St, 132, Mittwoch, 10 Juni 1885 IL JahM S s?« NU ."Ä ÄS i Z Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Bolksblatt" (Eingetragen in für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. otp i Redaktion: Kenthstraße S.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. 5r-' M •*& Sii» Z'-Z Pttiti-» richt, d«ß � ch tzS en Wf/ß m «r Saud in die Augen! - Wir lese» häufig von Veranstaltung von sog. Fabrik» S tn,»o der Fabrikherr die Koste» bezahlt und dann ?«m Mann, der e»«it seinen Arbeiter« wohl«eint, von ?. ihn, nahestehende» Presse in allen(Tonarten ge» wird. i Der Harmonie zwischen Arbeit und Spital werden die üblichen Loblieder gesungen und— � Frage ist gelöst. Wem schweben die Beschreibungen solcher Feste nicht J*«ugen? Der leutselige Herr stieß auf va» Wohl der ?«ttt«r an; er trank da» Bier vielleicht mit zugekniffenen £$(>1, aber mit lächelnde« Gesichte. Ei« Werkmeister Mete auf da» Wohl de« Fabrikherrn, in«eich«» die Ar- i£kt begeistert einstimmten und der Herr Direktor spendet r**" Untergebenen in längerer wohlgesetzter Rede da» Mlverditute Lob. in* �kenb« waren der Restaurationsgarte« illuminirt und Festbesucher. Die Stadtmusik exerzirte patriotische Wen und«in Fabrikgesangverein inszenirte unaufhörlich bekannte:„Hoch soll er leben, dreimal hoch I" v ,®a* war eine Freud«! Und nun gar der Ball! Die echter de» Fabrikherrn ließ sich, zwar im Innern wider- «,. aber dennoch gute Miene zum bösen Spiele den von dem Herrn Direktor denen bekannt war, daß sie s« ■■■ rri t«''l6"' 3U Tanz führe». Der Direktor hatte braven Arbeiter für ein paar weiß« ltthandschuh« gesorgt, die den schwieligen Arbeiterfäuste» «vllch standen, wie die Vatermörder und Manchetten unseren c�arze» Brüdern am Kamerun. Aber darnach lächelte 2" Fräulein freundlich und huldvoll, bi» die gnädige Frau Aamg Kommerzienrath kam und die Tochter unter einem vetternden Tusch dem Ballsaal und dem Feste entführte. Hochaufathmend kletterte da» Fräulein in die Equipage N die Mama belobte sie wegen ihrer Tapferkeit. Natür- !?«hielt die brave folgsame Tochter den nächste» Ta 2 Lohn«inen Gold» oder Perlenschmuck, den sie läng' hatte. w Di«„Mache" ab«, war gelungen. Der Herr Kom» £tii«nrath mußt« natürlich etwa» länger au»halteu. Er M mit den vorbeigehenden Arbeitern einige freundliche Me, unterhielt sich dann aber mit de« Direktor� über �»e». Lasse» wir Gang de« Geschäfte» bei einer Flasche guten Rhein» die Arbeiter bei Spiel, Trunk und Tanz bhk r" Wlh V»» hören da» kurze Gespräch an. i,. Kommerzienrath: Da» Fest t,-rommerzrenraiy:»J«t Fest ist sehr gut gelungen; � danke Ihnen besonders für die außerordentlich treffliche »erboten.! JemlXeton. 3m Eckfe«ßer. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) k„Ich fühle«ich eigentlich heute nicht mehr recht in der ,'Unmuug, noch in ein Kasö zu gehen," sagte Dürrbeck; "'4 bin überdie» schon etwa» aufgeregt." h,„Dann regen Sie fich wieder ab," lachte der kleine P*»», indem cr seinen Arm ohne Weitere» in den de» ' PtmanuS schob—„kommen Sie, thun Sie'« mir zu ,W*I Sie machen eine Partie Domino mit und sollen �'-nal sehen, wie gut Sie darnach schlafen." „Lange bleib' ich auf keinen Fall r..„Aber, komischer Mensch I Jeder ist sein eigener Her, und gftt eben so lange,"-"''" � �" wie c« ihn freut. Ich halte übrigen» . bi» halb ein Uhr au», denn dann muß ich zu Noltje», 7* Meine Damen abzuholen— und jetzt»ollen wir erst noch % Glas Grog trinken." Dünbeck fügte sich— allerding« nur ungern, aber er ll6» rd»< fbünken wir noch ein Gla» Grog zusammen'�— und einen Mll(» Blick nach Konstanzen» Fenster hmaufwendend, schritt � Mit ihm über die Straße hinüber dem Kafs zu. &. Dort drinnen saß indeß noch eine ganz lebendige Mistschaft fast««»schließlich von Offizieren oder ihnen ?Merr» Freuaden. Die«eisten von ihnen waren aber erst M de« Theater hier zusammengekommen, um ibr Abend» to'b zu verzehren und noch«in Gla» Wein ober«rnen zu trinken, die wenigsten, um zu spiele», denn gerade ige solch« Vorstellung liiert« Wen nachher treffliche» ?'°ff zu Unterhaktung und Gedankenaustausch und bot �Ne» dadurch«nen doppelte» Genuß. » Um de» Tisch im SckfenZe, hatte sich besonder» ein« �sjfppe zusammevaefstnde«,«eist junge Smyenant», die W für da» Theaktr, wenn auch vorzugsweise da» Ballet, �wärmten. Dies«, die Mist emgetroff-n sein mochten, Ansprache an die Arbeiter, die ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Wir habe» überhaupt«neu~ Arbeitern, der übrigens durch solche ten Stamm von jeste noch mehr an da» Geschäft gebunden wird. Wie steht e» denn gegen» wirtig mit den GeschästSausträgen, mit der Lage de» Ge- schäst« überhaupt? Direktor: E» könnte besser gehen. Wenngleich wir Austräge genügend haben, so erzielen wir doch für unsere Waaren diese» Jahr zirka um»eh» Prozent geringere Preise, al» im Vorjahre, so daß auch der Reingewinn nicht mehr so hoch sein wird. Doch immerhin könne» wir gegenüber manchen Konkurrenten zufrieden sein, wir werden »och immer sozusagen„ein gute» Geschäft" machen. Kommerzienrath: Da» ist Alle» recht schön, doch hatte ich gerade in diese« Jahre auf einen höhere» Gewinn ge» rechnet, da mir wegen der Verlobung meiner Tochter rößere Ausgaben erstehen.— Sehen Sie, wie die Ar» eiter glücklich und fröhlich find und ich habe den Kopf »oller Sorgen--- Ja, ja, die Leute können so in den Tag leben, habe» hohe» Lohn— ließe fich da nicht» machen? Direktor: Ich verstehe. Ger» thue ich«S nicht, aber es geht nicht ander»— ich werde Sonnabend an die Tafeln anschlagen lassen, daß von nächster Woche an«ine Lohnkürzung von zwanzig Prozent eintritt. Wer nicht damit einverstanden ist. der kann gehen. Arbeiter smd jetzt genug zu solche» Preisen zu haben. Doch, Herr ommerzienrath, Sie versprachen mi, längst schon,«ei» Gehalt zu erhöhen. Dasselbe ist sehr knapp. Kommerzienrath: O, gewiß, lieber Direktor, wa» ich versprochen habe, halte ich. Sie erhalte« bi» Neujahr eine halbjährige Zulage und dann steigt Ihr Jahr«»gehalt um 3000 Mark. Also abgemach» I Am Arme de« Herrn Direktor» verließ der Kommer» zienrath da» schöne Fabrikfest unter de« Hochrufen und Jubeln der Arbeiter— da» Fest wurde in den Zeitungen verherrlicht und der Herr Kommerzienrath sogar von dem Lokaldichter de» Städtchen» in 26 Strophen angesungen. Nun wird vielleicht ein oder der andere Leser sagen: „Die Phantasie hat de« Schreiber obige» Artikel» die Feder in die Hand gedrückt." Der brave Leser irrt fich, da» ist keine Phantasie, da» ist die nackte Wirklichkeit— so oder ähnlich find die Begebenheiten.— Uni hat in der That nicht die Phantasie, sondern folgende Lokalnotiz, die wir i« eine« konservativen Dresdner Blatte vorfanden, die Feder in die Hand gedrückt. Dies« Notiz, datirt vom 8. Juni, sie lautet: „Die Kartonnagenfabrik von Scherbe! auf der äußeren Schillerstraße hat ihr« Arbeiterschaft «it einem Plakat überrascht, wornach von heute an £ saßen auf de« zwei Fauteuil» in der Ecke,«it dem Rücken nach den jetzt fest verschlossenen Fenstern zu, während die letzt Gekommenen die Stühle inne hatte«, die de« Racken dem eigentlichen Hauptkokal zu- wandten. Unter diesen befand fich Graf Rauten, und zwar gerade einem der schmalen Pfeilerspiegel gegenüber, von denen zwei die Haupts äulen de» Vorbaue» deckten und de» ganzen Raun-, besonder» nach der hell erleuchteten Thür zu, refleltirten. Da» Gespräch heschäftigte sich gerade«it der heute ganz ungewöhnlichen, der Künstlerin gebrachte» Ovation, dem Kränze- und Sträußewerfen und de« endlosen Heraus« rufen, und ei» junger Artillerie-Offizier, dem«an nachsagte, daß er für die zaeite Sängerin nicht unempfindlich sei— er wurde wenigsten» oft mit ihr geneckt—, behauptete ziemlich bestimmt, daß da» Ganze eine gemachte„Geschichte" gewesen wäre. Jede Sängirin Und Schauspielerin habe eine Anzahl von Verehrern, die ihr da» besorgten; den» würde da» Publikum»irklich einmal von dem Spiel oder Gesang einer solchen Dame hingerissen, so hätte e» natürlich keiue Kränze bei der Hand. Di« vorhandenen seien also schon angeschafft gewesen, ehe man wußte, wie sie spielen oder fingen würde, und zeichnete sie fich an den Abend auch noch so wenig au», der Blumenflor sei dann eben da und müsse geworfm»erden, den» mit nach Haufe könne «an ihn unmöglich wieder nehmen. Dagegen erklärte ein Anderer, daß da» allerding» heut Abend beflrmmt der Fall gewesen wäre, aber die Blumm hätte» auch nicht dem heutigen Gesang von Fräulein Blendheim, sondern ihren sämmtliche» bisherigen Leistungen auf hiesiger Bühne gegolten. G« sei gewissermaßen der Abschluß ihr«, Künstlerlaufbahn gewesen, und wenn irgend Jemand«ine solch« Auszeichnung wirklich verdient habe, so fei es doch gewiß diese Dam«. Raute» hatte in die" ganze Unterhaltung, so lange sie i da» Theater drehte, noch kein Wort mit ein» en. In diesem Augenblick traten Oberfilieuteezant ingenbruch und Hauptmann von Dürrbeck in da» Lokal, blieben aber, da sie da» Eckfenster dicht besetzt sahen. weiter vgrn und ließen fich dort a» einem der Tische die Löhne um nicht weniger al» 20 Proz. herabgesetzt werden sollen. Lohnreduktionen und Veranstaltungen von Fabrikfeste» reimen sich schlecht aufeinander." Als», Lohnreduktionen und Fabrikfeste reimen sich schlecht aufeinander I Sicherlich l Die Arbeiter sehe», wie recht wir bei unserer Schilderung haben, die wir mit der Warnung schließen, daß die Arbeiter sich durch derartige „Harmoniefest«" nicht werfe» lassen sollen Sand in die Augen. Kolitiscke Nebersiekt. „Geld muß geschafft werden"- so lautet die Parole aller Regierungen; diese Parole ist auch der Grund, daß man jetzt überall dem Drängen v« Interessenten nachgiebt und neu* Zölle einführt. Würden die Zölle n u r den Agrarier n und Großindustriellen Nutzen bringen, würde au» denselben nicht zugleich auch eine Einnahme für die betreffenden Staaten erzielt, so würden diese nicht so leichten Sinnes zu einer Mehr» belastung des Volke» schretten. Aber das Ausqabedudgrt verschlingt allzu große Summen. Die direkten Sleuern dringen sehr wenig auf, da ste nicht progresfio find, deshalb greift man überall zu den indirekten Steuern, die man auch wohl Kopf« steuern nennen könnte und unterstützt diese Einnahmen noch durch Zölle auf AlleS, wa» da liegt, kriecht und fliegt. Diese Art der Besteuerung aber schadet den wirthschaftlichen Verhält- Nissen nicht nur de» eigenen Lande», sondern denen sämmtlicher Länder. Darüber hat fich jüngst der ungarische Mintsterpräfi- dent TiSza recht zutreffend ausgesprochen, alt er wegen der Zollerhöhunaen in Deutschland und Frankreich im ungarischm Abgeordnetenhaus« interpellirt wurde. Der Minister sagte,„daß die volkSwirthschaMiche Politik, welche derzeit von den Staaten Mitteleuropas befolgt wird, in weit gnrngcrenr Maße dem einen oder dem anderem nutzt, al» ste eventuell dem Nachbar schaden kann. W-nn man aber dem Nachbar schadet, mer höhere Zölle, bei welchem kämpfen fich gegenseitig durch System da» gesammte Volk, vorzugsweise die Arbeiter leidend Die einzelnen Staaten schädigen fich dadurch selbst, denn der Vortheil Weniger wiegt den N-chtheil nicht auf, dem die Ge» sammtheit ausgesetzt wird- aber dennoch ist kein Hall auf der schiefen Ebene, denn„Geld muß geschafft w-rden!" Ueber die Stellung der Kirche zur soziale« Frage finden wir in den konservativen„DreSoener Nachrichten" eine Notiz, die wir, wenn wir auch verschiedene Anschauungen in derselben nicht t hellen, doch unfern Lesern nicht vorenthallen wollen, denselbm vertrauend, daß ste selbst die Spreu von dem Weizen sondern. Die Noti, lautet:„In einer größeren An- zahl von kirchlichen Versammlungen, welche im Mai l. I. in den verschiedensten Provinzen stattfanden, ist die Stellung der Kirche zur sozialen Frage Gegenstand der Verhandlungen ge- nieder, und Klingenbruch bestellte natürlich gleich zwei Gla» Grog. Rauten hielt seine» Blick eine Weile auf den Spiegel geheftet, dann sagte er mit seiner ruhigen, kalten Stimme: „Meme Herren I Ich weiß nicht, ob e» in«einem schlechten und vielleicht verwöhnte», oder sagen wir verdorbene» Ge» schmack wurzelt; ich aber habe für meine Person jede Freude am Theater verlor«.» und besuche e« nur manchmal, um eine halbe Stunde todt zu schlage«, aber wahrlich nicht, um «ich an eine« sogenannten und au»posaunten Kunstgenuß zu erfreuen.— Kunst I Was verstehen wir jetzt darunter? Das Ganze ist doch«eiter nichts als Komödienspielerei,« n gewisser CharlataniSmu«, der mehr oder weniger frech auf- tritt und der eigentliche» Masse vielleicht für den Augenblick imponirt, und auf de» Augenblick ist ja auch Alles berechnet, aber nicht im Staude, einen»irklichen Kunstgenuß hervor» zurufen, wenigstens nicht hei mir, wie ich ausdrücklich bn merke» muß." „Aber, lieber Graf," sagte ein junger Rittmeister,„ich glaube, da urtheile» Sie doch zu egoistisch allein nach fich selber. Wir Anderen, und ich könnte Ihnen dafür manche Zeugen stelle», empfinden»irklich da», wa» Sie entschieden abzuleugnen suche»,«ine« Kunstgenuß, und ich glaube für Viele zu sprechen, wenn ich Ihnen sage, duß unl den Fräulein Blendheim heut' Abend ,n der That bereitet hat." „Du, Georg, da drüben sitzt Hauptmann Dürrbeck," flüsterte ihm ein anderer Offizier zu,„der Blendheim Ver« lobter, laß un» lieber davon abbrechen." Der Rittmeister nickt« zustimmend, Rauten aber nahm da» Wort auf und fuhr ruhig und mit keineiweg» Unterdrücker Stimm« fort: „Ja, sehe». Sie, lieber Herr Rittmeister, da tritt wieder die Verschiedenheit de« Geschmack« in den Vorder« grund. Für mich hat die Blendheim etwa» vofitiv Wider« liche». Abstoßende», und wa» einig* Kunstenthusiasten Leidenschaftlichkeit und Feuer in ihirtft Vortrag nenne», de« würde ich den Namen Frechheit und unweibliche Geberden geben." Der Rittmeister und ewig« der anderen Offiziere halte» versucht, ihn w seiner Rebe durch Zeiche» und leise geflüstert» wesen. Man nahm dabei mehr oder weniger Bezug auf eine Denticrifi des Sentralausimuises für in nere Mission über: Die Aufgabe der Kirche und ihrer Inneren Mission gegenüber den wirthschaftlichen und gefell schaftlichen Rämpfen der Gegenwart." 18 ein erfreuliches Beichen darf man es hinstellen, daß man sich bei der Frage: Was denn die Sosialdemokratie der Kirche predigt? des Bes tenntnisses nicht geschämt bat, es sei diese Bredigt eine Bußpredigt. Es ist dabei vielfach ehrlich und offen au geftanden worden, wie die Sozialdemokratie nicht ohne | Grund der Kirche den Vorwurf mache, daß fie nicht den länger als bis Anfang Juli bier in Berlin zusammenbleiben Muth habe, die Sünden der oberen Stände zu strafen, daß fie mehr auf die Reichen als auf die Armen Rücksicht nehme und dergleichen. Diese Antlagen richten sich auch gegen einen Theil der Geistlichen, hinsichtlich deren ein Mann wie Albert Lange in seiner Geschichte des Materialis. mus die Bemerkung macht: Es seien vielfach die Freidenker, Es seien vielfach die Freidenker, ja die Feinde des bestehenden Kirchenthums, welche ihr ganzes Denten und Handeln der unterdrückten Menschheit gewidmet haben, während die Diener der Kirche an ben Tafeln der Reichen figen und den Armen lichen Gefundhelt werden könnten. Das Bergraben der Belde fädige die Lebenben. er lönne in Abrebe stellen, daß de im Boden faulenden Kabaver eine Brufftätte der gefährlichten Unte inische Gesellschaft mit der Betition beschäftigen. Brofes Birchow wird der Gesellschaft die Betition vorlegen. Seite Die Vorlage wegen Erneuerung des Militär Septennate wird, wie die Nat. Lib. Rorr." von unterrichtdes Seifton 31. hört, dem Reichstage schon in der nächten März 1888. Beränderung Sebranstalten meinde Wab betr. Den Be plaz 1- be auf dem Wa Entschädigung Aufhebung Grundstüc betr. die Erm unb 13 zur bebgl., betr. Gemeindeschu Lloyd in Bremen verzögert fich noch. Wie die offislösen B. B. N." hören, ist das vorläufige Abkommen den Bundesregie rungen und den Reichsrefforts zur Kenntnißnahme und Be tanntgabe eventueller Wünsche auf Abänderungen c. mitge thellt worden. Nachdem alle Antworten eingegangen, wird erst die definitive Feststellung des Wortlautes des Bertrages erfolgen tönnen. Der lettere geht dann an den Reichstanzler, welcher ihn beim Bundesrath zur Genehmigung einzubringen bat. Jedenfalls wird die Angelegenheit im Laufe dieses Monats zum Abschluß gebracht werden, da der Bundesrath taum dürfte. Was die Frage betrifft, welcher belgische oder hollän dische Hafen in Ausführung der betreffenden Bestimmung des Dampfersubventionsgefeges anzulaufen sein würde, so scheint ben: Der Aviso Bommerania", welcher am Donnerstag hie Bolizei Bräf Aus Wilhelmshaven wird der Weser Btg." gefchrie Die beiden noch in Betracht fommenden Dafenpläge Antwerpen igennem mit dem englischen Fischfutter ,, Scheme" einlief, ift beute und Bliſsingen, fich die Meinung dem legteren auzuneigen. b futter ist wieder in Freiheit gefeßt, während sich der Kapitän Allee 36 Es spricht für Bliffingen insbesondere der Umstand, daß das Deffelben noch in Untersuchungshaft befindet. Desgleichen feiner gemisch Anlaufen dafelbft ben geringsten Beitverlust beansprucht und Idem Fahrzeuge sämmtliche Fischgeräthe, darunter ein große eines Mitglie Die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Linie mit den ausländis einen neuen Fang gemacht, indem fie am 6. Abends abermal betr. die Ber mit einem großen englischen Zwetmast Fischertutter in Schlepp einer persönli tau zurücklehrte, um denselben in den Vorhafen einzuliefern Der Kutter, welcher bedeutend größer ift, als der am verga forderlichen genen Mittwoch eingebrachte, war 2,6 Seemellen von Rotbe nen, also um 0,4 Seemeilen zu nahe der deutschen Stifte, ebe in Bestellung falls bei Ausübung der Fischerei angetroffen worden. Debat deshalb b fchen hierbei in Betracht tommenden am wenigsten gefährdet. " Unterwürfigkeit predigen." Noch schärfer lauten be Gegen den Innungszwang richtet sich ein Artikel der fanntlich die Borrcürfe der Sozialdemokraten. Es steckt in denselben Schlef. Stg.", welcher im Reichsanzeiger zum Abdruc tros aller Uebertreibung, die ihnen anhaftet, ein wahrer, beachtens gebracht und damit indirett gebilligt wird. Am Schluffe der werther Kern, und die Kirche, sowie deren Vertreter haben alle von dem offiziellen Publikations Organe der Regierung wieder Ursache, denselben zu beherzigen und durch ihr Verhalten mög gegebenen Ausführungen beißt es: Mit dem Werte obliga lichst zu entkräften. Denn unzweifelhaft entstammt die noch torische Janungen" wird überhaupt, besonders dem minder ein immer wachsende Abneigung der arbeitenden Klaffen gegen die fichtigen Theile des Handwerkerstandes gegenüber, Kirche großentbells den angedeuteten Gründen. Der Kirche brauch getrieben. Man erweckt with es nie gelingen, mit irgend welchem Erfolge an der Lö-mittelst desselben Jllufionen, die nur das troftlose Ergeb fung der sozialen Frage mit zu arbeiten, fo lange fie es nichtniß haben, bag bie mit ihrer Lage unzufriedenen Handwerker wieber als ihren schönsten Ruhm anfiebt, daß fie den Armen das Evangelium predigen darf. Selbstverständlich ist damit nicht gemeint, daß fte, wie es au gewiffen Beiten äußerlicher Blüthe aber inneren Berfalls derselben geschah, die Armuth gleichsam künstlich pflegt und züchtet, nur um sich der AlmosenSpenden vor Gott und Menschen rühmen zu können. Die fo stalen Aufgaben, welche unsere Belt ftellt, find ungleich größere und umfaffendere, als das Gebiet der Armenpflege" begreift. Aber, will fich die Kirche nicht in immer weiterem Umfange thre Bedeutung rauben lassen, so muß fie fich ungleich mehr als bisher von dem Worte des Hellandes durchbringen laffen: " Flucht. " 800 000 auszuführen be 800 000 Mat Geräusd fädtische Bau nicht selten zu Wahlzweden Babl, ergriffen beim Jnfichtkommen des Avisos fchnell ble fagung besteht aus sechs noch sehr jungen Leuten. Der Führet dat, falls hie Der Name des Kutters ift ,, London Bit", die Be bes Rutters, Namens Wright, befindet fich in Sicherheitsarret dasjenige energisch außzunuzen, was ihnen die Gesetzgebung Das an Bord befindliche Nez, zu deffen Transport allein 15 Die Bemühungen zu Gunsten der Berliner natio Fanggeräthe wurden in polizeilichen Gewahrsam genommen. Leute erforderlich waren, sowie die sonstigen vorgefundenen heute schon bietet." H zu London " und H Die Koppenftr Schleftschen Der Einlegung feben wird. Errichtu Reter groß. Grundeigenth lich melden. der großen Grundstück A Mich jammert des Volles". Die Beiten sind für immer vor Fragestellung läßt annehmen, daß in Regierungstreifen geringe englischen Fischer- Flottille das Handwerk gelegt hat, welche b über, in denen der Geistliche dadurch, daß er sich einsets tig zu den Reichen und Mächtigen hält, nach haltigen Einfluß auf die nieberen Schichten des Boltes ge winnen lann. Er gewinnt die gedrückten Maffen nur, wenn er ibnen als ein aufrichtiger Boltsfreund ein Herz voll warmer, felbftverleugnenber Liebe in Wort und That entgegenbringt. Möchten die jüngst gepflogenen Verhandlungen nach dieser Seite bin vielen den Blid für die Pflichten geschärft baben, welche die Kirche und ihre Diener gerade in unserer Beit zu erfüllen haben." Man tann sonst über die vorstehende Notis denken, was man will; interessant ist es wenigs ftens, fie in einem Ionservativen Blatt zu finden. Die Unluft, Soldat zu werden, ist in Deutschland im mer noch eine recht große. Aller Krieges und Stegesruhm hat daran nichts ändern können. So find nach einem offt. ziellen Berichte über das Heereseriasgeschäft im Jahre 1884 im Deutschen Reiche, mit Ausschluß Bayerns, bei den verschiede nen Musterungen 111 027 Mann ohne Entschuldigung ausge oblieben und 33 586 fonnten nicht ermittelt werden. Wegen unerlaubter Auswanderung befanden fich in Untersuchung oder waren schon verurtheilt worden 29 000 ann. Nimmt man Dieselben Verhältnisse für Bayern an, so fommen zu diesen noch aitta 13 000, bie fich dem Militärdienste entzogen haben. Das macht das respektable Sümmchen von 185000 Mann. H Der London Bit" gehört nach Mittheilung der noch an 150 Fahrzeuge und Dampfer zählenden Fishing Company in Darmouth heimathsberetethen. Re Die Magd. 8tg." bemerkt zu dieser Angelegenhe Die Nachricht, daß der zum Schutz der deutschen Norb Fischerei ausgeschickte deutsche Aviso Pommerania" eind Norderney unberechtigt Fischerei trieb, wird überall in Deutid land mit großer Genugtbuung aufgenommen werden. fich die englischen Fischer bisher an der deutschen Nordfeellife herausgenommen haben, übersteigt jede Beschreibung und mie man uns versichert, bislang nur zum tleinsten Theile öffentlich bekannt geworden Die Reichsregierung ent schloffen, dem Treiben der englischen Fischer an unfer Rifle fortan mit unnachfichtlicher Strenge zu begegnen, und e follen mannschaft zunächst zur Kenntniß gebracht. Ihre Ent die der Seepolizei zur Verfügung gestellten Schiffe wo möglich nalen Ausstellung von 1888 stoßen auf nicht unerhebliche Hindernisse. Die Nordd. Allg." zählt eine große Bahl be deutender Intereffenten Gruppen auf, welche die bezügliche Anfrage des Sentralverbandes deutscher Industrieller ablehnend beantwortet haben. Sie will es zwar vorläufig noch dahin gestellt sein laffen, ob es räthlich sei, troßdem auf eine allge meine and nationale Ausstellung zu bringen, aber schon die Geneigtheit besteht, über die Brotefte der Großindustriellen zur Tagesordnung überzugeben. Aus der Lifte der Diffidenten eraiebt sich, daß die Behauptung, der Widerstand gegen die Aussteller gehe fast ausschließlich von den Industriellen der weftlichen Provinzen aus, nicht zutreffend ist. Nach einer der Nat.