Nr. wo. Freitag, 19. Juni 1885 ll. Jahrg. Jl crlinerUoMatl Drgan für dir Intrrrffen der Arbriter. 4 Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Aedaktio«: Keuthstraße S.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Sansibar suche«; #** Trupp« #«« Sansibar Die Gefahren von Sansibar. Wir habt« tinen Konflikt mit Sansibar und unsere Chauvinisten können es kau« er»arten, bis e» losgeht. Dann werde» ja auch die Zeitungen wieder interessanter werden, da man vielleicht zu hören bekommt, daß Bombe« s» die Stadt Sansibar geworfen worden und dabei Häuser w Brand gerathen und Menschen umgekommen find. Einige Blätter verwahren sich schon im Voraus dagegen, baß man dielen„Fall" mit dem Bombardement von al«r,ndrien durch die Engländer vergleichen könnte. Das V bezeichnend genug. Wir suchen indessen die Gefahren eines Kriege» nicht da, wo sie vielleicht An» wir suchen sie auch nicht in und den Geschütze» de» Sultans —.— und seiner etwaige« Bundesge- » in'®ber n5't fluchten, unsere Chauvinrpen und Säbel» 2«le, möchten diese Gelegenheit benutzen, um ein großes «eschrn daiüber zu erheben, daß wir in Deutschland nur SÜl* Kriegsmarine— im Verhältniß zu de« anderer Mächte— und vor Allem keine ««!*! Ä.* �chlachlflotte besitzen. Wenn diese« Geschrei 0lnUR erhoben wird, dann kommen auch die eiaenilick bedächtigen Leute und meine», man hätte zu können. Und wenn von allen .»?.«cht Lärm gemacht wird, dann sieht di» Mi• 0-5?«cht viele Leute in Deutschland gäbe, ch*e.e1Jie Schlachiflotte gar nicht mehr«ristiren fönn« «N. und dann wird fich auch der Mann— wer es sein •ünnti', darüber heute Untersuchungen anzustellen wäre «erflitsfig— finden, der„die Wünsche der Na» Hon", wie man den Lärm nennen wird, zu einem" verlangt----- ,v-i.jat zu drohen scheinen, und sie sind ziemlich bedenk« "cher Art. > Eine Schlachtflotte, au» Panzerschiffen, Kanonen» und �»rpedobooten und ähnlichen eiserne» Seeungeheuern ztuester Konstruktion bestehend, würde nebst dm dazu ae- �Ngen Kriegshäfm, Werste« und Arsenalen �.ungeheure« Geld kosten. Man erinnere fich daran, Frankreich und nammtlich auch Italien ihre Finanz» Ufte durch dm Bau von solch eiserne» Kolosse« in ein« überlastet haben, daß sie«och lange daran werden zu habe». Man hört in dm Parlamente» dieser bei» --.«***] IeuMeton. Im Eckfenster. «»man von Friedrich«erstäcker. (Fortsetzung.) Jh, seh'n Sie'mal an, Herr von Solberg I" sagte »theker Semmlei», indem er jetzt um dm erstm mabsatz bog und dem jungen Manne begegnete, ie Stufe» hinauffprang, als ob er eben erst ge- *1 wäre.„Sie wollen wohl zum Herrn Oberst- am s« >», lieber Herr Semmlei»— wie geht es % danke, meinswegm so leidlich— aber«ollen Sie * eine» outen Rath annehmm?" Dl«n soll«ie einen gutm Rath zurückweisen, den« wird er nur sehr selten geboten." ** gut— wmn Sie also hineinkommm, dann geh'» emswegen dm Damen ei» bischm au« dem Wege, 4 habe sie eben erst ein wenig auf dm Trab ge» enf dm Trab, Herr Semmlei«?" "a. ich dmke— mein' ich; wegen einer kleinen % versteh'» Sie. Außerdem," setzte er dann mit Nterdrückter Stimme hinzu,„soll die Frauensleute «GM der Deubel holen— meine Frau natürlich , denn sie habm es faustdick hinter dm ß*, mein lieber Herr Semmlei»?" och glaube, alle," bestätigte der kleine Mann, ohne lange mit der Antwort zu zögern;„aber ich will cht aufhalten— Schwerebrett, ich habe mich geärgert «be eine* von meinen Magenbittern nehmen— 'Sie einen mit?" *«t» ich danke herzlich," lachte Hans,„ich bin Mor« Ü? Ikeund von Branntwein, obgleich ich Abend» Grog keineswegs verschmähe. dann leben Sie meinswegm wohl," sagte Herr «*«nd stieg in seine Apotheke htnunter, während den Staaten alljährlich die Klagen über finanzielle Be- dtängnisse fich erneuern. Daran find die kostspieligm Kriegsschiffe allerding» nicht allein schuld, aber doch auch zu einem großen Theil. Aver zu den Kostm für die Herstellung einer Schlacht- flotte kämen dann»och die gewaltigen Kosten ihrer Unter- Haltung. Da» Marinebudget ist jetzt schon wahrlich �* die Schaffung einer neuen ----' der groß genug; durch und großen Kriegsflotte würde es fich je nach de, Größe dieser Flotte verdoppeln, verdrei- oder vervierfachm Wie leicht kann solch ein et'emer Koloß auf einer seiner Fahrten dnrch Scheitern, Stranden, Sinken oder Zusammm» stoß zu Gnmde gehen I Dan« sind die verausgabten Millionen auf dem Grunde de« Meere« begraben, um nie ""'»-«nrn c w c, und«an hat die Belege zu de«, was wir sagen. Wenn aber die neugeichaffene Schlachtflotte auch nur entfernt eine Konkurrenz mit den Flotten anderer Länder aushalten soll, so müssen die einzelnen Schlachtschiffe auch auf dem Stande der neuesten Konpruktionm erhalten werde«. Man weiß, wie diese Konstruktionen fast alljährlich geändert werden auf Grund der in rascher Folge zu Tage tretenden Ver» besserungen und neuen Erfindungen und wie diese Abände» rungen mit unabsehbaren Kosten verknüpft sind. Man wird den bekannte» kostspieligen Wittkampf zwischm Panzer- schiff und Kanonen mitmache« müsien, einen Kampf, der sogar John Bull schon zu kostspielig geworden ist. Diese Summen alle müßtm durch neue Steuern auf» gebracht werde», den» wo sollten sie sonst herkommen? WaS neue Steuern für Deutschland bedeute« würden, darüber brauchen wir uns nicht auszulassen. Wir habe» «ehr al» gmug an den alten Steuer» und Zöllm. Ein Sachkundiger hat an ein Berliner Blatt aeschrie» den, er fürchte, daß die durch die deutsch- ostafrikanische Ge» sellschaft besetzten Territorim uns noch in viele Wider» wältigleiten verwickeln»erde». Schöne Ausfichtm l Das wäre ein Resultat der kolonialpolitischen Bestrebungen, da» uns nur Konflikte und neue Auflagen in der Feme zeigt! Nun, e» ist noch nicht so weit und der Reichstag hat die Mittel zu einer Schlachtflotte auch»och nicht bewilligt. Das Letztere ist freilieh kein sonderlich genügender Trost. Die Gefahre» von Sansibar sind also vorhanden; wir »ollen hoffen, daß sie wieder verschwindm. Und schließlich wolle» wir betonen, daß die chauvinistischen Lärmmacher, möge« sie auch noch so laut die Pauke schlagen, dmn doch nicht da» deutsche Volk find, obgleich fie fich oft geberde», al« wären fie es wirklich. Hans im nächsten Augmblicke schon die Klingel an Klingen- bruch's Thür zog. Die Hanna öffnete. „Herr Oberstlieutenant zu Hause?" „Ja wohl, in seinem Zimmer— er hat schon gesagt, daß Sie kommen würden— geh'« Sie nur gleich hinein." Klingevbmch öffnete schon die Thür.„Ah, lieber Solberg, ich freue mich aufrichtig, Sie zu sehen! Bitte. treten Sie näher— Sie habe« das �furchtbare Unglück schon gehört?" „Alles, lieber Klingenbmch," sagte Hins, indem er ihm fest die Hand drückte—„ich war auch schon dort." „Haben Sie den Brief erhalten?" „Schaller hat ihn an Raute» gegeben, und ich habe den Grafen nicht getroffen." „An Rauten?" rief Klingenbruch rasch.„Wie kam er dazu? Er hat fest versprochen, den Brief Ihne» sofort selber zu bringen!" „Sie hören aber, daß er die Kommission einem An- dem übertragen hat. Armer Dürrbeck, daß er so enden mußte!" »Ja, ja," sagte Klingenbmch, aber doch nicht ganz bei der Sache, denn seine Gedanke« wanderte» augenscheinlich nach anderer Richtung hin, kehrten aber doch bald wieder in die alte Bahn zurück.„Und haben Sie kein« Bermu« thnng?" fragte er»ach einer kleinen Paus«,„was de» ar- «m Man» z« de« Schritt getrieben haben kann?" „Keine." „Uebrnlegen Sie es fich einmal," fuhr Klingenbmch Jort—„in dir Stadt erzählt man sich allerdings, daß ihn ie Verbindung mit Fräulein Blendheim gereut habe— Klatsch— wir Beide wissen das besser, denn fei» ganze» Herz drängte gerade dieser Verbindung entgegen. Außerdem besaß Dürrbeck ausreichende» vermögen, um selbst den Dimst quittiren zu könne», wenn er die geringste Neigung dazu spürte, und ich weiß auch, daß da» seine Abficht war. Emen gesunden Körper hatte er außerdem; ich weiß mich nicht zu erinnern, ihn je krank oder selbst nur unwohl ge» sehen zu habm— also was in aller Welt hätte ihn sonst zu einem so verrweifelten Schritte treiben könne»? Seine innere Neigung sicher nicht. Wen« wir da« aber nicht an- Kolitiscke Nebersickt. De« Reichskanzler beantragte im Bundesrath die Erhöhung der Ausprägung vonSilber- und Kupfermünzen auf die nach der Volkszählung von 1880 zulässtge Maximal, abl. Darnach sollen geprägt werden 10 276 000 Marl in Einmarkstücken, 400000 Marl in Pfennigstücken. Nickelmünzen find noch vorräthtg. DaS Silber soll dem Silberbarrenbestand von 189000 Pfund entnommm werden. Wir haben« herrlich weit gebracht, da» hat der natio« nalliberale Abg. vE y n e r n in einem Vortrage bewiesen, dm er vor einige« Tagen in einer„Wählerversammlung" zu Remscheid gehalten hat. Herr von Eynem schloß seinm Vortrag mit folgenden Bemerkungen:„Wir erfreuen unS eine» gesundm Rechtsweges, einer unparteiischen Verwaltung, wir ersrmen unS einer fteistnnigm Verfassung, die jedm einzrlnen Bürger zur Theilnahme an den Geschäften de« Landes beruft; wir erfteuen unS nach den großen Erfolgen 1870/71 einer ge- fichertm Armeeorganisation und dadurch eines festen und sicheren Schutze« nach außen: wir können auf allm Tedietm eine außerordentliche Regsamkeit deS Deutschm Reiches findm. Wir machm große Fortschritte, an welche andere Nitionm noch nicht zu denken wagen wegen der Schwierigkeit der dort od- waltenden Verhältnisse. Wir haben Fragen aufgegriffen, die zu dm allerschwieriasten gehören, aber unter der Führung deS Fürsten Bismarck ihre....... werden, ich meine die Fürsten Bismarck ihre gute Lösung gefunden haben und finden werdm, ich meine die Versöhnung der großen sozialen Äegm- sätze in unserem Lande, und ich meine, wenn wir berückstli tigm, ...A.......# Jg___ ZK.. I n... C w v._.....»»• r*-».-".' «KW auf WWWWW Zur Reform des deutschen Strafprozesses schreibt der ..._-w-»■.----»---- i• rr\Jv V das Kollegium an Zahl der Richter zusammengesetzt ist, desto schwächer daS VerantwortlichkeitSgefühl de« Einzelnen. Die Jndtoidualiläien weiden immer weniger nach ihrem Innerem Werth gewogen und immer energischer von der Kopfzahl ge- tödtet. Schon die äußere Möglichkeit gründlicher Verständi- aung durch gewtffmhaste Durchsprechung und wirklich gemein- same Berathung unter allen Mitgliedern schwindet, je mehr ihrer find. DaS große Wort in der Debatte führen hier, wie anderwärts, nicht mehr Diejenigen, die da« Beste und Klügste nehmen, so bleibt uns nur«ine einzige andere Vermuthung, und da» ist: ein Druck von außen." „Aber wer wäre im Stande gewesen, de» auszuüben? Wer in aller Welt hätte außerdem ein Interesse dabei ge- habt?" Der kleine Oberstlimtmant machte ein sehr ernste» Ge« ficht, stand auf, ging zur Thür, um zu sehen, ob Niemand draußen horche, kam dann zurück und sagte mit unter» drückt« Stimme:„Ich glaube, daß fich Hauptmann von Dürrbeck in Folge eines amerikanische» Duell» da» Leben genommen hat." „Glauben Sie?" hauchte Hans mehr al» er die Worte sprach.„Und haben Sie emen Verdacht, mit wem?" „Graf Rauten," sagte Klingenbruch eben so leise, aber vollkommen entschieden und bestlmmt, und Hans fuhr mit einem kaum unterdrückten Angstschrei empor. „Und woher vermuthen Sie so Fürchterliches?" „Das will ich Jbnen mit einfach klaren Worten sagen," erwiderte der Oberfilieutenant und erzählte nun dem jungen Solberg die Szene von vorgestern Abend im Kaffeehause,«ie Dürrbeck'» furchtbare, wen» auch für de» Abend vollkommen unterdrückte Aufregung; am nächste» Morgen aber fand er die Beide« zusammen im Kaf- bei einer Flasche Champagner, die fie zusammen ausgespielt — Rauten fast übermüthig lustig und die Flasche bezah» lend. Dünbeck zerstreut, bleich, still, mit dem vollen Glase vor sich, da« er auch nicht ausgetrunken. Geschäfte vor» schützend, verließ er denn auch bald da« Lokal, während Rauten ihm»och nachrief:„El-------'" redung I" Rauten ihm noch nachrief:„Es bleibt bei unserer Verab Hans stand dem kleinen Manne, den Blick stier auf ihn geheftet, al« ob er ihm jede» Wort von den Lippen saugen wolle, regungslos gegenüber.—„Ausgespielt l" flüstert« er endlich, aber kaum hörbar.„Sagten Sie nicht so, Klingenbruch? Ausgespielt— mit Karten, nicht wahr?" „Nein," erwiderte der Oberfilieutenant ruhig,„mit Würfel«— da» Kellnermädchen drüben hat es mir selber 8' 8Han» faßte fich langsam mit beide« Hände« in sei» |U sagen haben, sondern die irritablen, kämpf' bereiten, redelustigen Leute mst guten Lungen, die stillen, wortkargen, in stch gekchrten Naturen fitzen gelasi'n bei Heile und sehen eS gedutdia mst an, wie unler dem Wort- streste Mebrheilsootm fit fixiren, ehe ste aut nur dm Mund haben aufihun können. Die Versuchung zur Unaufmerksam lest und Gleichgtittakeit ergreist unter der Menge der Votanten selbst die Gewissenhaftesten. Htichentscheide werdm adgegebm oft gmug nicht von Denjenigen, weiche daS Für und Wider am sorgfältigsten pcrnveriit haben, sondem von Dmjenigm, welche zu dm unaufmerksamsten, unselbstständigsten, indifferm« testm Köpfen gehörm- Kur», noch dem nun einmal unvrr- meidlichm Maße menschlicher Schwächen und I rthümer wächst .benso unvermeidlich mit der Zahl der Richter der Spielraum »für daS Eingreifen de? Zufall», für die Mstwttkung zu. älliger, unsachlicher, willkürlicher Motive auf Kostm der idealen Voraussetzungen der Gerechtigkeit."— Diese Worte find keines- wegs sehr schmeichelhaft für die Richter, fie laffm tief dlickm, eS geht aus ihnen aber nicht hervor, daß«in auS wmiger Köpfm bestehende» Kollegium d-ssere Garantien bieten wird. Der Herr Verfasser giebt«u, daß nicht alle Richter gleich auf« merkjam find, daß ein eminenter Unterschied diesbezüglich vor« handen ist. Wie dann aber, wenn das Kollegium verkleinert würde, könnte eS dann nicht um so eher vorkommen, dak nur die„kampfberestesten, redelustigsten und indifferentesten" Richter zufällig zusammen amtirten? Sicher giebt also eine größere Anzahl Richter eine größere Garantie für daS Urtheil, denn t» läßt sich doch annehmen, daß dann wmigstmS einer von dm Besten und Klügstm vertreten ist. Gutsbesitzer und Gemeinde. In amtlichen Kreis- blättern finden wir den„Noredeutschm Wi th chaftSfteund" beigelegt, der„einen interessanten Rechts fall" bring«, dm er der„Bauernzeitung" entnommen hat. Der Be richt ist von C a r o w in der Provinz Hachsen auS dalirt und lautet:„Zwischm unserer Gemeinde und dem hiefigen Ritter- gutSdefitzer Graf v. WartenSleben ist ein Htreit ent- standen, welcher wohl einzig in seiner Art dastehen dürste. Unsere Dorfstraßm find von Alters her mit Bäumen bepflanzt, und ist diese Bepflanzung von j her von der Gemeinde auS geführt worden, welcher auch die Unterhaltung der Dorfstraßm obliegt. Im Jahre 1882 beschloß die Gemeinde, mehrere alte Bäume, welche den Verkehr hinderten und gefahrdrohend warm, zu beseitigen. Der Rittergutsbefitzer erklärte» die Gem'iade hätte dazu kein Recht, denn alt Gutsherr von Carow stände ihm daS Straßen« und Aumrecht zu, welches darin bestände, sämmtlichen Nutzen von dm Dorsstraßen zu ziehen. Die Ge- meinde beachtete die Geltendmachung solcher Vorrechte weiter nicht, denn ste war der festen Ueberzeuguna, daß solche Feudal- Verhältriffe in unserem deutschm Vaterlande nicht mehr zu Recht beständen. Die Gemeinde wurde daher vom Ritterguts« befitzer verklagt aus Anerkennung des Ahnenrechtis. DaS Er- kenntniß de» Landgerichts zu Stendal ping dahin, daß dem Kläger daS Str-ßen- und Auenrecht zustände. Die Beklagte legte Berufung beim Lb rlandetgericht zu Naumburg ein, welche« am 13. Mai d I. folgendes E.kenntniß abgegeben hat: Die Kosten erster Instanz werden der Gemeinde auferlegt, die Kosten zweiter Instanz habm beide Th'ile gleichmäßig zu tragm. Obgleich der Senat bei früheren Verhandlungen stch dahin äußer», daß solche Rechte mit der neuen Gesetzgebung nicht vereinbar wären, so wurde schließlich doch erkannt, daß dem Grafen von WartenSleben als Gutsherrn daS Aumrecht zustände und in Folg« dessen ihm sämmtliche Bäume auf dm Dorfstraßm gehörtm. Jedenlalls wird die Gemeinde Be- rufung beim Reichsgericht einlegm."— Hierzu bemerkt nun die„Bauernzeitung" sehr treffmd:„vorstihmder Fall beweist uns aus'S Neue, wie sehr der Bauernstand stch noch unter dem Drucke dieses bevorrechteten Stande» befindet und wie sehr diese Herren nach der gutm altm Zeit zurückitredm. Es wird endlich Zeit, daß die Bauern sich zu« sammenschaaren, um solche Uebel stände zu be. seitigen."— Daraus ergoffen konservative politische Zeitungen ihrm ganzen Groll auf d»„Bauernzeitung", trotz- dem dieselbe auch eine konieroatioe Ader bat. Aber diese An- griffe kannte der„Norddeutsche WirthschaftSfreund" schon vorher, der die„Agrarier" studtrt zu habm scheint, und deshalb die Dailegurg voistehmden RechttfalleS mit folgmd-n Wort-n einleitet:„Bei allm Verfuchm, die bäuerlichm Grunddefitzer für agrarische Bestrebungen einzufangen, wird von dm Agrariern daS Vor ha-- den fein besonderel Vorrechte d-r Herren oßgrundbefitzer leck geleugnet und doch lehrt ein Blick auf unser» kommanalen Verhältniffe jeden Einstchtigm, daß die Entw'ckelung der Dorfgemeinden in der unvrrant. wörtlichsten Weise durch längst veraltete Sonderrechte der benachbarten Rittergut». besitzerrc gehemmt und erdrückt wird. Die Uede. lastun» der Gemeindm rührt vorzugweise daher, daß die „Herren" die Lasten oller Einrichtungen den Gemeindm über. lassen und stch mit den Nutzungen begnügen. Man sollte denkm, daß in unserem virldrlobten„R-chtsstaat" solche ver. kebrte Verth-ilung von Rechten und Pflichten unhaltbar wäre, leider beweisen aber die Thatsachm da» Gegmtheil: Die Ge- braune« lockige» Haar, die Augen quollen ihm fast au» ihren Höhlen, aber der Schmerz üdermanute ihn— es war zu viel, und sich auf da« kleine, harte Sopha werfend. barg er da» Antlitz in den Händen u»d schluchzte laut wie ein Kind. „Solberg l" rief der Oberstlreutenant, von dem lauten Schmer, de» Manne» nicht allein erschüttert, sonder» auch fast erschrocken,„«a» haben Sie den« nur um Gottes willm,«a» ist Ihne»? Mäßigen Sie stch doch l� Haus hörte ihn nicht, aber der Schmerz war zu heftig aufgetreten, um lang« anzuhalten. Er sprang ewpor, und sich die Aagea trocknend, sagte er mit heiserer Stimme:„Seien Sie mir nicht böse, Klingenbruch— e« aiebt Momente im Leben, wo wir nicht«ehr Herr unserer Gefühle find. Wir«Sgm an un» halten, so viel wir»ollen, der Strom bricht herau» über alle Dämme." „Mein lieber Solberg.. „Lass« Sie t» gut sei», es ist vorüber uvd wird nicht wiederkehren. Nicht dre Thränen reuen«ich, die ich dem Freunde ge«eint— er hat sie reichlich und in vollem Maße verdient. Aber jetzt ist keine Zeit mehr zu unmännlichen Klagen, denn Ihre Worte haben einen furchtbaren Verdacht in mir erweck«, der, wenn er sich bestätigte, ein fast»»- mögliche» Verbreche« umfaßt." „Aber»a««einen Sie? Amerikanische Duell« sind leider schon öfter bei un» vorgekommen— ich weiß selber zwei Beispiele— und fie«erden nicht für unehrenhaft gehalten� � Han«;„aber lassen Sir mich jetzt machen. Ich muß die nöthigen Schritte erst mit mir selber überlegen." „Das ist aber noch nicht Alle», lieber Solberg," sagte der O«-« stlieutenant, al» sich Hans zum G-Hen anschickte. „Die Ursache, weshalb ich Sie heute Morgen so früh auf» suchte, ha» ernen noch weit wichtigeren G und." „Noch wichtiger!" sagt« Han» kopfschüttelnd. „Allerdings, denn sie betnfft auf da» Genaueste da» zukünftig« Glück oder Elend ihrer Schwester." richte erkennen,„obwohl solche Vorrechte mst der neuen Gesetz- a-bung nicht vereinbar wären", dies, Iben doch als zu Recht bestehend an!"