tr. 93 zig Mart Der Armenver eichen Spro sche Btg." Kommiffar ommeffariul hun, ben Mittwoch 22 April 1885. It. Jahrg. Berliner Volksblatt. en Sie dazu len?" o Dann, bejabl zahlen, b Rommeffariul igen). icht mehr ju , vergeffen, Schmur rüßt fte mi age trifft a n die hand Dich wiede nicht, Did Her bemerle tit befit oftanftalten Dem Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" m5891 beint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für gen stieg rlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. uf 1,609,6ftabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. 4,4 pCt., ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) bren einge uf 195 gftieg ost den ennen in Redaktion: Beuthstraße 2. elbbafen Eine Anerkennung für die Arbeiter. genöthigt Auf we Das ist wirklich etwas Seltenes in diesen Zeitläuften. blieb une man soviel von den übertriebenen Forderungen" und 1 Jagdremaßlosen Ansprüchen" der Arbeiter reden hört. Aber enfchenbei Anerkennung ist auch darnach. T in die Es wurde nämlich aus London gemeldet, daß die in 7 Drinner br. Salve Stahl- und Drahtfabrik zu Sheffield beschäftigten mit ungla beiter, mehrere tausend an der Bahl, bei dem schlechten chäftsgang ihren Unternehmern angeboten hätten, eine oe lang umsonst zu arbeiten. Diese Offerte sei fo anerkennenswerther, als den Arbeitern furz zuvor Löhne um ein Drittel gekürzt worden seien. 8 fte jur ce Kräng abn au zu afen auf und Tri Db bas, ebelmüthige Anerbieten" angenommen worden Loge zu wiffen wir nicht. g Wir wissen nur, daß ein großer jeil der deutschen Presse einige Tage förmlich in Ent ner ande fen über„ biese braven Arbeiter" fchwamm und sie mit Der Ath mlicher Deutlichkeit den deutschen Arbeitern als Muster treďte bielt. t, was förderte t Die Sache erscheint uns etwas geheimnißvoll, wenn r Auff ich mir nicht bestreiten wollen, daß so etwas möglich ist. lal nehin fennt man nicht einmal den näheren Zusammen abng der Sache. Wenn vorher schon die Löhne reduzirt echt haben mußten, so muß es mit jenen Geschäften sehr schlecht 1 erwiben und da tommt es vor, daß für das ganze Personal Do: fid e Woche lang nichts zu thun ist. Vielleicht hat man, m Jüng die argwöhnische Welt zu täuschen, der ganzen Anich denn Eregenheit die schöne Ausschmückung mit dem edelmüthigen herbieten" der Arbeiter gegeben und es ist wahrscheinlich en bale Woche lang nicht gearbeitet worden. Wie sollen aber einige Tausend Arbeiter dazu kommen, Säßen früberes en Arbeitgebern eine Woche lang umsonst zu arbeiten? und tam cherlich haben diese Arbeiter teine Ersparnisse machen Tt, wie ein men, da ihre Löhne schon vorher um ein Drittel reduzirt m Burich lichen feblte nien; wovon konnten sie aber eine volle Woche lang sich en. Die thre Familie ernähren? Selbst wenn sie den eng hen Gewertsverein staffen, die theilweise großartige Bes be haben, sämmtlich angehörten, so ist nicht anzunehmen, fie daraus einen Vortheil gezogen hätten, denn für en solchen Fall freiwilliger Arbeitslosigkeit Unteriner zungen auszuzahlen, würde sicherlich den Statuten der werkvereine widersprechen. Fabrit tauf ntel un Ets 10 Bei den fühl und nüchtern denkenden englischen Artern ist faum anzunehmen, daß sie den Edelmuth" so it treiben, ihre Familien und sich selbst in Noth und angel zu stürzen, nur weil ihre Arbeitgeber augenblicklich ne Geschäfte machen. Aber unsere deutsche Presse steht er all diese Unwahrscheinlichkeiten flott hinweg, weil man Gelegenheit findet, den deutschen Arbeitern einen Tugendgeben wogel vorzuhalten. Natürlich, die Herren, welche mit 37 11 terre. Fabrit se Nr 1 brud verboten.] Feuilleton. Im Eckfenster.. Roman von Friedrich Gerstäder. ( Fortsetzung.) Ach, Thorheit!" erwiderte Flora. Können wir etwas Goldwafür, wenn uns ein Offizier auf der Straße folgt? Wir Berle in ab doch wahrhaftig feine Nonnen, daß wir mit keinem nter 5 jäännlichen Wesen sprechen dürften! Laß sie nur etwas geftatte rüber sagen, ich will ihr schon bienen!" en Quittung arte, Prei Ja, auf der Straße hast Du immer das große Wort," einte die Schwefter, aber wenn Du mit mir oben bist, ust Du den Mund nicht auf!" ,, Weil ich nicht unnöthiger Weise Streit mit ihr haben ill; treibt sie's aber zu arg, so lasse ich es auch auf's eußerste ankommen, und wenn fie mich dann enterben will, is alte Scheusal- Gott verzeihe mir die Sünde, es ist aters Schwefter, so mag fie es meinetwegen thun, nb ich weiß dann doch, wohin ich mich zu wenden habe " " Gehen wir durch den Bark?" Es ist eigentlich schon ein bischen spät, aber ich denke bie Tante kann uns ja nicht mehr aus ihrem auch Segen enfter Resy jottes, die heute gewiß Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. Vorliebe Frauen und Kinder beschäftigen, welche 13-14 Stunden täglich arbeiten lassen, die Italiener, Polen und Schweden herdeiziehen, die sogar aus den sogenannten ArAlles nur der beiterkolonien Arbeitsfräfte entnehmen niedrigen Arbeitskräfte wegen biese Herren würden es auch gerne annehmen, wenn ihre Arbeiter zeitweise ganz umsonst für fie arbeiten wollten, wenn die Geschäfte schlecht gehen. Auf die Schultern dieser Arbeiter wird ja so viel abgeladen, warum sollen auf sie nicht auch die Roften für die ungünftigen Ronjunkturen des Waarenmarktes, die sie indirekt ohnehin zu tragen haben, ganz birekt abgewälzt werden? Und so fame es schließlich dahin, daß in dieser Zeit nicht die Arbeiter die eigentlich Notbleibenden find, da sie ja ihre Arbeitsleistung noch wochenweise großmüthig umsonst abgeben können, sondern es find die Unternehmer, die schon so weit gelangt find, sich von den Arbeitern auf die angedeutete Weise beschenken lassen zu müssen. Die Sache ist freilich zu ernst, als daß man sie humoristisch behandeln könnte. Jm Uebrigen sind unsere deutschen Arbeiter fleißig und aufopfernd genug und es braucht ihnen fein Tugendspiegel vorgehalten zu werden. Wäre bei anderen Leuten auch so viel Sinn für Gemeinwohl und Gefammtintereffe vorhanden, wie gerade bei den Arbeitern, so würde schon Manches erreicht worden sein, was jetzt noch in faum absehbarer Ferne liegt. Politische Webersicht. Der Vorschlag, die afghanische Frage durch den Spruch eines Schiedsgerichts zu lösen, hat nicht den Bei fall des englischen Premierministers Gladstone gefunden. Dem Verein für ein internationales Friedens und Schieds gericht, der diesen Vorschlag dem Heirn Minister unterbreitet bat, wurde die Antwort zu Theil, daß der Premier feinen Grund wife, weshalb eine ebrenhafte Entscheidung nicht auf gewöhnlichem diplomatischen Wege erreicht werden könne. Herr Gladstone ist ein Staatsmann" der modernen Schule und die moderne Staatsfunft, wie ste heute üblich ist, wäre unmöglich, wenn alle Streitigkeiten unter den verschie denen Staaten der schiedsgerichtlichen Entscheidung unterliegen müßten. Es ist nun zwar taum anzunehmen, daß die Bestres bungen genannten Vereins, auch wenn fie in Erfüllung gingen, einer friegswüthigen Regierung ein wesentliches Hinderniß sein würden, denn ein mit solchen Ma cht mitteln ausgestattetes Schiedsgericht ist heute wohl kaum herzustellen; es würde sich also immer nur um einen moralischen Zwang handeln den, den Schiedsspruch anzuerkennen. und keine der betheiligten Mächte tönnte gezwungen wer Ein internationales Schiedsgericht, das im Stande wäre, seine Entscheidungen völlig unparteiisch zu treffen und ihnen auch den nöthigen Nachdruck зи geben, b. b. welches Die nöthige da sind wir am Bart wahrhaftig, da kommt auch Wöhfen! Das ist beinah' ein bischen zu auffällig- wenn es nur Niemand gefehen hat!" " Das glaub' ich", sagte Flora, Du kannst jetzt mit Deinem Lieutenant eine Vietelstunde schwärmen, denn länger bürfen wir keinenfalls bleiben, und ich trabe als Ehren wache langweilig nebenher. Heidewald ist doch ein recht phlegmatischer Beter; wenn er nur ein klein wenig auf merksam wäre, so müßte er gemerkt haben, daß wir auss gegangen find, und er weiß, wie wir fast jedesmal durch den Park zurückgehen". " Meine Damen", sagte in diesem Angenblick eine fehr bekannte Stimme, als die jungen Mädchen eben den ersten, sich kaum noch mit frischem Grün deckenden Laub gang betreten hatten, ich bin so glücklich, Sie hier anzu treffen. ,, Das ist Ihnen wohl recht schwer geworden, Herr Lieutenant?" fagte Flora. Sie haben wenigstens eine halbe Stunde auf Bosten gestanden." " ,, Auf Poften, mein gnädiges Fräulein?" " Nun, vor dem Hause der Tante, die uns dadurch fortwährend fragte, ob der Herr Lientenant da unten auf uns warte." ,, Dh, das bebaure ich unendlich! Aber ich glaubte, bie Macht hätte, für stritte Durchführung des Urtheils Sorge zu tragen, ein solches Schiedsgericht liegt noch in weiter Ferne. Es tönnte auch nicht aus modernen Staatemännern zusammengefeßt sein, denn von dem Tage seiner Einführung an, würde die moderne Staate funft lahm gelegt werden. Den jeßigen Staatsmännern ist freilich taum zuzutrauen, daß fte fich jemals für ein derartiges Friedensgericht be geistern werden, ihnen ist das Diplomatistren lieber. Das zeigt wiederum die Antwort des Herrn Gladstone. Die Diplo matie oder nennen wir das Ding beim richtigen Namen die Kunst, den Gegner hinter's Licht zu führen- ste si bert den Künstlern" hier Diplomaten, einen eigenartigen Nim bus in den Augen der denlunfähigen Maße, die allemal da ein Wunder vermuthet, wo nichts als blauer Dunst vor handen ist. Die öffentlichen Verhandlungen vor einem von ben Völkern gewählten Schiedgerichte, fie würden die ganze Diplomatenkunft als eine Seifenblase erscheinen lassen, die nur au lange im Stande war, sich mit einem geheimnisvollen, fünftlichen Nimbus vor dem Berplagen zu schüßen. Mit der Geheim und Wichtigthuerei wäre es dann ebenso vorbei, wie mit der modernen Staatstunft und der Diplomatenzunft. Die beutige Diplomatenzunft sträubt sich natürlich gegen ein der artiges Schiedsgericht; die Herren wollen den Üst nicht absägen, auf dem ste stzen. Die Bewerbungen der Hamburger Schiffsrheder und Berufsgenossen um die staatitch subventionirten Dampferlinien haben, haben, wie wir bereits mittheilten, zur Giünbung einer Dampfschifffahrts- Gesellschaft geführt, die sich an den Hamburger Senat mit dem Ersuchen gewandt hat, thr einen Theil der erforderlichen Mittel von Staatswegen( Hams burger Staat) zur Verfügung zu stellen. Der Senat hat der Finansdeputation das Ersuchen zur Begutachtung überwiesen und diese hat sich für die gewünschte Unterstüßung ausge sprochen. Es wird nun eine entsprechende Vorlage an die Bürgerschaft in nächster Beit zu erwarten fein. Von dem in Aussicht genommenen Gefammikapital der Gesellschaft, 10 Mil Itonen Matt, will der Staat, wie verlautet, 3 Millionen in Attien übernehmen, mindestens ebensoviel gedenkt die Gesell schaft in Aktien aufzubringen; für den Rest sollen bereits Offerten von Banthäusern vorliegen. Ob diese Gesellschaft den Zuschlag für die oftastatische Linie nun auch erhalten wird, ist zur Beit jedenfalls noch zweifelhaft Von Berlin aus ist eine Mittheilung nach Hamburg gelangt, welche von Bedeutung in dieser Hinsicht sein kann. Nach dieser Mittheilung wünsche Die Reichsregierung, falls eine Verständigung zwischen Hamburg und Bremen, wonach die Schiffe von Hamburg über Bremerbafen ihre Reisen anzutreten hätten, nicht zu ermög lichen wäre, jeder der beiden Städte je eine Post- Dampfschiffslinie zuzuwenden. In Hamburg hält man die australische Linie für die minderwerthige und wünscht in Anbetracht, daß Hamburg weit mehr nach Dftaften exportirt, wie Bremen, die oftastatische. Auf die auftral sche Linie soll Herr Sloman be reits eine bindende Dfferte nach Berlin gesandt haben, die auf die Erweiterung seiner vorhandenen Linie durch Einstel lung von neuen Postbampfern gerichtet wäre, so daß Deutsch land im Falle der Annahme dieser Offerte in Zukunft zweimal N Wir kommen auch hin," lächelte bas junge Mädchen. Wirklich Dh, das ist göttlich!" rief der Lieutenant in Elstafe. " Ich denke, Sie wollen absagen?" lächelte Flora.. " Wie fonnte ich davon eine Ahnung haben- jetzt nicht um alle Schäße der Welt! Aber seit wann sind Sie mit Schallers bekannt?" " Seit heute..." " Das ist köstlich! Es find prächtige Leute, und viel leicht findet sich dort Gelegenheit, uns öfter zu sehen aber wollen wir nicht nach rechts abbiegen? Da vorn tommt Jemand... ,, Gerade deshalb denke ich, können wir geradeaus geben," sagte Flora, die über und über roth geworden war, benn sie hatte die furze Sammetpetesche erkannt- viel leicht begleitet uns der Jemand." Wahrhaftig, das ist Herr von Heidewald!" sagte Henriette. Das trifft sich aber wirklich zufällig.. ,, und sehr glücklich." ergänzte Wöhfen, denn er wußte, daß er jegt, die furze Zeit wenigftens, ganz ungestört mit Henriette plaubern könne. Die Begrüßung mit dem Neuangekommenen, ber ebenfalls schon fast zwei Stunden hier im Part auf der Lauer lag, war eine ähnliche wie mit seinem Vorgänger. Er einem ,, glücklichen Bufalle", bis mit ten und titer feben, und bie Stefy it freuzima ponizen Fenster Ihrer gnädigen Fran Tante gingen nach ber andern forach auch nur von einem Blind hehe gritte hinter best ll, Kranken t. NG nter uns her!" Wenn nur Wöhfen dort noch ein kleines Weilchen und ab gegangen wäre es ist auch zu nngeschickt, nn er mußte wiffen, daß er uns daburch in Verlegenheit ingt.. Ach was," lachte Flora, genau kann es die Tante us ihrem Fenster doch nicht beobachten. Sie sieht nur, aß er die Richtung nimmt, der wir gefolgt find, und rgert sich nachher nur, wenn fie uns nicht gleich ablanzeln ann und nicht einmal etwas Bestimmtes weiß die liebe Cante. Ich hätte Lust, das alte, ekelhafte Tuch hier leich an die Ecke zu werfen baß wir das jezt auch noch erumschleppen müssen!" Besser unter dem Arme als auf den Schultern aber hinaus. Ja wohl, gnädigen!" fagte Flora, und ihre Lippen zudten in einem spöttischen Lächeln. Ach laß doch nur," fagte Henriette, wir wollen uns jeht nicht um die Tante zanken!" Mein liebes, gnädiges Fräulein," flüsterte der junge Difizier, indem er verstohlen ihre Hand nahm und sie leise drückte, wie glücklich bin ich, daß Sie mir Gelegenheit ge geben haben, Ihnen wieder, wenn auch nur auf Momente, nahe zu sein! Ach, die Minuten werden mir ja so abges meffen... Sind Sie denn nicht bei Schaller's eingeladen?" fragte Henriette leife. ,, Ach, was soll ich da," sagte Herr von Wöhfen- ich werde absagen." allein war, das heißt etwa sechs dem andern Paar herging ünd nun in ihr Dhr seine Liebestlagen ausschüttete. Herr von Heidewald war außerordentlich schwärmerischer Natur. Er machte auch in Mußestunden und wenn er nicht wie er von sich selber bescheiden sagte Leinwand ruinirte", Gedichte, von denen Flora schon ein ganzes Packet wohl verschlossen in ihrer fleinen Rom Es ist wahr, in feinen Poefien mode liegen hatte. reimten sich sehr häufig Herz und Schmerz, Lust und Brust, Thränen und Sehnen, Scheiden und Leiden, Gruß und Kuß u. f. w., und der Schluß war fast jedesmal, daß er fich nach einem fühlen Grabe" sehnte, um dort sein Elend zu verträumen. wonach dann die Geliebte zu Elend zu verträumen. dem Grabe fam und sich Blumen pflückte. Auch seine monatlich durch direkte Dampfer- Expeditionen mit Australien verbunden wäre. Ueber die Organisation des nen begründeten KongoStaates theilt einer der auf der Konferenz gewesenen Dele girten u. A folgendes mit: Die jest souveräne africanische Affoziation hat das Recht, den neuen Staat mit einer Verwaltung und Gesetzgebung auszustatten. Als bierin zu befolgende Muster dürften Neu- Seeland, Australien und Kalifornien dienen. Ein General Gouverneur, durch auserwählte Hilfs Iräfte unterstüßt, wird für die ersten zehn Jahre wenigstens die Haup triebfeder des administrativen Räderwerkes bleiben. Eine Anzahl Richter und eine bewaffnete Macht, welche im Stande ist, die öffentliche Sicherheit zu sichern, werden diese elementare D ganisation vervollständigen. Nathsversammlungen von Notabeln, welche die Rep äfentanten der verschiedenen Inter effen bilden, werden in vielleicht nicht ferner Zeit eine nüßliche Rolle spielen. Das Budget wird fich aus einer festen Dota tion und aus lokalen Einnahmen zusammenseßen, deren Ertrag selbst unter den gegenwärtigen Verhältnissen leicht eine Million schon von den eisten Jahren ab erreichen wird. Die jest bezahlten Tribute als Durchgangsabgaben, welche die eingeborenen Häuptlinge empfangen und die bis auf sechs Prozent des Werthes fich belaufen, werden, sei es auf dem Wege der Benfion, sei es auf dem der Ablösung, aufhören. Das Territorium des Unter- Rongo, das sich auf dem rechten Meer und Manyanga Ufer zwischen dem Atlantischen Meer und Manyanga ausdehnt, ist dazu berufen der politische, administrative und finanzielle Stützpunkt des neuen Staates zu werden. In jedem Jahre wird ein Theil des Ueberschusses der Einnahmen dazu bestimmt sein, diese Grundlage zu erweitern und ihm neue Territorien, die dem ungeheuren Gebiete des oberen Fluffes entnommen werden, anzuschließen. Das linke Ufer zwischen dem Kongo, Quango und dem sechsten Grade südlicher Breite wird dann die zweite prächtige Proving werden; zum Theil ist fte schon urbar gemacht; ihre Hauptstadt ist Léopoldville. Das ist die unmittelbare Operationssphäre der Regierung, die sich unter Leitung der Affoziation organisirt; mit der Erwerbung hiefer doppelten Grundlage ist die Zukunft eine gesicherte. Demnächst wird die die internationale Rommission zusammen treten, welche die Mächte am Kongo repräsentirt, die durch die Rongoatte preklamirten Freiheiten fichern und die Unterhaltung, wie die Verbesserung der Bedingungen für die Schiffbarkeit des Fluffes übernehmen soll. Große Arbeiten find hierzu nöthig, fte werden Anleihen erfordern, deren Garantie den Seemächten obliegt. Die Kommission wird die nöthigen Ar. beiten und die Ausgaben für dieselben bezeichnen, um die Schiffbarkeit des Kongo zu sichern. Gewiffe Revenuen find ihr für diesen Bwed zuertheilt und sie hat das Recht, auf diese Revenüen Anleihen aufzunehmen. Es bedarf besonderer Konventionen, um die in der Kommission vertretenen Mächte für diese Anleiben solidarisch zu machen. Am Ober- und Unter- Kongo befinden sich fest 233 Europäer. Aus München wird der Frankf. Big." geschrieben: Der Schreinerfachverein hat in einer gestern abgehaltenen Gneralversammlung beschlossen, gegen den Beschluß der tgl. Bolizeidirektion, der ihn aus ähnlichen Gründen, wie fürzlich den Schneiderfachverein, mit der Auflösung bedroht, für den Fall, daß er sich dem Verbande deutscher Schreiner in Stuttgart anschließe, Beschwerde bei der kgl. Bezirksregierung für Oberbayern zu erheben. Interessant ist, daß die kal. Polizei Direktion schon vorging, ehe noch der Verein dem Verbande bei. getreten. Es war ausdrücklich in der Generalversammlung aus sepfrochen, auch auf Befragen der kgl. Polizeidirektion davon Rennin ß gegeben, daß der Beitritt erst erfolgen sollte, wenn Die tgl. Polizeidirektion die Statuten, die diesen Beitritt aus fprechen, genebmigt habe. Es lag also eigentlich für jest gar feine Beranlaffung zum Einschreiten vor. Die tgl. Polizei Direktion hätte rubig abwarten tönnen, was der Verein thun merde, wenn sie die Statuten nicht genehmigte. Einer der Redner, der empfahl, Beschwerde zu führen, machte mit Nach brud darauf aufmerksam, daß, wenn aus die tgl. Polizei Direktion fich wahrscheinlich zuvor über ihre Gesezesauslegung genau informirt habe, es doch auffallend sei, daß die Polizei birektionen in Nürnberg, Fürth, Bayreuth anderer Anficht seien. Gerade deshalb müffe man durch die Beschwerde Alarbeit in Die Frage zu bringen suchen, was in Bayern Rechtens sei. " Ueber angebliche Unruhen in Russisch- Polen geht der ,, Köln. 8tg." aus Berlin folgende telegraphische Mittheilung su: Nachrichten aus London und Baris, die hier ei: getroffen find, bestätigen ebenfalls das Vorhandensein geheimer Ümtriebe n Warschau; nur ist zu bemetlen, daß diese legteren die Ur heberschaft iener Bewegung nicht in England( vor einigen Tagen wurden die angeblichen Unruhen englischen Agenten zu geschrieben) suchen, sondern in erster Linie bei der vaterlandslofen polnisch- sozialistischen Propaganda, die augenblicklich in Warschau einen günstigen Boden für ihre Thätigkeit gefunden zu haben wäbnen mag und dort ihr Unwesen treibt. polnische Broschüre, die ein gewiffes Aufsehen erregt hat und unter andern auch in der Gazeta Narodowa" eingehend be sprochen worden ist, führt Klage über die feindliche Haltung Der öffentlichen Meinung in Europa Polen gegenüber. Eine Eine Rebeweise war ein weig überspannt, aber Flora gefiel bas troßdem, und wenn sie auch natürlich in Henriettens Gegenwart feinen Vergleich ziehen durfte, so tam ihr doch gegen ihren Guido der Lieutenant von Wöhfen immer ent feßlich langweilig und fade vor. Flora war ebenfalls ein wenig schwärmerischer Natur, aber das konnte auch taum anders sein. Ein junges Mädchen, das eben erft ins Leben tritt und schon vor der Beit eine Menge von überschwänglichen Romanen gelesen hat, hält den Mondschein selbstverständlich für die paffendste Bleuchtung der Welt und versenkt sich am liebsten in Erzählungen, die mit einer unglücklichen Liebe anfangen, und während Held und Heldin Folterqualen erleiben, aber Alles mit dem größten Heroismus ertragen, endlich und unmittelbar vor dem Schlusse mit ihrer Vers heirathung enden. Je geheimnißvoller die Sache dabei betrieben wird, desto hübscher ist es, und ein verzweifelter solche Haltung wäre aber feineswegs unbegründet, denn überall in Europa, wo es gilt, die Ruhe und Ordnung zu stören, darf man mit Sicherheit darauf rechnen, das polnische Element thätig zu finden, und die Verbindung zwischen Polen und Sos zialisten, die zunächst sozialistische und erst in zweiter Linie revolutionär- polnische Swede verfolgt, ist für alle europäischen Polizeiverwaltungen ein offenes Geheimniß." Wer wohl diese grufeliche Geschichte der braven Kölnerin aufgebunden hat? " Zum russisch- englischen Konflikt ist Wesentliches nicht zu melden. Die Situation hat sich nicht verändert, hüben wie drüben Wortgeklingel und Säbelgeraffel; man zeigt fich gegenseitig zwar die Zähne, doch ist es noch immerhin fraglich, ob es zum Bubeißen fommen wird.