401 566 66 39 302 10 1 84 355 177 38 469 55 75( 300) 86 21 927 661 09 500( 500 78 250( 300 00) 538 950 58 695 67 7 Str. 110. Mittwoch, 13. Mai 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. 145 586 48 1718 99 667 830 11 II. pety, welde Don Son en am 24. D vei Tage, gegen ben Durch die Lo Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" " Abonnementspreis für Diefelbe heint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. ten veränd Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Em 3. undoftabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. E im Krefe ber boben Don Sinten Inftigerem eit hab Del gema geltudfad Der Sad etwas an verfi derbaren ge lang bal en fagen ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Redaktion: Beuthstraße 2. Versteigerung von Kindern an den Mindeftfordernden. Seeganmilie einer Gemeinde als Armenlaft anheimfällt, so kommt Wenn irgend eine im sozialen Rampfe verunglückte Fa es häufig genug vor, daß die unmündigen und ver mabrloften Rinder von der Gemeinde an den Mindestfor bernden in Roft und Pflege gegeben werben. ger Rele tion. Rommi er Migft Mittheil eerfte F light im petuniären Interesse der Gemeinde, aber sicherlich Es liegt nun auf der Hand, daß dies Verfahren viel night im Intereffe des verdingten Kindes ist. 2.Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Bimmerstraße 44. 3 Kindern. Die Mutter weint, fleht, protestirt in einem fort. Aber balb find bie armen Kleinen alle untergebracht". Ein Mädchen von acht Jahren für 31 Franks, ein anderes von sechs Jahren für 40 Frts., ein brittes, faum 2 Jahre alt, für 70 Frks." Daß diese also versteigerten Kinder weder gute Pflege noch gute Behandlung erhalten werden, kann man sich wohl beaten. Doch dasselbe Schicksal haben wohl alle von den Gemeinden in Pflege gegebenen Kinder, innerhalb und außerhalb der Schweiz. Man wird einwenden, daß die Gemeindebehörden die Und dasselbe geschieht mit dem achtjährigen Mädchen, welches gleichfalls schon in's Arbeitsjoch gespannt wird, benn mit 31 Frants jährlich kann kein Kind in solchem Alter gekleidet und ernährt werden. So werden früh die Blüthen geknickt, bie sonst zu großen Hoffnungen berechtigen tönnten. Doch nicht die Pflegeleute selbst tragen die Hauptschuld. Nein, die Gemeinden, welche solche arme, verlassene Kinder an den Mindestfordernden verdingen, anstatt fie für einen anständigen Preis einer anständigen Familie zu übergeben.Hier ist noch ein Stüd Barbarei in den zivilifirten die Gemeinde für die Pflege eines Kindes zahlt," besto lechter ist dieselbe und befto weniger gut ist meistens auch Pflicht hätten, über diese versteigerten Kinder zu wachen, Ländern vorhanden, das denselben Schande bereitet und he Behandlung des Kindes. Dab Solche Kinder müssen ein tiefes Bedauern erweden. wenn man auch den Eltern oft genug Schuld an der Vereingebrochenen Ralamität geben muß, so tragen aber Seitig verbie größere Schuld unsere wirthschaftlichen Zustände jest ni ezablen. und Wei Kündigung en giebt Fabrit ind leider Berfamml malige Su hnen welche Arbeitslosigkeit, Krankheit und somit Noth und daß eine Unterlassungsfünde in diefer Richtung hin straf würdig sei vor Gott und den Menschen". Wir sind das mit einverstanden. Aber weiß man denn nicht, daß solche Ueberwachungen meist nur auf dem Papier stehen? Daß die schlechte Verpflegung und Behandlung meist nur dann an die Deffentlichkeit tommt, wenn mildherzige oder gehässige, Glend in die arme Familie hineingetragen haben. Solchen vielleicht auch neidische Nachbarn die Pflegeleute denunziren? Slagen tönnen nur wenig besonders feste Naturen wibers Reben. 00 Wenn nun, wie dies zumeist geschieht, folche Verfteige hen, fo erregen dieselben wenigstens tein öffentliches Angerniß, wenn auch die Wirkung dieselbe bleibt. Berden diese Bersteigerungen öffentlich abgehalten und In der Schweiz aber, besonders im Kanton Bern ane Rinder wie auf einer Auktion die Möbel natürlich t. Jedes zin garn, Stil Wienes Sen Quittun ecte, aten an Bell, Im Holfteinischen belegt man die Frauen, welche ge schäftsmäßig Pflegekinder übernehmen, mit dem sehr bezeich Namen: Engelmacherinnen". Das heißt, diese Leute geben sich alle Mühe, die Kleinen recht rasch in den Himmel unter die Engel" zu verseßen. Noch vor ganz kurzer Zeit wurde, wie wir unsern Lesern schon mitgetheilt haben, eine Frau, die ihr brei monatliches Kind unmenschlich gemißhandelt hatte, in der Provinz Sachsen zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. nicht an den Höchstbietenden, sondern an den Mindeftfor- Für das arme Wesen zahlte die Gemeinde jährlich 36 Mart und Nachbarfrauen haben denunzirt, da jebe Ron. dernden losgeschlagen. So tam bort noch vor einigen Tagen eine solche Ver Borfall wird von schweizerischen Zeitungen folgendermaßen würden, weil sie sich um das Kind nicht bekümmern? teigerung vor, die einigermaßen Aufsehen machte. Der bracht, daß auch die Gemeindebeamten ernsthaft bestraft mält: " Die aame Mutter, Wittwe eines Arbeis rers in ber Gasfabrik Biel. wohnte dem Alte in unbeschreiblicher Aufregung bei und hörte nicht auf den Ausrufer zu unterbrechen. Ein Knabe von 10 Jahren, mit welchem Preis nimmt Jemand diefen Knaben bis Zum Ende bes Jahres?" 40 Fres.! 35, 30 Frcs.? 28 Frcs.!.... Bugeschlagen für 28 Frcs. Die Mutter protestirt; fit will bas Rind behalten um 20 Frcs. ohne Ent fäbigung, fie verlangt nichts, wenn man ihr nur die Kinder läßt, morgen schon will sie den Ort verlaffen, um der Gemeinde nicht mehr zur Laft zu fallen. Man befiehlt ihr, zu chweigen, denn sie habe nicht das Recht, Angebote zu machen. Der Handel geht weiter mit den übrigen About verboten.] 33 831 Feuilleton. 3m Edfenster. Roman von Friedrich Gerstäder. Doch was uns an der Schweizer Bersteigerung am meisten aufgefallen ist, das ist die große Verschiedenheit des Preises, ber für die einzelnen Rinder verlangt wird. Für den zehnjährigen Knaben nur 28 Franks, für das acht jährige Mädchen nur 31 Frants, für das sechsjährige 40 und für das zweijährige Rind aber 70 Frants! er Weshalb diese Verschiedenheit? Der Knabe braucht doch unzweifelhaft viel mehr Nahrung und Kleidung, als das fleine Kind, wenn auch weniger Pflege. Und dennoch wird für den zehnjährigen Knaben viel weniger verlangt foll die Roft und Kleidung a barbeiten, er foll noch mehr arbeiten, er foll noch für die Pflegefrau Pflege mutter solche Person zu nennen, if profan burch feiner Händchen Arbeit verbienen. Spiel und Freude werden ihm nicht vergönnt, ihm wird seine Jugend geraubt! Tante uns Alle überleben könne, so fräftig und gefund sah sie immer aus- und nun auf einmal ist sie ausge gangen wie ein Licht! Es ist doch schrecklich, wie rasch man eigentlich sterben kann." Na, Gott habe sie felig," sagte die Mutter mit einem Seufzer; gegen mich hat fie fich eigentlich nie be harrte bie Frau Dberstlieutenant, und besser ist besser; vollem Herzen, ich trage ihr keinen Groll nach Du mußt ja boch auch hinüber, das ist Deine Pflicht und Schuldigteit als Bruder und Vater Deiner Kinder." Man tann feinem Menschen ins Herz sehen," be sonders freundlich gezeigt, aber ich vergebe es ihr aus mir Soch fel an und bas soll man auch nicht über das Grab hinaus, das wäre unchristlich. Und nun gute Nacht, Rinder, Aber, liebes Herz, ich gehe ja auch, aber ich muß legt Euch nur gleich wieder schlafen und was ich noch fagen wollte, Hetty, morgen früh müßt Ihr gleich ausgehen, um Eure Trauerkleider herzurichten, und nur ziehen! bie ver damm ten Stie Ich wollte, daß den Schuster der Teufel Kranke ette er mit feuerrothem Ropf hinzu, das ist ja vergeßt dann auch nicht, etwas schwarz berändertes Ba ebesmal eine Thierquälerei! Wo ist denn mein Taschen- pier, ebensolche Ruverts und schwarzen Siegellad mitzu tigt. ING en de abake bate uch alle feine verschiedenen Sachen zusammenfuchte und zum bringen." Der Kleine Mann brauchte eine ziemliche Beit, bis er Beggehen gerüftet war, und Henriette und Flora beftürm fleinen Hüten, die nach hinten ein wenig aufgebogen find Nein, Mama, gewiß nicht," sagte Flora; aber weißt Du, Mama, dann kaufen wir uns auch gleich zwei von den en indeffen draußen auf dem Vorfaal noch die alte Resy it Fragen nach tausend Kleinigkeiten und Einzelheiten, die finde ich zu reizend..." Nun, Rinder," sagte die Mutter, das könnt Ihr ja Die Fie wiffen mußten. Sie ruhten auch in der That nicht machen, wie Ihr wollt, aber jegt geht zu Bett, es wird her, bis fie Alles heraus hatten, was die Resy selber spät. Morgen besprechen wir das Alles mit einander, nen fagen fonnte, und baten auch dann noch den Vater, und vielleicht gehe ich mit Euch und helfe Euch einaß er ihnen doch ja gleich morgen früh fo früh, als Nachricht sagen lasse oder am besten um Frühstüd selber herüberkomme. kaufen. 11 " Gute Nacht, Mama, schlaf recht wohl!" Gute Nacht, Kinder, ist auch die Vorsaalthür zus Der Oberstlieutenant ging; er mußte allerdings noch geschlossen?" inmal umlebren, denn er hatte den Hausschlüssel und seine Brille vergeffen, aber endlich tamen sie hinaus, und Das ist ja doch ein recht trauriger Fall," sagte bie Frau Dberstlieutenant nach einer Weile, während sie aber bielt H Ja, Alles feft." " War denn die Hanna nicht auf?" " Ach, die riegelt fich ja immer gleich fest ein, wenn sie in der Nacht braußen etwas hört!" " bas Licht zum Schlafengehen schon wieder in der Hand die kann man sich verlassen" Lob der Tante noch nicht gefallen- ,,, ein recht trauriger eine Thräne war in der ganzen Familie über den Flora fah etwas überrascht zur Mutter auf. Eine recht hübsche Eigenschaft," nickte die Mutter, auf und ging dann wieder in ihr Schlafzimmer, während die jungen Damen ihr eigenes Gemach aufsuchten, aber wahrlich noch nicht an Schlafen bachten. Wie hätten sie auch jest, in all der Aufregung, mit all' den neuen Plänen, die ihre Herzen erfüllten, nur Mama, wie wir neulich noch davon sprachen, daß die " Und so schnell," sette Henriette hinzu. Weißt Du, einschlafen fönnen! " Du, Hetty," sagte Flora, wie sie kaum das Licht baldmöglichst ausgerottet werden muß. Verwaltung und Gesetzgebung, welche sich nur nach einer diesen Gegenstand speziell betreffenden Richtung bewegen, fönnen natürlich allein nicht helfen. Die Haupthilfe kommt durch Befferung der wirthschaftlichen Lage der Masse des Volkes und diese Besserung thut der Schweiz, aber vor allem auch unferem Vaterlande Noth. Die Politische Uebersicht. Reichstags war unstreitig sie am vergangenen Sonnabend. Es handelte fich um neu zu schaffende gesetzliche Bestimmungen über die Sonntagsarbeit. Der Reichstag hatte seiner Beit eine Kommission zu dem Bwed gewählt, zeitgemäße Abänderungen in Vorschlag zu bringen. Nach 19 langen Sigungen war die Kommiffion fich dahin einig geworden, einen neuen§ 105a für Gewerbeordnung vorzuschlagen, der im Grunde genommen recht dehnbar ist unb nur verlangt, daß die Sonntagsarbeit verboten sein soll soweit der Bundesrath fte nicht mit Rück ficht auf die Bedürfnisse des praktischen Lebens erlaubt.- Dem nationalliberalen Abg. Dr. Buhl war dieser Kommissionsantrag aber noch zu weitgehend er verlangte eine Enquete, um festzustellen, ob und in welchem Umfange die Beschäftigung von Arbeitern an Sonn- und Festtagen in gewerblichen und Handelsbetrieben verboten werden fönne."- Ueber die geschrieben und gesprochen worden, daß es vollständig überNothwendigkeit der Sonntagsruhe ift bereits soviel flüssig erscheint, auch nur noch ein Wort darüber zu verlieren. Den Angelpunkt jedweder Diskussion bildete immer die Frage, ob eine gefeßliche Regelung nothwendig set. Während von Seiten der Arbeiter stets mit Nachdruck betont wurde, das nur durch die Gesetzgebung auf diesem Gebiete etwas er reicht werten tönne, befleißigten sich die Anhänger des Manchefterthums, bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß der Rader von Staat schon heute der Freiheit" Feffeln genug an gelegt habe und daß es daher für die Arbeiter höchst nach bellig fein würde, wenn der Polizei noch die Kontrole der Sonntagsruhe anheimfalle. In dieser Tonart pfiffen die Führer des Manchesterthums vor und der Chor ihrer Anhänger beeilte sich, die Weise mit großer Virtuofität in allen mög ausgelöscht hatten- und ihre beiden Betten standen fich in dem engen Rämmerchen gerade gegenüber weißt Du, so einen schwarzen Rohlenschmuck müssen wir jetzt haben, man muß doch etwas an Schmud tragen!" Wir haben ja schon die schwarzen Rorallen," sagte Jettchen, bie sehen noch ganz gut aus." Dh, bie sind mir schon zur Last," meinte die jüngere Schwefter, und keiner von unseren Ohrringen oder Armbändern paffen auch dazu! wenn es nur erst morgen wäre- ich freue mich auf das Einkaufen!" " Was nehmen wir denn am besten?" fragte Henriette nach einer kleinen Bause, in der Beide eifrig nachgedacht. „ Schwarze Straußfedern doch wahrscheinlich auf die Hüte schwarze Blumen gefallen mir gar nicht." " Ach, ich weiß nicht!" meinte Flora. Louise von Hebern trug neulich doch auch Trauer, und die hatte wirklich prachtvolle Blumen von Sammet und kleinen schwarzen Berlen und Schmelz auf ihrem Hute- es fah zu reizend aus!" Man hat jezt auch schwarz gefärbte Reiherfedern, die fich recht gut machen. Nun, wir lassen uns von Allem einmal etwas nach Hause schiden und sehen bann, was uns am besten gefällt." Der arme Papa muß jeht die ganze Nacht bei der Leiche fißen," sagte Flora nach einer Weile- huh, mich graust's, wenn ich nur daran benke!" Der Doktor Potter ist ja bei ihm, der leistet ihm gewiß Gesellschaft." " 1 Und wann erfahren wir nun, wie es mit dem Testas ment steht?" fragte Flora. Eigentlich sollte Einem das doch gleich gesagt werden." " Ach, das werden wir vielleicht schon morgen früh hören!" meinte die Schwester." Papa ist ja drüben und sieht das gewiß gleich nach hat?" Flora, ich bin so neugierig..." Aber, wenn fie nun gar kein Testament gemacht -W Dh, gewiß erzählte es nicht der Vater? Aber das wäre einerlei, wir sind ja doch die nächsten Ver wandten?" Wenn nun aber die Mäusebrods" tämen?" lichen Variationen nachzuflöten.- Die Haltung dieser Herren ist ja allbekannt, fte tann Niemanden über Taschen. Weniger bekannt war bisher die Stellung der Regierung zu dieser Frage. Die Opposition der Regierungstommiffare in den Kommissions fißungen ließ zwar tief bliden, geftattete jedoch noch immer fein endgiltiges Urtheil. In der hreaten Sigung hat nun der Reichstanzler in eingehender Weise seine Anfichten über die Sonntagsruhe ausgesprochen und man muß gestehen, daß die Gründe, welche ihn ver anlaßten fich gegen die gesegliche Regelung der Sonntagsrube zu erklären, immerhin etwas überraschend waren. Sicher batte Niemand vermuthet, daß der Reichstanzler gegen die gefeßliche Sonntagsruhe fast genau dieselben Argumente vorbringen mürbe, welche man sonst nur von der liberal- freifinnigen oder manchesterlichen Richtung zu hören gewohnt war. Der Reichs fangler wies darauf hin, daß in gewissem Grade die Sitte zur Lösung dieser Frage berufen sei. Einer ähnlichen Anschauung huldigen auch die Gegner jeder staatlichen Intervention in Berschlechterung des Bieres wurde mit 206 Stim men angenommen. Wie nunmehr feststeht, wird der Reichstag nun doch erst am nächsten Sonnabend geschloffen werden. " lene Freiheits folution mut Antragsteller von ihrem Antrag irgend einen Erfolg erwarten. Denn es läßt sich mit Sicherheit voraussehen, daß dem Her einnigen, w Ferry kein Leid geschehen wird. sung zu ersc Abgeordnete für die melt auf t teins 3 Mt. Großbritannien. Die Meldung, daß die Regierung in Kurzem eine Maß, großer G regel aur lokalen Selbstregierung für Irland einbringen werde, welche das vizekönigliche Amt abschafft, erregt- wie ein Dubliner Korrespondent schreibt- große Aufmerksamkeit unter dem irischen Volte. In Freemans Journal" heißt es, daß das Kabinet einen Koup im Sinne habe, falls to die eignisse für dessen Ausführung günstig gestalten sollten. Die Camphauf Frish Times weist darauf hin, daß sowohl Mr. Gladstone, wie Sir Charles Dilte in früheren Beiten der Seffion ange fündigt haben, daß die Regierung eine Maßregel für die lokale Aus den Regierung von Jrland in Vorbereitung habe. Es würde ein Jahre 1888 schlaues politisches Manöver sein, am Borabend einer allge tellung bat meinen Reuwahl mit einem solchen Plane hervorzutreten, ihr fian das trische Votum zu beschwichtigen, welches in parlamentarischer foeben eine 10 Stärke verdoppelt und verdreifacht erscheinen würde. Der. Derfelbe Dublin Expreß" meint, daß Alles auf die Existenz eines heim folgende lichen Abkommens zwischen Mr. Barnell und der Regierung er weitaus hindeute, und das Blatt fieht nicht die geringste Uner fte b wahrscheinlichkeit in der gerüchtweise laut gewordenen Ma regel. Der von der sozialdemokratischen Fraktion im Neichstage geftelte Antrag auf Vermehrung der Reichstagswahltreise wird in der Magd. Beit." näher erörtert. Dieselbe schreibt: Der Antrag hat eine doppelte Bedeutung. Es handelt sich dabei um die Frage, ob behufs Beseitigung der in Folge der steigenden Bevölkerung berbeigeführten Un gleichheiten entweder eine Erhöhung der Bahl der Reichstags. mitglieder, oder eine Neuvertheilung der Mitglieder nach Maßmitglieder, oder eine Neuvertheilung der Mitglieder nach Maß gabe einer größeren Durchschnittszahl, als die gegenwärtige von 100 009 Seelen der Bevölkerung eines Bundesstaates ge boten erscheine. Der Antrag der Sozialdemokraten ist also eigentlich bestimmt. zwei Vorschriften des Wahlgesetzes vom 31. Mat 1869 zur Ausführung zu bringen, nämlich die Beftimmung im§ 5, wonach eine Bermehrung der Bahl der Ab ftimmung im§ 5, wonach eine Vermehrung der Zahl der Ab. staates, resp. für den Ueberschuß von mindestens 50 000 je ein Abgeordneter) in Folge Der fteigenden Bevölkerung Durch Das Geset bestimmt wird, sowie die Vorschrift im§ 6 a. a. D., wonach ein Bundes geses die Abgrenzung der Wahlkreise bestimmt, während jezt gesetz die Abgrenzung der Wahlkreise bestimmt, während jegt noch immer die durch die Regierungen der Einzelstaaten auf dem Verwaltungswege gebildeten Wahlkreise bestehen und auf gefeßlichem Wege bisher nur einige wenige Wahlkreise anders abgegrenzt wurden. Beide Vorschriften waren in dem Entwurf zum Wahlgefeße von 1869 nicht enthalten, sondern es sollten Die gedachten Angelegenheiten in das Gebiet der Administration fallen. Beide Vorschriften und diejenige im 1. Absatz des § 5 a. a. D., wonach die Zahl der Bevölkerung zur Zeit des verfaffunggebenden Reichstags zu Grunde gelegt werden soll, find auf Antrag liberaler Mitglieder des Reichstags in das Gefes hineingebracht worden. Bei der großen Veränderung, welche inzwischen die Bevölkerungszahl im Ganzen und in den Einzelbezirken erlitten hat, ist jetzt die Frage, ob eine Vermehrung der Abgeordneten und eine andere Ein. theilung der Wahlbezirle vorzunehmen sei, unzweifelhaft be. rechtigt. Bur Zeit dürfte jedoch die Reichsregierung fich um Bezug auf Die wirthschaftlichen Berhältniffe; vor Kurzem hat sogar der bekannte Dr. Hirsch in einer Versammlung seiner Getreuen den Be schluß faffen laffen, daß der Marimalarbeitstag nur durch die Sitte zu erringen sei. Darüber kann doch indeß kein Bweifel obwalten, daß geseggeberische Fragen nicht durch die Sitte gelöst werden können; wohl aber wird es burch die Ge feggebung Sitte werden, den Arbeitern die absolut nothwendige Sonntagsruhe zu sichern. Daß nur ein Theil der gesammten Arbeiter permanent zur Sonntagsarbeit gezwungen ist, ist ja sehr richtig, es handelt sich aber doch nicht lediglich um diese veri ältnismäßig geringe Anzahl; Thatsache ist, daß die ge sammten Arbeiter einer Branche zu Beiten des Sonntags ar beiten müssen. Mithin arbeitet also nicht nur ein fleiner Bruchtheil, sondern bald diese, bald jene Branche oder Gruppe, je nachdem die ungeregelten wirthschaftlichen Verhältnisse dies anscheinend erhetschen. Die Frage der Sonntagsrube berührt also die gesammten Ar. beiter. Für die Arbeiter, deren Beschäftigung die Sonntagstube nicht zuläßt, würde sich mit Leichtigkeit eine gefegliche Bestimmung schaffen laffen, die ihnen einen freien Tag in der Woche fichert. orderung und befleiß gege efer Richtung Die Regierung hat im Unterhause mittheilen laffen daß der Vormarsch auf Rhartum aufgegeben worden sei. Sumentlich für tin soll auf die Dauer durch englische Truppen besetzt werden, denen d Das wäre also das Ende des egyptischen Feldzugesten nur ein erften fällt, Die durch die internationale Rommiffion festgefeßten Gutten nur et schädigungen für die durch das Bombardement obliche Bebe Alexandrien Betroffenen werden nicht vor Ende Juni gejalen Gewerbe Amerika. werden. Ueber das am 3. d. stattgehabte Treffen zwischen liegt ein aus Winnipeg vom 6. bd. Datirter umständlicher Be it heilfame 2 bia Berhältn Berbe- Ausstellu ir Die betbeili Bewerbetreiben lanadischen Regierungstruppen und Indianern bei Battleflaben, davon richt vor, wonach dasselbe nicht so günstig für die Trupp richtigen Beg Indianer wurden von Boundmaler, einem der raftlose ellung wird ausgefallen ist, als die offiziösen Berichte darstellten. gebracht wurder Wenn übrigens die Theorie richtig wäre, so weniger veranlaßt sehen, der Frage näher zu treten, als auf Häuptlinge im Nordwesten, befehligt. Er war der Urheböherem Maße Daß die Arbeiter bei recht langer Arbeitszeit, resp. mit zu Hilfe. nahme des Sonntags recht viel Lohn erzielen tönnen, so müßten ja diejenigen, welche täglich 15-16 Stunden und noch Sonntags thätig find, glänzend daftehen, gegenüber ihren Kollegen, welche nur 10 oder 9 Stunden arbeiten. Aber gerade das Gegentheil ist der Fall; die radten Thatsachen sprechen deutlicher als wie Die glänzendfte Theorie. Die Thatsachen liefern den unumstößlichen Beweis, daß durch die überlange Arbeitszeit und Sonn tagsarbeit das Heer der Arbeitslosen immer größer wird. Je größer aber die Arbeitslosigkeit, um so größer auch das Angebot und um so niedriger der Lohn. Diese Logit ift so einfach und so zutreffend, daß alle Reden und Argumente, welche gegen fte in Anwendung gebracht werden, vollständig thren Bwed verfehlen. Und so lange Arbeitskräfte in Hülle und Fülle vorhanden find, schrumpft die Bedeutung der viel gerühmten Freizügigkeit auf ein fleines, sehr tieines Minimum zufammen. Sicher werden sich die Arbeiter dem Drud, oder der Anforderung, Sonntags zu arbeiten, um so weniger entziehen tönnen, je mehr die large Arbeitszeit und bi: Sonntagsarbeit die Arbeitslosigkeit vergrößern. - vom nicht zu rechnen ist.