Rr. 142. Sonntag. 21. Juni 1885 11. Jahrg. Jl rriiiurlolbtilnll Drgan für die Interessen der Arbeiter. «ftW« rj.™ Das„Berliner V-lksblatt" Jnfertions gebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden brS 4 Uhr RachmitwgS in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno««». Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. \iitt Redaktion: Kenthstraße S.— Expedition: Zimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Zum broorstthenden BierteljahrSwechsel erlauben wir unS, °lle Arbeiter Berlins zum Abonnement auf das „Berliner Volksblatt" der Gratis Beilage »Illugrirtes Sonntagsölatt" �viulaven. ...Wer der Lache der Arbeiter dienen will, helfe ein Unter« Wrtnen befestigen, welches bestimmt ist, die berechtigten For» ----- �''---- r»r'------™----»... t—Z—..... "gen und Wünsche der Arbeiter zum Auivruck zu bringen. flr.« H."Nordel von unseren bisherigen Anhängern, in dem bin?/» tkwer Freunde und Bekannten da»„Berliner Bolls» 'u breiten und sehe darauf, daß jeder neu gefundene lich hält.� lein Versprechen, zu adonniren, auch wirk- werden wir bemüht sein, den Inhalt unseres "lattes immer reichhaltiger zu gestattm. Dai ,...LZerliner Volksblatt' -- von l)«cflunfltn werden von sämmtlichen Spediteuren, sowie Für Ztmmerstraß« 44, angenommen. für da* nehmen alle Postanstalten Abonnements Vierteljahr zum Preise von 4 Mark entgegen. ,""4M Vierteljahr zum Prege von i ncati emgegen _"edattton an» Expedition de»„Berliner Volksblatt" S"4 in««rm-l-rdeU-t»,. w r» ra« Mb st wollte» eme staatliche Fixi.ung der Arbeitszeit Wht haben,»ftl sie befürchtete», bann weniger zu ver« «nne». Diese Behauxtung hat selbflv-rständlich keinen Ederen Zweck, als dre Arbeiter über ihre Situation in löblicher Weife zu täusche»; wer nur irgendwie die öko« "Mische» Gesetz« kennt, der weiß ganz gut, daß die Löhne T» hauptsächlich dadurch sinken, daß die Arbeiter unter- Lander Konkurrenz machen, indem bei langer Arbeitszeit M Angebot von Arbeittkräftm immer größer, die Nach» 5°se aber immer geringer wird. Di« Arbeiter, soweit sie .�'"vorgeschritten find, sich selbst mit ihrer Klasseulag« r beschäftige», haben die» auch längst begriffen. Nur da, Man sie fast gewaltsam daran abhält, sich mit ihrer ix v'u beschäftigen, mag diese Erkenntniß fehle», wie 1"*«,„liberalen"„BildungSvereinen", wo man den Ar- �«ern Borttäge über den Mond hält, um sie von -_ Ieuitl/eton. 83 Im Eckfenster. Roman von Friedrich LerstScker. sFortsetzung.) «Oh, Gottbewahre," sagte Herr Semmlein.„da» ist ja � die verzweifelte Geschichte, er weiß vor Freundlichkeit "'cht,»a» er anfangen soll, und schwenzelt mein«- Cf* immer um Einen hemm, schimpft auf sich selber, $«a» nicht schon laug« erledigt wäre, und«acht sich i. schönsten Grobheiten— aber Geld rückt er nicht '"aus.» v..»Tut. dann«olle« wir de« Herrn wenigstens auf den *.9* fühlen, ob er zahlen kann, und da« Andere überlassen 'd mix.» t»Wäre schon recht. Also nicht« für ungut, Herr Nach» M�Habe» doch von de« Unglück«fall in der letzten Nacht i�"�it Hauptmann Dünbeck? Gewiß! Ich komme � daher." lB,»Atmt« Mädchen da drüben I— Ist in einem trost» to. Zustande. Der Theaterarzt und Doktor Potter find '&..Ü �,n ganzen Morgen bei ihr; sie fürchte«, daß fie Snstand verloren hat/'.. .»j__ fa,,?1«!«»« hübsch Stück Geld i ajann n*«v».... hält, �"schichte nicht war, daß er sich nur todtgeschossen ' Meu er die Blendhei« nicht Heirathen wollte!" ki fpußu*— die Leute find rasch mit solchen Erklärungm Uuna� Hund. Also, Herr Semmlein, die genauen Rech» fcolP*°u» Verlin und die Jhnge muß ich haben. Die b«n ist da; die Ihrige können Sie mir«nterschrei- fcän'w�nn Sie wieder herüberkommen, da« wäre vor der seih.,°a.' Hauptsächlichste. Ich»erde noch vorher«»mal W Mit Heim von Schaller spreche« und sehen, ob ich ihre« eigensten Interessen abzudrängen, oder in den ultramontane« und protestantischen Jüngling«- und Ge- sellenvereinen, wo sich die jungen Arbeiter hauptsächlich mit der Bibel statt mit»irthschaftlichen Frage« beschäftige» müssen. Wie sehr die Arbeiter selbst de» Werth abgekürzter Arbeitszeit begreifen, sehen wir au» de« jüngsten Vor» fällen in B r ü n n; wir wollen hierbei gleich anführen, daß wir ungemein bedauern, daß bei dem dortigen Konflikt zwischen den Textilindustriellen und den Arbeiter» Thät« lichkeite» vorgekommen sind. Wer die Schuld an den« selben trägt, ist«och nicht festgestellt; wir kommen auf die Sache zurück, wenn bestimmte Nachrichten darüber vor» liegen. Wir sind der Meinung, daß sich ei» solcher Konflikt, bei dem die Arbeiter von dem Mittel der Ar- beit«kinstellung Gebrauch machen, um eine kürzer« Arbeits- zeit zu erzielen, in aller Ruhe abspiele» kann, »««halb auch die Arbeitseinstellung ei« gesetzlich gestattete« Mittel ist; c« braucht dabei weder Tumulte, noch Steinwürfe, noch Säbelhiebe, noch Kolbenstoße und Bajonettstiche zu geben. Leider ist* in Brünn nicht glatt abgegangen. Man kann au« den ganzen Vorfällen deutlich die Ab» neigung der Unternehmer gegen den Normalarbeit»» ta g erkennen, der in Oesterreich eingeführt ist und elf Stunden beträgt. Wenn nun wie immer behauptet wird, der Normalarbeitltag de» Arbeiter» nachtheilig wäre, so würden die letzteren sicher mit ihren Unternehmern in keine« Streit gerathen sein. Man hatte in den Brünncr Textilwaarenfabriken früher 11 Vi Stunde», exklusive der lusen arbeiten lasse». Nun mußte man auf 11 Stunden abgehe» und die Fabrikanten fugten sich grollend de« setze. Wenn man früher von 6 Uhr früh bis 7 Uhr Abend» arbeitete, so arbeitete«an nun von 6 Uhr früh biß KV, Uhr Abends. Die Pause» betrugen im Ganzen anderthalb Stunde». Der entstandene Konflikt dreht sich nun darum, daß die Arbeiter verlangen, die Pausen sollen ganz in de» Normalarbeitstag hineinfallen, während die Arbeitgeber die« wohl bezüglich der Mittagspause, die eine Stunde beträgt, nicht aber für die zusammen«ine halbe Stunde betragenden Frühstücks» und Vesperpausen zugebe» wollen. Hierin liegt offenbar«ine Inkonsequenz, den» wa» bei der Mittagspause recht ist, muß doch bei den anderen Pause« billig sein. Di« Arbeiter, de» Werth de« NormalarbeitStag» voll und ganz würdigend, verlange«, daß ihr« Arbeitszeit inklusive Pausen von 6 Uhr Morgen» bi« 6 Uhr Abend» daure, da sie wohl begreife», daß die Pausen, in denen der Arbeiter hastig für die kärg» liche Ernährung seines Körper» sorgen muß, al« eigentliche freie Zeit nicht bekachtet«erden können. Sie ver» ihn im Guten dazu bringen kann, die Sache freiwillig zu erledigen." „Mit dem Munn« ja—«einöwegen mit dem größten Vergnügen— aber da kommt Jemand," unterbrach er sich, al» eS leise an die Thür pochte.„Na, also auf Wieder« sehen— ih, Mamsell Peter«," rief er aber, al« er in der Thür da« junge Mädchen traf, da» in seinem Hause wohnte —„ih, seh'n Ei«'mal an,«ollen Sie auch Jemanden ver» klagen s" „Ach nein, Herr Hofapotheker," erwiderte tief et« röthend K thchen,„nur dem Herrn Notar wollte ich einen Theil de» Gelde« bringen, da» er so freundlich war für mich auszulegen, Aber auch Ihnen, Herr Hofapotheker, bin ich zu großem Dank verpflichtet, daß Sie sich«einer in der Wohnungssache angenommen habe». Die gnädigen Fräulein von Klingenbruch waren gar so unfreundlich gegen mich, und ich habe ihnen doch nie etwa« zu Leide gethan." „Nein, da» haben Sie auch nicht, mein liebe» Kind," sagte Semmlein,„und meinswegen auch keinem Menschen sonst. Aber lassen Sie die Gesellschaft nur laufen, denn wen» es nicht für den Oberfllieutenant wäre— und da» ist«in prächtiger Herr, mit de« man ei« Wort rede« kann—, so hätte ich ihnen schon lange selber die Woh» »ung gekündigt;—»a, nochmal« guten Morgen, Herr Notar!" „Und wa« bringen Sie mir, mein Kind?" sagte Püster freundlich, al« der Hofapotheker fort war und auch Mux da» Zimmer verließ, damit Käthchen nicht seine roth» geweinten Augen sehen sollte. „Geld, Herr Notar." lächelt« da» junge Mädchen, „wenn auch nicht Alle», doch wenigsten» einen Theil davon, denn Klingenbruch» haben mir heut«, al» fie mir mein Logi» kündigten, da» Geld geschickt, da« ich nach Abzug der Miethe»och bekam. Sehe» Sie, e« find wieder zwei volle Thaler." „Und hatte da« solch« Eile?" „Ich habe keine Freude an meiner Maschine, bi« fie ganz bezahtt ist, und da« wird ja doch jetzt hoffentlich nicht mehr so lange dauern." langen Abrunduna der Arbeitszeit, und wir«einen,»er sich von 6 Uhr Morgen« bis 6 Uhr«it Ausnahme der geringen Pause« für die Mahlzeiten an der Arbeit befindet, der hat mehr als genug gearbeitet, der kann den Verbrauch an Körperkrästen bei dem geringen Verdienst in der Textil» industrie gar nicht mehr ersetzen. Die Unternehmer sage» nun, da» wäre der 10'/»» stündiae Normalarbeitstag, und bei de« könnten fie nicht bestehe«. Was würden diese Herren nun mache», wenn der zehnstündige NormalarbeitStag Gesetz wäre, wo# doch nur eine Frage der Zeit ist? Wenn fie dann «irklich nicht mehr bestehen könnten, so wäre e» am besten, wenn fie in Gotte« Namen aufhörten, denn eine Industrie, die durch lange Arbeitszeit und niedrige Löhn« die Bevölkerung heradbnngt und die Volkskrast verwüstet, ist kein Nutzen, sondern eher ein Unglück für ein Land. Allein die Herren würden eben wahrscheinlich nicht auf» hören. Sie würden ruhig weiter arbeiten lassen und müßten sich vielleicht dazu bequemen, einige Prozent Divi» dende weniger alljährlich auszuzahlen. So liegen die Dinge. Die Textilindustriellen wehre« sich, al« ob«» um da» Leben ginge, dagegen, die Arbeits» zeit um ein« halbe Stunde zu verringern, die Arbeiter stellen die Arbeit ein, um diese halbe Stunde Ver» ringerung der Arbeitszeit zu erkämpfe«, indem sie ihre Existenz auf» Spiel setzen, und bei un» giebt e» hochweise Professoren der National« Ökonomie, scharfblickende„Staatsmänner", superkluge Jour» naliste» und noch eine Menge sich sehr weise dünkender Leute, die alle behaupten, die Verringerung der Arbeitszeit, resp. der NormalarbeitStag, sei gegen da» Interesse der Arbeiter! Man glaubt manchmal, man sei im der verkehrte» Welt! Hier steht man die Wirkungen der österreichischen Fa» brikgesetzgebung, so unvollkommen fie ist. Der Normal» arbeitStag von 11 Stunden ist durchaus ungenügend, allein er hat doch hingereicht, um den österreichtfch-n Arbeiter« plötzlich klar zu machen, wie werthvoll die Herab- setzung der Arbeitszeit für sie ist. Da« ist «in großer Fortschritt, weit größer, al» man vielleicht auf den eiste» Blick glauben könnt«. Wenn die Mass« der Arbeiter nur erst selbst begreift, welch«ohfthätige und heilsame Einrichtung der NormalarbeitStag ist. dann find wir von der Erfüllung dieser Forderung auch nicht«ehr weit entfernt. Die Gesetzgeber möge» ehrlich genug sein, au» de» Vorgänge» zu Brün» die richtige Konsequenz zu ziehe» und mögen endlich erkennen, daß die Einwendungen gegen de» NormalarbeitStag entweder au» mangelndem Verstand- niß der Sache entspringen oder daß sie etwa daher kom» „Und Sie haben fich dazu von Allem entblößt..." „Weshalb nicht? Wa» nützt mir Schmuck, den ich doch wahrscheinlich nie im Leben wieder tragen würde? Mit der Maschine aber weiß ich, daß ich mich, wenn ich fleißig bin, schuldenfrei am Leben erhalten kann." „Und wenn Sie einmal krank werden?" „Gott wird mich davor bewahre»: Aber gegen Krank» heit kann kein Mensch—, jetzt bm ich Ihnen noch vier volle Thaler schuldig, nicht wahr, Herr Notar?" „E» wird wohl so.herauskommen," sagte der alte Man» gelührt, aber er wußte recht gut, daß fich darin nicht» mit ihr mache« ließ. Sie wollte selbstständig sein und setzte ihren Willen durch. „Was haben Sie denn mit Klingenbruch»?" «Ich weiß«s nicht," seufzte Käthchen.„aber gerade da» junge Fräulein scheint einen recht herrischen Charakter zu haben und legte«S ordentlich darauf an, mir»ehe zu thu». Ich brauche mir aber von keine« Menschen etwa» gefallen zu lassen, denn ich thue nicht» Unrechte«, und für das, wa» ich bezahlt bekomme, liefere ich auch dm vollen Werth der Arbeit." „Da haben Sie Recht— und apropo«— ich hatte auch noch eine Kleinigkeit für Sie zu thun,»m« Sie Zeit habm, heißt da», denn ich eile nicht damit." „Für Sie immer, Herr Notar; sagen Sie mir nur, «a» es ist— kann ich e» gleich mitnehmm?" „Nein, mein Kind, ich muß e» erst vorsuchen, und so eilig ist«» auch nicht. Ich schicke e» Ihnen dann hinüber. oder bitte Sie, e« abzuholen. Heute bin ich gerade ei» »mig beschäftigt."" „Und ich störe Sie immer in Ihrer schwerm Arbeit," sagte da« junge Mädchm,„seien Sie mir nicht böse, Herr Notar." Damit hatte fie da« Papier, in de« fie da» Geld gebracht, wieder zusammengefaltet und wollte eben «it einem kurze« Gruß zur Thür hinau», al» sie fast gegen einen Herrn anstieß, der ebm, ohne an,»klopfen, hereinttat, so daß fie«it eine« leisen Schrei zurückfuhr. „Käthchen I" rief aber Hau» von Solberg herzlich, in- de« er ihr die Hand entgegmstreckte,„tteffm wir«n» auch einmal wieder? Ich habe mich so lange danach gesehnt, men, daß man es für unangemessen" hält, dem Arbeiter freie Zeit zur Erholung und Bildung zu geben, oder daß man aus garter Rücksicht auf die Dividenden der Aktionäre und den Unternehmergewinn fich der Einführung dieser so wohlthätigen Einrichtung hartnädig widersetzt. Politische Webersicht. In der letten Sigung des Bundesraths wurde die Borlage, betreffend die weitere Ausprägung von Einmark und Einpfennigftüden den Ausschüssen zur Borberathung übergeben. Genehmigt wurden außer dem schon erwähnten Antrag Sachfens ( wegen Berlängerung des fleinen Belagerungszustandes in Leipzig) die Anträge der Ausschüsse, betreffend die Verhand lungen der Impffommiffton, und betreffend die allgemeine deutsche Volkszäblung im Dezember 1885. Bei der Wahl der Mitglieder der Verwaltung des Reichs. Jvaliden Fonds wurden Die in Folge Ablaufs der Wahlperiode ausgeschiedenen Mits glieder wiedergewählt. Die Petition einer Gemeinde, betreffend Die Heranziehung des Reichs- Militä fietus als Eigenthümer eines Exerzier plazes zu den örtlichen Gemeindelaften, wurde dem Herrn Reichstanzler überwieseu und beschlossen, dem Be richt einer preußischen Regierung über die Befreiung der Durch Menschengand betriebenen Seidengaze- Fabriten von der Unfallversicherungsgflicht und einer Eingabe bezüglich der Un fallversicherungspflicht der mit industriellen Arbeiten beschäftig ten Strafgefangenin teine Folge zu geben. Im landwirthschaftlichen Minifterium find, wie der Röln. 8tg." von hier gemeldet wird, die Grundzüge einer Uebereinkunft zwischen den deutschen Rheinuferstaaten und der Schweiz und Holland unterzeichnet worden, welche der La ch 3fischerei im Rhein und seinen Nebenflüssen einen regelmäßigen Schuß und gleichmäßige Pflege fichern soll. Sollie dieser Vertragsentwurf die endgiltige Buftimmung der bethet ligten Faktoren finden, so würde meint das theinische Blatt damit den langjährigen Klagen über die Be bandlung der Lachsfischerei im Rhein dauernd Abhilfe ge fchaffen werden. Zur Dampferfubvention. Die ,, Daily News" berichten, daß der Norddeutsche Lloyd den Bau dreier neuer Schnelldampfer bei der Firme John Elder in Glasgow in Bestellung gegeben habe. Der Lloyd hat früher schon viel Anfeindungen erfahren, als er in England seine Schiffe bauen Heß, und es würde um so befremdlicher sein, wenn er ein Gleiches in einem Augenblice thun wollte, wo ihm die fub pentionirten Dampferlinien zugefallen find. Da die Verpflich tung besteht, daß auf diesen Linien die neu einzustellenden Dampfer auf deutschen Werften erbaut sein müssen, so fönnten die Schiffe für diese Linien nicht bestimmt sein, tönnten aber sehr wohl als Ersatz für ältere Dampfer dienen, welche auf den subventionirten Linien zur Einstellung fämen. Db Der Norddeutsche Lloyd diese Geschäftspraxis thatsächlich zu befolgen gedenkt, bleibt abzuwarten. Zur Bismardipende. Vielfach wurden bekanntlich seiner Beit die Arbeiter von ihren Fabrikanten förmlich gezwungen, für die Bismardipende thr Särflein beizutragen. Damals erklärten die offiösen und gefinnungstüchtigen Blätter diese Mittheilungen für erfunden, im Gegentheil hätten sich die Ar beiter hinzugedrängt, um den Arbeiterfreund im Fürsten Bismard zu ebren. Nachdem nun aber die Verwendung Der Spende bekannt geworden ist, mit der z. B. die sonst so bismardfreundlichen Fabrikanten Westfalens durchweg nicht einverstanden find, hört man über die Sammlung selbst auch Näheres, welches mit den Behauptungen aus Arbeiterkretsen übereinstimmt. So fchreibt die in Effen erscheinende ,, Rhein. Weftf. 