r) hält S- Beieinilo!» ammlun«* Zes ßa(M i Baupn>� llkpen mog @äf!e»* hältSo> dstraße f dtl' Antiäge litimirt. Mich zu sse algendt D.st« t, Dell' D(M i ooti3L--Q !N und 1; m 8—10" it bellet(® e I 1)511 1 Lokale l lsvetsi Nr. 90. Soanabend, 18 April 1885 l. Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. . i Das..Berliner Volksblatt" enchemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) ff lzähllg F t" lautel' am 11- stattfind»; iben Beiz Der heutigen Nummer liegt für unsereZauswärtigeu - Die»Abonnenieu die Nummer 20 de»„Jllustrirtes Sonntags- en, da» blatt bei." a des z-........."'■ nbfitö» Die Arbeiier-Lolonien. iiier und". Wir kommen heute nochmal« darauf zurück, daß die . d. NW I" fassen der sogenannten Arbeiter-Kolonien vielfach so be lstraß-a.» schaftigt werden, daß sie den''-- ®ätie ¥ renz machen und deren' Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: KentWraße 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. „freien" Arbeitern Konkur- Löbne herabdrücken. Bekanntlich direkt, so PfliM»at dieser Brauch in Bielefeld, wenn auch nicht vmbl>- doch mdirekt, zu beklagen-werthen Ereignissen geführt, und i aUl gerade ,m Hinblick darauf sollten Alle, die den Arbeitern gegenüber wirklich von wohlmeinenden Gesinnungen erfüllt oer im& frnd, zusammenwirken, um solch mißbräuchliche Verwendung — der in den Arbeiter-Kolonien angesammelten Arbeitskräfte zu verhindern. Ein großer Theil, wenn nicht die Mehrzahl der Unter- nehmer legt in solchen Dingen eine wahrhaft manchesterliche Rücksichtsbfigkeit an den Tag, da ist auch( in Fünkchen von Gemcinstnn bei diesen Leuten, die ihren Lebenslauf mit dem öden Wettrennen um Gewinn ausfüllen; auch nicht erne Spur von Bedachtnahme auf allgemeine Interessen. Ein Botokud« kann nicht idealloser sein als gewisse Unter- nehmer-Kategorien, die sich noch dazu einbilden, ihre Jagd nach Gewinn, ihr selbstsüchtige» Streben sei überhaupt da« Höchste, was von der Menschheit geleistet werden kann. �, Dabei begreifen sie nicht einmal, daß sie sich in« eigene fleisch schneiden. ES giebt eine Menge von Unternehmern, die gar nicht einsehen, daß die sinkende K o n f u m- t i o n s f ä h i g k e i t der Massen ihren Rückschlag auf alle Geschäfte ausübt, und daß unsere ganze wirthschastliche Kalamität eben darauf beruht. Mit schlechten Löhnen kann sich der Unternehmer momentan seinen Gewinn wohl vergrößern; sowie aber die Löhne im Allgemeinen sinken, stockt auch der Ablatz, es entsteht die sogenannte Ueberproduktion und Gefchäfttstockungen, Krisen und Fallissements sind unausbleiblich Eine flotte Geschäftszeit kann sonach nur kommen, wenn auch gute Löhne gezahlt werden. Nun sehen wir, daß die Insassen der Arbeiter-Kolonien lu8- schon zu allen möglichen ArbertSarten herangezogen werden; -- man verwendet sie zu lavdwirthschaftlichen Arbeiten, in Ziegeleien, in Zuckerfabriken u. s. w. Was ihnen an Lohn bezahlt wird, konnten wir leider bis jetzt nicht erfahren. Schwerlich werden e» mehr als 50 Pf. pro Tag sein, denn diese Arbeiter erhalten ja Kost und Wohnung von der „Kolonie"; also sind sie für einen geringen Betrag zu haben. Der„freie" Arbeiter kann natürlich gegen eine K«. Sü.tlel Ipril. rstr. 4i itiäg« 1 in d löm SÄ ordnunß' kein er nicht bis- lends" elS. '-fr >. 4E ' �»ruck«rboten] �fCUtlTCfOn. u] 3 m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) ..»Nein, Mama," beruhigte sie lachend der Sohn,„ich habe da drüben wohl rauchen gelernt, aber nicht fluchen, den» da»»st allerding» eine häßliche Angewohnheit. Ca- ramba ist em höchst unschuldiges Wort, das in den spani» schen Ländern selbst die feinsten Damen gebrauchen, nur tm Ausruf de« Erstaunens oder der Freude." „Mnn itcbe» Kind," sagte die Mutter.„Deine feinsten Damen m den südlichen Ländern, wie Du uns selber erzählt hast, rauchen auch, und welchen Maßstab wir nach nnferen Begriffen von Schtcklichkett daran legen müssen, brauche ich Dir wohl kaum zu sagen. E» beruhigt mich allerdings, wenn Du mir versicherst, daß Du da« Fluchen verabscheust, nimm Dir aber deshalb selbst nicht die feinsten jener spa- nischen Damen zum Muster oder halte Dich entschuldigt, wenn Du ihrem Beispiele folgst." „Wollen wir Rauten rufen?" fragte der Kammerherr. „Ich fürchte, er und Fränzchen werden es mir wenig Dank wissen, wenn ich ihn jetzt zu einem langweiligen Besuche abrufe." „gür ihn ist der Besuch nicht langweilig, Hans." versicherte die Mutter mit etwas gereizter Stimme, denn all« ihre schönen Ermahnungen schienen ja förmlich in den Wind gesprochen,„er weiß zu gut, was sich schickt. Wir haben auch, wie ich sehe, Ostwind bekommen, und Fränzchen »♦.La<8rU,n> e« ist besser, daß sie hereinkommt oder '"ÄS- t �"'cht einmal herkommen?" ...„«t.L™*.*« �n0e? 2eute wandten sich, ohne ihr Gespräch zu unterbrechen, langsam dem Hause zu; Graf Rauten hörte aber kaum, zu was Han» seine Begleitung forderte, als er ÄVV« Ä Ä'tSS weitete Totlette zu machen hatten, brachen sie schon nach wenigen M, nuten auf. «Ich kann Dir gar nicht sagen, Leopold," äußerte sich solche Konkurrenz gar nicht aufkommen; dagegen wären sogar die Chinesen ohnmächtig. 50 Pf. pro Tag be- kommen, heißt für einen gewnden kräftigen Mann soviel als oerkommen und verhungern. Die in der„Kolonie" aber halten e« au». So haben wir jetzt schon die Erscheinung, daß diese „Kolonien" die A r b e i t S l o s i g k e i t, der sie doch steuern sollen, eher fördern al» daß sie ein wirksames Gegen- gewicht bilden. Denn durch die Beschäftigung der Kolo- nisten werden immer so und so viele„freie" Arbeiter ar- beitslo«. Die Herren Unternehmer werden schon dafür sorgen, daß die» System immer mehr um sich greift, gerade wie sie von der Z u ch t h a u« a rb e i t den ausgedehntesten Gebrauch gemacht haben und noch machen. Man sammelt Geld für diese Arbeiterkolonien, man gewährt ihnen sogar theilweise staatliche Unterstützung, wie sie der Provinzial» Landtag von Westfalen für die große Bodelschwingh'sche Kolonie bei Bielefeld bewilligt hat; man behauptet, dies Alle» geschähe au«„christlicher Barmherzigkeit" gegen arbeitslose und hungernde Mitmenschen, und schließlich wird diese ganze Institution von den Unternehmern benutzt, um die Arbeitslöhne herabzudrücken und so die Zahl der Hungernden und Arbeitslosen noch zu vermehren. Die Arbeiter-Kolonien werden, wenn sich da« hier kritisirte System vollende entwickelt hat, die organisirte in- dustrielle Reservearmee sein, die den Unter- nehmern jederzeit zu unter-chinesischen Löhnen zu Diensten steht. Wie lange wird es noch dauern und es werden jene„Hyänen der Industrie"— man verzeihe den Ausdruck, wir wissen keine» andere»— erscheinen, die solche Umstände immer auf» Aeußerste ausnutzen, wie die raubbautreibenden Landwirthe den Boden. Bald werden Geschäfte gegründet«erden, die nur mit Kolonisten ar- beiten, und diese Geschäfte werden durch ihre Konkurrenz andere zwingen, daS Gleiche zu thun. Damit sind wir vor den Chinesen und einer etwaigen Einwanderung �der- selben gesichert, denn vor solcher Konkurrenz werden die Söhne dei himmlischen Reiches sich erschreckt über die Grenze flüchten. Aber für Deutschland würde eine Ueber- handnahme eines solchen Systems den völligen wirthschast- lichen Ruin, den Untergang de» selbstständigen Arbeiter- thumS bedeuten und ein modernes Helotenthum an dessen Stelle setzen. Die ganze Industrie müßte, da kein Absatz mehr vorhanden wäre, binnen Kurzem in sich selbst zu- sammenfallen. Die Sache ist in der That ernster, al« man vielleicht glaubt. Wir wollen einmal sehen, ob nicht in der nächsten Han», al» sie eine kurze Strecke schweigend nebeneinander hin und durch die Stadt gegangen waren,„was für ein sonderbare« Gefühl eS mir ist, hier, nachdem ich so lange abwesend gewesen und mich in allen möglichen Ländern herumgeschlagen, nicht allein den alten Platz so unver- ändert zu finden, nein, auch die nämlichen Menschen an den nämlichen Stellen anzutreffen. Sieh da drüben den Scherenschleifer— er kennt mich natürlich nicht mehr, aber ich ihn dafür desto besser, denn wie oft hat er mir mein Messer schleifen müssen, und al» kleiner Junge stand ich manchmal Stunden lang, sah ihm zu und wun» derte mich, daß die hellen Funken aus dem nassen Stein herausfliegen konnten. Sieh da drüben die dicke Bäckers- frau— wie vor zehn Jahren, so fitzt sie jetzt noch da an ihrem Fenster und reicht Semmel auf die Straße hinaus, und die kleinen Jungen hebe» sich auf die Zehen, um hinan zu gelungen. Diese ganze lang« Zeit haben alle diese Per- sonen ruhig in ihrem alten Gleise fortgelebt, immer, den ganzen Tag lang, die nämlichen Häuser, Fenster und Dächer vor sich gehabt, die nämlichen Menschen hin und wieder gehen schen, und was ist seit der Zeit nicht an mir vor- übergegangen I Hast Du nie ein ähnliche« Gefühl gehabt, als Du von Indien zurückkehrtest?" „Es ist möglich" erwiderte der junge Graf,„dann bin ich mir aber dessen nie so recht bewußt geworden oder habe wenigstens nicht besonders darüber nachgedacht. Da« findest Du übrigens in all' diesen kleinen Binnenstädten, wo auch ein mehr kleinliches Wirken der Bewohner den Zentralpunkt bildet, um den sich Alle« dreht; in Seestädten ist das ganz ander»." „Sieh. Leopold," fuhr Han« fort, der zetzt ganz m semen alten Erinnerungen schwelgte,„hier an der Ecke war immer unser Kampsplatz mit Schneebällen im Winter; von dort her führte mein Schulweg, und hier an der Ecke trafen wir Gymnasiasten gewöhnlich mit den Schülern der Realschule zusammen. Dann hättest Du aber die Schneebälle sehen sollen! Wer von Erwachsenen e» vermeide» konnte, ging um die Mittagsstunde hier sicher nicht vorüber, denn Schonung kannten wir nicht, wir waren tolle Jungen." Graf Rauten lächelte.„Da» eigentliche Schulleben habe ich nie kennen gelernt," sagte er,„denn ich wurde auf unsere« Gute von einem Informator, einem langweilig Zeit die Arbeiterkolonien sich außerordentlich rasch ver mehren und ob nicht gerade die Unternehmer es sind welche diese Vermehrung am eifrigsten fördern. Damit werden aber auch die Arbeiterkolonien zu ge- meinschädlichen Institutionen Für ein solche»„Recht auf Arbeit" danken wir. Eine praktisch durchgeführte Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist zwar auch kaum zu erwarten; selbst wenn sie käme, so würde sie wahrscheinlich sehr unzureichend sein. Wenn aber diese Arbeiterkolonieu Alle« sind, wa« man gegen die Ar- beitSlosigkeit thun will, so hilft man solchergestalt unsere wirthschastliche Nothlage nur verschlimmern. Dolitiseke Uebersiekt. Die Ablehnung der Einführung der Berufung feiten» deS Justizausichuffes des Bundesralhs wird in der Pr-sse leb« Haft besprochen. Es wird behauptet, daß an der Ablehnung nur formale Fragen Schuld haben. So handelt c» fich u. A. um die Frage, ob die Vereidigung der Zeugen vor oder nach der Aussage stattfinden soll und um die Verlängerung der Frist für die Aushebung d?S Verhaftsbefehls. Auf dem Boden der gegenwärtigen Vorlage sollen fich nur die Vertreter von Preußen und Hessen befinden, während die Vertreter der übrigen Staaten fich gegen die Vorlage in der jetzigen Form erklären. Dem„Hamb. Korresp." wird diesbezüglich aus Berlin geschrieben:„Von verschiedenen Seiten erwartet man, daß vaS Plenum des Bundesralhs fich trotz alledem für die Berufung erklären wird. Die Retchiregierung will Zell gewinnen, um den Einzelstaaten zu überlassen, die Angelegenheit noch einmal zu erwägen. Die Gegnerschaft geht hauptsächlich von Bayern, Württemberg, Königreich Hachsen und den thüringischen Staaten aus. So viel ist jetzt schon mit Bestimmthett anzunehmen, daß die Sesston des Reichstages nicht ohne irgend welche Abände- rungen des Strafprozesses und der Strafprozeßordnung vor« übergehen wird." Der polizeiliche Feldzug gegen die Fachvereine hat bereits begonnen. Au» Bayern, der Pfalz, Frank« f u Verbindung treten dü'.fparen. Nachdem das Dampfersubventionsgesetz zu Stande gekommen ist, beginnt jetzt ver Streck darüber, welchm Hafen die subventionirten Dampfer anlaufen sollen. Während die Einen für einen holländischen Hafen und zwar für Rotterdam oder Llisfingen agitiren, halten die Andern einen belgischen, Antwerpen, für geeigneter. Auswärtige Deputationen(woher?) sollen fich bereits an die maßgebenden Kreise in Berlin gewandt haben, um ihre bezüglichen Wünsche durchzusetzen; es soll ihnen jedoch der Bescheid geworden sein, das die Regierung erst das Zustandekommen der entsprechenden deutschen Unternehmungen abwarten und die betreffenden Ver- träge mit denselben erst selbst unter Dach haben müsse, ehe der Frage der auswärtigen Anlauf-Häfen näher getreten werden könne. Auf Grund des Sozialistengesetzes ist das Flugblatt: „Wähler des Teltow- Beeskow-Sto> low- Charlottenburger Reichs- tags- Wahlkreises. Auf zum Wahlkampf! Die Ersatzwahl steht bevor" und der Unterschrift:„Das Wahlkomckee", verboten worden. Die Neuordnung des Landpoftdienstes, durch welche für das VerkehrSbedürfniß der auf dem Lande wohnenden 18 bis 19 Millionen Vorsorge getroffen werden soll, wird binnen kurzem als vorläufig abgeschlossen geltm können. In den letzten vier Jahren find, wie verschiedene Blätter mittheilen, mit Poststellen neu versehen worden 6(XXj ländliche Ortschaften, und zwar mit Postagenturen 1429, mit PosthUfstellen 4571 Orte. Hietrurd) ist vie Gesammtzahl der Poststellen im ReichSpostgebiet auf 13 576 gestt-gen, während diejenige der Telegraphenan- stalten(einscdließlich 353 Telegraphen-HilfSstellen) fich auf 7527 vermehrt hat. Die Zahl der Landbriefträzer ist seit 1881 von 12480 auf 20 642 Mann vermehrt worden. Die dadurch er- möglichte Einführung werktäglich zweimaliger Bestellung be- steht schon jetzt nach 43 611 bedeutenderen Landorten(gegen 3015 Orte im März 1881), mithin in einem bisher von keiner anderen Poftverwaltung erreichten Umfange. Viele dieser Ort- schaften werden von den bestellenden Boten auf dem Rückwege noch einmal berührt, so daß werkiäalich viermalige Gelegenheit zum persönlichm Verkehr mit dem Landdriefträaer(behufs Ein- lieferung von Sendungen, Eir kaufS von Freimarken ic.) ge- doteii ist. Werktägliche zweimalige Einsammlung bei einmaliger de« Oberstlieutevant, dessen dickes, gemüthlicheS Geficht ihm schon gleich von Anfang an gefallen, die Hand.„Ich hatte ja schon neulich da« Vergnügen," sagte er,„Sie drüben bei.. „Ja wohl," unterbrach ihn der Oberstlieutenant rasch, devn ihm lag in diesem Augenblick gar nicht« daran, das unglückselige Bierhau» hier wieder vor seiner Gattin erwähnt zu hören,„ich hatte die Ehre— fteu« mich recht, Ihnen wieder zu begeanen. Nun, haben Sie fich schon ordentlich bei nnS eingebürgert s" Hans wurde die Antwort erspart, denn gerade jetzt öffneten fich die beiden Flügel der mittleren Thür, und Herr und Frau von Schaller, von ihrer Tochter gefolgt, traten mit dem liebenswürdigsten Lächeln, aber in voller Toilette in den Saal. „Aber da« ist mir ja eine große, große Freude I" rief Schaller, indem er auf seinen alten Freund Klingenbruch mit langen Schritte» zustieg und seine beiden Hände er- griff und schüttelte.„Meine Damen, ich grüße Sie von ganzem Herzen— lieber Graf Raute», wie immer will- kommen— und hier?" „Hans von Solberg, lieber Baron, der Ihnen seine Aufwartung zu machen wünschte..." „Mein lieber Herr von Solberg, wie ich mich freue, Sie wanderlustigen Menschen einmal hier fest zwischen meinen vier Pfählen zu haben! Aber die Damen—Mosamunde, liebe Frau— hier der junge Solberg— Kathinka, mein Herz— «in lebendiger Peruaner l Und nun, meine verehrte Frau Oberfllieutenant und diese liebenswürdigen jungen Damen Ihre Töchter— ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glück- lich ich bin, daß wir Nachbarn geworden sind, und ich hoffe, wir sollen nun auch gute Nachbarschaft haften, wie e« alte» Freunden, die Ihr Mann und ich nun einmal find, auch ziemt..." „Aber wollen denn die Herrschaften nicht Platz nehmen?" sagt« Rosamunda, die Gattin des Herrn von Schaller, die, wenn auch schon in den Vierzigen, doch immer noch sehr jugendlich gekleidet ging und sich be» sonder« von ihren langen Hängelocken nicht hatte trennen könne«.„Bitte, meine Damen— bitte, Herr Oberst- fieutenant— Herr von Solberg— liebe, Graf..." Der Oberstlieutenant war den ganzen ausgeschlagene« Bestellung findet in 21 908 Landorten(gegen 3502 im März 1881) statt. Für die Beschleunigung desLanddesteUdiensteS und und namentlich für die Erleichterung des PäckereiverlehrS ist durch die Ausrüstung von 1153 Landbneftiägern mit Fuhrwerl gesorgt worden. Auf die Verbesserung ver Postoerdin- düngen der kleineren, abseits der Eisendahn belegenen Post- anstalten, sowie auf Schaffung billiger Reisegelegenheiten wird unablässtg Bedacht genommen. Schon jetzt haben 7512 der bedeutendsten Landorte Theil daran, und die fernere Verdichtung dieses Landpostnetzes steht in Ausstcht.— Die Resultate find recht erfreulich. Es wäre nur zu wünschen, daß die kolossalen Ueberfchüsse der Post- und Telegraphen-Vciwaltung, mehr wie bisher zu Gehaltsaufbesserungen der in diesem Fache ardecken- den Subalternbeamlen, und namentlich für Aufbesserung der Gehälter der Wind und Wetter ganz besonders ausgesetzten Landbriefträger, verwendet würden. Im RetchSverficherungsamte hat in der letzten Zeit lebhafte Thätigk-it geherrscht. Wie verlautet, werden in diesen Tagen die Arbecken zu einer neuen, höchst umfangreichen Denk- schrift an den Bundesrath mit Vorschlägen zur Bildung von BemfSgenoffenschaften abgeschlossen werden. Diese neuen Vor- schlüge find von Bedeutung, weck nunmehr durch den Beschluß des BundeSra'.hes entschieden werden muß, ob die von ver- schiedenen Seiten gestellten Anträge, den in einzelnen deutschen Landestheilen stark entwickelten Industrien die Errichtung be- sonderer Berufsgenoffenschaften zu gestatten, zur Verwirklichung gelangen sollen. Solche Sonderan träge waren namentlich von Angehörigen der Textilindustrie, z- B. in Elsaß-Lothringen und im Königreich Sachsen gestellt. Die Entscheidung des Bundesraths hierüder hat nicht geringe prinzipielle Bedeutung, da von vornherein bei Einbringung deS Gesetzentwurfes über die Unfalloerficherung hauptsächlich die Bildung von Berufs- genoffenschaften über das ganze Reich inS Auge gefaßt war und Abzweigungen für einzelne deutsche Gedietstheile nur ausnahmsweise zugelassen werden sollen. Diesen Standpunkt hält das Reichsveificherungsamt auch jetzt noch fest, und es dürften dessen Anträge auch in diesem Sinne erfolgen. Welche Entscheidung der Bundesrath treffen wird, läßt fich noch nicht sagen, doch hat er schon einmal fich dahin entschieden, daß dem ReichSveistcherungsamte in allen Fällen die Jncktattve zu Vor- schlügen überlassen werden soll. Der Bundesrath hat in seiner letzten Sitzung die neuen Vorlagen, darunter auch den Auslieferungsvertrag mit Ruß- land, den Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Von Wichtigkeit ist, unter den gefaßten Beschlüssen, nur eine von den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesm und für Handel und Verkehr beantragte Abänderung der am 20. Februar beschlossenen Ausführungsbestimmungen z u m S p e r r g e s e tz. ES ist bekanntlich angeordnet worden, daß der frühere geringere Zollsatz nur dann in Anspruch ge« nommen werben kann, wenn Durch diesen Vertrag die un- mittelbare Lieferung der Waare nach dem Zollinlande be- düngen worden ist. Da eS aber allgemein üblicher Handels- gebrauch ist, daß beim Bezüge von Waaren aus überseeischen Ländern— abgesehen von dem Verkehr auf der Ostsee— die Lieferung der Waare nach einem der zwischen Haare und Ham- bürg gelegenen Häfen vereinbart wird, wobei eS dem Käufer überlassen bleibt, für den Weitertransport der Waare vom Ad- lieferungshafen selbst zu sorgen, so ergab fich die Nothwendig- keit, schon aus BilligkeckSrückfichten die vom Bundesrathe ge- stellte Bedingung, daß die unmittelbare Lieferung der Waare nach dem Zollinlande bedungen sein müsse, nicht zu eng zu interpretiren. Der Bundesrath hat daher im Plenum dem Antrag des Ausschusses zugestimmt und die AuSführunzsbe- stimmungen zum Sperrgesetz dahingehend interpretitt, daß die Bestimmunzen des§ 1, Absatz 2 des Gesetzes vom 20. Februar d. I. auch auf solche Waaren Anwendung finden. welche über Häfen des Zollauslandes eingeführt werden, wenn Der Nachweis erbracht wird, daß aus der Zeit vor dem 15.