jfo 144 > wA Mittwoch. 24. Juni 1885 U. Jahrg. erlimVolksblatl Organ für die Intcrrssen der Arbeiter. 4 .., Jafertiousgebühr betragt für bte Zgespaltene Pettt.eile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf Set größeren Auftragen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 llbr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Arnum«». Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: KeutWraße S.— Grp-ditiou: Zimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Auw bevorstehenden VterteljahrSwechsel erlauben wir unS, � Arbeiter Berlins zum Abonnement auf das , berliner Volksblatt" � der GratiS Betlage »Illustrirtes Sonntagsblatt" 'Aznladen. ALer�der Sache der Arbetter dienm will, helfe ein Unter« £W«n befestigen, welche« bestimmt ist, die berechtigten For- Hungen und Wünsche der Ardeiter zum Ausdruck zu bringen. ein jeder von unseren bisherigen Anhängern, in dem seiner Freund« und Bekanntm da»„Berliner Volks« W«rdreitm und sehe darauf, daß jeder neu gefundene hch'?�>ngigenofft sein Versprechen, zu abonniren, auch wirk- w.A"te«rs«itI werden wir bemüht sein, den Inhalt unseres immer reichhaltiger zu gestatten. -vat ...�Berliner Volksblatt" von �?Kungin werdm von sämmttichen Spedtteuren, sowie Zimmerstraße 44, angenommen. ffit>�r,r"ßttbalb nehmen alle Postanstallen Abonnement« � Bierteljohr zum Preise von 4 Mark entgegen. ülggfott und«xdeditio» de«„Berliner VolkSblatt". tbcitereutlassungen auf Staatswerkstätte». de» letzt«» Monate« hat die kaiserliche Marine tu Werfte» vielfach Arbeiter entlassen. Zuerst hörte i davon in Wilhelmshaven, dann in D a n z i g neuerding« erfährt«an auch, daß in Kiel Arbeiter« affnnge» stattgefunden haben, und zwar befinden fich er diese« Arbeitern verschiedene, welche lange Zeit auf kaiserl. Werst beschäftigt waren und da« 60. Leben«» schon überschritte» haben. or-jt Vi. Rrn 'iicher, fich widersprechender Weise, daß wir e«»»cht klaffen können, auf die Ausführungen der biedere» tte" etwas näher einzugehen. Zunächst aber»olle» Artikel bei genannten Blatte« hier vollständig ab- '»---* A«. i gewesen. � Ieuilldkon. "i I« t&ftBßtt. Roman von Friedrich»erstäcker. lFortsetzung.) Kultur und Christenthu« breiten fich immer weiter >n,/�«lteHan«—„so wenigsten« wird un« erzählt—, L* Rhodenbmg scheint nicht außerhalb der Welt zu liegen. hast Du heute Abend vor. Raute« t" bb �94* Nicht«; ich werde bei den Elter» bleiben," sagte »Sie find eben ausgefahren, müssen aber bald tz�u«hien, und die Zeit, die wir»och zusammen verlebe» ist ja außerdem so kmz gemesse«— wa««eintest w. bist ein sehr guter Sohn," sagte Han», langsam Kopf« nickend; aber die Worte hatten eine so �."Mmliche Betonung, daß Raute» selber rasch zu ihm Ha»» aber hatte fich schon zu Fräulein von gewandt, die ihn aus einen kostbare« Schmuck auf« Lei» wachte, den Raute» heute Morgen seiner Braut und Han» blieb wirklich staunend vor de« kost» .Steine» stehe». jr4 jf» war ein Schmuck, wie ihn ein« Königin hätte könne», von prachtvolle« Brillanten und eine« W?*# außergewöhnlich große» Smaragd in der Mitte, v Sanz« so geschmackvoll gefaßt und überreich mit V,? durchwebt, daß man sich kaum etwa« Schönere« und tzz�arele« auf der Welt denken konnte. Wie nur da« $3«« wieder geöffnet wurde, drängte» auch die jungen $3* von alle» Seiten nochmals herbei und füllten auf« tzLj da» Gemach mit Au»rufen de« Staunen« und der Änderung. k.«Ist dos nicht schön, HanS?" sagte Franziska, indem �i,'de gefaltete« Hände auf die Schulter de« BiudnS tg?/ ihre Wange darauf lehnte und mit glücklicher Be» den Schatz betrachtete—„ist da« nicht ist in der That da« Schönste," sagte Ha», kaiserliche» Werfte» zu vermindern und die Länge der Arbeitszeit allgemein herabzusetzen. I» der Aera des auto» kratischen Staat»soziali«»u«, wo da»„Recht auf Arbeit" von dem leitenden Staatsmann als ein« vollkommen legitime Forderung anerkannt ist, werde« Arbeitereatlassungen au« de« Werfte» und Werkstätten de« Reiche« immer einen befremdliche« Eindruck machen, in Wahrheit aber beweisen sie nur, daß auch die StaatSwerk st ätte» mit ihrer kostspie» ligen Produktiv», ihren reiche» Mitteln und ihren übertragbare« Fond«, von de» großen wirthschaftliche» Gesetzen abhängig sind, welche keineGesetz gebung ändern kann. E« ist klar, daß die Arbeiten zur Reparatur und Instandhaltung der Schiff« nicht vollständig leichmäßig über da» ganz« Jahr vertheilt wer» —-•-..-w w«»»««•*•_________ könne». Di« Mehrheit der Schiffe ist im Sommer im Dienst, im Herbst erfolgen zahlreiche Außerdienst» stellungen und im Frühjahr zahlreiche Jadienststellun- gen, die Hauptarbeit für Reparaturen und Instand» setzungen ist also der Winter. Mit den vermehtte» Indienststellungen ist die» Mißverhältniß in der Ar» bettSvertheilung gewachsen. Sollen die Schiff« für die Frühjahrtsession rechtzeitig fertig gestellt«erde», so müssen in de» Wintermonaten die Arbeitskräfte ver« «ehrt und die Dauer der Arbeitszeit verlängert werde». E» wird aber»icht an» sei«, für dni Sommer ein voll« euts"? rechende» Arbeitiquantum zu» rückzulassen, selbst wenn«an sämmtliche Reparaturen auf die Sommermonate verlegt. An- dererseit« aber ist e» unerläßlich, daß die Ver- waltung in den etatmäßig e« G renze» bleibt. Die Arbeit in den Staat»werkstätten stellt fich ohnehin theurer, al« in Privatunternehmungen, und e» liegt keineSweg» im öffentliche« Interesse, daß öffentlich« Werkstätten den Charakter von Almosen spendende« Versorgungsanstalten annehmen. Die Summe der Arbeitskraft muß auch auf den kaiser» liche» Werste« nach dem Bedarf gemesse»»erde». Vielleicht gelingt es noch, zu einer zweckmäßigen Verthei lun g der Arbeit auf die Sommer- und Wintermouate zu gelangen und damit ein« größere Sicherstellung der tüchtigen und älteren Arbeiter zu bewirken. Die AdmiralitSt hat selbst früher anerkannt, daß jede größere Arbeiterentlassimg auf den kaiserliche« Werste«»icht nm für die davon betroffene« Arbeiter staunend,„wa» ich in derartiger Arbeit je gesehen, und gerade in Peru trage» die Dame« sehr kostbar« Steine und setzen einen Stolz darein. Fränzchen, da» ist«in Ge» schenk, dessen fich ein« Kaiserin an ihrem Ehrentag» nicht zu schämen brauchte." Di« Blicke Aller waren auf die blitzen»«» Steine geheftet!, und Niemand achtete auf den Schmerz, der für eine» Moment durch de« junge» Solbera Züge zuckte— von Raute« selber stand er abgewaadt. Aber Han« hatte rasch seine Fassung wieder gewonnen, den»»icht einmal Mißtrauen durste er erwecken, eh« die richtige Zeit gekommen war. „Wo ist der Schmuck gearbeitet, Raute»?" sagte er, den Kopf de« Grafen zudrehend.„Da« steht gar nicht so au», al« od deutsche Hände da thätig gewesen, denn be» sonder« die Goldverzierungen find so«igenthümlicher, phantastischer Art." „Ich Hab« ihn au» Indien mitgebracht," erwiderte Rauten. „Damal«, al« wir die Hauptstadt der Rebellin nahmen, schleppten die Soldaten da» Unglaubliche an Beute au« den Trümmern, und wir Offiziere eihandelten nachher die kostbarsten Gegenständ« leicht um einen Spottpreis. Ich darf gar»icht sagen, wa» ich für den Schmuck de» zahlte." „In der That f Du hast damit jedenfall» ei« gute» Geschäft gemacht. Aber er ist fast zu schön und prachtvoll — wie selten wird ihn Kränzchen tragen können!" „Und wa» schadet da»," sagte Rauten—„kann sie fich doch auch außerdem daran erfreuen, den» Schmuck haben alle jungen Frauen gern, nicht wahr, Fränzchen?" „Ach, Leopold," sagte da« junge Mädchen schüchtern, „ich weiß gar nicht, wie ich Dir für da» kostbare Gr» schenk danken soll! E» ist zu schön, viel, viel zu schöa für mich!" „Und kann etwa» für Dich zu schön sei», Fränzchen? Eine indische Fürstin hat e» jedenfalls früher getragen— jetzt trägst Du es, und«S wird mehr Glanz von Dir em- pfangen, al« Du ihm entleihst." „Ach. Fränzchen," sagt« Beitha von Noltje,„ich möchte mit Dir reise»— wie oft Hab« ich mir schon gewünscht, und deren Familien ein« Kalamität ist. sondern auch für die Marine selbst. Namentlich in Wilhelmshaven, wo der entlassene Arbetter keinen andere» Verdienst i» der Näh« findet und weit zu verziehen genöthigt ist, fehlt e». wen» wieder Zeiten mit«ehr Arbett ein» treten, au Menschen. Und noch empfindlicher kan« ein Arbeitermavgel bei Eintritt einer Mobilmachung werde», welch« ohnehin eine sehr erhebliche Zahl Dienst» Pflichtiger den Werkstätten entzieht. Man alaubte bi«- her in den Erfatzbauten von Schiffen im Wesentlichen den Regulator für den gleichmäßige» Gang de» Werftbetriebe« zu besitze«, aber der Ersatzbau ist nicht so ausgedehnt, um zur Genüg« autgleichend wirle» zu können. Für die Reparatur und Jastandhaltnng der Schiff« find jetzt ca. 3500 Arbetter erforderlich. Der durchschnittliche Jahreßverdieast eine» Arbeiter» der kaiserl. Werften betrug im vorigen Jahre ca. 860 M. Die Werfte» zahle« dm Arbeitern mindesten« ebenso hohe Löhne wie die Privatindustri« de» besseren und ge» schickte« Arbeitern; auch werden die älteren und schon längere Zeit beschäftigten Arbetter in höhere Lohn» klassm gebracht. Da» ist anzuerkennen u n d hoffent» lich wird sich auch»och eine gleichmäßi» ger« Vertheilung der Arbeiten«rmög» liche« lassen. Die Verwattung der Werftm ist der Natur der Sache nach eine sehr komplizirte und die Kontrole vielleicht schwieriger al» in irgend einer anderen Verwaltung. Für dm Chef der Ldmiralttät bleibt hier noch ein sehr wichtige« Feld für Reform- versuche, die zum Theil auch schon in Angriff genom- mm find." So die„Vosfische Zeitung". Auf die Thalsache selbst, daß die Marineverwattuug Arbeiter mtläßt, wollm wir hier zunächst nicht näher ein» gehm. Wie un« aber von verschiedinen Seiten derichtet wird, find unter dm Entlassene»(nicht nur in Kiel) sehr viel« älter« und virheirathete Arbeiter, die nun der Roth preisgegeben»erden. Zunächst sollte aber die Verwaltung darauf Rücksicht nehme«, nur jüngere unoerheirathete Arbetter zu entlasse», wodurch die Maßregel schon bedeutend gemildert würde. Daß fich aber in diese« Falle die staatlich« Verwal-- tung völlig auf dm Standpunkt einer Privttverwaltung stellt, da» halte« wir für äußerst bedenllrch. Oder glaubt die„Vosfische Zeitung" vielleicht auch, daß die Marineverwaltung«bmso wie zu der Maßregel überhaupt, zu der Härte der Maßregel, viele verheirathete Arbeiter zu mtlassm,„genöthigt" gewesen wäre? Wir werde» nun zu beweise» suchen, daß die Marine» Verwaltung«icht„genöthigt" gewesen ist, die Ar»� den Osten Europa« kennen zu lernen I Merkwürdiger Weise zieht«# mich gar«icht»ach Weste», und»mn ich die Wahl hätte. Pari« oder Ungar« und Galizim zu sehm, ich glaube bestimmt, ich entscheide mich für die letztere» beidm Länder." „Wenn Sie da» nur nicht bereum würden," lächelte Rauten,„denn nur die Natur könnte Sie für da« pracht- volle Pari««ntschädigm, und gerade die Natnr würde Ihnen da viel weniger bieten, al« der Südm de» Reich«»." „Da» schadet nicht«— aber e» muß so interessant sei»..." Han» war an» Fenster getreten und sah hinaus er war vollkommen mit seinm eigenen Gedankm beschäftigt und wurde nun erst wieder zur Gegenwart zurückgerufen, al« sich die junge» Dame» zum Aufbruch rüsteten. Sie mußten all« nach Hause zum Diner, und de« zärtliche« Abschiednehmen« zwischen ihnen und Fränzchen war kein End«.— Junge Damm habe» überhaupt— besonder« i» Gegenwart von junge» Herren— die etwa» fatale Angewohnheit, fich einander abzuküssen, al« ob fie Abschied für«in ganze» Leben nähme«,«ährmd sie fich doch aller Wahrscheinlichkeit nach schon am nächsten Moram, vielleicht noch an demselben Abmo, wiedersehen. E» ist auch wohl Niemand im Stande, einen Grund dafür anzugeben, denn übergroße Zärtlichkeit trägt»rwiesmermaßen nicht immer die alleinige Schuld. Wie de« aber auch sei, e« geschieht eben, und die jungm Damm hier thatm fich eine ganz besondere Güte. Der Wagen der Elter* fuhr ebenfall« in diesem Augenblick« vor, und bald darauf wurde zum Diner ge« läutet. Der alte Baron war heute außerordentlich heiter, und da Rauten, mit de, nahe» Erfüllung seine« Glücke», edmfall« jeden ttübm Gedankm verscheucht hatte, so. wurde da« Gespräch bald belebt, und selbst die sonst etwa» steife Frau Baronin gab fich der Unterhaltung mit volle« Eifer hin. Nur Han» blieb einstlbia; er mischte fich wohl manchmal hinein, ab« e« geschah nicht mtt fröhliche«, leichte« Herzen, und da er da« selber fühlte, ließ er auch beiterentlaffungen vorzunehmen, wir werben biefen Beweis theilweise an ben im vorstehenden Artikel der Bosßischen Beitung" enthaltenen Argumenten selbst erbringen und zu gleich den Weg angeben, auf welchem die Staatsverwaltung bei ihren Betrieben überhaupt zu wandeln hat, wenn fie fich ihrer hohen Aufgabe vollständig bewußt ist. Daß wir dabei mit der Boffischen Beitung" und anderen manchester lichen Blättern in Ronflikt gerathen, ift selbstverständlich, doch sind wir an folche Ronflikte gewöhnt. Da uns für heute der Raum fehlt, ausführlich auf bas Thema einzugehen, so werben wir dies in einem be sonderen Artikel thun. Politische Webersicht. Das sogenannte Noth Kommunalsteuergeset hat, wie bem, bamb. Corr." aus Berlin berichtet wird, die fönigliche Genehmigung erhalten. Die Bedeutung dieses preußischen Ges feges besteht bekanntlich darin, daß die Besteuerung der Forensen, juristischen Personen und des Fistus, vor Allem des Eisenbahnfistus, einheitlich geregelt, d. h. auch da ermöglicht wird, wo eine solche Besteuerung, zum Beispiel in Hannover und Schleswig- Holstein, bisher nicht zuläfftg war. Man bat ben Mehrbetrag an Kommunalsteuern, der auf Grund dieses Gesetzes erhoben werden lann, auf 2 Millionen Matk berechnet, eine Summe, welche in Anbetracht der sehr großen Bahl der betheiligten Gemeinden verhältnißmäßig unbedeutend ist. Für Den sogenannten Nothstand der Kommunen wird bei der Ber. minderung der Steuerlaft um diesen Betrag in feiner Weise Abhilfe geschaffen werden, um so weniger, als die Ueberschüffe aus den Staatseisenbahnen um denselben Betrag finten und Der Ausfall auf anderem Wege gebedt werden muß. In der letzten Nummer des Reichs- Anz." wird der Wortlaut des am 7. März in Madrid zwischen Deutschland, Spanien und England abgeschloffenen Bertrages über ben Sulu Archipel veröffentlicht. Für Deutschland bandelt es sich dabei hauptsächlich um die Freiheit der Schiff fahrt und des Handels in dem genannten Archipel, zwischen der Weftspige der Insel Mindanao einerseits, und dem Feft land von Borneo und der Insel Paragua andererseits. Die deutsche Reichsregierung wendet wie offiziös geschrieben wird der durch das erneute Auftreten der Cholera in Spanien geschaffenen Situation thre ernstefte Aufmerksamkeit zu. Insbesondere bat fte, für den Fall einer Weiterverbreitung der Seuche, die Anwendung umfaffender Vorbeugungsmaßregeln ins Auge gefaßt, um zu verhüten, daß ein Eindringen der Cholera in Deutschland ftat: finde. Wenn man gleichwohl an maßgebender Stelle jest von dem anfangs erwogenen Plane zurüdgekommen ist, eine Sachver ständigentommission nach Spanien zu entsenden, um an Drt und Stelle das sogenannte Impfverfahren des Dr. Ferran zu studiren, so erklärt sich diese Unterlaffung binlänglich aus dem geringen Maße von Vertrauen zu dem wissenschaft. lichen fowohl als prattischen Werthe des Ferran'schen Ber fahrens, gegen beffen angeblich schüßende Kraft fich die triftigsten Bedenten geltend machen laffen. Und daß unsere fachmänni schen Autoritäten mit ihren Bweifeln an der Ferran'schen Ent deckung feineswegs allein dastehen, beweist die zurückhaltende, ja geradezu ablehnende Stellungnahme der Madrider Behörden nicht nur, sondern auch solcher Kapazitäten von unbezweifelter fachlicher Buständigkeit, wie des berühmten franzöfifchen Forschers Pasteur. Lesterer bat, nach Mittheilungen der Bariser Blätter, fich in äußerst steptischer Weise über die Ferran'schen Impfversuche ausgesprochen.( Der spanische Dr. Ferran glaubt durch Impfung der Cholera vorbeugen au fönnen. Nach spanischen Blättern soll sich berausgestellt haben, baß unter den von Dr. Ferran Geimpften ein weit geringerer Brozentsatz von der Seuche befallen wurde, als von den nicht Geimpften an ein und demselben von der Cholera infigirten Dite.) Verfügung des Juftizminifters betreffend Prozeß führung von Ausländern. Nach§ 102 der deutschen Sivil prozeßordnung baben Ausländer, welche bei deutschen Ge richten als Kläger auftreten, dem Betlagten auf deffen Berlangen Sicherheit wegen der Prozeßtoften burch Hinterlegung von baarem Gelbe oder Wertbpapieren zu leisten. Diese Verpflichtung tritt aber u. A. uicht ein, wenn nach den Gefeßen des Staates, welchem der Kläger angehört, ein Deut fcher in gleichem Falle nicht zur Sicherstellung verpflichtet ift. Wenn nun ein zur Sicher beltsleiftung aufgeforderter Auslän der den fich aus letterer Einschränkung ergebenden Einwand gemacht hat, so ist bisher vielf ch seitens der Gerichte die Ver mittelung des Auswärtigen Amts in Anspruch genommen, um eine amiliche Auskunft über die betreffenden im Auslande gel tenden Rechtsgrundfäße zu erlangen. Der Justisminister macht in einer allgemeinen Verfügung vom 16. b. M. die Gerichte Darauf aufmerksam, daß das Auswärtige Amt alle derartige Ersuchen ablehnt; er empfiehlt den Gerichten, es dem Kläger zu überlaffen, wie er den Nachweis über das in seiner Heimath bie Anderen kalt. Selbst sein Vater empfand das und bemerkte endlich: Höre, Hans, ich will Dir etwas sagen: heute solst Du noch vollkommen freie Bahn haben und Deinen lang weiligen Geschäften obliegen, so viel Du willst, ich werde Dich ruhig Deinen Weg darin geben laffen, aber morgen bitte ich mir aus, daß Du einen andern Menschen anzieht, benn den morgenden Tag foll uns kein Misanthrop ver berben. Was in aller Welt haft Du nur?" geltende Recht erbringen will; nöthigenfalls tonne er bazu bie Bermittelung seiner eigenen Landesbehörden selbst in Anspruch nehmen. Der Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Spanten, betreffend einige Abänderungen des Larifs A. des deutsch- spanischen Handels- und Schifffahrts- Bertrages vom 12. Juli 1883, wird nunmehr im Reichs- Besegblatt" publisirt. Derselbe soll acht Tage nach Austausch der Ratifitationen in Kraft treten und bis zum 30. Juni 1887 in Kraft bleiben. Da der Austausch der Ratifitationen am 16. Juni 1885 in Berlin stattgefunden hat, so gelangt vom 25. b. M. ab der neue Boll von 3 M. an Stelle des bisher erhobenen von 1 Mt. auf den Doppelzentner Roggen allgemein zur Er hebung. An Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchsftenern sowie anderen Einnahmen find im Reich für das Etatsjahr 1884/85( einschließlich der treditirten Beträge und verglichen mit der Einnahme des Vorjahres) aur Anschreibung gelangt: Bölle 231 297 608 Mart(+28 039 917 Mart), Tabalsteuer 9 350 793 Mart(+1562 734 Mari), Rübenauderfteuer 52 527 732 M.(+1847 877 t.), Salafteuer 39 250 116 M. (+575 058 Mart), Branntweinsteuer 48 125 444 Mart (+1432 636 Mart), Uebergangsabgaben von Branntwein 132 212(+13 175 M.), Braufteuer 19 521 094 Mart (+830415 Mt.), Uebergangsabgaben von Bier 1821 217 Mt. +228 504); Summe 402 026 216.(+ 29 532 316 Mart). Spieltartenftempel 1098 646(+38 974 Mt.), Wechselstempeliteuer 6 780 849 t.(+15 377 Mt.), Stempel abgabe für Werthpapiere. Schlußnoten, Rechnungen und Lotterieloose 13 767 538.(+ 515 534 M.), Boft und Telegraphen Verwaltung 166 207 128.(+8016 724 Mt.), Reichs- Eisenbahnverwaltung 46 729 686 m.(+ 830 174 r.). . Die zur Reichstaffe gelangte ft Einnahme, abzüg lich der Ausfuhr- Vergütungen und Verwaltungskosten, beträgt bei den nachbezeichneten Einnahmen für das Etatsjahr 1884/85: Bölle 208 506 167 Mt.(+17 700 865 t.), Tabaksteuer 8 361 124 M.(+740 764 M.), Rübenzudersteuer 32 410 582 Mart(-5 363 874 Mart). Salzsteuer 38 693 630 Mart (+759 767), Branntweinfteuer und Uebergangsabgabe Don Branntwein 39 693 478 Mt.(+4182 506 Mt), Brau fteuer und Uebergangsabgabe von Bier 18 063 407 Mart (+894 994 M.); Summe 345 728 378.