- Beit." zugegangenen Mittheilung hat die Reichs regierung die Gutachten der Industriellen über die Ausftellungsfrage dem Aelteftenkollegium der Berliner Kaufschließungen wird fie erft faffen, wenn die Gutachten, die von der anderen Seite eingeholt werden, zur Vorlage ge langt find. " Das Haftpflichtgeset ist bekanntlich bezüglich aller der Bersonen außer Kraft gefeßt, welche unter das Unfallver ficherungsgefes fallen. noch vermehrt werden." Italien. Ba Ein Hil famften Mens und feine Fa gänglichem U Unferat, wel fanden, einen maßen: be findet fich e gungen find chen. Durch burch Kontur geschüßen, welche Krupp in Effen für die italienische Regierung He die Miet Neue Riesentanonen. Von den vier 120 Tonnen Deshalb haben viele Genossenschaften Alest, ist das erste in den legten Tagen fertig geworden. Da wurden ihre Raliber der Monftretanone mist 40 8tm. Die Berienbu mittirt. St erfolgt schon in den nächsten Tagen direkt in das Marine Tönnen es a arsenal von Spezzia. Bum Transport der Kanone find Möbel befizer von Krupp eigens dafür erbaute aneinandergeloppelte Bag gegeben. We bat. Geschieht dieses, so tommt das Haftpflichtgefeß auf erforderlich, ein jeder von acht Achsen und spezieller Konftruttion Gaben nimm Wenn alle Staaten ihre Riesentanonen haben, tann Stall obdachlose Fa in thre Statuten die Bestimmung aufgenommen, daß die Ver ficherungspflicht auch auf solche Bersonen ausgedehnt werden foll, welche mehr als 2400 Matt Jabreseinkommen haben, bis wohin das Gesetz die obligatorische Versicherung erstreckt bie Beamten nicht mehr zur Anwendung und bei einem Un fall regelt fich Alles nach den Vorschriften des Unfallversiche rungsgeseges. Die Ausführung des Nord Oftfee- kanals wird den Bundesrath, wie berichtet wird, vor seiner Vertagung nicht Berlin bei den nächsten Bandtagswahlen betheilt mehr beschäftigen, sondern einen der ersten Berathungsgegen stände bei der Wiederaufnahme der Bundesrathsarbeiten im Herbste bilden. Die Nachricht von der Abänderung der Zivilprozeß ordnung findet, wie bieftzen Blättern geschrieben wird in Bundesrathakreisen keinen Glauben. beftattung des fürzlich verstorbenen braunschweigischen Bevell natürlich nicht zurückstehen.- Wohl bekomms thm! waphed Spanien. zeichnete entg Hier wir Mann sowoh Menschen fin Ein Dynamitattentat ift gegen bas Haus Senators Perrer in Billanueva ausgeführt worden. Die obdachlose Fo fonen find verwundet worden. Der Urheber des Attenta verhaftet. In der Kammer theilte am Sonnabend der Ju minister mit, daß Maßregeln getroffen seien, die Wieder derartiger Attentate zu verhindern. Das wird wohl gut möglich sein. Ueber den Stand der hole Die Feuerbestattungsfrage dürfte in der nächsten Seffion evidemie wird gemeldet, daß in Valencia bis zum Freitag Die Feuer täglich zwischen 3 und 9 Personen ertrantten und awel bi mächtigten zum Bundesrath, v. Liebe, hat die Bestrebungen Ertrantten 7, diejenige der Gestorbenen 2. In abrio pot des Vereins für Feuerbestattung zu Berlin wesentlich gefördert. gelommene Erkrankungen sollen nicht von der Cholera ber gen. Diese Abficht wird von der Münchener ,, Allg. Stg.", bie fonft dem Nationalliberalismus nicht fern steht, bespöttelt. Das Blatt meint, daß alles Buhlen mit den Ronservativen doch nichts nugen tönne. In Berlin gäbe es gar teine gemäßigten Konservativen, die fich vielleicht bem Rationalliberalismus an tönnten, dort läge der Schwerpunkt der fonfervatioen Bewegung bel pen Gerren Stödet ump Bidenbach, ble i den und die fich wohl nationalliberale Stimmen gefallen ließen, aber niemals einem Nationalliberalen ihre Stimmen geben. Der nationalliberale Verein, der bei den Wahlen auf Sujug der gemäßigten Theile der Bevölkerung von rechts und finis hoffe, meint das genannte Blatt wetter, fet nur ein Generalab ohne Soldaten, ber bei andern Bartelen erst die Sob Daten anwetben müsse. Wenn diefe paar Leute bei den Wahlen überhaupt in Betracht tamen, fo tönnten fie vielleicht in einem oder bem anderen Kreise den Ausschlag geben, infofern Deß fie einem extrem Konservativen oder einem Deutsch. Freis finnigen zum Siege verhelfen könnten. Wir glauben, die Aug. 8tg." bat recht; in Berlin ist nun einmal für ben nationalliberalen Misch Masch tein Boden. zwischen der deutschen Reichsregierung und dem Norddeutschen Die medizinischen Kreise beginnen fich bereits der Agitation anzuschließen. In der letzten Sigung des Vereins für innere Medisin legte der Phyftologe Dr. Th. Weyl die Petition des genannten Bereins an den Reichstag betreffend Erlaß eines Gesezes, welches die fakultative Feuerbestattung im Deutschen Reiche ordnet, vor. Derselbe führte im Anschluß hieran aus, daß es Sache der Aerzte sei, weiteren Kreisen mit gutem Bet spiel voranzugehen. Das Bublikum werde durch die Bethelli gung der erste an den Bestrebungen des Berliner Vereins gung der erste an den Bestrebungen des Berliner Vereins erlennen, daß es sich um eine Agitation handele, welche fich Bublikum müffe wiffen, wie verderblich die Kirchhöfe der öffent rühren, sondern auf Cholerine zurückzuführen sein. Kommunales. Tagesordnung für die Situng der Stadtverord neten Versammlung am Donnerstag, den 11. Juni cr, Rad Borlagen, be mittags 5 Uhr: Ein Naturalisationsgesuch Anstellungen und Benfionirungen Ausschusses für Rechnungsfachen über 5 Rechnungen Berichterstattung Zur Dampfersubvention. Der Abschluß des Bertrages auf die Resultate wissenschaftlicher Untersuchungen füße. Das Viehhofes, des Schlachthofes, der Fleischschau und der R Worte aufzuhalten; er mußte das aber nicht verstanden ober auf etwas Anderes bezogen haben; ober wollte er fich eben nicht stören laffen; aber er beenbete den Sag mit ber größten Kaltblütigkeit und that bann, während sich ein peinliches Schweigen um den Tisch lagerte, einen langs famen Bug aus dem vor that stehenden Glafe. Nur sein Nachbar, ein junger Offizier, flüsterte ihm jest rasch und werben und er wünschte vor allen Dingen unnöthigen vor Streit zu vermeiden. ber, meine Herren," lachte indeffen Rauten am Tisch im Echfenster, was ist denn mit Ihnen auf einmal? Haben Sie einen Geist gefehen? Tobtenstille? Wovon sprachen wir benn gleich?" „ Bon einem Rapitel, das wir lieber fallen lassen," fationsverwaltung pro 1. April 1883/ 84- Borlage der anderen Dffiziere folgten haupt fpät geworden. Del Tomic bett DIC ihm bald nach; es war th Im Edfenster unten. Es giebt ein altes deutsches Sprichwort: Gelb bringt leinen Segen!" Etwas Wahres mag auch immerhin ban sein, wie an allen derartigen Sprüchen, wenn man pe achdem ihn pricht jedenfa haftlichen Derartigen Fä berumzugeben Darauf binarb fcheinbare fo aus nicht zu werden. Preiser Arbeiterverein richt, bas fich tett erfart b gung ibrer D Don 50 Proze für ein Bad, Das ne Alexanderplat werden foll, Aufstellung foll die Fenft Räume bes Quadratmeter Es war haft bei No in Folge von idien fich im bringend zu: Herr Graf, Fräulein Blenbhein's Bräutigam erwiderte ziemlich bestimmt ein Hauptmann von den Jägern, auch nicht im Allgemeinen gelten lassen darf. Im Aling Die Tante& ist im Lofal unb tommt gerab' zu uns herüber." In ber That?" fagte Rauten, ohne sich jedoch beun ruhigt barüber zu zeigen. Hauptmann von Dürrbed ging langsam an dem Tisch ich dächte, wir hätten außerdem Stoff genug... Ah, vom Theater! Ja," rief Rauten, und warum abr bruch'schen Hause schien es aber wirklich sich bewähren sollen, denn seit der Erbschaft, die allerdings den Betreffe nicht davon, mein Herr Hauptmann? Wenn mir Jemand ben die Aussicht auf eine sorgenfreie Existenz bot, a vorüber, es geschah wohl nur mehr, um fich zu zeigen, als fingen und vorspielen muß, fo erwerbe ich mir für das hoffnung zertrümmerte, schien der Frieben aus dem ha um Theil an dem Gespräch zu nehmen. Guten Abend, meine Herren 1" sagte er ruhig, bas vorher Gesprochene nicht berührend, ober hatte er es auch vielleicht nicht ver Stanben und nur gehört, daß von seiner Berlobien die Rebe war, wonach er es denn für paffend hielt, fich wenigftens für einen Thaler Entree den ganzen Abend etwas vor Gelb auch das Recht, darüber zu urtheilen, und weshalb ich loben soll, was mir zuwiber ist, weiß ich eigentlich nicht." Dürrbed und der Dberflieutenant verließen in diesem Augenblick das Lokal, und ber Jägeroffizier, ein Hauptmann von Soling, fagte jett, ba er bie Luft rein sah: Das mag Ihnen zu, daß viele Leute ein echt haben, bas fie balb besonst auch bei ben jungen Mädchen jebe andere gewichen zu sein. Leben Bauk als Bap Blas Bis babin regierte die Mutter unumschränkt im und der Oberfilieutenant schien in der Familie nur meißter engagirt zu ſein; fett dagegen hatte fich ba gewendet, denn die Tochter fingen an fich zu emanzipi gegenwärtig ein Privatvermögen, das nicht mehr von Au zeigen; er fab aber sehr bleich und finster aus, und der Alles recht schön und gut sein, Herr Graf, und ich gebe fte befaßen ja- unter welchen Bedingungen blieb fich gleid Blid, ben er im Borbeigeben auf Graf Rauten warf, ohne baß dieser aber selbst ben Kopf nach ihm brehte, war nichts scheiben, balb ohne Rücksicht auf andere Rechte gebrauchen. Willen ihrer Eltern abhängig war, sondern ihnen weniger als freundlich. Die brigen Dffiziere grüßten in augenscheinlicher BerLegenheit, der junge Husarengittmeister stand sogar auf und verlies ben Tisch und gleich barauf auch das Botal. Die Sache schien ihm furchtbar fatal, und er mochte nichts weiter damit zu thun haben. Dürrbed selber ging rubig vorüber und sieber zu Klingenbruch, der indeffen dort wie auf Kohlen gefeffen hatte, denn ihm war kein Wort von bem vorigen Gespräch verloren gegangen, und Dürrbed mußte es eben so gut verstanden haben. 120 Ter Hauptmann leerte inbeffen, zum Tisch zurüdges Lehrt, fein Glas Grog, ohne fich wieder zu feßen, und bann Klingenbruch die Hand hinüberreichenb, fagte er freund lich: Nun gute Nacht, mein lieber Herr Dberflieutenant, ich habe jeht Ihren Willen gethan, bin aber nnu mübe simb will hlafen gehen." Warten Sie, ich gehe mit, Dürrbeck," fagte der Dber lieutenant, der ebenfalls fein Glas leerte und auf Banbbie ganze Sade fing ihm hier an unheimlich an Hauptmann von Dürrbeck aber, ber, wie wir alle wissen, mit Fräulein Blendheim verlobt ist, befand sich unmittelbar in unserer Nähe und ist uns allen ein so lieber und allgemein geachteter Kamerad, daß es uns peinlich sein mußte, sein Gefühl verlegt zu fehen." gegen ihre eigene Duittung von dem betreffenden ment volftreder ausgezahlt werden mußte. gegen altes Mit einer aufleimenden Erbitterung Menschengeschlecht traten sie solcher Art schon mit dem sehnten und neunzehnten Jahre in ben Stand der und lonnie i wiffen, daß er hinter mir eingeteten Jungfern", denn ein unbestimmtes Gefühl fagte war?" fagte Stauten. Uebrigens scheint er die Sache, daß wohl ein armes Mädchen einen reichen Mann wenn er überhaupt meine Borte gehört, was ich noch be zweifle, fehr faltblütig genommen zu haben. Er kann fich auch gar nicht bellagen, denn so lange feine Braut, wenn wir das denn wirklich annehmen wollen, noch öffentlich auftritt, gehört sie dem Publikum an und night ihm." fagte ein anderer Offizier. tommen tönne und einen andern verlangten fie wi daß aber die Gewißheit des Berlustes rer Grbla fobald fie fich verehelichten, die meisten Freier von fern halten würde. Daß fich die Frau Oberflieutenant allerdings einer Unte räulein Blendheim ist eine sehr anständige Dame," ordnung unter den Willen ihrer Töchter nicht gutwillig fü läßt fich benken, aber ändern konnte sie nichts mehr, und s licher Bank und Streit im Hause war davon bie Folge neulich, der mir erzählte, fie habe früher einmal ein Ber- baß Klingenbruch selber begann, das Joch feiner Frau wenig abzuschütteln und fich etwas freier zu bewegen. ben eigenen Füßen zu verlieren. H So?" lachte Rauten, wer von Ihnen war es denn hältniß mit dem Gebpringen gehabt?" Enter Soling, stand furs auf und verließ ben Tisch, and einige Guten Abend, meine Herren," fagte Hauptmann von gadoige Frau von Klingenbruch fing an, ben Boben u nur Flora u burften fic, bei Lebzei Anberes vor Saune genom Nun, als er ant n Saufe tam, Amüfir urudwerfend Ding, die Be machen fonnt Belche fich auf diese einließ Wer Wegwerfenben bie Meiften junge Mensc Paar Anbere Ju fein." Und D follen, Bapa ein reiner S Unantändig, benten, wie f Aber b lieutenant. Die if Jettchen. Na, S nicht, so ift aber wie fie Balfe. Das Der Lelchen en, daß die efährlichften Sliche Unte die meb gen. Profefor Militär enterrichtetes nädften 513 aum 31. H 2067 Quadratmeter. Bur Aufnahme der Gefangenen sollen 100 Jio firzellen a 6 Quadratmeter errichtet werden. Die Säle für gemeinschaftliche Haft für 300 Berfonen follen aufammen für gemeinschaftliche Haft für 300 Bersonen sollen zusammen 900 Quadratmeter enthalten, also pro Person 3 Quadratmeter. Die Mittagsverpflegung der in dem neuen Polizei Gefäng niß unterzubringenden Gefangenen soll in Entreprise vergeben und das Morgen und Abendessen derselben aus Kaffee und Brod bestehen. blod Beränderung der Bewässerungsanlagen bei einigen böberen| Sebranstalten begin het. Die gegen die Richtigteit ber Ges - Desgl., meinde, Wählerlifte etwa eingebenden Einsprachen- besgl., bete. den Berlauf des Grundstücks Stechbahn 5 und Schloß play 1- besgl., betr. Die Einrichtung von Schmudanlagen auf dem Wafferthor. Blage- desal., betr. die Bahlung einer Entschädigung an den Maurermeister Göt- desgl., betr. bie Aufhebung einer an den Erlaß der Pflastertosten für das Grundstück Elfafferstr. 83 getnüpften Bedingung Desgl., betr. die Erwerbung des von den Grundstücken Bantstr. 12a und 13 zur Bürgersteigverbreiterung erforderlichen Terrains Desgl., betr. Den Anlauf des Grundstüds Müblenstr. 49/50 zu " gefchrie Gemeindeschulzwecken- desgl, betr. den Bau des neuen ble nerstag hier Boliget. Brästdial. Dienstgebäudes desgl., betr. die Abän ift heute derung der Baufluchtlinie der Kaftanien Muce an dem Kreu Der Fungspuntie der Schwedterstraße vor dem Grundstücke RaftanienDer Kaplan Allee 36- Rechnungsfachen Vorlage, betr. die Einſegung Teichen feiner gemischten Deputation zur Vorbereitung der Neuwahl ein große eines Mitgliedes für den Bezirksausschuß Berlin- desgl., t inzwisch betr. Die Schmudanlagen auf dem Leipziger Play- Borlagen, abermal betr. die Bewilligung einer laufenden Unterstüßung, sowie in Schlepp einer perfönlichen Gehaltsaulage. einzuliefern ben. Die an der fanell bie Der Führer thellBarreft at allein 15 gefundenen genommen. 800 000 Mart für Pflastersteine. Ein Theil der er am vergan forderlichen Pflastersteine für die im nächstfolgenden Etatsjahre on Norden auszuführenden Pflasterungen muß schon im laufenden Jahre Rifte, eben in Bestellung gegeben werden. Die städtische Bau Deputation bat deshalb beschlossen, zu diesem Swede die Bewilligung von 200 am 800 000 Mart bei den Kommunalbehörden zu beantragen. Geräuschloses Pilafter in der Koppenstraße.- Die ", die Beftädtische Bau- Deputation hat sich damit einverstanden erklärt, Da, falls hierzu die im Etat ausgefesten Mittel ausreichen, Die Roppenstraße zwischen Breslauerstraße und der nördlich am Schlesischen Bahnhof entlang führenden Straße gleichzeitig mit Der Einlegung der Pferdebahngeleise mit geräuschlofem Pflaster jeben wird. Das Kommunal. Errichtung einer Verkaufshalle. Brundstüd Auguftstr. 8, Ecke der Artilleriestraße, 80 Quadrat Reter groß, ist zur Aufstellung einer Verkaufshalle zu ver ntetben. Reflettanten tönnen fich im Bureau der städtischen Grundeigenthums- Deputation, Neue Friedrichstraße 109, schrift lich melden. noch an er großen Company" Bberedtigt gelegenbel en Norb anta" eind welche bei in Deutid Den. Wal Rocbfeellife gunb if ften Theile ng it ents ferer Rifle no es follen wo möglich orben Da Lokales Ein Hilferuf. Wie schwer es oftmals selbst dem ftreb famften Menschen trog Aufbietung aller seiner Sträfte wird, fich und seine Familie im heutigen Kampfe ,, Aller gegen Alle" vor gänglichem Untergang zu bewahren, dafür liefert nachstehendes Inserat, welches wir in einem bieftgen tonservativen Blatte fanden, einen trefflichen Beweis; dafelbe lautet folgender maßen: bergliche Bitte. Im biefigen städtischen Asyl be findet sich eine Barbierfamilie. Nach eingezogenen Erfundi gungen find Mann und Frau brave, fleißige, nüchterne Men hen. Durch starte Familie, Krankheiten, Todesfälle, schließlich den Füßen baben. Eine vollständige Inhibirung aller Spree dampferfahrten bis zur Erbauung maffiver An- und Abfahrtsbrüden, wäre bier am geeignetsten. Dann könnte das Publikum erft wieder beruhigt sein. Stadmandos पाए lund 1. Das Waffer fordert seine Opfer in diesem Jahre besonders zahlreich; den Unglüdsfällen auf der Havel und auf der Oberspree schließen sich immer neue an. Am Montag Rachmittag ging der zehnjährige Sohn eines Möbelpolirers in dort zu baben, verschwand in den Fluthen und ward lebend der Gegend des Studentenbades in den Schifffahrtsfanal, um nicht mehr gesehen. Erst nach einiger Beit wurde die Leiche Schlaganfalls eingetreten, wofür auch die Thatsache spricht gefunden. Dem Anscheine nach war der Tob in Folge eines daß der Knabe im start erbigten Bustande ins Wasser ging. gewiefen zu werden, für Kinder die Gelegenheiten zum Baben Es verdient hierbet übrigens auf die Nothwendigkeit bin unter Aufsicht zu vermehren. Bu jeder Tageszeit, und ſowie ein Schußmannshelm nicht in Sicht ist, lann man am Wiesen Ufer eine Schaarnadter Rnaben sich im Waffer in Berlin, wie dies in vielen anderen tummeln sehen. Das würde vermieden werden, wenn längst geschehen ist, Badeanstalten anderen Stäbten errichtet würden, in denen die Kinder unentgeltlich und unter der erforderlichen Aufsicht baden tönnten. Unsere 5- Pfennig- Bäder genügen au diesem Bwede nicht, für einen mit 5, 6 und mehr Sprößlingen immerhin nicht unbeträchtliche und bei der Ausstellung von gefegneten Familienvater ist die Ausgabe für solche Bäder eine Freitarten zum Eintritt in die wenigen vorhandenen städtischen Badeanstalten verfährt man fast mit größerer Beinlichkeit und anscheinend nach gleichen Grundsägen, wie die EinschägungsRommiffionen bei der Steuer- Veranlagung, damit nur ja tein Rind eine Freitarte bekommt, dessen Vater einen Titel" hat, und wer hat den heute nicht in der einen oder anderen Form, namentlich im Munde der Kinder. Bermehrung der Sommers babe Anstalten, freier Eintritt in dieselben und genügende Bes auffichtigung, das find Forderungen, denen unsere städtischen Behörden je cher, desto besser nachtommen follten, um für die Dampfärmeren Klassen den Aufenthalt in Berlin während des Som mers einigermaßen erträglich zu machen. Die Berliner Dampfschifffahrts. Attien. Gesellschaft und der Unglüdsfall auf der Oberspree. Bekanntlich ist Bekanntlich ist am 1. Mai d. Js. die an der Jannowigbrücke belegene neue Abfahrtsstelle dem Verkehr übergeben worden. Am letzten Sonntage, am Tage des Unglücks auf der Oberspee, wurde diese Abfahrtsstelle von den immer und immer wieder fich heranwälzenden Menschenmaffen förmlich geftürmt. Der Augen schein bewies hier wiederum aufs Etlatantefte, daß die Abfahrtsftelle, hinsichtlich eines großstädtisch fonntäglichen Verkehrs burchaus in ungenügender Weise angelegt ist. Betritt man den Kaffenflur von der Brückenstraße aus und hat man fich an dem einen Kaffenfenster nach langem Warten mühsam einen Fahrschein et obert", so muß man nun mehrere Treppenstufen hinuntergehen, um zur eigentlichen Abfahrts ftelle au ge langen. Diese aus einem 2 Meter breitem Gange bestehend, ist auf der einen Seite noch mit Tischen und Stühlen befest. Unaufhörlich schwillt die Fluth der Vergnügungssügler an; fie ftehen