> Januar d. I. Thatsachen vorliegen, aus welchen hervorgeht, daß vie Waaren schon damals zur Einfuhr in da« Zollinland I bestimmt waren; b) die Prüfung der Thatsachen, auS welchen i hervorgehen soll, daß die Waare schon vor dem 15. Januar d. I. zur Einfuhr in das Zollinland bestimmt war, im einzelnen Falle den obersten Landes-Finanzbehörven üdetragen wird und c) der Voraussetzung Ausdruck gegeben wird, daß die in Rede stehenden Sendungen bei der Umladung in den ausländischen Häfen weder eine Umpackung noch eine Lagerung erfahren dürfen. Au« Mainz wird der„Franks. Ztg." berichtet, daß der unter der Anschuldigung des Landesverraths inhaftitte und nach Leipzig abgeführte Journalist Rudolf Röttger bis jetzt noch nicht entlassen ist, vielmehr noch vor einigen Tagen in der gegen ihn gerichteten Klagesache Zeugenvernehmungen stattgefunden haben. Hiernach gewinnt es den Anschein, daß die Untersuchung bis jetzt doch nicht niedergeschlagen ist, wie man seither anzunehmen versucht war. Zum russtsch-englischen Konflikt. Erst zettelten die Russen einen Krawall in der afghanischen Stadt Pendscheh an und Tag auf den Füßen gewesen und wirklich ein wenig «übe geworden; er benutzte denn auch die Erlauboiß und ließ fich, da gerade ein gestickter Sessel neben ihm stand, auf diesen nieder, fuhr aber auch in demselben Moment wie von einer Natter gestochen wieder in die Höhe, denn der Smhl unter ihm fing an, Mufik zu machen, und spielte jetzt den Marsch au» Gounod's „Faust", als ob er nur besonder« zu dem Zwecke hier mitten in die Stube hineingesetzt wäre. Hans hatte gerade zufällig sein Auge auf den Oberst- lieutenant gehabt, al« er Platz nehme» wollte, und dessen Schreck und Aufspringen hatte so unendlich komisch auöge- sehen, daß er fich nicht helfen konnte und geradeherau» lachte; am lautesten aber lachten die beiden jungen Damen, Henriette und Flora, und Oberstlieutenant von Klingeabruch betrachtete fich noch immer dabei aufmerksam und zugleich mißtrauisch de« merkwürdigen Stuhl. „Aber so setz' Dich doch, lieber Klingenbruch l" rief ihm von Schaller lachend zu.„Wovor fürchtest Du Dich denn?" „Setzen?" sagte verwundert der Oberstlieutenant. „Auf die Spieldose? Ich bin nur au» Versehen darauf gekommen," „Hahahaha," lachte von Schaller,„Du bist göttlich, Klingenbruch, immer noch der Alte— aber die übrigen Herrschaften nehmen auch nicht Platz— ich bitte Sie, «eine Damen!" Thatsache war, daß fich Jeder wirklich fürchtete, irgend einen der gepolsterten Stühle zu benutzen, weil«an bei jedem etwa» Aehnliche« vermuthete, und Frau v. Schaller gab dem Gedanken endlich Worte: „Ach, meine Damen,' sagte fie mit ihrer etwa« süßlichen Stimme,„bitte, setzen Sie sich; da« ist der einzige musikalische Stuhl, den wir haben—«ine un- glückselige Joee von meinem lieben Manne, der mich damit an meinem letzten Geburtstage überraschte. Die anderen Sessel sind ganz unverfänglicher Art— bitte, nehmen Sie Platz." Die Damen ließen fich endlich dazu bewegen, aber noch immer etwa« mißtrauisch, und selbst Han» drückte erst vorsichtig mit der Hand auf de« nächsten Fauteuil, dem er sich anvertrauen wollte— man konnte eben nicht hinterher mußte der Krawall ihnen den Vorwand lirfwii Einrücken in die Stadt, um die„Ordnung" herzustellen. haben es fich denn auch bereits sehr bequem gemacht, du. waltung in die Hand genommen und harren nun der die da kommen sollen. Neueren Nachrichten zufolge» auch in der Hauptstadt H.rat zu einem Putsch gekomm»' Wenn fich die Nachricht bewahrheitet, so dürfte auch dazu dern» Rubel sein Theil mit beigetragen haben. Nachdem Pei« fich nun einmal im Befitz der Russen befindet, werdenß ficher nicht wieder herausgeben; eS verlautet bereits, i« nur unter der Bedingung vom Kriege Abstand nehmen» daß Pendscheh dauernd Rußland einverleibt wird. bezügliches Telegramm meldet:„Der der rusfischen in London beigegebene Ingenieur Lessar erklärte heule« einen Zeitungsredakieur, die Abtretung von Pendscheh cnj land bilde die Basis der Forderungen Rußlands, Okkupation von Pendscheh durch die Afghanen keine Hwj auf einen dauerhaften Frieden gewähre. Es sei gegen« starke Hoffnung auf ein befriedigendes Abkommen z« England und Rußland vorhanden".— Herr Gladstont> fich ficherlich, wenn auch mck süßsaurer Miene bereit w lassen, dieser Bedingung zuzustimmen. Franrssich. Telegramme vom Kriegsschauplatz berichten von ml? Gifechten zwischen Cbinesen und Franzosen, in wellt» Franzosen angeblich Sieger blieben. Die Chinesen soll!» dem Fliedensabschluß noch keine Kenntniß gehabt habenZ Telegramm De« Admtrali Courdet meldet, der Kreuzer„EN habe noch vor der Notifizirung der FriedenSpräliminari» chinefilches Schiff, welches eine Besatzung von 750 61 und Offizieren und drei Mandarinen an Bord hatte, I nommen.* Spanien. In Spanien soll bereits seck längerer Zeit die Ch«; wiederum ausgebrochen sein. Schon seck etwa acht 1 lagen Nachrichten vor, wonach in dem Stäbchen Jativa,k Provinz Valentia, eine gefährliche epidemische Krankheit � brachen war; aber man bezeichnete die Krankheit als eW. gastrisches Fieder und bestritt harträck.g, daß fie einen a« artigen Charakter trüge. Auch nach einer im Pariser„2® vorliegenden Depesche auS Madrid wird von dem GoMJ der Provinz Valencia entschieden in Abrede gestellt, M Sueca Manuel und anderen Ottschaften dieser Provivi/. lerafälle vorgekommen find. Andererseits hat aber der!? sche Minister deS Innern bereits zugestanden, daß difj artige Krankheit in der That die Cholera ift. Man M fich also nur geflissentlich die Thalsachen zu vertusche»! franzöfische Regierung hat stch vorläufig damit begnüg' dreitägige Quarantäne gegen alle Provenienzen aus zu verfügen; nach dm Erklärungen des spanischen L ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Quarantäne am' längeren Zeitraum ausgedehnt wird. Rußland. Die frühere Angabe, Degajeff, d-r Mörder Sz» sei ergriffen, hat fich nicht bewahrheitet, wohl aber h einm der Komplizen D«gaj-ss's ertappt. Durch vorgff Korrespondenzen wurde die Polizei auf wettere Spuren l, und nahm auch einige Verhaftungen vor. In stark®? dacht gerieth auch ein Beamter des Finanzministeriumkl. konnte man wegen mangelnder Beweise— eine HauksuiM fruchtlos ausgefallen— dem Manne nicht beikomme» man neulich die Schränke im Arbeitszimmer d», amten im Finanzministerium untersuchte, fanden fich gravirende Schriftstücke, daß die Polizei sofott zur VeM®" s chritt. i — Warschau. Anläßlich der Gerüchte von dem' tauchen englischer Agitatoren in Polen demerkt der oi» „Dnewnik", er wolle dahingestellt sein laffen, ob diese begründet seien oder nicht; es sei ihm jedoch angeneW klären zu können, daß die durch diese Gerüchte Hervorgel'? Auslassungen der ausländischen, wie dir lokalen vo�Z Presse einstimmig gegen eine solche Agitation protestirt® vor den Agitatoren warnten. Großbritannien. � Im Londoner Hydepark wurde am Sonntag ein von ver sozialdemokratischen Föderation organifi.ttS beschäftigungsloser Arbeiter abgehalten. Der Arbesi�j Hyndman hielt eine längere Rede. Die gefaßten forderten die Herabsetzung der Arbeitszeit auf 8 Stund*'!. Tag in allen G-werken, sowie die unverzügliche Beschs der Arbeitslosen auf Staatskosten.— Wie die„Daily*5 meldet, beschäftigt fich die gegenwärtig in London englisch-deutsche Kommisfion auch mit der Frage, ob* mäßig wäre, den Verkauf berauschender Getränke un«'. Eingeborenen der westlichen Südseeinseln, die entwedel% englischer oder deutscher Obrigkeit gestellt find, zu oder zu deschränken. Die Kommission bezweckt, wenn wiffen. Frau von Schaller hatte aber die Wahrb� fprochen; und während der eine Sessel unverdrofft" Marsch fortspielte und der Oberstlieutenant natürlich vermocht werden konnte, wieder darauf niederzusitz*"'., sich einen anderen Stuhl herbeiholte, kam die Geft� endlich zu einer Art von Ruhe. Die junge» Damen hatten fich natürlich dn# d einander gesetzt, und die beiden jungen Fräulein gevbruch, während Kathinka lange nicht so lebhaft a" i Gespräch einging, plauderten bald von den Dingen, n, am meisten interesfirten— von dem nächsten bei Schaller», der auch diesmal wohl die Saison besch würde, denn da» Wetter war heute, obgleich noch schon vollkommen sommerlich. Herr von Schaller t" mit einer außerordentlichen Lebhaftigkeit, fuhr r rend zwischen seinem Besuch« herum, hatte bald Q"',i da eine pikante Bemerkung, zischelte dem Oberst»� eine Anekdote zu, bei der dieser einen bestürzte», nach seiner Frau hinüber warf und dann urplöyt'N I Lachen in eine Art von Krampfhusten fiel, und /IJ einmal, al« ob er über irgend etwa« zum Tode wäre: „Aber, meine Herren, Sie rauchen ja nicht!%, entartete Tochter Deine« Vater«, wamm bist*' aufmerksamer?" „Aber, beste, Baron," sagte Graf Raute», Ihre« Damensalon..."■,( p „Existirt gar kein Unterschied, bester Graf! von Schaller in ftöhlicher Laune.„Darum hat I liebe Frau so vortrefflich gehalten, well ich sie, räuchert Habel".. ,» „Aber, Theodor," rief die gnädige Frau e>«p bist 1« ein wahre«- ein wahrhast ungezogene»„ Wa» müssen denn die Damen von Dir denken-■ ,,"�ber. beste« Herzblättchen, war denn größte Schmeicheln, die ich Dir sagen konnte?_ J/ «in«* ci Ä rr———-"■—-' 'fe iM Zwischen den zwei Mächten eine gleichförmige Politik über alle Fragen, mit Bezug auf welche ein Einvernehmen wünschens« werlh rst, zu vereinbaren. �„. Ggypte«. Der Zwischenfall in Äerreff des„Bosphore Egyptien" nimmt, wie englischen Blättern auS Kairo berichtet wird, emste Acrhältnisse an, und man glaubt. daß er selbst zum Sturze des anglo-egyptischen Ministers Nubar Pascha's führen dürfte. M. Taillandter, der französische General- Konsul, sprach am Montag bei Nubar vor und sagte, er habe Instruktionen er- hatten, für die Unterdrückung der Zeitung volle Genugthuuna zu verlangen. Nubar fragte, was gewünscht werde? worauf M. Taillandler erwiderte:„Die unverzügliche Wiedereröffnung der Druckerei deS„Bosphore" und die Entlaffung des sBeomten, der stch an dem ftanzöfischen Konsulatskanzlcr �rgr.ff." Der Minister entgegnete, daß davon nicht die Rede sein könne, und der Generalkonsul verlangte sodann zu wissen, ob Nubar Pascha vorberettet sei, die Folgen der Weigerung zu tragen. Auf eine kurze bejahende Antwort verließ der Generalkonsul daS Ministerium. Die Lage rst zweifellos eine gespannte. Dem Drucker der Zettung wurde mitgetheilt, wenn er sich morgen in seinem arareou einfinden würde, könnt er die Druckerei wiederum er- offnen und sein Geschäft fortsetzen, jedoch unter dem Vorbehalt, nicht ferner den„Bosphore" druck n wolle. Selbst- ?, l /v1� hat er die ganze Mittheilung ignorirt. Das aus- ländtsche Element und die Palast- Part« jubeln, so wird der „Times" geschrieben, bei der Aussicht auf den Rücktritt Nubar Paicha S. Es bleibt abzuwarten, ob England ihn opfern lassen wird, weil er einen Schritt getban hat, der sowohl im Interesse der brttischen Autorität hierselbst, als auch im Interesse deS Friedens und der Ruhe Egyptens im Allgemeinen absolut nothwendig war.— Da der Polizeichef Ruhestörungen fürchtet, so find sett Dienstag Abend die Wachtposten verdoppelt, und die Truppen werden in den Kasernen gehalten. Amerika. Ein Telegramm auS La Libertad meldet: Grundlagen des Friedens wurden heute von San Salvador uno Guate- ma l a akzeptirt; die Feindseligkeiten haben aufgehört; eine allgemeine Amnestie wird verkündet. Die Bevollmächtigten der Republiken sollen demnächst zum Abschluß eineS definitiven Friedensvertrages in Acajutla zusammentreten. Nach ein« neueren Depesche ist dn Frieden bereits perfekt geworden. Stadtverordnete«- Versammlung. Oeffentlicke Sitzung vom all April. Der Vorsteher Dr. Stratzmann eröffnet die Sitzung um ö3/« Uhr mit der Mittheilung von dem plötzlichen Hin- scheiden deS Stadtv. S ch l e s i e r, der seit dem Januar 1881 Mitglied der Versammlung war. Dem Andenken des Vnstor« denen widmet dn Vorsteher Worte ehrender Anerkennung und ernennt zur Theilnahme an der Bendigung eine Deputation von 10 Mitgliedern. Der Magistrat soll ersucht werden, de- zügltch d««forderlichen Neuwahl daS Erforderliche aazu- ordnen. , Die Wahlzeit deS Stadtschulraths Dr. Bertram läuft im Jahre 1888 ab. Die erforderlichen Vorberettungen für die Neuwahl werden dem Ausschusse überwiesen, welcher für die Ersatzwahl an Stelle des verstorbenen Stadtraths Dr. Stört besteht. Die Stadto. Pest und Genossen hatten eine Anftage an den Magistrat gestellt, ob es wahr ist, daß, wie die Zeitungen d«ichtet«n, der Magistrat seine Glückwunschadreffe an den Fürsten Bismarck durch einen Nuntius hat überreichen lassen. D« Vorsteh« theilt nun den Inhalt eines vom Ma- gistrat eingegangenen Schreibens mit, wonach derselbe beschloffen ?iat, eine Beantwortung dieser Anfrage abzulehnen. Bravo!)— Wie der Vorfitzende im Anschluß hieran mit- theilt, ist zu dieser Angelegenheit von dem vtordverein eine Resolution eingegangen, welche die entschiedene Mißbilli- gurg varüd« ausspricht, daß eS die Versammlung und der Magistrat über fich vnmocht haben, von dem Geburtstage des Ehrenbürgers Fürsten Bismarck fern zu bleiben.(Bravo- Rufe.) Der Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, betteffend die Skizze zum Neubau ein« Gemeinde-Doppelsckule aus dem Grundstücke Reichenbergerstr. 131/132 hat fich konstituirt und den Stadtv. S a l g e zum Vorsttzen- den, Stadtverordneter Schwalbe zum Stellvertreter ge- wählt. Die Vorlage, betr. den Ankauf eines an der Straße 58 zwischen der Liebig st raße und der Proskauerstraße belegenen GrundstückS-KomplexeS war einem Ausschüsse zur Vor- beralhung überwiesen worden, in drssen Namen Sladiverordn. wirklich entschuldigen,«eine Damen, sonst ist er doch we« nigfienS leidlich." Kathinka war indeffen dem Wunsche ihres Vaters nach« ?(kommen und brachte ein alleiliebsteß kleines Mahagoni- hränkchen mit ein« Thür, da» sie zu«st dem Grafen rerchte. „Ich danke Ihnen, mein gnädige» Fräulein," sagte dieser abwehrend, ich rauche nie.. ,»'3" der That k Aber Hnr Oberstlieutenant viel« uichts Klingenbruch warf einen halb zweifelhaften Blick auf seine Gattin. Diese ab«, gerade in einem sehr lebhaften j Gespräch mit Frau von Schaller über Butter« und Tier- bes-hl!» preise brgriffen, achtet, glücklicher Weise nicht auf ihn, und er öffnete leise die Thür des Kästchens— da« er aber eben so rasch wieder losließ, als ob« sich verbrannt hätte, denn wie« e» kaum berührte,«klangen anfS Neue die eigenthümlichen Spieldosentöse, die Aehnlichkeit mit dem Falle« von Waffertropfen ,n ein metallenes Gefäß haben. Der„Jungfnnkranz" faß in der Zigarrenbüchse und kam heraus, und gar so schelmisch schaute Kathinka darüb« hin und sah den alte«, etwa» verblüfften Herrn an. Aber da» Unglück war jetzt einmal geschehen und die Frau Oberst- lieutenant aufmnksam geworden— sie hätte Kleine Ohren haben müffenl So griff« denn herzhaft zu, nahm sich unter de« Klängen de»„JnngfernkranzeS" eine Zigane, und Hans folgte gleich lachend seinem Beispiel. Da» Gespräch drehte sich indessen nach allen Seiten, ' Zi' ÄV M rief? U!i uw die allergeivöhnlichsten Gegenstände, wie das bei betFall�ß""�"" Besuchen oder StaatSvisite» fast stets e« K* «y ■&} - an wurde auf der einen Seite nicht er« wartet, fitzt auf der and«n wie auf Kohlen, um nur x bald wied« fort zu komme», und spricht nur eben, ohne recht zu wissen»a«, nur allein um die Zeit todt zu schlage«. «dessen seine Zeit in sofern benutzt, al» er augenblickliche Pausen dazu verwandte, sich die beiden ihm noch fremden Familien zu betrachten; aber er fand hier so verschiedene Eharaktne. daß« nur einen oberfläch. l'chen Eindruck von ihnen allen bekommen konnte. Der Herr von Schall« war ihm dabei die G e r i ck e referirt. D« Ausschuß empfiehlt, fich mit dem An« kauf deS von dem Kaufmann G. E. Dellschau angebotenen betr. GrundstückS-KomplexeS mit einem Gesammtfläckeninhalt von 15 013 Quadratmeter zum Preise von 5 MI. pro Quadratmeter(statt 7,33 MI.) also für 750,65 Ml., einveistanden zu «klären.— Siadikämmerer Runge vertheidigt den vorge- schlagenen Preis von 7,33 Mk., ebenso Stadtv. N am 8 lau, während die Stadtv. Löwel, Limprecht, Ealge und Talke für den Vorschlag des Ausschusses eintreten und Stadtschulrath Dr. B e r t r a m die Nothwendigkett deS Ankaufes betont. D« AuSschußantrag wird schließlich ange« nommen. Mit der Erwnbung d« zur Verbreiterung der Skalitzerstraße von dem Grundstücke deS Maurermeisters Diehr in d« Skalitzerstraße, Ecke d« Admiralstr. 40, er- forderlichen Fläche«klärt fich die Versammlung ein v er« standen. Die Verpachtung deS gesammten, auf dem städtischen Zentral-Vieh- und Schlachthof produzirten Dünaers ist vom 1. April c. ab auf die Dau« von 5 Jahren an den Amtmann SchrobSdorf hier zum Preise von 23 Pfennig gegen bisher 20 Pfennig pro Zentn« erfolgt. Die Erhöhung des Pachtgeldes ist nur unt« d« Bedingung erfolgt, daß un- mittelbar an den Etsenbahngeleisen eine Dungsammelstelle h«- gerichtet wird. Der Magistrat beantragt nunmehr die Er- richtung ein« solchen Dungstätte und ersucht um die Bewillt- gung der erforderlichen Mittel in Höhe von 13 800 Mk. Die Versammlung spricht diese Bewilligung nach läng«« De- batte aus. DaS vorliegende Projekt zum Neubau ein« Gemeinde« Doppelschule nebst Turnhalle und Lehrerwohngebäude auf dem ehemaligen Kunheim'schen Grundstücke in der Berg- mannstraße, welches mit einer Gesammt-Kostensumme von 325 010 Mk. abschließt, wird von der Versammlung genehmigt; auf Antrag des Stadtv. Haesecke giebt die V«sammlung aber dem Magistrat zur Erwägung anheim, ob zwei Konferenz- zimmer in der vorgeschlagenen Ausdehnung nothwendig find- Bezüglich d« Gestaltung des Vorplatzes an der Südwest feite des EtadtbahnhofeS Aleranderplatz ersucht d« Magistrat um folgende Be- schlußfaffung:„Die Versammlung erklärt fich damit eino«- standen, daß nach Maßgabe der vorliegenden Pläne für den südwestlichen Vorplatz am Bahnhofe Al-xanderplatz, und zwar für die südwestliche Seite deffelben, eine Baufluchtlinie zur Festsetzung gebracht und der Vorplatz selbst demnächst alS äffentltche Straße in die Unt«haltung der Stadtgemeinde über- nommen wird, unter den Bedingungen, daß 1. das Straßenland unentgeltlich und pfandfrei an die Stadtgemeinde aufge- lassen wird: 2) die unt« und üb« dem Straßenkörper vor- bandenen Beleuchtungö-:e. Anlagen in daS Eigenthum der Etadtgemetnde übngehen; 3. der Unternehmer daS vorhandene Straßenpflaster, soweit erfordnlich, in den vorschriftsmäßigen Zustand versetzt, sowie 4. der Unternehmn für die noch aus- stehende Herstellung der zur Entwässerung erforderlichen Kanalisationsleitungen einen Kostenbeitrag von 60 Ml. für das laufende Meter die Frontlängen sein« Grundstücke zahlt."— Stadto. de Nö ve stellt als Amendement die Bedingung, daß die durch die Gitter versperrten Zugänge von der König- straße auS zur DiSposttion d« Stadt gehalten w«den. Mit diesem Amendement wird die Magistratsvorlage ange- nommen. Schluß d« Sitzung 7V4 Uhr. Am Magistratstische: Kämmerer Runge, Stadtbaurath Blankenstein, Stadträthe Borchardt, Voigt, Kraus«, Stadt- Hagen. Eine interessante Verwaltungsstreitsache, Ma- gistrat kontta Polizeiprästvium, ist wiederum zu Gunsten des ersteren vom Bezirksausschuß entschieden worden. Der Ma- gistrat hatte die GerichtSstrasenbrücke neugebaut, dieselbe gleich mit dem vorgeschriebenen Normalpflast«»«sehen und in dieses, um einem späteren Aufreißen dieser guten Befestigung vorzu- beugen, gleich die Schienen d« Pferdebahn in 17 Meter Länge eingelegt, welche Pferdebahn im Prinzip zwischen den vcr- schiedcnen Behörden unter Zustimmung des Ressortministers genehmigt ist, wenn auch die Erlaubniß zur Inangriffnahme erst noch«theilt werden muß. DaS Polizeiprästdium hatte die Herausnahme der Echimen auf Grund§ 55 deS Zuständigkeitsgesetzes verlangt und die H«auSnahme vorläufig festgesetzt. Die Stadtgemeindc klagte nunmehr nach§ 128 deS LandeS- verwaltungSgesetzes auf Aufhebung d« Festsetzung, indem fie aussührte, daS Polizeiprästdium fei in der Sache unzuständig, überdies sei die Pflasterung einschließlich der Schienen auf der Brücke und an den Uebergangs stellen nach dem liegengebliebenen Pflast« bin eine Verbesserung gegen den früheren Zustand.