Nr. 153. gfcimtmkttfr» de« 4. Juli 1885. II. Jahrs. Jl erlimrvMla» Organ für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Bolksblatt" erscheint täglich Morgen» außer nach Sonn- und Festtagen. MonnementSpreiS für Berlin frei ins Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in oer PostzeitungSpreiSlist« für 1885 unter Nr. 746.) Jusertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: KenthstraKe 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. � Der'heutigen Nummer liegt für unsere auswärtigen Abonnenten die Nummer 31 des„Jllustrirtes Tonntagsblatt" bei. Der Schatte» Gordou's. Der in Khartum unter den Kugeln der wilden Partei- Länger des Mahdi gefallene General Gordon kann noch immer nicht zur Ruhe kommen; sein Schatten wandelt um- her und wird denen noch lange zu schaffen machen, die mit dem letzten Feldzuge im Sudan die englischen Waffen aber- mals der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Man wird den nun schmählich aus dem Sudan hinausgeschlagenen Kaffern- besieger Wolselep nicht im Pantheon der Helden dieses Zahr- Hunderts sehen und Herr Gladstone wird das Ruder des englischen Reiches nicht mehr in die Hände bekommen. Der britische Löwe, den Napoleon I. nicht niederzuwerfen ver- mochte, hat dem kleinen Volke der Boeren uno dem Mahdi in schimpflicher Flucht weichen muffen. Soeben ist das aus der Katastrophe von Khartum nach England gerettete Tagebuch des Generals Gordon im Druck erschienen und hat einen neuen Sturm der Entrüstung, eine Fluth von Sentimentalität hervorgerufen. Man steht von Gordon selbst dargelegt, wie er von der englischen Regierung durch ihre Energielosigkeit und Langsamkeit geopfert ward. Wenn Gladstone jetzt nicht gefallen wäre, so würde ihn dies Tagebuch Gordon's zu Fall bringen! So lärmt die eng- lische Preffe und die deutsche lärmt es nach. Nun, wir sind keine Schwärmer für vie Regierung des Herrn Gladstone gewesen, allein es wird erlaubt sein, die Sache einmal von anderen Gesichtspunkten aus zu betrachten und einmal der in Deutschland sich immer mehr einbürgern- den sentimentalen Gordon-Schwärmerei entgegen- zutreten. General Gordon, der sich zuerst als Besieger des Auf- standes der Taipings in China bekannt gemacht hat, war der echte und rechte Vertreter der englischen Großmannssucht und Allerweltspolitik. Zn die inneren Kämpfe Chinas, die ihn gar nichts angingen, sich einzumischen, trieb ihn derselbe Ehrgeiz, dieselbe Abenteuerlust, die wir später wieder an diesem Manne finden. 1874 drang er durch den Sudan bis an den Albeß- See und unterwarf Gondokoro. Diese Expedition war gefährlich, allein Gordon hatte Glück. Ursprünglich gab er vor, er wolle den Sklavenhandel im Sudan unterdrücken. Daß es ihm damit nicht besonders Ernst war, dewies er dadurch, daß er bei seiner jüngsten Sendung nach Khartum dort den Sklaven- Handel fönnlich autorisirte. Der Grundsatz seines Strebens blieb immer, den Einfluß Englands im östlichen Afrika zu verstärken. DaS englische Großkrämerthum, das in der Meinung lebt, die Welt sei nur zu dem Zwecke da, von .,wenn rym verschlossen gehalten—„in dem G wagte ich nicht, Ihnen ,u gestehen, daß nur an Ihnen hängt, daß ich unglückli Nachdruck txtd«»«.] 74i 3m Eckfenster. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) nehme Ihre Zeit zu lange in Anspruch," sagte er getraute sich nicht einmal, den Blick zu ihr zu er- ' hre Eltern nicht mehr sehen kann, so „3( scheu um Men____,, bitte ich Sie, mich Zhnen zu empfehlen, und Sie selber, Fräulein Kathinka," fuhr er mit nur eben hörbarer Stimme fort und war jetzt wirklich kaum im Stande, seiner heftigen Aufregung Herr zu werden—„und Sie sesber— bewahren Sie mir ein freundliches Andenken." „Leben Sie wohl," hauchte das junge Mädchen voll- kommen tonlos. Sie reichte ihm die Hand, aber kein Muskel ihres Antlitzes regte sich. Potter sah zu ihr auf, in die marmorbleichen Züge, aber zwei große helle Thränen, über die sie keine Gewalt hatte, rollten ihre Wangen hinab, und das fühlend, wandte sie sich, um den Saal zu ver- lasten. „Kathinka," rief Potter," der ihre Hand noch nicht los- gelasten— denn die einzelne Thräne hatte seine Zunge ge- löst, das Eis gebrochen, welches, wie er geglaubt, ihr Herz ihm verschlossen gehalten—„in dem Glänze Zhres Hauses "'s meine ganze Seele unglücklich und einsam mein an Zhre Eltern fesselten, jetzt muß ich reden, wenn ich mir nicht mein ganzes Leben die bittersten und verdientesten Vor- würfe machen soll! Zch liebe Sie, Kathinka, von ganzer Seele, mit der festen Kraft eines treuen und ehrlichen Her- zens— werden Sie mem Weib! Wir ziehen fort von hier nach Bonn, wo keine Erinnerung des Vergangenen Sie mir quälen soll, und haben Sie Vertrauen zu mir, oh, so sehen Sie mir in's Auge— Kathinka..." So weich, so klagend klang das letzte Wort— Kathinka versuchte anfangs, ihre Hand aus der seinen zu ziehen, aber ihm annektirt und ausgebeutet zu werden, sah diese Thätig- keit Gordon's selbstverständlich sehr gern und wußte seinen Helden nicht genug zu verherrlichen. Es hatte alle Ur- fache dazu. Die Unternehmungen Gordons waren weit abenteuer- licher und waghalsiger, als einst die Expedition des Generals Bonaparte nach Egypten. Da er Glück hatte, stieg sein Selbstbewußtsem zu einer für ihn unheil- vollen Höhe. Er glaubte, sein Name sei in Egypten und im Sudan so furchtbar geworden, daß sich ganze Völker ohne Schwertstreich vor ihm beugen müßten. Er bedachte offenbar nicht, daß, wenn wie es jetzt im Sudan der Fall ist, ein Volk um seine Unabhängigkeit von einer fremden Herrschaft kämpft, gerade die glänzendsten Namen unter den Unterdrückern am meisten dem Hasse der Unter- drückten ausgesetzt sind. Deshalb kam er allein, ohne Truppen, nur mit einem Sack voll Gold, nach Khartum, und glaubte damit hinreichend bewaffnet zu sein, um einer von religiösem Fanatismus erfüllten Volksbewegung Einhalt gebieten zu können. Solch ein Unternehmen ist ein Abenteuer und die Aben- teurer haben unter solchen Umständen immer das Risiko, um Kopf und Kragen zu kommen. Der politische Abenteurer ist ein Würfelspieler und Gordon hatte diesmal in Khartum niedriger geworfen als der Mahdi. Nun entsteht noch die Frage: Wenn sich ein wag- alsiger Mensch auf solche Weise in die äußerste Gefahr egiebt, trägt er dann nicht selbst die Verantwortlichkeit für die Folgen? Wir können es noch nicht ohne Weiteres als gerechtfertigt und nothwendig ansehen, daß 10 000 und mehr Menschenleben und ungeheure Geldsummen, die das Volk wieder aufbringen muß, auf's Spiel gesetzt werden, um einem Abenteurer aus einer Klemme zu helfen. Gordon selbst, dessen Tugend sein Muth war, behauptet in seinen 'Tagebüchern, daß die von Wolseley geführte Expedition keinesfalls käme, um seine Person, sondern um die„natio- nale Ehre" und die verschiedenen egyptischen Garnisonen zu retten.„Zch war," sagt er,„Entsatzexpedition Nr. 1, sie ist Entsatzexpedition Nr. 2." Hier tritt das ungeheure Mannes, der sich mit einer ganzen 'ervor. Und doch war dieser Held nur mit Asiaten und Afrikanern fertig geworden, gegen die er europäische Waffen und europäische Bildung an- gewendet hatte, ob er im Kampfe mit europäischen Gegnern etwas geleistet haben würde, bleibt mehr denn zweifelhaft. Dazu kommt, daß der inKhartum schon hart bedrängteGor- don seine mit Schanzen und weittragenden Geschützen versehenen Dampfer dem General Wolseley sandte, statt ausdenselben seinen Rückzug zn vollführen, nachdem Khartum, wie Gordon selbst sagt, unhaltbar geworden war. Es giebt eine Art von er ließ sie nickt. Zhr Herz klopfte fast hörbar in der Brust; im Glück, in oem er sie glauben mußte, hatte er scheu zurück- gehalten, jetzt erst im Unglück trat er ihr nahe— und war er ihr denn nicht selber stets das Muster eines braven, wackern Mannes gewesen? Noch zögerte sie— durfte sie seine Hand annehmen, wenn er nicht Alles wußte, wie es mit ihr und ihren Eltern stand?— Der Gedanke zog wie ein eisiger Stahl durch ihr Herz. „Herr Doktor," sagte sie mit leiser Stimme, ohne sich aber zu ihm zu wenden,„ich danke Zhnen für die freund- lichen Worte, und sie werden mir ein Trost in meinem künftigen Leben sein, aber..." „Oh, kein Aber, Kathinka— kein Aber!" „Aber die Verhältnisse in unserem Hause haben sich in solcher Art geändert," fuhr das Mädchen fort,„daß ich Ihren Antrag nicht annehmen kann. Zch bin arm, ich habe nichts in der Welt als emen guten Willen, zu arbeiten, um mich dadurch selbstständig zu stellen— was uns hier um- lebt, ist nichts als eine hohle, glänzende Schale. Mein Wer," fuhr sie kaum hörbar fort, als der Doktor schwieg, „ist tief verschuldet und, wie ich fast fürchte, nicht im Stande, seine Gläubiger zu befriedigen— die Baroneste Schaller hätte Zhnen mit Freuden die Hand gereicht— die arme Kathinka.. Sie kam nicht weiter; mit einem Zubelruf schloß er das Mädchen in die Arme.„Sieh mich an, Kathinka," rief er unter vorquellenden Thränen—„sieh mir in's Auge, Geliebte, und sage dann, ob ich das Mißtrauen ver- dient habe!"• Kathinka blieb regungslos, ihr ganzer Körper zitterte, aber sie sprach kein Wort; endlich wandte sie sich gegen ihn, und ihn mit einem seligen Blick anschauend,'sagte sie leise: „Za, ich habe mich nicht in Dir getäuscht, Du bist gut und brav. Im Glück schwiegst Du, uno da Leid über mich herein- ebrochen, reichst Du mir die helfende Hand. Zch will Dein ein. Dein für immer, und ich danke Gott, daß er Dich mir gegeben."' übertriebener Wagbalsigkeit, die hart an Thorheit grenzt oder auch ganz und gar Thorheit ist. Gordon erzählt, daß die Granaten des Mahdi schon auf seinen Palast in Khartum niederfielen; konnte er unter solchen Umständen wohl er- warten, daß die Sudanesen zurückschrecken würden, wenn sie sein Antlitz erblickten oder den Ton seiner Stimme ver- nehmen? Wie dem nun sein mag— der Schatten Gordon's bleibt für die englische Großmannssucht eine ernste Mahnun daß es für das Streben menschlichen Ehrgeizes und men' licher Begierden ein Ziel giebt. Es sagt deutlich: Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Geschichte hat dies wiederholt bewiesen. Die söge- nannten„Weltreiche" konnten nicht bestehen, weil die Prätensionen, die in denselben steckten, zu groß waren. Das Reich der Perser zerfiel und das Reich seines Zerstörers, Alexander von Makedonien, ging in Trümmern; das Römerreich zerfiel und das Reich Kart's des Großen war so wenig von Dauer, wie das Reich Dschingis-Khans oder Napoleons. Der Gedanke einer„Welt- Herrschaft" wird gegenwärtig von Russen und Engländern kultivirt und man kann sich denken, daß weder englische Habsucht noch russische Brutalität für die Lehren der Ge- schichte Verständniß zeigt. Es ist eine große Thorheit, wenn Jemand mit brutaler Gewalt beweisen will, daß die Welt bestimmt sei, sein Privateigenthum zu werden. Für diese Thorheit werden Rußland und England noch schrecklich büßen müssen. Der Schatten Gordon's kündigt an, daß für England die Zeit der Buße bereits begonnen hat. DoUUsrKe UebersZckL. Zur Frage der Kinderarbeit. Bisher, so schreibt man der„Nat.