- Die Erfolge des Generals Komaroff find der russischen Militärpartei zu Kopfe gestiegen, man lechat nach Ruhm und Lorbeeren". 50 schreibt das russische Blatt Swet", welches von dem Bruder Komaroff's redigirt wird: Wir müssen vor Allem Herat nehmen, denn das ist die Hauptpofition von Zentralaften; müssen es nehmen, ehe die Engländer es befestigen. Wenn diese es befeßen, dann kann in Aften wirklich ein Krieg entbrennen. Wenn aber wir den Engländern zuvorkommen, so vermeiden wir auch den Krieg und die Diplomaten, die in den Kanzleien aufgewachsen sind und ihre Weisheit aus Atten bündeln fich holen, begreifen nicht immer das, was im Leben eine wichtige Rolle spielt."- Das Blatt empfiehlt der Regie rung weiter, zur Kräftigung der Seemacht Rußlands alle Sorgfalt zu verwenden und die an der Murmanküste günstig gelegenen Nordbäfen Kriegsaweden dienlich zu machen.- Die " Now. Wr." hält den Krieg zwischen Rußland und England früher oder später für unvermeidlich, da die aftatischen Grenzen beider Länder fich nicht, wie bei dem Kongostaate friedlich auf dem Papier sieben laffen würden." Auch die Moskauer Blätter stoßen in die Kriegsposaune und ertheilen der Regierung den Rath, bei den Mächten dahin zu wirken, daß der englischen Flotte nicht nur die Dardanellenstraße, fondern auch der Suezkanal verschloffen bleibe; die englische Flotte müffe gezwungen werden, ihren Weg um das Kap der guten Hoffnung zu nehmen. Frankreich. Nach einem Telegramm des Reuter'schen Bureaus" aus Kairo erklärte Nubar Pascha in der Beantwortung der Forderungen Frankreichs anläßlich der Unterdrückung des Uebereinstimmung mit der Pforte geschloffen seien, die egyptische Bosphore Egyptien", daß, da die Kapitulationen in Regierung keine bestimmte Antwort geben fönne, bevor sie bei Rapitulationen in diesem Fall interpretire und wie die egyptische der of tomanischen Regierung angefragt habe, wie diese die Regierung die Antwort formuliren solle. Man sieht aus der Antwort, daß es dem geriebenen Minister von Englands Gnaden, Nubar Pascha, darum zu thun ist, sich aus der Schlinge zu ziehen. Es wird nur darauf ankommen, ob die französische Regierung den schlauen Fuchs nicht dennoch zu faffen weiß. Uebrigens dürfte es den Franzosen weniger um Genugtbuung zu thun sein, als darum, in Egypten wieder feften Fuß zu faffen. Das England die Hand auf dieses Land gelegt hat, ist den Franzosen feineswegs angenehm gewesen und so ist es immerhin möglich, daß fie aus der vorliegenden Angelegenheit einen Fall fonstruiren, der es ihnen erlaubt in Ronkurrenz mit England fich in Egypten einzunisten. Großbritannien. " Die durch Unterdrückung des egyptischen Journals Bos phore" entstandenen diplomatischen Berwickelungen, werfen ihre Schatten bis in das englische Parlament. Es ist dieses ganz erklärlich, da im eigentlichen Sinne die englische Regierung in Egypten das Regiment führt und mithin anzunehmen ist, daß auf ihren Befehl hin das Vorgehen erfolgte. Gladstone theilte auf eine diesbezüglich an ibn ergangene Anfrage im Unterhause mit, daß wegen der Unterbrückung des Bosphore Egyptien" ein Schriftwechsel zwischen der englischen, der französischen und der egyptischen Regierung stattfinde. England wünsche nur, daß die eayptische Regiernng den Gefeßen gemäß verfahre; mög lich sei, daß es fich in der Angelegenheit um eine völkerrecht liche Frage handle. Die egyptische Regierung sei in der Sache nicht allein vorgegangen, England könne die Verantwortlichkeit nicht desavouiren. Bei der morgen dem Hause vorzulegenden Kreditforderung würde er nur eine turze, zum völligen Verständniß derselben erforderliche Erklärung abgeben. In Be zug auf die Verhältnisse des Emits von Afghanistan zu dem indischen Vizekönig, Lord Dufferin, bemerkt der Premier, der Meinungsaustausch beider bezüglich der Grenzfrage sei ein höchst befriedigender. Asien. Auch auf Korea hat der Friede wieder seinen Einzug ges halten. Die gleichzeitige Einflußnahme Chinas und Japans auf die inneren Verhältnisse von Korea, hat befanntlich vor noch nicht langer Zeit zu einer schweren inneren Krifis geführt. Dieselbe scheint jegt, einem Telegramme aus Tientsin zufolge, geboben zu sein. Die Unterhandlungen zwischen China und Japan wegen Koreas haben nämlich zu 141 Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Duz. ( Forsehung.) Das vortreffliche Thier war aber doch den Strapazen dieses Weges fast erlegen, und als es am andern Morgen wieder gefattelt wurde, schüttelte es verdrießlich die gottige Mähne, als wollte es sagen, daß es durchaus nicht Lust einem am Sonnabend unterzeichneten Protokoll geführt dem Kommiffi welchem die chinesischen und japanischen Truppen von theilen, daß jurüdgezogen werden und Japan auf eine Entschädigung eine solche fü zichtet. Bur Aufrechterhaltung der Ordnung auf Rotschen lam dies eine einheimische Gendarmerie unter dem Befehl fremder ausgerichtet u ziere gebildet werden. es so schnel einen Blaze Parlamentarisches. Herrn Lierma müffe. Es e Gegen die Getreide und Holzzöll nes Ding au eine Maffenpetition aus dem Wahlkreise Bai felben zu unt Crimmitschau bei dem Reichstage eingereicht worden, Inhalts deise über 15 000 Unterschriften trägt. -Die Mehrheit der Arbeiterschuß- Kommi des Reichstages hat mit Rücksicht darauf, daß die Erled Des ganzen thr folgenden Materials in dieser Seffton möglich sein dürfte, beschlossen, die Frage der Sonntag möglichst bald durchzuberathen und diesen Theil der allein ans Plenum zu bringen. Man ging von der aus, daß der Schluß der Seffton vor Pfingsten werde. Lokales. f Mo Mädchens, al Theil wurde: Und so war Kenntniß von hatte, lautete Herrn A. Lie rede als Bro am 1. April 26. Februar auf Grund w set; denn für bereits eine G nicht an; das mann verlang seiner Herrscha Lohnes! Bus anze Glück hatte al es nun die g. Nach den Bestimmungen der Schulverwal müssen bekanntlich die fleineren Kinder ebenso wie die erwachsenen in den Sommermonaten( zu welchen der legenheit wab April bereits gerechnet wird) die Kommunalschulen von M 7 Uhr an besuchen. Wie erinnerlich, wurde auf das 20 M. für dieser Einrichtung bereits vor längerer Beit hingewiefen daß aber, wie ersichtlich, eine Abstellung derselben seile Biertelj Schulbehörden erfolgt ist. Die Klagen, welche seiner gebracht worden, vernimmt man heute wieder und fte das Mädchen ohne Berechtigung. Bedauernswerth find die Mütter selbstverständli leinen Kinder, namentlich wenn dies Mädchen find, dieser die We 7 Uhr Morgens in der Kommunalschule sich befinden warten, was Die Kleinen müssen spätestens um 6 Uhr geweckt we Liermann wü einer Beit, wo fte bis vor dem Schulbesuch noch im Forderung ni Schlafe lagen und an das Aufstehen nicht denten bra geirrt. Am 2 Bei den zahlreichen Aufgaben, welche eine solche Mu zwar gedruckt erfüllen hat, ist es erklärlich, daß den Kindern nicht jene Sie wollen falt beim Ankleiden zu Theil wird, wie es die Jugend e Empfang dief Aus diesen Gründen eitlärt es sich auch, daß diese gleich au tomm Schüler oft erst eine Stunde nach dem Beginn der Unter voll A. Lierm stunden in der Schule eintreffen. Es würde gewiß ein Herr Lierman sein, den Kindern wenigstens bis zu 8 oder 9 Jahre auf Rath sein Schulbesuch erst von 8 Uhr ab zur Pflicht zu machen. erhielt es am Amortifirte Werthpapiere. Die eingelösten gelin des Engagem gefünd Berliner Pfandbriefe sowie die bebufs Kapitalrückzahlung Liermann, Be Umwandlung zurückgelieferten Berliner Pfandbriefe Friederike St. fammibetrage von 693 400 M. resp. 2961 000 Matt Tassen haben, 9. April cr. mit den zugehörigen Koupons und Talon Schuldschein Vorschrift des Statuts durch Feuer vernichtet worden. L find binnen 48 St bernfalls fofo Liermann, Ja a. Der Profeffor Gustav Jäger aus Stuttga am 25 d. M. in der Singakademie einen Vortrag Erfahrung in der Wollkleidung und über Nationaltracht Dringend.- 2 Dem Vernehmen nach wird fich Profeffor Jäger währen ihrer Herrscha Vortrages in dem von ihm erfundenen ,, Nationalfof Der Klage me schwarze Normalfoppe und rothen mit goldenen Frannannten fie zierten Shlips präsentiren. erhielt das M Von Agenturgeschäften, wie sie hier in Berlin bändigt, der i werden, haben wir schon manche eigenartige Probe zu 48 Stunden gehabt und erfi kürzlich konnten wir melden, daß einem neugierig, wi der fich angeblich mit der Vermittelung von Grundftadir find aber läufen befdäftigte, auf Grund seiner eigenthümlichen Geldorde, als das manipulationen der Weiterbetrieb dieses Gewerbes unteruf Grund des worden ist; heute aber liegt uns ob, überall Belegenheit ne richten, der noch drastischer als der obige, die Mifererrn Liermar Agenten wesens zu illuftriren geeignet ist; denn während Broving hierb Agent Theodor Schuls, von dem neulich die Rede wat Schlage des immerhin doch noch Leute für seine unlauteren Geschäftsörde hat unf pulationen aussuchte, welche etwas besaßen, handelt es brung dieser diesem neuen Falle um die Ueberoortheilung eines armen ur, daß die einen fid Di in mädchens, das sich durch ihrer Hände Arbeit mühsam ernar, daß die muß. Der Sachverhalt ist, der ,, Staatsb. 3ia." zufolge, folgendeuch eine g vor kurzem fam ein junges Mädchen von außerhalb bieber nadefchäftsbetrie daffelbe hier fremd war, wandte es sich an eine der vieleder verliert Berlin, um sich hier als Dienstmädchen zu verdingen und un Ton durch di Stellenvermittelungs- Agenturen, welche den stolzen behen! führt: ,, Engagements Bureau für das In- und Ausland A. Liermann, Berlin W., Jägerfiraße 72 1." cht weiß, ma Wie en Summe mußte das Mädchen dort eine Gebühr von 6 Mt bezahlen Bie leicht hat en in einer es gelang in der That recht schnell, demselben eine Stelle Hausmädchen bei einer hoch achtbaren Bürgerfamilie der, wenn do umme aber errschaft, die schaffen. Das war gewiß recht schön, und obwohl die Ge von 6 Mt. nicht gerade billig ist, so wäre gegen diefelbe mentlich in Hinblick auf den schnellen Erfolg, gewiß nicht cht zuwenden gewesen; aber, wie man so zu sagen pflegt, bal tritt da r bie Ende tommt nach. Nachdem nämlich das Mädchen Stellung angetreten, erhielt es von seiner Herrschaft, demselben recht zufrieden war, den Auftrag, noch einmal treibt? E be heran! S ein Krebsid trahlenau, apfend. ,, Das war ein Glüd!" antwortete Strahlenau. Je nun, wie tommt der Zwerg Toby hier in diese Gegend" erte es nicht Ich weiß es nicht!" antwortete der Unterfoag zu thun. Wer fann überhaupt wissen, was dieser Role Besorgun uß auch zum ift nicht das erfte Mal, ich ihn hier fah, wo eben sonst Niemand zu sehen aft dort ein sei denn hin und wieder ein Wildbieb, der sich in die zu thun, schwer beladen dort am Abhange gesehen; sobald f gewagt. Ich habe in manchem Winter den Zwerg an auf lang Freilich bemerkte, mich er mir aus, so daß ich ihn niemals Glücklicher Weise war der Weg bis zum Forsthause fragen können. Diesmal, als er mir so als Netter eresen, da kon habe, zum zweiten Male eine solche Strapaze durchzu machen. nur wenige Stunden, und schon am Mittage langte Strahlenau, der sich von dem Forftwart eine genaue Be schreibung des Waldweges hatte geben lassen, bort an. Die Wunde des Unterförsters war nicht allzu gefährlich, obgleich er den Arm in einer Binde trug. war er nahe genug, daß ich an ihn die Frage richten was ihn hergeführt habe". Und was antwortete er?" " tonn n gegenwär Niemant " erg, den te den Kopf Er fagte offenbar eine unwahrheit; er antwo schwöre h Strahlenau begegnete dem Manne, der bereits eine mir, er sei hierher gekommen, um von der Höhe Nebenbuhler, der sich endlich, wenn er nicht mehr gebraucht Flinte in dem unverwundeten Arme trug, in der Nähe Wagen Habichts, der von Bethesda den Doktor abbol Donaldfelsens aus die Straße zu überschauen na len noch ei wird, eine Kugel durch den Kopf schießt, giebt dem Ganzen eigentlich erst bie Würze. Ach, Flora," feufzte Guido, wenn Sie wüßten, mit welchen Höllenqualen ich den heutigen Tag verbracht, denn ich hatte ja taum eine Hoffnung, Ihnen zu begegnen! Nur in fieberhafter Unruhe athmete ich, meine Pulse schlugen, und oft war mir, als ob ich es nicht länger er tragen könne und nur hinausstürzen müsse, um ein entscheidendes Wort von den Lippen Ihrer Eltern zu Fordern." Aber ich bitte Sie um Gottes willen, Herr v. Heides Ib," sagte Flora bestürzt,„ Sie würden nur Alles erben, und Mutter ließe uns nie wieder allein aus. 11 Daß alle Eltern so graufam find," flagte Guido, ind sie waren doch auch einmal jung!" jeines Hauses, wo er das Revier inspizirte. Es bedurfte nur einer Erinnerung Strahlenau's, um auch diesem seine Persönlichkeit ins Gedächtniß zurüdzurufen. Er sagte ihn, daß er einmal Gaft und Jagogenoffe bes sollte". ,, Also es ist Jemand krank im Schloffe?" be bin zu dem Forsthause. Strahlenau sprach ihm zunächst sein Lifière, von dem erfuhr ich, daß es schlimm steht mit be Bedauern aus über sein Mißgeschic. lichen". Die Frau ob fie ein „ Ja, ja, Also bie " Schon f Jahreszei je Beit ver höhlen, bi " Der Graf ist wieder krank, wie jedes Jahr um Grafen M'Donuil gewesen, worauf der Förster ihn sofort Beit, und der Doktor Rodenburg ist von Bethesda licher Ga einlub, im Forsthause abzufteigen. Er ging neben bem jenem Tage, als ich den Schuß erhielt, vort eingetroff Ich machte heute einen Besuch beim Forftwart an Grafen; er hatte Segal gesprochen, der in aller Frühe bo So ist mir auch dieser Weg abgeschnitten", bath Strahlenau. Es bleibt mir eben nichts übrig, als ihn i Es hätte schlimmer fein tönnen," antwortete der Förster, denn es waren ihrer zwei, und Beide hatten auf mich angelegt; es war nicht allzufern von der Schmugglerhütte, diesseits der Schlucht. Der Eine von Beiden brückte los, und als der Andere sah, daß bie Rugel gefehlt hatte, die Kugel gefehlt hatte, da ich nicht zusammens ich nicht zusammen gewesen war". " der Wildniß zu suchen". but umschlei Strahlenau fand in der Wohnung des Försters eine hagliche Häuslichkeit. Eine allerliebste kleine Frau maden ist fie er barin schon die bittersten Erfahrungen gemacht fant, fo nimmt er mich auf's Rorn. In dem Augen ihm einen Siz am Feuer zurecht, bedte den Tisch unden." ift aber so lange her," bemerkte Flora, baß vergeffen haben. Water würde es auch viel vilder beurtheilen, aber Mutter nicht und Tante, großer Gott, wenn die uns hier be ( Fortsetzung folgt.) den bas böse Gewissen den beiden Wildbieben wohl als einen Berggeift oder sonst eine gespensterhafte Gestalt er scheinen ließ es war nämlich der Zwerg Toby, genug, die Kerle erschraken dermaßen, daß sie das Hasen panier ergriffen und hinter dem Abhang verschwanden." blid aber fürst hinter dem Didicht ein Mensch hervor, trug das Mittagessen auf, was ihre Küche zu leiften v . mochte, während ihr Mann das kleine zottige Pferd Ritt röthige Pflege angedeihen ließ. Endlich erschien Förster, um mit ihm das Mittagessen zu theilen. be ,, Ein ziemlich einsames Leben hier im Walde," began Frau, die tommt ert, denn geführt dem Kommissionär Liermann zu gehen und demselben mitzun von theilen, daß auch noch eine Röchin gebraucht würde und er ädigung eine solche für dieselbe Herrschaft besorgen möge. Das Mäd f Roeschen fam diesem Auftrage auch nach, und nachdem es denselben fremder ausgerichtet und auch noch seiner Freude Ausdruck gegeben, daß 0 es so schnell bei einer Herrschaft, die ihm so gut gefalle, einen Blaz erhalten, wurde ihm plöglich auf dem Bureau des Herrn Liermann erklärt, daß es noch etwas unterschreiben müffe. Es erhielt einen Schein vorgelegt und als unerfahre Izöll nes Ding aus der Provins folgte es auch der Weisung, den eife Bafelben zu unterschreiben, ohne sich vorher zu überzeugen, welchen orden, Inhalts derselbe war. Wer beschreibt aber den Schrecken des Mädchens, als ibm, nachdem es unterschrieben, der Bescheid zu ommil Theil wurde: So, nun haben Sie 20 m. zu bezahlen!" ie Erled Und so war es! Der Schein, den das Mädchen soeben, ohne Seffion Kenntniß von dem Inhalt genommen zu haben, unterschrieben Sonntag hatte, lautete nämlich wörtlich: 3wanzig Matt zahle ich an I der Herrn A. Liermann, Jägerstr. 72, L., obne jede weitere Ein On der rede als Provision für die mir vermittelte Stellung und zwar am 1. April 1885, welches ich hiermit bescheinige. Berlin, den 26. Februar 1885 Friederike S."- Vergebens fragt man sich, auf Grund welchen Rechtsgeschäftes diese Forderung entstanden set; denn für die Vermittelung der Stelle hatte das Mädchen ja bereits eine Gebühr von 6 M. bezahlt! Allein darauf kam es verwall nicht an; das Mädchen hatte unterschrieben und Herr A. Lierwie die mann verlangte von dem zufällig noch einmal im Auftrage seiner Herrschaft zu ihm gekommenen Mädchen, die gute Ge Don Wegenheit wabnehmend, noch eine Nachtrags- Brovision von nur 20 M. für Verschaffung einer Stelle von 120 m. jährlichen Lohnes! Busammen also 26 M. ober 4 M. weniger, als der ften en der Das M gewiefen einer en feit ganze Vierteljahreslohn der verschafften Stelle beträgt. ütter finden fi noch im ten bra e Bum Glück hatte aber das Mädchen teine 20 m. bei fich, doch erhielt es nun die Weisung, die 20 M. ja pünktlich zu schicken. Als fte das Mädchen nach Hauſe tam, erzählte es, noch ganz erichrocken, selbstverständlich seiner Herrschaft den Vorfall und erhielt von Dieser die Weisung, natürlich nichts zu zahlen, sondern abju dt werd warten, was geschehen würde. Hatte man aber geglaubt, Herr Liermann würde diese, auf so eigenthümliche Weise entstandene Forderung nicht weiter geltend machen, so hatte man fich doch the Mulgeirrt. Um 2 b. M. schon erhielt das Mädchen folgende, und zwar gedruckte Bofilarte: Berlin, Datum des Poststempels. cht jene Sie wollen mich betreffs Ihrer Angelegenheit sofort nach ugend Empfang dieser Karte besuchen. Sollten Sie verhindert sein, Diese gleich au tommen, so bitte um gefällige Nachricht. HochachtungsDer Untvoll A. Liermann, Jägerstr. 72, I. Etage links." Man steht, wig ein Herr Liermann hatte es eilig. Als das Mädchen abermals Le 9 Jahre auf Rath seiner Herrschaft diese Postkarte unbeantwortet ließ, achen. erhielt es am 6. d. M. folgenden, mit dem Geschäftsstempel en gelibes Engagements bureau für das In- und Ausland von A. idsablung Liermann, Berlin W. Jägerstr. 72 L, versehenen Brief: Frl. obriefe Friederike St. hier. Da Sie meine Katte unberücksichtigt ge Mart laffen haben, so ersuche ich Sie hiermit den an mich laut find Talon Schuldschein zu zahlenden Betrag von Mart 3panzig" 2c. orden. binnen 48 Stunden an mich einsenden zu wollen, da ich anbernfalls sofort die Klage gegen Sie einreiche. Ergebenst A. Stuttga Liermann, Jägerstr. 