erftr. 11s 3, wohnt bibelline O, R., be nftlich Soziet Ee fich a nichts be 490 12. étail mo find 851 Fe Mart, 0, 40 Neter Fleid, Far 75, äftige 5 cm. 5 Bf. allen 5 Pf. 1. Mt. rg, D. 4 2 afftelle Fang iegel n unft 930 und 934 Nr. 100. Freitag 1. Mai 1885 II. Jahrg. Berliner Volksblall. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Bostabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 f. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) auf das Redaktion: Beuthstraße 2. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Mai eröffnen wir ein neues Abonnement ,, Berliner Volksblatt" mit der wöchentlichen Gratis- Bellage Illustrirtes Sonntagsblatt" 1 Mart 35 Pf. pro Monat, 35 Pf. pro Woche. Der Abonnementspreis beträgt für Berlin wie bisher Expedition dieser Beitung an. Bestellungen nehmen sämmtliche Spediteure, sowie die Die neu hinzutretenden Abonnenten erhalten die bisher fchienenen Nummern des gratis und franto nachgeliefert. Illustrirtes Sonntagsblatt" Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements für die Monate Mai und Juni gegen Bahlung von Mt. 2,67 entgegen. Die Redaktion und Expedition des„ Berliner Volksblatt." Die Bwangsimpfung. Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. laffen. In welcher Lage befindet sich nun der Familienvater, den die Ausführungen der Jmpfgegner davon überzeugt haben, daß das Impfen gefährlich, unter Umständen lebensgefährlich für fein Rind sei? Die Gefeßgebung müßte so human sein, dem Familienvater eine solche Seelenqual zu erfparen. denn hält man mittelalterliche und längst vermoderte Einrich tungen für nothwendig, so ist es auch entschieden beffer, wenn dieselben in ihrer Ursprünglichkeit und nicht verquidt mit aller hand bureaukratischen Buthaten ins Leben treten. Allemal find wir der Anficht, daß der Handwerker selbst entschieden besser über eine dirett die internen Angelegenheiten des Handwerks berührende Angelegenheit zu entscheiden vermag, als irgend eine Bolizeibehörde. Es ist nun freilich faum zu erwarten, daß der Reichstag fich den Ansichten der Betenten anschließen wird; und daß selbst dann, wenn alle Wünsche dieser kurssichtigen Betenten in Erfüllung gehen würden, der Verfall des Hand industrie, auch nicht im Geringften aufgehalten werden könnte, ist eine Thatsache, der sich nur die verbohrtesten Bünftler ver schließen tönnen. Die Befürchtungen, daß das Impfen gefährlich wirken fönne, find weiter verbreitet, als man vielleicht glaubt. Wir fennen einen angesehenen Mediziner, der als Barlamentarier auch für das Impfgesetz gestimmt hat. Aber feine Kinder hat er nicht selbst geimpft; er wollte die Verwerts, in Folge der fich täglich mehr entwickelnden Großantwortung nicht tragen für den Fall, daß die Sache ges fährlich würde. Was würde man dazu sagen, wenn sich die Gelehrten darüber streiten würden, ob das Baden im fließenden Waffer gesund oder gesundheitsschädlich sei, und wenn man bennoch die Soldaten zwingen würde, zu baden? Nun, so lange man über die Nüglichkeit des Impfens nicht genau so flar ist, wie über die Nüglichkeit des Badens, so lange follte man das Impfen nicht durch ein Zwangsgesetz anbefehlen. Die obligatorische Impfung ist durch die Fakultative zu ersehen, und bis dahin werden wir uns Jenen anschließen, Bie man jüngst aus den Blättern erfahren hat, bes Reht bei der Reichsregierung die Absicht, das Impfgefeß die gegen die Zwangsimpfung find. nicht aufzuheben, sondern einfach fortbestehen zu lassen. Wenn dies wahr sein sollte, so müßten wir es bedauern, wenn auch andererseits zu erwarten steht, daß die Agitafortge'ept werden. Wir gehören in dieser Frage keineswegs zu den Fa natitern und wollen gar nicht leugnen, baß bei den Agi tationen der Impfgegner manchmal eine Maßlosigkeit aufgetreten ist, die wir für absolut unzulässig erachten müssen. Allein das fann an der Sache selbst nichts ändern. So den Werth ober Unwerth der Ruhpoden mpfung streiten, dürfte wangsgefet machen. Man ist mit diesem Geset etwas voreilig gewesen und sollte doch vor allen Dingen bestrebt sein, diefen Fehler wieder gut zu machen. man tein Bei dem Streite über Werth oder Unwerth der Es ist schön und lobenswerth, wenn die Regierung sich um die gesundheitlichen Verhältnisse der Bevölkerung be fümmert. Aber mußte man da gerade mit der Impfung beginnen? Giebt es nicht tausend Mißstände, burch beren Beseitigung sich die Regierung die öffentliche Anerkennung erwerben könnte? Die öffentliche Gesundheitspflege liegt überhaupt bei uns noch im Argen; es wäre Zeit, daß man fie energisch in die Hand nehmen würde. Die bevorstehenden Diskussionen werden uns zeigen, wie weit die Sache gebiehen ist. Das scheint uns sicher zu sein, daß die Ueberzeugungen von der Nüglichkeit bes Impfens inzwischen im Allgemeinen feineswegs bestärkt worden find. Politische Uebersicht. Impfung fehen wir in den beiden feindlichen Lagern wissen- den Reichstag beschäftigt sich eingehend mit dem neuen Antrag schaftliche Kapazitäten von unzweifelhafter Bedeutung. Von beiben Seiten wird gewichtiges und belangreiches Material in bas Feld geführt und von beiden Seiten wird mit allem Nachbrud eine Ueberzeugung vertreten. Für den unbetheiligten Zuschauer aber liegt die Frage so, daß er heute nicht entscheiben kann, wer Recht hat. Leider ist der Familienvater nicht ganz unbetheiligter Buschauer, denn er hat die Pflicht, seine Kinder impfen au Band verboten.] 23] Feuilleton. 3m Eckfenster. Im Roman von Friedrich Gerstäder. ( Fortseßung.) Ich sage Ihnen," fuhr Frau von Schaller fort, wenn Eine Petition zahlreicher deutscher Innungen an Ackermann auf Wiedereinführung des Befähigungsnachweises für den Betrieb des Handwerks 2c. Die Petition spricht die Bustimmung der Unterzeichner zu den Tendenzen des Antrags aus, aber fte will die von dem Herrn Adermann und Genoffen den Behörden zugedachten Vollmachten auf die Innungen über tragen miffen. Demnach sollen also die Innungen über die Bulängli bleit des Befähigungsnachweises entscheiden und ent sprecheno Privilegien auszutheilen berechtigt sein. BomStandrukt Der Bünftler aus erscheint diese Forderung durchaus gerechtfertigt: sanft, und ich mochte ihn nicht stören; er hätte auch zu viel Spektakel gemacht." Beide glitten jest durch eine offen stehende Thür in ein Rebentabinet und durch dieses hin in eine andere Hleine, ganz gemüthliche Stube: das Studirzimmer des Barons. Alle Wetter," rief Hans vergnügt aus, als er dort ein Rifichen Bigarren und Bierflaschen auf dem Tische Jbee!" ich ihn höre, wird mir immer, als wenn ich mich so recht, stehen sah, Herr von Schaller, das war eine sehr glückliche von Herzen ausweinen müßte." Abend! dachte Hans; aber eine Antwort wurde ihm er Das find angenehme Aussichten für einen vergnügten Seb, nicht wahr?" lachte der lange Baron. Das Spart, denn der Hofrath begann. Frau von Schaller winkte ift hier mein Zufluchtsort, wenn sie mir's da draußen zu bem jungen Manne bedeutungsvoll mit ihrem Fächer, fich arg treiben. Der Hofrath ist jetzt aufgezogen und muß the belfen bie fich lefber, lieber Going haben wir Beit. Das ihren Platz. Wenn ich sage: der Hofrath begann, so meine ich damit, Beichen für die Gesellschaft, wie die Glocke eines Präsidenten, will sehen, daß ich noch einen oder den andern Unglüdlichen aus dem Strudel rette." Aber weshalb fordern Sie den entsetzlichen Menschen zum Lesen auf? er fich gewissenhaft in ein weiß gesticktes Battisttaschentuch, einem komischen Blid über die Brille an. Auffordern?" fragte von Schaller und Hans mit " Die Wahlbeeinflussungen der Unternehmer bilden eine ständige Rubrit in den dem Reichstage zugehenden Wahlprotesten. Die Beeinflussungen treten bald mehr bald minder start hervoz, je nachdem die Arbeiter fich mehr, oder weniger in Abhängigkeit befinden. Seit 1869 hat der Reichstag leider an der Praxis festgehalten, bei der Prüfung der Giltigkeit der Wahlen private Wahlbeeinflussungen unberücksichtigt zu laffen, insofern eine durch das Gesez ausdrücklich unter Strafe ge stellte Verlegung der Freiheit der Wahl nicht vorliege. Die Wahlprüfungs- Kommission hat sich indeffen veranlaßt gesehen, bei der Prüfung der Wahl des nationalliberalen Dr. Haars mann im Wahlkreise Bochum von dieser Praxis abzuweichen und zunächst den Reichskanzler zu ersuchen, eine Reihe von Erhebungen über ungefeßliche Wahlbeeinfluffungen seitens der Arbeitgeber zu veranlassen. Herr Dr. Haarmann ist am 28. Dftober mit 2054 Stimmen über die absolute Majorität gegen Freiherrn von Schorlemer gewählt. Die Eroberung Dieses Wahlkreises ist von den Nationalliberalen auf eine Umstimmung" der Wähler zurückgeführt worden. Sollte die Untersuchung der Wahlzettel in 35 Wahlbezirken in der That ergeben, daß dieselben, entgegen dem Geseze, mit äußeren Rennzeichen verfehen waren, so würde die Kassirung der in diesen Wahlbezitten abgegebenen Stimmen( ca. 5000) nothwendig zur Kafftrung der ganzen Wahl führen. Aber auch abgesehen davon, regen die in diesem Wahlkreise geübten und feineswegs vereinzelten Wahlbeein fluffungen die Frage an, ob es nicht angezeigt sei, endlich eine gefeßliche Unterlage für die kriminalrechtliche Bestrafung der Wahlbeeinfluffungen seitens der Arbeitgeber zu schaffen. Der Referent der Kommission motivirte, nach einem dem Reichstage vorliegenden Berichte, diese Auffassung im wesentlichen in folgender Weise: In vielen industriellen Gegenden seien die Arbeitgeber in thren auf Beeinträchtigung der Wahlfreiheit und des Wahlgeheimnissea gerichteten Manipulationen immer weiter gegangen, so daß vielfach die frete und geheime Wahl gar nicht möglich sei. Diese durch die Arbeitgeber geübten Brattiten seien schlimmer und demoraliftrender als die Wahl beeinflussungen durch öffentliche Behörden oder Beamte; es handele fich dabei oft um die ganze wirthschaftliche Eriftens vieler Wähler. Es sei unbezweifelbar ein Eingriff in das Recht der freien Wahl, wenn Jemand, welcher den erheblichsten Ein Fortsetzung. Als Hans den Saal wieder betrat, fand er den un seligen Hofrath allerdings in einer fehr hohen Transpiration, benn er trodnete fich mit seinem Zuch mehrfach die Stirn, aber noch immer unverbroffen bei der Arbeit jedoch nicht mehr bei Reuter's Stromtid. Er hatte das Platt deutsche aufgegeben und mit Hilfe eines starten Manuskriptes den Pegasus bestiegen, der ihn, nicht mit flappernden Hufen, aber doch ähnlichen Versen, gegen die Wolken trug. Es war eine Betrachtung über den Tod, die er vortrug, und Hans kam eben dazu, wie er mit wahrhaft entfeglicher Gewissenhaftigkeit die Verwefung der beigefeßten Leichname schilderte. alte Oberfilieutenant, ben Ropf gejentt, Die Augen gefchloffen: aber Niemand achtete auf ihn, denn Grausen hatte die Hörer erfaßt. Als Hans vorsichtig hinter dem Stuhle des Dberft lieutenants hinweg wollte, um hinüber zu gehen, wo er Rauten stehen fah, der mit stoischem Gleichmuth Alles über Glauben Sie, fich ergehen ließ, bemerkte er, wie er forgsam bas Terrain wischte fich die Brille mit dem nämlichen noch einmal sauber ab, rüdte bie Lichter ein wenig, nahm einen Schluck Wasser Taschen voll Bücher und Manuskripte an, und kann nie die ber läßt sich auffordern? Der kommt schon, die ganzen Uebrigens Beit erwarten, bis der Thee getrunken ist. aber ich bin gleich wie feinem Hut, ob der noch immer unter seinem Stuhl stand, schwärmen die Frauen für ihn - ein Rapitel und begann nun mit einer Grabesstimme aus Reuter's Ut mine Stromtib" in einem ganz schauer lichen Blattdeutsch vorzulesen. richtig, und die Buhörer saßen dabei geduldig wie die Hans traute zuerst seinen Ohren kaum, aber es war er da, machen Sie sich's bequem." Hans ließ sich nicht lange nöthigen, und nach kaum fünf Minuten lehrte Schaller auch schon mit Hauptmann Dürrbed, bem Hausarzte Doktor Potter und noch ein paar anderen Herren zurück, die auch gleich beschlossen, hier eine fonbirte, unter dem Stuhle des alten Klingenbruch, aber etwas nach hinten geschoben, eine gestickte Fußbant, die ihm genau so ausfab wie neulich die musikalische. Er warf den Blick umber, Niemand achtete auf ihn, und in einem Anflug von wahrhaft teuflischem Humor schob er langsam feine Fußspiße vor, brückte fest damit auf das Bolster, zog dann den Fuß rasch zurück und hatte sich schon wenigstens fünf oder sechs Schritt davon entfernt, so daß nicht der geringste Verdacht auf ihn fallen konnte, als das Mittel wirkte. Lämmer und ließen sich ohne ein Wort des Widerstandes gemüthliche Whistpartie zu arrangiren. Der schloß sich echt Gesellschaft vom Anfante, eal eine gefaßt gesellschaftlich mißhandeln. aber es ihn amüsirte, wieder einmal bis zum Ende durchihm anfing eiskalt über den Rüden herunter zu laufen; da zutoften. Wohl eine Viertelstunde stand Hans und fühlte, wie es bemerkte er von Schaller, der ihm vorsichtig zuwinkte, und Eine gute halbe Stunde verbrachte er aber doch in als er fich fo geräuschlos als möglich und immer auf den dem Rauchkoupee und lehrte dann erst wieder in den Saal Beben dort hinüber zog, flüsterte ihm der alte Herr zu: zurück. Es wird Zeit, daß wir durch die Nothröhre abgehen. Ich wollte Klingenbruch auch mitnehmen, aber der schläft schon War er felber aber auf das„ Heil Dir im Siegertranz" mit gewesen, so überraschte ihn die Fußbank jet in Ch seht, wie herrlich ftrahlt der Morgen Hier am Geftab', nach trüber Nacht-" Entfeßen faßt und Grausen padt mich an," las ber Der weiche Körper noch vor kurzer Frift..." Di biddel di biddel, besteigt den Nachen ohne Sorgen, fang die Fußbant. Sofrath fluß auf die Lebensstellung vieler Wähler habe, entweder dies felben direkt aminge, einen bestimmten Wahlzeitel abzugeben, oder unter ausdrücklichem oder stillschweigendem Hinweise auf seinen Einfluß fie auffordere, bestimmte Wahlzettel abzugeben. Es sei ferner ein Eingriff in das Recht der geheimen Wahl, wenn derselbe zugleich Mittel und Wege schaffe, um Die Abgabe solcher Wahlzettel zu kontroliren. Dies gelte ganz besonders von den großen Arbeitgebern und Deren Angestellten in den Industriebezirken. Die zu besorgenden Nachtheile beständen namentlich bei den in der Montan und Hüttenindustrie beschäftigten Arbeitern darin, daß fte entweder in gefährlichere Arbeitsstellen verlegt, oder in ihrem Verdienst beeinträchtigt oder gar aus der Arbeit entlassen würden. Der Wahlkreis Bochum sei nun ein hervorragender Montan- und Hüttenindustriebezirk. Thatsache sei, daß Arbeiter, welche von einem der dortigen Werte entlassen werden, in dor tiger Gegend nur mit größter Schwierigkeit oder überhaupt nicht mehr weitere Arbeit gefunden hätten. Es sei öffentliches Geheimniß, daß entweder die Entlaffungsscheine mit gewiffen verabredeten, faum merklichen Zeichen versehen seien, oder daß Die Werkbefizer oder deren Angestellte durch Korrespondenzen betreffs solcher abgelegter Arbeiter, welche nach Abrede auf den anderen Werken nicht wieder aufgenommen werden dürften, auf dem Laufenden fich erhielten. Die Entlassung führe namentlich dann zum Ruin des Arbeiters, wenn derselbe, was bort häufig vorkomme, ein kleines Eigenthum in der Nähe der We: te befige; werde er gezwungen, in ferner belegenen Gegen ben Arbeit zu suchen, so verliere dieser Bestß für ihn seinen Hauptwerth. Von einer Freiheit der Wahl und bezw. von dem Ge heimniß der Wahl könne bei den dort geübten Wahlpraktiken keine Rede sein. Daraus ergebe fich, daß der Wahlatt in solchen Bezirken, in denen eine solche Einmischung der Arbeitgeber oder ihrer Angestellten nachgewiesen werde, nichtig sei und daß, falls solcher Bezirke eine erhebliche Anzahl set, unter Umständen der Wahlekt des ganzen Wahlkreises tasfirt werden müßte." Der Bericht bemerkt, daß eine Abstimmung über diese Auffaffung des Referenten nicht stattgefunden habe. Die Beschluß faffung der Kommission fann erst erfolgen, wenn das Ergebniß der geforderten Erhebungen und damit amtliches Material barüber vorliegt, ob die Karikatur einer freien und geheimen Wahl, welche der der Kommission vorliegende Wahlproteft zeichnet, den thatsächlichen Vorgängen entspricht. Diese Vor gänge in Bochum liefern wieder aufs Deutlichste den Beweis für die von uns wiederholt ausgesprochene Behauptung, daß es unter den heutigen Zuständen ganz unzutreffend ist, aus dem Stärkeverhältniß der Parteien im Reichstage eine ents sprechende Schlußfolgerung auf die Gesinnung der Wähler zu ziehen. lichen Untersuchung gegen die Anarchisten über den Bost und Telegraphenverkehr gewiffer Perfonen verlangen. Das Birkular ist datirt vom 10. März 1885. Wie der Bund" mittheilt, ist Das Schreiben in der That echt und offenbar von einem Postoder Telegraphenangestellten den Anarchisten ausgeliefert wor den. Der Bundesrath hat die Verbreitung der Revolte" in Der Schweiz verboten." Frankreich. Die Suezkanaltommission hat am Dienstag eine Plenarversammlung gehalten und die Unterfommiffion in Stand gefeßt, ihren Vorarbeiten die endgiltiae Form zu geben. Die Unterfommission hielt am Freitag Sizung und erzielte über vernehmen, nämlich über das Verbot der Blockirung des Suezdie erste Abtheilung des Programms ein vollständiges Einfanals durch friegführende Mächte, über den Durchgang von Kriegsschiffen zu allen Zeiten, über die Egypten auferlegten militärischen Verpflichtungen, in Folge deren keine Festungswerfe am Ranal angelegt werden dürfen, über die Unverlegbarkeit des Kanals von Jsmaila für die Trinkwasserlieferung 2c.; über alle diese Punkte herrscht Einvernehmen. Es bleibt jetzt noch übrig, über die zweite Abtheilung des Programms fich zu einigen, welche die Anträge über die Rechte des Kanals gegen über Egypten und der Türkei, die Bentral und Ueberwachungs fragen betrifft. Die Ueberwachung wird voraussichtlich den in Kairo refidirenden diplo natischen Agenten und Generalkonsuln, die zu diesem Zwecke besondere Vollmachten erhalten, anver traut werden. Der Mittelrheinische Fabrikantenverein hat in seiner legten Versammlung bereits Stellung zum Arbeiterschut geset genommen. Folgender vom Vereinsvorstande beanfragte Beschluß gelangte einstimmig zur Annahme:" Der Mittelrheinische Fabrikantenverein hat grundsäglich gegen die Tendenz der dem Reichstage vorliegenden, die Herbeiführung eines wirksamen Arbeiterschutzes bezweckenden Anträge eine Einwendung nicht zu erheben und spricht sich insbesondere: a. für einen thunlichsten Ausschluß der Sonntagsarbeit der Frauen, wie der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder unter 14 Jahren; b. für eine möglichst weitgehende Beschränkung der Nachtarbeit der Frauen aus. Mit Rüdicht auf die vitalen Intereffen des Arbeiterftandes an der Beschränkung der Sonntagsarbeit, wie der Kinder und Frauenarbeit im Allgemeinen glaubt indeffen der Verein, daß eine möglichst umfassende Enquete anzustellen und hierbei Arbeitgeber wie Arbeiter der verschiedenartigen Industriezweige eingebend zu hören feien. Die Fests: ßung eines Marimalarbeitstages für er wachsene männliche Arbeiter scheint dem Verein nicht im Intereffe des Arbeiterstandes gelegen, doch dürfte auch diese Frage in die anzustellende Enquete einzubegreifen sein." Die Herren sprechen fich natürlich sehr gewunden und vorsichtig aus, immerhin ist es aber bemerkenswerth, daß fie grundsäglich gegen den Arbeiterschuß nichts einzuwenden haben. Noch vor einigen Jahren wurden in diesen Kreisen derartige Forderungen als Utopien betrachtet und für undurchführbar erklärt. Es ist also thatsächlich ein kleiner Fortschritt zu verzeichnen und dieser refultirt aus der unermüdlichen Agitation der Arbeiter für die Durchführung obiger Forderungen. Die Nothwendigkeit und Durchführbarkeit wagt man, wie vorstehende Resolution zeigt, felbst in Fabrikantenfreisen nicht mehr zu bestreiten, die Be hauptung, daß der Marimalarbeitstag nicht im Interesse der Arbeiter liege, entbehrt selbstverständlich der Richtigkeit und ist auch in der Resolution nicht positiv aufgestellt. Schweiz. Der früher in Genf erschienene, fürzlich nach Paris über gefiedelte, Revolte", ein anarchistisches Organ, publizitte in feiner neuesten Nummer in extenso ein vertrauliches, som Chef des Postdepartements, Welti, unterzeichnetes Rundschreiben. Daffelbe ist an alle Poststellen und Telegraphenbureaux ge richtet und werden dieselben aufgefordert, dem eidgenössischen Generalanwalt Müller und den beiden Untersuchungs.ichtern jeden Aufschluß zu ertheilen, den fte anläßlich der strafrechts " In der Angelegenheit wegen des Bosphore Egyptien" ist zwischen England, Egypten und Frankreich das folgende Arrangement vereinbart worden: Nubar Bascha stattet dem diplomatischen Agenten Frankreichs einen offiziellen Besuch ab; Frankreich läßt die Reklamation in Betreff der Bestrafung der Beamten, welche den Befehl zur Unterdrückung des Bosphore" ausfübiten, auf sich beruhen; die Ausübung des Breßgesezes in Egypten wird Gegenstand sofortiger Ver handlungen; die Buchdruckerei und das Bureau des„ Bosphore" werden unverzüglich und bedingungslos geöffnet. Gesund und kräftig und ein Scheusal dann, an dem der Wurm in Wolluft gierig frißt," fagte der Hofrath. ,, Und troße fühn der Wogen Macht. Doch