Nr. 133. Don«erftag, 11. Juni 1885. II. Jahrg. ßrrlinrrDolblilall Drgan für die Interessen der Arbeiter. Das �.___„Berliner B-lksblatt" Ncheml täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementSpreiZ für *krlin frei in s Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. "»stabonnement 4 Mf. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Vellage 10 Pf. (Eingetragen in ver PostzeiwngSpreiSlist« für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expeditton, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Redaktion: Keachstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. üan i 3D« Verfälschung der vahrungsmMel. Die Enthüllungen der„Deutschen Fleischer- Zeitung" Iber die Verwendung von Pferdefleisch bei *er Wurstfabrikation haben allgemeines Aufsehen angt und einige Blätter bringen heftig« Artikel über die Angelegenheit. DaS hat seinen besonderen Grund. ES »urde schon seit langer Zeit Pferdefleisch in Massen für Nmdfleisch verkaust oder in die Würste gehackt. Doch pschah da», so glaubt« man, nur in Läden und Nestau» sntionen, no Arbeiter und„kleine Leute" zu billigen «eisen ihren Bedarf an Fleisch und Würsten bezogen. Da kümmerte man fich weniger darum; ja wir erinnern ***, daß vor wenigen Jahren ein sogenannter Gelehrter «t« Arbeitern den Rath gab, sich nur von Pferdefleisch Sl nähren, da e» ja billiger sei. E« giebt Leute, die da» ferdefleisch ganz gerne esse«. Aber sie bilden«ine Minder- phl und wen« dennoch heut« viel Pferdefleisch al» solche» gekaust wird, so geschieht die» au» Roth, wre man in einer belagerten Sadt, wo die gewöhn« 2$**„ Lebensmittel ausgegangen sind. sich von Pferdefleisch nährt. Die Übergroß« Mehrzahl de» Volke» aber hat einen Widerwillen gegen da« Pferdefleisch, «KfJ0 al» man ja gewöhnlich keine jungen und ' sonder« alte und abgetriebene Droschken» ' 5* soll gewiß Niemand verhindert sein, Pserdeflelsch zu essen, der daran Geschmack findet. Wenn ß voi«in uuverschämter Betrug und mcht» Andere«. «e.„.,iat nian mit einem Mal entdeckt, daß da» Vterdeflerfch auch i» sogenannt« bessere Restaurant» vorge» orunge»»st und daß«an auch in Delikatessenhandlunge« sogenannte hochfeine Wurst empfängt, die nur ordinär« Pserdewurst ist. Da ist natürlich die Entrüstung groß. Un» haben diese Vorfälle weiter nicht überrascht;«» »ar längst öffentliche« Geheimniß, daß man bei Würsten vor dem Pferdefleisch fast nirgend» sicher ist. Die Sache liegt auch sehr einfach. Unter de« heutigen wirth» schaftlich«» Zuständen, wo»achgerade in der in» vustriellen Arbeit die Frauen- und Kinderarbeit zu do« »tiniren beginnt,»erden eine Meng« von Männer« -llberzählig", müssen ihre» galernte» Beruf verlaflen und sich eine» andere» Erwerb suchen. Nicht» ist natürlicher, *1» daß sie sich auf den Zwischenhandel werfen, v«r deshalb eine geradezu erstaunliche Ueberzahl auf» freist. Di« Zahl der Gastwirthe, der FeUwaaren», Wurst« vnd Borkost» Handlungen nimmt immer»och zu oder e» frerde« wenigsten« da immer wieder neue solche Geschäfte Ergründet, wo die alten zu Grund« gegangen find. Da «Msteht eine fürchterlich« Konkunenz; jede, Händler will *** urtou*] JeuMeton. «5i Äm Eckfenster. Roman von Friedrich verstäcker. (Fortsetzung.) _ Jetzt fiel sein Blick zufällig, denn er hastete sonst am «öden, auf«in« sich ihm nähernde Gestalt— e« war hauten mit seiner steten Nonchalanze, der, den Spazier» "ock zwischen zwei Fingern, über die Promenade schlendert« **h, a[|«t dem Hauptmann begegnete, mit eine« vornehm Bmtt~■"~""—'— Hebung der Hand gegen die Dienstmütze zu erwidern, sagte £:„Herr Gras, ich streue mich, Ihnen hier zu begegnen. jlch komme soeben au« Ihrer Wohnung, hatte aber nicht vw Glück, Sie dort zu finden— dürft« ich Sie um zwei �orte bitten?" �„Mit Vergnügen, Herr Hauptmann," erwidert« Graf bauten, indem er sich dabei aber«och wo möglich ein fr-nig höher emporrichtete, al» e» sonst seine Art und «eis,»at-.womit kann ich Ihnen d,en«n?" „„Nu, mit einer Antwort." sagt« Dürrbeck trocken. -Erinnern Sie fich noch, wa» Sie gestern Abend»m Kafö, K ich mich selber schon in dem Lokal befand, und ßber et»« Dame vom Theater geäußert haben? Ä S vber»a« damit zusammenhängt viel zu unbedeutend»st, JvJI unsere Ausmersamkeit länger al» für den Moment i«t I'sseln. E» würde schwer und außerdem eine sehr undank- bar, Arbeit sein, ein solche» Gespräch noch«»mal am Uchsten Morgen zu rekapituliren— doch wa» bez»»«ckt Ihre Srag,,- .»Ich will sehr deutlich sein," saate Dürrbeck, de« vir augenscheinliche Hohn in Rauten'« Worten nicht ent- und der sich jetzt»irklich Müh« gebe» mußte, um nur »öthig« Fassung zu bewahr.—„Sie äußerten fich billiger sein al« der andere und«» komme« die gräulichste» Gcschäft»praktike« auf, wobei ftellich zu beachte» ist, daß die Händler oft selbst die von ihre« Lieferanten Betrogene» sind. Gewiß befinden fich unter den Händler» eine Menge von reellen Leuten; eine nicht minder große Anzahl aber will um jeden Prei» Geschäfte machen. Eine ganze Reihe von Leuten schlägt seine» Unterhalt auf den Prei» der Maaren, bis sie endlich in die Hände der wirklichen Kon- sumentea kommen, der dann für Alle aufkommen muß. Und da man doch billig kaufe» will, so werde» oft Mittel angewendet, die unter alle» Umstände» verwerflich find. Man verfälscht die Waare» und dies« Praxi» beginnt sich auch in de» sogenannten besseren Geschäfte»«inzu- bürgern oder hat sich schon«ingebürgert. Da» ist eine Folge der steigenden Massenarmuth. Wir baden nun allerding» ein ziemlich scharfe» Nahrung»miUelgesetz, daß fich gegen die Verfälschungen an- »enden läßt. Allein die« Gesetz hat seine Lücken, theiweise wird e» auch nicht scharf genug angewendet. Man geht unsere» Erachten» nicht systematisch genug vor. Welch un> geheurer Schwindel wird nur mtt der B u t t e r getrieben und wieviel Zentner„Kunstbutter" werde« alljährlich al» „Naturbutter" verkauft werden? Nennen fich alle Geschäfte, die Kunstbutter vertreiben, auch Kunstbutterhandlungen? Wohl nur zum allergeringsten Theil. Man sollte st« aber doch zwing«» können, auf ihre Firmen wenigsten« die Wahrheit zu setzen. Die Verfälschung von Waare» durch dm Schwer- spat wird seit Jahre» in umfassendster Weise betrieben. Der Schwerspath oder Baryt ist an und für sich ei» ganz unschuldige» Material; er wird indessen durch bergmännische» Betrieb«assenweise gewonnen und in eigen» dazu errichteten Mühlen zu Pulver verarbeitet. Dieser pulverisirte Schwerspath, der viel im Odenwald und Spessart gewonnen wird, hat keinen andern Zweck, al» zur Ver- tälschung zu dienm. Man vermengt mit dieser weiß«» Mass« Bleiweiß, Mehl, Zucker, Gewürze u. s.»., um bei« Gewicht zu gewinnen. Wer sich heute gemahlenen Pfeffer kaust, wird häufig bei demselben auf Sand beiße»; da» ist der Schwerspath. Sogar Echiffätaue hat man schon mit Schwerspath versetzt, um sie schwerer zu mache». Eine politisch bekannte Persönlichkeit hatte an der mittlerm Weser eine Schwerspath-Fabrik errichtet, wo ein„Felsen- meer" zu Pulver verarbeitet wurde, täglich etwa 30 Zentner. Deise« große„Felsenmeer" ist in die Mägen deutscher Kon- summte»«it Mehl, Zucker und Gewürzm«ingeführt worden. Sollte hier die Behörde nicht einschreitm und die Fabrikation von Substanzen verschiedmtr Nüancm, die offenbar nur dazu diene», die Nahrungsmittel zu ver- fälschen? über Fräulein Blmdheim in einer eine» Gentleman nicht würdige» Weise..." „Herr Hauptmann!" fuhr Graf Raute« auf. „Sie wissen, daß Fräulein Blendheim meine Verlobte ist..." ' Rauten hatte heftig werden»ollen, gewann aber rasch sein« alte, nur um so«ehr provozirenve Kaltblütigkeit wieder.„Ich weiß da»?" sagte er ruhig.„Haben Sie mir Ihre Braut vorgestellt oder mir nur«ine Karte ge- sandt? Woher soll ich e» wisse»? Au» den Stadtklatsch etwa, der sich«it solchen Dingen befaßt? Ich leihe de« kein Ohr." Dürrbeck biß die Zähne fest auf einander.„Ich ftage Sie den« hiermit," sagte er mit vor innerer Auf- regung zitternder Stimme,„ob Sie, al» Sie jene Worte äußerten,«ußtm, daß ich mich im Zimmer befand oder nicht." „Mein Herr Hauptmann," sagte Raute» mtt der größte« Ruhe,„ich weiß mich nicht«ehr darauf zu er- mner». E» ist möglich, daß ich Sie gesehen oder gehört hatte, aber auch da» Gegentheil kann der Fall ge- wesen sein." „Sie weichen mir au»..." „Nicht im Geringsten; ich erkläre Ihnen nur hier einfach, daß ich, wenn ich Sie auch gesehen hätte, trotz- de« keine Aeußerung über irgend eme der dem Publikum vollständig preisgegebenen Theaterdamen, so weit e» näm» lich«tn Urtheil über sie betrifft, zurückgehalten habe» würde. Zu diesen aber gehört die Blendhe,«.. „Fräulein Blendheim." wenn ich Sie bitte» darf I" fuhr Dürrbeck empor, denn seine Geduld lief au». „Und weshalb Fräulein?" lächelte der Graf.„Bei derlei Personen setzm wir unter un» immer nur den Ar- tikel vor." knirrschte jetzt Dürrbeck zwischen den rch,„eigentlich gehörte Dir.ein hnen ficht!" Da» genügt," sagte der Graf wir Md jetzt auf dem Punkt angelangt, lag in'» lächelnd;„ich glaube, de» Sie herbei- Von den Virfälschungen der Getränke, al» da find Wein, Bier u. f. w.»ollen wir«eiter nicht rede«;«» ist bekannt, wie ungeheuerliche Leistungen da die Fälschung aufzuweisen hat und die letzten Bierplantscher-Prozeffe in Baiern habe» wieder dedauern»werthe Enthüllungen ge- liefert. Derartige Auswüchse hängen, wie wir gezeigt, noch mtt unsere» nmthschaftftchen Zuständen zusammen. Da» könnte aber d,e Behörden nicht hindern, streng und scharf gegen die Urheb«, der Nahrungtmittelverfälschungen vor- zugehen und zwar gegen d,e Urheber jeglicher Art, nicht nur gegen die Händler, sonder» gegen alle Personen, die dazu beitragen, die Volksgesundheit zu gefährde» oder die für gute» Geld dem Käufer ein« andere Waare auf- hängen, al» er verlangt hat. Ver russisch-englische Konflikt ist noch nicht beigelegt, wie optimistische Nachrichten verkündigt hatten. Und wir können sogar mtt Bestimmthett sagen- e r wird überhaupt nicht beigelegt werden. Wo so flagrante GeaensStze vorhanden, so schroff widerstrettend« In« «reffen im Spiele find, da kann von einer Beilegung über« Haupt nicht die Rede sein. Da müssen entweder die Verhält- uiffe fich vollständig ändern, oder der Ettett muß durch da» dieselbe Macht, welch« durch ihre Ansprüche und Uebergriffe den Frieden stört: Rußland. Durch die Fortschritte Rußland» in Zentralasten hat die __._ rusfisch. englischen Konflikt nur ein Theil der großm orientalischen Frage ist. Unter türkischer Frage verstehen wir die Zukunft der Türkei, den Befitz der Balkanhalbinsel und namerttlich Kon« fiantinoptli und der Dardanellen. Hier auf der Balkanhaldinsel, wie in Zentralafien ist e» , lde Macht, welche durch" ieden stört; Rußland. Durch die Fortsch orientalische Frag«, die ursprünglich fich auf die Frage der Er- Haltung oder Erbschaft de» türkischm Reiches beschränkte, fich wesentlich erweitert und fie umfaßt nun die weitere Frage: soll Rußland über Asien und insbesondere über Indien ebenso herrschen, wie e» die Herrschaft über da» türkische Gebiet in Europa beansprucht? Von Rußland ist nicht zu verlangen, daß e» auf diese seine „Ansprüche" verzichte. Die Erobererpolttik gehört zu seinem Wesen— fie ist ihm Lebensbedingung. Wir meinen natürlich da»»arische, da» despotische Rußland. Im Moment, wo Rußland tn die Reihe der konstllu» tionellen Staaten einträte und eine wirkliche Volksvertretung hätte, würde eS ftellich aufhören, ein Erorbererftaat zu fein; dann hätte e» mtt der Regelung seiner inneren Angelegenhei- ten so vollauf zu thun, daß eS keine Zett hätte, fich um die Angelegenheitm ftemder Länder und Völker zu bekümmem. Allein eS ist keine Au»ficht vorhanden, daß dieS bald geschehm wird. Zwar hat der Nihilismus die innere Fäulniß und Morschheit deS russtschen DeSpotlSmuS an'S Licht der Sonnen gesehnt, unv e« bedarf keiner weiteren pöbelhaften Be- leidigungen." „Ich»erde jetzt nach Hause gehen," sagte Dürrrbe», der schon bereute, so weit gegangen zu sein, denn da« erste Wort allein hätte schon den nämlichen Zweck erfüllt— „und dort so lange bleibe», bi» Sie mir Jemanden sende», mit dem ich«ich verständigen kann. Ich erwarte aber Ihre Antwort bald"— und damit drehte er fich ab und wollte die Allee hinuntergehen. Rauten blieb, auf fernen kleinen Stock gestützt, den linken Ar« in die Seite gestemmt, stehen und sah still und sinnend vor fich nieder. Hauptmann von Dürrbeck hatte fich aber kaum sich» oder acht Schritt von ihm entfernt, al«er ihn wieder annef:„Herr Hauptmann von Dürrbeck!" Dürrbeck blieb stehen, ohne sich aber umzuwenden; nur den Kopf zurückdrehend, sagt« er:„Ich glaube nicht, daß noch»eitere Worte zwischen un» nöthig find." ohne da* „Einen Vorschlag? Mir?" rief Dürrbeck heftig au». „Schaut die Memme bei Ihnen durch?" „Sie kenne« mich zu wenig," erwiderte sein Gegner mtt der nämlichen Ruhe,„und deshalb verzeih« ich Ihnen de« unwürdigen Verdacht, zu de« ich Ihnen noch keine Vera»- lassung gegeben habe. Wir sind Beide fest entschlösse», un» den Hal« zu brechen, nicht wahr?" „Allerding«," sagte Dürrbeck finster. „Schön, dann lasse» Sie un« jetzt ruhig bereden— aber wir erregen hier Aufsehen," unterbrach er sich plötzlich,„denn wir schneiden viel zu ernsthaste Gesichter, al» daß die Vor- übergehenden an ei» fteundliches Zwiegespräch glaube« könnten. Lassen Sie un»— da« letzt« Mal r« unsere« Lebe«— hier noch ein paar Schritte ruhig zusammen hinuntergehen. Ich erkläre Ihnen dann mit wenig Worten, was ich«ein«, und e» liegt nachher nur an Ihne genehm? nur an- Ich begreife nicht recht, wa» Sie mir«och«itzu- S bracht, jedoch leider aach die andere Th-tsache. daß«S in u ß l a n d noch kein V o l! g t e d t. Weder in den düraerltchen noch in dm»rbeiteriretsen, noch unter den Bauern, von. denen un» weiland vorgeschwayt wordm war, ste seim„Kommunisten vom reinsten Waffer. haben die auf Mnführung ein« Bersaffung gerichteten Bestrebungen d« Nihrlisten empfänglichen Boden gefunden. Ja, wir können sogar einm Schritt weit« gehen und sagen: grade dicjenigm Klemmte, welche die eigentlichen Träg« der liberalen und demolratischm Bestrebungm find, fehlen in Rußland- einen Bürgerstand und «ine Arbeiterklasse giebt e» dort nicht. Die wirth. schastliche Entwickelung ist so weit zmück, daß wir in unserer «igenm Geschichte Jahrhunderte zurückblicken müssen, um ähnliche Zustände ,u finden. Eine weise, staatsmännische Regi«ung würde «Undings der Entwickelung vorgreifen od« richtiger fit zu beschleunigen suchen und auS erzieherische« Gründen um so eher auf den Ruf nach ein« V«faffung HSren, wdeß über daß, waS„weise" und„staatSmanniich ist, haben die rusfischm Herren Er>ellenzen ihre besond«en Gedanken. Die rusfische Regierung sträubt stch gegen jede Re« form, und wird in Folge dtffen mit verdoppelter Gewalt in die Richtung d« alten Eroberungspolitik ge- drängt. Die Morschheit und Fäulniß deS ganzen Staats- wesenS steht wohl hind«nd im Weg— aber ste bildet gleichzeitig auch einen Sporn zu tolle n A b e n t e u« r n. So glauben wir dm«, daß Peter Lumiden, d« englische Chef der afghanischen GrenzregulirungSkommisfion, ganz Recht hat, wenn er weint, schon in wenig Wochm od« Monaten würden die Ruffm wied« vorrückm. Die europaische Diplo- matte kann da nicht» machm; und will eS vnmuthlich auch nicht. Zwischm Fürst Bismarck, d« setner Vergangenheit und seinen Reigungen getreu Partei für Rußland«griffen hat, und Gladstone, der. trotz all« Sympathie für Rußland, doch «lS mglischer Minister deffen weiteres Fortschreiten nicht dulden k a n n. ist eine Verständigung absolut unmöglich, und wir müffen darum gtwärtig sein, in Kurzem den russtsch-eng- lischen Konflikt wieder akut wnden zu sehen.