(+18 915 022 Mart). Spielfartenftempel 1035 745 Matt(+23 994 t.). Aus Hamburg wird der Frantf. Btg." geschrieben: Die Mittheilung der A. Allg. 3tg.", daß hier unter Vorfts Bebel's eine vertrauliche sozialdemokratische Ronferens ftattgefunden habe, trifft nicht au Die Melbung dürfte ihren Ursprung der Thatsache verdanten, daß Bebel fich halten hat und daß der aus Hamburg ausgewiesene Reichs hier mehrere Tage in geschäftlichen Angelegenheiten aufge fags Abgeordnete Dies die Erlaubniß erhielt, eine Woche in Hamburg zu verweilen, um die Verlegung seines Verlagsgeschäfts aus Stuttgart nach Hamburg selbst bewerkstelligen zu Buchhandlungfönnen. Dies ist bekanntlich Samburger und beftzt hier eine 11 waren und die gleich bei Beginn der Sigung ihre fetnofeligen Abfichten zeigten. Abfichten zeigten. Swar wurde der Vortrag bes ehemaligen Minifters Richard rubig angehört, allein das Erscheinen eines jungen Bonapartistischen Advokaten Boignaut, der den Brinjen Louis Vittor auf seiner Reise im Drient begleitet hatte, gab das Beichen zum Ausbruch des Tumults. Herr Poignaut ver theidigte das bekannte Thema von der Solidarität der demos fratischen Grundsäge und der Napoleonischen Dynastie. Jest begannen die Anarchisten zu lärmen. Mar.schreier, Sell tänger, Blagueurs!" waren die gemäßigtften Epitheta, welde bem Redner an den Kopf flogen, und als der bekannte Staatsweise der Jeromiftischen Partei, Herr Vastal, das Wort ergriff, gab es einen solchen Heidenlärm, daß der Br fident der Versammlung fich nicht zu helfen wußte und bie Sigung aufbob oder richtiger aufheben wollte, denn kaum hatte er den Gurultschen Seffel verlassen, als die Anarchiften thre Marime Lisbonne, den bekannten Kolonel a. D. der Kommune, aufforderten, den Vorft zu übernehmen. Der Bürger Lisbonne verlas nun eine Tagesordnung des Inhalts, bas bie archiften, welche fich durch verschiedene Rebensarten der Bona partiften beleidigt fühlten, aus diesem Grunde die Drganisateur der Versammlung davongejagt und fich des Saales bemächtigt hätten. Ehe es zur Abstimmung tam, brachen an verschiedenen Stellen des Saales arge Raufereien aus. Die Kombattanten bemächtigten fich der Stühle und Schemel, welche fte fich gegen feitig an den Kopf warfen. Diese Wurfgeschoffe flogen schließ lich bis auf die Estrade des Präfidenten, der sich mit seinen Beiftgern elligft aurüdstehen mußte. Ebenso die Journal richterstatter, wovon einige getroffen wurden. Schließlich befabl Der Eigenthümer des Saales, dem es um sein Inventar bange ware, das Gas auszudrehen, und in der Dunkelheit tappten Anarchisten und Bonapartisten nach dem Ausgang. " H Dem Temps" ist eine Depesche zugegangen, na welcher der vielgenannte Führer der Schwarzflaggen in Zonlin von dem Vize König von Dünnan( China) gefangen nommen wurde. Die fog. Schwarzflaggen bildeten eine Fre schaar, welche den Franzosen viel Schaden zufügte und no iegt, nachdem der Friede zwischen Frankreich und China pafe geworden ist, ihre Angriffe gegen die französischen Truppen fortiesten. Da der chinesischen Regierung hieraus arge Be legenheiten er wuchsen, so hat fie fich beeilt, den selbstständiger Biänkereien der Schwarzflaggen ein Ende zu machen. Das von den Mitgliedern der äußersten Linten auf ftellte Wahlprogramm, welches von 80 Delegirten unterzeichn wurde, wird von den Opportunisten als lahm und nichtssagen bezeichnet. Der Temps" erwartet, daß demselben ein 300-400 Senatoren und Deputirten unterzeichnetes Manife entgegegengesezt werde, das die intranfigeante Bolifil urtheilt. Nach Andrieur in der„ Ligue" ist im radikale Brogramm nur die Verurtheilung der Kolonialpolitik und be Opportunismus zu Yoben. Italien. Konfissirte Amtsdepeschen. Die römische„ Capitale" zählt folgendes luftige Zensurflüdchen: In der vergangenen Woche fand in der italienischen Deputirtenfammer eine wi nebst mehreren feiner politischen Freunde auch 79 Oppofiti nelle, die zugefagt batten, biesmal für die Regierung ftimmen, telegraphisch nach Rom. Der Unterstaatssekretärin Minifterium des Innern, Rommendatore Morana, ber vo Dieser Bufage der Oppofition nichts wußte, ließ nun die a biefelbe gerichteten 79 Telegramme tonfissiren, da glaubte, daß irgend ein Dppofitioneller mit dem Ramen be Minifters Scherz treibe, um so seine nachläffigen Kollegen Rom zu loden. Minister Grimaldi war nicht wenig rascht, als es zur Abstimmung tam und bei derselben alle vo ihm gelabenen 79 Dppofitionellen gänzlich fehlten." Großbritannien. Darmstadt. Das Regierungsblatt verkündigt ein Gefestige Abstimmung statt und berief daher der Minister Grimal über die Ausübung des Sufbeschlags, wonach in Anwendung der den Einzelstaaten reichsgefeßlich gewährten Be fugniß vom 1. April 1886 an nur solche Bersonen berechtigt And, gewerbsmäßig den Hufbeschlag felbstständig auszuüben, welche eine Prüfung im Hufbeschlag mit Erfolg bestanden baben. Den Nachweis einer Prüfung baben jedoch diejenigen Personen nicht zu erbringen, welche bis zu jenem Tage bas fragliche Gewerbe im Großherzogthum selbstständig betrieben baben. Die Prüfung fann nur vor einer in einem Bundes ftaat auf Grund landesgeseglicher Regelung in Gemäßbeit des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1883 ftaatlich bestellten oder aner tannten Brüfungsstelle abgelegt werden. Bum Bweck der Aus bildung im Hufbeschlaggewerbe werden nach Bedürfniß Unterrichtsturse eingerichtet. Im Falle eines besondern Bedürfnisfes tann das Minifterium von der Prüfung entbinden. Mainz, 17. Juni. Aus den Kreisen hiesiger Arbeiter und Handwerker ist dieser Tage eine Petition an den Reichstag abgegangen, in welcher dringend um Abschaffung der Sonntags arbeit geb.ten und besonders der Anficht entgegengetreten wird, als bedeute das Verbot der Sonntagsarbeit eine Schädigung der Intereffen der Arbeiter. Es heißt darin: Die von dem Herrn Reichslangler beliebte Rechnung, der au Folge der Arbeiter Durch das Verbot der Sonntagsarbeit 14 pct. feines Lohnes zu entbehren gezwungen sei, müssen wir entschieden verwerfen. Dbne Sonntagsrube verliert der Magimalarbeitstag, defen Feftfegung wir sehnlichst erhoffen, und die Arbeiterschutzgeset gebung für uns ihre eigentliche Bedeutung. Frankreich. Ueber den Verlauf der von den Bonaparliften einberufenen Wählerversammlung, welche am vergangenen Sonnabend im Saal Falvie in Belleville stattfand, wird dem, B. C." aus Barts geschrieben: Die Bersammlung war von den Anhängern des Prinzen Napoleon einberufen worden. Gleich zu Anfang bemerkte man im Buschauerraume eine Anzahl Anar chisten, welche auf die eine oder andere Weise hineingekommen daß wir Alle einst mit einem so reinen Gewissen vor Gottes Richterstuhl treten tönnen, wie mein armer Bernhard." Hans, schäme Dich, fo etwas zu sagen," tabelte bie Mutter, es war ein Selbstmörder." Aber Die Bedingungen, welche Lord Salisbury den Liberal gestellt hat, werden von den„ Daily News" wie folgt bege net: Lord Salisbury forderte ein Versprechen, 1) daß liberalen Führer den Budgetplan in billige Erwägung a würden; 2) daß, wenn sie denselben nicht billigten, fie Einfluß dazu verwenden würden, beffen Burüdstehung ftatten und das Haus zu veranlaffen, seine Buftimmung zu geben, daß das Defizit bis zum nächsten Jahre vorgen werde. Die Antwort Gladstone's lautete dahin, daß bie Diele vorige Regierung, sowie die liberale Partel irgend Borschlägen der tonservativen Regierung leine fattiöje D fition bereiten würden, aber daß fie fich nicht verbindli Maßregeln machen tönnten, die fie noch nicht gesehen. Antwort, bemerken die Daily News", ist endgiltig, und nicht die mindeste Aussicht auf eine Lösung der ftreitigen Frage durch Bugeständnisse der liberalen Seite des Unterbau Rabl Ra Unles nets ist Salisbury vor die Alternative geftellt, auf die ftügung der Liberalen zu verzichten oder die Uebernahme Regierung abzulehnen. Es wird start bezweifelt, ob e teres thun werde. Andernfalls ist Gladstone's Kabinet po reitet, im Amte zu bleiben, jedoch mit einigen Mob tionen." Omnibus und ein paar einzelne Droschten bes rolian langsam durch die Straßen dem Bahnhof zu, benn h Beit rückte heran, wo der legte Personenzug heut Abenb erwartet wurbe, und ein paar Menschen mit Regenfchirm " Ja," nidte Hans, aber wir wissen nicht, was ihn fuchten sich verdroffen ihren Weg.- Und wie falt be dazu ob wir nicht in auch so gehandelt haben würden." H Ein wahrer Christ wird nie Hand an sich selber legen," fagte bie Mutter, benn sein Glauben und die heilige Schrift hindern ihn baran." Regen niederkam; der Wind mußte fich gedreht haben, und ftürme zu wiederholen. Ball Der Bahnhof selber, ein ziemlich großes, nicht schönes Gewölbe von Eisen nnd Glas, lag in einem Reben wir nicht weiter davon, Mutter," wehrte Hans bunkel; nur die Seite, an welcher ber Bug eintraf, ab, zu erleuchtet, und einige Hausknechte und Eisenbahnbeam aus Weiter und ich möchte Dir nicht wehe thun oder Deine Gefühle trieben fich darauf herum. Auch einzelne Bewohner Morgen verlegen. Also gehst Du mit, Rauten? Um fieben Uhr Rhodenburg trafen ein, und in den Bartesälen befand follen wir uns vor Dürrbed's Wohnung sammeln." fich schon die Baffagiere, die den Nachtzug zum fahren benugen wollten; aber wie lange blieb ber he wieber einmal aus! es schlug schon ein Biertel Es Mein lieber Papa," sagte Hans, fei mir nicht böse, ich geftebe ein, daß ich heute den Kopf voll von einer Maffe trockener Geschichten hatte, die hier in dieses Haus der Freude und des Glückes nicht pasten; aber ich verspreche Dir auch, daß ich mich morgen ändern will. früh freilich, fette er büfter hinzu, habe ich noch eine traurige Pflicht zu erfüllen. Wir geleiten schon um sieben Uhr Morgens- benn er hat es fo in feinem Teftament ver ordnetben armen Dürrbed zu Grabe. Ist das vorbei, bann verlaß Dich fest darauf, daß ich mich feinem nuplofen Grübeln und Träumen mehr hingeben will. Du sollst bann Deine Freude an mir erleben." Topp!" rief der alte Herr und hob sein Glas gegen ihn. Das soll ein Wort sein, und dann vergebe ich Dir auch von Herzen gern all' bie finsteren Gefichter, die Du uns die lezten Tage geschnitten. Sa b' ich gar so finster ausgesehen?" " Ja, das haft Du, Hans," bestätigte auch die Mutter, Ich weiß nicht, Hans," fagte ber junge Graf; einmal war ich mit Houptmann Dürrbed kaum oberflächlich bekannt, und dann muß ich Dir auch aufrichtig gestehen, ich bin lein be fonderer Freund von solchen Demonstrationen. Ich will den Geschiedenen nicht verdammen, aber ich möchte auch nicht dazu Geschiedenen nicht verdammen, aber ich möchte auch nicht dazu beitragen, ihm eine Dvation zu bringen. Bitte, ent schuldige mich; ich ziehe vor, während der Seit des Bes gräbnisses noch im Bett zu bleiben, denn morgen bekommen wir einen lebendigen Tag, und ich möchte meine Kräfte ba ein wenig schonen." ja auch nur ein vollkommen freiwilliger Bug, ber fich annad neun Uhr in der Stadt, wo er dem Fahrplan nach ei treffen sollte, und das Zeichen war noch nicht einm herein, daß er von der legten Station abgegangen von da brauchte er bann noch immer ganz gut gebu bis d Minuten. Endlich fam für Rhodenburg das Nachtfigual, daß bet A Kraße 22. Das B Don 4, der bei Ueberb Bolizei lung e ift bas Gebäu Border Portal 4,5 M reftript Doroth And di und bu abobte pezielle Marith als fte D Bericht Do Rranter graph tation Aranter Durch zu eine allegu Rranter Reibe Drta fta ortsitat faßte. des Ge umgem rung b berein entftant auch i bineinp Drtstra bie nod Auf etr frat an richtete Bewert wendig taffe be Merate auch bi Aranter I erwartete Bug die legte Station verlassen habe und allo Gut. Wie Du willst!" sagte Hans ruhig; es ist in etwa zehn Minuten dort eintreffen würde. Die Gepid träger rollten auf ihren fleinen Rarren die hier aufge und das arme Fränzchen hat mir schon deshalb ein paar schließt, und Jemanden, der nicht mit Herz und Seele da gebenen Gepädftüde heraus. Bornehm zwischen ihnen ba bei wäre, tönnten wir beshalb nicht gebrauchen. Aber jetzt, bewegten fich die Postbediensteten mit ihrem unter Be Gut also, das ist abgemacht!" rief Hans. Aber Mama," setzte er, vom Tische aufstehend, hinzu, will ich schluß gelegten Rarren und hielten an der ungefähre Ich werde selber ein paar Worte am Grabe Dürrbed's Bigarre rauchen. Nachher gehe ich noch meinen Beschäftie noch wurde tein 8eichen mit der Glode für die Paffagie gungen nach, damit ich heute Alles erledigen kann, gegeben; nicht eher, als bis ber Bug in Sicht tam, ba Mal ibr Leib getlagt." wie ist es, Rauten, gehst Du morgen früh mit zur Leiche? fprechen." " Du, Hans?" rief die Mutter erfchredt; aber mit folchen Dingen folltest Du Dich nicht befassen. Er ist ja boch nun einmal teinen ehrlichen Zob gestorben." Rein, Mama, da haft Du Recht, sagte Hans bitter, und er wagte in diesem Augenblicke nicht, Rauten anzus feben, benn er würde sich im Nu verrathen haben; aber er war trobem ein braver, ehrlicher Mann, und gebe Gott, braußen im Garten meinen Raffee trinten und meine und morgen, Papa, gehöre ich nur Euch und der Familie." Die Nacht war angebrochen; ein feiner, unange wehmer Regen sprühte auf die Erbe nieber, und die Straßen von Rhodenburg hatten fich ziemlich geleert; man fonnte wenigftens lange Streden gehen, ehe man einem Nur rasch vorübereileuben Wanderer begegnete. ein Stelle, wo fie gewöhnlich das Boftloupes erwarteten. war es noch Beit genug, benn die Ankommenden ert aussteigen, ehe man neue Baffagiere einnehm Tonnte. Auf dem Perron hin schritt ein junger Mann einem bunkeln Baletot, seinen Regenschirm in der Bas er warf den Blid umber und fand balb, gebulbig an I der eifernen Pfeiler gelehnt, eine Kleine, verwachfene neu ein faßt, hörigtet Don Do weiblich Merate, Diese Hege Berlin ficht g ermögl Die im ausgefp fchäftigt Statute ber Mi Raffen Lage bi einzelne der den Dember Januar Diefes Der Ort Diefe Arbeits in Anf bebörde aber au eine au Daß die Die ertr Bezirle Die vorl Balt, bi leit bes D aber ni bie fein bem freundl lieber Dorfalle glaube mächtig leife. หา HA meine ich ger mit er Reife, the at ber 8 und nu auf bi mich 1 treffe. Anbern St Bartef faden guer blotires beraus Baden Paar G ange uradg pebi n Endjelige Semaligen nen eines Brinzen tte, gab naut ver er demo tie. Jest er, Sell welde bekannte tal, bas Der Pro und ble aum batte ten thren tommune Lisbonne Die An wer Bona antfateuse Semächtigt fchiedenen battanten fich gegen en ſchließ nit feines urnal Be lich befabl tar bange it tappten en, nad in Tontin ngen ge ine Fre und noch na pafelt Truppen arge Be tftändi en aufg terseidn chtsfagend ein Don Manife olitil ve Irabilalen und be pitale" rgangenen Grimaldi Oppofitio terung eine wid etretär im Der von un bie an n, da bel tamen Tegen nad nig über n alle von Kommunales. Das Bauprojekt für die Markthalle in der Dorotheen kraße hat in Folge der ministeriellen Entscheidung vom 22. April 1885 mehrere Abänderungen erlitten. Bunächst erhält Das Borderhaus an der Dorotheenstraße eine lichte Bortalbreite Don 4,50 Meter anstatt 4,00 Meter. Ferner ist die beabsichtigte Ueberbedung des Hofes mit einem Glasbach auf Verlangen des Bolizeipräsidiums aufgegeben worden, da daffelbe darin wegen der bei Ausbruch eines Feuers zu befürchtenden Rauchentwide lung eine Gefahr für das flüchtende Bublikum erblickte. Endlich bas projektirte dritte Geschoß fortgefallen, da die Höhe des Gebäudes die Straßenbreite nicht überschreiten darf. Bei dem Bordergebäude am Reichstagsufer ist die lichte Breite bes Bortals der minifteriellen Entscheidung gemäß gleichfalls auf 45 Mtr. erhöht. Auf die Martihalle selbst ist das Ministerial reftript insofern von Einfluß gewesen, als das Portal nach der Dorotheenstraße auf 7,50 Meter verbreitert worden ist. Ferner find die Dadflächen mit Aufstiegen für die Feuerwehr versehen und durch einen unverbrennlichen Steg über dem First der erhöhten Mittelhalle in fleinere Flächen getheilt. Nach den peziellen Berechnungen stellen fich die Gesammiloften für dieje Marithalle nunmehr auf 754 800 Dt., b. b. 192 000. mehr als fte nach dem Kostenanschlag betrugen. Der Gewerts Krankenverein. Aus der Gewerbe Depu tation des Magiftrats bringt die„ Boff. 3tg." nachstehenden Bericht: bis dahin wohl im Stande fein, der an e gestellten Anforde rung au genüger, da fie wöchentlich 750 000 Rubikmeter Waffer lieferten, während der Meiftverbrauch bis jest nur 747 000 Rubikmeter war. Die Bahl der an die Wasserleitung angel schloffenen Grundftüde betrug am 11. Juni 1883 17 786, wab rend die Bahl der angeschlossenen Grundstücke am 11. Juni 1885 auf 18318 festgestellt worden ist. add? Lokales. Zum Maurerftreit bringen die tonservativen Blätter folgende( ihnen aus dem tgl. Polizeipräsidium zugegangene) Notis: Der große Berliner Mauerstreit lenkt nach den neuesten Nachrichten schnell in Bahnen ein, in welchen brreits mancher Streit sehr zum Nachtheil derer, die fich blindslings der Füh rung sozialdemokratischer Agitationen anvertraut hatten, ein jähes Ende gefunden hat. Wir meinen die Ueberschreitung berjenigen Grenze, welche für die gefeßlich gewährleistete Roal tions freiheit durch§ 153 der Reichs- Gewerbe Drdnung gezogen Andrang der Kranken zu bewältigen. 68 mukte beshalb eine| Neueinthellung der Medizinalbeshte und eine erhebliche Ber mehrung des Herzteperfonals, sowie eine fefte und angemeffene Besoldung derselben in Aussicht genommen werden. Das Resultat der Berathungen und der überaus schwierigen Feft Resultat der Berathungen und der überaus schwierigen Feft ftellungen war, daß im Ganzen 74 Medisinalbezirle einge richtet, in die die sämmtlichen Vororte Berlins hineingezogen wurden, weil ein großer Theil der in Berlin beschäftigten Ar beiter in diesen Bororten wohnt. In die Neu Eintheilung find hineingezogen: Stralau, Mattgrafendamm, Rummelsburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Nieber Schönweide, Alt und Neu- Weißensee, Neu- Berlin, Hohen Schönhausen, Tegel, Tegeler Chauffee und Dalldorf. Für diese sind die in den genannten Drten selbst oder doch in unmittelbarer Nähe wohnenden Aerzte für den Gewerks frantenverein gewonnen. Ueberhaupt find alle Medisinalbezirke beshalb so flein abgegrenzt, damit der Arbeiter in allen Be sirten in längstens 10 Minuten zum Arzt gelangen fann. Auch ist jeder Gewerksarat gehalten, innerhalb feines Medisinalbezirkes, wo möglich in der Mitte desselben, eine fefte Woh nung zu nehmen und bestimmte Sprechstunden zu halten, und awar mit Rücksicht auf die Arbetter, welche während der Früh fücks- und Vesperpause am wenigften Beit verfäumen, Bor mittags von 8 bis 9 und Nachmittags von 4 bis 5 Uhr. Die Aerzte werden mit einer breimonatlichen Kündigungsfrist an geftelt, und erhalten nicht für jede Einzelleiftung Honorar, sondern, soweit fie Medizinalbezirke innerhalb des Weichbildes von Berlin verwalten, beziehen fie ein Minimalgehalt von 1200 Mart jährlich, welches fich von 3 zu 3 Jahren um 300 Mart, bis zu einem Marimalgehalt von 2400 M. erhöht. Die in den Außenbezirken und Vororten angenommenen Aerzte erhalten, je nach dem Umfange ihrer Thätigkeit, 50 bis 750 M. jährlich unter denselben Bedingungen wie in der Stadt. Sell dem 1. Januar b. Js. find bereits einer größeren Anzahl älterer Bewerksärzte die höheren und höchsten Gehälter gewährt. Trogdem stellen fich aber für das laufenbe Jahr die Arat honorarloften für den Kopf der Kaffenmitglieder des Gewerks Kranten Bereins auf nur 80 Bf., während allerdings die au diesem Verein vereinigten Apotheken Berlins für das erfte Quartal d. Js. für Arzneirechnungen etwa 100 000 mt. zu fordern batten. Hierzu muß indeß bemerkt werden, bas nach den der Gewerbe Deputation zugehenden Nach richten die verwerfliche Sitte des Simulirens von Krankheiten bebentlicher Weise zugenommen hat, und daß es daher Auf gabe der Kaffenvorstände sein wird, um die Kaffe vor großen Berlusten durch die Simulanten au schüßen, möglichst streng bei Ertheilung der Krankenscheine au verfahren und eine recht fpezielle Rontrole über die Haustranten auszuführen. Von Den 68 Dristrantenkaffen hatten am 15. Mai d. J. 18 einen Bermögensbestand noch nicht angesammelt, während die übrigen fich im Befige eines solchen zusammen im Betrage von 1009 880. befanden. Außer den 68 Drtstrantentaffen mit 175 000 Mitgliedern find noch 7 Betriebs. Krantentaffen mit 14 630 und die Drtskrankenkaffe der Gemeinde Kranten versicherung mit 285 Mitgliedern errichtet, so daß die Ge fammtzahl der Kaffenmitglieder fich auf rund 190 000 beläuft. Die größte Anzahl von Mitgliedern bat die Allgemeine Drts. tranfentane gewerblicher Arbeiter. Sie betrug am 15. Mat b. J. 56 157. Die Kaffe batte einen Bermögensbestand von 237 800. Das Reichsgeset vom 15. Juni 1883, betreffend die Rrantenversicherung der Arbeiter, enthält in seinem Bara graph 46 die Beftimmung, daß sämmtliche oder mehrere Dits Arantentaffen innerhalb des Bezirts einer Aufsichtsbehörde, burch übereinstimmende Beschlüsse ihrer Generalversammlungen u einem Verbande fich vereinigen tönnen zum Zwecke der Ab fallegung gemeinsamer Verträge mit Aerzter, Apotheken und Krankenhäusern. Für Berlin beftand bereits seit einer längeren Reihe von Jahren ein solcher Berband, der auf Grund eines Drtiftatuts errichtete Bewerts- Krantenverein, der sämmtliche ortsstatuarischen Gesellen und Gehilfen Krantentaffen um faßte. Die ortsftatutarischen Raffen mußten aber auf Grund des Gefeßes bis zum 1. Dezember 1884 in Ortskrankenkassen umgewandelt werden, da an diesem Tage die Zwangsversiche rung der Arbeiter eintrat. Da ber bisherige Gewerts Krantenverein febr erfolg und fegensreich gewirkt hatte, so entstand die Frage, ob nicht diese Institution, welche auch in den Rahmen des neuen Strantentassen Gesetzes binein paste, au สิน erhalten set und Derselben alle in Drtstranten lassen umgewandelte orta ftatutarischen Raffen und die noch neu zu errichtenden Dristrantenfaffen zuzuweisen feien. Auf eine auf Beranlaffung der Gewerbebeputaiton vom Magi Arat an den Oberpräsidenten der Broving Brandenburg ge richtete Borstellung genehmigte dieser das Fortbestehen des Bewerts. Krantenvereins vorbehaltlich der sich ergebenden noth wendigen Neueinrichtungen. Mit Ausnahme der Ortskranten laffe der