Sir. 143. Dienstag 23 Juni 1885 IL Jahrg. Jl dinerNMi Kraan für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Volksblatt '~ nen.-u».„............ wöchentlich 35 emcm 4 n/w. yn, o �|...........—-......ujtT. Äei (Eingetragen in der PoftzeitungspreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) MonnementSpreiS für "" hcntlich 35 Pf. Beilage 10 Pf. LWHMZMWW. KedaKtio«: Keuthstraße S.— Erpedttio«: Zimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Zum bevorstehenden VierteljahrSwechsel eilauben wir unS, alle Arbeiter Berlins zum Abonnement auf das „Berliner Bottsbla� Mit der Gratis Beilage „Zllv striktes Sonutagsölatt" einzuladen. Wer der Sache der Arbeiter dienen will, helfe ein Unter« Nehmen befestigen, welches bestimmt ist, die berechtigten For« dnungen und Wünscht der Arbeiter zum Auidruck zu bringen. Such« ein jeder von unseren bisherigen Anhängern, in dem «wise seiner Freunde und Bekannten das„Berliner Volks» Matt" zu verdreUen und sehe darauf, daß jeder neu gefundene AestnnungSgenoffe sein Versprechen, zu abonniren, auch wirk- ttch hält. .Unsererseits werden wir bemüht sein, den Inhalt unseres �iatte« immer reichhaltiger zu gestaltm. Da» „Berliner VoWblatt" ,0i an«?�ellungtn werden von sämmtlichen Spediteuren, sowie % Ha«dttton, Zimmerstraße 44, angenommen. für W Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnement» 0a8 nächste Vierteljodr zum Preise von 4 Mark entgegen. ?te«edaktt,«««d Expedttio« de»„Berliner volk»blatt". Eis bezeichueudes Eiugeständsiß. I« de«„Jahreabericht der Handel«- und Gewerbe- kämme r für Oberbaiern für da« Jahr 1884" ist folgender Absatz vorhanden: „Allerdings war in der Regel das quantitative Er- gebnrtz der Produktion günstiger al« da» qualita- tive. Zahlreiche Branchen find mit dem erzielte« Umsatz „!>»«• hnt die««drückten V reife den niedrigste» Stand de« Jahrhunderts erreicht�—— Da» Vorhandensei» einer weit verbreitete» ueberproduktion ist ebenso wenig zu bestreiten *ls die Thatsache, daß e» sich hier um eine mit s«r moderne» WirthschaftSordnung un- Ieuil'l'eLon. es.. Im Eckfenster. Roman von Friedrich«erftScker. lFortsetzung.) „Die Zahlung," fuhr Püster fort,„findet aber sehr «atürlich vor einem Notar statt, um gleich«in Dokument «arüber aufzunehmen, und damit erreichen wir,«a» wir sollen." �„Da» geht, da» geht gewiß!" rief Han» erregt au». S�ber setze« wir dann doch den möglichen Fall, daß sich die (hau geirrt, daß e» ihr Mann»irllich nicht ist.. „Der Fall ist sehr unwahrscheinlich," sagte Püster,„denn Sfi unsere Anfrage, der Photographie wegen, hat sie be« Fjnint erklärt, daß e» die nämliche sei, auch sogar die Narbe tätigt, also ein Jrrthum ist nicht gut denkbar. Außerdem �b«n«ix j.tzt den Würfel, de« Obersten Brief und»och "Neu ander« Zeugen, de« ich schon in der Nähe halten werde, "'o erklärt er vor allen denen seine Unschuld, gut, dann ?°ll»n wir ihm Abbitte thun, daß wir ihn in«inem so furcht- Verdachte gehalten; aber ich glaube bestimmt, wir """Neu nicht i» die Verlegenheit. Da« einzige Fatale ist 2*» daß dann morgen zu Ihne» und in ein Haus der �ouer alle die eingeladenen Gäste kommen»erden. Wenn Möglich wäre, dem vorzubeugen..." i« soll geschehen l" rief Hau» rasch.„Ich habe ■'*—-— ffläfle be» mir— wenn besorgen könnten, Kaltm. so würde 'S MZMM-« zertrennliche Erscheinung handelt und «in allgemein befriedigende« Heilmittel wohlschwerlich sobald gefunden werden wird." §»nächst gesteht die Handel«- und Gewerbekammer berbaiern zu, daß da» quantitative Ergebniß der Pro- duktion ein günstige« gewesen sei— da» Wort„günstig" aber kann doch nur in de« Sinne gebraucht worden sein, daß quantitativ bedeutend viel produzirt worden ist, da ja zugleich«ine große Ueberproduktion konstatirt und auf die gedrückten Waarenpreise hingewiesen wird. Von eine« günstigen Resultat dieser quantitativ„günstigen" Produktion kann also gar nicht die Rede sei». Noch schlimmer aber ist e», wenn der Bericht meldet, daß da« Ergebniß der Produktion in qualitativer Hinsichtungünstig gewesen sei. Ist dem so, und man kann e« füglich nicht bezweifeln, dann ist die Ueberproduktion und dann find die gedrückten Preise sehr erklärlich. Dann find wir aber mit unserer Produktion— wenigsten« in Baiern— auf dem Standpunkt, den die deutsche Industrie zur Zeit de, Weltau«- stellung zu Philadelphia«innahm, wieder angekommen, dann träfe da» Reuleaur'sche Wort wieder zu:„Billig und schlecht I" Diese traurigen Erscheinungen: Ueberproduktion, ge- drückte Waarenpreise und daraus refultirende niedrige Arbeitslöhne, find eine Erscheinung, die mit der modernen WirthschaftSordnung unzertrennlich ist— da» ist«in Ein- geständniß von einer kompetent«» Beurtheilerin, einer Ge» «erbe- und Handelskammer, welches in der Thar einem schwerlich innerhalb der modernen WirthschastS- ordnung gefunden»erden kann, glauben auch wir. Aber wenn die heutige WirthschaftSordnung solche ver- derblichen Erscheinungen mit sich führt, gegen die e» kein befriedigende» Heilmittel giebt, so liegt e« doch ungemein nahe, diese WirthschaftSordnung selbst zu ändern. Jeder Mensch mit fünf gesunde« Sinnen, wenn er nicht vollständig in die Manchestertheorie, auf der die heutige Wirth- schaft«ordnung in der Hauptsache bafirt, verbohrt ist, wird ein- sehen, daß anstatt der tollen, freien Konkurrenz, die eine regellose Produktion mit sich und so zur Ueberproduktion, »u Handels- und Arbeitlkrise» führt, ein feste» wirth- schaftliches Snstem aufgebaut»erden muß, welche« eine planlos« Produktionsweise bedingt. Dadurch würde die modern« Wirtschaftsordnung, die so zahlreiche unheilvolle Erscheinungen im Gefolge hat, von bei un» aufgeschoben ist. Nähere« mündlich. Han» von Solberg"." „Da» wäre in der That kurz," lachte Püster,„und die Leute werden sich nicht wenig darüber wundern." „Mehr noch über die Erklärung später; aber für jetzt genügt es. Wenn wir nur eine kleine Handpresse hätten!" „Wie vielmal muß der Brief geschrieben werden?� „E» sind achtzig verschiedene Adressen." „Und die Briefe brauchen erst morgen ftüh fertig zu sein?" „Sicher; ich möchte sie heut« nicht einmal im Hause haben." „Gut, dann wird un» auch Mux den Gefallen thun— wie? Er hat eine flinke Hand und ist der einzige zuverläsfig« und verschwiegen« Mensch, den ich dafür kenne." „Ach, wollten Sie so fteundlich sein," wandte sich Han» jetzt selber an de» jungen Mann—„Sie würden «ich sehr verbinden und ich Ihnen eine so un- angenehme und langweilige Arbeit gewiß mit Freuden gut remuneriren." Mux hatte eine» dicke«, rothen Kopf bekommen, und ..-*- darauf erwidern wollte; aber e« war fast, al» ob et heftig da er bezwang sich augenscheinlich und sagte endlich:„El wird mir Vergnügen mache», Herr Baron, Ihne««inen so kleine« Dienst zu erweisen. Die Briefe sollen, wenn Sie mir die Liste lässe», bi» morgen ftüh um sech» Uhr fertig sein. Aber wie wird e« dann mit der Unterschrift — adressiren kann ich sie recht gut selber." „Ich komme selber her," sagte Han» rasch,„ich bin Ihnen sehr dankbar— um wie mel Uhr kann ich hier in'» Hau»?" „Wann Sie wollen; Sie brauchen nur zu klopfen, und ich«erde Sie erwarten." „Schön; da» wäre also arrangirt. Aber noch Ein»: wäre«» nicht möglich, die Dame noch vorher zu spreche»? Sie muß doch wissen, daß wir ihre Verbündeten find, und kann««» vielleicht selber noch wichtig« Mittheilungen machen." Grund au» geändert und mit dem System selbst würde» auch die Folgen desselben schwinde«. Deshalb können wir un« auch nimmermehr für eine Sozial-Reform erwärmen, die lediglich an de« Folge» herumquackkalbert, anstatt da» Uebel an der Wurzel, am System selbst, anzugreife». Wie wir un» eine Aenberung de» herrschen- den Wirthschaft»-Eystem» vorstelle«, auf welche Weise wir u«» denken, daß die planlose PcoduktionSweise einer geregelten Platz mache, da« haben wir häufig genug in diesem Blatte auseinandergesetzt, so daß für heute der einfache Hinwei» auf de« von den Vertretern der Arbeiterpartei im Reichstage eingebrachten Entwurf zu «ine« Arbeiterschutzgesetz genügt, der die Wege ebnet zu einer Aenderung der modernen WirthschaftSordnung, zu einer Regelung der heutigen Produktionsweise.— Der Bericht der betreffenden Haudel»- und Gewerbe« lammer giebt auch zu, daß ein, wenn auch nicht starke» Sinken der Löhne gegen da» Vorjahr stattgefunden habe. Dann aber konstatirt der Bericht, daß die moderne WirthschaftSordnung auch die Proletariatsvermehrung zur Folge habe, da der Kleinbetrieb mit dem Großbetneb nicht konkurriren könne.„Im Einzelnen sind es Haupt- sächlich die handwerksmäßigen Gewerbe, welche über un« günstige Ergebnisse de» Jahre» 1884 klagen, während die günstigen Urtheile mehr au» den Kreisen der Großindustrie stammen." Außerdem gewähren die Aeußerungen au« den Provinzial- fiädten und Landgemeinden nach de« Berichte ein viel schlech- tere» Bild, als die Berichte au« München und andere» große« Städten. Hier haben wir e« mit der Konzentration de» Kapital» zu thun, die auf dem Lande sich noch nicht voll- zogen hat, oder auch nicht vollziehen kann, weshalb wiederum die Gewerbetreibenden in den kleineren Orten, da sie meist handwerksmäßige« Gewerbe betreiben, nicht konkurriren können und trotz Ackermann'fcher Zünftlerei in Klage», aber in nutzlose Klagen««»brechen. Au» diesem Eingeständniß aber erhellt, daß die moderne, verderbliche WirthschaftSordnung ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, daß da» Großkapital de» Klein- betrieb noch immer mehr aufsauge» wird. Soll dabei da» Volk mit verschränkten Armen zusehen s Oder soll e« für«ine Aenderung solcher verderblichen Ord- nung eintreten? Selbstverständlich soll e» da» Letzter« thun, indem tt einen Druck auf die Gesetzgebung de» Deutschen Reiche» au»übt. Wenn aber solche Faktoren in der modernen WirthschaftSordnung, wie die oberbairische Han« „Sie wird im„Römischen Hause" absteigen, ihr Name ist Ellen Rehberg; übrigen» hat sie jedenfalls einen ander« Name« angegeben, um sich nicht vor der Zeit zu verrathe«. Fragen Sie nur nach der amerikanischen Dam« und lasse» ..?.___ v.r. aar:.--:----— er*■- zurückgelassen? Schall» hatte'«» übernommen, ihn an Sie *„Da« ist ein« and»e faule Geschichte," sagte Han» mit finster zusammengezogenen Brauen.