nd findet aud weitere Mühe Der Frau, all Us auf der m Schlachtfe nununterbrod n Mann die Hände tuft fte, nad gung zu bitten Sie nicht g Ich bin leider ht erkennen, Nr. 96 Sonnabend 25 April 1885 It. Jahrg. Berliner Volksblatt. tein starter! er fich_00 fam zur Ent mich noch ei ", verjeste men Lehrling für eine nad agt: Ich w 6g Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" " babenwollte scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Infinn die Bostabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. Monde ein ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) chen, mußt es Glas! Nonde, aber eifter: Sie 11 hre Kranth en Taschen Redaktion: Beuthstraße 2. 2.Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. Der heutigen Nummer liegt für unsere auswärtigen| einfach einen Abzug von ihrem Arbeitslohn ſter: Das bonnenten die Nummer 21 des„ Jalustrirtes Sonntags bedeutet. Das bleibt fich gleich, ob dieser Boll mittelbar was? Dan att" bet. oder unmittelbar für die Näherinnen wirkt. Und das hätte man bebenken sollen. fchlag legen rach mit fein und fragt ereits Stro fich unter Eaße." at die Thi en, offen , nein." gter: Ge Doch eben Ja die eftanden." Oberpfals goldenen r Wirth loscher'n Stiefel", Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Mai eröffnen wir ein neues Abonne nent if das ,, Berliner Volksblatt" t der wöchentlichen Gratis- Beilage Illustrirtes Sonntagsblatt" Man muß gestehen, im Verhältniß zu den thatsächlichen Zuständen, unter denen die Näherinnen heute leben müssen, war die vielbesprochene Näherinnen Petition sehr mäßig ges halten. Sie beutete an, daß die Näherinnen im Allgemeis nen sich in übler Lage befänden; im Uebrigen aber unterließ fie es, Details anzuführen. Der Abonnementspreis beträgt für Berlin wie bisher auf hinzuweisen, wie sehr sich die Situation der Näherin Mart 35 Pf. pro Monat, 35 Pf. pro Woche. Bestellungen nehmen sämmtliche Spediteure, sowie die pedition dieser Zeitung an. Die neu hinzutretenden Abonnenten erhalten die bisher schienenen Nummern des Jllustrirtes Sonntagsblatt" " tatis und franko nachgeliefert. beftieg aud iben: ktion. den Abr erhalten S Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements ir die Monate Mai und Junt gegen Zahlung von Mt. 2,67 ntgegen. ie Redaktion und Expedition des„ Berliner Volksblatt." Der Appell an das Herz. An das Herz der hochschußzöllnerischen Reichtagsmajo Nun, gerade bei dieser Gelegenheit ist am Plaße, darnen gerade in der letzten Zeit verschlechtert hat. Die Hausarbeit ist es, die hier ihre schlimmsten Wirkungen geübt hat. Wie viele tausende junger Mädchen mögen hier in Berlin darauf angewiesen sein, sich ihren Unterhalt durch Nähen zu verdienen! Wir wollen nicht näher darauf eingehen, wie die Näherinnen fich mit ihrer anstrengenben, einförmigen und schwierigen Arbeit bei ungemein langer Arbeitszeit und niedrigen Löhnen durchbringen müffen; ber englische Dichter hat es ergreifend genug geschildert in seinem berühmten Lied vom Hembe", in dem die förperlichen und geistigen Leiden eines Mädchens beschrieben sind, das jahr aus, jahrein nichts anderes zu thun hat, als Hemden zu nähen. Leider sind es fast immer nur die Dichter ge wesen, die auf die Mühseligkeiten dieser Arbeiterinnen aufmerksam gemacht haben; sagt doch auch Kinkel 1849 in - Ultramonat appellirte am Donnerstag der Abgeordnete Singer feinem Abschied an das deutsche Volk: 88 Uhr, a, eine mmf id. Bran gegen 28. B 8 er dringend ersuchte, den Zoll auf Nähfaben abzubren und damit den Nätherinnen eine Mehrausgabe von bis 6 Mart jährlich zu ersparen. Allein die Herren chutzöllner ließen sich durch diesen Appell nicht irritiren; figen nun einmal im Rohr und schneiden sich Pfeifen, es ihnen gefällt. Der geforderte 8oll wurde ange mmen, wenn auch nur mit der geringen Majorität von r Stimmen. rau Dr. Viel seltsame Argumente wurden für diesen Zoll vor bracht und am seltsamsten erschien wohl das des Abge oneten Härle aus Heilbronn, der für den Zoll sprach und nmte, weil eine Fabrit in seinem Wahlkreise schlechte Ge äfte gemacht hatte. Die parlamentarische Geschichte hat mit einen Schwabenstreich mehr zu verzeichnen. ferrat Die Darstellung des Regierungskommiffärs, der Widernb gegen diesen Zoll sei von den Unternehmern, Wäsche Dof r. 3 2 prikanten u. A. tünstlich hervorgerufen, wiro vor der perlangt ffentlichkeit schwerlich als durchschlagend anerkannt wer 1. In welcher Form sich auch die Wirkung einer solchen mgarn, flage geltend machen mag schließlich fällt sie doch w, Wiene mer wieder auf die Näherinnen zurück, bei denen die rch diesen Roll verursachte Vertheuerung der Nähfaben traße 30 sophie te des Elend brud verboten.] Feuilleton. 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäder. ( Fortsetzung.) Gebente mein, bu Näherin In deiner trüben Belle!" Nun, unsere nüchterne Zeit mit ihren wirthschaftlichen Problemen hat jene pratischen Seufzer längst vergessen. Wir sind praktischere Leute geworden und wir wissen, daß die Ursachen der übeln Zustände im Näherinnenges werbe zum großen Theil in jener furchtbaren Konkurrenz zu suchen sind, die ihnen durch gewisse Kategorien von ,, verschämten Armen" oder auch durch Frauen und Mädchen aus den Mittelflaffen gemacht wird, deren Einnahmen ihren Bedürfnissen nicht entsprechen und die daher fich irgend ein Nebeneinkomme verschaffen müssen. Da sind die Töchter eines verstorbenen Pfarrers, deren Mutter eine Töchter eines verstorbenen Pfarrers, beren Mutter eine Penfion bezieht, die aber nicht ausreicht, um auf Bällen und sonstigen Vergnügungen mit der nöthigeu Toilette zu erscheinen, die man doch haben muß, um sich eine passende Partie" zu erobern. Was bleibt da übrig, als daß sich die Mädchen aus einem großen Geschäft Näh- oder auch Stidarbeiten geben lassen, mit denen sie so nebenbei" etwas verdienen? Tausende von Frauen und Töchtern von Kaufleuten, Handwerkern, Beamten u. f. w. verschaffen sich auf diese Weise eine Nebeneinnahme. Diese Art Ar beit wird natürlich von vielen Unternehmern bevorzugt, benn diejenigen, bie fie ausüben, brauchen ja nicht davon zu leben; sie wollen ja nur einen Zuschuß haben. In Folge deffen können sie auch enorm billig arbeiten und thun es gern. Aber die meisten von ihnen beachten oder kennen nicht bie Ronkurrenz, die sie damit den Näherinnen von Beruf machen, das Unheil, das sie damit anrichten. Selbstvers ständlich hat dies große, für die Unternehmer ganz besonders günstige Angebot von Arbeitskräften die Löhne sofort auf ein Minimum herabgedrückt und verhindert sie auch gegenwärtig, sich darüber wieder zu erheben. Mögen auch die Löhne an einzelnen Plägen differiren, im Ganzen sind sie so niedrig, wie aus dem eben angedeuteten Ronkurrenzvers hältniß mit Nothwendigkeit hervorgeht. Wenn in irgend einem Fall, so war der Appell ans Herz in diesem Fall berechtigt und geboten. Aber es gab Leute, die dabei breinsahen, als trügen sie statt des Her zens einen Zolltarif in der Brust. Und so ist dieser Zoll auch angenommen worden. Uns bleibt nach diesem wenig zu sagen übrig. Wir haben nie daran geglaubt, daß man mit derartigen Schußzöllen die wirthschaftlichen Kalamitäten unseres Baterlandes beseitigen könne. Und der Zoll auf Nähfaden ist wahrhaftig nicht dazu geeignet, uns einen solchen Röhlerglauben beizubringen. Politische Webersicht. Die Zollerhöhung auf zum Einzelverkauf vorgerich teten Nähfaden ist nun doch vom Plenum des Reichstages mit 110 gegen 106 Stimmen angenommen worden. Während bis iegt 100 Kilogromm mit 70 M. zu verzollen find, soll der Boll in Butunft 120 M. betragen. Der Abg. Singer, welcher bekanntlich schon in der Bolltommission diese Bofition betämpft batte, trat auch im Plenum mit aller Ent schiedenheit gegen diefelbe ein. Aber troßdem derselbe nachwies, daß von einer Nothlage der Nähfadenfabrikation nicht die bis zu 11 pt. sablen tönnen und daß andererseits den armen Rede sein könne, da diese Betriebe zum Theil eine Dividende Näherinnen, die fich die Näbfäden selbst beschaffen müssen, da mit der schon so winzige Verdienst noch um ein Bedeutendes ver ringert werde, ließ fich die Mehrheit des Reichstages von dem folgenschweren Schritte nicht abbalten. Auch der warme Appell des Herrn Singer an die Herzen der Schuß" zöllner, war vergeblich, es gelang nicht, das Mitgefühl für die armen Näherinnen wach zu rufen, spurlos prallten die ernsten und eindringlichen Worte von den sonst so„ arbeiterfreundlichen“ Herren ab. Der Herr Regierungskommiffar Schraut ver suchte die Ausführungen des Herrn Singer zu entträften und rückte zu diesem Zwecke mit ganz eigenthümlichen Argu menten ins Feld. Bunächst warf er dem Abgeordneten Singer vor, daß er nicht der Lage der Tausende in den NähfadenHand in der kurzen Zeit fertig gebracht?" fragte Mur erstaunt. Ach, wenn man sich recht dazu hält, kann man ein tüchtiges Stüd wegarbeiten; die Finger werdens gewöhnt, und dann fördert's." darauf zu setzen; an dem Fenster hingen nur kurze Gar. binen, aber fie fahen aus, als ob sie eben unter dem Plätt eisen hervorgekommen wären, und fein Stäubchen lag auf der roh ladirten Kommode, auf den ordinären Holzstühlen oder dem schmalen Tische, der in der Mitte der Stube stand und wohl zu allen möglichen Zwecken dienen mußte. Ueberflüssiges fand sich allerdings nicht hier oben, wenn man nicht eine alte Schwarzwälder Uhr und ein paar am Ich brauche nicht viel Schlaf, Herr Mur. Wenn ich Fenster stehende Blumentöpfe mit Veilchen und Primeln hätte brei bis vier Stunden habe, bin ich wieder frisch für den ganzen Tag." ten, noch in der ersten und zweiten Etage auf, sondern stieg Rattuntleide, bie prachtvollen, dicen, tastanienbraunen Zöpfe ,, Aber Ihre Augen wiffen Sie, Fräulein, daß die ich unter das Dach, wo die Wohnungen in drei kleine hinten am Ropfe zusammenlegt, eine saubere, blauleinene in der letzten Zeit recht häßliche rothe Ränder bekommen In der nämlichen Zeit, wo der Hauptmann bei dem utsch- Amerikaner feine Erfundigungen einzog, schritt aus ich Engels Edfensterhause der Kleine, budlige Schreiber quer über immeritraße Straße hinüber in die Apotheke, hielt sich aber weder dazu rechnen wollen, und am Fenster selber, in einem dunkeln Ben Schürze vorgebunden und ein dünnes, weißleinenes Tuch um den Hals gelegt, saß Katharina Peters, eifrig mit ihrer Arbeit beschäftigt, und hob kaum den Kopf, als sie den Besuch erkannte; aber ein freundliches Lächeln glitt über die Büge, und fröhlich tief fie ihm entgegen: Alles fertig, Herr Mug; fommen Sie nur herein und sehen Sie sich da einen Augenblick auf den Stuhl. Nur drei Knöpfe habe ich noch anzundhen, und die sollen im Handumdrehen fertig sein." eile an ärmere Leute parzellirt waren. In dem mittleren größeren, der die Ecke und einen Theil der Gaffe inne tte, wohnte ein Schuhmacher mit seiner Familie, rechts neben n ein alter Hagestolz, ein Lohndiener, und links ein iges, einzelnes Mädchen, eine Schneiderin, die aber mit er Arbeit nicht ausging, sondern nur im Hause nähte. e nahm aber deshalb auch Weißnäherei an, und da fie Berordentlich geschickt und rasch arbeitete, hatte sie so chlich zu thun. daß fie oft bis spät in die Nacht auf en mußte. Leider wurde nun gerade diese Arbeit so Quitfuller lecht bezahlt, daß fie trotzdem wenig mehr als das Noth pecte, Inbigfte verbiente; aber das arme Rind batte auch nur r wenig Bedürfnisse, und so half sie fich ehrlich und Anten lich durch's Leben, wie so viele tausend arme Mädchen Arbeit förbert." rken, hr. Mur stieg die Treppe hinauf, bog links ab und flopfte ich darauf an die kleine Thür, die einen fchmalen Bapier " Guten Tag, liebes Fräulein!" sagte Mug mit seiner sanften, melodischen Stimme; ich bin nicht etwa her gekommen, um Sie zu treiben, wir haben aber jetzt gerade Mittag, und ich wollte eigentlich nur sehen, wie Ihre ., Ach, ich bekam gar zu viel Abhaltung," sagte die kleine Näherin, sonst wären auch die Knöpfe schon angenäht; aber der Herr Notar soll gewiß nicht warten, wenn Krank ifen trug, auf bem nur bie Worte ſtanden:„ Katharina ich ihm einmal etwas verspreche. Er ist immer gar so lieb rtigt. ING " Herein!" tönte eine flare Stimme, und sein Hütchen ber Hand, betrat der kleine Krüppel den Raum, der tharina Peters' Heimath bildete. Es war ein enges nieberes Bimmer mit einem einzigen achfenster, nach vorn zu sogar noch etwas abgeschrägt, und em fleinen Rämmerchen baneben, das der Abmietherin n Schlafgemach diente; aber etwas Saubereres ließ sich ht denken als der enge Raum. Die Dielen waren so iß gefcheuert, daß man sich ordentlich scheute, den Fuß Wie sollt er's nicht," fagte Mug gutmüthig, find Sie es doch auch gegen alle Menschen." Sehen Sie fich einmal da die Hemben an, Herr Mur," sagte die Näheain, ohne aber von ihrer Arbeit auf zusehen, und die weißen, feinen Finger waren dabei rast los thätig dort auf dem Tische liegen sie; es ist so feine Leinwand, und sie haben sich so gut genäht. Ich dente, der Herr Notar wird schon damit zufrieden sein." Und das Alles haben Sie allein mit der einzigen Und wie viel Stunden haben Sie die Nacht dabei geschlafen?" haben?" ,, Das rührt wohl nur von einer Erkältung her," sagte das junge Mädchen und versuchte zu lächeln. Wie wir neulich das so warme Wetter hatten, habe ich mit meinem dünnen Kleid ein paar Stunden am offenen Fenster ge feffen; die Vögel draußen zwitscherten so lieb, und ich hatte fie so lange, so ewig lange nicht gehört, und da muß ich mir wohl einen Schnupfen geholt haben." Mux seufzte leise vor sich hin, aber er erwiderte tein Wort, und das junge Mädchen schien nun um so viel emfiger an den Knöpfen zu nähen, bis sie den letzten feit hatte und dann mit einem froben Ausbruck in den Zügen fagte:„ So, Herr Mng, das wäre auch gemacht, und bitte, fagen Sie dem Herrn Notar"- fie faltete dabei das Stüd tunstgerecht zusammen und legte es zu dem Uebrigen aber ich tann fie Ihnen doch nicht mitgeben, ich will fie lieber selber gleich hinüber bringen." Und wenn Sie damit über die Straße gehen können, glauben Sie, daß ich mich deshalb schämen soll?" erwiderte der kleine Mann. Nein, liebes Fräulein, ich bin ja gerabe nur deshalb herüber gekommen, um Ihnen die Treppen abzunehmen, und hier," fügte er dann hinzu, als er das Geld auf den Tisch legte, schickt Ihnen der Herr Notar auch gleich den Arbeitslohn, denn er mag nicht gern Schulben haben". Der Herr Notar ist so freundlich," sagte die junge Näherin, und ich will es auch gern und dankbar annehmen, denn von einigen Runden ist das Geld manchmal nur zu abriken beschäftigter Arbeiterinner gebente, und dann berief er fich auf die nachgerade berühmt" gewordene Abwälzungstheorie, nach der die Arbeiterinnen im Stande sein sollen, den von ihnen zu entrichtenden Boll auf den Arbeitgeber abju wälzen". Das heißt mit andern Worten: Der Arbeitgeber wird den Näherinnen den Arbeitslohn um so viel erhöhen, als fte die Nähfäden theurer bezahlen müffen. Gleichzeitig bes meitte der Herr Regierungskommissar, daß viele Arbeitgeber nur solche Arbeiterinnen beschäftigen, welche ihre Nähfäden bei ihnen zu einem höheren Preise entnehmen. Wenn der Herr Regierungsvertreter beliebt hätte, ein wenig die Quintessens aus Dieser Thatsache zu ziehen, so müßte er folgerichtig doch das Widerfinnige seiner eigenen Behauptung bezüglich der Abwälzungstheorie e fannt haben. Denn daß die Näherinnen dem Arbeits geber den höheren Preis nicht zahlen würden, wenn sie nicht burch die Verhältnisse dazu gezwungen wären, fann man fich an den fünf Fingern abzählen. Dieselben Verhältniffe, bas Ueberangebot von Arbeitskräften, erlauben es dem Arbeit geber, auch nach der Bollerhöhung fich billige Kräfte zu sichern = und die Näherinnen find nicht im Stande, auch nur einen Pfennig des von ihnen zu tragenden Bolles auf den Ar beitgeber, abzuwälzen". Der dem Abg. Singer gemachte Vorwurf, daß er nicht an die Lage der Arbeiterinnen der Nähfädenfabriken denke, fällt schon dadurch in sich zusammen, daß Derselbe das dem Reichstage vorliegende Arbeiter und Ar beiterinnen Schußgeset mit unterzeichnet hat. Gerade dieses Gesez würde im Stande sein den Spinnerets Arbeiterinnen einen wesentlichen Schutz Dor über mäßiger Ausnutzung zu gewähren. Der Herr RegierungsKommiffar wunderte fich über die Art und Weise des Zustande tommens der Petition der Näherinnen; das ist doch sonderbar. Sollte es dem Herrn Kommissar unbekannt sein, daß es den Arbeiterinnen fehr schwierig ist, sich über die Tragweite geseg geberischer Vorschläge zu informiren? Wer giebt diesen Aermsten bazu Gelegenheit? Und sollte es ferner dem genannten Herrn unbekannt sein, daß es den Arbeiterinnen fast unmöglich wird, überhaupt eine Versammlung zu solchen Zweden abzus halten? Wenn wirklich einige beherzte Frauen eine Versammlung einberufen, fo hängt es doch lediglich von der Polizei ab, ob fte die Versammlung gestatten will. Das ist doch eine nicht wegzuleugnende Thatsache, fintemalen erst vor einigen Tagen eine solche auf Grund des die gemeingefährlichen Umtriebe" bedrohenden Gesezes verboten wurde. Unter solchen Umständen ist es doch ganz erklärlich, daß die Arbeite: innen die Petition da unterzeichneten, wo ihren die Gelegenheit dazu gegeben wurde. Schlimmer noch als wie den Arbeitern, ergeht es somit den Arbeiterinnen. Mag man die Sache drehen und wenden wie man will, mag man mit Posaunen verkünden laffen, daß der erhöhte Nähfäbenzoll nicht die Näherinnen trifft: man wird dadurch an der natten Thatsache, daß dieses doch so ist, nichts ändern. Die Sache ist übrigens von so einschneiden der Bedentung, daß wir in den nächsten Tagen noch des Näheren auf dieselbe zurückkommen werden. * Die Arbeiterschußgesetz- Kommission des Reichstages hat sich über die Beschränkung der Sonntagsarbeit nunmehr geeinigt. Sie beantragt folgendes: Artikel I. Hinter§ 105 der Gewerbeordnung wird eingeschaltet:§ 105a, Die Gewerbetreibenden können die Arbeiter zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten. Sie dürfen dieselben an Sonn- und Fefttagen nicht beschäftigen in Fabriken, Werk ftätten und bei Bauten. Inhaber von Verkaufsstellen aller Art dürfen ihre Gehilfen und Lehrlinge an Sonn- und Feft. tagen im Ganzen höchstens fünf Stunden befchäftigen. Die Beschäftigung muß für alle in demselben Geschäfte beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge gleichzeitig stattfinden. Welche Tage als Fefttage gelten, bestimmen unter Berüdfichtigung der örtlichen und tonfeffionellen Verhältnisse die Landesregierungen. An den besonderen Festtagen seiner Konfeffton fann tein Ar beiter zum Arbeiten verpflichtet werden. Arbeiten zur Ausführung von Reparaturen, durch welche der regelmäßige Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebes bedingt ist, so wie die Arbeiten, welche nach der Natur des Gewerbe betriebes einen Aufschub oder eine Unterbrechung nicht geftatten, fallen unter die vorstehenden Bestimmungen nicht. In diesen Fällen muß in Fabriken, Werkstätten und Bauten für jeden Arbeiter an jedem zweiten Sonntage mindestens die Beit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends frei bleiben. Art, Umfang und Dauer der Arbeiten, welche nach der Natur des Gewerbetriebes einen Aufschub oder eine Unterbrechung nicht gestatten, feßt für alle Anlagen jeder be ftimmten Gattung der Bundesrath feft. Diese Festlegung fann bei veränderten Verhältnissen, jedoch immer nur für alle Anlagen der betroffenen Art, abgeändert oder aufgehoben wer den. Für bestimmte Gewerbe dürfen weitere Ausnahmen durch Beschluß des Bundesrathes zugelassen werden. Die von dem Bundesrath getroffenen Bestimmungen find dem Reichstag spätestens in der nachfolgenden Seffton vorzulegen. In drin genden Fällen fann die Drtspolizeibehörde die Beschäftigung an Sonn- und Feflagen gestatten. Jede Verfügung dieser Art ist schriftlich zu erlassen. Die Erlaubniß darf, falls die schwer zu bekommen, und sie bedenken gar nicht, daß Unser eins von der Hand in den Mund leben muß." " Bleiben Ihnen denn auch Leute schuldig?" sagte Mug erstaunt. Ach gewiß!" feufzte die Näherin; ,, lieber Gott; reiche Leute können sich oft nicht denken, daß eine solche Kleinig feit, wie fünfzehn oder zwanzig Groscher in ihren Augen find, einem Arbeiter einmal recht feglen dürften, wenn er fie gerabe braucht, um nur das Nothwendigste und Unent behrlichste anzufchaffen, und mahnt man sie dann gar, so Ortspolizei vorgängig nicht erreicht werden tann, www träglich erfolgen. Die Drtspolizeibehörde hat über die von thr geftatteten Ausnahmen ein Verzeichniß zu führen und dasselbe vierteljährlich der höheren Verwaltungsbehörde, für Fabriken auch dem besonderen Auffichte beamten(§ 139 b), einzureichen. Artikel II An Stelle des§ 154 Abfag 1 der Gewerbeordnung tritt folgende Bestimmung: Die Bestimmungen der§§ 105 bis 133 finden auf Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken und Handelsgeschäften nur insoweit Anwendung, als sie sich auf solche ausdrücklich beziehen." Die Deutschen auf den Samoa- Inseln. Unter dieser Ueberschrift bringen englische Beitungen folgende Nachrich ten, welche das englische Schiff Miranda" am 27. Januar nach Sydney( Australien) gebracht haben soll: Das deutsche Kanonenboot Albatros" anterte in Apia als die Miranda" anlangte. Die Insel befand sich in einem Zustande großer Aufregung in Folge einer Intrigue, die angeblich von den Ehebung eines ihrem Einfluffe zugänglichen Häuptlings auf " 1 den Thron eingefädelt worden war. Die Deutschen waren thatsächlich so weit gegangen, vom Albatros" eine Mannschaft zu landen und dem König aus seinem eigenen Hause zu ver treiben, welches fie demnächst belegten und die deutsche Flagge darüber aufhißten. Als die, Miranda" anlangte, webte bie Flagge noch immer und wurde von bewaffneten Blaujaden be wacht, während Malietoa sein Heim in beträchtlicher Entfer nung von seinem früheren Plaze aufgeschlagen hatte. Frankreich. Die Unterkommission des Suezkanals beschäftigte sich gestern mit der Frage, ob die Prinzipien der Schiffahrts gestern mit der Frage, ob die Prinzipien der Schifffahrts Freiheit und unverleglichkeit auch auf den Süßwaffer Kanal auszudehnen sei, welcher Jsmailia mit Kairo ver bindet. Ferdinand de Lesseps gab auf Ersuchen seine Ansicht bindet. Ferdinand de Lesseps gab auf Ersuchen seine Anficht vor der Unterkommission dahin ab, daß die gleichen Brinzipien und Garantien, die für den Sueztanal gelten soll n, auch auf den Süßwasser- Kanal ausgedehnt werden müßten. Nur be merkte Herr von Leffeps, daß dieser Sükwaffer- Kanal nicht allein dazu bestimmt sei, Jemailia mit Wasser zu versehen, sondern auch eine Verkehrsstraße zwischen legierem und Kairo bilde. Demnach könnten auf den Süßwaffer stanal in legterer bie Schiffsfreiheit auf dem Suezkanal fichern sollen, nicht ohne Weiteres übertragen werden. Die Unterkommission trug diefen Ausführungen Rechnung und entschied sich dahin, daß auf den Süßwasser- Kanal wohl dieselbe effettive Neutralität, wie sie für Den Suezkanal in Aussicht genommen ist, auszudebnen sei, bezüglich des Schiffsverkehrs auf dem Süßwasser Kanal bestehen bleiben sollen. fei der egyptischen Anarchie müde, und Freycinet werde Welt für sich haben, wenn er energisch set.