»«st-"». s»« Rr. 137 Dienstag 16 Juni 188a n. Jahrg. fit w s R-sZ' *5 Sorft«' 1# M erlimVMUl Brgan für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Hebereinkunft� s Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. rücken." \ Vie kapitalistische presse. , Der bekannte Berliner Korrespondent der„Breslauer Leitung", Herr Alexander Meyer, wendet sich in aller Schärf« gegen die Ausweisungen der russisch» kölnischen Arbeiter au» den Jndustrie-Distrikten �ierschlesienS. Der bekannt« manchesterliche Herr macht sich alle die» pnigen Argumente zu eigen, welche von der Unternehmer» W«, also auch die der„Zeitschrist de» Oberschlefischen "erg> und Hüttenmännischen Verein»", die wir schon«in- ftal besprochen habe», vorgebracht werden. Wir würden auf diese Angelegenheit hier an der her» »«tragenden Stelle nicht zurückgekommen sein, wenn nicht •n„Gewerkverein" de« Dr. Max Hirsch, sich ja auch al» Arbeiterorgan gerirt, de« Artikel aus der„Breslau«, Zeitung" abgedruckt und den» >»lb«« sich zu eigen gemacht hätte. Da» Argument, welche« das Organ der Hüttenbefitzer strsten die Autweisurg vorbrachte, lautet: „Die Verhinderung dieser Leute(nämlich der russischen die deutsche Grenze zu kommen) würde nicht r** f** die Grube» einen zunächst gar nicht DL J$/*d«» Ausfall hervorrufen, so«- W1«1 1*• diesseitigen Arbeite, von Nachtheil sein, '0 daß die einheimischen Arbester rascher auf- ...«°llen wir bemerke«, daß vorstehender Satzschon vongen Monats wörtlich in der„Schlesisch.n Zestung stand und daß wir in Nr. 123 in«ine« Lest- , ich>uf gegen eine solch« Auffassung unserer mrthschaftlrche» Verhältnisse ausgesprochen haben. Die de» deffenden Sätze, die wir für wichtig genug halte»,»olle» ftir hier au» de« betreffenden Artikel nochmal« abdrucken. dieselben richten sich nunmehr gegen ein„Arbeiterblatt", Aelche« augenscheinlich im Dienst« de» KapitaliSmu« steht, Segen den Hirfch-Duncker'schen„Gewerkverein". Wir ichrieben damals:........... „Wir haben schon zu wtederholten Malen erklärt, daß wir an sich nicht« gegen die fremden Arbetter haben, da »»ch deutsche Arbeiter in die Fremd« gehen, um ihr Brod £»erdien«». Aber wir sind Gegner derjenigen fremden bester, die nach Deutschland kommen, um Arbeit zu drhmen, wenn sie bedü rfnißl o s e r sind, al« die '' tischen deutschen Arbnter. Dann drücke» sie de« Loh» ' und machen de« deutschen Arbeitern eine verderbliche Unddies«„Bedürsnißlosigkeit" wird ja»«»dracklich durch 68| «rtotot.] IeuMeton. Äm Eckfenster. Roman von Friedrich»erftiicker. (Fortsetzung.) Die Sänge, hörten e»«benfall»; anstatt sie ihr Lied beende« & lasse», liefen Unberufene hinzu und verkündete« die �chreckenSmähr. Einer verstummte— da noch Einer— plötzlich brache» sie mitten darin ab, von den Fackelträgern «hten schon hier und da einzelne ihr« Fackeln z« WT- �lösche» oder zogen pcy'cyeu o,e«uasc yinwo— y war kein Augenblick zu Triumph und Freude.»,« sie cht gut fühlten, aber unheimlich wurde dr« Ovation durch N« Störung, die sich äußerte, al« ob der Tod in«ine Nliche Gesellschaft trat. Die Masse der Neugierige« Wst« sich allerding« noch nicht verringert, eher vergrößert, »ber das Mufikkorp» und die Sänger zogen sich scheu RWW, und lautlo» zerstreute» sich auch jetzt die Fackeln, m und da leuchtete noch eine vor— dann lag Alles Wer wie die Nacht, und nur die erne an der Hofapotheke �«brachte G-»lamp- warf noch ihren matten Schein über Menschenschwarm, der jetzt zu de» Fenstern der un» »täcklichen Braut hinaufstarrte. ., An de« benachbarten F-nster» hatte sich natürlich All.» sammelt, wie nu, die ersten Fackeln fichtbar wurde», �Klingmbruch» besonder» hielten thr« Etage vollkommen .„ffia« da» für ein Wesen ist, da», um so ein« Theater- W," r,b doch wirklich rein verrückt- mit emer Königin konnten nicht ärger treiben I" »wem wildfremden Manne um den Hal» falle» und ewige und da zogen sich /che» die Straße hinab— obigen Satz konstatirt, de« davon spricht, daß die russische« Polen in die besser bezahlten Arbeiterkategorien nicht aufrücke». „Wa» ist nun aber die Folge von der polnisch-rusfischen Konkurrenz? Zunächst sei bemerkt, daß Obirschlefie» ein sehr dicht bevölkerte» Land ist, welches weitau» genügende Arbeitskräfte stellen kann; dann sind die oberschlefischen Arbeiter, die durch den Kleru« auf einer tiefen Bildung«- stufe gehalten«erden, immer noch intelligenter und weniger bedürfnißlo», al« die Arbeiter au» Russisch-Pole», so daß sie die sogenannte niedere Aibeit, zu denen die Russen für «ine« Hungerlohn zu haben find, nicht leiste»»ollen zu demselben Preise. „Deshalb ziehen gerade au« Oberschlesie« alljährlich hunderte und tausende von Aibeiter» und Arbeiterinne« nach Mitteldeutschland, wo sie ihre Arbeitskraft gegen höheren Lohn verwerthen, al» sie ihn in Folg« der russische« Konkunenz in ihrer Heimath erlangen können. „Da sie aber immer«och billiger arbeiten, al» die heimischen Arbeiter in Mitteldeutschland, so drücken die oberschlefischen Arbeiter und Arbeiterinnen wiederum die Löhne in ihrem neuen Arbeitsgebiet und vertreiben von dort die heimischen Arbeiter, die ihr Glück wo anders versuche» und dort wieder da» Angebot der Hände vermehren und de» P-eiS der Maare„Arbeitskraft" herabdrücken. Da» wird«un Herr Dr. Max Hirsch, der große Na- tional'Oekonom" doch wohl begreifen können. Für die „Schlefische Zeitung" hatten wir damals die Sache noch weiter ausgeführt, aber hier»ollen wir auf das größere Verständniß de»„Gewerkverein" und solchen Dingen bauend, von einer«eiteren Beweisführung Abstand «ehmen. UebriaenS kommt un< Herr Alexander Meyer, vnlgo die„Breslauer Zeitung", auch schon entgegen, indem sie schreibt: „Außerdem muß billigerweise berücksichtigt werden, daß auch eine große Anzahl von g e ü b t e n preußischen Unter- thanen in ganz gleicher Weise in Pole» lohnender« Ar- beit findet, al« die»seitS, und e« muß daran erinnert »erden, daß allein die in der Näh« der preußischen Grenze gelegene« industriellen Etablissement» zu So»no»ic«, Dom- browa und Siclce tausende deutscher Arbeiter bei hohen Löhnen beschäftige», deren Ausweisung aus Rußland auf den Arbeit»markt im oberschle- fischen Jndustriebezirke«inen gar nicht zu taxirenden Einfluß ausüben würde." De» druckt«in„Arb eiter b l a tt", der„Gewerk- verein", ohne Weitere» ab. Gewiß würde die Rückkehr dieser„geübteren, an hohe Löhne gewöhnte" Arbeiter auf den Arbeitsmarkt in Schlesien einen großen Einfluß haben, Lieb« schwören, wie sie'» alle Abende machen; dazu gehört doch eine merkwürdige Natur." „Du wirst auch sehr selten Leute aus wirklich guter Familie finden, die sich dazu hergeben," sagt« die Mutter wieder:„«* ist fast immer hergelaufenes Volk." „Da kommt der Wagen I" rief Flora, die im Neben- fenster lag.„Oh Du meine Güte, wie sie brülle»; ich werde«och taub davon I" Jetzt begann der Gesang, und da» Ganz« hatte etwa» so Feierliche», daß selbst die junge» Damen einen Moment schwiegen und den Tönen lauschten. Aber da» dauerte nicht lange. „Das ist ja«ine ganz« Gesellschaft, die da au» dem Wagen steigt I" rief Flora.„Fräulein Blendhei« giebt wohl tut Abend eine kleine Soiröe— das schickt sich auch recht r«ine einzelne Dame!" „Konntest Du erkenne», wer da» war, Mama?" fragte Henriette. „Nein; aber Jemand war dabei, der von den Andere» geführt wurde— ich glaube, die Blendheim selber." „Sie wird wohl eine Ohnmacht gespielt haben, um ihre Rührung zu zeigen," bemerkte die Tochter;„lauter Komödie— daß sich die Mensche« nur auf so plumpe Art anführen lassen!" Wieder horchte« sie eine Weile dem Gesang«. „Hörst Du," lachte Flora,„da ist Einer stecke» ge« blieben l" „Ist es den» schon au»?" fragte die Mutter. „Sie hören ja auf einmal auf— wa» laufen den» die Menschen da so herum?" „Die Poiizei wird den Unfug nicht geduldet haben," bemerkte die Frau Oberfilieutenant;„siehst Du, da unten find Polizeidiener." „Da» wär' recht," lachte Hmriette schadenftoh;„t* ist auch eine furchtbare Rücksichtslosigkeit gegen die Nachbarn. Wenn nu« Jemand krank ist und muß den Spektakel mit anhören— da» initirt ja gesunde Nerven!" „Da muß etwa» vorgefallen sein," sagte jetzt der Oberst- lieutenant, der im dritten Fenster lag, indem er zurück in die Stube trat. & aber für die Arbeiter einen günstigen, für die Unternehmer natürlich«inen ungünstigen. Di« bedürfnißlose» gegen niedrigen Loh» arbeitenden Russe« drücken drücken in Schlesien den so wie so schon niedrigen Arbeitslohn, die bedürfnißvoller» zurück» gekehrten„preußischen Unterthanen" würden aber höheren Arbeitslohn verlangen«ad auch erhalten, wenn die Unter- »ehmer keine anderen Arbeiter für geringeren Loh««ehr erhalt» könnten. Solche einfache nationalökonomische Wahrheiten, die selbst ein Schulze-Delitzsch anerkannte, werde» im Interesse de» Kapitalismus selbst von sogenannten Vetretern von Arbeitervereinigungen nunmehr schlankweg abgeleugnet I Sollten da nicht einmal den verständigen Arbeitern unter den Gewerkvereinler» die Angen aufgehen? Sollten sie da nicht einmal der Redaktion ihre»(?) Organ» auf die Finger klopfen? Im Uebrigen liegt die Sache so klar, daß sie keiner weitere» Eröiterung«ehr bedarf. Man sieht nu, hier so recht deutlich den Preßring derKapitalistenklasse: �Unternehmungen, 2) konservative„Schlefische Zeitung", 3) deutsch- freisinnige „Breslauer Zeitung", 4) ein„Arbeiterblatt", der„Gewerk- verein", der brüderlich de« Unternehmerblatt die Hand reicht. Und diese ganze Gesellschaft verbündet sich gegen die Interessen der Arbeiter I Berichtigung. In Nr. 134 muß eS im Leitartikel:„Die Niederlage d«S Deutschthums in Oesterreich" in der ersten Spalte in der einundzwanzigsten Zeile von unten gezählt an- Patt„darnach" heißen dennoch und in der zweiten Spalte in der achten Zeile von unten anstatt„Unser Wunsch"— Unser Vorwurf ist also gerecht»e. KoMisrke Nebersirbt. Prinz Friedrich Carl vo.1 Preuße« ist gestern auf Schloß Glienicke gestorben. Der Prinz wurde vorgestern von einem Schlaganfall heimgesucht, welche eine Lähmung der rechten Seite deS Körper» zur Folge hatte. Trotz aller angewandten ärztlichen Hilfe erfolgte der Tod g/stern um 10 Uhr Vor- mittags. Der Prinz ist am 20 März 1828 geboren und )at somit sein 57. Lebensjahr um drei Monate über. schritten. ig deS deutsch, fteistnnigen Blatte», der„Berliner Zeitung" zu Gestcht kommt, welche über„die Lage der Sozialdemokratie" spallenlang herumsalbodeit. Di« Sozialdemokraten werden sich übrigens wohl am meisten darüber wundern, daß die» liberale Organ sich ihren Kopf zerbricht und allerlei„weiSheUvolle", sonst mütterliche Ermahnungen über den„Zwifr, der im sozial- „Schick' doch einmal die Hanna hinunter, daß sie sich erkundigt," schlug Flora vor. Die Hanna war aber schon unten und stand in der HauSthür, um zuzusehen, denn in die Vorderzimmer durste sie, wie sie recht gut wußte, nicht kommen. Die Bewegung da unten wurde aber so räthsel- Haft— da» plötzliche Abbrechen de» Gesänge», da» Zer- streuen der Fackel», die Versuche, die Einige machten, ihre Fackel» auszulöschen—, daß die Damen Gewißheit darüber haben mußten. Außerdem bemerkten sie jetzt drüben in den Fenstern von Fräulein Blendhei« Licht, und die Schatten verschieden«, Personen glitten hastig bald her, bald hin an den nitdergelassenen Rouleaux. In Ermangelung der Hanna wurde deshalb der Oberstlieutenant selber auf Kund- schaft ausgeschickt, mit der stillschweigenden Bedingung, nicht eher wieder zmückzukehren. bi« er etwas Positive» eifahren habe, und die Damen zerbrachen sich indessen vergeblich die Kopfe, da« schon von oben herau» zu bekomme». Der Vater blieb aber nicht lange; er hatte nicht weit zu gehe« gebraucht, um da» zu erfahren, wa« da unten von Mund zu Mund lief. Er wollte das Gerücht allerding« nicht gleich glauben, e» war zu undenkbar; aber von allen Seiten ward es bestätigt, und ein Unglück mußte geschehen sein, oder die Festlichkeit wäre doch«ahrlich nicht auf ein« so plötzliche und für die davon Bettoffeve sonst jedenfalls beleidigende Weise abgebrochen worden. Al« er zurückkam, war der kleine Mann aschenfahl im Gesicht. „Nun, Papa, wa, ist?« stürmten ihm die beiden Töchter entgegen.„Nicht wahr, die Polizei hat dem Skandal ein Ende gemacht?" „Kinder," sagte der Oberstlieutenant mit fast zitternder Stimme,„ein Unglück ist geschehen..." „Ein Unglück?" riefen alle Drei zu gleicher Zeit. ..Hauptmann von Dürrbeck hat sich erschossen!" Die Damen stand,» ihm sprachlos gegenüber, n Frau Oberstlieutenant gewaniT zueist tne"Sprache"wiedtt'. G«'; W''*>tt«n der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft wird durch diesen Zwischenfall nicht wachsen. Die Rachrtcht, daß hinsichtlich der Answeisnnge« russische» Pole« von der Regierung eine ve> änderte Taktik beliebt werde, ist von den oififiösen Organen bereits dementirt worden. Dieses Dementi scheint man ind-ß noch nicht für ge- und Ständchen— Hochmuth kommt immer vor dem Fall I ist ei« alte», gute« Sprüchwort." „Veroniea," rief ihr Gatte fast entsetzt au»,„wie kannst Du um Gottes willen nur so etwa« sprechen l" „Ist e« nicht die Wahrheit k" „Und hast Du gar kein Mitleid mit der Unglücklichen?" „Ach was," sagt« die Frau Oberstlieutenant,„derar- tig« Leute fühlen so etwa« lange nicht so tief wie Unser- einer.— Dein gute« Herz«alt Dir die Geschichte nur so schwarz au». Dürrbeck hätte aber von Anfang an so klug fern und einsehen sollen, daß die Verbindung für ihn keine passend« sein konnte. Jetzt hatte er sich aber schon zu tief eingelassen, er wußte recht gut, daß die ihn nicht wieder frei gab, und da blieb ihm denn freilich keine andere Wahl, al« sie zu heirathe» oder sich tobt zu schießen." Klingenbruch lies mit auf dem Rücke» zusammenge- legten Händen in seinem Zimmer auf und ab; er hörte gar nicht mehr, wa« seine Frau sprach, denn er wußte doch rech» gut, daß sie sich nie widerlegen ließ. Dürrbeck— Dürrbeck sich erschossen— und weshalb? Es gab keinen vernünftigen Grund, den er sich denken konnte, denn wenn der Hauptmann nur gewollt hätte, stand er, mit eine« sehr bedeutenden Vermögen, vollkommen unabhängig in der Welt, und wa» um Gotte» willen konnte ihn zu einem so vnzweifelten Schritt bewogen haben I Aber es litt ihn auch jetzt nicht länger in ferne»«rgerren vier Wänden; er mußte sich selber überzeugen, und da« auf der Stelle, denn er konnte trotz aller Bestätigung da« Unerhörte noch nicht glauben. Bei einer andern Gelegenheit würde nun fmlich seine Frau sehr starke» Einspruch gethan haben, daß er noch in dieser Stunde der Nacht sein Haus verließ. Heut« aber dränote e» sie selber. Nähere» über den in ihre» Kreis.« sie erlich Epoche machende» Fall zu erfahren, und dem Oberstlieutenant wurden deshalb keine weitere» Schwierig- keite» in den Weg gelegt. Dürrbeck'» Quartier war auch nicht so weit entfernt; in zehn Minuten etwa hatte er die kleine, fteundliche, an! der Promenade gelegene Wohnung erreicht. Es war ein> nügend anzusehen, denn die„Nordd. Allg. Zig." bringt bereit« ein zweites, welches folgendermaßen lautet:„Die Gerüchte, als ob die von Selten der StaatSreuierung nach reiflicher Erwägung beschlossene Maßregel der grundsätzlichen Zurück- Weisung der in unseren östlichen Grenzprooinzen fich aufhallen- den russtsch.polntschen Uebeiläufer in ihrer Ausführung ins Stocken geraihen sei oder mindestens lax gehandhabt werde, können immer noch nicht zur Ruhe gelangen, trotzdem daß ihnen bereits einmal ein entschiedenes Dementi zu Tbell ge« worden ist. Die Urheber und Verbreiter solcher Gerücht« scheinen wirklich nicht zu bedenken, daß fie mit diesem Gebahren dem von der Ausweisung Bettossenen den denkbar schlechtesten Dienst erweisen, insofern derartige, immer aufs Neue in die Welt gesandte Zweifel an dem E-nst ver Abficht auf Seiten ver Regierung nur dazu führen körnen, in Einzelnen Hoff- nungen auf ihre Belaffung im.dieSsettigen Staatsgebiete zu erw-ckm, welche fich nothwendig als völlig trügerisch erweisen müssen. Der Minister d«S Innern hat in der vielbesprochenen Rede, welche er über diesen Gegenstand am 6. Mai er. im Abgeordnetenhause gehalten hat, in einer für alle Unbefangenen überzeugenden Weise vargethan, daß die längere Duldung dieses fremden Elementes in unserem Vollslörper mit den preußischm StaatSintereffen nicht vereinbar sei. Da» mag ja Manchem nicht einleuchten; aber selbst Diejenigen, welche die wahrlich keiner willkürlichen Anwandlung, sondern der fach- gemäßen und ernsten Erwägung einer staatlichen Nothwendig- keit entsprungene Maßregel als„inhuman" auf das schärfste zu verurtheilen geneigt find, sollten doch wenigstens hin- reichende Achtung vor der Entschlossenhett der Regierung haben, um ihr nicht ein schwachmüthigeS Zurückweichen da zu- zutrauen, wo es fich um die gedotene Sicherstellung deS Etaati- wohleS handelt." Von der ostfriefischen Küste, 11. Juni, schreibt man dem „Hamb. Korr.":„Die alljährlich fich wiederholende Belästigung unserer einheimischen Fischer durch die Engländer macht fich in diesem Jahre in ganz unerhörter Weise bemerkbar, und eS scheint fast, alS habe die Gefangennahme zweier Kutter auf die übrigen Fischer kaum«inen Eindruck gemacht, denn fie setzen ihr vertragswidriges Treiben unbeirrt fort. Vorgestern befanden fich h'estge Fischer inmitten einer englischen Fischerflotte von 400 bis 500 Fahrzeugen, deren einige die hiesigen Fischer in der Ausübung ihre« Gewerbis in der Weise belästigten, daß fie ihre großen Schleppnetze qäer über die ausgeworfenen Leinen, deren Lage dmch Bojen bezeichnet ist, treiben ließen und dadurch einen Tbeil der Leinen zerstötten. Andere trieben eS noch ärger. Bekanntlich wird beim Schellfischfang die Leine mtt den Angelschnüren(3000 bi» 3600 Angeln) in einer Länge von drei Kilometern auS geworfen. Während nun einige Schaluppen gestern am ent- gegengesetzten Ende der Leine fich befanden, also ungefähr drei Kilometer vom Anfangspunkte entfernt waren, pickten die Eng- länder dir sogenannten Sleerttonnen, durch weiche der Anfang der ausgeworfenen Leine bezeichnet wird, auf und zogen un- genirt einen Theil derselben(bei einer Schaluppe etwa 450, bei einer anderen 600 Angeln) ein, zerschnitten bei einer Annähe- rung der Eigenthümer die Leinen und suchten mit ihrem Raube daS Weite. Unsere Fischer find gegenüber solcher Frechheit völlig machtlos, da die Zahl der englischen Fahrzeuge zu groß ist, um ein fichereS Erkennen der SchrffSnummern zu ermög- lichen. DaS energiiche Einschreiten der„Pommerania", der nunmehr, wie eS heißt, ein Dampfer zur Alfifienz beigegeben ist, wird hier natürlich mit großer G-nugthuung wahrgenom- men und gereicht unseren Fischern zur Beruhigung." Ueber da« Lebe« der Europäer am Kongo brinzt der „Meuse", ein in Brüssel erscheinendes Blatt folgende in- tereffante Korrespondenz:„Man muß vor Allem eine absolute Nüchternheit adoptiren, jedes Uebermaß bringt Gefahr. Di« Weißen leben hauptsächlich von Konserven. Ein Huhn kostet zwei Taschentücher, drei Eier«rhätt man sür ein Taschentuch, vier Eier für eine leere Flasche. Die Ente kostet biS zu einem Sanzen Stück Taschentücher. In der Bekleidung muß man auf einen verzichten und fich in Flanell kleiden; vor Allem darf man keine leichte Kopfbedeckung haben. Sehr dichte Filzhüte und Helme find daS Beste. Da die Temperatur besonders Nachts merklich wechselt, muß man sehr vorfichtig sein.„Man muß, heißt es, fich vor einem gewiffen Insekt hüten, daß sich gewöhnlich zwischen dem Fleisch und der Haut der Füße ein- nistet. ES bildet daselbst sein Nest und legt daselbst in einer Blase seine Eier nieder, die man durchaus herausziehen muß. Die Schwarzen find in der Besettigung dieser Parasten sehr geschickt. Gelangen diese Insekten auS Mangel an Sorgfall dazu, dm Knochen eines der Zehe zu erreichm, so ist dieses Organ verloren. Nicht minder gefährlich find die Skorpionen, die Spinnen, eine Art Tarantel, die Tausendfüße. Beim Gehen muß man fich hüten, auf den Schwanz einer Schlange, besonder» der ausipeimven, zu treten, da diese fich in die Höhe richtit und ihr Gift Einem ins Geficht spett. Trifft«S die Augen, ist eine wochenlange Blinvhett die Folge. In den sumpfigen Thälern ist eine schwarze Fliege häufig. Stickt die- selbe die menschliche Haut, so geht letztere an der betriffenden Stelle weg."