„Schaller hat ihn an Rauten gegeben, und Rauten behauptet, seine Brieftasche sei ihm im Gedräng« gestohlen worden." „Im Gedränge? In welchem Gedränge?" „Vor Dünbeck'« Wohnung." „E» standen dort keine sech» Menschen, und die weit ab von den au»gestellten Posten. Wissen Sie, daß Dürrbeck sein ganze» V««ögen seiner Braut hinter- lassen hat?" „E« ist sehr bedeutend; ab» wie furchtbar muß für e der Schlag gewesen sei«— doch wa» ich Sie noch agen wollte, He» Notar," sagte Han» nachdenkend:„von meinem Bat« weiß ich, daß He» von Schaller auf seine Veranlassung Erkundigungen in Galizien üb» Rauten und dessen Verhältnisse eingezogen hat, die damal» sehr be- friedigend»«»gefallen sein sollen— wie stimmt da» mit den jetzigen Berichten?" Püster schwieg und sah still vor sich nieder; endlich sagte er:„Mem lieber He» von Solberg, Graf Rauten und He» von Schaller sind sehr befreundet mit einander." „Und ist e« denkbar, daß» wissentlich einen falschen Bericht gegeben hätte?" Püster zuckte mit den Achseln.„Herr von Schall« macht ein große» Hau« und scheint dabei sehr in Geld«,- ' nt zu sein. E» wird sich auch in den nächsten Taae« znge«!"» über�aup?"-Mlen kann oder nicht, und"ich muß aufrichtig gestehen, ich habe selb» schon darüber»«»«« **„In �eldverlegeuheit?" sagte Han».„Alle rr*''r bels- und Gewerbekammer, selbst das Verderbliche berfelben Taut verkünden, dann sollte man auch meinen, daß balb fchon ihr lettes Stündlein geschlagen habe. Politische Webersicht. Die jährlichen Unterhaltungskosten für den Nordoft. feetanal find auf 1800 000 Mart veranschlagt. Hierunter be finden sich unter Anderem ca. 90 000 Mart jur Eibaltung der elektrischen Beleuchtung des Kanals. Was den Verkehr betrifft, welcher eventuell auf dem Kanal statifinden würde, so wird der. felbe auf 4700 Dampfschiffe und etwa 13 000 Segelschiffe ge Schäßt. Der Dampfer für den Gouverneur in Kamerun ist am 20. b. M. in Riel vom Stapel gelaffen worden. Nach den Beschreibungen zu urtheilen, scheint das Schiff außerordentlich elegant eingerichtet zu sein. Die Nr. 23 des Reichs- Gesezblatts, welche von gestern ab zur Ausgabe gelangt, enthält die Uebereinkunft zwischen bem Deutschen Reich und der Internationalen Gesellschaft des Kongo. Vom 8. November 1884; und die Generalatie der Berliner Konferenz. Vom 26. Februar 1885. Auf Grund des Sozialistengefeßes verbot der Polizei präfident von Berlin unterm 19. Juni die im Verlage der Volksbuchhandlung in Zürich erschienene nichtperiodische Druckschrift: Sozialdemokratisches Liederbuch", achte veränderte Auflage, Druck der soweizerischen Genoffen schaftsbuchdruckerei Hottingen Bürich, 1885. Reichsgesehliche Regelung der Anzeigepflicht bei an fteckenden Kranthetten. Die in den einzelnen deutschen Bundesstaaten bestehende Anzeigepflicht bet anftecenben Krankheiten ist im Allgemeinen so mangelhaft, daß das Auf treten anstedender Krankheiten, namentlich in ländlichen Drten, oft entweder gar nicht oder doch erst bei erheblicher Ausdehs nung zur Kenntniß der Behörden gelangt. In einigen Bun desstaaten find nur die Medizinalperfonen zur Anzeige ver pflichtet, so daß nicht selten diejenigen Fälle der Kognition der Behörden entzogen bleiben, in welchen eine Medizinalperson nicht zugezogen worden war. Es wurde deshalb vor mehreren Jabren eine reichsgefegliche Regelung der Anzeigepflicht bei anftecenben Krankheiten beabsichtigt. Ein diesbezüglicher im Reichsgesundheitsamte ausgearbeiteter Gefeßentwurf wurde indeß aus bisher nicht bekannt gewordenen Gründen zurückge. legt. Inzwischen hat sich immer mehr die Nothwendigkeit der Errichtung von Leichenhäusern herausgestellt, damit die Leichen ben Lebenden nicht schädlich werden. Pocken, Typhus, Cholera 2c. Leichen müssen sofort aus den Wohnungen der in terbliebenen geschafft werden fönuen. Da aber ein gefeß licher Bwang zur Anlegung von Leichenhäusern für die Kirchen gemeinden besteht nicht und andererseits dieBenuß ing vorhandener Roften verursacht, welche es der ärmeren Bevölkerung unmög lich machen, diefelben zu benußen, so erscheint die baldige reichsgefeßliche Regelung dieser Frage durchaus nothwendig. Zur Auswanderungsfrage wird der Post" aus am burg geschrieben: Bekanntlich hatte die brasilianische Regierung fürzlich beschloffen, Auswanderern, welche auf Einladung in Brafilien ansässiger Berwandten und Freunde dort bin überstedeln wollten, freie Ueberfahrt zu gewähren. Diese Maßregel ist wegen Ueberschreitung der für Einwanderungszwecke im Budget ausgeworfenen Mittel soeben wieder zurüdgenommen worden. Nur für diejenigen Auswanderer, welche bereits eingeschifft waren, sollten die Baffagen noch bes zahlt werden. Es steht zu wünschen, daß Niemand durch die in Aussicht gestellt gewefenen Freipaffagen zu leichtfinniger Auswanderung bezw. zu Vorbereitungen dazu fich hat verleiten Jaffen, um nunmehr nach Wiederaufhebung jener Vergünsti gung in Verlegenheit zu gerathen. Jedenfalls erscheint es an gezeigt, die Auswanderungsluftigen zur Bewahrung vor Schaden von der Sachlage zu unterrichten." An Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie anderen Einnahmen find im Reich für die Beit vom 1. April 1885 bis zum Schluffe des Monats Mai 1885 ein schließlich der frebitirten Beträge( und verglichen mit der Einnahme in demselben Zeitraum des Vorjabres) zur Anschrei bung gelangt: Bölle 33 690 654 m.(+2 286 063 M.), Tabalfteuer 828 706.(+ 343 515 M.) Nübenzuck rfteuer 31 308 506 M. (-2000 622 M.), Salafteuer 5 042 046(-94 446 M), Branntweinsteuer 4 991 718 D.(-724 667 M.), Uebergangsabgaben von Branntwein 17 992 m.(-1790 M.), Braufteuer 3 569 194 M.(+ 104 575 M.), Uebergangsabaaben von Bier 297 209 M.(+30 203 M.); Summe 17 129 013 M.) (-57 070 M.). Spieltartenftempel 134 913 M.(+ 1599 M), Wechselstempelsteuer 1107 472 t.(-7933 M.), Stempel abgabe für Wertbpapiere, Schlußnoten, Rechnungen und Lotterieloose 1 592 683 M.(-699 001 M.). Die zur Reichs taffe gelangte ft. Einnahme, abzüglich der Ausfuhr- Vergütungen und Verwaltungstoften, beträgt bei den nachbezeich neten Einnahmen bis Ende Mat 1885: Bölle 29 893 929 M.) (+ 2821-612 M.), Tabaffteuer 731 391 D.(+389 759 M.), Rüben suckerfteuer 26 417 936 M.(-2472 293 M.), Salafteuer 6 193 240 M.(+39 223.), Branntwein steuer und Ueber das ist mir nicht angenehm zu hören, denn ich Er schwieg, es war augenscheinlich, er mochte nicht darüber reben. Sie haben ihm ebenfalls Gelb geborgt?" fagte Büfter, der ihn rasch durchschaute. " Ich? Nun ja; es war eine augenblickliche Verlegen. heit, in ber er sich befand, aber ich zweifle auch teinen Moment, daß er es zurückzahlen wird." " War es viel oder wenig?" " Ih nun, teine Summe, die ich nicht im schlimmsten Fall verschmerzen könnte.. Alfo boch viel," nidte Püfter, bann begreife ich nur nicht, wie unser Herr von Schaller mit einer so liebenswürdigen Unbefangenheit seinem Ruin entgegengeht; denn wie ich höre, will er heute in acht Tagen wieder eine große Gesellschaft geben, was ihm aber taum möglich sein wird, wenn er sich nicht vorher seiner Schulden entledigt und feine Gläubiger zufriedenstellt." „ Ich werde ihn gewiß nicht daran hindern." " Nein, aber Andere, und in meinen Händen allein befinden sich jetzt brei Klagen gegen ihn, bie mindestens eine Summe von siebenhundert und fünfzig Thalern repräs fentiren. Er muß doch Aussicht haben, wieder bald Geld zu bekommen, oder er tönnte gar nicht daran beaten, so hinein zu wirthschaften." " Meinen Sie?" sagte Hans und fah den Notar wie fragend an. Laffen Sie fich aber um Gotteswillen badurch nicht verleiten, ihm noch mehr zu borgen!" rief Püfter rasch. Was ber bekommt, ist wie ein Tropfen Wasser auf einen heißen Stein! Es ifcht einen Augenblid und macht Spettatel, bann ist es aber auch spurlos wieder verschwunden und verlangt nach mehr!" Haben Sie feine Angst, lieber Notar, ich werbe mich schon hüten. Aber dürfte ich Sie jest um ein fleines Stüdchen Papier bitten ich möchte Ihnen bas Schema Schaden nicht deden. aangsabgabe von Branntwein 6580 748.(-685 007 D.), fabren Schäßung nach dürften 100 000 Ltr. den angerichtetes Braufteuer und Uebergangsabgabe von Bier 3 287 536 D. (+115 718 M.); Summe 73 104 780.(+ 209 012 M.). Spieltartenstempel 184 991 M.(+ 2892 M.) Oesterreich Ungarn. In Brünn herrscht vollständige Ruhe. Ein Komitee der Streifenden sett die Verhandlungen mit den Fabrikanten fort. Am Sonnabend fand in v rschiedenen Fabriken die Lohnaus. zahlung statt, welche fich in der größten Drdnung vollzog. Berschiedene Fabrikanten haben fich auf eine 10ftündige Ar beitszeit geeinigt und dürfte voraussichtlich schon heute die Arbeit theilweise wieder aufgenommen werden. Frankreich. In Frankreich tritt die Wahlbewegung bereits in den Vordergrund. Eine Vereinigung der Linken hat sich als radi tales Bentral Wahlkomitee for ftituirt und ein von Clemenceau ausgearbeitetes Wahlprogramm angenommen, welches in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll. In demselben wer den als Hauptpunte aufgeführt: die Revision der Verfassung, der Verzicht auf alle Expeditionen in ferne Länder, die Steuer. reform, die Einführung der Einkommensteuer, die dreijährige Dienstzeit, die Trennung der Kirche vom Staat, Freihandels. system und Gefeße zum Schuße und zur Befreiung der Arbeit. Auf Grund dieses Minimal Programms" soll eine Einigung fämmtlicher republikanischen Fraktionen versucht werden. Gleich. zeitig haben die Führer der ehemaligen minifteriellen Majorität beschloffen, mit den anderen republikantichen Gruppen wegen einer gemeinschaftlichen Aktion zu unterhandeln und auch das linke Bentrum zur Betheiligung aufzufordern. Am Freitag fam es in einer von den Anhängern Jerome Napoleon's in Belleville einberufenen Versammlung zu einer großartigen Brügelet, bei welcher der Vorfigende der Versammlung vers mundet wurde. Der Pariser Stadtrath sette seine Straßen umtaufungen fort und gab einzelnen Straßen folgende Namen: Goethe, Leibniz, Spinoza, Giordano Bruno, Dhm, Garibaldi, Saint- Juft, Blanqui, Delet cluze. Dagegen nahm er dem Boulevard Haußmann und der Avenue Mac Mahon thre Namen. Spanien. In der spanischen Hau tstadt Madrid ist es am 20. b. M. zu einem Krawall gelommen. Es verlautet darüber: Anläßlich der offiziellen Erklärung über den Ausbruch der Cholera fand eine lärmende Kundgebung statt. Die Volksmenge schrie und pfiff, pflanzte schwarze Fahnen auf und bewarf die GensDarmen mit Steinen. Die Menge wurde zerstreut und gegen wanzig Personen wurden verhaftet. Nach einer neueren Mits bellung find 2 Berfonen getödtet und 9 verwundet worden. Es wurde der Belagerungszustand über Madrid verhängt. Der König soll Willens sein, die von der Seuche befallenen Orte zu besuchen. Großbritannien. Das neue Minifterium fann nicht geboren werden. Die bereits vor einigen Tagen erfolgte Namensnennung der ein. zelnen Mitglieder war verfrüht. Lord Salisbury will bas Rabinet nur bilden, wenn ihm die Liberalen ihre Unterstügung zusagen. Legere ftellen aber Bedingungen, welche der konser vative Lord nicht at eptiren will. Es liegt hierzu folgende Nachricht aus London vor: Gladstone stimmte bis heute Morgen den Forderungen Salisbury's, betreffend die Unter ftügung des Kabinets, nicht bei.