Nr. 101. Sonnabend, 2. Mai 1885. n. Jahrg. Jl k: erlimrMsdlii» Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" ?chemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für ®wttn frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. *<, Ter heutigen Nummer liegt für unsere auSwSrtige« Muenteu die Nummer 22 de«„Jllustrtrtes Sonntag«- "ZÜ bei._ _ Ueber Fleisch- und Viehzölle die rechttflügelig« nationalliberale, der Heidel« oirgerei völlig verfallene„Elberfelder Zeitung" einen merk« würdigen Artik-l, d««halb so merkwürdig, nicht allein weil !* bi« Fleisch- und Viehzölle auf da» Schärfste verurthrilt, �»dern hauptsächlich seiner höchst vernünftigen Deduktionen ■'«gen, die derselbe über Zollpolitik im Allgemeinen enthält. . Wir wollen unsere Leser nicht lange auf die Folter Tonnen, sondern gleich frisch darauf lo« zittren. ,. Da« Blatt giebt zunächst den Liberalen Unrecht, daß �selben, al« sie die Macht in der Gesetzgebung hatten, von all' zu blindem Eifer beseelt gewesen seren, alle Zölle °°zuschaffen, so z. B. de» aerinafügigcn Eisenzoll; sie hätten 2* Industrie einig« mäßige Konzessionen mache« müssen. heißt e» dann weiter, der Eifer, alle Zölle adzu» Vossen, sei durch die noch toller« Wuth, den Wohlstand Deutschlands durch Ausschließung aller fremden Konkurrenz � beben, ersetzt worden und man könne mit ziemlicher Ge» rjBhfcit voraussehen, daß auch dieser Taranteltanz mit Er- � p'ung und Fiasko enden würde. Dann fährt da» der Heidelbergerei und dem Fürsten �ttwarck sonst so ergebene Blatt wörtlich fort: ~.»Die heutige Situation hat etwa« Tragikomische«' (P'Mtlben Leute, die noch vor sech« Jahren mit °?n»üthigsten liberalen Freihändlern alle Zölle und in« ,'ullen Steuern für den Verderb unserer Volktwirth- und insbesondere für den Krebsschaden der Land« "�bschaft erklärten, setzen heute ihre einzige Hoffnung die Schutz ölle und«essen denselben eine Zauber- -kaft bei, die sich über Kurz oder Lang al««ine Täuschung herausstellen wird, wenn die» nicht bereit» geschehen ist. Äuß schon«in« derartig gewaltsame Sinne«- änderung und Umkehr dem Unbefangenen be- denklich erscheinen, so kann die Uebsrhebung, mit welcher letzt diese Konvertiten auftrete«, nur ein Gefühl b«« Bedauern» erwecken. Die zweitägige De- »atte des Reichstage« über die von der„Volktwirth- gastlichen Vereinigung" beantragte Erhöhung der e Hz Slle darf al»«ine höchst unersteuliche, obwohl durchaus nicht«ehr ungewöhnliche Episode unseres par« �»eutarischen Leben« bezeichnet werden. Einer der Wortführer der agrarischen Partei sprach e« ungescheut »US. einer Begründung der Anträge b, dürfe e« eigentlich 8** nicht«ehr; ein anderer meinte, ob«ia Zoll al« Schutz, oder Finanzzoll wirk«, er sei ia berden Fälle» Bleich gut; noch ein anderer, wir brauchten überhaupt 'Skw »crioten.; IeuMeton. 3 m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) ... Echaller aber sprang augenblicklich zu, erfaßte die Unglück- L..B' Fußbank und trug sie fort, während sie hartnäckig spielte;„Doch führ' Dein Schifflein klug und weise" dicht\* Fsrne verklangen die Töne:„Kamerad, plaudre .... Frau von Scholler war natürlich gleich auf den Hof- oJ dugepürzt, um ihn zu beruhigen und den„unglücklichen kttlü entschuldigen; er soll« sich nur nicht stören km», und weiter lesen— und da« unselige Menschen» nd Ks.....„.X.K.V ,t»in»»irKf nieK. �tte» auch gethan. aber e« gmg nicht il».» Die Geduld der Zuhörer hatte überhaupt sei» b�ste Grenze erreicht. Da» junge Volk war von mit. Sitzen aufgesprungen und plauderte und lachte , � nnander, und ein Versuch, sie wieder zum Niedersitzen e«n« zurück zu ziehen. g. u»ach«n die Damm dort drüben?" fuh, seufzte, hob dann den Kopf hoch in die Höh«, leitete w im sinken Zeigefinger in die Kravatte und Austen- nK« nv�ttum'—»st« werden ein wmig musiz>rea -««"4' keine Einfuhr von Vieh, und in diese« Tone ging eS fort. Wohl noch nie ist im deutschen Reichstage«ine wichtige Debatte so leichtfertig geführt, nie sind bedenk liehe Anträge mit so nichtigen, theilweife offenbar falschen Gründen vertheidigt worden, al» am 20. und 21. April 1885." Alle« das ist völlig richtig. Aber, so stagm wir die „Elberf. Ztg.", wer find dm»«igmtlich„dieselben Leute", die früher Freihäadler warm, jetzt Schutzzöllner geworden find? I« erster Linie find«» die abgeschwenkten Liheralen, die sogenannten Heidelberger, denen schon früher unter Führung der Herren Echauß und Völck die sogmannt« „scheußliche Völkergruppe" vorangegangen war. Dann ist e« aber der Fürst Bismarck selbst, wtlcher die ganze Aera Delbrück-Camphausen, die ein ungezügelte« Manchester� thu« repräsentirte, mit seine« Name« und seiner Stellung deckte. Deshalb kommen uns die an und für sich so berechtig- tm Klagen der„Elberfelderin" etwa« unnatürlich vor. Sollte» dieselben eine andere Bewandtniß haben? Man hörte vor einiger Zeit, wenn von dem genannten Blatte die Rede war, oft die bekannte Reptilimglocke läuten. Sollte dieser Fond seinen Weg nicht mehr zum äußerstm Westen unsere« Vaterlandes findm? Doch da« ist im Grunde genommen gleichgittig bei dieser Betrachtung. Die„Elberfelderin" hat eben völlig recht. Nachdem da« Blatt nunmehr den merkwürdigen Be- richt de« landwirthschaftlichen Minister« an den König von Preußm über die Jahre 1881—1883, dessen in diesem Blatte schon Erwähnung gethan ist, besprochen hat, de« der Bundeskommissar kein entscheidende« Moment habe«nt- gegensetzen können, wodurch die Nothwendigkeit der Erhö hung der Fleisch- und Viehzölle bewiesen worden sei, heißt e« dann weiter: „Wenn Hiernack die bisherigen Zölle völlig au«- reichend gewesen find, um die Viehzucht in Deutschland, und namentlich die Rindviehzucht,„gewaltige Fortschritte" machen zu lassen, so deuten gewisse Thatsachen darauf hin, daß in dieser Beziehung vielleicht sogar schon zu viel geschehen ist. Der Absatz der deutschen Mol- kereiprodukte entspricht kaum noch der Produktion! Durch alle landwirthschaftlichen Zeitungen geht die Klage über ein massenhafte« Angebot von Molkereiprodukten und sinkende Preise derselben. Und hier kann von einer auS- ländischen Konkurrenz, welche die Preis« verdürbe, gar keine Rede sein. ES ist die Kaufunfähigkeit de« VolkeS, welche die Preise drückt! Kann man hoffen, dieselbe durch höhere „Vor der Hand wohl nur zum Gesang. Sind Sie musikalisch?" „Sehr wenig, aber rch höre gern gute Musik...." „Dann wollen wir wieder hinübergehen und unsere Zigarre auirauchen." „Weshalb?" lachte Han«.„Versprechen Sie sich nicht viel davon?".... „Meine Frau singt I" sagte der Baron mit solcher Re ''""'aut aufl � � ..........- tu«, u den Anfang anzuhören „aneme tj.uu ,»>>».« Jo,----- fignation, daß Han« laut auflachen mußte. Schaller war aber schon wieder hinau«, und er beschloß, jetzt ebenfalls Anfang anzuhören. Der ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Frau von Schaller stand richtig am Klavier, ein Notenblatt in der Hand, schob sich die Locken etwa« von den Wangm— ein junger Offizier, der mit der Familie bekannt war, akkompagnirte—, und„auf Flügeln des Gesang«»" schallte mit einer schneidenden, aber außerordentlich getragenen und schwärmerischen Stimme durch den Saal— daß sie manchmal«in paarZoll daneben hinaus kam, schadete nicht». Han« lachte still in sich hinein und sah, wie die Damen, al» da» Lied beendet war, sich um die gnädige Frau herumdrängten und ihr mit den aufrichtigsten Ge- fichtern Elogen machten. Fast unwillkürlich suchte sein Blick Kathivka. Sie stand unfern davon allein, aber ein bitterer Zug hatte sich um ihr« Lippen gelegt und ihr Auge hastete am Boden. Sie mußte fühlen, wie traurig der Gesang gewesen, wie unberechtigt und gemacht zetzt all' diese Lobeserhebungen waren. Es war etwa« Räthselhafte» in dem verschlossenen Charakter de» Mädchen», und Han» beschloß, ihr dock etwa» näher zu treten; e» interesfirte ihn, ohne daß er sich Rechenschaft davon zu geben wußte weshalb, etwas tiefer in da» Geheimniß einzudringen. Der Gesang, oder vielmehr diescS Lred war jetzt glück- licherweise beendet— aber die Musik noch nicht, denn ver- schieden« andere Damen wurde» jetzt aufgefordert, zu singen, und Han», der die Augen überall hatte, bemerkte zu seinem S»'- SÄAUS gab, damit fie doch vortreten und fich hören lassen sollte. b. al» der man Zölle auf eingehende» Rindvieh zu be« fertigen?" Da» ist ein offene», ehrliche» Wort, dem wir un- bedingt zustimmen, wenn e« auch, wie wir oben angedeutet haben, au» einer recht zweifelhaften Quelle stammt. Aber die Wahrheit bleibt die Wahrheit, was sie auch aussprechen möge.„Die Kaufunfähigkeit de» Volke«", welche trotz der neuen Zoll- und WirthschaftSpolitik im deutschen Volke vorhanden ist, fie ist«», sie ist e» allein, welche wie ein Alp auf dem ganzen WirthschastSgetriebe unsere« Vaterlande» liegt. Doch hören wir da» genannte Blatt«och weiter: „Aehnliche» gilt von dem Verbrauche von Fleisch. Die Befürworter höherer Zölle auf Schweine, Schweine- fleisch, Speck, Schmalz u. f. w. argumentiren, die bi»- herigen Zölle hätten keine Vertheuerung ergeben, und so würden auch die höheren Zölle alle derartige» Prophe- zeiungen zu Schaden machen. E» ist richtig, und ebenso auffällig wie richtig, daß die bisherige» Zölle fammt den Einfuhrverboten keine merkbar« Vertheue« rung de« Fleisches hervorgebracht haben. Was aber folgt darau»? Doch nicht» andere», al» daß die zah Iung»fähige Nachfrage nach Schweinefleisch, Speck, Schmalz u. f. w. abgenommen hat. Wäre diese Nachfrage gestiegen oder nur gleich geblieben, so hätten bei abnehmende« Angebot(in Folge der Einfuhr« beschränkung) die Preise nothwendig steigen müssen. Also auch hier wieder zeigt fich die nahm« der Kaufsähigkeit im Volke der wahre Grund de« Nothstande» L andwirthschaft. Ist die« so, wie will hoffen, de« Uebel durch Schutzzölle auf landwirthschaft« liche Produkte abzuhelfen? Die Preise de» Fleische», der Milch, de« Schmalze« sind den städtische» Arbeitern schon jetzt zu theuer, und nur erne Politik, welche den Arbeitslohn erhöht, könnte den Landwirthen in Wirklichkeit nützen." Bravo! Das ist de» Pudels Kern! Und diese Be« hauptung ist um so wichtiger, da fie in der That au» einem der g a n z e n BiSmarckschen Politik freundliche« Lager stammt. Wird Fürst Bismarck einer solchen Stimme Beachtung schenken? Wird er seine„Sozial-Reform" zu einer wirklichen Sozial' Reform erweitern? Wird er da» Wort vom„Recht auf Arbeit" zur Wahrheit zu mache« suchen, wa« nur geschehen kann durch gesetzliche R e- gelung der heutigen Produktionsweise, die durch Einführung eine« MaximalarbeiUtage» angebahnt werden müßte? Zuerst sang eine junge Dame, Fräulein von Roltje, mit einer wirklich klang- und seelenvolls» Stimme den„Erl- könig" von Schubert; dann kam richtig Henriette, die eben- fall» eine recht hübsche, volle Stimme hatte, aber ein hei- tere« Lied wählte. Fräulein von Schaller war indeß von verschiedenen Seiten gebeten worden, ebenfall« etwa» zu fingen. E» schien ihr nicht angenehm, fie sträubte sich wenigsten» so lange, wie fie e« höflicher Weise thun konnte. Endlich setzte fie sich an« Klavier, während Han» fich in ihre Näh« gezogen hatte, und fich selber begleitend, sang sie „Da« Meer erglänzt« weit hinau« Im letzten Abendscheine—" mit einer so wunderbaren Altstimme, mit einem solche» Gefühl, daß Han« unwillkürlich die Thräne« in die Auge» traten und er sich abwandte, um seine Bewegung Nieman- den merken zu lassen. Dem jungen Volke waren diese Gesangvorträge indeß keioeSweg» erwünscht, den» sie verzögerten nur noch immer den lang herbeigesehnten und erhofften, ja fest versprochene» Tanz; von Schaller ließ aber in dieser Hinsicht auch nicht» zu wünschen übrig, denn er kannte seine Gäste gut genug. Jetzt gab er deshalb das Zeichen, da» Büffet zu eröffnen, und schon während die Gesellschaft aufgefordert wurde, sich dort hinüber zu begeben und einen Imbiß zu nehme», begann die in einem kleinen Kabinet hinter einer Gardine verborgene Musik den Marsch au»„Tannhäuser" zu spielen, damit fich die Paare arrangren und dem Ruf« Folge leisten konnten. Han» war noch nahe am Instrument geblieben, und da er Kathinka unfern davon stehen sah und außerdem be- merkte, wie die verschiedenen jungen Herren den jungen Damen schon den Arm boten, trat er auf sie zu und sagte freundlich:„Darf ich mir erlauben, mein gnädiges Fräulein, Sie hinüber zu führen?" Al» er fie anredete, hatte fie den Blick nicht auf ihn gerichtet gehalten, sonder» mehr link», und er bemerkte, daß von dort schon jemand Andere« wahrscheinlich in derselbe» Absicht herbeigekommen war. Wie er flüchtig dort hmsah, erkannte er den jungen Doktor Potter, der aber natürlich Wenn auch der eine Mann gar nicht die Macht hat, Alles dies zu vollenden, so hat er doch den Einfluß in Deutschland, biefe Forderungen förbern zu können und einer echten voltsthümlichen Sozial- Reform die Wege zu ebnen. Db er dies thun wird? Gut wäre es, wenn er es thäte. Große Hoffnungen aber kann man, wenn man die Bergangenheit und die Gegenwart in dieser Hinsicht betrachtet, wahrlich nicht hegen. Das Volt aber, das arbeitende Bolt muß unermüdlich nach solchen Zielen ftreben und feinem Willen bei jeder Gelegenheit, besonders bei den Wahlen kräftigen Ausbruck verleihen. Politische Uebersicht. er habe das nicht mehr nöthig, er, der Wahlvorstand, babe schon für ihn gewählt. Sprengler wurde von der Strafkammer des hieftgen Landgerichts wegen Vergebens in Bezug auf die Ausüburg ftaatsbürgerlicher Rechte" au 1 Monat 15 Tagen Gefängniß verurtheilt.- Die Strafe ist nicht gerade hoch bes meffen worden, doch ist es immerhin gut, daß derartige Fälle zu Nuz' und Frommen an die Deffentlichkeit gelangen, ba wir bie Ueberzeugung haben, daß solche oder ähnliche Fälle, be sonders in Landgemeinden sehr häufig vorkommen und straflos bleiben, da kein Kläger vorhanden ist. Ueber den Schluß der Reichstagsfession verlautet noch nichts Bestimmtes. Die dritte Lesung der Bolltarifnovelle tann in etwa 8 Tagen beginnen, fte wird 3 oder 4 Sigungen in Anspruch nehmen und fann füglich in der zweiten Matwoche beendigt sein. Will die Regierung Weiteres nicht erledigen, so kann allerdings die Seffion vor dem Himmelfahrtstage, also am 13. Mat, schließen; soll in. deffen auch noch Unfallgefeß oder gar noch zu erwartenbes Reliktengefeß, Börsensteuer, oder Justiagefes Novelle erledigt werden, so ist die Ausdehnung der Seffton über Pfingsten nicht zu umgehen. Beschiffe hat die Regierung noch nicht gefaßt. Der Seniorentonvent des Reichstags hat die Abficht, den Schluß noch vor Pfingsten herbeizuführen.( Siehe Barlamentarisches.) men. Der fchloß, in di onung stehe efet betreffe uergefeßes itten Lejung erficherung Rontag über fand legten Sonntag im ersten Arrondissement statt. Dieser Tage wird eine von einigen Pariser Deputirten vorbereitete Versammlung stattfinden, in welcher eine einzige republikanische Liste mit einem allgemeinen Programm für das Seine- Depar tement aufgestellt werden soll. An die Spize der Lifte sollen ledigung at Clemenceau und Floquet gesezt werden, die als Lockoögel dienen sollen, damit die Bariſer nach diesen dann auch für die übrigen werbes. vorgeschlagenen Kandidaten, wie Ranc, Spuller u. f. m. ftim Die Herren Republikaner a la Gambetta find bereits so sehr in Mißtredit beim Volte, daß fie es nicht mehr wagen, ihre werthen Namen unter ein Wahlprogramm zu setzen; fle wollen also die weiter links stehenden Herren Clemenceau, nifs beginne Floquet u. A. zu ihren Sweden ausnuten. Do fich genannte Reichstag Herren zu diesem unsauberen Spiele bergeben werden, darüber rbeizuführen verlautet noch nichts. Es läßt sich indeffen wohl taum af efer Frage nehmen, daß fich das franzöfifche Volt und namentlich bietens der St Pariser durch derartige Manöver täuschen lassen; hoffentlid ledigung b werden die Wähler weder Gambettisten, noch die Herren der Verst Clemenceau und Benoffen, sondern Männer wählen, welche torben ift. Willens find, ihre Interessen nicht nur der Form, sondern aud der Wirklicht it nach zu vertreten. Zum russisch- englischen Konflikt. Daß die russische Regierung nicht auf die Forderung der englischen, den General Komaroff zur Rechenschaft zu ziehen, eingehen würde, war vor auszusehen. Die Antwort auf das diesbezügliche englis ae Verlangen ist nunmehr in London eingetroffen. In demselben wird in Abrede gestellt, daß die Ruffen die Angreifer waren und behauptet, daß es eigentlich die englischen Offisiere gewesen felen, welche die Afghanen zu dem Vorrüden gegen die rufftschen Stellungen bewogen hätten. Die russische Regierung versteht es also vortrefflich, den Spieß umzudreben. Daß die englische Regierung diesen Fall nicht mehr weiter zu berühren gebentt, geht aus ihrem Verhalten zur Genüge hervor; c ift in der That heute bereits gleichgiltig, ob die Ruffen oder die Afghanen die Angreifer waren, die Thatsache ist längst durch weitere Ereignisse überholt. Das von dem englischen Grenz tommiffar nach London gesandte Telegramm, welches den Vormarsch der Ruffen auf Herat ankündigte, hat sich glücklicher, weise als unrichtig herausgestellt und ist bereits von Lumsden dementirt worden. Die Bestätigung des Gerüchts hätte viel leicht die fofortige Entfesselung der Kriegsfurie herbeigeführt. Die Rüstungen nehmen indessen ihren Fortgang, sowohl in Rußland als in England. In London eingetroffene Privat telegramme melden, daß die russische Regierung die sofortige Mobilifirung der Südarmee, wodurch 200 000 Mann dispo nibel werden, sowie die theilweise Mobilifirung der übrigen ruffischen Armee anordnet. Die Moskauer Beitung", ein fehr einflußreiches russisches Blatt, sagt in einer ihrer legten Nummern, wenn England den Krieg nicht wolle, so müsse es Bort Hamilton räumen, anderenfalls sei Rußland ge nöthigt, mit der Besetzung von Herat zu antworten. Die Most. Big." glaubt, die Frage, ob der Friede erhalten blei ben oder Krieg ausbrechen werde, müsse sich in diesen Tagen entscheiden. Aus London wird berichtet, daß die Küsten" Det t. Photo - Die Prätendentenfurcht scheint zur Zeit wieder an der Tagesordnung zu sein. Es ist gewiß ein schlechtes Beugniß für die französische Republik, daß fie nach 14 jährigem Bestehen noch Ausnahmemaßregeln gegen die sogenannten menschlich Brinzen" in Anwendung bringen muß. Wenn die Herrenschen Wel Republikaner natürlich nichts Beſſeres zu thun wiſſen, als Strieg anzuzetteln und Millionen zu verpulvern, so dürfen fie fich dod nicht wundern, daß das Volk thr Treiben satt bat. Freil wird es vom Regen in die Traufe fommen, wenn irgend Boinnt f Crafter ein rugichlüffe inmal auf Prätendent zur Herrschaft über das schöne Frankreich gelang Bed Die Ph Dienfibar zu pielt bemzuf sollte. Der etwas anrüchige ,, Figaro" behauptet, daß die Au treibung der Beingen" beschloffene Sache sei. Einige Mi glieder der Familie Orleans wollen es auf Anwendung des im geschaf Gewalt gegen ihre Person ankommen laffen. ad geworden, da In Tonkin geht Alles gut. Die Chinesen beginnen greift. Die den Rückzug über die Grenze. Langsong ist bereits von ihnen Büge einer g geräumt und von den französischen Truppen besetzt worden. Italien. und auch der mehr der rec weiden, bie beraus Die wegen der Unruhen in der Provinz Mantua porn von ben Gericht gezogenen Landarbeiter find wegen Arbeits aus füß mingen De wachen bereits zum attiven Dienst auf ihre Stationen birigirt einstellung zum Zweck der Lohnerhöhung" zu Gefängnißftrafen Moderne Bro wurden. Eine Depesche von Suakin besagt: Die Marine truppen geben morgen nach England, um auf ihren Schiffen in Dienst gestellt zu werden. Ajar", ein sehr starkes Bangers schiff, hat Befehl erhalten, am Donnerstag in See zu stechen; Die Bestimmung des Schiffes wird geheim gehalten.