(!) In der Reichstagsfizung vom 11. Januar 1882 wurde ein Antrag des Abgeordneten Ritting hausen auf Vermehrung der Mitglieder des Reichstages gegen etwa 20 Stimmen der Sozialdemokraten, der Volkspartei und einiger Mitglieder der Fortschrittspartei abgelehnt, und in der Sigung der Petitionskommission des Reichstages 24. Januar D. J. wurde mit 11 gegen 6 Stimmen beschlossen, bei dem Plenum zu beantragen, über eine Petition um Er böhung der Bahl der Reichstagsabgeordneten Berlins von 6 auf 12 zur Tagesordnung überzugehen. Frankreich. Konflikt und hat der Regierung stets Verdruß und Verlege ach menschlich beiten bereitet. Vor der Ankunft der Kolonne des Obern. Auch die Der Abg. Laisant begründete gestern vor dem Vor prüfungsausschuß der Kammer seinen Antrag auf Antla. gung des Ministeriums Ferry und führte aus, daß Daffelbe erstens die Verfassung verlegt habe, nach welcher kein Krieg ohne ausdrückliche Befragung der Kammer unternommen werden dürfe; die Verfassung spreche allerdings dabei vom Ariegserklären", allein Kriegführen, ohne solchen erklärt su baben, solle offenbar nach dem Sinne der Verfassung erst recht untersagt sein, sonst würde ja der betreffende Artikel gar keinen Sinn haben. Zweitens habe Herr Ferry seine Pflicht verlegt, indem er den Kammern und dem Lande wichtige Depeschen aus Dftaften nur verspätet mitgetheilt habe. Drittens sei zu untersuchen, ob diese Burückhaltung der Nachrichten nicht auf persönlichen und sogar finanziellen Beweggründen beruhte. Biertens habe fich Ferry in die unmittelbare Leitung der mili tärischen Operationen eingemischt und dadurch den Erfolg der Unternehmung beeinträchtigt. Schließlich erklärte Laifant, er Die deutsche Industrie wird so wenig wie die deutschen Arbeiter irgend welchen Schaden durch das Verbot der Sonntags arbeit erleiden. Wohl aber werden Industrie und Arbeiter durch die Sonntagsarbeit schwer geschädigt, weil fle bazu mit beiträgt, den Arbeitslohn zu verringern und so den Arbeiter zwingt, seine Bedürfnisse einzuschränken. Ist aber der Arbeiter gezwungen, feine Bedürfnisse einzuschränken, so bat die Industrie geringeren Absatz für ihre Produkte und ist ge awungen, thre Thätigkeit auch einzuschränten. Konsequenz: Konsequenz: A better entlaffungen. Man laffe also doch endlich einmal davon ab, immer auf die Schädigung der Industrie und der Arbeiter durch Einführung solcher nothwendigen Reformen hinzuweisen. Nichts von alledem trifft zu. Dieser Schrei von der Schädi gung ber armen Arbeiter und der Industrie ist bereits sehr alt, fo alt, als wie die erfte Fabritgefeßgebung; er wird auch immer wiederlehren, sobald es gilt, die Gesezgebung zu Gunsten Der Arbeiter in Anspruch zu nehmen. Möge sich die Gesetz gebung auch heute noch der gefeßlichen Regelung verschließen, Diese Frage wird stets von Neuem an ihre Pforte klopfen und man wird schließlich öffnen müssen. Otters hatte Boundmater Battleford geplündert und niederge brannt und viele der Anftedler über die Klinge springen Laffe Der Rest fuchte eine Buflucht in den Baraden und leif And wir auszu förderndes Deutsche Geme mehrere Tage lang Widerstand ohne Lebensmittel und Wallpricht. D Viele waren dem Hungertode nabe. Als Oberft Otters 300 Mann nach einem ftebentägigen Marsche von Qu'Appe Den Komité: Gewerks bei Battleford anlangte, fand er, daß die Indianer die Barad ausgeschrie belagerten und die Belagerten auf dem Bunkte der Ueberga tentafe f zwischen 600 und 800 Mann zählte, anzugreifen age 44, und Dem Queens Own Schützung der waren. Er begann sofort Poundmater's Streitmacht, bi Sicheres. Truppen bestanden aus bataillone Don Toronto, berittener Polizei unte Doerft Herchmer, der Fußgarde von Ottawa und berittene Freiwilligen aus Battleford. Die Truppen begannen b Kampf mit einer Füstlade hinter Büschen und Bäumen, weld Berbeerungen unter den Indianern anrichtete. Wahrschein lich 50 Indianer fielen, ebe fte sich auf die Truppen stürzten Dann fand ein fchreckliches Handgemenge statt, in welchem Truppen fürchterlich litten. Oberst Dtters entrann mit genau Noth dem Tode. Sein Pferd wurde ihm unter dem Leibe schoffen und Kugeln durchbohrten seinen Hut. Der Buſammen ftoß begann um 5 Uhr Morgens und dauerte bis Mitta Die Truppen zogen fich falteßlich nach den Baraden zu Barnun ge AlterG Ben Anträger Berben. ben. Viell re Ausbt bu falt zu gen migung a on fich p gt nicht m rafoium dies Bichen Renntni b. Der laffend. Der Boden war mit Todten und Sterbenden beider über 30 Toote und Verwundete auf dem Kampfplage zurüd Als die Truppen retirirten, feuerten dahl Comit Seiten bedeckt. Cremer's Ma Immer finden wird. Die Indianer fochten mit Kaltblütigkeit un Der Ausschuß Bravour, aber fte waren dürftig bewaffnet. Viele ihrer Frau Geschichte betheiligten fich an dem Kampie. Der Zusammenstoß, ichlie Der Bericht, zeigt die kritische Lage der ganzen Expedition Des Herrenbat erwarte nicht, daß die gegenwärtige Kammer die Anklage Indianer auf dieselben und zogen sich hierauf nach ihrem Dauernder. D gegen Ferry und seine Mitschuldigen erheben werde; sein wenige Meilen entfernt gelegenen Reservat zurück, wo fie fallen zu laffe Antrag beswede nur, die Verjährung zu unterbrechen und die nächste Kammer in den Stand zu setzen, die wahren Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. hörte auch den zweiten Antragsteller, den bonapartistischen Abg. Delafoffe. Derselbe bemügte fich, mittels zahlreicher Belege aus den veröffentlichten diplomatischen Gelbbüchern nachzuweisen, daß Ferry die Kammer gefliffentlich getäuscht habe, indem er beharrlich verficherte, China werde nicht gegen Frants reich und zu Gunsten der Schwarzflaggen einschreiten, während alle diplomatischen Agenten in ihren Depeschen das Gegentheil berichtet hätten. Eine Verlegung der Verfaffung erblickt der Antragsteller außerdem darin, daß man nach dem Kampfe von Bac- Le ohne Kriegserklärung 200 Millionen verausgabte und 5000 Mann verlor, um einen minder vortheilhaften Frieden zu erlangen, als wenn man die Durchführung des Vertrages von Tienifin, zu dem fich China bereit erklärte, angenommen hätte. Der Ausschuß erhielt heute Mittheilung derjenigen Protokolle Der früheren Tontinausschüsse, die fich im Archiv der Kammer Amt aufbewahrt werden. Es ist kaum anzunehmen, daß die bestärkt die Furcht, daß die Indianer und Mischlinge fibie Eretu einem großen Angriffe vereinigen und die ganze Regierung Streitmacht vernichten dürften. Der Frühschoppen bei dem Reichsfanzler ist gestern ziemlich trift verlaufen, taum wurde die Politit" berührt, das merfte man auch an der Stimmung im Reichstage- Alles öde und langweilig fein einziger schneidiger Wiß, der doch sonst nach dem perlenden Berstensaft oder dem brausenden Champagner so wohlfeil ist. Die Bolltarifnovelle schleppte sich langsam durch die Räume und nur bei Gerste vielleicht doch in Folge des Frühschoppens wurde der Reichstag lebendiger. Et schwang fich sogar bier, wie bei der Roggen gollerhöhung am Tage vorber, zu einer namentlichen Abstim mung empor. Die Bollerhöhung auf Gerste und somit die Parlamentarisches. Brundbefizer Cffenbarungs Bericht I Berl geblieben dag er wäh Derrenhauses lofen wurd Dnetenhaus Jammengetrete aus Mitglie urch Berfond tonne. Am Die Kommission für die Entschädigung unschu Verurtheilter und Verhafteter tagte gestern schon Uhr Vormittags. Die Berathung tonnte erst um 310 beginnen, weil es sehr schwer hielt, die Kommiffton befchl fähig zu machen, da von den 4 deutsch freisinnigen Mitalieben Rüd nur einer erschienen war. Die Kommission beschloß in ficht auf die Geschäftslage des Reichstags eine Resolution einen Gefeßentwurf vorzulegen, worin für jede unschuldig befinden, aber noch nicht die Geheimakten", die im Auswärtigen faffen, dahin gehend, den Bundesrath aufzufordern, baldig " Ach was," sagte Henriette, der alte Mäusebrod ist 157 schon lange todt! Das Geld gehörte von Gott und Rechts wegen unserer Tante, und dann müssen sie es also auch an uns auszahlen." " Aber jegt wollen wir schlafen, Hetty." " Ja, fchlafen," sagte die Schwester, mir gehen so viele Gebanten im Ropfe herum... " immer Und mir wohl nicht? Aber versuchen können wir's gute Nacht, Hetty!" „ Gute Nacht, Florchen! Wenn Du morgen früher aufwachen solltest, so wed' mich nur gleich!" Jaaber Du mich auch!" In dem fleinen Gemache herrschte eine Weile tiefe Stille. Die alte Rathhaus- Uhr hob wieder aus- es war schon zwei Uhr Morgens. Nichts rührte sich weiter. Plöglich flüsterte Flora's Stimme; Hetiy, Hetty, schläfft Du schon?" " Rein, gewiß nicht was willst Du?" " Hetty," flüsterte das junge Mädchen, ich bin so ver= gnügt, daß ich aus dem Bette springen und tanzen möchte!" Aber, Flora!" fagte Henriette. Flora hüllte fich fichernd in ihre Bettdecke ein, und von nun ab wurde tein Wort weiter zwischen Beiden gewechselt. Der alte Claus. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forfeyung.) Ich war von Herzen froh, als der Unterförster eines Tages mit der Nachricht nach Hause kam, daß der Graf fich beffer befinde, und daß ich, ohne aufdringlich zu sein, hier im Schloffe Erkundigungen einziehen könnte, Nun find diese Erkundigungen leiber resultatlos gewesen, wie man Ihnen wohl auch gesagt hat." ,, Sehr begreiflich!" bemerkte Friz. " Ich könnte meine Freundschaft für ihn als Antwor Diese Antwort würde mir nicht genügen widerte Frit Dem Cause be Sie müssen übrigens wissen, Freun Strahlenau, daß ich nicht aus Neugierde frage, fonden fuches aus Theilnahme für ben, welchen welchen Sie Ich habe die Verpflichtung übernommen, gewiffe Gebein niffe zu bewahren, und wenn mir ihre Antworten nicht nügen würden, und nicht geeignet wären, die Bebenfen, ich habe, Ihnen Mittheilung zu machen von dem, was in den Be Found era Liebe. weiß, au beseitigen, so würde ich Ihnen feinen Aufenthal Melancholie überlaffen." " Da wird es Ihnen auch wohl begreiflich sein, daß nicht nennen, sondern würde Sie ohne Gewissensbiffe S ich darüber sehr verdrießlich bin. Wenn ich mich nicht in Gesellschaft so lieber Freunde befände, so würde ich melan cholisch am Feuer meines Bimmers figen und gewaltige Falten auf meiner Stirn ziehen." Herr von Schaller hatte, was das Wetter betraf, sehr richtig prophezeit. Der Wind war um den Norden berum gegangen, faft vollständig Dst geworden und versprach wenigstens ein paar gute Zage, da man natürlich im April auf teine lange Dauer solch günstiger Beit rechnen fonnte. Hans von Solberg traf denn auch alle seine Vorberei tungen zu der besprochenen Jagdpartie, was feine Kleidung wenigstens anging, denn von Schaller wollte ja für seine fonftigen Schießbedürfnisse sorgen, und ging dann nach dem Frühstück noch ein wenig in den Garten, wo er felber fein kleines Beet aus der Jugendzeit wieder in Be fchlag genommen und genau so wie früher darauf gepflanzt hatte. ( Fortsegung folgt.) Das heißt, Sie find verstimmt, mein lieber Strah lenau, bis auf's Aeußerste verstimmt?" Бел Dr Das Sobne. Ge unglüdliches hatte die F ihm Habicht hatte Fritz erst unt zugehört. Er hatte e reits auf der Bunge gehabt, zu verrathen, wo O'Brian finden sei. Noch rechtzeitig erinnerte er sich, daß Frit Freund eine erfaßt. Er feil ift; er Aung Am c man am gefunden. S fein. Er ve Schweigen auferlegt hatte.- Strahlenau machte ein fehr Mein Freund," sagte er, ich will Ihnen alle ernstes Geficht. De zufallen. Finde ich ihn nicht, so ist's für das nächste Jahr fagen, und dann urtheilen Sie selbst, ob es nicht bi Im Begriff, einer vollständigen Melancholie anheims mit meiner guten Laune vorbei, und dann falle ich Ihnen in die Hände und vertraue mich Ihrer Kur." D, es freut mich, lieber Strahlenau," antwortete Fris lächelnd, daß ich Ihre Melancholie sofort zu heilen im Stande bin.' " " Sie meinen durch Ihre liebenswürdige Gesellschaft." Das wäre keine gründliche Rur, sondern nur ein Linderungsmittel... Nein, ich meine voll ständige Heilung, und diese verschaffe ich Ihnen infofern, als ich Ihnen auf's Haar sagen tann, wo Sie Ihren Freund D'Brian finden." Pflicht eines Freundes ist, Alles felbft fein Leben baran zu feßen, den Freund aufzusuchen. . als ben Ma Strafe bes id begleite Rena galt." " Sabil Das i Ja w Baronet D'Brian ist kein Anderer als Felix Robenf die Ber burg!" " Ha!" rief Frig, so habe ich gedacht." gung, daß e It di Derbreitet, " Sie sind bereits auf diese Vermuthung gelommen! Ei! bann verstehen Sie natürlich mehr als Mixturen& verschreiben und in Unordnung gerathene Röpfe zurecht j rüden." ist, als Felix.. Ver Beliefert" nad Freili felbit für b bie Nachrich war jebenfa Mein Bier Ses in ,, Was hat Sie auf diese Vermuthung gebracht?" Vermuthung? Davon ist hier nicht die Nebe, for bern Gewißheit, volle Gewißheit, daß D'Brian tein Andere Er ist in dem Hause eines nahen " D gewiß! Doch erlauben Sie, daß ich erst noch wandten meiner Braut, der auch bald mein Verwandi das Medikament nicht her, als bis wir nach der Krant- welcher ihn von der Mutter in Pflege erhalten hatte, einige Vorfragen thue. Sie wissen, wir Aerzte reichen sein wird, erzogen worden, nachdem der Engländer Batt Das können Sie mir sagen?" heitsursache geforscht haben. Ich betrachte Sie nun als meinen Patienten und frage: Weshalb würde Ihr Mißerfolg Sie bis zur Melancholie verstimmen? Worin ist das Jadien gegangen ist. bel " Hier haben wir uns auch als Knaben tennen g lernt; fpäter, als sein Bater, Jhr Datel Rodenburg, große Intereffe begründet, das Sie an D'Brian nehmen?" 18wanges, der bis dahin auf ihn laftete, febig war Schlachtfeld tafche Rober , auch no batten, und bierbergefan Alles burchaus r ene Freiheitsentziehung Entschädigung gewährt wird. Diese Folg erwarten folution wurde einstimmig angenommen. Die Deutschaß dem Her ifinnigen, welche es nicht der Mühe werth hielten, in der sung zu erscheinen, sondern die Sigung schwänzten, waren m eine Maß, großer Eugen", was sagst Du dazu? Abgeordneten Träger, Meibauer und Bapellier Deinbringen erregt- wie ufmertiamfelt mal" heißt e Lokales. 8 ft die für die Hinterbliebenen der verunglückten Berglente ollten. Die Camphaufenschacht sind noch bei uns eingegangen: Ger. Gladstone, melt auf der Herrenpartie der Liedertafel des TischlerSeffton ange eins 3 Mt. 25 Bf. Insgesammt: 144 M. 45 f. Pf. für die lokale Aus den verschiedenen Interessententreifen für die Es würde ein Jahre 1888 au arrangirende deutich- nationale Gewerbe einer allge tellung hat sich nun eine Freie Vereinigung" gebildet, zutreten, um de ihr fändiges Bureau in" ber Brüderstraße Nr. 12 hat lamentarischer foeben einen allgemeinen Aufruf an die Industriellen er würde. Der Derselbe bittet um Beitritt und enthält unter anderen & eines heim folgende Bemerkungen: Der deutsche Gewerbeftand in eringfie erfie braucht. Wie dringend nöthig eine weitere und Sicherung des Exports für den deutschen Ge efer Richtung eine deutsch- nationale Gewerbe- Ausstellung, befleiß gegenwärtig iff und welch, günstige Wirkungen in ordenen May orderung bellen laffen Den fei. Sumentlich für die Mittel und Klein- Industrie und das Handefeßt werden, denen das vereinzelte Aufsuchen der Exportwege am Feldzuges. rilen fällt, haben muß, darüber berricht unter den Inter efesten Eten nur eine Stimme. Aber nicht weniger wichtig ist die dement vobliche Bedeutung der deutsch nationalen Ausstellung für Juni gejan Gewerbeflets, nicht weniger wichtig endlich ihre unzweifel it heilfame Wirkung auf die inländischen Produktions und bat Verhältniffe. Was die lokalen bezw. provinziellen Ges zwischen be zuhalten. Der Schuldner mußte jedoch hiervon Wind bekommen haben; denn er ließ sich nicht sehen. Der Vorfall selbst erregte a ber begreiflicherweise Aufsehen, weil der Gläubiger mit der Schuldurkunde in der Hand die ein, und auspafftrenden Mits glieder des Landtages von der Rechtmäßigkeit seiner Forderung in sehr lauter Weise zu überzeugen suchte und erft burch Bu reben bestimmt werden konnte, seine Rechte anderweitig nach zusuchen. Im Untersuchungsgefängniß zu Moabit fist seit drei Wochen der frühere Bantier, jezige Agent J. Der Verhaftete ist eine sehr bekannte Persönlichkeit, der erst vor etwa einem halben Jahre in einer wegen Betruges gegen ihn eingeleiteten Straffache freigesp: ochen und aus der Untersuchungshaft damals nur gegen Stellung einer Kaution von 15 000 M. entlaffen wurde. Bald nach seiner Freilaffung und späteren Freisprechung soll nun J. eine Anzahl Personen dadurch zur Hergabe von Darlehen bestimmt haben, daß er denselben vorredete, die für thn hinterlegte Raution sei sein Geld gewesen, welches er erft mit Genehmigung des Staatsanwalts von der Hinterlegungstaffe zurüderhalten tönne. In Wirklichkeit gehörten aber diese 15 000 M. dem Brunder des J., welcher auch später das Geld aurüderhielt. Während nun in Untersuchungshaft saß, zurüderhielt. Während nun in Untersuchungshaft faß, Hergabe eines Darlehns von 8000 M. Die von seinem Bruder eingezahlte Kaution von 15 000 M. notariell gedirt hatte. Um ganz ficher zu gehen, hatte der Bankier fich mit J. selbst nach daß das Geld in nächster Beit nach Erfüllung der nöthigen Formalitäten zurückgezahlt werden würde. Als der hintergangene Bantier einige Wochen später die notarielle Beffton bei der