— Der Gerichtshof«kannte, ohne Angabe von Gründen, auf Aushebung d«S PolizeiresolutS zu Gunsten des Magistrats von Berlin. interessanteste Persönlichkeit; eine lange, schmächtige, aber m«kwürdig gelenkt Gestalt und fortwährend beweglich, mit der Zunge wie mit den Gliedern. Etwa» Aristokratische» hatte er im Grunde genommen nicht, oder zeigt« e» doch wenigsten» nicht in dieser Stunde, aber er war augenscheinlich ein Weltmann, und da« nicht große, aber klare, hellgraue und stet» beweglich« Auge blitzte unter d« hohen, schon etwa« kahl werdenden Stirn nach allen Seiten unablässig hinüb« und schien keinen d« Gäste auch nur für einen Moment außer Acht zu lassen. Dabei hatte er eine Eigenthümlichkeit. ein Zwinkern de« linken Auge», mit dem er ab« ganze Flanken beschoß, so daß man nie genau unterscheiden od« bestimmen konnte, wem« zu- blinzte und ob man nicht selb« damit gemeint sei, wa« die mit ihm Verkehrenden gewissermaßen in einer steten Auf« merksamkeit hielt. Seine Frau war eine ästhetische Gan», davon fühlte fich Han» gleich nach den ersten zehn Minuten üb«zeugt. Sie hatte in ein« kaum Minuten langen Unterredung mit ihm schon für alle Klassiker geschwärmt und mit Entzücken von dem letzten Konz«te alt« Musik gesprochen; dabei warf sie ihre langen Schmachilocken so kokett wie ein junge» Mädchen herüber und hinüb« und spielt« dazwischen mit ihrer Korallenschnur, um ihre allerding» noch sehr hübsche weiße Hand zu zeigen. Und die jungen Damen? E» waren wirklich dre, reizende Gestalten, wie fie da beisammen saßen und mit einander so harmlos plauderten, al» ob sie sich in der Welt um nicht» Andere» kümmerten; ab« wie blitzten die lebendigen Augen indeß umh«, und Han» konnte fich de« Gefühls nicht erwehren, daß fie sich in diesem Moment jedenfalls üb« ihn unt«hielten— in Wirklich- keit hatten sie fast noch von nicht»»nd«em mit einand« geflüstert. Die Frau Ob«stlieutenant gefiel ihm am wenigsten; sie saß steif und vornehm da, und nur d« Blick, den fie manchmal nach de« vngnügt vor sich hin rauchenden Gatten warf, sprach Bände. Han» lächelte leise vor sich, wenn« sich den gemüthlichen kleine» Oberstlieutenant bei «in« Gardinenpredigt dachte., Da stieß Flora v. Klingenbruch e,»en leisen Schr« au«, und al» sich ihr alle Blicke rasch und erstaunt zuwandten und D 0 k a l e s. er. Wie man auf der Welt sei« Glück machen kann. Sn Jedermanns Erinnerung dürfte wohl noch d«„pikante" rozeß stehen, d« fich zwischen einem italienischen Säna« und einer fittenlosen, überspannten Berliner KausmannSgatrtn ab- spielte. Ein solches„sensationelles" Ereigniß ist immer nach vielen Richtungen hin interessant und lehneich., wir würdm jedoch auf dcssclbe schwerlich noch einmal zurückkommen, wenn dasselbe nicht noch neuerdinaS in ein« Weise ausgenützt würde. die uns denn doch der Beobachtung werth scheint. Es ist un- seien Lesnn begannt, daß jene Dame fich den LuxuS leistete» fich einen Liebhaber für 200 Mark monatlich— um doö richtige Wort zu gebrauchen— einfach auSzuhalten. Schon diese» Vnhältniß wirft daS einzig treffende Schlaglicht auf den Charakt« dieser beiden.Liebenden". Im gewöhnlichen Leben blickt man mit unverhohlener Verachtung auf ein weibliche» Wesen, welches die ihm von Natur angeborene Scheu und Zurückhaltung soweit ablegt, daß fie von einem Manne nur für die Beweise ihrer Zuneigung Geschenke annimmt oder fich von ihm vollständig unterhalten läßt. Es ist ab« noch viel schmachvoller, wenn das Vnhältniß ein umgekehrtes ist, wenn ein Mann so tief stnkt, daß er stch einem reichen, zügel- losen Weibe völlig prerSgiebt— nur um des Geldes willen, nur weil ihm das Weib einen mühelosen Lebensunterhalt ver« schafft. Ein solch« Mann erniedrigt sich ebenso wie die Frau unter stch selbst, fie werfen stch gegenseitig weg, freilich spielt fich das Ende eineS solchen„Verhältnisses" nur in vereinzelten Fällen vor dem Gerichtshöfe ab, da man in jenen Kreisen, wo so etwaS hauptsächlich vorkommt, die ganze Sache gewöhnlich lieb« mit Geld todt macht. Geradezu empörend ist e« jedoch» wenn solche Leute, die in den Augen eines jeden anständigen Menschen doch ganz gewiß mit einem moralischen Makel be» haftet find, noch„spekulativen Köpfen" dienen sollen, um durch den„pikanten Nimbus", dn ihre Person in Folge der Auf« sehen erregenden Gerichtsverhandlung umgiebt, Geld zusammen» zuschlagen. WaS müssen wohl diejenigen Leute, die stch nicht entblöden, in dies« Weise auf die unlautere Neugierde de» Publikums zu rechnen, für Begriffe von der Wohlanstänvigkett der Berlin« Theaterbesucher haben! In verschiedenen hiesigen Zettungen wird, alS ob es fich um etwaS SelbstoerständlicheS handette, folgende Ankündigung veröffentlicht:„Enrico Gargiulo, d« Held jenes seltsamen LiebeSromans, welch« kürzlich die hiestge Strafkammer beschäftigte, scheint in d« That ein arger Don Juan zu sein, dem auch in der Heimath manches Mädchenherz zum Qpf« gefallen ist. Während d« junge Jtaliano augenblicklich hinter Kerkermauern fitzt, ist von einer Dame aus Verona an denselben eine schwärmerische Canzonetta«ingegangen, welche demselben ein Gemisch von Empfindungen glühend« Leidenschaft und heiß« Rachsucht übermittelt. Hoffentlich wird diese dichterische Gabe für ihn ein Trost in seiner Einsamkeit sein. Uebrigens soll sich ein sp ekulativer Kopf ernstlich mit dem Ge» danken tragen, dem jungen italienischen Sänger nach Verbüßung seiner Strafe ein Engagement in einem der hiesigen Speziali- täten-Theater zu vermittel n." Also so weit hat fich auch bei uns schon die Spekulation verstiegen! Der auS- gehaltene Liebhaber einer„Dame", für den man im gewöhn« lichen Leben eine ganz andere Bezeichnung hat, soll fich dem Berliner Publikum zeigen. Vielleicht verrechnet fich der„speku» lative Kopf" auch gamicht, denn man hat schon so viel von den schwarzen, schwärmerischen Augen dieses„angenehmen SchwerenöihnS" gelesen, sein zierlicher kleiner Schnurrbart ist so ausführlich beschrieben wordeil, daß stch gewiß eine ganzeAnzahl von„Damen" den Genuß nicht versagen wird, diesen schwelge« plüften hochinteressanten jungen Mann einmal von Angeficht zu Angeflcht zu sehen. Und vielleicht entwickelt stch für diesen hieraus wieder die angenehme Aussicht, noch eine Gans zu finden, die ihm für sein„Mandolinenspiel" 200 Mark monatlich zahlt! Wahrlich, manchen Menschen wird das Leben doch zu leicht gemacht. Hoffentlich wird ab« dem„spekulativen Kopf' mit seinem italienischen SangeSbruder ein»recht wirk« samer Riegel vorgeschoben, denn der anständige Theil deS Ber« ner Publikums, nicht nur derjenige, dir fich so kostspielige Liebhaber hält, wird jedenfalls recht en«gisch gegen den Herrn aus den Gefilden Jlaliens protestiren. Er mag fich an der einen Eroberung, die ihm ja recht leicht in den Schooß gefallen ist, genügen lassen, und nach Verbüßung seiner Strafe mög« lichst schnell dem prosaischen, durchaus nicht romantisch ver- anlagten Berlin den Rücken kehren- D« Aufenthalt in Plötzen« see wird sein Feu« gewiß etwas abkühlen, allerdings ist e» wahrscheinlich, daß ihn gerade der düstere Knk« in den Augen aoenteuersüchtiger Damen noch anziehender macht. Nun, mag die Sache liegen, wie fie will, jedenfalls steht man, daß für gewisse Geschäftsleute und für ein gewisse» Publikum keine Person oder kein Gegenstand zu anrüchig und schmutzig sein kann, um nicht noch in der einen oder anderen Weise Kapital aus denselben zu schlagen. daS Gespräch einen Moment stockte, tönte unt« dem Eopha h«vor aus einer andern, heimtückisch in einer Fuß» dank angebrachten Spieldose„Heil Dir im Siegerkranz" heraus. „Ach, Du mein Gott, bin ich erschrocken," sagte Flora, schob ihre Kleid« zusammen und blickte scheu nach unten; ich kam nur ganz zufällig mit dem Fuße auf etwa»" „Retter de« Vat«lande»," mufizirte aber die Fußbank weiter, und von Schall« wollte stch halb todt üb« die Uebenaschung lachen. Ader der Besuch mußte abgebrochen werden, denn die aus dem Schreibtische stehende Bronze-Uhr holte eben zu« Schlage au»; e» war sechs Uhr und bald Theaterzeit. Kaum hatte sie ab« ausgeschlagen— und die Fußbank war noch nicht einmal fertig— da begann auch dort ein Spielwerk„Oh, Du mein holder Abendstern I" „Nicht Roß, nicht Reisige," spielte die Fußbank. „Wohl grüßt' ich immer Dich so gern," antwortete die Uhr— die ganze Welt war musikalisch geworden und ma» hätte dazwischen vmückt werden können. Ab« der Besuch war wenigstens vollbracht. Han» sprang von seinem Sitz empor, nicht ohne einen leisen Verdacht gegen seinen Stuhl, daß auch der bei dies« rasch««» Bewegung eine musikalische Laune bekommen könne, aber« hatte ihm Unrecht geihan; er trug kein Falsch und kein Spiel- werk in sich, und jetzt begann wieder, da auch Klingen» bruch» die Zeit zum Ausbruch für passend hiette», da» gewöhnliche Händeschütteln uud Bitten"m baldige Wiederholung de« Besucht« und Gegeneinladungen, wr« gewöhnlich. Unten auf der Straße vttabschiedete» fich die junge» Leute von Klingenbruch», die gleich nebenan in ihr Hau» gingen, ab« nicht ohne eine sehr freundliche Ein« ladung erhalte» zu haben, auch bei ihnen vorzuspreche», und schlenderten dann wieder mitsammen die Straße hinauf. „Leopold," sagte Han«, der noch eine Weil« still vor fich hin gelacht, wenn« an die eben«st verlassene musi« kalische Zimmereinrichtung zurückdachte,„«a» sind Schall«» eigentlich für Leute? Ich bin nicht recht au» ihnen klug geworden, denn sehr aristokratisch sehen mir, aufrichtig gesagt, Beide nicht au»."(Fottsetzung folgt.) Das elektrische Licht in Berlin. Von Monat zu Monat macht die Verbreitung des elektrischen Lichtes in Berlin gewaltige Fortschritte. Ünsere Bahnhöfe und die Poft verwaltung führten es zuerst in ausgedehntem Maße ein, dann folgte der Zoologische Garten, der Park der Hygiene- Ausstellung und bald darauf begann auch die elektrische Beleuchtung des Potsdamer Plazes und eines großen Theiles der Leipziger ftraße. An allen diesen Diten, wo der Berliner fich maffenhaft aufzuhalten" pflegt, bewies jede Abendstunde von neuem, welche unendliche Fortschritte in furzer Zeit die Technik gemacht hatte und wie rasch ein regelmäßiger, ununterbrochener Betrieb und die beständige Ruhe des Lichtes ermöglicht worden war. Schnell hatten einige findige Kaufleute und Restaurateure er tannt, daß dieses weithin strahlende Licht ein vorzügliches Anlockungsmittel für das allzeit verehrte Publikum sei, und bald ftrahlte es in großen Läden uud berühmten Bierwirthschaften, in legteren umſomehr, als der Berliner Biertrinker begonnen hatte, fich einen gewiffen Luxus zu gestatten, und als noth wendige Ergänzung zum echten Biere stilgerecht und reich eingerichtete Bierstuben verlangte. In diesen Bierstuben war es denn auch, wo das Bogenlicht mit seiner Ueberfülle an Leucht traft dem bescheidenen Glühlichte weichen mußte, dem einfachen Glühlichte, das neben seiner anheimeinden Art vor allem den Vorzug offenbarte, daß es menschenerfüllte niedrige Bierstuben zu menschenwürdigem Aufenthalt gestaltete. Während aber bis bahin das elektrische Licht von den einzelnen Unternehmern mit beträchtlichen Kosten erzeugt werden mußte, bildeten sich vor etwa vor zwei Jahren zwei fapitalmächtige Gesellschaften mit dem Zwecke, Zentralstellen zu schaffen, von denen aus das elektrische Licht gleich dem Gase den einzelnen Haushaltungen zugeführt werden sollte. Die eine, die Deutsche Edison- Ge fellschaft", hat sich, wie der Köln. 3tg." von hier ge schrieben wird, einen bedeutenden geographischen Wirkungs Treis " 1 ausgesucht und in demselben schon jest große Thatkraft bei günstigem Erfolge entwickelt, während die zweite Gesellschaft, die Städtischen Elektrizitätswerte", ihren Wirkungsfreis auf Berlin beschränkt haben. Zunächst wurden von einer einheitlichen Stelle aus, die demnächst auch das benachbarte Aquarium beleuchten soll, die sämmtlichen Räume der beiden großen in der Schadowstraße belegenen Klubs, des Unionflubs und der Refou: ce von 1794", mit Glühlicht versehen. In diesen beiden Klubs, von denen der eine der gesellschaft liche Mittelpunkt der deutschen Sportsintereffen, der andere der Der Berliner Börseninteressen ist, find etwa 500 sechzehnterzige Glühlampen angebracht, die von zwei großen Dynamomaschinen gespeist werden und die mit dem größten Lurus und außerordentlichem Geschmack ausgestatteten Gesellschaftsräume zu allseitiger Bufriedenheit erleuchten. Die zweite Bentralstelle ver ficht das Häuserviereck des Café Bauer und der Kaiserhallen Unter den Linden durch vier große Dynamomaschinen und vier Dampfmaschinen, die in dem Keller eines Hauses der Friedrichstraße aufgestellt sind und geräuschlos arbeiten, mit über 1400 Glühlamp: n. Die verschwenderische Pracht des Café Bauer mit seinen werthoollen Delgemälden sowie des daneben gelegenen Restaurants Zu den vier Jahreszeiten" tommen unter dem neuen Licht zur vorzüglichsten Wukung, während selbst in später Abendstunde in diesen, von Menschen stets dicht gefüllten Räumlichkeiten immer eine erträgliche Luft herrscht. Bwei weitere große Zentralstellen, in der Markrafen ftraße und in der Mauerstraße, werden im Herbst dieses Jahres Dem Betrieb übergeben werden und zu festen, mit der Stadt vereinbarten Gebühren den Wohnungen und Bureaux je in einem Umkreise von 600m, elektrisches Licht zuführen. Bon ber einen Stelle aus werden die beiden töniglichen Theater zu Berlin, die hervorragenden Bankanstalten, viele Geschäftshäuser im Mittelpunkt der Stadt sowie das Rathhaus elektrisches Licht erhalten, in welch legerem übrigens bereits der bekannte Restaurationsteller und die beiden Sigungssäle mit diesem Licht erleuchtet find. Von der zweiten Zentralstelle aus werden die Mehrzahl der Ministerien in der Wilhelmstraße, bas Palais des Prinzen Friedrich Karl, eine neue Markthalle und viele Geschäftshäuser in der Friedrichstraße mit elektrischem Licht ausgestattet werden. Es ist klar, und die Erfahrungen in Amerika haben es bestätigt, daß, je größer und umfaffender eine folche Bentralstelle ist, um so regelmäßiger ste ihre Auf gabe erfüllen und jede Störung im Betriebe vermeiden kann. Die Regelmäßigkeit des Betriebs ist übrigens schon so weit gedieben, daß zur Zeit bereits in einigen Privatwohnungen Die elektrische Beleuchtung eingerichtet ist, ohne daß gleichzeitig Gasröhren zur Aushilfe für alle Fälle gelegt worden find. Hervorgehoben zu werden verdient, daß auch der Kultusminister von Goßler seit einiger Zeit Versuche hat anstellen lassen, um festzustellen, ob der gegenwärtige Stand der Technik es ermög licht, das elektrische Licht in Unterrichtsanstalten, Kliniken und Bibliotheken, Museen einzuführen. Neuerdings ist probeweise auf seine Veranlassung der neue große Lesesaal der Berliner föniglichen Bibliothek mit vier großen Bogenlichtlampen von 800 Normalferzen Lichtstärke ausgestattet worden, damit der Lesesaal jest auch in den Abendstunden bis 9 Uhr benutt werden kann. Schon jetzt ist anzunehmen, daß die Probe im wesentlichen so gut gelungen ist, daß fie, wenn auch vielleicht mit einigen fleinen Verbesserungen, für die Dauer durchgeführt werden tann. Man fiebt, das elettrische Licht erobert sich auch in der Residenz reiches Gebiet, und es wird nicht allzu lange währen, bis es hier nicht blos Lurus, sondern für viele Bedürfniß sein wird. Die Kulturmiffion des Dr. Bernhard Förster. Mit einem Häuflein Getreuer drehte er dem undankbaren, von Judenhänden gefnechteten Vaterlande den Rücken, um jenseits Des Dzeans an den Ufern der Bavana ein Neu- Deutschland zu gründen. Doch nur zu bald entbrannie zwischen ihm und feinen Genoffen der Kampf ums Dasein; die Mitstreiter für Wohlfahrt, Freiheit und Macht hieben ihren Führer übers Ohr, wo fie nur tonnten, und schmerzvoll mußte er ein Bild nach dem anderen aus dem blutenden Herzen reißen. Die Grün dung Neu Deutschlands verkrachte und jezt sehen wir den bes rühmten Träger moderner chriftlich- germanischer Kultur wieder in der alten Heimath. Angeblich will er den zwischen Breche rianern und Deutsch- Tageblättlern ausgebrochenen Bruderzwift beilegen, als ob sich hier das alte Sprüchwort von Schlagen und Vertragen nicht ganz von selbst bewähren würde- that sächlich scheint er indeß zurüdgelehrt, um nach guter MühlenDammer Sitte einen fleinen Handel zu eröffnen und die Koften feines Kulturfeldzuges einigermaßen zu decken. Beweis dafür eine Anzeige, die er wiederholt an hervorragender Stelle in dem Blatte des durch wechselvolle Schicksalsschläge zum Führer bes antisemitischen Heerhaufens gehärteten Herrn Liebermann von Sonnenberg veröffentlicht. Es heißt da:„ Mit ziemlichem Aufwande von Mühe und nicht ohne Kosten ist es mir ge lungen, fleine Quantitäten von einigen paraguayschen Landesprodukten in gutem Zustande hierherzubringen. Es sind dies Henrici hat in einer seiner vielen schönen Reden erklärt, es sei ein ungeheurer Vorzug des Germanen, daß er in einem Sat feine 8-17 Schoppen Bier trinken tönne, während der Semit schon beim dritten unter den Tisch falle. Troß dieser Leistungsfähigkeit muß Dr. Bernhard Förster seiner Zeit doch bei seinen Freunden gelegentlich recht böses Haarweb bemerkt haben, und die germanische Welt mag fich glücklich preisen, daß eine unfehlbare Banacee gegen die Qualen des Katers nun endlich gefunden ist. Hoffentlich ist, wie die Volts- 3tg." bemerkt, Herr Dr. Förster menschenfreundlich genug, auch den Juden und uns Judenknechten gegen Geld und gute Worte etwas von seinem Verba- Aufguß abzulaffen, denn, unter uns gesagt, auch an unsern Hirnwänden hat sich der von Angora" schon manchmal mit fanftem Schnurren gerieben. Eins fällt uns übrigens auf. Dr. Förster verlangt von unbekannten Personen Vorschuß, oder wie er es echt deutsch nannte Pränumeration" sollte er etwa seinen Freunden die kostbaren Waaren auf Kredit geben? Dazu ist er doch gewiß ein viel zu vorfichtiger Geschäftsmann. Im Uebrigen aber begrüßen auch wir ihn, wenn seine Reflame fich bewahrheitet, als einen der größten Wohlthäter der Menschheit. 11 g. Eine ebenso originelle als wirksame Art der Selbst. hilfe zur Entfernung unliebsamer Bewohner seines Hauses beobachtet der Eigenthümer des Grundstücs Bimmerftr. 