72 1." Man fiebt, Hr. Liermann wird ortrag naltradht Dringend. Auch diesen Brief ließ das Mädchen auf Anrathen Er während ihrer Herrschaft ohne Antwort, da diese meinte, die Drohung mit onalfoftim in Franzen Berlin be zu em, ber Klage meide wohl nur ein Schreckschuß sein. Aber da Tannten fie Herrn Liermann schlecht. Bereits am 15. d. M. erhielt das Mäschen die Klage des Herrn Liermann einge berlain's belbändigt, der nicht versäumt hatte, pünktlich nach Ablauf der Brunditud ichen 48 Stunden dieselbe einzureichen. Wir sind in der That neugierig, wie der Richter in diesem Falle urtheilen wird. Wir find aber auch neugierig, ob nicht noch eine andere Be Geschdörde, als das königl. Amtsgericht, Abtheilung für Zivilklagen, erbes unteruf Grund des hier wahrheitsgemäß geschilderten Thatbestandes en Fall ju Belegenheit nehmen wird, fich mit den Geschäftsmarimen des Die Miferern Liermann zu beschäftigen. Es ist in der That taum fid glaublich, in welcher Weise die armen, unerfahrenen, aus der während Broving hierhergelommenen Dienstboten von Agenten vom Rede wat Schlage des Herrn Liermann ausgenugt werden, und die Be Geschäftsörde hat unseres Erachtens alle Ursache, fich die Geschäftsndelt es ührung dieser Agenten recht genau anzusehen; denn nicht ur, daß die Dienstboten ihr Geld verlieren, es liegt Barmen Di ibfam erni olge, folgenbach eine große fittliche Gefahr in dieser Art des alb bieber madefchäftsbetriebes. eine ber vielieber verliert ingen Stolzen und armes Was soll denn wohl ein Dädchen anfangen, wenn es z. B. den Dienst schnell und wie leicht tann das unter Umständen bon durch die Art des Vorgehens des Herrn Liermann ge und nun um die Bahlung einer so verhältnismäßig Ausland ehen! eine Stelle It beaahlent weiß, was es in der Angst seines Herzens beginnen foll? Wie en Summe gedrängt, fremd in der großen Stadt dastehend, tfamilie in einer Stadt wie Berlin auf tausend Wegen naht! Seb ohl die G en diefelbe ewig nicht Bie leicht hat es da die Verführung, welche sich solchen Mäd der, wenn das Mädchen auch die Stelle behält, die geforderte umme aber nicht so schnell beschaffen kann, fich aber auch der errschaft, die es faum fennt, nicht anzuvertrauen wagt; wie cht tritt da nicht die Versuchung zur Unehrlichkeit an das be heran! In der That, solch eine Art der Geschäftspraxis Mädchen ein Krebsschaden an unserm öffentlichen Leben, der mit pflegt, bal Fichaft, die och einmal lenau. egend?" trahlenau, mit seinen Wirthsleuten ein Gespräch an üpfend. Se nun," antwortete die kleine Fran lächelnd, ich erte es nicht. Man hat in der Häuslichkeit den ganzen Unterfoag zu thun. Im Sommer, nun, ba habe ich nicht allein iefer Roe Besorgung unserer kleinen Landwirthschaft, sondern Mal, uß auch zuweilen im Jagdschloß, wenn große Jagbgefell. aft bort eingetroffen, helfen. Da giebt's alle Bände ufehen in biezu thun, und so viele fremde Gefichter zu sehen, daß n 8werg an auf lange Beit genug hat." fobald er Freilich", sagte Strahlenau, bei einem Wetter, wie niemals n gegenwärtigen, da find fie ganz auf sich allein ange esen, ba tommt wohl Niemand hierher". Retter erf fon richten er antwort " Niemand", bestätigte der Förster, es sei denn der erg, den kein Wetter zurückhält. Ich habe mir schon ben Ropf darüber zerbrochen, was er hier treibt, aber schwöre Ihnen, er ist schlau wie ein Fuchs und versteht Einem auszuweichen. Außer ihm haben wir aber zu uen na len noch einen andern Gaft hier, aber einen sehr un lichen". der Höhe be Dottor abbo Jabr um bi rt eingetroff twart an fteht mit Die Frau schüttelte bei dieser Andeutung ein Frösteln, ob fie ein Schauer überkäme. " Ja, ja, Sir," bestätigte fie, es ist ein un" scharfem Schnitte aus demselben entfernt werden muß, soll er nicht unheilvoll weiter freffen. Pflicht der Preffe aber ist es, durch offene Besprechung solcher Verhältnisse zur Be feitigung solcher Uebel das ihre beizutragen, wo fte es vermag, und diese Pflicht nur wollen wir durch die obige Darstellung erfüllt haben. Auf dem Ererzierplatz bei Tempelhof trieben seit längerer Beit zwei Strolche in der Weise ihr Wesen, daß ste alleingehenden Frauen mit schamverlegendem Gebahren ent gegentraten und ihnen unzüchtige Anträge machten. Besonders waren es die Frauen der im Train Etablissement arbeitenden Maurer, welche ihren Ehemännern das Mittagessen brachten, die unter ihren Angriffen zu leiden hatten. Dbgleich die Tempelhofer Gendarmen fich wochenlang die Aufgabe gestellt, die Burschen unschädlich zu machen, so glückte es dennoch diesen stets, sobald sie der blanten Helme anfichtig wurden, fich der Verfolgung und der Festnahme zu entziehen. Endlich ist es dem Gendarmen Tänzer durch List gelungen, der Strolche habbaft zu werden. Er ging in Begleitung mehrerer Zivil personen auf das Ererzierfeld und gab sich den Anschein, als ob diese seine Arrestanten seien, und als ob er mit deren Transport vollauf zu thun hätte. Hierdurch getäuscht, glückte es, den Strolchen, nahe zu tommen und fie mit Hilfe der Bi vilpersonen zu verhaften. Beide find bereits von mehreren Frauen relognoszirt und der eine als der Tischler D. in der Schönhauser Allee und der andere als ein Maurer K. aus Reinickendorf zum Untersuchungs- Arrest eingeliefert. Gerichts- Zeitung. Zwei streitbare Damen. Das ganze Haus wurde durch ein ungewöhnliches Ereigniß alarmirt; der Jung beliebte Joli, deffen Raffe übrigens ein ewiges wegen seiner notorischen Friebfertigkeit bei Alt und Geheimniß bleiben wird, stürzte in übermäßiger Haft und unter wüthendem Bekläff die Treppe herunter. Erft auf dem Hofe machte das aufgeregte Thier Halt. Dort hatte sich Murr, ein dem Hause zugehöriger Kater, auf den gemauerten Kehrichtbehälter geflüchtet und warf von dieser gesicherten Stellung aus gefrümmten Rüdens grimmige Blide auf den tief unten befindlichen, zottigen Feind, der eine angebratene Kotelette, welche der Kater nicht in Sicherheit zu bringen ver mocht hatte, mit den Zähnen zertheilte und stückweis verschlang. Bald tam weiteres Leben in die Szenerie: eine im meiner lichen Zone scheltende, nur unvollständig bekleidete Frau er schten auf der Bildfläche, welche den blebischen Kater durch einen wohlgezielten Pantoffelwurf zu einer kläglichen Schmerzensäußerung und zur Wiederaufnahme seiner Flucht nöthigte. Laut freischend, tauchte nunmehr noch eine andere Schöne auf, die für ihren so rücksichtslos mißhandelten Stater Genugthuung forderte. Gar bald erwies fich die Sprache zu arm, den gegen seitigen Gefühlen der Verachtung Ausdruck zu geben; die erzürnten Amazonen geriethen einander in die Haare. Der nun heiß entbrennende Kampf gestaltete fich aber zu einem sehr ungleichen; die Rächerin der Kaße, Frau Amalie Goer. schow, wurde an ihren festgewachsenen Flechten unschwer zu Boden geriffen, während diese ihrer Gegnerin, der verehelichten Bertha Lerche, beim ersten fräftigen Angriff den künstlichen Haarschmud vollständig loslöfte und hierdurch eines wichtigen Vortheils verlustig ging. Die lettere nußte benn auch die ihr günstige Change nach besten Kräften aus und vermochte sich schließlich, unbehelligt von der in halber Betäubung auf dem Rampfplay liegenden Gegnerin, in ihre vier Pfähle zurüdzu atehen. Die Befiegte schlich sich bald darauf erbittert in ihre Wohnung und brachte ihren Unwillen über die erlittene Niederlage dadurch zum Ausdruck, daß fie die krampfhaft feftgehaltene Haartour unterwegs in winzige Theile zerpflückte und Diese dem Spiel der Winde preisgab. " Der gegenseitige Haß dürftete aber noch nach weiterer Genugtbuung; jede der Parteien ließ sich die Besorgung eines Dottoratteftes" angelegen sein und beantragte mit diesem Talisman in der Hand strenge Bestrafung der Widerfacherin. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde dem gemeinschaftlichen Wunsche in der Weise entsprochen, daß Frau Lerche megen vorfäßlicher Körperverlegung, die Gegnerin derselben aber wegen vorsäglicher Sachbeschädigung unter Anklage gestellt ward. Hierdurch erwuchs den verfeindeten Schönen außerdem die Unannehmlichkeit, gemeinsam auf der Antiagebant Plaz nehmen zu müssen. Vors.: Angeklagte Lerche, Sie haben die Schlägerei das burch provozirt, daß Sie zuerst thätlich wurden. Wie fonnten Sie sich nur aus einer geringfügigen Veranlaffung zu so rohen Ausschreitungen hinreißen laffen?- Angeklagte Lerche: Je rinfüjig is jut! Wenn mir eener meine scheene Karmenade, wo ic schweret Jeld vor anjelegt habe, aus de Fanne' rausmaufen derf, denn is et nischt mit den nationalen Jedanken; denn haben unse Mannsleite Anno 70 und 71 de beitschen Fahnen fänglich vor naß über den Rhein jedragen. Jd verlange Schuß von' t Deitsche Reich! Angell. Goerschow: Dunderkiesel; det war in eenen Dden een janzet jeeichtet Mäuleken voll. eben nicht, obwohl fie für eine Bettlerin gehalten wird?" " ,, Was Sie da fragen, kann Ihnen kein Mensch beantworten," erwiderte der Unterförster mit einem sehr bebentlichen Kopfschütteln. Sie erfriert nicht, weil sie sich von Zeit zu Beit an einem Feuer wärmt. Wenn Sie morgen ben Weg nach M'Donuil einschlagen werden, den ich Ihnen zeigen werde, so werbe ich Sie an eine Feuerstelle führen; sie ist von diesem Morgen, und dort hat fie auch ihr Mahl gehalten. Ich sage Ihnen, Sir, sie speist nicht schlecht; woher fie aber Feuer und Speisen erhält, ja, bas weiß man eben nicht. Sie steht mit dem Zenfel im Bunde!" Ich muß gestehen," fagte Strahlenau, sich an den Förster wendend, daß ich wohl einmal die geheimnißvolle Alte sehen möchte." ,, Das wird Ihnen wohl nicht gelingen," erwiderte der Förster. Sie weiß fich zu versteden, und ihre Spur aufzufinden ist nicht immer leicht; erstens hat sie es vortrefflich heraus, ihre Spur zu mastiren, und zuweilen, so wie gestern, tommt ihr auch das Wetter zu Hilfe, Wind und Schneefall verlöschen gar oft die Spur. Plöß lich taucht fie irgendwo auf, und wird sie gesehen, so hat Bethesbelicher Gaft! Mein Tom meint nämlich die schwarze fie ftets einen Weg, auf dem sie sich den Bliden schnell ben Der Frühe bot nitten", bad " Also die hält sich zuweilen hier auf?" Schon seit vielen Jahren," bestätigte Tom, um Jahreszeit. Sie taucht irgendwo auf, ist dann auf e Beit verschwunden, ich vermuthe in irgend einer der höhlen, die früher den Schmugglern zum Aufenthalt tiefer in den Walb hinein und, wie Segal mir er umschleicht fie dann das Schloß. Nach einigen rig, als in ten. Erst nach einiger Zeit verläßt sie diese Gegend, örfters eine bet inden." e Frau maden ist sie fort und aus diesen Gegenden spurlos vers en Tif un DE be Wie ist es aber möglich," fragte Strahlenau, daß entzieht.. Nach meiner Meinung hält sie sich auch in diesen Gegenden nicht mehr auf. Nach der Feuerstelle zu urtheilen, melche ich diesen Morgen fah, hat sie den Weg nach dem Schloffe hin eingeschlagen; wollte man sie suchen, so müßte man fie also nach jener Richtung hin fuchen." Sie meinen also, daß es unmöglich wäre für Denjenigen, der von der Schlucht von Glenmore aus ihrer Spur folgte, fie aufzufinden?" ttige Pferbrau, die wie men sagt, in dürftigen Kleidern einhers lauern." bie nach herfchien ilen. be Balbe," began fich wochenlang erhalten kann in diesen Gegenden? tommt es, daß sie nicht erfriert oder ver ert, denn so viel man weiß, bettelt fie doch " Das Wageſtück wird Niemand unternehmen, es sei denn ein Verwegener, welcher seines Lebens überbrüssig ist, denn dort würde mit jedem Schritt der Tod auf ihn Und doch, mein Freund," sagte er zu dem Förster, ,, hat es Jemand, ein Freund von mir, unternommen, der Spur der abenteuerlichen Alten von hier aus zu folgen. Wenn Se doch Jbre Dühre nich zumachen wollen, denn müssen Se fich an Jraf Moltken verwenden, det der eenen von seine Alexander als Boften vorstellen duht. Nach diesen Erklärungen zeigten die Angeschuldigten nicht übel Luft, unvermeilt einen neuen Strauß auszufechten; dem zu befürchtenden Aergerniß wurde indeffen dadurch vorgebeugt, daß Frau Goerschon vor dem Zeugentisch Aufstellung nehmen mußte. Nach eindringlichen Ermahnungen entwickelte sich die Verhandlung folgendermaßen: Vors.: Angeflagte Leiche, es ist sehr erklärlich, daß Sie über die naschhafte Rage aufgebracht waren. Sie würden sich aber ftcher wegen des erlittenen Schadens mit der Eigenthüme rin des Thieres gütlich geeinigt haben, zumal Sie mit dieser An lettern bis dahin auf freundschaftlichem Fuß lebten. gell. Lerche: Herr Jerichtshof, son Kater is' n Indifidibum, bet gänzlich als Unjeziefer zu äftimieren is un den nationalen Wohlstand retour ringt, indem doch heidzudage in Mause fallen wat janz Jediejenet geleistet wird, die nischt freffen un fich ooch leene Karmenade aus de Fanne zu Jemiethe ziehen. Det eenzig Richttje möchte schon sind, wenn de sämmtlichen Kagen von Polizei mejen in de Banke verſeeft würden. Angell. Goerschow: Nee, jerade de& undetelen, wie Sie eene haben, müssen dodtjeschlagen wer'n, indem die in de Welt zu fänzlich jarnischt nuße sind. Jeder Hund schlingt jut un jerne so ville run det von det Futter' n mächtijet Schwein fett jemacht wer'n fann. Det schlägt aber beit Nationalvermögen fanz fallibarisch zu Buch. Vors. Sie dürfen nich mit einander sprechen. Uebrigens handelt es sich hier nicht um Erörterung vollswirthschaftlicher Fragen, sondern nur darum, ob die Angeklagte Lerche zuerst geschlagen hat. Angeklagte Lerche: Die Person red't doch aber vorneweg det Blaue von Himmel' run. Aber natierlich teen Sinn un teen Menschenverstand is in't jeringste janich brin. Mein Hund is doch nu schon janz jewiß' ne andere Kreatur wie die ihre Koße, wo se nich erst Steiern vor abladen derf. Un denn frage id blos, fann son Indifioibum bellen un beißen, wat doch de Hauptsache von weien Spitzbuben un Mörder is? Angeklagte Goerichom: Nu sebe ich doch aber, bet jerade durch de Hundetelen der Volkswohlstand verrujenirt wird. Heitzudige detf fich der Mensch von wejen de Baja bunden nich erst iroße Röters balten, dafor jiebt et pickfeine Schlösser un Dhüren mit Eisenbeschlag, wo feener' rinfann. Wo will det hin, wenn leener de nationale Arbeet' n paar Froschen verdienen lassen will? Borfizender zu der Angeklagtten Goerschow: Wenn Sie noch einmal ohne Erlaubniß das Wort nehmen, so laffe ich Sie zur Thür hinausbringen.( Bu der anderen Angeklagten): Antworten Sie furz, wollen Sie einräumen, auf die Mitange flagte zuerst eingeschlagen zu haben? Angeklagte Lerche: Na, Herr Jerichtshof, die Berson is doch' n bisten sehre deit lich schwach in' n Kopp. Nu möchte fich feener feenen fleenen Hund mehr halten un neie Schlösser machen laffen, man bloß weil ihr schiefteeniger Kerl in det Jeschäft arbeet't. Die Sache is doch jut. Angeklagte Goerschow: Jd habe nu schon teenen Kerl, un wat meinen lieben Mann seine' ne Joee schiewen Beene sind, die kommen von schweere Arbeet mit' n froßen Hammer vor' n Ambos Angeklagte Lerche: Det stimmt, von' t Bonbonlutschen triegt teenen sonen Naturs fehler. Nach abermaliger ernster zur Warnung wurde Beugenvernehmung geschritten, aus welcher hervorging, Daß Frau Lerche zuerst auf ihre Mitangellagte, und zwar mit einem Pantoffel eingeschlagen und hierdurch eine Art Nothwehr herausgefordert hatte. Die der Frau Goerschow zu gefügten Mißhandlungen waren auch insofern teine ganz un erbeblichen, als deren stark geschwollenes Geficht mehrere Tage gefühlt werden mußte. Andererseits ergab sich hier wiederum. Daß die Verlegte mehrere Minuten nach der Prügelei die Haar tour ihrer Gegnerin, welche einen Werth von 8 M. hatte, muthwillig zerstörte. Der Gerichtshof erachtete denn auch beide Angeschuldigte für überführt und verurtheilte jede derselben zu einer Geld ftrafe von 10 M. beziehungsweise zwei Tagen Gefängniß. ( Ger..8tg.) a. Die Frage ob und unter welchen Umständen ein Rechtsanwalt wegen einer ihm augefügten Ehrentränkung Genug thuung durch Herausforderung zum Duell fordern fann, und ob er durch seine Standesebre zu einer solchen Herausforderung unter Umständen genöthigt wird, ist vom Ehrengerichtshof für die deutschen Rechtsanwälte in den beiden legteren Jahren in mehreren Fällen erörtert und entschieden worden. In einem Falle hatte ein Rechtsanwalt, welcher Landwehroffizier war, an den Gerichtsvorfigenden wegen einer vermeintlich von diesem ihm zugefügten Beleidigung bei der Gerichtsverhandlung eine Herausforderung zum Duell gerichtet. Der Vorsitzende nahm diese Herausforderung nicht an, und in dem sodann gegen den Anwalt eingeleiteten Disziplinarverfahren wurde dieser vom Ehrengericht freigesprochen. Dagegen bestrafte ihn auf die Berufung des Staatsanwalts der Ehrengerichtshof wegen Herausforderung des Vorfizenden zum Duell mit einem Ber weise. Der Ehrengerichtshof betonte, daß die Eigenschaft des Diesen Freund aufzusuchen, bin ich gekommen. Er ist fich jedenfalls der Gefahren nicht bewußt, die auf ihn lauern, und es ist meine Pflicht, ihn zu warnen. Wollen Sie mir helfen ihn aufzusuchen, um ihn von seinem fruchtlosen Wagniß abzubringen?" Ich kann Ihnen den Weg zur Schlucht von Glen more wohl zeigen, Sir, aber ich würde Ihnen nicht rathen, den Weg weiter zu verfolgen." ,, Auch nicht gegen eine gute Belohnung, Freund?" " Um nichts in der Welt! Ich könnte wohl für mein Leben stehen, denn ich kenne die Wege und Stege, allein für Sie, der Sie zu Pferde find, wäre es nach meiner An ficht geradezu unmöglich. Und wenn es mein Leben loftet, Freund, ich muß es wagen," sagte Strahlenau bestimmt. Ich bin Ihnen zu ewigem Dant verpflichtet, wenn Sie einwilligen, mich zu führen." Ich würde es nicht um eine Million thun," antwortete ber Förster; aber da Sie faaen, es gilt ein Menschenleben zu retten, so ist es meine Pflicht, daß ich Sie führe. Es mag darum sein." 8weiundzwanzigstes Rapitel. 8wei Tage waren vergangen. Der Zustand bes Grafen hatte sich zusehends verschlimmert. Der Paroris mus tehrte in immer geringeren Zwischenräumen zurüd. Agathe litt Todesqualen. Ihr Antlig war in Thränen gebadet. Sie hatte Frit darum gebeten, daß er nach jedem Besuche bei ihrem Vater zu ihr komme, und ihr fage, wie es um ihn stehe. unabwendbar vor Augen sah, beunruhigte und ängstigte fie Neben der Angst um ihren Bater, dessen Ende sie jetzt noch etwas Anderes. Da fie nicht selbst an seinem Bette baß Habicht nicht die Nacht bei ihm zubringe, so war im wachen durfte und der Graf ausdrücklich darauf bestand, Schloß Niemand, dem Agathe die Sorge um ihren Bater anvertraut hätte, als Madame Dupré. ( Fortsetzung folgt.) Angeschuldigten als Landwehroffizier in seinen Pflichten als Rechtsanwalt nichts ändern ändern tönne, und es unzulaffig set, einen Rechtsanwalt um deswillen mit einem anderen Maße zu meffen, well er Landwehroffizier set. Der Ange schuldigte babe fich sagen müssen, daß der Vorsitzende diese Herausforderung( ganz abgesehen von der Strafbarkeit des Sveikampfs), nicht habe annehmen können, ohne seine speziellen Berufspflichten in grober Weise zu verlegen. Wo es sich um Beleidigungen handelt, welche im sozialen Verkehr zugefüat find, mag die Herausforderung unter Umständen eine gewisse Entschuldigung finden; dagegen gebietet die Amtspflicht, jeden Versuch, durch dieses Mittel gegen eine Amtshandlung( und wäre dabei vom Beamten unrichtig gehandelt) zu reagiren, ent schieden zurückzuweisen und zwar auch dann, wenn eine unzweifelhafte Beleidigung vorliegt. Es darf nicht die Meinung auftommen, es habe der Richter seine amtlichen Handlungen burch Annahme einer Herausforderung zu vertreten. Auch der Rechtsanwalt ift Drgan der Rechtspflege und berufen, eine un abhängige Rechtspflege zu fördern, namentlich auch dadurch, daß er die Achtung vor den Trägern der richterlichen Gewalt und das Vertrauen, daß ihm gegen Unbilden des einzelnen Richters die Vorgesezten desselben ausreichend Genugthuung gewähren werden, nicht aus dem Auge läßt"- In einem andern Falle war ein Rechtsanwalt, weil er auf eine ihm zugefügte grobe Ehrenkränkung unterlassen hatte, Schritte zu thun, um fich Genugthuung zu verschaffen, vom Ehren gericht wegen unterlaffener Wahrung der eigenen Ehre mit Verweis und 3000 Matt Geldstrafe belegt wor den. Auf seine Berufung wurde vom Ehrengerichtshof die Geldstrafe auf 1000 m. herabgefeßt, im Uebrigen aber bei der vom ersten Richter erkannten Strafe belaffen. ,, Dem Ange schuldigten" führt der Ehrengerichtshof aus, kann angesichts der§§ 201 ff. Str. G.-B. daraus, daß er es unterlassen, den Beleidiger zum Duell zu fordern, hier ein Vorwurf nicht gemacht werden. Wenn man auch vom Gesichtspunkte der Wahrung des Anspruchs auf persönliche Achtung und Ehre unter Umständen eine Zuwiderhandlung gegen die gedachten Strafgeseße entschuldbar finden tann, so wird man doch in der Regel nicht umgekehrt das Unterlassen einer in den Se segen verbotenen und mit Strafe bedrohten Handlung ehren gerichtlich bestrafen dürfen. Das Ehrengericht bat aber auch Das Ehrengericht bat aber auch dem Angeschuldigten nicht wegen der unterlassenen Heraus forderung einen Vorwurf gemacht, sondern das Verhalten des Angeklagten deshalb für unwürdig erachtet, weil er überhaupt nichts gethan hat, um die Angelegenheit vom Standpunkte der Ehre und Achtung aus zu ordnen. Der Angeschuldigte hätte zum Mindesten den Versuch machen müssen, ob der Beleidiger zu einer Ehrenerklärung fich bereit finden laffe." Soziales und Arbeiterbewegung. Die Kommiffion der Berliner Tischler sendet uns folgenden Aufruf mit den Listen der streikenden Tischler mit der Bitte um Veröffentlichung: An die Arbeiter und unsere Kollegen in Berlin! Die Berliner Tischler stehen wiederum im Lohrkampfe. Eine große Anzahl unserer Kollegen hat zu dem lezten Mittel, welches uns Arbeitern übrig bleibt, greifen müssen, zur Arbeite einstellung. Wir hoffen von unseren Kollegen und von den Berliner Arbeitern, daß fie mit vollen Kräften i gt für die streifenden Ge noffen eintreten werden, damit auch dieser Kampf ftegreich für uns ausfällt. Bis gestern Mittag haben bereits ca. 2000 Kollegen den Minimallobrtarif bewilligt ei halten, eine Anzahl Wertstätten unterhandelt noch, diese stehen momentan noch außer Berechnung, aber schon jest läßt sich es übersehen, daß fich die Bahl der Streifenden, die ca. 800 beträgt, noch weiter vermehren wird. Angesichts dieser Thatsachen richten wir die Bitte an alle Berliner Arbeiter, insbesondere an unsere Kols legen, uns schleunigft Unterstüßungen zugehen zu lassen. Unser Hauptka firer G. Rödel, Drantenstraße 8, wird diese in Em pfang nehmen. Ferner bitten wir alle Arbeitsuchenden, auf feinen Fall in den nachstehenden Werkstätten Arbeit anzuneh men, auch ersuchen wir, vor Buzug zu warnen. Die Bentral Kommission der Berliner Tischler. Liste der Werkstätten, in denen monentan gestreift wird: Adalbertstraße 63, Wille. Andreasstraße, Meisch. Anllamerstr. 