8tg.", ein Blatt national liberaler Seibelbergerei fol gendes: Eine stille Vorausseßung tnüpfte fich an die Spende, nämlich die, daß der Betrag der Sammlung für eine Stiftung Derwendet werden würde, welche Den ärmeren Klassen zu Gute tommen sollte. Und wenn da burch auch nur ein winziger Bruchtheil der Noth gelindert werden kann, so wird damit doch immerhin eine fleine E leichterung dieser Klaffen erzielt. In diesem Sinne wurde auch die tleinste Gabe gern genommen. Es soll sogar vorgekommen sein, daß die Leiter großer indu ftrieller Werke geradezu vor ihrem Arbeiterpersonal ausge sprochen haben, indirett würde bas gesammelte Rapital ihnen, jebenfalls aber bem Arbeiter fande, su Gute tommen, und sie so bewogen haben, ihre fauer verdienten Pfennige gern zu opfern. Jedenfalls war das nicht geschickt und nicht richtig. Aber wenn das nun einmal vorgekommen ist und fich weiter gesprochen hat, so würde doch ein bitteres Gefühl in jenen Streifen leicht auftommen, welche hofften, ibrem Stande dadurch eine Erleichterung zu verfchaffen." So wird das Schlimmste selbst von einem Arbeitgeberblatt bestätigt, daß man unter falschen Vorspiegelungen den Arbet tern ihr schwer verdientes Geld aus der Tasche gelockt hat. Deffen find wir nämlich überzeugt, daß tein Arbeiter, wenn er die Verwendung gefannt hätte, zur Bismardipende auch nur einen Pfennig freiwillig gegeben haben würde. Sie zu sehen, und wäre gewiß schon gekommen, wenn Sie es mir nicht so streng verboten hätten." Es geht ja aber doch nicht, Herr von Solberg, Sie wiffen es ja selber," sagte Räthchen, indem sie ihm die Hand reichte, die er in seiner rechten behielt und mit der linten langfam ftreichelte. Ich weiß es, Räthchen, ich weiß es und sehe ein, daß Sie vollkommen Recht haben, und ich denke auch gar nicht daran, gegen Ihren Willen zu handeln; aber daß ich Ihnen hier auf neutralem Grund und Boden wieder begegnet bin, freut mich um so mehr und geht es Ihnen gut? Recht gut, Herr von Solberg, ich habe so viel Arbeit, als ich möglicher Weise schaffen kann, und die Leute sind fast alle freundlich mit mir, besonders hier der Herr Notar. Jest muß ich aber fort, denn wir stören den Herrn nur -Leben Sie wohl, Herr von Solberg," und ihre Hand aus der seinen ziehend, huschte sie über den Borsaal und die Treppe hinab. Hans fand und fah ihr nach, wie schon lange ihre Gestalt aus Sicht war. " Armes Rind," sagte er dann herzlich, als er zurüd in's Bimmer trat, as ift nun ein braves Mädchen, aber arm und auf ihrer Hände Arbeit angewiesen, und wie anbers hätte bas Alles sein können!" Ja, Herr von Solberg," nidte Büßter, das ist in ber That ein waderes Rind, und wenn mir je im Leben cine Tochter efchieden gewesen wäre, so hätte ich ge wünscht, daß fie ihr ähnlich sei." Hans trat an's Edfenster. Räthchen glitt unten über bie Straße wie ein Pfeil hinüber und in die Apo thete hinein; aber das Herz war ihr schwer, recht schwer, und als sie an die Treppe fam, Bieg fie diefelbe empor fo langsam und schwer, als ob sie Blei unter ihren Sohlen bätte. Uebrigens," begann Püfter, trifft es sich sehr glad lich, daß Sie mich heute Morgen aufgesucht haben, benn ich hätte Sie doch sonst bitten laffen, au mir zu tommen." Ift etwas vorgefallen?" rief Hans, sich rasch um " Die Auswanderung soll nach dem Reichetangler ein Beichen des Wohlergehens sein. Der geistreiche Beobachter und ftrengwiffenschaftliche Quellenforscher der thüringischen Hausindustrie, Dr. Emanuel Sag*) in Wien er örtert nun in dem II. Theil seiner Hausindustrie in Thüringen, der fich mit: Ruhla und dem Eisenacher Oberland beschäftigt, Die Thatsache, daß aus Ruhla, berühmt durch seine Meerschaum industrie und seine Pfeifenwaaren, in den Jahrzehnten 1851 bis 1874 bei einer mittleren Bevölkerung von 4202 Personen nicht weniger als 411, b. b. 9.78 Proz. der gesammten Bevöl terung nach Amerita ausgewandert find. So wird Rubla in 24 Jahren nur durch die Auswanderung nach Amerika nahezu dezimirt. Und die Ursachen dieser Erscheinung? Was die Leute, schreibt Sag, aus ihrem herrlichen Thale nach Amerita trieb, und noch heute treibt, das war die häufige Arbeitslosigteit, beitslosigteit, waren die Bebrüdungen der Raufleute,... und der niedrige Stand des Arbeitslohnes überhaupt; bierzu tamen zu Anfang der 50er Jahre, dann 1866 und 1870 auch noch politische Einflüffe und die Furcht vor dem preußischen Militärdienft. Der Ar beitslohn, der bei den meister Hausindustriellen in Nubla die einzige Einkommens quelle bildet, ist mit der legten Krifts durch schnittlich wohl ein Drittel gefunden, in einigen Erwerbsaweigen gröberer Art hat sich sein Stand noch tiefer erniedrigt." Wir glauben, diese Säße find eine treffende Kritif des Bismard'schen Ausspruchs. Sar aber hat sich durch die Gründlichkeit seiner wirthschaftlichen Studien und durch die Ehrlich leit seiner Dar stellung das Verdienst erworben, nicht zu dem lärmenden Chor ftrebsam tendenziöser Sozialreformer, sondern zu der Kleinen Geruppe wirklich wissenschaftlicher Sozialökonomen gezählt zu werden. Seine Schriften find den Arbeitern auf's angelegent lichfie zu empfehlen. Die großen Staatsbanken Europas haben in den legten Wochen wiederholt eine herabsetzung des Bins. fuß es eintreten laffen. Je mehr Kapitalien aus dem Pro buktionsprozeß herausgezogen werden, je höber die Fluth in den Banten, den Reservoirs des Geldmatttes steigt, desto niedriger ist die Binsrate. Das Kapital, deffen Zollkühnheit im Verhältniß zu den in Aussicht stehenden Profiten wächst, zieht sich niedergeschlagen, voll Melancholie zurück, wenn die wirthschaftliche Lage eine flaue ift. Die fimere Anlage in den großen Geldinstituten wird dem freien Spiel in Spekulation, Fabrikation und auf anderen Gebieten des ölonomischen Projeffes vorgezogen. So erklärt es sich, daß die Bant von England Anfang Juni den Binsfuß von 2% auf 2 pCt. reduzirt hat, während die italienische Nationalbant eine Herabsegung von 6 auf 5 pet. vornahm. Die Bant von Frankreich, die deutsche Reichsbant und die österreichische Bettelbank wer den voraussichtlich diesem Vorgehen folgen. Die Situation wird gekennzeichnet durch den gegenwärtigen Stand der be deutendsten Staatsbanten im Vergleich mit dem Stand( im Vorjahre am 30. Mai: England Baarschats Bindfuß H Noten airfulation 1885 Min. Frankreich Bfd. St. Frants 26.62 24.46 2 pet. 2157.3 1969 3 Deutschland Mart Defterreich Ungarn Gulden 642.7 194 674.5 347.9 1884 Bfb. St. 25.03 25.42 2% pet. Frants 2041.5 2939.5 3 " 686 4 4 " 349.4 4 " 189.7 === 44 " England Fran treich Mart 630.5 Deutschland Defterreich- Ungarn Gulden Ueberall ist der Baarschap in diesem Jahre gegen 1884 geftiegen, überall hat die Biitulation der Noten, der Schuld. scheine sich vermindert. Wir haben einen Ueberfluß an Kapi talten, die in den Lagern der Banten aufgespeichert find, weil die allmählich chronisch werdende Krifts es nicht vortheilhaft macht, diefelben in Unternehmungen anzulegen. Das Gelb liegt thatsächlich auf der Straße, aber auf derjenigen, die nur für die Bourgeoifte pafft bar ist. Diese ruhenden Millionen pafftsbar bedeuten für das arbeitende Bolt wachsenden Mangel an Be schäftigung, steigende Noth, gezwungenes Feiern, fie find die Anweisung auf toftenfreien Eintritt in die industrielle Reserveund Aeußeres van Eitfeldt, Juftis Janffens, legterer mit dem Sig in Vivi. Die Ernennung des Generalgouverneurs ht noch aus. Wahrscheinlich wird Dewinton zum General gouverneur ernannt werden. Die Geheimnisse der Wahlurne. Jm 6. mecklenbur gischen Reichstagswahlkreise wurde seiner Beit der Landrath Graf Schlieffen gewählt. Gegen die Giltigkeit dieser Wahl erhoben die Liberalen einen Broteft, in welchem unter Anderem folgendes bebauptet wurde: " Der Herr Landrath und Reichstagskandidat war bei der Wahl am 28. Oktober v. J. auf seinem Stammf Schlieffenberg Wahlvorsteher in eigener Person. In der Urne wurden laut amtlichen Brotokoll 77 Stimmettel sämmtliche auf den Namen Graf Schlieffen v. Schlieffen berg vorgefunden, während der Hofgänger Wilhelm Schmidt behauptet, er sowohl, als auch sämmtliche Wattmannshäger hätten Stimmzettel mit dem Namen bes liberalen Kandidaten Bogge Roggom in die Ume gelegt." " Diese Angaben find von der medienburger Lokalpreffe ve öffentlicht worden und die Staatsanwaltschaft erbob Antlage gegen die Herren Rechtsanwalt Müller und Jour nalist Buddi. Die Straflammer des Roftoder Landgerich bat der öffentlichen Anklage erft Raum gegeben, als die Staal anwaltschaft Beschwerde beim Oberlandesgericht erhob und dese Beschwerde als begründet befunden wurde. Vergestern bat nu wie dem Berl. Tagebl." geschrieben wird die Gericht verhandlung stattgefunden, diefelbe endete mit der Frei sprechung der Angeklagten und Vergütung der den Angeklagten entstandenen nothwen bigen Ausgaben, da der Hauptzeuge Schmidt- en allseitig als ordentlicher, fleißiger, überhaupt gut beleumundeter Bürger bezeichneter Mann- eidlich aussagte, am 28. Ottober des vorigen Jahres einen Stimmzettel auf ber Namen Bogge. Roggow in die Urne gelegt zu haben! Und in diefer Urne hat der Wahlvorsteher und Kandidat be fanntlich lediglich 77 Stimmen auf seinen Namen vorgefunden! Was nun! Oesterreich Ungarn. aut Der Statthalter von Niederösterreich hat an den Wien Magiftrat einen Erlak bezüglich der Petition des Wiene Gemeinderathes, betreffend die Einführung der Leidens verbrennung, gerichtet. In demselben wird eröffnet, bo Juftiz und Kultusministerium fich auf das Entschiebenne gegen Die Einführung der auch nur fakultativen Leichenverbrennung ausgesprochen haben. Aus den seither gesammelten Erfahrungen über die Erfolge der Feuerbestattung in anderen Lände welche ungeachtet aller Reklamen fich als ungünstig erwiesen haben, fet tein Grund solcher Reuerung zu entnehmen. Brünu, 19. Juni. Einer aus drei Personen bestehenden Arbeiter Deputation, welche den Statthalter um eine Einwirkung der Regierung bat, daß die Fabrikanten eine zebnstündige Arbeitszeit bewilligen möchten, erklärte Statthalter, daß die Regierung diese Forderung als Norm night unterstügen fönne. Er rieth den Arbeitern, sich mit den Fabri tanten gütlich zu einigen, und warnte vor den Folgen eines längeren Streits und vor Ausschreitungen.- Hoffentlich wi Der Herr Stat: halter sich nun auch an die Fabrikanten wenden und ste zur Nachgiebigkeit und zum Entgegenkommen ermabnen. Budapest. Die Sonntagsruhe der Postbeam ten wird durch eine neue Verordnung des Kommunikation minifters ftatuirt. Die Verordnung verfügt hauptsächlich Abwechslung der Beamten im Dienste und Beschränkung legteren bet fleineren Aemtern an Sonne und Feiertagen. Belgien. Der Rüdgang der belgischen Kohlenindustrie geht un Anderem auch aus dem foeben erschienenen Verwaltungsber der Bergwerfarbeitertaffe für 1884 des Beghts Mons, e der bedeutendsten Kohlenbezirke des Landes, hervor. 3web zwanzig große Weite gehören zu dieser Staffe. Es f Borjabre an 27,680 Arbeiter für 8,323,538 Arbei 24,177,425 Fcs. Arbeitslöhne gezahlt worden. Der Du schnittsbetrag auf den Tag betrug 2,90 Fc3. oder 0,14 weniger als 1883. Im Jahre 1884 wurden 1269 Arbe weniger beschäftigt, 1,939,179 c. weniger an Arbeitslob armee. In unserem Wirthschaftsleben herrscht als allmächtiger gezahlt und die Bahl der Arbeitstage war um 248,166 geringe als 1883. Während der Durchschnittsbetrag des Fabreslo Gebieter Gott Mammon; derselbe aber ist blind, und die ölonomische Vorsehung besteht beshalb in der anarchischen Broduktionsveise. Die Arbeiterklaffe tann davon ein Liedchen fingen. Die Organisation des neuen Kongoftaates bat soeben eine weitere Forderung erhalten. Nach einer Brüffeler Mel dung der Afrikanischen Korrespondenz" ist die Regierung für ben Rongoftaat wie folgt zusammengefeßt: Kabinetschef, Inneres und Polizei Dberst Strauch, Finanzen Vanneus, Handel *) Nicht zu verwechseln mit dem flachen Manchestermann und Vielschreiber, Profeffor und Reichsrathsdeputirten, Emil Sax in Wien. brehend, denn die Gegenwart nahm im Nu feine Gedanken wieber in Anspruch. In diesem Augenblid öffnete fich die Thür, und Mug trat herein; er schien freilich, als er Hans ertannte, Luft zu haben, wieber umzukehren, aber ber junge Solberg hatte ihn nun doch einmal gesehen, und so glitt er nicht bemerkte, su feinem Balt. der Kohlenarbeiter 1883 899,84 Frcs. betrug, fant derselbe 1884 1884 auf 870 Fc. In Folge dessen betrugen die Einnahm Der Arbeiterkaffe 495,251 Fics, um 25,092 Frcs. weniger 1883. Der eiserne Bestand der Kaffe ftellte fich am 1. Januar b. J. auf 1,857,205 Fics. Das jest begonnene Jahr fich für diese Industrie bis jetzt nicht günstiger und zwar allen Kohlenbezirken des Landes. Frankreich. Einfu 3 we über ber 2 Beg Waar lunger feine hoben bezizle unter Répe bet fabr Dritte Deuts zayl Die fra Kult nismu andere Fabri franzö Die ein um bi Sund e da tamera ju bri D präfide fand b Annig, Stafte Den feinem welcher gefchri Don F Schwe daten flung Man obern Movol Was Huhm gunge Ebre i Der A fogar rium i Dag bi Die Bon Repub jedoch eine Denn Frank ble จี bes immer Richter gelinde und r beam lich auf baben, Dies b infpe fette märt ftellte gewiffe Weise b Stra gege Falle Silfe eined wurde einig Bolf Sofpite nehmer Dem U wabren threm melche Frau Derta Inspet felbe le Hotel 1 amten 111 wirb neuen dringli Bill gedach Salist einiger jeges 1 bazu: Die B Infor bag n R. S berhüt Befall Im Monat Mai D. J. betrug die Einfuhr Fra reich 3 281% und die Ausfuhr 235 Miltonen Die Einfuhr hat gegen die des Mai 1884 um 42%, biz fuhr um 26% Millionen zugenommen. Die Bunahme gramm bekommen, daß die Frau, die er beraubt und schon unterwegs ist und heute Abend hier eintre wird.' Gott sei Dank und bann?" " Heut Abend wird nichts mehr in der Sache zu # bes DE thum denn mit einem schüchternen Gruß, den Hans aber gar fein, denn der Zug trifft erst neun Uhr fünfzehn Minuten ein und verspätet fich auch noch gewöhnlich um etwa " Ja, Herr von Solberg," sagte der Notar, Dberft Außerdem ist wohl die arme Frau gewiß von der Seile lieutenant von Klingenbruch war vorhin bei mir und hat und Aufregung angegriffen, so daß wir nicht daran bente mir gefagt, daß Sie jest Alles wissen. It dem so?" dürfen, fie heut Abend noch zu beläftigen." " Ja," erwiderte Hans mit faft tonlofer Stimme, und Und morgen früh?" noch mehr, als Klingenbruch selbst ahnen konnte. Hat er Ihnen auch von dem Würfelspiel gefagt?" Allerdings." Gut, dann sehen Sie hier; das verlor Rauten gestern im Garten bei einem Falle, als er in übermüthiger Laune mit den jungen Damen spielte; es mußte unmittelbar nach der Szene gewesen sein, in ber er meinen armen Dürr bed mit teuflischer, aber feiger Lift in den Tob sandte" - und dabei warf er ben zerbrochenen Würfel auf den Tisch. Buster nahm ihn auf und betrachtete ihn aufmerksam; aber selbst der alte Mann wurde bleich, als ihm die Ahnung des Furchtbaren bämmerte. Das ist ein falscher Würfel!" rief er entfeßt aus. Sie glauben boch um Gottes willen nicht, daß Rauten auch das..." Jetzt bin ich bavon überzeugt; es ist der gewiffen Tojefte Schurle, ber je Gottes Erbe geschändet, und nur H Bra " In Ihrem Hause," sagte Püfter finnenb, dürfen ben Ellat nicht machen. Ihre Schwester tönnte ben Tob Schreckt haben, und es steht ihr außerdem noch eine schwe Stunde bevor; aber ich habe mir gedacht, wenn wir Rauten, ober' Herrn von Rehberg, oder von Tröben, er nun auch heißt, vermögen tönnten, hierher zu mir tommen." wit Das wird aber nicht so leicht sein; er lönnte Ber bacht schöpfen." ,, Es ist kaum denkbar, aber tann auch bis auf bal ver Kleinste durch einen Plan, ben ich mir ausgedacht, mieben werden. Sie wissen, daß Ihr Herr Bater sprochen hat, ihm am Hochzeitstage fünfzigtausend Thales in Werthpapieren natürlich auszuzahlen " Ich weiß es," sagte Hans tonlos, und ich fürcht sehr," baß er gerade um bas Blutgelb meine arme Schwe elend machen wollte." " Jebenfalls," nidte der Notar, benn er batte fei deshalb bin ich zu Ihnen gekommen, um Sie zu fragen, Reiseziel; seine Güter liegen im Monde, und er würde fid wie wir einen Halt an ihm gewinnen fönnen." Und weiß er, daß der Würfel in Ihrer Hand ist?" Nein, er tann es nicht wissen. Wenn er ihn ver Rafen verloren hat." im B nothw benach Minif als Schrit niftern Bopm antwo laugb mit, b fo me abgeg Dause Der Dienf fet, möglic abl jebenfalls unterwegs aus dem Staube gemacht haben." Nun, und was gebachten Sie mir zu rathen" " Ihr Vater muß furz vor dem Moment der Entsche mißte, so muß er glauben, daß er ihn irgendwo auf dem dung mit ins Geheimniß gezogen werden und auch außer bem unter jeber Bedingung Beuge hier sein. Wenn b Also hält er fich noch für sicher? Ihre Eltern wiffen ihm dann ruhig erklärt, er wolle ihm das Rapital fche morgen, also am Tage vorher, auszahlen, da vielleicht a Niemand in unserem Hause außer mir, denn sonst andern, sehr bewegten Tage leine Beit dazu wäre, fo mü ich mich in Graf Rauten sehr täuschen, wenn er nicht m Vergnügen darauf einginge. ( Fortsetzung folgt.) von nichts wäre er im Augenblid gewarnt gewesen." " Dann ist Alles gut, denn eben habe ich ein Teleiner 0: 0 6 mit dem rs flebt Beneral Clenbur Landrath er Wahl Anderem war bei Stammf In der mmjettel, Schlteffen Wilhelm Emmtliche Namen Die Urne reffe ver erbob nd Jour bgerich Staals umb defe bat nun Gericht Fret ütung bwen of- ein mundeter te, am I auf ben aben! bibat bes gefunden! Wien 3 Wiene eichens ffnet, do te gegen brennung Fa brungen Ländern, I erwiesen 7. ftebenden balter britanten tlärte ber form nicht Den Fabri gen eines tlich with abrilanten entommen tbeam nitation chlich ble ntung agen. gebt unk ngsber ons, el Bweb Es f tbei er Du , 14 Arbeter ettslöhnen geringe breslobne felbe 1884 innahmen Deniger all 1. Janu Ot b Beftali 3war Fra nen Die ahme und DE eintreff e au thu Minute um etwa ber Meile Fax bente bürfen wi ine faw ex Tob vo wir Gu Fröben, wi 84 mir Sante Ber is auf bal acht, ver Bater ver end Thales ich fürd e Schwefter batte feis würbe fld aben." Den 8" Entsche such außer Benn b pital f ielleicht a e, fo mi night m g folgt.) Des Cinfubr betrifft ganglia Robstoffe für industrielle 3wede, während die Einfuhr von Lebensmitteln sogar um über 7 Millionen zurückgegangen ist. Von der Steigerung Der Ausfuhr entfallen 12% Millionen auf fabrigitte Gegenlände, 2 auf Nahrungsmittel, 4 auf verschiedene Waaren und 8 auf die Robftoffe.