- Das heißt gut deutsch: Die Gelegenheit, fich in Egypten festzulegen, günstig, man muß fte nicht ungenugt vorübergehen laffen. Italien. Deff Der Vor 534 Uhr. Auf di Als Garibaldi starb, meldete man, daß seine Stryd und seine Kinder die Insel Caprera dem Staate gede legen be haben. Da feither hierüber nicht mehr gesprochen wurde, welchem m die Sache für abgethan. Jest aber erfährt man, daß fie lege in der wegs abgethan ift. Die Abficht der Familie Garibaldi bereits vom S allerdings, aber der Turiner Gerichtshof als Obervommerde führ schaftsbehörde für die zwei jüngsten minderjährigen uffichtsbehö Garibaldi's, Clelia und Manlio, legten gegen die Sengegangen, das Verbot ein und erklärte fte für unzuläsfia, ehe diesem von der die Volljährigkeit erreicht haben würden. Da bis dahin daß der beinahe zehn Jahre find, das Befigthum nichts eintrag strats nach Instandhaltung der Baulichkeiten aber fortwährend Kofizung des Insel gestatten. Deshalb fam die Wittwe Garibald set der M threm jüngsten Sohn Manlio nach Rom, um mit der tworten. rung über die Schenkung oder den Ankauf der Insel du Die Ang Staat zu unterhandeln, denn in dem einen Buntte faße zwische wohl alle Staltener überein, daß Caprera, mit dem fepten Baut Garibaldi's, Nationaleigenthum bleiben muß und unter gewieſen w Umständen in Privatbefiz übergehen darf. Frag erreicht werden Stadtv. Reftgrundstüc nur, ob dieser Bwed durch Schenkung oder burdende Beschlu soll. Die Familie Garibaldi, Magistrats is ihren Entschluß, Caprera der Nation zu schenken, aufred doch mit de erforderl tonnte bisher nur ihre übrigen Bedingungen formie durch die zurückgewiesen werden dürften. Demnach sollte das Gefrüheren alten Helden für ewig auf der Insel bleiben; die der gehörenden Gebäude bleiben ihr Eigenthum; auf der alten 1867 ein großes Aiyl für die Invaliden der italienischen Stiefer Verpfli Handelsmarine gegründet und die Errichtung von Staatsbehörd nien ausgeschloſſen, endlich auf dem höchsten Punkt deine Kaution das Garibaldi selbst diese Ansichten und Wünsche in ein Leuchithurm erbaut werden. Man darf wohl and ammlung de mächtnis bilden. Db der Befuch der Wittwe Gariba 57/69. Der Familienkreise geäußert hat, und daß fie eine Art orgelegte S thres Sohnes Manlio beim König die Erfüllung mächtnisses des alten Helden war oder auf Wunsch berjuben, Diag erfolgte, ist nicht mit Gewißbeit zu sagen, da beide ermöglicht wi hartnädig behauptet werden. Der Epilog des Erzähl Ausschuffes b Die am nächsten Jahrestag des Todes Garibaldis Bebufs Borlage eines Gefegentwurfes sein, durch den die system x bea Bellermannst Ba Stadtv. durc jedoch alle Rechte und Privilegien der egyptischen Regierung ermächtigt wird, die Insel Caprera für den Staat als item X bea Die äußerste Linke ist keineswegs mit dem Ministerium Briffon zufrieden; diese Unzufriedenheit ist sehr erklärlich, da daffelbe, wie fich immer deutlicher zeigt, ganz in die Fußtapfen des Ministeriums Ferry tritt. Die Sprache der Organe der äußersten Linten ist daher nichts weniger wie höflich. So schreibt im Radikal" der Deputirte taret: Gewiß, wir haben immer gedacht, daß der ehrenwerthe Herr Briffon, daß Der ehrenwerthe herr von Freycinet, daß der ehrenwerthe Herr Goblet nicht viel Charakter hätten; aber wenn ihre Ehrenhaf tigteit fich darauf beschränkt, die Nachfolgerschaft der Schurterei ihrer Vorgänger zu übernehmen und deren Geschäft fortzusetzen, so verkünde ich ihnen, daß unsere Freundschaft für sie nicht einwilligen kann, fte länger zu unterstüßen." In der France einwilligen fann, fie länger zu unterstügen." In der France libre" heißt es also: Wir haben es gesagt und wir wieder holen es, das Ministerium Briffon ift ganz einfach ein Minifterium von Hintermännern, ein Minifterium von Lüden bügern( bouche trous). Es ist die Sommertruppe der oppor tunistischen Komödianten, beauftragt, dieselbe parlamentarische Komödie zu spielen und dazu bestimmt, dieselben faulen Aepfel von der öffentlichen Meinung zu erhalten." Und sogar der„ Rapvel", cas offizielle Organ der radikalen Linken, schlägt dieselbe Note an. Wenn die Anwesenheit des Herrn Clamagéran im Finanz- Minifterium", heißt es da ,,, dies fenigen beunruhigt hat, welche von gewissen Mißbräuchen profitiren, so muß die Ernennung des Herrn Sadi Carnot zu feinem Nachfolger hinreichen, dieselben zu beruhigen. Herr Sadi Carnot hat durch eine lange Gewohnheit gelernt, Alles gut zu finden. Er würde fünfzig Jahre Minister bleiben, ohne ein Jota im Budget zu ändern; er würde daffelbe in aller Rube jedes Jahr vermehren laffen, wie es eine schon alte Regel ift. Wenn man einen Dotimiften, einen Einschläferer haben wollte, fonnte man keine beffere Wahl treffen." 11 Die Angelegenheit des Bosphore Egyptien" ist noch immer nicht erledigt. Hinsichtlich der Wiedereröffnung der ge sperten Druderet und Bestrafung der Beamten, welche fich gegen das franzöfifche Konsulate personal vergangen haben, wird Freycinet( Minister des Aeußern) keinesfalls nachgeben, das gegen das Wiedererscheinen des Bosphore" nicht fordern. Man hofft, England werde lieber Nubar Pascha fallen, als es auf einen Busammenstoß mit Frankreich aniommen laffen. mehr nehmen wollte als andere Arbeiterinnen, so würde ja kein Mensch etwas bei mir bestellen; es sind leider zu viel arme Mädchen, die davon leben müssen, und da drückt Eine die Andere". Mur hatte das Patet aufgenommen und warf den Blid im Zimmer umber; es war, als ob er das junge Mädchen noch nach etwas fragen wollte. Er konnte näm lich gar keine Anzeichen von irgend einem Mittagessen ent beden, aber er scheute fich auch, er mochte ihr nicht wehe thun, denn die leisefte Andeutung auf die Art ihrer Lebens thun, denn die leisefte Andeutung auf die Art ihrer Lebens anzunehmen oder zu laufen und als Nationalbenim die Bustimmu handeln. Eine Bräliminarpunttation in diesem Sinnannten Gru zwischen der Regierung und einem Bevollmächtigten Pfandbriefsch milie Garibaldi unterzeichnet. Großbritannien. In den Bureaur der englichen Admiralität fand am Donnerstag Vormittag eine Dynamiteg Die Mauern des Zimmers blieben unversehrt, Innern Alles zerstört und mit Trümmern bebed im Bimmer anwesender Beamter wurde verwundet dacht der Thäterschaft richtet sich gegen einen ju der fich längere Zeit beim Admiralitätsgebäude het den man dann vom St. James parte aus eilig fab. Unter den Trümmern in dem Bimmer ist einer fleinen amerikanischen Uhr mit dem Uhrgan funden worden. Der Fund ist dem Inspektor für zur weiteren Untersuchung zugeftellt; man hält einen Theil einer Hödenmaschine. Ar Die Einziehung der Armee- Reserve erster Al thatsächlich begonnen. Während die Kriegsschiffe Pulver, Bomben und Torpedonegen versehen wer auch die Arbeiten zur Armirung zweier weiterer S Der Umbria" von der Cunard Linie und der der Guion- Linie begonnen. In Bomban bat bie Die Dampfer, Maffilia" und" Rosetta" gechattert, Kreuzer auszurüften. Die Bewegungen russischer den von englischer Seite aufmertiam verfolgt. der Küfte der Ver. Staaten die britische Korvette stets hinter der russischen Korvette Strelof" her. eined Diplom Die englische Regierung bemüht fich, die Bosphore Egyptien" möglichst schnell in Ga Wahrscheinlich dürfte der Ausgleich auf Grund miffes erfolgen, indem Frankreich für die seinen dafür aber die Maßregel wegen Unterdrückung Egyptien" einstweilen auf fich beruhen läßt. nur in dem Sinne, als es dieselbe nicht zum meiterer Reklamationen macht, sondern in Berband der Regierung des Khedive über den allgemeinen Behandlung der fremden Breffe in Egypten Vertretern in Kairo widerfahrene Unbill Genugtbuun Del Lester Ausga Gr eintritt bie gewesen; aber er erwiderte nichts darauf; felber nicht recht, daß er sich so ungefchidt Weshalb lehnte er sich auch gegen die Thür und nicht gegen den Pfoften! Er hatte aber d loren, an dem Badet etwas zu ändern hätte noch einmal herauskommen tönnen etwas fefter unter seinen linken Arm und eilte hinab. Noch in Hausflur begegnete Mug ein in einer Sammetpetesche, der aber von ihm werden sie auch noch ärgerlich, daß man sie mit einer solchen weise trieb ihr, wie er aus Erfahrung wußte, das Blut in ringfte Notiz nahm und ohne Weiteres bie T Unbedeutendheit belästigt; und doch muß man es ja, denn wer borgt uns?" vollen Strömen ins Antlig. Adieu, liebes Fräulein!" " Leben Sie wohl, Herr Mug, und bitte, sagen Sie laffe!" fluffe schwelgen und keinem Wusch zu entsagen brauchen, dem Herrn Notar, daß ich ihm recht von Herzen banken leise vor sich hin mit dem Kopfe, denn je geben fich felten die Mühe, fich in das Leben der Armuth hinein zu der ken. Es ist oft nicht böser Wille bei ihnen, nur das Verständniß für eine solche Lage geht ihnen ababer Andere müssen darunter leiben." fa 264 Er flieg. Mur blieb einen Moment an der Hau und fah ihm nach, und ein eigenthümliches dabei um feine feingeschnittenen Lippen. flar, weshalb die Thür so rasch und leise a Der Kleine Budlige nidie ihr freundlich zu und suchte das gnädige Fräulein so böse auf ihn gemon bann die bort oben etwas dunkle Treppe herunter. Als was ging es ihn an! Und über bie St er die erste Etage erreicht, blieb er bort vor der Thüre glitt er, um dort drüben sein loder geworbenel Auf der Treppe im Edhaufe überholte band jetzt eine Schnur darum, als ihr Blick zufällig auf deshalb auf das gehobene Anie, um es wieder zu feftigen, theter Semmlein mit dem alten Tischlermeifte Das junge Mädchen hatte indessen auf dem Tische die fertigen Hemben in einen Bogen Papier eingeschlagen und bas Gelb fiel. Aber, Herr Mug," sagte fie, der Herr Notar hat sich geirrt, da liegt ein Thaler zu viel, so viel bekomme ich ja gar nicht." stehen; die dünne Schnur hatte sich etwas verschoben, so daß er fürchtete, das Packet könne aufgehen. Er legte es und ftemmte das Knie dabei gegen die Thür, damit er beffer die Balanze hielte. Das wäre ihm aber beinahe schlecht bekommen, denn ohne daß er da brinnen auch nur einen Schritt oder das geringste Geräusch gehört hätte, wurde abzuliefern. ben er recht gut fannte. " Der Herr Notar zu Hause?" fragte theter, als Mug an ihnen vorüber wollte. th Gewiß, Herr Semmlein," sagte Mug Herr Notar irrt sich nicht so leicht in Geldsachen. Sie geöffnet, und Mur wäre beinahe dem jüngsten Fräulein zurück und öffnete die Thür. Bitte, wollen Nein, mein Fräulein," sagte der Kleine Mann, ber die Thür plöglich und rasch, aber auch völlig geräuschlos gleich anmelden." Es dauerte auch nicht lange follten nur wissen, wie genau er barin ift. Aber er hat mir ausdrücklich gefagt, baß Sie für den Preis die Hem ben nicht machen fönnten, und das noch zugelegt." ,, Aber darf ich das nehmen?" " Gewiß dürfen Sie, und wenn Sie meinem Rathe folgen wollen, so reben Sie ihn nie darum an oder erwähnen es wiffen". von Klingenbruch geradezu in die Arme gefallen. " Jesus!" rief die junge Dame erschreckt, aber gar nicht sehr laut, aus. Wer sind Sie? Was wollen Sie?" Gar nichts, mein nur fein Gleichgewicht Fräulein," erwiderte Mur, wie er wieber gewonnen hatte und immer treten!" Notar Püfter ging in seiner Stube auf A blieb mitten in seinem Spaziergange ftehen und er den Apotheker erkannte: Nun, wie g Danke schön, Herr Nachbar, ausgezeichnet Nachbar?" auch nur; er hat es nicht gern und will nie von so etwas noch etwas verblüfft; ich wollte nur hier mein Badet der Kleine Mann ,,, manchmal beffer, als wir'sverbie " Er hat mir ja neulich schon zu viel geschickt". " Bu viel wohl nicht, nur mehr, als Sie gefordert hatten, und vielleicht noch immer zu wenig". Lieber Gott", fagte das junge Mädchen, wenn ich dafür." etwas fester binden, als die Thür aufging. Ich konnte nichts Wie, alter Schwebe?" Und dabei schüttel Alberner Mensch!" murmelte Flora vor sich hin, inbem fie die Thür wieder schloß, und Mur mußte die legten Worte gehört haben, deutlich genug waren sie wenigstens die Hand, ließ fie aber und fuhr nur fort: " auch nicht Aber ich fomme Aber Awar einer andern Angelegenheit, und Tischlermeister Handorf, einem braven, bier THE Kaufgeld übe zur Tilgung Amortisations Bfandbriefam erstattet werd Zustimmung. Mit dem Straße 78, 78 im Wege der verstanden. Magistra anschläge und anstalten und und Erneuer und Bewillig Matt, wovon Mart als Er gung wird e Bur Fei demischen K meldet, seiten Genehmigung Medizinalang Ausstellung soll im Land Ausstellung), Mai bis Ott der Senats- K sich nicht auf graphischen S auch diejenige feit dem Ja sowie diejenig Kunst umfaff verkörpert fi für die lok Industrie be die Koften de Bürger von Familie Ung fragen wollt Recht Notar, inder tommen fuch fühl, daß fi " Nun boch etwas was wir ne hatten, und meinswegen Menschen f Meinung vo Sache auch außerdem, finden kann, von Unrecht Herr Nachb helfen weiß. Und n Sache zu fo mit furzen uns nicht ei Ja, da lein, daß S ftand mitthei Darun Herr S febr blaß ge ber Reble br Mann, der und mit har feiner eigene es nicht and überwinden. mich rubig a feien Sie ab Ihnen rebe, ftände." Ä« pt-n f'sttK dergehen M*' Stadtverordnete«- Versammlung. Oeffentlicke Sitzung vom 23. April. Der Vorsteher Dr. Straßmann eröffnet die Sitzung SV« Uhr. Auf die Anfrage des Stadtverordneten , daß seine Stryck über den Stand derMarkthallenan« im Staate M legen he it antwortet der Magistrat in einem Schreiben, prochen windelweichem mitgetheilt wird, daß er bereit sei, auf diese An- man, daß ßi Ms m der nächsten Sitzung genauer einzugehen. Heute sei its vom Minister des Innern, an den Magistrat fich Be> >erdt sübrend gewendet und welchem, als der vorgesetzten ffichtsbehörde, er die Sache unterbreitet hatte, ein Bescheid gegangen, welcher sehr wesentliche Ermäßigungen der vor- m von der Polizeibehörde gestellten Forderungen enthalte, daß der Wetterbau der Markthallen dem Erweffen des Mo» trats nach gefichert erscheine. Da jedoch erst in der nächsten itzung des Magistrats die Angelegenheit zur Beschlußnahme angt und diese zu einer erneuten Vorlage führen kann, sei der Magistrat heute noch verhindert, die Anfrage zu be« warten. . Die Angelegenheit wegen Abänderung der für die Wein- ttgiße»wischen der Gollnowstraße und der Mehnerstraße fest- i ts'tzten Baufluchtlinie war einem Ausschüsse zurVo.'berathung 6 und unin gewiesen worden. arf. Nicolai beantragt NamenS des AuSschuffeS fol- oder du--iKcWlußf°Lung�„Die Versammlung tritt dem Antrage deS « Garibaldi als Obcw iderjährig» egen die S< fia. ehe diese Da biS nichts eil vahrcnd jW] de den SB1 we_ um mit da der Insel im Punkt« ;, mit m und unta Baufluchtlinie bei, lunaen � die Erwerbung der zur Regulirung der Weinstraße und dem k«rforderllchen Parzelle entstehmden Kosten, sowie die bei ollte daS g�./�öeren Enteignung für die Entwerthung des Büschingschen n- die da sNKrundMckS durch.ingetretene Bebauungsfähigkeit ge i-'aus derN!!?�"m �®0r- 1 Pf. erstattet und die Erfüllung eniicben vor Einholung der Genehmigung der n» ncrn»ur Feststellung der neuen Baufluchtlinie durch Nunkl Kaution sicher stellt." Ohne Diskussion beschließt die Ver- ? �bl a-'�n« dem Antrage gemäß. Mische t>?tadtv. W e i ß l berichtet hierauf über die vom Magistrat ®. vorgelegte Skizze zum Neubau einer Gemeinde. Mädchenschule K il vuf dem städtischm Grundstück Auguststraße .7/63. Der Ausschuß beantragt, die Vorlage abzulehnen Yd den Magistrat um Vorlegung einer neuen Bauskizze zu 'suchen, durch welche eine bessere Ausnutzung des Grundstücks ..wvglicht wird. Die Versammlung stimmt dem Antrage deS Ausschuffes bei. Behufs Errichtung einer Pumpstation für daS Radial. beantragt� Magistrat den Ankauf deS Grundstücks eine Art ve Gar füllung Wunsch Va beide deS aribaldiS den die ät r, tu* iralität aamitl rsehrt, , bcd-v mundet inen| ude h l eil�i, r ist' lhrgai itor fs hält WWUGMZW HMMMM erstattet werde.- Die Versammlung ertheilt debatteloS ihre Zustimmung. Mit dem Verkauf der auf dem Grundstücke Neue Friedrich. ftraße 78, 78 a und b befindlichen Baulichkeiten zum Abbruch im Wege der Versteigerung erklärt die Versammlung fich ein- verstanden. Magistrat überre cht der Versammlung die speziellen Kosten- anschlage und Zeichnungen zu den auf den städtischen G-S- anfialten und am Rohrsysteme auszuführenden Erweiterungen und Erneuerungen und beantragt die Genehmigung derselben und Bewilligung der dadurch erwachsenden Kosten von 1 932 500 Mail, wovon 1 682 600 M. als Erweiterungen und 249 000 Mark alS Erneuerungen zu verrechnen find.— Die Genehmigung wird ertheilt. Zur Feier deS hundertjährigen Jubiläums der ersten aka- demijchen Kunstausstellung in Berlin wird, wie bereits ge- meldet, seitens der königlichen Akademie der Künste und mit Genehmigung deS Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinatangelegenheiten im Jahr« 1886 eine große allgemeine Autstellung der bildenden Künste veranstaltet werden. Dieselbe soll im LandeS-Ausst-llungs Gebäude(Gebäude der Hygiene. Ausstellung), an der Straße Alt Moabit und in den Monaten Mai bis Oktober 1886 stattfinden und nach der Mittheilung der Senats-Kommi fion für die ak idemischen Kunst-AuSstellungen fich nicht auf Kunstwerke der Malerei, der Architektur und der graphischen Künste aus den letzten Jahren beschränken, sondern auch diejenigen Meisterweike der vaterländischen Kunst, welche seit dem Jahre 1786 biS zum Jahre 1880 entstanden find, sowie diejenigen hervorragenden Erzeugniffe der schmückenden Kunst umfaffen, welche durch die Mitwirkung der Industrie velkörpeit find. Auch soll die Ausstellung eine besonders für die lokalen Interessen unserer Kunst- und LuruS- Industrie bedeutsame historische Abtheilung erhalten. WaS die Kosten deS Unternehmens betrifft, so betrage die Gesammt- erster l »«schiff-! hen«s erer V*. K echartert,' Mch«. °Korvett»' »J rund JV einend W i-w % Bürger von Rhodenburg, der aber meinSwegen in seiner Familie Unglück gehabt hat und Sie deshalb um Rath fragen wollte." „Recht gern, recht gern, Herr Nachbar," sagte der alte Notar, indem er aber doch seine Hand wieder frei zu be- kommen suchte, denn e« war ihm ein unangenehmes Ge- sühl, daß fie der Apotheker so fest hielt. „Nun sehen Sie, Herr Nachbar," fuhr Semmlein, aber doch etwa« verlegen, fort,„Sie erinnern fich vielleicht noch, «äs wir neulich für ein Gespräch über den nämlichen Fall hatten, und ich will gerne eingestehen, daß ich damal» meinSwegen ungerett gewesen bin. Ich habe den jungen Aievschen selber kennen gelernt und eine ganz andere Meinung von ihm bekommen: aber— so einfach die ganz« Sache auch sein mag, so— so furchtbar verwickelt ist sie außerdem, so daß sich meinSwegen kein Deubel durch- finden kann, und wenn ich mir auch selber getraue, Recht von Unrecht zn unterscheiden, so muß ich Ihnen gestehen, Herr Nachbar, daß ich hier meinSwegen gar nicht zu helfen weiß." „Und wie �kht der Fall?" sagte der Notar, der zur . Sache zu kommen wünschte.