- Inter eine Meldung effant ift aus Wladiwostock, cinem rufftschen Hafen in den japanischen Gewässern: Als in dem dortigen Hafen Mitte April die russische Fregatte Monomach" einlief, wollten derselben sechs englische Schiffe, welche ihr bis ber schon ein unliebſames Geleit gegeben, auf die Nyede folgen. Die russische Behörde geftatte'e bas aber nicht, da im Hinblic auf den russisch englischen Konflikt die Einfahrt bereits minirt set. Die Submissionsbedingungen für die Damsfersub vention find am Mittwoch den in Betracht kommenden Inter effenten mitgetheilt worden. Da die Submission eine bes schränkte und teine öffentliche ist, so wird von Rechtswegen von einer Publikation der Bedingungen abgesehen. Im Ganzen tommen so lesen wir in der Nordd." nur acht bis neun Firmen in Betracht, an welche auch die Submissionsbedingun gen mitgetheilt find. Anmeldungen, bei welchen die Leistungsfähigkeit von vornherein angezweifelt werden mußte, fonnten nicht in Betracht gezogen werden. In Hamburg sollen sechs bis fieben Firmen sur Submiffion aufgefordert sein, in Bremen awei. Die Frist zur Erklärung ist eine ziemlich furz bemessene, nämlich bis 15. Mai d. J. Wie verlautet, ist nicht beabsich tigt, eine einzelne Linie an eine einzelne Gesellschaft zu ver geben, sondern, daß der Buschlag wahrscheinlich an Denjenigen ertheilt werden dürfte, welcher auch die voraussichtlich für die nächste Beit noch minder rentable Linie zu übernehmen sich be reit erklärt. Der Hamb. Korresp." veröffentlicht die vom Reichstanzler aufgestellten Submissions Bedingungen und tommt dabei zu der Ansicht, daß dieselben wenn nicht nach träglich eine erläuternde Interpretation erfolgt erheblich vom Gefeße abweichen. Das Gesetz vom 6 April lautet im§ 1, wie folgt:„ Der Reichskansler wird ermächtigt, die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Boftcampfschiffs- Verbin bungen zwischen Deutschland einerseits und Dftafien, sowie Auftralien andererseits auf eine Dauer bis au 15 Jahren an geeignete deutsche Unternehmer auf dem Wege der engeren Submission einzeln oder zusammen zu übertragen." Dagegen heißt es in§ 17 der Submissionsbedingungen: Das Angebot bat fich auf die Gesammtheit der einzurichten, den Bostdampfer Linie zu erstrecken."- Das Geses läßt also die Vertheilung der verschiedenen Linien an ver schiedene Unternehmer zu, nach den Submissionsbedingungen dagegen sollen nur solche Offerten angenommen werden, welche fich auf alle Linien insgesammt erftreden. Hier liegt also so meint genanntes Blatt ein unlöslicher Widers spruch vor, der um so wichtiger ist, als durch diesen§ 17 ber Submissionsbedingungen alle diejenigen Unternehmer thatsäch lich von der Konkurrenz ausgeschloffen sein würden, welche nur eine Linie in die Hand zu nehmen gewillt, resp. befähigt sein sollten. Hoffentlich erfährt dieser anscheinende Widerspruch noch eine erwünschte Aufklärung, da andernfalls von einer wirklichen Konkurrens gar keine Rede mehr sein fönnte. Der Bundesrath hat am Donnerstag dem Ausliefe rungsvertrage mit Rußland die Bustimmung ertheilt. Die zweite Berathung des Gesezentwurfs wegen Abänderung und Ergänzung des Gerichtsverfaffungsgesetzes und der Strafpros zeßordnung, sowie des Antrags des 6. Ausschusses, betreffend den Gefeßentwurf wegen Abänderung von Bestimmungen des Gerichtsverfassungsgefeßes und der Strafprozeßordnung wurde auf die nächste Sigung tertagt. Holland. " Rittel bis zu zwei Monaten verurtheilt worden. Andere Verlegungen des Gesetzes hat der betreffende Gerichtshof nicht aufzufinden weggewild vermocht. Das italienische Strafgesetzbuch hat noch die urzeit haben. Di lichen Bestimmungen, wonach einfache Arbeitseinstellung ohne twinnt an Verlegung vertragsmäßiger Verbindlichkeiten und ohne Bewall ages ben n thätigkeiten bestraft werden kann. Die Verurtheilung der inn wenn m den denkbar erbärmlichften Verhältniffen lebenden Landarbeite em Berbr bat die Bewegung gegen diese verrotteten Bestimmungen auf beten" bat Neue belebt, die unabhängige Bresse fordert einhellig die Be mehr zu erfü feitigung. Wie sehr die Verhältnisse der Landbevölkerung aum Staliens im Argen liegen und wie andererseits mit der größten Rittel. Ein Rüdichtslosigkeit auf Kosten dieser Wermsten gewirthschaftem Gebiet wird, seigt ein Vorgang, der fich vor Kurzem in dem Drage faft Ortona abspielte. Schon seit Jahren waren die Finanzen diefe en, und Gemeinde im schlimmen Buftand; trozdem wurde luftig drauf welcher die Los gewirthschaftet, die Angestellten waren sehr gut bezahlt diese erschl arbeiteten aber um so weniger; einem Gymnaftum, das brer Wahrhei Schüler besuchten, wurden 6000 Lire jährlich zugestellt, und diem es aber Herren Orts Regenten lebten luftig und in Freuden! Als fit ende Schwi jedoch fürzlich die Steuerschraube noch mehr anziehen wollten Löchter Da riß den Bauern der Geduldfaden, und dieselben ridien ihn paffe Im Jahre 1874 war, hauptsächlich auf Betrieb des Abg. v. Houten, ein scharfes Gefeß gegen die Kinderarbeit zu Stande gekommen; die scharfen Bestimmungen dieses Gesezes führten öfters zu Verurtheilungen der Unternehmer und sonstiger Ausnußer der Kinderkräfte. Darob groß Geschrei im Lager der Fabrikanten und ihrer Helfershelfer; alle Hebel wurden an gesezt, um dieses fatale" Gefeß zu beseitigen. Dem vereinten Wüthen ist es denn auch gelungen, den Gesetzgebern die ,, Ueberzeugung von der Nothwendigkeit einer Wenderung beizu bringen. Der Rammer liegt gegenwärtig ein Entwurf vor, der mit dem bestehenden Gesetz nur noch den Namen gemein hat. Swar ift der Grundsatz des früheren Gesezes, Shut des jugendlichen Alters gegen jeden Mißbrauch, auch in dem neuen Entwurfe beibehalten, denn Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht länger als acht, solche unter 16 Jahren nicht länger als zehn Stunden des Tages zur Arbeit angehalten werden; erstere Klaffe muß nach vierstündiger, lettere nach fünfftündiger Arbeit eine Ruhepause von wenigstens zwei Stunden haben. Aber Art. 2 des Entwurfes bestimmt, daß in der Erntezeit während sechs Wochen auf Ansuchen des Gemeinderaths ber Ausschuß des Provinziallandtages die Verbotsbestimmungen suspendiren fann. In jedem Falle aber ist es verboten, Kinder unter 16 Jahren des Sonntags arbeiten zu laffen; eine Be ftimmung, die eigentlich überflüssig genannt werden müßte, wenn das die Sonntagsarbeit überhaupt verbietende Geset etwas mehr als ein todter Buchstabe wäre. Also 8 Stunden fönnen Rinder täglich ausgenügt werden und nicht genug damit, diese Bestimmung tann auch noch suspendirt werden! Mehr können die holländischen Kinderfreunde" im Jahre 1885 doch wirklich nicht verlangen! Ein Nachspiel zur Reichstagswahl. Der Bürgermeister Mois Spengler von hochwang bei Memmingen hatte, anläß lich der jüngsten Reichstagswahlen in seiner Eigenfchaft als Wahlvorstand für einen Wähler in deffen Abwesenheit und ohne deffen Wissen und Willen einen Wahl zettel in die Urne gelegt und den Namen des Wählers in die Wahlliste als gewählt habend vermerki. Als dieser Wähler, ein gewiffer Anton Zwiebel, später an der Wablu: ne erschien, um sein Wahlrecht auszuüben, bedeutete ihm der Wahlvorstand: augenblidlich einbog. Rathinka aber dankte ihm mit einem freundlichen Lächeln, was sie gar so lieb kleidete, und legte ohne Weiteres ihren Arm in hen seinen. Als er zur Seite schaute, bemerkte er noch immer den Doktor, der ben Blick auf seine Dame gerichtet hielt, und es tam ihm fast so vor, als ob er einen ängstlichen Ausdruck in deffen Bügen entdecke. Das Alles war aber nur ein Moment, denn zu einer längeren Beobachtung blieb ihm teine Beit. Die Paare drängten herbei, neben ihm Lieute nant von Wöhfen, der glücklich in Henriettens Besiz ge langt war, und Hauptmann von Dürrbeck, als Bräutigam, galant mit der Dame vom Hause. Jm Buffet selber mußten aber die Herren natürlich den Damen den Vorrang laffen, das nicht geräumige Lokal wäre sonst überfüllt worden, und ein geselliges, fröhliches Leben entwickelte sich jetzt, denn es war faft, als ob dem jungen Volte ein Alp von der Brust wäre, der in der Gestalt des Hofraths auf ihnen gesessen und sie im Schlaf gequält" hatte. Frankreich. Die Wahlbewegung in der Hauptstadt und der Provinz hat bereits begonnen. Eine vorbereitende Wahlversammlung 148 Dem Dberstlieutenant war aber ebenfalls durch die rasche Wendung, welche die Gesellschaft in ihrer Beschäfti gung erhielt, ein großer Gefallen erwiesen, denn feine Gattin hatte sich schon zu ihm durchgearbeitet gehabt, um ihm heimliche, aber mit Dolchblicken begleitete Vorwürfe über sein vollständig taltlofes Benehmen bei der Vorlesung zu machen. Darin wurde fie jest gründlich gestört, und Der Dberfilieutenant bat in seiner Verzweiflung, um nur rasch von ihr los zu kommen, der ersten besten Dame, ber alten Frau von Noltje, seinen Arm. Wie man sich in der Stadt boshafter Weise erzählte, batte gerade diese Dame bie schärffte Bunge im ganzen Umfange des Reiches, aber er brauchte sie ja auch nur bis zur Thür zu führen, und bis dahin hielt er's auser fannte überhaupt noch eine Schärfere Bunge im Reiche. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forsesung.) 5000 bis 6000 Mann hoch gegen das Gemeindehaus voriten mit 2 Die wenigen Karabinieri waren gegenüber dieser tobenden in Heirath Menge ohnmächtig, und in kürzester Beit war das Gebäude in on Schöner Flammen aufgegangen. Blüdlicherweise hatten die Beamten riebe alle Fersengeld gegeben, sonst wäre es ihnen schlimm enficht aur gangen. Großbritannien. n den einge reiben und Diejenige herv Shitung ringen gemi ha Der vorgestern abgehaltene Ministerrath, der fich in erfi elche ihm Linie mit der afgbanischen Angelegenheit befaßte, beschäftigenfo berp fich auch mit irischen Angelegenheiten, insbesondere mit b Frage bezüglich der Erneuerung der Ausnahmegefeße in S land, worüber, wie verlautet, Meinungsverschiedenheiten Stapble ift a Irland), der auf ausdrücklichen Wunsch Gladstone's an Schoße des Kabinets herrschen. Lord Spencer( Bizetönig tommen Konseil theilnahm, wurde zu Rathe gezogen, ob es thunlich sein persönlich, in würde, einen Theil der in Frland stationirten britischen tabe ihnen DO bem wird Hellenben S Ri auf ein and Shauspieler Truppen im Falle des Ausbruches eines Strieges zwischen Golfomm Unvoll land und Rußland von dort zurückzuziehen. Ueber die gefaßteiten noch Beschlüffe verlautet noch nichts. - Die Nachricht von dem Vormarsch der Ruffen auf berben brau Herat und die Besetzung von Meruschal durch dieselben, von dem Grenskommissar Lumsden dementirt. Die Nachri apie beurt hatte begreiflicher Weise große Erregung bervorgerufen, tour aber bezüglich ihrer Richtigkeit von Gladstone sofort zweifelt. be ,, Gnädigste Gräfin," sagte er, ich nehme ihr Ane bieten mit Erkenntlichkeit an. Ich fann ihnen mit Worte nicht ausbrüden, wie sehr ich mich durch dieses Vertrau geehrt fühle; aber doch muß ich bitten, daß Sie mir ein Bedingung gestatten." Welche, mein Herr?" Die Bre einm foll bas Leb Lönnen ben als wir feb Krankheit b Graf biesm beinahe nic unbedingt einer voll Daß ich das Recht habe, alle Verpflichtungen, weld eine letzte das Wort Freund" auferlegt. zu übernehmen." Was wollen Sie damit sagen?" H " felbft glaub Alles am E Ihnen aud ,, Nur die Furcht, meinen Vater zu tödten, bewog mich, nachzugeben und einer Andern die Ueberwachung meines unglücklichen Vaters zu überlassen. Ich hätte es gewiß trot Allem nicht gethan, wenn ich nicht die Hoffnung ge habt hätte, daß das lebel allmählich schwächer auftreten," Sie haben mir einen Theil des Geheimniffe usb endlich gänzlich von ihm weichem würde; der schnelle das auf ihrer Familie laftet, erklärt, ich muß diefe und leichte Verlauf vor einem Jahre und vor zwei Jahren Geheimniß um jeden Preis ganz ergründen; ich mu gabe, wie berechtigten mich zu dieser Hoffnung... Nun ist es doch auch das wissen, was sie mir verschweigen zu müfre D Sie wissen nicht, Herr Doktor, daß ich, ob glaubten. Zunächst müñen wir sehen, jenes Weil Hans hatte indeffen für seine Dame( ber Oberstlieutenant vernachläffigte die feine gründlich) einen Platz an einem der fleinen, jest raich von den Lohndienern arrangirten Tische refervirt, wo sich noch andere junge Baare zu ihnen fanden. ( Fortseßung folgt.) gefchehen Friz gänzlich vo verabichiebe sie ist, was sie will, woher fie fommt." in unsere Gewalt zu bekommen; wir müssen wiffen, we Ach", antwortete Agathe, das ist eine traurige Noth feinem Bim wohl ich das nicht habe über ihn gewacht habe; in den Zimmern, die an den Kor ri or grenzen, der zum Kreuzgange führt, habe ich die Nichte wachend zugebracht, die Thür nur angelehnt, und wendigkeit. Ich fürchte, Herr Doktor, Sie machen babur horchend bageftanden, um sein Fortgehen zu verhindern, die Sache noch schlimmer." für den Fall, daß die Krankheit diese Höhe erreichte. Dhne bie unglückliche Krifis von gestern, welche mir alle Kräfte raubte, Wiefern?" Die Krankheit meines Vaters ist so beschaffen, befindet, ohne daß er Gelegenheit hat, fich ihr bat nabern und mich völlig ohnmächtig auf das Lager warf, so daß fie dann am heftigsten und fein Zustand dann am bebent ich an dem legten Abend unfähig war, mich zu erheben, lichsten ist, wenn jene Frau sich in der Nähe des Schloffe würde ich noch jest einzig und allein um dieses fürchter liche Geheimniß wissen. Der Bufall wollte es anders! Er hat die Ehre unferer Familie in Ihre Hände gelegt! gefunden hat, bessert sich der Zustand meines Vaters; el Krant Habid die Rückfel aus, als e Mad gleiten." Begl Wir Ha, fein Auge Jedes mal, wenn diese nächtliche Zusammenkunft fatt Ich könnte Sie bitten und beschwören mein Herr, pflegt dann die allmälige Genesung zu beginnen. bin Reinem etwas von dem zu offenbaren, was Sie hier geheitskrisis erführe, daß ihr ein Leid geschehen wäre, ob Du tönnte mir ein feierliches Versprechen zu geben, niemals und sehen haben." Sie dürfen mir vertrauen, gnädige Gräfin." " Ich vertraue Ihnen auch, Sie werden das Geheimniß bewahren, weil es Ihre Pflicht ist... Aber ich wünsche noch mehr von Ihnen, Herr Doktor." ber festen Ueberzeugung, daß, wenn er während der auch nur von ihrer Ergreifung erführe, er einen tödten." Rüd fall bekommen würde; und dieser Rückfall müßte ihr " Das ist noch sehr die Frage, und ob das der Fa ift oder nicht, daß werden wir erfahren, sobald wir fie! " Sprechen Sie, gnädige Gräfin, ich werde jedem Ihrer unserer Gewalt haben. Ich kann, wenn ich das Geheimni ganz weiß, meine Maßregeln treffen, lann beurtheilen, Treiben durch Entfernung aus der Nähe des Schloſſes Herr Doktor, mein Muth übersteigt meine physischen es mehr gerathen ist, fie in Freiheit zu laffen, oder igre Ende zu machen, ob vielleicht die Ergreifung felbft bestimmt, künftig die Nähe des Schlosses zu meiden. Verlangen nachkommen." Kräfte; ich breche unter der Laft zusammen; ich bedarf der Rräfte; ich breche unter der Laft zusammen; ich bedarf der Hilfe des Raths... Wollen Sie mein Freund sein" Fritz erhob sich sehr bewegt. als bies." Gla Halben St Dan Rud zu ft tann ich Ich Sie Habicht u Edloß tatt. Dieser vorbereitete find bereits Parlamentarisches. publikanische Der Seniorentonvent des Reichstages chloß, in dieser Woche die heute( Freitag) auf der Tages enen onung stehenden Belege the titer unb awetter Lesung sur ledigung zu bringen und ebenso, wenn noch Beit bleibt, das vögel dienen die übrigen befet betreffend die Verficherung der Arbeiter des Transport erbes. Am Montag wird in die Berathung des Börsenf. w. ftim uergefeges eingetreten werden. uergefeges eingetreten werden. Zwischen der zweiten und itten Lejung sollen die fleineren Gelegentwürfe sowie die nehr wagen, erfichtung des Transportgewerbes abgeschloffen werden. Am fegen; fe Rontag über 8 Tagen sou dann die dritte Lesung des Zoll Clemenceau, mifs beginnen. Danach bestände bei dem Seniorenkonvent genannte Reichstags die Absicht, den Schluß der Geffion vor Pfingsten beizuführen. Ueber die Stellung der Reichsregierung zu I taum an leier Frage verlautet noch nichts, nur so viel ist bekannt, daß mentlich bitens der Reichsregierung bisher großer Werth auf die völlige irledigung des dem Reichstage vorgelegten Materials, nament Den, darüber Herren blen, welche torben ift. ondern aud Beit wieder in schlechtes Dec Lokales. 14 jährigem Photographische Studien. Das Antlig ist der Spiegel sogenannten menschlichen Seele. In diesen Spiegel blickt das Auge der tischen Welt und urtheilt nach dem Eindruck, den sie daraus Die Herren 1, als Strichts, von seiner bleibenden Form Rückschlüsse auf den winnt Ist es gleich mißlich, von dem äußeren Schnitt des Caratter eines Menschen zu machen und find es auch sehr oft rugschlüsse, die daraus gezogen werden, die Welt flieht nun einmal auf Aeußerlichkeiten und hat fich zu oben gedachtem ich gelang wet die Photographie, diese getreue Nachbildnerin der Natur, fte fich dod at. Freil n irgend umgekehrt der Fall. Die Bühne spiegelt nicht das Leben, sondern das Leben spiegelt die Bühne wider. Die Sitten und Unfitten der Bühne finden zahlreiche Nachahmer und mit an deren Korruptionen ist auch die Photographiewuth in's prattische Leben übergegangen. Bereits find viele Geſellſchaftstreise von dieser Mante angetränkelt, Erzieherinnen, Kammer3ofen und sonstigen, männlichen wie weiblichen, irgend welche gesellschaftliche Stellungen beanspruchenden Personen werden Photographien abverlangt; ja, wer sich die Mühe nimmt, die Beitungen zu ftudiren, der wird finden, daß schon von Kauf leuten und Gewerbetreibenden Photographien eingefordert wer den. Wenn das so fort gebt, tommt es schließlich dahin, daß langt wird und daß die Photographie einfach an die Stelle ber Beugniffe tritt. Doch ganz abgesehen von der Absurdität, aus dem Aeußeren eines Menschen auf deffen Qualifikation für irgend Etwas schließen zu wollen, so hat ein solcher Photographie awang zwei sehr große Härten, indem erstens die Entscheidung besjenigen, der über die Belegung einer Stellung zu verfügen besjenigen, der über die Befeßung einer Stellung zu verfügen hat, in hohem Maße beeinflußt wird, und zweitens der Stel Tungfuchende zu einer unter Umständen bedeutenden Ausgabe gezwungen wird, die ihm wohl manchmal schwer fällt, denn zu einem amerikanischen Schnellphotographen tann er in solchem Falle unmöglich gehen. Fragen wir uns nun: Was ist Diese Photographie Unfitte?