ler den en hat. :inci(Si: §6 ML. t Druck« Ä iefet war» f fceffm I 'age Hast «her drS t wurdr, seine Söi fsehen, 9 t wohl stonen- ite wurde st v«urch -ntrittS st«? lUibm stM ffenüirWf Imadwgesf lvater«eWf wierifld lag Donverstag, 14. Mai 1885. IL Jadrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. sicberhest fest ül � rberst« 5er z worden.? r Dien#* ige. 8% dieser fl* ?mf44S durch. WJ Zustände- i die /L unser mg' MV armen L'Ci m lew M«int Das„Berliner Volksblatt" jrjr"* täglich Morgen» außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSprerS für frei in'S Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wochcntlrch 35 Pf. ent 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Berlage 10 Pf. (Eingetragen in oer Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstrahe 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. «a es iu»g. lrkea en der Zhili' , der M in rer toenf, l he:«"? .llmiWZ ich und°z i-y ibelrirf«- "Cä5 SK aen. gen. m Verschleppungen. wir'»— mit den A r b e i t e r s ch u tz- für diese Session de» Reichstages nicht» man hat nur die eine Gewißheit erlangt, daß iand gegen eine einschneidende und zweckmäßige ktzgebung«och größer ist, als man früher ange- War schon die Hallung de» Reichstages in Majorität grgenüber dem von den sozialistischen Ab» H,, �eingebrachten Arbeiterschutzgesrtz eine solche, daß Widerwille» gegen eine Diskussion der in jenem ro(hmen Antrag aufgeworfenen Fragen deutlich zu tsiil!." vermochte— nur ein sächsischer Staatsanwalt be- iit an der Debatte— fo wissen wir heute, daß (t!W jr.iw? ■ Gerung auch der Abschaffung der Sonn t a g«- ' l- einer alten und leicht zu verwirklichenden Forde- �"'cht s° leicht zustimmen»,rd. find die Hoffnungen, welche die gesammte auf- M cht Arbeiterwelt auf die Diskussion dieser sisidt und die praktischen Resultate derselben f*»X/i0. ttmaI# auf ein Jahr vertagt, eine Thatsache, Hche. �Ichemlich nicht zum Heile de» Lande» gereichen weiß doch noch, welch ein Wettrennen um die n. �armen Manne»" stattgefunden hat, da» nicht SWilicH m't dem Kampf um die Leiche de» Patroklus watden ist. Leider war es ein Wettrennen mit $ieu.'Jl�.wit Thaten; die einzige That in diesem rd stl "M dann? Die für die Arbeiterschutzgesetz , jk Kommission kam in ihren Berathungen ersten Punkt, die Frage der SonntagSarbeit vi �langte nur zu einem lahmen Beschluß und kam einen Bericht zu erstatten! Nun sind die Ver- die».v'Utn de» Reichstage« zum Abschlüsse gelangt und d»di» e �rschutzgesetzgebung bleibt auf dem T sche liegen, % ße die Kommission gelegt hat. kieick Nationalliberalen hatten durch de» Abg. Dr. B u h l 5*2"an vornherein die Absicht verrathen, die ganze verschlrppen. Sie beantragten deshalb eine diihq�ete, eine statistische Erhebung über die Arbeiter- \(L �e vornehmen zu lassen und diese sollte sich auf �6 f;K"unkte beschränken, wahrscheinlich, damit später "'"' weitere« Verschleppung ----- M in fih••••V*"7 I 8 swhr.il*.! S."de* mehrere Enqueten zur, ! llint �e» Gelegenheit beantragt werden konnten. Aber auch h°lt< ist « .»|, c.**7 1•»v.-* w«.-------------- J �dl��wualliberale Antrag kam nicht mehr zur Ver- Wtk, 0. und wird wahrscheinlich, wenn die Arbeiterschutz» � tÜ�der zur Diskussion stehen, abermal» zum Vor» trtnen. % S-hn . dll 4 Ieuirteton. 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) ,*iie El. ut, der Gärtner, arbeitete dort eben» ?Sroz bet jong: Mann, nachdem er eine kurze Zeit -w* Ju h'r � 8U et ist ja auch noch so frisch, wie Sie (Cd ich ou�eht als sech» Wochen von den Pflanzen ab, it?* s �e ft,e«. e-----" zu Hause und A lieber «eut. �l'S l rt, junger Herr," eben nicht an, sagte der alte M-nv, denn die Herrschaft und etwaS Sie ver» dgk%e, die k.CZ".""9*°n, o,n««« und m kommen, wolle« weit lieber eben Ä Huntes als'was Seltene». Si Me*'?. hier � daben keinen Sinn dafür. Wenn �tr"öte Ma�"�mal mit recht heiklen Pflanzen % Ä'-mS äs «•«. Z'�r-r, säi'ä Gegen eine amtliche Untersuchung habe« wir sicherlich Nichts einzuwenden; wir sehen nur nicht ein, warum e« nothwendig sein sollt«, deshalb, weil man eine Enquete für nothwendig erachtet, die Regelung der Fabrikgesetzgebung auf die lange Bank zu schieben. Ueber die Zustände unter de» Arbeitern liegt nun nachgerade Material genug vor, um darauf hin eine neue Gesetzgebung begründen zu können. Seit Jahren diskutiren»nun all« Parteien die Ardeiterfrage— sollte die» geschehen sein, ohne daß man sich irgendwie über die vorhandenen Zu- stände informirt hatte? Da» kann man doch kaum an» nehmen und in der That enthalten die Verhandlungen de» Reichstag» über die Arbeiterfrage schon jetzt«ine Fülle von Material über alle wirthschaftlichen Zustände und Probleme der Gc genwart. Wir können sonach der Behauptung,«S fei noch keine genügende Basis für eine neue Arbeitergesetz gebung vorbanden, in keiner Weise zustimmen. Namentlich Lohnstatistiken sind hinreichend vorhanden und kein Mensch kann sich der Gewißheit entziehen, daß in einer Reihe von Industriezweigen die Löhne auf ein Minimum gesunken sinv, mit dem eine Arbeiterfamilie einfach nicht Auskommen kann. Der Versuch, diese Thatsache zu leugnen, wäre einfach ein Ursinn. Dazu sind in den Berichten der Fabriken-Jnlpektoren leidlich genaue Angaben über die Zu- nähme der Frauen- und Kinderarbeit vorhanden. Daß in den meisten Betrieben eine übermäßig lang« Arbeitszeit eingeführt ist, ist gleichfalls männiglich bekannt und wo die Arbeitszeit nicht übermäßig lang ist, braucht man sich ja vor einem Maximalarbeitttag nicht zu fürchten. Man sieht, daß keine genügenden Gründe vorhanden find, die Verwirklichung einer wirksamen Arbeiterschutzgesetz- gebung*u verschieben. Woran e« fehlt, daß ist eben der gute Wille der Majoritätsparteien im Reichstage. Man will nicht gern« an diese Fragen herantreten, odschon man sich zugcffehen muß, daß sie die wichtigsten der Gegenwart sind. Auch daS Zentrum hat im Ganzen für die Arbeiter nicht mehr als einige demagogisch- Redensarten; feine Anträge sind ohne praktische Bedeutung. Die Freisinnigen glaubt« ihre Pflicht gethan zu haben, wenn sie gegen die LebenSmittelzöll« stimmen und die Konservativen lassen sich auf eine Arbeiter» gesetzgebung nur insoweit ein, al« sie hoffen, dem liberalen JndustrialiSmuS Verlegenheiten bereiten zu können. Indessen—„aufgeschoben" kann in diesem Fall nicht zum„aufg- hoben" werden. Denn da» Volt verlangt dringend nach wirthschaftlichen Reformen und die Volktver» treter werden dies« Angelegenheit zu ihrer Hauptaufgabe machen müssen, wie unbequem eS ihnen heute auch scheinen mag. Allerdings sollte man erwarten, daß auch die Besorgniß die Pflanze— könnt Ihr wieder mit hinauSnehmt», der sieht nach nicht» au» und steht hier im Wege— und nachher durste ich wieder damit abziehen." „Ja, mein guter alter ClauS," meint« Han»,„da» müßt Ihr den Eltern nicht so übel nehmen, denn auf äußere Schau geht ja nun doch einmal das ganze Leben draußen. Ihr selber habt aber doch Eure Freude daran." „Da» Hab' ich, junger Herr, das Hab' ich," bestätigte ver Alte,„und manchmal freut sich der gnädige Herr auch selber darüber. Neulich brachte er einmal einen sehr gelehrten Herrn zu mir ins Gewächshaus, der alle die Pflanzen auswendig mit ihren lateinische» Namen kannte. Wie der aber überrascht war, daß er so viel seltene und noch dazu Prachtexemplare bei mir fand, und dem gnädigen Herrn versicherte, daß ich meine Sache aus de« Grunde verstände, da freute sich der gnädige Herr augenscheinlich. Er sprach sehr gnädig mit mir und drückte mir, als er da» Gewächshau» verließ, zwei blanke Thaler in die Hand. Gern hätte ich dem Fremden einen davon abgegeben, denn ich war zu glück» lich, daß mich der gnädige Herr einmal gelobt hatte; da» wäre doch aber nicht gegangen, denn er sah zu nobel au»." Hin» lachte.„Nein, Clau», da« wäre allerdings nicht gegangen, aber die zwei Thaler habt Ihr Euch auch red» lich verdient, und noch mehr al» da». Jetzt wird's freilich recht still im Hause werden, wenn Fränzche» fort- Seht, und ich selber glaube auch nicht, daß ich sehr lange leibe." „Ja, Du lieber Gott," sagte der alte Mann mit einem tiefen Seufzer, ohne aber dabei seine Arbeit zu unterbrechen,„e» wird immer stiller in der Welt, immer einsamer, bi» sie un» selber einmal hinausfahren und uns mit einem Fuder Erde zudecken; dann ist'» ganz au»." „DaS wird aber hoffentlich noch lange dauern, Clau», bi» wir so weit sind." sagte Han». „Wer kann'» sagen? Und e« liegt auch mchtS daran; vor einer fortschreitenden Verwüstung unsere Volkskraft durch da» herrschende Jndustriesystem allein schon hin« reichend sein müßt«, die Volksvertretung zu eine« energischen Eingreifen in dieser Angelegenheit zr bestimme». Daß dem nicht so ist, können wir nur bidaueru. Aber die Arbeiterfrage wird trotz Herrn Buhl und trotz Herr« Windthorst nicht mehr von der Tagesordnung de» Deutsche» Reichstage» verschwinden. Kolitiscke Uebersickt. Sic transit gloria mnndi. Durch die Zeitungen geht W« Kunde, daß über dai Vnmögen der Wrttwe de» früheren Ab- geordneten Schulze-D-litzsch der Konkurs eröffne! werden mußte. AuS den der Notiz beigefügten verschämten Aeußerun» der Verwunderung und den frommen Wünschen gachte dort ein Konsumverein zusammen und der Begründer dieser auf„Selbsthilfe" beruhend!« Vereinigungen mußte die Ueberzeugung mit in» Grab nehmen, daß auch der Rest seiner ich habe meine gute Zeit gesehen und darf mich deshalb nicht beklagen." „Und wann war die, Claus?" fragt« Hon«, denn s« lange er denken konnte, befand sich der Alte hier als Diener in der Familie.„Ist daS schon lange her?" „Sie haben sie auch mit durchgemacht," lächelte weh- müthig der Alte,„und gehörten mitten hinein. Wie Sie Kinder hier immer um mich herumsprangen,»ir immer von der Tafel'waö mitbrachten und mir erzählten und von mir erzählt haben wollten, da war eS ein Leben hier in dem alten Hause, daß Eine« daS Herz dabei aufging. Manchmal kam'S mir auch wahrhaftig so vor, alS ob da» gar nicht fremde, sondern meine eigenen Kinder wären, f» lieb hatte ich Sie Alle miteinander— das war meine goldene Zeit. Dann aber änderte sich die Sache. Erst gingen Sie fort, und mir war es damals, al« ob mein eigener Sohn in die Fremde zöge; dann ging da« Käthche« fort," setzte er halblaut hinzu,„und jetzt wird da» gnädig« Fräulein auch nicht lange mehr im Hause bleiben. Für«ich ist da» gnädige Fräulein freilich schon lange fortgezogen; st, kommt nur selten mehr in den Garten, und«inen Morgen» grüß ausgenommen, habe ich vielleicht seit einem Jahre kein Woit mehr mit ihr gesprochen. Freilich," setzte er rasch hinzu, al« Hans schwieg,„ist sie jetzt auch eine er- wachsen«, vornehme Dame geworden und hat so viel gelernt, daß sie sich von dem alten Claus nicht gut«ehr kann Geschichten erzählen lassen. Na, da hat denn da» Alle» bald ein Ende; im Sommer verreist die Herrschaft überhaupt immer auf drei oder vier Monate, und in der Zeit dann, in der mein Garten hier in voller Blüthe und Pracht steht, geh' ich allein dazwischen herum und komm, mir manchmal so vor, wie ein alter Einsiedler in seine, Zelle. Ja, ja— e» kann nicht» helfen und muß eben er- »ragen werden." Han» hatte ihn mit keinem Wort unterbrochen; e« waren auch trübe Gedunk.n, die ihm selber durch die Seel« zogen, und er hing ihnen eine Weil« nach. Endlich sagt- er. den einen Gedankengang verfolgend:„Und weshalb ist Käthchen eigentlrch von un» fortgegangen? Ich hatte mich Werfe ihn nicht allzulana« überlegen wird. Und nun muß s ogar die Hinterlaffenschaft des Verstorbenen unter den Hammer lammen! So schwindet der Ruhm der Welt dahin! I« einer Erörterung über die Autweisung russtscher Polen aus Westpreußm macht der konservatiee„Hamb. Xoneip." folgende Bemerkungen:„ES ist alt ein unbedingter Grundsatz deS heutigen Völkerrechts anzuerkennen, daß kein Staat berechtigt ist, seine eigenen Angehöligen auszuweisen: er kann fie in jeder Weis« strafen, ihre Bewegungsfreiheit beschränken, ihnen den Aufenthalt in gewiffen Bezstken verbieten sie zwangsweise in ferne Kolonien deportiren, aber er darf fie nicht auS seinem gesammten Gebiete ausstoßen, denn in einer solchen Maßregel liegt mit logischer Nothwendigkeit die Zu- Weisung des AuSgestoßenen an irgend ein anderes EtaatSaediet, und kein Staat ist verpflichtet, Fremde aufzunehmen. Die Verbannung ist eine völkerrechiSwidrigeEtrafe: ste ist begreiflich im Alterthum, das kein gleiche« Recht anderer Staaten anerkannte und darum mit der HinauSstoßung unter die Barbaren strafte, sie widerspricht den heutigen tinternationalen Rechtsgrundsätzen." Da» ist recht brav gesagt. DaS konservative Blatt scheint aber keine Ahnung davon zu haben, daß unter Umständen die Be- schränkung deS Aufenthalts ebenso wirkt, wie die Aus- Weisung au« dem Staate. Wenn z. B. ein preußischer Bürger auf Grund deS Gesetzes über die Aufnahme neu anziehender Personen unter dem Hinweis, daß durch ihn event. die öffent- liche Ordnung gefährdet werden könnte, innerhalb 4 Wochen drei Mal ausgewiesen wird, so bleibt ihm doch nur noch die Landstraße oder daS Ausland übrig. Die klerikal« konservative Vereinigung. euS deren Weil- stätte das Unfallversicherungsgesetz hervorgegangen ist. hat im Brustton der Ueberzeugung der Welt ankündigt, wie herrlich weit wir es durch diese» neue Produkt auf dem Markt der Sozialreform gebracht haben. Daß die Arbeiter «nDatt Ansicht find, ist durch dm Mund ihrer Vertreter im Parlame deutlich kundgegeben worden. Mit Recht haben dies Iben unter Anderem darauf aufmerksam gemacht, daß die Ernführung der dreizehnwöchentltchen Karenz- zeit in da» UnfallverstcherungSgesetz nichts andere« bedeutet, als die Abwälzung der Verficherungslast von dm Schultern der Unternehmer auf die Arbeitnkrankenkaffen; denn bei weitem die meisten Unfälle führen zu einer ArbeUSunfähigkeit bi« zu höchstens dreizehn Wochen. In den soebm erschimenen„Jahres- berichten der König!, bayerischen Fabriktnspektoren für daS Ja? r 1884" gibt der pfälzische Gewerberath, Herr Heuser, eine U>b« fiht über die Vertheilung der in seinem Aufstchtsbeziik in 1884 vorgekommenen Unfälle nach den Folgen. Dieselben veriheilten fich prozentual folgendermaßen: 1) 2) 3) 4) § 28,0 Przt. 19,4„ 19,1 II &0 Von 1 bis 2 Wochen Arbeitsunfähigkeit BiS 1 Woche Von 2 bis 3 Wochm„ » 4„ 6„„ " 6"l3"" 7) liebet 13 Wochen oder unbestimmte Arbeitsunfähigkeit........ 8) Nicht zu ermittelnde Arbeitsunfähigkeit. 9) Dauernde Arbeitsunfähigkeit(bestimmt oder vorauSfichtiich)....... 0,5„ 10) Tod............. 0.4„ 100 Pizt Diese Tabelle belehrt unS darüber, daß die Unfälle bis zu 13 Wochen, die demnach auf da« Konto der Ardeiterkaffm kommen, nickt weniger als 92,8 Prozent fämmtlicher Unfälle betragm! Der Rest, 7,2 Prozt., fällt unter daS Unfallgefetz. , fie geht, wie Die christlich- soziale Charitas hat ihre Grenzm,.. diese kleine Statistik beweist, genau bis an dm— Geldbeutel. Wir plaidirm deshalb für etnm Schutzzoll auf die LiebeS- Werbungen der reaktionären Parteim bei der Arbeiterklasse. Unsere Kolonialpolitik— so schreibt die„Nordd. Allg Zrituag"— beginnt allmählich auch unserer Industrie förder- lick zu sein und ihr Gelegenheit zu erweitertem Absatz ihrer Eabiikaie zu verschaffen. So wird unS auS Salzwedel m.itge« eilt, daß die dortige Schneider'sche Färberei und Druckerei Ih e Fabrikate, die schon seit vielen Jabrm nach Australim gehen, nunmehr durch Vermittelung der Firma Woermann in Hamburg auch nach dm afrikanischen Kolonien absetzt. ES find dies namentlich bunte Leinensachen zur Bekleidung der weib> liehen eingeborenen Bevölkerung in Kamerun."