— So ist ei recht! Die Zeit wird immer näher heranrücken, wo die kleinen Bauern tbre„Kollegen", die Großaiundb, fitzer zu würdigen wissen. ES ist der pme Schwindel, wenn die Agrarier dm kleinen Bauern«agm, auch fie hätten Nutzen von den Kornzöllen u. s. w. Auch d a S wird der Bauernstand bald merken. Urbrigen» ist e» schade, daß solche Fälle» wie die oben mitgetheilten, nicht öfter vo:. kommen, denn daS ist unbestritten, daß dieser feudale Graf von WartenSleben ein ganz vorzüg ltcher Agitator für Fretheit». und Recht» tdeen ist— wenn auch wider Willen. Ueber die Frage läßt fich ein o f f Mum«Be» Di � vorige Woche da» Mllstär-Septennat und seine Verlängerung im Jahre 1888 zum Gegenstand« von Erörterungen gemacht woroen. Die Angabe, daß dem Reichttage schon 1886 die Vorlage über die Verlängerung zugehen werde, hat sofort Widerspruch gefunden, und zwar mit rem beflimmtm Beifügm, daß erst im Jahre 1887 die Angelegenheit vor dem Reichitag zur Brrathung gelangen werde. An diese letztere MittheUung find üderiaschender Weise politische Folgerunam geknüpft worden, indem man auf ein Interesse einzelner Fraktionen an dem vermeintltchm Ausschub hinwies. Daran hat man jedoch bei den belreff-nden Beschlüssen nicht zu denken; verschiedene rein sachliche Gründe sprechen eben dafür, daß man erst 1887 über diese Frage beschließen wird. Zunächst wäre e» mindestens unpraktisch, stch schon zwei Jahre zuvor vamst zu beschästtgm, da doch in der Zwtschmzett noch manche Dinge eintreten lönnm, welche neue Vo- schlägt nothwendig machen. Sodann wird man vor allem die Resultate der im Dezember 1885 staltfindenden Volkszählung im Deutschen Reiche abwarten, ehe man vefinstioe Vorschläge ausstellt- Eine zuverlälfize Uede, ficht über diese Volkszählung dü'ste aber nicht so rasch gewonnen werden, um schon für die Reichstagssesston 1886 darauf Entwürfe begründen zu können. AuS diesen rein sachlichm Gründen ist die Berathung über die Verlängerung deS SeptennatS im nächsten Jahre noch nicht zu erwarten. Aus dem Königreich Sachse« wird der„VolkSzeitung" geschrieben:„In den beiven größten Städten unseres König- reiches, D r e S v e n und Leipzig, tritt in der letzten Zeit die sozialdemokratische Bewegung wieder in höherem Maße an die Oeffentlichkeit. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese Er-chetnung mit ven im komm-nven Herbst statrfindenven LandtagSwahlen in Verbindung bringt. So ist auch kürzlich in Leipzig und Umgegend ein Flugblatt vertbestt worden, welche« in der Hauptsache zwar die letzte Reichstagssesston behandelt, aber doch aus die kam» Menden LandtagSwahlen hinveutet. Daß vie Sozialdemokraten vor einigen Wuchen eine Landes Versammlung in irgend einem Walde abgehalten haben und zwar zum Zwecke der Landtags« wählen, ist schon in verschiedenen Blättern erwähnt worden. Den Oit, wo die Versammlung stattfand, und auch das Nähere, was verhandelt wo- den ist, hat man tndeß nicht erfahren können. Allgemein aber wird behauptet, daß ver Abgeordnete Puttrich, Rechtsanwalt in Leipzig, nicht wieder krndiviren uno daß an seiner Stellt der ReichStagsadgeordnele Stolle aufgestellt werden würde. P ittrich ist übrigen# der Sozial. demokcatie selbst nicht überdrüsfig geworden, sondern seine un- heilbare Heiserkeit, die ihm das Sprechen nicht erlaubt, und ein neues Uebel, eine an Erblindung streifende Augenkrankheit, sind lediglich die Ursachen, daß der allgemein geachtele Mann kein Mandat wieder annimmt. Auch das Mandat deS Abg. Liebknecht erlischt im Herbst. Wo derselbe kandlvirt, ist noch n'cht bestimmt, da ihm von verlchiedmen Kreisen daS Mandat anaetraaen worden ist. Im Allgemeinen aber glaubt man, daß die Sozialdemokratie in diesem Jchre größer« An- strengungen machen wird bei den LandtagSwahlen, wie früher; eS kommen aus den verschiedensten Orten Berichte über statt. gefundene Agitationen zu solchem Zwecke. Besonders rührt fich auch der DreSden N'ustävIer KieiS, der da# vorige Mal fast schon einen Sozialdemokraten durchgebracht hätte. Die Mandate der sozialdemokratischen Abgeordneten Bebel und v. Volkmar erlöschen erst in zwei, resp. vier Jahren." Oesterreich Ungarn. Urb« die Veranlassung zu den Ruhrstörungen in Brünn liegen btS jetzt nur sehr dürslige MlUheilungen vor, welche außerdem auch noch sehr parteitich gehalten find. Die Fabel- kanten der Lrünner Wollindustrie wollten außer der einstün« digen MUtagSpause je eine Viertelstunde Frühstück- und Vesper» paus« einführen und demgemäß bis 6% Ugr AdendS arbeiten lassen, während die A, bester erllärten, daß fie die zweimalige vie telstündliche Pause nicht woll-en und demgemäß schon um 6 Uhr AdendS die Arbeil abbrachen. AlS die Fadrekherren die Forderung der Arbeiter ablehnten, weil, wie fie mernien, dl« Arbeiter, wenn auch oififiell keine viertelstünvigen Pausen ein» träte«, doch zur Frühstücks- uno Vesper, et« seiern wü den, legten die Arbeiter in einer Anzahl von Fabriken die Arbeit nieder und schickten eine Deputation an den Bürgermeister, alS den „Ha!" rief Han« hoch aufhv'chend—„Rauten..." „Hören Sie," sagte der kleine Mann, indem er in seine Bmfttasche griff und einen Brief herausnahm.„Vor einiger Zeit schrieb ich auf Veranlassung unsere» ge» schiedeve» F-eunde» Dürrbeck, der dem Grafen schon länger mißt-aut zu habe« schien, an einen Freund in Galizien, um Nähere« über Rauten'» Lebensverhältnisse zu kören. Die Antwort kam nicht; heute Morgen, als ich von Dürr« deck'« Lache zurückkehrte, fand ich diese Zeilen vor— ltse» Sie." Han««ahm fast mechanisch den Brief. E, war kurz und lautete: „Mein lieber Klingenbruch! Du hast mich auf eine schöne wilde Hetze autgeschickt, und wenn Du e» nicht gerade gewesen wärst, so hätte ich«ich wohl gehütet, mich so in Trab zu setzen. Ich habe in zwei Jahren nicht so vrel ge» schrieben al» wegen Derne* verzwerfelien Anfrage. So höre denn da» Resultat: Eine» Grafen Leopold vo» Rauten giebt e» nicht. E# gab einen, den ältesten Sohn de« j-tzigm B.» fitzerS, der ist aber vor zwei Jahren auf dem Gute hier an der Schwindsucht gestorben. Graf Rauten hat hier ein sehr große» und ein kleinere« Gut. ein sogenanntes Vorwerk, da» ein Verwalter bewirthschaftet; fern Administrator ist nicht krank gewesen. Von Rauten» giebt e» außer dieser Familie nur noch einen alten, penfionirten Overst, der aber in nicht brillanten V-rhältniss-n al« alter Junggeselle im Norden lebt. Hat fich bei Euch Jemand für einen Grafen Rauten aus dieser Gegend ausgegeben, so ist cl wahrscheinlich ein Schwindler, der etwa» dadurch erlangen will; des« halb hütet Tuch. „Un» geht eS allen wohl— Alle grüßen Dich.." Han» sprang über die nächsten Zeile« hin und suchte die Unterschrift „Curt von Dachau, Oberst a. D." „Und woher ist dieser Brief?" fragte Han» fast tonlos. „Aus dem nämlichen Orte," erwiderte Klingenbruch, „den Rautrn al» nächste Postanstalt zu seinen Gütern a»< gegeben hatte." „Aber ist dorthin nicht schon früher geschrieben?" Vorfitzenden der Gewerdebehörde erster Instanz. v«r Blirg«- meister scheint stch im Sinne der Fabrikanten entschied«* haben, was dann den Krawall zur Folge hatte. Frankreich. In der Deputirte-.kammcr wird noch immer über die sie- kmtirungivoilage Vebaltirt. AngestchtS der bev». stehend«« Wahlen geben fich die Abgeordneten große Mühe, ihre werthe# Personen den Wählern in einem angenehmen Lichte n scheine« zu lassen. ES find also im gewissen Sinn« bereit# Wahlredni, welche je nach ver Paiteistellung deS Abgeordneten gehaltl» werden. Während die Einen die Einführung der absoluta! Gleichheit Aller vor dem Heeresges-tz fordern, wollen die L» deren die Rückkehr zu dem allen Wehrsystem und ste»«W» nicht ermangeln, ihre Bemühungen im deoolstthenden Kadi- kample geltend zu machen. Interessant war die Debatte m« den Art. 18. der die Fälle aufzählt, in denen die jungen W der Militärpflicht enthoben werden sollen. Nachdem ei# Amendement veS Bischofs Freppel zu Gunsten der Zöglinge der geistlichen Semtnarien verworfen worden war, machte«er Abg. Rodat einen zweiten, ebenfalls erfolglosen Versuch* bUfern Srnne, indem er nicht das Interesse der Kirche un»% Gläubigen, sondern de« Staates betonte, deffm Diener W Pfarrer seien. Nicht besser erging ei dem Bischof F-eppel � verworfen und Art. 18 endlich angenommen. Am Schluß Sitzung wie» Lock.oy aus den Zeitverlust hin. ven die mü�- Debatte nach stch ziehe, und drang auf die baldig« Slöffnuns der Bnathungen über das Budget für 1886. Italien.. Dl« Klerikalen, welche gegenwärtig überall KundgeWW» veranstalten, finden damit bei der Bevölkerung keine Sym'T � In Salerno, der Stadt, in welcher Gregor 25. Mai 1085 starb, wurde zur Feier de» 800. Todestages Papstes kte.tkalersettS eine Demonstration in Szene wa« jedoch zur Folg« hatte, daß von der dortigen antckierM» Jugend eine Gegendemonstration erfolgte.— Bei einer& Donnerstag zu Genua abgehaltenen Frohnleichnams# otar kam ei ebenfalls zu Reibungen, üdkr welche der derP-rlet»» gemäßigten Rechten angehörende„Coniere mercantile" solgen"? maßen derichiet:„Der Zug bewegte sich ruhig in M von San Loienzo vorwärts bt« der Baldachin, unter vem Erzblschof daS Allerheiltgste trug, bei dem Hauptportale a°. Selangt war. Dann stieg ein Haufen junger Leute ün% brttl die Stufen hinan und drang mit Steinen und 6% in die Kirche ein, wobei drei Herren, die fich vem Balv� zunächst befanden, verwundet wurden. Es entspann 0%, Handgemenge, da« eine Zeit lang dauerte, bis das der Polizei demselben«in Ende machte. Man nahm � Verhaftungen vor. Die drei Verwundeten begaben dem Pammatone- Spital, um ihre Wunden verbinden zu las!«'- Rußland. Daß der Nihi l i S m u s im Verborgenen weiter und in vem intelligenten Theile der ruistschen BevölkeiB» eifrig« und namentlich auch technisch geschickte Förderer wird von Zeit zu Zeit immer wieder schlagend illuftrirt.? wird neuerdings über einen Fund berichtet, welcher bei M HauSsuchnng des in Charkow verhafteten Nihilisten L-b-d!»� gemacht wurde, welcher einen Polizeiofflzier durch einen Reooll� schuß niederstreckte. In dem Ofen befandm stch Spreng«�. rate, die die Slch-rhettsbehörde nicht zu berühren wagte. Regierung beorderte eine Spezialkommisston mit der PrüM d«S Funde«. Das Geschoß erwies stch alS eines der willig sten; in die Hödlung etneS großen Baume« gelegt und"r Hilf« einer elektrischen Leitung entzündet, explodirte eS Ui% einem schrrckltchen Knall; der Baum wurde total zerspla� und die Hoizftücke wurden diS auf 400 Schritt umhergeworta Der oeihaftete Befitz-r diese« mörderischen Spiengapparats weigert jede Auskunft über Herkunft und Zw-ck de« letzte Daß er Verbindungen defitzt, steht außer allem Zweifel. Tschernetschi, unweit Balta, find AgrartumulteW, brachen. Die Bauern thetltm unter stch angeblich die% ungen der Gmndherren. Zwei Kompagnien Infanterie 0%, zur Wied« Herstellung der Ordnung requirilt. vie zur----------------------„_________... leisteten Widerstand. Der Gouverneur von Balta ist im Dorf« eingetroffen. «gypte«._# Ein Brief vom M a h o,, ver a!« echt dezeichnet in Dongola eingetroffen. In diesem Schreiben lehnt#"-» die christlichen Gefangenen, die zum Islam übergetreten � nicht Willen» find, ihn ,u verlassen, auszuliefern, un» � mahnt die Engländer, Mohamedaner zu werden und M% anzuschließen. Andernfalls werde er fie vernichten In Pfflu ift cmcb ein von 96 GSefofiftcntn de« nimei«(9:% uuguiu#u»B»i».««I»v�ii»ruuv«[K orrnicgiCN.,di, um dort einen gemeldeten Aufruhr zu unteidrücken. ?>> die KaukanS ar kamen, fanden fie, daß die Ruh stöcungen »otubtt waren und ihre Dienste nicht mehr gebiaucht wurd-n. ««r derselben verliefen steh in das benachbarte Lag?» der �"alar heiter. Da ste keine Uniform trugen und auch um R-cht hatten, dort einjudringen, so wurden fie von d>r ,°"alpolizei entwaffnet. Aufgeregt durch Trinken und »M Rache sinnend, suchten die KaukanS ihre Kameraden auf, »ud mit etwa 20 derselben, alle b-waffnet, machten fie sich in «r Rächt nach dem Lager auf. Zuerst baten fie um Wasser, und als ihnen dieS gebracht wurde, erschossen fie die T'äger r® zerhackten fie mit ihren Messern. Diejenigen, welche flüch- uim, wurden erbarmungslos nieoergeschoffen und verstümmelt, JWd Andere, die, vom Schreck gelähmt, außer Stande waren, 'sre Betten zu verlassen, wurden erschoffm und verstümmelt, ®0 ste lagen. Vielen gelang die Flucht, aber Alle wurden de» «ulit, das ganze Lager ward geplündert und jeder Werth- Wknstand fortgeschleppt. Am Morgen nach diesem brutalen wmetzel wurden 29 von Kugeln durchbohrte und durch Messer- Wstte entstellte Leichen von den KanalarbeUern beerdigt und y Verwundete wurden nach dem Kanal Hospital in Panama psandt. Alle Getödteten oder Verwundeten waren Jamaikaner. «eim Abgange der Post, welche diese Einzelnheiten überbringt, ?urde gemeldet, daß Sir Henry Norman die Regierung um Mstruklionen gebeten habe. K o k» t- s. j. Der„schwarze Graben" verpestet seit Jahren durch die SM enlsteigenden Miasmen vie ganze Umgebung deS Joachims- Mischen Äymnastums. Die vielfachen Beschwerden d«S Di- »wots desselben, daß vie Gemeinde Schöneberg durch die ein- �richtete Kanalisation ihre Fäkalien in den Graben abführe und diese dort aus den Kanalisationsröhren zu Tage träten »nd die Lust verunreinigten, haben die Regierung in Potsdam kttanlaßt, eine Kommisston zu ernennen, die am Montag an M und Stelle war, um den Thatbestand festzustellen. An ?tr Spive dieser kommtsfion befand stch der Regierungspräst- Uent v. Neefe. Ali Mitglieder gehören derselben Polizetdirrltor '• Saldern und der stellvertretende Landrath des Tellower sslnses, Regierungiasseffor Eludmrauch, sowie als Sachver» ständiger Bamath Wernekinck an. Seitens der interesfirten SW den waren Vertreter geladen. Ueber einen definitiven JMchluß der Kommisston verlautet noch nichts. Doch soll «25 baldige Aenderung dieser unhaltbaren Zustände in Aus- stehen. I-V 8«m Kapitel der»erurtheilunge« Unschuldiger beute von einer ebenso interessanten, wie sachver« . Meinungsäußerung Alt zu nehmen. In dem Ra*. �Vereins der deutschen Strafanstaltsbeamten äußert am«"�bolische Pfarrer Krauß, der als Anstaltsgeistlicher «tsken�. zuLreiburg fungirt, über die Geständ- Er erkennt-s als Aufgabe der An- nur morniH*."' bm Sträflingen ohne Anwendung auch �#0 '«a"kao-i�°"% /rhr viele! Es find namenllich einige � linden vorkommen. Ja es kommt vor, daß einer stch einer Itrafbaren Handlung für schuldig bekennt, obwohl er an die« Me nicht einmal gedacht, geschweige denn ste wirklich begangen «tte. Verlockende Vorspiegelungen, bethörendeUeberltstung, ver- Warnend« Drohung, selbst brutale Mißhandlung haben schon «i manchem Angeklagten zu solchen„Schuldbekenntnissen" die lraurigen beklagenswerthm Dienste der Folter leisten müssen. «in Fall aus der Gegenwart meiner Gefängnißpraxis beweist pk, daß sogar eiste Prahlereien einen Bauernburschen reizen Mnten, fich als Thellnehmer an einer„ländlichen" Schlägerei, m der die scheußlichsten Rohheiten verübt worden waren, zu Nennen, und jetzt, zu mehljähriger Gefängnißstrafe mit zwei Anderen veruriherlt, verwünscht und verflucht er sein mahle- stsches Lügenmaul. ES half ihm nicht», daß er bei der Haupt- ?» Handlung fich vor allen Anwesenden selbst als einen ver- kgenen PiahlhanS hinstellte. Setner belastenden Lüge wurde »ehr Glauben geschenkt, als dem nachträglichen Widerrufe der» selb««.— Weiter stellt dann der genannte Hm Pfarrer dar, ?aß fich solche Fälle nicht einmal zur Begnadigung eignen, *(nn die Voraussitzung hierfür sei ein Gefiändniß der Schuld. direkt und ohne fich noch irgendwo aufzuhalten seiner "S«nen Heimath zu. _..-Ist Graf Rauten noch hier?"«ar die erst« Frage, f'klche er an seinen Vater richtet«, als er das Zimmer be« �at und wohl seine Muttcr, aber Franziska nicht sah. B..«Nein, Hans," erwidert« der alte Herr—„aber Du 1%% so verstört au»— wa» ist Dir? Ist etwa» vor« »wallen?" �*84 komm« von Dürrbeck'S Leiche, Vater," sagte der ge Mann,„und er soll einen Brief an mech hinterlassen k», den Raute« zur Besorgung übernommen. Hat er 'h» nicht da gelassen?" »Er erwähnte nicht« davon, er war auch etwas auf- b�kgt," sagt« der Baron;„er«ar selber dort gewesen— ? hatten sich da viele Leute versammelt, und wie er sich die Menschen drängte, scheint e», daß ihm Einer seme Brieftasche entwendet haben muß." »Seine Brieftasche— so?" w..»Er ging vorhin auf die Polizei, um die Anzeige zu �chen." ,.»In der That? Da« ist doch wunderbar," sagte Ha«» J?