führ' Dein Schifflein flug und weise." Die Fußbank hatte gefiegt, denn selbst der Vorleser war stußig geworden und horchte hinüber, und Alles wandte erstaunt ben Ropf dem unglücklichen Oberstlieutenant zu, der ahnungslos über der Barkarole fortschlief. Kamerab, plaubre nicht- Ramerab, plaubre nicht Und wirf Dein Neh mit Vorsicht leise! Kamerab, plaubre nicht! Dem Meertyrannen gilt die fühne Jagd, dibeldum bi, Dem Meertyrannen gilt bie fühne Jagd-" Großbritannien. Unter den Auspizten der Arbeiter- Friedensgesellschaft fand am Sonntag in Neumeyer Hall, Bloomsbury, ein enthusiastis sches Meeting von Vertretern der Arbeiter statt, die Gewerk vereinen, Klubs und anderen Drganisationen angehören, um gegen das Syftem ,,, fast mit verbundenen Augen einen Kredit von 11 000 000 fo. Sterling" zu bewilligen, Protest einzu legen und den Vorschlag zu unterstüßen, daß die Streitfrage mit Rußland einem Schiedsgerichte überwiesen werden sollte. Als die einzige Macht in der zivilifirten Welt, an welche fich die Regierung wegen einer schiedsrichterlichen Entscheidung wenden sollte, wurden die Vereinigten Staaten bezeichnet. Es wurde beschlossen, eine die Ansichten des Meetings verkörpernde Resolution, die einstimmig angenommen wurde, dem Premier minifter telegraphisch zu übermitteln. Bekanntlich ist der 11 Millionen Kredit vom Unterhause gleichwohl ohne Einspruch bewilligt worden. Lieutenant von Wöhfen stand glüdlicher Weise neben ihm und stieß ihn an; der arme Klingenbruch wachte auch augenblicklich auf, fab aber bestürzt alle Blicke auf sich ge wandt und hörte dazu unter seinem eigenen Stuble bas hellllingende Nachspiel: Di delbiddel di bum- di- 2c.", bas wie mit Glodenklängen durch die Todtenstille des Saales tönte. Nach einer Depesche des Grenskommiffars Lumsden find die Ruffen nach Meruschack, 20 Meilen südlich von Bend fcheh, vorgerückt. Der englische" Standard" bemerkt zu dieſer Thatsache: In diesem Falle fann von einer afghanischen Her ausforderung oder von einer militärischen Nothwendigkeit nicht die Rede sein. Die Aktion ist ein offener und unverhüllter Einmarsch in afghanisches Gebiet und scheint besonders gewählt zu sein, um zu zeigen, daß ein weiteres Mißverständniß nicht möglich ist. Es ist ein wohlüberlegter Bruch eines förmlichen Vertrages und eine offenbare Verlegung von Versprechungen und Versicherungen, welche die russische Regierung selbst ges geben hat Der Premier Gladstone erwiderte auf eine An frage im Unterhause, der Regierung sei von Rußland keine Vorstellung wegen der B feßung von Port Hamilton zuge gangen. Von der Verpflichtung, Herat nicht zu besezen, sei Rußland nicht zurückgetreten. den fteilen Ufern verborgenen indianischen Scharfschüßen ursachten viele Verluste unter den Truppen. Zwei Adjutant des Generals Middleton wurden verwundet und eine Kuge brang durch die Müge des Generals. Die Vorhut von Ober Dtter's Expedition unter Oberst Herchimer, bestehend au Kavallerie und berittener Polizei, tam gestern in Battleford a und brachte der Garnison Entsag Die Indianer verlaffen d Nachbarschaft. Die nach Edmonton unterwegs befindliche Truppen haben die Verbindung mit diesem Blage wieder be gestellt. Das Schicksal der Männer, Frauen und Kinder, b von dem Indianerhäuptling Big Bear" in Fort Pitt g fangen gehalten werden, flößt fortgefegt große Befor nig ein. In Warminster find zwei Personen verhaftet worden, die in dem Verdacht stehen, den Versuch gemacht zu haben, das dortige Rathhaus in die Luft zu sprengen. Bwei weitere Per sonen wurden unter dem Verdacht der versuchten Sprengung Der Kathedrale in Salisbury verhaftet. Ran glaubt, daß sämmtliche Verhaftete einer Bande von Dynamitarden ange hören, die feit längerer Zeit die Provinzen unsicher gemacht hat. Die Verhandlungen gegen die der Urheberschaft der Explofton im Tower angeklagten Frisch- Amerikaner Cunning ham und Burton find auf Ansuchen des Vertheidigers bis zum 11. Mai vertagt worden, um der Vertheidigung Beit zu geben, aus Amerika nicht weniger als 250 Entlastungszeugen herüberzuschaffen. Aber das war doch zu viel für die Lachmuskeln des jungen Volkes, das sich lange nach einer Unterbrechung dieser wirklich schauderhaften Verse gesehnt. Der Anblid bes Dberfilieutenants, ber jetzt mit einem ganz verbußten Geficht seitwärts unter seinen Stuhl schielte, war zu überwältigend. Erft begann ein leises, noch halb verstedtes Richern, dann aber ließ sich der Strom nicht länger zurück. bämmen. Man konnte natürlich nicht anders denken, als baß der alte gemüthliche Oberstlieutenant im Schlafe auf bie Spielbose getreten habe, und ein lautes, fröhliches Gelächter füllte den Saal. Lokales. a. Das in diesem Jahre frühe Aufteimen und da starte Wachsthum des Getreides sowie der Felafrüchte Den Landwirthen gettiger als sonst Veranlassung gegeben, hierzu tragen auch die Hinweise der zuständigen Behörden be Eigenthum auf dem Felde gegen Hagelschaden zu verfiche daß die säumigen Landwirthe auf staatliche Beihilfe nicht rechnen haben, wenn ihre Aeder bezw. deren Früchte burd Hagelschaden vernichtet werden sollten. Tros alledem giebt noch immer eine Anzahl von Grundbefizern, welche ab nicht zur Hagelversicherung zu bewegen find. Ste fagen Daß fie das an Prämie ersparen, was ein wirklich einmal bie Landleute mit Rücksicht auf die frühzeitige heiße Witte tretender ageschlag loften würde. In diesem Jahre fürd einen Nachfrost im Monat Mat, zu einer Beit also, we al in Blüthe resp. im Gedeihen steht. Das wäre allerding harter Schlag, und es ist im Interesse der kleinen Adeb N und d um fi troffen richten b wit flic bar w Dom Andra Stadth b. Don M ibren offenbo waren Andra jest au des jur Schnee Reftau Auge. fübit f Leben Waffer Segelf Bon Ruber Frühja alles Damen Sport o Alul a oftwint 93llen b. Mart Ernst& geboten Unterfd rübmti D Bil deren es namentlich in der Umgebung von Berlin viele gibt zu wünschen, daß das gegenwärtige Wetter feinen Süd erfährt. Was die Gartenfrüchte, das Obit, betrifft, so find be Die besten Hoffnungen auf eine gute Einte berechtigt fest find teine Stürme eingetreten, welche Die vollen Blithe von den Aesten schütteln und auch die Verheerung durch fetten ist keine unverhältnißmäßig große. g. Von den umfangreichen Arbeiten an der Drani brüde giebt die Beit dauer einen Beweis, seit wann bereits denselben gearbeitet wird und daß an eine Fertigstellung felben vor Pfingsten nicht zu denken ist. Die Arbeiten bis jetzt so weit gediehen, daß mit der Anbringung der ei Konstruktion, aus welcher die Ballen und die mittlere bahn bestehen soll, in diesen Tagen begonnen wird. Mauerwert für die Granitblöde, auf denen die Träge liegen fommen, ist vollendet. Der schwierigste Theil de beiten steht noch bevor. Man ist der Ansicht, daß die fünftige Konstruktion der Brücke auf eine lange Reihe Jahren hinaus den Anforderungen genügen wird, welche Doppelgeleisiger Pferbeeisenbahn- und der sonstige bi Wagenverkehr an eine Brücke stellt. Es wäre dies aud Intereffe des Fahrverkehrs selbst sehr zu wünschen, da der durch die fortgesezten Renovirungsarbeiten an der Dran brüde stark gestört wird. Man Berlins wunder art ver Stammt, gen Ho binzog malige Dränge nußen. lichfeit machte aller Ri bte gro würdige war, the Berlin Wollsch polizeilic fich Ber Sie schreibt nämlich:„ Wir ersehen aus dem Deutsch. Die Tante Voß" tann übrigens recht giftig we welche die„ Voff. 3tg." vor einigen Jahren eine Serie blatt", daß es fich über die Kulturmission der" Kartoffel, Artikeln veröffentlichte, hinlänglich informirt hat. Das aber weniger erbaut find von der Kulturmission des Karto spiritus und der Spiritusmagnaten, das gefällt dem Deu Tagebl." nicht. Wir wollen ihm das Geheimniß offenbar Die verheerenden Wirkungen des Kartoffe spiritus werden uns täglich aus den Spalte des, Deutsch. Tagebl" in ihrer abschredent ften Gestalt so offenbar, daß wir idon de wegen und um der Menschlichkeit willen ni davon abstehen dürfen, unseren Kampf f die Einschränkung der Spiritusbrenne Ka an ihre Kulturmission für die Landwirthschaft erfüllt hat, e wie vor für feinen Nachtheil für die Volkswohlfahrt wenn die Voltsernäherung durch die Kartoffel in dem abnimmt, als die Kultur der Fleischnahrung und die nähtung durch dieselbe wächst. " 1 b. Ein Bubenstreich gegen die Presse. Gute haben sich den„ Wig" gemacht, die Geschichte von den fontre eines Mehltuischers mit einem Pionier- Hauptm erfinden, um an einem Berichterstatter ihr Müthchen u Die Dummheit der Anstifter übertrifft noch ihre Nich feit, da sie nicht zu wissen scheinen, daß fie als die einer Lüge mit verantwortlich find. Denn an der gangen Wie der Observer" erfährt, ist die große italienische ist keine Silbe wahr. Sie war nur so hinterliftig ausge Banzerfregatte ,, Dandolo" von der britischen Regterung läuflich erworben worden. Amerika. Der Sieg des Generals Middleton über die Farbigen unter Riel hat sich nicht bestätigt. Der General ſett feinen Marsch auf Batouches, der Hauptstellung Riel's, fort. Die auf 148 Gesucht und gefunden. Roman von Dr., Dug. ( Forfegung.) Dann fuhr sie fort mit einem Ausdruck, der ihm durch bie Seele ging: " Mein Vater ist nicht schuldig!" " Ich weiß es!" rief Frig. Ich kenne die Lebens geschichte des Grafen, eine der ebelsten, die man sich nur zu denken vermag." Agathe hatte sich aufgerichtet; den Oberkörper halb vorgebeugt, schien fie gegen jeden feindlichen Gedanken, der sich auf ihren Vater richtete, protestiren zu wollen. Als fie aber hörte, daß Frizz selbst ihn vertheidigte, beruhigte Sie sich. Sie bedeckte ihr Gesicht mit den Händen, und ein Thränenstrom erleichterte ihr schwer bedrücktes Herz. Wer möchte die eitlen Truggestalten des Wahnsinns hier, wie es mir scheint, mit Somnambulismus vers bunden für Wirklichkeit halten?" fuhr Friß fort. Sie haben recht, mein Herr, das halte ich auch das von... Berzeihen Sie, ich hätte gleich daran denken sollen, daß fie ein Mann von Ehre find." " Ich bitte Sie inständigst, beruhigen Sie sich." für daß selbst ein Berichterstatter, der 21 Jahre in feinem fungirt, ohne fich je eine Antiage zugezogen zu haben, gründlicher Examinirung der angeblichen Augenzeugen hielt. Alle raffinirt erfundenen Einzelheiten Sprachen innere Wahrscheinlichkeit der Erzählung. Und doc eine einzige Lüge. und ließ den Kopf auf dem Arm ruhen. Sie heft Augen auf das Frauenportrait, welches an ber hing und hob mit langsamer, wehmüthiger sprechen an. mit fei Der jept ftrake 4 ber bef nagerie Kleinen, Panther und der haftem" laffen Beder, Jahre, I ein feine ging er ofen" au wie bie vergnügl Diesem Egypte storben. und es fall gell worben, ander en Hause 1 anderen Deffen Afton Männer biermit erften R bort ift Ag Stim Band. heit fie heit, jo aussehe tradhten Fri beffen i es auf erregend fiefen 2 furchtba Antlig. Achtundzwanzigstes Rapitel Wenn mein Sinnen fich in die Vergangenh liert," in meine ersten Jugendträume zurückkehrt," so Komtesse Agathe ihre Erzählung, so steht meine vor mir. Sie war eine große, bleiche, schweigfa faum breißig Jahre alt, doch hätte man fie faft für scheinung, noch jung in der Zeit, von der ich rebe halten können. Weißes Haar umgab ihre Stirn, Einbrud tiefen Denkens und tiefer Trauer tru fleischlosen Wangen hatten tiefe Falten; brud ihrer 8üge war streng zu nennen. einen geheimen Schmerz herabgezogenen gaben ihnen einen gaben ihnen einen frembartigen Charakter. glaubte Stolz und Schmerz vereinigt in ihnen a Stundenlang durchschritt sie oft diesen Saal gesenkt; und ich ber Dit Mun be ich armes Kind wußte ja nicht, daß meine Mutter ich lief glüdlich, fröhlich um fie war, verstand ja nicht die düstere Schwermuth bi Thränen erleichtern mein Herz. Ich habe seit zehn Jahren so unaussprechlich gelitten, so tief, so schmerzlich. Dieses Geheimniß, mit dem ich mich so lange allein umhertrug, erbrüdte mich faft; ich wäre gestorben, wie meine Mutter. Das Schicksal hat es anders gewollt... D, ich hätte nicht den Muth gehabt, mich einer Menschenseele mitzu theilen, auch Ihnen nicht, Herr Doktor, nein, ich hätte es für die Verlegung einer heiligen Pflicht gehalten; ich wäre Falten gezogenen Stirn. Die Bergangenheit las Nein," fagte fie, laffen Sie mich weinen; diese mir, und ich wußte nichts mehr von ihr, die G Zukunft war da, fie war Freude und Frohsinn für mich folgenden Tages." meine Zukunft waren ja nur Sp weit Da Agathe lächelte schmerzlich, dann sprach fie Mitunter zerbrach ich mit meinem lärmenbe den schweigfamen Spaziergang meiner Mutter. fie plaslich still, senkt: den Blid und gewahrte Doch jetzt mich unter flüchtigem Lächeln auf die Stirn ihren Füßen. Sie neigte sich langsam zu mir hin zweiten Vers ganz ruhig fortleierte:" Sind Lift und Muth muß ich zur Rechtfertigung meines Vaters, zur Ehre unserer dann erhob sie sich wieder, um ihr Ergehen for In diesem Augenblick trat Schaller, sehr erstaunt über die Heiterkeit, in die Thür, hörte aber faum durch eine momentane Pause die vergnügte Fußbant, welche schon im mit Euch im Bunde", als er auch im Nu begriff, was hier vorgegangen. Der Hofrath war aufgefprungen und stand, in der rechten Hand sein Manuskript, wie ein zürnender Gott vor dem kleinen Tische und zwischen den Lichtern. ( Fortsetzung folgt.) Familie Alles erzählen. Herr Doktor, lassen Sie mich Sie fonnte nicht weiter sprechen, Schluchzen erstickte ihre Stimme. Endlich erhob sie den Kopf, trodnete die von Thränen überströmten Wangen, stügte die Wange auf die Stuhllehne auf ihren alten Plaz zurück." Agathe's Stimme flang bewegt. Sie fprad endlicher Jnnigkeit. Meine Mutter steht in meiner Erinnerung 1 DON gend ur 93 Ag 93 Entbed ich, ba Here, d wußte. Baters, wie aud Fr Ellenbo wortete war ba Lebte war fa war im mich pl träftig eine Fr beren m felbe ge bebeckt üzen ve Idjutante ine Rug Don Dber bend au ttleford a claffen bi efindlicha pieder he Rinder, bi Pitt g Befor und dal früchte ba verfichen egeben, hörden be fe nicht üchte burd m giebt d che abfol fagen fi einmal ein re färdte Witterung D, too alle erdings ein Ackerbau Diele giebt Rüdfla fo find bi chtigt. en Blithe Durch Drani 1 bereits tellung b rbeiten Der eife ttlere wird. Träge eil de aß die , welche Reihe tige bi es aud Da der Der Dran ftig we ceutich. T artoffel, Serie Daf es Karto em Deu Boffenbar artoffe Bi N. Der Pariser Professor der National- Dekonomie und der Rechte, Alglave, befindet sich gegenwärtig in Berlin, um fich über die zum Wohle der arbeitenden Klaffen ge troffenen kommunalen Einrichtungen und Anstalten zu unterrichten. b für das Personal der Stadtbahn war der Buktag wirklich ein Tag der Buke. Alles, was an Beamten verfüg bar war, befand sich im Dienste, und der Schweiß rann ihnen Dom Antlig. Die Beamten behaupten, ste hätten einen solchen Andrang, wie am Mittwoch, noch nicht erlebt, so lange die Stadtbahn im Betriebe ist. b. Die Spree und ihre Ufer wimmelten am Mittwoch von Menschen, und die Gastwirthe und die Dampfer hatten ibren Erntetag. Die Preisherabsegung hat der Gesellschaft offenbar feinen Schaden gebracht. Ihre sechs großen Dampfer waren beständig auf der Tour und fonnten doch kaum den Andrang bewältigen. Eine Fahrt bis Röpenid bietet aber jest auch eine Reihe fesselnder Bilder. Das mannigfache Grün des jungen Laubes, welches die Ufer umrahmt, der Blüthenschnee der Gärten und das fröhliche Gewühl in den zahlreichen Restaurants am Ufer hüben und drüben feffeln beständig das Auge. Die Frühlingsluft wirkt wahrhaft erfrischend und man fühlt förmlich, wie sie die Lungen weitet. Und nun das Leben auf dem jegt tief blauen Strom, der sich bei dem hohen Wafferstande sehr stattlich präsentirt. Unsere Ruder- und Segelflotte nimmt in wahrhaft imposanten Dimensionen zu. Bon Berlin bis Köpenid war auch nicht ein Fleckchen von Ruderjollen, Renn- und Segelböten fret. Alle sind fte zum Frühjahr auf das Stattlichste aufgepugt worden. Selbst Damen sah man in fleidsamer Matrosen tracht dem Ruder fport obliegen. Am Stattlichsten nahm fich der Achtriemer des Alul aus. Die Segler aber schoffen bet dem strammen Nordoftwind pfeilschnell den Strom binauf und hinab, daß die Wellen vor dem Bug hoch aufschäumten.arizes geboten. lich einem Auktionstommiffarius als Pfandlammer. Bu der Beit hatte ein gewiffer Hollwell im Vorderhause eine Bier tube; der tam auf den Gedanken, auf dem Hofe ein Balllokal zu errichten. Das Konzerthaus in seiner heutigen Gestalt und Schöne liegen die Gebrüder Medding im Jahre 1867 von ben Baumeistern Wesenberg und Mayer errichten. Seit dieser Beit dient es ohne Unterbrechung dem Apollo Musagetes zum Aufenthalt. N. Ungetreuer Kaffenbote. Ein bei dem Banquier C. Unter den Linden angestellter Kaffenbote, welcher das ganze Vertrauen seines Chefs besaß, sollte am vergangenen Montag 5000 Mt. zur Post bringen, zog es aber vor, diesen Betrag nicht abzuliefern, sondern denselben mit seiner Angebeteten in verschiedenen öffentlichen Lokalen zu vergeuden. Bei dieser Gelegenheit erzürnte er sich mit derselben und die Folge davon war, daß die Geliebte ihren Bräutigam bei seinem eigenen Prinzipal denunzirte und obendrein von demselben für diese Antlage eine Belohnung von 300 Watt erhielt. Der unge treue Raffenbote, welcher in guten Verhältnissen lebt und ein Vermögen von einigen Tausend Thalern sich erspart hat, ist auf Antrag des Banquier C. in haft genommen worden. a. Der verhängnißvolle Abschiedstrunt. Ein Kutscher hatte vor einigen Tagen, am Nachmittag, seine hiesige Dienst stellung verlaffen, um eine neue in Friedrich berg anzutreten. Vor seinem Weggange hatte er schon einen Abschiedstrunk zu fich genommen, welcher ihn in einen angetrunkenen Zustand versezte. In diesem Bustande begab er sich mit seinen sämmt. lichen Sachen, die er theils auf dem Leibe trug, theils in einem Handkoffer bei fich führte, zu Fuß nach Friedrichsberg. Auf dem Wege fehrte er in den von ihm passirten Straßen in mehreren Kneipen ein, und er befand sich am späten Abend auf dem Stralauerplat, wo er sich auf einer Bank niederließ und sofort einschlief. Am folgenden Morgen gegen 3 Uhr erwachte er in halbnacktem Zustande. Nur Hemd und Hosen haben ihm die Leichenfledderer, die ihn während des Schlafes überraicht und gänzlich ausgeplündert hatten, belassen. Den Handfoffer, Rock, Hut, Uhr, Bortemonnaie sc. hatten die Diebe fich angeeignet und waren damit entkommen. Der Koffer enthielt zwei Anzüge: einen braunen und einen englischledernen JaquetAnzug, ein Paar Schaftstiefel, drei Hemden, sowie seinen Mi litärpaß und Führungsatteste. Welche Kneipen er besucht hat und wie er nach dem Stralauerplas gekommen ist, vermochte der Bestohlene nicht anzugeben. Auch weiß er nicht bestimmt, ob er sich am Stralauerplaz noch im Bestße des Koffers be funden hat. Mit Klaffenden Wunden und mit geronnenem Blute be sudelt lag gestern, Donnerstag, früh vor dem Hause Weberftraße 30 auf dem Trottoir eine Frau, welche dort in der fünften Stunde von Baffanten aufgefunden wurde, die sich fünften Stunde von Baffanten aufgefunden wurde, die fich ihrer auch annahmen. Nachdem die von Blutverlust völlig er. schöpfte und ihrer Besinnung faum noch mächtige Frau empor gerichtet worden war, erzählte fie dem B. T." zufolge mit schwacher Stimme, daß ihr Mann, der in der Nacht be trunten nach Hause gekommen wäre, fie mit einem Küchenmesser so übel sugerichtet, weil sie ihm wegen seines lüderlichen Lebenswandels Vorwürfe gemacht habe. Nähere Untersuchung ergab, daß die Aermste zwei Stiche in den Hinterkopf, awet in den Nacken und einen Stich in die linke Brust davon getragen hatte. Auf ihre Bitte wurde die so übel Bugerichtete zu ihrer in der Pallisadenstraße 3 wohnhaften Schwester gebracht. Sie hatte sich dorthin, nachdem sie ihr Mann so schwer verwundet, aus ihrer Elisabethstraße 60 belegenen Wohnung begeben wollen, war aber unterwegs erschöpft zusammengebrochen und auf der Straße liegen geblieben, bis man sie gefunden. Es ist eine 32 Jahre alte Frau, welche durch einen fleinen Handel, den ste mit Seife und Bandwaaren auf den hiesigen Wochen märkten betreibt, ihre Familie erhält. b. Einer der es noch weit bringen fann. Dreihundert Matt werden für die Ergreifung eines 17 jährigen Laufburschen Ernst Hugo Lencher aus Leipzig, mittelft Säulen Anschlages Der Bursche hat sich bereits einer bedeutenden Unterschlagung, sowie einer Urkundenfälschung schuldig gemacht. Man vermuthet, daß er sich nach Berlin gewandt habe und rühmt ihm einen ausgeprägt sächsischen Dialekt nach. Das Konzerthaus hat gleich vielen älteren Häusern Berlins eine bewegte Vergangenheit hinter sich und manche wunderbare Wandlung erlebt. Das Vorderhaus, deffen Bau art verräth, daß es aus weit hinter uns liegenden Beiten stammt, besaß in den vierziger Jahren einen großen, geräumi gen Hof, der sich hinter den drei Grundstüden 47, 48 und 49 binzog. Auf ihm stehen die heutigen Konzertsale. Der damalige Befiger, ein Herr v. W., wußte den großen Hof, dem Drängen der Beit nachgebend, in bester Weise für sich auszu nugen. Herr Schreier, eine seiner Beit sehr bekannte Persön lichfeit Berlins, errichtete auf dem Hof ein Affentheater; er machte sehr gute Geschäfte; sein Theater war das Eldorado aller Kinder. Genau wie heute bet Bröfmann, machten dort bte großen und fleinen Bierhänder ihre Scherze. Nachdem der würdige Direktor dann seinen Karren wieder flott gemacht und mit seiner Schmiere" nach einer anderen Weltstadt gezogen war, that fich auf demselben Raume ein Birfus auf, in dem der jegt so berühmte Direktor Renz seine ersten Lorbeeren in Berlin erwarb; abermals war ein Jahr vergangen, da zogen Wollschläger und Renz als Kompagnons von der Leipziger ftrake 48 nach dem Dönhoff plat, auf deffen Mitte sie mit polizeilicher Erlaubniß einen Birkus errichten durften. Wie hat fich Berlin seil dieser Zeit verändert! Rurze Zeit nachher ließ Der bekannte Thierbändiger Kreuzberg den Hof in cine Me nagerie verwandeln; er erfreute die Menge, die Großen und Kleinen, mit seinen wilden Thieren, mit den Löwen, Tigern, Panthern und sonstigen schauwerthen Geschöpfen; das Haus und der Hof war Tag aus, Tag ein erfüllt von wüstenhaftem" Beschrei und Toben. Als Kreuzberg den Hof vers laffen hatte, verfeinerte fich derselbe bedeutend. Becker, der berühmte Magiker, der Bellachini der vierziger ein feiner und gewandter Prestidigitateur. Im Jahre 1847 ging er fort, und bald darauf wurde ein egyptischer Brüt ofen" aufgestellt; mit Staunen faben die Großen und Kleinen, wie die jungen Hühner und Gänse aus dem Ei frochen und vergnüglich auf den Tischen umbersprangen. Der Bubrang au diesem Institut war sehr groß; doch nicht lange sollte der " Egypter" am Ruder bleiben. Das Jahr 48 verdrängte ihn, und es schien, als wäre das Haus Leipzigerstraße 48 ausge. ftorben. Aber nur furze Zeit. Die Stätte, auf der oft Bet fall gellatscht worden, wo ehedem künstlich Gänse ausgebrütet worden, wurde ein Klubhaus errichtet und beherbergte außer anderen Vereinen den demokratischen Frauenklub. In diesem Hause hielten die bekannten Brüder Bauer ihre Heden; an anderen Abenden aber tagte der demokratische Frauenklub, deffen Vorsitzende, Frau Marheinike, Lucie Lenz und Louise Afton politische Gleichberechtigung der Frauen mit den Jännern verlangten. Der Herbst des genannten Jahres machte biermit ein Ende; das Klublotal wurde ftill und diente schließ Spalte redent hon be Ilen ni ampf renne Die Karl bat, es abrt an in dem Die Bute Sauptma Sen zu Nichts Die G on bem ganzen ausge feinem Daben, f eugen für rachen boch Sie beft an ber r Stim tel. angenh t," fo meine weigfa ich reb aft für Stirn, er truf ber . Dit Munt rafter. en zu Saal, b um fie bik Mutter muth b eit lag die Ge mid, ur Spi fie weit Firmenben Fr. Da vahrte mir hin Stirn en fort be Mi fprad ung vo Profeffor ersten Rinderjahren wie ein Bild des Schmerzes vor mir; bort ift fie!" Band. Agathe deutete mit der Hand auf das Bild an der Das ist sie! Mein Vater glaubte, daß ihre Krant beit fie so aussehen gemacht habe; nein, nicht ihre Krantheit, sondern dieses schreckliche, müfte Geheimniß hat fie so aussehen gemacht.