-Ä m ßtfflW Ä jidwu fS' G,W S-t 9h 338 Mittwoch 17 Sunt issa O. Jahrg. Jl trlmMllisdlM Brgsn für die Interessen der Arbeiten 4 Das„Berliner Volksblatt' �rg;.__ Ä�a» Mucret iure I BS äjm is � * stabonirement 4 Mk. Emrelne Nr. S Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen tn oer PostzeitungSpreiSlist« für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertioasgebühr ÄÄÄTÄ S SÄ 40s«r 1 7 K Nackmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sonne von allen Annonce». Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Redaktion: Kenthftraße S.— Gepedition: Zimmerstraße 44. Der Liberalismus t» Oesterreich. Achtzehn Eitze haben die österreichische» Liberalen durch die soeben vollzogenen Wahlen im Reichsrath verloren und sie nehme« doch de» Mund wieder tüchtig voll, weil sie Mit dem blauen Luge davongekommen sind, während eS bei Anfang der Wahlen aussah, als würde die ganze Partei wit einem Schlage hinweggefegt werden. Mußte dock so- Kr der große Herbst von einem Wahlkreise zum ander« en. nur um schließlich noch ein Mandat zu ergattern. Di« Herren hätte« also alle Ursache, sehr bescheiden zu sei». Ete üben aber auch die beste Kritik an sich selbst, indem st« sich als die Verfechter der politischen und bürgerlichen ftmhe't und alt die berufenen Träger aller fortschrittlichen Bedanken in Oesterreich bezeichnen. Denn in wenig Ländern sieht e« in Bezug auf„Freiheit und Fortschritt" jämmerlich aus, wie gerade in Oesterreich; der öfter- derchische Liberalismus ist also, trotzdem ihm schon so oft dre Zügel der Regierung in die Hand gegeben worden find, unfähig gewesen, sogar jene kümmerlichen Gedanken, die ferner Meinung»ach„Fortschritt und Freiheit" bedeuten, k?«/rwirllichung einen Schritt näher zu bringe«. DaS „uoeru* Bürgerminist rium, das einst so großspurig auf- bnlteweb« da« Z uq noch den ernsten Wille», auch lüffM. Wahlgesetz zu beseitigen, mittelst seV»irden al',mu* nun so empfindliche Schläge ver- So- höchst pdralenreichin Rede seinen Wählern zu Wien vre Verficherung gegebe», gerade au« dieser Idee schöpfe dre liberale Partei in Oesterreich ihre Kraft. Daher Mag eS denn wohl auch kommen, daß diese Partei so wenig Kraft hat. E« ist unmöglich, au« einem so umfangreichen Konglomerat der verschiedenste« Volktpämme, wie sie die österreichische Monarchie enthält,»inen vollständigen Ei«. heitSstaat herzustelle». Deutsche, Böhmen, Polen, Ungarn, Galizier, Eiebenbürger, Italiener. Dalmatiner, Kroaten, Slowaken und BoSniaken lasse» sich eben nicht zu einem harmonischen Ganzen so zusammenschweißen, daß«ine «»ordnete Gliederung der einzelnen Bestandtheil» mit gleich- Mäßigen Rechten und Pflichten darau« entstehen könnte. Fö* diese willkürlich zusammengewürfelten Völkerschaften giebt e» überhaupt kein andere» Baad, da« sie aneinander knüpft. als da» Interesse de« Haufe« Habsburg. Wer diese« Interesse al« maßgebend anerkennt, der muß auch die Konsiquenz«»«itttage« und mit verantworten, die bei einer solchen Art von Staatenbildung unvermeidlich find. JemrCeton. es. Im Eckfenster. Roman von Friedrich«erftScker. (Fortsetzung.) „E» ist ein recht trauriger Fall, Herr Oberst- liiutenant." sagte der Beamte.„Sie wissen wohl nicht, ob der Verstorbene hier noch Verwandte i« der Stadt tz«t?" „Freunde genug," sagte Klingendruch,„aber keine verwandten. Seine Eltern wohnen au«wärt», aber er hat seine Braut, mit der er in wenigen Tage» verbunden »erde« sollte— ja, wenn ich nicht irre, war der Hoch- öntttag auf heute oder morgen bestimm»— hier in der Stadt." „Hier liege« Briefe," sagte Schaller. der sich indessen ** Zimmer umgesehen hatte,„und au« denen werden wir wohl später die Motive der That erfahren. Der eine «nef ist an Fräulein Constanze Blendheim, der andere an öe» Notar Püster." _„Dort»erden wir also Aufschluß und die nöthige« Weisungen erhalte«," sagte der Beamte und streckte die Hand nach den Briefen au«. Schaller reichte sie ihm und behielt nur noch de« dritten i« der Hand. .„Diesen," sagte er.„kann ich gleich selber übergeben, o*ti» ich gehe augenblicklich zu Solberg'« hinaus; er ist au ben junge« Baro»." .„Wenn Sie da« übernehmen wollten, Herr von Schalle»," entgegnete ihm artig der Beamte—„die an- bereu werde ich sofort an ihre Adresse» befördern. Hier, pMUle», wandte er sich dann an Einen der Leute, die ihn begleiteten,„mit dem Briefe gehen Sie direkt zu Notar Püster und ersuchen de» Herrn Notar, sich so rasch al« ir- Send möglich her zu bemühen— ich»erde ihn hier er- Manen— den ande>n Brief an die junge Dam« gebe« Sie Nebenan in dem Hause ab." „Wäre e» nicht besser," sagte Klingenbruch,„da« Schreibe« an Fräulein Blendherm»benfall« dem Notar Unter de« Stämmen und Etaatm, welche die Hab«- burgische Monarchie au»«ache«, eine staatlich« Einheit nach de« Traum de» östeneichischm Liberalismus herzustellen, dazu bedürste e« eine» ungeheuren despotische« Zwange«, auf den sich unter den heutigen»andelbaren Verhältnissen ei« Gemeinwesen wohl eine Zeitlang, nicht aber dauerad begründen könnt«. Ein solcher Zwang wäre doch offenbar«in Rückschritt. Die verschiedmen Interessen, Anschauungen und Gewohnheiten der«inzelnm Stämme der österreichi- sch'N Monarchie bewirken einen unaufhörlichen Kampf unter denselben; jeder Stamm möchte selbstoerständ« lich den meisten Einfluß auf Regierung und Verwaltung habe«, um seine eigenm Wünsche und Interessen am meisten berücksichtrgen zu können. Dieser Streit läßt die politische Entwickelung in jenem Gemeinwese« nicht in Fluß kommen. Er verzehrt die Kräfte der kämpfende» Parteien und wird auch die Auflösung de» ganzen großen unnatür- lichen Verbände« herbeiführe». Unter diesen Umständen bleibt auch die so oft von den Liberalen betonte„berech- tigte Stellung der Deutsche« in Oesterreich" eine Phrase. Kommen die Teu'schen in O-sterreich zur Regierung, wie die« unter de« sogenannten Bürgerministeriu« der Fall war, so kämpfen die übrigen Stämme um eine berechtigte Stellung, und der Konflikt ist wieder da, genau wie zuvor. Auf den Bahne» der inneren Politik ist der öst«r> reichische Liberalismus nicht glücklicher gewesen wie mit seiner StaatSidee von der„Einh'it". Nach de« Worten de« Professor Süß vettritt die Partei„alle Prinzipien de» menschliche« Fortschritte«". Da« ist etwa» viel ge> sagt; je geschwollener aber die Worte find, desto geringer find die Thaten. Oesterreich wird heute nicht viel ander» regiert, denn zur Zeit de« System« Metternich; daß dem so ist, kann und muß zu einem große« Theile dem schwächliche« Liberalismus Schuld gegeben»erden der nicht de« Math hat, gegen de« auf Oester- reich lastenden politische« Druck energisch anzukämpfen und dadurch auch im Volk« selbst ein fal'che« politische« Leben möglich zu machen. So ist e« de» reaktionären Parteien immer leicht gemacht worden, Oberwasser zu behalten. Auch in den »irthschaftlichen Fragen ließe» sich die Liberale» erst dann auf ernsthafte Debatten ein, nachdem die Regierung und ihr Anhang den manchesterlichen Standpunkt aufgegeben hatten. Und auch da hatten die Liberale» wohl Motte, aber keine Thaten. Der Liberalismus zeigt in Oesterreich dieselbe Unfähig- keit, defruchtend in die Entwickelung de« StaatSleben« ein» zugreife«, wie bei un» im Deutschen Reich. Da« kommt daher, daß die Zeit de« Liberalismus längst vorüber ist. anzuvertrauen? Wenn fie in ihrem jetzige» Zu- ande— so ganz unvorbereitet..." „Sie haben Recht, Herr Obirstlieutenant.— Also eben Sie die beiden Schreiben bei Notar Püster ab, der .chon darüber verfügen wird, und eilen Sie sich ein wenig, damit»ir unser Geschäft hier rasch erledigen." E» war«irklich nur ein Geschäft. Die Worte wm- de« in Gegenwart der Leiche so laut und rückfichttlo« ge- sprachen, daß«» Klingenbruch dabei ordentlich einen Stich durch« Herz gab. Er stand wieder schweigend vor de« Tobten und sah in die stillen Züge, die da» Geheimniß seiner letzten Stunde bargen. „Kommen Sie, Klingenbruch," sagt« da Schaller, der sich nicht behaglich in dieser Umgebung fühlte, ohne aber besonder« erregt zu scheinen,„wir»olle« gehen, denn»ir können hier doch nicht» mehr nützen und stehen nur im Wege." Klingenbruch folgte fast willenlos, und al» er wieder hinaus in» Freie trat, athmete er tief und wie qualvoll auf. Beide wichselten auch kein Wort mehr mit einander, bi» fie die nächste Ecke erreichten. Dort blieb Schaller stehen und sagt«, de« Oberfllieulenant die Hand reichend: „Ich will hier nach Solberg» abbiegen, lieber Freund, bitte, empfehlen Sie mich zu Hause. Da« ist»irklich ei« trauriger Fall und schmerzt mich tief; doch Alle« bei Ihnen zu Hause wohl?" „Ich dank« Ihnen, ja, lebe« Sie wohl. Her, vo» Schaller," sagte Klingenbruch und schritt langsam der Aich« tung zu, die nach seiner eigenen Wohnung führte. Schalle, indessen verfolgte den Weg nach SolbergS, weniger aber au« Theilnahme für den Geschiedene», al« au« Neugierde, denn er hoffte durch Hau« vo» Eolberg, der ja doch immer da« H;rz auf der Zunge hatte, gleich Ausführliche« übe, de» ihm vollständig«neiklär- lichen Fall zu hören. Er war aber trotzdem dabei mit seinen Gedanke« abwesend, denn eine Menge der verschiedensten Dinge ginge» ihm durch de» Kops. Er schritt auch, ohne fich umzusehen oder eine« der ihm Be» Der Liberali»mu« mit seiner anarchistisch-reaktionäre«„Frei- hett de« Individuum»" ist längst überholt von jenen neue» Idee«, die da« Jnteresseder Gesammtheit zum Regulator de» StaatSleben« erheben wollen. Und da« ist auch ganz gut. Dolttiseke Nebersickt. Die Lage der Landwirthschaft im Regierungsbezirk Stralsund ist— wie der„Nor od. Allg>m. Ztg." mitgetheilt wird— noch immer recht geSrückl. Die Fälle, in welchen lanvwitthsckaftiiche Besitzer oder Pächter ihren EigenthumS« oder Pachtdtfitz wegen VermögenverfallS zu veräußern oersuchen oder abstehen müssen, mehtten stch. Mit großer Sorge erfüllte viele Landwitthe der Umstand, daß die Verwrrthung der Wolle auf große Schwierigkeiten stoß', well d i e Lager der Händler zum Theil noch mit vorjähriger Wolle besetzt find. Dagegen war der Getretdehandel im Frübiahr lebbafter geworden, namentlich hatten die überseeischen Ver« schiffungen von Stralsund auS zugenommen, in Folge dessen denn auch die Frachtsätze etwa« gestiegen waren. Besonders lebhaft gestaltete stch der Fischhandel, namentlich hat der Herings- fang reichlich« Ausdeute geliefert, doch stehen die Preise sehr niedrig. In Verbindung mit dem Fischhandel nimmt auch die Erzeugung von Korbweiden und Körben große Ausdehnung an. In der im Allgemeinen unbedeutenden Fabrikthätigkett de« Regierungsbezirks find wesentliche Veränderungen nicht vor» gekommen.— Uni scheint e», als od der Beiichterstatter der „Nordd." die Lage der Landwirthschaft in genanntem Bezirk in allzu düsteren Farben geschildert hat. Daß e« dort Land- wtrthe giebt, welche trotz aller Anstrengung auf keinen grünen Zweig kommen können, ist sicher; aber daran haben bestimmte Ursachen, B. die Hohe Pacht, starke Verschuldung rc. Schuld- Wer die Insel Rügen kennt, der wird wissen, daß man meilen- weit gehen kann, bevor man die Grenzen de« Befitzthum« mancher dortigen Grundbesitzer erreicht. Da findet man den schönsten Weizenboden, die herrlichsten Waldungen, Wiesen, belebt von ausgesucht schönem Rindvieh, große Schafheerden, kurz, Alle«, wa« fich dem Auge bietet, legt Zeugniß davon ab, daß dott die Landwittbschaft in hoher Blüthe steht. Und der Hohe ArbeitSlobn drückt die dorttaen Grundbesitzer gewiß nicht. Während der Ernte ist freilich Nachfrage nach ArdeitSkläften, ist diese aber beendet, so ist ein so großes Ueberau gebot von Kräften vorhanden, daß der Grundbesitzer zu dm allerbeschei« densten Löhnen seine Zuflucht nehmen kann. Im Winter find die dortigen Arbeiter oft für„Löffclkost" zu haben. Das heißt, die Leute erhalten für irgend eine Beschäftigung nicht» weiter als dreimal tätlich Grütze, Erbsm oder Klöße. Daher der Name Löffelkost. Ist die Situation für die Tagarbeiter günstig, so giebt eS auch wohl noch 30 oder 50 Pfennige täglich dazu; 75 Pfg. kommt schon seltmer vor. Da der Grundbesitzer die zur Verzehrung gelangenden Lebensmittel durchweg selbst baut, so stellen stch für ihn die Ausgaben für Arbeitskräfte außerordentlich billig. Viel gedrückter als wie die Lage der L-mdwirthschast ist also erfichtlich die der Arbeiter, gtgnenden zn bemerken, vorwärt», al« er fich plötzlich ange- rufen hörte. „Hallo Schaller, wohin?" Al» er aussah, stand Rauten vor ihm. „Guten Morgen, Rauten I Wohin? Zu Eolberg«. Woher? Von Dürrbeck'« Leiche. Haben Sie die Geschichte schon gehört?" „Es wurde heute Morgen davon in der Stadt ge« sprachen. Er hat fich erschossen." „Ja, aber»««halb? Kein Mensch hat eine Ahnung." Graf Rauten zuckte mit den Achseln.„Wie«ir heute Morgen gesagt wurde, vermuthet«an, daß Reue über die geschlossene und nicht mehr rückgängig zu«achende Verbindung die Schuld gewesen. Wer weiß denn, wa« ihn dazu getrieben, denn ohne Grund schießt fich kein Mensch eine Kugel durch den Kopf." „Sie waren nie befreundet mit Dürrbeck?" „Besonder» befreundet, nein. Wir sind un« auch nur wenig begegnet; aber»a« wollen Sie so früh bei Sol- berg«?", t � „Einen Brief an Han« nbgeben, der auf Dürrbeck'« Schreibtisch lag." „Einen Brief an Han»? Zeigen Sie einmal," sagte Rauten, viel rascher und theilnehmender, al» er bi« j-tzt gesprochen. Schaller nahm ihn ihn au» der Tasche. Er bestand augenscheinlich nur au» einem in ein Kouvett eingeschlosse- nen Blatte, und Rauten hielt den Brief eine« Moment wie nachdenkend in der Hand. „Ich will Ihnen etwa» sagen, Schaller," bemeekte er endlich,„ich«erde den Brief selber an seine Adresse«b- geben." Schaller sah ihn rasch an.„Der Bnef ist mir über- geben und ich habe e« übernommen," sagt« er endlich;«» wäre«ir sehr unangenehm, wen»..." Rauten steckte dm Brief ruhig in seine Tasche.„Haben Sie kein« Sorge, Ei« sind von aller Verantwortung frei, wenn Sie ihn mir übergebe« haben, denn ich gehöre jetzt mit zum Solbenj'schm Hause, und ich gebe Jhnm«ei» Wort, Han» soll ihn bekommm." über welche der Herr Berichterstatter sich freilich gründlich aus schweigt. Die Klage, daß es mit der Verwerthung der Pro butte nicht immer so glatt geben will, wird wohl theilweise be gründet sein. Es heißt in dem Bericht, die Verwertburg der Wolle ftoße auf Schwierigkeiten, weil die Lager der Händler zum Theil noch mit vo jähriger Wolle belegt find. Warum find denn aber die Lazer noch mit vo jäbriger Wolle besest, ist tein Bedürfniß nach Wolle refp. pollenen Fabritaten vorbanden? Gans gewiß! Unser wirib chafilich& Leben ta ft eben diran, daß die Kauftraft des Volles zu schwach ift Diese Krankheit läst fich aber nicht durch Korn, Vieh oder Woll, ölle beseitigen, sondern nur dadurch, daß Maßregeln zur Sätung der Kon fum tonskraft der Mehrheit des Voites ergriffen werden. Doch von solchen Maßregeln zu spreche, bringt den Freunden des Schußes der Landwirthschaft Veriege heit und so beschränken fie fich darauf, immer das alte Lied von der nothleidenden Landwirthschaft zu wiederholen. Schutz der deutschen Jadustrie, Schuß den deutschen Arbeitern! Das war die Parole der Reichstagsmehrheit, als es fich um den Näbfabenzoil handelte. Immer und immer wurde von den Herren wiederholt, daß fie diesen Boll nur beshalb wollten, weil er nicht nur die betreffende Industrie, sondern auch die in derselben beschäftigten Arbeiter schüßen werde. Alle Gegenargumente, felbft die tiaisten Beweise, daß ber Boll wohl einigen Industit en rügen, bingegen aber den Arbeitern und namentlich den Arbeiterinnen nur schaden würde, blieben unbeachtet oder wu den als Heßereien und Mühlereien verschrien. Einiges Aufieben erregte es daher, daß Der Boll bei der dritten L.sung abgelehnt wurde. Der Antrag auf Ablebnung ging foga: von schutzöllnerischer Seite aus, von denselben Leuten, bie bei der zweiten Lesung alle Hebel für den Boll in Bewegung segi en Man begnügte fich mit Der Eikla ung, daß es fich als zweckmäßig herausgestellt habe, vor Einführung des erhöhten Bolls über den Ber brauch von Nähgarn in der Wäschefabrikation und Die Lief rung des Garns an die Näherinnen durch Die Fabrikanten genaue Ermittelungen anzustellen. Wes in der Beit zwischen der zweiten und dritten Lesung hinter den Kouliffen vorgegangen war und die überraschende Meinungs änderung der schuß ölnerischen Mehrbet herbeigeführt hatte, ließ fich allerdings nicht gut in öffentlicher Reichstagi fizung unumwunden darlegen. Die Freiband- le- Rorrefp." berichtet jest barüber: Die deutschen Näbgainfabrikanten, welche früher mit größtem Eifer für die Bollerhöhung agitirt batten, waren - dieser Verlauf der Sache ist erft ist in weiteren Kreisen bekannt geworden p'öglich selbst zu Gegnern einer solchen Maßregel durch die Befürchtung gemacht worden, daß bei dem hoben Schußsolle von 120 t. rro 100 Kg. die enaltichen Nähgarn fabrikanten in Deutschland selbst eigene Etablissements anlegen würden. Im Monat April waren nämlich Vertreter einer der größten Nähzarnfab: ilen Englands, I u. B. Coats in Paisley, nach Augsburg gelommen und bat en unter Führung eines dortigen Baum ftes verschiedene Baupläge im Augsburger Stadtrayon zur Erbauung eines Etablissements b. fichtigt. Auch erschien in ben Augsburger Britungen ein Inserat, nach welchem die ge nannten englischen Fabrikanten ein größeres Grundstück mit tonftanter Waffenkraft für ein Textilunternehmen zu erwerben suchten. Der Schied über die so bedrohlich naherückende eng lische Konturier schlug bei den deutschen Näbgarnfabrikanten augenblicklich alle Schutzollideen nieder. Die Leiter der in Der Frage so vielgenannten Gögginger Bwirneret machten fich auf den Weg nach Berlin, um jest die erst so heiß erstrebte Bollerhöhung zu hintertreiben. Es mag für die Herren leine leichte Arbeit geweien fein, urplöglich ihre Freunde in der Re gierung und im Parlamente umzuftimmen, aber das schwere Wert gelar g. und die verbängnißoolle Bollerhöhung wurde in britter Lesung, wenn auch nicht gerade tübmlich, beseitigt. Charottertftisch für die herrschende Bollpolitik ist es, daß vorher Die Reichsregierung bei voller Kenntniß der Sachlage doch eine ganz andere Stellung eingenommen hatte. Bei der zweiten Be rathung batte nämlich der Bundesraths- Rommiffar Geb. Rath Schraut felbft mitgetheilt, daß man englischer seits in Augsburg eine große Näsfadenfabrit zu etabliren gedente und es als eine fegensreiche Folge der Bollerhöhung gepriesen, wenn auf diese Weise deutsche Arbeiter von der Maßregel einer Vortheil haben würden, ohne daß die Wäschebranche durch eine Beiserhöhung belaftet werden würde. Diese gutglä bige Auffaffung der gutgläubige Schußzöllneret ist freilich durch das Verhalten der deutschen Fabritanten auf das Schäffte widerlegt worden. Unzweifel haft würde in die Errichtung von Nähgarnfabriken durch eng lische Unternehmer deutschen A: beitern Beschäftigung geben, und wenn es bei der Schußöllnerei in der Ebat darauf abgefeben wäre, den Arbeitern vermehrte Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, so müßte ein solches Vorgehen der Engländer von schuß öll nerischer Seite mit Freuden begrüßt werden, wie es ja auch Geheimrath Shraut in aller harmloftglett gethan hat. Aber bas bieze ohne den Eigennus der Intereffenten rechnen." Die Geschichte ist sehr lebrreich, man steht, wie es gemacht wird. Der National Liberalismus, wie er leibt und lebt, zeigt fich jest im Großherzogthum effen. Dort bat ein Mitglied der ersten Rammer einen Antrag eingebracht, Aber er würde ihn rascher bekommen, wenn ich ihn jetzt birekt hintrüge." Wenn Sie denken aber trotzdem nicht daran, da Sie mich zuerst einmal auf mein 8immer begleiten." Schaller fab ihn fragend an. J babe Ihnen etwas mitzutheilen, und die Straße ist dafür nicht der geeignete Platz. Kommen Sie, Schaller; übermorgen ist meine Hochzeit, und an dem Tage ist uns Beiden geholfen." „ Das gebe Gott!" sagte der Baron mit einem aus tieffter Bruft gebolten Seufzer, Beit wird's, ober die Sache nimmt mit mir ein ganz verzweifeltes Ende. Dürrbed, ber Efel, schießt sich eine Rugel burch den Ropf und hat ein Vermögen von wenigftens fechzig bis siebzigtausend Thalern. Wenn Jemand Ursache hätte eine solche Dummheit zu bes geben, so wär' ich es; aber ich mache meiner Frau die Freude nicht. Neugierig bin ich übrigens, was Sie mir zu fagen haben." Die beiden Herren waren während des letzten Ge fprächs schon scharf neben einander hingeschritten und hatten Rauten's Wohnung jeht erreicht. Der Graf fchloß fein Logis auf, warf feinen Hut auf das Sopha, schob Schaller eine Rifte Havanna- Bigarren und das Feuerzeug zu, nahm bann aus seiner Tasche ein fleines, sehr feines Feders messer, warf fich in einen Stuhl, nahm den Brief für Hans von Solberg aus der Tasche und begann ohne Weis teres ihn an der untern Seite des Rouverts, in ber Rante, aufzuschneideu. Rauten, find Sie des Teufels?" rief Schaller, von Jeinem Stuhl witlich erschroden aufspringend. Weshalb?" sagte der Graf, ohne fich indeß in seiner Arbeit stören zu lassen. H Sie haben mir versprochen. " Daß Hans den Brief bekommen foll, gewiß, und bas foll er auch, aber erft wollen wir einmal sehen, was er enthält, benn Dürrbed, wenn er auch nichts über mich wußte, hatte einen Berdacht gefaßt, und der fonnte uns Beiben verberblich werden:" Alle Teufel!" rief Schaller jest wirklich erschredt, „ ist dus wahr?" welcher den Bwrd hat, die Wahl der Drtsbürgermeister auf I und den Untersuchungsrichtern Dedual und Berdez abgehalte zuheben und eine Ernennung Derselben durch die Regierung herbetzuführen. En nat onal liberals Blatt schreibt nun über Dieien Antrag: Mit dieser Rüd pärisreoifion des Gemeir des wahlgefeßes würden die Bücel der Gemeindeverwaltung wie bas nach dem Gefeß von 1821 und 1852 Vo schrift war, in den Händen der Regierung liegen. Die giltige Gemeinde o dnung von 1874 fennt indeffen nur ein Bestätigungsrecht der Regierung. Es ist selbstverständlich, daß unsere national liberalen Bartelfreunde in der heiftschen Kammer fich zu einer unbedingten Unterstützung dieser dem S.logovernment den Garaus machenden Maßregel faum hergeben werden, ob chon es die Frankfurter und Mainzer Demot aten schon für ganz ausgemacht halten. Den in Heffen etwas häufig gewordenen ameritanischen Gemeindewablumtrieben auf den Dörfern muß freilich je eber desto lieber ein Ende gemacht werden; uns ist es ganz recht, wenn die Gemeindeordnung dieser balb etwas durchgewaschen wird, nur die angewandte Seife möchte für diesen Fall viel zu scharf sein."