59, ein Schloffermeister. Derselbe hatte vor Kurzem eine größere Wohnung in seinem Vorderhause an anscheinend anständige Leute vermiethet, aber bald stellte es sich heraus, daß dieselben in den gemietheten Räumen Liebespärchen auf furze Beit Aufnahme gewährten. Da die Leute ihren Kontralt in Händen hatten und auch pünktlich die Miethe zahlten, so fand sich nicht gleich ein wesentlicher Gund, die Miether zum Verlaffen des Hauses zu zwingen. Da kam dem Schlossermeister eine Idee, welche er auch sofort ausführte. Er richtete auf dem Flur des Vorderhauses, dicht hinter der Eingangsthür, ohne dabei aber den Eingang zu behindern, eine Schlosserwerkstatt ein und seit einigen Tagen fieht man hier Tag und Nacht je einen Schloffergesellen ununterbrochen arbeiten. Nach Schluß des Hauses, Abends um 10 Uhr, wird jeder Fremde, der mit oder ohne Dame das Haus betritt, befragt, zu wem er wolle u. s. w. Daß fich die Runden" jener Mieihspartei eine derartige Beaufsichtigung nicht lange gefallen laffen werden, liegt auf der Hand und das Ende wird der erwünschte Erfolg des erfinderischen Hauswirths sein, daß die unliebsamen Bewohner einen anderen Ort für ihr Treiben aussuchen. Die Frequenz in dem gedachten Hause soll bisher eine sehr bedeutende ge wesen sein. Gerichts- Zeitung. In der Beleidigungsklage, welche fürzlich die Stadtverordneten Ewald, Luzauer und Gördi gegen den früheren Redakteur des Voltsfreund", Johannes Berndt, vor dem Schöffengericht durchfochten, war Herr Gördi auf erhobene Widerklage wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 50 M. verurtheilt worden. Er hatte gegen dieses Erkenntniß die Be rufung eingelegt, welche heute vor der 6. Straffammer biefigen Landgerichts verhandelt werden sollte. Jm Termin er flärte der Vertreter des Widerklägers, daß derselbe an einer Bestrafung des Herrn Gördi tein Interesse habe, vielmehr Die Klage gegen denselben zurücknehme. Damit war die Sache erledigt. D zu Der im Februar 1867 auf dem Grüßmacher begangene Corny'sche Mord, jenes scheußliche Verbrechen, das noch bis zum heutigen Tage in tiefes Dunkel gebüllt ist, wirft noch immer seine Schatten. Bekanntlich hat ein Maschinenbauer Namens Lehnert, vor etwa 14 Jahren das Gerücht ausge sprengt, der in der Müllerstraße wohnende Restaurateur Dal möller, der zur Beit des Mordes Wächter gewesen, habe sich an dem Morde betheiligt und außerdem ben damals erhaltenen Schweigeldern sein Vermögen zu verdanken. Dalmöller, der fich in weitesten Kreisen des besten Leumundes erfreut, wurde deshalb sofort gegen Lebnert klagbar. Dalmöller wies durch Urfunden nach, sein Wächterrevier sei zu der Zeit in der Keffel straße gewesen, er vermochte deshalb über das, was auf dem Grüßmacher vorging, absolut nichts wahrzunehmen. Im Jabre 1870 habe er seinen Wächterpoften aufgegeben, set Droschtenfuhrherr und sehr bald darauf Bau- Unternehmer Ganz befonders in geworden. seiner legten Eigenschaft sei es ihm geglückt, einige tausend Thaler zu erwerben. Seine Bau Unternehmungen verwickelten ihn schließlich in langwierige Prozesse, die jedoch sämmtlich seinen Gunsten ausfielen. Raum hatte er diese Prozesse ge wonnen, es war im Januar 1884, da trat der ihm vollständig unbekannte Lehnert mit seiner verleumderischen Beleidigung hervor. Sowohl das Schöffengericht, als auch die 6. Straf ( Berufungs) Kammer des föniglichen Landgerichts Berlin I verurtheilte den Lehnert ,,, angesichts der Schwere der Beleidi gung, die, wie die Verhandlung ergeben, vollständig aus der Luft gegriffen war", zu drei Monaten Gefängniß. Der Vors figende der Berufungstammer bemerkte bei der Urtheilsmoti virung: Die eingeleitete Untersuchung habe nicht den ge ringsten Anhalt für die erhobene Beschuldigung ergeben. Die dem Kläger zugefügte Nachrede qualifijire fich als eine äußerst gefährliche, da fie geeignet sei, das Familienglück, die bürger liche Stellung und mittelbar auch die Gesundheit des Be leidigten in Gefahr zu bringen. Aus diesem Grunde rechtfertige fich die Schwere der Bestrafung. Gegen dies Urtheil appellitte der Kläger. Der erste Straffenat des königlichen Kammergerichts, der sich deshalb am Donnerstag mit der Angelegenheit zu beschäftigen hatte, bestätigte jedoch nach sehr furzer Berathung das gefällte Urtheil, indem er sich den Mo tiven der beiden Vorderrichter in allen Punkten anschloß. " 1 Stuttgart, 11. April. Vor den Schranken des Schöffen gerichts Stuttgart fand am 11. d. in Folge Strafantrags eines der geschlagenen Sozialdemokraten das gerichtliche Nachspiel zu der ,, Entrüstungs- Versammlung" im Bürgermuseum vom 20. Dezember v. J. statt. Die Staatsanwaltschaft bat gegen den Angeklagten, den der deutschen Partei" angehörigen Wundarzt Talmon Gros, eine Geldstrafe von 20 M. beantragt, das Schöffengericht erkannte aber auf Geldstrafe von 130 M. und eine Buße von 20 Mart sammt den Kosten. Aus der Verhandlung heben wir nach dem Beob." das Nachstehende als interessant hervor. Der Angeklagte gab an: Er habe auf dem Weg in die Versammlung einen Franzosen gesprochen, durch deffen Mittheilungen ihm die Unwürdigkeit der Reichstagsmehrheit deutlich zum Bewußtsein gekommen sei. Sodann seien in der Versammlung von dem vorstzenden Herrn Prof. Bech und dem Oberstaatsanwalt von Lenz sehr patriotische Reden gehalten worden über die Schande jenes Beschlusses, und schließlich habe auch der Herr Prof. Veil einen im höchsten Grad begeisternden Vortrag gehalten. Dadurch sei er( An daß er, als er bei der Aftimmung über die Kanzler adresse und dem gleichzeitigen Hoch auf den Kanzler Nr. Am Vor Kommiſſ Abstimmung babe ja offenbar auch nur dann einen Sinn wenn sie wirklich eine Probe der Zustimmung sei. Wedera habe Pfui gerufen, noch sei überhaupt ein solches zu hören g wefen. Plößlich sei von hinten versucht worden, ihm de Stuhl wegzuziehen. Gleichzeitig babe fich aus der Reihe vo ihm der Angeklagte auf ihn gestürzt, seinen Schirm geschwunge und ihm denselben über den Kopf geschlagen, so daß er fofod einen starken Schmerz auf dem Scheitel verspürt habe. De Schlag des Angeklagten sei das Signal gewesen, daß fi Andere auf ihn gestürzt hätten, er sei gepackt, geschlagen un so zum Saal hinausgestoken worden. Draußen habe ihn b Polizei gedeckt und ihm gesagt, daß er gegenübe andern, vorher Mißhandelten noch gut weggelommen sei. Der Staatsanwalt, getr Dfiander, endedt eine ganze Re von Milderungsgründen für den Angeklagten: Erftens ba er seiner Entrüstung über die Behandlung des Reichskanzle Luft machen wollen; zweitens sei er von Anfang an in eine großen Erregung gewesen; drittens seien Andersgefinnte g nicht in die Versammlung eingeladen und es somit von d Beugen unpassend gewesen, in derselben zu erscheinen; vierte set es zwar nicht erwiesen, daß Pfui gerufen worden, alle man müsse diese Behauptung dem Angeklagten glauben. Naim Auft alledem set ine Geldstrafe von 20 Mt. eine genügende St geben: für den Angeklagten.- Rechtsanwalt Friedrich Haußmannd lungswei Vertreter des Nebenklägers Bohne tritt in entschiedener Weber ohne Den staatsanwaltschaftlichen Ausführungen entgegen und wide legt dieselben schlagend. legt dieselben schlagend.- Das Gricht erkannte, wie o gemeldet und nahm als ftrafmildernd die große Aufregung Angeklagten, als straferschwerend dagegen an, daß derselbe Leitern der Versammlung mit seinem Verhalten einen schled Dienst erwiesen habe. Der Beobachter" bemerkt zu Urtheil:" Für den Vertreter der K. Staatsanwaltschaft deffen Vorgesezten, I. Staatsanwalt Dr. v. Lenz, dürfte d mehr als sechsfache Erhöhung des Strafantrages einigerma überraschend gewesen sein. Der Vorftzende der abgeurthe Versammlung aber, der im Januar noch öffentlich erfla Eine gerichtliche Verhandlung kann uns nur erwünscht fe fteht sich vielleicht in mehr als einer Beziehung veranlaßt, April seine Auffassung zu modifiztren." " Ein Vertheidigerhonorar. Als am 13. b. M. vor Bezirksgerichte Wieden in Wien der Justizwachmann den Na Anna Both aufrief, bahnte sich ein Dienstmann durch das Aud rium einen Weg zum Richtertisch. Richter: Was wün Sie? Sie hören, daß Frau Anna Both aufgerufen wurde Dienstmann: ft schon richtig, hohes Gericht, ich bin der theidiger der Frau Both.( Heiterkeit.)- Richter: Haben eine Vollmacht? Dienstmann: Nein, hohes Gericht Vollmacht, die hab' ich nicht; aber den Auftrag hab' ta Frau Both erhalten, fte hier zu vertheidigen und das w thua. Richter: Das werden Sie nicht, da Ste fich mit Vollmacht nicht auszuweisen vermögen. Treten Sie zurid Der Richter verliest nun die polizeiliche Anzeige, die dahin l daß fich Frau Anna Both der Uebertretung gegen das feuchengeset schuldig gemacht hat, weil sie ihren Hund ohne torb auf der Straße berumlaufen ließ. Dienstmann Pathos): Mein hohes Gericht! In Anbetracht deffen Frau Anna Both eine Frau ist. Richter: Woll wohl schweigen? Erst nach weiteren Versuchen des D manns, seine Rede hochtrabend fortzusehen, wird es dem möglich, denselben zur Verzichtleistung auf das Wort# wegen. Frau Anna Both wird zu einer Geldstrafe von Gulden verurtheilt. Der Dienstmann zieht eine Brief hervor, entnimmt derselben einen Gulden und legt ihn auf Tisch. Richter: Sie zahlen gleich die Strafe für Both? Dienstmann: Als Vertheidiger der Frau erlege ich ihre Strafe, und ich danke in ihrem Namen filt Milde des hohen Gerichts. Sie ist billig weggekommen, habe auf drei Gulden mich gefaßt gemacht; wenn es mehr wesen wäre, hätte ich refurrirt. Mir zahlt Frau Both Kreuzer für die Vertheidigung, da kann sie doch zufrieden Ich habe die Ehre, mich dem hohen Gerichte ergebenst ju pfehlen.( Heiterfeit.) 19 Vermischtes. Der ärmste Mann. Breisend mit viel schlimmen Reden Ihrer Frauen falsche Tracht, Saßen viele wad're Männer Einst beim Bier in später Nacht. Herrlich", sprach der Schulze seufzend. Jit mein Weib und seine Kunst; Falsche Röthe auf den Wangen, An' sein Schönheit eitler Dunst." Sebt mein Lieb' in üpp'ger Fülle", Sprach betrübt ein dicker Wicht, Falsche Locken, falscher Busen Und was sonst noch scheut das Licht". Falsche Bähne, faliche Waden", Lehmann, Herr der Käthe, sprach, Schaffen, daß mein Weib den Euren Wohl nicht steht an Falschheit nach". Leberecht, der mit den Narben, Jezabel's geliebter Herr, Sprach: Mein Weib hat zwar fein Cult an Trägt nicht Bähge goldesschwer. Doch ein Kleinod hält's verborgen Vor der Welt; o dieser Schmerz! Seid zufrieden mit den Euern, Mein Weib hat ein falsches Hers!" Und es rief der kleine Dicke, Schulze, Lehmann schredensweiß: ,, Leberecht, Ihr seid der Aermste, Euer Weib erhält den Preis!" Das böse Gewiffen. Der Redakteur eines 宇 Blattes in einer französischen Provinzialhauptstadt brud Der Spige der Beitung folgende Aufforderung ab Weinhändler, der mir in der verwichenen Woche eine mit Bitriol gemischter Limonade als eine Flasche Cham verkauft hat, wird hiermit ersucht, mir innerhalb 24 eine Flasche wirklichen Champagners zu senden, wtbrig ich morgen den Namen und die Wohnung dieses Indu zur öffentlichen Ahndung bekannt machen werde." nächsten Tage hat der Redakteur von jedem lich erhalten. händler der Stadt eine Flasche echten Champagners une Kleine Mittheilungen. Alt Gaara, 15. April.( Unglücksfall.) Achtzehn zwei Bohnensorten( Manteca und Sennorita), Mais Gries, getlagter) in eine so aufgebrachte Stimmung versett worden, Leute wollten am Osterfeiertage über den das Dorf beri Almidon( feines, aus Manicc bereitetes Stät femehl) und Verba, beste Sorte. Lettere, die in sehr verschiedenen Qualitäten verkauft wird, ift ein bitter schmedender Thee von äußerst wohlthätigen Wirkun gen auf den Magen. Jedes ungeeignete Verhalten des leg teren, auch wenn es durch zu starkes Trinten berbeigeführt worden ist, stellt eine große Taffe Verba Aufguß( Máte) wieder ber. Man läßt 5 Theelöffel davon in einer großen Taffe heißen Waffers turze Zeit sieben, gießt ihn durch ein feines Sieb und genießt ihn beiß, doch soll man sich mindestens eine halbe Stunde danach jeder Nahrung, namentlich falten Waffers ent halten..." Folgen die Preisbestimmungen und die Bemerfung: Personen, welche mir unbekannt find, baben den Be trag zu pränumeriren" und die Unterschrift: Dr. B. Förster, Naumburg a. S. Also ein Mittel gegen Razenjammer! Das den Arm der Müris fahren, um sich in dem Eichen des jenseitigen Ufers zu beluftigen. Raum batten D awei Bänke hinter fich einen Mann figen bleiben fab, die Infaffen ein wenig vom Lande entfernt, als fi feinen Schirm genommen und zugeschlagen habe. Er habe Schrecken bemerkten, daß der Rahn led geworden fel. geschlagen, wiffe er nicht, er habe nur gesehen, daß der Be Beranlaffung, daß das Fahrzeug umschlug und sämmtliche nämlich ein Pfui rufen hören; ob derjenige gerufen, den er treffende von hinten gefaßt worden sei. Einen Beugen dafür, daß am Schluß Pfui gerufen worden sei, tönne er nicht bezeichnen. Er habe u. a. mit Herrn Prof. Bech darüber ge sprochen, der habe es aber gleichfalls nicht gehört, und wife auch Niemand, der es gehört babe, doch wiffe er, daß gerufen sonen in die Tiefe santen. Ein Schiffer, welcher mit Kahne in der Gegend vor Anker lag, eilte fofort au Hilfe mochte aber nur sechs der Unglüdlichen dem Wellengra entreißen, während zwölf den Tod fanden. Aber von den Geretteten vermochte man trog der berbeige worden sei ,, nicht bauen". Der Berlegte, Schreiner Bohne, ärztlichen Hilfe awei nicht wieder in das Leben zur Ein herzerschütternder Anblid war es, als man beim Auff ist der ganze Erfolg der mit so vielem Tamtam inszenirten rubig auf feinem Stuble geseffen. Der Inhalt der Adresse haft mit den Händen angefaßt hielten, aus der Tiefe von Anfang bis zu Ende ohne ein Beichen des Mißfallens der Leichen auf einmal sechs der Unglücklichen, die fich fa Gründung Neudeutschlands! Der studiosus juris Dr. Ernst Berantwortlicher Redakteur R. vorzog. habe es ihm unmöglich gemacht, fich für dieselbe zu erheben; Gronheim in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, Slevanzeine Belle ( M. Bl ! asen Retten in urtheilt bigt. Staatsar auf Bet noch het Herr Ru feine Ar gung de Die erfol Die fortgesett branntwe erhöht d ein Antr Kilogram Aba in bem ben Bon der Einf Mischun wein wi also nich tation zu nen Refo Durch die Ich bin ftürzende werden, Gelegent Bun Regierun Erstens feineren Arat, Ko Boll zu tion auch welche d Konture Diese Bol fabritant Antiag höheren ihnen, m Rum un Abg etwas w Heiterkeit Industrie leidenden und soll Das Na Diese W warmes abstreiten schaftliche Förderun gierung fache um Der Kon Denn und Küstenber tennzeichn fagt Ste Theil de Einfuhr behaupter der Ben eine sehr 80 M. m heranreich Den Kon fich gleichem gelöscht eine eigen Surrogat mitteln d hätte Jh aufftellen lungen in ich mich Mißbrau lints.) S Inland Lande, sp Die Bem fungsmit als eine von allen für das S alle Klaff Die Küfte der Bra lints.) Nach und Abg treffen, nomme Der freie Lemer Alf fat beizu zu erhöhe für Dleo Mt. ehö Aba ift die M zweig de vorzüglich an die fammte eilage nun Berliner Bolksblatt. Nr. iiO Sonnabend Den s8 April 1885. II. Jahrgang. z»rl»me»tsberjtkte. Deutscher«etchSiag. 79. Ei tzung vom 17. April, 12 Uhr. Am Tische des Bunvekia'HS von Burcdard und Kommiffarien. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung erhält der Abg. Hasenclever das Wort: Las P>äfidium hat mir gestattet, im Aufilage meines Freundes Bebel folaend« Erllärung abzu- aeben: B.bel hat bei Gelegenheit der Etatsberathung die Hanv- lungSweise des Herrn Kommerzienrath Epaer zu Landcshut der ohne Vorwissen seiner A beiter ein längeres Scheeren dll- Ketten in seiner Fabrik anzeoidnet hatte, in sckarser Weise ver- uitheilt und den Herrn Kommerzien: ath des Betruges beschul- digt. Der Abg. Bebel erklärt, d�ß er anerkenne, daß die Siaatsanwaiiswaft zu hirschberg keine Grürde zur Anklage auf Betrug gefunden habe, bemerkt aber zualetch, daß er immer roch M seiner damals ausgesprochenen Anficht beharre, daß Herr Rudolf Epner durch das längere Scheeren der Ketten feine Arberter um zirka 1080 M. geschädigt und die Entschävt» gung der Arbeiter erst in Folge der energischen Reklamationen, die erfolgt find, ausgezahlt habe. Die zweite Berathung der Zolltarifnovell« wird fortgesetzt. Für Branntwein aller Art, Arak, Rum, Franz- branntwein und versetzte Branntweine in Fäffern und Flaschen erhöhl die Vorlage den Eingangszoll von 43 auf 80 Mark, ein Antrag des Abgeordneten Lucius auf 60 Mark für 100 Kilogramm. , Abg. Witt e akzeptirt dankbar das Entgegenkommen, das in dem Anirage Lucius liegt, bittet aber. eS bei dem best.hen. den Zollsatz von 48 M zu belasten. Der erheblichste Theil der Einfuhr besteht aus Rum und ähnlichen Stoffen, die zur Mischung inländischer Stoffe benutzt werden. Reiner Brannt- «-in wird überhaupt nicht eingeführt, die Zollerhöhung kann also nicht den Zweck haben, die inländische Branntmeinfabri- kation zu schützen, dagegen ist ei bedenklich bei der unbestritte- ncn Reformbedürftigkeit unserer Branntweinsteuer-Gesetzgebung, durch die Zollerhöhung den destehenden Zustand zu alteriren. Ich bin kein Gegner derselben, aber vor einer solchen grund- stürzenden Aenderung muß zuerst die innere Steuer geändert werden, woiüder zu verhandeln uns der Antrag Uhden bald Gelegenheit geben w'rZ.(Zustimmung.) Bundeskommiffar Geh Rath Vochbammer: Der Regierun gsvoi schlag geht von zwei GestchtSpuntten aus. Erstins besteht unser Branntwein> Import fast nur aus den ai S"™®0lien- Artikeln der Luxuekonsumtion, wie Rum, Aral, Kognak, welche sehr wohl im Stande find, den höheren Zoll zu tragen. Zweitens ist eine bedeutende Kognakproduk- «on auch bei uns im Jnlande in der Entwickelung begriffen, welche dem Weinbau von großem Nutzen ist, aber unier der Konkurrenz auswärtigen Kognaks leidet und deshalb durch diese Zoll�rhöhung geschützt werden soll. Die Punschexlrakt- fabrrkanten, mit Rückficht auf welch« der Abg. Lucius leinen Antrag gr stellt hat, können eventuell vor Schaden durch den Höheren Zoll in der Weise ficher gestellt werden, daß man ihnen, wenn fie exporriren, den Zoll, den ste für ausländischen Rum und Arak dezahlt haben, rückvergütet. Abg. Broemel:„Nicht nur eine gute Punschcffenz ist «was werth, sondern auch ein guter Grog,(t hr richtig! Heiterkeit links.) Wollen Sie der leidenden deutschen Spiritus- Industrie helfen, so trinken Sie Grog, und wollen Sie der leidenden Zuckerindustrie helfen, so trinken Sie nochmals Grog, und soll beiden Industrien geholfen werden, so muß der Grog das Nationalpetränk der Deutschen werden."(Hcitcrkeii.) Diese Worte sprach vor einiger Zeit ein Mann, dem man ein warmes Jntereffe für die Lanvwirthschaft nach seiner Art nicht abstreiten wird.(Dr. Alrxarder Mryer in der volkswirth- schastlichen Gesellschaft) Ob die Vorlage im Sinne dieser Förderung wirken wird, ist fraglich. Der Vertreter der Re- aterung verfichert uns wiederholt, daß eS stch in der Haupt- fache um Artikel des LuxuSkonsumS handelt. Bei Beutthetlung der Konsumfragen werden die Herren immer unduldsamer, denn unduldsam muß ich es nennen, wenn man den deutschen Küstendewohnern ein Glas Grog als Luxus bezeichnet. Es kennzeichnet die vorgeschlagene Zollerhöhung oder richtiger ge- sagt Steuererhöhung, daß fie ganz einseitig auf einen Theil Theil der deutschen Bevölkerung fällt. Der Hzuptthcil der Einfuhr besteht auch nicht, wie die Vertreter der Regierung behaupten, aus hochfeiner Waare für den deschränkten KreiS der Bemittelten, sondern die geringeren Qualitäten spielen -ine sehr große Rolle. Wie wird nun erst der Zollsatz von 80 M. wirken, der an den Werth der geringeren Waare nahe hinreicht, ja ihn übersteigt? Und wie wird er auf Konsum wirken? Cr wird stch vermindern, während „i r-T" St} k-i Dank I— der Durst in Deutlchlantr nicht in Ö'HR?« Maße vermindern und daher mit schlechterem Stoffe «ird. Statt des guten ausländischen Fabrikates liefert Sabufation aus Karlosselsprit und Essenzen ein unv Rußland zeigt am besten, zu welchen Genuß- ausstellen können, aber als Mitglied der Partet, der alle Hand- Jungen in so gar töllmmem Sinne ausgelegt werden, scheute A«ich davor in der Besorgniß, daß man mir damit einen Mißbrauch geistiger Getränk« schuld geben werde.(Heiterkeit Untt.) Aber gerade dre eingeführten Stoffe haben, da ste im Inland zum Verschnitt verwendet werden, für unsere Küsten- �ndc, speziell für vi« nordöstlichem die allerhöchste Bedeutung. Dre Bewohner derselben find durch ihr Klima auf diese Slär- lungsmittel angewiesen, und so stellt stch dieser Zoll geradezu als eine Steuer auf das Klima dar. In diesem Hause wird von allen Seiten Schutz gefordert, ich fordere einen Schutz für das Klima unserer Küstenbewohner, indem ich Sie bitte, alle Klaffen mit gleichem Maß zu messen und nicht einseitig die Küstenländer zu belasten, ohne eine durchgreifende Reform der Branntweinbesteuerung überhaupt«inzuführen.(Beifall links.) Nachdem noch Abg. Lucius seinen Antrag empfohlen, und Abg. Lipke über Petitionen, welche diese Position be- «nten, referirt hat, wird der Äegierungsvorschlag ange- » o m m e n. kr-i, Zollsatz für Butter beträgt zur Zell 20 Mk. Die kammem jjss p' IÄÄI Bedrängniß durch die Kor kunenz ausländischer Kunstbutter von »hl zweiseihaskm Werth.