-Ztg.", waren die Kreisschulinspektoren ermächtigt, für solche Schulen, innerhalb deren Bezirk der Zuckerrüben- b a u in größerem Umfange betrieben wird, für die Zeit des Verzrehens der Zuckerrübenpflanzcn vierzehntägige Ferren zu geben. Diese Einrichtung ist nun auf Anwersung des Kultusministers in denjenigen Bezirken, in welchen sie bestand, durch die betreffenden Provinzial-Regierungcn wieder aufgehoben und bestimmt worden, daß diejenigen Grund- befitzer, welche Zuckerrüben bauen, jetzt für jedes schulpflichtige Kind, welches sie bei dem Verziehen der Rüben während der Unterrichtsstunden zu verwenden beabsichtigen, vorher bei dem Lokalschulinspektor einen Erlaubnißschein nachzusuchen haben. Die Erlaubniß darf jedoch nur für die der Ober- oder Mittelstufe angehörenden Kinder nachgesucht werden. Die Kinder, welche einen solchen Erlaubnißschein erhalten haben, besuchen alsdann die Schule von 7 bis 9 Uhr Vormittags und werden von 9 Uhr ab vom Unterricht dispenstrt.— Es ist ja recht anerkcnncnswerth, daß der Hans hatte ein schweres Amt übernommen: seiner Schwester, seiner Mutter die furchtbare Nachricht von dem Vorgefallenen zu bringen, und schon wie' er das Haus betrat und die überall gettoffenen festlichen Vorkehrungen, das rege Leben und Treiben überall, das Herumschwärmen der Dienerschaft sah, fehlte ihm fast der Muth, das Alles jetzt mit einem einzigen Wort zuBoden zu schmetteru. Die Mutter begegnete ihm zuerst. „Nun, Hans," sagte sie,„wie gefällt Dir unsere Aus- schmückung? Es ist leider noch nicht weit genug im Jahre, daß wir mehr Blumen hätten anbringen können; aber mit dem, was aufzutreiben war, haben wir doch das Meiste ge- macht, und der alte Klaus, ein so mürrischer Patron er sonst sein mag, hat darin ein wirkliches Geschick." „Soll ich Dir sagen, Mama, wie es mir vorkommt?" sagte Hans wehmüthig—„wie die Vorbereitung zu einem Begräbniß." „Hans, um Gottes willen!" rief die Mutter erschreckt aus,„wie kommst Du auf den gräßlichen Gedanken? Geh weg, das ist häßlich! Aber wo ist denn der Vater?" „Er hat noch einen Spaziergang gemacht, oder mich vielmehr vorausgeschickt, um Dir etwas zu sagen." „Mir etwas zu sagen?" fragte die alte Dame und sah besorgt den Sohn an, der ihr heute gar so feierlich, so ganz anders als sonst vorkam. „Die Gefellschaft wird heut Abend nicht kommen, Mutter; ich habe Alles abbestellt." „Hans," schrie Frau Solberg, entsetzt in die Höhe fahrend,„was ist geschehen? Du hast Alles abbestellt? Wo ist der Vater— um Gottes willen, Hans—" „Sorge Dich nicht, Mutter," sagte HanS mit dein Kopfe schüttelnd,„der Vater ist wohl und munter und wird viel- leicht in einer halben Stunde hier sein— aber..." „Aha, da ist auch der Herr Bruder," rief Franziska mit ihrer lachenden Stimme, als sie in das Zimmer trat. „Aber wo bleiben die anderen Herren? Es ist noch soviel zu besprechen und anzuordnen, daß wir hier gar nicht wissen, tvo uns der Kopf steht." „Denke Dir," platzte die Mutter heraus,„HanS hat die Gesellschaft heut Abend abbestellt!" Kultusminister den Herren die Ausnußung der Kinderkräfte zu beschränken versucht, aber die Beschränkung genügt nicht, um die übermäßige Ausnußung zu verhüten. Nach der Gewerbeordnung dürfen Kinder unter 12 Jahren in Fabriken überhaupt nicht beschäftigt werden, bei Kindern unter 14 Jahren darf die Arbeitszeit in Fabriken 6 Stunden nicht übersteigen. Ferner bestimmt die Gewerbeordnung, daß Kinder, welche zum Besuch der Volksschule verpflichtet sind, einen regelmäßigen Unterricht von mindestens drei Stunden täglich genießen müssen. Bezüglich der ländlichen oder hausindustriellen Arbeit existiren derartige Bestimmungen leider nicht, obgleich die bei derartigen Arbeiten beschäftigten Kinder des geseßlichen Schutzes zum Mindesten ebenso sehr bedürftig sind. Das Gesetz verhindert also im vorliegenden Falle die Gutsbesizer nicht, die zarten Kinderhände für sich zu verwenden, wohl aber kann wie das aus oben genannter Verfügung hervorgeht- der Kultusminister etwas zum Schuße der Jugend thun. Die Verfügung verlangt aber nur, daß die zur Arbeit verwendeten Kinder zwei Stunden täglich die Schule besuchen, fie enthält auch nichts über eine bestimmte Altersgrenze, sondern begnügt sich damit, daß nur für solche Kinder, welche der Mittel- oder Oberstufe angehören, der Erlaubnißschein gegeben werden soll. Daß aber ein zweistündiger Unterricht nicht genügt, bedarf wohl faum noch der Erwähnung, wenn auch nur die vorgeschrittensten Schüler zum Arbeiten zugelassen werden sollen, so fällt doch andererseits der Umstand ins Gewicht, daß gerade dadurch die fleißigsten und intelligentesten armen Kinder preisgegeben und in ihrem Fortkommen gehindert werden. Uebrigens giebt es auch in den Mittel- und Oberklassen viele Kinder, welche noch viel zu schwach find, physische Arbeiten zu verrichten; die qu. Bestimmung des Herrn Ministers ist also durchaus nicht weit gehend genug. Es wäre dringend nothwendig, daß sich der deutsche Reichstag auch einmal mit der Kinderarbeit in der Landwirthschaft beschäftigte. Freilich ist vor der Hand kaum daran zu denken, daß diesbezüglich eine strengere Gesetzgebung Play greifen wird, man will ja nicht einmal auf die Kinderhände in den Fabriken verzichten. Jeder Gutsbesitzer oder Bauer wird es uuvernünftig finden, daß ein junges, noch nicht ausgewachsenes Pferd schon ziehen soll, sollte man es nicht billiger Weise auch unvernünftig finden, wenn die unerwachsene Jugend schon in das Joch der Arbeit gespannt wird? Der Bundesrath hat den vom Justizausschusse gestellten Antrag, dahingehend, der Bundesrath wolle: 1. die Ueberzeugung der verbündeten Regierungen dahin aussprechen, daß die Regierung des Herzogs von Cumberland in Braunschweig, da derselbe sich in einem dem reichsverfassungsmäßig gewähr leisteten Frieden unter Bundesgliedern widerstreitenden Verhältnisse zu dem Bundesstaate befindet und im Hinblick auf die von ihm geltend gemachten Ansprüche auf Gebiethstheile dieses Bundesstaates, mit den Grundprinzipien der Bündnißverträge und der Reichsverfassung nicht vereinbar sei; 2. beschließen, daß die braunschweigische Landesregierung hiervon verständigt werde, angenommen. Ferner wurde das Regulativ für das Reichsversicherungsamt, die Geschäftsordnung der Berufsgenossenschaften, die Vorlage betr. die Vermehrung der Silber- und Kupfermünzen, der Vertrag zwischen dem Reiche und dem Norddeutschen Lloyd in Bremen, sowie die Vorlage betr. die Ausführungsbestimmungen zum Bolltarif, der Ent wurf eines Vertrages zwischen dem Deutschen Reiche und Rußland, sowie einige Verwaltungssachen genehmigt. Da noch einige dringende Angelegenheiten der Erledigung durch den Bundesrath harren, so findet heute noch eine Plenarfizung statt. Bezüglich der Wahl der Arbeitervertreter, welche das Unfallversicherungsgesetz vorsicht, hat das Reichs- Versicherungsamt nunmehr die erforderliche Verfügung ergehen lassen. Es heißt daselbst: Den Anforderungen des Gesezes fann nur entsprochen werden, wenn die für jede Berufsgenossenschaft und Genossenschaftssektion in Betracht kommenden Kassen und deren Mitgliederzahl der zum Erlaß des Regulativs" berufenen Behörde bekannt sind. Das ReichsVersicherungsamt hat daher, da das Regulativ" voraussichtlich in der Mehrzahl der Fälle von dieser Behörde zu erlassen sein wird, durch ein an die Regierungen der Bundesstaaten gerichtetes Schreiben vom 14. Juni d. J. deren Vermittelung dahin erbeten, daß ihm die in den einzelnen Staatsgebieten vorhan denen Krankenkassen, der bezeichneten Art womöglich bis zum 15. Juli mitgetheilt werden. Durch die Bestim mungen des Unfallversicherungsgesetzes werden die Krankenfaffen, denen die Fürsorge für die ersten dreizehn Wochen obliegt und die weitere Fürsorge seitens der Berufsgenossenschaften übertragen werden kann, in eine nahe Beziehung zu den letzteren gebracht. Es besteht daher für beide Theile und nicht minder für die unteren Verwaltungsbehörden ein Interesse, genau zu wissen, zu welcher Berufsgenossenschaft Die einzelne Fabrit 2c. Kaffe, oder zu welchen Berufsgenossenschaften die Orts- Krankenkassen in Beziehung stehen. Eine möglichst sorgfältige Aufstellung der Nachweisungen erscheint aus diesem Grunde geboten. Erst wenn die letzteren bei dem Reichs- Versicherungsamt vorliegen, können seitens des letteren Die Regulative ausgestellt, die Wahlkommission ernannt, die „ Ja," lachte Fränzchen, das sieht ihm ähnlich aber, um Gottes willen, Hans," setzte sie bestürzt hinzu, was hast Du? Wie siehst Du denn aus? So bleich, so verstört um aller Heiligen willen, was ist vorgefallen?" " Fränzchen," sagte Hans ruhig, glaubst Du an eine Vorsehung?" Was soll die Frage, Hans?" rief Franziska, jetzt am ganzen Körper zitternd. ,, Gewiß thue ich das- wer thut es nicht? Aber was hast Du? Es ist etwas vorgefallen, etwas Schreckliches oh, Du ängstigst mich so, ich fürchte mich ordentlich vor Deinen Augen!" ,, Und doch bringe ich Dir nur Gutes, Fränzchen," sagte Hans herzlich und doch habe ich Dir nur zu tünden, daß Du einer entsetzlichen Gefahr in kaum Haaresbreite entgangen bist, während Dich sonst schon morgen ein Teufel in Menschengestalt Deinem Elend entgegen geführt hätte. H ,, Leopold?" schrie Franziska mehr als daß sie das Wort Sprach. Was ist mit ihm? Hans, bei Deiner Seele Seligkeit beschwöre ich Dich, gieb mir Antwort!" Mutter. " 1 Um Gottes willen, Graf Rauten?" rief auch die Graf Rauten," sagte Hans bitter ,, ein Betrüger war er, ein feiger Mörder und Dieb, der sich hier bei uns unter faischem Namen eingeschlichen... " Er hatte eben noch 3eit, zuzuspringen und Fränzchen in seinen Armen aufzufangen. Es war zu viel gewesen, zu viel auf einmal, und ohnmächtig brach die verrathene Braut da, wo sie stand, zusammen. Das half der Mutter wenigstens über den ersten Schreck hinweg, denn die Sorge um die Tochter nahm für den Moment ihre ganze Geistesthätigkeit in Anspruch. Hans indessen, indem er die Schwester vor der Hand ihrer Kammerfrau und der Mutter überließ, überraschte die Dienerschaft gründlich durch den Befehl, die Vorbereitungen für den heutigen Abend einzustellen. Die Gesellschaft sei um einen Tag hinausgeschoben und in der Küche