- Die St. James Gazetie" räth den Führern der Konservativen, die Aufgabe der Kabinets bildung den 2iberalen zurückjugeben und es ihnen au überlaffen, ob fie die Sachlage ins Klare bringen fönnen. überlaffen, ob fie die Sachlage ins Klare bringen können. Wenn fie dies nicht im Stande sein würben, würden die Amerita. Aus Kanada wird gemeldet: Der Prozeß gege Riel, ben gefangenen Führer des fanadischen Aufstandel, wird am 15. in Regina eröffnet werden. Seine Vertheidiger baben sich bemüht, den Projeß nach den Gerichtshöfen von Unter- anada zu verlegen, doch blieben ihre Anstrengungen erfolglos. Die Prozesse gegen Boundmaler und andere fangene werden dem gegen Niel folgen. Aus dem Nordwester eingegangene Telegramme befagen, daß der Indianerhäuptling Big Bear noch immer Herr der Situation ist und allen Be folgungen entgeht. feine Einer über Galveston kommenden Meldung aus Lime ( Beru) zufolge befand sich General Caceres mit 3000 a Truppen in der Nachbarschaft der Haup stadt, nachdem es gelungen, die Kolonne der Regierungstruppen unter Db Mas im Süden zu überliften. Man erwartet, bei Lima we in wenigen Tagen ein Entscheidungslampf statifinden. D Ergebnis fann nicht vorhergesehen werden, da General Cacen der Abgott der niedern Klaffen und allgemein beliebt tft; Truppen find jedoch schlecht organistit. Die Regierung fügt über eine Strettmacht von 3000 Mann trefflich organific Truppen, die fich vorbereitet, den Kampf mit Caceres auf nehmen. Gatlinglanonen sind auf den Dächern des Regierung palastes und der Wohnung des Präsidenten in Lima aufge pflanzt worden. pflanzt worden. Demnach feint eine frühere Mithellung nach welcher der General Caceres von den Regierungstruppe geschlagen wurde, falsch gewesen zu sein. Im Intereſſe e freiheitlichen Entwickelung Beru's wäre es zu wünschen, ba der Aufstand nicht im Sande verläuft. Lokales. feiner Der Hofprediger Stöder hat, wie die Blätter Richtung melden, einen viermohentlichen Sommerurlaub g nommen. Das Deutsche Tagetl" führt heute unter be Gründen, warum es bisher vermieden babe, auf einen sations. Prozeß" zurückzukommen, der die öffentliche Meinun in Deutschland einige Tage stärker beschäftigt habe, als d Waterlandsfreunden habe erwünscht sein können, auch folg wife an: Es war uns, wir geftehen es ganz offen, eine ge Scheu, dem Herrn Hofprediger Stöcker, mit dem wir un Bezug auf seine Popaganda in vielen Punkten eins, etwas zu sagen, was ihm vielleicht gerade in diesem Aug blic, in dem sich auch viele von denen, die bisher zu ihm bal en, nicht verheplen konnten, daß die Sache mit dem B doch sehr trübe sei, doppelt au verlegen angethan wat feinen weiteren Ausfübrungen giebt das Blatt dann fich Herr Stöcker zum Hofprediger nicht weiter eigne, aber Agitator nicht unmöglich gemacht habe." Dagegen fagt Kirchenbehörde fann Stöder ermahnen, fich" in Bufunft in zelnen Ausdrücken über die Gegner zu mäßigen, bedächtige feinen Worten zu sein, um fich möglichst vor Jrrthum büten aber zur Amtsentlassung liegt Stöcker gegen fein welche der Deutsche Antisemiten Bund vorgeftern zur Besprechung des Stöder Prozesses nach dem liner Bod einberufen hatte, wurde, Berichte der Boft" entnehmen, Depesche genehmigt: zu entfendende Viele fend deutsche Bürger, versammelt in öffentlicher fammlung des D. A. B. auf der Bodbrauerei senden Th hochverehrter Herr Hofprediger, den Dank für Ihr stets ma " " " r. Trinkgeld eine Entl bezügliche Eisenbah in einer Als am Spannte S Staligerf wollte ein Ob der K Auffichts angement ment fta erften Lo wurden. Dampf un Diese Sze faffen De Der Kren bes Rege don den Boffer lichen Ei heitsvorte wärtigen " Der Kohl felten ger Wagen Hafenbat biefen B zablende als einer einem la Schritte Rutscher zuständig rindringl Liel wunde waren in einem R laben, al Hildebran geroicht wobei d und den total gerf gebracht, boin übe fein wiel Sterben feine Be Bein zu ber Tafe Arbeitsb Blutstro Abend Auffahre tonstatir wie wir eine eingetret folgende an Stode R. Law schnelles ladenen Konservativen die Hände fret haben. Die ,, Ballmall Gazette" baftes Auftreten gegen die Anmaßung der Juden und gelo glaubt, es sei sehr wahrscheinlich, daß die Regierung wieder in Die Hände der Liberalen übergeht. Afrika. mit Herz und Hand, auch fernerhin treu und unentweg Ihrem gewaltigen Kampfe zu stehen." Außerdem gelangte ftimmig eine Resolution aur Annahme, in welcher es b " Die Versammlung spricht berrn Hofprediger Stöcker thr ftes Vertrauen aus und bittet ihn, muthig in dem Ro aegen das übermüthige Judenthum so wie bisher zu verb Sie steht in dem beendeten Prozeß und den in der iegt fortgefesten Schmähungen und Verleumdungen wie weit fich jüdische Intolerans, Frechheit und Bosh cinem christlich deutschen Staate ungeftraft breit machen int Darf Mit Hochrufen auf Stöcker trennte fich dann die Versammlu g. Ueber die Verabfolgung von Trinkgeldern an b Vom Braffuffe find Berichte über einen Fall von Kanni balismus eingegangen. Der Vorfall ereignete fich etliche 30 Meilen den Fluß aufwärts. Es scheint, daß ein mächtiger Fürst, Namens Allagogba, während er in einem Eingeborenen doife Geschäften oblag, Gegenstand eines Morbattentates war, in Folge deffen er an der Schulter verwundet wurde. Der Attentäter, der hinter einem Baume den Schuß abfeuerte, ent tam nach einem etliche Meilen entfernten Dorfe, woselbst er verschwand. Der Fürst ließ neun Einwohner des Dorfes als Geißeln ergreifen. Auf bringendes Bitten des Königs dieses Dorfes versprach der Fürst den Geißeln fein Leid zuzufügen, wenn der Eingeborene, der ihn verwundete, ausgeliefert werde. Nach einigen Tagen änderte er indeß seines Sinnes art und ließ die neun Männer tösten. Die Leichen wurden gekocht und aufgegeffen. Der Fürft ift den Misfto. digt er sich nach dem Preise, bezahlt und unter Burüdla nären wohlbekannt und galt stets als gläubiger Chrift. Fürchterliche Verheerungen durch Ueberschwemmung werden einer Mittheilung aus Rapftadt zufolge aus dem Distrikt Rudeshoorn gemeldet. Die Bevölkerung mußte flüchten, um das Leben zu retten. Die Strauß- Büchtereien wurden überschwemmt und mehre tausend Strauße ertranten. Einer unge " scheu vor ihm zurück. Hans achtete aber nicht auf ihn, schrieb nur die wenigen Beilen und rüstete sich dann wieder zum Gehen. Er hatte für jest Alles erledigt, was zu er lebigen war, und die Entscheidung mußte dem morgenden Tage aufbehalten bleiben. Der Passagier. Bei Franziska von Solberg batten sich heute Nachmittag noch einige Freundinnen eingefunden, um theils den morgenden Tag mit ihr zu besprechen, theils ihr noch ein wenig zu helfen, denn das arme junge Mädchen wußte mit Baden, Toiletteherrichten und Abschiebsbesuchen, die fie aber jest faft fämmtlich erledigt hatte, taum noch, wo aus und ein. Graf Rauten zeigte sich aber darin wirklich liebenswürdig gegen seine Braut sowohl, wie gegen die Mutter. Er begleitete fie bei den langweiligsten und er müdendsten Befuchen, half ihr einkaufen, besorgte ihr einen Theil wenigstens der tausend Kleinigkeiten, die allerdings faft sämmtlich unnüß waren, die sie aber trotzdem noth wendig haben mußte, und schien dabei wirklich nicht zu er müben. Aber wo nur Hans eigentlich stedte? Er ließ fich feit einigen Tagen faft gar nicht mehr bliden, und Rauten verficherte, er erinnere sich taum der Beit mehr, in der er ihn zuletzt gesehen habe, so lang tomme fie ihm vor. Barbier und Friseurgehilfen erhalten wir von dem Agitation Komitee dieser Gehilfenschaft folgende Auslaffungen: Selle einer Anzahl von Prinzipalen wird bezüglich der Trinig an Gehilfen eine ganz eigenartige M- thode beobachtet. der den Barbier oder Frifir Salon frequentirende Herr dem Gehilfen oder einem Lehrling bedient worden, fo SE veill Bel eines fleinen überschüssigen Betrages( 5 oder 10 Pf.) er den Laden, doch in der Annahme, daß der legtere dem Gehilfen als Douzeur" verbleibt. Diese Annah aber ftets leider eine irrige. Sagt der betreffende Runde laut und vernehmlich, so daß es der vielleicht anwesende sipal hört, dies" oder„ das ist für Ste!", so wander an eins der entferntesten Fenster fteh, mir Du es sagen, denn ich gehe ja doch jezt fort vo und es intereffirt mich, es zu wissen: ist es wah Lieutenant von Wöhfen um Deine Hand angehalten at Engen Ja, allerdings," sagte Bertha, während ihre blizten, ich brauche auch gar kein Geheimniß daraus machen, aber ich hielt mich doch für zu gut, um als Lad büßer für den Herrn Lieutenant zu dienen." W Als Lüdenbüßer?" un, baft Du etwa nicht bemerkt, wie er fonft au bren Augen und Dhr für Klingenbruchs hatte und Jettchen unterbrochen anfchmachtete? Er meinte aber damit bie alte Tante Mäufebiod, und wie die ihm mit Teftament einen Strich durch die Rechnung machte, 10 fich in so auffälliger und häßlicher Weise zurüd, daß mir eine ordentliche Genugthuung war, ihn abfahren laffen und das nicht etwa Klingenbruch we Apropos, kommen die auch morgen?" " Ja, gewiß! Wir konnten doch nicht umhin, fie falls einzuladen." Daran liegt mir nun nicht so besonders viel," Bertha, es find ein paar unangenehme Mädchen. " Ich weiß es nicht, Flora ist immer so munter Dann hast Du sie in der letzten Zeit nicht gefeha fagte Bertha, ich fann Dir versichern, fie weiß gar mehr, wie hoch fie die Nase tragen foll, und fie tommt m „ Ach," sagte Franziska, es ist wirklich taum noch mit ihm zum Aushalten, so voll von Geschäften ftedt er, und lich einmal werben wird." fchreibt und rennt das ist ein richtiger Raufmann ge worden und zu allem Höhern rein verdorben!" Bei uns war er nur erst ein einziges Mal, feit er hier ist," sagte Bertha von Noltje, bie eben emfig beschäftigt war, eine forgfam gepadte Hutschachtel