%r. 103. Dienstag� 5 Mai 188S. II. Jahrz. ichwngj! .%4 SM 5rä Steit f'rfs i« w geWj UN« IT, em ftoifj jritf Organ für die Interessen der Arbeiter. .. Das„Berliner Volksblatt" Nchemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für «ernn frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. onnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. Die Guacksalöerei» !*% am Handwerk und Kleingewerbe in der Wien ausgeübt wird, nimmt immer größere Dirnen» ßaum, daß die Ackerrnanniaden etwas aus der Oeffent» «Meit wieder verschwunden find, da die Handwerker fich unfähig zeigen, den„genialen" ockermannschea, utswretzowschen Flug mitzumachen, so tauchen wieder die Jäheren technischen Vorschläge auf, da« Handwerk zu hebe«. (Vcc Vorschläge werden nämlich hauptsächlich von dem ipietzbürgerlichen Liberalismus— im Gegensatze zu dem Etlichen manchesterlichen Liberalismus— unterstützt. Durch Kraft- und Arbeitsmaschinen für das Klein» swerbe soll dasselbe konkurrenzfähig dem Großbetriebe »tvracht werden! _. Diese Idee gipfelt genau in derselben Gedankenlosigkeit, ,,e diejenige der Herren Ackermann und Genossen, das vandwerk durch Innungen mit dem Großkapital in siegreiche Konkurrenz treten zu lassen. » Ja Nürnberg soll im September d. I. eine Aus- ueuuftg Do,, solche Kraft- und ArbeitSmaschmen für daS »uerngewerbe statifinden, um die Handwerker und Kleir.« »«»erbetreibenden mit diesen Hilfsmitteln bekannt zu Nsachen Es heißt in den betreffenden Reklamen, die jetzt Mdvn für diese Ausstellung gemacht werden, daß das Klein- W»erbe mit unvollkommenen und durchaus unzureichenden ßwt? gegen die mächtig anwachsenden Hilfskräfte des . /oßbetriebe» im Kampfe gestanden habe. Auf vielen Ge- gewerblichen Thäiigkeit müsse dasselbe zurückstehen nia!» Leistungen der mannigfaltigen Arbeits- ov und der außerordentlich billig arbeitenden großen _. r,~m,chinen de« Fabrikbetrieb«», wenn e« nicht, Orer verbesserten Werkzeugen, leistungsfähig«, nach �loße und Preis seinen Verhältnissen Entsprechende Arbeitsmaschinen und bil« nge kleine Motoren zu Hilfe nehme. Solche Arbeitsmaschinen und Motoren sollen also zu Nürnberg zur Erlösung des darbenden Handwerks aus- Astellt werden. . Wenn das Handwerk so leicht gerettet werden könnte, Oann hätte» die Zunftbrüder diese Rettung auch schon Nollbracht. .Daß überall da, wo fich daS Großkapital, der Groß- -otneb irgend einer bisher vom Handwerke oder Klein- »«»erbe betriebenen Fabrikation bemächtigt, die letzteren als �ukurrenzunfähig verdrängt werden, ist allbekannt und dies '«nd auch in den Reklamen für die Nürnberg»» Ausstellung «ngegeben. Doch glauben dieselben, oder sie wollen wenigstens Ht«,.«ww§feutffcfon. *1 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Serstäcker. (Fortsetzung.) i«Nehmen wir zum Beispiel die Liebe— sprach Rauten, i?' g«rade Gegentheil, den Kontrast. Wie manche Liebe J* vollkommen ungerechtfertigt— es läßt sich wenigstens Lu vernünftiger Grund dafür angeben, weshalb die eine« Manne« oder jungen Mädchen« gerade diese eine Person und nicht schon vorher T hundert Andere fiel. ES kommt eben über uns, dne daß wir es wissen und oft selbst wollen, und »vtten** Un�t H"»«fallt hat, ist es nicht wiedet auszu» "Darin magst Du Recht haben," nickte Hans,„und ich A�'.f«.«'gentlich gar nicht, weshalb ich selber mich zum ijjisn«! noch gar nicht verliebt habe. Gelegenheit dazu � genug." das cmö ."llBo« ich sage," lächelte Rauten,„Du hast— "och nicht gefunden, da« Deiner Seele sympathisch des Du das einmal, oder wirst Du Dir erst selber heraus" dann bricht auch die Flamme lichterloh ri> I 1 a ÄÄ W«Ä % 8="* anderes Kapitel gekommen." "Von Kathinka" "h 9* hat eine prachtvolle Stimme."_ »ill bei' �"h förmlich davon ergriffen war, und das �tichtSLp«« talentvolle» Mädchen; Du solltest ihre als si; sin�f fahka— sie zeichnet und malt noch besser glauben machen, daß diese Kalamität durch verbesserte Werkzeuge und kleine Maschinen gehoben»erden könne. Hat man aber dabei gar nicht bedacht, daß in diesem Vernichtungskampfe des Großbetriebs gegen das Handwerk dem erster«» noch ganz andere entscheidende Mittel zur Verfügung stehen, als die Uebermacht der Maschinen? Denkt man vor Allem nicht an den Massenankauf der Rohprodukte, denkt man nicht an die Erleichterung des Ab- satze«, denkt man überhaupt nicht an die Massen» Produktion? Der Millionendruck eines Kleiderstoffs-Muster« vei» billigt jede« einzelne Exemplar in ganz anderem Maße, als der Druck von 50000 Exemplaren. Und so liegt es auch trotz Kraft- und sonstigen Maschinen bei der Her- stellung aller anderen Massenprodukte. Soll denn der Handwerker fortwährend getäuscht wer» den, will er fich immer noch täuschen lassen? Und wie würde es denn eigentlich sich gestalten, wenn die gegenwärtig noch etwa« besser fituirten Handwerker und Kleingewerbetreibenden fich Kraft- und sonstige Maschinen anschafften, um dadurch dem Großkapital die Spitze zu bieten. Nehmen wir einmal an, daß alle diese Kon- kurrenten den Kampf siegreich befänden. WaS wäre die Folge davon? Mit der Zeit würden dieselben aus Kleingewerbe» treibenden Großfabrrkantm werden. Wäre dann das H a n d» werk gerettet? Hätten dann die weniger glücklichen Handwerker und Kleingewerbetreibenden nicht eine noch bei weitem größere Konkurrenz zu bestehen? Wahrlich man kann nicht begreifen, daß sich die Handwerker noch immer Sand in die Auge» streue« lassen! Dieselben haben gar keine Wahl, sie müssen mit den Lohnarbeitern gemeinsame Sache machen, um die Produk- tion im Allgemeinen zu regeln, um die wirthschaftlichen Zustände im Allgemeinen zu bessern, ihr Stand, der Hand- werkerstand, ist einmal dem Untergange geweiht— gegen große wirthschaftliche Umwälzungen, die durch die Therlung der Arbeit und die Konzentration des Kapitals erfolgt sind und noch weiter erfolgen, läßt fich durch Innungen und sogenannte kleine Maschinen für Handwerker nicht an- kämpfen. Solche Bestrebungen erinnern unwillkürlich an den Mop», der den Mond anbellt. Kolitisrke Uebersirkt. „Schutz der nationalen Arbeiter!?" Keine Jnterven- tion, ruft der Manchestcrmann, freie Konkurrenz, fordert der Unternehmer, aber nur so lange, als eS profitabel ist. Grund- „In der That? Da wundert es mich aber wirklich, daß sich noch kein Bewerber um sie gefunden hat, oder ist da» schon geschehen?" Vielleicht ist sie sogar verlobt?" „Nein; sie wohnen allerding» erst etwa ein Jahr in Rhodenburg, und sie hätte ihre Hand schon mehrere Mal vergeben können, und noch dazu sehr vortheilhaft. Die Eltern sollen auch außer sich gewesen sein; aber sie hat bis jetzt noch Jeden, der nur die geringste stärkere Neigung für sie zeigte, augenblicklich so kalt und abweisend be» handelt, daß wohl noch Niemand recht gewagt hat, ihr zu nahen." „Merkwürdig— doch treten wir nicht näher?" „Wir können einmal durchgehen," sagte Rauten, „aber lange möchte ich mich in dem Tabaktqualm nicht auf- halten." Im Rauchkoupe« wurde gespielt, und zwar nicht allein Whist, sondern einige der Herren hatten auch eine kleine Bank gelegt, an der man aber noch nicht sehr hoch pointirte. Rauten trat dort hin und setzte ein paar Mal; er gewann und verlor wiever und ging dann zurück in den Saal. Er durfte seine Braut nicht zu lange allein lassen und schien sich auch nicht in dieser Atmosphäre wohl zu fühlen..„,„ „Dem Rauten stecken heute die Damen rm Kopfe, lachte ein alter Oberst, der seine Familie ebenfall» im Saal« hatte;„sonst läßt er sich doch»ahrhastig nicht zum Spiel nöthigen und hat ein Heidenglück..." Aber da» Spiel selber nahm die Herren zu sehr in Anspruch und fesselte bald wieder ihre ganze Aufmerk» samkeit. ' nicht lange dort auf. Er manchmal einen Robber heute die Ruhe; er wollte und«he er es fast selber Kathinka angetreten und so vo« den jungen Hans hielt sich auch spielte nie Harzard, nur Whist, und dazu fehlte ihm noch ein paar Mal tanzen, wußte, war er wieder mit wurde nachher im Kotillon._ Damen, �besonder» von Flora und Bertha von Noltje, in Anspruch genommen— Kathinka forderte ihn nicht ein einziges Mal auf— daß er gar nicht mehr zu Athem kam. sätze gellen bei den Kapitalisten nur so lange, als sie die Herr» liche„angemessene Beute" gewäbren. Vor kurzem hat die Ge» neralversammlung des Vereins Münchener Zlegeleien zu diesem Satz eine treffliche Erläuterung geliefert. Dem Verein lag nämlich ein Normalvertrag zwischen Zirgeleidesttzern und italienischen Arbellern vor, welcher im Etnverständniß mit dem italienischen Konsulat ausgearbellet worden ist. Derselbe soll, wie die Herren ausführten,„einestheis der Ausbeutung der italienischen Ziegelar beiter durch einzelne gewissenlose Ziege- leibefitzer und Akkordianten vorbeugen, anversellS die schlechten Elemente unter den Arbeitern fernhalten. Es kam öfters vor, daß die Italiener am Herbste nichts mehr ausbezahlt erhielten, und in Folge dessen die italienische Regierung daS Geld zur Heimreise derselben hergeben mußte. Durch den Vertrag wird es ermöglicht, daß dies nicht mehr vorkommt, da der italienische Akkordant eine Kaution leistet, für welche der Verein haftet, resp. fie vorschießt, während schlecht stehende Ziegeleibefitzer überhaupt keine italienischen Arbeitet mehr erhallen, da die italienische Regierung in einem solchen Falle dm Arbeitern die Auswanderung versag t." Der Verein beauftragte den Ausschuß, diesen Vertrag mit dem Konsulate abzuschließen. Wir haben hier den allerschönsten Eingriff des Staates in das stete Spiel der Kräfte zum Nutzen der— Unternehmer. Dieselbm werden durch diesen Pakt vor der gar zu unverschämtm Konkurrenz einzelner Kollegm geschützt, und andererseits ist ihnen stets die Lieferung von so viel ArbeUS» traft, als fie nur irgend brauchen, gewährleistet. Sie„er« halten" italienische Arbeiter, wie der Kaufmann einen Sack Kaffee oder Baumwolle. Drastischer kann wohl kaum die Art und Weise, in der fich die deutschen nationalgestnnten Unter- nehmer die billigen Hände aus dem Auslande verschaffen, wohl kaum gekennzeichnet werden. Der Schutz der nationalen Ar bell bedeutet bei den Herrm Kapitalisten Herbeiziehung italienischer, böhmischer oder anderer Arbeiter, die, gewöhnt an Bedürfnißlostgkell, zu jedem Preis arbeitm und die Löhne und Lebenshaltung der inlän- dischen Arbeller durch ihre Indolenz und durch ihre jämmer» liche Konkurrenz immer liefer und tiefer drückm. Man muß nur gesehen haben, wie z. B. auf den Münchener Ztegeleim Vre Italiener arbeiten und wie fie lebm, um zu verstebm, weShald der deutsche Arbeller so erblltert ist über diese Ein- fuhr von Arbeitskräften. Die Fremden schlagen durch ihr Ge« bahrm allem Solidaritätsgefühl ins Gestcht. da» sagt AlleS. Die Unternehmer könnten in München Hunderten deutschen Arbeitern Arbeit geben, aber der ortkübliche Tagelohn ist ihnen zu hoch, deshalb schlllßm ste Verträge mit der italienischen Regierung. Und die Regierung beschrankt, im Interesse der Ziegeleibesttzer, die Freizügiglell. Man steht, welche Vortheile eine Organrsalion, in diesem Falle die kapitalistische Vereint- gung der Ziegeleibefitzer, erzielen kann; fie fichert fich bei dem Handel alle nur erdenklichen Vortheile und schlägt ihre Kon- kurrentm auS dem Felde. Ucder etwa festgesetzte Lohntartfe hört man nichts, d.r ganze Zweck de» LieferungSvertrageS ist einzig und allein: Billiger arbeiten, als daheim, gebunden durch Konventionen, ohne Organisation, unter staatlicher Auf» ficht. Die Herren wissen, wie'S gemacht wird. Den letzten Tanz tanzte Kathinka mit Doktor Potter, und e« konnte HanS nicht entgehen, daß da« Geficht des jungen Manne« vor Wonne strahlte. Sie selber aber, ob» gleich er sie scharf im Auge behielt, blieb dabei so ruhig, wie sie eS den ganzen Abend gewesen. Als fich Hans bei ihr endlich verabschiedete, reichte fie ihm die Hand und saate mit ihrer klangvollen und doch so weichen Stimme:, Leben Sie wohl, Herr von Solberg, und möge Ihnen dieser Abend eine steundliche Erinnerung bleiben." Er hätte ihr gern darauf erwidert und war sonst wahrlich nicht um eine Antwort verlegen, aber— es ging nicht; eine gewöhnlich« Schmeichelei brachte er nicht über die Lippen, und er fühlte auch, daß sie hier übel an« gebracht gewesen wäre, und was konnte er sonst sagen? Kathinka wurde auch schon wieder von Anderen in Anspruch genommen. Er drückte leise die ihm gebotene Hand zum Abschied und verließ dann mll seinen Elter» und dem Brautpaare, eine Masse der wirrsten Gedanken im Kopfe, da» Hau». Am andern Morgen. Der nächste Morgen brachte«inen richtigen Apriltag. Der Wind war nach Nordwesten umgeschlagen, und so warm die Luft auch bisher gewesen, jetzt zog sie mit Eises» kälte über da» Land, und eS schien fast, al» ob der schon besiegt geglaubte Winter noch einmal dem anrückenden Frühling die Stirn biete und all' seine Kräfte gegen ihn in» Feld führe. Im Osten ballten sich finstere Wolkenmassen zusammen, und etwa um vier Uhr begann ein so wildes, noch mit kaltem Reif gemischte« Schneegestöber, daß mit Sonnenaufgang die Bewohner von Rhodenburg durch eine vollständige Winterlanvschast überrascht wurden und schon weggevackte Pelzwaaren wie» der vorgesucht werden mußten, um dieser bösartigen Tem- peratur zu begegnen. Das Thermometer zeigte nämlich zwei Grad unter Null, und nach den letzten warmen Tagen fühlte man die Kälte nur um so empfindlicher. Gegen Mittag fing es allerding» in den Straßen wie- der an zu thauen, und der reine Schnee verwandelte sich ,n einen mit Schnee gemischten Regen; aber da» Welter AuS unfern neuen Kolonie« kommt schon wieder eine Traueinachrtcht- Die ostafnlantsche Expedition ist vollständig aescheitert und der Führer derselben, Dr. Böhm von den Negern erschlagen. Sein Begleiter, Dr. Reichard ist mit knapper Noth dem Tod« entgangen. Aus dem Berichte deffelben erfährt man, daß die Expedition diS westlich vom Monro-See gelangt war und auf der Rückreise von Wilden überfallen worden ist. Mehrere Diener und Begleiter find gleichfalls g-tödt-t worden; die ganze AuSrüfiung, die ge- fammte wiffenschafiliche und ethnographische Anzheute, das er- wocbcne Elfenbein— olles i st verloren! Mit Dr. Böhm ist binnen kurzer Zeit der vierte Reisende der Afrika- Gesellschaft den Anstrengungen, dem Klima oder den Wilden erlegen. Es verstarben außer ihm: Dr. Kayser, Dr. Poppe und Lieutenant Schulz. Und diese Gegenden sollen kolonistrt werden? Viel Gut und Blut wird das noch kosten, viel mehr, als jene Länder für uns werth find. Zur Verwendung des Restes der Bismarckspende (1200 000 M.) erhält die„Breill. Ztg." eine Zuschrift aus Meiningen, in welcher der Vorschlag gemacht wird, genannte Summe als Grundstock einer ins Leben zu rufenden„Ar- heiter> Versicherung gegen B e s ch äftigun g S« l o s i g k e i t" zu verwenden. Der Vorschlag wird von dem Einsender zu begründen versucht durch den Hinweis, daß für jeden Arbeiter, auch für den arbeitslustigsten, Zeiten kommen, in denen er beim besten Willen keine Arbeit findet.„Regen, Schnee, Frost, Hochwaffer, Ersaafen von Schichten, Feuers- brünste, schlagende Wetter k.", das wären die Hinderniffe, die in den verschiedensten Berufsarten Arbeitsstockungen herbei- führten. Im Zusammenhang mit diesem Vorschlage erfährt daS Brei lauer Blatt aus Meiningm. daß der„Zentral. Verein deutscher Bauunternehmer" daselbst eine Verficherungs'Anstalt für Arbeitslose gegründet hat und bei dem Fürsten Bismarck, der dadurch mit ziemlicher Deutlichkeit daran erinnert wird, daß er im Parlament daS„Recht auf Arbeit" proklamirt hat. dahin vorstellig geworden ist, dem Re« ferve-FondS der Anstalt jene 1 200000 Mark als eisernen Be- stand zuzuweisen.— Die Berl.„Volls-Ztg." bemerkt dazu: „Wir glauben kaum, daß der Zentral- Verein deutscher Bau- Unternehmer mit seinem Vorschlage durchdringen wird."— Inten ssant ist bei der Begründung dieses Vorschlages daS Ge- ständniß, daß für jeden Arbeiter, auch den arbeitslustigsten, Zeiten kommen, in denen er beim besten Willen keine Arbeit findet. Der Einsender— welcher augenscheinlich Bauunternehmer ist— zählt zugleich einige der Ur« fachen der AibeÜSlostgkeit auf, vergißt aber, od ouS Unkenntniß oder giflffentlich— die Hauplursachen anzuführen. Die von ihm namhaft gemachten Ursachen find ver- hältnißmäßig untergeordneter Natur; die heutige ProduktionS- weise ist die Pfahlwurzel der immer größer werdenden Arbeits- lofigkeit, der Weltkrists in Permanenz. Und diese Wurzel wird unberührt gelaffen durch eine Arbeiterverficherung gegen Be- schäftigungslofigkett, mithin würde eine solche immer nur im günstigsten Falle ein Palliatiomittrlchen sein. Wmn wir aber auch von der Anficht durchdrungen find, daß mit einem solchen Mittel wenig zu erreichen ist, so wollen wir auch gerne das Wenige akzeptiren, vorausgesetzt, daß die Bestimmungen so ge- troffen werden, daß der etwaige Nutzen dieser Verficherung nicht nur einigen extra ausgesuchten Arbeitern zufließt. Letzteres könnte vermieden werden, wenn die Verwaltung entsprechend eingerichtet würde; ob man aber gewillt sein wird, möglichst unabhängigen Arbeitern einm nennenswerthen Einfluß in der« selben einzuräumen, ist nach allen bis jetzt gemachten Er- sahrungen zweifelhaft. Wir werden ja Gelegenheit haben, zu sehen wie'S gemacht wird. Sicher ist, daß der Zentral-Verein deutscher Bauunternehmer, der die Sache angeregt hat, dieS nicht aus reiner Liebe zu den arbeitslosen Aroeitern that. Die deutschen Bauunternehmer haben schon oft genug den Beweis Selicfert. daß ste alles andere, nur nicht arbeiterfreundlich find. wsomchr baden wir Ursache, uns derartigen Anregungen gegenüber skeptisch zu verhalten. Ueber die Ausweisungen russischer Staatsangehöriger polnischer Nationalität aus den preußischen Ost Provinzen entnimmt die„Germania" polnischen Blättern eine Reihe von Mittheilunaen. Danach werden diese bedauernSwerthen Leute, welche seit Jahren in Preußen wohn- Haft find und fich dort verheirathet haben, gegenwärtig durch die Ausweisung in recht schlimme Lage versetzt. Ganz de- sonderS aus Westpreußen, vornehmlich den Kreisen Thorn, Strasburg, Lübau, scheinen nach der„Gaz. Tor." viele l ä n d- Ii che Arbeiter polnischer Nationalität ausgewiesen zu werden, so daß dadurch auck die Grundbesitzer Schaden erleiden, indem ihnen ihre bisherigen Arbeiter entzogen werden und Mangel an ländlichen Arbeitern eintritt. ES befinden fich unter denjenigen, welche die AusweisungSordre erhalten haben, selbst solche, welche schon 30 Jahre in Preußen lebei', welche hier geheirathet und deren Söhne im preußischen Militär gedient haben. Die russtschen Behörden dagegen ver- weigern manchem Ausgewiesenen, besonders aber den Frauen unv Kindern derselben, den Eintritt, so daß dann die letzteren in Preußen bleiben müffen und den Gemeinden zur Last wurde dadurch um nichts gebessert, und wo man in einigen Häusern schon aufgehört hatte zu heizen, mußte wieder von Frischem angefangen werden. Rhodenburg hatte Einen Fehler: eS war eme ziemlich große Stadt, aber keine Großstadt, und eine Masse von Dingen, die an anderen Orten zu den unentbehrlichen Alltag« lichkeiten gehörten, galten hier noch als Seltenheit und wurden als solche sparsam benutzt, zum Beispiel Droschken. E» gab deren allerdings ein paar Dutzend, aber ste standen, einer albernen Einrichtung zufolge, gerade an den Stellen, wo st« fast gar nicht gebraucht wurden, auf zwei dicht neben einander liegenden Plätzen, noch nicht einmal inmitten der Stadt, und wenn man bi« dahin gekommen war, ging man auch ohne ste weiter. Dadurch fanden sich die Bewohner denn auch in da» Unvermeidliche, zogen Gummischuhe an, spannten ihren Regenschirm auf und tappten eben durch; man sah dcshalb auch heute fast»ur Privat-Equipagen in den Straßen. Hav» von Solberg hatte ebenfall« seiner Eltern Equipage benutzt, um in Gesellschaft seine» künftigen Schwagers die unvermeidlichen Besuche nach dem Balle zu machen und sich bei verschiedenen Tänzerinnen zu erkundigen, wie st« geschlafen hätten, oder vielmehr, wie rhnen der gestrig« Abend bekommen wäre— eine sehr unnöthrge Frage, denn die stereotype Antwort darauf ist und bleibt: Vorzüglich I Rauten schien indissen heute nicht besonderer Laune, und seinem Begleite, konnte da» natürlich nicht entgehen. „WaS hast Du nur, Leopold?" sagte er.„Du siehst heute so finster au», und da« ist man doch sonst rncht an Dir gewohnt..