(Inzwischen ist die Stellung de» ruffenfreundlichm Gladstone stark erschüttert worden, vorauefichtlich wird« einen Konservativen,' nicht so ruffenfreundlichen Nachfolger haben.) Der Krieg scheint unS unvermeidlich. Zu fürchten ist er nicht, weil wir d« festen Uebnzeugung find, daß er so auslaufen wird, wie die Jnter« «ssen der Zivilisation eS erheischen. Kolitisrke Rebersiedt. Nach de« Bestimmungen des UnfallversichernngS- gesttze» bildet bekanntlich das ReichSversicherungS- amt die oberste Instanz für die ArbeiterverfichnuM. ES wird zusammmgesetzt aui mindesten» drei ständigen Mitglied«». Von dm Letzteren werden vi« vom BundeSrath aus sein« Mitte und je zwei von den GmoffenMstSvorständm und von dm Vertretern d« verficherten Arbeiter auS ihrer Mitte in getrennt« Wahlhandlung unter Leitung de» Reichs- vnficherungSamteS gewählr. Diese Bestimmung ist vielfach so aufgefaßt wordm, als sollten die Arbeitnvertreter, d«m Zahl stch ja auf viel« Hundnte belausen würde, sämmtlich zu dem Wahlakt nach Berlin b«ufm werden. DieS ist jedoch, nach den offiziösen„B«l. Pol. Nachr.", ein Jrrthum; nach der richtigen Interpretation wird die Abstimmung eine schriftliche fein müffm, und die Vota w«dm auf dem Konespondmzwege «inzuholen sein. I« Betreff de«„Kleingeldnoth" wird offiziös geschrie- den, daß der Reichikanzl«, außer den schon angetündiaten Maßregeln zur Brseitigung»«selben,«inen Antrag bei dem Bi ndeSrathe einbringen wird, der dahin geht, die Bestände «n kleinen Münzen innerhalb der gesetzlichm Moximalgrmzm durch wettere Ausprägung zu ergänzen. Zum Börsensteuergesetz wird in der„Magdeb. Ztg." geschrieben: ES ist bereits darauf hingewiesen worden, daß die dem BundeSrath zugefallme Aufgabe, durch die AuS- führungSbestimmungen große Lücken deS Börsen- steuergesetze« auSzusüllen, dewiesm hat, wie sehr die sachver- ständigm Gegner stch im Rechte befunden habm. Man gesteht eS freilich nicht ein, ab« man scheint eS zu bedauern, daß die Befragungen von Sachoerständigungm, wie ste im Reichstage und von hervorragenden Organen deS deutschm Handel» v«- langt wurden, unterblieben find. Man hat stch in neuester Zeit im BundeSrath« eingehmd mit d« Eingabe deutsch« Handels« organe beschäftigt, welche schon Ende Aprtt daS Ersuchen an den BundeSrath richteten, derselbe„möge sein« Stellung rahm« zu den Börsensteuergesetzvorschlägen de» Reichstage» eine Be« fragung solcher Sachenständigen vorangehen laffen, welche nicht nur die Rückwirkungen de» Gesetzes auf den gcsammtm Verkehr zu beurtheilen vermögen, sond«n auch über die Ein« K"Helten de« Geschäftsverkehrs speziell informirt find." Unter« rieben ist diese Eingabe vom Aettestenkollegium d« Kauf« Mannschaft in Berlin, von der Kaufmannschaft zu Danzig und Königsberg i. Pr., Magdeburg, Stettin, von dm Handel». theilen haben könnten,"«widerte Dürrbeck;„aber es sei — komme« Sie." Di« beiden Herren gingen jetzt wie zwei auf einem friedlichen Spazi«gang Bearissene neben einander her die Promenade entlang, und Rauten begann ohne Wertere»: „Sie wissen, mein Herr Hauptmann, wie wir Beide in unseren Lebensverhältnissen stehen. Sie gedenken sich in der allernächsten Zeit zu vttmähle», mit mir iß das Nämliche der Fall— wenn ich nicht ine, war sogar der morgende Tag als uns« beiderseitig« Hochzeitstag be- stimmt." „Ihr Gedächtniß hat sich wesentlich gebessert, Hen Graf," sagt« Dünbeck kalt—„doch wozu die Vorrede?" „ES ist keine Vonede, ich bin bei d« Sache, wie Sie mir gleich selber zugestehen«erden. Einer von unseren Bräuten nun— welcher, liegt noch in de» Schicksal» Hand — ist für morgen eine Täuschung zugedacht— ab« weshalb sollen wir dieselbe beiden bemten?" „Ich verstehe Sie nicht," sagte Dürrbeck finst«. „Ich kann e» Ihnen kurz erklärm. Falle ,ch, so ist natürlich meine Braut Wittwe noch vor der Vermählung, aber die Ihrige ebenfalls um nichts gebessert, denn S,e müsse» entweder flüchten oder werden verhaftet und könne« «in paar Jahre auf der Festung fitze«. Das Nämliche ist mit mir d« Fall.. „Und läßt fich da» ändern?" „Gewiß. Noch ist die Sache total unter un»— miß- v erstehen Sie mich nicht," setzte er rasch hinzu, al» Dürr- beck de« Kopf trotzig kmporwarf—„von einem Ausgleich kann und wird keine Rede sein, und d« heutige Tag muß «och zwischen uns entscheiden; aber wir können die Sache auf eine geschickte Werse anfangen." „Ich verstehe noch immer nicht,«a» Sie meinen. „Also kurz da». Die Amerika«« sind, wa» man ihnen nicht abstreiten kann, ein äußerst praftische» Volk, und was sie angreife», thun sie mit Geschick und de« möglichst««inaste« Zeitvttlust. Haben Sie nie von amerilanischen Duelle» gehört?" „Ha!" sagte Dünbeck und sah den Grafen stan an. „Begreifen Sie jetzt, welchen Vorschlag ich Ihnen kammern zu Bremen, Breslau, Köln, Frankfurt a. M., Ham- bürg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Mainz, Mannheim, München und Stuttgart. Die ÄuSführungSbestimmungen machen große Schwinigketten. Bezüglich der Zwaugßerziehuug sittlich verwahrloster Kinder ist von Setten des Ministeriums eine Anordnung«- laffen, daß die Behörden d« Orte, in welchen solche Ktnder untergebracht w«den, de« Geistlichen des betreffenden Bekennt- niffeS sowohl von der Unt«brtngung wie von jedem Wechsel deS Aufenthalts Kenntniß zu geben habm. Edmso ist seitens der Geistlichm den Ortsbehörden Mttthellung zu machen, wmn ste von Fällm Kmntniß«haltm, in welchen ein Einschreiten nach Maßgabe de» Gesetze» im Interesse dn Kinder nothwmdig erscheint. Zur SefSuguiststatistik. In d« Numm« 128 unseres BlatteS brachten wir die ÄUtheilung, daß in den zum Reffort deS Ministeriums deS Jnnnn geyörendm 51 preußischen Straf- und Gefangntßanstalten In der Zett vom 1. April 1883 biS dahin 1884 eine Abnahme der Gefangenen um 17 982 Personen gegen da» Vorjahr stattgefunden habe. Die amtliche Statistik, der wir diese Zahlen entnahmen, weist nun ferner nach, daß zu dem V«waltungsapparat dies« 51 Anstalten nicht weniger al» 2233 Beamte erforderlich warm. DaS macht auf jede Anstatt beinahe 44 Beamte. Außerdem find an dm Anstaltm noch 53 evangelische, 41 katholische und 7 jüdische Geistliche, sowie 37 evangelische. 32 katholische und 2 jüdische Lehr« und Lehrerinnen thätig. An Aerzten, Wundärztm und Heilgehllfm, welch« ihre HilfSleistunaen dm Jnfaffm der Anstaltm zu Theil werden ließen, waren 69 vorhanden, davon fungirten jedoch 64 nur nebenamtlich, dasselbe war auch bei 41 G-istlickm, Lehrern und Lehrerinnen der Fall. An Gehältern resp. Besoldungen bezogen diese Beamten 3 164 487 Mk. 78 Pf., dal«giebt gegen daS Vorjahr eine Mehrausgabe für Besoldungen von 94 754 M. 79 Pf. Mit der Verminderung der Gefangenen trat auch eine erhebliche Erspamiß bei den Verpflegungskosten ein. Dieft Kosten betrugen 3452 889 M. 19 Pf. gegen 3 660 722 M. 80 Pf. im Vorjahre, sodaß 207 833 M. 61 Pf. weniger für Verpflegungskosten verausgabt worden stnv. Durchschnittlich wurdm täglich 23 173 Männer und 3941 weibliche Gefangene mit..Gesundenkost"»«pflegt und 1670 Männer, desgleichen 324 weibliche Insassen erhielten Kranken- kost. Die Gesundmverpflegung kostet« für einen Gefangenen ca. 115 M. 88 Pf., die Verpflegung eine» Kranken ca. 166 M. 50 Pf. für daS Vorjahr. Sämmllich« Gefangene, mit Ausnahme der Untersuchung?- und Schuidgefanamen müffm durch Arbeitsleistung zu ihr« Erhaltung in den Strafanstalten bettragen, für diese Arbeitsleistung wurde in dem Berichtsjahr e'n Ertrag von 2 915 610 M. 16 Pf.«zielt, daS macht pro Kopf und Arbeitstag nm wenig üb« 50 Pf. Wenn man hiergegen die Löhne der sogenannten freien Arbeit» in Betracht zieht, so wird man die Klagen üb« die ihnen durch die Gefängnißardett erwachsende Konkurrenz, welche so sehr viel zur Herabsetzung dn Arbeitslöhne beiträgt, nm zu gnecht finden.— Dm niedrigen Arbeitsertrag d« Gefangniß- arbeit motivirt die amtliche Statistik damit, daß e» nur mit großer Mühe gelänge, trotz öffentlichen AuSgebotS der Arbeit, Abnehmer für dieselbe zu finden, deshalb müsse die AnstaliS- Verwaltung, um die Gefangenen nicht ganz ohne Beschäftigung zu laffen, die unoerhältntßmäßig niedrigen Preis« annehmen. wenn also auch der E-trag d« SträflingSardett nahezu drei Millionen Mark brachte, so waren dennoch 5 888 523 Mark 96 Pf. Zuschuß zu leisten. D« Staat hatte demnach die v«. hältnißmäßig hohe Summe von 203 Mk. 80,37 Pf. für jeden Gefangenen zuzuleern, um die Kosten fein« Erhaltung und die NermaltnnzStos rn zu bestreitm. Die amtlich« Statistik weiftfern« nach, daß in d« Zeit vom 1. Oktober 1878 biS 31. Mär, 1884 7190 verwahrloste, in Zwangserziehung befind- liche Kind« in Preußen vorhanden warm. Die Erhaltung dies« Kinder, sowett ste in Anstatten untergebracht find, kostet meistmStheilS mehr, als die Erhaltung der anVenn Sträflinge. Von 16 Provinzm od« Kommunalverbänden haben 10 zwischen 210 und 360 Mark an Erhaltungskosten für jedes Kind pro Jahr zu zahlen, wäh« rend nur 6 Provinzen unt« 210 Mark für ein Kind an die betreffende Anstalt zu zahlen hatten. Die Aufnahme solcher Kind« in Familim hat stch bedeuten» billiger gestellt,«ine Ausnahme macht hi«in nur Frankfurt a. M, diese Stadt hat für jedes in der Famlli« untergebrachte Kind 250 Mark zu zahlen, wogegen die Kosten in d« Anstalt nur 200 Mark betragen- Von dm 7190 Kindern wurden untergebracht in Familien 2319, in StaatSanstalten 8, in Prioatanstalten 4398 und in den von Kommunalverbändm eingerichteten An» stalten 465. Ueber die brannschweigische Frage wird von offiziös inspiritt« Seite geschrtebm:„Durch die Abstimmung de» BundeSratheS wird eine Klärung weittragender Art in Bezug artigen Auslegung fähig find und daß ihre Bestimmungen in «inzelnm Fällen nicht ganz zutreffen. Fassen nun die v«- machen wollte? Bi» jetzt weiß, wie gesagt, noch kein Mensch um unser» tödtlichen Zwist, und da« Best« ist,«S braucht Niemand«ine Silbe davon zu«fahren. Sterben Sie»um Beispiel plötzlich, so kann ich unmöglich dafür zur V«antwortunz gezogen werden; sterbe ich, wessen Ver- dacht kann dann auf Sie falle»? Nicht einmal mein Blut klebt an Ihren Händen, doch auch imm« eine unangenehm« Solche. Der 11« lebende hält am nächsten Tage mit voll- kommen reinem Gewisse» seine Hochzeit, und der Todte— bah, der wird einfach begraben!" Dürrbeck schwieg eine Weile; e» war«in eigene», beängstigende» Gefühl, da» ihm durch'« He« zog, dmn«mn « auch mit volle« Muthe jedem andern Mann« im Kampfe auf Tod und Leben mtgegengetreten wäre, diese» drohende Ungewisse«achte ihn für einen Moment schwanke«— aber auch nur für«inen Moment, dann»ich der Schattm.„Und welche Entscheidung schlagen Sie da vor?" „Die einfachste die beste,"«widerte Rauten, die Sache vollkommen geschäftsmäßig betreibend.„Wir gehen in da» erst« beste Hotel, wo wir Würfel finden— im Eckfenster find deren zum Beispiel—, und thun gegenseitig«ine« ein« zigen Wurf. Um etwaige Gäste nicht aufmerksam zu machen, würfeln wir ein« Flasche Champagner au». Wer die meisten Augen bekommt, ist Sieg« und muß den Champagn« bezahlen— d« Andere schießt sich einfach noch heute bi» spätesten» vor Mitternacht eine Kugel durch de» Kopf." Dürrbeck süchtte, wie ihm da» Herz fast hörbar in der Brust klopfte, und ohne gleich zu«wid«n, schritt er schweigend neben dem Grafen hin. E« war ein furchtbar« Ausweg— ad««»war ein Ausweg, Rauten hatte Recht. Der Uebnlebend: blieb dem Gesetz« eme Zeit lang verfalle», und welche Qual« stand dann Constanze seinetwegen au», selbst wen« er der Ueberlebende blieb— und ihr Duell — er war fest entschlossen gewesen, de» Kampf üb« da» Taschentuch mit rn r ein« geladeren Pistole zu bestimme«, so daß also ein«> n, ihnen unfehlbar bleiben mußte. Und welchen Unterschied bot diese Entscheidung— keinen im Resultat und nur noch dem Sieger den Vortheil, daß« von Niemandem behelligt««de« konnte. Außerdem lag bündeten Regierungen jetzt auf Grund irgend eine! Artikel» einen Beschluß, so ist ein«seits diesem Artfei Definition gegeben, die eine wett«e Anwendung aU g gestattet, anderersetts ad« ttttt das Reich in eine neue... feines Staatsrecht«, indem dann festzesteM ist, daß der rath die höchste Instanz in allen solchen Staat«- und lonflikten bildet, wo der Wortlaut d« Verfassung nicht w reicht." Frankreich. In d« ftanzöfischm Deputtrtmkamm« thellte Minist« de» Auswärtigen, v. Freycinet, wtt, der fei eine Depesche Patenütre'S zugegangen, in welch« dem melde, daß d« Vertrag zwts chen Frankreich vn China am Dienstag um 4 Uhr in Ttentstn unt« zeichnet worden sei. Nach einem Telegramm Hava»" aus Tientstn von gestern oerzichkt China to dem� trage endgiltig auf alle polttischen Beziehungen zu Annam� erkennt alle au» dem von Frankreich errichteten Proteltor« «gebenden Folgen an... � � Oberst H erbinger beantragte gestern bei»"J KricgSminister Campenon, daß fein Anhalten bei der RaurM» von Langfon dem Kriegsgericht unt«drettet welde. Kriegsmintfier entschied, in der Erwägung, daß all« dW de» fraglichen Vorgänge» in Tonkin seien, daß Hnbing«"� Tonkin zurückkehre, um zur Verfügung de» Generali üo». gestellt zu w«den, welch« die Feststellung de» TbatbiW?? im gewöhnlichen Anfahren v«anlaffen werde. Je Ergebnissen dieser Ermittelungen werde Ob«st Herdingere» Kriegsgericht« od« einem UntersuchungSgettcht 0*«% werden.— Demnach aewtnnt eS den Anschein, als die ganze Angelegmhett möglichst ohne Aufsehen zu au» der Wett schaffen will. es«' Dänemark. Ueber dieBetheiligunaderKovenha Sozialdemokraten an d:r Fei« de» Grundge am 5. Juni entnehmen wir einem Berichte der«Rmd. w Ztg.", daß an dem Feftzuge, welch« stch durch die dem Bahnhofe bewegte 10—11,000 Personen detheiligten. Zug dn Freunde de» Ministeriums Estrup soll au»- und die Feftversammluim der Liberalen au» 4000" bestanden haben. Die Sozialdemokraten zäbtten nicht al» 122 Fachvereine, welche, wie vormals die Innungen,• fjj glänzende Fahnen mit einander zu wetteifern schienen, 22 MuflkkorpZ. Ueber ihrem Rednerstuhle war Laffalle s � von kleinen rothen Flaggen umgeben, angebracht, d!«uii>V Satz;„For vor Ret(für uns« Recht) vi allid kämv� Hör dum, der VoikSthingsmann, behauptete, daß die i mehr und mehr Eingang bei d« Bevölkerung gewönne. � König und VaterlantHwolle« kein Hoch ausbringen, dfrji Sozialdemokraten wären Republikaner. Aber ste könnten vn>� einen König lieben, den fein Volk liebte. Nicht für RWLwi Vaterland, sondern für d« Arbettn Frauen und wolle er ein Hoch bringen. Er batjdann um die ErlaubinK,, Mann«» der Opposttion im WolfSthaie(Partei Öi* einen Gruß zu senden. Dann sprach Holm, d« in um Genossen wirbt: DaS Grundgesetz wäre verheert, Tartüffe bedeute einen Schlingel, und die Vernichtung vorgenommen von d« Partei von Tartüffm, welche% genannt würde: ihre Freude und ihre Feier de» Gründl wäre Lüge. Wtt sammeln un», um Kräfte zu gewinnen,� spähen nach dem Tage, wo wtt sagen können, wa» Mi Land« sein soll. Dann kam H«m. Bing von dm und brachte einen Gruß und Dank für einträchtige u Er und Hördum einigten fich darüd«, daß beide Pactete R»r>.„.(„«.„..„„«MI auch nachdem da» stürzt wäre.— Nach_____....________ Demonstranten gegen da» Ministerium 25 000. in Frieden und Rube noch«in Stück zusammengehen JL» m ' Ministerium Estrup mit veceW«M y l'TlZZ 1% tuna deS Festes innerhalb d« Stadt war vom verboten worden, die Thettnehm« mußten dah« den j» Stück außerhalb der Stadt belegmen Thrlergaiten jü« � platz benutzen.