33, Harms. Alexandrinenftr. 9, Homann. Blumen ftraße 38, Krause. Blumenftr. 38, Dtto. Büschingstr. 24, Uerpmann. Barnimftr. 41, Jaarius. Blumenstr. 37, Ehring. Dresdenerstr. 1, Ww. Thiele. Eisenbahnstr. 11, Mittag. Friedenstr. 48, Beckemeier. Friedenstr. 29, Süttler. Friedenfiraße 53, Beppner. Friedenstr. 53, Baschin. Frankfurterstr. 122, Thierlein. Fruchtstr. 31, Noad. Fruchtstr. 31, Neumann u. Schaffer. Fruchtstr. 65, Genossenschaft Selbsthilfe". Fruchtftraße 33, Bauer. Friedrichsbergerstr. 21, Rothe. Gartenstr. 81, Schmidt. Gubenerstr. 59, Walter. Bubenerftr. 10, Degen. Kommandantenftr. 12, Stamenom. Rottbuferstr. 4, Lorenz. Kottbuserstr. 4, Hilliger. Krautstr. 38/39, Burgraf. Lügow Straße 96, Gallasch. Lichtenberg, Dorfitt. 44, Glutas. Lange ftraße 45, Heinrich. Langeftr. 79, Ballwei. Langeftr. 35, Groß. Muladftr. 13, Krautmurft. Moabit, Thurmstr. 65, Martens Neuenburgerstr. 25, Singleb. Posenerstr. 14, Tabbert. Prenzlauerstr. 15, Reiche. Palisadenstr. 70, Fuhrs mann. Palisadenstr. 70, Jänile. Prer zlauerfir. 47 a, Mebles. Potsdamerstr. 45, Morig. Rummelsburgerstr. 70, Friedrichs berg. Reinsbergerstr. 58, Funt. Reichenbergerftr. 60, Granel. Reichenber erfir. 144, Schnurr. Reichenbergerstr. 51, Beder. Reichenbergerstraße 46, Sang. Ritterst aße 8, Noad. Reichenbergerstraße 114, Schöder. Rosenthalerstraße 15, Korb. Rüdersdorferstraße 47, Bu ggraf. Scharnhorfifr. 17, Peters. Schönhauser Allee 33, Dtio. Mariannenplat 13, Taeder. Stromstraße 46, Herraefell. Swinemünderstr. 19a, Fäschner, wiederum, daß die Kauftraft im Volle mehr und mehr am Schwinden und daß somit für längere Zeit auch die Produktion geschädigt ist. Diese Wechselwirkung zwischen Konsumtion und Produktion in einzelnen Geschäftszweigen wird auch dem Laien burch die Meßberichte verständlich. Somit haben immer noch die Meffen, wenn auch keine große tommerzielle, so doch eine volkswirthschaftliche Bedeutung. Auszehrung ist das gewöhnliche Loos der Schneider, Bäder und der Näherinnen. Mangel an Lüftung der Arbeitsräume trägt entschieden zu dieser Erscheinung besonders hingewiesen hatte, daß Herr M., der seit 1861 der Innung N bei den Bäckern bei, während bei den Schneidern und Näherinnen die Arbeit selbst, die gebückte haltung bei der Arbeit ein meiterer Hauptgrund ist. Wir erfahren durch Bettenkofer, daß in den Werkstätten der Schneider und Näherinnen bei einer Temperatur von 20-25 Grad Wärme durchweg keine Lüftung vorgenommen wird, weil bei dem Stillfigen diese Arbeiter bei der geringeren Temperatur fich nicht behaglich fühlen. Bei den Schneidern tommt der Zimmerstaub von Fädchen und Fäserchen, und endlich wohl gar noch die Gasbeleuchtung hin zu, so daß man sich nicht wundern kann, wenn von 100 Schnei dern 31 Blut speien. Bei Näherinnen ist besonders die geit weise Ueberanstrengung jugendlicher Personen, die in gewiffen Monaten des Jahres, in der Saison, von 6 Uhr Morgens bis Mitternacht auf einem Fled fizen müssen, Ursache der großen Sterblichkeit. Bleichsüchtig, wie ein großer Theil dieser Mäschen ift, tönnen sie bei ihrem färglichen Verdienste teine genügende substantielle Koft zu fich nehmen, fich auch nicht im Freien viel bewegen, um diesem Uebel abzuhelfen, gegen das man fälschlicher Weise Eisenpräparate empfiehlt, um dem Blute das mangelnde Eisen zuzuführen, das aber in das Blut nicht übergeht und übergehen kann, sondern nur den Appetit der armen Bleichsüchtigen stört und als eine dem Magen höchst lästige Masse unverdaut den Körper wieder verläßt. Die Lebensdauer bei den sogenannten höheren Ständen richtet fich gleichfalls, wie bei den sogenannten niedern nach ihrer Arbeit und Lebensart. So find die Geistlichen die größten Virtuosen in Bezug auf Langlebigkeit, denn sämmtliche Geistliche, die das 50. Lebensjahr erreichen, haben eine statistische Aussicht auf noch weitere 24 Jahre 12 Tage während die Aerzte, die auch ein sehr langes Leben erreichen, noch 22 Jahre 11 Monat vor fich haben. Nächst den Geistlichen find Die gut fituirten Landedelleute die Langleber. Dafür wohnen fte gut, nähren sich gut und rühren sich dabei im Freien. Aus Amerita tommen in den letzten Tagen etwas beffere Nachrichten zu uns herüber. So wird aus„ New York" zu Anfang dieses Monats mitgetheilt, daß aus verschiedenen Theilen der nordamerikanischen Union die Nachrichten in Bezug auf Arbeitsnelegenheit und Arbeitslöhne noch sehr trübe tlängen, daß aber fichtbare Anzeichen vorhanden seien, daß die Krisis ihrenhöhepunkt erreicht habe. Jm Bauhandwerk im Often der Union ist schon eine Besserung zu verzeichnen. Auch im Eisengeschäft wird aus einigen Distrikten eine kleine Befferung gemeldet; gleichfalls im Schuhgeschäft. Im Anschluß an diese Mittheilungen bringen wir noch folgende meniger günstige Nachrichten über die wirthschaftlichen Zustände in Nordamerika: Die Teppichweber in Philadelphia find zum großen Theile noch am Streit wegen Lohndifferenz, und da derzeit teine große Nachfrage nach Teppichen ist, wird wohl der Ausstand nicht früher beendet werden, bis fich dieser Geschäftszweig wieder hebt. hebt. Mus Acron( Ohio) wird gemeldet, daß sämmtliche Werkstätten und Fabriten volle Zeit und manche sogar Extra stunden machen. In Latersen( New Jersey) wehren fich die Arbeiter einer großen Seidenfabiit gegen die dritte Lohnreduktion, welche ihnen innerhalb dreier Monate aufoftroyirt wurde. Die Anstreicher New- Yorks haben den Lohn für die Sommerfaison 1885 auf 3 Dollars pro Tag festgesetzt. An Die New- Yorker Tapezierer( Bimmertapeten) haben den achtstündigen Arbeitstag mit Eifolg eingeführt. dem Streit der Koblengräber in Pittsburg( Pennsylvanien) nehmen 10 000 Personen Theil. Die Buchdrucker in Boston mehren fich dagegen, daß man den Stäflingen in den Gefängnissen Schriftsezen lehrt; fte bedanken fich höflichst für Derlei angebende Kollegen".- In Fall River( Massachusetts) herrscht großes Elend unter der Bevölkerung. Der allzu lang anhaltende Streit der dortigen Epinner benachtheiligt fast die ganze Bevölkerung, die meistentheils aus Fab: itarbeitern und fleinen Geschäftsleuten besteht, welche von ersteren abhängen, dazu kommen noch die verhältnismäßig niedrigen Löhne und weiter der Umstand in Betracht, daß ein großer Theil von den Spinnern selbst zu den niedrigen Löhnen teine Arbeit be tommen lann, da die Fabrikanten die Bläge der Streikenden Durch Leute von auswärts belegt haben. Die Berarmung nimmt rasch zu und die Gemeinde fann laum genug Mittel aufbringen, für ihre Armen zu sorgen, deren Bahl täglich vers mehrt wird.. Von 180 Bigarrenmacher- Vereinen in den Vereinigten Staaten find Berichte über den Stand der Geschäfte eingelaufen; nur echt von diesen melden guten Geschäftsgang. Vereine und Versammlungen. hr. Eine zahlreich besuchte öffentliche Versammlung der Bumbinder tagte am Montag im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobftraße 75, zu bem Borde, die Bustände in der Werl statt des of buchbindermeisters Morgeus zu be sprechen. Die Veranlaffung zu dieser Besprechung hatte der genannte Herr dadurch gegeben, daß er am vorlegten Sonnabend drei seiner Arbeiter piöglich entlassen, weil fte Mitalie der des Unterstügungsvereins find. Die Folge dieser Maßbeschäftigten Kollegen 9 die Arbeit niedergelegt haben. Herr Mehnert als Referent berichtete nun zunächst über die Aufnahme, welche die zwei Vertreter der Lohnkommission( er und Kollege Brandt) bei Herrn M. gefunden, als fie am Donner stag ihm ihren Besuch gemacht und ihn in der höflichsten Weise Darum gebeten, mit ihnen zu verhandeln. Derselbe habe fte misfion das Kolonnensystem in seiner Fabrik abgeschafft habe. Das Ergebnis der Distusfion war die einstimmige Annahme einer von Herrn Freudenberg eingebrachten Resolution, in welcher die Versammlung angesichts der ausgesprochenen Mei nungen fich gegen das Verhalten des Herrn Hofbuchbinder meisters Morgeus erklärt und den Unterstützungsverein in feinem Vorgehen gegen Herrn M. mit allen gefeßlichen Mitteln unterstügen zu wollen verspricht. Nachträglich haben wir noch mitzutheilen, Daß ein Redner darauf angehört, um das Jnnungsstatut sich eben so wenig bekümmert, als um das Fabrikgeses. Die Mittheilung des He Mehnert, daß Herr Brandeis, der vor kurzem eine Lebergalan tertewaaren- Fabrik etablirt, erklärt habe, er werde, um billiger Au produziren, Mädchen zu Hilfe nehmen, veranlagte mehrere Redner, die Kollegen von der Lederbranche daran zu mahnen, daß es auch für fie an der Beit sei, in größerer Bahl, als e bisher der Fall gewesen, dem Unterstügungsverein beizutreten be. In der Versammlung des Bezirksvereins der a beitenden Bevölkerung des SW. Berlins, welche unter Vorfis des Herrn Greifenberg am Montag, den 20. d. M Abends in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 71-72, stattfand hielt der Stadtverordnete Herr Friz Gördi einen m vielem Beifall aufnenommenen Vortrag über„ Der blöde Hödu und die fortschrittlichen Urwähler". Der Vortragende wi nach, daß die konservative Partei nicht die geringste Urfa habe, ben befannten Ausspruch des Reichskanzlers für fich gege die deutschfreifinnige Partei zu verwerthen. Auch die Konie vativen feien nicht im Stande, etwas Pofitives zu leisten. D begonnene Sozialreform Aera ignorire vollständig die Wüns der arbeitenden Bevölkerung, wie das Krankenkaffengeses u. beweise. Wenn das Wort von dem blöden Hödur eine Wo heit enthalten solle, so müßten alle Diejenigen damit bezeid werden, die durch ihr blindes Tappen die hoffnungsoo Blüthen einer wirklichen sozialen Entwickelung vernichte Unlogisch sei es auch, daß man der deutschfreifinnigen Bar die doch augenscheinlich im Verfall begriffen sei, einen fold Einfluß auf die Wählermaffen zuschreibe, die Nachwabl Teltow Beeskow- Charlottenburger Kreise habe ja gezeigt ,, ,, diese bemitleidenswerthen Greise" nicht einmal einen Stein den Weg zu schleudern vermöchten. Mit der Oppo einer solchen Partei fönne es nicht viel auf fich babe das geistige Sehvermögen der Konservativen set nicht um Saar beffer. In gewiffen Dingen sei die Sache nicht von Person zu trenner; die Enthüllungen, welche vor Kurzem einen Führer der Berliner antisemitischen Bewegung durch Blätter gegangen feien, hätten auch gleichzeitig wieder ein flar geleat, auf welcher fittlichen Stufe die Anhänger ein solchen Mannes ständen: gegen einen modernen Fauft fe moderne Fäufte das richtige Mittel. moderne Fäuste das richtige Mittel.- Zum Schluß spricht Vortragende die Hoffnung aus, daß die Arbeiterpartei bu ihre ruhige fachgemäße Argumentation eine heilsame Salbe die blinden Wähler aller anderen Parteien habe und da Beit recht bald fommen möge, wo alle hell- und Klarie würden. bd über In der Diskussion erhob ein Herr Gottfall gegen den Referenten den indirekten Vorwurf, daß die S verwaltung, an welcher Herr Gördi doch nun auch jest ligt sei, noch immer so wenig tauge, wie früher und einen Ausspruch des Geheimraths Herrn Spinola gege Stadtverordneten Herrn Singer. Den Nach einer entire Erwiderung des Herrn Gördi, erklärte der Herr Gottschall habe es gar nicht so gemeint." Nachdem noch die Jelermann, Bieffchle u. A. gesprochen, wurden in Gen darauf folgenden Ergänzungswahl des Vorstandes die Hen Quandt zum 2. Vorsigenden und Jacobey zum Belf gewählt. Eine Herrenpartie findet am 3. Mai( Sonntag 8 Tage) statt. In der Versammlung sämmticher Metallschleifer Berli welche am Sonntag, den 19. d. M., im Palmen Saal, Sch hauferstraße, unter dem Vorfige des Herrn Stahl, ta sprach fich der Referent, Herr Metallschleifer Roth, energischer Weise für Aufbefferung der Löhne in den Schl reten aus und empfahl eine Preiserhöhung von 15-50 auf sämmtliche Artikel. Referent berührte auch eingehend in Lehrlingsfrage und forderte schließlich sämmtliche Metal schleifer Berlins auf, fich dem Vereine der Berliner a schleifer anzuschlieken. An der darauf folgenden Debatte be theiligten fich u. A. die Herren Wöhlert und Möhring fehr lebhaft; legtere: hob besonders die Uneinigkeit und be Indifferentismus der Metallschleifer hervor und wies Data Leifte hin, daß die Schleifer, wenn dieselben was Großes roollen, erst vor Allem Mittel herbeischaffen und die Einigl in ihren Reihen erstreben müßten, nur dann wäre u da vorhanden, bei einem etwa ausbrechenden Streit, denselb zwei Anträge gestellt: 1. Den Vorstand zu beauftragen, ber fürzesten Beit eine große öffentliche Versammlung fam licher Metallschleifer Berlins einzuberufen und dafür So zu tragen, daß ein tüchtiger Referent zu dieser Versamml eingeladen werde und 2. eine Fachkommission zu wäb welche die Regelung der Lohnfrage in die Hand nehmen og der Vorsitzende, Herr Stabl, die Versammelten noch eind lichst aufgefordert hatte, für die nächste Versammsung zu agitiren, damit dieselbe beffer besucht würde, schloß Die Versammlung. be hr. Der Fachberein der Kürschner nabm in be fammlung am Montag( Grenadierftr. 33) Stellung Aufruf der Pariser Arbeiter an die Arbeiter anderer S fich an der internationalen Arbeiter Industrie. Ausstellu betheiligen. Der Vorsitzende, Herr Jahnaß, legte in Weise die Bedeutung einer solchen Ausstellung dar Veteranenstraße 25, Lüd. Waßmannstraße 11, Juft. Waß regelung ist gewesen, daß von den übrigen 21 in der Werkstatt Distuffton, an welcher sich die Herren Wedemeyer, Seilb mannstraße 11, Schnurr. Weber strake 16, Craffelt. Wrangel ftraße 7, Nilsen und Wudscheck. Weberstraße 11, Gesetis. Weberstraße 41, Reime. Bedenickerstraße 5, Weidensbach. Langestraße 70, Quatfasel. Drantenstraße 9, Lorenz. Mariannenstraße 7, Dautschat. Aderstraße 49, Thurmann. Veteranenstraße 25, Schubert. Brandenburgstraße 54, Hundt. Andreas str. 58, Runge. Andreasstr. 10, Böhme. Antlamerstraße 34, Miramiz u. Gordonn. Barnimftr. 41, Krause. Christinenstr. 33, Hamann. Fruchtstr. 65, Genosse Selbsthilf. Friedenstr. 29, Schulze. Friedenstr. 29, Schilowsky. Friedens ftraße 51, ortfort. Frankfurter Allee 99, Borchardt. Fehr bellinerstr. 32, Möbius. Gollnowstr. 19, Rarom. Katharinen ftraße 4, Rönfch. Königgrägerstr. 81, Gebr. Weihmann. Koppenstr. 37, Schwarting. Roppenfir. 53, Prengel. Kleine Andreasftr. 9, Bernitom. Rüdersdorferstr. 48, Müller. Weber ftraße 3, Gerstenkorn. Reichenbergerstr. 50, Maaß. Febrs bellinerstr. 32, Germann. Weißenburgerstr. 69, Raserischer. Rop penstraße 21, Kirmeß. Dranienstraße 43, Moll. Langestraße 63, Meißner. Langestraße 95, Leonhardt. Klavierarbeiter! Kollegen! Da in der Pianofabrit von F. R. Moll, Oranienftr. 43, ein Streit ausgebrochen ist, fo ersuchen wir alle Kollegen und Tischler den Buzug fern zu halten. Die Streifenden. Die Leipziger Messe hat bei uns ren modernen Verkehrs verhältnissen lange nicht mehr die große Bedeutung, wie in früherer Beit. Die Anfuhr von Waaren, wenn man die Bela waaren ausschließt, ist eine minimale in den einzelnen Bro bruktionszweigen geworden, der direkte Verkauf ist jedoch fast ausgeschloffen. Trop em aber hat die Meffe besonders in Bezug auf die Textilindustrie noch eine gewiffe Bedeutung, da fie ziemlich deutlich den Stand der Industrie uns vor Augen führt. So erfahren wir durch die Berichte der diesjährigen Ditermesse, daß die Tuchgeschäfte in Sachsen und der Niederlaufis äußerst flau geben und daß auch für die Sommerftoffe auf tein gutes Geschäft mehr zu boffen ist. Dies zeigt und Schmidt betheiligten, wurde besonders hervorgehoben die deutschen Arbeiter zeigen müffen, daß fie bei freier fügung über die Arbeit woh! Die Fähigkeit haben, gute feine Arbeiten herzustellen und den Ausspruch des Profe Reuleaux zu widerlegen. Die Versammlung nahm eine mit der Erklärung zurückgewiesen, er könne mit seinen Arbei ohne Hilfe der Meifter angefertigten Arbeiten in Aust tern machen, was er wolle, habe mit dem Landgerichte gedroht und ihnen die Thür gewiesen. Die Misstände in der Fabrit betreffend theilte Referent mit, daß dem sogenannten Werk führer, der nur 21 Mar! wöchentlich habe, durch den Bierausschant an die Kollegen die Gelegenheit gegeben set, fich einen Mehrverdienst au machen, daß die Strantentaffe der Fabrit ein Krankengeld von 3 Mait wöchentlich gebe, daß die Arbeitsräume berartige seien, daß jeder Fabrikinspektor, der fte zu sehen bekäme, würde dagegen einschreiten müssen, daß von den Arbeitern 2 nur 13,50, 8 nur 15 Mart, die Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren) nur 4 bis 6 Mark WochenJohn bekommen und das bei einer Arbeitszeit von 7 Uhr Morgens bie mitunter 10 Uhr Abends und bei SonntagsB Der Louisenstädtische Bezirksverein Vorwärts heute Abend 8 Uhr in Konrath's Salon, Wafferthoftiak feine Versammlung ab. Der interessante Vortrag des Schwennhagen( fiehe Jnierat von gestern), fowie bie legung einer Petition nebst Vorlage an den Magiftrat bet Einführung eines Berliner Gewerbeschiedsgerichts, wou zahlreiche Unterschriften nothwendig find, machen es den gliedern zur Pflicht, zahlreich zu erscheinen. Alle diejen die dem Verein als Mitglied beitreten wollen, finden sor ginn der Versammlung Aufnahme. Der niedrige Beitrag 20 Bf. monatlich, ermöglicht es Jedem, dem Berein beigu Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher ftreifen arbeit. In ber an das Referat fich anschließenden Diskussion. Tischlergesellen findet am Mittwoch, Bormittags 10 an welcher fich die Herren Unger, Konge, Michelsen, Julius Müller, Schrader, die gemaßregelten Kollegen und Andere be theiligten, wurden alle Angaben des Referenten bestätigt und durch draftische Details ilustrirt und vervollständigt. Die meisten Redner wiesen darauf hin, daß solchen das Buchbindergewerbe fompromittirenden Arbeitgebern mit Leichtigkeit das handwerk würde gelegt werden können, wenn die Buchbindergehilfen in ihrer Wehrbeit für ihre Interessen eintreten und fich dem Unterfügungsvereine anschließen wollten. Mit lebhaftem Beifall wurde die Mittheilung aufgenommen, daß der Fabrikant Herr Titel( in der Adalbertstraße) sich bereit erklärt habe, von den streifenden Arbeitern so viele, wie ihm möglich fein werde, in feiner Fabrik einzustellen, und daß der Albumfabrikant Herr Kreffe in Folge des Vorgehens der Lohnfomserantwortlicher Stebatteur R. Arengeim in Berlin. Drud und Berlag von ar Bading in dem Louisenstädtischen Konzerthause, alte Jakobftr. Tagesordnung: Aufstellung der Unterstüßungsliste. Abend 8 Uhr im Lokal Wilhelmftr. 