- Nach diesen Mitthei Nach diesen Mitthet lungen find die wirthschaftlichen Verhältnisse in Frankreich teine schlechten; fe haben sich wenigstens im Allgemeinen ge hoben, wenngleich in Paris selbst und in einigen Industrie bezirken die Geschäftslage leine besonders gute ist und Noth unter den Arbeitern herrscht. Ein in der Normandie erscheinendes Arbeiterblatt, der Réveil de Normandie", berichtet über die Berdrängung bet französischen Arbeiter in den Luchfabriten von Elbeuf durch deutsche. Faft ein Drittel der bort angewendeten Hände" rekruttzt sich aus Deutschland, obwohl in Elbeuf eine mehr als genügende Anzahl einheimischer Arbeitskräfte zur Verfügung steht. Allein bie französischen Unternehmer find, wie ihre Brüder in den übrigen Rultur" Staaten, trog ihres zur Schau getragenen Chauvi nismus, fets international, wenn es sich darum handelt, aus anderen Ländern fich willige und billige Arbeitskräfte für ihre Fabriten und Wertstätten zu verschoffen. Mit Recht find die franzöfifchen Arbeiter über diese wohlfeile Konkurrens empört, Die einzig und allein dazu dient, die Löhne herabzubrüden, um die wirthschaftliche Lebenshaltung der Arbeiter auf den und zu bringen: Nicht aus nationaler Beschränktheit machen e dagegen Front, sondern um ihre ausländischen Arbeitslameraden zur Ratson, das heißt zum Solidaritätsbewußtsein ju bringen. Der todte Admiral Courbet dürfte dem Ex- Minister präsidenten Ferry noch viel zu schaffen machen. Der Admiral fand die Anordnungen des Ministers ganz verkehrt und un Annig, feiner Meinung nach hätte die Flotte an der chinesischen Er gehorchte Rüfte in ganz anderer Weise operiren müssen. Den Befehlen des Herrn Ferry daher nur widerwillig. Von feinem Groll gegen berartige Operationen legt folgender Brief, welchen der Aomiral an feine in Frankreich lebende Schwester geschrieben hat, Beugniß ab. Derfelbe ist nach der Zerstörung Don Foutschou geschrieben und lautet: Bereite Dich, liebe Schwefter, darauf vor, doppelte Steuern zu zahlen, die Sol daten und das Geld Frankreichs von einem Abgrund ver schlungen zu sehen, denn es soll eine Thorheit begangen werden. Man will, daß ich nach Relung gebe, man will Formosa er obern... Wann wird Frankreich endlich einsehen, daß die Novolaten, welche es regieren, feinen Untergang bereiten? Was sollen wir da thun? Ohne Nugen und ohne Ruhm erliegen! Wenn nur Frankreich tros unserer Anstren gungen, mit denen Niemand geist, nicht einen Fegen feiner Core in diesen Gewässern zurückläßt!"- Auch an Freunde hat Der Admiral mehrere Briefe geschrieben. Einer der Briefe foll fogar die ausdrückliche Forderung enthalten, daß das Minifte rium Ferry in den Anklagezustand verfest werden möchte. In der Kammer veranlagte die Gefeßesbestimmung, daß die Tontinbenimange die Inschrift tragen soll: Die Republil ihren Vertheidigern", eine beftige Debatte. Bon der Rechten wurde das Berlangen geftellt, das Wort Republit durch Frankreich" zu erlegen. Schließlich wurde jedoch legterer Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt. Das eine Verlangen ist fiber ebenso unberechtigt, wie das andere, Denn die Soldaten haben in Zonlin weder die Republik noch Frankreich vertheidigt. Rußland. In Rußland, dem Hort der Reaktion, treibt die Fäulnis immer stärkere Blasen. Es ist nicht nur Thatsache, daß die Richter die Millionen die be laufen laffen, oder doch nur gelinde verurtheilen, sondern auch, daß die Polizei stehlen und rauben hilft. So sind jest wiederum 4 Polizei beamte unter der Anklage, an der Beraubung abficht lich auf den Strand getriebener Schiffe Thell genommen zu baben, vor das Gericht in Rertsch geftellt worden. Es find Dies der Polizeimeister Mainowstt, der Oberinspettor ber Boltset Wolsti, ber Boltzet. fetretär Jesersti und der oberie Gefangen. wärter Metelino. Bei der Verhandlung gegen dieselben ftellte fich Folgendes beraus; Hunderte von Namen wurden gewiffenhaft in die Polizeibücher eingetragen zum Be weise dafür, daß die Träger dieser Namen die ihnen audiftirten Strafen abfigen, allein in Wirklichkeit wurden dieselben gegen Bahlung beimlich freigelaffen. In einem Falle brachen verschiedene der so Freigelaffenen mit Bei Silfe der Beamten in eine Borstabiswohnung eines jung verheiratheten Paares ein; der Mann wurde im Schlafe ermordet und die Frau eritam mit einigen schweren Kopfwunden. Nun erschien der Bolizeiinspettor Wolsti und ließ die Frau in das Hospital bringen. Da er fich sehr entrüftet und sehr theil nehmend zeigte, übergab die Frau 1500 Rubel, welche fte bet Dem Ueberfall gerettet hatte, bem Polizeiinspektor zum Aufbe wahren. Nachdem fte wieder bergeftellt war, ging fie nach threm Hause, fand baffelbe aber in Ruinen: bie Boliget, elche es wahrscheinlich für unmöglich gehalten hatte, daß die Frau mit dem Leben davon lommen werde, hatte Alles bertauft und das Haus zerstört. Als fte den Polizei Infpetior aur Rede stellte, wurde fte mit haft bedacht und der felbe leugnete fogar, 1500 Stubel empfangen zu haben. Jedes hotel und jedes öffentliche Haus in Kertsch mußte diesen Be amten einen monatlichen Tribut zahlen. Großbritannien. Unter einigen tonservativen trischen Abgeordneten wird gegenwärtig eine Dentichrift unterzeichnet, welche dem neuen britischen Primierminister Marquis von Salisbury ein dringlich vorstellt, daß eine VerbrechenverhütungsBill unerläglich fet. Mehrere der Konservativen aus Ulster gedachten, am 17. b. Mts. in einer Bufammenkunft mit Lord Salisbury demselben die Nothwendigkeit der Erneuerung einiger der Bestimmungen des jest in Kraft befindlichen Ge jeges dringend ans Herz zu legen. Der Standard" bemerkt dazu: Ehe bie neue Regierung zu trgend einem Entschluß über bie Verbrechen verhütungs Atte gelangt, wird fie sorgfältig die Information erwägen, die fich über den Zustand des Landes im Befig der irischen Exekutive befindet. daß nach der Ansicht des permanenten Unterfekretärs( Sir Hamilton) einige der Bestimmungen der Verbrechen berbütung Atte absolut wesentlich find.( Soll wohl heißen, nothwendig find.) Es verlautet, Bradlaugh hat den Präsidenten des Unterhauses benachrichtigt, er werde fich nach dem Amtsantritt des neuen Minifteriums am Tische des Hauses einfinden, um den Eid Schritt bat er sich entschloffen in Folge des stattgehabten Mt. nifterwechsels und der Berwerfung der zweiten Lesung der von Hopwood eingebrachten Affirmationsbill. Der Präsident Beel antwortete, er werbe das Haus von dem Entschluffe Brad laugh's in Kenntnis feßen. theilte der Lord Salisbury mit, die Unterhandlungen wegen des Kabinets feien noch nicht fo weit gebiehen, baß von irgend einer Seite eine Erklärung abgegeben werden lönne; er wünsche daber die Bertagung des Hauses bis Dienstag. Ebenso beantrage er, daß die Erwägung Der Amendements zu der Wahlbezirtsbill ebenfalls bis Dienstag vertagt werde. Sobald die Annahme der Bill erfolgt fet, würde eine Parlaments Auflösung vor Rovember nicht möglich sein. Eine derartige t onftitutionelle Neuerung, wie die Bablbezirksbill, tönne aber nicht vorgenommen werden zu iner Bett, wo eine verantwortliche Regterung im Amte sei. 0: Kimberley bekämpfte den Antrag; derfelbe wurde jedoch mit 124 gegen 56 Stimmen angenommen und darauf bas Dberbaus bis Die..ftagr.agt.- Jr Unterhause be antragte Gladstone die Berta ung des uses bis Dienstag. Labouchère fragte an, ob es wahr fei, daß die Kabinets bildung noch nicht erfolgt sei, weil Lord Salisbury bie verlangte Unterstüßung der Liberalen nicht erhalten habe. Gladstone erwiderte, Lord Salisbury habe gewiffe Eröffnungen gemacht und Forderungen gestellt. Sollten die Unterhandlungen ein Resultat herbeiführen, so werde dies Resultat und alles barauf bezügliche Wesentliche veröffentlicht werden, womit Lord Salisbury fich einverstanden erlärt habe. Das Unterhaus wurde hierauf bis Dienstag vertagt. Lokales. r. Ueber die hohen Preise für Speisen und Getränke in manchen unserer Sommerlotale wird vielfach und mit Recht Klage geführt. Wir werden dabei auf einen Umftand auf merksam gemacht, der allerdings zu Gunsten der Wirthe spricht. Der Verbrauch an Schant- und Speisegeräthen ist in ftatt frequentirten Lokalen ein ganz bedeutender. Daß Teller, Taffen, Bläser einmal gebrochen weiden, kann vorkommen und feder einfichtige Wirth entschuldigt das; aber unsere Sommerwirthe verlangen und wir meinen mit Recht daß dann wenig stens die Scherben vorhanden sein müffen; wo auch diese feblen, greift die Vermuthung Plaß, daß die fehlenden Gegen flände einen neuen unreblichen Besitzer gefunden haben und unsere Wirthe erzählen Wunderdinge von den Geheimnissen, welche in den umfangreichen Körben und Taschen enthalten find, die ohne Auffallen zu erregen bei Landpartien, beim Kaffeetochen und bei ähnlichen Vergnügungen verwendet werden. Leinene Servietten find deshalb nur noch in wenigen dieser Sommerlotale au finden, weil dieser Stoff fich zu mannichfach verwerthen läßt und deshalb dem spurlosen Verschwinden um fo mehr ausgefest ift; Meffer und Gabeln find von geringfter Qualität und Teller, Taffen, Gläser von manchmal geradezu abstoßender Form. Läßt aber ein Wirth einmal auf Grund zuverlässiger Beobachtungen und nöthigenfalls unter Affiftenz bes Gendarmen eine Revifton eines solchen Korbes oder einer solchen großen Tasche vornehmen, so wirkt dieses Ereignis so schreckenerregend, daß die meisten seiner Gäste verschwinden und auch Andere vom Besuche eines solchen Zotals abzuhalten suchen. Es bleibt den Wirthen also nichts weiter übrig, als den Verlust an solchen Sachen auf den Preis für Speisen und Getränke zu schlagen. Dem Publikum selbst eine gewiffe Kontrole im Interesse der Wirthe zu empfehlen, würde vielleicht sehr zwedmäßig sein, hat aber auch seine Bedenken und großen Ünannehmlich leiten. aufgabe besteht darin, geftüst auf schwache Anhaltspunkte oder auch auf eigene Fauft, jungen Leuten zur Verlobung zu gratuliren, von welchen fie weder in der Beltung noch sonst irgendwo eine Verlobungsanzeige gelesen hat. Bluts dürftig weidet fte fich an der Verlegenheit ihrer armen Opfer. Es ist Nachmittag. Durch die Straßen des Städtchens wandern funge Damen mit sterlichen geftidien Arbeitsläschchen in der Hand; ältere Matronen mit dem Stridstrumpfbeutel am Arm. Das Biel ist ein Haus in der Vorstadt. Frau Regierungs räthin 8. hält großen Kaffee. Fast alle find versammelt; da tritt die Verlobungselfter in die Thür; der Kreis der jungen Mädchen stiebt auseinander, wie eine Schaar furchtsamer Tauben, wenn der Habicht in der Luft schwebt. Sie aber hat bereits thr Opfer außersehen. Bu einer fungen hübschen Blondine hintretend, brückt fie ihr mütterlich die Hand: Ab. Fräulein Baula, mein liebes, gutes Herschen, wie geht's denn? Den Affeffor X. fteht man ja jept febr bäufig in Ihrem Hause aus und eingehen. Man darf wohl zur Verlobung gratuliren?"- Die arme Baula, erbleichend, erröthend, steht sprachlos. Ihr schönes, heiliges Geheimniß hat diese geschmäßige Bunge unbarmherzig bervorgezerrt. Der geliebte Mann hat zwar das entscheidende Wort noch nicht gesprochen, noch kein Treuschwur vereinigt die Beiden, aber die nächfie Belt, wenn er selbstständig geworden -benn er ist ein stolzer Charakter tann das ftill ersehnte Glüd bringen. Haben doch die Augen längst gesprochen, wo die Lippen noch schweigen; Baula weiß fich geliebt von thm! Nun steht fte vor einer unverschämten Frage und foll antworten. Der Herr Affeffor ist nur als früherer Studien freund meines Bruders zuweilen ein Gaft in unserem Hause," sagt fte schnell, nachdem die erste peinliche Ueberraschung über wunden. Aber die Verlobungselfter hat den Farberwechsel im Gefichte ihres Dpfers scharf beobachtet. Ja, ja, es ist doch wohl etwas daran; Sie werden ja ganz verlegen!" fagt fte, welche zartsinnigen Worte natürlich nicht dazu beitragen, die Verlegenheit der armen Baula au vermindern. Diese wendet fich nun stolz ab und tritt zu ihren Freundinnen; ihr ist zu Muih wie dem Vögelchen, welches in Schlangenaugen gee blidt bat. Die Berlobungselfter aber vereinigt ihre Vermuthungen und Beobachtungen und erzählt fte wetter. Und wie ein Gerücht in jedem weiteren Mund eine andere Geftal tung annimmt, so auch dieses. Aus Bermuthung und Beo bachtung wird zulegt eine Thatsache. Es ist wieder Nachmittag. Der Affeffor. fist in einem Rafé und liest die Beitung. Da tritt ein Freund von ihm berein: ,, Alter Junge, Du spielst den Dudmäuser gegen Deinen alten Freund!" Wie so?" Na, trosdem gratulire ich Dir recht herzlich zur Berlobung!" Er streckt ihm die Hand bin. Der Affeffor er greift fte nicht. Mit wem?" Mit wem sonst, als mit Fräulein Baula; die ganze Stadt weiß es; fte selbst hat's auf einem Kaffee erzählt während Du noch immer den Geheimnisvollen vor mir spielst!" Der Affeffor starrt seinen Freund groß und ernst an. War es möglich, hatte er fich in dem lieblichen Mädchen so sehr täuschen tönnen? Sie, welche er liebte, mit welcher er sich in Gedanken seine Butunft so schön und glücklich ausgemalt hatte, fte fonnte so voreilig, ebe noch das entschet fo unzart fo dende Wort von seinen Lippen gefallen wenig mädchenhaft Da tlopft ihm der Freund auf die Schulter und ruft: Nun, Du ftebft ja aus wie der steinerne Gast, eine verzweifelte Miene für einen glücklichen Bräutigam!" Der Affeffor schüttelt raub die hand feines Freundes ab, dann fagt er bart und falt, wie gegen eine Ab wesende gerichtet: Es ist ein Jathum, ich bin mit Fräulein Baula nicht verlobt und werde es niemals sein." Dann verzeihe," sagte der Andere, und fle sprachen vom nächsten Wettrennen. Der Affeffor besuchte Baula's Haus nicht wieder, und als er bald darauf versegt wurde, waren diese beiden Herzen getrennt für immer. Paula beirathete einen Andern, der Affeffor eine Andere. Beide wurden nicht glücklich. Db fie fich trotzdem nicht vergessen konnten wer weiß es? Die Berlobung elfter aber, welche solches Leid heraufbeschworen, wurde nach wie vor zu den Kaffeegesellschaften geladen und plauderte weiter, und da ihr Geschlecht nicht ausstirbt, plaudert fte noch heute. Von verschiedenen Seiten werden über giftige Raupen Klagen erhoben. Im naturwissenschaftlichen Sinne Raupen Klagen erhoben. Im naturwissenschaftlichen Sinne giebt es solche nicht; wohl aber fann nicht geleugnet werden, bas Berührungen verschiedener Arten Raupen mit der mensch lichen Haut ziemlich unbequeme Folgen haben können. Brehm fagt barüber: Manche Raupen gelten dem gemeinen Manne für giftig und werden darum eft mehr gefürchtet, als wegen des Schadens, den fie an Kulturpflanzen anrichten. Giftorgane bat leine Raupe; bei manchen aber find die baare oder die fleischigen, mit beweglichen Seitenästen reichlich versehenen Bapfen bobl, enthalten sehr verdichtete Ameisensäure und nefseln daher beim Abbrechen der Spigen." Es empfiehlt sich des Daher beim Abbrechen der Spißen." Es empfiehlt fich des balb, Berührung oder Anfaffen behaarter Raupen zu vermeiden, event. aber die Thiere vorsichtig au entfernen, jedoch nicht zu erbrücken. " " Soziales und Arbeiterbewegung. " Herr Hugo Hartung, Inhaber der Berliner Bufftabl Fabrit und Eisengteßerei", ersucht uns auf Grund des Pregefeßes um Aufnahme folgender Berichtigung:„ Versuche zur und würden auch überflüffig, respektive gegenstandsloß sein, da ich bie mir vorgelegten Lohnforderungen akzeptirt babe. Ich gab diese Annahme Erklärung der betreffenden Kommiffion, welche diese Forderungen mir am 18. b. M. Bormittags unter breitet hat, sofort, und zwar in Gegenwart der endstehend genannten Herren. Warum die Streitenden die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen haben, ist mir unerfindlich. Hoch achtungsvoll Hugo Hartung. Sugegen waren: Herr Karl Turnofsky, Profurift. Herr Theodor Kahlmann, Prokurist. Herr Robert Loewe, Formermeister." r. Der Anwaltsawang ist eine von denjenigen durch die Bivilprozeßordnung neu geschaffenen Einrichtungen unserer Rechtspflege, welche in vielen Kreisen unserer Bevölkerung die entschieden fte Abneigung erfährt. Welche geradezu ungeheuer lichen Verhältniffe diese Einrichtung herbeiführen kann, das hat die Familie eines vor Kurzem hierselbst verstorbenen Schuh machermeisters erfahren. Gegen denselben schwebte bei seinen Lebzeiten ein Prozeß wegen einer ziemlich bedeutenden Forderung. Infolge des Ablebens des Verklagten wurde dieser Bioze ausgelegt, und vor Kurzem erhielt die hinterbliebene Wittwe und ihr ftebenjähriger Sohn von dem Klägerlichen Anwait eine Bustellung zur mündlichen Verhandlung über den Prozeß, aus gleich mit dem Antrage, die Rechtsnachfolge der Geladenen als zugestanden anzunehmen. Nun hat die Wittwe der Erbschaft entfagt, ber minorenne Sohn, für den ein Vormund noch nicht bestellt ist, beabsichtigt ein Gleiches zu thun, denn aus dem väterlichen Nachlaß ist nichts zu erben, als allenfalls die Vergütlichen Bellegung des Streits sind nicht gemacht worden bindlichkeiten des Verstorbenen. Der junge Mensch ist aber auch noch gar nicht prozeßfähig, er tann nur im Beiftande eines ihm gefeßlich bestellten Vormundes rechtlich in Anspruch ge nommen werden. Unter unserem alten Gerichtsverfahren wäre er einfach zum Termin gegangen und hätte sein Alter angegeben, wodurch die Sache gegen ihn erledigt gewesen wäre. Anders ist dies unter dem Rechtsanwaltzwange. Der junge Mann, der rechtlich eigentlich Niemanden bevollmächtigen tann, Mann, der rechtlich eigentlich Niemanden bevollmächtigen tann, mus nun eine Bollmacht für einen Rechtsanwalt ausstellen, der für ihn den Einwand der mangelnden Prozeßfähigkeit beim Gericht erhebt! Von dem zu solcher Bevollmächtigung nöthigen Borschuß wollen wir ganz schweigen; mit Rücksicht auf das officium nobile unserer Herren Anwälte spricht man nicht gerne davon. Aber es genügt, auch auf die juristische Monft: ofität binzuweisen: Eine Partei, die rechtlich nicht bevollmächtigen tann, muß einen Anwalt bevollmächtigen, damit dieser beim Gericht nachweist, daß sein Vollmachtgeber noch nicht geschäfts fähig ist, also noch Niemanden bevollmächtigen kann. Das ist in höchfter Bollkommenheit die Logit des Anwaltszwanges! Eine eigenthümliche Störung des allgemeinen Ver gnügtseins erfuhr am Donnerstag fiüb eine Landpartie im Grunewald. Dieselbe befand sich in zwei Rremfern auf dem Wege nach Bichelsberg, als plöglich von der Grunewaldchauffee aus in den Kiefern binter Westend eine der Damen einen Menschen an einem Baum hängen sab, der heftig mit Händen und Beinen um sich schlug. Die Wagen hielten jofort an, und mehrere Herren sprangen berab, um den noch lebenden Selbst. mörder abzuschnetzen. In demselben Augenblick iß aber die Schnur, und der Todeskandidat fiel der Länge nach zu Boden; aber nur wenige Augenbilde blieb er liegen. Als die Lebens retter fich ihm näherten, sprang er plöglich auf und lief schleu nigft in das Didicht, wohin ihm zu folgen, fich niemand be rufen fühlte. Db ber anscheinend den besseren Ständen angehörige Selbstmörder doch noch seine Abficht ausgeführt, ift nicht ermittelt. Die ziemlich Dünne Schnur ist, wie es scheint, für die Laft des Körpers zu schwach gewesen. 