- So! Die Seife ist nur zu scharf - aber gewaschen soll die freifinnige Gemeindeordnung do werden. Echt national liberal, der Kaze den Schwanz stück weiß abzubauen! Ueber den Plan, zweijährige Etatsperioden für den Reichshaushalt etnzuführen, ich eibt der bamb Korresp.": Gegen Saluß der legten Reichstags iesiton wat verschieden lich in der Beffe angedeutet worden, es tönnte der frühere, schon einmal gefcheiterte Versuch einer gleichzeitigen Borlegung des Reichshaushaltsetats für zwei Rechnungsjahre wiederholt werden. Wie uns mit Bestimmtheit verfichert wird, ist hiervon teine Rede. Man scheint überhaupt von dem Plane zweijähriger Etats- und vierjähriger Legislatur- Berioden jegt gänzlich zurüd gelommen zu sein, nachdem sich gezeigt hat, daß auch in meb reren größeren Bundesstaaten teine Neigung besteht, die bezüg lichen Bläne zu unterſtüßen." Die Natifitation des deutsch- spanischen Vertrages wegen Aufgebung der Roggenjoliklausel ist noch immer nicht erfolgt. Nach Art. 3 des Vertrages follten die Ratifilations U tunden spätestens binnen einem Monat vom 10. Mai ab in Berlin ausgetauscht werden und der Ver trag felbft acht Tage nach dem Austausch der Ratifilation in Kraft treten. Unter dieser Vorausseßung hätte die Erhöhung des Roagenzolls auf 3 Mait allen Staaten gegenüber am 17. D. M. in Kraft treten müffen. Es bat jest fast den Anfchein, als beftehe die Absicht, durch Berzögerung der Ratt filation das Jakrafttreten des 3 Matt Bolls bis zum 1. Juli, dem Tage, an welchem der Bolltarif in Kraft tritt, zu ver zögern. Desterreich Ungarn. Das Wiener Frembenblatt" bringt über die neue Arbeitsordnung, welche am 11. Juni in Kraft getreten ift, einen längeren Artikel, dem wir folgende sehr beherzigens werthe Stelle entnehmen: Es bat viel Entschloffenbeit dazu gehört, mit tief eingelebten Tradisionen zu brechen und jenen unablä sigen Befürchtungen entgegenzutreten, die einer jeden Es wird ein stetes reformatorischen Jore im Wege fteben. Verdienst der Boitsvertretung bleiben, biefen Schritt unverzagt unternommen zu haben, sowie der Majorität des früheren Hauses, welche mit allem Nachdruck an diesem Werke gearbeitet hat. Die Behörden haben bereits jest, und namentlich das Handels minifterium, bewiesen, daß eine Bebrüdung der Jn dustrie, eine Schwächung ibrer Leistungs fähigkeit oder ihrer Erwerbstraft durchaus vermieden werden soll. Die Industriellen Defteri eichs werben wohl alle der Einficht fich nicht verschließen können, daß Die Konkurrenz nicht bloß au ienem Puntte ge trieben werben tann, wo die Aufreibung der menschlichen Arbeitstraft beginnt. Sie werden auch zur Überzeugung gelangen, daß ein normaltich gehobener Arbeiterstand auch ein welt leistungsfähigerer Genosse der Arbeit ist. Es wird allerdings zwar durch das Verbot der Beschäftigung der Kinder, durch die Einschränkung der Frauen Beschäftigung der Kinder, durch die Einschränkung der Frauen arbeit und fener jugendlichen Personen das wohlfeilste Arbeitsmittelvielen Fab: itationszweigen entzogen. Sicher nen Beraibung der Beschluß gefaßt, die Anarchisten Untersuchung endgültig zu faligen und einen Antrag auf ftrafrechtliche Verfolgung der Betroffenen nicht au hellen, aber welchen Antrag der Bundesrath in einer fener nächsten Sigungen zu entscheiden haben wird. Von den 21 ausgemies fener Anarchisten bat bereits etre Anzahl die Schweiz ve laffen Bis ist netmen dieselben zumeist ihren Weg über Genf, von Genfer Gendarmen noch St. Julien geleitet, nach Lyon Der Bundesrath verlangt 20 000 Fr. zur Bestreitung de Untersuchung gegen die Ana ch ften. Frankreich. leber Middleton Dienstag on Fort P tugen fcbein oßer Sch britten hatt Beneral M machen von aber die Ge folgung auf Bitt an. lundigen fite ben fet Bute Morte Dit Lages Uhr: Bie Mufnahme -Berichte General lage, betc. hen Bedü Don dem frage 30 belgl., bet Die Budgetkommission der französischen Deputirtenka mer bat the Benfum gestern fertig gestellt. In der geftrigen Sizung wurde das Extraord narium des Kriegsministerium durch betaihen; der Minister verlangte fünfundzwanzig Millio nen für außerordentliche Ausgaben. Der Ausschuß bewillige aber nur fünf Millionen und firich alle Ausgaben für bie Befestigungen längs der Gestade 2c. Der Ausschuß bit nun noch über die Menderungen, welche der gegenwärtige Finang Berfammi minister am Bedeckungsgefeße vorgenommen, zu ftat tren und wird schon im Laufe der nächsten Tage der Bericht des Bub getausichuffes in Druck gelegt werden tönnen. Dilupationsarmee in Tontin scheint fi in einem schlimmen Buftand befinden, denn der Gene อิน be be Courcy hat den Krieg minifter telegraphi Berftä lung des Sanitätspersonals arbeten. Die ungebeure Hize in Verbindung mit den fumpfigen Gegenden erzeugt Krankheiten aller Art und verbindert jede weitere Operation - Admiral Courbei ist, wie aus Baris telegraphtiges auf mitgetheilt wird, gestorben. In der D putirtenkammer theilte der Marineminister Saliber nach einer weiteren M- lourg mit daß der Tod des Admirals Cou bet am 11. b. M. an der Bayard" erfolgt fel. Auf Antrag des Ministers wurde dann die Sizung zum Beichen der Trauer aufgehoben. miral Courbet, weicher aulegt das Dbe tommando in den neflichen Gewäff- rn führte, galt als einer der hervorragender franzöfifchen Seeoffisiere. Rußland. Borb bluß eines Jon Berlin besgl, b egl., beir beren Leb d ner böbere aje 5, 6 Boisdamer Den etr. Die Be lebende g Rechnunga Reubau De tines Gebä Rüden Lin Ueber einen interessanten Poß gegen einen Gendarme wegen Dienstvergehen berichtet die Do'er Stg.": Von De bifigen Militärbezirksgericht wurde diefer Lage gegen Gendarmen, früheren Unterofflater Arseni Jegoro verbandell welcher angeklagt war, politischen Verhafteten durch Beförde rung von geheimen Briefen an Verwandte oder an ander Berhaftete Dienste geleistet zu haben. Jegorov batte nämlife auf de die wegen politischer Vergeben Inhaftinten im Hofe herum age 82Det Ein führen und hatte sich bei dieser Gelegenheit mit einigen Verhafteter, wie zum Beispiel Borsatow, Werzinski ins verständniß gefeßt, Briefe an Verwandte oder Freunde zu fördern, was er eine Beit lang fortsette. Schließlich bekam Ker termeister des Rafernengefängnisses Wind davon unb gelang ibm, am 13. Februar den Gendarmen babet abjuraff als er eben einen Brief von Borfałow zu fich geft: d, um be bet dann weiter zu befördern. Der Angeklagte geftand feine Freundschaft zu Borf tow, aber feineswegs für Geld D in sonstiger gewinnsüchtiger Abficht gethan habe. Das Ge richt verurtheilte den Angeklagten zu 2 Jahren Gefäng nisbaft. Großbritannien. betr. die B Sugangsgeb Braftdial Die Etize und für wo anftalt auf D Allee anftalt an bung des v berbreiterun tellung vo deBal., b tr Elektrizitäts der Maitib erstattung girenden A Dalldorf u bauses Mo DE der städtisch Eröff bar der riedrichstro Friedrichstro Rauerstraß Reichstagsu nicht eintre Die Konservativen nehmen in Bezug auf das, was leiften wollen, den Mund recht voll. Das Programm tonservativen Regierung itigirt die in naben Bestehungen Marquis Salisbury stehende Morning Bot" wie fol rland muß vom Bwange erlöst werden. Der afabanifdegenwärtig Brensfrage muß fübn und fofort in's Geficht gefeben werb der Radikalen. Wir wissen jest over weiden bald wiffen, Die Kapitulation, foweit fte bis jetzt gegangen, ist das fie selbst vorbereitet waren die Linie zu stehen, und di beren Abfichten in Petersburg wohlverstanden find. tann viel boffnungsreicher gezogen werden von einer Regien nicht nur dies, fie tann auch mit jener moralischen tinb Unter lich werden damit auch vielen Arbeiterfamilien Entbehrungen fügung geregelt werden, die bereits, wie wir durch bundet auferlegt werden, da bei vielen Frauen und Kinder am Mit erwerb thätig waren. Alle diese Störungen werden jedoch blos Der Uebergang Bepoche eigen sein und schl eßlich zu einer Ausgleichung lommen. Defterreich wird den Ruhm beanspruchen för nen, daß es zuerst unter allen tontinentalen Staaten einen Theil jenes Weges zurückgelegt hat, welcher au einer frieblichen Gestaltung der sozialen Verhältniffe führt."- Man steht, daß Die österreichische Breffe leichteren Herzens die Sozialreform Die neue entgegennimmt, wie die Breffe in Deutschland. Arbeitsordnung beschränkt bekanntlich die Sonntags, die Frauen und Kinderarbeit Schweiz. Gutem Vernehmen nach wurde in einer vom Bundesrath Ruchonnet als Bosteber des eidgenöfflichen Justis- und Boltset departements mit dem eidgenössischen Generalanwalt Müller Laffen Sie uns sehen, was in dem Briefe steht; ich würde mich sehr wundern, wenn wir darin nicht die Be ftätigung fänden." Er überflog die Beilen mit den Blicken, und ein höhnisches Lächeln legte sich dabei um seine Lippen. Hans von Solberg foll den Brief gewiß bekommen," nidte er, aber erst vierzehn Tage nach meiner Ver heirathung, und ich denke, es wird dann noch immer früh genug fein." Und was schreibt Dürrbeck?" fleine Beichen sehen, uns wieder von Berlin und Wien ange boten werden wird. Daffelbe gilt mit Bezug auf und Egypten. Die legte Tory Regierung stand auf Frantreld beftem Fuße mit Frankreich und die neue wird daffelbe Beifahren einschlagen. Nur wird fte nicht vergeffen, fich felbft aur achten und die Wirkung wird bedeutend sein, gleichoiel ob wir uns Suer allen burd Tegl mit der Butunft Egyptens im Allgemeinen oder mit der Tanalfrage im Besonderen zu befaffen haben. In Dingen, schließt die Morning Boft", müffen wir prompt un fortschreitend sein. Eine fefte Bolitit im Auslande mus die ehrliche und fühne Anwendung aller greifbaren und timen Reformmaßregeln im Jnlande ergänzt werden." sucht vor allen Dingen die Irländer für fich zu gewinn weil man mit ihnen rechnen muß, da ste burd bevorstehenden Wahlen verstärkt ins' Barlament cla werden. baß Sie ihn mir zur Besorgung übergeben haben; Uebrige werde ich schon machen." Die ba night Dann habe ich nichts dagegen," meinte sein Freund denn aufrichtig gesagt, möchte ich mich jetzt gerade in Extra- Unannehmlichkeiten bringen. Es ist so wie Und wie wird es mit der Bahlung, Rauten?" " Das ganze Programm ist zwischen mir und for bem alten Herrn auf das Titelchen verabredt worden" fag Rauten; Morgens um zehn Uhr empfange ich die Reuer, um darüber noch die nöthige Disposition зи treffen well vid " Nicht viel. Die Hand ist auch nicht recht fest und Ich habe ihm nämlich erklärt, ich wünsche nicht auf ein Lieber Haus! Es ist der Gruß Sochieitsreise eine folche Summe bei mir zu führen, ziemlich unbeutlich. ich fonft aus Angst und Sorge nicht heraustomme. eines Tobten, den ich Dir sende. Frage nicht, was mich elf Uhr bin ich bei Ihnen. Um zwei Uhr ist die Trauu zu dem Schritt getrieben. Die einzige Antwort, die ich um brei Uhr ein einfaches Familien- Diner, und um Dir zu geben vermöchte, wäre: ich lonnte und durfte nicht anders handeln. Aber ein Wort habe ich noch für Dich, Uhr dreißig Minuten geht der 8ug, der uns aus Rob beherzige es: ich mißtraue Rauten. Ich kann Dir keinen beflimmten Beweis gegen ihn liefern, aber ich halte ihn für feinen guten Menschen. Klingenbruch tennt meine An burg fort in die Weite führt." Schaller hatte ihm schweigend zugehört und nickte bald nur immer felbftzufrieden, mit dem Ropfe, schien aber bod fichten barüber; sprich mit ihm, und wenn Du bis zu der noch ein Bebenten zu haben und sann eine Weile barte Verheirathung Deiner Schwefter feine bestimmte Nachricht bekommst, so begleite es ist meine legte Bitte an Dich -Deinet, Deiner Schwefter halben, Rauten bis auf seine Güter. Ueberzeuge Dich selber, wo und wir er lebt. Und nun leb' wohl! Meine Beit ist gemeffen. Es grüßt und fast Dich zehntausendmal Dein armer Bern Κατδων Nun?" fagte Rauten, als er ben Brief zu Ende ge lesen, hatte ich Recht?" Sie haben eine sehr gute Nase," versicherte Schaller, ber aber doch ein wenig verstört und unruhig schien; ber Brief in den Händen des jungen Solberg jezt, tönnte uns Beiben einen Strich burch die Rechnung machen. Aber zum Henter auch, es waren Zeugen da, als ich ihn an mich nahm! Hätte ich den verdammten Wisch nur gleich fo eingeft dt, aber wer fonnte davon eine Ahnung haben? Und Klingenbruch war ebenfalls dabei," fette er rasch hin au- ,, bas ist eine verteufelte Gefchichte!" Sagen Sie nur einfach," bemerkte Rauten ruhig, hin und her. wolf auf Aber wenn Sie nun nicht um elf Uhr, oder um Uhr wollen wir fagen, zu mir fommen, lieber Raute fagte er endlich und faß babei, die beiben Ellbogen die Lehnen feines Stubles geftemet, bie Hände gefalle und die Daumen um einander herjagend. ,, Dann kommen Sie zur Trauung, erwiberte Raute und ein Lächeln zuckte um seine Lippen. Sind Sie b mit beruhigt" auf bast Seite Bollkommen," fagte Schaller, von seinem Stubl stehend, ich glaube auch jeßt, daß ich Ihnen trauen Rauten, denn Ihr eigenes Jatereffe ist auf meiner und dies bleibt ein Haupt faltor bei jebem Geschäft. pos, waren Sie schon bei Dürrbed? Doer ich möchte fragen: wollten Sie vielleicht eben hingehen, als i traf" Nein!" sagte Graf Rauten zögernd; erftens Dürrbed nur eine ganz oberflächliche Belanntschaft, bann fehe ich auch nicht gern Zeichen. Ich habe JAW Бена ttwa am 1. hellung be Bochenmar Debereinstin lönnen, ift einzelnen S plage in Ragiftrat auf Bert hallen refle an das M tere 3. Derrn In Bureau mi lich ift, auc werden. Befuche me der Melour Rindbeit a Mir fets 1 Da wenn mi et geben Machen Si Don Dürr I Schaller& auf feinen un Lobe, felb reicht au mit ber Morgens lich baril tonnte, be wußt. Der blutig au Rreife fei eigentlich balb follt tereffiren, anlaffung 93e Barbier 1 einzufeife Baron Bet nur was e on Soll aber lach ihmeichel und fie Sängerin burch's S S En abgehalte iftens Intrag auf Men, über nachten ausgewie De laffen 3- nf, von Lyon citung be dirtentam geftrigen nifterium ta Millio bewilligle en für die bit nun atten und Des Bud Die In einem General bih um ungebeure en erzeugt Dp ration Aegrapblic mer theilte Lourg mit an Borb ters wurde oben. in den di tragendfier Benbarme Von dem Regen ben verbandell Beförde Amerita. Ueber den Aufstand in stanada wird berichtet: ,, General Middleton hat die Berfolgung Big Bear's aufgegeben. Am Dienstag tam der Ger eral bei einem 70 Meilen nordwestlich on Fort Bitt belegenen Burtte am Rande einer breiten und tugen fcheinlich unpaftibaren Schlucht an, welche Bia Bear mit roker Schwierigkeit und nterlassung seines Gepäcks über britten hatte. Dann hatte sich der Häuptling westlich gewandt. General Riddleton verbrachte den Tag mit dem Ausfindtymachen von Mitteln aur Uberschreitung der Schlucht; da er ber die Gegend für Pferde un pasti bar fand, gab er die Ber folgung auf und trat am Mittwoch den Rüdmarsch nach Fort Bit an." Das heißt also, der Beneral tann den pfadunbigen Indianern nicis ar baben. Man wird wohl schließlich fiteben sein müssen, wenn sich der Häuptling für Geld und gute Worte zum Frieden bereit erklärt. Kommunales. Arbeitszeit gewiß gern unterwerfen und bet derselben mit belfen, wenn man ihnen dafür nur den lästigen, und eines freten Arbeiters ganz unwürdigen Minutenzwang des Arbeits beginnes abnähme. Er ist der Ordnung wegen nöthig" bört man wohl fagen. Diese Behauptung ist grundfalsch. Wer bat denn ein Intereffe daran, wie viel oder wie lange ber Arbeiter thätig ist, wenn dieser in keinem Falle mehr als den bedungenen Lohn für bie wirkliche Arbeitsleistung ausbezahlt erbält? Nein! Im günstiften Falle liegt in diesem Minutenawang eine unberechtigte patriarchalische Bevor mundung des Arbeiters, und eine Beschränkung seiner Wend freiheit, die aur Unzufriedenbeit mit seiner ganzen Er stens beitragen muß. Und diese Unzufriedenheit wollen ja die Herren Arbeitgeber auch nach ihrer steten Versicherung bes seitigen. Und darum boffen wir, fie ftimmen mit uns überein in dem Grundsay: für fiele Arbeiter auch freier Bugang zur Arbeitsstätte! effe jedes Bethelligten, die Meldung möglichst balb zu be whten. Nach Ablauf oben angegebener Fift eingebende An träge fönnen nur berücksichtigt werden, nachdem hinsichtlich Der friftgerecht eingegangenen Gesuche Entscheidung ge troffen ift. Ausstellungsprämien. Eine allgemeine Gartenbau Nusftellung findet in den Tagen vom 5. bis 15. September d. J. auf dem Terrain der früheren Hygiene Ausstellung statt. Der Vorstand dieser projektiten Ausstellung hat sich an den Magiftrat gewardt, mit dem Ersuchen, diese Ausstellung, gleichwie die im Jahre 1883 veranfialtele, mit einer Subven on u bedenken. Der Magiftrat bat fich, den Vorschlägen der städtischen Part- und Garienbau Deputation folgend, mit der Subventionirung dieser Ausstellung einverstanden erklärt und der Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag zur Beschlußfaffung unterbreitet: Die Stadtoeso dneten Versamm lung möge fich damit einverstanden erklären, daß zur Be fchaffung von städtischen Ehrenpreisen für Aussteller der im September cr. bterselbst stattfindenden Großen allgemeinen Gartenbau Ausstellung dem Vorftande diefer Ausstellung die Summe von 3000 M. à Ronto des Fonds für unvorherge fehene Ausgaben mit der Maßgabe bewilligt wird, daß die einzelnen Ehrer preise nicht unter 500 M. betragen sollen. Die Buerkennung derfelben bleibt den Preisrichtern des Ausstellungs. Vorftandes überlaffen." Eine Betheiligung an der Aus ftellurg fettens der Stadt durch Beschichtung derselben wird Dom Magiftrat nicht beabsichtigt. Ausgesette Dechargirung. Der Rechnungs- Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung, welcher fich in feiner legten Sigung mit Dechargirung von Rechnungen beschäftigte, hat bezüglich einer von der Hauptstiftungstaff gelegten Rech nung befchloffen, den Antrag auf Ertheilung der Decharge so nung beschlossen, den Antrag auf Ertheilung der Decharge so lange auszufeßen, bis das Ermittelungsverfahren in der Gabriel'schen Defettiache beer det sein wird. Die Prok'schen Bedürfnißanstalten. Der Waffer verbrauch in den von Herrn Poß errichteten BedürfnißAnftalten betrug: im Jahre 1880/81 in 14 Anstalten 8140 Rbm. " " " " " " Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten je Finan Bersammlung am Donnerstag, den 18. Just cc, Nachmittags Uhr: Bier Naturalisationsgesuche. Bo lage, betreffend die Aufnahme von 5 Berionen in des N tola 8 Bürger. Hospital. Berichterstattung über verschiedene Rechnungssachen- Bor, age, bete. Die Aufftellung von Waffermessern in den Bros. en Bedürfnißar ftalten- desgl., betr. Die Erwerbung des on dem Grundstüd: Liezmannfir. 