— Seit acht Tagen erscheint hier der„Monitenr kleine» Hau», da« der Hauptmann erst vor ganz kurzer Zeit angekauft und nicht gerade reich, aber doch ungemein wohnlich hatte einrichten lassen. Wenn Klingevbruch aber geglaubt, daß er sich ohne Weitere« würde Eingang ver- schaffen können, so sah er fich darin getäuscht. Er fand allerding» eine Menge von Menschen vor dem Hause, die in alberner Neugierde da« Dach anstarrte», unter dem so- eben«in Mord verübt worden, aber hinein wurde Niemand gelassen. Da« Oberkommando, daS augenblicklich Rapport erhalten, hatte nämlich ohne Weitere» zwei Posten an die Thür gepellt, welche die Zugänge bi« zu« nächsten Mor- gen besetzt hallen sollten. Em Arzt war allerding« ohne Zeitverlust entsendet worden, um nach de« Unglücklichen zu sehe» und zu untersuchen, ob noch Leben in ihm sei; da« aber zeigte sich bald al« hoffnungslos. Der Schuß war mtt furchtbarer Sicherheit auf fein Herz ge- richtet gewesen, und da» Leben schon lange entflohen. Klingmbruch selber wurde von den Wachen, wmn auch mit der größten Ehrerbietung, doch mit der bestimm- tm Autsage zmückgewiesm. daß sie von de« kommandiren» den Osfizrer strengen Befehl hätte», Niemanden, weß Stande« er auch sei, in die Wohnung de« Todten zu lassen, daß aber den Freunden de« Verblichmm morgen früh ge- stattet sein würde, ihn zu besuchen. Damtt mußte er sich begnügm, denn er wußte selber recht gut, daß die Sol- baten keinen selbstständiae» Willen, sondern nur den ihnen gegebe« en Befehlen zu folgen hatten. Aber er verließ dm Platz doch nicht eher, bi» er die näherm Einzelheiten de» Unglücksfalle» erfahren, und zwar dmch dm Bursche» de« Hauptmann« selber, dm er kannte und der früher in seinem eigenen Korps gestanden. Der arme Teufel war noch außer sich, die Thräaen liefe» ihm fortwährend an de» Backe» nieder, und einem Andern al« dem Oberstlieuteuant hätte er auch wohl kaum Red« gestanden. „Oh. Du mein Gott," erzählte er,„so ein lieber, braver Herr, und so enden— so enden— eS ist schrecklich!" „Aber hast Du denn nicht schon seit einiger Zeit an än Congo", der daS ganz« Kongowerl auf das Heftigst««u greift. Die letzte Nummer brachte an der Spitze unter«« Ueberschrift„Die jkongo-Zivilisation" eine Adbilvung.«elcht da« Durchpeitschen der Kongoneger mtt der Hippopotavius- peitsche, wie solche auf allen Stationen der Affoziatioit em- geführt ist, durch den„Friedensrichter" darstellt."— M auch dort bietet die Kolonisation keine besonderen Annehmliv ketten! Oesterreich-Ungarn.__ Unsere Manchestrier führen die Freiheit stets im Munt*, und ihre Fabultrkunst hat sämmtlichen BildungSphiltßerir den „freien Arbeiter" oorgezaubert. Von Zett zu Zell ist» angebracht, durch ein drastisches Beispiel auS amtliche» Quellen den Werth dieser Freiheit zu kennzeichnen.% Fabrikinspekior für den ü. Auffichtsdezirk(Oesterreich unter d« EnS, ob der Ens, Herzogthum Salzburg) erzählt in den jung? erschienenen„Berichten der k. k. Gewerdeinipektoren über ihre AmtSthätigkett im Jahre 1884" von der Dienstordnung fin« Börtelfabrtk. Nach dieser„Ordnung" durften die für AibeUer anlangenden Briefe nicht früher den Adressaten übergebe» weiden, als bis fie der Fabrikherr gesehen hat. Man beabstv ttgte vermittelst dieses SpiontrsystemS die Arbeiter zu koitrA liren insbesondere dadurch, daß nach dem Poststempel geschloiP wird, ob der betreffende Empfänger de» Briefe« fich um tm anderen Dienstplatz erkundigt hat. Arbeiter, wel»' Briefe aus Orten erhalten, wo eine K»� kurrenzsabrik beste ht, werden sofort t>tl lassen. DaS geschieht im XlX. Jahrhundert, daS beV Gleichheit vor dem Gesetz, daS ist in Wirklichkeit ein KuliM« ärgster Art, welche» den Aibetter degradtrt. Aber der USmuS sieht überall die Freiheit, die er— meint. Urrb bu Dmkfaul-n glauben daran. Wie sagt der Dichter: „So schwätzt und lehtt man ungestört, „Wer will fich mtt dm Nan'n befassen? „Gewöhnlich glaubt ver Mensch, wenn er nur Worte h»"' „ES müsse fich dabei doch auch waS dmlm lassen." Kommumles. Vom Zentral- Viehhof Im Monat Mai d-J-st*6-' dem städtischen Fleisch jchau Amt auf dem Zentral- 20 932 Schweine auf Trichinen untersucht und dar' 13 trichinöse und 113 finnige ermittelt worden, welae zur menschliche Nahrung ungeeignet verworfen worden Da» Kuratorium der städtischen Gaswerke h««�, Magistrat dm Antrag gestellt, daß zur Bergrößerung der G«? anstalt in der Greifswalderstraße von dem angrenze»� Terrain zwischm der Anstatt und der Prmzlauer All« Stück verwendet werde. Da nun aber auf diesem Terra« Bau deS Asyls für Obdachlose in Auificht genommen hat der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlossen,,�, Antrag abzulehnen. Hierbei kam eS zur Sprache, d-t Terrain, welches an der Ringbahn daselbst belegen ist, eignet wäre zur Vergrößerung der Anstatt, die uv' � wünschmswerther erscheint, als der G-Stonsum der dorW: Gegend sehr stark ist. Gegenwärtig werben jährlich 250 Kubikmeter Gas fad'' der Anstalt würde meter stiigern könnm. Botanik in den städtische« Schulen. In der vom 20. bis 27. Juni werdm in dm städtischen Unit..--. anstaltm, sowie in einigen Privatschulen von dlüh«"� Pflanzen voraussichtlich folgende zur Verthettung gelang� Rtesen-Hettkraut, stumpfbläftertger Ampfer, Garrm-A� Engltscher Spinat. Komrade, Braunwurz und weißer In den höheren Lehranstattm sollm ferner vertheill totev• Engelwurz, schwarzer Hollunder, Hohllauch, Mädesü«. gefl«" Taubneffel und Kamille. »et der städtische« Hauptstiftung, lasse, w-l»* Verwaliung der Armmdirettton st-ht, find im Monar dieses".abreS an Geschmkm und Vermächtnissen eingegan 3513,08 Mk, ferner aus Kollektengelvern 453,50 Mk-, � au» schiedsmännisckm Vergleichen und Zesfionm 652, 25 in Summa also 4619.43 Mk. K o k a l e s._ r. Von der jährlichen Monumenten- Reinis� die mll ausgesuchtester Pürkrlichkeil stets zur Zeil des ÜiUr FremdmoertchrS in Berlin vorgen ommm wird, ist Kzukil Jahre auch die Siegessäule auf dem worvm. Ein altes Brettergerüst verunziert den Modi bau biS zur Höhe d«S DacheS der kleinen Halle, rvel« bekannte Werner'fche Mosaik- Bill» enthält. Bis ist, Höhe wird der ganze Fuß des DmkmalS und natw Bronze Reliefs, einer gründlichen Säuberung unterzog� Nolhwendigkeit allerdings nicht zu bezweifeln ist. Fremden aber macht eS einen eigenthümltchen Eindru er gleichzeitig auf dem Gmdarmmmarkt, am OpernM? A im Thürgartm die Dmkmäler der HaupistM hinter W Leinwand verdorgm findet. New ihm bemerkt, ob er schwermüthig oder niedergeschlagen � Martin?" im „Der schwermüthig und niedergeschlagen? aber der treue Bursche,„gesungen und gepfiffen hat& ßanzm au« geschlagenen Tag, und immer nur ange!« jj, immer nur herzugeschleppt, um da» ganz» Haus Puppenstübchm herzurichten. Gestern Abmd kam er � verdrießlich nach Hause, ging eine Weile in seine« orL« auf und ab und legt« fich dann zu Bett; heute aber war da» Alle» wieder vorüber. Schon um ftch' saß er an seine« Klovier und hat gespielt und gel" � dazu wie ein« Haidelerche, und eher hätte ich Himmel» Einsturz vermuthet, al« daß un« so'»a«" fahren könnte." „Und wie war er nachher?" zlf „Ueber Tag muß e« an ihn gekommm sei«. Uhr ging er aus, aber erst um halb vier Uhr kam« zurück und sah merkwürdig blaß und still au«. 34 L«f( ihn, ob er krank sei; aber er schüttelte nur mit dem% Tj und sagte, er hätte viel zu schreiben und ich solle# stören— ich könne auch ausgehm, setzte er hi"�,. brauche vor heut Abend zehn Uhr nicht wieder nach*,1 zu kommen. Da« war mir nun freilich schon****%!&? aber ich dachte ja doch natürlich nicht« Schli««� � und ging auch; aber so lange litt mich'« doch"'4�� und um acht Uhr etwa kam ich wieder zurück. � Hauptmann hatte fich aber«ingeschlossen, und m draußen horchte, hörte ich, daß er mtt langsame« v«? � in seine« Zimmer auf und ab ging. Ich klopft«»u � aber er antwortete nicht, und da ich merkte, daß« ,he gestört sein»olle, ging ich hinuater in mein Stüdche"]„ bei der HauSrbür u«d legte mich ein bische» Bett. Ich»uß dabei wohl eingenickt sein, derm st„(l fuhr ich in die Höh«,«eil«ir's um'« Leben so tjstt ob«ich der Herr Hauptmann gerufen hätte, aber«<9 nicht«. Alles war todtenstrll, und ich wollte mich ziehen und ordentlich zu Bett« gehen. Da fiel aus � oben im Hause ei» Schuß— Herr Oberstlieutena"' � wenn ich noch hundert Jahre alt würde, de« Schuß. � gefs'»ch in meine« ganzen Leben nicht! Ich eftigfte an unter der ung, welche popotamus tation ein Alfo Innehmlic im Munde, Siliftern den Beit ist es mtlichen nen. Der hunter ber Sofprediger Stöcker hat am Sonntag zweimal öffentlich| prochen. Die Gemeinde, welche fich am Bormittag im Dom ammen fand, um seiner angekündigten Bredigt zu lauschen vielleicht Andeutungen aus seinem Munde in Bezug auf gegenwärtigen Prozeß, der alle Gemütber erregt, erwartet atte, wurde in Bezug auf den legten Bunft getäuscht, indem Sofprediger es vermied, dieses Gebiet in irgend einer Weise berühren. Das Thema der Predigt lautete über Chriften um und Chriftenglauben. An einem am Nachmittag in der Jungfernbaise am Blößensee abgehaltenen Bereinsfest der Misondgesellschaften im Norden Berlins gab dagegen Herr Stöder der einleitenden Ansprache seinen Zuhörern die Versicherung, tr trop aller Anfeindungen sein einmal übernommenes But tüftig zu Ende zu führen hoffe. Eine in ihrer Art geniale und geradezu frappirende ben jüngt beration, die in ärztlichen Streifen das allergrößte Aufsehen über threacht und als chirurgisches Kunststüd bezeichnet wird, hat, wie onung einer Boft" erfährt, ganz vor Kurzem Profeffor Bergmann Für Arbeiter ber fönigl. Alinit in der Biegelstraße an einem Knaben geführt. Derselbe hatte Knochenfraß( Caries) im Oberarm mußte ein ganz bebeutender Theil des Oberarmfnochens ausgefägt werden. Gleichzeitig hatte Profeffor v. Berg an einem Kleinen Mädchen, welches überfahren war, ein übergeben an beabfidh 3 fontro el gefchloffen hum einen Bein zu amputiren; v. Bergmann nahm nun ein Stück Ober =, welche denteltnochen aus diesem amputiren Bein heraus und füfte ne Ron orf ent das beift in Kulithum der Libera t. Und die : Borte hört, n." 3. find be tral- Biebbof b barunte welche als worden find te bat belm Damit Anaben Die defekte Stelle des Oberarmes bei dem tranten aus. Diese geniale Operation führte zu einer überaus üdlichen Verheilung des Oberarmes, so daß der Knabe den m vorzüglich wieder wird gebrauchan lönnen und auch einen olkommen normal geformten Oberarm erhalten hat. Arm Der ehemalige Gefangenenwärter Siege, welcher mit mbier verhaftet gewesenen russischen Nihilisten Mendelsohn Durstechereien betrieben und zu 1½ Jahren Buchthaus ver heilt wurde, die er in der Strafanstalt zu Brandenburg büßte, ist nach Verbüßung dieser Strafe wieder entlassen. batte fich in Brandenburg, wo er früher bei den Kürafftren anden, niedergelaffen, ist aber von dort, auf Grund der immungen des Heimathsgefeges, wegen seiner Borbeftragen ausgewiesen worden. Gleichzeitig ist ihm der Aufent innerhalb der Grenzen des Kleinen Belagerungszustandes eifrigem Förderer der Sozialdemokratie durch Regierungs, ordnung untersagt worden. Biege ist aus einem fleinen Corfe bei Beelit Berunglüdte Luftschifffahrt. Für Sonntag Abend Uhr war auf der Belosipedwettrennbahn in der Brückenallee ng der Ga Auffteigen eines neu fonftruirten ,, lentbaten" Luftballons angrenzenden Terrain ba men if, fo loffen, Den gekündigt worden. Bum Wettfahren der Velosipedisten schon Allee te fich das Publikum zahlreich eingefunden, gegen Abend , als der Lentbare" sum Himmel steigen follte, war eine Home Menschenmenge auf dem Plat versammelt. Und das Schönste war, daß alle die vielen Menschen Entree gezahlt atten, daß fie aber für ihr theures Gelb nichts, rein ein be, daß gen ist Die um fo Der dortige lich 250 000 Landgericht I. gegen die des Diebftabls vorbestrafte unverebeDiebstahls verhängt ist, beißt es in der Personalbeschreibung Diebstahls verhängt ist, beißt es in der Personalbeschreibung unter Anderm: Saare blond, Bonny". Ein Waldbrand. In der Jungfernhaide, dicht an der Tegeler Chauffee, brach Sonntag in der fünften Nachmittags stunde auf dem sogenannten Stangenberge ein Haldebrand aus, der bei der herrschenden Dürre leicht größeren Umfang hätte annehmen fönnen. Der sofort herbeigebolte Förster Binger traf unter dem Beistand eines requirirten Löschkommandos des traf unter dem Beistand eines requirirten Löschkommandos des 2. Garderegiments, welches zum Bostendienst bei den nahen Schießständen stationirt ist, die nöthigen Anstalten zum Löschen durch Aufwerfen von Gräben 2c., und verhinderte so eine weitere Ausbreitung des verbeerenden Elements. In der Weber'schen Mordsache finden noch immer neue Bernehmungen statt und werden namentlich das Dienstmädchen der Frau Wernicke und der Dienstmann, der das Spartafsen buch umseßen mußte, bäufig wit Persönlichkeiten durch Herrn Kriminal Kommiffar Rautenberg fonfrontirt. In der Umges gend der Wohnung war gestern das Gerücht verbreitet, es sei eine Postkarte auf dem Postamt 29 eingelaufen, aus Wien an Frau Johanna Weber adreffirt, welche ebenfalls mit lateinischer Schrift geschrieben war, die genau der Handschrift des H. Schulz entsprach. Auf Nachfrage an zuständiger Stelle bet dem Boftamt wurde eine pofitive Antwort nicht ertheilt. " ftraße 48, angeboten, um dieselben zu verschärfen"; damit war er aber an den Rechten gekommen, denn Grir beschloß, tbn alle werden zu lassen und führte ihn der Lehmann nach ber Wohnung des Kriminalbeamten Jacobs unter dem Vorgeben, Daß in jenem Hause eine Schärferin" wobne, welche die Bälle laufen würde. Dafelbft angelangt, hieß Grig den noch nichts ahnenden Lehmann im Flur des Hauses warten und begab fich nach der eine Treppe hoch belegenen Wohnung des Krimi nalbeamten, den er leider nicht au Hause traf, weshalb die zehnjährige Tochter des Herrn Jacobs beauftragt wurde, einen Schußmann zu holen. Bei dem Erscheinen des Letteren, der spornstreichs an dem an der Hausthür stehenden Lehmann vorbei und die Fluttreppe hinaufgegangen war, hatte Lehmann etwas gemerkt und fich aus dem Staube gemacht. Er entlam trop der sofort ins Wert gefeßten Verfolgung damals glücklich in dem Gewirr der engen winteligen Gaffen zwischem der Brenzlauer und Grenadierstraße, und erst nachdem Herr Jacobs die Geliebte des Lehmann, unverehelichte Maaß, ausge tundschaftet, gelang im Monate März die Berhaftung des auch in der Abercaft'schen Raubmordaffaire tompromittitten Lehmann. Die gestohlenen Billardbälle wurden von dem Restaurateur Weltzien, als ihm entwendet auf dem Kriminal- Bureau refog nosirt und daraufhin gegen Lehmann zunächst wegen schweren Diebstahls Anklage erhoben, da der Befis der gestohlenen Bälle, darauf hinwies, daß Lehmann einer jener Einbrecher sei, welche in der Goffnung, baares Geld in größeren Beträgen vorzu finden, am 9. Januar d. J. den Restaurationsräumlichkeiten des Spandauer Bocks diebischen Besuch während der Nachtzeit abstatteten, dort aber in der Buffettaffe nur einige Mart Wechselgelo vorfanden, die fte fich nebst einer Anzahl Billard. bälle aneigneten und dann unter Burüdlaffung einiger au fammengapadter Meffer und Gabeln schleunigt, weil wahrfcheinlich gestört, den Rückzug angetreten hatten. Im Audiens Termin am 13. b. M. leugnete Der aus dem Untersuchungsgefängniß der Straftammer des Landgerichts II vorgeführte Lehmann, den Diebstahl auf dem Spandauer Bod auße geführt zu haben und trat er einen Alibi- Beweis dahin an, daß er zur Beit des Diebstahls in der Dumden'schen Raffee flappe gewesen sei. Der hierüber vorgeschlagene Beuge ver mochte dies indeffen weder bestimmt zu bestätigen, noch daffelbe als un vahr in Abrebe zu stellen. Die eiblich erhärtete Aussage der p. Maaß war jedoch dem Angeklagten günstiger. Die eibliche Aussage des Grir, der von den Kriminalbeamten als ein Mensch bezeichnet wurde, welcher zwar von Frauen zimmern sich unterhalten laffe, fonft aber zuverlässig sei im Ausbaldo vern von Verbrechern, war insofern belastend, als Durch dieselbe nachgewiesen wurde, daß der Angeklagte die gee ftoblenen Billard Bälle habe verlaufen wollen, und dadurch zum Mindesten fich der Heblerei schuldig gemacht habe. Ein direkter Beweis dafür, daß Lehmann den Diebstahl auf dem Span Dauer Bod ausgeführt, fonnte in der Verhandlung nicht ers bracht werden. Der Vorfißende des Gerichtshofer, Herr Land gerichtsrath Meißner, machte daher den Angeklagten auf diesen Der Sachlage gemäß veränderten Standpunkt der Antlage auf meitiam, bevor der Offisial Bertheidiger sein Blaidoyer begann, in welchem Freisprechung beantragt wurde. Der Staatsanwalt beantragte 6 Jahr Buchtbaus und Nebenstrafen. Der Gerichtss hof erachtete den Angeklagten nicht des Diebstahls, wohl aber der Hehleret für schuldig und erkannte dieserbalb auf 3 Jabr Buchihaus, 5 Jahr Chrverluft und Bulässigkeit von Bolizei Aufficht. Polizei Bericht. Am 13. d. M. Nachmittags verunglückte Der Lehrling Bölling in der Fraiserei von Nielsch, Ballifaben ftraße 83, dadurch, daß er beim Uebersteigen einer Wellen leitung mit einem Beine in die Scheibe gerieth und dadurch einen Bruch desselben erlitt. Er wurde mittelft Droschte nach feiner Wohnung gebracht. An demselben Tage Nachmittags wurde im Thiergarten in der Nähe der Wasserwerte ein un bekannter anscheinend dem Arbeiterftande angehörender Mann Zu im Alter von etwa 45 Jahren erhängt vorgefunden. derfelben Belt stürzt ein 8 Jahre altes Mädchen in dem Hause Memelerstraße 17, indem es sich beim Hinuntergehen von der Treppe über das Geländer legte und hierbei abglitt, die halbe Treppe hinab und erlitt hierbei so schwere Verlegungen, daß es nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte. Am 14. d. Mts., früb, gerieth der Maschinist Nicolajewsky in der Leim Fabrit Schulzendorferstraße Nr. 19 beim Einrücken Der Wafferpumpe mit der rechten Hand in das Gehänge der Maschine und erlitt dabei so starte Quetschungen der Hand, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. An dem felben Tage, Nachmittags, war ein 7 Jahre alter Knabe in ber Pantstraße auf einen etwa 2 Meter hohen Kellerhals ge flettert. Beim Herabspringen von demselben brach er den linten Oberschentel und wurde nach der Charitee gebracht. Gerichts- Zeitung. nek do nichts gesehen haben. Beim Velosipedfahren lam es brigens au einer argen Karambolage zwischen drei Der ragirteften Reitrabstrampler. Einer der Herren gerieth arg Falle, blutend verließ er die Manege, er hatte fich anBergrößerung einend an der Schulter arg verlegt. Nun sollte der Knall 0000 Stubi ett bes Abends, das Emporflattern des ,, Lenkbaren," erfolgen. straße, während Bwiebler ,, arbeitete", Schmiere gestanden zu er Ingenieur Morimilian Wolff, Borfizender des inter tionalen Ballon. Sportklubs und Begründer des deutschen Unterricht ereins zur Förderung der Luftschifffahrt" hatte einen neuen Der Mode weißer Баце gelangen ugen der Berliner allerhand Luftmanöver ausführen wollte. ten- Ampfe der Ballon war vorhanden, er lag, einer großen Pferde Senf auerschen nicht unähnlich, au Jedermanns Ansicht bereit ilt werden etter aber hatte es teinen 3wed. Aufsteigen gab's nicht! elbft als verfftelligen sollte, abgeschraubt worden und die Ballonwurst felbft überlaffen war, führte fich dieselbe nicht vom Flede. Gifinder des lentbaren Dampfluftschiffes ging der Dampf auch die Luft aus das Publikum rafonnirte je nach der be des Preises, den es für feine Bläge bezahlt hatte. Dumpig" follte das neueste ,, Lentbare", dem„ Kl." zufolge, tauft werden, so schlug ein armer Sentier im Schweiße seines dem dafür nur der Anblick der unten tbaren Riesen ballonmurft und ihres unglücklichen Erfinders zu Theil ge welche unte Ronat M ingegange 652,25 t, en Reinigung Des reaften it in diesem la# befallen Jonumental welche bas sau blefer mentlich die ogen, beren ft. Für den Drud, wenn ernplat ter boll umb lagen w fchlucht hat er ben angefchafft aus wie ein am er wal em Bimmer ate Morgen m fechs thr bgefunger ich ja bel was wider 1. Um elf am er wieber Ich fragtt t dem Kopft We ihn nicht hinzu, unb nach Haufe mertwürdig mmes babit nicht fort cüd. Meis und wie i zen Schritten fte nun an Daß er nicht tübchen nabe auf mein nn plöslig als o war, Ser ich hörte jest aus auf einmal tenant, unb Schuß ver vieber in bie Den P. In der Adercaft'schen Raubmord- Affaire war als Genoffe des zu 12 Jabren Buchhaus verurtheilten Raub mörders Bwiebler ein in der Verbrecherwelt unter dem Spig namen ,, Karl" bezeichnetes Individuum genannt werden, defen Verkehr mit Zwiebler erwiesen und welches hinreichend ver dächtigt erichten, bei dem Raubmordversuch in der Pallisadenhaben. Die Personalien dieses Individuums waren der Polizei unbekannt und erst im Monat anfänglich gänglich unbefannt März gelang es dem Kriminalschußmann Jacobs, Langgesuchten in der Person des mit 8 Jahren Bucht bereits vorbestraften Auguft Arbeiter 3" Karl Auguft Lehmann- geboren am 8. September 1852 zu Wriezen a. D. an der Linien und Hirtenstraßen Ede in Begleitung eines unter dem Spienamen der rothe Frang" in der Verbrecher well befannten Einbrechers festzunehmen. Bei der Kriminal volizei ftand der verhaftete Lehmann lange vorber schon in Verdacht nach seiner im Herbst v. 3 erfolgten Entlañung aus dem Buchthause hier und in der Umgegend bei einer Reibe von Einbruchsdiebstählen bethelligt zu sein. Bur Charakteristik des Lehmann fei ferner erwähnt, daß derselbe einen Vorrath an Wein, welcher aus einen Einbruchsdiebstahl berrührte und von den Dieben unter den Stadtbahnbogen am Rönigsgraben aur späteren Abholung insgeheim verfteci, nachdem die eigent lichen Spizbuben hinter Schloß und Riegel fich befanden, aus bem geheimen Verfted geholt, verschärft und dann mit dem Erlös auf Kosten im Gefängniß schmachtenden Diebe sich einen guten Tag gemacht hatte, obwohl er selbst bei Entwendung bes Weines nicht mitgewirkt.