bandlung hat unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattgefun und die Anwesenheit der Bettungs Referenten wird Bo: fizenden felbftredend nur unter der Bedingung stattet, daß sich dieselben die nöthige Reserve laffung, denn wir haben es n cht für unsere Aufgabe geba einen geachteten Mann für die bizarre Laune seiner Frau durch büßen zu laffen, daß wir durch Nennung feines N ihn gesellschaftlich unmöglich machen. Zu dieser Haltung pflichtete uns nichts weiter, als unser Tattgefühl und das ,, Kl. J." daran Anstoß nimmt, so ist das seine S Ein Tattgefühl, welches eine Beitungs- Redaktion baz obne irgend welchen Anhalt die Mitarbeiter der Breffe in Weise zu beschmugen, ist für uns allerdings nicht verständl Wir meinen in aller Bescheidenheit, daß es die Breffe einfe prostituiren heißt, wenn ein Organ der Preffe felbft feine der übrigen Beitungen Mitarbeiter gewiffermaßen ausb Haut" vor dem großen Bublifum als elende Subjekte dert. Gegen diese leichtfertige Denunziation des Kl. J wahren wir uns aufs Entschiedenste. Gerichtliche S behalten wir uns vor. Berlin, 14. April 1885. Decar Gustav Kututsch. Wilhelm Quanter. J. Fraentel Stytha. Graf Tattenbach. Hugo Friedländer. Jüterbel. Abg. Ridert: Der Abg. Windthorst will das Gefes au Stande bringen; aber nach seiner Rede scheint er eher ein Feind als ein Freund desselben zu sein. Er fragt trop ber vielfachen Ausführungen in der Kommiffion und im hause nach dem finanziellen Effekt der Vorlage, während doch feststeht, daß die Ersparniß aus dem Ronvertirungserlegen. Dazu war im vorliegenden Falle gewig alle B gefeß bis auf eine fleine Summe die Ausgabe decken wird. Solche Bedenken hat der Redner, der für den Antrag Quene eintritt. Wo will er denn die Dußende von Millionen hernehmen, die dadurch den Staats finanzen entzogen werden? Dafür werden wir im Reichstage noch große Summen zu be willigen haben, auf diesen Hinweis aber antwortet Herr Windt horft: Das fällt uns gar nicht ein, das wollen wir alles durch Ersparniffe erreichen! Ich bin gewiß ein Freund von Espar niffen, aber diese kühne Ersparnispolitik, die 24 Millionen auf bringen will, habe ich doch noch nicht durchführen sehen? Wo wollen Sie denn im preußischen Staatshaushalte diese Erspar niffe machen? So lange Sie mir das nicht darlegen, tann ich Ihren Ausführungen fein großes Gewicht beimessen. Ich bite übrigens auch, die Sache hier im Bienum jezt zum Abschluß zu bringen; gelingt uns die Verständigung nicht, dann bleibt bie Kommission uns immer noch. Auch ist über die Penfions frage eine Verständigung viel leichter als im Reichstage, wo doch Herr Windthoist und seine Genoffen oft bei viel schwie rig ren Dingen gegen tommiffariiche Berathung stimmen.( Abg. Windthorst bittet um's Wort) Nach Herrn Windthorst verlegt oder unterminirt die Quotifirung den Artikel 25 der Ver faffung. Ich kann das absolut nicht finden; wäre Dem so, dann würde auch ich den Entwurf bekämpfen. Bleibt also nur die Frage wegen des Minimums. Jit dieses Minimum von 450 M. für die Regierung schlechthin unannehmbar, dann aücbe ich daran für meine Berfon die Vorlage nicht scheitern laffen. Im Ganzen tann ich mich nur berzlich freuen, daß endlich einmal durch diese Vorlage Beschwerden aus dem Wege geräumt werden, die uns Alle in Preußen stets sehr unangenehm berühren mußten Abg. Enneccerus: Jb fann dem Abg. Windthorft die gewünschte Belehrung dabin ertheilen, daß nach Art. 112 der Verfassung es bis zum Erlaß eines Unterrichtsgesetzes hinfichtlich des Schub und Unterrichtswesens bei den jest geltenden Bestimmungen bewendet. Der Art. 26, welcher den Eclaß des Unterrichtsgefeges verheißt, ist also noch fuspendist, und auch Art. 25 tann aus demselben Grunde dem uns vorliegenden Entwurf nicht entgegengehalten werden.( Widerspruch im Bentrum.) Abg. Kumis von Richthofen findet gleichfalls, daß der subfisiäre Charakter der Schulunterhaltungspflicht des Staates hinsichtlich der Pensionsverhä tniffe durch den Entwurf zu sehr in den Hintergrund ged ängt wird, wünscht im Ulebiigen vor allem eine genaue B.üfung der Bedürfnißfrage Ülebiigen vor allem eine genaue B.üfung der Bedürfnißfrage und steht die zweckmäßigfte Abgrenzung in einer Marimai summe von 750 M. Abg. v. Beblit polemiflrt gegen den Abg. Windthorst, der zwar sehr Schönes für den Entwurf gesagt, materiell aber Alles gethan habe, um das Zustandekommen deffelben zu vers hindern, und führt gegenüber den auch von ihm im Wesent lichen als zutreffend bezeichneten Argumenten des Abg. Richter für die Quoter vittheilung die Verschiedenheit der Emeritirungsverhältnisse in den Städten und auf dem platten Lande vor. Abg. Windthorst: Wir wollen ebenso wie die übrigen Parteien den Lehrern geben, was fie längst bedürfen; aber die Beweisführung gegen meine Verfassungsbeder ten seitens des Der Arbeiter Neumann ist aus dem Geltungsb des kleinen Belagerungszustandes ausgewiesen worden. fte und 4 mal thur wo blic ergr Fle ift anb Dar wett cher Han gefü Der Stu Beit Wei Drt jüdi wiffe juni Tha nom eing für Dom Höft zu v bret wurd Bebr Derü Dits aukg fuchu hobe aur frift birek abbü wurd Schrei sein die A Bemi geblie nach Leute sucher Berli ein g betan Dor d warnt treibt B. 20 Beich Man Hochf und betan lose Laden wollte nnd I wurde nicht des A das 2 Bank 9 Natür Diesell laben erlant Solchei wollte unter Wir a Am Freitag Abend warf ein 24 Jahre alter Stauf einen Stein in eins der Fenster des taiserlichen Palais. ift überwiegend der Ansicht, daß man es hier mit einer ehrgeizigen" Naturen zu thun bat, welche durch