Photographen mit 350 Mitgliedern, welche eigene erate engagirt bat, find sämmtliche 68 Ortstrantentaffen, sowie auch diejenige der Gemeinde- Krankenversicherung dem Gewerts Arantenverein beigetreten. Es hat indes neuerdings eine der neu eingerichteten, die der Wäschefabritation, den Beschluß gefaßt, ihre vorläufig bis zu ihrer Konsolidation erklärte Buge hörigkeit zum Gewerfa Krantenverein wieder aufzugeben, weil von vornherein beabsichtigt war, für ihre fast ausschließlich aus weiblichen Bersonen bestehenden Mitglieder, nahezu 5000, eigene Merate, und zwar speziell Frauenärzte, au engagiren. Ob durch Diese Einrichtung den Mitgliedern dieser Kaffe die Krankenpflege nicht erheblich vertheuert, und, Die Liberal gt bege 1) daß ung , fte ngg nung orgetrage nd welden töfe Dop Dinblic Daß bie 7. und Diele ftreitigen Interbau calen Rab Die Unle Thabme de ob t Dinet o Mob rolliter benn bic eut Abenb Renfchirme Die talt bes Gaben, un nen Spril nicht un nem Ball intraf, Sabnbeam Dobner a n befand Weite ber be Tertel nad Steinmal angen, bn bis d ehn al, bak ba unb alfo Die Bepad Dier aufge ibnen be nter Be ungefähre ten. Sbet Baffagist tam, ba en wußt einnehm Mann ber Bas 8 an in fene 地址 ba für ganz ist, damit die Ausführung dieses Rechts nicht in brutalen Ters rorismus and dirette Unterdrückung der persönlichen Freiheit bes einzelnen Arbeiters ausartet; ist es doch die rücksichtslose Unterordnung der legteren unter das vermeintliche Intereffe der Gesammtheit, welche bei jedem Streit von den Führern mit mehr oder weniger gewaltsamen Mitteln erzwungen wer den soll. Das Gesez verbietet unter Strafandrohung, jeman den durch 3wang, Drohungen, Ehrverlegung oder Berufser flärung zur Theilnahme oder Befolgung von Streit Berab rebungen zu bestimmen, oder Durch solche Mittel am Rücktritt Don getroffenen Verabredungen Ju bindern, ebenso ben Versuch solcher Handlungen. Die Erfahrungen der lezten Jahre, die zahlreichen Broseffe, die mit Berurtheilungen zu empfindlichen Gefängnißftrafen geendigt haben, sollten die Berliner Arbeiter darüber belehrt haben, daß unsere Behörden mit Ernst und Entschie denheit auf die Bifolgung des Gefeßes zu halten fich ange legen sein laffen und Ruhe und Ordnung bet Streils unter allen Umständen aufrecht zu erhalten gewillt find. Reichen die gewöhnlichen Mittel polizeilichen Einschreitens dazu nicht aus, so ist im Bezirk des sogenannten Kleinen Belagerungszustandes burch die Ausweisungsbefugniß der Landespolizeibehörde eine Waffe in die Hand gegeben, von der fie gegenüber gefeßwi brigen Streits wir erinnern nur an die Fälle Lücke und Kunow Gebrauch zu machen kaum Bedenken tragen dürfte. -Auf der anderen Seite find, wie wir von zuständiger Seite erfahren, zum Schuß etwa zureisender fremder Maurer wie aller derjenigen Arbeiter, welche die Arbeit fortsezen oder wieder aufnehmen wollen, gegen Terrorirungsversuche und ge fezwidrige Beeinflussungen von Seiten der Streitenden auf den Baustellen und sonst in der Stadt die umfassendsten poli getlichen Vorkehrungen getroffen, so daß Maurer, welche zu arbeiten bereit find, gegen Beeinträchtigungen ihrer persönlichen Freiheit von Seiten ihrer Berufsgenoffen eines wirksamen po lizeilichen Schußes fich versichert halten dürfen." r. Allernenester Bacillus! Wieder ist es ein Berliner Gelehrter, der ihn entdeckt hat, nämlich herr Dr. med. Lorenz, der bei seinen Reifen in Afrika fand, daß das den Forschungs reisenden und toloniftrenden Auswanderern so gefährlich were bende Malariafieber durch einen Spaltpilz verursacht wird, der in dem Blute der Erkrankten zu finden ist. Herr Dr. Lorenz bat hierüber dem Verein für Handels Geographie eingehende Mittheilung gemacht; er hat gefunden, daß Erkrankungen in Folge des Malaria Spaltpilzes zweckmäßig mit Dson gebeilt werben tönnen und schlägt deffen Erzeugung bei solchen Fieber fällen aus gewissen medizinischen Substanzen vor. Eine be stimmte äußerliche Farbe hat der Entdecker bei dem Malaria pilz nicht finden können; er scheint also, ebenso wie der Koch'sche Cholera Pilz farblos zu sein. Da nun aber doch nach den im Bublitum üblichen Begriffen jedes Ding eine Farbe haben muß und wäre es auch nur eine eingebildete, so ist man geneigt, der neu entdeckten fleinen Bestie eine kolonialpolitische Schattirung zu geben, und zwar in doppelter Färbung: S0 lange der Malaria Bacillus lebt und durch fortgesette Spal tung fich vermehrt, ift er kolonial. und reichsfeindlich, sobald er aber durch Dzon vernichtet wird, nimmt er eine folonial freundliche und reichstreue Färbung an. Das kleine Vieh hält danach den Grundsat in Ehren, während seines ganzen Lebens nur eine politische Färbung zu haben, was die höher orgas nifirten Wesen bekanntlich nicht immer behaupten tönnen. Die Schlachtungen auf dem Sentral Schlachthof nehmen immer größere Dimenfionen an, in Folge deffen meh, tere Einrichtungen auf dem Bentral Bichhofe nicht mehr ausreichen. Das Kuratorium des ftädtischen Bentral Vieh und Schlachthofes hat daher beim Magiftrat einen Antrag gestellt auf die Erbauung noch einer Schweine Verkaufshalle, auf Einrichtung von neuen Lokalitäten für die Trichinenschau und auf einen Anbau von drei Bureaus des Schlachthof Inspel tors. Die neue Schweinehalle soll namentlich zur Aufnahme von Schweinen, welche von der Klauenseuche befallen worden, bie namentlich unter den auf den blefigen Markt gebrachten ausländischen Schweinen zu berrschen pflegt, dienen; fie foll zur Aufnahme bis zu 2600 Stüd Schweinen eingerichtet und von drei Seiten mit offenen Buchten versehen werden, den Thieren das erforderliche Sandlager zu verschaffen. Bur Vermehrung der Trichinen beschauer Lotalitäten soll der unter Der Rinderballe befindliche und äußerst selten zu Fourage aweden benuste Raum eingerichtet werden. Der Magiftrat bat beschloffen, die inträge des Kuratoriums zu genehmigen und hat beftimmt, daß die Baukosten für die Schweinehalle, welche auf 130 000 Mt. berechnet sind, aus den Ueberschüssen Trichinenschau und des Anbaues zur Vergrößerung der Bu reaus des Schlachthaus Inspektors, welche mit 4200 refp. 3900 M. berechnet sind, aus den Ueberschüssen des Schlacht hofes entnommen werden sollen. Berlin nur die Anftellung von sechs Aerzten in Aus ficht genommen ist, eine prompte ärztliche Hilfe wird ermöglicht werden, muß freilich vorläufig dahingestellt bleiben. ausgesprochene 3wangsversicherung derselben führte alle hier beschäftigten Arbeiter, auch wenn sie die in den früber giltigen Statuten festgesette Altersgrenze, welche fte von der Erwerbung Der Mitgliedschaft der Kaffe ausschloß, überschritten hatten, den Raffen wieder zu, so daß vom 1. Dezember 1884 ab, mit welchem Tage die Zwangsversicherung in Kraft trat, die Mitgliederzahl einzelner Staffen fich verdoppelte. Während die Mitgliederzahl der dem Gewerts- Kranken- Verein zugehörigen Raffen Ende No Dember 1884 etwa 92 000 betrug, wuchs die Sabl Anfangs Januar dieses Jahres auf 140 000 und hat fich bis Mitte Mat Dieses Jahres trop des Abganges der nahezu 5000 Mitglieder der Ortstrantenkaffe für Wäschefabrikation auf 175 000 erhöht. Diefe ganz enorme Steigerung der Mitgliederzahl, welche die Arbeitskräfte der Kaffenvorstände und Verwaltungen aufs stärkste in Anspruch nahm und die Gewerbe- Deputation als Aufsichts behörde zu ununterbrochenem Eingreifen awang, war für diese aber auch zugleich Veranlassung, Einrichtungen zu treffen, um eine ausreichendere, schnellere und billigere ärztliche Hilfe für Die ertrantten Raffenmitglieder zu befchaffen. Es ergab fich, daß die bisherige Eintheilung der Stadt in 43 Medizinal Besirle mit je einem Arat ganz unzulänglich war, und daß bie vorhandenen Gewerksärzte nicht im Stande waren, ben Halt, die in ihrem dünnen Röckchen auch die Unannehmlich leit des Wetters zu empfinden schien. Herr Mur Der Kleine, der wohl bie nahenden Schritte gehört, aber nicht darauf geachtet hatte, fchrat schon bei der Stimme, die feinen Namen nannte, empor und schaute beftürzt au bem Herrn auf. Gind Sie schon auf Ihrem Posten?" sagte biefer freundlich. Ich habe mir aber überlegt, daß ich Ihnen lieber Gesellschaft leiften will, benn es kann Manches vorfallen, worin Sie sich nicht zu helfen wiffen. Ich glaube überhaupt taum, daß die Dame der deutschen Sprache mächtig ist." Leife. " Ich verstehe Englisch, Herr von Solberg," fagte Mur " In der That, das habe ich nicht gewußt, dann wäre meine Gegenwart vielleicht nicht nöthig gewesen; aber da i gerabe hier bin, kann ich die Dame auch eben so gut mit erwarten. Fühlt fie fich nicht zu angegriffen von der Reise, so ist es vielleicht noch möglich, Einiges ihr auf morgen zu besprechen. Da geht auch schon bie Aber ba tommt Glode ber Bug! und nun, Herr Muz, seien Sie so gut und paffen Sie bort auf die Rupees zweiter und erster Klaffe auf, ich werde mich hierher fationiren und sehen, ob ich die Dame treffe. Wer ihr aber von uns begegnet, wartet auf den nbern, nicht wahr?" F Von den Tegeler Wafferwerken. Das Kuratorium der Städtischen Wafferwerte hat dem Magiftrat angezeigt, daß die Erweiterungsbauten bei den Tegeler Wasser werten voraussichtlich am 8. Juli cr. werden in Betrieb gefest werden können. Die bestehenden Einrichtungen würden nachschleifend, suchen die Restauration oder rufen nach einer Droschte; Hausknechte drängen fich zwifchen fie und bieten zehn Minuten Aufenthalt das unbekannte Hotels andrängt und wogt Alles durcheinander und schreit und schiebt, und dazwischen werden die Achsen geschmiert, Lichter nachgesehen, Gepäckarren herüber und hinüber gerollt. Borsehen! tönt der dumpfe, mürrische Ruf, denn die Baffagiere find ihnen, wie ben Billarbspielern beim Billard die Zuschauer, immer im Wege. Das schreit und lacht durcheinander hier nimmt eine Mutter Abschied von ihrem Sohne, bort tommt der Vater von längerer Reise zurück, furz, zahllose Kleine Gruppen bilben sich, die aber mit dem Glockenzeichen auch im Nu wieder wie in Luft zerfließen. Einsteigen! Swei Schläge Der Bug hat fich verspätet und kann nicht einmal feine eigentlich bestimmten zehn Minuten einhalten; ob bie Baffagiere Beit bekommen, etwas zu verzehren, bleibt sich vollkommen gleich, denn Andere harren schon wieder in fernen Stäbten auf das eiferne Dampfroß und es darf nicht länger fäumen. Hans sowohl wie Mur hatten sich indessen mitten in bas bichtefte Gewühl gestürzt, um die erwartete Dame zu finden Sans besonders in Todesangst, daß fie am Ende noch einmal zu verhindert worden sein follte, au kommen, und ber morgenbe Tag mußte ja in seiner Familie die Entscheidung bringen. Es ließ sich nirgends in einem der Roupees, die fie be auffichtigten, eine Dame blicken, die allein war und dem Bilbe entsprach, daß sich Beide, wenn auch Jeber per Gewiß, Herr von Solberg." Rasches, heftiges Zäuten auf dem Berron. Aus den Bartesälen zweiter Klaffe brängen sich herren mit Reife fäden und Handkoffern, mit Schirmen und Stöden, bie quer vor bie Thür Tommen und den ganzen Gang blotiren, mit Fußsäden und anderen Reise- Utenfilien unterhielt. heraus; aus dem britter Klaffe tommen Leute mit Rörben, Baden und manchmal sogar mit Riften, die fie, um ein Paar Groschen Fracht zu erfparen, mit in's Roupee hinein schieben, von ihr gemacht. Ueberall, wenn fie auch schon glaubten, fie hätten die Betreffende gefunden, wurde fie schon von Berwandten oder Freunden begrüßt und zeigte bann, daß fie fich in Deutsch, als ihrer Muttersprache, Eine Menge Leute verließen babei den Bahnhof, die Mitpaffagiere waren schon eingestiegen, die Pfeife des Oberschaffners schrillte ihren trillernben Laut ein Herr Hand, angeßürzt. Einer der Schaffner öffnete H um r. Jene bekannten Schwindelauftionen, die bis vor einigen Jahren in den belebteren Theilen unserer Stadt start im Gange waren, und die man eigentlich als eine besondere Spezialität des Berliner Bauernfanges bezeichnen konnte, machen fich in den letten Tagen wieber bemertlich, nachdem es der Breffe und dem thatfräftigen Eingreifen der Boitzet gelungen war, diesen dreisten und gemeingefährlichen Schwindel zu be feitigen. In der Kommandantenstraße, in der Bimmerftraße und in einigen anderen Theilen der Friedrichstadt hörte man in den legten Tagen aus einigen verdächtig aufgepugten Laden Lokalitäten heraus das bekannte, weithin tönende: Bum ersten, zum zweiten, zum dritten und-" erschallen. Der Schwindel ,, Das ist nicht mein Roupee..." Wollen Sie mit?" Die Lokomotive that einen greller Pfiff und der Bug einen Rud. Der Herr mit den Belaftiefeln und dem Butterbrob warf fich fopfüber in den offenen Wagen noch ein Rud, und langfam erft, bann immer schneller fette fich der Bug in Bewegung, bis er draußen vor dem Bahnhof erst in Schwung lam unb nun mit teuchendem Athem und roth und unheimlich glühenden Augen hinaus fürmte in die dunkle Nacht. Hans stand in Verzweiflung, und als Mug jest zu ihm trat, fagte er, mit der Hand burch die Loden fahrenb: und was nun? Sie ist richtig nicht gekommen. Was machen wir jett? Das Beste ist, wir telegraphiren gleich." Was ist das für eine Frau, die da brüben steht?" sagte Mug, ber den Blick über ben Berron warf und eine buntle Gestalt bemerkte, die, wie es schien, in sehr dürftiger Rleibung bort stehen geblieben war und augenscheinlich auf Jemanden wartete. Hans warf den Blid hinüber. Das ist eine Frau, bie aus der britten Rlaffe ausgestiegen ist; fie fieht zerlumpt unb elend aus. Es ist nicht bie, welche wir erwarten. Nicht wahr, The Notar weiß die Abreffe in Hamburg wenn wir nun gleich telegraphirten ?" " Ich werde mir doch die Frau dort einmal genauer ans sehen," sagte Mur, der fie indessen nicht aus den Augen ges laffen hatte, ohne daß fie fich aber auch nur im Geringften bewegte. Nicht einmal ben Ropf wandte fie weber mach rechts noch links und schien in voller Gebuld der Dinge zu harren, die da kommen sollten. Sie glauben doch nicht, daß das die Laby ist?" " Rein; aber fie fann Jemanden dort gelaffen haben, um fie Suchenden Auskunft zu geben, während sie selber in die Restauration gegangen ist. Das wäre möglich," sagte Sans, und Mug war auch wollen, von fchon unterwegs und ging direkt auf die dort noch immer urüdgewiesen werden und nun wieder in die Gepäd im linken Arm, ein belegtes Butterbrob in der rechten Spedition Aürzen. Baffagiere, viele noch in Belzen, ihr Gepäck hinten Thür. allein stehende Frau zu, bie nur, als er sich näherte, ihven ihm eine Blid feft auf ihn richtete. ( Forthegung folgt.) Belgie jo vollständig feine frühere Bbykognomie, daß ein Ber Hiner barauf wohl laum hineinfällt; der Unternehmer in der Rommandantenftraße mußte sogar zeitweise seine Berfteigerungen einftellen, denn die Unterhaltung des vor dem Schaufenster angesammelten Bublikums verrieth eine deutliche Reigung des felben, die Verfteigerung zu unterbrechen und dem Auftionator den Gesammt Buschlag au ertheilen. Bei dem gegen wärtigen Fremdenverkehr find diese Schwindelunternehmen wohl haupt Tächlich auf den Reinfall der Fremden berechnet, und diese mögen beshalb besonders gewarnt sein. Damollesfchwert Sibirien" fobwebte, allen weiteren Un annehmlichkeiten entgeben würde. Der mit Sibirien annehmlich fetten bebrobte Arzt Hes fich indessen im Gefühle feiner bedrohte Arat He fich nicht einschüchtern unb verweigerte Dem Unschulb Geheimpolizisten jeden Dbulus. Er mußte die Folgen febr bald verspüren; unabläfig fand er sich von der Bolizei bewacht und von Geheimpolizisten auf Schritt und Tritt verfolgt. Um diefer peinlichen Lage au entgeben, ließ er fich in Unterhand lungen mit dem Geheimpolizisten Silorsli ein; er zahlte ihm 100 Rubel und versprach, die weiteren 200 Rubel zu verab folgen, wenn er die Gewißheit erlangen würde, daß die Polizei folgen, wenn er die Gewißheit erlangen würde, daß die Bolizei ihn unbehelligt laffen werde. Inzwischen befann fich der Ge prellte eines Anderen und verweigerte die abgemachte reftirende Summe. Wieder begannen die Belästigungen seitens der Ge beimpolisien und der ganzen Bolizei, wieder wurde bem Dofer die alte Komödie vorgespielt; aus Korrespondenzen sollte seine Verbindung mit ausländischen Agitatoren hervorgehen. In feiner Verzweiflung entschloß sich der angebliche Revolutionär, den ganzen Vorfall dem Generalgouverneur vorzutragen. Nach einer fompligirten Untersuchung, in ber der saubere Geheim polizift von feinen Kollegen zu Ungunften des Dr. Hering unterfügt wurde, tlärten fich die Machinationen der Klique auf, und Silorsti erschien vor Gericht, angeklagt der Expreffung und Bestechlichkeit. Es hielt schwer, endlich wurde er doch vom Warschauer Gericht dieser Verbrechen überführt und in Folge beffen zum Berlufte aller Rechte und zur Verschidung in bas Gouvernement Tobolst verurtheilt. Wer weiß, mit wie vielen Opfern seiner langjährigen Thätigtett er dort zusammen treffen wird. Das Berliner Leitungswaffer enthält teinerlei gesund beltswidrige Bestandtbeile das ist das erfreuliche Resultat der von dem gerichtlichen Chemiter Dr. Bischoff und dem Gefundheitsamt angestellten Analyftrung und batterioskopischen Untersuchung. Der Wortlaut des Befunds ist folgender: Be fchaffenheit des Waffers in gesundheitlicher Beziehung. Bei ber Untersuchung der Wafferproben haben sich in feinem Falle Anhaltspuntte dafür ergeben, daß das Berliner Leitungswaffer -sei es durch seine chemische Beschaffenheit oder durch seinen Gebalt an mitroparafitären Bestandtheilen eine gesundheits widrige Wirkung zu äußern im Stande war. Namentlich hat auch die Prüfung der im Leitungswaffer vorkommenden ver fchiedenen Formen von Mitcoorganismen auf pathogene Eigen fchaften nichts ergeben, was den Verdacht der Gesundheits Schädlichkeit irgendwie begründen tönnte." Der Stadtverord netenversammlung ist in Bezug hierauf mit den entsprechenden Anlagen vom Magiftat das folgende Schreiben zugegangen: Auf Anregung des Herrn Ober- Präfidenten Dr. Achenbach, welcher in unserem Berichte vom 3. Mära 1883, betreffend die Entwässerungsverhältnisse von Falkenberg Bürgnersfelde und deren Einfluß auf die Wasserversorgung Berlins, eine regelmäßige bakteriostopische Untersuchung des hiesigen Leitungs waffers vermißte, haben wir diese Untersuchungen nebst der bis zum 1. Juli pr. von Dr. Bischoff, ausgeführten chemischen Analyftrung von legtgenanntem Datum an nach vorheriger Bereinbarung dem taiserlichen Gesundheitsamt übertragen. Diese Untersuchungen dauern auch jest noch fort, und find uns die für den Beitraum vom 1. Juli pr. bis 31. März cr. ge wonnenen Resultate in der anliegenden Besprechung vom 4. Mat d. J. nebft awei Anhängen welche Schriftstücke wir zu unseren Alten zurüderbitten überfandt worden. Der Stadtverordneten Versammlung verfehlen wir nicht, diese Schriftftüde ริ นะ gefälligen Kenntnißnahme vor zulegen, aus welchen fich au unserer Freude er giebt, daß der Befund nach allen Richtungen hin ein überaus günftiger ift. Es ist demnach wie auch in der Besprechung wie auch in der Besprechung felbft angenommen wird mit Zuversicht zu hoffen, daß das Waffer im Rohrsysteme der Stadt, nachdem demselben noch längere Zeit hindurch nur filtrirtes Waffer augeführt worden, immer mehr an Reinheit gewinnen wird. Um hierüber mettere Gewißheit zu erlangen und um über den Zustand des Waffers nach den bisher der Beobachtung unterzogenen Richtungen hin immer unterrichtet au sein, haben wir beschloffen, die Unter fuchungen zunächst noch auf ein Jahr in dem bisherigen Umfange fortfeßen zu laffen, welche nach Mittheilung des Kaiserl. Gefundheitsamts von diesem auf das am 1. Juni cr. neuer richtete hygienische Laboratorium der Universität übertragen worden find, hier aber in der bisherigen Weise werden ausge führt werden. Berlin, den 13. Juni 1885. Magiftrat hiefiger Rönigl. Haupt und Refidenzstadt. gez. v. Fordenbed. R. Glüdlicherweise ist es gelungen, eines Wüftlings noch vor der Ausführung seiner schändlichen Abfichten habbaft au werden. Am Montag bald nach 2 Uhr Nachmittags batte man einen Mann bemert', welcher fich in auffallender Weise mehreren fleinen Mädchen in der Hermannstraße in Rigdorf näherte. Bald wurde man gewahr, daß er fich namentlich mit ber 7 Jahre alten Anna Th. zu schaffen machte und dieselbe in auffälliger Weise an die Bruft faßte. Als der Unbelannte fich beobachtet fab, entfernte er sich schleunigft. Das Mädchen geftand auf Befragen ein, daß er ihr Murmeln versprochen babe, wenn fie feine Handgreiflichkeiten geftatte. Bon mehreren Leuten verfolgt, wurde jener bald eingeholt und nach dem Amtsbureau gebracht. Seinen dort gemachten Angaben nach heiß er Stephan, wohnt in der Simeonfiraße zu Berlin bei feiner Ehefrau, ift 41 Jahre alt und beretts längere Zeit ohne Arbelt. Derselbe Mensch soll bereits im April in Derselben Gegend mit einem zehnjährigen Mädchen unter verdächtigen Umständen bemerkt worden sein. Gerichts- Zeitung. Sosiales und Arbeiterbewegung. Die deutsche Eifenindustrie wird in einiger Belt zeigen können, was fie vermag. In China geht man mit dem Blane um, endlich großartige Eisenbahnstreden zu bauen. Die Nordamerikaner und Engländer find schon auf dem Blane und werden fich alle Mühe geben, die Aufträge zu erhalten. Nun mögen die Deutschen einmal zeigen, was fie im friedlichen Wettbewerb mit den anderen Nationen tönnen. Den Eisenprobuzenten werden die subventionirten Linien nach Dftaften zu Gute lommen, die den Verkehr vermitteln werden. Bis iezt hat man immer nur Klagen aus den Reihen der Groß industriellen vernommen, fortwährend haben dieselben nach Staatsschuß geschrien und fte haben ihn erhalten. Aber man sollte meinen, gerade diese Induftrie habe in Deutschland die Kinderschuhe ausgezogen und werde ich jest selbst belfen tönnen. Die Gelegenheit, das zu beweisen, ist eine günstige, wenn der reformatorische Gedanke in China, was wir hoffen wollen, zur That fich geftaltet. " 1 H auft und durch Einwanderer, lediglich latholife Jtaliener urbar machen lassen will. Die Rolonifien sollen später das Land in Bacht bekommen. Ropenhagen, 20. Juni. Der Töpferstreit i in Folge von Maßregelungen wieder aufgenommen worden. Vereine und Versammlungen. " Zum Maurerftreit in Berlin veröffentlicht die Streil Kommiffion der Maurer Nachstehendes: Durch die zur Uner träglichkeit gewordenen Verhältnisse saben wir, die Berliner Maurer, uns genöthigt, mit einer ganz befcheibenen Lohnfor derung von 10 pet. an unsere Meisterschaft beran zu treten, welche jedoch rundweg jede Unterhandlung mit unserer Lohn kommiffion ablehnte. Um uns Gehör zu verschaffen, faben wir uns genöthigt, zur Waffe der partiellen Streils au greifen, welche jedoch ben beabsichtigten Bwed verfehlten. Dieses ein febend, veranlaßten die Bundesmeister ihre Kollegen, welche bereits eine Bulage von 5 pet. gegen ben bisher bezahlten Lohn bewilligt hatten, diese wieder abzuziehen. Wir erachteten e nunmehr als unsere heiligfte Pflicht, eine derartige Pro vozirung mit einer allgemeinen Arbeitseinstellung zu beant worten, welche am 17. Dieses Monats in der Bbilbarmonie" Don 5000 im Saal( sirta 3000 auf der Straße) befindlichen Maurern faft einstimmig beschloffen wurde. 