- Eine Modetollheit, die, wenn fie ausgetobt bat, wieder verschwinden wird. Doch gut' Ding will allerdings Weile haben. Monate lang statten die ,, Werderschen" tagtäglich Berlin thren Besuch ab. Auf wenige Tage im Jahre beschränkt fich Die Gegenvifite. Dann aber wird fie gleich in imponirender Weise bewirkt. So oft die dunkelrothen Plakate an den An ichlagfäulen bas Einstellen von Extrazigen zur Baumblüthe Einige melden, beweist die Anfündigung ihre Bauberkraft. Denn in endung de worden. machen gewußt. Die fpielt demzufolge eine wichtige Rolle im menschlichen Leben und n beginner greift. Die ideale Seite der Photographie, die Gestalt und geworden, das gleich einem Krebsschaden immer weiter um fich B von ihnen Büge einer geliebten oder befreundeten Person dauernd zu feffeln und mehr der realen, ver Nugbarmachung für materielle Bwede weichen, die Boefte, welche die Phothographie umwebt, wie fie ntua vor von den Bimmerwänden herab, aus Photographie- Albums ,, Arbeit aus füß umstrickt, zerfließt in nüchterne Prosa durch die ngnißftrafenderne Braris, wie der Farbenstaub auf den Sammet mingen des in Blumendüften gautelnden Schmetterlings binweggewischt wird von der Hand des unverständigen Anaben. Die Photographie verliert an idealem Werth und tellung ohne gewinnt an realer Bedeutung. Die Photographie wird heutigen Tages den verschiedensten Geschäftsintereffen nugbar gemacht; ung ber Bandarbeite Dem Verbrecher Album" zuertennen will, auf anderen Ge bieten hat die Photographie durchaus teine ideale Mission llig die Be mehr zu erfüllen und findet dieselbe nur noch Verwendung als aufzufinden bevölkerung Rittel Mittel. Eine hervorragende Rolle spielt die Photographie auf nur wermitten der heißen Ausdünstungen des Asphaltpflasters und der von den Mauern zurückprallenden Sonnenstrahlen haben wir uns den Sinn für die Schönheiten der Natur bewahrt. In der armseligsten Gaffe der ärmsten Quartiere findet man einen wohlgepflegten Blumentopf und der lärgliche Verdienst muß reichen, um das Futter für einen Ranarienvogel zu be streiten. Am Bußtag wanderten 6000 Berliner nach Werder. Die Dbftlammer Berlins ist auf solche Waffenwanderungen nicht gut eingerichtet. Man sagt dort, daß es sich nicht lohnt, große dauernde Vorkehrungen für die Be nußung während weniger Tage zu treffen. treffen. Und so muß man sich denn an dem bescheidenen Empfange genügen laffen. Vor das Vergnügen haben die Götter bekanntlich den Schweiß gefeßt. Ein halbstündiger Marsch durch eine schattenlose Sandwüfte und welch' ein Sand! forgt dafür, daß diese alte Wahrheit nicht ins Vergeffen ges rathe. Wohl lohnt sich schließlich die Mühe, wenn man's gut getroffen, wenn über Nacht nicht ein beftiger Nordost die Bäume geschüttelt und die Blühenflocken über die Erde ver streut hat. Ein solches Bausen ging in der Nacht zum Donnerstag vor sich. Für heuer also ist's vorbei mit der Herr lichkeit. Aber während der drei Tage, die die Blüthe in voller Entwidelung stand, vermochte das trunkene Auge fich taum fatt zu sehen an dem Wunderanblick. Ein Blüthenmeer so weit das Auge reicht, zwischen die weißen Kirschfelder schieben fich die DunkelrothenStreifen der Ap ilofen- Alleen, die roftg angehauchten Apfelblüthen und die wieder in anderen Farben- Nuanz en schim mernden Bffiche wetteifern an märchenhafter Schönbeit mit einander. Wenn ein leiser Luftzug darüber hinweg huscht, dann bekommt auch das Blüthenmeer Leben und wenn die Bäume die Wipfel schütteln, dann ist's, als ob ein duftiger Schneefall fich erhübe. Von Jahr zu Jahr vergrößert sich dies Meer. Es aum Bwed. Und der Zweck helligt ja bekanntlich die der größten wirthschaftem Gebiete der Chefchließungen, die ja heut zu n dem Dage faft noch geschäftsmäßig betrieben anzen diefen, und vielfach ist eine Photographie der Schlüffel, luftig braut belcher die tabiefe erschließt. Ein Eheftandskandidat, durchorungen von verfchloffene Pforte zu Hymen's Ba gut bezahl das brei Wahrheit, daß es nicht gut ist, daß der Mensch allein sei, ellt, und bem es aber an Damenbekanntschaft fehlt, würde auf bedeu en! As fit enbe Schwierigkeiten ftoßen, wenn er in alle Seelenspiegel hen wollten Töchter des Landes indiskrete Blicke werfen wollte, um die ben rüdien ihn paffende Lebensgefährtin zu erspähen. Diese Schwierig leiten mit Leichtigkeit überwinden läßt ihn die Photographie. dehaus tingt der Heide und dem Aderlande ringsum neue Streden Ein Heirathsgesuch in eine Beitung eingerückt. Gebäude in on Schönen, vielleicht der Noth gehorchend, nicht dem eigenen ihm schlimm er Inficht zur Disposition. In aller Gemüthlichkeit tann er nun reiben und fich diejenige heraussuchen, aus deren Zügen ben eingelaufenen Photographien, physiognomische Studien biejenigen Charaktereigenschaften berauszulesen glaubt, fich in erfie belche ihm begehrenswerth erscheinen. Probatum est! Eine benfo hervorragende, dominirende, ja geradezu tyrannische bere mit Stellung hat fich die Photographie in Theaterkreisen zu er efege in gen gewußt. Eine Engagementsvermittelung ohne Photo graphie ist absolut undenkbar. Auf den ersten Blick mag dies ne's an bellenden Rünfiler und Künstlerinnen mehr, wie jeder Andere izetönig lommen gerechtfertigt erscheinen, indem gerade die bar thunlich feönlich, in die Erscheinung zu treten haben, doch stehen ge n britische be ihnen alle erdenklichen Hilfsmittel zu Gebote, etwaige| wifchen Ennvolltommenheiten auszugleichen und etwaige Vollkommen Denheiten DOR Die gefaßte Ruffen felben, wi auf ab. Selbst der Weinbau, der wie überall in der Mark hier gepflegt wurde, wird auf das Altentheil gesezt. Er muß es fich gefallen laffen, daß man ihn schnöde behandelt. Wir machen uns wenig daraus, denn er reift nicht aus und wir tönnen mit Ungarn auf dem Berliner Markt nicht tonturriren, aber wir fönnen die Blätter gut gebrauchen, die Pfirfliche ein auwickeln." Und so reißen fie denn die Reben aus der Erde, Die Undankbaren. Eins aber erfüllt die guten Werderschen mit Stol Den Nimen Der Obfilammer Berlins haben fie längst überholt, Werder ist heute die Doft tammer eines Theiles Europas. Wenn der Ausfall Der Ernte fich übersehen läßt, dann erscheinen in dem hellen und freundlichen Städtchen an dem Havelsee nahezu ein Dugend Hamburger Großhändler und kaufen die Frucht auf dem Ast, wie man das Getreide auf dem Halm lauft. Und menn, lange vor dem ersten Grauen des Morgens, die waderen Weiber den Dampfer besteigen, und die angehängten Schlepp tähne die tausende und abertausende von Tienen" nach Berlin bringen, dann geben, wie die Nat. Stg." schreibt, gleichzeitig ungebeure Duantitäten von füßen Kirschen über den die urgermanischen Aepfel müffen es fich gefallen laffen, jen seits der Vogesen als„ Pome d'Italia" verspeist zu werden. Be stimmte Biffern über den Umfag laffen fich nur schwer geben. belten noch zu erhöhen, daß gerade bei den Bühnenkünfilern auf ein angenehmes Aeußere" sehr wenig Gewicht gelegt zu werben braucht. Und eine Sängerin, eine Tänzerin, einen Die Nachri apie beurtheilen zu wollen, Edhauspieler auf ihre Fähigkeiten hin nach der Photo Kanal nach England und über den Belt nach Norden, selbst rufen, wurde fofort b e ihr Ane mit Wort Vertrau Die ift zum mindesten natv. Bretter" sollen die Welt bedeuten, oder, da beim find, bie Bühne einmal loll das Leben widerspiegeln. Sehr häufig ist es aber gerade Bon Jahr zu Jahr wechselt der Ertrag, je nach der Gunft des Lönnen ben Zustand des Kranken insofern beffer beurtheilen, feines Pferdes herabgebeugt, sprengte vorauf. als wir fehen, welche Wirkung meine Maßregeln auf seine Er führte jezt nur einen Ruf im Munde: Vorwärts 1" Es ging fo fchnell, daß sein kleines schottisches Pferd mit fliegenden Mähnen, geftredten Beinen und geradem Schweif buchstäb Graf diesmal wirklich noch den Anfall überlebt, woran ich Sie mir ein einahe nicht zu glauben wage, daß er das nächste Mal lich die Luft zu durchschneiden schien. unbedingt bemfelben unterliegen muß. Er war diesmal gen, weld Beheimniffe Er tannte die Wege genau, und durfte es wohl wagen, Himmels, aber in einem guten Jahre wurden 4-6 Wochen hindurch Tag für Tag je 8000 Tienen füßer Kirschen allein nach Berlin und eben so viel nach außerhalb gesendet. Das Aschenbrödel und an die itaubige Canptraße verbannt. Der kleine Dit zählt jest 5000 Einwohner. Reichlich 4000 ernähren fich durch den Obstbau, auf die Andern entfällt die Arbeit in den vier großen Brauereien, die den Nahrungsquell der Berliner Ammen repräsentiren, und auf die zahlreichen Biegeleien, deren Schornsteine sich am See zum Himmel reden. Es berührt angenehm, daß gleich am Eingang des Drtes ein Schulpalast den Fremden begrüßt. Ein Palast in des Wortes wahrster Bedeutung, solide in monumentalem Styl und in Rohbau ausgeführt. Allerdings ist's nur eine Boltsschule. Wer höher hinaus will, giebt die Jungen und die Mädchen nach Potsdam in die Penfion. Aber geschäftliches Leben sucht man hier vergebens. Nur was unentbehrlich ist, findet fich Die Schönen Werders rechnen dazu anscheinend auch blonde unb schwarze Flechten und Böpfe, die fich in einem Schaufenster an muthig präsentiren. Diese Geschäftslosigkeit hat aber ihren guten Grund. Und er ehrt unsere Freunde in hohem Maße. Wir schulden Berlin viel," sagen fte ,,, und deshalb wollen wir ihm nicht vorbeigeben." Wenn dann der Schluß der Saison tommt und fie den Nußen überschlagen können, dann nehmen fte auf der legten Fahit die Vorräthe für den Winter mit. Männiglich Säde voll Kaffee und Buder, Alles was zu einem guten Schmause gehört und in der Speisekammer nicht verdirbt, aber auch Bierraih für das Haus und Bus für den Sonntag. Es ist eine Freude, dies arbeitsame Volt zu sehen, das in unermüdlicher Arbeit, in märkischer Geduld dieser Sandbüchse Schäße abringt. Wir haben hier fein Proletariat", sagte mit Stolz der intelligente Befizer des ersten Gafthofes ,,, und es fallen der Stadt nur wenig Arme zur Last". Und als auf dem Wege zum Bahnhofe zwei Wagen, in welche Esel gespannt waren, an uns vorübertrabten, da meinte er auf eine verwunderte Frage: Vor Jahren hatten die meisten Leute hier nur Ziehhunde, mit der Befferung der Verhältnisse schafften fie fich Efel an und heute sind auch diese wieder von den Pferden verdrängt." Natürlich steigt der Werth des Grundeigenthums außerordentlich. Der Mor gen unbebauten Sandes loftet 1500 Mt., der gepflegte und bestellte Morgen zwischen 2000 und 2500 mt. Mit Staub überschüttet, mit schwärzlichem Sande gepudert, mit brennen der Reble und mit tiefem Sehnen nach einem fühlenden Bade verließen wir diese Gartenstadt. Aber die kleinen Unannehm lichkeiten find bald vergeffen. Die Erinnerung verweilt gern bei der Tüchtigkeit zäher und bei barter Arbeit fröhlicher Menschen. Nur ein Wunsch sei zum Schluß ausgesprochen. Vielleicht bringen es diejenigen, die auf dem Wege der Affo ziation einen Dampfer erbaut haben, auch dazu, durch gemeinfames Handeln ein halbes Dußend große, weithin fichtbare Wegweiser zu errichten. Auch die vorstehenden Erfahrungen fonnten nur gesammelt werden, nachdem über die nothwendige Wanderung durch die Sandwüste hinaus noch eine halbstündige ermattende Jrrfahrt g folgt war. " " Wie es einem Ausgewiesenen geht. Der aus seinem Prozeß in Breslau bekannte Bigarrenmacher Windhorft hatte, nachdem er seine Heimath in Folge der Ausweisung verlaffen, nach vielen Sorgen und Kämpfen es ermöglicht, in Rathenow Arbeit zu finden. Seit dem 13. b. M. dort bemüht, seine Existenz zu be gründen, wurde ihm am 27. b. M. nachfolgende, vom 24. April Satirte Verfügung zugestellt: " Da Sie nach mir gewordener Mittheilung durch Erkennt niß des töniglichen Landgerichts zu Breslau vom 30. September vorigen Jahres wegen Vergehens wider die öffentliche Dednung und wegen Bergehens gegen das Gefes über die gemeingefähr lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie bestraft worden find und in Folge dessen durch Sie die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu besorgen ist, so wird Jonen hier durch auf Grund des§ 2 des Geseßes über die Aufnahme neu anziehender Personen vom 31. Dezember 1852 der Auf enthalt in der Stadt Rathenow, Kreis Westhavelland, unter fagt und Ihnen gleichzeitig aufgegeben, die Stadt innerhalb 3 Tagen zu verlassen. Bei etwaiger Buwiderhandlung gegen vorstehende A ordnung haben Sie in Gemäßheit des§ 132 des Geser 4 über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. 1883 eine Geldstrafe von 300 Mart, an deren St. im Falle des Unvermögens eine Haft von 4 Wochen tritt, si gewärtigen. Der Regierungspräfiden! D. Neefe. An den Zigarrenmacher Johann Windhorst zu Rathenow." g. In Bezug auf die Errichtung elektrischer leuchtungsanlagen geht uns folgender Vorschlag zu:: es heißt, stellt sich die elektrische Beleuchtung nur dadurch theuer, daß die Anschaffung der Maschinen zur Krafterzeugun und ebenso die Speisung der Keffel mit bedeutenden Koste verknüpft ift. Sollte es fich da nicht empfehlen, besonders be: einer projektirten Beleuchtung des Sentrums von Berlin mit Habicht fah ihn mit großen Augen und mit offenem Munde an. Und weshalb glaubst Du das, Friz?" " Ich bin halb und halb davon überzeugt." Beide schwiegen. Die Pferde, welche sie während dieser Unterredung zu langfamem Gange genöthigt hatten, schüt den Schnee, als ob sie ebenfalls an dieser Expedition Gen fallen fänden, und dieselbe möglichst zu beschleunigen einer vollständigen Berrüttung seiner Nerven sehr nahe; sein Pferd ausgreifen zu lassen, während Friß vorsichtiger telten die Röpfe und stampften ungeduldig mit ihren Füßen feine letzte Stunde war ihm näher, als Sie es vielleicht felbft glaubten." antwortete Agathe, ich glaube ja, daß Sie fein mußte, und deshalb bedeutend zurückblieb, so daß Habicht gar bald feine fiürmische Eile zu mäßigen genöthigt war. Ajar begleitete die beiben Reiter und flog bahin wie ein Pfeil, fie freudig umkreisend, als wüßte auch er, daß es einem Unternehmen gälte, daß seinem Alles am beften zu beurtheilen verstehen; ich verschweige ch," muß diel nen auch nicht, daß ich zu Ihnen ein größeres Vertrauen babe, wie zu irgend einem andern Menschen; dennoch mag Herrn Freude machte. zu müfre Maßregeln nicht billigen." gänzlich von seinem Borhaben Abstand nehmen müsse; er Frig sah ein, daß er entweder energisch handeln oder enes Weil wiffen, we urige Noth hen baburd Die Thürme von M'Donuil lagen in kurzer Zeit weit hinter ihnen. Habicht hätte gewiß noch einen größeren Vorsprung genommen; er fonnte feine Ungebuls nicht verabschiedete fich von der Gräfin und schlug den Weg nach zügeln. Bon Neuem mußte ihm Friß zurufen: feinem Zimmer ein. Neunundzwanzigstes Rapitel. Halt, Pathe, halt; wenn Du so fortfährst, so werde ich Dich aus dem Gesichte verlieren, und ich fann Dir haffen, da die Rüdlehr bes Doktor Rodenburg. Dieser sah sehr ernst aus, als er fich seinem Freunde näherte. Habicht wartete noch draußen auf dem Rorridor auf meinen Plan nicht mittheilen." am beben es Schloffe unft ftat Baters; Mach' Dich bereit," sagte er, Du mußt mich be Bu nähern gleiten." el Ich bin Begleiten? Wohin?" Wir suchen die schwarze Here auf." Da, das ist ein Wort, das mir gefällt!" rief er und der Kran ein Auge leuchtete. Da findest Du mich sofort bereit... обе Rüd ware, oba einen Rad müßte i as ber F wir fie! A Geheimni theilen, ober ibr Schloffes felbft eiben. als bies." Habicht wandte sein Pferd. Nun, was haft Du für einen Plan?" In der Hauptsache weißt Du's. Wir wollen bie fchwarze Here fangen." Ein neuer freudiger Blik überflog bas verwitterte, faltenreiche Antlig des alten Waidmanns; seine Augen funtelten. Ja, ja, das weiß ich, und deshalb eile ich." Mit einem leichten Nud seiner Schulter ließ er den Du tönntest mir nichts sagen, was mich mehr erfreute, Karabiner, der über derselben hing, in seine Hände gleiten. Glaub's wohl," entgegnete Friz ruhig. In eine Diese nur zu beutliche Bewegung machte Friz nachdenklich. Dann rathe ich Dir, Dich vorher noch durch ein Früh- fich nicht darum, die Alte zu tödten, sondern fte lebendig zu stärken; es wird eine kleine Strapaze sein, das halben Stunde hole ich Dich ab." Rud tann ich Dir vorher fagen." Ich werde an Deinen Rath benken." " Salt, Pathe," sagte er, wohl aufgemert. Es handelt einzufangen," Warum lebendig?" Um Dir alle weiteren Gewissensbiffe zu ersparen, so eng verbunden ist, ja daß möglicherweise die Rugel, welche Sie trennten fich. Eine Stunde später verließen wiffe, daß das Schicksal der Here mit dem Deines Herrn Edhloß M'Donuil. Der alte Dberjägermeister, auf den Hals sie trifft, auch den Grafen tödten würde." wünschten. Ajar gähnte vor langer Weile und wand seinen Rörper fchlangenartig hin und her, indem er seinen Herrn anblidte, als wollte er fragen: Warum geht's denn nicht foneller?" Habicht aber blieb noh in Gedanken verfunten und hielt sein Pferd zurüd. Die Hand ruhte auf seiner Flinte. Blöglich befann er sich indessen, warf sie zurück auf seinen Rüden und rief: Nun meinetwegen, laß uns versuchen, fie lebendig zu fangen diese Here. Wir wollen Handschuhe dabei anziehen, wenn es fein muß; aber ich sage Dir, Friz, das wird nicht leicht sein." Wäre es eine leichte Aufgabe, welches Berbienst hätten wir dann davon? Dann hätte ich Dich nicht bazu außersehen." ,, Das ist Alles echt hübsch gesprochen, Friz; aber wenn wir auch nur den Anfang ihrer Spur hätten, so würde ich vielleicht mehr Muth und Geduld haben." Was ihre Spur betrifft, so fümmere Dich darum nicht, das laß meine Sorge sein." " " Deine" " Ja, meine!" " Verstehst Du Dich denn darauf, eine Spur zu finden?" Nun, warum nicht!" versette Frig, indem er lächelnd in das erstaunte Antlig seines Freundes blickte. Ich habe unserm Freunde Segal schon etwas abgelernt.... Du wirft sehen." ( Fortsetzung folgt.) elektrischem Licht, das nuplos strömende Waffer der Damms mühlen derartig zu verwerthen, daß dieser ohnehin sehr dunkle Stadttbeil mit seinem toloffalen Berlehr durch ein billiges Licht tagshell erleuchtet wird? Wurde doch vor Jahren davon ge sprochen, das Waffer des Niagarafalles auf diese Weise nußbar zu machen. Die Kraft des Stromes an den Damm müblen ist eine recht bedeutende und hat fie früher einem so umfangreichen Mühlenbetriebe gedient, so laffen fich gleiche Er folge bei der Ausnutzung der Kraft für den vorgedachten Zwed ebenfalls erhoffen. $ Das Belle Alliance Theater hat seinen prächtigen Sommergarten mit großem Konzert eröffnet. Heute treten das selbst die allbeliebten Wiener Duettisten Schmus und Kazer zum ersten Male wieder auf, während morgen eine für Berlin vollständig neue Spezialität, die oberbairischen Vollsschauspieler Bairischzeller", zum ersten Male ihre Gebirgessenen mit Ge fang zum Vortrag bringt. a. Ein eigenartiges Zeitungs- Unternehmen, welches mindestens den Reiz der Neuheit beanspruchen darf, wird dem nächst hier ins Leben treten. Ein englischer Journalist beab fichtigt in Berlin in seiner Muttersprache eine Handelsschrift herauszugeben, deren Absatzgebiet wesentlich England selbst und feine Kolonien bilden sollen, weil die Herstellungstoften in Berlin bedeutend billiger find als in England. Wenn die Beitschrift von hier Nachmittag versandt wird, so kann fte schon am folgenden Nachmittag in London in die Hände der Abon nenten gelangt sein. Für die Zeit vom 10. Mai bis einschließlich 30. Seps tember cr. werden an den Sonn- und Festtagen Retourbillets II. und III. Klaffe zum einfachen tarifmäßigen Fahrpreise mit eintägiger Giltigkeitsdauer von Berlin nach Lichtenberg Frie brichsfelde, Hoppegarten, Fredersdorf, Straußberg und Münche berg ausgegeben. Die Fahrt darf nicht unterbrochen werden und Freigepäck ist ausgeschloffen. Von den privilegirten Sta tionen ift Neuenhagen ausgeschloffen, obwohl von dort, be sonders am Sonntag, ein recht lebhafter Berlehr nach dem be nachbarten Städtchen Alt- Landsberg besteht. dieser nicht rasch genug vor sich ging, mit einer Dampfsprise besorgte, bis es gelang, die Ledstelle aufzufinden und zu vers dichten. a. 24 366 Anzeigen über Strafthaten und Unglüdsfälle find an bas hiefige Kriminal Kommiffariat im Jahre 1884 ge langt. Darunter befanden fich 10 191 Anzeigen wegen Dieb ftable, 1765 Anzeigen wegen Unterschlagung, 1175 wegen Be truges, 901 wegen Körperverlegung, 361 wegen SittlichkeitsDelikte, 61 wegen Urkunden und Wechselfälschung, 68 wegen Meineides, 13 wegen Wuchers, 21 wegen Vergehens gegen das Sozialistengefes, 8 wegen Majestätsbeleidigung, 3 wegen Erbschleicherei, 2769 über Unglücksfälle und Ereignifie, 349 über Selbstmord und 188 über Selbstmordversuch. Im Jahre 1884 find 1439 Anzeigen mehr als im Jahre 1883 bei der Kriminal. Polizei eingegangen. " Die 264. Auffahrt mit dem Riesenballon Victoria" wird am Sonntag, den 3. Mai unter Leitung des rühmlichst bekannten Luftschiffers Herrn Richard Opis von der Neuen Welt" aus stattfinden. Des loloffalen Inhalts wegen beginnt die Füllung schon in der Mittagsstunde, während die Auffahrt auf die sechste Nachmittagsstunde festgesezt ist. Vor, während und nach der Auffahrt des Ballons findet ein von der be liebten Kapelle der Garde- Küraffiere unter Direktion des Königl. Musikdirektors Herrn Nuth veranstaltetes Militär- Ronzert statt. Außer dem aironautischen Schauspiel stehen den Besuchern des beliebten Vergnügungs Etablissements in den prachtvollen part ähnlichen, im ersten Brün prangenden Anlagen in ungemein großer Abwechselung Schaubuden, Rollkoiso, Schaukeln, Würfelbuden, Jockey Billards u. s. w. zur Verfügung, während für die tangluftige Welt der unentbehrlich gewordene Ball champetre eröffnet ist. Die weltberühmten Feuerweile nehmen am 14. Mat ebenfalls unter Leitung der Pyrotechnifer Leichnis und Bau ihren Anfang. Die Fabrikanten Vater und Sohn W. aus Berlin, welche fürzlich, wie wir f. 3. berichteten, den Versuch machten, den steckbrieflich verfolgten Buchdruder Jan Bostal in Vaals gewaltsam über die holländische Grenze zu bringen, hierbei von der Vaalser Gendarmerie verhaftet und geschloffen nach Mast richt gebracht wurden, befinden sich, wie die W. P." mittheilt, noch immer im dortigen Gefängniß. Der Antrag der Familie W., die beiden gegen Stellung einer hohen Bürgschaft vor. läufig aus der Haft zu entlaffen, ist von der holländischen Bes hörde abgewiesen worden. " N. Der in dem bekannten Hochverraths. Prozeß Hentsch- Kraczewski, zur traurigen Berühmtheit gelangte Adler, welcher Anstifter zu einem Verbrechen wurde, das er später, als er fich in Sicherheit wähnte, selber zur Kenntniß der Behörden brachte, ist laut eben eingegangenen Briefes in Wien am HerzSchlage verstorben. Hentsch ist, wie bekannt, erst vor Kurzem mit dem Tode abgegangen. N. Gegen den Genuß roher Milch hat die städtische Schuldsputation folgendes Schreiben erlaffen:„ Wir find darauf aufmerkjam gemacht worden, daß in einzelnen Schulen Milch gegen ein geringes Entgelt an die Schülerinnen und Schüler verabreicht wird. Da der Genuß roher Milch von perlsüchtigen Rüben Gefahr für die Gesundheit bringen kann, die rohe Milch überhaupt schwerer verdaulich und weniger haltbar ist, als ge Lochte, so ersuchen wir die Herren Rektoren und Schulvorsteher, Darauf hinzuwirken, daß in Bukunft in