Hinterlegungstaffe präsentirte, wurde ihm mitgetheilt, daß das Geld bereits an den Bruder zurückgegeben fel. Der Verhaftete bestreitet dagegen die ihm zur Laft gelegten Be trügereien und behauptet, daß das von seinem Bruder hinterlegte Rautions Kapital von 15 000 m. ihm gehöre, und daß daffelbe nur für ihn von seinem Bruder aufbewahrt werde, bis er sich mit seinen Gläubigern geeinigt habe. Der Bruder hat diese ir die betbeiligten industriellen und Handwerkerkreise geleistet et Battlefoaben, davon tönnen hunderte von intelligenten, ftrebsamen Endlicher Bewerbetreibenden, welche durch diese Ausstellungen auf den Die Trupp titigen Weg und zu gesichertem, blühendem Gewerbebetriebe Behauptung bestritten. Hellten. Di a. Der Heringsschwindler, welcher an vertrauensselige verkauft, thatsächlich aber die Tonnen mit Seesala füllt, dar über 2 Schichten Heringe legt und so die Käufer, welche nur oberflächlich den Inhalt untersuchen, in den Firthum verseßt, raftlofeftellung wird diese segensreichen Wirkungen in noch weit handelsleute 4-5 Schod Heringe in Vierteltonnen für 9 Mt. der Urheberem Maße auf den ganzen deutschen Gewerbestand aus egenwärtige ben. Die Ausführung des Ausstellungsplanes darf sonach d Verlegen ach menschlichem Ermessen wohl als gesichert bezeichnet wer en. Auch die verbündeten Regierungen nd niedergend wir auszusprechen berechtigt. I t und leifi werden dem Unternehmen förderndes Wohlwollen bereitwillig zuwenden, sobald der Notiz über seinen Schwindel seine Festnahme gelungen war. Deutsche Gewerbeftand flar und unz ideutig seinen Willen und Wallpricht. Der Aufruf ist unterzeichnet von dem ausführen Otters Romité: Frig Kühnemann und B. W. Voigts. on Qu'Appe die Barade eitmacht, bit reifen Den Gewerks Aerzte. Wie uns mitgetheilt wird, find von er Uebergantentafe für die Wäsche Fabrikation awet bereits definitiv ausgeschriebenen sechs Gewerks: Arztstellen bei der Drtsbelegt. Gewählt find die Herren Dr. Felix Meyer, Friedrich age 44, und Dr. Cäsar Heimann, Blumeshof 1. Ueber die On Schiehung der anderen vier Stellen verlautet noch nichts Di unte ben lizet no berittene gannen umen, weld Wahrfchein pen ftürsten welchem mit genau Dem Leibe e Busammen bis Mitte bi Sideres. Warnung. Alljährlich müffen Bersonen, welche das zu daß die Tonne nur mit Heringen gefüut fet, ift gestern aur haft gebracht worden, nachdem in Folge unserer neulichen Eine Handelsfrau in der Lauftgerstraße bitte gleichfalls vor dem Schwindler Heringe getauft. Da fie aber bei der Ablieferung derselben sofort die Heringe sorgfältig nachzählte, so mißglüdte dem Schwindler bei ihr der Betrugsversuch. Diese Frau hat unsere Mittheilung über den Schwindel gelesen und als gestern der Schwindler zu ihr tam, um ihr von Neuem Heringe zum Kauf zu offertren, so ließ fie ihn sofort feft nehmen. Der Festgenommene, ein Stadtreifender Lehmann in der Höchfteftraße, hat nach den bisherigen Feststellungen in brei Fällen den erwähnten Schwindel erfolgreich verübt. Wahrscheinlich ist, daß er noch in vielen anderen bisher nicht zur Anzeige gelangten Fälle denselben Heringsschwindel ausge en Anträgen, die Hebammenkunft zu erlernen, zurückgewiesen führt hat. Betben. Vielfach versuchen dann die abschlägig Beschiedenen Ausbi bung auf einer außer preußischen Hebeammen Lehr falt zu gewinnen, in der Hoffnung, nachträglich die Ge gemilbert, und die beiden Söhne eilten auf den Hilferuf der Mutter herbei und stellten sich schüßend vor die Mutter. Hierbei erhielt der zweite Sohn vom Vater zwei Messerstiche am linken Oberarm und am Oberschenkel. Seine Verlegung ist eine sehr bedenkliche, und er wurde sofort nach dem Charité Krantenhause gebracht. Krankenhause gebracht. Im Anschluß hieran ist noch die heute erfolgte Berhaftung des 19 jährigen Arbeiter Sch. in der Arndtstraße zu erwähnen. Dieser hat seine Mutter, eine Wasch frau, welche ihre drei jüngeren Kinder durch Waschen schwer ernährt, durch Fauftschläge fortgesezt gemisband It, um von ihr Geld zu erpreffen. Sch. ist ein arbeitsscheuer Mensch, welcher seiner Mutter zur Laft liegt und sich von dieser durch ihre Arbeit mit erhalten läßt. a. Ein Omnibusfutscher der Linie Frankfurter Linden bis Potsdamerbrüde bemerkte am Sonntag Nachmittag in der Spandauerstraße unmittelbar vor den Pferden seines Wagens ein junges Mädchen im Alter von etwa 18 Jahren, welches den Straßendamm paffiren wollte. Er rief zwar dem Mädchen zu, daß es aus dem Wege gebe, aber daffelbe war vor Schred förmlich gelähmt und blieb regungslos stehen. Die Pferde, welche nicht mehr zu halten waren, riffen die Dame nieder, gingen über fte hinweg und sodann rollte auch der Dmnibus über ste bin. Wunderbarer Weise stand das Mädchen sofort vom Erdboden wieder auf, ohne die geringste Verlegung da von getragen zu haben, nur die Kleider waren zerrissen und total beschmust. Glücklicherweise war ihr Körper während Des Ueberfahrens nicht unter die Räder gekommen, vielmehr tam dieser durch den Stoß der Pferde mitten unter dem Wagen zwischen den Rädern zu liegen. a. Der wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafte Bäder B., welcher zulegt als Bauwächter bei der städtischen Kanalisation beschäftigt war, ist heut wegen eines ganz ge meinen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet worden. B. batte in feine Baubude ein 13jähriges Mädchen geleckt und baffelbe in der elendesten Weise zur Befriedigung seiner Gelüfte gemis braucht. N. Großes Aufsehen erregte eine im tiefften Negligé in der Bergstraße zu Rigdorf umberlaufende Persönlichkeit, ber eine große Kinderschaar folgte. Von einem Gendarm ftftirt und auf das nächste Polizei- Bureau geschafft, entpuppte fich die seltsame Erscheinung als ein in der Königgrägerstraße zu Berlin wohnender Schneidermeister, der dem Jrrfinn verfallen. Die Kleider des Unglücklichen fand man später auf der Rudower Wiese. N. Ein shredhafter Anblid ward gestern am frühen Morgen den Bewohnern der Biethenstraße in Nixdorf zu Theil. Aus Mitten auf dem Fahrdamm lag eine männliche Leiche. den vorhandenen Bapieren wurde auf dem Amtshause, wohin bie Leiche transportirt, festgestellt, daß es der Mechaniter Nu dolf Ralgmann Berlin, Louisen Ufer 12 set, der, wie die amt liche Untersuchung ergab, am Schlagfluß verschieden war. Nachdem im Louisenstädtischen Theater gestern die Proben begonnen haben, wird nunmehr definitio am Sonn abend, den 16. Mat, die Sommer- Oper mit Carl Maria von Weber's Freischüß" eröffnet werden. Für unsere Leser dürfte es wohl intereffant sein, zu hören, daß Herr Schoeneck, der Direktor und Dirigent des Opern Gastspiel Ensembles, einer der wenigen Schüler Richard Wagner's ist und zu den Lieb lingen des verstorbenen Meisters gehört haben soll. Im Belle Alliance Theater gebt morgen Kneisel's Luftspiel Die Tochter Belials" mit Fräulein v. Savary in der on fich prüfen zu laffen. Da eine derartige Genehmigung verhaftet worden. Im ersten Fall tam der Schuhmachergeselle doch gewöhnliche Wochentagspreise" angefeßt. An den beiden nicht mehr ertheilt wird, so bringt das Polizei raden zurbium dies behufs Warnung der Betheiligten zur öffent fplage zur enden beide wo fie fid chen Renntniß allen u laffen und mit seinem gesammten aitations Apparat a. Drei Schuhmacher find gestern wegen gefährlicher Körperverlegungen durch Mefferstiche in drei verschiedenenen, unter einander in gar keinem Busammenhang stehenden Fällen, K. in der Nacht vom 11. zum 12. d. Mts. nach Hause. K. wohnt bei seinem Meister in der Sandstr. 6 und begehrte in später Nacht, als der Meister und seine Familie bereits in tiefem Schlaf lagen, Einlaß. Da ihm die Thür erst nach einigen Minuten geöffnet wurde, so gerieth er deshalb mit seinem Meister in einen Streit, in dessen Verlauf K. ein b. Der Bruch des C. C. C.( conservativen Central feuerten Dahl- Gomitees) mit den Herren Stöder und Eremer ist ein nach ihr auernder. Das C. C. C. bat beschloffen, die Herren entgiltig Tischmeffer ergriff und dem Meister zwei Stiche ins Geficht icherlich fafreitonservative Lager überzugehen. Des schwarzen" Bremer's Mandat vor den Thoren Berlins dürfte also bald threr Frau Geschichte angehören. ütigkeit unb fto, fchlie pedition blinge fi Regierung Bunichu ichon um 3/410 Immer nobel! Ein Gläubiger batte gegen ein Mitglied bes Herrenhauses ein obfiegendes Erkenntniß erftritten, und als Die Eretution gegen den sehr verschuldeten aristokratischen Brundbefizer fruchtlos ausgefallen war, die Ableistung des Cffenbarungseides gefordert. In dem hierzu vor dem Amts Bericht I Berlin anberaumten Termine war der Beklagte aber dag er während der Landtags- Sefton an den Arbeiten des usgeblieben und hatte sein Ausbleiben damit entschuldigt, Qerrenhauses theilnehmen müffe und deshalb nicht erscheinen Conne. Am Sonnabend Nachmittag, als der Landtag ge bloffen wurde, und beide Häuser Jammengetreten waren, hatte ftoh der Gläubiger des Herren baud Mitgliedes in Begleitung eines Gerichtsvollziehers vor Dem Baufe der Abgeordneten eingefunden, um den Schuldner Berfonalhaft zur Ableistung des Offenbarungseides an flon beichl Mitgliede bloß in Rid Refolution Dern, balbig unfchuldig als Antwo mügen, en, Freun ge, fonden Sie fuche Herrenhaus urb Abgeau einer gemeinschaftlichen Schlußfißung zuin den Beiß feines Vermögens tam, nahm er ihn zu Fio unb Liebe. Das erzog ihn mit aller väterlichen Zärtlichkeit und ganze Herz des alten Herrn hing an diesem beibsachte. Ein anderer Schuhmachergefelle gerieth gleich falle in derselben Nacht mit seinem in der Noftigstraße wohnen den Meister bei seinem späten Nachhausekommen in Streit und er verwundete mit einem Schustermesser seinen Meister an der Hüfte. In einem dritten Fall gerieth der in der Bergmann ftraße wohnende Schuhmacher Sch., ein lüderlicher, arbeitsscheuer und dem Zunte ergebener Mensch, am 10. b. M mit feiner Frau und seinen beiden ältesten Söhnen in Streit, wo bei der Vater mit dem Schuhmacherhammer den ältesten Sohn auf den Kopf schlug und ihm den Klopfftein an den Kopf warf, so daß der Sohn von dem Stein an der Stirn ge ftreift wurde. Die Frau ließ ihren Mann zur Wache fiftiren, von wo er aber bald wieber entlassen wurde, nachdem er versprochen hatte, fich zu mäßigen. Am folgenden Tage machte er aber von Neuem Lärm, und er wollte die Betten fortnehmen, um fte zu verlaufen und den Erlös zu verpraffen. Die Frau widerfeste fich seinem elenden Vorbaben, und Sch. ergriff sein Schustermesser und versette seiner Frau einen Stich gegen den Unterleib mit der Drohung, thr den Unterleib auf fchligen zu wollen. Der Stich wurde jedoch durch die Kleider ber den Auftrag batte, fich nach Nobenburg zu erkundigen, die erwähnte Auskunft zu geben. Die Sache würde uner flärlich sein, wenn nicht ein Umstand fie äußerst einfach er scheinen ließe, ein Umstand, an den ich sofort dachte, als scheinen ließe, ein Umstand, an den ich sofort dachte, als ich davon hörte." Sobne. Seiner Neigung nach wurde Felix Soldat. Ein unglüdlides Rentontre mit einem Freunde, ein Streit, batte die Folge, daß bei einem thätlichen Angriff der finde." Siffe Gebei Freund eine Felsmand herabfiel. Felig wird von Schreden erfaßt. Er weiß, daß diese Wand sehr hoch und ziemlich Bail ift; er glaubt den Freund todt und ist in Berzweis gerathen." arten nicht Bebenten, Dem, was n Aufenthal nsbiffe Shr ibm Fung. man am Fuße des Felsens einen zerschmetterten Mann batte es be O'Brian aß Fris schte ein fehr Ihnen Mel es nicht bi ein Leben Det mo sgt Ich muß gestehen, daß ich hierfür keine Erklärung D boch! Bei einem Busammentreffen mit Nena Sabib's Mordgesindel ist Felix in deren Gefangenschaft " Es follte nun eine der dort üblichen blutigen Egetutionen ftattfinden; theils um fich das Eigenthum ber Gefangenen anzueignen, theils aber, um die Exekution berfelben zu einer Täuschung zu gebrauchen, wurden die " Am andern Morgen erhält er die Nachricht, daß Befunden. Natürlich muß der Herabgestürzte der Freund selbst drastischer zu machen, vielleicht auch, um die Kleidung als ben Marber an. Vor allen Dingen muß er sich der Gefangenen gang enikleidet." Strafe des Mörders entziehen. Er wendet sich an mich; id begleite ihn nach Indien, wo wir uns sechs Jahre mit Rena Sahib's Horden herumgeschlagen haben." galt." er für tobt Ja wohl; ein Zufall brachte seine hiesigen Berwandten Glücklicher Weise gelang es mir damals, einen Theil ber Gefangenen, und namentlich meinen Freund D'Brian burch eine wohlgelungene Ueberrumpelung des Lagers zu befreien." " Felix Roben die Bermuthung, oder vielmehr zu der festen Ueberzeus ganz vorzüglich ausgedachte Lift angewendet, uns in un B gelommen Mixturen fe zurecht bracht?" ie Rebe, fo tein Anderer Snahen Ver Verwandi länder Bat n hatte, nad tennen denburg, bel big war u derbreitet, und sind nicht auch durch ihn die Beweismittel Ist diese Nachricht nicht durch den Prediger Amberg Beliefert" Gleich darauf wären wir Beide den Feinden dennoch beinahe wieder in die Hände gefallen. Sie hatten eine serem Lager zu umgehen." Eine Anzahl der indischen Truppen hatte sich in die den Engländern genommenen Uniformen gesteckt und fich genähert. Unsere Vorposten laffen fie paffiren. Sie hatten einen Weg im Gebirge eingeschlagen, in welchem felbft für den Getäuschten, ja auch Derjenige, der Amberg " Freilich! In diesem Falle aber halte ich Amberg bie Nachricht brachte, daß der Sohn Rodenburg's tobt sei, umgehen, ohne daß wir auch nur eine Ahnung davon war jebenfalls getäuscht." Meine Schwefter erzählte mir, daß man einen Difi es ihnen leicht gewesen wäre, uns in dieser Verkleidung zu hatten, überhaupt in Gefahr zu sein. " Ein Bufall entdeckte diese List, und glücklicher Weise fonnten wir noch rechtzeitig den Feind hindern, seinen Marsch Schlachtfelde gefunden habe, bei welchem man die Briefs fortzulegen. Es war ein verdammt blutiges Zusammens Bfingfifeiertagen finden wie alljährlich Früh- Konzerte und Früh Vorstellungen statt. Polizei Bericht. Am 11. d. M. Bormitags gerieth ein Arbeiter, in der Bergmannstraße wohnhaft, mit seinem Bater in Streit, bei welcher Gelegenheit lepterer ein Schuhmacher meffer ergriff und seinem Sohne zwei anscheinend gefährliche Wunden am linken Oberarm und am linken Bein beibrachte, so daß derselbe nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Um dieselbe Zeit fiel eine Charitee gebracht werden mußte. an Frau beim Verlaffen eines in der Fahrt befindlichen Pferde bahnwagens auf dem Spittelmarkt zur Erde und erlitt dabei einen Bruch des linken Oberschenkels. Sie wurde mittelst Droschte nach ihrer Wohnung gebracht. Bei dem Abbruch des Seitengebäudes Koppenstraße No. 13. 14 ftürzte zu der felben Beit eine über 2 Meter hohe und 7 Meter aus welcher bereits die hölzernen lange Wand, Stiele entfernt waren, plößlich ein, verschüttete den trot wiederholten Burufens unmittelbar Dieser Wanddek mit dem Entfernen von Schutt beschäftigten Arbeiter Lehmann und tödtete ihn auf der Stelle. Die Leiche wurde nach dem An demselben Tage Nachmittags Obduktionshause geschafft. betrat ein auf dem Neubau Brunnenstraße 6 beschäftigter Arbeiter unvorsichtigerweise ein nach dem Nebenhofe angebrachtes Schußbach, brach mit demselben zusammen und fiel aus einer Höhe von etwa 8 Metern auf den Hof hinab. Er erlitt hier bei so bedeutende Verlegungen an den Hüften, daß er nach dem Bu der katholischen Krankenhause gebracht werden mußte. ,, Nicht wahr, die Sache ist leicht erklärlich! Einer ber Hallunken hat in der Uniform meines Freundes Felix gefteckt. In den Taschen derselben haben sich noch die ihm gehörigen Gegenstände befunden; der Rerl mag nun zus fällig eine auch etwas hellere Hautfarbe gehabt haben, als die indischen Soldaten Nena Sahib's, furz man hat die Leiche gefunden und dieselbe refognoszirt als die des Ro lonel D'Brian, und die demselben gehörigen Gegenstände auf Sanftleben's Requisition dem Vater übersandt." Meinem Better Felix war dies Mißverständniß sehr willkommen, und er ließ es unaufgeklärt Versteht sich! Sie müffen bedenken, daß er sich immer für den Mörder Wredow's hielt und demnach ganz froh darüber war, daß er auf diese Weise jeber Verfolgung überhoben." " Der Mörder Wredow's? Welches Wredow?" Bruno's! Sie haben ja ihn und seine Gattin kennen gelernt. Die ganze Geschichte war lediglich ein Jrrthum; Herr Wredom hat sich bei jenem Fall, der gar nicht einmal die Schuld des armen Felig, sondern mehr Wredows .. eigenes Mißgeschid war, taum eine Schramme geholt. Der arme Teufel, der sich dort an einem der vorhers gehenden Tage den Schädel zerschmettert hatte, war ein ganz Anderer... Leider hat sich die Geschichte erst sechs Jahre später aufgeklärt, und was das Schlimmste it, Felix weiß es heute noch nicht, daß die Sache fich in einen bloßen Irrthum aufgelöst hat. Noch heute hält er fich für einen Berfolgten, für einen Mörber feines Freundes, verbirgt sich vor aller Welt und hält sich fern von seinem Vater." Ah, nun begreife ich, Strahlenau, daß Ihre Freund schaft tein Opfer scheut, um ihn aufzufinden, und nun ist mir auch seine Andeutung verständlich, daß er Ursache hat, fich zu er, er feine Mutter tafche Rodenburg's, sein Taschenbuch und, wenn's mir recht treffen, lieber Rodenburg; wir hatten aber die Genug genesen weiß, oder sobald sie gestorben ist, über ben ift, auch noch andere Gegenfiände fand, die ihm gehört thuung, daß von dem Gesindel Wenige entkommen find. Dzean zurüdgehen will. Nun begreife ich auch die Vers hatten, und daß diese Gegenstände zum Beweise seines Todes Einen Theil machten wir zu Gefangenen, der größte Theil legenheit und ängstliche Haft, mit welcher er leugnet, Felix durchaus recht gehabt, dem würdigen Herra Sanftleben, Alles ridtig. Der Kommandeur von Madras hat auch lag tobt auf dem Schlachtfelde." " Ah, jest begreife ich, woher das Mißverständniß getommen ist. Rodenburg zu sein." ( Fortsetzung folgt.) felben Zeit wurde ein Mann in der Thurmstraße von einem Geschäftswagen überfahren und erlitt dabei außer Hauts abschürfungen einen Bruch des linken Unterarmes. Er wurde nach dem städtischen Krankenhause in Moabit gebracht. Um dieselbe Beit versuchte ein Mann im Thiergarten, unweit des Floraplages, fich zu erhängen, wurde jedoch noch rechtzeitig Durch hinzugekommene Personen abgeschnitten und zur Wache des 33. Polizei- Reviers gebracht, von wo aus er seiner Familie zugeführt wurde. druc Gerichts- Zeitung. Die Hundefuhre. Wenn ich nich reell find un ooch' n Derben Kanten Verstand haben bähte, denn möchte mir der Mann, wat der Kohlenfrize is, sein Jespann nu schon fanz jewiß nich in de Fingern jeten, indem id janich' mal Kutscher jelernt un ooch noch feenen nischt jemauft habe," deponirte der 31 Jahre alte Arbeiter Auguft Weiß. Vors. Ihre Zuverlässigkeit wird gar nicht in 3weifel gezogen. Erzählen Sie nur den Vorgang vom 25. Februar. Angell.: Mit det Kohlenjeschäft is et heitzubage man mies in de Welt. Wer vor zwee Jute fooft, det der ooch man schon den Bramftien macht un fich de Ware eentje Stüdener vier bis fünf Sfiejen hoch int Haus bringen läßt. Un denn ver wundert sich son Volt noch, wenn ihr eener nich noch obendrin extraig Kiehn zu' t Feieranstechen vor naß mitbringt, als wenn I jar feenen Betroljum jeben bähte, indem sich doch heite de Welt jänzlich ohne Kiehn behelfen fann. vom Minoritätskandidaten Röhrich Bettschkendorf erhobenen Einspruch erklärte der Lübener Kreistag wegen angeblicher Formfehler und weil Richter, als in Haft befindlich, überhaupt nicht wählbar gewesen wäre, die Wahl für ungiltig. Auf die Berufung Richters hob der Bezirksausschuß Liegniß den Be schluß des Kreistages auf und erklärte die Wahl für giltig, weil die angeblichen Formfehler unerheblich und die Wählbar keit des Herrn Richter nicht anfechtbar gewesen. Auf die Bes rufung des Kreistages Lüben tam die Sache am Montag vor dem Oberverwaltungsgericht zur Verhandlung, welches nach langer Berathung auf Bestätigung der Entscheidung des Be zirksausschusses Liegnig erkannte. Der Werth des Streitob jettes, vom Bezirksausschuß auf 100 Mark angenommen, wurde jedoch mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Sache auf 1000 Mart festgefeßt. Die Koften hat der verklagte Kreistag zu tragen. Vors. Sie paffirten die Koppenstraße mit einem Hunde fuhrwert, auf welchem der polizeilichen Vorschrift entgegen ein etwa zehnjähriger Knabe saß. Der Schußmann Wuft forderte Sie auf der gefeßlichen Vorschrift zu entsprechen. Fügten Sie fich den Anordnungen des Beamten? Angell. Herr Jerichtshof, indem die Sache' n bißlen Inifflich liejen buht, muß id mit eentje paar Wörter rctour freifen. Wat de Koppenstraße is, det is nu schon mehr' ne windije Jejend;' ne Sorte wohnt da, die is jut, sage id Shnen. aus, daß als Drucker nur Der anzusehen sei, welcher den Dr. 11 auftrag vom Verleger oder vom Publikum erhalten hat. B liegend habe sein Mandant nur die Thätigkeit eines Gebil ausgeübt. