ine Brfaidhte, andfchub" er be von Baris Chantilly bas Bu dieser Ge Engländerin Brinceps, ge Son 6 Jahre, tag erft dann gen. Immer Sieg brachten, Weife. Die Tribüne, und , eilte er, fo fte zu und Fin balbes e schon früber erließ tooten ich in Stettin nem Straßen fubr, lief ein Thermometer leine Schnell och nicht vom Nr. 139. Donnerstag, 18 Junt 1885. Il. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" P heint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für agt, metbalb Berlin frei in's Saus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Enden Athems Postabonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) nichts daarg n Tableau iche sieht uns n'idhen Fauft en Lon unter r, mein Süb mbolla der" heißen Grogt Almaviva in brigen einige obl auf Erden Felids" n Barqut inen Abidi Sättingen" brannt ftphalia" brute fte im Dal fetien fimmt Don Kriminal Redaktion: Beuthstraße 2. Die maßlose wildentfesselte Reaktion." Das hat aber Herr Ludwig Bamberger gut gemacht" bat er es aber den armseligen Nationalliberalen recht tig geft dt" fo schallt es aus beutich freifinnigem Kunde zu Ehren Ehren Bamberger's, des tapferen Iden on Rirchheim Bolanden, ber vor einigen Tagen in feinem Bahlkreise eine fapfere Rede gehalten hat gegen seine beren Freunde, die Nationalliberalen, welche an ber reingebrochenen maßlofen, wildentfesselten Realtion" die Dauptschuld haben follen. ofort ju, abre Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. leiben, wie es leiber schon in so bebauerlich großem Um fang geschehen ift." Daß die Nationalliberalen sich in dieser Weise ver Leute, die tbeibigen, ist sicherlich nicht zu verwundern. sich bislang tief vor ber Macht nur gebüdt und gebudt, die mit den konservativsten und reaktionärsten Elementen gebuhlt haben, deren Parteigenoffen in Siegen einen 13der in den Reichstag wählten, diese Leute steden selbst bis an den Hals im Sumpfe der Realtion und fühlen sich solange wohl in demselben, bis endlich die schmutzigen Fluthen über ihren Häusern zu sammenschlagen. Daß gegenwärtig eine maßlose Reaktion berrscht, Nollen wir gern mit unterschreiben, daß die Nationals Bamberger hat troß der nationalliberalen Abwehr liberalen große Schuld an derfelben haben, geben wir auch recht, wenn er von einer wildentfesselten Reaktion spricht, Herr Ludwig Bamberger, wer die gegenwärtig herrscht und an der die Nationalliberalen Korresp" benn noch größere Schuld an dieser Realtion? große Mitschulb haben. unter den liziri in feines ten jeden nntniß ebil sprechen, daß der Nationalliberalismus die Hauptschuld an der maßlofen, wildentfesselten Reaktion trage. Das ist unwahr! Eine viel größere Schulb daran trägt die deutsch freisinnige Bartei! Von den Nationalliberalen hat bas Bolt niemals erwartet, baß fie ber Reaktion einen Damm entgegenfeßen würden sie haben es niemals dem Bolte versprochen. Die Deutsch- Freifinnigen aber haben oft und laut sich als Rämpfer gegen die Reaktion ausgerufen und ihnen hat auch ein Theil des Bolles geglaubt. Deshalb sind sie die Hauptschulbigen, da fie ihr Wort nicht ge halten, da fie troß des gegebenen Wortes, wie wir nach gewiesen, die Freiheit mehrfach schmachvoll verrathen haben. Deutsch Freifinnige und National Liberale mögen fich also in Bezug auf die Hauptschuld an der Reaktion nicht ferner befebben, fie mögen fich die Hand drücken. Gleiche Brüber, gleiche Rappen"! Die Deutsch Freifinnigen speziell aber dürfen sich das The wir zur Beantwortung dieser für eine gewisse iche verbotene artei verhängnißvollen Frage gelangen, wollen wir erst et fich fübre Abwehr der Nationalliberalen hören, welche fie ber daß diese an einer Realtion, wenn fie hereingebrochen Eine merken: Das Boll fennt das alte deutsche Sprüch De niats ntlage des deutschfreisinnigen Herrn Bamberger entgegen hen. Sie brehen den Spieß um und beschuldigen den Rabitalismus" wer lacht ba? des Herrn Bamberger und feiner Genoffen als den Ursprung der bie hätte hereinbrechen können, wenn der ie nach be Realtion, thalieramt au Bemaßigte Liberalismus diese Reaktion nicht noch glück. das Wucherweise Den uns ette. anwalt ge Dem natürlich mit dem Rücken abgewehrt Deshalb behaupten bie Nationalliberalen, daß es in e und Deutschland gar leine Realtion gäbe. Doch hören wir bie ach geahmt erren Nationalliberalen zunächst an, wie sie sich über dies en unichu teffante Thema in ihrem Hauptorgan, der National Belgard andftifium n und reits abi andesgeriat Durdufe urgericht no n. freig fprode baj on. eralen Rorrespondens", aussprechen: Realtion Wahr ist im Gegentheil, baß wir eine wilbentfeffelte Reaktion über uns ergehen sehen würden, wenn wir nicht an einer Regierung, deren ganzes Wesen als blinde zu bezeichnen faum der gewöhnlichste Phrasen hacher mehr fertig bringt, und einem gemäßigten ein Nad teiten Siberalismus, ber bie realen Bedürfnisse und Mög ins Auge faßt und sich von einem öden Doktritarismus loszusagen gelernt hat, einen Damm gegen as Hereinbrechen einer augellofen Reats Die Nationalliberalen aber haben hinwiederum recht, wenn sie Bamberger und Genoffen der Schuld anklagen, wäre, die Hauptschuld tragen würden. Nur das letztere ift falsch, ba die Reaktion schon hereingebrochen ist. Und ferner sind die Gründe der Nationalliberalen falsch, bie barthun sollen, weshalb Bamberger und Genossen an der Reaktion schuld find. Auch wir erklären, daß Bamberger und die Deutsch Freifinnigen eine Hauptschuld an der hereingebrochenen Reaktion haben, aber nicht durch ihren Radikalismus", sondern durch ihren Nationalliberalismus, den fie noch immer wie die kleinen Rüfen die Eierschalen am tragen und nicht abzuschütteln vermögen. War es denn nicht der Nationalliberalismus in ben Reihen der Deutsch Freisin nigen felbst, der das Ausnahmegeseh gegen die Ar beiter verlängerte, ber ermöglichte, daß Arbeiter ohne Richterspruch von Weib und Kind getrennt werden können? Und wird denn durch Ausnahmegeseze die Macht der Real tion etwa nicht gestärkt? " War es denn etwa nicht der Nationalliberalismus unter den Deutsch- Freifinnigen, der sich vor dem künstlich ents fesselten Entrüftungssturm" platt auf den Bauch legte und ein jämmerliches Ja" ächste, wo er bei Windstille und im Sonnenschein ein tedes Mein" gerufen hatte? Wird es nicht der Nationalliberalismus in den Reihen wieber zu dem Ausnahmegefeße gegen die Arbeiterpartei Ja und Amen fagen, ber dem Militärfeptennat, welches den Reichstag felbft bregradirt, zustimmen wird? wort: Wer einmal Iügt, bem glaubt man nicht." Politische Uebersicht. Der Bundesrath wird fich auch im Laufe dieser Woche noch nicht mit dem Antrag Preußens, betr. Die braunschwei gische Thronfolge beschäftigen, es werden vielmehr die Ber handlungen im Juftisausschuffe darüber erft Ende dieser Woche beginnen. An Stelle des ertrantten hanseatischen Minister refidenten Dr. Krüger ist der hefftsche Gesandte Dr. Neidthardt zum Referenten des Ausschuffes bestellt worden. Inzwischen ftellt sich heraus, daß alle Angaben über abweichende Stellung einzelner Bundesregierungen gegenüber dem preußischen An trag nicht stichhaltig find. Somit wird wahrscheinlich auch nicht einmal die Dotivirung des Antrages auf Bebenten stoßen. Die Angelegenheit aber dürfte einer der legten Gegenstände werben, welche den Bundesrath vor den Ferten bes schäftigen. Unsere Chauvinisten haben sich in der legten Belt wieder einmal in ihrer ganzen Größe gezeigt. Kam da auf einmal das Gerücht, der Sultan von Sanftbar babe seine Soldaten in das lion befäßen. In unserem Bolte allerdings wären, Die feine Vertretung beweißt, die Elemente zu einer starten en Sie fidh ealtion auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen der Deutsch- Freifinnigen sein, der in der nächsten Seffion schon von großen Siegen der nach dorthin abzusenden Kriegs ter Dirlegubens vorhanden, und sie würden noch weit starter vorDenungiant Angabe cht verfib ur Bring anlaffen Jer bichailidub Derpfl chtel Jabre gen. 1877 t Danblurs It wil Shnen Tegt baften den Falle Berlin tage 10 ftatt. veröffen [ 1307 Smal er der inzuberufe lel, Tijdl Befchäft nd Bandwa Ender, Garde in neuer birmen, ager o. Arb Inter Umstä ftrengfte e. [ 108 renauftr. 7 II. lints. Rädchen 40 rn, Trifo Bienerftr ben sein und wahrscheinlich alle Dämme niederreißen, ein maßlofer wildentfesselter Nabitalismus bem Sinne der Herren Bamberger und Richter noch deutschen Bürgerthums den Liberalismus zu ver Ganz gewiß wird er es sein! Und ehe die Deutsch nicht entfernen, ehe hat Herr Bamberger kein Recht, au unter deutschem Schuß stebende Gebiet der oftafrikanischen Ge sellschaft einrüden laffen. Raum war das Gerücht da, so entstand ein Höllenlärm in der gutgesinnten Preffe, man überbot sich mit gegenseitigen Drohungen gegen den Sultan und träumte flotte. Und nun ftellt sich heraus, daß die Nachrichten von dem Vorgeben des Sultans auf Schwindel beruhten. Es scheint nichts anderes geschehen au fein, als daß vorübergehende Araber baben. Und deshalb der Lärm, deshalb die Mühe bet chauvi ein Gaus" und einen Garten eingeriffen und niedergetrampelt Ranonen au drohen! Die Kanonen hätte man ficher im nger fortfahren follie, den ruhigen und gemäßigten Kreisen Freifinnigen den Nationalliberalismus aus ihren Reihen nistischen Preffe, dem Sultan täglich zweimal mit deutschen Grad serboten.] Feuilleton. 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäder. ( Fortegung.) Darin baft Du Recht, Fränzchen, aber"-er fab Schwester büfter und wie in tiefen Gebanken an find noch außerdem eine Menge von Dingen, die mir flüger oder beffer hinzustellen denken! Sie hätten natür lich an deß und bes Statt nicht so gehandelt, sie würden bas viel flüger oder ehrenhafter angefangen haben! Klingenbruch war von Solbergs gleich wieder nach Hause zu gegangen, aber er fühlte sich so aufgeregt, daß er beschloß, zuerst einmal in dem Rafé einzutehren und ein Glas Rognat ober Portwein zu trinken. Er that das sehr felten; aber eben weil er seinen Rörper nicht daran gewöhnt hatte, übte es auch, wenn er es einmal gebrauchte, Fur ben Ropf gehen und die ich heute Morgen regeln ftets eine wohlthätige Wirkung auf ihn aus. Was haft Du nur, Hans?" fragte Franziska ,,, Du hon feit gestern Abend so fonderbar, so stillng, nub heute Morgen habe ich Dich schon ein paar Mal gefühlt, fich gegen einander auszusprechen, und als beften Du nicht einmal Leopold gute Nacht gefagt, als er Beobachtet, wie Du ver Dich nieberstarrteft." Im Edfenster drin, wie in dem übrigen Raume, fand er übrigens trop der frühen Tageszeit schon eine Anzahl von Gästen, meist Dffiziere, versammelt, die das Bedürfniß Sammelplatz gerade dieses Lotal gewählt hatten. Das einzig und allein reut, trant aber dabei im Stehen die vor ihn gestellte Geschäfte, mein Herz, Geschäfte," erwiderte Hans zer- Gespräch brehte sich deshalb auc Caffe Raffe aus und griff bann, ganz in Gebanken La feiner Bigarre und Feuerzeug Mädchen; ber Herr Graf hatte auch die Flasche verloren und zahlte fie." Berloren? Wie so?" fragte ein anderer ber Ei, fie würfelten sie aus, wie das die Herren ja Dffiziere. oft thun." Es ist unbegreiflich," sagte derfelbee wieder, baß er Morgens noch Vergnügen baran finden sollte, eine Flasche Champagner auszuwürfeln, und dann nach Hause zu gehen und sich umzubringen." wer beiden Herren hereinkamen und um den Champagner würWar noch Jemand hier," fragte Klingenbruch, als die felten 8" Jh glaube, ja," sagte die Kellnerin, ganz leer wird es ja fast nie; aber ich fann mich jetzt nicht mehr befinnen, feinesfalls Belannte, ich hätte mir fie fonft ge merit." Und wer warf die höchste Bahl?" fragte ein HufarenRittmeister. " Ja, das weiß ich nicht Hauptmann, da der Herr Graf bie Flasche bezahlte, denn jebenfalls der Herr Davanna an und verließ, ohne ein Wort weiter zu fagen, worden war. Auf seinem Heimwege begegneten ihm ja fie hatten sie sich schon gleich, wie sie hereintamen, geben laffen." Or mochte etwa eine halbe Stunde fort sein, als Dber Saus. um den einen Punkt. Ja, selbst bas Fräulein" im Geschäft war in bie Unterhaltung hineingezogen, da eigentlich Dürrbed hier in diesem Lokale gulegt gewesen und später von Niemandem mehr gesehen oder doch wenigstens gesprochen Lieutenant von Klingenbruch sich anmelden ließ und nach dem zerstreutes Wesen und bleiches Gesicht auffiel. Und wie allerdings einzelne Rameraben, benen aber auch schon sein Angen Baron fragte. Die Antwort lautete, daß er ansge hatte er sich hier betragen? fangen fei und man nicht wisse, wann er zurücklebren würde. To Ja," fagte bas Fräulein, der Herr Hauptmann war habe jetzt fehr viel außerhalb zu thun. Der Dberfte allerdings schon immer ernst und gefeht und hielt sich, wenn er auch einmal einen Spaß mitmachte, stets sehr ruhig freundlich sein, ihn, sobald er zurüdtehre, in seiner gestern aber noch mehr." igenen Wohnung aufzusuchen, er habe ihm etwas Wichtiges zutheilen; er solle aber feine Beit versäumen, denn die Sache sei bringenb. In der Stabt wurde an dem Morgen fast von nichts Befprochen als bem Selbstmord bes Hauptmanns, und aftreiben fonnte, wurde aufgetrieben glauben doch Ram er allein her?" " Nein, mit dem Herrn Grafen Rauten." Mit dem hat er sonst eigentlich wenig verkehrt." Dh, fie waren aber ganz freundlich mit einander und haben auch eine Flasche Champagner mitfammen ge her dazu." ,, und fie waren freundlich mit einander?" Nun, gewiß, wie immer die Herren finb," fagte bas junge Mäbchen; sie werben sich boch nicht ganten, wenn fie zusammen aus einer Flasche trinken! Der Herr Hauptmann kann auch da noch nicht an die schredliche That gedacht haben, denn Sie wissen wohl noch Herr Dberfilieutenant, wie der Herr Hauptmann hinausging, rief ihm ber Herr Graf noch nach: Also es bleibt bei unferer Verabredung!" ich glaube, sie wollten zusammen ausreiten." Das man an gehäffigen Bermuthungen für die Ursache trunken! Der Herr Dberfilieutenant tamen ja auch nach lieutenant mit dem Kopfe und trank babei bas Glas Port Menschen im Allgemeinen, so gutherzig fie auch und nur zu oft schon Ja," nidte der fleine Mann, das allerdings, aber schlagen." fein mögen, von ihren Nebenmenschen immer Dürrbed schien mir schon damals gebrückt oder niederges stand dann auch auf, bezahlte und verließ das Rafé; er balb, weil fie fich dadurch felber ein klein wenig Das ist mir gar nicht aufgefallen," meinte bas junge " Ja, ja, ich erinnere mich," nickte ber kleine Oberst wein, welches er fich hatte geben laffen, langsam und auf einen langen Bug, aber wie ganz in Gedanken, aus. Er hatte ja bei Solbergs hinterlassen, daß er zu Hause fein würde, wenn Hans tame, und wollte diesen jest er Kriegsfalle nicht einmal nöthig gehabt, denn die dortigen Bäufer" tann man mit einem ftatten Rnüppel zusammenschlagen. Man begnügte fich aber nicht damit, nur gegen den Sultuan ins Horn zu ftogen, sondern man machte auch der englischen Regierung den Vorwurf, daß fie denselben im Geheimen unterstüße. Nun tbeilt aber die Nordd. Allg. Beitg." an hervorragender Stelle eine Berliner Korrespondenz des Londoner ,, Daily Telegraph" mit. in welcher es beigt, daß Deutschland und England in Bezug auf Sansibar fich im vollsten Einverständnisse befinden. Die Schreier baben fich also giündlich blamint, was fte freilich nicht havon abhalten wird, bei der nächsten Gelegenheit wieder Den Mund recht voll zu nehmen. Die soziale Frage und die freireligiösen Gemeinden. Die 11. Bundesversammlung der fretreligiösen Gemeinden Deutschlands, welche vom 9. bis 11. Junt in Braunschweig tagte, beschäftigte fich auch mit der sozialen Frage. Die Ge meinde Budau baite folgenden ganz vernünftigen Antrag gestellt: Die Bundesversammlung legt es den Lehrern und Sprechern der einzelnen Gemeinden dringend an's herz, in ihrer öffentlichen Thätigkeit nicht der Emansipation der a bet tenden Klaffen entgegenzutreten." In der an diesen Antrag fich knüpfenden Debatte wurde darauf hingewiesen, daß sowohl Der Protefta tizmus, wie auch der Katholisismus Stellung zur fostalen Frage genommen habe, und daß daher die freireligiöfen Gemeinden diese Frage auch nicht ganz außer Acht laffen Tönnten. Man föante fich damit beschäftigen, auch ohne die Gemeinden zum Tummelplag sozialer Joeen ju machen, es set fogar ernite Pflicht der Gemeinden, fich mit der sozialen Frage au beschäftigen, die sogenannte Magenfrage brauche man babet, ba fte auf ein anderes Gebiet gebö e, nicht au berühren. -Die Majorität der Delegirien beschloß icdoch, die sostale Frage ganz außer Betracht zu laffen. In der deutschen Volkspartei scheint es au trifeln. Sonderbar, es find dort keine Prinzipienfragen, auch teine persönlichen Differenzen, welche die Leute scheiden, sondern rein örtliche, pa titularistische Fragen. Ein Anschluß der nach Bentralisation firebenden norddeutschen Demokraten an die füddeutsche Volkspartei wurde abgelehnt schon vor einiger Beit aus partitularifit chen Gründen. Dieser abgelehnte Anschluß aber beschäftigte trotzdem die legte Generalversammlung der füddeutschen Boltspartei in Mannheim noch lebhaft. Aus den elegifchen Tönen der biedern Schwaben hörte man immer die Furcht heraus, von den norddeutschen Demot aten verpreußt" zu werden; die Frankfurter Bolt partei ist schon resoluter und will mit den Norddeutschen wenigstens gute Freundschaft halten darob großer Streit zwischen ben Schwaben und annettirt- n Breuken, dem die Baiern und ,, Bälzer" verwundert zuschauten. Das Ende des Streites war, daß die biedere Volkspartei keinen Vorort mebr bat. Frankfurt fonnte nur nach langem Flehen bewogen werben, die Geschäfte bis zur nächsten außerordent lichen Generalversammlung fortzuführen. Die arme Voile partet in ihrer voroitslosen schrecklichen Beit. Unser Rath geht alles Ernstes dabin, fich zu bretthetlen in eine frankfurter- badi che, eine baierische und in eine schwäbische Volle patet. Dann würde allen Strömungen Gerechtigteit widerfahren. Das von den Schwaben so sehr betonte Föderativsystem wäre dann in Wirklicht it vorbanden und einer Einigung zu einem Föderativ bunde, dem als vierte Gruppe bie norddeutsche Demo tratie dann gewiß zugelassen würde, stände dann nichts mehr im Wege. Probatum est! Zu den sozialpolitischen Vorlagen, welche den Reichstag in der nächsten Seifton beschäftigen werden, gebört auch das Beamten. Unfallversicherungsgefeß, deffen Vor legung in der legten Seifion lediglich des halb unter blieben tft, weil die dem Bundesrath gemachte Vorlage in Folge der An fiände, welche dieselbe bei den Regierungen gefunden hat, nicht aur Erledigung aelangt ist. Die Ausschüsse haben lezten Freitag eft die Berathung des Entwurfs begonnen. Daß die Vorlage wegen Verlängerung des MilitärSeptennats dem Reichstag bereits in der nächsten Session augehen wird, scheint noch feineswegs feftiufteben. Bur Be gründung der angeblichen Abficht der Regierung, vom Reichs fage bereits in der nächsten Seffion die Bewilligung der Friedensp äfenzftärke der Armee auf weitere fieben Jahre vom 1. April 1888 ab zu verlangen, wird darauf hingewiesen, daß Der Gefeßentwurf wegen Erneuerung des am 30. September 1881 abgelaufenen Septennats dem Reichstage bereits im Füb jahr 1880 vorgelegt worden set. Will man das als Präzeders gelten laffen, io würde die neue Vorlage dem Reichstage erft im Frübjabr 1887 gemocht werden. Die Auswechslung der Natifitationen des zwischen bem Deutschen Reich und panten abgeschlossenen Ver trages, betr. einige Abänderungen des deutsch spanischen Handelsverirages bat aftern stattgefunden. Ueber die Lage der Landwirthschaft in Baiern finden fich im Jahresbericht der Handels- und Gewerbe Rammer von Nieder batern für 1884 folgende beachtenswerthe Säge: Bon unieren Land vittben wird hauptsächlich über die ungemein niedrigen Getreidepreise gellagt, welche die Fortführung des landwirthschaftlichen Betriebes in den örtlich und flimatisch weniger begünftigten Lagen faft unmö lich machen, in den beffer fituirten dagegen sehr erschweren. Wenn man nun auch zugeben muß, daß diesen Klagen eine gewiffe Berechtigung nicht abzusprechen ist, so tann andererseits nicht in Abrede geftellt werden, daß von einem großen Theile unserer D tonomen noch nicht viel gefcheben ist, um toren Betrieb den Anforderungen Der Gegenwart anzupassen. Nachdem unter thätiger Mitwirtung fämmtlicher Reichstagsabgeordneten aus Niederbatern die Korn zölle verbreifacht worden find, werden die dortigen Landwirthe noch weniger Neigung zur Vervollkommnung ibres Betriebes haben, well fte überzeugt find, daß die Bollerhöhung genügen baben, well fte überzeugt find, daß die Boller höhung genügen werde, ihre Lage zu verb fern." Wilhelmshaven, 15. Jni. Während die beiden be Schlagnahmten englischen Fischerfahrzeuge am 12. b. M. gegen eine bobe Raution wieder frei gegeben worden find, hat man Die Führer noch hier feftaehalten. Das Urtheil über sie wird am fünftigen Freitag gefällt werden. Die Mor malftrafe bes trägt 600 Dt.