Nr. 89 Freitag. 17. AM I88i> II. Jahrg. en Tat» on dna Äcfed n cid» lung Uli chen, W ilJ i nach!» ch ein«« ßtrlmtrilolbtilnll Drgan für dir Interrssen der Arbeiter. 4 ... Das„Berliner Volksblatt" «schemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. MonnementSpreiS für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Pojtabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in ver Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Nach Westen stieht die Weltgeschichte. Graf Plate» ruft in feiner prächtigen Ballade„Co« lombo« Geist" obige Worte dem nach Et. Helena fahrenden gefangenen Napoleon zu. Damit meinte der Dichter, daß m Amerika eine friedlich freiheitliche Entwickelung den Ver- fall und die Ruinen, den Krieg und die Mafsenarmuth ab- lösen �ürde. .®�et, auch Geschichtsschreiber habe» diesen Gedanke« «ltivirt, mdem sie zeigten, daß die ersten Anfänge der Kul- tnr m Egypten und Indien, am Euphrat und am Tigris vorhanden waren, dort aber nach und nach verschwanden und daß die Kultur blendender, glänzender nach Westen, »ach Hellas und Rom, zog, um sich dann nordwestlich nach Deutschland, England und Frankreich zu wenden, wo sie noch immer ihren Hauptsitz hat. Es wird behauptet, daß sich Spuren des Verfalls in diesen Ländern zeigen, doch ist nicht zu leugnen, daß auch manche und große Zeichen des Aufschwungs zu erblicken find. Daraus erhellt, daß noch immer in der„alten Welt" genügend« Kraft vorhanden est, sich auf der Kulturhöhe zu halten, ja, sich zu immer höherer Kultur emporzu- schwingen. Wir find keine solche Pessimisten, die schon mit einer gewissen Wollust in der Zukunft ein vereistes und von Pyg- mäen bewohntes Europa erblicken; wir glauben, daß für unabsehbare Zeiten Europa noch Triebkraft genug hat, die Menschheit zur höchsten Entwickelung gelangen zu lassen. Daß Amerika jugendlicher ist, daß eS, wie Goethe sagt, fich nicht„mst unnützem Erinnern" zu plagen hat, wisien wir und daß«S somit vorläufig eS auch„bester hat", wollen wir gleichfalls gern zugestehen. Und dennoch könnte man wenigstens Nordamerika mit einem gewiffe» Recht jetzt schon einen greisenhaft angehauchten Jüngling nenne«, der allzu- schnell gelebt hat. Dieser ungeheure wirthschaftliche Aufschwung, diese kolofiale Produktion in de» vereinigten Staaten birgt in sich den K,im der Massenarmuth, und nichts dokumentirt den Verfall eines Lande« mehr, al» dies«. Selbstverständlich wird dieser verhältnißmäßig noch junge Staat die Massen- armuth noch leicht überwinden können bei dem großen Be- S) an jungfräulichem Boden, bei der gewaltigen Triebkraft sselben, die geeignet ist. noch zehnmal so viel Menschen wie jetzt zu ernähren. Wenn in einem solchen Lande die wirthschaftliche» und gesellschaftliche» Zustände durch große Sozial- Reformen geregelt würden, so würde man allerdings dort viel leichter, wie irgend wo anders, glücklich« Zustände für da« gefammte Volk schaffen können. Aber von einer solchen Regelung ist man in Amerika »ohl noch entfernter, als in der„alten Welt" und so wird «w IeuMeton. Im Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) ES»>ar, in allen bürgerlichen Familien wenigsten«, Mrtta Szeit geworden, und die meisten der Osfiziere, die in emem Kosthau« oder Hotel aßen, muhten ebenfall» ihre Stunden einhalten. HanL von Solberg, Hauptmann von Dürrbeck und Graf Raut.n schlenderten zusammen noch einen Weg und sprachen dabei lebhaft mit einander. Graf Rauten hatte HanS geftagt, ob die Amerikaner alle solch' unangenehme Persönlichkeiten wäre», al« sie das eine Exemplar da oben in der Restauration gefunden, und HanS gab ihm eben«in« lebendige Schilderung einiger dieser vollständig amerikanifirten Deutschen. Im eiftrgen Gespräch bemerkte er dabei nicht, wie ihnen auf dem schmalen Trottoir ein kleiner, verkrüppelter Mann— «• war Mux, der Schreiber d«S Notar« Püfier— ent- gegen kam und dadurch auszuweichen suchte, daß er fich an das nächste Hau« andrückte. HanS bemerkt« ihn gar nicht und traf so fest gegen ihn, daß er den kleine« buckli- eu Menschen fast über den Haufen gestoßen hätte. der im Nu sprang er zu, hielt ihn und rief: las die letztere der westlichen Hemisphäre, wie früher in so vielen anderen Dinge», auch in dieser Hinficht wahrscheinlich noch mst gutem Beispiel vorangehe«. Aber da« ist nicht der einzige Grund, der unS bestimmt, an daß„Fliehen der Weltgeschichte»ach Westen" nicht zu glauben. Ganz abgesehen von der immer emporsteigenden Macht Rußland»— wir meinen nicht das gegenwärtige „Russische Kaiserreich", welche» man wohl nicht mit Umecht einen„Koloß mit thönernen Füßen" nennt— wir meinen die Urkraft, die im Lande und im Volke selbst liegt, und die von den Großen de» Reich» vergeblich gemißhandelt nnd ausgebeutet worden ist, wir sagen also, ganz abgesehen von einem weiter vorgeschrittenen Rußland, habe» die letzten Jahie gezeigt, daß die Völker de» Osten» auch noch Volk«- kraft besitzen, die nur erweckt zu werden braucht, u« zu einem siegreichen Ausdruck zu gelangen. Die Engländer hätten e« fich wohl niemals träume« lassen, daß die Sudanesen«inen solchen Widerstand entgegensetze» könnte»— und«er da» kann, ist zur Kul- | tut noch nicht unfähig geworden. Und die Chinesen, denen man eine gewisse Kunst und große Arbeitskraft nachrühmen kann, wenn sie erst au« ihrer Lethargie geweckt«erden? Die« wird kaum von Innen heraus möglich fein, deshalb wünschen wir auch den Franzosen den Sieg, damit da» Land mehr und mehr für den Verkehr eröffnet wird. Doch mögen die Franzosen ihren Sieg nicht durch größere Unterdrückung schänden, al» die ist, in welcher die Chinese« jetzt von ihren eigenen Be- Herrschern gehalten werde». ES ist sicher, daß auch China nach und nach der Zivili- sation und einer höheren Kultur zurückgegeben wird und dann dürfte ein« Zeit lang die„W eltgeschichte nach Osten fliehen". Damit sind wir zu dem erlösend-n Punkte gekommen: die Weltgeschichte flieht nach Westen, die Weltgeschichte flieht nach Osten— und somit wird sie zum Heile der Mensch- heit fliehe» ring» um den Erdball! »Oh I ich bitte tausendmal um Entschuldigung, habe ich Ihnen wehe gethan? E« ist gewiß nicht absichtlich ge- Ichehen." Han», in seiner Gutmüthigkeit, faßte dabei de« kleinen Mannes Hand und schüttelte sie herzlich. ■k"Sltm>nti«'«ein, gar nicht, ich danke Ihnen," er- wrderte Mux verlegen, während fei» Antlitz blutroth über- gössen schten, ,.«« hat nicht«eh gethan," und er«achte fich l°S und erlt, die Straße hinab Rauten�" hütest Du beinahe tobt getreten," lachte . a�e'Jl.Vne. �eafch" sagte Han»,..e» war zu ungeschickt. Ich hätte rhm gern«twa» gegeben, aber er sah >u anständig auS." »Da« fehlte auch noch," meinte der junge Mann, Unsere �p>nner. Bekanntlich geberden sich unter den Jndustriezöllnern die Spinner und Weber— wir meinen hier natüilicd die Spinn» und Wtbsabrikei.b.fiyer— am wüihigften, und liest man die von diesen Kreisen b-einflatten Peeßorgane, so lallte man denken, die aimen Aktionäre solcher Fabriken müßten am Hungertuche nagen. Wie wenig nun diese Klagen am Platze find, und wie wohl eS diese Herren verstanden haben, ihr Schäfchen in» Trockene zu dringen, beweisen wohl die von unS kürzlich gebrachten, der„Korrespondenz Hoffmann"«nt- nommenen Ziffern über die Zwiinerei und Nähiadenfabrit „Du hast ihm Abbitte genug geleistet, warum geht er nicht au» dem Wege, die Straße ist breit genug." HanS erwiderte nicht« darauf; da» Gespräch war dadurch unterbrochen worden, und Dürrbeck verfolgte auch von der nächsten Ecke schon eine andere Richtung. An der andern Ecke aber stand»och immer Mux, da» vorher noch so ge- röthet« Antlitz jetzt bleich wie Wach«, und die jungen Ka» valiere so weit mit de» Augen verfolgend, wie er ihnen folge» konnte. Erst al« sie au» Sicht verschwanden, drehte er sich ab, und ei» paar große, hell« Thräneu liefen ihm an den Wangen nieder._ Eine StaatSvisite. Die Tafel war im Solberg'schen Hause eben aufgehoben, der Kaffee wurde gebracht, und Han» hatte sich an dem heute wirklich prachtvollen und fast heißen Apriltage hinau« auf die offene Gartenterrasse geletzt, um dort seine Zigarre zu rauche«. Trotz aller Rathschläge des Kammerherrn und der Beichwörun gen seiner Mutter lachte er nur immer, wenn man ihm vorschlug, de» Versuch zu machen und da« Rauchen zu lasse», da e« i» der That nicht gentil sei. Se. Könialiche Hoheit duldeten ebenfalls in ihrer Nähe nicht die Aus- Übung dieses Laster» und konnten sogar den Geruch nicht v«rtr°Da'nn soll er um Gotte» Willen nicht selber rauchen!" «einte HanS i» wirklich profaner Weise.„Aber ich be» greife nicht, Mama, wie m>ch da» geniren könnte!" „Aber Se. Königliche Hoheit..." „Mag ei» sehr guter Herr sei«; aber wa« geht da« mich an!" „Und wenn Du nun zu Hofe befohlen wrrst s" „Erstlich, Mama, kann ich nicht befohlen«erden. sagte Han«.„denn ich stehe in keinem dtenstlrchen Ver- Hältnisse dazu, und dann habe ich überhaupt gar nicht die Absicht, mich vorstellen zu lassen, wie ich auch eben!o wevig weiß, ob dem Fülften an meiner Gesellschaft etwa» gelegen ist."- Damit waren den» derartig« Unterhaltungen gewöhnlich abgebrochen, ohne die gewünschte Wirkung auf den Sohn hervor zu bringen. Er ließ fich in seinem Genuß nicht stören, und Göggingen, welche die Dividende pro 1884 auf 15 pEt. wie für das Voijahr festsetzt, und über die Geschäftsgewinne der Bamberger Baumwollen. Spinnerei und.Weberei(9l/i Pkt.) und der Spinnerei zu Kaufbemen(11'/, Pkt.) rc. Wie daraus zu ersehen, stick-n die Herren Aktionär« der betreffenden industriellen Unternehmungen einen ganz respek« table»„Er.tbebrungSlohn" in die Tasche und die mit der Ein- füvrung der Schutzzollpolitik für sie begonnene„Eozialreform" hat wirklich ihre guten Früchte getragen. F eilich haben die Herren eS auch schon vor 1879 verstanden, die Gesetzgebung für sich nutzbar zu machen. Wer unsere Gewerbeordnung zur Hand nimmt, um fich über die Bestim« mungen betr. der Arbtitszeit der Kinder und jugendlichen Ar- beiter zu ortentiren, der wird in§ 135 klipp und klar auSge- sprachen finden, daß Kinder unter 12 Jabren in Fabriken über- haupr nicht, von 12 btS 14 Jrhrcn nur 6 Stunden und von 14 bis 16 Jahren nur 10 Stunden pro Tag oder 36 resp. 60 Stunden in der Woche beschäftigt werden dürfen. Diese Be» stimmungen er tspiechcn der ursprünglichen Fassung deS Gesetzes vom Jahre 1869 und waren in den§§ 128 und 129 firrrt. Als aber nach den Wahlen von 1877 vre Bewegung für Re- viston der Gewerbeordnung in Gang kam, da benutzten die Herren Spinnereibefitzer rasch die Gelegenheit, um für fich die drückende F.ffcl der Beschränkung der Arbeitszeit der jugendlichen Arbeiter auf 10 Stunden pro Tag oder 60 Stunden pro Woche loS zu werden. Auf Betteiben deS im Allgäu gewähl- ten, den schwäbisch- bayerischen Epinnereibefitzern sehr nahe stehenden, nunmehr verstorbenen RetchStagsabgeordneten Dr. Völk wurde nämlich in den§ 138 eine Bestimmung eingefügt, welche dem BundeSrath das Recht einräumt, für in Spinnereien beschäftigte jugendliche Arbeiter die wöchentliche ArdeilSzett auf 66 Stunden, d. h. auf 11 Stunden pro Tag. zu ver« länger». ES ist das ein Privilegium, welches von der ge« sammle» deurschen Industrie nur die„armen" Spinnerei- defttzer genießen, und welches sie auinahmeloS btS heute weid- lich ausnützen Der Bundesrath wurde natürlich sofort nach Jntrastulen. Aer Gewerbeordnungsnovelle von 1878 von den deihetligten F rmen— natürlich mit Erfolg!— angegangen, das Spinner. Privilegium in Kraft treten zu lassen, und bis heute haben deshalb die Besitzer von Spinnfabriken den nicht zu unterschätzenden Vortheil, gegenüber den Besitzern anderer industrieller Elabliff'mentS. die jugendlichen Arbeiter von 14—16 Jahren pro Woche 6 Stunden lang mehr ausbeuten zu dürfen. Bekanntlich will augenblicklich der Plauener Abgeordnete Dr. Hartmann(ein konservativer Völk) den Beginn der Arbeit für Kinder von 12 auf 10 Jahre herabsetzen. Interessant ist nun, daß Herr Hartman» für sein Vorgehen dieselben Gründe vor bringt, wie drei seiner Zeit seitens des Herrn Dr. Völk und deS auch jetzt wieder in denReichStag gewähltmHrn.Adg.Penztg geschah Die Konkurrenz deS Auslandes und der eigene Lorihetl der schulpflichtigen Kinder und der Vortbeil ihrer Eltern ist«», wa« den kmder freundlichen Staatsanwalt Dr. Hartmann bestimmt, zu verlangen, naß den Plauener Fabritanten die 10 jährigen Kinder zum„Fäieln" ausgeliefert werden. Dieselben Gründe waren eS, die Penzlg und Völk 1878 während Graf Rauten mit Franziska jetzt vor der Terrasse auf dem gelben Kieigang Arm in Arm hin und her schritt, blies er den blauen Rauch behaglich i« die Luft, nippte seinen Kaffee dazu und blättert« in de« verschiede- nen, auf de« Tische vor ihm ausgestreuten Zeitungen und Journale». Die Eltern hatten fich, wie stet»«ach Tische, auf kurze Zeit zurückgezogen, um ein Mittagsschläfchen zu halte»; da« dauerte aber nie sehr lange, und al« die Mutter jetzt wie- der, wenige Minute» vor ihrem Gatten, mit einer sehr rothen linken Backe auf der Terrasse erschien, sagte sie gleich zu Han»:„Ach,«ein Sohn, wa» ich Dir vergessen hatte schon bei Tisch zu sagen: wir find auf Donnerstag zu Schaller» zu einer Art thS dansant geladen." »Ich doch nicht, Mama?" rief Han», sie etwa» be- stürzt ansehend. „Du— gewiß," bestätigte die Mutter,„und ich glaube sogar, daß e» Deinetwegen besonder» oder hauptsächlich arrangirt ist, um Dich gleich ein wenig in unsere Gesell- schaft einzufahren." „Aber wie käme ich dazu, Mama? Ich kenne die Leute ja gar nicht und muß Dir auftichtig gestehe«, ich habe gar keine besondere Lust, hier große und neue Be- kanntschaften zu machen, wevigste»«»och nicht in der erste« Z-it. Ich hatte mich so lang« Jahre darauf gefreut, die ersten Monate so mit Euch in aller Ruhe und häusliche« Stille zu verbringen, und nun soll mir die ganze Geschichte zu Wasser werden! Fränzchm ist mir auch schon total abhanden gekommen, denn die bekümmert sich jetzt nur«och um ihren Bräutigam— Li«be»leute sind überhaupt und allbekannt elende Gesellschafter—, und beginnen erst wieder einmal die Gesellschaften, dann hat drese« pracht- volle Etillleben ein Ende und da» ganze gesellschaftliche Elend, für da» ich außerdem nicht einmal mehr passe, bricht herein und verschlingt und verdaut unS." „HanS, Du könntest passendere Ausdrücke wählen," sagte dr« Mutter;„Du bist entsetzlich roh da draußen geworden..." „Sprecht Ihr von Schallet»?" sagte der Kammer� 2.0 für den Vortheil der Spinner in's Feld führten. Es geht uns an's Leben", rief Herr Penzig in der Sigung des Reichs. tages vom 8. Mai 1878 aus( wobei man ergänzen mußte: und da uns das unangenehm ift, fo laßt es lieber den Kin bern der Arbeiter an's Leben geben!") und dann malte er ein Bild grau in grau von dem Zustande, in welchem fich die deutschen Spinnereten befinden und der den vollständigen Ruin diefer Industrie berbeiführen müsse, wenn die elfte Stunde der Anderarbeit nicht gewährt würde. Dr. Völl aber erklärte: ,, Es ist also recht eigentlich im Interesse dieser jugendlichen und weiblichen Arbeiter(!!!), wenn Sie eine derartige Ausnahme gestatten" So vielem Jammer und so inständigen Bitten gegenüber fonnte natürlich die Reichstagsmehrheit fein Herz von Rieselstein haben. Die Ausnahme wurde bewilligt. Ein Jahr später begann die Sozialreform" mit der Ein führung des neuen Bolltarifs. Die Garnzölle stiegen von M. 6, 12 und 18 auf M. 12, 36 und 48; zugleich wurde durch Die Schaffung einer Menge Zwischenstufen der Zollschuß indirekt noch bedeutend ausgiebiger gestaltet. " Die Eingangs angeführten Dividenden- Bahlen beweisen, wie wohlthätig sich diese Sozialreform" für die Herren At tionäre gezeigt hat. Man sollte denken, dieselben fönnten nun mehr mit ihren Erfolgen auf dem Gebiete geseglicher Fürsorge zufrieden sein. Dem ist aber nicht so. In der dem Reichstage vorliegenden Bollnovelle melden fich die Spinner auch jest wieder. Der Zoll auf Nähfaden ist es, der der Regierung mit Mt. 70 pro 100 Kilo zu gering er schien, und fte beantragte deshalb deffen Erhöhung auf M. 120. Eine Beit lang schien es, als ob diese kolossale Bertheuerung des Nähgarns, die ausschließlich die armen Näherinnen treffen wid, abgewendet werden konnte. Die Majorität der Rommiffion, unter Führung des Abg. Singer, lehnte die Erhöhung in erster Lesung ab. Aber der Atm der Spinner ist weit eichend; zwischen der ersten und zweiten Lesung wechselte das Bentrum einen Theil seiner Mitglieder in der Kommission und der erste Beschluß wurde wieder umgestoßen, ja die Regierungsvorlage fogar noch verschärft. Während die leptere nämlich ,, drei- und mehrdrähtiges, einfach geswirntes, gebleichtes oder gefärbtes Garn", welches bisher mit Näbfaden zusammen M. 48 be zablte, auf diesen Sat belassen wollte, erhöhte die Kommission benselben auf M. 70, während der Nähfaden nunmehr M. 120 zahlen foll. im Hoch interessant ist es nun, zu erfahren, da es in Deutsch land nur eine Fabrit giebt, welche diese Nähfaden liefert und deren Intereffe also zunächst allein in Betracht kommt. Diese Fabrit aber ist die oben erwähnte: 3wirnerei und Nähfaden Fabrik Göggingen bei Augsburg", welche mit ihren 15 pCt. Dividende, in diesem wie vorjährigen Betriebs jahre, an der Spiße der aufgezählten Unternehmungen steht. Fünfzehn Prozent Dividende Jahr für Jahr und dabei noch Streben nach Erhöhung Der Schußzölle, und zwar für einen Gegenstand, dessen Vertheuerung die Aermsten der Armen, die Näb mädchen, tragen müssen! Man merkt, daß wir uns im Zeitalter der Sozial- Reform" befinden. Als in der Zollkommiffion auf die Höhe der Dividende ber genannten Fabrit hingewiesen wurde, erklärte der Regie rungstommiffär, die Dividende resultire nicht aus der Näh fadenfabrikation, sondern aus anderen Zweigen, welche die Fabiit betreibe. Was für Zweige dies sind, gab der Vertreter der Regierung nicht an; ebenso wenig äußerte er sich, woher er seine dies bezügliche Kenntnis der Sachlage habe. Wuthentische Aufklärungen über diesen Puntt tönnte nur die Fabrits Direktion selbst geben. Daß man aber den Angaben dieser Quelle in diesem Punkt gegenüber vorsichtig zu sein ein Recht hat, wird wohl Niemand bestreiten. Der Schreiber dieser Beilen ist in die Geheimnisse der Nähfadenfabrit Göggingen natürlich auch nicht eingeweiht, das Etablissement selbst aber ist ihm nicht unbekannt. Aus dieser Bekanntschaft nun weiß er, daß die genannte Fabrik mit zu jenen Augsburger Fabriken gehört, welche die geringsten Löhne zahlen und die längste Arbeitszeit haben. Augsburg zahlt unter den deutschen Städten zu benen, welche pro Kopf den geringsten Fleischkonsum haben. Der Grund dafür ist wesentlich mit in der außer ordentlich gedrückten Lage der dortigen Fabrik Bevölkerung zu suchen. Bu den Gedrücktesten mit zählen die Arbeiter, und vor allem die Arbeiterinnen, der Nähfadenfabrik von Göggingen. Es mag auch wohl damit zusammenhängen, das Augs barg unter allen größeren deutschen Städten die höchste Sterb lichkeitsziffer hat. Die Quelle des Reichthums ist die Arbeit, und deren Ursprung die Arbeitskraft. Allzu praktische" Ausschöpfung der Reichthume quelle läßt ihren Ursprung verftegen; mit der durch übermäßige Ausbeutung erschöpften Arbeitsfraft schwindet aber auch das Leben. Für den Arbeitgeber" fann In seinem Dienste wirtt ja bies zunächst gleichgiltig sein. jener Naturtrieb, der ihm stets neue Arbeitskräfte als neue ausschöp bare Reichthume quellen zur Verfügung stellt. Der Fabrikinspektor der bayerischen Provinzen Ober- und herr, der jetzt dazuirat, in dem er Hans über seine Brille anfah. Jo," erwiderte die Mutter; aber Hans scheint leine rechte Lust zu haben..." " Nein, wahrhaftig nicht, Papa!" " Das geht aber nicht anders," sprach hier der Vater Wir sind Schallers große Verbind das Machiwort aus. lichkeiten schuldig und durch fie eigentlich auch nur mit Graf Routen befannt geworden. Sie haben sich dabei ftets so freundlich gegen uns gezeigt, daß wir besonders diese Einladung gor nicht ablehnen fönnten, ohne sie direkt vor ten Kepf zu stoßen, und daß Du dabei nicht fehlen darfst, verstebt sich von selbst. Aber da ist es unbedingt nöthig, daß Du auf der Stelle etwas nachholft, was Du gar nicht so lange hättest versäumen sollen: ihnen nämlich Besuch zu macher." Hans feufzte recht aus tiefster Bruft. Da geht's los," fagte er refignirt; laum den Fuß auf der Heimath Boden gesezt, und ich höre schon, was sich schickt und was fich nicht schickt, und was unbedingt nöthig und geboten Papa, ich fürchte, Ihr treibt mich mit Eurem erfcheint. langweiligen Formenwesen sehr geschwind wieder über die Grenze." 