sollten sie ebenfalls darauf Rücksicht nehmen. Daß der Koch da unten in vollem Grimm herumfluchte durch die Kaffenvorstände zu vollziehenden Wahlen ausgeschrieben werden, und erst nachdem die letzteren vollzogen sein werden, ist die Wahl von zwei Beisigern zum Schiedsgericht für jede Genossenschafts- Sektion 2c. von Seiten der Vertreter der Arbeiter möglich. Dies Alles erfordert einen nicht geringen Zeitaufwand. Sofern von den Behörden in Erledigung jenes Schreibens die Mitglieder der Berufsgenossenschaften zur Auskunftsertheilung in Betreff der KrankenkassenVerhältnisse ihrer Betriebsarbeiter 2c. veranlaßt werden sollten, liegt es in ihrem eigenen dringenden Interesse, die erforder= lichen Aufschlüsse so rasch und so genau wie möglich zu geben. Denn die von allen Seiten gewünschte möglichst schnelle Durchführung der Unfallversicherung bedarf in erster Linie der willigen Unterſtüßung seitens jedes Einzelnen, auf dessen Mitwirkung es im gegebenen Falle ankommt. Die Frage der Gegenmaßregeln wider die deutsche Schutzzollpolitik wird fast in allen unseren Nachbarländern erörtert. Während augenblicklich in Desterreich- Ungarn das Programm zollpolitischer Absperrung gegen Deutschland viel fach in der schroffsten Weise empfohlen wird, ist zugleich die Preffe der Schweiz voll von ähnlichen Erörterungen. So hat die Neue Züricher Zeitung" die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz in einer Reihe von Artikeln pom schweizerischen Standpunkt aus geprüft und zieht das Ergebnis wie folgt: Es läßt sich nicht verkennen, daß ein vollständiger Verlust des deutschen Absatzgebietes die Eristenz einer Anzahl schweizerischer Industrien schwer beeinträchtigen würde, aber ebenso klar ist, daß die Schweiz für Deutschland relativ weitaus das wichtigste und ergiebigste ausländische Absatzfeld bildet, ein Absatzfeld, das der norddeutsche Spritbrenner und Zucker fabrikant ebensowenig entbehren fann als fast die gesammte süddeutsche Industrie. Es bedürfte nur eines mäßigen Differentialzolles, um dem deutschen Sprit und Zucker in der Schweiz eine vollkommene eine vollkommene Niederlage zu bereiten, und eines etwas stärkern Differentialzolles, um den Absatz der deutschen Tertilindustrie, der deutschen Konfektion, der deutschen Eisen, Glas- und Thonwaaren auf die Hälfte, vielleicht auf ein Dritttheil zurückzudrängen. Den größten Vortheil würden dadurch Frankreich, Desterreich und England, sowie auch einige inländische Industrien erlangen... In der öffentlichen Meinung gilt ein derartiges Ende mehr oder weniger als selbstverständlich, während verschiedene andere Möglichkeiten vorhanden sind, die mindestens ebensoviel Wahrscheinlichkeit für sich haben. Ist es uns nicht möglich, für den drohenden Ausfall allmälig in Deutschland durch das Mittel eines bessern Vertrages einen Ersatz zu finden, so wird die Schweiz durch den Drang der Umstände und durch das Verhalten Deutschlands gezwungen, zollpolitische Maßregeln zu ergreifen, die sie aus freien Stücken nicht ergreifeu würde. Die Noth der Zeit wird fie zwingen, sich wirthschaftlich an Frankreich anzulehnen. Mag der deutsch- schweizerische Handelsvertrag heute gekündigt werden oder mag man damit noch ein Jahr warten: wir befürchten nicht, daß die Zeit unseren Voraussetzungen Lügen straft. Im braunschweigischen Landtag vollzieht sich soeben ein in der Geschichte des deutschen Parlamentarismus seltener Vorgang, nämlich die Aufhebung der Deffentlichkeit der Verhandlungen bei einem bestimmten Anlaß, der Thronfolgefrage. Der Fall der Geheimhaltung der parlamentarischen Verhandlungen ist in der Geschäftsordnung des braunschweigischen Landtags vorgesehen. Er ist wohl auch in den meisten übrigen Verfassungen bezw. Geschäftsordnungen vorgesehen. So heißt es in Art. 79 der preußischen Verfassung: Die Sigungen beider Häuser des Landtags find öffentlich. Jedes Haus tritt auf den Antrag feines Präsidenten oder von zehn Mitgliedern zu einer geheimen Sigung zusammen, in welcher dann zunächst über diesen Anteag zu beschließen ist. In der Reichsverfassung und der Geschäftsordnung des Reichstags heißt es ähnlich. Wir wollen nicht leugnen- bemerkt die Magd. 3tg."- daß es Fälle geben kann, wo die Geheimhaltung parlamentarischer Verhandlungen wünschenswerth sein möchte. Immerhin berührt es seltsam und steht mit dem parlamentarischen Wesen in innerlichem Widerspruch, wenn die Volksvertretung hinter verschlossenen Thüren tagt. Wir möchten auch bezweifeln, ob der angestrebte Zweck erreicht wird. Vollständige Geheimhaltung von Verhandlungen, an denen eine größere, auf absolutes Stillschweigen doch nicht zu verpflichtende Versammlung Theil nimmt, wird niemals zu erreichen sein, und die Gefahr liegt nahe, daß auf diese Weise die Vorgänge nur in ungenauer und entstellter Weise in die Deffentlichkeit kommen. Thatheime" Sigung, die freilich recht ungenügend find. sächlich enthalten die Blätter bereits Berichte über diese geFrankreich. Das Syndikat der Vereinigung der republikanischen Journalisten Frankreichs hat beschlossen, vor den englischen Gerichten eine Zivilflage gegen den Oberst Smith und General Wolseley anzustrengen, weil sie eine Belohnung auf den Kopf Olivier Pain's gesezt hätten. - Der Ministerrath berieth am Donnerstag Vormittag über den Gefeßentwurf, betreffend die Einfuhr von gesalzenem Fleisch. Der Handelsminister erklärte sich bereit, die Einfuhr und schwur, er wolle doch lieber sein Geschäft aufgeben und Holzhacker werden, wenn Holzhacker werden, wenn ihm so eine Arbeit unter den Händen weggenommen würde, kümmerte ihn nicht, er erfuhr es auch gar nicht, und es hatte weiter feinen 3weck, als den Küchenjungen in Angst zu setzen, denn mit seinem Chef war heute nicht zu spaßen. Ebenso mußte das Geschirr wieder weggeräumt werden, und einer der Diener fragte schüchtern, ob man auch die Blumen wieder abnehmen solle. Das aber verbot Hans auf das Entschiedendste. Die Blumen sollten bleiben, und was etwa bis morgen verwelft wäre, könne dann durch frische erfest werden. Als er die Schwester wieder aufsuchen wollte, begegnete ihm schon die Kammerfrau, die nach ihm geschickt worden. Er fand auch die Schwester wieder auf, aber wenn auch bleich und in Thränen gebadet, doch weit ruhiger, als er erwartet hatte, sie zu finden. Sie streckte den Arm, wie Hilfe suchend, ihm entgegen, als er das Zimmer betrat, und Hans eilte auf sie zu, nahm ihre Hand, und sie schmeichelnd in der seinen haltend, ließ er sich neben ihrem Lager nieder. Er fürchtete, sie gerade jetzt noch stärker aufzuregen, und bat sie nur, sich recht ruhig zu halten, bis der böse Anfall vollkommen vorüber sei; aber Fränzchen sagte mit leiser Stimme:„ Nein, Hans, erzähle mir jetzt Alles, Alles! Hörst Du? Verheimliche mir nichts. Der ärgste Schlag ist überstanden, und nur die Ungewißheit, der 3weifel könnte mich jetzt noch zur Verzweiflung treiben." Den tann ich Dir nehmen, Herz," sagte ihr Bruder, ,, und wenn Du Dich start genug fühlst, so glaube ich selber, daß es das Beste ist, Dir Alles offen und einfach zn erzählen. Dein eigener ruhiger Verstand wird Dir dann selber fagen, wie glücklich Du Dich fühlen mußt, einer solchen entfeßlichen Gefahr entgangen zu sein." Und jetzt erzählte Hans, in gedrängter Kürze wohl, aber doch vollkommen ausführlich, die verschiedenen Verdacht gründe erst und dann die Beweise, die sich gegen Rauten gehäuft, und die Thätigkeit, welche Notar Püster dabei entwickelt, um dem Verbrecher auf die Spur zu kommen. I nach stattgehabter Untersuchung des Fleisches zuzu laffen. laffen. Die Deputirtenkammer bewilligte auf Antrag des Unterrichtsministers Goblet mit 246 gegen 215 Stimmen die Vergrößerung des Kredits um 100 000 Frcs. für die französische Geistlichkeit in Tunis und Algier. Nachtar wie ist land er Gr 30. Jun jahres b im enti Bunahm überſtieg Pfd. St des Po Pfd. St steuer um Pf der Ge anderer wart vo dem St Lord F Die SeidenweberLyon's stehen vor einem Maffen streit zur Erzwingung des Lohntarifs von 1869. Die Ar beiter der Metallfabriken zu Fourchambault werden voraussicht lich die Arbeit einstellen, falls nicht ihre Forderung: Verfür zung des arbeitstages bewilligt wird. In den Kohlen gruben von Ferfay( Nord) haben die Arbeiter einer Grube gestreift, weil die Direktion einen Obersteiger, der die Bergleute chikanirte, nicht entlassen wollte. Die anderen Gru ben der Kompagnie schloffen sich der gerechten Sache ihrer Kameraden an, und auch in anderen Bergwerken im Kohlen bezirk des Pas- de- Calais fing es an unruhig zu werden. Dies einmüthige Vorgehen führte zu einem Siege der Grubenarbeiter; der mißliebige Beamte mußte gehen. Wer da weiß, wie er bärmlich die Lage der französischen Kohlenarbeiter ist, der wird sich über diesen Erfolg freuen. Bedeutet er doch bei diesen viel mehr, als bei irgend einer anderen Arbeiterkategorie. Dies jenigen, die ein klares Bild von dem martervollen Dasein der selben gewinnen wollen, mögen den musterhaften und meister haften Roman Emile Zola's: Germinal lesen, welcher auch in deutscher Uebersetzung bereits vor längerer Zeit er schienen ist. Das Unwesen, das in vielen Stellen ver mittelungsbureaus getrieben wird, und von dem z. B. gar mancher Berliner Stellensuchende ein Lied singen kann, freibt auch in Paris duftige Blüthen. In geradezu schamloser Weise werden die Arbeitslosen ausgebeutet und nach Antritt ihrer Stellung oft monatelang dem Agenten tributpflichtig gemacht. Es liegt uns der Preistarif einer Agentur für Restaurants und Weinhandlungen vor, der deut lich zeigt, welche Raubwirthschaft mit der Noth getrieben wird. Von dem mit einem Engagement Beglückten" wird folgende ausgebr Steuer erhoben: Bei einem Monatsgehalt von 25 bis 30 Fr.): 5 Fr. 1,82 pCt. pr. Mon., 21,84 pCt. pr. Jahr 80 ==== Staats zu Dub Dolchen Morni 7 Starken S Englan Dieser S Angriff willigu Schlüss De zu fein Militär " 30 40 40 60 60 " 1 " " 80 : 7 : 8 " 6= 1,71 = 1,40 11 " 11 20,52 16,80 " 1 zuerst e " 1 " " 11 " " um die = " 11 1,14 11 11 13,68 " 1 11 daß er 90 9 17 " = 1,06 12,72 11 11 11 11 " Träften 90 120 150 120 " : 10= 0,95 11 " 1 " 1 : 12= 0,89 " 1 11 " 1 11 11,40 10,56 " 1 " " Verstär " 1 11 gänglic von do schwer, die Län Beim oberflächlichen Durchlesen dieser Tabelle fält es fo fort auf, daß mit dem Steigen des Gehaltes der Rabatt der Agenten sich vermindert. Das heißt: die ärmsten, bedrücktesten und deshalb widerstandslosesten Arbeiter werden am härtesten gedrückt, am unverschämtesten ausgenüßt. Der Oberkoch mit 120 Franken Monatsgehalt zahlt ein Zehntel seines monatlichen Einkommens, der Küchenjunge, der 25 Franken erhält, ein