( event. 6 Monate Gefängniß), sowie Konfistation sämmtlicher Fischergeräthich ften. Schweiz. Iung gegen die Ausweisung der Anarch sten. Theorien zu In 8ürich proteftate eine große Arbeiterverfamm bestrafen widerftreite der Praxis des Aiglechts und sei der veranstaltete auch eine Sammlung für die Familien der erfte Schritt zur Gefäh: dung der Selbstständ alett. Man Ausgewiesenen. Belgien. Die Retlametrommet bezüglich der Kolonisa ion Afritas wird, nachdem Di König von Belgien bas Protetto at über den neuen Rongoftaat übernommen hat, auch in Belgien energisch gerührt Einem vom Rongo heimges leh ten Lieutenant Va da hat die Stadt Brügge ein Fest banquett gegeben. Dert nahm der Lieutenant in seiner Darts. rede den Mund übervoll und sagte u. A. folgendes: Man bat bis jest au viel des Guten und au otel des Schlechten vom Kongo gefagt; nach beiden Richtungen bin bat man über trieben. Man mache fich nur teine Jlluftonen; da, wie hier, muß man arbeiten, und der Kampf um die Er stenz ist dort nicht minder hart, wie überall. Wis das Land felbft betrifft, so ist der Unter Rongo besest, und es ist nichts mehr daselbst zu thun. Aber der Ober Rongo tft zu einer glänzenden Bu funft berufen; er ist ein Indien, noch viel ausge. Debnter als das englische ndien, und eben so reich; aber man braucht eine Eisenbahn und inzwischen, bis fie erbaut wird, muß man ohne Ve zu Erforscher hinfenden, Die durch Terrainantäufe vom Boden B fiz nehmen." Britisch Ditindien ist 74 000 Quadrat Meilen groß, das ganze Strom gebiet des Amazonenstroms, des größten der Erde, beträgt 88 000 Quadrat Weilen. Wenn nun das Gebiet des Ober Rongo allein gößer sein soll, als das englische Indien, fo müßte das ganze Kongogebiet doch mindestens 120 000 Quadrat Meilen betragen. Man fht, daß unser braver Lieutenant das Aufschneiden gut de steht. Daß aber deutsche Blätter, welche deutsche Wissenschaft u. f. w. im Munde führen, die Aufichneidereien des belgtichen Lieutenants ohne Kritik rubig abdiuden, legt für dieselbe kein gutes Zeugniß ab. Dder will man unsere Landsleute mit Gewalt verführen, in jenen ficberglügenden Gegenden zu sterben und zu ver berben? Frankreich. Die Kaffe für Altersveiflcherung in Paris verbankt ihre Entstehung einem Gefeß vom 18. Juni 1850; dies 1b: hat den 3mid mittelft freiwilliger Einlagen im Mindefibetrage von 5 Franken den Einlegern die Beschaffung einer Altersrente zu eimölichen. Die Kaffe ftebt unter staatlicher Garantie, unter Der Ueberwachung einer Spezialfommision und unter parla mentarischer Rontrole. Angeblich sollte damit den ärmeren Klaffen geholfen werden, so behaupteten wenigftens die Har moniter, Sosialreformer und andere Licht gestalten. Wie edel, wie fürforglich! Legte doch die Kaffe ihren Leistungen einen Binsfuß von 5 pEi au Grunde! 3war ist das Sparen für Die große Maffe des westthästaen Volts ein frommer Wunsch, aber man mußte eine That thun, man gründete dies fromme aftitut urd half dadurch, was unter der Herrschaft des Kapualismus für Unbefangene eigentlich selbstverständlich und den Gründern und Gönnern vielleicht auch nicht ganz vers borgen war, einzig und allein den Rentnern, den kleinen und großen Kapitalisten. Dies ergiebt fich deutlich, wenn man bedenkt, daß die unklare Höbe der Einzahlungen im Jahre 1851 187 Fc., im Jahre 1852 nicht weniger als 1095 Fcs. betrug! Berschiedene Palliatiomittelchen, die im Laufe der Bett, unter dem Staatsstreichler, Dezembermann und Praktiker Des Imperialiozialismus, Napoleon dem Keinen, wie unter Der neuen Bourgeoisrepublit ar gewendet wurden( Gerabiegung des Binsfuße von 5 auf 4% pCt, wechselnde Festlegung des Mar mums der ein jährigen Einzahlung u s. w.), führen im Großen und Ganzen feine Aenderung in der Tendenz des Inftituts herbei, eine Profilanftalt für das Kapital zu sein. Dies wurde offen anerkannt von der Aufsichtskommission, die in ihrem 1884 dem Senat und der Deputirtenkammer er ftatten Berichte erklärt, bie Altersversicherungswarten. Er hatte sich auf dem Ministerium heute ent- Ropf gegangen ist, Sie würden mich gewiß entschuldigen. schuldigen laffen. Gewißheit. Hans von Solberg lehrte etwa eine Stunde, nachdem Klingenbruch bort nach ihm gefragt, in feiner Eltern Haus zurück. Er fab bleich und verstört aus, und seine erste Frage war, ob Herr von Schaller hier gewesen sei und einen Brief für ihn abgegeben habe. Nein, Herr Baron," erwiderte der Diener, Herr von Schaller war nicht ba, aber Herr Dberstlieutenant von Klingenbruch, ber Sie zu sprechen wünschte. Er fchien es bringend zu haben und ließ den Herrn Baron ersuchen, so rajch Sie tönnten, zu ihm zu tommen." Er hat hier nichts für mich abgegeben?" " Nein, das weiß ich bestimmt." " It Jemand drinnen?" " Graf Rauten find eben eingetroffen." " So?" sagte Hans und blieb zögernd im Entree feben, aber ich werde jetzt nicht hineingeben. Wenn mein Bater nach mir fragen sollte, ich bin zu Schallers und zu Klingenbruchs gegangen, werbe aber zum Mittagessen wahr. fcheinlich wieber ba sein; fäme ich nicht, so bäte ich, nicht auf mich zu warten." Zu Befehl, Herr Baron," und Hans drehte sich auf dem Absatz herum und verließ wieder das väterliche Haus. Die Unruhe trieb ion, und direkt eilte er zu Schaller, um bort den für ihn bestimmten Brief in Empfang zu nehmen. Weshalb überhaupt hatte er ihn nicht an Drt und Stelle Ift Jor Papa zu Hause?" Nein. Aber wollen Sie nicht eintreten? Mutter wird gleich tommen und auch den Vater erwarte ich zurüd, denn er hat noch nicht einmal gefrühstückt." " Sie find sehr freundlich," sagte Hans, der Einladung aber boch Folge leiftenb, also ist Herr von Schaller schon aber bod Folge leiftenb, also ist Herr von Schaller schon fehr früh ausgegangen?" " Sobald er die traurige Nachricht über Hauptmann Dürrbed erhielt; Sie haben doch schon davon gehört?" " Ja," seufzte Haus aus tieffter Bruft, allerdings habe ich. Aber Düribed hat einen Brief für mich hinter laffen und ich hoffte, ihn hier zu finden, da ihn Ihr Papa an fich genommen.* " Dann ist er vielleicht damit in Ihre Wohnung ge gangen." ,, Nein, ich komme eben von zu Hause; wenn ich nur wüßte, wo ich ihn auffinden tönnte; aber eine Möglichkeit ist noch," unterbrach er sich plöglich, indem er wieder aufstand, Klingenbruch hat mir fagen lassen, daß er mich zu sprechen wünsche, und vielleicht übernahm er den Brief, ich will lieber einmal hinüber gehen." „ Sie wollen schon wieder fort?" " Nicht gern, liebes Fräulein," sagte Hans freundlich ,,, ich bätte wohl gewünscht, wieder einmal ein wenig mit Ihnen plaubern zu lönnen. Wir haben uns so lange nicht gefehen." Daran find nur Sie schuld," lächelte Rathinta, aber lag boch Bug um ihre gern gefehen find. taffe babe auf stele Rapitalien nur wegen ihres boben Binsfuges Anziehung ausgeübt und zwar meist auf folde Rapitalien, für deren Vermehrung die Kaffe nicht gegründet fet." Nebmen wir a B. das Jahr 1882. fo fommen in diesem 575 171 rir selne Einlagen vor, wovon 317,584 mit 18 054 473 Fa cs 56 C ntimes ohne Boibrhalt der Rüdjewähr. 257,587 mit 38,319,467. 68 C mit Vorbehalt der Rückgewähr. Das heiß, daß die an Bahl geringere Grurpe von Gin lagen ein bedeutend boberes Einlagekapital mit Bors bebalt der Rüdgewähr repräsentirt, während die an Bibl größere Gruppe von Einlagen, ou ch die fefte Rententite erworben wurden, ein um mehr als 100 pet. geringeres famm tipital darft It. Dies läst tief bliden in das B heimnis diefer Bieudoalterverficherungstaff, die dazu bau sächlich dient, dem Kapital als milchende Rub zu dienen. Auch in Farfetch wiffen die Interessentengruppen ganz genau, wie's gemacht wird. legten Straße Lebens Allerr und bi Die am Mal m der He lation, gieriger Arimin mung eines bürften timmu Der alte findet, richtung fein, a einen G tentirte noch an Mädche Inbalt Fattum Luffes und Auf der großen tintung Ma Die franzöfifche Regierung scheint die Absicht zu haben, die Neuwiblen fo früb als möglich abzuhalten. Nich bem Gefeße müssen sie zwischen dem 14. Auguft und dem 14. D vollendet sein. Der 16. Auguft wäre also der früheite Termin Borläufig kommt es dem Ministerium darauf an, die Di fuffion über das Budget möglichst füb und möglichst rajch zu Ende zu bringen. Der Finanzminister bat bie Kommision, ihre Arbeiten so zu beschleunigen, daß die Generaldebatte att 25. Juni beginnen tönnte. Der Berichterstatter eifiärte jedoc für diesen Termin leine Verpflichtung zu übernehmen d'Afson( oon der Rechten) vor, für den verstorbenen Nomiral In der Deputirtentammer schlug Baudry verlangte hierfür die Dringlichkeit. Seitens der Regierung wu de erwidert, daß zu einer nationalen Leichenfeler die Bu stimmung ertheilt werden würde, aber es sei doch vorher nöthig Das Testament Courbet's und den Willen der Familie lennen mit 292 gegen 94 Stimmen verworfen wurde. Die Kammer nahm alsdann die Berathung über das Rekrutirungsgese wieder auf. Im Pariser Gemeinderathe stellte Armengaud bet Antrag der Gemeinderath möchte ohne Untericht. Der po tischen Nüanz'n der Familie des Admirals Courbet jei schmerzliche Sympathie ausdrüden. Darauf erklärte der rabilale Pafidert Michelin, daß fich der Gemeinderath den zu Gunsten diefes Opfers der Kolonialpolitik ausgedrückten Gefühlen schlöffe, was von Seiten der Opportunisten lebhaften Wiber spruch erregte und eine befitge Debatte het vorrief. Schließli wurde mit 38 gegen 18 5.immen eine motivirte Tagesordnung beschloffen, wo: in es heißt, daß der Gemeinderath fich die Worte feines Präsidenten aneigne. Ein Vorschlag der Rechten, Wie der ,, Nat. Btg." telegraphirt wird, find mehrere Abend unb blätter mit Traueriand erschienen. Dieselben stellen den des tapferen Admirals als ein nationales Unglüd bat verlangen fogar, daß der Steger von Futschu neben Viktor Hugo im Pantheon beinefest merde. Großbritannien. in den Schreibt Don Na und au bierzu unterfu bie Bea gries, C und ver das E Runftbu Martie läufer Beamte über Diese T bem obne 2 einen 10 Lob butter i Runftbu außerba Milch pr φτάματα Don Sa Beit n in wiederb roberka Unter den Heiligen des Manchesterthums ift elle " und Trauer und Wehtlagen. Ihr Moniteur, der Londone " Economist", bringt in der Nummer vom 23. Mat einen g rührsamen Bericht über die Gewinne der englischen Ba wollenspinnerei- Gesellschaften im Jahre 1884". Welch Elen welcher Paupertemus der armen Aktionäre, die als Ent behrungslohn 1882 durchschnittlich 7 pCt., 1883 gar 7 1884 bics(!) 5 pet. Dividenden erhielten. Wir glaube daß die Herren Rentner mit diesem arbeitsfreien G tommen recht zufrieden sein können. Daß die Produktion Deutend eingeidbränkt, und dadurch eine bedeutende Anja Arbeiter aufs Pfl.fter gefeßt, daß der Stand der Löhne den Baumwollbaronen immer mehr herabgedrückt wurde, über verliert das internationale Drgan für Profitmacher verwandte Berufsgenoffen auch nicht eine Silbe. Und fann es entrüftet das Wort entgegenschleudern: Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt" denn es muß ja schrecklich sein, in seinen Einfünfien von ziel praktischer Wirthschaftspolitik ist ja die Büchtung be 7500 Don I auf 5000 Pfund Sterling herabgedrückt zu werden. Das End Millionären, und dies Biel, aufs innigfte zu wünschen, whb durch iolchen Rentenstura einigermaßen erschwert. Bebauern werthe Rapitaltften! Egypten. Die Zahl der aus dem Sudan nach dem Norden fliehenden Berfonen vergrößert sich noch fortwährend. Da die große Mehrheit derselben völlig mittellos ist, so wird ihre An wesen beit in Eypten der Regierurg bedeutende Ausgabe und Besorgniffe verursachen. Im Suezkanal ift ein Begge sch ff ge unten, der Kanal ist dadurch vollständig unpa bar Dyna Dugi geworden. Der Versuch, das gesuntene Schiff mittelft mit zu sprengen, ist mißlungen. Man will jedoch das riment und zwar mit Schießpulver wiederholen. Ueber Dampfer warten bereits auf die Durchfahrt. Der ve Jeugt, gebraud fabriten mittel 3- B. de Den We als meb mäßig eine Br ward et Sand u Bestimm Ein auf viel ten Rich pielfache daß wer wie belf ieben fü abgerufe für die einander fich dar Rumme Hambu mentlich treffen. telsetüch Schaller fich bal gere Be Di fuch ich befonder barauf bit mich wieder vollkommen wohl. Aber da tommt der Batt unterbrach fie fich rasch und augenscheinlich erfreut üb Störung. Das ist sein Klingeln. Sie entschuldigen einen Augenblid." " Hans war selber mit zur Thür getreten, denn t brängte ihn, die legten Worte Dürrbed's zu erhalten Draußen hörte er schon die laute, fröhliche Schaller's. Stimmt „ Hallo, Hans von Solberg! Läßt der sich auch ein mal weber bei uns sehen? Das ist recht, wo ftedt er!" Ber Mein lieber Schaller," sagte Hans. ihm entgegen gehenb," Sie waren so freundlich, heute Morgen bas mächtniß eines Tobten für mich an sich zu nehmen. Dif ich Sie um den Brief bitten Den Brief?" rief Schaller. Haben Sie den поф nicht Rauten wollte ihn mit in Jore Wohnung nehmen Waren Sie denn noch nicht zu Hause" Rauten!" sagte Hans enttäuscht. „ Ich war allerbing zu Haufe, habe mich aber dort nicht lange aufgehalten Nauten selber nicht gesprochen." " Er war bei Ihnen?" " Ja, ich hörte so." verzweifelten Entschluß getrieben haben mag?" Und haben Sie keine Ahnung, was Dürrbed jau be muthet. haben mag?" gelaffen? Er konnte sich doch benken, daß er nicht säumen Lippen, benn Sie wissen, daß Sie in unserem Hause stets Die Rouleaux find auch den ganzen Morgen noch ni würbe, ben tobten Freund aufzusuchen, sobald ihn nur erst einmal die Schreckenstunde erreichte. Schaller fand er nicht zu Hause. Frau von Schaller war noch bei ihrer Toilette, das Mädchen in der Küche und Rathinta felber öffnete ihm die Thür. Herr von Solberg!" rief fie faft erstaunt aus, als fie ben jungen Mann erkannte, das ist ein seltener Besuch." Mein gnäbiges Fräulein," sagte Hans bewegt, wenn Sie wüßten, was mir in der legten Beit Alles durch den Reine. Ich hätte eher des Himmels Einiture Seine arme Braut! Wie sie es nur erfahren " Auf der Bühne; sie wurde ohnmächtig und ber Bor hang mußte fallen. Uebrigens soll sie schwer ertrantt fein aufgezonen worden, und die ganze Nacht brannte Licht bon " Ich will bann gleich wieder nach Haufe gehen," fag bleich und abgehärmt, ja fast frankhaft fie gegen früher Hans, und muß nur einmal nach Klingenbruch's hinüb Hans hatte dem jungen, bilbhübschen Mädchen ernst wie in die Augen geschaut. Jetzt erst fiel ihm auf, aussah. Sind Sie leidend, mein liebes Fräulein?" fragte er, von dem früheren Gespräch ganz abspringend, Sie sehen nicht so wohl und so frisch mehr aus." " Ich war leidend," wich Rathinka aus, und bie Spuren mögen zurüdgeblieben sein, jest bagegen fühle ich brüben." wanbl Also auf Wiedersehen, lieber Schaller!" Draußen wurde heftig an der Klingel geriffen Hans, der sich in diesem Augenblick zu Ratyinta fchien es, als ob sie darüber erschrat und sogar wurbe. blaf Also auf Wiedersehen, lieber Solberg," fagte and war in ba feb baß Si Schalle und we Ha wabrich nicht al aufzuba fonnte als ob und be baß e eigenen nicht war L Schalle nicht w bie jet über b Tein's ber Tr baburd umlebri benn e um fic Dbreng fein, be Semml wegen getbt n, für anbet in diesem 3054 473 257,587 gewähr. Don Gin Vors Die an ententitd Teres as G baupte en. Auch au, wie's u baben, ich dem 14. Dft. Termin Die Dil chft raidh mmiffion, batte am te jebod Baudry Nomiral Iten und Regierung r nöthig e tennen Die Bu it, welche Rammer ungsgefes gaub ben Der pol bet feint er rabilale Gunften blen an n Wider Schltefill Bordnung Die Worte ten, um abgelehnt. te Abend Den Zob bar und tor Hugo Bakaits und die bekannte„ böchste Beit", oder beffer gesagt die stereotype verspätete Ankunft am Bahnhof. das Aufgeben des Bepädes Die letzten Abschiedßworte und Rührszenen bringen es mit fich baß der Reisende und namentlich unser schönes Geschlecht in eine gelinde Aufregung gerathen, die ihnen unmöglich macht, eine etwa auf dem Bahnhof oder am Buge felbft befindliche Aufschrift zu lesen oder richtig au entaiffern. Es find bei jedem Bugsabgang so viele bienfteifrige Personen beschäftigt, daß gewiß eine derselben damit betraut werden könnte au rufen: Einsteigen in der Richtung nach... Nach jeder Sinrichtung, und leider find diese in den legten Jahren nichts Seltenes geworten, zeigt sich in den Straßen unserer Stadt die widerwärtige Erscheinung, daß Lebensbeschre bungen und Abbildungen des Hingerichteten als Aller neuestes" ausgeboten werden und guten bias finden, und die befte Reflame für dies oft gegeißelte Geschäft machen Die amtlichen Bubl tationen an den Anschlagfäulen, die jedes Mal mit feltener Biomptheit der Bevölkerung verkünden, daß der Henter seines Amtes gewaltet bat. Diese amtliche Publi Ueber eine hier herrschende Röthelnepidemie hat der lation, die auch am Montag wieder große Schaaren Neu- N. Pc 8tg." zufolge der Sanitätsrath Dr. Raasch im Ver gieriger an den Säulen sammelte, war durch die alte preußische ein für innere Medizin berichtet, daß er in seiner Privatpraxis Ariminalordnung vorgeschrieben, die aber zugleich die Beftim 40 Fälle zu behandeln gebabt; in den Krankenhäusern und den Polikliniken sei die Erkrankung in entsprechender Anzahl mung enthielt, daß bensbeschreibungen und Abbildungen eines zum Tode Berurtheilten nicht öffentlich verkauft werden zur Beobachtung gelommen. Die epidemischen Rötheln treten bürften. Die neue Stafprozeßordnung enthält keine dieser Bes febr selten auf. In Berlin grafftiten fie im Berlaufe der timmungen, und es erscheint deshalb a ffällig, daß die eine legten Jahrzehnte nur einmal. Besonders gekennzeichnet find der alten Bestimmungen noch bei den Behörden Beachtung Rötheln durch einen eigenthümlichen, rotbfarbigen Haut. findet, die andere nicht. Die Nachricht von der legten hinausschlag, der die Schleimhäute beinabe gang intatt läßt. richtung in unserer Stadt würde ohne die amtliche Bublilaston Häufig werden sie, was in früherer Seit allgemein war, für fte, in den weiteren Kreisen der Bevölkerung laum beachtet worden Masern gebalten. Die Dauer der Ertrantung ist auf wenige fein, aber diese amtliche Bekanntmachung hatte gerade wieder Tage beschränkt, die allgemeinen Erscheinungen, welche fie einen Extrablattschwindel zur Folge, der sich leider nur zu gut zeigen, fird geringen Grades. Das findliche Alter ist am rentirte. In den entfernteren Gegenden der Stadt fand man meisten für die Rötheln empfindlich, doch find fie auch häufig noch am Dienstag Abend Gruppen von Leuten, befonders bet Leuten in den mittleren Jahren vorgekommen. abchen und Frauen beisammenstehend, welche fich an dem Inhalt des neuesten Extrablattes geistig erholten". Dieses Faltum verdient jedenfalls in dem Ronto des fittlichen Ein uffes der modernen Strafrechtspflege verzeichnet au werden. Auf den cöfen aber spielen die Jungen unter Benugung des großen Holztloges, der zum Holzzerkleinern aufgestellt ist ,,, in, situng!" Strafantrages berechtigt. Die Frau S. hatte von mehreren Geistlichen geäußert, daß fie ein unfittliches Privatleben führten, und es wurde gegen fte auf den Antrag des Kgl. Konfiftoriums Der Provinz Brandenburg, als der vorgesetzten Behörde der bel toigten Seiftlichen, ein Strafverfahren wegen Beleidigung eingeleitet. Die Staflammer ettannte auf Einstellung des Vere fahrens, well fte einen Strafantrag des Beleidigten vermiste und den vom Ronist rium geftellten Antrag für ungeeignet erachtete. Die dagegen vom Staatsanwalt eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen, indem es begründend aus führte: Die Bestehung der Beleidigung auf den Beruf muß erfennbar sein, die bloße Möglichkeit, eine solche Beziehung zu fonftruiren, reicht nach dem Wortlaute der Gefeß svorschrift nicht aus. Unaweifelhaft lieat die erforderte Bestehung vor, wenn der Beruf ber im§ 196 bezeichneten Berionen oder menn Berufs hätigkeit zum Gegenstande der beleidigenden Rundgebung gemacht ist. Am häufigsten kommt der§ 196 aur Anwendung, wenn die Beleidigung in ursächlichem Busammen bange mit der Ausübung des Berufs steht, gleichotel ob in Wirklichkeit oder nach dem Jnbalte der beleidigenden Kund Die erforderte Beziehung ist aber auch dann gebung. vorhanden, wenn das Verhalten des Beamten, Religions Dieners und so weiter, wie folches behauptet ist, zu dem Verhalten, welches deren Beruf erheischt, in Rontraft gesent wird. In einem solchen Falle ist in der Rundgebung die Bes atebung auf den Beruf zum Ausdrucke gebracht. Dem legts erwähnten Falle steht der fernere gleich, wenn einer der in § 196 bezeichneten Personen ein außerdienstliches Verhalten zur Laft gelegt wird, welches fich als Beriegang einer dieser Kategorie