„Können Sie ihn mir vielleicht mit kurzen Worten mittheilen? Denn die Vorrede bringt un» nicht einen Schritt näher." „Ja, dann wird e» da« Beste sein," sagte Herr Semmlein,„daß Ihnen Meister Handorf den einfachen Thatb«- stand mittheilt." „Darum möchte ich allerding» bitten." „Herr Notar," sagte da der Tischlermeister, der aber sehr blaß geworden war und die Worte nur mühsam aus der Kehle brachte,„e» ist eine schwierige Sache für einen Mann, der fich sein ganzes Leben ehrlich und rechtschaffen und mit harter Arbeit durchgebracht hat, von der Schande snner eigenen Familie zu reden; aber ich sehe wohl, daß *1 uicht anders möglich ist, und ich will auch das noch uomcwinden. Thun Sie mir den Gefallen und hören Sie mich ruhig an; es soll außerdem nicht lang« dauern, und Sl* überzeugt, daß ich so wahr und aufrichtig zu oä-IT«' al8°b ich vor meinem Gott als letztem Richter (Fortsetzung folgt.) 100 000 M. bcth-iligen wird. In Rückficht am Die mancherlei Vortheile, welche der Stadt und ihrer Bürgerschaft auS den großen Ausstellungen erwachsen, hat die Eenalikommisston für die akademischen Kunstausstellungen daS Ersuchen an den Mo- gistrat gerichtet, auch städtischerseitS einen Zuschuß zu den Kosten für das beabstchtiate Unternehmen in Höhe von 100000 M. zu bewilligen, und hierbei die Hoffnung ausgesprochen, daß ein Theil dieses Zuschusses auS den zu erwartenden Einnahmen nach Schluß der Ausstellung wird zurückerstattet werden Magistrat hat in Anerkennung der hohen Wichtigkeit und Bedeutung der Ausstellung für die Stadt Berlin beschloffen, dem Ersuchen zu entsprechen und beantragt bei der Versamm- lung die Bewilligung deS Zuschuff S von 100000 M. Stadtv. Dr. Bellermann beantragt einen Zusatz, wo> nach von den Ueberschüssen der Ausstellung der Stadt Berlin ein entsprechender Theil überwiesen werden soll. Stadtv. Görcki: Wir erkennen an, daß solche Aus- stellungen zum allgemeinen Besten find, und daß dieselben auch geeignet find, daS Gewerbe in vorübergehender Weise zu be- leben; aber solche Ausstellungen müssen durch eigene Kraft inS Leben gerufen werden, und wir müssen uns fragen, ob die von allen Steuernzahlern geforderte Summe auch allen Theilen der Bevölkerung in gleicher Weise zu gute kommt, und diese Frage müffen wir verneinen. Der größte Theil der Steuer- zahlec ist ausgeschlossen von dem Genüsse der Kunst und Wissenschaft, und wir können diesen nicht zu dm Kosten heran- ziehen- Wir unterschätzen die studirten Leute keineswegs, aber wenn auS allgemeinen Mitteln solche Summen gefordert wer- den, so tritt doch die Frage in den Vordergrund, ob fie der Allgemeinheit nützen, und diese Frage ist zu verneinen. Und wenn wir nun bedenken, welche gewaltigen Ausgaben der Kom- mune Berlin bevorstehen, und daß die geringen Löhne der Straßenarbeiter nicht erhöht werden(Oho! Unruhe), dann haben wir ein Recht, die verlangte Summe abzulehnen. Die Er- höhung der Löhne der Straßenarbeiter wird für Sittlichkeit und Kunst mehr nützen als die Ausstellung.(Widerspruch und Heiteikeit.) Aus diesen Gründen glaube ich thun wir besser, die hier geforderten 100000 M. im Interesse der Straßenar better zu verwenden.;(Heiterkeit.) Gegen die heilsamen Einwirkungen der Kunst find wir keineswegs unzugänglich, aber wir, die wir hier gewissermaßen als Pfeiler hervorragen, dürfen unS nicht ver« wechseln mit jener allgemeinen Masse, bei der dieS nicht der Fall ist. Wir wissen zwar, daß unS daS heute nichts nützt, aber eine spätere Zeit wird unS Recht geben. Stadtv. Bellermann: Die meisten unserer Ausgaben werden stets nur einem Theil der Bürgerschaft zu Gute kom- men, und eS wird die ausgleichende Gerechtigkeit in der städti- schen Verwaltung die Pflicht habm, die Interessen der ein,«!- nen Stände zu wahren. Jede Ausstellung zieht zahlreiche Fremde nach Berlin und das kommt auch den Arbeiterkreisen zu Gute. Redner befürwortet sodann die Annahme dieses An- tragei. Kämmerer Runge: Die AuSführungm deS Stadtv. Görckt beantworten fich von selbst, aber daS will ich noch be- meikm, wenn man fich auf den Standpunkt stellt, besonders für die Arbeiter sorgen zu wollen, eS immer noch besser ist, die 100000 Mark zu bewilligen, als sie zu anderen Zwecken zu verwenden. Die Ausstellungen mit chrem Fremdenverkehr find von wesentlicher Bedeutung für die Arbeiter und verschaffen ihnen lohnende Beschäftigung.(Sehr richtig!) Den Antrag Bellermann bitte ich abzulehnen, der Magistrat hat die Abficht, dabin zu wirken, aber die Bedingung darf nicht an die Be« willigung geknüpft werden, daß uns ein Theil d«S Ueberschusses zufällt. Stadtv. D o p p: Ehe Herr Görcki solche Ausführungen macht, sollte er fich besser informiren. Wenn er hier von den Arbeitslöhnen spricht, so weiß ich nicht, wie daS in Zusammen- hang stehen soll mit der Kunstausstellung. Wenn Herr Görcki auch keine großen Kenntnisse von sozialen Dingen hat, müsse er imm-rhin wissen, daß unsere Künstler keine Kapitalist«» find. Wir müssen auch der Behauptung entgegentreten, daß dt« Roth in den sogenannten Arbeiterkceisen so bedeutend ist. DaS ist keineswegs der Fall, in vielen anderen Schichten ist die Roth wett größer, es wird nur nicht so geschrien, darum find hier auch noch keine Weltbeglückungs. Apostel ent- standen. Nachdem noch die Stadtverordneten Reichnow und Heilmann den Antrag befürworte», wird die Bewilligung gegen die Stimmen der Arbeiterpartei ausgesprochen- Vom Stadtv. S ck e i d i n g ist folgende Anfrage ge« stellt worden-„Gedenkt Magistrat, das Projekt einer in Berlin für daS Jahr 1888 in Ausficht genommenen nationalen Ge« werbe-Ausstellirng wohlwollend zu unterstützen?" Nachdem Stadtv. S ch e i d i n g diese Anftage kurz be- gründet, erklärt Oberbürgermeister v. F o r ck e n b e ck: Die Angelegenheit ist im Magistrat bereits eingehend besprochen worden, und wenn auch keine definitiven Beschlüsse vom Magistrat gefaßt worden find und nach der Natur der Sache nicht gefaßt werden konnten, so hat fich doch eine sehr lebhafte Sympathie für daS Unternehmen kundgegeben.(Beifall.) Der Magistrat hat Veranlassung genommen, vertraulich diese Sympathie den Nettesten der Kaufmannschaft bereits auszusprechen, und sobald daS Unternehmen eine festere Gestalt angenommen haben wird, werden wir ihnen wahrschein lich eine kräftige und erhebliche Unterstützung auS Gemeinde mittel» vorschlagen.(Lebhafter Beifall) Eine Besprechung der Anfrage wird nicht beliebt. Damit ist die Tagesordnung um 7 Uhr erledigt. Der öffentlichen Sitzung wohnten am MagistratSiisch Oberbüraer- meister v. Forckenbeck. Kämmerer Runge, Eiadtschulrath Ber« tram, Etadlbaurath Blanckenstein, Syndikus Ederly und Siadt- rath Marggraf bei. Eine geheime S tzung folgte. Koksle-. ij N. Nach Mittheilnng de» statistischen Amtes der Stadt Berlin find bei den hiefigen Standesämtern in der vergangenen Woche zur Anmeldung gekommen: 171 Eheschließungen, 858 Lebendgeborene, 34 Todtgeborene, 610 Sterbefälle. b. Die Innungen, so jung ihre Wiederbelebung noch ist, halten fich dennoch bereits von Uebergriffen nicht frei. Die Bäcker-Jnnung in GoSlar schloß einen Meist« aus, well er für 10 Pfennig 5 statt 4 Brötchen lieferte. An und für fich hätte er seinen liebenswürdigen Kollegen gern Valet gesagt, aber die lex Ackermann konnte eines TageS auch in Goslar Wirklichkeit werden und ihm daS Halten von Lehrlingen ver« boten werden. Er beschwerte fich also bei der Regierung in Hildesheim und diele verfügte seine sofortige Wiederaufnahme. Wenn die Herren Zünftler im Nest erst etwas warm geworden find, werden die Regierungen ein schönes Stück Arbeit mit ihnen bekomm-n. �,, ,. Drillinge Die Frau des Brüderflraß« 26 wohnhaften Lederarbeiters Köpstcin ist gestern von einem Drillingipaar (2 K-iaben 1 Mädchen) entbunden worden. Mutter und Kin- der befinden fich wohl und find letztere nach Anficht deS ArzteS außerordentlich selten lebensfähig. Die jungen Eltern befinden fich erst in Vi jähriger Ehe und werden dem Vater od lieses unerwarteten Familienzuwachses schwere Sorgen wohl nicht erspart bleiben. �. N. Auf dem Stadtbahnhof„Friedrich stratze" kam am gestrigen Tage eine ganze Mongolen- Familie, welche fich auf der Durchreise nach Süd-Amerila befindet, hier an. Die Leute, welch« als Vorkupp weiterer Durchzüge fich ankündigten, er« elten mehrere tausend'Rudel Unter den Linden in Dollars um. Ihr Reiseziel ist Bolivia. Sie bedienten fich der rufst« schen Sprache. g Ebenso, wie das Gewerbe der Heirathsvermittler, wird vom 1. Juni d. I. ab das Geschäft der gewerbsmäßigen Vermittelungswesen für Jmmoblliarverträge und Darlehen, sowie solcher Personen einer häufigen polizeilichen Kontrol« unterzogen werden, welche die Besorgung fremder Rechtsange» legenheiten und bei Behörden wahrzunehmender Geschäfte, inS» besondere die Abfassung der darauf bezüglichen schriftlichen Auf» sätze betreiben. Die diesbezügliche Polizeivermdnung verpflichtet die Genannten, unter Androhung von Geldstrafen dm zustän» digen Polizeibehörden und deren Organen auf Erfordern ihre Geschäftsbücher und die gesummten, auf ihren GeschäftSbemeb bezüglichen Schriftstücke zur Einficht vorzulegen und den be» treffenden Beamten jede auf den Geschäftsbetrieb Bezug habende Auskunft wahrheitsgetreu zu ertheilen. Diese« Vor» gehen der Behörden gründet fich auf die zahlreichen Uebergriffe, welche seitens einzelner Perso en der vorgevachten Art vorge» kommen find. Es bleibt nur zu wünschen, daß daS Vorgehen der Behö-den auch den Erfolg hat, den es haben sollte: da» Hebel bei der Wurzel anzufassen und schädigmde Elemente zu beseitigen. Ein sehr raffinirter Büchermarder, der Landwirth von B., ist vor einigen Tagen auf gerichtlichen Haftbefehl zur Haft gebracht worden. Derselbe ist im Laufe der letztm Mo» nate in die Läden von Buchhändlern getretm, in welchen er unter dem Vorgeben Bücher kaufen zu wollen, während der Buchhändler mit dem Hervorsuchen der Bücher beschäftigt war, werthvolle Bücher und JllustrationSwerke stahl. Die gestohle- nen Bücher verkaufte er an andere Buchhändler. Er führte fich bei den Buchhändlern, die er stets mit den Wortm an» redete:„Herr Buchhändler", unter den falschen Namen Hencke, von Krüger, von Herzberg. Ernest»c. ein. So stahl er im Februar c. einem Buchhändler L. in der Gtpsstraße mehrere Bücher, welche er einem Buchhändler D. in der Rosenthalerstr. verkaufte. Als der Dieb fich auS der D.'schen Buchhandlung entfernt hatte, erinnerte fich D., daß er von demselben im Ja- nuar c. bestohlen worden war. Am 17. April kam der Dieb wiederum zu D. und bot diesem 21 Genre- Photographien zum Kauf an. D. erkannte ihn sofort wieder und veranlaßt« seine Verhaftung. Der Diebstähle bei L. und D. ist der Verhastete überführt, dagegen haben fich die sonstigm von dem Bücher» marder geschädigten Buchhändler noch nicht gemeldet, welch« fich jetzt im Interesse der nachdrücklichen Bestrafung deS Diebes beim hiefigen Kriminal- Kommissariat, Zimmer 77, melden mögen. a. Die Zweckmäßigkeit, jede Wechsel-Tratte sofort nach ihrer Ausstellung dem Bezogenen zu avistren, wird durch fol- gende vor Kurzem vorgekommene Wechselfälschungen bewiesen, welche den Gegenstand eines>irimtnalprozcffeS gebildet haben. Der HandlungSbefliffene L. hatte während seiner Thätigkest in einem kaufmännischen Geschäft Kenntniß erhalten, daß sei« Prinzipal öfter Wechsel auf seinen Bankier ausschrieb, ohne dem Bezogenen darüber Avis zu geben. Die Wechsel enthiel- ten stets— gleichviel ob avifirt wurde oder nicht— den Ver» merk:„Laut oder ohne Bericht." L. schied aus seiner Stellung aui und nahm eine Anzahl der von seinem bisherigen Prinzi- pal benutzen Wechselformulare mit der aufgedruckten Firma, mit. Diese Formulare füllte er mit bestimmten Beträgen au« und ahmte den NamenSzug deS Prinzipals täuschend ähnlich nach. Die gefälschten Wechsel lauteten auf den Bankier deS Prinzipals und enthielten den üblichen Vermerk„laut oder ohne Bericht". Mehrere dieser Wechsel, welche'(e unter 500 M. lauteten, wurden von dem Bezogenen ohne Weiteres hono» rirt. Als aber sodann ein Wechsel über einen weit höheren Betrag präsentirt wurde, fragte der Bezogene bei dem angeb» lichen Traffanten an, wodurch die verübten Fälschungen an den Tag kamen. b. Eine große Szene gab eS gestern in der Köpnick-r» ftraße. Ein Mehlkutscher lenkte auS dem Zeughofe in dte Köp» nickerstraße ein, als daS Pionierbataillon vom Exerzieren zurückkam. Ein ganzes Stück hinterher ritt noch ein Haupt» mann, den der Kutscher nicht mehr zur Truppe rechnete und deshalb an ihm vorbeifuhr. Hierüber fühlte fich der Offizier wahrscheinlich beleidigt und mußte wohl dem Kutscher in etwa» „kräftigen" Worten Vorwürfe gemacht haben, denn ver Kutscher drohte ihm mit der Peitsche. Der Hauptmann ritt in Folge dessen dicht an ihn heran und fuchtelte ihm mit der Hand dicht am Kopfe herum. In demselben Augenblick sprang der Kutscher vom Wagen, packte den Offizier und riß ihn vom Pferde. Dieser versuchte nach seinem Säbel zugreifen, aber der Kutscher hielt ihm die Arme an den Schultern fest. Schnell erschi n jetzt ein Offizier mit Mannschatten, arretirte den Kutscher und stellte zwei Posten neben den Wagen. Von der Kasernenwache brachte ihn später ein Kommando von zwei Mann(!) nach der Polizeiwache- N. Drei Unglücksfälle ereigneten fich vorgestern und gestern in dem kurzen Zeitraum nur weniger Stunden. Einen Armbruch erlitt der in der Schönleinstraße 17 wohnhafte Arbeiter Ernst K- dadurch, daß ihm beim Holzabladen am Plan» ufer eine der schweren Bohlen auf den Arm fiel. Der Ver» unglückte wurde per Droschke nach seiner Wohnung und von da nach dem städtischen Kranken hause im Friedrichshain gebracht.— Ueberfahren und anscheinend schwer verletzt wurde Abends 6V, Uhr daS 2jähcige Kind des in der Katharinen» ftraße 10 wohnenden Arbeiters U. von einem GeichäftSwagen der Firma H, doch trifft, wie Augenzeugen verfiche n, den Kutscher keine Schuld. DaS Kind wurde nach einem Kranken» Hause gebracht.— Gleichfalls überfahren wurde gestern früh ein kleines Mädchen an der Ecke der Dresdener- und Buckower- ftraße, wo eS mit seiner Schulmappe den Fahrdamm über» schretten wollte, von einem Geschäftswagen der H.'schen Brauerei. wobei dem Kinde die Räder über beide Beine gingen. Das» selbe wurde nach der elterlichm Wohnung geschafft. „* Et« bedauerlicher Unglücksfall traf heute ftüh gegen 8 Uhr den beim Schmiedemetster K. in der Neuen König- ftraße 74 beschäftigten Lebrling Emil Z., indem derselbe mit der rechten Hand ,o unglücklich in die Bohrmaschine gericth, daß ihm der vierte Finger vollständig abgeriffcn wurde. Na» einem ihm sofort angelegten Nothverband wurde der Beschädigte nach seiner Wohnung gebracht. _. N Einet sehr schmerzhaften Operation am Halse mußte fich gestern in einem hiefigen Krankenhause ein bei einer Eisenbahn angestellter Beamter unterziehen. Derselbe hatte sich un- langst in einem Barbiergeschäft der Prinzenstraße rafiren lassen. wo kurz vor ihm ein Herr rafirt worden war, der ein große» Geschwür am Halse hatte. DaS sorgfältige Reinigen der Bar» biermesser nach ihrem jedesmaligen Gebrauch erscheint daher dringend geboten.__ GeneKts- Zeitung Ei« sechsfacher Freier.„Wer auf die HeirathSlust der Frauen und besonders der WUtwen spekulirt, der hat noch immer sein« Rechnung gefunden", so kann der Handarbeiter Ehregott Ernst Herold aus Kleinforst sagen, wenn er auf die Erfolge zurückblickt, die er als sechsfacher Heirathskandidat zu verzeichnen hat. Aber wir wollen nicht vorgreifen. Am 22. Oktober v- I. kam zu der von ihrem früheren Gatten geschiedenen Frau R. in LeiSnig ein Mann, der fich Hei klotz nannte.„Ich wollte nur einmal fragen", so be» gann er,„ob Sie fich nicht wieder verthun wollten?" Frau R- schaute dem Herklotz neugierig in's Gestcht und da fie sofort merkte, was derselbe unter„verthun" verstand, fie auch nicht übel Luft hatte, wieder in den Stand der heiligen The zu treten, so erwiderte fie: Na, o ja, warum denn nicht." Und nun begann Hertloß seine Familien- und Vermögensver hältnisse des Näheren zu detailiren, um der Frau R. die Partie recht verlockend hinzuft llen. Sehen Sie, ich bin vermögend, habe ein Haus in Mügeln, das ich dann verkaufen werde, um hierher überzuftedeln. Meine Frau ist im Januar geftorben und da tönnten wir um Weihnachten herum heirathen. Ich habe zwei Kinder, die ftb auch recht freuen werden, wenn ste wieder eine liebe Mama triegen werden," so und in ähnlicher Weise schilderte Herr Herkloß seine Verhältniffe. Die Frau aber, die natürlich nicht ahnen fonnte, daß vor ihr ein Gauner der geriebensten Art saß, der von seiner verstorbenen" Frau sprach, während sich dieselbe noch des besten Wohl seins erfreute, Der Don einem Hause sprach, ohne die Frau, die von einen Heller sein eigen zu nennen alledem nicht die leisefte Ahnung hatte, betrachtete den Mann von oben bis unten und überlegte hin und her, was sie wohl thun sollte. Heirathen wollte fie wieder und ein Freier, der Hausbefizer war, tam ihr schon recht. Wer tonnte wiffen ob thr das Glüd je wieder so blühen werde, also zugegriffen! nd be Ste that dem Freier ihren definitiven Entschluß fun wirthete ihn auf's beste. Und als der Abend nahte bat fte Den fremden Mann, doch in ihrem Hause über Nacht zu bleiben und sie nicht so schnell wieder zu verlassen, fte hätten ja so noch vieles miteinander zu verabreden. Und der Fremde blieb und blieb auch den zweiten und dritten, vierten zum sechsten Tage. Dann verabschiedete er sich. Beim Fort geben sah er eine Lederhose hängen. Die tönntest Du mir eigentlich mitgeben, ich tomme ja doch zu Weihnachten ganz her!" So bat er und nahm die Lederhose mit fort. bis Wenige Tage waren vergangen, als der zukünftige Gatte der Frau R. fich wieder bei derselben einstellte und erzählte, er habe keinen Lohn ausgezahlt erhalten, ob fie ihm nicht einige Mart vorschießen könnte und die gute, leichtgläubige Frau gab dem Monne dret Mark und dazu auch ein Portes monnaie und bat ihn, ja recht bald wiederzukommen und sprach von der bevorstehenden Heirath und dergleichen Dingen mehr, aber der Mann kam nicht wieder und jest ist es ihm auch beim besten Willen nicht möglich, vor ein paar Jahren wieder zu kommen, da fich die Thore des Buchthauses bereits hinter ihm ges gloffen haben. Der Mann, von dem wir soeben ein Debut ge schildert, ist einer der raffinirtesten Heirathsschwindler. Daffelbe Kunststück, das ihm bei Frau R. so meister haft glückte, versuchte er mit fast demselben Erfolge innerhalb eines Monats bei noch vier anderen Frauen, die, sämmtlich Wittwen, fich danach sehnten, wieder einen treaen Gatten und für ihre Kinder einen Vater zu finden. Buerft ging er zu einer Frau Rr. in Gersdorf, bei der er schon im Sommer einmal nachgefragt, von der er aber damals feine bestimmte Antwort erhalten. Diesmal zeigte fich die Dame geneigter und bewirthete ihn mit Kaffee und Brödchen, dasselbe that fie, als er sich zum dritten Male bei ihr einstellte. Ferner wandte er fich an die verwittwete V. in Leisnig, sowie bald darauf an eine Frau verm. D., weiter an Frau verm. M. in Coldig. Allen diesen schwindelte er vor, er sei Haus befizer, habe Vermögen, sei Wittwer und gedenke fte zu beirathen, und alle die Frauen gewährten dem Gauner dafür Koft Nach quartier für ein oder mehrere Tage. Meift tam er dann nach einigen Tagen wieder um die Dame seines Herzens um einige Mart anzus borgen. Zwei der Frauen waren Freundinnen und ahnten gar nicht, daß fie auf ein und denselben Mann ihre Hoffnungen gefest. Endlich tam der Schwindler an eine Frau, die nicht so leicht auf's Eis zu führen war, wie ihre Vorgängerinnen. Es war dies eine Frau verw. B. in Leisnig. Unser Freund wandte fich zunächst an den Schwager derselben, dieser lis die Schwänerin rufen und theilte ihr den Antrag des Fremden mit. Wiffen Sie", sagte diefelbe jedoch zu letterem ,,, mich beirathet mit meinen elf Rindern Niemand mehr!"