&ie in Tausenden von Z-ninern im- pornrt wirv. Ich bitte Sie, zum Schutz unserer Produklwn von natürlicher, unverfälschter Butter, die vorgeschlagenen Zoll- erhöhungen anzunehmen........ Abg. V i! s c r r n g: Das Oleomargarrn ist crn nicht sehr reichlicher Stoff, der bei der Taigfablikalion gewonnen, meist aus Amerika importirt und vorzugsweise zur Kunstbutter ver- wendet wird. Unter dem bisherigen Zoll find bereits 32 Kunstbutterfadriken in Deutschland entstanden; eine solch« Fabrik in Berlin produzirt allein wöchentlich 5000 Zentner. Diese Fabrikation wird, wenn das Oleomargarin nicht winde. stens ebenso hoch verzollt wird wie Kunst- und Naturbutter, zum Schaden ver Produktion natürlicher Butter noch zunehmen, und dos will mein Antrag verhindem.. � Abg. Richter: Ich produzire nicht Butter, wie die Vor- redner, aber ich effe Bulter und bin um so mehr veranlaßt, im Namen der Konsumenten zu sprechen, als hier von Herren, die im Jnter- ffe ihres Geldbeutels(Oho!) oder deffen, was fie produziren, geredet haben, wie nie zuvor Behauptungen auf- gestellt find, die im schroffsten Widerspruch mit den Thatsachm stehen. Ei ist absolut falsch, daß die Butterpreise seit Jahr- zehnten nicht so niedrig waren w!e heute. Nach dem amtlichen Bericht des preußischen Landwirthschaftsministers, der selbst ein Schutzzöllner ist, betrug der Durchschnittspreis der Natur- butter in Preußen pro Kilogramm 220 Pf. im Jahre 1880; er stieg 1881 auf 227 Pf.; 1882 auf 228 Pf. und 1883 auf 230 Pf.(hört, hört!); und es heißt im Bericht, daß gerade die Molkerei und Buttelproduktion in Deutschland fich überaus gehoben h-rbe. Glauben Sie, das wäre geschehen, wenn das Geschäft fich nicht rentirte? Auch was Herr Schelbert über den Import sagte, ist falsch. Ich zweifle nicht daran, daß Herr Schelbert seine Butter an die höchsten Herrschaft n verkauft, wohl aber zweifle ich, ob Jemand, weil er gute Butter zu machen versteht, auch gute Gesetze machen kann.(Helte, keit.) Zölle, welche nur von den höchsten Herrschaften getragen werden, würde ich gern bewilligen; der Kunstbutterzoll aber schädigt gerade die ärmsten Klassen der Bevölkerung. Sie thun damit noch einen Schritt über den Petroleumzoll hinaus; und gerade das Zentrum sollte hier doch vorfichtig sein, denn seine Wählerlreise werden am meisten von diesem Zoll betroffen. Erst haben Sie die Naturbutter, dann das Schmalz für den armen Mann verlheuert; jetzt wollen Sie auch die geringe Fettnahrung der Kunstbutter theurer machen. Gerade in den dichtest bevölkerten Industrie- bezirken des W-stenS wird die meiste Kunstbutter verbraucht; z. B. im Stadtkreis Bochum monatlich 4000 Kilo: im Landkreis Dortmund das Dreifache des Verbrauchs von Naturbutter. Nachdem Sie durch Ihre Zollpolitik die ärmsten Bevölkerungs- klaffen benachtheiligt haben, wollen Sie nun eine Jndust.ie, die Sie selbst durch jene Politik großgezogen haben, vernichten, blos einigen Herren zu Liebe, die an die höchsten Herrschaften verkaufen; und der Gipfel dieser Art von Zollpolitik ist der Vorschlag Vissering, der sogar einen Rohstoff höher verzollen will. Ich hoffe indlffen noch, Sie werden sich heute wenig- stens befinnen, ehe Sie die Antrage annehmen.(Beifall linkt.) Bundeskommissar Geh. Rath Kraut erklärt, daß die zoll- technische Unterscheidung von Natur- und Kunstbutter un- möglich, daher eine Verschiedenartlgkeit der Zollsätze unthun- lich sei. Abg. Günther(Sachsen) bekämpft die Ausführungen Richter's, die allerdings begreiflich seien, weil es fich hier um einen Schutz der Landwirthschaft handle, gegen deren Nothlage fich die Herren von links ja stets glcichgiltig gezeigt haben. (Sehr richtig! rechts. Unruhe links.) Abg. R o h l a n d erwidert, wenn man den kleinen Land- wirthen durch Hebung der Butterwirthschaft helfen wolle, so müsse man zunächst die Getreidezölle abschaffen, damit die kleinen Landwirthe das Getreide zur Futterung deS Viehes billig erhalten können. Abg. v. S ch a l s ch a(Zentrum) verwahrt seine Partei- genossen dagegen, als ob fie im Interesse ihres Geldbeutels Politik machen; vielmehr seien ste mit derselben Wärme, wie für die agrarischen, auch für die Jndustriezölle«ingetreten. (Lachen links.) Daß fie im Interesse ihres Geldbeutels stim- men, könnte man nur von solchen Abgeordneten sagen, welche aus Furcht ihr Gehalt aus dem Diätenfonds ihrer Partei zu verlieren, stets nach dem Wunsche der Parteiführer stimmen. (Unruhe links.) Das Zentrum ferner habe durch seine Schutz- Zollpolitik bisher nock keinen Sitz verloren; wohl aber kann man auf der Linien Viele sehen, die nicht da find. Von einer Verlheuerung der Lebensmittel durch den Butterzoll sei keine Rede; bei der ungeheuren Butterproduktion Deutschlands sei der geringe Zollsatz aus die Preisverhältniffe ohne Einfluß. Mit Rückficht auf die Erklärung des ÄundeskommissarS ziehe die freie wirthschaftliche Vereinigung ihren Antrag für heute zurück. Abg. Richter nimmt den Antrag wieder auf, um dem Vorredner die Antwort, die er verdient habe, zu geben. Abg. Heine erklärt stch namenS der Sozialdemokraten gegen jede Zollerhöhung, welche irgendwelche nothwendigen Lebensmittel vertheuere. Abg. v. H e l l d o r f f: Die Zurückziehung unseres An- träges ist nur in der Weise erfolgt, daß wir uns für die dritte Lesung den Antrag in einer veränderten Formulirung, nach welcher Natur- und Kunstbutter denselben Zoll erhalten sollen (von 25 M.). wieder einzubringen vorbehalten. Für jetzt halte ich eine wettere DiSkuiflon des Gegenstandes daher für über- flüsfio und beantragte den Schluß der Diikusfion. Abg. Richter: Das wäre vielleicht gerechtfertigt, wenn Herr v. Schalscha nicht geredet hätte; nachdem er aber an« griffsweise vorgegangen ist, würde, wenn Sie mir durch den Schluß die Erwiderung abschneiden, das nur deweisen, daß Sie Furcht haben.(Oho! rechts.) Nachdem der Antrag v. Hülst zurückgezogen, wird der Schlußantrag angenommen. Aög. Richter zieht den von ihm wieder aufgenommenen Antrag nunmehr zurück, um dem Prä- fidenten die Fragestellung zu ersparen. Die Posttion„Fische, gesalzene 3 M.; mit Esstg, Oel oder Gewürzen zuberettete, in Fässern eingehend. 12 M.; in hermetisch verschlossenen Gefäßen eingehend, 60 M., wird ohne Debatte angenommen. Zu der Posttion„Wild und Geflügel aller Art nicht lebend. 30 M. pro 100 Kilogramm" meldet fich zunächst Niemand zum Wort. Der Prästdent will die Diskusfion schlie- ßen; da bemerkt der � Abg. Richter: So etwas ist noch nicht vorgekommen! ES wird ein neuer Zoll verlangt, und Niemand findet stch be- reit, ihn zu motiviren.,..,. Abg. Günther(Sachsen); Man ist in der steten«irth- schafttichen Vereinigung davon ausgegangen, daß. wenn der Zoll auf Fleisch und Fische erhöht würde, auch der Luxusartikel auf diesem Gebiet einen höheren Zoll erhalten müssen. Hier handelt es fich nicht um das Fleisch des armen, sondern um das des reichen Mannes. Wollen Sie einen solchen Zoll nicht, nun, dann lehnen Sie rhn ab. Abg. Richter: Ich würde gar nichts dagegen haben, diesen Fleischkonsum zu besteuern; in einzelnen Kommunen wird ja schon eine Wildpreisteuer erhoben. Aber Sie täuschen fich, wenn Sie glauben, mit diesem Zoll den Konsam zu treffen und eine Besteuerung des reichen ManneS herbei, u« führen. Derselbe würde nur zur Folge haben, daß unsere Ausfuhr von Wild und Geflügel oermindert wird: es steht zu befürchten, daß das Ausland RetorstonSzölle erbebt und der Export von Deutschland ist ebenso bedeutend wie die Einfuhr. Was die Durchfuhr betrifft, so verwandelt stch dieselbe, weil ein längerer Transport von nicht lebendem Vieh, daS doch dem Verderben leicht auSg-setzt ist, sehr schwierig ist, in eine Einfuhr und Ausfuhr. Da nun der Zoll bei der Einfuhr bezahlt werden muß, beim Export aber nicht vergütet wird, so wird thatsächlich ein Durchfuhrzoll erHoden, und in dem Maße, wie Sie den Zoll erhöhen, erschweren Sie die Ausfuhr. Man setzt mit diesem Zoll eine Prämie auf die Einfuhr von leben- dem Vieh, daS während des Transports Abmagerung und Verkümmerung erleidet. Ich meine, Sie thäten gut, auch diesen Zoll bis zur dritten Lesung auszusetzen, damit Ste stch über die Sache etwas näher tnformiren. Kommiffarius, Geh. Rath Schraut: Gegen den in Vorschlag gebrachten Zoll für nicht lebenveS Geflügel bestehen auch nach unserer Anficht keinerlei sachliche Bevenk-n. Es handelt fich in letzter Linie doch lediglich um einen Zoll auf den Konsum von Artikeln, der auch schließlich von den wohl« habenden Klassen getragen wird(oho 1 links) und in Folge dessen auch recht gut eine kleine Konsamsteuer auf fich nehmen kann. Wenn der Abgeordnete Richter befürwortet, daß in Folge deffen die Einfuhr von lebendem Geflügel fich steigern werde, wenn der Zoll von nicht lebendem beträchtlich erhöht werde, so fällt hierdurch schon ein Theil der Bedenken hinweg. Diese beiden Genres kon« kurriren nicht miteinander. Lebendes G.flügel geht überhaupt nur als Zuchtthier, dezw. als ganz feine Delrkateffe, z. B. lebende Wachteln, nach England, und dann ist die Einfuhr vom lebendem Geflügel mit so viel Schwierigkeiten verknüpft, daß es Niemand einsallen wird, durch Einfuhr von lebendem Geflügel die von todtem ersetzen zu wollen. Abg. Richter: Nun erfahren wir also erst, daß dieser Zoll auch noch mit den Handelsverträgen, die wir mit den meistbegünstigten Nationen haben, in Widerspruch steht. Für Geflügel würde darnach der Taris nur gegenüber Rußland in Kraft treten: aber gerade von da ist die Einfuhr sehr gering, während diejenige aus Oesterrcich'Ungarn die Hälfte der ge- sammten Einfuhr von Wild und Geflügel beträgt. Abg. v. Schalscha: Der Zoll wird jedenfalls als Finanzzoll wirken, und warum sollten wir nicht auch die Ein« fuhr der schlechteren österreichischen und böhmischen Gänse erschweren, da unsere Bauem bessere Gänse selbst heranziehen können? Abg. Richter: Ich habe den Eindruck, als ob Sie (rechts und im Zentrum) über die thatsächlichen Verhältnisse und Gesetze in der Zollpolilik wenig unterrichtet seien. Ich beanspruche eine solche«enntniß bis in das genaueste Detail nicht, wenn ein neuer Zoll auftauscht, zu wissen, ob dieser viel« leicht mil irgend einem Handelsvertrag kolltdirt. Aber Ihre Pflicht wäre es, diese Kenntniß zu haben. Sie haben aber den Zoll beantragt ohne Kenntniß der Thatsachen; Sie wollen vre böhmischen Ganse fernhalten und nun erfahren Sie, daß Ihr Zoll in Bezug auf Oesterreich gar nicht in Kraft tretm könnte. , �bg.v. Stoib erg-Wernigerode: Bei einem ein- zelnen Mitglied« wäre eine solche Unkenntniß begreiflich. Wenn aber eine größere Anzahl von Mitgliedern des H-useS zu« sammenkommt und einen Zoll ausarbeitet, dann werden Sie uns wohl zutrauen können, daß wir uns die Handelsverträge angesehen haben. ES giebt doch aber auch Länder, die nicht meistdegünstizt find, z. B. Rußland, woher wir sehr viel Schnee« Hühner beziehen. Dann ist in der freien wirihfchastltchen Ver« einigung noch dieses Moment zur Sprache gekommen, daß wir uns mit diesen Zöllen Kompensationsobjekte schaffen, die, wenn wir in Zukunft Handelsverträge abschließen, verwerthen können. Wenn irgend ein Zoll.derechtigt ist, so ist e« dieser. Abg. Richter: Wir müssen ja nunmehr dem Grafen Stolberg glauben, daß er von der Sache Kenntniß gehabt, im Publikum wird man vielleicht nicht so leichtgläubig sein. Man will den Zoll als KompensationSobjekt für zukünftige Handels» träge haben. Dadurch gewinnt die Sache ein ganz anderes Gewicht, aber ich glaube kaum, daß Oesterretch-Ungarn diesen Zoll als ein kräftiges KompensationSobjekt gelten laffen wird. Abg. F r e g e erklärt, daß man aus eine Mottvirung deS Zolls verzichtet habe, um die Zeit des Hauses nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen. Die ltnle Seite ging alleroings darauf aus, durch Verzögern der Verhandlungen die Beschlußunfähig« keit des Hauses herbeizuführen und damit die Zollnooelle zu Falle zu bringen. Abg. Richter: Man soll doch offen die Niederlage an« erkennen, die man heute beim Butterzoll erlitten ha,. Ich be« dauere, daß der Herr Vorredner eS für zulässig gehalten hat, unS Motive unterzuschieben, zu denen wir unS nicht bekannt haben. Daß wir die Vorlage durch Herbeiführnng der Beschluß» unfahigkett zum Scheitern wringen wollen, ist vollständig auS der Luft gegriffen. Diese wurde ja neulich durch Herrn von Kölln herbeigeführt. Wir wollen nur nicht so ohne weitneS die Zölle ohne eine Begründung einführen. Wir haben schon den Differmzialzoll auf Roggen eingeführt. Wie wollen Sie jetzt den Differenzialzoll auf Geflügel einführen? Sollen etwa die deutschen Konsuln in Oesterreich über jede GarS ein Ursprungsattest aut stellen, daß ste aus dem galiztschen und nicht aus dem russischen Polen stammt? Es würde eine Zollplackeret ohnegleichen daraus entstehen. Der Zoll auf Wild und Geflügel wird darauf mit 102 gegen 99 Stimmen angenommen. Mit den Konservativen und Zentrum stimmen auch einige Nalionalliberale in der Majorität. Für Honig schlägt die Regierung die Erhöhung deS Zolles von 3 auf 20 M. vor. Abg. L e t o ch a: Die Honigpreise find so zurückgegangen, daß die Bienenzüchter dabei nicht mehr bestehen können. Die Gegner der ZoUerhöhung, namentlich die Honigkuchenfadrikan« ten, beschweren fich über die ZoUerhöhung mit der Bedaup« tung, daß fie den deutschen Honig, der zu hoch im Preise stehe, gar nicht kaufen könnten, sondern fich mit dem ostindischen uns amerikanischen begnügen müßten. Die Argumente der Petenten find oberfaul; die ganzen Petitionen strotzen von Unwahrheiten. Die Behauptung, daß der deutsche Honig 2ch0 Mk. per Kilo koste, während der wilde Honig nur 1.50 Mk. werth sei, ist unwahr.(Oho!) Die Preise für deutschen Honig stellen fich ungefähr auf die Hälft« deffen, waS die Petenten angeben. Abg. Schrader: Eine Begründung wie die eben gebörte, ist mir noch nicht vorgekommen. Der Vorredner beschuldigt alle Leute, die nicht seiner Meinung find, der Unwahrheit und stellt sie als Lügner und Betrüger bar.( Heiterkeit.) Die Petitionen find von den solidesten Geschäftsleuten ausgegangen, und der Vorredner selbst ist im Ferthum. Nach dem Bericht des preußischen Landwirthschaftsministers find die Honigpreise in den letzten Jahren stetig gestiegen und genau so hoch, wie Die Betenten behaupten. Der Honig, den Deutschland produzit, wird nicht zur Honiakuchenfabrikation benußt und ist stets 31 guten Preisen verläuflich. Wenn die Bienenwirthschaft etwas zurüdgegangen ist, so liegt dies namentlich daran, daß mehr und mehr Haideland unter den Pflug genommen wird, b sonders im Lüneburgischen, diesem Hauptfit der Bienenwirth schaft. Der Boll belastet einzelne Fabrikanten sehr bedeutend, und es wird ihnen nicht möglich sein, ihre Verluste durch Preis erhöbung der Waare wieder einzubringen. Kommiffarius Geb. Rath Schraut: Auch der Vorredner bat anerkannt, daß die Bienenzucht ein Produktionszweig ist, der vorzugsweise in armen Gegenden, wie der Lüneburger Haide, von kleinen Leuten betrieben wird, weil er ein ganz ge ringes Anlagefapital bedarf. Die Herren aus Südwestdeutsch land werden bestätigen, daß die Bienenzucht für eine große Anzahl von Leuten, insbesondere aus dem Lehrerstande, eine fehr wichtige Nebenerwerbsquelle und feineswegs lediglich eine Amateurbeschäftigung ist. Wenn er nun sagt, daß die Erhöhung des Honigzolles den Bienenzüchtern nichts nußen tönne, so befindet er sich im Widerspruch mit sämmtlichen deutschen Bienen üchtern; denn das Alpha und Omega der Wünsche der felben ist: schüßt uns vor der schlechten amerikanischen Konturrenz, die es unmöglich macht, in Deutschland eine Bienen zucht dauernd in die Höhe zu bringen. Sonft heißt es immer, Der Konsument trage den Boll. Hier aber soll auf einmal der Wenn es aber Honig tuchenfabrikant den Boll allein tragen. einen Artikel giebt, wo der Boll auf den Konsumenten abgeDenn es wälzt werden kann, so ist es bei diesem Artikel. handelt sich sich um einen Artikel, den nur die Wohl, habenden genießen, und zweitens handelt es fich um einen Gegenstand, der nur in beschränktem Maße ge noffen werden tann. Exportirt werden Honigłuchen nicht, es ist deshalb eine Vertheuerung nicht zu befürchten. Aus diesen Gründen ist anzunehmen, daß die Fabrikation nicht bedeutend geschädigt wird; auf der anderen Seite wird die Honigproduktion, die für die kleinen Leute von großer Bedeus tung ist, begünftigt. Ich bitte Sie daher dringend, den Zoll anzunehmen.( Beifalls rechts.) erweden, als ob die sogenannten" staatserhaltenden Bar teien hier etwas durchgeführt hätten, was die anderen Parteien nicht gewollt, während doch die Fortschritts. partei die Initiative ergriffen, der alle anderen Parteien nur gefolgt find. Außerdem kann ich den Herren, welche die offiziöse Preffe dirigiren, nur bemerken, daß es in der Bentrumsfraktion feine Windthorstsche Politik giebt, sondern nur die der Bentrumsfraktion. Ich muß das hier thun, weil ich die Mittel nicht habe, mir die offiziösen Zeitungen auf Roften anderer zu halten. Gehoben find meine Zweifel über die Verfassungsmäßigkeit des vorliegenden Geseßentwurfes nicht. Bezeichnend ist es, daß man so tavaliermäßig über meine Be denken hinweggegangen ist. Db aus den Reichseinnahmen zu dem Zwecke dieses Gesezes Mittel überwiesen werden sollen, will ich nicht erörtern; doch will ich auch hier ausdrücklich er= fären: ohne die Annahme des Antrags Huene der Herr Minister von Scholz scheint innerl ch seinen Widerwillen - teine gegen denselben noch nicht überwunden zu haben Zölle! Abg. Schmidi( Sagan) erklärt, verfassungsmäßige Be benten gegen den Geseßentwurf seien nicht vorhanden, und bes müht fich, dies durch die Entstehungsgeschichte der Artikel 25 und 112 der Verfaffung nachzuweisen. Abg. Bachem: Verfassungsmäßige Bedenken find unzweifelhaft vorhanden. Abg. Gneist: Der Art. 25 soll nur vor der Verstaats lichung der Volksschule schüßen, und bürdet prinzipiell die Unterhaltungslast den Kommunen auf. Der Artikel ist aber nie dahin verstanden worden, daß von den Gemeinden stets ein spezieller Nachweis ihres Unvermögens zur Erhaltung der Volksschulen verlangt werden soll. Abg. Graf Clairon d'haussonville: Bu meiner Freude hat der Abg. Windhörst seine materiellen Bedenken gegen das Gefes heute bereits ganz erheblich herabgemindert, und seine Bweifel betreffs der formalen Seite der Sache wers den fich durch die Bemerkung vielleicht gänzlich beheben laffen, daß die einheitliche" Regelung der Materie in der Verfaffung nirgends vorgeschrieben ist, die ftüdweise Regelung vielmehr nicht nur zulässig, sondern zum Theil schon fattisch durchgeführt ift. Abg. Lüdhoff: Ohne auf die Verfassungsfrage einzu gehen, will ich meine Freude darüber aussprechen, daß der von mir in der Kommission gestellte Antraa, die widerruflichen staatlichen Alterszulagen in das penfione fäbige Einkommen mit einzurechnen, sowohl bei der königlichen Regierung als beim Hause keinen Widerspruch erfahren hat, ebenso daß eine Er flärung des Herrn Regierungskommissars die Ansprüche der fchleftichen Lebrer auf eine Extrapenfion von 120 M., erworben durch Einzahlung in die Lehrerpenfionsanstalt, für immer ficher gestellt hat. Ich bedauere dagegen, daß der Herr Finanzminis fter die von der Kommission erhoffte Uebernahme der Benstone laften auf die Staatstaffe in der Höhe bis zu 900 M abgeLehnt hat, bei einem Heruntergeben auf 750 M. wird vielen Mitgliedern die Annahme des Gesezes erschwert, bei 600 M. unmöglich gemacht, da eine Belastung der Kommunen eintreten würde. Ich hoffe aber, daß die Fürsorge um die Eristenz der emeritirten Lehrer den Sieg davontragen wird. Abg. v. Meyer( Arnswalde) fann dem Gefeße seine Bu Abg. Braun: Dieser Zoll ist im Jahre 1882 abgelehnt worden. Wir hätten geglaubt, daß er nicht so bald wieder lehren werde. Man wiederholt einfach die Gründe von das mals, die meines Erachtens hinfällig find. Daß die Honig produktion zurückgegangen ist, liegt einfach in der ganzen Art unferer Kulturentwidelung; wir haben jegt weniger Wälder ols füher; wo früher Haide war, da geht fest der Pflug. Die Quellen, aus denen die Bienen ihren Honig saugen, haben fich ve mindert Das Bischen Schutzoll wird dem gegenüber teine Wunder thun. Der Abg. Letoda hält jeden Mann, der anderer Meinung ist als er, für einen schlechten Kerl. Das ist Teine schöne Weltanschauung.