6/7 und Gorgenlich age 30 zur Straßenvnbreiterung freigelegten Terrains besgl., betr. die Einrichtung eines neuen städtischen Kohlenlages auf dem Görliger Bahnhofe- desgl., betr. den Anluß eines Thetles von Sharlotter burg an die Kanalisation on Berlin besal, betr. die Einziehung der Kirchensteuer besgl, betr. Das Statut für die Albert- Menzel Stiftung egl., betr. Die Freistellen und Schulgeldbefreiungen an den beren Lehranstalten besgl., betc. Die Stazze zum Neubau her höheren Bürgerschule auf den Grundstücken Aleg mndrinen age 5, 6 und 11- desgl, betr. einen aur Reguitrung des oisdamer Plages erfolgten Barzellenau tausch desgl., r. Die Bewilligung von Ehrenp eisen für die bierselbst bevor ebende große allgemeine Gatenbau Ausstellung- dret Rechnungsfachen Vorlage, betreffend die Broj te jum Reubau ber Matthalle II und eines Mietbshauses, sowie tines Gebäudes für bie Handwerker schule auf den Grund Aiden Lindenstraße 97-98 und Friedrichstraße 18- Desgl., tr. die Projekte zum Neubau der Markthalle III und eines Sugangsgebäudes, sowie des Gebäudes für eine zweite Spar te nämlich affe auf den Grundstücken Bimmerftraße 89-91 und Mauer Arage 82 fe berumu Desgl., bete. Die Etage um Neubau des Polizei einigen beträfidial- Dienstaebäudes am Al ganderplas- desal, betr. te Elize zum Neubau eines Asyls für nächtliche Dbdachlose und für wohnungslose Familien, somie einer Desinfektions aftalt auf dem städtischen Grundflüde an der Prenzlauer Desal, betr. den Neubau eines Hospitals mit Siechenanstalt an der Prenzlauer Allee Desgl, betr. Die Erwer di, um ung des von dem Grundftüde Gormannftr. 29 aur Straßen stand fein berbreiterung freizulegenden Terrains besgl., betr. Be aus gute Rellung von Pflastersteinen für das Etatsjahr 1886/87 Selo Bal., b tr. die Breisliste der Aktiengesellid aft Städtische Wassermeffer versehen wird. Elektrizitäts- Werte"- besal, betr. das Pojekt zum Neubau Der Maitiballe V. auf dem Wagdeburger Blas -Bericht erstattung über die Borlagen, betr. die Wiederwahl des diri girenden Arst der Stechenabtheilung ser Jrrenanstalt au Dalldorf und des ärztlichen Direktors bes städtischen Kranken bauses Moabit, sowie die Anstellung eines neuen Direktors der städtischen Frrenanstalt zu Dalldorf. an andat tt ins inde zu Cin be betam be abjutoffen on und Das G n Gefäng fit 18, was tamm de ungen u mote folgt en werd = das W miffen and Di Stegter find. timb chen Unter thn twa Allee I. Eröffnung der Markthallen. Die Eröffnung der vier fabantfdegenwärtig im Bau begriffenen städtischen Markthallen, und bat ber Markihalle 1. Bentralmartthalle in der Neuen in der Neuen friedrichstraße, der Markthalle II. in der Lindenstraßeriedrichstraße, der Markthalle III. in der BimmerstraßeRauerstraße, der Markthalle IV. in der DorotheenstraßeReichstagsufer, wird, sofern unvorbergesehene Behinderungen nicht eintreten, voraussichtlich gegen Ende des laufenden Jabres, am 1. Dezember cr., staitfinden fönnen. Um die Ver rch bundel bellung der Stände aller Art und für alle Gegenstände des Bochenmarttverkehrs, welche in nächster Beit erfolgen muß, in Uebereinstimmung mit dem Bedürfniß endgiltig regeln au önnen, ist es erforderlich, die Bahl und die Größe der für die inzelnen Kategorien von Berläufern einzurichten den Stand plage in Erfabrung zu bringen und feftaufeßen. Der Ragiftrat ersucht das betheiligte Publitum, welches auf Verkaufsstände in den vorgenannten vier Martt Wien ange f Frantreid auf beftem Berfahren ftur achten pb wir uns it ber Sur In allen prompt und mu bud und l 11 gewin burch teta haben; Freund Die night gerabe ni To wie f und ben ben," fagh bie 3 treffen auf ein bren, wwe. well 11 Trauu bum $ Rap nidte ba aber Di bod ile baribe Rauten Ibogen be auf Befalte tte Raute nb Sie b Stubl a auen bat ner Seill S& ft. pro töchte be als in ertens chaft, babe " 18 " " 20 " " H 21 " 17 820 14 940 416 560 18 780 " H " " " 1881/82 01882/83 1883/84 1884/85 22 Nimmt man den Selbsttofenpreis pro Rbm au" 14 Bf. an, so betrug im Jahre 1884/85 die Verbrauchsfumme 2629.20 M. Der Befizer dieser Anstalten hat jedoch für das in ben selben tonfumirte Waffer nicht einen Pfennig zu zahlen, tropbem fein Unternehmer einen sehr beträchtlichen Reingewinn für ihn abwirft. Gelegentlich der Etatsberathung pro 1885/86 bat die Stadt verordneten Versammlung in dieser Sache folgende Resolution angenommen:" Die Versammlung ersucht den Maatftrat, in den Broz'schen Bedürfnißanstalten, für welche das Waffer von der Stadt unertgeblich geliefert wird, zur Feststellung des Wafferverbrauchs Waffermesser aufzunellen." Der Magiftrat sept die Versammlung jest davon in Kenntniß, daß jede der in Nede stehenden Bedürfnißanstalten brim Anschluß an die städtische Wasserleitung mit einem Einen besonderen Nußen dürfte diese Mittheilung des Magistrats übrigens für die Stadt nicht haben, da ia ber Bertrag, ouf Grund dessen Herrn Proß das Wasser umsonst geliefert wird, wie wir hören, auf aehn Jahre abgeschloffen worden ist. Lokales. Umtausch von benutten Schullehrbüchern. Für die jenigen Eltern, welche ihre schulpflichttgen Kinder wegen Um auges aus einem Schultceise in einen anderen umschulen müffen, dürfte es von Interesse sein, zu erfabren, daß, un ihnen die Anschaffung neuer Lehrbücher zu ersparen, Tautch Depots eins gerichtet worden sind, in welchen das bisher benugte Lehrbuch gegen ein in dem neuen Schultreise eingeführtes& hrbuch ume getauscht werden kann. Wo der Umtausch der Bücher erfolgt, ist bei dem Rektor der Schule, in welcher das Kind neu ein geschult wird, zu erfahren. r. Eine permanente Verkehrsstörung verursacht die Weiche der Ringbahn auf dem Morigplaß, welche dort zur Umgebung der Haltestelle für die Wagen von der Linie Morig play. Brunnenstraße angelegt ist Die Weiche beginnt in der Flucht mit den beiden Inselperrons. Dadurch wird jeder Wa en der Ringbahn und der vorerwähnten Linte, der jene Stelle paffirt, genöthigt, zum Bord der jedesmal erforderlichen Weichenstellung mitten in der Fahrstraße des verkehrszeichen Blazes zu halten und zu warten, und dieser Aufenthalt dauert lange genug, um zu beiden Seiten zahlreiche Fuhrwerke in der Weiterfahrt aufzuhalten. Viel praktischer würde diese Weiche einige Schritte weiter füblich liegen, wo die haltenden Pferde bahnwagen den anderen Fuhrmeilen nicht im Wege stehen. Mitten auf dem Plage ist die Weiche geradezu gefährlich und auf die Dauer find Karambolagen der Pferdebahnwagen mit anderen Fuhrwerten taum zu vermeiden. Hoffentlib genügt biefe Anregung für die Bahnverwaltung, um die Weiche au verlegen und für die Polizei, um diese Berlegung zu bewilligen, ja um fie nöthigenfalls zu veranlassen. Ecabell. Daß der jüngst verstorbere und hoch verdiente Begründer der Berliner Feuerwehr eine Beit lang auch provi forischer Verwalt anastommiffar des Bittoriatheaters war, dürfte bekannt sein. In dieser letteren Eigenschaft führte er auch bas gar nicht leichte Direktionsfapter. Er durfte nach eigenem Ermessen Mitglieder für die Bühne engagiren, Theaterstücke annehmen oder ablehnen, Rontratte mit Runfibeft fenen der verschiedensten Battung abschließen sc., und für alle seine Handlungen war er Niemandem weiter verantwortlich, als den ihm vorgesetzten Hausministern Obstfelder und Schleinig, da die für das Viktoriatheater benöthigten Gelber zu jener Belt meift aus der Chatulle des Königs floffen. Man glaubte auch einige Jahre, das Viktoriatheater werde das Prädikat töniglich" er halten. Von dem aus dieser Doppelstellung Scabells fich entwickeln en Verwaltungsdurcheinander giebt uns ein alter Bureaubeamter des Verstorbenen folgendes ergögliche Bild. Denten Sie sich Ecabell flyend in seinem Feuerwehr bureau, damals in der Breitenstraße 15, rechts neben sich eine Menge Kontratte, die Feuerwehr betreffend, bis auf die Unters fchriften fertig; links ein Haufen Theater stripturen im bunten Gemenge. Jm Borzimmer warten verschiedene Personen auf thre Abfertigung; an der Thür steht ein Feuermann, von dem ewig heiteren Ecabell Cerberus" genannt, dessen stehende Rebensart: Eener nach dem Andern", unzählige Male zu hören ist. Der Theaterdiener Engel tritt ein: berr Direktor, Laura Schubert fann nicht zur Probe tommen." Warum nicht?" Ste tit geften als Fee im Liebestraum" von A Hopf in die Versenkung' rin jefallen und bat fich dabei det Hinte Rnie vertnart." Machen Sie dem Doktor Höppner Meldung. Drejeler was wollen Sie?" berr Direktor, die Wagenschmiere is alle."- t schon neue bestellt." Rendant Rämmerer, früberer Offisier, hitt ein Herr Direktor, bas braunschweiger Ballet ift gestern zum Gaftfpiel einge troffen und in Schmelzers Hotel abgefttegen Wo wollen Sie die Damen empfangen!"-Schiden Sie die feinsten Equipagen, die Sie auftreiben tönnen, die Damen vom Hotel abe aubolen; die Tritoteusen find sehr empfindlich. In zwei Stunden bin ich im Theatreau. ft Geschte da?"„ Ja, Herr Direktor." Sind die achtzig Abfuhrwagen für die Straßenreinigung beftellt?" Blanschdirektor Safe wirds beforgen, wenn er feine Pflasterbespriger erst auf'n Trab gebracht hat." Tbeater sekretär Sanftleben tritt ein und meldet: Berson fchickt eben für 600 Thaler Sammet- und Seidenstoffe für Uriella". Soll ich die Stoffe abnehmen?"- bat der Kafficer Geld?"- glaube nicht." Jh Sch auch nicht. Gerson r. Das Geschlossenhalten der Fabritpforten während der Arbeitszeit in unseren industrielle Instituten ist ein von ben Arbeitern mit einem gewiffen Ingrimm empfundener und auch in den meisten Fällen ganz zwecklofer Bustand. Kaum hat die Arbeitsglocke das Beichen zum Beginn der Arbeit gegeben, so erscheint der Portier und schließt die Eingänge; wer fich um wenige Minuten verspätet, und wäre die Vers spätung noch so entschuldbar, lehrt wieder um und geht nach Hause, bis die Pforten zur nachten Arbeitspause geöffnet werden. hat man mit einem von den Männern der Abett etwas zu befprechen und begleitet ihn zu diesem Swede auf dem Wege zur Fabiit, wie das bei der Kürze der Arbeitspausen faft gar nicht anders zu bewerkstelligen ist, so muß man fich schleunigst an der Fabiifpforte von ihm verabschieden, sobald ber Portier mit feinem Schlüffelbunde raffelt und so eine frappante Aehnlichkeit mit den uniformirten Beamten von reflektirt, die bezüglichen Anmeldungen bis 25. Juni cr. Blößensee zeigt. In den Fabriken arbeiten die dort Beschäftigten n das Markthallen Bureau- Neue Friedrichstraße 35, par entweder nach Allorblöhnen oder nach Stundenlohn; anderer rea.. des seitigen Verwalters der Bentral Martiballe, Lohn oder Gehaltsnormirungen fird für Arbeiter selten Herrn Inspektor Handwig, einzureichen.- In dem genannten und tommen wohl nur bei Weitführern und Beamten Bureau wird, so weit dies nach jetziger Lage der Sache mög vor. Wozu ist also der Bwang, au einer bestimmten Beit lich ist, auch über alle einschlägigen Fragen Austur ft ertheilt püntilich erscheinen zu müssen? Für den Affordar better hat - Die bereits eingegangenen und noch eingebenden es gar feinen Bwed, und die Stundenkontrole der Lohnarbeiter Gesuche werden, soweit thunlich, nach der zeitlichen Reihenfolge fann febr wohl auf andere Weise geregelt werden. Die nach der Meldungen berücksichtigt werden. Es liegt daber im Inter- Stundenlohn Arbeitenden würden sich einer Kontrole ihrer ballen terre werben. Rindheit auf eine version dagegen gehabt. Es verdirbt Mir fiets ben ganzen Tag." Das könnte ich nicht fagen," meinte Schaller troden, enn wir weiter nichts den Tag verbirbt; aber ich muß et gehen. Also übermorgen ist ber glüdliche Moment, Machen Sie's nur um Gottes willen nicht wie Hauptmann Jon Dürrbed." Jh werde mich hüten," lachte Nauten, als fich Schaller zum Gehen wandte, und streckte sich dabei bequem auf seinem Sopha aus. Wunderbarer Weise schien die Kunde von Dürrbed's Lobe, selbst noch nicht bis zum Frühstüd, Solberg's Haus reicht zu haben, bas übrigens auch nur geringen Berkehr mit der übrigen Nachbarschaft hielt. Erst der Barbier, ber lich darüber, daß er hier wirklich etwas Neues melden todtgeschoffen, und jetzt ist das Gericht bei ihm, um seine Sagen mit Beschlag zu belegen." So? Hatte er Schulben?" " Muß doch wohl. Die Herren Offiziere leben gern ein bischen flott, he, he, her Nehmen Sie fich in Acht, jezt haben Sie mich wieder geschnitten!" Bitte um Verzeihung, Herr Baron, es ist Ihnen nur ein Haar ausgesprungen, Sie haben einen fo febr farten Bart. Dante unterthänight," feßte der Barikünstler hinzu, als er bie Serviette abnahm und mit einer tiefen und sehr anstandsvollen Berbeugung zurüdtrat. Baron von Solberg beendete seine Toilette bie " " " wie elektrifirt empor. Um Gottes willen, Vater, das ist ja doch nicht möglich!" Der Barbier hat es erzählt," erwiberte sein Bater, und der ist dem Tageblatt immer volle vierundzwanzig Stunden voraus." Dürrbed? Hauptmann von Dürrbed?- Aber heute ist ja sein Hochzeitstag." Wahrscheinlich eben besbalb," sagte Baron v. Solberg, indem er langfam feinen Raffee schlürfte; man erzählt sich in der Stabt aber ich berichte nur, was ich von meinem Barbier weiß, daß er fich aus Neue über dieses Vers hältniß das Leben genommen habe." Morgens un neun Uhr fam, brachte fie mit und war glück übrigen Mitglieder der Familie befanden sich noch auf ihren Stunden schon gezählt hat, die ihn mit seiner Constanze lonnte, benn in allen übrigen Häusern hatten fie es schon/ Moment ab, wo zum Frühstück geklingelt wurde. wußt. Der alte Herr nahm die Sache übrigens ziemlich falt blatig auf. Der Hauptmann von Dürrbed war aus dem Rreise seiner Bekannten und Freunde getreten und exiftirte eigentlich schon seit der Beit nicht mehr für ihn. Bes halb follte er fich also für ein Individuum besonders infereffiren, bas überhaupt nicht eriftirte; er fab teine Ber anlaffung dazu. Weshalb 8" war die einzige Frage, bie er an den einzufeifen. Im Kleinen Salon traf er bie Seinen. Apropos, Hans, wo hast Du Dich benn gestern den ganzen Nachmittag herumgetrieben? Du wurdest hier sehr Dermißt." Ich hatte Geschäfte, Bater," sagte Sans, unser Agent aus Hamburg war da, mit dem ich viel besprechen mußte." Der Barbier erzählt bas!" rief Hans fast außer sich, aber ich tenne Dürrbed genau und weiß, wie er bie verbinden sollten. Dh Du mein Himmel, was fann ba vorgefallen fein? Welcher furchtbare Wahn hat ihn zu so Entfeßlichem getrieben" Mein lieber Sohn," sagte der Baron fehr ruhig, Du urtheilst noch nach dem äußern Schein; wenn Du aber erst mehr Jahre zählt, wirst Du einsehen, wie oft ber trügt. Man fann feinem Menschen ins Herz fehen." Barbier richtete, als dieser gerade im Begriff ftand, ihn reben höre, und er betreibt das mit einem so fabelhaften halb gefrühstüdt!" Es flingt mir zu merkwürbig," bemerkte bie Frau Baronin, wenn ich den Hans so ehrbar von Geschäften Ernft." Es ist das auch oftmals lein Spaß, Mama, benn es Dürrbed, ja," rief Hans bewegt aus, ber zeigte sein Hers fo offen und wahr, wie es in seiner Bruft lag." Wo willst Du denn hin? Du hast ja noch nicht Nach seiner Wohnung natürlich," rief Hans, darüber Baron teine weiteren Mittheilungen machen zu fönnen, Waaren, bei denen es einen bedeutenden Unterschied macht, fegen tann. Aber es ist auch nicht denkbar!-Stabt Bebaure recht sehr, sagte der Höfliche, dem Herrn handelt sich zuweilen um ganze Schiffslabungen loftbarer muß ich Gewißheit haben, ehe ich mich wieber ruhig nieberhur was sich die Leute erzählen." ob fie zur rechten Seit ober später eintreffen." Weiter wiffen Sie überhaupt nichts?" erwiberte Herr on Solberg mit fabelhafter Rücksichtslosigkeit. Der Barbier aber lächelte; er nahm das für eine Eloge und fuhr ges schmeichelt fort: die Heirath mit Fräulein Blendheim, ber Sängerin, soll ihn gereut haben; er war doch von Abel jegt auf und warf den Blick darüber hin. und fie nicht, und da hat er sich noch vorher eine Rugel burch's Herz geschoffen." It er fchon begraben?" Entschuldigen, Herr Baron, er hat sich erst gestern Die Familie hatte am Tische Plaz genommen und der Raffee wurde fervirt; neben der Taffe des Barons lag da bei ftets bas hobenburger Tageblatt, und er nahm es Apropos," sagte er plöglich, von seiner Lektüre auf febend, babt Ihr es schon gehört? Hauptmann Dürrbed hat fich gestern Abend erschossen." Dürrbed?" schrie Hans und fuhr von seinem Stuhl Eher wollte ich flatsch! Dürrbeck fich erschossen? glauben, daß Frau von Schaller in ein Klofter ginge und Nonne würde, oder Frau von Egersheim ihre eigenen Saare trüge. Es ist zu wahnsinnig!" tion Aber so trinke doch nur erst Deinen Raffee, wenn Du es überhaupt nicht glaubt, denn in dem Falle liegt nicht die geringste Veranlassung vor, Dich zu übereilen, sagte die Schwefter. ( Fortfeßung folgt.) foll am Erften die Rechnung schiden. -Guthery bittet um Borschuß." Noch was Neues?" „ Das ist was Altes. Was wollen Sie, Rnetschte?" Babe zu melden Herr Di rettor: Sprize Nr. 14 bat'n Loch!" Hier wird plöglich groß Feuer gemeldet. In sehn Minuten fieht man Scabell mit feinen todeßmuthigen Flammenbezwingen im Galopp durch Die Straßen jagen, um der Erfte auf der Brandstätte zu sein, und nach Dämpfung des Feuers zurüd nach der Direktions („ B. T.") loge des Biltortatheaters. R. Der Landrath des Teltower Kreises macht darauf aufmerksam, daß die Schießstände des Garde- Schüßen Bataillons im Grunewald seit dem 2 b. Mts. in Benugung genommen worden sind und daß die durch dieselben gefährde fen Theile des Grunewaldes du ch Warnungstafein tenntlich gemacht find. Es wird vor dem Betreten dieser Theile des Grunewaldes, die bisher vielfach von Touristen aufgesucht wor ben find, gewarnt. R. Polizeiliche Razzias find in der Nacht zum Sonntag in der ganzen Umgegend Berlins, von Treptow bis zum Grunewald, abgehalten worden. Jm Treptower Bat wurden 17 und auf dem Tempelhofer Felde wurden 16 Jndividuen aufgegriffen und zur nächsten Bolizeiwache fiftirt. Unter diesen befanden fich mehrere von der Polizei länaft gesuchte, sted brieflich verfolgte Verbrecher, verschiedene Polizei Observaten, einige aus einer Strafanstalt Entsprungene, aber auch vers schiedene harmlose Bennbrüder. Gerichts- Zeitung. Die Fran Professor" liest manchmal ein Rollegium von Der Liebe des Nächsten. Sie wohnt in der Bärenschanastraße in Nürnberg und heißt Fanny W.; Frau Profeffor" nennt man fte, weil sie Die Gatiin eines Lebrers ist. In Bezug auf den Hörerkreis ist fie bei ihren Dozirungen nicht wählerisch; es dürfen auch Dienstmägde sein, wenn fte nur anscheinend gläubig zuhören. Mit den Stoffen, welche fte zu ihren Darlegungen ver wendet, hat fie jedoch häufig Unglück und ihre Aufstellungen laffen fich gewöhnlich nicht begründen. Das ist schlimm, denn unbegründete Behauptungen lönnen fich gleichzeitig als ver leumderische Beleidigungen erweisen, wenn fie Anzüglichkeiten enthalten und gegen ehrenhafte unbescholtene Leute ge richtet find. Lesteres war der Fall bei einer Leiftung der Frau Brofeffor", mit welcher sich seit Monaten die Berichte bes fchäftigen. Die Frau batte ihre Aufmerksamkeit auf eine Nachbarin, Frau X, gerichtet und beobachtete dieselbe mit Argusaugen. Diese Beobachtungen waren vergeblich, denn wo nichts Ver bächtiges ift, fann man auch nichts entbeden. Frau X. ist eine feingebildete folide Bürgersfrau und lebt in glücklichfter Che. Troßdem ließ fich die Frau Profefforin nicht abschrecken; fie wollte Anlaß finden, um über die Liebe des Nächsten, b. h. hier ihrer Nachbarin, etwas Interessantes vortragen zu tönnen. Und was fand fie schließlich? Sie fab und hörte, wie im Hofraume des Hauses Frau X. von Handwerkern, die dort arbeiteten, angeredet wurde, eine Maß Bier zu zahlen, weil an diesem Tage ihr Geburtstag war. Aha, das ist verdächtig," sagte fich Frau W. und gab auf den weiteren Verlauf der Szene Acht. Sie fab nun, daß die Maß Bier wirklich geholt wurde und Frau X. auf Verlangen fogar Davon trant. Das genügt", dachte die Frau Profeffor, und fte hatte Recht, denn wie leicht tonnte zufällig ein Mann von Derfelben Stelle des Krugrandes trinten, wo Frau X. getrunken, und das wäre dann schon ein indiretter Kuß gewesen. Aber Frau W. entdeckte noch mehr. Sie erfugt, daß Frau X. einem Handwerker, der für fie eine fleine Reparatur ausgeführt hatte und der Geringfügigkeit des Objets wegen teine Baarzahlung nehmen wollte, eine Portion Schinken bezahlte. Sie hatte fich zwar an dem Schinfenfrühstück nicht betheiligt, aber immerhin, man bedenke, Schinken von einer verheiratbeten Frau, genoffen von einem andern" Manne! Das war Frau M. sehr, sehr verdächtig. Das Schlimmste kam nun noch. Frau X. hatte in ihrer Wohnung den Besuch des Hausherrn empfangen und den legteren zum Sigen auf dem Sophr eingeladen. Sopha Dieses Wort allein enthält für fundige Thebaner ganze Romane und speziell interessante Schlußtapitel der Romane; wo ein Sopha im Spiel ist, ba bedarf es ja gar keiner weiteren Unter lage mehr für die schlimmsten Vermuthungen. Die Frau Profeffor batte also ihr Material brisammen und hielt mit Mägden und Nachbarinnen ein Privatiffimum, in welchem sie ganz bestimmt andeutete, aus Bier, Schinten und Sopha gehe hervor, daß Frau X mit anderen Männern ,, verbotenen Umgang gepflogen habe," wie fich der diskrete Rater Hiddigeigel ausdrückt. Frau X., als fie von den Vermuthungen erfuhr, welche an the Sopha geknüpft worden waren, nahm die Strafgeset Baragraphen 185, 186 und 187 zu Hilfe und flagte wegen verleumderischer Beleidigung. Vor den Schöffen tam die Sache nicht endgiltig zum Austrag, sondern beschäftigte diese Woche noch das Landgericht. Mittags zwischen 12 und 1 Uhr, bei 27 Grad Reaumur im Schatten wurde dort endlich der heiße so schnell wie möglich an mich persönlich in den Versamm lungen oder in meiner Wohnung die Quittungsbücher abges liefert.. 