11 Aber, lieber Sohn," sagte der Kammerherr, der solche Ansichten gar nidt begreifen fonnte, denn er hatte bie Beobachtung jeder nöthigen Form mit der Muttermilch eingefogen. Wenn wir im Leben jebe Rüdsicht außer Au en fßen wollten, was sollte da zuletzt aus der mensch lichen Gesellschaft werden? Eine rohe Maffe, die sich blir blings durcheinander stürzt und, was ihr nicht paßt, unter die Füße tritt. Das geht nicht, mon cher, das geht Niederbayern und Shwaben und Neuburg führt in seinem legten Bericht unter der Rubrik Wohlfahrs- Einrichtungen" diejenigen größeren Fabriken Augsburgs, welche auf dies m Es find die Gebiete Besonderes geleistet haben, speziell an. bekannten Wohlthaten, die Fabriken thren Arbeitern erweisen: Fabrikwohnungen, Speisehäuser, Fabrikkranken- und Pensions laffen und Aehnliches. Die Gögginger Fabril aber, welche vor den Thoren von Augsburg liegt, nnd welche gewiß richt übersehen worden wäre, wenn es etwas Derartiges von ihr aufzu zählen gegeben hätte, wird nicht genannt. Ob dies beffer würde, wenn die Fabrit per 100 Kilo Nähfaben einen, durch Boll garantirten, Aufschlag von 50 ML. et zielte? Wir wissen es nicht; das aber wiffen wir, daß eine Industrie, welche das in ihr angelegte Kapital mit 15 pЄt. Dersinft, fein Recht hat, nach erhöhtem Bollschuß au rufen, und daß, wenn dieser Bollschutz in seinen Folgen eine schwere Be Iaftung einer an fich schon irautig gestellten Klaffe von Arbeitern, hier der Näherinnen, zur Folge hat, es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Voltsvertreter ist, hier ein unerschütterliches Nein! auszusprechen. Wahrlich, wenn Jemand es bisher verstanden hat, fich die Gesetzgebung dienstbar zu machen, so waren es die Spinnereibefizer! Das glauben wir in den vorstehenden Ausfüh.ungen zur Genüge nachges wiesen zu haben. Es wäre endlich an der Beit, daß diesen Herren ein: Bis hierher und nicht weiter!" zugerufen würde. Politische Webersicht. Die Annahme des Lehrer- Pensionsgesetes seitens der Regierung ist noch immer zweifelhaft. Nach§ 2 der Vorlage soll die Benfion nach vollendetem zehnten Dienstjahr ein Viertel des Gehalts betragen und nach fedem weiteren zurückgelegten Dienstjabre um ein Sechszigftel fteigen. Da hiernach vorausfichtlich viele Lehrer, welche das Unglück haben, schon vor Ablauf einer zehnjährigen Dienstzeit arbeitsunfähig zu werden, eine cänzlich unzureichende Benfon beziehen würden, so erscheint der Antrag des Abgeordneten Beifert, ein Pensions minimum von 450 Mt. festzulegen, vollständig gerechtfertigt. Diesen Antrag erflärte aber der Regierungsvertreter unter Hinweis, daß die Regierung nach wie vor für die Lehrer eintreten werde, deren Benfton unzureichend sei, für unannehmbar; in Folge dieser Erklärung nahm die Mehrheit des Landtages von der Forderung des Minimums Abstand. Nach§ 9b der Kommissionsvorschläge sollte die Penfion bis zu einem Höchstbetrage von 900 Mt. aus der Staatstasse, Darüber hinaus von den bisher Verpflichteten( Gemeinden, Guts befizern c.) gezahlt werden. Auch gegen dieses Maximum wandte fich der Regierungsvertreter, indem er ein solches von 600 Mt. als den Intentionen der Regierung entsprechend, verlangte. Konservativerseits wurde der Antrag gestellt, vas Maximum auf 750 Mart herabzuseßen. Bei der Diskussion dieses Antrages wurde namentlich darauf hingewiefen, daß die Guts. befizer in den östlichen Provinzen, wo bekanntlich die Lehrer einen sehr geringen Gehalt beziehen, durch Annahme dieses Antrages gänzlich von den Schullaften entbunden würden, und demzufolge die Frage angeregt, ob es nicht mehr der Gerechtig feit entsprechend set, daß die Verpflichtung der Guts befizer durch besondere Bestimmungen geregelt werde. Finanzminister v. Scholz antwortete darauf, daß solche besondere Bestimmungen, welche den Ausschluß der Gutsbefizer von der Entlastung forderten, das Gefeß für die Regierung unannehmbar machen würden. Bei der Abstimmung wurde der Antrag, das aus der Staatskasse zu zahlende Maximum auf 750 Mark zu normiren, mit großer Mehrheit angenommen. Da nun der Regierungsvertreter vorher bestimmt erklärte, daß die Regierung nicht über 600 Mart hinweggehen lönne, so wird, wenn nicht in dritter Lesung eine andere Auffassung zu Tage tritt, das Gesez voraussichtlich von der Regierung zurückgewiesen werden. Bezüglich des antisemitischen Reichstagsabgeordneten Hartwich wird der Germania" aus Dresden geschrieben: Hartwich wird der Germania" aus Dresden geschrieben: " So ein Reichstagsmandat fann Einen zur Verzweiflung führen, wenn man für dasselbe weder geboren noch fündenrein ift. Alle Mann in Dresden sahen früher in ihrem Stadtverordneten" Hartwig einen Mann von unerschrockenem Muth". Unter solcher Maste hätte Herr Hartwig vielleicht bis an sein Lebensende die biederen Diesdener täuschen tönnen, hätte er sich mit deren Verehrung begnügt. Allein: mein Baterland muß größer fein", träumte er einstens in der Nacht und erward Reichstagsabgeordneter. Wer sich aber auf dieses hohe Podium stellt, der muß fich auch gefallen laffen, daß man fich ihn deutlicher ansehen kann. Es gab Wif begierige und Neugierige genug, und, o Schreden! wie haben Die braven Dresdener nun ihren Hartwig erkannt! Gerichtsperhandlungen auf Gerichtsverhandlungen werden abgehalten, in denen Hartwig entweder als unüberlegter Privatkläger oder als Beuge, wobei er aber stets als moralischer Angeklagter vor die Deffentlichkeit treten muß, oder, wie es gestern geschehen, als Angeklagter in optima forma auf die schwarze Bant geführt wird Bei allen diesen Verhandlungen hat sich nun herausgestellt, daß Hartwig, um fein ,, Jdeal" zu erreichen, ein harter, herzlofer gegen die ist man artig und höflich, so weit man mit ihnen in Berührung kommt, drängt sich aber nicht in ihre Nähe. Ich gebe Dir mein Wort, Papa, es wür den dann allerdings nicht so viele Gesellschaften gegeben werden, aber es bestände dann auch ein viel freundschaftlicheres und, was noch mehr sagen will, ehrlicheres Ber hältniß. Die vielen gesellschaftlichen Lügen fielen außerdem fort." „ Gesellschaftliche Lügen giebt es gar nicht, mein Sohn," sagte Frau von Solberg mit etwas schneidender Stimme. Du sprichst da nur einfach eine jener schalen Rebensarten nach, die wohl auf dem Theater Effekt machen mögen, aber außerdem nicht wahr sind." " Aber, beste Mama," lachte Hans gutmüthig, wer ließ fich gestern Morgen bei Dir anmelden? Die alte Staatsbame von Bankenstein. Und wer ließ sich- wegen heftiger und ganz entseglicher Bahnschmerzen verleugnen und faß doch dabei so gesund und munter am Tische wie nur möglich?" Aber bie alte Staatsbame ist auch fürchterlich," erwiderte die gnädige Frau, und es war ihr augenscheinlich nicht recht, daß Hans gerade dieses, noch zu frisch im Gedächtniß geblie bene Beispiel erwähnte; Du weißt außerdem, daß ich am Tage vorher wirklich heftige Bahnschmerzen hatte..." " Ja, Mama Und daß ich schäftigt war." .. wenn b § 3. Ei besteht durch Gläubiger ist, der feine Schuldner faltblütig zur Verzweiflung führte; daß er für Alles zu haben" ift; daß er aus Rache ba über, daß der Stadtrath öffentliche Bauten nicht ihm, fonden anderen Baumeistern übertragen hat, grobe Beleidigungen und Dienste Verleumdungen in öffentlichen Blättern unter Eingefand gegen den Stadbirath seiner Vaterstadt geschleudert bat. ben legten ritterlichen Spahy wurde der eble Rede Freund des Buntpapiers vom biefigen Landgericht zu Tagen Gefängniß verurtheilt." Uebrige Wittme blieben 14 wärtige G buches worden Bolizei dergesta erlag v Drts Bestim dem P Ausnal Ueber die Verwendung der Bismardspende bring Bersone die Nordd. Allg. 3tg." folgende Rundgebung aus dem Bala des Reichskanzlers: Bezüglich der aus der Bismai dipen zu errichtenden Stiftung hören wir, daß der Reichstanaler Ueberzeugung fei, diefelbe müsse einem mehr als lokalen 8v dienen, da die Beiträge zu der gedachten Spende aus all Landestheilen herftammen. Auf dem Gebiete der Sozialpolitönnen, wird sich mit einem Kapital, Das etwa 50 000 M. Binsen i lich abwirft, nichts Lebensfähiges schaffen laffen. Für eine d gemeine Stiftung, etwa im Sinne der Altersversorgung, reid die vorhandenen Mittel nicht aus. Aus diesen Erwägung ist der Herr Reichskanzler zu der Ansicht gelommen, daß als Stiftungszwed die Gewährung von Universitätsstipend empfehlen würde, und zwar speziell zu Gunsten der Studi ben und Kandidaten des höheren Lehrfachs. Dafür di unferes Erachtens insbesondere sprechen, daß die bezeichne Kreise nach ihrem Ausgangspunkt und ihrer Dotation Bezug auf Kindererziehung nicht besser gestellt find, als Studiren den der Theologie, und daß die Schwierigke welche in fonfeffionellen Verhältnissen liegen, bei ersteren fallen." Von dem Neichstagsabgeordneten Herrn Sabor hält die Volts- 8tg." folgende Buschrift: Hochgeehrter Redakteur! In Ergänzung meiner Bemerkungen über ein plantes Frankfurter Arbeiterblatt erlaube ich mir, Jonen Namen desjenigen mitzutheilen, welcher im Auftrage Beamten" mit mir verhandeln wollte. Es war Herr Lechl ( Firma Lechleder und Ortmann, Druckereibefizer) in Fran a. M., Neue Kräm 23. Die beiden Herren, welche mit Die bezügl. Unterredungen hatten, find der Kaufmann Al der Kapp, zur Zeit in München, und der Biseleur Hugo in Frankfurt a. M. Eikundigungen über Herrn Lechleb Hanau, dem früheren Wohnorte deffelben, ergaben, daß er ein sehr eifriger Regierungsanhänger bekannt ist. Hochachtun Doll A. Sabor." Die Wiedereinführung der Berufung gegen die theile der Straffammern ist vom Justiz ausschuß Bandesrathes abgelehnt worden. Noch vor wen Tagen schrieb der fonservative Hamb. Korrefp.": Wir f vor einer bedeutsamen Reform unserer Strafprozeßord vom 1. Februar 1877. Der Bundesrath hat in seiner S vom 19. März d. Js. einen Gefeßentwurf, betreffend rungen und Ergänzungen des Gerichtsverfaffungsgefege wie der Strafprozeßordnung in erster Lesung berathen und Ausschuß für Justizwesen überwiesen. Es tann tein 3 we sein, daß der Entwurf auch in dem Ausschusse Billigung und somit wenn auch verändert Dem Reichsta furzer Zeit zugehen wird; ebenso tann es keinem Zweifel liegen, daß der Reichstag den Entwurf sehr sympathisc nehmen wird. Hat doch einer der für reform bedü er fannten Punkte, nämlich die Einführung der Berufung Die Straflammerurtheile, den Reichstag bereits drei Mal schäftigt, und ging derselbe über diesen Punkt erst dann Tagesordnung über, als der Staatssekretar im Reichsjuft die Erklärung abgab, daß die Reichsregierung einen Gele murf hierüber vorzulegen beabsichtige." So das tonfer Blatt. Und nun tros alledem Ablehnung. Daß das Bien des Bundesraths einen entgegengesetzten Beschluß faffen ift faum anzunehmen. Dem Bundesratheist ein Gefeßentwurf be fend die Fürsorge für von Unfällen betroff Beamte und deren Hinterbliebene zugeg Die wesentlichen Bestimmungen des Entwurfs find fo § 1. Die Beamten der Bioilverwaltung des Reichs wenn fie in Folge eines bei Ausübung oder in Verlang des Dienstes erlittenen Unfalls dienstunfähig werden, Be bobe für 201 flon 66% pCt. ihres jährlichen Diensteinkommens, fome nicht nach anderweiter reichsgeseßlicher Vorschrift ein Betrag zusteht.§ 2. Die Hinterbliebenen solcher im§ zeichneten Beamten, welche durch einen bei Ausübung in Beranlaffung ihres Dienstes erlittenen Unfall getöb in Folge eines solchen gestorben find, erhalten eine vom tage an zu gewährende Rente. Dieselbe beträgt: a) Wittwe bis zu deren Tode oder Wiederverheirathung, des jährlichen Diensteinkommens, jedoch nicht unter und nicht mehr als 1600 M., b) für jedes Kind, deffen lebt, 15 pet, und für jedes Kind, dessen Mutter nid lebt, 20 pt. des jährlichen Diensteinkommens des Versto die Renten der Wittwe und der Kinder dürfen su 60 pCt. des Diensteinkommens nicht übersteigen. Ergi ein höherer Betrag, so werden die einzelnen Renten in Berhältnis gekürzt. Der Anspruch der Wittwe ist ausged mich vollständig geschlagen und kannst mich um den Finger wickeln. Du soüst einmal sehen, wie liebens ich gegen Schallers sein werde, und noch heute Nach werde ich ihnen meinen Besuch machen." Beit „ Der Morgen wäre eigentlich eine H paff Mir wurde gesagt, daß die Herrschaften hier Stadt am liebsten Besuche vor dem Theater empfi meinte Hans, und das ist auch in sofern prattif man dann immer eine treffliche Entschuldigung bat zu lange zu bleiben Apropos, was wird heut gegeben?" Robert der, Teufel," sagte die Mutter; aber i nicht, ob ich hingehe." „ Ach ja, Mama," rief Hans, Fräulein Ble foll ja ganz wunderbar fingen!" " Sie hat eine leidliche Stimme, ja," fagte nur ba neIn S gleich a ergreifu laffene armenne benselbe Beendig theilung Verzicht Arment anderen zutreten Natur die Heil fahren Verpflic Wieder verände Entlaffe feinen S aber die der Po find in wesen e St 22. Jan tag geg Magift Absend Tanntlic und bo lung be fügung schreiten Dorzuge Schuß in verordne De Untersu Botter stachelte und da fuchte e vom K man ist bezahlt. Di Schwier gründet chinefisc Die chi schickt, Olliv Der folgende gegenw fie für und s Hoffnun hat fein Die Bo des Kai Männer schließen partistic geendet. Verlobu wibert." 9 Hans. so erwi beshalb Mutter betrifft, aber d daß wi halb cu vorzustel A " übel, id zu erinn ober tü bei Hof D gebeugt fchäftigt nur Dif $ Geringf von Solberg mit etwas zurückhaltendem Tone, abe angenehmes und feines Spiel, fie ist zu lich... leiben Wie tommt es," fragte Hans nach einer kleinen in der ihm andere Dinge durch den Kopf gegangen ,, daß Hauptmaun Dürrbeck- ober eigentlich was if gefallen? Habt Ihr etwas gegen ihn? Ich bat ihn daß ich in dem Augenblicke sehr bes zweimal, mich hier aufzusuchen, und er mich mir au Du legtest Patience..." " Du bist unausstehlich, Hans, und wirklich in Deinem Amerika so furchtbar verwilbert, daß es vielleicht Jahre benöthigen wird, um Dich nur einigermaßen wieder einzumeinte, wir würden später darüber sprechen doch irgend etwas passirt sein..." zu dem fchieben nen we gänglich alfo geschieht Boraus produzi Daß er uns nicht mehr besucht," sagte Frau Solberg mit Würde, entspringt jedenfalls aus einem schicklichen Höflichkeitsgefühl. Da er seine Stellung nicht und mag in eine Republik ober zu Rannibalen paffen, richten. In diesem Falle aber ersuche ich Dich bringend, Leben so weit vergessen hat, fich mit einer Schauspi aber in einem zivilifirten und durch strenge und gerechte Gefeße geregelten Lande kommst Du damit nicht, burch." Mein befter Papa," sagte Hans, ich begreife nicht recht, was die Bivilisation und die Gefeße damit zu thun haben. Menschen, die man gern bat und in deren Nähe und Gesellschaft man sich wohl fühlt, ei, die sucht man auf und verkehrt mit ihnen je öfter, desto besser, und bei denen bas nicht der Fall ist, nun gut, uns zu Willen zu sein, es würde mich wie Deinen Bater sehr kränken und auch Franziska und Rauten nicht an genehm sein. Es find wirklich liebe Leute, ein wenig erzentrisch vielleicht in mancher Hinsicht, aber sonst brav und zuverlässig und von wirklich aufopfernder Liebenswürdigkeit für uns. Hast Du uns so wenig lieb, uns eine so kleine Gefälligkeit zu versagen?" Meine liebe, gute Mutter," bat Hans,„ jekt hast Du diesen Kreisen seine Freunde suchen, vnd ich würd selber rathen, Hans, ihn wenigftens nicht aufzufuhe ,, Dürrbeck ist ein braver, prächtiger Mensch, foa so natürlich und so herzlich. P " Das mag sein, aber Ihr habt ihn doch nicht gekränkt?" Getränkt? Gott bewahre! Nur als er un ins Hau wegs, Anzeige höher g in lept rathet?" D „ Hleht m bin dar wen» die Ehe erst nach dem Unfall« geschloffen worden ist. § 3. Ein Anspruch auf Penston, Wittwen«, und Waisenrente desteht nicht, wenn der Beamte den Unfall vorsätzlich oder durch ein Verschulden herbeigeflthrt hat, wegen deffm auf Dienstentlassung gegen ihn erkannt worden ist.§ 4. Im Uebrigen gelten die gesetzlichen Bestimmungen über Penston, Wittwen-, und Waisengeld der Reichsbeamten und ihrer Hinter» bliebemn auch für die Ben Beiheiligten auf Grund des gegen- wä-ttgen Gesetzes zu gewährenden Bezüge. Der Minister de« Innern hat bezüglich der Frage, ob Personen, welche auf Grunv des§ 362 des Reichs-Strafgesetz» ducheS der Landespolizeidehörde überwiesen «ordm find und während ihrer vorläufigen Unterbringung im Poltzeigcwahrsam nach verbüßter gerichtlicher Haft erkranken, dergestalt mit rechtlicher Wirkung in der durch den Ministerial» erlaß vom 8. Juli 1383 angeordneten Weise entlaffen werden können, daß fie dem zur vorläufizen Fürsorge verpflichteten OriSarmenoerdand« überwiesen werden, einige weitere Bestrmmunge r getroffen. Di« Entlassung d«S Erkiankten aus dem Polizeigewahrsam ist als Regel f-stzuhalten und eine Ausnahme, falls nicht eine baldig« Heilung zu erwarten steht, wir dann zu machen, wenn die Vollstreckung der korrektio- urlm Rachhaft für dringend nothwendig erachtet wird, zu- glerch aber die Annahme begründet erscheint, daß eine Wreder- rrgreifung des Entlassenen nicht gelingen würde. Der Ent- laffene ist dem zur vorläufigen Fürsorge verpflichteten Orts» «menverband« zu überweisen, von einer Aufforderung aber an denselben, welche der obige Erlaß angeordnet hatte, über die Beendigung der Kur der Ortspolizeibehörde rechtzeitig Mit» tbetlung zu machen, künftig abzusehen, auch einem etwaigen Verzichte deS Entlaffmen auf die Gewährung öffentlicher Armenpflege, oder seinem Verlangen, seine Heilung an einem anderen Lrte suchen zu dürfen, polizeilicherseitS nicht entgegen- zutreten. Letzteres ist nur in dem Falle gestattet, daß die Natur der Krankheit und die Persönlichkert deS Erkcankteu die Heilung im öffentlichen Jntereffe zur Verhütung von Ge« fahren für das Gemeinwesen geboten erscheinen lassen. Die Verpflichtung der Polizeibehörde in diesem Falle für die Wiederherstellung d«S Erkrankten Sorge zu tragen, bleibt un- verändert bestihen. Der aus dem vorläufigen Gewahrsam Entlassene ist daher in einem derartigen Falle auch gegen seinen Willen in Kur und Verpflegung zu nehmen; es find aber die Kosten dafür nicht vom Armenverband, sondern von der Polizeibehörde zu tragen. Diese neuen Bestimmungen find in Folge eineS seitens des Bundesamts für daS Heimath» wesen er stalteten Gutachten« getrosten worden. � Stettin, 15. April. In der Stadtverordnetenfitzung am 22. Januar d. I. war beschloffen, eine Petition an den Reichs- tag gegen die Erhöhung der GetreideMe zu richten und den Magistrat zu ersuchen, daS Weitere zu veranlassen. Gegen die Abjendung dieser Petition seitens de« Magistrats wurde be- kanntlich vom Regierungspräsidenten Wegner Einspruch erhoben und darauf in außerordemlicher Stadtverordneten-Versamm- lung beschlossen, da der Magistrat eS ablehnte, gegen die Ver- fügung des Regierungspräsidenten den Beschwerdeweg zu be- schreiten, gegen ersteren im Verwaltungsstreitoerfahren klagbar vorzugehen. Wie die„Ostsee-Ztg." hört, Hot der Bezirksausschuß in seiner heutigm Sitzung zu U n g u n st« n der Stadt- verordneten entschieden. Oesterreich-Ungarn. ,, Der wegen Verkaufs von Befestigungsplänen in Wien in Untersuchungshaft befindliche Gcneralstabs-Hauglmann Baron Votier hat sein Vergehen eingestanoen. Politischer Ehrgeiz stachelte ihn, eine klerikale Wahlkandidittm anzustreben, und da seine reiche Familie hierzu die Mittel verweigerte, ver» suchte er es auf diesem Wege. Die verkauften Pläne werden vom KriegSam« für vollkommen belanglos bezeichnet und man ist sehr erstaunt, daß fich ein Staat gefunden, der dafür bezahlt. Frankreich. Die Gerüchte, daß fich dem Frieden mit China neue Schwierigkeiten entgegengestellt hätten, erweisen fich als unbe- gründet. Es bestätigt fich, daß die Pekinger Zettungen das chinesische FriedenSdaret bereits offiziell veröffentlicht haben. Die chtm fische Regierung hat zwei Delegirte nach Tonkin ge- schickt, um Maßregeln zur Räumung zu treffen. — Ter fiühire Minister ÄonaparteS, Emile Olli vier macht gegenwältig in Paris viel von fich reden. Der Ex-Mmister soll fich zu Zeitungskonespondentm folgendermaßen geäußert haben:„Die Republik ist gegenwärtig unerschütterlich fest begründet, einmal weil fie für die Mafien etwas Magisches an fich hat, und sodann, well fie in ihrem Schoß die süßesten Hoffnungen neben überliefertem Ruhme birgt. Die Republik hat keine Feinde mehr zu fürchten. DaS ist leicht zu beweisen: Die Bonapartisten haben auf die wenigen demokratischen Ideen des Katserthums Verzicht geleistet, um fich rückhaltlos den Männern und den Grundsätzen der schroffsten Reaktion anzu- schließen. WaS nach dem Tode deS Kaisers noch von der Bona- partistischen Partei übrig blieb, hat sozusagen durch Selbstmo d geendet. Diese Partei hat keine Männer und kein Programm VerlobuegSkarte sandte, haben wir nicht darauf er- widert." „Aber, lieber Gott, daS kann ein Vergessen sein!" rief Han«.