105 seine regelrechte Der Verein der Parquettbodenleger hält heute eins Versammlung ab. Tagesordnung: Innere gelegenheiten. Verschiedenes. Verein Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Töpfer Filiale Berlin. Den hiesigen Mitgliedern wird hierbur mals befannt gemacht, daß vom 23. bis 25. April Delegirten Bersammlung stattfindet, un Eröffnung der Versammlung am 23. Abends 6 Uhr, und 25. Vormittags 9 Uhr. Jedes Mitglied hat Butrit Quittungebuch legitimirt. Berlin SW., Beuthstraße 2. und Sieran eine Bellas Bren Ursa unte Bwei wese hat geftd Bori Die feits über tuffi daß diesel Gren über Regi folid russis allge best Die Schm Der r bezetc Sta nur Afab Mo Krieg Diffu Insel Klipp amifch Bufal wird wacht Blatt meidl Reich Acker mehr treten ATI Selbst pfli tung beta gleich auch 3 wa Die li Regie und Daß d Innu linge feit o Ebens gelten ander bach, Anträ mann Bur vor d auf 6 bem gen einhei erb bl Des C Bahl man teit fi wird, getrof hat i bes C allerd wirth Deut gieru beant müffe Nahr baß recht armet Die a gerad Mani bat. wirth berich traut nenni Berid Mitt vertre Mini Sr. Arofe Situ Wen feine Ft babe nahme on, in Meis binder ein in glichen trägli Darauf Innung immett, Herrn rgalan billiger mehrere nahnen, als el utreten Der ar e unte D. b. M attfand en mi e bödur De wid Urfad gege Konin en. Di Wüns u.. e W ezeich gsool ichtet Part fold pabli gt, b Stein ppofiti baben um Don b gem üb Durch di Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 93 Politische Webersicht. Zum englisch- russischen Konflikt. Von dem englischen Gren fommiffar Lumsden ist nunmehr der Bericht über die Ursache des Bufammenstoßes der Afabanen mit den Ruffen unter Komaroff eingetroffen. Es steht danach über jedem Bweifel fest, daß der Angriff Komaroff's völlig unprovozirt ge wesen ist, die Afghanen find nicht vorgerückt, aber Komaroff bat 3000 Ruffen vorgeschoben, bis dieselben Angesicht zu An geficht mit den Afghanen standen, welche in Anbetracht dieses Borstoßes nur die nothwendigsten Vorsichte maßregeln irafen. Die Erklärungen des russischen Generals waren also erdichtet. Inzwisben zeigt sich immer deutlicher, daß man russischer feits ganz Afghanistan anneliiren will. Der Standard meldet über die in den Verhandlungen zwischen der englischen und tufftschen Regierung neuerdings entstanderen Schwierigkeiten, daß die englische Regierung der russischen vorgeschlagen habe, Dieselbe solle nach Firirung der neuen afabantichen Grenze fich verpflichten, unter teinen Umständen über Diese Bringe hinauszugeben. Die englische englische Regierung bebe erklärt, daß fie dies als nothwendig für eine folide und dauernde Regelung der Verhältnisse ansehe. Die ruffische Regierung babe fich darauf bereit ertiärt, bezügliche allgemeine Versicherungen zu ertheilen, fte habe jedoch gezögert, bestimmte Verpflichtungen einzugehen. Es werde indeß die Hoffnung festgeballen, daß tie bieraus sich ergebenden Schwierigkeiten beseitigt werden würden. Die Weigerung der ruffischen Regierung, eine bestimmte Grenze anzuerkennen, bezeichnet ihr Vorhaben zur Genüge. Die Hoffnung des " Standard" auf Beseitigung der Schwierigkeiten, ist jedenfalls nur dann gerechtfertigt, wenn England der Annexion von ganz Afabanistan zustimmt. Ein 3 vifchenfall, dem ein Artikel der Moskauer Beitung" sogar den Chatafter eines brobenden Kriegsfalles zuid reibi, ist dagegen die vorgenommene Siffung der englischen Flagge in Bort Hamilton, einer Insel des Korea: Archipels. Der nahezu tausend Kleine Inseln, Klippen und Eilande umfassende Korea- Archipel erstreckt sich zwischen Japan und Korea. Da die Korrastraße die südliche Bufahrt zu dem rusftichen daupthafen Wladivostock bildet, so wird dieselbe von ruffischer Seite mit besonderer Eifersucht bewacht. Die Räumung dieser Insel so meint das russische so meint das russische Blait müffe sofort erfolgen, sonst set der Krieg unver meidlich. einmal er eind uft fel richt ba et bur Salbefi baf b Marieb fall e Sta st b Den echel ball Ben en in b D. get eSer Belfis ntag üb Berli S I ta in Schl -50 p benb Metal Metall batte be öhring und ben Data Einigte Ausfid benfelbe en bara Parlamentarisches. Reichstaps diskutirte Montag Abend den vommission des Die Gewerbeordnungs- Kom Adermann vorgefchlagenen§ 100f, welcher eine Jnnung, der mehr als die Hälfte der in the vertretenen Gewerbe beige treten ist, mit folgendem Privilegium ausstatten will. Alle, welche in dem Bezirk der Innung eines jener Gewerbe selbstständig betreiben, sowie ihre Gesellen find ver pflichtet, den von der Innung getroffenen Einrich tungen beizutreten und zu den desfallsigen Kosten beizutragen, gleichzeitig aber auch zu deren Benutzung gleichmäßig berechtigt. Da hiernach die Innungstassen auch auf dem Gebiet des Krankenversicherungswesens zu 3 wangstassen werden würden, so sprachen fich nicht nur Die liberalen Mitglieder der Kommission, sondern auch der Regierungskommissar Geh. Rath Lohmann dagegen aus, und Abgeordneter Ackermann modifizirte seinen Antrag dahin, daß derselbe auf die Innungskaffen zur Unterstüßung der Jnnungsgenossen, ihrer Angehörigen, ihrer Gesellen und Lehrlinge in Fällen der Krankheit, des Todes, der Arbeitsunfähigfeit oder sonstiger Bedürftigkeit keine Anwendung finden solle. Ebenso wurden von Geb. Rath Lohmann weitere Bedenken Mittwoch, den 22. April 1885. gebet zum Himmel senden: Schüße mich vor meinem Re Schüße mich vor meinem Re| gierungsfommiffar!" Die Preise für Schweinefleisch, Speckt und Schmalz find in den legten Jahren nicht herabgegangen, son bern erheblich geftiegen. Für 1884 liegen die Bahlen aller dings noch nicht vor; aber sollten die Preise in diesem einen Jahr auch etwas gesunken sein, so rechifertigt das noch lange feine Bollerhöhung. Außerdem hat sich befanntlich in feinem Jahr die Bilanz für die inländische Die Schweinezucht günstiger gestaltet als gerade 1884. Einfuhr hat fich vermindert, die Ausfuhr vermehrt. Gerade Diese Intereffen der Ausfuhr schädigen Sie aber mit dem Boll, der auch andere Länder, z. B. Defterreich- Ungarn, leicht zu Retoiftonszöllen veranlaffen fann. Ich bitte Sie aus allen diesen Günden, wenigftens die Erhöhung des Schweinezolls abzu lehnen.( Beifall lints.) Kommiffarius Geb. Rath Thiel: Der Abg. Richter hat an meine geftrigen Worte Schlußfolgerungen geknüpft, die ich entschieden zurückweisen muß. Ich hatte die Worte gebraucht: ,, allein die etwas optimistisch gefärbten Bemerkungen des Ges neralberichts beziehen fich auf die Viehzucht im Allgemeinen u. f. w."( Buruf links: Nun also!) Sieran knüpft der Abg. Richter die Schlußfolgerung: der Bericht ist gefärbt, im land wittbschaftlichen Ministerium färbt man Berichte u. f. w." Hätte er meine Worte etwas objektiver und nicht mit Rücksicht auf ihre dialektische Verwerthung in der Debatte beurtheilt, so konnte er den Ausdruck, optimistisch gefärbt" in meiner Sagverbindung als gleichbedeutend mit optimistisch aufgefaßt", ,, optimistischer Ton" auffaffen. Ich wollte nichts weiter sagen, als was der verr Minister am 10. Februar gesagt hat: da ist es ganz natürlich, wenn man das Kolorit der Rede danach färbt, gegen wen man zu reden bat." Ich weise also ganz entschieden den Schluß zurüd, als hätte das Wort Färben" bedeuten sollen, daß man gegen besseres Wissen der Sache einen Anstrich gegeben, der ihr eigentlich nicht zukommt. Der Bericht des Ministers hält vollständig das Wort, das er früher schon über denselben gegeben hat, und das ich auch hier zu vertreten habe, aufrecht: er ist eine objektive und neutrale Echilderung der Sachlage bei möglichst wohl wollender Auffassung dieser Verhältnisse, wobei es ganz natür lich ist, daß, wenn man über das Ganze der Landwirthschaft und die schlechten Verhältnisse des Ackerbaues ausführlich zu berichten hat, man dann relativ die Verhältnisse der Viehzucht günstiger darfiellen kann und auch darstellen muß, wenn man das loben will, was noch irgendwie an unseren landwirthschaftlichen Verhältnissen zu loben.( Lachen lints.) Es handelt sich ja in diesem Bericht nur relative Werthschäßungen des Einen gegen das Andere, und das fann man dreift zugeben und es ist auch von Niemand geleug net worden, daß die Verhältnisse der deutschen Viehzucht immer noch günstiger find als die des deutschen Ackerbaues. Ich wollte nur ausführen und glaube auch diese Absicht bei jedem Unbefangenen erreicht zu haben, daß der Bericht des Ministers nicht als Argument gegen die Viehzölle verwendet werden fann. Auf diesem Standpunkt stehe ich und, wie ich versichern kann, der Herr Minister auch noch heute. um Abg. v. Heyde brand und der Lasa: Herr Nichter sprach von Vertheuerung der Nahrungsmittel des armen Mannes. Die Erfahrung beweist das Gegentheil; das Schweines fleisch ist trotz der Bölle von 1879 nicht theurer, sondern billiger geworden. Den Regierungskommiffar bat Herr Richter wohl nur deshalb so heftig angegriffen, weil gerade in diesen Dingen der landwirthschaftliche Verwaltungsbericht die Anschauungen Richters am meisten widerleg. Gerade der Schweine zoll kommt dem kleinen Landwirth zu Gute; es wird Ihnen nicht gelingen, einen Keil zwischen Groß- und Kleingrundbesig zu schieben, weil die Verhältnisse stärker find als Ihre Agitation, und weil Groß- und Kleingrundbesitz fühlen, daß fie Beide wenn fie festgeschloffen zusammenstehen. Sie( links) dürfen sich unter diesen Umständen nicht wundern, wenn Ihre Partei mehr und mehr zurückgeht, wie erst die jüngste Wahl vor den Thoren Berlins das wieder gezeigt hät.( Beifall rechts.) es leifte geltend gemacht, auch fam es zu einer sehr lebhaften Ausein derselbe Schuh drückt, und daß sie nur prosperiren können, ragen, fam ir Go Tammi wabl nen m Nad eind g t be ber Sta tellung bach, welch lepterer die agitatorische Seite der Ackermann'schen Anträge betont hatte. Schließlich wurde der Antrag Acermann mit 12 gegen 8 Stimmen angenommen. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 82. Sigung vom 21. April, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths von Bötticher, von Burchard u. A. Die Berathung der Bolltarif Novelle steht heute vor der Erhöhung des Eingangszolles auf Schweine von 2,50 auf 6 Mt. und auf Ferkel von 0,30 auf 1 Mt. pro Stück nach dem Vorschlag der Freien Vereinigung. Abg. v. Schals cha weist auf die außerordentlich niedri gen Schweinepreise des Jahres 1884 hin, durch welche die einheimische Schweinezucht und damit viele kleine Landwirthe erheblichen Schaden gelitten haben. Leider ist die Erhöhung des Eingangszolls auf Schafpich nicht vorgeschlagen, deffen Bahl in Deutschland um 23 pCt. zurückgegangen ist, so daß man bald das Schaf, trop seiner immensen tulturellen Wichtig. teit für den Bandwith, nur noch in zoologischen Gärten erblicken wird, wenn nicht wirksame Schußmaßregeln für die Schefzucht getroffen werden. in t S Seilbr oben freier Aute Profe ne B Arbei us ficht Pärte ftraße Des e bie Tat bel Den woju Diejen en Bot Beitrag beizut Streifen 10 11 37, cute b rechte Berein Abg. Richter: Mit der Befürwortung des Schafzolles hat der Vorredner wohl nur seine mangelhafte Begründung bes Schweinezolles foloriren wollen. Die Bahl der Schafe ist allerdings in Folge der natürlichen Entwickelung unserer Landwirthschaft zurückgegangen, während sich die der Schweine in Deutschland um ein Drittel vermehrt hat. Als 1879 die Regierung eine Erhöhung des Schweinezolles von nur 25 pCt. beantragte, fagte fte in den Motiven, mit diesem niedrigen Boll müffe man sich begnügen, da Schweinefleisch vorzugsweise ein Nahrungsmittel der ärmeren Alaffen set. Es ist bezeichnend, Daß heute solche Rücksicht nicht mehr genommen wird; das Unrecht hat heute jede Scheu verloren; die Interessen der armen Leute werden rüdsichtslos preisgegeben Während man Die anderen Viehzölle nur um 50 pet. erhöht hat, erhöht man gerade den Schweinegoll um 150 pSt., obgleich man dem armen Mann auch bereits den Speck und das Schmals vertheuert bat. Als der Vertreter des preußischen Ministers für Landwirthschaft gestern sagte, der landwirthschaftliche Verwalturgs bericht sei in seinem allgemeinen Theil optimistisch gefärbt, traute ich meinen Dhren nicht. Der Vertreter eines Ministers nennt deffen, an Se. Majestät den staiser und König gerichteten Bericht gefärbt! Welche Glaubwürdigkeit können die amtlichen Mittheilungen der Regierung beanspruchen, die an die Volks vertretung erstattet werden, wenn man im landwirthschaftlichen Miniftertum die Berichte an den Monarchen färbt, um bel Sr. Majestät die Meinung zu erweden, daß der Minister fich große Verdienste erworben, oder färbt man gegenwärtig die Situation wieder schlechter, um agrarische Bölle durchzufezen? Wenn der Minister nicht, wie es faft scheint, die Eiflärung feines Kommiffars.billigt, dann mag er allerdings ein Stoßpfer Listaff burd April und 1 br, am Butritt ctles II. Jahrgang. Heute wird hier wieder behauptet, daß Groß- und Klein- Grund bestz nicht verschieden seien. Aber in demselben Augenblick wird an dem andeen Ende der Leipzigerstraße die Kreis und Provinzialordnung für Beffen- Naffau berathen. Und während die Wünsche aus diefer Proving babin gehen, daß der Groß und Klein Grundbesitz zusammen wähle, behaupten Ihre poli tischen Freunde( rechts), daß d 8 unmöglich sei und der Großgrundbesis gesondert wählen müsse. Geb. Ober Regierungsrath Thiel: Herr Richter hat sich mit seiner Deduktion, daß in amtlichen Berichten einer preußi schen Verwaltung an St. Maieftät dett Kön: Thatsachen vet schwiegen oder falsch dargestellt werden tönnten, lediglich wieder angeklammert an das von mir in ganz anderer Bedeutung gebrauchte Wort gefärbt". Ich habe wohl Anspruch darauf, Daß meine Worte bloß in dem Sinne, wie ich fte selbst interpretire, gedeutet werden. Daß die Deduktion der Herren fich auch gegen meine Person richtet, ist mir ziemlich aber da Die gleichgiltig; Ehre ber preußischen Verwaltung mit angegriffen ist, so weise ich das mit Entrüftung von mir im Namen des von mir ver tretenen Refforts und wiederhole, der Ausdrud ,, optimistisch gefärbt" bezog fich nur auf die allgemeine Auffaffung, die bei allen Sachen, wo man mit Bahlen zu thun hat, je nach dem Standpunkt verschieden sein tann.( Beifall rechts.) Abg. Richter: Ohne Farbe giebt es fein Kolorit, und wenn uns der Bericht als optimistisch bezeichnet wird, so heißt das doch nur, daß die Darstellung in der Form günstiger ist, als es der Sachlage entspricht. Heir Thiel hat sich weiter auf die Aeußerung des Ministers bezogen, daß man sich darnach richten müffe, zu wem man spreche. Wenn nun hier von einem Bericht an den König die Rede ist, so folgt daraus, daß man fich einer optimistischen Färbung bedienen müsse, wenn man zum Könige spricht. Ich habe also nichts fupponirt, sondern nur wiedergegeben, was der Herr Rommiffar felbst geäußert hatte. Freilich war eine Aeußerung deffelben unglücklicher als die andere. Persönlich habe ich Herrn Thiel nicht angreifen wollen. Persönlich ist mir derselbe ebenso gleichgiltig wie jeder andere Regierungskommissar. Die Debatte wird geschloffen und der Zoll in namentlicher Abstimmung mit 133 gegen 106 Stimmen angenommen. Abg. v. Strombeck enthält fich der Abstimmung. Es folgt die Berathung der Position Fleisch, ausgeschlachtetes, frisches und zubereitetes, Fleischertrait, Tafelbouillon 20 Mar( bis. her 12 Mart). Abg. Frege: Ueber die Nothwendigkeit der Erhöhung des Fleischolls herrscht innerhalb der maßgebenden Kreise tein 3w fel. Eine Vertheuerung des Konsums durch den Fleischzoll ist ausgeschloffen nach allen Erfahrungen, die wir gemacht haben. Troß des Einfuhrverbots von amerikanischem Fleisch und Speck find die Preise sowohl in den Großstädten wie auf dem Lande konstant geblieben. Ich hoffe, daß nach Einführung Dieses Tarifs eine Zeit der Ruhe eintreten wird. Abg. Bod( Gotha): Kein Arbeiter wird Ihnen glauben, daß die Bölle nicht die Preise erhöhen. Wäre das wahr, dann bilfe ja Ibnen der Boll auch nichts. Die Löhne sind seit dem Jahre 1879 auch nicht in die Höbe gegangen, höchstens ist eine Steigerung in Folge der erhöhten Levensmittelpreise erzwungen. Daß selbst Herren vom Zentrum, bte ja arbeiter freundlich sein wollen, diese Zölle beschloffen haben, ist be bauerlich, wahrscheinlich betrachten fte dieselben als himmlischen Boll auf irdij ge Glückseligkeit. Seit dem Jahre 1879 but unter den Arbeitern der Konsum von amerikanischem Sped und Schmalz abgenommen, weil der Preis zu hoch wurde. Statt beffen wurde Rüböl, Leinöl verzehrt, das Sie ia jest auch vertheuert haben, das Speiseöl, womit die Kartoffeln bei uns in Thüringen genoffen werden, dort giebts Kartoffeln in der Früh, Mittags in der Brüh, des Abends sammt dem kleid, Kartoffeln in Ewigkeit". Ihr Christenthum ist aller dings praktisch, Sie erfüllen damit den Spruch der Bibel, wer da hat, dem wird gegeben, wer da wenig hat, dem wird auch das Wenige genommen, damit er gar nichts habe. In Preußen giebt es Millionen Bewohner, die weniger als 420 M. EinTommen haben, glauben Sie, daß diese es nicht merten, wenn fte jährlich 20 oder 50 M. mehr zu zahlen haben? Der Erfolg Ihrer Bölle wird auch sein, daß schließlich auch schlechtere Arbeit in Folge mangelnder Ernährung der Arbeiter geliefert wird. Eine Stagnation im Fleischtonjum ist eingetreten, weil die Arbeiter eben nicht mehr Fleisch bezahlen können. Ich möchte Sie dringend ersuchen, wenn Sie dem armen Mann thatsäch= lich helfen wollen, von dem projektirten Boll Abstand zu nehmen. Unsere Reden werden allerdings nichts helfen, aber es wird auch der Tag kommen, wo alle Arbeiter eifennen, wo thre wahren Freunde fißen. Abg. Dirichlet: Sch will nicht, wie der Vorredner, eine Wahlrebe halten. Er sagte, wir könnten auf Desterreich hier nicht verweisen; sonst sprechen die Herren doch immer von Kompensationsobjekten, die für uns die Bölle anderen Län dern gegenüber sein sollen. Deutschland hat früber sehr recht baran gethan, dem französischen Beispiele nicht zu folgen: Ihre Vorbilder( nach rechts) liegen allerdings in Frankreich, Rußland und China.( Oho! rechts.) Originale Gedanken haben Sie niemals. haben Sie niemals. Der Ferkelzoll, den Sie vorschlagen, wird gerade die kleinen Leute, die fich mit der Aufzucht von Schweinen beschäftigen, erheblich schädigen. Daß im übrigen nicht auch der Großgrundbefiz Schweine hält, muß ich be Kennt Herr von Heydebrand nicht die modernen Schweinepaläste auf den großen Gütern? Der Bundeskommissar hat seine Pofitionen durchaus nicht dadurch verstärkt, daß er fich auf den Minister selbst berufen hat. Wenn der Bericht gefärbt war, so ist er einfach so gefärbt gewesen, daß er eine Berherrlichung der Bollgefeggebung von 1879 sein sollte und eine Vorbereitung für die Getreide und Holzsölle. An die übrigen von der freien Vereinigung vorgeschlagenen Agrarzölle dachten die Redaktoren des Berichts noch nicht; jezt ist der Regierung nun ihr früherer Standpunkt unbequem, und ste wirft ibn einfach über Bord und bittet die Herren von der freien Vereinigung, wegen jener ihrer früheren Haltung nicht böse zu sein. Abg. Richter: Herr Geheimrath Thiel benugt für sich die Aeußerung des Ministers Lucius, daß er das Kolorit seiner Darstellung danach einrichte, mit wem er zu sprechen habe. Ins dem er diesen Sot angewendet hat auf den Bericht des landwirthschaftlichen Ministers an den Monarchen, hat er den Grundsatz aufgestellt, daß, wenn an den Monarchen berichtet wird, der Darstellung eine optimistische Färbung gegeben wer den muß. Ich glaube, unglücklicher fonnte eine Bertheidigung nicht geführt werden; Sie teiten sich mit einer solchen Er tlärung immer tiefer hinein. Wie man über diese Berichte auch denten mag, gegenüber dem Monarchen besteht vor Allem die Pflicht, die Wahrheit zu reden. Ein Rath hilft dem an beren, aber die tollegialische Hilfe des Herrn v. Heydebrandt bat nur wenig genugt. Gerade der landwirthschaftliche Bericht tonftatirt bis 1883 für Sped und Schmalz eine Preissteige. rung.( Rufe rechts: Nicht für Schweine!) Speck und Schmalz rung.( Rufe rechts: Nicht für Schweine!) Speck und Schmalz tommt doch auch vom Schweine, und viele kleine Leute bes kommen nur diese Artikel zu effen, aber niemale Schweinefleisch. Heute wird uns wieder der fleine Mann vorgeführt, obgleich es viele kleine Leute giebt, die feine Schweine züchten. Gestern bei dem Boll auf Dchsen ist mit feiner Silbe Erwähnung ge than, daß sich dieser Boll für den Großgrundbesig wesentlich anders ftelle als für den kleinen Bauer. Die Vieh zählung bat erwiesen, daß in dem Kreise Oppeln, aus dem zahlreiche Petitionen um Erhöhungen des Viehiolles ges tommen find, auf die Gutsbezirke und Städte 13 622 Stüd Rindvich fallen, auf die Landgemeinden dagegen nur 5557. Die Bollerhöhung wird darauf gegen die Stimmen der Frelsinnigen, Sozialdemokraten und der Mehrheit der Nationalliberalen angenommen. Es folgt ein Antrag des Abg. Loewe, für hartes Kammgarn( Weftgarn, hartes Glanggarn aus Wolle, in Del oder Fett gesponnenes englisches Wefigarn) dieselben Boll fäße einzuführen wie für Genappes, Mohair und Alpakkagarne, nämlich 3 M. für einfaches und 24 M. für dublirtes und mehrfach gezwirntes. Der Bollsaß beträgt seit 1879 8, 10, 12 und 24 D. Abg. Loewe glaubt, daß wie im Jahre 1882 so auch diesmal wieder das Haus für eine Herabseßung des Glanzgarnzolles eintreten und so Gerechtigkeit üben werde an einem stark geschädigten Industriezweig. Die Hoffnung, daß durch den erhöhten Boll die deutschen Wollspinner zur Herstellung von Glanzgarn würben ermuntert werden, bat fich nicht erfüllt. Wir haben in Deutschland 4 Fabriten, die Glanzgarn arbeiten laffen, awei derselben arbeiten für den eigenen Be darf, nur eine, die Fabrit von Gebrüder Woller in Markliffa, ist im Stande, Stande, größere Quantitäten auf den Markt zu bringen. Man hat gegen den An trag, den Bollsat auf Glanzgarn unverändert zu lassen eingewendet, daß die Bolltechnik nicht im Stande sei, zwischen bartem und weichem Rammgarn zu unterscheiden. Troßdem hat die Regierung damals selbst eine Unterscheidung machen wollen. Die Schädigung, welche der Industrie durch die Bollerhöhung zugefügt ist, ist so bedeutend, daß die Barmer Ligen und Bandfabrikation einen großen Theil ihrer Pro buftion hat fallen lassen müssen. Sie hat sich jest allerdings Arbeit auf einem anderen Gebiete gesucht, aber dabei handelt es fich nur um eine Probe, denn die Fabrikanten petitioniren um Ermäßigung des Bolles auf Glanzgarn, um zu ihrem alten Arbeitszweig zurückzukehren. Auch die sächsischen Weber in Meerane und Glauchau haben in demselben Sinne petitio mirt. 1881 schlug die Regierung, um denselben entgegenzutommen, einen erhöhten Boll für Gewebe vor. Aber die Weber haben gegen eine Bollerhöhung für ihre Fabritate pro testirt. 