3ilm, Delegirter und Kafftrer des Fachvereins der Schneider, Waldemarstr. 19, of 1 Tr. 8um Samiedeftreit. Vorgestern ging die erste Aus zahlung der streikenden Schmiede in Gratwell's Bierhallen vor fich, die Verheiratheten betamen 10 M., die Unverheiratheten 8 M., diejenigen, welche überhaupt ohne beit waren, also nicht beim Streit betbeiligt find, erhielten 6 M. | nicht sogleich auf dieselbe eingingen, stellten se, sämmtlich de Arbeit ein.( Folgen die Namen) Wir bitten Sie nun, bei eventueller Nachfrage um Arbeit, diese Leute abzuweisen. Ho achtend Becheltus und Bertold." Wie mitgetheilt wurdt, ift die Lobnerhöhung aus dem Grunde erfolgt, weil die Arbeits bei dem bisherigen Lohnfage die A.beit nicht in der gewünschten Qualität herzustellen vermochten und hätten die genannt Fabrikanten daraufhin zur Polizei geschickt mit der Gefiätun in ihrer Fabrik wären lauter Sosial pemotraten. In welter Folge wurde die Versammlung einberufen, um eine Vereinigung aur Abwehr von Lohnreduktionen und Maßregelungen gründen oder aber der Widerstande laffe der tmacher, welde gleichen Bweden dient, beizutreten. Herr Bildhauer Dupont bielt zu diesem Bwede einen sachgemäßen Vortrag. Detjeibe wirs im Allgemeinen auf die traurige Geschäftslage bin. De Ronturen, die überlange Arbeitszeit, welche während Saison faft obre Ende ift, die Sonntags arbett, welche 10 und 11 Uhr Abend ausgedehnt werde, bewir ein permanentes Sinten der Löhne Speziell be Hut sei ein Konsumartikel, auf den fich Hut sei ein werfe, baber fei die Ueber produktion gerade in di Brande größer als in anderen. Hierzu tomme das Beftreb durch Maschinen möglichst billig au fabrtstren, die Arbeitsmit so billig wie möglich zu beschaffen und deshalb den Arbeit Sind die jugendlichen Arbeiter unmoralischer ge worden? Ein sonderbarer Herr scheint der Bwickaner Fabrikinspektor zu sein, der in seinem Bericht über das 8u. fammenarbeiten jugendlicher Arbeiter mit Erwachsenen sein Urtheil fällt. Daffelbe geht dahin: Bei dem fortwährenden Verlehre mit Erwachsenen ist die moralische Bildung der jugendlichen Arbeiter weit hinter ibrer geiftigen Bildung zurüdgeblieben; dieselben find wohl flüger, aber nicht besser geworden, was zur Genüge Daraus hervorgeben dürfte, bak fie vielfach den Streits nicht ferngestanden und Veranlassung zu Arbeitsstörungen gegeben baben.- So! darnach find die Streits in den Augen eines Gewerberaths, der auf Grund der deutschen Gewerbeordnung angestellt worden ist, unmoralisch, und doch sind diese unmoralischen" Streits durch diese Ge werbeordnung gewährleistet! Die Streits aber find eine Waffe Der Arbeiter gegenüber den Unternehmern. Würde der Herr Inspektor das Söhnchen eines Unternehmers, der feine Waffe gegen die Arbeiter, den Arbeitsausschluß( gemein fame Entlaffung von Arbeitern) braucht, auch als unmoralisch hinstellen, wenn es fich an diesen Maßregeln betheiligt, indem es riefe: Bapa, Du haft recht, daß Du die Widerspenstigen entlassen hast!" Sollen denn am Ende, wenn die Bäter streiten, die Söhne noch in Arbeit bleiben, womöglich noch gegen den väterlichen Willen, um ihren Eltern machen und den Sieg der Ronkurrenz zu " ihrer eigenen Bäter her beiführen? Ehre deinen Vater und Deine Mutter" Das scheint uns das göttlichste, das erste unter allen zehn Geboten. Gehört ein Auflebnen der Kinder gegen den Willen, gegen das Intereffe threr Eltern auch zu ber so viel gepriesenen göttlichen und weltlichen Ordnung? Dder soll das Familienleben mehr noch, wie seither unter die moderne Wirthschaftsordnung gebeugt werden? Und wollen am Ende dazu Männer Beihilfe leiften, welche eingesett find zum Schuße der Arbeiterfamilien? hoffen wir, daß es nur ein unüberlegtes Wort war, welches der Herr Inspektor nach den Dresdner Nachrichten", der wir den Ausspruch entnehmen, bingeschrieben hat. Doch wollen wir das Eine bemerken, daß die Herren Fabrikinspektoren schon deshalb Alles, was ste schreiben, genau fich überlegen mögen, weil Alles genau ge lesen und mit Recht tritiftet wird. Wir aber erklären, daß Frage sei nun diese, wie eine Bfferung au chaffen fel? Streits seien ein zweischneidiges Mutel und verlorene Shells vergrößern noch das vorhandene Elend. Bor Allem fei eine Vereinigung zu erstreben, deren Bw d die Befestigung der Sonntagsarbeit, Berkürzung der täglichen Arbeitszeit und böhung der Löhne set. Eine gemeinsame Vereinigung muffe geschaffen werden, damit fich beide Rategorien, Sub macher" und" Hutarbeiter" nicht gegenseitig fädigen. Die ca. 300 gelernten Hutmacher und etwa 600 utarbeiter in Gegner Berlin müßten fich Alle dem Unterfügungsverein der Sub macher anschließen. Dagegen meinte Herr Lgner( Fabrilant), daß eine beiderseitige Vereinigung, wenn nicht ganz unmöglich, so doch zum Mindesten nicht nuß bringend sein würde, da die Gegensäge zwischen gelernten butmachern und Butarbeitern große wären. Diese Ansicht fand allgemeinen Widerspruch und besonders Herr Rolack führte an, daß bet der beutigen h arbeit in der Hutfabrikation der Hutarbeiter in allen Brands thätig sein müsse und daß eine 15-20 jährige Erfahrung einen vierjährigen Lehrbrief aufzuwiegen im Stande fel dem noch Herr Grade für einen Beitritt zur Widerftandblaffe des Unterstüßungsvereins deutscher Hutmacher plaidiet, wurde eine Resolution in diesem Sinne angenommen. tag Nachmittag, etwa 3000 Mann start, abermals zu mehrlin hfs. Die ftreitenden Maurer Berlins waren am Mon digen Verhandlungen im großen Saale der Tonballe" le es moralisch und gut ist, wenn bei Streits, wenn im drichstraße 112, versammelt. Die Dituifton, an welder fich Arbetter treu und fest ihren älteren Kameraden zur Seite lebhaft. Wir beben daraus hervor, daß Herr Schmidt feinen ftehen. schon in der Maurerversammlung am 11. b. M. bei Buggen hagen gestellten General Antrag auf Erklärung resp. Beschlußfaffung der allgemeinen beitseinstellung aller Berliner Maures auf Testen recht hielt und für denselben sehr energisch eintrat, nad auch einige andere Redner auf Grund ihrer in den Zagen und im Laufe des Montag gemachten Bea und obgleich die Arbeitseinstellungen nicht unerheblich im Bunehmen begriffen seten Die Babl bewilligenden Die Forderung Arbeitgeber vergrößere, doch nicht so bald gelingen werte, die Lohnf rung zur ganz allgemeinen Durd fübrung zu bringen. einzelne Redner versicherten fogar, caß man auf febt bi wenn nicht auf den meisten Bauten, wo bis jest, trot gung auf einen späteren Termin, noch fortgearbeitet werd Der Arbeitseinstellung nur auf die Brollamirurg Des meinen Streits gewartet habe und noch warie. Währe ein Theil der Redner die Anficht vertrat, daß nach jezi der Dinge ein entscheidender Erfolg nur noch durch den " Aus der Provinz Sachsen erhält die„ Volkszeitung" folgende Mittheilung: Gegen die Soldatenarbeit, be sonders bei der Ernte, ift so oft schon geschrieben worden, da biefelbe ähnlich wie die Arbeit der Sträflinge den, freien" Arbeitern eine ungebührliche Konkurrens macht. Doch hat man immer für die Erntearbeit der Soldaten geltend zu machen versucht, daß in der Erntezeit überhaupt nicht genügende füchtungen dem Bweifel Ausdruck gelieben hatten, ba tige Arbeitsträfte vorhanden seien und daß man auch den Sol daten durch die Arbeit in Feld und Wiese ein gewiffes Ver Der Verdienst, den die Soldaten da gnügen schaffen wolle. durch erwerben, tomme erst in zweiter Reihe in Beracht. Doch leichter Arbeitsträfte verschaffen tönnen, als die fleinen Bauern, die Soldatenträfte besonders zugewendet werden; aber immerhin haben die Gründe für die Erntearbeit der Soldaten bewilligung der Forderung oder Vertröftung mit der doch noch einigen halt, wenngleich wir fte nicht als richtig anettennen fönnen. Da hören wir nun plöglich, daß in der weitgrößten Stadt der Provins, in alle, woselbst awet Bataillone Infanterie fich in Garnison befinden, von dem Fachverein der Maurer darüber geklagt wird, daß auf den Bauten in alle gegenwärtig attive Sol. baten beschäftigt werden." Ausbrücklich wurde in einer Versammlung des Fachvereins unter Nennung der Namen von zwei Maurermeistern betont, daß die Verwendung von Soldaten zur Maurerarbeit, da in alle ein Ueber. schuß von Gesellen vorhanden sei, nur der billigeren Löhne halber beliebt werde. In einer weiteren baldigft einzuberufenden Versammlung des Ver eins foll nun zunächst die Bedürfnißfrage dieser Soldatenarbeit und zugleich die Frage erörtert werden, wie fich solche Ber Nr. Die Die richteres tand fo De Dom 25. Befez ü Die H nehmun durch G 1. Jan ligation meine Im Spezial Interpr Morim facher 2 Schulden Geltend betrafen fegedoor beamed an laff n auf das der Bef Möglich Schädigu tath eit wie fte bebung bigung Dortomm Deipfl ch nichi au wären, unterfu eine all Areben Ueb roa 19 f füglich Motion Umfän fich fl no big. heute Elend welch müsse Ra jener A ein Ent Bundes Expertif Lage Bene ralftreit zu erreichen sei, sprach der andere Theil der Redner seine Bedenken dagegen aus und glaubte, aus prallen Gründen der befürchteten unvollkommenen Ausführung solchen Beschluffes, davor warnen zu müssen. So war cinc nament lich Herr Behrend prinzipiell und bedingungsmeile mit de Generalftreit ganz einverstanden, nur bangte auch Dor Dem bekannten Indifferentismus Mehrheit. Selbstverständlich wurde Der groß allgemein 12 eine große öffentliche Generalversammlung aller Berlin Maurer für geeignet und berechtigt erachtet, über diefe Frag wendung von Soldaten zu der vom Staate geforderten drei endgiltig zu entscheiden. Eine Abstimmung über den Schmid jährigen Dienstzeit verbalte. Außerdem will man eine Beschwerde an die Militärbehörde in Halle, dann an das Kriegsminifterium und eine Betition an den Reichstag richten. Aus den Berichten der oberbaierischen Handels- und Gewerbelammern erfieht man, daß die Löhne im Jabre 1884 gegen das Vorjahr noch etwas zurüdgegangen find. So wird aus 15 Bezirken Das Gleichbleiben, aus 6 das Fallen und aus 3 ein ganz geringes Steigen der Löhne fonstatirt. Aus wei schen Generalantrag fonnte daher nicht vorgenommen doch nahm die Versammlung einstimmig einen anderen des Herrn Schmidt an, dahin gehend, die Kommiffion fofortigen Ausarbeitung und Waffenverbreitung eine merden Antrag mit on Flug blattes unter den Berliner Maurern und Maurermeifen Situation beauftragen, in welchem dieselben über die jeßige Mittwoch, den 17. b. M., Abends, statifindenden aufzuklären und zur zahlreichen Bethelligung an einer an teren Andeutungen aber erkennt man, daß für das Jahr 1885 versammlung der Berliner Maurer aufzufordern find, auf den Richter nichts Verdächtiges, aber halt! jest tommts, triumphirte schaftliche Gesammtlage ist keine gute, überall Ueberproduktion die Strettfrage und damit Busammen gangen Die Partei der Verklagten, denn der betreffende Hausherr wurde über seine Erlebniffe auf dem Sopha der Frau X. eid. lich vernommen. Doch was er bekundete, mar nicht geeignet, romantische Erwartungen zu befriedigen. Man hatte mit ihm, allerdings fehr freundlich, aber doch recht prosaisch über die Reparatur eines Dfens gesprochen. Sonst hatte er nichts, ouch gar nichts erlebt. Die Sache der Verklagten schien reitungslos verloren. Da raffte fich ihr Vertheidiger, Advokat Bech, zu einem legten entscheidenden Schlage auf. Er habe eine Beugin, welche beschwören tönne, daß Frau X. fich sogar selbst gerühmt hätte, Herrenbesuche empfangen zu haben. Ah, jest wendet sich die Sache," hieß es in den Reihen ber bedrohten Partei. Indes- welche Enttäuschung! Die be treffende Beugin fonnte über die Herrenbesuche nur mittheilen, Frau X. habe einmal gesprächsweise gesagt:„ Es war ein Herr da." Die Richter wußten genug. Sie ftellten die Beugen- Ber nehmung ein, erduldeten in stiller Refignation die Neben der Advokaten und erhöhten dann, dem Antrage der Klägerischen Bartel entsprechend, die Strafe der Frau W. von 10 auf 50 M., übertrugen ihr auch sämmtliche Kosten und sprachen aus, daß Die Klägerin durch nichts zu jenen Verdächtigungen Anlaß ge geben babe. Man darf daher auf der Bärenschanze wieder Bier trinken, Schinken effen, ia fogar auf dem Sopha figen, ohne seinen un bescholtenen Namen zu ristiren. Sosiales und Arbeiterbewegung. Aufruf! Kollegen! In der am 14. Bai 1884 im Louisen und Sinlen der Waarenpreise. Besonders schlechte Nachrichten Tommen aus den kleineren Städten und Drten und aus dem Kleingewerbe und dem handwerksmäßigen Betriebe. Die Groß industrie absorbirt immer mehr und selbst in dem wirthschaftlich so stodkonservativen Baiern den Kleinbetrieb, wie dies ja in ben wirthschaftlich vorgeschrittenen Ländern und Landestheilen schon längst geschehen ist. Also selbst in Baiern nügen die Adermann von Frankenstein'schen Bunftbestrebungen nichts. Taubftummenstatistit. Die Bahl der sämmtlichen Taub Stummen der Welt beträgt nach den Ermittelungen des Dr. Moufang in Mains ungefähr 800 000 und von ihnen find 63 pCt. taub geboren und 37 pet. später taub geworden. In 397 Taubstummenanstalten werden zur Beit 26 374 Taub ftumme von 2000 Lebrern unterrichtet. Derartige Anstalten beftgen Deutschland 90, Defterreich- Ungarn 17, Schweiz 11, Australien 2, Belgien 10, Brafilien 1, Canada 7, Dänemart 4, Frankreich 67, Großbritannien und Jrland 46, Japan 2, Italien 35, Luxemburg 1, Merito 2, Niederlande 3, Neus Seeland 1, Norwegen 7, Portugal 1, Rußland 10, Schweden 17, Spanten 7, die Vereinigten Staaten 65 und Bombay 1. Noch ein Streit der Eisenarbeiter in England. Die Arbeiter der Coleshill Eisenminen haben die Arbeit niederge Arbeiter der Coleshill Eisenminen haben die Arbeit niederge legt. Dieselben verlangen eine Lohnerhöhung von 8 Shilling per Woche. Man bofft den Streit durchzuführen, da den Ar beitern in den Flinshire Minen von den Arbeitgebern gleiche Bugeftändniffe gemacht wurden. In Falle der Verweigerung Der von den Arbeitern geftellien Forderung, haben dieselben in einem Meeting beschlossen, mit einer öffentlichen Demonstration vorzugehen. Städtischen Konzerthaus ftattgefundenen Schneiderversammlung Vereine und Versammlungen. wurde eine Lohntommiffion gewählt, welche fich die Aufgabe flellte, der traurigen Lage in unserem Gewerbe nach Kräften abzubelfen. Da dieses ohne Selomittel nicht möglich ist, fo wurde am 14. Juni vorigen Jahres in der Versammlung der Beschluß gefaßt, pro Arbeiter 10 Bf. beizusteuern, und alle bret Monat öffentliche Rechnung zu legen; da fich nach Ver Tauf von einem Jahr feiner von der Kommiffton zur Rechnungslegung bequemt hat, so beabsichtige ich, binnen furzer Zeit eine öffentliche Bersammlung einzuberufen. Um eine Revifion burchzuführen, ist es dringend nothwendig, daß jeder Delegirte " th. Eine allgemeine öffentliche Versammlung von in ber Qutbrache beschäftigten Arbeitern fand am Sonntag, den 14. b. M. im Balmenfaal" statt. Beranlaffung zu dieser Ver fammlung gab ein Birtular einer biefigen Fabrit an eine Reihe von Fabrikanten, welches vom Vorfißenden, Herrn Auguftin, in folgender Faffung zur Verlesung gebracht wurde: Wir thellen Ihnen ergebenft mit, daß folgende bei uns beschäftigte Tourer und Bügler plöglich während der Arbeitszeit eine un verschämte Arbeitslohnerhöhung beanspruchten und als wir Verantwortlicher Redakteur St. Cronheim in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in ber Bollbars Maberes bes fiehen wird. Als Bersammlungslotal ist die monie" in der Bernburgerstraße in Aus ficht genommen. wird noch durch Säulenanschlag bekannt gemacht werden, t. Im Fachverein der Schmiede gelangte am glieber zur endgiltigen Entscheiburg. 12 Die Unterstüßungsfrage der streitenden resp arbeitslofen Der Antrag Die Unterstüßung für die erste Woche auf 4 Mt. 既 Drewi bemifi wurde mit der Maßgabe zum Beschluß erhoben, ba bie Die Unte Bode Die oom the Samik ชน event. Beitragsrückstände abzuziehen sind und wurde ftügung für die Dauer des Streits auf 3 Mart pro festgesezt. Auch wurden durch Versammlungsbeschluß Fachverein der Lohntommiffion thr geliebenen Gelder die Dauer des Streits zur freien Verfügung gestellt Beitungsnotis, welche berichtet, daß der Streit der bereits beendet set, indem fich Meister dahin geeinigt, daß die Sonntagsarbeit ertra werden foll, erklärt Herr Matthes für gänzlich unwah Schmiedegesellen wollten durchaus teine Sonntag arbe teine bezahlte und würden auch diese Forderung Durch wiffen. Im Anschluß hieran ermahnte Herr Drewis nachdem der erste Anfturm mit Erfolg getrönt fel, set es der Lohntommission möglich gewesen, fo und Gefelles Fernerbion Gefolg nicht zu erschlaffen. Nur durch die Thätigkeit des adver zu erringen, indem durch die öffentlichen Versammlungen Maffen dahin aufgeklärt worden seien, daß nur im engen große nur durch eine starte Organisation etwas zu erreichen halb solle jeder ellen, Mitglied des Fachvereins fel. Da am Abend zuvor eine öffentliche Versammlung stattgefun war fein Referent bestellt worden und wurde die Versamm bereits um 10 Uhr geschlossen. am Mittwoch, den 17. Juni, Abends 8 Uhr, im Build Demokratischer Verein. Generalversamml flädtischen Klubhause, Annenfiraße 16. Tages. Deb 1. Beschlußfaffung über ben Statutenentwurf. 2. bes Ausschusses. 3. Das Verhältniß zur süddeutschen A Fachberein der Tischler. Berfammlung beute 8% Uhr, Bergftr. 68, in Rurgmann's Salon. LageBo 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn über bie en partet. Gewerkvereine. 2. Verschiedenes und Fragelaften. willkommen. Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Bella Bla Behörde freilich werbe, Bujamu welches Schad Ausübu Das J einzelne obligato eingetre bebingt macht, veranla Borschl werde, wie, we A Aus und vo Begleit Rtube." Id und ir Thiere Br und Le war mi alle in Gezant Führer € hier บ zur auch 1 Dich, i nach" J bacte als ein bas bie zu tom .C am Se allerlie Schneem toletten idmüd Thierd mtlid bie nun, bei n. Bot alt wurd Arbeiter wünschten genannt Betlärung weiteres reinigung angen et, welde Dupont Derjebe bin. Die brend bet belde bewirli ate be A in biefe Bestreben beitsmitte Arbeit den. Die affen fet? ne Strelts n fei eine Bung ber und Gr ung müfe Sut fchädigen. tbetter in Der Sut Fabritant) unmöglic D, da die cbeitern prud und Ben Shells Branden tung wohl fel Rad ftandelaffe ict, wurde am Mons meblin Me" Frie belcher fich Der äußert tot feinen ei Buggen tlärung nen rer au nadben ben leg Beobad baj blich Babl fich fle Lobnfor ingen febr vi trop er B werd Des Shre epi Den age Bene Der Hebner Pratiden rung eine ar nament Te mit de auch th grot ein r Berline Diefe Frage en Schmid en werden eren Antrag on mit or ines F melfien einer an e Situation en Hafen auf beren ng Aber gangen en. Mabere Derben 12. b. lofen ag Drew bem Daß hieron e die Untes pro Wo ubie vom Ider the Hell Gefell et Smi tra wabr arbell Prewi fernerbing Fachvereing Oße Gefol Tungen 7 engen finden en fel au attgefun Gerfamman mmlu im Lui Debn 2. Ne fchen beute BeBorb e eng ent. Bella 品 Nr. 138 Beilage zum Berliner zum Berliner Volksblatt. Die schweizerische Gesetzgebung über die Haftpflicht. Die Allgemeine Bitung", ein objektives, gut unter richtetes Blast, läßt sich aus der Schweiz über diesen Gegen ftand folgendermaßen berichten: Dem Bundesgefeß, betreffend die A brit in den Fabriken Dom 25. März 1877, folgte in Bezug auf Art. 5 deff iben ein Befes über die Haftpfl cht aus Fabritbetrieb vom 25 Jult 1881. Die fipflicht Der Etfen babn und Dampfschifffabit Unternehmungen bei Löbtungen und Berlegungen war schon früher burch Gesez vom 1. Juli 1875 geregelt worden. Mit dem 1. Januar 1883 trat sodann das neue eidgenössische Db. ligatio nedt in& aft, welches nun in diesen Fragen das ge meine Recht zu bilden hat. Mittwoch, den 17. Juni 1885. Der neue Entwurf will in erster Linie die daftpflicht der Fabrikanten unter das gemeine Recht des eidgenöfftichen Obli gationenrechts stellen, dessen Bestimmung wir so eben wieder gegeben haben, und von der fener nur entbunden werden kann, menn er die Anwendung aller möglichen Sorgfalt für Verbütung des Schadens nachgewiesen hat. Nach dem bestehenden Haftpflichtgeset haftet nämlich der Fabrikant für sich und seine Angestellten bei Verlegungen und Tötungen nur, wenn die Verlegung oder Tödtung eines Arbeit rs in den Räumlichkeiten Der Fabril und durch den Betrieb derselben geschehen ist. Diese Beschä lung, an welcher die Gerichte vo: kommenden Falles streng festhielten, mußte gar oft au Ungunften verunglückter Arbeiter ausfallen. Denn der Fabrilant haftete nicht für seine Angestellten, wenn dieselben außerhalb der Fabrit einen Schaden veranlaßten, und die Argestellten selbst bafteten ebenfalls nicht auf Grund einer ähnlichen Beschränkung. Diese soll nun wegfallen. Je nach der durch ein Gewerbe bedingten Gefahr für Gesundheit und Leben der Arbeiter soll auch eine besondere Haftpflicht geschaffen werden. Grund fäßlich ist dies im bisherigen Haftpflichtgefet bereits ausgesprochen, es wurde auch ein Versuch der Durchführung fpesiell bei der Fabrikation von Bündhölichen gemacht. Der Der Bundesrath ließ sich über die Fage schon früher Gutachten einreichen; von 10 derselben, welche ihm zugingen, fommt aber jedes u einem besonderen, mit den andern zuweilen in dia metralem Gegensat stehenden Resultate. Es gilt dies nament lich für Strar fheitsfälle und die Haftpflicht für dieselben, wenn fte Folge der gewerblichen Arbelt find. Im Laufe der Beit machten sich verschiebene Lücken jener Spezialges Bgebung auffallend bemerkbar, welche die zu enge Interpretation der Haftpflicht, daß im Gefeß festgelegte Morimim der Entschädigung, 6000 Frants, refpetitve sechs. facher Betrag des Jahresverdienftes, die Frage des Ver fchuldens und die proeffualischen vindeiniffe gegen die Geltendmachung Der Rechte Der Arbeiter bei Unfällen betrafen. Die im Motionen Nationalrath gestellten beamed en nur, den Bundesrath zu Gutachten und Ge fegesvorschlägen über Rev fton jener älteren Gefeße zu vers anlaff n; namerilich sollte die Ausdehnung der Haftpflicht auf das Bubandweit und andere Gewerbe, sowie die Reviston Der Bestimmungen über das Maß der Entschädigung und die Möglichkeit der Erleichterung der Geltendmachung der Ent fchädigungsansprüche ins Auge gefaßt werden. Der National talb etiarte am 25. März die Anregungen für erheblich und Da es mit der bloßen Auf wies fte an den Bundesrath. bebung des feftgefeßten Wtogimums der zu leistenden Entschä bigung nicht gethan fein tönnte, weil unter anderem der Fall Dorfommen möchte, daß das Vermögen eines zur Entschädigung De pfl chteten induftitellen Geschäfts sur Bezahlung derselben nicht ausreichen dürfte und so Arbeitgeber und Arbeiter ruinitt wären, so wu de ferner verlangt, es set auch die Frage zu untersuchen und darüber Bericht zu erstatten, ob nicht eine allgemeine obligatorische Arbeiter Unfallversicherung anzu Areben fel. Ueber die Berechtigung der Haftpflicht ist hier und ander od 1 schon so viel gesprochen worden, daß man darüber hier füglich schweigen fann. Nur fet die Behauptung eines der Motionfteller mitgetheilt:" Auf eines müssen wir unter allen Umfänden hinarbeiten, daß die, welche mehr verdienen als no big, Davon bergeben, um den anderen zu beffen; es darf heute die Arbeit nicht mehr die Quelle von Elend und Rotb sein, das ist der Boden, auf melem bie beutigen Rulturvölter eben müssen." II. Jahrgang. eingereicht werden und im Falle der Schuld soll der Fabri fant bop elt so viel Entschädigung zahlen, als das Gefeß vorschreibt. Efazansprüche verjähren, wie nach bisherigem Geſet, nach zwei Jahren von dem Tage an, wo der Unfall oder die Krankheit eingetreten ist. Kommunales. Die Markthalle auf dem Magdeburger Play. Be tannilich hat die Errichtung der Maitiballe auf dem Magde burger Blas in der Bürgerschaft und auch in der Siadivers pt ordnetenverfammlung viele Gegner gefunden. Ist bat jedoch das vom Magiftrat aufgeftelte Fluchtlinien Biofekt zur Er bauung dieser Markthalle die Genehmigung der Herren Minifter der öffentlichen Arbeiten und der geifilichen 2c. An gelegen beiten e balten mit dem Bo be balt, daß aus ächst noch Die Vorlegung des speziellen Bauprojektes der Martiballe und einer flärung gefordert werde, daß dasselbe sowohl für die Höhe, als den Umfang der zu erbauenden Martiballe maß gebend bleibt, so daß, wenn später ein Bedürfniß der Vers größerung fich zeigen sollte, dieses an anderer Stelle su bes friedigen fein würde, und daß aus dieser ausnahme vetie nach gelaffenen Benugung eines öffentlichen Blazes zu Marthallen weden nicht etwa ein äsebenz Fall für irgend et en anderen Blas in Berlin geschaffen we den soll. Der Maniftrat hat diefe geforderte Ellärung bei der Übersendung des Driginal Bojettes an die genannten Ministerten abgegeben und hofft, daß von dieser Seite keinerlei Widerstand mehr zu erwarten fet. Der Stadtverordnetenversammlung ist diesbezüglich ein Antrag des Magiftrats zugegangen, worin dieselbe ersucht wib, wie folgt au befchließen:" Die Stadtverordneten- Ber fammlung genehmigt das Broj ft zum Neubau einer Marti balle auf dem Magdeburger Platz und den hierfür aufges ftellten Roften überschlag über 290 000 M., fte eitläit fich ba mit einve ftanden, daß vorbehaltlich der Ser ehmigung des speziellen Roftenanschlags mit den Bauab iten begonnen werde, sobald das Fluchtlinien Projekt durch die zuständigen Ministerien und der Kostenanschlag von den Maurerarbeiten Durch die Bau Deputation genebmtgt sind und stellt die Baus Toften im Betrage von 290 000 M. a conto der Anleihe vom Jabre 1882 zur Verfügung." Die Frage der Verschuldung ist im Sinne der unbedingten baftung des Fabrikanten auch für den bloßen Bufall gelöst. E: kann davon nur durch den Nachweis befreit werden, baß Der Arbeiter vorfärlich die Verlegung oder Tödtung berbel geführt hat. Der Entwurf steht da in Uebereinstimmung mit ben brutschen, frar zöfifchen und öfterreichischen Anschauungen. Der Betrag der Entschädigung soll, ebenfalls nach den Grund fäßen dieser neueren Geteggebungen, nicht in einem fest bestimmten Maximum, wie bisber, sondern etwa, wie in Deutschland, in einer Quote des Lobnes feftgelegt werden. J Bezug auf die Ausrichtung der Entschädigung soll in der Regel das Rentensystem zur Anwendung tommen; die ein na ige Auszahlung einer runden Aversalsumme soll die Aus. nahme bilden; der Rimter hat darüber darüber auf Begehren zu entscheiden. Dem Fabrikanten wird die moralische Nöthigung zur Ver ficherungsi pflicht seiner Arbeiter nabe gelegt, ihm jedoch die Wahl des Verficherers für alle Fälle freigestellt. Bon einer obligatorischen Versicherung, wie fie in anderen Ländern be steht, wurde Umgang genommen. In der Schweiz bestehen teine obligatori chen Besficherungsanstalten, diejenigen der Kantone für Versicherung von Immobilien gegen Feuer schaden ausgenommen; die Einführung derselben würde, wie fchaden ausgenommen; die Einführung derselben würde, wie oben schon bemerkt, eine Repifton der Bundesverfassung bes bingen. Industrien, welche dem Fabrilgeit unterstellt find, giebt es viele, die wenigen Bufällen ausgefest find, diese werden fich nicht so leicht zur Unfallversicherung zwingen lassen. Der Fabrikant wird in vielen Fällen selbst zur Verficherung ge führt werden; denn bei Unfall oder Krankheit eines Arbeiters wird der Fabrikant verpflichtet, das nothwendige Kapital für Entschädigung und Rente einer UnfallversicherungsGesellschaft in der Schwetz vorzuschießen. Hat er aber feine Arbeiter bereits allgemein versichert, so ist er dieser Ver bindlichkeit überhoben. So find die Inhaber gefährlicher In duſtrien moralisch genöthigt, ihre A.beiter zu verfichern, und die übrigen find, die so eben berührte Pflicht der Rentenver ficherung ausgenommen, ihre eigenen Versicherer. Staich vorzugehen, als es der Bundesrath in Erfüllung iener Aufträge gethan, ist wohl nicht möglich, denn schon liegt ein Entwurf des betreffenden Handelsdepartements Chefs Herrn Bundesrath Droz, vor, der nun seinen Weg durch Kommiftonen, Expertisen u. dgl. zu machen bat, bis er der gefeßgebenden Behörde vorgelegt werden wird. In diesem Entwurf wird freilich von der Ausdehnung der Haftpflicht auf andere Ge werbe, als für die fie jest schon besteht, abgesehen, weil sie im Busammenhang mit dem eidgenöiftschen Obligationenrecht steht, welches allgemein bestimmt, daß ein Geschäftsführer für den Schaden hafte, welch n feine Angestellten oder Arbeiter in Ausübung ihrer geschäftlichen Berrichtungen verurfacht haben. Das Jufiisdepartement wird die Frage der Anwendung auf einzelne Gewerbe in Borberathung ziehen. In die Frage der obligatori chen Unfallversicherung fann zur Beit darum nicht eingetreten werden, weil fie eine Revifion der Bundesverfaffung bedingt und die vorherige Erledigung der ersteren Frage nöthig macht, Dinge, welche umfassende Studien und Untersuchungen veranlaffen werden. Ueberdieß hofft der Bundesrath, daß sein Borschlag von felbft dazu führen und die Fabrikanten nöthigen werde, eine obligatorische Unfallversicherung herbeizuwünschen; wie, werden wir bald sehen. Im Hospital für Thiere. Aus dem„ Amsterdammer". Deutsch von Ernst Keller. Darf ich Sie bitten, jest recht behutsam zu gehen und vor allen Dingen ganz leise zu sprechen," sagte mein Begleiter zu mir, benn wir kommen jegt in die Wochentube." H Ich hielt mich frerg an die empfangene Inftruktion unb trat in einen geräumigen Saal bes Hofpitals für Thiere", welches ich heute zum ersten Mal besuchte. Swölf nette eiserne Betiftellchen mit schneeweißen Riffen und Leintüchern standen in der Runde, und das Bimmer war mit viel Romfort ausgestattet. Aus den Bettchen, bie alle in Anspruch genommen waren, ertönte ein unterbrüdtes Begante und Gebell. " Sind bas lauter Hunde?" Die Kantone sollen verpflichtet werden, Verunglückten und deren Angehörigen unentgeltliche Rechtshilfe zu gewähren. Die deren Angehörigen unentgeltliche Rechtshilfe zu gewähren. Die Fabrikanten haben über Unfälle und die aus dem Fabrikbe. titeb erzeugten Krankheiten ein Register zu führen; private Abmachungen über Entschädigungen sollen dadurch vereitelt werden, daß der staatlichen Aufsichtsbetörde das Recht einge räumt wird, die Bezahlung der Entschädigung zu verlangen, wenn fie dem Beschädigten oder seinen Rechtsnachfolgern vor enthalten werden will. Die Klage foll beim Staatsanwalt von der Dampf Trambahn überfahren; nun liegt bas arme Thier hier hilflos, verstümmelt. und trauert darüber, daß es nicht mehr in dem Hause sein kann, bas es so lieb hatte. Das Herz bricht einem, wenn man sieht, wie viel Elend es in der Welt giebt!" " Ja, es ist schredlich!" antwortete ich. tommen. Führer. So sprechend, waren wir in ein anderes Bimmer geDieses hier ist der Männerkrantensaal," sagte der Hat man benn hier aparte Simmer für Damen und Herren?" fragte ich verwundert. Neun Hunde und brei Raßen," antwortete mein wohl zu essen?" Führer. Unb wie geht es ben Wöchnerinnen?" " Nach Umständen ziemlich wohl, Gott sei Dank! aber hier ist ein Exemplar, mit dem steht es so so, la la." Und ihr Kleines 8" " Ihr Kleines, mein Herr?- Sieben Kleine hat fie zur Welt gebracht!" Erstaunlich!" rief ich aus. Dann wird sie wohl auch" mit dem Dichter gefagt haben: Seh', ich bitte Dich, ist das schon alles, ober fommt vielleicht noch etwas nach u Wie meinen Sie?" Ich gab lieber feine nähere Erklärung, benn ich bebachte noch zu rechter Zeit, daß der Mann mein Zitat als als eine fatirische Anspielung auffaffen fönnte. Basit bas hier?" fragte ich baher, um auf ein anderes Thema zu kommen. Ein sehr merkwürdiger Fall: es ist eine Rage, bie Das arme Räßchen lag in einem am Heimweh leibet."- Das arme Räßchen lag in einem allerliebsten Bettchen; die Sammetpfötchen ruhten auf der hneeweißen Bettbede, bas feine Röpfchen war mit einem fofetten, mit rothem Band garnirten Nachthäubchen ge fdmüdt, und das Geficht zeigte schmerzhafte Büge. Miaau!" tlang es gedehnt und fläglich. ,, Natürlich, mein Herr! Was sollte denn sonst aus der Moral werden?" Das ist sehr wahr, Sie haben vollkommen recht. Aber fagen Sie einmal, was bekommen benn die Thiere hier H Das hängt ganz von den Vorschriften der Doktoren ab. Einige triegen Sago mit rothem Wein gekocht, ober Bouillon von Ralbepoulet; andere Filet de Boeuf mit Bouillon von Kalb poulet; andere Filet de Boeuf mit Ragout, oder gebratenen Hafen; aber natürlich wird die Ernährung ganz nach der Art der Krankheit, nach dem Alter und nach den Gewohnheiten eines jeden Individuums geregelt. H Jawohl, das ist auch ganz in der Dibnung; aber wo befinden wir uns nun hier?" fragte ich, weitergehend. An einem recht traurigen Det!- Hier hausen die armen Stümper, für die kein Kraut mehr gewachsen ist, Diefer arme Mailäfer leidet an Migräne, bie so entfeßlich ift, daß die Kunst nichts mehr bagegen zu thun vermag. Die Gelehrten beabsichtigen jest, es noch mit dem Trepa niren zu versuchen, aber ich hoffe, daß es nicht geschieht, benn hi hi hi hi... Der Mann brach in Thränen aus. Ich respektirte feine Rührung und fragte ihn nichts, sondern wartete ernst und still, bis er sich wieder gefaßt haben werde. Es ist nur," sagte er schluchzend, weil das arme Thier es doch nicht überstehen, sondern unter ben Händen der Doktoren sterben würbe, und es ist ein so liebes Thier! Wollen Sie wohl glauben, daß es mich schon ganz gut " Armes Gefchöpf!" feufate mein Begleiter. Das fennt? Es winkt mir schon mit seinen Borderfüßchen zu, wenn ich herein tomme. DI DID!" Thierchen verließ zu unseliger Stunde sein Heim; es wurde Lokales. Polizeiliche Haussuchung nach den Manuskripten der intriminirten Artikel im Pozeß Stöder wider die Frete Bettung" fand am Sonntag Vormittag fowohl in der Wobnurg ein& der politischen Redakteure der Feien Beitung", as auch in der Redaktion felbft statt. Die rete Beitung" ibilt mit, daß fich einer ihrer datteure als Verfaffer jener Atitel bes fannt bat. Ebenso fand gestern Vormittag bei dem Schuba rachermeister Karl König eine Haussuchung nach verbotenen Drud chriften flatt, die resultatlos verlief. In Bezug auf unsere gestrige Notiz, betreffend die Einfüprung der sogenannten englischen Gefa äftszeit in der Konfettionsbranche, müfen wir berichtigend konstatiren, daß in Dieser Frage eine Versammlung überhaupt nicht stattgefunden hat. b. Auch in der Alten Leipzigerstraße wird jetzt unter den alten Häusern tüchtig aufgei äumt. Ihre Bebauung ftammt aus der Beil des großen Kurfül sten. Srin Marine. Direttor Raulé baute 1678 das Haus Nr. 1. Sie hieß nach dem Leipziger Thor, auf welches fte mündete und das an der Stelle der heutigen Gewerbeschule in der Niederwallfiraße stand. Das besonders reich gehaltene Thor, 1683 vollendet, bildete den Schlußstein der Befestigung Berlins durch den großen Kurfürsten; es fiel aber schon wieder im Jahre 1734. Auch in dieser Straße wiederholt fich baffelbe Schau fpie, wie in anderen älteren Straßen. Eine stilvolle Façade verdeckt ein höchft armseliges Bauwerf. Eins Dieser Häuser ist jetzt durch Abriß vollständig freigelegt. Die Giebelwände find Fachwert und mit Lehmstaden ausgefüllt. Brandmauern fannte man nicht, der Giebel war nun durch die Nach barwand geschloffen und hat ist mit Brettern bekleidet Ich muß ehrlich gestehen, daß der rührselige Führer mich zu langweilen anfing; ich trachtete baher, ihn auf einen andern Gegenstand zu bringen. Ein schöner Ranarien vogel!" fagte ich, auf einen Heinen Räfig zeigenb. Auch einer von denen, die unrettbar verloren find!" " rief ber Mann ergriffen. Tuberkulose an der linten Bunge, und schon weit vorgeschritten! Wir wenden Benaoeinhas lationen an, aber ich fürchte, ich fürchte.... Der Patient hat fortwährend Fieber, und heute morgen zeigte der Thermometer wieder 41 Grab! Es ist ein Schidsal, ein herbes Schicksal!" " Warum schickt man das Thierchen nicht nach Davos?" " Daran haben wir noch nicht gebacht barüber werde ich einmal mit dem Direttor reben- bas könnte gut thun. Wenn bas Thierchen sterben sollte, ich glaube, baß ich dann ein Gefühl hätte, als ob zwei meiner Kinder zu Grabe getragen worden seien." mit zu Das glaube ich gern," antwortete ich; ber Umgang allen den kranken und leibenden Geschöpfen muß Sie Nührungen sehr geneigt machen." Ja, ja.. ich.. ... Der Kerl fing wahrhaftig wieder zu heulen an. Ich ließ ihn stehen, ging allein weiter und bekam plöt lich etwas sehr Merkwürdiges zu sehen. In einem hübschen Bimmerchen fand ein Thier aufrecht, das ih sogleich für einen Giraffen hielt, von dem ich jedoch nur den Leib und bie Beine sehen konnte, da der übrige Körper bes Thieres fich in der Höhe, in einer Art Halbbunkel verlor. Ein Giraffe mit atutem Gelenkrheumatismus," ex pligirte mein Führer, der mir nachgekommen war. Das unglückliche Thier konnte seinen Hals nicht mehr biegen, und nun haben wir in die Deden zweier Siodmerte Löcher fägen laffen, wo es seinen Kopf hindurchstrecken tann." ,, Das ist ganz vernünftig ausgedacht- boch, apropos, woher tommt boch das Geräusch, das sich hier immer wieder hören läßt." Das wird durch die Dampfmaschine des Hühneraugen boktors der Anstalt verursacht." Was treibt denn dieser Hühneraugenboktor hier?" Wir haben einen Elephanten aus dem Zoologischen Garten zeitlich im Spital in der Rost. Das arme Beest wtrden müssen. Noch jämmeilicher sehen die Hinteehäuser auö. Das eine steht j'tzt ganz rffm; seine Seitenwand wmde nur dmch da! ebgeiissene NachdaihauS gehalten und muht« schleu- n>gst abgetragen weiden, als dieses fiel. Diese Häuser haben stck Ni'A 200 Jahre nur dadurch gehalten, daß etnS daS an» der« stützte. g Zu der von««S gemeldete« Affaire im Hause Landsbe.gerstr. 31, welche mit dem Morde in der Gneisenou« straße in Verbindung g, bracht wird, erfahren wir noch, daß der Maler K üwmel bereits am Sonnabend gegen Abend polizeilich observirt worden sein soll. ES gelang aber nicht, de« Gesuchten habh.ft zu werden, welcher stch anscheinend in einem Räume de« Grundstück! versteckt hielt. Thatsache ist, daß die in der Nacht zum Sonntag beadstchtigte aber miß- lungene Festnahme drs p. K ümmel in dtffen Wohnung auf Veranlassung der Kriminalpolizei in Sachen der Äeber'schen Mordsache erfolate. K. soll schon wiederholt Hausbewohnern geaenüb-r die Abficht ausgesprochen haben, Berlin zu ver- lassen, um nach Amerika auszuwandern. Seiner Frau soll K. bei der Flucht au! dem Dachfenster gesagt haben, daß fie ihn lebend nicht wiedersehen werde. Frau K. ist selbstverständlich über den fie getroffenen Echicksalkschlag tief ei schütter t, umso- mehr, alS fie noch vier unversorgte Kinder zu unterhalten hat. Au alle Thier freunde und Thterbefitzer Berlin» er« läßt der Vorstand d«S Neuen Berliner Thierjchutzoereins fol« gende dringende Bitte: Jedem Thlerfreunde ist«S bekannt, wie die Ziehhunde im Allgemeinen über ihre Kräfte ange« strengt werden, und wie sehr fie insbesondere bei ver gegen- wältigen Hitze zu leiden haben, nicht bloS durch über» mäßige Anstrengung beim Ziehen, sondern auch dadurch, daß fie beim Warten vor den Häusern dem Loa« nenbrande oft unbarmherzig ausgesetzt werden. Ja, durch unnöihige Festtoppelung wird ihnen sogar dal Ruhen auf dem heißen Boden unmöglich gemacht und nicht einmal daS rölhige Wasser gereicht, so daß die hart mstge- nommenen Thiere vor Durst und Anstrengung erliegen. Wer solche Thierq rälerelen bemerkt, der erbarme stch des hilflosen ThtereS, indem er den Hundtführer in Güte um Abhllfe bittet. Wird ihm aber diese verweigert, dann sehe eS ein Jever als seine Pflicht an, den Mann mit Hilfe von Zeugen durch einen herbeigerufenen Schutzmann zur Anzeige zu bringen. ES ist dies um so mehr geboten, alS zu defürchten steht,«S möchten stch in Folge solcher Verwahrlosung der Hunde Fälle von Tollwuth zeigen, welche die lästige Hundesperre zur Folge haben würden. Zugleich legen wir eS allen Thierfreunden unter unseren Mitbürgern dringend anS Herz, ihre Aufmerksamkeit auch den Baustätte- und Pflasterungs- platzen zuzuwenden und dort gegen alle Quälerei und Urbw- anstrengung der Pferde, namentlich beim Zu» und Abfahren der gefüllten Wagen auf dem weichen Boden, thatkrästig ein- zuschreiten. Auch daS Tränken dieser Thiere wird oft sehr un» genügend besorgt. Die Polizeibeamten find wiederholt ange» wiesen worden, allen berechtigten Klagen und Anzeigen auf daS Bereitwilligste Gehör zu geben, und wo eS verlangt, ein» zusch-eiten." g. Der in der Straußbergerstraße wohnende Schneider B. hatte stch bekanntlich vor Kurzem vor dem Kgl. Amtsgericht l hierseldsi zu verantworten, weil er„durch Vorspiegelung der falschen Thatsache, er könne die Zukunft weissagen", stch einen rechtswidrigen VermözenSoortheii zu verschaffen suchte. B. hatte dem Polizeihauptmann a. D- H. auS den Linien der Hand bezw. auS den Karten geweiffagt, daß er(H.) am 17 Januar d.J. sterben würde, und ihm gesagt, daß, wenn er noch letztwilltg verfügen wolle, er stch damit beeilen solle. Bei der öffentlichen GerichtSvrrda�dlung am 4. Mai d. IS. erfolgte die Frei- sprechung deS Angeklagten, weil B. erst auf dringende« Ersuchen de« H. diesem geweiffagt und Bezahlung da- für nicht gefordert habe. Wie wir hören, ist gegen diese« freisprechende Erkenntntß nunmehr vom ersten Staatsanwalt beim königl. Landgericht I die Berufung eingelegt worden. Die Vorspiegelung falicher Thatsache» welche den Betrug in« volviren, findet der Staatsanwalt in seiner Berufung darin, daß B. stch vor dem Wahrsagen vergewissert habe, ob H. sei» nen Weissagungen Glauben schenke; ferner wird behauvtrt, daß B. dm Polizeihauptmann a. D. H. in ein Zimmer mit rothem Vorhang geführt habe, vor welchem B. stch postirt und mit erhobmer Stimme seine Propheze>hungen ausgesprochen hat. Nach Allem müsse angenommen werden, daß B. bei dem H. einen Jrrthum erregen wollte, um stch Bezahlung für seine Weissagungen zu verschaffen, die er erwartete und erwarten konnte. Gleichgiltig sei, ob er fie ausdrücklich gefordert hat. Die Festsetzung dcS Termins zur öffentlichen Ver» Handlung vor einer der Strafkammern de« Landgerichts l steht noch au«. N. Ein beklagentzwerther Unglücksfall trug stch gestern Nacht um IV« Uhr in dem Hause Avmiralstraße 2 zu. Der Gürtler Strauß, in dem genannten Hause wohnhaft, hatte, mit seiner Familie von einer Partie nach einem VergnügungSlokal litt an ein paar heimtück scheu Leichdörnern, die e» am or« deutlichen Gehen verhinderte», und unser Doktor hilft ihm nun davon. Sie begreifen, daß die» keine klein« Arbeit ist und daß man da mit einem gewöhnliche» Rasirmesser nicht beikommen kann; darum habe« wir eine kleine Dampf» maschin« errichten lassen, die sehr subtil arbeitet." Wir ginge» weiter und ich sah noch eine Menge von merkwürdigen Dingen: Frösche und angeschossene Feld- Hühner auf Krücken, Hähne und Kühe mit Zahnwehtüchern um den Kopf, Schafe und Kaninchen auf— pasoez-moi le mot— auf Nachtstühlchen, Regenwürmer in Giptzver» bänden, Kakerlaken mit frisch angesetzten Nase», Pferde mit hölzernen Beinen u. s. w. „Da ist eine ganz« Menge Aufmerksamkeit nöthig bei dieser Arche Noah'«," bemerkte ich. Mein Gefäqrte zog ein schiefes Geficht und ich ver» muthe daher, daß er«eine Ausdrucksweise sehr unehrer» bietig fand; dann sagte er mit der Miene von jemand, der denkt:„nun er»erß eS nicht besser" zu mir gewendet: ja e» ist viel Aufmerksamkeit nöthig, und e» ist für u«S Menschen so schwer, alle die armen Thierchen, nach ihren Bedürfnissen zu bedienen, denn wir können fie natürlich nicht immer verstehen, und.. „Aber warum setzt das Sprtal sich nicht«,t dem D«» rektor eine» Hunde« und Affentheater» in Verbindung?" rief ich au«.