„Wenn mir ei« Freund seine Verlodungikarte schickte, so erwiderte ich vielleicht auch nicht« darauf und freute mich lieben so herzlich darüber." »Du bist, wie gesagt, verwildert," erwiderte die Mutter,„und scheinst Allel, wa« die eigentliche Gesellschaft betrifft, vergessen zu haben. Hauptmann von Dürrbeck ist aber darm eher zu Hause. Er wußte danach recht gut. daß wrr kernen Berkehr mit ihm wünschten, und hat deS- halb cuck sehr kluger Weise unterlassen, unS feine Braut vorzustellen." „Aber, Maura," rief Hau«,„daS nimm mir nicht Übel, ich weiß wich«och sehr deutlich selbst von früher her zu erinnern, daß man besonder« Sänger und Sängerinnen oder tüchtige Tonkünstler selbst zu den höchsten Kreisen, ja, bei Hofe eingeladen hat." „Das, mein Sohn," sagte der Kammerherr, der den Kopf gebeugt hielt und sich in der letzten Viertelstunde damit be- schäftigt hatte, da« offizielle Journal zu lesen— denn er la« nur Offizielle«—, während er jetzt seine Stellung nicht im Gningsten veränderte, sondern nur über seine Brill« weg- und zu dem Sohne aussah—„ist etwa« ganz Andere« und Ver fchiedeneS. Derartige sogenannte Künstler uud Künstlerin- ven werden allerdings zuweilen au« ihnen sonst nicht zu» Länglichen Kreisen mit einer Einladung beehrt, aber da« geschieht unter ciaer ganz andern al« freundschaftliche» Boraussktzung, daß sie fich nämlich dabei in ihrer Kunst produzuen, wofür ihnen dann ein entsprechende« Honorar ins Haus gelandt wird. Wir erwarten aber dafür keines» weg«, daß fw uns ihre VerlobungS- oder sonst häuslichen Anzeigen zusenden." »Aber," warf Han« ein,„die Kunst wird jetzt viel höher geachtet als früher. und haben sich denn nicht rathet i�r Prinzen mit Künstlerinnen verhei- „Darüber," sagte der Kammerherr achselzuckend, „steht mir Um Uitherl zu, daS ist ihre Sache, und ich bm darin auch nie um meine Meinung gefragt worden, mehr. Wer hat denn etwa noch den Muth, fich dem stanzö» fischen Volk bei den nächsten Wahlen als Kandidat der Kaiserlichen Sache vorzustellen? Sagen Sie mir nur, welcher Kaiserlichen Sache? Der deS Prinzen Jrrüme oder der deS Prinzen Viktor? Was die Orleans betrifft, von denen man ja allerdings fortwährend redet, so mögen fie wohl ihre Anhänger in den Reihen der Bourgeoistr haben, aber das Volk will nichts von ihnen wissen. Und darm, was repräsentiren fie eigentlich in Frankreich? Die erbliche Monarchie etwa? Die erbliche Monarchie ist todt und fie wird gewiß nicht durch daS Andenken an Philipp- Egalltä, an Karl X. und an Louis Philipp zu neuem Dasein erweckt wer- den."— An diese Auseinandersetzung, die ohne Zweifel manches Richtige enthält, soll Herr Ollioier sodann vertrauliche Mit» theilungen über seine eigenen ZukunstSpläne geknüpft haben.— Diese Zukunftspläne des Herrn Ex-MinisteeS gehen dahin, fich als sozialistischer Kandidat bei den bevorstehenden Wahlen zu präsenttren. Der Herr Ollivier hofft, daß die Pariser Arbeiter dumm genug find, fich von ihm nasführen zu lassen. Da wird er aber seine Rechnung ohne den Wirth ge» macht haben. G r o tz b r i t a« n i e«« Wie der Petersburger Korrespondent der„Daily New«" erfährt, ereignete fich der Konflikt am Kuscdkfluffe in folgender Weise:„Einige englische Osffziere, die fich bei den asghani» schm Vorposten befanden, sandten den russtschen Offizieren auf der andern Seite eine Einladung, mit ihnen zu frühstücken. Die Russen dankten für die gülue Einladung, erklärten jedoch, daß fie dieselbe nicht annehmen könnten; fie luden vielmehr die englischen Offiziere zu fich ein, letzte folgten der Einladung und blieben bis in die späte Nacht im rujfischen Lager. Dann ver» langten und erhielte« fie eine Eskorte, um nach dem asghani» schen Lager zurückzukehren. Als General Komaroff von dem Zwischenfalle in Kenntniß gesetzt wurde, steckte er einige in» telligmte Offiziere in die Uniform von Gemeinen und gab fie der Eskorte bei, um Information über die afghanischen Streit- kiäfte zu erlangen. Als die Russen im afghanischen Lager an- kamen, bemerkten einige Soldaten daselbst, daß ein Mitglied der Eskorte fich Notizen in einem Taschenbuche machte. Sie wollten ihm daS Buch entreißen. E« begann ein Ringen und ein Schuß wurde abgefeuert; eS ist jedoch nicht bekannt, auf welcher Seite. Die Eskorte eilte nach dem russtschen Lager zurück, wo die Truppen unverzüglich zu den Waffen gerufen wurden. Eine beträchtliche russtsche Streitmacht rückte am nächsten Morgen gegen die Afghanen vor." — Nach den Mittheilungen eines mit hohen englischen Militär- und Marinekreisen nahe Fühlung haltenden BlatteS werden in den Kriegshäfen von Portsmouth, Plymouth, Chatham und Sheerneß die nöthigen Vorbereitungen getroffen, um die für ein eventuell zu bildendes Ostseegeschwader eifor- derlichen Mannschaften und Offiziere an Bord der betreffenden Fahrzeuge einschiffen zu können. Das Blatt richtet bei dieser Geiegenhett die Mahnung an die britische Admiralität, fie möge nicht versäumen» Schiffe von möglichst geringem Tiefgang für die Operationen in den baltischen Gewässern auszuwählen, und namentlich vor Kronstadt nur solche zum Angriff zu verwenden, die bei geringem Tiefgang eine möglichst starke Artillerie an Bord hätten.— Auch auf der Flottenftation zu Malta(im mittelländischen Meere werden alle Anstalten getroffen, um die dort anwesenden Panzerschiffe zum Auslaufen bereit zu halten. Große Klage wird von dem militätischen Blatte über die nicht hinreichende Zahl von Torpedobooten geführt, welche eine empfindliche Lücke in der Wehrkraft Englands zur See dar- stelle.— Seilens der Admiralität in PortSmouth ist an alle Penstonäre der Marin« und der Marine-Jnfanterie, welche daS fünfzigste Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben und wieder in den aklivm Dienst treten wollen, die Aufforderung ergangen, ihr Gesuch unverzüglich einzureichen. Entgegen diesen kriege- rischen Meldungen meldet die der Regierung nahestehende„Pall Mall Gazette":„Es freut uns sonstatiren zu können, daß die FriedenSauSfichten in den letzten 24 Stunden fich wesentlich grb.'ffert haben; eS ist beträchtliche Hoffnung vorhanden, daß die englisch-rujfischen Differenzen in wenigen Tagen be- ftiedigend geregelt werden."— Zugleich taucht da« Gerücht auf. daß die afghanische Frage einem Schiedsgerichte unter- breitet werden soll; die neutralen europäischen Großmächte sollm einig geworden sein, alles aufzubieten, um einen Krieg zwischen Rußland und England zu verhindern. Gladstone soll geneigt sein, einen Schiedsspruch zu akzeptiren. Kartomeutarteckes. — Di« sozialdemokratische Fraktion brachte folgenden Antrag zum Duellwesen im Reichstage ein:„Der Reichstag wolle beschließen: die Petition II 1620 des Schneidermeisters L. RöhrS in Berlin, betreffend die schärfere Bestrafung der Duelle— Nr. 224 der Drucksachen— nach Erörterung im Plenum dem Herrn Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen." — Dem Vernehmen nach werden dem Reichstage in Kurzem noch einige kleinere Vorlagen zugehen, eS wäre sonst vielleicht manche« Unpassende nicht ge» schehen." „Dürrbeck ist ein wirklicher Edel- und Ehrenmann, Vater." „DaS bezweifle ich nicht im Geringsten, habe ihn auch persönlich gern und weiß, daß Se. Königliche Hoheit viel auf ihn hält, aber..." „Aber?" „Eg würde nur zu vielleicht peinlichen Momenten führen, wenn wir einen intim gesellschaftlichen Umgang unterhielten," sagte der Kammerherr.„Wenn ich mich auch selber über Manche« hinwegsetzen würbe, so verkehren wir doch in zu ausgewählten Kreisen, um nicht gezwungen zu sein, jeden Mißton zu vermeiden, besonder» ich in meiner Stellung. Ich habe nicht» gegen den bürgerlichen Stand, gar nichts, ich achte ihn, selbst den Handwerker, wenn er eben in seiner Sphäre bleibt und die ihm gestellten Gren- zen einhält; aber ich wünsche keinen gesellschaftlichen Ver- kehr mit ihnen, und Du könntest Dir da ein Beispiel an Deinem künftigen Schwager nehmen. Graf Rauten ist da« Muster eine« Kavalier« und hat besonder« einen so feinen Takt, daß ich ihn oft selber bewunbert habe. Ueberhaupt, wa» bei un« da« Blut im Körper sein mag, da« ist der Takt in der Gesellschaft, der zuletzt zu einer Art von In- stinkt wird— wenn ich ein so gemeine« Wort gebrauchen barf,— durch den wir augenblicklich fühlen, ohne e« un« manchmal selbst bewußt zu sein, wa» fich schickt und «a» nicht. Du bist.jetzt allerdings durch Dem wilde«, ungeordnete« Lebe» davon entwöhnt worden; dreser Sinn, wie ich sagen möchte— denn wir können den Takt recht gut den sechsten Sinn nennen— hat bei Dir vielleicht noch keine genügende Gelegenheit gehabt, fich richtig au«» zubilden...".. �. Han» blie», still vor fich hinlächelnd, den Kräusel» dampf in die blau« Luft hinau«..... „Aber ich verzweifle de»halb doch rncht daran," fuhr der Vater beruhigend fort,„daß«» Dir bald gelingen wird. Dich hinein zu arbeiten. Du hast unser Blut m den Adern, und Deine Mutter, mein Sohn, ist eine Frau, die, wie ich Dir versichern kann, diese Eigenschaft r« welche zur Zeit in den betreffenden Reichlämtern für die Be» rathung im Bundes ath fertig gestellt werden. — Wie die„Neue Preuß.Ztg." von betbeiligtcr Seite er» fährt, wird nunmehr der Vizepiafident des Reichstages, Abg. Fihr. von Franckenstein, die Führung deS Zen« trum« in Zollsachen übernehmen. — Der„Magd. Ztg." wird auS Berlin telegraphirt:„ES ist zweifellos, daß der Auslieferungsvertrag mit Rußland vom BundeSrath ohne Beanstandung angenom« men werden wird und also alsbald an den Reichstag ge» langt; hier wird er indessen auf bedeutende Schwierigkeiten stoßen. Bedenken dagegen erheben fich so ziemlich auf allen Seiten; selbst auf der äußersten Rechten ist man nicht überall damit einverstanden und eS ist noch nicht abzusehen, wie fich die Dinge bezüglich deS Vertrages schließlich gestalten werden." — In der letzten Sitzung derZolltarifkommission des Reichstages verla« der Abg. Lohre« den von ihm entworfenen Bericht. ES kam dabei zur Sprache, daß der Tarif keine Posttion für zwddrähtige», mehrfach gezwirnte« Garn enthält. Von Seiten der RegierungSvertreter wurde zugegeben, daß hier«ine Lücke enthalten fei. Dir Kommission einigte fich dahin, diese Lücke auszufüllen, und es wurde daher, ohne daß von einer Seite Widerspruch erhoben wurde, folgende faffung der Tarifpofition 2o4 vorgeschlagen und angenommen: weidrähtiges, mehrfach gezwirntes; drei, und mehrdrähtige« einfachgezwirntes Garn; roh, gefärbt, gebleicht 48 M. Im Uebrigen wurde der Bericht unter Berückstchtigung der von einzelnen Seiten erhobenen Montta festgestellt. D o k» l e s. Die Baulust dislontirt bereits dm anscheinend noch in weiter Ferne stehenden Durchbruch der Zimmerstraße nach der Königgrätzerstraß«. Noch hat der Kri-gSminister seinen Wider» spruch gegen die gewünschte Abtretung eines Streifens de« GartenS dei KriegSmintsteriumS nicht aufgegeben. Die Grund» besttzer aber, die an die dauernde Aufrechtcrhaltung dieser Ab» Weisung nicht glauben— und um so weniger, als auch der Staat fich mit dem ethnologischen und dem Kunstgewerbe» Museum in die Baufluchtlinie der Zimmerstraße gestelll hat— fangen an. in der Zimmerftraße großartige Bauten aufzuführen. In keiner Straße Berlins ist die Umwandlung eine so durch» greifende und vollständige wie hier. Seit dem 1. April find wieder drei Häuser zum Abbruch in Angriff genommen worden, darunter die Nummern 84, 85 und 86 mit zusammen 24 Fenstern Front, ein ganz gewaltiger Gebäudekomplex. Von allen Quer» straßen der Frievrtchstraße südlich der L-ip,igerstraße wird die Zimmerstraße die prachtvollste werden- Die neuen Gebäude werden in vortrefflichem Matertal und mit imponirenden Fron« ten aufgeführt. r. Auch ein Gesichtspunkt. Die neue Bauordnung be» schäftigt in hervorragender Weise die ganze Einwohnerschaft Berlins. In allen Interessentenkreisen wird darüber deballirt und namentlich find es die Hausbesitzer von Berlin, welche fich mit aller Macht dagegen sträuben. Alle möglichen und u-1« möglichen Gründe werden ins Feld geführt, um die projektirte Bauordnung zu Falle zu bringen. Den triftigsten aller Gründe zur Ablehnung derselben zu en decken und denselben der staunenden Mitwelt zu oerkünden, war einem Glücklichen in einer dieser Tage stattgehabten Versammlung von Berliner Grundbesitzern vorbehalien. Mit großer Zungenfertigkeit demonstrirte besagter Herr, daß nach eoent. Einführung der projrklirtm Bauordnung die Mtethen in die Höhe gehen würden, daß ringsum in den von der neuen Bauordnung nicht betroffenen Ortschaften ein Gürtel von billiigen Wohnungen erstchen würde, daß naturgemäß die Arbeiter von Berlin die« srloen beziehen und diese Häuserkomolex« somit die Heim« stättc der Sozial demokratie' werden würden. Dieser Grund allein wäre schon genügend, die neue Bauordnung zu verwerfen! a Die Frage, ob die LeKre« auch außerhalb der Schulzeit zur Ausübung der Squlzucht befugt find, hat kürzlich in einem Kompetenz Konflikt. Falle den I. Senat deS Oberverwaltungsgericht« beschäftigt; derselbe bat in seinem Urtheile folgende Grundsätze ausgesprochen:„Der Lehrer ist ebenso berechtig' wie verpflichtet, darüber zu wachen, daß die Schüler den Unterricht nicht versäumen. ES liegt daher in den AmtSbefugniffen des Lehrers, Schüler, welche die Schule umgehen, in die Schule zu führen, und fie für ihr Pflicht« widriges V-rhallen zu züchtigen. Unerheblich ist deshalb, ob die Unterrichtszeit bereit« beendigt war oder nicht, als der Lehrer F. den Schüler Fri- W. züchtigte. Er war hierzu auch nach Ablauf der für ven Unterricht bestimmten Zeit be» rechtiat. Auch ver Umstand, daß der Vater des Fritz W- in der Nähe war, beschränkte daS Züchtigungsrecht des Lehrer« nicht, und dieS um so weniger, al« der Vater, statt seinerseits den Sohn zur Schule zu schicken, bezw. zu strafen, stillschwei» gend denselben hatte gewähren lassen. Die Verwaitungetommisston deS Schießplatzes bei Tegel wamt wiederHoll auf das Dringendste vor dem Ueberschreiten höchsten Grad« in sich»»«gebildet hat. Folg« ihr nur in allen zweifelhaften Fällen, in denen Du unfern Rath suchen solltest, und fie wird Dich gewiß immer den richtige» Weg führen.� sagte Han«, dem diese« Ge» und Schicklichkeit doch«in mochte, indem er nach seiner ich aber noch einen Besuch soll, so, glaub' ich, ist e« die möchte ihnen nachher ungelegen „Ja, Papa," spräch über Takt wenig lange dauern Uhr sah,„wenn bei Echaller« machen höchste Zeit, oder ich kommen." „Du kannst Recht haben," sagte der Vater;„aber willst Du allein gehen? Du bist«och gar nicht einmal vorgestellt oder eingeführt.. „Und wethalb kann ich das nicht selber thun, Papa? gch gebe Dir mein Wort, ich habe mich schon an vielen rten selber einführen müssen und bin nicht schlecht dabei gefahren." „Ja, ja, mein Sohn," lächelt« der Kammerherr,„ich glaube eS Dir— in Deinen Republiken wohl, oder unter den Indianern oder Wilden, aber hier bei un« gelten an» der« Sitten, und wir können un» dessen nur freuen." „Leopold wird ihn gewiß begleiten," sagte Frau von Solberg; ich glaube, er sprach heute noch davon, daß er bort wieder Besuch machen müsse." „Müsse!' lachte Han«—„da» ist �der Ausdruck für Eure gesellschaftlichen Genüsse— ich muß einen Besuch machen, ich muß die und die einladen, ich muß der und der Einladung folgen— Cararnba, mich überläuft'«, wenn ich mich wieder in solche Verhältnisse hinein» denke l" „Was sagt st Du eben, Han«?" fragte die Mutter er» schickt.„Wie lautete da« Wort— Ca..." „Welche« Wort, Mama?" „Dein Auöruf." „Oh, Cararnba— e« fuhr mir nur so'Jn alter Ge» wohnheit heran«." „Und ist da« ein Fluch?" fragte die Mutter, und man konnte ihr die Angst aus den Zügen herauslesen. (Fortsetzung folgt.) der Schief plaßgrenzen, welche nördlich nach der Berlin- Tegeler Chauffee hin durch einen Sicherheitsgraben, füblich nach dem Berlin Epandauer Schifffahrts- Kanal zu durch einen Sicher heitsgraben nebft Drahtzaun bezeichnet sind. Da auf dem ge nannten Blaze faft zu jeder Jahres bezw. Tageszeit Schieß übungen, nicht allein der Artillerie, sondern auch der Infan terte und Kavallerie stattfinden, so lann die Nichtbeachtung obigen Verbots neben der angedrohten Strafe für die Betref fenden die schwersten Gefahren für Leben und Gesundheit nach fich ziehen. In dem bekannten Prozeß der Charitee- Direktion ift jezt den Verurtheilten das Eikenntnis zugestellt worden. Daffelbe ist nach mehrfachen Richtungen hin interessant und leweist, welche loloffalen Anforderungen von den Gerichten an Die Preffe gemacht werden, wenn es sich um die Würdigung eines von derselben zu führenden Wahrheitsbeweises handelt. Belanntlich hatte der Töpfer Düring behauptet und blieb bis aum legten Augenblick bei dieser Behauptung, daß er bei seiner Anwesenheit im Aufnahmebureau der Charitee von dem Be amten Schelzig grob behandelt und schließlich rite zur Tbür hinausgeworfen worden sei. Da der betreffende Beamte dies ebenso hartnädig bestritt, so führten die Angeklagten den Wahrheits beweis, indem fte eine ganze Reihe analoger Fälle bem Richterkollegium vorführten. Nach den protokollarischen Aufzeichnungen des Erkenntnisses find zwei Beugen von einem Beamten der Charitee mit den Worten: halten Sie das Maul!" und Machen Sie, daß Sie hinaustommen!" ange fahren worden; eine Frau ist unter dem Rufe: Machen Sie, daß Sie mit dem träßigen Frauenzimmer hinaustommen!" wirt lich aus dem Bureau geworfen worden; einem dritten Beugen wurde der Befehl Raus!" entgegengeschleudert; einem vierten Beugen eraing es ähnlich; einen fünften verböhnte Schelzig mit den Worten: Ach, Sie wollen blos teine Steuern zahlen! Raus!" Und nun tam Düring als sechster und behauptete, daß es bei ihm nicht blos bei den Worten geblieben. fondern er wirklich hinausgeworfen worden sei. Nach dem be schränkten Latenverstande hätte die Deduktion unschwer fol genden Weg nehmen tönnen: Ift in fünf Fällen eine unzu läffige Behandlung der betreffenden Beugen eingetreten, so liegt auch in dem sechsten Falle die Vermuthung nahe, daß berselbe nicht aus der Luft gegriffen ist. Das Erkenntnis würdigt aber die Ergebnisse des Wahrheitsbeweises nur in folgender etwas refervitten Form: Sämmtliche Doftehenden Beugenausfaaen ergeben zwar, daß der Sekretär Schelzig häufig in schroffer Weise den in der Charitee Aufnahme suchenden Personen gegenübergetreten ist, wenngleich nicht zu verkennen ist, daß seine Stellung bei den Ansprüchen derjenigen, die nicht zu belehren waren und bei seinen lediglich aus sachlichen(?) Gründen erfolgten Burüdweisungen, die nicht beachtet wurden, eine überaus schwierige war und ihn oft zwingen mußte, energische Maßregeln zu ergreifen; indeffen stehen die von den vorbenannten Beugen bekundeten Thatsachen in feinem Bu fammenhange mit dem Vorfalle vom 7. Auguft 1884."