*—„und wahrscheinlich mit meine« Briefe darin. Er 'rd fix sch»irlich wiederbekommen." ..»Da« habe ich ihm auch gesagt, aber er will doch we« ?We»I den Versuch mache«: er halte sehr wenig Geld "an« und verlangt nur die Papiere zurück." o..»Natürlich," erwiderte Han», und ein eigenthümliche» zuckt« um sein« Lippen. »Was hast Du nur, Han»?" fragte jetzt auch die stttttt, die ihn bis dahin aufmerksam beobachtet hatte. bist heute so sonderbar— so habe ich Dich eigentlich �«ie gesehen." »Der Tod deS armen Dürrbeck hat«ich so ange- ?>ssen, liebe Mama," sagte Han» ruhig.„Aber wo ist ""toziska?" gl»SBo Franziska ist?" erwiderte die Mutter—„lieber bn»■ �üben bei ihren Schneiderinnen! Da» arme Kind •m!?"och viel zu thun, nnd die Zeit ist so rasch heran- �t, und heute muß ja auch da» Letzt« fertig werden, Er fordert, daß man in solchm Fällen dem aeübten Blicke der StrafanfialtSbeamten vertraue und ihrem Unheil« Rechnung trage.— Wir wollen die Vorschläge des Herrn Pfarrers hier nicht kritifi'en: aber in einem Punkte stimmen hoffenllich Alle, die diese Worte lesen, mit uns überein: Welch»in entsetzliches, unglaubliches Bild aus unserem Gefängnißleden I Der„Allgemeinen Fleischer- Zeitung" geht von gut unterrichteter Secke die Mitthellung zu, daß seit dem Jahre 1882 die Zahl der Schlachtungen auf der hiefigen Zentral-Roß- schlächterei in fortwählender Abnahme begriffen sei. Es find seit der angegebenen Zell überhaupt von Jahr zu Jahr in Berlin weniger Pferde zur Untersuchung vorgestellt, während andererseits von den vorgestellten Pferden eine erheblich größere Anzahl als fcüder als„ungeeignet zm menschlichen Nabrung" von der Schlachtung zurückgewiesen wurde. Aus diesem Grunde haben es die Pferdeschlächter für zweckmäßig befunden, dle Pferde auf den umliegenden Dörfern Berlin« zu schlachten und daS Fletsch einzuführen. Wochenblatt" befindet stch folgende ' r Verwandten und Freun- _________________ heute erfolgten Verbindung mitzuthetlen München, dm 15. Juni 1885, Georg v. Wollmar Julia v. Vollmar Kjellderg. Eine Explostou von Feuerwerks körpera in der Wohnung des Pyrotechnikers Callwitz, Tegeler Chaussee 115 wohnhaft, verursachte vorgestern Abend um halb fieben Uhr, dem„B. T" zufolge, einen nicht unbeträchtlichen Brand und einm gewaltigen Schreckm unter der Nachbarschaft, da bei dm explodirendm Kö'pern fich auch sechs Kanonenschläge befanden, welche hintereinander mU furchtbaren Detonationen losknalltm. Callwitz wohnt im ersten Stockwerk des dem Konditor Kiesel gehöctgen Hauses mit seiner Familie. Die Exploston fand in dem nach dem Hofe hinausgehenden Zimmer statt: dort war der Pyrotechniker, der für ein Geschäft in der Chausseestraße Bestellungen ausführte, mit dem Zusammensitzen von Hülsen zu Fmerwerktkürpern beschäftigt gewesm. und zwar hatte«diese Hülsen vorher in seinem hinter Tegel aus stetem Felde geleamen Laboratorium gefüllt und dann zur Zusammmsetzung nach seiner Wobnung gebracht. Ebenso hatte er bei stch im Zimmer die schon erwähnten sechs Kanonmschläge, welche der in der Nähe wohnend« Schützenwirth für eine Festlichkeit bestellt hatte. Callwitz entfernte fich um halb fieben Uhr von seiner Arbeit, weil er auf dem Hofe etwas zu besorgm hatte. Seine Frau war in der Küche, die Kinder spieltm vor der Hauithür. Wie die Feuerwerktkörper fich entzünden konnten, ist noch nicht ermittelt wordm— plötzlich erschallte eine laute Detonation, die Scheibm der Fenster fielen kltrrmd nach dem Hof, Rauch und Dampf füllte die Wohnung und bald schlugen auch die lichten Flammen hervor, während unter dm Kanonenschlägen daS Haut erdröhnte. Man war zum Löschen deS Brandes auf eigen« HUfSkräfte angewiesen, und sofort strömte auch die ganze Nachbarschaft mit Eimern herbei, während die Reinickendorfer und Berliner Feuerwehr alarmitt wurde. Zu gleicher Zeit wurdm Leitern angesitzt, um die im oberm Stock befindlich« Familie, für welche man dm AuSweg, die Treppen herunter, versperrt glaubt«, auS den Fenstern herabzutragm und zu retten, was auch glücklich dewerlstelligt wurde. Als eine Stunde später die Berliner Feuerwehr auf dem Platz erschim— die Reinickendorfer Mannschaften waren gar nicht gekommen, da ihr Wasser faß stch in Reparatur befand— konnte die größte Gefahr bereits als beseitigt gelten. Zwei Wohnräume warm ausgebrannt, die Wand zwsschen beiden niedngesunlm. Die Feuerwehr löschte die letztm gltmmmden Gegenstände, schlug die Fenster kreuze ein und warf dm Brand chutt auf dm Hof hinunter. Ein Verlust an Mmschmleben ist nicht zu beklagen, da, waS als ein großes Glück gelten muß, sämmÜiche Kinder des HauseS fich b-im Spiel auf der Straße befandm, als die Exploston erfolgte. Der Fall ist doppelt bemerkeniwerth dmch den Umstand, daß derselbe Callwitz, in dessen Wohnung die Exploston stattgefunden, im vorigen Jahre schon einmal der Urheber einer Exploston in der Sa,wedterstraße geworden ist, bei welcher ein junger Mann sein Leben einbüßte. Callmiv wurde dafür ,u einer Gefängnißstrafe verurtbellt: im Lauf de« gestrigen Tages ist er nun für da» erneute Biandunglück der Reinickendorfer Behörde zugeführt worden. 1. Amor'S Rache. Der Gott der Lieb« findet doch seinm Weg überall hin: er lauert nicht allein in maigrünm Wäl- dem, wie alle Mährlein berichtm, auf seine Opfer, oder in den Parkanlagen der Großstadt, wohin ihn unsere modernen Dichter so gern zu versetzen pflegm, nein, der kleine lose Knabe betritt mit kühnem Schritt selbst die Räume, auS denen alle Poeste geschwunden zu sein scheint,— unsere arbeitSseliaen Fadnkräume! So stand er vor längerer Zell in dem Ma- schinensaal« einer hiefigen großen Druckerei und schaute neu- «rtg auf daS Rollen der Schnellpressen und die Jünger . utendergi und hatte sein Wohlgefallen an ihnen. Schelmisch lächelnd beobachtete er, wie eine jugendschönt Punktirerin, während ste de» langweiligen Geschäft« de« BogeneinlegenS waltete, hin und wieder aufblickte von ihrer Arbeit und wie dann ihre Augen die de» Maschinenmeisters suchten, der mit ihr an derselbm Schnellpresse thätig war. Schelmisch lächelnd denn Rauten behauptet, daß e» schon morgen früh aufge- geben werden müsse."'0 „Saß«ich dann da« besorgm. Mama," sagte Han»; rey werß mrt derle, Drngm vortrefflich umzugehm und wmr-w-�ß �.»» W W» habe doch jetzt»erter nicht» zu thun." „Ich dachte, Du hättest so viele Geschäfte," sagte der Vater. „Das Meiste ist schon erledigt, und nur heute muß ich noch einig» Wege gehen." „Du warst bei Dürrbeck?" „Ja, Vater." „Hm, ein unangmehmer Fall I" „Unangenehm, Vater?" „Nun, schmerzlich, wenn Du willst. Aber wohin gehst Du jetzt schon wieder?" „Nur einmal auf«ein Zimmer; ich komme nachher wieder vor." Hau» ging auf seine Stube, und al» er sie erreichte, blieb er mitten darin stehen und legte die Hand an die Stirn.— WaS hatte er denn eigentlich gewollt?— Im Kopfe wirbelt« e» ihm herum; er konnte seine Gedanke« kaum sammeln. Da fiel sein Blick auf seinm Schreibtisch, wohin er damal» den Würfel geworfm«nd vergesse« hatte; er lag»och da, denn da« Mädchen, welche« seme Stube reinigte, durfte nicht« zwischm seinen Papieren berühren. Er trat z« de« Tische, «ah« den Würfel auf und ließ ihn rollen: sechs; noch einmal: wieder sechs; zum dritten Mal: wieder sech». Er versuchte es jetzt auf andere Art: wenn er ihn kurz an- setzte, so daß er nicht Gelegenheit bekam, ein Stück fortzu« «ollen, zeigte er auch andere Zahlm, sobald er aber au«- lief, jedesmal unverändert sech». Sc wog ihn in der Hand, er schien schwer, besonder» an der einen Seite, und ohne sich lange iu besinnen, nahm er au» der einm Schieblade sein breite», wuchtige» amerikanische« Jagdmesser, hielt den Würfel etwas schräg auf da« Fensterbrett und führte mit der dicken Rückseite de» Messer» einen Schlag darauf, der augenblicklich die verschiedenen Theile trennte. Mit leichter Mühe brach er ihn jetzt ganz auseinander, und der kalte Schweiß trat ihm auf die Stirn, denn im Innern konnte er deutlich«kennen, wie die verließ bald darauf der Liebesgott dm Maschinmsaal— sein Köcher war um zwei Pfelle leichter. An jmem Tage aber fanden fich zwei lirbebedürftige Seelen, und alS e» Abend ge- wordm war und daS Rollen der Slbnellpressm nicht mehr in ihcen Ohrm summte, da saßm fie zusammen in einm Gatten eines unserer Vorstadldocfer und— küßten fich und schworen stch ewige Treue.-- Wobl ein Vierteljahr war seitdem vergangen, als eine» Tages der Obermaschinen Meister der Druckerei unseren jungen Liebhaber zu fich rief, um ihm den Kopf zurecht zu setzm.„Wollm Sie wirklich die Dummheit begehen, daS Mädchen zu heirathm, die Punktirerin?" begann er mit ernster Mime,„bedenken Sie doch, waS Sie thun: Ste stnd ein hübscher Kerl, Sie müssen ein Mädchen mit Geld heirathm! Donnerwetter noch einmal, wenn Sie mein Sohn wären, ich hätte Jhnm schon längst die Dummheiten ausgtt'ieben" Die Worte schienen zu wirken. Sinnend stand der Maschi« nmmeister da, er sab stch schon im Geiste al« Gatte einer reichen Frau.„Nun, wollm Ste von dem Mädchen ablassen? Ich meine eS gewiß gut mtt Jhnm?" nahm wieder der Vorgesetzte daS Wort.„Ja." erwidette, noch immer überlegend, der Gefragte.„Dann versprechen Sie mir'S aus daS Bcsttmmteste 1" Er that'S.— An jenem Abend« war eS au» mtt unserer Liebesgeschtchte: Amor harte seinm Meister gefunden— der Obermaschinenmeister hatte mit rauher Hand sein edles Werk zerfiött.-- Amor rächte stch Erbat seine Freundin, die Göttin Fottuna, und die warf der Punk« tirerin eine reiche Erbschaft in den Schooß. 6000 Mark warm durch den Tod eines ihrer Verwandten chr Eigenthum geworden — jetzt war ste eine Braut nach dem Wunsche des Ober« Maschinenmeisters.„Nun liegt die Sache anders", sagt« dieser an jenem Tage, als da? große Ereianiß von der Erdschaft de- kannt wurde, zu dem Maschinenmeist-r,„jetzt halten Sie fich dazu!"— Er hiell fich dazu, der Maschinenmeister, aber er erhielt«inen großm Korb, so groß, daß er seine Schnellpresse und noch mehrere tausend Druckbogen darin hätte nach Hause tragen können. Und da» hatte daS böse Versprechen gethan! Denn verschmähte Liebe läßt fich nicht wieder so leicht zucück- erwerben, vorzüglich dann nicht, wenn— die Geliebte plötzlich reich geworden ist!— Sie ist jetzt die glückliche Braut eine» Anderen, der um nichts auf ihre Hand Verzicht leisten würde. g Inwieweit da»„Wahrsagen" gewisser Personen nach dem Geietz als„grober Unfug" zu ahnden ist, geht au» einem E kenntniß de» königlichen Amtsgerichts I hier selbst hervor, welches den wegen„groben Unfugs" in Strafe genommenen Wahrsager freispiach. In dem E. kenntniß heißt es:„... Zunächst war festzustellen, daß die Tbat des Angekiagtm al» Verübung groben Unfug» auf keine Weise aufzufaffm ist. Da» Haupterforderniß deS groben UnfuaS, daß die Allgemeinheit in irgend einer Weise gestört oder belästigt sein muß, fehll im vorltegmden Falle. Der Angeklagte hat nur in seiner abge- schloffmm Wohnung individuell bestimmtm Personen aeweiffagt und durch diese Handlung weder der öffentlichen Sitte und dem Anstand zuwider gehandelt, noch da» Publikum als solche» alterirt." Sin Mordversuch au» Rache ist. wie erst jetzt bekannt wird, am Sonnabend Abend in Steglitz verübt wordm. Sin dort vorübergehmd beschäftigter Ai bester warb vergeblich um die Gunst der Tochter deS Teichstraß« 17 wohnhaftm Tischler« meistcrS Adam. Von allen Famstienmitgliedern zurückzewiesm, getteth er in solche Wuth, daß er am gedachten Abend uner« wartet in die Wohnung Adam's eindrang und die ihm ent- gegentrttmde Frau sofort mtt dem Messer überfiel. Ein Sttch drang der unglücklichen Frau in die Stirn, knapp über da» eine Auge, ein anderer in die Brust, so daß ste b-wußtlo» zusammenbrach. Der rohe Patron verließ nun die Wohnung und ging ruhig fort, alS wenn nicht» vorgefallen wäre. Natürlich wurde sofort polizelliche Hilfe requittrt, und es gelang dem Gendarmerie Wachtmeister Gottschili, ihn auf der Straße zu verhaften. Die Verletzungen der Frau Adam sollen glück« licherwetse nicht lebensgefährlich sein: der Verbrecher befindet fich in Untersuchungshaft Die Bewohner von Teltow find schon wieder einmal durch«in dradstchtigtes, aber nicht zur Vollendung gelangte» Verbrechen in Auflegung versetzt worden. Der Tagelöhner Schober, Vater von 6 Kindern, hat am Montag oersucht, seine Frau zu«rwürgm. Auf das Hilfezeschrtt derselben kamen HauSgenossm zu Hilfe, sprengten die verschlossene Thür und dianam in die Schoier'sche Wohnung ein. Schober stellte fich den Emdttngendm mit einem sechsläufigen Revolver gegenüber und versuchte abzudrücken, aber die Schußwaffe versagte und deshalb war et leicht, ihn zu bewältigen. Der Revolver war mit sechs Patronen versebm. Am Dienstag wurde Schober in das Untersuchung»- G-fängniß deS Landgericht» Ii ein- geliefert Da» Verbrecher- Album de» Polizei- Prästdium» ist um die Pbotogramme zweier„Durchgänger" vermehit worden. Da» Polizei Präsidium hat dieselbm veroielfältigen lassen und an die anderen Sicherheusbehörden verschickl. Das eine Pho- togramm ist das Vis am 1. d. MS. von Nordhausen flüchlig gewordenen Postsekrelär» Ziegler, der zwei Gelcb iefl mst zu- sammen 10 756 M. miigenommm, das andere da« dcS KommiS Fläche, auf»elcher auswendig die Ein» stand, inwendig«it Blei ausgegossen«ar. Dadurch mußt« die Seite natürlich in jedem Falle da» Uebergewicht bekommen und zu unterst liege», während ste dann obm die Sech« zeigte. Han« hielt den zerbrochene» Würfel in der Hand und konnte den Blick nicht wieder davon abwenden.— Und dieser Teufel hatte sich in seine Familie gestohlen und hätte seine eigene Schwester dann hinaus in die Welt geschleppt und natürlich wieder verlassen; denn wenn er kein Gut, kein Schloß besaß, wie konate er es wagen, ihr endlich zu ge- stehen, daß er fie betrogen?— Und Dürrbeck gewordet in so niedettrichtiger, feiger Weise.— Guter Gott, de» in solcher Weise zu betrügen, war leicht gewesen, da er keine Ahnung nur von solcher Schurkerei haben konnte.— Uno da« sein Schwager I— Er lachte grell auf, al« ihm der Gedanke kam.— Und seine armen Eltern 1— Franziska, da« arme Mädchen, da« fich jetzt abmüht«, um alle Arbeiten zu beenden und ihrem Glück« dann entgegen zu gehen I Glück? Ja, es war ein Glück, daß er so zur rechten Zeit nach Deutschland ge komme», um vielleicht endlose» Unheil von den Seinen abzuwenden I Aber wie jetzt de» Verbrecher seiner That überführe»? Denn wenn auch Han» die moralische Ueberzeugung hatte, daß er vollkommen schuldig sei, wie»ar es möglich, de« Beweis dafür so auf der Stelle zu liefern, daß ma» einen festen Halt an ihm bekommen konate?— Da mochte ihm vielleicht der alte Püster helfen oder wenigsten» rathe«, und er beschloß auch deshalb, ihn ohne Wettere« aufzu- suchen. Den zerbrochene« Würfel steckte er in seine Tasche und verließ ebea sein Zimmer, al» Franziska au« einer andern Thür heraustrat und sehr geschäftig schien. „Ach, Han»." sagte sie,„da« ist heute noch ein schwerer Tag. Ich sage Dir, ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht l" „Ich auch nicht, Fränzchen," seufzte Han», der sie so in ihrem Glück, vor Freude strahlend, vor fich sah und doch wußte, daß er schon die Waffe in der Hand trug, die Alle» mit einem Schlag« niederwerfen mußte. (Korssetzung folgt.) Roiitz FtwittS, b« mö 20000 Rubtln au» Pens« in Xug land durckaeaangen ist. Auf die Ergreifung deS«stertn bat die Oder.Postvi,kttion in Erfurt ein« Belohnung von 750 SR., auf die de» anderen find 1000 SR. und der achte Theil de» vorgefundenen Geldes ausgesetzt Ei« Stoseudteb ist am Montag Nachmittag auf dem Georgen> Kirchhof(Landsberger Allee) in der Person e'neS Kellners festgenommen worden. Derselbe war, wie die„N. Pr. Ztg." mW heilt, dem KirchhofSportter schon seit einigen Tagen alS ständiger Besucher des Kirchhofe» aufgefallen. Beim Ver- lassen desselben am Montag hielt man ihn fest und brachte ihn in daS Inspektion« bureau, wo aui den Taschen seines Sommer- üderzieberS ungefähr 50 der schönsten Rosen hervorgeholt wurden. DaS vor dem Bmeau stch ansammelnde zahlreiche Pu- blikum war über diesen Dieb nicht wenig aufgeregt, und alS man ihn nach dem Polizeirevier in der Friedenstraße zur Fest- gillung seiner Personalien fisttrte, hagelten(so berichten hiefige IStter) verschiedene Püffe und Stöße auf den stechen Kirch- bofsdied, wozu man, unserer Anficht nach, entschieden kein Recht hatte. Wenn der Mann gestohlen hat, soll man ihn den Be« Hörden überliefern, wer einen Menschen schlägt, vergeht sich selbst gegen da» Strafgesetzbuch. Polizei vertcht. Am IT. d. M Vormittags wurde eine Frau in ibrer Wohnung in der Linienstraße erhängt vorgefunden. — Am Nachmittage deffelben Tage» fiel die unverehelichte Melchert, Mariannenstraße Nr. 21 im Dienst, in Folge Fehl« steten» von der Treppe und erlitt dabei einen Knöchelbmch de» richten Fuße». Sie wurde nach Bethanien gebracht.— Um dieselbe Zett gerieth ein die Verbindungsstraße pasfirender, mit Heu delavener Wagen dadurch in Brand, daß ein 13 Jahre alter Knabe in leichlfertiger Weise einen hervorstehenden Halm anzündete. Die Ladung brannte fast ganz nieder und mußte durch die Feuerwehr gelöscht werden.