„.... „Eigentlich nicht« Besondere?," erwiderte der junge Graf,„und dann auch doch wieder— Unangenehme Nachrichten von«einen Gütern." „Ist etwa» vorgefallen?" „Plein Administrator ist mit dem Pferd gestürzt und für die uächste Zeit— und jetzt gerade im Frühjahr— untauglich zu allen Geschäften, während der andere Ver» walter, ein noch blutjunger Mann, der Sache natürlich nickt vorstehen kann und jedenfalls Dummheiten macht." (Fortsetzung folgt.) fallen. Auch der„Orendownik" theilt einen derartigen Fall aus dem Kreise Kröben mit, wo ein Gärtner auf einem Gute, welcher seit fünfzehn Jahren dort ansäsfig Ist und Frau und Kinder hat, den Ausweisunosbefehl erhalten hat.„Kuryer Pozn.",„Orendownik" und„Dziennik Pozn." meinen, es würde fich empfehlen, daß die Mitglieder der polnischen Fraktion diese Angelegenheit im Reichstage vor- brächten und dahin wirkten, daß die Ausweisungen in derar- tizen Fällen in milderer Weise erfolgten; ei sei hierbei auch der Umstand in Betracht zu ziehen, daß durch die massen- haften Ausweisungen ländlicher Arbeter ge- rade gegenwärtig die Gutsbesitzer und die Land- w i r t h s ch a f t sehr geschädigt werden.— Die„Germania" knüpft an diese Mittheilungen längere Lamentos und ist der Anficht, daß Ausweisungen dem Zeitgeist und der Humanität schnurstracks zuwiderlaufen. Auffallend ist dabei aber der fort- wählende Hinweis auf den Schaden, den die G u t s b e- sitz er und die„Landwirthschasr" durch die Ausweisungen erleiden; jedenfalls ist das des Pudels Kern für das fromme Blatt, denn eS ist kaum anzunehmen, daß daS Organ der Zentrumspartei fich sonst so sehr inS Zeug für die Ausge- wiesenen legen würde, da doch gerade ein Theil dieser Partei seiner Zeit für Ausnahmemaßregeln gestimmt und damit der Reaktion Vorschub geleistet hat. Im Hinblick auf de« deutsch-russischen Ausliefe- rnugs-Vertrag ist es von Interesse, an den Inhalt der zwischen B a t e r n und Rußland unterm 21. April 1869 und zwischen dem Großherzogthum Hessen und Rußland unterm 29. Januar 1870 abgeschlossenen Auslieferungsverträge zu erinnern. In beiden befindet fich die gleichlautende Bestimmung:„Eine Auslieferung wegen politischer Verbrechen und Vergehen findet nicht statt. Unter dieselben sollen jedoch gegen die Person eines auswärtigen Souverains oder gegen Mitglieder setner Familie verübte ungesetzliche Angriffe, durch welche deren Leben verloren gegangen ist oder ste eine schwere Verletzung an Kör- per oder Gesundheit erlitten haben, nicht begriffen sein." Die Verbrechen und vorsätzlichen Vergehen, wegen deren eine Aus- lieferung sonst zulässtg ist, find einzeln in den Verttägen auf- geführt, nämlich die besagten Angriffe gegen einen Menschen, Kindesabtteibung, Nothzucht und andere Angriffe auf die Schomhaftigkeil, Brandstiftung, Zerstörung von Eisenbahnen, Schiffen, Bergwerken, Telegraphen und Deichen, Meineid und Falscheid, Urkundenfälschung, Münz- fälschung, Raub, Diebstahl, Unterschlagung, Betrug. Erprissung, Bestechlichkeit öffentlicher Beamten und ÄmtSunlreue, bettüg- licher Bankerott. Die Auslieferung findet nur in Betreff der- jenigen Individuen statt, welche auf Grund eines VerweisungS- defchlufies, verurtheilenden Erkenntnisses oder VcrhaftSbefehlS durch die Gerichte des die Auslieferung verlangenden Staates verurtheilt oder in Anklagestand versetzt find oder gegen welche dieserhald ein gerichtliches Verfahren eingeleitet ist. Das die Auslieferung begründende Verbrechen öder vorsätzliche Ver« gehen muß ferner mit einer Gefängnisstrafe von mehr alS einem Jahre bedroht sein. Dem Ersuchen um Auslieferung müffen alle nöthigen Aufschlüsse und vollständigen Schuld- beweise beigefügt sein. Außerdem find noch andere Vorschriften gegeben, durch welche dem Auslieferungsvertrage bestimmte Grenzen gezogen find. Den Vertretern von Hessen und Baiein im Bundes. athe scheinen jedoch die voihandenen Verträge nicht „schneidig" genug zu sein, denn fie haben dem neuen Aus- lieferungs oertrage ihre Zustimmung gegeben. lommuusles. — Der Magistrat schlägt der Stadtverordneten-Ver- sammlung vo-, vom 1. April 1885 folgende Stellen des Lehrerpersonals an Gemcindeschulen zu kreiren: a) bei den Rektoren 4 Stellen zu 3900 M., 1 Stelle zu 3540 Mark, 4 Stellen zu 3180 M.; b) bei den Lehrern 12 Stellen ,u 3240 M, 6 zu 2880 M.. 16 zu 2520 M., 15 zu 2340 M., 16 zu 2160 M. und 34 Stellen zu 1800 M.; c) bei den Lehrerinnen 12 Stellen zu 1950 M., 16 zu 1755 M, 54 zu 1560 M, dagegen die Stellen in 1170 M. um 35 zu verringern. Nach Genehmigung dieser Vorschläge würden aszen- diren: 4 Rektoren von 3540 auf 3900 M., 5 Rektoren von 3180 auf 3540 M., 12 Lehrer von 2880 auf 3240 M., 18 von 2520 auf 2880 M.. 34 von 2340 auf 2520 M, 49 von 2160 auf 2340 M, 65 Lehrer von 1800 M. auf 2160 M. und 99 Lehrer von 1560 aus 1800 M., und 12 Lrbrerinnen von 1755 auf 1850 M, 28 von 1560 auf 1755 M, 82 Lehrerinnen von 1360 auf 1560 M. und 82 Lehrerinnen von 1170 auf 1365 M. o k K l e s. J. Verbotenes Theaterstück. Im„Alhambra- Theater" sollte am Sonnabend zum Benefiz des Regisseurs Herrn See- feld daS Sensations-Echauspiel von Gaßmann:„Die Juden von Worms" gegeben werden. Am Freitag Abend kurz vor 7 Uhr ttas jedoch bei der Direktion ein Schreiben des Polizei- Präfiventen ein, in welchem die Aufführung verboten wurde, 150 Gesucht und gefundeu. Roman von Dr. Duz. (Forsetzung.) Merkwürdig war eS, wie sie offenbar jede Gegend vermieden hatte, in welcher möglicher Weise ein Mensch sie hätte erblicken können, und sei eS auch nur ein da« Revier durchstreifender Forstbeamter. Um sünf Uhr war eS bereit? finster geworden. Habicht hielt an. „Mein armer Freund," sagte er,„wir sind zwei Stunden zu spät abgeritten; die Alte hat einen bedeutenden Vorsprung, ehe noch eine halbe Stunde vergeht, ist e? stockfinster um uns. E? wird da? Beste fein, daß wir eine der Felsengrotten zu erreichen suchen, die dort auf der an- deren Seite de» Thale» sich befinden, einen der früheren Schlupfwinkel der Schmuggler.— Siehst Du, wir befinden un? jetzt ungefähr an der Stelle, wo wir damals auf jener Höhe den Zwerg erblickten." „Ich muß gestchen, daß ich da» Bedürfniß fühle, mich «in wenig zu erwärmen," antwortete Fritz.„Wenn e« möglich wäre, uns ein Feuer anzuzünden in einer jener Hütten..." „Versteht sich, da« wollen wir thun; und wie gut war's daß ich einen kleinen Imbiß mitnahm für alle Fälle. Wir haben bi? zur Felsengrotte dort, unmittelbar hinter jenem Berge, etwa zwanzig Minuten von hier. Versteht fich, wir werden ein gute« Feuer anzünden und wa? ich mitgebracht, mit Appetit verzehren.— Ist Dir ein Schluck zur Stärkung gefällig?" Er reichte seinem Gefährten seine mit Whisky gefüllte Jagdflasche hin. Fritz trank.' „Lange würde ich'« nicht mehr aushalten," sagt« er. „Ich bin schon alle» Gliedern steif geworden." „In einer Stunde wirst Du wieder erwärmt und ge- stärkt sein; nur Geduld,»ein Junge, und nicht den Muth verloren k... Wenn der Mond aufgegangen ist, so suchen wir unser« Spur wieder auf, und ich wette zehn gegen ein», wenn die alte Hexe nicht der Teufel in eigener Person ist- so finden wir sie todt vor Külte an irgend einem Baume, denn e» ist unmöglich, daß ein menschliche« Wesen „weil das Stück unter den hiutigen Zeitoerhältniffen zur A» führung nicht geeignet sei". In Folge dessen mußte in kß Stunde ein anderes Stück gewählt werden.„Die Juden v» Worms" find früher im Louisenstädiischen Theater uiidM» standet gegeben worden. Dos Publikum war nickt wenige staunt, als es am Abend den Wechsel im Repertoire erw Wenn auch das Haus gut besetzt war, so ist dock eine ZM von Personen vor dem Theater wieder umgekehrt.' Die Wucherblume ist wieder da! Weithin iller de ftische, saftige Grün der neudelebten Flur leuchten die# gelben Blüthenköpfchen in die heitere Frühlingssonne hW Mit wahrer Freude degrüßt fie der Freund der Natur«f Erstling unter den Frühlingsboten, die die stchere Kunde � seinem Schöße birgt:„Jetzt find die Sorgen und BesM den des Winters der Vergessenheit verfallen." Die sonst f viel Verfolgte macht fich oon J-dr zu Jahr immer seltener U- fie ist so wählerisch— eigenfinnig über den Ort, wo fr r häuslich niederlassen will, daß fie selbst den für ste eigent M fältig zubereiteten Boden verschmäht. Auf den botanM Beeten des FriedrichShainS kann man fich davon durch-o Augenschein überzeugen. Im Herbste vorigen JahreS einige Beete sehr reich mit Samen versehen, um darauf� vöthige Unterrichtsmaterial für die städtischen Schulen zuer»� Doch wie enttäuscht steht man j.tzt vor den Beeten! HiaL dort, ganz sporadffck, stehen die Pflanzen und der Ertrags kaum für einige Schulen aus. Sie läßt fich nicht willW in Fesseln zwängen. AlS Kind der weitgedehnten, wilden iss russtschen Steppen liebt fie oft weite Splünge, schadet P" keinen edleren Gewächsen, a. Wegen Trunkenheit find im Jahre 1883 8005? sonen(279 Betrunkene mehr als im Jahre 1883), und r 7374 Männer und 629 Weiber in Berlin nach der Polizei? fistirt worden. Dieselben befanden fich ganz vorwieg««' Alter von 20—40 Jahren. Die meisten Betrunkenen n% in den Monaten November, Oktober, Seplember, August,-� und Dezember aufgegriffen. Nach den Berliner Polizeir«� geordnet wurden im Laufe des JahreS die meisten Bettung im 48. Polizeirevier(Gegend am Kottbuser Thor): 325/ sonen. ferner im 21. Revier(Kloster straße ac): 294 Perst im 19. Revier(Georgenkirchstraße): 267 Personen, im 46. vier(Brunnenstraße ac.): 235 Personen, im 14. Revier Friedrichstraße zc.) 230 Personen, im 6. Revier(Oranienl straße ac): 214 Personeu, im 23. Revier(Gr. Frankfurters' 209 Personen ausgegriffen. a. Weitere trtmtnalistische Mittheilunaen. 4091. sonen find von dem Berliner Kriminal-Kommiffariat im deS Jahres 1884 zur Untersuchungshaft gedj worden, darunter 1759 Männer, 511 Weiber und 18 Jf' wegen Diebstahls. 322 Männer und 43 Weiber wegen 1"! schlagung, 164 Männer und 53 Weibes wegen BetrugeS,' Männer und 43 Weiber wegen Hehlerei, 100 Männer jr, Weib wegen HittlichkeitS> Verbrechen, 38 Männer unv 4#. wegen Urkundenfälschung, 280 Männer und 26 Weiber Widerstand gegen Beamte, 1 17 Männer und 5 Weiher öS Körperverletzung. Im Jahre 1334 find III Personen mw im Jahr« 1883 verhaftet worden.— Unter den 2288 E Dielstabls eingelieferten Personen find 513 Ei n b re®.. welche 383 schwere Diebstähle mittelst Einbruchs ve.übt gewesen— Unter den 4091 festgenommenen Personen den fich: 1 Badeanstaltsbefltzcr, 7 Beamte, 13 Bildb»� Bankiers, 1 cand. jnr., 2 Dokioren der Philosophie, 10%% 1 Direktor, 1 Droguist, 1 Fleischbeschauer, 1 ForstvrakE 1 Gerichts' Attuar, 1 Gymnasiast, 1 Journalist, 1 R'v®> 2 Lehrer, 1 Packmeister, 4 Postgehilfen, 1 Pfarrer, 1 Wy Unter den 755 festgenommenen Frauenspersonen: fanden fich: 92 verheirathete Frauen, 66 eheverlassene.j AI. verurt sollen aber «R Aß» iftÄt pgtiffe wai mftns hinx We laut ur tBÄS ÄVÖ- «den beoba. IndenT N-m Aden Mg und in «UZ von die nach der Str «ermuthung Genommene, «Ut n rint' fc'Ä G'ute zur Ha Wtttwen, 84 Dienstmädchen, die ihre Herrschaft bestoblen, ausgx,,-..' lüverliche Dirnen und 355 sonstige unoerhetrathete_ gwuck �rhi�g� pnsonm.— Unter Polizeiaufsicht standen in ult. 1884 1399 Personen. � Der Stellenvermittler Liermann, über deffen T Geschäftsprax.s wir kürzlich Miitheilung machten, hat,«f, „Staatsb. Ztg." mittherlt, richtig seine Forderung von%); welche er außer 6 M, die bereits gezahlt waren, für iß' lung einer Stelle mit 120 M. jährlichen SalärS nach' verlangt hatte, eingeklagt und hat auch zur Vertretung seiner Forderung vor Gericht wirklich einen Rechtsan' funden, und zwar den Rechtsanwalt Müller, Leuth Leider hat unser Strafgesetz wohl einen Wucherpar nicht aber einen Paragraphen, welcher die fabelhafte tung armer Dienstboten in der geschildert-n Weise mit � belegt, und so wird wohl auch diese Forderung als anerkannt werden müffen, zumal Herr Liermann fich Fälle gesichert und einen Schein hat unterschreiben lo?A welchem die zuerst gezahlten 6 M. als„Angeld und% i Und �Jm gerichtlichen Termine a# gebühren" bezeichnet find. abend wurde daher beschloffen, einen neuen Te min Ma 4. k. M. anzuberaumen und Herrn Liermann aufjugedemA Eid d-rhin abzulegen, daß de erstgezahltcn 6M. nicht oision gezahlt worden find. Natürlich wird Kläger vieP. ableisten und daS arme Mädchen dann In die Zahlu»» die Strapazen einer solchen Fußreise tragen kann; selbst unser hen Fußreise bei dieser Kafr ser Segal, der rüstigste Fufrri de» ganzen Hochlande«, würde davor zurückschreckt l WaS meinst Du dazu, Fritz?" F „Ich denke, er wäre ei» Narr, wenn er ohne o einen solchen Gang unternähme." J „Der Meinung bin ich auch!— WaS denkst � meiner vorigen Behauptung, daß die Alte müßte � sein? Hältst Du e« für möglich, daß ein Mens�. noch dazu eine Frau, in dieser Kälte, in diesem länger aushalten kann?" „Ich komme fast dahin, mehr an mich selbst,'' die Alte zu denken... Freilich sollte man meiner müßte längst erfroren sein.— E« ist gut, Path«, zu essen mttgenommen hast, ich habe einen empff" Hunger." „Gut denn, rasch vorwärt» I" F Habicht ritt vorau», gerade in die Schlucht vo".: monstan hinein, und von hier au» in eine ThalenS'' f von deiden Serden, durch jäh aufsteigende F-lS»� zugänglich war. Fichten streckten ihre Zweige ihren Häuptern in einander. Unter ihnen mußte früher ein Waldbach W haben, jetzt aber war fein Bett fast ausgetrocknet. dann und wann stahl sich ein Schein de« letzten Uchte» in diese Tiefe und ließ einen mattspruvelnvt, m bleifarben-m Glänze sehn,. Die Dunkelheit so rasch zu, daß Fritz seinem Pferde die Zügel 0� mußt«. In der Ferne leuchtete ihnen jetzt ein blau«» entgegen, der sich bei ihrem Nahen mehr und größern schien. E» war de« Ausgang au« dieses „DieS hrer ist da« Bett des Ste.nbache«," N% «Es»st der wildeste und einsamste Theil deS 0*% walde« und endigt in eine Art Sack. Im «ach«» em Geräusch, daß man in weiter Entfer-«"» ss ga Erzogene' Dan && A e v 20 m. verurtheilt werden. Das ist zwar ganz ,,, torreft", wir Au zur in let wollen aber doch die Aufsichtsbehörde auf diese„ forrette" Geschäftshandlung des Herrn Liermann aufmerksam machen. juden wenig unbeam ire erfub ne Meng ther wo fle a. Die Tröblerin, verwittwete G. in der Friedrichsgracht 25, welche daselbst einen Laden mit daranstoßender Wohnung hat, wurde in der Nacht vom 30. v. Mts. zum 1. d. Ms. um 1% Uhr durch das klirrende Berspringen ihrer Schaufensterscheibe aus dem Schlaf gewedt. Sie sah einen Dieb, welcher von der Straße aus die nicht angeschraubt ge wefene Rolljalousie ihres Schaufensters in die Höhe gerollt Die go und die Schaufensterscheibe zertrümmert hatte und gerade im te bina Begriffe war, fich mehrere ühren, die innerhalb des SchauNatura fensters hingen, anzueignen. Frau G. stürzte in den Laden, Runde frie laut um Hilfe, und der Dieb ergriff mit awei Uhren, Befch einer Albernen Bylinder- Uhr und einer Remontoir- Uhr die fonit Flucht, durch welche er auch enttam. Die Bestohlene batte eltener mehrere Tage vorher fortgesezt einen jungen Mann gesehen, welcher stets von der Straße aus in auffälliger Weise ihren gens for Laden beobachtet hatte. Auf diesen richtete fte ihren Verdacht, daß er den Diebstahl ausgeführt habe, und als der Verdächtige gestern Abend nach 10 Uhr wieder die Friedrichsgracht entlang ging und in der Laden der Trödlerin hineinfah, wurde er auch von dieser bemerkt und erkannt. Frau G. lief ellig heraus nach der Straße und sie veranlaßte seine Festnahme. Shre Bermuthung hatte fte auch nicht irre geführt, denn der Fest genommene, ein bisher noch unbescholtener Arbeiter D., hatte, wie er einräumte, in Wirklichkeit den Diebstahl ausgeführt, und er befand sich noch im Befit der beiden gestohlenen Uhren, die der Frau G. wieder zurückgegeben wurden. D. ist beute zur Haft gebracht worden. botanische Durch be es wurde Darauf ba Bu erntes Sier rtrag reid willlili bilden abet je 8003 und olizei Diegen en wurd guft, Mi zeirevie Betrunken 325 Perfond pier( m 46. nienburg urterfi 4091 t im t gebra 18 Rin Ben Unt ruges, tner un 4 We iber w iber we n mebre 288 bred übt bab men be ildhaue ftprati R- bal 1 Dr. me N. Schlafftellendieb. Der Sattlergeselle Zimmer, welcher in der Alten Jalobstraße 15 mit mehreren Anderen ein Bimmer theilte, vollführte, als er gestern in später Stunde nach Hause tam, einen äußerst frechen Diebstahl. Nachdem er sich von dem festen Schlafe feiner Schlafgenossen überzeugt hatte, durchsuchte er deren Kleider und eignete fich nachstehende Sachen an: eine goldene Uhr und Kette, eine filberne Uhr und Broche, Lettere bildete bei dem augenblicklichen Befizer selbst ein Fundobjekt, daß polizeilich gemeldet war. Ferner nahm der Dieb einen vollständigen Anzug nebst Sommerüberzieher zu fich. An baarem Gelde stahl er 27 M. 2 Pf. Gleich nach seinem Fort gange erwachte einer der Bestohlenen und entdeckte den Diebs Denn auch in der Wohnung seiner Schwester in der Forst frage 53 antraf, wo derselbe verhaftet und dem zuständigen Bolizeibuneau zugeführt wurde. tommen und in den Dienst eines Seifenfabrikanten in der Landsbergerstraße getreten, wo fie in der Nacht zum 23. März Dieses Jahres einen Knaben gebar, der lebend zur Welt fam. Sie drückte dem Rinde mit beiden Händen die Kehle und den Hals zu und erdrosselte es in dieser Weise. Nachdem sie sodann in der angedeuteten Weise mit ihren Händen die einzelnen Körpertheile der Leiche auseinandergeriffen hatte, um die Stücke leichter verbergen zu können, band fie diese in ein Tuch und versteckte fie so in ihrem Korb, mit welchem fie am 10. v. M. zu T. zog. Verunglückter Schaffner. Als am Freitag der von Friedrichshagen tommende Borort Bug um 11 Uhr 52 Minuten Abends auf dem Schlesischen Bahnhofe einlief, wurde der Schaffner Liepold in einem Rupee II. Slaffe mit zerschmettertem Kopf todt aufgefunden. Liepold hat jedenfalls während Der Fahrt fich zu weit aus dem Kupeefenster hinausgelegt und ift ihm dabei ber Kopf an einem Brückenpfeiler zerschmettert worden. N. Vergiftet. Der in der Badstraße 28 parterre_wohn hafte Kaufmann Eichelmann erhielt am vergangenen Freitag aus Charlottenburg folgenden inhaltsschweren Brief: Wenn Du diesen Brief empfängst, bitte ich Dich, meine Fabrik zu schließen, da ich alsdann mit meiner Frau nicht mehr unter den Lebenden weile. Lebe wohl! Dein Freund St." Sofort nach Empfang des Briefes in Charlottenburg angestellte Recherchen ergaben, daß der Absender seine unheimliche Drohung ausge führt hatte. Beide Gatten hatten ihrem Leben durch Gift ein Ende gemacht. Schwere geschäftliche Kalamitäten und Nahrung sorgen hatten den früher vermögenden Mann, Befizer einer in der Schwebterstraße belegenen Lad- und Firnißfabrik zu der unseligen That getrieben. Polizei.Bericht. Am 30. v. M. fiel in der Schönfärberei von Cabanis, Köpniderstr. 21, beschäftigte Arbeiter Tesmar in eine mit fiebender Flüffigkeit gefüllte Farbetufe und wurde dabei derartig verbrüht, daß er nach Bethanien gebracht werden mußte, wo er am 2. d. M. verftarb. Am 1. b. M. Vor mittags machte eine Frau in ihrer in der Kielerstraße belegenen Wohnung den Versuch, fich zu vergiften. Dieselbe wurde durch ihren Ehemann nach der Charité gebracht. Am 2. d. M. Abends wurde eine anscheinend dem Arbeiterstande angehörige, etwa 30 Jahre alte unbekannte Frauensperson in Krämpfen und bewußtlos auf dem Flur des Hauses Elisabeth Ufer 51 aufgefunden und nach der Charité gebracht. Zu derselben Beit entstand in einer Wohnung des Hauses Alte Jatobftr. 87 dadurch Feuer, daß beim Ausblasen einer Petroleum Lampe das Del im Baffin explodirte und die Flamme fich den Gardinen, Betten, sowie einem Korbe mit Wäsche mittheilte. Das Feuer wurde durch die Wohnungs- Inhaber gelöscht. An demselben Tage Vormittags fiel ein Theil des vor dem Hause Friedrichstraße Nr. 95 aufgestellten Bodgerüftes beim Aufstellen einer schweren Leiter um. In Folge deffen stürzte ein auf dem Gerüst beschäftigter Klempnerlehrling von demselben herab und erlitt einen Bruch des linten Schienbeins, so daß er nach der tönigl. Klinit in der Ziegelstraße gebracht werden mußte. Um dieselbe Beit wurde in der Französischen straße das Pferd eines Handelsmannes scheu, rannte vor dem Hause Französischestraße Nr. 33a gegen einen dafelbft stehenden schweren Arbeitswagen und wurden durch den Anprall beide Infaffen des Wagens, ein 69 Jahre alter Mann und deffen Ehefrau, auf das Straßenpflaster hinabgeschleudert. Ersterer erlitt dabei leichte Hautabschürfungen im Geficht, lettere am Kopf und rechten Oberschenkel so erhebliche Verlegungen, daß fte zur Anlegung eines Verbandes nach der fönigl. Klinik in der Biegelstraße gefahren werden müßten. In der Nacht In der Nacht zum 3. d. M. erschoß fich ein Mann in seiner in der Holl. mannstraße belegenen Wohnung mittelst Revolvers. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshaufe gebracht. Am 3. b. M., Nachmittags, fiel der Tapestrerlehrling Herrmann in der Leip: a. Schwindler. Ein ca. 50 Jahre alter Mann präsentirt bei hiesigen Einwohnern, welche Angehörige auf dem St. Jo. bannis Kirchhofe( und wohl auch auf anderen Kirchhöfen) tuben haben und an die Kirchhofs. Verwaltung jährlich einen beftimmten Betrag für die Pflege und das Begießen der Brabhügel zahlen, seit einiger Beit Quittungen, welche scheinbar unterzeichnet sind, über die pro 1885 zu entrichtenden Gießgelder. Um jeden Zweifel über seine Berechtigung zur Einfaffirung der Beträge zu vermeiden, tritt er in die Wohnung oder das Geschäftslotal des Bahlungspflichtigen mit einem Stoß Quittungen in der Hand und sucht aus denselben die betr. Quittung erst hervor. Den Verdacht, daß er ein Bes trüger und Fälscher sei, erregte er bei einem Kaufmann R. in Der Magdeburgerstraße dadurch, daß er diesem eine Quittung batte.. machte demzufolge der Begräbniß VerwaltungsKommission davon Anzeige, welche, wie sich nun herausstellte, noch gar nicht mit der Einkassirung der Gießgelder begonnen und auch noch Niemanden dazu beauftragt hatte. Der bisher noch nicht ermittelte Schwindler scheint in bisher noch nicht aufgeklärter Weise Einsicht in die Bücher über die Gießgelders Bahlungspflichtigen erlangt oder von einem Dritten daraus Notizen erlangt zu haben. Derselbe ist von etwas kleiner Statur, hatte dunkle Haare, hohe Stirn, spärlichen Backenbart, längliches und fables Geficht und sprach den sächsischen Dialett. Bekleidet war er mit dunkler Müße und dunklem Jaquet und einem schwarzen Tuch um den Halstragen. 1 Renti onen laffene, tohlen, Fraus in Ber Ten fam at, wie Don 20 r Vern nacht tung Banwa uth ftra aragra te u mit S ton chauf n laffen nb S am S in auf geben, bt als Diefen ablung Rälte Fußga breden ohne it Du te erf enich m ft, all meinen e, baß pfinbli Don Gl lenge wände bod t geftri unb Daw ben D парт überla Fuer hr zu Sal te Bab en Fraj gießt burg Cofe fe Bill ung B Wegen eines in unbeschreiblich brutaler Weise ausgeführten Kindesmordes ist am Sonnabend das bei dem Reftaurateur E. in der Belle Alliancestraße angestellte Dienst mädchen Wilhelmine 3. in Untersuchungshaft gebracht worden. Aus dem Korbe der 8., in welchem sie ihre Kleider und sonftigen Habfeligkeiten verwahrt hielt, brang seit dem 10. v. M., dem Tage, an welchem die 3. in den Dienst bei dem Restaus tateur T. getreten war, ein abscheulicher Geruch, welcher einem Mitdienstmädchen auffiel. Da dieser Geruch von Tag zu Tag tarter wurde, so machte dieses Dienstmätchen ihrer Herrschaft Davon Anzeige und der Dienstherr veranlaßte die Deffnung des Rorbes. In demselben wurden die in einer nicht wiederzugebenden roben, ganz unmenschlichen Weise auseinander geriffenen Rörpertheile der Leiche eines neugeborenen Rindes gefunden. Die 3. wurde sofort festgenommen. Dieselbe war, Buftande aus ihrer Heimath in Ostpreußen nach Berlin ge uweilen erfüllt das Waffer sogar die große Höhle der desengrotte, auf welche wir zureiten; jezt wird diese troden sein, so daß wir darin Feuer anzünden und aus. ruben tönnen." Buß höber, an dem Felsen empor. Blöglich fladerte ein rother Schein, ungefähr hundert Er erleuchtete das dunkle Grün der Tannen und gligerte in dem mit Schnee überzogenen Gewinde der Brombeergewächse. haben die Here!" " Ha!" rief Habicht mit unterdrückter Stimme. Wir bicht neben einander. Dem Doktor pochte das Herz. Er und Habicht ritten Der Hund stieß ein bumpfes flüßternd. Anurren hervor. Rann fie uns nicht entschlüpfen?" fragte Fritz Nein, sie ist gefangen wie eine Ratte in ber Falle! Jene Höhle hat feinen andern Ausweg, als diesen, und rund umber ragen die Felfen bis zu einer Höhe von zwei hundert Fuß empor." " Er stieg vom Pferde in das eifige Waffer und gab Fritz die Zügel feines Pferdes zu halten. Dann hörte Friz durch die Stille das klirren des Rarabiners, ben Habicht von der Schulter nahm. Ein Schauer ergriff ihn. " Habicht!" rief er ,,, was willst Du thun?" " Fürchte nichts, ich will fie nur erschrecken." aigerstraße beim Verlassen eines Omnibus so unglücklich zur Erde, daß er besinnungslos liegen blieb und nach seiner Woh nung gebracht werden mußte, wo der hinzugerufene Arzt eine Gehirnerschütterung feststellte. An demselben Tage Abends gerieth ein 18 Jahre alter Schüler auf der Spree oberhalb der Jannowigbrücke mit seinem Boote in den Wellenschlag eines Spreedampfers, wobei das Boot umschlug und er ins Waffer fiel. Er wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, von den Beamten des Polizei- Dampfers, der sich gerade in der Nähe befand, aus dem Wasser gezogen. Um dieselbe Zeit wurde ein Mann durch eine führerlose Droschke auf dem Bür gersteige in der Linienstraße überfahren und erlitt dabei solche Verlegungen am linken Oberschenkel, daß er nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte. Gerichts- Zeitung. Wegen wiederholt versnchter und vollendeter Erpreffung hatte fich gestern der Buchbinder Dito Wilhelm Max Sichter vor der dritten Straffammer des hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der Angeklagte verbüßte bis zum 27. Nov. vorigen Jahres eine einjährige Gefängnißftrafe im Unter suchungsgefängnisse zu Moabit und wurde u. A. auch mit der bort!" Halt!" rief er mit geheimnißvoller Stimme.„ Sieh Am Ende des Ganges, der hier schnurgerade in den Stein eingehauen, in die hochgewölbte Höhle führte, sahen fie auf dem Boden derselben ein belles Feuer angezündet, welches seine röthlichen Rauchwolfen emportrieb, und vor biefem in sigender Stellung einen Mann, den Friß zu er tennen glaubte. War das eine neue Sinnestäuschung oder war es in Wirklichkeit der Baronet D'Brian? Er saß, den Kopf in der Hand gestüßt, unbeweglich und schien nachzufinnen. Hinter ihm lag eine schwarze Geftalt auf dem Boden hingestreckt, und weiter halb im Schatten verborgen, an der Seite der Höhle stand sein Bferb, welches mit gefpitten Ohren und weit aufgesperrten Pferd, welches mit gespitzten Dhren und weit aufgesperrten Nüftern die Kommenden anblidte. Fritz war im höchsten Grade überrascht und wußte nicht, was er davon benten follte. Wie kam der Baronet D'Brian um diese Stunde in diese Wildniß? Was hatte er hier zu thun? Hatte er fich verirrt, oder war auch er der Spur jener Frau gefolgt? Stand er mit ihr in irgend welcher Beziehung? Die Erzählung Segal's fiel ihm ein, nach welcher der Baronet schon zweimal die Spur der Alten verfolgt zu haben schien. Die widersprechendsten Bermuthungen freuzten fich in dem Gehirn des Doktors, obne daß er zu einem Das will ich gelten laffen, aber fein Blut! Erinnere laren Gedanken fam. Dich bessen, was ich Dir gesagt habe: Die Kugel, welche die Here trifft, tödtet zu gleicher Zeit den Grafen." Beruhige Dich!" Habicht ging fort, ohne weiter auf seinen Gefährten feine Schritte verursachten. Aalt fich wie ein schwarzer Schatten vom dunkelblauen Dann fah er am Ausgange Habicht's martialifche Ge Da plöglich begann das Pferd des Baronets zu wiehern. Bei diesem Tone erhob der am Feuer sigende junge Mann den Ropf. Was haft Du, mein braves Thier?" fragte er jegt. Da er den Beiden sein Gesicht zuwandte, erkannten sie ber Baronet D'Brian. Anfertigung von Papeterien beschäftigt. Zwei Gefangenen Aufseher hatten von der Direktion die Erlaubniß erhalten, von Dem Angeklagten einige Arbeiten anfertigen lassen zu dürfen. Da fie selbstredend ein Interesse daran hatten, daß diese Arbeiten recht gut hergestellt würden, gaben fie dem Angeklagten nach dieser Richtung hin manches gute Wort und versesten dadurch denselben in den Glauben, daß die Aufseher ihn in unerlaubter Weise beschäftigt hätten. Gleich nach seiner Ent laffung trat der Angeklagte an die beiden Aufseher mit der Forderung von je 100 Mart heran und drohte im Nicht zahlungsfalle mit der Anzeige. Der eine Aufseher ließ sich auch herbei, 30 Mart herzugeben, um der Unannehmlichkeit einer Untersuchung aus dem Wege zu geben; später erstatteten beide Beamte Anzeige. Der Angeklagte war sofort geständig und entschuldigt sein Verbalten nur mit großer Noth, in der er sich befunden hat. Der Gerichtshoff belegte denselben mit achtzehn Monaten Gefängniß und zwei Jahren Ehrs perluft. Die Zahnärzte find ebenso wie die Mediziner an die alte Medizinaltare vom Jahre 1815 gebunden, wenn vor der Konsultation nicht ein bestimmtes Honorar zwischen den Bar teien verabredet wird. So entschied gestern das Amtsgericht I auf Bahlung von 227 Mart angestrengi hatte. Rechtsanwalt in einem Prozesse, den ein Bahnarzt gegen seinen Klienten Arnold, der den Beklagten vertrat, proponirte dem Kläger den Betrag von 89 Mart, der Richter erhöhte die zu zahlende Summe auf 92 Mart und motivirte dieses Urtheil in der Eins gangs erwähnten Weise. Die Frage, ob ein Inftrumentenmacher, welcher ca. 18 Gehilfen beschäftigt und die Pianinos fast ausschließlich auf Bestellung anfertigt, als Kaufmann anzusehen, oder verpflichtet ift, ordnungsmäßige Handlungsbücher zu führen und alljährlich Die Bilanzen seines Vermögens zu ziehen, beschäftigte gestern Die erste Straftammer hiesigen Landgerichts 1. Angeklagt waren wegen einfachen Bankeroits die Instrumentenmacher Paul Krause und Heinhold Hoerning. Dieselben betrieben und be treiben heute noch, nachdem der über ihr Vermögen eröffnet gewesene Konkurs durch Afford beendet worden ist, eine Pianofabrik und arbeiteten fast ausschließlich auf Bestellung. Ihre Buchführung war eine nicht übersichtliche und Bilanzen baben fte gar nicht gezogen. Der Gerichtshof bejahte die Eins gangs berührte Frage und verurtheilte die Angeklagten zu je Dret Wochen Gefängniß. Beim Einlaufen des um 10 Uhr 30 Minuten auf dem hiesigen Stettiner Bahnhof eintreffenden Stargardter Personenzuges am 12. Dezember v. J. wurden eine Anzahl Baffagiere und einige Fahrbeamte dadurch etwas un fanft berührt, daß der Bug nicht rechtzeitig zum Stehen ge bracht werden konnte und mit Vehemenz gegen den Prellbock auflief. Die Schuld daran ist sowohl von der Eisenbahnbe hörde, als von der Staatsanwaltschaft dem Führer der Lokomo tive jenes Buges dem geprüften Heizer Hermann Ritter aus Stargardt zur Laft gelegt, und hatte sich derselbe gestern auf die Anklage der fahrlässigen Gefährdung eines Eisenbahatranspierten ports von der Straflammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. In Der Anklage ist angenommen worden, daß Ritter bei regnerischem Wetter und den dadurch schlüpfrig gewordenen Schienen das Brems fignal zu spät resp. das Signal Bremser los" zu früh gegeben hat. Der Angeklagte wies aber nach, daß er diese Signale rechtzeitig gegeben und dabei die Witterungsverhält nisse seiner Erfahrung gemäß genügend berücksichtigt habe. Seiner Meinung nach liege die Schuld daran, daß die Bremsvor richtungen nicht in Ordnung waren und auch das dadurch her. vorgerufene ordnungswidrige Lösen der Brems n den Bug in eine schnellere Gangart gebracht worden war. Dies habe er aber unmöglich voraussehen können. Da die vernommenen Sachverständigen die Richtigkeit der Annahme als wahrschein lich erachteten, erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung des Angeklagten. -y. Eine treffende Illustration zu der bekannten Thatsache, daß des Aberglaube auch unter den ,, gebildeten" Ständen seine Anhänger findet, lieferte eine Verhandlung, welche gestern vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts flattfand Auf der Anklagebant befand sich der Schneider Ludwig Heinrich Beschepnic, welcher sich dadurch des grobes Unfugs und des Betruges schuldig gemacht haben sollte, daß er gegen Entgelt Wahrsagerei betrieben hatte. Der Geschädigte war ein Greis von 71 Jahren, der Polizeihauptmann a. D. H., welcher durch seine Auslaffungen als Beuge in ein tragikomisch s Licht gestellt wurde. Derselbe deponirte etwa folgendes: In Den legten Jahren habe er zu einer gewissen Anna Rutttowsty in einem Liebesverhältniß gestanden, dasselbe aber fürglich gelöst, ba er die betrübende Entdeckung gemacht habe, daß ihre Bu neigung nicht seiner Person, sondern seinem Geltbeutel galt. Vor Der Trennung und besonders im Anfange d. J. habe seine Liebste ihm unter Hinweis auf sein Alter arg zugefest, er möge doch ein Testament machen und in demselben besonders thre: gedenken. Als er sich hiergegen sträubte, habe fte ihren ganzen Einfluß aufgeboten, ihn zu bewegen, einer Wahrsagerin den Besuch zu machen, um von dieser seine Lebensdauer zu erfahren. " Ich, mein Herr," antwortete Habicht näher tretend. " Ich bins, Habicht, der Oberjäger des Grafen M'Donuil." Wie ein Blitz zudte es über das Antlig des Baronets, aber feine Fiber zitterte. Er stand auf und warf mit leichter Bewegung sein Plaid über die Schulter. Fritz zog die Pferde und den Hund an sich. Ajar hatte schon, feit er jene Erscheinung in der Höhle gesehen, eine faum zu bändigenbe, wüthende Ungebulb gezeigt. Jest brach er in ein lautes Geheul aus. Schritte von einander entfernt. Ersterer stand unbeweglich Habicht und D'Brian waren noch ungefähr fünfzig in der Mitte des Ganges, die Flinte im Arm, der Baronet auf der äußeren Seite der Höhle. Mit zurückgeworfenem Ropfe maß er ihn und seinen Begleiter, den er bis bahin noch nicht erkannte mit ftolzem Blide. " Was wollen Sie?!" rief er mit erhobener Stimme. Wir juchen ein alte Frau," antwortete der alte Dberjägermeister, eine Frau, die jedes Jahr zu einer bestimmten Beit um das Schloß M'Donuil herumschleicht; und wir haben Befehl sie zu ergreifen." Hat fie gestohlen" Das nicht!" Hat fie gemorbet?" ,, Auch das nicht, Herr Baronet!" Nun, was wollen Sie denn von ihr? Mit welchem Rechte verfolgen Sie die Frau" zu hören. Dieser hörte das Plätschern des Wassers, welches ihn deutlich in dem Schein des Feuers. Es war wirklich Wiffen Sie nicht, daß wir hier auf dem Grund und Boden Hintergrunde abzeichnen. Dort stand er etwa fünf Minuten ftanden, offenbar nicht erkannt. Er schaute nach der Rich ihm entfernt war. Auch er hatte sie erblickt, da sie aber im Dunklen tung, in welcher er die beiden Schatten fah mit weit ge Leise näherte sich ihm Friß, aufmerksam umherblickend. öffneten Augen. Habicht gewahrte ihn erft, als er faum drei Schritte von Zone. Wer ist da!?" rief der junge Mann in trogigem Habicht richtete sich hoch auf, und blickte ben Baron scharf an. Und Sie, mit welchem Rechte vertheidigen Sie die selbe?" fragte er mit höhnischem Lächeln. Die Gesuchte ift bort, ich sehe sie im Hintergrunde der Höhle. Mit wel chem Recht mischen Sie sich in unsere Angelegenheiten? des Grafen M'Donuil stehen, und zur Ausübung der hohen und niedern Justiz das Recht haben?" Tone: Der junge Mann erbleichte und erwiderte mit rauhem Ich bin Ihnen keine Rechtfertigung schuldig." ( Fortsetzung folgt.) Er sei schwach genug gewesen, nachzugeben und habe sich von mehreren dieser modernen Bythien prophezeiben lassen, deren allgemein gehaltene Rebensarten ihm aber wenig imponirt hätten. Schließlich hätte die Ruttkovely aber den Angeflagten, das Unifum eines weisen Mannes und Wahrfagers, als welchen sie ihn schildert, aufgestöbert und thm teine Rube gelaffen, bis er zu einem gemeins schaftlichen Besuche Besuche deffelben seine Einwilligung gab. Bald darauf sei derselbe denn auch in Szene gesezt worden. Nachdem man die in der Prenzlauer Allee belegenen Hofwohnung des Angeklagten auf awet fteilen und schmalen Stiegen ertlommen, elen fie von dem Inhaber in einem halbbunkeln Raum empfangen worden. Er habe sein Begehr ge äußert und nun habe ihn der Angeklagte allein in einen zweiten baran stoßenden Raum geführt, welches in mystischer Weise brapirt war. Hinter einer rothen Gardine habe sich der Angetlagte in einen mit labbalistischen Beichen bedeckten Talar geworfen und dann habe dieser Jünger Cagliostro's mit dem Wahrsagen begonnen. Aus den Linien der Hand des Beugen habe der Chiromantist ihm prophezeit, daß seine irdische Laufbahn am 18. März cr. schließen würde und ihm ange rathen, seine Verhältnisse schleunigst zu ordnen. In etwas deprimirter Stimmung habe er Dann seiner Begleiterin den Plaz überlassen und diese sei bei der Wahrfagung bedeutend beffer weggekommen, denn der Prophet habe ihr noch ein langes und genußreiches Leben in Aussicht gestellt. Diese ganze Komödie denn daß es eine solche ge wesen, welche von der Nutikowsky mit dem Angeklagten in Szene gefeßt worden, sei ihm erst später klar geworden habe aber doch einen so unheilvollen Einfluß auf ihn ausge übt, daß er ganz schwermüthig geworden wäre und seine Freunde ihm zur Aufbeiterung acht Tage vor dem ominösen 18. März bei Dreffel ein Souper gegeben hätten. Der Ange flagte bebauptete diesen Auslaffungen gegenüber, daß er sich längere Beit gefträubt, bevor er bem Drängen des Beugen, ihm die Bukunft zu verkünden, gefolgt set und nur um ihn endlich loszuwerden, habe er ihm nach dem Drakel von Delphi die etwas doppelsinnige Ants wort ertheilt, daß er einem großen Ereignisse unterworfen werden würde, wenn er bis zum 18. März noch kein Testa ment gemacht hätte." Auch habe er für seine Kunst feineswegs Geld gefordert, sondern die Ruttkowsky habe ihm beim Ver Laffen feiner Wohnung aus freien Stüden zwei Mart auf den Tisch gelegt. Da diese Angaben des Angeklagten durch die Beweisaufnahme im Wesentlichen bestätigt wurden, so fonnte der Gerichtshof in der Handlungsweise des Angeklagten die Krit: rien des Betruges nicht erblicken und fällte ein freis sprechendes Urtheil. -y. Eine Bierplanscherin stand gestern in der Person ber verwittweten Johanna Friederike Barthel vor der 87. Ab theilung des Schöffengerichts. Die Angeklagte hat den Bier ausschant in einem in der Elsafferstraße belegenen Tanzlokal pachtweise übernommen und schänkt nur sogenannte ,, echte Biere". Wie in den meisten derartigen Fällen, traten auch hier einige frühere Kellner der Angeklagten, die entlassen wur ben, als Denunzianten und im gestrigen Verhandlungstermine als Belastungszeugen auf. Dieselben behaupteten unter ihrem Eide, daß die Angeklagte in mindestens 12 Fällen stehengebliebene Bierrefte wieder zusammengegossen und daraus ganze Flaschen komponirt habe. Da der Entlastungsbeweis, welcher Die Unglaubwürdigkeit der Beugen darthun sollte, mißlang, hielt der Gerichtshof die Angeklagte für überführt und verurtheilte fte zu einer Gesammtstrafe von 72 Mart ev. 12 Tage Gefängniß für jeden Fall 6 Mart. Freundlichkeit ihrer Lehrer erzählten, habe er sich entschloffen, zur milden Braris überzugehen, habe aber des Guten zu viel gethan und den Kindern durch Batschen" 2c. sein Wohlwollen bezeugt. Unfittliche Motive hätten seiner Handlungsweise nicht zu Grunde gelegen. Er leugnete Alles, was diesen Angaben widersprach und weinte nnd stöhnte in jämmerlicher Weise, um Mitleid zu erregen. Als der Staatsanwal: fteben Jahre Zuchthaus beantragte, Inickte der Angeklagte zusammenn, wie ein Taschenmesser, und die Sigung mußte unterbrochen werden, bis man ihn wieder einigermaßen aufgerichtet hatte. Nürnberg. Lehrer und Schülerinnen. Wenn wir in ausländischen Blättern Berichte von haarsträubenden Verbrechen und Sittenloftgkeiten lesen, welche in Paris, dem ,, modernen Babel", oder fern in Ungarns weit gedehnten Steppen fich zu getragen haben, dann wenden wir uns mit Grauen ab und freuen uns, daß wir in einem zivilifirten Staate leben und in in einer gefttteten Gesellschaft, welche den Ausschreitungen des Lafters einen unübersteiglichen Damm entgegenseßt. Sind wir geneigt, Pharisät zu spielen, dann zetern wir wohl gar über Die zunehmende Sittenverwilderung" der Franzosen und rühmen unsere eigene glorreiche Tugend. Und doch haben wir zur Pflege eines solchen Phatisäers thums gar teine Ursache, daran werden wir durch Berhandlungen unserer Gerichte oft in recht unangenehmer Weise er innert. Das Urtheil lautete auf fünf Jahre Buchthaus und ents sprechenden Ehrenrechtsverlust. Einen solchen Ausgang des Prozeffes hatte der Angeklagte ficher nicht erwartet. Er war so gebrochen, daß man ihr faft vom Blaze tragen mußte, und der Staatsanwalt ordnete sofort ärztlichen Bei stand an. Die Saalthüren schloffen sich hinter einem verlorenen und bürgerlich todten Menschen. Soziales und Arbeiterbewegung. Arbeitslöhne und Preise der Lebensmittel. Die Ge treidezölle führen eine Vertheuerung des hauptsächlichsten Nah rungsmittels für das Volk, des Brotes, herbei. Nun haben die Schußzöllner diesen Einwurf dadurch zu entkräften gesucht, daß fie eine Steigerung der Löhne als nothwendige Folge der Preiserhöhung des Ges treides in Aussicht stellten. Nun hat freilich die Volle wirthschaft überzeugend nachgewiesen, daß 1) die Lebenshaltung der Arbeiter unter dem Banne des ehernen Lohngesezes steht, das heißt, daß der Lohn nur das gesellschaftlich übliche Existenzminimum durchweg zu