— Es wäre gewiß sehr erfreulich, wenn die Hoffnungen auf eine Förderung der Industrie durch die Kolonialpolitik in Erfüllung gehm würden. Allein der optimistischen Anficht, daß die Bedürfnisse der weiblichen Bevölkerung deS äquatorialen Afrika'S hierzu wesentlich mitbettragen könnten, kann fich ernstlich doch wohl Niemand hingeben. Wmn sich der Industrie kein anderes Ad» satzgebiete öffnete, so wird eS mit ihrer Hebung gute Welle laden, denn die gefammtm Bekleidungsstücke einer zmtral- afrikanischen Dame kann man bequem in daS kleinste Schnupf- plaziren. Der Reichstag hat ein Gegenstück zu dem Flachßzoll von so darauf gefreut, fie wiederzusehen, und keine Ahnung, daß sie un« je verlassen könnte!" „Hm I" brummte der alte Klau« vor fich hin, antwortet« «der nicht und stach nur fernen Spaten schärfer und tiefer ein, al» vorher. „Nun, Clau»," sagte Han«, aufmerlsa« werdend,„ist etwa» vorgefallen?" »Ich weiß nicht," knurrt« der Gärtner,„habe«ich noch nie um Familienangelegenheiten bekümmert, nicht ein* «al um meine eigenen." „Und könnt Ihr'« mir auch nicht sagen, Clau«? Ihr «ißt doch, daß ich nicht an« Neugierde frage. Ich habe da» kleine Käthchen immer so lieb gehabt, wie meine eigene Schwester, und recht«eh hat e« mir gethan, daß ich fie nicht mehr im Hause fand." Clau« arbeitete immer weiter und jetzt mit einem fabelhaften Eifer; e« war fast, al« ob er noch heute den ganzen Garten umgraben müsse. Er mochte augenscheinlich nicht« über die Sache rede« und schien trotzdem nicht zu wissen, ob er'« dem„jungen Herrn" gerade jetzt verschwei- gen dürfe.. „Seit wann ist Käthchen eigentlich fortgezogen?" nahm Hin« die Frage wieder auf, denn er merkte wohl, daß er in anderer Weise beginnen müsse. „Fortgezogen?" wiederholte Clau«.„Ii so, au» dem Hause hier, meinen vi«— da« kann ich Ihnen ziemlich genau sagen. Morgen»erden e« gerade acht Monat«, daß ste an der nämlichen Stell« hier— ich schnitt eben«in Bouquet Rosen für die gnädige Frau Mutter— Abschied uon mir nahm. Sie bat«ich noch um ein« Rose, und ich gab ihr die schönste, die ich finden konnte." „E« war rin liebe« Kind," nickte Han« leise. „Ein Kind?" sagte der Alt«, erstaunt zu ihm aus- schauend.„Wahrhaftig kein Kind mehr, wie ste da vor mir stand— da» schönste Frauenzimmer, da« ich i»«einem ganzen Leben gesehen habe!" „Da» kleine Käthchen?" (Fortsetzung folgt.) 1879 beschlossen. Die Annahme diese» Zoll« erfolgt« damal« in Folge eine« Jrrthum» der Majorität über die Fragestellung. so daß nicht« übrig blieb, ai» durch da« Hinausschieben de« Termin» für da» Inkrafttreten diese» Zollsätze» dem Reichstage Zeit zur Zurücknahme seine« Beschlusses zu lassen. In der gestrigen Sitzung erklärte der Prästdent, ohne, wie üblich, die Schriftführer über da« Resultat der Abstimmung zu befragen, den Zoll auf Strontianit» Präparate für an- genommen, obgleich offenkundig die Majori- tät de« Hauie« gegen den Zoll vottrt hatte. Für den Augenblick ließ fich der Jrrthum nicht rückgängig machen; von oppositioneller Seite aber wird beabstchttgt, bei der Beichlußfaffung über den Zeitpunkt für daS Inkrafttreten diese« Zollsatzes dafür zu sorgen, daß der Reichstag in der nächsten Session den Fehler au»gleichm kann. Dem Reichstage ist der Sefetzeutwurf, betreffend Abänderungen und Ergänzung'« de« Gertcht«-Ve»- fassungS-Sesetze« und der Strafprozeßordnung, nebst Be- gründung zugegangen. Di« letztere wird mit folgenden all- gemeinen Bemerkungen eingeleitet:„Die Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1377 hat schon bald nach ihrem Inkrafttreten vielfach eine ungünstige Kritik erfahren, ja nickt wenige ihrer Vorschriften find sowohl in den Kreisen der Fachmänner wie in denen von Laien lebhaft angefochten word-n. Insbesondere ist eS als ein gesetzgeberischer Mißgriff getadelt, daß gegen die Urthelle der Straflammem die Beru ung nicht zugelassen sei. Nachdem die auf die Einführung dieses Rechtsmittels gerichteten Bestrebungen in immer weiteren Kreisen Unterstützung g-sunden haben, und rnchvem wiederholt auch im Reichstage Anträge eingebracht und mit Beifall aufgenommen find, welche auf eine Aenderung deS bestehenden SynemS der Rechtsmittel in dem bezeichneten Sinne abzielten, haben die verbündeten Re« gierungen fich für verpflichtet erachtet, die Berechtigung dieses Verlangen in ernstliche Erwägung zu nehmen. ES ist nun allerdings von verschiedenen Seilen glaubhaft be- zmgt, daß die Erwartungen, welche an die Wirksamkeit der in der Strafprozeßordnung mit Rückst cht auf den Wegfall der Berufung den Angellagten gewährtm Garantien geknüpft waren, fich nur unvollständig erfüllt hätten, und auch die Hoffnung, daß die zur endgiltigm Entscheidung über thatiäch« liche Fragen berufenen Richter in dem G'fühle erhöhter Ver« antwortlichkeit in der Beweiswürdigung mit um so größerer Genauigkeit und Strenge zu� Werke gehen würden, scheint wenigsten» nicht überall ihre' Bestätigung gefunden zu haben. Wenn hiernach zwar anzuerkennen ist, daß in dm bezeichneten Richtungen Uebelstände zu Tage getreten find, so haben die verbündeten Regierungen gleichwohl nicht zu der Ueberzeugung gelangen können, daß die Einführung der Berufung gegen die Urtheile der Strafkammern— eine Maßregel, welche in die destehend: Organisation der Gerichte tief einschneiden würde — das geeignete Mittel sei, um jenen Uedelstanden abzuhelfen. _ eimr W»...... Die Nichtzulassung der Berufung gegen die bezeichneten Urtheile war ein dewußte« Weiterichreiten auf dem Wege, den die wui- tw» vtwuBitv uu| wm ww* Rechtientwickelung in Deutschland in den letzten zehn Jah-en vor dem Zustandekommen der Justizgesetze genommen hatte, und b-ruhte auf der zu immer allgemeinerer Gettung gelangten Anficht, daß die Gewährung dieses Rechtsmittel« mit den Grundsätzen der Mündlichkeit und Unmittelbarkeit deS Verfahren«, deren Durchführuea al« ein unerläßliche« Gebot für eine gerechte EtrafrechtSpflege angesehen wurde, urvereindar fei. Unter diesen Umständen würde eine Aenderung der Gesetzgebung in dem hier fraglichen Punkte nur dann gerechtfertigt erscheinen, wenn die in der verhältnißmäßig kurzen Zell seit dem Jnkraft- treten der Strafprozeßordnung gemachten praktischen Ersah- mngen den Beweis lieferten, daß gnade das Fehlen de« Reckt«- mittel« der Berufung zu besonderen Schaben geführt habe. In Uebereinstimmung mit der überwiegenden Zahl der darüber von den Gerickten und den staatSanwa'tschaftiichen Behörden eingezogenen Gutachten haben die verbündeten Regierun aen einen solchen Nachweis nicht als erbracht angesehen. Sie find der Anficht, daß die Eingewöhnung der Bevölkerung und der Gerichte in die neue Gesetzgebung von selbst dazu fähren wird, einen großen Theil der setzt erhobenen Klagen verstummen zu lassen, und fie glauben fich daher darauf beschränken zu sollen, die bessernde Hand nur an einzelne anderweite Bestimmungen de« Gesetze« zu legen, welche in der Praxis als besonder» nachtheiltg wirkend empfunden werden und über deren Unzweckmäßigkeit fich schon jetzt ein so abschließendes Uitheil gebildet hat, daß eS fehlerhaft wäre, die Abänderung bis zu einer etwaigen allgemeinen Reviston der Strafprozeßordnung aufzuschieben. Bei dem Zusammenhange der Justizgesetze unter einander konnten übrigens die Aendrrungen naturgemäß nicht auf daS Gebiet der Strafprozeßordnung begrenzt werden, machten vielmehr zum Tyeil auch ein Ucberqreifen in dasjenige des Gerichts veifassunqSpesttzet erforderlich. Wrnn der Enl« wurf zwar davon absteht, an die grundlegenden Prinzipien der neuen Justizgesetzgedung zu rühren, so darf gleichwohl er- wartet werden, daß durch die Einführung der in ihm ent- haltenen Reformen den auf dem Gebiete der Etrafrechtspflkge hervorgetretenen Uebelständen in wirksamer Weise begegnet wird. 158 Gesucht und gefuudeu. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) „Sie haben ihn gesprochen?" „Noch diesen Morgen sprach ich ihn!" „Dann beschwöre ich Sie, lieber Rodenbmg, sagen Sie mir seinen Aufenthalt; retten Sie ihren Vetter, meine« unglücklichen Freund. Geben Sie dem alten Mann, der fich nach ihm sehnt und fich die letzten Tage seine« Leben« in Gram verzehrt, den Sohn wieder." „Da» will ich, da» Versprechen, da« ich ihm gab, seiaen Aufenthalt zu verschweigen, ist durch höhere Pflich- ten gelöst. Ich würde gegen ihn selbst ein Unrecht de- gehen, wenn ich«ich daran gebunden erachtete." „Sehen Sie, Herr Doktor, hier können Sie eine der erfolgreichsten und gläuzendsten Kuren machen, den alte« Rodenburg von seinem Gram, seinen Sohn, Ihren Vetter, von seine« Jrrthum und mich von«einem Kummer heilen, Alle« durch dieselbe Medizin... Sie find wie gesagt ein Wunderdoktor. Also, wo.ist Felix O'Brian, oder vielmehr Felix Rodenburg?" „Bei seiner Mutter, de, Lady Davi«, welche schwer darnieder liegt in ihre« Schlosse DaviStown. Sie finden ihn an ihrem Krankenbette— ich kann leider wohl sagen, an ihrem Sterbebette." „Ich danke Ihne», lieber Rodenburg, für diese Mit- theilung, und kann Ihne» auch im Namen der Anderen, denen Sie zugleich mit einen Dienst erweise,, eben- fall««einen Dank au»sprechen. wenn dergleichen bei Ihnen verfängt. Wer in alle, Welt, mit dem Sie nur überhaupt in Berührung gekomme« find, hätte Jhnm nicht zu danken I" „Sie gehen morgen nach DaviStown?- „Morgen in aller Frühe I" „So mögen Sie meine« Vetter Felix und seiner Mutter sagen, daß ich zwei Tage später dort sei, und m der bewußten Begleitung kommen werde." „Ein neue« Geheimniß?" „Ein neue« Geheimniß, da» fich bald zm Freud« der MS Abänderungsvorschläge von dürfen diejenigen dezeichnet werden, welche fich der auf die Srleichtäung de» Geschworenendienste«. i kst/d�weniae auf eine anderweite Regelung der GeschäftSdehandlWI' bänden nickt«re %»-, Sanlto m �..Da» Poliz Mtt, auf eine M de« V «Bend die Eir.j «MUS- Verl den Kolonialgerichten, auf die Erweiterung de« Kontumazialverfahren« auf die Beeidigung der Zeugen beziehen." I« Hamburg hofft man schon nicht««#* die Dampfersudveutton, da Bremen unter allen U«? den Sieg davontragen wird. Von„gut unterrichteter' läßt sich der„Hamb. Corr." schreiben:„In Bezug ans, Anfrage über die AuSfichten der Dampfer-Sub oention W die in Hamburg anscheinend vorwiegende Auffassung, der§ 17 der SudoentionS Bedingungen, demzufolge nur auf die Gefammtheit der Linien angenommen.... fichtigung haben, wenn eine Gefammt. Offerte überhaupt� Siell einginge; da aber ganz sicher ist, daß der Nordd.! eine solche Gesammt-Offerte bereit hält, so werden� anderen Konkurrenten schwerlich auf Erfolg ihrer W rechnen können." Au« Danzig wird geschrieben, daß auch dort vessl russtsche Reichsangehörige, welche ohne ordnungsmäßig«' daselbst weillen, polizeilich auSgemiesen wurden. Dü Ausweisungen erfolgten am Sonnabend und am(i Tage mußten die Ausgewiesenen die Stadt bereits da ihnen nur eine 43stündiae Frist gestellt mit„ ÄÄ arme Leute sind, welche entweder die Mittel zur 1 Polen oder zur Reise in ein andere» Land nicht s treiben können, oder Hal» über Kopf ihr wenig! WWvWSSS m nommen. y.'«inen SiaX, &%%%%%%,%% k* w nebmipu�g vorgeschlagen worden: 1) Knappschafts-B� nossenschoft mit 1862 Bettieben und 334589 2) Buchdrucker Berufsgenossenschaft mit 1580 Betrieb«' 38 482 31 Hestern; S) Papiermach-r- Berufsgenossenick� 57 n-uie vieu Mrm dieZseitS MBedenken M'wt Hat l M für»ich 1'lln9 bu mit Ä& t Ein cht h' fei ...................- Berufsgenossenschaft mit 1214 Betrieden mit 41 803 Ar! 5) Berufsgenossenschaft der ch-miscken Industrie mit" trieben und 68 298 Arbeitern; 6) Müllerei-BerufSgen mst 34 801 Betrieben und 73 439 Arbeitern; 7) N„ mittel-Jnvustrie- LerufSgenoffenschaft mit 1896 Betriebe«� 24666 Ardertern; 8) Rüben, uckeiindustrie-BerufSgenM mit 456 Betrieben und 91 517 Arbeitern; 9) SpirituS-, r befe-, Stärke, und Molkerei- sc. Beruft genoffenfchaft# Betrieben und 31 576 Arbeitern; 10) Brennerei- Berufsg«f schaft mst 2778 Betrieben und 37 399 Arbestem; 1". kleidvngSindustrie-BerufSgenossmschaft mit 2094 Bettstbl' 64 480 Arbeitern; 12) Seiden«Industrie- Beniftg� schaft mst 360 Betrieben und 25577 B 13) Leder- Industrie- BerufSgenosstNschast mit Betrieben und 36,136 Ar bestem; 14) Berufszenoffenst� NSHmasckinenfabcikation und Femmechanik mit 812% und 34,152 Arbeitern; 15) Berufsgenossenschaft der und sonstigen Mustk Instrumenten- Fabrikanten mst trieben und 11,784 Arbestem; 16) Glasindustrie- BeruM, schaft mst 791 Betrieben und 35,084 Arbestem; 17) 3 Berufsgenossenschaft mit 6203 Seirieben und 99,884 A' 18) Berufsgenossenschaft für feinere Thonwaaren und B-trtebe mir 666 Betrieben und 42,635 Ardeil em; 1®, und Wasserwerks- Berufsgenossenschaft mit 976 B-tlbfL W" wäre, "0 piar n bemüh ?«llnS „ S hJW wtttz hi inv un i7«04scbu nur mit (* Dr genoffenschaflen find theils gar keinem. theilS einen%«|h,%MIabuni Qfrr i.. riPOr s«..«?. ringen Widerspruch der Bethestigten begegnet. An gmossenschaften, welche den größeren Theil de» umfassen, kommen in Betracht: 1) ZtorddeutfaZ, und Unedel- Metall- Industrie» Beruf»- Genoß' mst 1100 Betrieben und 33,100 Arbeitern eine gleiche süddeutsche BerufSgmoffenschaft mst 881 und 21 336 Arbeitern; 2) Norddeutsche Holzindustrie genoffenschaft mit 4260 Betrieben und 64 456 Ar best' neben gleiche BeiufSgenoffenschaften für Baiem mit> trieben und 12 296 Arbestem, für Sachsen mit 940,. u rd 10 965 Arbestem; für Württemberg, Baden, fcefWjl maiingtn, Elsaß. Lothringen mit 1801 Betrieben un» Arbeitem); 3) Leinen- und sonstige Bastfaserindu! genoffenschaft(für daS ganze Reich obre Schlesien,. Sachsea und Elsaß Lothringen) mit 321 Betrieben unz Arbeitern: 4) Norddeuische Tabakindustcie-BerufSgeM mst 1208 Seiritben und 49 163 Arbeitem(daneben ei«' süddeutsche Berufsgenossenschaft mit 549 S«, trieben Arbestem). Hiernach bleiben noch übrig: ni- � # W W A Betroffenen lösen wird.— Gute Nacht,«ft"' ji Freunde; ich bin müde von den Strapazen und bedarf der Ruhe, um«ich für die nroftP stärken." mollen ig tsli Fünfunddreißigtet Kapitel. „Haben Sie die Runde gemacht, Mr. fragte der Chef-Arzt von BetheSda den Asfiste"!'� eben zu ihm einttat. „Ich habe einige der Kranken, die am bt� nach dem Arzt verlangten, oder bei denen, wo die � tung am nöthigsten schien, besucht; bei Allen" unmöglich." c:r'i6«ba gK bie Mstwirkung von Mr. Rodenburg nicht fertig** SL und können." �Jk\i t»*1 spr. Sft't e %% >�°'ben fri iu IVl, „Da« scheint in der That so! Mehrere b, de»t°"ich lam, schienen förmlich mitäuscht'zu s�'-j' mcht Mr. Rodenburg war. Sie verlangten bnoß?' w ihm. namentlich erschöpfte fich Miß Elly in g,. wollt« durchaus wissm, wann er käme, und«l jj# tinh# sagte, e« könnten noch einige Wochen vergehe",, «nd schien sehr unglücklich darüber zu sein." Gefferson antwortete nicht.._ g# Nach einer kleinen Pause begann er wie„Alle, spräch: in „®« ist ein schwere« Geschick. Ich fteue mich dahin gelöst hat. Ohne Rodenburg, welche Verantw i« er wie � BHHBI ifSA 'ch gehabt, an welch' grausamer�That hätte»ch"$ ckit" gfbalef. steter' SZ �..Das PolizeiprSstdinm hat, wie die„Voff. . w I# Mt, auf eine Eingabe, welche der BezUlSverein ,._ «taffä bei Verlaufs von Zerealien nach Gewicht in den ,??uhallen an daffelbe gerichtet hatte, folgenden Bescheid er« lae Oße» Mt!»Dem Bezilktverein wird auf die Vorstellung, be- »en ß«* Z�!!? Ei'führung deS Verkaufs derZerealim im Wochen- rftga«» Deikehi nach Gewicht, ergebenst mstgetheiU, dafi AGi# M xoli,eivräfidium dem hiesigen Magistrat von dem Inhalt rf 9W jPJ'wn Mirtheilung gemacht und selbigen um eine Aeuherung M seine Eiellung zu dieser bereits vor einer Reihe von Mm diesseits erörterten, jedoch vorzugsweise auS einem recht« Mn vedenkm nicht wester verfolgten Frage ersucht bat. Der £Wrut hat dem Polizeipräsidium geantwortet, daß er die 3% Mr wichtig genug Halle, um ste einer eingehenden ei«.«8'u unterziehen, und zwar durch eine Ueberweisung an ZuVi v Mission, welche stch mit den Interessentenkreisen in Sewing zu setzen und die umfassendsten Erhebungen zu �Balten hat. Erst nach Abschluß der letzteren wird ei mög- � endgiltige Entscheidung in der vorliegenden Frage immmm rd m etriebO «raibe«? 03 A'l ntt ?N ctriebA gtroWg irituK? (astnrfL TUWjjl SiliMJ »Ä Ä Der Sitte der Zeit genräß waltete im ®tf zuchtig« Hausfrau und herrschte weise im häuslichen und dcr Sinn der Töchter würde demaemäß auch fast im Au�lich auf die Häuslichkeit gerichtet. Ein Hauptfaktor �MMchtn Leben bildete von jeher die Küche, und wurde & o �svaitement eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. von bft Frauen und »m 10 1101} DU) im i�-iuuiictuiuuu, wie jetzt auf 5iN?°uo pianistischer Fingerfertigkeit. Sonst war ein jedes bemüht, stch die Fähigkeiten anzueignen, die rrfor- nNd, einem künftigen HauSstande vorstehm und dm« ;w\tationell lellen zu können; heute ist ei anders. w.M5.k«tn junges Dämchen mehr roth, wenn man ihm � Evrichwort rezitirt: Siebzehn Jahr und fiebm Wochen R. Und kann noch keine Suppe kochen?