besonders auferlegten Berufspflicht darstellt. Hier ist zwar die Beleidigung nicht ausdrücklich in Beziehung au Dem Berufe gefegt, diefe Beziehung ergiebt fich aber von selbst aus der die besondere Pfl cht auflegenden Vorschrift. Dagegen lann eine Beziehung auf den Beruf nicht schon darin ange nommen werden, wenn eine der in Rede ftehenden Personen einer außerdienstlichen vandlungsweise beschuldigt wird, welche, wenn die Beschuldigung wahr, fte der Berufsstellung unwürdig machen müßte oder einer Bestiafung im Disziplinarwege aus fegen fönnte." g. Vorgestern ist damit begonnen worden, die Dampfer Landungsbrüde bet Tabbert's Waldschlöschen einer gründlichen Umarbeitung zu unterstehen. Der alte Bohlenbelag und die Balken werden weggerissen und neue Grundpfähle geschlagen, auf denen die neuen Ballen ruhen sollen. Die alten Pähle werden zur Herstellung des Geländers verwendet. Nach Fertig. ftellung der gegenwärtigen Arbeiten dürfte eine 3 bis 4 fache Sicherheit der Brüde gegen früber geschaffen werden; min beftens wird die Landungsbrücke eine Tragfäbigleit für 300 Personen befigen. Die Arbeiten werden derartig befördert, daß fie bis zum Sonntag beendigt find. Auftraggeber ist der Be figer von Tabbert's Waldschlößchen. g Den Tod des Belosipedisten Herrn Rubnert aus Budau bei Magdeburg theilen wir namentlich den Radfahrern sur Warnung mit, in feinem Falle bei ihren Ausfahrten Flaschen u. s. m. in die Beinkleidertaschen zu stecken. Herr Kuhnert hatte sich am vergangenen Sonnabend aus einer Apotheke eine Arößere Flasche mit Medizin geholt und dieselbe in die rechte Beinkleidertasche gesteckt. Als er bald darauf sein Bizykle be stieg, um von dem Hofe des Grundfiücs, auf welchem er Tags über beschäftigt ist, nach feiner außerhalb belegenen Wohnung au fabren, tam er bei einem Abfaz nach der Straße zum Sturz. er bei erschlug die Flasche und die Scheiben brangen so tief in die Weichtheile des Obericher tels und den Unterleib, daß in die Weichtheile des Dbericher fels und den Unterleib, daß Dieselben mit großer Mübe stückweise aus den Wunden gebolt werden mußten. Obgleich man nach dem Unfall sofort das Blut zu stillen versuchte, gelang es doch nicht, den R. am Leben zu erhalten; er verstarb am nächsten Tage an Ver b utung. Nahrungsmittel Verfälschung. Die N. Pr. 3." schreibt: Hier in Berlin find im Monat April 328 Proben von Nahrungs- und Genußmitteln chemisch analyftet worden; blerau tamen Untersuchungen der feltet angetauften Waaren und auf besondere Berfügung angetauften Butterproben. Die untersuchten Waaren mußten in 65 Fällen beanstar det werden; Die Bear standungen bezogen fich auf Butter, Milch, Weizen gries, Chotolabenpräpnate, Fruchtauder, Wein, Pfeffer, Safran und verschiebene Verpadungen. Besondere Beachtung verdient Das Ergebnis der Butter untersuchung. Die fteben Proben Runftbutter, welche torftatirt wurden, find fämmtlich auf den Martien als echte Butter verkauft worden. Die Ber läufer find den öffentlich die Waaren entnehmenden Beamten bekannt und bezeichnen denselben gegen über auch ihre Waare als Kunstbuiter, verschweigen diese Tbatfache jedoch, wie der sekrete Antauf bewiesen hat, dem Pablitum. Jasbesondere betreibt eine biefige Firma einen schwunghaften Handel mit Schmelzbutter. Diese Schmel butter ist ein Gemisch von etwa halb und halb Natur und Runftbutter und wird namentlich bei Bädern in Berlin und außerhalb in großen Massen zu den Preisen echter Butter obne Angabe des Runftbuttergehaltes abgefeßt. Unter den Milchproben waren sechs leine Bollmilch. Bei den Chokoladen präparaten war in einigen Fällen der übermäßige Gebrauch Don Sandelholzpulver bemerkenswerth; auch der seit längerer Beit nicht fonftatirte Gebrauch von Bolus, bezw. Oder in Studen. Chokoladen. Fruchtzu der mußte diesmal wiederholt beanstar det werden. Im Allgemeinen sollte roberKartoffelstä teguder überhaupt nicht als Genußmittel für Kin Der ve wandt werden. Es wird jedoch viel mehr Kartoffelzuder er jeugt, als schließlich für die Gährungsgewerbe als Malfurrogat gebraucht werden kann. Dies Material geht in die Cookolade fabilen, die es in Tafeln gießen, parfümiren und als Genuß mittel verlaufen. Auch die Wahl des parfümirenden Busages, 3. B. des Birnäthers, in oft in hohem Grade unzweckmäßig. Unter ben Weir proben find zwei Weißwein und eine Nothweinprobe als mehr oder weniger fünftliche Produkte, lettere als über mäßig gegypft, beanstandet worden. Von Ungarweinen war eine Probe theilmeise Kunstprodutt. Unter den Satranproben ward ein start verfälschtes Produtt aufgefunden, das Curcuma, Sand und rothe Bestandtheile anderer Pflanzen ohne nähere Bestimmbarkeit enthielt. ift ettel Londone einen gar en Baum Ich Elend als Ent 7% und glauben ten Gin uttion De Anja öbne tbe, b cher Und Don 7500 Das End tung von ben, who Bebauerns Fliebenden bie große ibre An Ausgaben In Bogge npa bar lft Dyna Das Gro ber ou er Vate über bi Pigen mi benn d erhalten Stimmt auch ein dt er!" entgeger bas Ber . Dürft ben nod 18 nehme allerbind alten ed au be nftury De r erfahrm bber Bor trants fein noch ni Light bon Den," fagt hinüb eriffen a wanb Bar bla and fagte a be Einsteigen in der Richtung nach.... ist bekanntlich auf vielen Babnftationen der Mahnruf, den in einer beflimm ten Richtung parat stehenden Bug zu besteigen. Auf Grund vielfacher Beschwerden möchten wir den Wunsch aussprechen, daß wenigftens auf dem Perron unserer befuchteren Stationen, ole beispielsweise ,, Bahnhof Friedrichsstraße", bei Abgang eines ieben für den Fernver lehr bestimmten Buaes Die Hauptstationen abgerufen würden. Es fteben hier von Minute zu Minute die für die verschiedensten Endstationen bestimmten Büge neben einander und wenn auch die Findigkeit des Berliner Bublifums fich daran gewöhnt hat, die Büge nach Charlottenburg oder Rummelsburg richtig zu befteigen, so ist es doch für den nach bamburg, Köln oder Frankfurt a. M. reisenden Fremden na mentlich zur Nachtzeit nicht so leicht, feinen richtigen Bug zu treffen. Das reisende deutsche Publitum ist noch nicht fo teisetüchtig, wie die Bewohner des transatlantischen Erdtheils, Schaller, ber jezt felber einige Unruhe zeigte, lassen Sie fich bald wieder einmal bei uns sehen, aber dann auf längere Beit, nicht wahr?" Draußen riß es noch einmal an der Klingel. Der Bes such schien etwas ungeduldiger Art zu sein. Das Mädchen war indeffen ebenfalls berbeigekommen, wenn auch nicht in befonderer Eile, und öffnete gerade die Thür, als Hans barauf zuging. Ihr Herr zu Hause?" fragte eine barsche Stimme. J weiß es nicht," sagte das Mädchen erschredt. So, Sie wiffen's nicht?" brammte der Mann, unb ba febt er groß und breit, wird aber manchmal vorfallen, baß Sie's nicht wissen dürfen. Guten Morgen, Herr von Schaller! Hören Sie, ich komme nun heut zum letzten Mal, und wenn ich..." R. Unreifes Obft war schon so oft Veranlassung von Krankheiten und immer wieber who solches zum Verlauf ge bracht und genoffen. Die Erfahrung, daß man darin sehr vor fichtig sein müsse, bat au seinem Schaden gestern ein junger Mann, Namens Hertel, Feilnerstraße 7 wohnhaft, gemacht; derselbe hatte sich auf der Straße von einem Obstwagen Kirschen g fauft, bekam jedoch nach dem Genuß derselben, da dieselben noch nicht reif waren, folche Leibkrämpfe, daß er sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Mit auf die Polizeiverordnung, betreffend die Räumungstermine beim Wohnungswegfel in Stiin, Berlin, bringt für den bevorstehenden Wohnungswechsel das Boltzet Bräfidium aur öffentlichen Kenntniß, daß der nach§ 3 bes Gesetzes vom 30. Juni 1834 am 1. Juli b. I beginnende Umzug bei kleinen, aus höchstens 2 8 mmern mit Zubehör be ftehenden Wohnungen an demselben Tage, bel mittleren, aus 3 oder 4 Bimmern mit Bubehör bestehenden Wohnungen am 2. Juli, Mittags 12 Ubr, bet großen Wohnungen am 3. Sult beendigt sein muß. Belle Alliance Theater. Die heutige Aufführung des Schwantes Der Raub der Sabinerinnen" ist vorläufig die legte, da Herr Emil Thomas in einigen älteren Stücken auf zutreten gedentt. Morgen geht mit dem allbeliebten Komiter, als Adolar Liebetreu, das Luftfpiel ,, Großstädtisch" von J B. v. Schweiger in Siene. Am Sonnabend findet in dem präch tigen Sommergarten das erste große Sommernachtsfest statt. Gerichts- Zeitung. Reichsgericht Entscheidungen. Bei der Nachrede des unfittlichen Lebensmandels eines Geistlichen, ohne daß dabei Beleidiger seine Nachrede ausdrücklich oder sonst erkennbar in Beziehung zu dem amtlichen Berufe des Geift lichen fegt, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II. Straf senats, vom 10. April 1885, nur der Beleidigte, nicht aber feine vorgefeßte tiroliche Behörde zur Stellung des Der Steit schien fich um eine Logisfrage zu breben; es war Jemandem gekündigt worden, den Semmlein nicht wollte ausziehen laffen, und er gedachte fich wirklich schon wieder zurückzuziehen, als er Flora's Stimme und feinen Namen dabei vernahm, wodurch die Sache natürlich größeres Intereffe für ihn gewann. Aber ich erkläre Ihnen, Herr Hofapotheker," rief Flora, bie fich in der legten Zeit überhaupt fehr emanzipirt zu haben schien und feineswegs mehr ihrem Alter entsprechend auftrat, die Person muß ausziehen, oder wir fündigen Ihnen das Duartier! Sie war unverschämt gegen uns, fie und wovon lebt weigert sich, für uns mehr zu arbeiten fie nachher gewiß nicht von ihrer Tugend!" Ja, und ich habe mit meinen eigenen Dhren gehört und mit meinen eigenen Augen gesehen, daß sie Herrenbesuch auf ihrem Bimmer empfangen hat- Herrn von Solberg babe ich felber herunterlommen sehen, und über die Bibel baben fie fich da oben nicht unterhalten!" Hans merkte, daß hier etwas vorging, bei dem er wahrscheinlich Herrn von Schaller verpflichtete, wenn er nicht als Beuge blieb, und eilte beshalb, ohne fich länger Meine Gnäbige," fette Semmlein wieder ein, denn aufzuhalten, bie Treppe hinab. Sonderbar, aber was Die fonnte der grobe Mensch wollen? Er trat genau so auf, ben Versuch hatte er schon mehrere Male gemacht. als ob er eine oft und oft gemahnte Schulb reklamire, Damen ließen ihn nicht zu Worte tommen, das jetzt vor und befand sich bens Schaller in folcher Gelbverlegenheit, allen Dingen bie Frau Oberstlieutenant nahm. baß er die Forderung nicht befriedigen fonnte? Seine eigenen tausend Thuler hatte er allerdings auch noch nicht wieber, und bie Beit, die ihm Schaller gestellt, war lange verlaufen, bie Sache felber auch von Schaller in feiner liebenswürdigen Unbefangenheit gar nicht wieber erwähnt worden, und Hans schüttelte, wenn er bie jebige Szene damit verglich, doch den Kopf. Aber rasch Meinswegen," plaßte aber jegt der Hofapotheker, bei über die Straße hinübereilend, betrat er jetzt schon Semm dem sich eine ganze Maffe von Galle angesammelt haben lein's Haus, tam aber hier ebenfalls, und zwar oben an der Treppe, wieder zu einer unliebsamen Szene, der er nur dadurch hätte ausweichen können, daß er einfach wieber denn er wollte jebenfalls erft Klingenbruch sprechen. umlehrte und fortging. Das mochte er aber auch nicht, Nein, sehen Sie, Herr Hofapotheker," fagte fie mit Würde, das geht ja auch gar nicht, daß Sie solche Frauenaimmer in Ihrem Hause bulben. Sie bringen bas ganze Haus in einen üblen Ruf, und ich selber fönnte unter solchen Umständen meine Töchter nicht unter Ihrem Dache Laffen." mußte, heraus, will ich Ihnen nur Eins fagen meine. Gnädige: ob Sie auszieh'n oder hier bleiben wollen, tann mir gleich sein, denn andere Abmiether frieg' ich immerwenn Sie aber ein braves junges Mädchen schlecht machen, bas meinswegen noch viel ebrenhafter ift als manche anbere Leute, dann läuft einem orbentlichen Kerl bie Galle Er blieb beshalb einen Moment auf der Treppe stehen, andere Leute, dann läuft einem ordentlichen Kerl die Galle fich nicht zu zeigen, mußte aber dafür auch freilich über! Wenn sie wirklich der Herr von Solberg einmal be Dhrenzeuge des fich ba oben abwidelnden Bungentampfes fucht hat, so war das meins wegen in Ebren und am hellen fein, bei bem er zu seinem Erstaunen auch den Hofapotheker Tage, denn sie ist im Solberg'ichen Hause groß gezogen, Semmlein thätig hörte. SWE aber ich habe ihr noch nie die Lieutenants aus dem Garten Sosiales und Arbeiterbewegung. An die Schmiedegesellen Berlins! Kollegen! Wieder hat ein Theil der Meister unsere Forderungen bewilligt. Die Babl der Weitstellen, woselbit unsere Forderungen noch nicht anerkannt wurden, wird immer fleiner. Wir ersuchen in nach stehenden Werkstellen, woielbst bis heute noch keine Einigung erstelt worden ist, leine Arbeit zu nehmen: Bigan, Linten ftraße 230. Fubrherr Krause, Blanufer 68. Stefert, Hofe Schmiedemeister, Taubenftr. 8. Anders, Kreuzigerstraße 21. Albrecht, Churlottenburg. Frei, Blumenthalftrage. Neidling, Mühlenstr. 31. Kolibet, Forsterstr. 9 Thiele, Charlottenburg. Lhmann, Wartenbergstraße. Pnod, Chauffeeftr. 60. Lerche, Palisadenstr. 75. Krüger, Rhein bergerstr. 11. Behm, Prinzen Allee 20. Baul,& ankfurter Spauffee. Schmidt, Telto vers straße 51. Nolte, Raufenftr. 2. Edaer, Krautaftr. 52. Krause, Hochst. 33 Springborn, Boyen ftr. 33. Burgsdorf, Lands bergerftr. 14. Söttel, Dresdenerstr. 35. Höppner, Schulzen Dorferstraße. Ane el, Gürtelftr. 2, Friedrichsberg. Klaus, Aderftr. 151. Kleinert, Mallerstr. 72. Kühn, Waßmanns straße 34. Billichow. Müllerstr. 166. Alle ar betterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersucht. Die Lohntommission ber Berliner Schmiede. J. A.: H. Schartow, Schönhauser Allee Nr. 166. Der Streit der Zimmerlente zu Kaiserslautern ist noch nicht zu Ende. Die Maurer haben an ihre Weiſter Die Forderung gerichtet, statt des Durchschnittslohnes von 2 M. 50 Bf. täglich einen Minimallohn von 3 M. zu zahlen und die Arbeitszeit, welche ist von Morgens 5 bis Abends 7 Ubr dauert, auf die Stunden von Morgens 6 bs Abends 6 Uhr zu beschränken. Die Meister sind auf diese Bedingungen eingegangen, da die Gefellen sich bereit eflärten, daß der neue Tarif erst im nächsten Jahre in Kraft treten solle. " Zur Warnung für Gewerbetreibende. Unter dieser Vorschrift wird aus Norobaufen einem tonservativen Blatte geschrieben: Ein hiesiger Fabrikant batte vor Kurzem, vorläufig probeweise, einen Arbeiter angenommen. Der Ar beiter ließ während der probeweisen Beschäftigung sich einen schweren Metalldedel auf den Fuß fallen, welcher baburch so zerquetscht wurde, daß er abge nommen werden mußte. Der Arbeiter strengte nun einen Prozeß gegen seinen Arbeitgeber auf Ersaß der sehr erheblichen Rantheitstoften und auf Bahlung einer Benfion an und hat diesen Prozeß fegt auch in legter Instanz gewonnen. Man fteht daraus, wie nothwendig es ist, auch bei turzer Arbeits bauer die Arbeiter zur Unfallversicherung anzumelden." Der Arbeiter ließ sich einen schweren Metalldeckel auf den Fuß fallen" Fuß fallen" das lautet ja gerade so, als ob er si mit Abficht beschädigt hätte. Der Unternehmer bat fich ve tlagen laffen bis in die lepte Jaftans und wird natürlich gegen ben armen Arbeiter von der Preffe noch in Schuz genommen! jagen müssen oder sie unten bei dunkler Nacht im Hofe er« wischt!" Herr Hofapotheker," rief Flora's Stimme in höchfter Empörung, Sie werden unanständig!" Wer? ich?" sagte Herr Semmlein mit der größten Ruhe. Ja, vielleicht wenn ich eine schwarze Sammte petesche anhätte und bie Treppe' runter und' rauf glitt, als ob meinswegen Knallerbsen darauf lägen und ich Angst hätte, auf eine zu treten!" Und haben Sie etwas Derartiges hier im Hause ge fehen?" fragte die Frau Oberflieutenant und warf ihren beiden Töchtern einen überraschten und nichts weniger als liebevollen Blid zu. Na, meinswegen hab' ich's gefeb'n oder geträumt, das bleibt sich gleich; aber das fag' ich Ihnen, die Boden tammer, bie Sie der Mamsell Peters vermiethet haben, können Sie ihr tündigen, und sie muß hinaus, denn die gehört mit zu Ihrem Logis und Sie zahlen mir die Miethe bafür aber das kleine Duartier, aus dem der Schufter am Erften ausgezogen ist und das habe ich neu herrichten laffen, da zieht sie hinein urb foll nicht mehr Miethe bes zahlen, als fie meinswegen für die Dachlammer bezahlen mußte, und wem bas nicht recht ist, der fann meins wegen zu mir fommen und es mir fagen" und damit brehte er sich ab und stieg die Treppe hinunter. Das Gespräch war damit abgebrochen, denn Frau von Klingenbruch hatte selber nicht geringen Stoff zum Nach benten bekommen, und Henriette wie Flora waren fo augenscheinlich verbugt worden, daß fie felber gar nicht baran dachten, dem unverschämten" Hauswirth auch nur ein Wort weiter zu erwidern. Mit einem so ungebildeten Menschen kann man an ständiger Weise gar nicht sprechen!" rief Henriette, wie er taum aus Hörweite war, und eilte von Flora gefolgt, auf ihr 8mmer, und selbst die Frau Oberstlieutenant 3og fich, weiteren Bemerkungen zu entgehen, in ihre Etage zurüd. ( Fortsetzung folgt.) Webrigens würde ein anständiges Blatt geschrieben haben:| Dem Arbeiter fiel ein schmerer Metalldedel auf den Fuß. an fo fleinen Sachen aber sieht man aleichfalls die Gebäifig teft der herrschenden Breffe gegen die Arbeiter. Die Meifter der Schuhmacher- Junung zu Dresden haben nachgeben müssen. Der Streit wird zu Gunsten der Gefellen entschieden werden. Die Jnnungsmeister haben einen Zobntarif angenommen, der für die meisten Werkstätten einen Lohnaufschlag von 10-15 Brorent bedeutet. Für diejenigen Meifter dagegen, welche den 1872er Latif nicht bezahlten, findet ein Lobnaufichlag nach dem neuen Meister tarif von 40 Prozent statt. Man ftebt, wie gerecht der Streit der Schuhmacher ist. Zuzug soll übrigens noch immer fern ge halten werden. Zur Sonntagsheiligung. Vor Kurzem tagte in Halle Der Verein für die Proving Sachsen zur Beschäftigung brot Lofer Arbeiter". Es waren durchweg fromme Leute versam melt. Hohe Beamte und B a ft oren. Es wurde beantragt, auf den sogenannten Verpflegungsstationen die Sonntagsrube einzuführen. Der Antrag fiel mit großer Majorität, so daß Die sogenannten Bagabunden", die Rubelosen auch des Sonntags teine Nube finden. So beschloffen von chriftlichen und lonservativen Elementen, welche die Heiligung des Sonn tags für ein Gebot Gottes erachten. Furcht vor dem Besserungshans. In Naumburg wurde Türzlich ein Bädergefelle mit 3 Jahren Buchthaus bestraft, well Derfelbe einen 300 Matt werthen Stroodiemen in Brand ge ftedt hatte. Der Attentäter denunzirte fich felbft und erklärte, baß er über furs oder lang, da er leine Arbeit erhalten tönne, doch dem Arbeitshaus verfalle. Um dies zu verbindern, habe er ben Dienen angeltedt. Man fiebt, daß unsere Befferungs häuser eben eine Befferungshäuser find; eine Reform der felben ift ficherlich sehr nothwendig. leber den Stand des Tisglerftreits in Königsberg veröffentlicht die dortige Gesellen Kommisfion unterm 15. Juni folgendes Bitular: Kollegen! Arbeiter! Mit dem heutige Lage treten wir in die achte Woche des Streits und immer noch ist feine Henberung zum Befferen eingetreten, die Unerbittlichkeit auf beiden Seiten ist eine gleiche, die Mittel des Kampfes jedoch find höchft verschieden; so baben die Meifter es versucht, burch Versendung eines Flugblattes an alle Kollegen in unsern Reihen Uneinigteit und Bwietracht zu säen, so wird uns in Dem Blatte jede Logit abgesprochen. Die Kollegen werden von allen Seiten geschmeichelt: fte möchten doch nur zur Arbeit tommen und fich nicht länger von den woblberechneten Schlagworten ihrer Führer letthammeln lassen. Wir batten jedoch schon zwei Tage vor dem Versandt einen solchen Wisch in Händen und fonnten die Herren in der am Abend abgehaltenen Versammlung mit ihrem Flugblatte heimschicken. Um Tage nach der Versendung des Flugblattes erhielten wir eine Einladung von dem Vorfißenden der Meister Kommiffion, betreffs des neurevidirten Altordtarifs zu ihm au fommen. Diefer, Einladung famen wit nach und haben somit mit der Meifter Rommiffion Verbandlungen angefnüpft, die vielleicht ein günftiges Ergebnis liefern werden. Kollegen, jest, da der Streit seinem Ende entgegen geht, sorgt dafür, daß der Hunger nicht schon vor dem unsere Reiben lichtet, sorgt dafür, daß bis aum Ende den Streifenden wenigftens das allernothoürftigfte Brod gewährt werden kann. Es fällt uns schwer, von Euch noch mehr Opfer zu verlangen, von Euch, die Ihr deren schon so viele gebracht habt, aber bedenkt, sollen wir nach achtwöchentlichem, schwerem Rampfe unterliegen, sollen die gebrachten Opfer alle vergebens sein? Wir glauben nicht, daß die deutschen Arbeiter dieses wollen. Handelt dementsprechend und helft uns den Kampf bis zu Ende führen, wir werden es Euch, tommt Ihr in ähnliche Lage, doppelt vergelten. Sendet also schnelle Hilfe und baltet den Bujug fern. Mit kollegialischem Gruß die Kommission der