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß§ 6 des P gefeges derartig auszulegen fet, daß unter dem Druder felbstständige Gewerbetreibende anzusehen ist. Dieser war liegend der Angeklagte. Mit Rücksicht aber auf deffen bo fides ist die Strafe nur auf 50 M. event. 5 Lage Haft messen worden. Hamburg. Der Waisenvater Schulz, Vorsteher des Ha burger Waisenhauses, war, wie f. 3. mitgetheilt wurde, haftet worden, weil er fich Unfittlichkeiten gegen seine Bögli erlaubt hatte. Die Sache erregte hier großes Aufsehen, inde Schulz als frommer Mann galt. Der Fall fteht wohl ein da, namentlich wegen seiner ungeheuren Dimenfionen ftatirt wurden 200 Einzelfälle. Der Angeklagte wurde 10 Jahren Buchthaus und 10 Jahren Ehroerlust verurthe Wie das Verbrechen, das seit Anfang des Dienstantritts( 18 nachweislich verübt wurde, so lange verschwiegen bleiben font ist unerklärlich, zumal es im Waisenbause ein öffentliches heimniß war. heimniß war. Schulz, der nacheinander Stellmachergefel Trattäfleinvertheller, Stadtmiffionär und Waisenvater gewe ist, war überhaupt nicht geeignet für ein so schwieriges wie das eines Waisenvaters, in dessen Obbut das Wohl che von 700-800 Rindern geftellt ist. Die Sicherheit, welcher Schulz fich bewegen zu fönnen schon ganz feft übereint to war, die Frechheit, mit welcher er dies that, übersteigt Berlin frei bentbaren Begriffe. Nur ein Beispiel:„ Eines der Madsabonne bas auch ein Opfer seiner bestialischen Lüfte geworden bereits in Dienst getreten und hatte fich ihrer Dienf gegenüber über das, was im Waisenhause vorginge, gedu die Herrschaft machte dem Schulz Anzeige, und dieser Berbrecher begab sich in die Wohnung der Herrscha prügelte-- bas von ihm gefchändete Mädchen durch, b eine Lügnerin heißend". Welche entfeglichen Bustände büllen fich da unseren Augen. Waisen" Was mögen die am Waijen" wehrlose Wesen, welche so wie so unfer Mitleid in Anspruch nehmen, was mögen diese schus und dieses, lüfternen Wolfes" im Schafslleide" haben leiden bulden müffen? Eine interessante Anklage wegen Vergehens gegen das Sozialistengeset gelangte gestern zum zweiten Mal gegen den Maurer gesellen Carl Blauroc vor der zweiten Straflammer hiesigen Landgerichts I zur Verhandlung. Der Angeklagte war in der Sigung deffelben Gerichts vom 13. Januar d. J. für schuldig erachtet worden: Als Leiter oder Droner der auf Grund des Sozialistengefeßes aufgelöften Versammlung des werkthätigen Volts der Schönhauser Vorstadt, welche am 24. September v. J. einberufen war, fich nicht entfernt zu haben, und deshalb, da außerdem gegen ihn festgestellt war, daß er ein hervorragender Agitator der sozialdemokratischen Partei, fomit das Agitiren gewerbsmäßig betreibe, aus§§ 17 Nr. 2 und 22 des Sozialistengefeges zu 4 Wochen Gefängniß und Bulässigkeit der Beschränkung feines Aufenthalts beftraft. Auf die hiergegen Don dem Bertheidiger Rechtsanwalt Freudenthal eingelegte Revision bob Der zweite Straffenat des Reichsgerichts in feiner Sigung vom 13. März cr. das erste Uribell nebst den thatfächlichen Feft stellungen und verwies auf die Sache in die Vorinstanz zurück. Der höchste Gerichtshof nahm an, daß§ 17 Nr. 2 des Sozia listengefeßes nur auf die Leiter einer aufgelösten Versammlung liftengefeßes nur auf die Leiter einer aufgelöften Versammlung fich beziehe, während vorliegend der Saal schon leer gewesen set, also von einer Versammlung nicht mehr gesprochen werden fonnte. Bezüglich der Anwendung des§ 22 sei die Feststellung nicht ausreichend, da bazu nicht nur sozialdemokratische Agita tion, sondern auch solche auf den Umfturs der bestehenden Verhältnisse berechnete erforderlich sei. In der geftrigen Verband lung beantragte Staatsanwalt Wagner aus§ 17 Nr. 1 des Sozialistengefeßes 14 Tage Gefängniß und aus§ 22 Buläffig feit der Aufenthaltsbeschränkung. Rechtsanwalt Freudens tha I erachtete lettere Strafe für unzulässig, da mit Bezug auf die hierzu nothwendige Feststellung nichts erwiesen sei. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 14 Tagen Gefängniß und trat im Uebrigen der Auffaffung des Vertheis diger bei. Vors. Sie wollen sagen, daß die Kinder in der dortigen Gegend start zu Unarten neigen. Es soll Ihnen zugegeben werden, daß der Knabe hinter Ihrem Rücken den Wagen be ftiegen bat. Sie mußten aber dieser Ungehörigkeit sofort abbelfen, als Sie vom Beamten darauf aufmerksam gemacht wurden. Angell.: Sie verftehn mir fänglich miß, Herr Jerichtshof; de Bäljer find jarnich mal so schlimm; man bloß De Froßen, det to be reene Schwebelbande, sage ict Ihnen. Wer ba wat stehen laffen duht, der derf et hinterher erscht nich wieder nach Hause bragen, indem son Jejenstand denn jebet eenzigste Mal schon lange jans rejulär jestohlen jewor ben is islas 3009) I Vors. So bleiben Sie doch bei der Sache; es handelt fich hier zunächst lediglich um den Knaben. Angell.: Det war de Böllneern ihrer riebig bis uf' n Knochen is det Diebrt; det der man nich nach Schule jebt, wenn seine Mutter uf' n Marcht Büdlinge verlooft. Denn is aber noch wieder mächtig Berlaß uf den Jungen, indem er janz riefig Dbacht jeben bubt. Bors. Sie schweifen abermals in unverantwortlicher Weise ab; es ist übrigens ganz gleichgiltig, ob der fleine Zöllner oder ein anderer Knabe auf dem Wagen gesessen hat. Sie haben sich dadurch, daß Sie eine solche Ungehörigkeit geftatte fen, einer Straßentontravention schuldig gemacht. Oder wollen Sie bestreiten, von dem Sachverhalt überhaupt Renntniß ge habt zu haben? Angell. Der Fall liegt doch aber janich ' mal so glatt, wie Sie denken, Herr Jerichtshof. Indem id den Jungen all manchen Dag tenne, und er fich ooch mit folche richtigen Strolche rummerbertreiben dabt, fage ta denn zu ihn, Frize, fage id, Du tannst schon' n bißten mitkommen, un derweile id de Lette de Rohlen in de Häuser drage, Dbacht druf jeben, det teener von de villen Bagabunden mit det Fuhrwert losieht. Nu hatte er schon teenen rechten Schneid zu; aber er länderte denn doch fachteten mit. Uf die Art derfte id um det despann teene Bange baben und konnte de Kunden rejulär bedienen, mir ooch hinterher bel' n Budiler ' n paar Knoblanten un' ne fleene Weiße leisten, indem fich bei fone Schufteret der Mensch ab un zu' n bißten vernichtern muß. Stimmt det nich? Jie bolle Run losen Mädchen 6 Jahre hindurch unter der frommen Db gelegen " 1 Soziales und Arbeiterbewegung. geworden; ber Biber ft Sabrilgefetz nommen ha einer Majo geordneten Man den M vielbefproch Die Bildung und Erhaltung eines starten standes", das ist eine der beliebtesten Redensarten der So politiler des beschränktbürgerlich manchesterlichen Philistert Daß aber unter der Herrschaft des Kapitalismus, der auf einen Seite der Vereinigung der Produktionsmittel in in ennen ve weniger Händen, auf der anderen Seite die immer weiter tiefer um sich greifende Maffenarmuth nothwendig hervorbri Der bekannte Inhaber der akademischen Bierhallen Restaurateur Theodor Müller war gestern wegen Uebertretung der Aichordnung angeklagt. Schon vor Einführung derselben hatte er seine Seibel mit dem Aichstrich ver fehen lassen, damit seine Gäste über das Quantum Bier Vorf. Aber darauf tommt es durchaus nicht an. Wie verhielten Sie sich beim Erscheinen des Schußmanns? Angell. Jd habe mir int jeringste jarnich verhalten, Herr Jerichtshof; int tonträre Jejendeel, id bin immer eenjal zuje fahren. Seiligte fid bie Regieru daß unter solchen Verhältnissen die Mittelllaffe allmähli beit, e brödelt und von den proletarischen Schichten nach und aufgesogen wird, daran denkt St. Manchester nicht Unin Blid ist freilich durch Sachkenntniß nicht getrübt. Die G industrie absorbirt die handwerksmäßigen Klein betriebe orientirt find, welches ihnen bei ihm geliefert werde. Später der selbstständige Meister von gestern ist heute Lohnarbell ließ er auf den qu. Seideln den gesetzlich erforderten zweiten Fünftrich anbringen. Während das Schöffergericht hierin Bors. Sie haben eben dadurch sehr unklug gehandelt; Sie hätten der Aufforderung des Beamten entsprechen und den Knaben vom Wagen herunter steigen lassen sollen. Angell. Wenn id' n fangen halben Wispel Kohlen uffeladen habe, wat doch schwerer wie son fleener Junge is, denn sagt de Bolleget teenen Ton. Det is doch schon mehr fujenieren. der Großhandel zertrümmert die tleinen taufmännischen nehmungen und so vollzieht sich der Berfeßungsprozeß, dem D einen Verstoß gegen die Aichordnung nicht erblicke und den petit bourgeois, der Kleinbürger zum Opfer fällt, auf alle rang, nicht DE Gebieten trop allem liberalen Gejammer. Bom Stand I der Entwid lungsgeschichte ist diese Erscheinung unferes Wi betrachten. An einem Beispiel wollen wir zeigen, wie Angeflagten freisprach, änderte heute die sechste Straffammer hiefigen Landgerichts dieses Urtheil ab und verurtheilte den Angeklagten zu 3 M. event. 1 Tag Haft. Der Gerichts hof nahm an, daß die Gläser nur einen Füllstrich haben dürfen. Bors. Auf Hundewagen dürfen nun einmal teine Ber sonen befördert werden. Warum hielten Sie denn nicht an, als der Beamte Sbren Namen notiren wollte? Angell.: Jd war mir doch fänglich farnischt Böset bewußt, Herr Jerichtshof is this Si sid adom hie Damit gellaite be widhtigen ,, britte Stand" in der größten Stadt Deutschlands, in Bal immer mehr zurück geht. Und dieser Verfall offenbart fi Rüdgang des Hausgefindes in ben halten mit einem und zwei Dienstboten. Denn offenbar es die Familien des sogenannten besseren Mittelstandel eine bezüglich zwei Arbeitskräfte zu persönlichen Diensten wenden. Es hat in Berlin, wie die Berechnungen Don Michaelis ergeben, die Anzahl der Haushaltungen, bie fi g -y. Der Kaufmann Richard Heinrich Bödeker warde gestern durch Urtheil der zweiten Straffammer des Landgerichts I. zu bret Jahren Gefängniß und Ehrverlust ver urtheilt. Der Angeklagte, ein gänzlich unbemittelter bereits mehrfach vorbestrafter Mensch hatte sich im Oktober vorigen Jahres in der Neuen Friedrichstraße ein leeres Bimmer ge miethet, baffelbe nothbürftig wie ein Komtoir ausgestattet und bann Annonzen losgelaffen, wonach er Personal- entweder entweder Buchhalter, Auffeber, oder Vertreter für sein umfangreiches Rommissionsgeschäft suchte. Vier stellungsuchende Leute gingen Rommiffionsgeschäft suchte. Vier stellungsuchende Leute gingen in die Falle und machte fich der Angeklagte lein Gewiffen daraus, den Bebauernswerthen ihre ganzen Ersparniffe, unter bem Vorgeben, daß fie Raution stellen müßten, abzunehmen und für fich zu verbrauchen. Die so erschwindelten Summen betragen zusammen über 3000 M. Möchte dieser Fall den Stellensuchenden doch als Warnung bienen! y. Jenes entfehliche Unglüd, welches fich am 28. November v. J. in dem benachbarten Ertner ereignete, wobei drei Menschen das Leben einbüßten und brei andere mehr oder weniger gefährliche Verlegungen erlitten, gelangte gestern zur Rognition der ersten Straftammer des Landgerichts II. Der Bimmerpolier Johannes Ernst Adolf Schlöpte soll dies Un 78,5 ohne Dienstboten behelfen müssen, bedeutend und stetig nommen. Im Jahre 1864 betrugen dieselben nur sent, 1867 fchon 80,2 Prozent, 1871 bereits 81 Brojent welder Regelmäßigkeit der Rüdgang in den übrigen fest bat, bewahrid birite. Bau Wlan aft bes Unrech Berglichen Borten, ni Streite wa ungefebe was Unb haltungsgruppen war, ersehen wir aus nachstehender Tabel Bon je 1000 Haushaltungen in Berlin hatten Dienftb und zwar: Bählung Dienstboten hatten leine einen zwei Drei Dier u. mehr fo 1864 785 154 41 12 8 1867 802 141 39 11 7 1871 Durchschnitt 796 819 127 39 15 9 49 13 8 143 215 198 Die fettgedruckten Biffern zeigen deutlich die Abnah den Mittelstandskategorien, und eine Zunahme gebung nie wicht über Sinous, geld glud verschuldet haben und richtet sich die Antlage gegen ihn ausgesindes in den Lugusbaushaltung nicht bazu, Dant lungen Die Arbeiter wohin fie Die N sleich von Badge zu Enquete berhältniffe einzelne noch eine o be ber Angele biefer natio andlung u gefege wieb mit drei und mehr Dienstboten. Das Großtapital ift geno in immer größerem Maßstabe den Mehrwerth in unprodu tiven Ausgaben, wie in der Beschäftigung“ zum großen unbeschäftigter, müssig stehender Dienerschaft zu verwenden Kleine reduktive mittlere Rapitalist, die unterste Schicht ber figenden Klaffen wird immer mehr zurückgedrängt. Ein groß Untergang des Mittelstandes" ist eine Thatsache, bie mi wegen fahrlässiger Tödtung, wegen fahrlässiger Körperver legung und wegen Verstoßes gegen die Regeln der Baukunft. Im November v. J. Heß ein Konsortium, welches aus den Herren Naud, Hartmann und Bees bestand, am Rande des Dammeris Sees bei Ertner einen Eisschuppen aufführen und hatte den Bimmermeister Schlund mit dieser Arbeit be auftragt. Dieser übertrug wiederum feinem Bolier, dem Angeklagten die verantwortliche Leitung Vors. Sie find verpflichtet, dem Beamten auch dann Rede zu stehen, wenn Sie im Rechte zu sein glauben. Der Schußmann wagte übrigens des Hundes wegen nicht, Ihnen in den Weg zutreten. Derselbe fab fich daher zur Erreichung feiner Abficht genöthigt, den Wagen festzuhalten. Was thaten Sie nun? Angell.: Uf de Näse laffe la mir nu schon nich spielen; der Bruder möchte den tleenen Jungen von' n Wagen runschmeißen, un berweile läßt er sich selber mitschleppen. Wie finden Sie fone Benebmijung, Herr Jerichtshofdslitun 230 • 302 Kapitalist schlägt aber zehn andere Rapitalisten todt D Aufsicht des Baues. Die Aufführung des kolossalen fortdisputirt werden tann; man erkennt sie sogar, wie with Holzschuppens am Rande des Sees, war bei dem loderen Un tergrund mit einigen Schwierigkeiten verknüpft und wurde in der Weise vorgenommen, daß man stückweise die auf der Erde liegenden Ballen ineinanderfügte und die einzelnen Wandtheile mittelft eines Flaschenzuges in eine vertikale Stellung brachte. Borf: So beantworten Sie doch meine Frage. Was Am 28. November schritt man zum Aufbiffen des legten Wand thaten Sie, als der Beamte Ihr Entkommen zu verhindern theiles und hierbei geschah das Unglüd. Als die Wand eine suchte? Angell. Na, weil der Hund jammette, wat doch faft fenkrechte Stellung erreicht hatte, konnte die daneben jewiffermaffen och' n Jefchöpf is, habe id den Mann natterlich ftehende Wand bem ausgefeßten Drude nicht widerstehen, plöt ' n bigten retourjedrängelt. An' n Wagen lasse id mir überdem lich erfolgte der Busammenbruch des schweren Gebälts und die nich leichte kommen. 39 gad ne herabfiürzende bolamaffe begrub sechs von den Arbeitern Bors.: Sie haben den Beamten am Kragen mit solcher unter ihren Trümmern. Die Arbeiter Riese, Witte Energie zurückzuziehen versucht, daß der Mantel deffelben zer- und Liedmann blieben auf der Stelle tobt und rik. Angell. Wunder, wenn der Mann nich loslassen brei andere erlitten schwere Berlegungen. An diesem dubt, denn muß id woll' n bißten derbe zufassen. Et tann Unglüd foll Der Angeklagte nun infofern schuld mir doch teener anmuthen, det id den Mann iänglich mit sein, als er vorzeitig ein Tau, welches zur Sicherheit diente, nach' n Holsplay schleppe. löfte und ferner auch eine sogenannte Schwertervorrichtung, welche ebenfalls zur Sicherung angebracht war, auf seine Ver anlaffung beseitigen ließ. Der Angeklagte bestritt das Lettere, räumte dagegen ein, das Tau entfernt zu haben, weil deffen Wirksamkeit nach geschehener Aufstellung der ersten Wandtheile illusorisch war. Da der Hauptzeuge im Verhandlungs termine Angaben machte, welche den früher vor dem Unter suchungsrichter abgegebenen strikte zuwiberliefen, so beschloß Der Gerichtsbof auf den Antrag des Vertheidigers, Rechts anwalt Dr. Friedmann, den Termin zu vertagen und zum nächsten den Untersuchungsrichter in dieser Sache sowie den Protokollführer zu laden. Bors. Sie liegen fich fogar noch größere Ausschreitungen zu Schulden tommen, indem Sie fich der nothwendig ge wordenen Siftirung badurch zu entziehen suchten, daß Sie dem Beamten mit einem höchft unsauberen, leeren Rohlensad wiederbolentlich in das Geficht schlugen. Angell.: Wenn id' n Ton rede, denn habe ick et von wejen den Effekt an de Mode, mit de Flieder rummerherzuschlenfern. Da tann et denn schon find, det id den Mann per Bufall' n bißten int Jefichte jekommen bin; jeblutet hat er aber nich. Aus der sonstigen Beweisaufnahme ging hervor, daß die entrüfteten Zeugen der brutalen Szene Partet für den Schuß mann ergriffen und hierdurch offenbar noch gröbere Aus fchreitungen verhinderten. Infolge dieses Ergebnisses der Bes weisaufnahme wurde Weiß wegen Widerstandes zu vier Wochen Gefängniß und wegen der Uebertretung zu einem Tag Haft verurtheilt. Vors. Wollen Sie sich bei diesem Erkenntniß beruhigen? Angell.: 3, wo wer' id denn? Jd verlange' n neien Termin mit Jejenbeweise. ( Ger. Sta.) Der frühere Reichstagsabgeordnete Richter- Mühl rädlig war bekanntlich zugleich mit seiner bekannten Verur theilung wegen Majestätsbeleidigung auch seines Mandats als Kreistagsabgeordneter verlustig erklärt, aber bei der Nachwahl mit 5 gegen 4 Stimmen abermals gewählt worden. Auf den Berantwortlicher Rebatteur R. " zeigt, aus der Statistik des Gefindewesens. Vermischtes. Verfehlte Wirkung. Ein Student, dem bereits Fünfzehnten das Moos" ausgegangen war, verfuchte bu folgenden Schreibebrief ein Attentatt auf seines Alten" G beutel: „ Lieber Bater! Lieber Bater! Sende mir Doch für Tinte und Bapier, Federn sowie andern Quart Bito fünfundftebenzig Matt; Hier ist dies all' schrecklich theuer, se Gruß von Deinem Sohn Ernst Meyer." gein fomn But verbo 34 841 Der falls, und gegraben, thm zu pla Die nach zwei Tagen eingetroffene Antwort, die fell des Herrn Filius ein langes Geficht hervorrief, lautete fo gendermaßen: Lieber Sohn und Studio Meyer! Da das Schreibzeug da so theuer, Schid Papier ich Dir, zehn Ries, Damit tommst Du aus gewiß; Und zwölf Krüge Tinte auch Bum höchsteigenen Gebrauch Federn an fünfhundert Stud; Andern Quart" ließ ich zurüd, Bis daß Du hübsch mit Bedacht, Nambaft ibn mir haft gemacht! Bin zum Senden dann erbötig.. Geld hast Du somit feins nöthig, Nächsten Erften wird's das geben. Gruß vom Bater Meyerleben." Briefhaften der Redaktion. Auf eine Anklage wegen wissentlich unrichtiger Benennung des Druckers batte fich gestern der Buchdruckereis befizer Mar Bading vor der zweiten Straffammer hiesigen Landgerichts I. zu verantworten. Im Auftrage des Reichstags. Abgeordneten Dies in Stuttgart hatte der Angeklagte die von dem Ersteren verlegte Brochure: Die Sozialdemokratie vor dem Deutschen Reichstage" gedruckt und als Drucker und Ver leger Herrn Diet bezeichnet. Bu seiner Entschuldigung führt der Angeklagte an, daß es Ujus bei den Buchdruckern ist, wenn einer dem andern durch den Drud irgend einer Arbeit aushilft, die Firma des Auftraggebers bezeichnet wird. Staatsanwalt Wagner beantragt die Verurtheilung des Angeklagten zu 100 M. event. 