„Mich dünkt, daß, wenn alle die kranken Thier« von dresfirten Hunden und Affen versorgt würden, daß dann alle» noch viel besser gehe» müßte." „Da« ist eine sublime Idee; ich werde einmal«rt der Direktion darüber reden I— Ich sehe doch, daß Sie auch ein Her» für die Thiere haben." „Ich kann selbst keinen Floh todt machen, und wenn ich einmal dazu gezwungen bin, dann thue ich e« vermit» telst Elektrizität." � „Wirklich?" rief der Mann,„das rst sonderbar I— Aber thun Sie da« künstig auch nicht«ehr und schicken Sie uns da» Thierchen nun her,«» soll'» gut bei un» haben." „Die Thier«, die in da» Spital kommen, haben gewiß oft recht traurige Erfahrungen hinter sich, nicht wahr?" fragte ich weiter. Reden wir davon lieber nicht! Manchen müssen wir im Gesundbrunnen zmückkehrend. den Schlüssel zu seiner Stubenlhür verloren und machte den Versuch, fich mittelst Wascbleine au« dem eine Tr-pp: höhe, gelegenen Fenster nach seiner Wobnung berunterzulaffen Dabei riß der Strick und der unglückliche Mann stürzte auf den Hof, wo er mit zerschmettertem Gebiin liegen blieb. In daS Krankenhaus Bethanien gebracht, gab der Verunglückte nach wenigen Stun- den seinen Geist auf. a. Drei sogen. Leichenfledderer, die bereit» wegen Dieb» stahl« d-straften Kellner K. und B, hatten gestern Morgen in den Anlagen in der Oranienstraße an der Ecke der Komman» dantenstraße einem auf einer daselbst befindlichen Bank fitzenden Manne, während er schlief, eine stlberne Zylinderuhr im Werthe von 15 M. gestohlen und fich damit schleunigst entfernt; sie wurden aber von einem Augenzeugen und dem Bestohlenen verfolgt und in der Oranienstraße, an der Ecke der Alten J�kodstraße ergriffen und verhaftet.-v �■•-'W Belle- Allianee Th eater. Bei der heutigen Extra- Vor» stellung zu halben Kaff-nvreisen ist auch für den Garten eine Preisermäßigung eingetreten und zwar so, daß man für den Gartenbesuch nur 50 Pf. zu zahlen hat. Polizei-Bericht. Am 15. d. M. Vormittags wurde eine Frau auf dem Kleinen Jüverhof schwer krank auf der Straße liegend angetrrffen und will- Ist Krar krn-Wagen« nach der Caarttee gebracht, wo sie bald darauf oerftarb.— Einige Stunden später stürzte der bei der Kanalisation am Kurfürsten- dämm beschäftigt« Arbeiter Reinert beim Herunterreichtn von Latien in die etwa 4 Meter tiefe KanalisationS Grude hinab und erlttt hierbei so schwere Verletzungen am Kopfe, daß er auf dem Transport nach dem Elisabelh-Krankenhause verstarb. Di« Leiche wurde nach dem OvduftionShause geschafft.— An demselben Tage Mittags fiel auf dem Grundstück Tegeler- ftraße 40/41 ein Arbeiter, alS er mit Holzpantoffeln eine Leiter hinabstieg, in Folg« eines FehltrirteS hinab und erlttt dabei solche Verletzungen, daß er nach dem Augusta-Hospital gebracht werden mußte.— Am Nachmittage stürzte ein IV, Jahr« alter Knabe au» dem offenen Fenster der Lindower- straße 14, 2 Tr. hoch belegenen Wohnung auf den Hof hinab und war sofort tobt.— Um dieselbe Zeit versuchte ein in der Prinzenstroße in einem Fleischwaarcn- Geschäft als Verkäuferin beschäftigte» Mädchen, wahrscheinlich weil e« fich im Geschäft Ungehörigkeiten hatte zu Schuwen kommen lassen, stch daS Leben zu nehmen, indem es fich an beiden Armen Schnitte beibrachte, um die Pulsadern zu durch- schneiden. AI« dieS nicht gelang, sprang es aus dem Fenster der eine Treppe hoch belegenen Wohnung der Herrschaft auf den Hof hinab und begab fich nach dem Oranienplatz, wo e« von einem Schutzmann angehalten und mtrtelst Droschke nach Bethanien gebracht wurde. Außer den Verletzungen an den Handgelenken hat es nur«ine Verstauchung eines FußeS er» Irtten-— Im Landwehr-Kanal, hinter dem Grundstück Git» schinerstraß« 1, wurde um di- selbe Zeit die Leiche eineS dem Arbetterstand« angehörenden, etwa 50 Jahre alten Manne» aufgefunden und nach dem OdduktionShausc geschafft.— Am 15. d. M. AdendS lief ein Arbetter in der Al-xanderstraße in der Trunkenhett so in ein mit Brettern beladeneS Arbeitifuhr» werk, daß er überfahren wurde. Er erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause im FriedrichShain gebracht werden mußte. Gerickts'Leitung- I« unserem gestrige« GerichtSreferat„Zum Kapitel der Streikt" hat fich, wie uns Herr Karl Jülich mittheilt, ein kleiner Jrrthum eingeschlichen. Herr J ülich ist nicht zu ö Tagen Gesängniß. sondern nur zu einem Tage verurtheilt. Ebenso ist in der betreffenden Fabrik die IV, stündtge MtttagSpause b!S heute noch nicht gewährt. P. Da« Schwurgericht am Küuigl. Landgericht n verhandelte am Dienstag, den 16. d. M., gegen die wegen ver- suchten Giftmordes angeklagte Dienstmagd Marie Anna Dori» Knaudt, geboren am 5. April 1863 zu Lippehn« im Mecklen» burgischen. Die Angeklagte trägt vor Gericht ein derart Harm» lose« Aeußere zur Schau, daß man ihr ein solch' schändliches Verbrechen fast nicht zutrauen könnte, wenn nicht der zur Ver« lesung gelangte Anklag« beschluß klar urd deutlich der Ange« klagten zur Last legte, zu Ende deS»eiflossenm JahreS bezw. zu Anfang d. I. daS Fräulein Mari« Donath, die Tochter ihre« Dienstherrn, des Eisenbahn- SekretairS Donath in der Spandauerstraße zu Charloitendurg wohnhaft, mittelst Phos« phor-Verzistuna auS der Welt zu schaffen versucht zu hadm. Diese letztere Abstcht, obwohl fie dieselbe in der Voruntersuchung zugegtben, bestreitet die Angella ftc im Audienz. Terimn, dagegen räumte fie ein, dem Fräulein Donath wochenlang fortgesetzt PhoS» phor iniDosen von ziemlich 9 Milligramm wiederHoll in den von ihr derselben dargereichten Morgen-Kaffee und in daS für die» selbe bestimmte Bier geschüttet zu hadm. DaS Gift, bestehend zum Theil auS kleingehackten sogmanntm Stiftzündhölzchen, die vor Jahren noch vielfach im Gebrauch, will die Angeklagte sie au» wahren Spelunken und Löchern, vom obersten Speicher und au» tiefen Kellern heran» holen. Vorige Woche erst war ich in einer Dachkammer, in der kein Möbel, nicht einmal ein Bett zu entdecken war und wo doch Mann, Frau und fünf Kinder hausten, die fast keine Kleider am Leibe hatte« und buchstäblich schwarz vor Hun« ger waren. Und wollen Sie mir glauben, daß die Thier» quäler sich doch«och«inen Hund hielten?!" „Da» ist barbarisch I" „Nicht wahr? E» ist unverantwortlich I Ich habe denn auch das arme Thier gleich mitgenommen in» Spital und habe e» gepflegt." „Und die Leute?" „Die Leute! Wie meinen Sie das? Sie denken doch nicht, daß wir un» nach denen umsehen werte»?" „Nein, natürlich nicht, ich sagte da» nur so ohne Ueber« legung.— Doch, wir find hier nun am Thore de» Hause» angelangt. Ich danke Ihnen sehr für Ihr freundliche» Geleit« und für Ihre interessante Unterhaltung." „Adieu, mein Herr I Sie haben nun gesehen, wie viel leidende Geschöpfe e« in der Welt aiebt und...." Bei diesen Worten fing der Kerl zum drittenmal zu heule» an. „Der Mensch ist eine leibhaftig wandelnde Sündfluth," dachte ich und wollte weiter gehen, al» ich plötzlich etwas sehr Seltsame» sah. Zehn oder zwölf Kinder, mager, abgezehrt und in zer» rissen«» Kleidchen, hockten am Boden und schienen etwa» von der Erde aufzuraffen und zu verzehren. „Wa» ist da«?" fragte ich. „O, da ist da« miserable, schmutzige Geschmeiß wieder!" schrie der Führer Hinte» mir.„Die Brocken, die unsre liebe« Thierchen liegen lasse», werfen wir weg und da fallen die Ausgeier gleich darüber her.— Wollt ihr gleich machen, daß ihr fortkommt, Rabenzeug! sonst hol« ich die Polizei!" Drohend schwang er eine» Stock in der Luft, J»ie Kinder finge» an zu laufe» und——----- Ich war während der Lektüre einer Wahlrede einge» schlafen und hatte geträumt, in einem Thierasyl der Zu- kunft zu sei». „E» ist ein Glück, daß es nur ein Traam war I" von einer Freundin, der unverehelichten Martienzen erhalta haben. Die Letztere, au» Rostock eigens zur eidlichen Wp nehmung in der Sache vorgeladen, bestreitet dieS und ow* blieb die Art, wie die Angeklagte»u dem Gift gelangt,«w unaufgellärt und dunkel, wie die Motive zur Tdat selbst. W der Beweis- Aufnahme geht nur hervor, daß Fräulein Doralt der Ang'klagten hin und wieder Vorhaltungen über ihr B«ehnA ihre Kteidong jc. gemacht, zu der die Dame als Tochter K» Hauk Herrn wohl berechtigt war. Diese Vorhaltungen waren wft wie die Beweisaufnahme ergab, stets in einer fo gelind« Form gehalten, daß die That ver Angeklagten nur als ein i» begreiflich psychologische« Räthsel anzusehen ist. 3'% Donath war in Folge de« Genusses deS ihr beigeorach«« Giftes sechs Wochen lang gefährlich erkrankt, doch(P lang es den Bemühungen deS praktischen Arzte»*** Vogeler die Lebensgefahr von der Patientin.adi«' wendm und dieselbe soweit wiederzufiellen, daß außer einige» zettweise austretenden Störungen der VerdauungSorgane«e- tere Folgen der VergiftungSveisuche nicht zurückgeblieben W: — Die gerichtlichen Sachverständigen, Chemiker Dr. BiM und KreiSrhystkuS Dr. Falk, sowie Dr. Vogeler, konstatn» an dm auf einem Tische inmitten des SchwurgertchtssM»* ausgestellten Giftproben, die in solcher Menge vorhanden, ein ganzes Dorf damll hätte vergiftet werden können, � Lebensgefährlichkett der bei der Angeklagten vorgefunden«« PhoSvhor. Präparate, zu denen die Anzektagte außerdem noa die Köpfe von schwedischen Zündhölzern hinzugefügt, die noa dem Dafürhalten des Chemikers Dr. Bischof ble'hattig deshalb im gewissen Grade ebenfall» als giftige Stoffe i» trachten find. Bon dem Offizial-Vertheiviger der AnzeI>>>F" wird nach Schluß dir Beweisaufnahme die Fsrmuiirung«'3 den Herren Geschworenen vorzulegenden Unterfcage und zwar deS Inhalt», daß die Knaudt nicht»es vnsuchten# sondern auS§ 229 R-St-G.-B. nur der Beibringung schuldig sei. Diesem Antrage gab der Gerichtshof statt! Geschworenen zogen fich nach erhaltener Recht! dilehruM�. Beraihung zurück und der Obmann verkündete demnächst% Verdiki, wonach die Geschworenen die Echuldfrage aus suchten Mord verneinten, dagegen die auf Beibringung"T Gift und andern scbädlichen Stoffen, welche g-eignn, menschliche Gesundheit zu zerstören— bejahten. Der 6% anwalt beantragte daraufhin wegen dieses Verbrechens, mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft werden kann, fl'Jär die Angeklagte auf 8 Jahre Zuchthaus. Das Urtbeil des I. ricktihoseS lautete nach kurzer Berathung auf 5 Jahre 8� hau».1 m Prozeß Stöcke» Wider die«Freie Zeit«»«".(@5 Voifitzender Landgerichtsdirektor Lilly eröffnet die letzte LiM im großen Sckwurgeiichtssaale Vormittags 9V, Uhr.-f! Andrang dei Publikums ist wieder«in massenhafter. 9% Ich bade neulich schon die Bemerkung gemacht, daß anon� Angriffe, Drohungen rc. von mir abfallen- Es geht m»~ anonymen ebenso wie mit den öffentlichen Ausfällen, Angwi?. und Verunglimpfungen. Sie prallen am besten dann ad,' ruhiger, leidenschaftsloser, höher, ich möchte sagen oorwP: man fich ihnen gegenüber verhält. Ich habe wiederum solchen Drohbrief erhalten. Beträfe der Angriff nur mich, würde ich darüber hinweggegangen sein; daS Kollegium, che« gleichzeitig mit bttroffen wird, ist aber der Anficht, solche Dinge nicht ignorirt werden dürfen, well di« öff-ntn«' Miüheilung zur Läuterung der Atmosphäre beiträgt.% Äorfitzrr.de läßt nunmehr einen Brief vrrlesen, wie folgt lautet:„Berlin, den 15. Juni 1885. 9* Präfivent! Noch ist eS Zeit für Sie zn wählen- ffloflfj Sie von unserer Partei sehr anständig belohnt sein 0� von unserer nicht zu unterschätzenden Presse gemaßregelt mit Schmutz beschmiffen fern, daS heißt: Befreien Sie von jeder Sheft und strafen Sie den Lügner im Talar uv Judenhaffer Siöcker, oder machen Sie eS umfuhrt, er haben aifo die Wahi, wählen Sie I Ich warn« Sie noch zeitig. Machen Sie Ihre Sache gut, da« heißt, bringen? den Lügner im Talar dahin, wohin er gehört; Sie möchte� sonst sehr bereuen. Und dann bedenken Sie die schönen T. schenke, welch« Sie stch verscherzen würden. Also blamiren?,. Stöcker recht sehr. Geben lSi« ihm einen Trift, da» PÄ geben Sie ihm Unrecht. Auf alle Fäll« machen „Freie Zettung" recht frei. Wenn Sie etwa glauben daß diese. eilen ein Jude gefchrieben hat, so irren P'ZÄ das thut kein Jude; die find zu gewissenhaft. ES ist finniger Christ, aber keiner von der Stöcker'schen Sorte. S Müller, Republikaner und Etöcker-Haffer."„NB. Wir eine mächtige Partei; wa« wir wollen, setz«» durch." Der Vorfitzende demerkt im Anschluß H* Zunächst ist ja wunderbar die Ignoranz BriesschreiberS, der ganz einfach glaubt, daß Zeuge schlechthin in einem Verfahren gegen einen Anderen urtheilt werden könne; sodann ist dreierlei zu konsto-�, Vielleicht, wenn man mich später mtt Schmutz bewirst,%% weiß die Orffentlichkeit wenigstens warum; zweitens ist � dachte ich,„und wohl un», daß so etwas in der Wick� lest nicht besteht und,»ie wir hoffen»olle«, auch nie � stehen wird. Und doch ist aegenwärtia schon KrankhaU keit genug unter der Menschheit und kann e» vielleicht»� schade», wen« ich mein Traumgeficht einem weiteren erzähle." Wenn ich letztere» Jjeute thue, so geschieht e» Ä i «s» ist Pflicht für jeden rechtdenkenden Mensche». Abel£ auf diese« Gebiete«irklich gar kein« Uebertreibuag zu L fürchten? Ist diese nicht vielleicht schon hier und da Anzüge? � In der letzten Zeit werden im Auslände und auck\ un» Anstalten errichtet für vernunftloje Geschöpfe, «an Mitmenschen ihrem Schicksal überläßt. Bor noch langer Zeit«urd« e» bekannt, daß die Prinz-Hein� Stiftung an» Mangel an de»«öthigen Finanzen Seeleuten keine Unterkunft«ehr biete« konnte,»N' V gleicher Zeit Höfte«an, daß für eine Anstalt zur% «ahme herrenloser Thiere Gelder zusammengebracht waren. Vielleicht irre ich mich sehr, doch ich befürchte, daß auf dem Wege ist zu Uebertreibunge«, di«»ahrlich"ys so arg sei»«erde«,»ie ste in meine« Trau« vorka*' die aber doch zum Schaden hilfsbedürftiger Mitmensch' aulschlagen müsse«. Wir»ollen hoffe», daß ich mich irre und daß in herannahende» Wrnter, der in vielen Hinsichten«in traur'fl zu werden verspricht, in Amsterdam bewiesen»erden daß man krankhaste« Zartgefühl für Thier« über Bord J werfen versteht,»en« e» gilt, verarmte Mitbrüder z» stützen und zu pflegen. Zum Schluß(denn manch« Leute lese» so f(%, daß man nicht deutlich genug sei» kann) noch die merkung: daß alle»,«a» ich oben sagt«, nicht an i-i« von Thierfreunden, sondern an die der THieroerHätsch*, gerichtet ist. S ad letztere nicht vorhanden und ist»rr Bestehen bloß eine Einbildung von mir— nun, da«» so besser. en erhalten ichen Ber und daher gt, ebenso elbft. Auß in Donath nehmen Cochter des paren aber, O gelinden ls ein un Fräulein gebrachten doch ge rates Dr. tin abju jer einigen gane wel eben find. t. Bifchof Conftatiren ichtsfaales anden, daß nnen, bie gefundenen tbem nod bie nach altig und Offe iu be ngellagten Tung einer beantragt en Morber von Gift ftatt; bie brung zur nächst das ge auf ver gung von ignet, b er Staats 78, welded ann, gegen il des Ge bre Budt ( Schluß) ste Sigung Thr. Der Bid: anonyme lennenswerth die Hochachtung des Republikaners vor der Unbeftechlichkeit deutscher Richter und dritters ist au tonflatiren der Respekt dieses Schreibers vor der Selbständigkeit meiner Herren Kollegen. Als wenn ich allein ein Erkenntniß machte und meine Herren Stollegen die reine Null wären. Wer da hätte unseren Berathungen beiwohnen können, der bätte techt ernst erkennen tönnen, wie meine Stimme nur so viel ist, was fie nach dem Gefeße sein soll: nur eine, nicht ein Atom höher oder beffer. Im Uebrigen übergebe ich den Brief den Alten. Hierauf läßt sich der Vorfigende die Nummer der Bolls Beitung" von dem Vertheidiger geben, in wel er in einem Abd: ud aus dem Staatssozialist" und bem Christlich sozialen Korrespondenz- Blatt" eine Blumeniese Stöcker'scher Schimpfreden gegen die liberale Breffe enthalten ift. Die Möglichkeit, solche Ausdrücke gebraucht zu baben, hatte der Beuge Stöder zugegeben. Rechtsanwalt Sachs: Ich möchte nur fonstatiren, daß auch bie Bertheidigung mit ganzen Bergen von Briefen der schmäh, lichften Art bedacht worden ist. Sie hat diese Schmähschriften einfach ad acta gelegt. Brä.: Ich mache es im Allgemeinen 11 wie Sie: ich nehme gewöhnlich von solchen Sachen keine Notiz und erwähne nur die Sachen, die man nach meiner Meinung Der Deffentlichkeit nicht entsieben fann.