50 jähriges Gesellen Jubiläum. Der Tischlergeselle und Alsgeselle der früheren Tischlergesellen Kranken und Sterbetaffe Julius Battel, Schönhauser- Allee 116 wohnbeft, begebt am 1. Jult sein 50 jähriges Gesellen Jubiläum. Der Jubilar lebt in sehr dürftigen Verhältnissen, die fich dadurch noch wesentlich verschlechtert haben, daß die Frau deffelben seit ca. 3 Jahren erblindet ist. R. Ginen Unfall feltener Art erlitt gestern Abend ber in der Linienstraße wohnende Bureaudiener M. Derselbe war auf einer Bant im Friedrichshain, wohin er fich zu seiner Erbolung begeben hatte, von der Size übermannt eingeschlafen und von der Bank gefallen. Hierbet zog er sich etne so be deutende Verftauchung des linken Armes zu, daß er mittelst Dioschte nach seiner Wohnung geschafft werden mußte. Die Görliger Handelskammer schreibt über die allge meine Lage des Geschäfts, daß eine Verschlechterung felt dem Borjahre eingetreten set. Namentlich gilt dies vom Holsbandel, dem Eisengroßhandel, dem Getreidehandel und der Mühlen industrie und den Kolonial. und Materialwaarengeschäften. Die letteren leiden besonders unter den zurückgegangenen Arbeitslöhnen. Die übrigen genannten Geschäftsleute feien Opfer der Kampfzölle geworden. Besonders in der Glaswaaren fabritation feien die Arbeitslöhne gefunten. Man hört also aus allen Gegenden Deutschlands in wirthschaftlicher Beziehung nur Klagen, und lediglich die Großgrundbefizer flopfen fich ver gnüglich auf ihre Getreibezoll bäuchlein. Nette Verhältnisse das! Die Schuhmachergesellen in Dresden haben den Tarif Der Bunftmeister, obwohl derselbe höhere Löhne feftfest, als ste vor dem Streit waren, nicht angenommen. Die Gesellen be barren bei ihren früheren Forderungen. Danach ist das Ende bes Strells nicht abzusehen. Dagegen ist der Tischler ftreit als beendet anzuseben. Ein Streit der 8immerer auf dem Turnfefiplage wurde durch beiderseitiges Nachgeben verhindert. Ueber den Stand des Tischlerftreits in Dresden ver öffentlicht die dortige Lohnkommission der Gesellen das Nach ftebende: Kollegen! Arbeiter! Genoffen! In den gegneris schen Beitungen verbreitet man, ber Strelt in Dresden wäre beendet, jedoch ist dieses eine Machination seitens unferer Gegner, die ja allbefannt find. Der Kampf in Dresden ist ein schwerer, denn die Jnnungsmeister haben ben Beschluß gefaßt: Jeber Jnnungsmeister, der die Gesellenforderungen unterschreibt, wird aus der Innung ausgestoßen." Troßdem baben dennoch einige unterschrieben und andere werden nach folgen, wenn wir ausbarren. Es liegen ca. 500 Kollegen im Streit und ist noch teine Aussicht vorhanden, daß derselbe bald beendet sein wird.- Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdrud gebeten. Die Erhöhung der Holzzölle wird jest von den retchen Holsbändlern in Deutschland tüchtia ausgenügt. Bon Böhmen nach Sachsen werden seit einigen Wochen solche daß sich. B. der Mangel an Eisenbahnwaggons bedeuten fühlbar macht. In diesem Frühjahr find von deutschen Hola händlern in Böhmen noch ganze Waldungen aufgetauft, in aller Eile abgeschlagen und aur Bahn transportirt worden, um bis zum erften Oktober über die deutsche Grenze gebracht fh. Die Verlobungselfter. Dieser Bogel ist aus dem Geschlecht der gemeinen Feld und Stadtträbe; fte ist gelenn. zeichnet durch einen besonders scharfen und spigen Schnabel, sie au werden. welchem die Bunge nicht nachsteht; fte bat häßliche scheele Augen und ein in der Bildung zurückgebliebenes Herz. Jore Familie ist über die ganze zivilifirte Welt verbreitet. Die Verloburgdelfter ist felten männlichen Geschlechts; ste lebt von Kaffeekuchen und baut nicht immer eigene Nefter. Shre Lebens Die kleineren Holzhändler haben zu solchen. Experimenten kein Geld und keinen Kredit. So werden durch Die Holzölle selbst die großen Waldbefizer den Nugen haben und bei der momentanen Paralyftrung der Bölle haben ben Nugen die reichen bolshändler. Bezeichnend ist es, Daß bei der Steuer- und Wirthschaftsgefesgebung im Deutschen Reiche immer nur bie Großen den Hauptvortheil baben. Der Verein der Münchener Siegelelbefizer bat bet Konventionalftrafen Produktionseinforäntung bei Den gewöhnlichen Mauer- und Kaminsteinen beschloffen. Bu gleich ist ein Minimalpreis unter welchem nicht vertauft wer Den darf, festgesetzt worden. Gewöhnlich werden solche Bes schlüffe trotz der Strafen nicht strenge eingehalten, da es Defraudanten überall giebt. Etwaige Ueberschüsse aus den Ronventionalftrafen sollen einem Fonds zur Unterstügung deutscher Biegelarbeiter zugewiesen werden. Sonderbar, daß fich bei diesen Herren bas Nationallitätsgefühl regt! E find nämlich ganz dieselben Biegeleibefizer, welche mit der italienischen Regierung, wie wir seiner Beit mittheilten, einen Arbeiterlieferungsvertrag" geschloffen haben, durch welchen fie au unerhört billigen Löhnen italienische Kulis erhalten und den deutschen, den nationalen Arbeitern eine verderbliche, vernichtende Ronkurrenz machen. Vereine und Versammlungen. An alle Albumarbeiter Deutschlands! Einem längst gefühlten Bedürfniß nachfommend, giebt die unterzeichnete Rom miffion befannt, daß am Montag, den 22. Juni, Abends 8% Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobftr. 75, der Tarif der Berliner Albumarbeiter zur Vorlage und Berathung gelangt. Seder Kollege, dem es Ernst mit der Verbesserung seiner Lage ift, und welcher gesonnen ist, der jetzigen Schleuderkonkurrens burch Annahme des Tarifs ein Ende zu machen, halte es für feine Ehrenpflicht zu dieser Versammlung zu tommen um seine Stimme für Annahme des Tarifs abzugeben. Die Lohn Rommission. Deute: Fiesto. Theater. Deutsches Theater. Morgen: Maria Magdalena. Bellealliance Theater. Deute: Großstädtisch. Morgen: Defizit. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Beate: Der Großmogul. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla Operetten- Theater: Deute: Mascotte. Morgen: Dieselbe Borstellung. Oftend- Theater: Heute: Das Spielzeug der Kaiserin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Date: Papageno. Wallner- Theater. Morgen: Dieselbe Borstellung. Soutfenftädtisches Theater: Heute: Die weiße Dame. Rorgen: Dieselbe Borstellung. Central Theater: Mite Valobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. beute: Hamburg an der Alfter. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Einen Gesellen auf Seehund verlangt 1826 C. Neumann, Fürstenwalde, Kehrwiederstraße Nr. 19. Zwei Schneidergesellen, die auf Stüd arbeiten, aber nur auf bestellte Arbeit, finden dauernde Beschäftigung bei Den Mitgliedern der Sentral- Kranken- und Sterbetaffe| der Drechsler( E. 6. 48) zur Nachricht, daß am Dienstag, ben 23. b. M., Abends 8 Uhr, in Keller's Lokal, Andreas. ftraße 21, im fleinen Saal, eine Versammlung stattfindet, be bufs Wahl der Vorstandsmitglieder für den Bezirk Offen. Es gehören in diesen Bezirk alle Mitglieder, welche innerhalb der Landsbergerstraße bis zur Köpniderstraße, Inselstraße, Mollen marit, am Stathause und Alexanderplat, mit Einschluß der Bororte Friedrichsberg, Lichtenberg, Stralau u. f. w. wohnen. Zahlreiches Erscheinen ist Ehrenfacht. Das Nähere im Inserat. Ferner macht der Vorstand bekannt, daß am Montag, den 13. Juli, im Bollsgarten( Hafenhaide 1) ein Sommerfest zum Besten unserer Kaffe statifindet. Billets find an den Bahls ftellen und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Arbeiter Bezirks- Verein der Oranienburger Borstadt und des Wedding. Sonntag, Nachmittags 4 Uhr: Gemüthliche Busammenkunft nebst Familie im Seeschlößchen" zu Steinidendorf. Reinidendorf. Montag, den 22. Juni, Abends 8 Uhr: Ver fammlung im Wedding Park", Müllerstraße 178. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Gerlach. 2. Ber schiedenes. 3. Fragelaften. Die Mitglieder werden ferner darauf aufmerksam gemacht, daß von Montag ab 1 Stunde vor der Versammlung der Bücherwechsel stattfindet und hofft der Vorstand, daß die Benugung der Bibliothet eine rege fein wird, und die Mitglieder immer mehr dazu beitragen werden, bieselbe zu vergrößern.-Gäfte zur Versammlung will tommen. Beitrag monatlich 20 Pf. Ein Einschreibegeld wird nicht erhoben. wird nicht erhoben. Die Mitglieder werden ersucht, sowohl zur gemüthlichen Busammenkunft am Sonntag als auch zur Versammlung am Montag recht zahlreich zu erscheinen. Eine große öffentliche Bersammlung von Arbeitern und Gewerbetreibenden( nicht nur der in Titel VII der Ges werbeordnung genannten Arbeiter) findet am Montag, den 22. Juni, Abends 8% Uhr, in der Uranta, Wrangelftr. 9/10, statt. Tagesordnung: Die Berurtheilung einer Anzahl gewe licher Arbeiter zu Freiheitsstrafen durch die Gewerbe Deputation des Magiftrats, wegen Niederlegung der Arbeit( Strell). Referent Herr Rechtsanwalt Freudenthal. Korreferent her Stadtverordneter Herold, Mitglied der Gewerbe- Deputation des Magistrats. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahl reicher Besuch erwünscht. Sämmtliche Vorstände eingeschriebener Hilfskaffen find zum Montag, den 22. Juni, bends 8 Uhr, nach Grat weils Bierballen, Kommandantenftr. 77-79, eingeladen, um nochmals über den Verein für ärztliche Hilfeleistung( Sanitäts verein) zu berathen. Auch haben alle Diejenigen, welche bafür intereffiren, so weit es der Raum geftattet, Butritt Weiter macht der Verein bekannt, daß Jeder, der noch bis zum 23. Juni bem Vereine beitritt, als am 1. Juni einge treten betrachtet wird, und auch von da ab Berechtigung hält. Befizer von Badeanstalten, welche gewillt find, ben Mitgliedern für ermäßigte Preise die Benugung von Badem zu gewähren, werden ersucht, baldmöglichst thre Adresse und wenn möglich, ein Preisverzeichniß an den Vorsitzenden ber Kommission, Herrn Otto Schulz, Bergmannstr. 97, Hof 2 einzusenden. Verein zur Wahrung der Intereffen der Berliner Dachdecker. Dienstag, den 23. b. M., Abends 8 Uhr, im 20 tale des Heren Weid, Alerar derftr. 31, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vorstandswahl.- Billets zum Stiftungsfest werden ausgegeben. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Dent Eine öffentliche Versammlung der Steinträger und Bauarbeiter Berlins und Umgegend findet am Montag, 22. Juni, Vormittags 10 Uhr, im Saale des Schüßenhauses, Linienftr. 5, ftalt. Die Tagesordnung lautet: Vorlegung be von der Kommission ausgearbeiteten Lohntarifs und Beschlu faffung über denselben. Die von Mitgliedern des Fachvereins der Schneider gegründete Produktiv- u. Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( Eingetragene Genossenschaft) No. 30 ZIMMER- STRASSE No. 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie ihr reichhaltiges Lager in und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futte Borte und Knöpfe. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Reelle Arbeit. Dauerhafte Stoffe. Fefte Preise. 723 en gros. Bitte genau auf Strasse und Nummer zu achten. Der Vorstand und Verwaltungsrath. Caffee, Wein und Delicatessen Nach ausserhalb von 15 Mk. an franco. en detail, Martin Jackier, Berlin SO., Admiralftraße 40 am Kottbuser Plaz( frühere Linde.) Neu! Neu! Neu! Billigste Bezugsquelle Hocharmige Singer- Familien- Nähmaschinen A. 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Herr ation sabl Hen Brat um tats 肠 tritt bis inge ben bern und ber iner Lo lung. illets werden und ben ujes, bes luf er uttes, aß ail, 30 n g eel ng 1 B bale 719 ke 36 fche 289 Bal 3. be ung batt 5. 849 Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 142 Bur Lage der Hausindustrie im Deutschen Reich. ( Aus der Allgemeinen Beitung".) Unternehmungsform, die man als„ Dausindustrie" zu beseich Nachdem in den letzten Jahren derjenigen gewerblichen nen pflegt, von mehreren Seiten größere Aufmerksamkeit ge widmet worden ist, bat die Berufszählung vom Jahre 1882 zum ersten Male die Ausdehnung berselben ziffernmäßig au ermitteln gesucht. Wir wiffen jest, in welchen Industries meigen He namentlich angetroffen wird, in welchen Theilen des Deut schen Reichs fte vorzugsweise üblich ist, wie viele Personen fte Insgesammt beschäftigt, ob diese nur Hausindustrielle oder auch in anderer Weise berufsmäßig thätig sind und dergleichen mehr. Damit find wir, wenngleich über das Wesen der Hausindustrie, Der Stofben und Bedürfniffe, die eine gefesgeberliche Regelung thre Nöthen auch auf diesem Gebiete zeitgemäß erscheinen laffen, die Sta tiftit uns weniger mitgetheilt hat, in unserer Extenntniß immer bin sehr gefördert. Unter den Staaten, in welchen nun die Hausindustrie häufiger vorkommt, macht sich besonders das Königreich Sachsen bemertlich. Von 339 644 Qausindustriellen im ganzen Deuts schen Reich entfallen auf den genannten Staat 121 380, und innerhalb deffelben ist es namentlich die Kreishauptmannschaft Bidau, welche die größte Bahl aufweift 78 528. Belannt lich ist das Königreich Sachsen der industriellfte Thell Deutsch lands, in welchem von 100 schon 56 2 pet. fich mit den Ge werben im engeren Sinne, incl. Bergbau und Bauwesen, be faffen, während die entsprechende Bahl im ganzen Reiche 35,5 pt. ift. Daher ist es erklärlich, daß jene Form, die in vieler Hinficht nur als eine besondere Art des Großbetrieb erscheint, hier befonders Plas gegriffen bat. So treten im Vergleich zur Fabritarbeiter und Handwerker Bevölkerung die Hausindustriellen in Sachsen sehr zahlreich auf. Denn Fabril- Arbeiter im Reich auf 1000 während Handwerker Hilfspersonen 82,6 Hausindustrielle gerechnet werden müssen, giebt es beren in Sachſen 263,8. find besonders die Kreishauptmannschaften Baußen und Bwidau, Die durch verhältnismäßig viele Housindustrielle hervorragen in erfterer fommen auf 1000 Fabritarbeiter und Handwerker Silfspersonen 452,7, in lepterer 393,9 Haußindustrielle, wogegen in den Kreishauptmannschaften Leipzig und Dresden dieses Element mehr zurüdweicht, in lepterer sogar hinter den Reichsdurchschnitt. Sonntag, den 21 Juni 1885. II. Jahrgang. Der Verfaffer schildert die Maftlinstrumenten Fabritation| macht teine Gefahren. Die Ernährung ist zwar eine ein und die Zgilindustrie, unter welcher Iepteren jovobl bie Baumwollen und Weißwaaren als auch die Tuch- und Wollwaaren- Industrie begriffen ist. Er beschränkt sich auf das so, fchaften Plauen, Auerbach und Delßnis Mit richtigem Griffe find in diesen beiden Industriegruppen diejenigen getroffen, genannte Boigtland, d. h. Die drei beutigen Amishauptmann. welche für eine Schilderung der hausindustriellen Thätigkeit in Sachsen zuerst in Betracht tommen. Aus der Berufsstatistik ergiebt ft, daß von der eben namhaft gemachten Babl der fächftschen Haus industriellen der größte Theil in den Textil gewerben beschäftigt ist, nämlich in der Whteret und Strideret 19,193, in ber bätelet, Stickerei und Spigenfabrikation 13,468, in der Näherei 6479, in der Weberet 44,413, in der Ver fertigung von Kravatten, Handschuben, Rorseits u. bgl m. 1029, in der Konfettionsbranche( Herstellung von Kleidern und Wäsche) 4622, in der Bleicheret, Färberet, Druckerei und Apprefur 7534, in Spinneret, Hechelet und Haspelet 561, in Summa 97 279. Was aber die Anfertigung mufila lischer Inftrumente betrifft, so ist dieselbe, soweit es fich um bausindustrielle Produktion handelt, fast ausschließlich in Sachsen anzutreffen. Von 2183 berartigen Haußindustriellen im ganzen Reiche tommen 1866 auf die Kreishauptmannschaft Bwidau. " Nicht von beiden Industriegruppen weiß der Verfasser gleichmäßig Gutes zu erzählen. So erfreulich das Bild ist, welches er von der Lage der Instrumenten Fabrikation zeich net, so unerquidlich wird die Schilderung, wo fie auf die ein zelnen Bweige der Textil Industrie zu sprechen tommt, und auf diese Weise liefert das Buch einen bemerkenswerthen Bei trag zur Theorie" der Hausindustrie. Bei allen Bor theilen, welche dieser Betriebsform eigen sind, lassen fich gewiffe Schattenseiten derselben nicht verkennen. Fast burchgängig ist bisher von alleen Seiten über die fozialen in ben und Arbeiterverhältnisse traurigen und bausindustriellen Zweigen Klage erhoben worden. Man rügte den schädlichen Erfluß auf die Gesundheit und Sittlichkeit, welchen der Aufen halt mehrerer Bersonen beiden let Geschlechts in den engen, fleine, schlecht gelüfteten Weitstätten, die oft tabelte die frühzeitige Heranziehung des Kindesalters zu regelgleichzeitig als Wohnftube und Schlafzimmer dienen, bedinge; mäßiger Arbeit, die übermäßige Anstrengung der Erwachsenen, Die relativ geringen Einnahmen, die in Folge deffen klägliche Ernährung u. dgl. m. Es Unter diesen Umständen ist eine so fleißige Arbeit gleichsam als Erläuterung zu dem etwas nadien Bablenmate rtal der Berufsftatiftit wie fte türzlich Dr. Louis Bein über die Industrie des sächsischen Voigtlandes geliefert bat), äußerst willtommen. Sie reiht sich den belehrenden Schilderungen, Die über die Industrie am Nieder bein, im Meininger Dber land, in Mittelfianten und im Taunus füngst veröffentlicht worden sind, in ebenbürtiger Weise an, und ist von dem Ver faffer mit ebenso großer Hingebung an seinen Gegenstand wie Sorgfalt ausgeführt worden. Unermüdlich hat der Berfaffer in den Regierungsarchiven studirt, die gesammte gedruckte ältere und neuere Literatur durchblättert, insbesondere die schägbaren Handelstammerberichte herangezogen, im ftatistischen Bureau in Dresden gearbeitet und schließlich eine Fülle des wichtigsten Materials zusammengetragen. Freilich leidet nach unserm Ge schmacke die Lesbarkeit des Buches darunter, und bat in jugend lichem Eifer der Verfasser in Bezug auf die Ausführlichkeit wohl des Guten zu viel getban. Es soll ihm daher hier auch nicht in den verschlungenen Pfaden nachgegangen, welche die voigtändische Textil Industrie seit 1600 bis auf den heutigen Tag gewandelt ist, und nicht bei allen den Einflüffen verweilt werden, welche der flebenjährige Krieg oder die englische Maschinenspinneret am Ende des vorigen Jahrhunderts oder bas franzöfifche Rontinentalfyftem und die sächsische Gewerbe Drdnung vom Jahre 1861 u. 2. m. auf die Entwickelung und Umgestaltung der betreffenden Gewerbszweige gehabt haben. Vielmehr wird es genügen, einige der allgemein interefftrenden Begebaiffe hervorzuheben. 