13 000 Maurer legten am 18. b. M. früb thre Arbeit nieder. Freunde und Brüder! Wir sind in diesen ernsten Kampf, welchen wir auf friedlichem Wege zu schlichten uns bemühten, bur bas Berhalten der Meister gedrängt worden. wohl einige tausend unserer braven Kollegen durch vie partiellen Streits bereits über 3 Wochen arbeitslos find, fo baben diefelben bis dato beldenmüthig auf jede materielle Unterstügung verzichtet. Ein Beweis mit festen Ueberzeugung fie ben Febdehandschuh genommen haben. Bei langanbauerndem Streit wird bie Unterstützungsfrage aber doch zur Nothwendigkeit werden und wir appelliren hiermit an die Solidarität der betterschaft Berlins und Deutschlands. Alle Geldsendungen find zu richten an die Lohnkommission der Berliner Maurer Händen des Herrn Schulz, Lothringerstr. 37; alle Briefe an C. Behrend ebendaselbst. Quittungen erfolgen in der Bett schrift:„ Der Bauhandwerker". Ueber etwa übersehene Quit fungen wolle man fich an die Expedition genannten Blattes, Georgenkirchftr. 26, wenden. Mit Bruder- Gruß die Streif kommission der Berliner Maurer. Eigener Herd ist Goldes werth, schreibt Dr. Hirsch, der Harmonieapostel, in seinem Gewerkverein" und ermahnt seine Anhänger dazu mitzuhelfen, daß fich die deutschen Geweifvereine in der Reidsbauptstadt ein eigenes Heim errichten" tönnen. Die Sache läßt sich sehr einfach in der Welse arrangiren, meint Märchen, wenn jedes Mitglied der Gewerkvereine die Kleinigkeit von einer Reichsmart dazu beifteuert! Angeblich sollen alle Gewertvereine zufammen 56000( 3) Mitglieder zählen. Würde also jeder Gewerfvereinler eine Mart zahlen, so wären im Wege der Selbsthilfe" 56 000 Märtchen flugs beteinander und Mär chen tönnte sein Haus antaufen. Db aber die Gewerfvereinler in der Lage und gewillt find, ihr Geld in dieser überflüffigen Weise au vergeuben? Freilich müssen fie es ja dazu haben", Denn der Gemertverein bat erft in den legten Wochen durch eine lange Reihe von Artikeln die Frage beantwortet: Rann der Arbeiter sparen?" Nach Märchen find die heutigen Löhne noch so hoch, daß der Arbeiter sparen tann und diese Ersparniffe soll er dann zur höheren Ehre und Herrlichkeit des Berliner Harmonie Hirsches in einem Gewerkschafts- Beim" anlegen! Sollte man es für möglich halten, daß Ausgangs des 19. Jahr hunderts derartige plumpe Humbugtreiber die Arbeiter in dieser Weise nasführen und verhöhnen dürfen?! H In Mecklenburg möchte man auch Arbeiterkolonien und Verpflegungsstationen gründen. Doch scheitert dies, da man feine Kommunalverbände bat und die gegenwärtige wunderliche Dreitheilung in Dominium, Ritterschaft und Städte ein ge meinsames Witten nicht zuläßt. Die Lothringer Eisenwerte haben über 200 Eisenarbeiter entlaffen. Auch vom Rhein Tommen trübe Nachrichten über die Lage der Eifer industrie. Daß die Lage derselben in Ober Daß die Lage derfelben in Oberfchleften eine traurige ift, haben wir schon mitgetheilt. Das Kolonialfieber hat auch den Papst Leo XIII. ers griffen. Derfelbe ,, arbettet" an einer Jdee, in den nordameri fanischen Freistaaten eine Ackerbautolonie zu errichten. Es foll mit dem Bapfte an der Spige eine große Attiengesellschaft ge gründet werden, welche ein großes untultivirtes Terrain an Wegen Wahlfälschung ist Reichsgerichtsentscheidung. Wegen Wahlfälschung ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III, Straffenats vom 12. Mär 1885, auch derjenige zu beftrafen, welcher einen Stimmzettel für einen Anderen unter Mißbrauch des Namens Deffelben abgegeben hat, selbst wenn er demselben Kandidaten bie Stimme gab, dem der Berechtigte fie gegeben hätte. Es tommt rechtlich überhaupt nicht darauf an, zu untersuchen, wie Der von Sch.( deffen Name gemißbraucht worden ist) persönlich abzugeben gewefene Wahlzettel gelautet haben würde, und an bieser absolut unbestimmbaren hypothese zu prüfen ob der Wahltandidat 6. durch des Angeklagten Handlung mehr Stimmen erhalten hat, als er ohne diese Handlung erhalten haben würde. Entscheidend ist allein die vom Angeklagten vorfäßlich herbeigeführte Mitzählung der Sch.'schen Stimme, bez. deß nach der Wahlverhandlung von dem Wähler Sch. ab. gegebenen Stimmaettels, obwohl Sch. thatsächlich sein Wahl recht nicht ausgeübt hatte. Dieses Resultat der Wahlhandlung, bebingt durch Behandlung eines gefeßlich ungiltigen Wahl gettels als giltig, ist das pofitiv unrichtige E: gebniß, welches Betlagter durch seine hügerische Manipulation unmittelbar bewirkt hat, und welches vom§ 108 Absat 2 bes Str. G. B. betroffen wird. Wenn, wie das R. G. anerkannt bat( Entscheidung in Straffachen Bb. 10 5. 60), schon die be wußte Ausübung eines materiell nicht bestehenden Wahlrechts ohne Anwendung von Täuschungsmitteln bei dem Wahlakte felbst, von der Strafbestimmung des§ 108 Abs. 2 des Str. G.B. mit betroffen wird, so tann es nicht zweifelhaft sein, baß die fraudulose Erschleichung eines Stimmrechts durch einen nicht Stimmberechtigten mittelst Annahme eines falschen Namens, fälschliches Auftreten als fremde Person und dergl. der Strafnorm unbedingt unterliegt. Nicht lediglich die for male und reglementäre, fondern ebensogut die gesammte ma terielle Legalität der Wahlbandlung mit ihren Ergebnissen hängt von der Richtigkeit der Identität der in den Wahllisten eingetragenen und der im Wahlatt biernach thr Stimmrecht Jede diese Identität alterirende ausübenden Wähler ab. Sandlung alterirt materiell die Richtigkeit des Wahlergebnisses. Russische Geheimpolizei. Vor den Schranken des War Schauer Gerichtshofes spielte fich soeben ein Prozeß ab, der auf Die Thätigkeit der geheimen politischen Polizei in Rußland grelle Streiflichter wirft; die durch ihn zur öffentlichen Kenntniß ge langten Verhältnisse find typisch und lommen an sehr vielen Drten, in denen Nihilistenspüreret getrieben wird, gar zu oft Dor. Ein höherer Geheimpolisift in Warschau, Sitorali, fonnte, wie es vielen rufftschen Beamten gebt, nicht mit seinem Gehalt burchblommen und erfand bald die gewagteften Spekulationen, um feine Einnahmen zu vergrößern. Als das Opfer feiner Er preffungssucht ertor er fich eines Tages den Arzt Dr. Hering. Letterer hörte plöglich, daß auf ihm ein schwerwiegender Ber bacht der Angehörigkeit zur fozial revolutionären Partei lafle, ja, es sollten bereits in den Händen der Sicherheitsbehörde Beweise vorhanden sein, die feine Schuld als unzweifelhaft er Scheinen ließen. Bur rechten Beit stellte sich auch der genannte Gebeimpoltgift Silosti bei dem Dr. Hering ein, und erbot fich, für die bescheidene Summe von 300 Rubeln die Sache todt zu machen, so daß der Verdächtige, über deffen Haupt bas 3. Klasse 172. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 28. Juni 1885. Nur die Gewinne über 155 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Db. welder N in S ware fosia wie bero Den Sie Bol Die vers gabe Ber Sch fozia auf fich Bef Ann Ber ordr Gru Nov treff roie Gl. Der Fachverein der Tischler hielt am Sonnabend, Den 20. Junt, in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, eine außerordentliche General Bersammlung ab. Die Versammlung beschäftigte sich mit der Frage einer auszuarbeitenden Betition an den Magiftrat um Errichtung eines Gewerbe Schiedsgerichts und beauftragte den Vorstand, eine diesbezügliche Bettion auß zuarbeiten und die Durchberathung derselben sowie die Dil Tuffton über die Nothwendigkeit der Errichtung eines Gewerbe Schiedsgerichts für Berlin auf die Tages Ordnung der nächsten General Versammlung am Sonnabend, den 4. Sult, zu seßen. Es schloffen sich hieran die Ergänzungswahlen des Vorstandes und wurde zum zweiten Vorsitzenden Herr Winter und zum Beifizer Herr Boy für die aus dem Fachverein ausgetretenen Mitglieder Stellmann und Röbel gewählt. Es tam bann ein Flugblatt der Bentral Lohnfommission ber Tischler hierselbst zur Berlesung, in welchem der Fachverein in schmußiger Weise an gegriffen wurde und wurde die Frage erörtert, ob die Mitglieder obiger Rommiffion noch als Kollegen im Fachverein betrachtet werden dürften. Es entspann fich hierüber eine lebhafte De batte, die, da die Beit schon zu weit vorgerüdt war, in det nächsten Bersammlung fortgefegt werden soll. Weiter war ein Brief der Königsberger fireifenden Kollegen eingelaufen, der angeigte, daß fie bis bato 14 M. 20 Bf. von der Bentral- Lohn tommiffion erhalten haben. An den Fachverein wurden bis babin ca. 258 M. an freiwilligen Beiträgen für auswärtige strellen de Tischler abgeliefert, davon waren bereits 165 Ma nach Königsberg abgesandt. Die Versammlung beschloß, d noch vorhandene Summe zur Hälfte nach Königsberg und Hälfte nach Dresden zu senden und mit der Bahlung fre williger Beiträge zu genannten Sweden fortzufahren. Würzburg, 20. Junt. In einer bier am 17. Juni ab gehaltenen Schubmacherversammlung sprach in längerer Rebe Herr Reichstagsabgeordneter Bod Gotha über die Lage be Schuhmachergewerbes, wobei er a. A auch auf die Ausnahme gefeße zu sprechen tam. Der anwesende Bolizeiattuar erhob fich und erklärte, die Versammlung schließen zu müssen, wenn die Tagesordnung nicht eingehalten werde. Darauf bin beendete Herr Bock seine Ausführungen. Die Theilnehmer trennten fi mit einem Hoch auf den Neoner. 74 78 815 18 930 84 46033 40 153 409 30 65 86 549 662 78( 200) 784 801 41 95[ 170] 933 47008 35 89 109 38( 170) 45 82 339 64 75 5 58 67 605 85 93 714 889 954 48128 97 221 38 99 300 40 50 437 [ 170] 520 662 73 780 875 90[ 170] 945 53 49040 41 85 94 347 67 85 464 98 589 615 42 795 856 62 93 906 84 CONSERVA 50049 69 87[ 200] 109 54 60 243 310[ 170] 15 33 434 62 77 83 6 42 803 86 960 51100 9 28 206 20 328[ 170] 402 52 55 609 90 722 49 73 839 61 72 9: 3[ 300] 89 52006 17 43[ 200] 64 130 44 212 16, 350 90 415 17 35 558 776 907 53191 282 307 20 29 35 36 53 79 5 66 91 608 74 709[ 170] 68 98 907 52 54061 67 96 116 217 53 301 82 414[ 200] 87 591 633 82 87 751 913 37 64 61 55017 51 86 91 128 221 93 358[ 200] 66 404 5 42 72 653 794 96 [ 240] 65 86 917 24[ 170] 56089 124 33 95 200 90[ 170 302 20 36 40 62 446[ 200] 513 69 89 670 80 866 912 63 57042 57[ 170] 117 31 248 67 308 34 92 422 33 45 46 74 91 514 34 42 48 95 625 708 10 59 94 9 878 924 58048 154 56[ 170] 282 424 30 65 593 869 72 946 75 89 59010 13( 2401 21 49 63 83 123 26 55 94 362 63 427 89 506 15 638 44 50 867 72 83 87[ 200] 96 60037 79 84 98[ 300] 101 33 74 245[ 200] 343 71 449 515 42( 240 72 94 620 63 792 803 6 15 81 936 42 47 90 61080 124 89 90 290( 3000) 322 50 84 431 61 509 62 69 82 729 30 45[ 170] 62[ 240] 64 99 850 69 925 47 71 85 62023 78 87[ 170] 113 91 211 65 70 322 37 92 438 41 68 [ 170] 96 533 57 80 612( 2001 46 68 75 87 714 907 17 70 63016 50 5 118 274 76 77 320[ 1800] 34 56 85 403 602 17 31 41 710 16 31 41,50 856 912 64002 47 66 120 35 233 46 356 61 66[ 170] 442 537[ 200] 610 759 97 820 63[ 170] 94 65003 32 60 68 76 80 116 44 47 278 87 364 88 440 92 529 68 610 28 35 42 80[ 170] 720 30 61 72 876 969 66013 40 104 20 34 232 30 50 59 350 55( 200) 412 62 510 15 60 98 640 74 88 99 777 92 856 66 69 79 963 69 67089 264 331 34 410 38 71 98 517 89 600 12 31 54 765 834 84 86 97 910 16 69 68078 85[ 240] 129[ 170] 68[ 170] 94 215 40,90 69020 58 69 100 362 400 23 46 88 551 76[ 240] 649 796 803 75 90 223 28 54 80 307 28 463 66 562 66 99 681 724 44 54 79 318 19 968 70038 108[ 170] 19 29[ 200] 99 280 310 24 401 584 603 92 822 929 32 56 75 82 86 71007 23 216 20 65 354 90 451 567[ 45000] 688 90 813 31 80 901 59 98 72053 113 214 23 65 314 15 91 455 73 74 84 50 12 59 88 98 620 755 71 822[ 170] 37 52 97 932 73009 204 14[ 170] 35 506 630 718 804 44 75 975 86 74025 46 124[ 170] 212 421[ 170] 618 784 811 15 911 31 52 10 131 61 80 87 348 72 86[ 200] 95 455 66 80 98 557 90 666 700 39 839 73 80 94 923[ 170] 38 77 78 93 1016 40 59[ 170] 72 87 119 60 68 254 57 344 92 400 10 22[ 170] 32 529 84 603 8 15 82 87 93 789 803 14 45 56[ 240] 76 77 92 988[ 170] 2033[ 170] 40 135 217 48 304 29 99 409 647 52 94 736 86 900 33 63 3003 63 225 36 37 51 322[ 170] 31 544 781 97 825 54 92 4074 80 94 160 234[ 170] 36 311 36[ 170] 51 86 89 429 63 607[ 170] 68 770 77 85 813 23 54 940 58 5097 117 47 81 83 238 52 63 385 88 428 55 520 26 631 81 713 826 40 81 987[ 170] 6031 76 243 51 77 403 11 26 534 84 604[ 170] 19 35 42 700[ 300] 11 83( 900) 885 920 24 78 97 7005 24 122 36 41 88 200 8 13 15 16 97 331 74 403 37 50 524 46 721 32 65 95 96 887 907 26 [ 170] 68 8043 53 57 75 83 102 41 74 93 256 307 35 45 402 543 605 38 71 712 881 95 912 9014 18 158 89 201 7 71 91[ 170] 320 36 73 75 406 702 27 85 834[ 300] 89 972 81 10015 29 149 61 83 337 437 534 62 614 59 99 704 43 49 902 21 29 35 11106 363 423 27 68 503 92 666 84 754 831 48 76 915 65 12007 20[ 170] 67 94 96 134 75 296 366 411 17 52 58 84 503[ 170] 49 687 701 10 834 89 926 52 81 13009 50 123 35 46 341 94 95 410 501 654 68 75 766 806[ 170] 926 66[ 170] 14196 98 264 68 81 393 418 95 543 79 616 25 33 79 88 701 59 75 15039 140 221 67 308 68 74 400 53 80 504[ 170] 24 79 618 816 45 61 950[ 170] 16070 125 78 239 70 330 37 421 33[ 170] 48 509 16 73 606 31 93 760 829 67 76 951 52 58 17052 126 45 68 70 232 39 404 13 27 58 77 537 67 624[ 170] 42 55 89 758 84[ 170] 86 874 937 18023 43 75 93 174 226 45 48 350 83 86[ 200] 97[ 240] 424 91 92 563 78 95 612 28 44 53 711 801 43 996 19040 60 133 205 14 99 375 461 513 65[ 200] 710 66 828 44 72 97 908 35[ 170] 45 20059 92 106 260 316 32 66 75 78 401 55 75 547 62 623 45[ 170] 742[ 200] 96 827 28 907 21055( 200) 144 47 64( 170) 85 205 98 358 73 82 95[ 170] 476 96 566 628 55 868 964 83 22222 44 52 314 42 46 75 78 82 405 17 82 83 547 672[ 200] 720 817 71 99 931 41 72 23065 69 74 161 76 82 201 9 17 33 43[ 170] 77 306 98 440 68 538 65 627 30 43 59[ 170] 706 65 845 49 902 74 95 24060 131 34[ 200] 270 419 31 82 75004 35 37 53 90 97 126 68 226 332 73 505 35 55[ 300] 70 632 59 96 542 667 86 712 867 905 87 53( 240) 758 92 92 93 704 36 67 918 1170] 64[ 170) 76024 35 101 23 36 44 225 1170 77023 3 25119 68 77 210 340 433 80 88 96 508 38 81 639 53[ 240] 758 92 68 86 398 473 586 89 95 603 19 47 729 74 81 855 921 45 830 36( 170) 50 978 26038 92 132 218 305 459 543 611 56 706 73 832 39 124 42 235 301 404 33 39 88 662 63( 200), 603 23 81[ 200] 774,91 33 45 92 95[ 200] 98 954 85 95 27072 89 112 58 294 361 462 87 595 78040[ 170] 62 93 123 52 81 91 96 202 6 58 333 98 99 440 76 51 653 720 89 828 43 28040 91 152 58 75 291 330 459 581 82 720 96 16[ 170] 24 81 711 93 833[ 200] 71 90 907 26 83 93 79036 83 145 63 [ 170] 820 29 66 97 929 67 29009 26 93 101 14 63 66 70 76 82 91[ 170] 82 258 391 96 505 24[ 300] 612 96 728 85 816 80070 97[ 200] 106 26( 2401 212 326 54 64 69 418 554 73 617 64 86 283 91 375 411 504 38 48 61 63 71[ 200] 89 628 37 59 79 773 74 888 952 30191 94 98 265 388[ 170] 401 6 14 17 60 507 74 95 707 96 829 47 723 25 54 851 960 81127 73 84[ 200] 212 41 48 336 50( 3000) 427 5 [ 170] 919 81107 36 241 66 70 342 67 69 402 6 10 69 81 601 802 4 22 603 15 61 764 69 847 903 4 36 82 94 82085[ 170] 94 126 76 92 307 70 914[ 200] 23 32063 110 80 84 334 93 410 588 619 37 49 59 80 844 423 33 82 631 57 78[ 170] 90 615 41 66 74 727 54 846 74 908 32 6392 64 74 79 911 12 49 63 87 33010 24 33 61 201[ 170] 44 64 452[ 170] 83038[ 170] 87 130 59( 170] 86 219 38[ 240] 362 87 96 414( 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14 17 73 90 91 128 67 88 89 226 35 325 26 83 89 45004[ 170] 41 58 134[ 170] 48[ 170] 228 491 505 598 610 764 72 91 410 17[ 170] 35 66 547 61 63 622-713 47[ 1800] 810 52 928 87 98 774 943 verantwortlicher diedast ut St. Gronge m m Bertin. Drua und Bertag von Wiar Bading in Berlin W., Beutyftrage 2. Hierzu eine Berlage. ener and tin ceil ners tner for ten bn wit fen, ein Iche ohn Bron ant ie" f hen urer und auf urd Db pie fo elle cher aufs wird teit Are gen er zu an Bett Quib ttes, reif end, cinc Tung tion ichts auß Dil rben ften Ben. nbes aum enen ctn tut an ieber chtet De DEC Cein ber obn bis rtige Rail fre ab Rede be be erbob n die norte n fid 200) 94 75 522 437 12 67 86 83 5 722 16 79-540 301 18 94 862 94 98 62 78 248 61 59010 50 867 2( 240 13000 850 69 41 60 550 58 41 58 00] 610 68 610 232 35 5 66 69 54 763 540 96 968 69 100 822 75 688 90 84 508 701 358 701 588 632 59 23[ 170] 023 33 774 96 75 511 145 63 764 86 427 522 307 22 2 63 97 30 92 84081 8 32 80 7 61 81 7 58 76 95 268 79( 2001 1701 979 8 91 98 744 822 93 765 306 17 4 38 52 5 923 35 6.83 89 age, Das Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 144. Bwei Versammlungen in Meerane am 16. und in Glauchau am 17. d. Mts. waren ein berufen zum Swed, Berichte über die Thätigkeit der fozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten entgegenzunehmen. Die erstere zu Meerane batte ihr eigenes Schicksal, wie aus dem folgenden Schreiben des dortigen Gtadiraths bervorgeht: An den Weber Herrn Franz Höfer in Meerane. Auf Ihre Eezügliche Eingabe vom heutigen Zage werden Sie hierdurch befchieden, daß der unterzeichnete Stadtrath als Bolizeibehörde beschloffen hat, die von Ihnen für nächsten Dienstag, den 16. diefes Monats, angemeldete öffentliche Boltsversammlung mit Rücksicht darauf, das die Anzeige eine An gabe über den Drt und die Beit der Abbaltung der fraglichen Bersammlung nicht enthält, auch dadurch, daß als Redner der Schriftsteller Liebknecht auftreten soll, wo Icher als eifriger fozialdemokratischer Agitator gilt und als ein Mann, welcher fich bereits wiederholt zu den auf den Umftura der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen bekannt bat, die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß auch in dieser beabsichtigten Bersammlung auf den Umfturs der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen zu Tage treten würden, auf Grund der Bestimmungen in§§ 2, 30 des Gesetzes vom 22. November 1850, das Vereins und Versammlungsrecht be. treffend, sowie des§9 des Reichsgesetzes vom 21. Ottober 1878, wie biermit geschieht, zu verbieten. Meerane, den 13. Juni 1885. Der Stadtrath. Dr. Koerner. Dieses Verbot wurde dem Einberufer jedoch so zeitig zu. geftellt, daß eine neue Versammlung einberufen, der in der tabträthlichen Verfügung gerügte Formenfebler reparirt und Herr Reichstagsabgeordneter Stolle als Referent zu dem Arbeiterschutzgesetz- Entwurf und seinen Konsequenzen benannt werden lonnte. Die zweite Versammlung fand denn auch statt; ben Vorft führte Herr Tischler Kirmse, au seinem Stellvertreter wurde Herr Reftaurateur Böhler bestellt. Herr Stolle sprach über das eben genannte Thema und nahm zugleich Gelegenheit, babet bie Thätigkeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in der legiverfloffenen Seifton in das rechte Licht zu stellen. Es wurde ihm leicht, zu beweisen, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage flets und namentlich in der legten Session mehr gearbeitet und geleistet hätten, als die Mitglieder der anderen Fraktionen, die Dielseitig bort Interessenpolitit, leider nur zu oft mit Erfolg treiben. Der Entwurf des Arbeiterschußgefeßes beweise unwider leglich, daß die Sozialdemokraten fich den realen Verhältnissen anpaffen und sehr wohl Praktisches zu schaffen wissen, was schon jegt