den Schulen nur abgefochte Milch verabreicht wird.' " a. Das Verbrecher Album der Berliner KriminalPolizei ist im Laufe des Jahres 1884 um 363 photographische Aufnahmen vermehrt worden. Es tamen hierzu die Photogramme von 4 Mördern, 53 Einbrechern, 21 Taschendieben, 16 Ladendieben, 34 Schlafftellendieben, 13 Bauernfängern, 45 Betrügern( Hochftaplern), 9 Baletotdieben, 46 Prostituirten, ( Diebinnen), 28 Landstreichern und 94 sonstigen Verbrechern, unter welchen fich 34 Bäderaften befanden. Diese legte Ver brecherklaffe hat sich leider in den legten Jahren in Berlin sehr vermehrt, und es hat ein besonderer Band mit den Photo grammen dieser erbärmlichen Personen angelegt werden müssen. Ferner ist ein besonderer Band für Landfreicher angelegt wor den. Im Ganzen enthält das Verbrecher Album 3822 Photogramme. Refognossirt wurden von geschädigten Personen im Laufe des Jahres 1884 aus dem Album 124 Verbrecher. In vielen Fällen war es auch möglich, den requirirenden auswär tigen Sicherheitsbehörden mit den beim hiesigen Polizeipräft Dium vorhandenen Berfonalatten gleichzeitig auch die Photos graphien der Verbrecher zugänglich zu machen. Soziales und Arbeiterbewegung. Die U In Zur Lage der deutschen Eiſenindustrie. zeugung, daß in Bukunft der nordameritanif Martt für die deutsche Eisenindustrie wahrscheinlich dau an Bedeutung verliert, bricht fich in den Kreisen der deut Eisenindustriellen augenscheinlich immer mehr Bahn. That ift der Rüdgang der Ausfuhr von Eisenbahnschienen dem deutschen Bollgebiete nach den Vereinigten Staaten Nordamerika von 41 628 800 Kilogramm im Jahre 1880 6 345 400 Rilogr. im Jahre 1883 und auf 154 500 Rilogr Jahre 1884 eine Erscheinung, die zu denten giebt. Sie er fich nicht allein aus dem Umstande, daß die rapide Buna und Ausdehnung der nordamerikanischen Verkehrswege Stecken gerathen ist, sondern sie ist zum nicht geringen Th auf die Entwickelung der nordamerikanischen Eisenindustrie rückzuführen, da ihre Produktion von 2 Millionen Tonnen Jahre 1870 auf nabezu 4.6 Millionen Tonnen in 1884 fliegen ist. Da in Deutschland die Eisenindustrie in den le 50 Jahren ebenfalls ihre Produktion enorm vermehrt hat das 30fache!) und die Produktion den inländischen Bedarf weit übersteigt, so ist es für sie wichtig, große Absaßmäifie dauernd zu sichern. Angra Pequena und Kamerun aber: den leinen Absatz bieten für den verlorenen no: damerikan Markt! Hebe man die Rauftraft im eigenen Lande, das fann den bedrohten Industrien wieder auf die Beine be Aus Leipzig wird geschrieben, daß die Maler Ladirergehilfen zusammengetreten feien, um ihre und Arbeitsverhältnisse neu zu regeln. In einer vor Tagen abgehaltenen Versammlung wählten fie eine Rom von 8 Mitgliedern, die mit den Meistern in Unterba treten soll. Sie verlangen Einführung der 10 ftündige beitszeit( von 7-12 und von 1-6 Uhr ohne Abzug statteten Frühstüdspause) unter Beibehaltung des i Lohnes, während für Sonntags und Nachtarbeit der bo Lohn gezahlt werden soll. Polizeibericht. Am 29. v. Mts., Abends, wurde ein 11 Jahre alter Knabe, welcher in der Stallschreiberstraße auf ein eisernes Gitter geklettert war, von einem vorübergehenden Hausdiener muthwilliger Weise von demselben herabgestoßen. Indem der Knabe dabei mit den Kleidern an den Spigen des Bitters hängen blieb, erlitt er eise nicht unbedeutende Ver legung des linken Oberschenkels. Am 30. v. M. Vormittags sprang ein Mann in der Kommandantenstraße über eine durch Herausnehmen einer Granitplatte entstandene Vertiefung, glitt dabei auf der andern Seite aus und erlitt dadurch eine Ver legung des rechten Fußes. Um dieselbe Zeit wurde die Leiche des am 20. Januar d. J. auf dem Eise der Spree in der Nähe der Cuvryftraße eingebrochenen und dabei ertrunkenen 5 Jahre alten Sohnes des Kupferschmiedemeisters Beer unter dem bortselbst lagernden Floßbola aufgefunden und nach der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes geschafft. An demselben Lage, Nachmittags, wurde ein 3 Jahre alter Knabe auf dem Belleallianceplay von einem Dmnibus überfahren und erlitt dabei eine so erhebliche Verlegung am linken Fuß, daß er mittelst Droschte nach der elterlichen Wohnung in der CharAn demselben Tage, lottenstraße gebracht werden mußte. Aberds, fiel ein Mann auf dem Hackeschen Markt beim Absteigen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen zur Erde, blieb besinnungslos liegen und mußte nach dem St. Hedwigskrankenhause gebracht werden. Ein Hochstabler, der das Erdbeben in Spanien in eigener Weise für fich fruftifizirt, wird vom Bolizeidepartement in Basel ben Sicherheitsbehörden fignalifirt. Derselbe nennt sich Josef Beder und richtete Ende Märs c. von Basel aus an auswärtige Privatpersonen, an Banten, an fürstliche Personen ac. in Deutschland, Desterreich und Rußland gut flylifirte Briefe, worin er mittheilte, er habe in der spanischen Drtschaft Alhama einen mit Export verbundenen schwunghaften Großhandel ge trieben und mit seiner zahlreichen Familie in guten Verhält niffen gelebt, bis er endlich durch das Erdbeben vom 25. De sember 1884 um Alles gekommen sei. Jedem dieser Briefe war ein in spanischer Sprache abgefaßtes Dokument des Gouver neurs von Granada beigelegt, in welchem bezeugt wird, daß Becker durch das Erdbeben seineLiegenschaft verloren habe. Es find Darauf aus Berlin, Leipzig, Hamburg, Mainz, Stuttgart, Nürnberg, München, Triest, Wien, Prag 2c. eine große Anzahl Werth briefe und Mandate mit theilweise bedeutenden Beträgen in Basel eingegangen, welche auf Drdre des angeblichen Becker bemselben nach Territet bei Montreux nachgesandt wurden und von ihm dort in Empfang genommen worden find. Er hat anderen Boftstationen nachsenden laffen. Es bat fich inzwischen ergeben, daß die spanischen Dokumente gefälscht waren und der c. Beder ein raffiniiter Hochstapler ist. Er hatte in den Briefen geschrieben, daß er auf dem Wege in seine Heimath begriffen und in Basel durch die Erkrankung seiner Frau zurüd gehalten worden sei; es ist jedoch festgestellt worden, daß diese Behauptung eine falsche war. Ebenso bat fich ergeben, daß in den spanischen Dokumenten der Heimathsort des Hochstaplers je nach dem Wohnort des Briefadreffaten wechselt, und Beder in einem Briefe nach Berlin als Berliner, in einem Briefe nach Prag als Prager bezeichnet wurde. b. Der Treptower Part entfaltet fich unter der Begün ftigung eines nabrungs und wafferreichen Bodens mit über raschender Schnelligkeit, und seine mannigfachen Laubfärbungen, sowie das faftige Grün wohl gepflegter Rasenflächen bieten bem Auge einen fortwährenden Genuß. Der breite neue Fahr und Promenadengang am Ufer der Spree erhält seinen beson beren Reis durch den Blick auf den belebten Strom. Bis zu der hier geplanten Ausstellung im Jahre 1888 wird sich diese Gegend zu einer der schönsten Berlins entwidelt haben. " Gerichts- Zeitung. cines DEP Auch im Großherzogthum Heffen wird jegt eine bettertolonte errichtet. Dem betreffenden Bereine nämlich gelungen, durch die besftsche Domänenverwaltung Gut Neu Ulrichstein in der Provinz Oberheffen pachtwe Errichtung einer Arbeiterkolonie zu erhalten. Das Gut faßt ein real von 220 Morgen und ist, wie die S Wilhelmsdorf in Westfalen, eine für gedachten Bwed but geeignete Arbeitsstätte, die einen ausgebreiteten landwirtb lichen Betrieb gestattet und außerdem Gelegenheit zur führung von Kulturarbetten bietet. Wenn sich diese S nur von den Orthodoxen und Pietisten rein hält, dann fte Segen stiften. Bis jetzt haben darin einige Arbeite nien trübe Erfahrungen gemacht. Nr. 1 Am Burchar Ein nehmigung Abg. Biere gefeges au Landgerich ordnungs Der Bolltar Die antragt, be uzuigen: ben bisher Abg. Ronturren unferer Kn To bezahlt, Waare fted italienische Dageg mit einem Nachd Bundesreg dem Antra feinen Ant britten vef Die S miffion, w und Budd dem Boll Benapped Wolle, ni worfen fei fertigung Anwendun ift vorzufch bestimmten nicht zur bereit find Nachb Arbeiterelend. Man lieft folgende Notiz in schle Blättern: In der Nähe der Gosmühle( Beuthen, Dattes Gla wohnt schon seit einiger Zeit Winter unb Sommer hin eine Arbeiterfamilie, bestehend aus Mann, Frau und Kindern, in einem Durchlagrohte, das faum so brett f fich ein erwachsener Mensch hineinzwängen fann. Das D lagrohr befindet fich im Eisenbahndamm und ist, wenn allzuviel Regen herunterlommt, ganz troden. Dort lage Familie nun in der Weise, daß die Eltern an je einem Die Kinder aber in der Mitte fich ins Rohr schieben. Nu Wind macht den Leuten viel zu schaffen: es wird dah Windrichtung am Abend vorher fiets genau abgepaßt u der Seite, von welcher der Wind kommt, das Rohr mit stücken zugestopft. Springt der Wind über Nacht um tommt von der anderen Selte, so ist es freilich mit der rube vorbei. Tros alledem scheint dieses Zigeunerleben Leuten recht gut zu gefallen, denn der Mann äußerte, darum befragt wurde, warum er sich nicht eine würdige Wohnung verschaffe:„ Es will und Niemand Quartier nehmen und eingesperrt hat man mich wegen dachlosigkeit auch schon oft, jest babe ich Rube." Neichsgerichtsentscheidung. Die Weitergabe Beitungsblattes, welches, wie dem Geber belannt ist, eine Majestäts- oder eine einfache Beleidigung enthält, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Straffenats, vom 13. Februar 1885 nur dann als Majestäts resp. als einfache Be leidigung zu bestrafen, wenn festgestellt ist, daß die Weitergabe leidigung zu beftrafen, wenn festgestellt ist, daß die Weitergabe in der Abficht gefchab, jenen beleidigenden Inhalt Anderen fundzugeben. Der mit der Sozialdemokratie in Verbindung ftehende Arbeiter S. in einem westphälischen Drte hatte mehrere auf Grund des Sozialistengeseges verbotene Druckschriften und unter diesen den" Fremdenführer" in der Abficht, für die Sozialdemokratie zu agitiren, verbreitet und ein Exemplar des Fremdenführers" dem Arbeiter L. geschenkt. Dieses aulett genannte Blatt enthielt eine Majestätsbeleidignng, und obwohl 5. Dies bei der Weitergabe des Blattes gewußt hatte, so wurde er dennoch von der Straffammer von der gegen ihn erhobenen Anklage der Majeftatsbeleidigung freigesprochen, weil sich nicht feststellen ließ, daß er das Blait mit dem auf die Begehung einer Majeftätsbeleidigung gerichteten Willen weitergegeben. Die Revifion des Staatsanwalts wurde vom Reichsgericht ver worfen, indem dieses ausführte: Daß auch durch Weitergeben und Verbreiten eines Beitungsblattes, deffen Inhalt einen Angriff auf die Ehre eines Anderen enthält, eine Beleidigung be gangen werden könne, hat das Reichsgericht bereits in dem von Der Revision angezogenen Urtheile vom 17. März 1880 an ettannt. Mit Recht wird jedoch in der Begründung dieses Urtheils ausgeführt, daß in dem Weitergeben des Blattes nicht ohne Weiteres eine Wiedergabe des Inhalts als der eigenen Meinung des Weitergegebenen zu finden sei, daß mithin nicht jebe Weitergabe eines Beitungsblattes, welche mit dem Be wußtsein geschehe, daß das Blatt eine Majestätsbeleidigung enthalte, fich auch schon als eine Majestätsbeleidigung dar stelle, sondern hierzu außerdem der Nachweis erforderlich sei, baß die Weitergabe mit dem Vorfaß, zu beleidigen, statt. gefunden habe." Obwohl der sogenannte Grüne Graben( Feftungs. graben) zugeschüttet ist, damit er ausgenugt und namentlich auch bebaut werden kann, ist die Bebauung dennoch, da er offen an den Straßen gelegen hat, nicht möglich, weil dort Baufluchtlinien für das an die Straßen stoßende Graben terrain nicht vorhanden sind. Auf den Antrag der BauDeputation hat in Folge deffen der Magistrat beschlossen, für bas Grabenterrain in der Beuthstraße, der Stybelstraße und der Inselstraße( Westseite) Baufluchten zur Feststellung zu bringen. Unsere Feuerwehr. Ein mit Siegelsteinen beladener großer Spreefahn, dem Schiffseigner Gehrte in Hammer ge hörig, erhielt vorgestern Abend furz nach 8 Uhr an der Schl usenbrücke durch Auffahren auf einen dort unter der Ober. fläche des Waffers verborgenen Pfahl ein Led. Daß durch legter Beinftrömende Waffer erwies fich der Handpumpe des Rahns gegenüber als übermächtig, es erreichte bald einen Stand von einem halben Meter Höhe im Kahn und brachte denselben badurch der Gefahr des Sinfens nahe. In seiner Noth res quiritte der Rahnführer die Feuerwehr, welche das Auspumpen auerft mit einer Handducksprige und demnächst, da es mit menj Aermste int fich übrigens, wenn er glaubt, daß er fest Gegen den Kommissionsrath Otto Kayser wurde gestern vor der ersten Straflammer hiesigen Landgerichts I eine Anklage wegen wiederholten Betruges verhandelt. Der Ange flagte war mit seinem Bruder Robert bis zu seinem im vorigen Jabre erfolgten Austritt Inhaber der wohlrenommitten Kochmaschinenfabrik von F. W. Kayser, bezog aber nach einem mit den Gläubigern desselben abgeschloffenen Vertrage aus dem Geschäft nur ein jährliches Firum von 4200 Mart, wäb end die Ueberschüffe zur Bezahlung der Schulden verwendet wurden. Sonach mußte der Angeklagte sich bewußt sein, daß er über größere Summen nicht zu verfügen berechtigt war. Sein Auf treten war aber stets das eines sehr reichen Mannes, und in Tempelhof, wo er fast täzlich der Gaft des Kreideweiß'schen Restaurants war, schätte man allein die Mitgift, die feine Tochter erhalten würde, auf mindestens 150 000 M. Jm März Angeklagte Herrn Kreideweiß seine 1882 lagte der Angeklagte Herrn f auch von dort vertreiben, da diese Wohnung dem vo Bolizet verlangten Dbbach nicht entspricht So wit Obdachlose" wahrscheinlich noch einmal eingesperrt. Die Schneider in Paris baben in einer große fammlung beschloffen, die Arbeit niederzulegen, wen Forderungen nicht bewilligt werden. Verschiedene Meiß schreiben fich deshalb deutsche Arbeiter. Es ist zu daß dieselben so viel Solidaritätsgefühl haben, diese Wet nicht anzunehmen, um ihren Pariser Kollegen den Sie unmöglich zu machen. Briefkasten der Redaktion. gegen meld Raths Kr erflärt, wi genomm Bu: Letocha anträge ge lebnung de lafen, jeb tangler zu Der Bölle unterweifer in der näch Schläge zu Staat Regierung Normirung Frage eing miffio: svo Die A Darauf zur Abg. auf dem G Erhöhung Leberbrand tion aber, würde, übe Ronsument De armen Befundheit A. 3. Alle Jbre Fragen zu beantworten, würde weit führen. Sie finden Alles, was Sie zu erfahren wün in jedem Konverfationslegilon. P. P., Charlottenburg, Schulstraße 3, bei Contrea a. D. Graf Schad Wittenau. 2. Lichterfelde, Bahnhoff A. 41. 1. Monatlich 90 Mart, 2. beim Polizei- Präfidium. R. 2007. Die Versammlung fand im Jahre 1867 Bonnell. Derartige Anzeigen lönnen wir nur als aufnehmen. Aderftr. 55. Das eiserne Kreus wurde im Jahr gestiftet, und im Jahre 1870 bei Beginn des Fel wieder hergestellt. In den anderen Feldzügen gab es als Auszeichnung feine eisernen Kreuze. Heffe. Das Dienstmädchen ist zum Ersatz des S verpflichtet. A. Thamm. Ueber die Konstruktion der Hunde find wir nicht orientirt. Fragen Sie auf dem Bolizeib Thres Bezirkes an. bie Ungeduldig. 1. Selbstmordversuch ist nicht strafb 2. Stände zur Beit tes Vertragsabschlusses kennt. Hat der den Stall beftchtigt, und waren teine Krippen vorhand ift es seine Sache, Krippen anzuschaffen. 6. F. Nach Ihrer Sachdarstellung find Sie ni pflichtet, die Scheibe zu bezahlen. Bahlen Sie trop fönnen Sie die Summe nicht zurückverlangen. F. F. Anflamerstraße 6/11. Wird bei Gelegenbell Dant benutzt werden. verwendbar. Besten Dant. E. H. Stallschreiberstr. 20. Diesmal leider nicht M. B. Neue Oberstraße, Breslan. baben wir feinen Bedarf. Augenb B. R. 32. 1) Die Verpflichtung zur Steuerentri Noth, daß die Aussteuer seiner Tochter, die er im nächsten liegt vor; erfolgt die 8ahlung nicht freiwillig, fo wird im Monate verheirathen werde, sehr viel baares Geld erfordere, im Geschäft aber zur Beit die Gelder schlecht eingingen. Er 2) der Zwangsvollstreckung die Eintreibung der Steue schchen. Der Vater ist für die Schuld nicht haftbar. die Pfändung zu einer vollständigen Befriedigung bes 6000 M. zu leiben, worauf Herr Kreideweiß in dem Glauben, bigers nicht geführt, so ist der Schuldner auf Antrag au es mit einem sehr reichen Manne zu thun zu haben, bereits willigft einging. Als lurze Zeit darauf der Angeklagte noch 4000 Mart zum gleichen Boede verlangte, gab fie ihm herr Kreibeweiß sofort. Er erhielt sein Geld aber weder zum 1. Jult 1882, noch überhaupt wieder. Der Angeklagte giebt an, daß er gehofft hatte, seine reichen Verwandten würden ihm die leistung des Offenbarungseides verpflichtet. 3) Die Sleib stücke, welche für den Schuldner, seine Familie und fein 哈 finde unentbehrlich find, unterliegen nicht der Pfändun Ein Verein mit dem genannten Bwed exiftit nicht. W. Sch. 1) Eine Gewerbesteuer Rontravention feinem der angegebenen Fälle vor. But Nambaftmad 10 000. geben; wegen das gegen ihn eingeleiteten Strafver- Denunzianten ist die Direktion nicht verpflichtet. 2) fahrens haben sich dieselben aber ganz von ihm zurückgezogen. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte durch die Bor spiegelung einer falschen Abficht das Vermögen des Kreideweiß befchädigt hat, und verurtheilte denselben zu 8 Monaten Gefängniß und 1 jährigem Ehrverlust. eine gewerbsmäßige Besorgung ferner der Rechtsange heiten vor. Dieses Gewerbe muß wie jedes andere ange werden. H. M. Sofern Ihnen ein Schaben erwachsen Sie Erfas deffelben beanspruchen. Die Klage verja Jahren seit Kenntniß der That und des Thälers. Berantwortlicher Bebatteur R. Gronaeim Berlin. Drud und Berlag von War Babing in Berlin SW., Beuthstraße 2 Steven eine Bell teine Noth baben, den Bentner. Abg. Beberzölle im Inland Den dürfe. einzuwende Die A Lefung fta Abg. noch vor D führung ei Teiche Ind er eingebr Derdient b Herren be werden. Der mertung a Broeme nügend be Antrags a ftatiren, un laubte; we Es fo gungsv mung bab allen bett ( 3 M. von feine weite Staates of tionen, erb fabritate, und Fett, Stommuner wein feine Abg. Kommiffio fteuerung Abg. Nach und einer einer Kom Der Heichstaff Nachahmu Rommiffio Es fo Beilage zum Nr 1O1 Sonnabend den 2. Mai 1885. n. Jahrgang. Durlsmentsberikkte. Deutscher StctchStag. W. Sisungvoml. Mai,I2Ubr. Am Tische deS BundesralhZ von Boetticher.von «urchard und Aommiffarien. .. Ein Schreiben deS Reichskanzlers, durch welches die Ge« WOlSung des Reichstags zur strafrechtlichen Verfolgung deS % Viereck wegen Vergehens gegen§ 19 deS Sozialisten« glcheS auf Antrag deS Staatsanwaltes beim königl. baierischen «Mdgericht Milnchm I eingeholt wird, wird an die Geschäfts- »ivnungz Kommtffion verwiesen und darauf in der Berathung �iltarifnovclle fortgefahren. .. Die Abg v. Mischer, Roß und S t ö ck e r haben be- »Mragt, der Nr. 20 c. bei Zolltarifs als neue Posttion hinzu« Wiügen: 4. Gepreßte Hornk, öpfe 120 M. für 100 Kg.(D. h. n bisherigen Zollsatz zu vervierfachen). a.. bg- Roß motioirt seinen Antrag durch die drückende Murrknz, welche Jialien durch seine niedrigen Arbeitslöhne Ä" Knvpffab.ikation macht: dort wird der beste Arbeiter »iu�it, wie bei uns der schlechteste, und im Preise unserer �-.�le steckt mehr als das doppelte Arbeitslohn wie in der �"lischin, eine Anficht, die auch v. Cuny thellt. »r, Dagegen warnt B r o e m e l davor, jeven beliebigen Artikel m einem hohen Zoll zu belegen. Ai. r��bem Kommiffar Geh. Rath Kraut erklärt hat, die Wl�regierungen seien noch nicht in der Lage gewesen, zu «nttage Stellung zu nehmen, zieht Abg. v. Fischer L?en Antrag unter Vorbrhall der Wiedereinbringung bei der �.�tong zurück. »»o Position„Garn" det Tarifs beantragt die Rom« iml fl?' selche die hierzu gestellten Anträge Löwe, Bamberger xZ Vuddeberg berathen halte, in der Weise abzuändern, daß Zoll von 3 M. pro 100 Kilogr., welchem bisher nur Mohair« und Alpalkagarn unterlegen hat, auch äten �lanzgarn, auS langhaariger in England p-oduziiter jr�lle, nicht gemischt mit anderer. Epinnmaterialtrn, unter« t«!