wieder auszutramen, weil unten hinein noch ein paar Haltstraufen sollten, die unter feiner Bedingung gebrüdt werben burften. Wenn man ihn wirklich einmal haben will, muß man ihn be " Aber Bertha!" Ich fann mir nun einmal nicht helfen," sagte junge Mädchen, ich fann fie nicht leiben. Waren sie nicht neulich auch bei Euch?" " " Ja, bas ließ fich nicht gut ändern, und Papa den Oberstlieutenant so gern leiben." b be ela Run, was habt Jor da für Heimlichkeiten," fagte ber anderen jungen Damen, bie indeß mit Graf Raute ber Absagekarten aufschreiben, Herr Mur, daß wir damit fonders einladen, und selbst dann ist er Einem noch nicht Hilfe versucht hatte, einen zu voll gepadten Roffer zu schlie wenigßen in Drdnung fommen." Er trai bicht zu Mug an bas Pult, und ber fleine Mann legte ihm vor, was er brauchte, zog sich aber bann ficher." Ach, was ich Dich noch fragen wollte, Bertha," fagte Frangista, nahm die Freundin am Arm und führte sie wir müssen bier arbeiten, daß wir unsere Arme nicht m fühlen. und Ihr steht ba unb plaubert!" Da kommt Hans," rief Franziska, bie einen Bild bu ein End felbe it Schwed Die auf wohnba Rädern Frau fo Kinnlab mächtige zu entf Unterbef brigeruf baus fo herbeige nicht a Droschte liefert, legungen P. einer au Gesellsch lichen ( welcher Lotal b polizeilic bas Fe fonft wo Ha tam ni gegange feine 5 in bie 2 worden Aus m ungebu Wo ist gerade Bimme H gangen. wahrha Acht n Bimme ganzen วน 10 Du zu und indem fte an boch n allein morgen morge baß ich war." i % y fi« � die Ladenkaff« und ein Protest zieht eventuell mÄ&Ä � attJi t* genauer Roth ist in der Nacht zum Sonntag ein «liendahnunglück in unserer Stadt vermieden worden und zmar m einer Gegenv, wo man dies am wenigsten veimuthen sollte. «IS am Sonntag frllb 2 Uhr der mU zwei Lokomotiven de« giHnb Kohlenzug von dm stadtischen Gasanstalten dmch die �lantzerstrake fuhr und hier das Kottbuser Thor passtrte, wollte ein vollbesetzter Kremser diese Stelle des Geleises kreuzm. der Kutscher d'S Fuhrwerks geschlafen hat, oder ob von dem «ufstchtSpersonale des Zuges nicht die nöthige Aufmerksamkeit angewendet ist, ist schwer ,u entscheiden, genug, in einem Mo« «ent standen die Pferde deS Kremsers so hart vor der «sten Lokomotive, daß ste von derselben zur Seit« gedrängt wurden. Sofort gaben die Führer der beiden Maschinen Kontre« �ampf und der Zug kam zum Stehen. Den Schrecken, den bllse Szene bei allen Passanten und nammtlich bei den Ja« Nffen des Kremsers hervorrief, kann man fich denken. Der *3er Kremser k-hrte von einer Landpaitie zmück und war Ja» Reg ms wegen nach allen Seiten geschlossen, weshalb auch »an den Insassen die Gefahr garnicht bemerkt wordm war. IT" Hoffentlich giebt der Vorfall Veranlassung, für diesen nächi« «chen Eisenbahn- Verkehr in unserer Stadt auf westere Sicher« hmivorkehrungcn zu denken, die nammtlich in der gegen- wältigen Jahreszeit nöthig find. Gegm 12 Uhr NachlS, wenn «r Kohlenzug nach den Gasanstalten fährt, herrscht nicht Wen gerade in jmer Gegend ein lebhafter Fußgänger« und Ziagen« Verkehr, der fich von den Vcrgnügungslokalen der Hasmhaide nach dem Innern der Stadt zieht. Milte» durch diesen Verkehr rollt nun der oft vierzig und m-hr Waggons Zahlende Kohlenzug mit keinen anderen SicherheitSvorlehrungen als einer sehr laut tönenden Glocke an der Lokomotive und (kern laternetragenden Beamten, der zu Fuß dem Zuge einigt «dritte vorausgeht. Em Fuhrwerl mit einem ermüdeten Kutscher ist hier der größten Gefahr ausgesetzt. Möge dieser wunde Punkt in unserem Lokalverkehr baldigst Erwägung an Zuständiger Stelle finden. Der hier geschilderte Vorfall mahnt eindringlich genug dazu. Lieber todt als ein Krüppel. Freitag gegen Abend warm in der LandSdergerstraßr Aibetter damit beschäftigt, von einem Rollwagen größere dehauene Sandsteinschwellen abzu« laden, als der auf dem Wagen stehende unverheirathete Arbeiter Hildebrandt in Folge einer ungeschickten Wmdung das Gleich. ltewicht verlor und vom Wagen auf das Straßenpflaster fiel, wobei der bereits halb aufgerichtete Sandsteinblock nachstürzte und dm H. so unglücklich traf, daß er ihm den linken Fuß total zerschmesterte. Der Bewußtlose ward in eine Droschke gebracht, um nach dem städtischen Krankenhau» im Friedrichs. Hain überführt zu werden. UnterweaS erhielt er das Bewußt. sein wieder und sagte zu seinen Begleitem, daß er lieber sterben möchte, wie als Ktüppel weiter leben; während ihn Jfke Begleiter trösteten und fich namentlich um lein verletztes Bein zu schaffen machtm, zog H. ein große» Taschenmesser auS «er Tusche und stieß fich dasselbe blitzschnell durch die leichte A'.betttblouse zwischen dm Rippen in die Brust. Ein mächtiger Blutstrom ergoß fich in den Wagen und H. sank mit einem Aufschrei in fich zusammen. Ein deS Wege» kommender Arzt wnstalirte den Tod, der sofort durch Verletzung des Herzens eingetreten ist. & Dmch Ueberfahre« getödtet. Durch unfinnig schnelles Fohren hat ein Postillon, welcher den schwer be« laden«« Pvstpacketwaaen Nr. 181 führte, einem Menschenleben *n Eiidr bereitet. Vorgestern Abend um Vi 10 Uhr fuhr der- in Karriere um die Ecke der Kastanien Allee und �chwedterstraße so knapp an der Rinnsteinbiücke vorbei, daß der SBiütfe stehende Frau Willer, Schönhauser Alle 48 S�noafl, � Straßendamm pasfirm wollte, von den �? oifaßt wurde. Letztere gingen der schon ziemlich alten grau so unglücklich über dm Kopf, daß ste mtt gebrochenm n ste«en blieb. Während einige Passanten die Oh«. Machtio« in da» nächste Han» trugen, versucht« der Postlllon ZU entfliehen, wurde aber an der(Äriebenowstrage eingeholt. Unterdessen war zum Betstand der Verunglückien«in Arzt her- b-igerufm, der die Uedrrführung nach dem Lazarus Kranken« haut sofort anordnete. Ein Roffelenker, der zum Transport herbeigeholt war, suchte da» Weite, um die stark Blutende nicht aufnehmen zu brauchen, bis schließlich eine andere Droschke die Fahrt übernahm. In da» Krankenhaus einge« ltrfert. oerstarb Frau W. bald an den«>littenen Ver- letzungm. GmcktS-UettMg» ?. St« Tänzchen so passant unter den Theilnehmern Arer aus dem Grunewald von einer Landpartie Heimkehrenden Mstllschast war die Ursache gewesen zum E laß eines polt, et, liehen StrafbefeblS gegen den Restaurateur Heinrich Rietz ftvelcher in der Nähe des Charlottenburger Pseivemalktes ein Lokal befitzt), wegen Veranstaltung einer Tanzlustbarkeit ohne polizeiliche Gmehmtgung. Ein in dem qu. Lokal aufgestelltes da» Fenster geworfm hatte,„das wird aber auch Zeit, sonst wäre ich wirklich ernstlich böse auf ihn geworden." Hans halte allerding» da» Hau« betreten, aber er lam nicht herauf, sondern war auf sein eigenes Zimmer Seganaen, wo er eine Zigarre anzündete und sich dann in pnie Hängematte warf, au» der er den Rauch kräuselnd « die Luft blies. „Das ist wirklich ein unausstehlicher Mensch ge- wordm," sagte Franziska»ach einer Weile, in der sie ihn Ungeduldig erwartet hatte—,„wo er nur wieder bleibt I Aus mir scheint er sich nicht so viel mehr zu machen.— Wo ist mein Bruder?" ftagt« sie jetzt da» Mädchen, das «erade wieder mit eine« Arm voll Wäschestücken in» «nnmer trat. «Der gnädige Herr sind gleich auf seine Stube ge« Sang«»." „Er ist zu abscheulich." rief die Braut,„ich glaube wahrhaftig, er raucht; aber dann kann er fich vor mir in «cht nehmen," und ohne Weiteres eilte sie nach Hans' 'tiunmer hinüber. „Aber, HanS, schämst Du Dich nicht? Gester» den j�nzen Tag habe ich Dich beinahme nicht gesehen, heute bist 5» schon früh mit Tagesanbruch fast fortgegangen, und»i, 'Bu zurückkommst, bietest Du mir nicht einmal eine» Gruß >».1. nnlaff« ick Euch auf immer I" „i"»«»» b* beschäftigt. „Mit mir, Hans?" _»Ja, mein Herz, nur mit Dir, und»»ll Dir auch "wrge» Abend sage«, inwiefern." ..Aber da» begreife ich nicht." „Würde Dir auch schwer werden," lächelt» der Bruder; tworg«, aber wirst Du e» begreif«»»»«ir dann glaube», ich heut» vom vielen Herumlaufe» ei» bisch«««üd« ..Und willst Dn nicht jetzt mit zu«ir herüber Klavier hatte vorerst daS Verlangen der Thellnehmer jmer Ge« fellkchaft nach einem mufikaltschen Vortrag erregt und ein von dem Lokalbefitzer beschäftigter, de» Klavierspiels kundiger junger Mann war dem lediglich auf Zeitvertreib berechneten Verlangen der Gäste nachaekowmm. Die Klänge eine» lustigen Walzer«, der alSbald ertönte, verfehlten ihr« Wirkung auf die Füßchen und Füße deiderlei Geschlecht» nicht. Die Pärchen, die fich wahrend des TageS gefunden, fandm sich wieder beim Walzer- Takte. Zumeist aber, da daS schönere Geschlecht nm in geringer Anzahl vertreten war. bestanden die wenigen tanzenden Paare au! Herren, welche fich bis zur Ankunft des nächsten Ring« bahmugei mtt diesem Ulk die Zett zu vertreiben gedachtm; das Erscheinen eines Schutzmannes bereitete dem Vergnügm ein jähes Ende und hatte dt« Anzeige de« LokalbesstzerS, der eine Genehmigung zu der nach der Anficht de» Schutzmanns staltgefundenm Tanzlustbarseit nicht nachwies, zur Folge. DaS Schöffengericht ,u Charlottenburg hatte eine Tanzlustbarkeit im Sinne der Polizei-Vorschriftev in dem Verhalten der Gäste erblickt und p. Rietz wegen nicht nachgesuchter Genehmigung zu 10 Mk. Geldbuße eoent. 2 Tagen Haft veruttheilt. Entgegen- gesetzter Anficht war jedoch die Strafkammer des Landgerichts ll, welche unter Aufhebung veS schöffengerichilichen Urlheils auf Freisprechung erkannte. Die StaatSanwallschaft hatte gegen dieses letzter« Urthell Reviston beim Kammergericht eingelegt und daS Kammergericht die Sache zur anverwettigm Emschei» dung an die Strafkammer V des Landgerichts I verwiesen. Im Audienztermin vor diesem Gerichtshof erhob nun der Ange- klagte durch seinm Vertheidiger. Rechtsanwalt SchmiltnSky, unter Darstellung deS ob'gm Sachverhalt» zuguterletzt den Einwand, daß er, während die Gesellschaft fich ihrem Vergnügen überließ, in einem entlegenen Zimmer seines Lokal» gewesm sei. Die Strafkammer verwarf diesen Einwand als irrelevant und erkannte auf Bestätigung des fchöffengertchtlichen UitheilS in Höhe von 10 Mark event. 