- Die Bertheidiger Rechtsanwälte Sachs und Raphael_baben gegen bies Erkenntniß bereits das Rechtsmittel der Revifion eingelegt. Der Gipfel der Frechheit. Vor etwa 3 Monaten ging der Handlungsdiener Mannheim seinem Prinzipal, dem hieft ger Zuchhändler G., mit einer Summe von 2000 M. durch. Die von dem Vorfalle sofort benachrichtigte Sriminalpolizet fahndete nach allen Richtungen hin auf den Ausreißer so lange vergeblich, bis nach Ablauf von 8 Wochen Mannheim die Frechheit hatte, von Hamburg aus brieflich seinem geschädigten Prinzipal die Mittheilung au machen, daß er nunmehr unbe belligt die Reise über den Daran angetreten babe. In einer verhöhnenden Weise fügte Mannheim dem Briefe noch die Mittheilung hinzu, daß der betrogene Prinzipal die unter schlagene Summe auf Regimentsuntoften. Ronto" segen und den Verlust verschmerzen solle. Herr G begab fich mit diesem Brief sofort nach der Königlichen Staatsanwaltschaft, welche Die Hamburger Behörden telegraphisch aufforderte, den Versuch zu machen, Mannheim dort festzunehmen. Es gelang auch in der That, den frechen Betrüger in dem Augenblick festzunehmen, als er unter fremdem Namen ein Schiff besteigen und nach Liverpool absegeln wollte. Nach Berlin zurücktransportirt und in Untersuchungshaft genommen, hat nun Mannheim die weis tere Frechheit gehabt, fich wegen seiner Verbaftung in Hamburg über die Königliche Staatsar waltschaft bei der Ober- Staatsanwaltschaft zu beschweren, und in dieser Beschwerde angeführt, baß er die Abficht gehabt habe, in Liverpool Stellung anzus nehmen, hierdurch fich aber nicht fluchtverdächtig gemacht habe. Selbstverständlich ist diese Beschwerde zurückgewiesen und bei Mittheilung der oberstaatsanwaltschaftlichen Entscheidung dem Angeschuldigten die Anklage der Staatsanwaltschaft zugestellt worden. Von dem nachfolgenden Drama aus dem Leben Berlins hat fich dieser Tage der legte Aft abgespielt. Der in der Frobenstraße wohnhafte Hutmacher D. ift vor Briten ein sehr wohlhabender Mann gewesen; ein gut fituirter Bruder Deffelben lebt noch gegenwärtig her. Aber der erwähnte Hut macher war dem Teufel des Branntweins verfallen und in feinen Verhältnissen derartig zurückgekommen, daß er fich bald gänzlicher Verarmung gegenüber fab. Trant D. früher aus Baffton, so trant er nunmehr aus Verzweiflung und wurde überhaupt nicht mehr nüchtern gesehen. Die Fau des Eäufers nabm fich die Verlorenheit ihres Mannes schwer zu Herzen. Bueft versuchte sie durch Bitten und Ermahnungen den Un glücklichen von dem schrecklichen Pfade abzubringen. Da all' thr Bureden nicht verfangen wollte, so gab Frau D. endlich thren Mann als unrettbar auf. In vergangener Woche hat fie thre Wohnung verlassen und ist nicht wieder dahin zurüd gelehrt. Es verlautet, daß fie fich aus Gram über ihres Rannes Ruin das Leben genommen hat Vorgestern Nacht gegen ein Uhr tehrte D. in berauschtem Buftande in seine Wohnung zurüd. Wie er die Treppen hinauftaumelte, stolperte er und stürzte eine ganze Etage hinunter. Das schwere Ges polter des Fallenden wedte ben Portier, welcher den Ver unglüdten zwar noch lebend, aber mit anscheinend so schweren inneren Verlegungen aufhob, daß für sein Aufkommen keine Hoffnung blieb. Im Deutschen Theater findet das erste Wiederauftreten der Frau Niemann nach ihrer Rückkehr vom Urlaub am näch Ben Dier stag, den 21. D. M., in„ Der Hüttenbefizer" ftatt. Belle- Alliance Theater. Herr Direktor Th. Lebrun tritt heute zum legten Male in dieser Saison dort auf und zwar als Töpfermeister Dreieck in dem Repertou stüd, Amerikanisch". Morgen geht die dreiaktige Gesangspoffe Klein Geld" von Bohl mit dem beliebten Komifer- Trio Thomas, Guthery und Meißner in Szene. Auch Fil. Neumann und Herr Ottbert find hierin hervorragend beschäftigt. Gerichts- Zeitung. " P. Ein Preß Prozeß gegen den Redakteur des Berliner Tageblattes", Dr. Siegmund Berl, beschäftigte gestern Die Straffammer des Landgerichts II. In seiner Eigenschaft als Verantwortlicher" war Herr Perl wegen Unterlaffung der Aufnahme einer Berichtigung auf Grund des Preß- Gefeßes (§ 11) angeklagt und f. 3. in der Berufungs Instanz von der Straftammer des Landgerichts I. freigesp ochen worden; gegen Reviston eingelegt und war in Folge deffen die Sache zur an derweitigen Entscheidung an die Straflammer des Langerichts II. zurüdverwiesen. Die in Rede stehende Berichtigung ging von dem ersten Staatsanwalt des Effener Landgerichts aus und forderte derselbe unter Uebersendung der beglaubigten Abschrift eines Superarbitrii der Medizinal Deputation, Widerlegung der in einem Artikel des Berl. Tagebl." vom 19. September $ 1883 behaupteten Thatsache, daß der Bürgermeißer von Wten Effen einen feit einigen Tagen beschäftigungslofen, auf dem Wege Don Effen nach Alten Effen befindlichen frär flichen Arbeiter, welcher unterwegs vor Hunger obnmächtig geworden, habe durch zwei Polizeibeamte über die Grenze des Weichbildes der Stadt hinausbringen laffen, anstatt denselben in dem Alt. Effener Krankenhause unterzubringen. Die Ausweisung des unglücklichen sei dann durch zwei unters geordnete Polizei- Beamte in der Weise vollzogen, daß man Den förperlich hinfälligen Menschen mit rober Sewalt über die Weichbildsgrenze faft geschleppt und denselben dann in einem Chauffregraben habe liegen laffen, obne fich des Weiteren um ihn zu befümmern. Unmittelbar hernach sei der Unglückliche, der bei geeigneter Pflege vielleicht noch zu retten gewesen wäre, gestorben. In dem qu. Gutachten der Medizinal Deputation, welches von der Staatsanwaltschaft in der gegen die qu. beiden Beamten anhängig gewesenen Strafprozeßfache erfordert wor ben, war nach erfolgter Sezirung des Arbeiters als Totes ursache Blutausflug in das Gebirn( Schlagfluß) angeben und die Wahrscheinlichkeit hervorgehoben, daß der Verstorbene am Delirium tremens zu Grunde gegangen fet. Erst sechs Monate nach der Veröffentlichung des qu. Art kels war nun eine Richtigstellung gefordert worden und der Angeklagte Berl batte Diffelbe, um nicht das Andenken eines Verstorbenen zu beschimpfen, nur theilweise zum Abdruck zu bringen für gut befunden. Dies wurde Die Veranlaffung au der erhobenen Anklage. Die Straftommer war jedoch der Anficht gewesen, daß die geforderte Berichtigung durch Abdruck des Superarbitrii der Medizinal Behörde abgesehen davon, baß diefelbe erft sechs Monate später gefordet worden- als eine Berichtigung objet io unrichtiger Thatsachen nicht anzusehen sei und hatte unter Aufhebung eines den Dr. Berl zu einer Geldstrafe verurtheilenden schöffengerichtlichen Ürtheils auf Freisprechung erkannt. Das Kammergericht, von der entgegen. gelegten Anficht ausgebend, erachtete jedoch den Angeklagten zur Aufnahme der Berichtigung in ihrem ganzen Umfange für verpflichtet, da der qu. Artikel besagt, an dem Tode des Ar neiters seien die Beamten schuld gewesen, während dagegen das Super arbitrium die Wahrscheinlichkeit betone, daß Delirium tremens die Todesursache set. Im Audienz- Termin war der Angeklagte durch den Rechtsanwalt Michaelis vertreten, welcher zur Entlastung feines Klienten u. A. den Einwand geltend machte, daß die Berichtigung des Staatsanwalts vor end gültiger En scheidung in der Straffache gegen die qu Polizei Beamten, die die Verurtheilung eines der Beamten zu 8 Monaten Gefängniß wegen Auslegung einer hilflosen Berson zur Folge gehabt habe, gefordert worden. Die Straflammer beschloß die Vertagung der Sache zu einem neuen Termin und Einsichtnahme der Gerid tsaften des Landgerichts zu Effen in der qu. Straffache; sowie Vernehmung verschiedener Beugen über den Hergang des Vorfalls. Ein gefährliches Verbrecher Kleeblatt beschäftigte geftern das Schwurgericht des Landgeric s I. Der erste An geklagte ist der Buchbinder Carl Gustav Epannagel, ein 52 jähriger Mann, der im Buchtbauſe ergraut ist. Unter seinen vielen Vorftrafen figuriren zwei Buchthausstrafen von 5 und 6 Jabren, die er wegen Münzver brechen erlitt und desselben Verbrechens wird er jetzt wiederum beschuldigt. Der zweite Angeklagte, der Schneider Hermann Carl Saffe bat nur eine Vorftrafe wegen Bankerotts erlitten, dagegen ist der dritte Angetlagte, der Bildhauer Mox Arthur Bartel, bereits wegen Unterschlagung, schweren Diebstahls und Münzverbrechens mit Gefängniß und Buchthausstrafen belegt worden. Die beiden Letteren werden beschuldigt, falsche Fünfmart. ftüde, welche der Angeklagte Spannagel ange fertigt haben soll, sich verschafft und in den Verkehr gebracht fu haben. In frühester Morgenstunde des 2. Januar cr. erfcien in dem Laden des Bädermeisters Op B, Rosenstr. 1, der Angeklagte Bartel, faufte einige Semmeln und gab ein Fünfmaitstud in Zahlung, welches sofort als urecht erkannt wurde. Der B. fizer wurde angehalten und bequemte fich bei seiner polizeilichen Vernehmung zu dem Geständnisse, daß er von dem Angeklagte Saffe eine Anzahl falscher Fünfmaikstücke erhalten, um dieselben auszugeben. In fieben Fällen set ihm Dieses gelungen. Bevor er den Op g'ichen Laden betreten, in Papier habe er die übrigen falfifilate- fünf Stüd gemidelt in einer Mauerspalte, Ede der Rosen und Heidereuterstraße versteckt. Diese Angabe erwies fich nicht bereits bei einer früheren Gelegenheit geschehen war. Die Herren begaben sich in ein Gasthaus, Herr Henned theilte einigen Bekannten im Orte mit, daß Herr Dr. Ruge gekommen sei und der Schuhmachermeister Herzberg in Urba irug für die weitere Verbreitung der Nachricht Sorge. mochten fib 18 bis 25 Bersonen eingefunden haben, um Hem Dr. Ruge's politische Anschauungen zu hören, darunter be fanden sich aber auch der Bauermeister( Drtsvorsteher) Erot und der in Urbach stationirte Gendarm Hufschläger. Eine polizeiliche Anmeldung zu einer öffentlichen politischen Versamm lung lag nicht vor, es wurde auch kein Bureau gebildet und fein Bo figender gewählt. Die Anwesender beschränkten fich darauf, gestell Tagesfragen, welche sich im Rahmen der Politik hielten, dud Herrn Dr. Ruge beantwortet zu hören und somit nur eine freien Meinungsaustausch, eine Unterhaltung zu pflegen. D Gendarm. Herr Hufschläger, glaubte aber doch seiner vo gesezten Behörde von seiner Wahrnehmung Mittheilung mache zu müssen, und die Folge war, daß die Herren Weber un Dr. Ruge ein Jeder in 20 M. Geldstrafe event. Awei Ta Haft genommen wurden, weil fie ohne polizeiliche Anmeldung eine öffentliche polittiche Versammlung(§ 12 des Berein Gefeßes vom 11. März 1850) abgehalten hätten. Natür beantragten die Heren Weber und Dr. Ruge die gerid liche Entscheidung. Das Schöffenger cht zu Ilfeid tannte aber am 15. Januar b. J. im Sinne der Boli verfügung, es blieb also bei der festgelegten Strafe. Beg diese Entscheidung wurde die Berufung eingelegt und so f die Angelegenheit am Sonnabend Verbandlu aur vor der Straffammer des hiesigen Landgerichts. Herr Dr. Ru war nicht anwesend, er war vom persönlichen Erscheinen weg weiter Entfernung entbunden worden. Es vertrat ihn Reichstagsabgeordneter Albert Träger von hier, der zugl die Vertheidigung des Herrn W ber führte. Aber nicht die drei deutschfreiftnnigen Bugen, Gutsbefizer Herma Bühling, Schuhmachermeister Herzberg aus Urbach und Leb a. D. Hennede von hier bezeugten eidlich, daß eine eigent Versammlung nicht stattgefunden habe, sondern auch die Beug Bauermeister Eprodt und Gendarm Hufschläger funden, Daß Die Zusammenkunft nicht den Eind einer Versammlung gemacht habe; erfterer fagte a nur so gesprächsweise erörtert worden daß Alles er fich aber auf die Einzelheiten nicht m daß befinnen könne. Eine längere Rede oder einen Vortrag Herr Dr. Ruge richt gehalten, sondern nur auf geite Fragen geantwortet. Der Herr Eifte Staatsanwalt v. gab zu, daß in bem Vereinsgefes eine Definition über was als Versammlung anzusehen, nicht gegeben sei. Man ftebe darunter sprachlich eine Zusammenkunft von Menid aber der Sprachgebrauch und das Gefühl des Bolles jel fepe jezt voraus, daß man darunter das Zusammenkommen einem gemeinschaftlichen bestimmten 8wed verftebe. Man p das Wort„ Versammlung" nicht anzuwenden bei gewöhnli Busammenfünften, sondern werde angewendet, es fich etwas Höheres, um politische Di handle, wie im vorliegenden Falle. Die Babl Personen, welche den Begriff einer Versamm gebe, sei nicht bestimmt; man dürfe aber annehmen, da bis 25 Personen schon eine Versammlung bildeten. Der getlagte Dr. Ruge habe lediglich fich den Wählern vor wollen, und zwar aus politischen Interessen, es seien zu b Zweck durch Boten mehrere Personen herangezogen worden der ganze Gang der Sache laffe darauf schließen, daß hier Versammlung" abgehalten worden sei. Herr Reichstagsab ordneter Träger wiedersprach dieser Aus; ührung unter Hinweis, daß der Begriff einer Versammlung die Ernennu eines Vorfigenden ac. in fich schließe, und daß eine bestim Anzahl von Berfonen nicht erforderlich sei. Der Gericht erkannte auf Freisprechung, da im vorliegenden Falle nicht zunehmen fet, daß eine öffentliche Versammlung im Sinne Vereinsgefezes stattgefunden habe. um Soziales und Arbeiterbewegung. Angra Pequena Wie heben fich die deutschen nur beim Aussprechen dieser herrlichen Worte! Angra B brüllte der deutsche Chauvinist, Angra Pequena feuf DE Deutsche Auswanderungsbedürftige, Angra Bequena le fo 108 sehnsüchtig die deutsche Jungfraudas Wort flang als wahr, doch waren die Geldſtücke inzwischen von so lockend: Angra Pequena! Welche Maffe von Gefuchen einer Dienstmagd gefunden worden, der fie abgenommen wur Herr Lüderig empfangen, die Absender derselben in das gelo den. Bartel gestand. ferner, daß zwischen ihm und Saffe ein Land hinüberzuführen, welches denn bald auch den glorrei Rendezvous auf 6 Uhr deffelben Tages auf dem Bahnhofe Namen Kaiser Wilhelms- Land" erhielt. Und nun in's Alexanderplatz verabredet worden war, woselbst ihm noch weitere einmal mit der ganzen Herrlichkeit vorbei! Lüderig konnte Falfifilate eingebändigt werden sollten. Bwei Kriminalbeamte, seinem Vermögen die deutsche Kolonie" nicht halten, Die ibn begleiteten, Tonnten sich somit leicht auch des Safe be mußte jüngst eine Aktiengesellschaft besorgen, damit Deutid mächtigen. Auf dem Wege zum Moltenmarkt versuchte der nicht blamitt" wurde. Diese Gesellschaft ist mit d Lettere etwas von fich au werfen, und eine Vifitation ergab, Krach zu Stande gekommen; die ganze Finanz- und Gefch welt steht ihr falt gegenüber. Alle Rolonialbegeisterung d dag er eine Rolle mit 15 Stüd falschen Fünfmartftüden bei ficb tug. Unter diesen Umständen mußte derselbe sein anfängverschwunden zu sein. Das Eldorado" Angra Pequena liches Leugnen bald aufgeben und er hezeichnete den ersten Anfich nämlich in eine elende Bras- und baumlose Sand geklagten als den Fabrikanten der Falfifitate, welcher nun ebenverwandelt, auf welcher absolut feinerlei Kolonialbestrebun Im Verhandlungstermine wieder falls eingezogen wurde. gebeiben können, und auch die Silber und Kupferab holten die Angeklagten Saffe und Bartel ihr früher welche in den Gebirgen liegen, haben fich als der rei abgelegtes Geständniß, während der Haupiangeklagte Schwindel erwiesen. Die Probemineralien nämlich, Spannagel Alles leugnete. Derselbe zeigte eine auffallende, von Angra Pequena an die königl. fächftsche Bergaladem faft apathische Ruhe, er will fich auf nichts mehr erinnern Freiberg gefandt worden find, baben fich theils als wert fönnen und von einer Geistesstörung, die ihn drei Jahre in erzfreie Befteinsftüden, theils als Brauneifeners, Rothel Dalldorf zurückhielt, noch nicht genesen sein. Es find zur Eruund Eisenglanz entpuppt. Das Tollste aber ist, daß die feines Geifteszustandes der Geheimrath Professor einem Bergingenieur Bohle als Rothgültiger trung Liman und der Oberarzt der Dalldorfer Jirenanstalt geladen der werthvollsten Silbererze) eingesandten Proben fi worden und diese bekunden in der That, daß der Angeklagte Eisenalan 3 erwiesen. Armer Lüderit! Arme Spannagel an Halluzinationen und Verfolgungswahn litt und periodisch noch leidet. Die Sachverständigen erklären ihn für gesellschaft! Armes Angra Pequena! Nun wird es nicht unjurechnur gefähig. Trogdem hat der Leptere seine Flucht lange dauern, da nach dem tollen Kolonialrausch der Kolon tazenjammer heranschleichen wird. aus der Anstalt zu Dalldorf im Herbste v. J. durch einen Er wußte fich nämlich ziemlich raffinirten Koup ermöglicht. bas Formular zu einem Urlaubsatteste zu verschaffen, welches er entsprechend ausfüllte und mit dem Namen des Arztes ausfüllte. Während der Angeklagte Bartel einräumt, durch seine ver Der Jahresbericht des Fabriken- Inspektors fr Großherzogthum Sachsen pro 1884 enthält einige Ang von allgemeinerem Intereffe, die Beachtung verdienen. nächst geht hervor, daß die Klagen über außerordentlich gebr brecherische Thätigkeit einen petuniären Vortheil erzielt zu haben, Preise auch im vorigen Jahre fortbestanden. Die That in den Fabriken war eine lebhafte, sodaß sonst übliche Ba in denselben, wie fie namentlich das Frühjahr bring eintraten. In der Textil Industrie, ebenso wie in bet zellans, Blas, Instrumentenbranche mußten Ueberstun behauptet Saffe, daß er lediglich aus Mitleid für Spannagel, der früber viel bei ihm habe arbeiten laffen, die gefährliche Rolle eines Vermittlers übernommen habe. Der Staatsanwalt mußte auf Grund der ärztlichen Gutachten die Unllage gegen den Hauptangeklagten fallen laffen, plaidirte dagegen für Schul dig in Betreff der beiden andern Angeklagten und wollte nur dem Saffe mildernde Umstände zugebilligt wiffen. Die Ge schworenen mukten selbstverständlich die Schuldfrage, den Spannagel betreffend, verneinen und die übrigen bejahen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Saffe 1 Jahr ten Preise, welche durch die Ueberproduktion baupt seine Vorstrafen fünf Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrver luft. Der Gerichtshof ertannte gegen Saffe auf 1 Jahr Gefängniß und gegen Bartel auf drei Jahre Buchthaus und drei Jahre Ehrverlust und Stellung unter Boltzetaufficht. zur Bewältigung der Aufträge hinzugenommen werden. Der niedrigen Preise lonnte indeffen eine Erhöhung ber I nicht stattfinden, doch trat auch eine Herablegung ber nicht ein. Die Arbeitszeit bewegte fich zwischen 10, 11, Stunden. A Man fteht also, daß immer wieder trop der fl lich entstehen, durch lange Arbeitszeit und Ueberstunden ne Ueberproduktion herbeigeführt wird. Da müffen Preise der Waa: en immer gebrüdtere werben, da müffen ja Arbeitslöhne immer mehr finden! Aus eigener Snitia fommen aber die Unternehmer nicht zur Bernunft, deshalb Nordhausen, 13. April. Ein Nachspiel zur legten Wahl ein gefeßlicher Maximalarbeitstag der Ueberproduktion und faulen Konkurrenz ein Ende machen. Wohlfahrtseinrichtungen? Der anhaltische bewegung beschäftigte vorgestern die Straffammer des hiesigen Landgerichts. Der Uebertretung des Vereinsgefeßes waren an Nr. थ v. S d des§ Komm 8 lich g rathun ( 810) plinark A angefte hältnis wärtig Reichs gen ba fene S begrün A unter tett fü Dienst ben vo fich mi Die A Beben teit nach ausgef gend, Reichs Die all ben tö Der V feiner Ausfül tomme nicht g lichkeit Die pre Schieder beide f Reichs halten allergri thr Vo Wahrs schon d gierung wenn tionen sollen, burch gehen gewiß heit un erlebt nach fic der Gr ein frü um die in den ben pr Maßsta nicht v Bemüb liche S Weise schärft, um fid richte i gewäbl find d Rachbruc 139 " S ich auc Sie ei bares? abredet Freund das V S abrebet über d zn bur hier au gemac Bergfi Wort. getlagt die Herren Brauereibefizer Hermann Weber von hier beabsichtigt, auf dem Areal der früheren herzogl. Saline und Gymnaftall brer Dr. Ruge aus Steglig bei Berlin. Der Dieses Urtheil hatte die Staatsanwaltschaft beim Rammergericht legtgenannte Herr war im benachbarten 13. hannoverschen nehm hervortretenden Wohnungsmangel in Leopoldshall Wahlkreise( Grafschaft Hohnstein) Reichstagskandidat der deutsch freifinnigen Partei. Am 25 Dftober begab er fich von Nordbaufen aus in Begleitung des Brauereibefizers Hermann Weber und des früheren Lehrers Hennede nach dem unwelt Nordhausen gelegen en hannoverschen Dorfe Urbach, um_fich noch vor der Wahl, die bekanntlich am 28. Dftober stattfand, den dortigen Wählern vorzustellen, soweit dies Berantwortlicher Bebatteur R. Gronem an berlin. Drud und Berlag von War Bading in hilfe zu schaffen. Der Fiskus offerirt freie Baustelle und gewiffe Bausumme, fordert dagegen das Verbleiben in ber werlichaft auf eine bestimmte Anzahl von Jahren, während wird. In derselben Weise ist die anhaltische Verwaltung gewährte Beihilfe durch Abzüge von der Löhnung zurüder reits in Neundorf bei der Anlage zweier neuen Straßen gegangen. Berlin SW., Beuthftraße 2 Stern eine Bella daß er haben, geritten N Strahl S Also h zu spä V C gefchehen Denned Dr. Ruge Urbad ge. G an Herm nter be Epro t. Eine Berfamm Tein Bo gestellte en, burd ut eines en. D ner 000 mache eber und pei Lag meloun Berein Natür geid feid Bolig Gege fo ta handlun Dr. Ru En weg hn& augl icht Derma nd Leb igent e Beug ger Eind te Den htm trag C geftell D. Will iber D Man v Menja Ites jel ommen tan pfl öbnli Di Det, Sabl Tamm n, ba Der Dor au bi or dent bier Stageal unter b Ernennu beftims Berichts e nicht Sinne ag. en S a Brquent eufle be a pelte To fi fuchen b pas gelob glorreic ift's Lonnte Iten, Deutichl t Ach Beid ang fd equena Sandf ftrebun tade rein Itch, w Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 89 Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 78. Sigung vom 16. April, 