1882 wurde vom Reichstag ein Antrag angenommen, der fich für eine Herabsetzung des Bolles auf festes Kammgarn aussprach. Aber die verbündeten Regierungen haben dem felben die Zustimmung versagt. Von Barmen find Beschwerden Don Seiten der dortigen Handelskammer eingelaufen über diesen Beschluß. In denselben entschuldigt man fich ich führe das als charakteristisch an- daß der Antrag zwar von de: Fortschrittspartiet ausgegangen sei, man protestirt aber das gegen, daß die Barmer Petenten mit dieser Partei identifizixt mürben. Man folgerte also dort, daß der Bundesrath den Antrag nur abgelehnt, weil er von einer ihm politisch nicht genehmen Partei ausgegangen fei. Das ist bedauerlich, und ich babe geglaubt, auf dieses Moment aufmerksam machen zu Trüffen. Vielleicht ist dasselbe für Sie ein Anlaß mehr, zu zeigen, daß nur sachliche Gründe es find, die Sie veranlassen, den Boll wieder aufzuheben. Was die zolltechnischen Schwierigkeiten betrifft, fo mache ich darauf aufmerksam, daß in Desterreich eine Unterscheidung zwischen hartem und weichem Rammgarn feit 1878 durchgeführt wird, und diese Unter scheidung ist auch in die neue Bollnovelle aufgenommen. Es ist also durch das Beispiel erwiesen, daß die Befürchtungen, welche gegen die Unterscheidung geltend gemacht sind, nicht zu treffen. Um jedoch die Schwierigkeiten soviel wie möglich zu beseitigen, haben wir beantragt, daß die Abfertigung nur bei bestimmten Bollstellen stattfinden soll. Ich bitte Sie daher, unferem Antrage zuzuftimmen. Sächsischer Bevollmächtigter, Geh. Nath Böttcher: Auch im Jahre 1879 war ein Antrag eingebracht worden, eine Bollerhöhung für Glanggain nicht eintreten zu laffen. Der Antrag hat eine Kommission beschäftigt, aber die Definition, bie damals von derselben für Glanzgarn aufgestellt wurde, hat die deutschen Intereffenten in wahres Entseßen versett Es wurde damals bemeift, daß unter die Rubrik, wie sie hier für Glanzgarn festgesezt wurde, Alles rubrizirt werden könne, und daß die Wollzölle so ohne Wirkung bleiben würden. Der Antrag, den Boll auf Glanzaarn unverändert zu laffen, wurde Damals vertheidigt mit der Behauptung, daß jährlich 117 000 Bentner dieser Wollgarne bei uns eingehen. Das ist übertrieben. Gianzwolle wird bauptsächlich von der Barmer Ligenfabrikation verwendet. Es bestehen aber in Frankreich und Belgien, wo die Konkurrenten dieser Fabrikanten wohnen, die ebenfalls ihr Barn aus England beziehen müssen, gleichfalls hohe Zölle. Unsere Fabrikanten find also mit den Franzosen und Belgiern völlig gleichgestellt. Ich bitte daber, von dem Antrage abzusehen, zumal die Unterscheidung der Barne an der Bollgrenze chwierig ist. Herr Löwe bat auf Defterreich hins gewiesen und bemerkt, daß dort die Unterscheidung ganz gut gemacht werde. Aber wie geschieht das? Die Garnproben werden nach Wien gesandt und dort untersucht. Abg. v. Helldorff beantragt bei der Schwierigkeit der Frage, und um den Interessenten alle Gerechtigkeit widerfahren zu laffen, Verweisung des Antrags an eine Rommission; Abg. Löwe erklärt sich damit einverstanden. Das Haus beschließt demgemäß und vertaat sodann um 5 Uhr die weitere Berathung bis Mittwoch 12 Uhr. Abgeordnetenhaus. 56. Sizung vom 21. April Bräfident v. Köller eröffnet die Sigung um 11 Uhr. Am Ministertisch: von Putttamer und mehrere Rommiffare. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung der Kreis- und Provinzialord nung für die Provinz Hessen Nassau. Die Berathung über§ 30 der Kreisordnung( Bes ftimmungen für den Landkreis Frankfurt a. M.) wird fortgefeßt. Abg. Schreiber( Marburg, tons.) beantragt hierzu die Wiederherstellung der Qerrenhausbeschlüsse mit dem Busas:„ Die Vertretung des Landraths führt ein vom Minister des Innern ernannter, zum höheren VerwaltungsDienst qualifizirter Beamter." Die Distusfion wendet sich namentlich gegen die von dem Herrenhause beschloffene Bestimmung, daß der Polizeipräfident von Frankfurt a. M. zugleich Landrath des Landkreises Frank furt a. M. sein soll, was auch vom Minifter des Innern von Puttkamer vertheidigt wird. Der Beschluß des Herrenbauses, sagt derselbe, schließe fich an den bestehenden Bustand an, und die Gründe, welche zur Herstellung dieses Zustandes feiner Beit geführt hätten, seien durch die Entwidelung der Verhältnisse in und um Frankfurt a. M. noch erheblich perstärkt. Abg. Dr. Enneccerus( nl.) beantragt die Ernennung eines Landraths für sämmtliche Kreise des Landkreises Frank furt a. M. mit dem Busaße: Der Minister des Innern ist befugt, einzelne Zweige der Polizeiverwaltung in den einzelnen Gemeinden auf den Landrath zu übertragen." Er führt aus, daß dies ein Vermittlungsvorschlag fei, welcher dazu dienen solle, die kommunalen Intereffen zu wahren und die ficher heitspolizeilichen Interessen, welche zu der Personalunion ge führt haben, nicht zu schädigen. Abg. Hahn( lons.) befürwortet ebenfalls die Herrenhaus beschlüffe, da ec eine getrennte Polizeiverwaltung, wie die Rom mission fie vorschlage, für völlig unmöglich halte. Die Abgg. Flinsch und Westerburg( ofr.) halten ebenfalls die Herrenhausbeschlüsse für richtig, weil man in Frankfurt a. M. nicht mit regelrechten, sondern mit ganz aus nahmsweisen Verhältnissen zu rechnen habe. Der Antrag En neccerus wolle einen Landrath weiter Güte" schaffen. Abg. Meyer, Arnswalde( tons.) spricht sich in dem. elben Sinne aus, während Abg. Dr. Gneist( nl.) noch ein mal den Antrag Enneccetus empfiehlt. Vom Abg. 8elle( dfr.) wird noch ein Vermittlungsan trag gestellt, beffen Begründung indeffen durch den angenom menen Schluß der Diskussion verhindert wird. Bei der Abstimmung werden die Anträge 8 elle und Dr. Enneccerus abgelehnt, der§ 30 mit dem vom Abg. Schreiber beantragten Busage angenommen; dasselbe geschieht mit den§§ 31-33 § 34 handelt von der Bestätigung der Bürgermeifter, welchen nach der Vorlage die Handhabung der Drtspolizei bes laffen werden soll. Gemäß den Beschlüffen des Herrenhauses lann der Landrath die Bestätigung nach bloßer Anhörung des Kreisausichuffes versagen; die Rommiffion macht die Ver fagung der Bestätigung von der 8uftimmung des Kreis ausschusses abhängig: lebrt der Kreisausschuß die Zustimmung ab, so lann diefelbe auf den Antrag des Landraths durch den Regierungspräsidenten ergänzt werden. Dagegen beantragen Die Freifinnigen( Beisert und Genoffen): Wird die Bestätigung versagt, so ist eine Neuwahl anzu ordnen. Erhält auch diese die Bestätigung nicht, so ernennt der Landrath unter Zustimmung des Kreisausschusses leinen Stellvertreter auf so lange, bis eine erneute Wahl die Bestätt gung erlangt hat." Abg. Wirth empfiehlt den freifinnigen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß ein solches unbedingtes Bestätigungsrecht des Landraths für Heffen Naffau ein Novum sei, welches die Abhängigkeit der Bürgermeister von den Landbräthen ganz außerordentlich verschärfe. Die Abgg. Lieber und Enneccerus empfehlen dagegen die Kommissionsbeschlüsse, wenn fie fich auch ihrerseits nicht verhehlen, daß damit eine Verschlechterung der Stellung der Bürgermeister und mittelbar der Kreisausschüsse und Kreistage eintreten wird. Man dürfe aber an dem Kompromiß nicht rütteln, welches f. 8. bei der Berathung des Rompetenzgefeges in Ansehung der Bestätigungsfrage zu Stande ge lommen sei, und welchem die Kommissionsvorschläge ent sprachen. Abg. Büchtemann tritt den Ausführungen des Abg. den Antrag Beifert bekämpfen, der der Provinz Hiffen- Naffau ein Privilegium gewähren wolle, welches teine Kreisordnungsproving befize. Der Antrag wird abgelehnt,§ 34 in der Kommissions faffung angenommen, eben o ohne Debatte§§ 35-41. §§ 42-62 bandeln von der 8usammenseßung der Kreistage. Die Vorlage ordnet in Uebereinstimmung mit ben bezüglichen Vorschriften für die vorhandenen Kreisordnungsprovinzen für die Wahl der Kreistagsabgeordneten die Bildung dreier Wahlverbände der größeren Grundbefter der Landgemeinden und der Städte an; ein Antrag Beisert und Genoffen dagegen will die jedem Streise nach Maßgabe der Bevölkerungsziffer zustehende Bahl von Kreistagsabgeordneten auf die dem Kreise angehörigen Gemeinden und selbstständigen Güter nach Maßgabe der Seelenzah I vertheilen und Die Wahl der Kreistagsabgeordneten in denjenigen Gemeinden, welche für sich einen oder mehrere Abgeordnete zu wählen haben, durch den Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung erfolgen laffen, welche zu diesem Bebufe unter dem Vorfige des Bürgermeisters zu einer Wahlversammlung vereinigt werden. Abg. Büchtemann vertheidigt diesen Antrag. Die Konstruktion der Wahlverbände in den Kreisordnungsprovinzen sei allerdings das Resultat eines Rompromiffes, der jahrelange Kämpfe abschloß; aber es frage fich doch, ob die einfache Ueber tragung eines solchen für die Ostseeprovinzen mit ihrem starten Großgrundbeßft allenfalls noch passenden Wahlmodus auf beffen Nassau fich fachlich noch rechtfertigen laffe. Minister v. Putttamer: Die Ausführungen des Vors rebners beweisen von Neuem, wie mißlich es ist, alte, nach langen Kämpfen ausgetragene Streitfragen immer wieder in die Erörterung zu ziehen. Die 1873 afgeptirte Dreitheilung der sozialen Gruppen als Grundlage für die Wahlen ist s. 8. für diejenige Organisation erklärt worden, welche die möglichste Summe von Intelligenz für die Selbstverwaltung der Kreisgeschäfte gewinnen läßt; nicht aber handelt es sich dabet um Interessenvertretung des Großgrundbefizes, um zugungen, Privilegien und was dergl. verhängnißvolle Dinge mehr find. Bevor Abg. Schreiber: In Heffen ist die Gliederung in die 3 Wahlverbände althergebrachtes Recht und liebgewordene Einrichtung, es handelt sich also nicht allgemein um eine Ueber tragung einer Einrichtung, die dem Dften spezifisch eigenthüm lich ist, auf Heffen, sondern höchstens um die Uebertragung einer beffischen Einrichtung auf das benachbarte Nassau. In Der Rommiffion hatten die freifinnigen Herren ihren Antrag auch nur für den Regierungsbezirk Wiesbaden gestellt. Ich bitte, es bei der Vorlage zu belaffen. Abg. v. b. Red erklärt fich durch die entschiedene Absage des Ministers an die Forderungen der Linken für sehr befrie digt, glaubt aber, daß lein Augenblick zu spät sei, um das bet den Kompromiffen sachwidrig Beschlossene zu beseitigen. Abg. Büchtemann: Die gegenwärtigen Bestimmungen Der Kreisordnung über das Wahlverfahren beruhen allerdings auf einem Kompromiß. Wenn es sich aber um die Uebertra gung derselben auf Provinzen handelt, wo für die drei Stände feine Bafts vorhanden ist, so haben wir doch das Recht, nach Maßgabe der gegebenen Verhältnisse Abänderungen zu be antragen. Abg. Lieber: Der Abg. Büchtemann hat recht, daß trotz des Kompromisses die thatsächlichen Verhältnisse in den einzelnen Provinzen geprüft werden müssen. Sonst wäre ja die Konsequenz die, daß die Kreisordnung, so wie fte be fteht, ohne jede Aenderung in allen Provinzen angenommen werden müßte. Minister v. Puttlamer: Die bestehende Drganisation hat zu einem ganz anderen Zeitpunkt und unter ganz anderen Verhältnissen stattgefunden. Die Frage, wie die Ortspolizei verwaltung geregelt werden solle, hat nicht im Jahre 1873 ein für alle Male festgelegt werden sollen, sondern es wurde nur festgestellt, daß fie nicht mehr durch ständische Organe aufgenommen werden dürfe. Anders verhält es sich mit der Konstruktion der Wahlverbände, die präjudizirlich festgestellt worden ist. Abg. Windthorst: Die in der Regierungsvorlage proponirte Busammenfeßung der Kreistage scheint mir im Allgemeinen den Verhältnissen entsprechend, nachdem man das ftändische Prinzip überhaupt verlassen hat. Minister v. Putitamer: Ich bin stets ein großer Verehrer des stäadischen Brinzips gewesen und weiß, daß die allervorzüglichsten Leistungen auf tommunalem Gebiet ihm zu verdanten find. Abg. Belle: Auch unser Antrag ist gegen die ständischen Belleitäten gerichtet, und sollte den Zweck, den der Minister in den Vordergrund fiellte, die Gewinnung der größtmöglichen Franten der Zeu Sie wo gefagt gemacht theile v insoweit aus der welchen zu, d. An nehmun meines Behörde Tommni legt, an Beziehu Boden, nach hat der Probenehmer das Probekästchen sofort dem die mit den habenden Fleischschau- Amts- Vorsteher zu überbringen, wel daß Sie ben vorliegenden Untersuchungsfall in das hierzu bestim baben f Register des Fleischschau- Amts einträgt und dann einen Flei im Aufn beschauer mit der Untersuchung der Fleischproben beauftragt angeblic Fleischbeschauer, welchem keinerlei Mittheilung über die funft der in der Untersuchung befindlichen Fleischproben macht werden darf, soll sich von jedem einzelnen der vorte bezeichneten 4 Fleischstückchen mindestens 6 angemessene aussagen parate anfertigen und diese dann mit der größten Sich nic Beim entlasten und Gewissenhaftigkeit mikroskopisch untersuchen. Dem E handensein von Trichinen wird sofort der Ober- Thierar S bufs Burüdweisung und Beanstandung des Schweines be Der Sollten nach stattgehabter Berathung der Füber wi richtigt. ingleiche schauamts- Vorsteher und der Fleischbeschauer verschied bigung Meinung sein, so wird die vorläufige Beanstandung Thieres ausgesprochen, während welcher der Befiger in Weise über baffelbe verfügen kann, und dem Ober- Thieten g der Fall zur Entscheidung vorgetragen und zwar fofort jede Untersuchung auf dem Fleischschauamte an demselben beendet werden muß, an welchem die Proben von Schweine entnommen find. Der Fleischbeschauer übe dem Ober- Thierarzt das Probefästchen mit sämmtbre mitrostopischen Präparaten und den noch vorhandenen theilen, ferner einen furgen Bericht des Fleischschau- Amt ftehers, in dem Name und Wohnung des Befizer des Sch Die örtliche Lage der Schlachtftätte, die von dem Proben angebrachte Bezeichnung des Schweines, sowie der Na Fleischbeschauers angegeben sein muß, und endlich Trichinen gehaltenen Objekte. Je nach der Entscheidu Ober- Thierarztes erfolgt entweder das Probelästchen Fleischschau Amt zurüd, oder das mit dem Stempel, haltig" versehene Schwein, die Proben, sowie alles werden aus dem Schlachthause entfernt und der Polizei zur unschädlichen Beseitigung übergeben. Sollte der beschauer an dem zur Untersuchung bestimmten S Finnen" oder eine andere Krankheit finden, so hat et, " Post" berichtet, dem im betreffenden Schlachthaus ftati Thierarzte Anzeige zu machen, von dem dann eine no Untersuchung in Gegenwart des Probenehmers ftatifind Wenn auch in Bezug auf Umgestaltung der Potsdam- Magdeburger Eisenbahn Fahrpreisermaß bei dem Lokalverkehr eingetreten find, so tommen dieselbe nur den bemistelten Fahrgästen zu Gute; die Arbeiter, genöthigt find, die IV. Klaffe zu benußen, find leer gangen, so daß fich daraus ein schreiendes Mißverhäl giebt. Der Beamte und der gutfituirte Kaufmann in zum Beispiel fauft sich für 56 M. und 10 M. Raut lettere wird nach Ablauf der Fahrzeit zurüdvergütet für das ganze Jahr und für alle Büge giltige Fahrlar Klaffe und zahlt für jede weitere Fahrkarte, die für milienmitglied ausgestellt wird, außer der Kaution nu Er hat ferner die weitere Vergünstigung, diesen Raten bezahlen zu dürfen, und besteht die Familie fabrenden Berfonen, so stellt sich der Preis für ein auf 35 Mt. und für diese 35 M. hat diese Person b tigung, das ganze Jahr jeden Tag zirka 24 Büge heraus benußen zu dürfen. Eine gewiß anerten Breisermäßigung, da die einzelne Fahrt nach S Aurüd 50 Bf. toftet. Die Fahrgäste 4. Klaffe, mei Arbeitern bestehend, die Jahr ein, Jahr aus in Berlin briken oder im Handwerk beschäftigt find, die der " ein Bar Billig Wohnung und niedrigeren Besteuerung halber in Stegli nen, find dagegen ganz anders gestellt. Ein Jahresb Klaffe giebt es nicht und da dieselben bei 2,50 M. bis 3 Lohn pro Arbeitstag(?) das Geld zu einem Jabre III. Klaffe nicht erlegen tönnen, so müffen fie ein A wochenbillet lösen, welches für eine einmalige Fahrt, die gens vor 9 Uhr nach Berlin und Mittags nach 4 Uh ausgeführt werden muß, exkl. der Sonntage, 1,20 Muß der Arbeiter noch den Sonntag nach Berlin fab zahlt er für die Fahrt hin und zurüd 30 Bf.; macht zusammen 78 Mt. Er zahlt also mindestens 22 Mt. der Besitzer eines Jahresbillets III. Klaffe und über 100 mehr wie derjenige, der im Befige einer Familientarte ist. Wir glauben, es wäre nicht mehr als billig Fahrgästen IV. Klaffe wenigstens Monatsbillets Dak geftattet den, die nicht höher als die Abonnementspreise III, laffe DO rata zu bemeffen wären. Und wozu die Härte, nur nach und nach 4 Uhr von Berlin fahren zu dürfen, d soll, ist nicht recht erklärlich, da die Züge zwischen 9 und alle IV. Klaffe Wagen haben, die meistens leer mitlaufen Folge des schlechten Geschäftsganges arbeiten viele nur ½ Tag und find in Folge deffen gezwungen, 12 Uhr ab bis 4 Uhr auf den Straßen oder dem fich Ba Summe von Intelligenz, nicht auf dem von uns vorgeschlage herumzutreiben, bis sie wieder nach Hause fahren tönnt nen Wege viel besser erreicht werden können? Abg. Ennecceru 3: Die nationalliberale Partei fügt sich dem Kompromis, obwohl es ihr in Beffen Naffau manche Unbequemlichkeit zu schaffen scheint.( Hört, hört! lints.) Aber gegen noch weitere Bevorzugung des Grundbefiges, wie fie fich in dem Ausschluß der grundbefigenden Gemeinden von dem Wahlverbande charakteriftrt, müssen wie uns erklären. Was Hannover betrifft, so hat auch mich die enorme Bahl der Landräthe, welche in den Provinziallandtag gewählt find, überrascht und befremdet. Der Antrag Beifert und Gen. wird abgelehnt( dafür Freifinnige und ein Theil des Bentrums mit dem Abg. Dr. Lieber), die Vorlage unverändert angenommen, dafür auch die Majorität des Zentrums mit dem Abg. Dr. Windthorst. Um 4 Uhr wird die Sigung vertagt. bedarf vielleicht nur dieser Zeilen, die Eisenbahn- Dirett bestimmen, den Fahrgästen IV. Klasse angemeffene Aungen und Aufhebung der beschränkten Fahrzeit zu ge Eine Petition an den Herrn Eisenbahnminister, diefen stand betreffend, wird dieser Tage abgegeben, um eine tische Erklärung zu erhalten, ob eine Befferung diefer niffe erwartet werden darf oder nicht. wel g. Bei dem einschneidenden Intereffe, Vorgänge in dem Charitee Prozesse für das haben, ist es von Werth, das Resultat der eidlichen mungen der von den Angeklagten geladenen Beuge fahren, wie es das Urtheil der II. Straftammer biefig gerichts I. nunmehr resumirt. Buvörderft", so heißt lich in dem Erkenntniß, ist durch das Zeugniß de gießers Netite und des Hermann Dieft zwar erwi Efterer im Oktober 1883 einen im Delirium befindliche " Nächste Sigung Mittwoch 11 Uhr.( Anträge Windthorst, betr. Die Aufhebung der Temporaliensperre und betr. Die Strafs des Nachts nach der Charitee zur Aufnahme gebracht freiheit des Satramentefpendens und Messelesens; Antrag Boediker, betr. Das Spiel in ausländischen Lotterien.) Lokales. Für die Hinterbliebenen der im Camphaufenschacht verunglückten Berglente find ferner eingangen: Gesammelt von den Kutschern von Dahlmann u. Uno 6. 30 Pf. bel von einem Beamten mit den Worten: Beuge follte f um etwas anderes bekümmern, angefahren ist, sowie b I mit seinem schwerkranten Kinde im Oftober 1884 in talten Bimmer des Chariteegebäudes auf Anordnu Beamten eine halbe Stunde bat warten und bann gleichfalls in einem falten Bimmer hat ausziehen daß der Zeuge nachdem nunmehr erfolgten Ableben als er die Ausantwortung der Leiche wünschte, von mit den Worten: Halten Sie das Maul" fich hinaus", sowie von einem Leichendiener mit den Machen Sie, daß Sie hinauskommen", zurüdgewiefen ist; allein in beiden Fällen steht es nach den Belu der Beugen feft, daß der Sekretär Schelzig( der Trichinen den Fleischbeschauern ob. Da die Untersuchung der beamte) nicht derjenige Beamte gewesen ist, der zu Das in Berlin übliche Verfahren zur Sicherung gegen Trichinofis. Während die lebenden Zhiere und, mit Ausnahme der Schweine, auch die geschlachteten Thiere aus schließlich durch die Thierärzte untersucht werden, liegt die mikroskopische Untersuchung der geschlachteten Schweine auf geschlachteten Schweine unmittelbar nach der Schlachtung stattfinden soll, ist sofort oder spätestens innerhalb einer Stunde unter und " ein Sche பெ mit ihnen überhaupt in Berührung gekommen ist. Nach Bezeichnung des Schlachthauses, Angabe der Nummer der Schlacht sagen der Beuginnen Wille und Rambur verlangte bie tammer, sowie der Bahl der geschlachteten Thiere Anzeige im Meldebureau der Probenehmer zu machen, worauf der dienst, habende Fleischschau- Amts- Vorsteher einen Probenehmer nach der Bevor jedoch das Schlachtstätte entsendet. Schwein untersucht und freigegeben ist, darf es aus dem im Jahre 1883 im Aufnahmebureau bei dem Sefretir Aufnahme in der Char té wegen Kräge, worauf ein geschlachtete Ihrem fräßigen Frauenzimmer hinaustommen! biener zu der Rambur sagte: Machen Sie, da Fin Schlachtraume oder den zum Abkühlen bestimmten Nebenräumen Schelzig gelacht haben soll. Der Beuge Wolf brachte nicht entfernt, auch nicht zerstückelt, höchstens in zwei Theile zerlegt werden, welche durch das von der Badengegend bis zur Schnauze gehende Stück der Kopfhaut verbunden bleiben November 1884 einen Lungenkranken in das Aufnahm zur Aufnahme in die Charitee und wurde mit dem daß der Kranke im Baradenlazareth aufgenommen müffen. Eingeweide und die sogenannten Liesen dürfen zwar müsse, von dem Aufnahmebeamten Schelzig burd raus!" zum Verlaffen des Bureaus aufgefordert so aufbewahrt werden, daß eine Verwechselung ausgeschloffen Beugen Mode, der, mit einem tranten Pflegelinde, herausgenommen, müssen aber in nächster Nähe dos Schweines ift. Der Probenehmer hat persönlich die für die Untersuchung erforderlichen Proben von dem Schweine und zwar je ein in der Charitee unterzubringen, am 3. Januar 1885 Stück von dem rothen Fleisch des Zwerchfells, des Bauches, Ueberfüllung der Charitee nicht angenommen Des Kehlkopfes und zwischen den Rippen, abzulösen, in ein Brobekästchen des Fleischschau- Amtes zu packen und daß A werden Als der Zeuge fich darauf mit dem Kinde nicht entfe thm Saclzig zu: machen Sie, daß Sie heraustomm With bei, während Abg. Hahn und Geh. Rath v. Bitter Schwein mit der Nummer dieses Kästchens zu versehen. Hier Anrathen seines Arztes kehrte der Beuge nogmall 514 Wort of vermein g. täglich und Tig Der präz eine Un unterſeg zu wah wird au oder de welche würden. fich vor brüllen, und der Die klein eine vo Urtomis täppisch bann, i fallen, fährt, i befindet befände ganzen blic bi Der Sch feft art zu spül Reibe schauerl er mit welches Krachen zeigt bi brecher ( welcher 8. Der Kri Sonnta griffen welche Wohnu Sonnta thür mi führend Als fte bewohn Straße fremde Den Ru nach de durch d von B fich B währen mit et schlug, ebenfall einen gleid fa sonen wurden Festgen nung n worden Kleider funden, Wabric zeichnet zugebad folirze Commen Eisensta Deffnur der Au That, b führt fi falschen ftno jed lich hab Einbrü werden Frau i Humbo gezogen gab fie selben Schiffer tarren Durch e zur An bracht Geschäf mit Ed Aether Petrole Feuer auf den vorgefu beim U Morigf den Sc am Db chproben Franten Rinde in das Bureau zurück, worauf ihn der Schelzig t dem die mit den Worten: ich habe es Ihnen ein für alle Mal gesagt, gen, wel daß Sie fich hinausscheeren sollen!" empfing und dabei gelacht u beftim baben soll. Der Beuge Erdmann verlangte im Jahre 1883 einen Flem Aufnahmebureau von Schelzig die Herausgabe eines Scheins auftragt. angeblich bebufs Begründung eines Steuer- Reflamationsgesuchs; iber die der Zeuge befundet, daß ihn Schelzig mit den Worten: ach, Sie wollen teine Steuern zahlen; raus!" sofort an die Brust er vorfte gefaßt und hinausgeworfen habe. Soweit die Beugen meffene aussagen, wie sie das Urtheil firit, welche bekanntsten Soich nicht dazu beigetragen haben, die Angeklagten au entlaften. in Bemerkenswerth ist noch folgende Stelle Beim dem Erkenntniß, welche in erster Linie die Presse angeht. Thierar eines ben Der Sauß des§ 193 des Str., G., B.