2 Tagen. Der Angeklagte erklärte, daß er gegen dieses Urthell da» Rechtsmittel der Revision ein- legen werde. RetchSgerichtSeutschetdung. Wegm Bestechung auS§ 832 de» Strafgesetzbuch» ist«in Beamler in Folge der Forderung von Geschenken für eine pflichtwidrige Handlung nach einem Urtheil des Reichsgericht«, IV. Strafsenats, vom 13. März 1885 nur dann zu bestrafen, wenn der Beamte da» Geforderte als Ge« schenk und nicht al»«ine ihm zustehmde Gebühr gefordert hat. „Der Thatbestand ver passtven Bestechung nfordett, daß da» van dem Beamten für die Amtshandlung Geforderte als Geschenk gefwdert sei. Auch der Geber muß in dem Bewußt- sein, er habe keine Verpflichtung zur Gewährung der Forderung, d-s Geforderte aus Liberalität dem Beamten zuwenden, es ihm also schenkm wollen. Der erste Richter hat nun seine An- nähme, daß ver Angeklagte Geschenke gefordert und angenommen hat, auf die von ihm festgestellte Thatsache gegründet, daß der- selbe, beziehentlich in seinem Auftrage und in seiner Amvesenhett sein Schreiber, von dm Petenten den Betrag für die Aus- stcllung oder die Vervollständigung de» Attestes gefordert hat und zwar, wie in verschiedenen Fäll-n besonders festgestellt wordm ist, nachdem diese gefragt hatten, waS eS toste. Diese Thatsache läßt jedoch, da oaS Urtheil fich darüber nicht auS- spricht und ein« Feststellung darüber nicht trifft, daß die Zahlenden die Unentgeltlichkeit der Amtshandlung gekannt haben und fich die Nichtberecktigung der Forderung bewußt gewesm find, die Möglichkeit offen, daß dteselbm die Zahlung in dem Glauben einer ihnen obliegenden Pflicht geleistet, also nicht haben schenkm, sondern den gefordettm Betrag als eine Schuld entrichten wollen." August der Verbrecher. Die Uhr zeigte auf Sieden. Nur wenige Sekunden später ertönte die Hausglocke der Druckerei und während man sonst in dem großen Setzersaal nur jm«S aeheimnißvolle, klappernde Geräusch der„Winkelhaken" zu hören gewohnt war, sener kleinen Instrumente, in welche der Setzer Buchstabe an Buchstabe reiht, um, wenn es gefüllt ist,„auszuheben" und wieder mit neum Zeilen zu füllen, jetzt, als die Hausglocke ertönte, ward es lebendig. Die Sitzer tn ihren langen, blauen Kitteln oder auch in ihrm weißm HemVSäimeln, fie legten ihr kleines HandweikSzeug auf vie Seite und eilten zu den Wafchtoilettm, in die Kleiderstuben, und hinunter ging eS die Treppe, immer drei bis vier Stufen auf einmal, bis fie auf der Straße angelangt warm und un- willkürlich einen Moment stehen blüben, um vie stische Luft einzuathmen. In größeren und kleineren Trupps wandten fie fich rechts und links, die einen den Weg nach Hause zu, die anderen den nach einer Restauration einschlagend. Unter dm „anderen"defanv fich ausnahmsweise heute„August", der von Vorgesetzten und Genossen gleich geachtete, immer fiöhliche, vor. zügliche Arbeiter. Die kleine Truppe war heule besonders fidel, und herzliches Lachen ertönte, wenn„August" wieder einmal eine seiner meist witzigen, trockmm Bemerkungen gemacht hatte, mit denen er blitzschnell stets mr Hand war. Man war unter lauter Fiöhlichkeit in der Restauration angelangt und unbe- kümmert darum, daß zu Hause sttne brave Gattin mit dem Avmdbrod auf„August" wartete, saß dieser vergnügt zwischen seinen Kollegen und zechte. Schon mehrere Male hatte August seinen Nachbar zur Ruhe ermahnt, weil dieser eS nicht lassen kommen? Sieh, e» fällt so auf und die Leute rede» darüber." „Wer ist drübm, mein Schaß?" „Niemand al« Bertha von Noltje, Marie von mit ihrer Schwester Klara, Gleichen von Boßwitz Leopold." „Rauten?" „Er verfichert, er hätte Dich seit einer Ewigkeit nicht gesehen." „Seit einer Ewigkeit? Ja, ganz recht, seit gestern Morgen, und mir kommt es fast so vor, als ob eine Ewig- keit zwischen gestern und heute läge." „Was hast Du nur, Han»?" sagte die Schwester, ihn ängstlich anschauend.„Ich weiß gar nicht. D« bist seit kurzer Zeit so merkwürdig ernst— al« Du von Deiner Reise zurückkamst, warst Du Lust und Leben selber." „Ja; aber, mein liebe« Kind, wir«erde» mit jedem Tage älter und vernünftiger." „Aber doch nicht so rasch, Han», den« da liege« ja kaum Wochen dazwischen I Hast Du etwa» auf dem Herzen, Han«? Vielleicht irgend«ine Sorg«? Laß fie mich wessen, und wen» ich oder Leopold fie von Dir nehme» könnten, so sollte es ja mit Freuden geschehen." »Ich glaube es Dir von ganzem Herzen," sagte der Bruder gerührt, indem er fie wieder an fich zog,„und ich verspreche Dir auch, daß da», was mich gegenwärtig wirk« lich beschäftigt und zerstreut macht oder trübe stimmt, morgen Mittag Dir kein Geheimniß bleiben soll, wenn es bi» dahin nicht vollständig gehoben ist. Bist Du damtt zu- friede»?" „Ja, Hans, vollkommen," lächelte Franziska;„dann mußt Du«ich«der auch jetzt begleiten und ei« freundliche« Geficht mache«, nicht wahr? Sieh, es find so viel« hübsche Mädchen drüben bei mir, und ein alter Junggeselle, wie Du denn doch nun einer bist, darf fich nicht zu grämlich zeig«,, oder er«acht fich ganz verabscheuungswerth." „Also werde ich liebenswürdig sei« müssen," sagte Han« mtt eine« doch etwa» erzwungene» Lächeln, indem er sein«, Schwester de»»r« reicht,—„so komm, Fränzchen." konnte, ihm in seinem Barte herumzuspielen.„Weest de," sagte er endlich ganz gemüthlich,„wenn Dir mei Bart Int Wege ist, dann nehm' merk lieber runter I"„Jawohl." riefen darauf die Genoffen„famoser Spaß" und wenige Minuten später war der Barbier da und unter allgemeiner eeiterkett war Auaust'S G-stckt glatt rastrt. Kaum aber hatte er fich abgetrocknet und seinen Genossen sein gla t raärtes Geficht zu« gewandt, als dies« im ersten Schreck einen Moment stumm blieben, dann aber wie aus einem Munde riefen:„August, nu stehst de aus wie e Verbrecher!" Das war ihm nun gerade nicht angenehm zu hörm, aber harmlos wie er ist» achtet« er nicht weiter darauf, sondern ging, al» er noch ein Seidel getrunken, stillvergnügt nach Hause. „Gesten Abend I na, Du hast wohl lange gewart, nu bring' aber daS Essen," rief er, als er in sein Zimmer trat, in dem der Tisch schon gedeckt stand. Die Angeeedete, seine Frau, wollte etwas erwwern, als ste aber ihrem Manne in'» Geficht schaute, blieb ihr, wie man zu sagen pflegt, da« Wort im Mund« stecken. Met ängstlichen Bi,ckummirt und verurtheilte denselben zu achtzehn Monaten Gefängniß. Ioeülts und Arbeiterdemglm». Die Lohnkommisston der verliner Zimmerleutt ver« sendet an die Ardeilgeber folgendes Schreiben:. Hochgeehrter »nvet an die Aroerigeoec forgenoe»»oun«,». Ksrrl In Erwägung deS immer mehr um stch greifenden Maschinen wesenS, welches einen großen, früher von den Zimmergesellen ausgeführten Theil der A be»'«« b«i N,n Bauten verschlingt und zur Folge hat, daß Berufsgenossen brodloS werden, daher nicht im ..— o— i,-.„„ betten bei den _.. viele unserer �erussgenoffen oromoo wrrorn, vuy» Stand« find, '9t«n Verpflichtungen gegen Familie, Staat und Gesellschaft vachzukommen, folglich ein Proletariat im schlimmsten Sinne «eS Worte» großgezogen wird,«'sucht die unterzeichnete Kom- Miiston Ew. Wohlgeborm: Die Ueberstunden und Sonntags- arbeit bis auf die dringendsten Fälle zu beschränken, um auf Visse Art den unfreiwillig feiernden BerufSgenoffm Gelegen« ?«t zu geben. Brot für ihre Familie zu schaffen. In der vvffnung, daß Sw- Wohlgeboren uosere ebenso gerechte wie billige Forderung einer geneigten Erwägung unterstehen, Zeichnet mtt aller Hochachtung die Lohnkommtsston der Berliner Zlmmerleute. I. A.:O«karHantelmann. hfg. Die Berliner Steint» Sger and Bauarbeiter haben Zachstthknden Minimal Akkord« und Zettlohn. Tarif für da« Baujahr l8Sü aufgestellt i steverlangen: l. Für Akkor dar betten: Mr je 1C00 Mauerstein« nebst Mörtel in« Kellergeschoß 2 M. 00 Pf., Erdgeschoß 3 M 50 Pf. 1. Stockwerk 4 M. 50 Pf.. & Stockwerk 5 M. 50 Pf, 3 Stockwerk 6 M. 50 Pf.. 4. Stockwerk 7M. 50 Pf.. 5. Stockwerk SM. 50 Pf., im Trewpel (tokl. Schornstein) 10 M, für jede« Erockweit. welche« höher af« 8,10 Meter eine Zulage von 25 Pf., find die Stockwerke (Etagen) höher att 4,50 Meter eine Zulage für je 1000 Steine »an 60 Pf., ist der Mauerstein schwerer alS 6 Pfund ein Zulage für je 1000 Steine von 50 Pf., steht das Material von Om Leitergängen weiter ab als 50 Fuß, eine Zulage für je 1000 Steine von 50 Pf., für daS Trogen deS MöitelS zum Rohputz»QuadrattMhe 75 Pf. 2 Für Zeitlobnordett: 1. Für Steinträger im Taglohn pro Stunde 40 Pf., 2. für Bauarbeiter, die nur im Toglohn ardetten, pro Stunde 35 Pf. _ Die Namen derjenigen Cchmiedkmeister, n eiche die Fokderunaen der Gesellen noch nicht bewilligt haben, find fol« «nde: Biefert, Taubenstr.«. Ander«, Kreutzig, rstroße 21. «I brecht, Charlotte, bürg. Frei, Bluwenihalstraße. Kolibei, Fdlstklstr. 9. Thiele, Charlotten bmg. Lehmann. Wartenberg. Zraße. Pencck. Chaussee str. 60. Lerche. Palisaden str. 77. B'hm, Prinzen- All-e 20. Paul, Frankfurter Chaussee. Schmidt, Teltowerstraß« 51. Rotte, K ausenstr. 2. Eckner, K-autstr. 52. Krause, Höchst». 83. Krause. Fuhr Herr, Plan- We» 68. Spring dorn, Boyenstr. 33. Burgsdmf. Land«- bergerftr. 14. Göttel. Dresden erstr. 86. Höppner, Schulzen. bmferftraße. Kne'el. Gürtelfir. 2. Friedrich-berg. Klau», Ickerstraße 151 Kahd-mann, Reue Fiiedttchstraß« 89. Kleine, t, Müller str. 72. Kühne, Woßmannstr. 33 Plüfchow Müller str. 166. Zigan, Ltntenstr. 230 Eger. Köpenick«, str. 79. b'rrmann. Alte Viehhof, vrunenstr. Oltnitzack. G-anseerstr. 1, Umstände zu nehmen, wenn sie nicht vorher unsere gerechte Fo-derung bewilligen: Sonnabend« 6 Uhr Feierabend und Lohn, Sonntag« unbedingte« Einstellen jeder Arbeit. Alle Kollegen, deren Arbeitgeber noch nicht bewilligt haben, bitten wir stch in unseren Versammlungen zu melden. Lohnkommisfion der Berlin« Schmiede. Vereiue uuü Uerssmmluuge«. df«. Zum allgemeinen Berliner Maurerstreik fand auch am Sonnabend in der„Philharmonie"(Lernburgerstraß-) eine Massenversammlung der Raum statt, an welcher stch ca. 7000 Personen betherligten. Herr B e h r e n d, zum 1. Vor. fitzende gewählt» leitete die in best« parlamentarisch« Ordnung tagende Versammlung. Dieselbe ditkuttrte die neueste Lage de« Streiks, berieth Organisationsfragen in Beziehung auf den- selben und nahm verschiedene MitlHeilungen über die neuesten, den Streik detreffenden Vorkommnisse entgegen. An d« Diskusston betheiltgten stch besonders die Hnren Peter, Klimann.Bock, Behrend, Schiller, Scheel, Wilke, Wttstock, Neumann, Muchlitz, Weidner, Tappert.Kutke, Deumchen, Krenkemann, O. Schmidt, Loefchmann, O. Rennthaler. Der Vorfitzende detonte, daß der Stretr nachweislich und unvnkennbar von Tag zu Tag größ«e Dirnen« fionen annimmt und e« im Laufe deS Freitag abermals gelang, auf einer nicht unerheblichen Anzahl von Bauten die bisher weiterarbeitenden Maur« zur Arbeitseinstellung zu bewegen. (Siehe oben link«) So fei am Frettagnur noch auf 47 Bauten vereinzelt gearbeitet worden. Nach den beim Zentralstiettbureau d« Kommtsfion(Lothringerstruße 37, im„Deutschen Kaiser") sowie bei der öitltchen Verwaltungistelle der Zentral- Kranken- und Etnbekaffe der deutschen Maur« k«folgten Abmeldungen find bii Sonnabend Vormittag» bereits üb« drettautend streikende und nicht an B«lm gebundene zum Thell auch verheirathete Maur« von hi« abgereist, um auswärts Arbeit zu suchen und erst nach beendigt erklärtem Ausstand wied« hi«her zurückzukehren. Diese Thatsache sei für den unter den Bnltner Maurern herrschenden guten Geist um so dezetchnender und falle um so mehr in'S Gewicht, oll fast alle Abgereisten zu Gunsten de« Streikfonds auf die Ge- Währung einer Reiseunterstützung verzichtet hätten.