Tischler Königsbergs. Briefe find au richten an W. Wohlfrom. Steindammer Querstraße 6b, etwaige Geldsendungen an A. Krebs, Kolmftr 5. Der bedeutendste europäische Rohstoffmarkt ist der Baumwoll markt von Liverpool, der bezüglich der Menge wie des Werthes der Waare, fom'e hinsichtlich seines Einflusses auf die Entwickelung der von ihm versorgten Industrie un ftreitig die erfte Rolle spielt. Nach ihm tommen, aber in weis tem Abstande, Haore, Bremen, London, Hamburg. Es betrug die Einfuhr von Baumwolle im Jabre 1881: in Liverpool 13,967,000 Bentner, 3,000,000 Havre " Bremen 2,096,000 " " 850,000 H " London Hamburg 634,000 Wie der Liverpooler Markt durch die dem Käufer gebotenen Bortheile fogar die Berhältnisse festländischer Produktions gebiete auch in diretter Nähe der großen Lontinentalen Baum wollmätlte ausübt, beweift u. A. ble Thatsache, daß der größte franzöftsche Spinner, ouyer Duettier in Rouen, von Den 1863 bis 1869 in feinen Spinnereten tonfumirten 76,394 Ballen Baumwolle, die einen Werth von 52 Millionen Franken Darstellen, nur 24,768 Ballen in Frankreich( meift Havre), da gegen 51,626 Ballen auf englischen Märkten( besonders Liver pool) gekauft hat. Die Maschinentechnik in der Schifffahrt bedeutet den Sieg des Dampfes über das Segelschiff. Wie aus den Bremer, Hamburger u. 1. w. Ronfulatsberichten zu entnehmen ist, wächft Die Dampfschifffahrt auf Roften des Segelschiffsverkehrs. Der Schiffsverkehr Großbritanniens bietet gleichfalls einen Beleg für diesen Sieg ber modernen Großproduktion. Die ge fammten einlaufenden Schiffe, einschließlich des Rüftenverlehrs, hatten, nach der Beitschr. des Rgl. pr. ftat. Bureaus, 23. Jan. 1883, einen Zonnengebalt von: Segelschiffe 23 990 000 1878 Dampfer 39 195 000 1879 41 530 000 23 628 000 1880 44 636 000 24 511 000 1881 46 377 000 1882 49.927 000 22 505 000 21 927.000. Aus dieser Uebersicht ergiebt fich, daß es mit dem Segel Schiffsverkehr nicht nur relatio, sondern feit 1880 auch absolut nach vorangegangener Stabilität abwärts gebt, während dem Dampfervertehr der Buwachs zufällt. Der leptere nahm 1879 um 2, 1880 um 8, 1881 um 1% unb 1882 um 31 Millionen Lonnen zu Der Triumpf der Maschine hier wie überall! Vereine und Versammlungen. Der Fachberein der Schneider hielt am Montag in Nieft's Salon, Kommandantenstraße, seine regelmäßige Ber einsversammlung ab. Auf der Tagesordnung ftand: Bortrag des Buschneidelehrers Rochhann über Fachwissenschaft. Der Referent bielt feinen Vortrag nach allen Richtungen hin zur Bufriedenheit der Versammlung. Redner befürwortete bie Nothwendigkeit der Fachwissenschaft theoretisch sowie praktisch und wies nach, daß in der Neuzeit das Handwerk im Hinblic auf die große Ronkurrens mehr theoretische Renntniffe er fordern wie in früheren Beiten. Dann erläuterte ber Referent burch Beichnungen an der Tafel sein Lehrsystem in recht ver ftändlicher Weise, was mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Die Berfammlung war sehr start besucht und entspann fich baber über diesen interessanten Vortrag eine sehr lebhafte Disluffton, an der fich sehr viele Mitglieder betheiligten. Dann wurde auf den neuen Buschneideturfus, welcher am 1. Sult beginnt, aufmerksam gemacht und die Mitglieder er fucht, fich rege am Unterricht zu betheiligen. Der Untrag Zaeterow, Steeger, bie Errichtung einer Vereinsbibliothet bes treffend, wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. lis Der Arbeiterverein Hoffnung tagte am Sonnabend, den 13. Juni, Abends, im Lotale des Herrn Neumann in Friedrichs Verantwortlicher Redakteur St. berg, Gürtelstraße 41. Da der Referent noch nicht erschienen| war, wurde zum zweiten Bunkt der Tagesordnung übergegangen: Borstandswahl. Aus den Wahlen gingen beroor die Herren Rug I zum zweiten, Bortenbagen zum ersten Borgenden, Eipenbahn zum zweiten, Rofentcanz aum ersten Schriftführer, Jakob zum zweiten Rafftrer. Als Belfiger wurden gewählt die Herren liesener, Rug II und Walter, zum dritten Revisor Herr Kursbach. Bu Verschiebenes erhielt zunächst Herr Julius Kreus, Tischler, das Wort und sprach in furger, fachlicher Rede über den Nugen der Wahl von Arbeiter- Kandidaten in den Barlamenten. Diefen Ausführungen schloß fich Herr F. Berndt an, indem er unter dem Beifall der Versammlung die Ges meindewahl einer scharfen Rittit unterzog und besonders her. vothob, daß auch hier wieder die befigende Klasse bevorzugt würde. Dann wurde ein Antrag eingereicht, während der Sommermonate alle vier Wochen eine Versammlung abzu halten; berselbe wurde jedoch abgelehnt. Dagegen wurde he fchloffen, regelmäßig den ersten Sonnabend nach dem 1. und 15. jeden Monats zu tagen. Sum Schluß gelangte ein An trag zur einstimmigen Annahme, zu Gunsten der ftreifenden Schmiede eine Tellersammlung zu veranstalten. Eine öffentliche Versammlung der Stellmacher Berlins, einberufen von der Lohntommiffton, fand am 15. Junt statt. Herr Max Kreus refertrte über die Sonntags. und Ueberstundenarbeit und ihre Wirkungen. Der Referent wies in seinem Vortrage darauf hin, daß die Wirkungen der Sonntagsarbeit für den Arbelter nur schädliche sein tönnten und daß auch die Stellmacher ernstlich barnach trachten müßten, die Sonntags arbeit gänglich einzustellen, wenn sie nicht hinter anderen Gewerten welt aurüdbleiben wollten. Die Versamm lung sollte bem Redner großen Beifall und nahm, nachdem fich noch die Herren Menzel, Heider, Hering, Singert und Andere an der Diskussion betheiligt hatten, folgende Resolution einstimmig an: Die heutige Bersammlung Berliner Stell macher erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten ein verstanden und verpflichtet fich, mit allen ihr zu Gebote stehen Den gefeglichen Mitteln für die Beseitigung der Sonmagsarbeit und Einführung einer jebnftündigen täglichen Arbeitszeit zu wirken. Die Bersammlung ertiärt ferner, daß es Pflicht der Gesetzgeber sei, durch gefeßliche Bestimmungen die Sonntags rube obligatorisch einzuführen, da dies den einzelnen Bewert fchafte unmöglich fet. Eine in diesem Sinne gebaltene Petition foll an den Reichstag gesdidt werden. Darauf wurden für bie ftreifenden Schmiede 60 Mart aus dem UnterstügungsFonds bewilligt und zu demselben Bwed eine Tellersammlung vorgenommen, welche ein Ergebniß von 13 M. batte. Eine große öffentliche Versammlung der Schmiede. gefellen tagte am Sonntag in beiden Sälen der Gratweilschen Bierhallen. 8um Leiter der von über 1000 Theilnehmern be fuchten Versammlung wurde Herr Drewis gewählt. Als efter Punkt der Tagesordnung war ein Vortrag des Herrn Müller angekündigt. Der Vortragende führte in seiner Rebe folgendes aus. Wenn Jemand tbm( Stebner) vor einem Jahre gefagt bätte, daß die Berliner Schmiedegesellen die Forderung Abschaffung der Sonntagsarbeit und Lobnzahlung am Sonn abend 6 Uhr ftellen und mit dieser Forderung so weit durch fommen würden, wie thatsächlich geschehen, so würde er es nicht für möglich gebalten baben. Das Borgehen der Gesellen aber bat bezeugt, was man durch ein geschloffenes Borgehen erreichen fann, darum sollen alle Schmiedegesellen fich der be stehenden Organisation anschließen. Hierauf fritifitte er ein zelne Fabriten, wo des Sonntags noch gearbeitet wird und bob hauptsächlich eine eine in der Sellerstraße belegene Fabrit hervor. Er sei lein Freund von Denunziationen, empfeple aber der Bolizeibehörde, ihre Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit Diesen Fabriken au widmen. Man möge auch den Arbeiter schüßen und Boften vor die Thüren folcher Fabriken stellen, welche Sonntags während der Kirche arbeiten laffen. Nach einem Rüdblid auf die Arbeiterbewegung feit dem Jahre 1868, tam Rebner zu dem Schluß, man möge purch ein geschloffenes Busammengehen verhüten, daß die erzielten Errungenschaften in Frage geftellt werden, und hauptsächlich dabin witten, daß man diejenigen Meister schüße, welche die babin wirken, daß man diejenigen Meister schüße, welche die gerechten Forderungen ihrer Gesellen anerkannt haben. Nach einer lebhaften Die tuffton wurde folgende Resolution ange nommen: Die beutige Berfammlung erklärt, daß fie mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, die Lohntommiffion unterstützen wird, fte verpflichtet fich, bahin zu wirken, daß die Forderungen der Gesellen nicht nur durchgeführt, sondern auch aufrecht erhalten werden und hält es für ihre heiligste Pflicht, diejenigen Werkstellen au schüßen, welche unsere Forderungen bewilligt baben. 5nd der bekannte Wortführer der bleftgen Snnung, der Tiles meifter Bimmer das Wort. Derselbe entschuldigt sein Weg bleiben von der legten Versammlung dadurch, daß man ihm doch nicht zumutben dürfe, in einer Bersammlung zu erscheinen, wo der Sozialdemokrat Kayfer fpreche, ferner ment Redner, die Gefellen bätten den Anstand verlegt dadurch, daß fie den Meistern nicht 14 Tage Beit, wie gefeßlich vorgeschrieben, ge geben, um fich die Sache zu bebenten. In ferneren Ausüb rungen bält Redner eine Blumenlese über feine Rollegen, welche unsere Forderungen bewilligt baben, es fielen da u brüde wie Jube, banterott u. a. m. Vom Abg. Hartwig, meinte der Bünftler, sei es bekannt, daß er gans Dresden ge meiert u. f. w. Bum Uebafluß giebt Redner noch befannt, daß er ein sehr dides Fell habe.( Dies haben wir natürlich schon längst gewußt.) Kollege Stölzer, welcher, wie Herr Bimmer fagt, nicht aus Uebermuth streift, widerlegi sämmtliche Au führungen des Boredners in trefflicher Weise und weist auch Die Bemerkungen gegen den Abg Kayfer zurück. Auf die Innung übergebend, mit der der Her Bünftler fich immer so brüstet, fragt Herr Stölzer, ob derfelbe denn übe haupt ein Meisterstück gemacht habe. Dies ist nicht der Fall. Wenn der Herr Vorredner die Juden so angreife, warum set er benn in einem jüdischen Geschäft Werkführer geweien, habe wöchentlich Die 42 Mart Lohn eingeftrichen, ohne sich an der Konfefton au ft ßen. Hierauf sprechen noch die Kollegen Schultheis Arnbolo und Schols im Sinne des Referenten, währenb Herr Bimmer erklärt, wegen des hier Gehörten das Lolal verlassen zu müssen. Der Schönfärber geht auch vom refervirten inungstische weg, faßt aber unter allgemeiner Heiterfeit an Der Ausgangsthür wieder Bofto. Herr Stölzer glaubt, ber Herr Prinzipal wolle deshalb nicht mehr antworten, well et dazu außer Stande set; wenn die Herren den Muth haben, Schmähartikel in ber hieftgen Preffe zu unterschreiben, fo follten Sie auch den Muth haben, als Jnnungsapostel bier öffentlich Rebe zu stehen. Außerdem bemerkt Redner, wenn die Innung für Stecht hält, fich an einen Adermann zu wenden, so haben wir wohl auch das Recht, uns einen Kayser zu suchen. Na dem Herr Himer einige untergeordnete Erzählungen gegeben, wird derfelbe von Herrn Schiblowsly aufgefordert, anftand halber beim Sprechen den Hut abzunehmen. In der ferneren Debatte erhalten noch das Wort die Kollegen Heine, Beter, Negel, Schreiber und Wille und wurde am Schluß folgende Resolution einstimmig angenommen. Die heutige von 800 Tischlern besuchte Versammlung erklärt sich mit den u fübrungen des Innungsmeisters Bimmer nicht einverstanden fondern beschließt, sämmtliche Forderungen hoch zu halten un feftzuftehen, bis etwas Ehrenhaftes und Annehmbares erzielt wird. Die Kommiffton bittet, den Buzug fern zu halten. Kleine Mittheilungen. " Die Verhaf Rottbus, 11. Juni. Der Rottbuser Anzeiger" schreibt: Vorgestern ist hier ein höherer Polizeibeamter aus Berlin in Begleitung eines Kriminalichugmannes eingetroffen, um hier die Verhaftung eines Anarchisten vorzunehmen. tung soll jedoch erst am geftrigen Tage gelungen sein, nachdem eine am Vorabende in deffen elterlicher Wohnung vorgenom mene Haussuchung nach anarchistischen Schriften, wie verlautet temlich refultatios geblieben. Man bringt die plögliche Auf hebung des Schriftfepers Schulz hebung des Schriftfepers Schulz- dies ist der Name des Betreffenden ob mit Recht oder Unrecht fet dahingeftellt mit dem Ende dieses Monats in Frankfurt a. M. anstehenden Proze Liesle in Verbindung. Schuls, der Sohn eines bie gen Einwohners, hat bereits trot seiner Jugend eine wechsel volle Vergangenheit hinter sich. Derselbe wurde aus de Schweiz und Frankreich, vermuthlich wegen anarchistischer Um triebe, ausgewiesen und verbüßte auch dem Vernehmen nach in Württemberg eine ihm wegen Verbreitung revolutionäre Schriften zuerkannte Freiheitstrafe. Auch in Amerika foll e schon einmal fein geil versucht haben. Hamburg soll also jest auch ein neues Rathhaus e balten, nachdem das frühere vor mehr als 43 Jahren bu Feuer zerstört worden ist. Wenigftens hat die Bürgersch ben Antrag des Senats, dem zu Folge ein von einem f willig zusammengetretenen Ronsortium bleftger Architekten au gearbeiteter Rathbausplan zur Ausfübung gelangen foll nehmigt, und die ohne die innere Ausschmüdung auf ste 5 Millionen Mart berechneten Roften bewilligt. Frantfurt, 18. Junt. Ein junger Raufmann batte juf vor sechs Jahren ein elternloses Mädchen fennen gelernt un ihre Liebe gewonnen; aber der erftrebten Verehelichung waren Berband der deutschen Zimmerleute. Die außerordent. Die Eltern des jungen Mannes entgegen, denn diese waren liche Generalversammlung des Verbandes( Lotalverband Berlin) Jfraeliten und das Mädchen war eine Chriftin. Vor tagte am Sonntag, den 14. Juni unter Vorfty des Verbands einigen Wochen entschloß fitch bas Mädchen nach schweren vorstehers Schönstein im Deutschen Kaiser, Lothringerftr. 37. Kampfe, dem Drängen ihrer Verwandten und Freunde na Tagesordnung war Bericht vom Handwerkstage und Egänzugeben und einem Konditor ihre Hand zu reichen. Heute aungswahl bes bauptoorstandes. Nachdem Herr Darge den Bericht über den legten Handwerkstag gegeben, wurde zur Wahl geschritten und außer den, auf dem legten Handwertstage be reits gewählten Borsteher und Kafftrer die Ergänzungswahl des Hauptvorstandes vorgenommen. Danach besteht der Haupt Dorftand jest aus den berren: Schönstein als 1. Vorsteher, Getzt als Stellvertreter, Unverfehrt als 1. und Reuter als 2. Schriftführer, Dietrich als Hauptlasfirer, sowie Darge und Günther als Revisoren. Außerdem wurden noch 5 Ersasmänner zum Hauptvorftande gewählt. Hierauf brachte der Borfigende Die Streitangelegenheiten von Dblau und Kaiserslautern in Erwähnung. In erster Stadt wollen die Meister warten, bis Erwähnung. In erster Stadt wollen die Meister warten, bis der Hunger ihnen die Gesellen in die Arme treibt, in legterer haben die Meister fich verpflichtet, bei 300 Mt. Ronventional ftrafe lein Vorstandsmitglied in Arbeit zu nehmen refp. zu bes halten; schnelle Hilfe thut in beiden Städten noth. c. Der Unterstügungs- Verein deutscher Schuhmacher bielt am Montag, den 15. b. Mis., in Nieft's Lotal, Rom mandantenfir. 71-72, feine Vereins Versammlung ab. Den Vortrag batte Herr Dr. Stahn für diesen Abend übernom men, welcher in höchft interessanter und lebrreicher Weise über die Gesundheitspflege des Menschen" sprach. Redner führte an, wie der Mensch au leben und fich au verpflegen habe. An Der Diskussion betheiligten fich mehrere Mitglieder. Es waren auch verschiedene Fragen eingegangen, u. A. Was ist die englische Krankheit" Referent erklärte, daß dies nicht der richtig paffende Ausbrud set, es müßte belgen: Rnochener weichung. Bum Schluß seines Vortrages empfahl Rebner den Anwesenden eine von ihm herausgegebene Beltung betreffs der Gesundheitslehre. Alsdann wurde bekannt gemacht, daß das vom Vorstand in Aussicht genommene 1. Stiftungsfeft bieftger Filiale Montag, den 20. Juli cr., in Kliem's Bollsgarten, Hafenbalde, stattfindet. In einer am Tischlerversammlung in Dresden. Mittwoch, den 10. Juni, abgehaltenen Tischlerversammlung waren auf Einladung auch einige Meifter erschienen. Die Tagesordnung: Die jetzige Situation unseres Streils" wurde von Herrn Schiblowsly in eingehendster Weise behandelt; Redner erklärte, daß es unter den von der Innung verlangten Bebingungen nicht möglich fet, bie Arbeit wieder aufzunehmen; Tarif, Werkstattordnung und Unterschrift, alles wird abgelehnt. Tarif, Werkstattordnung und Unterschrift, alles wird abgelehnt. Die von den Bunftmeistern feftgefesten Brelse ermöglichten höchstens einen wöchentlichen Verdienst von 12 bis 14 Mart, man brauche aber zum Leben unter den bieftgen theueren Ber hältnissen mehr, und fet man daher gezwungen, wie dies öfters bier vorkommt, Nachis bis 1 und 2 Uhr zu arbeiten. Ein längerer Artikel des Abg. Hartwig in der Deutschen Heform" vom 6. Juni, welcher unsere Forderungen als gan gerechte binftellt und anführt, daß Schreiber auch den Streit der erften Woche mit 50 Mart unterstügt bat, wib mit lautem Beifall aufgenommen. Bei der hierauf folgenden Debatte erhält auerft Cronheim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in follte die Hochzeit gefeiert werden. Die Braut wa leichenblas, als sie auf dem Römerberge vor dem Standesa aus dem Wagen fileg. Bögernd ging fie am urm i Bräutigams die turze Treppe binauf. Auf der legten S blickte fte schüchtern in die Menge, und richtig, da stand tra Der verlaffene Beliebte. In höchfter Aufregung rief fie: ich fanns nicht! Entweder dich oder feinen!" Damit lieb den Arm des bestürzten Bräutigrams fahren, ellte an verbugten Beugen vorüber, sprang in den Wagen, ließ nach Hause fahren und machte sofort Anstalten, um Frankfu au verlaffen. Aber noch ebe das Mädchen die Reise antra erhielt fie von ihrem alten Geliebten die beglüdende Berfi rung, daß seine Eltern den Widerstand aufgegeben hätten er fie noch im Lau, e dieses Jahres sur fröhlichen Hochzeit holen werde. Briefkasten der Redaktion. unb ab Nr. 19 Bertr liger nalen Aut It gelaff ไท ใน Deut bes A Bene Beit Den Delik balten Beiter im tbrer Mein Buftar wie b Berbr bätte, entgeg richtig die 6 breche Die ausju Beate rechtlic A Institu Defor bezügl H Referu 1 fländi Heferu tischen Büf Laffen unter Ohne Bezeichnung. Die Dristrantentaffe der Tischler aabli ihren ertrantten Mitgliedern im Falle der Erwerb unfäbigkeit vom dritten Tage nach dem Lage der Erkrankun ab für jeden Arbeitstag: 1) an erwachsene Mitglieder Ausnahme der Lehrlinge 1,50 ML, 2) an Mitglieder un 16 Jahren und Lehrlinge 65 Bf. Krantengeld. Wenn fich also am Montag frant melden, tönnen Sie erit vom Donnerstag ab auf Krantengeld Anspruch erheben. Behandlung und freie Meditamente werden jedoch vom ersten Tage ab gewährt. Merstliche b. 1 Die gl ufcbe bie B Ausn $ 1 einver Anfich nales Referu Den F preche legt m Sibiri Y Ju Sta im achten in bi aur effe u Hefer ober ben g jhlan mi Braße ichim Sie Rebt, if ei Rebt fiür allma Legt 1 Bike, gen in pride inte A. S. Magdeburg. Für die Eingeschriebenes hilistassen bestimmt der§ 33 des ilfalafengefeges Die Kaffen find verpflichtet, der Aufsichtsbehörde auf Berlangen jederzeit ihre Bücher, Berhandlungen( also auch die Bersamm lungsprotokolle) und Rechnungen im Geschäftslotale der Ra aur Einficht vorzulegen und die Reviston ihrer Raffenbestände zu geftatten. Die Abmeldung ausscheidender Raffenmitgliede betreffend, bestimmt§ 27 des K- Besetes folgendes: Raffe bat bas Musscheiden der Mitglieder auf Anfordern bet Aufsichtsbehörden, in deren Bezirt sich dieselben aufhalten, a auzeigen. Für Mitglieder, welche fich im Bezirk einer örtlichen Berwaltungsstelle aufhalten, liegt die Abmeldungspflicht be betreffenden örtlichen Verwaltung ob. Verwaltung ob. Daß Sie auch den Die in ein Dben Netze ben Ander mübe liegt, nicht Horte eine fich I Frach burch batte Rafte und Arbeitgeber, bei welchem ein ausgeschiedenes Mitglied gearbeitet bat, angeben müffen, darüber besteht eine gefegliche Bestimmung nicht. Auch über die Anmeldungspflicht der Versammlungen Der Raffenmitglieder einer Verwaltungsstelle bestimmt das ge Inannte Gefes nichts. Hier in Berlin werden diese Ver fammlungen auf Grund der Bestimmungent des§ 1 be preußischen Bereinsgefeges angemeldet. Danach müñen alle Versammlungen, in welchen öffentliche Angelegenheiten erörtert ober berathen werden sollen, mindestens 24 Stunden vor Beginn der Versammlung bei der Drispolizeibehörde angezeigt werden Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Hible Weg an ihm heinen, Redner, fte ben en, ge lusfüh ollegen, Au artwig, Den ge efannt, schon Bimmer e Aus ft aud Luf bie mer fo upt ein enn der enn in bentlich nfeffion ultheis ährend Lotal ervirlen Zeit an t, der pell er Бабеп, follten entlich nnung haben Nach egeben, ftandl erneren Beter olgende on 800 Aub tanben, en und erzielt breibt: erlin in mbler Berbaf achdem genom tlautet be Auf me bel tellt bief benden wechfel us bat wer Um nach in ionäre foll et mus e n bu erich em fre en au ll, ge uf side sufallg Ent und waten parent Bor werem e nady Beute it was besam Stuf trau Ne Lies ant ben lte Ad cantfut Berfiche antral en und Belt ab chler