1) Leipzig 1884. Verlag von Dunder u. Humblot. 2 Theile. Bb. I, VI u. 99 und einige Tabellen; Bd. II, XII u. 556 und eine Reihe von Tabellen. Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Die Rose ist es, die heute Berlin beherrscht. Ueberall, wohin man sieht, erblickt man dieses duftige Kind ber Natur, und gerade in diesem Jahre scheint uns die Flora mit ganz besonderem Segen bedacht zu haben. Ift nicht die Nase vorzugsweise die Blume der Verliebten? Es würde gewiß eine dankbare Aufgabe für einen Statistiker fein, an der Hand von greifbaren, wirklichen Zahlen nach zuweisen, wieviel Geld wöchentlich in Berlin für Rofen ausgegeben wird, man würde bann annähernd wissen fönnen, wieviel Verliebte es in unserer Residenz giebt, oder Von allen diefen Mißständen zeigt die voigtländische Ver fertigung musikalischer Instrumente teine Spur und man athmet ordentlich auf, die in Lehrbüchern gepriesenen Vorzüge der bausindustriellen Unternehmungsform verwirklicht zu sehen. Da werden in einem von Bergen eingeschlossenen Besitzt des süd lichen Theiles des Voigtlandes in den Gerichts. Aemtern in den Gerichts- Nemtern Markneukirchen und Klingenthal( gegenwärtig ist die Lage dieser Industrie in Klingenthal und Umgegend feineswegs eine gute. Neb. d. Boltsbl) seit Ausgang des 16. Jahr hunderts etwa mufttalische Instrumente aller Art ver fertigt, von den Geigen, Cellos und Bäffen an, bis zu den Den Klarinetten, Flöten, Oboen, Holzblasinstrumenten, Fagotten einerfeits und den Blechblasinstrumentenden Trompeten, Pofaunen, Poft- und Jagd, Baß und Wald. hörnern andrerseits, der Schlaginftrumente, der Guitarren, Lauten, Bithern, Metronome u. a. m. nicht zu vergeffen. Und so bedeutend ist diese Industrie geworden, daß der durchschnittliche Umsagwerth aller der Streich, Schlag und Blas Instrumente, die in Markneukirchen angefertigt wurden, sich im Durchschnitt der Jahre 1872-74 auf 1 Million Thaler belief. Ueberall bilden dieselben einen gesuchten Artikel und werden in Frankreich, England, Rußland so gut abgesetzt wie in den überseeischen Gegenden, in Nordamerita und Auftralien, in Ostindien, China, Japan und Afrika. Der Arbeiterstand, der diese werthvollen Waaren von Weltruf hervorbringt, wird als ein fleißiger, genüg famer,(!) von den frankhaften Beltströmungen noch nicht ergriffener charakterifirt. 3wischen der Größe der Arbeits räume und der Bahl der darin thätigen Bersonen besteht In fanitärer Beziehung bietet Migverhältniß. die Fabrikation mit Ausnahme etwa der Herstellung der Mesfinginstrumente, die den Metallstaub unvermeiblich tein langweilig, da bleibt uns schließlich nichts anderes übrig, als die faure Gurte. Alljährlich, wenn die glühende Sonne ihre versengenden Strahlen auf das brennende Asphaltpflaster sendet, wenn selbst die fühlste Weiße unseren verzehrenden Durst nicht zu löschen vermag, dann kommt ein grünes Gespenst, wel hes alle Beitungsmenschen gleichmäßig schreckt und das ganze Bublifum ebenso beluftigt. Die ältesten Schnurren werden von erfindungsreichen Reportern mit einem neuen Mäntelchen befleibet, Dinge, die nie paffirt find, niemals pafsiren fönnen, werden un ermüblich wieber aufgetischt, und es bedarf bei der herr fache, aber, obwohl die Kartoffel(!) in den verschiedensten Bubereitungen die Hauptrolle spielt, eine ausreicher de. Fletich Tommt freilich nur ein bis zweimal die Woche auf den Tisch; Dafür ist der Bering eine beliebte Buspeise. An Stelle der Butter nimmt man mit Schweinemala, Honig, Syrup oder Bflaumenmus vorlieb. Kaffee, stait mit Wilch gemischt, ftebt als Gebräu obenan. Die Vermögens- und Erwerbsverhältniffe befriedigen nicht durch weg, aber find wenigstens weit entfernt von der gebrückten Lage, in der fich die Haus industriellen an anderen Orten, z. B. in Sonneberg, befinden. So berechnete fich beispielsweise im Sommer 1882 in Mart neukirchen der Wochenlohn eines Geigenmachergehilfen auf 10-18 Mart, eines Blechblasfabritarbeiters auf 10-15 Mart, eines Bogenmachers auf 10-12 Mart, eines Holsblasmachers gehilfen auf 12-14 Mart, wobei Jeder für seine Belöftigung felbst zu sorgen bat. In Klingenthal erzielen die Berfertiger der Harmonikatheile einen wöchentlichen Reinverdienst- d. b. nach Abzug der Auslagen für Rohmaterialien- der Richter von 4-7 Mart, der Feiler von 7-14 Mait, der Stimmer 74-15 M. und mehr.(!) Für die Arbeiten an geringeren 7-15 M. und mehr.(!) Mundharmonikas gelten gelten allerdings niedrigere Säße.(!) Immerhin schäßt die Einkommensteuer in Mart neukirchen die Einnahme des Geigenmachers im Jahre 1882 auf 750-3600., des Gesellen auf 500-700 Mart; des Bithermachers auf 750-2200, seines Gesellen auf 500 bts 750 Mart: des Guttarremachers auf 550-1200 Mart, des Gesellen auf 400-550 Mart u. f. w. Mit Genugthuung nimmt man wahr, daß die Sparlaffen einen von Jahr zu Jahr gesteigerten Bulauf erfahren, die zu Makneukirchen ihren Kapitalbestand von 1858 bis 1878 von 13 650 Mart auf 1 337 811 Mart, die zu Klingenthal in der Beriode 1871 bis 1879 von 7510 Mart auf 69 247 Mart steigerten. Im ersteren Falle bedeutet das eine hundertfache Vermehrung, im letteren nur 822 pet. eine Bunahme, mit der natürlich das Anwachsen der Bevölkerung nicht in gleichem Maße Schritt gehalten hat. ( Schluß folgt.) Bokaits. Weltstädtische Zahlen. In der legten Nummer des Bär" veröff ntlicht B. Lindenberg unter der Rubrik Belts städtische Bablen" eine interessante Busammenstellung über den Vertehr und das öffentliche Leben Berlins, welcher wir fol gendes entnehmen: Die Einwohnerzahl der Reichshauptstadt welche ein Terrain von 24 500 Morgen bedeckt beläuft fich nach dem neuesten statischen Jahrbuche gegenwärtig auf ca. 1 300 000 Seelen( gegen 500 000 im Jabre 1861; in den legten vier Jahren allein ist Berlin um ca. 150 000 Einwohnern gewachsen), unter denen nur etwas über 500 000 geborene Ber liner find; da darf man fich freilich nicht wundern, wenn in einer Gesellschaft von vierzig Personen fich oft nur zwei Berliner finden, die fich freudig als Landsleute" begrüßen. Auch ein gutes Beugniß für die Arbeitsamkeit der Bevölkerung stellt es wohl aus, daß von genannter Millionenzahl nur ca. 20 000 Männer ohne Beruf" find, und unter diefen an 10,000, welche ihr Alter entschuldigt. Daß die Luft Berlins nicht so schlecht ift, wie man sagt, beweisen wohl rund 17,000 Menschen, die über ftebenzig Jahre alt find, unter ihnen haben wiederum 3000 das achtzigfte Lebensjahr überschritten. Verheirathet find rund 410 000 Menschen, und Ehen wurden in einem Jahre 12 000 geschloffen, in auffälligfter Weise wurden dabet der April und Oktober bevorzugt; unter den Ehen befanden sich nicht weniger als 74 in dritter Ehe, und 9 der Heiratheluftigen hatten schon die filberne Siebengig überschritten, ja einer war bereits über achtzig Jahre alt, als er zum Traualtar trat. Be jeichnend ist, daß vier Personen beim Heirathen thr Alter nicht angegeben haben. An Gebäuden umfaßt Berlin zirka 52 000 mit einem Steuertrage Don 5660 000 art und einem eingeschäßten steuerbaren Werth von zirka 150 000 000 Mart. Bewohnte Wohnungen giebt es 256 000 mit 590 000 Zimmern, von denen 73 600 unbetzbar find! 960( gegen 150 vor fünf Jahren) Wohnungen liegen im fünften Stod, fie werden von 3000 Menschen bewohnt, 130 000 logiren im vierten Stod, 40 000 in Dachräumen und weit über 100 000 in Rellern. Ueber 63 000 Familien müffen fich mit Wohnungen von nur einem Simmer begnügen! In vier Privathäusern wohnen je mehr als 400 Berfonen, in 10 je mehr als 300, in 160 je 200 bis 300, in 2600 je 100 bis 200, in 6600 je 50 bis 100. Gin in der Ackerstraße belegenes Gebäude beherbergt fogar über 1000 Einwohner! Der Miethwerth der sämmtlichen Wohnungen in Berlin beträgt 176 000 000 art, von denen jährlich durch Leerstehen( ca. 12 000 Wohnungen) 4806 000 Wtart verloren geben. In den legten aehn Jahren bat der Wetethwerth der Grundstüde um ftebenzig Millionen Matt zugenommen. Die Abfuhr des Straßenlehtichis loftete 421 000 Mart, die des Schnees und des Eifes ca. 100 000 m., fodaß ein Schneefall der Stabt über 5000 M. Ausgaben verursacht. Die Gesammtkosten der Straßenreinigung und Besprengung belaufen fich auf 1416 000 Mail- dafür ist aber auch Berlin eine der fauberften Städte doch wenigstens folche, die es werben wollen. Es muß das schenden Hiße einer wirklich bewundernswer then Auf der Welt. Die Gesammtkosten für die Feuerwehr beliefen fich das schadet nicht; benn giebt es ein sinnigeres Gefchent als einen frischen Strauß von zarten, halberfchloffenen Rosenknospen? Welch' poefte merksamkeit, bamit man nicht auf einen solchen" Bauber" hineinfällt. Augenblicklich sind die Verhältnisse allerdings gerabe nicht banach angethan, um der fauren Gurke allzuviel Spielraum zu gewähren. In ber Lohnbewegung gährt es mächtig, viele tausende von fleißigen Händen find durch die Gewalt der Umstände gezwungen, müßig zu ruhen. Gewiß ist es immer ein er hebendes Schauspiel, wenn Taufende wie Ein Mann einen gemeinschaftlichen Plan faffen, und ihr Außerstes baran feßen, diesen Plan zu einem guten, erfprießlichen Ende zu führen. burchglühtes Mädchenherz schlägt nicht höher beim Anblick einer so zarten Gabe, und diejenigen unserer jungen Damen, bie vielleicht realistischer benken, trösten sich mit den falbungsvollen Worten:„ Na, man sieht doch wenigstens die Liebe!" ichel same a few, und ihr Man sieht jest kaum einen Stuger ohne Rose; er trägt fie entweber nachlässig totett in der sorgfältig behandschuhten Rechten und thut fo, als wollte er ste jeden Augenblick der ersten besten Dame schenken, oder bie Rose erhält einen Ehrenplay in seinem Knopfloch und hin und wieder über Augt ihn ein abwärts schielender Blid, daß dieselbe fich auch noch an ihrem Platz befindet. Ja, die Nose im Knopfloch, sie ist wirklich nicht mit Geld zu bezahlen, namentlich, wenn ein solches Knopfloch jeder sonstigen So mancher bide belorativen Ausstattung entbehrt. Rommerzienrath, der sich nach verschiedenen Richtungen hin unsterbliche Verbienfte" erworben hat, dessen KnopfLoch aber immer noch gänglich leer steht, blickt mit stiller Sehnsucht auf das liebliche Rind des Lenges in feinem Knopfloch und wünscht, daß sich dasselbe in ein Stückchen ge. il Ein solches Vorgehen sehen wir jetzt bei den Berliner Maurern. Ihr großartiger Streit bilbete das Ereigniß der lezten Woche, und es wird gewiß auf alle Außenftehenden den besten Eindruck machen, daß alle die fo ungemein zahlreich befuchten Versammlungen in so musterhafter Weise verlaufen. Mögen fich auch alle anderen Leute hieran ein Beispiel nehmen, mögen fie baran denken, baß es die gemeinsame Arbeit ist, welche uns verbindet, und daß es unter allen Umständen beffer ist, besonnen unb ruhig zu handeln als viele Worte zu wechseln, die nur ben Swed haben, gegenseitig zu erbittern und zu erzürnen. Wir wünschen von Herzen, daß die großartige Bewegung das Beispiel des einmüthigen, wohlburchbachten Handelns nicht ohne Wirkung auf andere Berliner Gewerkschaften bleibe. weisen uns am besten einige Mittheilungen über den öffent Itchen Vertebr. Die Pferdebahnen beförderten allein airfa 65 140 000 Menschen; die Hauptfumme fällt auf die Große Berliner Pferde Eisenbahn, welche 152 000 Meter Geletſe im Betriebe batte, 56 300 000 Berfonen beförderte und 7 200 000 Mart dafür vereinnahmte. Die Dampfer beförderten 244 000 Menschen; die Babi der durch die 4130 Droschten und 313 Thorwagen Beförderten ist nicht festgestellt; die 140 Dmnibuſſe wurden von 13 331 000, bie Stadtbahn von 8 400 000 Personen benutt.- Exorbitante Zunahme hat gegen früher der Post- Berkehr erfahren. Die Bahl der Stadtbriefe belief fich auf 45 320 000, Die der an gelommenen Briefe ac. auf weit über 57 300 000, bie der Badete auf alfa 4300 000 Stüd; außerdem sirkulirten Roch 670 000 Rohrpoft- Briefe und Karten. Die NeujahrsStadtpoft- Sendungen erreichten zwischen 31. Dezember Mittags bis 1. Januar intl. die Höhe von 1 350 000 Stud. Die eins und ausgegangenen Depeschen bezifferten fich auf 3 500 000. Der städtische Buschuß für Armenpflege und Wohlthätigkeit begifferte fich auf über 6 300 000 M., aus welchem Fonds an 12 000 Bersonen Unterstügungen erhielten. 189 Rommissionen, bestehend aus Bürgern der Stadt, sorgten für die offene Armenpflege und gaben dafür ca. 240 000 t. aus, welche an 17 000 Btsonen vertheilt wurden.- Aehnlich große Dimen ftonen hat die Natural Unterstüßung angenommen; an viele Familien wurden unentgeltlich Barzellen zum Kartoffelbau ab Cine Rofe für ein Stück Band! Giebt es ein bezeich der Berliner Maurer von Erfolg getrönt sei, und daß gegeben, die Ernte des legteren rechnet man auf ca. 107 000 nenberes Beispiel für unsere profaische Beit? Da wollen wir benn boch lieber im Reiche der Pflanzen bleiben, denn bie Lehre vom Band, selbst vom Drbensband ist gar zu tart. Durch die Namenspeisung Anstalt wurden im vorigen Winter 586 000 Bortionen Suppen vertheilt und durch die 14 Küchen der Anstalt überhaupt 644 000 Bortionen bereitet; ca. 1200 Rinder wurden zur Konfirmation bekleidet und auch Betten tc. wurden an Arme gegeben. But Beschaffung von Brennmaterial wurden 106 000 m. verausgabt. An verschämte Arme wurden 245 000.( 100 000 M. mehr als wie vor fechs Jahren) gezahlt, außerdem wurden zahllose Arme an gewiffen Tagen gespeist und über 47 000 äratlich behandelt, biervon 26 150 in Krankenhäusern( allein in der Töniglichen Charitce 13 800). Wie umfassend groß der SteuerSäckel der Residens ist, geht daraus hervor, daß die direkten Steuern fich auf 17 431 167 M., Die indirekten fich auf sitta 40 000 000. beltefen. Bei der Einschäßung der Klaffenund Einkommensteuer zeigte es fich, daß 191 433 Bersonen von der Steuer befreit waren, wegen eines Einkommens unter 420 M.! 144 313 Bersonen hatten ein jährliches Einkommen Don 420 bis 660 Matt, 113 815 das von 660 bis 900 Mart, 1000 Perfonen baben ein Einkommen von 10 800 Mart, 407 von 21 600 M., 184 von 32 400 M., 81 von 54 000 m., 26 26 von 108 000 m., 23 von 168 000 t., 8 von 300 000 t, 4 von 420 000, 5 von 480 000 m., 2 von 540 000 art und 4 noch darüber! Jm Ganzen betrugen die jährlichen Einnahmen der Stadt Berlin 41 048 529 M., denen Ausgaben Don 38 966 349 M. gegenüberstanden. der Schiffer zuschaute, die bemüht waren, ihren schwer beladenen Kahn unter der Brüde weg zu bugftren. Um beffer beobachten au lönnen, griff der junge Mann in die Brufttasche, in welcher fich seine Brille befand, riß jedoch hierbei seine Bortefeuille mit beraus, deffen Jnbait aus einem Fünfzig und zwei Fünf martscheinen bestand. Betrübt mußte er seinen Schat rettungsmailscheinen bestand. Betrübt mußte er seinen Schat rettungslos in den Wellen verfinken sehen. Seitens des Herrn Bauer geht uns folgende Mittheilung zu: Die Erfahrung hat es gezeigt, daß es ein Bedürfniß für Die japanischen Gewerbetreibenden ift, ameimal des Tages Erholungspausen zu haben. In Folge deffen werden die Arbeiten zweimal täglich unterbrochen, so daß die Japaner von 12 bis 1% Uhr und Abends von 6% bis 7 Uhr fich ergehen, baden und speisen können. Die Vor stellungen finden, wie nun definitiv festgestellt wurde, in folgenden Intervallen statt. An Wochentagen werden die Byllen um 12 Uhr Mittags, um 5 Uhr und um 8% Uhr Abends stattfinden und am Sonntag um 11 Uhr Vormittags um 1 Uhr Mittags, ferner um 6 und um 9 Uhr Abends. Ferner dürfte es bemerkenswerth sein, daß Kontrematten nicht ausgegeben werden und daß das Publikum, welches den Garten befucht, für das bescheidene Eintrittsgeld von 20 Pf. den Vorstellungen beiwohnen tann, ohne das Eintrittsgeld für den Besuch der Ausstellung selbst entrichten zu müssen. Für die Vorstellungen befinden sich zwei Eingänge zwischen dem Aud stellungsgebäude und der Stadtbahn und zwar führt der eine zu den Stehplägen und der andere zu den Sipplägen. Der Besuch der Ausstellung übertrifft selbst die Erwartungen der Betheiligten. N. Der im Neubau auf dem Speditionshofe der Behrter Bahn beschäftigte Maler S. batte geftein den Auftrag erhalten, von einem Hängegerüft aus die Dede anzufireichen. Er verlor hierbei das Gleichgewicht und fürste, da das Gerüst tein Geländer hatte, aus einer ziemlich beträchtlichen Höhe topf über auf die Asphaltoiele. Er erlitt einen Wirbelbruch und blieb sofort todt liegen. Die Leiche des jungen Mannes ist in die Wohnung