— Die Fei« in dm kleinerm ebenfalls sehr rege. In Varde(Jülland), wo gic�' V Denkmal für Frederil VIL, den Spender der VeftaffM' F hüllt ward, sprach eine Vnsammlung von mindest� fit 13 000 Theilnehrnern fich einstimmig— durch Gegdf wiesen— in dm schälfsten Wortm geam Estrup aß?. M Polttik schließlich alle und jede Freiheit vttnichtm wie sonst wurden die Abgeordneten aufgefordttt, sein�,j)«ck V«handluna mtt Estrup zu verweigem und ihm mehr zu bewilligen, komme wa« da wolle. DaS M&iicß Efttup giebt fich inzwischm dtt giößte Mühe, die oej'Jyi f Freiheiten wett« einzumgm. Die VersammlungsMM durch da« Schießwaffengesetz u. a. stark angegriffm, 0»°, J» geheimniß kann auf dem Verwaltungswege»«letzt persönliche Frechett wird durch die Haussuchung und G<(.,/ setzung aufgehoben— nicht einmal durch die sonst so ß-W orvmtlichm Gttichte, sondem auch auf dem Verwaltung durch Abgesandte de« Ministerium«- Da« zeiat � ftüh« erwähnte grundlose Vtthastung des Redal für ihn g«ade noch d« nicht g«iny anzuschlagende vor, daß Constanzen» Name bei der ganzen 8*% Jß genannt wurde und ihr Ruf darunter litt.»n» Sache öffentlich betrieben, wa« fich«iL Sekundant' y einmal nicht ändern ließ, wa» für G«acht« streut',, � die Welt au», und die tollsten Dinge wären jedeni�i�l funden worden, dmn eine Kanstlerin glaubt 1* schmähen ,u dürfm I..... j»! „Topp," rief« au»,„ich nehm« Ihren Borsch' Er ist teuflisch«dacht, ab« Sie haben Recht, eS seinen Zwick— und wann soll«» geschehen?" „Wann? Jetzt gleich!" sagte Rautm.„ schon deshalb nicht so lange zögern,«eil der B# alle Hände voll zu thun haben wird, um seine®' auf dies« Welt noch zu regeln. Ich»«iß wirM m einmal, ob ich mit Alle« genügend f«tig würde,** j» auch wieder in sofern seinen Vortheil hat, daß"nV dann keinem nutzlosen und peinlichen Grübeln übe'�-� „Und Ihr Ehrenwort, daß Sie die Bedingung*•' J wenn der Wurf Sie trifft, wie ich Ihnen hiermtt da» meine v«pfände?" „S«lbflv«stSndlich," sagt« Rautm—„wein< und da» noch bi« vor Mitt«nacht."„ w* „Vor Mitternacht I"«ied«holte d«Haupt«at»u — ao« die Männer reichte« sich dabei nicht die 5® W Dürrbeck verlangte et auch gar nicht, dmn« wup'j�f da» Wort genügte, und schweigend folgten sie«oa 1 f ihre Bahn, wobei Rauten— denn Dürrbeck M. willenlos— die Führung übernahm..„m# So en eichten sie da« KafS auf de« Brink u» � «s auch jetzt gnade noch von wmigen Gästen,«J»®9 tw die«eisten Fremde, besetzt— nicht ein einzige" war da. m „Mademoiselle," rief Rauten, wie st« nur M betreten hatten,„eine Flasche Champagn« und � — und die Würfel, wenn ich bitten darf—, sehen, w« zu bezahl« hat!" 5 Die junge Dame im KafS, ein dralle» �7% sehr elegant gekleidet— dmn nur die haute. vorzugsweise diese» Lokal,— brachte bald da» *2 KZ fj« ; AistMl d- Ä iVül SÄ »e«15. ,(% ' d# I SV vat' et n fc»!? � f««cm durch Assiffor Solo». Schon erzählte man stch bevorstthendtn Beschräolunaen der Prehfielheit— und Z? Wurden, entgegen dem§ öl de« Prehzesehe», welche» einzigen virant wörtlichen Herau»zeb«r kennt, die gWieure de, LlatteS„Politiken". Höidum und Her, in, *%' Senommm wegen der Urheberschaft eine, Artikel, au, voldatenkreisen. Das Blatt will auf seinem Recht bestehen. Großbritaunie«. .... vhdepark fand vorgestem Abend ein« von den !�"tnigten Arbeitervereinen London, organi- fv* Massenkundgebung gegen die Erhöbung �Spirituosen- und Bterfteuer statt. Ein rie» WW Aufzug, bestehend au, fiebm Abi Heilungen, marschirte ü? �mse-Quai mU 50 Bonnern und 17 Mustlkapellen nach I?. Park, wo eine Reihe von Versammlungen abgehalten ?urde, bei denen zweckentsprechende Beschlüsse zur Annahme die gestern eine Deputation dem Echatzkanzler über» m-T.Gin Unterhause erklärte am Dienstag Abend «tadstone, in Folge der Abstimmung de, Hause, habe e, U Kadinet al, seine Pflicht erachtet, der Königin eine Mit» Z"iung zu machen, deren Eharakter augenscheinlich sei, obwohl ........ im könne. Gladftone beantragte Freitag, um die Entscheidung der -.V"»". uuguivoucn. mjub Haus vertagte sich hierauf. Da, vderhau, vertagte fich ebenfalls bi» Freitag. Afrika. ,, Der VolkSraad von TranSvaal hat eine Resolu» M angenommen, dt« sämmtliche Personen, welcht die Peti» ?pnen für die Einverleibung de, Trantvaal in Großbritannien gegen deffen Wiederabtrewng unterzeichneten, für un» füglich erklärt, Mitglieder de, VolkSraad, zu sein. Die De» Me über die Resolution zeichnete stch durch unbeugsame Merkest gegen die Loyalisten au,. ES wurde sogar in Vor» 'ig gebracht, die UntauglichkeitSerkläruna auf die zehnte eration auszudehnen. Joubert hat den Posten eine, Oder« hlShaber, der Streitkräfte de, TranSoarl angenommen.— g-f« Resolution ist ein Zeichen, wie sehr die TranSvaal» M««rn von dem Haß gegm die englische Herrschaft *sttst find. Kommmmles. veabstchtigte Grundstück,- Enteignung, Die Ma- Wlat�Kommijfion zur Durchführung der Kaiser-Wllhelm» Me und zur Befestigung der KönigSmauer hat in ihrer Wer Vorsttz de, Bürgermeister, Duncker stastgefundmen «ttzung beschlossen, die Vollziehung der Enteignung der Grund« Pjtfe der Neuen Friedrich« und stönigstraße, welche zur Per« «tenttung der Neuen Friedrichstraße und Kasstrung der «onigSmauer zwischen der AalandSgaffe und Königstraße er» �derlich find, z. 1. Oktober d. A. im Wege de, Dringlich- �.iverfahren» bei dem Polizei-Prajidium zu deanstagen. ES hiernach anzunehmen, daß gleichzeitig mit der gegen den d. F. erwaftetm Eröffnung der Zentral-Markthalle K°uch die Verbleiterung der Neuen Friedrichstraße in ihrer rSL�Sdehnung von der Königs- bi, Klosterstraße zur ifühmng gelangen wstd. auimaler Kälber-Lymphe. Der Magistrat �stchftgt auf dem Zentral-Viehhof eine städtische Anstalt zur � SU lenken. Unter' anderem hat auch KSMxTMSK � fttage gerichtet, ob daS auf dem Viehhof- zu er» ..-— reelorps abzugeben. E» ist mit Sicherheit an «»zunehmen, daß der Magistrat auf die gestellt« Frage bejahend »Ntworten wird. Die mtnistrielle Genehmtgung der vom Ma» ßjstrat gestellte Anträge ist noch nicht erfolgt, ohne dieselbe Birnen die Gemeinde-Behörden jedoch keine definitiven Be» _ Verfügung de» Oberpräfideute« von»erli«. Das Grundstück der städtischen GaSanstall in der Müllerstroße wstd bon dem Schönhauser Graden durchschnittm, welcher dort zum lftoßm Theil bereits fest längerer Zett überwölbt ist. Als die festere Ueberwölbung deS Graben« auf dem Grundstück und Herstellung einer masfiven Ufermauer erfolgen sollten, ttvrd« die hierzu erforderliche polizeiliche Genehmigung nur Mer der Bedingung ertbeilt. daß die Verwaltung jeder, est iine Verbreiterung resp. Erhöhung der kanalistrten Strecke vor» PMehmen oerpflichtet sei, fall, stch nach dem Befinden der ntkalischtn Behörden«in Bedürfniß hierzu ergeben sollte. 5«grn die Auferlegung dieser Bedingung hat der Magistrat dem Oberpräsivinten von Berlin Beschwerde eingelegt, welch« zur Folge hafte, daß die Bedingung aufgehoben wor» *« ist. % geschah e» doch sehr häufig, daß Herren hier ihre Getränke, %«« Kaffee selbst, oder eine Flasche Wein,»»«spielten, und die Würfel standen deshalb auch stet, in einem mit Whem Sammet gefütterten Lederbecher auf de« Büffet. «Nur hierher in'« Eckfenster,«ei» Schatz, rief ihr der lIraf zu, al, fi« da» Brett auf eine» der nächste» Tische Uft» wollte—„hier ist doch der best« Platz, und die beide» vauteull, find wie zu einer trauliche» Flasche gemacht." W«»ah« er die Flasche und öffnete fie, daß der Pfropfen ßkge» die Decke knallte. «So, Herr Haupt««»»," fuhr er dann fort, inde« e, beide Gläser vollschevkte,«der Schaumwein wird un» ad« i» die rechte Stimmung zu«ine« Spruvg in'» ei« bringe». Wir brauchen nicht mit einander anzu» ,»Ken," fügt« er mit eine« bittere» Lächeln hinzu, al, er W, daß Dürrbeck zögerte da, Gla, zu nehme«—„die Wahrscheinlichkeit ist außerde« vorhanden, daß Sie de» Champagner bezahlen«erde», devn«ein Glück hat«ich w d« letzten Zeit verlaffe« unb, aufrichtig gesagt, wär' 4', ganz zufrudev,«, ist doch immer nur wieder eine Wmlicht Quälerei, und wer', überstanden hat, am beste« ma»— also:»a, wir lieben I"— und er setzt« da, «la, a» und leerte e, auf Eine» Zug. Dürrbeck hatte gezögert. Jetzt, da er der Entscheidung Laenüberstand, überkam ihn em«gene», fast erdrückende, ««fühl, und wäre er jetzt noch einmal gefragt worden, welche *?«pfart er wähle»»olle, er würbe fich«ehr zu dieser ent. schiede» haben,»der sollte er] letzt noch zurücktreten?- 7- Der Graf schien fast zu«rrathen. wa, m semer Seele 5?rging, denn ein eigene, spöttisch«. Lächln zuckte u« seine �'ppen.— Nein,«, war nicht«ehr möglich— Zu.pät 1 Unte h ihm durch'« Herz, und da» Gla» aufgreifend, stürzt« ** de« Inhalt mit eine« Zuge hinab. „Also«er von un, die Zech« bezahlt I" nef Raute» W-„Hier, Kamerad, Sie haden den erste« Wurf— Ottern Sie?" sagt, er scharf, aber leise, und fem Blick '«stete fest und brmnend anf ihm. .. Dürrbeck erwiderte nicht», nur«in verächtlicher Zug "äuselte seine Lippe«. Mit fest«, Hand»ah«« den Die Erbauung einer neue« Gemeinde- Doppelfchnle in der Gegend der Mühlenstcaße wurve gelegentlich der dies» jährigen Etatiberathung von der Stadtverordnetenversammlung anerkannt und die hierzu«iforderliche erste Baurate bewilligt. Der Magistrat hat jetzt der Stadtverordnetenver.ammlung eine Vorlage zugehen laff-n, worin er die Genehmigung nachsucht, daS Grundstück Müllerstraße 49/60, welche, einen Flächen- inHall von 6623 Q-M. hat, für den Preis von 380000 Mark ankaufen zu dürfen. ES sollen 50o0 Q.-M. Hinterland nebst einer kleinen Baustelle an der Straße zur Errichtung einer Gemeinde- Doppelschule verwendet, der Rest aber al, Baustellen wieder verkatrft werden. Der Kaufpreis soll au, dem Reste de, älteren Ueberschuffe, de, Vichhofe,, und, sowett derselbe nicht ausreicht, au, den bereiten Mitteln der Stadt-Hauptkaffe (Vorschußkonto) gedeckt werden. Eine«tue städtische Gasanstalt soll im Westen oder Nordwesten der Stadt erbaut werden. Die städtische Behörde sucht zu diesem Zwecke«in ca. 15 bi, 20 Hektar(60—80 Morgen) große,, möglichst innerhalb de, Weichbildes und in der Nähe einer Eisenbahn belegene, GrundstückSterrain. DoKaltK. In der ve ltuer Etadtverordnetenversammlnng wurde bekanntlich heute vor acht Tagen der Anftag, dm auf Berlin mtfallendm Theil der Erträge der landwirthschaftlichm Zölle zur Entlastung der Inhaber kleinerer Wohnungm von der Miethtsteuer zu verwmdm, abgelehnt.— Di«„Aug, bürg. Postz." bemerkt hierzu:„Nach längerer Debatte ging die Ma- jorität über den Antrag, der von den Arbeiter-Stadtverord» neten unterstützt wurde, zur Tagesordnung über, well man noch nicht wtffe, wieviel von dm Erträgm der landwirthschaftlichm Zölle auf Berlin fallen werde. Für die bevorstehmden Land- tazSwahlm ist damit den Anttfortschrittlern ein zukünftiger Agitationsstoff in die Hand gegeben worden, da gerade von den kleinen Leuten die ganz ungerecht verthellte Miethsstcuer äußerst drückend empfunden wird."— Wir meinen, daß daS Verhalten der Majorität der Stadtverordneten nicht sowohl auf die Landtagswahlen, als vielmehr auf die in diesem Fahre stattfindendm Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung von großer Wirkung sein wird, da ja bekanntlich gerade die kleinen Leute, welche den Druck der MiethSsteuer empfinden, ketnm allzuzroßm Einfluß auf die LandtagSwahl ausübm können, well ihnen in Folge deS Dreiklaffen-Wahlsystemi die Wähler der ersten und zweiten Abtheiluna geschlossm gegmüberstehm. Die Pauke mit alte««estanke quillt mit der einge» tretmm Hitze die an ihren Ufern ansässtgm Berliner in un» geschwächter Kraft und hat Anlaß zu folgender Beschwerde gezebm, welche an daS Polizei. Prästdium(SanttätS-Kommisfion) gerichtet ist und der„StSbg..Zta." zufolge lautet'.„Berlin. dm 6. Juni 1885. Der hohen königlichen Behörde htermft die ergeben« Mttlhellung, daß gestern und heute bei über 30 Grad Hitze vor dem Mühlenstau, Badstraße 40— 41 ca. 1000 Quadratmeter ekeleriegmder, die Luft verpestender Schlamm angestaut ist; ähnlich ist auch zur Zeit die ganze angestaute Flüsfigkell. Diese Massm«erdm zum Betriebe der Mühl« verwendet und mit dem Mühlrade gewiffermaßm dmchgequirlt, wodurch fich in den angrmzmdm Wohnungm und der Nachbarschaft ein pestilenzialischer Gestank mtwickelt. Dies« Zu» stände würde jedmfalls der Gewerberath v. Slülpnagel kon» statiren und wahrheitsgemäß bestätigm. Bei ein« ftüheren Konttole der Panke-Zustände durch den Gewerberath hat der- selbe vielleilpt gefunden, daß dt« Panke oberhalb der gewerb» lichm Anlagm noch klar und rein ist. Die« ist nun auch anders geworden, wie aus gerichtlichem Erk-nntniß, Bade« anstaitdrfitzer bei Pankow gegen Magistrat hervorgeht, wonach erwiesm und festgestellt ist, daß durch die Einführung der Ricselabwäffer die Panke dort schon unklar und stinkend ist. Da hier bei der Mühle vorher die Zustände schon fast uner- träglich waren und auch in den letzten Jahrm die Zustände der gewcrdlichen Anlagen wmig und unmerklich gedeffert find, sollte man meinm, daß«in ferneres Anstaum und Mahlen oder Durchquirlen dieser Massen mit dem Mühlrad« jeglichen SanftSttrückstchtm und Erfahrungen Hohn spreche. Eine gründliche Untersuchung wird diese Angaben bestätigen." I« Betreff eine» auch von««» abgedruckte« Beeichte» über einen Fall von Widerbelebung eine? Verblutetm in der Klinik deS Geh. Odehn Jahre Zuchthau», da» Erkmntniß lautete auf zwölf Jahre uchthauS und die üblichen Nebmstrafen._ Aoristes«uS ArbeiterbemgtMS-. Der«erttnt der f. f. österreichische« Sttttt»«' fünfte(nordböhmische), welch« die BezirkShauptmannschaD Reichmterg, Lettmttitz, Tetschen, Rumburg, GablonS, brad u. f. w. umfaßt, und durch seine höchstentwickelte 3% industrie fich auszeichnet, bot dem Gewnbeinspektor GettgeM- die tägliche effektive Arbeitszeit unddtt schnittSlöhne festzustellen. ES bettug(wir beschMl« un» auf dtt Textilindustrie) der Arbeitstag in Bleichneim... 10%, 11 und 12 Stunden Färbereien.... 11 und 12 Stunden Webereien.... 11 ,, 12„ Wal Im..... 12 Stunden- Folgend« Durchschnittslöhne pro Arbeitstag fich in: „ Abfallspinnereien: Bei Reinigung der _ Mischung Bei Krempein Dtt Spinn« : „ Putz«. —.70 bi»-,90 Gulden.') -K -.40 — ,50 -.70 1,40 In Baumwollspinnereien: Dtt Mischung...-.60 bis-,60 Gulden. Reinigung..— ,70„—.90„ Bei Krempeln...— ,52„— ,60„ Äufsteck«.....— ,40„— ,56„ Garnpack«(1 Akkord)—,30„ 1,—„ Die Spinn«...—,70„ 1,10„ „ Andreh«...—,50„—,60„ „ Well«(i. ANord)-.60„-.70„ „ Putzer...>— ,70„— ,90„ In Schafwollspinnereien: Wolfer.....-.80 bi» 1,10 Gulden. Bei Krempeln...—,60„—.80„ Spinner(in Akkord).—.30„ 1,20„ Andreh«.....—,45„—,65„ In Walkereien: Wäscher.....-,70 bis—,80 Gulden- Walker..... 1-„ 1,30„ Rauh«.....-,80„ 1,20 Scherer.....— ,55„— ,76„ In einer Baumwollweberet: _ Im Akkord Weber.....-,30 bi«-,70 Gulden. Spul«.....-.25„-,50„ Scher er.....— ,50 ,,— ,60„ Schlichterei....-.70" 1,-„ Andreh«.....-.45„-.60„ Zwim«.....-.30 ,.-,45„ 11 In Bleichen: Tagelohn von...-.80 bis 1,20 Gulden. In Flachisptnnereien: bechl«(im Akkord) Spitz«..... Vorspinner.... Feinspinn«(i. Akkord) Hasplerinnen... -.80 bi« 1,20 Gulden- -Z:=|: -K:-Z: JnHanfspinnereien: � Handhechelei(i. AN.) 1,20 bi» 1,80 GM"- =1 -.55 — ,85 3 Jutespinnereien: Akkord)'------ 1,— bi« =|: —.40„ J: 1,20 Gulden- —,70» — ,65„ -.85„ — ,60„ VorbereitungSarbetter (im Akkord)... Spinnttlohn(i. Akk.) Karderie..... Vorspinnerei... In Sortirerei(i. Karderie.. Vorspinner. Mr! taspelei..>WWW. «»Hilfe.....— ,40„— ,45 In Webereien:—,60 bi» 1,20 Gulden, tikel und, ob der Web« 1, 2 oder 3 Stühle beauf! Im Akkord «chlichterei....-,70 bi» 1,10 Gulden Zettler.....— ,50„— ,70„ Spuler.....—,50„—,70„ Andreh«.....