Fünftel. Die, welche weniger als zwei Wochen in Stellung bleiben, zahlen 25 Centimes( 20 Pf.) pro Tag. Es wäre von Interesse, wenn auch über die einschlägigen Berliner Verhält nisse zum Vergleich weitere Angaben mitgetheilt werden könnten. Die Dienstbotenfrage ist auch eine ,, brennende". Italien. In Italien zeigt sich der Verfall der Gesellschaft recht drastisch. Einer der angesehensten Advokaten, Namens Lopez, wurde verhaftet, weil sich herausstellte, daß er mit einem Millio nendieb, den er seiner Zeit vertheidigte, unter einer Dece steckte. Der Dieb fist noch heute im Zuchthause zu Civita Castellano, er hat es aber verstanden, den Zuchthausdirektor für sich zu gewinnen. Der Herr Direktor vermittelte die Korrespondenz zwischen dem Gefangenen und Lopez. Auch die Frau des Sträflings wußte davon. Lopez nahm das irgendwo lagernde Geld theilweise an sich und stellte der Frau Quittungen aus, deren eine der Polizei in die Hände fiel. Die Quittung lautete auf 973 600 Lire. Nachträglich verlautet noch daß auch ein Bankdirektor und ein Abgeordneter mit in der Sache verwickelt sind. Der Bankdirektor wurde in voriger Nacht verhaftet, er wohnte in der Stadt Ancona, woselbst der Diebstahl passirte, und zwar in demselben Hause, in dem die Frau des Sträflings wohnt. Rußland. Rußland geht voran mit Sozialreform. Die legte Nummer der Gesetzsammlung veröffentlicht ein vom Kaiser bes stätigtes Gutachten des Reichsraths, dem zufolge auf Fabris fen und Etablissements für Minderjährige und Frauen die Nachtarbeit verboten wird. Dieses Berbot tritt für Personen weiblichen Geschlechts und Minder jährige, die noch nicht das 17. Lebensjahr erreicht haben, mit dem 10. Oktober in Kraft, wird sich zunächst nur auf Baum wollenspinnereien, Leinwebereien und Wollspinnereien erstrecken. - Die russischen Schornsteinbarone werden das Verbot ja gans gut zu umgehen wissen, die Bestechlichkeit der Beamten erleich fert ihnen dieses, aber immerhin ist dasselbe ein Beichen, daß man selbst im Knutenlande nicht umhin kann, die Initiative zu einer Fabrikgesetzgebung zu ergreifen. Das Verbot der *) 1 Frank= 80 Pf. Als er der verlassenen Frau erwähnte, die ihm bis hierher gefolgt, und nicht etwa um den meineidigen Gatten wieder zu gewinnen, sondern um einen Theil dessen zu retten, was er ihr gestohlen, um sie im größten Elend zurüd zu lassen, da barg Fränzchen schaudernd ihr Antlik in den Händen, und Hans sagte leise: Und das hätte auch Dir bevorgestanden, Herz, denn wohin sollte er Dich führen? Auf seine Güter? Er hat nichts als den Raub vielleicht in seinem Koffer, und jeder Schandthat fähig, würde er auch feinen Augenblick gezögert haben, Dich in irgend einer Wilds niß zurückzulassen." " Und was ist jetzt aus ihm geworden?" fragte die Mutter scheu. Er liegt an der Wunde, die er sich bei dem Stur geholt, darnieder, aber er wird nur geheilt werden, um im Zucht haus sein elendes Dasein zu beschließen. Und eines solchen Menschen wegen," setzte er dann bitter hinzu ,,, habt Ihr das arme Käthchen aus dem Hause gestoßen?! Hatte das Kind nicht Recht, als es Euch mit ahnungsvoller Seele vor dem Buben warnte?" ,, Oh mein Gott, oh mein Gott," seufzte die Mutter, aber wer hätte es für möglich gehalten! Doch das wenig stens ist wieder gut zu machen," setzte sie dann rasch hinzu, Käthchen soll wieder zu uns zurück. Du selber braucht Berstreuung, Fränzchen, und ihre Gesellschaft wird Dir wohl thun." ,, und glaubst Du, Mutter, daß sie in das nämliche Haus, aus dem sie verstoßen wurde, zurückkehren würde? Müßte sie nicht immer der Gedanke quälen, daß sie ja doch nur eine Fremde sei und jeden Augenblick in der nämlichen Weise entfernt werden könne? Nein, das ist zu spät, aber vielleicht findet sich doch noch ein Mittel, sie zu entschädigen oder doch wenigstens in etwas gut zu machen, was an ih gefündigt wurde. Aber lassen wir das jetzt wir haben ernstere Dinge im Kopf, aber das Schwerste ist doch übers standen, da ich jetzt Fränzchen so ruhig und gefaßt sehe Auch keine Thräne weine mehr um den Buben Schatz, er hat sie wahrlich nicht verdient, und schon die feige That allein gegen meinen armen Dürr beck verdiente daß er gebrandmarkt an den Galgen r. wärtig die De in den Leider die An bewohn Todesf und W gewöhn bracht, Dann spielen, jedenfal Bettstü freie P statt i Wohnu eigneter Fälle; folche dem S und W tragen Die S Feierta Berlin, vereinb Die ang alle de waaren glauber geschlos griffen. ein ve füßen tommer gebrau Verdier hängt, fäme. bleibt zum G Selbe A quifitio geschaf Pflege und de zuerst handel ging u vollstä desselb U einen im gr fanisch Lassene überein den i diese j zum walten stohlen ร wenn nicht e an der Bustan vor sic fundia und gebilde Stiegen 2 gerade Machtarbeit betrifft Personen beiderlei Geschlechts unter 17 Jahre, N'ie ist eS damit in Deutschland? Fast scheint es, als ob Ruß- Zand erst„vorangehen" muß! Großbritannien. Großbritanniens Staatseinkünfte in dem am <50. Juni a. c. beendeten ersten Quartal des laufenden Finanz- jahrcs betrugen Pfd.Strl. 20 134 726, gegen Pfd. Strl. 19 942 403 im entsprechenden Quartal des Finanzjahres 1884/85, d. i. eine Zunahme von Pfd. Strl. 192323. Das Ergebniß der Zölle überstieg daS im korrespondirenden Quartal des Vorjahres um Hfd. Strl. 597 000, der Einkommensteuer um Pfd. Strl. 13 000, tbeS Postamts um Pfd. Strl. 60 000 und der Telegraphen um �Bfd. Strl. 5000, während das Erträgniß der Getränk- steuer hinter dem im entsprechenden Quartal von 1884 85 um Pfd. Strl. 340 000, der Stempelsteuer um Pfd. Strl. 5000, ter Gebäudesteuer um Pfd. Strl. 45000 und verschiedener anderer Einnahmequellen um Pfd. Strl. 221 565 zurückblieb. — In Barrow enthüllte gestern Lord Spencer in Gegen- Tvart von mehreren tausend Zuschauern die auf dem Platze vor idem Stadthause errichtete Kolossal st atue des verstorbenen Lord Frederick Cavendish, der nach seiner Ernennung zum Staatssekretär für Irland am 6. Mai 1882 im Phönix- Park zu Dublin sammt dem Ilnterstaatssekretär Burke unter den Dolchen der irischen„Unüberwindlichen" fiel. oti—, Zur"ösung der egyptischen Frage empfiehlt die ,.Mornmg Post eine starke Okkupation Egyptens mit einem starken Herrscher. Täglich, sagt das Blatt, wird es klarer, daß England dieje Okkupation unternehmen und Ismail Pascha dieser Herrscher sein muß. Wenn dieser Plan überhaupt in -Angrig genommen werden soll, kann es nur mit ocr Ein- wMigung Deutschlands geschehen, in dessen Händen sich der Schluycl der ganzen Lage befindet. Amerika. Der vor einigen Wochen in Arizona und New-Mexiko ■ausgebrochene Indianer-Auf st and ist trotz der sofort zu seiner Unterdrückung ergriffenen Maßregeln seitens der 'Militär-Behörden noch nicht zu Ende. General Crook, welcher zuerst erklärt hatte, daß er genug Truppen an der Hand habe, um die Apaches zu Paaren zu treiben, hat plötzlich eingesehen, daß er dazu mit den ihm zur Verfügung stehenden Streit- kräften nicht im Stande ist und hat den Kriegsminister um Verstärkungen ersucht. Da die Rothhäute fich in die unzu- Länglichen Schlupfwinkel der Sierra Madre begeben haben und von dort aus ihre Raub- und Mordthatcn verüben, so hält es schwer, ihnen beizukommen und dürfte sich der Kampf sehr in die Länge ziehen. Doksles. r. Mit gerechtfertigter Strenge hält die Polizei gegen- ivärtig auf die strikte Beachtung der Polizei-Vorschnften über die Desinfektion der Senkgruben und Müllkästen, namentlich in den Gegenden und Häusern, in denen Diphtherie herrscht. Leider reichen diese Maßregeln aber bei Weitem nicht aus, um die Ansteckungegfahr bei dieser Krankheit von den Haus- bewohnern fern zu halten. Kommt in solch einem Hause ein Todesfall in Folge von Diphtheritis vor, so werden diesBetten und Wäschestücke, die während der Krankheit benutzt wurden, gewöhnlich auf den Hof des Hauses und in die Sonne ge- bracht, und es dürfte kaum auf Zufälligkeiten beruhen, wenn dann bald darauf andere Kinder, die auf demselben.Hofe spielen, ebenfalls an Diphtherie erkranken. Es empfiehlt fich jedenfalls, mit solchen von Kranken benutzten Wäsche- und Bettstücken vorstchtig zu verfahren und sie lieber auf große freie Plätze, auf Dacher und an ähnlichen Orten zu bringen, . statt in die.Höfe, wo die aufsteigenden Ausdünstungen in alle Wohnungen dringen. Leider fehlt es in unserer Stadt an ge- eigneten Desinfektions- und Reinigungsanstalten für solche ■Fälle; aber wir hoffen, daß Frauen, die in ihren Familien solche Krankheits-, vielleicht gar Todesfälle gehabt haben, bei dem Hinweise auf die Gefahr lieber vorsichtig mit Betten und ■und Wäsche umgehen, als gleiches Unglück in andere Familien tragen werden. � r. Es war' so schön gewesen, es hat nicht sollen sein. Die Schließung der Kolonialwaarengeschäfte an Sonn- und Feiertagen von 2 Uhr Nachmittags ab erfolgt im Norden von Berlin, für welchen Stadttheil' dieser Schluß überhaupt nur vereinbart worden war, mit erfreulicher Pünktlichkeit. Wer um die angegebene Zeit die nordischen Sttaßen pasfirt, der wird alle dem Bunde angehönge, durch Plakate kenntliche Kolonial- waarengeschäfte geschloffen finden. Wer aber so naiv ist, zu glauben, daß dieje Geschäfte nun auch bis zum nächsten Morgen geschlossen bleiben, der ist in einem gewaltigen Jrrthum bc- griffen. Denn bald nach 6 Uhr, um die Abendzeit, öffnet sich ein verschlossenes Pförtchen nach dem andern und mit der fußen Sonntagsruhe ist es vorbei. Es könnte ja doch vor- kommen, daß dieser oder jener noch etwas zum Abendessen gebraucht und der m Frage gestellte Verdienst wird durch das Verdienst der Sonntagsruhe nicht aufgewogen. Am Gelde hängt, nach Gelde drangt doch Alles! käme.