1 Ubr. Am Tische des Bundesrathe Don Boetticher, v. Scholz, v. Schelling, Lucius. Bunächst steht der Gesezentwurf, betreffend die Ergänzung des§ 72 des Reichsbeamtengesezes, der durch die Kommiffion faft nur redaktionelle, durch gesperrte Schrift fennt lich gemachte Veränderungen erfahren hat, zur dritten Bes rathung. Der§ 72 foll fortan lauten: Ein Reichsbeamter, welcher die ihm obliegenden Pflichten ( 810) verlegt, begebt ein Dienstvergeben und hat die Disziplinarbestrafung verwirkt. War der Beamte vorher im Dienste eines Bundesstaates angestellt, so unterliegt er wegen aller in diesem Dienstver hältniß begangenen Dienstvergehen den Vorschriften des gegenwärtigen Gesezes. Jm Uebrigen ist wegen Handlungen, welche ein Reichsbeamter vor seiner Anstellung im Reichsdienste began gen hat, ein Disziplinarverfahren nur dann zulässig, wenn fene Handlungen die Entfernung aus dem Amte(§ 73 Nr. 2) begründen." Abg. Dr. Möller: Bei der Ueberfülle neuer Vorlagen, unter der wir seit lange leiden, und die unserer Aufmerksam felt für wichtige Dinge leicht Abbruch thut, ist es das Vers Dienst des Abg. Kayser, den Aufschub der Verhandlung über ben vorliegenden Gegenstand angeregt zu haben, so daß man fich mit ihm vertraut machen fonnte, und manchem, der sonst Die Vorlage ruhig hätte paffiren lassen, doch schwere Bedenken gegen ihre Buträglichkeit und Dringlich teit aufgeftieдen find, und er nach dem Bedürfniß, nach der Lücke in der Gesetzgebung gefragt hat, welche ausgefüllt werden muß. Ift denn wirklich die Gefahr drin gend, daß durch das Eindringen unlauterer Elemente in den Reichsbeamten stand das öffentliche Intereffe geschädigt, oder Die allgemeine Achtung, deren er fich erfreut, vermindert wer den könnte? In den Motiven beschränkt sich die Begründung Der Vorlage auf den einzigen Fall eines Postbaurathes, der bei feiner früheren Anstellung im preußischen Staatsdienst bei der Ausführung eines Baues fich ein Bergehen hat zu Schulden tommen laffen und deswegen von der Reichsdisziplinarbehörde nicht gefaßt werden konnte. Nun wird doch aller Wahrschein lichkeit nach dies Vergehen nicht ein so sehr schweres sein, denn die preußische und die Reichsregierung leben doch nicht in verschiedenen Kontinenten, daß eine von der anderen nichts hört; beide stehen doch in so enger Verbindung miteinander, daß die Reichsregierung von einem schweren Vergehen Kenntniß er halten mußte, zumal bei Anstellung von Reichsbeamten die allergrößte Vorsicht beobachtet wird und amtliche Ausweise über ihr Vorleben und ihre bisherige Thätigkeit gefordert werden. Wahrscheinlich war also das Bergeben nicht der Art, daß es schon damals diesen Beamten von Seiten der preußischen Regierung in Disziplinar Untersuchungen verwickelt hätte, und wenn erst nachträglich solche Verstöße gegen dienstliche Instrut tionen zum Vorschein gekommen find, so hätte ich glauben sollen, Daß man dem Beamten jest Gelegenheit gäbe, Durch eine tadellose Amtsführung fein früheres Ver geben wieder gut ชน machen. Das hätte doch gewiß den Reichedienst nicht gleich in empfindliche Verlegen heit und Gefahr gebracht, umsomehr, da wir doch erst kürzlich erlebt haben, daß man bei schweren fittlichen Vergehen viel nach fichtiger verfahren ist. Allerdings wurde da vom Minister der Grundsaz geltend gemacht, ein späteres Verdienst könne ein früheres Bergehen fühnen. Auch handelte es sich da nicht um die Uebernahme eines Beamten in den Reichsdienst, sondern in den preußischen Staatsdienst. Aber man wird doch nicht den preußischen Beamienstand mit einem geringeren moralischen Maßstab messen, als den des Reiches. Dieses von dem Bedürfniß nicht verlangie Gefeß schafft noch Gefahren, trop der bessernden Bemühung der Kommission, die Beamten gegen die willkür liche Anwendung des Disziplinarverfahrens in beschränkter Weise zu schüßen. Ihre Abhängigkeit wird zusehends verschärft, das Unwesen der Konduitenliften greift mehr und mehr um fich; was anders find denn die neuerdings verlangten Bes richte über die politische Haltung der in der Provinz Hannover gewählten Kreistags- und Ausschußmitglieder? Die Lehrer find der schärfsten Kontrole und Aufsicht unterworfen, in Rachbruck verboten.] Labem 8 mert totbel af die fich me fi nicht m Rolon B für e Anga enen. Thati ich gebr che Ba ringt n Der ft unb en. ber derf 0,11, Der fable baupt den ne müffen Affen fo Snina esbalb on und Bergfil Saline 139 Feuillefon. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forserung.) ,, Ah! Sie erwarten Jemand?" Nun ja, meinen Freund, Mr. D'Brian, mit welchem ich auch im vorigen Jahre um diese Beit bei Ihnen war." ,, Den erwarten Sie?" " Mein Gott, Sie machen ja ein Gesicht, als hörten Sie eine Gespenstergeschichte. Was ist denn daran Wunderbares? Rönnte ich nicht mit ihm hier ein Rendez- vous verabredet haben?" Nein, Mr. Strahlenau, in dem Falle hätte Ihr Freund hier auf Sie gewartet!" Was fagen Sie fragte Strahlenau, und jetzt war das Verwundern auf seiner Seite. Mr. D'Brian war bereits hier." Strahlenau schnellte empor. War hier Nun ja; ich meine, wenn Sie ein Rendez- vous ver abrebet haben, so kann es nicht hier ein. Er ist expreß über den Dzean gekommen, wie er fagte, um die Gebirge an burdhreifen, und hat sich kaum länger als eine Stunde hier aufgehalten." Wann war er hier?" Diesen Mittag, Mr. Strahlenau! gemacht?" Wort. Und hat bei dem Wetter die Tour ins Gebirge Wir riethen ihm Beide ab," nahm hier Baber das Wir haben alle Gründe der Vernunft erschöpft, baß er bleibe, aber er bestand darauf, ein Pferd zu haben, und ist vor etwa brei bis vier Stunden fortgeritten." muna Losball e unb in ber babrend altung ragen Bellop rüderf Nachdenkend, den Kopf in die Hand gestützt, saß Strahlenau eine Weile. " Mein Himmel, wenn ihm ein Unglüd begegnete?.. Also habe ich ihn doch verfehlt! Vielleicht komme ich gar zu spät und fann ihm nicht sagen, daß er nicht nöthig Don Freitag, den 17 17 April April 1885. Weblau fogar beim Besuch einfacher Wahlversammlungen. Unter solchen Umständen türfen wir nicht als neues Prinzip in das Disziplinargesez einführen, daß alle vor dem Antritt des Amtes begangenen Handlungen nach dem Maßstab dieses Gefeßes follen bemeffen werden können. Die Erzeption geringer, nur mit Didnungsstrafen zu rügender Vergehen beruhigt uns nicht, da z. B. das politische Verhalten eines Der vorgesepten Behörde abhängigen Beamten ihm Die höchfte Strafe, Dienſtentlassung, zuztehen fann. Das tann einem Postbeamten widerfahren, von dem die Reichspostverwaltung nach seiner Anstellung durch einen Denunzianten erfährt, daß er früher oppofitionell gewählt oder gar in diesem Sinne agitirt hat. Deshalb wird ihm ein Matel angeheftet und er tann aus seinem Amt entfernt werden. Einstweilen bitte ich Alle, die es mit dem Beamten ftande gut meinen und ihm noch einen kleinen Rest von Selbft. ständigkeit wahren wollen, dieses Gesez abzulehnen.( Beifall links.) Abg. Hartmann: Jch bitte, das Gefes anzunehmen. Die Bedürfnißfrage ist vom Vorredner zwar bestritten, aber obne nähere Motivirung. Es gehört garnicht viel bantafte dazu, um fich vorzustellen, daß solche Fälle, wie der, welcher zu dieser Vorlage Anlaß gegeben hat, sich unter Umständen leicht wiederholen tönnen. Die Vorlage entbäit auch feineswegs eine Besonderheit; vielmehr haben Württemberg und Baiern in ihren Disziplinargefeßen ähnliche Bestimmungen; und eine Analogie findet sich auch in der Rechtsanwaltsordnung, nach welcher ein Rechtsanwalt wegen Makelhaftigkeit seines Vorlebens aus seinem Stande ausgestoßen werden tann. Die Klagen über Willkür der Vorgesezten, der die Beamten durch bas Disziplinargesez preisgegeben seien, halte ich für durchweg unbegründet.( Beifall rechts.) Abg. Kayser: Der Vorredner hat es recht leicht, zu fagen, daß ihm die Disziplinaroorschriften nicht zu hart er scheinen; er gehört eben zu denjenigen Beamten, welche das autoritative System vertreten, und die fommen ja mit den Disziplinargefeßen niemals in Konflikt. Wir find haupt. fächlich deshalb Gegner dieser Vorlage, weil wir eine völlig umfaffende Reform des gesammten Disziplinarwesens verlangen, welcher durch diesen Entwurf präjudizert würde. Welch ein Mißbrauch kann nicht mit der jegt geltenden Bestimmung getrieben werden, der Beamte müsse fich würdig seines Amtes" zeigen! Ich erinrere nochmals an die Vorkommnisse mit verrn v. Bennigsen Förder; mit dem Affeffor Glogau; und an den wunderlichen, erst fürzlich geschehenen Vorfall mit dem Schreiben eines Regierunge piäfidenten, welches die Frage der Bestätigung eines Bürgermeisters betraf.( Unruhe.) Den neulichen Ausführungen des Abg. v. Köller gegenüber ver wahre ich mich dagegen, als hätte ich den Beamter stand an gegriffen. Wir bezweden im Gegentheil, die Beamten beffer und unabhängiger zu stellen, ohne sie etwa von der Verpflich tung entbinden zu wollen, dem, was fie in ihrem Amiseid versprochen haben, nachzukommen. Ich verwahre mich also auch gegen die feinere Unterstellung des Herrn v. Röller, als hätte ich den Werth des Eides irgend herabseßen wollen; wir halten den Eid im Gegentheil für ein wichtiges Schugmittel gerade auch gegenüber streberischen Beamten. catis er S II. Jahrgang. verfolgt werden. Gerade auch der vorliegendr Falles handelte sich um den Bau eines Regierungsgebäudes in Schleswig hat bereits Veranlaffung zu parlamentarischen Verhandlungen gegeben. Die politischen Befürchtungen, die an diese Vorlage geknüpft morden find, hat man förmlich bet den Haaren herbeigezogen( Unruhe links), ich brauche nicht näher darauf einzugehen. Thatsächlich habe ich gegenüber Herrn Moeller noch folgendes richtig zu stellen: Wenn er bes hauptet hat, daß von der preußischen Regierung nach der politischen G- finnung der hannoverschen Kreisausschußmitglieder Erkundigungen ett gezogen worden seien, so hat er Dabei übersehen, daß diese Behauptung bereits offiziell dementirt worden ist. Abg. v. Buol wünscht, daß in das Gesez eine Rautel Dahin aufgenommen werde, daß die Beamten, welche aus dem Landes in den Reichsdienst treten, nun nicht dis aiplinarisch schlechter gestellt werden, als fie im Landesdienst waren. Abg. Marquardsen erwidert, daß, wenn gewisse Ver geben im Reichsdienst strenger bestraft würden als im Landes dienst, die Beamten, welche in den Reichsdienst treten, fich diesen strengeren Bestimmungen doch freiwillig unterordnen. Es sei durchaus eine einheitliche Behandlung nöthig; der eine Reichs beamte dürfe nicht schlechter oder besser gest li werden, als der andere. Die Nationaliiberalen werden für die Vorlage Bundes Tommiffar Geb. Rath Gutbrod wendet sich gegen den Abg. Buol, deffen Bedenken nur zutreffen würde, wenn Disziplinar und Strafgeieße auf einer Stufe ständen. Das set aber nicht der Fall, vielmehr handle es sich im Diszi plinarverfahren nicht so wohl um Verbängung von Strafen, als vielmehr um die Aufrechterhaltung der Ordnung des öffent lichen Dienstes. Abg. Horwit, Referent der Kommission, weist die Vor würfe zurück, die vom Abg. Kayfer gegen die Beschlüsse der Kommission in der zwetten Leung erhoben worden wa en. Abg. v. Röller: Die Abgg. Moeller und Kay er haben leide betont, daß fte im Intereffe des Beamtenstandes für die Ablehnung des vorliegenden Gefeßes eintreten müßten. Die Beamten werden wissen, was sie von den Sympathien der Parteien zu halten haben, die, ais uns die Novelle zum Be amtenpensionsgefeß vorgelegt, durch das Hineinziehen der Frage der Kommunalbesteuerung der Difiziere verhindert haben, daß die Reichsbeamten der Wohlthaten jenes Gefeßes theilhaftig wurden. Man hat behauptet, daß es der politische Grundsay der Konservativen set, teine Oppofition zu machen. Das ist eine Behauptung von Jemand, der gar nicht in der Lage ist, un fere Grund äße zu begreifen. Jo verwahre mich dagegen, dem Abg. Kayser in Bezug auf den Diensteid Anschauungen unterlegt zu haben, zu denen er fich flbit niemals bekannt hat. Ich habe mich lediglich gegen die Aeußerung gewendet, die ein hervorragender Führer seiner Partei gethan, daß man ja wiffe, was man von dem sogenannten Diensteid zu halten habe. Wenn Herr Kayser anderer Anicht ist über die Heiligkeit dieses Eides und somit seinen Fübrer desavouirt, so kann ich mich Darüber nur freuen. Herr Moeller will die Vorlage ablehnen, meil fte ihm tiefes Mißtrauen einflößt. Ich glaube, wenn wir jeder Voilage der Regierung mit Mißtrauen begegnen, so tönnen wir nicht mit Nußen rathen und thaten; dazu muß man Vertrau n haben und selbst mit Hand anzulegen und zu helfen bereit sein. Wer nur ein tiefes M ßtrauen gegen die Regierung kennt, der sollte lieber zu Hause gehen. Man fagt weiter, daß man das Gefeß ablehnen müsse, um die Selbstständigkeit der Beamten zu verstärken. Ein solcher Ge dantengang ist mir in dem Kopfe des Herrn Abg. Moeller r cht wohl begreiflich, aber mer nicht seinen Anschauungen hul digt, der muß für das G set stimmen, so wie es aus der zweiten Lesung hervorgegangen ist, in der Ueberzeugung, daß es uns die Handhab bietet, deren wir zur Jntatthaltung unseres Beamtenstandes bedürfen. Staatssekretär von Schelling: Der Abgeordnete Moeller bat bestritten, daß der eine Fall, welcher zu diesem Geseze Anlaß gab, die Thatsache des Eindringens unlauterer Elemente in den Reichsdienst dargethan habe. Gleichwohl ist aber gerade dieser Fall von erheblicher präjudizieller Bedeu tung, namentlich deshalb, weil die Entscheidung nicht von einer Unterbehörde, sondern vom Disziplinarhof in Leipzig gefällt worden. Wir wollen doch nicht, daß der Reichsdienst ein iyl für Beamte werde, die sich vorher im Landesdienst verfchit haben. Wenn der Abgeordnete Moeller meint, daß alle Dienst vergehen immer augenblicklich nach ihrer Begehung zur Kenntniß der vorgesezten Behörden gelangen, so irrt er sich doch sehr darin. In dem erwähnten Falle z. B. handelt es sich um eine erhebliche Drdnungswidrigkeit eines Baubeamten, die erst entdeckt wurde, mehrere Jahre, nachdem sie begangen war, bei Prüfung der Rechnungen. Wenn Herr Moeller dann sagt, Die Regierung hätte beffer gethan, diesen Fall mit dem Mantel der christlichen Liebe zuzudecken, so muß ich mich darüber um so mehr wundern, als erst furz bei anderer Gelegenheit gerade Die Partei des Herrn Möller das größte Gewicht darauf gelegt hat, daß alle solche Dienstvergehen mit unnachfichtlicher Strenge hat, daß alle solche Dienstvergehen mit unnachfichtlicher Strenge hat, sich vor den Augen der Menschen zu verbergen, daß Niemand ihn verfolgt, daß die Vaterarme sich sehnsüchtig ihm entgegenstreden. Wenn das Schicksal grausam genug wäre, ihn zu vernichten, ehe ich, der rettende Bote, ihn aufzufinden vermag?" Das waren die Gedanken, die ihn beschäftigten und die ihm seine muntere Laune vollständig raubten. Nach einer langen Pause richtete sich Strahlenau wieder auf. ,, Was Sie mir da sagen, ändert allerdings meinen Plan," begann er. Diesen Abend kann ich freilich nicht mehr fort, das ist unmöglich, aber morgen in all r Frühe werbe ich abreisen... Welchen Weg nahm Mr. D'Brian! Wiffen Sie mir das zu sagen?" Glenmore." Freilich; den bekannten Weg nach der Schlucht von Die gefährlichste Partie," ergänzte ergänzte Strahlenau. Diese Schlucht tönnte sein Grab werden." Das haben wir ihm auch gesagt," bemerkte der Bader. Er bestand aber darauf; es war, als ob das wichtigste Geschäft ihn dahin triebe, und doch wollte er nichts, als die schwarze Here aufsuchen." Ich weiß, ich weiß," versette Strahlenau. Die bee.- Alle Teufel, bei solchem Wetter den Weg nach Alte hat ihn vollständig verhert! Es ist eine wahnsinnige der Schlucht von Glenmore einzuschlagen! Nun, und wenn's in die Hölle selber ginge, ich muß ihm nach. .... Mr. Rnog fann ich morgen früh ein Pferd haben?" Ich habe keins mehr zur Verfügung, Mr. Strahlenau," antwortete der Wirth. Das einzige Reitpferd, was ich besize, habe ich ihrem Frennde, dem Baronet D'Brian ge geben; Sie aber fönnen morgen das feinige nehmen, das bis dahin hinlänglich ausgerubt ift." ,, Mir auch recht. Ich muß ihn auffuchen und ihn finden- lebendig oder todt." Sie wollen ebenfalls nicht wenigstens warten, bis das Wetter günstiger ist?" Rann nicht, darf nicht! Es handelt sich darum, ein Menschenleben nicht eins, mehr als ein Menschenleben zu retten: Einen alten, wehklagenden Vater und einen Abg. Richter: Der Parteigrundsat der Konservativen läßt sich in der That leichter zusammenfaffen als der anderer Parteter. Er lautet ganz einfach: wie der Kanzler will, wir halten still. Macht er Freibandel, so macht die Rechte mit; macht er Schußsoll, so fir d Sie Schutzöllner, vielleicht wer den Sie Aue in nächster Zeit wieder Freihändler. Daß wir Durch unsere Haltung das Zustandekommen des Pensionsge fezes vereitelt hätten, ist unrichtig. Wenn das Beamtenverzweifelnden Sohn glücklich zu machen, Mr. Knox, und da darf man nicht säumen.-Gute Nacht!" Das waren neue Räthsel für den Wirth und seinen Freund. Das Gebiet ihrer Kombinationen, ihrer Vermuthunger aller möglichen und unmöalichen Dinge war so erheblich erweitert durch diese dunklen Andeutungen Strahlenau's, daß es bereits später Abend war, als die Beiden noch immer am Ramin saßen, ohne das Thema hinlänglich ers schöpft und ohne auch nur einen Schritt weiter ins Klare gefommen zu sein. Strahlenau nahm sein Abrndeffen in einem warm ge heizten Zimmer ein. So verlodend und appetitlich auch die Speisen waren, welche die Küche des Wirthes von Bladfield geliefert, das, was er erfahren, hatte ihm den Appetit verdorben. Unaufhörlich beschäftigte ihn der Gedanke, daß er zu spät gekommen sein möchte. Zuweilen überkam ihn eine gewiffe Angst und Unruge. Mehr als einmal erhob er sich und griff nach seinem Belz, als wollte er sogleich fort; das Gebeul des Sturmes aber, der den Schnee an die Fensterscheiben peitschte, erin nerte ihn daran, daß es unmöglich sei. Mitternacht war längst vorüber, als er sich endlich zur Ruhe begab, aber der Schlaf floh ihn. Die Sorge um den lieben Freund, den zu retten er gekommen war, und den er doch vielleicht nicht mehr retten fonnte, ängftigte ihn in wilden Träumen, die ihm allerlei Schredbilder vorspiegelten. Bald sah er seinen Freund O'Brian er würgt von der schwarzen Here- bald sah er ihn tief unten in einem Felespalt zerschmettert liegen bald sah er ihn im Schnee fteden und jammernd feine Hände ausbreiten; und er fonnte ihm nicht zu Hilfe eilen, weil eine unübersteigliche Kluft ihn von Jenem trennte. Er war frob, als endlich der Morgen den wüsten Traumbildern ein Ende machte. Der Tag war faum angebrochen, da stand er bereits ange kleidet da und befahl dem Hausdiener, daß man fein Pferd vorführe. ( Fortsetzung folgt.) penfionsgeset nicht zu Stande gekommen ist, trifft die Schuld dafür allein die Regierung und den Theil der Konservativen, der sich auf Seiten derselben stellte.( Sehr richtig! links.) Was dieses Gefes betrifft, so hat der Regierungskommiffar zur Rechtfertigung desselben angeführt, daß die Beamten ja freis willig in den Reichsdienst eintreten, das beweist zu viel. Mit einem solchen Grundsat tann man das schärffte Disziplinars geses rechtfertigen. Auch in der Türkei, wo ja wohl für Disziplinarvergehen die Strafe des Bauchauffchligens festge fegt ist, treten die Beamten freiwillig in den Staatsdienst ein ( Heiterkeit). Der Herr Staatssekretär hat gesagt, daß ohne ein folches Gefet Gefahr vorliege, daß der Reichsdienst zu einem Asyl für Beamte werde, die fich in ihrem früheren Leben verfehlt. Aber liegt nicht eine viel größere Gefabr darin, wenn, wie bas jüngst geschehen ist, ein Beamter angestellt wird, von dem man weiß, daß er fich verfehlt hat, und gegen deffen An ftellung aus diesem Grunde von seinen Kollegen Protest eingelegt worden war? Der Herr Staatssekretär hat gemeint, daß die Beispiele von der Beeinflussung der Beeinflussung Der Beamten durch ihre Vorgesetzten an den Haaren herbeigezogen seien. Das ist durchaus nicht der Fall, fie drängten fich uns auf aus den Erfahrungen, die wir in dem klassischen Lande der Beeinflussungen, in Ostpreußen, gemacht haben. Eist jüngst find dort Lehrer in Disziplinarstrafen nur darum genommen, weil fie einem Vortrage beigewohnt, den ich in Insterburg gehalten habe. Was den bannoverschen kall bes trifft, so ist derselbe allerdings berichtigt worden. Allein der Vorfall war durch den Hannoverschen Kurier" verbreitet wor den; man sieht daraus, weffen selbst die nationalliberale Bartet von dem gegenwärtigen Parteiregiment sich versteht. Dazu tommt noch, daß in der lezten Beit eine besondere Methode bei der Disziplinirung Blaz gegriffen hat. Man verpflichtet Die Beamten, über die Disziplinirung Niemandem, vor allem teinem Abgeordneten Mittheilung au machen. Darin ist der Grund zu suchen, weshalb eine ganze Reihe von Disziplinis rungen nicht zur öffentlichen Kenntniß gelangt, darin zeigt sich aber auch, wie ein Parteiregiment die ihm verliehene Macht zu Beamtenbeeinflussungen ausnutt. Mit einer solchen Regierung Tönnen wir wohl Geseze machen, aber wir können ihr nicht einen Paragraphen bewilligen, der das diskretionäre Ermessen derselben noch weiter steigert. Aus diesem Grunde und weil wir die vorliegende Frage nicht anders regeln wollen als im Busammenhang mit em Disziplinargeses, werden wir den Ge fegen wuif ablehnen.