— ,35„—.50„ Diese Lohnliste zeigt, mtt welck jämmerlich« K diese Aibeitegruppe, die in hohen Prozentsätzen F�?,,!' Kind« enthält, abgefunden wird. Dabei benägt der«IJ> tive Arbeitstag durchschnittlich elf Stunden. Die rung»»«HAtnifse find traurig,„dtt Miethpreise dm weit mehr al» ein Drittel d«S Verdimste» und dieS zl* lünste, die«ine» Menschen geradezu u-w». sind." So wohntm in einem Jndustriedezirk am-_ räum eines kleinen Hause», d« 12 Schritt lang,° breit war und durch welchen ein Kamin von 40/50 13 Arbeit«, Mädchm, Männer— ein alter Mann. Wohnung suchte, mußte im äußerstm Winkel, wo und Bundsparren zusammenstoßen, liegen,« bezahlt«/ jt> den 20 Kreuzer für diesen Schlaftaum JL P. Woche!!! In feuchten, ungesunden Räumm biMW# die Menschen, groß und klein, ohne Unteschied deS und Altes zusammen.„Wie soll," fragt der GewerdW� Herr Josef M alek, mit Recht. ,,d« Hang zum erwachen, wenn da» Heim de» ArbettnS ein so ttostwl«:§(' ist?"„Hohe Preise, schlechte Nahrung tränke, Branntwein find die schwnen d« Arbeiter nur allzu häufig ausgesetzt ist." Die# nungen find wahrhaft drakonisch. So z. B. müssen Fabrik die Glaszylinder bezahlt werden, die an d« die der Arbeit« vor fich hatte, zer Lachen. In einigen mußten dtt Arbeit« daS Reinigen d« Aborte bezahlen-.Iß Selb« für Bagatellverseben, und so hoch, daß st« b%,«J »aSplerinn«, 7 bi» 11 Gulden per Woche betrugen./ m der« AuS— nützungSkniff ist daS Unwesen deS? geldes. Der Arbeiter arbeitet z. B. 14 Tage und«9 Lohntage k'ine Zahlung: d« Lohn wttd al»„KautilM Z jl«. behalten. Ist der Arbeit«„unberechtigt"(waS ist ficht der Fabrikanten nicht unb«echtigt?), od« ist«*"!£{ f, gegen die Arbeitsordnung vorgekommen u. s. w-,? jf# Kaution gekürzt, od« verfSllt sogar. Man steht, da« uf den schwarzaeldm Grenzpfählen recht erbauliche Zuftan� � schm. Nächsten» w«den wir eine wett«e Blüthenlese w" werthvollm Bnichtm bringen. Die Besoldung der Bahnwärter, auf deren wvrtlichkeit da» Leben zcchlreicher Arbett« lastet, ist bei.M Bahnen geradezu eine jamm«volle. So«hält«w ff, Wärt« auf der Bahnstrecke BreSlau-GlogaN Azs? sehr ftequentirtm Stelle 600 Mark jährlich, wobei«% ßf. WättnbäuSchen zu eng ist, noch Wohnung in der StA' n. � H- Drei Tage hat d« Mann hintneinandtt r, ö'/- Uhr an bis Nacht« um 2 Uhr: den vi«ten.M/ ei. Wenn einen solchen Mann Erschlaffung übeii dann ein Unglück eintritt, so hat Nttmano and«» daran al» dtt Bahnvnwattung. Von' di L dem fei! *) 1 Gulden---- 2 Mark. tbcraluworUilt!« Refioima k stknjei* M Km«, lvrnel and Lertrg nn EiCfi BsOtno Ä@*4ta Bruthstraße 2, «(tMrtf offel-utd« S» »K Beilage M Berliner VolNlatt. - ycs»--Q—» t die Dur»' ; beschridrl« Pr. 133. Dounerstag bot iL Juni 1885. ll. Jahrgaug. «rg«t« 'i � oksles. �z« de» Zugäuge« zu de« Bahnhöfe« de« königlicht« B***k« königlicher Direktion flehende« Eisenbahnen r® i'W Plalatc folgenden Erhalts angebiacht:„Da» Mit« Men«on Händen in den Wartesälen und Restaulationen, auf den Perrons der Bahnhöfe ist nur dann gestattet, «nn für dieselben FahibillelS gelöst find. Die Hunde müffen 8� stets an der Leine geführt werden. Zuwiderhandlungen « diese dahnpoliz-ilichen Verordnungen werden nach Maß- 'e der§§ 33 und 62 des BahnpoliieireglewentS bestraft.' »,.80« verschiedenen Seite« geht der..Rat..Ztg." von Mw, derm Söhne namentlich die unteren Klaffen deS Wtl- JjHfclSnoinafluinS besuchen, die Bitte»iL öffentlich auf die kNidhett» gefährdende Inanspruchnahme ihrer Kinder in diesen fvien Tagen hinzuweisen. Die Schüler der Tertia haben Uweise am Montag, der mit setner tropischen Hitze kaum Mgltch war, acht Unterrichitstunden gehabt, von 7 Uhr iMen« bi« 1 Uhr Mittags, und Nachmittags von 4 bt« !%- Sie haben also auch in der heißesten Mittagsstunde 7» Weg von und zu der Schule zurücklegen und nachher die i»vllem Umfange ertheilten Aufgaben mechen müffen. Die ®trn beschreiten diesen Weg de« Appells, weil, wie fie sagen, *we im Wilhelm«- Gymnasium mit seiner noch immer nicht Dm Ventilation am wenigsten Neigung vorhanden ist, auf ? LeistungSsählgkett der Kinder Rücksicht zu nehme«. Für 5«emeinde'chulen, die doch auch nicht geschloffen wurden, jP.stch, soviel wir wiffen, bisher noch kein Mensch eingelegt. Mlcheinlich ist e« dort nicht allzu warm, oder die Gemeinde« ""•iet können mehr vertragen als die Herren Gymnasiasten. � i; Die kleinste Sasse in verlin kann sich jetzt in Bezug 5 Eaubeikett vor Jedermann sehm lassen. Da ist z. B. die »eetjengafle, da« angestammte Hauptquartier der Flick« Uster, in der Laden bei Laden die Aufmunterung alter 5% und Stiefel betrieben wird und w der friedlich der M«lgirte Lackstiefel deS Elegant neben dem Wafferstiefel de« �knechte« hängt. Sett einer Reihe von Jahren bat sie ihren allen Nomen verloren, der einen Berliner Stadt« fernerer Reetz verewigte, und ist in die Parochialstraße auf- xwtgen. Ader gleichzettig hat fie auch ein neue«, sauberes Sri angezogen. Die Lust in der engen Gaffe ist so gut, �7 st® bei den taufenden alter Stiefel sein kann. Blumen ?..b®n Fenstern imitiren Gärten, und selbst ein armer Fink �n biSchen Waldekpoeste hierher zaubern, lieber die enge cj® hinüber aber plaudert der Nachbar mit dem Nachbar, so nahe zusammengerückt, ist man sich nicht ewander 'md, wie sonst w»erlin. ke,intAt,�r%�*'�V®"be«e(n zählt jetzt in feinen 64 f � i7?9Jw�«S*a�tn nach der Aufnahme vom lü.Mai |Vb KWOOO-jT�1, e Beachtung derjenigen Ord- »M.u«scheinen, daß die Behörden dem Erbt wieder eine strengere Aufmerksamkeit widme «"»atfahrzeugen gegenüber wird kaum Eingeschritten C>tn, dagegen ist eS nöthig, au' ? Uederfahrtskähnen für strenge......_ M zu sorgen, die zur Vermeidung von Unfällen nöthig ist. N®NderS der Verkehr auf der Havel läßt hierin viel zu wün« ßch übrig Die Hebe, fahrt von Schildhorn nach Gatow hat M»» HjWnet im Stande, durch leichistnnigeS oder frivole» Ver. x?n die sämmtlichen Insassen zu gefährderL mrd nicht selten i? so ein übermüthiger Patton weder durch Bitten noch durch Ä« N MAde sich den Anordnungen de« Kahnführer» ,u fügm hat, - Vermeidung einer Geldbuße, so wäre damit eine Handhabe len, solche übermüthigen Leute dem GenSdarmen zur rung«ach dem nächsten AmtSdureau zu übergeben. Heute der Gensdarm achselzuckend dabei, wenn solche Leute die lsteten Mitfahrenden ebenso wie den erfahrenen Kahnführer i, b. t3nt5SneS«o|ett Stadt Berlin soll eS nur einen �«N'Trar Sportwagen für Verunglückte geben. Wenigstens M® dieS behauptet angesichts der Thatsache, daß am Dienstag Ndem Hofe de« Grundstücke« Blücherplatz 1 die Leiche eine« �ttmkenen von 5 bts 11 Uhr Abend» lag, ehe fie abgehott Der Feldprediger. Skizze von Alphonse Daudet. L 5l4 d« Pater seine Messe beendet hatte, führte«an It��'® Gefangenen vor. E« war in einer wilden Felsen» der Gebirge von Arichulezui. Ei« herabgestürzter de« ein«ächttger Feigenbau««it seine« auS, � bdten Wurzelwerk««schloß, hatte al« Altar gedient, les�essel, und wenn der Sakristaa Miguel, der den Messe» V®®" bediente, sich erhob, u« da» Evangelienbuch von «Nen Seite zur andern ,« trage«, so hörte man in '4® die Pattonen klirre» und klappern. In tiefe« lezTW hatten sich die Soldaten de» Prätendenten Kar- i««reise gruppirt, die Flinte hmg ihnen am u« die Schulter und da» eine«nie ruhte aus Boden liegenden weißen Barett. Die Sonne, die l�ttvnn, von Navarra, sandte ihre glühenden, versengen» lsJ strahlen in die Felsenschlucht hinab, in der sich nicht» K g w der kein Laut ertönte, al» daß hin und wieder Wifototf eiltet grauen Amsel in die Psalmodien de» T*«scholl. bot einen eigenthümlichen Anblick, dieser Militär» sichte®®' der inmitten der«riegerschaaren seinen Dienst ver» k*?*:®U sei» Doppelwesen al« Priesttt doch auch %. seinen Gesichtszügen zu« Au»druck ka«! Wie % tt�Paarle sich hier die Verzückung mit der Gttenge rotLTi®' da» Gesicht war bronzefarben, wie da« eine» S�r®"- der im Felde steht. Wie leuchteten die kleine» 3®»*.' g®",»i® hoben sich»u beiden Seiten der mäch» S toj.'!? die Adern so stark ab, al» sollten die Gedankm Asseln in diesem«opfe gehatte»«erden, al» un» ®fi®al§um dessen, der fie gedacht I So oft sich �ße: zu seiner Gemeinde umwandte, u««it au»« wurde. An der Belle-Alliance-Brücke war fie auS dem«anal oeholt worden: aus dm leichten Schuhen, mit denen sie bekleidet war, schloß VaS Publikum, daß eS die eines Kellners sei. Schnell re breitete sich da» Gerücht, fie stamme von dem Unglück bei Tadbert'S Waldschlößchen, die Neugier steigerte stch dadurch, und die Schutzleute hatten ihre liebe Roth, die Menge fem zu hatten. a. Ei«««getreuer«ommi». In einem hiefigm namhaften Konfektionsgeschäft für Dcmenwäntel hat der daselbst beschäftigte Kommis K. feit der Mitte de» Monat» Januar cr. au» den unverfchloffenm, ihm stet» zugänglichen Geschäft». räumen fortgesetzt Damenmantelstoffe entwendet, diese bei ver- schiedenen Pfandleidern versetzt und den Erlös in feinem Nutzen verwendet. Vor einigen Tagen wurden feine Diebstähle ent- deckt, und bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden 34 Pfandscheine über Damenmäntel gefunden, auf die er 303 MI. erhalten hat. Die gestohlenen und verpfändetm Stoffe haben aber einen weit höheren Werth. K. ist gestern zur Unter- fuchungSbaft gebracht worden. Belle. Allianee- Theater. In Folge zahlreich ergangener Gesuche an die Direktion, namentlich von augenblicklich hier in Berlin wellenden Fremden, einige Aufführungen de» prächtigm Schwanke»„Der Raub der Sabineännen" zu veranstalten, hat stch Herr Emil Thomas bereit erklärt, einige Male die von ihm kreirte Partie de» Direktor Striefe zu fplelm und findet nunmehr morgen die 127. Aufführung de» Schwanke» statt. & verunglückter Arbeiter. In der König!. Charllee verstarb gestern Morgen der Tischler Anton Bath au» der Fürsten« walderflraße 21, welcher bei der Hamburg-Berliner Jaloufie Fabrik angestellt war. Derselbe wollte in der Lennöftraße 4, 2. Etage, an einem Fenster Jaloustm anbringen, als er plötz- ltch da« Gleichgewicht verlor und auf die Sttaße herabstürzte. Polizei-Bericht. Am 9. d. M. Vormittag» gerieth in ver Schlöffe«« von Schüler, Köpnickerstr. 192, der Schlosser Lu:r beim Durchbohren eine» MetallstückeS mit der rechtm Hand zwifchm die Kammräder der Bohrmaschine und erlitt dadurch eine Zerquetschung der Finger. Er mußte nach Anlegung eines NothorrdandeS mittelst Droschke nach Bethanien gebracht werden.— An demselben Tage Nachmittags versuchte ein Mann vor dem Hause TreSkowstraße 17 sich mittelst Karbolsäure zu vergiften. Nachdem ihm Gegenmlltel verabreicht worden waren, wurde er nach dem städtischen Krankenbause im FriedrichShain gebracht.— Zu derselben Zeit fiel ein Tischler beim Anbringen einer Jaloufie an dem Hause Lennöstraße 4 von dem im hohen Erdgeschoß belegenen Balkon auf den darunter befindlichen Gartenzaun und erlitt hierbei so bedeutende innere Verletzungen, daß er nach der Charitä gebracht werden mußte.— Am 9.0. M. Abend» wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Andreas- straße erhängt aufgefunden. Die Leiche wmde nach dem OwuktionShause gebracht. Gerichts'Rettung» Prozeß Stocker wider die„Freie Zeitung". lFort- fttzung.) RcchiSanwalt Sachs erklärte, daß er bezüglich der Aussage deS Zeugen Dr. Morgenstern, der zur Stelle sei, an den Hofpredig« Stöcker noch einige Fragen zu richten beab- sichtige, worauf Staatsanwalt Wetchert bemerkte, daß diese Fragen den Anstrich einer persönlichen Reiberei zu haben scheinen. Da er dieselben seinem Wunsche gemäß sonach nicht vermeiden könne, lege er einen Brief bei Morgenstern an den Hofprediger Stöcker vor, au» dem sich ergiebt, daß die Auf« faffung Stöck.rs, und nicht die de» Morgenstern, die richtige sei. Zeuge Stöcker, vortrenv: Ich habe Herrn Dr. Morgenstern er» sucht, seine exorbinanten Aeußerungen über die NichlSwürdia- keiten deS Juventhums zu unterlassen. Wie er darüber uttheilt, wird der vorgelegte Brief zeigen. Dr. Morgenstern hat stet» behauptet, daß der Jude den talmudischen Eid nicht falsch leisten würde, dagegen mache er sich kein Gewissen daraus, den gesetzlichen Eid falsch abzuleisten. In seinem Briefe hat mir Dr. M. zum Vorwurf gemacht, daß ich viel zu autmüthig gegen die Juden auftrete. Eine Frau auS dem Hause, in dem Morgenstern wohnt, hat zweimal an mich geschrieben, ich möchte mich für denselben verwenden, da er stch sonst das Leben nehme Nur deshalb habe ich seinen impertinenten Brief in so freundlicher Weile beantwortet. Das gebot schon die ein« fache Christenpflicht. Dr. Kropatscheck hat mir übrigen» gesagt, daß er dm Morgmstem bei dessm Besuch zunächst ganz freundlich behandett habe und erst kurz geworden sei. als Morgenstern in exzentrischer Weise auf- getreten ist.— Präs. Lüty: Auch auf mich hat der Zeuge gebreitete» Arrnen da» Dominus vobiscnm zu sagen, gewahrte man die Uniform unter der Stola, und unter dem »erknittertm Chorhemd erblickte«an den Kolbe« einer Pistole und den Griff eine» katalonischen Messer». „Was hat er mit un« vor?" fragten sieb die er- schrockenm Gefangenen, und indem sie da« End» der Messe abwartet«, gingen ihnen alle Geschichten der unbändigen Wildheit und Grausamkeit de» Feldprediger» durch den Kopf, die fie hatten erzählen hören und die ihn zu einer über die Maßen gefürchteten Persönlichkeit in der karlistischen Armee gemacht hatten. Wunderbarerweise war der Priester aber an diesem Morgen in milder und versöhnlicher Sti«mung. Die Feier de» Hochamt», der Erfolg, de» die Eeinigen am Tage vorher errungen, vielleicht anch die Weihe de» Ostertage» hatte« ihren Einfluß auf den merkwürdige» GotteSmann ausgeübt und in seire« Gesicht war ei« sonst nicht vor- hanoener Zug von Güte und Freundlichkeit lesbar. So- bald der Gottesdienst bendet war, rief der Pciester die Ge- fangenen zu sich heran. Es waren etwa zwölf Soldaten der republikanischen Armee. Die armen Teufel waren halb tod, theils vor Müdigkeit infolge der Schlacht am Tage vorher, theil» au» Angst vor ihre« Schicksal. Auf dem Stroh einer Scheune, in die man fie nach dem Treffen, bei dem fie gefangen genommen waren, einsperrt, hatte« sie die Nacht in banger Furcht und Sorg« verbracht. Bleich, matt, hungria und durstig, so drängten fie sich aneinander, wie die Heerde, die man in dm Hof eine» Schlachthause» treibt. Da« Heu und die Strohhalme, die an ihrm Uni» formen hinge», das Lederzeug, da» sich auf der Flucht ver» schoben hatte und während der Rächt noch mehr in Un» ordnung geralhe« war, der Staub, der fie von der Helm» spitz« bi» herab zu den Lederstiefeln bedeckte— da» alle» ließ sie sofort auch äußerlich al» die Besiegtm erkenne» und beaie», daß sich die moralische Ermattung zu der physischen Niederlage gesellt hatte. Morgenstern dm Eindruck eine» äußerst«x enttisckm und erregtm Mmschm gemacht, der nur mit Mühe und Roth bei seiner Vemehmung au» seiner Erregung hecaulzr-bringm ge» wesen sei. Die« auSrukpreSen, erachte ich für meine Pflicht als Vorsitzender. Aus Beschluß de» Gericht« wurde darauf der mehrerwähnte Brief Sei Morgenst-m an Stöcker vom 4. März cr. verlesen. In demselKa dankt der Schreiber zunächst für di« Smduna der 20%., die er zwar annehme, aber zurückerstatten werde. Demnächst nahm er Bezug auf eine Arbeit von stch. in weicher er dem„Berliner Tageblatt", dem elenden Judcndlait. dem Erzfeind de» Christenthums, mit schnei« dmdster Schärfe heimgeleuchtet Hobe. Im weiteren Verlaufe de« Briefe» kommen noch die AuSd ückr vor:„nichtSwür» diae jüdische Weise",„da« jüdische Gesindel werde stch srlbst dal Gmick brechen." Nachdem Morgenstern Herrn Stöcker ermuntert, wmiger rücksichtsvoll»gen daS„Judenpack" vor» zugehen, versicherte er ihm feine Teeue und seine» B-istande». den erhabenen Lehret» Jesu Christi Verbreitung zu verschaffm und dm Talmud zu stürzen.- Präs. zum Zmgen Morgen. stern: Dieser Brief steht in gewissem Smne mit Ihren gestaam Auslassungen in Widerspruch. Wa» hatten Sie für eine Ver« anlassung denselben zu schreidm? Geschah die» vor oder nach der Affaire mit Dr. Kropatscheck?