eine an finn grenzende That von fich reden machen möchten. Бан ne b. Die Frühjahrs- Kontrol- Versammlungen gestern ihr Ende erreicht. Das Gesammt Ergebniß i folches, daß man doch wieder zur Ladung durch Ordonnan zurückgreifen muß. Die Mannschen selbst find von der Konzentration und den durch fie bedingten weiten Wegen erbaut. Von der Pante nach der Hasenbaide ist eine förm Tagereise, und man jah Deshalb seit Dftern in der Bion straße jeden Morgen einen förmlichen Droschtentorio. BA übel empfand man es, daß bet der Wenge Der Mannscha der Appell im Freien abgehalten werden mußte. Man f nach dem Regen in förmlichen Bfügen, und eine Reibe ernster Erkältungen find die Folge. Im Kriege ift e nicht anders, aber im Frieden fragt die Landwehr mit er erhal Aquarium in dem Seewaffer.Baffin neben der Bibera b. Lebende Häringe tummeln sich seit gestern im Berl Das shwinige Experiment, den empfindlichsten aller lebend hierher zu bekommen, ist dem Aquarium zum Male gelungen. Der zarte Fisch ist nämlich nur zu kommt. wenn er mit der Luft nicht einen Augenblick in Berib Geschicht es, so fallen ihm die wie Goldfl Häutchen dünnen Schuppen ab und der Fisch stirbt ab. im Aquarium befindlichen Häringe mußten deshalb Waffer eingefangen, beim Transport und ebenso beim fegen in cas Baifin vor jeder Berührung mit der Luft hütet werden. Bon 17 Stüd find 10 lebend angelom Die Fiste stammen aus der Ditjee bei der Insel Rügen ist der Häringsfang gegenwärtig sehr ergiebig. Ec bat ganze vorige Jahr faft ununterbrochen gedauert, im off Meere vom Januar bis Junt und vom August bis Herrn Dr. Enneccerus ist absolut verfehlt. Was die Frage Ottob: t, dann in den Binnen- Meeren( Bodden sc.) bis des Jahres. Stralsund ist der Bentralmarft. Der Preis l der Beschaffung der Mittel betriff, so werden wir uns ja Darüber noch zu unterhalten haben; für jest miederhole ich nur: entweder den Antrag Quene oder feine Zölle! Minifter von Goßler giebt feiner Freude darüber Aus. brud, daß endlich einmal die in Nede stehende Regelung der Per fionsfrage der Elementarleh er einem gedeihlichen Abschluß nabe geüdt ist, und betont gegenüber dem Abg. Rickert, daß die Aufnahme eines Penfions Minimums in das Gesez legteres voraussichtlich zum Scheitern bringen werde. Das Aner bieten des Finanamirifters zur Babiung eines figen Benfionsbeitrages von 600 Mt. zu: üd veisen, bieße, um etnes Bringps willen die bestebenden Unguträglichkeiten steigern. Auch die Emeriten würden den E. laß eines Gereges, wie es der sur Debatte stehende Entwurf anft ebz, mit größter Dankbarkeit begrüşen Möge doch endlich die Schulverwaltung in den Stand gelegt werden, mit festen Bablen auf dem Gebiete des Besoldungs und Benfionswese& rechnen zu können, dann fei auch die Hoffnung b gündet, aus den jezigen sehr schmerzlichen Verhältnissen berausjukommen. Allerdings seien 600 Wit. ein Anderes in Berlin und ein Anderes in einem kleinen Dorfe des Kreises yokcug; in dieier Richtung sei die Auffindung eines vermittelnden Modus sehr wünschens werth. Anfangs 3 M. pro Wall( 80 Stüd = 5 Rilo), jest bet der schmackhaftesten, sondern auch einer der schönsten Fifde filbeit ar, bald goldgrün, und die Seiten blizen purpur himmelblau und filbern. und Ringbahn angerichtet. N. Die starten Regengüsse der legten Tage haben el nicht unbeträchtlichen Schaden an den Böschungen der S Besonders macht fic Schaden im Norden Berlins zwischen den Statio Friedrichsberg und Gesundbrunnen bemerkbar, indem daj so starke brutschungen des Bodens stattgefunden haben, ein großer Theil Flächen erneuert und angefäumt wa ben Thiergarten unfi her machen, unter dem Vogelbeftand Die Habichte, welche eine Berliner Lokal Korrefpon start aufiäumen und den Krähen förmliche entpappen fallen, deren Hauptnahrung Eidechsen, Föschen und Räfern muß liefern lägt, fich als Sablad barmlofe Thu Schat aus Mäufen, Heu besteht. Der I denn sie fressen wenig Vögel; der Nugen abe den fie Vögeln zufügen, fagt Brehm, ift febr g polizei war i Meg Keller fich co cignet Die F früher ermitt Lange unerm Lage Der F bi- se Diebf M., i lich b fucur früber Fleisc N Epan gefter merth Arbet babnl gang Cines folger bruch legun nach Schafft gegen airla Weiß Frau Trani über fofort Lufth Erfol pertoi Belle Bohl' erichi Helen sie durch Bertilaung der Mäase stiften, ist sehr gros, und deswegen sollten fie gehegt werden. Im Thiergarten zu- mal köunen vie Thurmfalken den Vögeln leinen Schaden thun. Der Vogeljagd geben fie fich nur auf freiem Felde hin, wo fie ,n mäßiger Höhe über der Erde hinstreichcnd, beim An- duck eine? fitzenden Vogels fih herabstürzen und ihre Beute ergreifen. _ Die Echwurgerichttverhandlung gegen de« Fleischermetster Josef»ehrend aus Slurz wegen Moides ist nach einer unS zugehenden Mltheiluna aufden 24, April cr. anberaumt worden und wird vor dem Echwurgertchtshof zu Danzig stattfinden. Dieser Verhandlung liegt ein in den weitesten Kreisen Aufsehen erregender Fall zu Grunde, wcl- chcr von vornherein zu der Verhaftung mehrerer jüdischer Handelsleute unter dem Verdacht eines sog. rituellen Mordes geführt bat. In der-Macht zum 22 Januar 1884 war unter der Brücke d«S im Kreise Preuß.