( Beifall lints.) " Abg. Dr. Möller: Ich möchte zur näheren Begründung deffen, was ich vorhin gesagt habe, auf meine Enthebung vom Amte hinweisen. Dieselbe erfolgte, weil ich auf einem Banket zu Ehren eines liberalen Abgeordneten einen Toast auf den felben ausgebracht hatte und weil ich zweitens einer Versamm lung von Wählern beiwohnte, welche eine Resolution gegen Die verfaffungswidrigen Preßordonnanzen faßte. Diese Dinge wurden als Dienstvergehen der allerschlimmsten Art und als ein unwürdiges Verhalten bezeichnet, durch das ich die erfor derliche Achtung verloren und mich des öffentlichen Vertrauens unwürdig gemacht habe Angesichts solcher Thatsachen haben wir das Recht, einiges Mißtrauen gegen die Ausdehnung der Disziplinargewalt zu begen. Denn wenn auch die Persönlich teiten im Minifterium gewechselt haben, der Geist ist derselbe geblieben. Wenn auch an den Abg. v. Köller niemals das Anfinnen gestellt worden sein mag, Konduiter liften zu führen, von anderen Beamten ist mir bekannt, daß dieses Anfinnen nicht blos an sie gestellt, sondern auch ausgeführt worden ist. Ich muß deshalb meine Aeußerungen in ihrem ganzen Umfange aufrecht erhalten. Kommissar Geh. Rath Gutbrodt: Die Entscheidung in einem Disziplinarfalle ist teine willkürliche und vom Belieben der vorgefeßten Behörde abhängige, sondern wird von einem mit allen Garantien ausgestatteten höchsten Disziplinargerichtshof getroffen. Abg. Raiser: Der Abg. v. Köller wird als Mitglied der Wahlprüfungskommission am wenigsten die ungebührliche Einwirkung auf die Beamten in Abrede stellen können. Ich erinnere besonders an das Disziplinarverfahren gegen die beiden Danziger Ingenieure, die für die Wahl des Abg. Rickert eingetreten waren. Wäre daffelbe auch eingeleitet worden, wenn fie für den konservativen Gegenkandidaten gewirkt hätten? Ich glaube übrigens, daß eine Agitation für den Landrath eber geeignet ist, die Achtung zu nehmen, als die für einen un abhängigen Kandidaten. Es kommt vor Allem auf die Form, in der agitirt wird, an; daß aber die Form der tonservativen Kandidaten eine passende ist, bezweifie ich. Es giebt manche Fragen, in denen ich den Konservativen nabe geftanden habe. Ich lenne auch die konservativen Grundsäße und wünsche nur, daß der Abgeordnete v. Köller die Grundsäge meiner Partei ebenso gut tenne. Der Geheime Rath Wagener urd Rudolf Meyer find für mich konservative Männer, die Beachtung verdienen. Ich bitte auch Herrn von Röller das zu lesen, was z. B. Wagener über die fonservative Partei und und ihre Parteiführer fagt; es wird für ihn lehr reich sein. Grundsaploftgkeit habe ich der konservativen Partei nicht vorgeworfen. Wenn ich aber daran denke, daß erst vor Kurzem hier ein konservativer Abgeordneter fich entschuldigen mußte, daß er gegen die Regierung stimme, weil er sich seinen Wählern gegenüber gebunden habe, dann fann ich allerdings, so großen Refpett ich vor einigen fonservativen Schriftstellern und Nationalökonomen habe, den Glauben an die Festigkeit in den Grundfäßen in Bezug auf die fonferoative Bartei in allen ihren Mitgliedern nicht baben. Möge der Abg. v. Köller mit mir einmal bei den Gastwirthen herumgehen, dann wird er hören, we chen großen Nachthellen sich biefelben ausgefeßt glauben, wenn fie ihre Räume oppofitionellen Parteien öffnen. Man sagt: mer fein Vertrauen zur Regierung hat, soll nicht hierher in den Reichstag kommen. Ich meine, es sollen hier nicht blos Vertrauenspersonen der Regierung fizen; wir fizen bier als Vertreter des Volkes und nicht als Vertrauen@ personen. Wir find im Gegentheil der Meinung, daß die Regierung gehe, wenn wir fein Vertrauen zu ihr haben. Es wird gesagt, wir find bemüht, Mißtrauen gegen die Regierung zu erregen. Auf der einen Seite lobt uns der Sohn des Reichstanzlers in Wählerversammlungen, und hier in Berlin werden wir ausge wiesen. Wir können faum wissen, woran wir sind. Das Bei spiel des Abg. v. Moeller sollte uns warnen, der Erweiterung der Disziplinargewalt zuzustimmen. Ich will den Entwurf nicht, damit wir zu einer Revision des Disziplinargefeßes fommen. Auch das Zentrum hat ebenso wie die Deutsch Freifinnigen und die Sozialdemokraten allen Grund, in Hin blid auf die Bukunft in diesen Punkten vorsichtig zu sein. ( Beifall links.) Abg. Dr. Moeller: Die Entscheidung, die ich vorhin angezogen habe, ist auch von einem solchen obersten Dis siplinargerichtshof gefällt, wie ihn der Herr Kommiffar ange führt hat. Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion wird das Gefes, nach einer furgen Replit des Aba. v. Röller gegen den Abg. Kayser, gegen die Stimmen der Deutschkonservativen, der Reichspartei und Na tionalliberalen abgelehnt.( Beifall links.) Darauf wird die zweite Berathung der Bolltarifnovelle fortgesetzt, und zwar werden zunächst die noch auss stehenden Abstimmungen erledigt. Die Bollfäße für Asbest und Asbest waaren werden nach der Vorlage angenom men. Danach sollen Asbefifiber, auch gereinigt, ebeftfitt und Asbestan firicmaffe zollfrei sein; dagegen Pappe und Papier aus Asbest ungeformt mit 10., geformt mit 24 M., Garne, Schnüre, Stricke mit 24 M., Gewebe mit 40 M., andere Asbestwaaren mit 60 M. pro Kilogr. verzollt werden, Die drei letzten Kategorien auch in Verbindung mit anderen Spinnmaterialien. Der Antrag Biehl, auf 3ement einen generellen Boll von 0,30 M. einzuführen, wird abgelehnt, dagegen der Vorschlag, Sement, land- und fluß väits eingehend, mit 0,30 M. per Doppelzentner zu verzollen, von einer aus Konservativen Reichspartei, Zentrum und dem nationalliberalen Abg. Sedlmayr bestehenden Mehrheit angenommen. Für Schlemmtreide beantragt Abg. Delbrüd einen Boll von 1 M.; Abg. Graf Stolberg einen solchen von 0,30 M. pro Doppelzentner. Abg Delbrüd begründet seinen Antrag mit Hinweis auf den Nothstand, welcher für die Schlemmt eideproduzenten auf Rügen durch die ausländische, namentlich skandinavische, Ronkurrenz entstanden set. Wenn in dem Meistbegünstigungs vertrag mit der Schweiz Schlemmkreide zollfrei gelaffen sei, gegenüber den meistbegünstigten Staaten also der Boll nicht in Geltung lommen tönne, so bestehe doch mit Dänemart fein Meifi begünstigungs. Vertrag; die Konkurrenz der dänischen Schlemmfreide wenigstens würde man also durch den Zoll abwehren können. Vielleicht würde es auch möglich sein, den Boll nur von der seewärts eingehenden Schlemmkreide zu erheben. " Abg. Langerhans erklärt den Antrag Delbrück für ein faft noch fühneres Unternehmen, als es der Antrag auf einen Bementzoll war. Von einer Fabrikation" von Schlemm treide könne bei der einfachen Art der Gewinnung dieses Produktes kaum die Rede sein; ebensowenig von einem Schuß nationaler Arbeit, da höchstens 200 Arbeiter auf Rügen mit der Gewinnung der Schlemmkceide beschäftigt find. Die Preise des Artikels im Inland würden durch den Boll kaum steigen, da Rügen viel mehr Kreide produzirt, als es im Inlande abseßen fann, die dänische Kreide aber dauernd höher im Breise steht, als die Rügensche. Die deutsche Ausfuhr an Schlemmfreide übertrifft auch den Import erheblich. Durch den Zoll tönne höchstens dem Süden und Westen Deutsch lands die Kreide vertheuert werden, was für die dortige Farben und Goldleiftenfabrikation ein erheblicher Nachtheil sein würde. zu Staatssekretär v. Burchard weist darauf hin, daß es in Folge des Meistbegünstigungsvertrages mit der Schweiz nicht angänglich sein würde, den Boll von den anderen meist begünstigten Staaten zu erheben. Es würde höchstens möglich sein, die Schweiz einer Konzeffton in Dieser Beziehung zu bewegen. Indeffen sei ein großer Theil Deutschlands auf den Import ausländischer Schlemmfreide angewiesen, und wenn man etma nur die seewärts eingehende Kreide verzollen wollte, so würde das den Erfolg haben, daß dieselbe ausländische häfen aufsucht und von dort landeinwärts zu uns importint wird. Das führe lediglich zu einer Schädigung der deutschen Schifffahrt. Ueberhaupt sei der Boll von 1 M. doch ein bischen sehr hoch. Er ftelle dem Hause die Beschlußfaffung anheim. Abg. Broemel hält es für sehr bedenklich, an den mit der Schweiz nun schon seit 20 Jahren bestehenden handels politischen Vereinbarungen jegt eine wenig motioitte Aenderung zu treffen. Bei einer früheren Gelegenheit habe Herr v. Burchard fich auch viel entschiedener in diesem Sinne ausgefprochen. Es tomme hinzu, daß, wenn man den Kreide import aus Dänemark verhindere, Dänemark seinerseits den sehr erheblichen Bementimport aus Deutschland, der bereits über 200 000 Doppelzentrer betrage, labm legen würde. In diesem Sinne haben sich bereits dänische Schlemmfreide- Produzenten geäußert. Abg. Delbrüd erklärt sich mit dem Antrag Stolberg ein verstanden. Bei der Abstimmung wird jedoch der Boll mit allen gegen die Stimmen von fünf oder sechs Konservativen a b gelehnt. Die nunmehr vorgenommene Abstimmung über den An trag, 8ichorten mit 1 M. zu verzollen, ergiebt die An. na hme deffelben mit 110 gegen 109 Stimmen. " Die Pofitionen Erzeugnisse des Landbaues, anderweitig nicht genannt und häute und Felle, robe, zur Lederbereitung, auch enthaart, fret" werden ohne Debatte genehmigt. Die Bofition Literarische und Kunstgegenstände frei" wird nach der Vorlage ohne Distuffton angenommen. Für Branntwein aller Art, Arat, Rum u. s. w. in Fäffern und Flaschen schlägt die Vorlage eine Bollerhöhung von 48 auf 80 M. vor. Abg. Lucius beantragt, die Erhöhung auf 60 M. zu ermäßigen. Nachdem Abg. Lucius seinen Antrag begründet, wird ein Vertagungsantrag angenommen. Schluß 4% Uhr. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr. ( Bolltarif.) Abgeordnetenhaus. 53. Sigung vom 16. April, 10 Uhr Am Ministertisch: von Butttamer, von Goßler und Kommiffarien. Der Antrag des Abg. v. Eynern wegen gerechterer Ber theilung der Kosten der örtlichen Polizei ist von der Gemeindetommiffion berathen, welche dem Hause folgenden Antrag unterbreitet: Die Staatsregierung aufzufordern: a) in Er wägung zu sieben, ob in einzelnen Gemeinden, in welchen die örtliche Polizeiverwaltung besonderen Staatsbeamten übertragen ist, diese den durch die Gemeindeordnungen dazu bestimmten Beamten übertragen werden fann; b) balothunlichst einen Gefeßentwurf vorzulegen, durch welchen für diejenigen Städte, in welchen die örtliche Polizeiverwaltung durch besondere Staatsbeamte geführt wird, die Beitragspflicht zu den Koften dieser Verwaltung unter Aufhebung des§ 3 des Gesetzes vom 11. März 1850 für Staat und Gemeinden neu geregelt wird". Abg. Belle beantragt: dem Antrage a. der Kommission folgendes hinzuzufeßen: und ferner, ob in den Gemeinden, in welchen die örtliche Polizeiverwaltung besonderen Staats beamten übertragen ist, diese Uebertragung nicht auf die Wahrnehmung der Sicherheitspolizei beschränkt werben fann". Abg. Göttin g dagegen beantragt, dem Antrage a) ber Kommission folgenden Busaz zu g'gen; und ob in den Ge. meinden, in welchen die örtliche Polizeiverwaltung besonderen Staatsbeamten übertragen ist oder wird, den Gemeindeorganen einzelne Zweige der Polizeiverwaltung zurüdjugeben resp. zu belaffen find." Abg. Belle: Niemand wird sich der Hoffnung hingeben, daß durch die vorgeschlagene Resolution a. ein bedeutendes finanzielles Resultat erzielt werden könne. Denn für die Ver fehrszentren ift es ein Bedürfniß, daß dort die Polizeiverwal tung in den Händen des Staates liegt. Der finanzielle Effekt aber, der dadurch erreicht wird, daß den kleineren Städten die Polizeiverwaltung zurückgegeben wird, ist kaum der Rede werth. Meine Freunde halten die Regelung der Sache nach unferem basel Besc bei und 10. S word Einri zeich Die e zum Eindruck, wenn z. B. der überwachende Beamte in den Sad tritt, wo ein Vortrag über Pestalozzi gehalten werden soll, und fragt, was ist denn eigentlich Pestalozzi; der Mann muß nidi nur den Vortrag anhören, sondern die ganze Nacht noch über Pestalozzi schreiben und den Bericht dem Bolizeipräsidium ein reichen. Wenn diese und ähnliche Dinge mehr angesehen wi den, so würde sich die Polizei verringern laffen, oder man würde mit denselben Kräften für die Nachtzeit oder den font gen Bedarf mehr ausrichten fönnen. Bei Nacht ist Berlin ohne polizeilichen Schuß. da ist die Stadt unter dem Nacht wächter.( Heiterkeit.) Dafür ließen fich die ersparten Mitte schule beffer verwenden. Unser Antrag geht eigentlich ni aus unserer Initiative hervor; er ist früher einmal misfi Herrenhause, und zwar von der äußersten Rechten, all Kom im Sinne einer tonservativen und deutschen Boli fomm Itegend, gestellt worden. Ich hoffe, daß derselbe auf alle fichtli Seiten des Hauses Beifall finden wird, bei den Konservation über eben weil er fonservativ ist, bei meiner Partei, meil den Bürgern giebt, was ihnen zusteht, bei dem Bentrum w er namhafte Ersparnisse herbeizuführen geeignet ist, und den Nationalliberalen, weil er sowohl fonservativ wie like ift.( Lebhafte Heiterkeit.) Geheimer Rath v. d. Brinken: Die Staatsregler wird gegenüber der Resolution a. noch einmal in Erwägu nehmen, ob vielleicht in der einen oder anderen Stadt, dies bereits früher in einzelnen Fällen geschehen ist, die sta liche Polizeiverwaltung aufgehoben werden kann. Was Modus einer besseren Bertheilung der Kosten betrifft, so batt die Bedenken, welche die Staatsregierung dahin geführt hab von einer Vorlage in dieser Richtung abzusehen, feinen gru fäßlichen Charakter, sondern es schien nicht an der Zeit, e bie Intereffen der Kommune schädigende erhebliche Aenden vorzunehmen. Dagegen muß die Staatsregierung durchaus da stehen bleiben, daß die Scheidung der Polizei in Wohlfah und Sicherheitspolizei, und die Uebertragung der erster en Die Städte nicht angängig sei Die Bedenken der Sta regierung find durch die Ausführungen des Abgeordn Belle nicht widerlegt. Eine flare Begriffsbestimmung für fahrts und Sicherheitspolizei, die dem Antrage vorange müßte, exiftirt nicht, und die vorhandenen Definitionen g weit auseinander. Mit der alten theoretischen Scheidung Schuß der Gemeindeinteressen und Förderung der Gemein interessen ist auch nicht viel anzufangen, namentlich noc Die Verhältniffe der Polizei fich so erheblich komplizirt ha Wenn nun der Abg. Belle darauf Bezug genommen hat, doch die Gesetzgebung fich die Unterscheidung angeeignet so ist das zwar zuzugeben, aber es muß hinzugefügt wo Daß die Staatsregierung diesen Weg niemals aus eigener fchließung betreten hat; es geschah dies immer in Folge Amendements der Landesvertretung. Wenn mit dem Goetting gemeint sein soll, daß der eine oder andere 3 der Polizei den Gemeinden übertragen werden soll, so ha Staatsregierung nichts Wesentliches dagegen einzuwen dieser Weg ist ja schon bisher beschritten worden. Wenn eine prinzipielle Scheidung dahin beabsichtigt wird, daß Zweige ein für allemal den Städten übertragen oder laffen werden sollen, so würden gegen den Antrag die Bedenken Platz greifen wie gegen den des Abg. Belle, auch in geringerem Grade. Der Staatsregierung erschei Uebertragung einzelner Zweige der Polizei an die Städte mit der größeren Sorgfalt und Berücksichtigung der tha lichen Verhältnisse in jedem einzelnen Falle angängig. Abg. Goetting: Nachdem der Regierungstommiffa der Kommission und nunmehr auch im Plenum die Scheib in Wohlfahrts- und Sicherheitspolizei, weil praktisch und führbar, für unannehmbar erklärt hat, habe ich eine an Faffung des Antrags Belle vorgeschlagen, welche diefe Dung vermeidet. Wenn die Staatsregierung gewiffe 3 der Polizei an die Kommunalverwaltungen abtritt, tann Summe der Zweige ja das ausmachen, was man unter fahrtspolizei versteht, und was man der Sicherheitspolizei überstellen könnte. Ich will damit nicht einen gewiffen von Befugnissen festlegen, der ein für allemal ben übertragen werden soll. Mein Antrag beabsichtigt ebenso wie der Kommissionsvorschlag die Regierung wägung auffordert, ob nicht in gewiffen Städten die Bolizeiverwaltung ganz aufgehoben werden könne, diefelb um Erwägung zu ersuchen, ob und inwieweit in Städt Die staatliche Polizei besteht, einzelne Zweige den Komm zurückgegeben werden können. fraalid Abg. v. Minnigerode: Meine Freunde und ich den für die Kommissionsanträge stimmen. Abg. Bachem erklärt sich mit den Beschlüssen der misfion durchaus einverstanden. batte um 2 April Mart tomm Erwä Я zur eines tönne fte de meind ย genom 91 schrift Realfo höhere empfe g 1. Dom ( Gym Brore Daffelb Ran 2 anstal an fta auch berecht ร Dr. A möglic Regul Der L und Die sieben Fürso beamte audget Staat ordnun A miffton licher 20 hältnif Betiiu thtlich stehe e mit de licher( ten hi 20 Wärm eignet ren Bi A gelebrt Lebrer, Bleichf Richter fann, S zuüben liches chinef Momer M Abg. v. Eynern: Daß in sämmtlichen Verkehr Die Polizei eine ftaatliche sein müsse, lann ich dem Abg nicht zugeben; für die Hauptstadt trifft das allerdings Uebrigen aber wird es fich fragen, was man unter Wel zentren versteht. Eine prinzipielle Scheidung in Wohl und Sicherheitspolizei ist nicht möglich. Die zu überwei Zweige der Polizei werden fich nach den einzelnen richten müssen. In Berlin ist z. B. die Straßen- und polizei ohne eine prinzipielle Regelung der Sache an die zurüdgegeben worden; in Festungsstädten würden die und Straßen unzweifelhaft in den Händen des Staates b müssen. müffen. Der Antrag Götting hat dagegen nach Meinung fein große Bedenten; derselbe stellt indeffen weiter fest, als was schon gegenwärtig in Geltung bringt dies nur nochmals zur Deklaration. if Unter Ablehnung beider Amendements gelangt ber misfionsantrag mit großer Majorität zur Annahme. Es folgt eine Reihe von Kommissionsberichten Petitionen. Die Beßiger des Dorfes Langenau, Kreises Bron bitten, dahin wirten zu wollen, daß die Regierung Schuße des an der genannten Drtschaft belegenen ufers dasselbe mit Buhnenbauten versehe. Weld schloffen, die Petition der Regierung zur Berücftigun Auf Antrag der Agrarfommission wird ohne Debat hin zu überweisen, als im Verwaltungswege Fürsorge ufers bei Langenau vorgebeugt werde. zu treffen sei, daß dem weiteren Abbruch des linken We Ueber die aus Ostromekko, Kreis Kulm, eingegangen zahlreichen Unterschriften versehene Petition um Aband des§ 5 im Geses, betreffend die Befugnisse der Strom verwaltung gegenüber den Ufe befizern an öffentlichen Fl wird in Erwägung, daß Betenten dem§ 5 eine furth auslegung geben, und in Erwägung, daß in dem fargen sammelt find, welche eine Abänderung begründen refp. fertigen fönnen," zur Tagesordnung übergegangen. Die Petition Der Elbschiffmühlenbefizer Gaudiis 11. Morschlage für die beste. Wie die Märkte geordnet, das Feuer in 3wethau u. a. Orten um Abänderung und Ergänzung löschwesen adminiftritt, wie die Straßenpolizei gehandhabt wer den soll, das wissen doch die Städte ebenso gut, wie der Staat. Man verlangt doch nur wegen der Sicherheitspolizei, daß die Verkehrszentren eine staatliche Polizeiverwaltung haben sollen. Die Einwendung der Staatsregierung in der Kommiffion, daß ein Unterschied zwischen Sicherheitspolizei und Wohlfahrtspolizei nicht zu statuiren sei, ist nicht zutreffend. Jedenfalls ist er praktisch Durchführbar. den Schuß ihrer Mühlen gegen die Beschädigungen. burd Schifffahrt betreffenden Bestimmungen und um Durchfib der vom Staate eventuell beabsichtigten Erwerbung der b mühlen wird auf Antrag der Betitionsfommiffion der E regierung zur Erwägung überwiesen. i Die Petition der Fischer Wiggert und Genoffen thenow um Abänderung einzelner näher bezeichnet ftimmungen der Fischereiordnung und der Ausfüb der