twerb cantung Der mi runter n Sl it Dom erstlid nerften benes lefeges langen rfamm r Raffe eftände glieber Die ern ber len, an rtlichen cht bet uch ben arbeltel mmung lungen Das ge fe Ver 1 bel en alle erörter Beginn wetben age Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 139. Bar Lehre vom Asylrecht politischer Verbrecher. ( Aus der Vosftschen Beitung".) In dem zwischen Preußen und Rusland abgeschloffenen Bertrage vom 13/1. Januar 1885 über die Auslieferung flüchfiger Verbrecher ist der bisher im Völkerrect und internatio nalen Strafrecht allgemein ane fannte Grundfas, daß eine Muslieferung wegen politischer Delitte nicht stattfindet, fallen gelaffen. Wir haben schon früber hervorgehoben, daß bei der in Ausfcht stehenden Ausdehnung jenes Bertrages auf das Deut che Reich der Reichstag zu dieser gänzlichen Aufhebung des Asylrechts politischer Verbrecher seine verfaffungsmäßige Benehmigung ridt geben tann. Allerdings find in neuerer Beit aus juristischen Kretjen Stimmen laut geworden, welche ben Unterschied zwischen poluischen und nicht politischen Delikten in der Auslieferungsfrage nicht für berechtigt balten, welche ibn als eine Reminissens an vergangene Beiten, in denen die europäischen Staaten mehr oder minder im die richtige Ausbildung politischen Rampfe um ihrer Berfaffung begriffen waren, erachten wollen und der Meinung find, die meisten Staaten hätten ihren politischen Buftand so weit tonsolidirt, daß die Verlegungen desselben ebenso wie die Angriffe auf das Eigenthum, auf die Berfon u. f. w. Berbrechen wären, in Betreff deren lein Staat Veranlassung bätte, der Verfolgung seitens des angegriffenen Staates schüßend entgegenzutreten. Die Prämiffen dieser Anschauung find uns richtig. Die politischen Kämpfe find nirgends abgeschloffen, und bie Gründe, welche von jeher für das Asylrecht politischer Berbrecher geltend gemacht sind, Parteiverurtheilungen abzuwenden, bie Anhänger einer politischen Richtung nicht ihren Gegnern auszuliefern, gelten auch beute noch. Wir verweisen in dieser Beztebung auf Robert Mohl in seinem Auffage: Die voller rechtliche Lehre vom Asyl". Bon hervorragendem Intereffe find die Tbesen, welche das Institut de droit international auf seiner Versammlung zu Deford vom 6. bis 10. September 1880 gefaßt hat und welche bezüglich der einschlagenden Fragen also lauten: 13) Wegen politischer Verbrechen findet teine Heferung ftatt. Donnerstag, den 18. Juni 1885. die Einreihung unter die politischen Verbrechen ist die poli tische Natur des durch die Handhabung angegriffenen Rechts. Autes, nicht aber das Motiv des Thates. Der Grundsatz der Nichtauslieferung politischer Verbrecher findet teine Anwendung auf den Fall der unternommenen vorsäglichen Tödtung des Staatsoberhauptes( fog. belgische Attentats klausel.) at der Berfolgte durch mehrere selbstständige Handlungen mehrere Berbrechen begangen, von welchen einige als politische, andere als gemeine Verbrechen erscheinen, so findet die Auslieferung wegen der gemeinen Verbrechen statt; Untersuchung und Ab untheilung hat sich dann auf diese zu beschränken. Trägt eine und dieselbe Handlung sowohl den Charatier eines gemeinen, als auch den eines politischen Delitis, so Endet Auslieferung nicht statt. Hat der Verbrecher megrere Verbrechen begangen, welche als eine aus mehreren Atten zusammengefeßte Gesammt handlung fich darstellen, so ist diese nach ihrem überwiegenden Charakter entweder als politisches ober als gemeines Delikt au betrachten und zu behandeln." Liszt will also die Auslieferung wegen politischer Delikte noch mehr beschränkt wiffen, als dies in den Deforder Thesen des Instituts für Völkerrecht geschieht, indem nach den legteren bas Asylrecht grundsäglich ausgeschlossen sein soll, falls das betreffende politische Delift fich zugleich als ein gemeines Verbrechen charakterifirt. Lonvenirt II. Jahrgang. den Bünftlern nicht | tenversicherungsgeset fte finden es ungerecht, daß die Meister nur zu einem Drittel im Kaffenvorstand vertreten find. Dadurch so wurde bes hauptet werden in der Regel die Meister von den Gesellen übervortheilt.(!) Als das Hauptstel, welches früher oder später erreicht werde müffen, murden die obligatorischen Wir haben oft genug darauf hinge Innungen hingestellt. wiesen, daß die zünfilerischen Bestrebungen nicht mehr in unser Beitalter paffen, fie find auch nicht im Stande, den Ents widelungsgang der modernen Produktionsweise zu bemmen, fle gleichen einem Sandkörnchen, welches vor ein Wagenrad ge worfen, von diesem zermalmt wird. Niemand wird es dem Kleinhandwetter verargen, wenn er mit allen ihm zu Gebote ftebenden Mitteln für seine Eriftens und für gebung des Hand. werts eintritt. Aber der Thatsache tann sich heute Niemand mehr verschließen, daß der Stampf ein Kampf gegen Wind müblenflügel ift. Ein großer Theil der jetzt noch unter den Bünftlern Kämpfenden, wird im Laufe eines Jahrzehnts bereits zu Fabritarbeitern geworden sein, und wenn fie selbst auch noch ihre fog. Selbstständigteit aufrecht erhalten tönnen, so wird boch ihren Kindern dieses Schicksal nicht erfpart bleiben. Des halb müßten fich die Kleinhandwerker den Arbeitern anschließen, Die sostale Reformen estreben, welche die Lage der gesammten werttbätigen Bevölkerung zu beffern geeignet find. Der Statthalter von Elsaß- Lothringen, Feldmarschall Freiherr v. Manteuffel ist brute( Mittwoch) in Karlsbad am Lungenschlag gestorben. Herr v. Manteuffel ist am 24. Februar 1809 geboren, er hat somit ein Alter von 76 Jahren erreicht. Aus Düffeldorf wird ebenso, wie aus anderen Drten der Nordd. Allg. 3tg" berichtet, daß die Hoffnungen der Landwirthe auf ein Steigen der Getreidepreise in Folge der neuer bemerkbaren Maße verwitlicht baben. Man nimmt an, daß vor Eintritt des neuen Tarifs sehr umfangreiche Importe ftatt gefunden haben. Diese Annahme findet Bestätigung durch die statistischen Ermittelungen über den Getreideimport in ganz Deutschland während der ersten vier Monate dieses Jahres. Derielbe beträgt für Roggen 3 025 020 Doppelzeniner gegen 2 642 277 im Vorjahr; für Weizen Weizen 3980 188 gegen 2110 463. Die toloffale Mebreinfubr fällt jedoch vorzugsweise auf die Monate Januar und Februar, wo zusammen an Roggen 816 000 Doppelzentner und an Weizen 2072 000 Doppelzentner mehr eingeführt werden, als im Januar und Die Grenze zwischen beiden Arten ist von jeher streitig gewesen. Die neuere Wissenschaft des internationalen Straf rechts findet das Wesen des politischen Delitts nicht in dem Motiv oder Zw d des Thaters, sondern in dem politischen Rechtsgut des Einzelnen oder der Gesammtheit, gegen welches der Angriff des Thäters gerichtet ist. Danach würden unter anderen als politische Delitte anzufeben sein: hoch und Landesverrath, Majeftätsbeleidigung, Verbrechen und Verdings eingeführten Bollerhöhungen fich bisher nicht in einem geben in Beziehung auf die Ausübung staatsbürgerlicher Rechte, 3. B. Wahlrechte, Widerstand gegen die Staatsgewalt, gewiffe Delikte gegen die öffentliche Drdnung, überhaupt alle Angriffe gegen Beftand und Sicherheit des Staates sowie gegen die Organe und die Autorität der Staats gewalt. In den bisher von dem Deutschen Reiche mit fremden Staaten abgeschloffenen Auslieferungsverträgen find diejenigen Verbrechen und Ver Ausgehen, wegen deren eine Auslieferung zulässig fein soll, einzeln Der Reihe nach aufgeführt. Es find nur gemeine Verbrechen, als Mord, Meineid, Diebstahl, Utundenfälschung, Betrug u. f. w, so daß sich schon daraus diejenigen Delitte, welche als politische aufgefaßt werden, herleiten laffen. Als solche ergeben fich aber die obengenannten Arten. Unter die gemeinen Verbrechen zählt auch Münzfälschung, Bestechung öffentlicher Beamten, so. wie Expreffungen und Unterschlagung seitens der letteren. Im Hinblid auf die anarchistischen Umtriebe würden die im Gefeß vom 9. Juni 1884 gegen den verbrecherischen und gemein gefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen bedrohten Delikte unter allen Umständen aus dem Rahmen der politischen refp. zum Asylrecht zugelaffenen Delitte auszunehmen sein. Die moderne Staatenentwickelung drängt immer mehr zu einer internationalen Rechtsgemeinschaft. Deshalb müssen nicht nur Die Rechtsgüter, an welchen alle Kulturftaaten grmeinsam par tisipiren, B. der internationale Handelsverkehr, sondern auch die durch internationale Verbrecher banden bedrohte Solidarität der Intereffen derselben Staaten unter internationalen Strafrechtsschutz gestellt werden. 14) Der um Auslieferung ersuchte Staat prüft felbft tändig nach den vorliegenden Umständen, ob der dem AusHeferungsgesuch zu Grunde liegende Thatbestand einen poli tischen Charakter an fich trägt oder nicht. Bei dieser Büfung hat er fich von folgenden Gefichtspunkten leiter zu laffen: a. bie Thatbestände, in denen bie Mertzeichen eines ge meinen Berbrechens gegeben find( Mord, Brandstiftung, Diebstahl) dürfen der Auslieferung nicht deswegen ent zogen werden, weil deren Urheber politische Zwecke im Auge hatten. b. Bei der Erwägung derjenigen Thatsachen, die im Laufe einer Insurreftion oder eines schweren Bürgerkrieges begangen wurden, muß man als Nichtschnur die Frage nehmen, ob diefelben durch den Kriegsgebrauch entschul. digt werden konnten. 15) Jebenfalls darf die Auslieferung wegen einer That, die gleichzeitig als gemeines und als politisches Verbrechen an auschen ist, nur dann gewährt werden, wenn der ersuchte Staat Die Buficherung erhält, daß der Ausgelieferte nicht durch ein Ausnahmegericht abgeurtheilt werden wird." Mit diesen Grundsägen fann man fich im Allgemeinen einverstanden erklären. Rußland gegenüber wäre aber auch die Anficht des bekannten Strafrechtslehreis von Bar( Internatio nales Privat und Strafrecht) hervorzuheben, wonach die AusReferung verweigert werden soll, wenn der Flüchtling mit einer Den Rechtsanschauungen des ersuchten Staates völlig wider prechenden barbarischen Strafe in dem ersuchenden Staate be legt werden würde. Man denke an die Deportationen nach Sibirien im administrativen Wege! Auf dem 16. deutschen Juriftentage im September 1882 Raffel war die Frage des Aiylrechis politischer Verbrecher im Anschlusse an ein vom Profeffor von Liszt erstattetes Guts achten gleichfalls zur Sprache gekommen; die von dem legteren in dieser Beziehung aufgestellten Thesen tamen jedoch nicht zur Berhandlur g. Sie find immerhin von allgemeinem Inter effe und lauten: Wegen politischer Vergeben findet Aus lieferung nicht statt. Die politischen Verbrechen find im Gefeß ober Vertrag namentlich und unter Hinweis auf die betreffen Den gefeßlichen Bestimmungen aufzuzählen. Maßgebend für Eine Sandbank. Nach dem Dänischen des Henrick Pontoppidan. Von J. D. 8iegeler. Am großen, offenen Meere liegt ein kleines Fischerdorf langenförmig hinter einer hohen Düne. In der Dorf traße und auf den Dünen, längs bes Strandes bis zur schimmernden Landspite hinaus, wo der riefige Leuchthurm feht, bewegen fich Spaziergänger aller Art, benn das Dorf if ein blubenter Badeort. Vor der Thüre bes Babehotels hebt ein Tourist mit weißem Filabute und Krimftecher und flürft gierig„ biese interessante Seeluft" in fich. Aber allmälig wird die Hiße brückender und um die Mittagszeit legt sich über Land und Meer ein gligernder Nebel von bike, ber Alles gleichsam zu Boben schlägt. Rein Lüft gen rührt sich mehr; wohin man auch blicken mag, in die Luft, aufs Meer, auf den es pridelt in die Augen wie von Nadelftichen und die interesante" Stranbluft verwandelt sich nach und nach in ein schwüles Gemisch von Size und röthlichen Dünften. Dben am Rande der Düne fißen noch Fischer bei ihren Regen. Während Einige die Arbeit bereits aus den Hänben verloren haben und eingeschlummert find, kämpfen Andere tapfer gegen den Schlaf und werfen zuweilen einen müben Blick auf das leere Meer, das so still und öde da. liegt, daß man es für tobt halten lönnte, wenn man nicht seinen schläfrigen Puls gegen das Ufer schlagen Strand, Politische Webersicht. Der son lange vorher angekündigte deutsche Innungstag" ist nun thatsächlich am 15. und 16. b. M. in Berlin abgehalten worden. Es sollen 250 Delegirte anwesend gewesen sein. Bum Leiter der Verhandlungen wurde herr Köppen( Berlin) gewählt. Außer den von den verschiedenen Innungen gewählten Delegirten waren noch folgende Herren erschienen: Für die Königl. Staatsministerien Geh. Dber Reg. Rath und vortragender Rath Bartels, Geb. Ober Reg. Rath Seifert; für das Königl. Polizei Präsidium Dber Reg. Rath Friedbeim; für die Königl. Regte tung die Affefforen v. b. Hagen und Dr. Chrift und für die Stadtvertretung Berlins Stadtrath bübner. Auch der bekannte Freund der Handwerker", Reichstagsabgeordneter Biehl, war zur Stelle. Die Behandlungen boten nichts Neues. Alles, was zur Distuffton gelangte, ist bereits mehrfach im ,, Berliner Volksblatt" besprochen worden. Man verlangte: HandwerkerBefähts lammern, ein Reichsinnungsamt, obligatorischen Befähi Regelung der Gefängnißarbeit, Aende gungsnachweis ung Des Submissionswesens 3C. Auch das Kran Es war die Februar des Borjahres, während die Einfuhr an Roggen im Mära um 250 000 Doppelsentner gegen den Märs des Vor jahres und an Weizen um 75 000 Doppelzentner und im April die Einfuhr an Roggen um 184 000, an Weizen um 127 000 Doppelgentner gegen den April des Vorjahres geringer wurde. Immerhin beträgt das Mehr der Einfuhr für die ersten vier Monate gegen den gleichen Beitraum des Vorjahres an Roggen 383 000 und an Weizen 1870 000 Doppelzentner. Uebrigens beweist die große Mebreinfuhr im Januar und Fe bruar, daß diejenigen im Umrecht waren, welche im Reichs. tage behaupteten, die Bollerhöhung babe die Geschäftswelt un Dorbereitet getroffen. Sie beweist aber auch, we: the Nord deutsche, daß diejenigen Unrecht haben, welche behaupten, daß ba ber erhöhte Boll bis jezt ersichtlich teine Bertheuerung des Brodes her beigeführt habe, als erwiesen anzunehmen sei, daß, Der Kornzoll überhaupt teine Brodvertheuerung herbeiführen werde. Desterreich- Ungarn. In Brünn ist es au Streitigkeiten wischen Fabrike arbeitern und Fabrikanten gekommen. Bekanntlich ist in Defterreich vor Kurzem der 11stündige Arbeitstag in Kraft ge treten; die dortigen Arbeiter verlangten nun angeblich, daß bie Frühstücks und Besperzeit mit in die Arbeitszeit eingerechnet werde, was ihnen verweigert wurde. Hierauf sollen Busammenrottungen stattgefunden haben und später sollen einige Fenster fcheiben eingeworfen worden sein. Die Voff. 3 g." bringt folgende Depesche: Brünn, 17 Juni. Nach amtlicher Mite thellung streitten anläßlich einer falschen Auslegung des Gesezes betreffs des Normalarbeitstages die Arbeiter hiest ger Fabriten. Dieselben rottel en fich Abends in der Beil zusammen, zogen von Fabrik zu Fabrit und zertrümmerten Fensterscheiben, bis fie durch ausgerücktes Militär in Stärke von vier Rompagnien Infanterie und einer Eskadron Kavallerie ohne Waffengebrauch zerstreut wurden. Nach 10 Uhr Abends wurde die Ruhe nicht mehr geftört. Das Berl. Tagbl." sucht den Krawall in widerwärtiger Weise aufzubauschen und als Agitation gegen ben geseglichen Arbeitstag zu benußen. Es geht doch nichts über eine gute Bortion Freiheit". All right" über Deck schallen. Aber das Schiff rührte fich nicht. Bolle Kraft! Burüd!" rief er, allein das Schiff stand unbeweglich feft, nur ein leises klirren des Eisens war unter der gewaltigen Anstrengung hörbar. blanke Wafferfläche glitt, vom Bus zwei lange, schmale Wellen hinter sich ziehend. Der Rapitän faß in einem Häuschen auf der Kommandobrüde und hielt selbst Wache. Es war ein fleiner, bider Engländer, lauter Beeffleat und Porter, ohne Hals, mit breitem, start geröthetem Gesicht Drüben im Dorf war das Ereigniß fofort bemerkt und einem großen, rothen Bollbart; aus seinen starren, und die Bewohner schnell aus ihrem Mittagsschlaf geweckt E hatte worden. Zuerst einzeln, dann in kleinen Schaaren tamen feuchten Augen sprach unerschütterliche Nube. von allen Seiten die Fischer durch die Dünen gefchlichen; foeben gefrühstückt und rauchie nun fein Pfeifchen Shag. Aber er war nicht allein. Auf seinem Knie faß eine zarte, schon von Ferne fab man die Schadenfreude auf den ge weibliche Gestalt und flocht seinen groben Bart um ihre bräunten Gesichtern dieser Nachkommen einst berüchtigter weißen, schlanken Finger. Wenn fie des scharfen Rauches Strandpiraten glänzen. Nach und nach bevölkerten sich wegen, den er ihr ungenirt ins Gesicht blies, husten auch die benachbarten Dünen mit Weibern und Kindern; mußte, blickte sie vor sich nieder und lächelte, und dann sogar die Babegäste verließen den Frühstückstisch und lag in den großen, bunkelblauen Augen mit den langen eilten nach der Strandungsstelle, Allen voran der Tourist Wimpern ein faft noch findlicher Ausbrud. mit weißem Hut und Krimstecher. Ruhig und würdevoll leine Mary. Rapitän Charles hatte sie vor ein paar tam der Strandungskommissar angefahren, und als er Monaten in Liverpool an Bord genommen, und gerabde bestätigte, daß das Schiff feft, unbeweglich fest fäße, ba jest tam ihm der Gedanke, daß er damit wohl eigentlich löfte ein einstimmiges, erleichterndes Gelächter, bas sich Jm Stillen hatte von Haus zu Haus über das ganze Dorf fortpflanzte, bie einen dummen Streich gemacht habe. er längst beschlossen, fie bei erster Gelegenheit zurückzus bisherige Betlemmung. Alles eilte herbei und weibete si an bem Anblick des großen, föhnenden Ungethüns, das schiden in die Höhle bes Elends, aus ber er fie mitgenom men hatte. Es war aber bisher bei dem bloßen Vorsatz fich vergeblich abmühte, loszukommen. Bald war bas geblieben, und jetzt faß fie auf seinem Schoß, ben träumen Schiff von einer Schaar von Booten umringt, deren Be ben Blid auf den naben, sonnigen Strand gerichtet, und faßung jubelnb ben Kapitän verhöhnte, so oft er fich er flüsterte zärtlich:" little Mary!" Da hörten sie plöß auf der Kommandobrücke bliden ließ, weil er ihre Hilfe lich einen Tumult auf dem Berbeck. Die Maschine stoppte abgelehnt und Jedermann das Betreten des Schiffes ver und der Untersteuermann tam athemlos gelaufen und rief: boten gatte. Jest wurden die großen Boote des Dampfers. Wir stehen!" Rapitän Charles schleuberte Mary bei gesenkt, hinten zwei Anter geworfen, mit starten Retten Seite, fuhr mit einem bonnernben Fluch zur Thür hinaus um die Dampfwinde befestigt und der Maschine befohlen, zu prefsen, was das Beug halten wolle. Aber diese mochte Draußen im Nordwesten ging ein großes Dampfschiff, und mit dem Kopf, über die Reeling. Ganz richtig, bas tine bide, schwarze Rauchwolle in geraber Linie hinter Schiff war weich in eine Sandbank hineingefahren. Der arbeiten, wie sie wollte, bas Schiff rührte fich nicht von Es war„ Two brothers", ein englisches Rapitän ftand lange und starrte ins Wasser, sein Gesicht der Stelle, sondern fant allmählig tiefer in den Sand.„ Jit war blutroth geworden. Nachbem aber fein prüfender es wahr, mein Herr, baß nach einem Rettungsdampfer telegra Frachtschiff, bas östlich um die Landfpiße und südlich Blid bie Langfeite des Schiffes gemustert und er sich über phirt ift?" wandte fich ber Tourist an den Kommiffir. I, batte soeben erft gepeilt und fühlte fich ficher vor der zeugt hatte, daß dieses keinen Schaden genommen, lehrte er laut er tann jeben Augenblick hier sein," lautete die Antwort. Rußte. Im Vorderraum lagen bie Matrosen im Schatten lachend sich um.