- Was, fuhr entrüftet der Gauner auf ,,, und wenn Sie zwanzig Rinder hätten, ich würde Sie doch heirathen!" Durch diese Betheuerung machte fich der wunderliche Freier, der es auf weiter nichts als ein Nachtquartier, Roft und einen Behrpfennig abgesehen hatte, nur noch verdächtiger. Als das Treiben des modernen Don Juan endlich zu Dhren des Staatsanwalts tam, da stellte sich heraus, daß man es mit teinem Neuling, sondern einem in dem Heirathsfache" bereits ergrauten Sünder zu thun hatte, denn Herold, so ist sein wirklicher Name, ist bereits wegen Doppelehe, sowie mannigfachen, den oben erzählten Schwindeleien ganz ähnlichen Vergehen vorbestraft. Zu der am Montag vor der hiesigen Straffammer stattfindenden Hauptverhandlung gegen Herold waren die sechs Wittwen, bei denen er als Freier gelebt, als Beuginnen geladen. Die sechs Damen, an deren Wiege wohl schwerlich die Grazien gestanden, mußten herzlich lachen, so oft fie fich gegenseitig anblidten und sich der schönen Tage erinnerten, in denen fie in den Armen des Angeklagten von Liebe und Ehe geträumt. Ein Viertelfiündchen wurde auch die Deffentlichkeit von der Ver handlung ausgeschloffen, aber was hinter verschloffenen Thüren verhandelt wird, geht uns nichts an Herklog wurde wegen versuchten und vollendeten Rüdfalle betrugs in fieben Fällen zu zwei Jahren neun Monaten Buchthaus, 600 M. Geldstrafe, event. zu einer entsprechenden weiteren Buchthausstrafe, sowie au fünf Jahren Ehrverluft verurtheilt. Außerdem wurde wegen eines anderen Betrugs Herold hatte sich bei einem Guts befizer Draufgeld erschwindelt- eine Gefängnißftrafe, die der Angeklagte früher erhalten, jedoch noch nicht ganz verbüßt hat, von 5 auf 6 Monate erhöhf. Danzig, 23. April( Sturczer Mordprozeß.) Auf Bes schluß des Gerichtshofes ist heute dem Angetlagten, der zur Beit des Mordes nur einen Schnurrbart trug, der Backen und Rinnbart abraftrt worden. Bunächst wird nochmals Amtsvorsteher Ernst vernommen. Dieser beku det: Hermann Joseph'ohn sei im Dorfe als Krafehler bekannt. Auf Be fragen des Piäftdenten giebt alsdann Hermann Josephsohn eine genaue Beschreibung von der elterlichen Wohnung. Lettere bestand aus zwei Stuben, einer fleinen Kammer und einer Küche. Am Abende des 21. April 1884 habe er fich in der Stube, in der fich Frau Reimann aufgebalten, schlafen gelegt. Frau Reimann hätte ihn fehen müffen. Wenn Frau Reimann fagt: fie babe bn nicht auf dem Bette liegend gesehen, so tönne er sich das nicht erklären. Simon Josephsoon wiederholt: Er fet am 21. April 1884 Abends zu Przybilski ge gangen. Einige Zeit darauf set auch sein Bruder Hermann gekommen. Gegen 8 einhalb Uhr sei er mit seinem Bruder Hermann nach Hause gegangen und habe auf dem Wege einen Handlungsgehilfen, Namens Kramer, und einen gewissen Gueride getroffen. Als fie nach Haufe tamen, waten außer den Familienmitgliedern noch die Frau Reimann und die Handelsmann Bernhard unverehelichte Roschiella anwesend. Handelsmann Bernhard Josephsohn( Vater der Vorzeugen) bestätigt bezüglich der Borgänge Abende des 21. Innuar dungen feiner Söhne. Frau Josephsohn( Gattin des Vorzeuger) bestätigt ebenfalls die Angaben der Vor zeugen. Daffelbe thun die beiden Schwestern des Josephsohn. am Hermann Josephsohn begegnet. Letterer tam augenscheinlich von Hause. Hermann Josephsohn giebt zu, dem Kramer an jenem Abende begegnet zu sein, allein er sei nicht von Hause gelommen, sondern nach Hause gegangen. Konditor Gehrice: Er sei an dem in Rede stehenden Abende, etwa gegen 10 Uhr, Aunächst dem Simon, etwa 300 Schritt weiter dem Hermann Josephsohn begegnet. Franziska Koschiella: Sie set am 21. Januar 1884 Abends awei Mal bei Josephsohn gewesen, zu welcher Zeit, wiffe fie nicht. Das zweite Mal sei fte ges kommen, als die Familie Josephsohn Abendbrot af. Ob Her mann Josephiohn anwesend gewesen, wiffe fie nicht.- Auf Antrag des Vertheidigers beschließt der Gerichtshof, noch einen Beugen zu laden, der bekunden wird, daß Arbeiter Mankowski ihm gesagt habe: Er erinnere fich ganz genau, daß der Mann, dem er am Morgen des 22. Januar 1884 mit einem Sacke auf dem Rüden begegnet, Hermann Josephsohn gewesen set. Minna Kofchiella: Sie sei an genanntem Abende zwischen 6 und 7 Uhr bei Jofephsohn gewesen und habe den Hermann zu Hause getroffen. Am folgenden Morgen gegen 6/2 Uhr sei fte wieder zu Josephsobn gekommen und babe den Hermann schlafend, aber angekleidet auf einem Strohsad liegen sehen Bilderhändler Wefozit: Am 21. Januar 1884, Nachts gegen 12 Uhr, sei er in Gemeinschaft mit Przybilski bei Josephsohn gewesen, um sich ein Pferd zu leihen. Hermann Josephsohn Hermann Josephsohn habe angekleidet auf der Erde gelegen und geschlafen; etwas Es wird nunmehr Auffälliges habe er nicht wahrgenommen nochmals Frau Reimann vernommen. Präs. Ich babe Sie gestern schon gefragt, ob am 21. Januar 1884 Abends Hermann Josephsohn zu Hause gewesen ist? Beugin: Ich habe ihn nicht gesehen. Präs.: Damit tommen wir nicht weiter. Frau Reimann, Sie gehören doch schon den gebildeten Ständen an, halten Sie doch auseinander, bätten Sie den Hermann Josephjohn sehen müffen, oder find Sie der Meinung: Sie haben ihn nicht gesehen, er tann aber doch zu Hause gewesen sein? Beugin: Er ist nicht zu Hause gewesen, ich hätte ihn sehen müssen. müssen. Bilderhändler Wladislaus Brzybilsti: Etwa einen Tag nach dem Morde set er bei Josephsohn gewesen. Er habe den Kopf in die hand geftüßt und nachdenkend da geseffen. Da habe Simon Josephsohn zu ihm gesagt: Weshalb bist du denn so traurig? Er habe erwidert: Ich habe Kummer. Gleich darauf habe Simon ihm ein Meffer gezeigt und gesagt: Sichst du, mit diesem Meffer ist Cybulla geschlachtet worden. Db vorher von dem Morde die Rede ge wesen ist, wisse er nicht. Er wiffe wohl, daß man die Juden des Mordes bezichtige, daß man aber speziell den Hermann Joseph ohn im Verdacht hatte, babe er nicht gewußt. Er wife nicht, ob Simon die bekundeten Worte im Scherz oder Ernst gesagt habe. b அ t Zum ruf fich wenig ver tlärlicher dagegen ist mir, daß der Mörder dem Ermorde bie Oberschenkel abgeschnitten hat; der Ermordete war ein boch aufgeschoffener Knabe, der Mö.der hat also jedenfalls Oberschenkel abgeschnitten, um das ermordete Dpfer beffer bergen zu lönnen.- Präsident: Sie haben schon gefagt gange Operation war eine solche, daß fte so mancher ausführen fann; wäre es möglich, daß ein Fleischer die D ration ausgeführt hat?- Sachverständiger: Mölich it wohl. Bräftdent: Wie lange tann die ganze Operation dauert haben? Sachverständiger: Etwa zwanzig Min Präfident: Ist es möglich, daß die Operation im und in dunkler Nacht geschehen ist? Sachverständiger: wob!- reichlofNr. 96. Bräfident: Fin Luftmord ift ausgeschloßen Nr. Sachverständiger: Wir haben in dieser Beziehung sehr ge Untersuchungen angestellt, aber nicht den geringsten dafür gewonnen. Päftdent: Nun Angeklagter, Si Dem Gutachten des Herrn Sanitätsraths sehr genau g find Sie vielleicht der Mörder gewesen?- Angell.: - Präs.: Ist Ihr Gewissen auch in der That rein? geklagter: Jawohl.- Präs.: Sie haben gehört, solcher Mord von einem Fleischer verübt sein tann? ihren Fortgan flagter: Aber ich bin es nicht gewesen. Bräf.: Wären gepflogenen V Annicht mehr un im Stande, eine solche Operation auszuführen? Nein, das fönnte ich gar nicht, dazu bin ich schon gat ruiftsche Regie geboren. Präs. Geboren brauchen Sie dazu nicht ständen desar Sie fönnen fich aber eine solche Fertigkeit angeeignet brufftsche Grenz Dr. med. Nachrichten 3 Angell.: Nein, das kann ich nicht. ( Pr. Stargardt), der dem ersten Sachverständigen bei de Romar ff's ver duktion der ermordeten Leiche affistirt hat, schließt sich belgelegenheit nic ftatteten Gutach en vollständig an. Er sei der Meinung, also nur: So Die Operation auch wohl länger als Minuten gedauert ha Theil dieses L Vertheidiger: Kann den Mord ein einzelner Mensch voll gewiß sehr ger haben, oder ist anzunehmen, daß zwei Menschen dabei tha nur zufrieden wefen find? Sachverständiger: Die Möglichkeit, b will nicht nur Menschen den Mord vollführt haben, ist nicht ausges damit zufriede es tann ihn aber auch sehr gut ein einzelner begangen nur durch eine -Gerichtlicher Chemiler Dr. Bischoff( Berlin): Votum Indien jet Amtsvorsteher zu Sturca und dem Untersuchungsrid zu beurtheilen, Br. Stargardt feien ihm einige Flaschen mit röthlicher leicht wird dies feit und verschiedene Kleidungsstüde, Säde, Pferdebed man die Unter zur Untersuchung geschickt worden. In den Flaid auf einige Ja oxydirter Effig enthalten gewesen. Auf den Säden meiden. Das ftch wohl zumeist Blutfleden, die aber alle von Ebierb In London w rührten, befunder. Auf einem( der Frau Boß gehör englisch- indisch entdeckt, diese seien aber augenscheinlich dadurch entfidem Verlust daß sich die Trägerin des Kleides mit einer Nähnade Auf einem Simon Josephsohn: Er habe dem Beugen ein Finger verlegt hatte. Tuch Jaquet habe er am altes Meffer, das zum Abfragen der Stiefel gebraucht wurde, aehörenden) Aermels Blutflecken Don Menschenblut gezeigt und gefagt: Mit einem solchen Meffer wird wohl der Anabe geschlachtet worden fein.- Przybilski: Simon hat Przybilski: Simon hat gefunden; diese waren augenscheinlich durch das genau gefagt: Mit diesem Meffer ist der Knabe geschlachtet Des Fingers entstanden. worden; der alte Josephsohn hat dieser Redensart wegen den Simon zur Rede gestellt und ihm das Meffer fortgenommen. Simon und Josephsohn( Water) stellen die lettere Bekuns dung entschieden in brede; Josephsohn( Water) sei bei jenem Vorgange gar nicht zugegen gewesen. Staates, Engla ( dem Joffeinem Verfall Ende Größe aufgef herwü ben fich lo beherrschende S fich einmal sehr mißbilligend geäußert, weil der ermatone; der E Frau Josephsohn giebt zu, inten. Desha Cybulla ihr alle Biegenfelle weglaufte. Gedroht habe nicht. Einige Beugen bestätigen dies, bekunden jedod Josephson babe gesagt: Sie werde es dem Cybulla Großbritanien mäß lauten a Daily News" Der Präsident theilt sorgen. Aehnlich habe sich auch Simon Josephsohn ein tiedliche Bell mit, das betreffende effer liege bei den Atten; es sei unterfucht worden, daß fich an demselben Blutflecken befinden. Hermann Josephsohn belundet wiederholt, er sei am 18. Ja nuar in Gemeinschaft seines Vaters und des Kaufmanns Roth jun. von Br.- Stargardt nach Sturcz gefahren und set unterwegs vom Wagen gefallen. Er habe fich dadurch der artig die linke hand verlegt, daß dieselbe start blutete. Ganz besonders habe er sich den Daumen, verlegt. Er sei unterwegs in einem Wirthshause eingelehrt und habe sich von dessen Befigerin, Frau v. Calbe, etwas zur Blutftillung geben laffen. Frau v. Calbe bestätigt diese lettere Bekundung. Ste erinnere fich aber nicht speziell, ob auch der Daumen ver legt gewesen, die Möglichkeit gebe fie aber zu. Frau Net mann: Am Sonnabend vor dem Morde habe sie bemerkt, daß Hermann Josephsohn eine schlimme hand gehabt, wie legterer Präs.: Wa: der erzählt, war er vom Wagen gefallen. Daumen auch verlegt?-Beugin: Nein, bloß die sogenannte Maus der linken Hand.- Präs.: Bei dem Untersuchungsrichter haben Sie ganz bestimmt gesagt: Der Daumen von der unteren Seite wat verlegt? Beugin: Jch erinnere mich nicht, daß auch der Daumen verlegt war. Dr. med. Linde nau( Sturca): Ich habe einige Beit nach dem Morde die Hand des Herm. Josephsohn untersucht; mir schien die Art der Verlegung, wie er fie angegeben, nicht plausibel, vielmehr hielt ich die Verlegung durch Einwirkung von Schneidezähnen verur licher? nichts. zog Beriba fchon von der Mögl ab, worüber U Affaire schwebe Schriftwechsel nung sei. Mit welche meint, um der englisc S Thornton und Bruche führen, äußert. Lepterer giebt au, eine ähnliche Rebensart haben. Er habe den Cybulle, der kein Gewerbe he Gewerbe Kontravention denunziren wollen. Fräu Josephsohn: fte habe sich einmal mit dem Schuhmad über den Mord unterhalten. Bei dieser Gelegen Lange zu ihr gesagt: der Jude mit den rothen Au dort am Wasser wohnt, ist der Mörter. Wen Langfein Grund vo meinte, wife fie nicht.- Schuhmacher Lange: Bertha den müßte. sohn tlagte mir einmal, daß ihr Bruder Hermann so langer Beit verhaftet sei. Darauf antwortete ich: wird es wohl auch gewesen sein. Bräs.: Wieso tam die Aufmerksar zu dieser Aeußerung?- Mächte wünsch Beuge: Ein Junge hat ein zählt: Am 22. Januar früh set er drei Juden begeg den ben ermordeten Cybulla getragen baben. Er habe dem einmal gehört: der Jude mit den rothen der am Waffer wohnt, habe eine Flasche; we aus derselben nur zwei Schlud trinkt, dann muß man -Präs.: Derartige Räubergeschichten werden noch maß Gladstone tommen. Der Beuge befundet im weiteren auf Josephsohn zu ihm Bef neutrale würden fte Borschlägen welche die eng இ i பு Diese Spra machen. Hermann den Mord begangen, dann hat er es jedenfalls otro nehmen, umsonst gethan. Bertha Josephsohn bestreitet Die letterwähnte Aeußerung gethan zu haben. entible Bremia" wird iner Woche so Badem Breigh, bie Ha Kreml, Bäderme unb Schablewski: Ich habe furz nach dem Morde mit Germ Fregatte Swet Josephson über den Mord gesprochen und dabei geäußert Witjas, Bojavi sacht. Bräs.: Die lettere Ursache hielten Sie für wahrschein wirst wohl auch dabei gewesen sein. Hermann antwo Sachverständiger: Für wahrscheinlich halte ich gar Sch bin nicht dabei gewesen, ich weiß aber, wo bet pie Dampferfre Ich muß bemerken, daß, wenn man in Betracht vaffict ift.- Brändent: Sagte er Ihnen nun, Bicher, Schisch Daß Hermann Josephsohn unter dem Berdacht Mord pasfirt ist?- Beuge: Ja, hinter Gappa tabt 53 fertige pen. Whitehead dis Cybullaschen Mordes ftand, man sehr wohl annehmen paffirt sein. Präsident: Wußten Sie damals Tagen ein gro Tonnte, Hermann Josephsohn habe von hinten jemandem den sich der Verdacht der Mund zuhalten wollen und sei dabei von dem Ueberfallenen Thäterschaft auf Jofe lentte?- Beuge: Nein. - Bräftdent: Wieso tame Die zwischen mit den Schneidezähnen gebiffen worden. Ausgeschloffen ist dazu, einen unbescholtenen Menschen ohne weiteres u maffen werd jedoch nicht, daß die Verlegung durch den erzählten Fall vom jeden Anhaltspunkt eines solch schweren Berbrechens Bangerfiff, Wagen er tftanden ist.- Sanitätsrath Dr. Merner( Br. Star schuldigen? Bruge: Ich war mit Josephsohn bategang auf de garbi): Die Möglichkeit, daß die Verlegung des Daumens Im weiteren befundet der Beuge auf Befragen des burch einen Big verursacht worden, ist nicht ausgeschlossen; ten: Josephsohn( Water) nebft Frau seien einmal Aben daß der Biß aber von dem ermordeten Cybulla, der einen bei dem Thieffen'schen Gasthof vorübergegangen. vollen Unterliefer gehabt, herrührt, ist nicht gut denkbar. Die Die Frau gesagt: Wenn Hermann fich nur nicht, au Verlegung kann sehr wohl durch den bekundeten Fall vom wollte. Red' nicht", habe der Mann eingewendet, 144 Wagen verursacht sein. Ich habe zur Beit die Leiche des er mordeten Cybulla obduzirt. Der Kopf, der Hals und die Finger des Ermordeten waren arg verlegt und derartig zerkragt, daß der Ermordete mit feinem Gegner zweifellos furchtbar gekämpft. Fest steht, daß die erwährten Verletzungen dem Ermordeten lebend beigebracht worden find. Da nicht festgestellt ist, daß Da nicht festgestellt ist, daß der Ermordete vor dem Morde derartige Verlegungen fich zu gezogen bat, so ist anzunehmen, daß ihm dieselben im Ringen mit seinem Gegner bei ebracht worden find. 3weitens zeigten ſich auf der Kopfhaut fleben tiefe unregelmäßige Einschnitte. Der ganze Kopf war derartig mit Blut unterlaufen, daß der Mörder in furchtbarer Weise sein Opfer bearbeitet haben muß. Cybulla muß, auch nach den Verlegungen zu schließen, ſehr schnell gestorben, zum m'ndesten sehr bald bewußtlos geworden fein. Außerdem war dem Cybulla der Hals bis auf die Wirbelsäule durchschnitten und zwar in höchft funftfertiger Weise. Eigenthümlich war auch auf dem rechten Oberarm eine llaffende Wurde sichtbar. fich nicht ausgeben, sondern sehr bald frei lommen. fohn sen. nebst Frau bezeichnen diese Bekundung als D Bekundungen des Schablewski. Frau Kommiffior mann: Hermann Josephsohn habe einmal geäußer Onopbrius Cybulla solle der Teufel holen. Daffelbe thut Hermann Josephsohn_bezüglich der vo Jm Radbrud verboten.] Ge Habicht aus seinen A Graf F Der Graf einmürzten ins habe Hermann Josephsohn ihr einmal unfittliche Antid macht und durchbliden laffen, als follte fte oder er ihren Mann bei Seite schaffen. Sie habe ferner fehen, wie Hermann Josephsohn in seir rober Weise ohnmächtig un geschlachtet und abgeledert habe, Hermann Josephsohnunten. Habich Diese Bekundungen. Die Sigung wird hier gegein. Kein V Nachmittags auf morgen( Freitag) Vormittag 9 Uhr höpfung des Sosiales und Arbeiterbewegung be Vie Bon talte Die Arbeitertolonie zu Rästorf in Hannover licht ihren Bericht über das zweite Betriebsjahr, aus me gelähmt men jemanden tödten will, dann verwundet man ihn gewöhn erfahren, daß in 2 Jahren 785 Roloniften aufgenommen ämpften Tod licht am Arme. Diese Armverwundung ist um so merkwürdi find, von denen 421 durch die Kolonie anderweitige Stell ger, als fie auch glatträndrig und in höchst kunstfertiger Weise erhielten. Welche Arbeiten dort verrichtet werden, ge ausgeführt war. Ich muß bemerken, daß nur der Rumpf und neben demselben die beiden Unterschenkel aufgefunden wurden. Die Dberschenkel waren derartig funstgemäß aufgelöst, daß da zu eine große Uebung gehört. Ebenso war der linte Unter schenkel höchst tunstfertig abgetrennt, ungeschickt dagegen war der rechte Unterschenkel abgeschnitten. Außerdem war vergangenen Monat März von 125 Roloninen geleiftet einer Zusammenstellung der 3208 Arbeitstage hervor, w ubig, ängftlic ie wechfelnber Amstehenden b Von dieser Gesammtzahl der Arbeitstage en zusammen. tulturen, 31 auf Siegelet, 22212 auf die Werkstätten( Schnuf den Arzt; 1810% auf Landwirthschaft und Meliorationen, 249 auf Schuhmacherei, Tischlerei) für eigenen Bedarf, 855 auf die Bekun merkwürdigerweise dem Ermordeten der Bauch aufgeschlitt. wesen und nur 41 auf fremde Rechnung. Diese Finib Bom Bauchaufschliten stirbt man aber unter Umständen erst zeigt, daß der sogenannten freien Arbeit durch diese? Bauchaufschligen als auch die Verwundung am Arme erst nach folonie feine Konfurrenz gemacht wird. Arbe Alles, wa inen Kräften a, er hatte blag. Bilderhändler Stanislaus Przybilski: Am 21. Januar erfolgtem Ableben des Ermordeten geschehen ist. Mein Gut zustandes wurde hier bekanntlich eine Anzahl Leute( 356 1884, Abends, waren Hermann und Simon Josephsohn etwa von 7 bis 8 Uhr bei ihm. Bunächst ging Simon, etwa 15 Minuten später auch Hermann fort. Gegen 12 Uhr Nachts sei er zu Josephjohn gegangen, um sich ein Pferd zu leihen. Her mann Josephsohn habe angekleidet auf dem Bett gelegen. achten geht also dahin: 1) Es muß ein harter Rampf zwischen dem Mörder und dem gefunden haben. 2) Ter haben. 2) Ter Ermordete muß Er hatte ersucht nach Ermordeten statt Auflaufs verhaftet, welche jedoch, bis auf drei der Flude Derartig dächtige Personen, sofort wieder auf freien Fuß gefesten Krankhe find. Ueber die sämmtlichen Straffälle wird die am Ropfe trattirt worden sein, daß er nach wenigen Minuten die Besinnung verloren habe, 3) der Tod ist durch das AufDerselbe habe eine schlimme hand gehabt; er( Beuge) wife schneiden des Halses und zwar durch Verblutung erfolgt, 4) Dagegen ist, wie der Westf. Merkur" meldet, aud b aber nicht, ob Hermann Josephsohn diese schlimme Hand schon vor dem Morde gehabt. Handlungsgehilfe Kramer: Am Abend des 21. Januar 1884, etwa gegen 10 Uhr, sei er dem Berantwortlicher Redakteur R. Brafen ein Er Er war e Die ganze Operation muß mit einem langen, scharfen Meffer lagerungszeit lein einziger Fall zu verzeichnen, welder Aufruhrs aus den§§ 113 bis 115 des Strafgesebuch ausgeführt sein. Ich habe schon gesagt: Die Verwundung am Arm und die Bauch aufschlißung ist mir ganz unerklärlich. Er. ahnden wäre. Grongeim in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthfiraße 2, Lage und der uf, am Beite Frig bega Ran hatte ihn Stern eine Belle em Ermorde te war ein o jedenfall Opfer beffe bon gefagt ncher Arzt m eischer die D Nölich ift e Operation anzig Min ation im ftändiger: Beilage zum Berliner Volksblatt. gefchlofa Nr. 96. ng fehr pe ringften lagter, Sie genau ge Angell.: t rein? gehört, da ann? f.: Wären ? Politische Uebersicht. Zum russisch englischen Konflikt. Die Situation hat fich wenig verändert, die Rüfungen beider Staaten nehmen ihren Fortgang. Nur insofern ist eine kleine Verschiebung der gepflogenen Verhandlungen zu konstatiren, als es fich jest Anicht mehr um den Angriff Komaroff's handelt denn die chon gat ruiftiche Regierung wird dessen Vorgehen unter teinen Umu nicht ständen desavouiren eeignet bruftsche Grenze. Die englische Regierung hat den vorliegenden sondern um die neu festzusetzende med. Nachrichten zufolge aum bereits auf eine Desavouitung gen bei de Romans ff's verzichtet und durchblicken lassen, daß fie diese An eßt sich bei gelegenheit nicht meiter zu verfolgen gedenkt. Es frägt fich Meinung also nur: Soll Rußland ganz Afghanistan oder nur einen dauert ha Theil dieses Landes einheimisen? Einen Theil würde England Mensch gewiß sehr gerne bewilligen, wenn der ruffische Koloß damit Dabei tha nur zufrieden wäre, aber das ist taum zu erwarten. Rußland ichleit, b will nicht nur ganz Afghanistan- vorläufig wird es freilich ausgefd damit zufrieden sein es will Indien und das tann es begangen nur durch einen Krieg mit England gewinnen. Ob der Kampf in): Bo um Indien jezt schon beginnen wird, das ist freilich noch nicht bungsrid zu beurtheilen, aber beginnen wird er früher oder später. Biel öthlicher leicht wird diesmal noch eine Einigung erzielt, vieleicht zicht Pferdebi man die Unterhandlungen auf Monate hinaus, vielleicht sogar en Flaide auf einige Jahre, auf die Dauer ist der Krieg nicht zu verSäden meiden. Das weiß man in Petersburg so gut wie in London. n Thierba In London weiß man aber auch, daß auf die Niederlage der toß gehör englisch- indischen Armee ficher zu rechnen ist und daß nur die blat ben Seemacht Englands dem russischenKoloß zu imponiren vermag. Mit urch entfi r Näbnad n Ende t dem Verlust Indiens wäre aber das Schicksal des Großträmer Staates, Englands, bestegelt. Er würde in derselben Weise Größe aufgeschwungen hat. Joje einem Verfall entgegen geben, wie es fich zu der jetzigen Die überseeischen Befißungen her würden fich lossagen von seinem Einfluß und das einst welt ch das beherrschende Britenreich würde au einer Duobezmacht herab giebt zu Der etmorte ht habe n jedo ybulla Subma Belegen ben Aug en Lang : Bertha mann f Biefo tam te ich: ge hat ein Den begegn Benba Sonnabend, den 25 April 1885. Kriegsschiffe mer den bald in der Lage sein, sich aus den Winter häfen ins freie Fahrwaffer zu begeben. Parlamentarisches. - In der Gewerbetommission des Reichs= tags tam der Antrag des sozialdemokratischen Abg. Heine zur Berathung, als§ 100g folgende Bestimmung aufzunehmen: Rein Gewerbetreibender darf, wenn er feinen Gehilfen be fchäftigt, mehr als einen Lehrling halten. Ein Gewerbetrei bender, welcher Gehilfen beschäftigt, darf auf je drei Gehilfen nur einen Lehrling halten." Herr Adermann schlug eine Refoll, Erörterungen darüber anzustellen, ob es angezeigt sei, die solution vor, wonach der Herr Reichskanzler ersucht werden Bahl der Lehrlinge, welche ein Arbeitgeber halten darf, gefeß. lich feftaustellen; ein Antrag, der von der Majorität mit 10 gegen 2 Stimmen( Dr. Baumbach und Lüders) angenommen wurde. Schließlich wurde der Antrag Heine gegen 5 Stimmen abgelehnt. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 85. Sigung vom 24. April, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Burchard und Kom miffarien Die zweite Berathung der 8olltarifnovelle wird fortgefeßt. Für baumwollene Waaren batte die Regierung nur eine Erhöhung vorgeschlagen, nämlich die des Bolles auf Spigen und Stickereien von 250 auf 350 M. Vom Abg. Grad liegt ein Antrag vor, welcher das ganze System der Gewebezölle dahin ändern will, daß je nach dem das Gewicht eines Gewebes im Verhältniß zu seiner Fläche finkt, dasselbe also feiner wird, der Boll steigen soll, ebenso soll je nach der Qualität des Gewebes, ob es roh oder gebleicht, gefärbt und appretirt oder gemustert, bedruckt und bunt gewebt ist, der Zoll steigen. " Abg. Grab: Ja Elsaß wie von den Vorständen der Vereine für Baumwollenindustrie in Nord- und Süddeutschland wrd für Verbesserung der Bollsäße auf Baumwollenwaaren petitionirt, weniger um wesentliche Aenderung der Tariffäße als um Verbesserung im Modus der Verzollung. Daß die jeßige Klaffifizirung mangelhaft, reformbedürftig und eine Quelle von Zweifeln und Differenzen ist, haben die verschiedenen Regierungs- Kommissare in der Tarifkom mission selbst anerkannt. Dasselbe Gewebe wird von dem einen Bollbeamten als dicht, von dem anderen als undicht behandelt und mit 80 oder 120 m. verzollt, so daß ausländische feine und theuere Gewebe ohne Rücksicht auf ihren Werth zum niedrigeren Saße zum Nachtheil unserer Weber bei uns eingeführt werden tönnen. Nach dem Economist" führte England in den Jahren 1883-84 über 9 einhalb Millionen Yards feine Gewebe im Werthe von 16-18 Millionen Mart in Deutschland ein. Würde bei uns die Waare nach Feinheit, Werth und Gewicht für eine bestimmte Fläche verzollt, so wäre damit die Einfuhr aus dem Auslande gehemmt und für einige tausend deutscher Weber Arbeit geschaffen. Feine Gewebe erfordern bei demselben Gewicht viel mehr Arbeit als geringe; so haben wir bei schönem Drgandi für Ballkleider bis 600 M. Herstellungstoften, bei gewöhnlichee Cretonne für Hemdenstoffe 50 Mart; gleichwohl wird bei den icßigen Tariffäßen das werthvollere feine Gewebe, das 12mal so viel Arbeit erfordert und nur von reicheren Leuten gekauft wird, mit 2, das geringe mit 17 Bfg. reicheren Leuten gekauft wird, mit 2, das geringe mit 17 Bfg. pro Meter verzollt. Tausende von Handwerkern im Elsaß und am Rhein find ohne Beschäftigung, die bei einer rationellen bandhabung der Tarifsäße Arbeit haben würden. Wir würden der Regierung dankbar sein, wenn sie unsere Vorschläge prüfen und die nothwendige Reform mögli ft bald veranlassen wollte. finten. Deshalb das cangen und Bangen des Herrn Glad stone; der Einsatz ist hoch, es handelt sich um die Zukunft Großbritaniens. Der vorstehend ausgesprochenen Anficht ge mäß lauten auch die neuesten Nachrichten aus England. Die Daily News" schreiben: die hauptsächlichste hoffnung auf eine friedliche Beilegung der Schwierigkeiten hänge gegenwärtig von der Möglichkeit einer Grenzregulirugg auf breiterer Bafts ab, worüber Unterhandlungen, abgesondert von der Bendjeh Affaire schweben. Die Daily News glauben indeffen, daß der Schriftwechfel mit St. Petersburg noch nicht ganz ohne Hoff nung fei. Mit weniger Zuversicht spricht fich die ,, Times" aus, welche meint, daß Rußland kaum einen Schritt thun werde, um der englischen Regierung entgegenzukommen. Es sei jedoch Tein Grund vorhanden, weshalb die Krists plöglich afut wer den müßte. Selbst die Abberufung der englischen Botschafter Thornton und Staal würde nicht gerade zu einem endgiltigen Bruche führen, sie würde jedoch die Situation atzentuiren und die Aufmerksamkeit anderer Mächte wachrufen. Wenn diese Mächte wünschten, den Kampf abzuwenden, der Tausende in Den neutralen Staaten finanziell ruiniren würde, fo Er habe würden fie gut thun, Rußland ชน bewegen, mit rothen Vorschlägen für ein Kompromiß hervorzutreten, he; wen welme die englischen Minister ohne Schande erwägen könnten. Diese Sprache der offiziösen Organe zeigt ganz deutlich, Daß Gladstone gewillt ist, soweit wie möglich Bugeständnisse machen. In Petersburg richtet man sich danach ein; man pird nehmen, was irgend za nehmen ist. Nach der Nowoje Bremja" wird in Kronstadt mit haft gearbeitet." Binnen iner Woche sollen zum Dienst fertig sein: die Panzerfregatte Breigh, die Halbpanzerfregatte Herzog Edinburgh, die Panzerbatterie Kreml, die Monitors Typhon, Latnil, Bronenoses, die Fregatte Swettana, die Korvetten Bajan, Bogatyr, Asfold, Witjas, Bojavin, der Kreuzer Europa, der Klipper Shemtschug, mo de pie Dampferfregatten Olaf und Rurif, die Kanonenboote Burja, n nun, Bicher, Schischit, das Torpedoboot Weryw so daß in Kron tadt 53 fertige Schiffe und ein paar Dußend Minenboote nach Gappa Dem Whitehead System liegen würden. In Abo soll in diesen te Damal auf Jo Lagen ein großes eisernes Kanonenboot vom Stapel laufen. tejo tam Die zwischen Kronstadt und Smeaborg befindlichen Eis. erbrechens Bangerschiff, Peter der Große" Sweaberg erreichen tann. Der biobn begang auf der Newa hat bereits begonnen und die russischen Ar nuß man noch meh n auf Be Bu m gefagt jedenfalls ceitet entfchie Bäderme de mit be bei geäußert ann antwo iteres unb n des D maffen werden mittelft Sprengpulvers gesprengt, damit das ngen. Rachbruck verboten.] mal Aben nicht, au pendet, men." ung als ch der o ommiffior geäußer 144 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forfesung.) Habicht konnte diesen Anblick nicht länger ertragen, 1. Jm us feinen Augen strömten Thränen. tliche Antil fie ober b ver Graf Fergus!" rief er, was beginnen Sie?" Der Graf fiel wie vom Blitz getroffen zurüd. Sie Kommiffarius fächftscher Geh. Rath Böttcher: Um zu übersehen, welche Einwirkung die Annahme des Antrags Grad auf verschiedene große Industriezweige, z. B. auf die Wäsche, fabrikation 2c., haben würde, find noch umfaffende Erhebungen nothwendig, die schwerlich bis zum Schluß dieser Seifton er lebigt werden können. Ehe die Regierung aber die Ergebnisse Dieser Erhebungen nicht fennt, ist sie nicht in der Lage, zum Antrag Grab Stellung zu nehmen. getragen. Nur Weniges davon nahm er zu sich; er sehnte fich nach Ruhe. Völlig angekleidet legte er sich auf sein Bett, für den Fall, daß, wenn man ihn in der Nacht noch einmal rufen sollte, er sogleich bereit sei, dem Rufe zu folgen. Der Schlaf ließ nicht lange auf sich warten; es war aber jener Schlaf, so schwer, so unruhig, aus dem man durch Thränen und Seufzer bald wieder aufgestört zu werben fürchtet. So schlief er ein, das Gesicht nach dem Ramin zuge II. Jahrgang. Abg. Broemel: Der Kommission präsen tirte fich dief Antrag als ein bescheidenes Veilchen, jezt ist er zur vollen Päonie' aufgeblüht. Dort wurde nur eine Klaffifilation mit awei, jegt wird eine mit drei Klaffen für die Gewebezölle ver langt. Auch in der Kommission wollte Abg. Lohren drei Klaffen herstellen, aber in engeren Grenzen mit einem Boll von 240 M. als Maximum, während er jest bis auf 280 M. steigen foll. Der Abg. Grad beantragte das schon vor sechs Jahren, und eine Dentschiift aus Müihaufen unterstüßt diese Wünsche. Begründet find fie nicht. Daß so unbestimmte Ausdrücke, wie ,, dichte" oder ,, undichte" Gewebe, einen gewiffen Spielraum für Das Verfahren der Zollbeamten schaffen, ist zuzugeben. Aber diese Bestimmungen find so alt wie unser Bolltarif überhaupt; fte wurden auch 1879 nicht geändert, wo gerade kurs vorher die Baumwollen- Enquete ein zum Theil neues und ausgiebiges Material zur Beurtheilung dieser Frage geliefert hatte. Wie wäre es zu rechtfertigen, heute plöglich auf eine so tief eins schneidende Aenderung der Klaffifitation einzugehen, ohne daß neues Material dafür vorliegt? Die Einfuhr aus dem Aus land, die nur bei einzelnen Artikeln von Belang ist, bei starkem Export deutscher Baumwollen gewebe, ist in den letzten Jahren durchaus nicht gestiegen, und nichts drängt zu einer neuen Klaffifilation, noch viel weniger au einer Bollerhöhung. Im gegenwärtigen Stadium unserer Verhandlungen werden die Herren gewiß auf die Erledigung ihrer Anträge verzichten. ( Beifall.) Abg. Grad zieht mit Rücksicht hierauf seinen Antrag zurüd. Die Bollerhöhung für Spißen und Stickereien von 230 auf 350. wird angenommen. Auf Schmirgeltuch, bisher zollfrei, soll nach der Vor lage ein Eingangszoll von 6 Mart gelegt werden. Abg. Broemel: Es giebt im Bolltarif Artikel, an denen eigentlich nur der Feinschmecker seine Freude haben kann. Was für den tulinarischen Gourmand die Schnepfe, das ist für den zollpolitischen Gourmand das Schmirgeltuch. Wo der harmlofe Gaft fich mit Grausen wendet, da genießt der Kenner wohlgefällig mit allen Sinnen das, was das höchste Raffines ment herzustellen vermag. Das Schmirgeltuch nahm bisher eine aparte Stellung ein; die Bollgefeßgebung legte Werth darauf, es nicht durch den Zoll zu vertheuern, vielleicht des halb, weil es für die Maschine ist, was die Seife für den menschlichen Körper, und man, wie aus dem Seifenverbrauch nach Liebig auf den Kulturzustand, aus dem Verbrauch von Schmirgeltuch einigermaßen auf die Entwickelung des Maschis nenwesens schließen darf. Der Rohstoff dazu, ein robes Ge webe, ging zollfrei ein, wurde bearbeitet, um den Schmirgel aufzunehmen und durch Auftragung desselben als ein vollständiges Fabrikat hergestellt. Auch das fertige Schmirgeltuch geht zollfret bei uns ein, und diese fletne Dase des Freihandels soll beseitigt werden, eine blühende Industrie für schutzzollbedürftig erklärt wird; weil das rohe Gewebe den Gewebe zoll zu tragen hat, darum m ß auch das fertige Schmirgeltuch 6 Wit. per 100 Kilogramm zahlen. Von den betreffendenden Fabrikanten lie gen uns auch Anträge in gleicher Richtung vor. Einer der Herren hatte fich an mich gewendet in dem Glauben, daß ich Führer der Schutzollpartei sei( Heiterkeit), und schrieb mir, den er für einen Bundes- und Geftnnungsgenossen hielt, es sei ganz außer Frage, daß die deutsche Schmirgeltuchfabritation bedeutende Fortschritte gemacht habe, mit ihrer Waare zum großen Theil das Ausland versehe und auch sogar auf dem englischen Markt vertreten fei; zugleich habe fich das auslän bische Fabrikat in den legten Jahren verschlechtert, weil es Durch die Transportkosten wie durch den Rückgang der Preise deutscher Waare fich nicht mehr tonturrenzfähig halten fönne. Es ist unmöglich, una veideutiger und überzeugender nachzu weisen, daß seine Branche feines Schußes bedarf, wie dieser Fabrikant es gethan hat. Alle Interessenten standen sich bei Dem bisherigen Bustand gut, die das Schmirgeliuch machten und die es brauchten. Aber die schußzöllnerische Aesthetit nahm Anstoß an der Bollfreiheit eines fleinen Artikels im Tarif und mußte fte außmerzen, um ihre Theorie in ein voll ständiges System zu bringen. Vielleicht wird uns wieder Je mand Dorrechnen, daß die Vertheuerung des Schmirgeltuches durch den Boll noch nicht 1/1000 Pf. auf das Faß Bement oder das Meter Seidenwaare ausmacht; aber Bollbelaftung n setzen fich wie Körper aus Atomen an der Wand abmalte; nur schien dies ein verzerrtes Bild desjenigen zu sein, das ihm vorschwebte. Das vorgeschobene Kinn, das ungeordnete Haar, der emporgeredte und vorwärts gebeugte Hals war anders; aber bas Charakteristische dieses Profils mußte er durchaus schon in einem andern Antlig gefunden haben. der Here. ferner ein Hürzten ins Zimmer hinein, um ihm zu helfen. Völlig wendet, dessen flackernder Schein sich über den Fußboden wärmte sich am Kaminfeuer. Weise ei Ohnmächtig und kraftlos war er neben dem Bette hinge- ergoß. fepbfohn unten Habicht hob ihn auf und legte ihn in das Bett hin hier gegen ein. Kein Widerstand zeigte sich eine völlige Er 9 Uhr egung. annover o höpfung des Kranken war eingetreten. thr, aus me gelähmtDeitige Stell verden, gebt Vierundzwanzigstes Rapitel. Bon faltem Schweiß gebadet, das Auge brechend, die -fo lag Graf Fergus da, und in ihm genommen ampften Tod und Leben. Sein Athem, bald furz, un uhig, ängstlich, bald langsam und tief, bezeichnete allein ie wechselnden Phasen dieses entsetzlichen Rampfes. Imstehenden blickten einander an, auch ihre Brust schnürte Angftvoll, bilfeflehend, richtete Habicht seinen Blick bervor, weld geleiftel beitstage zusammen. en, 249 auf Die ätten( Schnuf den Arzt; Frizz aber hatte keine Antwort, als ein f855 auf felzucken. Diefe Finthe Diese Arb Des Belager Leute( 35 befchädigung Alles, was Kunst und Wissenschaft vermag, was in inen Kräften stand, hatte er gethan und nichts versäumt. a, er hatte vielleicht mehr gethan, als ihm zu thun blag. Er hatte trotz der Angst der Betheiligten zu forschen Nach kaum einer halben Stunde war das Feuer seinem Erlöschen nahe, und wie es dann geschieht, warf die von Seit zu Zeit sich aufraffende Flamme große tothe Streif lichter, an den Wänden empor, die seine Augen belästigten. Verloren in unordentlichen Träumereien öffnete er die Augen, um zu sehen, was diesen Wechsel von Licht und Finsterniß veranlaßte. Da aber wartete seiner die seltsamste, ungeahnteste Ueberraschung. Auf der am Ramin gegenüberliegenden Wand, schwach erhellt von einigen noch glimmenden Kohlen, hob sich ein schwarzes Profil ab. Frizz hatte das Profil schon einmal gesehen. Vor awei Jahren, als er mit Habicht über die Schneefläche ritt, dem Schloffe M'Donuil zu, da hatte er das Profil gesehen, das er seitdem nicht vergessen hatte. Was sich hier an der Wand abmalte, das war der Schattenriß der schwarzen Here. et der Flucht nach der geheimnißvollen Ursache dieser unheim nicht eine bloße Traumphantafie sei. Fuß gefepten Krankheit, bie anscheinend nun dem Leben des wird die urtheilen n, welcher Brafen ein Ende machen sollte. bet, aulage und der Aufregung dieser Nacht. Er trug Habicht rafgefegbud ctue Bell Er war erschöpft von den Anstrengungen der legten uf, am Beite des Kranken zu wachen. Friz begab sich allein nach dem Donalbthurm zurüd. Ran hatte ihm bort inzwischen ein faltes Abendessen auf Wachte er wirklich? Er fuhr sich mit der Hand über die Augen, um sich zu überzeugen, daß das, was er sah, Faft glaubte er das lettere, denn die Züge erinnerten ihn noch an eine andere Person. Wo hatte er ähnliche Büge schon gesehen Er fonnte sich nicht darauf besinnen; und doch hätte er darauf schwören mögen, daß er bereits ganz anderswo als in M'Donuil und seiner Umgebung ein Profil gefehen habe, demjenigen sprechend ähnlich, das dort der Schatten das Alles Friß wandte kein Auge von der unheimlichen Gestalt Sie faß da, niedergehockt auf einer Fußbant, und Die Seltsamkeit der Erscheinung an sich, und noch mehr die Ueberzeugung, von welcher er sich nicht frei machen fonnte, daß er mit dieser Frau schon irgendwo in Berührung gekommen, ließen den jungen Doktor immer noch zuweilen an eine Sinnestäuschung glauben, und daß es eine natürliche Folge seiner Gedankenbeschäftigung seit mehreren Tagen sei, ein reines Phantasma, aber keine Wirklichkeit. Er richtete sich auf, stüßte sich auf seinen Ellenbogen und beobachtete mit Augen, die sich vor Grauen weit öff neten, unverwandt die sich darstellende Erscheinung. Nein, nein, das fonnte keine Sinnestäuschung sein, feine Folge der Ueberreizung seiner Nerven. Das war Wirklichkeit. Es war die Here! Ruhig, unbeweglich saß sie, die Beine gekrümmt unter ihre Arme hinaufgezogen, so wie er sie das erste Mal da draußen auf dem Schnee gesehen hatte, mit ihrem langen, vorgebeugten Halse, ihrer Molernase und zusammengefniffe nen Lippen, dem vorgeschobenen Kinn, das der unteren Partie etwas Naubthierartiges verlieh Friß graute. Wie war die Alte hier hereingekommen? Wie hatte sie überhaupt ins Schloß kommen fönnen? Wie in diesen Thurm, der sich so hoch über dem jähen Abgrund befand? Habicht's Erzählungen von der geheimnißvollen Macht dieser Alten schienen vollkommen gerechtfertigt. Der Auf tritt mit Ajag an eben diesem Drte, wie er so wüthend gegen die Wand sprang, fuhr ihm wie ein Blisstrahl durch Das Gehirn. ( Fortfegung folgt.) zusammen, die sich schließlich zu einer Laft summiren, und wir werden, wenn Sie auch diesem Zoll um der Gering, fügigkeit der Sache willen Jbre nie versagende Sympathie zu wenden, auch diesen kleinen Boften in das große Buch einzu tragen haben, in welchem trop aller Anpreisungen der herr schenden Wirthschafte politik die Lasten gebucht werden, welche unsere nationale Arbeit um dieses Systems willen zu tragen bat.