- Die Ermittelung des überaus nicht geringen Erstaunen der Baffanten an der Bord verschlogenen Verbrechers wäre wohl schwerlich schon geglückt, wenn nicht ein ehemaliger Insasse des Brandenburger Bucht welle des Drantenstraßen. Dammes, nabe an der Kreuzung And Ami's der Nachbarschaft zusammenberief, die dann eine alten Jakobftraße, wo fein durchdringender Duft alle Caro's bauses, in welchem auch Lehmann jahrelang loglert, ben polt zeilichen Nachforschungen zu Hilfe gelommen wäre und da derselbe e Balentiniabe veranstalteten, wonächst ber verdächtige wahrscheinlich aus irgend einer Beranlassung mit demLehmann noch Schweizer den Weg allen Straßentebrichts in einen Müllwagen ein Hühnchen zu pflücken, die Polizei auf die richtige Fährte Banderte. Vermuthlich war er ein Diebstahlsobjekt, deffen brachte, um den Lehmann alle weiden" au laffen. Eine Bartie ansport dem Diebe zu schwierig war, und das ihn nöthigte, Billarbbälle, berftammend aus einem in der Nacht zum 9. Januar d. J. in den Neftaurationsräumen des Spandauer Berg Eta feiner Bürde hier zu entledigen. blissements verübten Einbruchs- Diebstahl, batte Lebmann dem Bäder Richard Golg im Dumdey'schen Lokale, Rosenthaler Bäder Richard Boig im Dumbey'schen Lotale, Rosenthaler Dorben war. und in drei gleiche Theile zerlegt, lagerte am Sonnabend früh 1. Ein ganzer Schweizertäfe, groß wie ein Müblenstein un Die Bonny- Frifur" im Steckbriefe. In einem jest erfenen Steckbriefe der königl. Staatsanwaltschaft am hiesigen iefeln und an die Thür von meinem Hauptmann geannert. Alles ftill wie im Grabe und jest padte es mit der Angst, und mie ich hinunter und wieder hin Meine alte Mustete hatte ich erwischt, und beim britten gelommen bin, weiß ich noch zur Stunde niht; aber Stoß brach auch schon das Schloß auseinander und die The flog auf. Aber da Laut oh Du blutiger Herrgott!" und hier übermannte es den armen Burschen; er fing an zu fchluchten und fam nicht weiter. Aber Klingenbruch wußte auch jest genug. Er wandte Bill ab, denn Troft konnte er ja doch nicht geben, und in tiefem Sinnen feiner eigenen Wohnung wieder zu. hatte die Thatsache bestätigt gehört; aber was ben un Madlichen Menschen bewogen haben mochte, fo plöglich und fritt me fein ROOT. vorherige Anzeichen von Schwermuth oder Gram Hand eigenes Leben zu legen, blieb ihm räthselhaft wie Er fonnte es nicht begreifen. Die Tobtenschau. „ Haben Sie schon die Unglücksmähr gehört, Herr Oberstlieutenant?" Es ist furchtbar," sagte ber Kleine Mann erschüttert, ich bin eben im Begriff, meinen armen Hauptmann noch einmal zu besuchen." Dann begleite ich Sie," sagte Schaller rasch ent fchloffen. Und haben Sie teine Ahnung, was ihn zu dem verzweifelten Schritt getrieben haben tann?" Ich muß Ihnen aufrichtig gestehen," sagte Klingen. bruch, ich habe noch nicht einmal ordentlich darüber nach daß es mich wenigstens wie vor den Kopf, geschlagen hat." Seine Vermögensverhältnisse waren doch in Drd 84 nung Rein Zweifel; er muß sogar ein ziemlich bedeutendes Vermögen hinterlassen haben, und ich glaube nicht, daß er einen Pfennig Schulden in der Stadt hat." Und gespielt hat er nicht?" hoch, Nie; höchstens eine Partie Whist, und auch die nicht Da muß der Teufel brin steden," sagte Schaller, inblies und guter Laune war er auch ftets, denn ich habe ihn nie mürrisch oder verdrießlich gesehen." Reichsgerichtsentscheidung. Als die Beschädigung eines Grabes im Sinne des§ 166 Str. G.-B. ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Straffenat, vom 12. März 1885 die unbefugte Entfernung des Sargdedels aus einem Grabe und das Schütten der Erde auf die bloß gelegte Leiche zu bestrafen. Auf einem Kirchhofe in Sachsen bestanden fog. doppelte oder mehi fache, d. b. solche Grabstätten, welche im Privatbestge befindlich und von ihrer Anlage an dazu bestimmt waren, obers halb der zuerst Begrabenen die Einlegung noch eines oder weier Särge, möglich zu machen. Für die Fälle nachträglicher Grablegung bestand die Geschäftsanweisung, daß die Grab ftätten bis an den Sargdeckel des unteren Grabes ausgeschach tet und die oberen Särge auf die Deckel der unteren gestellt werden sollten. Bwei bei dem Beerdigungswesen angestellte Berfonen B. und S. batten nur in vier Fällen, nachdem bet der Ausschachtung fich berausgestellt, daß bei ordnungsmäßiger Aufstellung des oberen Sarges der erforderliche Zwischenraum zwischen diesem und der Erdoberfläche nicht verblieb, die Dedel der unteren Särge aufgehoben und entfernt und auf die sonach bloß liegenden Leichen Erde geschaufelt, um auf diese Weise für die Unterbringung anderer Särge Den nötbigen Raum zu gewinnen. B. u. R. wurden wegen Beschädigung von Gräbern refe. wegen Anftiftung angeklagt und verurtheil, und die von ihnen eingelegte Nevifion wurde vom R. G. ver worfen, indem es begründend ausführte: Bum Grabe im Sinne des St.-G.B. wird der ausgegrabene Schacht erst dann, wenn in demselben ein Todter bestattet worden, daß also der in die Erde versentte Sarg mit dem Todten einen Theil, und fogar den wesentlichsten Theil des Grabes in jenem Sinne ausmacht, tann nicht mit Grund bestritten werden. Sodann verkehrte Antworten, und selbst Schaller gingen eine Menge ber verschiebenartigften Dinge in Ropf herum. Der Bosten stand noch unten am Hause und salutirte. Auf des Oberfilieutenants Frage, ob man jest hinauf dürfe, sagte der Mann: Bu Befehl, Herr Dberftlieutenant es find schon mehrere Herren vom Militär und Gericht oben habe keine Drbre mehr, die Herren Dffiziere zurüd au weisen." Schön," fagte Klingenbruch, bann wollen wir hinauf gehen; aber ich versichere Ihnen, lieber Schaller, mir ist bas Herz fo schwer ich fürchte mich ordentlich, den Raum zu betreten." Schweigend fliegen die beiden Herren die Treppe hin auf, und Klingenbruch traf an der Thür noch ein paar Rameraden, die eben wieder heraustamen und ihm nur lautlos und niedergeschlagen die Hand drückten. Der Kleine Dberflieutenant zögerte auch selbst noch auf ber Schwelle, aber es war nur ein Moment, und im nächs ften Augenblide fah er sich der Leiche gegenüber. Dort lag Dürrbed, rubig, als ob er schliefe, aber das Geficht zeigte die Farbe des Todes und einen wehen, schmerz die Augen, welche man ihm schon gestern Abend zugebrückt, geschloffen, die Lippen halb geöffnet. Die Nacht ging ruhig vorüber; die Leute in den Straßen hatten es fatt bekommen, die Häufer anzu dem er den Dampf feiner Bigarre in ftarten Wolten aus lichen Ausbruck in den sonst so heiteren und guten Bügen; arren, in denen flatt Glück und Freude der Tob und Jammer ihren Einzug gehalten; die Lichter waren ver ht, und nur das in Constanzens Schlafzimmer, wo die Barberobière mit Constanzens Magd bei der Uns Kamerab," fagte Klingenbruch leise vor sich hin, und wurben immer freundlich, immer gefällig nie gäntisch oder ftreitIm Himmer des sonst so ordentlichen Mannes fab es freilich wild genug aus; bie vollkommen niebergebrannte Lampe ftand noch auf feinem Tische; auf der Erbe vor neben dem Bett der Revolver, mit dem er sich bie tödt liche Wunde gegeben, und zwar fünf Läufe noch geladen. Rorgen bämmerte. Drüben in Dürrbed's Haufe aber, auf füchtig wie so viele Andere, und ich glaube faßt, er hinter dem Bett lag blutiges Leinenzeug, und auf dem Stuhle dem Borplate, hielten zwei Poften die Leichenwacht und läßt feinen einzigen. nur regelmäßig alle zwei Stunden abgelöst, bis dann ema gegen neun Uhr die Beamten famen, um den That- eigenen Gedanken nachhangend, stehen geblieben. betant zu tonftatiren und die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, baß fich leine unberufene Hand an dem jest herren fragte Schaller. lofen Eigenthum des Geschiedenen vergriff. Klingenbruch selber litt es nicht zu Hause; er mußte Klingenbruch schwieg plöglich und war, wie seinen Was wollten Sie sagen, Herr Dberfilieutenant?" Javon was sprachen wir gleich?" ,, Nun, von Dürrbed." Ach ja wollte er doch jedenfalls noch einmal den Verfuch machen, teinen einzigen Feind, feinen wenigftens, bem er die Ber ben tobten Freund zu sehen und vielleicht Näheres über anlaffung dazu gegeben, daß er es geworben." fein Schidial zu erfahren. Bor seinem Haufe traf er Schaller. Die beiben Herren hatten indeffen ihren Weg verfolgt. Klingenbruch war aber jest zerstreut; er gab ein paar Mal Die Beamten im Simmer waren erst vor turzer Zeit gekommen und schienen überhaupt nicht recht zu wiffen, was fie hier eigentlich follten. Klingenbruch freilich fab von dem Allen nichts; sein Auge, aus dem fich jest ein paar einzelne Thränen ftahlen, hing an dem bleichen Antlik des Freundes, und zu ihm tretend und seine Hand auf die talte Stirn des Tobten legend, sagte er mit leiser, schmerze gebrüdier Stimme: Armer, armer Freund, so muß ich Dich wiedersehen!" ( Fortfegung folgt.) wat bas Thun der Angeklagten nicht bloß gegen die Särge gerichtet. Daffelbe enthielt unverkennbar eine Störung der Todtenruhe, ju deren Schuß die Strafbestimmung gegeben ist, eine Bietätsverlegung, deren Subsumtion unter das Strafgeset um so weniger einem Bedenten unterliegen tann, als durch Daffelbe Handlungen, wie beschimpfender Unfug an Gräbern, getroffen werden, bei welchem der dort bestattete Leichnam ganz unberührt bleibt. Daß den Angeklagten ein Recht zu dem, was fie gethan, zugestanden habe, ist von ihnen nicht behauptet, bas Gegentheil vielmehr ausdrüdlich festgestellt; ebenso ist es für erwiesen erachtet, daß die Angeklagten vorfäßlich gehandelt, und, auch abgesehen von der erwähnten Geschäftsanordnung und deren Kenntniß, das Bewußtsein von dem Unbefugten thres Handelns gehabt haben." Rath und Hilfe, Das Verbrechen der Hebeamme. ficher und bistret, für leidende Damen, liebevollfte Pflege. Madame Cruson, bebeamme hier und in Berlin." lautete ein ständiges Inserat in den Wiener Tagesblättern, bei deffen Lektüre fich jeder aufmerksame Leser eines Verdachtes gewiß nicht zu erwehren vermochte. Es mußte auffallen, daß eine Frau das Geschäft einer Hebeamme zugleich in awet so weit entfernten Städten ausüben tönne, auch ist die ganze Faffung der Annonse danach angethan, daß man irgend etwas dahinter vers muthen tann, was nicht direkt ausgesprochen werden darf. Ma Dame Cruson, die in Wien eine elegante Wahnung innehatte, war schon in Berlin zweimal mit der Behörde in Konflikt ge rathen, fle war bort wegen eines Verbrechens, daß zum Swede bat, Frauen von den Folgen eines Fehltrittes insgeheim zu befreien, zweimal angeflagt, die Geschworenen sprachen fie jedoch Immer fret. Am Freitag wurde fie deffelben Verbrechens vor einem Die Erkenntnissenat des Wiener Landesgerichtes beschuldigt. Berson, an welcher, wohl unter ihrer eigenen Mitwirkung, bas Verbrechen begangen wurde, fonnte nicht vor Gericht erscheinen, fte ist geftorben in der liebevollen Pflege der Madame Cruson. Die Unglückliche war eine franzöfifche Sprachlehrerin aus Toulon, Emma 2., ein achtundzwanzigjähriges Mädchen. Unter bem Vorwande, nach Dresden abzureifen, entfernte sie sich aus hrem Unterstandkort und begab fich zu Madame Ciuson. Diese verlangte von ihr ein Honorar von 100 fl., da jedoch die arme Sprachlehrerin um einen Nachlaß bat, begnügte fich die menschenfreundliche Madame Cruson mit 80 fl. Eine Freundin der Emma L., welche in Alles, was nachträglich geschab, ein geweiht war, und auf deren Aussage fich auch die Anklage Dornehmlich flüßte, besuchte die Patientin täglich, und einmal theilte ihr dieselbe mit, daß der entscheidende Schritt bereits geschehen sei. Das früher blühend und gesund aussehende Mädchen fing nun an zu tränkeln, auf ihren Wangen zeigte fich eine bettische Röthe und ihr Bustand verschlimmerte fich von Stunde zu Stunde. Frau Cruson behauptete awar, es set nichts, das Fräulein habe sich nur erfältet, es werde sich schon geben u. f. w. Nach wenigen Tagen war jedoch Emma L. eine Leiche. Dr. Horvath, der Arst, welcher die Kranke be banbelt hatte, wurde in der Verhandlung als Beuge vernommen, jedoch nicht beeidet. Es waren gegen ihn seiner Beit auch ftrafgerichtliche Vorerhebungen eingeleitet worden, welche jedoch eingestellt wurden. Er erklärte, feine Wahrnehmungen gemacht au haben, welche ihn darauf hätten schließen lassen, daß ein Berbrechen gefchehen sei. Eine Dbduktion der Leiche wurde nicht vorgenommen; der Todtenschein bezeichnete Lungen. Tuberkulose und ein zweites Leiden als Todesursache. Hin fichtlich einer nachträglichen Exhumirung erklärten die Gerichts ärste, daß dieselbe keinen Beweis für die Richtigkeit oder Un richtigkeit beffen, was die Anklage behauptet, ergeben könnte. Das Gutachten Die der Gerichtsärzte betonte jedoch furge Dauer der Erkrankung und den tödtlichen Ausgang Derselben. Frau Cruson verantwortete fich in dieser Sache entschieden falsch, fte behauptete, den Zustand der Emma L. gar nicht ertannt und ihre Krankheit für ganz ungefährlide gehalten zu haben. Sie behauptete auch fälschlich, Die Emma 2. nur drei Tage bei sich beherbergt zu haben, und ließ die erst unmittelbar nach ihrem Tobe, oder als fte be reits im Sterben lag, polizeilich melden. Das ganze G.bahren ber Cruson als Hebeamme war ein äußerst mysteriöses. So viele Patientinnen auch in ihr Haus Aufnahme fanden, niemals fab man ein neugeborenes Rind oder hörte man Kindergeschret. Mit ihren Patientinnen verkehrte nur fie allein, die Diensts boten hatten feinen Butritt zu denselben. Der öffentliche An tläger sprach in seinem Blaidoyer die Erwartung aus, daß die Berhandlung diesmal ein anderes Resultat haben werde, als Die in Berlin gegen die Cruson durchgeführten Projeffe und daß der Gerichtshof durch sein Urtheil dem verwerflichen und unmoralischen Treiben dieser Person, welche aller Wahrschein lichkeit nach diese Abscheulichkeit gewerbsmäßig betrieb, ein Ende machen werde. Das Urtheil des Gerichtshofes, welches nach gebeim burchgeführter Verhandlung in öffentlicher Sigung ver fündet wurde, lautete auf ein Jahr schweren Kerlers und Landesverweisung nach Abbüßung der Strafe. Verurtheilter Lehrer. Von der Straftammer des Landgerichts Dresden wurde am Eonnabend der 28 Jahre alte Kirchschullehrer Paul Emil Bimmermann aus Delfen bei Gott leuba wegen Sittlichkeitsverbrechen gemäß den§§ 176 Abs. 3 und 174 Abs. 1 des R. St.-G. 3. zu fünf Jahren Buchthaus und fünf Jahren Ehrenrechtsverluft verurtheilt. Der Ange tlagte hatte fich f. 8. selbst bei der Staatsanwaltschaft be nunzirt und war geftändig, seine verbrecherische Handlungs. welse bereits 1882 begonnen und bis zum 8. Mal d. J. fort gesezt zu haben. Sosiales und Arbeiterbewegung. An die Schmiedegesellen Berlins. Unterzeichnete Rom mission ersucht alle Schmiedegesellen, in nachstehenden Werk flätten feine Arbeit zu nehmen, da dieselben die gerechten Forderungen ihrer Gesellen nicht anerkannt haben: Stefert, Hof- Schmiedemftr., Taubenstr. 8; Anders, Kreuzigerstr. 21; Albrecht, Charlottenburg; Frei, Blumenthalftraße; Jütting, Nixdorf; beische, Templinerstr. 4; Neidling, Mühlenftr. 31; Kolibet, Forsterftr. 9; Thiele, Charlottenburg; Lehmann, Wartenbergstraße; Benad, Chauffeeftr. 60; Lemte, Somstr. 35; Bogel, Antlamerstr. 47; Lerche, Balisaben fir. 75 Krüger, Rheinsbergerfir. 11; Seife, Mitterftr. 11; Guttmann, Mörtel werle; Rappe, Tempelhofer Ufer 17; Schwanede, Charlottenburg; Bebm, Prinzen Allee 20. Vollmer, Brunnenstr. 105. John, Roppenftr. 1. Schüße, Pappel- Allee 42. Paul, Frankfurter Chauffee. Schmidt, Teltowerstr. 51. Nolte, Kraujenstraße 2. Edner, Krautaftr. 52. Anders, Knutsstr. 45. Fuchs, Koppen ftraße 22. Hoppe, Hollmannstr. 7. Hohmann, Belle- Allianceftr. 100. Schaaf, Alexandrinenfir. France. Fubrbett, Dieffenbachstr. 57. Krause, Hochftr. 33. Krause, Plan Ufer 68. Springborn, Bogenstr. 33. Burgsdorf, Landsbergeistr. 14. Brotmann, Friedenfte. 91. Göttel, Dresdenerstr. 35. öppner, Schulzen borferfir. Knebel, Gürtelstr. 2, Friedrichsberg. Klaus, Aders Straße 151. Kleinert, Müllerstr. 72. Kühn, Waßmannstr. 34. Plüschow, Müllerstr. 166. Alle arbetterfreundlichen Blätter werden um Abbruck ersucht. Die Lohnkommiffion der Berliner Schmiede, J. A.: H. Schartow, Schönhauser Alle 166. Unsere Schutzöllner im deutschen Reichstage find auch zu gleicher Belt die bekannten Förderer des Handwerks." Wie wunderbar fich das zufammenreimt! Innungen und Bhrafen für das Handwerk, Schutzölle für die Großindustrie. Man bat nämlich, wenn man nicht gerade mit Ackermann'schen oder Schorlemer'ichen Augen fieht, überall erblickten fönnen, Daß ein mit hohen Schutzöllen begnadeter Industriezweig sofort vom Großtapital ausgebrutet worden ist. Das ist natür lich nicht nur in Deutschland, sondern allda, wo es hobe Schussölle giebt, der Fall. Auch in Defterreich wurde im Jahre 1882 der Boll auf Seilerwaaren bedeutend erhöht, wie in diesem Jahre im Deutschen Reiche unter dem Vorgeben, dem Verantwortlicher Redakteur R. Seller handwert zu Hilfe zu tommen. Genau daffelbe haben in diesem Winter die Herren Adermann und v. Schor lemer gefagt. Warten wir bei uns erst die Folgen ab. In Defterreich aber find dieselben schon zu Tage getreten. Der Wiener Handelskammerbericht fagt darüber:„ Die fabrikmäßige Herstellung bat nämlich in Folge des Schutzolls ihre Pro buftion in einem Maße ausgedehnt, daß diese den Bedarf weit überragt und zur Anhäufung von Vorräthen geführt hat, die selbst um den erftellungspreis nicht zum Ab. fage zu bringen waren. Der Wachsthum der mechanischen herstellung hat aber auf Roften des Seiler handwerts stattgefunden, daß in Kurzem genöthigt sein wird, den Ron furrenstampf in ben mechanisch hergestellten Aititeln aanz auf zugeben, da ein Export der Erzeugnisse nur nach Dften und auch dorthin nur in sehr beschränktem Maße möglich ist. Die Whkungen der Schutzölle für dieſen in Defterreich- Ungarn nicht einmal erotischen Industriezweig find somit treib bausartige Entwidelung einer Großindustrie, die fich gegenseitig die Preise verdirbt, und Ruin der Klein industrie."