- Nachdem allseitig auf weitere Anträge und Bemerkungen verzichtet worden, ers lärt der Präsident die Beweisaufnahme nunmehr definitio für gefchloffen, und der Gerichtshof siebt fich zur Berathung zu d. Das Erlenntniß des Gerichtshofes enthält unter Anderem folgende Gefichtspunkte: Der Schuß des§ 193 ift dem An geflagten zu verfagen; auch die persönlichen Gründe, die bei thm Bebauptungen aufftellt und nachber wiederruft, eine mindestens leichtfertige ift, and daß sein Auftreten vor Gericht zu tadeln ift. Nach ernsten Erwägungen bat fich der Gerichtshof bahin entschieden, daß er tros aller Milderungsgründe dem Ange tlagten eine Geldstrafe doch nicht auferlegen könne, daß er aber die Gefängnißftrafe doch auf 3 Wochen normiren soll. Vereine und Versammlungen. B 2000 Steine au tragen im Stande sein soll, während jett allerdings die Mehrzahl dieser Altordarbeiter in gen radezu selbstmörderisch ลม nennender Ueberanstrengung über 3000 und 4000 Steine bemältigt, also den anschef nend bohen Tagesoerdienst von 5 und 7 Mart erzielt. Allseitig wurde von den Rednern der Wunsch nach einer an gemeffenen Erhöhung der Alfordlohnfäße und Verkürzung der Arbeitszeit ausgesprochen. Legteree foll in der Weise geregelt werden, daß fünftig auch für die Steinträger und Bauarbeiter Das Tage vert wie für die Baubandwerter- erst um 6 Uhr Morgens zu beginnen bätte, felbst wenn dadurch die Eins fellung von mehr Arbeitern als bisher unvermeidlich würde. Vor Allem müsse man fich, um altionsfähig zu werden und eine Einigkeit herbeizuführen, fest organisiren und dem Verein zur Wahrung der Interessen der Fabrik. und Bauarbeiter beitreten. Schließlich wählte die Ver fammlung, auf Antrag des Hrn. Bollad, eine aus 6 Mitgliedern beftebende Kommission, welche schleunigft die Erhebung einer Lohn statistik in Angriff nehmen und eine der nächsten öffentlichen Bersammlung zu unterbreitende Vorlage, betreffend die zur Werbefferung der Arbeitsbedingungen zu stellenden Forde runger, ausarbeiten soll. Die Wablen fielen auf die Herren Stöding, R. Jonas, Ralsty, Labte, Th. Lehmann und Unterlauf. Auch erhob die Versammlung et stimmig folgende, von Herrn H. Schulz eingebrachte Resolution zum Beschluß: In Erwägung, daß der für Steinträger und Bauarbeiter bisber gezahlte Lohn nicht aus reicht, um die an dieselben von Staat und Kommune geftellten Anforderungen damit befriedigen und die fortwährend steigen den Mieth. und Lebensmittelpreise bestreiten zu tönnen, er tlärt fich die heutige Generalversammlung der Berliner Steins träger und Bauarbeiter mit den Ausführungen ihres Referenten einverstanden und verpflichtet fie fitch, mit allen thr zu Gebote ftehenden gefeßlichen Titeln dahin zu wirken, daß the und threr Familien Lebensstellung fich verbessert." An die Schloffer und Berufsgenossen Berlins. Kol legen! Da das neue Krantentaffen Gesez noch von vielen Meistern entweder nicht verstanden, oder wider befferes Wiffen gemißbraucht wird, so erlaubt fich die unterzeichnete Rom miffion, alle Kollegen darauf aufmerksam zu machen, daß die Meifter nur berechtigt find, ihren Arbeitern 26 Bf. für die Woche als Beitrag zu der Drts- Krantentaffe der Schloffer ab. zuziehen; wenn mehr abgezogen wird, so verstößt das gegen bas Krantentaffen Gesez und wird laut§ 82 bis zu 300 M. bestraft. Die Kommission fühlt sich um so mehr dazu verpfl ch. tet, den Kollegen dies zur Kenntniß zu bringen, weil es bei biefem„ Buvielabziehen" allein nicht immer bleibt. Den beften Beweis dafür liefert eine vor turger Beit stattgefundene Entlaffung eines Kollegen bei Herrn Schloffermeister Schramm, Bergmannstr. 105. Herr Schramm batte nämlich bis jetzt sei nen Arbeitern, welche der Dits Schloffertaffe angehören, ftets 30 Bf. pro Woche abgezogen, bis ibn ein neu eingestellter Kollege auf das Ungesegliche seiner Handlungsweise aufmert am machte. Darüber war Herr Schramm sehr aufgeregt und er tlärte, solche schlauen Gesellen tönne er nicht gebrauchen, und dem Betreffenden das Krankenkassen Buch mit dem Bemerken gab, er solle nur gleich wieder aufhören. nun zwischen Herrn Schramm und feinen Geſel len betreffs Kündigung teine Vereinbarung getroffen war, so flagte der betreffende Kollege auf 14 tägige Kündi gung und zeigte gleichzeitig auch die Uebertretung des Krankenlaffen Gesezes an. Da der Kollege glaubte, in feinem vollen Rechte zu sein, so ging er auf die Bumuthung des GewerbeGerichts, feine Klage zurückzunehmen, nicht ein, und hat nun die unterzeichnete Rommiffion die Klage beim Amtsgericht ein gereicht. Nachträglich hat nun Herr Schramm eine Art Werkstatt Ordnung zur Unterzeichnung vorgelegt, auch sieht Werkstatt Ordnung zur Unterzeichnung vorgelegt, auch sieht Herr Schramm jest nur noch 25 Pf. ab. Eine ähnliche Klage ist erst fürzlich durchgeführt worden und hat dem betreffenden Meister viel Geld geloftet. Um nun solche unl'ebsamen Fälle möglichst zu vermeiden, ersucht die Kommiffton sowohl die Herren Meister wie auch Gesellen, fich streng an das Gesez zu balten, damit solche Reibereien nicht vorkommen fönnen; sollten fich aber dennoch solche Fälle wiederholen, so ersuchen wir die Kollegen, es der unterzeichneten Kommifton sofort anzuzeigen. Die Kommiffton für Rechtsschutz der Mitglieder des Fachstunden, die in vielen dieser Werkstätten noch vorw Vereins für Schloffer und Berufsgenoffen. J. A.: C. Miethe, Alexandrinenstr. 118 a. vorwalten mögen, gewähren ihm diesen Schut nicht. Breifellos bat Der Angellagte bas Be wußtsein der Beleidigung gehabt und die Form der titel spreche für die Absicht der Beleidigung. Die Ariterien bes§ 185 liegen deshalb unter allen Umständen vor. Was die Anwendbarkeit des§ 186( nicht erweislich wahre Thatsachen) betreffe, so habe der Gerichtshof seine Prüfung in efer Beziehung begrenzt gefehen durch die Artikel felbft; alles, was außerhalb dieser Artikel liegt, habe er als illuftri tenbes Beiwert betrachten müffen. Daß der Beuge Stöcker auf Der Thüringer Kirchenkonferenz das Wort ergriffen und später gefagt hat, er babe fich an der Debatte daselbst nicht betheiligt, wahr und erwiesen; die Thatsache, daß Beuge Stöder die Antisemiten petition unterschrieben und nachber seine Unter chrift bestritten hat, ist ebenso wahr und erwiesen, und menn die Artikel auf Grund dieser Thatsachen ihre Schlußfolgerungen leben, fo liegt barin nicht der Thatbestand Des 186. Es tommt die Behauptung, daß der Bruge Stöder für sein Blatt bestrafte Subjekte verwendet hat. Diese Behauptung ist durch die Beweisaufnahme erwiesen. Aschenbrenner tann hierbei gans ausscheiden, wenn auch noch so wenig angemeffen erscheinen mag, einen Bortier mit der Gegenzeichnung von Artikeln zu befrauen. Was den Löschmann anbetrifft, so war er erwiesener Maßen bestraft, und trotzdem hat ihn der Beuge Stöder im Dienste feines Blattes verwandt, und er hat ihn nicht entlassen wegen feiner Bestrafung, sondern wegen seiner ungenügenden Leistung. Wenn der Beuge Stöcker sagt, daß es seine Aufgabe set, bes raften Wienschen bie re tende Hand zu bieten, so ändert dies an der Thatsache selbst nichts. Die betr. Behauptung des Artikels erscheint daher dem Gerichtshof als richtig, wahr, er Dann tommt der Zwiespalt awischen dem Beugen welcher Stöder und dem Paftor Witte. Erwiesenermaßen bat Baftor 385. De Witte einem jüdischen, notorisch hochachtbaren Mitbürger un Wollen ferer Stadt auf die Initiative eines Herrn v. Wedell einen fein oder Ettel mit verschaffen wollen. Diese Thatsache war dem egelt und Beugen Stöder bekannt geworden. Der Bruge Stöcker war Kandidat bei t mit den Angriffen ann ab, it vornehmer Tum einen mich, fo gium, wel ficht, ba öffentliche cägt. De Ste Bäde Calar un brt. 5 noch red ingen möchter hönen miren Ge Das brift en follten, Sie fich Sie bie ft ein fre rte. Baul Wir find eben wir ang Daß bietan: bes Det ein beren onflatire rft, bann ift and Wirkli nie b anthaftig eicht night sen Rreife wahrlich Uebers Die Thiere abrt, bal Aber i 8 zu be g b ba im auch bei währenb noch night Heinrid gen alten und zu zur Auf t worden baß man portamen menfchen lich night 3 in bem trauriger en wird, Bord u zu unter flecht, die Be e Noreffe hätfcheler ift beren Dann um , wiefen. ndidiren, er batte es aber für sehr angemessen gehalten, von politischen Agitationen fern au halten und hatte einen Begentandidaten in der Person des Fabrilbefizers Hoppe vor gefchlagen, und der Artikel behauptet, daß dadurch Söder's Chrgets zu einer Aggreffton gegen den Amisbruder Witte auf geftachtlt worden fet. Es steht fest, daß Grünebra beauftragt ar, in öffentlicher Versammlung den Pastor Witte anzus greifen, und der Beuge Stöder bat außerdem noch an den Septeren einen Brief geschrieben, in welchem er sagte, daß, Denn sein Amisbruder bei seiner Absicht verbarre, er ihn fallen affen werde. Die thatfächliche Behauptung, die daraus ge ogen wurde, ist die: daß Beuge Stöder aus Rachsucht, aus nem Gefühl der Revanche und verlegtem Ehrgeiz beraus feinen Amtsbruder in öffentlicher Versammlung bat greifen laffen. Db der Angriff wirklich erfolgt ober unmöglich wurde, weil die die Versammlung aufgelöst wurde, ist gleichgiltig; das, was der An Bellagte behauptet hat, ist erwiesen und festgestellt und der Thatbestand des§ 186 liegt also nicht vor. Unerwiesen bält der Gerichtshof die Behauptung, daß Nobiling Mitglied chriftlich- sozialen Bartet gewesen, unerwiesen hält er ferner e Behauptung, daß der Beuge Stöder Geld, welches ihm zu milbihä igen 3weden überwiesen worden, zu Agitationsweden schleudert habe. Das adminitulirende Beiwert zerfalle in el Gruppen. Die erste Gruppe betreffe die Vorgänge mit Ewald und Genoffen. Mag man den Eid des Beugen Stöcker ir vorsichtig- over, was näher liegt, für unvorsichtig halten, Schelbet diese Angelegenheit bei ber Beurtheilung der vor legenden Sache insofern aus, als die Artikel im Drtober 1884 eschrieben find, der Eid aber erst im Januar 1885 geleistet ist. weite Gruppe, welche die Angelegenheit des Cremieur, die Concordia", das Buch des Pastors Todt, den Prof. Caffel, Die ibm Dr. Brandes umfassen, scheide nach Anficht des Gerichtshofes bei Der Beurtheilung der vorliegenden Sache aus. Höchst wichtig ticheine dem Gerichtshofe dagegen die dritte Gruppe, zu welcher die Affaire Horwit, Schleiden, das Ableugnen der Unterschrift unter die Antisemitenpetition, der herentanz um bas goldene Kalb", die Affaire mit Profeffor Beyschlag, die Frage der Thüringer Kirchenkonferenz, die Verwendung der Summe von 2000 M. gehört. Der Gerichtshof ist der vollen Heberzeugung gewesen, daß in all' diesen Angelegenheiten die Behauptungen des Beugen Stöder mit den ermittelten That Jachen mindestens nicht im Eintiang, ia balb und halb in Direttem Widerspruch stehen und daß die Erläuterungen und Entschuldigungen, welche der Beuge Stöder für sein Vers balten gegeben, gesucht und verfehlt find.- Ungeachtet der Widers forliche, in welche fich der Beuge Stöcker bei dieser ganzen Gruppe mit den thatsächlichen Ermittelungen gesetzt hat, hat der Ge itsbof bie Möglichkeit eines zur Begründung eines Invalidenhauses gegebenen eines Ferthums feinerseits Dodo nicht ausgeschloffen, zumal ihm eine große persönliche Er teatbelt innewohnt, was sein vielfach inforrettes Auftreten vor Bericht bewiesen. Auf der einen Seite ist der Gerichtshof Arbeitseinstellung. Geftern legten die Former der Hartung'schen Stahl und Eisengießerei die Arbeit nieder. Es wird gebeten Buzug fern zu halten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieser Notis gebeten. Fachverein der Drechsler ic. Am Montag, den 15. Juni, Abends 8% Uhr, fand eine Mitgliederversammlung des Fach vereins im Lotale Rönigsbant, Gr. Frankfurterstr. 117, statt. Herr Fr. Michelsen erhielt das Wort zu seinem Referate über Das Handwert der Gegenwart, seine Bukunft und die Stellung Der Arbeiter". Derselbe schilderte zunächst die Entstehung des Handwerts und bewies, daß unsere Vorfahren fich durch Ader bau ernährten, aber durch die fich steigernden Lebensbedin gungen, die mit der Beit eintraten, das Handwerk fich ent widelte. Die heutige gedrückte Lage der Handwerker sei nur durch eine gediegene Organisation der Handwerker zu heben. Rebner verwies auf die Organisation der Buchdrucker; dieselben bilden schon heute eine gewaltige Macht. Wenn der Arbeiter fich erst seiner Lage bewußt würde, so würde er gewiß auch danach ftreben, fich ein menschenwürdiges Dasein zu er ringen. Referent sprach fich ferner bedauernd dagegen aus, daß in unserem Gewerte zwei Vereine in Berlin existiren, welche dieselben Biele verfolgen und fchlug eine Verschmelzung derselben vor. In der darauf fol genden Distuffton sprachen fich die Mitglieder Canzius, Müller und Sündermann im Sinne des Referenten aus, und wurde nachdem folgende Resolution einstimmig an genommen. Die heute in dem Lotal Königsbant, Gr. Frant furterfir. 117, tagende Versammlung des Fachvereins der Drechsler, Knopfarbeiter und verwandten Berufsgenossen er flärt sich mit dem Referenten vollständig einverstanden und forbert alle Drechsler, Knopfarbeiter 2c. auf, fich einem der beiden bestehenden Fachvereine anzuschließen und mit ganzer Kraft für die Vereinigung beider Vereine einzutreten, damit wir auch in der Butunft alle Stürme, die an uns berantreten follten, auf dem uns gefeßlich zu Gebote stehenden Wege entgegentreten lönnen. Unter Verschiedenes wurden den firellen Den Schmiedegesellen Berlins auf Antrag des Mitgliedes Müller 20 M. aus der Vereinstaffe gewährt und forderte Der Vorfizende alle Diejenigen auf, welche noch Listen der fireitenden Schuhmacher haben, dieselben so bald wie möglich abzuliefern, da der Streit beendigt ist. Nach Beantwortung einiger Fragen wurde die Versammlung um 11 Uhr ge fchloffen. Der Verein der Schrifthauer, Steinmeze und Bild hauer auf Grabdenkmalschriften hielt am 13. b. M., Johannisftraße 20, eine Mitglieder- Versammlung ab. Erster Bunkt der Tagesordnung war: Die Busammenstellung resp. Aufnahme eines Verzeichniffes der Kollegen, welche fich bisher an der Vereinigung nicht betheiligt haben. Vereinigung nicht betheiligt haben. Bei Einleitung der Dis luffton wies der Vorftpende Herr Hofmann auf die Erfolge des Vereins während der jest nun beendeten Hauptperiode bin und fritiftete das Verbalten der Kollegen, welche vom Verein fern bleiben. Diese betheiligten sich an teiner gewerkschaftlichen Bereinigung, sablen weder Unterstützungsgelder an die ftreiten den Münchener Kollegen noch Wanderunterstügung für Ar beitslose. Ein Berzeichniß derselben fel gana gerechtfertigt, ein Jeber, welcher in einem Grabfteingeschäft arbeitet, müsse seinen Pflichten auch nachkommen. Herr Hinge regte die Frage an, ob der Verein gewillt sei, ein gemeinschaftliches Sommerver gnügen zu veranstalten. Es wurde beschloffen, eine Kremser partie nach Schildhorn zu machen und zwar am 27. Junt. Bersammlungsort und Abfahrt früb 7 Uhr am Dönhofsplay. Mitgliedern des Fachvereins ist die Betbeiligung an der Partie geftattet und find Anmeldungen au senden bis 22. Juni an A. Hofmann, Neue Hochftr. 14, 4 r. nicht in der Lage gewesen, es dem Angeklagten zu verargen, wenn er aus dem ganzen Auftreten des Beugen Stöcker, aus allen diesen Behauptungen, in Widersprüche, den Erklärungen unb Burüdnahme den Schluß 30g, daß fich der Hofprediger Stöder beroußt mit der Wahrheit in Widerspruch gefest bat. Milbernb tomme dem Angeklagten der Umstand zu gute. Der müßte feinen und seiner Väter Glauben schlecht ehren, der nicht schließlich aufgereizt und innerlich empört würde, wenn thätigen, aber einen großen Theil des Jahres arbeitslosen folche Angriffe auf feinen Glauben flebt, nament Berichtshof ist sehr gewillt, Hob wenn fie von Der einem Gelftlichen ausgehen. einem Verkünder des göttlichen Wortes, der Liebe und Versöhnung einen be B hr. In der Werkstattdelegirten Versammlung der Schlosser, die am Montag Annenstraße 16 stattfand, theilte Herr Mietbe mit, daß die Generalversammlung zur definis tiven Beschlußfaffung in Bezug auf die Durchfegung des zebn ftündigen Marimalarbeitstages am nächsten Sonntag in Rellers Saal, Andreasstraße 21, ftat finden werde. Die Lohnlommission set der Anfit, daß, da seitens der Meifter auf die ihnen zu gesandten Birkulare Antworten nicht mehr einlaufen, der Vere fuch, die zehnftündige Arbeitszeit durchzusetzen, jest fettens der Gesellen gemacht werden müffe. Aus den von 45 Werkstätten zurückgesandten Fragebogen ergebe fich, daß in 10 von diesen 45 Wertstätten möchentlich weniger als 60 Stunden, in 15 Werkstätten 60 Stunden, in 20 Werkstätten mehr als 60( bis zu 66) Stunden gearbeitet werde, abgesehen von den Ueber tommen. Herr Miethe sprach die Anficht aus, daß von den Meistern 95 Prozent mit der 10ftündigen Arbeitszeit einverstanden seien. Herr Pirch wies darauf hin, daß die Lohns tommiffion den Werkstätten gegenüber, in denen weniger als die Hälfte der Kollegen fich an der Lohnbewegung be theiligen, von einer Aufforderung zur eventuellen Arbeitsnieder legung werde Abstand nehmen müffen. Nach einer längeren Distuffton wurde der Leiter der Lohnbewegung beauftragt, noch eine außerordentliche Delegirten Versammlung für den nächsten Dienstag einzuberufen und zu derselben die nicht an wesenden Delegirten durch Bofitarte einzuladen. Mit der Ab ficht der Lohntommission, am 29. Junt bie Durchfegung des 10ftündigen Mag malarbeitstages zu beginnen, eventualiter mittelft Arbeitseinstellung, erflärten fich die anwesenden Dele girten einverstanden. Vor Schluß der Versammlung fündigte Herr Miethe noch an, daß er in der nächsten Generalversamma lung die Namen der Kollegen bekannt machen weide, welche Sammellisten erhalten, aber noch nicht zurückgeliefert baben. Der Arbeiter- Bezirksverein der N fenthaler Vorstadt hielt am 15. b. M. in Schwarzer's Salon, Brunnenstr. 154 eine Versammlung ab, in w Icher Herr Pfarrer emer. Kendziora einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Bri vate und öffentliche Moral" hielt. Redner wies nach, daß bet dem Widerspruche, in dem öffentliche und private Moral fich befänden, ernstlich Reformen anzuftreben felen, die Ar better verfolgten diesen Weg und sollten nicht ermatten, bis der Staat mit einer durchgreifenden Gesetzgebung ihnen au Hilfe tomme. Am Sonntag, den 21. b. M. macht der Verein cine Partie mit Familie nach Sandkrug. Abfahrt: Bahnhof Gesundbrunnen, Morgens 93% Ubr. Braunschweig, 12. Junt.( Braunschw. Tabl.) In Beth mann's Hotel hierselbst tagte vorgestern und gestern die 11. Bundesversammlung der freien religiösen Gemeinden in Deutschland unter Betheiligung von 24 Delegiten, zumeist Bredigern dieser Gemeinden, aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands; außerdem waren mehrere Damen anwesend, unter ihnen, und war als Schriftführerin am Vorstandstische, Frau Clara üblich, die Tochter des Begründers der freien Ge meinden in der Proving Sachsen. Die erste Bersammlung, die am Mittwoch von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr tagte, war zunächst der Schauplaz heftiger Meinungsdifferenzen. Mehrere Richtungen bekämpfen fich gegenwärtig in den freien Ge meinden. Die Staatssozialisten sowohl wie auch die Sozialdemo Iraten möchten fte, wie fich das aus den Verhandlungen erkennen ließ, als Mittel zur Erreichung ihrer Parteizwecke gebrauchen. Eine stundenlange Berathung erforderte am Mittwoch eine von Herrn Schäfer, Prediger der freireligiösen Gemeinde Berlin I., gestellter Antrag, dahin gebend, bie Bundesversammlung möge Den Gemeindemitgliebern den Rath ertheiler, fich am 1. De sember in die Volkszählungslisten als Diffidenten einzutragen, um bei dieser Gelegenheit die Macht des Diffidentismus gegen das autokratische Staatskirchenthum zu zeigen. Der Antrag fand aber nicht vielen Beifall, wurde schließlich zurüdgezogen und dagegen ein Antrag des Bredigers Hofferichter( Wagbe burg) angenommen, wonach die Mitglieder der freien Ge meinden fich bei jener Bäblung als freireligiös bezeichnen mögen. Das neueste Heft Nr. 81 der Bundes Blätter" enthält ein Verzeichniß der zum Bunde gehörenden Gemeinden und Bereine in 109 deutschen Städten. Die Versammlung nahm eine Sichtung deffeiben vor und schied 17 Vereine und Gemeinden wegen Nichtbestehens 2c. aus. Sodann gelangte eine Anzahl Anträge der freireligiösen Gemeinde Berlin I zur Verhandlung. Referent für dieselben war Prediger Schäfer. Der erste Punit betraf die Verminderung der Gemeinden, sowie die Ursachen dieser Erscheinung. Den Rüdgang der Gemeinden erklärt Referent aus dem Mangel an Reife des Volles und aus dem schnellen Uebergang von der religiösen aur einseitig politischen Bewegung. Die freie religiöse Bewegung babe die Sympathien des Volkes verscherzt, weil fte es nicht verstanden habe, feinen vitalſten materiellen Intereffen gerecht zu werden. Das lönne nur dadurch geschehen, daß die Gemeinden fich auch mit den brennenden sozialen und politischen Tagesfragen beschäftigen. Freund( Berlin) warnt Davor, Politit mit Nea legion verquiden und gewiffe große Volls maffen an ftch beranzuziehen.