- Zeuge: Nach derselben. Dr. Morgenstern machte nunmehr Miene, auf daS Jahr 1878 zurückzugehen, weShald ihn der Präsident unterbrach und ihm die Frage vorlegte, ob e» nach feiner Erklärung, daß er jegliches Geschenk von Slöcker abgelehnt habe, nicht richtiger ge» wesm wäre, die ihm gesandten 20 Mk. zurückzuschicken.— Zeuge: Nachdem et einmal da» Geld erhatten, daS er sehr nothwcndig gebrauchte, mußte er fick mtt der E klärung zu« frieden geben, dasselbe nur al» Darlebn d-halten ,u wollen. Auch habe er au» der Sendung da» Jntereffe Stöcker» für ihn und seine Thättgkett entnommen, weShald er demselben seine Arbeit zur Kennzeichnung de»„Betliner Tageblatt" eingesandt bade.— Da der Vertheidiger darauf verzichtete, wettere Fragen an dresm Zeugm zu richten, wurde dnselb: mttaffen.— Prediger Witte hielt stch noch zu der Erklärung verpflichtet, daß er sich selbst trotz seiner Befürwortung der Ernennung de» Wollbeim zum Geh.«ommerzimrath für berechtigt erachtet habe, al» konservativer Kandidat aufzutreten. Der Zeuge legte ZW-WUMW Buche geht aber hervor, daß vie republikanische StaatSform. die nur in adstrakrer Weife al» dem Chrtstenthum entfprechmd b'maestellt worden ist, für un» Deutsche al» nicht am Platze erachtet fei- Prediger Todt sei übrigen» ein lönigStreuer Mann, wa» auch von der Regierung anerkannt fei, da ste ihn sonst wohl schwerlich zum Superintendenten defördert babm % ÄttÄrÄ vor. in welcher er stch dahin au»gelaff«n, daß die liberale MUDWOw Esther, sondern da» Bild einer prostituirten Dirne geoesm ist. Hofprediger Stöcker erklärt, daß er unmöglich jetzt noch fest» stellen könne,«a, er vor»Jahren gesagt habe. JmUebrigen müsse er e» für eine imfame Verdächtigung erklären, daß ein andere» Bild untergeschoben worden sei, denn seine « f MÄÄ -- Rechtsanwalt Sach» stellt nun noch eine große Reihe von Der Feldprediger blickte st« einen Augmblick an und ein triumphirende» Lächeln spielte um seinen Mund. E» «achte ihm Vergnügm. die republikanischen Soldatm in so jammervolle«, ermattetem, zerlumptem Zustande zu sehe», währmd die Karlistm, deren Reihe« sich au« den navarre» fischen und baskischen Brrgwohnern rekrutirten, stattliche, gut ausgerüstete Gestalten warm. „Viva Dios, Kräder!" begann er in eine« Anflug von guter Laune.„Die Republik ernährt ihre Vertheidiger offenbar höchst kümmerlich. Ihr seht so mager au», wie die Wölfe in dm Pyrenäen, die, sobald die Berge«it Schnee bedeckt find, in» Thal kommen,»eil sie der Fletsch zeruch und da» Licht in den Häusern anlockt. Wer der guten Sache seine Dieast« weiht, steht allerdings ander» au». Wie wär'» Kinder— wollt ihr«inen Versuch mache»? Wcrft diese verdammten Helme fort und nehmt dafür da» weiße Barett. So wahr, al« heute da, heilige Osterfest ist, verspreche ich euch, daß ich denjenigen, welche jetzt rufen:„Es lebe der König I" da» Leben schenke, und daß ich fie unter unsere Truppen aufnehmen will; sie sollen e» so gut haben wie«nsre Soldatm." � �,_ Bevor der gute Pater»och geendet hatte, warfen alle ihre Helme auf die Erde, und die lau'm Rufe„E« lebe der König I E» lebe der Feldprediger l" ballte» von de« Feismwänden wieder. Die armen Teufel l Ste hatten solche Furcht vor de« Tode, und all' die gute« Sachen, die da im Schutz der Felsen brieten und kochten und von denen der Dust zu ihnen drang,»arm gar zu verführerisch nach all dem erlittene» Mangel. Selten mag de« Präten» dmtm Karlo» ein Hoch so au» tiefste« Herzenlgrund« ge» sein, wie e» feiten» dieser Leute geschah. x ibaen schnell etwa»»u ell»«* L.c.ar w— bracht worden sein, wie«» seit««, dieser« geschah B ste scharfe Zahne. M»«®Ve. Hofangmen.entfernte* sich mit ihren neuen Waffenbrüdern. Nur einer von rhnm, der jüngste blieb V«w«i»anträgm und bUtti um die Verlesung zahlreicher Stellen aus ReichStagSreden, Zeitungsberichten. auS den gesammelten Reden deS HofpredmerS Stöcker k. jc. AuS den angezogenen Stellen soll hervorgehen, daß Hofprediger Stöcker in vieltn Fällen die Unwahrheit gesaat habe. Der Verthetdiger beantragt u. A. die Verlesung einzelner Stellen auS dem Buch deS Pastors Tsdt, welche» Hofprediger Stöcker seiner Zeit dem Grüneberg al» erstes Buch zum Studium in die Hand gegeben hat. AuS der Verlesung soll hervorgehen, daß dieS Buch durchaus radikal sei und unter Anderem die republikanisch« StaatSform nicht für verwerflich erkläre. Ferner wird die Verlesung der amt« lichen stenographischen Berichte der Sitzung de» Abgeordneten- hause» vom 22. November 1880 verlangt. In dieser Sitzung soll Stöcker aus die an ihn gerichtete Frage, ob er die Änti- semiten-Petttton unterschrieben, mit einem klaren und deutlichen „Nein" geantwortet haben, während er später überführt wurde, diese Unterschrift doch gegeben zu haben- AlS einige christliche Männer später gegen diese Petition eine Erklärung erließen, habe der Zeuge Stöcker im Parlament erklärt, daß ein großer Theil dieser Manner, die er durch Nennung der Namen nicht kompromit- tir:n Wille, den Tanz um'» golden« Kalb mitgemacht haben und Gründer gewesen seien. Man habe ihn vielfach gedrängt, die Namen zu nennen und schließlich habe er stch mit der Bemerkung auS der Affaire gezogen, daß er gar nicht an daS Gründerthum im bösen Sinn« gedacht habe. Herr Stöcker habe serner, um da» Eindringen deS Judenthums in die christliche Schule zu illustriren, ganz willkürlich und wider die Wahrheit behauptet, daß Dr. tzorwitz ein Jude sei und ein Referat über unge« taufte Schulkinder in Berlin erstattet habe. Um zu beweisen, daß jüdische Literatur da» Christenthum schroff ablehne, habe Herr Stöcker eine Aulfühnung de» Prof. Cassel zitirt, die dieser nie gethan. Herr Stöcker habe ferner wiber alle Wahr- h-it Herrn Schleiden zu einem Juden gemacht nnd später die Unwahrheit durch die andere Unwahrheu ersetzt, daß Schleiden getauft sei.— Um den Patriotismus der Juden zu verun- glimpfen, habe Stöcker behauptet, der Prästdent Cremieux sei nach seinem Tod« in den Berliner Synagogen gefeiert wor- den, obwohl er da» Edikt unterschrieben, durch welche» im Jahre 1870 die deutschen Mitbürger au» Frankreich vertrieben wurden. Die Ausweisungen datirten aber vom 12. August, während Ccemteur erst am 4. September anS Ruder kam.— Sodann habe Stöcker einmal ein Zitat deS Israeliten Dr. Brande» zitirt. Letzterer sei aber kein Jude. SaS Zitat fei falsch wiedergegeben und rühre gar nicht von Brande» her. Daran reihen fich ander« ähnliche BeweiSanträge und der Antrag, zur Charakteristrung dei Ton», in wel« chem der Zeuge Stöcker gegen die Presse zu Felde zog, einige Stellen aus dm Reden desselben zu verlesen. Staatsanwalt Weichert widerspricht dm meisten der gestellten BeweiSanträge, namentlich dm Beweisen über daS, was Herr Stöcker im Par« lav.ente gethan oder aelaffm haben soll. Wie stehe eS denn mit der Unverletzlickkeit der Landesboten, wmn das, was ein Abgeordneter im Parlament sagt«, fixirt und hinterher ali Beweismaterial benutzt wird. Er sei der Anficht, daß Aeuße- rungen aus parlamentarifchen Sitzungm nicht in solcher Weise bmutzt werden solltm. Die Stenogramme halte er nicht für »erleSbare Urkunden, denn wir haben ein mündliche» Versah- rm. Die stenographischm Berichte seien äußerst unzuverlässtg, daS beweisen zahlreiche Erfahrungen auf diesem Gebiete. Ebmso widerspreche er der Verlesung einzelner Sätze au» dem Todt'scbm Buch, dagegen halte er zur Prüfung der Frage nach der Anwendbarkeit d«S§ 193«S für berechtigt, daß einzelne Aeußerungen de» Hosprediger» Stöcker gegen die Presse und gegen die Pmtei der Gegner festgestellt werden. — R.-A. Sachs bestreitet, daß diese Bemerkung de» Staats- anwalti zutreffe und erläutert daS Wesen und die Bedmtung der stenographischen Berichte.— Präs.: Ich wundere mich nur, daß unS dies« Art der Beweisführung überhaupt zugemuthet wird.— R. A. Munckel: Da sich der Herr Vorsttzmde darüber wundert, so schließe ich mich dem Antrag« meine» jlollegm auf Verlesung der stenographischen Berichte ausdrücklich an. — Präs.: Ich bemerke, daß mich der Vertheidiger mißverstandm hat. Ich wundert« mich nm| über die Art, wie unS hier persönliche Anfichtm und Gegen« anficht«» vorgetragen werden.— Recht»- Anwalt Munckel: WaS die stenographischm Bericht? betrifft, so werdm fich die Stenographen wohl etwa» wundern über die Würdi« gung ihrer Leistungen durch den Staatsanwalt. Nach meiner Meinung find die amtlichen stenographischm Berichte voll« Urkunden, welche Beweiskraft haben und in diesem Falle um so mehr, alS der Abg. Stöcker jedesmal seine Redm konigirt — und zwar wahrscheinlich nicht zu seinem Nachtheil. Ich freue mich im Uebrigm über die rirsmhohe Meinung, welche der Staatsanwalt von der Unverletzlichkeit der Abgeordneten hat, ich behaupte aber, daß wir Thatsachm. die im Reichstage vorgekommen find, zum Beweis anführm können. Wenn bc wiesen werden soll, daß Herr Stöcker geflissentlich und bewußt die Unwahrheit sagt, so muß auf solche Vorgänge im Reichs- tage rekurrirt weiden. Nachdem noch Rechtsanwalt Munckel den Antrag deS MitverthetdigerS dahin ergänzt, daß er die Verlesung veS ganzm Todt'schm BucheS beantragt, zieht fich der Gerichtshof zur Prüfung der BeweiSanträge zurück. Der Gerichtshof lehnt alle BeweiSanträge, soweit fie Verlesungen betreffen, ab. da er der Anficht ist, daß AlleS, was au» diesen Schriststückm über Vorgänge im Parlammt hervor« gehen soll, durch persönliche Vemehmung de» Hosprediger» unbeweglich vor de« Pater stehm. Sein« stolze und eut- schloffen« Haltung stand in seltsamem Widerspruch zu seinen Endlichen Zügen, ein kau« bemerkbarer Flaum bedeckte seine blaffen Wangm. Der Rock, dm er trug, war viel Su groß für ihn, er bildete ans dem Rücken und an dm lermel« mächtige Falte«, er fiel über da» fein« Hand- gelmk und ließ durch seine Weire die ganz« Gestalt noch jünger und zierlicher erscheine«. Wie Fiebergluth leuchtete «» in semm Augen—«» waren die großm Augen de» Araber», deren Feuer an spanischer Flamm« mzündet ist. Der Blick dieser flammmdm Lugm fiel dem Feld« »rediger auf. „WaS willst Du noch?" ftagte er. „Nicht». Ich crwarte nur, daß du über«ei» Schicksal mtscheidest." „Dein Schicksal ist da» beiner Gefährtm. Ich habe »ie«and aufgenommen, sondern euch all« begnadigt." „Die andern find Feiglinge und Verräther. Ich allein habe in ihrm Ruf nicht eingestimmt." Der Priester erbebt« und sah jevm scharf an. „Wie heißest du?"—„Tonio Vidal."—„Woher bist du—„Aus Puycerda."—„Wie alt?"—„Sieb- ,Lat den» die Republik kein« Männer mehr, daß sie schon Knaben zu ihrer Bertheidigung anwirbt?'' „Man hat«ich nicht angeworben, Pater. Ich bin freiwillig mitgegangen.". r L L e.... „Weißt du denn mcht, du Tollkopf, daß ich«ehr al« ein Mittel habe, um dich zu zwingen,„«» Übt der König!" zu rufen „Ich verachte deine Mittel I" rief der Knabe mit stolzer Handbewegung. „Du willst also lieber sterben?"—„Hundertmal lieber."—„Gut denn— Du wirst sterben I" Der Priester gab ein Zeichen und sofort stellte fich ein Peloton, zurExekutio« bereit, dem Verurtheiltea gegenüber auf, Stöcker emirt werdm könne. Eine Verlesung de: stenoatuphi« scheu Beritte hält der GerittShof für unstatthaft, da dieselben nicht dm Charakter von Utkundm haben.— Rechtsanwalt SachS: Dann beantrage ich die Vorladung der Abag. Rickert, Richter, Stroffer und Vizeprästdent v. Bends, welche über die Vorgänge im Parlammt Zeugniß abkam sollen.— Rechtsanwalt Munckel: Ich habe, nachdem unsere Anträge au» for- mellm Gründen abgelehnt wordm find, dazu geratben, diesen Weg zu wählen, selbst auf die Gefahr hin, daß die Verhandlung vertagt werden müsse. ES handle fich hier um dm Beweis, daß der Herr Hofprediger fich aefliffent- lich gegm die Wahrheit wende, da kann fich die Bertheidigung doch nicht damit begnügen, daß alS einziger lebendiger Zeuge nur derselbe Mann vernommen wird, dem eben Unwahrhaftig- kett voraeworfm wird.— Der Gerichtshof beschließt, zunächst Herrn Hofprediger Stöcker zu vernehmen Derselbe läßt fich im Allgemeinm dahin auS: Wa» die Unterschrift unter die Antisemttmpetition betrifft, so habe er dm Hergang schon oft öffmtltch richtig gestellt. Er habe s. Z. auf Rath deS Dr. Forrster feine Unterschrift zurückgezogen und in der Form, in welcher die Antisemitenpetstion in 20 000 Exemplarm verbreitet und in welcher fie überhaupt bekannt geworden ist, sei seine Unterschrift nicht zu findtn. Er habe nur die Un- vorfichtigkett beganam, diejenlgm Exemplare, welche an die Superintmdemm geschickt wurden, zu unterschreibm und er glaube, daß er mit Fug und Recht die Erklärung abgeaedm, daß er die Pelition, wie fie überhaupt nur bekannt geworden ist, nicht unterschriebm habe. E« sei also ganz unangebracht, ihm dm Vorwurf einer bewußten Unwahrheit zu machen. Die» habe selbst sein Verleumder Franz Mehring, der allm Schmutz aufsucht, um ihn gegen ihn zu schleudern, in seinem gemetnstm Pampbkt anerkannt, indem er zugab, daß er(Zeuge) doch nicht so dumm sein werde, etwas abzuleugnm, wa» auf 20000 Exemplaren zu finden fei. Auch w Bezug auf die übrigen Punkte könne es fich höchstmS um Jrrthümer. nicht aber um bewußte Unwahr- heften handele. Er habe diesm Jrrthum bezüglich deS Dr. Hör- wttz und Schleiden znrückgmommen. ÄaS Herrn Dr. Brandei betrifft, so glaube er auch jetzt noch, daß derselbe jüdischer Herkunft sei. Deikloe bezeichne fich alS„Atheist", dieS fei aber doch nichts beweisend, dann eS gebe sehr viele jüdische Atheisten— theoretische und praftische.— WaS die Affaire mft Prof. Beyschlag de- trifft, so müsse er sagm, daß die Unwahchaftigkeet nur auf Sellen deS Letzteren ist. Er habe einmal auf einer Pastoral- konfermz erzählt, daß ein St�dtmisfionar einmal daS„Tage- blatt" in einer Famuie durch den„Reichsboten" ersetzt habe. Im Uebrigm sei eS sakrosankt in der Stadtmisfion, daß man stch nicht mit der Tagespolitik beschäftigt und kein Stadt- misfionar habe jemals einen Austrag erhalten, dm Reichs- botm aewiffermaßen offiziell zu verbreiten. Wmn nun Herr Beyschlag in seinen„Blauen Blättern" auf diese Mftthellung yin die Frage aufwarf, ob eS wahr oder nicht wahr fei, daß ein Stadtmifstonar den ReichSbotm kolportirt habe, so sei dieS doch eine leichtfettige Verwechselung einer zufällig bekannt gewordmm Thatsache mft einem angeblich einem Staotmisstonar ertheiltm Auftrag. Wa» mdlich die sogenannte Notablen- Erklärung betrifft, so habe er in dieser Beziehung ganz korreft gehandelt. Er habe s. Z. erklärt, daß von den Unterzeichnern der Erklärung'A dm Tan, um daS goldene Kalb mitgemacht hat. ES entstand da- malS ein großes Aufsehen im Abgeordneimhause, er«rklätte fich zur Vorlage der Listm an Jeden, der fie sehen wollte, be« reit, er habe fich nach Schluß der Sitzung noch zehn Minuten im Abgcordnetenhause aufgehalten,- S habe aber Keiner die Liste von ihm verlangt. Ich habe dk Liste später auf den Tisch de» Hause» niidergelegt. In vleser Liste aber warm gutartige und boSartig« Gründer mehr al» zum viettenTheft.— Rechtsanw. SachS: Der Zeuge hat damals bei Ntederleaung der List: auf dm Tisch d«S HauseS erklärt, daß er böSattlge Gründ-r nicht gemeint habe. Jetzt sagt er, daß gutartige und bösartige Gründer in der Liste waren, er hält also einm Theil der betr. Herrm für böSattiae Gründer. Ich meinerfeftS habe zu beweisen, daß diese Behauptung eine absolut unwahre ist.— Präs.: Zunächst ist eS eine subjektive Auffaffung, waS ein böZ- artiger oder ein gutattiger Gründer ist.— Zeuge Stöcker: Ich glaub« auch nicht, daß ich damals erklätt hatte, daß ich nicht an Gründer im fchlimmm Sinne denke.— R«Ä. SachS: Sie habm damals gesagt, daß Sie nicht schlimme Gründer meinen.— Zruge Stöcker: DaS ist doch etwai anderes. Herr Vertheidiger, begreffen Sie daS doch nur!— R.