- Das ist eine böse Anklage gegen die handwerker freundlichen Schutzöllner, die sich auch in Deutschland ein für alle mal fagen laffen müffen, daß man nicht dreien Herren auf einmal dienen tann, nicht dem Großgrundbests, nicht der Großinduftrie und dem Handwerker auf einmal. Thut man es doch, so kommt mindestens eins zu kurz und das ist natürlich das Schwächfte, das Handwerk. erwähnten, einverflanden, doch halten wir eine Petition der Arbeiter an den Reidstag um Einführung eines wirksamen Arbeiterschußgesezes, in welchem eine praktische Arbeitervertretung schon vorgesehen ist, für noch | nimmt, daß den Arbeitern auch der lekte Rest von Vertrauen Au den regierenden Kreisen schwindet? Db solcher Fürsorge de Regierung für die nationale Arbeit", ift es umfomehr der Arbeiter, den bestehenden Arbeiter Drganisationen be treten, um durch dieselben allmählich beffere Bustände herbe zuführen." Die Fachvereine der Tischler und der Metallarbeit zu Elberfeld find von der Behörde aufgefordert worden au ben betreffenden Bentralverbänden auszutreten, widrigensfalls die Auflösung der beiden Vereine erfolgen würde. Die beiden Vereine haben sich nunmehr in örtliche Fachvereine umgebildet Man steht, welche Schwierigkeiten die Arbeiter überall b ihren Bestrebungen haben, thre Lage zu verbessern, Doch hoffe wir, daß die Arbeiter fich dadurch muthios machen laffet werden. 1 Daß die deutschen Landwirthe Schutzölle brauga Hat de ift in der That ein schlechtes Beugniß für fte felbft. Du Buckerrüben und Kartoffelbau werden große Flächen ruin und wenn dann auf denselben Getreide gebaut werden ma so wird dasselbe, besonders aber Weizen und Gerste minde werthig. Bäder und Brauer flagen gemeinsam über die geringe Qualität des deutschen Getreides, welches sie nur burd einen Busat von auswärtigem Getreide verwenden tönnen. Wenn die deutschen Landwirthe rationeller wirthschaften ist vorübe burch Die Schuld minder gut Diefe Reichstage und fetide 3oll Freun Alleir es fehlt b Rornaölln weiß liefe Die Rorna Buna werde Llei fchon bew aufgebrau forar frag deutsche Adel, der fröm meInd Waffer den Arbeitern predigt, Der Fachberein der Töpfer in Berlin hat an den aber nach alter deutscher Sitte Wein säuft) etwas weniger für Reichstag eine Petition wegen Errichtung von Arbeiter. thren und ihrer Familien Lebendunterbalt verbrauchen würden und von dem so entbehrten" Ueberschüffen Dünger Iammern nich dem Mufter der Handels- und Gewerbefauften, so fiände es mit der Landwinhibaft in Deutschland Bollgegner fammern gerichtet. In Anbetracht, daß die Verhältnisse der schon beffer, und man brauchte nicht immer das Gewimmer Arbeiter gegenwärtig noch einer Regelung bedürfen, wird auch in weiteren Kreisen der Wunsch nach Errichtung von Arbeiter und Gejammer der hohen Herren anzuhören. Man foridht jezt schon wieder von einer Erhöhung der Wollzölle Daß die fammern getheilt. Wir begrüßen derartige Petitionen mit Freuden, find auch im Prinzip mit einer solchen, wie der oben Früher war die deutsche Wolle auf dem Weltmarkte gesucht, würde, A weil fie gut war und heute, da die deutsche Wolle ift, will man die besseren ausländischen steigen m Wollen von Deutschland durch hohe Bölle fernhalten. Man der Erni fteht, welchen Begriff unsere Agrarier vom Wohle der Gefamm einer reich beit haben. Wie böse würde unsere Zuchfabritation bei eine Wollzollerhöhung fahren, da nach der Erhöhung die deuter Tuche ebenso schlecht sein würden, wie jest die deutsche Wa Ein tonservatives Blatt schreibt, daß eine jahrelange unfach mäße Büchtung und Behandlung der Schafe diesen schlimme Effekt erzielt habe. Auch würde in keinem Lande der Well die Wolle von den Verkäufern beim Lagern und Verpacken fo lüderlich behandelt, wie in Deutschland. Und alle diese Schul welche die deutschen Landwirthe auf sich geladen baben, foll das deutsche Volt tragen, ind- m es bei einer Wollzollerhöhung beffer. Ja, Bauer, das ist ganz etwas anderes!" Das Drgan der Baugeweitsmeister ist ganz wüthend darüber, daß Die Maurergesellen in Berlin eine geeignete Beit bei Stellung ihrer Forderungen erwählt haben. Gedankenlos, oder für das Intereffe der Kapitalherrschaft fich erwärmend, bringen fort schrittliche Blätter diese Lamentationen der Baugewerbe Bet tung", ohne irgend eine widersprechende Bemerkung dazu zu machen. Es heißt da:„ Das Verbandsorgan der Arbeitgeber plaidirt übrigens dafür, daß fich die Arbeitgeber und Bauberren diesmal energisch gegen die Forderung von 45 Pf. Minimallohn pro Stunde wehren mögen. Die Aufregung der Arbeitgeber über diesen neuen Streit soll sehr groß sein, weil Niemand mit dieser Isten Lohnerhöhung rechnen tonnte und thatsächlich die Nothlage der Meister ausger nut wird. Das genannte Blatt theilt nämlich mit, daß man auf weil ausreichende Arbeitskräfte am Blaze find fünftlichem Wege eine Arbeiternoth hervorzurufen versucht, in dem man der Reihe nach die start beschäftigten oder durch Verträge gebundenen Arbeitgeber des Baugewerbes mit Ar beitseinstellungen überfällt." Ganz abgesehen davon, ob Diese Angaben des Meister blattes vollständig richtig find, was wir in Bezug auf die auf fünfilichem Wege bervorgerufene Arbeiternoth" bezweifeln, so fragen wir, was die Gesellen denn eigenlich Böses verbrochen haben? Nügen denn etwa Meister und Fabrikanten nicht auch die Nothlage der Arbeiter aus, wenn fie eine Lohnberabſegung dekretiren? Wenn ein großes An gebot von Arbeiterhänden vorhanden ist, kürzen dann nicht die Bauherren sofort den Lohn? Sollen denn die Gesellen am Ende mit ihrer Forderung auf Lohnerhöhung warten, bis die Arbeitgeber teine Arbeit mehr haben, bis sie ihre Verträge gelöst haben? Sollen die Arbeiter am Ende allein in die Harmonie flöte blasen, während die Arbeitgeber fte übers Dhr bauen?- Daß das Meifterorgan, die Baugewerbe Beitung", bauen? Daß das Meifterorgan, die Baugewerbe- Beitung, für die Intereffen der Arbeitgeber allein eintritt und diejenigen für die Intereffen der Arbeitgeber allein eintritt und diejenigen Der Arbeiter binanfest, ist ja allzunatürlich, daß aber auch die gesammte liberale und fortschrittliche Presse Berlins fich von Diesem Arbeitgeberblatt in Schlepptau nehmen läßt und ge häfftg fich gegen die Maurergesellen wendet, ist sehr bezeichnend und heweift, wie Recht alle die haben, welche die liberale Preffe eine Bourgeois presse nennen. Die verständige Presse aber wird niemals den Arbeitern einen Vorwurf daraus machen, daß fie im Intereffenkampf dieselben Waffen gebrauchen, wie die Unternehmer. Es soll und darf eben nicht heißen: Ja, Bauer, das ist etwas anderes." Die deutschen Grundbesitzer und Bauern sollten sich, wie wir schon einigemal betont baben, einer rationelleren Bre duktion befleißigen, wie fte es jest thun, dann brachte man die vielen Lamentationen über den Niedergang der Landwirthschaft" nicht immer zu hören. So erfährt man aus dem Jayres bericht der Bittauer Handels- und Gewerbekammer pro 1884, daß die einheimischen Landwirthe die Mühlenindustrie zur Einfuhr ausländischen Weizens swingen, weil sie fich nicht entschließen tönnen, den Anbau englischer Weizenforten, die fich nicht zur Erzeugung eines ergiebigen, träftigen und badfähigen Mebles eignen, aufzugeben. Mag der Eingangszoll auch noch verbreifacht oder verfünffacht werden, heißt es dort, obne die ruffischen und ungarischen Weizenforten tann die Müllerei bei den heutigen Ansprüchen nicht bestehen. Gegen wärtig findet schon ein Preisunterschied von 10-15 m. per 1000 Rilogr. zwischen inländischem und ausländischem Weizen zu Gunsten des letteren statt." Die Mahnung an die Land wirthe ist schon wiederbolt ergangen, scheint aber fein Gehör zu finden, weil der Bau englischer Weizensorten den Land wirthen einträglicher vorkommt. wirthen einträglicher vorkommt. Hieraus aber erfteht man, daß durch den Boll auf ausländischen Weizen, da legterer nach Deutschland eingeführt werden muß, selbstver ständlich das Mehl und das Weißbrod vertheuert wird. Dder schlechtere und theuere Kleider zu tragen gezwungen wish Wir find auf dem beften Wege, bald schon einen birelt bur die Gesetzgebung bevorzugten Stand zu erhalten, dem ble ge Iratenen Tauben in den Mund fliegen. Und das alles ge schieht in unserem so viel gepriesenem Jahrhundert der gefe lichen Gleichheit. Die Arbeitslöhne fallen, die Dividenden steigen wiefen? Boll bann Das und erklä armen M noch dem Das offi Bolts B gefagt wi 983 ferer( hier de find, s blüben Die lich daffel forge fü Herzen la bel und zahl al treiber Um bas tann man überall finden. Am Rhein flagt der gefammle Arbeiterstand über geringere Löbne und doch giebt es abreide Aktien Gesellschaften, die große Abschreibungen und bobe Div benden erzielen. So zahlt die Chemische Fabrik Rhenenia Aachen, nachdem sie von dem Robgewinn von 685,000 Ma gegen 400,000 Matt zu Abschreiburgen u. f. w. verwandteiniae S noch eine Dividende von 12 Brozent! bal teb Es find zu Chika De unsere( a Einnahm bisherige Aus Glaishammer( Bayern) fommt die Nachricht in der Nürnberger Fellenfabrik" die Feilen schm und Fellenbauer die Arbeit eingestellt haben. gerade auswärtige, aus dem Rheinland importirte Arbel denen die Versprechungen nicht gehalten, die bei dem Enac ftand des ment gemacht worden find, welche deshalb mit einem S Ernten 1 geantwortet baben. Buzug ist deshalb ftrenge fernaubalten Die Eisenindustrie in Schweden liegt, wie in übrigen Ländern gleichfalls darnieber; Ueberproduktion i banden, die Preise der Waaren find gefallen und der aurüdgegangen. Das Wort von einer Weltkrifts" scheint fomit zu bewahrheiten. t 酒釀 gen Markt überschwemmen und der belgischen Kobleninbufin In Belgien soll auf deutsche Roblen, die ben bor große Konturenz machen, ein höherer Boll gelegt werden. Be bu mir, so ich dir, heißt es jest überall und Kampfjölle treten an Stelle des freien Verkehrs. Der Kohlenimport nach Bel gien hat im legten Jahre etwas zugenommen, der Export aber recht erheblich nachgelaffen. Auch der Export an metallifchen Produtten ift gegen das Vorjahr gefunten. befchloffen Der Schneiderstreit in Paris gebt, wie verlautet, feinem Ende entgegen. Die Mehrzahl der Gefellen ist wieder zur haben, die Arbeitseinstellung aufzugeben. E sollen für ei Arbeit zurückgekehrt und die Gesellenfomitees sollen zelne Wertstellen fleine, nicht nennenswerthe Erfolge erring worden sein. Im Allgemeinen ist der Streit zu der Arbeiter ausgefallen. Die Lage der Baumwollenproduktion in Ungumpe Engles ist durchaus teine günftige. Das geht aus dem Duar richt des Vollzugsraths des Verbandes der Baumwoll hervor. Danach belief fich der Export von Garn in ben erilen 4 Monaten des Jahres 1885 auf ca. 80 Millionen Matt g ca. 87 Millionen Mark in desselben Beit des Vorjahres Werth der fabrizirten Baumwollwaaren aber 4 Monaten dieses Jahres ca. 380 Millionen übertragen ca. 110 Millionen ausmachen. betrug Mart fm in Dit Bor Die jahre aber in derselben Belt 400 Millionen. Also ist ein u fall von 37 Millionen vorhanden, derselbe würde auf das Jahr in den Claycroß- Minen streitenden Kohlen und Eifenarbeite besucht war, beschlossen die von den Arbeitgebern vorgeflagene baben in einem Maffen Meeting, welches von 11 000 Man Beendeter Streit. Aus London wird berichtet: Lohnreduktion anzunehmen und somit den Streit als beendigt soll zu Gunsten der deutschen Grundbefizer das Bolt schlechtere ringerung zu, weil die Grubenbefizer fich verpflichtet hate zu betrachten. Die Arbeiter nimmten einer kleinen Jobner Waare effen? Der Streit der Töpfergesellen zu Forft i. N. 2. ift eine Rürzung des Arbeitstages um eine Stunde als beendet zu betrachten, ba die sämmtlichen Meister, von bren Aufträgen gedrängt, die geforderten Lohnerhöhungen bewilligt baben. „ Schutz der nationalen Arbeit". Die deutsche Eisenbahnwaggon Industrie bat niemals glänzende Tage erlebt; fie scheint aber noch mehr zurückzugehen, felidem die großen Eisenbahnen verstaatlicht worden find. Bet dem Submiffionsverfahren, welches die Eisenbahnverwaltungen belieben, haben bis jetzt die ausländischen Bewerber faft immer den Sieg davongetragen. So find innerhalb der legten neun Monate folgende Aufträge mit den beigesetten Summen, näm lich von der tönigl. Eisenbahndirektion Hannover 30 Sepäd wagen mit 175,000 D., von der königl. Direktion Elberfeld 12 Personenwagen 1., 2. und 3. Klaffe mit 101,895 Mt. und von der tönigl. Direktion Erfurt 22 Bersonenwagen 1. und 2. Klasse mit 325,600 Mt., zusammen mit 602,995 M., der in ländischen Arbeit verloren gegangen und der ausländischen überwiesen worden. In einem Falle hatte sogar eine deutsche Firma zu Deus a. Rh. ein niedrigeres Gebot gemacht als die Dänische Gesellschaft Slandia", doch erklärte die Erfurter jährlich 1000 str. in die Unterstüßungstaffe au sablen und Der Streit an Pittsburg ist in ein besseres Stabi zunehmen. getreten. Verschiedene Eisenwerkbefizer haben die von beitern geforderten Lohnbedingungen angenommen. Briefkasten der Redaktion. aber Lehrer J. 1. Diebstahl liegt nicht vor, ben Unter schlagung. 2. Der Prinzipal bat fich einer Erpreffung ful D. W. Das Strafregister des D. tennen wir nicht gemacht. befindet fich in Sonnenburg. Sabre P. S. Die Verwandten der Ehefrau haben lebialid beren nachgelaffenem Vermögen Erbeansprüche. Die ftellung dieser Vermögensmaffe wird fish, ba zwanzig feit ihrem Tode verfloffen, schwer bewerkstelligen laffen, durch Klage verlangt werden. Bolly 1001. Das Entgelt für die Anfertigung der Schube m Direktion dies Gebot für eine Nachofferte", die nicht mehr lieutenant das Recht, Erkundigungen nach der erwäbni 2. M. 2. in Ihrer Wohnung abschneiden, wenn Sie ihm das Haus bieten. berüdfichtigt werden könnte. Zu diesen Thatsachen bemerkt nun bie ,, Deutsche Metallarbeiter Big.":" Wir glauben, daß doch die deutschen Arbeiter in erster Linie das Recht auf diese Ar beit" gehabt hätten. Statt deffen aber wandert das deutsche J. M. Oberingelheim. Wir stehen in der Frage Geld in's Ausland, die deutschen Arbeiter aber mögen zusehen, fändig auf Ihrem Standpunkt und werden nicht I wie sie ihre Eriftens friften. Sft es angesichts solcher Thats fehlen, der Sache fernerhin unsere Aufmertjamleit zu wibe sachen ein Wunder, daß die ,, Bagabondage" immer mehr zu 6. P. Ein Schelm, der Arges dabei bentt." Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. boch wat lobnende niedere G Duftrie un Antn Beitung" EB an, für friedenhei aufzubebe preise, un in threr Die arm fe fpeful Brefftim rinbring Cine nur in Der Wirt lelbe thu beren M und wir In gemuth Freund, falat ein Eigensch benn bie zu welch hören, w Andere, ift bemi wohl ge Mugen Ергафет night, w fich labe Bravour Legenbeit Miene unb tag Stanbal geistreich aus ebrb tonnen, thums u all biefe Garn u Ma fei und Edimm Tommen Mäbchen find B, Jutrauen langes im Brü Bort. 28i Allgemei Bermöge Hierzu eine Bellag B. Vertrauen rforge d br lidt onen beigu ande herbe Marbeita Jorden auf rigensfall Die beiden umgebildet berall bit Doch boffes hen laffen branden ft. Dur en ruinkt werden muß fte minbe über die nur burd en fönnen. irthschaften ( oulgo de ern predigt, weniger für Den wilden Dünger Bewimmer tan fpricht vllgölle tie gelucht, the Wolle ter felbft Bländischen Beilage zum Berliner Voltsblatt. Nr. 137. Welt! Dienstag, den 16 Juni 1885. Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze fann hier nicht unsere Aufgabe sein, da es fich nur batum Dieses geflügelte Wort wurde seiner Beit im deutschen Reichstage zur Begründung der Bollerböhungen ausgesprochen und fetidem ist es zu einem beliebten Schlagwort aller Rorn joll Freunde geworden. Allein die Zeit, wo Schlagwörter als Beweismittel galten, it vorüber; die Bollsmaffen hören wohl diese Botschaft, allein es fehlt der Glaube. Und so ist es denn erklärlich, daß sich die Rornjöllner nach fräftigeren Argumenten umsehen, um den Be weis liefern zu fönnen, daß thatsächlich die ganze Welt durch bie Kornzölle glücklich gemacht weide. werden als die Sozialdemokraten. Doch das zu untersuchen, har delt, das Beweismaterial der Rornjollfreunde, speziell des von ber ,, Nordb. Allg. 3tg." angeführte, au entkräften, seine voll ständige Richtigkeit nachzuweisen; und daß soll in Folgendem gescheben. Die New- Yorker ,, Volls- 8tg." spricht ausdrücklich von den Farmern als von einer Mehrbeit der Bevölkerung und bie Jinois Staatszeitung" fagt:„ obe Getreidepreise be deuten hier zu Lande lohnende Arbeit für Hundert tausende Sind denn aber unsere Bustände den amerikanischen gleich? Die Nordd." beantwortet diese Frage freilich mit einem Ja. Denn fo fagt fte. auch bei uns( in Deutschland) ist der wirthschaft treibenden Bevölkerung". Untersuchen wir also, ob dem so ist. Nach dem Märzbefte 1883 der Statistik des Deutschen Reiches ist die Bevölkerung nach Beruf folgendermaßen im Reiche vertheilt: Bunächst wid hervorgeboben, daß die Prophezeiungen der Deutschland Bollgegner, die Biobpreise würden steigen oder aber das Brod zablreichste Stand, die Mehrzahl aller Produzenten die Land werbe fleiner werden, noch nicht eingetroffen feien; mithin fet hon bewiesen, daß der Kornzoll das Bod nicht vertheure. Daß die Spekulation, in Voraussicht deffen, was da fommen würde, Borräthe herbeigeschafft hat, welche noch lange nicht aufgebraucht sein tönnen, wird natürlich nicht gesagt. Es ist forar fraglich, ob im Laufe des Jahres der Kornpreis überbaupt fteigen wird, das hängt zum großen Theil von dem Ausfall Iten. Man ber Ernte ab. Aber selbst wenn der Kornpreis in Folge einer reichlichen Ernte nicht steigen würde, was wäre damit be wiefen? Doch absolut nichts. Das Brod würde ohne den Boll dann umfcviel billiger sein. Befamm on bei eines edentibm tiche Wall e unfad Schlimmen eder Well Berpaden fo baben, foll iefe Schult ollerhöhung gen with Direlt burch Dem bie ge 3 alles ge Der gele fteigener gefammle aabireide bobe Dini Abenenia 5,000 Ma rwandt ha achricht, b fchmied Es find te Arbell m Enga nem Ch ubalter pie in ion if Der L Scheint te ben both blenin bufici berben. Wit fjölle treten nach Bel Export aber metallifden autet, feinem wieber jur n befchloffen Jen für ein ge errung Ungum Engl Quaria nwolfin ben erlen Mart g fabres D rug in bin im Bou ift ein Bud auf das Jah richt: Die Fifenarbeite 1000 Mans orgefalagent als beendig en Bobn tet bat sablen Stunde tes Stabi von ben aber al ung Idul wir nicht. lebiglid Die F D. panzig Jahe affen Schube m Der Ball rerwäbi dforidhur as Haus Frage nicht au miba Bellag Das leuchtet ein. Aber da tommt die Nordd. Allg. Btg." und erklärt, daß das billige Brod, welches die Bollgegner Dem armen Manne verichaffen wollen, weder dem armen Manne noch dem Lande überhaupt Segen bringt. Und nun sitirt Das offiziöse Organ einen Artikel der sozialdemokratischen Bolts, Beitung" in New Dort vom 11. Mai d. J., in welchem gesagt wird: Wenn die Produtte einer Mehrzahl un. ferer( ber amerikanischen) Bevölkerung. bier der Farmer( Bauern)- sehr entwerthet find, so tann die Wirths@ aft der Nation nicht bluben." Die„ Norbd. Allg. Btg." fügt bingu: Das ist fast wörtlich daffelbe, was wir und Alle, welchen die praktische Für forge für das wirthschaftliche Gebeiben unserer Nation am Herzen lag, tausend Mtal gesagt und wiederholt haben. Auch bei uns ist ber zahlreichste Stand, die Mehr zahl aller Brobuzenten, die Landwirthschaft treibende Bevölkerung." Um den Beweis weiter zu verstärken, läßt das Blatt noch eintae Säge aus einem Artikel der„ Mlinois Staatszeitung" au Chikago folgen. Es heißt da: Land und Forstwirthschaft, Gärtnerei Thierzucht, Jagd, Fischerei Bergbau und Industrie Handel und Verkehr Lohnarbeit wechselnder Art Deffentlicher Dienst und sogenannte freie BerufBarten Berufslose und ohne Angabe d. Berufs " " " 42,5 pŒt. 35,5 10,0 " " 2,1 " 4,9" 5,0" 100,0 pt. " II. Jahrgang. | Landwirthe aufzuweisen hat, lönnen sich die Verhältnisse nu beffern, wenn die Laae der Arbeiter geboben wird. Die Arbeiter bilden die Mehrheit der deutschen Nation, wird ihre Rauffcaft gestärkt, werden fie tonsumtionsfähiger, so werden Jaduftrie und Handel aufblühen und auch der Landwirth wird feine Produkte entsprechend verwertben tönnen. Darum muß es bei uns heißen: bat der Arbeiter Gelb, so hat's die ganze Welt!'" Politische Webersicht. In Betreff der Beförderung von Kindern sollen vom 1. Januar 1886 ab auf allen deutschen Eisenbahnen neue ein beltliche Bestimmungen Blas greifen. Noch nicht vierjährige Rinder werden frei befördert, Kinder von 4-10 Jahren in allen Klaffen für die Hälfte der Personentare. Danach wer den zwei Kinder bis zu zehn Sabren für denselben Betrag wie fest, ein Kind mit einem Erwachsenen theurer und ein einzelnes Kind billiger als jest befördert werden. Auf Grund des Sozialistengefeßes ist das Flugblatt mit der Ueberschrift: An die Bürger Rathenow's" und der Unterschrift:„ Die streitenden Maurer und Bimmerer Rathenow's" von der Regierung zu Potsdam verboten worben. Ferner find auf Grund dieses Gesezes 7 in holländischer Sprache er schienen Druck chriftene verboten. Frankreich. Die Suezkanal Rommiffton bielt gestern eine Sigung ab, behufs Verlesung des Protokolls der vorigen Sigung, mit welcher die Arbeiten geschloffen wurden. Die englischen Kom miffare find noch ohne hinreichende Instruktionen, so daß ein erzielt werden tonnte. Da aber zwischen den Regierungen über biese Frage fett ein Einvernehmen erreicht ist, so bofft man, sofort nach der Bildung des neuen englischen Kabinets zu einem vollen Einverständniß zu gelangen. Spanien. Die Cholera macht Fortschritte. Aus Murcia werden gegen 100 Fälle gemeldet. 