10 Tagen Haft. Rechtsanwalt Cohn I führte haltungsrecht ist nicht gegeben. R. W. 100. Reine Urkundenfälschung. Crosheim in Berlin. Drud und Berleg von War Bebing in Berlin SW., Buttfrake 2. Dergangene nicht ohne Der Alte getragen getollt. Bie etmas von bracht?" eine " Ja, ganze fagen, taun wenn id a hierher geb gabe ihn a „ Ja, Derlangt e Cure Freu Banzen." barauf fo Die Leute, recht Groß teben's eb ó mic bie größt Batte, und Moabit. Wenden Sie sich an den Gesandten der B einigten Staaten. Ein Burlid Hieren eine Beilalt gen Herr gudte er f mo es her gewöhnlich 138 361 56 403 213 49 5 169 53 962 58. D) 640 00) 755 79. 63 15 4314 622 232 250 342 4902 48 316 96 311 2 513 69 966 43 661 4 381 68 563. 647 647 91 1( 30 72030 10 5600% 640( 3000 503 32 7 9 892 369 241 675 6008 319 77900 1000) 300) 201 300) 58 865 34 129 61 1 7795 4160 ( 500) 3 231. 9 443 3 801 275 90 3 264 2 35160 1 928( 30 D) 634 6219 13( 300 ( 30,000 0 416 64 637 36% 67 500) 5 196 6 631 21 2 642 46( 3 47( 300 397 58 27 901 996 54 00) 899 70 981 08 154 296 14 973 24 18( 30 90 788 686 576 3. 00) hie ends" Be 44 en fin Math 50,40 851 Meter flei Far 75 ftige cm. 5 B allen H g 685 657 Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 110. Mittwoch, den 13. Mai 1885. Ein Wort zur Beherzigung für die freien kommt ein Sterbefall bei einem Mitgliede dieser Kaffe vor, so Hilfskaffen. Das Reichsgeset, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, hat die freien Hilfskaffen in eine Lage gebracht, welche von derjenigen, welche fie bisher inne gehabt, grundverschieden ift. Es ist daher wohl angebracht, auf den Stand der Dinge etwas näher einzugehen und die Folgerungen zu ziehen, welche fich aus der jetzigen Sachlage nothwendigerweise ergeben. In erftez und hauptsächlichster Hinsicht war es allen Arantentassen bisher freigestellt, die Höhe des wöchentlichen Krantengeizes nach ihrem Belieben anzulegen. Das hat für Diejenigen Raffen, welche tein schattenhaftes Dasein führen wollen, d. h. für die staatlich zugelassenen und von anderweitem Berficherungsawang befreienden Hilfskaffen, gänzlich aufgehört. Für diese gift, daß fie mindestens 3/4 des ortsüblichen Tage lobr 3( wie derselbe an dem Drte ihres Sizes von der Behörde feftgestellt) gewähren. Das tit also ein fefter, ein bestimmter Say, unter den die freien Hilfskaffen in ihren Leistungen nicht berabgeben dürfen. # wird also das Sterbegeld nothwendigerweise von den Erträgen aus den anderen beiden Klaffen geleistet werden müssen, denn bei den verhältnißmäßig überaus häufigen Erkrankungen jus gendlicher Mitglieder ist nicht daran zu denken, daß fich das Sterbegeld aus den Beiträgen der Mitglieder III. Klaffe decken läßt. Nehmen wir nun bei Mitgliedern II. und I. Klaffe an, daß einem eventuellen Sterbefall eine 6 wöchige Krankheit vorausgegangen ist, so werden Beiträge einerseits, sowie Kranten und Sterbegeld andererseits fich gerade aufheben bei einem Mitgliede II. Klaffe nach 8 jähriger, bei einem solchen 1. Klaffe nach 7% jähriger Mitgliedschaft. Hierbei find die Verwaltungskosten( berechnet mit 5 pCt. der Beiträge) in Höhe von M. 3,60 beam. M. 4,10 noch gar nicht gedeckt und Voraussetzung ist, daß der betreffende Verstorbene innerhalb seiner durchschnittlich 8jährigen Mitgliedschaft auch nicht ein mal erkrankt war! Das alles find Berechnungen, die unumstößlich und noch sehr günstig für die Kaffen angestellt find. Und wenn uns hierbei eingeworfen wird, daß man mit der Eventualität des Sterbefalles doch nicht besonders zu rechnen branche, so möch ten wir entgegnen, daß das mehr als bisher geschehen müsse, denn unsere K: antentaffen find noch jung und auf die Dauer des Befte hins werden fich die Sterbefälle bis zum gewöhn lichen Normalprozentjag der Sterblichkeit überhaupt steigern. Daß das jeßige Verhältniß nicht das normale ist, ergiebt fich schon ungefähr daraus, daß auf ca. 320 Krankheitswochen in der genannten Kaffe erst 1 Sterbegeld reichlich 2 pSt. bes Krankengeldes ausmachte. Dieser Betrag wird später höher steigen, baran ist nicht zu zweifeln, und die Kaffen werden da mit zu rechnen haben. Kommen wir wieder zu unserem Ausgangspuntie anrüd. Wir sagten oben, daß unter den jeßigen Verhältnissen vor allen Dingen ein richtiges Treffen der Minimalleistung wird nothwendig sein, wenn die Raffen nicht zu Grunde geben sollen. In vorstehenden Berechnungen glauben wir den Nach weis erbracht zu haben, daß bei dem massenhaften Bwangsbeitritt sehr zweifelhafter Elemente die feither in Kraft ge Die Höhe des Krankengeldes bedingt aber auch die Höhe der Leiftur g. Dieser Buntt lag ehedam faft umgekehrt, d. h. wir meinen, je nach der Leiftung bez. dem Beitrag, wie solcher in freier Sagung ver inbart wurde, fonnte das Krantengeld in den verschiebenen Klaffen gezahlt werden. Heute wird eine jebe Generalversammlung gewiß erst die Höhe des Kranken geldes diskutiren und darnach den Beitrag abmeffen. Da die Minimalhöhe des ersteren vorgeschrieben, so ist das Gleiche auch mit der Mini malleistung von Rechtswegen der Fall. Doch ein richtiges Treffen derselben wird nothwendig sein, wenn die Raffe nicht zu Grunde gehen soll. Mit dem richtigen Treffen der Minimalleistung hat es aber seinen Halen wir werden gleich sagen, warum. Die freten Staffen zählten bisher in überwiegender Mehrheit nur Mitglieder, welche ohne jeden Zwang und lediglich in Er lenntniß des der Versicherung gegen Krankheitsfall zu Grunde legenden fittlichen Brinzips fich hatten aufnehmen laffen. Das ist ganz und gar anders geworden! Der Versicherungswesenen Säße nicht mehr ausreichen. Die Pflicht der Vorawang hat Elemente in die freien Hilfskaffen gebracht, die nur dem Bwang geborchend, nicht dem eigenen Triebe" thren Beitritt vollzogen haben. Ein Intereffe am Bestehen Der Staffe, welcher fie angehören früher gaben diese Leute nie einen Pfennig für folche Swede aus eftirt nicht. Es Eftirt nicht. Es mögen das harte Worte sein, nichtsdestoweniger find fie wahr. Eine Berechnung nach dieser Richtung bin hat aber den melft im vorigen Sommer ftaitgebabten Generalversammlungen fceler ( zentralisirter) Hilfslaffen gänglich fern gelegen. Muthmaßungen Aber diese Eventualität hätten auch nicht viel genügt, da jede fichere Unterlage fehlte. Soviel aber steht fest, daß die bis berigen Beitragssäge bei Berüdfichtigung aller von uns an geführten und start ins Gewicht fallenden Un stände nicht im richtigen Verhältniß zu den gewährten Unterstügungen stehen. Ein einfaches Exempel ergiebt das. Die Allgemeine Krantenund Sterbefaße der Metallarbeiter( E. H.) zu Hamburg ge hrt bei 15 Bf. in der III, 35 Bf. in der II. und 40 Bf. Beitrag in der 1. Klaffe 5 M. 10 Bf., 12 M. und 13 M. 80 Bf. volles Kranteng ld. Das heißt nichts anderes, daß das rantengeld für eine Woche so hoch ist, als die Beiträge für 34 Wochen oder acht Monate! Nun tönnen aber Mitglieder, die innerhalb 8 Monate nur eine Woche lang frant find, ichon als ziemlich günstige betrachtet werden. Bu erwähnen it hierbei noch, daß die Gesammtverwaltungslosten mit 5-6 pt., wie die Drudkosten für Mitgliedsbuch Marken 2c. noch nicht in Betracht gezogen find hier für zufammen tommt im Beitraum von 8 Monaten mindestens eine Mart beraus für das einzelne Mitglied nicht viel, bei 30-40 000 Mit gliedern aber eine bedeutende Summe, die ihre Dedung nur Durch das Eintrittsgeld findet, welches für das zweite Mit gliebsjahr aber nicht mehr ausreicht. Das nach einem Jahr gewährte Sterbegeld beträgt in genannter Raffe für die III, Klaffe 50 M., für die II. und Klaffe 75 Mt. Stellen wir ein Erempel an, daß in der II. Rlafe bei 333, in der II. Klaffe bei 228, in der 1. Klaffe bet 187 Wochenbeiträgen das Sterbegeld eingezahlt ist. In der III. Klaffe( jugendliche Arbeiter) fann überhaupt ein Mitglied nicht soviel Beiträge einfteuern, als das Sterbegeld beträgt, denn die Mitgliedschaft in dieser Ohne Mutter. In der Wiener Neuen freien Preffe" veröffentlicht Lud. wig Speidel folgende hübsche Stizze: Als ich heuer den ersten Schnee fallen sab und sommer. lich gekleidete, leicht beschuhte Kinder erblickte, die blaß und bekümmert über die Straße wateten, ummie mir unaufhörlich die Erinnerung an ein rührendes Ereigniß durch den Sinn, Daß in meiner Knabenzeit großes Aufsehen erregt hatte, um, rasch wieder vergeffen zu werden. Es war die Geschichte eines Bwillingspaares, eines Knaben und eines Mädchens, die zur Winterzeit außzogen, eine Mutter zu suchen, und nach einigen stände wird es deshalb sein, ein genaues und sorgfältig aus gearbeitetes statistisches Material zu sammeln, nicht etwa blos für den gefeßmäßigen Jahresabschluß, sondern vor allen Dingen im eigenen Intereffe der Kaffe, um nämlich den unbedingt erforderlich werdenden Generalversammlungen eine fegensreiche und fruchtbringende Arbeit zu ermöglichen. Bei allen fünftigen Generalversammlungen wird es sich in der Hauptsache darum handeln, das Kaffenbudget so auszugleichen, daß mit aller Voraussichtlichkeit die Bildung des gefeßlich vorgesehenen Reservefonds bewirkt werden kann, ohne daß zu Extrafteuern u. dral. m. gegriffen neden muß. Das bis babin obwaltende Provisorium wird nicht ganz leicht zu über winden sein, doch mögen die Vorstände nicht kleine und halbe Schritte thun, sondern unbedingt diejenigen Maßnahmen er greifen, welche erforderlich sind, um einen Rechnungsabschluß berbeizuführen, der in den Augen der Behörden bei der Brü fung besteht. Im andern Falle glauben wir, daß die Be hörden mit der Schließung freier Hilfskaffen durchaus nicht ögern werden. Und um jede einzige Raffe wäre das im Interesse des zu Grunde liegenden Brinzips zu beklagen. Wir haben versucht, in vorstehendem die hauptsächlichsten Einwirkungen und Ansprüche, welche das Reichsgeses, betr. Die Krankenversicherung der Arbeiter, an die freien Hilfskaffen stellt, in ihren Folgen zu schildern. Der Verfasser hat dabei nur die speziellen Verhältnisse einer Kaffe, der er selbst angehört, seinen Berechnungen zu Grunde legen fönnen. Den Borständen anderer Kaffen wird es ein leichtes sein, für die bet ihnen üblichen Säße das gleiche Erempel zu fonstruiren. Und es ist 100 gegen 1 au wetlen, daß sich das Exempel in seinem Ergebniß nicht viel von dem unterscheiden wird, welches für die allgemeine Kranten- und Sterbe Kaffe der Metall arbeiter herausgekommen ist. Dieses Ergebnis ist aber fein sehr glänzendes und nothwendig wird es deshalb sein, das felbe zu torrigiren. Hierzu gehört jedoch( nochmals set das hervorgehoben) eine genaue Statistit, geordnet und gefichtet nach jeder Richtung hin, besonders auch nach Bonen, denn der erforderliche Buschuß ist für die einzelnen Provinzen oft ein höchft verschiedener, sogar den Lebensnerv der Kaffen start be. rührender. Doch hierüber wie auch über die anderweiten Ein. = Alaffe würde höchstens 3 Jahre 156 Wochen andauern; fing an: Weißt du was, Conrad? Der Vater ist todt, und Niemand kümmert sich mehr um uns, als die böse alte Hanne. Wir wollen mit einander fortgehen und uns eine Mutter suchen. Es giebt ja so viele Mütter auf der Welt, es wird wohl auch eine für uns darunter fein." Conrad hatte nichts einzuwenden gegen diesen Vorschlag, und so machten fich Bruder und Schwester in leichten Kleidchen auf, Conrad ohne viel Vorbereitung, Mali aber erft, nachdem sie ein Stud Brod in die Tasche gesteckt und einen an Schnüren be feftigten baumwollenenen Duff ungehängt hatte. So gingen die beiden Kinder Hand in hand zum Thore hinaus, erst der Straße nach, dann auf Fußsteigen durch Felder und Wiesen dem Walde zu. Sie waren von Bauersleuten Lesehe: und Dieser Kälte über Feld gingen, antwortetelen fie ganz gelaffen, baß fie eine Mutter fuchten. Der Mannen en ene sah Tagen im Walde eifroren aufgefunden wurden. Ich habe auch wohl angeredet worden; als Einer fie vroundert die beiden Geschwister wohl gekannt, die braune Mali, die so schwere dunkle Böpfe auf dem Rüden trug, und den blonden Conrad mit den schlichten Haaren und den treuberzigen blauen Augen. Ich bin oft mit ihnen in die Erdbeeren gegangen, habe mit ihren Schmetterlinge gejagt und im Winter haben wir einander mit Schneeballen genedt und find bem edlen Sport des Schlittenfahrens mit Leidenschaft obgelegen. Da fie hübsch und artig waren, obgleich von ärmlichem Ansehen, batte fte Jedermann gern. Die Mutter war bei der Geburt der Zwillinge gestorben und der Vater der zumeist vom Holzspalten lebte Mann, der im Verdruß über seine üblen Umstände und dadurch fie immer verschlimmernd, der Flasche mehr als billig aufprach. Als eines Morgens der Vater todt im Bette gefunden wurde, warb es den Kindern recht unheimlich au Muthe. Frößtelnd in der ungeheizten Stube, saßen fte an dem Tische, auf dem sonst die Waffersuppe als Frühstück ge Stanben, und berrathschlagten in ihrem findlichen Sinne, was nun anzufangen fei. Dfi batten fie schon die Leute sagen hören: Höhe an eine Wegscheide kamen und schon der Abendschein Malt Anaben ein Tagelöhner, war ein rauber Ja, Kinder, wenn ihr eine Mutter hättet! Und die braune wie ia bie Mädchen stets flüger find, als die denn sei, eine Mutter? Die Nachbarin antwortete dem neu batte einmal eine Nachbarin gefragt: was bas gierigen Mädchen: eine Mutter sei eine Frau. welche die Kin der hüte wie ihren eigenen Augapfel; man fönne nie frieren, befize. Dieses Wort der Nachbarin trug das finnige Mädchen mit fich herum, und als fie mit ihrem Brüderchen fiierend am fondern babe immer warm, wenn man eine Mutter Weile kopfschüttelnd nach, dann verschwanden sie hinter Bäumen; allein der gegenwärtige Märchengeift des Volles bat fie begleitet bis zu ihrem legten Worte und bis zu ihrem I sten Athemauge. Als fte in den Wald hinein tamen und Die Tannen im Winterschmude gligern und blißen fahen, meinten fie, hier set es ja schon Weihnachten und ganz so schön wie bei den vornehmen Leuten. Sie fonnten fich nicht fatt seben an dieser Bracht und Herrlichkeit; fie gingen von Baum au Baum, schüttelten wohl auch an einer schlanken Fichte, und lachten, wenn ihnen der naffe Staub in die Augen fiel. Als fte ihre Luft gebüßt hatten, gingen fie wieder furbas, nur Mali hielt zuweilen an und rief in den Wald hinein: ,, Mutter! Mutter!"- aber blos ihre eigene Stimme tam thr zurüd oder ein geschreckter Specht flog auf und unter ihm stob der Schnee vom Afte. Als die beiden Kinder weit auf der die Baumgipfel vergoldete, fühlten fie fich müde und setzten fich unter eine Tanne. Mali nahm das Brod aus der Tasche und fütterte damit den Bruder, der willig den Mund aufsperrte. Ein Froft übertam fte, und Malt steckte die Hände Conrad's in ihren Muff. Sie lonnten sich des Schlafes, der schwer auf fie fiel, nicht erwehren, und fie schlummerten Hand in Hand und Wange an Wange ein. An einem plöglis auf ftrahlenden Wärmegefühle wurde Malt wach; fie wedte thren Bruder und sagte zu ihm: ,, Conrad, mir ist so leicht und warm, leeren Tische faß, fiel es thr ganz warm auf die Seele, und fie das muß die Mutter sein!"-" a", antwortete Conrad ,,, bas an in II. Jahrgang. wirkungen des Krankenversicherungsgefeßes in einem spätere Artikel mehr. Für heute ist es genug, wenn diese Zeilen su richtigem Handeln Anregung geben. Was ein Krieg koftet, wir meinen natürlich einen großen Krieg, in welchem Kulture völler engagirt find, davon haben die Wenigsten eine Vor ftellung. So bilden fich zum Beispiel Viele ein, die französischen Milliarden( 5000 000 000 mart) umfaßten unsere gesammien Kriegstoften. Sie umfaßten aber höchftens unsere direkten oder indirekten Kriegsausgaben. Die Verluste der einzelnen Staatsbürger, der Schaden, den Handel und Industrie erleiden, die Verminderung des Nationalvermögens das find die Dinge, die fich nicht leicht übersehen lassen und ziffernmäßig nicht genau zu berechnen find. Welch toloffale Verluste ein Krieg mit sich bringt, das zeigen uns jegt die Berichte von den europäischen Börsen. Die Nachricht von dem Zusammenstoß der Ruffen und Afghanen hat eine förmliche Panit hervorgebracht: in London allein werden die Verluste eines einzigen Tages( durch Entwerthung ber Kreditpapiere) auf 100 Minionen Pfund Sterlinge, das heißt 2000, in Buchstaben zweitausend Millionen Matt ver anschlagt. Und das blos in London. Nehmen wir die übrigen Börsenpläge hinzu, fo wird eine Summe zuſammenkommen, welche die der berühmten französischen Milliarden weit über fteigt. Und das ist nur ein Vorspiel. Blos die Wirkung einiger Flintenschüsse vor dem Kriege! Blos die Wirkung der Kriegsfurcht! Bricht der Krieg wirklich aus, so werden die Verluste des Nationalvermögens und der Individuen noch viel größer sein. Und wohlgemerkt: babei handelt es sich nicht blos um die zunächst betheiligten Nationen. Durch die internationalen Handels und Geschäfts beziehungen berrscht zwischen verschiedenen Völtern eine Soli barität, welche es mit fich bringt, daß Katastrophen und Nach theile, die ein Bolt betroffen, auch von anderen Völkern mehr oder weniger schwer empfunden werden. Nun ist aber gerade England derjenige Kulturstaat, welcher die weitesten und ver schlungensten Handelsbeziehungen hat, und welcher deshalb die übrigen Staaten ganz besonders in Mitleidenschaft ziehen muß. Macaulay zeigt in seiner englischen Geschichte, wie die häufigen Grenzkriege mit den Schotten fich nur aus der niederen Kulturstufe der Schotten von damals erklären. Dieselben hatten teine Städte, feine ordentlichen Dörfer fie wohnten in sehr primitiven Hütten, batten nur einen sehr primitiven Aderbau, so gut wie feinen Handel und keine Industrie. Und so hatten fie eigentlich nichts zu verlieren. Wurden ihnen die Hütten nirdergebrannt, so war der Schaden binnen weniger Tage wieder gut gemacht und das Krieg geschäft, das ein richtiges Raubgeschäft war, fonnte mit frischen Kräften wieder angefangen werden. Anders bei den modernen Kulturvölkern, für die ein Krieg um so größere Verluste bedingt, je höher thre Kulturente widlung steht. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 99. Sigung vom 12. Mai, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Boetticher, v. Schelling und Kommiffarien. Später Fürst Bis. mard. Bur ersten, ever tuell zweiten Berathung steht die Kon pention zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Madagaskar. Abg. Richter: Der Vertrag mit Madagaskar hat wieder bauptsächlich nur Bedeutung für die Ausfuhr von Schnaps. Denn Schnaps taufen die Madagaffen fast ausschließlich vom Auslande. Der Vertrag ist darum nicht unannehmbar, hat aber auch teine sonderlich praktische Bedeutung. Nach den Beitungen haben unsere Kommissarien mit englischen Vertretern in Bezug auf die Südsee eine Vereinbarung getroffen, Spiri tuosen, Schießpulver und Waffen von der Einfuhr in die Südseeinseln auszuschließen, als die tootbringenden Gaben der Geftitung. Solche Vereinbarung hat Manches für fich, wenn aber eine solche Vereinbarung von Auftralien auf Afrika ausgedehnt würde, so würde Madagaskar und auch unsere ge ist die Mutter!" und fich enger aneinanderschmiegend, ents fchlummerten fie lächelnd und wachten nicht wieder auf. Unser Aller Mutter, die Erde, in deren scheinbar harten Ent schließungen wir die Liebe nur ahnen können, hatte die armen Bwillinge mitleidig in ihre Arme genommen. Wie diese zwei Kinder, so suchen viele Menschen ihre Mutter, sei es nun, daß fie erfahren haben, was eine Mutter ist, sei es, daß fie eine Flutter nie beseffen. Die Sehnsucht nach dem nur Geahnten ist so start, wie die Sehnsucht nach dem verlorenen Befize. Wer keine Mutter hat, der geht doch nur betteln und lebt vom Almosen der Liebe. Denn es giebt nichts Köstlicheres als Mutterliebe, und ihre Macht und ihr Segen find unerschöpflich. Wie arbeitet und bildet die Mutter dem zappelnden und schretenden Geschöpf, bas den Windeln liegt selbst bedürfnißlos und für alle Bedürfnisse des Kindes sorgend. Groß wie die Natur, deren Briefterin fte ift, tennt fie feinen Werthunter schied der Dinge, und wo fie liebt, wandelt sich ipr selbst Der Koth zu lauterem Golde. Was ihre Hand berührt, veredelt fte. Sie vermittelt das ebelfte Befigtbum, welches in Bolt fennt: die Sprache wird uns mit der Milch eingeflößt, mit Rüffen eingeschmeichelt. Wir sagen: unsere Muttersprache, um den traulichfien Reis unserer Sprache zu bezeichnen und unsere tieffte und herzlichste Freude an ihr zu bezeugen. Wir hören durch unsere Sprache hindurch die Kinderstimme der Mutter, den naiven Laut der Liebe. Die Kinderftube ist eine sprachliche Werkstatt, wo die Rosenamen und Verkleinerungsu formen geftiftet werden, und wie ohne Zweifel bedeutende Mäna ner gewiffe Wortformen erfunden haben, so baben auch bes deutende Frauen und Mütter bei der Formenschöpfung und bet der Bestimmung des Geschlechtes der Wörter ihre Hand mit im Spiele gehabt. Wenn nicht Liebende den Dual, der mit einem Worte awet Wesen bezeichnet, erfunden haben, so bat es gewiß die Mutter getban, die sich nicht getrennt denten fonnte von ihrem Kinde. Ja, so wenig trennt sie sich von threm Kinde, daß dem Verbrecher nichts mehr bleibt als die Mutter, wenn Die übrigen Menschen fich von ihm abwenden; über alle Gräuel hinweg waltet noch die Mutterliebe als ein unzerstörbares Naturge, es. Es gehört zu den großen Bügen unseres Beitalters, daß die Enterbten der Menschheit nach der Mutter suchen, die ihnen mild und lebend entgegens tommt. geschickt werden. Ich habe den Namen des verewigten Nach figal, der gewiß unsere Bewunderung verdient, nicht blos in Bezug auf die legte Beit, sondern auch auf das, was er als For scher der Wissenschaft geleistet hat, nicht erwähnt; ich habe nur überhaupt gesprechen von den zahlreichen Opfern, über die wic in der lesten Zeit Runde erhalten haben; ich dachte dabei auch in der legten Zeit Runde erhalten haben; ich dachte dabei auch an den Tod Tillys, der die Dubreta Kolonien bereist hat, an den Tod Böhms bei der oftafrikanischen Expedition, an den Tod des Führers der westafrikanischen Expedition Schulze. Gegenüber solchen Erfahrungen sollte man gewiß darauf achten, wenn einmal Kolonien gegründet werden sollen, fie nicht gerade dort zu suchen, wo, ohne daß bisher irgend ein Gevinn aus der Erwerbung hervorgetreten ist, solche harten Verluste für das Vaterland zu beklagen find. I freue mich zu hören, daß wenigstens in dem ungefunden Madagaskar leine Kolonien begründet werden sollen. fammien tolonialen Erwerbungen in Afrika noch weniger Bedeutung haben, als das ohnebies schon der Fall ift. In der Dentschrift zum Vertrag mit Madagaskar ist bemerkt, daß dieser Vertrag nur die Einleitung zu weiteren Verhandlungen darstelle. Wenn wir uns nun län gere Beit nicht ben sollten, möchte ich die Regierung bitten, wenn fie durchaus noch weiter Kolonien gründen will, wenig ftens nicht, wie bisher, gerade folche Gegenden auszusuchen, bie mit bösartigen Fiebern besonders behaftet find. Fieberkolo nien haben wir nachgerabe nun genug.( Sehr richtig!) Ich warne auch vor der Küste von Madagaskar als besonders heiß und ungesund für Europäer und für Eingeborene, weshalb ein dort herrschendes, bösartiges Gallenfieber die besondere Bezeich nung madagafftich& Fieber führt. Gerade die in lezter Beit fich häufenden Trauer botschaften aus Afrika zeigen, wie recht Herr Virchow hatte, als er am 16. März bemerkte: Wo nur ein Land ist, das klimatisch unbrauchbar und mit Malaria bes haftet ist, da greifen wir zu."- Verträge, wie der vorliegende, mit nicht ganz siviliftrten Völkern, haben oft weitere Berwide lungen im Gefolge. Ich möchte die Anfrage stellen, ob die Regierung es nicht angemessen erachtet, Auskunft zu geben über eine Verwidelung auf Somoa, über welche durch die Beitungen verschiedene, vielleicht unrichtige Nachrichten verbreis tet find. Die Marinemannschaften sollen den dortigen König gepfändet und einen Landstrich pfandweise in Befit genommen haben. Im Intereffe der Regierung liegt es, darüber Ausfunft zu geben. Die Ronvention wird unverändert angenommen. Ebenso erledigt das Haus in erster und zweiter Berathung den Freundschafts nnd Handelsvertrag zwischen dem Reich und der Südafrikanischen Republit. Es folgt die erfte und zweite Berathung der Konvention zwischen dem Reich und dem König von Birma. Abg. Graf Preyfing( Straubing) tritt für den Antras ich also Frege, Abg. Beiß für die Ermäßigung des Malazolles ein to daß das f Der Antrag Frege, den Zoll für Gerfte auf 1,50 D. Meifter, bi erhöhen, wird in namentlicher Abstimmung mit 206 genau arbe gegen 135 Stimmen angenommen; ebenso gelangt der A ficht frag Frege, den Boll für Wals auf 3 M. zu erhöhen, au bauend Malz zu: Andes nahme. Munt.zfüg vi 6 he c Füc Raps, Rübsaat, Mohn, Sesam, Erdnüsse und Niem andere Del enthaltende vegetabilische Stoffe it in weiter Lesung ein Boll von beschlossen, während infa Baumwollensaat und Balmlerne frei bleiben sollen. Von ve fchiedenen Seiten liegen Anträge vor, welche Sejam, Erdnüfft bald Leinsaat, Baumwollensaat, Balmterne, Kopra, Rizinusfa zollfrei machen wollen. Die freie Vereinigung ihrerseits wil awar für Sesam und Erdnüsse den Boll von 2 M. beibehalten bagegen die übrigen der legtgenannten Delfrüchte zollfrei laffen Abg. Buhl will bet der Position„ Raps und Rübsaat" eine Veränderung nicht vornehmen, sondern schlägt dem Hause fol gende Resolution vor: Juriid weift. Freuden, nicht Der Fabriker forderungen bullion und habmintlige haben, went andwerter Sabre des Berkürzung Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Frage eine alerter Offer anderweiten Normirung der Bölle für Del enthaltende veräntten R tabilische Stoffe, sowie für Del einer Prüfung zu unterwerfstoßen Dra und nach dem Ergebniß derselben dem Reichstage in de durch alle G nächsten Seifton die entsprechenden Abänderungsvorschläge geht einfach machen." u faul fele Bollfäße für Del berathen, für welche die freie Bereinigung gegenüber t In Verbindung mit dieser Position werden zugleich dicht der M einige Erhöhungen vorschlägt, namentlich für Speiseöle von Unftät berichteten Abg. v. Wedell( Malchow) empfiehlt den Antrag horft aus B auf 10 M. Abg. v. Bunsen: Mich befriedigt es sehr, daß in dem vorliegenden Meistbegünstigungsvertrag mit Birma den Deutschen bort das Recht auf Grundbefizerwerb und das Recht auf den Betrieb jeglicher Industrie gegeben ist. Hierbei stößt mir eine Frage auf, die für den deutschen Schiffsbau jest und später von großer Bedeutung sein wird. Im Laufe der legten Beit haben bekanntlich die Tealwaldungen Indiens unter der Lei fung eines Deutschen einen großen Aufschwung genommen, namentlich find fie besonders dicht im Königreich Birma. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wenn ich hervorheben wollte, daß gewiffe Theile der großen Schiffe, namentlich der Kriegs fchiffe, aus Teathols gebaut werden müssen, das, wie ein geift reicher Schriftsteller sagt, unter den Hölzern dieselbe Stellung einnimmt wie Gold unter den Metallen. Ich erlaube mir nun Die Frage an die Regierung, ob dem Teatholz unbedingt der freie Eingang über die deutsche Grenze geftat et ist, da ich eine Antwort darauf im Bolltarif nicht finde. Ferner möchte ich den Wunsch hier ausdrücken, daß unter den Deutschen, welche im Königreich Birma Geschäfte treiben werden auf Grund Dieses Vertrages, es auch folche geben möge, welche Waldungen erwerben und fte in wahrhaft forstmäßiger Weise ausnuten. Abg. v. Bunsen: Ich kann nur meine Unwissenheit darüber bekennen, daß dieser Vertrag fich wesentlich oder gar vollständig auf die Einführung von Schnaps bezöge. Sch glaube, da ist eine Verwechselung mit untergelaufen; allerdings bezog fich der während mehrerer Monate in diesem Jahre ver abredete Vertrag mit Siam auch auf die Frage des Imports von Spirituosen; beim Vertrag mit Madagaskar aber liegen ganz andere Bwede vor, welche auch mit den Rüftenfiebern wenig zu thun baben. Die Küften find fast ringsum unter französischer Botmäßigkeit; die sowas herrschen im Innern des Landes auf Hochplateaus; es ist mir unbekannt, daß dort deutsche Kolonisten überhaupt einwandern; wohl aber würden, wenn Europäer dort wohnen wollten, fie fich dort ebensogut befinden, wie bisher die Missionare, welche in großer Bahl dorthin gegangen find; und wir haben es dort mit einer Be völkerung zu thun, welche durch Mifftonäre zum Chriftenthum belehrt ist und fich vergleichsweise einer sehr bedeutenden Kultur erfreut. Ich glaube übrigens, es ist ein Druckfehler, wenn es in der Konvention heißt, daß fie am 15. Mai d. J unterzeichnet fel. Die Denkschrift rührt augenscheinlich aus dem Jahre 1883 ber und ist nur aus Versehen jetzt unverändert zum Abdruck ge tommen. Die Dentschrift erfreut uns auch jest; nur fast fie uns nicht, was die Veranlassung au dem langen Aufschub gewesen sein mag. Nach äußeren Umständen möchte man annehmen, daß es der Krieg gewesen ist, welchen die Homas lange nach der hiefigen Anwesenheit ihrer Gesandten mit Frankreich ge führt haben. Doch würde das die Ratifikation durch die Königin von Madagaskar nicht ausgeschloffen haben; ebenfowenig der bort fürzlich stattgehabte Thronwechsel. Endlich möchte ich die Regierungsvertreter fragen, ob bei Meinungsverschiedenheiten über die Interpretation der deutsche, der madagasfische oder der englische Text ausschlaggebend sein soll. wenn Die Konvention wird unverändert angenommen. Es folgt die erfte und zweite Berathung des am 29. v. Mts. zwischen dem Reich und Belgien über die Bestrafung der auf den beiderseitigen Gebieten verübten Forst, Feld, Fischereis und Jagdfrevel abgeschlossenen Vertrages. wirthschaftlichen Vereinigung. zuzuftimmen, jedo zugleich eine Erhöhung berfelbe gierung pra Also Drei Woden! Die ftedbrieflich Ronigftraße Staatssekretär v. Burchard erklärt, daß der Bund rath nach reiflicher Erwägung dazu gekommen Der Erhöhung des Rapszolles mit den Konsequenzen, daß des Rübzolls und eine Begünstigung der Ausf von Rüböl Plaz zu greifen habe. Weitere Bedenken, weld der Bundesrath gegen die in zweiter Lesung gefaßten Beschlif einigung beseitigt worden. Den für denaturirtes Olivenöleftnahme Aussicht genommenen Zoll würde das Haus ohne Rüdi auf das fegt mit Spanien getroffene Abkommen beschließe Abg. v. Bunsen: Es wäre nüglich zu wiffen, wie es in Bezug auf dies wichtige juristische Gebiet in den andern Nachbarstaaten, wie Holland, Rußland, Desterreich, Dänemark und der Schweiz, gehalten werden soll. Die Vorlage selbst erscheint mir in teiner Weise bedenklich; sie wird der Grenz bevölkerung nüglich sein und den Geschäftsverkehr der Gerichte erheblich erleichtern. Im Einzelnen möchte ich wiffen, worüber man nach dem deutschen Text des Vertrages zweif haft sein lann, ob es nach dem Vertrage erlaubt ist, die Berfolgung des Forfifrevlers vom Nachbar ftets sofort zu fordern, und ferner, in welcher Weise die deutschen Beugen in Belgien vernommen werden sollen. Kommiffarius Wirklicher Legationsrath Dr. Kayser: Wie fich aus der Denkschrift zu dem Vertrage ergiebt, ist das Bedürfniß zu dem Abschluß eines solchen zwischen Preußen und Belgien schon seit mehreren Menschenaltern vorhanden. Db ein solches auch zwischen Preußen und einem anderen Nachbarstaat vorliegt, ist mir aur Beit nicht bekannt. Erst wenn ein solches hervortreten sollte, würde für die kaiserliche Regierung ein Anlaß vorhanden sein, den Abschluß neuer Vorlagen in Erwägung zu ziehen. Was die Anfrage wegen fönnen. 2 ( Während dieser Rede erscheint der Reichskanzler.) Abg. Scipio hält es für bebentlich, daß auch jest nach dem Antrage der wirthschaftlichen Vereinigung für Del enthaltenden Vegetabilien mit Ausnahme von Balmle und Kopra der Bolsas von 2 M. beibehalten werden Wenn zufällig in den überseeischen Ländern eine neue Del haltende Frucht entdeckt werden sollte, so würde die beutung derselben durch die Industrie durch diesen Bollfas möglich gemacht werden. Die vorliegenden Bollerhöhung find beantragt im Interesse dee Landwirthschaft. Dieselbe burch die zollfreie Einfuhr von Erdnüffen, Sesam u. 1. 10. henden Industrien Abbruch gethan. feiner Weise geschädigt, wohl aber wird durch diesen Boll b benden Industrien Abbruch gethan. demfelb Fraue Ach aber lo Araße aus folgten wab , su enito Der Bildfläch Individuum g. Ein Bestern Rac Der Lindenf Don Den f wurde und nicht unerhe bielt. De Sanität Bwa So Die E Jenden folg Der Kollege baltende St machern al Schmiebe) Ragdeburg Derfelbe am haben fich Abg. Broemel hebt hervor, daß Olivenöl mit dem Rüb fonfurrire und in Folge deffen nach Erhöhung des Rapsol von der Kommiffion auch die Einführung eines Bolls fr naturirtes Olivenöl in Vorschlag gebracht sei. Wenn daffel jegt in Folge des mit Spanien getroffenen Abkommens golf aus den meist begünstigten Ländern eingehe, würde b Rübölfabrikanten teine angenehme Ueberraschung bereitet we den. In der That sei ihm bereits ein Telegramm des Bo tehers der Stettiner Kaufmannschaft zugegangen, in dem tlärt werde, daß nach der zollfreien Einlassung des denaturie Olivenöls der Rapsjoll unhaltbar sei. Da dieser Boll fchloffen ist, um den Rapsbau zu fördern, das Schidjal Rapsbaues aber abhängt von dem der Rübölfabrikation, follte man wohl Bedenken tragen, auch jetzt noch an den be be ABE woll schließenden Theile die Worte seront punis" und werben schlüffen zweiter Lesung festzuhalten. Frankreich, das eine Bedeutung haben. Darauf wird der Vertrag in allen seinen Dad Theilen genehmigt, desgleichen nach einem eingehenden Referat gehütet, einen Boll auf Raps einzuführen. Wenn der R Des Abg. Kalle in zweiter Berathung der Nachtragsetat zum Reichshaushaltsetat für 1885-86, worauf die britte Berathung der Bolltarifnovelle fortgesetzt wird. Für Hafer( iegt 50 Bf.) war in zwelter Lesung ein Boll von 1 M. befchloffen worden, während die Vorlage eine Erhöhung auf 2 M. vorgeschlagen haite. Heute beantragen Frege und Genoffen 1,50 M.; Sfolle und Genoffen die völlige Bollfreiheit des Hafers. Abg. v. Dw tritt für den Antrag Frege ein; die zweite Lesung hätte durchschlagende Beweisgründe auch gegen die ursprüngliche Vorlage nicht zu Tage gefördert. Im Deutschen Reiche seien faft vier Mill. Hettaren mit Hafer bestellt, die Preise feten beträchtlich zurüdaegangen, von 16,7 auf 14,4 Mt. Jm Interesse des fleinen Mannes sei ein ausgiebiger Bollfag des afers so unbedingt geboten, daß Redner, wenn er über die Gestaltung des Tarifs zu entscheiden gehabt hätte, sich mit 2 Mr. für Weizen und Roggen begnügt, für Hafer aber 3 Mt. festgesezt haben würde. Kommiffarius Wittl. Geh. Legationsrath v. Kusserom: Die frühere Ratifizirung der Konvention haben politische Gründe auf madagasftscher Seite verhindert, auf die näher einzugehen ich mir versagen muß, da die Verwidelungen, welche den Aufschub mitverschuldet haben, noch fortbestehen. Ein Regierungswechsel veranlaßte einen ersten Aufschub, der fich in Anbetracht der Verwickelungen, über die ich mich nicht näher auslaffen darf, nicht sofort wieder gut machen ließ. Es ift uns jedenfalls gelungen, die Hindernisse zu beseitigen, welche in Folge des Aufschubs leicht dem Berfektwerden des Bertrages hätten entgegentreten fönnen. Die Verhandlungen unseres Konsulats mit der einheimischen Regierung führten zu einer erneuten Berständigung über die Natifikationsfrist, so daß dem Perfektwerben des Vertrages nichts im Wege steht, obwohl die ursprünglich angelegte Ratifikationsfrist nicht einge halten worden war. Dem Vertragstert ist der englische Text beigeheftet worden, weil die beiden Unterhändler und die beiden Völker sonst nicht in der Lage sein würden, das Ergeb niß der Verhandlungen gegenseitig au fontroliren. Dieses Verfahren ist schon sehr häufig angewendet worden. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten wird der englische Text der Leitfaden für die Unterhandlung zum Zweck der Verständigung sein. Auf alle Ausführungen des ersten Redners einzugehen und die ganze Generaldebatte über die Kolonialpolitik zu er neuern, möchte wohl nicht im Sinne des hohen Hauses liegen und seiner Geschäftslage nicht entsprechen. Ich habe hierzu heute auch persönlich keinen Auftrag. Nur ist sein Appell an Die Regierung, was Madagaskar anlangt, nicht indigirt, da, Das Klima dort wirklich fo ungesund sein follte, wie er behauptet, seine Warnung für Deutschland nicht zutrifft, da Da wir keine Rolonisationsgefege bezüglich Madagaskars baben. Es ist bekannt, daß andere Mächte ihr Auge auf Madagaskar geworfen haben. Die kolo nialpolitischen Anspielungen des Herrn Abgeordneten führten ihn dazu, eines Opfers, wie er sich ausdrückte, der Kolonial politik zu gebenken, womit er Niemand anderes meinen fonnte als den jüngst verstorbenen Generalkonsul Dr. Nachtigal. Es genügt für mich diese Erwähnung, um die Gelegenheit zu be nugen, hier öffentlich Namens der kaiserlichen Regierung diesem ausgezeichneten Beamten die Anerkennung auszusprechen, die er in so hohem Maße verdient( Beifall), und die bereits an anderer Stelle seitens der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht worden ist. Ich glaube aber nicht, daß man diesen beklagenswertben Umstand benußen sollte, um uns in letter Stunde die Freude an den Errungenschaften der Kolonial politik zu verderben. Auch in anderen Ländern erfordert die Kolonialpolitit Opfer, und leider sind es ja nicht immer die Schlechtesten, die am frühesten durch den Tod dahingerafft werden. Auf eine fachliche Bemerkung schulde ich dem ersten Redner eine Antwort. Er meinte, die ganze Konvention würde teinen Werth haben, wenn wir die Schnapsausfuhr nach Mas dagaskar untersagen wollten. Es ist mir nicht bekannt, daß bies beabsichtigt wird. Aber wie gering auch augenblidlich der vandel mit Madagaskar sein möge und wenn er fich in den legten Jahren nicht gesteigert hat, so tragen hieran die politischen Wirren die Schuld, so hoffen wir doch, daß später diese reiche Insel auch ein reiches Absatzgebiet für Deutschland abgeben werde. Vorsorglich, wie die kaiserliche Regierung in dieser Beziehung ist, hat sie die fich bietende Ge legenheit benutt, um dem Beispiel anderer Staaten zu folgen, und hat durch diesen Meistbegünstigungsvertrag dem deutschen Handel, wie fte hofft, au späterem teichen Gewinne die Wege geebnet. Abg. Robland ist gegen die Erhöhung des Haferzolls. zoll nicht so belaffen werden soll, wie er iegt ist, thu Haus gut, wenigstens dem Buhl'schen Antrage zuzuftimm Unter Ablehnung aller übrigen Anträge werden bi träge der freien Vereinigung( Frege und Genoffen) genommen. Für Mais und syrischen Dari war in Lesung ein Bollsat von 50 Bfg. beschloffen worden. und Genossen beantragen Erhöhung auf 1 M. machen un Bir bitten Der noch nic Berjammlun Kollegen, fpätestens 2 Quartiere fo einen Mago gebeten, uns Die Mandate mit Fefifte traurigen Mittel und Wanderunte 3weller Letterer Antrag wird mit 156 gegen 152 Stimmen genommen. Beschlüffen zweiter Lesung 3 M. Boll entrichtet werden Gin Für Anis, Koriander, Fenchel und Kümmel foll nach be Bntrag des Abg. Witte, Anis und Kümmel frei ein laffen, wird abgelehnt, der Beschluß zweiter Lesung aud Dritter Lesung aufrechterhalten. Für frische Weinbeeren bleibt der Bollsat 15 M. unverändert. DO Um 6 Uhr vertagt sich das baus bis Mittwood 10 Die Bezugnahme auf die Noth des armen Mannes, der durch( Petitionen; Wahlprüfungen; Novelle zum spanischen Hand vertrag: dritte Lesung der Novelle zum Bollvereinigung Südafrikanischen Republik; Fortseßung der Berathung bes fettige Bethe Don Dem Ko .: E. Stellmacher, Baris, Jammlung Senger Bet lagie, bie Giribeit D aufrecht au wird ben 2 beiter in ber Iman den Boul für das Brotgetreide verdreifacht, set mindestens trag; Ronventionen mit Belgien, Birma, Madagaskar und b Abg. v. Putitamer Blauth bittet, den Antrag Bolltarifnovelle; erfte Berathung des Auslieferungsvertrage eigenthümlich. Frege anzunehmen. Abg. Dirichlet: Wenn man, wie zahlreiche Konser vative, in der zweiten Lesung für keine Erhöhung des Haferzolles geftimmt hat, jetzt aber in dritter Lesung doch einen da hin gehenden Antrag einbringt, so sollte man doch zunächst gar teine Beweiskraft, denn er stellt die Durchschnittspreise Sie denn, wenn das Wohl des kleinen Mannes Ihnen so am mit Rußland. Lokales. cr. Die Provinzialen find uns Berlinern in verschieben Die Schneide Berviers un bejchloß unte wo noch gea Ebell u veranlaf Rafregeln heute war und amet Bolizeibeamt loffen, nid Befchäfte fch hfs. Bu getbeilt, ba Ehöhung des Haferzolles in der zweiten Lesung ablehnten. Beziehung doch ganz gewiß über". Dummdreifte und u Die von Herrn v. Ow. beklagte Preisreduktion des Hafers hat wiffende Batrone giebt es in Berlin leider auch, aber ba Don 1882/83 denen von 1872/73 gegenüber, ohne die da daß fich diese Menschen allzusehr in die Deffentlichte zwischenliegende Periode zu berücksichtigen. Weshalb haben drängen, es paffirt ihnen hier wenigftens, daß fie recht häuf bie paffende Abfertigung erhalten. Draußen in der Provin Herzen liegt, nicht den Boll von 3 M. beantragt? Statt deffen jedoch macht sich der Bierphilifter viel breiter, er bat che haben Sie in zweiter Lefung für die Ermäßigung der Regie nicht zu fürchten, daß man ihm in seinen blöofinnigen rungsforderung gestimmt; fept haben Sie fich überzeugt, daß führungen entgegen fritt, und daß ihm eine Antwort zu es fich nach außen bin sehr schlecht machen würde, wenn Sie wird, die ihm die Unfehlbarkeit seiner bornirten Anfichten den Foggen nicht halt gemacht haben, und so schlagen Sie ist glauben, wie sehr sogenannte gebildete" Leute in mobemes doch etwas zweifelhaft erscheinen läßt. Man sollte es fau einen Mittelweg vor. Die Sache ist ja sehr begreiflich, aber Anschauungen zurüd find, und wer a. B. die Frelenwald febr schön ist sie nicht.