-A. Sach»: Ich beantrage nunmehr, Herm Hofvrediger Stöcker die in der „Nordd. Allgem. Ztg." abg druckte Liste vorzulegen, ihn zu ftagen, ob er dieselbe anertmnt und ihn zu stagm, welchen der betreffenden Herrm er unter dk döZurttgm Gründer rechnet.— Vors.: Ich glaube nicht, daß der Gericht»- Hof diesen Antrag der Verthetdiguna eifüllm kann.— Staat». anwalt: Ich glaube, die Vertherdiaung hat diesen Antrag nur auS einer gewissen Verlegenheit heraus gestellt. Von um ein Urtheil handein würde.— R-A. Munckel: Ich unterstütze den Antrag meines Kollegm noch auS folgender Erwägung heraus: ES kann doch nicht erlaubt fein, daß hier ein Zeuge, ohne daß er irgendwelche Btweise dafür beidringt, Jenrand, der«it keiner Wimper zuckte. Angesicht» dieser Todes- Verachtung, diese» HeldeSmuthe» konnte der Priester eine Regung de» Mitgefühl» doch nicht uaterdttickm. „Hast du«och irgend etwa» zu sagen? Willst du essen? Willst du trinken?" „Nein I" erwibette der Jüngling.„Aber ich bin ei« guter Katholik, und ich möchte nicht vor Gott hinttete«, ohne zuvor gebeichtet zu haben." Der Felbpridtger hatte die Stola und da«. Chorhemd noch nicht abgelegt.„Knie nieder," sagte er und nahm da« bei selbst auf eine« FelSblock Platz. Die Soldaten traten «in wenig bei Seit« und der Veruttheilte begann mit leiser Stimm«:„Segne mich, mein Vater; ich bin«in Sünder gewesm—" Während der Beicht« krachte und knattert; e» plötzlich von Gewehrfeuer. Immer heftiger wurde da« Schieße» — vom Hohlweg, der in die Schlucht führte, drang e» herüber. „Zu dm Waffe» 1" schrim die Wachtpostm. Der Priester sprang auf,«rtheilt« seine Befehle und kommauditt« die Truppen nach verschieden sn Richtungen ab. Er selbst hatte eine kurze Flinte ergriffen, ohne fich auch nur Zett zu nehme», sein Ornat adzukgen. Plötzlich wandte er fich um und gewahrt« dm Jüngling, der noch immer auf den Knien lag. „Wa» thust du hier noch?" „Ich erwatte die Absolution." „Richtig," erwidert« der Priester,„dich halte ich ver« gesse«. Langsam erhob er seine Hand und legte sie dann seg« nend auf da» junge Haupt, da» sich vor ihm neigte. Dann blickte er suchend um sich— da» zur Exekution be- stimmte Peloton war in Folge deS unerwarteten Angr ffeS nicht«ehr zur Stelle. So trat der Pnester denn e rm Schritt zurück, erhob da» Gewehr, legte auf sei» Beichtünd an und schoß e» nieder, daß e» lautlos zu Boden sank mcilWmnrh)„+_ w,»«« Be«. d®? herabgewürdigt.— RechtS Atinr hterstatter Gust. Meyer, beantragt nunmehr.—_______________. darf, Lange und Friedländer, welche bereftS in einem gegm dm Redakieur Arthur LevytoHn genannt find, zu vernehmen, daß fWar-himw«iwMitudi'TO Schimpfwörter in habe.— Der GnichtS dem Gange der Verhandlung _„ bereits achtet hat. daß Hofprediger Stöcker gegm e der ihm feindlichm Presse ehrenrührige Bemerkungen hat. Der Angeklagte bittet sodann, die Frage an tB Prediger Stöcker zu ttchtm, ob nicht auf seinen er wiederbolt al»„lügenhafter Knabe" bezeichnet Der Vorfitzende erklärt diese Frage mindestens für in#TO, Zeuge Stöcker beantwortet fie aber dahin:„DrS von einem lügenhaften Knabm erfunden fein!" Unttt, Hebung des früheren Beschlusses werdm ferner SteM � dm stenographischm Berichten zur Verlesung gebracht�, fich auf die�ooen erwähntm Vorgänge im AbaeordnofTO,, fich auf die oben erwähntm Vorgänge im»baeordn�,! beziehen. Rechtsanwalt Sachs theilt mit, daß ihm Rohrpostkarte deS Inhalts zugegangen fei, der t � vernommene Zeuge Masche dertttS mft Zuchth� f bestraft sei. Da dieser Zruae so eigenartige MitthetstK\c macht, fei es doch wesentlich, zu erfahren, welchen J�L»! Glaudwurdiakeft erbefitze und er bitte, dem Zeugen ein«�. nach seinen Vorstrafen vorzulegen.- Der StaatSanivlw�i spricht dieser Fraaestellung.- Der Vorfitzende giedt in."� allgemeinm Smtimmt seine Anficht dahin kund, daß" � immer sehr schwer falle, derartiae �raa«n. welche Rückfichi auf den ganz besmderm°% all Munr' � � verlangt habe.—' RechtSanw Präsident hatte die Güte, iunckel: Der � . jede« Bestreben, dieser Seite hin einen Zeugen in eine bringen, als eine Verletzung der Humanttät fä! eann mir virirn vom mecyiernpr aus vor Publikum der Vettheidiguna gemachten Vorwurf im de» Stande», dem anzugehören ich die Ehre habe,"r i tragtm durchaus fachgemäßen Vorhalt der Bertheivigw's Vorwurf gemacht hat, daß sie inhuman zu Mike Wt' bitte um einen Gericht, befchluß über meinen Präs.: Der Herr Vertheidiger h-t mich zweifellos M richtig verftandm oder ich habe mich nicht ganz korr«M drückt. Ich hätte der Bemerkung über die e4 % nität hierzu noch hinzusetzen sollm: daß nicht— wie vieS hier der Fall ist begründete Veranlassung zu einem sol vorlkgt.— Rechtsanwall Munckel: Der Herr in der vortheilhaften Lage, seinen Standpuntt blick llar legen ,u könnm, die Vertheidigung low«« dazu. Ich nehme die vom Herrn Vorsttzmdm gänzung setner Worte gern an, bleib« aber bei auf Protokollirung bestehen. So gut. wie der oft dm Standpunkt deS Gerichtshöfe« und seinen 4% manchmal ein anderer ist, wahtt, ebmso ist eS mein«.Vj den Standpunkt der Vettheidiguna zu wahrm und' besten«rästm dafür zu sorgen, daß ihr nicht von fV bevorzugten Platze auS solch« Vorwürfe gemacht Präs.: Ich Halle eS für mein Recht, auszusprechtn,, j! dk Anregung solcher Fragen an einm ZstjK iuhuman Halle— so lange sie nicht in einem Falle geboten erscheinen. Wenn der Herr%% diese letztere Ergänzung vermißte, so babe ich sie träglich gegeben.— R--A. Munckel: Die 0% A auszudrückm Sie die Güte hatten, thM anständige Mensch. Wmn Sie eS aber für achten, fie noch ausdrücklich hervorzuheben, so lann den Zweck habm, zu sagm: Ich habe diese der anderen Seite scheinen fie aber nicht v. sein.— Präs.: Ich habe darauf zu erklären, daß solche Gegenüberstellung durchaus fem gelegen hat. meine Worte im Allgemeinen nur zur Beiuhigun treffenden Zeugen gesprochen.— R..A. Munckel: 3 7, einen Gerichtsbeschluß.— Der Gettchtthof beschließ'-# der Vorfitzend« hinzufügt: einstimmig den Antrags« lollirung abzulehnen, dagegen wird nunmehr deS> Masche die Frage nach seinm Vorstrafen, Derselbe lehnt zunächst eine Beantwortung diest� ab und er wftd'etngehend darüber belehtt, daß er' j? pflichtet sei.- Präs.: Sind Sie bereit» bestrast? � Ja, vor 12 Jahren.— Präs.: Wegm Sigmthums� — Zeuge: New.— Präs.: Weswegen denn?*«,1 Wegen Theilnahme am Bttrug«.— Präs.: Sonst A» nicht bestraft, nammtlich nicht wegm Meineides und'A Zuchthaus?— Zeuge: Nein, dai hat vielleicht W meinen Bruder.— Präs.: Sie wollen also auf% nehmen, daß Sie von einem deutschen Gericht, Host, � Zuchthaus bestaft find?— Zeuge: Ich bin ja noch weg!' polftifcher Geschichten vermtbetlt, ab« ich weiß wie da» Alles hierher gehött.— Präs.: DieS zu überlassen Sie nur un». Wollen Sk also jene ErllW Ihrm Eid nehmen?— Zeuge: New. das lehne M E« folgen nun ewdttnaltche Vorhaltungen W%% über daS Unzuläsfige solcher Ablehnung, trotz alle» j auf die gesetzlichen ZwangSmaßregeln und auf tvtnj-§ Verhaftung bleibt aber der Zeuge dabei, daß er% Sonnabend ablegen wolle. Der Gettchtthof zieht f|" rathung zurück und macht dm Zeugen nochmatt d«? merksam, daß btt fernerer Wttgerung sofort mft 3% f regeln gegen ihn vorgegangen werdm würde. D-w Zeuge endlich: Dann leiste ich den Eid dahin,* ttnem preußischen Gerichtshöfe zu Zuchthausstrafe' worden bin.— Auf Antrag d» Vertheidigung toi«f Karung zu Protokoll genommen. Hierauf»etto" fitzende die Fortsetzung der Verhandlungen auf Vormittag 9 Uhr. |*Äl fcanMbti dost. Be B D In Die Loh Schönha Dai schränke w sttner flotteste. bewiesen fle Staa der Pro! nehmm. Haupt u hohen T wendig, «gell« f Piodukti stockt die So find Gerechth Stäwm der„»t % w Mün Berlin 5 27,21, ir 16,56 m rnttföt» Ste itl d» Wo« ag tt he m % SÄ U Ä ?K 0 «»•< I kiüjg i 'M Z I Josisles uuä Ardetterwveguvg. die Echmiedegtsellea Berlins I Nntei�ichnete KMMkon ersucht alle Schmiedegesellen, in nachstehenden MNstitten keine Arbeit zu nehmm, da dieselben die gerechten «ordttunaen ihrer Gesellen nicht anerkannt haben: Ander», ?�ligtlftr. 21. Meyer, Mühlenstr. 4. Krüger, Stralauer« **>?„8—9. Albrecht, Charlottenbura. Pascke, Schlefische« 6; Frei, Blumen IbalA. IZülling. R'xdorf. Hirsch«, �plinerftr. Neidlein, Mühlenstr. 31. Eichler, Koepmicker« 127. Echaaf. Alexandrinenstr. 11. Harz, Tegeler str. 2—3. Wde. Cuvroftr. 63. Ringel, R-inickendorferstr. 40-41. Gilbert. 2%«önigstr. 61. Platz. Weberstr. 4. Scholz, Schulstr. 12. KUbai. Mühlenstr. 11, Kahdemann. Friedrichstr. 39. Thiele. »hallotlinburg. Ander», Kraulstr. 48. Lehmann, Wartenbera« mW Pmack, Chauffeestr. 60. Hentschel, Gceifiwalderstr. 9. Mmer, Brunnenstr. 105. Lemke, Stromstr. 35. Nuwaliky, Mors, Bergstr. 123. Mahnk«, Pavv l Allee 4. Wiesen»!?. Meierftr. 17, Vogeler. Anklamerstr. 47. KnaSke, Bellermann« Fa|e 79%. Lerche, Pallisadenstr. 75. Krüger, Rbeintberger« B4e 11. Heise, RUterstr. 11. Guttmann'» Mörtelwerk«. xwgewald, Krautstraße 58. Fuch», Rixdmf, Bergstraße 19. Tegelerstraße 3. Rappe. Tempelhofer Ufer 17. Md. Weißensee. Schwaneke, Cbmlottenburg. Wohlfart, »vpnickcrstraß« 156. Schumann, Frieden straße 12. Krause, Zochstr. 33. PHUipp. Alt-Moabit 21. Eger, Köpnickerstr. 97. ganft, Plan user 68. Wienke, Möckern straße 64 Klöber, «ockernstraße 166. Kühne. Schwedterstraße 16. Epingbarn, Mmstc. 33. Kube. Bandelstr. Stefert, Taubenstr. 8LS»midt. �örrtgin Augustastr. 17. Baudach, Belforterstr. BurgSdorf, «mdibergerstr. 14 Brokmann, Friedenstr. 91. Lading, Rir« ®ptf, Bergstr. 34. Amende, Stromstr. 7. Fehling, Gubenerstr 7. ««P, Rlxdorf, Herrmannftr. HenSler, GreifSwaloerfiraße 19. y�ltl, Kommunikation a. Thor. Göttel, Dreidenerstr. 35. ysschf, Templiner str. Hohmann, Belle-Alliancestr. 100. HSpp» )%' Schul, endorferstr. gäckel, Pappel-Allee 28. Knebel, Türtelstr. 2, Friedrich, berg.«lau»,«ckerstr. 151. Kleinert, Rüllerstr. 72. Kerber, Wrangelstr. 45. Kube, Bandelstr. 8. Wn, Waßmannstr. 84. Lemcke, Stromstr- Meier, Förster« m. 9 Metnberg, Schulstr. 17. Mlltbahn, Kl. Aleranderstr. U- Nieber, Gerichttstr. 3. Philipp,»It-Moabit Plischow, «üllerstr. 166. Preuß, Koloniestr. 12. Pari». Chauffeestr. 74. vie Lohnkommtsston der Berliner Schmiede. I.A.: Schariow, Schönhauser Allee 166. Da» Seschtst im feuerfestem mmd diebeSstcherm Geld« schriimkem war nach dem Bericht de» Leipziger Fabrikinspestor» m seinem Bezirk von allen Geschäften im vorigen Jahr« da» stotteste. Da» ist kein gute» Zeichen, denn e» wird dadurch bewusen, daß die vefitzenden mst dem Geld« zurückhallen, daß JJ* Staal». und Börsenpapiere ankaufm, da» Geld aber au» «r Produktion zurückziehen. Dabei aber kann man auch an« nehmm, daß die im Verhällniß zu dem Geschäflibetiieb über« �vt und zu der Höhe der Arbeitslöhne insbesondere sehr dohm Dividenden die Anschaffung von Geldschränken noth« «�dig gemacht habm.— Also überall stoßen wir auf unge« «gelle Zustände— da» Geld ist übergmügend vorhanden, die $s?du&ion hat den Besttzmdm große BonheUe gebracht, nun m>ckt dieselbe und die Arbeiter leidm in erster Linie Roth. Gerechtigkeit" mtstrn't"'" �"er„auigleichmdm noch nicht üdnschritten hatten, in AugSdmg 37,46. WMkWSZL Vereive uuä Verssmmlmlgeu. 3« de» Delegirten�Nersammlung der Tischler am Dimstag berichtete Herr B. Roedel, daß ein« Anzahl von Gr« sellm, welche die Arbeit niedergelegt habm, von ihren Meistern beim Gewerbegericht verklagt, unter Bedrohung mit bedeutender Geld« resp. Gef an gn iß strafe verurthellt seien, die angefaname Arbeit fertig zu stellen. Auf Grund der Gewerbeordnung habe da» Amtsgericht in solchen Fällm immer nm auf Ersatz de» dem Meister verursachten Schaden» erkannt. Die Lohnkommtsston werde ein von ihrem Recht»« anrvalt ausgearbeitete» Gutachtm beim Oberpräsidenten einreichen und denselben um Remedm gegen die Entscheidung de» Gewerbegericht» ersuchen. Refermt schloß mit der Be« merkung, daß die Fachverbände der Meister darauf ausaehm, die Koalitionsfreiheit der Gesellen und ihr Recht auf Arbeit»« «llung illusorisch zu machm. Wetter theilte dann Herr Rödel auf Grund de» OriginabBaukontratte» die Preise mit, fu dmen der Tischlermeister Ullrich für einen Bauspekulanten Fenster und Thüren zu liefern übernommen bat, und lon« Jfatttte, daß hier, wie in vielen anderm Werkstätten, die für Bauspekulanten arbetten, die Nothwendigkett vorliege, die ver« embarten Minimaltarife zur Geltung zu bringen. Herr Künzel Sab dem Bedauem Ausdruck, daß e» noch Kollegen gebe, die tn solchen Werkstättm arbeiten. Herr Lenz wie» darauf hin, daß in Stettin die Fnnungimeister Tarif« aufgestellt haben und j.den Meister au» der Innung auSschließm, welcher Ar« Wtm für niedrigere Preis« übernimmt. Dl« Frage, od in der Werkstatt von Gedr. Weimann die Mehrzahl der Kollegen» velch« die Arbett nicht niedergelegt hat, oder die Minderzahl, welche die» gethan, im Rechte gewesm, kam nicht zur definitiven Entscheidung, da von den Kollegm nur Einer, der, well er die Forderung von 18 ML Kostgeld gestellt, aemaßreaelt worden »st. anwesend war. Si wmd« noch beschlossen, daß von jetzt am während de» Sommer» nm all« 14 Tag««ine Delegirtm« Barsammlung stattfinden soll. L. Eime große«emeralveesamurlmna der Zimmert» Berlin» und Umgegend fand am 7. Juni in Busse'» Salon» Große Frankfurterstraße 87, statt. Die Tagesordnung war folgende: 1. Dl« nächsten Aufgaben d«r Berliner Zimmerleute r Berbrfferung ihrer materiellen Lage. Referent Herr Rödel. Verschiedene». Der Einberufer Herr Hantelmann eröffnete bte Generalversammlung und rahm zunächst die Bureauwahl aar. In da» Bureau wmden folgend« Mitglieder der Lohn« lommisston gewählt: Herr Schönstein al» erster, Herr Klemm als zweiter Vmfivender. Herr Leonhardt al» erster. Herr Hantel« Zann al» zweiter Schriftführer. Dann erfolgt« de erste Punkt der Tage»ordnung. Hierzu theilte Herr Schönstein der Versammlung mtt, daß Herr Rödel verhindett sei. in der Versammlung zu erscheinen; derselbe habe Herrn Klose al» Gtellvertteter gesendet. Herr Schönsttin ertheilte somit Herrn «lose da» Wort zu dem ersten Punkt der Tagesordnung. In «tnem längeren Referate sprach der Redner über die materielle Lage der Berliner Zimmerleute, indem Redner anfahtt«. daß die Berliner Zimmerleute sich eine feste Organisation schaffen «eU in diesem Jahre die Baulust eine sehr«g« und der Zeit« fjnlt gekommen wäre, wo die Zimmerleute dieses in» Werk JWn könnten. Hauptsächlich betonte der Redner. Paß auf einem jeden Platz Delegirt« gewählt toet« tJn, müßten, damit die Organisation schnellere Fort« Mittle machen kann: ferner betonte er, daß ein jeder Zimmermann em Agttator sein muß, um die Organint pn «st fördern zu helfen; alSdann ließe sich auch etwa» Pofttive» fingen. Ferner führte der Reder au», daß sich im Sub« Alsfion» wesen Fehler eingeschlichm haben, und halte sich der Minister de» Innern danlenv gegen die Vorschläge der Ber« liier Tischler ausgesprochen. In Betreff der Frauenarbett be« merkte Referent, daß der Bauhand welker in seinem Verdienst auf ein Rtoeau herabgesunken ist, daß sogar die Frau mtt« arbeiten muß. um«m die Familie über Waffer halten zu können, e» bliebe somtt der Frau nicht einmal die Zett übrig, daß sie ihre Kinder erziehen kann; darau» könne man ersehen, daß e» hohe Zell sei, eine feste Organisation ,n schaffen, damit jeder Zimmermann in der Lage ist, sein« Famttie anständig zu ernähren. Herr Echönstein eröffnet« dann die Dt»kusston. Mehrere Redner, welche fich an derselben bethettigten,«klatten sich mit den Ausführungen de» Referenten einverstanden. Herr Lehmann beantragte vom letzten Montag diese» Monats an 4,25 M. Lohn bei einer 9 ständigen Arbettszett zu verlangen. Hierauf erwiderte Herr Langner, daß man mtt dieser Forde« rung Fiasko machen und der Lohnkommisston einen Schlag in» Geficht versetzen würde, da die Kommisston erklätt hat, daß der Satz von 4 M. bei 10 stündiger Arbeitszeit für diese» Jahr festgehalten werden soll«. Erst müssen die Zimmer« leute Berlin» sich«ine feste Organisation schaffen, alSdann ließ: fich auf friedlichem Wege etwa« erreichen. Während der Diskusston ging eine Resolution folgenden Wortlaut»«in:„Die beute Frankfutterstraße Nr. 87 tagende Versammlung der Berlwer Zimmerleute erklätt fich mit den Ausführungen de» Referenten einverstanden und erklärt, daß durch Sinberufuna von Ver. sammlungen der Platz. Deputirtm ttne wettere Verstärkung der Organisation ermöglicht wird. Weiter erklärt fich die Ber« sammlung mtt der Verstärkung de» Verbände» deutscher Zimmerleute einverstanden." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Nach Schluß der DiSkusston ertheilte der Vorfitzmd« Herrn Klose daS Schluß« wort. Redner betonte, daß man nm solche Leut« zu f latz'Dexuttrten wählen solle, die auch da» Vettrauen ihrer ameraden voll und ganz befieen. Redner gab dann sein Erstaunen darüber kunv, daß bei den Zimmerleuten noch immer de» Sonntag» gearbettet wird. Zum Schluß empfahl er, daß die Berliner Zimmerleute. im nächsten Jahre für Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbttt»zett einliefen möchten. Zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung, Vettchiedene», machte der Vorfitzende in der Versammlung bekannt, daß in Ohlau am Montag vor Pfingsten die Kameraden die Arbett eingestellt haben; Dieselben werden vom Verbände unterstützt. In Kaiserslautern sollen die Meister noch schroffer gegen die Gesellen verfahren sein, indem dieselben bei dem Bürgermeister vorstellig geworden find, jeden Meister in ttne Konventionalstrafe von 300 M- zu nehmen, der ein VerbandSmitglied in Arbett nimmt. Hanptfächltch soll «S daselbst nur an ttnen Mttster liegen, welcher ttne domi' nirende Stellung einnimmt, sonst wäre der Sttttk schon de« endet. Dann führte der Vorfitzmde diejenigen Städte an, in denen der Streik zu Gunsten der Gesellen ausaefallm ist. Ein Antrag, der Lohnkommtsston 500 M zur Verfügung zu stellen um damtt die Kameraden in Ohlau und Kaiserslautem zu unterstützen, wurde einstimmig angenommen. Herr Lehmann beantragte, ttne Kommisfion, bestehend au» drtt Per« sonen, zu wählen, welche damtt deauftragt werdm soll, ttne Petition an den Reichstag auszuarbeiten, worin gefordert wird, daß da» Arbttterschutzgesetz zur Annahme gelangen möchte; hierüber kam es zu einer lebhaften Debatte, in welcher für und wider diesen Antrag gesprochen wurde. Schließlich wurde beschlossen, die Petttion abzusenden. E» erfolgte darauf die Wahl der PttttionSkommisfion; gewähtt wurdm die Herren Lehmann, Stttzt und Kruse. � bis.«ine zweite Massenversammlung der Berliner Maurer zur Lohnbewegung fand am Dienstag Abend im großen Saale von Buggenhagen, auf dem Moritzpsatz 147, unter Bethttligung von vritthalbtausend Thellnehmern statt. Der Zweck dersttden war, die am Montag und Dienstag mtt der Forderung de» Stundenlohnes von 45 Pf. einstweilen erzielten Resultate und den derztttigen Stand der eingettetmm Arbeitseinstellungen so weit al» möglich zu ermttteln, sowie über da» fernere Verbalten in der Streikangelegenhcit zu beschließen. Nach den Mttthellungen de» Letter» und Referenten der Versammlung, Herrn Behrend, und zahlreicher anderer Redner sollen am 8. und 9. d. M. ca, 4000 bi» 5000 Berliner Maurer wegen nicht erlangter Bewilligung der Forderung die Arbeit rinaestellt haben, während nach einem in verVersamm- luna zur Verlesung gekommenen NammSverzeichniß bereit» ca. 40 Meister bezw. Arvrttgeber dm gefordertm Lohn von 4 M. 50 Pfg. pro lOstündige TageSarbett bewilligt haben sollm. Da» erwähnte Verzeichniß führte u. A. folgmde Namen auf: Flemming, M tisch, Sarau, SchurS. Lanck, Schmidt, Schneider, W. Richter, Jalod, Münk, Pfander, Bülow, Polier Sonntag, Baumeister Wesenberg, Pteseler, Tippow»c.— Der Vorschlag ttne» Redner», an Stelle der partiellen Sttttk» ttnm allge« mttnm Streik zu prollamtten, fand keine Unterstützung und wurde al» unpraktisch allsettig zurückgewiesm- Dagegm nahm die Versammlung ttnstimmig ttnen Anttag de» Herm Scheel an, am Mittwoch, der: 10. d. M., allgemein da, wo die For° deruna noch nicht dewilligt ist, die Arbett niederzulegen." Glttchfall» ttnstimmig wmd« eine Resolution zum Beschluß erhobm, wonach vi« Anwesenden erklärm, mtt aller Energie für die Dmchsetzung der Forderung ttnttetm zu wollen, und alle fortardettenden Kollegen, dir den geforderten Lohn erhalten, fich verpflichtm, ihre regelmäßigen Beittäge zum General« Unterstüvungssonds zu ver« doppttn. Nach einem anderm, auch ttnstimmig anamom« mmen Antrage wurde die Erhöhung de» Wochen« bettrage» zum Äeneralfond» auf 1 M. für Alle beschloffen, wttche dm Tagelohn von 4 M. 50 Pf. gezahlt bekommen. Nach der Verficherung eine» Redneri wohnte der Versammlung auch ttne größere Anzahl von Metstern bei. Dieselben waren jedoch, trotz mehrmaliger eindttnglicher Aufforderungen de» Vorfitzendm, nicht zu bewegen, ihr Schweigen zu brechen und ihre Gründe für oder gegm die Bewilligung der Forderung vorzubringen.— Alle auf die Streikbewegung bezüglichen Anzeiaen und Berichte find an die Lohnkommisston, Loth- ring erst raße 37,„Salon zum Deutschm Kaiser", zu richten. Die nächste Versammlung der Etteikmdm findet schon am Donnerstag Nachmittag bei Buggenhagm auf dem Moritz» platzt statt. Im der Versammlung des Verein« zur Wahrung der materiellem Jmteressen der Drechsler und BemsSge- «offen, welche am Montag, den 8. Juni, Kommandanttnstr.20 stattfand, hielt Herr Michelsen einen Vortrag über„Arbeiterorganisation." Der Refermt gab im Verlaufe seine» Vortrage? ttn treffende» Bild der Arbeitervereiniaungm in alter Zett, im Mittttalter und in neuerer Zeit. Auf die heutige Gewerk« schaftsbewegung übergehend, führte der Refermt aus, daß die Gewerkschaftsbewegung wohi Großes«reichen kann, jedoch in Ihrer heuttgeu Form kann diese Bewegung trotzdem keinen nachhaltigen, dauernden Einfluß auf eine günsttge Gestaltung d« A bcttSoelhältniffe ausüben. Nur wenn die V«Lnderung d« heutigen kapitaltstischm Produktionsweise in die genossen« schaftlichc Arbett erfolgte, und dieses Ziel auf gesetzlichem Wege erreicht sei, könne eine dauernde Befferung der heutizm Ar» bettsvnhäuniffe eintreten. Zum Schluß ging Referent auf die Gewerkschaftsbewegung d« Drechsler Berlins näher ein. D«R«f«ent führte aus, daß, trotzdem gerade in diesem Gewerk die ttamigsten Lohnverhältniffe vmhandm find, die Tbttlnahm« lofigkett d« Gen-erksamoffen an der Verbesserung ihr« ma- teriellm Lage eine üd«au» große ist, und die«st«e wird da« durch, indem zwei V«rinigungm in diesem kleinm Gewerk bestehen, eher«höht anstatt vermindttt. Nicht dadurch, daß fich die wenigen vorhandmm Kräfte in zwei Vereine zersplittern, werdm Erfolge«reicht, sondem nur in einer allgemeinen Ver« ttnigung. Di« Drechsler und BcrufSgenoffen Berlitz sollten, indem dieselben alle kleinm Eif«süchteltten bei Sett«:(offen, dahin streben, in kürzest« Zett ttne große Vnttnigung zu schaffm, und somtt allen jenen Gewerkschaften, welch« heule noch in mehr«« klein« Verein« zersplittert find, als leuchtende» Vorbild vorangehen, al« diejmigm, wttche erkannt haben, daß nur ttne große Vereinigung zum Ziele führt. Nach reg« Di»« kusston, an d« fich die Herren Hoch, Gromoll, Werdermann, Sand«mann, Schräder und Andere bethttligten, wurde ttn« dem Referentm zustimmende Resolutton angenommen. Mtt der Ankündigung, daß in kürzest« Zeit ttne öffmtliche Ver« sammlung sammilichec Drech»ler und Berufsgenoffen stattfindtt, auf d«en Tagesordnung stehm wird:„Die Verhandlungen und Beschlüsse de» Verbanditage» der dmtschm Drechsler« Jnnungm", schloß der Vorfiyende die Versammlung. P. Bezirk». Verein de» werkthätigen Volke» der Kchön« hamser Vorstadt. In d« am Dienstag, den 9. d. Mt». bei Meist«, Schönhaus« Alle 161, stattgehabten Versammlung wurde, da d« Refermt noch nicht«schienen war, zuerst der zweite Punkt der Tagesordnung, ttn Antrag auf Unterstützung v« Famttie eines VerttnSmitgltedes, mtt großer Majorität an« amommm. Hinauf erstattete Her. Schmidt im Ramm de» VergnügunaskomUee'» Bericht üb« die getroffmm Anstallm zu d« deavfichtigten Landpartie, und wurde deschloffm, am Sonntag, dm 21. Juni p« Bahn(Sttttw« Bahnhos 8 Uhr früh, Bahnhof Gesunddrunnm 8 Uhr 25 Min.) nach Hermsdorf zu sahrm; auch wurde d« Wunsch ausaesprochm, daß fich die MUalitd« recht zahlreich an dies« Partie mtt ihren Familim betheiligen möchten. Hierauf erhielt He« Michelsen da» Wort zu seinem Ref«at üb«„Geschäfts« und Handelikrifm". In seinem Vortrage wies Redner zunft auf die Verhältnisse d« Arbett« hin, zeigte dann an der Hand d« Geschichte, daß diese Krisen fich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wiednhottm. Die jetzige Krise sei in Amerika entstanden, von dort nach England, Frankreich und Deutschland übergegangen. Deutschland könne mtt Amerika nicht konkurrirm, höchstens durch billige und schlechte Arbeit. Die Arbeit« würden al» Waare vetrachtct, währmd in Amerika die Arbttt« deffa zusammen hielten, bliebe in dies« Hinficht bei uns noch Viele» zu wünschen. Sodann zum Wesm d« Ueberproduktion üb«» gehend, wies Redn« nach, daß dieselbe nicht möglich stt bei vernünftig« Handhabung d« einschlägigen Bnhältniffe, ab« heute herrsche in den Hütten d« Arbett« Mangtt am Noth. wendigstm: d« Wtter habe nicht einmal dt« nölhtg« Wäsche, dmn sein Verdienst sei zu gering,« reiche kaum zum noth« wendigstm Lebmsunt«halt, mtthin könne fich d« Arbeiter die and«n Erfordernisse des Lebens nicht anschaffm und dah« komme die sogmannte Ueberproduktton. Est solle man hi« für dm Arbett« da» tägliche Brod schaffen, und dann«st dürste man allenfalls daran denken, wüste Länderstreckm in andern Erdtheilen zu kolonistren. Auch sei in Deutschland die Arbettszett eine zu lange,«S müsse von den Arbeit«» dagegm agitirt werdm, dadurch könne ein« gründliche Regelung d« Arbciterverhältniff««reicht w«dm, ab« nicht durch neue Steuern und Zölle. Die Noth und da» Elend d« Arbttt« können nur durch Mitwirken all« Arbttt« an den großm Auf« gasen d« Lösung d« sozialen Frage destttigt werden. Ein sranzöfischer Arbttt«. Dicht« habe gesagt- Die Leute, die bis jetzt die Lamm« gezogen haben, sollm auch die Wolle behalten. An d« hinauf folgenden Dtskulston betheiligte stch H«r Rackwitz, d« aberdieVerbättniffeder ArbertninAmerika sprach, hauptsächlich die dmtschm Arbttt« unt« fich und ihre Verhältniffe zu dm Amnikan«n deleuchtend. Der deutsche Ardeiter drübm such« seine Landsleute zu unterdrücken, wie« auch bald sttne Muttersprache v«geffm wolle und dadurch«w«b«« stch kttne Sympathie. H«r Michelsen führte hierzu noch aus, Graf Moltke Hab« im Rttchstag« g«sagt:„An Achtung habm wir im Ausland« gewonnrn, aber nicht an Lied«." ES stt jetzt ad« ttn and«« Gttst in die Gemüther d« Arbeiter gezogen, st« pochm an die Thor« d« Gesetzgebung und verlangen Einlaß.— Hinauf gelangte ttne im Sinne de» Vortragmvm abgefaßte Resolution zur Annahme.— Zu Verschiedenes ae« langte ttn Antrag zur Debatte, daß die Mitglieder d«S Bezirks« v«ttns ttne Petition ansarbtttm und Unterschriften vazu sammeln in Betreff des ArbetterschutzgesetzeS; dieselbe soll dem Reichstage zugesandt werdm. An der Debatte bethettigten fich noch die Herren Brehm«, Ballmüller, Schmidt, Schindler. Rackwitz, Augustin, Palm.— Sin Antrag, die strttkmdm Eisernardttt« in Kalk zu unt«stützm, wurde bis zur nächstm Versammlung vertagt. Der Vorfitzmde theilte mit. daß dies« am 23. Juni stattfind«t, wo Ersatzwahl de» Vorstande» als «st« Punkt d« Tagesordnung aufgestellt ist. Im der Gerneral Verfammlmrna der Schlosser welche am Montag Abend btt Äratwett, Kommandantenstr. 77—79 stattfand, theilte der Vorfitzmde zuerst mtt, daß« dem Auf« trag dn Komnnsfiom, zur nächstm Generalversammlung ttnm Resnentm zu besorgen, nicht hat nachkommen können, indem die P«sonm welch« fich dazu gettgnet hättm, schon and«« wettig in Anspruch genommen wärm,«S ließe stch zu dem Kapitel d« Lohnbewegung auch nichts neue» anführen, e» könnt« nur der Fall sein wenn ein and«« Redn« und mtt and«en Worten, im Sinne ab« dasselbe sagte,« schlag« de»- halb vor in»Prakttsch«üb«zugthm, indem man heute konstatire, wie viel Gesellen in den Werkstättm beschästiat würden, welche stch mtt den Forderungen d« Kommisston etnv«ftandm er« klärt hätten. Di« Versammlung erklärt fich damtt ttnverstan« den. Eingegangen waren 103 Karten, von dmen erklären stch 3 nicht mtt d« Forderung einverstandm, 2 Ab send« find nicht mehr Schloffermttst« und 2 find zmeifelhasl. also 96 Mttster erklären stch mtt d« Fioetung ttnoerstanden, t» stt die» von den 1000 vnsandtm Zirkulare kein großer Erfolg, e» erkläre fich ab« dah« daß viele Werkstättm, welche schon die 10 stündig« Arbeitszeit eingeführt habm; e» nicht mehr für nothwendig«achten noch darauf zu antworten, auß«dem gebe «S hier jedenfall» ttn ganze» Drtttel unt« dm vor« handenm Wnkflätten in dmen gar keine Gesellen beschäftigt würden und deshalb auch kein« Einsendungen machten; da» stehe ad« fest, daß diejenigen, welche fich mtt einverstanden erklärt haben, mtt denen zusammen, wttche die lOst.indiae ArbtttSzttt bnttt» eingeführt, die Maßaebenstm sttm. Die» wmd« auch von den andern Rednern bestätigt. E» folgte stattstische Aufnahme. Da» Resultat derselbm soll in einer der nächstm Versammlungen bekannt gemacht werden. Zu V«schiedme» kam ttn Brief zur Verlesung, welch« beim Vorfitzenden von einem Kollegen eingegangen war, in wttchem verschiedene Vorschläge für unsere Bewegung gemacht w«dm; neben einigen nicht zu v«acht«ndm Vorschlägen, enthätt der« selbe ab« auch solche, welche der heutigen Zttt durchaus nicht mtsprechm,% B. verlangt Schreiber, daß nur solche Schloff«,. welche ttn JnnungS-Attest od« ttnm von d« Polizei de« glaudiaten Lehrbrief aufzuweism im Stande find, dem Vi'ttn angehorm könntm(also der bekannte I inungSparagraph). Die guten Vorschläge, welche der Brief enthält, dewttsm, daß fich d« Schreiber bi» jetzt entwed« nicht od« sehr wenig um uns«e Bewegung bekümmert hat, sonst müßt« er wiffm, daß wir viele», wa» er vorschlägt, schon längst haben, wie z. B. die BezirkS'Versammlungen,«» liege also nm an der Be- im#,# Dschkr)u wahren, oder die Oraanisattan der Fachverein«. Hlllerdingt sei«» wahr, daß da» Sro» der Tischlagesellen dem Sedanken der Fachverein« noch fernstehe, aber ebenso wahr sei t» auch, daß ein« Lohnbeweauna nm für den Augenblick— «erbte« nur, Wenn die GeschSftZIage de«(SewerW günstig sei — einen Erfolg erxielen könne- Jeder Arbeiter müsse einsehen, daß ti gesetzlicher Mittel, eine» Eingreifen« de» Staate« de» dürfe, um dauernd die Lage der Arbeiter zu beben, und de«» halb müßten auch die Ttschlergesellen in politischer Hinficht ihre Schuldigkeit thun. Freilich hielten stch auch die Fachvereine ,on Politik fern, aber fit klären ihre Mitglieder auf und zeigen ihnen, von welcher Seite sie eine Vertretung ihrer Interessen ,u erwarten hätten. Besonder« lehrreich seien für die Beut* »Heilung de« System« die englischen Arbeiteroerhältnisse, die bewiesen hätten, daß auch die vollendetsten Organisationen, die durch Streike» allew zu fiegen glauben, dem organisuten Kapital gegenüber machtlo« seien. Die deutschm Arbeiter würden stch nie zu der Ueberzeugung hinüberziehen lassen, daß fie durch perma» nente Lohnkommisstonen und durch Streike« ihre Lage auf die Dauer bessern können.