23 Dörfer der Proving Valencia find von der Krankheit heimgesucht, im Durchschnitt werden täglich 15 Cholerafälle tonftatirt. Wenn das so weiter geht, wird sich die Seuche bald wieder diesseits der Byrenäen zeigen. Nach derselben Duelle beträgt die Gesammtziffer der An gehörigen der Land- und Forstwirthschaft, Gärtnerei, Jagd, Thierzucht und Fischerei: 8 235 592. Die Bahl der selbst. ständigen Landwirthe beträgt aber nur mit Hinzu- bollständiges Einvernehmen über den Artikel 10 noch nicht rechnung berjenigen, welche neben selbstständigem Land wirthschaftsbetrieb noch Tagelöhneret betreiben, 3 134 601 oder 16,5 pet. aller Erwerbsthätigen. Diese 16,5 pct. find aber noch feineswegs alle in der Lage, Getreide verkaufen au tönnen. Nach dem Septemberbeft 1884 der Reichsstatistik waren am 5. Juni gezählt: 3,061,831 Betriebe unter 2 hektare= 58 pCt. 981,407 zwischen 2 u. 5 18,6 unter 1,233,106 5 = 23,4" Busammen 5,276,344 Betriebe. Wenn wir nun auch annehmen wollen, daß, da 3,134,601 selbstständige Landwirthe( inkluftve derjenigen, welche noch zu Betten Tagelöhnerarbeit verrichten müssen), vorhanden find, auf ieben derselben 1 Betriebe tommen, fo wirben 58 pt. boch immer nur eine Betriebsfläche von 3 hektaren inne haben. Nach den Berechnungen hervorragender Defonomen find aber für eine aus 5 Personen bestehende Familie, welche lebiglich auf die Landwirthschaft angewiesen ist, 4 bis 6 hektare zur Ernährung nötbig. Es stellt fich demnach heraus, daß noch nicht 8 Prozent aller Erwerbsthätigen im Deutschen Reiche Korn zum Verkauf bauen fönnen. Dieser Brozentsat ift entschieden noch zu hoch gegriffen, da viele von den Land wirthen, welche über 6 Heftar beftzen, auch noch nicht für den Martt produziren fönnen. Die Bahl derer, welche einen Vortheil von den Kornzöllen haben, ist also eine so winzige, Daß fie gegenüber der großen Masse der übrigen Erwerbs thätigen fast vollständig verschwindet. unfere( ameritanische) Bauern, und wenn der Bauer beffere " Denn hobe Weizenpreise bedeuten gute Einnahmen für Ginnahmen hat, ist auch seine Rauftraft größer. Alle bisherigen Erfahrungen zeigen, daß sich der allgemeine Wohl ftand des Landes fies dann am besten befand, wenn die Ernten nicht übermäßig groß, aber bie Preise bes Getreibes boch waren. Sobe Getreidepretje bedeuten hier zu Lande lohnende Arbeit für hunderttausende gewerblicher Arbeiter, niedere Getreidepreise dagegen das Darniederliegen der Jnduftrie und Broolofigkeit zahlloser Arbeiter." Beltung": Anknüpfend bieran bemerkt die Norddeutsche Allgemeine Es tommt ihnen( den Gegnern der Kornzölle) nur darauf an, für Wahlzwede Agitationsmittel zu schaffen, die Unzu friedenheit zu schüren und die Maffen gegen die Regierung aufzubezen. Das billigste izmittel find die billigen Brodpreise, und die freifinnig- fozialdemokratische Brüderschaft greift in ihrer Beiftesarmuth natürlich nach diesem billigsten Mittel Die armen Männer!" Wir möchten die Wähler, auf welche fe fpefuliren, auf die obigen Meinungsäußerungen praktischer Bregtimmen in der freien Republit Ameritas lenten und ste rindringlich vor ihren biefigen Verhegern warnen." Cine freifinnig fozialdemokratische Brüderschaft dürfte wohl nur in der Bhantafte der Nordd. Allg. Stg." existiren, in Wenn zwei das Der Wirklichkeit ist sie nirgends vorhanden. lelbe thun, so geschieht es nicht immer aus gleichen Motiven, und wir glauben, daß die Deutschfreifinnigen von ganz an beren Motiven bei der Oppofition gegen die Kornzölle geleitet Ueber die Ehe. " aus Den Die Behauptung der Nordd. Allg. 8tg.":" Auch bei uns ist der zahlreichste Stand, die Mehrzahl aller Produzenten Bevölkerung", ift mithin die Landwirthschaft treibende Die beiden Bitate vollständig unrichtig. amerikanischen Blättern paffen nicht auf deutsche Verhältnisse. Dort partisipit an den hohen Getreidepreisen die Mehrheit der Bevölkerung, die aus felbstständigen Far mern besteht, hier nur eine verschwindend kleine Minderheit. Weil die erhöhten Getreidezölle aber nur einer fleinen Minder heit wesentlichen Vortheil bringen, wird auch die Kauftraft ber Maffen nicht gehoben, während umgekehrt in Amerita hohe Kornpreise die Kauftraft der Maffen, der Mehrheit der Bevölkerung haben. In Amerika ist das Sprüchwort: hat der Bauer Geld, so bat's die ganze Welt", zutreffender, aber in Deutsch land, welches nur einen winzigen Bruchtheil selbstständiger vom Heirathen abhalten tann; so ist es gewiß der Kleider pomp, wie er jetzt betrieben wird. Wir möchten Alle gern heirathen," fagen fie aber die Damen machen fo große Ansprüche". Es ist ja wahr. Ich lenne einige Fa milien, in denen Unglück herrscht, weil die Frau mit nichts zufrieden ist. Ein Kleid fann gar nicht genug foften; ber Serr Gemahl mag bas Gelb nehmen, wo er's friegt. Man muß es fo haben; ich bin es von Haus aus fo ge wohnt; andere Leute geben noch viel mehr Geld aus," find ihre ßehenden Rebensarten. Profit bie Mahlzeit! Der Dämon ungemessener Bussucht beherrscht heutzutage fast bie ganze mittlere Gesellschaft. Es tommt oft gesug vor, daß ein junger Mann ein unbemitteltes Mädchen heirathet und gerade mit ihr das Glück, das in der Anspruchslosigkeit liegt, zu finden hofft. Es geht auch in der ersten Beit fehr gut. Führt er sie dann aber in die Rreise, benen er feines Ranges und Standes ober in die Rreise, denen er feines Ranges und Standes ober feiner geschäftlichen Verhältnisse wegen nicht ausweichen feiner geschäftlichen Verhältnisse wegen nicht ausweichen Rußland. Aus Rußland wird wieder einmal ein Attentat ge melbet. Das Telegramm lautet: Gestern wurde der Gehilfe des Polizeimeisters in Batu auf der Straße durch einen Dolcftich tödtlich verwundet, so bag er nach einer Stunde vers fta b. Der Mörder entfam. Batu ist eine Stadt am tas pischen Meere, es scheint, als ob die Nihilisten, wenn es wahr ift, daß fie die That verübt haben, schon bis an die aftatische Grenze des russischen Reiches vorgedrungen find. Großbritannien. Das Journal„ United Ireland" veröffentlicht einen Be richt über eine Unterredung mit Barnell über die politische Krists. Darnach bezeichnet der Führer der irischen Unverföhn lichen den Sturz des Ministeriums Glabflone als eine Folge der Politik der trischen Bartel, Die Regierung au jedem Preise aus dem Amte zu verbrängen, als eine Warnung für alle fünftigen Regierungen, daß daß trische Volt fich einer unton ftitutionellen Regierung oder Zwangsmaßregeln nicht beugen wolle. Dhne den Abfall von 20 Mitgliedern wäre es der Bartet schon eher gelungen, das Ministerium zu stürzen. Mit Bezug auf die neue Regierung bemerkt Barnell, die trische Bartel werde dieselbe nach ihren Handlungen beurtheilen, und wenn tein Verfuch gemacht würde, eine Bwangsbill durchzu fegen, würde fte dieser Regierung eine ehrliche Probe gönnen, ba fie niemals angreife blos um des Angriffs willen, sondern um Frland vor Nachtheil zu bewahren. Michael Davitt, der bekannte Agitator und Gründer der trischen Landliga, feierte gestern in Dublin den Ablauf des über ihn gefällten Strafurtheils. Er war bekanntlich wegen hochverrätherischer Umtriebe zu fünfzehn Jahren Buchthaus verurtheilt, aber nach bem er zehn Jahre jener Haft verbüßt, mit einem ,, ticket of Davitt ist jetzt ein leave" auf freien Fuß gefeßt worden. doch nicht flug, find thöricht im Ausbeuten ihres Mannes jeglicher Richtung nach, in der Aufzucht ihrer Kinder, im Streuen der Saat grauenvollen Unheils für sich und bie Thren in unabfebbare Ferne. Familien, in welchen eine Thren in unabsehbare Ferne. Frau dieser Art ben Ton angiebt, muß man meibenman bemerkt ben 8uftand, wenn er auch noch so sehr durch gefälliges Lächeln und äußere Liebenswürdigkeit verfchleiert wird, ohne es zu wollen, oft mit einem einzigen Blid und bann hat man das Bild von einer Hölle auf Erden vor fich, einer Hölle, in der die Thorheit das Szepter führt. Dies ist das Schrecklichfte, weil kaum baran zu bessern ist, tommt aber nur zu häufig vor, häufiger als man glaubt. In der letzten Zeit find viele meiner Bekannten froh gemuth in den Stand der Ehe getreten, unter ihnen ein Freund, der auf der Suche nach einem Rezept für Heringsfalat eine vortreffliche Frau im Befihe von fiebzig guten Eigenschaften gefunden hat. Nicht Jeber trifft es so gut; denn die jungen Damen unserer Beit und aus dem Stande, welchem meine Freunde und ihre frischen Ehehälften gewohnt; hören, werben, mit Ausnahme vereinzelter Fälle, für alles nbere, nur nicht für eine glüdliche Ehe erzogen. Man it bemüht, ihnen allerhand Renntnisse beizubringen, die wohl geeignet sind, den Glans threr Jugendlichkeit in ben Mugen Kurzfichtiger zu erhöhen. Sie sprechen frembe darauf ein und wiffen aight, welchen Schein von Flunterhaftigkeit fie baburch auf laben. Sie spielen leiblich Klavier, üben sich auf Bravourstüde ein, welche sie dann bei jeder paffenben Ge Miene zum Besten geben. Sie lefen in einem fort Romane Wechsel reicher Noben nicht gleichthut, bald abgeordnet und unb täglich die Beitung, wiffen in Politik und allen bedrückt fühlen und eine Unzufriedenheit ist da, aus der Es dauert darauf Standalen der Welt Bescheid, wollen auch im Gespräch bann so manches Andere entspring. geistreich sein, was unausstehlich ist. Im Uebrigen durch nicht lange, so ist die Frau aus mittellofem Saufe ebenso Es lönnen, geben fich ben Anschein möglichst großen Reich fich nicht befriedigen lassen, fühlt fie fich unglüdlich. thums und gelingt es wirklich Einer oder der Andern, durch kommt also ziemlich auf dasselbe hinaus und die jungen Leute zu geben. all diesen Flitter und Flimmer einen Unglücklichen in ihr denken: Heirathen wir lieber nicht." Barn und vor die Schlachtbank des Altars zu bringen. Bort. Bei ben Familien, in denen ich verkehre, kommen Wenden wir uns ab von den Menschen, denen bas Unglüd nur aus nichtigen Dingen zuftößt; das Fahrwasser der Che hat auch Klippen genug für bie, welche voll Liebe, voll Verstand und von dem besten Willen beseelt sind. Bei Feinfühlenben ist es oft eine Geringfügigkeit im Benehmen, die den Reim zur Berstimmung legt. Ich hatte einen Freund in Hamburg, der sich in eine junge Engländerin, als fie bort bei seinen Eltern zu Besuch war, verliebte. Sie war ein reizenbes Mäbchen, die Tochter eines angesehenen Arztes in London. Er war auf der Hochzeitsreise über die Schönheit des Harzgebires voll Entzüden, fie weniger, was man ihr nicht verderken kann, denn es ist nicht Jedermanns Sache, feinem Gefühl für die Natur jubelnden Ausdruck Er lub fie ein, mit ihm der prachtvollen Aussicht wegen einen Gipfel zu besteigen. Sie, ers müdet, lehnt ab, was er für Gleichgiltigkeit hielt. mübet, lehnt ab, Das war der Anfang einer Verftimmung, die nach zehn Jahren bittern Rummers zur Trennung der Ehe führte. Nichts ist mehr geeignet, das Verhältniß zwischen Ehegefolche Unheimlichkeiten nicht vor; und wiffen Sie, was der Grund davon ist? Der Grund ist, daß fei und ich gebe gern zu, daß die Zeichnung das die Frau des Hauses nicht allein Liebe zu ihrem Mann und Slimmste enthält, was Einem in dieser Hinsicht vor lommen tann. Es giebt auch, Gott sei Dant, noch viele ihren Kindern hat, sondern auch Verstand besitzt. Dieses noffen zu vergiften, als solche Verstimmung, welche von Mädchen voll Einfachheit nnd Verstand und gerade diese Wort möchte ich unterstreichen, denn es ist so wichtig. Das jugendlichen, feinsinnigen Personen fast nie bemeistert wird; Unglüd vieler Chen ist nicht dem Schwinden der Liebe, find is, nach welchen fluge Männer suchen, um sich ihnen an langes Leben. Aber fie leben versteckt wie das Veilchen Sie können flint französisch sprechen,., Tauchnitz Editions" im Grün des Waldes und die Thorheit führt das große lesen, mit feingespißten Fingern über die Taften des Kla viers fahren; sie tönnen sich mit Myrthen schmücken, unter o, wie zagenb! vor ben Altar Wirklich reiche und vornehme Damen leiden sich in dem Schleier zagend gemeinen viel einfacher als folche von oft zweifelhaftem treten, ein leises Ja hauchen, dann, errötheud vor Freude, Bermögen. Wenn etwas die jungen Leute der Gegenwart ihr Ziel erreicht zu haben, in die Rutsche steigen, und find fie verdirbt Alles, fie giebt jedem noch so gut gemeinten Borte einen andern, einen unharmonischen Klang und ers weitert, was das Schlimmste ist, die Ungleichheit, welche, wenn anch noch so gering, immer zwischen zwei Menschen besteht. In diesem Falle war es so: Die junge Englän berin konnte bie griechischen und lateinischen Klassiter im Driginal glattweg lesen, was ihr Gemahl nicht konnte und was man auch von Jemand, der seinen Schifffahrtsge= fähiger Bürger" geworden und es wird beabsichtigt, ihn als Kandidaten für die Vertretung der Grafschaft Mayo im Unter hause bei der nächsten Parlamentswahl aufzustellen. Der Boltsraad von Transvaal bat die am 6. b. gefaßte Resolution annullirt, welche alle Personen, die Petitionen um Dauernde Einverleibung der Transvaalrepublit in Großbritannien und gegen deffen Wiederabtretung unter setchneten, für untauglich erklärt, Mitglieder des Volksraads zu werden. Amerika. In Kanada beschäftigt fich das Parlament mit einer Wableformlage. Die Vorlage, welche nach eine 37, tägigen Debatte am 9. b. die Einzelberathung des tanadischen Unterhauses endgiltig paffirte, ertheilte das Stimmrecht den jenigen Indianern in den Reserven der älteren Brovinzen, die persönliches Eigenthum im Werthe von 150 Doll befizen, ferner den Lohnarbeitern mit einem jährlichen Einkommen von 500 Doll und Bächtern von Grundeigenthum, die einen Jahreszins von wenigftens 20 Doll. entrichten. Ferner ist das Wahlrecht auf Farmerssöhne ausgedehnt, auf Eigenthümer von Grund und Boden in Städten im Werthe von 300 Doll., und schließlich auf Fischer mit Eigenthum in Booten und Deren Ausrüstung im Werthe vo 150 Doll. Das Unterhaus bat ferner eine Resolution angenommen, wonach für den Bau von vier Zweigbahnen der fanadischen Pacific Eisenbahn nach Prince Albert, Battleford und anderen Punkten fürf Millio nen Morgen Länder fostenfrei bewilligt werden. Da werden fich die Eisenbahntönige wieder freuen. Lokales. " Von dem ausgewiesenen Stadtverordneten Herrn Ewald erhalten wir folgend: Erklärung:„ Es ist richtig, daß ich zweimal mit Herrn ofprediger Stöder gesprochen habe, und zwar, wie die vernommenen Beugen ausfagten, in einer Versammlung in der Tonballe, im Jahr 1881, woselbst ich in Folge meiner Erklärung, daß ich mich zur sozialdemokratischen Bartet bekenne, fiftirt wurde. Bum zweiten Male traf ich mit Herrn Hofprediger Stöder am 18 Januar 1883 in einer Ver fammlung in der Linde" zusammen. Beide Male fand das Bufammentreffen unter Umständen statt, die man in seinem Leben nicht vergessen tann. Wenn Herr Hofprediger Stöcker ferner behauptet, er habe nicht gewußt, daß der Vergolder Evald und der Stadtverordnete Ewald eine und dieselbe Berfon seien, so ist das wahrscheinlich auch einer der bekannten Frr thümer", denn das Digan des Herrn Hofprediger Stöcker, bas Chriftlich soziale Korrespondenzblatt" mußte es sehr gut, daß Der Bergolder und der Stadtverordnete Ewald eine und die selbe Person wären. Kurz vor meiner Wahl zum Stadt Derordneten beschäftigte fich dieses Blat: sehr viel mit meiner Berson, es besprach meine Aufstellung und sagte u. A., der Bergolder Ewald fei einer der vernünftigsten sozialdemokrati jchen Kandidaten. Nach vollzogener Wahl brachte das Blatt Das Resultat, sämmtliche gewählte Kandidaten der Arbeiter. partet mußten Revue paffiren und auch hier wurde wieder mein Name und Stand, letterer als Vergolder, angegeben. Es bleibt somit nur der eine Ausweg, daß Herr Stöder zus giebt, daß er nicht einmal fein eigenes Organ lift. Fernerhin wird von dem Kriminal. Kommiffarius Herrn Schöne behaup tet, im Jahre 1881 oder 1882 härten fich zwei Männer Na mens Ewalo in hervorragender Weise an der sozialdemokras tischen Bewegung betheiligt. Ich tarn dagegen nur anführen, daß ich seit Ar fang der 70er Jahre in jener Bewegung stehe, und ich behaupte, daß außer mir fein Evald als Redner oder Vertrauer smann aufgetreten ist. Nur einmal wurde mein Bruder bestraft, weil er im 5. Wahlkreise einen Wahlaufruf angeklebt haben soll. Wein Bruder hat aber noch niemals in einer öffentlichen Versammlung ein Wort gesprochen. Es fann daher von einer hervorragenden Thätigkeit desselben in der Partei wohl schwerlich die Rede sein.