dann schließlich, wie ein Herr am Sonntage des Unglüdes fich sehr richtig ausbrückte, eingepfercht wie die Heringe in Tonnen und erwarten Ben Abgang des Dampfbotes. Legt nun das Dampf schiff vor diesem Gange an, in dem viele Hunderte von Ber fonen Platz genommen haben, so schieben und drängen die Maffen alle nach vorn und es tann fich leicht ein zweiter Un glücksfall, gerade so wie in ,, Tabbert's Waltschlößchen", auch in Berlin ereignen. Wenn nun noch diese Landungsbrüde bis zum Betreten des Schiffes dieselbe Breite beibehielte, aber dies ist durchaus nicht der Fall. It man glücklich bis nach vorn geschoben, also bis an den eigentlichen Einsteigeplay sum Dampf Schiffe, so wird diese Landungsbrücke plößlich durch eine in Größe einer Stubenthür ähnliche Deffnung abgesperrt. Das durch müssen nun alle die Nachdrängenden nach rechts hinüber, oder fie laufen Gefahr gegen einen Pfahl geschleudert und an das Geländer der Brücke gequetscht zu werden. Weshalb nun nicht die Berliner Dampfschifffahrts Gesellschaft angehalten wor ben is, maffio gemauerte Abfahrtsstellen zu bauen und ferner die Bugänge durch Geländer derartig einzurichten, daß immer nur ein Baffagier hintereinander das Schiff betreten lann, ist uner findlich. Jenseits der neuen Abfahrtsstelle in nächster Nähe des Restaurant Bur Spreeterraffe" wäre genügender Baugrund gewesen, um erstens eine großmächtige Wartehalle zu bauen und swettens solche Bugänge zu schaffen, daß jedes Nachdrängen und eine Ueberlastung der Brücke unmöglich werde. Troß der äußerst hohen Dividenden, welche die Attionäre der Gesellschaft erhalten, find die Schiffe der Gesellschaft in ungenügender An zahl vorhanden, oder werden nicht in Dienst gestellt. Eine bestimmte Norm, wie bei den Pferdebahnen und Eisenbahnen scheint für die Dampfschiffe nicht zu existiren; augenscheinlich ift es dem Belieben des Rapitäns überlassen, so viel wie möglich Bersonen zu laden". Nicht nur alle Sigpläge werden nach ländern ic. nehmen die Baffagiere Blag. Im Weiteren ist es eine große Untoulana der Berliner Dampfschifffahrts Gesellschaft, baß dieselbe nicht sogenannte Sonnendächer auf ihren Dampf schiffen anbringen lägt, wie man diese auf allen Dampfern der Elbe und des Rheins vorfindet. Wie schon bemerkt, war auch am Tage des Unglücks, also am legten Sonntage, ein mehr als bloßes Gedränge auf der Berliner Landungsbrücke. Die Beamten der Gesellschaft suchten ja nach Möglichkeit gegen bas ,, Nicht drängen" nachdrücklichst zu rufen, jedoch was halfen Diese Burufe, nachdem man erft Tausende fich versammeln läßt und dann nicht drängen" ruft. Die Gesellschaft, über die schon stets die berechtigsten Klagen laut geworden find, bat fich immer gescheut, einmal tüchtig in den Geldbeutel zu greifen. Ware fie nicht durch das Berliner Polizei Präsidium nachdrüd. lichft angehalten worden, die neue Abfahrtsstelle zu bauen, so wäre die jedem Berliner unter dem Namen Vogelkäfig" bekannte alte Abfahrtsstelle noch vorhanden. Die Berliner Dampfer Gesellschaft hat äußerst hohe Tarife und läßt sich 3. B. für die Tour Eierhäuschen Treptow 30 Pfg. bezahlen und sollten daher auch die Paffagtere der Dampfer verlangen tönnen, daß für ihre Sicherheit und Bequemlichkeit ausreichend gesorgt werde. Vielleicht baut die Gesellschaft jest in Anbetracht Ses großen Verkehrs maffive Brücken; oder behilft fte fich nochmals damit, für den durchgebrochenen morschen Ballen an Der Landungsbrüde bei ,, Tabbert's Waldschlößchen" einen neuen Ballen legen zu laffen? Obwohl die Gesellschaft jest fagt: dem Befiger von Tabbert's Waldschlößchen fet die Schuld an dem Unglücksfall zuzufchreiben, da er die Brüde zu unterhalten hatte, so steht doch fest, daß die Gesellschaft verpflichtet war, fich darum au fümmern, ob diese Brüde auch die nöthige Tragkraft habe. Die Gesellschaft ist doch verpflichtet, für die Baffagiere ihrer Schiffe au sorgen, bis diese festen Boden unter 20 Tonnen durch Ronkurrenz find fie in so große Armuth gerathen, daß e Regierung fe die Miethe nicht mehr baben bezahlen können. Dafür Conftruttion wurden ihre Sachen vom Vermiether einbehalten und sie selbst Gaben nimmt bantend Herr Hausvater Banbemer- Asyl für Berfenburg mittirt. Sie wollen noch einmal eine Barbierstube aufmachen, Marine önnen es aber nicht ohne Hilfe, da fie auch nicht ein Stüd Möglichkeit des Sonntags ausgenugt, nein, auch auf den Ge elle Wag gegeben. Wer will hier um Gottes Willen helfen? Milde find ja Möbel befigen. Dhne Unterfügung find fte dem Elende preiz ann Stall obdachlose Familien Ballisadenstraße 66/67 und der Unter Jeichnete entgegen. Mittwede, Pfarrer, Landsberger Allee 9. Hier wird also ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Mann sowohl als auch die Frau brave, fleißige und nüchterne Menschen find. Daß sie aber dennoch das städtische Asyl für Die obdachlose Familien als legten Bufluchtsort aufsuchen mußten, achdem ihnen Möbel c. vom Hauswirth gepfändet waren, pricht jedenfalls nicht sehr zu Gunsten unserer heutigen wirth haftlichen Verhältnisse. Mögen alle Diejenigen, welche bet Derartigen Fällen so oft bereit find, mit dem Klingelbeutel berumzugeben, ernstlich bemüht sein und mit aller Energie darauf binarbeiten, daß durch eine durchgreifende, nicht nur heinbare soziale Reform solche Vorkommniffe, die ja burch aus nicht zu den Seltenheiten gehören, in Butunft unmöglich werden. Cabtverord ni cr lagen Rad Gattung d bett Del gen, fok Pes Bent Der Ran e bett war übe Belb bring erhin ban man mRling abren P Betreff bot, ab Te Leben dem Hauk sim Bauk als Bab bas Bla mansipim ich gleid ibnen r von Den S egen t bem ficia beralt gte tha Mann fie xid Grba Don in ner at illig flig ab t Folge Frau egen. ben un Preisermäßigung für Bäder. Den Mitgliedern bieftger Arbeitervereine als: Bezirksvereine, Fachvereine sc. zur Nach ticht, daß sich der Befter der Badeanstalt im Engelbeden be telt ertlärt bat, ben Mitgliedern dieser Vereine gegen Borzet gung ibrer Quittungsbücher resp. Karten eine Breisermäßigung on 50 Prozent zu gewähren. Die Mitglieder haben demnach für ein Bad, welches sonst 20 Bf. Loftet nur 10 Bf. zu zahlen. Das neue Polizei- Präfidial- Dienstgebäude auf dem Alexanderplate, mit deffen Bau noch in diesem Jahre begonnen erden soll, wird mit 778 Fenstern versehen werden. Um die Aufstellung von Doppelpulten an jedem Fenster zu ermöglichen, soll die Fensterachsweite 8,75 Meter betragen. Die fämmtlichen Räume des Gebäudes sollen einen Flächeninbalt von 20,134 Es war Montag Morgen, ber Morgen nach der Gesellhaft bei Noltjes und der 24. Mai. Die Einladung hatte Folge von Bertha's Geburtstag stattgefunden, und man gien sich im Allgemeinen vortrefflich amafirt zu haben; ur Flora und Henriette nicht, denn an dem kleinen Tanz burften fie, ihrer Trauer wegen, feinen Theil nehmen. Die Tante ärgerte fie noch mehr nach ihrem Zobe, wie sie bei Lebzeiten gethan hatte, und dann war noch allerlei Anberes vorgefallen, was fie irritirt und ihnen die gute Laune genommen haben mußte. Nun, Rinber, wie war's?" fagte ber Dberfilieutenant, als er am nächsten Mittag aus dem Kriegsministerium nach Sause tam, habt Ihr Euch recht gut amafirt?" Amüfirt auch noch," sagte Henriette, den Kopf urüdwerfend, ich bin nur hingegangen, damit das alberne Ding, bie Bertha, nicht nachher ihre boshaften Bemerkungen machen konnte. Die tenn' ich durch und durch. fich einließ. bie Welche Herren waren denn ba?" fragte ber Bater, ber auf diese weiblichen Gifersüchteleien Ruger Weise nicht H Wer da war?" bemerkte, aber auch mit ziemlich wegwerfendem Tone, Flora, faft Niemanb, benn au fein." nur ber arme junge Mensch, der Hans von Solberg, und noch ein paar Andere scheinen als Dpfer in die Falle gegangen Und Du hättest nur die Bertha gestern Abend sehen follen, Bapa 1" rief Henriette. Rein, aufgetakelt, daß es ein reiner Stanbal war, und befolletirt! Es ist schon faft Unantändig, es nur zu erwähnen, da lann Du Dir etwa denten, wie sie ausgesehen hat." lieutenant. Jetten. Aber baß das die Mutter leidet!" sagte der Oberst Die ist eben so schlimm wie ihre Tochter," sagte Ra, Getty," meinte Flora, fo arg war das auch nicht, so ift es mir wenigstens nicht aufgefallen. Wenn ich aber wie fie wäre, zeigte ich nicho viel von meinem mageren Baffe. Das weiß ich gewiß."" Waren auch Offiziere bort?" fragte der Vater. immer Tommandirt, als ob fie auf Wache ziehen müßten. Lieutenants bie Galle und Fülle, und was für Eremplare! Lieutenants die Hülle und Fülle, und was für Exemplare! Gott bewahre Einen 1" r. Bet den Ausflügen in die Umgebung Berlins macht sich der Uebelstand bemerkbar, daß öffentliche und viel frequentirte Straßen und Wege mitten durch ein Privat Lokal führen und hier das rings berum liegende fistalische Terrain so dicht und fest eingezäunt ift, wie an teiner anderen Stelle. Baffitt man so ein Lotal, so findet man ein balbes Dugend Kellner aufmarschirt, von denen jeder wartet, daß man möglich ft viel verzehren und ein möglichst gutes Trinigelo zahlen soll. ist das schon peinlich, so wird die Sache für denjenigen noch tritischer, der mit dem Bestzer eines solchen Lokals einmal in Differenzen gerathen ist und dem dieser das Lolal verboten bat. Und doch giebt es im Grunewald zahlreiche Lotale, auf beren Privatterrain die Knotenpuntte des Berlehrs belegen find. Wir meinen, die Verwaltungsbehörden müssen darauf halten, daß eine solche Rollifion der öffentlichen Verkehrs Interessen und des Privatrechts vermieden würde, öffentliche Wege, Ueberfahrstellen, Anlegepläge und dergl. bürfen nicht Brivateigenthum eines Einzelnen find, der nach seinem Be lieben Jeben von deren Benußung ausschließen tann. Wie wenig zwedmäßig es ist, einem einzelnen Privatmanne die Errichtung solcher öffentlicher Verkehrsgelegenheiten auch nur im beschränkten Maße zu überlaffen, das beweist der jüngste Unglüdsfall auf der Oberspree. Die Lage eines Lotals neben einem solchen Verkehrspunkte ist vortheilhaft genug; den öffent lichen Verkehr in einem solchen Lotal zu tonzentriren ist ein unberechtigter 8vang gegen das Publikum. g. In einem Vortrage des Bauraths Kyllmann über bie bauliche Entwidelung Berlins wird eines Bescheides des Handelsministers auf ein Gesuch um Beseitigung der Eisens bahngeleise in den Straßen Berlins vom Jahre 1863 gedacht, welcher ablehnend lautete und in dem es hieß: Bei der fort schreitenden Ausdehnung Berlins wird der Straßen- und Bahn verkehr auf langen Strecken neben einander berlaufen und der lettere damit das Fremdartige wie den Anschein des Gefähr lichen verlieren, welcher jegt noch so bäufig den Wunsch, thn von den Straßen entfernt au sehen, hervorruft." Dieser Baffus des Vortrages rief damals bei den Suhörern große Heiterleit hervor. g. Eine größere Gesellschaft aus Berlin, bestehend au jungen Damen und Herren, hatten am Sonntag eine Landpartie nach der idyllisch belegenen neuen Müble bei Königs- Wufter haufen gemacht, und wie dies gewöhnlich zu geschehen pflegt, war man mit einem Rahn die Dahme hinaufgefahren, um die herrlichen Wasserpartien fennen zu lernen. Bel der Rückkehr in der Nähe der Schleuse schien sich die hettere Gesellschaft etwas ficherer au fühlen, denn jest begann das junge Böllchen - der ewige Ünverftand zu schauteln und ebe man fich's verfab, lagen brei Bersonen, zwei Herren und eine Dame, im Waffer. Bum Glüd gelang es, sämmtliche dret Bersonen au retten und es wäre nur zu wünschen, daß diefelben fich für die Bulunft die Strafe für ihren Uebermuth zur Warnung dienen laffen. " Nun gewiß," sagte Flora schnippisch,„ bie werben ja am fleinen Fingerief Flora, wie fannst Du nur so Herr von Wöhfen war auch da," bemerkte Henriette; er scheint fich jetzt feinen Scheitel mitten über den Ropf weg zu rafiren, er war wenigstens zwei Finger breit." Und der Kleine Lieutenant Priesteris!" lachte Flora; or fab au fomisch aus, besonders wenn er um Bertha herumschwänzelte und fie Königin bes Festes" und bie Fee dieses Bauberpalastes nannte." Graf Rauten war auch eingelaben," sagte Henriette, hat aber abgefagt." Da brüben geht er!" rief Flora, und noch dazu mit Sauptmann von Dürrbed. Die beiden Herren habe ich auch noch nie zusammen gesehen." trat, wo" Wer? Rauten mit Dürrbed?" rief der Oberft lieutenant rasch und erstaunt aus, indem er ans Fenkter Gerabe bort brüben, Bapa. Die beiden Herren treten eben zusammen in's Raffeehaus." Sm, wahrhaftig murmelte der Kleine Mann leise vor sich hin, als ob er darüber erstaunt wäre; aber das freut mich, ich hatte wirklich schon Sorge. Recht begreifen fann ich's aber doch nicht." Was ist denn? Weshalb nicht, Bapa?" fragte Jettchen, welche bie Worte gehört haben mußte, ist etwas vors gefallen?" Db, vorgefallen eigentlich nichts," sagte der Oberfts lieutenant ausweichenb, Rauten äußerte nur, ober machte vielmehr brüben im Raffeehaus eine Bemerkung, die fich auf etwas von Theater bezog... Auf die Blendheim brüben?" Bewahre, nein," rief der Bater rafch, denn er war felber viel zu zartfühlend, um ein solches Gespräch weiter zu iragen; nein, es war mehr eine allgemeine Bemerkung, die fich bie fich aber tabelnb aussprach, und ich fürchtete, daß es Dürrbed vielleicht übel genommen hätte; er if überdies nicht besonders gut auf den Grafen Rauten zu sprechen, und foll ich aufrichtig sein, so wäre mir auch mancher Andere der Aber, N etwas fagen? Der Graf hat so was Nobles, Bornehmes in feinem ganzen Wesen. Ja, er ist mir eigentlich ein bischen zu vornehm," sagte der Bater, und ich weiß nicht, es fommt mir manche mal orbentlich unnatürlich vor. Rehmt dagegen den Hans Solberg, der dem Grafen in jeder Hinsicht gleichfteht." Rur nicht im Rang," bemerkte Henriette. Ach was, fagte Klingenbruch, beim Militär habe ich nichts bagegen, da muß eben ber Rang gelten, benn ohne den gäbe es teine Disziplin; aber so im bürgerlichen und gesellschaftlichen Leben gebe ich verdammt wenig auf die Grafentitel. Ein anständiger Baron oder sonst ein braver, rechtlicher Mann ist mir eben so lieb." Ja," fagte die Frau Dberßlieutenant, die eben in's Bimmer trat und die letzten Worte gehört hatte, bas keht Dir gleich, Seinrich, bayan erkenne ich meinen Gatter Du gebft eben fo gern mit einem Schuster wie mit einem Baron um." Rommt immer darauf an, mein Sera," fagte ber Oberfilieutenant, ber übrigens nicht daran dachte, ben Rampf mit seiner besseren Hälfte aufzunehmen, was für Leute eben der Schuster und der Baron find. Aber, Rinder, ich habe etwas mit Dürrbed zu sprechen, und ba er ba gerade gegenüber ist, werde ich die Gelegenheit benngen und ihn abfangen. Ich komme gleich wieber," und feine Müße auf greifenb, überließ er die Damen fich selber. Ueber die Promenade von Rhodenburg, still und allein mis finster zusammengezogenen Brauen, schritt Hauptmann von Dürrbed wohin? wußte er felber nicht er wollte nur in feinen Gebanten nicht gestört werden, und freundlicher Art waren die wahrlich nicht. Er hatte auch die ihm Begegnen den kaum beachtet und ein paar Bekannte so flüchtig und ger freut gegrüßt, daß fie ihm, als er vorüber war, erstaunt nach faben, denn etwas Derartiges lag ihm font so fern. ( Forfeyung folgt.) 10 rolle gruzidion aging and dad wind a. Gine geriebene Taschendiebin. Eine in der Schön baufer Allee wohnende Wittwe 6. paffirte am jüngsten Sonn abend, Bormittags zwischen 8 und 9 Uhr bie Spandauerstraße, wobei in der Nähe der Bischofftraße eine ihr unbekannte Frauensperson mit den Worten an fte berantrat: Madame, Sie find schwarz im Geficht". Hierauf nahm die Angeredete the Taschentuch aus der Tasche und wischte fich damit einige Male das Geficht ab, worauf die Unbekannte sagte: Segt find Sie rein," und fich entfernte. Frau S. begab sich hierauf birekt nach einem Laden in der Neuen Schönhauserstraße, um baselbst Eintäufe zu machen. Hier vermiste fie ihr Borte monnaie mit 14 Mart Inhalt, welches ihr die Unbekannte in Der Spandauerstraße während des Gefichtabwischens aus der Tasche gezogen hatte. Die Diebin ift etwa 30 Jahre alt, bat blonde Haare, längliches hübsches Geficht und trug ein graues Umschlagetuch und ein gmues Kleid. Sie war ohne Kopfbebedung und führte einen einen grauen Mopshund bet ftch. a. Der bereits vielfach wegen Betruges vorbestrafte Chemiter Krause in der Antlamerstraße ist vorgestern wegen eines Maffen Schwindels, den er vorzugsweise nach Auswärts aur Ausführung gebracht hat, aur haft gebracht worden. Krause batte in auswärtigen Beitungen annonzirt unter der volltönenden Firma: Fabril chemisch technischer Artikel für Fischerei und Angelsport", daß er Fifchwitterung", die Flasche zu 4 Mart zu verkaufen habe. Die Flüffigkeit lode die Fische in ganzen Schaaren berbet, welche blind auf den Röder beißen refp. in Rege und Reusen geben. Ferner pries er an Fisch Todleuchtscheibe", welche ohne Brennstoff zu erfordern Jahr zehnte lang selbstleuchtend ein Licht ausstrahlt, welches Fische und Krebse unwiderstehlich heranlockt. Die darauf von vielen Personen von Auswärts eingegangenen Geldsendungen ver wandte Krause für fich, ohne den Bestellern die bestellten und im Boraus bezahlten Waaren zu senden. Krause liegt in einer Schlafstelle und hat weder ein Laboratorium noch sonstige Einrichtungen zur Herstellung der annonsirten Artikel zum Fischen. Es liegt also augenscheinlich auf der Hand, daß es auf einen gemeinen Schwindel abgesehen war. Gerichts- Zeitung. " Frau Inspektor von Rüdiger."( Straflammer.) In einem Leipziger Hotel in der Partstraße stieg am 8. April d. J. eine Frau in den dreißiger Jahren ab. Die Dame trug ein grünlich- blaues Gesellschaftskleid von feineswegs besonderer Eleganz und ihre Erscheinung war durchaus nicht geeignet, auf eine höhere" gesellschaftliche Stellung schließen au laffen. Rechnet man Dazu den Umstand, daß dieselbe fast ohne jedes Gepäck erschien, so bätte man wohl Grund gehabt, fich darüber au verwundern, daß die Frau thren Namen, mit Bertha, Frau Inspektor von Rüdiger" auf den polizeilichen Melbe zettel schrieb. Doch warum sollte eine Frau Inspektor von" nicht auch bescheiden auftreten tönnen, vorzüglich wenn fie fich auf Reisen befand. Indeß sollten das gesammte Hotelpersonal und noch einige andere Leute in Leipzig eigenthümliche Er fahrungen mit Frau von Rüdiger machen. Das erste, was Frau von Rüdiger that, war, daß fie an das Wäschegeschäft von K. in der Grimmaischen Straße einen großen Berlangaettel" schrieb: Bitte senden Sie mir ein Dugend leinene Taschentücher bis morgen früh 11 Uhr, be säumt und bestickt mit den Buchstaben E. H. Ferner 1 Dußend leinene Damenbemben, bestickt mit E. H. und einen weißen Unterrod nach Uebereinkommen, sowie 3 Stück Damennacht hemben mit den Buchstaben B. v. R. bestickt. Der erste Boften ist zu einem Geburtstagsgeschent bestimmt, tommt berselbe nicht bis zu der bezeichneten Beit, so nehme ich den felben feinesfalls(!) 