„ Halbe Kraft! Burüd! tommanbirte er rubig in Und wirklich sah man gleich darauf ein kleines Dumpfund schliefen, während das tiefe Schiff ruhig über die schiff ankommen. Jegt ließ sich der Kommissar nahe ans hörte fich laffenb. ben Maschinenraum hinunter und ließ gleichzeitig ein fröhliches Kommunales. Der Neubau des Ashle für nächtliche Obdachlose und für wohnungslose Familien, sowie eine öffentliche Desinfektions Anstalt auf dem städtischen Grundstüd an der Brenzlauer Allee wird die beutige Sigung der Stadtverordneten. Ber fammlung beschäftigen. Das Aigl foll Raum gewähren für 1000 obdachlose Männer und 200 Frauen, welche in gesonder ten Räumen für etwa je 100 Röpfe in der Welfe untergebracht werden sollen, daß für jede Person ein Sisplay auf einer hölzernen Bart mit Lehne und ein Grundflächenraum von mindestens 1 Quadratmeter und ein Luftraum von mindestens 5 Rubitmetern vorhanden ist. Die Räume sollen für je 10 Personen ein Waschbecken enthalten und mit eisernen Bennen. tilation# öfen gebeizt werden. Für je 200 Köpfe ist ein Auffeber resp. eine Aufseherin zu rechnen, für welche Schlafräume in unmittelbarer Nähe der Asyliften anzuordnen find, wobei es zulässig ist, daß mehrere Aufseher in einem Bimmer schlafen. Ferner soll das Asyl entbalten: Schlafräume für 12 Arbeits, häuslinge nebst einem Aufseher, welche zum Heizen, Reinigen f. m. tommandit find, eine Badeanstalt mit 12 Wannen für Männer, 3 für Frauen- beide von einander getrennt nebst einem fleinen Warte und Wäscheraum und einem Brenn ofen zum Reinigen der Kleider der Asyliften, sowie zum Ge brauch für fremde Personen. Die Schlaf und Wohnräume für zeitweise wohnungslose Familien und einzelne Personen sollen enthalten: Gesonderte Schlaf und Tageräume für 200 Personen und zwar 150 Frauen und Kinder( darunter Knaben bis zu 7 Jahren) und 50 Männer und Knaben über 7 Jabr. Es sollen mehrere Säle eingerichtet werden, so daß nicht über 50 Köpfe in einem Raum untergebracht werden. Bei den Tageräumen sollen mindestens 3, bei den Schlafräumen min bestens 5 D. M. pro Kopf berechnet werden. Die Heizung erfolgt durch Kachelöfen mit eisernen Einfäßen und Ventilation. Die öffentliche Desinfektions. Anstalt foll folgende Räum lichkeiten in fich schlesen: 1) den eigentlichen Desinfektions raum, in dem 2 große Apparate aufgestellt find; 2) 2 Schuppen, die zur Aufnahme der Desinf Itionsapparate bestimmt find; 3) 1 Bureauzimmer; 4) einen Raum für den Dampfentwidier; 5) 1 Padezimmer; 6) 1 Kloset; 7) Wohnräume für den Desinfelteur. Der ber Stadtverordneten Bersammlung Dorlie gende Antrag des Magistrats, welchen beute über Beschluß gefaßt werden soll, lautet wie folgt: Die Stadtverordneten Versammlung genehmigt bie Slizje und den Kostenüberschlag über 1000,000 Mait zum Neubau eines Afyls für nächtliche Dbdachlose und für wohnungslose Familien, sowie einer öffentlichen Desinfektionsanftalt auf dem städtischen Grundstücke an der Brenalnuer Alle zwischen den Straßen Nr. 16 und 13 b und ficht der Vorlegung dis spe ziellen Entwurfes und des Koftenanschlages entgegen." Das neu zu erbauende Asyl für Obdachlose wird ja bemnach vielfach beffere Einrichtungen aufzuweisen haben, als das jegige Ayl in der Friedenstraße, zu bedauern bleibt jedoch, baß man den Obdachlosen auch in der neuen Anstalt nur Sippläge auf bölzernen Bänten zum Uebernachten anweisen will. Die einzige Verbesserung in dieser Hinsicht besteht darin, daß diese Sizbänke mit Lehnen versehen werden sollen, welche in der jegigen, der Stadt gerad nicht zur besonderen Ebre gereichenden Anstalt fehlen. Necht vortheilhaft sticht dagegen Recht vortheilhaft sticht dagegen Das Asyl für Obdachlose ab, welches der hiesige Asylverein" aus privaten Mitteln errichtet hat; dort findet jeder Obdachlose seine eiserne Bettstelle mit Kopftiffen und einer Dede zum Budecken. Wir meinen, daß die Stadt Berlin den Unglück. lichen, welche das Asyl für Obdachlose aufzusuchen gezwungen find, mindestens ebensoviel bieten follte, als das durch die Privatwohlthätigkeit unterhaltene Asyl in der Büschingstraße schon seit Jahren bietet. Lokales. Herr Hofprediger Stöder veröffentlicht im ,, Reichsboten" folgende Etlärung: Der von mir gegen die Freie Beiturg" begonnene Prozeß ist zu einem Abschluß gelangt. Nicht das wie ich es von gefällie Urtheil, das auf Gefängniß lautet, sondern der Verlauf der Angelegen» Anfang an erwartete hett legt es mir nabe, einige comente Ilarzustellen, die unter Der Maffe der zu Tage geförderten, verwirrien, entstellten und gefälschten Thatsachen begraben und nur für den Kundigen ertennbar find. Den amtlichen Wortlaut des Eitenntnisses befize ich noch nicht; wenn ich denselben vor Auren habe, be halte ich mir weitere Aeußerungen vor. Ich selber habe den Strafantrag geftellt, weil mir baran lag, Die Berleumdungen, welche seit dem Beginn meines öffentlichen Hervortretens gegen mich gerichtet waren, vor einem Gerichtsbofe au widerlegen. ten, daß die Advokaten Sachs und Mundel den Eindruck hervorzubringen gesucht baben, baben, als lönnte ich des fahrläjfigen, wohl gar bes wiffentlichen Meineides ver dächtig scheinen. Auf Rechterundige tann ein solcher Vorwurf nur den Eindruck der Lächerlichkeit machen. Dennoch balte ich in diesem Pun tie, der so leicht gegen mich ausgebeutet werden tann, eine Aufklärung für rüglich. Gewis babe ich in einer gerichtlichen Aussage einen Rebenpur tt irrthümlich dargestellt und bedaure das aufrichtig. Aber trog der ernstesten Brüfung finde ich darin nichts, was jene Anklage rechtferttat oder auch nur entschuldigt. Die Annahre daß ich eine Thatsache, die von Tausenden gesehen war, in Gegenwart fozialbemottatticher, also feindlich gefinnter Augenzeugen abschwören wollte, ift fo höricht, daß fie eine Widerlegung nicht erforde t. Aber auch höricht, daß fie eine Widerlegung nicht erforde t. Aber auch irgend einer Fabrläffigtett alaube ich nicht schuldig au sein. Man schwört nach bestem Wffen und Gewiffen; das habe ich gethan. In jenem Augenblid, als ich nach Berhandlung mit Ewald gefragt wurde, war ich mir mir Begegnung mich kennen, wird niemard behaupten, daß ich es mit dem| nicht, sofort den Bater um Uebersendung des Dienfibus ju Wort und der Wahrhelt leicht nehme. Der Vorwunf, ich hä te ersuchen. Bum nicht geringen Erstaunen der betreffenden die Unterschrift unter einem Schrififtüd ableugnen wollen, das milie erschien am nächsten Tage der Vater, aber in Begleitung in mehr als 20 000 g mplaren durch Deutschland ging oder eines Schumannes, die Herausgabe seiner Zochter ve la gend. ich hätte sechs Worte ableugnen wollen, die in Eisenach von Nun erwies fich, daß der Erlaubnißidein des Baters gefälscht fünfhundert Bersonen gehört waren, fann nicht mit Recht zur war. Stegel und Unterschrift des Polizeiwachtmeisters Dagegen Antlage auf unwahrheit benutzt werden. Die Führung des waren echt. Es stellte sich ferner folgendes heraus: Die junge Beugenbeweises für meine Behauptungen war mir vor Geriat St. batte bei einem Gesangsunterricht vor mehreren Monates nicht geftattet und ist bei der Natur des Geger standes theil ein Mädchen, Namens 6, lennen gelernt, deren Eltern in be weise ausgeschloffen. Den Duellenbeweis zu führen, und nach Friedrichstraße wohnen. In diefer Familie, wo ein männliche zuweisen, daß ich im guten Glauben gebandelt habe, Oberhaupt fehlt, verkehrt ein Bantier Namens T, welcher würde mit leicht sein. Ich hoffe, an einer anderen der ältesten Tochter in intimen Beziehungen steht, überhaupt Stelle diesen Beweis ausreichend liefern อน tonden ganzen Unterhalt der Familie au bestreiten fabrint Es muß die Meinung Unfundiaer vermir. Bot fich nun irgend eine Gelegenheit, so wurde, jedenfalls auf Veranlassung des wohlhabenden und genußsüchtigen Die junge Dame in beffen Wohnung geschickt. T. foll in Amerita verheirathet sein urd dort eine Frau haben. Ba fich nun in der Wohnung des E. abspielte, entjiebt fich ber Darstellung. Thatsache ist, daß nach den eigenen Geständnisfen ber jungen Sünderin, diese mit E. in einem febr intimen Beileht stand. T. hat ihr wiederholt Geld, und andere Ge fcher le gemacht, zum Schluk 20 M., für welche fich die f die Kleidung eines Dienstmädchens faufte, um ganz vom eller lichen Hause fo iautommen. Der Umgang mit dem Banties 2. war den Eltern der R. schon früber bekannt und ebenso die Personen, denen fie denselben zu verdanten batte Da hier offenbar Kuppelet vorlag, machten die Eltern Anzeige bei der Behörde, welche dann auch fofort einschnitt. Bald darauf erschien bei den K.'schen Geleuten ein Mann, der fich als Striminalbeamter ausgab und die Schen Eheleute zu bewegen suchte, das Vorgehen gegen eingu einer früheren stellen, wofür er als reicher Mann sehr erkenntlich sein würde. mit ihm nicht bewukt. Und wer be Es stellte sich heraus, daß man es hier mit einem Bieubo denkt, daß ich Daß ich im Laufe der Jahre hunderte von friminalbeamten zu thun batte. Als die Eltern des Versammlungen, oft mehrere an einem Abend besucht, taufende von Bersonen, darunter viele befannte und hervor, ragende, lennen gelernt, unzählige Namen gehört babe, der wird es gewiß begreifen, daß ich zwei öffentliche Berührungen mit einem mir fonft persönlich Unb: tannien nach zwei und vier Jabren vergeffen konnte, auch wenn dieselben unter besonderen Umständen statifanden. Von der Heiligkeit des Eides vor wurfsvoll zu sprechen, war mir gegenüber nicht am Bloge. Vielmehr am Schluß des ersten Verhandlungstages, als die Thatsache beschworen wurde, daß ein Mann, der einen Brief des Advokaten Sachs vorzeigte, u Masche gekommen war, um denselben mit den Worten: Es ist viel Geld zu verdienen," aum Beugniß gegen mich zu bewegen; daß ein anderer Mann, Namens Jalobion, einige Tage darauf mehrere hundert Mait diesem selben Masche auf den Tisch gelegt batte whtlich Grund vorhanden, beiligen Born zu äußern; der Staats. anwalt nannte in seiner Rede mit Recht diese Versuche ,, dunkle Wege". Solchen Wegen geger über wird auch der Vor wurf, ich hätte im Termin mit Heftigkeit geredet, in fich zerfallen müffen. Daß ich bei diesen Vorkommniffen und bei der Art der Behandlung, wie ich sie von den beiden Advokaten erdulden mußte, erregt geworden bin, sollte billig niemand ver mundern. Ich persönlich sebe mit Gewissensrube auf den Pozeß zurück, der im Grunde teine Gerichtsverhandlung, son dern ein poltiischer Kampf war und nicht bloß meiner geringen Person, sondern einer großen Sache galt, die ich bis zu meinem lezten Dormsüge verfechten werde. Die Verhandlung hat wie wohl taum ein anderes Ereignis den Geist unseres öffentlichen wobl taum ein anderes Ereignis den Geist unseres öffentlichen Lebens gekennzeichnet. Deshalb boffe ich, daß ste troß vieler Widerwärtigkeiten dennoch von Nugen sein wird. Berlin, den 16. Juni 1885. Hofprediger Stöder." Wir glauben dieser Erklärung nichts hinzuseßen zu dürfen, aber es will uns scheinen, als ob nach diesen priesterlichen Auslaffungen falsche Elde überhaupt nicht mehr geschworen werden können. da war a. Von der hiesigen Dampfschifffahrts Gesellschaft find dem Bolizet Bräftotum noch einige Kleidungsstücke der jenigen Berfonen, welche bei dem Büdeneinstura in Tabberts Waloichlöschen ins Wasser gefallen waren und die qu Sachen auf den Dampfschiffen liegen gelaffen hatten, mit dem Er fuchen eingesendet worden, dieselben den rechtmäßigen Eigen thümern auszubändigen. Diese wollen fich aur Empfang nahme im Fundbureau des Königl. Polizei- Präftoiums, Poft ftraße 16 II Tr., melden. is Doriger Woche in der Sache nach dem Kriminalkommiffariat gegangen waren, lief die R. aus der Wohnung fort, um fl der Wohnung der Fabrikantenfrau seine Tochter wieder und nabm fie mt. Es wird ist noch au eruiten sein, wer bo Erlaubnißschreiben zum Vermiethen der K. gefälscht hat. Auf der vielgenannten schwedischen Eisbahn w binnen Kurzem eine Sudaneser Karawane eintreffen, die aus fichtlich Die allergrößte Aufmerksamkeit des Berline von Sualın und ist augenblidlich das Tagesgespräch be Wiener, die zu Tausenden diese tapferen Gegner der Eng länder anftaunen. Die Karawane ift mit allen Geräthschaften und Thieren der heimathlichen Erde ausgerüstet. Unter den Letteren find vornehmlich eine Anzahl Kameele bervorzuheben, deren Dreffur eine bewundern werthe sein soll. Namentli finden die Kameel Wettreiten der Sudaneser in Wien außer ordentlichen Beifall, die zweifellos auch in Berlin die gierde des großen Publikums ermeden werden. Den Befehl über die ganze Starawane führt ein Sudanesen Fürst, diff Intelligenz und Tapferfeit bei seinen Stammesgenoffen hod gefeiert ist Die Vorstellungen der Karawane beginnen am 1. Jult und find schon heute die Vorbereitungen im Gang, um diesen fremdländischen Menschen auf der schwedischen G babn ein heim zu schaffen. Das ungeheure Terrain bi Eiablaffements eignet fi für diesen Bwed ganz speziell, un da die zweckmäßigften Einrichtungen zur Bequemlichkeit de des Publikums in Aussicht stehen und wie uns mitgetbell wird, die leidige Bierfrage eine befriedigende Lösung gefunde hat, so wird die schwedische Eisbahn auch für die Somme monate ein gesuchter Platz für das Berliner Publikum werbe Näheres weiden wir zur Beit mittheilen. berlibt b verübt morden i Reftern Alexander mietbung Derrn, de fe for ac bot fich f Reuen welchem e da im A Benige er verlang Inhaber bem 2. fchäfisiota Die gewür hineinbeg dem Bab tommen. 28. feft u N. 2 Dftens abgeschlag fo tonnte befchäftigt Blutung Minuten Opportun jedoch zu Araße, Da angenäht bem er no Stud, we Laiche ge Genugtbu folg feine Intereffe fungen D Sonnaber Bylinder u a. Golbrand 19. Juni Diebstahl tonnen Di wieber erl In fbaft lag faft, als Rtümmel, Flucht en chaft ger Rontag Beistand Unschuld daß er ni Berdachts feinem A geben un Berfonen ertennen geftanden Ung Beinbrud rateur Ro R. Gin Krach. Als sich vorgestern Vormittag die Mause Rö glieder der Schöne d'ichen Sommeroperngesellschaft im Louise hädtischen Theater zum Gagenempfang bei ihrem Direktor e stellten, erklärte dieser rundweg, daß er feine Gage 3 tönne, weil er feither zu schlechte Einnahmen gemacht b Hierdurch find die Mitglieder in recht bedauerliche Misere rathen und ist die Aufregung unter denselben eine um so gro und gerechtfertigtere, da es denselben jegt inmitten der Somme faifon unmöglich ist, andere Engagements zu finden. tommen laffen, daß er das ohnedies mit geringen Somme Поф Ansicht Aller durfte es der Direktor Schöned nicht so well gagen engagirte Drchefter wie Die fonftigen Chorpersonal, und nach Hilfer äfte fox balbmonatlicher obne jede, auch die geringste Honorirung ließ; ein solcher Fall steht fast einzig da. Die so geschädigten und der Subfiften mittel beraubten Mitglieder entschloffen sich nun sofort, Die hiesige Staatsanwaltschaft beschäftigt fich gegen wärtig tehr eifrig mit der näheren Ermittelung des folgenden, sehr intereffanten Falles, welcher einen Einblick in das Ber- aufopfernder Pfl chterfüllung und wirklich guten Leistungen lo fahren gestattet, junge Mädchen, Töchter sehr achtbarer Bürgerfamilien, der Schande und dem moralischen Verderben in die Arme zu führen. Die Frau eines Fabrikanten in der Georgenkirchftraße benöthigte für ihren Haushalt ein Dienft mädchen und begab sich zu dem Bebufe nach dem Gefinde vermiethungsbureau in der Friedrichstraße 178, woselbst fte ein паф Wille Bes dem die Katastrophe eingetreten, vorläufig auf Theilung weiter zu spielen, zu welchem Bede der Direttor des Loutsen städti Theaters, Herr Fiermann in belannnter liebenswül diger sein Theater und Fundus unaufgefordert gratis aur als vorzügliche bezeichnet werden fönnen, fo glauben wir das Bublikum derselben in Berücksichtigung der oben ge Detten Lage eine erhöhte Eympathie entgegenbringen wozu wir hierdurch öffentlich Anregung geben möchten. demokratie, haben im Bunde mit Verraib und Haß fieben tleidetes Mädchen antraf, welches ein von einem Polizeibureau fügung stellte. Da die seither igen Leistungen der Gefellit Ich darf Jahre des lebbafteften, öffentlichen Wirkens durchwühlt, unterflegeltes Schreiben vorwies, in welchem seitens des Vaters um mich der Unwahrhaftigkeit zu überführen. des Mädchens, des Tischlermeisters R. in der Deffauer das Urtheil über ihren Erfolg getroft der öffentlichen Meistraße, die Erlaubniß straße, die Erlaubniß zur Annahme einer Stelle er wurde. Das Dienfibuch wollte das Mädchen nung, soweit fie ehrlich ist, überlassen; das Uthell über mich theilt felbft tann aus dem Munde von Leuten, die mich persönlich bei ihren Eltern haben und später berbeischaffen. Die Fabri nicht lennen, nicht maßgebend sein. Unter denen aber, die Schiff rubern, grüßte höflich und fragte, ob man Hilfe Rapitän Charles verneinte die Frage und der verlange. Rommiffar zog sich höflich grüßend zurück. Bald barauf fing die bisher spiegelglatte Meeresfläche an, fich leicht zu träufeln, die Boote begannen Irife zu schaukeln, eine falte, feuchte Luft strich vom Wasser landeinwärts, braußen auf der See erhoben sich unzählige weiße Punkte, die schnell näher famen und sich über die Brandung wälaten. Plößlich erblaßte auch die Sonne und schien matt wie burch Rebel; von Weft nach Dit strichen lange lichte Wollen am Himmel bahin und verschwanden in Blau, bann flieg am westlichen Horizont eine breite, lavendelblaue Wolte auf, bie bas Meer grau färbte und bie Luft verbunkelte. Mit ärgftlichem Pfeifen schoffen bie kleinen Meerschwalben durch die Brandung und brückten sich unter der Rüfte bicht aneinander; balb ging bie See so boch, daß alle Fischerboote schleunigft ans Ufer zu kommen fuchten. Das Dampffchiff lag ruhig mitten in der Brandung, mit der Breitſeite gegen bie See, bie jest so start bagegen hereinbrach, baß der Rumpf bie weißen Schaumsprißen über Dec trachte und flogen. Plöglich wurde es an Bord wieber lebendig und burch den Sturm hörte man das Raffeln ber Retten. Das Sdiff machte einen legten entfcheidenden Versuch. Die Sonne fant blutroth in's Meer und aufwärts ziehende, schnell burchglühte Wolkenmassen warfen ihren goldenen Schein auf die empörten Wogen. Durch die schnell zunehmende Dunkelheit fab man jezt die Nethflagge langfam emporßteigen, eine Dampfpfeife gab ein beiferes, lang gezogenes Signal. Für den Strandungs- Kommissar und einen Amtsgerichtsschreiber, ber die zu vereinbarenben Bergungs- Bedingungen amilich beglaubigen follie, wurde jeßt ein Boot mit acht Ruberern bemannt, bas trotz der hochgehenden See verhälin smäßig schnell an der Leefeite bes Schiffes anlegte. Nach einer kurzen Unterrebung mit dem Kapitän ruberte das Boot jum Rettungsdampfer hinüber und lehrte gleich darauf mit einem Agenten desa. Wegen eines Schwindels ist gestern der frühere Rod tantenfrau engagitte bas junge Mä chen, unterließ es aber Frese zur Haft gebracht worden, welchen er schon wiederho selben zurüd. Diefer war ein magerer, schweigsamer Mann, mit einem falten, glattrafirten Gesicht. Er trug Mann, mit einem falten, glatirafirten Gesicht. Er trug einen schwarzen, bis an den Hals zugetröpften Rod, seine Linte, womit er den Bylinder hielt, stedte in einem Bom Steuermann in untabelhaften Glacé- Handschuh. " Sed Wohlan," wandte er sich an die Eintretenden, Rapiti Charles willigt ein. Also viertausend Pfund." taufend." fagte ruhig der Agent mit einem Hinweis a die verschlimmerten Umstände. Rapitän Charles richte seinen stechenden Blick auf den Agenten, dann auf den Strandungs tommiffar, der diesmal das Lachen nicht ve beißen konnte. Rapitän Charles, der dies bemerkte, wurb vor Schreck plöglich nüchtern, und verständnißvoll niden 80g er fich schweigend in seine Ecke zurück, wo die tobenbe See in seinem Rücken drohend mahnte. Der Strandung tommiffar wollte it feine Bermittlerrolle wieb aufnehmen, aber Rapitän Charles nahm burchaus fi Notiz mehr von ihm, sondern rief dem Agenten Fünftausend Pfund!" teine Sechstaufend!" fagte bife indem er die Hand auf den Thürbrüder legte, aber binnen fünf Minuten, wenn ich bitten darf, später ich genöthigt, meine Forderung zu erhöhen." wast Nein niemals!" rief Rapitän Charles, das ist ja ber halbe Werth von Schiff und Ladung" ich jest vielleicht S Meine Herren, -" begann ber Rommiffar; barf aber die Rajüte geführt, wo es start nach Rum oder Rognat roch, fanden sie den Rapitän Charles, ziemlich start an getrunken, im innerßen Winkel an einem großen Maha gonitisch hinter leeren Flaschen und Gläsern fißend und ftarr umberblickend. Mary mußte irgendwo in seiner Nähe verborgen sein, benn man hörte dann und wann ihr leises Schluchzen. Done ben Eintretenden einen Sitz anzubieten, erhob sich Kapitän Charles und fragte fur und gut nach dem Preise. Der Agent bat, die Schiffs. papiere einsehen zu dürfen und ber Kapitän schob sie ihm fchweigend hin. Also Baumwolle," sagte der Agent. Bei diesem Worte ging durch den großen Korper des Stran bungskommissars ein Rud und er hatte wieder Mühe, bas Lachen zu verbergen. Biertausend Pfund!" fagte ruhig der Agent, die Papiere zurückgebend. Nein!" rief furs und abweisend der Kapitän. Es entstand eine Baufe. Dec Kommissar, beffen Dienstpflicht es war, bent Rapitän rathend und helfend zur Seite zu stehen und unter allen Agent zog ein gedrucktes Formular aus der Tasche, füllte Umständen beffen Interesse nach besten Kräften wahrzu. nehmen, machte einen Vermittlungsversuch. Als auch diefer furz und entschieben zurückgewiesen wurde, griff ber gent nach seinem But, verneigte fich steif und verließ Der junge Schreiber folgte ihm auf den bie Rajüte. hörte man und gleich darauf das Boot Fersen vom Schiff abstoßen. Nach Ver mit den Beiden vom Schiff abstoßen. lauf einer kleinen halben Stunde, halben Stunde, in welcher die Lage des Schiffes fich zusehends verschlimmert hatte, während das Murren der Matrofen immer drohender wurbe, fchidte man ein Boot hinter ihnen her und so fort stellten sie sich wieder ein. Der Strandungskommiffar ftanb jest in überredender Stellung über den Kapitän ges beugt, seine Hand ruhte vertraulich auf deffen Schulter. somie Kapitän Charles nur seine Stimme vernahm, unter brach er ihn unwillig und bat um Feder und Tinte. De es aus und schob es dem Rapitän hin. Diefer unter zeichnete und der Gerichtsschreiber vollzog die Beglaubigung Wie viel bin ich Ihnen schuldig für Ihren erfolgreichen Beistand?" fragte der Rapitän den Strandungskommiffa Ein halb Prozent vom Bergelohn," antwortete dieser einer höflichen Berbeugung. Der Rapitän unterschrieb aug dieses. " mit lich um die Landspige. Der Steuermann hatte die Wah Swei Stunden später dampfte ,, Two brothers" norb Kapitän Charles hatte fich mit little Mary in die Raj eingeschlossen. Wird er sie heimschiden? Feuerweh Thieres i dem Haus Bferb au Beinen u weggingen Rranten b port in fe burchgeber Senenfch, Des Gesp als Reitp Milchtarr gegen ein unter den beide Be fein Saud Abend ge Droschte Dit eine wurde be Portirt R. Restaural ft Gift fetner in Roch Tura Die Botol ala Ande Freunden nommen wolebergeg warnt ba Lädelno Wort u um mobl feinen F verfchloffe gefunden. achtbaren einer gro freute, au war ca. eft gefter Renntniß Selbstmo Motio De Ju suchen Die aufe Das reich mitteln b fung find Dem hubi Den Besu Inseraten Bolt Mann in mittelft baufe gef Rotibufer wollte, au legungen, werden m Arbeiter tranten, balde be lebend b Charitee ein Man mittelft 9 Ярифа до Enden F Begleitung la gend. gefalid Dagegen Die funge Monaten ern in ber männliches welcher überhaupt n fabeint jedenfalls tigen -foll in en. Was = fich der tändniffen intimen bere Ge bbie& Dom elter Banties nnt und Derdanlen machten uch fofort Eeleuten te Richen Teingu ein würde. Bieube Der Rin mmiffariat t, um flo Vater in Dieber und bat. mer b ahn with Die Do Berline Gegend prah ber ätbfchaften Unter den orgubeben, Ramentli Der Eng en außer die New en Befehl tft. 