— wird höchstens sein modern frisi-tes Köpfchen in die ? werfen und verächtlich lächelnd erwidern:„Einen Monat .�ust>s>bule und ich bin die erfahrenste Hausfrau!"— foRepl Hän i» � über den Verfall patriarchalischen Familienlebens. h�fiiü dib über die frivole Hinneigung zur Oeffentltchkeit, 1 u.nut wit knapper Roth von i �rayrgmer wuroe gier der steten Gefahr für die ■'•"S � b Nbeugen. Dorffs. neues Semüse, Rhabarder-Blätter, zeigt stch in I unseren Wochenmärkten. Es kommt in ganzm ' W ftomnn( Ladungen von Hamburg. Die Sitte, Rhabarber« AN*51 w wtju essen, stammt auS England, hat stch von da in haw«restädtc und aus diesm in daS Binnenland über« Der Genuß deS Rhabarbers ist sehr gesund. Der Ge« % erinnert an den eingekocht.» Stachelbeeren. w 5t»e z« rügende Unsitte. Bei einiger Aufmerksamkeit «M,?Treibm unserer Kinderwelt, speziell deS männlichen bt D.�lhten ist ja bekanntlich viel zu mächt, g. alS daß ste %a%wallm!H(In beseitigt werden könnte. Der einzelne SStofcl!* würde gegen den unleugbaren Unfug vergeblich »Slitnl,'t 1? tt wüßte stch auf allerlei üble Folgen seiner CTiZ�inche gefaßt machen. Wohl aber wäre auf besseren »r-S Wehnen, wmn nammtltch alle Väter und Lehrer es �tnschastlich zur Pflicht machtm, dem hier gerügten est". wollen. H Wr"ouen. Mir schien et, als ob daS,»aS an dieser HzWällig ist. nichts Andere» sei, als die Folge ihres � I. Mn Aufenthalts unter lauter Geisteskranken." Jiet Möglich, daß ich mich geirrt habe. Jedenfalls muß Ss&M-S".«M u».to«nbem d K «tu' , allein von ihrer Freilassung und von der "er Herkunft abhängt. Es muß etwa» gut ■-in. Wenn er nur hier wäre. Ich muß sagen, i'l.„ wich, von ihm zu hören, ob er die Beweis« denen er suchte, gefunden." L*4tn M entstand«ine Pause. Diese wurde unter« 8en M?�.d°n Eintritt eine» Wärter», der mit der Rodevburg mit seinem Verwandten e»i» vi«,»,«?««aanae». um sich an» T.Will' vergangen V � � brauche, und hier find die Beweis« mm Unfug nach SrSftm zu steuern und ernstlich Sorg« zu tragen, daß nicht der von Natur und Sitte gebotene Unterschied zwischen der gesammten Lebensweise der Jugend— resp. der Kindheit— und deS Allers stch mehr und mehr vermischte. Man überseht dabei nicht, daß kleine Knaben, die in ihren Freistunden aus'» Rauchen ausgehen, einmal ein völlig unkind« licheS Gebahrev und Begehren an den Tag legen, daß dieselben ferner gewiß häufig zu Unredlichkellen verführt werden, um ihre Rauchgelüste zu defriedigen und außerdem in Gefahr ge» rathen, ihre Gesundheit gründlich zu untergraben. Es genügt aber nicht, über gewisse Unarten zu seufzen und zu klagen, sondern e» gilt, den hier zu Tage tretenden Uebel ständen gemeinsam und energisch nahe zu treten. Die Gesuche um häufigere Ctrasienbesprengung, namentlich von Einwohnern der äußeren Peripherie, mehren stch ganz erheblich. Leider kann denselben, wie die„Voff. Ztg." offenbar au» magistratltcher Quelle zu berichten weiß, nicht entsprochen werden, da, so lange die Erwellerungsbautm der Wasserwerke am Tegeler See nicht vollendet find, an einen größeren Wasserverbrauch zu diesem Zweck« nicht gedacht wer- den darf. Die beide« Berliuer Herren, welche den steckbrieflich verfolgten Buchdrucker gewaltsam über die Grenze schaffen wollten und deshalb verhaftet wurden, find, laut der„Aach. V. Ztg.", durch die holländische Polizeibehörde von Maastricht nach Herzogenbusch transportirt worden, wo demnächst ihre Ab« mtheilung stat.findm wird. Was ist Undankbarkeit?„So i» et in diese Welt!" sagte ein angeheuerter Berliner vor dem Kirchhofe, als ein großmächtiger Leichenzug an ihm vorüber kam,„wenn so ein deriehmter Mann sterbt, wie der da, den ste jetzt inbuddeln, denn find se alle da un machen Jestchter. Wenn aber ein de- riehmter Mann jeborm wird, ja denn limmert stch keene Katze um ihn, und das ist eben die Undankbarkell von de» mensch liche Jeschleckt!" Der„Liliputaner Piecolomini" ist in Folg« eine» Herzschlages geUorben und heute, MUtwoch, Vormittags 10 Uhr, auf dem Louisenstädtischen Kirchhofe in der Hasenhaide zur letzten Ruhe bestattet. AlS jüngster Sohn des Bierbrauers Daniel Kipke in Breslau, so erzählt da«„Verl. Tagebl.". er« regte der kleine JuliuS schon in seinen Kinderjahren viel Auf- sehen ob seiner schier unverbesserlich scheinenden Kleinheit, die ihn aber nicht hinderte, ein tüchtiger, intelligenter Schüler zu sein, und namentlich sein Sprachtalent auszubilden. Ein „Impresario" nabm den schon früh elternlos gewordenen Jungen mit auf Reisen, und bald war der muntere Zwerg ein Schaubuden Stern ersten Range«, der durchs ganze Deutsch« Reich und viele Nachbarländer wanderte und seinem Impresario ein hübsches Stück Geld verdienen half. Im Jahre 1851 durfte sich der Kleine vor der Königin V'ctoria von England produzirm, die scherzweise zu ihrem Prinz-Gemahl äußerte:„Bei Gott, ein niedlicher Admiral I" Von diesem Tage an nannte stch JuliuS Kiepke„Admiral Piecolomini", und mit diesem klingenden Titel und in glänzender AdmiralSuniform durchzog er ganz Europa und Amerika. Da er, gottlob, mit den Jahren an Körpergröße nicht zunahm, so blieb er eine gesuchte Jahrmarkts- Spezialität, machte sich mit der Zell selbstständig und— heirathete im Jahre 1864, alS fiebenund« zwanzigjähriger, 30 Zoll„großer" Mann eine Ttlstterin von ganz normaler Größe. Trotz seiner Kleinhell aber hielt unser Avmiral auf männliche Erscheinung, wurde hübsch breit und voll und ließ sich einen martialischen Schnurrbart wachsen. Die musterhafte Ehe, in welcher da» merkwürdige Paar lebte, war eine reich gesegnete; derselben entsprossen nicht weniger alS sechs Kinder. Die beiden ältesten stnd Mädchen von 19 und 18 Jahren, und diese beiden find nach dem Vater gerathen und gleich diesem wohlprovortionirte Zwerge von 29 und 30 Zoll Höhe. Der weitere Nachwuchs aber emanzipirte stch von dieser Kleinheit und hiell stch an daS Normalmaß der Mutter; drei Söhne und eine Tochter haben voll- ständig normale Größe und stnd gesunde und kräftige Kinder. DaS jüngste, im Alter von l'A Jahren, hatte beim Tode deS Vaters genau dessen Körpergröße erreicht. Piecolomini, der auf seinen langjährigen„Kunstreisen" etwaS erübrigt hat und bei seiner Intelligenz— er sprach fließend fünf Sprachen — sich überall großer Beliebtheit erstellte. war den Freuden drs LebrnS keineswegs abhold. Seine vortreffliche Gesundheit gestattete ihm, den Taselsteuden manchmal recht ausgiebig zu huldigen, und dies— in Verbindung mit der ewig fitzenden Lebensweise— förderte«in Herzleiden, dem er ganz plötzlich und schmerzlos erlag. Piecolomini hinterläßt viele kostbare Andenken von hochgestellten Persönl chkeiten, vor denen er fich prodvzirte, und verstand so gut zu wirthschaften, daß seine jetzt 33jührige Wittwe und seine Kinder vor jedem Mangel geschützt find. Neben nicht unbedeutender Baarschaft hinterläßr er auch einen steinen Sommerfitz, ein Zwerggütchen, wie er eS nannte, in LudwigShorst in Pommern. Die trauern« den Hinterbliebenen Kausen zur Zeit noch in dem recht komfor« tabel eingerichteten Familienwagen in der Hasenhaid« Nr. 7 und gedenken diesm Sommer hindurch das„Geschäft" ihreS verstorbenm Oberhauptes noch fortzusetzen- „Sie müssen mir da» Alle» ausführlich erzählen." „Später, Mr. Gefferson I Wir haben jetzt keine Zeit zu verlieren; jeder Augenblick, den wir versäumm, ver« ärößert da» Unrecht, wa» wir gegen Miß Llly und dies« Frau begehen." „S»e haben die Karte?" „Die Karte und die mit der zitternden Hand der Kranken geschriebme Vollmacht, ihre Tochter zurückzufor« den,. Ich bitte Sie deshalb, Mr. Gefferson, verzögern Sie die Angelegenheit nicht." Sie begaben sich in die Registratur. Naydor saß an seine« Pulte fleißig arbeitend. Er sprang stmdig überrascht empor, al« er seinen Bureauchef Fritz Rodmburg sah, und war eben im Begriff, ihm in dem bescheidmen Tone de» Untergebenm ein„Willkommen" zu sagen. Fritz aber beachtete weder seine Ergebenheitsbezeugungen noch feine wirklich aufrichtige Freude, sondern unterbrach seine Anrede sofort mit de« Befehl: „Holen Sie die Akten D. 973; lassen Sie au» de« Depot die Effekten unter Nr. 903 herabbringm." „Sogleich, Herr Doktor... Hier sind ti- Akten; ich gehe seldst in» Depot, um mir von dem Verwalter die Effekten aushändige« zu lassm. Fritz schlug dre Akten auf. „Da sehen Sie die Anweisung, Mr. Gefferson, die von der Hand de» Manne» geschriebm ist, auf dessen Veranlassung da» Kind in die Anstalt gebracht wurde... Hier sehen Sie diese Erklärung, die rch in dem Schreib« tisch de» Lord Davis fand und mit seinem Namen unter« zeichnet ist." „E» ist dieselbe Handschrift," sagte Gefferson.„Ja, daran zweifle ich nicht mehrt .Hier ist da» Stück der durchgerissenen Karte, da» ich in dem Koffer fand und dm Alten beifügen ließ. E» fleht darauf drew, geben Sie Acht; hier find die beiden »u der Karte fehlenden Stücke, die ich ebenfalls im Schreibtisch de» Lord fand.... Sehen Sie, die Stücke, passen aneinander.— Da haben Sie die vollständige Kart« und den Namen Audrev Davis darauf." „Stimmt!" I a. Sit» Naubanfall ist, wie erst nackttäzllch zm Kenntniß der Poltzeibeböro« gelangt ist, in der Behrmstraße Anfang» diese» Monat»(vom 1. zum 2. oder vom 2. zum 8. Mar) Nacht» gegen 12 Uhr verübt worden. Zu dieser Zeit wurde ein bisher noch nicht ermittelter Herr von mehreren Zuhältern lüderlicher Dirnen, welche die Friedlichst.- aße unsicher machen» verfolat, und er floh nach der Behrenstraße, wo er von drei Genoffen der ihn verfolgenden Bande festgehalten, zu Boden aeworfcn und mit Fußtritten gemißhandelt wurde. Bei dem Ringen raubten ihm zwei der Angreifer einen werthvollen Stock— Krückstock mit einer Stahlstange, an welcher Leder» scheibm aufgereiht waren— und der dritte Angreifer riß dem zu Boden Geworfenen die stlberne Uhrkette, an welcher fich am oberen Ringe mehrere SUbermünzen— eine dänische, eine holländische und zwei schweizerische— befinden, mit Gervatt ab. Hierauf entfernten fich die Rauber, und der Beraubte und Gemißhandelte setzte seinen Weg fort, ohne überhaupt eine Anzeige über dm Vorfall zu machen. So würde dieser nicht gewöhnliche Vorfall in Vergeffenheit ge« rathen und ohne Sühne geblieben sein, wenn nicht ein Zufall zur Ermmittelung der That und zur Festnahme der Thäter geführt hätte. Dieselben versuchten dm geraubten Stock zu verkaufen, was ihnen auch gelang. Hierbei erregten ste den Verdacht, daß fie den Stock'« unredlicher Welse erlangt hätten, und eS erfolgte voraestem ihre Festnahme. Bei ihrer kcimlnal- prlizeilchm Vemehmung räumten die Festaenommenm,«in Blumenhändler und zwei Handelsleute, dre Tbat, wie ste oben dargestellt ist, ein und ste wurden zur Untersuchungshaft ge- bracht. Auch ist die silberne Uhr kette nebst Zubehör. welche fie geraubt hatten, beschlagnahmt. Der Beraubte ist aber noch nicht bekannt, und«S ist segr wünschenSwerth, daß Rch derselbe schleunig auf dem Krimlnalkommiffariat, Zimmer 78, bei dem Krtminalkommiffar Damm, melde. b. Vor der Kreis. Ersatz-Kommisston hatte fich neulich einer der Verklagten im Charilö-Prozeß zu stellen. Höchlichst erstaunt war er, als man hier bereUS über seine Vermlheilung zu einigen Mark in erster Instanz wegen„verleumderischer Beleidigung" unterrichtet war. Er destmt jedoch, bereits de- straft zu sein, da er die Reviston beantragt habe. Das hohe Kollegium schien die Sache auch nicht so tragisch zu nehmm» denn eS bemächtigte fich deffelbrn einige Heiterkeit, als es dm Grund der„Bestrafung" erfuhr. Man ersteht aber daraus. wie rasch man e» zu einem„bestraften" Menschen bringen kann. b. Sin blühende» Metier ist jetzt da» der Hundescheerer. Hundebefitzer baden jetzt ihre liebe Nolh, bei einem solchm anzukommen. Man steht bei ihnen drei, vier Leute mit Hunden antichambriren. Ins HauS vollends bekommt man nur schwer einm solchen Künstler. DaS Geschäft lohnt fich, denn einer derselben schor neulich in drei Stunden fiebm Hund«, was ihm 15 Mark einbrachte. Leider werden die Hunde jährlich nur einmal geschoren. a. Einer mehrfach vorbestraften Frauensperson stnd am 22. v. M. mehrere Kletvungistücke, welche vermurhlich ge- stöhlen find, adgmommen worden: ein schwarzer Double-Ueder- zieher mit 2 mal 5 Hornknöpfen, ein dunkelblauer Tuchrock mit schwarzseidenem Futter und Anmeln mit geldseidenem Futter, eine dunkelblaue Wiste, ein brauneS Mixlister-Kleid und drei bunte Frauenschürzen. Der Eiamthümer dieser Sachen ist noch nicht ermittelt: die Sachen befindm fich tm Kriminal-Kom- miffariat, Molkenmartt, in Verwahrung. Zentral-Theater. Zu der am Sonnabend im Zentral- Theater stattfindenden Fest-Vorstellung der 200. Aufführung des„Walzer Königs" und gleichzeitigem Benefiz für Fräulein Anna Grünfeld hat Herr Steffens, der Komponist deS Zentral« Theaters, ein Potpourri arrangirt, welches die beliebtesten Me- lobten auS den sechs auf der genannten Bühne bereits über Kundert Mal in Szme gegangenen Glücken mlhält und al» Ouvertüre an diesem JuduäumS>Abmde zum Vortrag gelangm wird. Polizei' Bericht. Als der GipSbrmner Niecke am 11. d. Ml«. AbenvS seine in der Weißmburgerstr. 56 belegene Wohnung aufsuchte, fiel er die gelanderlose Treppe hinab und erlttt einen Schädelbruch, sowie einen Bruch der Wirbelsäule, in Folge deffen er am 12. d. Mts. früh verstarb.— Am 12. d- Mts. früh entstand in einer Küche des HauseS Müllerstraße 174 augenscheinlich dadurch ein kleiner Brand, daß noch glühende Asche in einen H. lzkasten geschüttet worden war und diesen und demnächst die Dielen und die Küchenmöbel mt- zündet hatte. DaS Feuer wurde durch die Wohnungsinhad« gelöscht.— Der seit dem 3. d. M. vermißte Lehrling Kallmann wurde am 12. d. M. Vormittags im Wasser unter d« Moabiterbrücke aufgefunden. Da an der Leiche äußere Verletzungen nicht vorhandm waren, so scheint un» zweifelhaft Selbstmord oder ein Unglücksfall vorzuliegen. Die Leiche wurde nach dem Obduktion» Hause geschafft. — Ein 5 Jahre aller Knabe fiel am 12. d. MlS. Nachmittag» beim Spielen am Waterloo Ufer in den Landwehr-Kanal, wurde jedoch von Schiffern gerettet und seinen Eltem zuge» führt.— Um dieselbe Zeit wurde der hei den Kanalisation»« arblllen auf dem Grundstück Husfitmstraße 4 beschäftigte Ar« „Und wenn noch etwa« fehlt, der Namenszug mit der Krone im Taschentuch«, da« fich unter den Effekten befin- det, ist der de« Petschaft« unter de« Schriftstück; e» ist die Krone de» Davit'schen Wappen«. Sie werden«» so- gleich sehen." In diese« Augenblick trat Naydor ein, welcher unterstützt von eine« Depotdiener den mit WildschweinShaut bezogenen Lederkoffer neben fie hinstellt«. Man schloß auf. Fritz nahm da» Taschentuch herau». „ES stimmt!" sagte Gefferson.„Aber nur eine Un» annehmlichkeit. Sie wissen, e» ist eine bedeutende Summ« für die Lady eingezahlt." „Selbstverständlich muß ihr die bis jetzt unverwendete Summe zurückgezahlt werden." „Ja, ja, ich sehe ein, daß es geschehen muß, ma» muß ihr Alle« zurückgeben�, denn eigentlich haben ja die Zinsen deS Kapital« genügt, ihren Unterhalt zu M- streiten." „So säumen Sie nicht, auch diese Pflicht zu er« füllen." Mr. Gefferson fuhr fich aber mit der Hand über di« Stirn, begann auf- und abzuschreiten, und vor fich hin zu murmeln: „Ein großer Verlust für die Anstalt... ein großer Verlust." Fritz kannte seinen Chef bereit« und hatte die Be» sürchtung, daß au» diesen finanziellen Rücksichten vielleicht eine Verzögerung eintreten könne. Er sagt« deshalb: „Uebrigen« kann diese Angelegenheit späte, regulirt «erden, und wird wohl am besten mit Lady Davis oder deren Vertreter erledigt. ES läßt fich ja noch darüber sprechen, ob nicht ein Theil der eingezahlten Summe der Anstalt verbleiben soll." „Ja, ja, sehen Ei«, da« buchte ich auch; vielleicht retten w» einen Theil de» Gelbe«. Sie haben ganz Recht, Mr. Rodenburg, die Angelegenheit kann späte, ge» ordnet werden." „Hoffentlich steht nun Jhrerseit» der Entlassung der jungen Dame nicht» im Wege." (Fortsetzung folgt.) fceiler Ltuhn in einer 2 Meter tiefen Grube durch nachstürzen- W Erdreich verschüttet. Obgleich er sofort wieder herauSge- graben wmde. war er doch bereits erflickt. Da alle angrstell- ren WiederbelebunaSversvche ohne Erfolg waren, wurde die Leiche nach dem Obduktionshause geschafft.