2c. Bertha, Frau Inspektor von Rüdiger. swetten Male zu präsentiren. Jest halfen teine Ausflüchte mehr und Frau von R. zog das Portemonnaie. Sie fonnte jedoch von der Rechnung, welche 17,90 M. betrug, nur ca. 13 M. bezahlen, benn weiter reichte ihr Bermögen nicht. Als das Bahlungsgeschäft erledigt war, betrat ber Markthelfer das Bimmer der gnädigen Frau. Ach, Sie wollen gewiß ihre Hemben holen, da fteben fte, Sie können fte mitnehmen," mit diesen Worten empfing ihn die Dame, welcher plößlich alle Luft an dem Erwerbe des so eiligen Ge burtstagsgeschentes vergangen war. Doch der gnädigen Ers laubniß der jetzt noch gnädigeren Frau hätte es nun nicht mehr bedurft, denn der Martthelfer hätte seine Sachen jest wohl auch ohne die Erlaubniß der Dame wieder mitge nommen. Als sich die eben geschilderte Szene im Hotel abspielte, war es 11 Uhr Bormittags gewesen; als der Stundenzeiger auf ein Uhr Mittags stand, befand sich Frau von Rüdiger bereits in polizeilichem Gewahrsam. Das Sündenregister derselben verlängerte fich jest um noch zwei weitere Fälle, die dem erfteren verzweifelt ähnlich faben. Wie fich nämlich heraus stellte, hatte fich die Verhaftete in dem hiesigen Damenmäntel geschäft von B. als„ Gürtlersehefrau Schmidt aus der Betersftraße Nr. 3" vorgestellt und fich erboten, Damenmäntel anzufertigen. Man hatte ihr Glauben geschenkt und Stoffe au Damenmänteln, sowie einen Modellmantel, zusammen im Werthe von ca. 56 Mart, mitgegeben. Die gnädige Frau, die nicht im Entferntesten an das Mantelnähen dachte, die nicht im Entfernteften an das Mantelnähen dachte, batte bei threr Berhaftung bereits einen Theil des Erhaltenen hatte bei threr Verhaftung bereits einen Theil des Erhaltenen verfest. Ferner war fie in dem hiesigen Puggeschäft von B. ge wesen und hatte dort den Auftrag gegeben, ihr bis gegen Mittag es war an demselben Tage, an dem fie verhaftet wurde einen feinen but für 24 M., ein Fichu für 10 M. und einen geringeren but für 4,50 M. in ihr Hotel zu fchiden. Gegen Mittag hatte auch der Mattthelfer des Be fchäftes die gewünschten Waaren mit der quittirten Rechnung gebracht. Es hatte fich dabei eine ähnliche Szene abgeivielt, wie bei Ablieferung der Hemben und Taschentücher. Die Dame hatte fich auf ihren adligen Namen berufen und schließlich nur ben feineren Hut als ihren Wünschen allein entsprechend, ohne Bezahlung geleistet au haben, behalten. Bis zu ihrer Ver baftung batte sie zur Veräußerung des Hutes teine Beit mehr gefunden. Und nun noch ein paar Worte über den abligen Namen Der Berhafteten. Der verehrte Leser wird wohl bereits geahnt haben, daß auch dieser ablige Name auf Schwindel beruhte. Die Dame heißt mit ihrem richtigen Namen: Wilhelmine Elisabeth Helfenstein, geb. Reinhardt", und ist die Ehefrau des Gürtlers Helfenstein in Berlin. Sie ist 1850 geboren und wegen faft gleicher Schwindeleien, wie die oben erzählten, bereits mit zwei Jahren sechs Monaten Gefängniß vorbestraft. Am Montag fand gegen fie öffentliche Verhandlung vor der Straflammer statt. Auf Befragen des Herrn Borfigenden, zu welchem Bwede fte nach Leipzig gekommen sei, gab fie an, fte habe ein Liebesverhältniß mit einem Herrn gehabt und dieser babe ihr das Geld zu einem neu zu begründenden Geschäft geben wollen." Trop wiederholter Aufforderungen, den Namen ihres Liebhabers zu nennen, verweigerte fie dies, da dem Liebhaber hieraus bedeutende Unannehmlichkeiten erwachsen würden, denn derselbe set verheirathet! Jeden falls ist aber der Liebhaber weber verheirathet, noch unver beirathet, sondern gleichfalls- Schwindel! Den adligen Namen will fte fich nur beigelegt haben, weil sie sich darin ge fallen habe. Das Gericht verurtheille fte wegen schwerer Urkundenfälschung, versuchten und vollendeten Betruges zu einem Jahre sechs Monaten Gefängniß und vier Jahren Ebr verluft, sowie wegen Führung eines falschen Namens der Bes hörbe gegenüber zu zwei Wochen Haft, welche auf die Unters fuchungshaft in Anrechnung gebracht wurden. An Schneidigfelt ließ der Bettel nichts zu wünschen übrig, vorzüglich der lette Sas nicht. Da jedoch der Inhaber des d betr. Wäschegeschäfts noch nie etwas mit einer Frau Inspektor von Rüdiger zu thun gehabt hatte, so glaubte derselbe, es müffe der Beitel an eine falsche Adresse gelangt sein und fandte benselben mit einer bezüglichen Bemerkung zurück. Doch die Dame behartte auf ihrer Bestellung und so begab fich denn am anderen Morgen die Direktrise des Geschäfts selbst in das Hotel. " Frau von Rüdiger hielt es für angemessen, der Abge fandten des Herrn R. zu imponiren. Mein Mann ist Eisen bahninspektor und hierher nach Leipzig versezt und ich bin eben im Begriff, eine größere Wohnung für uns zu suchen. Wenn Sie mich prompt bedienen, werde ich Ihnen viel Kundschaft auweisen, denn wir haben sehr viele vornehme Bekannte hier 2c." So die Worte der vornehmen" Frau. Die Direttrige war jest wenigftens foweit gewonnen, daß fie die Bestellung an nahm. Sie fandte sofort einige Mufter in's Hotel, von benen Frau von Rüdiger auswählte und eine Nachtjacke, die ste gleichfalls bestellt hatte, sogleich zurüdbehielt. Da die Frembe der Direktrize wiederholt gesagt hatte, fte andgebrauche die Hemden und Taschentücher au einem Geburts. tagsgeschenke für eine junge Freundin in der Südstraße und man möchte ihr biefelben, wenn die Belt zu kurz bemessen sei, auch ohne Namenssticeret senden, so wurde pünktlich der Auftrag effettuirt. Bunächst gelangten die Hemben durch den Lauf burschen ins Hotel und dann folgte der Martthelfer mit den Taschentüchern, der quittirten Rechnung und dem Auftrage, bie Sachen, ohne Bezahlung erhalten zu haben, nicht abzu ann Hefern, nach. Frau von Rüdiger war augenscheinlich die In ftruttion des Martthelfers betreffs der fofortigen Bezahlung böchft unangenehm. Sie ftellte sich über das geringe Ver od trauen, das man in ihren abligen Namen" feste, entrüftet und bemerkte, wenn man dem nicht einmal trauen tönnte, so hörte doch Actes auf!". Die Dame hatte damit ein wahres Wort gesprochen, denn, hätte man ihrem abligen Namen ge Tu traut, so hätte allerdings Berschiedenes aufgehört- bezahlt zu werden. Doch das Heiterfte tam noch. Der Markihelfer, welcher burch den Ton der Entrüftung noch leineswegs von der Bah lungsfähigkeit der Fremben mit dem abeligen Namen überzeugt war, ließ einstweilen die Sachen im Bimmer der Dame und untfernte fich mit der Angabe, er müffe erst einmal feinen Brinzipal fragen, ob der Kredit gewährt werden sollte. In Wirklichkeit begab er fich zunächst sum Portier und schilderte biesem daß sonderbare Verhalten der Fremben. So," sprach faber Bortier ,,, in die Sache tönnen wir sogleich Licht bringen," sus und veranlagte dann, daß Frau von R. die Hotelrechnung präsentirt wurde. Der Martihelfer wartete erst den Erfolg stabiefer Manipulation ab. adi di Wie man vermuthet hatte, verweigerte die Dame unter u allerhand Ausflüchten die sofortige Bezahlung; unter Anderem batte fte zu dem Kellner gesagt, fte müffe erst einen Weg bes Jest nahm fich der Oberkellner der Sache an unb forgen. Auf der begab fich selbst mit der Rechnung zu Frau v. R. Treppe begegnete er ihr; die Dame war eben im Begriff aus Ougehen und trug und das war gewiß bei einer abligen Dame, bie fich bisher stets auf das bekannte große Pferd ge segt hatte, sehr merkwürdig die Pappschachtel mit den neuen andemben und Taschentüchern in der Hand! Auf die Frage des Oberkellners, wohin ste denn mit der Schachtel wolle, erwiderte fie: 8 R." Das war jedenfalls noch merkwürdiger, denn die ablige Dame wußte boch, das Der Markthelfer R.', der so wenig Vertrauen in ihre Bablungs fähigkeit feste, febr bald auradlommen werde. Der Dberlellner hatte mithin Grund, fich etwas anderes bei dem Transport der Bappschachtel vorzustellen, führte die Dame wieber zurüid in ihr Bimmer und nahm fich die Freiheit, die Hotelrechnung zum Kerantwortlines Rebalters R. ( Leipz. Ger. Btg.) Soziales und Arbeiterbewegung. und teine gefunden." Der Genf darm weigertel f natürlich zuerst, auch dann noch, als der Wandermüde erklärte, daß er sein Leben in der ganzen Zeit babe vom Betteln fiffen müssen, den Mann zu verhaften. Endlich aber riß dem Urbeiter die Geduld; er zeigte feine Legitimationspapiere und sagte, fle feien gefälscht; er gab an, ein Fabritarbeiter aus Augsburg fein. Runmehr mußte der Benddarm den Wunsch des Arbeiters erfüllen, von dem man übrigens nicht weiß, ob feine legte Angabe wahr, oder nur dazu gemacht ist, wenigstens auf furge Beit von der Landstraße fort zu fommen. Dieser Borfall zeugt aber wieder von dem großen sozialen Elend, welches gegenwärtig berecht. Die Töpfergesellen in Forst N... haben sämmtlich wegen Verweigerung einer geforderten Lohnerhöhung die r beit niedergelegt. Da die Meister bedeutende Arbeit abschlüsse für diesen Sommer gemacht haben, so glaubt ma daß fie die Lohnerhöhung bewilligen werden, so daß der Streit ein schnelles Ende finden wird. Str. 132 Aus dem Die Beric leggebung ntenthumst bnung era Ausnügun elt fic nunm feit den rogbem und idneten Ma Factories zur Von der Größe der wirthschaftlichen Krifis, welche machen fich die wenigsten Leute diesseits des Djeans nuc an nähernd eine richtige Vorstellung. Mit am härtesten erscheint nicht me ohne Frage die Eisen und Stahlbranche getroffen, was sur Genüge aus der Thatsache hervorgehen dürfte, daß innerhalb bes ganzen Gebietes nordwärts vom Dbio und westlich von den Allegbanies nicht weniger als hunderttausend Arbeiler be Eisen- und Stablindustie gegenwärtig feiern. Unter dem D des Maffenstreits stehen nicht nur die Arbeitgeber und beiter der zunächst betroffenen Branche, sondern auch die Gisen bahnen und Bergwerte. Die Arbeitgeber ftügen fich auf b Fabrilantenbund, die Arbeiter folgen den Weisungen Amalgamated Association of Iron and Steel Borders" Letztere firäuben fich gegen die von den Arbeitgebern intendite 31. Dttol 20 bis 25 prozentige Lohnberabſegung; indeß die Arbeitgeber aiffermäßig nachweisen, daß es für fe abfolut unmögli Der 说 。 buttion der Arbeitslöhne den Betrieb fortzuführen. In That ist der Marke dermaßen überfüllt, daß selbst unter dem Regime der intendirten Lohnverkürzung die Fabritanten meh um der Ingangerhaltung des Betriebes willen arbeiten laffen würden, als in der Hoffnung auf Erzielung eines nennenswerthe benn allerdings faum abzulehen.- Sehr traurig; aber i mußte so tommen, denn dies ist die Folge einer bie Uebers in d deutschen Eisenbranche auch schon recht fühlbar macht hat. Vereine und Versammlungen. Der Arbeiter Bezirksverein der Oranienburger Bor Material De hauptsächl bung ber benen Sn ub- und G it in be ner bes le Fabrilsin Der unw bie Beit ille in& all ift Fabrits be b 32 in D nipettor und lif Dem Unfalle der Fabrit ober Die Stunden an eugniß erthe er stadt und des Wedding hat in seiner Sigung vom 8. b. M nachstehende Petition an den Reichstag angenommen: Deige von Unterzeichneten wenden fich in Folgendem an die italiebelt, bat be des Hohen Reichstages mit dem ergebenen Ersuchen, bahn Fabrit of wirken zu wollen, daß daß von der sozialdemokratischen rallion eingebrachte Arbeiterschutzgesetz zur Burchführung gelange Durch die feit einer langen Reihe von Jahren andauernden wuchung au berartige geworden, daß der Ruf nach sozialen Reformen allgemeiner ift. Die Nachfrage nach Arbeitskraft ein Ficht affenheit u brten Tode v nben." So Arbeiterverun Natürlich in feinem Verhältniß zu dem Angebot, da durch das for inen und währende Einstellen neuer Maschinen fich die Bahl der beitslosen vermehrt und dieselben einestheils auf die Löhne beg in der Arbeitenden einen schädigenden Einfluß ausüben, andernthells bständigen zur Bagabondage getrieben werden. Ebenso schädigend will inen aber B Die unumschränkte Arbeitszeit, da durch dieselbe mehr Krant britanten d beiten und Unglüdsfälle eezeugt werden. Die Noth in d Arbeiterfamilien ist eine große; ber large Verdienst, gefchaf Durch die traurigen Produktionsverhältnisse, reicht laum ben nothwendigsten Lebensbedürfnissen, umsoweniger, ba поф immer neue indirekte Steuern, hervorgerufen durch die galle auf Lebensmittel, den Arbeiter mehr belaften. Soll bie Boge Des Handwerker- und Arbeiterstandes eine andere, beffere we chten, un kanten, bi uftellen mmen. Wi ben wir aus Selt einer einem Bezir Die Maschinen Daß der Lehrertag in Darmstadt fich entschieben für ben, so lann nur ein gefeßlich geregelter age 2313 ve Beschränkung der Frauenarbeit und für das Verbot der Kinderarbeit in den Fabriken vor vollendetem 14. Lebensjahre ausgesprochen hat, das verschnupft Die Preffe faft aller Parteien. Heuchletisch, wie fte nun einmal ist, ertennt zwar die herrschende Preffe den gefunden Kern, der in dem Vorschlage läge, berettwilligft an, auch preift fte das gute Hera der Lehrerschaft, bringt dann aber so viele in welle malarbeitstag dies bewirken. Will man aber rer Linie dazu Den Arbeiterstands Rellerlotalen i heben, so ist es unbedingt nöthig, daß die Mitgliedenb für di bes Hohen Reichstages für die Abschaffung bet Benna" und Abers" herangeschleppt, daß den einzelnen Kräften wieder thätig zu sein, und anderntheils dann in bi Dece ere Inipeli Der Fabritan Diftritt, in zugsweise efferungen in Mädchen Sonntagsarbeit eintreten. Die Arbeiter würden bies mit Freuden begrüßen, da denselben nach sechstägiger ange strengter Arbeit die Ruhe unbedingt nöthig ist, um mit felfden Lage find, einige Stunden im Kreise ihrer Familie auzubringe and bewahr Wenn der Herr Reichskanzler in der Debatte über die Son tagsruhe bemerkte, daß die Arbeiter bei Abschaffung der Son nicht einverstanden mit der Abschaffung sein würden, Kinder ja außerhalb der Fabriken schlechtere und ungefundere geben, wenn der Lohn ein befferer in der Woche wan zurüdgelehrten Lehrern, die für die betreffende Resolution ge ftimmt haben und jest nicht mehr von dem gemeinsamen Handeln getragen werden und nun allein zu Hause fißen, angst und bange werden muß. Aber nicht genug mit den albernen Argumenten, welche die Preffe gegen den Lehrerbe schluß in der Sache felbft anführt, z. B., daß die Frauen und Arbeit verrichten tönnten, wird die Lehrerschaft auch noch an gegriffen, daß fie von der Sache nichts verftebe und die wirthfchaftlichen Fragen den Fachleuten überlassen müsse. Als ob Die Kinderarbeit nicht eine allgemeine ethische und soziale Frage wäre, um die fich zu kümmern jeden ernften Lehrers heilige оо Beine wurber Me noch an b nach fel afchinerie Supporricht ficht, auch mbers geger rb viel au Anger faft eignen fich Eine Beschränkung der Frauen und Kind arbeit in den Fabriken ist ebenfalls dringend nothwenb da dieselbe zur Entfittlichung beiträgt. Die Frauen werde der Erziehung ihrer Kinder und überhaupt dem Familienle weibliche Arbeiterinnen Pflicht ift? Solchen Rabuliftereien gegenüber, die lediglich durch die Beschäftigung in den Fabriken der Broftitution im Intereffe des Rapitalismus entstanden find, darf sich die deutsche Lehrerschaft beruhigen in dem Gedanken, daß fie eine große foziale, aber auch durch und durch vollsthümliche Sache unterſtügt. Dem Jahresberichte der fächsischen Gewerbe Inspeltoren pro 1884 zufolge gab es in dem genannten Jahre in Sachsen 14 340 Gewerbe- Anlagen, davon solche mit Dampf betrieb 8829, mit sonstigen Motoren 4308 und ohne Motoren 6203( Die Bahl der Dampfleffel betrug 1883 5837, darunter 5377 fefiftebende Dampfmaschinen). Genehmigungspflichtige entzogen; auch werden piele in Die Arme getrieben. Die Kinder leiden Das Arbeiten in gesundheitsschädlichen Räumen Fabriken an ihrer Gesundheit und werden in moralischer burd ber Ве ziehung in vielen Fällen verdorben und so dem Staate und be Gesellschaft nügliche Menschen entzogen. Die Regelung der Gefängnißarbeit in der Weise, daß der Gla nur für seine eigenen Bedürfniffe in den Gefängnißen prob ziren darf, würde eine Befferung der Arbeitsverbaliniffe berbe führen. Durch die allgemeine Nothlage gezwungen, wir dem Hoben Reichstage unsere Wünsche vor, mit der Tegen Bill Anlagen( Schlächtereien, Gerbereien und Wafferftau- Anlagen diefelben berüdfichtigen zu wollen. Die Noth und das Glen ausgenommen) wurden 2291 gezählt. Die Bahl der beauffich tigten Arbeiter war von 241,291 im Jahre 1883 auf 259 600 tiegen; barunter befanden fich 155 955 erwachsene männliche, 75 565 erwachsene weibliche, 11257 jugendliche männliche( 14 bis 16 Jahre alt), 8529 jugendliche weibliche, 4972 Knaben im Alter von 12-14 Jahren und 3321 Mädchen beffelben Alters. Der stärkste Industriezweig, die Textilindustrie, beschäftigte im vorigen Jahre 49 474 männliche und 55 697 weibliche Arbeiter, unter denen fich 13 843 jugendliche und findliche Arbeiter bes fanden. Von Uebertretungen der auf die Beschäftigung jugendlicher und findlicher Arbeiter sich beziehenden Vorschriften lamen 557 zur Ermittelung( 56 weniger als im Vorjahre). Eine be deutende Zunahme erfuhr leider wieder die Bahl der Vers ungefunden wirthschaftlichen Bustande beseitigt werden. bit Dal bet vieler tausender Mülbürger tann gemilbert werden, wenn fann aber nur durch ein wirklich freifinniges Arbeiterschut geschehen, will man verhüten, daß der Arbeiterstand, Stüße des Staates ist, einer gänglichen Verarmung entgeg Ein derartiges Arbeiterschußgefet hat die fozialbe fratische Fraktion im Reichstage eingebracht und find die tenten fest davon überzeugt, daß nur durch die Annahme Gesetzes der Notb der großen Maffe des Boltes gefteuoct den kann. Unterschriften nehmen entgen; R. Runt gebt. Schulstraße 42, enfel, Hochstraße 32a, Sillter, ftraße 46a und Ridoff, Sellerstraße 6a. ubia im Di ortibire tre nabanberlid erftümmelun Det troftlofeft uch in Deft winden bebung ber tungen Bollem Bew Bfennige me uß der Fab Unter Berichte befo gauer. Bei ungen der Ichwindfucht oft fchmere S unb baß fezt unregelmäßig Raller we Männer mer ob im nicht elt hinwirte Did Trif legungen; fte stieg von 2385 auf 3105. Davon entfielen 1061, Versammlung des Fachvereins der Bau- und Fabritarbei ober faft doppelt so viel als im Vorjahre, auf die Ursache für Koepenid" ist vom Bürgermeister verboten worden, weil wie das Verbot fagt, die Annahme für gerechtfertigt hält, Ungefchidlichte, Unachtsamkeit und Aehnliches". 53 Verlegte farben, 18 wurden dauernd arbeitsunfähig, und bei 81 batte Eine beträchtliche Bermehrung ergab fich bei der Bahl der Mängel, auf deren Abstellung im Interesse der Unfallverhütung und bauernswert gewöhn cul, wenn f tabe die Lät bringen, ma fd& blichen mit der Arb man fich bei aber bier ift febt, tenis Stunden a der Unfall mehr als 13 wöchige Arbeitsunfähigkeit zur Folge. fördert werden sollten. Auf der Tagesordnung fand ale ci hingewirkt wurde; während fte 1883 nur 4328 betrug, belief Der Fachverein der Metallschleifer feiert am 20. Ju fte fich im vorigen Jahre auf 7488. Biemlich ein Drittel der Anordnungen, bie fich nothwendig machten, nämlich 2121, bes sogen fich auf Fahrstühle und sonstige Transportmaschinen, wohl in Folge der vorjährigen Fahrstuhlverordnung; die nächst böbere Babl( 1488) betraf die Transmiffionen. führend vorgegangen. wind durch die Beltungen bekannt gemacht werben. fein Stiftungsfeft, verbunden mit Fahnenwethe. Alles Nab 8 Uhr, Rönigftdot. Kafino, Holamartftr. 72, Schreibfibung, Stenographische Gesellschaft nach Stolze. Heute b Rationale Kranten und Begräbnißkaffe der Go " I will verhaftet werden- das Herumlaufen habe und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenoffen ich nun jatt" so redete vor einigen Lagen in Rensa bet lokale Hilfetoffe der Berliner Goldschmiebe und Berufsgenef Blauen B. ein Mensch ben dortigen Gensbarmen an: 3 habe ein halbes Jahr lang nach Arbeit gesuchter Sanitätsverein for ärztliche Hilfeleistung. Srauti betis. Daud anb Beeg son at Babing in Medin SW., Bautbitrage 2. bie Mühlen Jum Opfer, auf Silfe b Remeinen if Bollfortires Rolle, Die burd bie i gelentes, Go stue Bells peigerte fid üde erklärte, etteln friffen dem Urbelter mb fagte, fie Augsburg zu Des Arbeiters feine lepie no auf furge efer Borfall end, welches en fämmtlich ing die Ar nde Arbeits glaubt man aß der Streil rifis, welche ton herrscht, and nuc an haque ganda homduddin, no starsd malinda ths 325igs Beilage zum Berliner Volksblatt. Str. 132 Fabriksinspektoren. Max Schippel Mittwoch, den 10 Juni 1885. sig adoptul Aus dem letzten Bericht der englischen unfähig werden.„ Man wird das begreiflich finden, da jest vom Senate befchloffenen Modifikationen an. Der Gefeßent I mit Hämmern von fteben Bfund gearbeitet wird, während oor 25 Jahren die Hämmer fünf Pfund wogen. Hiergegen ft nichts besser als Ruhe und frische Luft, und beides tönnen fich die Feilenhauer mit ihren Familien faft gar nicht ver schaffen." Die Berichte der englischen Fabritsinspektoren haben heute eften erscheint ge nicht mehr die Bedeutung wie früber, als die Fabriks en, was augebung noch mit dem erbitterten Widerstand des Fabri- Allem in London recht bemerklich. Besonders das Gas ist in ag innerhalb tenthums tämpfte und Schritt für Schritt ihre weitere Aus ehnung erzwingen mußte. Die schreiendsten Mißstände in weftlich von Ausnügung der Arbeiter find verschwunden, und es han Arbeiter ber ter bem Dru nunmehr hauptsächlich um eine stille Weiterarbeit in feit den Dreißiger Jahren tonfequent verfolgten Richtung. ber und Trogdem und trop ihrer von Dr. Adler treffend gelenn uch die Eifens dneten Mängel bieten die Reports of the Chief Inspector fich auf ben Factories and Workshops noch immer viel werthvolles Seifungen der Raterial. Der legte, foeben ausgegebene Bericht, der das mit el Worters" 31. Ottober 1884 abschließende Jahr behandelt, wendet ern intenbitte e Arbeitgeber Nhung der Ab oder Bunahme ber Unfallsgefahr in ver hauptsächlich folgenden Gegenständen zu: 1. der Unter nmöglic Medenen Industrien, 2. der Gesundheitsgefährdung durch ne folde He ten. In bet ft unter dem itanten me cbeiten laffe nnenswerthe nde der Krie tig; aber bie lebe be Leiber in de fühlbar gen. burger Bor mmen: Die S in den Arbeitslokalen, 3. der Kritit, welche einzelne ner des legten Bewertvereins- Kongreffes an der Einrichtung Fabrilsinspektorates geübt hatten. Die Ueberfüllung der Arbeitsräume ist vor Bardon ein schlimmer Feind der Arbeiter; vielfach wird es übermäßig verbraucht, und die Luft muß mit der Bunahme feines Verbrauches entsprechend schlechter werden. Viele Arbeits ftätten in den Stellern haben gar fein Tageslicht und feinen freien Luftgutritt, obwohl in ihnen auf mechanischem Wege eine bedeutende Hige erzeugt wird. In vielen Werkstätten athmen die Arbeiter in engen Räumen immer wieder die gleiche schlechte Luft ein, da teine Ventilation riftirt; die Abtrifte sind oft innerhalb oder doch ganz in der Nähe des Arbeitsraumes, ohne genügenden Wafferzufluß." In einer dreistöckigen Fabrik waren Die Abtritte übelriechend und ohne Wasserspülung, von cen Biffoirs strömte der Utin auf den Boden aus und die Wände hinab; unten hatte man dann einen Eimer untergestellt; das Twinkwasser ftand mit dem Klosetrohr in Verbindung An einem anderen Drt war der Abtritt mitten im Weiberfaal, auch hier standen Wasserleitung und Klosetspülung in birefter Berbindung. Einer stärkeren Ventilation leiften auch in England die Arbeiter selbst vielfach Widerstand; bei ihrer schwächlichen Konftitut on holen file fich bei dem geringften Buge die schlimmsten Erkältungen. Die Arbeiter find in Folge ihres stetigen Aufenthaltes im Hause äußerst empfindlich gegen jebes Luftchen. Sie stehen sich leicht Erkältungen zu, sa fie in schmalen Räumen stets in der Näbe des Fensters figen, fie bekommen geschwollene Gefichter. Das Fenster wird gewöhnlich I ald wieder gefchloffen, wenn auch die Leiterin widerspricht. Da hilft auch alles Reden des Inspektors nichts. Die Lungen der Betroffenen haben sich an die verbo: bene Lufi gewöhnt, während ihre Haut die geringste Stälte spürt. der Inspektor Gould einen Arbeitsraum besuchte, der gut mit Ventilatoren versehen war, fand er lettere alle sorgsam mit ftarlem braunen Bapier seitens der Arbeiter verklebt. Der unwürdige Bustand, daß die Fabriksinspektoren erft die Beitungen von einem großen Theil der Unglücksille in Fabriten erfahren, wie das in Desterreich der fall ift ift- befieht in England glücklicherweise nicht. Nach Fabrits- und Werkstättengeses von 1878( vergl. B. 31 3. 