— Einig« Stunden später wurde eine unbekannte, etwa 30—36 Jahre alte anständig ge« kleidet« Frau auf dem Molkenmartt wegen plötzlichen Unwohl- sew» vom Kondukteur aui dem OmnibuS nach dem Flur deS Hause» Molkenwarlt Nr. 3 gebracht, wo ste jedoch schon wenige Minuten darauf, anscheinend in Folge eine» Schlaganfalls, verstarb. Die Leiche wurde nach dem OdduktionShause geschafft. — Am Abenv deffelben Tage» wurde auf dem Spreewege im Thiergarten plötzlich daS Pferd einer Droschke scheu und ging durch. Am Schloß Bellevue wurde der Wagen gegen einen Laternenpfahl geschleudert, wobei der Fohrgast mit dem Kopfe in die Glosscheiden d«S vorderen Wagenfenster» fiel und de- deutend« Berletzungen im Gestcht erlitt. GerirKts- Rettung» ReichsgerichtSentscheidung. Die Bestimmung de» 257 Abs. 2 der Strafprozeßordnung:„Dem Angeklagten ge- ührt da» letzte Wort"— forden nach einem Urthell de» Reichsgericht», UI. Strafs., vom 23. März 1885, daß nicht die StaatSanwattschast, sondern daß der Angeklagte die Schlußrede zu führen habe, dagegen räumt diese Bestimmung nicht dem Angellagten da» letzte Wort gegenüber seinem Vertheidiger «in, so daß stet» der Angeklagte persönlich da» letzte Wort haben müßte. Hat demnach zuletzt der Angeklagte und sodann der Vertheidiger gesprochen, so braucht daS Gericht nicht noch- malS den Angeklagten zu befragen, ob er selbst noch etwa» zu seiner vertheidigung anzuführen habe. Der§ 257 der Sst« Pr�Ordn. verlangt nicht, daß, wenn wie hier, der Angeklagte einen Vertheidiger hat, nothwendig zuerst der Vertheidiger und dann erst der Angellagte sprechen müffe, daß mit anderen Worten der Angeklagte nicht bloß gegenüber der Staats- anwaltschaft, sondem auch gegenüber seinem eigenen Vertheidiger da» letzte Wort gehabt haben müffe. Zwar heißt e» im Gesetz Absatz 3 deS Paragraphen, daß der Angeklagte anch dann, wenn ein Ver« theidiger für ihn gesprochen hat, beftagt werden muß, ob er selbst noch etwa» zu seiner Vetthetdigung anzuführen habe. Der Sinn dieser Vorschrift geht aber dahin, der Umstand, daß ein Vertheidiger gesprochen hat, dürfe die Vertheidigung de» An- geklagten für stch allein nicht al» abgeschloffen erscheinen lassen, da der Angeklagte den Vorttag seines VertheidigerS zu ergänzen haben kann; der Sinn der Vorschrift geht ferner dahin, daß dem Angeklagten zu einer solchen Ergänzung nicht bloS da» selbstverständliche Recht zustehe, sondern daß er auf die Geltend- machung diese» Rechts durch ausdrückliche Anfrage fetten» de» Gericht» aufmerksam gemacht werden müsse. Wenn aber ohne solche Anftage der Angeklagte schon au» eigenem Entschlüsse zu seiner Vertheidigung da» Wort genommen hat, würde die Anfrage, ob er die» thun wolle, keine Bedeutung haben, und zwar auch dann nicht, wenn der Angeklagte da» Wort, wie nach dem Vor- stehenden hier anzunehmen, nicht erst nach seinem Vertheidiger, sondern vor demselben genommen hat; er hat dann seinersetts, wie vorau»gesetzt werden muß, nicht nur Kenntniß von seinem Recht auf eigene AuStühnmg feiner Vertheidigung gehabt, sondern er hat dieses Recht auch thatsächlich geltend gemacht, und obgleich er zweifello» auch in solchem Fall befugt wäre, den auf seinen Vortrag gefolgim Vortrag de» VertheidigerS zu ergänzm und stch hierzu daS Wort zu erbitten, so bleibt doch die dm Abs. de»§ 257 erfüllende Thatsache bestehen, daß nicht bloß der Vertheidiger, sondern auch der Angeklagte selbst Gelegmhett zur Wahrnehmung seiner Interessen gehabt hat. DaS Wesenlltche der Vorschrift de» Abs. 3 best« hl darin, daß der Angeklagte neben dem Vertheidiger zum Wort komme, nicht darin, daß die» unbedingt erst nach dem Vertheidiger geschehe; die» zeigen die Worte„auch wenn ein Vertheidiger gesprochen hat", und der Rachdruck der auf dem Worte fer" „ob er selbst noch" ruht". IoMles ttttfl Arbetterbemguug. Der Streik tu der Hartung'sche« Stahl- und'Eiseu« .erei, Prmzlauer Allee Nr. 41, ist nun definitiv deschloffen, alle Versuche, auf gütlichem Wege die Differenzen au»zu- Skichen, fehlgeschlagen find. Kollegen! Unsere Forderungm nd gerechte, da eine Lohnerhöhung von 25 pCt. jedenfall» nicht zu viel ist. Wir bitten alle Kollegen, im Intel effe unserer Sache un» tteu zur Sette zu stehen und den Zuzug von Berlin, besonder» von der genannten Fabrik, fern zu hatten, denn unser Sieg ist Euer Sieg! Etwaige Geldsendungen find an Herrn Behrend, Reinickendorf«�. 60, zu adresfiren. Die «ommisston. I. A.: H. Schul,. Ruheplatzstr. 26 Gegen«ine gute LebevSstelluug de«»»bette« richtet stch gnavezu Alle»,„wa» da kreucht und fleugt". Jetzt be- weist Wied« die„Schlestfche Zeitung", daß die Erhöhung d« Getreidezölle da« Vakrland dethalb schädige, wenigsten» auf die Dauer schädige,„weil ein Volk reich werde nur durch seinen Handel und seine Export- industrie." Eine Ervortindustrie ab« könne nur blühen bei relativ billigen Arbeitslöhnen, also bei einer relativ bi lligen Lebenshaltung der unteren VolkSklassen. Deshalb dürfe daS Getteide im Preise nicht steigen, damit d« ArbettSlohn nicht in die Höbe gehe. Dai Bündniß d« industriellen Schutzzöllner und der Ag:ari» werde dah« kaum von länger« Dau« sein.— Uns interesfirt bei dieser Auieinandnsetzung hauptsächlich die Bemerkung, daß ein Volk nur reich w«den könne, wenn e» den unteren VolkSklassen relativ schlecht ergehe. Die unteren Volk»« klaffen machen nun doch zum mindesten sdrei Viertheile deS ganzen Volke» au». So entsteht die wunderbare Phrase: soll «» dem„Volke" gut gehen, so muß S dem Volke schlecht §ehen. Zieht man aber dm Schleier, eduztrt da» aber dm Schle so angesehme Blatt, von dies« Phrase, so die„Schlestsche Zettung", einfach:„Wenn«S einem kleinen Theile de» Volkes gut gehe» soll, so muß e» dem großen Theile desselben schlecht gehen— dieS ist göttliche und wellliche Ordnung."— Dasselbe Blatt«wärmr fich bekanntlich auch für dm Import dei rusfischm Arbeiter, welche dm nationalen Arbeit«« die Preise drücken, fichnlich auS dm eben angegebenen Gründen. Wir aber bleibm bei unserem Grundsätze: Soll S einem Volke gut gehen, soll eS reich w«den, so ist die Pflege aller seiner Glieder nothwendig, so muß fich d« materielle und geistige Segm möglichst gleichmäßig auf die Bevölkerung ergießen. Und da die„Schlestsche Zettung" ein Blatt ist, welche» stch viel mit Landwirthschast beschäftigt, so wollm wir demselbm die» durch ein landwirthschafilicheS Bei- spiel klar machen. Man nehme einen gut durchgearbeiietm Ack« an, auf dem der Dünger ganz ungleich v«>hetlt ist. Auf dm magern Stellen verkrüppelt der Halm und wenige Körn« w«dm ge«ntet und auf den allzu fetten Stellen schießen die Halme dick, geil und lang empor und da» Unkraut wuchert dazwischen. Die Nehren aber sind taub und hohl. Wie gefällt d«„Schlesti'chm Zeitung" diese» Bild, ist es nicht ein Spiegelbild der h-utigm wirthschafllicken Zu« stände? Verthettt man ab« in fleißig« Arbett den Dünger so gleichmäßig, wie möglich, so sprießm kräftig und kömer- tragend die Halme auf, und wmn auch die einzelnen Halme nicht völlig gleich kräftig und gleich schw« ttagend fiirv, so weilt doch da» Auge mtt B«gnüaen auf dem wogmden, reich- gesegnetm Weizmack«. Wie gefällt d«„Schlestschm Zeitung" diese» Blld? Un» gefällt e» sehr wohl, möge dasselbe bald ein treue» Spiegelbild d« mmschlichm Gesellschaft werden. «egev die deutsche Eptelwaareuinduftrie hat fich augenscheinlich ein Erlaß de» französischen Mini« st e r i u m S gerichtet, welcher dm Zoll für 100 Kilogramm auf alle Sptelwaarm auf 60 Mark festsetzt. Hierüber klagt ein Mitarbeit« de»„Fränkischen Courier"', da Nürnberg durch die Maßregeln ganz befand«» gettoffm wird.„Nicht allein die Spinnerei", so heißt e»,„sondem auch Schnitzerei, Papp- waarm, Gummibälle:c. nehmen die Franzosm in dm weit degreifmdm Ausdruck BImbelotterie und lassen fich 60 Frei. bezahlen, wo der Zolltarif 7, resp. 16 Frc». verzeichnet. Ja, ste gehen so wett, ein ordinäres Papphandtäschchen, da» 15 M. im Gros kostet, mtt ICO Frc». zu»«zollen, weil fich eine Nickelblech. Verzierung daran befindet, indem N ckelarbeitm diesen hohm Zoll kostm. DaS gleiche LooS trifft ordinäre Trompetm und Säbel auS Nickelblech. Die Franzosen legen dm Tarif auS, wie fie eS für gut findm; die Arbetten au» Blech, Holz, Mesfing>c.«xistiren nicht mehr, weil fie wmiger als Sptelwaarm bezahlm: dagegen giebt ihnen das kleinste Stück Nickelblech die B«echttgung, da» Ganze al» Nickelarbeit anzusehen."— D« Verfasser deS Artikel» im deutsch, freifinni- gm„Fit Sri. Cour." wendet stch nun in sein« Roth an die deutsche ReichSregiemng um Abhilfe. Gegen diese Auffassung aber erklärt stch ein Manchest«mann in dem„Leipziger Tageblatt"(volkswirthschaftl. Theil,„liberale Seele" deS Blatte») folgendermaßem:„Ob die deutsche Regierung berechtigt ist, Vorstellungen gegen diese Tarifirung zu«Heven, ist wem al» zweifelhaft, da wir bekannttich mit Frankreich keinen Taus- virtrag. sondem einen Meistv«aünstigung»vettrag bifitzen und außer Deutschland keine andere Macht Interesse an dem Zoll auf Splelwaaren hat, also auch keine in ihrem Tarifotttiaae besondere Admachungm üb« denselben getroffen hat. Die deutsche Regiening hat bereits einem Nürnbnger Kaufmann auf eine Beschw«de üb« denselbm. Gegenstand eröffnet, daß mf_____________ ZW K.., fich die Sache zur diplomatischen Behandlung nicht eigne, und konnte auch kaum eine andere Antwort geben, da der deutsche BundeSrath selbst mehr ali einmal d t e bisher übliche oder sogar vorgeschriebene Tartfirunaplötzlich geändert hat, ohne auf die Jnt«effm d« vetheiliätm Jnvustriezweige immer Rücksicht zu nehmen, ganz zu schweigm von den ZollluriostS, die eine eigm- ihümliche Aehnlichkelt mit dem ftanzöfischm Verfahren betreff» d«„Nickelarbeiten" hattm. So lange uns«e Ätrthschast«. Politik dahin ziev, nach Möglichkeit jeden fremden Import zu verhind«n, wird man fich über ähnliche Maßregeln de» Auslände» füglich nicht beschw«en können, wmn auch imm« mehr deutsche Industrien datunt« z» leiden hadm." Eine erwähneuSwttthe Einrichtung wird seitm» der lächstschm Staat»eise nbahnverwaltun g vom 1. Juli d. I. ab in» L-den gerufm werdm. ES sollen nämlich von diesem Tage ab zwischm Dresden und dm von zahlreichm A' beitem be- wohnten Ortschaftm Plaum und Potschappel am Morgen und Abend Arbetterzüge eingelegt worden. Der Abgang er« Klgt in Dresden vom Kohlenbahnhofe au», der in d« Mitte S Fabrikoiettel», also für die Ardeit«wev äuß«st günstig gelegen ist. Die Züge führen nur 4. Klaffe, und werdm für dieselben neben dm gewöhnlichen BilletS 4 Klasse auch Dutzend« billet» und AbonnementSbillet» für einen vollen Monat zu ganz bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben. Da daS Unt«nehmen aber nur dann ein lohnende» sein kann, wenn die Arbett« von dies« V«günstigung recht regen Gebrauch machen, so wird diese Einrichtung zunächst nur»«suchSweise in« Lebm gerufm w«dm._ Perewe uuä Perssmmluuge». hfs. Die größte und imposanteste Massenkundgebang der Berliner Maurer seit d« mächtigen Streikbewegung von 1871 dürfte unstreitig die öffentliche Maurer-Versammlung gebildet haben, welche am Mittwoch, den 17. d. SR., Abend», , dm dicht gefüllten, üb« 5000 Personen fassenden Koloffal- räumm der„Philharmonie", Bernburgnstraße 22, tagte, um nach kurz«, ab« ernst« Erwägung nahezu einstimmig zu beschließen, an Stelle d« seitherigen partiellen Streiks die allgemeine ArdeitSniederkgung auf allm Bauten tteten zu lassen und die Arbett nicht eh« wiedtt auszunehmen, al» bi» die nunmehr erhobenen Ford«ungen von 1) ein« Lohnerhöhung der Maur« auf 50 Pf. für die Stund«, oder 5 Mi für den zehnstündigen Arbett»- tag, sowie 2) der Einsetzung ein« aui Meistern und Gesellen je in gleich« Zahl zusammmgesetzten Kommisston, welche alljährlich für beide Theile bindend die Lohnverhält- niffe regest— x Alb" seitens der Arbeitgeber allgemein bewilligt find. Ferner nahm, wie wir gleich hi« hinzufügen, dk Versammlung einstimmig einen Antrag an, wonach ste„nach Ausbruch deS allgemeinen Ausstand«» e» al» Pflicht sämmtlich« unver- heirathetm und solch« Gesellen, welche nicht unbedingt an Bttlin gebunden find,«klärt, die Stadt sofort zu verlassen und dieselbe zu meiom, bi» d« Ausstand bemtzet ist." AuS den ca. zweiftündiam V«Handlungen der in musterhaft« Ruhe und parlamentarisch« Ordnung verlaufmm Versammlung heben wir hervor, daß d« Lest« derselben, Herr Behrend, vor Eröffnung d« Diskussion einen kurzen StreiksttuationS- M ten„Ton- " urer am menen'Thatsachm bestätigte» au» denen der Redner die fol- gmdm, seine nunmehrige Ueb«zeugung ausmachmdm Schluß- folaerungen zog. Obgleich, so etwa führte er aus, die par- tiellen ArbettSeinstellungm in«heblich« Ausdehnung eingettetm und— wenn auch schwach— noch imm« in der Vermehrung begriffm feien, gleichwie andererseits auch die Zahl der die Gesellenforderung(von 4 SRI. 50 Pfg. täglichem ohn) bewilligenden Arbett« fich schon jetzt auf mehr 100 belaufen möge und noch stetig— freilich nur langsam— zu- nehme, so werde doch ziemlich allgemein in den SRe#- J* Gesellenkreisen der Maur« stark die Möglichkett bezweifelt. Ml e» durch partielle Streiks noch gelingen werde, M übetdie» von der Mehrzahl der Ges-llen al» unzureichend» t-achtetm Fordnung die allgemeine Gellung al» dießjähM Mtnimallohnsatz zu verschaff-n. Imm« mehr habe stch mein die Uebeizeugung aufgedrängt, daß nm durch»ine all' gemeine ArbettSeinst'llung d« Berlwer Maur« und««' wandten Baugew«k»arbett« auf fämmtlichen Bauten mf» Alle«sprießltcheS Resultat erzielt w«den könne. Die ÄM' kommisfion unterbreite daher der Ansammlung die nachw»' den Resolutionen urd Anträge zur Erwägung und BesiW faffung. Der Wonlaut der Resolution und de» M in der Tonhallen- Ansammlung am 14. d. Ml». eingebr-M und einstimmig angenommenen Antrages ist folgend«' „Resolution: In Erwägung, daß durch die Steigerung d« Mieth«. und Leben« dedürfnißp reife d« bi»h« hier geM Lohn d« Maurer unjulängltch ist; in ftrrtztr Erwägung, M die heutige Geschäftslage eine Erhöhung d-S Lohne» un## Haft ertaubt, und endlich in Erwägurg, daß die Hnren auf unsere wie»«hotten Ansuchen um Verhandlungen ß# einer Lohnerhöhung un» kein« Antwort gewürdigt haben,# keine genügende Lohnerhöhung eingetreten ist, stellen wir gende Forderungen: 1. Wir verlangen die E-höhung de» Wr d« Maurer auf 50 Pf. für die Stunde; 2 wir verlange» Einsetzung einer ars Meistern und Gesellen je in gleicher zusammengesetzten Kommisfion, die alljährlich für beide bindend die Lohnverhältnisse regelt. BeS uns diese Forl>eui»g°° bewilligt, legen wir sämmtlich die Arbeit Nied« und«% fie nicht eher mied« aufnehmen, alS bi» unS diese»»? zugestanden find."—„Antrag: Nachdem nun der gemeine Autstand ausgebrochen ist,«klärt die eS al» Pflicht sämmtlich« unverheirath ten und solcher �ie,Ä welche nicht unbedingt an B«Iin gebunden stn\ die � sofort zu vn lassen und ste zu meiden, dt» der Auestan» dee»� ist."— In der lebhaften, durch große Sachlickkett und mentarischen Zuschnitt stch autzeichnenden DiSkusstnn°erM" fast sämmtliche Redn« die Meinung, daß ein entsche�jö Erfolg nur noch durch allgemeinen Ausstand auf allen zu«zielen sei. Ein zweiter, d« Versammlung voilieg«� Anttag des Herrn Schmidt:„Die Generalvcrsow� möge beschließen, seinen Genaalantrag auf Pioklamirung allgemeinen Streik» anzunehmen," wurde vom Antrog>>� e. zurückgezogen.. DK «wähnte Resultat. gegen 16 Sttww� Unvebriratbeten und zu"Gunsten d« übrigen Anträge' ,c. zurückgezogen... DX � ftimmung«gab Resolution wurde d« Antrag auf da» b«eilS mit allen Abreise der tu m»....... Inve hriratheten»n» Berlin nicht Gebundenen-c. einstimmig% nommen. Besonder» charakteristisch und imposant der demorstrative Schluß dies« Maffenvnsammlung, welasÄ» reichlich 5000 Tbeilnehmern besucht war, während etwa C, nach verfügter Schließung deS Lokals nicht mehr einge%, Maurer vor dem Versammlungslokal und in den angren� Straßen fich aufhielten, ohne daß e» auch nur zur Ruhestörung gekommen wäre. Nach Beendigung der mungen forderte de, Vorfitzende die Anwesenden mit bexN! eindrucksvollen Worten auf, ihre gleichsam eidlich auf die d« Berliner Maur« gelobten Beschlüsse nun auch mtt unM samer Konsequenz und Opferd«eitwiuigkeit auszufahren ohne Ausnahme käapfend mit in Reih' und Glied zu% damit man auch diesmal wied« wie früh« mtt Fug und sagen und fingen könne: „ES braust ein Ruf wie Donnerhall— B«linec Maurer streiken all'!" � Und ali« dann auf da» gute Gelingen deS Streik««% n fache» Hoch ausbrachte, da stimmten in dröhnendem 60»% die vielen Tausende d« im Saale versammelten Räon« � Arbeit jubelnd und brgeistert mit ein. Daran reihte st«. Proklamirung de» allgemeinen Streik» durch dm Vorsttzen� worauf die ganze Ansammlung neundina» wie% donnernde Hochrufe auf den B-rlir« Maurnstriil auSvr, In must-rhaftet Ordnung verließen die Versammetten das% als die Versammlung d« Vorfitz-nde nach Ankünmzung' � Ichon am darauffolgenden Donnerstag Nachmittags b» lagen stattfindenden Versammlung der Streikenden» lutt 11 Uhr für geschloffen«klärte., � rb. Im Arbeiter-Bezirttverein der Friedrichstabt l» � am Mittwoch, den 17 d. M, der Stadlono dnrte tf üb«:„die Einführung eine» gewerblichen Schied»»#'« � Berlin." Von den vier Vntretern der Aibeitnpartti Stadtvnordnetenversammlung, sowie dem d« denwl?''� Partei angehörigen Stadtoerordneten Schtegnitz sei d«/» p eingebracht worden, den Magistrat um eine Vorlage, richtung eine» gewerblichen Schted«gerichte» b-triffenv, t suchen. Dies« Anttag sei auf keinen Widerstand vielmehr einer gemischten Deputation, bestehend au* Stadtverordneten und fünf Magistratsmitgliedern l"' J» rathung übnwiesen worden. Alle vi« Arbettn-Stadw�, neten gehöien dieser Deputation an, doch würden«st na« WU 1. Juli beginnenden Ferien die Arbeiten d« Deputation itgiy Vom Arbeit«- Bezirksverein„Vorwärts" sei eine Petiti� Sinne de» Antrages an den Magistrat gnichtet worden Beifügung des Entwurfes eine» OrtSflatut», welch#«e Magistrat vnvielfälttgt worden und den Mitgliedern Wjji werbe-Deputation zugegangen sei. Gewerbliche Schiedst beständen schon in Hamburg seit dem Jahre 1874, in b«g seit 1876, außerdem in Leipzig, Dreiden, Erfurt sei nur zu bedauern, daß nicht üb«all die Zusammen!'�' dieselbe sei. Auch für Berlin habe fich die Errichtung� . 001 jtungjS gew«blichen Schiedsgerichte» als dringende Noihwen�i» «wiesen. Da» jetzt bestehende Gew«begericht w«de dlN�uf Gewerde- Deputation de» Magistrate» gebildrt!,, Kollegwm bestehe au» einem Magistrat»« alS Vorfitzenden und v«eideten Magistrats sek#� alS Beifitzern. Dieser Zusammensetzung vermögen� Arbeit« kein große» Vertrauen entgegenzubringen und demzufolge der Anttag, daß dos zu errichtende J Schiedsgericht für Berlin gleichmäßig au» Arbeitgebern«� Arbeitnehmern gebildet werden solle. Die Wahkn bet#'� würden die Arbettn-Stadtv«ordneten entschieden vafu' � treten, daß diese geheime wären, da bei offenen Wob'" Arbett« vermöge ihr« Abhängigkett von den Arl vielfachen Unannehmlichkeiten ausgesetzt sein würden- sprach fich Referent für Entschädigung der im®( Schiedsgericht funktionir enden Arbeitgeber au», da die hktau» erwachsenden viel üb« 50 Millionen betragenden Berlin durchaus nicht in Betracht und Arbettn� Kostm bet�l Etat kommen überdies die Magistratsbeamten de» jetztam Gew«deg�.