-Stargard gelegenen DoiseS Slurz der 14 jahrige Kälhnersohn OnotriuS Cydalla, wie seiner Zeit mitgetheitt worden, ermordet und in der gräßlichsten Weise zerstückelt und verstümmelt vorgefunden worden. Von Ortsbewohnern wurde der Verdacht der Thäterschaft gegen den jüdischen Handelsmann Josefsohn gelenkt, welcher unter Mit» wissen resp. Mitwirkung der jüdischen Kaufleute Boß sen. und Junior(Vater und Sohn) aus religiösem Fanatismus diese That vnübt haben sollte. Diese drei Personen wurden festge- nommen und mehrere Monate in Haft gehalten. Da aber die eingeleitete Untersuchung nicht die geringsten Anhaltepunlle für diesen Verdacht ergaben, so wurde im April vorigen JahreS vom Minister deS Innern der hiefige Kriminal-Kommiffar Höst nach Slurz kommittilt um weitere Nachforschungen dort zu veranstalten. Diese ergaben die völlige Schuldlostgkeit der drei verhasteten Kaufleute, welche sofort auf freien Fuß gesetzt wurden, und führten zu der Verhaftung des FleischermetsterS Behrend unter dem dringenden Verdachte, die scheußliche That verübt zu haben. Gegen Behrend, welcher z» den latholischen OrtSeinwohnern gehört und fich durch religiösen Fanatismus ausgezeichnet haben soll, ist nach Beendigung der Vorunter- suchung vom Staatsanwalt die Anklage wegen Mordes er« hoben worden, die nunmehr vor dem Schwurgericht zu Danzig zur Verhandlung gelangen wird. N. Der wegen Verleitung zum Meineide vor Jahres- frift zu einer sechsjährigen Zuchthausstrafe verurtheilte Schul- direktor Heller, welcher seine Strafe zur Zeit in Brandenburg abbüßt und anfänglich mit schweren Arbeiten beschäftigt wurde, ist in Folge seiner guten Führung als Bureau- Wsteiber in der Anstalt angestellt. Heller, welcher sein Geschick mit stoischer Ruhe trägt, hat fich wiederholt um die Wiederaufnahme des Verfahrens bemüht, jedoch find alle Bemühungen nach dieser Richtung hin bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Tie Aufnahme einer neuen Verhandlung steht dem- nach nicht in Autficht. Holländische Seelenverläuseragente«, welche junge Leute zum Eintritt in holländische Kriegsdienste zu bewegen suchen, treiben, wie man unS schreibt, augenblickach hier in Berlin ihr Unwesen. Um diesem zu steuern, hat fich ein Ver- ein gebildet, welcher Plakate aufhängen lasten will, auf denen vor diesen Werbern und ihren Versprechungen, die fich, wie bekannt, hinterher als eitel Lug und Trug erweisen, ge- warnt wird. Der Schwindler mit dem goldene» Anlagelachttal treibt sein Unwesen forsch weiter. In zwei wetteren dem „B. T." bekannt Gewordenen Fällen sucht der Mann mit den llUF.anksfiücken Zigarrenläden heim. Im Zigarren-Jmport- Geichäst von G. in der Karlftraße erschien am Eonnabend ein Mann, der ganz daS Aussehen deS auch von uns beschriebenen Hochstaplers hole, verlangte 3 Zigarren, Stück zu 10 Pfennig nnd legte ein Goldstück auf den Tisch. Nun begann er die bekannte joviale Unterhaltung, in deren Verlaufe der ahnungs- lose Geschäftsmann, laut aufzählend, 19 M. 70 Pf. auf den Ladentisch legte. Erst als der Käufer das Geld einstreichen wollte, besah fich der Zigarrenbändler daS Goldstück genauer nnd lonstatirtr, daß es ein 20 Frank5stück war. Der Käufer wurde darüber oerlegen und entschuldigte fich; doch gab er nicht etwa 4 Mark retour, sondern bat fich gegen Rückgabe des Wechselgeldes und Hinterlegung der gelauften Zigarren daS 20-FrantSstück wieder auS; dass:Ibe wolle er in einem Bankgeschäfte wechseln lasten und dann die Zigarren abholen. Natürlich geschah weder daS Eine noch das Andere. Genau dieselbe Manipulation versuchte der Schwindler im Zigarren- laden von S in der Alexandcrstraße. Der Geschäftsinhaber erkannte aber daS 20-FrvniSstück auf den ersten Blick alS solches und wollte es für 16 Mark in Zahlung nehmen. Darauf wollte aber der Hochstapler nicht eingehen, sondern verließ, unter Zurücklaffunz der geforderten zwei Zigarren, den Laden. Wir mahnen also wiederholt zur Vorficht. a Eine Etnbrecherbande ist gestern von der Kriminal. polizei zur Haft gebracht worden. Am ersten Osterfetertage war in dem Vonathtkeller der Schlächterfrau W. am Grünen Weg ein Einbruch verübt worden. Diebe waren durch ein Kellerfenster. nach Entfernung der Latten, eingedrungen, hatten sich ca. 80 Pfand Fletschwaaren(Schinken und Würste) ange- eignet und waren damit entkommen. Als die Diebe wurden die FleischcrgeseUen G- und M. verdächtig, von denen elfterer früher bei der Frau W. in Stellung fich befunden hatte, auch ermittelte die Kriminalpolizei, daß der Restaurateur K. in der Langenstraße die Fleischllaarcn an fich gebracht habe. Eine unerwartet« Haussuchung bei dem Restaurateur K am gestrigen Tage führte zu der Beschlagnahme eines großen TbetlS der der Frau W. gestohlemn Fleischwaaren, urd K. räumte ein. di-se Waaren von dem Tischler S ch.. bei welchem der deS Diebstahl« verdächtigte M wohnt, gekaust zu haben. G. und M., sowie der Tischler Eck. und ver Restaurateur K., sämmt- lich bisber noch unbescholtene P-rsonen, find heut zur Unter- suchungshaft gebracht worden. M. ist auch beschuldigt, seinem früheren Meist, r. Schlächter K- in der Klosterstraße. sortgesetzt Fleischwaaren gestohlen zu haben. N. Der sttfährliche Etratzenübergang an der Ecke der Spandouer. und Königstraße war vorgestern Abend resp. gestern früh wiederum der Schauplatz zweier sehr beklagenS» merthen Unglücksfälle. A s gestern Abend gegen 11 Uhr ein Aibetter Rcwald den als KreuzungSpunkt mehrerer Pferde- dabnlinien, Omnibutlinien)C. sehr gefahrvollen Straßenüler- gang überschreiten wollte, wurde er plötzlich von den Pferden eines Lastwager.s umgestoßen und von den Rädern des nach- folgenden WagenS verletzt, sodaß er neben einem Arm- bruch auch anscheinend nicht unerhebliche äußere Ver- letzungen erlitt. Der Verunglückte mußte sofort per Droschke nach seiner in der Alcxandriner.strvße belegenen Wohnung ge- schafft werden.