— Aber jetzt muß ich fort," brach er kurz ab,„es bleibt mir heute noch zu viel zu thun, und wenn ich nicht zum Essen kommen sollte, so wartet nicht auf mich." K ä t h ch e n. Draußen vor der Stadt, aber noch unmittelbar an die- selbe grenzend, befand sich das Spital, in das man auf Re- guisition des Notars Püster den verwundeten Gefangenen geschafft hatte, und dort war er auch auaenblicktich guter Pflege übergeben worden. Aber er litt furchtbare Schmerzen. und der Arzt schüttelte sehr bedenklich mit dem Kopfe, als er zuerst die Wunde untersucht und so gut als möglich be- handelt hatte, und dann selber in das Haus des Notars ging und dort den mächtigen Haken sah, der ihm jedenfalls vollständig in den Körper gedrungen, ja durch das Gewicht desselben nur noch viel schärfer eingepreßt worden war. Uebrigens fand die Anklage gegen ihn schon dadurch einen vollständige» Grund und Beweis, daß man in seiner im großen Koffer befindlicheu Tasche noch dreizehn ameri- kanische Bonds fand, deren Nummern mit den von der ver- laffenen und beraubten Frau des Buben angegebenen genau ubereinstimmten. Sieben davon hatte er in der Zeit außer den immer fälligen Zinsen verbraucht. Ebenso beschrieb diese jetzt so genau den Schmuck, den sie von ihren Eltern zum Brautgeschenk erhalten, daß kein Zweifel mehr ob- walten konnte, wie auch dieser ihr gehöre und ge- stöhlen sei. Die anderen Anklagen wären allerdings nur schwer, wenn überhaupt zu beweisen gewesen; aber man konnte jetzt nicht einmal den Versuch dahin machen oder nur eine Frage an den Verwundeten richten, der in einem halb bewußtlosen Zustande auf sein Lager geschafft wurde und dort leise vor sich hin stöhnend lag. Hans war dort gewesen, um sich nach ihm zu er- kundigen, aber der Kranke lag in einen: heftigen Fieber vnd fing an zu phantasiren— und furchtbare Schreck- gebilde mußten es sein, die vor seiner inneren Seele empor- liegen. Als der junge Solberg an sein Lager trat, lag er gerade in einem Halbttaume, und mit geöffneten Augen, Aus dem Musiterleben Verlins und aus dem Wirken der„Stadtpfeifer" in den Vororten veröffentlicht die„Neue Musiker-Ztg." wenig erbauliche Enthüllungen. Das Blatt schreibt: Wenn man in Berlin in der Zeit von 11—1 Uhr Mittags die sogenannte„wilde Mufikerbörse" in der Artillerie- straße besucht, so sieht man dort täglich eine große Zahl ganz junger Leute herumwimmeln, welche sämmtlich Musikgeschäfte machen wollen, aber höchst selten etwas finden. Viele find be- reits im militärpflichtigen Alter, find aber körperlich zu schwach und deshalb für den Militärdienst unbrauchbar. Sie können also nicht mehr Militärmusiker und später Beamte werden. Als Mufiker haben sie auch nicht viel gelemt, ste haben ent- weder nur eine kurze Zeit Privatunterricht auf einem Jnstru- nient genoffen oder haben die Lehrzeit bei einem Stadtmusikus ausgehalten— oder auch nicht. Von weiterer Ausbildung ist schon gar nicht die Rede, sie verbummeln ihre jungen Jahre und vermehren nur das Mustkerproletanat, welches von Jahr zu Jahr in wirklich erschreckendem Maße zunimmt. Es ist da- her wohl am Platze, an die Eltern und Vormünder die� ernste Mahnung zu richten, es fich zehnmal zu überlegen, ehe fie ihre Söhne oder Mündel zu Aufikern ausbilden lassen. Die Eltem täuschen sich meist über die Anlagen ihrer Söhne und schicken dieselben zu dem Herrn„Musiklehrer" oder-Herrn„Stadtmusikus", um Musiker aus ihnen machen zu lassen. Leider giebt es viele Mustklehrer, die sich mehr um die Zahlungsfähigkeit der Eltem als um das Talent der Schüler bckümmem. Wenn die Eltem ein angemessenes Lehrgeld zahlen, ist es ihnen ganz glcichgiltig, ob der Knabe Ansagen hat oder nicht; es wird unter allen Umständen ern Mufiker aus ihm gemacht. Unbegreiflich findet es das muflka- lische Fachblatt, daß so viele Eltem den in den Vororten Berlins neuerdings angefiedetten„Stadtpfeifem" ihre Kinder in die Lehre geben Man zählt in nächster Nähe Berlins etwa 12 solcher„Stadtpfeifer". Dieselben nehmen durchschnitt- lich 20—40 Lehrlinge an, haben bei weitem nicht die erforder- liche Zeit, jeden Zögling gewissenhaft auszubilden, und halten sich auch nicht einmal die entsprechende Anzahl von Gehilfen, welchen sie die Ausbildung überlassen könnten. Die Lehrlinge find bei diesen nur dazu da, dem Lehrhcrrn Geld verdienen zu helfen, müssen die Nächte hindurch auf den Tanzböden spielen, verkümmern dabei an Geist und Körper und vergeuden so ihre Jugendjahre in unverantwortlicher Weise. Denn es ist ja allbekannt, daß diese„Dorfpfeifer" nur Tanzmusik machen, höchst selten einmal auch ein sogenanntes„Bier- oder Frei- konzert", und das ist dann auch danach. Dann haben solche Lehrherren noch den traurigen Muth, ihren Lehrlingen die günstigsten Lehrbriefe auszustellen und fie damit in die Welt zu schicken. Dieselben glauben dann, Musiker zu sein und verstehen doch thatsächlich von der Musik weniger als ein An- sängcr. Nur wirklich tüchtige Musiker und Künstler können es zu etwas bringen. Auch ein Beruf. Eine unerschrockene junge Dame ver- öffentlicht im Annonzentheil einer hiesigen Zeitung das folgende merkwürdige Inserat:„Ein junges Mädchen, das schon Ge- legenheit hatte, im Löwcnkäfig mit zu sein, wünscht sich als Lowenbänoigerin auszubilden. Gef. Adressen unter Z. 3805 an die Annonzen-Expedition von Heinr. Cisler, Hamburg. r. Den Diesmaligen Umzugstermin der Dienst- Mädchen hat sich ein ungetreuer Bräutigam zu Nutze gemacht, um mit den sämnttlichen Habseligkeiten seiner Braut zu ver- schwinden. Aus dem Dienste eines in der Köpenickerstraße wohnenden Kaufmanns verzog dessen Köchin zu einer anderen Herrschaft nach der Kommandantenstraße. Um die übliche Um- zugszeit stellte sich der Bräutigam des Mädchens ein, um dessen Sachen nach der neuen Herrschaft zu schaffen, während die Köchin noch zurückblieb, aber nicht wenig erstaunt war, als fie zwei Stunden später in ihrer neuen Behausung anlangte, von ehren Sachen aber keine Spur fand. Auch weitere Nachfor- schungen waren vergeblich und gegen zehn Uhr Abends stand die Bestohlene im Flur des Hauses, umgeben von ihren Be- rufsgenossinnen, die über die Schlechtigkeit der Menschen im allgemeinen und über die Schlechtigkeit der Männer insbe- sondere eine recht erbauliche Unterhaltung hatten.„So etwas könne Einem doch mit einem Militärrschen nicht passiren," meinte Eine. Die Bestohlene aber, eine kerngesunde resolute Küchenfee in reiferen Jahren, stand in gespreizter Stellung, die.Hände in den Hüften, und meinte blos:„Na, die ncie Herrschaft fängt mich ja jut an!" g. Seitens einer Anzahl von Behörden und Ve- anite» wird der Vermerk„Portopflichtige Dienstsache" auf Dienstbriefen nicht vollständig, sondern abgekürzt geschrieben. In Hinficht hierauf ist von den resp. Regierungs-Präsidien neuerdings darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Ver- merk vollständig auszuschreiben ist, weil Abkürzungen desselben von der Postbehörde nicht berücksichtigt und die betreffenden Briefe mit Strafporto belegt werden. Die städtische Steuerbehörde scheint dem Grundsatze ,FRle mit Weile" da zu huldigen, wo es gilt, ein von den Steuerzahlern gezahltes Zuviel an Steuern wieder zurückzu- geben. Dafür spricht wenigstens das Verhalten dieser Behörde gegenüber den zu hoch eingeschätzten Remonstranten, deren Cr- wenn auch keinen Menschen erkennend, stöhnte er vor sich hin:„Was kümmert mich der Stock! Nehmt ihn fort, er gehört nicht mir— ein Baron trägt keinen solchen Stock, das thun nur Handwerksburschen! Ich kenne auch den Juden nicht, ich habe ihn nie gesehen— fort, fort! Cr lebt ja noch, er ist gar nicht todt! Cr öffnet die Augen und ruft Erbarmen! A—i!"— Ein so unheimlich gellender Schrei zitterte durch das kleine Gemach, daß ein Wärter aus einem Nachbarzimmer herüberkam, nm zu sehen, was es gebe; aber der Kranke lag schon wieder von einer Ohnmacht befangen, und Hans ver- ließ schaudernd das Spital. Langsam schritt er die Straße zurück, welche auf den Brink zu führte. Er hatte erst im„Römischen Hause" vor- gesprochen, um Mrs. Rehberg aufzusuchen und sie zu be- ruhigen, daß sie ihr Eigenthum, so weit es noch beschafft werden konnte, jedenfalls wieder erhalten sollte. Dann ging er zu Püster, um mst diesem das Weitere über die jetzt zu nehmenden Schritte zu besprechen. Er fand Mux allein in dem Komptoir und ging freund- lich auf ihn zu, um ihn zu begrüßen; der kleine Mann zog sich aber scheu zurück und fuhr mit der Erklärung, daß er den Herrn Notar augenblicklich rufen wolle, aus dem Zimmer, so daß ihm Hans kopfschüttelnd nachsah. Was hatte nur der wunderliche Mensch! Unmittelbar danach kam der Notar, und was sie Geschäft- liches mit einander abzumachen hatten, war bald erledigt und bettaf hauptsächlich das amerikanische Konsulat. An dieses hatte sich Hans nämlich selber gewandt, damit die hiesigen Behörden, don deren Weitläufigkeit und Langsamkeit er schon einige Proben gehabt, der Frau nicht zu viele Schwierigkeiten in den Weg legten, um ihr Eigenthum wieder zu erlangen. Er erzählte Püster dann, wie er den Gefangenen gefunden, und er erfuhr von ihm, daß die Staatsanwaltschaft schon die Sache in die Hand genommen und der Staatsanwalt mit ihm konferirt habe, um all die einzelnen Daten zu bekommen. Vor der Hand ließ sich allerdings nichts weiter thun, als die nothwendigen Erkundigungen an den verschiedenen Plätzen der verbrecherischen Thätigkeit dieses Menschen einzuziehen, und ein erstes Verhör mußte dann, bis Antwort hierauf ein- suchen um Herabsetzung in eine niedrigere Steuerstufe von Er- folg gewesen ist. Folgendes Beispiel, welches die„Staatsbar.- Zeitung" anführt, ist geeignet, das Verhalten der genannten Steuerbehörde zur Genüge zu illustriren. Ein hiesiger Steuer- zahler war ohne jede Veranlassung um 4 Stufen der Staats- Einkommensteuer gesteigert worden und hatte hiergegen remon- strirt. Die Remonstranon war auch von Erfolg begleitet; denn vor ungefähr 14 Tagen erhielt der Remonstrant die bereits von Ende Mai datirte Mittheilung der Steuer-Kommission, daß er um die 4 Stufen wieder herabgesetzt sei. Natürlich hatte die Remonstration die Zahlung der Steuer nicht aufgehaltm und der Betreffende hatte auch den nicht unbekrächtlichen Mehrbe- trag erlegt. Nach der Mittheilung von der Herabsetzung hat er den zuviel gezahlten Betrag von der königl. Steuerkasse auch ohne weiteres zurückerhalten, nicht so von der städtischen Steuer« kasse- Obwohl nämlich der Remonsttant auch vom Magistrat die bereits vom 27. vor. Monats ausgefertigte Mittheilung von der Herabsetzung der Steuer erhalten hat, wurde ihm, als er am Donnerstag, den 2. d. Mts., bei seiner Steuerannahmestelle unter Vorzeigung dieser Mit- theilung die Rückgabe des zuviel bezahlten Betrages erbat, die kurze Antwort zutheil: man habe dort(bei der Steuerannahme- stelle) noch keine Nachricht, und bevor man nicht den Befehl zur Rückzahlung der überhobenen Steuer habe, könne dieselbe nicht erfolgen. Welch starrer Bureaukratismus! Die Mit- theilung an den Steuerzahler selbst genügt also nicht, um den zuviel bezahlten Betrag wieder zu erhalten, wie dies doch bei der Kgl. Steuerkasse der Fall rft! Wenn dem aber so ist, warum werden dann diese Benachrichtigungen nicht gleich in dnplo angefertigt, damit die Steuerannahmestelle gleichzeitig mit dem Steuerzahler Nachricht empfängt und der letztere sein Geld ohne Schwierigkeiten zurückerhalten kann? Was der Steuerbehörde recht ist, ist dem Steuerzahler billig. Die erstere verlangt rechtzeitige Zahlung ohne Verzug und der letztere kann rechtzeitige Zahlung ohne Verzug verlangen, und man sollte umsonrehr freundliches Entgegenkommen üben, als dem Steuerzahler keine Zwangsmittel zu Gebote stehen. Was in dem angeführten Falle geschehen, geschieht fraglos doch in alle« Fällen, und da wird es häusig genug vorkommen, daß dem Steuerzahler, der vielleicht schon mit Mühe die rechtmäßige Steuer aufbringt, die zuviel erhobene Steuer recht empfindlich fehlt und ihm Geld vorenthalten wird, welches er recht nöthig braucht. Das sollte die städtische Steuerbehörde bedenken unv doch nicht von geringerer Liberalität gegen die Steuerzahler sein, als die Staatssteuerkaffe. Im Garten des Herrn Maywald, Berliner-Straße 19 in Charlottenburg, hat ein Grasmückcnpaar sich einen pracht- vollen, selten großen Rosenbaum ausersehen, um in seiner, jetzt in Hunderten von weißen Rosen blühenden Krone sein Nest zu bauen. Der Besitzer hatte mit Interesse beobachtet, wie die niedlichen Vögel erst das Material zum Bau ihres Nestchens, dann Futter für ihre vermeintlichen Jungen hinzutrugen. Um die Vögel vor der Katze zu schützen, wurde gestern der Stamm des Baumes mit Reisig umgeben und bei dieser Gelegenheit entdeckte man, daß statt junger Grasmücken ein kleiner Kuckuck das Nest inne hatte, welchen die Grasmücken, statt der eigenen, wahrscheinlich vom alten Kuckuck schnöde aus dem Neste geworfenen Eier, ausgebrütet hatten. Der unter- geschobene Gast wurde in einen Käfig gesetzt, welchen man dicht unter dem Nest befestigte. Interessant ist es, daß das Vogel-Elternpaar auch hier, nach einigem Zögern, den Kuckuck unablässig füttert. g. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gcstem Abend grgen 8 Uhr an der Ecke der Pank- und Gerichtsstraße. Der Führer eines mit Ziegelsteinen beladencn Wagens war, anscheinend von Ermüdung überwältigt, von dem in der Fahrt begriffenen Wagen gefallen. Er gerieth so unglücklich unter denselben, daß rhm die Räder über beide Unterschenkel gingen und er mit zerquetschten Beinen liegen blieb. Nachdem dem Schwerverletzten durch einen Heilgehrlfen in der Pankstraße die erste Hilfe zu Theil geworden, wurde er per Droschke nachdem Augusta-Hospital geschafft. R. Ein Sarg, der quer über dem Fahrgeleise der Pferde- bahn in der Schönhauser Allee 19 lag, biloete gestern ein Ver- kehrshinderniß, das seiner Eigenart halber zahlreiche Neugierige anlockte. In Folge zu schmalspuriger Bauart stihzte das Fuhrwerk, welches den Sarg transportiren sollte, um und wurde so das Hinabgleiten des Sarges verursacht. Polizei-Bericht. Am 2. d. M. Morgens wurde im Fluth- graben vor dem Schlcsischen Thore die Leiche eines unbekannten, etwa 60 Jahre alten Mannes— nach einem bei ihm vor- gefundenen Arbeitsschein wahrscheinlich der Dicnstmann Birdau — aufgefunden und nach dem Obduktionshause geschafft.— Am Vormittage wurde ein Arbeitsbursche an der Ecke der Friedrichs- unv Mohrenstraße von einer Droschke überfahren und erlitt dabei durch Huftritte so bedeutende Verletzungen am Kopfe, daß er nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht werden mußte.— An demselben Tage Nach- mittags wurde eine Frau beim Verlassen eines Pferdebahn- wagens in der Kömggrätzerstraße von einer Droschke über- fahren und dabei am Kopf, sowie an den Armen und getroffen und der Verwundete wenigstens in etwas hergestellt war, verschoben bleiben. „Jetzt noch eine Bitte, lieber Herr Notar," sagte HanS, als er alles das beendet und wie mit einem Entschluffe ringend für kurze Zeit in dem Komptoir hin und her ge- gangen war—„doch vorher noch eine Frage..." „Womit kann ich Ihnen dienen?" „Was haben Sie da eigentlich für einen komischen kleinen Menschen in Ihrem Komptoir?" „In meinem Komptoir?" „Ihren Herrn Mux— er hat auch gleich einen so wunderlichen Namen..." „Aber inwiefern komisch?" „Ich habe den kleinen Mann jetzt," fuhr Hans fort, „seit längerer Zeit beobachtet und dabei die merkwürdige Entdeckung gemacht, daß er mit allen Leuten auf das Unbe- fangenste verkehrt, aber mir oder meinem Vater gegenüber eine ganz eigenthümliche Scheu, ja, Furcht zeigt, und doch hat Keiner von uns Beiden ihm je ein hartes Wort gesagt oder ihn auch nur durch einen Blick gekränkt." „Haben Sie das in der That bemerkt, Herr Baron?" fragte Püster leise und wie nachdenkend. „Allerdings, und besonders auffällig bei meinem Vater. Dort bei uns stand er im Entrse, und die hellen Thränen liefen ihm an den Wangen nieder.' und jetzt, als mein Vater hier war und dort drüben saß unv Mux an seinem kleinen Pulte stand, verwandte er fast kein Auge von ihm und warf nur manchmal flüchtige Blicke nach den Parteien hinüber. Als wir ihm dann die Hand gaben, zitterte er heftig und wieder traten ihm Thränen in die Augen, und jetzt ist er gar fortgelaufen, wie ich kam. Es sollte mir recht von Herzen leid thun, wenn ich ihn durch irgend etwas gekränkt hätte, und wissentlich ist es auch sicher nicht geschehen." Notar Püster sah nachdenkend eine Weile vor sich nieder; endlich sagte er ruhig:„Herr von Solberg, es ist eine eigen- thümliche Thatsache, daß ich die Antwort auf die Frage, welche Sie in diesem Moment an mich richten, schon für Sie schriftlich in meinem Pult liegen habe." „Das ist undenkbar!" rief Hans erstaunt aus. (Fortsetzung folgt.) Füßen anscheinend bedeutend verlegt. - Sie wurde mittelst Sie wurde mittelft Droschte nach ihrer Wohnung gebracht. Um dieselbe Zeit wurde ein Mann in einem Schanklokal in der Großen Franks furterstraße plöglich vom Schlage getroffen und verstarb auf der Stelle. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Am Abend desselben Tages fiel der Arbeiter Fischer an der Ecke der Pank- und Gerichtsstraße von seinem mit Mauersteinen beladenen Wagen und wurde überfahren. Hierbei erlitt er so bedeutende Verlegungen an den Knöcheln, daß er mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden mußte. Einige Stunden später wurden der Hausdiener Gremfe und dessen Sohn in der Bergmannstraße von einem Kremser, dessen Pferde in der Hasenhaide scheu geworden waren und durchgingen, überfahren, wobei ersterer anscheinend einige Rippenbrüche, letterer eine Quetschung des Nasenbeins und des rechten Unterschenfels erlitt. Die Verunglückten wurden nach Bethanien gebracht. Gerichts- Zeitung. Eine Privatflage, welche die Berliner Presse und das Publikum gleichmäßig angeht, beschäftigte heute die 99. Abtheilung hiesigen Schöffengerichts: die Klage der Gerichtsrefes renten gegen den Redakteur des Kleinen Journals" Julius Spiz. Als der bekannte Prozeß gegen den Mandolinespieler Gargiulo verhandelt wurde, hielten es die Gerichts- Berichterstatter für angemessen, den Namen der in dem Prozesse als Beugin auftretenden Dame zu schonen. Der Angeklagte nahm diese Thatsache zum Ausgangspunkt eines gegen die Berichterstatter gerichteten Artikels, in welchem er schlankweg den Verdacht aussprach, daß gewisse Klänge" jene Zurückhaltung der Referenten verursacht haben müßten. Die Berichterstatter wiesen diese beleidigende Infinuation in einer öffentlichen Erklärung zurück und sprachen dabei die Vermuthung aus, daß der Artikelschreiber für derartige metallische ,, Klänge" jedenfalls zugänglicher fei, als die Referenten. Da der Angeklagte dann noch einen zweiten beleidigenden Artikel veröffentlichte, erhoben die Gerichtsreferenten gemeinsam die Privatklage, nachdem der Staatsanwalt ein Einschreiten seinerseits Mangels öffentlichen Interesses abgelehnt hatte. In der heutigen Verhandlung bestritt der Angeklagte zuerst die Aktiv- Legitimation der Kläger, welche er persönlich nicht gemeint haben wollte; dann führte er aus, daß der Artikel gar nicht beleidigend sei, da der Hinweis auf gewiffe ,, Klänge" nur eine bildliche Redeweise sei, endlich aber beantragte er die Erhebung des Wahrheitsbeweises unter Behauptung einzelner Thatsachen. Die Privatkläger baten dringend darum, nach dieser Richtung hin der Beweisaufnahme den weitesten Spielraum zu gewähren, der Gerichtshof beschloß aber unter Ablehnung aller übrigen Beweisanträge nur den Gatten der in den Prozeß Gargiulo verwickelten Dame darüber zu vernehmen, ob er Schweiggelder" in irgend einer Form und an wen er dieselben event. gegeben habe. Die oben erwähnte Erklärung der Berichterstatter gab Herrn Spiz Veranlassung zur Erhebung der Widerklage und dieser gegenüber traten nunmehr die Widerbeklagten den Beweis der Wahrheit für die Behauptung an, daß Herr Spiß seinerseits für die besagten Klänge" sehr empfänglich sei. Der darauf bezügliche Beweisantrag, der demnächst noch durch weitere Anträge ergänzt werden soll, wurde vom Gerichte afzeptirt und so dürfte vielleicht die nächste Verhandlung auch Manches zur Reinigung der Atmosphäre" beitragen. Soziales und Arbeiterbewegung. An die Arbeiter des sechsten Wahlkreises.( Bezirke: Dra nienburger Vorstadt, Wedding, Moabit und Gesund brun nen.) Jnz der Voraussetzung, daß jeder Arbeiter seine Lage voll und ganz erkennt und mit allen Kräften dahin strebt, daß die wirthschaftlichen Zustände andere, bessere werden, ist es un bedingt nöthig, daß auch jeder Arbeiter für die Mittel und Wege eintritt, welche zu einer vollständigen Besserung der Lage des arbeitenden Volfes führen. Die sozialdemokratische Fraktion hat durch das Arbeiterschutzgesetz diese Mittel angegeben und ist dasselbe im Reichstage in die Kommission verwiesen worden. Der Reichskanzler hat nun bei Berathung der Sonntagsruhe betont, daß er erst die Stimme der Arbeiter hören müsse, um zu sehen, ob dieselben für eine gefeßlich geregelte Sonntagsruhe' wären. Es liegt nun an der gesammten Arbeiterschaft, dieser Aufforderung nachzukommen und zu zeigen, daß dies selbe nur in der Durchführung des Arbeiterschutzgesetzes und der gefeßlich geregelten Sonntagsruhe eine wirkliche soziale Reform erblickt. Der Weg hierzu ist durch Petitionen gegeben. In Nr.1132 d. Bl. ist bereits eine derartige Petition veröffentlicht worden. Möge also Jeder dafür Sorge tragen, daß die felbe recht viele Unterschriften erhält. Listen können in Empfang genommen werden bei R. Kunkel, Schulstraße 44, 1 Tr., P. Sillier, Triftstr. 46a, part., 3 a chau, Müllerstraße 24, Rid off, Sellerstr. 