32 in der v. Bojanowstischen Ueberlegung) it bem Infpettor und dem Beugniß ertheilenden Bezirksarzt un per Relic schriftlich Anzeige au erstatten" von em Unfalle, der entweder den Berlust des Lebens für eine ber Fabrit oder Werfflätte beschäftigte Berson sur Folge Stunden an der Rückkehr zur Arbeit verhindert. Wenn ein ober die beschädigte Berson auf mehr wie achtundoterais vom 8. b.eugniß ertheilender Arst nach Maßgabe dieses Gesetzes eine Die Mitglieder fuchen, babin neige von einem Unfalle in einer Fabrit oder Werkstätte balt, bat berselbe fich mit möglichst geringem Verzuge nach Fabrit oder Werfftätte zu begeben und betreffs der Bes fchen Franffenheit und der Ursache des durch jenen Unfall herbeige ernden with uchung zu bewerkstelligen, auch den Bericht darüber binnen nächsten vierundzwanzig Stunden an den Inspektor cinza n Volles Reformen eine ein eitskraft fbeiterverunglückungen und der besonders gefährlichen Ma. tch bad forinen und Arbeitsweisen. Babl der Ar Noth in b icht laum iger, ba Natürlich find auch in England viele Unternehmer sehr Als Die Vertheidigung gegen die Kritik der Gewerkvereine hat für uns leine weitere Bedeutung, da fie nicht die prinzi pielle Stellung der Inspektoren zu den Arbeitern, sondern lediglich Detailfragen der englischen Fabritgefeggebung berührt. pool und Nordwales, Mr. Richmond, eine Spezialgefes gebung für die Steinbrüche empfiehlt. Schon leptes Jahr wies ich auf die Bunahme, schwerer Unglücksfälle in meinem Bezirke hin, auch dieses Jahr muß ich bis zu meinem Bedauern wieder thun Bedauern wieder thun... Es ergiebt fich hieraus die Noth Es ergiebt fich hieraus die Noth anderntheils bständigen Einrichtung von Schutzvorrichtungen; im Auges denen so viele Menschen ihr Leben verlieren. Die Factory Act mehr Krant brilanten daran gewöhnt, auf die Sicherheit ihrer Arbeiter enft, geschafftanten, die Maschinen gleich mit der nöthigen Umfriedung поф urch die Bolle Soll bie Lage beffere we er Magi aber in welles iterftanbu e Mitglieder fung türben bies bet tägiger ange Commen kben wir aus dem Bericht des Londoner Inspektors Lakeman: Die Fabritanten. n mit frische zugsweise betrieben wird, daß durch ng Der Gon b baber wa würden, amit zufri Бофе юби Rinb reicht hier nicht aus. Die Koblen und Erzgruben find schon feit lange einer Spezialgesetzgebung unterworfen, und doch ist die Gefahr, welche mit der Arbeit in Steinbrüchen verbunden ist, und die Bahl der Todesfälle in denselben viel größer als in den Erzgruben." ( Aus der Wiener ,, Deutschen Wochenschrift.) paleolitische Webersicht. Die polnischen Arbeiter in Weffalen, welche in den dortigen Bergwerken und Fabriken beschäftigt find, baben am 31. v. M. in Dortmund gemeinsam mit den deutschen latholischen Vereinen Westfalens ein großes Feft gefeiert, bei dem mehrere polnische Arbeiter sogar in polnischer Tracht erschienen. Der polnische Orendowit" bringt nun eine Korrespondens von dort, in welcher ein derartiges Busammen Korrespondenz von dort, in welcher ein derartiges Busammen geben der polnischen Vereine mit ben deutschen Die Nationalität diefer polnischen Arbeiter bezeichnet wird, welche in Dortmund, Gelsenkirchen, Wattenscheidt, Herne, Bochum, Schalte und Wanne, b. b. also an fteben Drten, be II. Jahrgang. 2 bed and daug wurf ist somit definitiv genehmigt. - In der gestrigen Sigung des Suestanalaus. schusses scheint man fich einer Berständigung genähert zu haben. Jtaltens Vermittelungsvorschlag, beim Ausbruche eines europäischen Rcieges einen Ausschuß der neutralen Mächte ein zufeßen, der die Sicherheit des Suezkanals aufrecht erhalten foll, ist von Defterreich aufgenommen und von Frankreich uns terftügt worden, und Englands Vertreter verlangte nur noch Detatländerungen, um dem Vorschlage beizutreten. Die Regierung will Leffeps sum Präftbenten der 1889er Weltaus ftellung und der hundertjährigen Feier der großen Revolu tion ernennen. Der Partier Stadtrath beschloß, die leer stehenden Wohnungen zu Gunsten der Armen zu bes steuern. Ⓒchweiz. Der Beschluß des Schweizer Bundesraths bezüglich der Ausweisung von 21 Anarchisten liegt uns nunmehr im Worr laute vor. Derselbe geht dahin, daß die strafrechtliche Ber folgung gegen die obengenannten 21 Ausländer fallen gelaffen, aber beren Ausweisung aus dem schweizerischen Gebiet verfügt werde, und zwar in Anbetracht, daß gegen teines der vorge nannten 21 Jndividuen ein genügender Beweis dafür vorliegt, an einem unter das Bundesstrafrecht fallenben Vergehen thell genommen zu haben, daß aber Alle an den Untrieben der bestehenden Ordnung beswedt und Diebstahl, Brandstiftung anarchistischen Gruppe, welche einen gewaltiamen Umftura ber Weise sich betheiligt; in Betracht, daß die 21 Ausländer denund Mord als erlaubte Mittel hierzu proflamirt, in thätiger ienigen ihrer Genoffen, welche derartige Verbrechen begangen haben, hierfür Beifall zollten; daß fie Schriften verbreitet dargestellt wurden, fowie, daß fie in den anarchistischen Bu haben, durch welche solche Mörber belobt und als Vorbilder fammenfünften zur Nachahmung aufreisten; in Betracht endlich, daß die öffentliche Sicherheit die Ausweisung dieser gefährlichen Individuen erbelicht. Großbritannien. Das Ministerium Gladstone wird Sch a uplas abtreten müssen. Das ist die neuefte Nachricht aus England. Im Unterbause wurde über die Be schaffung der Mittel zur Deckung der dem Minifterum fast ein. filmmig gewährten Kriegsanleihe von 11 Millionen Pfund Spiritus und Börsensteuer, Gladstone stellte bei dieser Ge legenheit die Rabinetsfrage, die Erhöhung wurde aber trotzdem abgelehnt. Es liegen darüber folgende Nachrichten vor: London, Dienstag, 9. Juni, früh. Unterhaus. Bei der zweiten Berathung der Einnahme Budget Bill brachte der Deputirte Beach einen Antrag ein, durch welchen die Erhöhung Der Spiritussteuer und Biersteuer als unbillig beanstandet wird, weil der Weinzoll nicht gleichzeitig erhöht wird und eine neue Besteuerung des Realbefiges verweigert wird, bis die lokalen Steuern erleichtert worden sind. Der Bremier Gladstone erklärte dieses Amendement für ungewöhnlich. Für militärische Vorbereitungen zur Abwendung einer ernsten Gefahr set Die große Nothwendigkeit der beantragten Steuer- Er höhungen entstanden. Man hoffe jest, daß die Gefahr vorüber gehen werde; jedoch tönne die Regierung noch nicht sagen, baß die Gefahr bereits vorüber sei. Die Dppofition, welche ben beantragten Kredit einstimmig bewilligt habe, verweigere jegt die beantragten Mittel zur Dedung, ohne andere Mittel Hauses über den Antrag Beach eine Rabinetsfrage machen, vorzuschlagen. Er müsse daher aus der Entscheidung des Damit die Opposition, wenn fie ftege, die Folgen zu tragen habe. Hierauf wurde die Einnahme Budget Bill in zweiter Lesung mit 264 gegen 252 Stimmen abgelehnt. Abstimmung wurde auf den Antrag des Premiers Gladstone Nach der das Haus sofort bis auf heute vertagt. chten, und die übliche Praris der englischen Maschinen luftellen, lägt fchlechtere Gewohnheiten viel weniger auf Wie viel bei genügend gutem Willen zu erreichen ift, Selt einer Reihe von Jahren nimmt die Bahl der Unfälle in einem Bezirk beständig ab... Wenn man bedenkt, daß es 2313 verschiedene Fabriken giebt, in denen meistens Maschinen übermäßig eng bei einander oder in dunklen Rellerlotalen stehen, so werden die angeführten Thatsachen ge Dere Inspektoren flagen hingegen über das Widerstreben gend für das Entgegenkommen der Besser sprechen." An So fchreibt Mr. Cullen aus seinem Diftritt, in dem die Woll und Kammgarn Industrie Kleine band bewahrt bleiben könne. Jm Sheffielder Bezirk gerieth efferungen mancher Arbeiter vor dem Berluft seiner nicht als etwas Erfreuliches, sondern als eine Gefahr für er die Sonn Mädchen beim Austebren in ein Bahnradgetriebe, beide Beine wurden ihr abgeriffen und ein Arm zerbrochen, so daß noch an demselben Tag verschied.„ Ein Maschinenfabrikant, nach seiner Aussage schon seit" fieben Jahren für die Raschinerie verantwortlich war, meinte, er hätte niemals eine Shuvorrichtung für nöthig befunden, und er blieb bei seiner nficht, auch nachdem das Mädchen verunglückt war." mbers gegen das Herausfliegen des Schüßen beim Webstuhl to viel zu wenig gethan. In Jiland tommen SchüßenRinger faft allgemein aur Anwendung, und in Schottland eignen fich seltener Unglücksfälle, weil der Gang des Webs ubis im Durchschnit ein langsamerer ist; in Lancashire und Dort hire treten die Unfälle so häufig ein, daß fte wie etwas Anabanderliches hingenommen werden, obwohl manche Gefichts Deftümmelung und manche Einäugigkeit daher rührt. Eine bet troftlofesten Beobachtungen, die man überall und besonders auch in Defterreich gemacht hat und die laum cher ganz ver winden wird, als bis eine wesentliche ökonomische bat, find laut den vorliegenden Mittheilungen aus Büffel Bululand angesiedelten Boern hätten eine Proklamation er Bollem Bewußtsein Schut vorschriften übertreten, Schuppor Debung der Arbeiter gelingt, ist die, daß viele Arbeiter mit nothwen auen web Familienleben Arbeiterinne Proftitution elben Räumen burd ber oralifcher Be Staate und be Regelung Der Gla niffen prob liniffe berbe ungen, lege Bitt Elent mit ber nb bas n, wenn erden. etterschut fland, ber ing entgeg bi Dal fozialbe find die nahme Dirild gefteuert w Runt Iter, Trif angeme bo Fabritarbe ben, weil sigt hält, rebungen and als befchwe am 20. Ju tichtungen beseitigen, um bet Allorblohn Bes sondere Vereine bilden. Es wird in der Korrespondenz zuge ftanden, daß die bortigen deutschen Katholiken ben polnischen Arbeitern auf jedem Schritte ihre Geneigtheit erweisen und mit ihnen in sehr anständiger Weise umgeben; doch müßten die polnischer Arbeiter nicht darauf beschränken, gemeinsam mitt en hout en etter fchen gehe auf bech, negerentes deutschen Katholiken Fefte zu feiern, müßten vielmebr ftets vatan benten, bag file Bolen find. Welchen daß Bwed eine derartige Konservirung des Nationalitätendüntels haben soll, sagt das polnische Blatt nicht. Belgion. Die Verhandlungen, welche das belgische Ministerium mit den Mächten in Bezug auf die Berufung eines internationalen Eisenbahntongresses zur Feier des fünfatgjährigen Beftebens der belgischen Etjenbahnen gepflogen erfolgreich gewesen. Das Programm der auf diesem in der Belt vom 8. bis 15. Auguft in Brüssel tagenden Kongreß zu behandelnden Fragen ist dem Vernehmen nach bereits feft Bfennige mehr zu verdienen oder um ein paar Minuten cher gestellt; in vier getrennten Setitonen werden 12 Hauptfragen aus der Fabrit entfliehen zu können. berathen werden. Die Fragen erftreden fich auf alle Gebiete des Eisenbahnwesens, auf Bauten, Material, Betrieb, Unter haltung, neue Systeme, Bahnhöfe, Maßregeln für Betriebs ficherheit, Sekundär und Visinalbahnen, sowie die Feststellung einer gemeinsamen Statistit u. s. w. ein paar Unter Berufstrantbeiten leiben nach dem neuesten Berichte besonders die Wollsortirer, die Müller und die Fellen bauer. Bei den Müllern stellen sich überaus häufig Erkran Fungen der Athmungsorgane ein; Bronchitis und Lungen fchwindfucht find nicht selten. Dazu kommt, daß die Müller oft schwere Laften heben müssen und daher an Brüchen leiden; unb baß ferner die Nachtarbeit und das hierdurch verursachte unregelmäßige Leben den ganzen Organismus schwächt. Wenige Muller werden deshalb älter als 45 Jabre. Männer wenden fich oft an mich," schreibt Inspektor Beadon, ob im nicht auf eine vernünftige Beschränkung der Arbeits heit hinwirten tönne. unb Erwachsene Die Müller find eine hart arbeitende gewöhnlich sehr ehrenhafte laffe, ihre Arbeitsz ist be Dauernswerth lang und dehnt sich oft bis in die Nacht hinein aul, wenn fie nicht die ganze Nacht in Anspruch nimmt. Se tabe die Länge der Zeit, welche die Männer in der Wie zu bringen, macht es umsomehr wünschenswerth, die gesunogelisfablichen Einflüsse auf ein Minimum zu reduziren, welche mit der Arbeit nun einmal verbunden sind. Gewöhnlich beklagt man fich bei mir mündlich, wenn ich die Etablissements besuche, aber hier ist ein brieflicher Erguß: Sir! Wenn es Ihnen au febt, Menschen dagegen zu schüßen, daß fte täglich 16 bis 21 Stunden albeiten müssen, so richten Sie Ihr Augenmerk auf Alles Nabe Deute Wh bübung ben ber Gol renoffen erufsgenci 88. D Della Die Frankreich. In Frankreich findet gegenwärtig die seiner Zeit durch den Oberfilieutenant Herbinger geleitete Räumung von Langion, welche den Chinesen ein weiteres Bordringen in Tonating er möglichte, ein Nachspiel, burch das die öffentliche Meinung möglichte, ein Nachspiel, durch das die öffentliche Meinung vielfach beschäftigt wird. Dberfilieutenant Herbinger, ist in Baris eingetroffen, um fich in dem vom Kriegsminifterium eingeleiteten Verfahren zu verantworten. Der in offiziösen Beziehungen ftebende Temps" bebt übrigens hervor, daß be reits am 25. März dieses Jahres in einem offiziellen Tele gramm des Generals Brière de l'ele die Eventualität einer Räumung von Langfon angekündigt war und daß die Offiziere bes Expeditionsforps beinahe sämmtlich den Eindruck hatten, diese Räumung wäre durch höhere militärische Rüdichten ge boten. Erschwerend falle nur ins Gesicht, daß Oberstlieutenant Gerbinger, ohne von den Chinesen verfolgt au werden, ohne auch nur Fühlung mit dem Feinde zu haben, die Defil63 auf gegeben babe, welche nach dem Flußbelta führen. Der günstige China genommen haben, wird aber jedenfalls auch bei der Beurtheilung der Angelegenheit von Langson in einem Dem Oberfilieutenant Herbinger günfügen Sinne in Betracht tommen. Paris, Montag. 8. Juni, Abends. Die Deputirten Tammer nabm nach unerheblicher Debatte den Gefeßentwurf, betreffend die Wiedereinführung des Liftenffrutiniums, mit den Die Mühlen in dieser Stadt. Man bringt hier die Gesundheit Berlauf, welchen inzwischen die Friedensunterhandlungen mit lum Opfer, um schlechte Geschäfte zu halten. In der Hoffnung auf Hilfe der Thrige." Es giebt Ausnahmen, aber im All Bemeinen ift thatsächlich die Arbeitszeit übermäßig." Bollfortirer leiden durch die Ausdünstungen der ungereinigten Rolle, die Feilenhauer an Bleivergiftungen, ferner aber auch burch die übermägige Anstrengung des Daumens und Hand selentes, welche beide mit der Belt verkappeln und arbeits - Die oppofitionelle Mehrheit betrug alfo 12 Stimmen. Gladstone und mit ihm die liberale Bartel gelangten im Jahre 1880 ans Ruder, die Beit dieser Regierung beträgt demnach 5 Jahre. Ein heute ftatifindender Ministerrath wird die Ent scheidung des Kabinets feststellen. Wahrscheinlich wird der fonservative Lord Salisbury die Regierung übernehmen. Rundreise auf dem Rontinent nach London zurüdgefehrt, nicht - Michael Davitt ist von seiner fünfmonatlichen jedoch, um sich neuerdings an politischen Maitationen zu be beiligen. Davitt verficht die vor dem Amerikaner Henry George angeregte Nationalisirung des Ssund und Bodens, eine Lehre, zu der fich die frische Homerule- Bartet nicht bekennt. Es find deshalb ernfte Meinungsverschieden heiten zwischen Barnell und Davitt entstanden, und legterer sieht es vor, fich vorläufig unthätig zu verhalten, Im Oberbause tam die St. Lucia Bai. Ane gelegenheit zur Sprache. Der Staatssekretär der Kolonien, Lord Derby, erwiderte auf eine Anfrage Lord Jerseys, die im laffen, in welcher fie gegen ble feitens des englischen Leu tenants Moore erfolgte Beftergreifung von der St. Lucia- Bat protestiren, indem sie die britischen Rechte daselbst beftreiten und die Rechte der neuen Boerenrepublik behaupten. Bulwer babe keine Beit verloren, diese Ansprüche zurüdjuwelfen, was Die Regierung geilligt habe. Was Die Rechte Deutschlands auf die Lucia Bat angehe, so glaube er( Derby) sagen zu dürfen, daß die Sache durch diplomatische Attion cr Ledigt ſei. Botales. cr. Ueber die Preffe, wie sie ist und wie fie fein follte, wurde vorgestern in einer Boltsversammlung referirt. Wir verweisen unserer Leser auf den Bericht, den wir an anderer Stelle verffentlichen, hier sei es uns nur geftattet, einige Be meitungen über Elemente au machen, bie fich namentlich in legter Beit in der Berliner Arbeiterbewegung, leider nicht zum Vortheil berselben, in so überaus vorlauter und durchaus uns paffender Weise bemerkbar machen. Bunächst wollen wir hier tonftatiren, daß wir das beruhigende Bewußtsein haben, uns mit den erprobten und bewährten Führern der Berliner Arbeiterschaft mit der Saltung unseres Blattes in Uebereinstimmung au wissen, und wir fennen die Motive sehr genau, welche einzelne Leute, denen ein vernünftiger, flav denkender Mensch niemals eine weitere Bedeutung beis maffen wird, au gani unqualifiairbaren persönlichen Angriffen veranlaffen. Es ist von feber ein Beichen fleinlichen Geiftes gewesen, daß man Dinge, denen man font nicht beitommen fann, und an welchen nichts auszusetzen if, begeifert und in ben Staub zu ziehen trachtet, ohne zu bebenten, daß man durch ein solche Vorgehen der Allgemeinbeit ben größten Schaden aufügt. Das aber ist einer gewiffen Klaffe von Agita toren, die fich überall, auch da, mo fe absolut nicht hingehören, in dieser Weise vordrängen, um für ihre eigene unbedeutende Person Reklame au machen, ebenso gleichgiltig wie unverständlich. Wir halten es durchaus nicht für unsere Aufgabe, ein derartiges Gebahren zu unterstüßen, wir balten es nicht für nothwendig, solchen Personen mehr Werth beizu Tegen, als Die Leute, von fie in der that haben. Denen wir hier und die fich jedenfalls sprechen auch getroffen fühlen werden, sollen doch doch ja nicht glauben, daß man von ihnen denkt, fte würden durch ihre oft recht unüberlegten Reden die Welt aus ihren Angeln beben, man tönnte ihnen im Gegentheil anrathen, daß sie bei der Reform, die fte anstreben, zunächst bei ihren werthen Bersön lich leiten an fingen, fte hätten dann soviel zu thun, daß ihnen für ihre volitische Thätigkeit in der That leine Zeit übrig bliebe. Wir haben bei diesen Ausführungen ganz bestimmte Personen im Auge, und es find das gerade Leute, die für fich allein am liebsten eine Beitung hätten, die ohne Kenntnis und ohne Verständniß der Verhältniffe nur immer von sich selbst lesen möchten. Es ist wirklich eine starte Bu muthung an uns, wenn man glaubt, daß wir einen solchen Berfonentultus noch fördern sollen. Wer find denn Leute, wer tennt fte, wer hat fte dazu berufen, fich als Wortführer der hiesigen Arbeiter aufzuwerfen? Wir wissen es nicht, wahrscheinlich wiffen fte es selbst nicht, aber das wissen wir wohl, daß kaum vor Sabresfrist gerade einer der Hauptschreier noch im feind lichen Lager gestanden hat, heute natürlich fann ihm Niemand radital genug sein! Wir geben abfichtlich beute nicht auf Namen und Thatsachen ein, es lönnten sonft Sachen an das Tageslicht lommen, die Manchem jener Mundhelden denn doch in einem sonderbaren Licht erscheinen ließen, vor läufig wollen wir aber mit der größten Entschiedenheit alle die unsinnigen Vorwürfe zurückweisen, die in jener Versamm lung gegen und erhoben find. Das Gros der Berliner Atbeiterschaft stimmt mit uns überein, und das ist für uns die Hauptsache. g. Mit der ärztlichen Praxis scheint es in Berlin immer ungünstiger zu werden, was wohl weniger in der " befferent Gestaltung der Gesundheitsverhältnisse der Berliner Einwohnerschaft, als in der Ueberfluthung Berlins mit Aerzten feinen Grund hat. Um fich eine Rundschaft heranzuziehen, lägt jest ein Kg preuß. pratt. Bahnarzt" aus der Rosens thaler Gegend nach Art der Geschäftsleute gebrucie Formulare mit dem Preisfourant austragen, der verhältnismäßig sehr billige Honorare für die ärztliche Hilfeleistung aufweist und augleich zeigt, daß auch auf diesem Gebiete eine starte Ron futrens besteht. Beispielsweise loftet bei dem gedachten Bahnarst das Ausziehen eines Bahnes nur 1 M., derselbe Preis, Den die Barbiere beam. Heilgehilfen nehmen. Und troß dieser Kalamität vergrößert sich die Bahl der Aerzte in Berlin fast täglich! R. Zur Katastrophe in Tabbert's Waldschlößchen wird uns noch nachträglich von einem Augenzeugen berichtet, daß im Augenblick des Brückeneinfiurzes ein in der Jüdens ftraße 15 wohnender Herr Sohn eifrigst bemüht war, seine mit ins Waffer gestürzte Nichte zu retten. Glüdlich hatte er die felbe auch erfaßt und wurde durch anderseitige Unterstüßung mit ihr ans Land geschafft. Erft hier, nachdem er wieder festen Grund und Boden gefaßt, fand er zu seiner Ueberraschung, Daß er nicht seine Nichte, sondern eine ganz fremde Dame ge rettet hatte, die bezüglich der Kleidung seiner Nichte glich. Eben wollte er fich aufs Neue dem Rettungswerte hingeben, als ein herannabendes Boot, welches einen Theil der Berun glückten barg, ihm die erfreuliche Stunde brachte, baß auch seine Nichte unter den Infaffen sich als Gerettete befände. b. Der Regierungsdampfer mit dem Bau- Infpeltor, dem Strommeister, einem Benddarm u. f. w., turz mit dem fubt vorgestern Nachmittag bereits die Dberspree und unterzog fämmtliche Anlagestellen der Dampfer einer genauen Unter suchung. Der diesjährige Berliner Wollmarkt wird in den Tagen vom 19. bis 21. Junt und zwar auf dem Terrain Der Berliner Viehmarkt Aktien- Gesellschaft abgehalten werden. Telephonverbindung mit Pantow. Am 10. Juni wird Ohrringe waren aber inzwischen bereits von einem„ Finder"| Schuhmacher Schröder, Dr. Morgenstern, Superintendent aufgehoben worden und verschwunden. Ob der lettere ein ehrlicher" ist, wird sich wohl bald herausstellen. 