— Der zweite Unfall trug fick gestern Vormittag gegen 9 Uhr in einer auffallend ähnlichen Weise dort zu. Ein zirka sechtzigjähriger Mann mit Namen Kraemer aus Weißens« wurde, als er im Begriff war, mit seiner Frau und Tochter den Fahrdamm zu überschreiten, von einem Trantportwagen der Firma Carl Wellow umgestoßen und den linken Fuß gefahren. Der Verunglückte mußte fich sofort in ärztliche B, Handlung begeben. «..m,.*' Alltance» Theater. Von Goemer's p ächtigem Lustspiel„Amerikanisch" können trotz seine« außerordentlich:» Ersolgei nur noch 3 Aufführungen stattfinden, da der Re- v�torrwechsei im Wallner- Theater auch einen solchen für daS bedingt. Am Sonnabend geht hier Pohls Gesangepoffe„Klein Geld" neu einstudirt in Szene. Gerickts- Rettung p.«ine Ikjähriae Dienstmagd als Giftmischerin erschien gestern in der Person der unverehelichten Emma Mari« Helen« Lentz auS Spandau vor den Schranken der Straf- kammer d«S Landgerichts H. In ihrem Dienst bei der im 84. Lebensjahre stehenden, kränklichen Wiltwe Schönicke glaubte die Angeklagte Ursache zu haben, fich über die Beschaffenheit des ihr dargereichten KaffeeS beschweren zu können und fie lehnte daher den Genuß deffelben unter dem Vorgeben ab, daß der Kaffee nach„Seife" schmeckte. Die ihr von der Dienst- Herrin hierauf zu Theil gewordene Zurechtweisung erbitterte die Angeklagte derartig, daß fie beschloß, fich zu rächen und wie sie vor Gericht erklärte, der alten kränklichen Dame auch ein- mal etwas einzubrocken, was ihr ficherlich nicht gut schmecke. Di« Art der von dem Mädchen gewählten R->che lreß an BoSbaftigkeit nichts zu wünschen übrig. Der Arzt der kränklichen Dienstherrin hatte derselben zur Stärkung die Milrbkur verordnet: als die Lentz nun aufgefordert wurde, eine Ti-ffe voll Milch zu geben, scbüttde fie vorher eine Quan- tität Phosphor, den fie mit den Fingernägeln von Zünvhölj- chen abgeschabt in die Milch und reichte dieselbe der im Lette liegenden alten Frau. Der eigenthümiiche Geschmack des Dar- gereichten veranlaßte die ac. Schönicke jedoch, die Toffe sogleich wieder abzusetzen und nach Rücksprache mit ihrer er« wachsenen Enkelin die Milch von dem Dr. med. Kirschner in Spandau untersuchen zu lassen. Der ge- nannte Herr konstatiite die Beimischung von PhoSphor und w-ndete sofort geeignete Gegenmittel bei der alten Dame an, deren leidender Zustand nach dem Genuß des Gifts fich in einem bedenklichen Grade ver- schltmmert hatte; die angewendeten Gegenmittel hatten jedoch guten Erfolg, sodaß der Anschlag glücklicherweise ohne erficht- lichen Schaden für die Gcsunlheit der Frau vertief. DaS Mädchen, welches in ihrem Auftretm ein widerliches Gemisch von angeborner Bornittheit und Schlauheit an den Tag legte, räumte vor Gericht die ih: zur Last gelegte Hand- lung mit der Entschuldigung ein, daß fie nicht gewußt, daß Phosphor giftig sei. Auf Grund deS Gutachtens des vereidigten Chemikers Dr. Bischof, welcher in den ihm vom Gericht zur chemischen Analyse übergebenen Milchresten, das Vo-bandensein von 4 Milligramm PhoSphor in Veibindung mit Mennige nachwies, erachrete der Staat«- anwalt die Angekl. des Vergehens gegen§ 229 R-St.-G-B. (Beibringung von Gift) für schuldig und beantragte, da bei dem jugendlichen Alier der Miffethälerin von der gesetzlich vor- geschiiedcnen Zuchthausstrafe Abstand genommen werden müsse, zwei Jahre Gefängniß. DaS Urthcil lautete auf ein Jahr Gefängniß. Dortmund» 10 April. Heute verhandelte die hiefige Strafkammer u. A. gegen ein« Hebamme auS Hörde, welche in empörender Weise die Pflichten ihres BerufeS oernachlässtgt hatte. In 19 Fällen, in denen fie in einem Z-itraum von nch'zu 2 Monaten Gebuitshllfe geleistet, hat fie bei 12 Frauen die Wochenbettfieber übertragen. Vier dieser Wöchnerinnen find gestorben. Anstatt, daß die Angeklagte bei fich einstellen- dem Fieber, wie ei das Lehrbuch für Hebammen auch auS- drücklich vorschreibt, sofort den Arzt verlangt, hatte fie meistens die Krankheit als Natürliches und UngelährlicheS hingestellt, bis dann schließ ich in einigen Fällen Rettung unmöglich war. Der G.richtshof erachtete zwar die Schuld der Angeklagten nur in zwei Fällen als unzweifelhaft dargetban, nahm aber die Sache sehr ernst und gewiß mit vollstem Recht; unter Be- rückfichtigung aller Umstände und wie ausdrücklich hervorgehoben wurde, um ein Exemprl zur Warnung zu statuiren, wurde auf eine Grfängnißstrafe von 1 Jahr erkannt. Iosisles uvü Arbeiterdewegung. Zu den gefährlichsten gewerblichen Beschäftigungen gehö.t die Anfertigung von Zündhölzchen, die in eine Phosphormischung getaucht werden. DaS Etnathmen von Phosphordämpfen bewirkt quälende Schmerzen in den Kiefer- knochen, namentlich in dem unteren, dann stellen fich Geschwüre und endlich Knochenfraß ein. Besonders geneigt zu diesem Leiden find skrophulöse Personen. Vergolder, die mit Qu-ckstlderamalgamen, und Spiegelfabrikanten, die ed nfaUS mit QurckSIber arbeiten, schlürfen in den Queckfilber- dämpfen eines der tödtlichsten Gifte ein, gerare so wie die Maler und Tapetenfabrikanten, wenn fie mit jenem prächtigen Apfelgrün arbeiten, welch-s aus arsiniksaurem Kupfer bkreitet wird. Tapeten von jener Farbe find so gesundheits- grsährlich, daß ihre Anfertigung polizeilich verboten ist, und zwar kann man ihre Wirkung selbst dann spüren, wenn man fich nur einige Stunden in Zimmern mit solchen Tapeten auf- hält, indem man regelmäßig, selbst im Sommer, einen Schnup. fen fich zuziehen wird Leicht ist der Arsenik in solchen Ta- pcten nachzuweisen. Es genügt dazu ein Stückchen dieser Tapete, das, angezündet, den charakteristischen KnodlauchSg-ruch des