4b, Hensel, Hochstraße 32a, B. Aman, Neue Hochstraße 16, 3 Tr. r., und Raschke, Reinickendorferstraße 52, Hof part. Bei den Genannten finden auch die Einzeichnungen statt. Aufgepaßt! Die unter das Gesez vom 28. Mai 1885 über die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung auf Transportgewerbe fallenden Betriebe haben nach Bekanntmachung des Reichsversicherungsamts vom 5. Juli die er forderliche Anmeldung bis 20. Juli d. J. zu be thätigen. Ferien für Arbeiter. Wir haben vor einigen Tagen einen Artikel gebracht, in welchen wir eines wohlgemeinten Vorschlags erwähnten, nämlich den Arbeitern im Sommer eine turze Ferienzeit zu gewähren. Wir erklärten, daß dies von den Fabrikanten des Konkurrenzkampfes halber nicht geschehen würde und auch nicht geschehen könnte. Daß einzelne Firmen aber, welche wohlfituirt sind und ihr Schäfchen schon im Trockenen haben, eine solche Einrichtung treffen können, ist deshalb nicht ausgeschloffen; so läßt die Firma May u. Edlich in Leipzig, erklären, daß sie ihren Arbeitern regelmäßig im Jahre Ferien ertheile. In dem Statut der Kranken- und Unterstügungskaffe der genannten Firma heißt es nämlich: Jedes männliche Mitglied der Kane erhält, sobald es ein volles Kalenderjahr, vom 1. Januar bis 31. Dezember, im Betriebe der Firma beschäftigt worden ist, Anspruch auf einen Urlaub von jährlich 1 Woche. Die Urlaubswoche wird den Beurlaubten mit 60 Stunden Arbeitslohn aus der Kaffe gezahlt. Derjenige Arbeiter oder Angestellte, welcher indeß von bem Urlaub keinen Gebrauch machen will, erhält am Sonn abend vor dem Weihnachtsheiligabend den ihm für den Urlaub zugesicherten Betrag von 60 Arbeitsstunden ausgezahlt." Schade nur, daß hier im Wesentlichen die Arbeiter selbst die Ferien bezahlen müssen! Dann aber auch find die Ferien nicht obligatorisch, so daß sicherlich nicht allzu viele Arbeiter Don dieser Einrichtung Gebrauch machen, Es geht nun einmal bei solchen Dingen ohne die Gesetzgebung nicht. Bäder für Arbeiter. Der Zeitschrift Volkswohl" sendet ein Arbeiter folgende Mahnung an die Fabrikanten: Wer es weiß, mit welchem Staub und Schmuß der Arbeiter in den Fabriken zu kämpfen hat, wird gewiß die Herstellung von Bädern als eine der größten Wohlthaten für die arbeitende Klasse betrachten. Es wäre in den meisten Fabriken, welche mit Dampf arbeiten, ohne große Schwierigkeit möglich, BadeVerantwortlicher Redakteur R. einrichtungen für den Arbeiter zu schaffen; allein dieselben stehen immer noch recht vereinzelt da, und es ist in den Umgebungen der meisten Fabriken mit dem Baden, namentlich für Erwachsene, sehr schlecht bestellt. Die Einrichtung von Bädern ist wohl nirgends leichter anzubringen, als in Papierfabriken. Wie viel Dampf geht in die Luft, der noch zu solchem Zwecke verwendet werden könnte! Man brauchte nicht einmal direkten, sondern könnte Abgangs-, also indirekten Dampf dazu verwenden, und der Kostenpunkt würde ein sehr geringer sein, sobald nur die Badeanlage hergestellt ist. Bei den Heizern, sowie Hadernsortirerinnen sind Bäder ganz beson ders nöthig, weil der Kohlen- oder Hadernstaub sich dem ganzen Körper mittheilt und, wenn kein Bad vorhanden ist, stets mit in die Wohnung genommen wird, wodurch wieder Unreinlichkeiten in den Arbeiterwohnungen veranlaßt werden. Wie wohl müßte solchen Arbeitern sein, die nach zwölfstündiger schmuziger Arbeit ein Bad haben könnten, und wieviel gesünder könnten sie fich ihren Familien erhalten! Wenn die Leute einmal in ihren Wohnungen find, giebt es namentlich für Frauen und Mädchen immer so viel im Hause zu thun, daß ans Bad nicht mehr gedacht wird. Uebrigens giebt es in Hunderten von Ortschaften auch keinen Badevlag in den Gewässern oder überhaupt kein Flüßchen und keinen Teich und in den Häusern ebenfalls keine Räume oder keine Geräthschaften zum Baden. Fragt man in Betreff des Badens in den Arbeiterkreisen herum, so wird man gewiß vielfach die Antwort erhalten, daß die Arbeitgeber in dieser Richtung viel zur Verbesserung des Arbeiterwohls beitragen könnten, wenn sie die fleinen Ausgaben für Badeeinrichtungen nicht scheuten und dafür sorgen würden, daß jeder Arbeiter mindestens einmal oder zweimal in der Woche der Wohlthat des Badens theilhaftig werden könnte. Der größere Theil der Arbeiter ist allerdings vielleicht zu kurzsichtig für das Gute, was man ihm bietet; aber der beffere Arbeiter wird es anerkennen und nicht unterlassen, auf die übrige Arbeiterwelt zu Gunsten des ganzen Geschäfts einzuwirken. Daß viele Arbeitgeber versuchen, bei der Krankenkassenversicherung( Orts- und Gemeindekrankenkassen) nicht blos die geseßlichen Zweidrittel- Beiträge, sondern auch das auf die Arbeitgeber selbst fallende Eindrittel den Arbeitern vom Lohne abzuziehen, das geht aus einer Bekanntmachung des Magistrats zu Kulmbach( Baiern) hervor, in der es folgendermaßen lautet: Die Arbeiter selbst werden aufgefordert, diese ungefeßlichen Abzüge sich nicht gefallen zu ge lassen und vorkommenden Falles unnachsichtlich Anzeige zu erstatten." Das ist ganz schön aber steht denn die Entlaffung dann nicht vor der Thüre? Am besten ist es schon, wenn sämmtliche Arbeiter den freien Hilfskaffen beitreten. Zum Tischlerstreit in Kaiserslautern. Die Leiter der dortigen Bewegung veröffentlichen folgendes: Arbeiter, Kollegen! Um unsere Ehre und Selbstständigkeit zu wahren, legten sämmtliche Schreiner, 200 an der Bahl, die Arbeit nieder. Alle gütlichen Versuche scheiterten, indem die Meister es unter ihrer Würde halten, uns mit einer Erklärung zu würdigen. Mit aller Macht möchten sie unsere junge aber fräftige Organisation zerstören, was ihnen aber nicht gelingen soll. Wie fie beschlossen haben, soll einer um den andern, welcher Mitglied des Fachvereins ist, entlassen werden. Kollegen, wir glauben hier keinen Fehltritt gemacht zu haben, denn die Lage war so zugespigt, daß wir nicht mehr anders fonnten; deshalb bitten wir, jeden Zuzug nach hier fernzuhalten und uns thatkräftigst zu unterstüßen; denn müßten wir unterliegen, so ist die Organisation auf unabsehbare Zeit vernichtet und die besten Kollegen müßten zur Stadt hinaus. Nochmals, Kollegen, laßt uns nicht im Stich, denn kommt Ihr in die gleiche Lage, so werden auch wir unser Möglichstes beitragen, wie wir es bis jetzt immer gethan haben. Forde rungen haben wir gar keine gestellt, blos sollen die Meister die Erklärung abgeben, daß sie die Maßregelung einstellen, was aber nach mehrmaliger gütlicher Aufforderung scheiterte. Wir haben beschlossen, bis auf den legten Mann auszuhalten und nicht eher die Arbeit aufzunehmen, bis die Maßregelung eingestellt ist. Kaiserslautern, den 28. Juni. Für die Streit- Kommission: Für den Fachverein: Joh. Schwender. Peter Käller. Briefe find an P. Käller, Elisenstraße 21 und Gelder an Karl Eberhard, Mozartstraße 17, zu richten. Kommission veröffentlicht folgendes: Kollegen! Arbeiter! Die Zum Tischlerstreit in Dresden. Die dortige Gesellenhiesigen Fabrikanten fühlen sich benöthigt, Abzüge zu machen, die uns bange in die Zukunft blicken lassen. Was soll aus uns, aus unserer Familie werden? Wir müssen uns mit aller Energie, mit allen uns zu Gebote stehenden gefeßlichen Mitteln. dagegen wehren. In der Pianofortefabrik Apollo( Aktiengesellschaft) haben 17 Busammenseßer die Arbeit niedergelegt, weil ihnen zugemuthet wurde, fich 22-33 Prozent abziehen zu lassen. Die Kollegen verdienten unter den alten Verhältnissen( tüchtige Arbeiter) 21-22 Mark und würden nach dem Abzug bei an Begreift Ihr, fühlt Ihr die immer so hoch gepriesene Arbeitergestrengter Thätigkeit 16-17 Mark verdienen. Kollegen! freundlichkeit? Unsere Arbeitgeber find zu arbeiterfreundlich, nicht wahr? 22-33 Prozent Abzug! Viele dieser Kollegen waren in dem Wahne, daß ihnen in ihrer Branche nichts paffiren könnte, dieses Angeführte wird jedoch ein eklatantes Beispiel für Alle sein, diese Kollegen werden jezt einsehen, daß auch sie es unbedingt nothwendig haben, fich einer Organisation anzuschließen, um in solchen Fällen die Masse hinter sich zu haben. Der Stand des Tischlerstreiks ist der alte, die Innungsmeister bequemen fich zu nichts, nur werden dieselben etwas fleinlauter, da sie es jedenfalls nicht mehr aushalten können; einige erlassen Annonzen, in denen sie zum Besten geben, den Gesellentarif schon lange bezahlt zu haben. Und dennoch wollen sie nicht bewilligen; woher kommt das? Einfach wollen die Innungsmeister nichts mit unserer Organisation zu thun haben, dieselbe nicht anerkennen. Darum, Kollegen, haltet vor allen Dingen den Zuzug fern und macht die Pianoforte- Arbeiter mit den hiesigen Verhältnissen vertraut, damit nicht Einzelne auf Beitungsannonzen hineinfallen, welche die Arbeitgeber loslassen werden. Mit Gruß die Lohnkommission der Dresdener Tischler. Adressen wie früher. J. A.: G. Schidlowsky. Die Unternehmerverbände, mächtig von vornherein durch die Vereinigung großer Kapitalien, patronifirt von den Regierungen, scheuen sich keineswegs vor internationalen Vereinbarungen, wenn dieselben geeignet, ihnen irgend welche Profite zu bringen. Während die Kapitalisten scheu vor einer internationalen Arbeiterschußgefeßgebung zurückweichen, schüßen sie mit Eifer und Begeisterung den Mehrwerth ohne jede chauvi möglichen Erbfeinden". So haben wir z. B. das berühmte nistische Anwandlung freundnachbarlich im Bunde mit allen und rentable Schienenkartell, das den großen Eisenwerken Englands, Deutschlands u. s. w. die Regelung der Produktion und der Preise zu ihrem Nußen ermöglicht. Jest herrscht eitel Freude darüber, daß die zwei bedeutendsten Werke Frankreichs, die Société de Denain und die Acierils de France fich in das internationale Schienensyndikat haben aufnehmen Bedeutung aufgefaßt, da diese französischen Etablissements dem laffen. Dieser Schritt wird als ein Ereigniß von weittragender Kartell bisher starte Konkurrenz gemacht haben. Für den Kapis talistenseelenforscher ist der Jubel, der bei diesen Pflegern des nationalen Gedankens" ob der Verbrüderung mit den gallischen Hähnen" fich erhoben, nichts Wunderbares. Der Chauvinismus hört da auf, wo der Geldbeutel anfängt. Und das hat, auch vom Standpunkt der sozialwirthschaftlichen Entwidelung, sein Gutes. Hektar, unurbares Land 6.50 Hektar, zusammen 210 Hektar davon find behufs Aufforstung an den Fiskus verkauft: 45 Sekta so daß das jezige Kolonieareal 165 hektar beträgt. An Moo dämmen( früher Weideland) find 30 Hektar fertig, 15 Seft find jetzt in der Herstellung begriffen. Gegenwärtig sind di Moordämme bestellt mit Raps 10 hektar, mit Roggen 6 Hefta mit Weizen 1 Hektar, mit Mengkorn 8 hektar, mit Kartoffel mit Weizen 1 Heftar, mit Mengforn 8 Heftar, mit Startoffel Nr. 4 hektar, mit Gartenfrüchten 1 hektar, zusammen 30 Hefta Ferner find zugepachtet 11 hektar bestellt mit Roggen, 4 hekt bestellt mit Kartoffeln. Beim Ankauf des Hofes waren vo handen: 4 Pferde, jetzt sind vorhanden 7 Pferde; 11 Küh jezt sind vorhanden 23 Kühe;-Bugochsen, jetzt sind vo handen 4 Bugochfen; 20 Stück Jungvieh, jest find vorhande 10 Stück Jungvieh; 7 Schweine, jezt sind vorhanden 14 Schwein Aufnahme fanden auf der Kolonie 1883: 194 Personen; 188 770 und bis 15. Mai 