durchzuführen set, aber gerade deshalb eifern ihre poli heftigsten dagegen, doch werde es nicht lange dauern und fte tragen müffen, um die steigernde Misere zu beschwören. Das nach diversen Kommissions berathungen schließlich doch in den Bapierforb geworfene Arbeiterschußgeset werden fte wieder bervorfuchen müffen. Aber auch die sozialistischen Abgeordneten würden dafür sorgen, daß daffelbe immer wieder auf der Tages ortnung des Reichstages erscheine. Gleichfalls sprach der Re ferent seine Verwunderung darüber aus, daß anaefichts solcher Argumente, die evident batthun, mit welch geseglichen Mitteln die Führer der sozialdemokratischen Bartei die derzeitigen un baltbaren Buftände für unseren modernen, bürgerlichen Staate zu ändern sich bestreben, eine Versammlung blos deshalb wieder verboten worden sei auf Grund des§ 9 des Sozialistengefeges, well fein Freund Liebknecht der Referent dieser Versammlung fein follte und weil derselbe anerkannte Agitator als gemein gefährlich angefehen und so als Ursache zum Versammlungs berbot dienen fonnte, da doch der Reichstag nahezu einstimmig befchloffen habe, daß dies durchaus tein Grund dazu sein dürfe. Als Herr Stolle von der Sonntagsruhe sprach und von den fchöngepugten Leuten, die häufig auf den Bromenaden wandeln und die den Normalarbeitstag wie die strenge Sonntagsfeier fo gern als undurchführbar und schädlich für die Arbeiter bezeichnen, glaubte der die Versammlung überwachende Herr Rathsreferendar Klop dem Referenten einen Drdnungsruf ertheilen zu müssen. Algemeiner Beifall belohnte den Referenten während und am Schluß der einstündigen Rede. An der bierauf folgenben Dis luffton fand auch der mit anwesende Reichstagsabgeordnete Liebknecht Gelegenheit zum Sprechen. cine einzige Anknüpfend an das Referat des Herrn Stolle entkräftete Herr Liebknecht zunächst die in den Meeran'schen Beitungen ben Abgeordneten wiederholt gemachten Vorwürfe, daß der Entwurf des Arbeiterschuß Gefeßes zu spät eingebracht worden und dies aus Mangel an Arbeitslust der Abgeordneten ge schehen sei. Nicht einzelne Anträge hätte die Frattion ftellen, fondern ein alle Verhältnisse der Arbeiter umfassendes, auf der Grundlage der bestehenden Gefeße und Gesellschaftsordnung baftrendes und darum mögliches Gefeß schaffen wollen. Dazu fet es nöthig gewesen, fich durch das herbeigeschaffte Material aus allen andern Staaten zu informiren und dazu war Beit er. forderlich. Wenn die lonservative, nationalliberale und die Breffe auch anderer Barte en der sozialdemokratischen Fraktion negatives Verhalten in den Plenartigungen vorwerfe, so set bervorgegangene Behaup Understand aus bas fei tung. ,, Arbeiterschup- Gefet" Dad Bofitive, was zum Wohl der Arbeiter, zu einer wirklichen Der fich immer immer Sozialreform und zur Beseitigung weiter ausdehnenden Kluft zwischen den Unternehmern und Arbeitern auf geſeggeberischem Wege dem Reichstage vorgelegt worden ist. Der Entwurf gebe von dem Grundsaß aus, daß man die Wurzel bes Uebels beseitigen müffe, wenn dem Uebel beigelommen werden soll. Dazu gehöre eine vernünftige Regelung des Arbeitsprozeffes und eine gerechte Bertheilung der Arbeitsprodukte, denn die heutige Produktion fammi: Reichthümer in ben Händen Einzelner, während auf der andern Seite dadurch die Waffenarmuth sunebme. Die heutige Krifts eine fonftante geworden. Niraend findet man Profperität; bie Löhne find nicht gefliegen. Chronich sei die Krifts, well infolge der niedrigen Löhne die Kauftraft des tonsumirenden Bolts fehlt. Um folche Bustände zu beseitigen, müssen die Produktions Verhältniffe geändert werden. Nicht die Beifiche rungsgefeße find es, welche dies bewirken können, und die dem Armenrecht sehr nahe ftehen. Er bezeichnete das Arheiterschußgefes als die Brücke, auf welcher die heutige Gesellschaft fich hinüberretten fönne in eine neue Welt, ohne in den gähnen den Abgrund zu gerathen. Die heutige bürgerliche Gesellschaft werde nicht immer vermögen, die häufig wie berte brenden, durch plantofelleberproduktion erzeugte Geschäfts Prisen zu überwinden, davon zeuge schon deutlich bie gegenwärtige fonftante faft über ganz Europa perbreitete und fahrer fübl are Krifts. Nicht die Sozialdemokraten erftreben gewaltsamen Mittwoch, den 24. Juni 1885. Umfturz, das thun nur ibre Gegner und der Ribner illuftrirte bis recht anschaulich durch die neuere Geschichte seit 25 Jahren, speziell burch die Staaten und Beifaffungen umstürzenden Kriege von 1866 und 1870. Nachdem der Herr Redner fich noch des Weiteren über die Nothwendigkeit der Annahme des Arbeiterschußgesezes ausge laffen, die Folgen deffelben ausführlich besprochen und dabei an die in dem Entwurf enthaltenen Vorschläge besonders an geknüpft hatte, betonte er, daß die Fraktion diesen Entwurf fofort bei dem Beginn der nächsten Seffion wieder einbringen werde und schloß mit der Mahnung an die Versammlung, treu zu den Abgeordneten zu stehen, fich von den gegnerischen Verhegungen und Anfeindungen nicht beirren zu laffen und dafür zu sorgen, daß die Bahl der sozialdemokratischen Abge ordneten bei der nächsten Wahl wachse. Alseitiger, sebr leb bafter Beifall folgte den Ausführungen des Herrn Lieblnecht. Er betbätigte fich noch besonders dadurch, daß die folgende vorgeschlagene Resolution, deren Begründung durch den Antragsteller die allgemeine Buftimmung gefunden hatte, einftim mig angenommen wurde. Sie lautete: ,, Die heutige Versammlung spricht den Reichstagsabge ordneten der sozialdemokratischen Frattion in jeder Beziehung für ihre Arbeit während der legten Seffton des Reichstags für ihre Arbeit während der legten Seffion des Reichstags ihre Anerkennung aus und ruft ihnen zu, muthig weiter zu gehen zum Wohl der Gesammtheit." II. Jahrgang. was der Beobachter" f. 8. über diesen Gegenstand fagte. Hierbei berührte der Herr Referent auch die Wählerversamm lungen, über welche in der Wahlprüfungskommission die Meinung berrschte, daß fie auf Grund des Sozial stengesetes nicht vers boten werden fönnen. Nach den vorliegenden Thatsachen haben die sozialdemokratischen Abgeordneten in den 16 Rom miffionen, welchen fie angehören, viel gearbeitet. Was Eugen Richter über deren Thätigkeit durch seine Breffe hat verbreiten laffen, entspricht der Wahrheit nicht und ist nur darauf berechnet, agitatorische Wirkung für seine Partei au erzielen. Herr Lieb Inecht weift mit Entiüstung die Bebauptung zurück, daß irgend Einer aus der sozialdemokratischen Fraktion unihäthig gewesen set; diese Bensur verdienen viel eher Leute, welche Herrn Eugen Richter nahe stehen. Insbesondere babe der Abgeordnete Auer, ben während der Seffton wiederbolt Krankheit awang, dem Reichstag fern zu bleiben, in der Beit, wo ihm sein Bustand gestattete, anwesend au sein, mit Energie feine Pflicht gethan. ( Somit fällt die Behauptung eines Glauchauer Blattes, daß Herr Auer bei der Berathung über die Getreidezölle abfichtlich gefehlt habe und charakteristrt fich als ein plumpes Agitations manöver. Die Red.) Bum Reichstag im Allgemeinen übergebend, bemerkt Herr Liebknecht, daß dem Reichstanzler der Versuch, bei der legten Wahl eine fichere Majorität zu erlangen, nicht gelungen set. Im Gegentheil bildete sich eine scharfe Oppofition, welche thren Höhepunkt in der Sigung vom 15. Dezember erreichte, wo es fico um den zweiten Direktor handelte. Nicht die Summe von 20000 Mart ift die Ursache der Ablehnung gewesen, sondern der Ausspruch des Kanglers, daß er sich von der Majorität des Reichstags nicht imponiren laffe. Wären in dritter Lesung Deutschfreifinnige und ein Theil des Bentrums nicht umgefallen, so würde die Annahme nicht erfolgt sein. Die Deutschfret finnigen, von denen manche der sozialdemokratischen Hilfe thr Mandat verdanten, hätten nicht den Muth gehabt, vorwärts au geben, weil fte Auflösung des Reichstags fürchteten. An der Intereffen politit selen bald alle Brinzipien gescheitert. Der Herr Redner charakterifirt hier anschließend die Be ftrebungen der Agrarier und bemerkt, daß fie nicht zurückgeschreckt seien von der Neubesteuerung des Volkes aur angeblichen Hebung Hebung des Handels, der Industrie und Landwirthschaft. Indessen weise besonders das Beispiel Englands nach, daß durch die Kornzölle und Bölle auf Lebens mittel die Industrie tonkurrenzunfähig geworden set und man wieder an die Aufhebung der Rornzölle gegangen wäre, damit aber auch die Konkurrenzfähigtett wieder erlangt habe. Die Getreidesölle find lediglich vortheilhaft für die Großgrundbeftger, wie man auch dem Reichskanzler nachgerechnet hat, daß er durch diese 40 000 Mart mehr einnehmen tann. Nachdem Herr Stolle als Referent verzichtet hatte, zum Schluffe zu sprechen, nahm Herr Liebknecht das Schlußwort, dankte für das Vertrauen, lehnte aber jedes persönliche Lob ab. Es sei nicht nöthig, ihn und seinen Barteifreunden im Reichstage Muth zuzusprechen. Er sagte: An Muth fehlt es uns nicht, uns febit nur die Macht. Die Macht aber liegt beim Volle, refp. bei den Wählern. Die 24 find noch viel au wenig, um im Reichstag etwas zu erreichen. Warum find ibrer so wenig? Well die Majortiät der Wähler ihre eigenen Intereffen nicht kennt, und Vertretern feindlicher Inter effen ihre Stimme giebt. Des Volkes Schicksal liege in der wenn auch in der Minorität, würden troßdem nicht ermüden vand des Volkes. Aber die sozialdemokratischen Abgeordneten, und weiter fämpfen und der ganze neueste Beitungslärm von einer Spaltung der sozialistischen Frattion fuße nur auf Meinungsdifferenzen, die fich ausgleichen laffen. Im Prinzip find alle 24 einig und stehen vor wie nach unerschüttert auf dem Partei Programm. Aber auch die Arbeiter sollten bañelbe thun und nicht ferner die gegnerische Breſſe unterſtügen, basselbe thun und nicht ferner die gegnerische Breffe unterstügen, Dann würden sie nicht durch solche und ähnliche Sensations nachrichten getäuscht und irre geführt. Meinungsverschieden beiten und damit verbundene persönliche Rämpfe fämen unter den anderen Fraktionen noch viel häufiger vor, doch werden Dieselben da immer vertuscht. Das sei aber für Männer, die nach Freiheit ringen, nicht würdig. Die Versammlung flimmte Herrn Liebknecht wiederholt durch stürmische Bravos zu und trennte sich furz nach 11 Uhr unter stürmischen Hochrufen auf Die Führer der Sozialdemokratie. Die für den folgenden Tag in Glauchau einberufene Versammlung fand seitens der Behörde teine Beanstandung, wurde Abends 9 Uhr durch den Einberufer eröffnet und unter Vorfis des Herrn Korb ohne jede Störung zu Ende geführt. Hier referitte Herr Liebknecht über die Thätigkeit der fozialistischen Reichstagsfraktion gegenüber den anderen polis tischen Parteien während der legten Reichstagsfeifton". Ein im hiesigen Tageblatt erschienenes Eingesandt, dessen Inhalt wir näher zu treten gebenten und welches von dem Besuch der Versammlung abmahnte, lam um volle 24 Stunden zu spät und fonnte somit fegensreich nicht wirken. Vielleicht wäre noch eine größere Anzahl im ohnedies vollen, großen Saale der Bentralballe anwesend gewesen, wenn das Eingesandt fich nicht verspätet bätte.Herr Liebknecht begann seinen Vortrag, welcher in Form und Deduktion eine Musterleistung zu nennen ist und durch Die von jeder unangemessenen und unanständigen Ausfälle gegen Andersdenkende befreiten Sprache ein gediegenes Vor bild für biglöpfige Politiker und fanatische Reaktionsmänner war, damit, daß er auf seine biefige Anwesenheit vor 10 Jahren zurücklam, welche durch die Krankheit Herrn Bebel's ebenso veranlagt gewesen sei, wie ihm jest die schwere Er trankung des gegenwärtigen Abgeordneten Herrn Auer, ber im Süden Erholung und Beseitigung seiner Leiden suche, die Pflicht auferlege, den Wählern Stechenschaft über die Thätig feit der Fraktion abzulegen. Man sei der Anficht gewesen, daß durch die vermehrte Bahl der Mitglieder die Fraktion allerhand unpraktische Politik im Reichstage treiben würde, und da diese Meinung getäuscht wurde, babe man den sosialdemokratischen Abgeordneten Faulheit und der Himmel weiß was sonst noch vorgeworfen. Alle diese Behauptungen laufen der Wahrheit zuwider. Die alte Tatil ist nicht verlassen worden. Wie die sozialdemokratischen Abgeordneten schon im 1. norddeutschen Reichstag sich an der Gefeßaebung betheiligten, so sei dies beständig geschehen. So babe Bebel die Abschaffung der Arbeitsbücher angeregt und 1877 fet von den sozialdemokratischen Abgeordneten bereits ein Von einer Arbeiterschutzgesetz Entwurf eingebracht worden. Veränderung der Tattit tönne somit nicht die Rede sein. Herr Liebknecht nahm Gelegenheit, den parlamentarischen Usus, ins besondere den Seniorentonvent zu erläutern. Der Eintritt Hasenclever's in denselben sei gerügt worden. Es lag aber, da der Seniorentonvent die Bagl der Mitglieder für die Kommissionen aus den Fraktionen bestimme, für die fozialdemokratische Fraktion die Nothwendigkeit des Eintritts nabe, weil sie sich eben an der Gesetzgebung au betheiligen entschloffen war. Daber find denn auch die Mitglieder der Fraktion in den Kommiſſionen thätig gewesen mit Ausnahme der Budget Kommiffion, wo es fich lediglich um Militarismus und Bureaukratismus handle und die Fraktion den Eintritt abgelehnt bat. Dagegen sei fte vertreten gewesen in den Kome misstonen für Wahlprüfungen, Arbeitergefeße und Betitionen misstonen für Wahlprüfungen, Arbeitergefege und Betitionen und in 13 anderen. Der Herr Redner erwähnt bierbei, daß das allgemeine Stimmrecht eine Umgestaltung der politischen Bildung des Bolts herbeigeführt habe, die man früher nicht geahnt babe. Daburch feien politische Eruptionen vermieden worden, da jeder Wähler weiß, daß sein Wahlrecht ordentlich ausgeübt, ihm schließlich zu seinem Recht verhelfen muß. Der Gedanke an eine gewaltfame Revolution fann bei der Herrschaft des allge meinen Wahlrechts nicht aufkommen. Das Wahlrecht muß aber auch ehrlich gehandhabt werden. Die Reinhaltung des Wahlrechts und der Schuß des Wahlrechts set die Pflicht der Wablprüfungstommiifion. Herr Liebknecht berührie bierbei die Ansicht der sächsischen Regierung bezüglich der Schulgeld. reftanten. Der Beobachter" hat in Nr. 56 57 und 58 dieses Jahre ganges über die betr. Rommiffionsfigung, wo Herr Liebknecht ganges über die betr. Kommiffior.sigung, wo Herr Liebknecht ze feitte, in 3 Leitartikeln berichtet und die Mittbellungen bes Herrn Liebknechts und seine Schlußfolgerungen bestätigen das, | Wenn die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion fich nicht in so massenhaften, wie z. B. Eugen Richter, der 300mal Dieselbe Rebe gehalten babe, ergangen, so hätten sie den Beweis geliefert, daß fie eine demokratische Frattion sind und teine Viel rednerei, teine Lasteret treiben. Kampffähig set die Forts schrittspartei doch nicht mehr. Bei Berührung der Diätenftage führte Herr Lieb Inecht an, Auer in längerer daß der Abgeordnete Auer Rede ebenso für Diäten plaidirt, wie er bei Berathung bes Hertling'schen Antrages bezüglich der Sonntags rube, der Kinder und Frauenarbeit energisch für gefeßliche Regelung eingetreten set. Auch Herr Liebknecht betont, daß er mit feinen Parteigenoffen für abfolutes Verbot der Kinder atbelt sei und kommt bei dieser Gelegenheit auf die Hausin buftrie zu sprechen, welche er, weil sie untontrolirbar ist, ein Unglüd der Familien nennt. Würde fte beibehalten, so müßte das Verbot der Rinderarbeit auch die Hausindustrie treffen. Mit halben Maßregeln sei nichts für das Bolt ausgerichtet. In diesem Sinne babe der Abgeordnete Auer mit Klarheit und Energie den Standpunkt der Fraktion vertreten.( Merk würdig, daß das betr. Glauchauer Blatt immer nur gewußt hat, wenn Auer fehlte. Neb.) Die Dampferfubvention, fährt herr Liebknecht weiter fort, hängt mit der Kolonialpolitik zusammen, der er den untergeschobenen Bwed nicht zugeftehen fann, nämlich der Ueberpro buktion an Menschen und Waaren abzuhelfen; denn die Schwarzen find im Sinn unster Industrie nicht tonsumtionsfähig; fte brauchen nichts. Unsere Ueber Dölferung liegt in den ungefunden wirthschaftlicher Verhältnissen. Die Ueberproduktion ist ein ganz relativer Bes griff; fie tann nur beseitigt werden, wenn Käufer für Die Produkte vorhanden find. Nach dem Vorbild der englischen Kolonialpolitik würde die Kluft, der gähnende Atgrund zwischen Reich und Arm nur noch größer werden, wenn wir ordentliche Kolonien hätten. Beseitigen wir die Ueberproduktion im eigenen Lande dadurch, daß das Mißverbältniß zwischen Produktion und Konsumtion fortgeschafft werde. Dann werden die chro nischen Krisen verschwinden. Nicht Freihandel oder Schußzzoll berühren den Kern der sozialen Frage, den ökonomischen Lebensnero des Volts. Die Ansammlung der Neichthümer in den Händen Einzelner ist nicht Volkswohlstand. Werbend muß das Geld angelegt werden; darum wird es in die Produktion ge steckt. So steigert fich die Produktion ungeheuer, während die Konsumtionsfähigkeit der Maffen nicht zunimmt, eher abnimmt. Die Arbeitsinstrumente müssen in die Hände der Arbeiter tommen; Produktiogenossenschaften find zu bilden. Mit Afrika, wo fein Geld ist, fein Bedarf, nur etwas Rokosnüsse und Elephantenzähne 2c., will man helfen, ebenso wie den Kleinhandwerkern mit den Innungen. Die fozialdemokratische handwerkern mit den Innungen. Fraktion habe ich nicht verschloffen, Staatshilfe auf Dampfer linien zu bewilligen; aber sie hätte nur für Aften und Auftralien fich entschieden. Herr Liebknecht behandelte zum Schluß seiner Rede den Arbeiterschußgefeß- Entwurf und verwies besonders auf die eingebende und ausführliche Motivirung durch den Abgeord neten Grillenberger. Sowelt der Herr Redner nicht schon die in dem Gesezentwurf berührten Gegenstände in seinen Aus führungen besprochen, unterzog er fte an dieser Stelle ein gehender Erörterung und betonte, daß der Entwurf über Kurz oder Lang Gegenstand der Berathungen des Reichstags wird werden müffen. Er stellt die Fo.derungen, die dort gemacht find, nicht als abgeschloffen hin, macht aber ganz besonders Darauf aufmerksam, daß fie fern von revolutionären und um fürzenden Gebanten in ihrer Erfüllung die Lösung der sozialen. Frage zwar nicht sind, aber fte wesentlich befördern werden. Auf ihnen werde Das, was ferner aur Beseitigung der Kluft in der Gesellschaft nöthig, mit gesez ichen Muteln aufgebaut werben lönnen. Dazu gehöre aber, daß die Maffe der Wähler hinter den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten stehe und burch ihr moralisches Gewicht, durch Druck auf Außen auf die Beschlüsse des Reichstages einwirte. Lang anbaltender Beifall bewies Herrn Liebknecht das Einverständniß der Versammlung mit seinen Ausführungen, wie dies noch besonders durch die folgende, von dem Antrag fteller motivirte, einstimmig angenommene Resolution Ausdruck fand. Die Versammlung beschloß: Indem die heutige Versammlung den 24 Abge ordneten der sozialdemokratischen Fraktion ohne jebe Einschränkung, insbesondere auch dem Abgeordneten Auer, für ihre bisherige Thätigkeit im Reichstage thre volle Anerkennung ausspricht und mit Entschiedenheit gegen die Aeußerungen gegnerischer Parteien und ihrer Breforgane, welche der Fraktion Unithätigkeit vorwerfen, proteftirt, giebt fie dem uneingeschränkten Vertrauen Ausdruck, daß die 24 Abgeordneten auch in Bukunft der übernommenen Pflichten eingebent bleiben und die Sache der Allgemeinheit träftigst vertreten werden; ins besondere für die Annahme des Arbeiterschuß- Gesezes mit allen ihnen gefeßlich zu Gebote stehenden Mitteln wirten werden. Damit schloß die Versammlung, welche nach einem Hoch auf den Abgeordneten Liebknecht auseinander ging. ( Der Beobachter" von Glauchau.) Politische Uebersicht. Aus Frankfurt a. M. Tommt die Trauerkunde, daß Karl Höchberg am 21. D. Mts. gestorben ist. Mit ihm ift ein treuer begeisterter Anhänger der sozialdemokratischen Partei aus dem Leben geschieden, der, obgleich seines leidenden Buftandes wegen nie agitatorisch thätig, doch durch eiftiges Studium und wissenschaftliche Arbeiten seiner Bartel von Rugen war. Bald nach dem Erlaß des Sozialistengefeßes wurde er aus Berlin ausgewiesen und lebte dann meist in der Schweiz, wo er leider vergeblich Gesundheit suchte. In dem noch jugendlichen Alter von etwa 35 Jahren ist er ge ftorben und wir beklagen den Verlust eines Mannes, der flets bereit war, mit Rath und That fördernd einzugreifen, wo es galt, das Intereffe der Arbeiter au vertreten und die wirth. schaftlichen Verhältnisse derselben beffern zu helfen. Ehre seinem Andenten. " Aus den Brünner Arbeiterunruhen sucht die ,, Nordd. Allg. 8tg." wiederum Rapital für ihren manchesterlichen Standpunft zu schlagen. Es ist ja öffentliches Geheimniß, daß man in den Kreisen, deren Anfichten genanntes Blatt vertritt, vor der Einführung des Marimalarbeitstages sowohl, als auch überhaupt vor den wichtigen Forderungen der Arbeiterschut gesetzgebung zurück cheut. Daher das Bestreben, jedes Bo fommniß möglichst gegen eine wirksame Sozialreform ausju Schlachten. Das Blatt schreibt: Nach dem Ausbruche der Unruhen versuchte, im Auftrage der Behörden, die