Arseniks entwickelt Daß leider auch Kleidungsstoffe, in- sonderheit die leichteren, nur zu oft mit Arsenik gesäcbt werden, ist bekannt: hier wirkt dieses Gift»och intenstver, indem mit ihm noch die Haut der Trägerin der schönen Robe in unmittel- bare Bmührung kommt. In der Berliner KonfektionSbranche ist das Frübjahrs- Geschäft in Bezug auf den Export und den EngroS-V-ik-hr überhaupt zum g'ößten Theil abgeschloffen. DaS Gesctäft kann man kein besonders gute« nennen. Der Beoarf der Ver- einigten Staaten von Noroamerika war geringer als früher, und auch Holland und die Schweiz blieben mit ihren Nach- bestellungen zurück. Daß unter solchen Umständen audi die A.beit« löhne keine steigende Tendenz zeigten, ist wohl selbst- verständlich. Der Bericht der Handelskammer zu Colmar im Elsaß, der bis Ente 1884 reicht, ist bereits h»aus gegeben; derselbe bezeichnet die Geschäftslage im AUaemeinen als schlecht. Die Löhne find fortwährend am Fallen, sodaß der Durchschnittslohn für Männer nur 1 M 60 Pf. beträgt; der Lohn der Frauen wird auf 90 Pf. bis 1 M und der Lohn der jugendlichen Arbeiter auf 50—60 Pf. angegeben und zwar bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit vor 11—12 Stunden taglich. Vorstehende Angaben beziehen fich hauptsächlich auf die Textilindustrie- Zum Niedergang« der Handweberet wird aus der Schweiz verichtet, daß verschredene größere Seidenwaaren- Fadrilen den Betrieb eingestellt und zahlreiche Arbeiter ent- lassen hätten. Dies habe die öff-ntltche Aufmerksamkeit auf einen der wundesten Punkte der Eeidenwaarenfabritation im Allgemeinen gelenft, nämlich auf die Verdrängung und gänzlich« Unterdrückung der bisherigen Hand- Weberei als höchst schätzbare und willkommene Hausindustrie durch mechanische Webstühle und in zweiter Lmie aus«ine daherige Ueberproduktton mit allen ihren schlimmen Folgen und Nachtheilen. Obige und anderweitige Ge chäits« einstellungen deweisen, daß die langst mit Angst und Scbucken besü chtete Katastrophe nun hereingebrochen ist und eine zahl- reiche Weberbevöllcrung in den kleinen Kantonen der Zentral- schwei, plötzlich b.od- und arte'tsloS mach' und fie zur Aus- Wanderung und zum Aufsuchen anderer Erwerbszweige unter den denkbar schlrchtesten Auspizien zwingt. Allerdings war eine solche KrifiS s-bon seit geraumer Zeit vorauszusehen, well die Handwebeiet mit etwa 30 000 Stühlen der Konkurrenz der mechanischen Weberei je länger, je weniger Stand halten konnte, sondern ohne den geringsten Nutzen, theilweise sogar mit eff-kltvem Schaden arbeiten mußte� ES ist daher begreiflirb, wenn die Aldettg.ber nothgedrungen schlreßlich die Handweberei gänzlich einzust.llen vorzogen. Traurrg ist aber d» Wahr- n.hmung doch, daß der leidige mecdani,che Webstuhl mancken wackern Arbeiter um s-inBrod bringt, obre bei einer Ueber- Produktion dem allgemeinen Woble forderlich zu fem, weil durch eine solche unselig« Ucbnproduktion denn docb schließlich weder dem Konsumenten und noch weniger dem Produzenten groß gedient sein kann. Diese Kalamität der Unterdrückung der Seidenwaarenweberei als Hausindustrie ist übrigens in der Schweiz noch folgenschwerer als beispielsweise in Krefeld. In letzterem Fadrikdistrikte find die Webstühle für Stoffe bereÄ von 16483 im Jahre 1882 auf 12 770 im Jahre 1883 gesunken, in Ziftich dagegen von 1881 auf 1883 nur von 30 3)8 auf 29 716. Zudem standen im letzgenannten Rayon 4007 mechanische Webstühle im Jahre 1883 gegenüber 3151 im Jabre 1831, während K efeld 1883 nur 657 und 1882 sogar nur 485 mechanische Webstühle zählte. London» 8. April.(Streik.) In der Woll- und Baum- woll-Spinnerei Ealtatre MillS ist ein Streik ausgebrochen, welcher täglich mehr um fich greift. Die Angestellten verweigern die Arbeit sowohl wegen einer Lohnverrinaerung von 25 pCt., als auch wegen einer Verlängerung deS A beitstageS um 2 Stunden. Die Mehrzahl der Streikenden befindet fich in einer sehr aufgeregten Stimmung. Ein anderer Theil hat eine D-pulalion an die Fabeikbesttzer gesandt, um dieselben zu bewegen, die Forderungen einzuschränken und die sehr scharfen Fabrikgesetze aufzuhebe ,. Aufruf an die Zimmerleute BerliuS! In neuerer Zeit schreiten alle Gewerkschaften in der Organisation erfreu« liehet Weise vorwärts. Mehr und mehr deginnen alle Hand- werker einzusehen, daß die Eristrnz guter Fachoereine und deren Vereinigung zu einer Zentralisation absolut nothwendig für die gesunde Entw ckelung deS gesammten Gemeinwesens ist; daß ohne dieselben die Lohnarbeiter des Landes bald in einen Zustand deS größten Elends herabgedrückt würden, durch welche daS soziale und industrielle Leben in die größte Gefahr geraihen muß. Nur allein durch ein« starke gewerkschaftlich« Vereinigung kann dem ehernen Lohngesetz, welches die Arbeits« löhne nach Angebot und Nachfrage festsetzt, die Spitze geboten, sowie ein günstiger Lohnsatz erzrclt und festgehalten werden. Wir Zimmerleute Berlins haben durch die Lohnbewegung vor zwei Jahren, im Verhältniß zu den niedrigen Löhnen anderer deutscher Städte, einen einigermaßen günstigen Lohnsatz errungen. Jedoch ist jetzt durch den übergroßen Zudrang auswärtiger Zimme-leuie, welcher auch künstlich durch hiefige Spekulanten, die in Zeitungen Gesellen nach Berlin locken, hervorgerufen wird, daS Aulrechthalten unser«? Lohne? mit sich stets vermehrenden Schwierigkeiten ver« knüpft. Die stetige Zunahme arbeitersparende Maschinen— die theil« übermäßig lange Arbeitszeit in den Provinzen, machen überall Zimmerleute üderflü'fig, welche Berlin zu- wandern, um hier Arbeit zu suchen. Die