des alten Baters geschafft worden. Der Vorfall ist um so bedauerlicher, als der Verunglückte, vor wenigen Tagen erst auf das Betreiben seines Vaters, deffen einzige Stüge er war, vom Militär freigekommen und in die genannte Bschäftigung eingetreten ist. Polizei, Bericht. Am 19. b. M. Morgens wurde eine Frau in ihrer Wohnung in der Wilhelmstraße an einem Bett ofoften erhängt vorgefunden. Am Vormittage deffelben Tages erichoß fich ein Mann in seiner in der Göbenstraße be legenen Wohnung mittelst Revolvers. Am Abend murde im Landwehr Ranal, gegenüber dem Försterbause im Thier garten, die Leiche eines etwa 40-55 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiterftande angehörenden unbekannten Mannes aufge. funden und nach dem Obduktionshause geschafft. Gerichts- Zeitung. nannte Serr Rödel behauptet, daß ich stets die Richtigkeit der Kaffenführung der Lohntommiffion bescheinigt hätte. Hierz entläre ich, daß ich wohl einige Abrechnungen, die ich für richtig befunden babe, unterschrieben, daß ich aber jene Abrechnung, wo das Defizit von 30 Matt vorgekommen ist, nicht unter fchrieben habe. Ift eine Unterschrift mit meinem Namen vor banden, so ift dieselbe gefälscht. Friedrich Winter, Tischler, Waldemarstraße 54. nut ett Belt ba weife a glied el Referen griffen der Mta Würde, pit etm und nic gehörter Kurzem Kommis Bormu Wir no Kommi er fich nach de eine Re es Herr Herren Herr 6 nigten, ftimmte ment! mich big g menn Herr B Namen Araße 6 perjamn be. Die große öffentliche Tischlerversammlung, welche Herr Bubett zu Freitag Abend nach Sanssouci" einberufen hatte, war von mehr denn 2000 Personen besucht. Der Ein berufer eröffnete die Versammlung mit der Bitte, den Gang der Verhandlungen nicht zu stören. Hierauf wurde Herr Bubell als erfter, Herr Hente als zweiter Vorfigender, und die Herren Gundelach und G. Ritter als Schriftführer gewählt. Hierauf erhielt der Referent, Herr Mitan, das Wort: Als vor un gefähr 2 Jahren die Berliner Tischler in die Lohnbewegung fraten, da glaubte Niemand, daß so bald ein so tiefer Miß fi zeigen würde. Hervorgerufen wurde die Lohnbewegung burd ben Wunsch, die materielle Lage der Tischler zu verbeffern, und diejenigen, welche heute als Gegner der Lohnbewegung hingestellt werden, waren es, welche dieselbe ins Leben riefen. Es war der Facho- rein, aus dem fte hervorging und er hat die beften Kämpfer geliefert, die für die Lohnbewegung eintraten. Nun ist ein Rollege öffentlich von Herrn R. angegriffen worden, der seit Jahren bekannt ist als Vertheidiger der Arbeiterfache. Heut' wird allerdings von ihm gefagt: Stadtverordnete und Möbelbändler gehören nicht in Tischlerversammlungen, aber beute noch ift Bruft und Herz unverändert bei ihm, wie vor Jahren. Jept, wo wir gezwungen, uns einen anderen feiner Maßregelung ausgefeßten Beruf zu wählen, werden wir verdächtigt, wird von uns gesagt, wir seien teine Tischler mehr. Eine Kampfesweise, welche durch derartige Behauptungen ben Gegner zu verdächtigen sucht, ist teine anständige mehr. Da fagt man, in der Tischlerversammlung, welche bier am Dienfiog vor acht Tagen stattfand, seien fünf Achtel der Erschienenen feine Tischler gewesen, da sagt Herr Rödel bätte man Bigarrenhändler, Budiker, Hausknechte und Möbelhändler erblickt. Der Geift, der aus diesen Worten spricht, ist nicht bes Beift, von dem die Arbeiterbewegung bisher befeelt war. Dal Blakat, welches in der Tonhallenversammlung an den Wänder prangte: Profefftonsmäßige Standalmacher werden nicht g duldet," ist eine Beleidigung gegen die ganze Arbeiterschaft die Annonse des Herrn Rödel: 10 Mart Belohnung" verra ein Denunziantenthum der schlimmsten Sorte. Noch ist die Arbeiterbewegung von dem Streben nach einem edlen bohen Biele erfüllt, das sie sich nicht entreißen lassen wird. Das Schimpf Leg fon des Herrn Rödel will ich nicht näher ftreifen, nu meine ich, Ausbrüde wie gemein", niederträchtig paffen nicht in eine Arbeiterversammlung. Wenn die Be hauptung der Lohntommiffion, die Bersammlung am Sonntag fet vom Fachverein gesprengt worden, durch die gegnerische Breffe verbreitet wird, wenn die Lohnkommission Berichterstatter in diesem Sinne inspirirt, steht denn dann die Lohntommiffion nicht, welchen 3wed diese Breffe verfolgt? Man will die beiter von ihren Führern trennen. Durch die gegnerische Breffe werden Nachrichten verbreitet, die nur aus dem innersten Kreise der Lohntommiffion stammen können. Herr Rödel hat in der Tonhallenversammlung so gewaltige Bahlen aum Be P. Zwei taum der Schule entwachsene Burschen, die Knaben Karl Rell und Wilhelm Beigel waren ihren Eltern bezw. ihren Lehrberren entlaufen und trieben fich im Monat Mai d. J. in der Nähe des Görliger Bahnhofes tagelang um her, bafelbft den ar kommenden Reisenden fich zur Besorgung des Gepäckes anbietend. Kell, der bereits dreimal wegen Diebftahls vorbestraft, trop feines jugendlichen Alters- er ift im Sabre 1839 geboren überredete nun den Betgel mit ihm nach der nahe belegenen Hasenbalde ju pilgern und dort in der Mailuft mit dem auf dem Bahnhof erworbenen Gelbe ein Schlaraffenleben zu führen. In der Hafenhaide gefellten fich zu den Beiden noch awet andere Alters- und Gesinnungsgenoffen, die ebenfalls wegen Diebstahls und außerdem wegen Bettelns vorbestraften Knaben August Hoyer und Karl Lux, welche sich seit Wochen dort in der grünen haide niedergelassen hatten und nun den von Kell und Beigel mitgebrachten Bros viant verzehren halfen. Von Hunger getrieben, ging nun das Kleeblatt betteln, und in der Nacht zum 21. Mai d. J. machten fie fich daran, in Rigdorf eine verschlossene Baubude zu erbrechen, aus welcher fie Brod, Branntwein, sowie außer bem ein Stüd Seife und ein Baar Stiefel entwendeten. Die Stiefel, einem Bauarbeiter gehörig, versteckten sie unter einer Chauffee Ueberbrüdung in der Nähe des Tbatories. Bald nach Berübung des Diebstahls gelang es der Polizei, die hoff nungsvollen Burschen festzunehmen. Alle vier wurden an das Untersuchungs Gefängniß in Moabit eingeliefert und erschienen von dort gestern wegen schweren Diebstahls, Bettelns und Landstreichens vor den Schranken des Landgerichts II. Der Gerichtshof erkannte, nachdem die Angeklagten ein Geweis für den Erfolg seiner Bemühungen angeführt. War das fiändniß über die von ihnen begangenen Heldenthaten abgelegt, gegen Lug auf eine Woche Gefängniß wegen des Diebstahls, jowie auf eine Woche Haft wegen Bettelns unter Anrechnung der Untersuchungshaft und gegen Hoyer wegen derselben Ver geben auf vier Wochen Gefängniß und eine Woche Haft. Wegen Diebstahls wurde Beigel zu 14 Zagen Gefängniß, dagegen aber Kell, als Rädelsführer, und mit Rücksicht auf seine bedeutenden Vorftrafen au sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Ueberweisung an eine Erziehungsanstalt verfügte der Gerichtsbof nicht. R. Ein Hochftapler, der fich einmal von Benkendorf, ein andermal von Brandt nennt, sucht auf folgende schwindelhafte Weise sein Leben mit Nichtsthun zu fristen. Derselbe miethet fich nämlich elegante Logis mit Benfion und bekommt es mittelft feines schneitigen Auftretens fertig, daß sich immer wieder Leute finden, die ihm Wohnungen nach seinem Wunsch e'nrichten und außerdem Alles zur Verfügung stellen. So lebt rbier dann mehrere Tage oft Wochen auf Kosten seiner Wirthsleute und verschwindet erst, wenn die Geldfrage zur Sprache Tommt. Da er auch vorgiebt, Sohn eines Rittergutsbesizers au sein und bei den Gardeschüzen als Einjähriger gebient baben, fo ชน gelingen ihm diese Manöver meistens. In lezter Beit hat er ein solches Logis in der Taubenstraße gefunden, ferner gelang es ihm eine Frau Weber, an der Stralauerbrücke, zu dupiren, welcher er vorredete im Hotel Brandenburg logirt zu haben, er sei das Wohnen im Hotel jest aber fatt. Auch versuchte er Dor Ruzrem den Schneidermeister Carl Heyer, Leipzigerstr. 35, reinzulegen, indem er sich megrere bochelegante Garderoben be stellte; er blieb aber aus, als Herr H. fich Referenzen erbat. Angeblicher von B. ift 25 Jahre alt, von großer Figur, hat blondes paar und trägt einen Schnurrbart. Möge diese Notiz dazu dienen, leichtgläubige Leute vor den Fallen dieses eleganten Schwindlers au fichern. In der Neuen Welt veranstaltet der Aeronaut Herr Opis am Sonntag die legte seiner diesjährigen so erfolgreichen Auffahrten. Es begleitet thn dieses Mal Lieutenant von Hagen vom Schöneberger Ballon- Detachement. Außerdem sollen Ver fuche mit Brieftauben angestellt werden, die während der Fahrt aus dem Ballon abgelaffen werden. Im Garten spielt die Kapelle des 1. Barbe- Küraffter. Regiments unter Leitung des Kapellmeisters Ruth. Abends findet großes Feuerwert flatt. Die auf dem Berg gelegene indische Halle wird elektrisch bes leuchtet sein. Die Gartenanlagen der neuen Welt befinden sich iegt in vollem Flor. Das Entree beträgt 30 Bf. N. Eine ältere Dame, die von der Potsdamer Bahn tommend, fich auf dem Wege zum Schleftschen Bahnhofe be fand, fam über die vor einem Hause in der Wallstraße fort geworfenen Kirschkerne zu Fall und erlitt einen bedenklichen Bruch des Inten Oberschenkels, der ihren Transport mittelst Drofchle zu einem in der Nähe wohnhaften Arzt erforderlich machte. Die Heilung wird voraufichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Das Generaldepot der internationalen Verbandstoff: Fabrit von R. Voigt, Berlin N., Oranienburgerftr. 74, fübit sämmtliche Artifel aur serantenpflege, Binden, Bruchbänder, chirurgische Instrumente 2c. und gewährt den Mitgliedern von Krantentaffen sowie deren Familien hohen Rabatt. " " Ein Nachspiel des am 7. Mai cr. vor der hiesigen zweiten Straffammer verhandelten Aufruhrprozesses fand gestern vor der 90. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts ftatt. Der in dieser Verhandlung freigesprochene Maler Fried rich Wilhelm Sattermann soll nach der Bekundung des damals im Buhörerraum befindlich gewesenen Kriminalfommiffars Schöne und eines Schugmanns zu seinem Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Flatau nach der Brnehmung der Schußleute die Neußes rung gethan haben: Die Kerls schwören, wenn der Himmel blau, daß er schwarz ift." Der Angeklagte, der bereits vier Mal wegen Beleidigung und wegen Widerstandes vorbestraft ist, be streitet auf das Allerentschiedenste, die ihm zur Laft gelegte Aeußerung gethan zu haben; doch wird dieselbe von beiden Beamten befundet. Der Angeklagte proteftirt gegen das Beug niß des Schöne, der im Stöcker Prozeß eine sonderbare Stelle als Beuge eingenommen habe, und bob hervor, daß Rechtsan walt Dr. Flatau im Vorverfahren befundet, daß er die intriministe Aeußerung nicht gehört babe. Der Staatsanwalt beantragt 4 Monate, der Gerichtshof nimmt aber auf die Erregung des Angeklagten in der damaligen Verhandlung Rüd ficht und verurtheilt ihn zu 4 Wochen Gefängniß. 30 M. diffen untersch nicht eh lönnen Dersönli wollen, legiten bag fi Ich bin bat fich meine felen bi Beamte mehr zu Bartit von ein ein Ent werden miffion Unschul gehört ein genaues statistisches Material? Seit 1878 bat die Tischlerei noch nie so dauernd barnieder gelegen, als jest. Herr Nödel der ja wöchentlich mit 10 Thalern befoldet wird, rühmt fo 1500 M. der Bewegung dadurch gespart zu haben, daß er die Referate in 300 Versammlungen selbst gehalten hat, was aber foll es heißen, wenn er sagt: wenn er fagt:" Daß jeder Referent in den andern Gewerkschaftsversammlungen 5 M. fordert Das ift eine Unwahrheit. Ich habe mindestens ebenso oft gesprochen als Herr Rödel und habe bis iest für meine Bemühungen im Ganzen 12 Mart erhalten. So geb es mit den meisten sogenannten Führern. Nun, zu dem Bor wurf, wir hätten die Angriffe gegen Rödel in die Deffentlicht gedrängt und dadurch die Bewegung geschädigt. Wie war aber thatsächlich? Herr Winter und Herr Glode waren persönlich ganz unbekannt. Da wurde( 8 Gesprächsftoff Arbeiterkreisen, in der Lohnkommission sei nicht alles, mie sein solle. Da machte Kollege Herold Herrn Lenz den Bo fchlag, die Sache dadurch auszugleichen, daß man die Nevtforen wieder in ihr Amt einfegte. Dieser Vorschlag wurde ve schmäht. Die Lohnkommission soll sich nicht einbilden, mit be gewerkschaftlichen Bewegung allein die soziale Frage lösen tönnen. Ein eigenthümlicher Fall von schwerer Ürfundenfälschung gelangte gestern in der Strafache gegen den Kaufmann( vielmehr gelangte gestern in der Straffache gegen den Kaufmann( vielmehr Wintellonsulenten) Hugo Emerich vor der zweiten Straftammer biesigen Landgerichts I zur Verhandlung. Der Angeklagte batte im Dezember v. S. für eine Frau Giese eine Brivattlage gegen die Roblenhändler Mund'schen Eheleute angefertigt und an das Gericht abgesendet. Die Lesteren hatten in ihrer Entgegnungs. schrift angedeutet, daß fie von der Klägerin ebenfalls beleidigt feten und deshalb die Wiberklage zu erheben beabsichtigten. Wahrscheinlich um fich eine Provifton zu verdienen, machte der Angeklagte den Mund'schen Eheleuten einen Besuch und pro ponirte ihnen, im Auftrage der Frau Giese die erhobene Brivatflage zurüdaunehmen. Schließlich fertigte er fogar das bezügliche Schiififtüd an und unterschrieb es mit dem Namen der Frau Gese. Die Mund'schen Eheleute nahmen zwar das Schreiben in Empfang und sandten es an das Amisgericht I ab, reagirten aber auf den geheimen Wunsch des Angeklagten abfolut nicht und ließen dessen Thätigkeit durch aus unbelohnt. Selbstverständlich wurde auf Grund der Klagezurücknahme das Verfahren eingestellt, und nun erlangte auch Frau Giese von tiefem Schritt Kenntniß. Auf ihre An zeige wurde die obige Anlage erhoben. Der Angeklagte will fich im guten Glauben befunden haben, der Gerichtshof nahm aber nur eine einfache Urkundenfälschung als tonsumirt an, weil er weder etwas gefordert noch erhalten habe. Die Strafe wurde mit Rücksicht auf die Vorftrafen Der Angeklagte ver mit einer Busag büßt gegenwärtig 18 Monate Gefängniß mit einer Busag ftrafe von dret Monaten Gefängnis bemeffen. Das Deutsche Theater beschließt mit dem Ende dieses Monats seine aweite Saison. Das Repertoire weist bis dabin noch folgende Vorstellungen auf: Heute, Sonntag: Fiesto", morgen, Montag: Maria Magdalene", Dienstag: Rabale und Liebe" mit Frl. Geßner als„ Louise", Mittwoch: Die große Glocke", Donnerstag: Wilhelm Tell", Freitag:" Der Büttenbestger". Am Sonnabend, den 27. b. M. findet die 50. Aufführung von Don Carlos" ftatt mit Fräulein Geßner als Elisabeth". Die drei legten Aufführungen in dieser Salson find Sonntag, den 28.: Die Journalisten", Montag, den 29.: Bring Friedrich Rabale und Liebe" und Dienstag, den 30.: Bring Friedrich Don Homburg". In der nun ablaufenden Saison gingen 23 Stücke neu in Szene, darunter an Novitäten 4 den Abend Unter füllende, 3 einattige und ein zweiattiges Stud. binselben wurde wurde Die Welt, in ber man fich 31 ,, Die große Glocke" langweilt," 36 mal, mal, und Der Weg zum Herzen" 25 Mal wiederholt. Von den zur Aufführung gekommenen llaffischen Stüden erreichten Die meisten Wiederholungen: Bring Friedrich von Homburg", Romeo", Wilhelm Tell", Don Carlos", Richard III." und " Fiesto"," Hamlet" und" Der Richter von Balamea" wurden ie 9 Mal, Die Räuber" und Emilia Balotti" je 4 Mal, " Kabale und Liebe" und Biel Lärm um Nichts" Röntg Lear" 1 2 Mal gegeben. Bon anderen Stüden erreichten die höchfte Bahl der Wiederholungen der Reihe nach: Die Neuver mäblten"," Der Brobepfeil", Der Hütten beftger", Flatterfucht", Die drei Hense'schen Einafter" und„ Die Hageftolzen". Im Ganzen wurden an 301 Abenden 41 verschiedene Stüde auf geführt. In den Monaten Juli und Auguft bleibt bas Theater geschloffen. Die Wiedereröffnung deffeiben findet am 1. September ftatt. " " Belle Alliance Theater. Das Repertoire dieser Woche bietet eine reichhaltige Abwechslung, da Herr Emil Thomas beute, Dienstag und Donnerstag als Abolar Lizbetreu in Schwelget's Schwant Großstädtisch" auftritt- welche Battle er am Freitag zum ersten Male in Berlin mit großem Erfolge fplelte, morgen seinen Sebaftian Luther im Cefich" und am Mittwoch seinen unvergleichlichen Striefe im Raub der Sabinerinnen" wiederbolt und endlich am Freitag eine seiner Glansrollen, Barbier Schelle in Raupac's Schleichhändler" giebt. Bu biefem Stück geht noch der Einafterine rasche Hand" von Labiche mit Emil Thomas als fibor Grainard aum erften Male in Szene. N. Einen recht herben Verluft hatte gestern Vormittag in ber gehrten Stunde ein gutgefletbeter junger Mann, der am Geländer der Unterbaumbrücke aufmerksam ben antirur gen werde 鏡 Aber m Auch fi lich mir bauptur binüber finden meiner persönli babe, e fontrol überneh Ich we Revisor Vor Tolonne Beweis und Ge bat ein meine nicht ei der Ei welcher so verle Berichte iene 6 ( ich bed Klavier Stadtv baben Inzwisc Herr N Begner Bersam Er ift bin, we unterbri Lohnber er beza für bie fchlange Wie ta Dem D frage D denen f cin neidisch mich an Cinrich nimmt. Dringen Berfam Sterber mit ge hat wo Berlin ballenv tönnte Und Herr Rödel, hat er nicht der Grün dung von Arbeiter Bezirksvereinen sich widerfest! Mens Sie, meine Herren, eine permanente Lohntommiffton e fegen und meinen, nun seien Sie der Noth ledig, wird die Beit nicht fern sein, wo sie alle an der Hunger! nagen,( Beifall.) Dann werden fich die Leiter der Lohn tommiffion ein ewiges Denkmal gefest haben und die Berlin Tischler werden fich nach den Leuten zurückjebnen, ble fe 10 Jahren und länger thre Sache mit Muth und Geschid pe treten haben. Die lommenden Stadtverordnetenwahlen f der Hintergedante, welcher die gegnerische Presse veranlaßt, fi in diesem Swift auf Seiten der Lohntommiffion au felles Von reaktionärer und manchesterlicher Seite versucht man f die Arbeiter zu entzweien!