decken vermag, 2) erfahren wir aus der selben untrüglichen Quelle, daß mit der Bertheuerung Der Viktualien die Löhne durchaus nicht in gleichem Verhältnisse steigen, daß dieselben nur febr langsam einen Schritt weiter: üden, wenn die Lebensmittelpreise auf der fala bereits hoch emporgeſchnellt sind, und daß oft genug bie scheinbar höher gewordenen Geldlöhne sogar ein geringeres Quantum Lebensbedürfniß zu erwerben im Stande find, als niedrigere Löhne bei niedrigerem Stande Der Getreidepreise. Ein Beispiel aus England möge diese An ficht belegen. In den Jahren 1799-1801 waren in England Die Preise der Lebensmittel außerordentlich hohe; in Folge Deffen trat eine Steigerung der Löhne ei. Nun erhielten z. B. die Schneidergesellen von 1775 bis 1795 einen Wochenlohn von 1 Bfund 1 Schilling 9 Bence(= zirta Mt. 21.75), wofür fte 36 Laib- Bröte à 74 Bence(= irla 59 Bfg.) faufen tonnten; 1801 war der höchfte Lohn 27 Schil ling( 27 Mt.), wofür fte nach den damaligen Preisen nur 18 Bröote hätten laufen lönnen. Ebenso gering war die Erhöhung des Segerlohnes von 24 auf 30 Schilling( 24 auf 30 Mart). Die Tabellen des Greenwich Hospitals zeigen, daß der Tagelohn für die Bauhandwerker im Jahre 1801 nur einige Groschen höher war, als in den zwanzig Jahren vorher. Es erhielten nämlich in den Jahren: Wie in der Weltstadt das Verbrechen haust, und wie unter halb zivilifirten Naturmenschen manchmal die Leidenschaft wild emporlodert und verheerend ihre Opfer fordert, so wohnen Ver brechen und Leidenschaft auch in unserer Nähe und wir sehen es mit Bestürzung und Schreck, daß der Arm der Gerechtigkeit auweilen mitten hinein greift in die Reihe der honneten Leute und fich Einen herausbolt, der besonders behäbig und würdevoll aussieht und der vielleicht gar ein Amt vertritt, welches ihn zum Wächter der Moral und Tugend macht. Das Gericht setzt ihn auf die Antlagebant; ihn, der vielleicht fura zuvor noch mit uns an einem Tische saß und uns in lebhafter Auseinandersegung Klar zu machen suchte, daß nur durch Verschärfung der Strafgefeße bem Zunehmen des Lasters Einhalt geboten werden könne. Nun reißt ihm die Juftis die Maske ab, welche wir nicht zu burchschauen vermochten, und er knickt zusammen, ein zitternder, jammernder Bösewicht. Wilhelm Hochftein, einundvierzig Jahre alt, seit zweiundzwanzig Jahren Mädchenlehrer in hiesigen Schulen, ein Mann von einnehmendem Aeußern, mit wallendem Lockenbaar, tritt als Angeklagter auf. Er ist Wittwer und befigt ein nicht unbedeutendes Vermögen, zu welchem auch mehrere Häuser in Nürnberg gehören. Er ist nie bestraft und erfreute sich großer Beliebtheit in geselligen Kreisen. Er galt als pflichttreu in seinem Berufe und wie das Gerücht umlief, er habe in ver brecherischer Weise seine Stellung als Lehrer schulpflichtigen Mädchen gegenüber mißbraucht, da sträubte man sich, das Unerhörte zu glauben, und dem Beschuldigten blieb Beit zur Flucht. Er benügte diese Zeit, ging nach der Schweiz, aber die Sorge, sein Vermögen könne tonfissirt werden, trieb ihn wieder zurück, und nun war er dem Verhängniß rettungslos verfallen. Ueber die Sache, welche gegen ihn vorliegt, tönnen wir uns furz faffen, es ist eine unsaubere Geschichte. Hochstein, als Lehrer der oberen Mädchentlassen im Unschlitthaus, hat feit etwa einem Jahre, vielleicht auch noch länger, gegen besonders hübsche Mädchen seiner Klaffe unerlaubte Annäherungen fich zu Schulden tommen lassen, bat z. B. beim Schreibunterricht sich neben den Mädchen hingefeßt und ihnen angesichts der übrigen Schülerinnen an die nadten Beine und andere Rörpertheile gegriffen u. f. w. Gegen einige Fortbildungs Schülerinnen im Alter von 15 bis 16 Jahren hat er sich noch schwerere Vergehen zu Schulden kommen lassen, deren nähere Bezeichnung nicht möglich ist. 1801 M. Pfg. 3 17 1775-1795 M. Bfg. 2 66 2 33 3 2.66 3 Bimmerleute Maurer Steinmezer 2 83 Bleidecker 3 25 Während aber, um nur ein Jahr herauszugreifen, das Quarter( 5.29 preußische Scheffel) Weizen im Jahre 1792 blos ca. 47-48 Mart loftete, mußte daffelbe im Jahre 1801 mit 156 Mark bezahlt werden! Man Man sieht daraus flar, daß Die Löhne nicht im Geringften dem Wachsthum im im Preise proportional geftiegen find; thatsächlich ist die Steigerung nur eine scheinbare, da für den Lohn des Jahres 1801 nicht soviel Brotforn zu laufen war, wie für den Durchschnittslohn der Jahre 1775-1795. Solch ein fleiner Rurfus in der Geschichte wäre für unsere an Schuß30 llepidemie leidende Bourgeoise sehr nüglich, aber was fie nicht weiß, macht ihr nicht heiß, und die Großgrundbefizer machen ja ein ,, Geschäft" trop dem schlauesten Börsenspekulanten, und das ist ja die Hauptsache. Diese Handlungen fonnte er- und das ist das Schlimmste bei der Sache ein Jahr lang fortseßen, ohne daß die Kin der, welche doch sonst jebe Kleinigkeit weiter erzählen, thren Eltern davon Mittheilung machten. Der unschuldige Sinn ver jugendlichen Mädchen wurde badurch in bebentlicher Weise beeinträchtigt und das schlechte Beispiel des Lehrers wurde für thre Sinnesrichtung gefährlich. Uebrigens beweist jedoch die Ungentertheit, mit welcher fie als Beuginnen über Alles Aus funft gaben, daß fie fich der vollen Tagweite und Bedeutung der Sache nicht bewußt waren. einen Minimal und einen Marimallohn vorsteht, hatten den bis jetzt gemachten Ermi telungen 71 Arbeitgeber mit Arbeitern adoptirt, während 42 Arbeitgeber die Lohnzah nach diesem Tarif verweigerten, in Folge deffen 102 Ge die Arbeit eingestellt haben. Von den Streifenden if großer Theil abgereift, die Uebrigen haben andere Beschäfti genommen. Nach eingehender Debatte nahm die Versamm folgende Resolution an: 1) Die Versammlung ertennt Forderung der Gehilfen für gerecht an, daß der neue Lohntatif den Verhältnissen entspreche, und 2 Versammlung macht es dem Vorftande des Schuhmachergen vereins zur Pflicht, die Breiserhöhung für fertige Schuhwa Nr. 103 dem Publikum gegenüber öffentlich durch die Breffe zu fertigen, resp. zu begründen. Der Rei München, den 1. Mai 1885.( Mittheilung: Fr. Rohleder's Bureau.) Seit dem 15. April c heute find wieder 59 neue Anmeldungen von Fach vereinen folgt, so daß die Gesammtzahl der angemeldeten Vereine beträgt aus 121 Städten. In 254 dieser Vereine wat daß eine Aus Bahl von 28 310 Mitgliedern tonftatirt. Das Bureau tonftatirt bal Arbeitsangelegenheiten und Statistik betreibt feine Arbeit von Malt mittelung, sondern bearbeitet außer der Auskunft in At und den Erni angelegenheiten die statistischen Gebiete, die in den 6 der legten Mittheilung dieses Blattes zusammengefaßt Der Beantwortung der Fragen wird bis zum 10. jeden bestimmt entgegen gesehen. Fünfzig Jahre Arbeit. Mit einem gewissen Jubel ver fündigen die Blätter des Wupperthales, daß am 1. Mai die siebenundsechszigjährige Fabritarbeiterin Helene Löcherbach zu Elberfeld ihr 50jähriges Jubiläum als Arbeiterin in ein und derselben Fabrik gefeiert habe. Die Brinzipale sowohl, wie Mitarbeiterinnen haben die Jubelarin mit Geschenken bedacht. Aber nichts ist davon zu lesen, daß Diese Arbeiterin an dem Tage in den so wohlverdienten Ruhe stand getreten sei, daß die Prinzipalität die fünfzigjährigen treuen Dienste mit Alterversorgung, die dem armen Wesen ge wiß wohl thun würde, belohnt hätte. Fünfaig lange Jabre fortwährender Arbeit in einer Fabrit, ohne nennenswerthe Er bolung! Was für eine lange Rette von Entbehrungen, von Mühe und Blage! Und dann noch keine sichere Stätte, wohin Diese treue Arbeiterin ihr müdes Haupt legen kann? Diese Frage mahnt daran, daß mit der Alterversorgungsgefeßgebung rasch und energisch vorgegangen werden muß. Die ganze That fache aber mahnt ferner daran, daß eine echte volle Sozial Reform nothwendig ist, damit die deutschen Arbeiter durch übermäßige schlecht gelohnte Arbeit nicht versumpfen. Die Haltung des Angeklagten vor Gericht und seine Ausreden machten den denkbar kläglichsten Eindruck. Er gab an, er sei früher ein besonders strenger Lehrer gewesen, habe jedoch mit der Strenge feine großen pädagogischen Erfolge erzielt. Als seine eigenen Töchter in die Schule tamen und von der Berantwortlicher Redakteur R. Vermischtes. Hochrothe Kravatten tann man jest schon in gebildeten Europa seben; bis zum rothen Bylinderhut wir es aber noch nicht gebracht. Anders in Afrifa! ber rothe Bylinder sogar boffähig, wie uns Hugo Böller ,, Köln. 8tg." verftaert. Derselbe schreibt nämlich über Empfang beim Rönig Amapetu im Mahiugebiete:„ Röni petu, ein gut aussehender Mann von etwa 40 empfing uns, nachdem wir vorher( Damit inzwischen ankleiden Tönne) einen Besuch Die Zudertrifts bat in Deutschland recht verheerend gewüthet. So haben 64 Buderfabriten in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Bofen und Preußen im Vorjahre die Rüben, welche auf 262 326 Morgen Ader gewachsen sind, fonsumirt, während fie in diesem Jahre mit den Befizern von nur 115 114 Morgen kontrabirten. So wird also lange nicht die Hälfte des Buders in diesem Jahre produzirt und natürlich auch viel weniger Arbeitskräfte benugt werden. Es macht sich auch schon eine bedeutende Einwanderung von Arbeitern und Arbeiterinnen aus den östlichen Provinzen nach dem Westen bemerktar. miffionsberat vor der Abfti gefeges die langten, um Dieses Berlan ergeben und gefahren, wä ablreich vert Abgeordneten tage. Um al nicht„ Gleiche ftand von de fich die Frage on Mangel 8um en als auch in S mal auf der Telegramme Borschlag g Schiedsspruch mung gegebe nur um eine man in Bet deutsche St. richteter Sett erften Häuptling gemacht hatten, in dem großen hallen Hofe seines Hauses, in dem bereits alle Vornehmen des versammelt waren. Es waren zur rechten Seite des Size für uns hergerichtet und mit schönen Tüchern üb worden. Amapetu faß auf einem Lattengestell, über ba ein großes Stüd Tuch ausgebreitet hatte, bekleidet mit sehr langen, bis zu den Füßen herunterreichenden denen Hüftentuch, einer hohen, in Silber und Die Stelle der Krone vertretenden Müße einer schmalen Hale fette von loftbaren, echten Die ganze di Ro Des Königs würdevolle Haltung mochte ein erfünftelt sein, aber der Ausdruck seiner Büge und feinen möglic nehmen zeugten von einem Maß von Einsicht und bewußtsein, deffen fich nur wenige unter den schwarzen ge noch vollzieb englischen U bas Gerücht erfreuen. Jm Kreise herum saßen die Häuptlinge und fon lei; eine ähn nicht neue oird anschein werben tönne Das fog Vornehmen des Landes, von denen der mächtigfte unter Drte felbft lebenden, ein fettwanfiiger alter Herr mit gut gem Geficht- to etwas wie wirtlicher geheimer Rath besondere Vorliebe für die seltsamen Arten von Hüten schien. Er trug einen Droschkentutscherhut, den er mit einer borte umwunden hatte. Später aber zeigte er uns seine Belgier den Kostbarkeit, bestehend in einem zylinderförmigen, vielleidft, nachdem her einmal zu farnevalistischen Sweden benugten Babor Kurzem das an der Vorderseite rosenroth, an der Rückseite him worden. war. Sein sehnlichster Wunsch, sagte er zum General viele Person ( Dr. Nachtigall), sei es noch einen solchen put zu erhaltertreter Warum soll man nicht auch rothe Bylinderhüte tragen di Dienst Ver Denkt der vorurtheilslose Neger, und findige Geschäf durch Annah " werden wohl nicht ermangeln, diese seltfame Schwärme afrikanischen Edeln durch einen Masen- Import bunter röhren" zu befriedigen. Literarische s. Von dem illuftritten Unterhaltungsblatt ,, Die Neue Stuttgart, Verlag von J. H. W. Diez, ist soeben des zehnten Jahrgangs erschienen. b Inhalt: Auf hoher See. Sozialer Roman baftian Bruz.( Fortsetzung.)- Das Duell. Beitgem trachtung von A. Titus.- Chriftblumen. Novelle von D ( Schluß)-Die deutiche Kolonie Kamerun.- Der Hau Bon Gartenbaubirektor D. Hüttig. Zur Entw geschichte des Staates. Kritische Betrachtungen von - Der Wildschaden in Mecklenburg. Von H. W. Unsere Jllustrationen: Frühlingelust. Loki und S Vermischtes: Ein Wort über das Tödten der Schmet Der Kampf ums Dasein unter den Bäumen. Ueber F in der Weidenkultur. Städteverschwinden in Noid Eine ungeheure Weinrebe. Goldgruben in Norwegen neue Eisenbahn in Rio Grande do Sul, Brafilien. Ein liches Barometer. Die große Butunft des Aluminium Stüd Horn zusammenzuseßen, daß es wie ein Stüd Martertafein. Elektro Technisches: Neues lautspre Telephon. Die Glühlampen bei Nebel. Straßenbahn mit Affumulatoren. Fortschritte der elektrischen Beleuchtu Für unsere Hausfrauen: Wie verwerthen wir unfern garten? Schleier zu waschen.- Still, still: er hat sie Gedicht.( Mit Jllustration.) Aufgabe.- Rebus.- Aerztlicher Rathgeber. Palindrom. Arith forrespondenz. forrespondenz. Die Jute, ihre Produktion und -Humoristisches.- Gemeinnügiges. Mannichfaltig Die Instrumentenfabrikanten im Königreich Sachsen find sehr wenig erbaut von der Verzollung der überseeischen Hölzer. Sie erklären, daß die meisten Holzarten, welche zur Fabritation von Instrumenten verwendet werden tönnten, gar nicht in Deutschland wüchsen; es tönne also auch nicht Don einer Konkurrens des a. sländischen Holzes mit dem inländischen die Rede sein. Die ausländischen Hölzer bester Qualität seien aber so selten, daß die ausländischen Händler immer schon sehr hohe Preise forderten und natürlich jezt auch noch den Boll auf das Robprodukt schlagen würden. Es leide also lediglich die nationale Arbeit durch den Boll, ohne daß dem deutschen Waldbefizer genutzt werde. Diese Angaben scheinen uns völlig richtig zu sein. Man steht also, daß hier der vom schlauen Loki verführte täppische Boll- Hödur den fegenbringenden Baldur erschlagen hat. Rebal In Von der Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von Diet, ist soeben das fünfte eft des 3. Jahrgan schienen. ein ficheres Verhältniffe freiwillig unt Trinken befo boten wird. Die Reg noch einige Anadigen tung gelangt erllart haben Die eine Erböbun und 11/2 St ob die Arbeit hloffen, den Die größeren well befürcht fabren, von geber beichlo Der Der Unterbrü bore Eypti Bremiermini gramm aus Agenten den mpfing ihn bungen in Das Un Abedive perfo Berleihung Tourbe nach wurden Trup Boundmater Biberftande Beichen der 1 Refervate ver Ellice begebe Berbinderung Der tanadische In Be Inhalt: Abhandlungen: Die Aussichtslosigkeit zialdemokratie. II. Die barfüßige Bande. Ein Beitr Kenntniß der Lage der arbeitenden Klaffen in Rußland Dilip Bettin. II, Offip Bettin. II,- Die Apothekenfrage und ihre Bon X.- Antwort an Herrn R. Rautsty. Bon C. Schlußwort. Bon R. Rautely. Politische Korrespon Literarische Rundichau. Christensen, Jens L., der Leben. George, Henry, Soziale Probleme. Bon Rotizen: Braktischer Staatssozialismus.- Die Ent K Bildungsschwindel in Schule und Familie, sowie im ti des Kapitalismus in Japan. Redaktions- Rorrefponde Briefkaften der Redaktion. P. 8. Bis jetzt noch nicht. aktiven Armee, auf 5 Jahre für die Territorialarmee amet Barteien tung bat ibre auch aller Bo Eine neuerbi Tungstruppen General Cace wo man fich 6. A. S. 100. Solche Vereine find uns unbekannt F. S, Wette. In Frankreich ist die Dienstpfli 5 Jahre für die attive Armer, auf 4 Jahre für die Refe wehr) und auf 6 Jabre für die Reserven der Territorial in Summa also auf 20 Jahre normirt. Das Inftitut be vorigen Jahre behördlich angestellte Lohnstatistik bewiesen habe, jährig- Freiwilligen ist in Frankreich noch nicht definitio Anläßlich des Schuhmacherftreits in Dresden fand eine sehr gut besuchte Versammlung des Schuhmachergewerbevereins statt. Schuhmachermeister Gille referirte, daß die im daß die Lage der Arbeiter eine wenig benet denswerthe set; fte habe ergeben, daß der Durchschnittsmochenlohn 9 Mt. 62 Bf. betrage, daß die Löhne bei einzelnen Arbeiten sogar bis um 100 Prozent schmanten. So betrug der gehoben. Unwiffender, Belle Allianceftr. 1)„ Alles, wa " 1 Dorbereitet. Die Abgeordn Ausweisunge gebracht. Der eingebracht: Rönigliche S Dafür zu forg lich zur Ber penfirt werde Don denen un werden. rede zu ſeinen im Jahre 1821 erschienenen Brunblini vernünftig" ift eine Umformung der Worte Hegels in Da höchste Wochenlohn 15, der niedrigste 7 Mt. Die Löhne bei Philosophie des Rechts": Was vernünftig ist, das ist Matt, für Herren Stiefeletten zwischen 2 und 3,50 Mt., für rischer Imperatio" kommt zuerst in seiner 1785 zu Riga spielsweise für Schaftstiefel differiren zwischen 2,50 und 5,50 Damenstiefel zwischen 1,50 und 3 M. Seit 1872 seien die Löhne durch die verschiedenen Beitfonjunkturen notorisch herabgedrückt worden und er( Referent) betrachte es demgegenüber als eine Pflicht für die Arbeitgeber, schon im Interesse des Gewerbes selbst, bier eine Aenderung zum Befferen herbeizuführen. Den von der Gesellen- Lohnkommission neu aufgestellten Tarif, welcher Gronheim in Berlin. Drud und Beslag von Mar Babing in und was witlich ist, das ist vernünftig." 2) Rants gegebenen Grundlegung der Methaphyfit der Sitten" 6. D. Borfigftr. Per aspera ad astra" bel raube Pfade zu den Sternen". W. L., Laufizer Plaz. Ihrem Wunsche wird Fol geben werden. Nr. 112. 300 Mart. Berlin SW., Beuthstraße 2 Steven eine Bell 92 Am Tif Don Boct , batten i geber mit Lobnzab 102 Ge enden ist Beschäftig Versamm Ifennt t an, Se, und 2 nachergem Schuhwa reffe u Beilage zum Berliner Volksblatt. Shuba Nr. 103. lung 5. April c ach vereine = Vereine I in Arb efagt jeden mu M Politische Uebersicht. Der Reichstag war in voriger Woche so schwach befest, cine war daß eine Auszählung immer eine Beschlußunfähigkeit Bureau lonftatirt haben würde. Nach den Anzapfungen des Abg. e Arbe von Maltahn Gül am vorigen Freitag, der den Fleiß und den Ernst der Vertreter der Arbeiterpartei bei den Kom den 6 miffionsberathungen bezweifelte, lag es ungemein nabe, daß vor der Abstimmung über§ 1 des neuen Unfallversicherungsgefeges die Arbeiterabgeordneten Auszählung des Hauses ver langten, um alle Frattionen auf ihren Fleiß hin zu prüfen. Dieses Verlangen hätte die glänzendfte" Beschlußunfähigkeit ergeben und die Rechte wäre bei der Bählung erst recht schlecht gefahren, während die Arbeiterabgeordneten verhältnismäßig zahlreich vertreten waren. Bei der Anwesenheit von zirka 140 Abgeordneten überhaupt waren 14 Arbeitervertreter im Reichsage. Um aber die Berathungen nicht zu verschleppen und nicht Gleiches mit Bleichem" zu vergelten, nahmen sie Abftand von der Auszählung. Herrn von Malzahn aber müßte fich die Frage aufdrängen: zeugte dies Verfahren vielleicht auch 40 von Mangel an Fleiß und Ernst? in nder but ifa! Böller über Könia mit et Befud = ballena en bes Det mit Б ge wer Müge H Sum englisch russischen Konflikt. In England sowohl als auch in Rußland blast man zur Abwechselung wieder ein mal auf der Friedenspfeife. Von allen Seiten treffen friedliche Telegramme und Privatmittheilungen ein. England soll den te des Vorschlag gemacht haben, die Verwidelungen durch einen bern üb Schiedsspruch lösen zu laffen und Rußland foll seine Buftim über ba mung gegeben haben. Es dürfte fich im Wesentlichen wohl nur um eine Dedung des englischen Nachgebens handeln, das nden man in Petersburg nicht allzuschwer machen will.- Die Deutsche St. Petersburger Beitung" erfährt von gut unter richteter Seite, daß der Friede als gesichert zu betrachten sei. ganze diplomatische Aktion, welche sich englischerseits jetzt noch vollziebe, sei lediglich eine Rückzugsbewegung, der man und feinen möglichst anständigen! Charakter wahren wolle.