natürliche Folge da- von ist, daß egoistische habsüchtige Arbeitgeber das übergroße Angebot der Zimmerleute benutzen, um die Löhne herabzusetzen, wenn wir nicht bald energische Gegenmaßregeln treffen. DieS kar n nur durch maffenhaften Emtnit der Berliner Zimmerleute in den Verband der deutschen Zimmerleute ge« schehen, welcher dann die Macht hat, jeder willkürlichen Lohn- Reduktion einen festen Damm entgegenzusetzen. Ferner wird der Verband vor allen Dingen bestrebt sein, in allen Städten des Deutschen Reirds, wo Lokal verbände der Zimmerleute be- stehen, auf möglichst friedlichem Wege die Löhne zu verbessern und die übermäßig lange Arbeitszeit abzukürzen, sodaß unseren auswärtigen Kameraden Gelegenheit geboten wird, in der Heimath Arbeit und Verdienst zu finden. Gleichzeitig wollen wir hier mtttheilen, daß die nächste Generaloersammlung Sonntag, den 19. April, Vormittags, in Mundt'S Eta- b l i s s e m e n t, Kövnickerffraße 100, stattfindet. Zum Schluß rufen wir allen Berliner Zimmerleute», welche dem Verband noch nicht angehören, zu:„Beherzigt diesen Aufruf, ehe eS zu spät ist." Die Lohnkommtsfion. Peveiue unü Persammluugeu. br. Dt« Versammlung Von Kolonialwaarenhändlern» welche am Montag m„Eiskeller". Ebauffeestraße 88, etwa 150 Thtilnehmer zählend, zu dem Zwecke tagte, Propaganda für die Schließung der Geschäfte an den Nachmittagen der Sonn- und Feiertag« zu machen, hatte einen sehr turbulenten, mirunter sogar stü.mischrn Verlauf und endete ohne den be- abfichtigten Erfolg. Schon die Erklärung, mit welcher der Vorsitzende, Herr Suter, die Versammlung eröffnete, daß nur selbst-äncige Kolonial waaren Händler und vom Komitee ein- geladene Mriglieder kaufmännischer Vereine berechtigt seien, daS Wort zu nebmen, rief Proteste auS der Mitte der Ver- sammlung beroor, weil daS Komitee durch Plakate eine öffentliche Versammlung angekündigt hatte. Herr Kaethner als Referent theilte mit, daß am 23. April 22 im Norden der Stadt wohnende Kolonial- waarenhändler behufs Besprechung der Angelegenheit beisammen gewesen, daß 18 von diesen 22 Herren sofort durch Ehrenwort und Unterschrift fich verpflichtet haben, vom 1. Mai bis Ende September an Sonn- und Feiertagen Nachmittags ihre Gefchäftslokale(von 2 Uhr an) geschloffen zu halten, daß daS von den 18 gewählte Komitee die Zahl der Unterschriften bereits auf 70 gebracht und die gegenwärtige Versammlung zu dem Zwecke veranstaltet babe, daß die erschienenen Herren Koll-gen sib dem Unternehmen anschließen und ihre Namen in die aufliegende Liste eintragen möchten Nachdem dann zwei Redner Bedenken gegen das Unternehmen erhoben, nahm der Vorfitzende ver Vereenigung der kaufmännischen Verein� Herr v. Würfinger, das Wort, um für daS Unternehmen und gleichzeitig für die Prinzipien der Vereinigung:„Hand in Hand gehen d-r KommiS und der Prinzipale und frei« Verein- barung" im G gesaye zum Zwange durch die Gesetz- gedung zu plaiviren. Herr Hintze, Mitglied der„Freien Organisation janger Kaufleute" und Herr Holz, Vor« sundSmitglied des Vereins der Kaufleute der Kolontal« blanche, sprachen fich, auf die seüheren Erfahrungen hinweisend, dahin auS, daß der in Rede stehende anerkennens« w.-ithe Zwick nicht durch freie Vereinbarung, sondern nur durch die Gesetzgebung erreicht werden könne und oaß durch Petitionen auf vie Gesetzgebung eingewirkt werden müsse. Die Zwiscken- rufe und Proteste wurden, als Herr Kuschmann für jeden An- wefenden daS Recht in unsp u.t> nahm, zum Wort- zugelassen zu werden, so lärmend, daß der Vorfltzende fich veranlaßt fand, die Verhandlungen auf fünf M nuten zu sistiren. Nach Wiedereröffnung der Verhandlungen sprachen noch Herr Schirmer, Guter u. A. f ü r, Hr. Kr ause gea-n das Unternehmen desKomstös. Der Aufforderung, welche ein Mitglied des Komitees zu wieder- holten Malen an die Versammelten richtet«, zur Einzeichnung ihrer Namen in die Liste an den LorstandStifch heranzutreten, leistete Niemand Folge. Die Unruhe wurde wieder lehr stark, alS der Vorfitzenve eine Resolution des Herrn v- Wülfinger verlas und dieser daS Wort nahm, um dieselbe zu degrünven. In diesem Momente stieß Herrn Schirmer, der am Vorstands- lisch« saß, ein Unfall zu: er fi-l in Folge einer plötzlich ein- tretenden Ohnmacht mit dem Stuhle zur Erde. Da er nicht sogleich wieder zum Bewußtsein kam, erklärte der Volfitzende die Versammlung für geschlossen. Mb Der Unterstützungsveret« der Buchbinder nnd verwandten verufsgenossen beschäftigte fich tn setner zahl- reich besuchten Generaloirsammlung am Montag Abend bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, unter dem Vorfitze deS Herrn Igst, nach Ertedigung des Rechnungsberichtes für das erste Ouaital c mit dem vom 4. dtS incl. 7. d. M. in Offen« dach stattgehabre-r Delegirten-Kongreß der veut- s ch e n Buchbinder, P o r t e f e u i l l e r w. zur Gründung eineS Ve-bandes der betreffenden Vereine. Herr Jost, der nebst Herrn-Rohmann von hier zum Kongreß deleairt war, referirte und Iherlte im Wesenrlichen folgendes mit. Von den bestehen- den Vereinen halten Vertreter»um Kongre. entsandt die Städte Altenburg Bertin, Breslau, Bielefeld, Bremen, Dülmen, Dort, mund, Erfurt, Frankfurt a. M., Hannover, Hamburg, Hilde, beim, Leipzig, München, Mainz, Mugdeburg, Ofterwteck a. H Offenbach, Stettin, Stuttgart, Genf, St. Gallen, Hertsau un Bürich. Die Kartellverbandsleitung( in Stuttgart) war durch Herrn Baul Vogel vertreten, welcher neben Herrn Joft( Berlin) als zweiten Vorfißenden die Kongreßverhandlungen lettete. Bei der Disluffton über die Gründung