Handelstammer au interveniren und wurde den Arbeitern angeboten, fe und die Fabrikanten sollten je eine ber viertelfiündigen Baufen opfern. Darauf gingen die Arbeiter jedoch nicht ein, schraubten vielmehr alsbald ihre Forderung in die Höhe und verlangten ftatt des elfstündigen einen zehn ftün. bigen Normalarbeitstag, und schließlich im weiteren Verlaufe de: Sache außerdem eine Lobnerbö hung. Der lettere Umstand deutet darauf bin, daß, wie oben berührt, weniger die Frage der Arbeitszeit, als die Besorgnis betriffs der aus der verkürzten Arbeitszeit brobenden Lohnverlufte das eigentliche Motiv der Aufregung gewesen sei. Wenn aber die Einführung des Normalarbeitstages und die dadurch bewirkte Berkürzung der Arbeitszeit einmal in den Arbeitern sofort die Sorge um eine Lohneinbuße auffommen ließ, und wenn ferner anläglich einer Maßregel, die in Erfüllung einer prinzipiellen Forderung der Sozialdemokratie in arbeiterfreundlichem Sinne gedacht war, die fojialdemokratische Agitation... sofort die agitatorische Aufwiegelung ihre Hand in's Spiel mischte, die Arbeiter nicht nur zu den ärgften Ausschreitungen anftachelte, sondern fie auch vermochte, ihren Forderungen den Charakter einer Schraube ohne Ende zu geben, so dürften diese beiden Seiten wohl geeignet sein, auch anderen Ortes ge wiffe platonische Freunde des Normalarbeitstages über Deffen Esprießlichkeit nachdenklich zu machen. Auf die Wie bergabe der übrigen Ausführungen des offiziösen Blaties verzichten wir, da ste in demselben Sinne gebalten find, wie das Vorstehende. Aus demselben erbellt zur Genüge der Verfuch, mit dem Brünner Krawall gegen den Marimalarbeitstag au trebsen". Wie immer, so gelingt den Biebermännern das Kunststüd auch in diesem Falle famos". Bunächst wird angeführt, daß die Arbeiter statt des 11ftündigen einen 10ftündigen Arbeitstag fordern und hinterher darauf binge wiesen, daß das Motiv der Aufregung der aus der verfürsten Arbeitszeit drohende Lohnverluft gewesen sei. Wäre legteres richtig, so wäre es ja ganz unbegreiflich, daß die Arbeiter nun mehr eine noch fürzere Arbeitszeit verlangten, denn dadurch würde sich der drobende Lohnverlust noch bedeutend vergrößern. Run bebauptet freilich das Blatt frischweg, daß die geforderte Lohnerböhung schon darauf hindeute, daß die Arbeiter von Der verkür den Arbeitszeit einen Berluft erwarten. Das ift wieder so eine kleine Verwechselung der thatsächlichen Verhältnisse, benn Jebermann weiß, daß der Streit ursprünglich nur des balb entstand, weil die Arbeiter um 6 ftatt um halb 7 Uhr Feierabend baben wollten und daß die Forderung einer Lohnerhöbung erst später erhoben wurde. Daß das belannte Blatt den Sozialdemokraten in die Schuhe schiebt, burch agita torische Aufwiegelung zu den Ausschreitungen aufgeftachelt zu haben, darf nicht Wunder nehmen; es ist erstens äußerst bequem, zu jeder Zeit einen Sündenbod zur Hand zu haben, man bat bann nicht nöthig, den unangenehmen Ursachen nachzuspüren, und zweitens laffen fich derartige Vorkommnisse außer zu manchesterlichen auch recht trefflich zu politisch real tionären Sweden ausnuten. Der Reichsanzeiger publizirt das Gefeß, betreffend die Unterbringung von bienfiunfähigen Forstschußbeamten der solcher H Zoknies. B. Die sierlichen Eichfäßchen, die mit ihren pouf lichen Sprüngen bas Auge so manchen Besuchers, namentli aber das der Jugend im Thiergarten erfreuten, und fille bei einem tieferen Eindringen in den Bail fiets zahlreid finden waren, scheinen jest faft gänzlich verschwunden Die Thierchen find deshalb so selten geworden, weil die feber den Auftrag erhalten haben, die Thiere unnachfil niederaufchießen, denn erwiesenermaßen ist das Etalagen gefährlicher Feind aller gefiederten Sänger, deren Eier es elici nachstellt. Die Neu- Guinea- Kompagnie hat soeben das erste Heft von Nachrichten für und über Kaiser Wilhelms- Land und Bismard Archipel" erscheinen lassen. Demselben ist eine in ftrutitve Karte beigegeben... wid folgender Erlaß des Reichsfanglers mitgetheilt: Mit Bezug auf die gefälligen Schreiben vom 25. März und 8. und 10. April b. J. benach richtige ich das Romitee für die Neu Guinea Rompagnie er. gebenft, daß ich die Veröffentlichung einer Bekanntmachung Des taiserlichen Kommissars von Deiten in der australischen Breffe veranlaßt habe, wonach in dem deutschen Schußgebiete, beffen Grenzen durch den kaiserlichen Schußbrief vom 17. Mai dieses Jahres bestimmt worden find, 1) neue Landerwerbungen ohne Genehmigung der deutschen Behörde ungiltig und nur ältere wohlerworbene Rechte geschützt werden sollen; 2) Waffen, Munition und Sprengstoffe, sowie Spirituosen bis auf ei Wel teres an Eingeborene nicht verabfolgt, und 3) Eingeborene zur Verwendung als Arbeiter aus dem deutschen Schußgebiet nicht weggeführt werden dürfen, ausgenommen für deutsche Plantagen aus denjenigen Theilen des Bismarc- Archipels", wo dies bisher geschehen war, jedoch nur unter Kontrole Thüren stets verschlossen gehalten und erft von der Mannidhof deutscher Beamten. Bum Erlaß einer dem Punkt 1 ent Des angelangten Dampfers geöffnet. Eine vorgenommene sprechenden Bekanntmachung ist der Kommissar schon vor vision der vorerwähnten drei Dampferlandungsbrüden bat e einigen Wochen telegraphisch ermächtigt worden. In Bertre- geben, daß fie vollständig intatt sind und für das Bublam tung des Reichskanzlers:( gez.) asfeldt. bezw. den Dampferverkehr feine Gefahr bieten. " Defterreich- Ungarn. einer Waldschlöschen hat zur Folge gehabt, daß jezt auch die g. Das Unglück auf der Landungsbrücke bei Tablet's trole beim Besteigen der Landungsbrüden vor Saatwi Valentinswerber und Tegel verschärft worden ist. Früher es zuläsfig, daß die den Dampfer benußenden Berfonen schon vor Ankunft der Dampfer auf der Brücke anfammi fonnten; jest werden die nur von der Wafferſeite zu öffnen a. Ein start angetrunkener Herr" zog in der Nacht Dom 20. zum 21. b. ts. in der Dorotheenstraße die Aufma famleit eines Nachtwächters auf sich, welcher sich bemüht, be Angetrunkenen aufrecht zu halten und ihn nach seiner in Mittelstraße gelegenen Wohnung zu bringen. Da er aber allein dies nicht auszuführen vermochte, so tief er einen die Straße Donnerstag entlang gebenden Mann zur Hilfeleistung heran. Diefer, be mehrfach bestrafte Arbeiter" B., welcher eift am 16. b. aus dem Gefängniß entlassen worden ist, leistete Hilfe, benugte aber dabei die günstige Gelegenheit, die goldene Uhr und Relle des Angetrunkenen unbemerkt fich anzueignen und damit entkommen. B. verfeste die gestohlenen Gegenstände bei einem Summe mit Freunden vertrunken hatte, die Pfandscheine Der Streit in Brünn ist so gut wie beendet. Die Einis gung mit den Fabrikanten erfolgte auf der Grundlage, daß gearbeitet werden soll: Montags von 7 Uhr Morgens bis 6 Uhr Nachmittags mit einstündiger Mittagspause, fonach zehn Stunden, und am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag 1 on 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Nach mittags mit einer fündigen Frübftüds und einstündigen Mittagspause, fonach täglich 10% Stunden; am Sonnabend von 6 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags, ein schließlich der zum Reinigen der Maschinen erforderlichen Beit mit stündiger Frühstücks und einstündiger Mittagspause, fonach 9% Stunden. Ueberstunden, soweit fte das Gesetz zu läßt, werden besonders entlohnt werden. Die Arbeiter werden bunach 62% Stunden arbeiten, d. h eine Viertelstunde we niger, als sie selbst verlangt batten. Heute soll in den meisten Fabriken die Arbeit wieder aufgenommen werden. Das Militär ist bereits zurückgezogen.- Warum fonnte man nicht gleich die Arbeitszeit um eine halbe Stunde verkürzen? Die Forderung einer 10% ftündigen Arbeitszeit wird doch ficherlich Niemand als frivol bezeichnen tönnen und um eine folche handelte es fich doch ursprünglich nur. Belgien. Aus Brüssel, 21. Juni, schreibt man der Voff. 8ig.": Wieder durchzogen, wie an großen Wahltagen, die Trommler der Bürgergarde die Stadt, um zur Wahl zu mahnen. Nach achttägiger erbitterter Wahlagition der beiden feindlichen Par teien, der radikalen und liberalen, fand foeben unter großer Pfandleiher für 42 Mart und versuchte, nachdem biele verfiibern. Hierbei wurde er festgenommen. B. räumle ben Diebstahl ein und wurde gestern zur haft gebracht. Eine furchtbar aufregende Szene spielte, dem 8.2" aufolge, fich vorgestern Abend gegen 8 Uhr vor dem hu Waldemarstraße 25 ab. Dort wohnt seit etwa 3 Jahren mit beiter" Schiller, der aber die Arbeit längst aufgegeben bat unb des Abends in Lokalen durch komische Vorträge 2c., wofür einiges Talent haben soll, fich und Anderen das Leben ,, verschönern" sucht. In Folge seines unregelmäßigen Leb wandels gestaltete fich die Ehe mit seiner erst 20jährigen Frau und einem vier Monate alten Kinde der angebliche unglücklichen. mit der er bereits vier Jahre verheirathet ist, au einer ad Es tam oft au Mißbelligkeiten zwischen ihn bec Mann vergriff fich häufig mit Thatlichkeiten gegen Frau, und ist deshalb bereits mit drei Tagen bestraft work Erregung die Ballotagewahl für die erledigte Stelle Vorgestern Abend war der Mann wieder einmal betrunla eines Provinzialraths ftatt. Die Wahltetbeiligung war nicht größer als vor 8 Tagen; von 12,457 Wählern ftimmten 7559; der Rabitale erhielt 3879 Stimmen, der Liberale 3527 Stimmen. Ersterer flegte mit 366 Stimmen Majorität und erhielt 800 Stimmen mehr als bei der ersten Wahl, da Klerikale und Unabhängige für ihn stimmten. Großbritannien. Die englische Kabinetstrisis scheint beendigt zu sein. Nach verschiedenen bei der Königin in Windfor abgehaltenen Minifterrätben hat Gladstone nachgegeben. Schon hatte das Kabinet Gladstone" wieder neuen Boden gewonnen und die " Ball Mall Gazette" meldete in einer geftrigen vierten Ausgabe berelis: in politischen Kreisen berrsche allgemein der Glaube, daß die Liberalen die Regierung behalten würden. Nach einer neueren Nachricht ist die Einigung nun dennoch erfolgt und die Konservativen werden vorläufig and Ruder tommen. Der Standard" bestätigt die Meldung, Gladstone behalte fich bezüglich der Anträge, welche die neue Regierung machen fönne, volle Attionsfreiheit vor und verpflichte sich, Salisbury im Allgemeinen bei der Erledigung der gegenwärtigen Barlaments feffion noch obliegenden Aufgaben zu unterftüßen. Salisbury würde vorausfichlich in der Sigung des Oberhauses eine hier auf bezügliche Erklärung abgeben. Die Tornblätter veröffentlichen nunmehr eine angebliche authentische Namensliste des neuen Rabinets. Nach derselben würde Lord Cranbrook Lordpräft sent des Geheimen Raths, Lord Harrowby, Lord- Geheim Stegel bewahrer und Herzog von Richmond Präsident des Handels amtes. Jm Uebrigen bleibt das neue Kabinet in der bereits Auswärtiges; Northcote, erster Lord des Schapamtes; Sir gemeldeten Zusammenfeßung: Salisbury, Premierminister und Hardinge Giffard, Lordtangler; Sir Michael Hids Beach, Schagtangler; Sir Richard Crok, Inneres; Oberst Stanley, Kolonien; Smith, Krieg; Lorb George Hamilton, erster Lord ber Admiralität; Sir Randolph Churchill, Indien; Graf Care narvon, Vizelönig von Jiland; Lord John Manners, General poftmeifter. Der formelle Rücktritt des Kabinets Gladstone erfolgt voraussichtlich heute. Kommunales. Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung am Donnerstag, den 25. Juni cr., Nachmit tags 5 Uhr. Drei Naturalisationsgesuche. Penfionirungs und Anstellungsfachen. Vorschläge des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten. Desgl. des Ausschuffes für Betitionen. Berichterstattung über die Vor 24 nach Hause gekommen, hatte mit der Frau S angefangen und fte mishandelt. In ihrer Angst verfolgt Don dem Manne, der fie mit einem schemel schemel au erschlagen drohte, sprang die Frau dem Fenster ihrer zwei Treppen boch belegenen Wohnung Sprung in die Tiefe wagte fte jedoch nicht, sondern hielt auf das Fensterfims geftüßt, an dem Fenstertreus feft. Born des Mannes fühlte fi bald ab, er hielt die Frau an Sn diefer gefährlichen Situation schwebte die arme Frau Händen feft, doch fie wieder hineinzuziehen vermochte er aebn Minuten. Ihr Hilfegeschrei lockte mehrere Menschen herbei, aus den Nachbarhäusern trug man B Decken, Strohsäde ac. berbei und breitete fte unter dem aus, an welchem die Frau bing, da man jeden Augenbli berabfallen befürchtete. Der in demselben Haufe woh Schlächtermeister Bimmermann eilte mit seinen Gefeller befreite die Frau, die darauf obnmächtig wurde, au der Wohnung hinauf, erbrach die verschloffenen Thür fürchterlichen Lage. Der saubete Ehemann wurde alsda bandfeften Lynchjuftig unterzogen und hierauf der Polis geben. Die draußen barrenden Menschenmassen, unte Aber benen Sie ungeheuerlichsten Gerüchte zirkulirten, zerstreuten fi afi später Abendstunde. ein jugendliches Menschenleben zum Opfer gefallen ist, bat f Sinc Ein neuer Unglücksfall beim Bootfahren, dem vorgestern Nachmittag auf dem Schlachtenfee ereignet. größeren Landpartie, die mehrere hiesige Familien nad Grunewald unternommen, batte sich auch der Boftsekretär in der Potsdamer Borstadt wohnhaft, mit seiner Frau De einem fiebenjährigen Söhnchen angeschloffen. In Schlachten nahm fich derselbe ein Boot und fuhr mit den Seinigen dem See spazieren. Eine unvorsichtige Bewegung der Sna brachte während der Fahrt das Boot zum Rentern un Drei stürzten ins Wasser. Unglücklicherweise war tein Boot in der Nähe. Den auf das Hilfegeschret der Gr anberd H Den vom Ufer der Unglücksstätte Bueilenden gelang es, und Frau, die fich am gelenterten Boot anflammerte fich deshalb länger über Waffer halten tonnten, in S au bringen, während das Kind, das gleich nach Umtipp Bootes untergefunten war, ertrant. Die kleine Leiche w zum Abend noch nicht gefunden worden, und so mußte Eltern von ihrer so traurig geendeten Landpartie allein Berlin zurückkehren. Troydem die Japanische Ausstellung bei ihrer G nung als fertig" gelten fonnte, werden wir von Herrn ersucht, mitzutheilen, daß zwet Hauptanziehungspuntic Dic nad Bauer 3011 aller Beschleunigung, deren man fich befleißigte, erft nad un Gemeinden und öffentlichen Anstalten, sowie von Hinter Lage, betr. Die Stizze zum Neubau eines Asyls für nächtliche nach so weit fertig gestellt werden können, um dem Bubli - Ferner enthält der Reichsanzeiger Obdachlose und für wohnungslose Familien, sowie einer Des übergeben zu werden. So ist heute das Theehaus inftalli " folgende Bekanntmachung: Unter Bezugnahme auf die von ben Regierungen der Bundes Seeftaaten wegen der gesundheits polizeilichen Kontrole der Seeschiffe erlaffenen Vorschriften with hierdurch bekannt gemacht, daß die häfen der spanischen Mittelmeertüte, mit Ausschluß derjenigen der Baleari schen Inseln, als ber Cholera verdächtig anzusehen find. Berlin, den 23. Junt 1885. Der Reichstanzler. In Ber tretung von Boetticher." Fürft Bismard hat auf ein Telegramm einer tleri. talen Arbeiterversammlung in Bochum, in welchem er gebeten wurde, seinen Einfluß für die allge, meine Sonntagsrube einzulegen, folgende Antwort ertheilt: Riffingen, den 16. Juni 1885. Ew. Wohlgeboren bante ich verbindlich für Ihr Telegramm von vorgeftern; die Herren Absender tönnen nicht lebhafter wie ich felbft wünschen, baß die Sonntagsrube jebem Arbeiter zu Theil werde, der fle dem Lohnerwerb vorzieht. Bevor ich aber bei den gefeßgeben den Rö.pern den Antrag stelle, das Arbeiten am Sonntage bei Strafe zu verbieten und den Arbeiter auch gegen seinen Willen aum Berzicht auf Sonntagslohn au awingen, glaube ich die Auffaffungen der Betbeiligten und die muthmazlichen Folgen eines derartigen Eingriffes genauer, als bisher geschehen ift, ermitteln zu sollen. Bu diesem Behufe habe ich bei den ver bündeten Regierungen die erforderlichen Anträge geftellt und zunächst um Ermittelung derjenigen Betriebe gebeten, in welchen gegenwärtig Sonntagsarbeit ftattfindet, und um Entgegen. nahme der Anfichten der betheiligten Arbeiter und Unternehmer. v. Bismard. Für den Statthalterposten in den Reichslanden find bis iegt erft fünf Kandidaten in den Beitungen genannt morden, nämlich Bring Wilhelm von Preußen, der fächftsche Minifter v. Fabrice. der deutsche Botschafter in Paris, Fürft Hohenlohe, Graf Dtto Stolberg und Graf Guido hendel von Donnersmard. Es ift anzunehmen, daß in den nächsten Tagen noch neue Namen hinzukommen werden. infektionsanftalt auf dem städtischen Grundstücke an der Brenz lauer Allee. Desgl. über die Vorlagen, betr. Die Feftfepung von Baufluchtlinien für die Nochstraße und die Stigge au einem Erweiterungsbau der 21./24 Gemeindeschule, Neue Fiebrich ftraße 32. Borlage, betr. die chemische und bakterioskopische Untersuchung des hiesigen Leitungswaffers. Desal., betr. den Abbruch des Stallgebäudes auf dem Grundstüde Blan ufer 1a. Vorlagen, betreffend die Brojekte zum Neubau je einer Gemeinde Doppelschule in der Reichenbergerstraße, in worden und hat bereits lebhaften Bufpruch gefunden. junge Japanerinnen( Owatirsan, Measam mersan) bedienen vorhandenen Arten, besonders gut mundete; ber Tempe dererseits wird erst zu Ende dieser Woche vollständig 3d bal Fea ware perfu gifte brad abge prebi gung Schn gefte licher Rand ber balte elen auf Gege Sin miffe einfa ger Pro groß Audi Amt und Schier Bert Auß fabre Fries antra anwo Term Lage laber liche würt Lage eine effes Den geme nöthi Kläg tagu Er t des s nalif mach bof verzi aund au G blatt bie eine Man blatt glieb DOT chrift antr Dor unw Bart über verle nann Dr. Neu richte graph Baff richt schrei Daf DON tomm Berto gefch Mor blatte nicht Kreu zelne gefal fläge bat. an, b weser pon gelne weiß Schm jetter Die S Bert Nove Stöd rische Daß nicht in fe Lau Bezu Bezu auch nicht mung Mban Aust gebra bezüg aubr welch Daß fafu gewe Beug Häge petur bu Bom Bid perfo werb imme Mus well D baf nann Derf amm Brot Der S Derei folche gestellt und eingeweiht werben. Der Gottesdienst im Tem beginnt am Sonntag an näher zu bezeichnenden Stun worüber Mittheilungen rechtzeitig ergeben werden. Belle Alliance Theater. Das Gaftspiel Emil Thom der Gubenerstraße, in der Demminerstraße und in der Müller wird uns im Laufe der nächsten Woche eine Neueinftubin ftraße, sowie einer einfachen Gemeindeschule in der höchfte Vorlage, betreffend die Projekte zum Neubau ftraße. eines Border hauses auf dem Grundstücke Kleine Frant Grundstücke Kleine Frants furterstraße 6, eines Todtengräberhauses auf dem Ge meinde Friedhofe au Friedrichsfelde und eines Feuerwehr Rebendepots in der Reichenbergerstraße. Vorlage, betr. Die Herstellung eines geräuschlosen Pflasters vor dem westlichen Flügel der Universität.- Desgl., betr. die Wahlen zur regel mäßigen Ergänzung der Stadtverordneten Versammlung. Desgl., betr. verschiedene bauliche Einrichtungen auf dem Bentral- Biebbof. Schwa Der Gesangspoffe„ Der Attienbudiket" von Kalifch bring Am Freitag gebt zum ersten Male der Schwant ,, Die S bändler" von Raupach in Szene, dem der einattige und Sonnabend spielt Emil Thomas auf allgemeines langen seinen Großhändler Lutter in Defigit!" Eine rasche Hand" von Labiche vorangeht. Am Donner Polzei Bertat. Am 19. b. M. Nachmittags fiel 8 Jahre alter Rnabe in einer Stellmacherwerkstatt, Lothring Straße 9, von der Leiter und brach den linken Arm, so dab nach der Königlichen Klinit gebracht werden mußte. In Desgl, betr. den Verkauf von Baustellen Nacht zum 22. d. M. entstand in der Leffingftraße wild Militär und Sivilpersonen eine Schlägerei, bei weld von dem zwischen dem Kottbufer Damm, der Böchstraße und ber Bräfeftraße belegenen städtischen Grundstück.- Desgl., Desgl., betr. die Projekte zum Neubau der Markthalle IV nebft Ein gangsgebäuden auf den Grundstüden Dorotheenstraße 28/30. Desgl., betr. Die Ablösung von Freibauß Berechtigungen. Desgl, betr. den Finalabschluß der Stadt- Haupt Kaffe pro 1. April 1884/ 85.- Desal, betr. Die Frequenz in den Ge meindeschulen am 1. Mai 1885.- Rechnungsfachen. Bor meindeschulen am 1. Mai 1885. lage, betr. Die Feftfeßung von Baufluchtlinien für das Terrain an der Herkulesbrücke und für eine Straße neben der Stadt. bahn. eines unbefoldeten Stadtraths c. eingefesten Ausschusses.Borlage, betr. Die Neuwahl eines Bier Unterfügungsfachen. Borlage, betr. Die Neuwahl eines Bürger- Deputirten für die Gewerbe Deputation. erftere Don Der Waffe Gebrauch machten und t Gegnern, Schloffergesellen Rufe und Büchner, Säbelhiebe bedeutende Berlegungen beibrachten. mußte nach bem Krantenhause gebracht Am 22. b. M. Bormittags wurde der Handelsmann Fla bewußtlos vor dem Haute Neue Friedrichstr. 34 liegend, Stunden verstarb. gefunden und nach der Charitee gebracht, wo er nach einig Um dieselbe Beit fiel der Drech Walter am Rottbuser Ufer in den Landwehrkanal und der Berichterstattung des zur Vorbereitung der Wahl bachlose Tischler Koppe am Louisen- Ufer in den Louisenftä schen Kanal; fte wurden jedoch, ohne Schaben genommen haben, wieder herausgezogen und gerettet. Beide batten leichtfertiger Weise auf das Geländer des Kanals gefest Fau un Lachten igen Infafies anberd ppin Biten ble lein nad er Groff En Baurs pouffle mentilla filiber Treich u Bu feln Die Auf bfichtlich chen ein es elfrig Cabial's Die Rom twild her nen ammels finentes nichoft ene Ru bat e Sublitum Nadit Aufme bte, den in bec er allein Strafe er, bes D. TH benugle no Relle Damit ju Det einem er biele Heine mde ben τα φταίε ren mit waren fo rüdlings ins Waffer gefallen. Bu derselben Belt versuchte eine Frau vor dem Haufe Maaßenstr. 