- Sehen Sie das Bilb bort, und betrachten Sie die Büge." Polizei- Bericht. Am 28. v. M. Vormittags entstand auf dem Boden des Vorderhauses Chauffeestraße 13 aus bisher nicht ermittelter Veranlassung Feuer, durch welches der Dachstuhl völlig zerstört wurde. An demselben Tage Vormittags waren die Arbeiter Hansen und Schinkel bei dem Abbruch des Hauses Dragonerstraße 2 mit dem Abtragen von Balken be schäftigt. Hierbei fiel dem ze. Hansen ein Balten auf den linten Fuß, und erlitt Hansen eine derartige Quetschung, daß er mittelst Droschte nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. Bu derselben Beit stürzte ein vier Jahre alter Knabe aus dem Fenster der Lüßowstraße 49, 4 Tr. hoch belegenen elterlichen Wohnung auf den Hof binab und erlitt einen doppelten Schädelbruch, so daß er in Folge der erlittenen Ber legungen nach turzer Zeit verstarb. Am 28. vorigen Monats Diorgens wurde ein Mann an der Ecke der Schleiermacher und Bionierstraße von Krämpfen befallen, fiel zur Erde und 30g fich eine bedeutende Verlegung des rechten Scheitelbeins zu. Nach Anlegnng eines Nothverbandes wurde er mittelst Droschte nach der Charitee gebracht. An demselben Tage, Nachmittags, wurde eine Frau in ihrer in der Barutherstraße belegenen Wohnung erhängt vorgefunden. Am 28. v. Mts., Abends, wurde in der Neuen Hochstraße der Dortselbst wohn hafte Arbeiter Buchter beim Ueberschreiten des Straßendammes von einem Geschäftswagen erfaßt und etwa 10 Schritt weit Glieder, und ihre Augen blickten mit düsterem Feuer unter ihren langen, weißen Haaren, die aufgelöst ihr Gesicht umhingen, hervor Es war meine Mutter!" H Agathe, mein Kind," sagte fie, stehe auf, fleide Dich an. Du mußt Alles erfahren, ehe ich sterbe."" Dann zog sie mich mit sich fort nach dem Donald thurm, und zeigte mir den geöffneten, unterirdischen mir den geöffneten, unterirdischen Gang. Dein Vater wird dort herauskommen,"" fagte meine Mutter, indem sie auf den Thurm zeigte ,,,,, mit ber Here, mit der Wölfin. Bittere nicht, er wird Dich nicht fehen. Friz hatte wohl zuweilen das Bild dort gesehen, in beffen jetzt erst gewann es Interesse für ihn. Er betrachtete es aufmerksam. Das Portrait hatte wahrlich etwas Grauen erregendes. Das blaffe Antlig fireng und falt, und in den furchtbare Bereinigung von Stolz und Schmerz in diesem Weibe... gend und dachte bei sich selbst: Wie sehr muß diese Frau gelitten haben!" Agathe fur fort: Wie und zu welcher Zeit meine Mutter die schreckliche Und in der That, gleich darauf erschien mein Vater, Weibe... Meine Mutter nahm mich auf den Arm, und fortgeschleift, bevor der Wagen zum Stehen gebracht werden tonnte. Hierbei erlitt Buchter starke Verlegungen in den Hüften. In der darauf folgenden Nacht fiel ein Schiffs wächter, als er fich auf einem Brettübergang nach einem vor der Börse liegenden Kahn begeben wollte, ins Wasser, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, von vorübergehen ben Personen herausgezogen und begab sich hierauf nach seiner Wohnung. Am 29. v. Mts., Morgens, versuchte ein Mann in seiner in der Fürbringerstraße belegenen Wohnung fich mittelst Revolvers zu erschießen und brachte fich dret Schüffe in die rechte Schläfe und in die Bruft bei daß er mittelst Die Berwandungen find so schwer, Krantenwagens nach der Charitee gebracht werden mußte. Am Vormittag deffelben Tages wurde in der Spree unweit der Moltkebrücke die Leiche einer unbekannten, etwa 20 bis 25 Jahre alten Frauensperson aufgefunden und nach dem Obbul tionshause geschafft. Um dieselbe Zeit fiel ein Schornstein feger beim Befteigen des Schornsteins der Hirsch'schen Bade Anstalt, Schüßenstraße 18/19, aus einer Höhe von etwa dret Metern herab und erlitt dabei so schwere innere Verlegungen, daß er mittelst Droschte nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. mußte. An demselben Tage Nachmittags wurde ein junger Mann in seiner in der Prenzlauerstraße belegenen Wohnung todt aufgefunden. Derselbe soll am vorhergehenden Tage er trantt fein, ärztliche Hilfe jedoch von sich gewiesen haben, wes halb die Leiche zur Feststellung der Todesursache nach dem - Um dieselbe Zeit wurde Obduktionshause geschafft wurde. ein Mann im Kesselhause seiner in der Anklamerstraße belege nen Fabrit erhängt vorgefunden.- Bu derfelben Beit wurde ein 6 Jahre alter Knabe, als er in der Schönhauser Allee fich an eine Droschte gehängt hatte, beim Abspringen von derselben von einem dicht folgenden G.fährt zur Seite gestoßen und erlitt dabei eine Verstauchung des rechten Handgelenks, sowie eine Verlegung der Stirn. Gerichts- Zeitung. Tausend Gulden oder der Tod! Man kann sich die Angst der 76jährigen Hausbefizerin Frau Franziska Stento in Rudolfsheim, Karolinengasse 17, vorstellen, als fte am 11. April den nachstehenden, unfrantirten, mit dem Bofiftempel Fünfhaus versehenen Brief zugestellt erhielt. Der Brief lautete in seiner orthographielosen Toilette folgendermaßen: Im Jahre 1873 tahm fpöt Abends ihr Herr Gemal zu mir, ich wohnte damals in einer Kl. Profinsstädtchen N. De. Er sagte zu mir: Du verhilfft mir zu Geld oder ich ermorde dich. Ich war überaus dazumal sein Gläubiger mit 1600 fl. Er sagte mir, ich ich soll ihm bei einem Morde helfen. Nächsten Morgen war der dortige Wucherer in seinem Bette tot aufgefunden und seines Geldes beraubt worden. Ihr Mann hatte wieder Geld und ich reiste ab. Vor 2 Wochen tamm ich wieder zurück und hörte, der Stento ist schon vor etlichen Jahren gestorben, aber seine Frau hat ein Haus. Sobald fie den Brief werden gelesen haben, so laffen Sie tein Wort verlauten außer daß Sie nicht zum Opfer fallen. Ste find alt und schwach, haben also nicht mehr lange zu leben. Wollen Sie nun nicht noch diese Woche sterben, so sprechen Sie ja tein Wort von dem Brief, sonst erleiden Sie Den gräßlichsten Tot. Nur eines tann fie retten, der Todt oder 1000 fl. § 1. Sobald fie den Brief werden gelesen haben und nur ein Wort bafon vieleicht gegen die Polizei oder irgend Je mandten verlauten lassen werden, find sie bis Sonntag todt. Der gräßlichfte Todi lauert in zwanzig Arten auf fte, fte wer den nicht einmal ein Glas Waffer oder Kaffee drinken können, wenn sie nicht ihren tot wollen. § 2. Wir schwören ihnen, daß wenn Sie nur bei den Thor herausgehen werden, um vielleicht der Polizei die Anzeige zu erstatten, so wird Ihr Haus in die Luft fliegen und sie den tod erleiden. § 3. Jb bin iegt alt und schwach, taum genesen von bem amerikanischen Fieber, also arbeitsunfähig und brauche Geld. Soll ich vieleicht die Anzeige von dem Raubmord ihres Mannes und mir im Jahre 1873 machen, vielleicht werden Sie von Ihren Mann bei seinen Lebzeiten noch manchmal eine Art von Trauer wahrgenommen haben? Er hat es mir ge schrieben, daß war die Neue von dem Raubmorde. 1000 fl. nur tönnen ste retten! Sie sind reich. Legen Sie Donnerstag Abends Punkt 10 1000 fage tausend Gulden in Papier eingewickelt in Ihrem Hause hinter das linte Thor, so: ( Hier befindet sich ein in wenigen Strichen angelegter Plan der Thoreinfahrt und die Stelle, wo das Geld deponirt werden soll, ist mit einem Pfeil bezeichnet. Der Brief schließt fol gendermaßen:) Ich werde ihr Haus bewachen laffen, ligt es nicht punkt 1/2 hinten so fliegt das Haus in die Luft und Ihnen wird der Hals durchgeschnitten oder fie werben erfchofen oder vergiftet. Ueberlegen Sie sich. Ich weiß Sie find reich 1000 fl. spüren einen Fremden in dieses unglückliche Familiengeheimniß mit hineinziehen? Mußte ich es da nicht verrathen?" etwas Ich habe widerstanden und entsagt! Selbst von den Personen auf M'Donuil, die uns umgeben, kennt Niemand Don dem Nachtwandeln, als ber 8werg bie treue Seele, bei dem das Geheimniß bewahrt blieb wie bei mir selber... Schon meine Mutter hatte ihn um meines Vaters Willen in's Bertrauen ziehen müssen. Es ist nicht nöthig gewesen, ihm Schweigen aufzuerlegen; er tönnte für seine eigene Ehre nicht ängstlicher besorgt sein, als für die meines Vaters. Es ist zwischen uns nie die Rede von seiner Mitwissenschaft gewesen; aus zarter Rücksicht für mich hat er deffen nie erwähnt; wohl aber hat er alles gethan, um das Geheimniß zu bewahren und um bie für gewisse Personen damit verbundenen Gefahren mit jener unheimlichen Bürbe, gefolgt von jenem auf einige Schritte entfernt bleibend, hinter abzuwenden. Meilenweit ist er über die Schneefläche ge ihnen her... Sie ließ mich die Szene am Schreckenstein fehen." Bleibe hier, mein Kind,"" flüsterte sie mir in's Dhr, Du mußt Alles sehen, muß Alles fennen.. Ich werde Entbedung gemacht hat, weiß ich nicht; wohl aber weiß bald sterben. ich, daß fie die wunderbare Anziehungskraft der schwarzen rathen... Du allein, ganz allein, mußt Deinen Vater Here, die Zusammenfünfte im Donaldthurm, Alles, Alles bewachen, wenn er frant ist. wußte. Sie zweifelte nicht an der Ehrenhaftigkeit meines Baters, aber sie härmte sich ab und starb langfam dahin, baran."" wie auch ich bahinsterben werde." Frig flüßte wehmüthig den Kopf in die Hanb, den Ellenbogen auf die Lehne des Sessels gelegt. Er ant wortete nicht; er fonnte ihr ja teine Beruhigung geben. In einer Nacht," erzählte Agathe weiter, war damals ungefähr neun Jahre alt, meine Mutter Lebte so zu sagen nur durch ihre Willenskraft und war fast gänzlich aufgerieben durch ihren Gram es Du allein!... Hörst Ehre unserer Familie hängt Endlich tamen wir, geistig und körperlich erschüttert und ermattet, zurüd." Welch' furchtbaren Einbrud muß Ihr zartes, junges Gemüth durch diesen Anblick erhalten haben!" bemerkte Friz. Es war ein furchtbarer Eindrud," bestätigte sie. ,, Aber meine Mutter hatte recht... Nach vierzehn Tagen erlag sie ihren Leiden. Sie starb, und hinterließ es mir, wandert, um der schwarzen Here Speise und wärmende Kleider zu bringen, ihr Feuer anzuzünden und ihr irgend wo ein Dbbach zuzubereiten... Jh weiß, daß er, um sich dem Schloßpersonal nicht zu verrathen, selber hungert, unt bas ihm Verabreichte in's Gebirge hinauszu tragen... Die Nächte hat er durchwacht, um die Meute zu hüten." Das war mir bekannt," schaltete Friß ein. Aber welches Intereffe hat der Zwerg, daß er die schwarze Here, die er doch hassen müßte, wenn er ihren Einfluß auf den Grafen fennt, schüßt und pflegt, mit Kleidern versteht, ihr Schlupfwinkel fichert und dergleichen?" Das, Herr Doktor," antwortete Agathe, ist nicht Geheimniß meiner Familie, sondern einer andern. Ihnen auf diese Frage zu antworten, habe ich kein Recht Sie können sich nach dem, was ich Ihnen gesagt, vorstellen, wie entfeßlich mir Ihre Erklärung war, war im Winter, ich lag in meinem Bette, da fühlte ich ihr Werk fortzuführen, ihrem Beispiele zu folgen... Ich daß ich nicht mehr die Krankheit meines Vaters überwachen mich plöglich, während ich schlief, von einer eiskalten Hand habe diese schwere Aufgabe erfüllt, das Geheimniß behütet dürfe, daß es sein Tod sein würde, wenn ich zu der Seit Träftig am Arm ergriffen. Ich erwachte. Vor mir stand und bewahrt... 6 eine Frau, die in einer Hand eine Fadel trug, mit der an- koftet!... Sie wissen es ja, Sie waren ja 8euge, wie würde." beren meinen Arm zusammenbrückte, daß mir war, als ob der ich den Wünschen meines Vaters entgegentrat, wie ich ihn ... Ein trampfhaftes Bittern durchflog alle ihre felbe zerbrechen müsse.... Ihr Kleid war mit Schnee zurücwies, wie ich mich sträubte, wie ich seinen Born windung toftete." reiste... Ich sollte mich verheirathen!.... Konnte ich " Ich begreife jett, weshalb Ihnen das schwere Ueber ( Fortsetzung folgt.) fte nicht. Sollte ich vielleicht noch einen ermorden, wie mit Ihrem Manne den Wucherer? Ach nein, früher fliegen Sie mit samt ihrem Hause in die Luft. Der Tod oder 1000 fl. Wenn Sie die Anzeige machen, so find Sie ganz bestimmt toot. Auch zu ihren Dienstboten sprechen Sie nicht 1 Wort!" Die alte Frau Stento hatte glücklicherweise den Muth, den Brief bei der Polizeibehörde su deponiren. Als Thäter wurde der im Hause der Frau Stento bei feinen Großeltern wohn bafte 19 jährige Graveurgehilfe Rudolf Deimel entdeckt und gestern von einem Erkenntnißfenat unter Vorsiz des L.-G.-R. Groß wegen Verbrechens der Erpressung zu vier Monaten schweren mit Fasten verschärften Kerkers verurtheilt. Weinend erklärte der Angeklagte, daß er die Strafe antreten wolle. P. Eine Mutter wegen Kuppelet, begangen an ihrer leiblichen Tochter, angeklagt, erschten vorgestern in der Person Der verebelichten Caroline Rumpf aus Spandau vor den Schranken der Straflammer des Landgerichts II. Die unter Ausschluß der Deffentlich.eit stattgehabte Verhandlung endigte mit der Verurtheilung der auf Grund des§ 18 R. St.-G.-B. Angeklagten zu einem Jabre Suchthaus und Ehrverlust. und halten ziemlich lange. Sie finden die meiste Verwendung in der Kreishauptmannschaft Leipzig, wo im Allgemeinen das Barfußgehen bei schlechtem Wetter seltener vorkommt, als in den Gebirgsdistrikten, woraus zu erfeben ist, daß diese Pans toffeln nicht das Barfußgehen, sondern die Lederschuhe ver drängen. Also immerhin ein wirthschaftlicher Rückschritt. Das Volk hier in Sachsen wird eben durch die traurigen allge meinen Verhältnisse immer mehr auf ein niedrigeres soziales Niveau hinabgedrängt.- Blumenfabritation, Woll waaren und Strumpfwaarenfabrikation find im Kreise Chemnig äußerst bedroht, da dieses Jahr die omeritanischen und englischen Bestellungen faft gänzlich ausgeblieben find. Die Arbeiterbevölkerung steht in der That einer traurigen Bukunft entgegen. Uebrigens ist es jest wohl als erwiesen zu betrachten, daß durch unsere neuere Boll und Wirth schaftspolitit große Misstimmung in den auswärtigen tonfus mirenden Staaten erregt, so daß unser Export in fast allen Branchen zurückgegangen ist. Die Leipziger Messe hat in Bezug auf Spiel waaren und Porzellan einen äußerst ungünstigen VerTauf genommen. Das Exportgeschäft geht sehr schwach und die Ueberproduktion hat ungemein zugenommen. Es ist in vor stehenden Branchen nämlich, trop des schlechten Geschäftsganges, aber in Folge der Hoffnungen, die einzelne Leute auf die Boll erhöhungen gesezt haben, eine größere Anzahl von neuen Fabriken entstanden, welche alle flott darauf losproduzirten und Absaz erwarteten, gleichviel woher. Dadurch find die Läger überfüllt, die Produktion stodt und der Lohn der Arbeiter wird reduzirt oder aber die Arbeiter werden völlig entlassen. " In der Jutespinnerei und Weberei hat man aus den betheiligten Arbeiter treisen seit längerer Zeit nur Klagen gehört. Lohnreduzirung, Arbeiterentlaffungen waren an der Tages. ordnung. Und nun vernehmen wir, daß die Geraer Jute. Spinnnerei und Weberei zu Tribs" laut Bericht ihrer GeneralVersammlung den Aktionären der Prioritäts. Aktien A. eine Dividende von zweiundzwanzig Prozent zahlt und den Aktionären der Bitoritäts Attien B. immer noch sechzehn Prozent. Ein äußerst respektabler Gewinn! Lohnreduzirung, Arbeiterentlaffungen und zweiundzwanzig Prozent Dividende wie reimt fich das zusammen? Vereine und Versammlungen. Bezirks Verein des werkthätigen Volkes der Schön hauser Vorstadt. Sigung vom 28. d. M. Nach der G öffnung der Sigung wurde zuerst die Wahl des zweiten Kassirers vorgenommen und Herr Bolze als solcher gewählt Sodann nahm der Naturarzt Herr Canig das Wort einem Referat über das Naturheilverfahren. Er führte zu n fang die verschiedienen Ursachen der Krankheits Entfehunge vor und wies an Beispielen nach, daß eine Menge von Kranb x- Solingen, 28. April. In unserem Industriebezirke nehmen Arbeitslosigkeit und Geschäftsstodung immer größere Dimenfionen an. Desterreich, woselbst wir früher ein ziemlich großes Absatzgebiet hatten, ist uns durch Retorsionszölle, wel ches der Belltarif von 1879 in der Stahlwaarenbranche hervor gerufen, fest verschlossen. Dabei fennen die konservativen und ultramontanen Schutzöllner im Reichstage nicht Maß und Ziel, was für unsere zum größten Theil auf das Ausland angewiesene Industrie und alles, was damit zusammenhängt, wiederum nur neue und größere Schädigungen im Gefolge haben wird. Dem vom Präsidenten der hiefigen Handelskammer Effen, 24. April. In der heutigen Sigung des Schwur gerichts wurde über ein Verbrechen verhandelt, das seinerzeit in unserer Gegend und weit darüber hinaus großes und berech tigtes Aufsehen erregte. Angeklagt war der Bergmann Bern hard Renfing aus Bürendorf wegen Mordes und Mordversuchs, verübt gegen die Gendarmen Menzel und Hoffmann. Der Antlage lag folgender Thatbestand zu Grunde. Die genannten, von ihrer Behörde als außerordentlich pflichteifrig bezeichneten Beamten befanden sich am Nachmittag des 8. Februar auf einem Patrouillengange, der fich bis tief in die Nacht ausdehnte. Sie tamen auf demselben gegen 1 Uhr in die Nähe von Sevinghausen an der von Steele nach Bochum füh renden Straße und gingen auf ein Wirthshaus zu, in welchem fie noch Lichtschimmer bemerkten, um dasselbe zu durchsuchen. Am Eingange des Seitenweges, der zu dem Hause hinführte, be gegneten, ihnen drei Personen, der Angeklagte, der Bruder Deffelben, Bergmann Heinrich Renfing, und Bergmann Theo bor henthaus, die anscheinend aus der Wirthschaft kamen. Die Beamten Inüpften ein Gespräch mit den Männern an, wurden aber durch die verdächtigen Antworten, welche fte er bielten, veranlaßt, die Leute anzuhalten und nach ihren Namen au fragen. Der Angeklagte, we cher ein Lefaucheur Gewehr mit fich führte, hatte fich inzwischen weggeschlichen und war auf die Straße getreten, wo er von den Beamten nicht gesehen werden konnte. benthaus, den Menzel gefaßt hatte, rig fich los und wurde von diesem, der den Säbel in der Hand hatte, verfolgt. Da trachte ein Schuß- Menzel sant schwer getroffen nieder mit dem Ausrufe: Ich bin geschoffen! Als der Angeklagte seinen Bruder noch in der Gewalt des andern Gendarmen sah, gab er einen zweiten Schuß ab, der den Hoffmann in die Stirn traf. Nun ergriffen alle drei die Flucht; das Gewehr versteckte der Angeklagte in einem Strohhaufen. Menzel, dem die ganze aus grobem Schrot bestehende Ladung in die Bauchhöhle gedrungen war, wurde in das Krankenhaus zu Watten fcheid gebracht, wo er am nächsten Tage staib; Hoffmann wurde zwar geheilt, hat