Agrarkommiffton, der Staatsregierung als Materi schleswig holsteinischen Städteordnung. Innerhalb der Sichers bestimmungen zu derselben, beschließt das Haus auf heitspolizei in Berlin ich komme damit auf eine alte Klage zurüd fönnten große Summen gespart oder zu befferen Zwecken verwendet werden; ich denke namentlich an die Ueber wachung von Vereinsversammlungen. Nach dem Vereinsgesetz hat die Polizei das Recht, aber nicht die Pflicht, dieselben zu überwachen. Es macht nun einen lächerlichen und traurigen Der Berfil Die Revision der Fischereigefeggebung zu überweisen. Dreiundzwanzig Hausväter der Gemeinde Lebno der löniglichen Regierung zu Danzig, daß die Haudoda Neustadt, Westpreußen, bitten um Aufhebung de 3. viel me Borsch lehnun wenn Die R eine g preußi unser deshall gewort führun Die et wie di Daher hältniß höchfte Die M fein w tomme tellun betrifft rung ernft, tereffen Den 2 nicht leichter eines f für die reichen in die gegenü Der 6 trete ic zu ein der U wenn Provir Al Kommi 201 Delbi Kropat eigener A Kultus neigun Richter den Sod n soll, und muß nid noch übe Adium ein esehen wi oder ma Den font ift Berlin em Nacht cten Mittel lich ni einmal chten, in all n Boli auf alle nservation ei, meil trun w t, und wie liba tsregler Erwägu Stadt, Die fta Was t, so bat ührt hab nen gru Bett, Aender tchauß da Wohlfah erfter en let Sta bgeordn für W Dorange tonen g Scheibung Gemein lich noch lizirt hal en hat, dafelbft anzuhalten seien. Sie hätten gegen diese Anordnung Beschwerde bei der Königlichen Regie: ung in Danzig sowie bei dem föniglichen Ministerium für geistliches, Unterrichtsund Medizinalwesen geführt, feien aber unter dem 10 Januar 1884, resp. 12. September 1884 abschlägig beschieden worden. Sie führen ferner an, daß fie in den legten 5 Jahren zur Einrichtung von zwei neuen Schulen gezwungen, welche die Bezeichnung Dit und Weftschule von Lebno erhalten, von denen Die erste 27 Schulkinder, die zweite 58 Schulkinder, die jest zum Neubau vorgeschlagene dritte Schule, die eigentliche Drts. schule von Lebno, nur 20 Schulkinder zähle. Ueber die Petition referirt Namens der Unterrichtstom miffion Abg. v. Blandenburg; das Haus tritt dem Kommiffionsantrag, in Erwägung, daß nach der entgegen. lommenden Erklärung der töniglichen Staatsregierung voraus fichtlich den Wünschen der Betenten Rechnung getragen wird", über die Petition zur Tagesordnung überzugehen, ohne De batte bet. Die Gemeinde Berrenrath, Landkreises Köln, petitionist um Wiedergewährung eines seit 1872 bezogenen, seit dem 1. April 1884 nicht mehr gezahlten Staatszuschusses von 1020 Mark zu den Gehältern der dortigen Lehrer. Die Unterrichts tommiffion( Ref. Porsch- Oppeln) en pfiehlt Ueberweisung zur Erwägung; Abg. Mooren wünscht dagegen Ueberweisung zur Berücksichtigung. Kultusminister v. Goßler befizettet das Vorbandenjen eines objektiven Bedürfnisses der Gem cinde nicht; die Regierung fönne aber dem Wunsche der Gemeinde nicht willfahren, weil e den letterer entzogenen Buschuß dann einer anderen Ge meinde wieder wegnehmen müßte. Der Kommissionsantrag wird nach kurzer Diskussion angenommen. Mehrere hundert Petitionen mit mehreren tausend Unterschriften von Lehrern der Gymnaften, Realgymnaften, DberRealschulen, Progymnaften, Bro- Realschulen, Realschulen und höheren Bürgerschulen stellen das Petitum: empfehlen Das Haus der Abgeordneten wolle der Staatsregierung 1. Den akademisch gebildeten Lehrern aller im Lehrplan vom 31. März 1882 genannten höheren Unterrichtsanstalten ( Gymnaften, Realgymnaften, Ober- Realschulen, Progymnaften, Brorealgymnaften und Real oder höheren Bürgerschulen) daffelbe Durchschnitts und Maximalgehalt, sowie denselben Rang zu ertheilen, wie den Richtern erster Instanz. 2. Die oben bezeichneten Lehrer an höheren Unterrichtseignet banstalten nicht königlichen Batronats durch ein Gesez denen an staatlichen Anstalten völlig gleich zu stellen, insbesondere ügt ro auch hinsichtlich des Wohnungsgeldzuschusses, der Benstons. eigener berechtigung und der Bulaffung zur Reliftentaffe. n Folge Dem An ndere 3 fo bat nauwe Wenn Dag n oder Cag bi Belle erichi Stante der that gig. tommiffa He Scheidu tsch undu eine and Diese S wiffe B ift, tann unter polizei g rewiffen ben G igt rung Die ftaalid diefelbe Städte Kommu und id Ten ber ertebr m Abg. dings Wohlfa berweil nter Wel Inen S und an die Den bie Staates b nach Endeffen 班 tung ino ngt ber ne. Derichten es Bro egierung nen Wel ne Debatt Die Unterrichtskommission beantragt durch ihren Referenten Dr. Bergenroth, I. Die Petitionen der Staatsregierung zur möglichsten Berücksichtigung im Sinne einer einheitlichen Regulirung der Gehalts, Penfions- und Rangverhältnisse der Lehrer an den höheren Unterrichtsanstalten staatlichen und tommunalen Patronats zu überweisen; II. über die genannten Petitionen, soweit fie fich darauf bes ziehen, daß das Gesez vom 20. Mai 1882, betreffend die Fürsorge für die Hinterbliebenen der unmittelbaren Staate beamten, auf die Lehrer an höheren städtischen Lehranstalten ausgedehnt werde, nach den Erklärungen des königlichen Staatsministeriums vom 24. Januar dieses Jahres zur Tages ordnung überzugehen. Abg. Seyffardt( Krefeld) beantragt, in Nr. 1 der Kom mifftonsvorschläge zu sagen staatlichen und nicht staat. lichen Patronats". Abg. Kropatiche c giebt zu, daß die Lehrergehaltsvers hältnisse einer Wufbefferung bedürftig sind, kann aber dem Betitum der Gleichstellung der Lehrer mit den Richtern bin htlich der Gehaltsfrage nicht betstimmen. Viel sympathischer stehe er dem Verlangen der Lehrer nach gleicher Hangstellung mit den Richtern, am sympathischsten dem Wunsche nach geset licher Gleichstellung der Lehrer aller höheren Unterrichtsanftalten hinsichtlich des Wohnungsgeldzuschusses gegenüber. Abg. Seyffardt( Krefeld) empfiehlt mit besonderer Wärme das Alinea 1 der Kommissionsvorschläge, welches geeignet erscheine, der Aschenbrödelstellung der Mittel- und höhe ren Bürgerschulen ein Ende zu machen. Abg. Dr. Delbrück: Ich stehe ungefähr auf dem um gelehrten Standpunkt, wie der Abg. Kropaisched; ich will dem Lehrer, um seine soziale Bofition zu heben, doch lieber die Gleichstellung im Gehalt als die gleiche Rangstellung mit den Richtern geben, die der Lehrer schon deshalb nicht beanspruchen fann, weil der Richter gewiffe Hoheitsrechte des Staates aus zuüben hat. Der höhere Rang ist doch immer etwas Aeußer liches wie mir eine Rangeintheilung überhaupt etwas chinefisch" vorkommt-, das ganz verfehlt ist, wenn das materielle Moment nicht hinzutritt. Abg. Dr. Peter 3 ist für Gleichstellung. Minister v. Goßler: In den Kommissionsanträgen liegt viel mehr, als es scheint, ja viel mehr, als die Feunde dieser Borschläge ahnen. Ich bin indeffen nicht willens, zur Ab. lehnung der Vorschläge aufzufordern, werde vielmehr, wenn sie Beschlüsse des Hauses geworden sein werden, eine gewiffenhafte Prüfung derselben eintreten laffen. Was bie Hangfrage anbetrifft, fo gehe ich nicht so weit, die preußischen Rangverhältnisse als chinesisch" zu bezeichnen; unser Hangreglement hat seine langjährige Vorgeschichte, obne deshalb ein wider finniges oder verweifliches zu sein. Atut geworden ist die Frage den Lehrern gegenüber mit der Einführung des Wohnungsgeldzuschusses. Seit 1873 haben zwar Die etatsmäßigen Oberlehrer denselben Wohnungsgeldzuschuß wie die Räthe fünfter Klaffe, aber nicht denselben Dienstrang; Daber das begreifliche Streben der Lehrer, aus diesem Ver hältniß herauszukommen. Ich bin berechtigt, auf Grund Aller höchfter Verordnung zu erklären, daß, wenn im nächsten Etat Die Mittel für den höheren Wohnungsgeldzuschuß bewilligt sein werden, auch die Frage der Einrangirung in entgegen tommendem Sinne entschieden werden wird. Was die Gleich stellung der Lehrer an staatlichen und fommunalen Anstalten betrifft, so bat perr Dr. Kropatscheck immer nur von der Wah rung des Interesses der Lehrer gesprochen; wird die Sache ernst, so werden ficher im Hause viele Stimmen für die Intereffen der Kommunen fich erheben.( Sehr wahr!) Ich möchte den Abg. Kropatschec bitten, seinen Gesezentwurf uns nicht vorzuenthalten; es ist unter Umständen sehr viel leichter für einen einzelnen Abgeordneten, das Doium eines solchen den Kommunen gegenüber zu übernehmen, als für die Regierung resp. Die Unterrichtsverwaltung. Den zahl reichen Anträgen auf Uebernahme fommunaler Schulanftalten in die Staatsverwaltung stellt sich diese Forderung recht schroff gegenüber. Den Ausführungen des Abg. Seyffardt_bezüglich Der 6- und 7 klaffigen Anstalten auf realistischer Grundlage trete ich insofern bet, als auch ich dieselben für geeigneter halte, zu einer abgefchloffenen Bildung zu verhelfen, als den Besuch der Unterselunda eines Gymnasiums. Die Aszenfion wird, wenn es fich durchführen läßt, von mir innerhalb der einzelnen Provinzen zu regeln versucht werden.( Beifall.) fichtigun ürforge nten We gegangent wer Stro Aband lichen F e terthü m fargen fabruuge en refp. en. 11. ublis Ergänzung gen. burd Durchfil ng der S on der S enoffen in seichneter Ausfüb us auf 5 Material ifen. Lebno Der Verfil Фаивода Der& B Abg. Senffarth( Liegnig) tritt entschieden für die Kommissionsvorschläge ein. Abg. Schmidt( Stettin) polemifirt gegen den Abg. Dr. Delbrück und spricht fich auch gegen die Anregung des Abg. Kropaisched aus, die Wohnungsgeld- Buschußfrage in einem eigenen Gefeße zu regeln.. Abg. Dr. Natorp ist sehr erfreut darüber, daß der Kultusminister den Wünschen des Lehrerstandes weniger Abneigung entgegenbringe als der Abg. Dr. Delbrück, der dem Richterfland um deswillen eine höhere Rangstellung anweise, weil er gewiffe Hoheitsrechte des Staates ausübe. Mit dieser Diftinktion werde für keinen der beiden Theile das Geringste gewonnen. Abg. Dr. Berger: Es ist ja bereits bekannt geworden, daß die vom Abg. Dr. Kropatschet angezogene besondere Metnungsäußerung in der Kommission von mir herrührt. Die Kommentirung derselben Icidet aber an einigen Irrthümern. Ich glaube allerdings, daß an den Richterstand in seiner Allgemeinheit größere Anforderungen bezüglich der gesellschaftlichen Repräsention u. dgl. gemacht werden als an den Lehrerstand, denen auch größere finanzielle Mittel zur Seite stehen müffen. Einen Vorwurf gegen die Lehrer habe ich nicht im Geringsten damit aussprechen wollen. Hierauf wird die Debatte geschloffen, und nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen der Kommissionsantrag in seinen beiden Theilen mit dem Amendement Seyffardt zum Beschluß erhoben. Nach dem Antrage der Budgetlommission wird die Peti tion wegen Anlage eines Bahnhofes an der Luisenstraße in Potsdam der Regierung zur nochmaligen Erwägung dahin überwiesen, ob nicht durch Anlage einer Haltestelle mit provisos rischer Personenhalle die Wünsche der Petenten erfüllt werden tönnen. రాష Der Abg. Grahn, bis zum 1. April Kreishauptmann in Bellerfeld, ist zu dem gedachten Termin zum Landrath ernannt worden. Das Haus erklärt das Mandat desselben auf Antrag seiner Geschäftsordnungskommission für fortbestehend. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. ( Dritte Berathung des Lehrerpenfionsgesezes, Berathung der Denkschrift, betreffend die Verhängung des Belagerungszustan des in Bielefeld, fleinere Vorlagen, Rechnungen und Berichte.) Zur achwahl im Teltow- Bees tow- Stortower Kreise. Nach den vorliegenden Nachrichten sind bis jetzt gezählt für Krohme 4212, andiery 9949, Dr. Barth 4363 Stimmen. Aus dem Kreise Teltow fehlen nur noch 19 ländliche Wahlbezirke, die stets überwiegend fonfervativ ge wählt haben. In den Kreisen Beestow und Stortow ist für Handiery auf eine größere Majorität zu rechnen und dürfte daher deffen Wahl gesichert sein. Lokales. Ihre liebe Noth haben jezt die Eltern der versetten Kinder. Binnen 24 Stunden sollen fie einen Haufen n uer Bücher beschaffen, aber alle Buchhandlungen sind überfüllt und alle Augenblicke ist der Vorrath ausgegangen. Denn die Musterkarte der in Berlin gebräuchlichen Lehrbücher ist eine er schreckend bunte. Würden die Lehrer den Kindern die neuen Bücher, deren fte bedürfen, vor Beginn der Ferien angeben, so könnten die Eltern fie in Muße beschaffen. So aber ist es eine wahre Hetjagd und die Buchhändler fönnen es nicht schaffen. Außerdem ist es aber höchft wunderbar, daß beispiels weise in den übereinstimmenden Klaffen der Gemeindeschulen verschiedenartige Lehrbücher gebraucht werden. Es erwachsen den Eltern daraus eine Menge Unkosten, und den Kindern, deren Eltern nicht in der Lage find, alle Augenblicke neue Bücher anschaffen zu können, recht viele Unannehmlichkeiten. Es ist dringend zu wünschen, daß in den Gemeindeschulen, für die doch ein gemeinsamer Lehrplan besteht, auch gleiche Bücher vorgeschrieben werden. N. Sehr interessante Details werden über das Vorleben des in legter Beit oft genannten Geweite Herrmann" mitge theilt. Darnach soll. ein unehelicher Sohn des Königs Jérome von Westphalen, der zu einer dienstbaren Person in einem intimen Verhältniß gestanden, gewesen sein. Wiederholt soll er sich mit dieser Thatsache gebrüftet und dabei gerühmt haben, daß fönigliches Blut in seinen Adern_rolle. Er be gann feine Karriere als Schreiber bei einem kleinen Stadtge richt in Weftphalen, verheirathete fich dort sehr früh, doch starb seine Frau bald finderlos. Eine zweite Ehe ging er mit dr Tochter eines fleinen Bergwerksbefizers ein, heirathete dieselbe aber nur unter der Bedingung, daß der Vater das Bergwerk der Tochter als Mitgift mitgab. Von diesem Augenblick an begann seine erstaunenswerthe Thätigkeit. Er erwarb eine große unfruchtbare Fläche, eine fox. Haide in nächster Nähe unfruchtbare Fläche, eine foa. Haide in nächster Nähe des Bergwerks, auf welchem plöglich ein großes Roblenlager gefunden wurde. Er gründete eine große Attien- Gesellschaft, bei welcher viele kleine Leute ihr ganzes Hab und Gut ver loren, während er selbst ein reicher Mann wurde. Die Staats anwaltschaft trat schon damals der Angelegenheit näher und wurde. zu einer dreijäbrigen Gefängnißftrafe verurtheilt. Aus Gesundheitsrücksichten büste er jedoch diese Strafe nicht ganz lab.. taufie nunmehr mit dem Gelde der Leipziger Hypotheken- Bant die Herrschaft Stolzenburg und die Ritter güter Rabelwisch bei Stettin und Haselhorft bei Spandau. Ja er ging sogar mit dem Plane um, in Rußland an der Ostsee ein Fürstenthum für 5 000 000 Thaler zu erwerben. Die ganze Herrlichkeit dauerte indeß taum ein Jahr. H. verschwand in Stolzenburg bei Nacht und Nebel und die Güter wurden sämmtlich subgaftirt, während die Leipziger Hypotheken Bant ein Defizit von angeblich 7 000 000 Thaler erlitt. , N. Lebensrettung. Ein unbekannter anscheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann, stürzte gestern Abend in sichtlich angetrunkenem Bustande von dem Spreeufer in der Burgstraße ins Waffer. Auf seine Hilferufe eilten mehrere der bort an ihren Fischkästen beschäftigte Fischer herbei und gelang es diesen, den bereits mit dem Wellentode Kämpfenden noch lebend and Land zu schaffen. Der Gerettete, der sich nach einiger Zeit erholte, soll ein Tischlergeselle. gewesen sein. a. Ein gefährlicher Patron, welcher seit langer Belt unter der Maste eines Tbiergarten resp. Kriminalbeamten gegen die am Abend im Thiergarten luftwandelnden Liebes paare und andere Personen Erpressungen und Erpressungsversuche verübt hat, ist vor einigen Tagen von der Kriminal polizet festgenommen und zur Untersuchungshaft gebracht worden. Ein patrouillirender Kriminalschußmann sab am 8. d. M., Abends gegen 10 Uhr, im Thiergarten, avischen dem Krouschen Etablissement und der Charlottenburger Chauffee einen Mann, welcher mit einer Dame einen lauten Wort wechsel führte, aus welchem hervorging, daß der Mann fle einer strafbaren Handlung beschuldigte, wogegen die Dame dies bestritt und den Belästigungen des Mannes fich zu ents ziehen suchte. Der Schußmann vermuthete sofort in dem Manne den schon lange gesuchten Pseudo- Beamten, und bei feiner Annäherung ergriff der Verdächtige eilig die Flucht in der Richtung nach den Belten. Der Beamte verfolgte ihn und erreichte ihn noch vor den Belten. Die Aufforderung des Bes amten, ihm nach der Wache zu folgen, beantwortete der Vers bächtige mit einem so täftigen Stockhieb auf den Kopf des Beamten, daß diefer auf den Boden stürzte. Der Erzedent fette feine Kniee auf die Brust des Schußmannes, um diesen unschädlich zu machen, aber auf die Hilfe rufe deffelben tam ein Passant beran, der den Beamten aus den Händen des Verdächtigen befreite und bei der Festnahme des Vannes und seiner Abführung nach der Wache Hilfe leistete. Der Festgenommene nannte fich Anfangs Wilke, er murde aber sodann als der 53 jährige Arbeiter" Köhler refognoszirt. Röhler hat seit länger als einem Jahre keine reelle Beschäftigung gehabt, wodurch er seinen Lebensunterhalt hätte. bestreiten können, und man vermuthet, daß er durch die oben beschriebenen Erpressungen seinen Unterhalt ausschließlich be stritten hat. Ein Brautpaar, welchem am 25. Mai v. J. Abends im Thiergarten von einem angeblichen Thiergarten Beamten 6 Mait expreßt worden waren, hat in dem verhafteten Köhler mit Bestimmtheit den Erpresser wieder erkannt. Sehr wünschenswerth ist es, daß sich die Dame bei der Untersuchungs. " behörde melde, gegen welche am 8. d. Mts. Abends Köhle furz vor seiner Ergreifung einen Expreffungsversuch gemacht, sowie daß sich diejenigen Personen melden, welche während des vorigen Sommers in ähnlicher Weise im Thiergarten belästigt worden find. a. Verouftet. Der in einer Buchhandlung in der Kronenstraße angestellte Kassenbote Brauer erhielt am 14. b. Mts. quittirte Rechnungen im Gesammtbetrage von 800 M. zum Einkaffiren bei den Geschäfte tunden seines Prinzipals Brauer 30g darauf 571 Mart ein, thrte aber weder in das Geschäft noch in seine Wohnung zurück und ist seit dem 14. d. Mts., Nachmittags, nicht mehr gesehen worden. Wahrscheinlich hat fich Brauer mit den einkaffirten 571 M. entfernt. g. Eine Frau mit blutüberströmtem Geficht erregte gestern Nachmittag gegen 2 Uhr in der Prenzlauerstraße Auffeben. Diefelbe, eine Wittme Kuschel, ist nach ihrer Angabe furz vorher von dem in der Koblantstraße 14a wohnenden Schuhmacher P., von welchem fie eine Rammer abgemiethet batte, so übel zugerichtet worden, das ihr das Blut aus einer nicht unbedeutenden Wunde auf dem Kopf das Geficht hin unterlief. Frau K. hatte zu der ausbedunaenen Miethe noch eine Mart zu zahlen und als fte heute Mittag von einem Ausgange zurückkam und ihr Bimmer aufschließen wollte, trat thr Wirth, der Schuhmacher P., hinzu und verlangte entweder den Schlüffel oder die rückständige Mark. Da die R. lein Geld besaß und fich zur Herausgabe des Schlüffels wegen der ge ringen Schuldfumme nicht bereit fand, so fp: ang B. nach der Angabe der Frau R. auf fte zu, ergriff fie und schlug ihr ans scheinend mit einem stumpfen Instrument auf den Kopf. Frau R. begab sich darauf zu dem in der Prenzlauerstraße 38 woh nenden Armenvorsteher W., um sich von diesem ein Attest zur Konsultirung eines Arztes ausfertigen zu lassen. Frau K. wird alsdann die Anklage gegen B. wegen schwerer Körperverlegung beantragen. Von der Feuerwehr überfahren. Ein schwerer Un glücksfall soll fich, wie Augenzeugen berichten, gestern Abend in der Niederwallstraße zugetragen haben. Ein ca. 8jähriges Kind soll dort in der Nähe des Spittelmarktes beim Uebers schreiten des Fahrdammes von einem Feuerwehrwagen über fahren sein. Das Kind, das anscheinend schwere Verlegungen erlitten, wurde per Droichte auf Veranlassung von Augenzeugen zu seinen in der Friedrichstraße wohnenden Eltern gebracht, und Dafelbft in ärztliche Behandlung gegeben. Polizei- Bericht. Am 15. d. Mts. Nachmittags fiel auf dem Neubau Steinmeßstraße 49 der Kutscher Stefanski bet einer Schlägerei mit einem Arbeiter zur Erde und erlitt babel einen Bruch des linken Unterschenkels, indem er mit dem Bein zwischen die Radspeichen seines Wagens gerieth. Bu der felben Beit stürzte ein Mann beim Berlaffen des Schantlokals von Wille, Bergstraße 72, die wenigen, nach dem Hof führenden Stufen binab und brach ebenfalls den linken Unterschenkel. Beide Berunglückte wurden nach der Charitee gebracht. Um dies selbe Beit fiel ein junger Mann bei einer Wasserfahrt auf der Spree Vor dem Stralauer Thor in Folge Umschlagens des Bootes ins Waffer, vermochte fich jedoch durch Schwimmen so lane über Waffer zu halten, bis Hilfe tam und er ans Land gebracht werden tonnte. An demselben Nachmittage wurde auf dem Tempelhofer Feld hinter der Tivoli Brauerei eine etwa 35 Jahre alte Frauensverson, anscheinend schwer trant, aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Gerichts- Zeitung. Nach der Fußparthie der Arbeiter- Bezirks- Vereine am 22. Februar hatten mehrere Theilnehmer Strafmandate in Höhe von 15 Matt erhalten. Ja diefer Sache stand gestern Termin beim Amtsgericht Köpenid an, woselbst nach einer glänzenden Bertheidigung des Rechtsanwalts Freudenthal der Gerichtshof erfannte: Sämmtliche Angeklagte find freizusprechen und die Kosten der Staatstaffe zur Laft zu legen. Soziales und Arbeiterbewegung. Die Wollenwaarenindustrie in den reußischen Fürftenthümern bat dadurch große Schädigung erlitten, daß Der Export nach Nordamerika ein wesentlich geringerer ge worden ist. Derselbe betrug im Jahre 1884 vom 1. Januar bis 1. April 1860 000 und im Jahre 1885 in derselben Beit nur 1520 000. Die Arbeiterkolonie Nidling in Holstein beschäftigt hauptsächlich die Arbeiter mit der Moordammkultur und hat damit schon bedeutende Erfolge erzielt; gegenwärtig arbei fen 130 Rolonisten an dieser Kultur. In diesem Jahre wird das Bedürfniß von Kartoffeln für die Kolonie durch eigene An pflanzung ged dt werden. Dann find im vorigen Herbst ziem lich bedeutende Flächen mit Raps und Roggen bestellt worden; diese Saaten stehen jest vorzüglich. Solches Vorgehen der Rolonie schafft neben dem direkten aber auch bedeutenden in Direkten Nußen, da die Bodenbearbeitung dort zum Muster für andere Landleute wird. Einige Befizer in der dortigen Gegend haben schon die Moordammkultur in Angriff genommen. Schicksal von einer Million Menschen. Ein englischer Statistiler, Dr. Farr, hat nach der Fogr." als Resultat forge fältiger Forschung folgende ftatistische Thatsachen ermittelt: Von einer Million Kinder, welche geboren werden, sterben im ersten Jahre 150 000. 