- Ferdinand Ewald, Brandenburg a S. m. Vornehmlich auf Veranlassung des Abgeordneten Singer bat dieter Tage in Berlin eine vertrauliche Besprechung Der Inhaber mehrerer größerer Konfektionsgeschäfte stattgefunden, in welcher es fich um eine Einigung bezüglich Einführung der englischen Geschäftszeit und um die Aufhebung der Sonntags arbeit in der genannten Branche handelle. Zum Prozeß Lieste in Frantfurt a. M. hat sich unter Anderem ein Berliner Berichterstatter für 80 Beitungen angemeldet; derselbe beansprucht Raum zur Aufflellung von Ber vielfältigungsmaschinen. Die Hinrichtung des Raubmörders Maschunat, der in Gemeinschaft mit dem Schmied Ernst Benne am 30. Sep tember v. J. die 68 jährige Frau des Koffäthen Büttner in Ruhlsdorf erschlagen und beraubt batte, ift gestern früh um 6 Uhr in dem bof aum des Bellengefängnises erfolgt. Die Bend ferung Berlins ist von der Vollstreckung des Todes. urtheils turch nachstehende Publitation an den Anschlag säulen in Renning gesezt worden: Bekanntmachung. Der Arbeiter Fans Maschunat, geboren am 27. August 1843 zu Rlein Kallening ten, Kreis Jafterburg, ist durch rechtsträftiges Urtheil schäften nachgeht, faum noch verlangen darf. Je mehr bie Berstimmung zunabm, desto mehr vertiefte fie fich in ihre des töniglichen Schwurgerichts bei dem Landgericht II zu Berlin vom 16. Januar 1885, wegen Morbes und schweren Raubes, begangen gegen die verehelichte Bauer Büttner zu Ruhlsdorf, am 30. September 1884, zum Zobe und Verluft der bürgerlichen Ehrenrechte verurtheilt worden. Nachdem durch Allerhöchsten Erlaß vom 10. Juni 1885 die Entschließung St. Majestät des Raisers und Röntgs ergangen, von dem Be gnadigungsrechte leinen Gebrauch machen zu wollen, ist das Urtheil heute früh in dem Hofraume der Neuen Strafanstalt hierselbst durch Enthauptung des Verurtheilten vollstreckt wor ben. Berlin, den 15. Juni 1885. Der Erfte Staatsanwalt beim königlichen Landgericht II. Wachler. g. Ein großer Bienenschwarm feste fich gestern Mittag an einer öffentlichen Anschlagiäule am Dtorisplat fest und bes läftigte in nicht geringem Maße die Baffanten, welche ver fuchten, die Thiere zu verscheuchen. Ein Schußmann ver hinderte aber eine weitere Aufreizung dieser Thiere, bis fte von selbst nach längerer Beit fich aus dem Staube machten. R. Besonderes Aufsehen erregte geftern Morgen ein Geier, der sich auf den hohen Schornstein der elektrischen Mas schine des Sedan's Panorama, neben dem Stadtbahnhof Alexanderplat", niedergelassen hatte. Anfänglich glaubte man, daß der Geter aus dem Boologischen Garten geflohen set, aber Die Recherchen ergaben, daß derselbe einem eben auf dem Ham burger Bahnhofe angekommenen Thierhändler gehöre, dem Das werthvolle Exemplar entflohen war. Seine majestätischen Schwingen entfaltend, nahm der mächtige Rauboogel einen füdwestlichen Kours und dürfte es mindestens fraglich sein, ob ein Wiedereinfangen des Flüchtlings gelingt. g. Zur Weber'schen Mordaffaire erhalten wir folgende gebeimnisvolle Mitthe lung. Die Bewohner des Seiter flügels geheimnisvolle mitthe lung. Die Bewohner des Seiter flügels des Grundstücks Landsberger str. 32 wurden in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag Morgens gegen 4 Uhr burch die unverhoffie Anwesenheit dreier Schußleute, eines Nachtwächters und eines Schloffers erschreckt, welche den Ver such machten, in die Wohnung des in der britten Etage wohnenden angeblichen Malers Krümmel behufs seiner Fest, nahme einzubringen. Nachdem sich der Schloffer überzeugt hatte, daß die Thür von innen verschlossen war und ein ge waltsames Endringen in die Wohnung fich mit Rücksicht dar auf als unausführbar erwies, daß der K. drohte, Jeden niederaufchießen, welcher es unternehme, in die Wohnung zu ge langen, beobachtete man etwa eine halbe Stunde lang eine ab wartende Haltung. Alsdann aber wurde die Thür von der Frau des Gesuchten geöffnet und nun nahm man eine genaue Durchsuchung der Wohnräume vor. Kümmel selbst war nirs gends zu finden, dagegen entdeckte man ein freistehendes Infanterie Seitengewehr und ein anscheinend aur momentanen Benuzung bereitstehendes Bell, welche beiden Gegenftände von den Schußleuten mit Beschlag belegt wur Den. Bei der weiteren Recherche machte man Die Entdeckung, daß der p. Krümmel durch ein Rammerfenster seiner Wohnung an einem Strid fich auf das Dach eines kleinen Nebengebäudes heruntergelaffen und so seine Flucht bewert ftelligt hatte. Dies wurde auch von der Frau Krümmel zuge standen. Wie die gleichfalls ermittelten Merkmale beweisen, hatte sich Krümmel, nachdem er den of erreicht, fich am Brunnen das Blut von den Händen abgewaschen, welches von ben beim Herablaffen an dem Strid entstandenen Wunden berzurühren scheint. Krümmel soll seiner Frau gesagt haben, er werde fich nicht mehrere Monate in Untersuchungshaft ein sperren laffen. Der Entflohene soll verdächtig sein, den Mord an der Wittwe Weber in der Gneisenaustraße begangen au baben. Er hat angeblich auf seiner Flucht einen sechsläufigen Revolver mitgenommen, aus welchem er am Sonnabend zur Späten Stunde in seiner Wohnung jebenfalls zur Probeeinen Schuß abgefeuert haben soll. Ob es der Kriminalpolizei gelungen ist, des Krümmel bereits habhaft zu werden und ob man es hier thatsächlich mit dem gesuchten Mörder zu thun hat, haben wir bis zur Stunde nicht erfahren tönnen. Gra vitend find allerdings die vorgedachten Momente. N. Eine Zermalmung der rechten Hand erlitt am Sonn abend Nachmittag der Maschinenwärter Milatowsky dadurch, daß er beim Bugen und Delen einer Lokomobile mit der Hand Schwer zwischen zwei auf und abgehende Kolben gerieth. Schwer verlegt wurde der Verunglückte in die Fabrik übergeführt. cr. Im Zentral Theater ging es am Sonnabend Abend Iuftig bet. Dte, Blattoeutschen" päsentirten uns ein neues Stück Hamburg an der Alfter". Es ist das ein Lokalstüd von übersprudelndem humor, von charakteristischen Persönlich Teiten und von so behäbigem, echt Hamburger Geist beseelt, daß das Publikum aus dem Lachen garnicht heraustam. Das Stud macht auf literarischen Werth feinen Anspruch, aber es bat soviel Lokalhumor, daß man auf ersteren verzichtet. Die Stüde unserer sogenannten geiftsprühenden" Autoren find in den meisten Fällen auch nicht beffer, fie entbehren sogar meisten theils des eigenartigen Wig: s. Gespielt wurde nach jeder Richtung hin vortrefflich, und Theaterfreunde sollen sich durch die Hiße nicht von einem Besuch abschrecken laffen. haben. Nücksichtslosigkeit des Mannes, der glaubt, zu Hause jeder üblen Laune fich hingeben zu dürfen, oft auf Seite der Gerichts- Zeitung. Taft benn ben ungli ermittelt und Knau auf der S am Mont Walter, bezeichnet, naten ve Feftungsb Der zweite den verhä wies fich und Billi ju brei tudentisch wie er im bei der Sc Hilfe g Der Geri ß, wie Gefängnis Eine Berhandlu 158 Der G Gorlich un thellung d Angeklagt nide, Hof Joseph'sch = Ein Franzose mußte gestern vor dem Schöffengericht Abtheilung 89, ein Be bör bestehen. Es war aber feiner be vom Feldzuge bier zurückgebliebenen, es war nicht einmal ein echter, veritabler Franzose, wie schon sein Name befagt, benn er hieß Klein und war im Elsaß geboren, aber er verstand aud nicht ein flein wenig Deutsch, sondern sprach nur franzöfifch. Die Verhandlung mit diesem, jedenfalls den gebildeten Ständen angehörigen Mann, der da in Gefängnißkleidung vor uns ftand, machte einen wehmüthigen Eindrud, denn es wird fi ja aleich zeigen, warum? Am Abend des 17. Mai ging ein Mann auf dem Wilhelmsplatz vor dem Palais des Bringen Friedrich Karl mehrfach auf und ab und versuchte schließlich Einlaß in daffelbe au erhalten. Da dies nicht möglich wa so suchte derselbe einen Schugmann auf, der ihn jedoch nicht verftand und ihn nach geraumer Beit, well fener immer wieder in das Palais einzudringen versuchte, dabei laut sprach und beftig geftitulirte, nach der Revierwache geleitete. Aug hier wurde er nicht ruhiger und man schritt, da fo lebhaft parlirte, daß man sich nicht mit ihm verftä bigen fonnte, au ſeiner Durchsuchung und fand bei ihm ob Schrecken! man dente: einen Revolver! Franzose! Palais! Lebhaftigkeit! Revolver! Jegt war es mit der goldenen Freiheit vorbei! Die Waffe ward ihm ab- und in Haft genommen. Der Mann war aber, wie fich bald hep Bwed feines Aufenthaltes erzählte er folgende Geschichte: Sein aus ftellte, weit weniger au fürchten, als zu bedauern. Vater habe während des Feldzuges in Rouen den Bringen Friedrich Karl fennen gelernt und diesem versprochen, ihn eine von ihm erfundene, sehr verbesserte Schußwaffe vorzulegen mit der Bring einverstanden war. Vor seinem nun erfolgten Lobe habe der Vater unserem Gefangenen die Berbefferung, bestehend aus zwei Hohlkugeln, übergeben und ibn beauftragt, fle be Prinzen zu zeigen. Das habe er gewollt, aber man habe thm den Eintritt zu diesem verweigert und er müsse ibn doch fprechen Daffelbe brachte er in der heutigen Sigung vor dem Schöffen gericht vor, in der die Verständigung mit dem Franzosen bu einen Dolmetscher herbeigeführt wurde, dem er, obgleich in ständiger, fo: mgewandter, boch höchft erregter Art seine thellungen und Antworten vortrug. Auf die Frash woher er, als gänzlich in Berlin unb tannt, babe, daß das Haus, vor dem er auf und abschritt, Wohnung des Pringen Friedrich Karl sei, erwiderte et, Frau, die in einem Thorweg gestanden, habe ihm das gef und wo er die beiden Hohlkugeln gelaffen? Die habe er geworfen! Der Leser wird wohl schon gemerkt baben, Geiftes Kind der Unglüdliche war. Der Gefängnißatzt, nitätsrath Dr. Lewin, befundete denn auch, nach feinen während der Haft angestellten Beobachtungen müſſe er be gutachten, der angeklagte sei nicht geiftig klar und leide wat scheinlich an Verfolgungswahn, indem er sich einbilde, verfolgt zu werden. Als ihm hierauf verkündet wurde, daß er wieder Beugen w in Freiheit gesezt werden würde, nahm er dies freudig au irgend ein erkundigte fich aber sogleich bei dem Dolmetscher, wann WO jeit auf 9 briforbnur pause von beitszeit a ten die A 10 Stund eben zu eute nach machten. antiproder Januar c gewuft ble unter Chr eine nur gemei Rofe und nachdem i Mittags el auf. Dad fort unb verlegt, al am beftigi fb Julich haben: deffelben fubrte aus wo er den Kaiser sprechen tönne, denn nun müsse er zu diesem getlagten Da er naturaliftiter Franzose ist, so wird er wohl der fra öfifchen Botschaft überwiesen werden, die für seinen Transport beantrage in seine Heimath Sorge tragen wird. froffene B Rechtsan Ein ernftes Rentontre zwischen Vogelfängern und einen daß die E Förster, bei welchem einer der ersteren das Leben einblüffet, well bildete die Grundlage einer Anklage wegen Widerstands gegen Arbeitsber Die Staatsgewalt, die sich gegen den Maurer Emil Del Freisprech Paul Heinrich richtete. Mit der Verhandlung dieser Sad Der Geric wurde gestern eine neue Schwurgerichtsperiode des Land nicht, ind gerichts II eingeleitet. Am Morgen des 16. November v. günftigere patrouillirte der Revierförster Nauß in der Neuendorfer Foben Julid bei Spandau als ihm awei Männer begegneten, welche folchen Utensilien ausgerüstet waren, wie fie Bogelfänger Ausübung ihres ftrafbaren Gewerbes au benußen pfleg Ste trugen Leimruthen und einen Bober, in welchem der amte mit Recht einen Lockvogel vermuthete, denn diese muthung bestätigte fich, als der Förster die Herausgabe Bobers verlangte, welche indeffen erft nach längerer Weigeru feitens der Bogelfänger erfolgte. Der Förster bestand bar daß die beiden Männer ihn nunmehr zum Schulzenamt nad Neuendorf begleiteten, um ihre Bersönlichkeiten feststellen laffen, zögernd und mit fichtlichem Widerstreben gingen zur Seite. Plöglich ergriff der Angeklagte den Bober, fle ihm Den bet Förster fich mittels eines Strides ums Handgelent geschlungen und drehte denselben so schnell um, daß der Strid tief ins Fleisch des Beamten drang. Begleiter, sein Schwager, fein Schobin Gleichzeitig schlug der Maurer mit der Fauft auf den Beamten ein, dieser in die Kniee und der Uebermacht erliegend, fant mußte er den Bober seinen Gegnern wieder überlassen, welche bara quer durch den Wald in der Richtung nach Spandau flohen. Der Förster raffte fich bald wieder auf und auf wegen gelang es ihm, den Flüchtlingen vorzukommen: Lepteren eine zu paffende Brücke erreicht hatten, vertrat Der Beamte wieder den Weg und erklärte fte für Arrestanter. Als Antwort erhielt er sofort von Schobin muchtigen hleb mit einem Dchsensiemer, der im Innern Drath barg. Der Schlag traf den Kopf des Försters, einen einen befim Hut zur Eide flog. Dieser hatte seine Schußwaffe über m Klassiter, was er als eine tränkende Ueberlegenheit ihrerseits Frau ein Nachlassen in der Pflege ihrer äußern Erscheinung rechten Arme hängen, machte aber, trogbem ihm die Be auffaßte, und befto einseitiger und verbüfterter hielt er sich an sein Geschäft. In der Ehe sollte jede Verstimmung im Reime erstickt werden; doch davon haben junge Leute feinen rechten Bear ff und erbliden bann in jeber Ungleich heit eine Rluft. Sie wollen wohl für einander leben, aber fie erkennen nicht, wie nothwendig es ist, daß fie mit einander leben im Geifte und in der wahren Zuneigung, bie nichts übel nimmt. Ein vorzügliches Mittel wider Verstimmung in der Ehe ist gegenseitige Höflichkeit. Diese wirkt wie das Schwungrad, das der Maschine über die tobten Bunkte hinaushilft. Auch im Cheleben giebt es der tobten Bunkte genug, über die man hinweg muß, man mag wollen oder nicht, im Guten oder im Bösen. Die Höflichkeit giebt das Mittel an die Hand, im Guten damit fertig zu werden. Jm öffentlichen Leben nehmt ihr so Manches hin und macht doch eine gefällige Miene bazu, entgegnet höchstens mit einer stechenden Artigkeit oder mit einem Wig, wenn ihr könnt; feib ihr aber zu Hause, fo glaubt ihr jebes am Morgen und am Abend streifen den Bauber ab, der die Beiben einst zusammenführte, und da sie doch einander immer nahe find, treten leicht Enttäuschung und Widerwille ein und schließlich kommt das schredliche:„ Wir hätten uns nicht heirathen follen." Dieses fürchterliche Wort, ein Dhrenschmaus für den Teufel, ist wie ein Ruf der Hölle, aus der kein Mensch zurüdlehrt, aber man hört es in allen Ständen, bis zu den höchften hinauf. Dann wird bie Frau meistens zu einer armen Dulberin. Haben die Beiden jahrelang an der Rette gezerrt, mit ber fte zu ben ben mittel bierbel tigung dazu zustand, feinen Gebrauch davon, spannte aber Hahn. Kopf zu trattiren, dieser wantie, den Kopf möglichst Schobin fuhr fort, den Förster mit Sieben über beider vorgehaltener vände schüßend, taumelnd zurück, rührung gekommen sein, plöglich ging der Schuß los muß sein rechtes Bein mit dem Hahn des Gewehres in B Schobin erhielt die volle Schrotladung in die linte Selle Diese Vorfälle batten fich so schnell abgespielt, daß zwei, Nähe auf dem Ader beschäftigte Leute, welche dem bedrängt Förster zur Hilfe eilen wollten, erft den Thatort erreichten, Schobin ftöhnend zusammenfant. Auf dem Transport Neuendorf gab Derselbe bereits seinen Geift in be .. sammengeschmiedet find, so tritt endlich wohl Refignation Da der Angeklagte fich bei der legten, so tragisch enbenbe Begegnung mit dem öster völlig paffiv verhalten, fo bat Wie fich der Mensch an Gift gewöhnt, so daß er deffen sich nur wegen des bei dem ersten Rentontre verübten ib Wirkung taum mehr fühlt, fann er fich auch an eine ver fehlte Che gewöhnen, aber fragt ihn nur nicht, was er ftandes zu verantworten. Die Beweisaufnnhme führte Schuld, wie vorberichtet, llar zu Tage, doch erreichte fein babei gelitten hat. Wie wunderschön dagegen leuchtet bertheidiger, Rechts. Anwali Dr. Friedmann, daß die Geschworen Die Frage wegen der mildernden Umstände bejabten. Glanz, der auf einer glücklichen Familie ruht, hervor Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängn ftrafe von sechs Monaten. gezaubert von dem Walten einer Frau voll geistiger Schönheit, an der Seite eines Mannes, der, milde und rüdsichtsWort auf die Goldwaage legen, jebe Miene mit dem Ber voll, sein ganzes Dichten und Trachten im Hause dahin welcher drei Jahre zurückitegt und für einen der Bethellig größerungsglas untersuchen zu müssen und nehmt dann Hergerniß daran. Ich weiß wohl, daß eine Rräntung von Seite berer, die wir lieben und von denen wir Gegenliebe er warten, ganz was Anderes ist, als die Malize eines uns vollkommen Gleichgiltigen, aber fast immer sind es nur Ein nächtlicher Straßenkonflikt zwischen Studente außerordentlig traurige Folgen nach fich gezogen hat, last läßt lenkt, bie Seinen ihres Standes würdig zu erhalten, fie Gerichte nicht zur Ruhe lommen. In der Nacht zu beschüßen und, so gut er vermag, zu belehren. Eine eble Frau ist das schönste Gefchent, welches das Schicksal dem 23 Mai 1882 paffirten drei Studenten, aus der Kneip mend, die Linienstraße. An der Ede der Artilleriestraße Menichen geben kann; der Segen, ben fie verbreitet, ist so groß, daß es wohl fein einziges weibliches Wesen giebt, gegnete ihnen ein Tiupp Leute wie sich später berauit gleichfalls Studirende in deren Gesellschaft fich eine vermeintliche Riänkungen, durch irgend ein Mißverständniß welches, wenn auch sonst leer und eitel, in erleuchteten befand. Einer der Erstgenannten ließ fich zu einer obf es die wird, ihr zu sein. über den ersten Augenblick der Verstimmung, über den todten Punkt hinwegführt, und ist dieser einmal überwuns ben, so wird Verständigung leicht. Doch ist es hier nicht bie Absicht, mit guten Rathschlägen zu prunken, benn fie helfen doch nichts; ich will blos auf einige Untiefen im Hafen der Ehe hindeuten, die gefährlicher find, als der Sturm auf dem offenen Meere bes Bölibats. Es tommen noch so viele Dinge dazu, die aber alle auf dasselbe hinauslaufen. Ich habe schon gefehen, daß Eheleute in ziemlich kurzer Zeit sich vollständig verändert fann man fich darauf verlassen, daß die Jungfrau, wenn fie ingellagte hr. 3 am Sonn aufgenom fälschu Rebl, B Falfchungl Derselben Rachgewie Arbeitern Der von Arbeiter baß bag fte Borgeschri trat e Daß die Rapitalift ton diese Der Antr werden m bie beutic ben Dani Der Einl ftimmig bewegung für die n Schließlic eine Tell etmachito lenben A hr. 9 am Sonn tigte fich für Waa Den aröß Die Müt gelten fol Daß er bi Breifen weite D der Bret er barauf Daß fte großen leineren Breife fil keybahlt Rinimal Qualität Jahnuß weiter fchloffen, Berfamm einzulade wärtigen Daß die urfacht Derbinder Durchfüh lich murt auftragt, Bras zu Ber Da DE Bemerkung über die Lettere hinreißen, worauf deren Begle das Jawort flüftert, überzeugt ist, eben in ihrer Person Standal fertig und die Parteten geriethen in's Handgemen bas schönste Geschenk zu sein, das ihrem Anbeter vom Schicksal zu Theil wird, und biefer denkt auch von ihr nichts anderes. Beide sind voll Glückseligkeit und ihr ver flärtes Auge fieht den Himmel offen, aber die Wolken entsprechend antworteten. Im nächsten Augenblic war Man schlug fit mit Stöden und mit Fäusten. Blöglich einer der Betheiligten, der Bauführer Heinze, unter dem eind Brad rufe:„ Mein Auge! Mein Auge!" zusammen. Gin unglüdli Hieb mit einem Stode batte seine Brille getroffen, ber Gläser zertrümmert und eine Anzahl Splitter nicht, aus benen fie dereinst herabfallen werden, wenn nicht Bedauernswertben tief ins Auge getrieben. Ueber brel ein besonders guter Genius fie davor bewahrt. Johannes Ziegler. Aubringen und mehrfache höbst schmersjafte Operationen stehen müssen; auf dem getroffenen rechten Auge ist die nate hat der Schwerverlegte in der Augenklinik der Sha Sw febr nad Die icho Bereins ballen, ftand 1. gericht iner ber mal ein t, benn no aud nzöflich 5tänden fland, fich je ing ein Bringen biteglid ich war och nicht twieber ach und Aug Da er verftan bei ihm ber! tes mit und a bald bep cn. 93 te: Sein Bringen thn eine gen, wo ten Tobe beflebend fle bem babe th fprechen Schöffen fen bun ich in a ine S Frash gewult ritt, ble et, eine as gefagt e er forts ben, wel nat, 60 feinen e et be Taft dennoch faft völlig erloschen. Wer von den Kämpfenden Den unglüditchen Schlag gefübet bat, hat mit Gewißheit nicht mittelt werden lönnen, die drei Studenten Walter, Billing und Knauer, welche den Streit provozirten, haben nacheinander auf der Antlagebant leg nehmen müssen, der Legtgenannte am Montag vor der erfien Straftammer des Landgerichts I. Balter, den der Berlegte mit Bestimmtheit als den Thäter bezeichnet, ist derzeit zu einer Gefängnißftrafe von bret Mo naten verurtheilt worden, welche im Wege der Gnade in eftungshaft umgewandelt worden ist, und hierauf meldete fich Der weite Theilnehmer, Billing, freiwillig als derjenige, der ben verhängnißvollen cieb geführt. Im Audienz- Termine er wies fich diese Selbstbesichtigung aber als eine isrtbümliche und Billing wurde nur wegen Theilnahme an einer Schlägerei brei Wochen Gefängniß verurtheilt. Der dritte des tudentischen Ale blats der jetige Doctor philol. Rnauer batte, wie er im gestrigen Termine offen einräumte, sich auch insofern bei der Schlägerei bethelligt, als er dem arg bedrängten Walter Hilfe gelommen und mehrere Fausthiebe ausgetheilt batte Der Berichte bof ahndete das Bergehen mit demselben Straf maß, wie bet ẞ ling, auch dieser Angettagte erhielt drei Wochen Gefängniß auerlannt. Einen Beitrag zum Kapitel der Streites lieferte die Berhandlung der Antiage wegen Bergebens gegen die SS 152, 158 der Gewerbe- Ordnung gegen die Dreher Julich, Schröder, Ehrlich und den Hutmacher Luß, welche gestern vor der 89. Ab. ellung des hiesigen Schöffengerichts stattfand. Die drei erften Angeklagten und die als Beugen vernommenen Dreher Wie nide, Rose und Suth arbeiteten im Januar d. J. in der Joseph'schen Metallwaarenfabril, in welcher bisher die Arbeits eit auf 9 Stunde bemessen war. Da wurde eine neue Fa brilordnung in Kraft gefeßt, nach welcher die bisherige Mittagspause von 1 Stunde auf 1 Stunde verkürzt, somit die Ar beitszeit auf 10 Stunden erhöht worden ist. Hiergegen lämpften die Arbeiter der Fabril an und erboten fich, awar fortan 10 Stunden arbeiten, dann aber lieber die Vesperpause aufeben zu wollen, während sie als größtentheils cerbeirathete eute nach wie vor auf