aber das linke Auge verloren, da der Augapfel von einem Schrottoin durchschlagen war. Die Aussagen der zahlreichen Beugen bestätigten durchweg den Inhalt ber Anklage. Hauptzeuge war der Bruder des Angeklagten; berselbe befundete, daß er mit seinem Bruder und Senthaus in der fraglichen Nacht fich auf den Weg nach Gelsenkirchen und Schalle begeben habe, um in einem nördlichen von Schalle legenden Walde auf Rehe zu jagen. Auf diesem Wege habe Das Zusammentreffen mit den Gendarmen stattgefunden. Ein anderer Beuge sagt aus, daß er mit Bernhard Renfing am 15. Februar auf dem Bahnhof zu Recklinghausen zusammen getroffen sei und daß Renfing geäußert babe, er fürchte fich vor dem Teufel nicht, habe er doch erst vor acht Tagen zwei Gendarmen todtgeschoffen. In Folge dieser Aeußerung erfolgte die Verhaftung des Angeklagten in Herten, wo er Arbeit hatte fuchen wollen. Der Angeklagte selbst leugnet die That, will auch nicht zugeben, daß für die fragliche Nacht ein Jagdzug geplant worden sei, und bestreitet, die ihn belastende Aeußerung gegen den Beugen gemacht zu haben. Der Direktor des Buchthauses in Werden, wo Renfing zulegt eine mehr järige Strafe verbüßt hat er wurde erst Mitte Dezember v. J. aus dem Buchthause entlassen schildert den Angeklagten als einen rohen, gewaltthätigen Menschen, über den häufig Disziplinarstrafen hätten ve hängt werden müssen. Nachdem der Staatsanwalt die Anklage begründet, beantragt der Vertheidiger, das Schuldig nur wegen Körper verlegung mit Todeserfolg bezw. wegen schwerer Körperver legung auszusprechen. Die Geschworenen erklärten nach turzer Berathung den Angeklagten schuldig des vorfäßlichen und überlegten Mordes und des vorfäßlichen und überlegten Mordver fuchs und es erfolgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft ge mäß die Verurtheilung zum Tode und zu 15 Jahren Bucht haus. Der Angeklagte nahm die Verkündigung des Urtheils anscheinend gleichgiliig auf und verharrte dabei, daß er die Strafe nicht verdient habe. Soziales und Arbeiterbewegung. beiten durch naturgemäße Lebensweise verhindert resp. jeb Nr. 1 Dritten Ruffif bald geheilt werden Schluffe feine Referates wies Herr Canis noch auf die Vortheile bin, welche den Krankenkassen durch das Naturheilverfahren besonders bei Typhus und ähnlichen Krankheiten durch bedeutende Abkürzung der Krankheitsdauer entstehen würden. Reicher Beifall lohnte dem Referenten. Nachdem noch Herr Canis verschiedene auf sein Referat bezügliche An fragen sehr verständlich beantwortet hatte, wurde zum Punkt der Tagesordnung: Rechnungslegung durch den Kaffe übergegangen. Auf Vorschlag der Revisoren wurde bem Nachdem beim Fragelaste derselben ein Kasfirer Decharge ertheilt. noch verschiedene Vereinsangelegenheiten eingehend erörte waren, nahm der Vorsitzende in seinem Schlußwort Ve anlaffung, die Mitglieder zu regerer Betheiligung an ben Vereinsversammlungen aufzufordern, denn nur durch die B theiligung an den Versammlungen könne der Verein imme mehr erstarken und das Gefühl der Solidarität unter den B einsmitgliedern gepflegt werden. Nächste Sigung am Dienf den 12. Mai. Don war Dit Site Bone Persönlicht authentisch lands in 2 des rufflíc Was og die Rei fers über b langs beffe und in Fo NomadenGrenze zu Reich fich erftreckte, i 1860 Das Den ganze Eyr Darja Ber Don welche werden tor begegnen, felben Jab Da di Die Huffen Aban von mit 40 000 Don 36009 Don Tascht Rotand w Begen Land am Die Folge einem vom land nebft fcbluffe erb tifchen Sto Budara ei aba Im I Ahan, ber des Auffta gelegene G thren Athan Bu Rotands in Ural- See B Die U Die G Den Mitgliedern der allgemeinen deutschen Kran und Begräbnißtaffe für Wirter, Weber, Spinner, ber und Arbetter in verwandten Berufszweigen bring wir hierdurch zur Kenntniß, daß wir noch eine Bahlstelle Ch rinerstraße 6, IV bet Herrn W. Großte errichtet haben. Sprechstunden find beim Vorsteher D. Thomae, Andreasftra Nr. 20, Hof rechts part., Wochentags Abends von 8-9 und Sonntags von 10-1 Uhr; beim Kafftrer Robert Pol Holzmarktstr. 44a, bof III links, Wochentags Abends von bis 9 und Sonntags von 10-1 Uhr; bei Emil Größler, Jakobstraße 17, Hof II, Wochentags Abends von 8-9 Uhr un Sonntags von 10-12 Uhr; bei Wilh. Graßte, Chorinerfi Nr. 6 IV, Wochentags Abends von 8-9 und Sonntags 10-12 Ubr, bei Bruno Scholz, Friedrichsberg, Kreuzigerfi Nc. 1, III, Wochentags zu jeder Tageszeit und So tags 10 bis 12 Uhr. Außerdem mad wir Die Mitglieder auf Das am Sonnabe den 9. Mai in Buß Salon, Große Frankfurterstraße 87, Besten der Kaffe stattfindende Vergnügen aufmerksam. fang 8 Uhr. Billets a 30 Pf. find in den oben genannt Bablftellen zu haben. Die alten Billets haben Giltigkeit. Dem Schidsal der polizeilichen Auflösung verfiel am Dienstag Abend nach Bözow's Lotal einberufene fammlung der Tabal- und Bigarrenarbeiter Berlins. Auf Tagesordnung ftand das Arbeiterschußgeses. Reichstagsabg ordneter Meister hatte das Referat übernommen, durch seine Abwesenheit von Berlin am Erscheinen verhinde Nachdem von Seiten der Kommission über eingenommene u verausgabte Gelder Rechnung gelegt worden, verlas b Dechand die einzelnen Paragraphen des Arbeiterschwältigt un und eröffnete darüber gefeges die Diskussion. nächst nahm Herr Laste das Wort. Derselbe fübrte an, ba es unbedingt nothwendig set, daß von Seiten der Gesetzgebung für die Arbeiter etwas geschaffen werde, denn kein Mens welcher ein menschliches Herz im Leibe babe, tönne länge mit Ruhe zusehen, wie der wirthschaftlich Schwache vo Stärkeren erbarmungslos zu Grunde gerichtet werde. Arbeiterfreundlichkeit der verschiedenen Voltsvertreter babe fi in ihrem wahren Lichte gezeigt, als das Arbeiterschußgele Reichstage zur Berathung stand; vergebens fab man sich b sah Inach den Versprechungen der konservativen und liberalen herr mußte nach vor der Wahl um. Damals genirten fie fich garnicht, Wählern zu sagen, sie würden für den Normalarbeitstag treten. Jest denten fie nicht daran, ihr Versprechen einzul Immer von Neuem werden aber die Arbeiter ihre Forderun geltend machen, fie werden dieselben zur öffentlichen Mein erheben, dann wird man dem riefigen Ansturm der Arbe nachgeben müffen. Man hat in lester Beit versucht, durch schiedene Mittel der Vagabondage Einbalt zu thun, aber gegen fann nur der Normal resp. Maximalarbeitstag et helfen, aber nicht die sogenannten Arbeiterkolonien, denn Diese dem Arbeiter helfen, hat man in legter Beit in Biele gesehen, bei diesen Worten erhob sich der überwachende Bea und erklärte auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetes. Versammlung für aufgelöst. auf Grund der Verfügung vom 28. November 1881- dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf erstatteten Bericht über den Stand von Handel und Gewerbe entnimmt das ,, Solinger Boltsblatt" folgendes: Die fich bei Schluß des vorigen Se mesters bemerkbar machende größere Nachfrage war nur von furzer Dauer. In der Waffenfabrik blieb es rubig, die Preise waren schlecht. Meffers und Scheerenfabrikation fluthen ge waltig. Tischmesser und Gabeln wurden viel in gewöhnlicher Waare verlangt, die äußerst reduzirten Preise aber machten das Geschäft kaum lohnend. Bet zurückgegangenen Preisen hat fich der Absatz in Metallbügeln nicht gebessert. In Regen Betthaken und Holz schirmgestellen war der Absaß gering. schrauben mußten vielfach unter dem Herstellungspreise abge Geschmiedete Stiefeleisen werden mehr und geben werden. Die Papierbranche hatte mehr durch Gußwaaren verdrängt. an schlechten Preisen bei allerdings auch billiger gewordenem Der Stand der Buderhutfabriken ist Rohstoff zu laboriren. fein vortheilhafter. Die Preise sind niedrig, an Aufträgen für das Ausland fehlte es, auch aus dem Inlande lagen nur wenige Drbres vor, und es waren daher Arbeiter- Entlassungen nöthig. Die Tabatsfabriken in Hitdorf haben genügende Be schäftigung. Auf seidene und halbseidene Waaren hat der be treffende Eingangszoll sehr nachtheilig gewirkt. In Schäftchen, Lafting und baumwollenen Waaren war das Geschäft gut. Von den Plüschwebern ist fast der vierte Theil ohne Arbeit. Die Spinner haben große Lager, die Preise in einzelnen Sachen sind um 6 bis 7 Prozent ges fallen. Das Geschäft in Alizarin und Ultramarin hat sich ver schlechtert. Der Export besonders nach England bat sehr abge nommen, etwa um ein Drittel. Bei gleicher Nachfrage find Die Preise von Schwefelsäure start gewichen. Es droht Ueber produktion. Jm Dynamitg fchäfte war noch feine Besserung zu verspüren, besonders der Export hat seine Erträglichkeit ver loren." Zu den Weltausstellungen. Wenngleich verschiedene Stimmen laut werden, welche behaupten, daß das Intereffe an den Weltausstellungen immer schon im Schwinden gewesen set, so sprechen die Thatsachen doch eine andere Sprache. So zählte im Jahre die Weltausstellung in 1851 London 1855 Paris 1862 London Aussteller 13 938 21 779 28 653 1867 Paris 42 217 1873 Wien 1876 Philadelphia Paris 39 508 26 986 50 000 Besucher 6 039 195 5 162 330 6 211 103 8 805 991 7 254 687 9 857 625 1878 12 624 100 Man fleht also hier ein stetiges, fortwährendes Steigen, welches den sogenannfen ,, warnenden Stimmen" jede Berechti Und wenn auch eine Berliner Welt. gung nimmt. ausstellung nicht ganz 12 Millionen Besucher aufweisen würde, so glauben wir doch ficher, daß diese Bahl fast erreicht werden würde, so daß sich die Berliner Ausstellung den glänzendften der bisher abgehaltenen Ausstellungen würdig zur Seite stellen könnte. Besonders at er würde Berlin, das boch nun einmal des Deutschen Reiches Hauptstadt ist, wie wir schon einmal betonten, einen ungemeinen petuntären und wirthschaftlichen Vortheil haben, ganz abgesehen von der moralischen Genugthuung, einmal die Völler der Erde zu frieblichem Wett tampfe in seinen Mauern versammelt zu sehen. Dit im D 91 Standes der Derübte G fte zu Feld nommen. Müften for General S am rechten felbft wurd fallen Staa Im I Die Expedi beleff: 188 1884 fiel D werfung zu Aus b Jahre 1847 mehr als baben. 1 Gehen über. Das war das S Ju erlangen Kranten und Begräbnißkaffe der Berliner Gür und Bronzeure( E.. 60). Dieselbe entspricht den und Bronzeure( E.. 60). forderungen des§ 75 des Gesezes vom 15. Juni 1883. Hauptzahlstelle befindet sich bei Foellner, Ritter- und Bringerlosen G ftraßen- Ede, des Sonntags von 10 bis 12% Ubr Bo des Sonnabends und Montags von 7 bis 9 Uhr Aben Dafelbft werden auch neue Mitglieder aufgenommen, ebe beim Rendanten Miesterfeld, Dranienftr. 2a, v. 3 Tr. Spre Vornel Gebiet am Der Taftat Sabre 1869 eines mit stunden: Sonntags von 8 bis 9 Uhr Vormittags, Wochent Derrschaft. von 7 bis 10 Uhr Vormittags und von 12-3 Uhr Mitto Außerdem nehmen Beiträge täglich entgegen: Ball Brinzen und Morisstraßen- Ede; Restaurateur Kreuz, Kottbu Blaz; Restaurateur Fohrholz, Weberstraße 13, Reftaurat Röhl, Bergmannstraße 105, Cigarrengeschäft von Ballmüller Steinide, Veteranenstraße 28. 11 Die öffentliche Bersammlung der allgemein Ortstrantentaffe( früher Meter'iche) f Fabritarbeiter und Arbeiterinnen findet ni wie angezeigt, Sophier.ftr. 15, sondern Prenzlauer Thor Bögow's Brauerei Sonntag, den 3. Mai, Vorm. 10% ftatt. Tagesordnung: Vortrag des Naturarztes Herrn Canig über das Wesen der Naturheilmethode. Delegirte, wie Mitglieder werden dringend gebeten, zu erscheinen. Frem haben Zutritt. Die Kommiffion der Tischler Königsbergs i. Pr. er läßt folgenden Aufruf: Kollegen! Arbeiter! Genoffen! Der Kampf hat begonnen! Am Montag den 27. April haben in 100 Werkstätten 507 Tischler die Arbeit niedergelegt, nur 31 Indifferente arbeiten weiter. Rollegen, es ist dies fein übereiltes Vorgehen, seit der Gründung des Fachvereins vor 2 Jahren find wir unabläfftig bemüht gewesen, Aufklärung und Verständniß unter die Arbeiter zu bringen. Die Lage der hiesigen Tischler ist eine höchst traurige, man bedente nur einen Durch schnittsverdienst 10-12 Mart pro Woche bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 17 Stunden. Diese Thatsache mußte auch in dem gleichgültigsten Kollegen das Bewußtsein weden, daß wir hier mit unserer Produktion am Abgrunde stehen. Wir wiffen sehr wohl, daß eine dauernde Aufbefferung unserer wirthschaftlichen Lage nur durch die Macht einer ständigen, großen Organisation bewerkstelligt werden fann, aber so wie bie Sachen hier liegen, wurde es zur unbedingten Nothwendig feit, durch eine außerordentliche Maßregel den Bann zu brechen und uns den Glauben an unfere Organisation zu verschaffen. So hat denn die im September vorigen Jahres gewählte Lohn Kommission den ganzen Winter unermüdlich gearbeitet und es fertig gebracht, daß ist zum Kampf sämmtliche Werkstätten einig und geschlossen dastehen. Kollegen! Arbeiter! Es ist in Oft und Westpreußen das erste Mal, daß ein Streit von ziel bewußten Arbeitern unternommen und durchgeführt wird. Unsere Organisation hat die Feuerprobe zu bestehen, hoffen wir, baß fte gehärtet aus derselben hervorgeht. Genoffen! Unterstügt uns, laßt die Pioniere des Nordens nicht ohne Munition, lagt uns nicht untergehen, zeigt, daß die Arbeiter noch im Stande find, gegen die Macht des Kapitals anzufämpfen; zeigt, daß Willenstraft und Energie bei den deutschen Arbeitern noch nicht geschwunden!! Bwar scheint es, als ob fich alles gegen uns vereint hat, denn am 22. April verhaftete man den Vorsitzenden unseres Fach vereins; am Tage darauf aus der Haft entlassen, fand derselbe zu Hause eine Verfügung des Polizei Präsidiums, daß der Fachverein bis auf Weiteres geschloffen ist. Kollegen! unserer festesten Stüße, des Fachvereins, benommen, find wir um so mehr auf eure Hilfe angewiesen, und liegt es an Euch, uns in den Stand zu segen, unsere Forderungen durchzuführen und so den Beweis zu liefern, daß das Solidaritätsgefühl der deutschen Tischler kein leerer Wahn ist. Arbeiter! Genoffen! wir werden und Eurer Hilfe würdig zeigen, wir werden ausbarren bis zum legten Mann und nichts wird im Stande sein, unsere Jdeen, die uns beseelen, zu unterbrüden. Darum Kollegen, unser Sieg Euer Sieg, unsere Niederlage Eure Niederlage! Gebt schnell und ihr gebt doppelt! Haltet Bu zug unbedingt fern! Mit follegialischem Gruß und Hand schlag die Kommission der Tischler Königsberg's i. Pr. Briefe, Anfragen sc. find zu richten an W. Wohlfromm, Königsberg, Steind. Querstraße 6b. Geldsendungen nur an unseren Kafftrer A. Krebs, Königsberg i. Pr., Kolmstraße Nr. 5. Die Arbeiterverhältnisse am Niederrhein find gegenwärtig sehr schlecht zu nennen. Nicht nur, daß unter den Seiden- und Bandwebern große Noth herrscht, auch die Eisenarbeiter find zum Theil auf recht niedrigen Lohn gestellt und die Arbeitsentlaffungen mehren fich. So wird aus Neuwied gemeldet, daß die Sayner Eisenhütte" und die Kontordia" vor einigen Tagen a chthundert Arbeiter entlassen haben, weil die Bestellungen nicht so reichlich wie früher eingelaufen find. Wenn das aber jezt am grünen( Schutzoll) Holz geschieht, wie soll's am dürren werden? " Aus Sachsen schreibt man uns, daß gegenwärtig ein Fabrikationszweig, nämlich die bolapantoffelfabri. tation in großer Blüthe stehe, während fast alle andern. Industriezweige darniederliegen. Ob die Blüthe gerade dieser Fabritation ein Beichen des wirthschaftlichen Aufschwunges in einem Lande ist, muß verneint werden, da die leichten Holz pantoffeln, die meistens aus Pappel- und Rösterholz geschnigt, burchweg zum Gehen verwandt werden, anstatt der Lederschuhe. Diese Pantoffeln toften im Durchschnitt 60-70 Bf. Literarisches. $ 3 mud 89 Der T Uhr nach lefietäre D Beit auch d fchienen. Die M Lüben, Me werben für Der Abgg fchloffen, bi Den Reichs langt find. folgendes h Die Rommiffion tangler zu e Bericht der Die fo Stolle fi unerhörter Wahlverfam Sprechen wo Wohloo: stä Ein Journal für Männer. Ab Mat erscheint in Lei ein neues Journal unter dem Titel ,, Der Pegasus" humorit Blätter für Literatur, Kunst und Theater, herausgegeben redigirt von L. v. Sacher Masoch. Wir entnehmen dem gramm dieses Blattes folgende Säße:„ Der Pegasus" seine Spalten ausschließlich jenem Humor widmen, welcher mit Literatur, Kunst und Theater beschäftigt und mit heite Muthe allem Falschen und Ünechten Fehde erklären, die und den Humbug, das Kliquenwesen, den Reklamenschwin die Dunkelmänner aller Art luftig bekämpfen. Dabei selbstverständlich nicht lyrisch gesäufelt und ebensowenig haft gewinselt werden. Der Pegasus" tann weder auf Nerven noch auf empfindliche Dhren Rücksicht nehmen, er die Dinge stets beim rechten Namen nennen und, wo ebri Hiebe am Plage find, ehrlich losschlagen. Wir verwahren deshalb ansdrücklich dagegen, daß ,, Der Pegasus" von Kna tefte von de und Mädchen gelesen wird. Wir haben zum Ueberb Journale für Familie und die Jugend, was wir brauchen einmal ein Journal für Männer, ein Blatt, daß deutschen Manne die fräftige, gesunde Kost giebt, die e langt. Der Pegasus" erscheint in zwanglosen Nummern Gratis- Beilage zu der Monatsschrift ,, Auf der Höhe", aber auch apart zu 1 Mart für 6 Nummern in allen handlungen wie bei der Administration von„ Auf der in Leipzig gegen Voreinsendung des Betrages abonnirt wer Annonzen die Beile 20 Bf. Berantwortlicher Redakteur R. Grongeim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Babing in Berlin SW., Beutbiraje 2. Bu Steven eine Beilag wählt, So Die Komm nommen. Rönigli ftein verft fammlungen Es find nu toarten mar Die Ab würden. treten für D men, wird, Durch den %. er Schön Der G e ameiten r gewählt Wort An te zu trebungen Don Krant tefp. feh Te feine Vortheile cc bal Typhus utende tfteben Nachdem gliche An um dritten en Raffire Beilage zum Berliner Voltsblatt. Nr. 100. Russische Gebietserweiterungen in Asien seit 1847. Von einer mit dem bezüglichen Stoffe durchaus vertrauten Persönlichkeit geht der Polit. Correspondena" folgende wohl als authentisch anzusehende fizze der Gebietser werbungen Rußurde belands in Aftens seit dem Jahre 1847 zu. Man fann fich aus Fragetafte derselben ein zutreffendes Bild von der ungemeinen Gefiäßigkeit des ruffischen Bären machen. D erörte wort Ve 8 an ben ch die B r ben B Was zunächst den Gebietsstand in Zentralafien betrifft, so og die Reichsgrenze im Jahre 1847 vom Nordrande des Aralfees über der Unterlauf des Syr- Daija zum Fluffe Tschu und rein imme längs deffelben zum Infyt Kul hin. Sie war gänzlich offen und in Folge deffen den Einfällen der benachbarten südlichen Dienf Nomaden Völker preisgegeben. Um eine geficherte natürliche Grenze zu erlangen, nahmen die Russen den Kolanzen, deren Reich fich nördlich bis zum Aral- See und dem Fluffe Tichu eritreckte, im Jahre 1852 die Stadt Berowski, 1859 Djulet, 1860 das Gebiet füdlich des Tschu, 1864 Turkestan und hiermit Den ganzen Landftrich am mittleren und oberen Laufe des Eyr. Darja. Die Kolanzen fortifizirten nun Tschemtent, von welchem Drte sowohl Turkestan, wie auch Aulié ata bedroht werden tonnte. Die Ruffen ergriffen, um dieser Gefahr zu begegnen, die Offensive und eroberten Tschemfent noch im felben Jahre. Krank ner, gi en bringen Helle Ch Den. Dit Dreadfra 8-9 un t Bipol 8 von öğler, Site -9 Uhr un Drinerftra antage o zigerfi 70 So T mad Sonnaben fam. igkeit. Be 87, genannts perfiel bi ufene Be Auf be Stagsabge war abe verbinde mene un erlas be Da die neue Grenze unabläffig alarmirt wurde, nahmen bie Huffen 1865 Taschfent in Befiz. Nun aber warf fich der Aban von Buchara als Vertheidiger des Islams auf und zog mit 40 000 Mann gegen die Ruffen. Eine russische Abtheilung on 3600 Mann mit 20 Geschüßen schlug dieses Heer südlich on Taschkent in die Flucht und nahm Chodzent ein. Mit Roland wurde hierauf Friede geschlossen und hierbei 1866 das Land am Jnykkul erworben. Gegen Buchara wurde der Feldzug erfolgreich fortgesetzt. Die Folge war, daß 1866 Utratjube und Diisat, dann nach einem vom Generol Kaufmann errungenen Siege 1868 Samar land nebst G. biet in Befit genommen wurden. Beim Friedens rischen Städten Garnisonen zu halten. So ist denn seit 1868 Budara ein rufftscher Vasallenstaat. Im Jahre 1875 empörten sich die Rolanzen gegen ihren Khan, der die Hilfe Rußlands anrief. Nach Niederwerfung des Aufstandes erhielt Rußland das nördlich des Syr.Darja gelegene Gebiet. Die Kolanzen, hierüber ei bittert, verjagten thren Khan, wurden jedoch von den Ruffen neuerdings über. beiterfchwältigt und baten schließlich selbst 1876 um die Aufnahme Rolands in den tufftschen Staatsverband. on. Bu te an, ba efeßgebun ane länge Dache vom n Mens rbe. Die babe fic ußgefeß usgefes im an fich b alen bere arnicht, b Die Unterwerfung des Gebietes zwischen dem Caspi- und Ural- See begann 1869. Man zog gegen Die Chiwefen sollten für die Unterstüßung eines AufStandes den Kirgiser, sowie für einige an russische Unterthanen perübte Gewaltthätigkeiten bestraft werden. fe zu Felde und im Jahre 1869 wurde Krasnowobst ge. nommen. Bei der geschüßten Lage Chiwas inmitten weiter Büften tonnte aber erst 1873 der Bug gegen Chiwa unter General Kaufmann erfolgreich durchgeführt werden. Chiwa mujte nach der Einnahme seiner Hauptstadt 1873 das Land am rechten Ufer des Amu- Darja an Rußland abtreten. Chiwa selbst einzul fallen Staat. orderun Mein itstag burch Im Jahre 1880 begann in Folge von Grenztäubereien die Expedition gegen die Achat Tetinzen unter General Slo er Arbe beleff 1881 murbe Geok- tepe erstürmt. Merm ergab sich und 1884 fiel das Gebiet von Merm auf Grund freiwilliger Unterwerfung zu Rußland. aber Stag et Denn Bielef de Bea gefeßes er Gürt Den 91 D Aus dieser Skizze ergiebt fich, daß sich die Russen vom Sabre 1847 bis 1884 der indischen Grenze bei Beschawer um mehr als die Hälfte der ehemaligen Entfernung genähert baben. 