� auch besoldet würdm. Ued« die Zuläifigkeit von VntheiM»� Verantwortlich« Redakteur R. Crouheim in B«lin. Druck und Vnlag von Max Babing in Berlin 8W., Beuthstraße 2. namentlich durch juristische Personen, ließe fich streiten,# Refttmt sein« Meinung dahin Autdruck, daß e» nidst mäßig sei, juristische Pnsonen als Verth-idig«, wohl ab«. genossen al» solche zuzulassm. Durch dm qu. Anttag fii die Arbett«- Stadtoerordneten dm Beweis geliefert. nicht einseitig, wie ihnm bei dm letzten Kommunalwah�?.�!' Vorwurf gemacht morden sei. die Interessen der A' better? � zunehmen, sondem in gleichem Maße die Jnt«effen v« p sammtm Bevölkemng Berlins zu wahren gewillt%% V dm Ardettem liege e» nun, zu bekunden, ob ste mtt richtung eine» Gewerbe- Schiedsgericht» in dem angevc?� Sinne einvnstanden wärm. An dm Vortrag knüpfte#$ kurze Diskussion und theilte der Vorfitzmde, H«r Pftm#' zg daß demnächst vom Verein eine mtjprechmde Petition�,./ Magistrat gerichtet w«den würde.— Zuvor hatte der|W stell« Land einen Vorttag über:„Die Kunstgenüsse de» gehalten, üb« welchen bereit» an ander« Stell« worden ist und d« auch hi« da» größte Jntereffe txtMs BrtW" Hierzu eine Beilage zm Berliner BMblatt. 9k. 140 Freitag de« 19 Juni 1885. n. Jahrgang. vi, 'i I Der Kampf um den Gesch. Echan seit längner Zeit hat fich in Wien ein aviisozia- Mischer Verein gedilvet. der auch einen dewnderen P ehauS- Auß niedergesetzt hat zur Herausgabe vorkSttüialich gehaltener ölugschriften und Broschüren. Die jüngste Broschüre deS "ereinS ist betitelt:„Der Kampf um den Befitz" und hat den. »ie liberale Bläiter besond>iS hervorheben, antisozial- demokratischen Echriftsteller Dr. F Chleborad zum «erfaßt'. _ Düse kleine BroÄüre ist übrigens von großem Interesse Und wenn ste auch nichts rvefentlich Neue« enthäll, so wird in derselben der Eiosf doch äuj'tfi geschickt verwerihet. Dabei «Mmt d« Bei fasser aber ,u R-sult.tcn, bei denen seinen Auf- «aggebcm d« Haare zu Berge gestanden haben mögen. Der Beifoffer will den Beweil führen, daß„der Kampf um den Befitz" kein bedenkliches soziales Merkmal der Neuzeit sei. Daß ihm dieS gelingt, ist ficher. AIS ob Uton noch niemals den Kampf zweier Hunde um den Befitz einei Knochens gef'hen hmte? Und doch fin» die Hunde noch nicht rinmal io entwickelt, wie die Menschen in der Uizeit DaS Be« benkltchste an der Broschüre ist üb-igenS, daß der Verfasser ubigen Beweis noch führen will. Wu vrrmebrm sucht. Mit dieser VermehrungS- Tmdmz geht die Anziehung Hand in Hand, welche der Anlagebefitz stets auf daS Betriedekopital auSüdt; ste vermehren fich und die -•—•» nri m.~-—- Folge davon ist eben die Befitz- Zentralisation. Allew diese . 2r_ nrm m. C\ X__ 1 1 1 � � � X � S» W QQ.. SSSSSKS-Z ES kämpfen ferner die Besitzer dm gegen die«esttzlofm. ?ar Allem die Besitzlosen gegen die kleinen Untemehmer, um £;]« an der Aneignung der, wmn auch nur ausnahmsweise reitngmdm, rudimmtären Befitzbildungm zu hindern. Der Kampf Die Ärleseri«. Frei nach Alphons« Daudet. , Geht«an von meiner Mühl« in» Dorf hinab, so '?>mnt man vor eine« Bauer« Hause vorbei, da» einsam m 'Arm großen Hofe steht, der mit MaulbeerbSumm be- poanzt ist. Da« ist da« echt« Bauernhaus der Provence, "W feinm rothm Dachziegeln, der breiten, braunm, un- �gelmSßig mit Fenstern durchbrochmm Front; hoch oben u Aktterfahne, die Winde, um die Heuballen hinauf zu fchaffm, wovon einig« braune Büschel fich durch da» Gitter VNausdtängm. ., Warum war diefe» Hau» mir besonders in die Augen Gefallen? Warum sah ich stet» mit einer gewissen Be- 'kannung nach dem geschlossenen Hofthor hin? Ich hätte 7� nicht sagen könne» und doch war diese Behausung mir �heimlich. Wenn man vorüber kam, bellten nicht einmal 23* Hunde, die Perlhühner liefen davon ohne zu schreie«. war mir zu still da herum. Im Innern auch keine ?l>mme, auch nicht da» Glöckchm eine» MaulthiereS. Ohne e,e weißen Vorhänge vor dm Fmstern, ohne de« Rauch, �0«« dem Schornstein stieg, hätte«an de» Ott für un- "hnt gehalten. v Gestern kam ich mit de« Glockenschlage zwölf au« ,*** Dorf zurück und«ich ein wenig vor der Sonne L? schütze», ging ich längs der Mauer de» Bauernhofe« im Schatten der Maulbeerbäume. Auf der Straße 2** dem Haufe luden die Knechte schweigend einen ?�wagen. Da« Thor war offen geblieben. Ich im Vorbeigehen einen Blick hinein und bemerkte 8*4 hinten im Hofe, auf die Ellbogen gestützt, dm £0Ü in die Hände vergrabm, an einem breiten, steinernen *,'4«inen hochgewachsenen Greil mit ganz weißen Haaren. 5* hatte«in« kurze Jacke an und seine Kniehosen waren in rVirn- Ich blieb stehen. Einer der Leute raunnte mir in» ZT*:„Still! E« ist der Meister. In de« Zustande ist dli.». h*« Unglück seine» Sohn«».- In diesem Augen- te k!«in« Fi au und ein Knabe, be�e schwarz gelle, det, Händen schwere Meßbücher«,t Goldschnitt, an un« *4 und traten in den Hof. ist ein ungleicher; der Aniheil an der Beute geschieht so, daß die B'sttzlolen fich mit dem Lohne begnügen müssen; e« geschieht die Th-ilung nach der allen KriegSteael; Dem Führer die Beute, dem Söldner den Sold. Die Härtm diese» TheilungSmoduS weiden nm unbedeutend dadurch gemildert, daß die Unternehmer ihren befitzlosm Streitgenossen hier und da Anthetle am Gewinn(Tantiemen) gewähren; auch die humanen Gegenleistungen find nur ein geringer Theil der von den Um ei nehmern ihren befitzlosen Elreitgenoffm weggenommenen ArbettSernägniffe. Ihr Maß ist eine so unbedeu- tende Quote de» Unternehmerg ewinne«, daß e» all Ausgleichsmittel im sozialen TheilungSprozeß nicht ernst genommen werden kann. Der Ettrag wird nach Auszahlung der befitzlosm Streitgenoffm folgender Art gethettt: Unter dem Nomen deS Zinse»(KaoitalztnseS im weiteren Sinne) und zwar lowohl de» G und-, Pacht- und Bodenzinse«, wie de» eigent- lichen Kapitalzinse«, femer unter dem Namen de» Untemehmer« lohue», endlich unter dem Titel de« Unternehmergewinnes be- lommi den Löwenar.toeU der Befitzcnde. Dem Grundsatz der wirthschaftlichen Gerechiigkeft wird hierbei nicht entsprochen und eine Folge dieser Alt de» Kampfe» und der Theilung ist da» Schwinden de» Mittelstande». Der Grundbesttz erscheint einer- seil« in unübersehdarm Ladifundien konsolidirt, andererseits tn Millionen Parzellen zeibröckelt; der mittlere Grundbesttz schwindet und anstatt zweiseitiger Lohnverttäge finden wir nur einseitige, durch die politische Macht de« BefitzeS gehelligte Satzongen. Auch durch Konventen z-Ehm häuft fich der Befitz. Wir sehen also, daß der Verfasser dm Kampf der Gegen- wart tn scharfer, und zwar nickt in anttsoziaitstischer Weise, schildert. Daß er femer dle Rechtmäßigkeit, wenigsten« die moralische Rechtmäßigkill de» gegenwärtigen Besitze» sehr stark anzweifelt und daß er die gegenwärtigen sozialen Zustände keineswegs als gute, wünschenSwerrhe hinstellt. Dethalb teilet er den Leser auch au» dm sozialen Kämpfen der Gegenwart bin tn die sozialen Kämpfe der Zukunft, in welchen er da» Porhmschm de» Kampfe« der Menschen gegen die Natur hinstellt, dessen Taktik die wirthschastliche Gerechtig- keit sei. Der Veiftsser steht eine Zeit kommen, wo man Strafen auf die witthsch östliche Ausbeutung de« Menschen durch dm Menschen legen wird; solche wirthschastliche Ausbeutung führe j tzt schon zu eimm Strelle der Sondertntenffen mit dem Staat»- und Gemeinintereffe.«DaS StaatSinteress« werde aber zum Siege gelangen, indem die Besitzlosen sich an der staatlichen Recht»- bildung detheiligen werden." Da» ist offenbar ein sozialistischer Gedanke, oder wenigsten» die Ahnung eine» solchen, wmn auch unklar und unpräzi« ausgedrückt. Der Verfasser meint dann zum Schlüsse, daß die nokh- wendige Allianz der Befitzlosm mit dem Staate gegen die private Befitz- Zentralisation durch Förderung de» Assozi-rtionSwesen» wirken würde und zwar zu ökonomischen und zu BtldungSzweckm.— Da» heißt doch: zu allgemeinen gesellschaftlichen Zwecken.--- Wenn der anttsozialistische Verein zu Wim mit derartigen Broschüren einverstanden ist, so ist da» gewiß kein Unglück. Obgleich wir dm Autor wever in Beziehung auf Inhalt noch Form durchaus loben können, müssen wir doch anerkennen, daß seine Arbeit geeignet ist, bei der großen denkirägen Masse der „Gebildeten" wenigsten» da» stumpfsinnige VonirtheU gegen ein eingehende«, unbefangene» Erwägen de» sozialm Problem» zu zerstören. Möge nur mehr dergleichen kommen. Jolitiscke Ueberpirkt. Zur Dampfersubvention. Von zuverlässiger Seite wird der„Hamb. Börsmh." au« Berlin geschrieben:„Wie Ihnen bereit« gemeldet, soll dem Norddeutschm Lloyd die Ausführung beider Linien nach Ostasten und Australien über- ttagen werden, ebenso ist Ihnen bekannt, waß Vlisstnaen als der(im Gesetz vorgesehrne) holländisch-belaische AuSlaufShafen auserkoren ist und ebenso, daß der von Vertretern de» Nord- deutschen Lloyd ausgesprochene Wunsch, Southampton an- laufen zu dürfm, seitens der Regierung abgelehnt wordm. Wenn aber boneben auch gemeldet wir, daß die zwischen Ver« ttetern der Regierung und de« Norddeutschen Lloyd noch fort- während fiattfindmdm Besprechungm, fich nur auf nebmsäch- liche Einzelheiten bezögen, derm Ordnung keine Schwierig- Der Mann setzte hinzu:„Die Meisterin und der Klein« kommen au« der Messe. Sie gehen Tag für Tag in die Kirche seit der Sohn fich getödtet hat. Ach, Herr, da» ist ein Jammer. Der Vater trägt noch die Kleider de» Todtm, man kann ste ihm nicht nehmen. Dia! Hü l zieh, Braune! Der Wagen setzte sich in Bewegung. Ich wollte gern noch mehr«fahren und bat den Fuhrmann, mich aufsteigen zu lassen. Und oben, mitten im Heu, hörte ich die herz- zerreißmde Geschichte. Er hieß Jan. Er war ein prächtiger Bauernsohn von zwanzig Jahren, züchtig wie eine Jungfrau, zuverlässig, ein offme», sonnige« Geficht. Weil er ein schöner Bursche war, schautm alle Mädchen ihm nach; er aber hatte nur eine im Sinn, eine klein« Arleserin, ganz in Sammet und Spitze« gekleidet, der er einmal im Amphitheater von Arle» be- aegnet war. JmHof sah man ansang« diese Neigung nicht gern. Da« Mädchm galt für eine Kokette, und ihre Eltern waren nicht au» der Gegend. Aber Jan wollte seine Arleserin um jeden Prei». Er sagte:„Wenn man sie mir nicht giebt, dann sterbe ich." So mußte«an wohl ja sagen. Die Hochzeit sollte nach der Ernte stattfinden. Eine« Sonntag» Abend» aber, die Familie saß im Hofe nnd hatte eben die Mahlzeit beendigt,«» war fast «in Hochzeitsmahl— die Braut war nicht dabei, aber man hatte in einem sott auf ihr Wohl angestoßen— da ttitt ein Mann in« Thor und mit fast bebender Stimme ver» langt er, Meister Esteve, aber ihn ganz all«« zn sprechen. Esteve steht auf und geht mit ihm hinau« auf die Straße. g?„Meister," sagt der Mann,„Ihr wollt euren Sohn an eine Schelmin verheirathen, die zwei Jahre lang meine Geliebte gewesen ist. Wa» ich da sage, beweis« ich: Hier find ihre Briefe! Die Eltern wissen alle« und hatten ste mir versprochen; seitdem aber euer Sohn sich um sie be- wirbt, wollen weder sie noch die Schöne etwa» von mir wissen. Und doch hatte ich gemeint, sie könne nach dem Vorgefallenen nicht mehr die Frau eine» andern sein." ,.E» ist gut!" sagte Meister Estev.', nachdem er die Briefe gesehen.„Kommt herein zu eine« Sla» Muskateller." leiten böte, so hat fich die» seitdem all ein Jrrthum herau»« gestellt. Die seit Eröffnung der Offerten zwischen Vertretern ver Regierung und de» Norddeutschen Lloyd stattgefundenm Verbandlungm haben einen Charakter angenommen, welcher fich keineswegs auf Etnzeldestimmungm beschränkt. In den- jentgen Kreisen, welch« sämmtliche eingegangenen Offerten kennen, geht die Anficht übereinstimmend dahin, daß tn Bezug auf die ostafische Linie die Hamduraische Offerte die eni- schieden voriheilhaftere gewesen sei. Wenn trotzdem au» all« gemeinen Gründen dem Norddeutschm Lloyd der Vorzug ge« aeben werden sollte, so richtetm stch die späterm VerHand- lungen mit dem Lloyd dahin, dmselben zu solchen Aenverungen setner ursprünglichm Offerte zu veranlassen, daß letztere dadurch dem Hamburgischen Angebote näher gebracht«üive. oder, mit anderm Worten ausgedrückt, e» ist drm Norddeutschm Lloyd gestattet worden, nachträglich seine Offerte wesentlich zu ändern, um ste so annehmbarer zu gestalten." Dem bekannten Dr. Etgl, Redakteur de»„Beiischen Unterland", welcher fett dem 1 Nooember vorigen Jahre» im Zellmgefängniß zu Nürnberg eine gegen ihn durch Urtheil de» Schwurgericht» vom S. Juli 1884 erkannte neunmonatliche Freiheitsstrafe verbüßt, ist ver Rest der Strafe im Gnadenwege erlassm wordm. Oesterreich-Ungar«. Wir hoben bereit« darauf hingewiesen, daß verschiedene Blätter fich bemühen, den in Brünn stattgehadien Krawall recht sensationell aufzubauschen und al» Agitation gegen die gesetzliche ArbeitSzett zu verrvetthm. E» stellt stch indessen immer mehr herau», daß derselbe lediglich deshalb mtstand, weil die Arbeiter sich übervortheilt glaubten. Inwieweit dieses richtig ist, wird fich bald herausstellen. Bi« jetzt streiken die Arbeiter noch, ste verlangen 10.stünvige Arbeitszeit; die bi» jetzt gepflogmm Unterhandlungen haben zu keinem Resultat geführt, da die Fadrikantm die lo-stündige Arbeitszeit nicht akzeptiren wollen. T chwedeu nnb Norwegen. In Schweden ist ein neue» Gesetz gegen die Trunksucht angenommen worden. E« beschränkt den Großhandel mir Branntmein auf Beträge von 250 Liter aufwärts, dm Kleinhandel auf Beträge über ein Liter. Weder in Läden noch in Schmkm darf un gere in i a ter Slbnap»(Fusel) oder solcher, der mehr al» 4L pCt. Alkohol mthält, abgesetzt werden. Der Kleinhandel mit Schnaps wird auf die Zeit von 8 Uhr Morgen» bi« 9 Uhr Abend», an Tagen vor Sonn« und Festtagen bi» 7 Uhr Abend» beschräntt. Die Schenken sollm nickt vor 7 Uhr früh und nicht später al» 10 Uhr Abend» in den Städten, 8 Uhr Abend« aus dem Lande geöffnet sein. Sonntag» und Festtag» darf Brannt« mein nrckt ander» ausgeschenkt werden al» zur Mahlzeit, je ein Gläschen die Person. WoTruppm lagern oder zusammm- gezogm find, ist Slbnap» schank untersagt. G r o tz b r i t a u« i e«. Da» neue�Kabinet ist nunmehr gedtlvkt und wie folgt zu- sammengesetzt:" SaliSbmy Premierminister und Ausuiftige», Sit Haroinge Giffard, Lorbkanzler, vir Stafford Northcote. welcher in die Pairiwürde erhoben wird, Lordpräfidmt de» Geheimen Rath», vir Michael HlckS-veach, Schatzkanzler und Führer der Konservativen im Unterhause, Sir Rtchard Croß» Innere», Oberst Stanley, Kolonien, Smith, Krieg, Lord Georg« Hamilton, erster Lord Ver Admiralität, Randolph Churchill, Indien, Graf Camovon, Vizekönig von Irland, Lord John Männer», Generalpostmeister. E» fehlm nm noch Ernmnungm für die unwichtigeren Postm. Egypte«. In Suez ist e» zu erheblichen Unmhm gekommen, üb« welche der«Pol. Korr." folgende» berichtet wird:„Unser sonst Si friedfertiges Städtchen befindet fich in größter Auftegung. nglische Patrouillen durchstreifen Tag und Nacht die Gassm, und von Kairo wurde telegraphlsche Poltzeiverstärkung requirirt. In einer der zahlreichen Kaffeeschänken, welche seit der Olku- pation aufgetaucht find, batie ein junger eifersüchtiger Grieche ein daselbst bedimstete» Mädchm geschlagen. ES mtstand in Folge dessen zwischen den anwesenden Gästen eine blutige Rauferei mit Messern und Pistolm, wobei der junge Grieche von dem Eigenthümer de» Etablissement» niedergeschossen wmde. Die Nachricht von der Ermordung eine» Griechen verbreitete Der Mann erwidert«:„Viel Dank! ich Hab« heute mehr Kummer al« Durst." Und er geht fort. Der Vater tritt wieder, al» wäre nicht» vorgefall«, in den Hof, nimmt wieder seinen Platz am Tisch« ein und da« Mahl endet fröhlich wie e» begonnen. Am späten Abend aber ging Meister Esteve mit seine« Sohn hinau« in die Felder. Sie blieben lange draußen. Al» st« wieeer heim kamen, hörte die Mutter sie noch reden.