( Heiterkeit). Ich glaube, alle Die Betenten, unter denen fich die solidesten und ehrenstimmung nicht geben. Auch ein Nothgelet müffe die Veroder werth sten Geschäftshäuser befinden, wenigftens ich will das könnte als nicht sagen wenigftens", Grobheit ausgelegt werden( betterkeit) ebenso glaub. würdig find, wie der Abg. Letocha, der fte als Leute bai ftellt, die oberfaule Argumente vorbringen oder die Ab ficht haben, andere Menschen und die Abgeordneten zu täuschen. Daß die Honigproduktion im Rückgange ist, ist übrigens in denjenigen Gegenden Deutschlands, die ich genauer tenne, auch unrichtig. Bei der Bählung der Bienenflöde mögen nicht alle vorbandenen aufgenommen sein. Die Leute haben bei solchen Aufnahmen ein gewisses Mißtrauen, fie fürchten neue Steuern und geben eher zu wenig als zu viel an. Im Süden und Westen Deutschlands floritt die Bienenzucht. Die Konsumenten, die den Zoll tragen solen, find nicht blos reiche Lute. Der Lebkuchen ist gerade die Freude des tieinen Mannes an gewissen Feiertagen; er bildet sogar eine gewiffe Art von Liebesvei tehr zwischen den beiden Geschlechtern; ich meine das Herz von Lebkuchen.( Heiterkeit.) Wollen Sie dem Volte das legte Pergnügen nebmen, bann nehmen Sie ihm auch sein Lebluchenberg!( Große Heiterkeit.) In der Periode der westeuropäischen Handelsverträge haben wir auf dem Wege des Vertrags den Boll ermäßigt und dafür sehr wesentliae Konze ftonen eingetauscht. Damals hielten wir nicht den Stod entgegen, sondern hielten eine Lockipeise vor. Ihre Politik hat dieses ganze fegensreiche Enftem gesprengt. Ich gratulire Ihnen.( ebbafter Beifall lint.) Abg. v. Neurath( im Busammenhange unverständlich) erklärt fich für die Bollerhöhung, welche namentlich nothwendig fet, um der heimischen Bienensucht den Absatz ihres Honigs zu erleichtern. Abg. Meyer( Halle): Nach den technischen Fortschritten unserer Bienenzucht zu urtheilen, hat sich dieselbe gerade in neuerer Bet erheblich entwickelt. Freilich kann man nicht ver langen, daß die Bienenzucht ein Gewerbe wird, welches allein feinen Mann nährt; fie wird immer ein Nebengewerbe bleiben. Wenn die Bienenzüchter mehr Honig auf den Markt brächten, so wü be auch mehr Honig gegessen werden; es werden noch viel zu wenig Bienenvö fer gehalten. Wir würden viel bäufiger Honig auf unserem Frühstückettsch sehen, wenn wir mehr Ges legenheit hätten, reinen, guten, appetitlich aussehenden Honig zu erhalten. Der wilde honig, der importirt wird, dient bet uns nicht als Speisehonig, sondern wird zu industriellen 3m den verbraucht und ist nicht geeignet, einen sivilifirten Appetit zu reizen. Der einzige Mann aus der Geschichte, der wilden Honig gegeffen hat, ist Johannes der Täufer; und dem bat man noch nie eine fulinarische Disposition nachgerühmt. ( beiter feit.) So gut wie man die Heuschrecken, die gleichfalls feine Speise waren, zollfret läßt( heiterkeit), muß man auch den wilden Honig, dieses wohlfeile Surrogat, frei laffen. würde die Verwendung Der vorgeschlagene hohe Boll des wilden Honigs zu den jezigen Sweden, namentlich Damit für Honigluchen, geradezu unmöglich machen. Die würden Sie aber, Grundsägen, entgegen bren Mehrheit der Honigfuchen Interessenten schädigen; ich meine Die Kur der, deren Babl diejenige der Erwachsenen in Deutsch land weit übertrifft. Wer diesen Boll beschließt, auf den paßt Das dustere Wort aus Macbeth: he has no children!( Sehr richtig!) Auch zahlreiche Sachverständige haben sich gegen Diesen Boll, der wirthschaftlich durchaus nicht zu rechtfertigen tft, er tlärt. Der vorgeschlagene Boll von 20 M. wird angenom men und sodann um 5 Uhr die weitere Berathung bis Sonnabend 11 Upr vertagt. Abgeordnetenhaus. 54. Sigung vom 17. April, 11 Uhr. Am Ministeitisch: von Butttamer, von Schola, von Gogler, Friedberg. Lucius Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung des Lehrerpensionsgesezes. In der Generaldiskussion ergreift das Wort Abg. Windtborst: Ich muß den Gerüchten, die abfichtlich der unabfichtlich hier und außerhalb des Hauses an Etellen, die man nicht unbeachtet laffen tann, ausgestreut find, entargentreten, als ob ich und meine Freunde das Gesez nimt wollten, und fie geradezu für eine Becleumbung erklären. Wir unterfuchen nur, ob das vorliegende Gefeß mit der Verfassung in Einflarg zu bringen ist. Der Zwid, zu dem man uns verdächtigt hat, ist sehr durchsichtig, man wollte den Schein faffungsbestimmungen respektiren: Art. 25 werde aber direkt verlegt, und alles dagegen Vorgebrachte seien nur Advokaten gründe. Auch sehe er nicht, wo die Mittel für die neue Ausgabe von 3 bis 4 Millionen herkommen lollen. Abg. Richter babe zwar gesagt, und das habe ihn am meisten frappirt, bei einem Etat von 1000 Millionen müßte jeder Finanzminister Diese paar Millionen übrig baben ja, solche Finanzpolitik diese paar Millionen übrig haben babe er, Redner, auf der Universität auch getrieben, wo er feinen Wechsel für unergründlich hielt und Ausgaben auf Ausgaben häufte, bis er in die allermißlichsten Finanzverhält niffe gerieth( große Heiterkeit). Er müsse mit einigen seiner fonservativen Freunde aus diesen Gründen gegen die Vorlage stimmen; vorher müsse undedingt die Verfassung geändert werden. Abg. Enneccerus tritt den Ausführungen des Abg. Schmidt( Sagan) bei. Abg. Rintelen: Die Verfassung ist für die Geset gebung einfach maßgebend; soll an der bestehenden Unterrichtsgefeggebung irgend etwas geändert werden, so muß es im Sinne Des Art. 25 der Verfaffung und unter Beobachtung der Vorschriften desselben geschehen. Minister v. Goßler: Der Art. 25 enthält einen gefeßgeberischen Grundsat, von dem nach der bisherigen fonstanten und unbeanstandeten Praxis nicht nur auf dem Wege der Verfassungsänderung, sondern auch auf dem einfacher Gefeß gebung abgewichen worden ist. Die Behauptung, daß es zahl reiche Landgemeinden gebe, die ohne weiteres noch neue Bes laftungen vertragen fönnten, ist ohne Beweis geblieben; die Schulverwaltung hat gerade in den Gebieten, aus denen Herr v. Meyer stammt, aus der Neumart und Pommern, die ents gegenseßten Erfahrungen gemacht. Die Verwaltung kann das Ddium nicht weiter auf fich nehmen, den Gemeinden immer neue Schullaften aufzulegen; die Verhältnisse drängen im Gegentheil immer gebieterischer dazu, daß reine, flare gefetliche Verhältnisse zwischen der Schulverwaltung und den Gemeinden geschaffen werden. Helfen Sie uns bet dieser ersten Gelegenheit mit dazu! Die Generaldistuffton wird hierauf geschlossen. In der Spezialdebatte werden die§§ 1-25 der Be schlüsse zweiter Lesung mit unerheblichen Aenderungen genehmigt. § 26( der§ 9b zweiter Lesung) sest nach den Beschlüssen zweiter Berathung fest, daß die Benfton bis zur Höhe von 750 M. aus der Staatslaffe, darüber hinaus von den bisher Verpflichteten zu zahlen ist. Alinea 2 bestimmt, da das Stelleneinkommen zur Aufbringung der Penstonsbeträge nicht herangezogen werden darf. Abg. Spahn beantragt, hinter Alinea 1 einzufügen ,, bie auf besonderen Rechtstiteln beruhenden Verpflichtungen Dritter bleiben bestehen." Abg. von Rauchhaupt schlägt folgende anderweitige | gehört vor Allem, wie ich den Ausführungen des Vorrednes gegenüber bemerke, daß in Al. 1 des§ 56 die Bahl 750 auf 600 berabgef gt wird.( Heiterkeit.) Abg. W räfident sch auch mor Der A g. Büch senbahnver uses und Aba. v. Rauchhaupt fucht statistisch nachzuweisen, daß egen, die die Nichtheranziehung des Stelleneinkommens zur Penfion in mehreren tausend Fällen den Gemeinden eine ganz exorbitante neue Belastung auferlege. Die Vorlage, wie fie fegt geftalte, set, repräsentire fich überhaupt nicht als Nothgefet, fon igt zu erf Dern sei ein vollständiges Schul Dotationsgefeß, welche Nach ku ganz neue und enorme Belastungen den Gemeinden auferlegd Berg eine Frage, die in der Kommission nur sehr obenhin behan iligen, wi delt set. Ebenso Abg. Spahn empfiehlt sein Amendement, erklärt fich aber Igemet gegen dasjenige des Abgeordneten v. Rauchhaupt und find bres 1881 es unbegreiflich, wie man das vorliegende Nothgefes als eg der Red allgemeines Dotationsgesetz bezeichnen tönne. Bezüglic Minister v. Goßler: Die Regierung legt Werth bo gerung rauf, daß tein Amendement in das Gefeß hineinkommt, bad ohne je unklar ist; ob das Amendement Rauchhaupt angenommentrag ang wird, ist für die Regierung an fich unerheblich, da für degierung g Staatstaffe eine Erleichterung daraus teinesfalls erwäd Es eifo Sollte aber dem Antrage, worauf ich persönlich gar keine er das L Werth lege, vom Hause näher getreten werden, so bitte ich, ihr großer mit den v. Beolig'ichen Mod fitationen anzunehmen. 1 tleiner Abg. Enneccerus: Als wir ihnen in der zweiten tglieder. fung die Quotistrung empfahlen, da riefen Sie( rechts) um Schluß entgegen, daß Sie nicht die reichen Gemeinden entlasten wolltesteisordnung Und nun tommen Sie uns mit einem Vorschlage, der gera die armen Gemeinden treffen muß. In provokatorischer We ift von Herrn v. Rauchhaupt angedeutet worden, daß v Dieser Seite und auch von uns mit diesem Geseze Agitation Die B mittel verfolgt werden sollten.( Abg. Windthorst: Hörelt gestern Hört!) Ich halte es für sehr wohlfeil, human sein konen, weld wollen auf Staatstoften.( Unruhe und Widerspruch rechts Bolles au Ja, bezahlen Sie denn, was Sie hier bewilligen, affen und ei Shrer Tasche? Ich halte derartige Vorwürfe nicht für schiff diese prin be und 25 f Der einzige Grund, der mich bestimmen tönnte, Rauchbaupt'ichen Anrage zuzustimmen, wäre die Gefährduehrzahl der des vorliegenden Gesezes. Wie ist das aber möglich? Wolle innerhalb Sie( rechts) das Gefeß zu Falle bringen, weil hier an diskutirt word Burtte Jhren Wünschen nicht Rechnung getragen ist, so the Stellung Ste es. Was die Regierung betrifft, so baben wir ja ehterstattung gehört, daß fie fein besonderes Gewicht auf diesen Antrag en verschiebe Es bleibt also nur noch das Herrenhaus übrig. Nun glasereffen betr ich nicht, daß das Herrenhaus um dieses Punktes willen nd, welch Gefeß wird scheitern laffen. Ater selbst wenn das der wolle dab wäre, bleibt uns noch Beit, die Sache noch einmal zu uns als Ge legen. Vor der band haben wir die Pflicht, nach Kräte Kommifft dafür zu sorgen, daß das Gefes ohne den Rauchhaupt'in Begriff G ch eine fold Antrag zu Stande tommt.( L- bhafter Beifall links.) Abg Windtborst: Wir haben bisher nicht unwerde gezog sucht, aus welchen Motiven das Gefeß eingebracht ist; et der versch aber doch recht nett, daß wir endlich etwas hinter die Schld als Gem tommen. Der Antraa Rauchhaupt hat allerdings eine wungen bei E Stelle berührt, da das Gefeß zweifellos außer dem Staate auch gesehen wer den Gemeinden neue Laften aufbürdet. Aber ohne Belastung ndern in de nnte beshalt Gemeinden wird man den Lehrern überhaupt nicht helfen fön Und dieser Antrag kommt jest, ohne daß man er bestehende Rauchhaupt vorwift, das Gesetz zu Falle bringen ntrages wollen, ihm wenigstens einige Steine in den zu werfen, während man doch die Noth für so hält, daß man ein Nothgefes machen muß, daß Verfassungsbedenken bei Seite schiebt, daß man dieselben mehr tommiffarisch berathen wollte, um auch nicht einen zu verlieren. Ich fürchte, Herr von Rauchhaupt wird mo von der Norddeutschen" eine Epistel erhalten wie ich fie Die K rdnung hat gegen 7€ Bezirk eir Lehrlings erwaltungsb mmt werden tommen habe.( Heiterkeit.) Der Antrag Rauchhaupt w im§ 120 aber fachlich eine bedauerliche Rechtsungleichheit herbeifüb Theile vo Nach Herrn v. Rauchhaupt erhielten junge Lehrer die beicheiden fin Stellen, während man diese doch wohl den schon bewährung vertre Kräften wird geben wollen. Die Aufbürdung der Benton werbebetrie das Gehalt des Nachfolgers wirkt gleich dem Auss Ben einde, pleichn Die K Altentheils. Wenn dieses schon zwischen Eltern und Kindern Don dem schweren Unzuträglichkeiten führt, um wie viel mehr zwischen ückgezogene ga Fremden. Es ist eben unrichtig geweien, aus dem Dotation eßentwurfs ein Süd gefet herauszunehmen. Man müßte theilte i Minister einen Dispositionsfonds für diesen 8 ved bewillig igefpro damit er der Noth im einzelnen Falle abhelfe. So hat man emm, V saltum ein Gefeß gemacht, und möchte nun, wo man aut inbabe Eide gekommen ist und gesehen hat, daß der Sprung zu ünings, Fil war, gerne zurückbremsen.( Heiterfeit links und im Bentr Graever is, Abg. v. Hammerstein: Die Schwierigkeiten, bie Lop, Miei hier erheben, find fünstlich in das Gefeß hineingetragen, man drei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte; die er, Saro, fionen aufbeffern, die Gemeinden entlast n und endlich noch die Gehälter der aktiven& hrer aufbessern. Was bat Dotation der aktiven Lehrer mit dem Pensionsgeft zu cr. Ein e Wir bescheiden uns, den einen Zweck zu erreichen: eine te Auskunft B rung der Benftonsverhältnisse der Volksschullehr r herbeizufüh enn der Ar Dieser Zweck wird durch den Rauchhaupt'schen Antrag gef It, wenn er Wir bitten daher, denselben anzunehmen, um so mehr, atehen tann, den Gehaltsverhältnissen der aktiven Lehrer durch denstgeber zu za nichts geändert wi d gungen zu thu Die Debatte wird geschlossen, und das Alinea Streit für Baragraphen mit dem Antrag Spahn angenommen. ein foziale Antrag v. Rauchbaupt wird hierauf mit 131 faßt und beh 129 Stimmen abgelehnt. Für denselben stimmen nutbehrungen beiden fonservativen Parteien und mit ihnen die Miheiligten a Streit, der v. Puttlamer urd Luc us. Alinea 2 wird unverändert angenommen, besgleichen geführt m im Ganzen und der Rest des Gesetzes. Die definitive Gefa mer immer abftimmung fann nach der Geschäftsordnung erst erfor derjenige, wenn eine Zusammenstellung der Beschlüsse dritter Leiung Arbeiters denjenigen der zweiten gedrudt und an die Mitglieder eise spötteln theilt ist; mangels des Widerspruchs eines Mitgliedes urier", das aber von diesen Vorschriften Umgang genommen werden seiner gestrig die Abstimmung sofort erfolgen. Abg. Windthorst ende Nachri Des, welche diesen Widerspruch und bittet um Drucklegung; Bra v Köller giebt bekannt, daß Veranstaltungen zum foforin ein mer Druck getroffen feien, und daß die Abstimmung alio no Faffung des Alinea 2 vor: Das Stelleneinkommen der Land- Laufe der heutigen Sigung werde vorgenommen werden to londen i Schulen darf zur Aufbringung der nach diesem Gefeße zu zah lenden Penfionsbeiträge nur insoweit berangezogen werden, als baffelbe nicht unter das Mindestgehalt fintt, welches durch die Schulaufsichtsbehörde für die einzelnen Landestheile feft gestellt ist." Ueber den letteren Antrag entspinnt sich eine längere Debatte. Die Abgeordneten v. Lynder und Wolff treten für das Amendement ein, welches mit einigen vom Abgeordneten v. Bedlig vorgeschlagenen Modifitationen, welche der Antragsteller zu den feinigen macht die Gemeinden vor einer neuen Belastung schüßen soll, den Lehrern aber gegen den gegenwärtigen Bustand immer noch erhebliche Vortheile zuwende, während die Abgg. von Schenden dorff und Batemann ihrer Ueberraschung über die Einbringung des Antrags Ausdrud geben, da doch die Rommission einstimmig den Grundsat aufgestellt habe, daß der Stelleninhaber nicht mehr zu Gunsten des emeritirten Borgängers auf einen Theil seines Einkommens zu verzichten baben solle. Der Absicht, diesen gesunden, neu aufgestellten Grundsay schleunigst wieder über Bord zu werfen, den Lehrern mit der anderen Hand wieder zu nehmen, was man ihnen so eben mit der einen gegeben, werde weder die nationalliberale, noch die freifinnige Partei ihre Unterstüßung lethen. Abg. v. 3eblis( Mühlhausen) bittet das Haus, im Intereffe des Bustandekommens des Ganzen( Widerspruch links) den von ihm amendirten Antrag Rauchhaupt anzunehmen. Minister v. Scholz: Bum Bustandekommen des Gesetzes llen. Echo ben 10the Den zweiten Gegenstand der Tagesordnung bildet Berathung des Berichts über die Bauausführungen un schaffungen der Eisenbahnverwaltung pro 1. Ottober 1883lich schäumt Der Präsident ertheilt dem Referenten der Bum meffingr for miifton, Abg. Büchtemann, das Wort.( Bahlreiche Bertagen!) Scher vorgeft Köpfe auf Abg. v. Eynern: Ich muß mich ganz entschieden end Ram Präsident( unterbrechend): Die Vertagung ist noch tänt Die Vertagung aussprechen.. nicht beantragt. ung ie nach die bilfen i macht un daß der Abg. Windthorft die Vertagung beantragte Windthorst nickt zustimmend.) Abg. v. Eynern: Ich glaubte, bestimmt gehört au bah Präsident: Unbestimmte Laute( Stürmische find doch noch kein Ant ag. Getter Abg. Windthorst: Ich beantrage nunmehr in ar lirten Tönen ( erneute schallende Heiterkeit) Die Sind Derungen e ftiger Mens Werth obe tagung, und zwar mit Rücksicht auf die Sigung des Rer, wie fte tages. Abg. v. Eynern: Ich muß gegen diejen Antrag wenden. Wir des Bändenten Wunsche Verhandlungen fortsetzen, bis nach entsprechend mich müssen der den. Jeder des Arbe er Bedeutu entidio bod fo lange der Aussch Drudle genannt die Abstimmung über den Antiag v. Bedlig ftattfinden ist doch je e Wie der Abg. Windiho ft in den Reichstag fommt, if ganz gleich; er ist selbst daran schuld, daß er noch nicht t ( beiterkeit.) Gewerksch Anhänge Borrebne I 750 auf Deifen, baf Benflon roibitante 3t geftaltel fet, fon 5, welches Abg. Windthors: Ich habe gar nicht gehört, daß der cäfident schon heute abftimmen lassen will; das fönnen wir auch morgen. Ich erkläre mich schon jetzt ganz entschieden gegen, die Abstimmung schon jetzt vorzunehmen. Der Antrag auf Bertagung wird abgelehnt; g. Büchtemann referirt über den genannten Bericht der fenbahnverwaltung unter sehr geringer Aufmerksamkeit des uses und empfiehlt, denselben durch Kenntnißnahme für erigt zu erklären. Nach kurzer Distuffton, an welcher fich die Abgg. Lieber auferlegd Berger, sowie Ministerialdirektor Schneider be in beha iligen, wird der Kommissionsantrag angenommen. Ebenso wird nach unerheblicher Debatte in Bezug auf die rt fich aber Igemeine Rechnung über den Staatshaushalt des und find bres 1881/82 die Entlastung der Staatsregierung auf Aneg als eg der Rechnungstommiffion ausgesprochen. ein Bezüglich der Dentschrift über die Erklärung des BeWerth bogerungszustandes für den Stadtkreis Bielefeld Tommt, bad ohne jede Debatte ein vom Abg. Hahn kurz motivirter genommantrag angenommen, wonach das Haus die seitens der da für gierung gelegte Rechenschaft für genügend anerkennt. 