1 Gehen wir nun zu den Gebietserwerbungen in Dstaften über. Das Hauptmotiv für das Vordringen Rußlands daselbst ar das Streben, ein Rüftengebiet am offenen eisfreien Meere zu erlangen. Bornehmlich aus dieser Ursache wurde den damals fast d Bring wehrlosen Chinesen in der Zeit von 1854 bis 1859 das weite Freitag den 1 Mat 1885. unmöglich gemacht sei, bei diesem Anlaß zum Schuß und im Interesse der Wahlfreiheit das Wort zu ergreifen. Die Wahlprüfungen füllten die Situng, welche um 5% Uhr geschloffen wird, vollständig aus. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr( Bolltarif, Kleinere Vorlagen, Unfallverstauerung.) Abgeordnetenhaus. 61. Sigung vom 30. April, 11 Uhr. Am Ministertisch: von Putttamer, v. Scholz und Kommiffarien. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Dom Abgeordneten v. Quene beantragten Verwendungs. gefeßes. § 1 lautet nach dem Kommissionsbeschluffe: Von den auf Grund des§ 8 des Reichsgesetzes vom 15. Juli 1879 auf Preußen entfallenden Summen soll ein Betrag, welcher dem nach dem Maßstabe des erwähnten Reichsgefeßes auf Preußen entfallenden Antheile aus dem Ertrage der Getreide und Vieh zölle entspricht, abzüglich eines Betrages von 15 000 000., nicht zu allgemeinen Staatszweden verwendet, sondern nach Maßgabe der nachstehenden Bestimmungen den Kommunal verbänden überwiesen werden. Ein Antrag der Nationalliberalen( Enneccerus und Genoffen) will den Kommunen 3 Monatsraten der Grund und 8 bäudesteuer, ein Antrag v. 8edlis die fefte Summe von 20 000 000. überweisen. Abg. Delbrück will außer den 15 000 000 noch weitere 6 000 000 M. zur Aufbefferung der Beamtengehälter von der Ueberweisung in Abzug bringen. II. Jahrgang. Seiten hin entfaltet haben. Aber selbst, wenn- was ich be zweifle die Börsensteuer 12 Millionen mehr einbringen, sollte und noch von den anderen Böllen etwas bleibt, so legt vor dem Defizit in Preußen das Defizit im Reich die Hand darauf. Man kann nicht gerade ein Defizit durch ein anderes decken, und Sie haben in ih er Kommission anscheinend über sehen, daß in diesem Augenblick ein neues Reichsdefizit zum Vorschein tommt. Allein ein Ausfall an Rübensteuer beträgt 14 Millionen und es wird daher im nächsten Reichshaushaltsetat 1886/87 eine um 8 Millionen größere Ausgabe gebraucht zur Deckung als im vorigen Jahre, wo das Defisit nur 13 Millionen betrug. Ferner find 4 Millionen Dampfersubventionen bewilligt, die im nächsten Etat des Reiches erscheinen werden, außerdem veranlaffen die Anleihen Mehrausgaben an Binsen, und auch das Relittengesetz für Beamte erfordert größere Summen. Dann wird bei größeren Reichseinnahmen auch der Kriegsminister nicht fehlen; es sollen ja in den nächster Tagen das Gesetz zur Erhöhung der Militärpenfionen, das Militärrelittengeses und noch andere militärische Mehr ausgaben zur Berathung vorgelegt werden. Also irgend eine Aussicht auf Deckung des preußischen Defizits von dieser Seite ist nicht vorhanden. Der Reichshaushalt schließt ab mit einem Ueberschuß don ungefähr 7 Millionen der den Einzelstaaten überwiesenen Einnahmen, die ihm selbst bleiben, b. h. das Reich hat ein Defisit, giebt aber troßdem an die Einzelstaaten für 1884-1885 7 Millionen Mart ab. Weil nun im Reich ein Defizit von 10 Millionen Mart ist, behalten die Einzel ftaaten nicht die 7 Millionen, sondern müssen zur Deckung des Defizits die 10 Millionen in Form erhöhter Matrikular beiträge aufbringen. Kann das Verhältniß von Reich und Staat tonfus r sein? Das soll nun weiter ausgebildet werden durch den Antrag Quene, der sogar noch die Bolleinnahmen für sich unterscheidet. Wenn die Erträge der Getreides und Viehzölle auf die Kreise überwiesen werden, die übrigen Mehr beträge der Zölle aber dem Staate belaffen werden, tann es vorkommen, daß der Staat in demselben Jahre an dem, was ibm verbleibt, einen Ausfall hat, während die Kreise ein Blus über ihre Bedürfnisse haben und umgekehrt. Die Anträge find, und das ist entscheidend, verderblich für die Kommunen selbst. Was bedeutet denn überhaupt der eine oder andere Antrag für die Kommunen, es werden 15 Millionen von 200 Millionen erlaffen, also höchstens 7½ pet. werden erlassen. Seit der ersten Berathung hat in dem Antrag Quene eine Reduktion der zu überweisenden Summe, da das, was bisher aus den Böllen eingegangen ist, dem Staate verbleibt, auf die Hälfte stattgefunden. Man meint nun, man wolle endlich einmal mit der Entlastung der Kommunen ans fangen. Das würde noch einen gewissen Sinn haben, wenn diese Vertheilung wirklich nach dem Maßstabe des Bedürfnisses, der Gemeindefteuern sich vollzöge; es tönnte ja selbst eine Summe von 15 Millionen erheblich werden, wenn sie dahin stärker fällt, wo die Gemeindesteuern verhältnißmäßig hoch find. Eine solche Vertheilung greift aber hier nicht Play. Den Maßstab der Personalsteuern, die gerade den größten Drud in den Kommuner gegenwärtig mit sich bringen, scheiden Sie aus. Sie stüßen die Kommunen vielmehr auf die Einnahmequellen, die außerhalb liegen, und noch dazu auf schwankende Einnahmequellen. Es ist doch nichts verkehrter, als wenn man die Kommune erleichtern will, mit den Kreisen anzufangen. ( Sehr richtig! links.) Denn die Kommunalsteuern der Gemeinden betragen 158 Millionen, die Steuern der Kreiſe betragen 22 Millionen; und vom Druck der Krets steuern ist auch viel weniger bisher die Rede gewesen als von dem der Kommunalsteuern. Dieses Geld wendet man nun auch den Kreiſen im Westen zu, wo dieselben überhaupt gar Bentrumspartei, die doch selbst so viel Kreise des Westens ver feinen fommunalen Inhalt gehabt haben.( Sehr richtig!) Die iritt, hätte diese Einnahmen im Westen statt den Kreisen direkt den Gemeinden zuweisen sollen. Aber auch im Osten ist der tommunale Inhalt der Kreise fast ausschließlich der Wegebau beffen bisher viel weniger gellagt, als über die Armen- und ge vejen. U ber den Druck der Wegebaulasten bat man inSchullasten Allerdings hat man nun, vielleicht unter dem Druck dieser Ueberzeugung, der man fich nicht entziehen konnte, in das Gesetz hineingeschrieben, daß der Kreis diese Summe auch verwenden könne für gewiffe Schul- und Armenzwecke. Sie wollen das Bestätigungsrecht der Aufsichtsbehörden für Beschlüsse der Kreistage über Armen und Schullaften wieder einführen und damit die ganzen Eats der Kommunen von der Regierung indirekt abbängig machen. Die Selbstverwaltung der Gemeinden wird aber doppelt geschädigt. Diese werden jett von den Beschlüssen tes Kreistages über Zuwendungen zum Steuererlag, über Beiträge zur Schul- und Armenlast abhängig, und die Gemeindebehörden, die bisher mit Ausnahme der polizeilichen Funktionen unabhängig vom Landrath: waren, ge rathen ihm gegenüber, als dem natürlichen Mittelpunkte der Kreise, in ein drückendes Abhängigkeitsverhältnis. Das Bentrum hat den Gefeßentwurf eingebracht, wie ich schon damals hervor bob, um in gewissen Kretsen Deckung zu haben gegen das Unpopuläre der Erhöhung des Getreidezolles, der Antrag ist bes rechnet für denjenigen Hödur, der sich einbildet, daß nur die Erhöhung des Gettetoezolles beschwert mit der Einnahme der Staatsfaffe, nicht aber beschwert mit der Breissei, ecung, die zum Vortheil der Grundrente dient. Der Antrag wird von der Regierung unterstüßt, weil sie ihn als Weg betrachtet zum Tabatsmonopol, als ein Handgeld, bas moralisch oder inDirekt oder thatsächlich verpflichtet zum Tabakemonopol, dem legten Jeale des Reichstanzler, mitzuwirken. Und die Nationaliberalen- ich zweifle nicht daran, ich würde mich wenigstens wundern, wenn ich das Gegentheil hörte, glauben, daß die schwerwiegenden Gründe, die sie bei der ersten Lfung aus Der ganzen Finanzlage oorbrachten, bei ihnen beute noch vorhanden find. Warum haben Sie trotzdem die Schwenkung vodzogen? Weil sie zu der Erkenntniß tamen, daß fie nicht mehr im Stande find, gegenüber der Regierung in einem wichtigen Bunkte eine selbstständige haltung einzunehmen.( Schr richtig! links.) Sie schwenten hier genau so ein, wie Sie im vorigen Jahre eingeschwenkt sind, berigen Standpunkt verließen, und fich gegen einige fleine als Sie bei der Unfallversicherung plöglich Ihren ganzen bis Amendements dem Zentrum und den Konservativen anzufceun Den suchten. Für und konnten diese taktischen Gründe, Gründe des Augenblics, gegenüber Fragen von sehr schwer wiegender Natur, die in die ganze Organisation unseres Staatswesens hineingreifen, nicht durchschlagend sein; wir lehnen sowohl ben nationalliberalen Antrag wie den des Abg. v. Quene ab. Wir halten auch beide Anträge nicht für verbesserungsfähig und machen deshalb auch keine Abänderungsvorschläge. Wir lehnen die Anträge ab, weil sie die Drdnung in unserem Staate finanzwesen zerstören weil fie feinen Erlaß an die Steuerzahler enthalten und weil fte gerade für die Kommunen, denen ste Vortheile bringen sollen, die schwersten Nachtheile im Gefolge haben. ( Lebhafter links.) Abg. Richter: Welch anderes Bild zeigt doch bei diesem Antrage die zweite Berathung im Verhältniß zur ersten! Das mals schien der Antrag Quene unter den von allen Seiten ihm entgegengehaltenen Argumenten begraben, ja, eigentlich batte Minister v. Schola ihm schon bei seinem ersten Auftreten am 20. Januar den Todesstoß verseßt, indem er den Vorschlag, Einnahmen des Reiches durch den Staat auf die Kommunen zu leiten, als einen geradezu verhängnißvollen bezeichnete. Dies hat sich nun inzwischen wie mit einem Bauberschlage verändert. Buerst lafen wir in den Blättern der Sentrums partei, daß Graf Bisma: d dem Herrn v. Huene mitgetheilt habe, wie sein Herr Vater für den Antrag große Sympathie hege. Bald darauf erfuhren wir, daß der Finanzminister zu diesem seiner Ansicht nach verhängnißvollen Antrage die Bus stimmung der Regierung in der Kommission erklärte. ,, Die Erleichterung der Kommunen ist auch ein Programmpunkt der Nationalliberalen, aber es würde ihnen niemals in den Sinn tüden, denselben ausführen zu wollen, während Defizits in den laufenden Einnahmen des Staates durch Anleihen gedeckt werden müssen." Dieses niemals" hat eben nicht lange ges dauert( Heiterkeit); im Gegentheil, der besondere Antrag der Nationalliberalen besorgt das progressive Defizit im Etat noch gründlicher, als es der Antrag v. Quene beabsichtigt. Letterer will wenigstens nur etwas vertheilen, wenn überhaupt Mehreinnahmen berauskommen und in dem Betrage als ste da find, während die Nationalliberalen, stolz und kühn wie fie find( citerkeit) ganz einfach diktiren: 20 Millionen werden aus diesen Mehreinnahmen verwandt. Sie seßen sich mit Bentrum und Konservativen zur selben Mahlzeit nieder und unterscheiden sich nur darin, daß fie jest noch etwas tiefer in die Schüffel hineingreifen, daß fie fich ein anderes Tischtuch, eine andere Serviette unterlegen; fchamhaft suchen fie den Bu sammenhang mit den Getreidezöllen zu verhüllen. Darin be ruht der wesentlich nur formelle Unterschied. Auf die Frage wie der Effekt Diefer Anträge zu den Defizit, zu dem Anleihe bedürfniß fich verhielte, antwortete der Finanzminister: Rechnen Sie selbst, Sie haben ja alle Faktoren der Rechnung in Händen. Und darin hat er ganz recht: das Defizit ist beiden Anträgen gegenüber in gleichem Umfange vorhanden. Die 22 Millionen Defizit in Preußen, die jeßt durch Anleihen aufgenommen werden, verringern fich durch die inzwischen erfolgte Ermäßigung der Matrikularbeiträge auf 20 Millionen; dies ist das aktuelle Defizit des preußischen Staates. Was ist nun zur Didung vorhanden? Die Binsersparniß bei den onsols wir aufgebraucht durch das Lehrerpenfionsgeset, in welcher Gestalt es auch immer angenommen wird. Die Bindersparnis bet den Prioritäten nimmt der Finanzminister zur Verstärkung der Amortisation der Eisenbahnschulden in Beschlag. Das Defiatt bleibt also unverändert. Nun vertrösten Sie sich auf die Mehrerträge der anderen Bölle im Reiche, die nicht Ge treide und Vich betreffen; diese sollen 22 Millionen betragen. Diese Rechnung ist in imischen bereits dadurch antiquirt, daß die Holzölle nicht verdreifacht, sondern nur verdoppelt find, wodurch 4 Millionen ausfallen; weiter verringert worden ist sie gestern Durch die Zurückziehung der Anträge auf Erhöhung der Lederzölle- aus Furcht vor Retorfionen in Defter reich wodurch Million wieter 1 verschwindet; tämen. bleiben 17 Millionen, wovon 10 auf Preußen Aussicht? Sind aber diese 10 Millionen wirklich in Durchaus nicht. Wenn man rechnet, eine Verdoppelung der Bollfäße verdoppele die Bolleinnahmen, eine Vervierfachung veroierfache fie, so ist das eine Rechnung des Kalkulators, nicht aber des Finanzmanns, und eine solche Rechnung ist nicht das Papier weith, auf dem fie gedruckt wird. So heißt cs, aus dem Branntwein, und das ist die Hauptpofition, würden wir bei Erhöhung des Bolles von 48 auf 80 Mt. 1 700 000 mt. mehr bekommen. Die Reichsregierung sagt aber in den Mo tiven zur Bolltarifnovelle, die Erhöhung werde die Einfuhr um ein Drittel vermindern, fte hoffe aber immerhin noch auf eine Mehreinnahme von 250 000 mt., also schon ein Unterschied von 1 Millionen. Die Erhöhung des Schaumweinzolles von 48 auf 80 Mt. ist veranschlagt auf einen Mehrbetrag von 1 Million Matt; die Regierung hofft nur, daß feine Bermin Derung des bisherigen Ertrages eintreten wird, und ich persön lich halte die Verminderung für das Wahrscheinlichere. Je Die sosialdemokratischen Abgg. Kayser, Auer und führen Alage darüber, daß im Freiburger Kreise ein höher man die Bölle spannt, desto mehr wurten fie auf die Ver unerhörter Terrorismus gegenüber den Arbeitern ausgeübt fet; minderung der Einfuhr; es wird ja dieser Art von Zöllen gerade nachgerühmt, daß fie die inländische Broduktion netgern nig mud abiversammlungen, in denen sozialdemokratische Redner Sprechen wollten, wurden von vornherein verboten, und in die und dem Arbeiter zu vermehrter Beschäftigung Gelegenheit Wohlvo: stände find nur Mitglieder der Ordnungsparteien ge bieten. Je mehr das zutrifft, desto mehr schmilzt die Einnahme susammen. Ich zweifle, daß auch nur 10 Millionen Mark, Die Kommiſſion hätte daber bis nach Brüfung der Pro- daß überhaupt eine nennenswerthe Summe aus jenen Zöllen Don Rina tefte von der Giltigkeitserklärung der Wahl beffer Abstand ge 883. hr Vo br Aben en, eben Cr. Spre Wochenta Mitto Ball Rottbu Reftaurat müller emein be) f bet nid Thor 10% Herrn legirte, m. Frem t in Leip umorifti egeben Dem $ 3 fus" w welcher mit beite enfchwin Die L Dabei er auf en, er ta wo ehrli vahren Ueberb rauchen t, daß Die er immern öbe", allen D Bu Der Ho irt wer Betlag Gebiet am Amur und Ussuri abgenommen und auf Grund be: I aftate 1858 und 1860 mit Rußland vereinigt. Im Sabre 1869 gerieth ferner die I sel Sachalin auf Grund tines mit Japan 1867 geschlossenen Vertrages unter russische Surfchaft Uhr Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 89. Sigung vom 30. April, 2 Uhr. Der Tisch des Bundesrathes blieb unbefeßt, bis gegen 4 nach Schluß einer Sigung des Bundesratges die Staate von Böiticher und von Burchard und für kurze icfretäre Beit auch der Reichskanzler Fürst von Bismard im Saal er ftenen. Die Wahlen der Abgg. Wörmann, Payer, Lorenzen, Lüben, Merbach, v. Esto: ff, Witte, und Abg. v. Lyslowski, werben für giltig erklärt, und die Entscheidung über die Wahl den Reichskanzler veranlaßt und zur Kenntniß des Hauses ges loffen, bis Ermittelungen bezüglich gewiffer Proteste durch langt find. Aus der mehrstündigen Verhandlung heben wir folgendes hervor: Die Wahl des Abg. Merbach( Freiburg) beantragt die Rommission für giltig au erklären, zugleich aber den Reichstangler zu ersuchen, der öniglich sächsischen Regierung von dem Bericht der Wahlprüfungskommission Renntniß zu geben. Stolle nommen. Königlich sächsischer Geh. Regierungsrath von Ehren. für Preußen verwendbar wird. Nun verweist man auf die Börsensteuer. Es ist kein Zweifel, daß die Mehrheit des Reichstages, sogar die Mehrheit des Staatsrathes für bie prozentuale Börsensteuer ist. Ob der Reichskanzler fammlungen eine loyale B. handlung zu Theil werden ließen. noch auf diesem Standpunkte steht, darüber weiß man noch Es find nur die Versammlungen verboten, von denen zu ers warten war, daß fie sozialdemokratische Bestrebungen befördern wirben. nichts Gewiffes. Man hielt die Börsensteuer für rathsam, weil Nun hat sie dem Millionär der Börse mehr Geld abnimmt. aber der Herr Reichetangler gerade die Wichtigkeit der Millionäre für ein Land betont, und es läßt sich nicht leugnen, daß dies felben gerade in den legten Monaten sich bemüht haben, diesen Die Abgg. v. Heereman, Günther und v. Köller treten für den Antrag der Kommission ein, der auch angenom men wird, nachdem Abg. Bamberger erklärt hatte, daß es Durch den Schluß der Debatte seiner Partei und speziell ihm( oh! oh!) durch eine Freigebigkeit, die die Herren nach allen Ag. v. uene: Der Antrag ist einfach die Konsequenz Er ist nicht nur von taktischen Gesichtspuntten auß verständlich, wie herr Richter meinte, vielmehr beruht lediglich auf solchen der Widerstand des Abg. Richter gegen den Antrag. Was die Börsensteuer betrifft, so gehört auch diese zu unserem Programm, und wir Unser Anwünschen fie möglichst bald verwirklicht zu seben. Der Haltung der Zentrumspartei seit 1879. trag wird, selbst nach Abzug des für die Kommunen Abzu ziebenden, dem Reich und dem Staat immer noch genug Mittel zur Dedung des Defizits übrig laffen. Die Herren Tints möchten allerdings die Defisits am li bsten ganz ungedeckt laffen, um so die neue Wirthschaftspolitik zu Falle zu bringen. Der nationalliberale Antrag tam uns sehr überraschend; ich hoffe aber, er wird den Herren die Brücke sein, damit sie, wenn ihr Antrag verworfen ist, nachher dem unserigen zustimmen tönnen.( beiterfeit.) Uebrigens ist der Antrag Enneccerus für uns nicht annehmbar. Den Antrag Delbrüd fann ich nicht recht ernst nehmen; es ist ein Geschwisterkind zum Lehrerpen ftonsgesetz; wenn Jeder von uns seinen besonderen Antrag ftellen wollte, so wäre das ja sehr einfach, da ließen sich leicht noch zahlreiche Bariationen zu unserem Vorschlag finden. Ich bute Sie, jebenfalls sich durch Herrn Richters Bedenken nicht irremachen zu laffen, und den Vorschlägen Ihrer Kommission zuzustimmen.( Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Gneist. Wir tönnen für die vorliegenden Rommissionsanträge nicht stimmen aus dem entscheidenden Grunde, weil fte in Widerspruch tommen mit allen Grunds fäßen, welche für unsere Steuergesetzgebung in der zunächst absehbaren Beit ausführbar und möglich erscheinen. wo von Finanzminister Dr. v. Scholz: Jch bätte eigentlich demjenigen, was in dem Kommissionsbericht enthalten ist über die Erklärungen, die ich namens der Staatsregierung zu dem vorliegenden Gefeßentwurf abgegeben habe, wenig hinzuzu fügen. Ich tönnte, ohne weitläufig zu werden, nur Sie bitten, fich wiederholt zu erinnern, welche Finanzpolitik die Staats regierung seit Jahren verfolgt, und fich zu vergegenwärtigen, wie der Antrag, der aus der Kommission hervorgegangen ist, ein Schritt zur Verwirklichung dieser Finanzpolitik ist, und wie daraus von selbst folgt, daß die Staatsregierung diesem Rommiffionsresultat gegenüber fich unmöglich ablehnend verhalten tann. Die Regierung bleibt nach dem Befferen, wenn es nicht erreicht wird, bei dem Guten stehen, was mit dem Kommissionsantrag erreicht wird, und giebt dazu ihre Bu ftimmung.( Heiterfeit.) Ich glaube damit im Wesentlichen über die Stellung der Regierung zu den heutigen Verband. lungen genügende Klarheit herbeigeführt zu haben und wende mich nun noch mit ein paar Bemerkungen gegen einige Aeußerungen des Herrn Abgeordneten Richter. Seine Bezugs nahmen auf meine ,, Wiedersprüche" habe ich schon erwähnt; ich habe zwar bedauernd gehört, daß er anscheinend nicht von der Konfequens meiner Aeußerungen überzeugt worden ist, ich kann aber in dieser Beziehung nichts weiter geltend machen. Ich gebe Herrn Richter gegenüber zu, daß man bei den finanziellen Berechnungen, so weit fie auf der Börsensteuer beruhen, die noch nicht ganz ficher erscheinen tann, noch nicht verabschiedet ift, fich immerhin eine gewisse Vorsicht wird auflegen müffen, daß auch mit ihr und den Böllen, bezüglich deren es ja größ tentheils noch eben so steht, nicht ohne weiteres die Behaup tung wird aufgestellt werden können, daß das Defizit in Preußen doch definitiv beseitigt sein werde, wenn man auch nach den Anträgen der Kommission oder der nationalliberalen Partei etwa 20 Millionen aus dem preußischen Etat an die Kreise überweist. Ich gebe noch weiter zu, daß, wenn man die Mehrbedürfnisse ins Auge faßt, die beim Reich bevorstehen, fein Zweifel sein kann, daß wir auf neue Einnahmevermeh rungen angewieſen find.