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Bureau fragte und dabei bemerkte, daß er von seinem berrn, dem Inhaber eines großen Seifengeschäfts, beauftragt fet, für zwei ausgefchiedene Hausbiener Erfag zu schaffen. 2. bot fich fofort als Hausdiener an und Beide gingen nach der Reuen Friedrichstraße, woselbst der F. ein Haus betrat, in welchem ein Stomtoir fich befinden sollte, mit dem Vorgeben, da im Auftrage feines Brinzipals etwas beforgen zu müffen. Wenige Minuten später lam Frese aus dem Hause zurück und er verlangte von W. ein Darlehn von 14 Mail, bie er dem Inhaber des Komtoirs sablen müßte, mit dem Bersprechen, bem W. diese Summe sofort nach der Ankunft in dem Gepflegte. Kintel brach nämlich im angeheiterten" Bustande jede fchäfislotal feines Bringipals zurüdjugeben. W. lieb dem F Die gewünschte Summe, mit welcher F. fich wieder in das Haus bineinbegab. Nach der Rückkehr begab fich F. mit W. nach bem Bahnhof Alexanderplat und versuchte da von W. zu ent tommen. Seine Flucht gelang aber nicht, vielmehr hielt ihn 18. feft und übergab ibn einem Schußmann. N. Auf einer Schlägermenfur in einem Lokal des NordDftens wurde einem Studenten die Nase bis auf den Knochen abgeschlagen; da fie durch den hleb melt fortgeschleudert war, fo tonnte man sie nicht sofort finden. Die um den Verwundeten beschäftigten jungen Mediziner stillten in Folge deffen nur die Blutung und verbanden die Wunde. Als man nach ein paar Rinuten die Nase herbeibrachte, bielten fte es nicht mehr für opportun, diefelbe wieder ansunäben, schieten den Berlegten jedoch zu dem klinischen Institut für Chirurgie in der Biegel Araße, Damit ihm dort event. eine Nafe von anderem Fleisch angenäht werde. Profeffor von Bergmann jedoch nähte, nach em er noch vorher 9 Arterien unterbunden hatte, das alte Stud, welches der Batient nunmehr bereits 3 Stunden in der Taiche getragen hatte, eigenhändig wieder an und batte die Genugtbuung, nach ein paar Tagen schon den glücklichen Er folg feiner Operation, an deren Verlauf er selbst ein lebhaftes intereffe befundet hatte, beobachten zu können. Die Nase des fungen Mannes ist somit gerettet. a. Bei einem hiesigen Pfandleiher wurden am vorigen Sonnabend gelegentlich einer Hausfuchung eine filberne Bylinderuhr mit Goldrand( Nr. 19032) und eine solche ohne Bolbrand( Nr. 16350), fowie ein goldener Trauring( A. R. 19. Juni 1856) beschlagnahmt, die vermuthlich aus einem Diebstahl herrühren. Der oder die unbekannten Eigenthümer lönnen diese Sachen bei dem hiesigen Kriminal Kommissariat wieber erlangen. In der Weber'schen Mordfache ist das über der Thäter baft lagernde Duntel noch immer nicht gelichtet und es scheint faft, als wenn auch der von der Polizei gesuchte Maler Georg Rtümmel, welcher sich bekanntlich seiner Verhaftung durch die Flucht entzogen hatte, unschuldig in den Verdacht der Thäter chaft gerathen ift. Wie wir hören, hat sich Kümmel am Montag bei dem Rechtsanwalt Dr. Boet gemeldet und den Beiftand beffelben nachgesucht. Krümmel bat seine vollständige Unschuld betheuert und als Grund seiner Flucht angegeben, daß er nicht Luft habe, die Konsequenzen des auf ihm rubenden Berdachts zu ertragen. Rechtsanwalt Dr. Boet hat sich mit feinem Klienten sofort zum Untersuchungsrichter Hollmann be geben und dieser batte bereits zu gestern, Mittwoch, diejenigen Berfonen laden laffen, welche in dem Krümmel den Mann zu ertennen glauben, Der zu der Ermordeten in intimen Beziehungen geftanden hat. Unglücsfälle durch Ueberfahren. Einen doppelten Beinbruch erlitt vorgestern Nachmittag um 6% Uhr der Restau rateur Royz aus Treptow, ber mit seinem Gespann vor dem pause Köpenickerstraße 101 hielt. Die gerade vorüberfabiende Feuerwehr verursachte durch ihr Klingeln ein Scheuwerden des Thieres in demselben Moment, als R. im Begriff war, aus dem Hause zu treten. Er sprang bingu, um das burchgehende Bferb aufzuhalten, tam zu Fall und gerieth mit den beiden Beinen unter die Räder, die mit aller Bebemenz über ihn hinweggingen. Der Berunglückte wurde zur Bebandlung in das Rranten haus Bethanien eingeliefert, da sein Bustand den Trans port in feine Wohnung nicht gestattete. Ferner brachte das burchgehende Pferd eines Milchmannes und Fuhrherrn, Namens Senensch, Aderstr. 49, gestern früh um 5 Uhr den Eigenthümer des Gespannes in große Gefahr. Das Pferd, welches bisher als Reitpferd fungirt hatte und zum ersten Male vor den Milchtarren gespannt war, wurde scheu und warf beim Anprall gegen einen Stein den Wagenlenter vom Beck, so daß er mitten unter den Wagen gerieth, der ihm mit feiner ganzen Laft über beide Beine binwegging. Schwerverlegt mußte er wieder in fein Haus zurückgetragen werden. Außerdem wurde gestern bend gegen 7 Uhr Ecke Friedrich- und Behrenstraße von einer Droschte 1. Klaffe ein etwa 16jähriger junger Mann überfahren. Mit einer nicht unbedeutenden Verlegung des linten Fußes wurde der junge Mann in die Wohnung feiner Eltern trans portirt. R. Dovvelfelbstmord. Vorgestern Abend beging der Reftaurateur F. R. einen Doppelfelbstmord an fich, indem er ft Gift nahm und sich sofort darauf mit einem Revolver in feiner in der Behrenstraße belegenen Brivatwohnung erfchoß. Roch furz vor Ausführung der That soll er im Freundeskreis bie Bbiole mit Gift und den Tags vorher getauften Revolver als Andeutung seines Entschluffes gezeigt haben, und da seinen Faunden bekannt war, daß er schon früber einmal Gift ge nommen batie und er nur durch ein Wunder dem Leben wolebergegeben war, so follen diese ihn mit den Worten gearnt haben: Frig, Du wirst doch feine Dummmbelt machen." Lächelnd verabschiedete er fich von seinen Freunden, obne ein Wort zu erwidern, und begab sich in feine Wohnung um mobl fofort die unglückselige That auszuführen. Von feinen Feunden wurde er furz vor 10 Uhr, nachdem fte die verse loffene Thür gewaltfam hatten öffnen laffen, todt auf gefunden. Der jählings Heimgegangene stammt aus einer febr achtbaren, hochbegüterten Familie, war ein Lebemann, ber fich einer großen Beliebtheit hauptsächlich in Sportstreifen er freute, auch bereits die Tour um die Welt gemacht hat. R. war ca. 40 Jahre alt und lebte von seiner Frau getrennt, die aft gestern Bormittag 11 Uhr von dem tragischen Ereignis Renntniß erhielt. Um die gleiche Belt wurde die Leiche des Selbstmöibers nach dem Obduktionshause geschafft. Motto der That soll in zerrütteten finanziellen Verhältnissen Ju suchen sein. 6 Das Die Leipziger Konzert- Sänger erfreuen sich im Ronzert hause„ Sansiouci" Der regften Theilnahme des Publitums. Das reiche Repertoire dieser Künstler, die mit beften Stimm mitteln begabt und in ihrer Vortragsweise von packender Wir fung find, ist ftabibekannt. Wer einen gemüthlichen Abend in dem hübschen Sommergarten verleben will, dem empfehlen wir den Besuch dieser Sänger. Näheres finden unsere Leser im Mann in einer in der Bergmannstraße belegenen Wohnung Polizei Bericht Am 16. d. M. früh vergiftete fich ein mittelft Cyanfalt. Die Leiche wurde nach dem Obduktionsgeschafft. Um dieselbe Beit fiel ein Mann, als er am Inferatentheil. baufe werden mußte. Eine Bierreise und ihre Folgen. Es war am Rach mittage des 18. April, als der Agent Rintel feinen langjährigen Belannten, den Versicherungsbeamten Harms, auf der Straße traf. Der Eiftere war über die Begegnung dermaßen erfreut, daß er dieselbe durch einige gemeinfchaftlich genoffene Seibel Bier feiern wollte, aber nur mit Widerstreben folgte Harms feinen Ueberrebungen er tannte seinen Freund Rintel und die seinen Ueberredungen unangenehme Wirkung, die das Bier auf denselben auszuüben Gelegenheit vom Baune, um Krafehl anzufangen. Und was Harms fürchtete, traf ein. Schon im ersten Restaurant, welches fie besuchten, fing sein Begleiter mit den übrigen Gästen Streit an und wurde schließlich vom Wirth zum Lotal hinausgeworfen. Harms, der drinnen bleiben durfte, wäre nun gerne von seinem fireitsüchtigen Freunde getrennt geblieben, Dieser trommelte aber von außen so lange an die Fenster scheiben des Lotals und forderte fo ungeftüm das Heraustom men seines Freundes Harms, daß der Wirth denselben schließ Itch bat, der Aufforderung des Rinkel Folge zu leisten und fich demselben wieder anzuschließen. Rinkel wollte die ihm wider. fabrene Unbill in einem andern Restaurant gründlich be sprechen und wieder suchte man ein Lokal auf. Hier geriethen Die beiden aber bei der Besprechung in solche biße und beson ders Kinkel wurde so laut, daß der Wirth die unruhigen Säfte aufforderte, sein Lokal zu verlassen; wieder tam Ende vom Liede es zu Differenzen und das war, daß diesmal Beide von den übrigen Gästen in ziemlich un sanfter Weise an die frische Atmosphäre befördert wurden. Jest wollen wir nach meines Wohnung geben, dort schmeißt Jest wollen wir nach meines Wohnung gehen, dort schmeißt uns Niemand heraus," meinte Rintel, und wohl oder übel mußte Harms ibn begleiten. Kaum faßen fte aber in der Rintel'schen Wohnung bei einem Glafe Bier und erörterten thr Mikgeschick, da geriethen fie unter einander in Streit. Aintel behauptete nämlich, daß sein Freund ihn bei den er. lebten Konflitten schmählich im Stiche gelaffen, dieser opponitte und im nächsten Augenblicke erhielt er von dem gereisten Rinkel auch einen beftigen Schlag mit einer auf dem Tisch ftehenden Bierkrute gegen den Kopf. barms griff zu einer ähnlichen Waffe und nun entbrannte ein äußerst erbitterter Kampf. der eift ein Ende nahm, als die Freunde fich jämmerlich zu gerichtet hatten. Mit blutenden Röpfen mußten fte nach Bethanien gebracht werden und müssen ihre Wunden wohl gleich schwere gewesen sein. Denn beide find fie vierzehn Tage arbeitsunfähig gewefen. Der Schlukalt dieser Vorgänge fand gestern vor der 87. Abtheilung des Scöffengerichts statt; einer batte den andern wegen Körperverlegung mittelft eines ge fährlichen Werkzeuges denunzirt und gemeinsam batten fie auf Der Anklagebant Blog zu nehmen. Kinkel war wieder äußerst erregt und der Präsident hatte Mübe, die gegenseitigen Be sichtigungen der Angeklagten auf das richtige Maß zurück zuführen. Der Gerichtshof hielt beide für gleichschuldig und Diftirte jebem eine Geldstrafe von 20 Mart zu. In die Kosten follen fte fich brüderlich theilen. felen angemeldet, was doch nicht bei ihm geschehen war, da ließ er die jungen Damen zwar rubig gehen, aber das Geld gab er nicht wieder zurüd Was half da alles Bitten und Droben felbft der Ellern, Herr Chronciog war gewappnet. Hatte er nicht so und so oft den Gerichtsvollsteher unverrich teter Sache abziehen sehen? Wer tann tom was? Der Staatsanwalt, der durch Herrn Kühn die Angelegenhelt er fubr, bielt Chronczog des Betruges für überführt und bean tragte eine Strafe von drei Monaten Gefängniß. Das erstere nahm der Gerichtshof gleichfalls an, aber er milderte die Strafe auf hundert Mart, für welche im Unvermögensfalle zwanzig Lage Gefängniß zu verbüßen find. Sosiales und Arbeiterbewegung. Petition gegen die Sonntagsarbeit. Von Hamburg aus wiro zu einer Maffenpetition der Arbeiter aufgefordert, in Der zunächst das Berbot der Sonntagsarbeit verlangt werden foll. Doch dürfte die Petition fich auch auf die übrigen Punkte erftreden, die in Dem befannten Arbeiterschußgefeß, daß in der legten Seffion des Reichstages von der sozialdemokratischen Partei einaebracht war, enthalten waren. New- Yort, 14. Juni. Der Streit der Eisen- und Koblen gruben Arbetter in den Bittsburger Gruben dauert noch immer fort. Die Wertmeister glauben, daß der Streit nur von turzer Dauer sein wird, da fie Nicht Unions Arbeiter heranziehen au tönnen boffen. 11 Grubenbefizer sollen die von den Arbeitern aufgestellten Lohntarife angenommen baben, doch beträgt die Bahl der Streitenden noch über 78 000 Mann, während nur 4300 Mann beschäftigt find. Die aus der Streittaffe ge zahlten Unterstügungsgelder betragen täglich 160 000 Dollars. Newhort, 17. Junt. Der Streit der Eisenarbeiter ist nabezu beendet. Mehrere bedeutende Fabriken baben den Lohn tarif der Arbeiter angenommen. Von dem Verband der Fas britanten wird heute der von den Eisenplattenarbeitern vorge schlagene Ausgleich auf der Basis einer Lohnreduktion von 5 pCt. berathen. Kommt der Ausgleich zu Stande, wozu alle Aus ficht vorbanden, so werden voraussichtlich in wenigen Tagen sämmtliche Hochöfen wieder angezündet werden. Vereine und Versammlungen. Der Unterstüßungsverein der Vergolder und Berufs genoffen hielt am Montag, den 15. Juni, im Restaurant See feld, Grenadierstraße, feine erfte Sigung ab mit der Tages ordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Verschiedenes. Da noch fein Borstand vorhanden, wurden zur Leitung der Versammlung gewählt: Herr Böhl als erster, Schwarz als zweiter Vorfizender, Herr Jentsch als Schriftführer. Bum 1 Punkt der Tages ordnung führte berr Böhl an, die Versammlung möge bei dem beutigen schwachen Besuch nicht die definitive Wahl des Bors ftandes vornehmen, sondern zur Leitung der Geschäfte einen provisorischen Vorstand ernennen, bis eine größere Versamm lung die b finitive Wahl vorgenommen habe. Dementsprechend entschied fich die Versammlung. Es wurden gewählt als erster Vorsitzender Herr Böhl, zweiter Vorsitzender Herr Gerzymisch; zum 1. Rafftter Herrn Rahmlow, zum 2. Herr Lehmert; zum Schriftführer Herr Jentsch und als Beiftger die Herten Schwarz und Rübring. Im weiteren Verlaufe der Versammlung erhielt Herr Nübring das Wort, welcher um einige Aufklärungen über Die Ursache zur Gründung des Vereins und der Feststellung sei. der Statuten bat, da er nicht genügend informirt fel. Dierauf wurde vom Vorftigenden mit Suftimmung der Versammlung das Statut verlesen und theilweise erläutert Steran schloß fich eine lebhafte Disfuffion, an welcher sich die Herren Börs, Gerzymisch, Lint Sentsch, Rübring und Bernikow betheiligten. Alle Redner, bis auf Herren Link, stimmten in thren Aus führungen überein, daß der Unterfügungs Verein das ge eignetste Mittel fet, um eine Drganisation unter den Kollegen wieder berzustellen. Herr Lint etiärte sich im Prinzip mit bem Statut einverstanden, er bekämpfte nur, daß ein neuer Verein ins Leben gerufen set. Die folgenden Redner wiesen Herrn Lint nach, daß es absolut nothwendig war, einen Verein mit einer neuen Grundlage zu bilden, da das Statut der Freien Bereinigung denselben Inhalt repräsentire, wie der frühere Fach verein, und daß es dadurch nicht möglich sei, die Kollegen zum Beitritt zur Freien Vereinigung zu bevegen. Unter Verschiedenes wuide beschloffen, die nächste Sigung womöglich Mittwochs abzuhalten, da der Montag für unge eignet gehalten wurde. Auch wurde angeregt, daß die Kollegen in den Werkstätten Vertrauenspersonen wählen sollten, welche verpflichtet sind, die Beiträge der Einzelnen zu tasfiren und an den Raffirer abzuliefern. Darauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Bitte an die Anweser.den, dafür zu sorgen, daß die nächste Versammlung stärker besucht sei. Der befannte Voltsanwalt Carl Joseph Benjamin Günther stand gestern unter der Antlage der wiederholten schweren Urkundenfälschung vor den Schranten der erften Straffammer biefigen Landgerichts I. Der vor einigen Jahren nach Marolto ausgewanderte Kaufmann Wendel bot dem An getlagten im Jahre 1880 eine Biollprozeß Ordnung, sowie die übrigen Juftisgefeße von Kayser zum Kauf an und beauftragte denselben, als er dies wegen bereits geschehener Anschaffung Dieses Wertes ablehnte, für ihn daffelbe zu verkaufen. Dies war bem Angeklagten nicht gelungen, infolge dessen bas Wendel'iche Buch im Herbst v. J. noch in seinem Befit war. Die Auswanderung des Wendel nach Marotto ift dem Ange tlagten nicht bekannt. Im September ließ der Schneidermeister Roch wegen einer ausgeklagten Forderung eine Bfändung beim Angeklagten bewirken, und nahm der Gerichtsvollzieher u. N. auch das Wendel'sche Buch mit fort. Dhne erst die Geneh migung des Wendel abzuwarten, brachte der Angeklagte im Namen deffelben einen Antr g auf Siftirung des Verkaufs beim Amtsgericht an, dem stattgegeben wurde, und stellte dem Rechtsanwalt Sachs zur Anstellung der Interventionstlage eine Vollmacht auf den Namen des Werdel aus, bemühte fich aber gleichzeitig, den Aufenthaltsort des Legtern zu ermitteln, was nicht gelang. Im Laufe des Prozesses erst stellte sich beraus, daß Wendel nach Marotto ausgewandert war, also weder Antrag, noch Vollmacht selbst unterschrieben, noch einen Auftrag bierzu gegeben haben fonnte. Infolge diffen wurde gegen Günther die obige Antlage erhoben. Derfelbe erklärte in einem bereits früber stattgehabten Termine, daß er nach Lage der Sache ver pflichtet gewesen set, ohne Verzug den Verlauf des nicht ihm gehörtgen Buches au inhibiren und die Interventionstlage rechtzeitig erheben zu lassen. Ge babe fonach nicht rechtswidrig gebandelt. Der damalige Gerichtshof sprach aus diesen Grün ben auch den Angeklagten frei. Auf die von dem Staats. anwalt eingelegte Revision hob der zweite Straffenat des Reichsgerichts wegen Rechtsintbums bei Ausschließung der Reichsgerichts wegen Rechtsintbums bei Ausschließung der Rechtswidrigkeit bas gedachte Uribell auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung in die Vorinstanz zurück. Der höchste Gerichtshof nahm an, daß eine Rechtswidrigkeit schon vorliege, wenn dem Angeklagten bewußt ihm von Wendel zur Anstellung fein mußte, daß einer Klage ein Auftrag nicht ertheilt worden war. In der neuen Berhandlung exemplifiirte der Staatsanwalt Rigell auf bie Gefährlichkeit des Treibens der Wintellonfulenten und beantragte die exemplarische Strafe von zwei Jahren Bucht baus und zweijährigen Ehrverlust. Der Gerichtshof negirte bas Moment der Erlangung eines Vermögensvort helles für fich oder einen Dritten, da das Buch dem Dritten eigenthüm lich gebit, erachtete aber bie Stechtswidrigkeit des Angeklagten für erwiesen, da er wissen mußte, daß die Vollmacht des Eigen thümers des Buches nicht bis aur Anstrengung einer Klaze für ihn gegangen sei. Mit Rüdsicht auf die Stellung des Angeflagten als eines Rechtskonsulenten wurde die Gesammt ftrafe auf drei Monate Gefängniß bemissen. = Sie Bekleidungs hie Schneider Akademie! so könnte man nach der geftrigen Berbandlung gegen den Direktor der Bekleidungs- Alademie, Herrn Chronczog, wegen Betruges vor dem Schöffengericht, Abtheilung 87 ausrufen. Herr Chroncjog ist ein viel gewandter Mann. In Oberschleften ge boren, gründete er zunächst ein Garderobegeschäft in Wien, bann 30g er soviel erinnerlich nach Leipzig, von da nach Breslau und im Jahre 1882 nach bier. Ueberall will er große Geschäfte gebabt haben. Dann muß er ein unternehmender, unruhiger Herr sein, wenn er fte so schnell aufgegeben. In Berlin etablirte er fich zuerst auf der Leipzigerstraße, dann bezog er ein Logis im rotben Schloß, wie er selbst sagte, gegen eine Die von der Zentral Lohnfommission einberufene Generalversammlung der Tischler, welche am Dienstag in der Tonhalle, wohl 1500 Theilnehmer zäblend, stattfand, um die Tagesordnung zu erledigen, die in der