die 1/2 ftündige Mittagszeit Anspruch machten. Als diesem Verlangen seitens des Arbeitgebers nicht ntsprochen wurde, ftellten die genannten Dreher Anfangs Januar cr. ihre Arbeit ein und verpflichteten sich schriftlich unter Ehrenwort, die Arbeit nach Erfüllung ihrer Forderung nur gemeinschaftlich wieder aufzunehmen. Die Dreher Wienice, Hose und Huth nahmen aber dieser Verabredung entgegen, nachdem ihnen ausnahmsweise vom Werfführer die 1% stündige Mittags eit gewährt worden war, am 12. Januar die Arbeit wieder auf. Dadurch fühlten fich die ersten drei Angeklagten umfomehr berlegt, als gerade Wienice für die gebrochene Verabredung am beftigsten agitivt hatte. Am Morgen des 14. Januar ftellte 5 Julich in der Nähe der Fabrit auf und soll dort gefagt be wahbaben:„ Wir werden Euch den Thee besorgen!" Am Abend verfolgt deffelben Tages haben die drei legten Angeklagten den genannten Beugen wegen ihres Wortbruchs Borhaltungen gemacht, ohne ubig augend eine Drobung daran zu Inüpfen. Staatsanwalt Meter führte aus, daß in dem ganzen Auftreten der sämmtlichen Anzu diesem geklagten eine Bedrohung der Beugen zu dem Bwed, die ge Der fram froffene Verabredung wieder zu refpettiren, gelegen bätte. Er Transport beantrage baber deren Bestrafung zu je einer Woche Gefängniß Rechtsanwalt Freudenthal machte demgegenüber u. A. geltend, ind einen baß die Strafbestimmung schon um deshalb nicht anwendbar einbül fel, weil es fich gar nicht um die Erlangung günftigerer abs gegen Arbeitsbedingungen gehandelt babe. Er beantragte daher die nil Del Freisprechung der Angeklagten schon aus diesem Rechtsgrunde. ſer Sad Der Gerichtshof afseptirte die Auffaffung des Bertheidigers es Lan nicht, indem er schon eine andere Pausenvertheilung als eine ber v. günftigere Arbeitsbedingung erachtete; verurtheilte aber nur sfer Foben Julich zu einer Woche Gefängniß und sprach die übrigen elche Ingellagten mangels Erweises einer Drohung fret. änger pfleg n der Diese Beigeru gabe nb barau namt nad tftellen Den ber efchlungen tief ins Tug fein Schobin efer fant D, mugle the bara auf Hid anbau ni trat für obin nern all t einen einen IS, befin Die Bered en er wieder ann unb Vereine und Versammlungen. Berhalten der Berliner Maurer in der Lohn- und Streitfrage mit einer Reihe beifällig aufgenommener Ausführungen ein, aus denen wir zunächst den Hinweis auf das oon ihm als im Ganzen ziemlich befriedigend bezeichnete feitherige Resultat der Bewegung heroo: beben, wofür der Umstand spreche, daß, soweit fich dies augenblicklich genau übersehen lasse, bereits mehr als 100 Arbeitgeber die Lohnforderung von 4,50 M. bewilligt haben sollen. Andererseits babe freilich, wie man munkle, ein häuflein mißgünstiger, profitbeißhungriger Jnnungs Bundes Meister den Beschluß gefaßt, auf die Lohnerhöhungs Forderung der Maurer nicht einzugehen, vielmehr Alles aufzubieten, um ihre Durch feßung zu verhindern. Doch werde dies, wenn die Berliner Maurergesellen nur einigermaßen fest zusammenhalten und einig sein wollten, ein ohnmächtiges, fruchtloses Beginnen bleiben und der überaus zahlreiche Besuch der heutigen Vera sammlung dürfte diese Hoffnung wohl als berechtigt erscheinen laffen. Hierauf widerlegte der Redner noch einmal die ge wagte Behauptung der Baugem Btg.", bie betreffende Lohn forderung sei eine durchaus ungerechtfertigte," durch Mitthei lung einer von ihm( dem Redner) zusammengestellten, nach wetsbar authentischen und gewissenhaften Lohn- und Ver brauchs Statiftit über seine persönlichen Einnahmen und Aus gaben von 1879 bis incl. 1884. Hiernach hat B. als verheiratheter, mit Herr mehreren Kindern gefegneter Maurer und mindestens völlig normal leistungsfähiger Berufsarbeiter seines Gewerks am biefigen Blaze verdient: 1879 bei 35 wöchentl. Arbeit 763 M. 85 Pf. 1880 1881 1882 40 321 " " 35 " " " " 824 65 853 45 " " " " 893 75 " " " " 1883 " " 40 48 936 35 " " 924 95 " " " " Leiftung. 2. Feststellung des Taxe für etwaige Geburtshilfe. 3. Ausstellung der Krankenscheine. 4. Legitimation der Mit glieder des Vereins den ersten gegenüber. 5. Verschiedene au regelnde Punkte. Die Versammlung war von 111 ersten und ben hervorragendsten Lehrern und Aerzten der Naturheilmethode, sowie Spezial- Aerzten und Babn ärsten besucht, welche sämmtlich bis zum Schluß der Ber ſammlung ausharrten und lebhaft an der Debatte Theil nahmen. Die Kommiffion war ebenfalls vollzählig vertreten; den Vorfts führte Herr Otto Schuls. Nachdem der Vorftgende den Zweck des Vereins flargelegt und besonders den Bwed Der Konferenz hervorgehoben, worin ihn die Herren Ditrich, Hund, Spuhr und Rorte unterstüßten, wurde auf Antrag bes Dr. Alexander in die Gesammtdebatte eingetreten. In der selben wurde von mehreren der anwesenden Aerzte der Wunsch geäußert, den Titel des Statuts dahin zu eraänzen: Verein für ärztliche Hilfeleistung der arbeitenden Bevölkerung Berlins. Es sei nicht unmöglich, so führte Herr Dr. Großmann aus, daß beffer fituirte Leute nur deshalb dem Verein beitreten tönnten, um für ein billiges Geld einen Arzt au bekommen. Nachdem Herr Otto Schuls largelegt, daß ja über die Aufnahme der Vorstand zu entscheiden habe, welches auch im§ 3 ausdrücklich angegeben sei, wurde dieser Punkt als erledigt betrachtet, jedoch foll in der Generalversammlung des Vereins auf den Wunsch der Aerzte Rücksicht genommen werden. Herr Dr. Hamburg wünscht dahin Aufklärung, ob auch etwa nöthige größereOperationen zu den vom Verein aufgestellten Säßen vorgenommen werden sollten, worauf der Vorfißende die Bitte an die Herren Aerzte richtete, wenn irgend möglich noch vorläufig bei den jezigen Sägen stehen zu bleiben, da ja der Verein noch neu und erst in der Entwickelung begriffen sei; ist derselbe ge nügend start, dann können ja später für solche Fälle ExtraHonorirungen stattfinden. Hiermit erklärten sich ebenfalls fämmtliche Aerzte einverstanden. Nachdem dann auf Antrag des Dr. Rabis die Generaldiskussion geschlossen, wurde in die Spezialdistuffton eingetreten. Punkt 1: Feststellung der Tare für nächtliche Hilfeleistung, nahm besonders viel Belt in Anspruch. Herr Dr. Braun glaubte den anwesenden Aerzten den Rath geben zu müffen, nicht zu niedrig mit der Festsetzung des Honorars für die nächtliche Hilfeleift ng vorzugehen, worauf jedoch be sonders die Herren Fr. Hämmerlein, D. Lewin, Dr. Alexander hervorheben, daß es fich hier weniger um Einhaltung hervorheben, daß es sich bier weniger um Einhaltung ber ärztlichen Tage, sondern um einen bumanitären Swed bandele. Herr Dr. Braun war aber der Meinung, daß tein Arzt fich für ein geringes Geld würde aus dem Bette holen laffen, denn jest müssen schon die Leute von einem zum anderen laufen, um für theures Gelb einen zu bekommen. Herr Dr. Lewin erkennt den Uebelstand an, ist jedoch der Meinung, daß derjenige Arzt, welcher einem nächtlichen Ruf nicht Folge leiftete, doch ganz bestimmt vom Vorftande abgefest nucre Herr Dr. Bensch erklärte ebenfalls, daß die Höbe des Honorars durchaus nichts damit zu thun haben fönnte. Es set Pflicht eines jeden gewissenhaften Arztes, welcher für die Arbeiter thätig sein will, auch sofort einem nächtlichen Rufe Folge zu leiften; daran dürfe thn die Höhe des Honorars gar nicht bindern. Nachdem noch mehrere der Herren Merate, sowie die Herren Sape, Schneider und Hund den Ausführungen der beiden legten Rebner beigepflichtet hatten, wurde auf Antrag des Herrn Dr. Rabis die Diskussion über Punkt 1 gefchloffen und das Honorar für nächtliche Hilfeleistung einstimmig auf 3 Mt. festgefeßt; Honorar für nächtliche Hilfeleistung einstimmig auf 3 M. festgefegt; der Besuch im Hause des Kranten bei Tage 1 M., Konsultation 50 Pf. Puntt 2: Feststellung der Tare für etwaige Geburtshilfe, wünschte Her Dr. Rabiz, da ja der Verein für Geburtshilfe aur Beit noch nicht aufkommt, von der Tagesordnung abzu fegen, nachdem jedoch die Kommiffion ertlärte, daß es ihr barum zu thun set, den Mitgliedern angeben zu können, wie viel ungefähr eine Entbindung mit Beihilfe eines Arztes foften würde, wurde ein Antrag des Dr. Großmann, diesen Punkt au berathen, angenommen. Es entspann fich nun eine sehr langwierige, aber äußerst interessante Debatte, an welcher fich die Herren Dr. Baruth, Dr. Hoffmann, Dr. Lewin, Dr. Barsch, Dr. Alexander, Dr. Horn und mehrere Andere betheiligten. Hieraus ging hervor, daß eine direkte Feststellung nicht mög lich, ba fich die Fälle, ob eine Entbindung schwer oder leicht vorzunehmen ist, durchaus nicht feststellen laffen, es fomme fo gar öfter vor, daß mehrere Aerzte nöthia seien. Jn Folge des fehr schwierigen Bunties reichte Herr Dr. Alexander folgende Resolution ein: Die heute hier versammelten Aerate ers flären, gegen ermäßigte Taxe den Vereinsmitgliedern geburts. hilfliche Hilfe zu leisten." Nachdem Herr Dr. Baruch eine Er flärung der Kommission darüber wünschte, ob sie mit dieser vorgeschlagenen Resolution einverstanden set, erklärte Herr vorgeschlagenen Resolution einverstanden fet, erklärte Herr Otto Schulz im Namen derselben, daß dieselbe die Sympathie der Kommission habe, worauf die Resolution einstimmig angenommen wurde. Bunft 3: Ausstellung der Kranken fcheine, wurde ohne weitere Debatte dahin angenommen, bas ieder Arat fich verpflichtet, jedem Mitgliede des Vereins, welches gleichzeitig einer Hilfatasse angehört, im Krantbeits falle den Krantenschein dieser Kaffe unentgeltlich auszustellen. Bu Punkt 4: Legitimation der Mitglieder des Vereins den Mersten gegenüber, wurde ebenfalls nach kurzer Debatte beschloffen, sogenannte Bons an die Mitglieder auszugeben, welche bei etwaiger Konsultation dem Arate in Bahlung ge geben werden; außerdem erhält jedes Mitglied vom Ver trauensmann feines Bezirks einen einen Krankenschein zur Legitimation. In dringenden und schweren Krantbeiltsfällen Tann ber Arst das erste Mal ohne einen Krantenschein ge rufen werden, und genügt die Vorzeigung des Mitglieds buches. Buntt 5: verschiedene zu regelnde Buntte, bezog sich im Allgemeinen auf innere Einrichtungen des Vereins. An der Diskussion betheiligten sich faft sämmtliche anwesenden Aerate. Zum Schluß ersuchte der Vorsitzende noch, daß die jenigen Herren Acrate, welche nun nach der heute Abend statt fenigen Herren Acrate, welche nun nach der heute Abend ftatt gefundenen Konferenz gewillt sind, dem Verein thre Dienste anzubieten, dieses bis spätestens Freitag, den 19. Dieses Karte mit einem Einsendung ihrer Karte Monats, durch furzen Vermert an seine Abreffe belunden mögen. Nachdem wir hiermit ein fleines Bild der Versammlung gegeben, theilen wir gleichzeitig nochmals die vorläufigen Bahlstellen des Vereins mit, wo auch die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt. 1. im Bureau des Rechtsanwalts berin Mayer, Lindenstr. 95, I, Morgens 8 bis Abends 8 Uhr; 2. im Bureau der Berliner Droschtentutscher, Fransstr. 6, Morgens 8 bis Abends 8 Uhr; 3. im Bureau der Maurer. Kaffe, Loth ringerstr. 37, Deutscher Kaiser, Morgens 9 bis Abends 6 Uhr; 4. bei Herrn Dittmann, Brunnenstr. 42, Mittags 12 bis 2 Uhr, Abends 6 bis 8 Uhr; 5. bei Herrn Kortes, Frankfurter Allee 90, Abends von 6 Uhr ab. Ferner jeden Sonnabend Abend nach 8 Ubr in folgenden Lokalen: 1. Bringenstr. 93 bel beilgans; 2. Neue Schönhauserfir. 17 bei Brig; 3. Müllerfir. 184 bei Dering; 4. Alte Schönhauserstr. 42 bet Beese; 5. Krautftr. 54a bei Nagel; 6. Adalbertstr. 16 bei Werschte; 7. Bantstr. 25 bei Neumann; 8. Belle Allianceplag 6 bei vilscher; 9. Neue Jakobftr. 11 bei Marg; 10. Blumenibalftraße 5 bei Schnar Morgens bis Abends); 11. Weinbergsweg 15B, Bigarren Geschäft von Ewald( Morgens bis Abents). Ueber etwaige Wünsche, Anfragen und Beschwerden giebt Herr Dtto Schulz, Bergmannftr. 97, of II, Sonntags 11 bis 1 Uhr gern Aus funft, auch werden daselbst während dieser Beit Aufnahmen hr. Im Fachverein der Schloffer( bei Bratweil) bielt am Sonnabend Herr Leffer, cand. chem., einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Nahrungsmittelver. fälschungen. Er besprach die bei Raffee, Thee, Buder, Mebl, Brod und Fleisch vorkommenden Betrügereien und Fälschungen und veranschaulichte in Bezug auf die melften derselben durch Experimente, wie sie auf chemischem Wege nachgewiesen werden können. Gerr Birch sprach über die von Arbeitern in Paris geplante internationale Industrieausstellung. Der von ihm geäußerten Anficht, daß die französischen Arbeiter durch dieses Unternehmen den Beweis liefern, daß sie in Bezug auf Produttivgenoffenschaften weiter Borgeschritten feten, als bie Deutschen Arbeiter, trat Herr Arohm mit ber Bemerkung entgegen, Daß die Inhaber ber Produktivgenossenschaften in Frankreich Rapitalisten feien und daß das in Rede fiebende Unternehmen on diesen, nicht aber von den Pariser Arbeitern ausgehe. Der Antrag des Herrn Birch, daß der Vorstand beauftragt werden möge, dem betreffenden Komitee in Paris für die an die deutschen Arbeiter erlaffene Einladung in einem Schreiben ben Dant und das Bebauern des Fachvereins auszudrücken, Der Einladung nicht Folge geben zu können, wurde ein. stimmig angenommen. Herr Miethe, der Leiter der Lohn bewegung der Schloffer, wies auf die von der Lohntommiffion für die nächsten zwei Wochen geplanten Versammlungen bin. Schließlich wurde noch für die fireilenden Schmiede Berlins eine Tellersammlung veranstaltet, und außerdem der Vorstand Ermächtiot, aus der Vereinslaffe eine Unterfügung an die stret lenben Kollegen in Ralt a. St. zu senden. über m aber b bft mittel über ben d, bierbel res in B Los unb nte Selle wet in be Debrangle ichten, port na eift au To bat enbenber en Sib brte fe fein chworen ten. Befäng tubent etheilig Täst Cacht meipt ftrage Da hr. Die öffentliche Bersammlung der Kürschner, welche am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain tagte, beschäf tigte fich zunächst mit der Frage, ob ber die Minimalpreise ür Maare zweiter Qualität enthaltende Nachtrag zu dem mit Den arößeren Fabrikanten vereinbarten Minimallohntarif für bie Mügen branche auch den kleinen Fabrilanten gegenüber gelten solle. Herr Jabnuß leitete die Disfuffion damit ein, er die in dem Nachtrage" angegebenen Preise mit den Breifen verglich, welche der Fabrilant Westmann bisher für weite Qualität bezahlt hat, und eine durchschnittliche Erhöhung Der Bretje um 1 Mait pro Dugend tonstatirte. Weiter wies er darauf hin, daß diese von Westmann und den übrigen vier Broßen Fabrikanten zugestandene Breiserhöhung seitens der leineren Fabrikanten dadurch illusorisch gemacht werde, Daß fie tabellofe Waare verlangen, aber nur die Preise für zweite Qualität bezahlen wollen. Herr Stone sprach fich dahin aus, daß es ein Mißgriff gewesen sei, in dem Minimaltarif nachträglich noch niedrigere Preise für weite Qualität anzufeßen. Er stimme deshalb der Ansicht des Herrn Jahnuß bei, daß den kleinen Fabrikanten gegenüber von Waare weiter Qualität gar nicht die Rede sein dürfe. Es wurde befchloffen, zur definitiven Entscheidung der Frage balbigft eine Versammlung einzuberufen und zu derselben alle Fabrikanten einzuladen. In der dann folgenden Besprechung der gegen wärtigen Geschäftsstide im Kürschnergewerbe wurde fonstatirt, daß dieselbe durch die bisherige Ueber produktion ursacht set, und daß, um diese für die Zukunft zu verhindern, die Verkürzung der Arbeitszeit und strenge lich wurde auf Antrag des Hrn. Berger die Lohn kommisfion be Durchführung eines Normalarbeitstages nothwendig set. Schließ auftragt, fich über die Lohnverhältnisse der Bel waarenfabrik M. Brag zu orientiren, in welcher den Arbeitern eine für dieselben fehr nachtheilige schriftliche Erklärung abgezwungen fein soll. Verein für ärztliche Hilfeleistung( Sanitätsverein). Die schon lange in Aussicht genommene Aerzte, Konferenz des Bereins fand am Freitag, den 12. b. M., in Gratw.il's Bier ballen, Rommandantenstraße ftatt. Auf der Tagesordnung fland 1. Fefiftellung der Tage für etwaige nächtliche Hilfe Tausite cine D obfanc Begleli war DES bgement Blich bra Dem glüd en ein itter bret W Char Cionen Die Der vorgenommen. hfs. Die nenefte Massenversammlung der Berliner Maurer in ihrer Lohnbewegung tagte am Sonntag, den 14. d. M., Vormittags, unter Leitung des Herrn Behrend, im großen Saale der Tonhalle", Große Friedrichstraße 112, deren fämmtliche Räume die Menge der Erschienenen bei Weitem nicht faßten. Es mögen dieser Versammlung start über 5000 Theilnehmer beigewohnt haben. Der Vorsitzende leitete als Referent der Versammlung die Diskussion über das fernere 1884 Seine diesbezügliche Einnahme bezifferte fich demnach auch im günstigsten Jahre( 1883) nur auf 936 M. 35 Pf.- Da gegen betrugen seine unvermeidlichsten Ausgaben pro Jahr für Miethe 210 M., Koftgeld für Haushaltung( wöchentlich 10 M.), 210 D., Steuern 24 M., Dottor und Apotheker 30 M Kleidung 100 M., Schubwert 40 M., Schulbücher sc. 10 M. Diverse Ausgaben für Getränke 2a. für den Mann bei der Arbeit 76 m., Wasche 30 M., somit insgesammt jährlich 1040 M., also um 104 m. mehr, wie das Berufseinkommen als Maurer im besten Geschäftsjahre! Alsdann erörterte der Referent noch in Kürze die verschiedenen Gründe, welche, feiner Anficht nach, es unräthlich erscheinen laffen, augenblicklich an Stelle der partiellen Streits einen allgemeinen treten zu laffen, für deffen konfequente und allge meine Durchführung es an den nöthigen Garantien fehle, ba ein solcher mehr Organisation, Disziplin und Einigkeit unter ben augenblicklich bier beschäftigten 14 000 Maurern erfordern würde, als thatsächlich vorhanden. Dagegen empfahl er die Annahme folgender Resolution: Die beutige Generalver fammlung der Berliner Maurer verpflichtet fich, mit allen geseglichen Mitteln für die aufgestellte Lohnforderung einzu freten und am Montag, den 15. D. M., auf allen Bauten, wo felbft der Lohn von 4,50 M. täglich noch nicht gezahlt wird, unbedingt die Arbeit niederzulegen, sowie nirgends unter diesem Preise au Preise zu arbeiten." Der Versammlung lag außerdem noch ein Antrag auf Proklamirung eines Generalstreits vor. Die Disfuffion war eine äußerst animirte, aber durchaus parlamentarische. Nur wenige Redner plaidirten für den allgemeinen Streif, obfchon fich bei der Abstimmung ( Gegenprobe) eine nicht unerhebliche Minorität für denselben ergab. Einen wahren Sturm der Entrüftung rief die Ber lesung der von einer Bersammlung der Innung Bund der Bau, Maurer und Bimmermeister" angeblich einstimmig ge faßten Resolution hervor, welche folgendermaßen latet: Die neuerdings von den Maurergesellen Berlins geforderte Lohn erhöhung des bisher für zehnstündige Arbeitszeit üblichen Lohn sages von 4 M. auf. 4,50, welchen dieselben durch partielle Streits zu erringen suchen, ist für diese Bauperiode in feiner Weise gerechtfertigt. Wir erfeben aus der erneuten plöglichen Forderung, daß eine bindende Vereinbarung mit den Gesellen überhaupt nicht zu treffen ist und erklären hiermit, daß wir nun auch unsererfeits an den früher vereinbarten Lohn von 4 M. uns nicht mehr gebunden erachten. Wir wenden uns an die bauenden Behörden und an das bauende Publikum mit der Bitte, uns in unserm Widerstande gegen diese Lohn fteigerung für die jeßige Bauperiode unterstüßen zu wollen." Unter wahrhaft frenetischem Beifall der Versammlung wies u. A. besonders Herr Regierungs. Baumeister Regler die vielen Un gereimtheiten und haltloftgkeiten dieses, zweifellos nur von einer fleinen Minderzahl der Bundesmeister gefaßten Be schlusses nach, um schließlich gleichfalls aus ähnlichen Gründen, wie die Vorrebner, von einem allgemeinen Strelt abzurathen. Das Resultat der schließlichen Abstimmung war die mit überwiegender Majorität erfolate Annahme der oben mitgetheilten Behrend'schen Resolution. Einstimmig nahm Die Versammlung einen Antrag des Herrn Krüger an, ber wie folgt lautet: Sollten die Meister thre Drohung, Lohn herabseßungen eintreten zu laffen, in Erfüllung au bringen versuchen, so verpflichten sich alle in der heutigen Versammlung anwesenden, nicht an Berlin ges bundenen unverheiratheten Maurer, ohne Verzögerung Berlin auf so lange zu verlaffen, bis die Streitfrage entschieden ist. Ein gleiches Verhalten wird auch von allen nicht in der Ver sammlung anwesenden, in derselben Lage sich befindenden Kameraden erwartet." Mit stürmischen Hochs auf das Ge lingen schloß die imposante Versamlung. Die nächste Ver sammlung soll schon am nächsten Montag Nachmittag in der Tonballe" ftattfinden. " Der Fachverein der Fraiser und Berufsgen offen bielt am Montag, den 8. d. M., bet Tilg, Köpniderftr. 