( hört! links.) Ich bin dem Herrn Abgeordneten sehr dankbar, daß er meiner Worte, die ich legtbin im Herrenhause gesprochen habe, in dieser Beziehung als sympathisch gedacht hat; ich möchte ihn aber bitten, sich weiter an eine viel bedeutendere Quelle zu halten, an die Thronrede, mit welcher der letzte Reichstag eröffnet worden ist, allerhöchster Stelle und in Der allers Deutlich sten Weise ausgesprochen ist, bak unsere Lage in Staat und Reich und nöthigt, beim Reich Vermehrung Der Einnahmen zu suchen. Eine Partei, die dieses Alles aus tattischen Gründen jegt dem Gefeßentwurf, über den berathen wird, entgegenbält, von der ist allerdings nicht zu hoffen, daß fie der rubigen Objektivität und Sachlichkeit einer gemeinschaft. lichen Ansicht der Regierung und des Hauses fich anschließen wird.( Sehr gut! rechts) Ich will mir nur noch ein Wort gegenüber den Ausführungen des Herrn Abg. Dr. Gneist er Lauben. Er hat eine längere historische Auseinandersegung seinen Ausführungen zur Sache vorausgeschickt, die, wie mir schien, die Thatsachen und Verhältnisse etwas sehr pro domo Der nationalliberalen Partei darstellte. Er hat da namentlich dieser Partei vor allen, wenn ich recht gehört habe, auch vor der töniglichen Staatsregierung, insbesondere, vindizirt, die gute, alte preußische Finanztradition festgehalten zu haben und nur mit Bedauern gesehen zu haben, wie die insbesondere auch von der Staatsregierung aufgegeben worden sei. Er hat, was mich überraschte, namentlich ein großes Loblieb auf die alte preußische Klaffensteuer, deren Elastizität, deren völlige Bulänglich teit, um ein Aushilfsmittel in der Beit der Noth zu sein, gesungen und hat gesagt, diese breite Bafts für die persönlichen Dienstleistungen und Steuerleistungen, die wir in unserem Volle in der allgemeinen Militär- und Steuerpflicht hätten, hätten wir uns erhalten sollen. Er und seine Partei hätten dem nicht zugestimmt, daß darin ein Einbruch gemacht wurde. Ich wollte nur zur Richtigstellung der Thatsachen und der Auffaffungen fagen, von dieser außerordentlichen Wistjamteit, von diesen a ßerordentlichen Vorzügen unserer Klaffensteuer bin ich und ist die königliche Staatsregie ung nicht durch brungen, wir haben daraus kein Gebl gemacht, aber ich glaube auch, fie bat fich darin d.ch der Zustimmung der national liberalen Bartei zu erfreuen gehabt; ich glaube, daß auch diese Partei nicht bloß die Befreiung der untersten Stufen bis zu einem Enfommen von 420 M. gebilligt hat, sondern, wenn mich nicht alles trügt, aber in dieser Beziehung bitte ich, meinen Ausspruch nur als Vermuthung anzusehen, haben doch auch die geehrten Herren für die Aufhebung der ersten und zweiten Stufe der Klassensteuer gestimmt, sogar der Herr Abg. Rickert, der ja noch viel weiter stebt, hat dafür geftimmt. Das le ist die breite Basis, von der Sie sprechen, doch wohl auch mit Ihrer Zustimmung geopfert worden. Ich glaube also, daß ein Grund zum Triumph, zur Vindikation größeren Lobes auf dem G: biet für die Partei nicht gegeben ist. ( Bravo! rechts.) Inzwischen ist ein Antrag der Abgg. Wehr und von Minnigerode eingegangen, nach welchem die Vertheilung der den Kommunen zu überweisenden Summen erfolgen foll auf die Stadikreise nach Maßgabe der Zivilbevölkerung; auf die übrigen Kreise zu% nach Maßgabe der Bevölkerung; zu 1½ nach Maßgabe des Auffommens an G unde und Gebäude fteuer und zu/ nach Maßgabe des Flächeninhalts. Abg. Graf Schwerin widerspricht zunächst dem Abg. Richter, soweit derfelbe bezweifelt hatte, daß die Getreidezölle zu dauernd strigenden Einnahmen führen werden. Abg. Enneccerus: Es ist nie ein Vorwurf erhoben worden, der so wenig Schein des Rechts für fich hatte, wie ber, daß wir unsere Meinung in dieser Frage geändert haben. I babe Ihnen schon bei der erfien Lesung nachgewiesen, daß der Antrag Quene in den Bunkten bedenklich sei, worin unser Antrag von ihm abweicht. Das ist auch heute unsere Meinung. Bei der Richtung, nach der sich die Kommission einmal bewegte, war es nicht angezeigt, soon in die Kommissionsberathungen unsern Antrag hineinzuwerfen. Deshalb haben wir ihn erst zur zweiten Lesung eingebracht. Abg. Bach em: Der Vorredner muß mir nicht übel nehmen, wenn ich nicht recht daran glaube, daß es ihm mit der Sorge ernst ist, wie wir vor unseren Wählern bestehen werden. Die Ausführungen des Abg. Gneist machen es mir zur Gewißheit, daß der nationalliberale Antrag nur den Bwed hat, dem Antrag Huene ein Bein zu stellen. Er ist so recht eine Perfiflage derjenigen Gründe, welche gerade von nationalliberaler Seite in erster Lesung gegen den Antrag Quene vorgebracht wurden.( Sehr richtig! links.) Daß die Deutsch freifinnigen unseren Antrag nicht wollen, verstehe ich wohl; diese Partei will die Getreidezölle nicht und ist daher ganz fonsequent unserem Antrage entgegen, der die Annahme dieser Zölle fördert, wo nicht ermöglicht, Abg. Wehr: Die freitonservative Partei hat in ihrer Gesammtheit schwere Bedenten gegen den Antrag; der eine Theil hält aber diese Bedenken nicht für so schwer, um der Annahme des Antrages zu widerstreben, während der andere Theil, zu dem ich gehöre, den Bedenken ein solches Gewicht beilegt, daß er gegen den Antrag stimmen wird. Die Lage der Finanzen spricht gegen den Antrag. Das Defizit wird aweifellos wachsen, namentlich habe ich, obwohl überzeugter Anhänger der Kolonialpolitit, mich feinen Augenblick der Juu fion hingegeben, daß fie uns nicht schwere Opfer auferlegen würde.( hört! hört! links.) Auch die Bedürfnisse des Reiches werden mit deffen Entwicklung nothwendig wachsen. Wir bitten Sie, den nationalliberalen Antrag abzulehnen und den Antrag Quene so anzunehmen, daß den östlichen Provinzen tein Nachtheil erwächst. Abg. v. Tiedemann( Labischin): Die Rednerlifte nöthigt mich leider, hinter einem Fraktionsgenossen zu sprechen, mit dem ich in den wenigsten Punkten einverstanden bin. Der Antrag Quene hatte ein eigenthümliches Schicksal; als er zuerst erschien, ging man mißtrauisch um ihn herum, wie die Kaze um den heißen Brei; vielleicht wegen der Partei, aus der er hervorging. Es zeigte sich aber bald, daß der Antrag ein neuer richtiger Schritt sei auf dem Wege der Bismard'schen SteuerReform. Wie der Antrag in der Kommiffion formulirt ist, trifft er ohne Zweifel das Richtige; er will Mittel des Reiches aus indirekten Lasten verwenden zur Erleichterung der direkten Lasten. Wäre übrigens der Antrag Enneccerus schon in der Kommission geftellt worden, so würde ich ohne Zweifel dafür gestimmt baben; und er wäre bort wahrscheinlich angenommen worden.( Widerspruch links.) Nur die deutsch- freifinnige Partet steht stolz bei Seite, während wir Uebrigen in der Hauptsache einig find. Indeffen wir haben feine Ursache, die Deutsch freifinnigen um ihrer Haltung willen zu beneiden.( Beifall rechts.) Abg. Wagner( Dfthavelland) will dem§ 1 folgenden Bufat geben: Bis zum 1. April 1889 verbleibt jedoch von der zu überweisenden Summe erforderlichen Falles der Staatstafe noch derjenige Betrag, für welchen sonst zur Bestreitung der Staats ausgaben im Staatshaushaltsetats Staatsausgaben aufgenom men werden müßten"; und im Falle der Annahme des Kom missionsentwurfs in§ 1 hinter dem Worte sondern" in der brittlegten Beile einfügen: bis zu einem Höstbetrag von 20 Millionen Matt". Die Diskussion wird geschlossen. Unter Ablehnung sämmtlicher Amendements wird§ 1 in der Fassung des Kommissionsvorschlages unverändert gegen die Stimmen der Deutsch Freifinnigen und der Mehrheit der National Liberalen angenommen. Für den§ 1 stimmt von den National Liberalen der Abg. Pfaff( Ofterbruch) und einige andere bannoversche Abgeordnete. Um 4 Uhr wird die weitere Berathung bis Freitag 11 Uhr vertagt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom 30. April. Obgleich man nicht sagen kann, daß die Jahreszeit schon sehr weit vorgeschritten wäre, so ist die Hize doch bereits ziemlich bedeutend. Ein heißer Tag machte gestern den Vertretern unserer Bürgerschaft das Leben recht schwer; es entspann fich gestern eine Debatte, die durchaus nicht darauf schließen ließ, Daß die Hundstage, die Beit sommerlicher Rube und idyl lischer Beschaulichkeit auch für das städtische Parlament bes vorsteht. Es handelte fich hauptsächlich darum, indistretes ,, Aus der Schule Plaudern" aus den Geheimnissen der kommunalen Verwaltung zu verhindern; man wollte die bisherige Geschäfts ordnung dahin abändern, daß Leute, die es für nöthig halten, ihre Wähler auch über solche Vorgänge, die sich unter dem Ausschluß der Deffentlichkeit in der Stadtverordneten Bersamm lung abspielen, auch zu unterrichten, von der Versammlung ausgeschloffen werden. Als ein unbestreitbares Recht der Bürgerschaft muß es allerdings betrachtet werden, daß man über Alles, was bei den administrativen Behörden vorgeht, informirt wird, es ist durchaus nicht nothwendig, daß dort überhaupt Sachen vorgehen, die dem großen Publikum nicht zugänglich gemacht werden dürfen. Der Begriff einer geheimen" Sigung ist bereits öfter erörtert worden, er ist freilich ein so unbestimmter, daß mit Fug und Recht über denselben geftritten werden fann. Bei den gestrigen Verhandlungen trat auch das hervor, und namentlich war es der Stadtv. Singer, der in energischer Weise darauf hinwies, daß eine gewiffe Geheimniß främerei niemals bei einer Körperschaft einreißen dürfe, die dazu berufen ist, die Interessen und das Wohl der Bürgerschaft nach jeder Richtung hin zu vertreten. Die Bürgerschaft hat das Recht, zu wissen, und zwar Alles zu wissen, was von ihren Vertretern vorgenommen wird, und es fönne nur von einem absoluten Verschweigen irgend welcher Vorkommnisse die Rede sein, wenn von dem Vorsteher selbst des Amtsgeheimniß proflamirt würde. Eine Abänderung der Geschäftsoronung in dem Sinne, daß Alles, was in einer nicht öffent lichen Versammlung verhandelt würde, dem Publikum vorenthalten werden müsse und daß derjenige Stadtverordnete, Der hier gegen handeln würde, von der Versamm lung ausgeschlossen werde, liegt durchaus nicht im Interesse der Bürgerschaft, und er sehe sich deshalb veranlaßt, die namentliche Abstimmung zu beantragen. Die Worte des Stadtverordneten Singer verfehlten ihren Eindruck nicht. Es liegt auch auf der and, daß der ganze Antiag nichts anderes ist, als eine Maßregel gegen solche Stadtverordnete, die fich der Majorität und der herrschenden Strömung nicht " gefunden Antlage Verhandlu Der Auff auf das J wie die Ar Dahin abg 24. Dltobe 400 M. aus und gab es dann an Zahlungsstatt seinen eige Gläubigern, welches der Akzeptant, der nichts eth hatte, fodann einlösen mußte. Einem Anderen, deffen er gleichfalls in seinem Nußen verwendete, schrieb er, er das Geld nicht bekommen fönnen und der Bantier weiger das Akzept herauszugeben. In einem dritten Fall übergab Kunde dem D. einen Wechsel zum diskontiren, auf welchem das Akzept mit den Worten: Angenommen, Friedrich" fand. Da meinte D., dieser Vermerk genüge nicht, er schreiben: Angenommen für 300 M. u. s. m." Der Ku that dies auf einem zweiten Wechselformular, aber der Saflagte best dermeister behielt auch das erste Formular, fallte es aus verwertbete es für fich. Außer einer Reihe weiterer ähnli Wechselfälschungen stehen noch mehrere Unterschlagungen Betruge handlungen zur Antiage, welche demnächst zur handlung gelangen wird. zu Reid a. Ein Kaufmann W., welcher in der Belle- Allian straße wohnt und Bantiergeschäfte betreibt, wurde im vo Jahre von einer Dame beauftragt, für fie rufftiche 3 trans tautafische Eisenbahn- Prioritäten zu laufen. Diejen trag führte W. angeblich aus, aber trotzdem ihm seine S mittentin den Raufpreis sofort übergeben hatte, lieferte Papiere an die Dame, welche ihn darum ersucht hatte, ab, sondern hielt fie unter dem Vorwand, fie bei der bant liegen zu haben, zurüc und die Dame rubigte fich auch, als W. das Versprechen gab, fältig fältig die Eisenbahnprioritäten für fie Nachdem nahe an 6 Monate vergangen waren, erfu Dame über die Vermögensverhältnisse des W. Ung und fie forderte von ihm die Papiere ab. Nachdem fte unter nichtigen Vorwänden mehrere Tage hingezogen war, stellte sich beraus, daß W diese nahe an 3000 präsentirenden Prioritäten verfilbert und den Erlös in Nugen verausgabt hat. W. ist gestern unter dem bring Verdacht der Unterschlagung festgenommen worden. durch seine Frau mit wohlhabenden Personen nahe ve welche vielleicht ein Arrangement mit seinen aabli Gläubigern herbeiführen werden. 财 gewiffen foll ihn zu fichtsrathis des Definit auf einige der Gericht ben, anfän Beuge fung bindung n Damals so Glauben u wegen Unt und 4 Jab Aufsichtsra Fauftpfand follten, zu toren Breb Darlehns bewa mocben 6 Monater fängniß u nachtheilige Ein 19jähriger Arbeiter aus Westpreußen wurde Vormittag in der Landsbergerstraße dabei abgefaßt, einem 7jährigen Kinde, welches Waare einholen follte Portemonnaie mit 1 Mart aus dem Handforbe stabl Dieb will erst vor zwei Tagen hierher gekommen fein Arbeit zu suchen, und da er solche nicht gefunden, den stahl aus Noth verübt haben. Der Arbeiter ift p worden. Бе g. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich gestern mittag gegen 10 Uhr in dem Wilhelm's Bad, S ftraße 18/19. Dort war um die gedachte Beit der Schornsteinfeger Meifter Nagel, Mauerftr. 84, fondition Gefelle Mehrlein damit beschäftigt, den großen Dampf ftein zu reinigen. Hierbei mus M. aus noch unbekannte anlaffung den Halt verloren haben, denn er fiel plögli einer bedeutenden vöhe im Innern des Schornsteins Sohle deffelben, woselbst er regungslos liegen blieb. aufmerksam gewordene Personen trugen den Schwerverl ins Freie und veranlaßten deffen Ueberführung nach Krantenhause Bethanien. M., welcher verheirathet ist, bet dem Sturz anscheinend nicht unerhebliche innere Berle erlitten. Gerichts- Zeitung. 18 ing y. Der Zentralstraßen- Prozeß. Am 23. Janua wurde der große Schwurgerichtssaal des Moabiter palastes mit diesem Monst: eprozeß eingeweiht. Von be loffalen Material, welches zu bewältigen war, vermag " 1 man L eine Vorstellung zu machen, wenn man erwägt, daß die 2 flage fich gegen 22 Personen richtete und daß der Prozeß vo 38 Sigungstage in Anspruch nahm. Als der Direktor die Verhandlungen eröffnete, charakterisirte er den Inhalt Prozesses als einen Nachtlang einer Beit, die in ihrer blendeten Geldgier glaubte, fe brauche nur die Hand fireden, um Tausende und Millionen einzuheimfen, eine in der leichtfinnige Spekulationsmuth und schnöde Selb nicht wenige Opfer forderten! Es war die Gründerzeit! Dieser treffenden Charakterifirung stehenden Prozeffe von vornherein der richtige es aufgedrückt, war unter der auf der Tagesordnung stehenden Gründerprosessen be tendste und interessanteste, indem er einestheils wegen reits erwähnten toloffalen Umfanges, anderntheils abe weil die dabei in Frage kommenden Verhältnisse und Ba noch jedem Berliner befannt waren, allgemeines Auffeben Intereffe erregte. Heute liegt die Gründerzeit weit hint und der Bentralstraßenprozeß, welcher heute in demfelben in neuer Auflage seinen Anfang nimmt, hat bedeuten war zu Dem in S jener Intereffe verloren. Wir werden aus diesem Grunde Leser auch nicht mit einer eingehenden Wiedergabe ber handlungen, welche voraussichtlich mehrere Wochen in n nehmen werden, sondern sie nur von dem Erwä werthen in furzen Umriffen in Kenntniß seßen. Es dür deffen ein kurzes Resumé dieses Prozesses am Plage fein Denunziationen gegen die Aufsichtsräthe und Diretton weiland Bentralstraßengesellschaft, welche beschuldigt planmäßig an dem Ruin der Gesellschaft gearbeitet der Weggabe von Vermögensobjekten der legteren biefell fichtlich benachtheiligt zu haben, datiren bereits aus den 1878 und 1820, fte find zumeist von dem Versicherungs Hermann Abraham Heymann, der längere Zeit juristisch rath der Gesellschaft und später Direktor derselben wat gangen und haben endlich unter dem 14. März zu der umfangreichen Anklage gegen damals zwanzig Personen geführt. Wie bereits erwähnt langte Die Anklage am 23. Januar Dem Vorfige des Landgerichtedirektors Lüty zur Verban die Anklagebehörde murde von dem ersten Staatsanwal 1882 De trant v. Dreßler und dem Staatsanwalt Lehmann vertreten, geklagten ftanden 12 unserer gewiegteften Bertheidige Seite. Während der an romantischen und fenjatio Bwischenfällen reichen Verbandlungen wurde einer ber angeklagten, der Bankier Michael Ritter Stemmler, verhandlungsunfähig, so daß das Verfahren gegen fegt werden mußte und ein zweiter Angeklagter, Er mochte ber ibn De Schmidt, ergriff nach einigen Verhandlungstagen bie einen wohl ibn Verlauf nehmen anschließen wollen oder fönnen; der Antiag bedeutet im Großen Eingeweihte wollen dagegen wiffen, daß er damals gera und Ganzen nichts anderes, als eine Vergewaltigung unbequemer Mitglieder. In diesem Sinne sprechen fich auch die meisten der fol genden Redner aus. Nach einer langen und komplizirten Geschäftsordnungedebatte, an welcher man fich mit besonderer Lebhaftigkeit betheiligte, wurde der erste Theil des Antrages genehmigt, während der zweite abgelehnt wurde. Lokales. a. Gegen einen hiesigen Schneidermeister D., welcher fich gegenwärtig in Untersuchungshaft befindet, schwebt bei der 1. Straffammer des Landgericht I ein Strafverfahren wegen mehrfacher Wechselfälschungen, Betrügereien und Unterschla gung. D. hatte verschiedene Personen, die bei ihm arbeiten ließen, das Unerbieten gemacht, ihnen von einem Bankier gegen Wechselatsepte Geld zu verschaffen. Der Eine übergab dem D. fein Alzept in blanco mit der mündlichen Abrede das Alzept in Höhe Don 300 Wait auszufüllen. D. füllte es aber in Höhe von eingesehen haben, daß die große Erbschaft gemacht hatte und nicht aus Fundit oor Ausgange des Bozeffes, sondern um von seiner Frau, mit sehr schlecht lebte, loszukommen, das Weite gefacht babe foll jenseits des Ozeans längst wieder verheirathet fei sich in den besten Verhältnissen befinden. Der ganze straßenprozeß zerfiel Damals in 2 Abtheilungen, deren er Berkäufe der verschiedenen G.undstücstomplere an G Ba lich freigesprochen worden. Der Buntt 2 der Antlage den Verlauf des Industriegebäudes an den Kaufm. Ritter Stemmler betrifft, ift durch vas Zusammenwirken der verfchie Umstände und Bufälligkeiten gewissermaßen das Haupt ganzen Brojefes geworden. Auch hierbei hat fich der als ein Unifum gezeigt, denn dieser Buntt ift in ber verhandlung zum Abschluß gebracht und der Gericht sogar gegen den Direktor Schmidt eine mehrjährige Gef ftrafe verhängt, obgleich, wie gesagt, der zweite Hauptbe bei diesem Punkt, der Angeklagte Stemmler, verband unfähig war, Direktor Schmidt sich aus dem Staube und eine Vertheidigung wegen dieses Punttes gar ni Berurtheilt Revifion ei beschäftigte Schritt oh geworden gegen bat tlagten Ja Buntten an Die Sache ridgewiefe find nun f foweit gebi werden tan Janzen, B Ritter Mic Induftrieg legteren if Stemmler lungen in Des Brozef aus der H ihn fo wei bis zum S Umriffen b Wege fich geftern flechter Rol zu verantw Demokratie fammlung Don Golh wachenden nommen, d an einem anfing, au immer laut Sache gar bis alle aus Der Dienstb handlung fte zu besch alle verlege hauptet, au fein, felbf gung babe e allerdings ein. Eine Berdacht ha einer der a im Kreise f thn mit de gebt's?" S Wiedergabe fie abgegeb Boft" beri Beleidigung tragte. Re theidigte, be Bolizeibeam geradezu et Die Beleidi gegen Ausfa Rlienten bit Bedrungen Auch die A gegen ihn g fünf Tage Im F Dorigen Di traße 5, e Rebner be Feiner hob feine Geger wir Daher allein zu D Hatte Drga Wege now Unions Don denen und nur in noch auf d Der Trades wefenden D und schloß reichem Be eine lebhaf Higien, weld tion und a t. Die Saale am lung fäms geber im Intereffant bag unter ftanden wu warfen bod liche Streif näher einzu Seymanzig gung der 2 Der Herren nachdem er thungen üb felben in i befagter Be en einen eige Sts erha Deffen er, er weigete übergab welchem drich X" Echt, er m Der Ku Der Sch cd aus rer ähnli gungen ft zur elle- Alli e im vo vorig ftiche 3p Diefen feine Ro teferte et batte, Der Rei Dame gab, bewa etful Ungi nfte 您 morden ogen 00 Mad 08 in f n bringen Den. Je verma zable ourbe g fast, a follle ftabl n fein den ift val " gefunden hatte. Was das Thatsächliche dieser Abtheilung der Antlage betrifft, die nun den Schwerpunkt der neuen Verhandlung bilden wird, so bandelt es sich bekanntlich darum, daß Der Aufsichtsrath dem Herrn Stemmler ein Verkaufsrecht auf das Industriegebäude eingeräumt hatte. Schmidt soll nun, wie die Anklage behauptet, doloser Weise dieses Verkaufsrecht Dahin abgeändert haben, daß er mittels Schreibens vom 24. Oktober 1877 Herrn Stemmler ein definitives Kaufrecht zu gewiffen Minimalpreisen einräumte. Der Angeklagte Stemmler soll ihn zu dieser Handlung angeftiftet haben. Beide Ange flagte beftritten damals entschieden, daß der Beschluß des Auffichtsrathis eine andere Bedeutung babe, als die Ueberlaffung des definitiven Kaufrechts an Stemmler, fte beriefen sich auf einige Theilnehmer an jenem Beschluß aber ohne Erfolg, ber Gerichtshof folgte der Interpretation jenes Beschluffes durch den, anfänglich ebenfalls verantwortlich vernommenen, später als Beuge fungirenden Rechtsanwalt Müseler, er schenkte, in Verbindung mit anderen Ergebnissen der Beweisaufnahm: dem damals so eigenthümlich charakterisirten Beugen Heymann vollen Glauben und verurtheilte in Folge deffen den Direktor Schmidt wegen Untreue au 4 Jahren Gefängniß, 3000 Mart Geldbuße und 4 Jahren Ehrverlust. Außerdem wurden verurtheilt: die Aufsichtsrathsmitglieder Jaeckel, Jangen und Woldt, welche Fauftpfänder zum Nachtheile der Gesellschaft preisgegeben haben sollten, zu acht, sechs und acht Monaten Gefängniß, die Dire loren Prehn und Heymann wegen unbefugter Fortgabe eines Darlehns an eine faule Gesellschaft zu je vier Monaten Gefängniß und den Agent Beer, der ein, der Gesellschaft nachtheiliges Geschäft an Stemmler vermittelt haben soll, zu 6 Monaten Gefängniß und 1 Jahr Ehrverluft. Alle fieben Berurtheilte legten gegen dies Erkenntniß das Rechtsmittel der Revifion ein, welche am 21. November 1882 das Reichsgericht beschäftigte. Für Schmidt, Heymann und Biehn war dieser Schritt ohne Erfolg und die betr. Strafen find rechtskräftig geworden und von den letteren beiden längst verbüßt. Da gegen bat das Reichsgericht die Revision bezüglich der Ange flagten Jädel, Jangen und Beer bezüglich des Woldt in zwei Buntten anerkannt, daß diesbezügliche Urtheil aufgehoben und bie Sache zur anderweiten Verhandlung in die Vorinstanz zu tüdgewiesen. Seit jener Entscheidung des höchsten Gerichtshofes find nun fast drei Jahre verflossen und jetzt erst ist die Sache foweit gebiehen, daß in die erneute Verhandlung eingetreten wetben tann. Die Anklage richtet sich nunmehr gegen Jaedel, Sangen, Beer und Woldt und außerdem gegen den Angeklagten Ritter Michael Stemmler, wegen aller auf den Verkauf des Industriegebäudes bezüglichen Punkte. Die Anklage gegen lepteren ist bisher vollständig in suspendo geblieben. Herr Stemmler wurde bekanntlich. 