„Frau," sagte der Vater, al» er seinm Sohn zu ihr fühtte,„küsse ihn, er ist unglücklich I" Jan sprach nicht mehr von der Arleserin. Und doch liebte er sie noch immer, ja, mehr al« je, seitdem man sie ihm in de» Armen«ine» andern gezeigt. Er war bloß zu stolz, um etwa« zu sagen, und da» kostete ihm da» Leben, dem armen Jungen. Manchmal verbracht« er ganze Tage in einem Winkel, ohne stch zu regen. An andern Tagen ging er mit Eifer an die Feldarbeit und verrichtete mehr al» zwei Knechte. Begann«» zu dunkeln, so machte er fich auf den Weg nach Arle» und ging in einem sott, bi« er die Thürme der Stadt im Abendroth erglänzen sich. Dann kehrte er um. Wetter ging er nie. Die Leute vom Hofe, die ihn immer so traurig und einsam sahen, wußten sich zuletzt keinen Rath. Man befürchtete ein Unglück. Einmal sagt« die Mutter, al» sie ihn so betrachtete, mit Thräne« tn den Augen zu ihm: „Höre, Jan, wenn du sie dennoch willst, so wollen wir sie dir geben." Der Vater erröthete vor Scham und ließ den Kopf sinken. Jan winkt« verneinend und ging au» der Stube. Von jenem Tage an war er ein andrer Mensch. Er »ahm nunmehr«in heitere» Wesen an, seinen Eltern zu Liebe. Man sah ihn wieder im WirthShau», beim Tanz, bei allen Festen. Auf der Kirchweih von Fonvieille führte er die Farandole an. Der Vater sagte:„Er ist geheilt l" Der Mutter aber war«» immer noch bange um thn und ste behielt ihn mehr al» je im Auge. Jan schlief mit de« Kleinen in der Nähe de» Boden». Die arme Alte ließ fich ein Bttt neben der Kammer ihrer Kinder aufschlagen. sich blitzschnell durch die Stadt und sSmmtlich« LandSleute deS Eilrordetm eilten herbei, um Rocke zu nehmnr. Der Mörder flüchtete über die Dächer der Nachbarhäuser, wurde jedoch wüthend verfolgt. Mtitlerwrile erichtenm der Gouverneur, der griechische Konsul und die gesammte Polijtimachl an Ort und Stelle. Dteselbm verlangten nun im Namen de» Gesetzes die O'ffrung d-S Thores jenes Hauses, in welchem, wie die «rbilteite Volksmenge wußte, der Mörder verborgen war. Kaum war das Thor ß'-öff et, als die wüth-nde Menge in das HauS eindrang, den Thäter herbeischleppte und anzesichtS der Behörden denselben mit Stöcken und Messer« so lange bearbeitete, bis er, m>t zahlreichen Wunden bedeckt, todt am fitze blieb. Die Wuthschnaubenden eilten sodann in da? ■iffeehau« zurück und vollendeten das Werk der Zerslö.ung. Da die Menge Miere machte, andere Kaff-ehäuser zu plündern, verlangte der Gouverneur vom englischen Konsul militärische Hilfe, we ck« bereitwillig gewährt wurde. Einstweilen sind alle Läden geschlossen und ist. jeder Verkehr eingestellt." Stadtverordneten- Versammlung. Sitzung v om 18. Juni. Der Eiadtoerordnet-n Vorsteher Herr Dr. Straßmann er» öffnet die Sitzung um 5'/« Uhr mit aeickäft ichen Mitthrilun« gen. D:e Abtheilungen haben die Wahl»on 10 Mitgliedern für die gemachte Deputation zur Vorbereitung der Wahl eines Mitgliedes für den Bezirks Ausschuß Berlin vollzogen. Nach Erledigung verschiedener Naturalisalionsgesuche und einer Vorlage, welche die Aufnahme einer Anzahl Personen in daS N kolaus-Bürger Hotzi-al befürwortet, staltet Herr Etadtv. Dr. Kürten für den Ausschuß für Rechnungssachen Bericht ab und beantragt die Dechargirimg einer Reihe von Rech» rungen, welche auch die Versammlung ausspricht. DebatteloS angenommen wird ferner eine Anzahl Anträge drSAusschuff-S, welche den Magistrat auffordern, für Adänveiuna gew.ffer Unregelmäßigkeiten und Ungenauigkeiten, die zu Ausstellungen Anlaß gegeben haben, Sorge zu tragen und die einige Wünsche sür die Art und Weise der Rechnungslegung und RechnungS- führung entsprechen. Ebenfalls dedatteloS erfheili die Versammlung nach Bericht- «rstattung seitens VeS Stadto. Singer 17 verschiedenen RechnungS vorlagen die Decharg« und nimmt sodann Kenntntß von dem Resultate deS durch die Aufstellung von Waffer» meffern in den Protz'schen Bedürfnißanstatten ermittelten WafferoerbraucheS. Einem Ausschuß von 10 Mitgliedern wird die Vorlage bltreffe-'d die Eca-erbuna deS von dem GmnZslücke Lietzmann- straße 6/7 und Georgenkirchstraße 30 zur Straßen« rdretterung freigelegten DerrainS übliwiesen, milchet in der nächsten Etzung Bericht ersiatten soll Die Einrichtung eines neuen städtischen Kohlenplatzes auf dem Gö.lttzer Bahnhof wird nach dem Antrage des Magistrats genehmigt. ES folgt die Berathung der Vorlage betreffend den An- fchluß einet Thetles von Charlottendurg an die Kanalisation von Berlin. Ein Antrag des Stadto. L i m p r e ch t, die Angelegenheit zu vei tagen und nach den Serien wieder vorzunehmen, wird abgelehnt. Ja eine GeneraldiSkusston wird nicht eingetreten, sondern der Antrag deS Stadto. Samm angenommen, die Sache einem Ausschuß von 15 Miigiiedern zur Vorberalhung zu überweisen, weicher von den Adrheilungen am nächsten Donnerstag gewählt werden. Ohne Deba'te genehmigt werden die Vorlagen des Mag'ttrats betr ff nd die Emzirhuna der Kirchensteuer und bettrffeNS d S Llaiut für die Aioert Menzel- Stiftung. Zur Kenntntß gelangt die Vo lagt betreff-nv die F ei» stellen und Schulgeldbefreiungen an den höheren Lehr» ""�Etadtv. Direkt?! Dr. S ch w a l b e knüpft einige erläuternde Bemerkungen an, weite eine Erwiderung des SladtschuiiathS Dr. Jürstenau veranlassen. Hiermit ist die Angelegenheit e» ledigt. Der Nagtstrat ersucht, da« Proj'tr zum Neubau einer höhnen Bürgerschule aus den Grundstbcken A exandrinenstr. 5, 6 und 11 zu genehmigen. Von verschiedenen Rednern werden Autstellungen an der Bausktzze gemacht. Sine Reihe Rechnungsvorlagen wird erledigt und die hei der Spaikaffe im Jahre 1884 vorgekommenen Etats- Überschreitungen gebilligt. Der Magistrat ersucht die Stadl» veroronetevvelsamluvg. zu genehmigen: wthe. Große Freude herrschte im Hofe. Der Chäteau-neuf wchte sür jedermann und gewürzten Wein gab e» in Hülle und Füll«. Dann Abend» Petarten. Raketen auf der Tenne, all» Zürgelbäume voll venetianrscher Laterne»! Der heilig» Elvi soll leben! Bis zur Erschöpfung wurde die Farandole getanzt. Der Kleine verbrannte sich die Bluse. Jan selber sah fröhlich au«, er wollt« sich mit seiner Muiter im Tanze drehen. Die arme Frau»einte Freudenthränin. Um Mitternacht ging man zu Bett. Alle Welt »ar müde und schlafbedürftig. Jan aber schlief nicht. Der Kieme erzählt« nachher, er habe die ganze Nacht durch geschluchzt. Ach, den armen Zangen hatte es Unheil- bar gepackt. In de« Morgenfrühe hörte die Mutter, wie jemand hastig durch ihr Z>m«er rannte. Es war ihr»i« eine Adnurg:„Jan. bist du e»?" Jan antwortet nicht, er ist schon auf de, Treppe. Die Mutter erhebt sich ei' ig von rhrem Lager.„Im. wo gehst du hin?" Er steigt auf den Dachboden, sie ihm nach.„M-m Kind, um de« Himmel« willen I" Er verschließt die Thüre hinter sich und ichiedt den Riegel vor._ � „Jan,«ein lieber Jan, gitb Antwort. Was hast du vor?" Sie sucht tastend mit zitternder Hand dre Klink« Em Fenster wird aufgerissen, der Niederprall eines Körpers auf die Steivfließen de» Hofe»— uns alle» � �Der arme Junge hatte sich gesagt:„Ich kann sie nicht vergessen. Ich«rll sterben." O, wa, stnd unsre Herzen elend und schwach I Es ist immerhin seltsam, daß die Ver- achtung die Liebe nicht zu töoten vermag I An jene« Morgen fragten die Leute i« Dorf«,«er wohl so entsetzlich aufgeschrien, da unten«ach dem Gute Esteve zu. Die Mutter war es, die halbbekleidet im Hofe dort, vor dem steinernen Tisch, den fu chrbaren Schrei geihan. Dort hiett sie, mit Blut und Morgenthau bedeckt, in ihren Arme« den tobten Sohn. 2) da» ihr vorgelegte Projekt zum Neubau eines®e» bäude» für dl« Handweikerfchule auf Vem an der Lindenstraße belegenen anderen Theil de» Ma.kthallengrundstücks Lmden- straße 97/98 und F iedricksiraße 18 nebst dem dazu gehörigen Kosten-Anichlage über 432,570 M. mV stellt diesen Betrag, vorbehaltlich der Beschlußfassung über die d'finitive V-r« rechnung desselben, a conto der Anleihe von 1882 zur DiS- posttion. Etadto. Dr. Schwalbe beantragt Ausschußderathung, well eine so wichtige Vorlage zu prüfen in dem kurzen Zeit räum von 2 Tagen nicht möglich sei. Di: Stadto. Talke und Salge sprechen stch gegen jede Verzögerung au». Der MazistratSantrag wird angenommen; AuSschußbe» raihung abgelehnt. Ebenfalls genehmist wird die Vorlage, betr. die Proj kte zum Neubau der Markthalle III und eine» ZuganaSgedäude», sowie de» Gebäudes für eine zweite Sparkasse auf den Grund- stücken Zimmerstr. 89/91 und Mauerstraß« 82. Zu der Vorlaae, betreffend die Skizze zum Neubau de» tqlizri P äildtal-Dienstzebäud«» am Aiexanderplatz, b-antragt tadtv. Richter zur Herstellung einer monumei talen Frcab« ein KonkurrenzauSschreiben zu veranstalten und begründet seinen Antrag mit der Meinung, daß diese Konkurrenz zur Ermunte« rung der jüngeren Aichttekt-nwelt dienen solle. Etadto. Singer: Ein Bedürfniß für eine monumentale Focade ist in diesem Falle durchaus nicht vorhanden. Wir haben nur den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen, ein Dienstgedäude sür die Polizeideliörve herzustellen, aber nicht mehr. Ich war erstaunt, als Herr Richter beantragte, die Kosten, welch« 6 Millionen betragen, noch zu erhöhen. Dieser Betrag ist so hoch, daß man eigentlich an» nehmen könnte, es gäbe Niemanden, der noch mehr fordern könnte. Wir find genau den Wünschen der Be- Hörde gefolgt und da» ist genug. Wir haben gar keine Ver anlassung au» anderen Gründen weh? für die Ausschmückung diese» Gebäude» zu thun. Ich ersuche, den Antrag R ckter abzulehmn. Der Herr Eiadibauraih wird au» der Diskussion die Empfindung mitnehmen, daß er im Rahmen der Vorlage bleibend sür die Ausschmückung alle» thun wird, wa» er thun kann. Der Antrag Richter wird abgelebnt und der M-gi» stratsantrag mit dem Zu atzantrag de» Etadtoerordn. Salge angenommen. E» folgt dt« Vorlage betreffend die Skizze zum Neubau eine» Asyls für nächtliche Obsachlose und für wohnunailose Familien, sowie einer Desinfektionsanstalt auf dem städtischen Grundstücke an der Prenzlauer Allee. Stadto. Salge tadelt die Verzögerung, welche die ganze Angelegenheil seitens des Magistrats gefunden hat, hält aber trotzdem die Vmp.üfung der Vorlage durch einen AuSlchuß für nöihig. i_________ Stadtbau'.aih'B l a n k e nst e i n" weist auf die Schwierig- kell hin, welche bei der Feststellung deS Bau Programms zu überwinden war. DaS jetzt bestehende Asyl konnte nicht al« Muster genommen werden, well es gar kein Azyl zu nennen sei. Stadto. Singer: Ick ersuche, den Antrag auf Aus« schußberatdung abzulehnen. Mit dem Sladiv. Salze bin ich etnveestansen, daß die Verzögerung durch den Magistrat sehr bedauerlich ist. Die N»!h«rn?igk«it aber, so rasch wie mö.ritch ein gerügendes A!yl herzustellen, ist so groß, daß jede V-r zögerung vermieden werden muß. Deshalb will ich die Ein- Wendungen, welche ich gegen da! Bauorogramm zu macken habe, gleich im Plenum zur Sprache bringen. Zunächst wü-ilche ich ko'statirt zu hören, daß die Abänderung, welche die S ckkommisilon in der Art vorgenommen, daß an Stelle der vorgeschlagenen S tzp'ätze für die A ylisten Lagerstätten eingerichlet weiden sollen, stch der Zustimmung des Magistrats erfreut Ferner finde ich die Anzahl der Badewannen(9 iüc Männer, 3 für Frauen) nicht genügend. Bei größerem Andränge stnd mindestens 20 für Männer und 5 für Frauen erforderlick. Außerdem vermisse ich den Hinweis, daß in der Küche im Borde Hause auch die Hei stellung der Abendsuppe für die Akylistcn vorgenommen werden soll. Es ist kein Zweifel, daß, wenn wir beschloffen haben, im allen Asyl Abendessen auS.utheilen, dieser Beschluß auch auf die neue Anstalt An» Wendung findet. DaS find die Bedenken, welche ich vorzu» bringen harte. Noch hätte ich eine größere Ausdehnung der Kloieträume gewünscht; eine solche Maßregel körnte den Gti'undheilSjustand der Anstalt nur vtidessern. Im Großen und Ganzen emspricht daS Bau P ogramm meinen Wünschen. Wenn der Vertreter des Magistrats auf meine Anregungen eine genügend« Antwott gieot, stehe ich nicht an, auf Aus- schußdeiathung zu verzichten. Etadtbaurath Blankenstein: Für Herstellung von Lagerstellen wird gesorgt werden. Nach den btsheiigen Er- gebnissen ißt die Zahl der Badewannen genügend. Sollte eine Vergrößerung der Einrichtungen noihwendig werden, so wird st: stch herstellen lassen. Die Küche im Vorderhause ist berliner Theater. Dentsche» Th-ater. Da» Deutsche Theater hat sich schon wiederholt da» Verdienst erworben, verborgen« nnd halbvergeflen« Schätze der Vergessenheit zu entreißen. So auch diesmal mit der Aufführung von Hebbel'»„Maria Mag�alene," da» seit de« vor Jahren erfolgten Gast'piel der Wolter and Li« winSky's im Residenz Theater nicht wieder aufgeführt»or« den ist. E» mag die« wohl zu« Theil de« Umstände zuzu» ichreib«» sei», daß bi» zur Gründung des Deutschen Theater« den Berliner Bühnen für die Besetzung der beide« Hauptrolle» nicht die geeigneten Vertreter zur Verfügung standen. Die eigentlich« Ursache dieser Vernachlässigung eine» der großartrgsten Werk« der neuere» dramatischen Dichtung liegt indeß wohl tiefer. Da» Drama übt mit feinem un- erdtttlichen Ernst und seiner düsteren Größe«ine fast un» heimliche Wirkung auf den Zuschauer au». Es bannt un» uuwiderstehlich in seine Kreise, die stch eng und immer enger um un» zusammenziehen und au» denen e» kein Eni« rinnen giebt. Der Trschlermeister Anton lebt seit 30 Jahren in glücklicher Ehe. Sern« Frau ist sanft und fromm. Sie hat ihre Kinder, Klara und Ka l, zur Arbeit und Gottes- furcht erzogen und weiß, daß unter der rauhen Außenseite ihre« Gatten sich ein edle», gute», r opfere» Herz birgt. Meister Anton ist ei» eigenartige, Philosoph. Er hält nicht viel von den Menschen. Er hat viel Böse» von ihnen erfahren und hat sich allaiälig daran gewöhnt, sie hinzu- nehmen wie sie find und sich ihretwegen keine Gedanken zu machen. Er hält es mit seinen beiden Augen: die denken auch nicht; sie betrachten nur. Aber über diese« steten Beobachten ist er ei» unglücklicher, verbitterter Mann ge- worden, der flch fremd fühlt in der Welt, die er nicht ver« steht und die so ganz ander» ist al« er in seiner starren, engen, aber streng rechtlichen Denkungßart sie sich vorgestellt hat. An seinem eigenen Soh-e muß er e« erleben, daß der Junge au» der dumpfen Enge und Beschränkiheit de« häuslichen Leben», in de««$ nicht» Andere« giebt al« hobeln, so groß projekllrt, daß sie auch die Abendsuppe für die liefern wird. Die Kiosetiäume genüzen..._ Schließlich wirb der Antrag de» Stadt». Gert h, P Vorprüfung der Angelegenheit einen vom Vorstand gwW» Ausschuß von 15 Mitgliedern zu beaustragen» der»«era» der r ächsten S tzung Bericht zu erstatten hat, angenomar»-. Es folgt eine Re he ur. wesentlicher Vorlagen»ach de»»* trägen deS Magistrats. Schluß 8 Uhr 40 Minuten. Eme geheime Sitzung schließt stch an. KoksZes. «. Der Peoz-tz Stöcker ist zu Ende, die liberale« f tungen haben Sri. ff. ihre Leser über die Rede der E-uii» amkenzeit hinweg zu täuschen und die konsirvitive» 0# haben alle Hände voll zu thun, ihren Helden wieder rein« waschen. Et kann angesichts der Thatsachen, die stch vor Augen Aller abgespielt haben, nicht unsere Aufgabe sri»,] der ganzen Sache für oder wider Stellung zu nehmen,» will uns scheinen, al« ob auf beiden Seiten unendlich«J unsaubere Wäsche zum Waschen kam und daß die»litett» Presse gut daran thäte, ihr steretisches Jubel-eschrei dochn» allzu laut ertönen zu lassen. Wer die Geschichte der All# bewegung in D-utschlanv kennt, wird wissen, daß wir m# Feinde der Stöck/l'schen Maximen sind, es wäre daher n# feil, auf den gefallenen Gegner nunwehr auch mit(Wu% heute kann eben Jeder an dem besiegten Widersacher lein MÜ# kühlen. Wem das paßt urd wer eS über stch kann, der mag es thun, unsere Sacke ist«S nicht. Wir v-iöffentlichten gestern eine Erklärung Hvfpredigrr Stöcker, in welcher stch derselbe unserem nach selbst genugsam kennzeichnet. Andererseits aber sdÄZ uns ebenso vrinäend nedoten, daraus hinzuweisen, daß«S szenirung, die Mache deS ganzen Prozesses eine mir d'Stiii? unwürdig zu bezeichnende war, und wie sehr Herr Stöck-' durch die erwiesenen Thatsackm att politisch, vielleicht all gesellschaitlich todter Mann zu betrachten ist, f« lawiS doch ganz offen behaupten, daß dieser igen Leute. so wu# HV»"Ö vi,*.. vut vicjn-CCUIC, mit so unoehturet Emphase in die Blast werfen und stch berufenen Vertreter der öffentlichen Meinung aufspielten, ß* und gar nicht da.» angethan waren. Wer hat den Proj«L? gefangen? Die„Freie Zeitung" und ihre Hintermänner.** gesehen davon, daß dem Publikum wieder einmal ein Sitzred# in seiner ganzen Kost losen Nichtigkeit vorgeführt wurde, J! Schauspiel, welches kaum dazu bettragen kann, auf die Shlli# der Ueberzeugung der oder de« eigentlichen Beleidiget � besonder» günstiges Licht zu werfen, so entpuppt stch die«JJ Sache dem Auge deS Kundigen und des Sehenden als»» was von jeher hinter'jeder„freistnnigen" Aktion gestciv% als ein— Schacher. ES ist immer ein abscheulicher ilnf; wenn man steht, wie flch gierige Raben auf eine wehrlost stürzen— ist et vaS Anderes, wenn ein vollständig unbekm# Rechtsanwalt die billige Gelegenheit denutzt, um für stckjr Harn« zu machen, wenn er. da es nichts kostet und ihm# rianer, aber jene Leute, die stch in ihrem wilden, wabnwitV' SiegeStaumel soweit vergessen, daß fie sogar die alleratiM lichsten Gesetze der Wohlanständigkeit außer Augen lafftf,% werden eS schwerltch jemals soweit bringen, daß.„ anständige Theil der Bevö kerung ihnen seine 61,, paihten zuwendet. Was ist die Folge des Projistn Man schnorrt, man schnorrt Abonnenten für die„Freie p' tung", für das Heroenhaste Blatt, welche» für die AllgeM/ heil in die Bresche gesprungen ist, und jeder rechtfchafr „Freisinnige" fühlt dal nothwendige Bedüifniß, ein s«'-� Blatt nach Kräften zu unie. stützen. Ob das schön wenn aus dem heiligen Brustton der Advokaten vor der Ton de» mühlendammer AmeißerS nachhallt? vielleicht nicht die ganze Skandalaffaire nm de«„GesäM'-g wegen entrirt gewesen sein? Wir wissen eS nicht, wolles? auch nicht wissen, nur soviel sei gesagt, Herr Stöck r hat K seinen Anhängern vor G-richt keine glänzende Rolle gesp?. aber ein gewisser Theil der„Freisinnigen" ebenso wenig, r haben keinen G und zum Jubeln und Triumphiren.,„ er.„Dankbarkeit ist eine Pflanze, die nur auf Grö� wuchert," so ckö.Un wir kürzlich in einer Volks versaniv# einen unserer Stadtverordneten in einer schwungvollen% stch ausdrücken.„Undank ist der Wett Lohn", so sagen g die wir prosaischer angelegt find. Man kann nicht behaus daß eS gerade ein erhebende« Gefühl wäre, wenn man Sache Aufmerksamkeit gewidmet hat. für dieselbe nach K'% eingetreten ist, und wenn man stch dann als Dank K Grobheiten sag-n lassen soll. Aehnlich geht eS uns in Si� Beziehung mit dem Arbeiterinnen-Verein. Man wird in£ Kreisen jener Damen stch wahrscheinlich noch der Zeit der� stehung deS Vereine« erinnern. Nach der ersten und nachss ersten Versammlungen hielt eS fast die gesammte Beiv* sägen und hämmern man von Neuem h trotzige» Ungestüm» größeren Wirkungskreis, ein weniger enge», weniger � geregelt.« Leben. Und wie er die überschäumende Lib# kraft de» Sohne» nicht versteht und durch sein starre«% halten an Brauch und Sitte sich diesen mehr und>% entfremdet; wie sein harter Sinn lieber da« SchlimÄ von dem Sohne glaubt, al» daß er zugiebt, daß«r P? in ihm gnrrt; wie er ohne zu zaudern den Sohn de» S>f, stahl» bezichtigt, an de« jener doch unschuldig ifl, obsck? der Verdacht sich nothwendig gegen ihn richte» muß:>' treibt er durch seine selbiiqaälerrsche Härte, durch sein% berzige« Ehrgefühl Frau und Tochter in den Tod.% Frau, die eben von schwerer Krankheit genesen ist, zusammen bei der Nachricht, daß ihr Karl de» Diebsta� bezichtigt wird, da st« steht, daß ihr Mann keinen 9% blick an der Sich id de« Sohne» zweifelt. Die Tock'? Klara hat sich in einer unglücklichen Stunde eine« liebten Manne hingegeben, um de« eigenen H-rzen zu machen, daß fie Nicht mehr an den fernen Jugendft#, denkt, der fie so gänzlich vergessen zu haben sch# Und dieser ungeliebte Mann, an den fie stch. weil& starren Sinn de» Vater« kennt, mit der Kraft der% zwerflang klammert, obschon ihr vor ihm graut, stößt*' Unglückliche zurück, nachdem er erfahren, daß fie ih« zubringen werde, al» sich selbst. So treibt der unbevs same Sinn de« Meisters auch die Tochter in de» An der Leiche der Mutter hat fie e» ihm zugeschwo# daß sie ihm keine Schande machen«erde— und fi» ihren Schwur. Sie stürzt sich in de» Brunnen.