€ 3 set das ein gefährliches Experiment. Heine( jostal demokratischer Netch= tagsabgeordneter) führt aus, die frete religiöse Bewegung set nicht mit der Wissenschaft fortgeschritten, babe nicht die Forschungen eines Darwin berücksichtigt und des Bundes Thesen ftehen mit der Neuzeit nicht mehr im Einklang. Es sei Pflicht des Bundes, das Loos und die Lage der armen Menschen zu vers beffern, nur dadurch könne Leben und Wachsthum der Gemeinden gefördert werden. Bei dem Pantte hinsichtlich des Verhältnisses ber freireligiösen Gemeinden zu den brennen ben politischen und sozialen Lebensfragen der Nation betonte Schäfer die Noth wendigkeit, daß man fich mit diesen Fragen innerhalb der Ge meinden befaffe. Man solle teine Partei bilden, aber die Polttit hfs. Die Steinträger und Bauarbeiter hielten am Sonntag Bormittag bei Mundt in der Röpniderstraße eine von mehr als 500 Theilnehmern besuchte Versammlung ab, um gleichfalls zur jezigen Lobnbewegung in den Beugewerben Stellung au nehmen. Herr Wille, welcher das Referat über nommen hatte, legte in fachlicher Weise die gebrüdie, der Ver befferung entschieden bedürftige Lage der Steinträger und Bauarbeiter bar. Nach den, von allen Rednern in der Dis fuffion durchweg bestätigten und zum Theil ergänzten Angaben des Referenten ist der Lohn dieser fast ausschließlich in Afford Arbeitergruppen nur scheinbar ein auslömmlicher, in aber ein der That völlig Bei unzulänglicher. übermäßig langer Arbeitszeit von Morgens 4 und 5 Uhr bis Feierabend( 3/46 Uhr) erhalten 8. B. für bas Tragen von einem Tausend Steine nur 1,75 D. Dabei ist aber zu bebenken, daß auch der stärkste, im Bollbefize feiner Mannestraft stehende Arbeiter, ohne fich über alles Maß anzuftrengen und schon nach wenigen Jahren einem früb onderen Schuß des Gesezes zuzubilligen vorausgesett, daß selbst die vermeintlich beffer bezahlten Steinträger für ich der Geiftliche auch von politischer Agitation fern hält. Wer fich in den Strudel politischer Agitation stürzt, darf es nicht übel nehmen, wenn er von dem Gischt besprigt wird. 4 zu ertiären, daß die Art und Weise, wie der Beuge Stöder zeitigen Siechthum zu verfallen, täglich nur etwa höchstens tritiftren. Der Arbeiter fann für uns gewonnen werden( Herr Heine rufi: er wird fich büten!) durch eine sozialpolitische Reform bewegung nach Stödet'icher Methode. Freund: Halten Sie den Sozialiušmus von uns fern. Wir dürfen teine Bolitik treiben, weil fte nicht unter uns gehört. Kand. Schwennhagen( Berlin), ein junger Mann, der in legter Beit vielfach in der sozialdemokratischen Bewegung hervorgetreten ist, wünscht, daß die freireligiösen Gemeinden den materiellen Bedürfnissen des Bolles durch Be Sprechung derselben Rechnung tragen. Prediger Voigt( Meins) protefti gegen die Auffaffung, daß die freireligiöse Bewegung im Rüdgange fich befinde, und erklärt, berrn Schwennhagen's Agitation und Wirksamkeit im Bunde scharf verurtheilend, Ramens seiner deutsch- katholischen Gemeinde deren Austritt aus dem Bunde, falls legterer nicht Remebur eintreten laffe. Dr. Schramm( Nordhausen) spricht in gleichem Sinne über Schwennhagen's Thätigteit, die auch dem Prediger Schmidt mehr demagogisch als religiös erscheint. Bon ver schiedenen Seiten wird es getadelt, daß man den Bund als Werkzeug einzelner Parteien wißbrauchen wolle. Heine erklärt darauf, daß seine Bartel,( bie fozialdemokratische) an der freireligiören Bewegung ftart intereiftit iet. Der Standpunkt des Bundes ist jetzt derart, baß die Wissenschaft mit den Grundsägen des Bundes fich nicht mehr bedt. Ich glaube, wir tönnen uns recht wohl innerhalb des Bundes vertragen. Vor den Bestrebungen des Herrn Schäfer, unfere Varteigen offen zu fich hinüberzusieben, brauchen wir feine Furcht zu haben. Das hat unsere Partei ftets bei den Wahlen bewiesen." Der Redner versichert, daß Die Sozialdemokraten die Gemeinden nicht zum Plage ihrer Bartelagitation machen würden, und nimmt schließlich herrn Schwennhagen in Schut, indem er bezweifelt, daß derselbe im Sinne des Parteiprogrammes ein Sozialdemokrat set. Hofferichter entlärte: Wir müssen allerdings die politischen und sozialen Fragen fest ins Auge faffen, das ist aber ftets geschehen. Ein politischer Verein darf jedoch unser Schwennhagen verwahrt fich gegen Bund nicht werden. Die Angriffe, welche sowohl in dieser Versammlung wie auch in einer Refolution der Wiesbad ner Gemeinde gegen ihn ge richtet wo ben. Die Versammlung beschließt, die besprochenen Angelegenbeiten einer Kommission zu überweisen, welche fte be arbeiten, fritiftren und in den Bundesblättern" publisiren joll. Die Verhandlungen des geftrigen Tages bestanden in der Hauptfache aus Erörterungen über Stellung der Sittlichkeit. Gegen 4 Uhr nahmen die Verhandlungen ein Ende. Hoffe richter, der bis jest Voifigender des Bundes gewesen ist, aber wegen zunehmender Kränklichkeit eine Neuwahl abgelehrt hat, nahm in bewegten Worten den legten Abschied von den Theil nehmern, da er bei seinem hinfälligen Buftande ein Wieder feben derselben nicht für wahrscheinlich hielt, und schloß mit Worten der Mabnung zur Einigkeit und Verträglichkeit. Eine Bersammlung des Arbeiterinnen- Vereins findet am Donnerstag, den 18. Juni, Abends 8 Uhr, in G. atmetl's Bierhallen, Rommandantenftr. 77/79 ftatt. Sahlreicher Befuch Der Mitglieder ist erwünscht. Gäste fönnen nur durch Mit glieder eingeführt werden. Der Verein der Berliner Riften und Koffermacher veranstaltet am Sonntag, den 21. Sunt, eine Herrer partie nach Wannsee. Abfahrt früh Punti 6 Uhr vom Potsdamer Bahnhof. Der Vorstand bittet um rege Betheiligung. Ab, fahrt erfolgt mit Mufit. Kranten und Begräbnißtaffe der Berliner Gürtler und Bronceure( E. 60). Dieselbe ent pricht den An forderungen des§ 75 des Gesezes vom 15. Juni 1883. Die Hauptzablftelle befindet sich bei Foellner, Ritter und Brinzen fraßen Ede des Sonntags von 10% bis 12%, Uhr Vormittags, bel Sonnabends und Montags von 7 bis 9 Uhr Aben bs, woselbst auch neue Mitglieder aufgenommen werden, dasselbe gefchiebt auch beim Rendant Miesterfeld, Dranienftr. 2a, vorn 8 Tr. Sprechstunden: Sonntags von 8-9 Uhr Vormittags, Wochentags von 7 bis 10 Uhr Vormittags und von 12-3 Übr Mittags. Außerdem nehmen Beiti äe täglich entgegen: Ball ws. Reftaurateur, Prinzen und Morigftraßen- Ede; Kreuz, Restaurateur, Koubujer Plaz; Fobibols, Restaurateur, Weber Straße 13; Röhl, Bigarrengeschäft, Bergmannstr. 105; Ball müller, Bigarrengeid äft, Veteranenftr. 28. Den Mitgliedern, Freunden und Bekannten aur Nachricht, daß unser Sommers feft am Montag, den 22 Juni, in der Unions. Braueret, basenbaide 3-5, unter sehr reichhaltigem Programm ftattfindet. Billets find bei den Vorstandsmitgliedern, auf den Bahlstellen, fomte in ben mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Die Bablftellen find an diesem Tage geschloffen. Die Sprech stunden des Rendanten nur Morgens von 7-10 Uhr. Um recht zahlreichen Besuch bittet der Borstand. Die Zentral Kranten und Sterbetasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter( E. H. örtliche Bermal tungsstelle, Berlin C., Hallesches Thor), hält am Mittwoch, den 17. Junt, Abends 8 Ubr, Teltowe ft. Nr. 3, bet Rotheder, eine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht erstattung über die Generalversammlung. 2. Neumabl des ge fammten Drtsvorstandes. 3. Verschiedenes. Dos Quittungs buch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Dris Vorstand. Der Arbeiter Bezirksverein der Friedrichstadt bält heute Abend 8 Uhr in Gratweil's Bierhallen Kommandan tenftr. 77-79 eine Versammlung, zu welcher auch Gäfte Bus tritt haben. Tagesordnung fiehe Inserat in unserer geftrigen Nummer. Stenographische Gesellschaft nach Stolze. Abends Abends 8 Uhr, bolamaififtraße 72( Rönigstadt Rafino) Schreib abung. Der Louisenstädtische Bezirksverein Vorwärts" bält heute, Mittwoch, den 17. Junt, Abends 8 Übr, in Konrath's Salon, Wafferthorftraße 68, eine Vereinsversammlung ab, in welcher Herr W. Liefländer einen Vortrag über Moral" Theater. Deutsches Theater. Beute: Maria Magbalera. Brute: Defizit. Bellealliance Theater. " Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Balhalla Operetten- Theater: Beute: Marcotte. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Date: Der Verschwender. Sute: Papageno. Louisenftädtisches Theater: Date: Der Bostillon von Lonjumeau. Central Theater: Alte Salobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. beute: Hamburg an der Alfter. verlangt 1304 Arbeitsmarkt. Zwei Zimmergesellen [ 1303] W. Grahlow, Röpniderstr. 65. Ein Mädchen bis 17 Jahren wird verlangt Grimmstraße 26, Basfow, im Laden. Ein träftiges Mädchen, welches Nachmittags die Schule frel hat, wird zum Warten eines Kindes verlangt bei Hamm, Reichenbergerstraße 134. 1308 | balten wird. Ferner wird die Beittion an den Magiftrat um Errichtung von Sanitätswachen auf Rosten der Stadt vorgelegt werden. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und zahlreich au erscheinen. Gäste willkommen. Vermischtes. Die volkreichsten Städte. Einer Abhandlung der Beter mann'schen Mitbeilungen" entnehmen wir folgende Busammen stellung der größten Städte unseres Erdtheils. Obenan stehen Die bekannten Stadtkoloffe: London mit 3 832 440, Baris mit 2 225 910, Berlin mit 1122 500 und Wien mit 1 103 110 Ein wohnern. In diesen vier Weltstädten wohnen demnach au= fammen 8 283 960 Menschen, faft zweimal mehr als in ganz Australien mit Polyneften( 4232 000). London allein hat mehr Einwohner als gang Sachien und die ganze Schweiz, Baris mehr als das ganze Festland Australien, Tunis, Bulgarien, Griechenland, Dänemark, Norwegen oder Serbien u. f. w. In Berlin leben nur 16 000 Menschen weniger, als in sämmtlichen 5 deutschen Herzogthümern( 1 138 780) und nob einmal so viel als in allen 7 deutschen Fürftentbümern ( 516 000). Diefen Millionären lommen am nächsten Beters burg mit 876 570, Moskau mit 611 970 und Konftantinopel mit 600 000 Einwohnern, dann Glasgow( 555 940) und Liver pool( 552 430) Dann folgen Neapel mit 493 110, Hamburg ( nebst Vorstädten) mit 410 120, Birmingham mit 400 760 in wobnern; ferner Lyon( 372 890), Madrid( 367 280), Budapest ( 360 580), Marieille( 357 580), Marchefter( 341 510) Warschau ( 339 340), Mailand( 322 840), Amfterdam( 317 010), Dublin ( 314 660), Leer8 909 130), Breslau( 272 910), Turin( 252 830), ffaton( 246340), Balermo( 244 990), Roper bagen( 234 850), München( ohne Vororte 230 020), Bukarest( 211 800), Bordeaux ( 220 960), Dresden( 2 0820), Barcelona( 215 960), Edinburg ( 215 150) und Bristol 206 500). Das Adermann'sche deutsche Turnfest in Dresden rückt immer näher. Deshalb werden auch immer neue Vorrichtungen getroffen, auch Schußvorrichtungen. Auf dem dritten deutschen Turntefte zu Leipzig übte die durch Turner verfiäifie Feuerwehr Den Turnern gegenüber in der Stadt fowohl, als auch auf dem Feftplage den Polizeidienst aus. In der Stadt waltet, natürlich im Eine moderne Handschuh" Geschichte. Eine Geschichte, die in ihrer Bointe einigermaßer an Schiller's Handschub" er innert, hat sich vor wenigen Tagen in der Nibe von Baris abgespielt. Am 26. Mai fand im Walde von Chantilly bas Wetirennen um den großen Dianapreis ftatt. Bu diefer Ge legenheit war aus Bentor eine junge schöne Engländerin Namens Lillie Betot, die Braut des Jod ys Princeps, ge tommen. Die Verlobung des Baares währte schon 6 Jahre, allein das schöne Mädchen erklärte, den Hochzeitstag eft dann zu feiern, wenn ihr Bräutigam einen Sieg errungen. Immer gab es Hinderniffe, die den Armen um den Sira brachten, boch heuer errang er diesen in bewundernswerther Weise. Die Braut faß auf einem bevorzugten Blage auf der Tribüne, unb als Mr. Brir ceps bas Band ringebändigt belam, etite er, o schnell wie sein edles Pferd es vermochte, auf fte zu au- und warf thr den Berlobungsring in den Schooß. Ein halbes Dugend seiner Freunde, mit welchen er die Sache schon früher verabredet, war an seiner Seite; das Mädchen verließ todten bleich den Turf. Nr. 1 Ein drolliges Vorkommnts, welch- 3 fürzlich in Stettin pafftate, wird der„ Otsee- 3tg." berichtet: Neben einem Sragen bahnwagen, der von Weitend nach der Stadt fuhr, lief ein Snabe im scharfen Trabe ber, und trotzdem das Thermomet einige zwanzig Grab im Schatten zeigte und der kleine Schnell läufer schon über und über schwigte, ließ er doch nicht vom Wagen ab, so daß ihn schließlich der Rondutteur fragt, er denn eigentlich fortwäbrend mitlaufe. Reuchenden Athem ostabonne erwiderte der kleine:„ Sie werden doch wohl nichts daarg haben, daß ich im Schatten nach der Stadt g be!" webalb Tableau. binan", langen Tenor und Baß in der Schumann'ichen auft Musikalische Humore. Das Ewig- Weibliche siebt uns Mufit- da batte der Sop an um einen halben Zon unter geдogen. Dltebes Mädchen, blaß noch mehr, mein Süb wind verlangt nach Dir" hatte der Steuermann im bolli der" - da blies die Opernsoufleuse ihren heißen Grogt. -Seid rubig, seid rubig" fang der Graf Almaviva in da verschwiegen die Uebrigen einige Tatte und fepten zu spät ein. Was gleicht wohl auf Erden Dem Jägervergnügen" fang der Männerchor im Felid da id munzelte Profeffor Jäger wohlwollend im Barq utgenommen" fang Maria im Tompeter von Sättingen da war Jung Werner mit Gagevorschuß durchgebrannt. Ack imannschen Dresden, diesmal an den efttagen die Polizet Szt steht er hinaus in die meite Welt, hat keinen bide weiter und auch auf dem Festplate. Do.t wird nur noch nebenbei der Didnungsdienst von Zurnern ausgeübt. Was doch die Turner für staatsgefährliche Leute geworden find? Armer Dr. Göz, armer Th. George, armer Ed. Angeftein Ihr wagt es ja nicht einmal, Eure alten verschimmelten schwarzrothen Bänder über die grauen Jacken zu hängen. Man thut Euch doch ein grausliches Unrecht an. Kleine Mittheilungen. " tricheint to Berlin frei Die Das a bat er tig geft สิน Runde zu on Rirchbe Babltreife beren reingebroc Dauptschulb Daß s bollen wir beralen gra ofort gu Hamburg, 14. Juni. Bet Antunft der Weftphalta" beute Seltfame Paffion. Die Wochenschrift Für's Haus" Morgen von New Doit fand unmittelbar, nachdem fte im Dal marquai angelegt hatte, eine Durchsuchung der Effetien fimmt licher Baffagiere feitens einer größeren Anzabl von Kriminal beamten statt. Es war nämlich, dem Hamb. Korresp." benn no folge, der Polizeibehörde avifirt worden, daß unter den tömmlingen fich Anarchisten befänden, welche verbo e artei verha Flugschriften, sowie sogar Dynamitpatronen bei sich füben sollten. Trop der sorgfältigsten Recherchen wurde niats Be bringt folgende Buschrift von Alma v. T. geborene Baroneffe St. in Rußland An deutsche Mütter!" gerichtet: Mein ältefter Sohn, der 16 Jabre alt, stets der befte Schüler und schon seit einem balben Jahre Primaner, mit ausgezeichnetem Sprach und musikalischem Talent begabt ist, er, den ich mir in einem Jahre als flotten Studenten dachte, bat fich den unglücklichen Gedanken in den Kopf gefeßt, die Schule zu ver laffen und Diener zu werden. Mein Mann fagt in seiner philosophischen Lebens anschauung: Es kommt darauf an, wie " dächtiges gefur ben. " 1 Zürich. Herr Nationalrath Scheuchzer publiziri in feines chr The wi ie Abmebr Antlage bes Ben. Sie Rabital Realtion, Wochenzeitung" folgende Erklärung:„ Wir bitten jeden Bamberger mein Junge, nicht was er wird", und läßt ihm den freien lichen Mann. der von einem Wucherhandel Kenntniß erball uns davon Mittheilung 34 machen; wir werden je nach Umständen die Klage bei dem betreffer den Statthalieramt emäßigte S unsere Kosten und Gefahr besorgen. Wir wollen das Wude herweise aefes nicht umsonst gemacht haben, sondern werden und Ehre und eine Freude daraus machen, als Volfear walt ge Die Wucherer christlicher und füoischer So te und Helfers helfer zu dienen." Das verdient nachgeahmt Willen. Ich wollte mich diesem und der Meinung meines Mannes willig fügen, wäre mir der Gedanke nicht quälend, meinen lieben Sohn unserem Stande gang entiüdt und bei seinen reichen materiellen und moralischen Misteln ohne irgend einen zwingenden Grund unter roben, ungebildeten Menschen zu wiffen. In seiner weit verbreiteten ärztlichen Bragis in hochariftokratischen Kreifen ist es meinem Iteben Manne leicht geworden, sehr gute Kammerdiener stellen au beschaffen; mein Sohn neigt aber, bei feiner ausge Liebhaberet für Pferde, iprochenen Jum Stallbien ft. Er will, wie schon mehrere feiner Mitschüler aus guten, angesehenen Familien und den obersten Klaffen des Gymnafiums, die ihn fiüber und jezt noch von ihren Stellen aus briflich berebet haben, mit dem Stalljungen be ginnen und in England, Deutschland oder Frankreich den Dienst erlernen. Einer von den Kameraden ist freilich wegen rober und fortwährend thätlicher Behandlung von Seiten des Stallmeisters und Rutschers heimgelehrt und schon glaubten seine Eltern ihn geheilt; er will aber nun einen anderen Dienst suchen oder schlimmsten Falls auf dieselbe Stelle zurüdlehren. Einige andere haben nach einjährigem Dienft als Stautnechte in Sd we den die Kutschere kademie bezogen. Solche Ideen und Netgungen, ein schlimmes Beichen unserer Beit, bringen viel Unglück in bie Familien!! Ich bitte um den Ratb erfab ener deutscher Müller und um Abwägung des Für und Wider bei Gewährung des freien Willens, damit ich nicht mein ganzes Leben hindurch von dem quälenden Gedanken verfolgt werde, ohne Rath und Beiftand anderer Mütter, falsch gehandelt und nicht alle Mittel zur Belehrung meines Sohnes angewandt zu haben. Es drängt mich um so mehr zu diesem Nothichret, als mein zweiter 15jäh riger Sohn, feit Weihnachten Setundaner, auch schon ähnliche Gedanken ausspricht, in feinem Fleiße in der Schule bedeutend nachgelaffen hat und beständig, trop Verbotes, in den Stall schleicht, um dort mit dem Knechte zu arbeiten. In der Hoffnung, bei weisen deutschen Müttern Rath und Stüße, Toft und Hilfe zu finden, zeichnet 2c."- Wir finden -Wir finden diese Baifton auch etwas seltsam; jedoch wenn man die Pferde paffionen des Adels überhaupt ins Auge faßt, wenn man die Stallknechtsteden dieser Herren vielfach hört, so tann es nicht werden Röslin, 13. Juni( 3um Rapitel von den unich ortes Jahr vom Schwurgericht wegen Brandstifiu Berurtheilten.) Der Ranglin F. W. Mittag aus Belgard 1 Jabr 6 Mor aten Buchthaus verurtheilt worden und Da Verurtheilte einige Monate feiner Strafe bereits vabi Dem Vertheidiger gelang es, bei dem Dber- Landesgeri Stettin die Wiederaufnahme des Verfahrens burduf mals zur Verhandlung. Der Angeklagte wurde freigesprochen und so lam die Sache hierselbst vor dem Schwurgericht nod da die Möglic feit nicht ausgeschloffen es bien, daß ein Nach bar des Angeklagten die Brandstiftung begangen. Briefkasten der Redaktion. te Deshal Deutschland erren Nati reffante 9 eralen Ro Realtion üb abr night an ein Realtion u macher mehr iberali leiten in arismus lo as Sere on bef Die feine B ealtion au Die Staatsanwaltschaft des Kgl. Landgerichts unter Darlegbens vorh Lehrer J. 1. Wegen der Expreffung müssen Sie fich an des Sachverhältnisses wenden. 2 Gegen den Denungiant fann nichts geschehen, da nach Ihre eigenen Angabe Unterschlagung vo liegt. R. R. Teltowerstraße. Ihre Anfrage ist nicht geftellt. cine Det bli S. 35. Wir tönnen Ihnen höchstens zur Bri wegen Beleidigung rathen. xx. Sie brauchen nichts mehr zu veranlaffen. Forderung verjährt erst in 30 Jahren. Alter Abonnent. Wenn es sich um дже Wirthschaftsful handelt, so ist der Mann zu deren Bezahlung verpfl ch 6. P. Sie müssen auf Grund des im Jahre 1877 gangenen. nicht gelutirten Uitels nochmals tlagen. Tiegt so großes Wunder nehmen, daß im heiligen Rußland, wo folche nicht vor. Sofern der Pfandlether wegen des Ihnen abeligen Herren nicht zu den Seltenheiten gehören, derartige gebenen Darlehns aus dem Pfande nicht gedeckt wird, baften Stallknechtssehnsucht unter der Jugend vorbanden ist. Im Uebrigen ist es gut, wenn die Söhne des Adels tüchtig arbeiten lernen. ArbeiterinnenVereins- Versammlung am Donnerstag, den 18. b.., Abends 8 Ub, in Gratwell's Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79. Nur durch Mitglieder eingeführte Gäfte haben Butritt. Große Volksversammlung Donnerstag, den 18. Juni 1885, Abends 8 Uhr, in Thormann's Kasino, Belforterstraße Nr. 15. Tagesordnung: Referent: Stadtv. 1. Das Arbeiterschuhgesek. Referent: Stadtv. Jrik Görcki. 2. Dietuifton. 1320 Bur Deckung der Unkosten Entree noch Belieben. Der Einberufer. Restaurant von M. Kreutz, Kottbuser Platz( Alte Linde). Reichhaltiger Frühstückstisch. Bier auf Eis. Kühle Räume. Sie für den Ausfall. 6. Licht. Der Finder lann im vorliegenden Falle 95 Bf. verlar gen. Die von mir bereits angezeigte Versammlung [ 1307 anben fein Denn ein bem Si ger fortfa deutsche Cind serbote by Darin Schwefe find no dben R as I Ibon fei Du nich ng, he n der gewerblichen Arbeiter Berlinbachtet, findet am Sonntag, den 21. Juni, Vormittags 10 in der Tonhalle, Friedrichstraße 111-112, statt. Gemal Tagesordnung und Referenten werden noch veröffen Jm eigenen Intereffe ersuche ich die Vertreter der schaften, zum Sonntag teine Bersammlungen ein G. Roedel, In meinem polizeilich konzeffionirten Tifle Ein- und Verkaufs- Geschäft I bieten fich besonders dem geehrten Arbeiter und Handwa faft muer Herren- und Damen Garderobe, Rinder, Garb Publikum täglich wirkliche Gelegenhettsläufe in Uhren, Werthsachen, Wäsche, Koffern, Schirmen, Harmonilas c. Desgl. empfehle m. groß. Lager o. Arb zeug n engl. Leder, Drell, Warg u. f. w. Unter Umf gewähre Theilzahl.- Dentbarste Billigt. und strengste find in m. Jabre 1. befteh. Beschäft Ehrensache. M. Schulz Wwe., Gneisenaufte. 1 g. Piano, 12 Thlr., 3. v. Oranienstraße 4, II, lints. Eine Schlafstelle für ein anständiges Mädchen mirthen Simionftraße 8, Hof 3 Tr. Abfälle Trito von Tuch, Tibet, Kammgarn, Wolle fauft F. Quednow, Wienerft Berantwortlicher Redakteur R Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 11088 74 Geschä tut, trant affe Raffe Davanna an feiner Haus. Or moch Lieutenant vo eMensch on it fein eber halb,