150, feine erste Generalversammlung ab. Bum ersten Bunkt der Tagesordnung. Raffenbericht, ertheilte der Vorstßende dem Saffirer das Wort. Nachdem derselbe Abrechnung erstattet und Dieselbe von den Kontroleuren für richtig befunden, wurde bem Rafftrer Decharge ertheilt. Bum zweiten Punkt, Vorstands wabl, wurde der alte Vorstand bis auf die Kontroleure wieder gewählt. Außerdem machte der Vorsitzende bekannt, daß in der nächsten Versammlung ein Vortrag stattfindet und bat bie Kollegen, recht zahlreich in dieser Versammlung zu er scheinen. Am Sonntag, den 14. Juni, fand eine Versammlung bes Fachvereins der Rohrleger im Lotale von Wolf u. Krüger, Stalizerstraße 126, ftatt. Da der zum Vortrag eingeladene Herr Dr. Sturm nicht erschienen war, nahm der Vorfigende Das Wort zur freien Diskussion und zwar über ,, Auszahlung des Wochenlohns am Sonnabend". Die Ansichten der an der Debatte theilnehmenden Rebner waren sehr verschieden. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die beutige Versammlung des Fachvereins der Rohrleger erklärt fich voll und ganz damit einverstanden, darauf hinzuwirken, daß die Lohnauszahlung der Rohrleger jeden Sonnabend Abends 5 Uhr in der Werkstatt erfolgen muß. Halle a. 5., den 11. Juni.( Bersammlung der Arbeiter partet.) Die auf Mittwoch Abend ins Konzerthaus einberufene Versammlung der Arbeiterpartet, zu welcher der Herr Reichs tagsabgeordnete afen clever erschienen war, um Bericht zu erstatten über die lestverfloffene Reichstagsfeffion, nahm einen geordneten und ruhigen Berlauf. Sum Vorfigenden wurde von der viellöpfigen Bersammlung( der große Saal war überfüllt) Herr Mittag und zum Beifißer Herr Biehl ge wählt. Nach einigen einleitenden Worten des Vorftpenden, in welchen gefagt war, daß jeder Theilnehmer feine Meinung frei in der Versammlung äußern könne, gab Herr Hafen clever feinen etwa 2 Stunden ausfüllenden Bericht. Seine Fraktion im Reichstage in Schuß nehmend, müsse er alle Ana berathung des Antrags gedrungen habe. Für die Postipar| ersucht, möglichst vollzählig zu erscheinen. laffen habe Redner fich nicht erwärmen fönnen, weil der Ar beiter überhaupt kein Geld babe zum Sparen. Er bedauere aber, daß die gestellten Anträge auf Abänderungen in der Justizreform a. B. der Antrag betreffs Entschädigung unschuldig Verurtheilter nicht angenommen feien. Die nächste Reichstags feffion babe fich jedenfalls nicht allein mit der Ausdehnung Der Unfallversicherung, sondern auch nach den Aeußerungen des Ministers v. Boetticher mit der Altersversorgung der Arbeiter zu beschäftigen. Ferner werde der Arbeiterschußgefeßentwurf von der Arbeiterpartei fofort bei Eröffnung der Se fton wieder eingebracht werden. Dann stehe die Berlängerung des Militär feptennats in Aussicht, gegen welches die Bartel des Redners ftimmen werde. Auch die Berlängerung des Sozialistengefezes werde in nächfter Seffion wieder beantragt werde. Redner hat Hoffnung, daß der Reichstag dem Antrage die Genehmi gung versage. Neue Mittalleder Nr. werden aufgenommen. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Butritt. Vorläufige Anzeige! Sonntag, den 21. b. M., Bo mittags 10 Uhr, findet in Keller's gr. Saal, Andreasstr. 21, Nachdem der Redner unter großem Beifall geschlossen, wurde eine Resolution an den Reichstag verlesen, berathen und angenommen, dahingehend, Tlagen, welche dieselbe erfahren( auch von Seiten der Halle schen Beitungen), aurückweisen, welche behaupten, daß die Ver treter der Arbeiterpartei im Reichstage bezw. in den Kom miffionen nicht ihre Schuldigkeit gethan hätten. Eine ernfiliche Brüfung der Einnahmen und Ausgaben des Reichs sei auch für ihn und feine Partet die Hauptsache gewesen. Die bewilligten Steuern, weil meist indirette, feien für den Ar beiter schwer. Eine Börsenfteuer sei ersprießlicher als die Sal Steuer, Getreidezölle ac. Die Konservativen seien die Mit schuldigen für den übergroßen Genuß des Branntweins, ba He gegen eine höhere Besteuerung des Spiritus an der Quelle feien. Für die Vertheidigung des Vaterlandes sei im Intereffe einer größeren Sparsamkeit eine einjährige Dienstzeit genügend; lächerlich aber fet es von der Fortschrittspartel, wenn fie fich rühme 1 Millionen gestrichen zu haben in dem ungeheuer großen Militäretat. Richters Abfireichungen seien Verböserungsteine versuche gewesen, da man am Prinzip nichts ändern wolle. Bur Bertheidigung genüge eine Volkswehr. Der Abg. für Halle und den Saalfreis gebe mit Richter Hand in hand; in dem einen Falle aber, wo es fich um die Bewilligung von ben bekannten 20,000. gehandelt, babe er seine Meinung geändert. Der Abg. Alexander Meyer set übrigens an das Umfallen gewöhnt, das habe er beim Sosialistengeset gezeigt. Die Bewilligung von Diäten an die Reichstagsabgeordneten fel abermals( sum neunten Male) beschlossen, werde aber vom Bundesrathe jedenfalls abgelehnt werden. In einem Buntte fei der Reichstag zu loben. Wenn derselbe in der Preffe oder in Bersammlungen angegriffen worden wäre, so babe er den Strafantrag nicht gestellt. Betreffs der Kolonialpolitit babe Redner fich auch ablehnend verhalten, weil er die ge gründeten Kolonien weder für den Handel noch für Die Industrie ersprießlich hält. Eine Uebervölkerung fei nicht vorhanden in Deutschland. Es gäbe aber im Innern noch sehr viel au reformiren und könne noch viel für größere Ertragsfähigkeit des Grund und Bodens geschehen; 3. B. durch Vermengung des Sand und Moo: bodens tonne bas beste Land geschaffen werden. Redner fürchtet auch einen Busammenstoß und Streit mit anderen Mächten wegen dieser Bolitit; die besten Länderstilche seien aber schon von anderen Nationen in Befit genommen. Der Umstand, daß zahlreiche Arbeiter ihre Beschäftigung auf den deutschen Werften finden, hätten seine Partei bewegen können, für die mit der Rolonial politit nicht zusammenhängenden Linien bei der Dampfer fubvention zu stimmen; da aber der Reichstag auf die be treffenden Vorschläge nicht eingegangen set, so babe seine Fraktion geschloffen gegen die gesammte Dampfersubvention geftimmt. Viel wichtiger aber für den Arbeiter sei die Et höhung der Bölle auf ble nothwendigsten Lebensmittel, welche Bolitit von seiner Bartet energisch belämpft werde. Selbst die Bichorie wäre höher versteuert; aber der Boll z. B. für Flaschen weine fet geblieben. Die Arbeitslöhne seien jest geringer wie Dor 1879. Nur wenige Industrielle und die Großgrundbefizer hätten den Nugen von den Bollerhöhungen. Von den ver beißenen Sozialreformen sei bis jest nur ein winziger Theil eingebracht. Der Entwurf über Ausdehnung der Unfall verficherung auf die landwirthschaftlichen Arbeiter 2c. set durch bie Schuld der Konservativen in der Kommiffion hängen ge blieben, weil die Grotgrundbefiger fürchten, daß dadurch der Grundbefis au febr belastet werde. Wenn der Geldbeutel der Ronservativen gewinne, so seien fie gleich bereit, alle Vorschläge ber Regierung anzunehmen. Bur Arbeiterschußgefeßgebung übergebend meinte der Redner, Daß der Entwurf wohl bei größerem Verständniß, tesserem Willen und einigem Muth noch aus der Kommiffion, die lange und oft genug getagt babe, an das Plenum zurüd hätte ge langen und in der verfloffenen Seifton durchberathen werden tönnen. Nur ein Theit, die Sonntagsruhe betreffend, fet noch in legter Beit im Reichstage Debattist, aber nach einer Rede bes Fürsten Bismard gegen dieselbe sei die Debatte abge brochen worden, da die Konservativen nunmehr nicht mehr den Muth gehabt hätten, ernfilich für ihren eigenen Antrag einzu treten, trotzdem die Arbeiterpartet wiederholt auf die Weiter Theater. Deutsches Theater. Beute: Die Hagestoljen. Freundschaft Funten unter der Asche. Bellealliance- Theater. bute: Der Raub der Sabinerinnen. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Der Großmogul. Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Mal coffe. Date: Des Waldhofbauern Einziger. mute: Papageno. Heute: Tell. Oftend Theater: Wallner Theater. Boutfenftädtisches Theater: Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Diretter: Ab. Ernst. Deute: Hamburg an der Alster. 10 Mark Belohnung. Der Reichstag wolle beschließen, daß zur Besserung der Lage der Arbeiter eine gefeßliche Regelung der Arbeiter verhältnisse baldigft herbeigeführt werde durch die Sonntagsrube, Berbot der Kinderarbeit, Beschränkung der Frauenarbeit und Regelung der Arbeitsjett, No: mal ( Maximal-) Arbeitstag. An der fich anschließenden Debatte betheiligten sich mehrere Redner, wobei das Einverständniß der Versammlung mit der Haltung der Vertreter der Arbeiterpartei in der verfloffenen Seffion besonders betont wurde. Dem Hrn. Abgeordneten wurde schließlich ein dreifaches stürmisches hoch gebracht, wonach von demselben ausdrücklich hervorgehoben wurde, daß er Dasselbe nicht für seine Person, sondern für die von ihm ver tretene Sache annebme. ( Nach der Saalezeitung.") Eine große Volksversammlung findet am Dienstag den 16. Juni, Abends 8 Uhr, im Wedding Bart, Müllerstraße Nr. 178, ftatt. Tagesordnung: 1) Die Sonntagsruhe. 2) Distusfion. Der Referent wird in der Versammlung be fannt gemacht. Jedermann hat Butritt. Arbeiter Bezirkverein Süd- Oft. Drdentliche Mitglieder Versammlung am Mittwoch, den 17. b. Mis., in der Ürunia, Abends 8% Ubr. Tagesordnung, fiehe Inserat in der Dienstags nummer des, Berliner Boltsblatt". Die ehemaligen Mitglieder der Bezirksvereine Glück auf", sowie vom 15. und 20. Rom munal Wahlbezirt werden ersucht, dem Berein Süd Dft bei autreten, da für die südöstliche Louisenstadt nur obengenannter Arbeiter Bezirksverein besteht. " Die Kommission der Berliner Tischler ersucht alle diejenigen, welche noch im Befis von Quittungslisten( fog. Sammelliften) find, solche bis spätestens Sonnabend, den 20. Juni, an die Ausgeber event. an unser Bureau, Küraffter ftraße 19, einzureichen, später eingehende Listen werden nicht mit in der Abrechnung angeführt und die Namen der Empfänger bekannt gemacht. Mitgliederversammlung des Gauvereins der Maler Dienstag, den 16. Juni, Abends 9 Uhr, Raffé Reiber, Alte Jakobftr. 83. T.D.: 1. Vereinsfachen; 2. Lotal Statut berathung; 3. Regelung des Arbeitsnachweises; 4. Verschiedenes. Maler, welche Mitglied werden wollen, baben freien Eintritt. Die früheren Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Inter effen der Maler, sowie die in den Gauverein ftüber Ein geschriebenen werden ersucht, ihre Rarten in Empfang zu nehmen. Der Arbeiter Bezirksverein für den Often Berlins bält am Dienstag, den 16. Juni, Abends 8 einhalb Uhr, in Keller's Lotal( großer Saal), Andreasstraße 21, seine regel mäßige Versammlung eb. Die Tagesordnung lautet: 1. Bor trag des Herrn Dr. med. Gerlach: Ueber Bacterien und ihre Besiebungen zum Menschen." 2. Dis. tuffton. 3. Verschiedenes( Badeanstalte, Petitions und Unterstügungsfrage). 3. Fragetaften. In Anbetracht des interessanten und lehrreichen Vortrages werden die Mitglieder intereffanten und lehrreichen Vortrages werden die Mitglieder " General Bersammlung us der Berliner Tischler บ ริ Einer unferer Droner ift in der Sonntagsversammlung, welche von Mitgliedern des Tischlerfachvereirs gesprengt wurde, durch einen der Tumultanien mit einem effer und Salüffel bedroht worden. Derselbe war von großer Figur mit rothem Vollbart. Wer und den Namen dieses Subjektes mittheilt, erhält obige Belohnung. Sentral Lohntommiffion der Tischler. J V.: Möbel. Restaurant F. Sodke, Ritterstrasse 123, empfiehlt seinen vorzüglichen Erühstück- Mittag- und Abendtisch. Fein Weiß und Bairischbier. Bu gleicher Beit mache darauf am Dienstag, den 16. Juni, Abends präzise 1/9 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstr. 111 u. 112. Zagesordnung: 1. Die Angriffe und Berleumdungen gegen unsere Lohn bewegung in der angeblichen Tischlerversammlung in Sand fouct", unsere Gegner und deren Motive. Bunit 2 wird in der Versammlung bekannt gegeben. Referent; Kollege Gustav Roedel. Berliner Tischler! In der von Mitgliedern des Fachvereins gefprengten Sonntagsversammlung fonnte nur ein Viertel der Erschienenen Einlaß finden, drei Viertel mußten wieder umlebren. Bei dem heutigen Lokal ist dies nicht zu befürchten; es ist das zweitgrößte in Berlin. Deshalb, Kollegen, alle Mann auf Bosten! Jegt beißt es zeigen, das ihr nicht gewillt seid, die errungenen Vortheile euch durch das Gegens arbeiten der Fachvereins- Klique entreißen au laffen. Unsere Bertrauensmänner, Delegitte und Didner wollen bereits 1/49 Uhr anwesend sein. [ 1295 Central- Lohnkommission d. Berliner Tischler. Mitglieder- Versammlung ber Berufsgenossen statt mit der Tagesordnung: Die Feftichung resp. Beschlußfaffung des Datums zur Durchführung des jeb ftündigen Maximal Arbeitstages Der Referent, fowie die Tagesordnung werden noch später bekannt gemacht. Da diefe Bersammlung eine sehr wichtige ist, io macht die Lohntommiffion die Kollegen schon jest darauf aufmerksam und ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gauverein Berliner Bildhauer", Annenftr. 16, heute Abend 9 Uhr. Bibliothet Abend und Verschiedenes. Fachberein der Tischler. Versammlung, Mittwoch, be 17. Juni, Abent 3 8 Uhr, Bergftr. 68, in Rurgmann Salon. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn übe bie englischen Gewertvereine. 2. Berschiedenes und Fragelastes Säfte willkommen. Kranten Unterfügungsbund der Schneider E Am Dienstag, den 16. Juni cr., Abends 8 Uhr findet in Bratweil's Bierhallen, Rommandantenstr. 77/79 eine Versamm lung der Mitglieder der hiesigen Verwaltungsstelle ftatt. Auf Der Tagesordnung steht die Berathung der von den Mitgliedern ben Generalversammlung zu stellenden Anträge. Das Erichemen zu der am 8., 9., 10. und 11. Auguft cr. in Leipzig stattfinden aller Mitglieder ift dringend nöthig. Das Quittungsbus if vorzuzeigen. Arbeiter Bezirks- Verein der Friedrichstadt. Mittwoch den 17. Juni cr, Abends 81% Ubr, findet in Bratwell's Bie hallen, Kommandantenstr. N. 77/79, eine Versammlung ftatt, in welcher der Schriftsteller Herr Hans Land einen Vortrag über„ Die Kunstgenüsse des Bolte" halten wird. Außerdem steht die Errichtung eines Gewerbe 6& tedsgerichts auf der Tagesordnung, worüber der Stadtverordnete Franz Tubauer referiren wird. Be schiedenes und Fragetasten werden gleichfalls erledigt. Neur Mitglieder werden aufgenommen und find Gäfte ftets will tommen. Tifler Eine General- Versammlung der Berliner i findet heute, Dienstags, Abend 8% Uhr, in der Zonball Friedrichstr. 111/112, statt. Bur Verhandlung gelangt bi bereits am Sonnabend zur Bersammlung im Grand hotel Alexanderplat veröffentlichte Tagesordnung, da in diefer Be fammlung die Tagesordnung wegen der Ueberfüllung Lokales und des dadurch ausgebrochenen Tumultes nicht lebigt werden konnte. Die Bentral Lohntommiffton der Tiler erfucht als Einberuferin der Versammlung um recht rege Be theiligung. fammlung. bel Deutscher Senefelder Bund, Mitgliedschaft Berlin. Restaurant Weid, Alexanderstraße 31, beute Abend 8 Uhr Ber Verein ehem. Schüler der 37. Gemeinde- Sale jeden Dienstag Abend 8% Uhr, Röpnickerstr. 68, Restaurant Rinner. Eine Generalversammlung sämmtlicher Schuhmake Berlins findet heute, Dienstag, den 16. b. Det ben statt. Tagesordnung und Referent wird in der Versammlung 8 Uhr, in Nieft's großem Saal, Kommandantenftr. 71-72 bekannt gemacht. Da dies eine hochwichtige Tagesordnung so ift es Pflicht eines jeden Schuhmachers, in dieser Berjam lung zu erscheinen. Ba Betont Eine öffentliche, gut besuchte Metallarbeiter sammlung fand am Sonntag Vormittag in Donaths Sal Alt- Moabit 90, ftatt. Herr Michelsen referirte über Thema:„ Die Bwedmäßigkeit und Nothwendigkeit der ge schaftlichen Organisation. Die Versammlung verfiel nach tündiger Dauer der polizeilichen Auflösung. Der die fammlung lettende Vorstand hat sofort bei dem Kgl. P Präfidium Beschwerde eingelegt. ArbeiterBezirksverein ,, Süd- Ost". Drbentliche Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 17. b. M., Abends 8% Uhr, пора in der„ Urania", Wrangelstr. 9 11. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Michelfen 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. am 28. b. M. stattfindenden Landparthie ausgegeben, beshalb um zahlreiches Erscheinen gebeten. NB. In dieser Versammlung werden die Billet zu ber unb wi [ 1300 Der Vorstan Louisenftädt. Bezirksu. Dormit 11 Mittwoch, den 17. Juni, Abends 8 Uhr, in Konrath's Salon, Bafferthorstraße 68. Vereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Liefländer über Moral. 2. Distusfion. 3. Verschiebenes( Borlegung bes faften. Gäfte willkommen. Um zahlreiches Erscheinen Betition betr. Vermehrung der Sanitätswachen) und Frage Central- Kranken- u. Sterbekaffe d. Tischler 1297 und anderer gewerblicher Arbeiter ( Dertliche Verwaltung Berlin C., Hallesches Thor). Tagesordnung: Puntt 1: Berichterstattung über die Ge neralversammlung. Burtt 2: Neuwahl des gesammten Drts. vorstandes. Bunft 3 Verschiedenes. Das Buch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen bittet der [ 1298 Orts Vorstand. J. A.: Guftao Ertel. Arb.- Bezirksverein d. Friedrichstadt. Große aufmertjam, daß fich der Arbeitsnachweis für Metallarbeiter Versamm fämmtlicher Branchen nach wie vor in meinem Lokal befindet. Ebenso die Bahlstelle der Schmiede. Schüßenhaus 1296 Cöpenick Empfeble mein Lotal für Landparthien an Vereine und Fabriken. 9 Morgen großer Park, Tanzsaal, Kegelbahn, Kaffeeküche. Berliner Weißbier, Böh misches Lagerbier. Um recht zahlreichen Buspruch bittet 1279 Fritz Engelhardt. Ein zuv. Arbeiter, der mit Führung von Holzbearb.- Masch. Bescheid weiß, find. dauernde Beschäftg. Derfflingerstr. 188. Verantwortlicher Redakteur am Mittwoch, den 17. Juni cr., Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Zagesordnung: 1. Die Kunstgenüsse des Volles. Referent: Herr Schrift fteller and Land. 2. Die Einführung eines gewerblichen Schieds. gerichts. Steferent: Herr Stadtverordneter Franz Tupauer 3. Verschiedenes und Fragetaften. Gäste find stets willkommen, neue Mitglieder werden aufgenommen. Bu zahlteichem Besuch ladet ein 1301 Der Vorstand. Ein fleines hübsches Mädchen, 17 Tage alt, mutterlos, Moabit, Stromfit. 22 bei Rruschnid.[ 1292 2 Nähmaschinen find Umzugs halber billig zu ver 1302 exfudt Der Vorftand Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 17. Juni, Abends 8 Uhr: Verfammlung in Ruramann's Salon, Bergstraße 68. Tagesordnung Vortrag des Herrn Dr. Bohn über: Die enaltimen Bea vereine Verschiedenes. Fragelaften. Der Bevollmächt Große öffentliche Arbeiterinnen Versammlu am Dienstag, den 16. b. M., Abends 8 Uhr, in Schwarzer's Salon, Brunnenstr. Zagesordnung: Besprechung über die Nothwendigkeit der Vereinigung Arbeiterinnen. Bur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. In meinem polizeilich fouzeffionirten DE Ein- und Verkaufs- Geschäft I bieten fich besonders dem geehrten Arbeiter und Handwel Bublifum täglich wirkliche Gelegenhettsläufe in neue ober fast neuer Herren und Damen- Sarder obe, Kindes Garderob Uhren, Werthfachen, Wäsche, Roffern, Schirmen, Harmonitas c. Desgl. empfehle m. groß. Lager o. zeug n engl. Leder, Drell, Warg u. f. m. Stite Arbell Unter Umfländ gewähre Theilaabl. Dentbarste Billigt. und ftrengste Re find in m. Jahre 1. besteh. Geschäft Ehrenfache möchte der Water anständigen Leuten an Kindes Statt übergeben. kaufen L. Samburgerstraße 2/3 Tr. L. stöblers. M. Schulz Wwe., Gnetfenaufte. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 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