eines Sentralverbandes war ein Theil der Redner für eine möglichst ftraffe Sentralisation in der Form einer einzigen in Mitgliedschaften aller Drten zer fallenden Vereinigung der Buchbinder 2c., wogegen die Majo rität der Redner den förderativen Standpunkt vertrat. Bei Der Abstimmung beschloß der Kongreß, die Gründung eines föderativ organifirten Unterstüßungsverbandes der Buchbinder, Bortefeuiller, Album, Etuis, Karton agen- Arbeiter und Liniirer und deren Hilfsarbeiter." In das Statut des Ber bandes wurde auch die Unterstüßung arbeitsloser verheiratheter Mitglieder aufgenommen, doch soll die Unterstüßung Arbeits Lofer erst nach dem nächsten Verbandstage in Kraft treten. Als Reiseunterstüguna wird fürftig- pro Kilometer 2 Pfg.nur bis zu 120 Rilometer bezahlt werden. Ferner macht das Statut des Unterstüßungs Verbandes die Gewährung unent geltlichen Rechtsschußes für die Mitglieder der dem Verbande angehörenden Vereine obligatorisch. Die Höhe der Beiträge wurde pro Mitglied auf monatlich 50 Bfg. feftgesezt. Die sächsischen Bereine, welche nach den derzeitigen Landesgefeßen dem Verbande nicht beitreten fönnen, sollen zu legterem nur in ein Kartell verhältnis treten. Ebenso werden die 4 Schweizer Vereine noch in diesem Jahre einen besonderen Verband bilden. Bezüglich des Bentral Vorstandes des Verbandes und des Verband( Fachpreß) Drgans wurde beschloffen, legteres zum Verbands- Eigen thum zu machen, aber Bentral Borstand und Redaktion örtlich von einander zu trennen. Als Vorort des Verbandes wurde Stuttgart( mit Herrn Dietrich als Vorfizender des Bentral Borstandes) und als Erscheinungsort für das Verbands Organ( Buchbinder Beitung) Berlin gewählt. Die Ver fammlung beschloß hierauf einstimmig, dem in Offenbach ges gründeten Bentral- Unterstügungsverbande fich anzuschließen. In Erledigung des dritten Punktes der Tagesordnung( Ver schiedenes 2c.) wurde u mitgetheilt, daß der Hof Buchbinder meister Herr Morgues, der, wie es bies, trop des flottesten Geschäftsganges, unglaublich schlechte Löhne zahlen soll, drei feiner feitherigen Arbeiter, lediglich wegen ihrer Mitgliedschaft beim Unterstüßungs- Verein eus der Arbeit sofort entlassen habe. Es wurde einstimmig beschlossen, in dieser Angelegenheit schon in den nächsten Tagen eine allgemeine öffentliche Ver fammlung der Buchbinder c. einzuberufen und die gemaß regelten arbeitslosen Mitglieder in der herkömmlichen Weise Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Rienzi, der Legte der Tribunen. Königliches Schauspielhaus. Heute: Die Räuber. Deutsches Theater. aus der Unterstügungslaffe des Bereins zu unterstüßen. Der Reft der lange bis nach Mitternacht tagenden Versammlung war der Erledigung von auf innere Vereinsangelegenheiten bezüglicher Anträge und des Fragelaften gewidmet. Versammlungsverbot. Die am Sonntag nach der Dennewißstraße in Altermanns Salon einberufene Versamm lung, in welcher Herr Stadtv. Tupauer über Sanitätswachen referiren sollte, wurde auf Grund des Sozialistengesetes ver boten. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maler Berlins veranstaltet am Sonnabend, den 18. D. M., Abends 8 Uhr, in Reng' Salon, Naunynftraße 27, ein Kränzchen. Außerdem werden der Gesangverein Bauſebeutel und verschie bene Vortragende den Abend zu einem recht angenehmen zu geftalten suchen. Die Maler Berlins find freundlichst eingeladen. Billets à 30 Pf. find beim Kafftrer cerrn Schulz, Abends von 8-9 Uhr im Vereinslokal, Alte Jacobftraße 83 ( Café Reiber) zu haben. Mitglieder Versammlung des Arbeiter BezirksVereins Laufizer Play. Heute Abends 8 Uhr, Wrangel Vereins Laufiger Play. Heute Abends 8 Uhr, Wrangel Straße 9 und 10( Urania). Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vortrag des Herrn Klein über Vegetarismus. 3. Dis tuffton. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. NB. Die jenigen Mitglieder, welche ihre Wohnung verändert haben, werden ersucht, ihre Wohnung beim Kassirer Scholz, Pücklerstraße 51 of 2 Tr., oder in der Versammlung anzugeben. Der Interessenverein Berliner Glaser hat fich aufgelöft. In der am Montag stattgefundenen Versammlung stand Neuwahl des Vorstandes" auf der Tagesordnung. Der bisherige Vorfizende, Herr R. Dennier, lebnte eine Wiederwahl ab, weil er schon 1 Jahr selbstständig sei und andere ebenso gute Kräfte im Verein vorbanden seien. Aus Furcht vor Maßregelungen lehnten alle Anwesenden die Wahl ab und es blieb demnaco weiter nichts übrig, als die Auflösung des Vereins zu beschließen. Es hat fich nun ein geselliger Glafer Klub gebildet, dem die vorhandenen Gelder und sämmtliche Vereinsutenfilten übertragen find. Außerdem wurden einer Ge fellenwittwe 6 Mark überwiesen und die Herren Dennier, Kolakowit und Schaade in den provisorischen Vorstand ge wählt. 