- Im und englischen Unterhause gab Gladstone die Erklärung ab, daß Das Gerücht über das Vorrüden der Ruffen nicht begründet und for lei; eine ähnliche Erklärung folgte im Oberhause. Wenn also neue Momente Anlaß zu weiteren Verwidelungen geben, mit gut wird anscheinend der Krieg auf längere Beit hinaus vertagi werden tönnen. ten Ro ein arzen R unter b Rath üten 3 mit einer 18 feine Die nicht Belgien. Belgier den Titel: Souverän des Kongostaates" führen wird, Das fogenannte Kongogefeg, nach welchem der König der vielleidft, nachdem die Deputirtenkammer ihre Zustimmung bereits ten Babor Kurzem gegeben, nunmehr auch vom Senate angenommen te him worden. Das Kriegsministerium macht bekannt, daß sich so Generall viele Personen zum Eintritt in die Armee als Stell u erhalte pertreter gemeldet haben, daß es allen Gesuchen der zum agen di Dienst Verpflichteten um Befreiung vom Militär dienst wärme Sunter, Gefcha burch Annahme von Stellvertretern genügen fann. Das ist ein ficheres Beichen, daß auch in Belgien die wirthschaftlichen Verhältniffe die denkbar schlechteften find. Die Leute gehen freiwillig unter die Soldaten, wo sie wenigstens Essen und Trinken bekommen, was ihnen auf der Landstraße nicht ge Frankreich. Neue boten wird. Die Regierung soll die Abficht haben, Louise Michel und Deben noch einige wegen politischer Vergehen Berurtheilte zu be anadigen. Der Entschluß soll jedoch noch nicht zur Ausfüh rung gelangt sein, weil Louise Michel und Andere brieflich erllart haben sollen, teine Begnadigung anzunehmen. nan D eitgem von D er Hau Entwi on B 2. D nd Sig Schmett ber Fo Nord cwegen n. Fin minium Stüd Cautſpr الله Benbabn Beleuchtu unfern Dat fte g Arithm Reba und In ichfaltig Don J. Sabrgan gleit b Beitra ußland thre n C. A refpon ber im ti Bon K Entwid efponder 1. nbelann tenftpfli ote Refe Tarmee erritorial ftitut ba Definitio , was Is in ba Das ift unblini ants u Riga Sitten" beigt Dirb Foll Bell Die Die streitenden Pariser Schneider, welche eine Erhöhung des Lohnes um 10 Centimes ro Arbeitsftunde und 1 Stunde Mittag, unter Vorbehalt ihrer Entscheidung, ob die Arbeitslokale entsprechend find, verlangen, haben be bloffen, den Arbeitgebern den äußersten Widerstand zu leisten. größeren Werkstätten werden von der Polizei bewacht, well befürchtet wird, daß die Arbeiter, welche zu arbeiten fort fahren, von den streifenden mißhandelt würden. Die Arbeit geber beschlossen, die Forderungen der Gehilfen abzulehnen. Der Unterdrückung des in Kairo erscheinenden Journals ,, Bos phore E: yptien" ist nun definitiv beigelegt. Der französisch egyptische Konflikt megen Dienstag, den 5. Mai 1885. Auf der Tages. Didnung stehen die Beschlüsse der Kom mission über die von v. Wedell- Malchov und Arnsperger eingebrachten Gefeßentwürfe, betreffend die Börsensteuer als Abänderungen des Reichsstempelgesetes vom 1. Juli 1881. Der erstere Entwurf verlangt prosentuale Besteuerung unter Anwendung von Steuerregistern, der zweite, der rationalliberale, eine in Abstufungen figitte Besteuerung mit Schlußnotenzwang. Die Kommission entschieb A. Rauf und sonstige Anschaffungsgeschäfte über 1. in ausländischer Währung sahlbare Wechsel, ausländische Banknoten, ausländisches Papiergeld, ausländische Geldforten, Auszahlungen an ausländischen Plägen in fremden Baluten; 2. Werthpapiere der unter 1, 2 und 3 dieses Tarifs bes zeichneten Art. B. Rauf und sonstige Anschaffungsgeschäfte, welche unter Bu grundelegung von Usanzen einer Börse geschloffen werden ( Lolo, Brit, Fir, Termins, Prämien 2c. Geschäfte), über Mengen von Waaren, die bösenmäßig gehandelt werden. Als börsenmäßig gehandelt gelten diejenigen Waaren, für welche an der Börse, deren Üsanzen für das Geschäft maßgebend find, Terminpreise notiri werden. Befreiungen. Die vorbestimmte Abgabe wird nicht erhoben: 1. falls der Werth des Gegenstandes des Geschäfts nicht mehr als 600 M. beträgt, 2. für sogenannte Kontantgeschäfte über die unter A. 1 bezeichneten Gegenstände, sowie über ungemünztes Gold oder Silber. Ala Kontantgeschäfte gelten solche Geschäfte, welche vertragsmäßig durch Lieferung des Gegen standes seitens des Verpflichteten an dem Tage des Geschäftsabschluffes zu erfüllen find. II. Jahrgang. fich für die prozentuale Besteuerung und unter Verwerfung der veratorischen Steuerregister für Schlußnoten. Der von ihr vorgelegte Gefeßentwurf kombinirt diese beiden Prinzipien. Der§ 1 deffelben lautet: Die in dem anliegenden Tarif u. f. m. unter 4 bezeichneten Geschäfte unterliegen den daselbst bezeichneten Abgaben nach Maßgabe der nachstehenden Bestimmungen: 1/10 Dom Tausend. 2/10 vom Tausend. vom Werth des Gegenstandes des Geschäfts und awar in Abstufungen von je vollen 2000 R., bei Geschäften im Werthe von 10 000 m. und mehr in Abstufungen von je vollen 10 000 M. Bet Geschäften unter 2000 Mt. wird die Steuer von einem Werthe von 2000 M. berechnet. Der Werth des Begenstandes wird nach dem vereinbarten Kauf oder Lieferungspreis, sonst durch den mittleren Börsen oder Markt preis am Tage des Abschlusses bestimmt. Die zu den Werthpapieren gehörigen Bins und Dividendenkoupons bleiben bei Berechnung der Abgabe außer Betracht. Ausländische Werthe find nach den Vorschriften wegen Ers hebung des Wechselstempels umzurechnen. abzuwälzen, nicht weiter sprechen; ich will darauf kein Gewicht legen, ob fte das fönnen, da ich nicht die distributive, sondern die finanzielle Seite der Sache hier mehr ins Auge faffen will; es genügt, wenn aus dem Verkehr mit den beweglichen Gütern etwas auftommt, was einigermaßen weniger im Mißverhältniß mit dem Aufkommen aus dem Verkehr in unbeweglichen Gütern fteht, wie er sich in Kauf und Pacht verstempeln muß. Also die Frage der Abwälzung laffe ich unberührt, fte ist eine unfruchtbare; ich will nur die Frage des direkten Treffens dieser Steuer ins Auge faffen. Das Amendement der Herren Abgg. Bubl und Genoffen dect etnigermaßen dagegen. Ich bemerte, daß ich für meine Person mit dem ersten Satz nicht vollständig einverstanden bin; amar mit dem Schlußnotensystem bin ich es im Gegensatz zur Buchkontrole. Aber ich bin für prozentuale Besteuerung, die hier nicht angenommen ist. Was den Artikel Befreiung" anbelangt, so ist darin der Produzent allerdings bedingterweise ausgenommen, aber doch nur bedingterweise, während er meiner Meinung nach unbedingt ausgenommen werden sollte; denn ich glaube nicht, daß Sie den Broduzenten in Industrie oder Landwirthschaft gerade mit dieser Steuer von Neuem treffen wollen, während Sie im Uebrigen auf seine Erleichterung bedacht find. Es ist da gesagt: für Ge schäfte über solche inländischen Waaren, welche von einem der Kontrahenten selbst erzeugt und hergestellt find. Das würde, soviel ich prima facie übersehen lann, binreichen. Nun find aber noch einige Zwischensäße: hinter folche" folgt aur Weiterveräußerung bestimmte." Das wird die meisten deden. Das meiste Getreide und ad dergleichen landwirthschaftliche Produkte und Buder werden nicht zur direkten Konsumtion verkauft. Warum sollten aber dabei ausgenommen sein Diejenigen, die zur weiteren Veräußerung nicht bestimmt find? Also z. B. dasjenige, was der Militärfistus antauft, oder was Die Verwaltung einer Strafanstalt oder eine Fabrik oder sonst irgend eine Einrichtung, die einen großen Konsum hat, für fich nicht zum Weiterverkauf, sondern zum Verzehr antauft? Ich sehe den Nugen nicht ein. Die Abg. Buhl und Genoffen beantragen statt des Pro. gentualftempels einen nach dem Werthe abgrftuften Stempel und zw r bis 1900 M. 0,20 m., von 1001 bis 5000 m. 0,40 M., von 5001 bis 20 000 m. 0,60 M., von 20,001 bis 50 000. 1 M., von 50 001 bia 100 000. 2 M. und für jede weitere 100 000 m. je 2 m, mehr. Für Zeitgeschäfte ist der doppelte Betrag zu erheben. 8eitgeschäffe find diejenigen, bet denen die Erfüllungszeit etwas dergestalt Wesentliches ist, daß nach Absicht der Kontrahenten eine spätere Leistung nicht mehr als Vertragserfüllung angesehen werden soll. Bezüglich der Befreiungen werden eine andere Nr. 1 und zwei neue Nummern 3 und 4 vorgeschlagen: Die vorge bestimmte Abgabe wird nicht erhoben: 1. falls der Werth des Gegenstandes des Geschäfts nicht mehr als 300 M., bei Waarengeschäften nicht mehr als 5000m. beträgt, 3. für Geschäfte über solche zur Weiterveräußerung bes stimmte inländische Sachen oder Waaren, welche von einem Rontrabenten fele ft erzeugt oder handwerks- oder fabrikmäßig hergestellt find, 4. für Geschäfte über solche Sachen oder Waaren, welche zu Weiterveräußerung nach vorgängiger handwerks- oder fabrit. mäßiger Be oder Verarbeitung durch einen der Kontrahenten bestimmt find. Nach einem Turzen Bericht des Referenten Abg. Grimm erhält das Wort der Abg. Dechelhäuser: Bu unserer Befriedigung hat die Kommission den von mir und meinen Freunden vorges schlagenen Schlußnoten zwang adoptirt, den alle Betheiligten, auch die Gegner jeder Besteuerung von Geld und Waaren umfäßen adoptirt haben; ferner die Beschreitung des Bivilrechts weges nach den Entscheidungen der Verwaltungsgerichte und die Herstellung einer organischen Verbindung mit den Handelsfammern, um die strikte Vollziehung und Durchführung des Gesezes zu sichern. Ich hoffe, daß die Reichsregierung die ganze Frage unter Buziehung von Sachverständigen nochmals einer reiflichen Prüfung unterwerfen wird. Es ist wohl richtig, daß, indem wir hier die Börse hoch besteuern, wir ein in vielen Kreisen Bremierminister Nubar Pascha ftattete gestern, einem Teles populäres Wert thun würden; diese Strömung besteht gerade gramm aus Kairo zu Folge, dem französischen diplomatischen Agenten den vereinbarten Entschuldigungsbesuch ab, Tallandier empfing ihn im Beisein des Konsuls und feste fodann den Abedive persönlich von der Wiederaufnahme der offiziellen Bes lebungen in Kenntniß. Amerika. Das Unterbaus von Ranada berieth über die Bill zur Berleibung des Stimmrechts an Frauen, dieselbe wurde nach 31stündiger Debatte verworfen. Von Battleford tourden Truppen abgesandt, um nach dem Reservatgebiet der Boundmater Indianer zu maschiren, wo ein hartnäckiger Widerstand erwartet wird. Eelbft in Fort Qu'Appelle, find Beichen der Unruhe zu bemerken. Die Indianer wollen die in den extremen Parteien von beiden Seiten, also in solchen Kreisen, die am wenigstens darüber zu urtheilen im Stande find. Unsere Aufgabe aber ist es nicht, solchen Strömungen blindlings zu folgen, sondern objektiv und fühl in das richtige Bett und Maß zu leiten. Refervate verlaffen und sich nach der Gegend unterhalb Fort fteuerung gemacht werden, thre Wurzel vorzugsweise in der Ellice begeben. Das Militär erareift Vorsichtsmaßregeln zur Berbinderung eines Aufstandes. Im Allgemeinen ist die Lage der fanadischen Truppen eine sehr bedenkliche. awei Barteien um die Herrschaft. Die jeßige pfäffische Regie rung hat ihren Gegner in dem General Caceres gefunden, der auch aller Boraussicht nach ihren Sturz herbeiführen wird. Eine neuerdings eingetroffene Depesche lautet: Die Regie Tungstruppen haben bei Ayacucho eine Niederlage erlitten. General Caceres befindet fich auf dem Marsche gegen Lima, wo man fich auf eine größere Schlacht in der Nachbarschaft Dorbereitet. Die Nationalversammlung hat sich vertagt. Parlamentarisches. Die polnischen Abgeordneten haben im Abgeordnetenhause eine Interpellation wegen der Ausweisungen aus der Provinz Westpreußen und Posen ein Der Abg. Douglas hat im Landtage folgenden Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Rönigliche Staatsregierung aufzufordern, in geeigneter Weise Dafür zu forgen, daß fortan alle Meditamente, die äußer lich zur Verwendung kommen, nur in solchen Flaschen dis penfirt werden, die fich in ihrer Form und Farbe prägnant werden. Ich hoffe, daß mir die Distusfton Gelegenheit geben wird, weiterhin wenigftens meine persönliche Ansicht zu äußern und mich für das Stadium, in dem ich tiefer einzugreifen berufen sein werde, zu belehren. Es ist mir heute nur ein Bedürfniß gewesen, diese beiden Punkte zu berühren, die mir vorzugs weise bedenklich schienen in der jeßigen Fassung, und von denen ich mir nicht vollkommen Rechenschaft geben tann, warum fte von Niemand sonst schärfer aufgefaßt worden find in der viel seitigen und breiten Diskussion, der die Sache unterlegen hat, ich bin also in der Sorge, daß die Wünsche, denen ich heute Direkt oder indirekt Ausdruck gegeben habe, irgendwo einen Anstoß finden, der mit bisher entgangen ist, und ich würde für jede Belehrung hierüber dankbar sein. Abg. v. Wedell. Malchow: Der Herr Reichskanzler hat hervorgehoben, daß das Arbitragegeschäft durch den pro gentualen Stempel eine wesentliche Schädigung erfahren werde, aber auch Herr Dechelhäuser hat anerkannt, daß dieses Ge schäft eine gewiffe Belastung nicht wohl ertragen fönnte. Ich felbft habe zwar versucht, das Waarengeschäft aus den übrigen Beitgeschäften herauszunehmen, bin aber hierbei auf Widerspruch bei den Herren von jener Seite gestoßen. Jezt ist man wieder auf meine Idee zurückgekommen, ich gebe indessen zu, daß die Definition, die jetzt vom Waarengeschäft gegeben ist, indem man bestimmt, daß unter das Gesez fallen sollen börsenusanzemäßige Geschäfte in Waaren, für welche Kursnotirungen gemacht werden, eine beffere ift, als die meinige. Ich gebe zu, daß so auch ein Landwirth, wenn er über den Verkauf seiner Waaren ein börsenusanzemäßiges Geschäft abschließt, unter dieses Gesetz gerathen fann, allein er wird damit sogleich in sämmtliche Vortheile gesezt, welche der Börsenverkehr geWill er die Steuer nicht zahlen, so wird er fich auch jezt noch aus der Verlegenheit ziehen können; Denn er fällt nur unter das Gefes, wenn er sich den von den Vorständen der Börsen im Schlußschein festgestellten Be diagungen unterwirft. Landwirthe und Industrielle haben also einen Schuß gegen die Besteuerung, wenn sie nicht absichtlich von den Vortheilen der börsenusanzemäßigen Geschäfte Gebrauch machen wollen. Ich möchte daher auch die Gegner der Vora lage auffordern, und ihre Hand zu bieten, damit eine Vers ständigung über dieses Gesetz erreicht wird. Reichskanzler Fürst v. Bismard: Wenn ich in diesem Augenblide das Wort in dieser Angelegenheit nehme, so geschteht es nicht, um Jemand zu überzeugen oder zu überreden, fondern nur, um, was ich kann, dazu beizutragen, daß einige Punkte der Vorlage im Laufe der Diskussion noch eine weitere Aufklärung und Beleuchtung erhalten, als fie bisher haben. Es ist das einmal der Umstand, der mir auch bei den Berathungen im preußischen Staatsrathe entgegengetreten ist, daß nämlich die Einwendungen, die gegen eine prozentuale Bes Schädigung des Arbitragegeschäftes an den Börsen habe. Ich gebe zu, daß das Arbitragegeschäft ein wirthschaftliches Be bürfniß für unseren gesammten Geldverkehr ist, daß es sehr geringe Reinerträge abwirft, und daß es wünschenswerth it, es zu erhalten. Ich habe die Möglichkeit, das Arbitragegeschäft mehr, als es in der Vorlage der Fall ist, zu begünstigen, ohne mit dem Steuersatz zu niedrig zu geben, im Staatsrath unter Den vielen sachkundigen Leuten, die dort waren, nur von einer einzigen Stimme anführen hören, aber diese Stimme- tann ich nicht leugnen hat mir einen gewiffen Eindruck gemacht. Sie war die eines unserer bedeutendsten Finanziers. Derselbe war der Anficht, daß man, um die Arbitragegeschäfte in ihrer bisherigen Lebensfähigkeit zu erhalten, einen prozentualen Sat, für den er im Uebrigen stimmte, wohl für Effetten und für Waaren, aber nicht für Wechsel in Ansat bringen sollte, und zwar weil die Arbitragegeschäfte sich, sootel ich davon verstehe, in der Hauptsache auf den Wechseltauf und Verkauf beziehen. Es spricht für diesen Gedanken der Umstand, daß Wechsel an fich mit einem Prozentualstempel belastet sind und sogar mit einem höheren, als derjenige ist, der hier in Aussicht genommen ist, daß sie also gewissermaßen ihren Theil an der Laft, bie hier aufgelegt werden soll, schon tragen. Eine andere Frage für mich ist diejenige, ob die ersten Antragsteller- tch meine die politischen Freunde des Herrn von Wedell- fich in währt. Reichskanzler Fürst v. Bismard: Ich muß das Haus verlaffen und will die wenigen Augenblicke, die mir bleiben, nur benußen, um zu erklären, daß mich die Beruhigungen des Herrn Votrebners über die landwirthschaftliche Seite der Frage doch nicht vollständig befriedigen; ich muß darauf erwidern: auf das Eis trete ich noch nicht und möchte nicht, daß mein Name nachher unter einem Gesetze steht, das die Landwirthe, vielleicht den Herrn Voriedner nicht ausgenommen, alsdann in der Richtung fritifiren würden. Ich halte die Bedenken für schwerwiegender, als der Herr Vorredner fie schäßt. Die Geringfügigkeit der Abgabe ist allein noch nicht tröstlich gegenüber Der Verantwortlichkeit, die Jeber, der dieser Steuer pflichtig wird, übernimmt für Beamte, Stellvertreter, für Versehen, von denen unterscheiden, in denen innere Arzneien verabfolgt Tertes auf die landwirthschaftlichen und industriellen Geschäfte Unannehmlichkeit, die es überhaupt hat, in die Lage zu Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 92. Situng vom 4. Mai, 2 Uhr. Am Tische des Bundesraths Fürst von Bismard. Don Boetticher, von Burchard und Kommiffarien. ausüben fann, vollkommen flar gemacht haben. Es ist urfp: ünglich ja, wie ich überzeugt bin, beabsichtigt worden, das zu schaffen, was man mit einem furzen Ausdruck eine Börsensteuer nennt, das heißt eine Steuer, deren Lasten hauptsächlich die Träger der Börsenthätigkeit zu ihren übrigen übernehmen sollen. Ich will von der Schwierigkeit, die es bat, diesem Theil der Steuerpflichtigen eine besondere Präzipuallaft aufzulegen, ohne daß fie im Stande wären, fte auf ihre Runden tommen, Daß man seinen steuerlichen Verpflichtungen nicht vollständig nachgekommen ist. Aber immerbin, mag die Abgabe auch für Manchen nicht läftig sein, feinesfalls liegt es doch in unserer Abficht, die Steuer auf andere als auf die will ich einmal sagen, auf Kreise des Bwischenhandels den Produzenten anzuwenden. Also die Waaren heraus zu laffen, kann ich nicht rathen. Aber ich habe schon vorhin mit zu sagen erlaubt, alle diejenigen Herren, welche gegen pros Goßler in seiner vorgestrigen Rede den richtigen Weg bezeichnet habe. Die vorgeschlagene Vertheilung sei irrationell und für das Staatswesen nicht ungefährlich, denn man ent ziehe der Staatsgewalt dadurch die Einwirkung auf die Kreise, welche fte nothwendiger Weise haben müsse. Er halte den Gefeßentwurf in finanzpolitischer Hinsicht für einen politischen Fehler, in wirthschaftlicher Hinsicht für eine große Sünde und in staatsrechtlicher Hinsicht für eine schwere Schädigung, und Deshalb werde er dagegen stimmen. zentuale Verstempelung gesprochen haben, die haben, soviel ich| habe hören und lesen tönnen, immer als Hauptgrund gegen bie Annehmbarkeit des Prozentsages die Schädigung des Ar bitrageverfehrs angeführt. Ich frage deshalb: tann man den Arbitrageverkehr nit decken und dadurch den Zustand, an den der Herr Vorredner zulegt appellirte, d. h. daß die Gegner der Vorlage selbst die Hand dazu bieten, fie zu Stande zu bringen, einigermaßen uns näher bringen? Ich weiß nicht, ob ich mich in der Annahme nicht irre, daß der Arbitrageverkehr faft aus schließlich auf dem Handel mit Wechseln beruht und viel weniger auf dem Handel mit Effekten und Waaren. Wenn ich mich Darin irre, so ist mein Auskunftsmittel aller dings nicht so wirksam und vielleicht nicht anwendbar, obschon ich mich auf Autoritäten, Die mit der ing -Bierfüßler a. Blu Der Abg. v. Huene hat seine Behauptung zu widerlegen ver fucht aber ohne Erfolg-, daß der Antrag der Nermeren, forderlichen die die Getreidezölle zu fragen hätten, nichts oder nur sehr wenig biete, den größeren Grundbefizern wenig biete, den größeren Grundbesitzern überhaupt ben den biefiger Befizenden, die Vortheil von den Getreidezöllen hätten, da Riepen auf gegen erhebliche Erleichterungen außerdem verschaffe. Er müße Drischaften Herrn v. Huene daher nochmals zeigen, wie die Wirkungen zu laufen. des Gesetzes auf die einzelnen Steuerzahler sein nicht, weil werden. 27 Prozent der Bevölkerung zahlten überhaupt feine echt entwid Dirette Steuer, auch teine Kommunalsteuer, fte lönnen nicht ent find. entlastet werden, müßten aber die neue Brotsteuer zahlen. die sog. fli Mehr als 44 Prozent der Bevölkerung hätte ein Einkommen und ein gu Don 420-900 M., fte zahlten feine Staats, aber wenig nicht, welch Kommunalsteuer, fte würden aurch diesen Antrag noch nicht gefunden w um so viel Pfennig entlastet, als fte Mart in Folge mit Narziffe der neuen Bölle an Brotfteuer c. zahlen müßten. Nur die und daber geringe Bahl der Uebrigen würde einen erheblichen Vortheil Blumenfort haben, und das find der überwiegenden Mehrzahl nach die a. Ein größeren Grundbefizer. Sie haben allerdings eine zum Theil laffenen Fra recht erhebliche Erleichterung, das habe ich auch ausgeführt. nehmung it Nach wenigen Jahren wird diese Rechnung Allen flar werden, der Frau d und dann wird das Volk ebenso scharf über dieses Gesez ur fangen hat theilen wie wir heute.