3 erwäch Es erfolgt nunmehr die Gesammt abstimmung gar feine er das Lehrerpensionsgeses. Daffelbe wird mit itte ich, thr großer Mehrheit definitiv genehmigt; dagegen votiren nur tleiner Theil der Konservativen und einige Bentrums. zweiten tglieder. rechts) um Schluß 4 Uhr Nächste Sigung Montag 11 Uhr. ten wolltetetsordnung für Hessen- Naffau.) Der gera scher We daß vo Parlamentarisches. Agitation Die Petitionstommission des Reichstages rst: Hölt gestern wieder eine Sigung ab. Bei Berathung der Be an sein konen, welche die in der Bolltarifnovelle vorgesehene Erhöhung uch rechts Bolles auf gebrannte Kakaobohnen resp. Kataomaffe 2c. bes ligen, affen und eine Exportprämie wünschen, beschloß mit Rücksicht ot für schiff diese prinzipiell wichtige Frage, Verweisung der Pofitionen ante be und 25 f an die Bolltarif Kommission zu beantragen. Die Gefährduehrzahl der sonst vorliegenden Petitionen berührte Fragen, ch? Wolle innerhalb der Kommission schon wiederholt und eingehend r an diskutirt worden sind, z. B. die Gebühren der Rechtsanwälte, ist, so the Stellung der Gerichtsvollzieher u. f. w. und giebt zur Be wir ja ehterstattung an das Plenum teinen Anlaß. Dasselbe gilt Antrag en verschiedenen Unterstüßungs-, Benfions- und andere PrivatNun glatereffen betreffenden Gesuchen. Der Deutsche Kellner willen nd, welcher seinen Siz in Leipzig hat, petirt: Der Reichsas der F wolle dahin wirken, daß die Kellner an allen Drten Deutschal zu uns als Beweilsgehilfen anzusehen und zu bezeichnen seien. mach Kräfte Kommiffton kam zu der Ansicht, daß die Gewerbeordnung chhaupt'sen Begriff Gewrrbsgehilfen zwar nicht definire, allein wenn ch eine solche Definition gegeben wäre, würde die zur Be 26.) nicht unwerde gezogene Schwierigkeit nicht geboben sein, weil nach tist; et der verschiedenen Verhältnisse die Kellner bald als Gesinde, Die Schld als Gewerbsgehilfen, bald, wenn sie mit Rechnungsfüheine wungen bei Einkäufen 2c. betraut find, als Handlungsgehilfen tate auch gesehen werden müffen. Die Untlarbeit liege nicht im Gesetz ndern in der Eigenart der thatsächlichen Verhältnisse. Man Belaftung nnte deshalb in der Petition tein Material zur Abänderung elfen fön er bestehenden Geiepgebung zu finden. man Die Kommiffion des Reichstages zur Berathung des bringen ntrages Adermann auf Abänderung der Gewerberonung hat nach längerer Disfuifton der§ 100 e Al. 1 mit gegen 7 Stimmen in folgender Faffung angenommen: Für Bezirk einer Innung, deren Thätigkeit auf dem Gebiete Lehrlingswesens fich bewäbrt hat, tann durch die höhere erwaltungsbehörde nach Anhörung der Aufsichtsbehörde be mmt werden: 1. daß Streitigkeiten aus den Lehrverhältnissen haupt w im§ 120 a bezeichneten Art auf Anrufen eines der streiten. berbeifüb Theile von der zuständigen Innungsbehörde auch dann zu er Die bescheiden find, wenn der Arbeitgeber, obwohl er ein in der on bewähnung vertretenes Gewerbe betreibt und nach der Natur des werbebetriebes zur Aufnahme in die Innung fähig sein Benfion erde, gleichwohl der Innung nicht a gehört." 18f Ben e D Kindern zwischen m Dotation müßte D Den ir so daß iefelben ot einen wird mor te ich fie " recht und billig, daß sich die Barbiergebilfen gegen den groben Unfug in der Barbierzeitung" nach Leibes fräften wehren? Rennt man irgendwo noch in der Welt eine ähnliche Einrichtung, daß über die guten und schlechten Eigenschaften eines Arbeitnehmers, über seine Bes gehungen und Unterlaffungen öffentlich Buch geführt wird? Ist diese Barbierzeitung" nicht ein Pranger, der im neunzehnten Jahrhundert überhaupt unmöglich sein sollte? In Dieser Weise sucht man also die gepriesenen Freiheiten zu vers theidigen, von denen die ,, liberalen" Beitungen förmlich triefen! Mit Spott und Hohn fieht man den Bestrebungen der arbei tenden Bevölkerung zu, die doch nur darauf hinausgehen, die Lage derselben einigermaßen erträglich zu machen. Dem Artikelschreiber des Börsen Courier" gefallen die rothen Hände der Barbiere nicht. Nun, ganz gewiß rührt die rothe Farbe von einer Beschäftigung her, die nüßlicher und ersprießlicher ift als Firen und Job ern, und es muß gewiß Verwunderung erregen, daß sich der Berl. Börs. Courter" gerade hierüber aufhält, denn in seinen Kreisen tann man auf törperliche Vor züge doch wahrhaftig nicht stola sein. Jedenfalls steht die ganze Arbeiterschaft aus solchen Borkommnissen, was fie von Dem Liberalismus" oder Freifinn", oder welchen Namen fich der Mischmasch sonst noch beizulegen beliebt, zu halten hat: so lange man die Stimmen der Arbeiter braucht, schmeichelt man ihnen nach jeder Richtung, hat man dieselben nicht nöthig, so begegnef man dem Arbeiter und Handwerker mit alberren Wigeleien, die für jeden ernsthaften Menschen widerlich find. a. Von der Stenographischen Prüfungskommission" find seit Dezember v. J. zehn Püfungen von Lehrern der Stenographie erledigt worden. Drei Bewerber erhielten Nr. 1, zwei Nr. II, einer Nr. II- III. Ein Gymnaftast erhielt ein Fähigkeitszeugniß zur Unterrichtsertheilung an Mitschüler, wäh rend ein anderer Examinandus das eingereichte Gesuch zurüdzog. b. Auch ein Zeichen der Zeit. Die flamefische Regie rung läßt jest in Berlin ftameftiche Schriften für ihre Staatsdruckerei schneiden und gießen. Solche erotische Aufträge tamen früher nur London und Paris zu Gute. Seitdem aber der Name Berlins einen Weltklang erhalten und ein flamefischer Brinz sich hier umgesehen, hat man erkannt, daß Berlin solche Sachen billiger und beffer liefert. Denn ein in London ges druckter englisch- flameftscher Kalender auf 1885 läßt viel zu wünschen übrig. N. Jm Zoologischen Garten ist seit gestern die Einrichtung getroffen worden, daß die Fütterung der Fleisch und Fische fressenden Thiere alltäglich zu genau bestimmten Beiten in ununterbrochener Reihenfolge stattfindet. Bis auf Weiteres werden demgemäß von morgen an die Belitane um 4 Uhr gefüttert, die Kraniche, Nether und Störche an der Südseite des Neptunsteiches um 44 und die Raubvögel um 5 Uhr. Genau um 5% Uhr folat die Fütterung der Seehunde und an diese schließt sich um 6 Uhr die Fütterung im großen Raubthierhause. b. Das alte fasernenmäßige Postzeugamt in der Dranienburgerstraße wird jezt abgeriffen, um einem Neubau als Pendant zur neuen Posthalteret Plaz zu machen. Man muß es der Reichspoft zugefteben, daß wohl keine Behörde geschmackvoller als fte baut. Merkwürdig ist die Entstehung der Backhofsanlage in der Dranienburgerstraße. Der General Erbpostmeister König Friedrich I., Graf von Wartenberg, faßte nämlich den Plan, bier eine Art Bostillonstaferne entstehen zu laffen und zwar durch freiwillige Beiträge sämmtlicher" Postbeamten. Diese zwadten fich von 1705-13 5662 Thaler ab, der König schenkte 1500 Thaler und 1713 war das Postillonsbaus fertig. Posthalterei ist es ſeit 1766. Eine BostillonsWohnung von Stube und 2 Kammern tostete jährlich einen Thaler zwölf Groschen, eine Stube und eine Kammer einen Thaler, eine Stube zwölf Groschen. Die Zeiten, in welchen das Geld einen so hohen Werth hatte, find allerdings dahin. Heute ist es bedeutend im Preise gesunken, ob man aber deswegen beffer lebt, ist sehr die Frage. a. Ein abgethaner Kommissionär. Dem bisherigen Grundstücke- Kommissionär Theodor Schulz in der Fischerstr. 6 ist durch das nunmehr rechtskräftig gewordene Urtheil des hiefigen Bezirksaasschuffes vom 10. März cr. der Betrieb des Gewerbes als Bermitielungsagent für Immobiliar- Verträge Die Kommission des Reichstages zur Vorberathung von dem Abg. Lenzmann eingebrachten, von demselben ickgezogenen und vom Aba. Kayfer wiederaufgenommenen feßentwurfs, betreffend die Entschädigung für vers theilte und im Wiederaufnahmeverfahren untersagt worden, und zwar wegen Unzuverlässigkeit des Schulz t bewilligeigesprochene Personen, besteht aus den Abggbat mani emm, Boifigender, Dr. Roß birt, Stellvertreter, D. man auf inbaben, Spahn, Schriftführer. Bock( Gotha), rung 3 ünings, Fihr. v. Buol- Berenberg, Geiger, Gottburgsen, Dr. im Bentru Saever is, Halben, Dr. Hartmann, Kayser, Dr. v. Lenz, eiten, die Lov, Mleibauer, Dr. Papellier, Dr. Porsch, Dr. Reichens getragen, Ite; die er, Sato, Traeger. endlich Was bat f t zu thu B erbeigufenn trag gefi لله Lokales. cr. Ein Streit ist gewiß immer die ,, ultima ratio", das : eine te Auskunftsmittel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. enn der Arbeitnehmer sich in seinem guten Rechte getränkt It, wenn er unter dem Drucke der Verhältnisse nicht mehr mehr, atehen tann, so stellt er die Arbeit ein und sucht so den Arurch den geber zu zwingen, ihm die zum Leben nothwendigen Be gungen zu gewähren. Gleich unheilvoll ist in vielen Fällen Alinea Streit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, er ist aber ein mmen. ein foziales Uebel, und als solches muß derselbe stets aufit 131 aßt und behandelt werden. Welche Unfumme von Noth und nmen nu bebrungen legt nicht faft immer eine A beitseinstellung den Die Miheiligten auf, nur mit den äußersten Anstrengungen tann Streit, der Kampf zwischen Arbeit und Kapital, fiegreich Bgleichen dhgeführt werden. Jedenfalls aber zwingen den Arbeit tive Gelamer immer nur die ernftesten Erwä ungen zum Streit, und eift erfor derjenige, der absolut keine Kenntniß von den Verhältniffen er Leiung Arbeiters hat, kann über eine Arbeitseinstellung in feichter Ritalieder eise spötteln und wigeln. So schreibt der ,, Berliner Börsen taliedes urier", das Drgan der Bismar dipende und der Börsenjobber werden seiner gestrigen Morgenausgabe:„ Wenn sich die uns zu bort ende Nachricht eines Lotalberichterstatters bestätigt, so droht 8; Ba alio nod jum fofon ein merkwürdiger Streit. Die hiesigen Barbiergehilf.n verden för fondein ihren Meistern das Meffer an die Keble sepen es, welche fich zufammenrotten und nicht mehr ihren Kunng bildet gen und len. Schon lange gährte es in der Brust dieser Jünglinge den 10then Händen und genial karrirten Holen, und jest in Bezug auf seinen bisherigen Gewerbebetrieb aus§ 35, Abs. 3 der Reichsgewerbeordnung. Schulz hatte sich, wie in den Urtheilsgründen erwähnt wird, von verkaufsluftigen Grundftüd seigenthümern, welche ihm die Vermittelung des Verkaufs übertragen haben, folgenden Revers ausstellen loffen: ,, Auftrag giltig bis.... hiermit beauftrage ich Herrn Theod. Schulz mir einen Käufer für mein Gut R. N. zu be schaffen refp. nachzuweisen und zahle ich demselben sofort nach erfolgtem Verkauf eine einmalige Provision von 1 pCt. der Kaufsumme. Dieser Auftrag wird mit der oben beftinmten Beit ungiltig. finde ich aber anderweitig einen Räufer, wird der Auftrag abbestellt oder ungiltig, so hat Herr Theod. Schulz, falls ibm die Provisionsforderung nicht erwächst, Anspruch auf ein Abstandshonorar von... M. als Bauschquantum für Eintragung in das Kontorregifter und für Annonsen." Schulz ließ fich gewöhnlich 100 Mt. refp. 50 Mr. Abstands. honorar zufichern, welches in jedem Falle an ihn zu zahlen war, während die Auftraggeber, welche diesen Revers unter schrieben haben, ohne die Bedeutung der schlau gewählten Wort und Sapfaffung vollständig zu verstehen, glaubten nur im Falle, caß sie selbst ihren Auftrag innerhalb der bestimmten Beit abbestellen oder das Grundstück anderweitig verkaufen, zur Bahlung des Abstandshonorars verpflichtet zu sein. Verlief dieser Termin, ohne daß Schulz einen Kaufsreflektanten nach wies oder auch nur eine bestimmte Persönlichkeit in Aussicht stellte, so verlangte er das Abstandshonorar und flagte, wenn Die Bahlung abgelehnt wurde, diesen Anspruch ein. In der Regel fuchten fich die in dieser Weise von ihm geschädigten Personen mit ihm zu einigen. Im Jahre 1884 hat Schulz nahe an 200 Vermittelungsaufträge gehabt, von denen er nur 4 Aufträge angeblich ausgeführt hat. Das Urtheil gegen Schulz hat, wie wir noch erwähnen wollen, den practischen Werth, daß er bei der nunmehr unbefugten Fortsegung seines ehemaligen Gewerbebetriebes nach§ 148 3. 4 der Gewerbe Ordnung mit Geldstrafe bis 150 Mart resp. mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft werden kann und daß er aus den von ihm in Butunft abgeschlossenen Vermittelungsverträgen zivilrechtliche tober 1888 ich schäumt ihre Entrüstung über, wie der weiße Bischt aus tobet orgestern Abend in einem Lokal der Dresdnerstraße Ansprüche nicht gelteeb machen laan. der Bu mesfingnen Seifbecken. Ein Barbiergesellen Konvent, blreiche B Köpfe zufammen state, bat die Parole ausgegeben: tichieben ge! Kampf bis aut's Raftimeffer!" Berlins Barbier ng ift end verlangt Abschaffung der Attestbücher, nodich täntung der Arbeitszeit und Beset ung ienes altaünftlerischen Gebrauchs, bilfen in der„ Barbierzeitung" bekannt macht und dem ohne preisgegeben wer berungen etwa unberechtigte oder übertriebene? Ein ver. ftiger Mensch wird das schwerlich behaupten wollen. Ueber Werth oder Unwerth der sogenannten Arbeits- oder Attest ehört zu baa ch die Vergehen und kleinen Sünden der iche Better" Sind nun, um auf die Sache selbst einzugehen, diese nebr in ar 1) Die b. Auf der Leipziger Engros Messe, welche in dieser Woche begonnen hat, steht es wahrhaft trübselig aus. Daß der afgbanische Konflikt gerade in diese Woche fiel, gab ihr vollends den Rest. Ausländische Käufer sah man gar nicht. Berlin ist mehr und mehr der Blaz, wohin fich Alles wendet und es ist ein wahres Unglüd, daß der Bau der großen Waarenbörse in der Burg- und Heiligengeiftstraße noch immer über bureaukratische Schwierigkeiten stolpert. Berlin würde mit dieser permanenten Meffe die ganze Welt zu fich ziehen. ng des Heer, wie fte in diesem Flle heißen, ist genug g schrieben weltberühmten Etablissements batten fich eingefunden, um dies Den. Jedermann weiß, daß dieselben eine Geißel in der Die Neue Welt eröffnete am Donnerstag Abend unter der neuen Dekonomie des Herrn Bohl den glänzend renovirten Bal champetre mit einem Abendtisch. Bahlreiche Gönner dieses Meisterstück der Dekorationskunst zu bewundern. Es war in Am Sonntag werden fich die mit größtem Geschmack renovirten Gesammträume des Etablissements dem Publikum öffnen. Derr Bert Mufitoirettor Selchow wird seine bewährte Kapelle ins Treffen führen und nunmehr bestimmt die Saison eröffnen, die in Diesem Jahre nach den uns gewordenen Mittheilungen eine äußerst interessante zu werden verspricht. Das weite Terrain der schwedischen Eisbahn in der Pionierstraße ift tagtäglich von Bublifum besucht, das den hier ausgestellten Wunderwerten aus allen Ländern eine gerechte Bewunderung zollt. Der Lorch'sche Birkus, der die Konturreng mit jeder Arena aufzunehmen im Stande ist, sowie die bei den Klängen eines Militärs- Konzerts arrangirten Vollebelustigungen bieten Jedermann ein ebenso originelles wie billiges Vergnügen. Die Direktion, welche bisher mit allerlei Widerwärtigkeiten au tämpfen gehabt hat, hat trozdem dem Unternehmen von Tag zu Tag neue Freunde zugeführt. In eingeweihten Kreisen ist man neugierig, ob die angerufene Entscheidung des Gerichts fich der Ansicht des Polizeipräsidiums anschließen wird, daß die der schwedischen Eisbahn ertheilte Schanttonzess fton, die für das Terrain der Eisbahn nachgesucht und bisher obne Anfechtung auch im Sommer polizeilich respektirt worden ist, nur für die Dauer des Eises Giltigkeit hat. Da die Ents fcheidung voraussichtlich nicht gleich erfolgen wird, so ist in zwifchen eine neue Konzeffton nachgesucht, die dieser Tage ges nehmigt werden dürfte. Gerichts- Zeitung. P. Zwei Buchmacher erschienen gestern in der Person des Kaufmann Richard Julius Gehricke und des Handlungs fommis Friedrich Auguft Meze vor den Schranken der Straf Tammer des Landgerichts II. Auf der Rennbahn au Char lottenburg batten die Angeklagten im Sommer des verfloffenen Jahres Wetten abgeschloffen und waren von der wachsamen Kriminalpolizei notirt worden. Unter dem Wettpublikum bea fanden fich namentlich zahlreiche Offiziere; dabei soll es denn fehr boch bergegangen sein und die Goldstücke rollirten flott. Der längst verbrauchte Einwand der Angeklagten im Audienz Termin, daß nur mit Bekannten Wetten abgeschloffen worden, zog nicht, dagegen ergab die Beweisaufnahme, daß die Ange flagten mit Verlust gearbeitet hatten. In einem Falle zahlte G. einem hiesigen Habitué der Rennbahn bei dem Einsatz von 10 M. einen Gewinn von 25 M. heraus. Die Gewerbs mäßigkeit erachtete der Staatsanwalt für erwiesen und beans tragte gegen G. 3 Monate Gefängniß, sowie 600 M. Geld buße, gegen Mege 4 Wochen Gefängniß und 300 M. Geld buße. Das Urtheil des Gerichtshofes lautete gegen Gebride auf 1 Monat Gefängniß, 600 M. Geldbuße evenil. für je 10 M. einen Tag Gefängniß, Mege wurde zu 2 Wochen Ge fängniß somie 300 M. Geldbuße verurtheilt. Der fürzlich wegen einer Anzahl Betrügereien ver haftete ehemalige Rittergutsbesitzer Herrmann ,,, Gewerke- Herr mann" genannt, wurde gestern aus der Untersuchungshaft der 89. Abtheilung des Schöffengerichts vo geführt, um als Beuge gegen den Portier Carl Klingberg vernommen zu werden, welchen er wegen Unterschlagung von 25 Pf. denunzirt hatte. Herrmann hatte in Erfahrung gebracht, daß der Angeklagte, welcher Portierdienste in einem von H. verwalteten Hause vers fab, thn um 25 Pf. betrogen hatte und zwar gelegentlich der Besorgung einer Stiefelreparatur. Da H. der Anficht war, daß der Mensch bei kleinigteiten ehrlich sein müsse, so zeigte er den Klingberg der Staatsanwaltschaft an. Der Angeklagte hatte fich bei einem ehemaligen 3wiste auch eine Sachbeschädis gung zu Schulden kommen lassen, indem er vorfäßlich einige Fensterscheiben zertrümmerte und wurde diese Sache gleich mitver handelt. Wegen beider Vergehen betam er 15 Tage Gefängniß. Auf den Beugen Herrmann hatten übrigens die ihn fürzlich betroffenen Ereignisse, sowie die Untersuchungshaft eine auf fallende Veränderung hervorgebracht, nur noch mit Mühe ver mochte man in dem in Gefängnißpantoffeln einherschleichenden und mit dem ominösen blauweißfarrirten Tuche angethanen Mann, der sichtlich deprimirt schien, den von Bonhommie und Lebenslust stroßenden Herrn wiederzuerkennen, als welcher er früher auftrat. So geht es in der Welt. Der Gemert- err mann", der jedenfalls andere Leute um ganz andere Summen geprellt hat, als um lumpige 25 Pf., denunzirt einfach einen folchen Uebelthäter. Wenn der verfloffene Rittergutsbefizer dem Grundsat buldigte, in Kleinigkeiten muß man ehrlich sein, so glaubte er höchstwahrscheinlich auch, daß man nur die fleinen Diebe hänge, die großen aber laufen ließe. -y. Eine Vitrioleuse stand gestern in der Person der 30 jährigen Handarbeiterin Marie Henriette Druds vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts. Die Angeklagte war früher mit einem Arbeiter Schaffer verheirathet, die Ebe ist aber ge schieden und dem Ehemann die Verpflichtung auferlegt worden, Die Angeklagte durch bestimmte Alimente zu unterstüßen. Wie fie nun behauptet, ist er dieser Verpflichtung nicht nachgekom men und fie dadurch in die bitterste Noth gerathen. Als fie nun vollends erfuhr, daß ihr geschiedener Ehemann im Begriffe stände, fich wieder zu verheirathen, da regten sich Eifersucht und Rachedurft so mächtig in ihr, daß fie ein höchst verwerf liches Attentat in Szene sette. Am Abende des 15. Februar d. J. lauerte fie dem Schaffer vor seiner am Heinrichsplaze belegenen Wohnung auf, unter ihrem Tuche eine Taffe mit Dleum verborgen haltend. Anstatt des Erwarteten trat aber schließlich dessen Mutter, die Wittwe Schaffer auf die Straße, mit der die Angeklagte ebenfalls auf dem denkbar feindlichsten Fuße stand. Bald entwickelte sich zwischen Beiden auch ein heftiger Wortwechsel und nun änderte die Angeklagte plöglich ihre frühere Abficht, fie schleuderte der ehemaligen Schwieger mutter den äßenden Inhalt der Taffe ins Gesicht, welcher ure fprünglich für deren Sohn bestimmt war. Bum Glück für die Erstere wie für die Angeklagte bat die Getroffene teine Einbuse an ihrem Sehvermögen erlitten, nur eine Anzahl Rarben erinnerte fie an das Attentat der Schwiegertochter. Der Staats anwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von zwei Monaten, der Gerichtshof erkannte aber mit Rücksicht auf die von der Angeklagten an den Tag gelegte Reue nur auf eine Ge fängnißftrafe von vierzehn Tagen. Auf die Anklage der Beleidigung des Kaisers, der Kaiserin und der Prinzessinnen des kaiserlichen Hauses, sowie wegen wiederbolter intellektueller Urkundenfälschung hatte fich gestern der russisch polnische Unterthan, Tonfünstler Franz Alexander Stopczyt vor der dritten Straflammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der Angeklagte hält sich seit acht Jahren in Berlin auf und will ein Schüler Taussig's sein und außerdem auf dem Kullac'schen Ronservatorium feine weitere Ausbildung genoffen haben. Aus den Jahren 1880 und 1881 liegen polizeiliche Anmeldungen vor, in denen sich der Angeklagte Dr. phil. v. Stopczykowski genannt hat. Durch diese Beilegung eines falschen Namens wie des Doktortitels und des Abelspräditates soll er vorseßlich bewirkt haben, daß in den polizeilichen Melderegistern falsche Eintragungen vor genommen worden find. Seit dem Jahre 1881 lebte der Rontubinat Angeklagte mit einer Frau v. Radom im und hat Anfangs dieses Jahres die Absicht kunde gegeben, nach seiner rufftschen Heimath zurückzukehren. Bei dem Versuche, dies zu verhindern, erstattete Frau v. R. gleich zeitig Anzeige von Aeußerungen des Angeklagten, die er beim Abendtisch des 19. Februar cr. gegen den Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessinnen unseres Königshauses ausgestoßen hat. b entschied des Arbeitgebers und dabei doch nur von höchst zweifel der That interessant die überraschten Mienen der Erschienenen Dieselben find so unfläthiger Natur, daß ste nicht wieder en doch lange attfinden er Bedeutung find. Daß der Barbiergeiellen Konvent", der Ausschuß der hufigen Barbiergehilfen in hämischer ist doch jedenfalls kein Grund dafür, eine durchaus ehrenDrudle genannt wird, für eine Verkürzung der Arbeitszeit einommt, if Gewerkschaft dem höhnenden Gelächter der Börse und ch nicht Anhänger Preis zu geben. Und ist es etwa nicht bat zu beobachten, die sämmtlich der Meinung waren, daß etwas ähnliches bisher in Berlin nicht eriftirt habe. Der GesammtEindruck ist von imponirender Wirtung. Die Festversammlung verlief in äußerst animirter Stimmung und fand erst thien Schluß, als der anbrechende Tag mit dem elektrischen Licht einen nicht zweifelhaft bleibenden Kampf zu führen begann. zugeben und daß der Gerichtshof die Oeffentlichkeit der Ver handlung ausschließen mußte. Da der Angeklagte fich aufs Abstreiten legte, wurden Beugen über das frühere Verhalten des Angeklagten vernommen, und dieselben bekundeten, daß lepterer stets auf die Deutschen geschimpft und sich über das Heerwesen sehr despektirlich ausgesprochen hat. Wegen der Un fläthigkeit der Beleidigungen beantragte der Staatsanwalt eine Strafe pon 2 Jahren, der Gerichtshof erachtete aber mit Rucksicht auf die Ausländerqualität des Angeklagten eine achtsebnmonatliche Gefängnißftrafe für ausreichend. Soziales und Arbeiterbewegung. Glücklich durchgeführter Streit. Montag, den 13. d. Mts. stellten die Arbeiter der Schraubenfabrik von G. A. Stelzner, Melchiorstr. 