( Buftimmung linte. Der Präsident Beitung" lieft, der wird nicht annehmen, daß dieses Wellbla Abg. Richter: Daß die Haupteinfubt in Madagaskar Rum ift, zeigt jedes statistische Handbuch, beispielsweise das Gothaer Handbuch in unserem Leszimmer. Ein Ausfuhrart fel aus Madagaskar ist Wachs, deffen Einfuhr gerade heute mit einem höheren Boll belegt werden soll. Ich möchte dem Kollegen v. Bunsen nicht rathen, selbst die Probe zu machen auf das angeblich gefunde Klima in Madagaskar und auf Das besondere madagasftiche Fieber. Die Herren, welche eine übertriebene Begeisterung für Afrika haben, sollten doch gerade gegenüber den legten Erfahrungen etwas fühler Sarüber denken. Mit Recht bat Herr Virchow gesagt, daß, wer jest auch nur die Spekulation ermuthigt, fich fenen Gegenden besonders zuzuwenden, die Verantwortung übernimmt, daß unsere Landsleute dorthin direkt in den Tod vor dem Hafer gänzlich still stehen, nachdem Sie vor dem bittet, den Rednern nicht andere Motive unterzuschieben, als Son Organ mindestens hinter der chinesischen Mauer bas i der Welt erblickt. So wurden die chrsamen Freienwald Der Bollfaß wird mit großer Mehrheit nach dem Antroge Bürger vor einigen Tagen aus Anlaß eines Streits ber bo fte selbst ausgesprochen haben.) Frege auf 1,50 M. normirt. Buchweizen, Hülsenfrüchte und anderweit nicht genannte Getreidearten( Bolsas 1 M. nach den Beschlüffen zweiter Les fung) bleiben unverändert. tigen Bauhandwerker durch folgenden Ünfinn beglüdt: feit einiger Beit turfitte hier das Gerücht, daß für die näd Beit ein Streit der hiesigen Maurer und Zimmergefellen plant fel. Derfelbe ist nun am legten Sonnabend in der nein Für Gerste( iegt 50 Bf.) hatte die Regierungsvorlage ausgebrochen weshalb, was wollen die Leute erreichen, a 1,50 M. vorgeschlagen; der Beschluß zweiter leicht einen höheren Lobn? Das würden ganz berechtigte Interessen fein 6 in etwa 10 nach, zu bef jogen werden Hatiftisches jeit ac. bette ift, um auf eigneten fündigen M fcheint, geger Au tönnen. fand vor et Thore, bei äußere Loui nals, innerh Der Spree, a niderftrage Fatt. Speziell Bon ein theiligten f Die, wie ermi Hinge befchäft gefammi 62 Arbeitszeit; Weber ftunden erzielen die 1 M. Frege und Genoffen beantragen die Wiederherstellung der Vorlage. Der Bollsag für Mal; nac dem Beschluß zweiter Lesung ist 2.40 M.; die freie wirthschaftliche Bereini wollen die bisher bestandene elfftündige Arbeitszeit, die aung( ege und Genoffen) will ihn auf 3 D. eböhen. ftündige, d. h. von früh 6 Uhr bis Abends Morgens 6 Uhr bis Abends 7 Uhr währte, auf eine sch 3eis beantragt eventuell, ben Malajoll bei einem Gerstenzoll verfürzen. von 1 M. auf 2,25, bei einem solchen von 1,50 M. auf 2,75 Maureisweiß kostet und wie theuer der naffe Schwam zu normiren. beim Pfeifenanzünden dem Bauherrn wird, wie Burchschnittlic บ. Den Antra alfo biefe Arbeiter stets gequält haben!! olles ein o daß das Publikum wohl mit Recht die Bestrebungen der 50 Mt. Reifter, diesen Faulheitsgelüften des jeßigen Streiss entge mit 206 gen au arbeiten, mit Genugthuung begrüßen wird. Mit Rüdgt der nicht f darf wohl mit Sicherheit auf das Entgegenkommen , zu: Andes bauenden Bublifums gerechnet werden, die Meister gern unt zfügen, war vor allen Dingen in der Art, daß Riem" in jeziger Beit einen Maurer- oder Bimmergefellen onüffe und werden. 86 1hr arbeten for fondern solche Leute mit Entrüstung in zweiter jurid weist. Au, un, seifen wir den Meistern gern und mit Linfast Bon veeuden, nur so fann eB vermieden werden, daß Erdnüffe nicht bald hinterher sämmtliche Arbeiter der Biegeleien, Rizinusfaat der Fabriken, der Landwirthschaft u. s. w. mit denselben Anerfeits will forderungen hervortreten und so eine Bertheuerung jeder Probullion und Fabrikation herbeiführen." Deibehalten fret laffen faat" cint Hause fol unterwerfen Wir würden diesem haben, wenn uns nicht daran liegen würde, die Berliner Bau handwerker darüber aufzuklären, was sich einzelne Leute im Sabre des Hells 1885 immer noch für Vorstellungen von einer Berkürzung der Arbeitszeit machen! Mit größerer und bru Frage ein talerer Offenheit ist die philiftröse Dünkelhaftigkeit eines bes ende veräntien Kleinstädters wohl nur selten hervorgetreten, der den großen Drang nach gefeßlicher Regelung der Arbeitszeit, der ge in durch alle Gewerkschaften, durch das ganze werkihätiae Boll rfchläge geht einfach barauf zurückführt, daß die Leute zum Arbeiten faul feien! Mit folchen Herren zu diskutiren, lohnt einfach sugleich nicht der Mühe, das Einzige, was sich derartigen Auslaffungen Sereinigung gegenüber thun läßt, ist, daß man dieselben niedriger hängt. eöle von 8 Bunb men fel stätten( mit insgesammt 25 Gesellen und 17 Lehrlingen) beträgt eine Beschränkung der Kinderarbeit gefordert wurde. Nach die Abeitszeit 11 Stunden und wird in 4 dieser Werkstätten dem Inkrafttreten der Beschränkung der Kinderarbeit habe fich aleichfalls je nach Bedarf, über die Normalzeit hinaus gearbeitet. gezeigt, buß keine Fabrit zu Grunde gegangen sei, daß vielDer Durchschnittsverdienst der Gesellen beziffert sich in diesen mehr sofort eine Nachfrage nach männlichen Arbeitern stattge 8 Werkstätten auf 19 Mt. Die Arbeitsräume befinden sich funden habe und hierdurch die männliche Arbeitskraft im meist in dunklen Kellerlokalitäten. Die verhältnismäßig so Breise gestiegen sei. Daffelbe würde eintreten bei der Einfüh geringfügige Betheiligung an der Versammlung soll sich, wierung eines Marimalarbeitstages und der augenblicklich einallseitig betont wurde, zum Theil aus dem vorherrschenden iretende Ausfall an Verdienst würde später reichlich Indifferentismus der großen Mehrzahl der Gesellenschaft, zum gedeckt So allein tönne Dem Arbeiterstande großen Theil aber auch aus dem Umstand: erklären, daß ein und geholfen eine Gleichstellung mit beträchtlicher Bruchtheil der im Adreskalender aufgeführten anderen Ständen herbeigeführt werden. Dies zu erreichen, Schloffermeister" zur Beit weder Gesellen noch Lehrlinge be- müßten die Arbeiter bemüht sein, ste sollten nicht den Muth fchäftigen soll. verlieren, wenn auch die Früchte ihnen nicht gleich reif in den Schooß fielen, sondern ausbarren im redlichem Streben, dann würden fie auch bald einige Früchte ernten tönnen. Ein gro Vortheil fet ichon errungen in der Anerkennt niß, daß eine Arbeiterfrage bestehe und daß diese nun mehr als Mahner an die anderen Gesellschaftsklaffen herantrete und zur Lösung dränge. Ruhig und auf gefeßlichem Wege müffe diese Lösung vor fich gehen, nicht mie ein Sturmwind, der fich plöglich erhebt und eine unheilvolle Um wälzung hervorruft; immer mehr müsse fich die Erkenntnig Bahn brechen, daß nur im ftätigen Vorwärtsschreiten die großen und schönen Biele zu erreichen find. Eine Distuffton inüpfte fich an diesen Bortrag nicht, doch gab der Fragekasten Beranlaffung zu lebhaften Debatten. Aus der Vereinskaffe wurden für die streitenden Anilinarbeiter 10 Mt. bewilligt, während für die streikenden Tischler eine Tellerfamm lung veranstaltet wurde, welche 11 Mt. 68 Bfg. ergab. hfs. Die Vergolder und verwandten Berufsgenossen waren am Sonntag, den 10. d. Mis., Vormittags, auf Ein berufung von Seiten des Vorstandes der Freien Vereinigung der Vergolder und Fachgenoffen" in Keller's Lokal, Andreas. ftraße 21, etwa 100 Mann start versammelt, um über die Organisationsfrage zu beschließen. Der Referent der Versamm lung, Herr C. Vieth, forderte die Anwesenden sowie alle Ber liner Bergolder dringlich auf, im Hinblick auf den jetzt beson ders ungünstigen Stand der Löhne- von durchschnittlich nur 15 M. wöchentlich fich au einer starken Organisation zu sammenzuschließen. Andernfalls würden die Löhne ficherlich nur noch weiter herabgehen. In der lebhaften Distuffton forderte Herr Böhl die Versammelten auf, dem neugegründeten Unterstügungsverein der Bergolder ac" beizutreten, da der forderte Herr Böhl die Versammelten auf, dem neugegründeten felbe den Mitgliedern größere Vortheile biete, als die Freie Vergolder" Alle übrigen plaidirten jedoch für den Beitritt zum refp. für das Verbleiben in dem schon seit Auguft v. J. bestehenden Verein. Schließlich nahm die Versammlung mit allen Stimmen gegen eine folgende Resolution an: Die heutige Versammlung der mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und fordert alle Vergolder und Berufs genoffen Berlins auf, dem beftebenden Berein der Freien Ber einigung der Vergolder und Fachgenoffen" beizutreten, um berichteten vor einigen Zagen, daß der Bigarrenmacher Wind Intrag dorf aus Breslau und Rathenow ausgewiesen wurde. Jest if berselbe in Folge einer Verfügung des Königlichen Re gierungspräfidenten auch aus Brandenburg ausgewiesen worden. Alfo drei Mal ausgewiesen in einem Zeitraum von vier Bergolder 2c. erklärt fich 7, jebod Erhöhung Audfu en, weld lichen Bo Olivenol befchließ r.) Wochen! Die Verfolgung eines wegen verschiedener Fälschungen fted brieflich verfolgten Mannes erregte gestern Mittag in der folgten Die Kopenhagener Bergolder, welche fich im Streit befinden, Beschli on demselben betrogener Herr hatte den Mann am Arme zur geeigneten Beit erhöht werden." Auch wurde beschlossen, einer Frauensperson bemerkt und trat an ihn heran, um seine Festnahme durch einen Schußmann bewirken zu laffen. Er riß durch gesammelte Beiträge zu unterstüßen. e Rüdich aber los und flüchtete von dem Eingange in der Jüdens fraße aus in den Rathhauskeller, von wo aus es dem Vers wahrscheinlich durch den zweiten Ausgang gelungen , zu entlommen, Denn o gelang felbft mit Hilfe zweier auf jest n für all Balmler werden fol ue Del e Bollfas Die Au erhöhung efelbe wi Boll b Dem Rib RapBoll us für u. f. 10. in daffel ens joll würbe b reitet we Des Bow enaturii Dem Boll bidfal b n den B tation, Bölle mo Das eine bat fidh be Der Rap Dad in thue ftimmen t ble fen) a 3weller n. Fuge mmen an bes I nach rden. frei cing K g audin ollfa 5 10 Band Agung ar und thung bes Bvertrage richiebend und un aber bal nicht Fentlichte Brovin cbt bauks eben gen u bat tau be ten bent ca faun modernes elenwalbe Weltbla bas bied bat Lid elenwalde 8 ber ba : Scho Die nac efellen der Bildfläche erschienener Kriminalbeamten nicht, das betreffende Individuum im Rathhausteller Restaurant zu ermitteln. g. Ein 81 Jahre alter Herr Namens Wolff wollte geftern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr den Straßendamm Ser Lindenstraße vor dem Kammergericht überschreiten, als er Don den Pferden eines daherfahrenden Omnibus umgestoßen wurde und unter das Fahrzeug gerieth, wodurch er mehrere nicht unerhebliche Verlegungen an den Beinen sowie im Gesicht erhielt. Dem Berunglückten wurde die nöthige Hilfe in der Sanitätswache in der Markgrafenstraße zu Theil. Soziales und Arbeiterbewegung. hr. Jm Unterstüßungsverein der Buchbinder( Alte Jakobftr. 75) wurde am Montag, nachdem zwei Ersagwahlen für den Vorstand vollzogen waren, von Herrn Rohmann ein Referat über den Aufruf der Bariser Arbeiter zur Betheiligung an einer internationalen von den Arbeitern zu veranstaltenden Industrie- Ausstellung erstattet. Im Hinweise auf die großen Kosten und das große Rifiko eines solchen Unternehmens, auf die Mittellofigkeit der Arbeiter und ihre Abhängigkeit von den Arbeitgebern und auf den Umstand, daß petuniäre Erfolge für die fich an der Ausstellung betheiligenden Arbeiter nicht in Aussicht stehen, sprach Referent fich gegen das Projekt aus. Bwet andere Redner stimmten ihm bei. Herr Linke begründete darauf den Antrag des Borstandes, daß die Buſenbung beg des Verbandsorgans Buchbinderzeitung" an die Abonnenten fünftig nicht mehr auf Koften des Vereins erfolgen soll. Der Antrag wurde nach sehr langen Debatten über die Frage, in welcher Weise die Bustellung der Beitung an Die Berliner Abonnenten bewerkstelligt werden solle, einstimmig angenommen. Wie er die Beitung beziehen will, wird jeder Abonnent der Expedition anzuzeigen haben. Es stands auf Gründung eines Streitfonds mit dem Hin weise darauf, daß in manchen Fällen die Arbeitseinstellung eine moralische Nothwendigkeit sei, au motiviren. Herr Roh mann bekämpfte den Antrag, er meinte, daß nach Gründung des Verbandes die deutschen Buchbinder innerhalb threr Drganisation eine Befferung der Lohnverhältniffe ohne Streits werden herbeiführen können. Nachdem noch der Vorfigende Die Schmiede und Stellmacher Deutschlands ver fenden folgendes Birkular: Werthe Genoff: n! Auf Wunsch nahm dann Herr Unzer das Wort um einen Antrag des Vor Der Kollegen mehrerer Städte wird der zu Pfingsten abzu haltende Kongreß der Schmiede gemeinsam mit den Stell machern als Kongreß der Wagenbauer( Stellmacher und Schmiede) in der Butauer Bierhalle, Johannisbergstr. 3 zu Ragdeburg am 24. und 25. Mai 1885 ftattfinden und wird berfelbe am 24. Nachmittags 3 Uhr eröffnet. Die Delegirten haben fich durch blaue Schleifen an der Brust kenntlich zu machen und werden am Bahnhof von den Magdeburger Herr Joft für den Antrag gesprochen, wurde die Beschluß Rollegen, welche dasselbe Abzeichen tragen, erwartet werden. Der noch nicht gemeldeten Städte in schleunigst einzuberufenden Bir bitten nochmals in lester Stunde, daß auch die Kollegen, faffung über den Antrag auf die nächste Generalversammlung vertagt. Einem Gesuche der streitenden Arbeiter der Anilin fabril in Rummelsburg um Unterstüßung wurde nach langer lebhafter Distuffton durch Bewilligung von 25 Mt. aus der Rathenow. Eine von mehr als 1000 Mann besuchte Bersammlung der Maurer und Bimmerer Rathenow's, zu welcher die Bürger und Arbeiter von Rathenow eingeladen waren, fand am Montag, den 11. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Krone statt. Dieser Einladung hatte ein großer Theil der angesehenften Bürger Folge geleistet, auch 6 oder 7 Meifter waren erschienen. Leider verfiel die Ver fammlung nach faum 10 Minuten Dauer der polizeilichen Auf lösung. Bei den Worten des Referenten, Maurer I Dietrich aus Berlin, die gewerkschaftliche Organisation ist dem deutschen Arbeiter zum Bedürfniß geworden, erhob fich der überwachende Beamte und erklärte auf Grund des§ 9 des Sozialistengesezes die Versammlung für aufgelöst. Die Versammelten waren sprachlos und folgten der Aufforderung, das Lokal zu verlassen, mit dem festen Vorsage, den Maurern und Zimmerern Stathenows dennoch zum Siege zu helfen. Der Verein für ärztliche Hilfeleistung( Sanitätsverein) foll Kraft treten. Die Ausgabe der Mitgliedsbücher beginnt am wie uns geschrieben wird bestimmt am 1. Juni in Montag, den 25. Mai cr., in den noch näher durch die Bei tungen bekannt zu machenden Lokalen. Diejenigen Bersonen, welche schon im Befige von Koupons find, tönnen ebenfalls pfang nehmen. Die Statuten find bereits allseitig versandt, dafelbft gegen Burückgabe derfelben ihr Mitgliedsbuch in Em und werden auf Wunsch gern weitere nachgeliefert. Ferner werden diejenigen Herren, welche im Befige von viften find, gebeten, dieselben im Laufe dieser Woche, Abends von 8-9 Uhr, jedoch bis spätestens Sonntag, den 17. Mai, Vormittags 11-1 Uhr, mit den eingenommenen Geldern und übrigen Koupons an Herrn Schulz, Bergmannstr. 97, S. 2, abzuliefern. Ferner ersuchen wir diejenigen Borstandsmitglieder freier Hilfs laffen, welche noch keine Statuten bekommen haben, aber solche wünschen, fich an obige Adresse zu wenden. Bum Beis tritt ift Jeber berechtigt, der in Berlin seinen Wohnftt hat. Personen über 50 Jahr werden nicht aufgenommen. An monatlichen Beiträgen find zu entrichten: 1. für eine Person 30 Bf., 2. mit Frau 50 Pf., für jedes Kind unter 14 Jahren 5 Pf., Eintrittsgeld beträgt 1 M., jedoch nur für den Antrag steller. Als Antragsteller gilt das Familien- Oberhaupt. Jedes Mitglied hat von vier Wochen nach dem Tage seines Eintritts an alle Rechte, welche das Statut gewährt. Die von den Vertretern der freien Hilfskaffen gewählte Kommission. J. A.: J. Hundt. fpätestens 20. Mai anzumelden, damit wir für geeignete Vereinskaffe und durch den Beschluß, Sammellisten zirkuliren rufsgenossen findet Mittwoch, den 13. d., Abends 8 Uhr, Quartiere forgen tönnen. Diejenigen Städte, welche fich durch einen Magdeburger Kollegen vertreten lassen wollen, werden gebeten, uns dieses so schnell wie möglich mitzutheilen und uns Die Mandate ausgefüllt zurückzusenden. Da sich der Kongreß zulässig. mit Feststellung der eigentlichen Ursachen der zum Theil Rittel und Wege zur Befferung derselben, und Regelung des Wanderunterstügungswesens beschäftigen soll, erwarten wir all zu laffen, Folge gegeben. Eine Tellersammlung zu veran stalten, erklärte der überwachende Polizeilieutenant für nicht traurigen Lage unserer Gewette, sowie mit Berathung über seine Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: fettige Betheiligung. Die Reihenfolge der Tagesordnung wird Der Berliner Stucateur- Verein hielt am 4. Mai cr. 1) Raffenbericht. 2) Verschiedenes. Nachdem der Kaffenbericht erledigt, wurde beschloffen, den streikenden Tischlern Berlins 25 Mait zu bewilligen; ferner, au der nächsten Vereinsver Don Dem Rongreß selbst festgestellt. Berlin, Anfang Mai 1885. fammlung am 7. Juni im Vereinslokal, Neue Grünstraße, den ..: E. Drewig, Schmied, Gubenerftr. 