« sein soll. Außerdem will die Kommisston auf die Ab« Migung des harten GlanzgarneS den§ 3(Ges. v. 15. Juli 1879) ift? mi8 finden lasten, wonach der BundeSrath ermächtigt �"Zuschreiben, daß die Abfertigung des GarnS nur bei »i�urten Zahlstellen stattfinden darf, sofern die Belheiligten find 0UnB � böchsten Zollsatzes der Tarifpostlion Nachdem fich Löwe und Lohren für den Antrag, welchen auch nach der Erklärung deS Kommissars, Geh. er?i�. Miaut die Regierungen nichts einzuwenden haben, "ort, wird der KommisfionSantrag mit großer Mehrheit an» "'Nommen. n,,Zu: Posttion.Leder", zu welcher von den Abgeordneten anw* �' o- Kardorff u. A. verschiedene Abänderunzs« [.J, gestellt waren, beantragt die Kommisfion, unter Ad« la«,n � Anträgt, es bei den bisherigen Zollsätzen zu de« tanli�. Mbbch folgende Rrsolution anzunehmen: den Reichs« der?.,iU ersuchen, die Frage einer anderweiten Normirung um«.. für Leoer und Lederwaaren einer Prüfung zu in und nach dem Ergebniß derselben dem Reichstage Uli nächsten Session die entsprechenden Adänderungsvor« lostage zu machen. , Staatssekretär o. Burward erklärt, zur Zeit sei eS der Zigierung noch nicht opportun erschienen, diese anderweite Mmirung vorzunehmen; doch werde der BundeSrath die '»ogc eingehend prüfen- DaS HauS möge daher dem Kom« ""ifto- Svorschlage zustimmen. . Die Anträge Leto ch a, v. Kardorff u. s. w. werden '«auf zurückgezogen. . Abg. Schumacher(Soz.) ist für eine gründliche Enquete dem Gebiete der Leverproduttion. und würde zur Zeit eine SvWhung des Ledrrzolls für höchst bedenklich hrltm. In der ?«tdranche arbeiten nur 20,000, in der Schuhwaarenfabrika« .aber, der durch die Lederzülle das Rohmaterial vertheuert »«be, lidcr 450000 Menschen. Dazu tritt das Jntereffe aller X�lumenlen; guteS Schuhwerk sei auch gerade ein Bedürfniß armen Mannes und unentbehrlich zur Erhaltung seiner fLuiwheit und Arbeitsfähigkeit. Dabei leide die Ledermdustrie yjwioth, ste würde nicht einmal von dem Schutzzoll Nutzen denn ihr Export übertreffe den Import um 100 000 U Broemel würde ebenfalls gegen Erhöhung der 'siv, sein, da es stch dabei um Rohmaterial handle, daS Z ünlande verarbeitet werde und daher nicht vertheuert wer« ch, dürfe. Gegen den KommisfionSantrag hat Redner nichts '»wenden. Ler».' Abstimmung über die Resolution wird erst in dritter Mira»nnfinx� HPPH_ nur zu konstatirm, daß der Antrag auf Ein« durch welchen bereits zahl« Ä stai, finden." Abg. Broemel(zur GeschäfiSordnung)� Ich habe K,................."WM' er«i��ustritn stch beunruhigt fühlten, ebenso plötzlich, wie r>erdi,"°/«acht wurde, wieder zurückgezogen worden ist. Es Herren � se Thatsachr doch, alS für daS Vorgehen gewisser lderd�«Kichnrnd, auch außerhalb deS Hauses bekannt zu »erf�? Präsident kann die Aeußerung nicht alS eine Be- R Sur. Geschäftsordnung gelten lassen, aber der Abg. dügfnh t: Wlt«S für nothwendig, die im Lande nicht ge« Amro,,» y�rmt gewordene Thatsache der Zurückziehung deS ?«iren Einführung eine« KohlenzolleS öffentlich zu kon- laubtf•'.ü, � von ihm dafür gewählte Form für eine er» ft'?ruigst«nS biete fich ihm eine andere nicht dar. S u„./««St die Berathung der Novelle zum Zollvereini» fanL t0B vom 8. Juli 1867, deren Hauptbestim» °ll,n b,i>.&�t, daß die bisherige Vorschrist, wonach von l3 Ä. nri", mit mehr alS 15 Groschen vom Zentner mihi, �Kilogramm) belegten ausländischen Erzeugnissen Saales Dil Agabe irgend einer Art. sei eS für Rechnung veS ianen." füt Rechnung von Kommijfionm und Korpora» �nrnunLn i8 stch um die Besteuerung für Rechnung von kein?«? i»°lporation«n handelt, auf Bier und Brannt» g Abg. p."Sendung mehr finden soll. *"%on P 1 e beantragt Uederweisung der Vorlage an eine stch�dg. ... �»mmacher wünscht, daß Kommissfon überwi.'en »ter wird Burchard die Vorlage Kammacher wünscht, daß die kommunale Be igt'~ "«'»U w. Steuervergütung für Zucker. Es soll danach das drcfe Vergurung betreffende, jetzt geltende Gesetz vom 7. Juli 1883 in seiner Geltungsdauer bis zum 1. August 1886 ver« länger! werden. Nach den Motiven deS Entwurfs ist es die Abficht der Reichsregierung, die anderweitige definitive Regelung der Zuckersteuer schon vom August 1886 ab eintreten zu lassen und eine entsprechende Vorlage spätestens im Anfang der nächsten ReichstagSsesfion einzubringen. Abg. Witte hätte gewünscht, daß schon ein« gewisse Herabsetzung der AuSfuhrvergütuna eingeführt würde, und stellt der Regierung anbeim, der Vorlage noch einm solchen Zusatz zu geben. Im Nebligen verzichtet er darauf, selbst An- träge zu stellen mit Rückficht auf die Abstcht der Regierung, schon im nächsten Jahre die Zuckersteuerreform in Angriff zu nehmen. Abg. Graf v. Hacke hält eS für unzweckmäßig, die Exportbonifikation jetzt proois arisch zu ändern. Die Industrie wünsche dringend, daß nicht alle Augenblicke die Höhe der Zölle und Bonifikationen wechselt. Die BonifikationSfrage zu ordnen, sei Zell bei der in nächster Sesfion in Ausficht stehenden definitiven Zuckersteuerreform- Abg. N o b d e erklärt fich ebenfalls für die unveränderte Regierungsvorlage. Die zweite Lesung deS Entwurfs wird im Plenum statt» finden. ES folgt die zweite Berathung d«S Entwurfs eines Gesetzes über die Ausdehnung der Unfall« und Krankenversicherung. Zu Z 1 beantragt der Abg. Ragfei folgenden Zulatz: 6. die im Gemeindedienst beschäftigten Feuerwehrleute, Straßenkehrer, Gartenai bester und alle nicht fest und mit Pen» fionSrecht angestellten Bediensteten und Beamten. Abg. K a g s e r: ES wäre erfolglos, zu den einzelnen Be» stimmungen dieses Gesetzes Abänderung« antrüge zu stellen, da dasselbe fich an das bestehende Unfalloerficherungsgesetz eng an« schließt. Meine Partei folgt aber nur der Nothlage, wenn fie dieser Ausdehnung der Unfall- und Krankenverstcherung zustimmt, weil wir glauben, daß die Betriebe und Personen, die in dem§ 1 bezeichnet find, auch sehr wohl einer- solchen Verficherung be» dürftig find. Ein Mangel des§ 1 ist eS indessen, daß die» jenigen Personen, welche von der Gemeinde abhängig find, nicht unter die Unfallverstcherung fallen. Durch die Zeitungen erfahren wir, daß die ReichSregierung deabfichtigt, für diese Kategorie ihrer Beamten ein besonderes G setz einzubringen. Warum sollen aber Diejenigen, die im Gemeindedienst stehen, nicht gleichfalls versichert sein? Ich kann mir keinen ver- ficherungsbedürftigeren Beruf denken, als den deS Feuerwehr. manneS, der zum Schutz des Eigenthums und der Personen sein eigenes Leben auf's Spiel setzt. Mir ist nicht bekannt, daß freiwillig solche Verficherungen eingerichtet find; eS wurde mir dies allerdings von einigen Städten behauptet, in Bezug auf Berlin ist eS nach meiner E kundigung nicht, der Fall. Ein Aktendiener kann die Treppe herunterfallen. E« ist nicht festgestellt, in welcher Weise, falls er verunglückt, er selbst oder, wenn dies mit tödlichem Ausgang geschieht, seine Nachkommen enischäoigt werden. Dieselbe Frage entsteht gegenüber anderen Arbeitern, z. B- auf den Rieselfelvern. Diese Zustände find die Folg« deS Fehlers der Zweitheilung der Beamten in fest« angestellte penstonsberechtigte, und solche, die daS nicht find, die nur Proletarier find, unv, wenn ste verunglücken, ohne alle Mittel dastehen. Mein Antrag will diesen Mangel deS Ge- setzeS beseitigen, und ich hofft, daß er auf allen Seiten deS HauseS Zustimmung finden wird. Ich bin auch bereit, falls formale Bedenken gegen denselben vorliegm, auf Abänderungen einzugehen. Meine Abfichl ist nur, Leuten, die zum Wohle Anderer gearbeitet haben und dabei verunglückt find, die noth» wendi:e Unterstützung zu Theil werden zu lassen. Abg. Schräder: DaS vorliegende Gesetz hat in der Kommisfion außerordentlich wenig Abänderung erfahren, weil man dasselbe lediglich als Fortsetzung des bestehenden Unfall« verstcherungSgesetzeS angesehen hat. Wir verzichten deShrlb, auch unseren Wünschen betreffs der Karenzzeit, der SchiedS« geeichte u. s. w. in besonderen Anträgen AuSdruck zu geben. Unsere Meinung über daS Unfallgesetz, wie eS 1884 beschlossen ist, bleibt aber unverändert dieselbe' wir halten eS in wesent« lichen Punkten für verfehlt und für verhängnißvoll, weil«S auf ganz falsche BafiS gestellt ist. lieber einige wenige Punkte werde ich bei dm einzelnen Paragraphen deS Gesetzes sprechen- Zu§ 1 bemerke ich, daß Zweifel darüber aufgetaucht find, ob unter„Post-, Telegraphen, und Eisenbahnverwallung" sämmt- ltche Arbeiter dieser Betriebt verstanden seim oder nur solche, von dmen man annehmen kann, daß fie besonderer Unfall- gefahr ausgesetzt find. In der Kommisfion ging die Meinung dahin, daß nur die letztere Kategorie unter daS Gesetz falle. Ich bezweifle die Richtigkeit dieser Auslegung und meine vielmebr, daß der gesammte Betrieb dieser Verwaltungm unter daS Ge- setz gehöre, außer etwa der Zcntralverwaltung, welche mit dem Betrieb in kerne Berührung kommt. Bei der Wichtigkeit dieser Frage für eine große Anzahl von Personen wäre es erwünscht, wenn seitens der verbündeten Re> gierungen und des Reichstages hierüber eine Erklärung abgegeben würde. WaS den Antrag Kagier betrifft, so erkenne ich an, daß die Beamten, auf die stch derselbe bezieht, nicht selten besonderer Gefahr ausgesetzt find; daS gilt namentlich von den Feuerwehrleuten; und es ist richtig, daß diese Leute bei Verunglückungen zumeist auf daS Entgegenkommen der Gemeinden, ja in manchen Fällen auf Privatunterstützung angewiesen find. ES ist aber in zweiter Lesung kaum an» gängig, eine so weit reichende Veränderung in daS Gesetz brneinzubringen. Staatssekretär v. B o e t t i ch e r: Der Vorredner meint, daß daS Unfallverficherungsgesetz vom vergangenen Jahre ein sehr bedenkliches sei. Die bisherigen Erfahrungen aber und namentlich der Wunsch verschiedener noch nicht unter dasselbe fallender Betriebszweige, in die Unfallversicherung aufaenommm zu werden, spricht für daS Gegentheil. Wenn die Frage auf. geworfen worden ist, ob es nicht zweckmäßig sei, auch die Be- amten, welche außerhalb der verstcherungspflrchtigen Betriebe im öffmtlichm Dimst beschäftigt find, von der Unsallverficht. rung gefaßt zu sehen, so weise ich darauf �n, daß der Bundes- rath gegenwärtig mit einem solchm besetz beschäftigt ist. Sodann habe ich bereit» in der Kommisfion die Erklärung abgegeben, daß die verbündeten R-gie- rungen nicht den ganzen Kreis der im Post-, Tele- graphen- und Etsenbahndtenst beschäftigten Beamten alS unter das Gesetz fallend betrachten, daß vielmebr z. B. beim Postdienst der KreiS der velstchelten Beamten fich nur auf diejenigen erstreckt, welche im Beförderungs- und Bestellungs« sei ein ganz feststehenber, und es würden nicht Zweifel entstehen, od ein Verunglücktet als im Betriebe stehend anzusehen ist oder nicht.— Ich dedaure, daß der Abg. Kagser seinen Antrag nicht bereits in der Kommisfion eingebracht hat, wie ich überhaupt meinem Bedauern darüber AuSdruck geben muß, daß die Herren, weiche fich vorzugsweise alS Vertreter der Arbeiter bezeichnen, fo wenig dem jetzt vorliegenden Gesetz» entwürfe ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich habe eS namentlich beklagt, daß bei dem die landwirthschaftlichen Arbeiter betreffenden Unfallverficherungsgesetz daS Mitglied, welches der sozialdemokratischen Partei angehört, durch seine Abwesenheit glänzte. In dcr Kommisfion wäre ich sehr begierig gewesen, die näheren Gründe für den Antrag Kagser zu hören und, sowest ich mich überzeugt hätte, daß derselbe nuf der Linie unserer Unfallverstcherung stch bewegt, würde ich nicht abgeneigt gewesen sein, demselben daS Wort zu reden. E» scheint mir aber, daß der Antrag eine funda« mentale Abweichung von dem Grundgedanken der Unfallver« ficherung enthält, welche eS uns unmöglich macht, unS dafür zu entscheiden. Bisher find wir davon ausgegangen, diejenigen Betriebe, welche mit einer Unfallgefahr verknüpft find, dem Unfallverficherungsgesetz einzureihen, in der Ad ficht, daß im weiteren Ausbau dieser Gesetzgebung allmälig alle diejenigen Betriebt, die noch nicht eingereiht aber der Verficherung ebenso bedürftig find, von der Unfallver ficherung befaßt werden sollen. Der Antrag Kagser bringt nun einen neuen Gedanken; et sagt nicht: die in den gefährlichen Betrieben beschäftigten Per- sonen, z. B. die Feuerwehrleute, Gartenarbeiter ic., sondern alle in dem Gewerbebetrieb beschäftigten Personen sollen unter daS Gesetz fallen; er stellt also nicht die Gefährlichkeit eine» Betriebes, sondern die Qualität de» ArbestgeberS in den Vor» dergrund. DaS ist grundfalsch und nicht zu akzeptiren- Ebenso gut wie der Abg. Kagser sagt: die Straßenkehrer der Ge» meinte sollen unter das Gesetz fallen, kann ich daS von allen Straßenkehrern sagen; denn ich sehe da rückstchtlich der Fürsorge für den Fall der Verunglückung leinen Unterschied. Am meisten könnte ich mich noch für die Feuerwehrleute inter» esfiren. Für die im Gemeindedienst beschäftigten Feuerwehr» leute ist aber durch die Kommunalstatuten über die PenfionS» Verhältnisse bereits gesorgt; soweit fie aber Arbeiter find, be» stehen in vielen Orten Kassen zur Fürsorge für diese Feuer» wehrleute. Ich glaube also, daß man unmöglich diesen Antrag annehmen kann, der lediglich daS Kriterium des Gemeinde» betrieb» zu Grunde legt, alle diejenigen ThätigkeitSzweige da» gegen, welche fich auf derselben Linie bewegen, aber nicht auf Autorität einer Gemeinde betrieben werden, von der Unfall- verficherung ausschließt. Soweit eS fich um Gemeindebeamte handelt, wird eine Regelung im weiteren Ausbau dieser Gesetz« 8ebung stattfinden. Das Gesetz, daS in Ausarbeitung begriffen t, beschränkt fich allerdings auf die Reichsbeamten. Aber es besteht die Hoffnung, daß, wenn dasselbe erst zu Stande ge- kommen sein werd, auch die Einzelstaaten und die Kommunen auf diesem Wege zu folgen genöthigt sein weiden.(Beifall rechts.) Abg. Kagser: Der Herr Staatssekretär hat geglaubt» meiner Partei Vorwürfe machen zu können wegen ihrer Thä» tigkeit in der Kommission. Diese Vorwürfe können mich zu» nächst nicht treffen, denn ich war gar nicht Mitglied ver Kommisfion, alS der g 1 berathen wurde, sonst hätte ich damal» Schon eine wettere Ausdehnung der Unfallverstcherung, wie ich ie heute beantragt habe, vorgeschlagen. Ferner ist e« unrichtig, daß gerade bei den enticheidendm Sitzungen Mitglieder meiner tartei gefehlt haben. Ich habe kein Protokoll geführt über die nwesenheit der RegierungSkommiffare in den Kommission»» fitzungen, ich kann aber nur sagen, daß meine FraktionSgenoffm, die Mitglieder der Kommisfion waren, in derselben nur fehlten» wenn zu gleicher Zeit andere wichtige KommtsstonSsttzungm stattfanden, an denen fie stch bethelligten, oder wenn fie ge» zwungen waren, einmal nach ihrem gewerblichm Berufe zu sehen. Wir find ja nicht in der Lage, wie die Herren von der anderen Seite, während der Zeit, wo wir hier im Hause an» wesend find, unsere Berufsthäliakeit ganz und gar zu oernach» läsfigen. Diäten bekommen wir nicht, wir find arme Leute. Ich kann nur konstatiren, vaß, wo etwa? zu thun war, wir auch stets dabeigewesen find, und zwar oft trotz der Gewißhell, daß unsere Theilnahme an den Kommtsfionsberathungen fruchtlose Arbeit sein würde, weil wir un» von vornherein einer Koalition gegenübersahen. Ich muß deshalb entschieden den Vorwurf zurückweisen, alS ob wir nicht stetS daS Nölhige gethan hätten. Im Gegentheil haben wir unS trotz der Schwierigkeiten, die uns im Wege standen, stets bemüht, etwa» zu thun. In der Kommisfion ist uns da» nicht gelungen, well wir zu wenige find, aber im Plenum werden die Verhandlungen öffentlich und unter dem Drucke der öffentlichen Meinung ge- führt. Der Herr Staatssekretär bat darauf hingewiesen, daß für die Leute, welche ich in die Unfallverstcherung einbeziehen will, ja bereit» Kassen norhanden seien. DaS hat mich über« rascht, denn daS haben ja sonst die Freistnnigen geltend ge» macht. ES ist übrigens Thatsache, daß in einer ganzen Reihe von Städten, in Leipzig, in Dresden z. B-, für die Personen» welche ich jetzt unter die Unfallverstcherung zu stellen bean» trage, fteie Kassen nicht existiren. Wie werden also namentlich die Feuerwehrleute geschützt, deren Tbätigkeit Niemand für ge« fahrlo» halten wird? Mein Vorschlag verstößt auch nicht gegen den Grundgedanken deS UnfallverficherungSgesetze». Der Herr Staatssekretär stellt fich mit dieser Behauptung in Wider- spruch mit den Grundsätzen deS Reichskanzlers. ES kommt gar nicht darauf an, in wessen Diensten die be» »reffende Person steht, sondern ob fie im Dienst ge» fährtet ist oder nicht. Wenn ich jetzt der Gemeinde die Verpflichtung auferlegen will, ihre Bediensteten gegen Unfälle zu versichern, so paßt daS durchaus in den Rahmen de» Gesetzes. Wesdalb sollen wir mit diesem Schritte war» ten? Freilich, bei den Zöllen hat man größere Elle. E» fehlt der Vorlage der große große Zug, man will den Mißständen nur stückweise abhelfen. Ich würde die Unfallverstcherung gern aus alle Straßenkehrer ausdehnen, aber vorläufig wollen wir nur die der Gemeinden verfichern, um zu konstatiren, daß, wer im Dienste einer Gemeinde steht, auch ein Recht auf ihre Unterstützung hat. Wer eine feste Anstellung befitzt, wie da» bei der Feuerwehr der Fall ist, der soll auch unter daS Unfall« verstcherungSgesetz gestellt sein. Abg. v. Maltzahn-Gültz: Herr Kagser wirst un» vor, die allgemeine Regelung der Arbeiterunfallverficheruna verzögert zu haben; aber auch sein Antrag bezieht fich nur auf einzelne Kategorien, auf die im Gemiindedienst stehenden Arbeiter. Er behauptet, daß die Mitglieder der sozialdemokra» tischen Fraktion in der Kommisfion lerne Gelegenheit zu sach» licher Drskusfion gehabt, weil fie fich einer Koalition gegenüber befunden; aber daS Gegentheil davon ist die Wahrheit. Ich konstatire, daß gerade bei dm entscheidenden Berathungen über ein Gesetz, daS so wie dieses im Interesse der arbeitenden Klassen liegt, die Mitglieder der Partei, welche der Wahrheit entgegm für fich die Vertretung jm« dienst tann durch die Ausführungsvorschriften erfolgen, soweit bestehen, haben die Kreistage zur Vorbereitung und Aus, hthält die s diese Beamten nicht von der Anwendung des Gesizes ausgeführung ihrer Beschlüsse über die Verwendung der nach Maß schlossen sind." gabe des gegenwärtigen Gefeßes ihnen zusagenden Be träge Kommiffionen unter dem Vorfize des Landraths einzu sezen." Dagegen beantragen die Nationalliberalen( 2 u do wieg, Enneccerus u. Gen.) folgende Faffung: " 1 erständig zu Abg. v. chen Grun uf Grund tein Raff affanirag. Die Ueberweisung erfolgt an die Kreise( Land und absoluter Stadtkreise), in den Hohenzollernschen Landen an die Amts turzahl di verbände, in der Provinz Hessen Naffau an die Gemeinden ( Gutsbezirke.)" Staatssekretär v. Bötticher: Die Regierung ist bereits mit der Ausarbeitung eines Gefeßentwurfs beschäftigt, welcher die Reichsbeamten der Unfallfürsorge unterwift. Dann find zwar Staats- und Kommunalbeamte noch nicht einbegriffen, indeffen werden dieselben bald nachfolgen tönnen. Den Antrag Schrader bitte ich aber entschieden abzulehnen, es ist Darin nicht Rücksicht genommen auf die besondern Verhältnisse der Beamten. Es müßte nach dem Antrage beispielsweise ein Eisenbahnbeamter, wenn er durch sein grobes Verschulden einen Eisenbahnunfall herbeigeführt hat und dabei verlegt wurde, selbst dann die gefeßliche Unfallfürsorge erhalten, wenn ihm disziplinarisch die Benfionsberechtigung aberkannt wäre. Der gleichen verträgt sich weder mit der Disziplinargesetzgebung, noch mit den besonderen Anforderungen, welche mit der Ber antwortlichkeit der Beamten für ihre Dienstangelegenheiten ver Eunden find. no das gefo bife: ungazif lach dem W ab fein tön Abg. Ridert spricht fich in längerer Rede gegen den 82 aus, während Abg. von Rauchhaupt für den heilen, § 2 ift. Abg. v. Beblis( Mühlhausen) will gegen den Kom Minifter misfions Vorschlag stimmin. Abg. Enneccerus spricht für seinen Antrag. Abg. Büchtemann ist ebenfalls gegen den Kommiffion Vorschlag. lebe ich voll tinge ich be alnothfteuer einem be Sohidjale wi aben. Die Auffaffung Ditens werd Abg. Enneccerus sieht seinen Antrag als aussichtslos zurüd; nach Schluß der Disluffton wird§2 der Kommissions Vorschläge mit großer Majorität genehmigt. § 3 beftimmt nach dem Kommissionsvorschlag, daß die Ver theilung der überwiesenen Summe auf die einzelnen Streise 2/3 nach dem Maßstab der in den einzelnen Kreisen aufkommen den Grund und Gebäudesteuer, zu 1½ nach der Bivilbevölkerung erfolgen soll. Klaffen in Anspruch genommen, gefehlt haben( fehr| gut! redis) und daß fte, wenn fte zugegen waren nicht an der Berathung theilgenommen haben.( Sehr richtig! rechts.) Der Abg. Kayser sagt, er set nicht Mitglied der Kom Abg. Schrader will den Schlußpffus von soweit" an miston gewesen, als§ 1 berathen wurde. Es ist richtig, daß streichen und folgenden neuen Abfaz hinzufügen:„ Auf BeDie sozialdemokratischen Mitalieder dieser Kommiffion zweimal amte, welche mit festem Gehalt und Benftonsberechtigung an gewechselt haben.