3. bei Beginn der Verhand lungen in gerichtliche Haft genommen, erkrankte dann während des Prozesses und wurde schließlich gegen sehr hohe Kaution aus der Haft entlaffen. Ein längerer Aufenthalt in Nizza hat bis zum Schlusse wird beiwohnen fönnen. Dies ist in kurzen Umrissen die Vorgeschichte des Zentralstraßenprozesses. Wegen Beleidigung von Kriminalfchutleuten hatte fich gestern auf Antrag des Polizei- Präfidiums der Stubl flechter Robert Ferlau vor dem Schöffengericht, Abtheilung 88, zu verantworten. Feikau, der, wie er selbst zugab, der Sozial Demokratie angehört, batte am 27. Dezember v. J. eine Ver fammlung feiner Barteigenoffen besucht, die in dem Restaurant Don Golhard, Mariannenstraße 31/32, stattfand. Die überwachenden Kriminal- Beamten hatten taum Plat nommen, als Ferfau, der mit mehreren anderen Kameraden an einem Tische faß, mit diesen zunächst gesprächsweise anfing, auf die Beamten zu sticheln und, da das Gesp. äch immer lauter und lebhafter wurde, schließlich dazu überging, fte zu beschimpfen. Die Beleidigten thaten, als wenn sie die Sache gar nichts anginge, verhielten fich ruhig und blieben, Der Dienstbehörde von der ihnen zu Theil gewordenen Bes handlung Mittheilung. Ferkau bestritt im gestrigen Termine alle verlegenden Aeußerungen den Beamten gegenüber und be. hauptet, von einzelnen finer Parteigen offen verdächtigt worden zu sein, selbst im Solde der Polizei zu stehen. Gegen diese Anschuldi gung habe er sich in sehr energischer Art gewehrt und dabei könne allerdings wohl manches der be Wort über seine Lippen gekommen fein. Einer seiner Parteigenoffen bekundet als Beuge, dieser Verdacht habe in soweit eine gewiffe Berechtigung gehabt, als einer der anwesenden Kriminalbeamten freundschaftlich auf den im Kreise seiner Genossen fizenden Fertau zugetreten sei und ihn mit der Anrede begrüßt habe:„ Na, Landsmann, wie geht's?" Die Polizeibeamten erklärten jedoch unter getreuer Wiedergabe der Aeußerungen des Ferkau, daß diese nur auf fie abgegeben sein könnten. Dieser Ansicht war auch, wie die geftern PS' Der ba ndition Dampfi tannter plöslid teins a Swerverk teb. C nach et ift, Verlegu Januar biter Su Son bem hag man af die Projes vo Direttor Inhalt n threr Band a 7, einer e Gelb Derzeit! m in ge G jener der gen b & aber und Be uffebe it binte felben edeuten runde be bet in Ani Erma Es bür Be fein Diretton Digt w eitet u biefell 3 den rung iftifch wat Märs wähnt 1882 Bethan Ban wall ten, be beinige rber Tenjation r, fran an ibn Der D ble Die gerabe icht vor u, mit ht babe Get fein nge S ren er Gebe find Unions 18 Boft berichtet, der Staatsanwalt, der bei der Gröb ichkeit der Beleidigungen eine Strafe von 14 Tagen Gefängniß beantragte. Rechtsanwalt Saul, welcher den Angeklagten ver theidigte, behauptete, daß eine derartige Begrüßung eines Bolizeibeamten in dieser Umgebung nicht geziemend set und geradezu etwas provotato: isches an fich habe. Außerdem sei bie Beleidigung ja nicht ganz genau erwiesen, da Aussage gegen Aussage ftebe, weshalb er umfomehr um Freisprechung seines Rlienten bitte, als diesem sonst gewissermaßen ein Martyrium aufBedrungen werde. Der Gerichtshof hielt die Beleidigung, aber die Aufregung des Angeklagten durch den Gruß und den gegen ihn geäußerten Verdacht für erwiesen und erfannte auf fünf Tage Gefängniß. 3 Vereine und Versammlungen. als ein Schwert 11 An ihnen liege es, zu zeigen, was fie tönnen. In herbster Weise geißelte er den Hochmuthsdünkel der Brinzipale, welche fich bewogen fühlten, fich Perrüdenmacher" Friseure" oder gar ,, Roiffeure" zu tituliren, hielt dem gegenüber seinen Stand als Barbier" in Ehren, trat entschieden für die Forderungen der Gesellen ein und ermahnte zum thatkräftigen Vorgehen, da eine Niederlage der Gehilfen die traurigsten Folgen haben würde. Diese Ausführungen riefen eine heftige Opposition hervor, welche einen träftigen Widerhall bei den Friseur Gehilfen" fand. Namentlich war es Herr Witte, welcher den Barbier Gehilfen" die nothwendige Charakterfestigkeit zur Durchführung der qu. Forderungen absprach. In Folge deffen entspannen fich äußerst erregte und langwierige Debatten, die erst in später Nacht durch einen angenommenen Schlußantrag beendigt wurden. Als nunmehr über die Hauptfrage, den Streit betreffend, abgestimmt werden sollte, verließ Herr Witte in demonftrativer Weise mit seinem Anhange den Saal, was eine derartige Aufregung hervorrief, daß fich der Vorsitzende genöthigt fab, die Versammlung zu vertagen. Als dann in der eingetretenen Bause die herrschenden Meinungsverschiedenheiten in höchst unparlame tarischer Weise zum Austrag gebracht wurden, nahm der Vertreter der Polizei Veranlassung, die Versammlung zu schließen. sprechen und die ganze Bewegung zur Durchführung der Minimallohntarife als lediglich sosialistische Agitation", die be tämpft werden müsse, hinzustellen, was ihm allerdings einen Ordnungsruf" fettens des Herrn Brandes eintrug. Dennoch war dieser Ordnungsruf" nicht im Stande, die indiskrete Lüftung der Maske ungeschehen zu machen. Eigenthümlich muß es fernerbin berühren, wenn Heir Tis blermeister Raschin( ebenfalls Tarifkommissionsmit glied der Beitstellenbranche), nachdem er seine Zustimmung zu ben Minimallohntarifen gegeben, in besagter TischlermeisterVersammlung erklärt, er würde ruinitt werden, wenn die Mi nimallohntarife zur Durchführung gelangten. Viel zu denken giebt ebenfalls die verblümte Andeutung des Herrn Brandes, daß die Arbeiten jenes Herrn genügend bekannt seien und die Daß die Arbeiten jenes Herrn genügend bekannt seien und die Erwiderung des Herrn Raschin, daß deffenungeachtet andere Heren keinen Anfiand nähmen, die von ihm gefertigten Ars beiten zu vertreiben. Die Gesinnung der Herren Arbeitgeber erhellt aus Vorstehendem zur Genüge und darf es daher nicht befremden, daß schließlich eine Resolution angenommen wurde, in der ausgesprochen wird, daß die Tarife" bewilligt werden sollen( ohne daß erfichilich ist, welche Tarife" gemeint find, die Minimallohntarife der Gesellen oder die sogenannten Meister- Tarife", welche von den ersteren vielfach nach unten" abweichen), daß aber diejenigen Gesellen, welche über die „ Tarif." hinausgehende Forderungen stellen sollten, 2 Monate hindurch nicht in Arbeit genommen werden sollen. ( Die Bentrallohntommiffion steht bekanntlich auf dem Standpunkte, daß Abzüge auf Grund der Minimallohntarife auf feinen Fall stattfinden dürfen, daß es aber Jedem unbe nommen bleiben soll, höhere Forderungen zu stellen) die gut unterrichtete Bentrallohntommission hatte sofort von diesem Be schluffe Kenntniß erhalten und unterbreitete denselben der an dem Abende deffelben Tages stattgehabten Delegirtenversamm. lung, welche die Kommission beauftragte, unverzüglich das projeltirte Produktiv- Unternehmen ins Wert zu seßen und die erforderlichen Werkstätten zu laufen resp. zu miethen, um den durch den Beschluß der Meister brodlos werdenden Kollegen Arbeitsgelegenheit und Verdienst zu sichern. Besagte Meisterresolution wurde mit allen gegen eine Stimme, und zwar gegen Die Des Herrn Tischlermeister Mitan, angenommen. Auch in einer am Montag Abend stattgehabten Versammlung Versammlung der Tischler der geschweiften" Branche wurden die Meistertarife" verworfen und die Durch führung der Minimallohntarife der Gesellen beschloffen. In besagter Werkstätten- Delegirtenversammlung fand auch die noch unentschiedene Unterstüßungsfrage für diejenigen, die unter der Dauer einer Woche gestreift haben, thre Erledigung, indem denjenigen, die über 3 Tage gestreift haben, die allgemein normirte Streifunterstügung zugebilligt wurde, während die. ienigen, die nur 3 Tage oder unter dieser Beit gestreift haben, auf eine Streifunterffügung verzichten müſſen. Der Lohn tampf der Tischlergesellen wird durch diesen Beschluß der Meister, welcher mit der durch die BranchentariffommisionsVerhandlungen erzielten ,, Uebereinstimmung" der Meister und Gesellen in grellem Widerspruche steht, bedeutend verschärft. In der Generalversammlung der Allg. Stuhlarbeiter Vereinigung sollte am Montag ein Bericht über die von der selben unternommenen Agitation in Schlesten gegeben werden. Da aber Herr Klösterlein noch nicht zurück war, so konnte der Bericht nur aus den von demselben geschickten Briefen gegeben werden, welche günstiger lauten, als es zu erwarten war. In Neurode und Umgegend haben sich sofort drei Vereinigungen gebildet, froß der Schwierigkeiten, die denselben in den Weg gelegt wurden von Seiten der Arbeita: sgeber der hiesigen Firmen. In den Versammlungen waren dieselben mit den nöthigen Standalmachern die ersten, doch that ihnen die Polizei nicht den Gefallen, die erstern aufzulösen. Nach der ersten Versammlung solidarisch mit dem von den Abgeordneten der fammlung brachte der in Habelschwerdt erscheinende GebirgsBote" den bekannten Artikel von dem wüsten Treiben gewiffenloser Agitatoren." In Neurode und Umgegend arbeiten für Berlin ungefähr 2000 Stühle. Die Firma Lebram, für welche hier die Ketten abgeschnitten wurden, hat bis iegt da selbst nur 9 Stühle Arbeit unterbringen tönnen, da anderwei tge Arbeit vorhanden ist. Am Montag sollte eine Versamm lung in Ratscher stattfinden, und wird Herr Klösterlein in einer nächsten Versammlung hierselbst über die ganze Agitation be richten. ge Die Versammlung des Bezirksvereins des werkthätigen Boltes im 29., 30. und 31. Wahlbezirt, welche am Dienstag, den 28. April, in Siemund's Lotal, Linienftr. 8, tagte, hatte den Saal bis auf den legten Plaß gefüllt, ein Beweis dafür, welches Intereffe die Arbeiter an den Tag zu legen, wenn es fich um Besprechung wichtiger Fragen handelt. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Vorftgenden obigen Vereins über das Arbeiterschutzgesetz". Nachdem Referent die Arbeiterfreundlichkeit der tonservativen wie der liberalen Partei genügend charakterifirt, tam er auf den von der sozial democratischen Fraktion im Reichstage eingebrachten Arbeiter schußgefeßentwurf au sprechen und unterzog namentlich die §§ 1, 6, 7 und 122 einer eingehenden Kritit. Redner erwähnt u. A. auch die jeßige Bewegung unter den Berliner Kaufleuten betr. Schließung der Geschäfte am Sonntag Nachmittag und ist der Ansicht, daß hier durch freie Vereinbarung nichts zu ers reichen sei, und daß daher der Staat eintreten müsse.- Dem Vortrage folgte eine lebhafte Distusfion; u. A. wünschtvertScheftel eine Regelung der Gefängnißarbeit in der Weise, daß in den Gefangenenanstalten die Bedarfsartikel für das Militär her gestellt würden, um so den freien Arbeiter vor der verderben bringenden Konkurrenz durch die Gefängnißarbeit zu schüßen; Redner spricht ferner sein Bedauern über die Stellung des gegenwärtigen Vertreters des fünften Wahlkreises gegenüber bem Arbeiterschußgeses aus. Der folgende Redner, Herr Schuhmachermeister Engler, bespricht namentlich den Marimal arbeitstag, durch deffen Einführung Tausende Arbeit erhielten, die heute als sogenannte Vagabunden die Landstraßen be völkern. Redner meint, man tlage so viel über die Zunahme der Sittenlosigkeit, wiffe man denn aber nicht, daß z. B. die Proftitution, die eine Folge der Ehelosigkeit, aus der Existenzloftgleit entspringe? Vor Allem aber müffe Jeder dazu bei tragen, daß der Arbeiter zur Erkenntniß seiner Lage fomme. -Hierauf gelangt eine von Herrn Scheftel eingereichte Reso lution nebst Petition an den Reichstag zur Verlesung. Resolution hat folgenden Wortlaut: Die heute bei Sie munds tagende Versammlung des Bezirksvereins des werk thätigen Voltes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk erklärt sich gegen die vom Reichstagsabgeordneten, Herrn Baumbach in einer Kommiffionsfizung gemachte Aeußerung, daß die Rinderarbeit für einzelne Industriezweige nothwendig sei und bedauert, daß derselbe das Mandat für den 5. Ber liner Wahlkreis in Händen hat, gleichzeitig erklärt sich die Ver Arbeiterpartei eingebrachten Arbeiterschuß gefeßentwurf, und beauftragt den Vorstand, für nachstehende Petition an den Reichstag Unterschriften zu sammeln." Folgt die Petition. Sowohl der Wortlaut der Petition, wie vorstehende Resolution wurden, nachdem noch die Herren Kohnte, Geißler, Engler und Schulze für selbige gesprochen, einstimmig angenommen. Unter Berschiedenes gelangt die auf Landpartien der Arbeiter Bezirksvereine jest übliche Begleitung zur Besprechung. An Der Distuffton hierüber betheiligten sich die Herren Steindo: ff, Fiedler, Scheftel und Lübbecke. Nach Erledigung des Fragefastens schloß der Vorsitzende sodann mit dem Hinweis, daß am Dienstag, den 12. Mai, die nächste Vereinsversammlung mit Vortrag ebenfalls bei Siemund stattfindet, um 12 Uh die interessante Versammlung. Im Arbeiterbezirksverein für den Often Berlins, der am Dienstag in Keller's Salon seine regelmäßige Sigung abhielt, sprach Schriftsteller and Land über Heinrich Heine. Redne beklagte, daß das Andenken dieses großen Zooten in mannigfacher Weise verunglimpft würde und führte das Bi des Unsterblichen als Dichter und Mensch der Versammlung vor. Heine, so führte Redner aus, sei seinem eigenen, offer herzigen Urtheil nach, fein Dramatiter gewesen, um so b beutender, ja unerreichter ist er als Prosaist, als welcher er dem Redner mehr gilt, als der große Goethe, ber Heine in der Fülle der glänzenden Bilder, in der Schärfe des Wiges, in der. Frische des Humors nicht gleichfomme. Das sei jedoch Geschmackssache und wolle Rebner überhaupt nicht ein Urtheil, sondern eine Meis nung über den großen Dichter abgeben Der als Lyriker seine Hauptaufgabe erfüllte. Das deutsche Boll pflege das Lied vor allen anderen Nationen, es befiße einen Schat von Duftigen und tieffinnigen Liedern und zu diesem habe eine wohl den Löwenantheil beigefteuert. Aus seinen Liedern spreche eine solche Tiefe des Gefühls, eine solche Innigkeit der Empfindung, daß man ihrem Schöpfer wohl schon das Gemüth nicht wird abzusprechen wagen. Dann ging der Redner über zu der Person des Dichters, und schil beite ihn als Gatte und Cohn, Sohn feiner Mutter und seines Vaterlandes, und wies nach, daß er in allen diesen Ver bältniffen, in denen der Mensch Treue zu halten hat, treu gewesen ist. Und wenngleich feitdem eine Rethe von Jahren geschwunden sei, und der Sturm der Weitgeschichte so manches hinweggewebt habe, was auf dem perzen der Völker drückend lastete, so könne man noch immer dieses Wort dem sterbenden Dichter aus vollem Herzen nachsprechen: Land der Räthsel und der Schmerzen, werde hell und glücklich!" Reicher Beifall lohnte dem Redner für seinen Vortrag, an den eine Diskussion sich nicht inüpfte. Zu der Rubrik Verschiedenes" meloeten sich die Herren Berndt, Vogt und Tismeer, die den Hülle'schen ,, Arbeiterfreund", der am Sonntag gratis vertheilt wird, ge bührend fritiftrien. Der Vorftpende machte bekannt, daß am 10. Mai, Mittags 1 Uhr, vom Schleftschen Bahnhof eine Familienlandparthie nach Friedrichsfelde stattfindet. Schluß fand 10 Uhr 15 Minuten statt. t. Behufs endgiltiger Beschlußfassung über den zu eröffnenden Streit der Berliner Barbier- und Friseur Gehilfen fand am Abend des 28. April in Breuer's Salon, Gr. Frankfurterstr. 74/75 eine außerordentliche Versammlung sämmtlicher Barbier und Friseur- Sehilfen statt, welcher auch eine größere Anzahl Prinzipale beiwohnte. Die Versammlung war einberufen und wurde eingeleitet von einem Komitee, an deffen Spize Herr Helbig steht, welches, aus der Mitte der Gehilfenschaft heraus gewählt, mit der Agitation für die von den Gehilfen zu stellenden Forderungen betraut worden war und zwar find diese Forderungen folgende: 1) Abschaffung der Attestbücher. 2) Abschaffung der öffentlichen Bublikationen im Fachorgan. 3) Schließung der Geschäfte in den Sommer monaten( Mat Oftober) an Sonn- und Festtagen von 6 Uhr Abends, an Wochentagen von 9 Uhr Abends ab. Komitee mitglied Steczniewskt verwies in seinem Ref rate auf das Schädliche und Unwürdige dr Altestbücher sowohl, als auch der Publikationen etwaiger Unregelmäßigkeiten, welche fich Ges hilfen zu Schulden kommen ließen, im Fachorgan ,, Deutscher Barbier", der in ganz Deutschland gelesen werde und wodurch die Gehilfen öffentlich an den Branger gestellt würden. Referent proteftirte energisch biergegen und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß fein Prinzipal, der es ehrlich mit den Gehilfen meine, fich gegen die Abschaffung dieser in humanen Inftitutionen sträuben tönne und werde. Di Schließung der Geschäfte, wie oben angegeben, betreffend, war Redner der Meinung, daß eine solche Verkürzung der langen Arbeitszeit für Prinzipale, wie Gehilfen von gleich großem Vortheil wäre. Wenn gesagt werde, die Schließung der Geschäfte tönne nicht erfolgen der herrschenden Konkurrenz wegen, so sei dieser Einwand voll. fommen hinfällig, indem thatsächlich Einer auf den Anderen aufpaffe und sofort ein Geschäft schließe, sobald nur der Erste gefa loffen habe, und die Konkurrenz der sogenannten Fünf Bfennig- Barbiere" fürchten, hieße sich nur ein Armu hszeugniß ausstellen. Um die Angelegenheit, wenn möglich, auf gütlichem Wege zum Austrag zu bringen, sei das Komitee mit dem In Wege zum Austrag zu bringen, jei das Stomitee mit dem Onnungsoo. ftande in Babindung getreten, doch habe sich dieser nungsoo stande in Verbindung getreten, doch habe sich dieser für ir kompetent erklärt, mit dem Komitee zu verhandeln. In Folge dessen habe das Komitee fich veranlaßt gesehen, Diese außerordentliche Versammlung der Barbier Gehilfen einzuberufen und die Prinzipale au derselben hinzuzus zu derselben hinzuzugieben, um eine endgiltige Entscheidung über die Frage herbet Bus gleich nahm Referent Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß ein Strell, wie er bei anderen Gewett& aften stattzufinden pflege, nicht möglich sei, da kein Unterstügungsfonds vorhanden, vielmehr jeder Einzelne auf seine eigenen Mittel angewiesen set Das solle Jeber wohl berücksichtigen. Wenn aber das Votum der Versammlung in bejahendem Sinne ausfallen sollte, dann sei aber auch Jeder verpflichtet, feft und treu ausbarren. Als nächster Reoner sahm Herr Koser( Prinzipal) das Wort, um das Vorgehen der Gehilfen als zu schroff" hinzustellen und zurückzuweisen. Dem trat Herr Drei( Brinzipal) in scharfer Weise entgegen. In ausführlicher Weise schilderte derselbe die Machinationen, durch welche es den Prinzipalen im Jahre 1878 den den Artestbücher Gehilfen die aufzuzwingen, verurtheilte feitherige ber Verhalten das Jnnungsmeister Den begrüßte es Freuden, Gehilfen gegenüber und daß sich Elemente gefunden haben und hervorgetreten jeten, um das Joch, das die Meister den Gehilfen auferlegt, abzuschütteln, Im Fachberein der Tischler hielt Herr Dr. Bohn am Dorigen Montag Abend in Rothaders Saal, Bellealliance Straße 5, einen Vortrag über die englischen Gewerkvereine. Redner bezeichnete die englischen Trades Unions als solche, Don denen wir geleini haben und auch noch lernen tönnen. Feiner hob