— Am 13. d. M früh fiel ein Ardeiter beim Abwaschen des Hauses Rosen» thalerftraße Nr. 39 von dir Leiter und erlitt so schwere Ver« l-tzungen, daß er definnungSlos liegen blieb und nach dem Et. HcdwigS-Krankenhause gebracht werden mußte. GetfMs- Leitung> Sin angeblich geplantes Attentat auf de« Fürsten Bismarck. Am 2 Dezember v. I. wmde Ver auS Breslau bier eingetroffenen Frau Klara Goldschmidt, welche im„Hotel Imperial" einlogirt war, aus vrrschloffencm Zimmer eine Hand- lasche mit Pretiosen im Werthe von 3717 Mai! entwendet. Der Diebstahl geschah zwischen 12 und halb 4 Uhr Nachmittags. In dem Zimmer fand fich auf dem Fußboden eine kleine lederne Brieftasche, welche augenscheinlich der Dieb verloren hatte. Jnlderselben befanden fich mehrere Visitenkarten, welche auf Namen mehrerer Besucher der Brauereischule und Brauerei- Akademie lautetm. Dies führte auf die Epur deS Diebe?. konnte nämlich erutet werden, daß die Eigenthümer dieser Vifitenkatten wenige Tage vorher in einem NachlkafS den Tapeziergehilfen Albert Etucker kennen lernten, dem sie ihre Karten gaben. Die Bliestasche wurde von der Quartier» frau Etucker's als deffcn Eigenthum erkannt. ES gelang je» doch nicht sogleich, seiner habhaft zu werden: erst nach einiger Zeit langte der Bericht der Dresdener Polizei an, welcher konstaltrte, daß mehrere auS dem Diebstahl herrührende tretiosen von einem Manne, auf dm daS Signalement tucker's paßte, im Altstädter Leihhause versetzt worden s«i.n. Am 14. Dezember traf eine Meldung auS Leipzig ein, daß auch dort solche Pretiosen versetzt wurdm. Am 31. Dezember endlich wurde Etucker in Innsbruck auf Grund der im Poltzeianzeiger veröffenttichten Personbeschreibung ver- hastet. Der Beschuldigte leugnete den Diebstahl und suchte seine Reise durch folgmdeS Märchen zu erklären: Im„Cafe Mendt" habe er einm Anarchisten Namens Rcspini kennen gelernt. Dieser habe ihn aufgefordert, mit ihm verschiedme Städte Deutschlands zu dereism und dort anarchistische Flugschristen zu verdrettm, und habe für ihn die Reise bejahst und ihn in munifi, enter Weise für diese Dienstleistung belohnt. In Köln habe Rospini ihn aufgefordert, nach Berlin zu reisen und dort den Fürsten Btsmaick zu erschießen. Dagegen habe fich jedoch sein Herz gesträubt; er sei dann mit Rospini nach Bremer» hafm gemacht, wo derselbe nach Amerika reiste, während er tEtucker) nach Oesterreich zurückkehrte. Von Rospini will er gegen 800 fl. erhalten haben. Das Vorfinden seiner Brieftasche suckt er dadurch zu erklärm, daß ihm dieselbe gestohlen worden sei. Bei dieser Verantwortung bliebt der Angeklagte auch heute, wo er fich wegm Diebstahls vor einem AuSnahms- gerichte unter Vorfitz des LandgerichtsralheS Dr. von Holzinger zu verantworten hal. BemerkenSwerth ist, daß Stuck«, welcher bereits fünfmal wegen Diebstahls-c. bestraft wurde, die letzten drei Strafen gleichfalls wegen Hvteldiedstählen«hielt. Bei dem letzten dieser Fälle im Hotel„Weißes Roß", wo er einm Uebttzieh« entwendete, war«S ihm gleichfalls pasfiit, daß er mehrere Brief« vnlor, welche auf seine Epur führtm. ES wurde noch konstatirt, daß der Angeklagte am 2. Dezember um 4 Uhr nach Hause kam, seinen Koffer packte und sofort abreiste. Von den Flugschriften, welche er angeblich zu ver» brestm hatte und auch im Novemd« vorigen JahreS in Wien «rdrettet haben will, kann er nicht einmal daS Format an» geben, worauf der Präsident konstatirt, daß im November und Dezember in Wim üb« Haupt keine anarchistischen Flugschriftm vtrbrettet wurden. D« Gerichtshof verurlheilte dm Angeklagten zu acht Fahren schweren Kerkers.und.nachträglicher Stellung unter Polizeiaufsicht x. I« dem Reichsstrafgesetzbuch giebt es einen Ab» schnitt, gegen welchm wohl am meisten gefehll wird; und wie die Erfahrung lehrt, durchaus nicht immer in bös« Abstcht; sehr oft auS pur« Unerfahrenbett. Es ist VieS Paragraph 246. Da«S eine Pflicht der Preffe ist, auf Uebelstände im öffmllichen Leben möglichst scharf und eingehmd hinzuweism, so fügen wir diesen Paragraphm wörtlich an und gedm dann eine gerichtliche Vnhandlung alS Beispiel seiner Anwendbar» kett. Er lautet: W« eine fremde bewegliche Sache, die« in Besitz oder Gewahrsam hat, fich rechtswidrig zueignet, wird wegen Untttschlagung mit Gefängniß bt» zu drei Fahren und, wenn die Sache ihm anverttaut ist, mll Gefängniß vis zu fünf Fahren bestraft. Sind mildttnde Um« stände vorhanden, so kann auf Geldstrafe bis zu 930 M. erkannt werdm. D« V«such ist strafbar.— Sehr viel- Leute wiffen nun nicht, daß fie fich einer Unterschlagung schuldig machm, wenn fie Gegenstände, die sie aus Leihkontrakl mt» nommm, versetzen, bevor dieselben in ihr Eigmthum über- gegangen find, daS heißt: Bevor fie die letzte Zahlung darauf geleistet haben, wie dies die meisten solcher Kontrakte bedingm. Eo erging eS ein« armen Wäscherin, d« Frau Grinnitz«, die fich gestern vor dem Echöffmgericht, Ablhei» lung 87, wegm Untttschlagung zu verantworten hatte. Die Frau war von Händlern, wie sie angab, b«edet wordm, fich eine Taschen« und eine kleine Wanduhr im Wnthc von 60 und 30 M. zu kaufen. Die Kausbedingungen waren sehr günstig gestellt und so griff fie zu und zahlte die «rabredeten Raten gewiffmhast und pünttlich, biS fie damtt einhalten mußte. In Folge ihr« Beschäftigung und ein« Erkältung wurde fie bettlägerig, fie bekam die Kopftose. Nun börte auch erstere ganz und gar auf und fie gerieth in bittere Roth, zttmal im Winter; waS war natürlicher, als daß fie die Uhren versetzte, um daS Leben zu fristen, doch nun kam der Handln und vnlangte die Uhren oder Geld— keinS von beiden war vorhanden und so«stattete er Anzeige. Jm T«min räumte Frau Grinnitz« dm Vttsatz der Uhren ein, wußte jedoch nicht, daß fie fich dadurch strafbar gemacht habe, denn fie hatte den Leihkontratt unterzeichnen laffen, ohne ihn gelesen zu haben— well fie weder Lesen noch Schreibm konnte. Der Staatsanwalt schentte zwar ihren Worten unbedingten Glau« bm. war aber doch genöthigt. daS Schuldig zu beantragen und der Gttichtshof vcrurtheilte fie diesem Anttage gemäß zu ein« Geldstrafe von 40 Mark. Die arme Frau vergoß btit«e Thränen, daß fie bestrast w«dm sollte, war aber doch ftoh, nicht in daS Gefängniß wandern zu müffen und vn sprach, das Geld zu beschaffen- „In einem zede« jungen Jahr, sobald die ersten Lerchen schwirrten," wurde ihm seine Kegeldahn ramponirt. Ei," dachte der Eigenthümer, ein Wirth in d« Müll-rstreße, u>« mag nur der verfluchte Kerl sein, d« das anstiftet!?" chr legte fich auf die Lauer und eS glückte ihm, den JKiffe» thäter abzufangen. Dies« Mifscthäter war ein klein« Junge, der von einm, neunzehnjährigen Burschen, nammS B-nzim, veranlaßt worden war. aus reinem Uebermuth daS Kegr.haus von Grund auS zu zerstören. Bmzien. nebst noch zwei kleinen Patronm wurdm auf d« Anklagebank vor dem Schöffengericht, Abthellung 87. plazirt. Letztere kamen mll einem Verweise davon, dn fich zumeist an daS Wort anlehnte: Wenn dich die bösm Buben locken, so folge ihnen nicht. Benzim muß ab« ein nett« Junge sein! Sein Vormund war im Gnichtssaal und bat, jmm in ein« ZwangS«ziehungSanstalt zu stecken, denn er tteibe fich bummelnd umher. Er sei schon in mehreren Lehren ge- «esen, ab« stets nach wmigen Tagen wied« davon gelaufen, auch sei er b«eitS gerichtlich mll einem Verweise destraft, well er Feuer angelegt hatte und kürzlich habe er seine eigene, leib« iiche Mutter in brutalster Weise mißhandelt. Es sei eben nichts mll ihm anzufangen und« nicht zum rechten Wege zu leiten. Der Gnichtshof mußte den Antrag auf Unterbringung in eine Erziehungsanstalt ablebnm, da Benzin daS zwöifle Lebensjahr bereits überschrittm habe,««kannte aber auf eine Strafe von 30 M.. für welche im Nnv«mögenSfalle sech» Tage Gefängniß abzubüßm find. Der absolute UnWerth dn Rekogniiionm wurde gestern wiederum in einer recht eklatantm Weise dargethan. Am 29. Novemb« pr. zwischen 5 und 6 Uhr wurde in der Kleinen Makusstkaße ein dem Fuhrhenn KaSpar Franz Anton Wolff gebörmdes Pferd mit einer Droschke eing, fahren, und«hielt daffelbe, da eS fich mchreremale überschlug einige Schläge mit dem Pellschenstiel. Bei dm weiteren Bändigungsversuchm kam daS Pfnd zum Fallm. Die im Hause KI. MarkiiSstr. 11 im Kell« wohnhafte Wittwe Neubrandt machte hierauf bezüglich der Führ« der Droschke schimpfende Bemerkungen. Dies vnanlaßte eine bei dem Fuhrwnk beschäftigt: Person, mit dem wieder zum Stehen gebrachten Pfnde nach der and««, Straßenseite zu gehen und dabei mit ver linken Hand der Frau Neubrandt einen derartig heftigen Stoß zu ve, setzen, durch welchen dieselbe die Kellertreppe hinabgeschleudert wurde. Bei diesem Sturz nlllt die Frau einen rech'en Schenkelbruch. In dem Stoßenden wollte sowohl Frau Neubrandt als noch eine andere Frau dm Wolff eikannt haben, der auf Grund dies« Rekognitionm von d« 93. Abthellung hiesigen Schöffen- gerichtS zu drei Monaten Gefängniß v«urtheilt wurde. Dn sich unschuldig fühlende Angeklagte hatte es in erst« Instanz untnlaffen, dm Beweis seiner N-chtthäterschafi zu führen, da er seine Rekognllion für ausgeschloffen erachtete. In der gestern von d« fünften Strafkammer hiestgm Landgerichts I auf die vor Rechtsanwall Wronker eingelegte Bnufung wurde zur Evidenz«wiesen, daß eine andere Person das Pfnd nach der andem Sttaßenselle geführt und daß fich d« Angeklagte zu jen« Zeit beim Fortschieben deS Wagens befunden hat, während die beiden Fraum üb« dm Anzug des betreffenden Mannes die widersprechendsten Angabm machten. D« Gerichtshof er- kannte demgemäß dem Antrage des Vertheidigers und Staats« anwaltS entsprechend auf Freisprechung deS Angeklagten. Der frühere Redakteur de«„Schalk" v. Reymond hatte fich gestnn vor der sechsten Etraskamm« hiestgen Land- gerichtS l auf eine Anklage wegen Nichtaufnahme einer Be- richtigung zu verantworten. In dem„Beiblatt zum Schalk" vom April v. F. warm bezüglich der Aufführung d« v. Gold- schmidt'schm Oper„Helgandut" dem Leipziger Stadttheater vnschiedene den Komponisten vttletzende Behauptungen aufge- stellt, welche d« Letztere zu berichtigen Veranlaffung nehmm mußte. Di« bezügliche Bnichtigung sandte« an den Angeklagten mit d« Aufforderung ein, dieselbe in der folgenden Nummer aufzunehmen. Dies« übergab fie aber unt« dn Bc- hauptung, daß er nach dem mit dem Verleger Fr. Thiel adge- schloffenen Vertrage nur für daS tzauptblatt deS„Schalk" die Verantwortung übernommen habe und lediglich gegen die ge- troffene Abmachung als für den gesammten redaktionellen Theil verantwortlich bezeichnet sei, dem pp. Thiel zur wciterm Vnanlassung und verständigte hiervon den Em- smdn dn Bnichtigung. Di« Aufnahm« der Berichtigung unterblieb, und auf den v. Goldschmidt gestellten Strafantrag wurde v. Riymond wegen d«m Nichtaufnahme unt« Anklage gestellt. DaS hiesige Schöffengericht hatte nur auf die Ver» vflichtung zur nachträglichen Aufnahme der Berichtigung, im Uedrigm wegen deS guten Glaub« s des Angeklagtm auf deffen Freisprechung«kannt. Auf die hingegen seitens der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung hob die Strafkammer daS erste Urtheil auf und vermtheilte den Angeklagten unt« Ausschluß des guten GlaubmS zu 50 Mark cvent. 5 Tagen Haft. ES wurde dabei angenommen, daß d« Angeklagte, da er doch einmal als Redakteur deS redaktionellen TheileS be- nannt war, während Thiel nur für den Jnseratmtheil zeichnete, auch die Verpflickwng hatte und fich deffen bewußt sein mußte, die empfangene Berichtigung aufzunehmen. y. Wegen wissentlichen Verkaufs verdorbener Nah- rnvgsmtttel standen gestern der Wurstfabrikant Friedrich Wilhelm Kögel und der Schlacht« Leopold Broschinsky vor d« ersten Strafkammer des Landgerichts L Der erste Angeklagte hatte am 26. November v. I. dem zweiten auf dessen Verlangen ein Quantum Mettwurst verkauft, welche im hohen Grade mißfarbig und durch Alter ranzig geworden, und dafür einen Preis von 30 Pf. pro Pfund«halten Als Broschinsky für dies« delikate Speise keine Abnehmer finden konnte, v«- langte« von Kögel, diß dieser die Wurst zurücknehmen sollte und als dieser fich weigerte, überlief«te er selbst die vndorbene Waare der Polizei zur Konfiskation und erstattete gegen Kögel Anzeige. Auf Grund der von dem letzt««, über dm Sachverhalt gemachten Mitthellungen wurde die Anklage aber auch auf den Denunzianten ausgedehnt. Im VnhandlungSL«mine behauptete Kögel, daß« habe annehmen müssen, die Wurst solle alS Hundewtt« dienen und Broschinsky erklärte dagegen. daß« wohl billige, ab« dmnoch penießbare Wurst verlangt habe. D« Gerichtshof gelangte indessen durch die ÄcweiSauf- nähme zu der Uederzeugung, daß beide Angeklagte fast in gleichem Maße schuldig seim und da der als Eachvnständig« vernommene Gehlimrath Liman begutachtete, daß daS in dn- attiger Wurst fick entwickelnde Wurstgist schwere Krankheiten, ja sogar dm Tod deS davon Genießenden herbeigeführt haben würde, so diktitte d« Gttichtshof den Angeklagten empfindliche Ettafrn, nämlich dem Kögel sechs und dem Broschinsky«ine Woche Gefängniß zu._ SoMes uuü Arbetterbewegtmg. Ueber die sozialen Verhältnisse in China und Tongttng schreibt ein in Haipbong ansässiger ftanzöstscher Kauf- mann an dm„Voltaire":„Die Chinesen leiden am aller« meisten unt« dem Kriege, für welchen die Mandarine allein vnantwortlich find. Die Arbell« und Handelsleute, die auS China stammm, können durch unsne Anstedelung in Tongting nur gewinnm, da wir ihnen Arbell und Verdienst vnschaffen und fie fich unter dem Schutze unserer Gesetze ficher« fühlm, alS unt« der Willkür d« Mandarine.... Mll der Einfuhr werden wir vielleicht im Anfang wenig Glück haben, da mit Luxus- und Mode-Artikeln im äußttsten Lsten nicht so bald etwaS zu machen sein wird. Dagegen biet.t die Ausfuhr un» serer Thätigkeit ein reiches Feld. Auß« Seile, Kaffee, Tabak, Lackarbetten, Zuckerrohr, Reisbranntwein find besonders Bau- hölz« und unter diesen vor allm and«en daS Teakholz zu beachten. Die Steinkohllndergwerke find bedeutend genug, um die Errichtung von Fabriken mll Dampfbetrieb zu g« statten. Auch zahlreich« Kupfer« und Zinkbergwerke können autgebeutet werden; fie liegm fast sämmtlich am oberen Laufe deS Rothen Flusses. Dann findet man in der Provinz Thal- Nguy-n fast nineS Antimon und in der Umgebung von Lao-Ko'r wäre leicht Zinn zu gewinnen. Die ftan» zöstsche Industrie könnte in Tongking Wunder verrichtm. Die Arbeitslöhne stehen sehr niedrig und die ein- heimischen Arbeit« find gelehrig und sügsam, müssen ab« oft zu: Arbeit aufgemuntert wervm. Wie eS fich fast von selbst versteht, stecken fie tief im Schlendrian. Sie wiiken ausgezeichnete Seidenstoffe, die jedoch sehr schmal find und nur eine geringe Anzahl von Mustern aufweism. Seit etwa acht Jahren stnd auf diesem Gebiete schon Forlschritte erzielt worden und durch eine intelligente Leitung ließen fich d«en noch mehr er» reichm. Man präge fich das nur recht ein, daß vor allem d« billige Arbeitslohn in Rechnung zu bringen ist; denn der Unter- halt des EuropSeis in Tongking ist ziemlich kostspielig.- Auch bier steht man wieder, wie die Kolonialpolitik die heimischen Arbeiter schädigt. Die Chinesen geben sehr billige Arbeits- kräfte ab, flugS wollm in Tongking französische Firmen Fabriken anlegen, um die billigen chinefischen Ardeitskcoste zu benutzen und machm so den französischen, den heimischen� deitttn Konkurrenz. Und das nennt man nationale KoloM Politik, die den Arbeitern zu Gute komme. J DaS baieriscke Bier erobert den Weltmarkt.? Oesterreich sind die Brauindustriellm außerordev'w beunrubigt üb« das reißend schnelle Wachsthum deS baierW Bierimports- Der bajuvausche Gerstensaft kam in den Itt*; Monaten des Jahres 1883„in Mode", dessen Biest mll 14393 Meter(Doppel-) Zentnern eine Steiinung-- 3146 Meierzentner aufwies. Die Biereinfuhr deS Jaines Wen. aber stieg um nicht wenig« alS 131 Piozent gegen das J jähr, nämlich auf 33 260 Meterzentner. Sie«reicht WL 10 Prozent der bezüglichen Ausfuhr, welche nur geringe siw" schritte macht, während sie noch im Jahre 1879 fünfundftebeM mal so groß war, als die Einfuhr. Ueber die Einwirkung der Kinderarbeit auf* soziale Leben schreibt vie�..Deutsche ManusalturaibeiV Die Schu Zeiiung" sehr v-rsiändig:„Bekanntlich führt ein Ue dt��genstände 1 a n g e b o t von AibeitSk. ästen ein Sinken der Arbeitt Aeilz oll« löhne hnber, eS entwerthet die Albeitskrast. der Fall, wenn de: Wettbewerb um Arbeit unter den.. wachjenen Arbeitern ein so rasender ist, wie gegen wältig.?!! nun gar ns«? WsWien i Korkurrenz Erwerb wie viel medr muß sich dies steignn, wenn billigere Arbeitskraft unser« Kinder mll DwmW'&M.w nm«vn „fest. rn Begreift man denn gar nickt, daß dadurch ein Herabdli� Whldeten L des ArbeilSwhnS der Erwachsenen«folgen muß. Wenns. an einen Selsaktor nur eine erwachsene Person thätrg ist, zehn Kinder, wo jedes die Arbeit eines erwachsenen zimmers ersetzt, so muß fich selbstoersiändlich der Arbeitt� ver Frauenzimmer vermindnn, da letzt«« gezwungen mll den Kindern zu konkorriren. Dem Unternehw«& gleich stltig, wer die Arbeit ver ichtet, für ihn ist nur r. die %%% J'wttrtrnolli ?.'» 