( hört! hört! rechts) Warum thun das die gestellt sind, findet dieses Gesetz mit der Maßgabe Anwendung, Mitglieder der anderen Parteien nicht? Sie haben deutlich daß denselben und ihren Hinterbliebenen die in den§§ 5 und gezeigt, daß Sie wohl teden, aber nicht handeln wollen.( Sehr 6 des Unfallversicherungsgefeges beftimmten Renten und der gut! rechts. Widerspruch bei den Cosialdemokraten.) Ja in dem ersten Absage des§ 5 a. a. D. festgesette Buschuß zum wohl! In einem unbewachten Augenblic, wo Herr Kayser Krankengelde erst vom Tage des Aufhörens der Gehaltszahlung se ne Worte nicht sorgfältig überwachte, hat er uns gefagt, er an und nur insoweit zu gewähren sind, als dadurch die ihnen verhandle diese Dinge lieber im Plenum. Ueberfest heißt das, zukommende Benfion überschritten wird." Der Antrag bezweckt wir wollen nicht arbeiten, sondern nur Lärm schlagen.( Lebbie Gleichfiellung der Beamten mit den Arbeitern und erreicht, hafter Beifall rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) wie der Antragsteller ausführt, diesen Zweck auf dem einfachsten Kommen Sie uns also nicht mit der Brätention, baß Sie Wege, ohne daß die Pensionsgesete der Einzelstaaten geändert allein die Vertreter der Arbeiter seien. Wir sind das ebenso zu werden brauchen. gut wie Ste, und gegen Sie fangen die Thatsachen an bedent I zu sprechen.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Ich Was find das für Gründe, die Sie für Ihr Verhalten an führen. Herr Kayser hat angedeutet, daß der Grund darin liege, weil Sie teine Diäten erhalten. Wir erhalten auch keine Däten und arbeiten doch. Sie aber scheinen nur arbeiten zu wollen, Denn Sie bezahlt werden.( Große Unrube bei den Sozialdemokraten. Rufe rechts: Das ist sehr gut!) Herr Kayser wendet ein, daß gerade, als entscheidende Beschlüsse in der Kommission gefaßt wurden, gleich, zeitig andere Kommifftonen getagt hätten, in Denen die sozialdemokratischen Mitglieder der Unfallversicherungs tommiffton vertreten waren. Aber als über die Bildung der A: beiterausschüsse und über die Betheiligung der Arbeiter an den Schiedsgerichten berathen wurde, hat eine andere Kommisfion überhaupt nicht getagt. Aber selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, so hätten Ihre Fraktionsgenoffen doch vor Allem die Pflicht gehabt, an der Berathung über die Unfall. versicherung theilzunehmen. An einem Abend mußte eine ent scheidende Berathung der Kommission vertagt werden; die nächste Sizung sollte am folgenden Tage nach der Plenar ftzung festgelegt werden. Aber auch diese Plenarsizung wurde von Threm Fraktionsgenossen geschwänzt. Sie sind nicht von Shren Wählern hierher geschickt, um nur Lärm zu schlagen, sondern um zu arbeiten. Thun Sie das und reben Sie nicht. ( Unruhe bei den Sozialdemokraten). Ich habe mich nur zum Wort gemeldet, um öffentlich zu fonftatiren, mit welcher Leicht. fertigteit Sie Ihren Wählern-( Der Präsident macht Mtene, den Redner zu unterbrechen). Herr Präsident, ich nehme das Wort zurüd. Wir wollen fortarbeite an einer weiteren Ausdehnung der Unfallversicherung. Aber kommen nun auch Sie und betheiligen Sie sich an den Arbeiten der Kommission und thuen Sie nicht immer, als ob wir Sie verhinderten, mit uns zu arbeiten, während Sie bisher nicht arbeiten wollten.( Leb hafter Beifall rechts.) Der Antrag Schrader wird abgelehnt;§ 4 unverändert angenommen, ebenso die folgenden Paragraphen bis§ 8. § 9 bestimmt, daß die Vorschriften der Ausführungsbehör ben über das in den Betrieben von den Versicherten zur Ver bütung von Unfällen zu beobachtende Verhalten, sofern ste Strafbestimmungen enthalten sollen, vor dem Erlag mindestens drei Vertretern der Arbeiter zur Berathung und begutachts lichen Aeußerung vorzulegen find. Die Berathung findet Abg. Dr. Mehr beantragt folgende Fassung: ,, Den Stadtkreisen im Ganzen wird ein nach dem Ma ftabe der Bivilbevölkerung bemeffener Betrag überwiesen un auf fie nach dem gleichen Maßstabe vertheilt. Der Rest des Ueberweisungsbetrages wird auf die Krei zu/ nach dem Maßstabe der Bivilbevölkerung, zu 1/2 nad bem Maßstabe der Fläche vertheilt." nehmen Durch die In der Dem Kommif Darauf abenb 11 1 1 Am Mi Am 4. bie Mitgliebe Gingega Der B Eventuell beantragt Abg. Dr. Mehr im Verein au ebren mit dem Abg. v. Minnigerode, den test des Uebe weisungsbetrages auf die Kreise zu ½ nach dem Maßstabe de rovina Grund und Gebäudesteuer, zu 1 nach dem Maßstabe de Anfang der Zivilbevölkerung, zu ½ nach dem Maßstabe der Fläche zu vermiffion über theilen. Die Abgg. v. Huene und v. Rauchhaupt bean über die Ve unter Leitung eines Beauftragten der Ausführungsbehörde statt. tragen im§ 3 hinter den Worten: in den einzelnen Kreifennungsjal aufkommenden Grund- und Gebäudesteuer" binzuzufügen die Gefeßer Worte unter Hinzurechnung der fingirten Grund- und Gerband Abg. Schrader beantragt, daß die Begutachtung dieser Vorschriften den auf Grund des§ 5 gewählten Vertretern der Arbeiter übertragen werden soll, welche dieselbe durch die Vermittelung der unteren Verwaltungsbehörde vorzulegen haben. Abg. Buhl schlägt vor, den Paragraphen dahin abjuändern, daß der mit der Leitung der Berathung Beauftragte der Verwaltungsbehörde nicht der unmittelbare Vorgesezte der Arbeiter sein dürfe. Abg. Schrader führt zur Begründung seines Antrages an, daß durch denselben eine größere Unabhängigkeit der Arbeiter ihren Arbeitgebern gegenüber geschaffen und zugleich den Arbeitern die Möglichkeit gegeben werbe, ihre Meinung unbefangen darzulegen. Auch das große Unfallversicherungsgesez enthalte eine ähnliche Bestimmung. Abg. v. Helldorff kann in dem Antrag nur den Ausdruck des Mißtrauens gegen die höheren Verwaltungsbeamten erblicken. Die unteren Berwaltungsbehörden mit der Leitung der Berathung zu befaffen, ist nicht empfehlenswerth, weil diefelben nicht die nöthigen technischen Kenntnisse für derartige Verhandlungen befizen. Staatssekretär v. Boetticher hebt hervor, daß die vorjährige Vorlage der Regierung die Arbeiterausschüsse gleichfalls enthalten habe, jedoch sei dieser Vorschlag vom Reichstag ab gelehnt. Der Antrag Schrader befinde fich also in Harmonie mit dem früheren Vorschlag der Regierung, feße sich aber in Disharmonie mit den Beschlüssen der Majorität des Reichstags. Abg. Kayser: Es kann wohl einmal vorkommen, daß ein Kommissionsmitglied abgehalten wird, einer Kommissions figung beizuwohnen. Das tommt nicht nur bei uns, sondern auch auf der Rechten vor. Sehen Sie doch, wie leer wieder die Bänke bei Ihnen drüben find. Sie zeichnen sich gerade nicht durch zahlreichen Besuch der Plenar- und Kommissions fizungen aus, namentlich fommt das Schwänzen der Plenar fizungen bei Ihnen sehr häufig vor. Es hängt auch sehr viel von dem Vorfißenden einer Kommission ab. Ich habe bet spielsweise beantragt, die Kommissions fizungen zu einer anderen Beit abzuhalten, um ihnen beiwohnen zu tönnen, es wurde auf meine Anträge keine Rücksicht genommen. Den Vorwurf, Daß wir nicht arbeiten, weise ich entschieden zurück, ebenso daß wir nicht den Mund aufgethan hätten. Ich wenigstens gehöre nicht zu denen, die wenig den Mund aufthun.( Heiterkeit.) Arbeiterfreundlichkeit besteht nicht darin, daß man bestimmte Vorschläge fertig bringt, sondern, daß die Vorschläge, die zu Stande tommen, auch den Arbeitern nüßen. Gerade meine Partei läßt sich lediglich davon leiten, was den Interessen der Arbeiter zu Gute tommt, während bei Ihnen( rechts) zahl reiche andere Interessen mitsprechen. Bei der Berathung des Unfallgesezes für landwirthschaftliche Arbeiter in der Kom misfton haben die Herren so viele agrarische und kapitalisti sche Intereffen hineingebracht, daß mir ordentlich übel dabei geworden ist.( Unruhe.) Die deutschen Arbeiter, welche uns ihr Vertrauen schenken, werden fich durch die Bensur des Herrn v. Malzahn nicht beirren laffen. Seine Entrüstung war durchaus nicht an der rechten Stelle, fte sollte nur die Schwäche seiner Argumente verdecken. Wir werden ferner unsere Arbeiten hier thun, ob wir in Zukunft Diäten erhalten ober nicht. Gegen darauf bezügliche Angriffe des Herrn v. Malzahn verwahre ich mich entschieden. Die Interessen der Arbeiter wären beffer aufgehoben, wenn meine Partet die Mehrheit hätte( heiterkeit), dann hätten die Arbeiter Nußen von der Gesetzgebung und nicht bloß die Großgrundbestßer und Kapitalisten. bäudesteuer vom fistalischen Befiz." wird ohne Abg. v. Meyer( Arnswalde) bleibt dabei, daß dartlärun Gesez unannehmbar sei. Stabttr Nächste Tagen.) Abg. Dr. Wehr führt aus, daß tein Maßstab geeigne Gabberb sei, den östlichen Provinzen gerecht zu werden und ihre Beledigt erklä dürfnisse zu befriedigen. Der Often ist ja jegt das Stieftin der Regierung. Wenn das Haus seinen Antrag nicht an nehmen wolle, dann bitte er, den eventuellen Antrag, den mit v. Minnigerode gemeinsam geftellt habe, anzunehmen Sollte es bei der Vorlage bleiben, dann werde hoffentlich da Herrenhaus eine Korrektur schaffen. Wenn Schul- D Stellen der ergiebt f Minister v. Scholz: Jch möchte doch bitten, bei der Be urtheilung des§ 3 nicht von Anschauungen auszugeben, welche an einen zwischen den einzelnen Provinzen unterscheiden und die D provinzen als die Stieflinder der Regierung hinstellen, Don einer Bergewaltigung des Oftens sprechen und dergleichen dehnt bab Ein solcher Gedankengang ist durch und durch unberechtigt an, die erf Für die Regierung giebt es absolut feine Stieffinder unter fe stehend Den Provinzen; ich weise das ganz entschieden zurüdoriabr. Ich wiederhole, daß am besten die Vertheilung im Sinne ben 693, 18 nationalliberalen Antrags vorzunehmen gewesen wäre; es ist ja 16( 55), 1. Abficht und Ziel der Regierung, die ganze Grund- und Ge1), 1882 1 bäudesteuer an die Gemeinden und Kreise zu überweisen, und 885 1520 wir müssen im Uebrigen dahin kommen, dem Druck der Armen eit 1. Janu und Schullasten durch direkte antheilige Uebernahme auf Bahl der Die Staatskaffe abzuhelfen. Ich habe mich schon vor 1874 181, 1 43( 43), 1. einiger Beit für die Uebernahme der Hälfte der Schullaft ausgefprochen, ich würde selbst auch gar kein Bedenken tragen, 1882 5 daffelbe Verhältniß auch für die Armenlaften einzuführen.( ö hört! links; Abg. Richter ruft: Schöne Wirthschaft!) Dan würden wir in natürlicher Weise dahin gelangen, den Gemeinde erftens die Steuern zu überweisen, welche ihnen von Natur g bühren, und im Uebrigen an den großen Laften, von den der Druck hauptsächlich berrührt, uns quotenwei.e vo Staats wegen betheiligen. Wer in dieser Weise ernstlich Erleichterung will, fann es hier, wo erst ein fleiner Anfang diesen Neuordnungen gemacht wird, nicht schwierig finden, einem angemessenen Vertheilungsmaßstab zu fommen, wenn die Grund und Gebäudesteuer aus dem Maßstabe nicht gan herausfällt. Abg. Kayser erklärt fich für den Antrag Schrader. Abg. Richter: Der Antrag steht durchaus nicht in Disharmonie mit den früheren Beschlüssen. Es handelt sich bier um einen Staatsbetrieb, während in den übrigen Ausschüffen fich Arbeiter und Arbeitgeber gegenüberstehen. Aber es find nicht die eigenen Arbeitgeber, welche die Arbeiter sich gegen über haben, während das hier der Fall sein soll. Dazu kommt noch, daß das Verhältniß der staatlichen Arbeiter gegenüber ihren Vorgesetzten ein viel strafferes ist. Wenn wir die Sache so ließen, wie fie hier vorgeschlagen ist, so wird die Buziehung der Arbeiter nur eine dekorative sein. Auf Grund praktischer Erfahrungen und um wirklich die ungeschminkte Meinungsäußerung zu sichern, haben wir unsern Abänderungsantrag eingebracht. Abg. Windthorst empfielt den Antrag Buhl. Das Bentrum bat fich früher gegen die Arbeiterausschüsse erklärt, nicht um die Arbeiter unter die Knute der Arbeitgeber zu bringen, wie in sozialdemokratischen Versammlungen behauptet worden ist, sondern um die durch gemeinsame Arbeit ein friedliches Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu befördern. Nachdem sich noch Abg. v. Malzahn gegen den Antrag Schrader erklärt, wird derselbe abgelehnt, und hierauf§ 9 mit dem Antrag Bubl dagegen mit großer Majorität a ngenommen, die§§ 10-12 werden unverändert ge Abg v. Malzahn Gülz: Der Vorwurf, daß wir das A: beiterintereffe hinter unser eigenes zurückgesezt hätten, ist durchaus unbegründet und er beweist wieder, daß Herr Kayser ben Kommiffionsberathungen nicht beigewohnt hat, denn sonst mürbe er nicht gerade mir diese Vorwürfe machen. Ich em pfinde tiefe Trauer darüber, daß große und ehrenwerthe Schichten unseres Volles mit ihren heiligsten Interessen so leichtfinnig umgehen, fich dermaßen bethören laffen, daß fie Abnehmigt. geordnete hierher senden, die nachher so verfahren wie die Herren Sozialdemokraten. Abg. Schroeder: Eine Libre entnehmen vielleicht die Herren aus der Debatte. daß nämlich diese ganze sozialpolitische Gefeßgebung nicht zur Versöhnung, sondern zur Verschärfung Der Gegensäge führt. Was den Antrag Kayser betrifft, so fiehen demselben so große formale und mate telle Schwierig. teiten entgegen, daß ich ihm nicht zustimmen fann. Abg. Auer: Wenn eine Partei me die unserige, die aus nur 24 Mitgliedern besteht, in faft allen 18 Rommiffionen Dieses Hauses vertreten ist, so fann es wool vorkommen, daß dieses oder jenes Mitglied einmal in einer Kommissionsft ung fehlt. Uebrigens haben wir erst gestern einen Fraktionsbeschluß dahin gefaßt, daß ein solches Fehlen namentlich in mehreren Sigungen hintereinander- möglichst zu vermeiden sei. Die Bezauptung v. Malzahn's, wir arbeiteten nur, wenn wir be zahlt würden, ist eine arge BeaDrehung des Thatbestandes. Wir arbeiten hier tros des himmelschreienden Bustandes, daß wir, ob vohl wir für unsern Unterhalt selbst zu sorgen haben, ein halbes Jahr ohne Diäten in Berlin fein müssen. Die Herren von rechts haben ja auch keine Diäten, aber Sie haben Thr hierfein zu einem Haubzuge am Volle benugt.( Cho! rechts. Der Präsident ruft den Redner wegen der legten Aeußerung zur Ordnung.) Abg. v. Tiedemann( Bomft) konstatirt, daß speziell ländlichen Kreise bei Vertheilungsmaßstäben zu 754( 47). hr als das Ein hä lloren ein Ritglied des Brozeß und bit Bur Folge g ein von eine Snferat, in fchaft befchu geftellt und Mitglieber Briefe, weld pic fur tommen; einen Maßstab, der allen gerecht werde, gebe es nicht Wolle man die Kommunen entlasten, dann müsse man nicht ibre Leistungsfähigkeit, sondern ihre Belastung zur Grundlage der Vertheilung nehmen. Abg. v. Minnigerode gesteht zu, daß es sich hier felben Be Da Eifundi nicht exiftirt Manöver ei au Teben, un Den Aufgebe Diätar zu e einen Intereffenkampf handle. Beim Dotationsgefeß habe mein Schwieg die Fläche in Betracht gezogen, das solle man im Intereffe der armen Kreise mit dünn gefäter Bevölkerung auch diesma lei, und bief thun. Da aber dabei die Städte benachtheiligt würden, fichtigen. Abg. Meyer( Breslau): Die Debatte hai bewiesen, 10 bal Rammergeri Urtheilt. S Die Berathung wird darauf abgebrochen. Der Präfident solle man die Städte nach der Bevölkerung vorab beri deficherungs die Freifinnigen doch nicht so isolirt daftehen, fte haben bewegen, daß schlägt vor, morgen auf die Tagesordnung zu seßen: die noch restirenden Paragraphen der Bolltarifnovelle, außerdem die zweite Berathung des Buckersteuer und des Unfallversicherungsgefeges. Rolle spielt Abg. Bamberger macht darauf aufmerksam, daß der( Bomst) gefunden. Die Genests des Gesetzes zeigt fich ilon ist, aug Bericht der Kommission betreffs der Bestimmungen über das Intrafitreten der Bolltarifnovelle noch nicht vorliegt, und daß zwischen der Vertheilung und der Berathung desselben geschäftsordnungsmäßig eine Frist von zwei Tagen liegen Staatssekretär v. Boetticher: Jch möchte nur ton statiren, daß ich diese Debatte nicht habe provoziren wollen; meine Abficht war nur, flar zu legen, wie die Herren Sozial Demokraten nicht nur ihre Arbeiten in der Kommisfion mangel. haft geleistet, sondern wie sie auch die Geseze mangelhaft studirt baben. Wenn Sie mehr mit uns arbeiten und die Gefeße beffer studiren wollten, so würde uns das eine werthvolle Unterſtügung sein, die wir bisher entbehren mußten. Abg. Kayser bemerkt, daß er gerade diese Art von Ges fegen teat gut fenne. müffe. Präsident: Der Bericht ist im Drud und wird noch heute vertheilt werden. Es handelt sich übrigens nicht um einen schriftlichen, sondern nur um einen mündlichen Bericht. Bei der Geschäftslage muß es allseitig erwünscht sein, die zweite Lesung schon morgen vorzunehmen. Der Antrag Kayser wird darauf gegen die Stimmen Der Sozialdemokraten abgelehnt,§ 1 unverändert angenommen; ebenso auch die§§ 2 und 3. § 4 der Voilage lautet: Personen des Soldatenstandes find von der Versicherung ausgefchloffen. Die Erftredung der Versicherungspflicht auf Betriebs beamte mit einem 2000 Mt. übersteigenden JahresarbeitsverAbg. Bamberger: Ich bin von vornhein immer ge= neigt, den Vorschlägen des Präsidiums und anderer Parteien entgegenzukommen, wenn es fich darum handelt, die Geschäfte zu fördern. Da ich aber den Inhalt des Berichts noch nicht fenne, so behalte ich mir vor, wenn morgen die Tragweite der Kommissionsbeschlüsse nicht übersichtlich sein sollte, die Absegung von der Tagesordnung zu beantragen, und hoffe in Diesem Falle auf Berücksichtigung meines Antrages. Abg. Fhr. v. Frandenstein erklärt, daß er morgen beantragen werde, für Montag die zweite Berathung des Börsensteuergeseßes( Antrag von Wedell Malchow) auf die Tagesordnung zu setzen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 12 Uhr. ( Bolltarif, Budersteuer, Unfallversicherung.) Abgeordnetenhaus. werden! Was, an Wen, nach welchem Maßstabe, darübe lomitee der recht deutlich. Man sagte: Es muß irgend etwas vertheill wollte man fich später einigen, das find so die Nebenfragen Nu ( beiterfeit.) Im§ 1 hat man das Was bestimmt, in§2 Wen. Den Maßstab, nach dem man vertheilen will, schein man verkannt zu haben, man tann ihn nicht finden. darüber ist man einig, daß man gerecht vertheilen will. gemeinen Leben hält Jeber das für gerecht, was ihm meisten Vortheil bringt.( beiterfeit.) So verlangt man au 62. Sigung vom 1. Mai, 11 Uhr. Am iegierungstische: von Butttamer, v. Scholz und Kommiffarien. Die zweite Berathung des vom Abg. v. Huene bean tragten Verwendungsgefeges wird fortgesetzt. § 2 lautet nach den Beschlüssen der Kommission: teit? D g. In gege welcher Dantenftrage ften Etage bler beschäft nich) nehmen eine Tabe bem ande, daß Ceat war, i beute eine gerichte Vertheilung. Woher tommt die Schwierigh Wie die Armuth von der Poverté, so tomm die Schwierigkeit von der Unmöglichkeit. ( Seiterfeit Denn dadurch werden die Gemeindefteuerzahler fetter, daß ihr Geld erst in die Staatstaffe und vo dort in die Gemeindekaffe wandert. Es handelt fich aben auch nicht um die Beseitigung der Nothlage der Gemeindent be mäßig fe Be Des Boll vo Liite fehr le 20 P. A jährige, megen verid trügereien u Enneccetus sagt richtig, die Grundsteuer set teine Einkommen fteuer; aber eine Grundsteuer ist doch immer gerecht, wenn man den Gesichtspunkt im Auge behält, daß es Leistungen Staates und der Gemeinde giebt, die nicht sowohl dem vo übergehenden Bewohner zu Gute tommen, als vielmehr nie Werth steigern. Diesen Anforderungen entspricht die heutige und nagelfeft in das Grundstück eingelassen werden und deffen preußische Grundsteuer aber keineswegs, und fte in ihrer he tom bekannt tigen Gestalt überweisen, wäre keine Hilfe für die Gemeinden Aber fin berell wit Diesem Uebelstand hat nun der Antrag Quene mit seiner girten Grundsteuer des Fiskus abhelfen wollen. Idieser fingirten Grundsteuer schaffen Sie nur ein Seitenftüd Der fingirten Klaffensteuer, mit der wir behaftet find. Rein Fir anzwesen ist verworrener, das preußisch deutsche; wir haben bundesstaatliche Finans Die Ueberweisung erfolgt, mit Ausnahme der Hohen verfaffung, wir haben die Frandensteinsche Klaufel, Die Eife ufällig auf gänger eir e Bauen verl Der Ebbe in zollernschen Lande, an die Kreise( Land. und Stadt. Treise.) die fingirte Grundsteuer dazu bekommen! Dieſem verfchnd bahngarantie, die fingitte Klaffensteuer; nun follen wir nod In denjenigen Landkreisen, in welchen Kreisausschüsse nicht telten Gebäude kann ich feine Dauer versprechen, Jar S Hef Burt Rollegen Ichleunige a wurde. D Unter drift jeboch unr fubite die G und Aus nthält die Probe auf Ihren§ 1; er wird in keiner Weise nach Maß ständig zu gestalten sein. et enden Be Abg. v. Huene: Eine fingirte Grundsteuer für die fiskaraths einzu schen Grundstücke giebt es bei uns längst, die Kreise erheben f.und dieser fingirten Steuer ihre Buschläge. Der§ 3 bowieg, tein Raffparagraph, wohl aber ist der Antrag Wehr ein affanirag. Grund und Gebäudesteuer geben kein Bild von Land und absoluten Leistungsfähigkeit, es muß also durch eine Kor Die Amts turzahl die Bedürfnißfrage in Rechnung gezogen werden, Gemeinden no das geschieht am besten durch die Heranziehung der Be lfe: ungsziffer, der Grundlage für die Schul- unn Armenlaft. gegen den dem Maßstabe der Grund- und Gebäudesteuer allein zu t für den bellen, wäre ungerechter, als jeder andere Vertheilungsmakab sein tönnte. Protestiren muß ich gegen die Ausführungen den Kom Ministers bezüalich der Armenpflege; in dieser Beziehung ege ich vollständig auf dem Boden des Vorrebners. Schließlich inge ich bei dieser Gelegenheit der Regierung das Kommu alnothsteuergeset in Erinnerung, das der Noth des Oftens einem bedeutenden Theil abhelfen würde, und über dessen Schidiale wir seit seiner Annahme im Landtage nichts gehört aben. Die Fläche als Vertheilungsmaßstab ist nach unserer Auffaffung ganz unannehmbar; die Großgrundbestßer des Oftens werden das Doium eines solchen Beschlusses nicht auf en Kreise nehmen wollen. ( Widerspruch rechts.) Für uns würde auftommen bevölkerung 8. Commiffion aussichtslos Commiffton Daß die Ber dem Ma rwiesen un f die Krei ju/ nad Ac Dadurch die Annahme des Gesezes unmöglich. In der Abstimmung gelangt der§ 3 unverändert nach Kommissionsvorschlage zur Annahme. Darauf wird um 4 Uhr die weitere Berathung bis Sonntend 11 Uhr vertagt. im Bere zu ehren. bes Ueber Herrenhaus. 