( Beifall links.) Kommiffar Geh. Rath Kraut bittet um Annahme des Bolls, weniger um die Schmirgeltuchfabrikation zu schüßen, als fte in die Lage zu sezen, deutsche Gewebe zu verwenden; während sie bisher ihre Gewebe zollfrei aus dem Auslande bezog. Der Zoll wird angenommen. Für Leinengarn besteben jest folgende Bollsäge: 1. bis Nr. 5 englisch 3 M, 2. Nr. 5-8 englisch 5 M., 3. Nr. 8-20 englisch 6 M., 4. Nr. 20-35 englisch 9 M. und 5. über Nr. 35 englisch 12 M. Die Vorlage will die beiden ersten Staffeln in eine au sammenfaffen und mit 5 M. Boll belegen. Die Kommiffion beantragt, auch die Staffeln 3 und 4 zu einer Staffel mit 9 M. Boll zu vereinigen. Die Abag. Reich und Genoffen beantragen, es bei den jezigen Bolliägen zu belaffen. Abg. Graf Stolberg Wernigerode spricht fich im Interesse der schlesischen Weberei gegen die Bollerhö hung aus. Kommiffar Geheimer Rath Böttcher ersucht um unveränderte Annahme der Vorlage und um Ablehnung der von der Kommission vorgeschlagenen Erhöhung und des Antrages Reich. Abg. Witt wünscht blehnung der Bollerhöhung. Es ist kein Schuß nationaler Arbeit, wenn man den Spinnern etwas giebt und den Webern und der Hausindustrie um so mehr nimmt. Des Einen Brod ist des Andern Tod; oder nach Friz Reuter Wat den Eenen fien Uhl is, is den Andern ften Nachtigal." Die Spinnereien bedürfen feines größeren Schußes; fie befinden sich zur Beit ganz wohl; in viel prefärerer Lage find die Weber, die man um so weniger Anlaß hat, noch weiter zu schädigen. Gerade die Handweberei ist eine eminent nationale Arbeit. Abg. Lohren bittet um Annahme der Kommiffions vorschläge. bg. Kalle befürwortet den Antrag Reich, sowie fol gende von ihm und dem Abgeordneten Witte eingebrachte Resolution: den Reichskanzler zu ersuchen, Schritte zu thun, um die Rückzahlung des von deutschen Koloswaarenfabrikanten feit dem 1. Januar 1884 gezahlten Bolls auf Kolosgarne, soweit die betreffenden Garne zur Fertigung von Decken und ähnlichen Gegenständen Verwendung fanden, herbeis zuführen." Abg. v. Heereman ist ebenfalls gegen die Bollerbö hung, für welche er fein Bedürfniß anerkennen tann. Die Spinnereien befinden sich unter der Gesetzgebung von 1879 außerordentlich wohl und haben erhebliche Dividenden ge bracht. Dagegen sei es höchst bedenklich, den an fich schon schlecht gestellten W: bereien die Existenzbedingungen noch zu erschweren. Jn demselben Sinne äußert sich Abg. Buddeberg, welcher namentlich darauf hinweist, daß durch die Zollerhöhung nur einige Großbetriebe begünstigt werden, während auf der anderen Seite, die geschädigt wird, fich sehr viele handwerks mäßig betriebene Kleine Webereien befinden. Abg. Benzig bittet, diese Bollerhöhung abzulehnen, die ficher mehr Schaden anrichten als Nugen stiften wird. Unter dem Schuge einer alten föniglichen Verordnung, welche für ben Grenzverfehr bedeutende Erleichterungen einräumt, hat sich in der Laufig eine Industrie entwickelt, deren Fabrikate, grobes Sadleinen, Buntleinen u. f. m. in nicht unbedeutenden Quan titäten rportirt werden. Diese Industrie wird geschädigt, wenn jegt der Bezug grober Garne aus Böhmen vertheuert wird, und sie kann auch nicht ohne Weiteres zur Fabrikation feiner Waaren übergehen. Abg. Witte weist darauf hin, wie durch Bundesraths beschluß vom 6. Dezember 1883 aus zolltechnischen Gründen aus dem amtlichen Waarenserzeichniß die Anmerkung gestrichen set, wonach Kotosfasern, welche behufs ihrer Verwenbung als Material zur Fertigung von Seilerwaaren, Deden oder dergleichen in Strängen zusammengedreht find, wie lose Fasern behandelt werden sollen. Dadurch sei der Haupt obstoff einer jungen mit Mühe gegen die Konfurrenz des Auslandes ankämpfenden Industrie plöglich mit einem Boll von 6 M. per 100 Kilogramm belegt worden, der mit Rücksicht auf den( Bewichtsverlust und die Bollkosten der Badurg noch 12-15 pet. höher set als der Boll auf die aus dem Rohrstoff hergestellten gewöhnlichen Fabrikate. Lebhafte Reklamationen feitens der Interessenten haben dahin geführt, daß man den Boll für die Garne, die für Erportwaaren nach weislich verwendet würden, erließ und nach der vorliegenden Novelle sollen die zur Fabrikation von Deden dienenden Kokosfasern auf Erlaubnißschein unter Kontrole ganz freigegeben werden. Indeffen verlange die Billigkeit und Rücksicht auf die Interessen der einheimischen Arbeit, daß der durch den er wähnten Bundesrathsbeschluß angerichtete Schaden dadurch ausgeglichen werde, daß der vom 1. Januar 1884 bis zum In trafttreten der Novelle für Rofosgarn gezahlte Boll den Fa brikanten zurückerstattet wird. Staatssekretär v. Burchard bittet, diesen Antrag abzulehnen. Die Gründe, welche den Bundesraths beschluß veranlaßt haben, find in der Kommission und den Motiven eingehend auseinandergefeßt und an fich als nicht unberechtigt aner fannt worden. Als Beschwerden einliefen, daß der Export unter der getroffenen Maßregel leide, find Einrichtungen getroffen, welche Abhilfe gebracht haben. Dagegen ist der Bun Desiath allerdings nicht in der Lage gewesen, für den iniändischen Berkehr Erleichterungen zu verschaffen. Wenn jest aber noch ganz allgemein die Rückzahlung des seit dem 1. Januar 1884 gezahlten Bolles verlangt wird, so kann dem nicht ent sprochen werden. Ein Sollerlaß pflegt nur aus Billigkeits. gründen und nur da zuerkannt zu werden, wo ein pofitiver Schaden vorliegt. Das müßte in der vorliegenden Angelegen heit also in jedem eina Inen Falle erwogen werden. Es müßte zum mechanischen Arbeiterbetrieb überzugehen. Man scheint auch ganz zu vergessen, daß die Handweberei zumeist in solchen Händen ist, die nebenbei noch etwas Ackerbau betreiben. Ich verkenne nicht, daß die Frane, ob die Handweber ihren Kampf gegen die mechanische Weberei fi greich bestehen werden, eine fontroverse ist. Aber wenn dieselben nur verlangen, daß ihnen ihr Kampf nicht erschwert werde durch die Gesetzgebung, so tann sich nur der nackte Vertreter des Kapitalismus( Heiter teit) gegen diese Forderung der armen und ärmsten Handwerker verschließen. Abg. Kalle hebt hervor, daß die Verzollung von Kolosfasern in Strängen nicht auf dem Gesez, sondern auf einem einseitigen Bundesrathsbeschluffe b ruhe. Es soll durch den von ihm gestellten Antrag die Untersuchung jedes einzelnen Falles feineswegs beschränkt werden. Abg Graf Udo Stolberg erklärt, daß er nicht gegen die Erhöhung der Garnzölle überhaup, sondern nur gegen die von der Kommission beschloffene, über die Regierungsvorlage hinausgehende Bollerhöhung gesprochen habe. unserer Staat vinzialordnung für Hessen Nassau fo zu erstreben, zwar bei Art. III. B. 5( Befugnisse und Obliegenheit ich um unver Kommunallandtage). Die Vorl Abg. v. Meyer Arnswalde( lons.) febt f Es folgt anlaßt, den gestrigen Ausführungen des Abg. Windibo die Kanto die Landräthe entgegen zu treten, denen er vorgeworfen über welchen fie von wirthschaftlichen und kommunalen Verhältnis mission münd verständen, daß fie bureaukratisch veranlagte und bureau die Annahme geschulte Beamte seien und daß aus der alten Stung und d Landräthe nichts mehr vorhanden set. Der Landrath pflegung und führt er aus, noch heute der unabhängigfte Beamte des richtlichen St schen Staates. Die Aeußerungen Windthorsts bewiesen übergehen fol eine feindselige Stimmung gegen die Landräthe vorhan Die Aba und diese Stimmung sei so alt, wie der Barlament Erstattung be überhaupt. Der Haß gegen v. Manteuffel fet einfach die Kommiff Landräthe übertragen. Es sei tein Beweis dafür keineswegs daß von den Landräthen irgend etwas Inforte langt worden sei. Wenn man wolle, daß der Land Großgrundbefizer sein soll, dann möge man es off Abg. Dr. Windthorst erwidert, daß der seine gefirigen Ausführungen absolut misverstanden habe kein tadelndes Wort über die Institution der gesprochen, nur über die Verhältnisse in Hannover had geäußert. Die Debatte wird geschloffen und die Regierungssprechen. Vorlage angenommen. Ueber den Antrag Kalle wird erst in dritter Lesung abgestimmt werden. Für gefärbtes, gedrudtes, gebleichtes Garn hat die gebleichtes Garn hat die Regierung eine Erhöhung nicht vorgeschlagen, sondern nur für atlommodirten Nähzwirn eine Bollerhöhung von 36 auf 70 Mart. mit Abg. rege ist für die Regierungsvorlage. Abg. Broemel: Gestern ist für baumwollenen Näh. faden eine Erhöhung beschlossen worden; daffelbe Schicksal wird heute wohl der leinene haben. Gestern handelte es sich um Garn, das hauptsächlich mit der Nähmaschine, heute um solches, das hauptsächlich Der Hand, Don Aber auch Schneidern und Schustern, verarbeitet wird. die Vertheuerung dieses legteren Garnes würde lediglich auf den armen Arbeitern laften. Die Lage der Leinzwirnerei ist vielleicht etwas ungünstiger als die der Baumwollzwirnerei; aber wir haben erlebt, daß trot hoher Garnzölle die Lein amirnerei recht barni derlag, während fie in den legten Jahren Aerade einen erheblichen Aufschwung genommen hat. Auch der Import des Leinenzwirns hat keineswegs so zugenommen, daß Dadurch eine Bollerhöhung gerechtfertigt wäre. Abg. Buddeberg: Der Vorredner hat nicht nicht in Allem Recht. Es ist durchaus irrationell, die leinenen Näb garne geringer zu verzollen, als die baumwollenen. Der Werth Der leinenen Garne ist viel größer; ihre Herstellung viel schwieriger. Auch ist die Qualität der deutschen Garne so gut wie die der ausländischen. Das beweist der Umstand, daß die deutschen Garne vollständig mit den englischen tonfurriren tönnen; aber die Konkurrenz mit Belgien ist wegen der dortigen Ausdehnung der Kinderarbeit erschwert. Die Einfuhr des Leinengarns ift erheblich gestiegen, namentlich seit dem Jahre Leinengarns ist erheblich gestiegen, namentlich seit dem Jahre 1881. Auch dies ist ein Grund, das Leinengarn besser zu fchüßen als bisher. Abg. Broeme I: Rch begreife Ihre Freude( nach rechts) barüber, daß ich mich mit einem meiner Fraktionsgenossen über Diese Frage auseinanderseßen muß. Ich halte es burchaus für ungerecht. wenn durch diesen Boll den Arbeitern eine neue Die Hauptmasse dieser leinenen Steuer auferlegt wird. Garne, die der Boll schützen soll, ist geringer Qualität. Bei feinen Mittheilungen über das Steigen des Imports hat der Vorredner vergessen, daß im Jabre 1879, in Voraussicht des Bolles, ein großer Vorrath eingeführt wurde. Seitdem ist die Einfuhr feineswegs gestiegen. Die Regierungsvorlage wird angenommen. Die von der Regierung vorgeschlagene Bollerhöhung für Seile, Thaue und Stricke von 6 auf 10 bezo. 24 Mt. wird ohne Debatte genehmigt. Für ungefärble, unbedruckte, ungebleichte Leinwand, 8willich, Drillich stuft fich jest der Boll nach der Fadenzabl einer Gewebefläche von 4 Quadrat Bentimetern ab: 1. bis 16 Fäden 6 Mt., 2. von 17-40 Fäden 12 Mt., 3. 48-80 Fäden 24 m, 4. 81-120 Fäden 36 Mr., 5. mehr als 120 Fäden 60 Mt. Die Vorlage will die Nr. 1 und 2 zu einem Bollsage von 12 Mt. zusammenfaffen, im Uebrigen eine Bollerhöhung nicht eintreten lassen. Die Kommission hat wiederum die Trennung vorgenommen, will aber eine Erhöhung der Zollsäge von 6 auf 9 und von 12 auf 18 Mt. Der Abg. Frege will den Bollfaß unter Nr. 3 und 4 von 24 und 36 Wt. auf 36 beam. 48 Mt. erhöhen. Abg. Dr. Frege tritt für seinen Antrag ein, da keine Intereffen der Bollerhöhung entgegenstehen. Abg. Frhr. v. Heereman bittet um Ablehnung des Rommissionsantrages und Annahme der Regierungsvorlage. Abg. Buddeberg: Durch die Bollerhöhung würden Die geringeren Qualitäten der Leinenwaaren erheblich vertheuert. Schon jetzt ist Deutschland der Export von groben Leinen waaren nach Südamerika verloren gegangen, ein erhöhter Boll würde bei den Spinnern das Verlangen nach höherem Schut hervorrufen und schließlich zum Flachszoll führen. Ich bitte deshalb die Bollerhöhung abzulehnen. Geheimrath Böttcher: Die Aenderungen find lediglich getroffen, um den Bollbeamten die Kontrole zu erleichtern, er bitte daher, für die Regierungsvorlage zu stimmen. Abg. Broeme I: Der 1879 eingeführte Boll droht jetzt den geschüßten Fabrikanten selbst gefährlich zu werden. Die bestehenden Aktiengesellschaften haben ganz enorme Gewinne gemacht, einzelne haben sogar in zwei Jahren ihr ganzes Attienfapital verdient. Dadurch find eine Menge Neugründungen in der Jutemeberei hervorgerufen worden, so daß diese In dustrie dicht vor der Ueberproduktion steht. Vom Ausschusse Der Leinenindustrie wurde eine Bollerhöhung beantragt aus Furcht vor Erhöhung der Garnzölle, da eine solche aber nicht stattgefunden hat, so hat die Industrie selbst kein Jntereffe mehr an einem erhöhten Schuß. Ich bitte die bisherigen Bollfäße beizubehalten. Abg. Frege zieht darauf seinen Antrag zurück. Das Haus lehnt die Kommissionsvorschläge ab und ge nehmigt die Regierungsvorlage. Für Damast will die Vorlage einen Boll von 120 Mr., die Kommission einen solchen von 150 Mt. Der Abg. Let och a empfiehlt die Bollerhöhung, indem er Abg. v. Rauchhaupt( tons.) ist der Ansicht, Sache in Hannover dadurch nur verschärft werde, Landräthe als Kandidaten auftreten, um in den landtag gewählt zu werden. Pr Nach einer furzen Erwiderung des Abg. Dr. wird die Nr. 5 genehmigt, ebenso die Nr. 8 und 9, d Die Art. IV, V, VI und VII. Art. Vill regelt die Einte des bisherigen Stadtkreises Frankfurt a. M. in den nalverband des Regierungsbezirks Wiesbaden. Abg. Wirth beantragt die Einfügung folge ftimmung:„ Kommt ein solches Uebereinkommen bis 1886 nicht zu Stande, so geschieht die betr. Regelu es sich dabei um die Feststellung der Grundfäße han denen über das Vermögen und die Erträgnisse der n Landesbank und naffauischen Spartaffe fünftig Bef treffen ist, durch Gesez, im Uebrigen im Wege tonig ordnung". alb eine Der Antragsteller befürwortet seinen von dem Regierungs- Kommiffar, Geb. Rath sproben wird. Es handle fich hier lediglich um richterliche Entscheidung darüber, wie die beiden La demnächst an den Vermögensobjekten der betreffenden zu partizipiten baben. Die geeignetste schiedsrichte hörde sei zweifellos die Verwaltungsbehörde in th Infianz. Es laffe fich dadurch nichts rechtfert Frage prinzipiell der Gesetzgebung zur Entscheidung weisen. Abg. Westerburg( dfr.) bittet gleichfalls um des Antrages Wirth, wesentlich aus prinzipiellen Bedenken. Abg. Dr. Lieber. Montabaur( Sentr.) bef gegen den Antrag, während Abg. Schreiber a Gründen fich gegen denselben erklärt. Der Antrag Wirth wird hierauf abgelehnt sowie der Rest oer Vorlage unverändert genehm Es folgt die erste und zweite Berathung wurfs, betreffend eine Erweiterung der dem Fina theilten Ermächtigungen in Bezug auf die Anlei staatlichter Eisenbahnen. Male Der einzige Paragraph der Vorlage lautet: Die dem Finanzminister in Bezug auf die staatlichter Eisenbahnen in dem Gesez vom 17. Ma in den beiden Gesezen vom 23. Februar 1885 e mächtigungen werden wie folgt erweitert: erfol Der Finanzminister wird ermächtigt, den Inh Schuldverschreibungen 5 oder 4 pros. Eisenba deren Kündigung nach den Anleihebedingungen vor der Kündigung auch die Belaffung dieser Schul bungen unter Herabseßung des Binsfußes auf 4 pot gen aber unter Aufrechterhaltung der bisherigen Ani gungen durch öffentliche Bekanntmachung mit der zubieten, daß das Angebot für angenommen gill, binnen einer in der Bekanntmachung feftaufeßenden 3rd Einreichung der Schuldverschreibungen die Baarjahlu Kapitals beantragt wird." Abg. v. Strombed: Diese Gefesesvorlage awar nicht ein juristisches Unrecht, gleichwohl glaub fie bei den Inhabern von Prioritätsobligationen eint Ermessen überlassen wird, so wiffen die Leute nicht find. Ich würde Sie bitten, den Entwurf gans, da ich aber keine Aussicht sehe, mit einem folden audringen, stelle ich den Antrag, ihn der Budgetlom Vorberathung zu überweisen. fonds hat nur gethan, was ein guter Geschäftema Abg. v. Tiedemann( Bomit): Der Reid than baben würde; es fonnte ja tein Zweifel fein hohe Binsfuß würde zurüdgehen müssen. In wel folge die Kündigung der Prioritäten erfolgt, fa gierung und uns gleichgiltig sein. Finanzminifter v. Scholz: Es liegt innerball der Staatsregierung, daß diese Ersparniffe aus de tion dem Amortisationsfonds als Verstärkung werden und im Etat wieder als Ausgabe erschei nicht in der Abficht, dem Etat dadurch einen be zu geben und die Meinung hervorzurufen, mehr disponible Gelder. als unserer Schuld effektiv verwenden, geht nicht nut das Maß des Nothwendigen hinaus, sondern d ichenswerth und mir persönlich sehr lieb, wenn a Bvede größere Summen verwenden fönnten. 3 ich Alles, was in den Worten des Abg. unter Andern eine Damastserviette auf den Tisch des Hauses Shre Zustimmung zu geben. Wenn Sie das nit niederlegt. gelungen ist, einen Theil der erhöhten Produktionskosten auf Letocha wäre dieser Boll wohl ganz stillschweigend bewilligt tätsgläubiger anzuwenden. Ich würde nämlich andere Schultern abzuwälzen. Ein allgemeiner Bollerlaß, wie er in dem Kale's ben Antrag verlangt wird, würde zu den bedenklichsten Konsequenzen führen. Abg. Fahrmann poteftirt gegen die Angriffe auf die Bittauer Handelstammer. Es ist erklärlich, wenn die Laufiger fich gegen die Bollerhöbung wenden, denn sie wissen, was fie von derselben zu erwarten haben. Dieselbe wird die Folge haben, daß die böhmischen Fabiilanten unserer Industrie weit vorauseilen. Eire derartige Schädigung eines blühenden Ge werbes ift doppelt unbegreiflich in einem Augenblicke, wo Mil ltonen für die Dampferfubvention verausgabt werden, um unserer Industrie neue Absaßgebiete zu erringen. Abg, Dirichlet: Die Laufiger Weberindustris, die hier in Frage stehe, soll nur eine Bagatelle sein, aber die Handmeberel wird in weiten Diftriften unseres Baterlandes be trieben. Wie fßen Sie sich mit einer solchen Behauptung auch mit Ihren Auslaffungen bei anderer Gelegenheit in Wide: fpruch! Sind Sie nicht immer dab. i, menn es sich darum handelt, durch fünftliche Mittel den Kampf des Handwerks ge en die Großindustrie zu verlängern. Hier aber, wo gar nichts zu gescheben braucht, da verhöhnen Sie die armen Leute, Die bei ihrer Handweberei bleiben wollen, und sagen, man tönne nicht Leute vor dem Verhungern schüßen, die sich sträubten, worden. Wir haben gegen diese Bölle, welche nur Luxusartikel betreffen, nicht so erhebliche Einwendungen, daß wir nicht lieber unsere Kräfte auf die Bekämpfung folcher Zölle Lonzentriren, wo höhere Intereffen auf dem Spiele stehen. Die Serviette des Herrn Letocha tenne ich schon persönlich aus der Kommission, obgleich er sie mit einer Geste produzirte, a's ob gedeutet werden könnte, als ob eine Rollifion Invalidenfonds vorgelegen hätte, der deshalb be batte, von mir weije, dem Gefeßentwurfe, wie die einface Folge, daß ich im Befige meiner zwungen sein würde, fie mit größerer Härte gege blid anstehen, zum gelegenen Beitpunkte mit Kündigung der Prioritätsobligationen und beren aum Nennwerthe vorzugehen, und zwar nach bes Die mir zweckmäßig erschiene, um mir die Mittel Berkauf von Konsols zu beschaffen. Es wäre bal er fagen wollte: Schau her und bleibe Deiner Sinne den Gläubigern dabei noch schlechter gehen würde Meister!"( beiterfeit.) Man fann glücklich leben und selig sterben, ohne fich ie mit einer Serviette den Mund gewischt zu haben.( heiterkeit.) Wir menden also gegen diesen Boll nichts ein, obwohl wir nicht glauben, daß der Import von Damaftartikeln fich in Folge des Bolls wesentlich vermindern wird. der Hand. b Abg. v. Strombed bleibt dabei stehen, aus furze Frist für die Staatsgläubiger eine große und findet, daß der fiskalische Standpunkt dur minifter eine zu einseitige Beleuchtung erfabren ba Finanzminister v. Scholz weift den Vora De: Kommissionsvorschlag wird mit sehr großer Mehrheit Fistalität zur d. Bei Feststellung der Bedingung gebots seien alle Rücksichten der Gerechtigkeit angenommen, und die weitere Berathung um 5 Uhr bis Sonnabend 11 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. 59. Sigung vom 24. April, 11% Uhr. Am Ministertisch: von Butttamer und mehrere Kom miffare. genommen worden. Hiernach wird die erste Berathung gefchloffen trag auf Rommiffione berathung wird abgelehnt un tritt sofort in die zweite Berathung ein. Bu Paragraphen der Vorlage bemertt nicht um volts wirthschaftliche Intereffen, fondern Abg. Dr. Wagner( Dfthavelland): Es band Das Haus sept zunächst die Berathung der Pro Privatintereffen einzelner Kapitaliften. Die reelle nügte. Der Baragrapher fich die Ab Schreibe Geb. Nätbe nach der Vo Es folg träge Bödiker preußisch Die bisher in bestandenen Durch eine ei zu beseitigen Mer in Genehmigun Geldstrafe b Wer fts unterzieht of fördert, wird bestraft. Den L lich veranst Sachen glei Abg. S Spieler unb Das Spielen lege den V an, das unt tönne. Er Uebertritt a er einmal e genüge es, rechnen, wo fich ermäßig Abg. S Kommiffion gunehmen. Nach e burg wir Bu§ 2 Marimum gemerbs mit dem P näre gemä Antragstelle rung über tolletteuren etwas die S wollen, wo erboßt fühle Abg. 2 Mt. feftzufe zu erhöhen, barauf erfa 1000 Mt. Abg. dem tol ffa teure sei ei Unter missionsvor Abg. wonach die rien mit S von den Dieses Ant fei ausgesp nicht verbo rung der Hichung de sprechen sch Abg. S benken, mä zeige fich a wie es für mal im vo tommen, m Liften regel Bekanntlich Liften regel schoben we Der 2 genommen, Schluß ( Dritte Lef übrigen he cr. Je Soziales wunderbar dem edler Lesern ein einseitige Itatiomittel barer Nat näher zu b Die Baug Sicherheits Den Eleme Was auf Arbeitgebe unter geführte ren Sat geber eine Bersamml Berline, i Kaufleute und wo m rung auff Frage übe Hauptspre daß geset läftigunge veifallen Durch Bai Hier hat t t: t g te a Mai 35 et Sab fenba nerfo Schul 4 pot Ten Anl ber gill, we enden F Baarjably Sporlage glaube men ein ca biel nicht gang ben gettom Reich Eftema Fel fel n weld herbalb UB De fung chei n bef als fest ot nur In d enn mi .D. G Collifion 18 bef wie nid Ter B gegen lid mit b Deren ber Rittel te bal bt, a würde Den, b e große Durch ren ba Bormu ingunge au for unferer Staatsfinanzen aber, welche die Vorlage uns ermöglicht, zu erstreben, haben wir allen Grund, und deshalb bitte auch egenheit ich um unveränderte Annahme derselben. febt fib Die Vorlage wird darauf mit großer Mehrheit genehmigt. Es folgt die zweite Lesung des Gesegentwurfs, betreffend Bindthor die Kantongefängnisse in der Rheinprovinz, geworfen über welchen der Abg. v. Benda Namens der Budgetkom ältniffe misfion mündlichen Bericht erstattet. Die Kommission empfiehlt o bureau die Annahme des Gefeßentwurfs, nach welchem die Unterhals en Stung und der Bau der Kantongefängnisse, sowie die Verandrathpflegung und Beaufsichtigung der darin unterzubringenden ge mte berichtlichen Stafgefangenen von den Gemeinden auf den Staat bewiesen übergehen foll. vorhan Die Abgg. Wehr und Immalle beantragen nach der rlament Erstattung des Referates die Burüdverweisung der Vorlage an einfach die Kommission zur schriftlichen Berichterstattung, da die Sache dafür keineswegs so einfach läge, daß ein mündliches Referat ge nforret nügte. Der Antrag wird indeß abgelehnt und die einzelnen Land Paragraphen des Entwurfs nach längerer Debatte, an welcher es off fich die Abgg. Immalle, Mooren, von Gung, Schreiber( Marburg), sowie die Regierungskommissare der Geb. Räthe