(Stürmischer Betfall) Uckerhaupt seien der Geist und daS Vergalten der Streikenden durchaus vortrefflich und lobenSwerth, so daß man mtt Zuverficht auf baldigen Erfolg zählen könne. Auch habe daS Organ der BundeSmeister, die„BaugewnkS. Zeitung", in ihrer neuesten Nummer bereit« angefangen, ziemlich kleinlaut zu werden. Der Redner verlas hierauf unter ironischem Beifall und Heiterkeit der Versammlung die betreffenden Auslassungen de« Blatte« über den Maurerstreik- Wie in Berlin, so hätten auch, wurde ferner mttgetheitt— nach den bei d« Kommisston jetzt eingelaufenen Anmeldungen und den Wahrnehmungen d« Filial-(Kontrol-) Kommisstonen— ebenso in den Nachbarorten die Maurer fast ausnahmslos dem Streik stch angeschlossen. Die Ausschreitungen unv darauf erfolgten polizeilichen Sistilungen von Streikenden in einigen umliegenden Ortlchasten. wie Pankow und Charlotten- bürg, wovon die Zeitungen gemeldet, seien nach an Ort und Stelle eingezogenen E.kandigungen ziemlich unbedeutender Natur gewesen und in der Presse übertrieben worden.— Di« Streik-Organisation betreffend, wurde unter And«em mitge« tbeilt, daß die Lohn- oderEtreik-Kommission jetzt aus 11 Mitgliedern besteht, au« denen durch Wahl die auS 5 Mitgliedern zusammengesetzte„Unterhandlungs-Kommission hervorging, welche die zwischen der Meister- und Gesellen- schaft zu treffenden Vereinbarungen über ArbettSzeit, Löhne rc. zu übernehmen hat. Neben diesen beiden Kommisfionen amtiren acht von d« Zentralftretk-Kommtsfion ernannte, au« je 3 Personen bestehende„Filial> Kommissionen". Den Filial« Kommissionen liegt die Geschäftsführung od in den 8 Streikdezii ken, in rve'che Berlin eingetbeill wurde. Jede solche Filtalkam- wisston vertheilt unter ihre drei Mitglied« die vorkommenden Geschäfte in der Weise, daß ein Beamt« die Geschäftsober- leitung im Bezirk, ein and«« die Aufrecht«haltung ständig« Vnbinduna zwischen d« Zentral- Lohnkommtsston und v« Fllialkommtsston eine» Bezirks, sowie ein dritt« die Kontrole und Ueberwachung all« Bauten des Bezirks resp. all« auf den Streik bezüglichen Vorgänge innerhalb desselben übernimmt. Da« Zentral- Bureau befindet fich im„Salon»um deutschen Kais«", Lothringerstraße 37;(nicht Elsasserstraße 5, wie fälschlich in and«en Blätt«n zu lesen ist), Die Bureaux der acht Filtal-Kommisstonen find: 1. Für Bezirk Berlin W. Blumenthalstraße 5 bei Schmarl; 2. für Bezirk B«Iin SW. Nostizstraße 41 bei Lebmann; 3. für Bezirk Berlin SO. Skal-tzerstraße 61 im Kellerlokal; 4. für Bezirk Berlin 0. FriedrichSfelderstraße 4 bei Krufchwitz; 5. für Bezirk Berlin NO Metzeistraße 28 bei Blum: 6. für Bezirk Berlin N. Ret- nickendorferstroße 54 bei Pag«: 7. für Bezirk Berlin NW. Müllerftraße 184 bei Hering; 8. für Bezirk Berlin Moabit Dreys-straße 3 bei Reeder. Fern« nehmen wir von der durch den Voifitzenden gegebenen Berichtigung einer in die Oeffent- lichkeit gelangten irrthümlichen und auf einem Mißvnftändniß beruhenden Angabe Notiz, wonach beim jetzigen Berlin« Maurer- Streik insgesammt zirka 14000 Familien in Mitleidenschaft gezogen sein sollen. Diese auf ungefähr« Schätzung deruhende Behauptung solle vielmehr nicht von 14 000, sondern von 40 000 Familien gelten.— Behuf« Ermöglichung ein« Kontrole üb« die Betheiltgungen am Streik beschloß die Versammlung, daß jeder Streikende eine, für seine etwaige spätere Legitimation stch aufzubewahrende rot de Streik- karte«halten soll. Alle darauf bezüglichen sonstigen Modalttäten wurden d« Kommisston übnlaffen. Dringend ermahnte der Vorsttzende auch wieder zur strengsten Beachtung d« Be- stimmungen de«§ 163 der R. G-O deHufs Vermeidung jeden KonflrktS mtt den Organen der Polizei. Nur gütlich und durch freundliches Zureden solle man indifferent fich verhaltende GewerkSgenvffen zu gewinnen trachten, und dabei befond«« an ihr Ehrgefühl und den Geist d« Kameradschaftlichkeit appelliren. Mit Hochrufen auf den Lieg d« g«echten Sache trennte sich geaen 1 Uhr die Versammlung. be. Die Versammlung der gewerblichen Arbeiter im Sinne des Tit.vii. der Gewerde-O-onung, welche zu Sonntag, den 21. d. M., Vormittags, von Herrn Roedel nach der Tonhalle mit der Tagesordnung einberufen war:„Die Entscheidung d« Gewerbe Deputation in Sachen streikender Ar- beiter" war von ca. 2000 Personen besucht. Zwei verschiedene Vorschläge zur Wabl de« BuieauS waren eingebracht Die erste, von Herrn Tischler Len, eingebrachte Liste schlug fol- gerbe Herren vor: Erst« Voifitzend« Tischler Roedel; zweit« Vorfitzend« Schlosser P i r ch; erster Schriftführer Zimmerer Engelberg; zweiter Schristführ« Schneid« Pfeifer; B-ifitz« die Henen Klavierardeit« Henke, Kürschner Janus und Maur« Sauer. Der zweit« Vor- schlag, von Herrn DrechSl« I. Müller eingebrockt, mthtett folgende Herren: Erst« Vorfitzend« Scknetd« Pfeifer; zweiter Vorfitzend« r Henke;«st« Schriftfübr« Metallarbeit« N e tz b a n d; zweit« Sltltfifllhrer Zimm«« Lehmann. Herr Roedel ließ üb« den«sten Vorschlag zuerst, dann üb« den zwei- len abstimmen und erklärre trotz lauten Widerspruch«, daß die erste Liste von der Majorirät angenommen worden sei. Von den Gewählten lehnten zwei Herren ad: Hen Pfeifer: Ich glaube wohl, daß Schrtstfübr« genug da find und deshalb danke ich für die Ehre, diesem Bureau anzu- gehören; Herr Henke: Ich nehme die Wahl nicht an. da da» Resultat der Abstimmung durchaus zweifel- Haft war, v«r Rödel: Deswegen tagtdie Ver. fammlung doch ruhig weiter! Da« Wort«hielt nunmehr ver Rechtsanwalt Herr Lad ewig zum Res«at: Di« Frag«, um welch« eS fich bandle, sei, ob dt« Gewerbe» Deputation de« Magistrats da« Recht habe, durch Haft streikende Arbeit« anzuhalten, d« Pflicht zur Fortsetzung der Arbeit nachzukommen. Diese» Recht destehe durchaus nicht und zu dnarttgen V«fügungm könne die Gewerbe-Deputation nur kommen auf Grund ein« falschen Autlegung klar« Lesetz- ltck« Bestimmungen. D«§ 774 d. C. P O., auf Grund dessen die betr. Verfügungen«gingen, bestimme klar und deutlich, daß nur, wenn«in Dritter eine Handlung nicht vomehmen könne, deren Vollendung der Schuld»«(in diesem Fall« also d« streikende Geselle) verweigere, der Schuld»« durch Geldstrafe bi» zu 50 M. und Haft nicht über die Dauer von 6 Monaten hinau«, zur Vollendung der Arbeit anzuhalten sei. Dies« Fall könne also nur eintreten, wenn eS fich um Vollendung ein« künstlichen Arbeit handle, die«in Dritt« zu Ende zu führen nicht im Stande fei. Nach§ 773 der C. P. Oho> Unruhe�) Dt« Kosten betragen über 60 Mark; 20 Mark kostet der Saal, dann die Plakate und Annonzen. Ueber da« Geld verfüge ick allein nach eigenem Ermessen.(Große Un« ruhe.) Hier ist ein Antrag eingelaufen, für die stretkendm Maurer beim Ausgange zu sammeln. Wenn'S gestattet wird(Hört I Hört I) steht d« Abstimmung nichiS entgegen. Die Geld« ad«, welche beim Eingang eingekommen find, waren zu VerfammlungSzweck n, aber nicht zu Streikzweckm destimmt(Große Unruhe) und in Betreff dies« T«ll«sammlung ntheile ich Niemandem da» Wort. Tischler Hnr Z u b e t l: Ich spreche in ein« anderen Sache, welche die Leitung der Vnsammlung betrifft. He« Rödel hat fich zum Korrefenten«nannt, da kann« unmöglich zugleich Vorfitzender sein. Ich beantrage, bei d« Viel- köpfigkeit der Vnsammlung einen andnen Vorfitzenden zu wählen.(Bravo.) Herr Rödel: Ued« diesen Vorschlag lasse ich weder diskuttren noch abstimmen. (Große Unruhe.) Denn er ist ungesetzlich. Nach dem preußi» schm VereinSgesetz muß bei Eröffnung der Versammlung ein Bureau gewähtt werden, nickt aber im Verlauf derselbm. (Rufe: Wo steht daS? Große Unruhe!) Von Herrn Zubetl lasse ich mich nicht zu ungesetzlichen Handlungen hinreißen. (Hört hört!) Hnr Meißner: Ich, der ich so viele V«. sammlungen in meinem Leben beigewohnt, habe gefunden, daß all« Ar-träae, welche ein liefen, auch zur Abstimmung gebracht wurden.(Hiürmtsch« Applaus.) Hier war ein Antrag—. He« Rödel: Ich entziehe Herrn Meißner da» Wort.(Große Unruhe.) In diesem Augenblick«hebt stch der überwachen"« Polizeibeamte unv«klärt die Versammlung für aufgelö». Langsam leert fich darauf d« Saal. Eine öffentliche General- Versammlung der verliner Steinträger und vauarbetter fand am Montag Vormittag 10 Uhr im Berlin« Schützendause statt. Der Eingang zum Saal mußte schon um 10'/» Uhr, um welche Zeit schon üb« 2000 Personen anweienb waren, wegen Uederfürlung deS Lokale« geschlossen werden, so daß wohl noch über 1000 Personen umkehren mußten. DaS Bureau bildeten He« Kohlstädt al» «ster, Hen NöSing als zweit« Vorfitzend« und Hen L. Stein- bng als Schrififührer. Die Tages rdnung war:„Beschluß- fassung üb« dm von der in den beiden letzten Versammlungen gewähtten Lohnkommisfion ausgearbeiteten Lohntarif." Hinzu nahm zunächst He« Peter da» Wort, um in klar« Weis« darzulegen, au» welchen Gründen fich die Berlin« Steinträger und Bau- Arbeit« veranlaßt gefühlt haben, auch ihrerseits mit ein« Erhöhung sämmtlich« Aklvrd- sowie Lohnpreise vorzugeh-n, sowie auch eine Bei- kürzung der br« jetzt gebräuchlichen Frühstunvenaibett her. beizuführm, und zwar ist diese letzte Forderung wohl die aller« bedeutendste, indem dadurch mehr Ardetier und Träg« be« schäfttgt wnden müssen, welche bi» jetzt noch daS Angebot von A.bettSkrSften verstärken und die leid« so traurige Kon« kurrmz veranlassen. In diesem Sinne sprachen noch mehre« Redner und nachd-m He« Nöding den neuen Lohntarif zur Verlesung gebracht, welcher ein« Preiserhöhung von 20 pCt. vn langt, wurde von vllm diese Forderung al« eine g«echre und auch nicht zu hohe annkannt. Eine h«auf von denn O Rennthaln«ingebrachte Resolution folgenden In- hatt«:„Die heutige im Schützmhause tagende Versammlung d« Berlin« Steiniräg« und Bauarbeiter verpflichtet stch auf Ehre und Gewissen, den neu auSgeardetteren Lohn. tarif zur Durchführung zu vnhelfm", wurde einstimn angmomwen. Hierauf wurde der einmal verlesene Lohnt ta allen Punkten einstimmig anerkannt und angenommen. wurde nur noch jebem der Anwesenden warm and bera gelegt, I meiflern die größte Anstrengung gemacht, um die Forderung Daß er damit, daß er bei der Abstimmung die Hand gleichsam illusorisch zu machen, man fann aber annehmen, daß auch diese wie zum Schwur erhoben, auch die beilige Verpflichtung mit gezwungen werden, die gerechten Forderungen anzus abernommen, für die ftritte Durchführung fämmtlicher aufgeertennen. Auch wurde belannt gemacht, daß am stellten Forderungen beizutragen. Nachdem noch Herr Koblstädt Donnerstag, den 25. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokal ein breimaliges, donnerndes Hoch auf die Berliner Steinträger des Herrn Keller, Andreasstraße 21, eine große und Bauarbeiter, sowie auf das Gelingen ibrer so berechtigten Schmiede Versammlung stattfinden soll, mit folgender Tages. Forderungen ausgebraucht, wurde die Versammlung ge ordnung: 1. Der Streit und seine Folgen. 2. Verschiedenes. fchloffen.my Bflicht eines jeben in Berlin beschäftigten Schmiere Gefellen ist es in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Arbeiterverein Hoffnung" in Friedrichsberg tagte am Sonnabend, den 20. b. M. im Lotale des Herrn Neumann Gürtelftr. 41. Auf der Tagesordnung ftand: Vortrag und Berschiedenes. Herr Hans Land hielt einen ein stündigen Vortrag über den unvergeßlichen Dichter Heinrich Heine und führte der Bersammlung die Borzüglichkeit seiner Lieber Dichtung, feine Humoristit und als Mensch vor. Redner erntete reichen Beifall. Bum Schluß wurde beschloffen, am 28. Juni einen Aui flug mit Familie nach Schönholz zu unternehmen. Abfahrt früb 7 Ubr 13 Minuten von Station Friedrichsberg bis Schön haufer Allee. Bekannte fönnen theilnehmen. o. k. Der Streit in der Hartung'schen Eisengießeret. Anläßlich deffen fand am Sonntag Vormittag im Wedding Bart", Müllerstraße 178, eine von ca. 200 Berfonen besuchte, zumeist aus Formern bestehende Versammlung statt. Der Re ferent, Herr Gutheit berichtete über den seit vergangenen Dienstag ausgebrochenen Streit. In der Hartung'schen Fabril, wo 80 Mann, unter diesen 37 Former beschäftigt werden, sollen nach den Mittheilungen des Referenten hinsichtlich der Arbeits ftätten sc. fehr mißliche Bustände herrschen. Die auch in dieser Bießerei auf Alford arbeitenden Former verdienen bei ange trengtefter Thätigkeit 18 bis 21 Matt. In der vergangenen Woche so wurde berichtet find nun die Former an Herrn Hartung mit der Forderung berangetreten, den Lohn auf 25 pet zu erhöhen. Epeziell werden die für die Pianinos zur Verwendung tomme ben gußeisernen Blatten in dieser Fabrit angefertigt. In feiner Eisengießerei Berlins betrage nun der Lohn für das Gießen dieser Blatten unter 3 M. p. Stüd. Die Forderung der Former, statt der bisher gezahlten 2 Mt. 25 Pf. 2 Mt. 50 Bf. zu bewilligen, bat Herr Hartung nicht afsplirt. Am vergangenen Dienstag ist nun die Arbeit niebesgelegt morden und Herr Hartung babe den Formern erklärt: wenn Die Former die Arbeit bei den von ihm gestellten Bedingungen nicht aufnehmen, so werde er seine anderen Arbeiter entlassen, feine Fabrit schließen und seiner schon im Bade befindlichen Frau folgen. Im Weiteren wandte fich der Referent gegen Den in der Fabrik herrschenden Militarismus. So seien zum Beispiel die Arbeiter verpflichtet, bei dem Portier, der gleichzeitig als Arbeitsmann beschäftigt werde, ihren täg lichen Betarf an Bier 2c. zu laufen. Der betreffende Bortier berichtet der Redner ſo beziehe nun von Herrn Hartung feinen Lohn und sei der Verdienst aus seinem Bierhandel an die Arbeiter allein seine Entschädigung. Ferner wurde Klage geführt, daß, toßdem jeder Arbeiter für die Reis nigung und Desinfektion der Klosets 10 Pf. pro Woche be gablen müffe, eine solche nur höchst selten vorgenommen werde. Auch wurde mitgetheilt, daß den Arbeitern von jeder Maik ihres Verdienstes 3 Pfennig für Abnutzung der Werkzeuge und zur Unfallversicherung abgezogen würden. All dieser Bes brüdungen wegen haben nun die Former den Entschluß ge faßt, die Arbeit niederzulegen um Herrn Hartung zu zwingen, feinen Arbeitern ein menschenwürdiges Dasein zu bieten. Bum Montag Abend baben nun die ftreifenden Former Herrn Hartung nach dem ,, Deutschen Kaiser" eingeladen, um es nochmals zu versuchen, ob eine Einigung nicht berbeizuführen set. Die Bersammlung nahm hierauf folgende Resolution einstimmig an: Die heute im Weddingpart tagende Metallarbeiter Ber sammlung erklärt, mit allen gejeglichen Mitteln dabin zu stre ben, daß ben 37 Formern der Hartung'schen Fabrit in allen Buntien the Recht werde, und dieselben so lange zu unter fügen, bis eine Einigung erzielt oder der Streit von der Ber einigung deutscher Metallarbeiter für beendet erklärt wird. fellen zu vereinbaren."" Das vorstehende Innungsschreiben wurde in der darüber sich entspinnenden Disfuifton von mehreren Rednern scharf trilifirt. Hautsächlich wurde auf die vielfachen schreienden Thatsachen hingewiesen, welche die Be hauptung der Meister, nur fte hätten st stets an die getroffenen Bereinbarungen gehalten, als eine unberechttate Dreiftigkeit und Unwahrheit erscheinen zu lassen geeignet wären. Die Meister bätten ihre gegebenen Busagen faft nie genau erfüllt und auf recht gehalten, besonders im vorigen Sabre nicht, vielmehr ſteis je nach Bedarf und Belieben den Lohn bet erster Gelegenheit rebusirt, beziehungsweije nicht erhögt. Allgemein wurde dem feften Entschluffe Ausdrud gegeben, fich durch solche Meister beschlüsse nicht beirren und einschüchtern zu lassen, sondern, vers trauend auf den Sieg der gerechten Sache und streng den Boden Des Gefeßes festhaltend, muthig weiter zu fämpfen. Große Boltsversammlung am Dienstag, den 23. Juni Abends 8 Uhr, in Kellers Lotal, Antieatstraße 21. Eagel oidnung: Das Arbeiterschußgesez in Betreff der Sonntags ruhe. Referent: Stadtverordneter Frit Goerdi. hfs. Eine außerordentliche Gereralversammlung der Puter in Sachen des Berliner Maureistreita, welche von ca. 900 Theilnehmern, darunter ca. 100 bis 150 auf der Galerie ihren Blas erhaltende Maurer, besucht war, tagte gestern ( Montag) Nachmittag von 3 Uhr en bis gegen 7 Übr Abends unter dem Vorfige des Herrn Dietrich. Als Referent der Versamm lung sprach der Borfigende, welcher den Bugern die ernſtefte und gewiffenbaftefte Prüfung der für ihre Stellungnahme zum Maurerfireit in feder Hinsicht maßgebenden Motive und Umstände, au Pflicht machte, wobei er betonte, daß der zu faffende Beschluß, er möge ausfallen wie er wolle, in erster Linie und unbedingt den beiders feitigen Interessen entsprechen und Genüge ibun müffe. In ter lebhaften Distuffton, an der sich viele Rebner, sowohl Maurer lebhaften Distuffton, an der sich viele Redner, sowohl Maurer als Buger, unter ersteren besonders die Herren Peter und agendorf betheiligten, plaidirten die Maurer mehr für fofortiges Eintreten der Buger in den Maurerftreit, toogegen die Pußer fich für ein mehr dilatorisches,( abwartendes) und die Maurer moralisch und petuniär unterstüßendes Verhalten auss Sprachen. Dem entsprach auch die schließlich selbstverständlich nur von den Pußern und unter Stimmenthaltung der Maurer mit überwiegender Majorität gefaßte Resolution, welche fol gendermaßen lautet: 1) In Erwägung, daß die geftellten Lohnforderungen der Maurer nur gerecht sind und der all. gemeine Streit nur durch das ablehnende Verhalten der Meister heraufbeschworen wurde; 2., in Erwägung, daß die Buger nur als eine Spezialbranche der Maurer zu betrachten und thre Interessen daber unzertrennlich mit einander verwachsen find, wachsen sind, verpflichten fich die heute 2c. versammelten Buber, dahin zu wiiten, daß, falls die Meister nicht noch im Laufe dieser Woche mit den Maurern in ernste Berbindung treten, um den von den Meistern provozirten Streit zu Gunsten der Gesellen schnell zu beendigen, am nächsten Montag, den 29. b. M., auch die Buger die Arbeit einstellen und nicht wieder aufnehmen, als bis die Forderung der Maurer, sowie der Tarif der Buger von den Meistern bewilligt find.' Ferner ermächtigte die Bersammlung die Kommiffion der Pußer, dem Amte die Innung Bund der Bau, Maurer- und Bim mermeister" von dieser Resolution sofort Mittheilung zu machen. Auch wurde schließlich der partielle Streit der Pußer, nachdem, wie tonstatit wurde, von sämmtlichen Arbeitgebern der Lohn von täglich 6 Mait bewilligt worden, offiziell für beendet erklärt. hr. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter( bei Gratweil) referirte am Sonnabend Herr Hente über die Frage: Wie verhält sich unser Verein gegen über der Tischlerlohntommiffion?" Referent trat der Behauptung, welche Herr Rödel in der großen Tischlerversammlung am Dienstag ausgesprochen, daß die Lohngewegungsorganisation In jeder Beziehung den Zeitverhältnissen mehr entsprechend set, als die Fachvereinsorganisation, mit Entschiedenheit entgegen. Nachdem er die Buntte hervorgehoben, in denen die beiden Drganisationen fich von einander unterscheiden, bestritt er die Richtigkeit beffen, was Herr Rödel über die peluntären Vortheile gefagt, welche die Lohnbewegung der legten zwei Jahre der Gesammtheit der Tischlergesellen schon gebracht babe. Er fam zu dem Ergebnis, daß der Klavierarbeiterverein fich entschieden gegen die bestehende Tischlerlohntommiffion erklären müffe, weil dieselbe gegen die Fachvereine Front gemacht habe. In ber Diskussion sprachen die Herren Rüdiger, Julius Kreuz, Biese und Bubell fich im Sinne des Referenten aus, die Herren Schaar, Riegle und Murawski nahmen die Lobn.Rom tommiffion und Herrn Rödel gegen manche Vorwürfe in Schup. Es wurde schließlich die folgende Resolution faft einflimmig angenommen:" In Anbetracht deffen, daß der Leiter ber jebigen Lohnbewegung der Tischler provokatorisch gegen die bestehenden Fachvereine vorgeht, füblen fich die Mitglieder des Bereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter geawungen, entschieden gegen die Lohnkommission der Tischler Front zu machen und bis zur Klärung der Sache die Bablungen für die Lohnkommiffion einzustellen, aber nicht ab. geneigt, für die Kommiffion unter anderer Leitung einzutreten." Es wurden dann zwei Gesuche um Unterstüßung und ein Gesuch um Rechtsschutz bewilligt, und der Antrag, 50 Mart für die fireitenden Maurer aus der Vereinskaffe zu bewilligen, einstimmig angenommen. Am Montag hielten die Berliner Schmiede zum Bweck der Streit Unterstügung eine Versammlung bet Grat well's ab. Es wurde fonstatirt, daß noch in 35 Wertstellen mit 130 Gefellen gestreift wird. Bis jetzt wurden an Unter fügung 1800 Mart ausgezahlt. Auch diesmal erhielten die verheiratheten Kollegen 10 M., bie Unverheiratheten 8 und Arbeitslose 6 M. pro Woche. Es wird von den SchmiedeTheater. Deutsches Theater. Beute: Kabale und Liebe. Bellealliance- Theater. Date: Großstädtisch. Renes Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Beste: Der Großmogul. Walhalla- Operetten- Theater: Bente: Malcolle. Ohrend Theater: Heute: Das Spielzeug der Kaiserin. Sute: Bapageno. Wallner- Theater. Boutfenstädtisches Theater: Date: Die weiße Dame. Central Theater: Wite Jatobftraße 30. Direktor: Ad. Ernft. Beute: Hamburg an der Alfter. Die Töchter Viccolomini's an " 1 " Eine große öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins findet in Keller's Lokal, Andreesstr. 