118,3 cu mi UMWt IUI ujn vi nuit.,>I>N."",0 die Billigkeit maßgebend, er stellt also, wmn möglich, K i';., i • flüssige Arbntskraft der Fra'i, �Miellen ein. Die dadu-.ch übnflüsfig« zimmer sucht sich einen AuSweg und tritt in tuirenz mit der Männerwelt und wirkt auf st» Weise herabdrückmd auf den Lohn d« Männera rJL So ist der Kreislauf des Angebots d« Ardeitskräfle- fühlt dies? Nur dahin, daß der scheinbare Nut'-J welchen die Eltern von dn Arbeit ihrer Kinder haben,? Gelammtwerth der Arbeilskraft herabseyt und so vn Vortheil nur dem Untnnehm« und Denen zu gute% welche nicht arbeiten und dl« Bedürfnisse deS Ledens bältnißmäßig wenig Aufwand von Mitteln befriedigen(0%% Wir können uns also dahin resumiren, daß der Cctroi> Arbell ver Kinder den Werth der Arbeit der Eltern geng- so viel verringert als die Kinderarbeit üdnhaupt Arbeitt»? im Sinne unsner ökonomischen Verhältnisse Hai. folgst».. daS allgemeine Wohlbefinden d« Arbeiterfamilien g"*? solche Bedeutung hat, wie sich dies manche Elt«n cind�. Im Jntereff» der Arbeitskraft prolesiiren wir daher g/L die Beschäftigung der»inder überhaupt�. allen aber ist eS die Pflicht der Mitglied« der Fack?� daß si: darübtt wach-.n und Einschreiten, wenn von Fabrtt»G m föfytn. d« % fe nichts e. W die Bestimmungen d« Gewerbeordnung übertreten werd� minderjährige Kinder ohne Eilaubn.ß der Behörden beschäitrgt werden." Je schlechter die Zeiten find, desto Utht S«. xw. r alitat— das ist fiwer stn wahres Wort. die Verbrechen, die Noth entsittlicht die Mensch«. fahren wir, daß Ehescheidungsp:.... wegen böswilligen Verlaffens klagbar geworden find. mann« gehören durchweg dem kleinen HandwJ� stände an, welcher in den letzten Zügen liegt und no» 9 nicht �urch die Ackermännerei gerettet�worden ist.,(jj(' ü't Hab er vi m. Jtttoui"(: » Arb. fer 3 gegenwärtig in Dresden auf einmal zz-stst">ätt rozisse„ausgebrochen" find, in denen diesi M ien Verlassens klaabar ae worden sind. i�'ft nod U 15«. München, 12. Mai. Die München« Ech�x« haben gestern in einer öffentlichen Versammlung, ß Pariser Schneiderstreik diSkutttt. Man einst mmig zu Gunsten der Streikenden aus und vettN� sich. Zuzug fnnzuhalten.— Die hiesigen Steinmetz« noch immer. Pereiue uuü Persammluuge«. Magdeburg. Die auf vorgist«n Abend im anberaumte Versammlung des Fachvneins der I i für Magdeburg und Umgegend, in welcher der Rn Abgeordnete C. Grillenberga einen Vortrag über schiedSgerichte" halten wollte, war von etwa 400 sucht. Der Vorsitzende Herr Schröder machte die M'ttLji daß Nachmittags He« Grillenberger telegraphisch die i lung gemacht habe, daß« wegen der Abstimmung �■"? tage über die Zölle erst später werde«scheinen lönn�d ein« weiteren Depesche habe er jedoch angezeigt,»a«st,gB baupt an diesem Tage nicht kommen könne, weil die Avp. � sich verzögert habe. Dieser Gegenstand sei deshalb° i' heutigen Tagesordnung abzusetzen. D« Voifie�/ spricht hinauf die Lohnvtthältniffe d« hiesigen gesillen und behauptet auf Grund sein« durch Frog� Proz. Z'S i Maaten W müßten ebenfalls diese Zell mit inne halten. Hier Hilfe geschaffen werben. D« Fachverein sei das 0 j(f Oroan, diese Angelegenheit in die Hand zu nehmen-?� r geschehen würde. Herr Sendi!...... zum«stm Gegenstand der gerichte", zurückzukehren, und ,ia',, sc« ein wund« Pur kt für die Aibcitneh�' j i einziger Stadtrath habe als Nicht« zu entscheide"' ef Aibetter im Recht oder Unrecht sei. Dieses ,%%% 'ig nimmt hierauf da? � M lrbetter im Recht oder Unrecht fei. Diese» W; eändnt werden, denn so lange nicht der deuts®». : W * q-q W M selbst Mitricht« sein könne, werde kein sozial« stehen. Herr Veit bespricht hieraus wied« die Lage v" Klempnergesellen, dieselben hätten, so weit% wohnen, schlechte Kost und LogiS, auch kein � »ager, aoer ränge Aroerlszeu; er selbst könne sprechen, da« 14 Tage bei einem Meist« in Kost gewesen sei. Herr Voigt hält ebenfalls die Lage d«*„A isä» s ä$ «r ä«, gsrÄ j Vnn* sei trostlos. D« Klempner fei doch. � b «Ine JSXi UZ Lage »eil«; andere Bauhändweik«. wie MauA Zimmerer verdienen bei zehnstündig« Arbeitszeit�. � hi« beschäftigten Klempnergesellm nur tag .-..................empneraeiretei»--"r den arbeiteten, so würden noch 15 Gesellen«ity werben können, die arbeitslos auf dn Straße liegt" würde auch der Vagabondage mit Einhall gelegenhett soll mit auf die Tagesordnung der ralversanmilung gesetzt werden. Nachdem�vom���, mi Ä'.BÄrÄ„"Ä Ä Haltung eines Eommei festes. Die Anwesenden noch unt« dem Eindruck deS eben behandelten* 6fii traurigen Lage ver Gesellen, denn eS erhob fi»' eine» SommerfesteS ZiiemanV. � De« Mitgliedern der Zenttal-Kranken'« « W ttn Sonnabend, den 9. Kai�ab nach Laingestr.& Veranttvortttcher�Redalteur R.« 1 � vtund fät vgg k n- v« ...A * ,alu r.oA* *,'#1 [und,|4! Ä U. 24,5 Millionen Kilogr. Itn�ji iJer sehr günstigen Annahme, daß trotz deSfieti» e de�r� itan ges des deutschen Schaf bestandes ilrchie i» Wollproduktion im Jahre 1884 die gleich« Höhe WiRo,"liiedt sich, daß von diesem Ei trage in Deutschland Er».,«�twa 12 8 M ll. Rilogr. verbraucht find, da der H.y AH deutscher Wolle, wie die Re chSstatistik festgestellt hat, ch»%iU; Kilogr. betrug. Zu diesen 12 8 Mill. Kilogr. kommen weniger als za. 105 7 Mill. ausländische DoS Ausland t S�t demnach 89 35 pCt.»um Ge- N�ilekonsum Deutschland, bei. vaden bereits darauf hingewitsen, daß die deutsche V- i» Jahr zu Jahr sich vermindert hat. »er p* P nicht zu leugnen, daß es in Deutschland setzt weni- ?. t, gibt, wie früher, w,S immerhin eine tröstliche Au»« k die Zukunft eröffnet. Herr Viktor Böhmert hat 5Wq»I«"Zritschrift deS Sgl. Sack fischen Statistischen efiart«(« 1884, Heft l und II) eine recht inter« � über: Die sächfischm ViezLblungen von �itt>/>.». veröff-ntlicht, die unS deweist, daß Böhmert recht leisten kann, wenn er nur die Ardeitnftage unge- Riehs,., Davon versteht er nun einmal nichts, in der stik ist er um so b.ffer zu Hause. Er weist also zu« SsL.V'Ä*' daß Sachsen, daS bis über die Mitte diese« Jahr. lf binoug durch seine erfolgreiche Zucht hochedler Wall« vestj�ilberühmt gewesen ist. diesen Wirlhschafttzweig immer »die V-�fleat haf. Der ziffernmäßige Beweis liegt vor, daß alz»?.wofzüchttr Sachsens die Wollproduktion mehr und mehr %ua, und die Fleischproduttion als Hauptzweck" in's »iehh M-«t haben. Eactien aber steht in dieser Beziehung Schlefien. Mcklenburg. Schwerin. Hannover. WMWMM weisen dm gleichen charakteristi» nichts, der Schafe in Der Echafbestand 8» i«Z K durch folgende Zusammenstellung(Böhmert, a. a. O. � erläutert. ES wurden an Schafm gehalien. 197,2 228,8 79,7 31,7 61,3 27 6 15,3 ,|h***' i i',w' i-, 7,9 i'' t�2.R ,1�' nur, wieviel„Schalheit", um Hegelisch zu redm. ÄaM.atH der Patrimonialverfaffung, das Land der Odotrsten, Vit(lW hat. Der RLckzang ist unleugbar ein allgemeiner- die gebrachten Ziffern dürsten dem ärgsten Zweifler A»tIs»Wch« zu G.'müthe führen, daß die für Industrie und �>ial«" Deutschland erforderliche Wolle von Deutschland ' mehr produzirt werden kann. Uftb H.Rnb also direkt auf die ausländische Wolle angewiesm. tSS?. ein Wollzoll! Auf der einen Seite Bewilligung VW b«r,b, ü.oaen für die Dampfersubvmtion, bis zur Ekstase ge» tf Jj ei�a, �wnienschwäimirei, auf der anderen SeUe die Absicht. O �iplodutt par eicellence, der Wolle, durch«inen N* Straße nach Deutschland zu sperren. Unsere % P'ien v.l.w ollen ihre minderen Getreide-Qualitäten dem ble> �y,.�ulschen Michel für höhere Preise verkaufen, wir be» U'kn bk O—«"er»,5chttoe Industrie, die -1 -1 1 % '--—7--|—- 7 7.*V»|V V.«»W—,..,--- m.,, Äin/H ßorrizöUf. Soll eine mächtige Industrie, die Sftbeti. V)'lcn Arbeitskräfte beschäftigt, dadurch lahmgelegt Wtet finh°.man, einer Handvoll Großgrundbefitzer, die Schaf' z,Kt? vui;' W Liebe der überseeischen Wolle dm Weg ver« p�Sherren w m l3 doch nicht mehr im Mfttelalter, wo die d wj,„Wollsäcke" abflogen. Der deutschen wie ��Hältniff« nie so billig und so gut produzirt 6 SÄfflÄrt M 10.015«.�"Sland dieselbe von 18.183 Ballm für 1883 54-!öoB"''««< Di. deutsche Wolle wird dem« UWMWW trt �"ll'n � �duft�je �O'.vivdustrie ist in erster Linie eine ««»MX- u«fuhr von ca. 24 16 Millionen Kilogramm «OOj I werben fich, um fich für die höheren Wollpreise zu entschädigen, schadlos halten an dem variablen Kapital, das heißt an dm Arbeitern. Roch mehr als sonst wird an Stelle der männlichm die weibliche und kindliche Arbeitskraft trrtm, noch U fer, al« bisher, wird der Arbeitslohn, und dadurch die wirlhschaftliche Lebenshaltung der Lobnarbeiter herabgedrückt werden. Au» der Haut der Arbeiter Riemen schneiden, ist daS auch Sozialreform? WeShalb aber geschieht dies Alles? Zu Ehren der klerikal- konservativen Klique, politisch genommen, zu Rutzm der feudalen Grunddefitzer, wirth chasllrch die Sache aufgefaßt. Der große Fischzug der Landjunker will in seinem Netz auch den Wollzoll fangen. Ob ihn die nächste Session deS Reichstags bringen wird?_ KoMiiScke Aebersickt. vo« der Vismarck-Cpendt. In der am Dimstag Abend im Herrenhause stattgehrbten Schlußsitzung des Zentral- Komitees für die BiSmarck-Spende theille der Herzog von Ralidor mit. daß die Sammlungen inSgesammt einen Ertrag von 2750049.44 M ergeben haben, der nach Abzug der Kosten von 23 905.50 M. eine Summe von 2 729 143,94 M. repräsmtirt. Hiervon find 1 500 000 M. zum Ankauf von Schönhausen ver« wandt und der Rest von 1 229 143,94 M. zur Disposition deS Herrn Reichskanzler» für die zu bildende Stiftung gestellt. AuS dem detaillirtm Nachweis über die Sammlungen ist ersichtlich, daß Berlin, die Rhein prooinz und daS Königreich Sachsen die größtm Beiträge geleistet haben. Der Po'izeivrästbent z« Danzig berichtigt die auch von uns erwähnte Notiz(siebe erstes Blatt) über die Aus« Weisungen dahin, daß nur ein einziger am 6. Mai über die Grmj« gekommmer paßloser rusfischer Uebeiläufer mit eimr Fi ist von 43 Stunden aus Danzia ausgewiesen worden sei. — Im Uebrigm haben, wie die„Danz. Ztg." beut« mittheilt, in Danzig 32 Personen, 9 Familien angehörend und zum Tteil schon fest längerer Zeit in Danzig vnsäsfig, Aus- weisungSordreS erhalten, doch ist ihnen bis zum 1. Juni Frist gegeben.. Frauke ei ch. Die französische Deputirtenkammer genehmigte am 12. d.M. mit 386 gegen 57 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend die rückfälligen Verbrecher unter Ablehnung aller Amendements. Als VerdannungSort ist Guyana bestimmt. Bischof Frepp.'l bekämpfte diesen Punkt der Vorlage besonders, indem er bemerkte, daß bei dem Versuche von 1852, Guyana fr Verbrecher kolonie zu machen, die Sträflinge zuerst aus die rseln, die für gesünder galten, gebracht wurden und doch die lerblichkeit fich auf 60 j:CL belief. Als fich die Notbwendig« keit zeigte, die Strafanstalten zu räumen, seien in der von Saint-GeorgeS von 170 Sträflingen nur 20 am Lebcn gewesen. Auch Admiral Fourichon erk ärle es für Unstnn, daß Europäer in Guyana durch A beit unter freiem Himmel leben könnten; in diesem heißfeuchten Klima seien tausenderlei Vor- kehrungen nöthig, um Europäern daS Leben dort möglich zu machen.— Diese» Gesetz ist von den wirklich freifinnigm Franzosen stets lebhaft bekämpft word-n, weil die Regierung daffelbe auch auf politische Vergehen in Anwendung bringen kann. Man bat fich zwar von Seiten der Regierung gegen eine derartige Anwendung ausgesprochen, da» hat aber wm'g zu besagen, wenn man bedenkt, daß diS jetzt jede Re- gierung den ausgiebigsten Gebrauch von derartigen Mitteln macht«, wenn eS galt, einen unliebsamen Gegner für immer oder auf längere Zeit mundtodt zu machen. — In einer neuen Versammlung der Schneidergesellen wurde angekündigt, daß ein Theil der kleinen Schreiber den neuen Tarif angenommen habe. Dagegen schloffen wieder sechs große Schnechermeister ihre Läden. Die beabsichtigten Kundgebungen vor den großen Magazinen, wie Bon Marchs Louvre, Belle Jardinicre, find unterblieben.— Am 1. Juli wird im Jndustriepaiast der elyseischen Felder eine„Ausstellung der Arbeit"«öffnet werden und bis 1. November dauern. Die„Vereinigung der Erfinder und der Gewerbekünstler" sowie die Arbeiter- Produktivoereine werden fich an derselben betheiligen. Die erster« stellt die Tyven aller seit 1870 gewonnenen Erfiadunakpatente auS. Die Regierung gewährt den Arbeiter-Syndikatikammern, welche die Ausstellung organifiren, 20 000 Franken. Dieselben erhalten «fitere 10000 Franken, um Arbeiter auf die ant» werpner Ausstellung senden zu können. Rußland. Wie der„Pol. Korr." unterm 10. d. M. aus Warschau gemeldet wird, ist der vom Kaiser bereit» gmehmigte Reichl« rathSbeschluß, betreffend die Einführung Ver russischen Unterrichtssprache in sämmtlichen Elementarschulen VeS Königreich» Polen nunmehr im Gesetzblatte veröffentlicht worden.. �. Großbritannien. Bei der zweite n Lesung der E lfmtllion e n- Cr e« di t«B ill wurde der Antrag der Opposttion, die Details der Verwendung vom Ministerium zu oerlaagen, mit 290 gegen 260 Stimmen abgelehnt und hierauf die Bill in zweiter Lesung genehmigt.— Der aufS Neue eingebrachte Antrag Lvp-S, die Kosten für die Herstellung der Wählerlisten auS der Staatskasse anstatt auS den lokalen Eieuem zu b-streiten, wurde mit 280 gegen 258 Stimmen abgelehnt, nachdem der Premier Gladstone erklärt hatte, die Regierung werde die Bei- sttuer aus der StaaiSIaffe für Irland auf 15 000 und füc England auf 40000 Lstr. erhöhen.— Die Wahlbezirks- Bill wurde vom Unterhaus« in dritter Lesung mit 117 gegen 33 Stimmen angenommen, ebenfalls die Bill bctrrffend den Bau eines schiffbaren Kanals nach Manchester. In Dover ist am 2. d- M. der Eingang zu dem unter« seeischen Tunnel, der im vorigen Jahre begonnen und etwa IV: km weit gebohrt wurde, z ug e m au e rt worden. Di« Unternchmer hatten fich die Gewißheit oerschafft, daß die Regierung den Bau unter keinen Umständen dulden würde. DaS Unterhau« beschäftigte fich am Dienstag mit dieser An. gelegenheit. Nachdem vre Regierung fich gegen die bezügliche Bill ausgesprochen, wurde dieselbe endgiltra mtt 231 gegen 99 Stimmen abgelehnt. Damit also ist vai Schick!-! deS Projekts auf Jahre hinauS entschieden.._.,_,, — In Irland wurden im ersten Quartal dieses Jahre» 720 Pächterfamilien, auS 34446 Personen brstchcnd. exmlttirt, weil fie den Pachtzins nicht bezahlen konnten. Von dieser Anzahl wurden 228 Personen wirvcr als Pachter aufgenommen und 1642, auf ihren Pachthöfen als zeitweilige Hüter derselben belüfsin-� wursten Nachrichten zufolge ist eS zwischen der werden- Mrt»meutsbmrkte. Deutscher Reichstag. 100. Sitzung vom 13. Mai. 10 Uhr. Am Tisch« deS BusdeSrathes: v. Boetticher. LuciuS, v. Burchard, v. Bronsart,». Schelliaa und Komm'ffarien. DaS Präfidwlbureau ist heute, am Tage der hundertste» S'tznng, mit einem großen Bouquft in deutschen Farben geschmückt, daß in seiner Mitte die Zahl„100" zeigt. Die Wahlen von v, Wöllwarth, Bertram und Delbrück werden für g i l t i g erklärt, und die U«bersichten der Ausgaben und Einnahmen 1383/84 vorbehaltlich der Rechnungslegung nachträzlich genehmigt. ES folgt die erste Berathung deS am 10. Mai d. I.