Iling und Rüdorff betheiligen, unverändert nden nach der Vorlage angenommen. Der L erde, Den Pr Es folgt der Bericht der Juftigtommiffion über die An per bab träge Böbiter und rande, betreffend das Spiel in außer preußischen Lotterien. Die Kommission schlägt vor, Inficht, die bisher in den alten und neuen preußischen Landestheilen bestandenen Verschiedenheiten betreffs der Strafvorschriften Durch eine eine einheitliche Regelung für die ganze Monarchie zu beseitigen und folgenden Gesezentwurf anzunehmen: § 1. Dr. d 9, di Den folge n bis egelun sẽ ban Der no Beftin tonig en Ant alb um eine en Lan Tenden Brichtal thre tafertige eidung 3 um ellen Befil | Was I wahrungsstüd, welcher bei den Portiers üblich war, nunmehr um das Doppelte erhöht ist. Denn die Minimaltare der Ge päckträger beträgt zum Mindesten 20 Bf, und diese Erhöhung wird bei mehreren Gepäckstücken und bei längerer Lagerung. recht fühlbar. stimmt nicht ohne Interesse sind, und von denen man gewik fngen fann ,,, daß fie tief blicken lassen." Ist es wirklich zum Aeußersten, zur Arbeitseinstellung, gekommen, dann sollen die Sicherheitsorgane eintreten, um die zubigen und friebliebenden schützen." Diese verblümte AnElemente อิน züglichkeit bedeutet, weiß Sedermannn. In solchem Falle spricht man absolut nicht von Gendarmen und Bajonetten, dann deutet man das zart an, indem man die ausführende Gewalt Sicherheitsorgane" nennt. Ruft aber der gedrückte Arbeitnehmer die mächtige Hilfe des Staates an, so schreit der um seinen Profit fürchtende Arbeitgeber von brutaler Gewalt der Polizei und der Bajonette gerade als ob diese Faktoren einzig und allein zu feinem Schutz da wären. Die Herren, welche das Kapital repräsentiren, scheinen in der That immer noch zu glauben, als ob alle ftaatlichen Inftitutionen einzig für fie allein da wären Unseren Lesern werden die beiden zitirten Stellen genügen, um den Geist zu erkennen, der unter den Arbeitgebern im Allgemeinen herrscht. Wir wollen und dem gegenüber aber nicht versagen, noch eine Stelle aus einem anderen Blatte heranzuziehen, welches ausschließlich die InterDer Bauhandwerker", effen der Arbeitnehmer vertritt. das Drgan der Arbeitnehmer des Baufachs schrieb in seiner vorlegten Nummer in Bezug auf die Verminderung der Ar beitslosigkeit und der Verhütung von Differenzen zwischen Ar beitgebern und Arbeitnehmern das Folgende:" Der hiesige Verein der Bau-, Maurer and Bimmermeister gählt eine so große Babl erleuchteter, hoch gebildeter, und human denkender Männer zu Mitgliedern. wie wohl kaum eine andere Jnnung fte irgendwo befißt. Wir danken diesen Elementen gerne da für, daß fie uns hier die unangenehmen Reibereien zwischen Meistes hochmuth und Menschenrecht der Arbeiter wenigstens nicht in solcher Herbe wie etwa zu Leipzig oder Hannover zu Toften geben, wir richten aber auch an diese Herren um so lieber und um so dringender die Bitte, um doch einen Schritt weiter zu geben und ihre Thätigkeit da für einzuseßen, daß so nothwendigen nothwendigen Einrichtungen, wie z. B. der Arbeitsnachweis, den Ansprüchen beider Theile entsprechend hergestellt werden." Das ist die Sprache Der Arbeitnehmer! Ift fte nicht bescheiden und versöhnlich ge nug, und zeigt fie nicht deutlich, daß durchaus nicht immer das Unrecht auf Seiten der Arbeitnehmer ist Wenn der wirth. schaftlich Schwache entrüftet die Arbeit niederlegt, dann soll die Polizei lommen und ihn au seiner Pflicht" zurückführen, und wenn er den Schutz des Staates anruft, um seine materielle Existenz zu heben und zu bessern, dann beschwört er ein Säbelregiment berauf, unter welchem jede freiheitliche und gedeihliche Entwidelung erstiden muß- wahrhaftig, wenn die Sache nicht so tiefernst und so traurig wäre, man wäre versucht, über Dieselbe zu lachen. Wer in außerpreußischen Lotterien, die nicht mit föniglicher Genehmigung in Breußen zugelassen sind, spielt, wird mit Geldstrafe bis sechshundert Mart bestraft. § 2. Wer sich dem Verkaufe von Loosen zu dergleichen Letterien unterzieht oder einen solchen Verkauf als Mittelsperson be fördert, wird mit Geldstrafe bis eintausendfünfhundert Mark bestraft. § 3. Den Lotterien find hierin alle außerhalb Preußens öffent lich veranstaltete Ausspielungen beweglicher und unbeweglicher Sachen gleich zu achten." Abg. Martinius hält das Strafmaximum für den Spieler unbedingt für zu weitgehend. Man rechne noch immer bas Spielen in auswärtigen Lotterien zu den Bergehen und lege den Verurtheilten ein laufendes Ronto bei der Strafjustiz an, das unter Umständen die unerwünschtesten Folgen haben Tönne. Er wolle nur an den Referendar erinnern, deffen Uebertritt zur Intendantur ernstlich in Frage gestellt war, weil er einmal eine folche Berurtheilung erfahren hatte. Bweifellos genüge es, diese Ari der Delikte unter die Uebertreiungen zu rechnen, wodurch das Maximum der Geldstrafe auf 150 Wt. fich ermäßigen würde. Abg. Böditer erklärt sich mit den Vorschlägen der Kommission einverstanden und bittet, sie ohne Aenderung an Junehmen. Nach einigen weiteren Bemerkungen des Abg. Wester burg wird§ 1 mit großer Mehrheit genehmigt. Bu§ 2 beantragt Abg. Wagner( Ofthavelland), daß Maximum des Strafmaßes für Diejenigen, welche solche Loose gewerbsmäßig vertreiben, auf 3000 Mt zu erhöhen, das mit dem Bublifum ein sicherer Schuß gegen diese Kommilfto näre gewährt, legteren der Vertrieb erschwert wird. Der Antragsteller nimmt hierbei Gelegenheit, feine neuliche Aeuße rung über den Matel, welcher im Allgemeinen den Lotterie folletteuren anbafie, richtig zu stellen. Er babe gar nicht etwas die Kollekteure Verlegendes oder etwas Derartiges fagen wollen, wodurch sich der eine oder der andere der Herren erboßt fühlen tönnte. Abg. Böditer beantragt, ein Strafminimum von 20 Mt. festzuseßen; ein Intereffe, das Maximum auf 3000 Mt. zu erhöhen, sei praktisch nicht vorhanden, es werde doch nie barauf erkannt. Die höchfte erkannte Strafe sei seines Wissens 1000 Mt. Abg. Frande tritt diesen Ausführungen entgegen; bel dem tol ffalem Geschäftsumfange mancher Hamburger Kollek teure fei ein Maximum von 1500. entschieden zu gering. Unter Ablehnung sämmtlicher Anträge wird§ 2 der Kommissionsvorschläge angenommen. Abg. Frande beantragt einen neuen§ 2a einzuschalten, wonach die Veröffentlichung der Gewinnlisten verbotener Lotte rien mit Geldstrafe bis zu 50 M. bestraft werden soll. Er set von den verschiedensten Seiten im Publikum zur Stellung Dieses Antrages veranlagt worden; das Verbot des Spiels fei ausgesprochen, die Veröffentlichung der Gewinnlisten sei nicht verboten. Dadurch entstehe im Bublifum eine Berwir rung der Anschauungen, indem ihm die straflose Veröffent Hichung der Listen auch für die Straflosigkeit des Spiels zu sprechen scheine. Abg. Bödiker bat gegen diesen Antrag manche Bes denken, während Abg. Wagner ihn warm unterstüßt. Es zeige fich auch hier, daß die Presse ihres Amtes nicht so walte, wie es für das öffentliche Wohl erforderlich sei. Er habe ein. mal im vorigen Jahre ein Loos aus Bremen zugesandt bes tommen, welches die Notiz enthalten haben, daß die bezüglichen Liften regelmäßig im ,, Berliner Tageblatt" veröffentlicht würden. Bekanntlich aber hätten auch Blätter anderer Richtungen diese Liften regelmäßig veröffentlicht. Dem müsse ein Riegel vorges schoben werden. Der Antrag Frande wird mit schwacher Mehrheit angenommen, desal. der Rest des Gesezes. Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr. ( Dritte Lesung der Kreisordnung für Heffen- Naffau und der übrigen heute erledigten Vorlagen.) Lokales. cr. Jedes Ding hat zwei Seiten. Unter unserer Rubrik Soziales und Arbeiterbewegung" gehen wir heute auf einige wunderbare Bemerkungen der Baugew.- 8tg." ein, die mit dem edlen Bruftton tiefinnetfter Herzensüberzeugung ihren Lesern einige Allerweltsmittel gegen die Streils auftischt. Die einseitige Intereffenvertretung der Arbeitgeber mag diese Bal Itatiomittel rechtfertigen, indessen find dieselben doch so wunder barer Natur, daß es fich wohl verlohnt, einzelne derselben etwas näher zu betrachten. Im Fall einer Arbeitseinstellung empfiehlt die Baugewerk. 3tg." z. B. edler Weise: Man muß die Sicherheitsorgane ersuchen, daß fte die rubigen und friedliebenDen Elemente unter den Bauarbeitern auch wirklich schüßen." Was auf diesen Ruf nach der Polizei, wenn die Intereffen der Arbeitgeber bedroht find, sachlich zu erwidern ist, haben wir unter„ Soziales" 2c. gefagt, es möge ber an geführte Ausspruch hier nur dazu dienen, einen anderen Saß zu illuftriren, der vorgestein von einem Arbeit geber einer anderen B anche ausgesprochen wurde. In einer Bersammlung selbstständiger und tonditionirender Kaufleute Berlins, in welcher mit Fug und Recht von Seiten der jungen Kaufleute für Beseitigung der Sonntagsarbeit plädirt wurde, und wo man ganz gewiß nicht ohne Berechtigung die Forde rung aufstellte, daß der Staat die gefeßliche Regelung dieser Frage übernehme, sprach Herr Bürgermeister Bobertag, der Hauptsprecher der Prinzipale, die ewig denkwürdigen Worte, daß gefeglicher Bwang und daß Berbot zu schädigenden Be läftigungen durch die Polizei führen müsse. Dem Untergang verfallen sei ein Bolt, bei welchem Bestrebungen der Humani.ät burch Bajonette und Gendarmen ausgeführt werden müßten." Hier hat man also zwei Aeußerungen von Arbeitgebern, die beZelt uni bloffen bnt un Bu ban Ondern reelle& " Gerichts- Zeitung. P. Sonderbare Manieren bei Ausgleichung von Lohn- Differenzen bezeigte der Dachdecker- Meister Carl Fries drich Wilhelm Beeskow, zu Nauen wohnhaft. Der bei dem felben beschäftigte Dachdeckergeselle Wilhelm Friedrich erschien am 14. Oftober v. J. in der Wohnung des Beeston mit dem Ersuchen, ihm ca. 10 M. rückständigen Lohn von Alford- Ar beiten herrührend zu bezahlen und erklärte dabei, daß er ohne das Geforderte erhalten zu haben, sich nicht von der Stelle rühren werde. Beeskow hieß den Friedrich Platz zu nehmen, mit dem Bemerken, er wolle das Geld segleich holen. Kaum aber hatte Friedrich sich auf einem mitten im Bimmer befind lichen Stuhle niedergelassen, als er auch schon von seinem Arbeitgeber binterrüds überfallen und mit einem hammer ähnlichen Inftrument ชน Boben geschlagen wurde. Die Wucht Der Schläge geführten war Derartig daß der also Gemißhandelte nachdem er noch einige Hilferufe ausgestoßen, die Befinnung verlor und nun von dem Beeskow mit Blut bedeckt einfach wie ein Sad zum Hause hinausgerollt wurde. Einige mitleidige Nachbaren, die Augenzeugen dieses schmählichen Vorfalls gewesen, erbarmten fich des, mit vielen Wunden bedeckten, auf der Schwelle des Hauses liegenden Friedrich, hoben ihn auf und sorgten dafür, daß er, nachdem e ihm den heftigen Bluteiguß geftilit, sogleich sich in ärzte liche Behandlung begab. Beestom sowie deffen Ehefrau, welche beschuldigt ist, ihrem Manne bei Verübung seiner brutalen That Beistand geleistet zu haben, erschienen gestern, ben 24. d., vor der aweiten Straflammer des Landgerichts II. Jm Audienstermin sucht der Angell. Beeskow seine Handlungsweise mit dem Einwande zu entschuldigen, daß er durch das tabiate Auftreten des Friedrich gereist worden sei und nur sein Hausrecht gewahrt, da Friedrich trop geschehener Aufforderung sich geweigert habe, seine Woh nung zu verlassen und dieserhalb auch wegen Hausfriedens bruches hinterher bestraft worden sei. Die mitangeklagte Ehe frau stellt jedwede aktuelle Beihilfe zu dem fraglichen Vorfall in Abrebe; fie soll auf den am Boden liegenden Friedrich mit einem Stode eingebauen haben. Der Staatsanwalt erachtete auf Grund der Beweisaufnahme beide Angeklagte der gemeins schaftlichen, mittelst hinterliftigen Ueberfalls und gefährlicher Werkzeuge verübten Weißhandlung für schuldig und beantragte gegen den wegens Diebstahls, Sachbeschädigung, Führung falschen Namens 2c. vorbestraften Ehemann Beeston 9 Monate Gefängniß, gegen die Ehefrau dagegen 3 Monate Gefängniß. Der Gerichtshof erblickte jedoch in der durch das herausfordernde Benehmen des F. bervorgerufenen Gereistheit des Ans geklagten Beeskow das Vorhandensein mildernder Umstände und erkannte gegen den Letteren auf nur 2 Wochen Gefäng niß. Die Theilnahme der mitangeklagten Ehefrau indessen wurde nicht für erwiesen erachtet und dieselbe daher freiges sprochen. -3. Die ftürmische Bersammlung, welche am 12. De zember vor. behufs Vertündung des Ergebnisses der Nach wahl in der Norddeutschen Brauerei" abgehalten wurde und Der Grund der Ausweisung des Stadtverordneten Ewald ward, foll am 7. Mai ein Nachspiel vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I. erhalten. Angeklagt find die Arbeiter France, Lattermaun, Klepsch und Däumchen, deren Gefangenenbefreiung Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beleidigung von Be amten sur Last gelegt wird. Man wird sich erinnern, daß jene Bersammlung durch den Bolizeihauptmann Bißte in demselben Augenblide aufgelöst wurde, als der Vorfigende dem Abgeord neten Auer das Wort ertheilte. Die vier Angeklagten sollen an diesen Vorfällen hervorragend betheiligt gewesen sein, be ftreiten aber jebe Schuld. a. Ein Opfer der Arbeit. Der Zimmermann Flotow wurde vorgestern Nachmittag 22 Uhr bet dem Abbruch eines fleinen Gebäudes auf dem Grundstüc Bärwaldstraße 31/32 von einer umftürzenden Giebelwand erdrückt, so daß sein Tod auf der Stelle eintrat. Flotom batte mit noch zwei anderen Zimmerern den Abbruch des Gebäudes soweit ausgeführt, daß nur noch die südliche Giebelwand und eine nördliche Giebelede übrig waren und isolirt dastanden. Sie hatten unterlassen die Giebelmand abzufteifen, weil dieselbe nur 3,60 Mir. boch( bei einer Länge von 8 Mtr.) war und unten 15 Boll Stärke hatte, während fe oben nur 10 Boll start war. Während nun Flotom mit einem Genoffen das Mauerwerk an der südlichen Giebel wand lockerte, bemerkte der entfernt stehende dritte Arbeiter, daß sich die Wand neigte. Auf seinen Buruf liefen die beiden Gefährdeten von der Arbeitsstelle eilig fort, wobei Flotom über einen Stein stolperte und zu Boden fiel. In diesem Augenblick fürzte die Wand über ihn und sie begrub thn unter ihren Trümmern. b. Ein unangenehmer Druckfehler. Zu Mittwoch früh 9 Uhr war durch Bekanntmachung des Kreisblatt und Kushang in den Gemeinden nach Tempelhof eine Kontrolversammlung für die Reservisten und Landwehrleute von Tempelhof, Marienhof und Buckow angesezt worden. Aber um 10 Uhr war noch fein Feldwebel da. Ein vorübergehender Gendarm erklärte den Leuten, es sei ein Druckfehler, die Kons trolversammlung finde erst Nachmittags 4 Uhr statt, da der Feldwebel Vormittag in Röpenick Kontrol- Versammlungen abhalte. Eine Anzahl Leute ging nun nach Hause, die andern blieben im Dorfe. Von letteren heiterten sich einige an und wurden noch vor Beginn der Kontrol Versammlung eingesperrt, son ersteren famen eine Anzahl Nachmittags nicht wieder. Man ist nun gespannt, ob dieselben wegen Bersäumniß der Kontrolversammlung bestraft werden können, da ste zur.ange fündigten Zeit zur Stelle waren. Soziales und Arbeiterbewegung. An die Schloffer und Berufsgenossen Berlins sowie ganz Deutschlands! Kollegen! Aus allen Gauen Deutsche lands werden zahlreiche Streits gemeldet, all und überall hat man die Wahrnehmung gemacht, in jedem Gewert ist man zu Der Ueberzeugung gelommen, daß Lohn- und Arbeitsverhält niffe auf ein tiefes Niveau gefunten und durch noch fortwährendes Reduziren der Löhne und gesteigerte Arbeitszeit immer mehr herabgedrückt werden, wenn nichts geschieht, um dieser moders nen Produktionsweise einen Damm entgegen zu seßen. Jedes Gemert ist bestrebt, eine Befferung zu schaffen, und glänzende Erfolge wurden von einzelnen Gewerten erzielt, die uns als leuchtendes Vorbild, als ein Sporn für unsere gerechte Aufgabe dienen tönnen. Haben wir doch in dem kurzen Zeitraume unserer Bewegung ebenfalls schon bedeutende Resultate, und wir werden auf der betretenen Bahn weiter schreiten, wir wers den weiter kämpfen mit der Waffe der innersten Ueberzeugung, und die innerfte Ueberzeugung ist es gewesen, die als Triebs feber wirkte, daß bei dem soeben beendeten Streit die Begeistes. rung bis zur legten Stunde eine mächtige war. Und der Streit, der gegenwärtig die Thätigkeit der Kommiffton in An spruch nimmt, war ebenfalls der Ueberzeugung jedes einzelnen Der Streifenden, daß nur durch Verkürzung der Arbeitszeit es möglich ist, den darbenden Brüdern Brod und Lohn zu vers schaffen. An diesem Streite tönnen wir die erfreuliche Wahr nehmung machen, daß bei den Kollegen, die schon seit Anfang in der Bewegung stehen, das Solidaritätsgefühl zur Reife ges langt ist; sie haben jene Devise:„ Einer für Alle und Alle für Einen" in vollem Sinne des Worts bewahrheitet. Darum, Kollegen, ist es unsere heiligste Pflicht, fie voll und ganz nach Kräften zu unterstüßen. Alle jene Wertstätten, die von An beginn der Bewegungen mitgewirkt haben, die so opferfreudig wöchentlich ih en Beitrag leifteten, fie haben alle jene Reife erlangt und drängen die Kommission, in furzer Beit und sobald die nöthigen Vorarbeiten getroffen sind, mit der Durchführung unserer ersten Forderung( Einführung einer 10stündigen Ars beitszeit über ganz Berlin) vorzugehen; diesem gerechten Wunsche muß willfahrt werden. Kollegen! Angesichts des naben Beitpurftes, der zur Durchführung unserer Forderung geftellt ist, und um allen Forderungen, welche in petuniärer Sinficht an die Kommission in furzer Beit geftellt werden, nachzukommen, ersuchen wir Euch dringend, mit den Bahlungen nicht nachzulaffen, sondern lieber den bisherigen Saß zu vers doppeln. Darum nochmals, Kollegen, wer gewillt ist, daß feine Lage fich verbeffere, der trete mit ein in die Bewegung und trage sein Scherflein dazu bei, damit die Kommission auch im Stande ist, Diejenigen, welche gezwungen find, durch Niederlegung der Arbeit sich ihre Verhältnisse zu beffern, auch mit dem verdienten Lohn unterstüßen zu können. Sammel listen find zu haben und nehmen zugleich Gelder gegen Quits tung entgegen die Herren: Pirch, Breslauerstr. 13, v. 4 Tr.; Alter, Dieffenbachstr. 11, v. 3 Tr.; Klint, Fürbringerstraße 28, Hof p.; Köderig, Bülowstr. 38; Armerding, Karlstr. 17, of 4 Tr.; Marks, Grenzftr. 16, v. 4 Tr.; Krüger, Weinstr. 31, vorn 4 Tr.; Kluge, Muladstr. 22, v. 1 T.; Wilhelmftr. 94, of 4 Tr.; Schmidt, Gr. Frankfurterstr. 44, v. 4 Tr. Gelder von außerhalb find nur an den Haupttafficer, Herrn E. Miethe, Alexandrinenftr. 118 a, SW., au richten, welcher auch zugleich Leiter der Bewegung ist und alle möglichen Fragen zu beantworten resp. Auskunft zu ertheilen hat. Mit kollegialischem Gruß! Die Lohntommission der Berliner Schlosser und Berufsgenoffen. b. Die Eröffnung der internationalen Ausstellung zu Antwerpen am 2. Mai tückt näber und näher, aber von irgend welchen Veranstaltungen von Eisenbahnen oder Privat unternehmern zum Waffenbesuche der Ausstellung ist Alles ftill. Ja, die preußischeu Eisenbahnbeamten expediren die Reisenden, um fe so lange wie möglich auf den preußischen Bahnen zu behalten, mit einem Umwege von 4 Stunden und einem Mehraufwande von 20 Mart über Köln, Aachen und Brüffel. Wer dagegen ein Billet bis Oldenzaal an der Grenze und von hier nach Antwerpen löft, tommt, wenn er Berlin Abends 9 Uhr verläßt, am nächsten Mittag 12 Uhr in Ant werpen an, über Röln dagegen erst Nachmittags 4 Uhr. Was Die deutsche Abtheilung der Ausstellung betrifft, so ist die Ma schinenballe so großartig, daß sie die aller anderen Nationen übertrifft. Wer die Ausstellung in ihrer vollen Entfaltung sehen will, with gut ibun, bis zum Juni zu warten, denn fertig find solche Ausstellungen zum Eröffnungstermin nie. g. Ueber eine Anzahl werthvoller Grundobjekte wird am 16. Juni d. Js. vor dem königl. Amtsgericht I hierselbst nach den gefeßlichen Bestimmungen entschieden werden. Unter diesen Gegenständen befinden sich: Eine Preußische Banknote über 500 M., am 1. Juli v. J. in einer Droschte gefunden; ein Einhundert- Markschein, am 8. Jonuar d. J. in einem Paden des Hauses Kronenstraße 36 gefunden; ein Portemonnaie mit 2 Bwanzig- Markstücken, am 28 August v. J. im Panoptikum gefunden; ein Portemonnaie mit 2) M. In balt, am 1. Januar d. J. am Schöneberger Ufer gefunden; ein Lederbeutel, enthaltend 16,70 M., ein Fünftopetenstüd und ein Paar Dhrringe; ein Theil eines filbernen Diadems mit 2 Brillanten, am 6. Mat v. J. im Hausflur des Hotel Imperial gefunden. a. Den Portiers der Fernftationen der Berliner Stadt bahn: Charlottenburg, Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Alexanderplat und Schlefticher Bahnhof ist neuerdings vom Kgl. Eisenbahnbetriebs Amt Berlin die Aufbewahrung von Handgepäck untersagt und den Gepäckträgern ausschließlich übertragen worden. Diese Aenderung ist getroffen, um den legtgenannten Beamten, die zum Theil gar kein, sum Theil nur ein geringes Gehalt beziehen, eine Erhöhung thres Eintommens zu verfchaffen. Für das reisende Publikum hat diese Neuerung die Folge, daß der Satz von 10 Pf. pro Aufbe An die Drechsler und Berufsgenossen ergeht folgender Aufruf: Kollegen! Wiederum fühlen wir uns veranlaßt an Euch heranzutreten, um Euch auf's Neue an Eure Pflichten zu erinnern. Kollegen! Die Verhältnisse in unserm Gewerbe werden von Tag zu Tag trüber, der Verdienst immer schechter, die Arbeitszeit immer länger, das Elend in den Familien wird immer größer, die Ausbeutung durch den Einzelnen tritt immer mehr zu Tage. Kollegen! Wollt Ihr nun die Hände in den Schoß legen und zusehen, daß es noch weiter fo fort geht? Oder müssen wir nicht vielmehr mit vereinten Kräften bestrebt sein, dieser Wirthschaft entgegenzuarbeiten, damit endlich mal eine Bett kommt, wo auch wir sagen fönnen: Wir sind im Stande, von dem Ertrage unserer Arbeit zu leben. Arbeiter! Genoffen! Die Verhältnisse mit allen gefeßlichen Mitteln zu beffern, dafür Sorge zu tragen, daß das Elend aus unseren Reihen verschwindet, ist die Pflicht eines jeden Arbeiters. Darum muß Jeder Hand an's Wert legen, um den Bag. fördern zu helfen; denn denkt: die Arbeiter sind der Fels, auf| arbeiten, welcher doch lediglich darauf hinzielt, die aller dem die Kirche der Zukunft gebaut werden soll. Darum seid einig, einig, denn Einigkeit macht start! Und sollte dieselbe so schwer zu sein? Vereint Mann an Mann müßt Ihr die Antwort geben auf eine solche Frage, vereint ertöne der Ruf: Nieder mit dem Indifferentismus, fort mit allem Hader!" So allein muß unsere Parole lauten, es ist die einzig richtige Antwort, daß fie nicht verhalle, daß fie Boden faffe in der Brust jedes Einzelnen, daß fie endlich einmal das Bewußtsein wahrer Menschenwürde bei allen erwecke. Kollegen! Die eins aig Allen zu Herzen gebende Antwort, die uns den Erfolg von Dornherein bedingslos ficherstellt, fie fann nur gegeben werden burch eine starte unserreißbare Vereinigung; deshalb, Kollegen, fordern wir Euch Alle bis auf den legten Mann auf: Hört unfern Ruf, schließt Euch dem Fachverein der Drechsler, Knopf arbeiter und verwandter Berufsgenossen_an, organifirt Euch! Im Auftrage: Julius Müller, Engel Ufer 5.