37 fich zu vers giften. Sie wurde mittelst Droschte nach der Charttee ge bracht. Gerichts- Zeitung. Krauß und Liebig geben die Neußerung des Berklagten dabin wieder: ber Der Proteftantenverein schaffe Bustände Glaubens und Lieblofigkeit, aus denen, wie aus einem Mift beete die Sozialdemokratie hervorwachse." Ueber die Be hauptung des Wahlflugblattes, daß Nobiling Mitglied der chriftlich sozialen Partei gewesen und Höbel fich noch am Tage vor dem Attentat in einer Bersammlung der chriftlich- sozialen Bartet Erbauung geholt habe, werden die Sekretäre dieser Bartel Aschenbrenner und Bernstorf vernommen. Dieselben wiffen über das zweite Moment nichts und bestreiten die Bu aur chriftlich sozialen Bartel. aehörigkeit Nobiling's bas auch in Rechts. Anw. Wolff beantragt nunmehr, Siegen verbreitete Flugblatt mit dem Artifel der Freien Beitung" Hofprediger, Reichstagsabgeordneter und Lügner" au verlesen, da Herr Schmidt fich mindestens doch auch moralisch mit für dieses Flugblatt verantwortlich gemacht habe. Der Gerichtshof lebnt diesen Antrag ab, da gar kein Moment beigebracht set, aus welchem hervorgehe, daß der Privatkläger an der Verbreiung des Flugblattes irgendwie betheiligt sei. Nunmehr beantragt Rechtsanwalt Wolff die Erhebung der Wderklage. Der Privattläger babe am 20. April in Siegen in Gebhard's Garten behauptet: Gerrn Stöder wohne der Geift des Haffes und der Bwietracht inne, er stehe im Verbrehen unerreicht da, er sei ein Lügner 2c." Ferner habe derselbe Mitte September in Laasphe gesagt: Stöder babe alle paar Wochen eine andere Ueberzeugung, Stöder gebe mit dem Winde." Rechtsanwalt Mundel bittet, von der Widerklage vorläufig nur Att zu nehmen. Dieselbe set augenscheinlich nur cin neuer Versuch, durch solche, mit der Klagesache gar nicht im Busammenhang stehende Dinge abermals eine Vertagung zu er zielen, beren der Bertlagte so dringend zu bedürfen scheine. Herr Stöder föane heute verurtheilt und auf die Widerllage später be funden werden, sonst tönne auch am Schluffe jeder Verhandlung immer eine neue beliebige Widerklage erhoben werden. Rechtsanwalt Wolff: Das ist das Recht des Verklagten, eine Grenze ist schließlich doch dadurch gezogen, daß dem Rechtsanwalt ein nobile officium innewohnt. Rechtsanwalt Rechtsanwalt ein nobile officium innewohnt. Mundel: So lange mein Kollege bier mir gegenüber steht, babe ich bezüglich dieses nobile officium teine Besorgniß, wenn aber Herr Stöcker einmal persönlich ihn ersetzen sollte, hört für mich die Garantie in dieser Beziehung auf Rechtsanwalt Wolff: Ich glaube, diese Bemerkung hätte sich der Herr Der Gegner ersparen tönnen. Gerichtshof beschloß, Privatbeleidigungsprozeß des ehemaligen Reichstags abgeordneten Fabrikant Schmidt( Elberfeld) gegen den Hof prebiger Stöcker. Der bereits einmal vertagte Brivatbeleibi gungsprozeß des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Fpbrilant Schmidt( Elberfeld) gegen den Hofprediger Stöder gelangte geftern vor der 99. Abtheilung des Schöffengerichts am tönigs lichen Amtsgericht Berlin I abermals zur Verbandlung. Begen Rand der Klage ist bekanntlich eine von Stöder am 7. Novem ber v. J im biefigen Stadtmisfionshause( Johannistisch) ge baltene Rebe, wobet Stöder geäußert haben soll: Denn die elenden Lügen, die jest mein Gegentandidat Herr Schmidt auf rothes Papier bruden läßt, werden nicht verfangen. Gegen folche Infamien schüßt der dortige gefunde fonservative Sinn, das gefunde, kräftige, lebendige Christenthum. Sie wiffen, was folche Buben von mir schreiben, ist nicht wahr, einfach weil ich ein evangelischer Geistlicher, weil ich Hofpredi ger Sr. Maj. des Kaisers bin." Da eine Anzahl Beugen zu dem Brojeffe geladen find, so findet die Verhandlung in dem großen Sigungsfaale Nr. 1 statt. Der Andrang nach dem Auditorium ist ein sehr bedeutender. Den Gerichtshof bilden Amtsrichter Kronefter( Vorfigender), Schneidermeister Heyer und Raufmann Rasch( Schöffen). Die Bartelen find nicht er schienen. Für den Kläger ist Rechtsanwalt Mundel, für den Bertlagten Rechtsanwalt Wolff( Fürstenwalde) anwesend. Außer einer Anzahl Beitungsberichterstattern ist der Geschäfts führer des deutschen Proteftantenvereins, Bredigtamtstandidat Friese geladen. Vor Beginn der Verhandlung beantragt ber Vertreter des Brivatverklagten, Rechts anwalt Wolff Wolff( Fürstenwalde), Die Bertagung Des Termins: der Vertreter des Klägers babe erst vor einigen Lagen den Journalisten Hugo Friedländer als Brugen ge laben, er set nun nicht in der Lage gewesen, über die persön liche Qualifilation dieses Zeugen fich zu orientiren. Außerdem würde er im Laufe der Verhandlung vielleicht in der Lage sein, die Widerklage zu erheben und müßte alsdann doch eine Bertagung eintreten. Außerdem set er angesichts des Pro effes gegen die Freie Beitung", in dem Hofprediger Stöder ben ganzen Tag über als Beuge fungirte, nicht in der Lage gewesen, fich, wie es die Wichtigkeit der Sache erfordere, das Er hoffe, der Vertreter des nöthige Material su verschaffen. Klägers werde so viel Billigkeitsgefühl haben und diesem Ver tagungsantrage nicht widersprechen. Rechtsanwalt Mur. del: Er tonne so viel Rüdficht nicht üben, wie der Herr Vertreter des Verklagten verlange. Wenn die Qualifilation des Jour naliflen Friedländer dem Vertreter des Verklagten Schmerzen mache, so verzichte er( Mundel) auf diffen Beugniß- DerGerichts bof beschließt: auf das Beugniß des Journalisten Friedländer zu verzichten. Es wird nun in die Verhandlung eingetreten und aunächst die bereits mitgetheilte inkriminirte Aeußerung und ein au Gunften Schmid's im Wahlfreife Stegen verbreitetes Flugblatt verlesen. In diesem heißt es u.„ Der Kronprinz babe bie Antifemitenbewegung, die Herr Stöder ins Leben gerufen, eine Schmach genannt. Wähler, fönnt Ihr einem solchen Manne Eure Stimme geben?" Ferner beißt es in dem Flug blatt: Die Attentäter Söbel und Nobiling waren Beide Mit glieder der chriftlich- sozialen Bartet. Höbel bat fich am Abende vor dem von ihm verübten Attentat in einer Versammlung der chriftlich sozialen Partei noch erbaut. фек bat und Dofür Ceben Leben en Fra ner n th en f tor etrunla Strel aft un gu cau d ing: Dielt eft. 24 u an er ni tau d Sun Bett Fen mblid bob -4 antragt: den Redakteur Aschenbrenner und den Literater Warns unwahr und daß Nobiling nicht Mitglied der chriftlich sozialen Bartei gewesen ist. Es wird alsdann ein Beitungsbericht über eine von Stöder am 10. November v. 3. gebaltene Rede verlesen, in welcher Stöcker den Schmidt einen Taugenichts genannt haben soll. Der erste vernommene Beuge, Schriftsteller Dr. Nigdorf, bestätigt die mitgetheilte, am 7. Novbr. getgane Aeußerung in der Weise, wie er dieselbe der Boff. Btg" be richtet, gehört zu haben. Er babe speziell diesen Baffus steno graphirt. Beitungsberichterstatter Lange tann fich des intriminirten Baffus genau nicht erinnern, in seinem der ,, Boft" gelieferten Bes richt über jene Versammlung stehe nur: was solche Leute von mir schreiben, ist nicht wahr u. f. w.- Vors.: Ift ber Bericht Beuge: Das von der Redaktion vielleicht geändert worden?- Beuge: Das tommt häufig vor, es ist mithin auch möglich, daß in meinem Bericht Buben" geftanden und die Redaktion dafür Leute" geschrieben hat. Berichterstatter Krauß( Reichsbote) weiß zwar, Daß Hofprediger Stöder in jener Bersammlung fehr berbe Worte über seinen Gegen kandidat und die Verfasser des Flug blattes gesprochen habe, fann fich aber der einzelnen Momente nicht mehr erinnern. Berichterstatter Liebig( Reichsbote und Rreuzzeitung) hat ebenfalls teine flare Erinnerung an die ein zelnen Neugerungen, bezweifelt aber, daß das Wort„ Buben" gefallen fei und glaubt, daß Hofprediger Stöder den Privat tläger in einen Gegensatz zu den Taugenichtsen" gebracht bat. Der folgende Beuge Aschenbrenner giebt auf Befragen an, daß er früher Portier im Pfarrhause des Angeklagten ge wesen und alsdann die Redaktion des chriftlich sozialen Rorre fpondensblattes vertreten habe. Der Beuge lann fich der eins aelnen Momente gleichfalls nicht mit Bestimmtbelt erinnern, weiß aber, daß der Angeklagte gesagt habe: Es wird Herrn Schmidt noch einmal leid werden, daß er sich mit solchen Subjetten eingelaffen hat." Mit den„ Subjekten" seien ganz ficher bie Agitatoren gemeint gewefen. Journalist Röther hat als Bertreter der Boff. Btg." der zweiten Verhandlung vom 10. November im Klubbause beigewohnt. Er bekundet, Hofprediger Stöder babe in jener Versammlung aus dem Fallen der gegne rischen Stimmen im Wahlkreise Siegen die Folgen gezogen, baß die anständigen Elemente der Fortschrittspartei mit Tauge. nichtsen nichts zu thun haben wollen. Hofprediger Stöder hat in feiner Rlagebeantwortung zugegeben, daß er den Ausdruck Laugenichtse" gebraucht hat, jedoch nnr im Allgemeinen in Bezug auf die gegen ihn infentite Agitation, nicht aber in Bezug auf den Privattläger.- Journalist Liebig fann fich auch bezüglich der aweiten Bersammlung beftimmter Momente nicht erinnern. Rechtsanwalt Wolff beantragt die Berneb mung des Berichterstatters ber Kreuz Beitung", Baufübrers Mbami, welcher befunden soll, daß Hofprediger Stöder den Ausdrud Taugenichtfe" nicht in Bezug auf den Brivatfläger gebraucht bat. Der Gerichtshof lehnt diesen Antrag ab, da bezüglich dieses zweiten Bunties der Belastungsbeweis nicht ausreicht. Buchdruckereibefizer Bommert Elberfeld, gegen welchen ein Verfahren wegen dieses Flugblattes schwebt, erklärt, fanung oder Berbreitung des Flugblattes irgendwie betheiligt daß er nicht wiffe, ob der Fabrilant Schmidt an der Ab te tro nad un Bubilla inftallid h. B enen bal befte b mpel of g Fe Temp Stunt Tho tubin bring Schleid Schma onner hes fiel tbring o bak In awilde weld tb th bu இதற் werb Flat no, einig Drech Der fenfta mmen tten ept Rechtsanwalt Wolff beantragt, Den gewesen ist. Beugen barüber zu vernehmen, daß fich der Brivat Häger an Der Wahlagitation in Siegen, selbst mit petuniaren Aufwendungen, flatt betbeiligt habe. Beuge Bommert giebt zu, daß verr Schmidt fich an der Wablagitation persönlich bethelligt habe, doch habe derfelbe den Standpunkt immer geltend gemacht, daß Alles, was über die persönlichen Ausgaben hinausgebe, von der Bentralleitung gewährt werden bag der Angeklagte den Proteftantenverein ein„ Deifibeet" ge nannt habe, wird der Kandid. Friese als Beuge vernommen. Derfelbe befundet, daß er am 29. Augufi v. J. einer er fammlung beigewohnt babe, in welcher der Verlagte gegen den zu die Sache zu vertagen. Da aber das Verhalten des Ver lagten namentlich auch daraus, daß er troß der Bustellung Der Klage im Dezember erst furz vor dem ersten Termin einen Vertreter inftruirt bat, zu erkennen ist, daß er lediglich auf einen Verschleif der Sache aus ist, hat der Gerichtshof beschloffen, bei Bermeidung der Einstellung des Verfahrens der Widerklage von Herrn Hofprediger Stöder einen binnen 8 Tagen zu zahlenden Kostenvorschuß von 300 Mart au erfordern, das persönliche Erscheinen den Barteten anzuordnen und zum nächsten Termin den Fabrikant Schäffer in Siegen und den Pfarrer Schmidt in Vaasphe vorzuladen. Magiftrats wegen Rieberlegung der Arbeit." Der Herr Referent war der Anficht, daß die Eretuttoverfügungen, welche die Ge merbe.Deputation des Magistrats aus§ 774 ber Bivi Brozek Ddnung berleitet und mit Hilfe der Polizeibehörde zur Auße führung bringt, burchaus nicht gefeglich seien; wie die höhere Verwaltungsbehörde fich hierzu stelle, wisse er nicht. Reicher Belfall folgte den flaren Ausführungen. Stadtv. Tischler Herr er old als Korreferent wies mit Hinsicht auf das Verhalten der Gewerbebeputation des Magistrats auf die Nothwendigtett bin, ein Gewerbe Schiedsgericht ins Leben zu rufen, daß von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in gleicher Bahl in der Weise befest fein müffe, daß jeder zur Entscheidung tommende Fall von Fachleuten entschieden würde." Er tonnte mittheilen, daß die Gewerbe Deputation bereits einstimmig beschloffen habe, zu dem Antrag auf Einführung eines Gewerbe Schiedsgerichtes Stellung zu nehmen und ersuchte die Versammlung, durch ein Votum nach dieser Richtung hin die Arbeiter Stadtoerordneten zu unterftügen.( Beifall.)-Herr Müller beantragte, folange bieses Schiedsgericht noch nicht beftebe, aus der Mitte der Arbeiter eine Kommission au wählen, die mit der Aufgabe zu betrauen fei, in gewerblichen Streitigkeiten dem Arbeiter hilf reich zur Seite zu sichen und ihm zu seinem Rechte zu verhelfen. Dieser Antrag fand die Buftimmung fast aller folgenden Redner und schließlich der Versammlung. Folgende Lifte von 21 Mitglieder wurde aufgestellt und, vorbehaltlich der Bu stimmung einiger Gewählter, die nicht anwesend waren, en bloc angenommen. Die Kommission, welche in den nächsten Tagen zusammentreten wird, besteht aus folgenden Mitgliedern: Michelsen, Buchbinder; Gerold, Tischler; Laste, Bigarrenarbeiter; Berendt, Maurer; Roblbar, Buchbinder; Papte, Schuhmacher; Kreus, Gürtler; Kirchner, Tapezirer; TuBauer, Tischler; Miethe Schloffer; Wilhelm, Böttcher; G. Schulz, Metallarbeiter; Lehmann, Zimmerer; ente, Klavierarbeiter; Buchbols, Maler; Müller, Drecksler; Pfeifer, Schneider; Fr. Gördi, Schloffer; Werner, Schrifiseger; Renn baler, Feilenbauer; öhne, Buchbinder.- Im Berlauf der Diskaffion tam man auch auf die Versammlung zu sprechen, welche unter Vorfts des Herrn Rödel am Sonntag in dec " Tonhalle" stattgefunden und ein rasches Ende gefunden hat. Auch das Berhalten des Herrn Rödel und seine Leitung" der Versammlung wurde bei dieser Gelegenheit einer scharfen Kritik unterzogen. Es gelangte ein Brief aus Königsberg, von der Kommission der dortigen( im Streit zur Verlesung, liegenden) Tischler hierher gerichtet, folgendermaßen welcher in feinem erften Theile lautet:„ Rönigsberg, den 12. Juni 1885. Werther Kollege! Am Donnerstag voriger Woche richtete ich im Auftrage der Lohntommiffion der bieftgen Tischler an Kollege Rödel das Ersuchen, unsern Lohnlampf mit einer größeren Summe zu unterstüßen, habe jedoch bis heute teine Antwort erhalten, wiewohl ich ihm mittheilte, daß es sehr bringend sei, und er uns, wenn möglich, felegraphisch benachrichtigen möge, ob wir etwas erhalten tönnten. Sollte er fein paar Minuten für uns übrig haben, oder bewahrheitet sich das Gerücht, daß er durch sein rücksichtsloses Vorgeben gegenüber den anderen Tischlern Deutschlands den Einfluß bei den dortigen Kollegen verloren hat? Wir unsererseits baben das Gefühl gehabt, daß durch die fortdauernden Streits die dortige fachgenossenschaft men einer ständigen Organisation faft zur Unmöglichkeit ge macht wird. Wir bitten Sie nun, werther Freund, mit Kollege Rödel zu sprechen und ihn zu fragen, ob mir überhaupt von seiner Seite auf etwas rechnen dürfen. Denn außer der Unterstüßung die wir durch Mitglieder des Fachvereins und vom Klavierar. beiterverein erhalten haben, ist von Berlin weiter nichts angelommen und wir haben doch bedeutende Summen nach dort gesandt. Einmal haben wir von Herrn Rödel 14,20 Mt., aufgebracht von den fireilenten Tischlein, erhalten. Unsere Briefe werden gar nicht beantwortet von ihm. Erwähnt fet noch, daß Herr Schloffer Pirch ( 2. Borfigender in der Tonballenversammlung am Sonntag) mit feinem Vorschlag, eine Kommiffion au wählen, die fich einer privatim von Herrn Röbel gebildeten Kommiffion an zuschließen habe, die in den nächsten Tagen nach Potsdam gebt, um bei dem Oberpräsidenten Beschwerde über die Ents fcheidungen ber biengen Gewerbebeputation des Magistrats aus§771 b CB. D. au führen, nicht den geringsten Antlang und die schärfte Ablehnung erfuhr.- Einstimmig beschlossen. wurde, den Ueberschuß einer bereits vorges nommenen Tellersammlung ben streitenden Maurern zu überweisen und eine neue Tellersammlung für dieselben zu veranstalten. Dann schloß die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Berliner Arbeiter bewegung. Vereine und Versammlungen. hr. Ju der von der Lohntommission einberufenen Bersammlung der Tischler, welche am Montag Andreas. firaße 21 unter Leitung des Herrn Rödel tagte, machte Herrliche Bewegung bedeutend gebemmt ist und das Bustandekom Lenz zunächst Mittheilungen über einen Besuch, welchen gleich zeitig mit ihm die Herren Giese und Hilgendorf( Gegner der Lohntommiffion) dem im Augufta hospital befindlichen schwer franten Kollegen hette gemacht haben und verlas dann ein Schreiben des Leßtgenannten, in welchem derselbe der Lohn tommiffion nochmals für die ihm zugewendeten 30 Mt. seinen Dant ausspricht und an alle Kollegen die dringende Bitte richtet, der Lohntommiffion das Vertrauen zu bewahren und die Lohnbewegung, durch welche fte schon Bedeutendes errungen, boch zu halten. Darauf erftattete Herr Rödel ein eingehendes Referat über das Thema: Die von unseren Gegnern befchloffene Auflösung der Lohntonmission und was würde damit erreicht werden?" Er suchte nachzuweisen, wie nach einer etwaigen Auflösung der Lohntommiffion( fage nicht, fügte er hinzu, der iesigen Lohnkommission") b. h. nach einer Auflösung der Lohnbewegungsorgani sation in wenigen Wochen Alles verloren gehen würde, was in einem zweijährigen mühevollen, schweren Kampfe die Tischler Berlins den Arbeitgebern abgerungen haben. Da es unmöglich sei, daß die Gegner der Lohnkommiffion dies nicht einsehen, so tonne man nur annehmen, daß es ihr Wille fei, die Tischler Berlins wieder zurückzubringen in die traurige Lage, in welcher fie fich vor 2 Jahren befanden, um dann fagen zu lönnen: Da feht Ihr ja, daß die ganze Lohnbe wegung nichts genügt hat".( Widerspruch der anwesenden Begner.) Referent wies darauf bin, baß die Vorstände der Fachvereine nicht die Macht haben würden, den Tischlern Berlins die Errungenschaften zu bewahren, welche durch die Lohnbewegungsorganisation der großen Mehrheit der Tischler gewonnen worden seien. In Meistertreisen herrsche schon große Freude über die Versuche, welche von Gefellen und von Sol hen, welche Vertreter der Intereffen der Gesellen sein wollen, gemacht werden, die Lohnbewegungs Organisation der Gesellen zu befettigen. Ein Meifter der RaftenRaften möbelbranche, ber 27 Gesellen beschäftige, habe im im auf diese Versuche schon gewagt, einem Hinblic er mit 3 Mart went derselben zu erklären, daß ger wöchentlich aufrieden sein müsse oder geben tönne. Nach Dem Referent noch darauf hingedeutet, daß die gegnerischen Wortführer auch in die am Sonntage in der Tonhalle abge haltene Bersammlung aller gewerblichen Arbeiter nur zu Dem Bwede gekommen seien, dieselbe zu stören und womöglich au sprengen, und erklärt, daß er das, was er gegen Herrn Herold vorzubringen babe, in der gegenwärtigen Ver. fammlung nicht vorbringen wolle, well Herr Herold nicht an. wesend set, schloß er mit dem Ausdruck der Buversicht, daß die wesend sei, schloß er mit dem Ausdruck der Zuversicht, daß die große Mehrheit der Berliner Tischler fich von dem, was fie als recht erkannt, burch einige Agents provocateurs", nicht werbe abbringen laffen, und daß diejenigen Kollegen, die sich hätten verführen lassen, bald aur Einsicht tommen und dann um so entschiedener wieder der Mehrheit sich anschließen wer ben. Die Diskussion wurde von Herrn Rüngel mit der Bemerkung eröffnet, daß nur Solche, die Tischler find, das Wort nehmen dürften. Die Herren Hildebrandt, John, Stellmann, Alinger, Juraute u. 2. fprachen fich im Sinne des Referenten aus und vervollständigten die Ausführungen desselben. Herr Winter brachte von Neuem Alles vor, was er schon in anderen Bersammlungen zu feiner Bertheidigung und gegen berrn Röbel vorgebracht hat, und sagte dann, es fomme ihm seltsam vor, daß vom tranten Kollegen Helle, der gestern erklärt habe, er fei zu fchwach, um noch schreiben zu fönnen, beute ein fo langer Brief vorliege. Die in dieser Bemerkung liegende Verdächtigung und die von Neuem von Herrn Winter vorgebrachten Anschuldigungen wies Herr Roedel mit Entschieden Das Ergebnis der Berbandlung war die An beit zurüd. Die Versammlung erklärt nahme der folgenden Resolution: Die Versammlung erklärt ihr volles Einvernehmen mit der Lohnbewegung und mit der Lohntommiffion; fie wird unentwegt mit aller Rraft für die Aufrechterhaltung der durchgeführten Forderungen eintreten, fann." Eine öffentliche Versammlung der Former, von airfa 800 Personen besucht, tagte am Montag, den 22. Juni, im Salon zum Deutschen Kaiser, und beschäftigte fich mit dem Streit in der Hartung'schen Gießerei. Bon allen Rednern wurden die Misstände gerügt und einer fachlichen, aber scharfen Kritik unterzogen. Herr Hartung, der selber nicht erschienen war, wurde durch einen Herrn Riebel vertreten. Jedoch die Argumente des Herrn Riedel konnten die Thatsachen nicht ab. schwächen, vielmehr erklärte die Versammlung durch die An nahme zweier ziemlich gleichlautenden Resolutionen fich mit ben Forderungen sowohl, als auch mit der Haltung ber ftreifenden Kollegen noll und ganz einverstanden. Als darauf brel Beamte der Firma Hartung erschienen und noch in später Stunde( es war 12 Uhr) das Wort ver langten, ein Schlußantrag jedoch bereits angenommen war, entstand ein großer Tumult, was den Vorsitzenden Herrn Behrend veranlaßte, um einer Auflösung vorzubeugen, die Versammlung zu schließen. Eine von Herrn Schwerin einge brachte Resolution lautet: Die heute im Salon zum Deutschen Kaiser" tagende formerversammlung erklärt, daß, da die Forderungen der streitenden Kollegen der Dartung ichen Gießerei gerecht find, den Streit so lange fortzuführen, bis entweder Herr Hartung die Forderungen bewilligt hat, oder ber Streit von der Vereinigung der Metallarbeiter Deutsche lands als beendet erklärt wird. Bugleich erklären die An wesenden, den Streit mit allen gefeßlich au Gebote stehenden Mitteln, sowohl moralisch als auch materiell, thatkräftig zu unterſtüßen, bis der Sieg errungen ift." hfs. Die neuefte Maffenversammlung der Berliner Maurer fand gestern( Dienstag) Vormittags von 10 bis 12 Uhr in der ,, Lonballe", Friedrichstraße 112, unter dem Vors fige des Herrn Behrend flatt. Bu derselben hatten fich aber mals an 7000 bis 8000 ftreitende Maurer eingestellt, von denen ca. 6000 im Saale Plas fanden. Die Versammlung diskutirte wieder lebhaft über das Neueste vom Streitschauplay, woran fich ja gegenwärtig niemals ein Mangel fühlbar macht, wenn auch von außergewöhnlichen, großen Ereignissen, blutigen Rämpfen und Mezeleien wer weiß, ob nicht zum großen Leibwesen der armen, bedrängten Bundes Meister und ſentations. bedürftigen Kapitalistenpreffe noch immer nichts oder nur faum Erwähnenswerthes au vermelden ist. Höchftens handelt es fich dabei um Richtigstellung irgend einer haarft: äubenden Beitungsnotis ober bei der Polizeibehörde eingereichte Anzeige muffe. Ueber die Wahrheit der Behauptung des Flugblattes, damit auf dem betretenen Wege weiter gearbeitet werden und Beschwerde der Bau Jnnung über angeblich stattgehabte Der Berklagte dabel geäußert, daß das, was der Proteftanten verein wolle, leine Kirche, sondern ein Raftno fel und aus folchem Mift die Sozialdemokratie erwachse. Die Beugen be. Die große Arbeiter- Bersammlung, welche am Montag, 22. 