* Der hart« Sinn de» Meister» Anton aber wird durch die» Letzte, Aeußerste nicht gebrochen.„ „Sie hat mir auch die Schande nicht erspart/ ff seine letzten Worte.„Man hat gesehen, wie sie sich" Waffer stürzte." Die gestrige Aufführung bot ein um so *»« Interesse dar, da sie unwillkürlich de» gleich mit der einzige« frühere« Darstellung heraus!� dert«. Da» Drama stellt sehr groß« Anforderung'' S'. für argrmeffen, die Bistrebungen der Frauen mit Hohn � deh-mdeln und in VaS Lä-berliche zu zi hen. Man hat ahrscheir lich veeg'ffm, daß auch wir unser Theil dazu beige- '"gen haben, d,m Arbeiterinnm> Ver-in jene Rck» wng und B-achtung zu«zwingen, die er heute S!l"'S ist gewiß«in bemerkeniwertb'S Zeichen, 9*11«8 heut« außer einem albern» n Börsenblatte «me Zeitung mehr wagt, die Berliner Arbeiterinnen in daS Benich leichter Witzeleien zu ziehen. Wir glaub!en btkher, an der B«fferunq dieser BerhSltniffe auch ein nein wenig mit- geaibeitet zu baben. Mag dem nun fein, wie ihm wolle, un>«' keiner. UmftSr den hätten wir geglaubt, daß die derzeitige �orfitzende dcS Vereins, Frau Patting, in öffentlicher Ver- «nrinilung von der Lektüre unseres Blattei adiaihen würde. �Lir lasen näml'ch bereits vorgestern in fast allen Berliner Ä«tung-n folgenden Bericht:„Der hiesige Arbeiterinnen« Verrtn hielt am Mittwoch in EchwareerS„Salon" in der «runnenstraße eine seiner regelmäßigen Wanderversammlungen, wrlche nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern stark besucht war. Die Vor fitzende, Frau Pötting, hatte das jKtserat über„die Nothwendigkeit der Vereinigung aller Ar- derterinnen" übernommen. Frau Fortong mint« die Wort« der Boifitzenden noch weiter, worauf Fräulein Wadnitz in vielfach von Beifall unterbrochener Rede für die Forderung der Sonntagsruhe und des No malarbeit»« tageS et- trat. Frau Stägewann betonte, daß die Frauenwelt dch geistig m-hr autbilden sollte und empfahl für diesen Zweck bie fl-ißge Lektüre bei„Berl'ner VolkSblattt". Da aber »am sie schön bei der Borsitzenden an, welche unter lebhafter Zu st tmmungberVersammlung bieseS Blatt abfällig kritifirte, da sie an bessere ge i st iae Kost gewöhnt sei. Lebhaften Un- willen erregte die Aeußerung eines Arbeiters, der seine Ver« wunderung darüber aussprach, daß so viele„faule Elemente" »> dieser„Damenversan mlung" wären. Nachdem noch Frau Eanciu» den B-rsammelten für ihr Erscheinen gedankt, schloß btt Vorsitzende die Versammlung um 11 Uhr."— Wir hatten absichtlich mit der Kritik eineS solchen Verhaltens gewartet, weil wir vermutbeten, dieses Benehmen würde aus dem Verein selbst«ine Zurückweiiung erfahren. DaS ist leider nicht ge« ichehen, und so wollen wir denn mit unserer Verwunderung dicht zurückhw'ien urd unS die Frage erlauben, wie jene Dame SU ihrer how- afoen Erklärung kommt? Unser Blatt dient bekanntlich den Jntereffm der Arbeiter und soviel wir wiffen, haben wir unS in dieser Beziehung niemals«ine Nachlä-stg- «it zu Schulden kommen lassen. Wir find stets mft Wärme und Eifer für unsere gemeinsamen Interessen eingetreten, die Verfechtung dieser Jntereffen ist unser Zweck, und wenn die «ektüre einer solchen Zeitung unier der geistigen Würde der Zeitigen Vo- fitze' den bei Ar beiterinnen-Vereins ist, io können wir dieseld« höchste» S um ihre erleuchtete Ueberlegenheft benei» den, und wenn wir galant wären, würden wir nurmehr ein- die Segel streichen. DaS find wir aber in diesem Falle dicht-«st haben eS nicht gern, daß man uns unmottvin an- .- und vor Allem veripüren wir denn doch nicht die Ä.ubrfte Lust, urS in dieser Weise die Leviten lesen zu lassen. i?�drr war«, wrr stet» der Meinung, daß die Frauenftoge tob der großen allgemeinen Arbeiterfrage ist, in et* bah« die Bestredungm der Fraum überall «w» genommen und zwar aus dem Grünte, Ä olle stnd ewieine jener Damen— wir wissen, daß eS nicht «ÄÄ41*1)"* diese geistige Kost für fie verdaulicher, r-eu-n � i* dann vielleicht durch die Erfindung einer " Tournüre auch ihren Beitrag zur Lösung der sozialen 'riage Irefern. ES thut un» aufrichtig leid, daß? unsere Be- Rehungen zum A> beiterinnen- Vereine durch ein solches Vor- gehen der Vorfitzenden getrübt werden mußten. Aber wenn wir auch nt«mals eine Anerkennung erwartet hoben, so konnte Man doch wohl annehmen, daß daS SolidariiätSgefühl zwischen Ardeilern oder Arbeiterinnen und ihrer Presse ein siä'kere« wäre. Unglücklicher Weise find wir nunmehr eine» Besseren belehrt. veiaeleate Arbeitseinstellung. In der Ruhmann' sch en Drkatm- Anstalt legten am Dienstag früh der Werksührer mit sämmtlichm Arbeitern die Arbeit nieder, weil denselben die verlangte SonntagS-uhe nicht bewilligt wurde. Die Arbeit dau«t in der Herr, ffenden Fabrik von Morgen» 6 Ubr bi» Abend» 8 Uhr und in der Saison(Juni bi» September) wird seht oft von Morgen» 4 Uhr biS Abrndi 9—10 Uhr gearbeitet und dann noch jeden Sonntag MS Mittag, welcher mit zur Woche gereänet und nicht dezahlt wurde. Nach einem Haid- kündigen Stre'k wurde den Aideitem die gewiß gerechte For- derung bewilligt und sämmtliche» Personal nahm die Arbeit wieder auf. _ ar. Zur Orievtirnng über die Räumlichkeiten«nd Einrichtungen der einzelne« Stadtbahnhöfe find neuer. °u die Leistungsfähigkeit der Schauspieler, zumal an die Vertreter der beiden Hauptrolle», de» Meister» Anton und . Frau Hedwig Niemann faßte die Rolle der Klara weicher, elegischer auf al» ihr« Vorgängerin. Chirlotte Wolter»ar al« Klara ernster, strenger, selbstbewußter: de»ar die Tochter ihre« Vater». Sin herber Trotz, Wer« Entschlossenheit traten besonder« in den letzten Lienen stärker hervor. Hed»ig Niemann gestaltete da- Mm die Klara zu einer Mädchengestalt von rührender Hilf- wstgkeit Ihr Grauen vor den, letzten Schritte, ihr Zurück» werche» vor Leonhard, ihr« hilflose Angst, wirkten um so �'chütternder, je weicher und kindlicher diese Klara de« hereinbrechenden Schicksal entgegentrat. Da« Künstlerische Raiurell der beiden grundverschiedenen, nur in der Genialität begegnenden Schau- Melerinnm mußte sich eben in der Auffassung Wiedergabe diese« Mädchencharakter» verschieden . Förster war al» Meister Anton in der äußere» Er- 'L-mung weniger glaubwürdig al« die« vor Jahren Le« A'vSky gewesen Aber seine Darstellung hatte hinreißende Momente. Und wenn auch die starre Einseitigkeit und Mh'-g» Verbissenheit de« Mannes, dem«ine gewisse Größe {«v abzuiprechen ist, bei Lewintky deutlicher hervortrat, so dafür Förster für den wilden Humor und die seltene« «■omenu eine» wider Willen hervorbrechenden wärmeren kfühl« ergreifend« Töne. , Die adrigen Darsteller waren mit wenigen Ausnahmen v. Frau von Poellnitz war ein» stattliche Meisterin n?" liebevSwürdigem Humor; Josef Kainz ei» prächtiger Motztops, keck und feurig. Pohl entledigte sich«« Geschick 7". Undankbaren Rolle de« bösen Leonhard und nur Krauß- vi*' der den Fritz Anfang» so friich u»d lebendig erfaßte, kein Auftreten wirklich wie ein Hoff«u»g«strabl in die ''ch»üle Atmosphäre de» Tischlerhause« fiel,»ar i Jetzt von einer unleidlichen Sentimentalität und Gespreizt» M- Di« Ausstattung war eine durchaus würdige. Nur ** Wind heulte im letzte« Akt« etwa« aufdringlich. J. R. ding» im Innern derselben Zeichnungen unter GlaS und R ahmen in wrh-eren Exemplaren angebracht, welche in ihrer exakten Ausführung den Interessenten ein« anschauliche und d-queme Uebelstcht gewädren. Ziulr.ch soll damit der Feuerwehr bei etwaigen Unglücksfällen ein zweckmäßiger SitualtonS- p!an in die Hand gegeben sein. a. Der voi gestern wegen eine» Betrüge« in einem TöpfergeschSft verhaftete Sattler K. hat noch weitere Betrüge- reien unter Mißsrauch de» Namen» de» Grafen von D. verübt. a. I« Bezng auf die deabfichttgte und mißlungene Sistirung de» Maler« Krümel, welch« von hiesigen Zei- tun gen mit der Weber'schen Mordsache in Verbindung gebracht worden ist, erfahren wir. daß bei der Krimtnalpolizri die An- nabme, Krümel sei der Mörder der Weber gewesen, niemal* bestanden babe und daß die Sistirung de« mehrfach vorbe- straften Krümel wegen eine« kürzlich verübten schweren Dieb- stahl« erfolgen sollte, da oegen ihn die Beschuldigung der Theilnahme an dlejem Diebstahl erhoben worden war. Aller- ding» war auch geqen Krümel eine Anzeige eingegangen, daß seine Person der Personalbeschreibung de« MörverS entspreche und daß er wobl drr gesuchte Thäter sei, aber dieser Anzrige wurde mit Rückstcht darauf, daß der auf dem Kriminal- komwiffariat sehr bekannte Krümel thatsächlich dem Signalem nt de« Mörder? nicht entspricht, von vornherein kein besonderer Werth beigemessen. a Zur Warnung für Stellungen suchende weiblich« Dienstboten wollen wir nicht unterlassen, auf da» Verfahren einer G stndcoermietherw. welche in Gemeinschaft mit einer dritten Person die Ausbeutung von unerfahrenen Mädchen gewerbSmäzia betreibt, aufmerksam zu machen. Fast täglich erscheint im Intelligenz blalt eine Annorz« folgenden Inhalt»: „Ein Mädchen für Alle« wird bei einer einzelnen Dame ver- langt Markgrafenstraße-" Dort wohnt eine Gestndeoermietherin, welche da» fich meldende Mädchen einem Fräulein K. in der Charlottenstraße zuführt und fich für die Nackwetsung die!«» Dienste» 3 Mark Gebühren zahlen läßt. Fräulein K. miethet zwar da? Mädchen, weigert fich aber daS übliche MiethSgeld mit 3 Mark zu zahlen, so daß ein« thatsächlich« Bermiethung nicht zu Stande kommt und die Vermietherin da» Mädchen um 3 Mark gebracht hat. R. Rasch tritt der Tod de« Mensche« an. Gestern Mittag v ersta>b plötzlich in einem Omnrbu» der Linie Rosen- thaler Thor— Po Sdamerbrücke auf der Fahrt eine noch jugerd- liche— zirka 26 Jahre alt«— gesund aussehende Frau. Ein Herzschlag hatte tdrem Leben eine Ende gemacht. Die Leiche wurde nach dem OdduktionS hause geichafft. Unglücksfälle. In einem OhnmachtSanfall stürzte gestern Morgen der Arbeiter Heinrich W°!ff in dem Augenblick, al» er in den Zug steigen wollte, bifinnungSlo« auf da» harte ASphaltpflastn nieder und zwar jo unglücklich, daß er eine Gedrrnerichüiterung davontrug, so daß er in da» Krankenhaus FriedrichShatn überführt werden mußte.— Eine schwere Ver- letzung zog fich gestern der Fabrikarbeiter Ernst Wrichert zu, der in der Eckart'schen Fabrik, Wrwenwrg 27, beim Abladen von Schienen beschäftigt war. Er glitt dabei au» und fiel mit dem Unterleib auf eine Schiene, wobei er fich ein« erhebliche Hodenoerletzung zuzog, zu deren Heilung er in da» Krankenhaus am Frieds lch�baln übergeführt werden mußte. g. Da« GeschäftStokal der Lederwaarenhandlang von S. Zacharias, Landibergerstraße 88, ist gestern früh gegen ein halb 3 Uhr von Einbrechern heimgesucht worden. Die Einbrecher, fünf an der Zahl, verschafften fich dadurch Eingang in da« im Souterrain belegene ÄeschäftS« lokal, daß fie eine Fensterscheibe zertrümmerten, den da« Fenster schließenden Riegel zm Seite schoben und so da« Fenster öffne- len. Wahrend nun vier von ihnen in den Keller eir.stregen, stand der fünfte auf der Straße„Schmiere". Diese» ganze Manöver war von einem der Kriminalpolizei dienenden Manne, welcher fich auf einem gegenüber belegenen Neubau versteckt aufhielt, beobachtet wo, den. Als die vier Embrecher nach kurzer Zeit, mit vier gefüllten Säcken belaven, sich emfernten, folgte der ob-n erwähnte Mann den Verbrechern und al« er an der Ecke der Ellsabethstraß« einem Nachtwächter begegnete, verständigte er diesen von dem Einbruch, worauf Bride zur Verfolgung und Festnahme der Einbrecher schritten. ES gelang ihnen, zwei derselben dmafest zu machen, während die übrigen drei unter Zurllcklassung der Säckr entkamen. In den Festgenommenen wurden die bereit» mit ZuchihauS vor- bestrafien„Arbeiter" Piebe und Kemmig ermittelt. Den an- deren drei Verbrechern soll die Kriminalpolizd bereit« auf der Spur sein, so daß auch deren Festnahme zu erwarten ist. Die zurückgelassenen d«w. in Beschlag gelegten vier Säcke ent- hielten Leder im Werth« von 1250 M Auffallend erscheint «S, daß die Einbrecher fich gerade die besten Ledcrsotten ouS- gewählt hatten. An baarern Geld« wurde von tbnen nur 1,50 M. geraubt, was dem einen der festgenommen Einbrecher vor dem Kriminalkommlssariat zu der Aeußerung Veranlassung gegeben haben soll:„D't hat fich ja jarnich gelohnt!" Zum Ausgang au» dem Geschäftslolal benutzten fie die Lademhür, deren eiserne Vorlrgestange fie gewaltsam entfernten und dann da» Schloß mit Nachschlüssel öffneten. R Ein jugendlicher Ausreiße?. G.'stern Mittag 12 Uhr fiel einem an der Wilhelmstraße in der Nähe der Koch- straße postlrten Schutzmann«in bei seinem Anblick sch-u fich umschauender Knabe von 10—12 Jahren auf. Der Junge war mit einem mächtigen, in Papier eingeschlagenen Stück Schwelzerkäse bewaffnet. Ali der Schutzmann, ihm näher- tretend, fragte, wer er sei, verweigerte der Knabe seinen Namen zu nennen und gab an, er sei auS Zehlendorf. habe fich viel Geld mit Kegelaufs'tzen verdient, womit er fich nun Berlin be« sehen wolle; setne Antworten verwirrten fich immer mehr und schließlich gab er Echlachtense« al» lernen HeimalhSort an. Bei der Untersuchung der Taschen de» Jungen ergab fich, daß der« selbe ein« ansehnliche Summe Gelde» bei fich führte, mit der er wohl seinen Eltern durchgegangen sein mag. Der Schutz- mann veranlaßt« in Folge dessen seine Sistirung zur Wache. Im Deutsche« Theater wird Fräulein Geßner am Dienstag, den 23. v. Mit. al« nächste neue Rolle die„Louise" in Kabale und Liebe spielen. Am Sonnabend, den 27. d. Mt». geht.Don Carlo»" zum 50. Male mit Fräulein Geßner o» „El'sade'b" in Szene. Der Schluß der Da'stellungen für diese Saison findet am Dienstag, den 30. d. Mt». statt. Gerichts-Ueituug» F. Dem Redakteur de» Berltuer Tageblatt«, SigiS- mund Perl, ist in dem bekannten Fall Paul, welcher vorerst wegen Vergehen» gegen da» Preßgesetz die Veruithellung de« „Verantwortlichen de» B- T." zu einer Geldbuße von 75 MI. in erster Instanz zur Folg« gehabt, im gestrigen Audienztermin sein R'ckt geworden. Wie Mnreichend bekannt sein dürfte, ver- öffentlichte daS Berliner Tageblatt im Jahre 1883 einen Artikel, in weichem die Mrttheilung gemacht wurde, daß ein Arbeiter NamenS Plaut, obwohl derselbe Krankheit» Haider in einem Krar>k?nbeus- hätte untergebracht werden müssen, settenS der Polizeibehörde der Stadt Eff-n jwrnqSwrise über da» Weichbild der Stadt hinausgeschafft, auf dem Transport von den begleitenden Polizeideamien gemißbandelt und dann in hi>flaser Lag« auf der Landstraße liegen gelassen worden sei; diese Behandlung habe den Tod de» Plaut beschleunigt bezw. veranlaßt- Eine anläßlich dieser Veröffentlichung geforoerte Be« richiigung war vom B. T. nur theilweike aufgenommen worden und zwar unter Hinweglassung«ine» Satzes, der nach Anflcht de» Herrn Perl eine Beichimpfung de« Andenkens de» Ver- fiorbenen enthalte. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen da» schöffengerichtltche Urtheil Berufung eingelegt und daS Landgericht dm Angeklagten freigesprochen, und auf die gesen die» Urthetl hinwiederum eingelegte Reviston hatte daS Kamme» gericht die Sache zur anderweitigen Entscheidung an die I. Strafkammer de« Landgericht« II verwiesen. Nach B-rtagung eine« am 16. April d. I. stattgehabten Audienztermin» fand die Sache ihren entgilrigen Abschluß dahin, daß der letzt» genannte Gerichtshof unter Bezugnahme auf§ 19 de» Preßgesetze» die nacht' äzliche Aufnahme der Berichtigung in der verlangten Form anordnete und im Uebrigen auf Freisprechung von Strafe und Kosten erkannte. ?. lieber jene« angebliche Stttltchketts- Attentat in der Nähe von Dalldorf, welche« Ende Januar d. I. einige Berliner Blätter mit dem Hinweis auf äyniiche Vorgänge tn Bochum mittheilten, ward in der Sitzung de» Schwurgericht» am Landgericht II. unerwartete Aufklärung. Der anzebliche Sittlichketi»- Attentäter erschien vor den Geschworenen in der Person de»„A-beiterS" Friedrich Wilhelm August Krebs wegen oersuchten Raube» angeklagt. Am 29. Januar diese» Jahre» traf der Angeklagte in der Nähe von Dalldorf die unverehelichte Lehmann, welche vom Wege abgeirrt und auf ein Stück Ackerland bei dem herrschenden Dämmerlicht gerathen war. Hier soll nun der Angeklagte da» Mädchen überfallen, gegen einen in der Nähe befindlichen Baum gedrückt und nach rhrer Kleidertasche gefaßt haben, um ibr, wie die Anklage behauptet, da» einige Mark enthattende Portemonnaie zu rauben: durch da» Näherkommen einiger Leute sei Krebi jedoch an der Ausführung seines Vorhabens verhindert worden. Die Beweisausnahm« stellte da» Auftreten deS KredS bei jenem Renkoitre als et» derartig harmloses dar, daß die Gesch vornen aus Grund diese« Ergebnisses die ihnen vorgelegten Schuldfragen verneinten. Der Gericht» Hof erkannte demgemäß auf Freisprechung. «ine eigenartige Betrug«- Anklage gelangte gefler» gegen den Pfandleihkammerdefitzer Otto Köhler und gegm den Gerichtsvollzieher Heinrich Friedrich Wilhelm Kitzerow vor der 90. Adiheilung des hiestgen Schöffengerichts zur VerHand» lung. Dem Auktionator B aun, der die ihm zur Verauttio« nirung übergedenen Gegenstände im Lokale des Angeklagten Köhler unterbringt, war u. A. ein WiSly zur Verauktionirung übergeben worden, der in zwei verschiedenen Auktionen Mangel» gerügender Kauflust unabgenommen blieb. Al» nun am 15 Januar ct. der zweite Angeklagte auS der Wille'schen Streitsache eine Auktion veranstaltete, in der zwei Wagen zum Ver» kauf kommen sollten, entschloß fich der Kommissar Braun, den Wtsky mit zum Verkauf auSzudieten. In der Meinung, daß dieser W Skv zur Wille'schen Masse gehörte, erstand ihn der Fuhrherr Schulz für 300 Mark, und der aufrufende erste Angeklagte übergab den sofort erhaltenen baaren Betrag dem Kasstrer de» Kitzerow zur Aushändigung an Braun. Etwa 15 Minuten später verlangte Schulz, der im Auttrage der Ver» wandten de» Wille dessen Sachen ankaufen sollte, Rück« gängigmachung de« Kauf«. Der Gerichtsvollzieher Kitzerow gab darauf dem Schul, die gezahlten 300 M. zurück, soll aber nach der Bekundung deff-lbm die Forderung de» Köhler von 18 M. Pfandkammerg-bühren bestäiigt haben. In Folge dessen hat Schulz diesen Betrag auch dezahlt und behauptet nun. daß die» nur auf die falsche Vorspieuclung deS Köhler hin geschehen sei. Die Anklage nimmt nämlich an, daß der Ver- kauf des WiSly rückgä-rgig gemacht worden war. woraus folge. daß somit auch die Pfandkammergedühr nicht fällig wurde. Im Termin stellte fich aber aber heraus, daß Köhler nicht mit der Rückzahlung de« Betrages an Schulz einverstanden ge- wesen ist und daß Braun gegen Kitzerow deshalb einen Prozeß angestrengt hat. AuS diesem Grunde erkannte der Gericht«- Hof auf Freisprechung beider Angeklagten. f min* unü Persstumluttgen. ____ Zum Berliner allgemeinen Maumttreik fand gestern(Donnerstag) Nachmittag wieder eine so massenhaft wie nur möglich desuchte, von Herrn Lehrend geleitete General- Versammlung der Maurer im oberen vollständig überfüllten Buggenhagen'schen Saale auf dem Moritzplatze statt, der die Tausende, welche erschienen waren, bei Weitem nicht faßte, so daß viel« Hunderte derselben in die großen Parterreräume de» Lokal» fich zurückzuziehen genöthigt waren, während die Uebri- gm dm Heimweg antraten. Da» Hauptthema der Tagesordnung bildeten die unseren Lesern auS früheren Berichten bereit« hinlänglich bekannten„Ursachen deS allgemeinen Streik»", über welche, nach einem Referate de» Herrn B ehrend, eine längere Dilkusston fich entspann, in der wesentlich neue GestchtSpunkte nicht zu Tage traten. Von hohem Interesse war die von der Versammlung mit stür« mischem Beifall aufgenommene Mittheilung, daß, so weit fich diS jetzt überblicken läßt, der allgemeine Streik— von v,rei> zelten Ausnahmen abgesehen— im Großen und Ganzen thatsächlich zur Verwirklichung gebracht und somit jedenfalls der H a u p t b e s ch l u ß der vorgestrigm (Mittwoch!