( Siehe Bereinsnachrichten.) Vereine und Versammlungen. hr. Die öffentliche Versammlung von selbstständigen und tonditionirenden Kaufleuten aller Branchen, welche, gegen 300 Theilnehmer zählend, am Donnerstag, Sophienftraße 15, unter dem Vorfize des Herrn Hinge( von der Freien Organisation junger Kaufleute") über die Schließung der faufmännischen Geschäfte am Sonntag" verhandelte, batte trop der Lebhaftigkeit, mit welcher die entgegenseßten Ansichten vertreten wurden, einen befriedigenden parlamentarischen Verlauf und Abschluß. Herr Rosenthal, welcher das Referat erstattete, fonstatirte zunächst, Daß die vor drei Jahren mit einer Petition an den Reichstag von Seiten der tonditionirenden Kaufleute eröffnete Agitation für die Schließung der kaufmännischen Geschäfte am Sonntage erfreuliche Erfolge gehabt; der Verein der Kaufleute und Industriellen habe mit der von ihm veranstalteten Enquete und in jüngster Beit ein von selbstständigen Kolonialwaarenbänd lern im Norden Berlins eingefegtes Komitee mit dem Unter nehmen, die Schließung der Geschäfte am Sonntag von 2 Uhr ab für die Sommermonate ins Weit zu sezen, fich der Agita tion angeschloffen; auch die Arbeiterschußkommission des Reichstages babe bereits den Beschluß gefaßt, daß die kaufmännischen Geschäfte am Sonntage nur 5 Stunden geöffnet sein sollen. Referent unterzog dann das Vorgehen des Komités der Koloniala aarenhändler und insbesondere das Verfahren deffelben in der am 13. d. Mis. abgehaltenen öffentlichen Versammlung einer eingehenden Kritik und begründete die in den Vereinen Tonditionirender Kaufleute herrschende Anficht, daß der Zweck Der Agitation nicht durch freie Vereinbarung, sondern nur Durch die Gesetzgebung erreicht werden kann. Die Sonntags rube sei eine in sozialer und fiitlicher Beziehung nothwendige Einrichtung, die durch die Gesetzgebung geregelt und sanktionirt werden müffe. Zur Distuffton nahm zuerst Herr Hempel ( selbständiger Kaufmann und Fabrikant) das Wort. Derselbe warf dem Referenten vor, daß er bei seinen Ausführungen nur die Materialwaarenhändler im Auge gehabt. Das selbst ständige Vorgehen der jungen Kaufleute, für welches der Re ferent eingetreten sei, habe den Beigeschmack, als ob es damit auf Streits u. dgl. abgesehen set. In der kaufmännischen Branche, welcher er( Redner) angehöre, sei das Bedürfniß einer durch Geses gebotenen Sonntagsiuhe nicht vorhanden. Das Verhältniß zwischen den Chefs und ihren jungen Leuten sei in dieser Branche meist noch ein fordiales. In vielen Ge schäften werde im Sommer den jungen Leuten Urlaub zu ihrer Erholung ertheilt. Die diesen Aeußerungen folgenden lauten Rundgebungen des Zweifels, der Heiterkeit, des Verlangens nach Schluß veranlaßten den Vorfizenden, dringend um Ruhe zu bitten. Dabei entschlüpfte ihm die Aeußerung: Er wird fa bald fertig sein!" Der Redner nahm das übel und verzich tete darauf, weiter zu sprechen. Herr Kaethner( Mitglied des Komitees der Kolonialwaaren händler) rechtfertigte das Vor gehen des Komitees mit dem Hinweise darauf, daß die Bahl der Kolonialwaarenhändler, die sich durch Unterschrift und Ehrenwort verpflichtet, ihre Geschäfte im Sommer am Sonntag um 2 Uhr zu schließen, bereits auf 156 angewachsen sei, und reichte am Schluß seiner Rede Herrn Rosenthal die Bruderhand, was mit allgemeinem Jubel aufgenommen wurde. Später erklärte er noch, daß er und seine Genossen auch die Einführung der Sonntagsruhe durch die Gefeßgebung herbeiführen wollen. Herr Robertag( Sekretär des Vereins der Kaufleute und Industriellen,) trat ebenfalls mit Entschiedenheit für die Sonntagsruhe ein, meinte aber, daß dieselbe nicht durch Gesetzesawang, sondern durch freie Bereinbarung, nicht durch Staatshilfe, sondern durch Selbsthilfe eingeführt werden müsse. Die Herren Liegmann, Hinge, Deutschland und auch Hr. Freudenberg( felbstständiger Kaufmann) sprachen sich im Sinne des Res ferenten aus. Das Ergebnis der Verhandlungen war dies, baß mit allen gegen drei Stimmen die folgende Resolution an genommen wurde: Die Versammlung 2c. fteht nur dann die Sonntagsruhe für durchführbar an, wenn sie auf dem Wege bder Gefeßgebung eingeführt wird; fie ersucht deshalb die geseggebenden Rörperschaften, ein diesbezügliches Gesetz zu bes beließen". Das Büreau wurde beauftragt, diese Re solution der Arbeiterschuß- Kommission des Reichstags zu übermitteln. " t. In der am Donnerstag Abend bei Rothacker unter Vorfiz des Herrn Klose abgehaltenen Tischlergesellen Bersammlung wurde fonstatirt, daß auch im Westen eine nicht unbedeutende Anzahl von größeren Werkstätten, welche je 30-40 Gesellen beschäftigen, unter dem Minimallohntarif Theater. Königliches Opernhaus. beute: Marie, oder: Die Tochter des Regiments. Königliches Schauspielhaus. Beute: Uriel Acosta. Deutsches Theater. beute: Der Weg zum Herzen. Beute: Klein Geld. Bellealliance Theater. Renes Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Der Großmogul. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. ute: Bente Refidenz Theater: Direttion Anton Anno. Bum 23. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin. Nanon. Walhalla- Operetten- Theater: Louisenstädtisches Theater: beute: Qurrab Germania! beute: Sein Fehltritt. Oftend- Theater: Beute: Der fliegende Holländer. Wallner Theater. Vittoria Theater. Alhambra- Theater. Beute: Sulfurina. Beute: Der Großmogel von Berlin. schlechtesten Werkstätten zu treffen und die reellen Meister Don Deren Konkurrenz zu befreien. Herr Badstatt, Bezirksleiter für den Westen und mit den dortigen Verhältniffen durchaus vertraut, versicherte, daß die Tarife nur von den Kollegen angefochten werden, welche thatsächlich noch nichts dazu beigetragen haben, das große Jdeal, das die Berliner Tischlergesellen fich gestellt haben, zu erreichen. Die ersten Tarife hätten Preise enthalten, wie sie selbst im Westen nicht durchschnittlich gezahlt werden. Die Durchführung dieser Tarife wäre eine absolute Unmöglichkeit gewesen, die Bahl der Streifenden würde sich verdreifacht haben, ohne daß der Streif seinen Endzwed erreicht hätte. Eine Niederlage der Gefellen würde aber eine sofortige bedeutende Lohnreduzirung zur Folge gehabt haben. Um dem Unternehmen einen Erfolg zu sichern, mußten die Preise herabgesezt werden. Referent Hr. Künzel veranschaulichte, daß die in befferen Wertstätten arbeitenDen Kollegen aus der Durchführung der Minimallohntarife sehr wohl einen Vortheil zögen. Der Westen werde durch Kollegen aus dem Norden überschwemmt und sei bereits eine größere Anzahl dortselbst in Arbeit getreten. Diese Konkurrenz würde aufhören, wenn die Arbeitsverhältnisse im Norden auf gebeffert seien, die solide Arbeit würde wieder zur Geltung tommen und im Werthe steigen. Auch rügte Referent die Marime vieler Werkstätten, die Forderungen durch junge Leute ftellen zu laffen. Diese würden einfach entlassen und die er probten Gesellen arbeiteten sodann rubig weiter. Dies set durchaus falsch. Gerade diejenigen Arbeitskäfte, die der Meister nicht entbehren könne, müßten die Forderungen stellen. Da zu der Versammlung eine Reihe von Werkstätten aus dem Süden und Südwesten brieflich eingeladen und auch vertreten waren, entspann fich eine ausgedehnte lebhafte Diskusion, aus der flar hervor leuchtete, daß der Westen und Südwesten noch viel zu wünschen übrig läßt und die Herrn Künzel's Wunsch, dem er zum Schluffe Ausdrud gab, ,, daß ein neuer Geist die Kollegen im Westen beseelen möge", vollkommen gerechtfertigt erscheinen ließ. Für die nächste Woche werden bedeutende Arbeitseinstellungen in dortiger Gegend erwartet. be. Jm Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen, der am Donnerstag, den 23. d. Mts, Abends, in seinem Vereine lokal, Gratweil's Bier ballen, Kommandanten ftraße unter Vorfiz der Frau Dr. Hofmann eine sehr gut ftraße unter Boifig der Frau Dr. Hofmann eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung abhielt, sprach Herr L. Sch wennhagen, über die Stellung der Arbeiterinnen in dem sozialen Kampfe ums Dasein" und erntete für seinen eingehenden und warm gesprochenen Vortrag den Beifall der Anwesenden. Troßdem erfuhren in der Diskuffton gewiffe An fichten des Redners einige Kritik. So war Herr Schwennhagen bafür eingetreten, daß befiimmte Arbeitszweige ausschließlich den Frauen überlassen bleiben sollten, die andererseits von den übrigen Beschäftigungsarten ausgeschloffen werden müßten; ebenso batte er sich für das gänzliche Verbot der Arbeit der verheiratheten Frau ausgesprochen. Frau G. GuillaumeSchad betonte im Gegensatz zu diesen Ausführungen, daß Die Intereffen beider Geschlechter als Arbeiter dieselben wären und daß auf dem Arbeitsgebiet die Frau mit dem Manne Hand in hand gehen müsse. Die vorgeschlagene, fünstliche Theilung sei durch nichts zu rechtfertigen und undurchführbar; außerdem würde die Konkurrenz unter den Frauen selber das durch nur vermehrt werden. Die niedrigen Löhne für weibliche Arbeit hätten ihren Hauptgrund darin, daß die Arbeiterin in mangelnder Erkenntniß den geringen Lohn durch möglichste Berlängerung der Arbeitszeit zu erhöhen trachte: so helfe gerade die fleißige Frau dazu, daß die Arbeitslöhne finten. Das höchste Jdeal der Frau set selbstverständlich die Familie, die innige Sorge für Mann und Kinder; der Gang der industriellen Entwicklung hätte aber leider die verh. Frau ihrem eigentlichsten Berufe entriffen und in die Fabrit geschleudert. Und da nur die bitterste Noth in der Familie sie zu diesem durch reiche Schenkung der 1. Vorsitzenden bereits ged Das Bureau für Arbeitsnachweis i richtet und befindet sich bei Frau Car cius, N., Svinem Straße 127. In der letzten Mitglieder. Versammlung der Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen wu der Statutenberathung fortgefahren. Bur Annahme gel dieselben aber nicht, da teine Zweidrittel Majoritat wurde. Der vierteljährliche Kaffenbericht ergab einen von 129 M. Jn Betreff der geplanten Fußpartie mu schloffen, sich am Bußtage Morgens 7 Uhr am Branden Thor zu versammeln. In der nächsten Versammlun voraussichtlich ein Vortrag des Herrn Kögel über Chemie finden; ferner Klarlegung der Frage aus dem Frage Welche Kaffe bietet mehr Vortheile, die Drtstrantente Bergolder oder die Freie Hilfskaffe?" Der Fachberein der Stellmacher hält Mont 27. April, Abends 8 Uhr, in Scheffers Lokal, Inself feine regelmäßige Versammlung ab. Tagesordnung: L trag des Herrn Bubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedene Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gä tommen. Drechsler und Berufsgenossen! Am Monte 27. April, Abends 8 Ubr, findet im Lokale Andreas bei Keller, im großen Saale, eine Versammlung fäm Drechsler, Knopfarbeiter, Schniper, Perlmutter, arbeiter und verwandter Berufsgenossen statt. Tages D 1. Unsere heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse. 2. De Verein. 3. Verschiedenes. Der Fachverein der Möbelpolirer( für Kaften lung, Grüner Weg 29 bei Senger. Tagesordnung: Montag, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, Mitglieder trag aus der Chemie, Herr Cand. Leffer. 2. Berschiede Fragetaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nr. 9 erscheint täc Berlin frei Bostabonnem ( Ab Mit dem auf das Versammlung der Mitglieder der Zentralund Begräbnißkasse der Sattler und Beruf Deutschlands, E. h. 64, am Sonnabend, den 25 Apri 8 einhalb Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, S Dantenstraße 77-79 Tagesordnung: 1. Viertelfähr mit der wöche rechnung. 2. Berichterstattung vom Rongres. 3. 2 Revisors. Verein Berliner Hausdiener. Außerordentliche Bersammlung Montag, den 27. April, Abends 91 Saale des Herrn Jordan, Neue Grünftr. Nr. 28. Drdnung: 1. Ueber 3wed und Ziele des Vereins, Herr D. Grauer. 2. Wahl eines Schiedsgerichtes. fchiedenes. 4. Franetaften. Der wichtigen Tage scheinen. Quiitungsbuch legitimirt; Vereinsabzeichen wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktli zulegen. 72 Eine große Versammlung sämmtlicher Tif am Sonntag, den 26. April, Vormittags 10 b Luisenstädtischen Theater, Dresdenerstr. statt. Tagesordnung: Die bevorstehende ftellung am Montag, den 27. April. Referent R Roedel. Zu dieser Versammlung laden wir be Herren Tischlermeister ein. Bläge find reserv zeitig ist das Erscheinen sämmtlicher Tischlergesel wendig. Der Fachberein der Tischler hält am Mon 27. April, Abends halb 9 Uhr, in Rothaders Sa alliancestraße 5, eine Versammlung ab, in welcher Bohn einen Vortrag über die englischen Gewerfverein mrd. Gäfte find willkommen. Aufnahme neuer findet statt. Eine öffentliche Versammlung fämmtlicher S Berlins findet am Sonntag, den 26. Avril, Vormittag im Palmen Saal, Neue Schönhauserstraße 20, sta rathung des einbeitlichen Lohntarifa in der Mügen Se Der Ab 1 Mart 35 Bestellun Expedition di Die neu erschienenen gratis und fro Für Auß für die Mona entgegen. Die Redaktio Bu Die Pa hinter ihnen teien, von d Rörpern. Im deu Anträge eing beiter be tigfte Antrag eines Arbeite beiterpartei f worden. De mission, die Schritte treibe, sei auch bier ein Verbot nicht am Plage. Die Herren Fabrikanten find hierzu schriftlich eingela gebrachten Sitte schaffen, die in Amerita z. B. es sehr selten mache, daß eine verheirathete Frau induſtriell beschäftigt ſei.( Das trifft leider nicht zu. D. R.) Das beste Mittel aber, überhaupt die Lage der Frau zu beffern, thren Lohn zu erhöhen, sei die Vereinigung. Frau Staegemann wandte fich gegen eine beiläufige Aeußerung des Herrn Referenten, daß die Frau von Natur förperlich und geistig unter dem Manne stehe. Daß die Frau in gröberer Arbeit den Mann erfeßen tönne, sei erwiesen, und Daß die vielen hellen und flaren Frauenköpfe nur selten zu einer wiffenschaftlichen Bethätigung ihrer Fähigkeiten gelangten, sei eine Folge des ganz ungenügenden Unterrichts und der unwissenschaftlichen Erziehung. Alle höheren Bildungsanstalten seien heute der Frau verschlossen. Noer die Zeit werde fom men, wo diese Schrarten fallen, wo die Frau fich nicht mehr Eine Versammlung der Mitglieder der, Centr Die An 21 den, da die G und Bormittags 10 Uhr, in Kellers Salon", Andreas, Hilfst.) Dresden, Filiale Berlin, findet Sonntag, den 26. treffend, nid Tages- Ordnung: 1) Bekanntmachung des Resultats der fchloffen wirt Delegirten Wahlen. 2) Verschiedenes. Mitgliedsbud ftens wichtige mirt. Mitglieder, welche ihr Buch behufs Beneral abgegeben haben, wollen gefl. den an Stelle des Bud haltenen Schein als Legitimation mitbringen. Um reg theiligung bittet der Vorstand. Rosenthaler Borstadt zur Nachricht, daß am Monta Den Mitgliedern des Arbeiter Bezirksverei 27. April, Abends 8 Uhr, in Gräz' Salon, Bru zur Beha So vornemli bas arbeitend erft recht am Sicher if bie Anträge mit dem geringen Wiffen begnügen werde, daß man bis jept traße 140, eine große Versammluna stattfindet. 8 und zwar frü für gut befunden habe, thr zukommen zu lassen. Dann werde fie daffelbe leisten, wie der Mann. Vorher hatte Frau Fortong betont, daß, wenn die Frau Mannes Arbeit leiste, fte auch Mannes Lohn fordern müffe, und Frau Cancius hatte auf die betrügerische Ausbeutung der Arbeitskraft der Lehtmädchen" durch gewiffenlose Fabrikanten aufmer jam gemacht, die alle 3 Wochen Mädchen zum Ausbilden engagirten, ihre unbezahlte Arbeitskraft benutten, fie dann wieder fort jagten und das Spiel wiederholten. Die ergreifende Schilderung, welche Frau C. von dem Elend in einer Arbeiterfas milie gab, veranlaßte zum Schluß eine Tellersammlung, die 19,02 m. einbrachte, ein schöner Beweis für die Opfer M. ein schöner Beweis für die Opfer freudigkeit armer Arbeiterinnen. Eine Kleine Bibliothek ist General- Versammlung 893 des Fachvereins der Gürtler u. Berufsgenossen u. Berufsgenossen Sonntag, den 26. April, Vormittags 10% Uhr, in den Industriehallen, Mariannenstraße Nr. 31-32. L.- D.: 1. Kaffenbericht. 2. Auflösung des Vereins.- Nur Mitglieder haben Butritt. Der Vorstand. Ortskrankenkaffe d. Böttcher Berlins. 897 Sonntag, den 26. April, Vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn Heise, Lichtenbergerstraße 21: General- Versammlung. Tagesordnung: Kaffenbericht und Verschiedenes. A. Semann. Freie Vereinigung d. Former. Montag, den 27. April, in Randel's Lokal, Brunnenstraße, Ede Invalidenstraße: Deffentliche Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Kanis über Erscheinen der Mitglieder nothwendig. Gäste willlom Tischler Verein. Heute Abend 8%, Uhr, straße 4a. Vortrag des Herrn Professor Dr. Betabrud verboten Schwefel und die Sodas. anderer gewerblicher Arbeiter( E. H. zu Hamburg) f Zentral Kranken- und Sterbefasse der Zif 20] liche Verwaltungsstelle Berlin F.( Schönhauserthor). tag, den 26. April, Vormittags 10 Uhr, im Lotale mann's Salon, Bergstraße Nc. 68. Tagesordnung fagte Büfter: rechnung vom 1. Quartal, Delegirten, Sitchwabi, Sache. event. Berathung von Anträgen. Das Mitglieds bud eines Bevollmächtigten und Beitragssammlers. 3. Veri gezeigt werden. Das Der Tis erregt, aber auf die Wan fien gewandt Versammlungen b ungezog sämmtlicher Vergolder Bet lieber bie b Montag, den 27. April, Abends 8% auf jenen un im Lotale des Herrn Seefeld, Grenadierftraße TD.: Gründung eines Unterſtügungsvereins solder und Berufsgenoffen. Referent Herr Böſel. D Berfi Die Mitglieder der freien Vereinigung find gan bei getreu, wie zählt. Das ihn zu stark früheren Unk dazu eingeladen. Die Leser dieses Blattes werden gebe ihnen bekannten Kollegen auf dieses Inserat aufmer Berhältniß Der Finb verdanken. machen. 888 Verein 3. Pflege freirelig. Lebens Sonntag, Bo 10 Uhr, Niederwallstr. 20: Vortrag. Zutritt bat gedhur feft ins Fachver. d. Schmiede Ber macht Kollegen, Freunde und Gönner auf das heute i in Rtd Püfter h Wahrheit red ber Bater erf er wußte, n still vor fich " Ich gle Salon, Andreaßstraße 21, stattfindende Alumentbalita haue; nur 885 erfucht bamals veru Angelegenheiten und Statistik wird Um allseitige Unterstüßung des Bureaus für worin Quartalsbeitrag für Fachvereine, Drtsverbände und lein Geset o Dringend Intereffenten ist auf nur drei Wart festgelegt. 811 Fr. Rohleder, Neubaufen Wind Mal zur Be erlebigt, und Eine Feilenhauer- Werkstatt mit guter Rundfund nach der billig zu verkaufen. Bu erfragen Büdlerstraße 10 bei Rennibaler. 1 Stand Beiten sehr billig z. verf. Waldemarstr. 67, D. bie Möglichk nur nach ein urtheilt ist, Eine Schlafstelle Reichenbergerstr. 167, v. 3 T., Fene Sache thun? Erito Die Lunge, deren Gitra tung und naturgemäße vellung. 2. Ge Abfälle on Tum, Tibet, ow, Wiene schäftliches. Aufnahme neuer Mitglieder. 892 Luch, Verantwortlicher Redakteur R. Cronbeim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2.