Sonntagsversamm lung im Grand Hotel wegen ausgebrochenen Tumults nicht batte erledigt werd n lönnen, wurde von Herrn G. Rödel mit Verlesung eines Antrages eröffnet, der babin ging, die Herren Rödel und Lenz zu Leitern der Versammlung und die Herren Künzel und Klofe zu Schrif führern zu wählen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ein Proteft, den verr Bielede gegen ein so gemachtes" Bureau erhob, rief allgemeinen Widerspruch hervor und wurde dadurch erledigt, daß err Stellmann fich als Einbringer des schriftlichen Un trags vorstellte. Herr G. Rödel begann sein Referat über das Thema: Die Angriffe und Verleumdungen gegen unsere Lohnbewegung; ihre Gegner und die Motive derselben" mit dem Hinweise auf das Don Herrn Meißner in ber am Dienstag in Sanssouci" von Tischlern und Anderen" abgehaltenen Versammlung erstattete Referat über Lohnbewegung und Fachvereins Drganisation." Vor fünf Jahren fuhr Redner dann fort gründete man Fachvereine unter den Tichlern, um eine Berbefferung ihrer Lage herbeizuführen. Die tüchtigsten Träfte und Vertreter traten für die ficherlich gute Idee ein, fanden aber in der Ge sammtheit der Kollegen nicht das richtige Inter fe; die Fachvereine blieben daber Versuche ohne durchschlagende Erfolge, obne Einfluß auf die Lohn und Arbeitsverhältnife. Die Broris bat bewiesen, daß im Rahmen einer loseren in die Werkstätten getragenen, durch Werkstattbelegirte vertretenen Crganisation die vor Allem nöthige Befferung der Lage der Arbeiter leichter zu erreichen ift. In England und in Nords amerila find mit dieser Werkstättenorganisation schon größere Resultate erzielt, als in Deutschland. Aber das durch eine solche Organisation in Berlin in der kurzen Beit von zwei Jabren Ereichte beweist auch schon zur Genüge die Bwed mäßigkeit dieser Organisation. Der gesammte Arbeitslohn, welchen die 13,000 Tischler Berlins vor zwei Jahren erhielten, betrug 10,350,000 Mart jährlich, daß ist pro Mann 810 Mart. Nach Durchführung der vorfäbrigen Lohnbewegung betrug der Gesammtlohn fchon 11,700,000 Mart, b. i. pro Mann 90 Mart mehr. 7000 Kollegen baben im vorigen Jahre eine Lohnerhöhung von 1,80. möchentlich erzielt. Die durchschnittliche Verkürzung der Arbeits seit um 8 Stunden wöchentlich für 6000 Kollegen macht 48,000 Arbeits stunden, d. h. es haben 800 Kollegen mehr als früher Arbeit gebabt. Die Behauptung des Herrn Meißner, baß die Lohnbewegung au viel Geld fofte, ist durch die Thatsache widerlegt, daß mit der Durchführung der 9% ftün Digen Arbeitszeit für die Gesammtheit der Tischler in Berlin ein Gewinn von 1,350,000 Dt. erzielt ist, während die Kosten Der Durchführung nur 25,000 Mt., b. i. nur 10 Prozent Dom Gewinn betragen haben. Referent wies dann die der Lohnkommiffion von Herrn Meißner wegen ihrer Abficht, Miethe von 2700 M. und gründete mit: Nichis", wozu ihm ein nun ausgerückter Herr Hartwig den größten Theil beige. steuert, die Bekleidungs- Alademie, obgleich nebenan in dem Akademie bestand. Die Anflage legt ihm nun zur Last, daß er zwei junge Damen, Fil. Mize und Fl. Nissche, die sich auf lepterer ausbilden sollten und hier auch schon von ben Eltern angemeldet, jedoch aus Berseben in die Räume Rottbuserplag einen in der Fahrt befindlichen Wagen beftelaen selben Hause bereits seit Jahren die Kuhn'sche Schneider wollte, zur Erde, wurde über fabren und erlitt dabei solche Vers legungen, daß er mittelst Droscle nach der Charitee gebracht -Am Nachmittage deffelben Lages sprang ein Arbeiter in einem Anfall von Säuferwahr finn, um fich zu er tränken, in eine zwischen der Müllerstraße und der Jungfern der Chror czog'ichen Atademie gerathen waren, gleichfalls no lebend herausgezogen und mittelft Krantenwagens nach der und für fich wäre ja das noch nicht so schlimm gewesen, als Charitee geb acht. An demfelben Tage Abends erschos fich ein Mann in seiner in der Bebrenstraße belegenen Wohnung mittelft Revolvers. Am 17. d. M. früh wurde in der tirte und von ihnen den Betrag von je 50 M. erhob. An fie fich in dem Lokal geitzt und um Rückgabe des Geldes baten, denn sie hätten ihm ja schon am ersten Tag gesagt, fie baten, denn sie hätten ihm ja schon am ersten Tag gesagt, fie nahme der Wahl einer Subtommission fpricht, welche Herrn Roebel auffordern foll, nach feinerfe erfolgter Stechnungsablegung sein Amt als Hauptfaffires nie berzulegen, während die sweite( Mashola' sche) Reſolution folgendermaßen lautet: Die beutige sc. Generalversammlung der Berliner Tischle erklärt fich mit den früberen Revisoren in ihren Erklärungen einverstanden und entschlossen, dabin zu wirken, daß alle Tiles einer möglichst feften Drganisation beitreten und angehö damit die Lage der Tischler verbessert werde." Die Wahl der in der ersten Resolution erwähnten u Tommisfion wurde, auf Befürwortung seitens des Herrn Hente, bis auf Weiteres und bis zu erfolgter völliger Klärung Sachlage noch vertagt. Wir schließen für heute unseren Bericht mit der Bemerkung daß in der Diskussion faft sämmtliche Redner in der Be theilung des Verhaltens der jegigen Bentral Lohntommiffo übereinstimmten, sowie daß die Parole ausgegeben wur Dieser Kommiffion weiter lein Vertrauen zu schenten und bie Bahlungen der Beiträge zum Unterfügungsfonds an diefelbe einzustellen. But weiteren Klärung der Sachlage foll nächsten Mittwoch, den 24. b. M., Abends, wieder eine aufe ordentliche Generalversammlung einberufen werden, in wel wahrscheinlich als Referent Herr berold sprechen wird. ein Arbeitsnachweisbureau zu errichten und wegen der Grün| tagende Bersammlung dennoch verhältnismäßig so zahlreich bung einer Werkstätte zur Sicherung gemaßregelter Rolle gen gemachten Borwürfe als burchaus unbegründete urld und bezeichnete den Verfuch, die Lohnkommisfion und ibn( den Redner) durch die Lüge, daß fie Anhänger von Schulze Deligsch selen, bei den Kollegen in Miskredit au bringen, als eine gemeine" und verabscheuungswerthe" Handlungsweise. Die gegen seine Person gerichteten Berleumbungen, er babe fich die Koften einer Reise nach Schwerin aweimal erstatten laffen, er babe 30 Mart Mieibe für den Wintergarten, die ihm zurückgegeben seien, für fich behalten, er habe von jeder Tellersammlung vorweg für fich 4 Mart ge nommen, widerlegte Herr Rüdel in der Weise, wie er es bereits in einer Delegirten Versammlung gethan. Den Vorwurf, die Lohnkommission babe durch Ablegung der ersten Beamten der Bewegung, der Revisoren, Schwäche und Unsicherheit verrathen, enthäftete er durch den Hinweis auf die Thatsache, daß eine Delegirten Versammlung ben Revisor Herrn Glode feines Amtes entfest bat und darauf die beiden anderen Revisoren ihr Amt niedergelegt haben. Das Auftreten des Stadtv. Herold in der Dienstags Versammlung besprechend, wies er Darauf hin, daß derselbe in einer Versammlung am 19. Januar die Tischlerlohnbewegung noch hoch gepriesen babe, aber nach Gründung der Wertstätte zur Sicherstellung gemaßregelter Rollegen durch die Lohnkommission ein fanatischer Gegner der Lobnbewegung geworden sei, wohl darum, weil er auch Möbelhändler sei. Wenn Herr Herold nun ihn( den Referenten) darum, weil er im Intereffe der Lohnbewe. gung Front gegen einzelne Mitglieder des Fachvereins mache, als einen Berräther an der Arbeiterfache" be zeichne, so dürfe er getroft seinen Kollegen die Entscheidung barüber, wer der wirtliche Berräther ift, anheimgeben. Nachdem Referent noch darauf hingewiesen, daß in den von ber Lobntommiffion veranstalteten ca. 300 Bersammlungen ca. 1500 M. Roften erspart seien, weil die Referate hier nicht bezahlt werden, und die Intrigue, ihn als anwesend in ber Dienstagsversammlung und als eingetragen in die Rebner liste auszugeben, in das rechte Licht gestellt und das provota torische Auftreten der Herren Meißner und Bubeil in der Sonn tagsversammlung verurtheilt, schloß er mit der Versicherung, daß er nie aufhören werde, den Kollegen den Weg zu weisen, der aum Biele führt. Nach faft zweistündiger, sehr lebhafter Dis fuffton, in welcher außer Herrn Hilfenbed, der dabei blieb, baf berr Nödel in Bezug auf die 30 Mart inforrett ge handelt habe, alle Redner( wohl mehr als 12) mit Wärme für Die Lohnlommission und für Hin. Rödel sich aussprachen, wurde einstimmig die folgende Stesolution angenommen: Versammlung beschließt in Erwägung, daß die schamlosen Verdächtigungen gegen die Lohnbewegungs- Rommiffion auf Unwahrheit beruben und daß durch derartige Versuche nur eine Sprengung der Lohnbewegungsorganisation versucht wird, mit allen gefeßlichen Mitteln für die Lohnbewegung einzutreten. Sie spricht ihr Bedauern darüber aus, daß Herr Gerold fich in eine Sache hineingemischt hat, die ihn absolut nichts an geht. Die Versammlung spricht thr volles Vertrauen zu der bestehenden Lohntommiffion aus und wird dieselbe mit allen Mitteln unterstügen." Der Antrag des Herrn Pielede, vierzehn Kollegen aus der Versammlung zu wählen und den Fachverein zu veranlaffen, ebenfalls vierzehn Kollegen zu wählen bebufs Herbeiführung einer Versöhnung, fand nicht den mindesten Antlang. Mit Hochrufen auf die Lohnbewegung verließen die Versammelten den Saal. besucht fei. Darauf ertheilte er Herrn Winter, einem ber früheren Revisoren, das Wort zur Berichterstattung. Der legt genannte Rebner, ber, wie er bemerkte, ſein Amt als Revisor Dom 1. Januar b. J. bis zu seinem, im Monat Mai erfolgten Ausschluß durch die Lohntommijfton bekleidete, und durch seine schon früher bei mehreren Gelegenheiten aus Pflichttreue be obachtete oppofitionelle Haltung der Kommiffion fich mißliebig gemacht habe, berichtete unter Anderem hauptsächlich, daß ihm, nach der Abrechnung furz vor Dftern, der beijuwohnen er ver hindert gewesen sei, die übrigen Revisoren mitgetheilt hätten, es babe fich unter den Ausgabepoften auch ein solcher von 30 Mart für Saalmiethe einer im März im Bentral Hotel( Wintergarten) stattgehabten Versammlung befunden, über welchen Quittung fehlte. Die Revisoren bätten aber trozdem ihre Unterschrift gegeben, weil Herr Rödel ver sprochen gehabt babe, die Quittung nachträglich herbet au fchaffen. Bugleich find aber auch awet Revisoren beauftragt worden, im Bentral Hotel nähere Erlundigungen über den Sachverhalt einzuziehen. Diese Erkundigung sei am 19. April an maßgebender Stelle gepflogen und ten zwei Revisoren bei dieser Gelegenheit der ganz bestimmte Bescheid ertheilt worden, worden, daß für Saalmiethe weder etwas gefordert noch bezahlt worden set, der Saal vielmehr nichts ge Loftet habe. In der nächsten Kommifftonsfizung im Laufe derselben Woche babe Redner wegen der Quittung noch einmal bei Herrn Röbel angefragt und dieser wieder aus weichend geantwortet und abermals versprochen, die Quittung nächstens vorzulegen, worauf Redner die laute Erklärung nächstens vorzulegen, worauf Stebner die laute Erklärung abgegeben, daß, wenn die Quittung bis spätestens in einer Woche noch nicht zur Stelle set, der fragliche Ausgabe poften con 30 Mart im Fonds bleiben resp. von Rödel wieder erfest und eingezahlt werden müsse. Darüber seien bis zur nächsten Delegirten Bersammlung weitere 4% Wochen verflossen, ohne daß in der Angelegenheit irgend eine Aenderung eingetreten wäre, außer der inzwischen durch die Kommission befchloffenen Amtsenthebung des ihr unbequem gewordenen Revisors Winter. Nun babe dieser die Angelegenheit in der Delegirtenversammlung rüdhaltlos zur Sprache gebracht und Herrn N. der Unterschlagung öffentlicher Gelder beschuldigt, wogegen Herr. diese Anschuldigung durch die Erklärung zu entkräften versucht habe, mit den fraglichen 30 Mart habe er, da der Saal thatsächlich teine Kosten ver ursachte, einen tanten Kollegen unterstüßt. Ferner theilte derselbe Redner mit, daß Herr N. fich für eine nach Schwerin unternommene Agitationsreise von den dortigen Fachvereinsmitgliedern, obschon er von den Berliner Tischlern mit 30 M. wöchentlich besoldet set, 20 M. extra hätte bezahlen laffen, indem er denselben vorerzählt habe, er stehe hier bet einem Jnnungsmeister in Arbeit und erleide daher durch die Reise petuniäre Verlufte. Auch erwähnte der Redner, daß er, als ihm bekannt wurde, daß die für die Tischler.Broduttiv genoffenschaft angekaufte Werkstätte aus H . Die Privatmitteln * Wir bringen diese beiden Berichte, wie uns dieselben o zuverläffigen Berichterstattern zugeben. Wir wollen aber nicht unterlassen, hier noch einmal darauf hinzuweisen, daß ein Intereffe der Allgemeinheit bringend geboten erscheint, bie Differenzen gütlich auszugleichen. Wir verkennen nicht, daß fäge bereits in so scharfer Weise zugespigt find. Nach unferer Ansicht wurde aber in der Tonhalle eine Resolution geftellt, scheint. Wenn von beiden Selten ein flein wenig Nachgiebig teit gezeigt wird, wenn man persönliche Swiftigkeiten dem all Der Genoffenschafter erworben wurde, Protest dagegen erhob, daß, wie die Kommiffion wollte, die Kosten der betreffenden Geschäftsinserate( Säulenanschläge, Beitungsannonsen c.) aus Dem General Unterstügungsfonds bestritten werden. Die Ber waltung durch die Lohntommission soll, dem Redner zu Folge, nicht, wie herr Rödel und die Kommission den Leuten vor rede, 4% pSt., sondern, laut Original Abrechnungen, 19 pCt., ja nach Der legten Abrechnung sogar 36,5 pCt. der Einnahmen verschlungen haben. Und awar allein für die Besoldungen und Remunerationen Der Kommmiffions. Mitglieder und anderer Verwaltungsbeamten, während doch der Fonds zur Unterstügung der Strei fenden bestimmt sei. Dazu komme noch, daß von den 550 Mt., die während der Revisorenamtsdauer des Redners durch Tellers fammlungen eingefommen, nur 169 Mt., einschließlich jener 30 Mt.", dem Fonds sugefloffen seien. Alles Uebrige hätten Spesen" verschlungen, wobei noch die Blakate, Versammlungsanzeigen c. aus einer ganz anderen Kaffe beftritten worden wären. Alle Verdächtigungen der ausgeschlossenen Revisoren, die 3. B. ein Flugblatt als Subjette" bezeichnet, die sich von " hfs. Die zweite außerordentliche Generalversamm lung der Berliner Tischler, bebufs Berichterstattung der früheren, ihres Amtes entießten Revisoren der Tischler Lohn tommiffion, fand am Dienstag, den 16. b. M., Abends, im Konzerthaus Sanssouci", Kottbuferstraße 4a, unter Leitung bes zum 1. Boifigenden gewählten Herrn Bubell, also gleich geitig mit der von der Bentral- Lobnkommiffion der Tischler in Die Tonhalle", Friedrich fitsße 112, einberufenen Generalver fammlung der Berliner Tischler ftatt. Für lettere war, laut Tagesordnung, Herr Rödel, der Leiter und Haupilafftrer der hiefigen Tischler Lohnbewegung, als Referent über: Die Angriffe und Verleumduugen gegen unsere Lohn bewegung in der angeblichen Tischlerversammlung in Sanssouci"( am 9. d. M.), unsere Gegner und deren Motive" angelündigt. Die erftgenannte, von ca. 600 Theilnehmern be fuchte Versammlung nahm einen durchaus rubigen und ge ordneten Verlauf. Bon den ausdrücklich dazu eingeladenen Rommiffionemitgliedern hatte sich, wie festgestellt wurde, Nie mand, auch nicht Herr Rödel, der hiezu ganz besonders auf gefordert worden war, eingefunden. Gleich bei Beginn der Bersammlung theilte der Borfigende mit, daß der Termin des Stattfindens derselben lange vor Ein berufung Der gleichzeitig tagenden tagenden Versammlung in ber Tonhalle festgesezt und betannt gemacht war, bie Bentral Lohnkommission refp. Herr Röbel aber trogdem schließlich für gut und schicklich befunden habe, ihrer feits auch eine Versammlung an demselben Abend und in weit abgelegener Stadtgegend anzuberaumen. Aus welchen Gründen, tönne für Niemand zweifelhaft sein und wolle er( Redner) daber bier unerörtert laffen. Um so erfreulicher und bedeutungsvoller dürfte daher der Umstand sein, daß diese in ,, Sanssouci" I denen erstere( in der Hauptsache) fich für die Vor. Theater. Deutsches Theater. Deute: Bring von Homburg. Bellealliance- Theater. Deute: Der Raub der Sabinerinnen. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beute: Der Großmogul. Balhalla Operetten- Theater: Beute: Marcotte. Oftend- Theater: Wallner Theater. Date: Der Verschwender. Louisenstädtisches Theater: Bute: Papageno. Date: Der Troubadour. Central Theater: Mite Jalobftraße 30. Direktor: Ab. Ernst. Beute: Hamburg an der Alfter. Arbeitsmarkt. Gesucht Agenten und Reisende zum Verkauf von Kaffee, Thee und Reis an Private gegen ein Figum von 300 Mart und gute Provifton. Hamburg. [ 1311 J. Stiller& Co. General- Verfammlung Der freien Kranken- n. Begräbnißkaffe der Schuhmacher und Berufsgenossen Beritas( E. H. 27) Anbet Donnerstag, den 18. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, ftatt. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Jnnere Angelegenheiten. B. Berschiedenes.- Quittungsbuch legitimirt. 1309 Der Vorstand. gemeinen Intereffe nachstellt, so ließe fich bei ruhiger, gemäßer Behandlung der Dinge gewiß immer noch ein weg finden. Der Bezirks- Verein der arbeitenden Bevölkerung Süd Weften Berlins hält Donnerstag, Den 18. Junt, ben 8 Uhr, in Konrath's Salon, Wafferthorstr. 68, eine auf ordentliche Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Bort; 2. Verschiedenes.- Aufnahme neuer Mitglieder. willkommen. Bafte Der Arbeiter Bezirksverein der Rosenthaler Vorfind veranstaltet am nächsten Sonntag, den 21. Juni eine Familien Treffpunkt der Mitglieder auf Bahnhof Gefund brunnen, in der Sonnabendnummer dieser Beltung. partie. Große Boltsversammlung am Donnerstag, den 18. Juni 15 Abends 8 Ub, in Thormann's Kastno, Belforterstraße Tagesordnung: 1) Das Arbeiterschußgeses. Referent Stat Fris Goerdi. 2) Distuffton.- Der wichtigen ZageBo nung wegen ist zahlreiches Erscheinen geboten. Vermischtes. b Bei einer Treibjagd.( Ein Lieutenant schießt auf ein Hasen, fehlt und hätte in der Dige beinahe seinen Nachbar, Herrn Major,' naufgeschoffen.)-Major( fuchsteufelscoil " Donnerwetter, Herr Lieutenant, hier wird auf basen geschof und nicht auf Avanzement!" Ein Jerthum. Ein von Diethars nach Gotha ing gener Landwehrmann batte vergeffen, feinen Paß mitzubring und von seinen Vorgesezten die Weifung erhalten, schleun für Herbeischaffung deffelben Sorge zu tragen, damit vorschri mäßig Beit und Dauer der Uebung im Baß vermerkt wer fönne. Er war nicht wenig erstaunt, als schon am nä Tage vor seinem Quartier ein Wagen hielt und von dem feine Baßgeigeer ist im Bivilverhältniß Mufttus be dortigen Badelapelle abgeladen wurde. Er hatte, im gung zu sprengen versuchten," weift Redner mit Entrüftung müthlichen thüringischen Dialekt schreibend, statt feines Baff zurück( ftürmt cher Beifall). Nebnliche Dinge berührten die feinen Baß verlangt und seine Frau fich beeilt, feinem B ehemaligen Revisoren und Bahlstellenkaffirer Glatbe, Glode langen zu entsprechen. und Pfeifer. An der animirten Dietusfion betheiligten fich zahlreiche Redner, wie u. A. die Herrn John, Julius Kreus( Klaviermacher), Behrend, Walter, Mar. bola, Meißner, Strehlow, Augustin Vogt, Peters, Ertel, Mitan, Pfeifer, berold, Hente, Glode, Schieblomsti und( als nicht nicht dem Tischler Berufe angehörend) auf vom Bor fizenden eingebolte besondere Bewilligung der Ber fammlung schließlich auch noch die Herren Möhring( Me tallarbeiter), Julius Müller und Stadiv. Fris Bördi. Das Schlußresultat der erst in später Nachmitternachtsstunde ( nach 1 Ubr) endenden Versammlung war die theils einstim mig, theils mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität erfolgte Annahme zweier, Don den Herren Walter und Marholz eingebrachten Resolutionen, Don Schüßenhaus Ber Cöpenick Empfehle mein Lofal für Landparthien an Vereine und Fabriken. 9 Morgen großer Park, Tanzsaal, Kegelbahn, Kaffeeküche. Berliner Weißbier, Böh misches Lagerbier. Um recht zahlreichen Buspruch bittet 1279 Fritz Engelhardt. Briefkaften der Redaktion. F. S. Es liegt in dem Berwandtschaftsverhältnife Ehehinderniß vor. Lein A. N. 10. Sofern die Krankheit durch die Schwange schaft berbeigeführt ist, hat der Schwängerer alle Untoften, soweit fte unvermeidlich find, zu erseßen. Wettende. Verfuchter Selbstmord ist nicht strafbar. Uebrigen ist der Briefkasten nicht dazu eingerichtet, auf un Fragen Antwort zu ertheilen. P. H. Sofern das Ausschlußurthell wegen der verlo Sache ergangen ist, tönnen Sie über den Fundgegenstand fügen. 6. H. Die Forderung ist mit Schluß des Jahres Derjährt. Stottbufer Concerthaus Sanssouci. Rob ftraße Donnerstag, 18. Juni: 74. Humoristische Soiree de Leipz. Concert- u. Quartett- Sänge Anfang 8 Uhr, Entree 30 Pf. Bet ungünftige Wetter im Saal. Die Soireen finden Sonntags, Monta und Donnerstags statt. August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112. Möbel, Spiegel- und Poffterwaaren- Magazin Elgene Fabrik. Solide Preise, Prompte Bedienung. en gros, Cigarren- u. 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