derselbe hervor, daß Staatshilfe und Selbsthilfe feine Gegenfäße bilden, sondern eins das andere bebinge, und wir daher allen Grund hätten, uns nicht auf die Staatshilfe allein zu verlaffen, sondern vielmehr zu verhüten, durch eine ftatfe Organisation das zu erreichen, was uns auf anderem Wege now versagt wird. Streits werden von den Trades, und nur in äußersten Fällen angewendet. Nachdem Redner noch auf die Leistungsfähigkeit und Aufnahme Bedingungen der Trades Unions hingewiesen hatte, legte derselbe den Anwesenden die Nothwendigkeit einer Fachorganisation ans Herz, und schloß damit seinen sehr interessanten Vortrag, welcher mit reichem Beifall belohnt wurde. Nach dem Vortrage folgte eine lebhafte Dieluffton, an ter fich mehrere Redner bethe ligten, welche Alle auf die Nothwendigkeit einer Fadorganija aujühren, ob ein Stieil eröffnet werden solle oder nicht. Bu tion und auf die Biele und Vorzüge derselben hinwiesen. Saale am Morihplay stattgehabte, öffentliche" Bersamm t. Die am listen Dienstag im Buggenhagen'schen lung fämmtlicher Berliner Tischlermeister und Arbeitgeber im Tisalergewerbe bot in mancherlei Hinsicht viel des Interessanten und Bemerkenswerthen. Ganz abgesehen davon, daß unter Deffentlichkeit" eine überaus ftrenge Kontrole ver standen wurde, um alle ,, unberufenen" Elemente fern zu halten, warfen doch die Verhandlungen, welche über die Lohnbewes gung der Berliner Tischler" gepflogen wurden, ganz eigenthüm liche Streiflichter auf die sogenannte Arbeiterfreundlichte it" Der Herren Arbeitgeber. Dhne auf die Details der Debatten Seymanzig( Branche der Tischmachet) Platz finden, welcher, nachdem er als Branchen- Kommiffionsmitglied an den Bera thungen über die Minimallohntarife theilgenommen und bie Jelben in ihrer ietigen Gestaltung gut geheißen hatte, fich in besagter Versammlung bewogen fühlte, fich selber zu widerLage Ritter erfchleb aupt ber ber ericht e Brfile uptbel erband ube " naher einzugehen, möge hier nur eine Aeußerung des Herrn auf dem Kongreffe zu Wiesbaden gelungen sei, Brandenburg a. H. Eine eigenthümliche Auffaffung des Vereinsgefeßes spricht aus dem Verhalten des Oberbürgermeisters Rauscher hierselbst. Der Herr verbietet jede, oder ichtiger erlaubt keine Versammlung, in der ein Referent von Außerhalb" sprechen soll. Von den Außerhalb'schen scheint er nichts Gutes für die Brandenburger zu erwarten. Doch der Herr Bürgermeister geht noch weiter. Am 27. April wollte der Brandenburger Turn Verein Turnerische Vereinigung" eine Versammlung abhalten, der Einberufer meldete die Versamm lung beim Herrn Bürgermeister an, es wird ihm nun zwar die übliche Bescheinigung etheilt, aber siehe da, auf derselben steht inmitten der sonst üblichen Beilen eingeschaltet: Die Ver fammlung wird hiermit verboten". Das war also eine Bes scheinigung mit dem Verbot. Eine solche Anmeldungs- und Verbotsbescheinigung dürfte doch noch nicht dagewesen sein. Das Sonderbarste ist jedenfalls, daß der besagte Verein noch niemals politische Fragen in seinen Versammlungen erörtert, Die sondern fich nur lediglich mit turnerischen beschäftigt hat. Als Der Vorfigende des Vereins, Herr Stadtverordneter Ewald, fich nach der Polizei begab, um den Grund des Verbots zu ers fahren, schrieb der Polizei Sekietair auf die Bescheinigung: Auf Grund des§ 9 des Gesetzes vom 21. Ottober 1878." Daß die Mitglieder sich unter solchen Umständen nicht mit dem Verbot zufrieden geben wollen, ist erklärlich und so haben die felben bereits Beschwerde eingereicht. Marzahne( Provinz Brandenburg). Am Sonntag, den 26. wurde einmal wieder nach Jahren hier eine Versammlung abgehalten. Als Referent war der in dem 2 Meilen von hier entfernten Brandenburg wohnhafte Berliner Stadtverordnete Ewald erschienen. Derselbe sprach über unsere politische Situation, über Arbeiterschußgefeß, Kornzölle, Viebzölle, Nähgarnzölle u. f. w., und wies in überzeugender Weise nach, daß wir nur vom Arbeiterschußgefes, nicht aber von allen angeführten Zöllen etwas zu erwarten hätten. Dieselben führten im Gegentheil au einer großen Mehrbelaftung gerade der weniger Bemittelfen. Nach dem Vortrage entspann fich eine lebhafte Diskussion, in welcher die Herren Hoffmann und Fringel das Wort ergriffen. Der Referent wurde von ihnen interpellirt, wie er sich zu den Nachdem derselbe Direkten und indiretten Steuern ftelle. hierüber die zufriedenstellende Erklärung abgegeben, daß er gegen jede indirette Steuer und für eine progreffive Einkommen fteuer eintrete, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreimaligen hoch auf den Referenten. Die aus fech Dörfern erschienenen Theilnehmer entfernten fich mit dem Verfprechen, bei der nächsten Reichstagswahl nur für den Kandi. Daten der Arbeiterpartei eintreten zu wollen. Im Fachverein der Tischler, Neue Grünfstraße 28, hält Herr Profeffor Dr. Bischoff am Sonnabend, den 2. bs. Mts., einen naturwissenschaftlichen Vortrag, zu welchem Gäfte einge Der Verein hält seine regelmäßigen führt werden fönnen." Versammlungen im genannten Lokal jest jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. im Monat, außerdem in Rothacker's Lotal, Bellealliancestraße 5, jeden legten Montag im Monat bei Seeger, Grüner Weg 29, am Montag vor dem 15. und bel Kurzmann, Bergstraße 68, jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. im Monat ab. Die Versammlung der Berliner Bauanschläger am Sonntag, den 3. d. M., hat folgende Tagesordnung: 1. Rege lung des Ueberschusses vom Masten ball. 2. Beschluß des Vor ftandes, betreffend die freie Unterstügung bei längeren Krantbeitsfällen. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung halber wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. Der Verein der Einsezer Berlins( Tischler) hält Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Vereinslokale, Neue Friedrichstraße 44, seine regelmäßige Mitglieder Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Der Antrag Schmidt betreffs Fest ftellung einer Lohnstatistik. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Sämmtliche Stollegen werden ersucht, recht zahlreich am Page zu sein. Gäste willkommen. Eine Versammlung der Arbeiter der Anilinfabrik vor dem Schlesischen Thor findet heute Abend 8 Uhr in der Urania, Wrangelstraße 9-10, statt. In der Versammlung wird das Resultat der mit der Direktion gepflogenen Verhandlungen mitgetheilt werden. Deffentliche General Versammlung der Schloffer und Berufsgenossen Sonntag, den 3. Mat, bei Herrn Wittig, Thurmftr. 42a., Moabit. Die Tagesordnung wird an den Säulen bekannt gemacht. Recht zahlreichen Besuch erwartet bie Lohnkommission. Eine öffentliche Versammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 3. Mai, im früheren Germania Theater, Weinbergsweg 10/11, um 10 Uhr Vormittags statt. Tagesordnung ist folgende: 1. Wie ver balten fich die Zimmerleute Berlins der Bewegung der übrigen Bimmerleute Deutschlands gegenüber. 2. Verschiedenes. Bei Der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Bimmermanns, in der Versammlung zu erscheinen. Eine öffentliche Metallarbeiterversammlung findet am Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 10 Uhr, in Donatb's Lotal, Alt Moabit 90, ftatt. Herr Stadtverordneten Frig Gördi wird über das Thema: Die deutschen Gewerkvereine im Lichte der englischen Trades Union" referiren. Sämmtliche im Metallfach beschäftigten Arbeiter, als Schloffer, Schmiede, Klempner, Maschinenbauer, Stoßer, Hobler, Dreher, Former, Hilfsarbeiter, Bohrer 2c. find freundlichst eingeladen. Den Mitgliedern der Allg. Kranten- und Sterbekasse, Filiale 5, zur Nachricht, daß von Sonnabend, den 2. Mai, eine Bahlstelle Kaftanien Allee 36 bei Wolter eröffnet wird. beute: Jeffonda. Theater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Geute: Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. aute: Prinz von Homburg. te: Marguerite. Bellealliance- Theater. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Der Großmogul. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Beute: Der Walzer König. Refidenz- Theater: Direttion Anton Anno. Beute: Bum 28. Male: Der Kernpunkt. Hierauf: Die Schulreiterin Heute: Gillette. Walhalla- Operetten- Theater: Louisenftädtisches Theater: Beute: Hurrah Germania! Oftend- Theater: Wallner- Theater. te: Der fliegende Holländer. eute: Die Leibrente. beute: Sulfurina. Vittoria Theater. Alhambra- Theater. Deute: Der Großmogel von Berlin. Bekanntmachung Zum Tischlerstreit. Die Kontrol Versammlung der streis tenden Tischler findet Sonnabend, Vormittag 10 Uhr, Alte Jakobftr. 37 statt. Von der Werkstelle Kuhn u. Kühne bitten wir den Buzug fern zu halten. Für die Mitglieder der Allgemeinen Kranken- und Sterbefaffe der Metallarbeiter( E. H. 29 Hamburg) Berlin, Filiale VI, findet am Sonntag, den 3. d. M., Vorm. 10 ein balb Uhr, eine Be sammlung bei Herrn Kilian, Elisabethkirchftraße 6 ftatt. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Verschiede nes. Die Bahlstellen befinden sich 1. Bergstr. 36 bei Herrn Galle; 2. Fünftenberger- und Wollinerstraßen- Ede bei Herrn Pansegrau. Kranten und Begräbnißtasse des Vereins sämmtlicher Berufstlaffen( E. 6.). 4 Bahlstelle Flottwellstraßeund Karlsbad Ede bei Kuß. Mitglieder werden dafelbft sowie beim Saffirer D. 3opff, Stegligerstraße 92 angenommen. M Die Lohntommission der Möbelpolirer veranstaltet am Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 10% Uhr, in der ,, Urania", Wrangelstraße 9-10, zum Besten der Hinterbliebenen der im Samphausen Schacht verunglüdten Bergleute eine Matinee, bestehend aus Ronzert von einer 30 Dann starken Kapelle, Gefang und Vorträgen, sowie Auftreten der Athleten Gebrüder Groschti. Des guten Swedes halber bitten wir um recht zablreichen Besuch. Billets find in den 3 Bahlstellen der Drtstranfenkaffe der Möbelpolirer, sowie bet Herin Neumeister, Pallisadenstraße 34, zu haben. Der Tischlerverein veranstaltet am Sonntag, den 3. Mai, eine Männerpartie nach der Oberspree. Versammlungsort früh fieben Uhr im Schlesischen Busch. Vermischtes. Aus Lon " Ein salomonisches Urtheil aus Bengalen. don, 18. d., wird geschrieben: Dem fürzlich bei Allen u. Ko. in London erschienenen Buch A Flee of thee wheel" vom Oberfilieutenant Thomas H. Lewin entr ehmen wir folgendes hübsche Urtheil in einem Ehefcheidungsprozeß: Jch saß, so er zählt der Oberft, neben dem Rajah auf einer erhöhten Platform vor seinem Haus und frant Thee in der Abendtable. Unser rubiges, friedliches Rauchen wurde plößlich durch die Ankunft eines jungen, sehr hübschen Weibes unterbrochen, das mit Blumen in den Haaren und mit filbernen Schmudiachen um Arme und Hals, die Leiter heraufkletterte und sich in Thränen aufgelöst, leidenschaftlich vor die Füße des Rajab warf. und gemeffen fletterte nach ihr eine Langfam Bahl Dorfbewohner, in lange, selbstverfertigte Mäntel gehüllt, auf die Platform und feste fich stillschweigend zur Linken des Kajah nieder. Der zur Rechten und Häuptling fuhr fort zu rauchen, bis das Schluchzen der Frau etwas nachgelaffen batte; dann bemerkte er rubig: Das Weinen thut den Weibern gut." Noch ein paar Büge wohl riechenden Rauches, dann, als das Weinen nicht aufhören wollte, sagte er feierlich: Vor brei Sachen muß man fich hüten erstens, nicht meinen zu fönnen; zweitens, zu weinen ohne au wissen, warum; drittens, zu viel zu weinen." Diese legte Bedingung wurde mit so nachdrucksooller Deutlichkeit ausgesprochen, daß ein beifälliges Gemurmel durch die Verſammlung ging. Das Mädchen hob seinen Kopf auf:„ Mein Vater, ich fann mit Tawngen nicht länger leben. Ich haffe thn!" Was hat er gethan? Hat er Dich geschlagen?" Nein, Aeschlagen hat er mich nicht; ich würde mich darüber nicht be flagt haben; er mißtraut mir. Er past mir auf; ich fann es nicht aushalten. Ich will mich von ihm scheiden laffen! D mein Vater, auf Dein Haupt die Folgen der Weigerung!" Tawngey, lomm her, Du Sohn der Thorheit! Was muß ich bören?" Tawngey diückte fich schamroth aus der Menge hervor und erschien. Erit machte er eine tiefe Verbeugung, dann fegte er fich vor dem Rajah auf den Boden. Herr," sagte er, ich babe fte mit N. N. foien feben!"„ Es ist fali, es ist erlogen!" schrie heftig das Mädchen, während reichliche Thänen ihre Wangen neßten, bin init den Andern gegangen, Waffer aus dem Fluß zu bolen; da tam Adui's Schaß, Balothee, und wir besprigsen ihn mit Wasser. Diefer Mensc" -hier deutete fie mit unbeschreiblicher Verachtung auf den elenden Tawngey dieser Mensch spionirte hinter einem Baum und tam und schleppte mich beim Arm weg und schait mich vor den anderen Mäschen aus. Nie ist mir solche Schande begegnet. D Vater, gieb mir die Freiheit! Ich will nicht länger mit ihm leben!" Mit diesen Worten warf fie fich zu den Füßen des Häuptiings nieder. Ein tiefes Stillschweigen folgt, nur durch das Schluchzen der Die Anfragen des betheiligten Publikums in KrankenkassenAngelegenheiten nehmen noch immer die Beit unseres Bureau personals weit über die festgesezte Beit hinaus dergestalt in Anspruch, daß hierdurch die Erledigung der laufenden Geschäfte benachtheiligt wird. Wir machen deshalb nochmals darauf aufmerksam, daß mündliche Auskunft in Krantenfaffen- Angelegenheiten in unserem Bureau, Breiteftraße 20a nur Vormittags von 8 bis 11 Uhr ertheilt werden kann. Berlin, den 16. April 1885. Bewerbe- Deputation des Magiftrats. Eberty. Beitungs- Spediteur, Frau unterbrochen. Tawongen sab aus, als wünschte er, di Erde möge ihn verschlingen; aber er sagte fein Wort. Blögli sprach der Rajah wieder und gab Befehle: ,, Dret der Aeltesten tommt her; nehmt diese zwei Bösen weg, welche das bellige Gesetz verlegen. Sieht ihnen alle Gewänder aus; lagt be Frau nur ein Tuch und schkeßt sie zusammen in das große leere Gasthaus ein. Morgen früh will ich sie wieder hören Genug, ich habe gesprochen. Wirklich wurde das junge Baat obne viele Beremonien fortgeschleppt und mit einem einzigen Kleidungsstüd für beide in das leere, möbellose Gasthaus ein gefchloffen. Die Nacht war sehr falt und als ich die dide wattirte Bettdecke über meine Dhren zog, fonnte ich nicht um hin, die Weisheit des Raja zu bewundern. Am folgenden Morgen reichte man ihnen ihre Kleider hinein und öffnete bie Thüre, um sie wieder vor den Häuptling zu führen. Aber fit schlüpften Hand in hand hinaus und gingen zufrieden in ihre Wohnung zu: üd. aft Nr. 1 erscheint Berlin fr Poftabonn Ein beklagenswerther Unglücksfall ereignete fich, wie man aus Peft schreibt, am Donnerstag auf der Donau bei der Station Dunh- Szekcsö. Der große Personendampfer ,, Neptun der Donau- Dampfschifffahrtsgesellschaft, welcher zwischen Mohack und Peft verkehrt, verließ die erftgenannte Station am g nannten Tage um 1 Uhr Nachmittags und gelangte nach eine Stunde zur Station Szekcsö. The noch der Dampfe landen fonnte, lam demselben ein großer Kahn ent gegen, in welchem zehn Bäuerinnen und vier Bauern faßen Die von einer Szekcsö gegenüberliegenden Insel tamen, wo fe ihre Arbeit beendigt hatten. Sie mußten wohl gesehen haben, daß der große Dampfer nahe, allein die Ruderer wollten jeden Preis vor dem„ Neptun" landen. Als der Kapitän Dampfers diese Absicht gewahrte, ließ er die Maschine for stillhalten, so daß das Schiff auf einem Fled stegen bl Nun stellten auch die im Kahn fizenden Männer das Ru ein und überließen ihr Fahrzeug der Strömung, damit diet fte um das Dampfsch ff herum bringe. Da jedoch gerade jener Stelle die Strömung fehr reißend ist, wurde d Kahn mit solcher Gewalt an den Schnabel des" Neptun" g umfippte und die vierzehn schleudert, daß er umfippte und Sm faffen unter Angstgeschtei in den Strom stürzten. D beiden Kapitäne des Neptun", Benel und Garay, Kontrol Wittak, bie Schiffsmannschaft und von den Reisenden Toinaer Obergespan Bercel und Arzt Dr. Korniß, ferner am Ufer dersammelte Bauern und Fischer türzten in Hettung läbne, und ihren Bemühungen gelang es, neun Berfon nämlich fieben Frauen und zwei Männer, mit Gefährdung eigenen Lebens zu retten; zwei Männer und drei Frauen schwanden jedoch in den Fluthen und ertranten. Sodann folgte die Landung des Neptun" in Szekcsö. aber die Anker ausgeworfen, so wollte die durch Unglüd erregte Bewohnerschaft das Schiff stürmen: mit Stöd und Beilen bewaffnet, forderten die Bauern, daß der Kapi ihnen auf das Gemeindehaus folge. Als dieser sich weig der Aufforderung Folge zu leisten, nahmen die Bauern e brogende Stellung ein und erklärten, daß fie die Weit fahrt des Dampfers verhindern würden. Daraufhin lies b Kapitän die von den Bauern ergriffenen Seile in's Wa gleiten, und der„ Neptun" sette die Fahrt ruhi bis Ba fort, wo der Kapitän bei dem Stadthauptmanne die Anzeig von dem Vorfall erstattete und ein Protofoll aufgenomm wurde. Es wurden die gesammte Schiffsmannschaft und alle Reisenden vernommen. Ueber die Bahl der im Rabne befind wißheit v " 1 vick Raum wa lichen Personen wußte Niemand bestimmte Auskunft zu et theilen, da die Betciteten in der Verwirrung widersprechend Angaben machien. Die Kolonialhanswurfte treiben jezt überall the Spiel So meldet man aus Börbig( Provinz Sachsen) vom 26. April ,, Unser junger Landsmann Hr. Bergbaus ist heute Nachmittag wieder nach Kamerun abgereift. Bahlreiche Freunde und Be tannte gaben ihm bis zur Bahn das Geleit und es war ein förmlicher Feftzug, den dieselben gebildet hatten. Voran ritten 5 Herren, dann folgte zu Wagen ein Musikkorps, hieran schlof fich eine Reihe von Freunden des Scheidenden besepter Wagen Jnmitten des Buges, in befrängtem Kutimage saß Hr. Berghaus mit seiner Mutter und Schwester; ein neb dem Kutscher sitzender Herr führte ein blau- gelb Banner mit der Aufschrift:„ Nach Kamerun."- Ge als wenn man in der Fastnachtszeit lebte! " Schöne Aussicht. Fremdenführer( macht einen Reifen auf te schöne Aussicht aufmettiam): Weilenweit in Runde ist dies der schönste Aussichtspunkt, denn Sie fön nicht weniger als 32 Gasthäuser sehen." Allen Freunden und Bekannten emprehle mein Carl Mücke I, Rosenthalerstraße 46, Weiß- u. Bairisch- Bier- Lota ( Rothe Apotheke) empfiehlt fich zur pünktlichen Lieferung sämmtlicher Beitungen insbesondere Berliner Volksblatt" und liefert bei jepigem Abonnement daffelbe bis 1. Mai gratis. " Wegen Liquidation einer Damen- Mäntel- Fabrik find mir zum schleunigen Ausverkauf 500 St. Pellerinen u Paletots 7M. 300 St. Dollmans n. Manteletts 10 ME. au staunenswerth billig taristen Preisen übergeben worden. Verkaufszeit täglich 9 bis 7 Uhr. Rosenthalerstraße Nr. 58 parterre. Drucksachen = aller aller Art, namentlich 845 904 Circulaire, Rechnungs- und Quittungsformulare, Adreßkarten, Prospecte, PreisCourante, Brochüren, Statuten und Quittungsbücher, Marken, fämmtliche Formulare für Krankenkaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. Buchdruckerei MAX BADING Beuthstrasse 2. Für gute Getränke wird bestens gesorgt W. Schilk, Adalbertstr. 23 Große öffentliche 94 General- Versammlun fämmtlicher Klavierarbeiter u. Berufsge ( Mechanik und Klaviaturmacher) Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 10% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Rommandantenstr. 7 Tagesordnung: 3wed und Ziele der Fachvereine. Ref. Tischlermeister Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Auch die He Prinzipale erlauben wir uns bierdurch höflichst einzuladen Der Vorstand des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Klavierarbei Bezirksverein der arb. Bevölkerung des SW. Berli Am Sonntag, den 3. Mai cr.: Herrenparthie. Rendezvous: Solms u. Gneisenauftraßen Ede bei Lindenb Abmarich präzise 7 Uhr. Die Nr. 16 der humoristischen Blätter !! Der wahre Jacob" ( erschienen und in der Erped. b...Berl. Boltabl." au Bur pünktlichen Besorgung des Berliner Volksblatt owie( ämmtlicher Zeitungen empfiehlt sich 945 Frau Rosentreter, Gr. Frankfurterfir. Eine Tischlerwerkstatt ( 7 Hobelbänte) ft billig zu verkaufen. Der F Abonnent blatt" bet bringt bi bergerei vi würdigen bab 57 9 Adreffen in der Expedition dieses Blattes abzuge unter F. M. 939 2 große Vogel- Hedbauer find billig zu verkaufen. C. Bremer, Landsbergerstr. 12 1 g. Piano 30 Mart, 13. 60 Mait Dranienftr. 4, 2 r. Ein sauberes Bimmer ist an einen anftändigen ber vermiethen bei Frau Grothe, höchste Str. 19, Querg. p. Arbeitsmarkt. 1 Malerlehrling wird verlangt Anhaltstraße 8. Verrieglerin gesucht Elsaßferstraße 73, of r. 3 Treppen. Verantwortlicher Redakteur M. Kronheim in Berlin. Drud und Berlag von Max Bastug in Berlin SW. Beuthstraße 2. er bie Fle Jonbern h wegen, bie Wir Spannen, Das biefelben, Don all' abzuschaffe ber Indu Aber, hei fchaffen, f Deutschlan zu heben, schöpfung Dan Bismard Dief ben wi bireften fchaft u wirthsc auf bie fraft be heraus Muß fo änder bentlich jest bie bes B batte b fchaftlic Bieb burchau lamenta Wortfü aus, ein gar nic Schutz gleidh g 24] brud ver Ed felige Fu weiter fpi und in be nicht!" Frau rath zuge Bufall Loffen un tinh bắt mehr. itre äuße feinen G mit einan zu beweg herüber w nichts an Manuftri unter bem Brivatleb Sans, be amüfirt b e verfluchte wüthend Do Aber was Sch fuhr fich arbeitete wollen; Bu