3wölf Monate später folgen 53 000 weiter nach. Am Ende des dritten Jahres hat sich ihre Bahl noch um 28 000 vermindert. In den hierauf folgenden zehn Jabren find die Sterbefälle weniger zahlreich bis zum 13. Jahre, bis zu welchem die Zahl der Verstorbenen nicht ganz 4000 bes trägt. Von da an bis zu Ende des 45. Jabres find etwa 500 000 den Härten des Lebens erlegen. Bu Ende des 60. Jabres find noch immer 370 000 grauhaarige Veteranen vor handen. Das 80. Jahr erreichen noch 37 000 mit verminderter Kraft und wankenden Schritten. Am Ende von 95 Jahren ftad nur noch 223 vorhanden, deren Bahl rasch abnimmt, bis im 108. Jahre der legte von der Million noch Ueberlebende vollends verschwindet und fich der großen Menge seiner Vorgänger auch noch anschließt. Vereine und Versammlungen. Berichtigung, Durch ein Versehen des Berichterstatters ift in dem Bericht über die Versammlung des Arb.- BezirksVereins für den Dften der Name Flatau, als der des Einbrin gers der Resolution genannt. Es muß statt Flatau, Flatow beißen. Ferner wurde nur beschloffen, die Resolution dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung zuzustellen, nicht noch der Polizeibehörde. Aufruf an alle Fabrik- und Bauarbeiter Berlins! Kollegen, nochmals treten wir mit dem Mahnruf an Euch heran. Helft uns mitarbeiten an dem gemeinsamen Werk zum Woble des Einzelnen wie der Gesammiheit! Kollegen! Wohl besteht schon ein Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrik und Bauarbeiter in Berlin, aber die Zahl der Mitglieder ist noch zu gering, um dauernd einen sichern Erfolg zu sichern. Erst dann, wenn Ihr Euch Alle diesem Verein anschließt, tönnen wir die Regelung unserer gewertschaftlichen Frage mit Erfolg beginnen. Kollegen, die Ihr bisher nach läfftg wart, Euch gelte dieser Mahnruf in erster Reihe; darum rufen wir Euch zu: Wenn Ihr Eure Lage verbessern wollt, wenn Euch das Wohl des Einzelnen wie der Gesammtheit, das Wohl und W be Eurer Familie am Herzen liegt, dann, Kollegen, tretet ein für Eure gerechte Sache, schließt Euch dem schon bestehenden Verein an und erscheint Mann für Mann am Sonntag, den 19. April 1885, Vormittags 10 Uhr, in Kellers Salon( großer Saal), Andreasstraße 21, in der großen öffentlichen Versammlung der Fabril- und Bauarbeiter Berlins. Also nochmals Kollegen, thue ein jeder seine Schul. digkeit. Tagesordnung: Unsere Drganisation und wie ge ftaltet fich dieselbe in der Zukunft? Referent Herr Laske. Die Herren Stadtverordneten Fr. Gördki und F. Tuzauer find zu Dieser Versammlung eingeladen. Der Einberufer E. Bartsch. " ten ftebe. Bum Echluß war ein Antrag eingegangen, welcher lautete: Der Arbeiter- Bezirksverein Laufiger Plat" möge den Namen Arbeiter Bezirksverein Süd- Ost" annehmen. Antrag wurde einstimmig angenommen. Nachdem der Frage taften erledigt, wurde die Versammlung um 12 Uhr ge schloffen. Im Fachberein der Tischler bielt am Montag Abend in Saeger's Salon, Grüner Weg 29, Herr Dr. Stahn einen Vortrag über Vergangenheit und Zukunft der Erde". Der zweite Punti der Tagesordnung lautete: Vorschläge eines Beitragssammlers. Herr Stahn erntete für seinen außerordent lich lehrreichen Vortrag allgemeinen Beifall. Bedauerlich ist es, daß fich die Kollegen im Osten so wenig an den Verfammlungen betheiligen. Da fast immer sehr interessante Vorträge gehalten werden, wäre es erwünscht, daß die Kollegen in größe rer Bahl erschienen, als am legten Montag. Die Versamm ' Der Fachberein der Schmiede hielt am Montag Abend in Gratwell's Bierhallen feine 3. ordentliche Generalversamm lung ab. Der Drechsler Herr J. Müller sprach über Korporation der Arbeiter und führte aus, daß die bis jest erlaffenen fozialpolitischen Geseze nur auf das Drängen der Arbeiter entstanden seien. Redner sprach dann für Bentralisation der gewerkschaftlichen Organisationen analog den englischen, da nur Dann die Arbeiter in der Lage sein würden, erfolgreich gegen etwaige Bebiüdungen anzufämpfen. Auf den Normalarbeitstag eingehend, bemerkt Redner, daß derselbe mit der Einführung Der Maschinen gleichen Schritt halten müsse. Selbst tonser- lungen im Cften finden an jedem Montag vor dem 15. statt. vative Politiker wie Geheimrath Wagner uns der Sozialökonom Profeflor Robbertus bezeichneten den Normalarbeitstag als die Grundlage jeder gefunden Sozialreform. Redner schloß seinen ca. 4 stündigen Vortrag mit der Bitte, daß etwa anwesende Gäfte fich dem Verein anschließen möchten. Alsdann erstattete Der Kafftrer Herr Bens Bericht über den Stand der Kaffe. Aus dem Bericht ging bervor, daß der Verein trop der im mensen Ausgaben im verfloffenen Quarlal über ein Vermögen von über 400 Mait verfügt. Nachdem Herr Sommerfeld als Revisor Bericht erstattet hatte, wurde Herr Kilbert, Schwedter ftr. 255 v. 4 Treppen an Stelle des sein Amt nieder legenden Herrn Bens zum 1. Raffirer gewählt. In der hier auf eröffneten Diskussion pflichtete Herr Drewiß dem Referen im Großen und Ganzen bei, meinte aber, daß eine Organisa tion, wie die der englischen Gewerkvereine zur Zeit bei uns nicht durchführbar sei, weil die betreffenden Geseze eine größere Entwicklung sehr erschwerten. Er sei deshalb zur Beit auch gegen Bentralisation trozdem das Prinzip unbedingt richtig fet. Die Gründung lokaler Vereine, welche auf denselben Grundsäßen beruhen und die gleichen Zwecke verfolgen, seien mehr zu empfehlen. Die Kollegen würden auch bei dieser Dr. ganisation doch wiffen, daß nur der eine Gedanke, ihre geistige nnd materielle Lage zu verbessern, fte überall leite. Herr Matthes bittet die Versammlung, dem Vereine immer neue Genoffen zuzuführen, da fich die Verhältnisse immer mehr ver schlechtern, müffe man in jeder Hinsicht gerüstet sein. Bei einer Anfrage, ob der Herbergewirth in der Muladstraße be rechtigt sei, von einem einwandernden Kollegen Einstand zu verlangen( eir stimmiges Pfui der Versammlung) wurde ein Antrag, den Vorstand aufzufordern, energisch an die Errich tung eines Arbeitsnachweises heranzugeben, angenommen. Der Boifigende machte dann noch bekannt, daß am Dienstag, den 21. b. Wt. eine öffentliche Versammlung im Salon zum deutschen Kaiser, Lothringerstraße und am 25. ein Kränzchen in Keller's Salon, Andreasstr. 21 stattfinde und bat, zu beiden zahlreich zu erscheinen. A. Der Arbeiter- Bezirksverein Laufiger Plaz bielt am Mittwoch in der ,, Urania" feine regelmäßige Vereins. Vers fammlung ab. Nachdem der Kaffenbericht verlesen, ertheilte der Vorfigende herin Klein zum Vortrag das Wort. Referent besprach die Hauptgrundsäge des Begetarismus und schilderte Die Ernährung von Pflanzenkost als eine Grundbedingung für Gesundheit und Wohlsiand, sowie für ästhetische und fittliche Vervollkommnung. Sodann bekämpft Redner den Spirituosen genuß und weift durch die Statistiken der Spitäler und Ver brecheranstalten nach, welche verheerende Wirkungen der Spirituosengenuß zu Wege bringt: 3. B. Siechthum, Verbrechen und Wahnsinn. Feiner glaubt Rebner, die soziale Frage durch den Vegetarismus lösen au fönnen, indem er annimmt, daß alle segenbringende soziale Reformen auf dem Boden vernunftgemäßer Lebensweise anzufeßen haben. Bum Schluß seines Vortrages erwähnte Redner die Nahrungs mittel und Körperpflege des Vegetariers und meint, daß diese gerade für die arbeitende Klaffe die am besten geeignete Ernährungsweise, um den Körper frisch und gesund zu erhalten, set. An der Diskussion betheiligten fich die Herren Schulz, Müller, Körtel und Bubeil. Letterer führte aus, daß gerade unter der arbeitenden Klaffe Edelfinn und Nächstenliebe, trogentgegengefester Lebensweise, am stärksten verbreitet seien, jeber intelligente Arbeiter sei be firebt, dem Maffenelend abzuhelfen, so viel wie in seinen KräfHeute: Norma. Theater. Königliches Opernhaus. Rönigliches Schauspielhaus. Heute: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Heute: Prinz Friedrich von Homburg. Seute: Amerikanisch. Bellealliance- Theater. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Beute: Residenz- Theater: Direktion Anton Anno. Sum 15. Male: Der Rernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Hurrah Bermania! Heute: Der fliegende Holländer. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Deute: Ein weißer Rabe. Vittoria Theater. Heute: Sulfurina. hfs. In der von der Lohnkommission der Metallarbeitergewertschaft einberufenen Metallarbeiter Versamm lung am Mittwoch Abend bei Nieft( Kommandantenstraße) ers stattete der Kalfirer der Kommission, Herr Möhring, im Namen und Auftrage der Kommisfion vor einer schwach besuchten Versammlung den Raffen und Rechenschaftsbericht der Kommission über ihre immer erfolgloser werdende Thätigkeit und die stets fich verschlimmernde Lage der Verhältnisse in den jüngs verfloffenen drei Monaten. Die Betbeiligung der Geweitsgenoffen an der Beisteuer zum Generalunterstügungsfonds und am Be such der ein berufenen Versammlungen habe immer mehr und mehr abgenommen, während andererseits die Lohmedutionen immer weitere Kreise gezogen hätten. Es scheine demnach vor läufig nichts dagegen gethan werden zu können, Nicht wenig Einfluß auf diese Lage der Dinge in Berlin scheine auch Die gewerkschaftliche Reorganisations respet tive Bentralisations Bewegung der Metallarbeiter ausgeübt zu haben. geübt zu haben. Erst wenn diese Bewegung bis zu einem gewiffen, greifbar in die Erscheinug tretenden und für Alle fichtbaren Abschluffe fich entwickelt habe und zu festen, größere Waffen umfaffenden Drganisationsgestaltungen gedirhen fein werde, was bis jetzt noch nicht in dem erforderlichen Maße der Fall sei, werde auch die hier in Betracht kommende Sachlage eine erfprießlichere Wendung nehmen. Der genannte Referent theilte darauf den nach Ansicht der Kommission durch die von ihm dargelegten Umstände gerechtfertigten und gebotenen Beschluß der Kommission der Kommiffin mit, ihr landat nieber zulegen resp. fich aufzulösen. Durch die darauf vorgenommene Abstimmung ertheilte die Versammlung dem Beschluffe der Kommission ihre Billigung. Auch wählte sie zur Prüfung der Kommissions Abrechnung drei Revisoren. Mit der Mittheilung, Daß am nächsten Sonntag Vormittag eine Versammlung der Mitgliedschaft Berlin- Süd der Allgemeinen deutschen Metallarbeiter Vereinigung stattfindet, schloß alsdann der Vorftgende die Versammlung. Im Arbeiter Bezirks Verein der Friedrichstadt hielt am 15. April der Reid stagsabgeordnete eine einen Vortrag Bet über v. Stein und die preußische Städteordnung". einer Aeußerung über die höheren Militärs und Diplomaten wurde die Versammlung aufgelöst. Die Nationale Kranken- und Begräbnißkaffe der deutschen Gold und Silberarbeiter und verwandten Be= rufsgenossen( E.. K.) hat, um einem längst empfundenen Bedürfniß ihrer Mitglieder zu entsprechen, für den Norden im Sophien Restaurant, Sophienstraße 22, eine Bahlstelle einge richtet, woselbst die Kaffenfizungen wie in der Budowerstr. 9 het Brustat jeden ersten und dritten Montag im Monat, Abends 8% Uhr, stattfinden. Nächste Sigung am Montag, Den 20. d. M. Versammlung der Kranken- und Begräbnißkaffe des Vereins sämmtlicher Berufsklaffen( Eingeschriebene Hilfstaffe) Berlin III. Sonnabend, den 18. April, Abends 9 Uhr, Brunenstr. 30, bei Vettin. Die Kaffe eröffnet am 18. die vierte Zahlftelle bei Kuß, Flottwell und Karlsbad Ede. Mitglieder werden dort angenommen. Die Zahlftellen für die Mitglieder der Krankenund Sterbefaffe der Metallarbeiter( E. H.) Hamburg, Filiale 4, find folgende: 1. Fruchtstraße 53 bei Loc. 2. Frankfurter Allee 64 bet Vid. 3. Lichtenberger- und Ballifadenstraßen- Ecke bei Truber. Carl Berlin W., Unter den Linden 3. Loos Generaldebiteur Heintze Bweiggeschäft: Hamburg, Große Johannisstraßr 4. Der Verein der Einseßer Berlins( Tischler) hält Som tag, den 19. April, Vormittags 10 Uhr, im Vereinglol Neue Friedrichstraße 44, seine regelmäßige Versammlung Tagesordnung: 1. Wahl eines Stellvertreters des Kaffe 2. Wie stellt sich der Verein zu der diesjährigen Bauperio 3. Verschiedenes. 4. Fragelaften. Sämmtliche Kollegen we ersucht, recht zabli elch am Biage zu erscheinen. Gäfte m tommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 24 Der Verein der Maschinisten und Heizer hält Sonny ben 19. b. Mts, Nachmittags 5 Uhr, Neue Jatobftraße feine ordentliche General Versammlung ab. Auf der Tag Didnung steht: Kaffenbericht, Vorstands wahl, Anträge Aufnahme neuer Mitglieder. Statuten buch legitimirt. Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu scheinen. Metall- Arbeiter- Kranten- und Sterbekasse( Eing freie Silfstaffe a mburg), Filiale 1, macht folgende 8 stellen bekannt: Lantwig- und Teltowerstraßen Ede, Destilla von Lucas. Tempelherin und Urbanstraßen- Ede, Destilla von Rothe. Flottwell- u. Stegligerstraßen- Ede, Deftilla von Sander. Bimmerstraße 47-48, Destillation von Mi Dafelbft werden Beiträge entgegen genommen und Mitglieder aufgenommen. Jeden Sonnabend von 8-10 Abends. น Nr. erscheint Die Kranten und Sterbetasse der Metallarbeiter( Berlin f geschriebene Hilfefaffe Nr. 29, Hamburg), Filiale 1 bält Bostabon Sonntag, den 19. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokale Rothader, Teltowerstr. 1, oberer Saal, seine Monatsverfa lung ab. Die Mitalieder werden ersucht, vollzählig# scheinen. „ Höder und die fortschrittlichen Urwähler" laute Themo, über das der Stadtv. Fr. Goerdi in der am Mo Den 20. April, in der Kommandantenstr. 71/72 stattfinde Versammlung des Bezirks- Vereins der arbeitenden Be rung des Südwesten Berlins" referiren wird. Die glieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, da des obigen Vortrages noch Ergänzungswahlen des standes" auf der Tagesordnung stehen. Gäste sind stets Tommen. Der Abonnen blatt bei. Wir Infaffen Der Fachverein der Drechsler, Knopfarbeiter und wandten Berufsgenossen hält Sonntag, den 19. d. Königstädtischen Raftno, Holzmarkt- und Alexanderstraßen häftigt Vormittags 10 Uhr, feine erfte Versammlung ab. Säfte breng mad Butritt, neue Mitglieder werden aufgenommen. Pflicht hat diese jeden Gewerbfollegen ist es, zu erscheinen. In pinblid boch indi Den Streit in der Steinnußknopfbrauche fast die pv. gerade in mission den Berliner Arbeitern ihren aufrichtigsten Dun Die bewiesene Opferwilligkeit. Die Abrechnung erfolgt in gegenüber fürzesten Beit. Wer noch Listen und etwaige Gelder im find, zus hat, wird ersucht, diefelben an den Raffiner Scharfe, Weber in ftraße 2, oder den Vorfizenden Müller, Engelufer 5, senden. " Das Stiftungsfest des Fachverein der Gürtler Berufsgenoffen findet am Sonnabend, den 18. April, 8 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstr. 4a bunden mit Tanstränzchen und humoristischen Vorträgen Abendtaffe findet nicht statt, jedoch find Billets in de Plakaten belegten Handlungen vorber zu haben. Bu unsern ersten Stiftungsfeste laden Freunde und Gönne gebenst ein der Vorstand. rufsgenoffen, am Sonntag, den 19. b. M., Vormittags 10 Große öffentliche Versammlung der Schloffer und im Lokale Sanssouci, Kot buferstr. 4. Die Tagesordnung am Sonnabend an den Säulen bekannt gemacht. Briefkasten der Redaktion. D. B., Eisenbahnftr. Dagegen giebt es fein Es laffen fich folche Fleden wohl aus Beug aber nicht Papier entfernen. Abonnent F. S. Waßmannste. Das kann dem Niemand verbieten. Abonnent C. P. 85, ad 1. Sie geben nicht an, einjährig oder dreijäh ig freiwillig dienen wollen. ob Del tann Bunit 2 Shrer Frage natürlich auch nicht beantworte werden. ad 3. Soviel uns bekannt, giebt der betref Truppentheil in Berlin überhaupt keine Wachen aus. Carl Heintze Loos- Generaldebiteur Berlin W., Unter den Linden 3. zu verhin Ein nehmer I Rücksichts von Gem dem öder eine Sp Ein Bot nehmer- S Höchfte, nach Ge Dal Fleisch f bie gar tions Geschäfte Ralamità ich ber vergröße finfen, Ueber Falliffem tann fon werden. Nu schon zu man ve Biegeleie bezahlt Schwerli diese A Kolonie haben. Radbrud ve 14] N habe da denn da ramba i schen Lä $ 1 " ein einf Damen haft, ra Begriffe Dir wo wenn D S Alhambra- Theater. Heute: Gemea, die Kartenlegerin. Arbeiter- Bezirksverein v. 15, u. 20. Communal- Wahlbezirk. 814 Ordentl. Generalversammlung am Sonntag, den 19 April, Vormittags 10 Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstraße Nr. 9. Tagesordnung. Viertelfährlicher Kaffenbericht. Verschiedenes. Fragetaften. Der Vorstand. Fachverein der Korbmacher Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. April, Vormittags 10% Uhr: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Vierteljährliche Rechnungslegung und Bericht der Controleure. 2. Statistische Lohnerhebungen. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes.- Aufnahme neuer Mitglieder. Abends 7 Uhr im Vereinslokal Abendunter haltung verbunden mit Tanz. 807 Grosse. Pferde- und EquipagenVerloosung zu Berlin. Ziehung 20. und 21. April 1885 4291 Gewinne im Werthe von 225,500 Mark. Haupt- Gewinne 12 complette Equipagen. Arbeitsmarkt. à Loos 3 Mark. 11 Loose für 30 Mark. Ein verheiratheter Mann wünscht Beschäftigung in einer Fabrik. Adreffen erbeten bei Karras, Liegnigerstr. 3, H. part. Mäntel werden aufgeaib. und Kleider werden billig angefertigt. Bücklerstr. 13 bei Wende. 816 An die Herren Raucher in Friedenau n. Umgebung! Die günstige Aufnahme, welche meine Fabrikate ge funden haben, hat mich veranlaßt, in Friedenau, Rheinstraße 44, im Hause des Herrn Bong eine eigene Niederlage zu erriaten. Das langjährige Brinzip, meine Niederlagen mit Umgebung aller Unfoñten für Ladenmiehe und Verkäufergehalt au placiren, ist auch hier durchgeführt und gestattet mir, den Consumenten Die Cigarren zu Fabrikpreisen anzubieten. Breislisten und Muster st hen auf Wunsch zu Diensten. Mannheim im April 1885. J. Rau, Cigarrenfabrikant. 815 Jung- Bier- Verkauf. Weiß-, füß. Braun, Bitter, Werdersch- und Malib à Liter 15 Pf. empfiehlt Fr. John, Bitte genau auf Namen und Nummer zu achten. Münchebergerstr. 19, erster Verkauf v. b. So ben erschien: Das 811 nimm nischen menn " 93 " I Dant m Besuche versicher alle ihr Wind g haben a hat nich etwas " S Di Elend der Philosophiete Antwort auf Proudhons, Philosophie des Elends". Von Karl Marx. Mit einem Vorwort von Friedrich Engels. Preis Mark 3,50. 3 beeben durch die Expedition 3 mmerit of 4 Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Diud und Berlag von Star Babing in Berlin SW. Beutbftraße 2. aber fich, wie zur Be weitere wenigen M