1. Die tropische Sonnengluth der legten Tage hat auch nach den geftrigen schweren Gewittern und dem erfrischenden Regen nicht nachgelaffen, sondern ist womöglich noch drückender geworden. Es erregt daber in allen Kreisen gerechtfertigtes Schule gefchloffen haben und viele Eltern haben deshalb bereits zur Selbsthilfe gegriffen, indem sie einfach ihre Kinder nicht zur Schule schickten. Einer etwaigen Strafverfügung dieserhalb Dürften sie auch mit Stube entgegensehen, denn darüber besteht wohl kein Bweifel, daß der Schluß der Schulen aus sanitären Rücksichten schon mit Beginn der Woche hätte er folgen müssen. b. Eier und Petroleum find awei Artikel, welche in felt Samer Zusammenstellung eine ganze Reihe von Geschäften in Berlin jest ausschließlich führten. Sie versorgen damit wieder Die kleinen Geschäfte, welche Grünkram, Mehl und Vorloft, Eier u. dergl. detailliren. Braaid u. A.- Intriminiri find awei Artikel aus Nr. 239 und 242 der Freie Beitung" vom Jahre 1884 und im Gro blatt derselben Beitung, welches einen der Artikel wiede bolt. Der erste Artikel ist der mehrfach erwähnte giebt, bami Brinzipien bem Bruge gegeben wo Bartel ging unter der Ueberschrift Hofprediger, Reichstagskandidat i die s würde, wen würden. geben und radital gefe fellfchaft. Frage z der chilftiid nach dem A fein Eentin sujets in babinter, b brungen fin und Lügner", welcher feiner Belt zur Konfistation Beit zur der betr. Nummer geführt hat. Derselbe beschäftigt fich in beftigen Ausbrüden mit der moralischen Qualifitation des ho predigers Stöder und feiner agitatorischen Thätigkeit, mit be Art feiner agitatorischen Sprache und kritisert die Wahrhe liebe desselben in scharfer Weise. Der zweite Artikel bette fich:" Dentwürdigkeiten des Schneiders Grüneberg." Darin werden die Enthüllungen, welche Herr Grüneberg über die Thätigkeit des Hofpredigers Stöder gemacht, eingebend be sprochen und die Behauptung aufgestellt, daß fich folche Thätig feit mit dem Talar nicht vertrage. Speziell behauptet bet Artikel, daß Hofprediger Stöder triminell beftrafte Subjelle I mit der vollen Kenntniß von ihrer Vergangenheit in fein auch nicht g Dienften angestellt, daß er solche Leute sogar au griffen gegen Amtsbrüder benußt und daß er schließli Gelder, die ihm zu wohlthätigen Sweden überwiefen worden seien, zu agitatorischen Sweden, Gewährung von Fre bler ac. verwendet habe. Der Angeklagte erklärt auf die all gemeine Frage des Präsidenten, bak die Ausbrüde in ben Artiteln allerdings scharf feien, aber ihre Entschuldigung finden in der ungeheuerlichen Weise, wie Hofprediger Stöder feit Fabren die liberale Breffe mit Schimpfworten trattire. Uebrigen halte er den Inhalt des Artikels vollkommen auftit und trete den Beweis der Wahrheit an. Der erfte Beuge ber Schneidermeister Emil Grüneberg, 48 Jahr alt, evangelif Aus dem Strafregifter ergiebt fih, daß derfelbe wegen Belteln, wiffentlich falscher Anschuldigung und Unterschlagung vorbe ftraft ift.Präs.: Erzählen Sie uns die Art ihrer Berbin Der Direktor schlug einen Konkurrenten mit Mühe um eine bung mit Herrn Hofprediger Stöder. Grüneberg: Jd lernte Nasenlänge, der darob ganz untröstlich ist. D, du feltge Hofprediger Stöder im Jahre 1877 tennen, als ich von München N. Ein Liebesbrama fand am Sonnabend in Nigdorf der ich wohl 12 Jahre angehört hatte, tam durch die Schriftum R. Das 200 jährige Jubiläum feiert in diesen Zazen ein allbeliebter Hausfreund unserer Hausfrauen. Dieses Ju biläum hält nämlich nichts mehr und nichts weniger als unser herrliches Mottagetränt, denn im Jahre 1685 wurde zuerst in Leipzig das erste öffentliche Kaffeehaus errichtet und in dem felben Jabre folgte die Eröffnung eines solchen in Wien, wodurch der Kaffee in Deutschland eingeführt war. b. Dreffirte Thiere find gegenwärtig Bugftüde erften um Ranges, un welche sich unsere Spezialitäten Theater zeigen. In der vorigen Saison hatte die Direktionen das Gerücht von der Exiftens Drefftrter Störche in Aufregung verfezt; fie waren aber nicht zu ermitteln. Für die nächste Satson hin gegen bat eins dieser Theater drefferte Seehunde erwischt, die unter Waffer rauchen, über Waffer Mufit machen u. dergl. m. Gurkenzeit! nämlich die Leiche einer etwa dreißigjährigen Dame, die nur gang furze Beit im Waffer gelegen au haben scheint, aufge funden. In dem Taschentuch fanden sich die Buchstaben S. M. eingeftidi. In einem Stahlgeldbeutel fand man eine gol rührung und dieser empfahl mich Herrn Hofprediger Stöd welcher Gefallen an mir fand. Es begann die Begründung der chriftlich sozialen Partei und in dieser hatte mir bo dene Uhr mit Talmikette, an welcher das goldene 25 jäbrige tamen die Reichstagswahlen und da ich lange Beit die foglal Ungefähr 500 Meter demokratischen Wahlagitationen geleitet hatte, so mußte ich mi Dienstkreuz für Dffisiere befeftigt war. oberhalb fanb man die Leiche eines Polizei in die Morgue geschafft. prediger Stöder eine agitatorische Thätigkeit zugewiesen. Leichen wurden zur Rekognosjirung durch die Berliner gebeure Summen Geldes, die Erfolge waren aber feinesweg N. Ein arger ftudentischer Erzeß, der von dem robesten Betragen auf der einen Seite begleitet war, fand am Sonn abend, den 6. b Mts., gegen 1 Uhr Nachts, Ede der August und Artilleriestraße zwischen Mitgliedern zweier auf entgegen gefeßten Brinzipien beruhenden Verbindungen statt. Die Sache wird voraussichtlich nicht ohne ernfte Folgen bleiben. Wie man uns aus eingeweihten Kreisen mittheilt, wird die Sache am heutigen Abend im Konvente zur Sprache gebracht und bemselben zur entgiltigen Entscheidung unterbreitet werden. Wir behalten uns vor, in den nächsten Tagen, wenn ein bes stimmter Entschluß gefaßt ift, Genaueres darüber zu be richten. Zwei mehrfach mit Zuchthaus bestrafte Diebe, Boigt und Schilling standen schon sett längerer Zeit im Verdacht, mit aller Macht in die Agitation stürzen. Dieselbe toftete un folche, wie fte Herr Hofprediger Stocker erwartet balle und wir wurden einigermaßen gespannt. Nun war die riftlich foziale Bartet start mit sozialdemokratischen Elementen fest und da diese wiederholt die Ansicht aussprachen, fie nicht einen Hofprediger als Führer brauchten, dern ihn als Arbeiter baben möchten, so habe e burch müht, eine andere chriftlich sosiale artei zu begründen, baß fon fet f in den Lift bezügliche Bräfident: Bartelzugeb Stöder, w tingt um 9 um Aufnah mit höbel. Brief von follte Höbel trafte genü i follte th Um ihn zu lam er mie breitet auf Außerdem lungen aud nicht gern tach bem 2 Freitag da Tammlunge Frankfurter böbel, gen etwas rebu lief ibn auf Der Mannh febr berunt abend um Dorher hatt Da sah ich meine Frag gefchoffen; mich auf, e nach Hause Landrichter verleiten laffen, auf diesen Plan einzugehen. Er habe fich be Damit aber gescheitert und dadurch sei dann fliekli ble geführt un Feindschaft mit Herrn Stöcker entstanden. Er babe, so elli der Bruge weiter, aus der ersten Beit der chriftlich fosiale Bartet ein genaues Tagebuch geführt und in demselben viele Briefe des Hofpredigers Stöcker bewahrt. Er habe fich bel be legten Wahlbewegung wiederholt Herrn Stöder genäbett, felbe habe ihn aber wiederholt zurückgewiesen und da er DE Einbrüche zu verüben, da ste viel Geldausgaben machten, ohne gesehen, dak der Hofprediger Stöder in Flugblättern fich nicht eine reelle Thätigkeit zu haben. Die Kriminalpolizet ermittelte, genirte, alles Mögliche auszuplaudern, so habe er geglaubt daß Voigt zu einer Frau A. in der Wadzelstraße in Be tebungen stand und in veren Wohnung wurde vorgefferns gentren daß fich als einfacher Arbeiter erst recht nicht au brauche und 1 babe et benn fein Tagebuch unb plöglich eine Haussuchung veranstaltet, wobei zahlreiche ver Briefe an die Boltszeitung" für 30 Mart verlauft fchiedenartige Gegenstände, die ersichtlich gestohlen waren, ge funden wurden. Voigt und Schilling, die gerade von einem Bräf.: Nun geben Sie uns einmal Auskunft über die Affa mit dem Paftor Witte. Zeuge: Kurz vor der Neld Ausflug nach der A.'schen Wohnung zurüdlehrten, wurden so tagswahl 1878 wurden noch verschiedene Versammlun fort festgenommen und zur haft gebracht; ebenso wurde Frau abgehalten und so sollte auch im VI. Wahlkreise A. unter dem Verdacht der gewerbsmäßigen Hehlerei verhaftet. folche ftattfinden im Saale der Norddeutschen Brauere bei dem Bostamt in Bankom eine mit dem Berliner Fern Unter den bei der A. beschlagnahmten Gegenständen befanden Fabrilant Hoppe aufgestellt werden sollte als Kandidat De fprechnet verbundene öffentliche Fernsprechstelle in Betrieb genommen werden. Für Die einmalige Benugung der öffentlichen Sprechstelle im Ber tehr mit den in Bantow sowie in Berlin wohnenden Theil nehmern auf die Dauer von 5 Minuten ist eine Gebühr von 0,50. zu zahlen. 22 1. Die Pferdebahnlinie Rollteng- Knesebeckstraße, welche den Besuch der Kirchhöfe erleichtern soll, roird am 13. b. M. dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Die Wagen werden vom Spittelmarkt aus unter Benugung der bereits bem Verkehr erschloffenen Linie Spittelmarkt- Rollfrug abfahren und die Tour vom Ausgangspunkt bis zu den Kirchhöfen 20 Pfennig loften. Sicherlich wird die Eröffnung dieser Linie mit Freuden begrüßt werden, beseitigt fie doch das Hinderniß, welches einem Besuch unserer Lieben auf dem Todesacker immer entgegenstand, ben schier endlosen, ermüdenden Weg die Her mannstraße entlang. 1. Unsere Friedhöfe im Südosten Berlins bei Bris werden zweifellos burch die am 13. b. M. erfolger.de Eröffnung Der Pferdebahnlinic Spittelmattt- Anefebedstraße einen ret lebhaften Verkehr erhalten, es ist daher an der Beit, einmal baran zu erinnern, in welch verwahrloftem Bustande fich die evangelischen Zobtenpläge zum Theil befinden. In befondere zeichnet sich der neue Louisentirchhof durch eine überaus pein lich wittende Debe aus. Die gärtnerischen Anlagen ermangeln jebes funstverständigen und geschmackvollen Arrangements, ja fogar der nothwendigen Pflege; durch die Rafentheile schim mern troftlose Sandblößen und die Gräber find nicht ordnungsmäßig nummerirt. Insbesondere berrscht bei den Kindergräbern eine geradezu ins Weite gebende Hegellosigkeit. Wer das Grab feines Kindes suchen will, muß erst von Anfang an zählen, Die richtige Reihe und Nummer zu finden, denn nur vereinzelt ist eine Nummer auf den dazu bestimmten Nummerpfählen ange schrieben. Bum Theil find die Gräber nicht einmal abgetheilt. Kura und gut der Kirchhof macht einen wahrhaft troftlofen Eindruck, der denjenigen, welche ihn besuchen, den Verlust threr hier rubenden Lieben dopp: li und schmerzvoll empfinden lägt. Nicht viel beffer fleht es auf den übrigen evangelischen Kirchhöfen aus. Wie ganz anders dagegen derjenige der fatho Itschen St. Michaelskirche mit seinem wunderbar schönen Schattigen Bart und Blumenanlagen, dem herrlichen sonnenartig glänzenden wohlgepflegten Hafenteppichen und saubern Riesgängen. Hier athmet alles eine wohlthätige Rube, die fich tröstend auch den Herzen der Menschen miltheilt. Möchte daher doch die Friedhofsverwaltung recht bald daran denten, auch die evangelischen Friedhöfe zu solchen Schmudplägen um zugestalten, die für die Hinterbliebenen des Verstorbenen eine Ebolung und ein troftvolles Verwellen bei den heimge gangenen bieten. Das Publikum würde baß ficher dankbar anertennen. Das Feilhalten und der Verkauf des giftigen und arfenithaltigen Fliegenpapiers if nach einer diesbezüge lichen Bekanntmachung des föniglichen Bolizeipräkolums nur den Apothekern und den zum Handel mit Giften berechtigten Staufleuten und Gewerbetreibenden und auch diesen nur unter ben beim Giftverlauf vorgeschriebenen Borfichtsmaßregeln, in besondere nicht ohne die Bezeichnung bes Bapiers mittels eines aufgedrückten Stempels als giftig" gestattet. Die Ueber tretung biefer Borschriften wird auf Grund des Strafgefes buch: 367 8iffer 3 und 5 beftraft werden. 1. Aus dem Fenster geworfen wurden geffern Morgen in Folge Verfebens von einer im Hause Bimmerftt. 59, 4 Tr. boch wohnenden Frau zwei Brillantohrringe, die Serthum bemerkte, cilte fie fofort auf die Straße herunter, die Bf, glas, ges. Mathonet Duvaldeshu Epticien à Dijon, 1 Berloque, einen goldenen Hund auf einem Stein fißend darstellend, Dhringe mit goldenen fliegenden Täubchen, 1 mäufegrauer Herr Stöcker sagte, es ist nicht richtig, daß man weiß, daß i schon aufgestellt bin. Die Partelverhältniffe, welche durch Paftor Witte geschaffen find, find zwar ganz diefelben, aber er febt Sommer- Ueberzieher, eine schwarze viere dige Wanduhr mit Bevorzugungen, wie Titel 2c. verschafft hat. Bon diefer Mi Silber ausgelegt. Die bisher noch nicht ermittelten Eigens thümer dieser Gegenstände mögen sich beim hiesigen Ariminal tommiffariat melden. theilung sollte ich Abends in der Bersammlung Geldente Bebrauch machen. Schon vorber hatte ich bemerkt, daß amlichen beiben Herren ein rechtes Einvernehmen nicht bestand. Die beabfich R Gin äußerst frecher Taschendiebstahl wurde gestern figte Ausbeute dieser Nachrichten tonnte ich nicht machen, ba Vormittag in an der brüde verübt. Ein bort mit Baben fich vergnügender HausDiener Räbig machte beim Berlaffen der Anstalt die unan genehme Entredung, daß ihm seine Uhr und sein Portemonnaie genehme Entbedung, baß ihm seine Uhr und sein Portemonnaie entwendet worden. Trotz der sofort eingeleiteten polizeilichen Requisition ist der Dieb bisher noch nicht ermittelt worden. a. Der Hutmacher Menz, welcher am jüngsten Freitag wegen eines Löbtungsversuchs gegen die Witte Keil in der Neanderstraße nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit gebracht worden ist, hat fich vorgestern in seiner Belle erhängt. Als diese That entbedt wurde, war Mens bereits todt. Polizei Bericht. Am 7. b. Mts., Abends nach 10 Uhr, fiel im Hause Staligerstraße Nr. 11 ein Arbeiter, als er fim nach dem im Keller belegenen Schantlokal begeben wollte, die Treppe hinab und erlitt einen Bruch des Oberschenkels und eine Verftauchung des Handgelenks. Er wurde mittels Droschte nach Bethanien gebracht.- Am 8. b. Mts., Vormittags, wurde eine Frau bei einem Geschäftsgange im Hause Dres denerstraße Nr. 19 som hitschlage getroffen und verstasb auf der Stelle. Zu derselben Beit gerieth ein 6 Jahre altes Mädchen beim Ueberschreiten des Fahrdammes der Ackerstraße unter einen vorüberfahrenden Wagen. Es wurde überfabrin und erlitt dadurch einen Bruch des Oberarms und Quetschun gen am Kopfe, so daß es nach dem Lazarus Krankenhause gebracht werden mußte. Am 8. b. Wis., Mittags, verun glückte ein Arbeiter auf dem Hofe des Grundstücks Stallschreiberfirajje Nr. 58 dadurch, daß er in Folge eigener Unvorsichtigkeit auf ein auf einem Handwagen liegenbes Wiegemesser fiel und sich dabei die rechte Hand bedeutend verlegte. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach seiner Wohnung in der Reichenbergerstraße gebracht. Bu derselben Seit fiel ein auf bem Neubau Bimmerftraße Nr 83 beschäftigter Steinträger in Folge eigener Unvorsichtigkeit aus der dritten in die zweite Etage binab und erlitt baturch so bedeutende Berlegungen, daß er mittelst Droschte nach der Charitee gebracht werden mußte. Am 8. b. M. Vormittags wurde hinter dem GrundStüde Ropniderftraße Nr. 40.41. in der Spree die Leiche eines unbefannien, etwa 35 Jahre alten und am Abend beffelben Tages im Spandauer Schifffahrts.Ranal an der TorfstraßenBrüde die Leiche eines 35-40 Jahren alten, anscheinend dem Handwerkerstande angehörenben Mannes gefunden und nach tem Obduktionshause gebracht. Am 8. b. M. Nachmittags et frant ein 19 jähriger Knabe beim Baden im Landwehr Kanal in der Nähe des Rotibuser Ufers. Davon Mittbellung gemacht?- Beuge: Nein. Niemand. Braf.: die Versammlung durch tumultuarisches Vorgeben ber Solal Demokraten aufgelöst wurde.- P: äs.: Haben Sie Herrn Witte wußte also Niemand davon als Ste? Beuge: Ja, weite Herr Paftor Witte für seine Fürsprachen genommen habe follte?-Beuge: Flügel und Piano. Wiffen Sie von wem und was für ein Titel dafür ge wurde? Beuge: Nein. Nur, daß es fich au Präf.: Was waren denn das für Gefchenle dam bezieht; welcher Titel in Frage lam, weiß ich Bra thätigen Sweden befiimmt waren, zu Wahlzweden verwende Präs.: Wiffen Sie etwas davon, daß Gelder, die zu mi wurden? Beuge: Das ist niemals geschehen. Belbe waten räumlich getrennt, Alles wurde genau gebucht niemals find die Kaffen vermischt worden. Raffen aber R... God welches dazu bestimmt war, Propaganda für die Bartel In ihren Denkwürdigkeiten sagen Sie: das erfte große S machen, war der Geburtstag des Kaisers. Bur Bewirbu der Leute, Ausschmüdung des Saales c. waren gro men zusammen gelommen, u.. 150 M. von 3 Raijerin. Beuge: Das stimmt schon. J. Maj. Die Sum Maj. b Ralferin Kaisers bestimmt und dazu ist es auch bei dieser Gelegenhe hat das Geld zur Speisung armer Leute am Geburtstage be verwandt worden. Die Geburtstage des Kaisers find ab niemals zu Wahlagitationen benugt worden. Sachs: Sie fagen aber weiter: Herr Hofprebi babe Sie aufgefordert, das erste Hoch Damit er dem Kaiser melden tönne, frat babe das erste Hoch ausgebracht. ben Hofprediger ein auszubringe Sozialdem Beuge: Dat verfehlt worden sein sollte, so trifft das nur mich, nicht abe Bräs. Kennen Sie den Löbbon Derselbe war Redakteur des christlich- sozialen Wochenblat Deutsche Volkswacht" Beuge: Herr eingesehen, daß er boch nicht mit Löschborn Löschhorn wurde DO arbeite von Auswärts empfohlen und ich babe ihn auch als ga patenten Menschen tennen gelernt. Wir haben dann aber richt bekommen, daß es mit Löschhorn nicht ganz richtig derselbe bereits megen Unterschlagung von Mündelgelgem Buchthaus bestraft worden sei. Löschhorn hatte eine Bella Die Redaktion, während ein Anderer zeichnete. Später hat Stöd Tönne, er habe ihm Reisegeld geben laffen und dann fel Sie auch einen Aschenbrenner, der auch Rebatteur Blattes gewesen sein soll?- Seuge: Den Aschenbrem lenne ich, der war früher Bottier bei Herrn Stöd Präfident: War er denn ein fähiger Mensch?-Beuge 10 Prozeß Stöder wider die Freie Zeitung". Der schon fa, er war talentvoll. Auf Wunsch des Bertheidigers Red Gerichts- Zeitung. einmal vertagte Prozeß des bolprebigers Stöder wider den füheren verantwortlichen Redakteur der Freie Beitung". Heinrich Bäcker, gelangte heute abermals vor der II. Straf. fammer biefigen Landgerichts I zur Berhandlung. Den Vors fis führt Landgerichtsdirektor Lüty. die Staatsanwaltschaft ver Löschhorn von der Schaubühne abgetreten. anwalt Sachs legt der Präfident, der sofort zusammen Braf.: Rea etwa baran DE DOG rabilal knüpfende Debuftionen ablehnt, dem Zeugen die Frase ob tem bet Eintritt in die christlich- soziale Bartel Buch von Todt: Der soziale Nabitalismus und die chrifti foziale Bartel" in die hard gegeben worden fel. Der das einen Tagwerth von 400 Mail bifigen. Als die Frau thren anwälte Sachs unb Mundel. Die Zahl der Seugen beträgt Meinung daraus fich noch gar nichts ergeben wa 12, darunter bes Schneidermeister Grüneberg, Paftor Witte, tritt Staatsanwalt Weichert, die Bertheidigung führen Rechts. figence giebt hierbei sein Gentiment dahin ab: baj nad fein ba immerhin möglich sei, daß man Semand ein Buch in die Ban in den Lif Well Ste ten, da er Jawohl; t bet thm ge ftrichen? firich ich th fteben und Daß er dri Beuge tographie Der Partei Tommen? war oft A 50 für neu Rarien gef Beuge: J erft im Ge Bräf.: Ha Die Lifte nicht befob fland, that eine neue würdigkeit getragen? Die Eintrag in den De Don Herrn Beuge ift und Herr aus benfel Gründen Beugen S auszufeten einanderse figenben, t der Werthe energisch E betbeiligte eingereicht nachher zu ftimmt, Da bierauf be Bräf.: 21 wohltätiger baben, au erzählt, do Freund e Invaliden alute 8me Bartei geb Sie beftre Grünberg Raffen ba gang enti Beugen, beim" ge Braftbent, belden ber Präft Fragestell hört, antw beim thn Sosialifi bie v. Bo Präs.: M Jch babe Don Mün Don geiftli buffertiger ift ift, und einmal w beschäftigt Herrn Loe Reftellte Beben E Dauptauf Bräj.: life intal brenner in Amisbru Das gebe erintendent Nr. 239 im Gro Cel wieder erwähnte gotandidat Confislation tat fich in n des Hof ett, mit ber Wahrheits Tel betitelt g." Darin über die Bebend be auptet bes te Subjette in feinen I au An Schließlich überwiefen von Fre auf ble all ide in den ung finden Stoder feit attire. Sm en aufted te Beuge if en Betteln, Jung vorbe rer Berbin evangelif " überreicht wurde. giebt, damit er fich persönlich von der Berwerflichkeit gewiffer Brinzipien überzeuge. Rechtsanwalt Sachs behauptet, daß bem Brugen das Tobi'sche Buch leineswegs zur Abschreckung gegeben worden sei. Beuge: Als ich zur chriftlich sozialen chriftlich- sozialen Bartel ging, batte ich Herin Hofprediger Stöder gesagt, daß die Theorien der Sozialdemokratie richtig finden würde, wenn fle nur nicht Thron und Gesellschaft gefährden würden. Da hat mir Herr Stöder das Todi'sche Buch ge geben und mir gefagt:„ Das studiren Sie nur. Das ist zwar rabital geschrieben, aber es gefährdet weber Thron noch Ge fellschaft. Rechtsanwalt Sachs beantragt, dem Beugen die rage vorzulegen, ob nicht höbel und Nobiling Mitglieder der chriftlich sozialen Partei gewesen und ihre Namen später nach dem Attentate gefirichen worden seien.