9/10 unter Boris Des bends in bertrania, Wrangel überaus zahlreich besucht. Trogdem verlief die Versammlung in musterhafter Ordnung. Herr Rechtsanwalt Freudenthal re feritte über Die Berurtheilung einer Anzahl gewerblicher Ar beiter zu Freiheitsstrafen durch die Gewerbedeputation des beiter zu Freiheitsstrafen durch die Gewerbebeputation des entfegliche Ausschreitungen" und Gewaltthaten" treilender Maurer auf diesem oder jenem falt gestellten Bau" gegenüber engbersigen, aus falscher Selbstfucht ihr eigenes intereffe Dergleichen fonnte man auch beute wieder vielfach au bören bekommen. Nicht unzutreffend meinte einer der Rebner, es sei o tlar wie Alogbrübe", daß fich die Streifenden einerseits und die indifferenten Weiterarbeitenden andererseits gegenseitig nicht Drbnung: 1. Innere Bereinsangelegenheiten. 2. Verschie benes. Auch möge den Mitgliedern biermit bekannt gegeben sein, daß die Statutenbücher zur Vertheilung gelangen. Reger fein, daß die Statutenbücher zur Vertheilung gelangen. Reger Besuch ift dringend nothwendig. Gr. Ottersleben, 20. Junt. Die am Sonnabend, den 19. b. Mis. im Saale des Fachvereins versch. Berufsgenoffen abgehaltene Bersammlung, in welcher Maschinenbauer Sendig referirte, wurde auf Grund des§ 5 des Vereinsgefeßes auf gelöst. Es ging alles rubig nach pause. Eine große öffentliche Schuhmacher Versammlung findet am Montag. Den 29. b. Mits., Abends 8 Uhr, im Königstädtischen Kafino, Ede Holzmarkt- und Alexanderstraße ftatt. Tagesordnung mit Angabe des Referenten wird am Sonnabend im Inseratentheil bekannt gemacht. des Berwefungsgeruchs, welcher mit dem Bloglegen der Leiche zunahm, und eine Verpeftung der Luft der Leiche zunahm, zu verhüten, so schnell als möglich ins Feuer werfen mußten. Bu bemerken ist, daß sich an dieser Leiche schwere, mit eifernen Nägeln beschlagene Schube befanden, von der wie fte von den Arbeitsleuten an den Dods in England g tragen werden. Der Niemen, mit welchem die kosen um die Düften befestigt waren, war ohne Schnalle und nur durch ein Loch im inneren Ende des Riemens gezogen. Beide Leichen müßen dicht neben einander und recht unter dem Bunterlud an Deck gelegen haben, die erfte lag mit dem Kopf nach vorn, zweite mit dem Kopf nach hinten. Bemerkenswerthe unve wesliche Gegenstände wurden in der Nähe der Leichen ni aufgefunden. Wie und auf welche Weise diefe beiden Leich in den Bunter gelommen find, ist allen an Bord une fläcli ( ges). A. Kuhn, Kapitän; B. Grundmann, erster Offe F. Frid, erster Maschinist; Paul Papenhagen, zweiter Machini Reuper, Heizer. Berichtigung. Es geht uns nachstehendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zu: In der Nummer 143 bes ,, Berliner Voltsblatt" heißt es in dem Bericht des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Klavierarbeiter, ich hätte. Herrn Nödel und die Lohnkommission gegen die Angriffe in Schuß genommen. Dieses möchte ich dahin berichtigen, daß ich nach meinem Wissen die Kommiffion und Herrn Rödel nicht in Schuß genommen habe und auch nicht nehmen tann. . Schaar, Klavierarbeiter, Manteuffelftr. 67. Vermischtes. mit Chokolade begießen." Whtliche, ernste Ausschreitungen Whtliche, ernste Ausschreitungen| feten thatsächlich und erfreulicher Weise bis jest nicht vor gelommen. Auch hätten es fich in den bisher abgehaltenen Streilversammlungen sowohl die Kommissionsmitglieder als viele andere Redner stets angelegen sein laffen, zu gefeßmäßigem, rubigem und rüdfichvollem gegenseitigen Verbalten zu ermahnen und die Streifenden nur auf Gewinnung der widerstrebenden Elemente durch die Macht gütlicher Uebertedung zu verweisen. An der Diskussion nahmen diesmal in hervorragender Weise besonders die Herren ag en dorf, Luwig, Borfigender Behrend, Krantemann u. A. Theil. Herr Hagen Dorf beantwortete die von einem der Anwesenden auf nach dem derzeitigen Bestande des gewoi fene Frage Generalunterstüßungsfonds resp. nach den eventuell ม น gewährenden Streitunterstügungs- Auszahlungen dahin, daß legtere wegen der außergewöhnlich großen Anzahl der Strei fenden vorläufig, d. b. in den nächsten zwei Wochen nicht erwartet werden fönnten. Es müßten und das habe jeder Berliner Maurer zuvor gewußt jezt eben gewiffe unvermeidliche Dpfer gebracht werden, zu denen Seber im eigenen Intereffe verpflichtet set. Müßte man schon jest jedem Streitenden eine nur einigermaßen in Betracht tommende Unterstüßung auszahlen und mit ganz kleinen, almosenartigen Beträgen wäre doch Niemandem gedient- so würden dazu ungeheure Fonds erforderlich sein, die anzu fammeln leider in den letzten Jahren nicht möglich war. Das gegen set bereits schon jest alles Erforderliche und Mögliche von Seiten der Kommission getban worden und werde dies in noch höherem Grade auch fernerhin geschehen, um allen billigen und für den schlimmsten Fall einer längeren Streifbauer un abweisbaren und gerechtfertigten Anforderungen genügen zu Tönnen. Schließlich würden nöthigen Falls nicht nur die Maurer und alle Arbetter ganz Deutschlands, sondern auch Die des Auslandes, die Arbeiter aller Kulturländer den Berliner Maurern die stüßende, bilfreiche Hand bieten. Denn Der das Gefühl und Verständniß für die Solidarität Arbeiterintereffen fet beute in aller Welt tein hohler leerer Wahn, sondern Schall mehr und fein Leerer eine lebendige, zukunftverheißende Thatsache, mit der man rechnen dürfe.( Stürmischer Beifall.)- Der Vorfigende beilte mit, daß fich die Kommisfion mit einer schriftlichen Vorstellung an bas biefige Polizei Präsidium und an den Magiftrat gewandt babe, um diese Behörden zu einer öffentlichen Anerkennung zu einer, gegenüber den Schritten der Bundes- Meister thatsächlich gerechtfertigten Rundgebung, die hoffentlich nicht werde versagt werden. Bugleich erkannte er das bis jezt von den Behörden den Berliner Maurern bewiesene Wohl wollen im Namen der Maurer bankend an. Herr Luwig warnte vor jeder Unterhandlung Einzelner mit den, solche Unterhandlungen erftrebenden Meistern. Nur die Kommission müffe und dürfe, als Vertreterin der Gesammtinteressen und im Namen der Gesammtheit mit der Meisterschaft unterhan- banden seien, welche auf die erfolgte Verübung eines Ver. Deln. Ferner machte der Vorfizende den Anwesenden von den in den jüngsten Versammlungen der Puger, Stein. träger und Bauarbeiter gefaßten Beschblüffen Mit theilung, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden, nachdem der Redner ausgeführt hatte, daß dieselben nur dazu beitragen fönnten, das allgemeine Vertrauen auf den schließ lichen Sieg der gerechten Sache noch zu erhöhen. Die Töpfergesellen Berlins waren am Sonntag, den 21. Juni in der Grenadierftr. 33 versammelt und beschäftigten fich mit der Aufstellung eines den Meistern vorzulegenden Minimal Lohntarifes, wonach der Verdienst eines Töpferge fellen, der gegenwärtig bei einer täglichen 11 ftündigen Arbeits zeit etwa 15 Mt. pro Woche beträgt, bei derselben Arbeitszeit auf etwa 18 Mt. fich erhöhen würde. Von einer definitiven Beschlußfaffung bebufs Durchführung dieses Tarifs murde jedoch Abstand genommen, da, wie bemerkt wurde, die Drgas nisation der Töpfergesellen erst stärker werden müsse, wenn ste etwas erreichen wollten. Der, Demokratische Verein" zu Berlin hat am 17. Juni fich durch Genehmigung des revidirten Statuts und Neuwahl des Ausschusses definitiv konstituirt. Der Ausschuß hat die Aemter folgendermaßen vertheilt: Dr. Guido Weiz, Vor figender; G. Ledebour, Geschäftsführer( Dessauerfir. 4), Mox Hey, Schoßmeister( Grüner Weg 16), Stadtverordneter Sciegnis, Dr. Wolff, Hildebrandt, Gör. Itger, Dr. Gräger und Schwarz, Beifizer. Buschriften find an den Geschäftsführer, Glosendungen an den Schap meifler zu richten. Eine große öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 28. Juni, Vormittags 10 Uhr, im Palmensaal, Neue Schönhauserstr. 20, ftatt. Die Tagesordnung ist folgende: 1) Welche Folgen steht der Streit der Berliner Maurer für die Bimmerleute nach sich. 2) Ergänzungswahl der Kommission. 3) Berschiedenes. Eine öffentliche Versammlung der Maler findet am Sonntag, den 28. d. Dt., Vorm. 10% Uhr in Gratwell's Bierhallen, Kommand intenftr. 77-79, ftatt. Die Tagesord nung wird noch näher bekannt gemacht. Die Einberufer er fuchen sämmtliche Leser dieser Anzeige, die Malergehilfen darauf aufmerksam zu machen, da die Tagesordnung eine sehr wichtige sein wird. Der Unterstügungsverein der Vergolder und Berufsgenoffen bält am Mittwoch, den 24. Juni, Abends 8 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstr. 33, eine Versammlung ab. Tages Theater. Deutsches Theater. Deute: Die große Glede. Bellealliance Theater. Date: Der Raub der Sabinerinnen. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Dente: Der Großmogul. Balhalla Dperetten- Theater: Baute: Mascotte. Oftend- Theater: Heute: Das Spielzeug der Kaiserin. Date: Bapageno. Wallner- Theater. Sentral Theater: Alte Jalobftraße 30. Direktor: Ab. Ernst. Deute: Hamburg an der Alfter. Tischlergesellen auf Telephon verlangt Gürtner, Admiralstr. 17 II. Hof. Häller auf Mohair verlangt Süßmann, Langeftr. 62, Hof III, Mädchen für Alles, hoher Lohn, verl. Ackerstr. 133 vorn I. t. ArbeiterBezirks- Verein ,, Süd- Ost". Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 25. Juni, Abends 8% Uhr, in der„ Urania", Wrangelstraße 9 u. 10. 1354] Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 17 Ein geheimnißvoller Vorfall an Bord eines Dam pfers. Nach dem Berichte des tatferlichen Konsulats in Liver pool war der zum beimathshafen Bremen gehörende Dampfer Donar"( Q. D. W. B.) am 16. Dezember v. J. von Bremer baven nach Cardiff gegangen, hatte dort Roblen eingeladen und alsdann die Häfen Colombo, Elephant Point, Alyab, Port Said besucht, und wie in dem Schiffsjournale geschildert wird, hatte Die Auffindung von zwei männlichen Leichen im Rohlenraume des Schiffes während der Rückreise von Alyab nach Liverpool stattgefunden. Da Niemand von der Besagung des„ Donar" vermißt wurde und die Leichen der äußeren Bekleidung nach Europäer und nach den Schuben der einen Leiche au schließen, englische Dockarbeiter gewesen zu sein scheinen, so nimmt der Rapitän des ,, Donar" an, daß es zwei in Cardiff zum Stauen Don Roblen auf seinem Schiffe beschäftigt gewesene Arbeiter sein mögen. Dieselben wären vielleicht im Koblenraum einge falafen und alsdann unbemerkt von einer Quantität Kohlen, welche von oben berabgestürzt wurden, erschlagen, beziehungs weise begraben worden. Auf Grund dieser Vermuthung wurde Der taiserliche Konsul au Cardiff ersucht, die Mannschaft des Donar", welcher im Begriffe ftand, von Liverpool nach Cardiff abzufahren, zu vernehmen und Nachforschungen darüber anzu stellen, ob dort zu der erwähnten Bett awet Männer virmißt worden find, welche mit den gefundenen beiden Leichen identisch sein könnten, sowie ob irgend welche Umstände vor brechens schließen ließen. Den Ermittelungen ist es nicht ge lungen, ben Sachverhalt aufzutlären. Nach den Berichten des deutschen Konsuls au Cardiff ist derselbe zu der Annahme gelangt, daß ein Verbrechen nahezu ausge schloffen ist. Die Berichte des Kapitäns des Dampfers ,, Donat" lauten im Wesentlichen: Freitag, den 13. März 1885. Heute Nachmittag gegen 3 Uhr wurde dem zweiten Maschiniften Papenhagen und dem beizer Stickigt gemeldet, daß fich auf Der Steuerbordseite im großen Querbunter allem Anschein nach eine Leiche befände, welche durch den Verbrauch der Kohlen aus diesem Bunter bloß gelegt werde. Der zweite und Dritte Maschinist begaben sich in den Koblenbunker, wo ein sehr Starter Verwesungsgeruch herrschte und fanden die Aussage bes Stidigt bestätigt. Das eine Bein der Leiche, welche be. reits sehr start in Verwesung übergegangen war, tam zum Vorschein. Hierauf machte der zweite Maschinist dem ersten Maschinist hiervon Meldung, welcher es weiter dem Kapitän meldete. Der Rapitän und der erste Dffizier begaben fich bierauf in ben Roblenbunker und überzeugten sich von dem Vorhandensein der Leiche, welche der Kleidung nach zu rechnen eine männliche war. Da die Leiche bereits alljustart in Vers wesung übergegangen war, um ein Hantiren und Einpaden Derselben zuzulaffen und der Geruch derselben start genug war, um die Luft zu verpesten und eine Seuche hervorzurufen, so wurde beschloffen, so tura als möglich damit zu verfahren und die Leiche in das nächste Feuer zu werfen, wo dieselbe im Nu von den Flammen verzehrt war. Die einzigen Mertzeichen, welche an der Leiche wahrgenommen werden konnten, waren, daß Dieselbe mit einem blauen Flanellhemd und einer englischlebernen( Moleskin-) bose befleidet war. Um den pestilenz artigen Geruch zu vertreiben, wurde Karbolsäure in den Bunker und beiraum gegofen.( ges). A. Kuhn, Kapitän. J. Frid, etfter Maschinist. Paul Papenhagen, zmetter Maschinist. H. Reuper, Heizer. B. Grundmann, erster Offisier. Sonnabend, Den 14. März 1885. Heute Abend gegen 6 Uhr 10 Minuten wurde dem ersten Maschinisten Frid durch den Heizer Mundt abermals die schreck.iche Meldung gemacht, daß sich im Steuer bordbunker nahe an derfelben Stelle, wo die erfte gelegen, noch eine Leiche vorgefunden hätte. Der erste Maschinist machte dem Kapitän hiervon Meldung und er und der erste Offizier begaben sich in den Rohlenbunter, wo fte fich von dem Vorhanden ein einer zweiten und zwar nach der Kleibung zu beurtheilen, männlichen Leiche überzeugten. Diese Leiche war wie die erste bereits so start in Verwesung über, gegangen, daß wir dieselbe, um ein Uebethanbnehmen bie Ein Hausmittel. In einer kleinen Stadt geschab fürzlich, daß eine Frau, die von ihrem Manne vernachläffit wurde, ibn in einer Scentstube aufspürte, wo er mit mehreren Gefährten beim Kartenspiel sag. Mit den Worten: Liebe Mann, da ich voraussette, daß Du zu sehr beschäftigt fele, um heute Mittag nach Hause zu tommen, babe ich Dir Dein Effen gebracht!" fegte fte eine verdeckte Schüffel auf den Ti und entfernte sich. Mit erzwungenem Lachen lud der Mann seine Freunde ein, mit ihm au speisen; als er aber den Did aufbob, fand er nichts als einen Bettel, worauf geschrieben ftand: h boffe, Dein Mittagsmahl wird Dir schmeden; ift genau daffelbe, was Deine Familie zu Hause bat!" wollen hoffen, daß das Mittel der guten Frau, aus beren Thun ia doch ein recht hoch betrübtes Herz berausschaut, guten Erfolg gehabt hat. Aber in wie vielen Häusern mag's be Dem leidigen Wirthshausbesuch also aussehen! Es tommt ja nicht blos bei sogenannten geringen Leuten, sondern auch gebildeten" Häusern vor, daß der Mann allabendlich beim Bier fist und in Gesellschaft" zu Nacht speift, und bei die daheim zu feinem rechten, nahrhaften Abendessen mehr e Gelegenheit soviel Geld braucht, daß es für die Familie Eingesandt. Geehrte Redaktion! ㄢ ˊ mo Die Rr eriche Berli Bofta alle A mit de 99 einzula 93 nehme berung Dic Kreise blatt" Gefins lich ba Blatte A toftet Mona Bezugnehmend auf die in der Sonntagsnummer h geschästen Blattes vom 21. Juni enthaltene Annonse, o fich die Herren Friz Gördi, Aug. Gerold, Ferd. Milan M. Kreuz, Friz Michelsen, Julius Müller entschuldigen, an diesem Tage übernommenen Referate nicht halten zu können, um in der von dem bekannten Herrn Rödel einberufenen B sammlung diesem Gerrn gegenüber die Ehre und Würde Berliner Arbeiterbewegung zu vertreten, ist mir unbegreifli wie der lettgenannte Herr, der Drechsler Julius Müller, Ehre und Würde zu vertreten gedenti, da der betreffende he durchaus nicht berufen ist, diefelbe für die Berliner Drechsle gesellenschaft zu vertreten, denn die Berliner Drechsler wiffen, was fte von Herrn J. Müller zu halten baben und find gem erftaunt, wie fich so ein Mann sum Sittenrichter aufiplele fann. Der betreffende Herr möge erst vor seiner eigenen The fehren, ehe er über die inforretten Handlungen Anderer spreche will. Herr J. Müller möge erftens öffentlich über Lohnbewegung der Drechsler vom Jahre 1882 abrechnen, o bis dato noch nicht öffentlich und auch nicht in der Kom misfton geschehen ift. 3weitens über den von ihm geleitete Knopfmacher Streit vom Monat Februar bis März 188 Drittens möge der Herr erft Abrechnung halten mit be jezigen Vorstand der Bentral- Kranten und Sterbelaffe ba Drechsler, bei welcher derselbe drei Monate Bevollmächtig gewesen ist, und dann seiner sonderbaren Verwaltung we abgefest ist. Wenn es dem Herrn J. Müller gelingt, über die angeführten Thatsachen zu rechtfertigen und zu nigen, nun bann mag Herr J. Müller hingehen und die und Würde der Arbeiter vertreten. Die bier von mir a führten Thatsachen bin ich sofort bereit, vor Gericht zu treten. M. Schmäbide, Drechsler, Veteranenstr. 11. Briefkasten der Redaktion. A. 6. Jwan. Eine solche Steuer hat noch niemals. Bogelliebhaber. Die verschiedene Färbung des Kanarie vogels deutet auf eine Baftardart hin. Eine Seltenheit diese Doppelfarbe durchaus nicht. Die bat 2 St. Wrangelstraße. Gewöhnlich wird gerechnet, Iman eine deutsche Meile in zwei Stunden abgeben fan doch bringen Sie es ohne allzugroße Anstrengung auch 1% Stunde fertig. Zwet Wettende, Andreasplak. Eine Million wit Tausenomartscheinen 2 Kilogramm. 如 Don für d Die und 2 unfere Prod Arbei Arbei am D der Fi in an Streil enbet wieber ameri Uns e Leuter S in Be bei w Lage Arb. Bez. Verein der Saönhauser Vorstadt. Inserat für die Dienstagnummer fonnte nicht mehr aufge men werden, wir erhielten den Brief erst Dienstag früb. Annonsen bitten wir übrigens an die Expedition, Sim ftraße 44, zu senden, nur Einsendungen für den redaktion Theil unseres Blattes find an die Redaktion. Beuthstr. 2, au richt A. K. Der Ht: st verjährt in zwei Jahren nach der Zahlung. bas Abonnent in Goldlauter. Im Falle einer Berurtheil erhält der Vater, sobald die Tochter die Strafe antritt, Gelo zuid. Große Volksversammlung heute Mittwoch, den 24. Juni, Abends 8', Uhr, 2 im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Tagesordnung: Die Berliner Arbeiterbewegung und das Verhalten des Herrn Rödel Referent: Fritz Gorcki. 1367 Eine besondere Einladung erhält Herr Rödel nicht. Der Einberufer: August Herold. Freunden und Belannten empfehle mein Weiss- u. Bairisch- Bier- Restaurant mit Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. [ 351] Hochachtungsvoll R. Diekow, Beuthstraße 10. 63 Mt. 16 Pf. Einnahme der Zetlersammlung in der Urania", Brange ftraße 9/10, von der öffentlichen Arbeiterversammlung ertali Die Kommission der Maurer. J. V.: W. Rehban Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 66 Fie be jung Subia auffäl Schon fchwer Berriff einen genom bie ge Bart a als of haben ย anfan fagte Sprad wirkli Sat S antwo Russel Rinber Solber Derwei Stelle biefem jenes Leif