(Sehr richtig!) Ein« Lohnbewegung in Permanenz zu erhalten, koste sehr viel Geld, da« in keinem Berhältniß zu dem etwaigen Nutzen stehe. Wenn ein Streik günstig beendet sei, habe die Lohnkommisfion ihren Zweck er» Wt und sei aufzuheben. Rur die Fachorganisation sei im Stande, den Gemeinstnn, da« SolidaritäUgefübl zu stärken. Schon heiße e« in der Tischlerbrwegung:„tzie Fa .... W>....._________________ Fachverein! Hie Lohnbewegung!" Dieser Gegmsatz würde abfichtlich von Leuten hervorgerufen, die von einer festen Organisation de«» halb nicht« wissen wollten, weil eine solche ihnen bestimmte »erpflichtungen auferlege und fie in ihren Handlungen tontrolire. Bei einer Lohnbewegung sei eine solche Kontrole nicht möglich. Bi« jetzt hätten die Streik« ein gute« Ende ge» nommen; wie aber, wenn der entgegengesetzte Fall ewtrete? Dann sei mit so unorganistrtm Genossen nicht« anzufangen. In allen Zeitungen Deutschland« lese man Wunderdinge von den Erfolgen der Berliner Tischler. Da« veranlasse ein fort« währenden Hinströmen jugendlicher Arbeiter nach dem gelobten Eldorado, welche» die Erfolge illusorisch machen werde- Hier« gegen könne nm eine feste Organisation einigermaßen schützen. Jede Lohnbewegung könne nm den Zweck haben, die Leute anfzurütteln, ihnen zu sogen, wo der Schuh drücke, und fie daran zu erinnern, daß fie mehr seien al« Thiere. Dann aber müßten die Schaarm zu einer festen Organisation hinüberge« kettet werden. In dem Augenblicke aber, wo da« Wort von der Permanenz der Lohnkommisfion ausgesprochen sei, werde «an dem lettenden Gedanken untreu. Wenn die Lohn» kammisston jetzt selber ein Arbeitinachwei«« Bureau bilden wolle, so mache fie damtt den berett« be> stehenden und bewährten Arbeitsnachweisen der ver» schiedenen festen Organisationen de« Tischlergewerk« Konkurrenz und schädige fie. So reiben stch die Tischlergesellen selber auf(Bravo). EWS müsse man aufgeben, entweder den Guerillskrieg der Lohnkommisfion oder die fest« Organisation der Fachvereine. Eine große Jlluston sei die von der Lohnkommisfion in Berlin ausgeführte und für ganz Deutschland geplante Gründung von Ploduktivgenoffmschaften, «ine Jlluston au« dm Taam, al« von Schulze« Delitzsch noch die Red« war. Einer solchen Genoffenschast könne er keine große Bedeutung beilegen.— Jetzt sei es an der Zett, da außerhalb heftige Lohnkämpfe tobten, hier ein Ende zu machen, von der Lohnkommisfion Abrechnung zu verlangen, für dm Eintritt in die Fachveretne zu agitrm und alle Kraft zm Unterstützung der streikenden Kollegen außerdalb zu verwenden. Wenn die Lohnkommisfion da» nicht einsehen und stch dagegm sträuben wollte, so sei das s.hr bedauerlich. Zum Schluß empfahl der Redner folgmde Resolution, weche die Grund» gedankm seiner Ausführungen zusammenfaßt, zm Annahme: »Die heute in„Sanssouci" tagende General-Versammlung der Tischler Berlin» erklärt: in Erwägung, daß e« anderer, durch- greifmder Mittel bedarf, um dauernd eine Besserung unserer K drückten Lag« zu erreichm; in fernerer Erwägutg, daß wir ! Forderungen der in verschiedenen Städten Deutschland« sich im Streik befindenden Kollegen voll urd ganz anerkennm und die Durchführung derselbm behufi E-Haltung de« ge- fchästlichm Gleichgewicht« nicht erforderlich ist,— hallen wir «> für unsere Pflicht, unsere ganze Kraft in die Zahlung von freiwilligen Beiträgm für die auSwärtigm «inzusetzen— und unsere Lohnbewegung al« beendet zu«rklärm mit dem Hinweis, die inSgesammt aufzufordem, einzutreten in die der Fach- Organisationen» indem nur davmch die Enungmschastm erhallm, die Kollegen aufgeklärt und so wir allein dem Ziele, dauemd« Verbesserung unserer Lage, näher gerückt werden können."— ES folgte nun eine ausgedehnte DiSkulston, die häufig von GeschSftSordnung«oebatten unter brochm wurde. Zunächst vertheidigte Herr Klose die Lohnkommisfion. Man wolle mtt dem heutigen Tage die Lohnbewegung niederdrücken und die Fachvereine füllen. Wenn «in Mensch im Stande sei, die« Ziel zu erreichen, so sei er damtt einverstanden. Woher wisse denn Herr Meißner, daß die Lohnkommisfion sich in Permanmz erklären wolle? Eo lange e« noch nicht gelungen sei, wenigsten« Zweidrittel der Gesellenschast in Fachoereinm zu organifiren, müsse die Lohnkommisfion bestehen. Niemals habe die Lohnkommisfion gegen den Fachverein gekämpft, ja im vorigen Jahre sei der» selbe dmch fie erst stark geworden(Widerspruch). Wen» Herr rer jm Stand« sei, innerhalb vier Wochen die Tischler- bringen, dann, aber nur gesellen Berlin« in die Fachoereine zu v»,.,,, uv» dann» möge die Lohnkommisfion� verschwinden. Durch die wolle der Fichverein wohl MUglieder sangen? er werde aber auch nicht eine« gewinnen. Erreichm könne man nm etwa«, wenn man friedlich nebmetnander her geh«. Ja, man solle in die Fachvereine einttetm, so lange dieselben aber noch nicht stark gmug wärm, müsse die Lohn» kommisston bestehen dleibm-— Herr Strehlow: Die Fach« vereine warm die Träger der Lohnbkwegurnjund hielten fich nicht abseits, wie behauptet wttv. Ich, al« Mitglied des Fach- verein«, zahlle meine BeUräge zum Unterstützung» fond, bis unsere Revisorm, welche über unsere Groschm wachen sollen, hinaus- worfm wmden; da stellte ich die Zahlungen ein. Herr Klose empfahl un« friedliche« Zusammmgehen. Wer aber die Zellen w ver„Berliner Zeitung" geltsm hat, Kollegm baldigst Kollegm Reihm ,_......... denm man an- merkt, au« welcher Feder fie gefloffm find, für dm hat die Friedlichkett ein Ende(Bravo).— Herr B ehrend kritistrt die Gründung von Produttivamossenschastm ohne SiaatShllfe, mit dmen man nicht wett kommen würde. Nicht gegen die Lohnbewegung sei man, aber man wolle da« Prinzip der deutschen Arbeiter nicht verunglimpfen lassen. Herr Boy glaubt, daß Kollege Rödel die Prinzipien der deutschen Arbeiter ebmso genau kenne, wie der Vorredner. Herr Rödel habe deulltch ausgesprochen, daß die Produktivgmossmschaft nur er- mözlichm solle, gemaßregette Kollegm in Berlin zu hatten; von Schulze-Delitzsch'schm Idealen sei derselbe sehr well mtfernt. — Herr Krug(KommisfionSmitglied) tadelt zunächst, daß diese Gmeralversammlung auf einm Tag einberufen sei, an dem eine Delegirtenversammlung stattfinde. Viele Mitglieder de« Fachverein« hätten fich von d-r Lohnbewegung zurückzmogm und deshalb habe auch der Fachverein bevmtlich an Mitgliedern virloren.(Gelächter) dmn die vernünstigm Mitglieder, die auf Settm der Lohnkommisfion standen, seien auSgetretm lUnruhe). Die Fachverewe verträten ein manchesterliches Prinzip(Gelächter). Der Vorsttzmde des Fachvereins habe selber erklärt, daß die Fachverein zunächst für ihre eigenen Mttalieder sorgten. Die beantragte Resolution sei ein Ausfluß der im Saal herrschmden Hitze.(Große Unruhe:)— Stadtverordn. Aug. Herold weist zunächst unter dem Beifall der Ver- sammlung den Vorredner in die Schranken de« An- stände« zurück und fordert sodann auf, ruhig und ohne Voreingenommenheit noch irgend einer Seite hin die Sachlage zu erwägen. Die ersten Beamtm der Bewegung, die Re- visorm, ihreS Amte« zu mtsetzen, verrathe zum mindesten eine große Schwäche und Unstcherheit. Wie kann Herr Klose e« dem Fachverein zum Vorwurf machen, daß er fich bemühe, Mitglieder zu werben! Jeder dmkende Arbetter muß die« Bestreben billigen. Eine Organisation, wie die der Tischler, hat keine andere Gewerkschaft rn Berlin. Man solle die ein« zelnen Mitgliedschaften der verschiedenm Verein« nur einmal zusammenzählen. Die Lohnkommisfion aber habe nicht« geth an, diese« Wachsm zu bcgünstigm und damtt habe sie«ine Pflicht» Verletzung begangen. Die Streik« seien ein sehr gefährliche« Mittel und er(Redner) gebe keinem Streik seine Zustimmung, bevor nicht die Hälfte der Tischlergesellm Berlin« organisttt sei.— Wochen find vergangen, seitdem e« unter dm Tischlern gährt, aber noch hat die Kommisston nicht Gelegenheit ge» nommm fich zu vertheidigen. Soll diese Vertheidigung nun am nächsten Sonntag in der Versammlung erfolgen, zu welcher Herr Rödel alle Gewerkschaften einladet, ohne die TageS-Ord» nuna anzugeben? Besser wäre e» gewesm, man hätte die Tischlervereme allein ersucht nicht zu tagen und man wollte am Sonntag vor allm Tischlem Berlin« Erklärung darüber abgeben, weshalb die ersten Beamten ihr Amt verlorm haben. — Wer aber versuchen sollte, dm Fachverein anzutasten, der unter dm schwierigsten Verhältnissen fich grblldet hat, der ist ein Verräther an der Arbeitersache!(Stürmischer Beifall.) Auf Antrag dt« Herrn Blume wttd hierauf zum zweiten Punkt der Tagesordnung:„Bericht de« früheren Re» visorS Herrn Winter übergegangen. Vorher gelangt die Resolution Meißner zur Abstimmung. Auf Antrag deS Herrn Klose wird dieselbe in zwei Thetie gelegt. Der erst« Theil, welcher bis zum Wotte„einzusetzen" reicht, wird gegen etwa 20 Stimmen angenommen. Ueder den zweiten Thell wird dreimal abgestimmt, weil da« Resultat, wie e« der Vorfitzende angiebt, von den Gegnern der Resolution bezweifelt wird. Zwei Stimmenzähler stellen schließlich fest, daß die große Majorität der Versammlung fich auch für den letzten Absatz der Resolution erklärt. Dagegm stimmm etwa 200 Personen, von denm ein Thell nach der Abstimmung dm Saal verläßt.— Bevor Herr Winter zu seinem Beiicht daS Ver etazu' Wort erhält, stellt Herr H e r o I d dm Antrag, die hell zu vertagm, well die Anwklagendm nicht annu,—..- »ieht aber seinen Antrag zurück, al« der Vorsttzmde, Hess o* b e il konstatirt, daß ein HerrRoedel in die RednerlM% gezeichnet sei. Der Vorsttzmde ersucht hierauf Herrn Sw®* sein« Anwesenheit zu bekunden und eine Stimme von.»» Galleri« erwidert laut:„Hier!" Nunmehr beschließt die sammlung fast einstimmig in die über dm zweitm Punkt der Tage« treten. Da» Wort erhätt zunächst Herr—..... Derselbe spricht stch in tadelnder Weise über die Kommissw� verhattnisse au«. Da e« fich jedoch herausstellt, daß Rodel in der Versammlung überhaupt nicht anwesend ist. � daß vorher ein Underusmer eine sehr bedauerliche TäusW» begtmgen habe, beschließt die Versammlung, stch in eine vM« DiSkusston der Anaelegmheitm nicht einzulaffm und die � Handlungen zu schließen. Da stch Herr Rödel gegen die � griffe de« Herrn Winter natürlich nicht vertheidigm konnte, nehmen wir vorläufig von der Veröffentlichung der Re* ssr letzteren Herrn Abstand-- Der Vorsttzmde theilt« noch% daß am nächsten Dienstag wiedemm eine GeneralversammMH stattfinden, und daß er zu dieser Versammlung Herrn%% und die LohnkommisfionS-Mitglieder persönlich einladen«� Wir werden dann weiter über diese wichtigen VerhaiidluvB® berichten. Eiue große öffentliche Versammlung, in welch» Stadtverordneter Goerckißeinen Vortrag hatten wird, stoW®J Donnerstag, dm 11. Juni, AbmdS 8 Uhr. in Schwall®' Salon, Bmnnenstr. 54, statt. Jedermann hat Zutritt-. Der«esang> Verein Männer» Chor St. Urba«w' jedm Donnerstag Abend von 9—11 Uhr im Bukower Bukoverstr."""""""" Rr. (Oertliche X5:ireauun0,«jcuin vr.j, Manisurrrr bezirk, findet eine Versammlung am Donnerstaag, dm H-FS Abends 8 Uhr, AndreaSstraß« 21, bei Keller im ober« statt. Die Tagesordnung ist: 1. Bericht der Delegirten vov� Generalversammlung zu Frankfurt a. M- 2. Verschick� »scheint Nb ft Wabrni DaS Quittunasburd legitimirt. Der wichtigm TaaeSordt»® wegen ist e« Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen, f mtt fich ein Jeder selbst informirt über den Stand der W dil der sowie über die gefaßten Beschlüsse. y Den Mitglieder« der Zentral-Kranken- und 6%% kaffe der Tischler u. s. w. wrrd hiermtt bekannt gemacht,»*' laut Beschluß der Generalversammlung diejenigen JllttglWft welch« vor dem 1. Oktober 1884 Mitglied der Kasse waren% der damaligen 4 Klaffe angehöttm und da« 40. respeklto«*, Lebensjahr überschritten haben, biS zum 1. September Iß* wieder, ohne AlterSbeschränkung. in die jetzige 4. Klasse � tret'N können, wenn dieselbm ein ärztliche« Gesundheit»««' beibringen. Sie habm jedoch für dm Fall einer ErkranW innerhalb 6 Wochen nach erfolgtem Uebertritt nur Anrecht Unterstützung in der Höhe der jetziam 3. Klaffe., � In Köpenick findet heute Abend 8 Uhr im Saale Schüyenhauie« eine Versammlung de« Verein« der Bau» Fabrikarbeiter statt. Tagesordnung: Wahl de» aesawau® Vorstände« und Ausgabe der Statutmbücher. Rtue 3*% glieder werden aufgenommen. Um zahlreichen Besuch gebeten. Die Schmiede Berlin« find im Streik. Von 400 stern haben etwa 79 die Forderung der Gesellen: AuSzaM« de« Lohnet jedm Sonnabend um 6 Uhr und gänzliche stellung der SonntagSarbeit, n i ch t b e w i l l t g t. Die Lop« Kommisston bittet alle Kollegen, den Zuzug streng feta# witmetch halten und ersucht all« arbeiterfreundlichen Blätter um Abdw»«gemacht« dieser Notiz. sthren fön Weih raliß«, 6, � Klammer ka al ... Wir i �eralismi J"» Korr» Wttt» Nar u Beso« Arbeit "»ter der bch nur I K wollen. «beralm 3 *«1 auf( »usbeutun � Di« 3 «lrmen de d Briefkasten äer Zteckaktioa. S- A. 300. Königsberg ist Beides. i «.». Sttxborf. Seit dem 1. April 1881 ist Berlin® Grund deS Gesetzes vom 26. Juli 1880 über die Organ) WJ, der allgem. Landesverwaltung aus dem Verband« der Pw'/ Brandenburg auSgeschiedm und bildet fortan einen Verwaltu� S�cchtk�iseS e«" in gewissem Sinne die E »er in gewissem Sinne die Eigenschaften ewfl Regierungsbezirke» und einer Provinz � find wenigsten« vorläufig da« Oberpr«, nrhim. hrtÄ ORrnninrnfAL ßmiilf nfTfAifidl fich vereinigt, doch. dium, das Konststorium, das Provinzial-Schulkollegtum � Medizinalkollegium noch der Provinz Brandenburg und � Verwaltungsbezirk Berlin gemeinsam geblieben..u E. B- v. Der Mieter hat dm ZinS für dm 3% ganz zu johlen. Di« Kündigung war nicht rechtzettig. Anspruch des WirthS ist vollkommm begründet..u Drei Wettende. Eine Verpflichtung de« Richter«, Käppi aufzusitzen, liegt nicht vor. E« ist gänzlich in sei« � meffen gestellt. � W. R. Ihre Frage läßt fich erst beantworten, rvenN�. anführen, wa« für ein Gewerbe Sie betreiben f gtnau welche Stellung Sie bei der Herrschast einnehmen. j-r ."rächten, . Di« "tnigei p Wohl O?le zu» A'ZMnaßl &T'** KK ttchtbot« Aber i die! �koten, l k* ß-'i�en T r'äoen! Heute: Theater. König acht« Opernhau«. Covvelia. Vorher: Abu Hafian. Königliche» Schauspielhau«. Heut«: Geschlossm. Deutsche« Theater. Heut«; Die Räuber.__ vellealltaneeÜTlzeater. ; Deficit. »eues.Friedrich.Wilheimstudtische« Theater." roßmoaui. Heut«: Der Großmogu Walhalla-Operetteu-Theater: Heute: Matcotte. Ostend-Theater: De« Schauspieler« letzte Rolle. Wallner-Theater. te: Papagmo.___ Louisenstädtische» Theater: Der Waffenschmied. Um vtelsachen Wünschen nachzukommen, habe ich folgmde« Abonnement eingerichtet: Spmfitz 12 M. 1. Parquet 9 M, 2. Parquet 6 M pr Dtzd. find im Zigarrmladen Dretdenerstr. 72 und AbmdS an der Kasse zu habm.— Anfang 7'/, Uhr. Morgen: Normo. Centrat- Tqeater: � Alte Jakobstraße 30. Direktor- Ad�Ernst. »lte Jarobstraße»0. TNrerror-«o.«mu. Heute:„Hamburger Lttdm" von Juliu« Stmde. Vorher: _„De lütt Heckmros'."____ Al« Verlobte ewpfehlm stch: Emma Hoffinann, Mainas Meyer. [1239 Allm Freunden und Bekannten empfehle ich mein Weiß.: Kairlschdltr.lokal Sartt« a. Kegklbah». Schramm, Hochstraße 32a. 1288] Ladentische, Repositorien und Regale �tr�Schank-, Posammtier-, Mehl- und Vorkost-Geschäste billig. Wtmerstraße 40 bei Quednow. Große Volksversammlung Donmrstag, de« 11 ZM 1885, Abends 8 Zlhr, in Schwarzerd Salon, Brunnenstr. 54. Tagesordnung: Vortrag de« Stadtverordneten Fritz Görcki. Diskussion. 1241]_ Der Einberufe r. Kleine und große Vereinszimmer euch Sonntag« zu habm. Maverstraße 86._[1304 Donnerstag, den 11. Juni er.. Abend« 8 Uhr, findet im Lokal Deutscher Kaiser, Lothringerstraße 9� I satsi eine große öffentl. VersammlunS der Schmiede Lerlius u. Umgegend ««j statt. TageSordnun 1. SituationSbericht. Referent: I. 2. Verschiedene«.... Die L-ohn-KommlBHlon der Berliner Sehmio* I A.: H. Schart o«, Schönhauser Allee 166. er. 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