13. Sigung vom 1. Mai, 1 Uhr. Am Ministertische: v. Butttamer und Kommiffarien. Am 4. April ist der Domprobst Dr. Holzer gestorben; bie Mitglieder erheben fich von ihren Sißen, um sein Andenken Gingegangen ist die Landgüterordnung für die Raßftabe beroving Schleswig Holstein. Die der bereits zu aßstabe de Anfang der Seifton für diesen Gefeßentwurf gewählten Komäche zu v miffion überwiesen wird. Der Bericht der Staatsschuldentommission upt beat liber die Verwaltung des Staatsschulden wesens im Rech nen Kreisen nungsjahre 1883/84 wird in Schlußberathung erledigt. ufügen bi Der Gelegentwurf, betreffend die Dotation der Amtsund Gerbände in den hohenzollernschen Landen, Bird ohne Debatte angenommen und die Denkschrift über die bag bartlärung des Belagerungszustandes für den Stadtkreis Bielefeld und die Amtsgemeinde nd ihre Belediat erklärt. ab geeignd adderbaum Sandhagen durch Kenntnißnahme für Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr.( Kleine Vor3 Stieftind ag, den a nzunehmen fentlich da nicht anlagen.) nd die D tellen, Don unberechtigt = Lokales. Wenn man eine der Normal- Etats- Deputation von bei der Beer Schul- Deputation vorgelegte Tabelle einfieht, so gewinnt ben, welche an einen recht interessant n Ueberblick über die Zunahme der Stellen der Gemeindeleh er und Lehrerinnen seit 1. Jan. 1884. E ergiebt fich daraus, wie sehr die Gemeindeschulen sich ausdergleichen dehnt haben, zugleich aber, daß es nicht leicht gewesen sein ann, die erforderlichen Lehrkräfte zu gewinnen. Die in Paren inder unter fe stehenden Zahlen geben dabei die Zunahme gegen das Den zurüd orjahr. Am 1. Januar 1874 waren an Lehrerftellen vorhan Sinne bel in 693, 1875 766( 73), 1876 810( 44), 1877 861( 51), 1878 re; es ift ja 6( 55), 1. April 1879 968( 52), 1880 1029( 61), 1881 1110 - und Be 1), 1882 1201( 91), 1883 1301( 100), 1884 1409( 108) und Deifen, und 885 1520( 111). Die Bahl der Lehrerftellen hat sich hiernach Der Armen eit 1. Januar 1875, also in zehn Jahren verdoppelt. Die nahme auf abl der Stellen der Gemeinde Lehrerinnen betrug 1. Januar 1874 181, 1875 220( 39), 1876 257( 37), 1877 310( 53), 1878 Schullaf 43( 43), 1. April 1879 386( 43), 1880 461( 75), 1881 518 57), 1882 577( 59). 1883 665( 88), 1884 707( 42) und 1885 754( 47). Die Bahl der Lehrerinnen- Stellen ist mithin auf hr als das Dreieinhalbfache in zehn Jahren geftiegen. Schon vor ten tragen ren.( Hör aft!) Dan Gemeinde n Natur g von den nwei, e vo ernstlich bit Ein lloren einer hiesigen Versicherungsgesellschaft, deren einer Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses ist, einen langen Brozeß und endlich die Verurtheilung zu je 150 M. Geldbuße Folge gehabt. Jm April 1883 erschien in der„ N. A. 3." häßliches Konkurrenzmanöver hat für zwei Di fchaft Als Plettstößer senior beim Lesen der Depesche die unrichtige Namens Unterschrift gelesen, stiegen ihm Anfangs Zweifel auf ob der Dispositionsfähigkeit seines Sohnes; er weigerte fich daher, dem im Telegramm ausgesprochenen Wunsche nachzutommen und unterließ die Einsendung der qu. Summe, da er mit Recht annahm, daß die Unterschrift gefälscht sein müsse. Die Beamten des qu. Telegraphen Amtes in Wesel bewirkten nunmehr die sofortige Verhaftung des Schwindlers, als derfelbe an dem Schalter erschien um das erwartete Gelo abzuholen und auf geschehene Aufforderung als Plettstößer junior fich nicht legitimiren konnte. Auf der Polizei entdeckte man Burt gar bald, welch guter Fang gemacht worden war. wurde zunächst an das Gerichtsgefängnniß zu Rixdorf ausgeliefert und dort im Februar d. I wegen eines anderweitis gen Diebstahls zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt, die er gegenwärtig in Blößensee verbüßt. Von dorther vorgeführt gegenwärtig in Blößensee verbüßt. Von dorther vorgeführt erschien Burt am 1. D. M. vor der 2. Straflammer, um sich wegen des obengeschilderten Schwindels und wegen Betruges, Urkundenfälschung und Einbruch- Diebstahls in je 2 Fällen zu verantworten. Es war ein ganzes Sündenregister, deffen der Angeklagte fich schuldig bekannte. Am 4. Oktober v. J. erschien der Angeklagte bei seinem früheren Prinzipal, dem MufitDirektor Schumann in Briz mit der Bitte, ihm 1 Tuba zu leihen, da er an demselben Tage noch ein Konzert geben wolle, bei dem die Söhne des Schumann mitwirken tönnten. Herr Schumann hatte das verlangte Instrument daraufhin dem Burk gelieben und auch die beiden Söhne fanden fich zur Zeit an Der zur Abbaltung des Konzertes von Burt bezeichneten Stelle aur festgefeßten Stunde pünktlich ein. Sie mußten aber nach langem Harren mißgeftimmt nach Hause gehen, die beiden Muftzt, und ihrem Vater mittheilen, daß Buit mit dem gelies benen Instrument wahrscheinlich durchgebrannt sei. Dem war auch so; als richtiger Mufitus hatte Burt aber mit dem Zuba allein fich nicht begnügt, sondern auch noch unter ähnlichem Vorwande von der Mutter eines Kollegen in Rigdorf sich eine Geige erschwindelt und hinterher beide Instrumente zum Pfandleiher getragen. Mit dem Erlöse aus seinen Schwindeleien machte Burt darauf einen Abstecher nach Neu- Ruppin, woselbst er auf den Namen seines früheren Prinzipals Schulden machte. Aber auch bas Metter der Einbrecher war dem Jüngling schon geläufig. In Neustadt a. D. erbrach er einen seinem Prinzipal, dem Mufil- Direktor Malzahn, gehörigen Koffer, entwendete daraus in baarem Gelde 130 M. und verschwand darauf unter Mitnahme eines Winter- Uebers stebers sowie anderer Kleidungsstücke. Ferner entwendete Burk feinem Logiswirth. Schuhmachermeister Block, Goldsachen im Werthe von 50 M., worunter fich ein goldenes Armband be fand, das er einem Hauftrer für 3 m. verkaufte. Selbst die armselige habe eines Handwerksgesellen verschmähte der Ange flagte nicht. Der Staatsanwalt beantragte, nachdem der Ange flagte ein umfaffendes Geständniß abgelegt, zwei Jahre Zuchthaus, Ehroerluft und Polizei Aufsicht. Der Gerichtshof ging jedoch über diesen Antrag hinaus und erkannte auf 2 Jahr 6 Monat Buchthaus, 5 Jahr Ehrverluft und Polizei- Aufsicht. Vereine und Versammlungen. hr. Jm Arbeiter.Bezirksverein der Friedrichstadt hielt am Donnerstag bei Gratweil der praktische Arzt Herr Dr. Stahn über„ Die Berwerflichkeit der Giftheilslehre" einen von den Versammelten mit lebhaftem Beifall aufgenom menen Vortrag. Er leitete seine Ausführungen mit dem Hin weise auf die praktische Bedeutung ein, welche für die Bürger einer Stadt die Frage babe, ob von den zwei in der Wissenschaft der Medizin noch herrschenden entgegens gefesten Lehren diese oder jene die richtige set, ob die physiologisch begründete Lehre, welcher zufolge nur solche Stoffe als Heilmittel anzuwenden find, welche vortheilhaft auf den menschlichen Drga ismus wirken, oder die Giftbeilslehre, welcher zufolge als Heilmittel vorzugsweise Gifte, b. h. Stoffe, welche erwiesenermaßen auf den gesunden Drga nismus schädlich, tranfmachend und tödtend wirken, an zuwenden find. Redner bekämpfte mit aller Entschiedenheit die Giftheilslehre. Dieselbe beruhe auf dem uralten, bei den egyp tischen Priestern herrschend gewesenen Aberglauben, daß jede Krankheit von einem Giftstoffe herrühre, der sich in dem OrgaKrankheit von einem Giftstoffe herrühre, der fich in dem Orga nismus entwickelt habe, und daß den Wirkungen dieses Gifts ftoffes durch ein stärkeres Gift entgegengewilt werden müſſe. Daß dieser Aberglaube seine verderbliche Herrschaft immer noch Daß dieser Aberglaube seine verderbliche Herrschaft immer noch nicht ganz eingebüßt, beweise der Umstand, daß neben dem Strafgesetzbuch, welches jedem Bürger bei schweren Strafen jedem Strafen ein von einem angeblichen Heinr. Rust in Neuhof ausgehendes Anfang Inferat, in welchem die Norddeutsche Hagelversicherungsgesells verbietet, einem Nebenmenschen ein Gift beizubringen, auch die wenn nu nicht gan , daß bi en zu fun ebe es nicht = man nicht Grundlage geftellt und veröffentlicht zu haben, zugleich erhielten mehrere Mitglieder des Verwaltungsraths der genannten Gesellschaft Briefe, welche mit Heinrich Ruft" unterzeichnet waren und felben Beschuldigungen in noch schärferer Form wiederholten. Da Erfundigungen ergaben, daß ein Heinr. Nuft in Neudorf nicht eriftirt, so lag es nabe, in dem Inserate und den Briefen au leben, und nach vielen Bemühungen gelang es auch, als Manöver einer in ihren Mitteln nicht wählerischen Konkurrenz Den Aufgeber des Inserats und Schreiber der Briefe einen babe mal ein Shwiegervater, der Direktor der Hagelversicherungsbant Intere für Deutschland, Picht, der Urheber von Inserat und Briefen uch diesme, und dieser wiederum bezeichnete feinen Kollegen Röhne als beschuldigt wurde, einen falschen Rechnungsabschluß auf fich hier u rab berüd 10 Diatar zu ermitteln, der im Laufe des Verfahrens angab, daß ,, Pharmakopoea germanica" immer noch offizielle Geltung hat, -ein Buch, in welchem Gifte als Heilmittel bezeichnet werdenwelche den Kranten beizubringen die approbirten Aerzte das Brivilegium haben. Eine Interpellation veranlaßte He rn Dr. St, dem Aberglauben, der bei den blederen" Tyrolern herrscht, daß die Gewöhnung an Arsenit gegen Vergiftung helfe, ent gegenzutreten. Der Vorfigende, Herr Pfeiffer, machte die Nug anwendung von dem Vortrage, daß man bei den Kommunal wahlen nur für solche Männer eintreten dürfe, welche Gegner der Giftheilslehre sind, da ein Anhänger dieser verderblichen Lebre, Herr Dr. Stryd, bereits dazu defignirt set, zum Stadt rath und Chef des städtischen Medizinalwesens gewählt zu werden. Bu kommunales" nahm Herr Pfeiffer das Wort, um schon jetzt die Verdienste des Stadv. Kr. hervorzu würden, Ritschuldigen. Alle drei wurden von der Norddeutschen Hagel heben, um detentwillen die Arbeiterpartei seinem Bemühen, in wiefen, ba baben beut Tiedeman as vertheill be, darübe lebenfragen Det ficherungsgesellschaft belangt und vor einigen Tagen vom Rammergericht endgiltig zu der oben mitgetheilten Strafe ver Urtheilt. So berichtet die N. A. 3.", fte vergigt aber hinzu Julegen, daß Herr Köhne Vertreter der beiden priegniger Kreise im Abgeordnetenhause und Mitglied der freikonservativen Frat gt fich ja on ift, augleich aber in der Berliner Antisemitenbewegung eine Rolle spielt und, so viel wir wissen, dem neuen Sentral- Wahl -in§ 24 welcher gegen 9 Uhr das Trottoir vor dem Hause Komman g. In großer Gefahr schwebte heute Vormittag ein Herr, will, fchel Dantenstraße 23, Ede der Alten Jakobftraße, pasfirte. In der nden. ten Etage werden die Wohnräume renovirt und einer der ler beschäftigten Arbeiter wat so unvorsichtig, beim Heraus nehmen eines Fensters daffelbe fallen au laffen. Daffelbe fiel rade dem gebachten Herrn auf den Kopf, und nur dem Um ande, daß er mit einem widerstandsfähigen Zylinderhut beCect war, ist es zu verdanken, daß der verr mit einer verhält. mäßig fehr geringen Verlegung davongekommen ist. Die Be Des herabfallenden Fensters schlug dem Herrn nur etwa 13oll von der linken Schläfe entfernt ins Geficht und so te fehr leicht ein größeres Unglüd entstehen können. will. J 8 ihm D t man auc Schwieriga so tomm ( Seiterfeit bler nich und vot fich aben Gemeindent leit. Fintommen techt, wenn Be ftungen be dem vo Imehr nich und defen Die heutige Gemeinden fi Aber mil Seitenftüd pir bereit Trener, Gerichts- Zeitung. P. Auf der Tour nach Holland, wohin der taum 20 jährige, aus Stuttgart gebürtige Mufitus Karl August Burk egen verschiedentlich hier und in der Umgegend verübter Be trügereien und Spigbübereien zu flüchten gedachte, traf derselbe Der Friedrichstadt wieder gewählt zu werden, werde entgegen wirten müffen. Weiter gab Herr Pf. seinem Bedauern darüber Ausdrud, daß den an den Magiftrat gerichteten Betitionen, Die Barlanlagen auf dem Leipziger Plage dem Publikum und Den Kindern zugänglich zu machen, andere nachgefolgt find, in denen der Magistrat darum gebeten wird, dies nicht zu thun. be. Ein unerwarteter Zwischenfall führte zu dem etwas rasch erfolgenden Schluß der öffentlichen Versammlung des Vereins für Reform der Schule und Erzie hung, welche am Donnerstag, den 30. April, im Königstädtis fchem Rafino unter Borfis des Herrn D. Friederice statt fand. Herr Dr. Huber aus München hielt einen Leifällig aufgenommenen Vortrag über den ,, Ultramontanismus und die Schule." Dann wurde folgende Resolution zur Diskussion geftellt:„ Die heutige, öffentliche Versammlung des Vereins für Reform der Schule und Erziehung bält es für verhängnißvoll für das deutsche Volk, daß der Kulturkampf mehr und mehr verfumpft; und erblick einen heilsamen Ausgang desselben nur in der Trennnng der Kirche vom Staat, und der Schule von der Kirche durch Herstellung, einer tonfessionslosen Schule" In der Debatte machte nun ein Redner eine Bemerkung über das evangelische Priesterthum und über die Feier des Buß tages, oder vielmehr er war im Begriff, eine solche zu machen, als der überwachende Polizeibeamte fich erhob, den Rebner unterbrach und ihn troßdem der Vorfißende und andere Herren fich bereit erklärten, für den Redner jebe Bürgschaft zu übernehmen nach der Polizeiwache 22 zur Feststellung seiner Bersönlichkeit abführen ließ, weil in den Worten eine Schmähung fich Gruppen, welche das Ereignis besprachen, und so beeilte getheilten Resolution gegen 11 Uhr diese legte Busammenkunft Des Vereins vor den Sommerferien zu schließen. ufällig auf dem Bahnhofe in Wesel mit einem Berufsgenoffen staatlicher Einrichtungen zu erbliden gewesen sei. Dieser Bor Ramens Blettitößer zusammen, deffen persönliche Verhältniffe gang verfegte die Versamm'ung in große Erregung, es bildeten tbrer om betannt waren. Diese Begegnung bot nun dem Hollandfeiner auen verließ, einen neuen Schwindel zu inszeniren, welcher gänger eire günstige Gelegenheit, noch bevor er die deutschen fich der Vorfigende nach einstimmiger Annahme der oben mit Ober Ebbe in seinem Beutel abhelfen sollte. Bu diesem Zwec lief Burt eine an den in Limm wohnhaften Vater seines Sollegen gerichtete Depesche vom Stapel, inhalts deren Schleunige Einsendung von 40 Man Plettstöker jun. gefordert wurde. Die Depesche war von Burt mit der Namens Unterschrift seines Kollegen versehen worden; der Name war jeboch unrichtig geschrieben. Dieser legtere Umstand nun che Finan Die Eifen en wir nod verfchn Der Streit in der Werkstatt des Herrn Duste Friedrichstr. 247, ist beendet. Herr Duske bat prinziphalber", Die 10stündige Arbeitszeit nicht bewilligt. Herr Duste mag jezt auch sehen, wie er mit dem Schaden davon kommt, denn Die 9 Mann, welche die Arbeit dort niedergelegt haben, nehmen dieselbe bei 11stündiger Arbeitszeit nicht wieder auf. gekommen, wenn nicht ein Kollege gemaßregelt worden wäre, wodurch sich die anderen gezwungen fühlten, weil der Be treffende nicht wieder eingestellt wurde, die Arbeit ebenfalls niederzulegen. Von diesen 9 Kollegen haben 3 bereits ander weite Arbeit, und ersuchen wir die Kollegen Berlins, falls ihnen Vakanzen bekannt werden sollten, es dem Leiter der Be wegung, Mietbe, zu melden, damit er die Streifenden fo schnell wie möglich unterbringen tann. Bemerkenswerth ist noch, daß die 4 Bauanschläger des Herrn Duste die Streiten den in der Werkstatt zu ersezen suchen; unter ihnen ist auch ein Stellmacher und ein ehemaliger Schloffermeister, welcher selbst schon 12 Jahre das Szepter führte. Ob dieselben aber im Stande find, recht großen Profit herauszuschlagen, ist eine andere Frage, besonders wenn man Submissionsarbeiten hat, welche das Kilo mit 23 Pf. bezahlt werden und noch nach außerhalb franko verschickt werden müssen. Kollegen, da uns in legter Beit von verschiedenen Seiten Werkstätten mit dem Ersuchen genannt wurden, doch über dieselben den Streit zu verhängen, weil dort noch 11stündige Arbeitszeit und außerdem noch Ueberstunden gemacht werden, so machen wir hiermit bes fannt und weisen speziell auf unser legtes Flugblatt hin, daß wir einzelne Streits vermeiden wollen. Wir bitten die Kollegen, doch so lange auszuhalten, bis wir den Beit punkt festgestellt haben, an welchem die zehnftündige Arbeitszeit über ganz Berlin eingeführt werden soll; vorher müffen wir jedoch gut informirt sein, damit wir wissen, mit wie viel indifferenten Kollegen wir bei einem allgemeinen Streit noch zu rechnen haben. Möge also ein Jeder in dieser Beziehung feine Schuldigkeit thun und seine Nebengesellen darüber auf flären, daß es sowohl dem Meister als auch dem Gesellen lieb sein muß, eine oder zwei Stunden weniger zu arbeiten, wenn er das Gleiche verdienen kann oder vielleicht noch mehr. Wenn wir es erst so weit gebracht haben werden, daß alle arbeits lofen Schloffergesellen Berlins Arbeit haben, und damit das starte Angebot aufgehört hat, dann werden wir auch die Löhne beffer reguliren tönnen. Hauptsächlich machen wir auf die Werkstatt Bezirks- Versammlungen aufmerksam, welche in nächster Zeit stattfinden, damit dieselben recht zahlreich besucht werden. Aber auch die öffentlichen Generalversammlungen bitten wir nicht zu vergessen und erwarten wir am nächsten Sonntag, an welchem die erste öffentliche Generalversammlung der Schloffer und Berufsgenossen in Moabit bei Herrn Wittig, Thurmftr. 42 a abgehalten wird, recht rege Betheiligung. Die Lohntommiffion der Schloffer und Berufsgenossen Berlins. Eine große öffentliche Versammlung der Fabrik und Bauarbeiter Berlins tagte am Dienstag, den 28. April in der Urania", Wrangelstraße 9-10. Der Saal war bia auf den legten Plaz gefüllt, so daß ungefähr 500 Personen anwesend waren. Die Herren Hildebrandt und Ahlfeldt refe rirten über die Bustände in einzelnen Fabriken, Maßregelungen Der Arbeiter, Fabrikanordnungen und Uebergriffe einzelner Meister in denselben. Hierbei wurden nun wirklich haarsträubende Thatsachen ans Tageslicht gefördert. Namentlich wur den die Verhältnisse in der vor dem Schlesischen Thor belegenen Anilinfabrik einer sehr scharfen Kritik unterzogen. Ganz be sonders wurde das Verhalten des in dieser Fabrit als Meister fungirenden Herrn Schlaffge getadelt. Wir müssen leider für heute von der Wiedergabe der gegen diesen Herrn vorge brachten Anschuldigungen Abstand nehmen, vielleicht haben wir dazu später einmal Gelegenheit. Auch aus anderen Fabriken wurden Thatsachen vorgebracht, die geradezu scheuß lich genannt werden müssen. So wurde u. A. behauptet, daß die Arbeiter frauen, während die Männer in der Fabrik seien, von den Meistern die unfittlichsten Bumuthungen zu erdulden bätten. Ferner wurde als Thatsache hingestellt, daß manche Meister nur solchen Arbeitern Arbeit geben, die vorher eine bestimmte Summe zahlen tönnen. Auch die Verhältnisse in der Farbenholzschneiderei und Gewürzmühle, Neandaftr. 