23, die Arbeit ein. Der Grund hierzu waren die Berhältniffe in dieser Fabrik. Herr St. hatte in dieser Fabrik Folgendes eingeführt: Bei Beginn der Arbeitszeit refp. Be endigung der Pausen mußten die Arbeiter sofort die Fabrik betreten haben, sonst betamen fie bis zur nächsten Bause teinen Einlag Fast sämmtliche Arbeiter stehen im Afford, jedoch er hielten fie so viel, wie der Herr Wei fführer ihnen auszahlen mollie, so daß mancher Familienvater mit 10-12 nach Hause gehen mußte u. s. w. Am Montag, den 13. hatten die Heizer wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt, es konnte Während der Deswegen natürlich nicht gearbeitet werden. Frühstückspause tam der Befehl zu arbeiten, als derselbe nicht fofort ausgeführt wurde, wurden fämmiliche Arbeiter aus gesperrt, weil man glaubte, daß die Arbeiter jedenfalls um Einlaß bitten würden. Diese kehrten jedoch den Spieß um, und stellten folgende Forderungen: Des Montags eine halbe Stunde früher Feierabend, des Sonnabends eine ganze. Pünktliche Lohnzahlung. Angabe der Alfordpreise, Offenhaltung bes Thorweges 10 Minuten nach Beginn der Arbeitszeit, resp. nach Beendigung der Pausen. Nach 24 stündigem Ver handelr wurden sämmtliche Forderungen bewilligt. Und was gab den Arbeitern den nöthigen Muth? Der Hinblick auf den Fachverein. Darum ist es Pflicht eines jeden Kollegen, dem felben beizutreten. Vereine und Versammlungen. t. Die Tischler der Spiegelrahmenbranche waren am Donnerstag Abend unter Vorfis des Herrn Klofe im Kellerschen großen Saale versammelt. Herr Stellmann erstattete Bericht über die gepflogenen Verhandlungen mit der Meisterschaft bezüglich des von den Gesellen für die Spiegelrahmenbranche aufgestellten Minimallohntarifes für Speziala: beiten, und gab die Gründe an, welche die Kommission veranlaßten, von der ursprünglich normirten Höhe der einzelnen Pofitionen abzuweichen. Als die der Jnnung zur Begutachtung einge reichten Minimallohntarife von dieser revidirt an die Kom misfion zurüdkamer, fand in demselben Lokale, bei Keller, eine Versammlung der Tischler der Spiegelrahmenbranche statt, in welcher die von der Innung revidirten Tarife der Versamm lung unterbreitet wurden, welche damals der Branchen- Tariftommission bestimmte Direktive gab für die Verbandlungen mit den Weisterkommisfionen. Als nun die erste Sigung der beiders fetts gewählten Kommissionen behufs gemeinsamer Berathung des Tarifes der Spiegelrahmenbranche stattfand, stellte es sich heraus, daß die fünf in die Tariflommiffion gewählten Innungsmeister ohne Mandate waren, aus welchem Grunde in die Verhandlungen nicht eingetreten werden konnte. In der darauf stattgefundenen Versammlung lam es sodann wohl zu einer Berathung, jedoch zu keiner Einigung und hat eine fernere gemeinschaftliche Sigung von Meistern und Gefellen zu diesem Swede nicht stattgefunden, weshalb am dritten Dfterfeiertage eine tombinirte Sigung derjenigen Gesellen Tarif Kommissionen für deren Branchen eine Einigung mit den Meistern nicht erzielt worden war, stattfand, und in welcher die betr. Minimallohntarife endgiltig festgestellt wurden. Die Bentral Lohntommiffion war indeffen zu der Einficht gekommen, daß fie bei Aufstellung des Tarifes über die in den Werkstätten gezahlten Breise falsch unterrichtet worden war, in Folge deffen der anfängliche Tarif cher den Anforderungen eines Marimal als Minimallohn tarifes entsprach, weshalb sie sich in Uebereinstimmung mit der Branchen Tariftommiffion veranlagt sab, die Normirungen ein zelner Pofitionen herabzuseßen. Diefer Umstand fand nicht Die ungetheilte Billigung der Versammlung, stieß vielmehr mehrfach auf Widerspruch, indem geltend gemacht wurde, daß die Tarifkommission mit gebundenen Mandaten betraut wor ben wäre, was von Hin. Stellmann jedoch entschieden in Abrede gestellt wurde, indem er sich auf die Ungebundenheit Der Tariffommission berief und darauf hinwies, daß es ohnehin noch eines heißen Kampfes bedürfen werde, um den Minimallohntarif in seiner jegigen ermäßigten Form zur Durchführung zu bringen. Dies müffe aber unbedingt geschehen und könne man getroft den Lohnkampf aufnehmen, da Die Tischler ausreichend mit Geldmitteln versehen seien, zudem in diesem Jahre größere Unterstügungen von Heute: Carmen. Theater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Deute: Der Mohr des Baren. Deutsches Theater. Heute: Der Weg zum Herzen. Bellealliance- Theater. nute: Klein Geld. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Boute: Der Walzer König. Heute: Residenz- Theater: Direktion Anton Anno. anderen Bum 16. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Hurrah Germania! Oftend- Theater: Deute: Der fliegende Holländer. Wallner Theater. Heute: Sein Fehltritt. Vittoria Theater. Heute: Sulfurina. Alhambra- Theater. eute: Gemea, die Kartenlegerin. Mäntel werden aufgeatb. und Kleider werden billig angefertigt. Bückleiftr. 13 bei Wende. 816 Der VOLKS- BAZAR ( Kein Abzahlungs Geschäft) Rorporationen zu erwarten hätten, als im vorigen Jahre. Die Unzufriedenen eit.nnten die vollzogene Thatsache bezgl. des niedriger bemessenen Minimallohntarifes schließlich an und war die Versammlung entschloffen, diesen nunmehr für alle Fälle Aur Durchführung zu bringen und nahm zum Schluß die Tarifbogen entgegen, um die zur Beit in den einzelnen Werk ftätten gezablten Arbeitspreise zu beurkunden. Der Bezirksverein des werkthätigen Volles der Schönhauser Vorstadt hielt am Dienstag, den 14 April eine Generalversammlung in Meister's Lokal, Schönhauser Allee Nr. 161 ab. Der Vorfißende Herr Frügge hielt zunächst eine Ansprache an die Versammlung, in der er lobend den verstor benen Kassirer Joseph erwähnte. Die Versammelten erhoben fich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sißen. Es folgte hierauf die Erfaßwahl und wurden gewählt, als 2. Vorfizender Herr Schindler, 2. Schriftführer Herr Pazer, 1. Kafftrer Herr Bensch, zum Beifizer Herr Rackwiz und zum Revisor Herr Blaurcd. Hiernach hielt Herr Dr. Leffer einen Vortrag üoer die Papierfabrikation und schilderte die Handarbeit sowie die Thätigkeit der Maschinen dieser Branche in ausführlichster Weise. Der Vortrag wurde von der Versammlung mit großem Beifall aufgenommen. Zu Verschiedenes wurde der Antrag gestellt, für die Wittwe Joseph eine Tellersammlung zu veran stalten. Der Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Die Lohntommiffion der Schuhmacher Berlins hat eine Petition ausgearbeitet, in welcher die traurigen Verhält niffe des Schuhmachergewerbes largelegt werden. Dieselbe wird in nächster Zeit dem Reichstag zugeschickt werden. In dieser Petition ist der Wunsch ausgesprochen:„ Ein Hoher Reichstag wolle bei der bevorstehenden Berathung und Be schlußfaffung über das Arbeiterschußgesez vor Allem seine volle Unterstüßung den Paragraphen zu Theil werden lassen, die eine gefeßlich bestimmte Marimalarbeitszeit und einen gefeßlich bestimmten Minimallohn festsetzen". Zu diesem Bwede tagte am 14. d. M. in der Holzmarktstraße 72 eine Versammlung, welche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern genannten Gewetbes sehr gut besucht war. Der Schuhmachermeister Engler hatte die Aufgabe übernommen, über die Petition zu referiren, was er auch zur Zufriedenheit der Versammelten ausführte. Der Referent empfahl, die Betition an den Reichstag einzuschicken und die Herren Abgeordneten zu ersuchen, für dieselbe einzutreten. Sodann verbreitete der Referent fich über Die traurige Lage der Schuhmacher, die der großen Wehrzahl nach nicht mehr im Stande feier, felbstständig zu werden und tam zu dem Schluß, daß Abhilfe nur möglich sei durch Er richtung von Produktiogenossenschaften mit Staatskredit. An der Diskussion betheiligten sich viele Redner, welche abgesehen von untergeordneten Fragen, dem Referenten zustimmten. Mit allen gegen 2 Stimmen gelangte schließlich ein Antrag zur Annahme, in rächster Bett eine Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung:„ Privatwirthschaft und Broduktivgenossenschaften mit Staatsfredit." In feinem Schlußwort bemerkte Herr Engler, die Schuhmacher hätten feinen Grund, ihre Armuth zu verschweigen, sondern sogar die Pflicht, dieselbe aufzu Decken. Petitionsbogen find gratis durch Herrn J. Ege, Dragonerstr. 48 zu beziehen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Artileis gebeten. Die Lohn tommiffion der Schuhmacher Berlins. Aufruf an die Metallarbeiter Berlins. Kollegen! Am Sonntag, den 19. d. M., Vorm. 10 Uhr, findet in dem Lofale Neu Tivoli", Dranienstr. 53, eine große Versammlung der Vereinigung deutscher Metallarbeiter, Mitgliedschaft Berlin( S.) statt. Herr Dr. Angerstein wird einen interesanten Vortrag über die Kriegführung in den aftatischen Wüsten und Steppen mit besonderer Bezugnahme auf die jetzigen Verhältniffe in Aften halten. Außerdem findet Neuwahl eines Beitragssammlers, sowie dreier Stellvertreter statt. Es wäre in Anbetracht des intereffanten Vortrages zahlreicher Besuch sehr erwünscht. Mitglieder sämmtlicher Mitgliedschaften Berlins werden daher gebeten, in der Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Ebenso find Gäste sehr gern gefchen. Kranken- und Begräbnißkaffe der Berliner Bürtler und Bronceure( Eingescht. Hilfskaffe 60). Die Hauptzahlstelle befindet sich bei Foellner, Ritter- und Prinzenstraße Ede des Sonntags, Vormittags, von 10% bis 12% Uhr, des Sonnabens und Montags von 7 bis 9 Uhr Abends. Daselbst werden auch neue Mitglieder aufgenommen; ebenso beim Rendant Winterfeld, Dranienstr. 2 a, vorn 3 Tr. Sprechstun den: Sonntags von 8-9 Vormittags, Wochentags von 7 bis 10 Vormittags und von 12-3 Uhr Mittags. Außerdem nehmen Beiträge täglich entgegen: Ballwin, Prinzen- und Morisstraßen Ede, im Restaurant. Rreus, Cottbuser Blaz im Restaurant. Fohrholz, Weberstraße 13, im Restaurant. Avis! Die von dem Verein zur Wahrung der Intereffen der Klavierarbeiter auf Sonntag, den 19. April, festgesette öffent liche Generalversammlung sämmtlicher Klavierarbeiter findet zu Gunsten der von der Tischlerlohnkommiffion auf denselben Tag anberaumten Generalversammlung der Tischler nicht statt. Der Vorstand. 809 Große Versammlung d. Vereinigung deutscher Metallarbeiter Mitgliedschaft Berlin S. Sonntag, den 19. April 1885, Vormittags 10 Uhr, im Lokale Neu- Tivoli, Oranienstr. 53. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Angerstein über die Kriegführung in den aftatischen Wüsten und Steppen mit besonderer Bezug nahme der jegigen aftatischen Verhältnisse. 2. Wahl. 3. Ver schiedenes. 4. Fragetaften. 823 Pflicht eines jeden Metallarbeiters ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen, mag er einer Mitgliedschaft angehören, welcher er will. Auch Nichtmitglieder als Gäfte find gern gefeben. Der Ausschuß Ortskrankenkasse des ZimmererGewerbes. Sonntag, d. 26. April, Vorm. 10 Uhr, bei Siemund, Linienstraße 8: General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Statutenänderung. 2. Abrechnung. Butritt haben nur die am 1. April cr. gewählten Dele girten,§ 43 des Statuts. Berlin, den 18. April 1885. 828 Der Vorstand( gez. Weniger.) Prinzen- Strasse No. 22, parterre, Orffentl.Metallarbeiter Versammlung empfiehlt zur Frühjahrs- Saijon elegante und dauerhafte Damen- und MädchenMäntel, Herren- u. Knabenanzüge, Paletots, ferner Manufakturwaaren, Betten, Singer- Nähmaschinen, Wollwaaren, Uhren und Goldwaaren, Hüte, Schuhe, Stiefel, zu äußerst billigen aber festen 526 Preisen. Bei genügenden Referenzen bewilligen gern Kredit. Sonntag, den 19. April, Vormittags 10 Uhr, im Moabiter Kasino, Wilsnaderstraße 34. Referent Stadio. Kollege Fris Goerdi: Welchen praktischen und ideellen Nugen läßt uns die Bereinigung der deutschen Metallarbeiter erhoffen? 825 Rege Betheiligung erwünscht. Der Einberufer. Röhl, Bergmannstr. 105, Bigarrengeschäft. Ballmüller, ranenftr. 28, Bigarrengeschäft. Eine große öffentliche Generalversammlung Berliner Zimmerleute mit besonders wichtiger Tagesordn wird Sonntag, den 19. d. Mts., Vormittags, in Mu Salon", Köpniderstraße 100, ftatifinden. Auf der Lage nung der von der Kommission( J. A.: A. Rudolph) einber Versammlung steht: 1. Stellungnahme der Berliner Bi leute zur Lohn- und Unterstüßungsfrage. 2. Abrechnung erftes Quartal 1885. 3. Neuwahl der Kommiffion; der S und Revisoren. 4. Bibliothek Angelegenheit. 5. Verschie Kein Zimmermann, dem die Wahrung seiner eigenen effen am Herzen liegt, sollte in der Versammlung fehlen. Nr. Der Fachverein der Tischler hält am Montag 20. b. Mts., Neue Grünstraße 28, in Jordan's Salon ordentliche General- Versammlung ab. deren Tagesor lautet: 1. Vierteljahresbericht des Vorstandes, der B mächtigten und der Arbeitsvermittler. 2. Ersagwahl des standes, der Kontroleure und Arbeitsvermittler. 3. Verschi Vereins angelegenheiten. Nur Mitglieder haben Zutritt Vorzeigung des Quittungsbuches. Neue Mitglieder aufgenommen. Diejenigen Mitglieder, welche an dem richt in der Handweiterschule theilnehmen wollen und au erscheint Beihilfe von Seiten des Vereins reflektiren, müssen sich Berlin f stens in dieser Versammlung beim Vorsitzenden melden. Postabon Eine Generalversammlung sämmtlicher Be Tischler findet am Sonntag, den 19. April, Vormittag zije 10% Uhr statt. Die Tagesordnung wird in de jammlung bekannt gemacht. jammlung bekannt gemacht. Der Garten wird um 1 eröffnet. Sämmtliche Berliner Tischler werden im eig Intereffe ersucht zu erscheinen. Man Eine Generalversammlung der Mitglieder des vereins für Schlosser und Berufsgenossen findet Sonn den 18. April, Abents 8 Uhr, in Gratweils Bier Kommandantenfir. 77/79 statt. Auf der Tagesordnung französische 1. Vortrag des Herrn Dr. Leffer Aus der Chemie." eß gegen nahme neuer Mitglieder. 3. Diskuffton. 4. Kaffenberi purbe, be Revisorenwahl 5 Verschiedenes und Fragekasten. " Deren man Versammlung der Freien Vereinigung der ind hinrich golder und Fachgenossen". Montag, den 20. April( Semacht, d Salon), Inselstr. 10, Abends 82 Uhr, wozu sämmtlideniale Ch glieder auch Kollegen aufgefordert werden zu erscheinen al entging Statutentommiffion, Vierteljahrsabschluß und Verschiede raft wur Eine öffentliche Metallarbeiter Versammlung infere Sad am Sanntag, den 19. d. M. Vormittags 10 Uhr, im. h. fie be Rafino, Wilsnackerstr. 34 ftatt. Das Referat bat Hertrieben da Gö: di übernommen. Die Tagesordnung lautet: Bachtsumm praktischen und ideellen Nugen läßt uns die Vereinig ich auf die deutschen Metallarbeiter erhoffen." Freie Distuffton. auf die liche Kollegen, Schloffer, Dreher, Stoßer, Hobler, Sturch ihre Former u. s. w. werden auf diese Versammlung besondeßen. D merksam gemacht. Beiträge für die Mitgliedschaft Bich IV. ett ionen Tha werden angenommen. Man Arbeiter- Bezirksverein vom 15. und 20. Komffenbar zu Wahlbezirt. Ordentliche Generalversammlung am den 19. April, Vormittags 10 Uhr, in Wohlbaupt's nit Abgabe Manteuffelstraße 9. T.- D.: Vierteljährlicher Kaffenberi Beneralpäd schiedenes. Fragetaften. Dies Unwef A Die nationale Kranten- und Begräbnißtaßeneralpäd Nun, deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwa Berufsgenossen( E. H.) hat, um ein längst empfu ewalt befi Bedürfniß ihrer Mitglieder abzustellen, für den Sophien Restaurant, opbtenftr. 22, eine Geifte b stelle errichtet und finden die Kaffenfibungen bier wie ht dazu Butowerstr. 9 bet Bruffat jeden ersten und dritten Maffen; d im Monat Abends 8 Uhr statt. Die nächste Sizuner Form am Montag, den 20. April, abgehalten und werden at epubli durch den Kaffirer R. Liedemann, Grimmstr. 39, gofaligen Ge Mittags von 12-1% Uhr, Abends von 7-8% ist der laufenden Geschäfte erledigt. ehalt; fie Der Fachberein der Metallarbeiter in Gas-, Departe und Dampfarmaturen hält beute, Sonnabend, den 18 n den S Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantepartement 77-79, eine Versammlung ab, in welcher Herr hr steigern einen Vortrag über Vegetarismus balten wird. Di tuffton über diesen Vortrag, eine Berathung über da Derren jährige Stiftungsfest und verschiedene andere Vereingebung de legenheiten bilden den übrigen Theil der Tageso Mit fol Durch den interessanten Vortrag erhofft der Vorstand den Bour reiches Erscheinen der Mitglieder. Gäste sind willkommirard, Don, diese ne Parteig Arbeiter- Bezirksverein der Oranienbu amage Vorstadt und des Weddings. Montag, den 20. April, Abends 8½ Uhr, im Wedding Müllerstraße 178: Versammlung TD.: 1. Vortrag. Referent wird in der Verjam bekannt gemacht. 2. Berschiedenes. 3. Fragekasten. baben Butritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen, 827 Gunften brud verboter Der Vo Darin er es fint Versammlun gen fie fre des fadioereins der Metallarbeiter in nich hat in r be, und f Waffer- und Dampf- Acmafucen Sonnabend, d. 18. April, Abends 8 1b man fie Gratweil's Bierhallen, Kommandanten se fort. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herin M. Klein über Vegeta 2. Distuffton. 3. Berathung über das Stiftungefeft. schiedenes und Fragefasten. Säfte find willtommen zahlreiches Erscheinen bittet Der Vors " " " Wie g Die T Ja." Es läßt aller im Gan gemacht Fachverein der Fraifer u. Berufen Ring 820 Montag, Abends 812 Uhr, bei Tilt, Köpnickerstr Der 15 Borl Mitglieder Versammlu Delegirten- Versammlung Der Tischler Es ist erin. malt " Natürlic Ides Inf Du spo bem Biol " Und die zer, bas Sonntag, Vormittags präzise 9 Uhr, Alte JatobSingt," Sämmtliche Lohntarife müssen eingereicht werden 824 Centrailohntommiffion der Zonft eine Ich hab Die Uhrenfabrik ung ge DON e nebenei ndzwanzi ren oder Max Busse, hemadier Nr. 157 Invalidenstrasse Nr. 15 unberecher zwischen Brunnen- und Aderstraße empfiehlt sein reichhaltiges Lager, fowie feine Reparatur- Werkstatt. Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthfirage 2. e. Es r