( Tadelnde Urtheile Der Fle über wissenschaftliche, künstlerische oder gewerbliche Leistungen, verschiede ingleichen Aeußerungen, welche zur Ausführung oder Verthei digung von Rechten oder zur Wahrung berechtigter Intereffen tandung iger in gemacht werden, sowie Vorhaltungen und Rügen des Vorges berbie fetten gegen ihre Untergebenen, bienstliche Anzeigen oder ürtheile ven Seiten eines Beamten und ähnliche Fälle find nur at fofor insoweit strafbar, als das Vorhandensein einer Beleidigung mfelben aus der Form der Aeußerung oder aus den Umständen, unter en von welchen fte geschah, hervorgeht.") kommt den Angeklagten nicht er über zu, d. b. es fonnte nicht angenommen werden, daß dieselben ibre Angaben zur Vertheidigung von Rechten oder zur Wahr nehmung berechtigter Interessen gemacht haben, weil ein allge meines Recht der Tagespreffe: vermeintliche Uebelstände bet Behörden oder Beamten öffentlich zu rügen und jedes VorTommnig nach dieser Richtung hin, auch wenn es Andere ver legt, an die Deffentlichkeit zu bringen, nicht eristirt. In dieser Beziehung steht jeder Verfasser oder Redakteur auf demselben Boden, wie jede andere Privatperson, welche, sei es durch Wort oder Schrift, Beamte oder Behörden angreift oder deren vermeintliche Mißftände aufzudecken fich bemüht."(!) fämmi benen mu- Amt es Scha Broben Der Na blich scheldu tchen el, Hes 8 Polizei e der en at er, S us ftation ne no tatifind I der B Sermäßig dieselbe tbeiter, O leer verhäl nn in litet abrlark für ein on nut en B milie a ir eine Gerichts- Zeitung. Bleicherode, welchen die Anklage beschuldigt, Anfang Oktober in Bleicherode ein Lied verbreitet zu haben, das, die Melodie dem bekannten Angotliede entlehnend, folgenden von der Staats anwaltschaft inkriminirten Schlußvers hatte: Drum auf, Ihr Deutschen Alle- Ermannt Euch, werdet wach!- Die Juden berrschaft falle!- Getilgt sei unsere Schmach!- Aller Juden Handelsbuden Machen wir der Erde gleich. Jeder Schwindel, Jed' Gesindel Sei verbannt aus unserem Reich!" Die Staatsanwaltschaft beantragte, nachdem in der Sache nicht weniger als 22 Beugen vernommen waren, die Verurtheilung des Angeklagten zu 1 Monat Gefängnißstrafe und den auf viele hundert Mark fich belaufenden Kosten; der Gerichtshof jedoch flüßte fich auf das Zeugniß des Bürger meisters von Bleicherode, Major a. D. Frande, welcher den Angeklagten als einen durchaus zuverlässigen, in beftem Rufe stehenden Mann bezeichnete, und konstatirte, daß auch bei dez stärksten Verbreitung der Gedichte in Bleicherode nicht zu be fürchten gewesen sei, daß der Aufforderung des Gedichtes, die Häuser der Juden der Erde gleich zu machen, Folge geleistet worden wäre, oder daß überhaupt Gewaltthätigteiten irgend welcher Art gegen die Juden verübt worden wären. Infolge deffen erfolgte die Freisprechung des Mannes. Meineidsprozeß Wollburg und Genossen. Der dichtbefegte Buschauerraum am geftrigen Verhan lungstage befun dete zur Genüge das allgemeine Interesse des Publikums für Diesen sensationellen Prozeß. Die Menge der Beugen, welche bernommen wurde, spaltete sich in zwei Lager, die eine Partei, unter Anführung eines Restaurateurs Schumann, eines Nach barn des Angeklagten Braun, welcher viel Belastungsmaterial gegen die Angeklagten gesammelt hat, deponirte au Üngunsten Derselben, während eine fast größere Anzahl Zeugen von den Mishandlungen, die den Beuchell'schen Eheleuten widerfahren sein sollten, nichts gefeben haben wollten. Der Staatsanwalt hielt aber nach geschloffener Beweisaufnahme wenigstens das gegen die Angeklagten Wollburg und Müller erbrachte Beweis. material für so belastend, um gegen diese auf Schuldig im Sinne der Anklage, wenigstens aber auf Schuldig des fahrläffigen Meineides plaidiren zu müssen. Gegen den Ange tlagten Braun, gegen den etwas Pofitives nicht erbracht sei, beantrage er die Freisprechung. Die Vertheidiger der beiden ersten Angeklagten betonten zunächst, daß die ganze Affaire, wie es gewöhnlich bei derartigen Konflikten der Fall sei, in übertriebener Weise aufgebauscht worden sei und führten dann auf Grund der von den Entlastungszeugen gemachten Aussagen aus, daß deren Schuld leineswegs erwiesen sei. Unter aden Umständen mußten die Geschworenen aber die ihnen vorgelegte Frage, ob die Angeklagten durch eine wahrheitsgemäße Aussage in den betreffenden Terminen sich selbst einer strafbaren Handlung besichtigten, bejahen, wodurch deren Schuld in einem ungleich milderen Lichte erscheine. Die Geschworenen verneinten indeffen fämmtliche Schuldfragen, worauf die Frei sprechung der Angeklagten erfolgen mußte. Die Pariser Zeitungen überbieten sich in Nachrichten über Marchandon, den Mörder der wohlhabenden Frau Cornet. Er stand an der Spige einer Diebesbande, die unter der Vers kleidung von Kammerdienern sich Eingang in vornehme Häuser verschafften und dann dieselben plünderten. Marchandon hatte bei Frau Cornet seinen Dienst am 14. April angetreten. Schon am 15. fand man fte in ihrem Zimmer todt in einer Blutlache. Alle Spuren wiesen darauf hin, daß der Mörder sich nach Compiègne begeben hatte. In der That fand man ihn bort. Er besaß in diesem reizenden Vororte ein höchst elegant eingerichtetes Landhaus, wo eine ehemalige Birtusreiferin ihm ein trautes Diese Künstlerin Dasein bereitete. Mule. Blain giebt vor, fte hätte von dem Diebeshandwert ihres Liebhabers nichts gewußt und ihn für einen Fa miliensohn" gehalten, welcher bie und da nach Paris ging, um seiner zärtlich schwachen Mutter eine neue Fabel zu er zählen und ihr größere Summen zu entloden. Die vermeint liche Mama hieß denn auch nach der Aussage der Dienstmagd des Liebespaares scherzweise der ,, Banquier". Troß dieser Er zählung mußte es aber auffallen, daß die prächtigen Diaman ten und andere Schmuckgegenstände der Frau Cornet, überdies mehrere goldene Uhren u. dgl. m. in einer Kommode gefunden wurden, in der die Blain thre eigenen Sachen verwahrte und diese ist daher im Arrest zurückbehalten worden. -y. Der ehemalige Polizeidiätar Edwin Fallieser stand gestern unter der Anklage der Unterschlagung im Amte und der Urkundenfälschung in zwei Fällen vor der zweiten Straflammer des Landgerichts I. Der Angeklagte macht dem Gerichtshofe viel zu schaffen, bereits vor mehreren Monaten stand in derselben Sache Termin an, es mußte aber Vertagung eintreten, weil er hartnäckig beftritt, mit einem Edwin Fallieser, welcher bereits wegen versuchten Betruges mit 4 Monaten Ge fängniß vorbestraft ist, identisch zu sein, trozdem deffen Ber fängniß vorbestraft ist, identisch zu sein, trozdem dessen Ber fonalien fich mit den seinen auf's Haar decken. Inzwischen find bei seiner Heimathsbehörde in Ortelsburg Erkundigungen eingezogen worden, auf deren Auskunft tein 3weifel übrig bleibt, daß der Angeklagte jener vorbestrafte Edwin Falliefer ist. Aber trotzdem und trotz der ernsten Ermahnungen des Borfizenden, doch der Wahrheit die Ehre zu geben, beharrte Der Angeklagte bet seinem unfruchtbaren Leugnen. Im vorigen Sommer war er beim hiesigen Polizei Leugnen. Im vorigen Sommer war er beim hiesigen Polizei g. Ein überaus fesselndes Bild gewährt die nunmehr täglich Nachmittags um 6 Uhr erfolgende Fütterung der Löwen und Tiger im zoologischen Garten. Schon minutenlang vor der präzise ausgeführten Fütterung zeigt sich bei den Bestien eine Unruhe, welche durch das Erscheinen des Wärters, eines unterfesten, energischen Mannes mit langem, dunklen Vollbart, zu wahren Raserei angefacht wird. Jede seiner Bewegungen wird auf das Schärffte beobachtet und wenn er sich dem einen oder dem anderen Käfig nähert, so führen fie Sprünge aus, welche der Dreffur eines Löwenbändigers alle Ehre machen würden. Sind mehrere Thiere in einem Käfig, so laufen fte fich vor Unruhe gegenseitig an, springen über einander hinweg, brüllen, daß das Haubthierbaus in seinen Grundveften erzittert und dem Buschauer eine Art Entseßen eingeflöst wird. Auch die kleinen Löwen, deren das Raub hierhaus vier birgt, zeigen R. Raut eine von dem sonstigen Verhalten start abweichende Unruhe. präfidium als Diätar beschäftigt und gehörte zu seinen ObUrtomisch ist es, wenn fie fich beim Herannaben des Wärters täppisch auf den Hinterpfoten gegen das Gitter erheben und bann, überschlagend, der Länge lang auf den Boden des Käfigs fallen, und berumtollern. Sobald der Wärter die Karre heranfährt, in welcher sich das zur Fütterung bestimmte Pferdefleisch befindet, entsteht in den Käftaen ein Toben und Lärmen, als befär de man sich in einem Tollbause. Aber auch in ihrer ganzen Majestät und Furchtbarkeit zeigen fich in diesem Augen blid die Bestien: Der ganze Körper zittert vor Aufregung, der Schweif peitscht unaufhörlich den Boden, das Auge scheint zu sprühen und so wartet der Löwe oder der Tiger, den Kopf fest zwischen die starten eisernen Gitterstäbe gedrückt, bis die Reihe an ihn tommt. Dann aber erhebt er sich mit einem schauerlichen Gebrüd und wie vom Heißhunger geplagt, ergreift er mit den Bähnen und Vordertagen das große Stück Fleisch, welches ihm der Wärter auf einer langen Stange reicht. Das Krachen der Knochen, welche er mit seinen Bähnen zermalmt, zeigt die Kraft dieser Thiere. on bie ige ten St melfi Berlin Der bill Stegli Sabredb t. bis 3 n Jabre ein A brt, bie 4 lb 20 lin fab nacht in mt m über 100 ntarte& Dig bak geftattet III, Alaffe nur vor Dürfen, en 9 und mitlaufen viele ngen fich Dem Ba en tonnes n- Dirett effene it au ge Diefen m eine Diefer 9 a. Zwei sehr gefährliche und vielfach bestrafte Einbrecher, der Gärtner Thiede und der Golbarbeiter Dürrn ( welcher den Spiznamen Robert Blum führt) find gestern von Der Kriminalpolizei zur haft gebracht worden, nachdem fie am Sonntag Abend bei einem Einbruchsversuch in flagranti er griffen worden waren. Die Schuhmacher B.'schen Eheleute, welche im Souterrain Geschoß des Hauses Nitterstraße 15 thre Wohnung und ihr Geschäftslokal baben, entfernten fich am Sonntag Abend um 7 Uhr aus ihrer Wohnung, die hinter thür mittelst einer Kette von Innen und die nach der Straße führende Thür des Geschäftslotals von Außen verschließend. Als sie um 10 Uhr in der Begleitung eines anderen Haus bewohners zurüdkamen, saben sie die Fenster ihres nach der Straße belegenen Geschäfte lokals erleuchtet und bemerkten Awei fremde Männer mit einem Licht darin herumhantiren. Auf den Ruf des B.: Spißbuben, Hilfe" eilten die beiden Diebe nach den Hinterräumen der B.'schen Wohnung und versuchten durch die Hinterthür zu entfliehen. An dieser wurden sie aber von B. und seinem Begleiter erwartet. Einer der Diebe brach fich Bahn und lief, verfolgt von B., nach der Straße, während der zweite von dem Nachbar festgehaltene Dieb mit einem schweren Brecheisen auf den Kopf deffelben schlug, worauf dieser den Dieb losließ. Der zweite Dieb lief ebenfalls mit geschwungenem Brecheisen nach der Straße, schlug einen Baffanten, der ihn ergreifen wollte, mit seiner Waffe gleid falls zu Boden, und erst mit Hilfe mehrerer anderer Ber fonen und zweier inzwischen herzugekommener Schugleute wurden beide Diebe ergriffen und zur Wache gebracht. Die Festgenommenen hatten sämmtliche Räume der B.'schen Woh nung mit Gewalt erbrochen, dagegen haben fte, da ste gestört worden, nichts fich angeeignet. Bei der Durchsuchung ihrer Kleider wurde bei einem der Diebe ein Bogen Papier gefunden, worauf eine Anzahl Schlüsselbärte aufgezeichnet waren. Wahrscheinlich waren den Wohnungen, zu welchen die abges zeichneten Schlüffelbärte gehörten, von den Einbrechern Besuche zugedacht. Auf der Revierwache am Louisen- Ufer, in der folirzelle, machten die beiden Diebe den Versuch zu ent tommen, indem fte die an das vergitterte Fenster angeschraubten Eisenstangen löften und durch die von ihnen hergestellte Deffnung in den Hof gelangen wollten. Sie wurden aber bei Der Ausführung überrascht und sicher gestellt. Beide haben die That, bei welcher fie beti offen worden, troydem fie völlig über führt find, entschieden in Abrede gestellt und auch fich mit falschen Namen bezeichnet. Auf dem Kriminal Rommiffariat fino jedoch ihre richtigen Namen festgestellt worden. Vermuth lich haben dieselben während der letzten Monate noch weitere Einbrüche verübt, deren Thäter bisher nicht haben ermittelt werden können. wel Das blichen Beuge biefig beigt is be Ferwick findlichen bracht follte f fowie b 1884 in nordnun bann b ben mi eben Del Don ein d, She " 1 it ben gewiefen en Bel ( Der er au in biefen 1. Nach b angte bie Selretär auf ein te, daß n Fin reau, wo f brachte Aufnahm t bem B nommen urch bal efordert inde, um r 1885 Das Rind werden bt entie ustomm pomal liegenheiten besonders die Eintragung der Aufgegriffenen und in Haft Genommenen. Am 27. Juli v. J. befand sich unter Den Eingelieferten auch ein russisch- polnischer Jude, der Handels mann Abraham Ef, welcher wegen Trunkenheit arretirt worden war. Wie üblich, fand bei demselben eine Leibesvifitation statt, wobei man eine nicht unbedeutende Baarschaft, bestehend in 92 Rubelscheinen und 19 M. 70 Pf. in deutschem Gelde bei ihm vorfand. In Gegenwart mehrerer Beuge wurde dasselbe genau durchgezählt und die Summe sowohl im Einlieferungsfchein wie im Rapportzettel vermerkt. Am nächsten Morgen rat der Angeklagte den Dienst an und wurde ihm von seinem abzulösenden Kollegen die affervirte Geldsumme vorgezählt und überliefert. Als am Nachmittage der Abraham Ef weiter transportirt wer den sollte, wurde dem ihn begleitenden Beamten auch die Baar. schaft desselben eingehändigt und dieser konstatite dabei ein Manto von 6 Mart. Beim Vergleich des Einlieferungsscheines sowie des Transportzettels stellte sich heraus, daß die Bahl 19 zu einer 13 gemacht worden war. Diese Fälschung fonnte nur der Angeklagte begangen baben, um dadurch die Entdeckung der Unterschlagung von 6 Mart zu verhindern. Derselbe leugnete zwar rundweg, wurde durch die Beweisaufnahme aber vollständig überführt. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn neun Monate Gefängniß, ein Jahr Chrverluft und sofortige Jnhaftnahme, und der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage in allen Buntten. " Gestern wurde, wie bereits erwähnt, der Mörder nach der Wohnung der Rue de Sèze zur Aufnahme des Thatbestandes gebracht und hier wurde ihm auch eine Dame, Fürstin X. entgegengestellt, bei welcher er sich vor wenigen Tagen eben falls als Kammerdiener gemeldet hatte. Als diese ihn um Beugniffe früherer Herrschaften fragte, batte er teine vorzuweisen, versicherte aber, ein Graf de Bredeville, bei dem er zulegt gedient, wäre bereit, Auskunft über ihn zu ertheilen. Auskunft über ihn zu ertheilen. Die Fürstin schrieb an die Adresse, welche Marchandon ihr gegeben, und erhielt als Antwort einen unorthographisch und ungrammatikalisch ge schriebenen Brief, der fte stugig machte. Sie ging daher selbst in das bezeichnete Haus und erfuhr, daß kein Graf de Bredes ville da wohne, daß aber ein junger Mann gekommen wäre und die Portiersleute gebeten bätte, ihm einen an diesen Namen adresfirten Brief aufzuheben. Marchandon, den die Dame sogleich gestern wieder erkannte, gab zu, daß er selbst der Verfasser des Briefes gewesen war. Ihre Dienstboten er innerten fich, daß fie eben bei Tische saßen, als er durch die Gefindestube schritt und sagte: hier riecht es gut, morgen komme ich auch." Befragt, warum er in dem Hause nicht wieder vorgesprochen hätte, gestand der Miffethäter, eine Blauberei mit dem Portier babe ihn belehrt, daß bei der Fürstin X. ,, nichts zu machen sei". Haben Sie denn, forschte der Untersuchungsrichter, über Frau Cornet bei ihrem Haus. meister bessere Auskünfte erhalten? ,, Ganz bestimmt, und darum habe ich der Rue de Sèje den Vorzug gegeben". Die Marchandon war vor einigen Monaten, turz nach seiner Verurtheilung in contumaciam zu 10 Jahren Buchthaus, Rammerdiener bei dem großen Damenschneider Worth. Polizei tam ihm, als er eben auf dem Landgute des großen Künstlers bei Courbevoic weilte, wieder auf die Spur, und ein Agent wurde ausgesandt, ihn zu pflücken". Der Verhaftete und der Polizist wurden einig, zu Fuß nach Baris zurückzu tehren. Unterwegs stellte der Erstere seinem Hüter ein Bein, ließ thn am Boden liegen und lief in die Villa zurück. Hier erzählte er seinen Kameraden irgend eine Geschichte, aus der feine Unschuld deutlich hervorbligte, schnürte dann aber schleu nigft sein Bündel und verschwand. Es wird binzugefügt, daß Worth zur Zeit, da Marchandon in seinem Dienste stand, in der Rue de Seze 4, also in dem Hause, wo Frau Cornet schon damals wohnte, feine Stallungen hatte und der frühreife Schuft mit all den Gewohnheiten desselben genau vertraut sein konnte. P. Der Kassirer der Zimmerer, Kranken- und Begräbnißtaffe zu Spandau, Zimmermann Johann Karl Ludwig Wolter erschien gestern vor den Schranken der Straflammer des Landgerichts II unter der Anklage in dieser seiner Eigen schaft zum Nachtheile der qu. Kaffe über Vermögensbestand theile derselben verfügt zu haben. Nach dem Geständniß des Angeklagten, dem in der Zeit vom 1. April v. J. bis zum 23. Januar d. J. die Führung der Kaffengeschäfte anvertraut gewesen, hat derselbe die von den Mitgliedern eingezogenen Beiträge zu seinem eigenen Nugen verwendet; von einem Be trage von 180 Mt., der auf diese Weise in seine Hände ge langt, bezahlte er in zwei Fällen das Begräbnißgeld, den Rest aber von 120 m. hatte er nach und nach zu privaten 3wecken verwendet und zumeist in kleineren Raten entnom men. Die Führung von Büchern unterließ er. Unter den verwendeten Beträgen figurirt auch, wie der Angeklagte im Audienz Termin angiebt, ein Darlehen an einen Freund, welches er nicht wiedererstattet erhalten haben will und dies set die Veranlassung gewesen, daß bei einem im Januar d. J. stattgehabten Begräbniß eines Berufsgenossen der Herr Kafftrer das geforderte Sterbegeld nicht zahlen tonnte und die Pleite der Kaffe proklamirte. Mit Rücksicht darauf, daß nachgewiesenermaßen Noth das Motiv zu den Handlungen des Angeklagten nicht gewesen, erachtet der Gerichtshof eine strengere Bestrafung des groben Vertrauensbruches für geboten und er tannte auf eine Freiheitsstrafe von 6 Wochen Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte nur 4 Wochen und eine Geldstrafe Don 75 M. beantragt. -y. Die Berichterstatter F. Fränkel und D. Thiele sowie der Redakteur der Berliner Beitung, Dr. Langmann, hatten sich gestern vor der 100. Abtheilung des Schöffengerichts in einer Beleidigungsflage zu verantworten, welche der Bau meister Biater gegen fie angeftrengt hatte. Am 16. Nov. v. fand in Sachen Biater ctr. den Reporter Bennemann ein Ter min statt, der damit endete, daß Bennemann wegen verleumderischer Beleidigung zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt wurde. In dem Bericht über diesen Prozeß, der aus einer früher gegen Biater anhängig gewesenen Antlage wegen Betruges resultirte,( P. wurde indeffen freigesprochen und Benne mann war der Denunziant) wurde mitgetheilt, daß Biater wegen wiederholten Betruges angeklagt war und in Untersuchungs haft sich befunden hatte. Diese unrichtigen Thatsachen gaben dem Baumeister Piater Veranlassung zu obiger Klage. gegen die Herren Fräntel und Thiele, als Verfasser des infriminirten Berichts und gegen Dr. Langmann, weil er den selben in der Berl. Btg." aufgenommen. Der Verklagte Thiele wies nach, daß er mit qu. Bericht garnichts zu thun gehabt, da cr an jenem Tage fich wegen anderweitiger Berichterstattung im Kriminalgebäude durch Herrn Fräntel batte vertreten laffen, der Lettere räumte dies ein, sowie auch, daß er sich bei Mittheilung jener Buntte in einem verzeiblichen Frrihume befunDer Gerichtshof sprach den Angeli. Thiele frei, ver urtheilte Fränkel aber zu 200 Mt. Dr. Langmann wurde nur in eine Geldstrafe von 50 M. genommen, weil er sofort, nach bem er die Unrichtigkeiten in dem betr. Bericht in Erfahrung gebracht, eine den Piater völlig rechtfertigende Erklärung in der B. 8. hatte abdrucken lassen. Polizei Bericht. Am 20. b. M. Mittags sprang eine Frau in selbstmörderischer Abficht am Wilhelms- Ufer in den Humboldtshafen, wurde jedoch von Schiffern aus dem Waffer gezogen und ans Land gebracht. Nachdem fie fich erholt, beAm Nachmittage des gab fie fich nach ihrer Wohnung. felben Tages verunglückte ein auf der Abladestelle beschäftigter Schiffer dadurch, daß ein Arbeitsfuhrwert gegen seinen Schubtarren fuhr, er hierdurch zu Boden geschleudert wurde und da Durch eine so fiarte Verlegung am linken Knöchel erlitt, daß er zur Anlegung eines Verbandes nach der Königlichen Klinit ge bracht werden mußte. den. Bu derselben Beit entstand in einem Geschäftsteller, Pallisadenstr. 