( Stürmischer Beifall.) Nunme erhielt das Wort Herr G. Rödel. Er führte aus: Herr Mita war mein Lehrer, als ich in die Bewegung eintra Ich persönlich nehme ihm daher seine Angriffe gege mich nicht übel, trogdem ich feine zelnen Aeußerungen zergliedern müffen. Auch ich bin der Ueberzeugung, daß dem jest einreißenden Bwiefpalt e Ende gemacht wird. Herr Mitan fagt:„ Die Lohntommi flon verweigere den Arbeiterführern das Recht, mitzufprechen in der Tischlerbewegung." Dieses Recht haben wir noch ni verweigert. Die Angelegenheit, aus der der Streit entstand war bereits durch die Berliner Tischler entschieden. Dem gliebe Glode war nachgewiesen worden, daß er unwahre Be richte verbreite. Wenn dann Personen, wie Herr Herold, bie nicht mehr zum internen Streise gehören, fich hinreißen laffen zu erklären, dieser Beschluß sei nicht gerechtfertigt, die Lob tommiffion verrathe Unsicherheit und Schwäche, weil sie bie Gerüchte noch nicht in öffentlicher Versammlung widerlegt babe, baben wir uns nicht darum au fümmern, denn stemt fich nicht, daß die Lohnkommission noch spricht, wenn Die Berliner Delegirten bereits gesprochen. Herr Mitan bat ein großes Wort gelaffen ausgesprochen, als er die lommen ben Stadtverordnetenwahlen als Motiv hinstellte für die geg nerischen Blätter, den Kampf gegen den Fachverein zu unter ftügen. Ich habe mit Erfolg gearbeitet; ebensogut tonnte i Unglück haben, dann wären auf mein Haupt allein die Bor würfe gefallen. Für Beitungsberichte bin ich nicht verantwort lich. Ich erkläre hiermit öffentlich, daß ich für keine Beitung, außer einige Male für das„ Berl. Volksblatt" eine Belle geschrieben habe. Wenn die Lohntommiffton Berichterstatter instruiri bat, so wel Herr Mitan so gut wie ich, daß jede Bewegung dies für noth wendig bält. Die von mir vorgelegte Statiftit soll aus der Luft gegriffen fein, sagt rr Mitan. Herr Mitan fcheint f doch nicht mehr in dem Maße wie früher für die Bewegung au intereffiren, sonst müßte er wissen, daß das Material burd Den legten Streit und durch die Vertrauensleute berbeigefchafft worden ist Löhne für Möbel stehen durchschnittlich 11% p bis 12% pet. höher als vor 2 Jahren, die Arbeitszeit ift e niebrigt. Fü: meine Behauptung, daß ich den Tischlern ein Rapital gespart babe dadurch, daß ich die Vorträge selber hielt, babe ich zum Beweis die Berichte anderer Bewerte. Ich weiß daß Herr Mitan nie oder nur gedrängt Geld genommen hat, aber Niemand wird mir abstreiten, daß es Leute bier giebt, die anders In dem Prozeß des Hofpredigers Stöder gegen die Frete Beituna bat befannilich Rest tanwalt Sachs für seinen Klienten auf Grund des§ 198 Str. 6.- 8. Den Strafantrag wegen der in dem an die Staatsanwaltschaft gerichteten An trage zur Verfolgung des Bäcker enthaltenen schweren Beleidi gung desselben gestellt, und der Gerichtshof hat mit Rücksicht barauf, daß ohne förmliches Verfahren gegen Stöder nicht verhandelt werden dürfte, diesen Antrag lediglich zu Brotokoll genommen. Nunmehr hat Rechtsanwalt Sachs ein Besuch an bie Staatsanwaltschaft gerichtet, die öffentliche Stlage wegen Dieser Beleidigung zu erheben, da das öffentliche Interesse in den von dem Landgerichtsdirektor 2üy publizitten Urtheils gründen genügend gewürdigt worden ist. Vereine und Versammlungen. Der Tischler Herr Winter erfucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung. In der Tischlerversammlung, welche am legten Dienstag in der Tonhalle tagte, hat der oft ge Die Her An ihr wunber befgen betrüge erbreifte Beifall Energie entgege wird.( tch gefa man to Beidt af Wenn fein, m Deffent Ich hab ift unte bat Die Wort aufgetta Derftehe mtb m Hebe i Morti Dogtrt, Berin ich foricht it ber Sletju ichtig nung inters Dot chler, welche erufes Gin Bang Bubell Derren terauf un gung flo burd ffern, gung riefen. at bie raten orben, fache. und aber e vor beren n wir mehr. ben Da en flog nenen mak inble ht be Dal änden 5t go chaft; errath it bie Biele tmpf nut dotig Bes nning erifche ſtatter e Ar iffion Breffe erften el bat 7 Be r bas blevet tobel t fich er bie Saber ferent bert? nur erklärt, mir fämen die Gründungen zu überhäuft vor, und die| Belt hat meine Worte bestätigt, denn die Vereine haben sich theil weise aufgelöst. Wenn ich Gegner wäre, würde ich nicht titglied eines Arbeiterbezirksvereins fein. Jezt bin ich mit dem Referenten fertig. Ich lomme nun zu den prinzipiellen An griffen gegen die Lohnbewegung. Herr Meißner ist mir nicht der Mann dazu, solche au erheben; ich balte es unter meiner Würde, ihm zu erwidern. Nur durch die Lohnbewegung haben wir etwas burchgefest. Ich bin lein Gegner der Fachvereine und nicht 10 find im Saale, die früber einem Fachverein an gehörten als ich. Aus Gründen persönlicher Natur bin ich seit Kurzem ausgetreten. Die Angriffe gegen die Lohn. Kommission find alt; im vorigen Jahre wurde ihr ber Borwurf gemacht, 5000 Mart bei Seite gebracht zu haben. Wir nahmen Herrn Pfeifer, der die Sache aufgebracht, in die Rommiffion auf, er untersuchte und nach einem Monat drückte tr fich stillschweigend. Nun hatten wir eine Beit lang Rube, nach dem legten Streit wurde mir der Vorwurf, ich hätte mir eine Reise nach Schwerin zweimal bezahlen lassen. Da war es Herr Glode, der erklärte, er fönne das beweisen. Die Herren Meißner, Glede, Winter, Haffte, Sorge, Hilgen bed, Herr Gundelach, fte alle, die Revisoren gewesen find, beschet nigten, revidirt und für richtig befunden". Bu jeder Beit stimmte es auf Heller und Pfennig. Nun zum Hauptargu ment! Von diesem Plage aus wurde erklärt, ich hätte mich einer Gelder Schul Unterschlagung öffentlicher menn | höheren Brodpreifen die Schuld tragen sollen, während die bie Getreide ölle die Ursache feien. Es fri ein ge fährliches Spiel, das da Bismard mit seinem Vorwurf gegen die Bäder spiele und das lebhaft an 1789 erinnere. Dies die Hauptzüge der Rede Liebknechts, die einen dauern den Eindrud auf die zahlreichen Hörer hinterlassen wird. Tief empfundene Beifallszeichen lohnten und dankten dem Redner, Der auf diese Weise den Anstoß zu einer einstimmig angenom menen Resolution folgenden Wortlautes gab: Die beuitge Bersammlung erklärt fich mit der Haltung der sozialdemokra tischen Abgeordneten im Reichstage einverstanden und fordert, daß der Reichstag bei der Wiedervorlegung des Arbeiterschut Gefeßentwurfes denselben ernsthaft in Berathung siehe und die Darin für die Arbeiter enthaltenen Bortheile votire." Allgemeinheit beugen und ich glaube, das ist fene Ehrerbies tung, die man den Arbeitern schuldet. Es handelt sich hier nicht um einen Rampf um Kleinigkeiten, sondern um die be gründete Annahme, daß durch das Vorgehen eines Einzelnen nicht bloß der Tischler sondern der ganzen Arbeiterbewegung die tiefften Wunden geschlagen werden. Nun zu der Behaup tung, ich hätte 20 Mart für einen Bortrag erhalten. Ich erflare öffentlich, daß das eine Unmabrheit und zwar eine bewußte ist, weil berr Rödel fich der Berichtsverhandlung entfinnen mußte, in der vor 6 Monaten die unwahrheit dieser Behaup tung eidlich nachgewiesen wurde. Doer hat Herr Möbel ein so schwaches Gedächtniß, wie gewiffe andere Personen? Herr Röbel hat, das ist erwiesen, in engen Beziehungen zu dem Bollsfreund" geftanden. Oft war er in der Redaktion, in welcher fener perfide Angriff geschmiedet wurde, der unter dem Titel„ Das ftntende Schiff gegen mich, Tugauer, Gerold und Ewald gerichtet war. Es ist bezeichnend, mit welchem Behagen Die Berl. 8tg." und die Staatsb. Btg." in den Wunden der Arbeiterbewegung wühlen. So rasch wie möglich muß die Wahrheit festgestellt werden, damit das Gift nicht trebsartig weiter frißt. Selen Sie die Richter und entscheiden Sie. ( Stürmischer Beifall). Herr Röbel: Herr Gördi ift falfch berichtet; ich habe nicht gesagt, daß Herr Gö: di fich 20 Mart gablen läßt. Es ist nicht meine Sache, mit Sophismen zu tämpfen, wie es die Art des Herrn Gördi ift( Dho! Dho!) Ich habe Herrn Gördi's Namen nicht genannt. Ich wundere mich sehr, daß Leute, die hier nichts zu thun haben( Brausende Bwischenrufe)... in die internen Angelegenheiten der Tischler hat fitch Niemand. am allerwenigften ein Gö: di hineinzu hat sich Niemand Drängen.( Dho! Dho! Glock: des Vorftzenden... Lärm). -Der überwachende Boltzeibeamte erhebt sich und erklärt die Bersammlung für aufaelöit, weil der Vorstgende mit seinen Anordnungen nicht mehr durchdringen kann. " Der Louisenftädtische Bezirks Verein Vorwärts" hielt am 17. Juni eine Vereins- Versammlung ab, in welcher Herr Liefländer einen Vortrag über ,, Moral" hielt. Referent erläuterte zunächst die Bedeutung des Wortes Moral und gab bann einen Ueberblick über den Moralitäts resp. Sittlichkeits. begriff ber einzelnen Völker in den verschiedenen Beitaltern. Die im rohen Naturzustande fich befindenden Urmenschen fanden es nicht unfittlich, ihre eigenen Verwandten aufzufreffen. Bet den alten Römern waren die Stlaveret und die an den Sllaven ausgeübten Grausamkeiten durchaus nicht unfittlich. Der Mo hamedaner hält es für fittlich, wenn er so viel Frauen nimmt, mie es ihm beliebt, resp. seine Verhältnisse erlauben. Bum Gebiet der Rechtspflege übergebend weift Referent darauf hin, daß Vieles, was wir vom fitilichen Standpunkt aus für febr verwerflich halten, vom Gesez ungestraft bleibt; die Geseze der einzelnen Länder find so verschieben, daß in einem Staate verboten ist, was in einem andern erlaubt, ja sogar geboten ist. Sobann unterzog Referent das Duellunwesen einer herben Kritik. Referent tam zu dem Schluß, daß die moderne Moral, welche man gewöhnlich mit dem Namen Bivilisation bezeichne, uur ein Firniß aur Verbedung der noch vorhandenen Bar baret ſet. Es tönne heute mancher als sehr unmoralischer Wiensch gelten und doch ein ganz guter Mensch sein. Die ge funde Vernunft müsse als Maßstab aller Moral dienen. In der Diskussion, an welcher sich die Herren Strelow, Mitan, Michelsen u. A. betheiligten, wies Herr Mitan unter Bezug nahme auf das Referat auf den kürzlich ausgefochtenen Bro aeß Stöder kontra Freie Zeitung" bin. Dann wurde die Petition an den Magiftrat betreffend Errichtung von Sani lätswachen zur Unterschrift ausgelegt. Ferner machte der Vorfigende bekannt, daß am Sonntag, den 21. Juni, ein Ausflug mit Familie nach Jobannistbal stattfindet. Sammelpuntt Görliger Bahnhof, Mittags 1% Uhr.( Siehe Inserat von geffern.) dig gemacht. Es ist leicht, etwas auszusprengen, Die angegriffene Berson nicht Augegen ift. Herr Bubeil mußte wissen, wo ich wohne, jener Rödel" deffen Namen mit dem meinigen verwechselt sein soll, wohnte Forstertraße 6; ich auf der Dranienstraße. Schon in der Delegirten perfammlung vor Pfingsten habe ich bereits fonstatirt, daß die 30 M. aur Unterstügung verwendet find. Ein Mann, durch deffen Hände Hunderttausende gegangen find, wird nicht 30 M. unterschlagen. Wenn betrogen werden soll, wenn der Betreffende nicht ehrlich ist, tönnen Sie 100 Revisoren wählen und Sie tönnen es doch nicht verhindern.( Hört!) Wenn ich mir einen Dersönlichen Fond von 500 oder 100 m. hätte bewilligen laffen wollen, hätten ihn die Delegirten bewilligt.( Dho!) Die De legirten erklärten, als Glode und Winter hervortraten, daß fie mit meiner Geschäftsführung einverstanden feien. Ich bin nicht unfehlbar und ich habe Febler gemacht. Warum bat fich aber keiner gefunden, der es beffer machen konnte, um meine Stellung auszufüllen. Herr Herold sagt, die Revisoren feien die ersten Beamten. Nun, wenn diese Kollegen die ersten Beamten gewesen wären, würde von einer Bewegung nichts mehr zu sehen sein. Ich muß mich wundern, daß Herr Herold Bartei gegen die Lohntommission genommen hat, er, der nur on einer Seite informirt worden ist. Was erzielt man durch ein Entgegenarbeiten gegen die Lobnbewegung? Den Schaden werden die Berliner Tischler empfinden. In der Lohnkom misfion und Delegirtenversammlung trete man mit seinen Unschuldigungen hervor, wenn man dort aber entlarpt ift, dann gehört Frechheit dazu, noch in die Deffentlichkeit zu treten. Aber mich mit meiner Energie machen fie so leicht nicht todt. Auch für die fernere Beit werde ich durchsetzen, was ich persön lich mir zurecht gelegt und was ich für richtig halte. Die Be bauptungen, ich versuche bie Tischler in's reaktionäre Lager binüberzuführen, find aus der Luft gegriffen, ich bin ficher, es finden sich unter den Berliner Tischlern eine Anzahl Leute, die meiner Fabne folgen werden. Herr Gundelach bemerkt persönlich, daß, wenn Herr Rödel fich auf sein Beugniß berufen babe, er feierlich erklären müsse, daß er nur acht Wochen lang fontrollt babe und für die spätere Beit feine Verantwortung übernehme.- Stadtverordneter, Tischler Herr Aug. Herold: Ich werde nicht viel Worte verlieren, damit noch einer der Revisoren Gelegenheit hat, Herrn Möbel zu antworten. Von Herrn Rödel haben Sie heut wieder von Spreng folonnen" gehört. Nur, diese Versammlung hier ist der beste Beweis, das sich jeder bemüht, den Rednern mit Lanamuth und Gebulb zu folgen. Was ist nun geschehen? Herr Winter hat eine Versammlung einberufen und ich habe in derselben meine Anficht ausgesprochen, eine persönliche natürlich nur, nicht eine päpftliche. Wenn die Letter einer Lohnbewegung der Einladung zu einer Versammlung nicht folgen, in welcher fte Rechenschaft über ihr Verhalten ablegen sollen, So verlegen fie damit ibre Pflicht. In einem Bericht des Berichterstatters Thiele II. heißt es: Der Tischler Fachverein, jene Sprengfolonne, deren Führer der Stadto. Tugauer ist ( ich bedauere sehr, daß Herr Tugauer heute nicht hier ift), der Klavierarbeiterverein, jene Sprenglolonne, deren Führer der Stadtv. Herold ift... u. f. w. Nun jene Sprengfolonnen baben nicht nothwendig, fich Rausschmeißer" au engagiren. Inzwischen und besonders in der heutigen Versammlung scheint Herr Röbel eingefeben zu haben, daß sein Papftftubl wadelt! Er ist erschienen, aber er hat feire Gründe angeführt, daß ich Gegner der Zohnkommission set. Wenn ich in einer Meifter Bersammlung für die Forderung der Tischlergesellen eingetreten bin, wenn ich mich stets bemüht babe, fleinliche Nörgeleien zu Unterdrücken, so zeigt das feine Feindschaft gegen die Lohnbewegung. Herr Rödel hat seine Thätigteti, für die er bezahlt wurde, stets so eingerichtet, daß er Vortheile für die besseren Werkstätten errungen hat, an die Gift fchlange der Möbeltischleret aber hat er fich nicht gewagt. ie tann er mir Neld vorwerfen? Man fucht Niemand hinter Dem Ofen, wenn man nicht selbst dahinter gesteckt hat. Ich frage Die Arbeiter Berlins, ob in den langen Jahren, in benen fie mich lennen, ibnen jemals mein Charafter als neidisch erschienen ist!( Stürmischer Betfall). Das aber muß ich an der Produttiv Affosiation wurdern, daß fte eine ganze Einrichtung( mit Bolsterung) für 200 M. zu liefern unter nimmt. Wer wird ba zuerst bezahlt? Kein Grund war Dringend genug, um Herrn Rödel vom Besuch der ersten Bersammlung abzuhalten. Und wenn meine Familie im Sterben läge, ich würde erscheinen und mich rechtfertigen, wenn mit gesagt wurde, ich sei ein Betrüger.( Bravo). Weshalb hat wohl gerade die Staatsbürger- Beitung", außer dem eftens t für gebl Bor Cichle par off in Die d Bo foren De it be Ten Brün Wenn etn Lobn rling e felt I per Pal st, fid tellen an fo nme Rita Intral gegen ein bin tein mmif тефен ftand 5 nit M Dea , bie Laffen Lohn Derlegt e bie in d wenn en bat men geg unter te to Bor twort aufier habe welf noth 3 der nt fich egung fchafft Durch pet. ift er In ein blett, weis , aber anders abe ich Berliner Bollsblatt" allein, einen Bericht über die Ton ballenverfammlung gebracht? Weil ihr eine Redensart Die Herr Röbel gebrauchte, gefallen bat:„ Die Verwaltung Wönnte billiger sein, dann müßfe fte aber eine füdische sein!" An ihren Früchten sollt Ihr fie eitennen! Ich habe mich ge wundert, daß der Leiter der Lohnkommisston die Dreiftigkeit befigen tann, zu sagen: Wenn man beti üдen will, lann man betrügen, ohne daß es bemerkt werbe." Wie tann er fich erbreiften, daß Arbeitern ins Geficht zu sagen.( Stürmischer tch Energie. Aber seine Berson will ich ihm und seiner Prefe entgegensegen und ich bin begierig, was ein Röbel mir nehmen wird.