61. J. Heider, Vertreter der Naturheilkunde, Herrn Sperling, zu einem Vor Paris, 10. Mai. Heute wurde im Saale Levis eine Vers jammlung von ungefähr 2000 Arbeitern und Arbeiterinnen late, die allgemeine Arbeitseinstellung" fortzuseßen und die aufrecht zu halten. Die Gewerbekammer, die viel Geld hat, trag über Naturheilkunde" einzuladen und die Borstandswahl auf Montag, den 15. Juni zu verschieben. Gleichheit des Lohnes zu 90 Centimes für die Arbeitsstunde gegenwärtige Sozialpolitit. Eine der wichtigsten Fragen, wird den Arbeitern Geldunterstüßungen zahlen. Da die Ar t. Im Arbeiter- Bezirksverein der Rosenthaler Bor. stadt sprach am Montag Abend Herr Reichstags Abgeordneter Stolle vor einer sehr stark besuchten Versammlung über die meinte der Vortragende, welche die Gegenwart beschäftige, sei die soziale Frage. Bor noch nicht gar zu langer Beit sel awar better in der Provinz für Baris nicht arbeiten wollen, so laffen noch die Existenz einer Arbeiterfrage in Abrede geftellt wor Berviers und am Rhein arbeiten. Die heutige Versammlung ben, seitdem aber von oberster Stelle herab das Recht auf Arbeit anerkannt sei, tönne und werde Niemand mehr das Be beschloß unter anderem, morgen nach den großen Magazinen, ftehen der Arbeiterfrage leugnen. Werde nun die Frage und veranlaffen, die Arbeit einzustellen. Die Polizei hat Maßregeln zum Schutz der Magazine angeordnet; auch beute war im Saale Levis die Polizei amet start vertreten Arbeiter wurden wegen Beleidigung von Befchäfte schließen. aufgeworfen: Was wollen die Arbeiter? so fet die Antwort hierauf diese: die Arbeiter wollen ihre Lage verbessern. Einem jeden Stande wohne dieses Bestreben inne und Nie mandem falle es ein, ihm solches zu verargen oder ihm deshalb einen Vorwurf zu machen. Deshalb dürfe auch dem Arbeiter. Bolizeibeamten verhaftet. Die Schneidermeister haben be- ftande aus diesem Bestreben kein Vorwurf gemacht werden, fchloffen, nicht nachzugeben, und erklären, fte würden eher ihre vielmehr sei ein Jeder verpflichtet, mitzuarbeiten an dem großen Vereine und Versammlungen. hfs. Zur Schloffer.Lohnbewegung wurde unlängst mit Werke, dem armen Arbeiter seine Lage zu verbessern und sein irdisches Dasein nach Möglichkeit zu verschönern. Auch der Arbeiter sei immer mehr zu der Ueberzeugung und zu der Einsicht gekommen, daß, was der Einzelne nicht zu erreichen vermag, die Gesammtheit zu vollbringen sehr wohl im Stande sei und daß es demzufolge, um eine Beffer vor allen Dingen nothwendig ist, fich vereinigen. Jeder Eine öffentliche Versammlung der Weber und Be iu Buß' Lokal, Gr. Frankfurterftr. 87, ftatt. Daselbst wird Herr Klösterlein einen Bericht über die schleftschen Weberverhältniffe in der Berliner Fabrikation" geben. Das große Auf feben, welches die jeßige Weberbewegung in der ganzen B völkerung Schleftens hervorgerufen hat, dürfte auch für die hiesigen Intereffenten nicht unbeachtet vorübergeben. Bu be dauern ist nur, daß diese Versammlung so schnell und an einem so ungeeigneten Tage ftattfindet; dieses ist jedoch damit zu entschuldigen, daß Herr Klösterlein am Sonnabend schon wieder nach Neumünster abreisen muß. Eine Generalversammlung des Fachvereins der Rohr leger fand am vergangenen Sonntag im Vereinslotale, Staligerstr. 126, statt. Nachdem das Brotokoll der vorigen Versammlung verlesen und Kaffenbericht erstattet war, wurde zur Neuwahl des Vorstandes und der Kommisfion geschritten. Es wurden fämmtliche bisher im Vorstand und in der Kommiffion befindliche Herren wiedergewählt. Nach Erledigung Dieses Punktes der Tagesordnung wurde über das stattgehabte Stiftungsfeft abgerechnet und dann die Versammlung ges Schloffen. Tageslifte der Königl. sächsischen Landeslotterie. Biehung vom Dienstag, den 12. Mai. ( Ohne Gewähr!) 770 585 372 923 433 477 955 761 722 958 845 575 918( 300) 657 435 782 96 252 506 892( 3000) 496. 1953 185 294 777( 3000) 314 696 461 958 39 780 519 776 100 167 249 697 148 512 63( 500) 966 295 816 914 77. 2518 722 929 880 714 70( 300) 297 98 482 442 457 655 915( 300) 16 251 65 523( 1000) 242. 3599 941 237 34 675( 1000) 328 205 988 677 775 920 653( 300) 526( 1000) 650 259 238 482. 4581 587 144 951( 500) 423( 1000) 248( 300) 422 595 694 183( 3000) 506 483 894 677( 300) 516. 5342 110 173 399 376( 300) 694 983 431 911 570 143 490 853 828 483 235 476( 500). 6415 824 703 276 721 933 209 175( 500) 804 374( 1000) 598 128( 500) 700 20 788 384 484 947 105. 921 585 992 832 453 29 74( 300) 710 734 536 846 50 903 920 203 371 634 316 208. getbeilt, daß die leitende Rommission eine Eintheilung Berlins stellung des Arbeiterstandes mit Erfolg erstreben zu können, in etwa 10 Werkstatt- Bezirke beschlossen hat, welche, der Reihe nach, zu besonderen Werkstatt Bezirksversammlungen herange denkende Arbeiter habe fich deshalb auch einer Vereinigung jogen werden sollen, in denen und durch welche umfassendes angeschlossen. Mögen diefelben nun einen Namen führen, Statistisches Material über alle den Lohn und die Arbeits- welchen fie wollen, alle hätten die hebung des Arbeiterstandes 7802 444 344 990 718 526 569 779 699( 300) 354 681 60 eit ac. betreffenden hiesigen Werkstattverhältnisse zu gewinnen sowohl in materieller als auch in geistiger Beziehung im Auge. ift, um auf Grund desselben zur rechten Beit und in der ge Au tönnen. Die erfte dieser Werkstatt. Bezirksversammlungen Dieses Streben sei ein edles, nicht hoch genug anzuschlagen und genug anguichage ette 47 308 600 907 895 431 184( 500) 909 564 428 892 004 18( 3000) 494 596 658 351. 9677( 3000) 797 865 102 97 873 922 428 227 135 996 770 251 282 363 121 919. eigneten Weise mit der allgemeinen Durchführung der zehn hätte auch gute Früchte getragen. Bündigen Marimalarbeitszeit vorgehen oder, wo es angezeigt heint, gegen einzelne Weilstätten swedentsprechend einschreiten fand vor etwa 14 Tagen für die Reviere vor dem Halleschen Thore, bei Rothader( Teltowerstraße), die zweite, für die Außere Louisenstadt, umfassend 31 Straßen jenseits des Ka nals, innerhalb des Elifabeth, Görliger, Rottbuser Ufers und Der Spree, am 9. d. M. Abends, im Filg'ichen Lokale, Köpe niderstraße 150, unter der Leitung des Herrn Miethe Speziell eingeladenen 81 Werkstätten des Bezi: 1s theiligten fich an der Bersammlung nur 13 Werkstätten, Die, roie ermittelt wurde, zusammen 87 Gefellen und 29 Lehr Der Th vid dben, tben nein Die vo ine ach 6 Tropf Schmans potef würden Versuche gemacht zur Lösung der sozialen Frage und wäre nunmehr zu prüfen, ob die eingeschlagenen Wege auch So glaube geeignet seien, das vorgefteďte Biel zu erreichen. man 1. B. durch Wiederbelebung des alten Innungs- und Bunftwesens dem Handwerk den verlorenen goldenen Boden wiederzugewinnen. Diese Inftitutionen seien aber nicht im Stande, bem barniederliegenden Handweile aufzuhelfen. Wenn fte auch früher ihre Berechtigung und ihr Gutes gehabt hätten, heute seien die Verhältnisse gänzlich andere, nachdem der Fatt. Bon den durch persönlich ausgetragene Birkulate Riese Dampf seine Macht entfaltet, mit der feine menschliche beKraft zu tonfurrtren im Stande sei. Die Maschinen an und für sich seien durchaus nicht schädlich, sondern nur die Art und Weise, wie fte benugt werden in den Händen des Kapitals. Dieser Ausnußung der Arbeiter durch Maschinen, der Uebers burch gefammi 62 Gesellen und 2 Lehrlingen) eine zebnftündige produktion, der Arbeitslosigkeit und den Geschäftskrisen tönne Arbeitszeit; in 4 dieser Werkstätten werden, je nach Bedürfniß, Weberstunden gemacht. In den hervorgehobenen 5 Werkstätten Maximal Arbeitstag. erzielen die Gesellen( einschließlich der Ueberstunden) einen Burchschnittlichen Wochenverdienst von 17 Mt. In 8 Werk 10000 138 171 649 304 623( 500) 793 143( 300) 594 70 198 342( 300) 971 233. 11843( 1000) 149 631 489 552 886 997 479( 300) 620 320 514 671 673( 300) 844 215 942 901 279. 12233 543 674 579( 1000) 406 323 925 871( 500) 982 426 632 146 854 367 40 828 133 793 562. 13139 653 135 761 130 873 625( 300) 413 690 591 516 727 376 503 580( 3000) 806 794 682 641 286. 14447( 500) 908 215 727 285( 1000) 537 440 417 706 156 11 443 73 816 691 291 293 322 952. 15849 339 884 498( 3000) 733 182 780 601 252( 3000) 253 693 749 34 950( 300) 497 504 778 355. 16635 601( 500) 584 982 202 659 80 892( 300) 917( 1000) 243 858 827 768 550 228( 500) 961 783. 17560 698 194 961 623 625 999 513 248 375 586 553 146 354 252 571 979 830 200 525 954 18003( 3000) 554 407 289 43 518 472 270 921 953( 300) 319 94 259 23 378 688 354 247 578 639 765 776 628. 19649 905 959 832 347 148 162 543 25 769 165 279 640 171 59. 683 213( 1000) 214 786 einen gefeßlich geregelten Diese gerechte Forderung werde leider nicht anerkannt und als die Industrie schädigend hingestellt. Daffelbe sei früher auch geschehen, als 20355 640 572 970 859 815 292 926 804 896 296 441 827 538 606 654 600 496 629 384 556 735 299 202 125( 300) 393 270. 21539 250 990 655 417 191 63 907 81 460 952 592 965 149 229( 300) 719 104 710 336 218 694 29 971 563 138( 1000). 22958 446 174 169 512 126 232( 300) 633 478 684 793 616 527 940 29 275 701 797 710 353 64 748( 15 000). 23462( 300) 223 99 613 758 144 12 681 373 267 676 273 263( 500) 816( 300) 38 122 669( 3000) 970 131. 24206( 1000) 936 592 381 331 817( 3000) 77 510 231 704( 3000) 213( 500) 584 649 141( 1000) 853 174( 1000) 633 126 405( 3000) 205 754 752 889 837. 25562 955 967 239 917( 1000) 664 288 486 782 705( 500) 503( 300) 348 149 667 210 817 698 395 925 350 191 596. 26441( 300) 632 458 379 684 574 487 979 612( 300) 550 813 812 337 824 676 718 105. 27938 529 127 347 106 580 771 849 674 819 349 905 506 797 370 816 589 488 542 308 455 364 649 510( 1000) 424 489( 300) 917 639 63. 28776 817 280 676 818 380 694 857 438 824 591 232 556 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986. 35118 714 266( 3000) 956 851 32 8 881 911 308 325 635 19 220 279 614( 300) 760. 36162( 1000) 136 851 303 178 945 943( 3000) 646 70 167 800 894 149 280( 300) 90 42 ( 500) 142 134 861 535( 300). 37463 298 83 969 794 753 888 143 544 416 503 253( 300) 157( 300) 343 418 931 398 83 769 787 287 383 31. 38536 883 960 567 625 345 337 250 541 502 253 684 796 572 101 700 26 459 20 273. 39373 264 126( 3000) 863 751 679 523 847 430 97( 3000) 718 819 970( 300) 429 212 846 18 519( 1000) 816( 1000) 740 96 921 60901 705( 1000) 907( 300) 123 855 195 ( 300) 751( 500) 147. 101( 300) 386( 300) 827( 300) 932 156 862 486 991 644 117( 300) 76 61933 786 170 947 113 769 612 915 605 808( 3000) 778 334 284 36 57 435 294 112 356( 500) 683 710( 300). 62003 571 424 41 334 709 745 611 133 997 214 413 966 772 562 885( 300) 627 770. 63808 191( 500) 975 141 619 38 869 515 662 57 656 64 932 895 730. 64541( 300) 159 325 909 411 199( 1000) 527( 3000) 187 ( 500) 341 811 714 650 648( 300) 485( 1000) 498 29 950 877 239 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1000) 268 913 363 733 41. 45647 550 41 296( 3000) 827 101 316 238 648 914 189 435 594 944 950 407 204. 46060 941 399 269 605 226 39( 300) 664 134 393 584 704( 1000) 848 266 982( 300) 396 562 612 696( 300). 47541 598 294 41 53 603 529 773 195 311 739 374( 500) 348 817 988 897 799. 48282 889 234 81 315 355 959 636 537 165 61 933 801 627 744( 500) 121. 49466 ( 300) 529 586 575 172 143 919 144 514( 3000) 530 856 868 635 682 906 457 740 15( 500) 244 323 273( 1000) 261 28 123. 95938 469 55 86 568 715 500 429 247 452 164 89. 93590 401 566 6 221 63 479 23 541 551 413 905 262 924 489 302 10 542 540. 94768 244 245 141 95 547 984 355 17 334 674 62( 300) 795 753 902 437. 685 196 258( 1000) 869 696 43 756 220 575( 300) 890 221 8( 300) 837 787 920 513. 96921 927 661 127 808 37 55 271 648 670 874 167 909 500( 500 97064 937( 1000) 483 442 797 525 278 478 250( 30 649( 300) 594 727 982( 300) 480 945( 300) 538 95 98422 948 557 478 87 903 261 524 112 458 695 67 ( 1000) 995 673 28 715 500( 1000) 956 145 586 826( 300) 246 815 121. 99 311 901 718 99 466 86 554( 300) 103 136 835 434 612 723 667 830 1 ( 300) 604 530. 70803 491 439 80 887( 500) 889 336 51 667 895 770 122 806 881 642 565 335 986 974 293 617 600. 71725 ( 1000) 890 451 235 56 687 507 495 645 101 784 877( 1000) 236 796( 300) 42 779. 72277 921 656( 1000) 260( 300) 383 996 46 615 584 561( 500). 73756 75 875 188 458 36 208 285 296 939 387 660( 300) 995 199 704 437( 300) 884 143 788. 74269 904( 3000) 173 126 716 733 522 939 391 244 435 612 950 185 957 902( 300). 75962( 300) 711 342 38 85 309 637 977 188( 300) 640 858 912 466 478 285 597. 76366 169( 1000) 361 295 207 110 581 555 220 862 817 239 176 470 373 185 118 300. 77697 937 822 590 745 219 832 796( 500) 835 922 36 271 160 909. 78649 50760 544 781( 1000) 63 381( 1000) 539 884 489 698 ( 1000) 898 665 924( 300) 219 22 355 124 880 353 930 232 921 233 436 29 376( 1000) 752. 51635 350 2 866 444 453 622 436 86 759 280 1 575 715 510( 300) 155 799 42 521 315 114 268 318. 52678 997 536 282 523 328 211 829 454 998 298 519 740 781. 53651( 15,000) 874 864 521 30 870 497 304( 300) 119 96 506 828 446 395 179 199 941. 54644 ( 300) 831 853 751 836 18 364 471 736 49 850 734( 500) 916 888 791. 55848 527 740 873 767 178( 300) 187 675 786 140 858 243( 300) 581( 300) 87 507 764( 1000) 911( 300) 6 936 262 238( 300) 790 560 325 454 225 321( 300). Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Johann von Paris. Königliches Schauspielhaus. Heute: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Heute: Fräulein Terefina Gegner als Saft. Lotti. Bellealliance- Theater. 56941 Emilia Ga Heute: Die Anti- Xantippe, oder: Krieg den Frauen. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Nefidenz Theater: Direttion Anton Anno. Heute: Der Kernpunkt.- Bum Schluß: Mein neuer Hut. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Mascotte. Gente: Der fliegende Holländer. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Heute: Die Letbrente. Heute: Sulfurina. Vittoria Theater. 26 81 826 212 720 679 637 653 89 837 643 411 16( 500) 62 28 734. 79220( 300) 637 476 993 617 263 42 554 285( 3000) 684 260 72 93( 1000) 455 346 977 124 133 201 489 981 890( 300) 274 431( 500) 870 792. Kleine Mittheilungen. Str. 110 Del auf See. Kapitän Thomaschewsky, weld 3. Mai mit dem Eleflether Schiffe Marie" von So in Falmouth anlangte, berichtet: Wir traten am 24. ber v. J. die Heimreise an und brauchten zwei Tage, günftiger Strömung aus der Soerabaystraße gegen be auszutreiben, nahmen alsdann unsere Route durch die 80877 78 409 696 448 935 739 838 504 514 859( 300) 23 949 631 863 383 861 431 471 946( 300) 617 519( 1000). 81012( 300) 991 925( 300) 266 859 739 976 196 397 258 395 212 942 604 22 437 283 192 928 422 660( 300) 531. 82632 417 250 659 721 263 777 399 559( 500) 742 445 207 526 920 467 590 220 579. 88485 428( 500) 594 274 866 76 706 380 226( 1000) 865( 300) 965 111( 1000) 512 662 801 39 170 382 395 241 365 459 879. 84945( 300) 825 966 942 616( 3000) 575 364( 3000) 577 702 50( 500) 99 516 18 749 282 135 400 939 828 762 951 164 85824 40 632( 300) 357 730 816 371 287 477 53 243 324 238( 1000) 974 662 956( 300) 118 714( 1000) 82 4 900 711( 300) 507 660 668. 86846 698 408 853 649 894 866 753( 1000) 965 597 28 873 252( 300) 331( 500) 459( 1000) 851 248 421 606( 300) 553 902 76 704. 87002 7 841 541 8 751 633 234 764 140 5 932 912 658 244 231 78 363 411 517 732. 88065 376 ( 3000) 945 605 150 919 84 469 632 462( 500) 947 709 452 220 64 553 481 543 203( 500) 512 908( 505) 691 495 89590 121 572 225 997 797 316 773( 500) 296 523 989( 1000) 208 802 916 90013 874 363 635 156 698( 300) 846 340 839 765 497 477 656( 300) 627 61 935 585 317 986 294 289( 1000). 91068 743 611 850 297 89 80 170 357 623 189 66( 500) 438 960 96 945 9 617 384 22 491 657 341 784 730. 92618 755 652 996 267 950 112 268 473 845 815 940 889 Am Sonnabend verunglückte unser Mitglied August Dzikowski( gen. Napoleon) und verstarb sofort an der erlittenen Berlegung. Die Beerdigung findet am Don anerstag, den 14. Mat, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle bes Matthäi- Kirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung erfucht 1035 Der Vorstand des Arbeiter Bezirksvereins des Westen. Große außerordentl. Versammlung Des ftraße und gelangten in einem Tage durch dieselbe heint tägli Indischen Ozean. Mit anfänglich sehr leichten verän Berlin frei in Binten Winden erreichten wir den Südostpassat. Am 3. und bruar auf 26° 52' 5. 64° 44' D. waren wir im Kre Bytlone, in deren Tangente wir mit günftigerem lensten, da das Schif beigedreht furchtbar in der h gelitten haben würde. Bei dieser Gelegenheit hab bas Schiff vor dem Ueberbrechen der Seen von fügen, zum ersten Male den Versuch mit Del gema awar mit gutem Erfolge; ich ließ vier Segeltuchfäd Faden hinter dem Schiffe herschleppen, jeder Sad etwa 8 Pfund Werg, 2 Gallonen Del und etwas Fett und war mit einer großen Segelnadel an verf Stellen durchlöchert. Dies batte einen wunderbaren auf die Beruhigung des furchtbar hohen Seegang einigen Gallonen Del fonnten wir zwei Tage lang bel gegen die von hinten aufkommenden Sturaseen s Rest der Reise verlief glüdlich, nach 129lägiger Refe die Marie" wohlbehalten in Falmouth an. " Briefkasten der Redaktion. Softabonnemen ( Et Versteig Wenn irge milie einer Gen es häufig genug wabrloften Rin ernben in Rof Es liegt n leit im petuni night im Intere Die Gemeinde Zwei Wettende Edert. Der berühmte Komm noch und zwar hier in Berlin. H. R. Vergolder. Für Beseitigung der Mig Slechter ist bie Behandlung sofort gesorgt werden. Besten Dank für die Mittheil Solche Rin Oftbahnhof 8. 2. T. Wenn Sie Ihre erfte mit wiederholt bätten! Wir lönnen das jest n wenn man Unb reingebrochene meift wiffen. 2. Der Betreffende lann fich anderweitig vedie größer Er muß jedoch die Alimente für das Kind besablen Nr. 120. b. Es kommt auf die Art und Wei Beschäftigung an. Wenn Sie in einer Fabrit haben, so baben Sie Anspruch auf 14tägige Kündigu M. N. Ragnis. Solcher Stribenten giebt auch. Dagegen läßt sich eben garnichts thun. elge Arbeits Glenb in die a Solagen tönnen Sen Wenn nun ungen an ben ben, fo erre Berliner Studateur Verein. Wir find leider der Lage, auf so lange Zeit hinaus uns die Verfammergerniß, went au merten. Wir bitten Sie also um jedesmalige der Versammlungsanzeige. Sul In der Berben biefe Be T. M. Staligerstraße. Die brei von Ihnen an Rinder wie Ronversations legita find ungefähr gleich gut. bat seine besonderen Vorzüge und Mängel August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112. Jebel night an den Hi Dernben Losgef So tam bo teigerung vor, Borfall wird v Möbel, Spiegel- und Potterwaaren Magazin Elgene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. mält: Tril von Tuch, Tibet, Kammgiene 1038 Abfälle Große öffentliche Metallarbeiterversammlung Sonntag, den 17. Mai cr., Vormittags 10 Uhr, in Bettin's Salon, Brunnenstr. 34. Die Mängel und Schäden im Metallgen erbe und wie ist Abhilfe zu schaffen? Referent Herr D. Krohm. Der Einberufer. 18 Skalitzerstrasse 18 Restaurant H. Stramm empfiehlt seinen reichhaltigen Frühstück, Mittag und Abendtisch. Größte Auswahl Don 651 Schuhen und Stiefeln Bestellungen nach Maß nur reell, solideste Preise bet C. Wolf, balbertſtr. 80. 484 Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Arbeiter- Bezirksvereins d. Oranienburger Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Vorstadt und des Wedding am Donnerstag, den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Wedding Part, Müllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Vortrag.( Der Referent wird in der Versammlung be Tannt gemacht.) 2. Distuffton. 3. Petition. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 1037 Oeffentl. Versammlung der Weber und Berufsgenossen am Mittwoch, den 13. d. M., Abends 8% Uhr, in Buß Lotal, Gr. Frankfurterftr. 87, Tagesordnung: Bericht über die schlesischen Weberverhält niffe in der Berliner Fabritation. Ref.: Klösterlein. [ 1036 845 Für gute Getränke wird bestens gesorgt. W. Schilk, Adalbertstr. 23. Drucksachen aller Art, namentlich Circulaire, Rechnungs- und Quitt formulare, Adreßkarten, Prospecte, Courante, Brochüren, Statuten Quittungsbücher, Marken, Dre ters in unbeschrei ben Au 10 Jahre fen Raab 35, 303 28 Free. bas Ri ihäbig manih will fie b 331 mehr zur meigen, Ju machen but verboten.] 81 No Man tan barrte bie Frau Goulbigfeit als Du mußt ja bo Aber, lieb mir bod fel an nu sieber fämmtliche Formulare für Krankte eie er kaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. " ebesmal eine Der leine Buchdruckerei MAX BADING Beuthstrasse 2. en gros. Cigarren- u. 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