11 Vermischtes. Nicht wahr, aber gut erfunden. Bekanntlich ist di Verhältniß zwischen Schriftsteller und Verleger feineswe immer ein angenehmes und so freundschaftliche Beziehung wie zwischen Sailler und Cotta, oder Heine und Gam findet man numentlich heut zu Tage selten. Charakteri ift in diesem Punkte eine Anekdote, die von Colering dem bedeutendsten und originellsten Dichter Der lischen lischen Seeschule", dem genialen Uebersezer Schille erzählt wird. Wie alle Vollblutengländer war er d geschworener Feind Napoleons 1, deffen beispiellose p I, tische Erfolge ihn über die Schwäche seines Charatte nicht täuschen konnten. Gelegentlich eines Disputs, Koleridge mit einem Napoleonentbuftaften hatte, gerieth legtere allmäblich start ins Gedränge und machte allerlei S geständnisse. Er bemerkte beiläufig, daß die Ermordung Buchhändlers Palm allerdings ein unangenehmes Licht Napoleon fallen laffe. Napoleon fallen laffe. Wie" rief Coleridge, einen Bud händler hat er ermordet" Gewiß, den Balm er hat erschießen laffen." Einen Buchhändler- einen Verlagsbu händler? Nun ja, den Verlagsbuchhändler Palm " Herr!" rief Coleridge, ich nehme alles zurüd, was ich ge Napoleon gesagt habe. Hat er wirklich einen Berlagsbuchy ler erschießen laffen, so ist er der größte, verständigfte und rechteste Mann aller Beiten!" " " Briefkasten der Redaktion. Zwei Wettende. Ihr Gegner bat recht. Die Reih folge der Generalschargen ift: General Major, General- Lie nant, General. Ein Unterschied zwischen einem General Infanterie und Kavallerie in Bezug auf den Ranguntersch existirt nicht. Die Anreden geben Sie richtig an. Ein treuer Abonnent. Unserem Wiffen nach ist 1 Gesellschaft sicher. H. K. Sie müssen den Dfen machen lassen. F. S. Unterschlagung ist ein Vergehen. Die Straf folgung von Vergeben, die mit einer längeren als breimon lichen Gefängnißstrafe bedroht ist, verjährt nach fünf Jahr Jft das Bergehen mit weniger als drei Monaten Gefäng bedroht, so tritt Verjährung nach drei Jahren ein. Es tom also auf die Schwere des Vergebens an. eric Be Po Sch beri mad Mo Po than In sich gege ang zölle Scha bebi jekt wirt effen men Wa weil Wassili Schmidt. Get Rei gan ben und Heute: Feffeln. Beute: Amerikanisch. Bellealliance- Theater. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Beute: Der Walzer König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. eute: Bum 13. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Hurrah Germania! Beute: Der fliegende Holländer. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Deute: Ein weißer Rabe. Vittoria Theater. Heute: Sulfurina. Alhambra- Theater. Geschäfts- Eröffnung. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage ein Cigarren- und Tabak- Geschäft Naunynstraße 51, nabe am Oranienplatz eröffnet habe. Es wird stets mein Bestreben sein, reelle Waare preiswerth am Liger zu halten. 781 Achtungsvoll Singer -Nähmaschinen bester Construction Fuß für Familien und Handwerker, zum Juk betrieb incl. Verschlußkaffen fämmtlicher W n. Apparate à 53 Mark. Unter Garantie. Illustr. Cataloge gratis. Richard Jacobi, Don effer Sha lich ber Int ein Berlin C., Arb 12 Papenstraße 12. bam gera poli #. 1 wob bem Fiche இ 121 Beute: Die Gauner von Berlin. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten für die Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, besonders dem Gesang verein Myrthe meinen herzlichen Dank. 802 Robert Berger nebst Tochter. Danksagung. Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Werkführers Heinrich Schnell, fage allen Bekannten, sowie dem Personal der Pianofabrik von Herrn Neumeier meinen herzlichen Dank. 803 Wittwe Schnell. Zur Nachricht! Mein Nähmaschinen- Geschäft und Reparatur- Werkstatt be Endet fich jest Saarbrückerstr. 6, neben Bötzow. 793 Emil Franke. Größte Auswahl von Schuhen und Stiefeln 484 Bestellungen nach Maß nur reell, solideste Preise bet C. Wolf, balbertstr. 80. Uhren- Fabrik G. Scharnow 152 Oranienstrasse 152, Ecke Moritzplatz, empfiehlt sein Lager aller Arten Uhren, als Gute gebr. filberne Cylinder Ubren Neue filb. CylinderUhren( abga). Gold. Damenuhr v. 25 M. an 8 M. Gold. Herren- Rem. v. 55 M. an Hrn. Talmi- Ketten v. 2 M. an Damen- Ketten mit Quafte Eine Cylinder- Uhr D. 15 M. an do. Remontoir v. 24 M. an Gilb. Anker Uhren v. 25 M. an bo. Remontoir v. 35 M. an reinigen Regulator 14 T. g. v. 15 M. an Eine neue Feder Gute Schwarzw... v. 4,50 M. v. M. 467 Carl Berlin W., Unter den Linden 3. Loos- Generaldebiteur Heintze Hamburg, Große Johannisstraßr 4. Bweiggeschäft: Grosse Pferde- und EquipagenVerloosung zu Berlin. Ziehung 20. und 21. April 1885 4291 Gewinne im Werthe von 225,500 Mark. Haupt- Gewinne 12 complette Equipagen. Große öffentliche à Loos 3 Mart. 11 Loose für 30 Mark.! 4. an Metallarbeiter Versammlung 1,50 m. Mittwoch, den 15. April, Abends 8 Uhr, 1,50 M. in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 7172. Für jede bei mir gekaufte und reparirte Uhr leiste 2 Jahre schriftliche Garantie. Kauf- Offerte. 732 Wir laufen resp. miethen sofort eine große event. mehrere Hleinere Tischlereien. Dampfbetrieb wird vorgezogen. Genau detaillierte Offerten find an den Unterzeichneten ein zureichen. Central- Lohnkommiffion der Tischler. J. V.: Gustav Roedel, Oranienftr. 8. Tages Ortnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Kaffenbericht. 3. Ver schiedenes. Der Wichtigkeit wegen ist es Pflicht eines jeden Metallarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kommission. 794 Neue Zeit, Neue Welt u. f. w. empfiehlt sich 801 804 Zur pünktlichen Beforgung des Berliner Wolfsblatt, Wilhelm Schmidt, jezige Wohnung: Päcklerstrasse 11. Carl Heintze Loos- Generaldebiteur Berlin W., Unter den Linden 3. Heute, Mittwoch, den 15. d. M., Abends 8 Uhr: Reichsbant.Giro- Conto. Arbeiter- Bezirksverein Glückau General- Versammlun in Konrath's Salon, Wafferthorstraße 68 L.- D.: 1. Beschäftliches. 2. Vortrag. 3. Anträge. 4. B schiedenes und Fragelaften. [ 805] Der Borftand 18 Skalitzerstrasse Restaurant H. Stram empfiehlt seinen reichhaltigen Frühstück, Mittag und Abendtisch. Verantwortlicher Redakteur R. Gronbeim in Berlin. Drud und Verlag von Wing Babtug in Berlin SW. Beuthstraße 2. bef dem füb Den aud ger ch ton re Bi be ein ab er felte Her run trit ball gien fich Un Ra lich 18 Do febr Die bas nan ren 651