( Stürmischer Betfall.) Herr Rödel: Ich bemerke, daß gefagt bobe: Man tönnte die Lobnbewegung billiger machen, Iman fönnte fte doch so einrichten, wie es in gewiffen jüdischen Großenhain, 10. Juni. Der Reichstagsabgeordnete Liebknecht sprach einer Einladung zu Folge am 8. Juni Abends vor einer Volksversammlung im Schüßenbause über die Thätig. telt des Reichstages. Anknüpfend an lokale Vorkommniffe betreffend eine gesprengte Wablversammlung vom Jahre 1862, in welcher Eugen Richter selbstherrlich eine Diskuffton mit LiebInecht begreiflicher Weise unterbrücken wollte, d. b. jebe Debatte abwies schilderte Redner einzelne Phafen der Wahlbewegung vorigen Jahres und betonte gegenüber den richterlich- fortschritt lichen Verleumdungen unserer Abgeordneten die niedrige Bettelet der Fortschrittler um unsere Stimmen bei den Stichwahlen. Ferner wies Redner nach, daß unsere Abgeordneten weit flet siger gewesen seien, als die Abgeordneten anderer Parteien, siger gewesen seien, als die Abgeordneten anderer Parteien, besonders die der Fortschrittspartei. Die in Aussicht gestellte Sozialreform habe beftenfalls ein paar Resolutionen bei den andern Parteien hervorgerufen, deren man nach Hunderten in einer Stunde schreiben tönne, während die sozialdemokratischen Abgeordneten den Arbeiterschutzgeseßentwurf in gewiffenbafiefter Weise mit Bugrundelegung riesigen Materials ausgearbeitet hätten. Dieser Entwurf würde in nächster Session wieder vorliegen und müßten die Arbeiter bekunden, daß fie dies Wert der fozialdemokratischen Abgeordneten vom Reichstage würdiger be handelt wiffen wollen, als in legter Seffior, denn hinter den Abgeordneten müsse das Bolt stehen, ohne deffen nachdrücklichen Willen nicht fräftig genug gehandelt werden könne. Der Arbeiterschußgefeßentwurf set der Maßstab, an dem man die Arbeiterfreundlichkeit der Gegner mensen fönne. Sodann nahm der Redner die so pomphaft in Szene gefegte Kolonialpolitit unter das Sezirmesser seiner Kritik und bemerkte, Daß Die Sozialdemokratie dem heutigen politischen Eystem gegenüber immer die gleiche Stel Tung einnehme. Mit der Kolonialpolitit fet die Dampfer subvention verbunden, die den Gegnern Gelegenheit gegeben babe, wegen einiger Meinungsdifferenzen eine Spaltung der Sosialdemokratie voraussagen zu wollen. Der Verlauf der Angelegenheit wurde vom Rebner klar stizzirt und zum Schluß Die Breßäußerungen Bebel's und Frohme's als solche bezeichnet, bie Breßäußerungen Bebel's und Frohme's als solche bezeichnet, bie auf beiden Seiten einen Fehler bekunden, wenn auch Frohme durch seine erste von Ungeschicklichkeit zeugende Erklä rung den Anlaß gegeben hätte. Die ganze Angelegenheit sel aber nur geeignet, einen regen Geist unter den Barteigenoffen au unterbalten, au einer Spaltung fübre fte nicht, ba auch die Majorität der Fraktion eine gute Lehre daraus ziehen werde. Uebrigens habe die Fraktion gegen die Vorlage ge ftimmt, da ihre Voraussetzungen nicht anerkannt wurden und bie Rolonialpolitit ihrer Konsequenzen wegen, die jest deutlich nicht bloß in den fignalifirten Blänteleien in deutschen Rolonien sum Ausdruck fämen, sondern deutlicher noch in dem englisch. ruffifchen Konflikt zu Tage träten, absolut verwerflich fel und einmüthig befämpft werden müffe. In bochinteressanter Dar ftellung veranschaulichte Retner bierbei unter Berührung Des angelündigten rufftsch deutschen Auslieferungsver trages die politische Konstellation. Unsere Sympathie gehört trages die politische Konftellation. Unsere Sympathie gehört in diesem Falle dem hochzivistfirten England gegenüber dem das niederknutet." Bestätten Mode ift.( Rufe: Das ist daffelbe.) Hetr Winter: Jebenfalls werde im Reichstage gelegentlich hierüber noch au Wenn ich Beschuldigungen erholen habe, werde ich im Stande fein, meine Anficht an der Stelle, wo fie hingehört zu vertreten. Ich habe es mir zum Vorwurf gemacht, daß ich nicht früher an die Deffentlichkeit getreten bin. So behaupte, der Betrag von 30 M. ist unterschlagen. Bum Schluß bemerkt der Redner: Man bat die Opposition als Geftnbel bezeichnet. Sch gebe das Wort zurüd und sage: Wenn die Tischler Berlins genügend aufgeklärt find, bann werden fie das Gefindel abzuschütteln Derftehen( Beifall.) Herr Stadto. Fr. Gördi: Soeben tob mir privatim mitgetheilt, Herr Röbel hätte mich in seiner Rede indirekt angegriffen. Ich hätte mir nicht erlaubt, das Wort in einer Tischlerversammlung zu ergreifen, aber so pro Dozit, muß ich es. Der Unterschieb, welcher awischen uns unb Berin Rödel besteht, ist von ihm selbst bezeichnet worden. Er fpricht fiets von seinem Jch, wir aber werden uns stets der reben sein, obgleich im Reichstage Ruffenfreunde feten. Denn auch die Majorität Des des Reichstages befleißige fich, das Bolt immer mehr zu brüden und abhängiger au machen, wie die Bollpolitik derselben bezeuge. Habe der Reichstag bewiesen, daß er im schneckenhaft verlangsamten Gang der Sozialreform" noch nichts gearbeitet habe aum Bortheil für die arbeitenden Klaffen, so babe er in Boll tariffachen den Beweis geliefert, daß er es verftebe, im beschleunigten Tempo für die Reichen au arbeiten. Obwohl Redner die Bertheuerung der verzollten Artikel sebr brückend für das Voll halte, boffe er doch andererseits, dem Bolt werde Diese Thätigkeit des Reichstages die Augen öffnen, damit es fich in Bufunft aus dem Schlepptau jener Brodvertheurer minde, die ist schon einen Prügeljungen für ihre Thaten suchten und als solchen die Bäcker bezeichnen, die an den " Eine Versammlung fämmtlicher Tischler findet am Montag, den 22. Junt, Abends 8% Uhr, im großen Saal Don Keller, Andreasstraße 21, statt. Tagesordnung: Die von unseren Gegnern befchloffene Auflösung der Lohntommiffton, und was würde damit erreicht werden." Referent Kollege Gustav Rödel. Alle Kollegen, welche gewillt find, daß die traurigen Bustände im Tischlergeweit vor 2 Jahren heut nicht wieder Blas greifen sollen, werden ersucht, in dieser Ber sammlung zu erscheinen. Eine öffentliche Versammlung des Unterstügungsvers eins deutscher Schuhmacher findet am Dienstag, den 23. b. M., Abends 8 einhalb Uhr, im Weddingpart, Müllerstraße Nr. 178, ftatt. Tagesordnung: Die Nothwendigkeit einer ge werkschaftlichen Organisation. Referent: Herr Michelsen. Alle Schuhmacher, Meister und Gesellen, hauptsächlich vom Norden und Nordwesten, sind eingeladen, Im Gauverein Berliner Bildhauer", Annenftr 16, hält am Dienstag, den 23. d. M., Herr Hofschauspieler Gerber eine Vorlesung aus Reuter's"" Ut de Franzosentid". Anfang präzise 9 Uhr. Eine öffentliche Versammlung der Stucateure findet am Montag Vormittag 10 Upr statt.( Wo, hat der Einsender dieser Nottz nicht angegeben.) Die Tagesordnung ist folgende: 1. Bescheid des töniglichen Bolizei Präsidiums auf unsere Be schwerde in Betreff der Gerüstfrage. 2. Unsere Stellung zur Lohnfrage. Central- Kranten und Sterbe Kaffe der Dachdecker Deutschlands„ Einigkeit"( E. H.). Deriliche Verwaltungs stelle Berlin. Sonntag, den 21. Juli cr. Bormittags 10% Uhr, im Lokale des Herrn Weid, Alexanderstr. 31, Generalversamm lung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimist. Um rege Betheiligung bittet der Vorstand. " Der Arbeiter Bezirksverein im Weften Berlins hält am Montag, den 22. Junt, Abends 8 Uhr, in seinem Vereins lofal, Gründer's Salon, Schwerinftr. 26, eine Versammlung ab. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Lehrers der Natur- Hell Tunde Herrn Ganig über: Die Lunge und ihre naturgemäße Pflege." 2. Wahl der Revisoren. 3. Berschiedenes und Frage faften. Des interessanten Vortrags wegen ist zahlreiches Er scheinen der Mitglieder nothwendig. Gäfte können eingeführt werden. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Den Mitgliedern des Arbeiter- Bezirks- Vereins SüdDit zur Nachricht, daß die Billets zu der am 28. b. M. statt findenden Landparthie bei folgenden Herren zu haben find: 1. R. Scholz, Pücklerstr. 51, H. 2. 2. P. Weißer, Laufiger Straße 19 bet lichael. 3. St. Lehmann, Stalizerstr. 27, v. 4. 4. C. Schulz, Admiralftr. 36. 5. Jm Restaurant Stramm, Stalizerftr. 18. Der Verein der Parquetbodenleger hält am Montag, ben 22. Juni, Abends 8 Upr, im Lotal des Herrn Pieper, Mauerstraße 86, eine Vereinsversammlung ab. Die Lages Dronung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Vermischtes. Anfallende Siftirung. In Wien erregte am 7. b. im Stadtpart die Arretirung eines t. t. Majors in Uniform nicht geringes Aufsehen. Der Major batte fich mehrere der schönsten Rosen angeeignet, war von einem Aufsichtsorgane bemerkt und angehalten worden. Er mußte fich in die Wach ftube begeben, wo er, nachdem man ein Protokoll mit ihm aufgenommen hatte, wieder entlaffen wurde. In Berlin würde eine solche Gleichstellung eines Dffiziers mit andern lebelthätern" wohl zu den Unmöglichkeiten gehören. Talentios. Vater: ,,. Höre, mein Sohn, Du bist und bleibst ein Lump! Jest baft Du schon zum vierten Male Banterott gemacht und haft noch immer nichts!" Gefährliche Retrutirung. In einem württembergischen Drte machte dieser Tage der Ausrufer mit der Schelle be tannt: Die Rekruten, welche zum Buge müffen, sind im Rathbause angenagelt." Ein Schreiberkunftstid. Ein wahres Kunststück ist in Mülheim geschrieben" worden, es ist dieses eine Bifttentarte Don 67 Whllimeter Höhe und 94 Millimeter Breite, auf welche ein dortiger Stenograph nach der Velten'schen Schrift 6352 Worte geschrieben, und zwar die Gedichte: Das Lied von der Glode" Der Taucher", Die Bürgschaft"," bero und Leander" deale"," Die Schlacht" und ein Theil des Gedichtes ,, Dido ( 224 Worte). Alles umfaßt 67 Beilen und zeigt eine Leiftung, Die bisher wohl einzig daftehen dürfte. Kolontsationsfieber. Vor einigen Tagen tamen in die Wohnung eines Lehrers zu Halle vier Männer, anscheinend Arbeiter, und fragten die auf das Klingeln öffnende Ehefrau deffelben, ob hier der Mann wohne, der die Auswanderung nach Kamerun besorge?" Da dies verneint wurde, baten biefelben um eine Unterstügung zur Heise nach Kamerun. Wo mag wohl dies Kamerun gelegen haben? " " Es war, es war ein fleines Mißverständniß“ Der Juftigminifter hat angeordnet, daß alle wichtigen tafferten Atten für das Archio in Berlin eingesandt werden. Kürzlich ging von einem fleinen Gerichte eine Bartie solcher Atten ein, Die mit Sekret" bezeichnet waren. Als man fie näher in Augenschein nahm, ergab sich, daß ste von dem Bau eines Ab ortes handelten, den man in jener Proving mit Sekret" be zeichnet. Der Sekretär hatte fte nicht weiter angefeben, sondern der Aufschrift nach für wichtig gehalten und als solche nach Berlin geschickt. Börsenwin. Kaum ist das Minifterium Gladstone im Kampfe mit den Konservativen unterlegen, da trifft auch schon Der Spott die Sieger, die so wohlfeilen Kaufs triumphirten. Bekanntlich find die Liberalen dadurch zu Fall gekommen, daß fte das Bier besteuern wollten. Die Konservativen ziehen da gegen den Thee als Steuerobjekt vor. Wie," fagte auf der Frankfurter Börse einer der Hauptwigbolde dieses gewißigten Instituts, die englischen Ronservativen rufen: lieber Thee! Das ist doch das erste Mal, daß Konservative für- liberté schwärmen. Für unsere Hausfrauen. Wenn man eine blanke Stridnadel in die Milch steckt und sodann senkrecht wieder heraussteht, so bleibt etwas Milch an der Nabel hängen, falls Die Wilch unverfälscht ift. Enthält fie aber eine Beimischung von Waffer, wenn dieselbe auch noch so wenig, so bleibt nichts an der Rabel hängen. Bur Berbefferung des Lichts bei Lampen empfiehlt es sich, den Docht in Waffer su tränken, in welchem eine ziemliche Quantität Salpeter aufgelöst tft. Dadurch wird eine reinere und schönere Flamme erzeugt, eine vollkommenere Berbrennung bewirkt und das Busen ebenso entbehrlich gemacht, wie bei den Wachslichtern. Auch eine Zoll- Defraudation. Bertleinerte američaniide Fleischwaaren dürfen nach dem Geseze vom 25. Juni 1880. Japanische Ausstellung. Ausstellungs- Park. Japribo nicht eingeführt werden, was einem Hilfsbremser der Elfenbahn unbekannt war. Er brachte fich aus Bremen amerikanische Burst mit, wurde von der Bollbehörde abaefaßt und nicht allein seiner Wurst verlustig, die doch 6,50 Mt. geloftet hatte, sondern mußte auch noch auf Grund des§ 34 des Vereinszoll gefeßes vom 1. Juni 1869 eine Strafe von 30 ML. bezahlen. Stettin,( Ein Don Juan.) Vor Kurzem wurde, der R. St. Btg." zufolge, bier auf Verfügung des Staatsanwaltes ein Mufillehrer verhaftet, der mit nicht weniger als sechs jungen Damen aus achtbaren Familien faft au gleicher Belt Liebesverhältnisse angeknüpft und die Bedauernswerthen, von denen iebe im ausschließlichen Befige feines Herzens zu fein glaubte, auf raffinirte Weise auszubeuten verftanden hatte. Einigen von den Damen soll noch weit Schlimmeres pafftrt sein. Briefkasten der Redaktion. 6. E. Nach den Bestimmungen des§ 123 tönnen Ar beiter auch ohne vorherige Kündigung entlassen werden, wenn fie die Arbeit unbefugt verlaffen haben oder sonst den, nach T dem Arbeitsvertrage ibnen obliegenden Verpflichtungen ne autommen fich beharrlich weigern, ferner, wenn fie sur For fegung der Arbeit unfähig oder mit einer abschredenden Kran beit behaftet find."-Bersuchen Sie es mit einer Klage be der Gewerbe- Deputation des Magistrats. Roften entstehen Ihnen ja dadurch nicht. Arbeiter Bezirksverein der Schönhauser Borka Sie haben vergeffen, das Lotal anzugeben, in welchem die Ber sammlung am Dienstag stattfinden soll. J. N. Wird benutzt werden. Mr. Heute Sonntag Entree 50pf. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Täglich bis 12 Uhr Nadits. GROSSES CONCERT Abonnement und Saisonkarten zum Park giltig. Entree nur zum Park 30 Pf. M. Bauer. richet Berlin Boftab 21 Zu alle Ar Nachruf für unsern am 17. Juni cr. verstorbenen Kollegen, den Drechsler Albert Knauth. Wir verlieren an ihm einen ebrenwerthen und braven Freund und Kollegen und werden sein Andenken stets bewahren. Die Kollegen ilder W. Elges'schen Hartgummiwaaren- Fabrit. 1332 Ein donnerndes Hoch meinem Bruder Herrmann zu seinem morgenden Geburtstag, daß die ganze Krautftr. aittert. E. t. f. b. mert'fte nischt? 1341 D. B. Ott Zippel Wir suchen per sofort einen Lehr Lehrling [ 1338 mit guter Handschrift. Nathan Guttfeld& Co., Klosterstr. 24. Restaurant F. Sodke, Ritterstrasse 123, empfiehlt feinen vorzüglichen 21296 Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Fein Weiß und Bairischbier. Bu gleicher Belt mache darauf aufmerksam, daß fich der Arbeitsnachweis für Metallarbeiter fämmtlicher Branchen nach wie vor in meinem Lokal befir det. Roh- Tabak. Größte Auswahl( ämmlicher in und ausländischer Sorten zu billigsten Preisen Brunnenstraße 141142, Gebr. Franck. [ 1342 Die Akademische Fachschule für Schneider Don D. 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Schlafftelle f. 2 Herren zu v Nau ynftr. 86 b. Richter. 2 faubere Schlafft. Reichenbergerstr. 167, IV. Altmann. 21941 Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Sattler-, Riemer- n. Täschnergehilfen Berlins am Dienstag, den 23. Juni, in Gratwell's Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79. Zagesordnung: 1. Bericht des Gesellenausschusses. 2. Beschlußfaffung über die von der Innung in Aussicht genommene Unterfügung der zugereiften Gesellen und ein Drittel Buschußsahlung der Gehilfen. 3. Disluffton und Verschiedenes. Der Jnnungs Borstand( Meister) ist anwesend. Bur Deckung der Unloften ein Entree nach Belieben. Der Gesellen- Ausschuss. Wirths, Vors., Mödern str. 110, Gtese, Steindorf, Kabel, Bieß. Große außerordentliche Arbeiter- Versammlung am Montag, den 22. Juni 1885, Abends 8, Uhr, im Saale Urania, Wrangelstraße 9 u. 10. Tagesordnung: Die Verurtheilung einer Anzahl gewerblicher Arbeiter zu Freiheitsstrafen durch die Gewerbedeputation des Magistrats wegen Niederlegung der Arbeit( Streif). Referent: Rechtsanwalt Freudenthal. Korreferent: Stadtv. Herold, Mitglied der Gewerbedeputation. Alle Gewerbtreibenden, die ein Interesse an der Sache haben, haben ohne Rücksicht auf Titel VII. der G.-D. Zutritt und müssen erscheinen. Der Einberufer: Fritz Gorcki, Naunynftr. 34, Mitglieder- Verlammlung des Fachvereins der Schneider findet am Montag, den 22. Juni, Abends 8% Uhr, in Niefts Salon, Kommandantenfiraße 71 u. 72, fiatt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Buscheidelehrers Malmit über Fachwissenschaft. 2. Wahl des Buschneidelehreis und eines Revisors. 3. Verschiebenes. Anmeldungen zum Buschneideturfus zum 1. Juli nimmt der Kafftrer entgegen. Bahlreiches Erscheinen der White lieber ift nothwendig. Mitgliedstarte legitimirt. [ 1330 Der Vorstand. Feuersteins Salon, Alte Jakobstraße 75, Montag, den 22. Junt, Abends 8% Uhr: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Albumarbeiter Berlins. Tagesordnung: Vorlage und Annahme des von der Tariftommission ausgearbeiteten Tarifs und Beschlußfaffung über Durchführung Deffelben. [ 1329 Montag, den 22. d. M.. Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung des Jahvereins der Fraiser und Berufsgenossen Röpniderstraße 150 bei Tilg. Kollegen! Der Vorstand. Arbeiter- Bezirksv. i. Weften Ber Versammlung am Montag, den 22. Juni, Abends 8%, in Gründer's Salon, Schwerinstraße Zagesordnung: 1. Die Lunge, the tranfung und naturgemäße Referent: Herr Canis. 2. Wah! der Revisoren. 3. Verschiedenes und Fragelasten. wendig. [ 1335] 26. Der Vorstand Aufnahme neuer Mitglieder. Sahlreiches Erscheinen noth Sentral- Kranken- u. Sterbe- Ka der Dredisler u. verw. Berufsg.(.. Versammlung ( 1891 Ebenb der Mitglieder im Dften am Dienstag, den 23. Juni 8 Ubr, bei Keller, Andreasstrafte 21, im fleinen Saal Tagesordnung: Vorstandsaab und Verschiedenes Das Erscheinen jedes Mitgliedes ift dringend erforderl Max Schmadicke Große Versammlung für Reinickendorf und Umgebung am Sonntag, den 21. Junt cr., Vorm. 10% b Dienstag, den 23. d. Mis., 9 Ubr: Borlesung des Herrn im Restaurant Budewiß, Hausotten. Der Vorstand Hofschauspielers Gerber aus Reuter's Ut de Franzosentid". Gäste willkommen. 1340] des Gauvereins Bert Bildhauer. Tagesordnung und Referent werden in der Versammlung bekannt gemacht. Alle Handwerker und Arbeiter And dieser Bersammlung eingeladen. Alle Vereine und Versammlungen, die am heutigen Tage stattfinden und in denen die Unter zeichneten referiren sollten, werden ersucht, das Ausbleiben derselben zu entschuldigen, da dieselben ge zwungen find, in der von dem bekannten Herrn Noedel einberufenen Versammlung diesem Herrn gegenüber die Ehre und Würde der Berliner Arbeiterbewegung zu vertreten. Fritz Goercki, Aug. Herold, Ferd. Mitan, Max Kreutz, Fritz Michelsen, Julius Müller. 000 un ne Berantwortlicher Redakteur Cronheim in Berlin. Druck und Verlog von Max Bading in Berlin SW. Brutbftraße 2. mit ber O 990 einzulat 958 nehmen Derung Kreise 51 blatt" Gefinn lich häl Un Blattes Do Loftet fi Monat Don De F für das Die Ne I Tammer Abfah gebniß tive. zufried leinen berhält nabe pfunde in fort ben nie A Uebe als bie ber 63 A natürlic barüber wollen. Aber Я W Frau g H auf un Rimmt beftätig haben einen a und er wollen baren tommer nur, Trauer es mög bie Li Sie mi ber im ich ebe erft mo dezvous burg i geben δα furz fa Baters