31, dadurch Feuer, daß ein Gefäß mit Schwefeläther umgestoßen wurde und der ausfließende Aether durch fahrlässiges Umgehen mit einer brennenden Petroleumlampe in Brand gerieth. Die Feuerwehr löschte das Feuer in furzer Beit. Um dieselbe Beit wurde ein Mann auf dem Boden eines Hauses in der Saarbrückerstraße erhängt vorgefunden. An demselben Tage Abends wurde ein Mann beim Ueberschreiten des Fahrdammes an der Prinzen und Morisstraßen Ede von einem in startem Trabe berantommen den Schlächter Fuhrwert überfahren und dabei durch Huftritte am Dbertörer verlegt. Nordhausen, 19. April Letthin wurde vor der Straf fammer I des hiesigen Landgerichts ein Prozeß entschieden, deffen Ausgang man schon seit länger als einem halben Jahre Es handelte sich um die mit großer Spannung entgegensah. Gefährdung des Landfriedens durch Verbreitung antisemitischer Flugschriften. Angeklagter war der Weber Eduard Meier aus war. Soziales und Arbeiterbewegung. t. Der Streit der Tischler, welcher in Folge des am Sonntag gefaßten Beschluffes, die Durchführung der Minimal Lohntarife betreffend, am Montag zum Ausbruch gelangt ist, scheint doch größere Dimensionen annehmen zu wollen, als von betheiligter Seite erwartet worden ist. Bugleich mit der Vor legung der Minimallohntarife erfolgte am Montag früh die Stellung nachstehender Forderungen seitens der Gesellen an die Prinzipale resp. Meister: 1. Die Arbeitszeit darf an einem Tage 9% Stunden nicht übersteigen, Sonntagsarbeit findet nicht statt. 2. a) Bablung eines Roftgeldes( Abschlagszahlung) von 18 Mart eventuell in der Höhe des Durchschnittsverdienftes. b) bei Lohnarbeiten ist der volle Lohn an jedem Sonn abend auszuzahlen und hat die Lohnzahlung spätestens um 6 Uhr zu beginnen. c) Am Tage vor den Dfter-, Pfingst- und Weihnachts feiertagen muß die Auszahlung der Löhne bis 3 Uhr erfolgt sein. Die Vorlage dieser Forderungen inkl. der Durchführung der Minimallohntarife geschah mittelst gedruckter Schemata, auf denen gleichzeitig der Name des Arbeitgebers, Lage der Werkstatt, Art der Branche, die Bahl der beschäftigten, ftreitenden und weiterarbeitenden Gesellen, sowie der Grund Der Arbeitseinstellung in auszufüllenden Jubriken vorgezeichnet Diese Fragebogen wurden nun am Montag von den einzelnen Wertstätten der Bentrallobnkommission ausgefüllt überreicht, damit diese daraus das Resultat zusammenstelle. Soviel bei dem ersten gewaltigen Ansturm ersichtlich, hat ein bedeutender Theil der Werkstätten alle Forderungen bewilligt, trozdem wurde aber bereits am Montag in 95 Werkstätten mit zusammen 800 Arbeitern wegen Nichtbewilligung der ge stellten Forderungen die Arbeit eingestellt. Unter diesen find am zahlreichsten die Werkstätten derjenigen Branchen, in welchen eine Vereinbarung mit der Meisterschaft bei den Be rathungen der Minimabllohntarife nicht erzielt worden ist. Dies vorläufige Resultat übertrifft die gehegten Voraussetzungen und noch immer laufen neue Meldungen ein, so daß die Bahl der Streikenden noch bedeutend wachsen wird. Doch ist die Bentrallohntommiffion ohne Sorge, alle Vorbereitungen find in forgfältigfter Weise getroffen, der ausgebrochene Streit ist fofort nach 500 Städten Deutschlands signalisirt worden und wird Die Kommission energisch bemüht sein, den Streit sobald als möglich beizulegen. Im allgemeinen Intereffe hat daher die Kommission Verhaltungsmaßregeln für die Werkstatt- Delegirten und Vers Wetters zu schüßen, sei der Hof mit einem Glasbach überdeckt worden. Der Haffenbericht ergab an Ausgaben für 1884 233 328,58 t, denen an Einnahmen 232 224,22 Mt. gegen überstanden, also ein Defizit von 1104,36 Mt. Sett der Gründung des Vereins 1868 hat derfelbe 736 564,68 Mt. Einnahmen gehabt. Am 1. Januar dieses Jahres belief fich das Vereinsvermögen auf 324 457,80 Mt Die Gesammtfrequenz des Männerasyls ist gegen voriges Jahr um 376 Personen zurüd gegangen. Ein beträchtlicher Theil der Asyliften benugte die Bade Einrichtungen. Der Bericht über das Frauenasyl wies eine bedeutende Frequenz von Frauen, Mädchen und Kindern auf. Die Ergänzungswahl zum Verwaltungsrath erfolgte durch Altlamation. Wir weisen übrigens ausdrücklich auf die That sache hin, daß der Verein mit dem Männerasy! einen Arbeitsnachweis verbunden hat. frauensmänner der Berliner Tischler bet Durchführung der Minimallohntarife vertheilen laffen, in denen gesagt wird: Mit der Durchführung der Minimallohntarife beginnt wiederum für die Delegirten und Vertrauensmänner eine schwierige Aufgabe, welche wir durch folgendes soviel wie möglich erleichtern wollen. Die im Minimallohntarif angegebenen Säße find, wie Das Wort minimal sagt, die mindesten Säße, die gezahlt werden müssen. Es ist daher Niemand an diese Mindestfäße gebunden. Jeder tann in freier Vereinbarung, bei steigender Konjunktur mehr verlangen, nur unter diesem Sat soll Keiner arbeiten. Die Werkstatt- Delegirten und Vertrauensmänner wollen daher, wenn ihnen über zu niedriges Ansegen einzelner Pofitionen Vorhaltungen gemacht werden, fiets darauf hin weisen, daß die Minimallohntarife eingeführt werden, um der bestehenden Schwindel und Schleuder- Konkurrenz den Garaus zu machen, damit die Möglichkeit einer weiteren Aufbesserung der Löhne auch in den Werkstätten möglich wird, wo jeßt der Minimallohntarif bereits gezahlt wird. Die Vertrauensleute und Delegirten wollen unserem Bureau jofort diejenigen Werkftätten melden, welche unter dem Minimallohntarif nach ge faßtem Beschluß noch arbeiten. Die beigegebenen Schemata find genau nach dem Vordruck auszufüllen, und zwar derartig, daß auf alle gestellten Fragen eine Antwort ertheilt wird; dieselben find dann sofort an unser Bureau, Küraffterstr. 19, abzugeben, resp. einzusenden. Sollte es bei der Durchführung ber Minimallohntarife zur Arbeitseinstellung fommen, so ist der Kommission sofort Mittheilung davon zu machen. Von den einzelnen Werkstatt Delegirten erwarten wir, daß fie in ruhiger, objektiver Weise ihre schwere Miffion erfüllen werden, dann wird uns wieder, wie im vorigen Jahre, die Unterstüßung der öffentlichen Meinung, sowie Der Arbeiter Deutschlands zu Theil werden. Die Kommiffione giebt fich der Hoffnung hin, daß in einigen Wochen der Streit beende ein und sodann lein Tischler mehr unter dem Minimal tarif arbeiten wird. SUB Vereine und Versammlungen. Der Asylverein für Obdachlose hielt vorgestern Abend im Bürgersaal des Rathhauses seine Generalversammlung. Unter den zu der Sigung erschienenen Mitgliedern hatten sich auch mehrere Damen eingefunden. Dieselbe wurde von dem Vorfizenden Herin Thölde um 8 Uhr eröffnet. Auf der Tagesordnung standen ichs Nummern, welche die verschiedenen Berichte für dos vergangene und laufende Jahr, sowie Ergänzungswahlen für den Verwaltungsrath enthielten. Nach Der Ernennung des Protokollführers gab Herr Dr. Friedländer in furzen Worten einen Rückblick auf die Thätigkeit Des Vereins im vergangenen arbeitsvollen Jahr. Dank der Dpferfreudigkeit der Berliner Bürgerschaft sei das Fundement au segensreicher Thätigkeit gelegt, doch würden die Ausgaben des Vereins noch immer nicht durch Die aus Zinsen und Beiträgen fließenden Einnahmen gedeckt. Derselbe zähie zwar bereits zweitausend Mitglieder, doch ents spreche diese Babl nicht der Summe von etwa auf 216 000 zu veranschlagen den Erwerbenden. Im Anschluß an den Jahres. bericht entspann fich eine Debatte, in welcher ein Witglied, Herr Zeidler, für die Beseitigung verschiedener Mißfände Wünsche und Vorschläge vorbrachte. Da eine Vergrößerung Des( in der Büschingstraße befindlichen) Asyls nöthig, an einen Neubau aber nicht zu denken sei, wies Herr Beitler auf die Fachverein der Tischler, Versammlung heute Abend 8 Ubr in Kurzmann's Salon, Bergstraße 68. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Frage taften. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste willkommen. In der Delegirten- Versammlung der Stellmacher, welche am Montag Abend in Schäffer's Salon, Inselfir. 10, tagte, sprachen fich sämmtliche Rebner dahin aus, daß nur durch ein ruhiges und geschloffenes Vorgehen ein ficherer Erfolg zu erzielen sei. Fait jämmtliche Kollegen entnahmen Karten zum Unterstüßungsfond. Feine wude be; hoffen, die nächste Delegirten- Versammlung am 6. Mat in demselben Lokal abzuhalten, welcher dann alle 14 Tage weitere Versamm lungen folgen sollen. 11 Vermischtes. Große Männer jetzt und ehemals. In einer Volks, verfammlung zu Paris fragte neulich ein Redner mit Emphase: Warum regen fich die großen Männer Frankreichs nicht? Warum bleiben sie talt und unbeweglich bei der Noth unferes Vaterlandes?"- Weil ste in Bronze gegoffen find," gab eine farkastische Stimme von der Gallerie zur Antwort. H 11 Gefährliche Nachbarschaft. Schaubudenbefizer( erscheint in wüthender Aufregung vor einem Schußmann): berr Bo lizist, ich muß Sie verbindlichst bitten, mich vor einer Geschäftsstörung zu schüßen." Soußmann: Wieso?"- Schau budenbefizer: Ich zeige die Riesendame Laura, und der Mann neben mir hat die große Riesenfub Jris. Der lauert sowie ich anfange auszurufen: Hier ist zu sehen Fräulein Laura", schreit er:„ Das fetteste Rindvich der Welt 20 Bfg. meine Herrschaften!" 20 Bfg. meine Herrschaften!" dann lacht alles und läuft in seine Bude!" Kleine Mittheilungen. und Glogau, 18. April.( Grausame Eltern.) Ein Schornstein fegerjunge, der bei einem Hause in Hainbach bei Bollwig einen faftenartigen Raum zu fegen hatte, foh hinter dem Kaften in einem unfäglich schmußigen, ftallartigen Gebäude ein etwa 16jähriges Mädchen, welches sich in einem schrecklich verwahr. loften Bustande befand. Das Mädchen war, wie fich bald herausstellte, die Tochter eines Arbeiters" Namens Senftleben, ber vor mehreren Jahren als Wittmer und Vater eines Kindes, dieses Mädchens, eine zweite Ehe mit seiner jeßigen Frau eine Libe Frau Cornet ging in einer Stube vor sich. die genau Schlafkammer des Concierge liegt. Dieser hört um 3 Nachts den gräflichen Hilferuf und dann das Tobe der unglüdlichen Frau; er stand auf, Kleidete fich gemäd stieg vo fictig auf den sechsten Stod, wo die Dien schlafen, wedkie das Mädchen der Frau Cornet, sagte ihrer Herrschaft gehe etwas Schredliches vor, und ford auf, mit ihm zu fommen und nachzusehen, was es gebe Mädchen folgte ihm, beide stiegen fachte die fünf Trepp unter, flopften an die Hintertreppenthür, fanden diefe a innen verriegelt und befamen teine Antwort, dann ging nach der Vorderthüre und schellten. Als auch dies ni Zwecke führte, da sagte der Concie: ge zu dem " " Gehen wir wieder falafen. Morgen früh werde ja sehen, was es ist, falls ein Unglüd stattg hat." Und sie thaten, wie sie sagten; Concie Dienstbote gingen tubig wieder zu Bett und erft um 7 Uhr früh auf, um die Wohnung und den Mörder, den ihr Klingeln gerade bei der B überrascht hatte, entfloben zu finden. Etwas ganz eignete fich bei dem Morde, den der Kellner Wielle be Er tödtete sein Opfer gegen 3 Uhr Nachmittags in seine nung mit Mefferstichen. Auch hier schrie der Angefallene lich und rief aus Leibest äften um Hilfe. Im Hofe spa Nachbar Holz; er hörte Alles und erschrat 10, Dag er der Holzart in den Finger hieb; aber er rührte fich ni dem et eine Waffe in der Hand hielt Concierge hörte auch die Hilferufe, stieg zur Mielles hinauf, klopfte an die Thüre und tief Ich glaube, man bringt bei Ihnen Jemand um antwortete:„ Es ist nichts. Gehen Sie nur Jhrer ,, Wenn es nichts ist, so machen Sie auf!" erwid Concierge. Mielle schwieg und der Concierge febre bei Gerichte aussagte ,,, aufgeregt und geängstigt in fem zu: üd". Aber weder ibm noch dem Nachbar mit da fiel es ein, in Mielle's Wohnung einzubringen und Ursache der Hilferufe zu forschen. Als die Alleaum Rue de Rome Dor etwa sechs Wochen wurde, da hörten die Nachbaren ebenfalls ga lich das Ringen dieses Frauenzimmers mit seine der, das Flehen um Gnade, das Röcheln. Sie nicht geholfen?" frug der Gerichtspräflbent barn, die mit seltener Seelenruhe die Szene erzählten, nicht mindestens um Hilfe gerufen oder doch an die Wand um den Mörder zu erschrecken?"" Ah!" erwiderte mit verlegenem Lächeln, in Pariser Häusern mit ih dünnen Wänden hört man vielerlei. Wenn man gleich um Hilfe rufen wollte..." Und der and Man liebt es nicht, wenn sich fremde Leute in Ding Die fte nichts angehen. Ich fonnte nicht miffen Alleaume es aufnehmen würde, wenn ich an ihre W Jm Prozeß Gamahuts endlich und der Bande, die rich getöotet hat, sagte ein Weinwirth aus, einer fei oft des Morgens blutübergoffen zu ihm ge habe Waschwaffer verlangt, um fich zu säubern. " Wesba gedacht:„ Na, der bat heute Nacht wieder f mand falt gemacht!" Das find entsegliche Sie deuten darauf hin, daß weiten Kreisen Volksklaffen von Paris das Solidaritätsgefühl wüßte; damit thut man der Wüste unredt. loren gegangen ist. Man nennt die Großstadt ein In bleibt gemis fein Beduine und fein Tuareg gleichai b vielen noch unber upten Stadtbahnbogen hin, melde sehr wohl ging. Vor wenigen Jahren wohnte er mit dieser zweiten Frau fiebt und hört, daß man einen Stammesgenossen abfch zu Aufnahmeräumen hergerichtet werden fönnten. Herr 3. wünschte auch eine strengere Kontiole der Aufnahme suchenden unter denen fich viele arbeitsscheue Strolche befänden, welche bas Asyl zu regelmäßiger Herberge außnugten. Ferner wünschte er, daß das Asyl früher, als bisher gefcheben, den Obdachsuchenden geöffnet werden möchte. Diefelben müßten oft im schlechtesten Wetter vor des Thüre des Asyls warten, the fie Einlaß fänden, was schon zu Unruhen und Ausschreitungen der Menge Gelegenheit gegeben. Es gelang Herrn Paul Singe, dem Refererten für das Männer Asyl, die Ausstellungen und Wünsche des Herrn 3. auf ihr rid tiges Maß zurückzuführen. Die Einrichtung von Stadt bahnbogen zu Asyltäumen sei nicht zu empfehlen. Der Lärm der Büge würde gerade die Nachtiube der schlafbedürftigen Aylisten stören. Daß arbeitsscheue Leute das Asylrecht ausnugten, werde durch die Etatuten des Vereins unmöglich ge macht, welde ein mehr als dreimaliges Uebernachten im Aiyl per böten. Würde diese Hausordnung denn auch gelegentlich übertreten, so müsse man auch wohl aus Menschlich feit ein Auge zubiüden. Ein früheres Deffnen des Asy's set nicht thunlich, weil fanitate Rüdfichten ein nachhaltiges Lüften und Reinigen von Räumen, in Der en gerade die ver. Tommenften Leute Obdach fänden, erbeifchen. 300 Ber fonen tönnten täglich aufgenommen werden, dieser Bahl stände im Sommer von 6 Uhr Abends, im Winter von 5 Uhr Abends das Asyl offen. Die Wartenden gegen die Unbill des Heute: Mignon. Theater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Heute: Chriftoph Marlow. Deute: Hamlet. eute: Klein Geld. Deutsches Theater. Bellealliance Theater. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. te: Der Waljer König. Residenz- Theater: Direttion Anton Anno. Beute: Bum 20. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Beute: Der Feldprediger. Louisenftädtisches Theater: Beute: Der fliegende Holländer. Heute: Hurrah Germania! Oftend- Theater: Wallner- Theater. Beute: Sein Fehltritt. Vittoria Theater. Brute: Sulfurina. Alhambra Theater. Beute: Gemea, die Kartenlegerin. Große Schneider- Versammlung am Donnerstag, den 23. April cr., Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause ( früher Villa Nova) Alte Jakob- Strasse No. 37. Die sehr wichtige Tagesordnung und der Referent werden in Der Versammlung bekannt gemacht. Bahlreiches Erscheinen der Meister und Gesellen erwartet der Einberufer 865 L. Pfeiffer. in Rauschwit bei Glogau, von wo er nach Hainbach verzog. hier fam es gar nicht zur Kenntniß der Leute, daß das Ehepaar ein Sind befäße. Die gewiffenlosen Eltern baben fich des bebauernswertben Kindes ein für allemal entledigt, indem fte es in den Stall sperrten, ohne fich weiter um die arme Ge fangene zu bekümmern. Sie erhielten dieselbe nothbürftig am Leben, indem sie ihr Kartoffelschalen zuwarfen, welche ihre einzige Nahrung bildeten! Da das aime Mäbchen während einer langen Seit Licht und Luft und Wärme entbehren mußte, so veftel sein Körper derart, daß es sich nach der Entdeckung springt ihm bei und wenn er sein Leben dabei zufr Nur in Paris fann es vorkommen, daß am hellicht ein Mielle ein schreiendes und hilferufendes Opfer nic I während die Nachbarn zuhören, erschrecken und im ll ruhig bleiben.( Voff. 8tg.") Briefkasten der Redaktion. 3. Genau begrenzte parlamentarische Regeln faum mehr zu bewegen vermochte. Die Füße waren geschwollen, eigentlich nicht; die Begriffe über das, was parlamen DE Gad Nr. erscheint Berlin f Postabon Der Die Bundessta Deutschen Soweit fie erfirect, n der Ein So n punkte ber Arbeiterbe Jahre, d Eine Ford und mit f worden, d Arbeits febliche gehen die zehnftündig erfämpft if Rufe: Ma Der Industrieft Staat tom Staaten vo feiner gen Kapitals, Werth der nämlich( 500 Dollar 14 352 einem Ra wurden ge Rohstoffe find sehr verschieden. So hat z. B. der deutiche e Produtte a Geschäfteordnung, die von feinem Arbeiterverein at sept der ganze Körper war mit Beulen überbedt und wimmelte von Ungeziefer. Man veranlaßte selbstverständlich sofort die Ueber führung dieses unglücklichen Geschöpfes nach Glogau, wo es den kann. Im vorliegenden Falle war es jedenfa jedoch bald verschied. Wie es heißt, ergab die Sektion, daß richtig, daß man von einer eigentlichen abl der Magen ganz verhärtet war. Auch sonst befand sich die Kranke schon in einem ganz unreitbaren Bustande. Das Ehe paar foll, dem Niederschles. Anz." zu Folge aur haft gebracht worden sein. Paris, 19. April. Faft alle Verbrechen, die in den legten Monaten Paris in Aufregung verfesten, haben einen Bug mit rinander gemein, welcher in diesen Bildern menschlicher Ver tommenheit vielleicht der beklemmendste ist, und das ist die Feigheit und Gefühllosigkeit der Nachbarn, die so zu sagen Augen- und Ohrenzeugen des Mordes find, aber keinen Finger tühien, um dem Opfer beizuspringen. Die Ermordung der Arbeitsmarkt. Schlosserlehrherrn Gesuch. Für den 16jährigen Sohn achtbarer Eltern, erft aus der nahm. bie industr buftion auf beweist die bie männlic und Rinder Alter Abonnent, Blumenthalftr. 5. Dazu 6. P. 85. Sie müssen Ihre Fragen im Ganzen Industrien mand berechtigt, zeigen Sie die Leute einfach an. bolen, da wir den Inhalt desselben natürlich Tage behalten fönnen. nicht hältnißzahl oben ange beiterinnen F.& Köslinerstraße. Der Reichetangler geb 228 834 m Worte zuerst. W. Gitschinerstraße. Nach den neuesten Bäl Königsberg in Preußen 141 000 Einwohner. Eine faubere Schlafstelle ist zu vermiethen Straße 167 von 3 Treppen. Fenste. Reid Eine frol. Schlafstelle ist zu vermiethen Stall 4 Trpp. bei Grabarich. Broving zugezogen, wird ein tüchtiger Schloſſermeister als Abfälle we tauit S. Lusonow, Wien Lehrherr gesucht. 870 Adressen befördert die Expedition dieser Beitung unter R S. 45. 863 Ein junger Arbeiter wird verlangt Blumenstraße 77. H. Gabel. Ein Mädchen für Alles von außerhalb findet einen guten Dienst bei C. Gutsche, Vichhalter, Müllerstr. 128. 866 5 Maschinen- Nähterinnen auf Herren und Damen- Hemden werden verlangt Grunewald ftraße 9, of 2 Tr. bei Weisgerber. 869 Herren, welche gewilt find, einem gemüthl. Gesangverein beizutreten, finden Aufnahme jeden Donnerstag Abend von 8% bis 10% Ubr im Gesangverein Borax, Dranienstraße 183, Restaurant Braun. 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Ich b ,, Um G Uebereilung, fich meinetha fagte Guido was Sie mir versagt allein zu fpr der Menge zu nahenben ewigen aus dem un bligt: nie la Sielmann& Rosenber Kommandantenstraße, Ede Lindenstraße Verantwortlicher Redakteur R. Grenheim in Berlin. Drud und Bering von War Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. ganzes Dafe