( Beifall lints.) Abg. v. Minnigerode( fons.) tann nicht begreifen, wie der Abg. Richter fich so sehr der Entlastung der Gemein den widerseßen könne. Die Bölle im Reichstage werden be willigt und die Gemeinden entlastet werden, daran werde Herr Richter nichts ändern. Auch die Kolonialpolitik hat wieder herhalten müffen. Die Kolonialpolitik ist eine wirthschaftliche Maßregel; man hofft dadurch neue Abſaggebiete für unsern National wohlstand zu erschließen; es ist nichts weiter, als eine wirthschaftliche, von langer Hand geplante Unternehmung welche hoffentlich gute Früchte bringen wird und nicht in Gegensatz zu den Schulzwecken gebracht werden kann. Herr Richter hat der Rechten wieder vorgeworfen, daß fie tein Hera für die Schule habe. In dem Augenblid, wo wir das Lehrer penfionsgefet berathen haber, muß ich diese Behauptung als eine etwas leichtfertige bezeichnen. Börse vollständig vertraut find, vertraut find, berufen Iann. Staatsrath haben dieselben ihrer Ueberzeugung Ausdruck ge geben, daß die Fähigkeit des Arbitrirens der Börse im ausreichenden Maße gewahrt bleibe, wenn nur der Verkehr in Wechseln geringer verstempelt würde. Ein Herr schlug vor, Daß wenn 1/10 pro Mille für den gewöhnlichen Verkehr ges nommen würde, 1/40 pro Mille für Wechsel, um die Arbitrage zu schonen, genommen würde. Also ganz in dem Sinne, wie Herr v. Wedell vorher sagte, die Arbitrage tann irgend welche Besteuerung vertragen. Das fann fie auch; ich frage mich nur, ist dieses Hauptargument der Gegner des Prozentsages, die Arbitrage, demit aus dem Felde gerückt, daß man den Wechselverkehr geringer und so gering besteuert, daß selbst der geringe Profil, der an der Arbitrage ist, darunter seine Anziehungsfraft nicht verliert. Wenn ich hierbei im Frithum bindas wird mir die fünftige Distuffton ja zeigen so ist dieses von mir gedachte Auskunftsmittel nicht anwendbar. An meinem anderen Bedenken, den Schuß der Landwirthschaft betreffend, aber würde ich unbedingt festhalten müssen. Zu Beginn der folgenden Rede verläßt Fürft Bisma rd den Saal. Abg. v. Benda( ni.): Es liegt mir ob, unsern Antrag zu rechtfertigen. Der Antrag ist gestellt in der festen Ueberzeugung, daß die Kommunen entlastet werden müssen; der Antrag entspricht unserm alten Programm und dem darin niedergelegten Grundfaß, daß es dringend nothwendig sei, die Grundund Gebäudefteuer aus den Händen des Staates heraus an die Gemeinden zu bringen. Wir stehen dabei in diametralem Gegensatz zu dem Antrag v. Quene. Wir würden auch bereit gewesen sein, Anträge wegen der Dotation der Schulen einzu bringen, wenn nicht die Vorgänge in der legten Sigung zwischen Herrn v. Rauchhaupt und dem Kultusminister v. Goßler klar gelegt hätten, daß jeder Antrag auf Verbeffeiorität aufgefaßt wird. Wir haben uns deshalb entschlossen, unseren Antrag von der zweiten Lesung einfach zu wieder holen, der angesichts der Ausführungen des Finanzministers vom 20. Januar nichts weiter bedeutet, als einen nochmaligen Brotest gegen den Antrag v. Huene, gegen den wir auch heute stimmen werden.( Beifall.) gründung, Antrag mu un troßder beben, bel n eingeleit Abg. Windthorst: Es war durchaus geboten, einen geltend ge Theil der neuen Bolleinnahmen den überlasteten Kommunen eugung pr zuzuführen, denen eine solche Entlastung wiederholt versprochen dem Antrag worden ist. Wir waren um so mehr in der Lage, jezt a Schlusse der Session etwas in dieser Richtung zu thun, bami alt dagege diese Versprechungen nicht leere Worte blieben. Jezt kommt de Kollege Wagner und nennt das Schacher! Wo ist der Schach hier? haben wir irgend eine Kirchenpolitische Konzesfion halten? Nein, wir verlangen von der Regierung unfer Red erichts für auf diesem Gebiete, aber laufen wollen wir es nicht. Wir ve gerichtshof langen ein ewiges But, das für Geld gar nicht zu haben i daß der and tionen des Abg. Wagner, brächten wir die Regierung in Ver Herr Wagner bat aber beute durch seinen leidenschaftlichen gerichts nich Baroxysmus bewiesen, wie recht tie katholischen Wähler Berlins daß der bei batten, ihm ihre Stimme nicht zu geben( sehr wahr! im Bentrum); die Katholiken werden nach seinen heutigen Aus führungen wiffen, was fte zu thun haben, wenn fie ihm in gangene Ar Der nächsten Wahlbewegung wieder begegnen( hört! hört! Falle ſet links.) Allmälig kommen die Geister zum Vorschein, die S ( rechts) beherrschen; fie find fo affrös, daß man fte bem deutschen Volle nur zu zeigen braucht, um den allgemeinen Unwillen aufzurufen. pier im Hause ruft Her: Profeffor gewiffen ( Sehr richtig! im Zentrum.) Handelten wir nach den Infinder Anspru Annahme o Der nur vor Abg. Buhl: Wenn der Herr Reichstanzler gemeint hat, daß für das Arbitragegeschäft die ausländischen Bapiere teinerung der Vorlage als ein Attentat auf dieselbe von der Malegenheit, dann würden wir den Boden im Bolle verlieren Beugung bi Bedeutung haben, so ist er zu weit gegangen. Gerade aud ländische Papiere spielen im Arbitragegeschäft eine große Rolle. Jm Uebrigen fann ich Sie nur bitten, es bei unserem Vor schlage zu belaffen, da derselbe zu höheren Einnahmen führen wird, als der Webell'sche Antrag. Abg. v. Buol( Bentrum) erklärt sich im Prinzip mit dem Antrag v. Wedell einverstanden; es sei eine dringende Pflicht der gefeßgebenden Körper, endlich auch das bewegliche Ropital zu treffen. Dieses aber könne man nur bei den Umfäßen faffen. Bu hoch dürfe andererseits die Besteuerung nicht gegriffen werben, weil bei dem Mangel einer internationalen Gesetzgebung über diese Dinge eine zu große Belastung des inländischen Verkehrs gegenüber dem ausländischen eintreten könnte, und weil man ferner dem häufigen Umsatz der Rapitalien nicht Hinderniffe in den Weg legen und auch nicht die kleineren Kapitalisten von den Anlagen in guten Papieren zurüdichreden dürfe. Mit einer Ermäßigung des Stempels für die Wechselarbitrage ift Redner einverstanden. Abg. Gamp erklärt fich für die prozentuale Befteuerung und gegen den vom Abg. Dechelhäuser empfohlenen abge stuften Stempel. Auch er will ferner zum Schuß des Arbitragegeschäfts die Wechsel erimiren. Es sei das namentlich auch im Intereffe des Exports nothwendig, da gerade die exportirenden Fabrikanten fiets in Wechseln bezahlt werden. Enticbluffes Der Art, bo bel folgung ein berzeugt, für die unbegreifliche Baltung der Partei eine Wagner konfeſſionelle Seidenſchaften wach, bei einer Beef Bartel Bert Finanzminister v. Scholz: Die Haltung der nationalliberalen Bartet wird im ganzen Lande Staunen erregen, besonders aber die Berufung des Vorredners auf den Finanzminister, welche nur dazu dienen soll, Brücke zu bauen. Weshalb beruft sich der Vorrebner nicht auf meine Erklärung vom 30. April, worin ich näher dar gelegt babe, was ich am 20. April sagen wollte.( Heiterkeit.) Staatsmännischer wäre es gewesen, wenn Herr v. Benda dem Finanzminister gefolgt und seinen Widerspruch gegen den Antrag v. Huene aufgegeben hätte.( heiterfeit.) Dem Abg. Richter muß ich recht geben, wenn er meint, daß in den Thron reden die Aufbefferung der Beamtengehälter versprochen worden fei; aber dabei ist zu bedenken, daß die Regierung einsehen mußte, daß ihr im Reichstage die nothwendigen Mittel nicht zur Verfügung gestellt werden würden. Der Abg. Dr. Wehr fann es der Regierung nicht verübeln, wenn fte diesem Antrage zustimmt, ohne seinen Modus anzunehmen. Es wird dem Geseze eine Wohlthat erwiesen, wenn auch nicht Den jenigen, für die Herr Wehr es wünscht. Ich hoffe, daß die Getreidezölle im Reichstage angenommen werden, aber wenn fich, wie durch diesen Antrag, ein Mittel findet, die Annahme biefer Bölle zu sichern, so hat die Regierung die volle Pflicht, fich dieses Mittels zu bedienen. Ich bitte Sie daher, den Antrag nach den Beschlüssen der zweiten Lesung anzunehmen. ( Beifall rechts.) Darauf wird die Berathung abgebrochen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr.( Börsensteuer, Budersteuer, kleinere Vorlagen.) Abgeordnetenhaus. 64. Sigung vom 4. Mai, 11% Uhr. Am Ministertische: von Bötticher und mehrere Kommiffare. Später von Scholz und von Goẞler. Eingegangen ist ein Gefeßentwurf, betreffend die Aufhebung der Rentenbanken für den Kreis Herzogthum Lauenburg. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung. des v. Quene'schen Verwendungsgefeßes. beit, wo nur von finanziellen Gesichtspunkten die Rede ift! ( Großer Beifall im Zentrum.) Die Diskussion wird geschloffen und nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen§ 1 des Gesezes mit großer Majo rität angenommen; für denselben stimmen Konservative und Bentrum, die Majorität der Freikonservativen und 5 oder 6 Nationalliberale. hr. J ( bei Gratme Athmun fabr, der b Arbeitsräum gegen Diefe Bei§ 2 hebt Abg. Dirichlet nochmals hervor, welche Toloffale Ungleichheiten die Ueberweisung an die Kreise mit fich bringen werde. Die Kreise seien ja auch nach der Meis nung der Nationalliberalen feineswegs die der Entlastung beuzmittel dürftigsten und demnach die ungeeignetsten Empfänger det Ueberweisungen. Rach einer furzen Entgegnung des Abg. Enneccerus wird§ 2 ebenfalls angenommen. fich a Intereffe a gelegenb ende Besp echtsichut echt sichugErgebniß b Schult zu vollzieher Die übrigen Varagraphen werden ohne wesentliche Debatte nach den Beschlüssen zweiter Lesung genehmigt. Das Geses im Ganzen wird, in namentlicher Ab stimmung mit 223 gegen 86 Stimmen definitio genehmigt. Gegen den Entwurf stimmen die Freifinnigen, daß Groß der Nationalliberalen, die Freikonservativen Delbrüd, Douglas, Martinius, Spangenberg, Wehr und v. Beblik( Mühlhausen), die konservatioen Abgeordneten v. Meyer( Arnewalde) und Wagner( Ofthavelland), sowie die Abgg. Berger und v Bodum Doiffs. Abg. Wagner( Oshavelland): Ich stehe mit meiner Ansicht über den Antrag v. Huene innerhalb meiner Fraktion mit 2 oder 3 Mitgliedern isolirt da, und hale mich deshalb um so mehr verpflichtet, meinen Bedenken Ausdrud gegeben. Gegen das Gefeß bin ich erstens, weil ich eine Verquidung der Getreidezölle mit der Erleichterung der Streife nicht will. Einen zweiten Einwand gegen das Gesez entnehme ich daraus, daß mir Erleichterungen der Kreise und Gemeinden auf an derem Wege geeigneter erscheinen, und die Ausführungen des Kultusministers am Sonnabend haben in der Hauptsache das Richtige getroffen. Endlich spricht ein rein finanzieller Grund gegen das Gefeß. Ich habe zur Motivirung meines Antrages bei der zweiten Lesung nachgewiesen, daß wir mit erheblichen Defizits im Staatshaushalt in den nächsten Jahren wahrschein lich wirthschaften werden und daß es wünschenswerth fei, einen Theil der 20 Millionen wenigstens für diesen Fall dem Staate vorzubehalten. Ich hoffe, daß unter der evangelischen Bevölkerung so viel Einheitlichkeit vorhanden sein wird, um dieser Minorität das Konzept zu durchMitglied b egenwärtig Befuche, da en Schlo Tischler forg Für den Entwurf stimmen das Zentrum, die Bolen, die Konservativen und Freikonservativen mit den erwähnten Aus nahmen und die nationalliberales Abgg. Hische, Kempe, Lib bede, Meyer( Hoya), Pfaff( Dfterbruch), Rademacher un en hr. In Verfar Conballe un er Editein nifation" Berfam treicht wur Rahrt. Die Minister Abgeordneten betheiligten fich an d Berlins Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 nipüche, Abstimmung nicht. ( Rechnungsübersichten, fleinere Vorlagen, Petitionen.) Lokales. audi an die früheren Be Bilichten fil tonnen, bie tarung ber Die Forder cr. Trübe Regenwolten hingen am vergangenen Sonn tag über Spree- Athen. Der Himmel fab genau so trübe au wie die Gefichter der außerhalbschen" Wirthe, die gewiß auf Minimallob einen Besuch von vielen Tausenden gerechnet hatten, denen don der S rungen felten nu freuzen. Es ist doch eine alte parlamentarische Erfahrung, aber nun Jupiter pluvius einen dicken Strick durch die Nechitatt die daß gerade durch die Defizitwirthschaft die Rechte der Krone am meisten verkürzt werden. Ich begreife es, wenn der Abg. Windthorst und seine Freunde so operiren, aber nicht, warum die Konservativen mit dem Zentrum zusammengehen und dazu mitwirken, eine Defizitwirthschaft festzuhalten, die dem nung gemacht hatte. Sie saßen tros des vielen Regens bo ber auf dem Trockenen. Die Sommerwirthe find in der Tha e ben ihnen das ganze Geschäft, fte können bei günstiger Witterung entgegen ger un recht bedauernswerthe Leute. Ein paar Regentage verderben freilich Geld verdienen, fallen aber nur einige Sonntage Streits geto Zentrum Gelegenheit giebt, seine Schacherpolitik fortzufegen. günftig aus, so ist auch meiftentheils der ganze Gewinn i uld daran Bur Generaldiskussion erhält das Wort zunächst der Abg. Richter( dfr.): Es ist viel gegen den Gesezentwurf gesagt worden, aber der Siegestranz der Opposition gehört unstreitig den beiden Ministern. Der Finanzminister bezeichnete bei der ersten Berathung den Gefeßentwurf als einen verhängnißvollen, und der Kultusminister ertlärte am Sonnabend, daß die Annahme des Gesezentwurfs Den Fortschritt auf dem Gebiete der Schule zum Stillstand bringe. So haben die beiden Minister gesprochen, schärfer als die freifinnige Partei, aber das wird sie nicht abhalten, den Gefeßentwurf zu unterzeichnen und zur Publikation zu bringen. Das ist die politische Lage, in der wir jest in Preußen leben. Am interesantesten ist die Nede des Herrn v. Rauchhaupt; feine Rede sollte man in einem Büchlein über den Umgang mit Ministern zum Abdruck bringen.( heiterteit.) Herr v. Rauchhaupt hat als näherer Vertrauter den Minister v. Goßler im Namen des Kanzlers abgefanzelt. Heiterkeit.) Die Aus führungen des Finanzministers gipfeln in dem Sage, pereat Borussia", wenn nur die brei Mart Roggenzoll gerettet werden. In der Debatte am Sonnabend ist der ganze Gegen fat zwischen Landrath und Schulrath in einer so markanten Weise zu Tage getreten, daß man fich denken fann, wie die Sache fich weiter in den Kreistagen gestalten wird. Von der Verbesserung der Beamten Besoldungen ist gar nicht mehr die Rede. Es werden Millionen für die Kolonial Politit ausgegeben und dem steht eine Erklärung des Kultusministers gegenüber, Daß er nicht das nothwendige Geld zur Verfügung habe. Wie stimmt das mit einander Die Debatte hat übrigens das offene Giständniß der Konversation zu Tage gefördert, daß fie nicht nur nichts mehr für die Schule thun wollen, sondern daß fte der Ansicht sind, es sei schon viel zu viel gethan.( Wider spruch rechts.) Sie haben die Schule mit dem Militär dienst in Gegensatz gebracht, wollen Sie diesen Gegensatz auch auf die weiblichen Schüler in Anwendung bringen?( beiterkeit.) Auch hier bleibt wahr: Was Hänschen in der Schule nicht gelernt hat, lernt hans beim Militär auch nicht.( Sehr wahr! lints.) Die Sigung vom Sonnabend ist übrigens sehr lehrreich ge wesen, denn fte hat uns bewiesen, daß die jetige Majorität des Hauses lein Herz hat für die Volksschule.( Beifall lints.) ( Beifall links, Unruhe rechts und im Bentrum.) Damit schließt die Debatte. Bersönlich bemerkt der Abg. v. Rauch haupt( fons): Sie werden nicht von mir erwarten, daß ich auf diese Ausführungen weiter eingebe, nur protestiren will ich dagegen, daß wir hier für die Volks schule nichts thun wollten. Wir find nur über die Wege an berer Anficht als Sie( nach links) und meinen: an den Früch ten sollt Ihr fe eifennen, an den Resultaten. Das ganze Abg. Richter: Ich habe nicht von der letzten Thron rede in Bezug auf Verbesserung der Beamtenbesoldungen ge sprochen, sondern frühere Thronreden, insbesondere die auß Dem Januar 1882 im Sinne gehabt, welche die Besoldungsverbesserung als besonders dringend in den Vordergrund schieben, während dieses Erforderniß jest hinter die Swede dieses Gesezes gerückt wird. Abg. v. Rauch haupt: Der Abg. Wagner hat gemeint, meine persönlichen Freunde scheuten fich nicht, durch Zusammen gehen mit dem Bentrum die Rechte der Krone zu beschränken. Gerade unsere Haltung ermöglicht aber, die Bewilligung der Bölle herbeizuführen. forisch, fte tönnen froh sein, wenn fie am Schluffe der Saison bon der Bat nicht noch baares Geld zugegeben haben. Auch das Publikum gen, und grauen Wolfen, es ist wahrhaftig für denjenigen, der währen in Berli blickt bei regnerischem Wetter Sonntags meift entrüftet in d 200 dem der sechs Wochentage seinem Berufe obgelegen und den Staub der Reichshauptstadt eingeathmet hat, fein Vergnügen, Sonn tags auch noch in der Stube fißen zu müssen. Es ist traurig Der Innung ift. Weiter Die Meifter aber es ist so. Die jungen Triebe find erwacht, file melden begnügt bab bie fich mit erneuter Stätte an. Der Baum, welcher noch vor wenigen Wochen seine tablen Aefte verzagt in die Luft ausftrede ift heute ein vergnügter Schelm, der mit lachendem Bierrath bis สิ้น 13 ปี einen Lobn Davon geber Wunden und Narben des Lebens deckt. Der Mensch ist die Krone an die Mau der Schöpfung, darin ftimmen alle Schülerhefte überein, aber uirten Bol wenn es Sonntags regnet, muß er eben zu Hause bleiben; fein reten und einziger Ersatz für die Freuden der Natur ist in solchem Falle Knelpe. Was entbuftaftijd Jolution: Abg. v. Minnigeroe: In allen lezten drei Thron höchstens ein edler Stat oder ein noch eblerer Schafstop Die folgend reden find die ertrüdenden Schul- und Kommunallaften in den Vordergrund geftellt. während deren Dant in den tabalgeschwängerten Räumen einer Kneipe des Einen Leid ist, ist des Anderen Freud Arbeitszeit Abg. Richter: Ich habe die Thronreden vor Beginn Sommerwirth draußen besorgten Blides gen Himmel schaul, mit voller S der gegenwärtigen Legislaturperiode, namentlich die vom Jahre leuchtet das felste Geficht des städtischen Bierwirthes in beim Rollegen fid licher Freude auf, wenn auch an einem Maisonntage die winter und Sobald lichen Stammgäste herbeiftrömen, um sein Lotal zu füllen Deutigen Au Traurig ist ein solcher Sonntag auch für Weib und Kind denn bei solchem Wetter ist es natürlich nichts mit dem glages die n 1882 im Sinne gehabt; dort ist vor allem von den Beamtens besoldungen die Rede, wie jeder nachlesen fann, der irgendwie nur eine halbtagsschule besucht hat.( Große Heiterfeit.) Abg. bie fich im Si Schlußwort Haus hat daran ein Intereffe, auf welchem Wege in unserer Wagner, soweit fie überhaupt irgend einen Sinn haben tonn planten Ausflug, trübe und bleiern schleichen die Stunden och bie per Bolleschule am meisten geleistet wird. Ich wende mich nun zu dem Geseze selbst; meine politischen Freunde werden auch in der dritten Lesung für die Beschlüsse der zweiten Lesung stimmen, mit einer geringen Ausnahme zu§ 3, zu welchem wir den früher abgelehnten Antrag wiederholt eingebracht haben. Der Standpunkt der Nationalliberalen, die ihren Antrag aus Der zweiten Lesung wiederholt eingebracht haben, ist außer ordentlich korrekt, aber derselbe reicht augenblicklich nicht aus, und es ist nothwendig, von anderen Gefichtspunkten bei diesem Gefeße auszugehen, und ba glaube ich, daß der Antrag v. Quene das Richtige getroffen bat. Redner rechtfertigt dem nächst noch einmal die Beschlüsse der zweiten Lesung und er tlärt sich auch gegen einen Antrag des Abgeordneten v. Minnigerode, um auch nur den Schein zu vermeiden, als wolle man den Großarundbefit begünftigen. Abg. Dr. Wehr( freilonservativ) hält das in dem Ge fege in Anwendung gebrachte Vertheilungssystem für durch aus falsch und ist der Ansicht, daß der Kultusminister von ten( Große Heiterkeit), waren eine ganz unerhörte und parla mentarisch gar nicht zu qualifiziende Infinuation. Abg. Wagner: Es scheint, daß ich gegen Herrn v. Quene noch nicht deutlich genug gewesen bin. Ich wünsche nicht einen Bustand unseres Finanzwesens, wo wir mit Defizits au tämpfen baben, und wo das Sentrum in Folge deffen feine Politit, gewiffe fleire fird enpolitische Vortheile zu gewinnen, die gegen die Intereffen des deutschen Volkes und Staates find, fortzusegen in die Lage kommt. Dep be ben Resolution wefenden to Bereins der Vormittag c. Die fuchte Beri Der Bentral Ordnung fte lobntarife t babin, die eigentlich dem Bergnügen hätten gewidmet, fel follen. Nach einem so unfreundlichen Sonntage fängt Woche auch unfreundlich an, es scheint, als ob fich die beibeinigt verm Monate April und Mai gegenseitig abgelöst hätten, wir wollen hoffen, daß fich das nicht bewahrheitet, mögen dem ersten unglückten Frühlingssonntag recht viele beitere folgen. g. Seitens der städtischen Straßenbauverwaltung wird jegt die Sahl der Granitblöde vor den öffentlichen Straßenbrunnen, in denen fich ausgehauene Trintnäpfe file Friedrichstadt. So anerkennenswerth auch die Maßnahme, Hunden besonders in der heißen Jahreszeit die Suche nad einer Trinkstätte au erleichtern, ist, so ist doch andererseits bedauern, daß diese Tiöge in den meisten Fällen schmugige Waffer enthalten, welches notbgedrungen die burstigen Thien Diese Anführung war keine glückliche. Genau das Gegentheil möglich, für die Reinbaltung dieser Trinkbehälter Sorge faufen müssen. Ist es den Straßenreinigungsbeamten nicht ( Redner weist das aus dem Berichte selbst nach.) tragen, so müßte das Publikum aus Mitleid für die armen Damit ichließt die Generaldiskussion. In der Spesialdis. fuffton zu§ 1, wonach die Ueberweisung an die Kreise erfolgen foll, erhält zunächst das Wort Abg. Ridert: Er wolle nur einige persönliche Bemer fungen machen. Der Abgeordnete von Benda habe ihn ( Redner) als Autorität für die Motive des nationalliberalen Antrags angeführt und zwar den Generalbericht von 1878/79. ift richtig. Derfammlun