- Borsigender giebt fein Eentiment babin ab: Wenn sich irgend welche manvais che Thalig jets in eine Partei einschmuggeln und die Bartel tommt babinter, daß solche räubigen Schafe in ihre Stethen einge brungen find, so wäre es vielleicht nicht gana torrett, aber auch nicht ganz verwerflich, wenn man solche Persönlichkeiten in den Listen streicht. Der Vertheidiger behält sich dies bezügliche Aeußerungen für die Deduktion vor. Bräfident: Nur, Beuge, äußern Sie fich doch über die Bartelzugehörigkeit von Höbel und Nobiling. Beuge: Herr Stöder, war nach den Versammlungen steis massen haft um ingt um Aufnahme und er schickte durchweg Alles zu mich um Aufnahme; er befaßte fich damit nicht. So war es auch mit Hödel. Der fagte, er käme von Leipzig, brachte mir einen Brief von Golombed, dem Reballeur des Staatssozialift, ich follte Hödel Arbeit geben. Ich fagte ihm, ich hätte Arbeit. träfte genügend, aber er rückte mich so breift auf den Leib, follte ihm wenigstens Flugblätter zur Vertreibung geben. Um ihn zu befriedigen, gab ich ibm welche. Rurge Beit darauf fam er wieber; bie Fugblätter schienen mir nicht reell ver breitet zu sein und ich fagte: nein, ich habe nicht so viel. Außerdem erfuhr ich, daß er Abends nach unseren Bersamm lungen auch in sozialdemokratische ging, daß er aber auch da ticht gern aufgenommen würde. Schließlich tam er wieder ach dem Bureau. Das war so innerhalb sechs Tagen. Am Freitag darauf wir hatten immer Freitags unsere Ber lammlungen- tam vor Beginn unserer Bersammlung in ber Frankfurterstraße Femand zu mir und sagte:„ Draußen ist bödel, genannt Lehmann, der fragt nach Shnen; er steht aber etwas rebusirt aus, wir wollen ibn nicht rein laffen." Ich ließ ibn auf die Tribüne führen, gab ihm auch ein Glas Bier, benn Der Mann hatte noch nichts gegessen und er bauerte mich; er fab febr heruntergekommen aus. Dies war Freitag Abend. Am Sonn abend um 3 ühr sollte ich zu Herrn Hofprediger Stöcker kommen, Dorher hatte ich noch einen Gang Unter den Linden zu Gerold. Da fab ich einige Gruppen Menschen stehen und ich hörte auf meine Frage, was paffttt sei: ,, Eben hat man nach dem Kaiser gefchoffen; es ist ein Klempner, ein Sachse." Gleich stößt es mich auf, es wird doch nicht der Kerl gewesen sein! Ich fuhr nach Hause, da fand ich schon einen Brief, sofort zu Herrn Landrichter Joël zu kommen; da wurde mir der höbel vor geführt und so hatte es ein Ende. Präs.: War er denn je Präs.: War er denn je Beuge: Ja. Präs.: : Sh lernte on München chen Bartel, Schriftum nn in B ger Stöde Begründung e mir bo wiefen. Die foglal Bite ich mich toftete un Leineswegs e driftlich batte und nten burd сафеп, cachen, daß be er fi bten. abe fich ründen, Oließlic fon be fel ble fo etlic ich fosialen felben viele nabett, de Da er nu n fich ni er geglaubt in den Liften verzeichnet gewesen? Weil Sie den Mann für einen von Ihren Anschauungen hiel ten, da er Ihnen von Golombed empfohlen war. bet ihm gefunden hatte. ftrichen? mit Herrn Grüneberg über Herrn Baftor Witte gesprochen habe. und herausgefischte Sumpfblumen, sondern die Wahrheit über Ich befinne mich, daß ich meine Mißbilligung darüber ausge den Talmub schreiben würde. Ich habe dann einmal mit fprochen habe, daß Baftor Witte selbstständig mit einer Wabl Herrn von Hammerstein und Herrn von Ungern Sternberg über agitation hervortrat. Ich babe mich etwa dahin geäußert, daß Herrn Dr. M. gesprochen und babe dann, als ich Herrn Dr. M. Davon sprach, Herrn Dr. Kropatschet mit Herrn von Ungern ein Mann, der felbstständig mit einer fonservativen Agitation ins Leben tritt, doch vor allen Dingen solche Sachen nicht treiben Sternberg verwechselt. Herr Morgenstern war über diese Ber sollte. Was denn für Sachen? follte. Was denn für Sachen? Beuge: Es tam einmal wechselung indignirt und ich babe ihm nun gerathen, einfach an Herrn von Hammerstein zu schreiben. Ich habe dann einen ein jest verstorbener abliger Herr zu uns und überreichte mir eine auch vom Brebiger Witte überreichte Bittichrift, die dahin impertinenten Brief von Dr. M. erhalten, den ich nach Se ging, daß ein jüdischer Kommerzienrath den Titel Geheimer bühr behandelt haben würde, wenn mir nicht eine Kommerzienrath" erhalten sollte. Ich habe meine Unterschrift Frau gemeldet hätte, daß Dr. M. fich mit Selbstmordgedanken natürlich abgewiesen. Bräs.: Und in welcher Weise haben frug, so daß ich Mitleid mit ihm hatte. Herr Dr. M. hat mir Die 20 ML zurückgegeben und ich habe die Vermuthung, daß Sie etwaige Geschenke" damit in Berbindung gebracht? Beuge: Wir hatten 1. 3. einen Bazar für das Oberlinbaus. die Burüdgabe mit diesem Broses in Verbindung steht. RA. Sachs: Ich muß den Beugen bitten, diese Andeutung Für denselben erhielt ich von jenem Rommersienrath ein Pianino, ich dankte ihm sehr dafür, war aber nachher um so etwas näher zu erklären. etwas näher zu erklären. Vorfigender: Sch wiederhole, daß erstaunter, als mir dann die Bittschrift für denselben Herrn ich von dieser Verhandlung jeden persönlich animosen Charakter Bräs: Wie war der der Name des betr. fern halten möchte. Das ist das Interesse aller Bartelen. Herrn? Beuge: Ich glaube, es war Cäsar Wollheim. Dieser Wunsch gilt auch dem Beugen und wenn sich die Ber Nach kurzer Bause legt R... Sachs dem Zeugen Stöder die theidigung gegen solche dunklen Andeutungen verwahrt, so ift Das the Recht. Ich bitte also, den Zon festzuhalten, der für Frage vor, ob er nicht Vorträge gehalten, in denen er zum Beweise, daß nach dem Talmud die Juden es mit dem Eide die unbefangene und ruhige Würdigung der Sache nothwendig nicht genau zu nehmen baben, fich auf den berühmten Zalift. Beuge Morgenstern beantwortet, daß er nichts dazu ge mudisten Simon May bezogen habe. Dieser sei ein bereits than, daß seine Affaire mit Stöder in die Deffentlichkeit ge brungen ist. Er tenne den Angeklagten gar nicht, fet aber wegen Unterschlagung mit Gefängniß bestrafter Mensch und habe feine Strafe in Blößensee abgebüßt. Beuge Stöder: zum Beugniß aufgefordert worden und leifte diefer Auf Früber sei ihm Simon May absolut unbekannt geblieben. forderung Folge. Er sei mit Herrn Stöder in Berührung ge Nicht auf diesen, fondern auf Dr. Morgenstern babe er fich fommen, namentlich, nachdem er seine Broschüre: Die bezogen, daß das Kolindret Gebet eine Entartung der jüdischen Heiligkeit des Eibes geschrieben. Am 27. Januar habe ihn Gebete set. Als er mit dem Prof. Strad in Streit gerieth, Hofprediger Stöcker auf der Straße getroffen, ihm erzählt, daß er im Parlament viel über ihn gesprochen habe und daß Herr babe fich ihm Herr Simon May vorgestellt. Auf die bet von Hammerstein ihn fennen zu lernen wünsche. Später babe einer Redaktion eingezogene Erfundigung fei ihm May als ein wahrhafter und reblicher Mann bezeichnet worden. Eift ibm Hofprediger Stöder gesagt, daß Herr Dr. Kropatschet thn später habe er einen Brief erhalten, in welchem Mittheilung tennen lernen wolle und daß er denselben aufsuchen möge, von der Vorbestrafung des May gemacht wurde. Er habe da er durch ihn Gelegenheit zu schriftstellerischen Arbeiten ers halten würde. Er habe entgegnet, ob er nicht lieber an Dr. diesen dem May übersandt mit der Aufgabe, entweder Heffter fich wenden solle, Herr Stöder set aber dabei stehen flagen oder vom öffentlichen Leben abzutreten. geblieben, daß er zu Herrn Dr. Kropatsched gehen solle. Im Durch die Beweißaufnahme foll sodann festgestellt werden, Bureau der Kreuzzeitung" sei es ihm sehr schlecht gegangen, ob Herr Stöder s. 8. die Unwahrheit gesagt, als er be bauptete, er babe fich f. 3. auf der bekannten Thüringer denn Dr. Kropatschet babe ihn geradezu als Lügner und Be trüger hingestellt. Er sel darüber sehr empört gewesen, Kirchentonferens zu Eisenach am 2. und 3. Mai 1881 bei der Frage der Berufung eines orthodoxen Brofeffors nach Jena fet aur Staatsbürger Beitung" gegangen und habe Hrn. Stöcker geschrieben, in gar nicht an der Debatte betheiligt. Snperintendent Braasch nachher einen Brief an in Jena bat belanntlich in einer Broschüre und in öffentlichen welchem er ihm schrieb:" Sie wiffen am besten, wer Erklärungen das Gegentheil behauptet. Hofprediger Stöder: der Lügner ift, Sie oder ich." Was die von Herrn Stöder Dies sei eine der größten Infamien, die mit diesem Thema erhaltenen 20 M. betrifft, fo erklärt Beuge, daß er dieselben berührt werde und daß so etwas von Seiten einer theologischen ohne all sein Buthun erhalten, dieselben nur als Darleyn be Fakultät gefchebe, mache die Sache nur noch trauriger frachtet und auch zurüdgegeben babe. Drei Beugen, welche f. babe auf der Kirchentonferens einen Vortrag über moderne babe auf der Kirchenkonferenz einen Vortrag über moderne 3. dem Antisemilentongreß zu Dresden( Affaire Esther Soly Theologie" gehalten. Nach dem Vortrag babe als zweiter Theil moffi) beigewohnt, befunden, daß an dem Kongrestage, an eine Betition um die Berufung eines gläubigen Profeffors welchem Hofprediger Stöder den dortigen Verhandlungen bei nach Jena auf der Tagesordnung geftanden. Er habe vorher gewohnt, das Bild der Esther Solymossi, welches anfänglich im Verhandlungsfaale aufgestellt war, bereits entfernt worden von diesem zweiten Theil gar nichts gewußt und troßdem sel mar. Es sei damals im Kongreß verbreitet worden, daß das Diefer Antrag von der Fakultät in Jena mit unbegreiflicher Leichtfertigteit ihm in die Schuhe geschoben. Die theologische Wegnehmen des Bildes auf direkte Veranlassung des Herrn Stöder geschehen sei. Es folgen nun drei von der Staatsan Falultät fage völlig unwahres und er lönne auch nicht bes areifen, wie der Defan base bei seinem Alter und seiner Würde sich solche unwahrbeiten erlauben darf. Die Broschüre อน fich bel betawohl; ich wurde ja nur geholt, weil man die Mitgliedstarte des Superintendenten Braasch stroge von Unwahrheiten. Er au genires und b erlauft. Die Affa ammlung rauerel, po wer Held treife bat. Den eiß, daß i Durch Baffor aber er fiebt Gefcente blefer Mil Gebrauch ben belben Die beabfich machen, ba bet Sosial Herrn Witte Braj.: Ja, welter efchente, bi men habe Für gem auf So Die au mil Dermenbe Beide Raffen ucht aber 2. Cad Arofe St Bartel Bewielbung große Sum Maj. be Ich " waltschaft vorgeschlagene Beugen, die über eine Episode Beugniß abgeben sollen, aus welcher eine Beeinfluffung von Brugen von Setten des Angeklagten oder der Vertheidigung hervorleuchten foll. Schuhmacher Masche befundet: Eines Tages sei der Schuhmacher Lahre bei ihm in der Wohnung gewesen, habe ihm einen Brief des Rechts- Anm. Sachs gezeigt, welcher thn aufforderte, au legterem au lommen und habe dabei gesagt: Et viel Geld zu verdienen. Die Juden find in verdamm ter Klemme und fte brauchen ein Beugniß!" Er habe aber den Mann abgewiesen. Rach etwa drei Tagen set ein Mann bet ibm gewesen, welcher fich Jakobsohn nannte und ein jüdisches Aussehen hatte. Derselbe babe gesagt, er tomme im Auftrage des Rechts.Anw. Sachs, habe auf diesen Prozeß binge wiesen und mehrere Hundertmarkscheine ihm angeboten. Er - Frau Masche bestätigt habe ihn aber wieder abgewiesen. Dies im Allgemeinen. Beuge Labre bestreitet, daß er von Geldverdienen" gesprochen habe. Er habe eines Tages aus dem Bureau des Rechtsanw. Sachs die Aufforderung zu Er babe darüber mit Masche ge einer Rücksprache erhalten. " " sprochen und ihn gefragt, ob er etwas über Stöcker wiffe. Es fel aber auch möglich, daß er etwas von Geldverdienen" habe fallen lassen. In einem ziemlich heftigen Rentontre mit dem Beugen Masche erklärt Labre, daß dieser vielleicht derjenige set, der dabei Geld verdient habe; bei ihm sei dies jebenfalls nicht der Fall. Schuhmacher Schröder, welcher 1. 8. mit Masche antisemitischer Agitator war, ist bei jener Unterrebung zugegen gewesen, erklärt es für möglich, daß von Geldverdienen gesprochen worden, fann aber Genaues barüber nicht sagen. theiligt. Ein junger Pfarrer Bint babe ein Gewiffensbedenken zuerst der modernen Theologie auf Kanzel und Ratheder das Bügerrecht abspreche und dann um Gleichberechtigung mit Bügerrecht abspreche und dann um Gleichberechtigung mit derselben petitioniren wolle. berselben petitioniren wolle. Da babe es eine gewiffe Stille gegeben und der Leiter der Versammlung babe fich an ihn mit der Frage gewandt, wie wie er darüber bente. Da soll ich denn gesagt haben: Wir fordern in Jena uns unser Recht! Wenn man ihn aufforderte, babe er nicht ftumm bleiben lönnen, wenn er aber nichts weiter Sprach, ala jene 6 Worte, so babe er damit doch das Bestreben belundet, fic nicht an der Debatte zu betheiligen. Ich habe mich auch nicht daran betheiligt, ich bin gefragt worden und babe auf diese Frage turs geantwortet, das ist Alles. Pfarrer Bint, der ein ehrlicher Mann war, was man nicht von fämmtlichen Herren fagen lann, hat in einem vorliegenden fämmtlichen Herren fagen lann, bat in einem vorliegenden Briefe eine vollständig richtige Auffaffung der Sache befundet. Es waren bereits Monate vergangen, als ich mit vollem Rechte behauptete, mich mit teinem Worte an der Diskussion betheiligt zu haben und jeder ebenso unbefangene Mensch, wie Herr Pastor Bint, muß mir Recht geben. Da tam aber Herr Braasch mit seiner Broschüre, um mich der Unwahrheit au seiben, während doch die Fakultät in Jena mit gröblichen Unwahrheiten begonnen und berr Braasch diese Unwahrheiten in seiner Broschüre fortgesezt hat. Superintendent Braasch: Ich bin in Eisenach selbst ge wesen und habe mit meinen Dhren felbft gehört, daß of prebiger Stöder eingegriffen hat in die Debatte über die Frage Der Berufung eines orthodoxen Profeffors nach Jena und war eingegriffen in einem tritischen Moment. Als Hofprediger Stöder später dieses Eingreifen ableugnete, hat mich das jo empört, baß ich in meiner Broschüre darauf zurücklam. bätte der Herr Hofprediger später einfach entlärt, daß er fich getäuscht hatte, indem er behauptete: Ich habe mich mit leinem Wort be theiligt", so würde ich darauf nicht weiter zurüdgelommen sein. Da Herr Stöder statt beffen aber fich darauf beschränkte, um die Bedeutung seiner Worte nach feinem Geschmack zu modeln und dieselben als gans irrelevant hinzustellen, so habe ich mich ver anlaßt gesehen, dies Berhalten meinerseits au fritiftren.- Präs.: wiffen Sie etwas bavon, daß dies Eingreifen des of prebigers Stöder ein peinliches Auffeben gemacht hat? Beuge: rich vertrete, was in meiner Broschüre steht, Wort Beuge: nich vertrete, was in meiner Broschüre steht, Wort fur Wort. Hofprediger Stöder wirft dem Beugen die betr. Broschüre auf den Tisch und ruft: Wort für Wort ver treten Sie bas, Herr Superintendent?!- Während der Beuge in der Broschüre blättert, tritt Hofprediger Stöder auf ihn los und bemerkt:„ Ich will Ihnen behilflich sein, Herr Superintendent, ich will sehr freundlich sein!"- Beuge: Ich muß für Ihre Hilfe banten. Bräs. Ich muß bitten, daß wir fo rubig wie möglich verhandeln und muß ebenso bitten, daß wir alle persönlichen Spigen aus diesem Gaale ber Rechtsprechung so welt wie möglich fern halten. Der Beuge giebt es sodann als möglich zu, daß Hofprediger Stöder auf jener Ronferens in jenem Augenblid von dem Leiter der Versammlung zur Aeußerung aufgefordert worden fei, er wiederholt aber durch Vorlesung seiner damals in Der Magdeb. 8tg." und Boff. Btg." erlassenen Erklärung, baß er es unbegreiflich finde, wie Hofprediger Stöder einen folchen kritischen Bloment vergeffen fonnte. Staatsanwalt: Würden Sie in dem Falle, daß Herr Hofprediger Stöcker nichts weiter auf jener Konferenz gesagt hat, als: langen nur unser Recht", bies auch als ein wesentliches Ein Präs.: Haben Sie ihn nun ge Beuge: Augenblidlich, wie das Attentat geschehen, fteben und schrieb eine andere Lifte; biernach wollten wir nicht. daß er drin ftebe. Bräs.: Wie war der Fall mit Nobiling? Beuge: Ich habe ihn nicht persönlich gekannt, nur die Bho tographie von ihm gesehen. Bräf.: Stand er in den Liften Der Partei?-Beuge: Ja!- Bräs.: Wie ist er denn hineinge Tommen? Beuge: Das ist nicht zu erforschen. Der Anbrang par oft Abends nicht nur von 20 und 30, sondern von 40 und 50 für neue Aufnahmen, außerdem wurde auch brieflich um Rarien geschrieben. Präs. Also Sie wissen gar nicht Beuge: Jh habe Nobiling nicht persönlich getannt; er ist mir eft im Gedächtniß, erst eingefallen, nach der Photographie. Bräs.: Haben Sie ihn stretchen müssen? Beuge: I babe bie Lifte einfach weggenommen. Präs. Es war Jonen nicht befohlen. Beuge: Nein. Wie ich gut mit Herrn Stöder ftand, that er mir leid. Ich habe daher die Lifte laffirt und eine neue gemacht. Rechtsanwalt Sachs: In Jbren Dent würdigkeiten fagen Sie ausdrücklich, fte hätten Nobiling ein getragen? Beuge: Ja wohl, ich habe ihn auch eingetragen, denn bleEintragungen besorgte nur ich.- R... Sachs: Ferner fagen Sie in den Denkwürdigleiten, fte hätten Höbel auf Veranlaffung von Herrn Stöder gestrichen.- Beuge: Ich habe ihn gestrichen und Herr Stöcker ist damit einverstanden gewesen. Der zweite Beuge ift Hofprediger Stöcker. Rechtsanwalt Sachs beantragt, aus denselben- b. b. aus fachlichen, nicht aber persönlichen Gründen wie bei dem Beugen Grüneberg, auch bei dem Beugen Stöder die Bereidigung bis nach der Bernehmung auszulegen. Es tommt hierüber zu ziemlich heftigen Aus einandersegungen zwischen der Vertheidigung und dem Vor figenben, in welcher besonders Rechtsanwalt Mundel bas Recht Der Vertheidigung vertritt, derartige Anträge zu stellen und energisch betont, baß es Herrn Stöder, welcher doch der Haupt betheiligte in dieser ganzen Affaire sei und auch die Denunziation eingereicht babe, boch selbst angenehm sein müsse, den Eid erft nachher zu leisten. Durch Gerichtsbeschluß wird schließlich be ftimmt, daß die Bereidigung nachträglich zu geschehen hat. bierauf beginnt die Bernehmung des Hofprebigers Stöder. Braf.: Was haben Sie auf die Beschuldigung, baß Sie zu wohltätigen Sweden bestimmte Gelder zu Wahlsweden benust baben, au fagen.Beuge: Das ist abfolut unwahr. Beuge erzählt, daß bei Begründung der christlich- fozialen Bartet ein Freund eine Summe von 2000 Dt. zur Begründung eines Invalidenbauses gespendet habe. Diefelbe fel leibweise für alute 8mede bergegeben worden, es sei aber im Befige der Bartei geblieben und regelmäßig verzinst worden. Sie bestreiten also in Uebereinstimmung mit dem Beugen Grünberg, daß Sie niemals eine Bermischung der verschiedenen Raffen baben stattfinden laffen? Beuge: Das bestreite ich gang entschieden.- Rechtsanwalt Sachs: Ich frage den Beugen, ob die 2000 Mail etwa die für das Wilhelms. elm" gesammelten Gelder waren? Herr Beuge berr Bräfident, ich bitte, daß ich nur Ihnen und nicht den belden Vertheidigern zu antworten brauche. der Präfident darauf aufmerksam gemacht, daß eine solche Fragestellung allerdings zur Befugniß der Vertheidigung geort, antwortet Beuge, daß jene 2000 m. für das Wilhelms. beim ihn absolut nichts angebe, bak dies nur den Staats Sosialist" betreffe und daß seines Wissens die Summe auch an Die v. Bobelschwingh'ichen Arbeiter Kolonten gegangen fel. Beuge: Sch babe gewußt, daß Herr Löschhorn wegen Unterschlagung Don Mündelgelbern bestraft worden war. Er war mir aber Don geistlicher Sette empfohlen worden und da die Befferung bußfertiger Strafgefangener ein Theil meiner Lebensaufgabe ich weiß, daß es nichts Ungewöhnliches Die im Leben Leute, einmal Schiffbruch gelitten haben, bei der Breffe beschäftigt werden, fo babe ich auch nichts darin gefunden, Herrn Loeschhorn zu beschäftigen. Derselbe war für die ihn geftelte Aufgabe aber absolut unfähig.- R.-A. Sachs: Geben Sie zu, daß Sie in öffentlicher Ribe es als eine Sauptaufgabe der Breffe hingestellt baben, daß fie nur mora fb intatie Menschen anftellt.- Beuge: Das gebe ich zu. Bras.: Sie geben wohl auch zu, daß der Bortier Aschen brenner in dem Parteiblatt beschäftigt war? Beuge: Auch Das gebe ich att. Bräf.: Wie war die Sache mit Ihrem Amtsbruder Witte? Beuge: Sch geftebe zu, daß ich f. 3. Die Kaiferin urtstage be Belegenbe Anb ab ... Dofpredige เ Bjubringe Sozialdem e: Dat iener Gad nicht abe Bochenblati Lotobom wurde n als g t aber richtig Taelgem Rady the Belle bat Stad nen arbell nn fel b af.: Renn Datteur De Ichenbrenn Stoda Beuge gers Red a baran Frase bas rabil le drifti Der Bo nadh feind usbe, bad in ble Ban lit ift. 培 ich und menn talentvolle Bräf.: Nachdem Der Angeklagte feinerseits betont, baß er von der ganzen Sache nichts wife und R... Sachs giebt seinerseits Auf tlärung babin, daß er allerdings brieflich den Beugen Labre zu einer Rüdsprache eingeladen, dem nicht au entdeckenden mysteriösen Jakobsohn oder sonst irgend einen Andern aber Aufträge irgend welcher Art aber nicht erhellt habe. Das mit ist die Beweisaufnahme geschlossen und die Fortsetzung. der Berhandlung wird auf Mittwoch 9 Uhr vertagt. Vereine und Versammlungen. In einer Volksversammlung, welche am Montag Brunnenstraße 140 unter dem Vorfize des Herrn Ballmüller ftattfand, gab berr Liefländer in einem Vortrage über:„ Die Breffe, wie sie ist und wie fie fein sollte febr bankenswerthe, durchaus objektiv gehaltene Mittheilungen über unser gegenwärtiges Bettungswesen. Nachdem er die Art und Weise geschildert, wie durch das Preßbureau der Regierung, feitdem ibr für Preßampede der Welfenfonds zur Verfügung ge stellt ist, nicht nur in inländischen, sondern auch in auslan dischen Beitungen Stimmung für die Absichten der Regierung gemacht wird, und nachdem er auf den Einfluß hingewiesen, welchen Regierungen und Brivatpersonen durch die ihnen zur Berfügung stehenden Telegraphenbureaux auf die Presse aus aben, besprach er das den meisten Beitungsverlegern als bie Hauptfache geltende Annonsen und Reflamegeschäft, mit welchem es nur darauf abgesehen sei, den Unverstand des Publikums zum eigenen Naßen nach Möglichkeit auszubeuten. Am Schluffe bezeichnete Referent das Berliner Boltsblatt" als eine Beitung, welche, weil fie ben in unserem gegenwärtigen Beitungswesen herrschenden Misständen nach Kräften entgegen witte, in besonnener Weise Belehrung behufs Erringung polis tischer Freiheit biete und mit aller Entschiedenheit für die be rechtigten Intereffen der Arbeiter eintrete, den Anspruch machen bürfe, daß alle aufgeklärten Arbeiter für ihre Verbreitung forgen. In der an den Vortrag fich anschließenden Distuffton wurden Einwendungen gegen bie bisherige haltung des Ber liner Boltsblattes und Anforderungen an die Rebattion des felben von mehreren Rednern mit einer Erregtheit vorgebracht, welche zu der Ruhe, mit welcher Herr Liefländer Die Geneigtbeit der Redaktion, alle berechtigten Wünsche der Abonnenten zu berücksichtigen, barlegte, in auffallendem Kontrafte ftand. Es wurde von Herrn Ed. Hill die folgende Resolution eingebracht: Die Bersammlung bält die jeßige baltung bes Berliner Voltsblatts als für die Fortbildung des Arbeiterstandes nicht geeignet und ersucht die Redaktion, Die heute hier genügten Misstände abzuschaffen; dann wird die Arbeiterwelt Berlins freudig in die gi tation für ihr Drgan einzutreten wiffen." Herr Lief länder empfahl die Annahme der folgenden Resolution: Die Versammlung erkennt an, daß von der gesammten Prefe Das Berliner Boltsblatt" die Intereffen der Arbeiter und Handwerker am besten vertritt und verpflichtet sich für die weiteste Verbreitung desselben Sorge au tragen." Nach sehr Wir ver greifen in die Debatte betrachten?