«H Spanien abzefchloffmen Vertrages. Abg. Grad: Ich werde kurz sein, denn wir sehnea tml alle, nach Hause zu kommen. Die vorliegenden Aenderunge» im Konventionaltarif für Spanien find durch unsere Meistbc. günstigungSverträge veranlaßt, die in Zukunft nicht mehr ab- geschloffen werden sollten, um unserer Industrie mehr Eicher. heil zu gewähren und unseren Export zu fördern. Schaffen wir nach Ablauf der bestehenden Verträge die Meist. begünstigungS-Klausel ab, und unser Export wird wesentlich zunehmen. Abg. v. E ck a l s ch a: Rusfischer in Hamburg denattirirter Spiritus wird bekanntlich als deutscher Spiritus ausgeführt. Ich fürchte nun, daß auch bei Olivenöl auS nicht meist b«. günstigten Lankern ähnliche Manipulationen stattfinden könnten. Werden die R gierungen derariige Mißbrauche ausländischer UrsprungSatteste verhindern? Staatssekretär v. Burchard: Dem Abg. Grad bemerke ich. daß wir eS hier nicht mtt einem neuen Meistbegünstigungt. vertrag zu thun haben, sondern nur mit einer Modiffkatro« eineS solchen, der im U-brigen in Gellung bleibt. H rrn von Schal, cha erwidere ich, daß bei Epirttu?, der allerdings vo» den meistbegünstigten Ländern weniger hereinkommt, Ver- tauschung vorkommen mag. Olivenöl aber kommt, sowett mir bekannt ist, auS nicht meistbegünstigten Laibern nicht herein. sondern nur auS Spanien, Italien, Kleinafi-n und Ländern, die wohl alle meistbezünstigt find. Besondere Vo:kehnmgr« find also wohl nicht nolhwendig. Abg. Dr. Bamberger: Ich würde da» Haus bei diefim bereits besprochenen Vertrage nicht aufzuhattin wag«,, wenn Herr Grad ihn nicht zum Anlaß genommen hätte, die Meistbegünstigungsklausel als einen großen Fehler darzustellen. Selbst wer, wie er, jede Einfuhr für ein Uebrl hält und mit ihm an das Märchen von der Handelsbilanz glaubt, wird steh darum noch nicht zu jener Auffaffung bekehren, weil wir ja nicht die Welt regieren und den Anderen einfach vorschreiben, was fie gehorsam zu thun hadin. Ter Herr Reichskanzler tröstet die Kau leu'e, die jetzt Schaden erleidm, damit, daß sie ihn ja auch haben würden, wenn«in Krieg ausgebrochen wäre. Aber wenn ich Jemand den Hals abschneide und ihm sage, er hätte ja auch eines natürlichen Todes sterben können, so wird da» ein sebr schwacher Trost für ihn sein. Es ist nicht der Beruf der Regierungen, daS Unglück, d-ffen in der Well schon genug ist, noch zu vermehren, wie es bei der Zollgesetzgebung allerding« zu sein scheint. Aber wenn wir nicht einmal ioS biSchen Sicherheit mehr haben, das uns die MeistiegünstiguagS- klausein diesseits und jenseits schaff.», dann werden Sie o- leben, wie unsicher und von Grund auS gefährdet alle unsere geschäftlichen Beziehungen werden, und wer ein Geschäft treibt, wird sich wie vogelfrei vorkommen. Herr Grad hat schon manten nicht glücklichen Einfall in dieser Sesfion gehabt, aber einen unglücklicheren als diesen noch nie.(Htiterkett. Sehr richtig! links.) Abg. Richter: Herrn v. Schalscha ist offenbar nicht bekannt daß wir mit England in einem Meistbegünstigungt- Verhältniß stehen. Ich will nur konstatiren, daß ein Führer der Mehrheit, der auf die Beschlüsse des Hause» einen so großen Einfluß besitzt, Über diese grundwichtige Frage fich di» jetzt noch in völliger Unkenntniß blfirdet. Abg. v. Schalscha: Herr Richter weiß wohl nicht, daß in England kein Olivenöl produzirt wird. Abg. Richter: DaS weiß ich; aber sagen Sie mir, ro» denn eigentlich daS Olivenöl wächst, von dem Sie sürchten. daß eS fSlichlick unter dk Meiftbegünstigungsklausel kommt? (Abg. v. Schalsche: in Palästina!) Also Sie wissen nicht. daß die Türkei auch zu den metstbegünstigien Ländern gehört k (Heiterkeit linkt.) ES ist schade, daß dies« absolute Untamt» niß der Verhältnisse erst in der dritten Lesung zum Vorschein kommt; e« wäre sonst Mancher vielleicht stutzig geworben, fich bei der Beschlußfassung über den Zolltarif unter Herrn von Echalscha's Führung zu stellen. Bei der zweiten Berathung deS Vertrages verlangt Abg. Buddeberg, um die Unficherheit in der Verzollung, die ,u erheblichen Verlusten geführt habe, zu beseitigen, eine genaue Deklaration, waS Olivenöl ist, um jede willkürliche Auslegung abzuschneiden. Staatssekretär v. Burchard: ES würde sehr well sichren, diese Spczialfrage hier näher zu erörtern, die auch mit vem vorliegenden Vertrage in keinem engeren Zusammenhange steht. Der Vertrag wird darauf auch in zweiter Berathung an- genommen. Die A bänderung deS ZollvereinigungSvertrageS wird hierauf in dritter Berathung ohne Debatte genehmigt. Die beiden von Etruckmann und Orterer vorgefchlazenen Resolutionen, betreffend die Kommunalbesteucruna von Bier und Branntwein, werden mit Rücksicht auf die Geschäftslage de« Reichstages durch Ucbergang zur Tagesordnung erledigt. Die Konventionen mit Madagaskar, der südafrikanischen Republik, Birma und Belgien, die aestern in zwetter Lesung beralhen waren, werden in dritter Berathung ohne Debatte angenommen; ebenso der Nachtrazsetat für 1885/86. Darauf wird in der dritten Lesung der Zolltarif. Novelle fortgefahren. Auf den Antrag der Freien Vereinigung war in zweiter Lesung ein Zoll von 1 M. für getrccknele Zichorien und gedarrte Rüden beschloffen wordrn. Abg. Zeitz beantragt die Streichung der Posttion, während Abg. v. Göler im Jntenffe der kleinen Zichorien bauenden Landwirthe Süddeutschlands, speziell Badens und Württnu- bereS. die Ausrechterhaltung empfiehlt. Adg. Mryer(Halle): Der Zichorienzoll wird unter allen Umständen mehr wie irgend e:n anderer Zoll von der alle ärmsten Klaffe d-S Volks getragen, besonders von der armen, auf Handarbeit angewiesenen Bevölkerung kahler Bcrggegenden. einer Bevölkerung, deren einzig«! Nahrungsmittel d:e Kartosi.ck, deren einzige Genußmiitel außer dem Salz der Zrchorienaufgusi ist. Pom Slandpunkt der Humanrtat kann man nichts Härteres erdrnken als di- Ver- theuerung der Zichorie. Die Preis« für die Zichorie find in den litzten Jahrzehnten nicht wesentlich verSndert worden. urb der Profit im D«tailhandrl ist so übttauS gering, daß Eis hier unbedenülch den Gründen der Humanitär Ihr Obr leihen und eine Entscheidung nach dem Herzen treffen sollten; die volkswirthschafllichen Gründe wiegen demgegenüber nicht so schwer. In namentlicher Abstimmung wird der Z i ch o r i e n- z o l! mit 158 gegen 140 Stimmen aufrecht erhalten: zwei M talieder enthalten fich der Abstimmung. In Ansehung der EtngangSMe für zugerichtete Sch m uckfedern sowie für Häute und Felle bleiben d-e Beschlüsse zweiter Lesung unverändert- Es folgt dt; Posttton„H o l z z S l l e". Die Freie Ber« einigung hat zu den Beschlüssen zweiter Lesung materielle Aenderungcn nicht in Vorschlag gebracht, sondern lediglich re- daltionelle Modifikationen b-antrazt. Die Abgg- T h o m s e n und Gen. wollen nedm den eichenen Faßdaudin auch in der Längsachse nicht gesägte Eisenbahnschwellen mit einem Zoll von nur 20 Pf belegen, während letztere nach den Beschlüssm zweiter Be rathung 0,40 M- tragen sollen: ferner beantragen dieselben Antragsteller in der eisten Anme. kung zu der Posttton statt „Robho!," zu sagen:„N utz holz von Bucksbaum, Zedern, «oloS. Ebenholz, Mahagoni 100 Kilogr. 10 Pf." Abg. v. G a g e r n rekapituiirt nochmals die nationalöko- nomilchen und wiithschaftlichen Gründe, welche der Majorität des Reichstages die Ueberzeugung von der unabweisbaren Roth wendigkeit einer Erhöhung der Holzzölle aufgezwungen haben redner Abg. Rickert: Die Selbstbeschränkung. die der Z » für fich und seine Freund« so hoch anschlägt, kann '------—-„rr— Vorich nicht gleich hoch wie er taxiren. denn er hat ganz offenherzig hinzugesetzt, daß der Appetir nach mehr vorhanden, aber nicht die Au- ficht, auch mehr zu erhalten. Minister Dr. LuciuS: Trotz erhöhter Brustoerträge find in Preußen aber die Reinnträge immer noch nicht in dem wünfchenswerthen Maße gestiegen, wenn auch die Zahl, welche der Abg. R ck-rt al» Reinertrag des letzten JahreS nannte, dem« nächst noch erheblich überschritten werden wird.(Hört, hört!) Di- gesteigerten Bruttoerträge stehen im Zusammin- hang mit der allgemeinen Besserung der gewerblichen Verhälii isse der letzten Jahre und mit den Bestrebungen der Verwaltung,«ine höhere Nutzholzausbeute, sowie eine bessere Holzverwerthung zu erzielen, und auch die Forsten von nach« theitrgm Serostuten rc. zu befreien. Di« Verhältnisse d«S viel kleineren Sachsen, das allerdings eine ausgezeichnete Forstver« waliung befitzt, find nicht zu vergleichen mit denen der großen preußischen Monarchie, sondern höchstens mit denen irgend eines preußischen dichtbevölkerten, industrie- und verkehrsreichen Bezirks, z. B. den Regierungsbezirken Düsseldorf, Magdeburg, Merseburg u. Vgl. Es macht auch einen erheblichen Unter- schied zu Gunsten Sachsens, daß dort größtentberl« Fichten- doden, in Preußen ftieferndoden ist. Was die Offerte betrtfft, welche eine von Herrn Rickert genannte Firma in Bezug auf Schwcllenholzer gemacht hat, so wird die Verwaltung der» leiben ohne Zweifel näher treten; häufig gewinnen solche Offelten aber bei näherer Prüfung eine wesentlich andere Gestalt. Abg. Graf Udo Stolberg: Ich nehme zunächst Akt davon, daß der Abgeorvnete Ricken selbst zugegeben hat, in Folge der von unS gemachten weitgehenden fionzesfion werde der Holzhandel der Seestädte durch diese Zölle nicht geschädigt werden. Für den Antrag Thomson bezüglich der Bahnschwellen ist kein einziger Grund angeführt worden; eS ist wohl nur den Importeuren unbequem, daß fit einen Theil des Zolls werden tragen müssen. Die Pofition wird dem Antrage Frege gemäß mit der von Rickcrt beantragten Anmerkung über das Nutzholz von fremden Hölzern angenommen. Für H o r n f i s ch b e i n ist in der zweiten Lesung ein Zoll von 60 M beschlossen worden. Die freie Vereinigung will denselb-n aufrechterhalten. Ein Antrag Frege will dagegen Homstäbe auf nur 40 M. setzen, für gepreßte Hornknöpfe aber Anrn Zoll von 100 M. Es meldet fich niemand zum Wort. Abg. B r o e m e l konstattrt, daß die Antragsteller eS nicht einmal für der Mühe werth halten, einen solchen Zoll von 100 M. für Hornknöpfe zu motiviren. Nachdem darauf der Abg. Roß für den Zoll fich auSze» sprochen, wird die Diskusfion geschloffen, worauf Abgeordneter B roemel konstattrt, daß die Mchihett auch nicht mehr dm Schatten einer sachlichen DiSkusston zulassen wolle. Die beiden vorgeschlagmen Zollsätze werden darauf ge- nchmigt. Es folgt die Posttton Kleider und Leibwäsche, mit welcher die Pofition Seide rc. verbunden wird. Gegen rr----- n O cy„ Uli* IVVlU/l* v»v»*»■%'»• v r-------"'- �„ über den Beschlüssen zweiter Lesung beantragen F r e g e und Genoffen, Kleider von Seide mit 1200 M., von Halbseide ******». i___ � Rfl yrT\\• f,»,»» I, liietder von ocioe neu a/e.�von vaiojrioe mit 675 M. zu belegen ljetzt 900 bezw. 450 M); femer sollen seidene Waaren mit 800 M. verzollt werden(in der zweiten Lesung warm für ungemusterte nur 600 M. als Zoll fefige- setzy; für Gaze, K'.epe und Flor soll der Zoll von 800 auf lOuO M erhöht werden. Die Anträge Frege zu den beiden Tarifnummern werden angenommen. Bezüglich der Pofitionm künstliche Blumen, Kurze Waaren(Taschenuhren), Leinengarn, Lichte, literarisch« und Kunstgegenstänve verbleibt eS bei den Beschlüssen zweiter Berathung. Es folgt Nummer 14 des Zolltarifs:„Material- w a a r e n". Gegen die in zweiter Lesung deschloffenen Zollsätze auf Branntwein und Schaumweine wird Widerspruch nicht erhoben; bei der Pofition Fleisch wird ein Antrag Baumbach Broemel: Luv gm, Lebern, Herzen und Nieren von Schweinen statt mit 20 nur mit 12 M. zu verzollen, abgelehnt. die Beschlüsse zweiter Lesung drfiaitiv genehmigt. Auch die in zweiter Lesung beschlossene Taristrung von Fischen, Geflügel, Gewürzen, Honig, Kakao, Kaviar, Kakaom-isse, Kraftmehl, Puder, Stärke» Nudeln, Makkaroni wird ohne Debatte unverändert destäligt. Den Zoll auf Mühlenfabrikate hatte das Hau« in zweiter Lesung auf 7.50 M- erhöbt; die Abgg. v. Volkmar und K r ö b e r beantragen die Wiederherstellung der Regie- rungSoorlaze» wonach der jetzige Zollsatz von 3 M. nur auf 6 M. erhöht werden sollte._, Der Antrag wird abgelehnt, der Beschluß zwetter Lesung aufrecht erhallen. Dasselbe geschieht hinstchtlich de« Ein« gangszolleß für Muscheln, Austern, Hummer und Schildkröten. Für Reis zur Stärkefabrikation iß in zweiter Lesung eine Zollerhöhung auf 3 M. beschlossen; von Fischer und Möller deantragen Ermäßigung auf 2 M. Abg. Dr. M öl l e r: Ich bitte Sie, die Reisftärkefabri« ikation, die fich auf Grnnd d«: früheren Zollfreiheit ihres Rohmaterials etablirt und schon bei dem setther eingetretenen Zoll- setze mit großen Schwierigkeitm gelämpft hat, nicht durch die Zollrrhöhung auf 3 M. in e nem Grade zu belasten, der ihren Fortdestand geiad-ju gefährden würde. Die beabstchtigte Zoll- crhöhung würde nun auch das inländische Geschäft in RriS- stärke unmöglich machen, denn eS würde die wohlfeilere, oanz steuerfrei«»aitoffelstärke mehr und mehr verdrängen. Eine Konkurrenz der ÄeiS- mit dir Weizenstärke findet schon deshalb nicht statt, weil beide ganz verschieden« Verwendung finden. Für die Kuttu druckerei, Appretur, Papierfabliratwn u. f. w-, n denen die Weizenstä ke ihrm bedeutendsten Absatz findet, st die Reisstärke nicht geeignet. Dazu kommt, daß die Weiienstärkefabttkution ohnehin in ungünstigerer Lag« ssi weil der als Nebenprodukt gewonnene Kleber UN» gleich werthvoller ist, als der Rückstand bei der Reisstärke» bereitvng. Auch muß die letztere ihr gesammteS Rohmaterial voll verzollen, währmd zu Weizenstärke auch geringwerthige Sorten inländischen WrnenS dienen, die nicht um den vollen Betrag deS Zolles vert heuert werden. Aus diesm Gründen bitte ich Sie, den Zollsatz für dm zur Etärkefabrt» kation unter Kontrole eingeführten ReiS nur auf 2 M. zu er» höhen. Die Abgg. v. Heereman und N o b b e bekämpfen den Antrag, für den noch Abg. v. Fischer eintritt. Der Zollsatz von 3 M. bleibt unverändert, ebenso die Pofitionm Thee, Oel und Fette, nachdem der Staatssekretär von Boetticher die Eiklärung abgegeben, daß bezüglich der Heibeisührung einei höheren Zolles auf Kunstbutter die ReichSregierung bereits mtt der königlich preußischen Regierung in Verbindung getreten sei und eine Enquete inS Auge gefaßt habe, um der Landwirthschaft den berechtigter Weise von ihr degebrtm Schutz zu gewähren. In einer Anmerkung zur Pofition 59(Petroleum) war bestimmt worden, daß dir BundeSrath befugt ist, Mineral» öle unter Kontrole frei einzulassen, wenn dt« daraus gewonnenen Produkte nachher wie ausländische behandelt, d. h. verzollt werden. Abg. Meyer(Halle) beantragt statt dessen zu sagen, daß sie beim Uebergang in den freien Verkehr mtt 6 Mk. zu verzollen find. Nachdem Staatssekretär v. Burchard fich gegen die Aendervng ausgesprochen, wird dieselbe abgelehnt; die Pofition unverändert angenommen. Der Präsident schlägt vor, die weitere Berathuna heute Abmd 8 Uhr stattfinden zu lassen und alsdann zugleich die dritte Berathung der Novelle zum spanischen Handels- vertrag vorzunehmm. L-tzter-S ist geschäftsordnungsmäßig nm zulässig, wenn weniger als 15 Mitgliever widersprechen. Abg. K a y s e r: Da ich vor dem Land« konstatiren will, daß ich mit dieser sausenden Galoppberathung nicht einver- standen bin, widerspreche ich auf Grund der Geschäftsordnung dem Vorschlage, den spanischen Handelsvertrag heute Abend zu berathm. Der Widerspruch de? Abg. Kays« wird durch mehr als 15 Mitglieder, fämmtiich Sozialdemokraten, untnftützt. Piäfidmt v. Wedell'PieSdorf ertheilt vem Abg. Kays« wegen deS Ausdrucks„sausende Galoppb«athung" einm Ordnungsruf.. m Adg. Kayler beantragt nunmehr, noch die weitne Be- rathung des Entwurf», betreffend die Sonntagsruhe d« Ar- brtter, heute Abend vorzunehmm. Dieser Vorschlag wird abgelehnt. Abg. v. Helldorff konstattrt, daß d« Vorwurf einer zu schnellen Berathung jedenfalls nicht auf die Novelle zum fpa- nifchen Handelsvertrag bezogm w«den könne, wegen d-ssm doch g«av« He« Kays« seinm Widerspruch erhoben habe. Abg. Hasenclever: Auch ich protestire gegen die be» schleunigte Berathung d« Vorlagen; wenn man einmal sein Schäfchen scheeren will, so soll man ei wenigstens mit Anstand lhun.