Raftenbrand Branche if bebuts Feft treten. In -legen ver Bierfüßler ebenfalls ein Auge auf diese Tröge halten und erMermeren, forderlichen Falls das schmutzige Waffer auspumpen. nur febr a. Blumenverkäufer. Am Sonnabend konnte man auf haupt ben den biefigen Bahnhöfen zahlreiche Berliner Frauen mit großen ätten, das Riepen auf dem Rücken fehen, welche sich in die umliegenden Er müſſe Ortschaften zu einem einzigen Bwed begeben- Fliedersträuche Birkungen zu laufen. Sie scheuten bierbei eine Reise von 5 bis 8 Meilen bler fein nicht, weil sie wissen, daß der Flieder, der in Berlin noch nicht aupt teine echt entwickelt ist, am Preise verliert, je weiter fe von hier ent nnen nicht fent find. Der Flieder ist es jetzt in erster Reihe, mit welchem er zahlen. Die fog. fliegenden Blumenbändler auf den Straßen handeln Einkommen und ein gutes Geschäft machen; es folgen dann Bergismein er wenig nicht, welche in den Wiesengründen der Umgegend. jest viel ch nicht gefunden werden. Schließlich findet noch ein lebhafter Handel in Folge mit Narzissen statt, welche jedoch nur in Gärten gezogen werden Nur die und daher auch nicht so wohlfeil wie die vorgenannten beiden Bortheil Blumenforten find. nach die a. Ein Rechtsanwalt war einer zum Armenrecht zugeum Theil laffenen Frau, welche eine Klage erheben wollte, zur Wahr usgeführt. nehmung ihrer Rechte beigeordnet worden. Als er aber on ar werden, der Frau die nöthigen Informationen zur Klageerhebung em Bejez un fangen hatte, lehnte er die Klageerhebung ab. mit der Be gründung, bag nach seiner Ueberzeugung der von der Frau en, einen geltend gemachte Anspruch unbegründet sei. Diese Ueber ommunen eugung fprach er auch dem Prozeßgerichte gegenüber aus, mit ersprochen dem Antrage, der Frau das Armenrecht zu entziehen. Dieser iegt am Antrag wurde vom Prozeßgericht abgelehnt und die vom An un, damit dagegen gerichteten Beschwerden blieben ohne Erfolg. Da Tommt d troßdem der Anwalt bei seiner Weigerung, die Klage zu Schach heben, beharrte, so wurde das Disziplinar- Verfahren gegen geffion in eingeleitet, welches zu seiner Berurtheilung seitens des Ehrennfer Red Berichts führte. Auf seine Berufung sprach ihn der EhrenWir ve gerichtshof fret, weil nichts der Annnahme widersprach, baben if daß der angeschuldigte Anwalt sich durch gewissenhafte Brüfung Fnfinu Der Rechtsangelegenheit die Ueberzeugung gewonnen hat, daß in Ver der Anspruch jener Frau unbegründet sei, und weil diese Ueber g verlieren haftlichen r Berlins wahr! im gerichts nicht alterirt werden kann. " Es ist nicht anzunehmen, daß der beigeordnete Anwalt dieselbe Freiheit hat, fich über gen Aus der nur von der Bartei um Uebernahme der Vertretung ange ie ihm in angene Anwalt. Der Beruf des Anwalts verlangt vielmehr t! hört! Falle seiner Beiordnung die Aufgebung der Freiheit des , die Sie entschlusses in Annahme oder Ablehnung der Vertretung in fte dem Art, daß der Anwalt das Mandat zur gerichtlichen Ver gemeinen folgung eines Anspruches nur dann ablehnen darf, wenn er Brofeffor gewissenhafter Prüfung der Rechtsangelegenheit fich davon Gelegen überzeugt, daß der Partei der Anspruch, den er im Namen der Rede ift! Bartei verfolgen soll, nicht zusteht." Reibe von er Majo tive und 5 oder 6 or, welche Creise mit der Meis ftung be nger ber ccerul we Debatte her Ab migt Das Groß Douglas, Ibaufen), be) und und v. olen, die ten Au pe, Lüb cher un führt, welche mit der einstimmigen Annahme nachstehender Resolution endeten. Die heut in Keller's Salon tagende Ber fammlung der Tischler der Kastenbranche erklärt fich solidarisch mit der Gesammtheit der Berliner Tischler. Sie erkennt die Minimallohntarife, wie sie von den Gesellen aufgestellt worden find, als die einzig maßgebenden an und beschließt, dieselben voll und ganz zur Durchführung zu bringen. Ferner legt die Versammlung Protest ein gegen den Theil der in der Meisterversammlung vom 28. v. M. gefaßten Resolution, wonach diejenigen Gesellen, die für die Lohnbewegung eintreten, auf Wochen hinaus arbeitslos gemacht werden sollen, wodurch hunderte von Kollegen brodlos werden und ganze Familien den. Untergang entgegengehen. Die Ver sammlung legt weiter Protest ein gegen die Verdächtigungen fammlung legt weiter Protest ein gegen die Verdächtigungen einzelner bekannter Meister in der gedachten Meisterversamm lung, daß die heutige Lohnbewegung nur in agitatorischer Weise von der Bentral- Lohnfommission ausgebeutet werde, ohne die Lage der Berliner Tischler zu verbessern. Die Versammelten verpflichten fich, treu zur Sache zu stehen und alle im Kampfe stehenden Kollegen zu unterstügen." Ferner wurde hervorge Ferner wurde hervorge hoben, daß der Besaluß der Meifter, gegen alle Gesellen, welche fich weigern, angefangene Arbeiten fertigzustellen, flag bar vorzugehen, völlig unberechtigt sei, da hierdurch der§ 152 des Koalitionsgefeßes in seinen Bestimmungen illusorisch ge macht werde und ist die Sentrallohntommission entschlossen, derartige Fälle bis in die höchsten Instanzen zu verfolgen. Eine Versammlung der Kisten und Koffermacher tagte am Sonntag im Lolale Arminhallen, Kommandanten straße 20. Einberufen war dieselbe von der BentralisationsKommission. Die Tagesordnung lautete: Vortrag des Herrn Max Kreuz über die Nothwendigkeit einer Organisation und Bericht der Kommiffion. Da Herr Kreuz nicht erschienen war, nahm Herr Müller das Wort zum Bericht der Kommiffion. Anter Anderm trat derselbe dem verbreiteten Frrthum, die Kommission wolle einen Streit provoziren, entgegen und machte bekannt, daß die Kommiffion in der nächsten Zeit in der Lage sein werde, nähere Berichte in einer folgenden Ber fammlung erstatten zu können. Dann nahm Herr Mar Kreuz das Wort zu seinem Referate. Derselbe legte in seinen Aus führungen klar, daß eine Drganisation nicht nur segensreich für Die Arbeiter, sondern auch schüßend für solide Fabrikanten wirke, indem sie immer nur den unsoliden Fabrikanten die Spigelbiete, um dieselben von ihrer verderblichen Konkurrenz abzu halten. Bedauerlich sei, daß dies so wenig Fabrikanten er tennen gelernt hätten. Referent befennt sich als ein Gegner des Streits, derfelbe sei ein zweischneidiges Schwert, eine ftraffe Organisation würde die Lohnregelung meist ohne Streits herbeiführen. Hauptsache ſet cine geregelte Arbeitszeit herbeizuführen, denn dadurch tönne Die un gleiche Geschäftstonjunktur möglichst eingeschränkt werden. Nach Schluß der dem Vortrage folgenden Diskussion, an welcher fich verschiedene Redner betheiligten, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die im Lokale Arminhr. Im Fachverein der Schlosser hielt am Sonnabend ( bei Gratweil) Herr Dr. Feildenfeld über die Lunge als ballen versammelten Riften und Koffermacher Berlins erklären thmungsorgan einen Vortrag, in welchem er die Ge fich mit den Ausführungen des Herrn Referenten und dem Berichte der Kommiffion durchaus einverstanden, und ersuchen Arbeitsräumen ausgesezt sind, lungenfrant zu werden, und die gegen diese Gefahr anzuwendenden Vorsichtsmaßregeln und die Kommiffion der Kiften- und Koffermacher, im bisherigen Sinne weiter zu wirken, damit eine gute Drganisation erzielt Schugmittel in eingehendster Weise besprach. Die an den Vor- wird. Die Versammlung verpflichtet sich, diefelbe event. petutag fich anschließende Diskussion bewies, daß derselbe das niär zu unterstüßen. Zum Schluß hielt der Referent noch eine Infereffe an der für die meisten Handwerker fehr wichtigen furze Ansprache, die ebenso wie der Vortrag mit großem Beis Angelegenheit in hohem Maße geweckt hatte. Die dann fol fall aufgenommen wurde. Rende Besprechung über die Art und Weise, wie die bisherige Bechtsschutz- Kommission thres Amts gewaltet habe, hatte zum Ergebniß den Beschluß, eine Neuwahl für diese Rommission Klaviaturmacher), die am Sonntag, den 2. d. M. unter Vorsitz vollziehen. Es wurden die Herren Miethe, Schröder und Schultz zu Mitgliedern der Kommiffion gewählt. Herr Klose, Bierhallen tagte, war besonders gut besucht. Die Tages Mitglied der Lohnkommiffion der Tischler, referirte über den egenwärtigen Streit der Tischler Berlins und fand mit seinem Besuche, daß der Verein für Birkulation von Sammelliften in Den Schlofferwerkstätten zur Unterstüßung der streikenden Tischler sorgen möge, allgemeinen lebhaften Antlang. hr. In der wohl mehr als 1000 Theilnehmer zählenden Versammlung der Maurer, welche am Sonntag in der onhalle unter dem Borfiße des Herrn Berendt tagte, referirte Vereine und Versammlungen. Edstein aus 3widau über die Nothwendigkeit der Dr nisation" in einer so eindringlichen Weise, daß der Zweck t. Die öffentliche Generalversammlung sämmtlicher Klavierarbeiter und Berufsgenossen( Mechanik und des Herrn Bnbeil in den vereinigten Sälen der Gratweil'schen ordnung lautete: 3wed und Biele der Fachvereine", und waren zu dieser Versammlung auch die Her en Fabrikanten speziell eingeladen, um dieselben zu überzeugen, daß die Fachorganisationen nicht, wie gerne angenommen werde, den Intereffen der Fabrikanten entgegengesezte Biele erftreben. An Stelle des plöglich erkrankten Tischlermeisters Mitan hatte Herr Hente das Referat übernommen. In furzer und bes ftimmter Faffung schilderte derselbe die Aufgaben, welche fich Die Fachvereine im Allgemeinem und der Verein zur Wahrung der Intereffen der Klavierarbeiter" im Besonderen Der Bersammlung, dem Fachverein ber Maurer an Berlins neue Mitglieder zu gewinnen, in hohem Maße eigendften gewerkschaftlichen Sinne wirken, die Regelung der Lohn treicht wurde. Referent mies zunächst darauf hin, caß die Arbeitsverhältnisse in die Hand nehmen und dergleichen mehr. 11 Ansprüche, die bei der fortgeschrittenen Kultur in unserer Zeit Aber auch andere Zwecke verfolge eine Fachorganisation. Durch auch an die Arbeiter gemacht werden, höhere find, als die in früheren Zeiten gemachten Ansprüche, und daß, um ihren die Mitglieder will dieselbe dem Einzelnen, deffen Verdienst tonnen, die Maurer Berlins die fittliche Pflicht haben, Ver. Uebernahme der Prozeßkosten bieten, sein Recht durch alle n Soder Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne herbeizuführen. Instanzen verfolgen zu fönnen; durch populär wissenschaftliche Forderungen einer 10 stündigen Arbeitszeit und eines Borträge folle Gelegenheit geboten werden, sich die nothwen Minimallohnes von 4 Mart feien sehr bescheiden und als solche digfte Kenntniß auf allen Gebieten anzueignen und sich Aufs klärung zu verschaffen, ebenso habe ein Fachverein sein Augenrübe aud ewiß auf Die , denen don Der Megrzahl der Meister auch Die Red gens dod wer That Derderben rungen anerkannt. Aber den zu gewährenden Rechtsschutz in Gewerbestreitigkeiten an zum Lebensunterhalt faum ausreicht, die Möglichkeit durch anitatt die als gerecht und billig anerkannten Forde mert zu richten auf alle Bestrebungen, die auf die hebung des Berbe Bitterung entgegen tage un inn illu Bublifum nun auch freiwillig wirklich zu gewähren, fellen der Innungsmeister mit der herzlosesten Taktik denselben seitens der Meister und befonders Streifs gewirkt. Referent tonftatirte, daß da, wo es zu gekommen ist, nicht die Gesellen, sondern die Meister Handwerks gerichtet find( Innungswesen, Arbeiterschutzgeset, gewerbliche Schiedsgerichte ac.), sowie auf alle Dinge, die den Arbeiter berühren, über welche er mitsprechen soll und in Maffen sprechen muß durch bezügliche Petitionen. Referent bielt es daher für angezeigt, daß auch die Fabrikanten diese 400 Berlins in der Lage find, thre auswärtigen Kameraden wirl ſam zu unterſtügen. Die Redner, welche fich an Der Distusfion betheiligten, sprachen fich im Sinne des Referenten ans. Ferner wurde beschloffen, die Sammlungen für den Generalfonds wieder zu eröffnen. Ebenso wurde betont, daß die Zimmerer Berlins auf den Ar beitsplägen Plaz Deputirte wählen möchten, welche alsdann das Weitere zu veranlassen haben. Als Beitrag zu dem Ges neralfonds wurden für jeden in Berlin arbeitenden Zimmerer pro Woche 15 Pf. bestimmt. Dieser Beitrag wird vom 4. Mai 1885 bis zum 1. November 1885 von den Play Deputirten abgehoben. Annahmestellen find folgende: 1) bei Herrn Hantelmann, Dorotheenstr. 32, Hof, 2. Aufgang, 2 Tr. rechts; 2) im Vereinslotal Rommandantenstr. 20. Die Versammlungen des Lotal Verbands Berlins finden jeden Mittwoch vor dem 1. und jeden Mittwoch vor dem 15. ftati. Bu Verschiedenes" war bei dem Vorfigenden ein Antrag eingegangen, welcher be saate, daß den streifenden Tischlern Berlins die Summe von 300 m. aus dem Generalfonds bewilligt werden möge, Hier V über Tam es zu einer lebbaften Debatie; während deſſen ging ein Antrag bei dem Vorsitzenden ein, in welchem die Unter ftüßungssumme auf 250 M. normirt war. Der lettere Antrag wurde mit großer Majorität angenommen. Ferner wurde be antragt, der Lohnkommission einen Refervefonds von 400 M. zu bewilligen, um bei ausbrechenden Streits in den Provin zialstädten den auswärtigen Kollegen schnelle Hilfe angedelben laffen zu können. Dieser Antrag wurde einstimmig angenom men. Bum Schluß wurde dann die Bibliotheffrage diskutirt, im Verlaufe der Distuffton wurde beschloffen, die Bibliothek dem Lokal- Verbande Berlins zu überweisen. t. Zum Tischlerstreit. Die zweite Auszahlung von Unterftigungsgeldern an die ftreitenden Tischlergefellen fand am Montag, den 5. b. M., wiederum im Louisenstädtischen Konzerthause statt. Die Unterstügungen fonnten auch diesmal in der gleichen Höhe, wie in der ersten Woche ausbezahlt werden und war die Gesammtsumme der Streifenden, sowie der gezahlten Unterstügungen um etwas niedriger, als in der ersten Woche. Doch wird sich die Zahl der Streifenden nach den dez Kommission vorliegenden Meldungen in der laufenden Woche wieder bedeutend erhöhen, da auch in Nixdorf Arbeitseinftellungen stattfinden und die Nixdorfer Tischler ebenfalls aus dem General Unterstügungsfonds unterstügt werden. Bet der gestern Vormittag stattgehabten Auszahlung wurden ausgezahlt: An 138 Verheirathete a 13 M. gleich 1894 M.; an 47 Verheirathete a 8-10 M.( folche, die unter einer Woche geftreitt) gleich 383 M. an 36 Verheirathete a 11 M. gleich 396 M., in Summa 221 verheirathete Gesellen gleich 2673 M.- An Une verbeirathete wurden gezahlt: an 286 Gesellen a 10 M. gleich 2860 M.; an 76 a 6,75-8,50 M.( wie oben) gleich 638 M., in Summa 362 Unverheirathete gleich 3498 M. Es wurden Demnach ausgezahlt an 583 Streifende gleich 6171 M. Außer dem wurden gezahlt an 85 Tischlergesellen, welche im Inter effe der Allgemeinheit in voriger Woche Berlin verlassen haben, gleich 255 M. In Folge vorgelommener Nichtmeldungen bei der Rontrole, die erst nachträglich regulirt werden fönnten, bleiben heute( Dienstag) noch auszuzahlen: 56 Berheirathete( volle Woche), 23 Verheirathete( a 5 Tage), 11 Verheirathete a 4 Tage. 26 Unverheirathete a 10 M., 23 Unverheirathete a 6,75 M. Angesichts dieser enormen Ausgaben richtet die Rommission an alle arbeitenden Tischler und andere Gewerkschaften die drin gende Bitte, die Unterstüßungsgelder recht reichlich fließen zu Taffen. 30 8( Spandau. Am Sonnabend, den 2. Mai, hielten die Maler Spandau's eine öffentliche Versammlung ab. Herr Regerau hielt einen Vortrag über Bwed und Bele der Fachs pereine. Redner erörterte näher die Uebelstände im Malerge merbe und ging dann auf die Mittel zur Beseitigung dieser Uebel ein. Als Mittel empfahl er die Bentralisation und speziell die Gründung eines Gauvereins, der fich an den Ver band der Maler und verwandten Berufsgenossen anschließen müffen. Der Vortrag hatte den Erfolg, daß der Gauverein gegründet wurde und alle Anwesenden Mitglieder des Gau vereins wurden. Sämmtliche Maler Spandaus waren bis auf vier in der Versammlung erschienen. Aber auch diese Fehlenden find nur verhindert gewesen zu erscheinen und werden da ber auch M.itglieder des Vereins werden. Möchten doch die Berliner Gehilfen sich ein Vorbild an den Spandauer Kollegen nehmen. Delegirten Versammlung der Tischler Dienstag, den 5. Mai, Asends 8%, im Louisenstädtischen Konzerthaus. Tagesordnung: 1. Beschlußfaffung über die Beschäftigung dauernd Gemaßregelter durch die Kommission. 2. Unsere Tischlermeister und die Lohnbewegung. 3. Unterstügungsgesuche. 4. Verschiedenes. Mittwoch und folgende Tage, Vormittags 10 Uhr, Rontrolversammlung der streikender Tischler ebendaselbst. Zentral- Kranten- Kasse des deutschen SenefelderBundes( E. K.) Verwaltst. Berlin: Jm Restaurant Weid, Alexanderstr. 31, heute Abends 8 Uhr Verwaltungs- und Mite glieder- Bersammlung. Außerordentliche Mitgliederversammlung des Fach vereins der Drechsler, Knopfmacher und verwandten Ben rufsgenoffen am Donnerstag, den 7. Mat, Abends 8 Ubr, in Keller's Restaurant, Andreasstraße 21( fleiner Saal). Duits tungsbuch legitimirt. Tagesordnung: 1) Wahl des Vorstandes. gnügen). 3) Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Lages ordnung werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. fculo daran find, und daß in Leipzig, wo bereits 80 Prozent Bestrebungen, welche nicht nur den Arbeitern auch den Arbeite( 2) Bereinsangelegenheiten( Besprechung über das Pfingflver Saifon don der Zahl der Gesellen fich an der Lohnbewegung betheis gen, und von den 3000 daselbst vorhandenen Maurergesellen et in die während Sonn nehmern zu Gute tamen, unterffügen und an dem Gesammt woble Aller mitarbeiten möchten. Die Grundbedingung hierzu nur geholfen werden durch einen gefeßlich geschüßten Marimal Herold in warm 1200 dem Fachverein angehören, die Löhne schon höhere find, sei eine geregelte Arbeitszeit und endgültig fönne dem Arbeiter en Staub der Innung, Herrn Handwerk, für seine Arbeiter eingeführt arbeitstag. Korreferent Stadtv. er Kleinmeister und Ar ft. Weiter wies Referent darauf hin, daß, während früher empfundenen Worten die Nothlage der Kleinmeister und Ar Die Meister fich mit einem Meistergeld von 1 Bf. pro Stunde = melden begnügt haben, heutzutage manche Meister sich ein Meistergeld gleich schwer auf Beiden laste. Bedauerlich sei, daß ein falscher traurig, noch vor usftredie bis beiter, bervorgerufen durch den Druck des Großlapitals, der Stolz den Kleinmeister immer noch abhalte, mit den Gesellen Hand in band zu geben, obgleich lettere vielfach noch besser au 13 Bf. pro Stunde machen, indem sie den Bauberren einen Lohn von 45 Bf. anrechnen und den Gesellen nur 33 Bf. Die Krone an die Maurer Berlins und insbesondere an die etwas besser schwinden; das Handwerk fönne nur gehoben werden, wenn sich trath bit davon geben. Er schloß mit einer eindringlichen Mahnung gestellt wären, als erstere. Dieser Wieifterdünkel müsse ver ein, aber uirten Boliere, für das Gesammtintereffe thatkräftig einzu- Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gemeinsamem Handeln ben fein em Falle Safstopf e. Was Die Mitglieder der Zentral Kranten und Sterbe Kasse der Tischler u. 1. w. Dertliche Verwaltungsstelle Berlin G. halten ihre nädfte Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 6. Mat, Abends 8 Uhr, Andreasstr. 21 bei Keller im oberen Saale ab. Auf der Tagesordnung steht: Abrechnung vom 1. Quartal. Stich wahl zwischen den Kandi Daten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Das Mit gliedsbuch muß mitgebracht werden als Legitimation sur Wabl Die Delegirten- Versammlung der Stellmacher findet Mittwoch, den 6. Mat, Abends 8 Uhr, in Schäffers Salon, enthusiastische Beifallssturm fich gelegt, empfahl der Vorftzende noch vergrößert werde. Nur durch eine große Organisation Inselstr. 10 statt. Der wichtigen Tagesordnung halber ift es Die folgende von Herrn Blaurod eingebrachte Rerend des bren Dant und volle Anerkennung aus. Sie verpflichtet sich, Jolution: Die 2c. Versammlung spricht dem Referenten Tönne der Einzelne geschüßt werden und empfahl er dringend den Anschluß an den Verein zur Wahrung der Intereffen der Alavierarbeiter. Nach längerer Diskussion, in ber die Herren I schau mit voller Kraft dafür zu streben, daß die in Berlin wellenden Klose, Bubeil, Giese, Rüdiger, Tunftus u. A. das Wort nahmen, in beim Kollegen fich der Vereinigung der Berliner Maurer anschließen gelangte eine Resolution zur Annahme, in der sich die An e winter ufüllen wesenden mit den Ausführungen der Referenten voll und ganz einverstanden erklärten und versprachen, in ihren Fabriken das Rind" Arbeitszeit refp. Einführung eines 9 stündigen Maximalarbeits für Sorge zu tragen, daß fich möglichst alle Klavier, Mechanit Stunden bem ges die nöthige Kraft und auch Erfolg fichern." Nachdem Ah im Sinne des Referenten ausgesprochen und dieser im noch die Herren Wittstock, Berendt, Weise mit beredten Worten met fein ngt bie und Klaviaturarbeiter dem Berein anschließen. Nachdem noch Herr Hubeil mitgetheilt, daß der Vorstand es fich angelegen fein laffe, Minimallohntarife, analog denen der Tischler, aus Fachvereinigungen geschlossen. Schlußwort den Bersammelten noch einmal zu erufen: Berauarbeiten, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die e beiben tinigt vermögen Sie Alles, zersplittertwollen ften Dep nichts!" wurde die Resolution einstimmig angenommen, und Viele von den An wefenden trugen ihre Namen in die Mitgliederliste des Fach Germania- Theater unter dem Vorfis des Herrn Seißts ibre Bereins der Berliner Maurer ein. c. Die Tischler der Raftenbranche hielten am Sonntag Die Zimmerleute Berlins hielten am Sonntag im Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Wie verhalten fich die Zimmerleute Berlins in der Lohn. Bormittag im Reller'schen Saale eine außerordentlich start bes bewegung zu den übrigen Bimmerleuten Deutschlands. 