36, wurden von einigen Anwesenden scharf tritifict. Schließlich gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die heutige öffentliche Versammlung der Fabrik- und Bauarbeiter Berlins erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten sowie anderer in der Aktiengesellschaft für Anilinfabritation beschäftigten Arbeiter, welche in demselben Sinne sprachen, vollständig einverstanden, und ersucht das heutige Bureau der Versammlung, dem Verein zur Wahrung der materiellen Intereffen der Fabrik- und Bauarbeiter Berlins" es anheim zu geben, die Direktion der Anilinfabrik zu ersuchen, den in iener Fabrit beschäftigten Meister Schlaffge zu entlaffen." Eine öffentliche Generalversammlung der Stell macher fand am Mittwoch, den 29. April im Lokal des Herrn Scheffer, Inselstraße 10, unter Leitung des Herrn Hering statt. Auf der Tagesordnung ftand: 1. Stellungnahme zur Ein labung des Innungs- Vorstandes betreffs der Wahl des Ge fellen- Ausschusses. 2. Verschiedenes. Herr Hering wies bar auf hin, daß die Einladungen zu den Wahlen an die Gesellen wie auch die Wahlen selbst, nicht mit dem Jnnungs- Statut in Einklang zu bringen seien, da laut§ 35 des Innungs- Statuts jeder Gefelle, der ein Jahr beim Innungs Meister in Arbett fteht, wahlberechtigt ist und jeder, der das 25. Lebensjahr über schritten hat, wählbar ist. Der Vorstand der Innung habe aber nur diejenigen Gesellen eingeladen, welche Mitglied der Detskrankenkaffe find; der Obermeister Schulz habe sogar vor Eröffnung der Versammlung jeden, der nicht Mitglied der Dristaffe fei, aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Bei der Wahl selbst wurden drei Herren gewählt, welche nicht bei Jnnungs Meistern arbeiten, was dem§ 35 des Jnnungs Statuts widerspricht. Die Versammlung beschloß hierauf gegen diese Handhabung der Wahl einen Brotest bei der hiesigen Gewerbe- Deputation einzubringen und wurden die hierzu ausgelegten Listen reichlich mit Unterschriften bedeckt. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung wurden zwei Meister bei Namen genannt, welche fich die gefeßwidrige Handlung zu Schulden tommen ließen, daß fie ihren Gesellen das von ihnen. in die Ortskrankenkasse zu zahlende Kaffengeld vom Lohn wieder abziehen. Auch gegen Herrn Weimann, Rendant von der Ortskrantenkaffe, wurden mehrere Klagen vorgebracht, weil derselbe, wenn er einem Gesellen Arbeit giebt, sogleich auf deffen Arbeits- Kontrolschein bemerkt, welcher Kaffe derselbe an gehört. Schließlich wurde von mehreren Mitgliedern der Wunsch ausgesprochen, daß solche Mißstände möglichst öffent lich an den Branger gestellt werden möchten, da dies das beste Mittel sei, dieselben aus der Welt zu schaffen. " U hfs. Zu der großen außerordentlichen General Ber fammlung der Mitglieder der hiesigen Ortskrantentaffe der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Berufsgenossen, welche von der Protest. Kommission( Im Auftrage: A. Meyer) am 26. v. M. Vormittags in den Wintergarten" des Bentral hotels einberufen worden war, hatten sich weit über 2000 Kaffenmitglieder eingefunden. Von den derzeitigen Verwaltungsrathsmitgliedern war, wie fonstatirt und sehr befremdend" gefunden wurde, außer Herrn Fahrenwald Niemand ,,, auch nicht Herr Wittig" erschienen. Der 3wed der Versammlung war: Stellungnahme der Mitglieder zum neuesten, gegenwärtigen Stand der Verwaltungsangelegenheiten der ca. 23 000 Mitglieder umfassenden Ortskranten- und Sterbes tasse seit dem 1. Dezember 1884, hauptsächlich in Betreff des wie befürchtet wird- in seinem ganzen Bestande bebrobten Fonds der alten Sterbekaffe der Maschinenbau Arbeiter Berlins. Derselbe, im Betrage von 209 000 m., fiel bekanntlich nach den betreffenden Ausführungsverordnungen zum neuen Arbeiter- Kranken- Versicherungsgeseß an die neue Ortskaffe und wird mit dieser gemeinschaftlich verwaltet. Die Tagesordnung der Versammlung, zu deren Vorfigenden die Herren A. Meyer und C. Gutheit gewählt wurden, lautete nach dem gedruckt vorliegenden und zur Ver theilung gelangten Einladungs. Programmwie folgt: fabite die Entdeckung des beabsichtigten Schwindels herbei. Wie schon früher bemerkt, wäre es dort gar nicht zum Streit 1. Die Erhöhung der Beiträge von 51 auf 63 Bf. pro Woche und die für die Mitglieder daraus entstehenden Folgen. 2. Wäre die heutige Krantenfaffe noch zahlungsfähig, wenn von bem 209 000 Mart betragenden Fonds der alten Sterbefaffe nicht ausgezahlt würde. 3. Wollen wir Mitglieder uns dieses ohne dagegen zu protestiren, tubig gefallen laffen?" Hierüber führte als Referent der Versammlung Herr A. Meyer, der betannte frühere mehrjährige Borfigende des Verwaltungs: aths der( alten) Kranken- und Sterbefaffe der Berliner Maschinen bauarbeiter u. f. w. unter oft fich wiederholendem, stürmischem Beifall der Versammlung, im Wesentlichen folgendes aus: Wie bei den durch das neue Arbeiter Krantenversicherungs. Gefeß ganz beträchtlich erhöhten Leistungsverpflichtungen der Kaffe ohne angemessene Erhöhung der Beiträge nur zu er warten gewesen sei, habe der Wochenbeitrag son 51 Bfg. zur Der Kafenausgaben Bestreitung für bie Kranten nicht mehr aus geloer u. f. w. schon sehr bald gereicht und die Verwaltung habe sich, wie man trot Der befannten Geheimtbueret bereits im Februar erfahren, fchon zu jener Beit genöthigt gesehen, dem alten Sterbefaffens Fonds die Mittel zur Dedung der Krankenkassenbedürfnisse zu entnehmen. Troßdem nun die Verwaltung schon in der Raffen- Generalversammlung am 16. März d. J., auf eine Interpellation des Redners( Herrn A. Meyer), diese That fache einzuräumen gezwungen gewesen und darauf von der Veriammlung fofort ermächtigt worden sei, die Beiträge ganz nach Bedarf zu erhöhen, habe fte dennoch erst am 8. April d. J. einen zum Theil dahin zielenden Artrag gestellt, wonach ber wöchentliche Beitrag von 51 auf 60 Bf. erhöht, aber gleich zeitig das Krantenunterstügungsgeld von 9 auf 8 M. herab gesezt werden sollte. Die Generalversammlung babe jedoch den Antrag auf Verminderung des Krankengeldes verworfen, und die Verwaltung abermals ermächtigt, die Beiträge beliebig und wenn nöthig selbst bis auf 72 Bf. zu erhöhen. Darauf bin sei dann am 13. April der Verwaltungsraths Be fchluß gefaßt worden, die Krankenur teiffügung von 9 Mart ungeschmälert zu belaffen und den Beitrag von 51 Bf. auf 63 Bf. zu erhöhen. Auf diesen; den Magistrat jest vorliegenden Antrag babe die Gewerbebe putation oder vielmehr Herr Stadtfyn bilus Eberty" noch nicht beschieden. Die Folge dieser allerbings unvermeidlichen, aber noch nicht einmal ausreichenden Beitragserhöhung werde unter den gegenwärtigen gebrüdten Lohnverhältnissen teine andere sein, als daß viele, gleichzeitig in mehreren Krantentassen verficherte Mitglieder der Kaffe, be fondets die sogenannten ,, Diveisen"( welche daneben noch einer neuen Dite kaffe machte der Referent noch folgende Ausführungen und Mittheilungen: Von den insgesammt 23 000 Raffenmitgliedern, welche seit dem 1. Dezember 1834 Ansprüche auf Sterbegeld haben, werden bis jept nur die 6000 Mitglieder der Seibelaffe, welche der Ortskrankenkasse nicht angehö en und unter denen sich auch 500 Frauen befinden, zur Zahlung von Sterbekaffen- Beiträgen( mit monatlich 25 Pf) berangezogen, wogegen die übrigen ca. 17 000 Mitglieder der DrtsRrantenkaffe seit dem 1. Dezember 1884 teine besonderen Sterbe kaffen Beiträge zahlen. Dieser Kaffe sei somit bis zum 1 April cr. ein Ropital von ca. 17 000 Mt. verloren gegangen. Und selbst wenn die selbstständige Verwaltung der Sterbelasse noch durchgefeßt und die nachträgliche Einziehung jener Beiträge noch möglich werden sollte, verliere die Raffe Beiträge noch möglich werden sollte, verliere die Kaffe für jenen Beitraum die Binsen jenes Kapitalbetrages. Auf unabläfftges Drängen der Proteft- Kommission habe endlich am 4. April cr. die Verwaltung an das biefige Polizei präsidium eine Beschwerde über die betreffenden Erlaffe der Gewer bedeputation in Sachen des alten Ster Lelaffen- Fonds 2c. gerichtet und das Polizeipräfidium unter Hinweis auf die von Der großen Kaffenmitglieder Versammlung am 8. Februar cr. im Louisenstädtischen Theater einstimmig gefaßte Resolution gebeten, die Genehmigung des von der Verwaltung einge reichten Statuts für eine selbstständige getrennte Verwaltung Der Sterbetafe herbeiführen zu wollen. Jene Resolution er flärt bekanntlich das Geirenntbleiben des großen Fonds der Sterbelaffe von der Ortskrankenkaffe und die selbstständige Ver waltung der ersteren als im Intereffe Aller liegend"; ferner, daß die Kaffenmitglieder in den letterlassenen Verfügungen des Magiftrais 2c. eine Schmälerung ihrer Rechte erblicken und dieselben nicht in Einklang mit den bestehenden Gesezen bringen zu fönnen glauben, weshalb die Versammlung das tgl. Polizei präsidium ersucht, die Beseitigung der durch das Vorgehen der Gewerbedeputation hervorgerufenen und bereits ein Jahr andauernden Aufregung der 23 000 Kaffenmitglieder dadurch herbeiführen zu wollen, daß dem von der Verwaltung eingereichten, die fernere Existenzfähigkeit der Sterbelaffe sicherstellenden Sterbelassen Statut die amtliche Genehmigung er theilt wird." Dieser Resolution hat fich auch die neueste, am 13. März cr. ftattgehabte Generalversammlung der 17 000 Krantenkaffenmitglieder vertretenden 170 Delegitten voll und ganz angeschlossen. Ein ähnliches, nur noch näher motivirtes Ges such, wie das der Verwaltung, reichte unter Bezugnahme auf lepteres auch die Protest- Kommiffton vom 14. April cr. beim Sterbekaffen Beitrag zu zahlen hatten, ein Monate beitrag 40 Pf. aufzuerlegen. Das sei unbillig und dürfe nicht gefde Bei derselben letterwähnten Gelegenheit habe Herr Dr. Eb auch gräußert, die Sterbelasse jei ihm als tünftig ni mehr lebensfähig bezeichnet worden, boch wolle er noch einmal von einem Sachverständigen sorgfältig pri laffen." Der ganzen Sachlage gegenüber, so schloß Rei Meyer, sei es unerläßlich, energisch und fofort zu hand und die Proteft- Kommission mit allen Machtvollkommenhe auszustatten, damit schleunigst gerettet werden fönne, was n zu retten ist. Er bitte deshalb die Anwesenden, fich bied auszusprechen und eröffne biezu die Dielusfion. Diefelbe eine sehr animinte, verlief aber trotz der großen Erregtheit Versammlung ohne jedwete Störung. Alle an derfelben betheiligenden Redner, besonders die Herren Gutheit, Kle Bredow, Fahrenwald, Mefferknecht, Hoffmann u. A., fprad fich durchweg im Sinne des Referenten aus. Auch nahm Versammlung einstimmmig folgenden, von Herrn Me fnecht eingebrachten Antrag an:„ Die heutige Versammlung beauftragt die Broteft- Kommission, in Sachen der Beschw bezüglich der Sterbelaffe die weiteren Schritte zu thun nöthigenfalls das gerichtliche Verfahren einzuleiten." Die zu gestern Abend nach der Urania"( Wrang ftraße 9-10) berufene Voltsversammlung, in de Abgeordnete des vierten Berliner Reichstags Wabitreises, Paul Singer, feinen Wählern über seine Thätige Heichstage Bericht erstatten wollte, ist in legter Stunde zeilich verboten worden. Fachverein für Schloffer und Berufsgenossen. sammlung Sonnabend, den 2 Diat, Abends 8% Uhr, mandantenstr. 77/79. Vortrag des Herrn Dr. Veilch Aufnahme neuer Mitglieder. Disfuifton. Rechtsschut überlegenheiten. Verschiedenes. Fragekasten. Bahli etched scheinen erwünscht. anderen Kaffe angehören und ihre Beiträge selbstständig, ohne Bolizeipräsidium ein, worin daffelbe, als nächste staatliche Auf F den Drittels Buschuß der Arbeitgeber", zahlen) fich gezwungen sehen werden, aus der Ortskrantentasse auszuscheiden. Hier burch würden die Einnahmen und die Verhältnisse der Drtstaffe fich ünftig nur noch ungünstiger gestalten und die dem alten Sterbelassen Fonds drohenden Gefahren immer größere Dimensionen annehmen. Andererseits aber würden die jest aus der Driekrantentaffe austretenden alten Mitglieder event. d. h. je nach Ausfall der noch ausstehenden endgiltigen alten Sterbefaffenfonds Entscheidung in Betreff des threr wohlerworbes langjäbi igen Gefahr laufen, Rechte Sterbetaffe Die Der luftig ganz Der Redner tönne daher den betreffen zu geben. Den Kaffenmitgliedern, ganz besonders den 7000 Diversen", nur dringlich rathen, vorläufig und bis zum Ein treffen einer legten definitiven Entscheidung über die alte Sterbetasse noch nicht aus der Drtstasse auszuscheiden. Spesiell über die alte Sterbelaffe resp. deren Fonds und seine Verwaltung in der nen an Theater. Königliches Opernhaus. Bute: Sinfonie- Soiree. Königliches Schauspielhaus. Heute: Magnetische Kuren. Deutsches Theater. Heute: Die Geschwister. Date: Marguerite. Bellealliance- Theater. Renee Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Beute: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direttion Anton Anno. the ste: Bum brittlegten Male: Der Kernpuntt. Hierauf: Die Boulretterin Voute: Gillette. Walhalla Operetten- Theater: Louisenstädtisches Theater: Aute: Surrab Germania! Oftend- Theater: eute: Der fliegende Holländer. Wallner- Theater. Beute: Die Leibrente. Vittoria Theater. Beute: Sulfurina. Alhambra- Theater. Heute: Die Juden von Worms. Durch die Geburt eines munteren Jungen wurden hocherfreut H. Liewald, Schankwirth, Berlin, d. 1./5. 1885. Anna Liewald geb. Wodieska, Frankfurter Allee 143. 948 Sebeitsmarkt. Eine Frau zum Beitungtragen wird verl. Andreasftr. 66. 957 Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 11 Uhr, in K Konrath's Salon, Bafferthorfstraße 68: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: Genehmigung des Sterbefaffen Statuts so schnell wie möglich beseitigen zu wollen." Das hiefige Polizeipräsidium habe, be richtete der Referent, sofort der Gewerbebeputation von den beiden Gefuchen und Beschwerden Kenntniß gegeben, worauf Der Herr Stadtfynditus Eberty fich leeilte, einer von ihm ge leiteten Verwaltungsrathefizung der Kaffe zur Regelung der betreffenden Verhältnisse gewiffe Vorschläge zu machen, da, wie Herr Dr. Eberin dabei bemerkt habe ,,, von einer selbstständigen Sterbefaffen Verwaltung doch nicht die Rede sein könne." Nach seinen Vorschlägen wären diejenigen Mitglieder, welche schon vor dem 1. Dezember 1884 der Örts Krantentasse angehörten und 100 Mt. Sterbegeld zu beanspruchen haben, fünftig mit einem Sterbelaffen Beitrag von monatlich 12 bis 15 Pf. heranzustehen, dagegen den der Sterbekasse allein( aber nicht auch Der Dits- Krantentasse) angehörenden Mitgliedern, die in langen Jahren wohlerworbene Rechtsansprüche auf 150 Mt. Sterbegeld aufzuweisen haben und bisher nur 25 Pf. monatlichen Zwet große Versammlungen der Tischler finden S tag, Vormittag 10 Uhr, ftatt. 1. In Kelle's Salon, And firaße 21. 2. Jn Rothader's Salon, Teltowerfir. 3. ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. B Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen sämm Tischlergesellen nothwendig. Versammlung der Mitglieder der Kranten Sterbetasse der Metallarbeiter( E..) Hamburg, Fili Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 10 Uhr, bei Keller, Dreasstraße 21, oberer Saal. Buch legitimirt.. Es wird zahlreiches Erscheinen ersucht. Verein zur Wahrung der materiellen Intereffen Fabrit und Bauarbeiter Berlins, Montag, den 4 Abends 8 Uhr, im Lotale des Herin Keller, Andreasstraf Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. über die mit der Direktion der Anilinfabrik vor dem Schlei Thor gepflogenen Verhandlungen. 3. Die Wirkung Vereins und Verschiedenes. Referent wird in der Ber lung befannt gemacht. Mitglieder werden aufgenommen. Nr. 10 erscheint t Berlin fre Poftabonn In d Herr v. S alten Robl frage fte aufwärmte font nicht haupten n eine folche mit der u. f. 1. Standpunt partei bet hulk 3. Die Wirkungwürdig if Versammlung der Mitglieder der Zentral- Kranken Sterbelasse der Tisd ler u. s. w. Berlin F. Montag, Mai, Abends 8 Uhr, bei Kurzmann's, Bergftr. 68. Tag nung: Berathung über Anträge und Verschiedenes. Der Verein zur Vertretung der Intereffen der beiterinnen" macht hierdurch bekannt, daß sein Arbeit weiß sich bei Frau Cancius, Swinemünderstraße Ne befindet. Nr. Bergschloßbrauerei Neue Welt Sonntag, d. 3. Mai Hasenhaide. 264. Ballonfahrt des Luftschiffers Herrn Richard Opitz mit feinem neuen Riefenballon Vieto Füllung 1 Uhr. Auffahrt 6 Uhr. Großes Militär- Concert, ausgeführt von dem Musik. Corps des Garde- Kürai oft wieber Wenn vativen, b iren, fid haufe aud Sie würbe Harinädig siehen wol Dazu der Diäter antommen in Berlin geben ober Diätenteb es war, b ber verehr ber größt Stanb fai in Berlin lebenslang nicht bela Diäten je würde, fo Die Directi felbtbefizer D baules un Regiments, unter Leitung des Musikdirektors Henn Ru Volksbeluftigungen, Bal Champêtre, Marionetten Theater, elettrische Beleuchtung. Concert Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Näheres an den Säulen. v. Min Arb.- Bez- Ver. der Rosenth. Vorst. Allg. Kranken- u. Sterbefag Sonntag, 3. Mat 1885: Herren- Partie. Die Mitglieder versammeln fich früh 9 Uhr in Gräs' Salon, Brunnenstraße 140. 954 Bahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Versammlung des Fachvereins der Metallarbeiter in Gas-, Waffer- u. Dampf- Armaturen Sonnabend, deu 2. Mat, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: | 1. Vortrag des Herrn Dr. Canis über Lungenkrankheiten und deren Heilung. 2. Vierteljahrs- Abrechnung. 3. Wichtige Vereinsangelegenheiten 2c.- Gäfte haben Zutritt. Um zabl reichen Besuch bittet Der Vorstand. 955 Aeußere Louisenstadt Berlin A. Sonntag, den 3. Mat, Vormittags 10 Uhr, findet in Mitglieder- Versammlung Central- Kranken- und Sterbekaffe Der Tischler Wohlhaupt's Lotal, Manteuffelstraße 9, eine Der statt. Tagesordnung: Delegitten- Stichwahl und Statutenbe rathung. 980 Der Vorstand. 958 Arbeiter- Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Weddings. 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. 3. Anträge. 4. Ver schiedenes und Fragelaften. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der wichtigen Der Vorstand. Tagesordnung balber erfucht Sonntag, d. 3. Mai, Vorm. 10 Uhr, in Donath's Salon, Alt Moabit 90: Große öffentliche 937 Metallarbeiter- Versammlung. TD.: Die deutschen Geweiloereine im Lichte der eng lischen Trades Unions. Referent Stadto. Friß Goerdi. Rege Betheiligung erwünscht. Der Einberufer. Montag, 4. Mai, Abends 8 Uhr, im Wedding- Part, Müllerstraße 178: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vortrag des Herrn wachen auf Stoften der Stadt." 3. Antrag auf Abänderung des Titels. 4. Ergänzungswahl des Vorstandes. 5. Ver schiedenes. 6. Fragetasten. Säfte, die fich als Mitglieder einschreiben laffen, haben Butritt. Einschreibegeld 30 Pf. Monatl. Beitrag 20 Pf. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht um zahlreiches Erscheinen Der Borstand. Ostat krohm über:" Die Vermehrung der Sanitäts. der Metallarbeiter( E. H. Nr. ( Filiale Be: lin Rirdorf). 29 Sonnabend, den 2. Mai, Abends 9 Uhr, Berlinerstraße 951 Monats- Versammlung. Der Bevollmächtig Deffentl. Versammlung der Ortskrankenkasse der allgem. Fab Arbeiter u. Arbeiterinnen( fr. Meter's findet nicht, wie angezeigt, Sophienftr. 15, sondern Bren Thor in Betow's Brauerei, Sonntag, den 3. Mai, 10% Uhr, statt. D.: Vortrag des Naturarzte H. Canis über das Wesen der Naturheilmethode. sowie Mitglieder werden dringend gebeten, zu erscheine Legitimation ift nicht nöthig. Fremde baben Butritt. Del Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 2. Mat, Abends 8 Uhr, Neue Grünft Mitglieder Versammlung Vortrag des Herrn Prof. Dr. Bischoff über Naturwiffen Gäste fönnen eingeführt werden. Der Vorfa Roh- Tabak. Preiswerthe Sumatra- und Java Decken, wie billige blatt und Einlage- Tabake empfehlen 952 Bergemann& Donisc C. Alexanderftr. 8. Zur geneigten Beachtung Mein Destillations- und Bierlokal befindet fich Jnvalidenstrasse 153( Ece Ace 953 Max Schay aus Gefu biätenlofe Jum Abg baraus te und feine für den F Indbrud ver 25] EB zu machen bald, baf Charatter aber fie und ihre Schmeich baß fie bas man geworfen ftürzt sch auf bie e ihnen ge borthin zerfreut nach ihn barin b bas Geri borthin baltung Abe Bolte zu billy Alte Stiefel Seren Damen amb bi 956 f. Herren, u. Kinder und Bestellungen reell und Ballifadenstraße 102 im Die Nr. 16 ber humoristischen Blätter Der wahre Jacob" Rell ist erschienen und in der Exped. d. ,, Berl. Boltabl." ju Verantwortlicher Redakteur R. Gronbeim in Berlin. Drud und Berlag von War Beding in Berlin SW. Beuthstraße 2. Gie auch no Fall feir Galopp nicht lan Entfeger unter be bie eben feinen fand e