(Oho! rechts) Piäfivent v. W e d« l l: D« Abg. Hasenclev« wirft dem Reichstag vor,« wolle sein Schäfchen sche«m(Heiterkeit); ich rufe ihn dafür zur Ordnung. Schluß 4»/« Uhr. Nächste Sitzung AbendS 8 Uhr! Zolltarif._ Stadtverordneten- Versammlung. Außerordmtliche Sitzung vom Mittwoch, dm 13. Mai. Der Vorsteh« Herr Dr. Straßwann eröffnet die Sitzung gegen 6 Uhr und thetlt der nm sehr schwach besuchtm Versammlung die Namen v« Mitglied« de» heute von den Abtheilungen gewähtten Ausschusses zur Bordnathunz d« Vorlage, betreffend die Vergrößerung d« Parkanlage auf dem Nazare:hkircharui?dstücke mit. Darauf verliest d« Vorsteher den Wortlaut des an den Ehrmbürg« von Berlin, Herrn Kochann, zur Fei« feines 80. Geburtstages von dem Ma- gtstrat und d« Stadtv«ordnetm- Versammlung gerichteten Schreibens. Vom Arbett«- Bezirksv«ein d« Rosenthal« Vorstadt ist eine Resolution, welche fich tadelnd üb« die feitmS der Versammlung«folgte Bewilligung von 100000 Mark für die Kunstausstellung im Jahre 1886 äußert, eingelaufen. Ein Tadelivotum wird d« Vnsammlung auch von einem konser- vatioen Bürgnverein übersandt wegen ihres Verhallens bei der Feier des Geburtstages des Hnrn Reichskanzlers. Aehn- liche Schreiben laufen übrigens von den„Bürgerottiinen" jetzt fast in j-dtt Sitzung ein. Die Versammlung nimmt darauf die Wahl eines Mit- gliedeS für dm Ausschuß zur Begutachtung der Vorlagen wegen Anstellung resp. Pmfionirurg von befolveten Gemeinvebeamtm und L«hr«n vor. Gewählt wird d« Stadtv. Beelitz mit 64 Stimmen. Für das Kuratorium dn FriedrichSwerderschm Gewerbeschule wird d« Stadtv. Baute mtt 57 Stimmen, ebenso d« Stadtv. Dr. Leo mit 54 Stimmen alS Mitglied der Schuldeputatton. Zum Mllgliede des Tmn- Kuratoriums wählt« die Vnsammlung den Stadtv. K a l i s ch mit 63 Stimmen. Es folgt die Berichterstattung über die Vorlage, betnffend die Fistsetzung von Baufluchtlinien für die Kielgan'sche Privat- straße und Uibernahme derselben als öffentliche Straße. Berichterstatter Stadiv. Loewel beantragt Namens des Ausschusses, da dieser einstimmig daS Vorhandensein eine« stävtischen Interesses ablehnte, da« Projekt, detreffend Ueder- nähme der Kielaan'jchen Ptioatfttaße in die Gemeindtvnwaitung, abzulehnen. Nachdem Stadrath M« u b r i n k die vom Ma- gtstrat beantragte Uebernahme d« Straße befürwortet und Stadtv. Dopp dieselbe bekämpft hatte, wurde v« Antrag deS Ausschusses angenommen. Die Vnsammlung nimmt darauf ohne Debatte Kenntniß von der NiagistratSvorlage, betreffend den Fortgang der Kana- lisations- und BptirungSardeiten im Januar/Mätz Quartal 1885. Za Nr. 4 der Tagesordnung, Beantwortung c« Anfraze de« Stadtverordneten D i e r f ch und Genossen, detreffend die Ausführung d« Pferdeeisenbahnlinie Elromstraße— Prinzen- Allee» beschwert st cd Stadtverordneter Dters ch darüber, daß die vor bereits 11 Monaten erfolgte Genehmtgu- a zum Bau einer Pferdebahn von der Prinzen-Allee nach der Stromstroße noch immer nicht zur Inangriffnahme des Baue« geführt habe, trotzdem damals der Vertrag mit d« Pfndebahn nur unt« d« Bedingung abgeschlossen romdr, daß dn Bau„sofort" in Angriff genommen werde. Etadtrath M e u d r i n k giebt zu, daß d« Vertrag in diestm Sinne abgeschlossen wurde, doch haben fich unvorhergesehene Schwinigkeiten herausgestellt. Hauptsäch'ich sei ein Streit zwischen der Baudeputatton und d« Pferdedabngesellschaft da- über entstanden, ob auf der Strecke durchweg ein oder zwei G-leise gelegt wnden sollten. Stadt. Dr. Kürten bedauert, daß der Magistrais« Kommissar nicht genau die Straßen angebe, in denen die Ge- fellfchaft nur«in Geleise legm wolle. Ihm scheine, daß der Magistrat überhaupt nicht den nöthigen Nachdruck auf die Psetdebahngefellschast ausübe. Die Weiterfühiung d« Pfnde« bahn von d« Weidendammnbtücke nach d« Behrenstraße sollte auch beschleunigt werden, davon aber höre man heute nichts mehr. Auch auf auf die früher schon angeregte Frage der Emsührung von Korrttpondenz-BilletS bei der Pferdebahn hätte fich Herr Stadtrath M.udrink äußern sollen. E« scheine ihm. al« wolle der Magistrat viele«, waS in Bezug auf die Pferde. bahn früher schon angeregt wurde, tobtschweigen. Die» gelte besonders von d« seitens d« Versammlung gewünschten zu ermäßigten Preise« zur Einführung von Frühzüge» förderung von Arbettnn. � Stadtrath Meudrin k bemerkt, daß die letzte v« dem Vorredner angeregte Sache betreffend, iedttn«» noch vor den Ferien eine Vorlage an die V«!«™* lung gelangen werde,« finde eS übtthaupt nicht l» richtig, daß diese, mtt d« Anfrage des Stadtv. Dierfch keinem Zusammenhang stehend« Sache hier, bei vres« Geügen hell mit angeregt w«ve. l die est m auS. Stadtv. Schulz u spricht sich im Sinne des Dr. Kldta Mc, „ � vi uni Stadtv. Görcki weist auf die exorbttanten Einkünfte da Ein tri Pferdedahn hin. Wenn die Gesellschaft bestrette, daß ein B»%,% dürfniß für zwei Geleis« vorhanden sei, so müsse n die w.% sammlung für kompetent halten, daS Bedürfntß festzusteÜA Miillick Redner dedauert, daß Stadtrath Meubrink hier das � bei ru eines Vorstehers der Versammlung übernehme und Heß*-Mal geb Kürten über die Nichtzulässtgkett der von diesem angeregte* allein Fragen delihren wolle._ Men, � Stadio. Dr. Kürten eik-ärt ebenfalls, daß man(i*'den Ao solche Kampfei weise btsh« in der Versammlung_**» j, balcm gekannt habe, er w«d« fich ab« dadurch nicht abhat«* JWfotin lassen, die Interessen der Bürger zu vertreten.% derselbe Stadtv. Dr. Bellermann führt aus, daß derartig« A ein Re un«fteuliche Debatten die Folge davon seien, daß man[«W R btmc, lukratioen Untttnehmungen, wie den Bau von Pferdebahn«*- �Agehö den Aktiengesellschaften übertrage. Mit diesem Piinzip j äftitglii man brechen.. J'j durq Hierauf folgt die Wahl von 7 Vertrauensmänner« A Mr. x Auswahl der Schöffen, HilfSschöffm und Geschworenen ft**' ff; i Amtsgericht Berlin I. � CS8tnf Die Versammlung nimmt darauf ohne Debatte Kettttj« if, von den Vorlagen, bet? essend den Geschäftsbetrieb derfttädtisa*>.«*-% Sparkasse im Oktob«/Dez«mb«-Quartal 1884, betreffend»r. Ankauf eines Grundstücks- Komvlexes an der Straße 53, zwtM h.. bh der Liebigstraße und der Proikauetstraße, und betr. die S*%%«( bretterung der Schlefischen Brücke. tzi, 3 Wg, Sie genehmigt fern« die Vorlage, betreffend die fezj.'Wt> VIV VV4fcV|lbltV W.(YüfiWl V � stellung eineS zweiten Waffen ohrnetzes auf dem Ktankenh®� bat Grundstücke in Moabit. soll Die Anftage veS Stadtv. R e i ch n o w und Genosse«'�? Qu treffend die Durchlegung der Zimmerstraße wird von r Stadtrath M e ubrink dahin deantwortet, daß die führunz des Projektes an dem Wioerstand des Herrn»» �« mtr.ist«s diSh« gescheitert sei. Stavlv. Reichnow L�ktt vor, direkt ein Gesuch um Genehmigung dei Proj-kte« an v* Auf Majestät den Kailer zu richten, einm dahingehmden SaWl�wnl wolle er jedoch nicht stellen. kAn i, Schluß d« Sitzung, nach welch« eine geheim«@1#"" Li""8 dü folgt._ Mn, o k s l e s. Ja den letzten kalte« Tage«— so wird d«„Vosfls�? Zeitung" geschrieben— habm fich b«scmd«S unt« dm jüngej* v'jnju Gin«attonm unserer Schulkinder heftige ErkältungikrankheZ Ii ff** Fi in auffallend groß« Anzahl eingestellt. Man fetzt, oietö* to 3«i wohl auch mtt Recht, diese Erscheinung auf Kosten v«S M(Wj» I b terungiumschlageS. Sicherlich aber ist d« größte Theil b? Kl��'sse selben auf fola enden Umstand zurückzuführen. �DI« HetzM�«/«'q *tn 1 r.'tn Le in der Regel nicht wird« aufginom>7?en, selbst wenn.die � terung empfindlich kalt wird, wie beispieio�eise auch mW Mai. Im Interesse unserer Kleinen rathen wn dm.EUr> die Kind« an Tagm wie die jetzigen mit warmen»>*?£, ,u versehen. Man darf ab« auch«warten, daß die Beho�r die geeigneten Maßnahmen anordnm wnden, damit jeder � sunvbeitsgefährdung dies« Art vorgebeugt werde.„ Wirbelwind. Am Sonntag Nachmittag gegen 6 als der Viehhof gelegmtlich der auf demselben stattfinde«� Pferde-Auiftellung von nahezu 10090 Menschen besucht V. ergriff ein Wirbelwind plötzlich daS dort befindliche> Getäude, und fegt« dasselbe, der„Berk. Börs.-Zig zum Theil vom Erdboden weg. AlS ein Glück ist 1 K rt-wvvvi» ivvh-**uf(-in vs/iuu(V"T ui Ki t zeichnen, daß bei dem vor dem Wirbelwind eingetretenen Personen in der Nähe deS GrbäudeS, welches unmittelbar.� M Haupteingange aufgestellt war� fich nicht aufhieltm. sonst i Eisenth� In?■* mmm# Et» etgenthümlicher Getftetkranter wurde gesterß�» die königliche Charitee eingeliefert. D« Buchbind«®: welch« schon einige Zell an Geistesstörung leiden soll, wie die„Post" berichtet, am 3. d. M. bei dem Schlosserte'? F. in der Köpmickerstraße und verlangte einen Getbtk�, welch« ihm eine Thür« öffnm sollte. Es wurde ihm Lehrling mitgegeben, mit dem er fich. begab, wo er von demselbm in der eisten. öffnen ließ. Darauf forderte W. den Lehrling aut. ein-« � im Zimmer befindlichen Geldschrank zu öffnen. Da /-V*■» s s IS Lehrling entschieden weigerte, ließ W. durch den Schrank auS dem Z mm« mtfernm, wmde ab« von zufällig hlnzulommmden Eigenthümer an dem weiteren%%%, Porte vn hindert. Tags darauf�'bestcllte sich W e'ne,jg�r*|f ton vor""d.«hängte fich. Obgleich seine Ehegattin bald na» i0cv' bedauetlichen Akt in daS Zimmer trat und die iotenß*�, S jj® Wtedeibeledungs versuche angestellt wurden, so blieben WWj, Thftlnawe� enegt allersettS dt« allgcw««"' K �ereiue uuü Verssmmluugev. Kr ..lfMI## > /I— f_ 1£ r._ m, M, ,------......... Schon lange hatte fich �Ä�b"au«gestellt. irgend etwas für Vi« Mitglieder et*

<111. a_ 1 1 r i.* fc..• C*«r fit w det baldigst für Gründung eine« SanttätSoerern» tn M �������WWWWWWWfür Ärztliche Hilfeleistung ithit mi(ofoTin UBn diese Anregung eine gute war, machte stch Kr n�i«t Äil ,unßtn veröffentlicht wurden, gingen von weit und D�sch» VN die Kommission ein, und find bereits in ,Ä feW'ÄStÄ"ÄÄ ®r"«-» iinlünfielp zu zahlm find. nur für den Antrag er die Bn» W wt'r f'v-ag tzoch gegriffen zu fein scheint, so ist eS den- i-wn ch» Li brf'4« nicht diesem Lerem angehört, entstehen würden. ab' lilÄ1 i.u machen, baldigst diesem Verein b-izusreten, da- *6 hfM# H ein rn ij" möglichst kurzer Zeit zu dem wird, was er sein TQ, M. d.�ungSanker bei etwaigen Krankheitsfällen. Gleich. 'Ks tnzip wffli« H, Mitgliedsbücher werden vom 25. Mai ab in den' aif fethfr c? die Zeitungen bekanntzugebenden Lokalen aus- Hk*?»t am Anfang der statutenmähigen Berechtigungen de. �ftaaen mit einer 4 wöchentlichen Karenzzeit. Alle toihi,!. Gesuche um Statuten wolle mun an den Vor« Äen» Kommission, Otto Schulz, Bergmannstr. 97, H. Ii, �isönliche Rücksprache am besten Sonntags 11 bis InUto« Schuhmacher Berlins I enen ech'tätÄ Iran fenoffen, bo von I die«z nrn ow sa-Z? kteS an Kollegen, die Arbeiter ibri! Sebastionstr. 20, eines zu geringen LohnangebotS fli"* und Echlizweg'schen Schuhfabrik d-.' rbA�wungen. in ssolge eine? zu geri>_._ litis?..d�derzulrgen(6 Zw'cker und 7 Lederarb-iter). Die ?vt eine Durchnähmaschine eingestellt und die Leder. iotlten für daS Fertigmachen der Sch he(Absatz bauen, -nn d. i'd'Nr Ausputzen und Brandsohlen einkleben) 2,50 Ali»!, ätzend P mr erhalten. Nach den übereinstimmen» Men,.? der Streikenden kann diese Anzahl aber nur in ,;i iLerdi. �thalb Tag fertig gestellt werden, es wäre somit � A von 1,66 Ml pro Tag für den Arbeiter zu rech- ' die Vorstellungen der Arbeiter antwortet« der rden A» Krisen>,1,. Zurückweisung ihrer Forderung. Um die For. .. SfaD« ni Lederarbeiter zu unteistützen, legten die Zwicker im« v',»» � die Arbeit nieder und forderten eine E-höhung ihre» »>i!.,.?neS von 40 auf 50 Pf. pro Dutzend Pantoffel. chber ist«s daS SoltdaritätSgesühl, daS st« veranlaßt, v � Anzustellen. Wir appelltren an daS Solida- rn viua tini, � Berliner Kollegen und ersuchen fie, die Strei. >en jüng� unte,�Ü*tn unÖ 001?lUem �ujug liftanlHeiW> gif» Kachverei« der Tischler hielt am Montag, den s TbeU >e Hei den wir fie trntQ -n*2% ie BehSA it jeder«- igen 6�' besucht Te»�'»�nsammlung. afiikan� �t°a.Arbeiter Bezirksverein, des West««» hielt am " zuschd 4�2'A« regelmäßige Versammlung in Gründers Lokal, t eS z" d? 26, ab._ Che in die Tagesordnung eirgeireten tenenRcl� """Äd' %%, Ansammlung im Osten ab, in welcher Herr ? an n einen Vortrag über Reiseerledniffe und ei»,." m, Afrika halten wollte. Derselbe war jedoch am in ai�vmdert, und sprach statt seiner Herr S ch w e n n» en m, lJötheS Foust- Revier führte tn seinem tnter. : ti�0t';Ofle au#, daß verschiedene Stellen in GötheS Art Prophezeiung enthalten, so lautet eine der wir m»Fret denken kann man wohl, aber nicht frei '»it w, Kvch dem Vortrage frägt Herr Pfeiffer, ob Göthe'S '»ß!. Deformation Lutheig als Wahrheit betrachtet. Die '« tvoM von Herrn Schwennhagen dahin beantwortet, %e»2 Obreres diesbezüglich darin zu lesen sei, doch sei ja j! der»>vMnt, daß Lutzer nach neunjährigem Aufenthalte toseh, Driburg dortselbft entlassen wurde, um bloS der »ch eine,"vorig drängenden Reformation Einhalt zu thun. dt Mitcheilungen schlov der Vorfitzende die ziemlich 'Eisens n dawit>r auen: 0% idäude eefttttJ, a« lofferBi'" % der Vorsitzende dem verstorbenen Mrtgiiede SeigC', welcher am Sonnabend auf der Potsdamer Bahn % einen warmen Nachruf und forderte die Mitglieder G Donnerstag Nachmittag 3 Uhr auf dem Mathaekuch. ~- ju„fjjjintn. Alsdann nahm ....__— über die Getreidezölle zu sprechen. % n�dShung der Getreive�lle von der Regierung ver. wurden verschiedene Versammlungen einberufm, V vi eisten dabei inieresfirtm Kreisen Gelegenheit zu auszubrechen. Dieselben stnd aber alle Jetzt nütze eS kaum noch, auf diese Frage '"Trrbi, � hT da die E höhung des Kornzoi-'g deschlcffen« > Gehtl�j � Aber nothwendig sei eS doch, daß Jedermann stch « ihm /?°b da» deutsche Volk von der Erhöhung des Korn- e»i?K.H»be oder nicht. Redner wie» dann an der Materials nach, daß der Kornzoll nicht Hier erläuterte er Lage dcS Groß- Letzterer habe nicht den w#»eeengrunooenyrv.»m« mm» w. «er von«t,(jf.�otlheli, da er selbst nicht viel mehr Getreide pro eren J«iilii,rT»t selbst»i>rhrniiffif. Der Jndustliearbeller ist aa £5$ rlt läNS«� r4 wurde, v" M �ttf.' Qnbfrf�tinti/* selbst verbrauche. Der Jndustriearbeller ist am > Lestellt, da auf ihn der Zoll größtenthellg abae- Diese Ausführungen wurden mit lebhaftem Bei. ~------ i sprach beer Stenz gegen �................... aber von demselben in län. >1, �.vndersetzung widerlegt. Ein Antrag deS fem« ,5 der A�,. LIersammlung zu Gunsten der streckenden Ar- v>«I* kadriken zu veranstalten, wurde angenommen. .dZ «n.£Cen war, wurde die interessanie Versammlung g(« PK h�lcher Weise gegen die streikendeu AnUiu-Ar» x0 UNWZWWW? öffentliche A.beiter.Versammlung, m.. LÄZ o Ubr. � veranlaßt, zum MUtwoch, oen 10. o. aic. a&amsamg esse war« SA ireguNS�i« M . Hätten. K'°d. Auf der Tagesordnung stand: I. Berlin« Hielt am •"wÄckrtSS" NK, ff?ÄS gleich wieder darauf loSgearbettet, so daß die Gesellen weder Feierabend noch Sonntag zu sehen bekommen. ES ist dleS wohl der Kardinal-Schaden im Stellmachergewerk. denn ehe man stch dessen versteht, ist die Arbett wieder fertig und«S gehen wieder viele Gesellen arbeits- resp. brodloi auf die Straß«. Deshalb kann stch wohl kein Gewerk mehr nach ge. regelter Arbeitszeit sehnen, wie die Stellmacher. Im zweiten Punkt wurde eine ÄrbeitSoermsttlungSkommisston von 7 Mit» gliedern gewählt, welche allabendlich von 8—9 Uhr in der Lindenstraße 10 bei Herrn Hammel die Arbeit unentgeltlich auSgiebt Den streikenden Tischlern Berlins wurde auS der VereinSkaffe eine Unterstützung von 20 M. hewilligt, außerdem lagen von den streikenden Anrlinfabrikardeitern Etralau-Rum- melsburg Sammellisten aus, für welche nahezu 14 M. gesam- melt wurden. Der Vorfitzende machte bekannt, daß Pfingsten ein Kongreß deutscher Wagenbauer in Magdeburg tagen würde, wo auch die Berliner Stellmacher vertreten sein wer- den. Die nächste VereinSversammlung findet am 8. Juni im Vereintkokal stall In der Versammlung der Vergolder und Beruf». genossen, welche am Sonntag bei Keller, AndieaZstraße 21 stattfand, referirte der Vergolver Herr C. Vieth über Gewerk- schaftliches. Derselbe richtete in seinem Referat an die Ver» sammlung die Frage, ob eine Organisation zur Erzielung besserer Arbeitsbedingungen nothwendig sei Die Ausführungen des Referenten wurden beifällig entgegen genommen. In der Diskusston sprach nur ein Redner für Gründung eine? neuen UnterftützungSvereinS. da die jetzt bestehende«Freie Ver. einigung der Vergolder und Fachgenossen" für einen Beitrag von 10 Pf. nicht genug biete. Sämmtliche folgende Redner sprachen stch aber im Sinne de» Referenten au» und forderten alle Kollegen auf, dem bestehenden Verein treu zu bleiben. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen:„Die heute in Keller'S Lokal versammelten Vergolder und Berufsgenossen BcrltnS erklären stch mit den Ausführungen de» Referenten einverstanden und fordern alle Vergolder und Berufsgi nassen auf, dem bestehenden Verein«Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen" beizutreten, um dahin zu wirken, daß die bestehenden Löhne festgehalten, resp. zu geeigneter Zeit erhöht werden." Gleichzeitig beschloß die Versammlung, für die streikenden Kopenhagener Vergolder in sämmtlichm Wert- statten Sammellisten auszulegen und daS gesammelte Geld sofort an den Referenten C. Vieth, Wrangelstr. III, zu senden. DaS VereinSlolal befindet stch von jetzt ad bei Keller, Andreas- straße 21. hr. Die wohl über 600 Theilnehmer zählende Ver» sammlnng de» Arbetter-BezirtsvereinS für den Osten Berlins, welche am Dienstag im großen Saale, Andreasstr. 21, tagte, beschäftigte stch mtt der Frage der Sonntagsruhe und mit den über dies« Frage in den letzten Tagen im Reichs» tage gepflogenen Verhandlungen. Herr Tischler Vogt, der für den am rechlzeitigen Erscheinen verhinderten Herrn Rechts- anwalt Freudenthal eintrat, begann sein Referat mit dem Auk- druck des Bedauerns darüber, daß gleich dem ersten von der betreffenden Kommisfion vorgelegten Arbetterschutzgesetze gegen- über der erst« Beamte de» Reichs stch ablehnend verhalte. Nachdem er den KommisstonSbericht in seinem Wortlaute mit- geihtilt, begründete er den tn demselben enthaltenen Ausspruch daß besonders für die Arbeiter der Industrie die Sonntagsruhe unbedingt nothwendig sei In Bezug auf die Frage, welche der Herr Reichskanzler aufgeworfen, od e» mög. lich sein werde, dem Arbeiter den Verlust von Vr seines Arbeitslohnes zu ersetzen oder ob mm ihm zumuthen dürfe, diesen Verlust zu tragen, wie» er auf die zur Zeit überall hervor- getretene Lohnbewegung der Industriearbeiter hin, die au» der Einsicht bervorgehe, daß eS sittliche Pflicht der Arbeiter sei, stch bessere Löhn« zu erkämpfen und bei welcher die Forde» rungen der Verkürzung der Arbeitszeit und der Abschaffung der SonntagSarbeit vorzugsweise geltend gemacht wer« den. Auf die Aeußerungen de» Herrn Reichskanzlers in Betreff d«S„blauen Montags" Bezug nehmend, wie» er darauf hin, daß die Ardeiter, welche am Sonntage keine Er holuna von der Wochenarbett haben, natürlich daS Bedürfniß nach Erholung am Montag empfinden müssen, daß aber die Meister, die den Arbeitern den Sonntag frei geben, stch nicht darüber zu beklagm haben weiden, daß die Gesellen auch am Montag feiern wollen. Referent führte dann auS, wie geist- tödtend und demoralifirend daS durch keine Erholungszeit unterbrochene Arbeiten wirke und wie unentbehrlich die Sonn- tagSruhe für den Ardeiter sei, damit er seine Pflichten und Aufgaben alS Familienvater, als Staatsbürger, als Mensch erfüllen könne, und wie e» im Interesse der Hebung deS fiit- liehen Volks- und EtaatSlebenS liege, daß eS den die Mehrheit lm Volke bildenden Arbeitern durch eine zweckmäßige Ardeiter- schutzgesetzgebung möglich gemacht werde, ein stttlicheS Familien- leben und überhaupt ein« menschenwürdig« Existenz zu haben. In der an daS Referat, welches vielfach von lebhaften Kund« gedungen des Beifalls degleitet war, stch anschließenden Di#- kusston, zu welcher die Herren Heinrich Müller, Behrend und TiSmer daS Wort nahmen, um die Ausführungen d-S Referenten zu bestätigen und zu ergänzen, wurde besonders daS charakteristische Schweigen d«S christlich-sozialen ArbeiterfreundeS Stöcker bei diesen jüngsten Verhandlungen über die SonntaaS- ruhe hervorgehoben. Es wurde schließlich einstimmig eine Re. soluiion angenommen, in welcher die Versammlung die Sonn- tagSruhe der Arbeiter unter allen Umständen fordert, um daS Familtenleben moralisch zu heben und um der Vagabonhage zu steuern. I« der Versammlung deS Fachvereins der Schrauben- Faeondreher ic. referirte am Sonntag, den 10. d. M., Dr. Rosenberg(Königstraße 3) über DiphtheritiS, ihre Ent- stehung, Fortpflanzung und die Mittel zur Bekämpfung der. selben. Redner wieg nach, daß diese Krankheit bei den alten Egpotern bereits bekannt war und sich später nach Europa verpflanzte. Bei Punkt 2: Innere Angelegenheiten, wurden die Zustände der Fabrik deS Herrn Stelzner, Melchiorstr. 23, einer herben Kritik unterzogen. So z. B. hat daS Fabrik« gehäude zwei Eingänge, von denen der eine vernagelt worden ist und der andere, sobald die Arbeiter die Fabrik betreten habcn, sofort geschlossen wird. Arbeiter, welche schriftliche Be- nachrichtigungen erhalten, bekommen dieselben nicht eher, alS bei Beginn der Pausen resp. Beendigung der Arbeitszeit. Die Arbeitszeit ist jetzt von 6'/, biS 8 Uhr. Einem Arbeiter, welcher am Montag, AbcndS 6 Uhr, die Fabrik(in Famllten- angelegenheiten) verlassen wollte, wurde bedeutet, wenn er ginge, so sei er entlassen. Ein Antrag, den streikenden Tischlern und Anilinarbeitern je 50 Marl zu bewilligen, wurde an- genommen� � aQfl(nu{tun Werkstätten-Delegirten. Versammlung der Schlosser am 11. d. Mi»., Abends, bei Gratweil erstattete Herr Miethe Bericht über den derzeitigen Stand der Bewegung, den er al»„ziemlich flau" kennzeichnete. Trotz der großen Schwierigkett. der großen Masse der Berufs- genossen da» rechte Vcrftändniß für die Organisation und die durch dieselbe zu erreichenden Zwecke der Bewegung bestu- bringen, dürfe man aber doch den Muth nicht verlieren. Di« Haupithätigkeit sei jetzt ans die WelkstattS.Be,irkS.Versamm. lungen zu legen, da letztere, trotz deS vorherrschenden In- d fferentiSmus. noch am meisten geeignet seien, daS Interesse für die gute Sache der Bewegung in immer weitere Kreise der KUWWGZ Vorstand stattfanden, Herr H a r t f u ß zum (an Stelle deS zum 2 zum Revisor gewählt. Pfeiffer auf den man, die nächste Delegirten- Versammlung am 1. Juni bei Eabm, Annenstraße 16, und von da ab alle 14 Tag« ein« stattfinden zu lassen. Fachveret» der Schneider. In der am Montag in Rieft» Salon(Kommandantenstr. 71—72) stattgehabten Generalversammlung, in welcher die Er gänzungs wählen zum wurde Herr Prudler zum 1. und 2. Vorsitzenden und Herr Büttner Vorfitzendm gewählten Herrn Hartfußl Zu Verschiedenes machte Herr 1W,. Streik der Pariser Schneid« und Schneiderinnen aufmerksam, und betonte, daß es Pflicht aller Arbeit« sei, die Streikenden moralisch(durch Fernhalten de« Zuzuges) und materiell zu unterstützen. He« Pfeiffer fordert auf, überall Sammlungen für die Pariser veranstalten und das gesammelte Geld unverzüglich an die richtige Adresse gelangen zu lassen. Nach einer ledhaften Diskusston, in«elcher stch sämmtliche Redner in demselben Sinne äußerten, machte der Vorfitzende noch die Mittheilung, daß am dritten Pfingst- feiertag da» Sommer fest deS Vereins in Habels Brauerer (Bergmannstraße) stattfindet. Mit der Aufforderung für recht zahlreichen Besuch Sorge ,u tragen, schloß derselbe die Ver» sammlung. T. Der BezirkSverein de» werkthätigen Volk» i» 29., SO. und 31. Kommunal Wahlbezirk hielt am Dienstag, den 12. d. M. im Restaurant Siemunv, Linienstraße 8, seine regelmäßige Mitgliederversammluv g ab. Auf der TagcS- ordnung stand als erster Punkt ein Vortrag deS Schuhmacher« meisterS Herrn Engl er„lieber den amerikanischen Bürgerkrieg", welcher von der Versammlung mit vielem Beifall ent« gegengenommen wurde. Eine Diskusfion über den Vortrag fand nicht statt.— Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete eine Besprechung über die von obigem Verein verfaßt« Petition an den Reichstag um baldige Berathung des von den Abgeordneten der Arbetterpartei eingebrachten Arbetterschutz» gesetzentwurfS lowit Annahme desselben. Dieser Punkt rief eine rege Diskusfion hervor. So erwähnte u. A. Herr Stein» d o r f f die letzte Sonnabendfitz vng des Reichstage», die reich« lich Stoff zum Nachdenken gebe. Redner meinte. wenn der Fürst Reichskanzler an die Berliner A» berter die Frage, ob fie den Sonntag arbettl« frei haben wollen, richten würde, stch gewiß Niemand finden werde, der auS purer Wollust am Sonntag arbeiten wollte. Redner bittet die Anwesenden, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Petition mit recht vielen llnterschriften versehen werde» um so indirekt dem Reichskanzler Fürsten Bismarck zu zeigen, wie nothwendig die Abschaffung der SonntagSarbeit u. s. w. ist.— Herr Tübbeck« schließt stch dem Vorredner an und meint, wenn der Reichskanzler frage, wer denn den Ausfall für die Sonntagkarbett decken solle, der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber, daß selbstverständlich der Arbeitgeber denselben*u decken habe, da er ja auch die Vortheile des Ruhetage» habe, denn der Arbeiter könnte mit frischen Kräften Montag» an die Arbeit gehen und in Folge dessen während der 6 Arbeitstage schließlich dasselbe Quantum Arbett liefern, wie sonst in sieben Tagen. Bei der SonntagSarbeit komme überhaupt nichts heraus und Serade der vom Fürsten Reichskanzler angeführte„blaue Mon« ig" beweise, daß er über die Ursachen desselben wohl nicht so ganz untenichtet sei, denn der blaue Montag, der überhaupt nur bei einzelnen Handwerkern vorkomme, sei nur eine Folge der bei eben diesen Handwerkern gebräuchlichen Sonntags- arbeit. Ebenso sei e» wohl erklärlich, wenn, wie z. B. bei dm Schuhmachern und Schneidern Sonntag» bis spät in dm Nachmittag hinein gearbeitet werde, daß dann für dm Montag die richtige Arbeitslust fehle. Redner t heilt schließlich mit, daß die Petition zunächst beim Kasfirer Herrn Schlossermeifier Franke, Saarbrückerstraße 6 zur Unterzeichnung cusliegt und daß femere Adressen im„Beel. Volksblatt" bekannt gemacht werden.— An der DiSkuston betheiligten stch ferner auch die Herren Fiedler, der lobend erwähnte, daß die Schuhmacher dm Anfang mit Absmdung einer Petition gemacht haben, und die Herren Engler. Gutsche, Voß, Franke und F r i t s ch e.— Auf Antrag deS Herrn Engler wurde für die streikenden Anilinardeiter alsdann eine Tellersammlung vorge- nommm.— Mit großer Majorität gelangt ferner ein Antrag de» Herrn Krüger, am 2. Pfingstseiertage eine FamUien« parte nach Schönholz zu veranstalten, zur Annahme. Treff» punkt Morgen» 8 Uhr Lothringerstraße 15 im Lokale von Treptow! für Nachzügler Nachmittags 2 Uhr im Lokale von Blankenburg in Schönholz.— Der Frage kastm enthielt u. A. die Frage, wie fich die Arbeiter den bevor» stehenden LandtagSwahlen gegenüber verhalten und rief selbige eine recht lebhafte Debatte herror; während fich Herr K u n k« l für die Bethelliaung an derselben erklärte, da nur dadurch, daß auch von den Arbeitern Vertreter in den Landtag ge« schickt würden, auf ein« etwaige Abänderung des gegenwärtigen WahlmoduS gerechnet werden könnte, sprechen fich andere Red« ner dahin au», daß man durch Nichtdetheiligung eben zu er» kennen geben müsse, daß man mit dem jetzigen WahlmoduA überhaupt nichts zu thun haben wolle. Hierbei streifte u. A. Herr Franke auch die DampfersuboentionSvorlage, bei wel- cher Gelegenheit die Auflösung der Versammlung auf Grund deS bekannten§ 9 seitens des überwachenden PolizeilieutenantS erfolgte.— Nächste Sitzung Dienstag, den 2. Juni vci Stemund, Linienstr. 3. Eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der Einsetzer Berlin»(Titchler) fand am vergangenen Sonntag Im Lokal«„Zum den schm Kaiser", Lothringerstr. 37, unter dem Vorfitz des Herrn Natusch behufs Beschlußfassung über eine Lohnstatrstik statt. Herr Schmidt, der daS Referat erstattete, wie» hauptsächlich darauf hin. daß ein fester Preis für die ae« wöhnlichen Arbeiten stattfinden müßte. Auch beleuchtete Re» ferent die Mängel und Schäden der Schwindelbauten und warnte davor, in solchen Bautm für Schleuderpreise zu ar« beitm. Nach einer lebhaften Diskusston, an welcher fich alle Redner in dem Sinne de» Referenten ar strichen, wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige öffentliche Versammlung der Einsetzer Berlin» erklärt stch mtt den AuS» führungen de» Referenten voll und ganz einverstanden, und beschließt, die Lohnstatistik moralisch wie pekuniär zu unter- Laube, Lehmann, Bostn, Streicher urd Weil-— Die nächste Mr tglieder- Versammlun g findet Sonntag, dm 17. Mai, Vor» mittags 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 44, statt. Tagesordnung: 1 Innere Vereins- Angelegenheiten. 2. Verschiedenes. 3. Frage- kästen. E» ist nothwendig, daß alle Kollegen recht pünktlich erscheinen. Gäste willkommen. Z« Dienstag Abend war eine große Versammlung der Arbeiterinnen nach der Norddeutschen Brauerei, Chauffeestraße, einberufen. Frau Guillaume- Schock wollt« über die Lage der Arbeiterinnen sprechen. Da auch laut An» kündigung dm Männern der Zutritt gestattet war, so war der Andrang ein sehr großer. Ader Alle mußten unverrichteter Sache wieder umkehren, dmn der Wirth hatte die ansang» ge» geben« Zusage hinfichtlich der Benutzung seines Lokals wieder � Rowaweß bei Potsdam, 13. Mal Im Saale de» Herrn Schmidt fand gestern Abmd eine aui allen Ständen febr stark besuchte Volksversammlung statt, in welcher Herr Reichs» tagSadgeordneter A. Heine über da» Börsensteungesetz referirte. 10507 480 909(300) 730 85 669 576 813 857 32 604 526 564 475 491(500) 11474 205 649(1000) 121 981(3000) 524 323(3000) 638 42 592 562 123 591 153 793 69(300) 337 18 715 103 377 310 698 937 420 12599 352 736 905 613 732 947 599(500) 311 438 997 303. 13522 896(500) 756 583 409 683(300) 353 667 740 633 129 411 133 869 35 14508 48(1000) 330 446(300) 66 914 502 884 357 793 160 237 912 642 163 62 15639 636(300) 46 659 946 774 181 723 602 503 660(3000) 137 383 179 515 173 699 899 576- 162C6 498 168 922 850(3000) 618 724 674 977 201 824 283 410 144. 17908 974 646 991(1000) 722(3000) 268 15 601 904 17 858(500) 90 842 108 269 84 336(300) 598 633 119. 18742 572(1000) 516 230 594 790 513 125(300) 584 853 224 390 519 33) 294(300) 916. 19770 629 9 126 454 642 133 11 723 517 759 114(300) 316 (3000). 26056(300) 716 943 573 221 120(500) 679 919 732 62 778 32 527(300) 818(500) 587(1000) 112 781 351. 21303 (500) 942(3000) 447 978 839 373 346 464 406 722 890 558 686 866 109 961(1000) 212 268 670. 22742 469 5 987 595 (3000) 350 419(500) 332 575 610(300) 268 571 498 59 191 426 402 695 376 432 337. 23500(1000) 639 231 994 683 (500) 206 2 896 750 993 856 287 7al 46(500) 660 1 730 305 121. 24358 670 502 743 600 844 219 553 802 74 850 978 566 923 877 555(3000) 980 846 803 10 705 211 123. 25515 112 420 924 876 981 852 34 105 333 659 588 869 691 805 435. 26855 150 954 702(500) 882 665 471(300) 196 260 117 477(300) 983 58 321(3-jO)(66(500) 805 638 293 710 911. 27443 342 628 634(500) 620 72 247 148 709 406 266 753 523 368 757 864 581(300) 387 450 394 730 500 724. 28994(500) 307 310 409 483 296 806 351 203 454 953 273(300) 209 737. 29329 70 433 104 516 990 183 138 913 720 732 655 255 446 152 822 326 648 952 55 608 317 447 450 714(1000) 919 383. 30417 512 430 703 482(300) 496 833(1000) 935 500 973 993(300) 516 270 192 133 71 17 33 956.. 31303 712 213 865(300) 563 649(300) 970 939 85 414 699 123(3000) 90 907(1000) 224 433. 82256(1000) 956 109 493 310 147 (3000) 222 740(500) 310 928(300) 902 68 757(300) 316 601 969(500) 73 374 514 684 338 270 420 159. 83141 827 494 819 317 532 313 154 605 90 690 176 298 366 759 431 927 771 295 19 70 428 742(500) 785(300) 557 158 862 (300) 565 254. 84521 372 464 659 514 460 674 415 463 414 824 820 347 138 405(300) 624 571 457 597 277(500) 711 734 323 710 451(1000) 331. 35273 652 313 852 530 168 131 180 139 466 743 724 52 824 544 432 944 568 290 270 342(1000) 11 373. 36041 398(1000) 749 557 817 114 290 953 279(300) 478 157 642 931 574 783 919 736 546 843 737 944 801 659 68 74 87182 401 9 539 815 469 321 (300) 784 323 400 901 340 761 417 947 961 576 908 681 395 339. 38115 982 526 522 813 904(1000) 309 570 935 610(1000) 655 626 401 847 270 325 130 34. 39338(500) 935 572(1000)£45 368 994 844 978 7 543 485 49 503 411 (300) 486 746 983. 40686 190(300) 156 180 24(300) 82 18 7 932 301(1C00) 57 798 355 533 163 331(1000) 117. 41319(500) 755 765 654 451(1000) 162 339 406 194 592 435 939 713 102 799 493 977 3(1000) 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