2. Ver fuchte Versammlung ab, in welcher Herr Stellmann( Mitgliedschiedenes. Bu dem ersten Punkt der Tagesordnung ertheilte der Bentrallohntommiffion des Tischler) über das zur Tages waltung Fentlichen äpfe fil in ber me, ben фе паф erfeits ju mugige n Thier en nidt Sorge te armen I stehende Thema: Die Durchführung der Minimal. Redner hielt ein furges Referat über den Stand der Arbeits lohntarife in der Raften branche und die Beschlüsse der Meister Dersammlung vom 28. April referirte. Dee Kampf in dieser Der Vorfißende Herrn Hantelmann als Referenten das Wort. löbne im Allgemeinen und über den Buzug von Arbeits träften aus der Provins nach hier. Stebner führte dann bie Ursachen an, welche an der Ueberfüllung des Arbeitsmarttes Daß die Bimmerer Berlins die Sammlungen für den General Raftenbranche es seinerzeit abgelehnt hatten, mit den Gesellen schuld find. Sum Schluß seines Referats betonte der Redner, nothwendig, daß jede Werkstatt einen Delegirten zu derselben hinsendet. Außerdem Wahl von zwei Revisoren und Festlegung der Bahlstellen. Fachberein der Tischler. Versammlung Mittwoch, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, Bergstraße 68, Kurzmann's Salon. Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn Schwenn hagen. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste willkommen. Tage Slifte der Königl. sächsischen Landeslotterie. Biehung vom Montag, den 4. Mai. ( Ohne Gewähr!) 03 257 419 42 644 968( 300) 100 595 440 704 776( 300) 888 615 315 225 889 1914 771 274 784 581 127 989 487. 1460 514 287( 3000) 378( 300) 751( 1000) 10 463 557 834 147 306 908 601 158 847( 300) 408 288( 3000) 68 440 1 215. 2859 321 870 424 30( 3000( 117 846 709( 300) 46( 500) 669 346 685 514 417 53( 3000) 586 711 541( 300) 885 484 147 ( 300) 258( 300). 3215 181 425 11 498 49 542 500 589 626 305 122 10 303 808 415. 4165 323 743( 300) 15( 300) 992 607 11 927 325 67 727 18 220 107 889 282( 1000) 212 684 ( 300) 839( 1000) 519 881 110. 5875 894( 1000) 267 193 198 ( 500) 837 533 501 752 513 327 457 223 269 224 408. 6410( 1000) 115 635 604 185( 300) 428 355( 500) 12 57 299 228( 300) 154 538 332 377 513( 500) 885( 15000) 423 654. 7275 689 144 709 219( 3000) 962 175 621 557 21 549 276 treten. In Folge beffen wurden äußerst lebhafte Debatten ges fonds wieder aufnehmen möchten, bamit auch die Bimmerer 896 214 425 969 140 917 936 523 270 975 364 916 564 290 794. 8298 258 597 964 274 139 357 492 422 291 408 350 286 683( 1000) 1 64. 9849 389 313 668 229 346 824 385 ( 3000) 193 159 150 107 821 364( 300) 962 611 100 662 249. 10493 823 27( 5000) 506( 300) 701 250 472 956 29 213 983 142 742 751 60 635( 1000) 441 860 38 667 411 453( 1000) 33 879 150 608 650 839( 300) 630 252 257( 300) 849. 11870( 3000) 350 497 185( 300) 174 800 748 936( 300) 636 645 506 856 990 588 894 315 470( 300). 12721 59 416 759 241 265 191 387 238 720 773 140( 300) 803 266 435 928 210 278. 13086 863 984( 500) 730 4 55( 1000) 229 827( 15 000) 831 356 112 101 472 827 289 437 239 517 15. 14556 350 273 259 242 909 155 552 8ä0 30ä 354( 300) 473 2 973 989 652 709. 15520 275( 3000) 617 439( 500) 948 515 695 762 525 534 746 188 937 541( 500) 481 809 535 78 664 291. 16760( 300) 999 907 210 734 927 989 800 435 270 971 592( 300) 417 222 930 859 572 823 444( 300) 62 220 969 598 870 519. 17783 951( 300) 526 339 88 628 327 956 794 808 217 42 803 822( 300) 679 295. 18215 616 200 146 351 656 276 299 4 821 905 12 984 398. 19871 225 949 486 141 509 227 772 931 230 550. 20111 266 98 543( 300) 522 84 233 371 942 503 105 863( 300) 398 307 482 322 969 596( 3000) 692 939. 21249 ( 3000) 174 380 925( 300) 269 498 199 602 581 884 901 543 946 233. 22714( 1000) 535 690 540 75 746 422( 300) 926 143 10 978 901 767 334 382( 500) 772 533 82 713 558 23295 143 630 891 946 435 87 295 146( 3000) 900 208. 851 111 288( 3000) 610 884 715 420( 1000) 862 458( 300) 348 178 55( 500) 274 42 168 924 43 937. 24416 875 ( 300) 746 506 41( 500) 531( 1000) 674( 300) 573( 300) 830 941. 25741 633( 500) 170 744( 3000) 330 966 194 646 487 415 9 359) 500) 666 198 618 353 621 6 250 300 617. 26257( 500) 829 592 9C5 266 896 316 328 353( 300) 991 981( 300) 310 907 329 16 496( 3000) 91 946 700 325 863 293 381 352 235 617 772. 27405 521 430 701 239( 300) 220 445( 300) 301 252 504 828( 3000) 165 912( 1000) 896 909 563 706 719 935. 28104 992 392 368 939 921 129 649 522( 500) 215 212 586 377 896( 300) 616 855 918 453( 300) 396 807. 29613 192 359 121 619 158( 3000) 334 928 639 647 164 867 899 391( 500) 182( 3000) 872 897 43 207 372 596 30072 73( 300) 317 694 190 411 262 406 423 563 727 730 725 419 964 522( 500) 110. 31724 131( 500) 262( 500) 277 729 323 199 696 790 365 796 873 793( 3000). 32290 ( 300) 64 404 581 750 287 974 700 59 385 429 942 719 262 662 615 745 927 800 830 33336 461 322( 500) 896 283 676 26 253 897 24 418 555 950 783 530 169 412( 3000) 390 ( 300) 124( 1000) 894 318 476 673( 300) 243 140 466 433. 34963 260 468 129 825 907 148 455 143 147 505 743 649 859 618 731 588. 35452 184 654 624 481 306 912 289 589 664 688( 300) 98 702 891 768 360 312. 36096 769( 300) 997 107 449 887 938 852 436 405 380 549 428 246( 1000) 693 228 187 587 747 699( 300) 643. 37093 47( 3000) 318 192 460 583 679 665 516 10 34 189 803 67( 300) 918 304 505 357 195 690 763 478( 300) 19( 3000) 835 303 856 997. 38393 221 296 51 838 234 717 339 182( 300) 879 650( 3000) 496 689 363 855 230 893 827 293 102 8 786 831 265. 39076 702 941 976 594( 500) 80 814 930 585( 300) 680( 500) 645 848 999 72 117 713( 1000) 137 300 437 400 589 884 617 592 120 671 887 862 447 528. 40458 950 866 579 876( 500) 669 295 348 855 872 828 657 863( 1000) 60 251 741 405 140( 500) 280( 300) 693 433. 41691 28 789 590 954 581 533( 300) 9 530 680 701 352 673 922. 42282 874 222 692( 300) 30 492 280( 300) 48 295 490 43738 278 709 863 221 435 529 970( 3000) 524 915 804. 226( 1000) 529 672 444 48 318 301 918 498 400( 3000) 898 970 635 238 796 316 156 662( 500) 264 788( 3000) 790 44275 60 498 814 993 496 355 104 545 12( 300) ( 3000). 938 957 576 207 397 808 551 296 79 393( 300) 161. 45009 24 613 685 249 143 231 573 402 475 639 80 621 201 404 46435 931 858 947 20 568 413 695 790 578 679( 300) 48. 30 192 252( 1000) 818 319 851 302 422 621( 300) 385 341 618 635 256 141 870 608 367 944( 1000). 47878 573 595 Theater. Königliches Opernhaus. eute: Die Hochzeit des Figaro. Königliches Schauspielhaus. Heute: Das Testament des großen Kurfürsten. Deutsches Theater. eute: Die Journalisten. eute: Marguerite. Bellealliance- Theater. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Der Großmogul. Central Theater: Alte Jalobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Date: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Beute: Die Reise nach dem Kaukasus. Heute: Gillette. Walhalla Operetten- Theater: Louisenstädtisches Theater: Veute: Onkel Bräfig. Beute: Der fliegende Holländer. Heute: Die Leibrente." Heute: Sulfurina. Oftend- Theater: Wallner Theater. Vittoria Theater. Allen lieben Freunden und Kollegen, von denen ich per sönlich Abschied zu nehmen verhindert war, sage ich hierdurch bei meiner Abreise von Berlin ein herzliches Lebewohl." Arbeitsmarkt. Otto Höpfner. 343 377( 300) 480 379 434 721 116 334 666( 300) 27 365. 48788 936 526 404 729 392 38 912 288 424( 3000) 13 660 738 905( 500) 413( 3000) 470 643 556 378( 500). 49338 765 516 24 573 35 618 492 381 353 248 662 978( 500) 100 ( 300) 477 924 616( 500) 727 667 105 210 790( 1000) 595 114 737 427 664 321. 50335 812 563 418( 1000) 82 328 999 531 865 249 33 31 691 799. 51281 487 680 374 493 525 272 498 910 359 482 117 275 77 16 737( 1000) 697 576 264 537 186 638 814 771( 500). 52000( 1000) 707 714 501 674( 500) 768 53420 934 885 64 948 799 279 982 577 80 140 383 841. 966 31 399 65 679 417 866 39( 1000) 344 937 194 22( 300). 54149 154 165 920 448( 5000) 430 610 130 894 612 748 678 637 535 977 896 835 681. 55156 530( 300) 437( 300) 671 10( 500) 600 401( 1000) 850 579 668 38 519 356 14 545 293 117( 300) 628 427( 300) 490 961. 56875 416 ( 1000) 37 19( 500) 868( 500) 96 988 678 686 560 22( 1000) 926( 300) 716 797( 500) 496 864 592 679 250 447 546( 300) 633 571( 3000) 396 883 469 352( 300) 380 512. 57507 899 857( 300) 185 954 947 477 121 889 114( 300) 456 885 824 627 202( 300) 499 48( 1000) 341 752 812 38 187 782 58638 984 761 187 707 445 445 686 4 201( 300) 417. 826( 1000) 33 321 183 987 41 439 629 474 53 354 59043 630 955 266 737( 300) 663 60 361 980. 418 486 174( 300) 155 552 36( 500) 390( 500) 836( 300) 884 924 654 639. 60004 305 545 321 202 299 775 41 111 731 30 6 173 116 241. 61721 38 734 51 186 401 567 754 166 372 286 654 398 398. 62583 45 91 667 51 957 287 980 221( 300) 201 967 320 328 932 961 996 330 689 790 157 561( 300) 738. 63843 882 48 131 633 751( 3000) 963 67 506 935 147 604 681 452 652 658( 300) 891( 3000) 809( 300) 507 49 424 ( 3000). 64189 873 788 84( 3000) 71 210 887 854 129 221 806 729 966 985 94 775 672( 1000) 502( 300). 65092 968 676 268 309 159 97 446 158 558 558 221 423 874 324. 66232 27 697 731( 300) 653 982 781 244 99 324 795( 500) 820 878 741 822( 3000), 67250 218 196 943 379 577 981 580 410 259 524 449 321 3 39 284( 300) 765. 68483 867 973 2776 683 542 735 880 404 817( 500) 790 339 71 964 190 711 896 648 790( 500) 381( 1000) 247. 69126 303 986 838 243 314 521( 1000) 792 846 709 678 322 862 236 ( 300). 70718 133 859 787 470 247 262 605 395 309 694 653 445( 500) 95 276 71063 528 444 786 666 10 736 184( 300) 235 81( 300) 88 760 325( 300) 488 231 208( 300) 279( 3000) 541. 72793 465 468 671 115 701 905 446 334 896 190 937 208 329 68 791 838 452 485. 73823 925 160( 500) 814 232 182 281 273 ä91 899 88 439 150 806( 1000) 142 941 889 280( 300) 481 223 395 620. 74516 760 168 521 200 39 650 337 640 924 593 400 335 974 775 385. 75000 232. 68 919 ( 300) 129 828 533 422 706 230 516 128 723 847 513 926 820 871 935 903 642( 300) 32 344 213 97. 76775 732 132 132 122( 300) 810 558 662 715( 3000) 755 724 847 448 585 233 48( 1000) 922 780 286 66 69. 77000 493 752 94( 300) 332 468 678 24 222( 5000) 629 901 264 874( 1000) 251 456 676 596( 300) 230 656 181 761( 500) 265 931. 78059 622 658 819 930 350 656 898 448 382 143 124 150 626 886 172 522 432 152 922 895 256. 79245 925 222 731( 3000) 718 504 991 382 76 327 965 55( 300) 703 210 866 375 470 648 643. 80406 174 827 779 256 352 232 790( 300) 671 161( 3000) 954 802 279 387 753 785 309 134( 300) 816 297( 1000) 745. 81054( 300) 949 981 986 926 63 861( 300) 893 463 136 647 526 289. 82506 830 278 440 409 934 828 644 72 760 159 545( 3000) 10 481 205 712 333 435 697 448. 83408 69 225 ( 300) 632 701 620 906 707 188 18 372 374( 3000) 130 797 725 21 674 102 730 930( 500) 917 438 358( 300). 285 666 125 751 875 603 147 863 311 995 173 744 275 ( 1000) 86 22( 3000) 648 895 737 219 712 981( 1000). 85069 751( 3000) 83 511 648 300 805 141 775 901 367 121 181 ( 1000) 57 99. 86177 284 357 528 802 586 301 754 879 761 792 825( 3000) 410 349 424 811 169 320 938( 3000) 318. 84262 Fr. Rohleder's Bureau. Neuhausen München, er 87883 701 962 157 666 430 686 353 185 714 124 53 62 797 183 753 727 855( 1000) 229 719 62 188 408 466 48 ( 3000) 453 323. 88135 420 784 936 382 753 999 45 59 447( 300) 905 792( 1000) 904 61 393 251 727 494 733 24 693( 300) 338 402 909 158( 3000) 89954 580 773 534 42 199 972( 3000) 240( 300) 886 597 903 164 113 872 375 16 661( 300) 325. 90107 189 18 542 450 903( 1000) 643 110( 500) 759 21 320( 500) 646 390 261 702 488 216 786 221 446 41 942 581 91882 835 58 168 728 1 140( 300) 970( 300) 426 294 87 729 371 961 727 594 303 694 732 985( 1000) 186. 9221 ( 300) 556( 500) 326 195 181 850 186( 300) 880 765 401 18 291( 300) 194 138 823 153( 3000) 162( 300) 615 136 1056 82 667( 1000) 701 881. 93146( 300) 978 938 549 38 53 731 449( 500) 351 219 564 294 986 587 501 105 937 96 666 700. 94521 38 169 755 919 956 471 787 76 975 481 9 422 193 832 881 227( 500) 693 858 933 802 835. 9594 959 740 113( 300) 743 802 524 548 517 71 290 183 16 45 ( 300) 20( 500) 649( 500) 820 810. 96132 117 942 740 71 374( 300) 217 634 813 188 560 707 408 834 693 64 708 729 438 198 39. 97960 39 756 896 S01 338 272 165 630 18 671 460( 1000) 503 676( 300) 270( 500) 97 12 800 423 991 527 47( 300) 65 838( 500) 37. 98682( 300) 420 5 335 51 3 648 671 513 9 171 556 315( 1000) 313 364 41 593 992 461 372 722 220 264 459( 1000) 381 674 645 84 715 5 660 867 131( 3000) 47 540( 300) 968 151( 300) 6 ( 3000) 733. Vermischtes. Die zehn Preßgebote. Ein amerikanisches Journal seinen Lesern und Mitarbeitern folgende Rathschläge est welche es die zehn Preßgebote nennt, und welche wir auch seren Lesern zur geneigten Beachtung empfehlen: 1. Wal auch einer Beitung mittheilen willst, thue es rasch und f es sofort ein, denn was neu ist, wenn Du es denkst, wird d vielleicht nach einer Stunde nicht mehr sein. 2. Sei tu Du sparst damit die Zeit des Lesers und Deine eigene. D Prinzip sei: Thatsachen, teine Phrasen, teine Reflexions 3. Set tlar: schreibe leserlich, besonders Namen und Biffe 4. Schreibe nicht gestern" oder„ beute", sondern den und das Datum. 5. Sege mehr Buntte als Stommata, a vergiß teine von beiden. 6. Korrigire niemals einen Nam oder eine Bahl; ftreiche das fehlerhafte Wort durch und fahre das richtige darüber ober daneben. 7. Die Hauptsace: schreibe nie beide Seiten des Blattes. Hundert Beilen, einer Seite geschrieben, laffen sich rasch zerschneiden und Die Seger vertheilen, auf beiden Seiten beanspruchen fle Arbeit eines Sepers für lange Beit. Dadurch fommt es daß ein Beitrag beute teine Aufnahme meh: finden fann für morgen zurückgelegt werden muß, oder auch überha nicht berücksichtigt wird. 8. Was Du schreibst, unterzeid ftets mit Deinem Namen. Man muß stets den Muth fein Meinung baben. 9. Bezeichne Deine Adresse und sei ba beruhigt, daß der Name eines Korrespondenten, wenn er münicht, unter allen Umständen geheim gehalten w 10. Lies stets das Geschriebene, ehe Du es abschicit, n einmal durch; gefällt's Dir selbst nicht, wif's in den Bape forb. Frantire alle Briefe an die Beitungen. Klaffifitation. Sertaner A.: Du, Dich hab ich gef auf dem Bahnhof gefeben, wie Du mit einem Herrn in weite Klaffe ftieaft. Sertaner B.: Das war mein Ba Der ist Regierungsrath. Wir fahren immer nur zweite Sla A.: Das ist was Rechtes! Mein Papa fährt den gan Tag erfte Klaffe. B.: So? Was ist denn Dein Bap A.: Droschkentutscher! Tannhäuser. Banquier A.( zu einem Kunden aus Broving): Nun, lieber Meier, wie amüfiren Sie sich in unfere Refidenz? Waren Sie schon im Opernhaus? Meier wohl, err Kommerztenrath, ich hörte gestern den Tannhäus Herr Banquier A.: Superbe! Mit Niemann? Meter: Ne Herr Kommerzienrath, mit meinem Bruder, der ist auch gera geschäftlich hier. Nr. erscheint Berlin Poftabo He ift vielf redtigte zur Ab preuß Beriu ift in halten, inmitter fehen w Et handelt, Di in w Migb bie ha Derwe Di frage ihr, bie häu 938 Schule Auch mögen, und un bat, b Stub tüzu baran, bei ben ber Ha D fucht um allſettigen Beitritt. Der ftatifitliche Quartalsbeitrag Central- Kranken- und Sterbeke für Fachvereine c. beträgt 3 Mart. Anfertigung von Schrift stücken, Lieferung von Vereinsadressen. Auskunft in As beitsangelegenheiten gegen 1 Mt. in Briefmarken, für abonniite Vereine gratis. Bezirksverein ,, Süd- Ost" ( früher Bezirksverein Laufiger Blag".) Mittwoch, den 6. d. Mts., Abends 8% Uhr: Der Tischler... Dertliche Verwaltung Berlin C.( Hallesches Mitglieder- Bersammlung Mittwow, 6. Vcai, Abends 8 Uhr, Teltowerstr. 3 b. Rotha 2.- D.: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Stichwab Generalversammlung. 3. Verschiedenes.- Um ablrei Besuch bittet Der Bevollmächtigte G. Erte General- Versammlung Louisenflädt. Bezirksv.„ Vorwärts in der ,, Urania", Wrangelstr. 9 u. 10. Tages Ordnung: 969 1) Vortrag des Stadtv. Fris Goerdi. 2. Tiskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen.- Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Butritt. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Ver sammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Verein z. Wahrung d. Interessen der Berliner Maurer. 984 Grosser Sommernachtsball Sonnabend, den 9. Mai cr., Abends 7%, Uhr, in der Philharmonie, Bernburgerstr. 22a. Billets find zu haben bei den Herren A. Jänide, Schilling ftraße 37; Scheel, Templinerftr. 5; Redanz, Oppelnerstr. 42; Kurz, Kurfürstenstr. 9; Jänide, Schwerinstr. 25. Säfte willkommen. Das Vergnügungscomité. Mitglieder- Versammlung Gine Blätterin für einige Tage in der Woche wird verdes Vereins zur Wahrung der Interessen langt Stralauer Plaz 17 vorn 3 Tr. links. 1 Schuhmacher Geselle verl. 3offenerstr. 37, Laden. Bekanntmachung. 982 958 Nach§ 46 des Statuts der Drtstrankenkasse der Möbel politer soll die Generalversammlung genannter Raffe aus Ver tretern der Raffenmitglieder und Arbeitgeber bestehen, welche auf zwei Jahre gewählt werden. Von den Kaffenmitgliedern find 50, von den Arbeitgebern 23 Vertreter zu wählen. Zur Vollziehung dieser Wahlen habe ich einen Termin auf Mittwoch, den 13. Mai d. 3s., Abends 7 Uhr, im Bürgerfaale des Berliner Rathhauses angefeßt, zu welchem alle großjährigen Raffenmitglieder und Diejenigen Arbeitgeber, welche für Kaffenmitglieder Beiträge aus eigenen Mitteln zahlen, hiermit eingeladen werden. der Berliner Maurer Dienstag, den 5. d. Mts., Abends 8 Uhr, im VereinsLotal Inselstraße 10. Vortrag des Kollegen Herrn Edstein über: Zwed und Ziel der Fachvereine".- Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Protokolle vom diesjährigen Maurer Kongreß werden in der Bersammlung gratis ausgegeben. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 808 Der Vorstand. Vereinigung deutscher Metallarbeiter ( Mitgliedschaft Berlin I.) Dienstag, 5. Mai, Abends 8 Uhr, im Wedding- Park, Müllerstraße 178: Die Kaffenmitglieder haben sich durch ihr Kaffenquittungs- Mitglieder Versammlung. buch zu legitimiren. Berlin, im Mai 1885. Der Magistrats Kommissarius. Rechhann, Stadtrath. 983 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. phil. A. Lange. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Der Bevollmächtigte. Mittwoch, den 6. Mai 1885, Abends 8 Uhr, in Konrath's Salon, Wafferthorstraße 68 Außerordentliche General- Versammlung. D 978 T.: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vortrag des be Stadtverordneten. 3. Diskussion. 4. Ergänzungswahl Borstandes. 5. Verschiedenes. 6. Fragetaften. Vereinigung deutscher Metallarbeit ( Mitgliedschaft Süden) Dienstag, 5. Mai, Abends 8 Uhr: in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/7 Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 961 Nordi hat, in genüber machen häuslic und w anerta fchließl Beit Anspru Sache Reigen Pagbrud 27] Finfter nicht Deiner zu ſchi Derzeit falls hätte eben Beit Befit Deine burch wie b Gege weit, 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn über die Leichenverbrennun 2. Wahl eines Beitragsammlers, sowie dreier Stellvertret 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten.- Gäste haben Butritt. it Die Nr. 16 der humoristischen Blätter Der Vorftand 944 Der wahre Jacob" erichienen und in der Exped. d.„ Berl. Voltsbl." u baba 1 Schlafft. f. Schuhm. z. arb. Adalbertstr. 47 of 1. Mesn Wegen Liquidation einer Damen Mäntel- Fabrit find mir zum schleunigen Ausverkauf Alk 500 St. Pellerinen u Paletots 7M 300 St. Dollmans n. Manteletts 10 M au staunenswerth billig taritten Preisen übergeben worden. Verkaufszeit täglich 9 bis 7 Uhr. Rosenthalerstraße Nr. 58 parterre. Berantwortlicher Rebafteur R. Gronbeim in Berlin. Drud und Berlag Don Mar Babing in Berlin SW. Beuthstraße 2. Frau fprad lichen folche auf was But ober aber Faft,