21, am Don nerftag, den 25. d. Wis., statt. Jebe: chmied muß in dieser Versammlung erscheinen. Eine Delegietenversammlung der Tischler findet heute, Dienstag, Abends 8% Uh, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jatobftraße 37, ftaft. Auf der Tagesordnung steht: 1. Bericht über den Stand unserer Werkstatt für Gemaß regelte. 2. Bericht über unsere Bewegung in legterer Bell. 3. Ueber die Möbelfabrik ven J. J. Pfaff. 4. Verschiedenes, Die Delegirien werden ersucht, sämmtliche grüne Unterfügung Parten mitzubringen. in Große Boltsversammlung am Dienstag, den 23. Juni, Abends 8 Uhr, in Donath's Salon, Alt- Moabit 90. Lages Ordnung: 1. Das Arbetterschußgefet. Der Referent with in der Bersammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. Der Außerordentliche Delegirten Versammlung Schloffer und Berufsgenossen am Mittwoch, den 24. b. t Abends 8 Uhr, bet Sabm, Annenstr. 16. Tages- Dibnung Die bevorstehende Durchführung des 10ftündigen Maximal arbeitstages. Die Versammlung wird um 9 Uhr eöff und werben die Delegirten gebeten, vollzählig und püntilid zu erscheinen und ihre Beitragstarten mitzubringen. Den Mitgliedern der Zentraltrantentasse der Drechsle im Often zur Besichtigung, daß die Angaben im lokalen Theil der Sonntagsnummer nicht ganz zutreffend waren. Es muß beißen: Die Mitglieder von der Lantsbergerstraße bis au Oranienstraße, Morigplas, bie Prinzenstraße, Dresdenerstraße Roßstraße, am Mollenmarkt u. 1. w und nicht blos bis zur Röpniderftraße. Um gefällige Verbreitung dieser Nachricht with gebeten. F. Schiefte, Schleiermacherstraße 5. " Gauverein Berliner Bildhauer, Annenstraße 16, heute Abend 9 Uhr Vorlesung des Herrn Hofschauspielers Gerber aus Reuter ,, Ut de Franzosentid." Str. Bezirksverein des werkthätigen Volkes der Schön hauser Vorstadt. Dienstag, den 23. d. M., Abends 8 U General Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl des Bo ſtandes. 2. Verschiedenes. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß beim Rafft er Bensch, Weißenburgerstr. 74, Hof I., billige Bade billets zu haben sind. hfs. Die Generalversammlung der fireifenden Maurer, welche geffern von Vormittage 10 Uhr ab unter dem Vorfige Des Herrn Be brend in der Philharmonie"( Bernburger ftraße) tagte, war wieder von ca. 8000 Theilnehmern besucht. Den Hauptgegenstand der Diskussion bildete das zur Verlesung astommene Antwortschreiben der Innung Bund der Bau, Maurer und Bimmermeister von Berlin" auf den thr von der Lohnton.miffion der Gesellen unterbreiteten Antrag, über die Lohnfrage und den Streit mit ihr in Verhandlung zu treten. Dierzu wurde zuvor noch mitgetheilt, daß am Sonnabend hier im Architektenbaufe eine große Versammlung von Bundes und anderen Meistern und Bauunternehmern stattgefunden hat, welche die Beschlüffe faßte Deren bas Schreiben Der Bauinnung Die Gesellen Lohntommission folgender Weise Erwähnung thut. Daffelbe lautet: Die Innung Bund der Bau, Maurer und Bimmermeister zu Berlin", sowie die zur beutigen Versammlung eingeladenen außerhalb der Innung stehenden Inhaber von Baugeschäften haben heute in Folge des allgemeinen Streits der Maurer gefellen nachfolgende Resolution angenommen: Da die Ber einbarungen mit den Gesellen in der Lohnfrage in früheren Jahren nur von den Meistern(), niemals aber von Den Gesellen gehalten worden find(!); da ferner der Eins fluß der der Innung angehörenden Meister auf die Gesellen und auf die gesammte Bauthätigkeit gegenüber den Bau Unter nehmern nicht immer unbedingt als ausschlaggebend erachtet werden lann, endlich durch solche Vereinbarungen der an fein Wort fich gebunden haltende ebrenhafte Mann gegenüber den weniger gewiffenbaften Elementen stets benachtheiligt worden ist, wird beschlossen: 1) den von den Maurergesellen gestellten Antrag, mit der Gesellen- Kommiffion über die Lohnfrage in Unterhandlung zu treten, abzu Lebnen; 2) um Ausschreitungen gegen die arbeitenden Maurergesellen möglichst zu vermeiden, die Arbeit auf den einzelnen Arbeitsplägen thunlichst einzuschränten resp. ganz ein einzelnen Arbeitsplägen thunlichst einzuschränken resp. gang ein auftellen; 3) bei Wiederaufnahme der Arbeit den zu zahlenden Lohn in jedem einzelnen Falle mit den zu beschäftigenden Ge täglich zu sehen im komfortablen Bintzelt Hafenhaide Nr. 7. Um zahlreichen Besuch ladet ein und bittet die Wittwe.[ 1308 100 Danksagung. Allen Verwandten und Feunden, bie fich beim Begräbniß meines lieben Sobne Albert Knauth betheiligt haben, sowie dem Hartgummiwaaren Fabrikanten Herrn Elges, besonders aber seinen lieben Kollegen, auch dem Herrn Prediger Soyting fagen wir unfern tiefgefühlten Dant. Die tiefb. Eltern u. Geichwister. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten mache ich, zugleich Im Namen der hinterbliebenen Kinder und Berwandten, hiermit die betrübende Mittheilung, daß meine Frau Sophie, geb. Breddin, heute nach längerem Kranten lager fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Diend tag, den 23. b. Mis., Abends 6 Uhr, von der Leichen halle des Thomas- Kirchhofes, Briger Chauffee, aus statt. Berlin, den 20. Juni 1885. 1347 Gustar Pastor. Die Versammlung Des " 1 Eingesandt. erichein Berlin Boftabo 20 Bun elle Arb mit der 990 einzulade Be nehmen Su Derungen Rreife f blatt 31 Befinnu lich bält Un Blattes Da toftet f Monat Be Don der Fü Nur ungern geben wir eine Erwiederung auf das Ein gefandt" des Herrn Bennewis, da aber derselbe nicht nur die Offenbader Frauer taffe angegriffen, sondern sich überhaupt gegen Eingeschriebene Hilfslaffen" ausgesprochen hat, bitten geben, daß die genannte Frauentafe hinsichtlich der Höhe be wir um Aufnahme des Folgenden: Herr B. wird wohl au höhen tann, wenn sie leistungsfähig bleiben will. Außerde Beiträge die Unterstügung für ertrantie Mitglieder nicht ev ist in der Versammlung am 18. Januar 1885 bei Gratm baus Berzicht zu leisten, well sonst eine Erhöhung der Kran von ca. 900 Mitgliedern beschloffen worden, auf das Krant unterstügung auf 9 Mart pro Woche nicht möglich wäre. Fe tennt Herr Bennewig wohl das Stranfenfaffengefes nicht, welde in§ 75 den freien Hilfskaffen vorschreibt, eine Mindestleistung von drei Vierteln des ortsüblichen Tagelohnes ihren Mitglider ais Krantenunterfügung zu gewähren. Wenn er nun weiß, wi piel der ortsübliche Tagelohn für weibliche Arbeiterinnen trägt, so wird er ausrechnen können, das die Kaffe bei 9 bedeutend mehr giebt, als das Gefes vorschreibt. Außerdem zur Nachricht, daß die Mitglieder der Offenbacher Frauenla nicht durch Aufforderung der Fabrikanten, sondern freiwillig ber Kaffe beigetreten find. Ferner plaidirt Herr Bennemis fe für Staatsfrantentaffen; nun immer zu zuerst eine Staatstranten taffe haben, dieselbe auf ihre Güte prüfen, bann treten w Alle in diefelbe ein. Eo lange wird es wohl gut sein, daß w in freien Hilfsiaffen bleiben. Carl Richter, Fürstenwalderstr. 11 Emil Möhring, Oranienftr. 14a. Verb. deutscher Zimmerleute ( Lokalverband Berlin) findet am Mittwoch, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, Rommandantenstraße 20 statt. Lagesordnung: 1345 Briefkasten der Redaktion. für bas Die Re Arbei In auf ihre man ba und net entlaffu unter b be ber tai jabe ich Au Rurzem N. Reinidendorf. Wenn Sie einer Eingeschriebene Hilfslaffe" als Mitglied angehören und Ihre Beiträge rege mäßig bezahlen, fann Sie Niemand( auch Ihr Arbeitgebe nicht), zum Eintritt in eine Ortstoffe zwingen. N. B. Wird in nächster Beit verwendet werden. H. W., Rottbuser Ufer 32. In unserer Expedition Bimmerftr. 44, fönnen Sie die Beitungen felbft nach leben. Bolle, Frantfurter Allee. Vielleicht lönnen Sie noc einmal bei uns vorsprechen. Große Volksversammlung Dienstag, den 23. Juni, Abends 8 Uhr, in Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: Das Arbeiterschußgefes in Betriff der Sonntagsruhe. Referent: Stadtverordneter Fris Goerdi Der Einberufer: Franz Berndt, Pallisadenstraße 35. [ 1365] Groke Volksversammlung Dienstag, den 23. Juni 1885, Abends 8 Uhr, in Donath's Salon, Alt- Moabit 90. Zages Ordnung: 1. Das Arbeiterschußgefes. Referent wird in der Versamm lung bekannt gemacht. 2. Distusfton. tunlie Enterlaf Tante bir ben ruden: ger Berad 651 aus, 10 und 95 28a b ber Gr I Jurüdte onnen, Du 8" D mit dem eigenth auffab. Roltje Mertiam geichen Es und ba baren tragen einzigen Bold b [ 1366] Rofbar Raftcher Damen Reue b Bewun " he beib begte unber bimmlif 1846 D General- Versammlung 8. Fragelaften. Aufnahme neuer Mitglieder. Säfte( Bim der Kranken- und Sterbekaffen der Seifenfeder 1. Berathung über einen Statutenentwurf einer Sterbe taffe für die Bimmerer Deutschlands. 2. Verschiedenes. merer) haben Zutritt. 1367 Arbeitsmarkt. Büttner, Prinzenstraße 35. Ein Bügler, der auch steppt, wird verlangt und Berufsgenossen( E. S. Nr. 17) am Sonntag, den 28. Juni, Borm. 11 Ubt, im Lokale des Herrn Scheffer, Inselstraße 10. Tagesordnung: 1. Wahl eines Raffrers. 2. Berschiedenes. Verantwortlicher Redakteur N Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin SW. Bruthstraße 2.