-) Versammlung berett» ausgeführt wurde. Die noch hier und dort vereinzelt weiter arbeitenden Maurer — so besonveri die auf fitkalischm Bautm— hofft man mtt Sicherheit schon in ein paar Tagen für die allgemeine Sache gewinnen zu können. Auch ist die Beobachtung gemacht worden, daß die wenigen Leute, welche man auf veretnzeltm Bauten noch tbätig findet, entweder ganz alte oder jugendliche Ardeiter, sogenannte Vurschm sein sollen.— Hierauf wurde über aktuelle Organisationifragen bezüglich der Hand» hadung d«S Streiks derathen und Beschluß gefaßt. Berlin, resp dessen derzeitige Bauten wurden in 8 Ltreikbezirke ge. tbeilt. zu deren Kontrole eine au« einer größeren Anzahl von Mitglied«« zutammengesttzte Streik Kommission gewählt wurde. Femer faßte man, auf Grund einer Mittheilung, daß berett» heut« einzelne M-ister auf etlichen Bauten den Taglohn von 5 M. bewilligt, hätten und die dein ffenden Maurer(Gesellm) st» für berechtig» halten sollen, zu diesem Preise dt« Arbeit wieder aufzunehmm, einstimmig dm Beschluß, daß bi» auf Weitere» auch unter der Voraussetzung erfolgter Lohnbewilligung in vereinzel» ten Fällen auf keinen Fall die Arbeit wieder aufgenommen werden darf. Er» währenSwrtth ist auch die in der Versammlung mitgethellt« Thatiache, daß bereits beute(Donnerstag) früdtz 5 Uhr alle Berliner Bautm mit kleinen, in 16 000 Exemplaren verbreiteten Flugblätter übersäet warm, welche dt« am Mittwoch Abend in ver„Philharmonie" gefaßten Beschlüsse bezüglich de» allgemeinen Streiks enthielten. Die Streikleitung und die Streikenden scheinen«S also an der nöthigm Rührigkeit nicht f.hlm zu lassen. Die nächste öff ntliche Gmeraloersammlung der Maurer findet schon heute(Freitag) Vormittags in der Tivoli Brauerei(Kreuzderg), bekanntlich da« größte Berliner Versammlungslokal, statt. o. k. Der Demokratische Verein hielt am Mittwoch Abend im„Louisenstädtrschen Klubhause", Annenstr. 16, seine erste General Versammlung ab. In der Hauptsache deschäfligte stch aber die nur au» 23 Personen destehmde Versammlung mit der Statuten Berathung. Gtadtv. Schiegnitz, welcher der Versammlung piäfivtrte, bemerkte einleitend: Schon vor 14 Tagen hatten wir eine Gmeral-Versammlung einbirufen. Leider konnte diese tn Folge deS schwachen Besuchs nicht statt« findm und war e« auch fraglich, ob wir übrrhaupt die Ver- jammlung hätten abhalten dürfm, da die polizeiliche An» Meldung nach Anficht der Behörde in nicht ganz korrekter Form vorgenommen war. Bedauerlich aber sei e« jedmfall». daß die MU'steder de» Vereins der Sache der Demokratie nicht mebr Sympathie entgegenbringen; auch der heutige schwache Besuch lasse fich nur mtt der vorgeschrittmm hohen Saison mtschuldigm. hffl. Selbst itzlichen Sibrlfisteller Ledebour refew�e altdann über den seitens einer Kommisfion von 7 Mitgliedern vorgevommmen StatutetvEntwmf, der schon im Dnick vorlag, und empfahl die en bloe. Annohme. Der§ 1 brt Statuts lautet:„Der Demokratische Verein be« zweckt, für Verbrettung demokratischer Grundsätze und für politische und soziale Reformen im Sinne der Freiheit und � b estimmung des Volkes mit allen gefe Mitteln zu wirken." ES macht fich nun ein Bedürfnis geltend— so äußerte der Redner— den Vorstand von 7 aus 9 Mitglieder zu er- höhen Wir haben die Beobachtung gemacht, daß von den zur Zeit amtirendm 7 Vorstandsmitgliedern, zumeist nm 5 und auch weniger kommen- Die Herren machten bei ihren Eni- schuldigungen dann immer unaufschiebbare Hochzeitsreisen und Kindlaufen rc. geltend.(Heiterkeit) Da ei aber nun dringend nothwevdlg ist, daß mehr ali S Vorstandsmitglieder bei der Geschästileiwng thätig find, so wird sich eine Kooptation baldigst ali dringend herauistellen.— Ein Herr Demant(Pankow) führte alsdann etwa fol- endei aus: Er müsse bedauern, daß gerade so wie alle eren Vereine» auch der demokratische Verein seine Hauplthätigkeit darin zu erblicken scheine, fortwährend seine Statuten zu ändern. Er meine, daß wenn ein Verein LebenSkrast befitze, die Form der Statuten R-bensache sei. Hinfichtltch dei Vereins Vermögens müsse er die Anficht aussprechen, daß eS wohl am besten sei. wenn daS VereinSverwögen bei einer eventuellen Auflösung d«S Vereins, in den Besttz der Mitglieder übergehe. Man müsse, wenn eine solche Vorstcht nicht gebraucht werde, doch ürchten, daß unser Verein plötzlich eini'" desürchten, daß unser Verein plötzlich einmal auf Grund deS Sozialistengesetzes aufgelöst und daS Vereins. Vermögm kon- izirt werden könnte. Allerdings scheine ja nach dm bi»' r könnte. Allerdings scheine ja nach dm bisherigen keine Befürchtung vorzuliegen, unser VereinSver- stch io ansammeln, daß eine Konfiskation fich der & Si»». mt.V k. m—. V.._ Erfahrungen mögen könne...........■ M________________ Mühe lohnen werde(Heit'ikeil). Jedenfalls sei aber gut, daß der Verein fich über sein Vermögm dai freie Verfügungsrecht dewahre.(Zustimmung.) Kaufmann Scheqer kritifirt alSdann in längerer Rede daS seitens der Llommisston auSgearbettete Statut und tadelte eS ganz besonders, daß dos Statut nicht im besseren Deutsch verfaßt sei; eS drücke stch nicht in prägnantester Form au». So ist z. B. gesagt:„Die Einladungen zu den Versammlungen zeschehen durch Postkarten"— weshalb sagt man dicht einfach christlich. Es könne ja dem Vorstande einmal einfallen, durch Briefe einzuladen und sei dann diese Einladung nicht dtndmd. (Heiterleit).— Von anderer Seite wurde geltend gemacht, daß man fich bei dm Statutmberathungen nicht mst Wortdeuteleim herumplagen solle. ES sei jetzt schon Zeit gmug mit derSta- tutenberalhung zugebracht und wohl endlich an der Zeit, mit einer praktischen Agitatton vorzugehm.(Beifall.)— Schrift» stiller Ledebour: Er müsse die gemachten Ausstellungen deS Herrn Schmer doch berichtigen. Er könne stch hier unmöglich mit Herm Scheyer wegen der korrekten oder nicht koirekten deutschen Fassung de» Statut» in eine längere DiSkusfion ein- laffm. Seinem grammatikalischen Wissen nach sei in dieser Hin« Kaufmann Scheyer: Ich glaube, ich habe da» Unglück wie eine alte Jungfer, ich scheine zur Zeit nicht verstandm wordm zu sein, trotzdem ober füge i» mich betreff» der fiyltstischm Aenderunam der Ritler vom Geiste. Ich glaube, daß diese mehr al» Ich al» stmpler Kaufmann verstehen müssen. Gegen eine ev KIoe.Ännahmt de» Statuts müsse er aber pro» testirm. ES mtspann fich alSdann eine längere Debatte betreffs der Einladungsfristen zm Generalversammlung. Wmn die Frist allzu kurz bemessen werde, so könne eS einmal dahin kommm, daß von einer von 12 Personen besuchten Generalversammlung wichtige Punkte d«S Statuts geändert werden, wenn nicht gar die Auflösung deS Vereins befchlossm. Schriftsteller Ledebour trat dem mtgegm und meint«: SS sei dringend erforderlich, keine großen EinladungSftipen zu stellen, da bei einer plötzlich nöthig werdenden autorstativen Aeußerung deS Vereins, diesem die Hände gebunden seien,— Die Vn» sammlung beschloß alSdar n: in der Regel müssen die Ein» tadungen 8 Tage vor der Generalversammlung erfolgen. Bei der hierauf vorgenommenen VorstandSwahl wurde Dr. Guido Weiß zum ersten und Schriftsteller Ledebour zum zweiten Vorfitzmvtn gewählt. Der nächst« Punkt der Tagesordnung:„DaS Verhättniß der demokratischen Partei zur süddeutschen Voikepartet" wurde abgesetzt, da man erst die Beschlüsse deS Mannheimer Partei tagrS, zu dem fich Dr. Weiß begeben, abwarten wolle. Als- dann wurde da« Statut einstimmig angenommen. Anfgtlöste BolkSversammloua. Die Volktversamm» lung, welche am Dienstag, den 26. Juni, im Weddtng.Park, Müllerstr. 178, abgehalten wurde und auf deren Tagesordnung die„Nothwendigkest der Sonntagsruhe" stand, fand nach kurzer Dauer einen unerwarteten Abschluß AlS Leiter der Veisamrr» lung wurde Herr Kunkel gewählt, und verlaS derselbe, da der Referent. Herr Max Kreutz, nicht erschienen war, eine Petition an den Reichstag, worin um Annahme deS von der sozialvimo» krattschen Fraktion eingebrachten Arbeiterschutzgesetz- Entwurfes er- sucht wurde; er eiläutertelnach der Ver lesunaderselden die einzelnen darin enlhallenen Punkte und bat die Versammelten, dieselbe durch ihre NamenSunterschrift zu unterstützen. Jnzwiichen war nun an Stelle deS ausgebliebenen Referenten Herr Michelsen erschienen, welcher über die„Nothwendigkeit der Sonntagk» ruhe" referirte. AlS derselbe aber in seinem öfter von Beifall unterbrochenen Vortrage bemerkte, daß man auf eine Industrie, wenn fie mit der Sonntagsruhe nicht bestehen könnte, doch lieber ganz und gar verzichien sollte, erfolgte die palizri- liehe Auflösung auf Grund de» Sozialistengesetzes(Die an- geführte Petition ist b-reUS in Nr. 132 d-s„B.rliner Volks» blatt" vom 10. Juni unter Arbeiter> Bezirke-Verein der Oranienburger Vorstadt und d«S Wedding enthalten.) Verbotene BeretnSversamlung. Die zu Mit<«o$, den 17. d. St., nach der„Urania" einberufene Versammlung deS Arbester» Bezirk«» Verein»„Süd-Ost" wurde auf Grund de» Sozialistengesetzes verboten. Eine öffentliche Versammlung der Metallarbeite» findet am Sonntag, den 21. Juni er., Vormittags 10 Uhr, im Wedding Park, Müllerstraße 178, statt. Tagetordnuna: Die Nothlage der gewerblichen Arbeiter und die daraus entstehenden AlbettSeinstellungen. 2. Der Streik in der Harun g'iwen Gießerei. Refermt Herr Müller. Sämmtliche Schlosser, Eisen» und Metalldreher, Schmiede, Former, Bohrer. Stoßer, Hobler, HilfSarbester, Klempner, Maschtnmbauer, sowie alle im ''......."-bester find freundlichst«ingeladen. der Schloffer 0. M, Vor» _.roß en Saale statt. � Tage»- Ordnung:' 1. Die bevorstehende Durchführung dei 10 stündigen MaximalarbestStageS relp die Festsetzung des Termins hierzu. Referent Herr Mitan. 2 Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird um 10 Uhr eröffnet und werden die Kollegen deshalb ersucht, recht zahlreich und pünkt- lich zu erscheinen. Die Zentral- Kranken- und Eterbekaffe der Tischler u. s. w. bält am Sonnt«, dm 21. Juni, Vormittag» 11 Uhr, in Alt. Moabit Nr. 90(Restaurant Donath) eine Mitglieder» Versammlung ad. QuittnngSbuch legttimirt. Neu« Mitglieder werden aufgenommen. «ine Berlin» fli Sanssouci, halten deS Herrn Rödel, Leiter der Lohnkommisston, und die Angriff« auf dm Kollegen Herold. Referent: Herr T>schl»r Mitan. Der Einberufer bittet alle Tischler, die fich für Recht und Wahrheit tnteresfirm, zahlreich zu erscheinm. Kachverein der va»' nnd Fabrikarbeiter in Eonnadend, den 20. Juni, AtnndS 8Vi Uhr, große lung im Schützenbause. Tagesordnung: Vortrag und DitlÄS» VerslbtedeneS. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Fachveret« der Tischler hält am Sonnabend. 20 Jan'. Abends 8Vi Uhr, in JordanS Salon, Neue% strahe 28, ein« außerordentliche Generaloersammlung Ü? Mitglieder ab. Tagesordnung: 1) Die Errichtung � weibe-SchiedSgerichlS in Berlin. Referent Herr Tu#. 2) Ersatzwahl deS Vorstand'S. 3) Wichtige VereinSanÄ heiten. Verschiedenes und Kraaekatten. D« KiiNitt in» Str. ----— II» VCl» Hasen Haide 36 c stattfielvet, werdm in der Versammlung»» gegeben. Kür die Mitglieder der Kranken- und vegriw? Kaffe de» Verein» fämmtltcher Brrnse(E. H.) l?. o? stelle, findet Sonnabend, den 20. Juni eine Ve, sammlung � Kuß, Flottwellstroße und Karlsbad Ecke, statt. MttflW'0 werden dmt oder beim Kasfirer aufgenommen..... Die Mitglieder der Zentral- Kranken. und SterbM der Tischler u. s. w., örtliche VerwastungSstelle Berlin G. w Frankfurter Thor-BezirkS, halten ihre nächste Versammlung � Montag, den 22. Juni, Abend« 8 Uhr, Große 3'»nWW straße 117 dei Wulf ftrüher Wöhrmann) ab. Auf ver Ordrung steht: t. VorstandSwahl der örtlichm Veranu� und Wahl von 7 Bestragsammlern. 2 Verschiedene«, wichtigen Tage«. Ordnung halber ist taS Erscheinm aller w glieder sehr nothwendtg. DaS Mitgliedsbuch legitlmlrt. Metallfach beschäftigtm Ärb Eingesandt. Wir werdm um Aufnahme deS Nachstehenden Geehrte Redaktion.. u« In der Nummer 139) de»„Berliner VolkSblatt" fr � Beilage unter Vereine und Versammlungen wird mir Tischler. Versammlung, welche von der Zentral LohnkoMw'� nach der Tonhalle einberufen war, der Vorwurf von vjjj Rödel gemacht, provokatorisch in der Versaw�? vom Sonntag, den 14. dieses Monat« im Grand Alexanderplatz aufgetreten zu sein. Ferner hat Herr der betriffenden Versammlung in der Tonhalle nach von Augm und Ohrmzeugen gesagt, ich hätte meine®t|t"Z kolonnen geschickt verlheilt. Ich erkläre diese» für JJL Unwahrheit deS Herrn Rödel. Ich schätze daS VewL und Versammlungsgesetz viel zu hoch, um e» durch Vera™ mir untergeschobene Machinationen für die gesaw��, Arketer illusorisch zu machen. In der betreffenden Len«� lung habe ich weder Herrn Rödel noch dem Herm BT, Gelegenheit gegeben, gegen mich einzuschreiten. Ich verliel � schon drei Anwesmde an die frische Last befördert (MaiRta-k*— 4-— � �" scheint t «rlü» fr« Vistabonn -"M® Auffordemng irgend eine» Anwesenden den Saal werden mir die Anwesenden bestätigm müffm. i. kläre ich hietmtt, daß ich seit 13 Jrhren not � weder in politischen noch Gewerkschaft«- Versammlung� zm Ruhe aufgefordert oder auch sonstwie mich»roookaton� betragen hätte, um binauSgewiesm ,u werden. DteseS wer� mir tausende von Kallegen und Genossen bezeugen kSiU>? Ich bin noch im Stande, mich in jeder Versammlung lich zu vertheidigen, ohne daß ich auf solche Mitte� zu' brauche. Achtungsvoll Fr. Zubeil, Tischler, straße 73. Briefkasten cker Keäaötioa. F. D. Bartelstraße 7. Der Arbestgeber hat immer Drtttel zu bezahlm. Entgegengesetzte Vereinbarungen hi keine Glltizkeit. tt. W. 53. Sie haben nur Anspruch auf den bl.iM. der nach Deckung der Schulden. Kosten Mater. Deutsche« Theater. Heute- Der Richter von Zalamea.___ «ellealliauee-Theater. Heate: Großstädtisch. Sriedrtch.«ilhel«städtische» Heute: Der Großmogul. Theatee. TTflTtTf?, »eretten-Theat«: *#1%�— e&ismzi*' pntt' �ffl°kt, an .�h«il„Vc S. diese,' ««> ist. u ifig" am V«tei w« »«l Diffe, lögt, etwa! . 3« bi Mg«»: t Ns'Z %£* fltoß« D, «eg-n Len Partei«in, ««entlich Demokrat« Achter ol rüchtefü, oersammlu dulche vo> DaS selbst betr d>e sieben �pieß n« Kerade das ßLÜ >»an auf ?plitteni r* der H «Uten B< u. Wir ?elhe von ?e»en wir �tttückwei Ä'A Repmrmlnr wer&ala#. 800 1311 Große Versammlung de« Ntttins der Miel nnö Fachgeuosfe« Sonnabmd, dm 20. Juri, Abends 8'/» Uhr, t« Srattvetl'« Bterhalle«, Kommandantenstraße 77/79, TageSmdnuna: 1. Vortrag über die Bestrebungen der Innungen gegenüber denm der Fachvereine. Refermt: Herr Siadtv. Fritz Goelcki. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedene«. 4. Frage- kästen-— Gält« willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder- Um pünktliche« Erscheinm ersucht Der Vorstand. Arbettsnmrkt. Zwei Schneidergeselle«, die auf Stück arbeiten, aber nur auf bestellte Arbeit, finden dauernde Beschädigung bei A. Schröter, Schneidermstr., Weißmfee, gegmüb d- Post. Fachverein der Tischler. % 28; Sonnabend, de« 20. Juni, Abend« 8'/, U in Jordan'S Salon, Neue Grünstraße i Außerordentliche General Versammlung Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit der Errichtung eine» Gewerbe-Schiedsgericht» in Berlin. Refermt: Tu tz au er. 2. Ersatzwahl de» Vorstände». 3. Wichtige VereinSangelegenheitm. QuittungSduch legittmin. 1317 Der B o r st a n d. Gesucht Agmtm und Reisende zum Verkauf von Kaffee, Thee und Stets an Private gegen ein Fixum von 300 Mark und gute Prosiston.[1311 Hamburg. J. stiller& Co. Mitglieder- Versammlung des Vereins)ur Wahrung der Juter# der Klavierarbeiter Sonnabend, de« 20. Juni, Abend» 87« Uhr, Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: � 1. Wie verhält fich der Klavlerardeiterverein gegmüder w Ttfchlerlohnkommisston. 2. Innere VereinSangelegenheitm. Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet. 1314_ Der Vorstan»: «rl «Sj soebtn tif Das Elend der Philosophie. Antwort auf ProudhonS„Phllofophie dei Elends". Von Karl Marx. Mit einem Vorwort von Friedrich Engels. BSP Preis Marlt 3,5«.-MQ Zubegeben durch die Exvedttion_3immnrstrq$e 44-_ Veranworlltcher Redattem IP Sronheim in Berlin. Dmck und Verlag von Max Babing in Berlin W. Bmthstraße 2. .Ich S* hatte 1 fhenbhein A mit bi Mk# t«i»e',ich »»Unl |iS vn Tren .#fWe tat nicht, „Uni R v"We K und '»ahre hi, Sevu'ß?" 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