- Bruge: Darauf ant worte ich tlar und einfach mit Ja! Es soll nunmehr über einen Differenzfall zwischen Hofprediger Stöder und dem Tal mud- Gelehrten Dr. Salob Morgenstern verbandelt werden. Die Vertheidigung behauptet, das Herr Stöder einmal verrn Dr. M. gesagt babe, er werde ihn bei der Kreuzzeitung be schäftigen tönnen und er babe den Auftrag, ihn aufzufordern, doch zu Herrn Dr. Kropatschet au tommen, welder ihn gern tennen lernen wollte. Als er zu Herrn Dr. Kropatschet gelommen fei, babe thn diefer als Lügner und Schwindler gebrandmartt. -Beuge Stöder: Jch lenne Herrn Dr. Morgenstern. Derselbe ist einmal in Noth gewesen und da habe ich ihm 20 Mt. ge fcbidt. Ich habe Serrn Dr. M. als Schriftsteller Aber den Talmud fennen gelernt und bin einmal mit ihm in Be rührung gekommen. Ich habe ihm gesagt, daß seine Schriften nicht intereffiren würden, wenn er nicht boshafte Lügen Tangen lebbaften Debatten wurde die Resolution des Herrn Liefländer mit großer Mehrheit angenommen. Bor Schluß ber Bersammlung wurde noch eine Zellersammlung für die Streifenden Arbeiter der Werkzeugfabrit von Breuer u. Schu mann in Kalt befchloffen. Der Arbeiter Bezirksverein im Often Berlins hatte fich am Sonntag früh im Lokal zur Neuen Welt versammelt, um von da aus eine Herrenpartte zu unternehmen. Dbgleich man bekannt gegeben hatte, daß um 6 Ubr Morgens ab marschirt werden sollte, wurde es doch gegen 7 Uhr bevor man Die Neue Welt in der Frankfurter Allee verließ. Das nächste Biel war Friedrichsfelde, wo nach einem etwa 1 stündigem Marsche das Frübftüd eingenommen wurde. Von hier aus wurde, selbstverständlich unter Begleitung bewaffneter Macht, Der Weg gen Röpnid fortgefeßt. In Sadowa, wo man fich nochmals erfrischen wollte, wurde der Eingang zu dem Café Sadowa auf( Wunsch des Wirthes?) von Gendarmen versperrt, obgleich derselbe 3 Tage vorher dem Ver gnügungs Romitee sein Lokal zur Verfügung gestellt hatte. Die Theilnehmer ließen fich jedoch dadurch nicht in ihrem Ver gnügen stören, denn nur etwa 200 Schritte weiter verabreichte man für Gelb und gute Worte Alles, was zur Stärkung des Rörpers nothwendig ist, in zuvorkommender Weise. An ertennung verdient hauptsächlich der Wirth im Schüßenhaufe au Röpnid, welcher den fich an der Natur freuenden Berliner Arbeitern einen herrlichen Platz in der Haide anwies, auf welchem fich dieselben nach Herzenslust bewegen konnten. Gegen 5 Uhr Nachmittags verließ die Gesellschaft theils zu Fuß, theils mit dem Dampfroß Röpnid, um noch einen Theil des Tages im Kreise der Familie zuzubringen. Bum Schluß set noch ber Dilettanten- Rapelle für das unermüdliche Spielen der Dant ber Theilnehmer ausgesprochen. adog basuha sondell andam m 10@ the selben Weise wieber zurückziehen und nur die opferwilligen| Kollegen die Bewegung in der Schwebe halten. Referent be fürwortete besbatb ben Anschluß an fefte Rorporationen, da durch folche bel starter Belbellignng etwas Festes, Poftiives geschaffen werben tönnte, fest aber hinzu, daß eine wirklich dauernde Regelung ber Arbeitsverhältnisse nur durch die Gesetzgebung gefchaffen werden könnte. An den Vortrag knüpfte fich eine längere intereffante Debatte, in der fich die Herren Bora Klose, Berndt, Pfeifer und Andere betheiligten. hfs. Die General Bersammlung der Berliner Schmiede gesellen, welche bebufs Aufstellung einer Statiftit über die Be willigung ihrer belannten Forderungen am vorigen Sonntag ( 7. b. M.) Bormittags in Keller's großem Saale, Andreas. ftraße 21, ftattfand, war nahezu von der gesammten Gefellen fchaft des Gewerts, ca. 1500 Personen, besucht. Durch Namens aufruf der einzelnen Werkstätten, welche Schmiede beschäftigen, und die von den anwesenden Bertretern derselben hierauf ertheilte Auskunft wurde festgestellt, daß von den in Frage tommenden 400 Werkstellen 301 die Forderungen bewilligt und 79 fie nicht bewilligt haben, während es von 20 noch nicht ermittelt werden konnte, da von den betreffenden Werkstätten feine Beitreter in der Bersammlung anwesend waren. Doch follen dies durchweg nur die fleinsten Wertstätten sein, welche faft ausnahmslos nur einen Schmiedearbeiter beschäftigen. Die Versammlung beschlok alsdann, daß vom 8. b. M. an in allen nicht bewilligenden Werkstätten die Arbeit eingeftellt werden soll. Den Schluß der Versammlung bildete die Feststellung bezw. Ernennung der Wertstellen- Delegirten. wn thi burch bewirkte Schmälerung ihres Kapitalgewinnes nicht tragen lönnen oder wollen, so wird für den Gefeggeber die Frage zu erwägen sein und wird derselbe barüber Untersuchungen anzu ftellen baben, wie bie nationale Produktion derartig um gestalten ist, daß einem Jeden der thätige Antheil an be felben und der hiernach bemessene Arbeitsertrag zu Theil werde. # General Bersammlung der Zentral- Kranken und Sterbetafe der Schuhmacher. Die in Staffel tagende Be fammlung bat in namentlicher Abstimmung mit 16 gegen 9 Stimmen beschlossen, den Sis der Kaffe nach Gefthacht be Hamburg zu verlegen, weil dort der ortsübliche Durchschnitts, Tagelohn niedriger ist, als in Hamburg, die Staffe aber doch unter gleicher Aufsichtsbehörde bleibe. Während in Hamburg der Durchschnittslohn auf 2 Mart 50 Bfg. festgelegt ist, er in Gefthacht nur auf 1 Mt. 80 Pfg. feftgesezt worden, fo daß die Rasse dadurch in die Lage versetzt wird, einen niebi geren Sag bei Beiträgen und Unterfügungen einzuführen. Bon bedeutendem Interesse war die Generaldiskussion über die Statutenanträge infofern, als von allen Seiten anerkannt wurde, daß die feit Einfahrung des Krankentafengefetes eingetretenen Verhältnisse in der Kaffe sehr unerquidlich g worden felen. Es ſelen Elemente hineingekommen, bie fein Intereffe an der Kaffe und deren Existenz hatten und lurz na Theil ihrer Aufnahme, zum Zbell eine Krankheit fimulirend, f schon Unterstügung auszahlen ließen und die Kaffe dadurch fchwer schädigten refp. ausbeuteten. Die boben Unterfügung fage verleiten solche Leute aur Simulation, doch wurde auch ane: fannt, daß unfere mislicher, whihfchaftlichen Berhältniffe den größten Antheil an der starken Bahl der Erkrankungen tragen. Die Simulation wurde da am meisten tonstatist, wo die Mitglieder der Kasse noch mehreren anderen Raffen an gehörten und mehr Krankengeld bezogen, als fte zu verdienen im Stande find. In der Spezialdiskuffton wurde schließlich außer ber schon oben angeführten Verlegung des Siges auch beschloffen, bei Aufnahme neuer Mitglieder nicht mehr wie bisher lebhaft wurde die Debatte darüber, ob ferner noch, wenn aud nur ausnahmsweise, Nichtschuhmacher aufgenommen werden sollen oder nicht, und wurde beschloffer, für die Folge nur nod Der Fachberein der Steinmeßen Berlins tagte am 7. b. M., Sophienftr. 34. Der Saal vermochte faum die Anwesenden zu faffen; in diesem Jahre war noch teine Versamme lung so zahlreich besucht. Gegen 11 Uhr eröffnete der Bor figende Herr Handschub die Versammlung und gab einen furzen Rüdblied auf die Lohnbewegung während seiner ein fjährigen Thätigkeit im Amte, er bemerkte aber, nicht im Stande zu sein, die Geschäfte länger fübren zu tönnen, da die Stellung cines Borfigenden zu viele Wühe und Opfer beanspruche, hauptsächlich bei einer Rorporation wie die der Steinmegen, welche oftmals mismuthig seien über ihre traurige Lage tros bes bestehenden Tarifs. Eine Wiederwahl lehnte Herr Hand schub bankend ab. Bum 1. Vorsitzenden wurde sodann Herr Stieber( Mitglied der Lohntommiffion) mit aweldrittel Majorität gewählt. Derselbe nimmt die Wahl an und verspricht mit vollem Eifer sein Amt zu verwalten. Der Verkehrs. Alt die Nachlässigkeit der geselle Herr Robisch beklagt Kollegen in einigen Grabsteingeschäften, da dieselben von der Fremben unterstüßung sich ausschließen. Herr Hofmann ftellt die Frage, welche Schritte der Vorstand zu thun gedenke, um diese Herren zur Unterstügung mit heranzuziehen und em pfiehlt eine nochmalige dirette Aufforderung an dieselben. Großen Beifall erntete Herr Hempel mit seinen Ausführungen in Bezug auf die Ausdauer und Moralität vieler Mitglieder. Der Voifigende theilte noch nicht, daß ist ca. 50 Rollegen außer Arbett felen und weitere Entlassungen noch bevorstehen, Deshalb set wohl die Reduzirung der Streilgelder auf 25 Bf. pro Woche ganz gerechtfertigt, überbies schreiben die Münchener Kollegen, daß der bortige Streit bald beendet sein wird. Bum Schluß gedachte Herr Jäger noch der Verdienste des Vort figenden, und sämmtliche Anwesenden erhoben fich zum Beichen der Anerkennung von ihren Sigen. Brausende Hochs auf den Verein und den neuen Vorsitzenden durchballten den Saal und lange bauerte es, che fich die Menge verlief. gl. Der Fachverein der Tischler bielt am Sonnabend, ben 6. Juni, Neue Grünftraße 28, feine Mitgliederversamm lung ab. Auf der Tagesordnung ftand 1. Bericht der dazu ernannten Kommiffion über die Ausstellung von Lehrlings arbeiten der Berliner Gewerbe und 2. die Streits, ihre Ür fachen und Wirkungen. Sum 1. Punkt der Tagesordnung nahm Herr Marhols das Wort und berichtete ausführlich über bie einzelnen Ausstellungsarbeiten und die Lehrzeit der Aus fteller. Derselbe sprach sich dahin aus, daß man nach Klarer Uebersicht der verschiedenen Arbeiten fich fagen müßte, daß Diese Ausstellung blos eine Ronkurrenz der Meister unter fich felbft hervorruft, denn bei einzelnen Arbeiten sei es faft un glaubhaft, daß Lehrlinge dieselben felbstständig verfertigt hätten, so unter andern ein Scbrant, bei welchem der Auf fteller erst eine Lehrzeit von 7 Monaten hinter fich habe. Auch führte der Redner an, daß zur selben Beit, als er die Aus stellung besuchte, einige Herren vor der betreffenden Arbeit gestanden, die nach seiner Beobachtung Fachleute waren, welde ihre Bweifel über die Angaben der betreffenden Arbeit aussprachen. Herr Pfeifer, ebenfalls zu der Kommission gehörig, führte aus, daß er nach Durd sehen der verschiedenen Gegenstände die Ueberzeugung gewonnen habe, daß, wenn ein Lehrling von 1% Jahren und weniger Lehrzeit folche Stüde verfertigen fönnte, es wohl angebracht sei, daß die Lehrzeit von 4 Jahr, wie jest üblich, auf 3 oder 2 Jahre rebusitt werden Tönnte, da ja burch die Lehrlinge bei jeßiger Lehrzeit und fol cher Leistungsfähigkeit den Gesellen große Ronkurrenz gemacht würde, auch viele Meister fich mehr auf Lehrlingsausbildung legen, weil das ja bedeutend mehr einbringt als das Halten von Gesellen. An der darauffolgenden Diskussion betheiligten fich u. A. die Herren Strehlow, Krüger und Nasner. Letterer tritifitte ebenfalls die angegebene Lehrzeit, da er mußte, daß bei einem Lehrling, wo 1 Jahr Lehrzeit angegeben set, der felbe schon vorher längere Beit bei einem andern Meister gelernt babe. Es ging hierzu eine Resolution ein, die den Grundgebanten obiger Ausführungen enthielt: daß die Versammlung in der Beranstaltung folcher Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten tein wesentliches Rittel zur Förderung der Intereffen des Tischler geweits erblide. Diefe Resolution wurde einfiimmig an genommen. Hierauf erhielt zum zweiten Punkt der Tagesordnung Herr Meißner das Wort. Derselbe begann damit, die Ents ftebung der Streits in England zu schildern und führte aus, baß aus berselben die Trades Union" nach und nach ent ftanden selen, beren jest enormes Vermögen faft nur zur Unter ftügung der Streits verbraucht würde, daß jedoch die englischen Arbeiter trop threr Drganisationen, die im Verhältniß zu den deutschen großartige zu nennen felen, wenig oder gar nicht beffer ständen als unsere Arbeiter und daß dort die ArbeitsLofigkeit ebenso, wenn nicht noch in größerm Maßstabe vor banden fei, als bei uns. Referent lam bann auf die Tischler fireils in Berlin zu sprechen, und wies darauf hin, daß die Erfolge der Streils fich immer nach Stand der Geschäftstonjunktur gerichtet haben und zwar sei es in den schlechten Beiten Niemand eingefallen, Streits zu inszeniren, da die Erfolglofigkeit derselben wohl einzusehen war. Redner schilderte dann die jeßige Be wegung und sprach fich dahin aus, daß der Anfang gut war, baß jedoch nach Durchführung des vorjährigen Programms, mehr Werth auf eine fefte Vereinigung, auf Anschluß an den Verein hätte gelegt werden müffen, um den Kollegen, die durch Die Bewegung aufgerüttelt seien, in den Fachorganisationen Auf flärung und theoretische Ausbildung zu Theil werden zu laffen. Dies sei vom richtigen Standpunkt aus betrachtet, mehr werth, als eine momentane, das heißt, eine solche Lohnerhöhung, bie nur so lange dauert, wie die Geschäftslage eine gute ist, benn die Erfahrung hat ja gelehrt, daß die Errungenschaften burch inszenirte Sireits nie dauernd waren, die am allerwenig ften aber durch folde loſe Bewegung zu halten ſelen, ba ja, nachdem überall bekannt ist, daß bald in einen Streit einge treten werben foll, die Kollegen maffenbaft fich der Bewegung anschlössen, jedoch nach Beendigung des Streits fich in der Theater. Königliches Opernhaus. Beute: Der Trompeter von Sällingen. Rönigliches Schauspielhaus. Deute: Geschloffen. Deutsches Theater. Beute: Der Weg zum Herzen. Beute: Deficit. Bellealliance Theater. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. cute: Der Großmogul. Walhalla Oseretten- Theater: Beute: Mascotte. Oftend- Theater: Beute: Der Verschwender. Beute: Bapageno. Wallner- Theater. Louisenftädtisches Theater: Bute: Fra Diavolo. Um vielfachen Wünschen nachzukommen, habe ich folgendes Abonnement eingerichtet: Sperfis 12 M. 1. Barquet 9 M, 2. Parquet 6 M. pr. Dzd. find im Bigarrenladen Dresdenerstr. 72 und Abends an der Staffe zu haben.- Anfang 7% Uhr. Morgen: Norma Central Theater: Alte Jalobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Hamburger Leiden" von Julius Stinde. Borher: " De lütt Heckenros'." hfs. Die Buger Berlins veranstalteten zur Entscheidung über ihr diesjähriges Verhalten in der Lohnfrage am Sonntag und Montag Bormittags zwei große zahlreich bes fuchte Versammlungen. Am Sonntag nabm in ben über füllten Räumen von Scheffer's Salon der Fachverein der Puter Stellung gegenüber den in dieser Bauperiode zu ers hebenden Forderungen. Die Versammlung beschloß einstimmig, den aufgestellten Minimal Tarif für Affordarbeiten aufrecht zu halten und bei Lohnarbeiten, sowie auch als Abschlags. zahlung auf Afford 60 Pf. für die Arbeitsstunde zu fordern, eventuell( im Weigerungsfalle) Die Arbeit einzustellen. Die am darauffolgenden Tage( 8. b. Mts.) Vormittags im Palmen saal, Neue Schönhauserstr. 20, abgehaltene General Versamm lung sämmtlicher Pußer Berlins und Umgegend, deren Sahl etwa 1200 betragen soll, war reichlich von 1000 Theilnehmern besucht, das Lotal war überfüllt. Auch diese Versammlung fanttionirte einstimmig den vom Verein am vorhergehenden Tage gefaßten Beschluß, nachdem sich in der Diskussion er freulicherweise herausgestellt hatte, daß schon iegt der größte Theil der Bußer die obigen Arbeitspreise erzielt. Ferner wurde eine Dementsprechende Resolution angenommen, bergemäß auch ,, neue Arbeiten von jest an nur noch nach dem Tarif über nommen werden dürfen." Die Versammelten verpflichteten fich auch, daß alle Weiterarbeitenden, b. b. diejenigen, benen die Forderungen bewilligt find, wöchentlich 1 M. zum Streit. Seh licher Abstimmung mit 22 gegen 6 Stimmen angenommen. Den Mitgliedern Zentral Kranten- und Begräbniß Raffe für Frauen und Mädchen Deutschlands.(. Offenbach a. M., werden hiermit nochmals alle hiesigen Bab wohnt Fürstenwalderstr. 11a v. III.; berselbe nimmt die Kranken meldungen entgegen. Der Kassirer, Georg Stefl, wohnt Wafferthorstr. 64 v. III. Außerdem tönnen Beiträge entrichtet werden bei Fr. Meyer, Fehrbellinerfit. 46 Fr. Scheiber, Naunynftr. 60 R.. Fr. Richter, Fünften walderftr. 11a III. und beim Raffirer. Am Donnerstag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, findit in Schüßenhause zu Köpnic eine Versammlung der Bauhandwerke Borstandes; Empfangnahme der Statutenbücher und Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch bittet der Einberufe Kleine Mittheilungen. einer Konfistation. Bodum, 7. Junt. Am Mittwoch fin wir, berichtet die Westf. Voltsztg.", schon wieder von Ronfistation beimgesucht worden. " Das hiesige Amtsgeria hatte in dem der Augsb. Poftatg." entnommenen Leitartikel ber Nr. 104 teine Bismardbeleidigung erblidt, und die An ordnung der Konfislation deswegen abgelehnt. Das Landge richt zu Effen hingegen erklärte fich für Ronfislation. thin som Briefkasten der Redaktion. 6. 24. Die Eltern find nicht baftbar. Im Uebrigen Die Anfrage schon einmal beantwortet. Manteuffelstraße 113. pflichtet. Sie find zur Bahlung ver Alter Abonnent Langefte. Anzeige ist an das gl A. A. 6. Wenden Sie fich an die Staatsanwaltschaft Polizeipräsidium zu richten. bes Landgerichts II zu Berlin. D. F. M. Den Schaden haben Sie nur dann zu tragen, wenn Sie in Folge eines Vergehens den Blumentopf brochen hätten. Ein von Ihnen zu vertretendes Berfeben scheint jedoch nicht vorzuliegen. Shre 8. B. Sie müffen uns llar legen, welche Stellung, die Frage beantworten. Schwester in dem Geschäfte bekleidet hat. Erst dann last fich anzunehmen und die Sache durchzuführen. Eine Frift Mathes. Der Armenanwalt ist verpflichtet, das Mantal unterstüßungsfonds beisteuern. Auch wählte die Versammlung Einreichung der Klage ist nicht firirt; es wird jeder Einzelfall zur Leitung der Streits eine aus 7 Mitgliedern bestehende besonders beurtheilt. In Ihrem Falle hat sich der Anwall einer groben Verzögerung der Sache schuldig gemacht. We Kommiffion. Eine Volksversammlung fand in Kaffel am 7. b. M. statt. Dieselbe war von über 600 Personen besucht und nahm nach einem eingebenden Referat des Reichstagsabgeordneten Pfannkuch nachstehende Resolution mit allen gegen 1 Stimme an, und ermächtigte das Bureau der Versammlung, dieselbe dem Reichskanzler zu übermitteln: Resolution. Im Intereffe der allgemeinen Wohlfahrt, in Anbetracht der Nothwendigkeit den Sie sich an die Anwaltskammer zu Berlin. 8. B. 53. Die Kaffe ist nur zu den im Statut feftge Schreiben ersichtlich ist, der Patient felbft für die Kurtoften festen Unterstützungen verpflichtet. Da nun, wie aus Ihrem im Krankenhause au sorgen hat, so ist die Raffe von dieser Pflicht entbunden. D. Sch. Granfeerstraße. Die Abgeordneten Bebel un der materiellen und fittlichen hebung des Arbeiterstandes ist Liebknecht find nicht mit einander verwandt. Der Abgeordnete es gebieterische Pflicht der Gesezgebung, ein allgemeines Verbot es gebieterische Pflicht der Gesezgebung, ein allgemeines Verbot Geifer ist der Schwiegersohn Liebknechts. Nr. 1 Tagen so viel verdienen, um den fiebenten Tag, den Ruhetag, für fich. Außerdem giebt es noch 17 Sorps, wovon zwei decken zu können. Sollte die nationale Produktion eine hier All den zahlreichen Freunden, Bekannten und Kollegen meines entschlafenen Vaters, welche uns durch die bewiesene Theilnahme so wohlgethan haben, insbesondere Herrn Brebiger Rhode und den Herren Sängern den tiefgefühltesten Dank der Angehörigen. Eduard Flickschu. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein [ 1235] Weiß- und Bairischbier- Lokal. 1207] Fr. Kuhlmey, Weinbergsweg 15b. Uhren- Fabrik 8 M. G. Scharnowy d 152 Oranienstrasse 152, Ecke Moritzplatz, empfiehlt sein Lager aller Arten Uhren, als Gold. Damenuhr v. 25 M. an Gold. Herren- Rom. v. 55 D. an Hrn. Talmi Ketten v. 2 M. an Damen- Ketten mit Quafte Halens v. 4 M. an Eine Cylinder- Uhr& reinigen gfond 1,50. 1,50 M. Gine neue Feder Gute gebr. filberne Cylinder Uhren Reue filb. Cylinder Uhren( abgz.) v. 15 M. an do. Remontoir v. 24 Dt. an Silb. Anter- Uhren v. 25 M. an do. Remontoir v. 35 M. an Regulator, 14 T. g. v. 15 M. an GuteSchwarzw... v. 4,50 M. Für jede bei mir getaufte und reparirte Uhr leiste 2 Jahre schriftliche Garantie. 910 1 nach neuester Ronstruktion gearb. neuer Stelafuß ist bill. zu vert. Näheres b. Frau Kaczmaret, Mustauerstr. 47.[ 1237 Ladentische, Repositorien und Regale für Schant, Posamentier, lebl und Borloft- Geschäfte billig. 1238] Wienerstraße 40 bei Duebnom. balettiche. 0005 Drucksachen === aller Art, dnu mond namentlich 763 Circulaire, Rechnungs- und Quittungs formulare, Adreßkarten, Prospecte, Preis Courante, Brochüren, Statuten und Quittungsbücher, Marken, fämmtliche Formulare für Krankenkaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. Buchdruckerei MAX BADING Beuthstrasse 2. Verantwortlicher Rebatteur. Granheim in Berlin. Drud unb Berlag von May Dabing in Berlin SW. 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