1885 281 Personen. Entlassen sin 1883: 46 Personen; 1884: 770 und bis 15. Mai 1885: 28 Personen. Der Bestand der Arbeiter betrug am 15. Mai 18 Gestorben war 1883 Reiner, 1884: 1 Mann und bis zum letzte 15. Mai 2 Mann. Erkrankt waren 1883 15 Personen mit 15 Tagen, 1884: 90 Personen mit 338 Tagen, bis 15. Mai a 150 Personen mit 731 Tagen. Die Gesammteinnahme au Anleihen, Geschenken, Bewilligungen, Beiträgen der Verein mitglieder, Haussammlungen in der ganzen Provinz haben bi jezt 97,955.43 Mt. betragen, die Ausgaben für den Anka des Hofes, Herrichtung der Anstaltsgebäude, Gesammtinventa Unterhalt der Arbeiter belaufen sich auf 96,598.29 M. Die fächsische Regierung giebt sich alle mögliche Müh durch Uebertragung neuer Gewerbe in Gegenden, wo die alte Gewerbe darniederliegen, den nothleidenden Arbeiterfamilie Hilfe zu schaffen. So hat sie dazu mitgewirkt, daß in der s genannten sächsischen Schweiz Frauenerwerbsschul eingerichtet sind, in denen feinere Korbmacherei erler wird. Doch sind auch zu gleicher Zeit im nachbarlichen Böhme derartige Institute errichtet worden, so daß auch diesem J dustriezweige sofort eine unliebsame Konkurrenz gemacht wit da die böhmischen Arbeiterinnen mit geringerem Lohn fürli nehmen, als die sächsischen, weil erstere auf einer niedriger Bildungsstufe stehen und ungemein bedürfnißlos find, weni stens in Bezug auf solche Genußmittel, welche die Zivilisatio bietet. Aber man stößt noch auf andere Schwierigkeiten. D Absasgebiet fehlt solchen Produkten, so daß durch de artige Frauenerwerbsschulen im Großen und Ganzen wen genügt wird. Die Maurer in Grat verlangen einen zehnstündig Normalarbeitstag; die Meister verweigern denselben. So ste ein Maurerstreik dort bevor. Die Porzellanindustrie in Thüringen ist bekanntli eine der Haupterwerbsquellen des Landes. Dieselbe hat ab in der legten Zeit mit sehr ungünstigen Verhältnissen fämpfen. Der Export hat bedeutend nachgelassen und die Prei find sehr gedrückt; deshalb sinkt der Zohn auch mehr un mehr. Besonders schlecht ist gegenwärtig die früher so blühen Porzellanmalerei dran, weil die großen Kunstverlagsfirm nicht mehr wie früher die Nachbildung ihrer Kunstwerke a Porzellan gestatten. Man versucht zwar diesem Uebelstan durch eine besondere Malerschule Abhilfe zu schaffen, doch das nur ein Aushilfsmittel, welches keine großen Erfolge ve spricht. 1868 3.21 Mill. Das Anwachsen des Personenverkehrs auf den den schen Bahnen ist in den legten 17 Jahren ein ganz gewalt ger. Es wurden befördert Personen: 1873 5.69 Mill. 1874 5.84 1875 5.99 1876 6.10 1877 6.11 1869 3.54 " 1870 4.37 1871 5.02 1872 5.01 " " " " 11 " " 1 In einem Jahrzehnt ist also die Frequenz um das Doppell gestiegen. Diese Entfesselung des Verkehrs ist eine Beding des gesellschaftlichen Fortschritts, das Losreißen der Arbei von der Scholle ist die erste Bedingung zum wirthschaftlich Emporstreben. Die Nachtarbeit ist in Rußland für Frauen u Minderjährige in Fabriken und Etablissements nunme gefeßlich verboten worden. Dieses Verbot tritt für Pe fonen weiblichen Geschlechts und Minderjährige, die noch ni das 17. Lebensjahr erreicht haben, mit dem 10. Oktober d. in Kraft, wird sich aber, wie Nowoje Wremja" mittheilt, s nächst nur auf Baumwollspinnereien, Leinwebereien und Wo spinnereien erstrecken. Außerdem ist die Maßregel nur ei versuchsweise und ihre Giltigkeit zunächst auf drei Jahre fe gefeßt. Der Finanzminister ist in Gemeinschaft mit dem nister des Innern ermächtigt, die Maßregel auch auf ande Betriebe auszudehnen. Die beiden genannten Minister fi beauftragt, innerhalb dreier Jahre eine erschöpfende Prüfu der Frage zu veranstalten und spätestens nach Verlauf der wähnten Frist das Resultat dem Reichsrathe vorzulegen. Die Lohnforderung der Lyoner Seidenweber schei doch von Erfolg begleitet zu sein. Die Fabrikanten haben den Arbeitern Verhandlungen angeknüpft und hoffen, d Streif zu vermeiden. Die Behörden stehen auf Se ten der Arbeiter. Kleine Mittheilungen. Berge- Borbed. Der Bergarbeiter und Megger Wilhel Frensemeyer zu Bochold, welcher am 1. Juli 1883 seine F in entseglicher Weise ermordete, aber vom Schwurgericht f gesprochen wurde in der Annahme, daß er diese Handlung unzurechnungsfähigem Zuſtande begangen, hat seinen bewohner, den Bergmann Heinrich Klintfid, 26 Jahre d erstochen. Frensemeyer will sich, wie es auch damals bei Ermordung seiner Frau der Fall war, des Herganges ni erinnern. Königsberg, 29. Juni. Am Sonnabend sind bei d von einer Felddienstübung heimkehrenden Regiment Kronpr verschiedene Mannschaften auf der Straße in Folge der star Hiße umgesunken. Mehrere wurden auf die zum Nachfahr des Gepäcks angenommenen Landfuhren, andere in d zugeführt. Leider sind zwei Grenadiere verstorben, zwei and Droschten gelegt und von diesen 13 dem Garnison- Lazar noch bedenklich krank. Die Uebrigen befinden sich in Besserung. Groß- Ottersleben, 1. Juli. Gestern wurden wieder 2 Personen wegen Theilnahme am Aufruhr festgenomme dabei ein achtzehnjähriger Lehrling, welcher sich ebenfalls a festgenommen worden. betheiligt hat. In dieser Sache sind bis jetzt 32 Person 11 Berlin Maure thätigke man d erheber brängt Erricht den me getrage Thatsa ist und trogden Städten laffen genan sehr g zu zah alternb Tomme das A bis 50 als d trag müfen nehme Den A auch a und m angebo großer inhabe Räume haben, dem nur zu waren, dürfni Sind an flei die Aft müssen ganze in wel Dfen gefund Grade in A muß, Kinder und Unzut geholf wollte Den und K ein miethe den se der R Ausg entspre angele deffen Gewer werfer zahlrei etablir schwin einzig find d erbaut übrige gehend Diese und d Die t trodne Terka Schm bald fie a Rorri Klinke wie I Kiffen blieb als ihre( Herz, Ein I und Haup tomm achtet ihr S in ein mehr zimm fte zu ihnen DI ursad das Nordhausen, 1. Juli. Ein Gatten- und Batermo oder wenigstens ein Todtschlag, ist im Dorfe Weißenb ( Kreis Worbis) am Sonntag verübt worden. Der Arbei Nikolaus Hartmann, 65 Jahre alt, ist Sonning, den 28. von seiner eigenen Ehefrau unter Beihilfe seiner verheirathe Tochter mittelst einer Kartoffelhacke erschlagen worden. Mann der Tochter soll dabei den alten Hartmann festgehal haben. Bei der gestern durch die Gerichtsärzte aus Worbis des Herrn Staatsanwalts Mühle hier Beisein genommenen Leichenobduktion soll ein Schädelb fonstatirt worden sein. Der alte Hartmann bei den Separationsarbeiten mit der Aushebung Gräben und Wegearbeiten beschäftigt; er flagte off, daß er feiner Frau nichts zu effen erhalten habe und schlecht behand werde. Die drei Personen sollen verhaftet worden sein. D Frau Dudley, welche vor einigen Monaten auf D'Do van Roffa( den Häuptling der Amerikanischen Dynamitar schoß, ist von der gegen fie erhobenen Anklage freigesprod worden, weil fie für irrfinnig erklärt wurde. Ueber die Arbeiterkolonie Ridklingen in SchleswigHolstein liegen interessante Daten vor. Bei dem Antauf bes stand dieselbe aus: Hofstelle 2 Hektar, Wege und Wasserstücke 1.50 Hektar, Aecker 45 hektar, Wiesen 20 hektar, Weide 135 Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage dem ging stand Kaste in fo Auße nacht Beilage zum Berliner Bolksblatt. Ur. 138. Sonnabend, den 4. Inli 1883. IL Jahrg. D o K s l e s, Unsere Wohnunaen. Wenn man berücksichtigt, daß in Berlin bis»um Ausbruch des Streiks gegen achttausend Maurer beschäftigt waren, so läßt das auf eine recht rege Bau- thätigkeit in diesem Sommer schließen, und in der That sieht man denn auch in allen stadttheilen prächtige Neubauten sich erheben. Betrachtet man sich dieselben nun etwas genauer, so drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, ob wohl bei der Errichtung dieser Bauten dem praktischen Bedürfniß Rechnung getragen werde, und diese Frage ist unserer Meinung nach in den meisten Fällen zu verneinen. Es ist eine unbestrittene Thatsache, daß an kleinen Wohnungen ein Mangel vorhanden ist und daß diese in Folge desien fortgesetzt im preise steigen; trotzdem aber sehen wir, daß selbst in den entferntesten Vor- städtcn die Bauunternehmer nur größere Wohnungen anlegen tasten und nur auf den Höfen finden sich allenfalls einige so- genannte kleine Wohnungen. Die Folge dieses Versehens ist das Abvermiethen leerer oder möblirter Zimmer, weil es einer sehr großen Anzahl von Leuten ganz unmöglich ist, die Miethe zu zahlen. Die Mehrzahl unserer Arbeiter, ebenso viele Sub- alternbeamte, Kaufleute:c. find bei ihrem geringen Ein- kommen völlig außer Stande, eine jährliche Miethe von 400 bis 500 M. zu zahlen; sie können vielleicht etwas mehr als die Hälfte geben und nur weil für diesen Be- trag Wohnungen in zu geringer Zahl vorhanden find, müffen sie Dolens volens eine zum doppelten Preise nehmen, in der Erwartung, durch Abvermiethen eines Zimmers den Ausfall an ihrem Einkommen zu decken. Wir sehen denn auch an fast allen Häuscm Ankündigungen, daß daselbst leere und möblirte Zimmer zu vermiethen find und da dieses Massen- angebot bei weitem die Nachfrage übersteigt, so ist ein sehr großer Theil dieser Zimmer unbewohnt. Die Wohnungs- mhaber erleiden hierdurch, selbst wenn sie ihre überflüssigen Räume auch nur einige Monate im Jahre nicht venniethet haben, eisten oft recht empfindlichen Schaden, denn sie müffen dem Hauswirth die Miethe für eine Wohnung zahlen, die sie nur zur Hälfte benutzen und die zu miethen sie fast gezwungen waren, weil sie eine kleinere ihrem Einkommen und ihren Be- dürfnisten entsprechende Wohnung nicht bekommen konnten. Sind also einmal die eigentlichen Miether durch den Mangel an kleinen Wohnungen in eine üble Lage gebracht, so sind es die Aftermietyer, welche sich mit einem leeren Zimmer begnügen müssen, in noch viel erheblicherem Maße. Wir finden hier ganze Familien oftmals in einem kleinen einfenstrigen Zimmer, in welchem bei der glühendsten Sommerhitze auf einem eisernen Ofen gekocht wird. Ist dieses enge Zusammcnwohnen schon in aesunvhcitlicher Beziehung bedenklich, so ist es in noch höherem Grade in moralischer, denn es wird wohl Niemand in Abrede stellen wollen, daß die Sittlichkeit leiden muß, wenn Eltern mit erwachsenen und halberwachsenen Kindern einen und denselben Raum zum Schlafen und zur Reinigung benutzen müssen. Diesen vielfachen Unzuträglichkeiten würde wenigstens zum größten Theil ab- geholfen werden, wenn sich unsere Hauswirthe entschließen wollten, Wohnungen zu schaffen, die dem Bedürfniß entsprächen. Den meisten Familien ist mit zwei, wenn auch kleinen Zimmem und Küche gedient, viele wären sogar glücklich, wenn sie nur ein Zimmer und Küche erhalten könnten, denn als After- miether, wo sie nur ein leeres Zimmer innehaben, ist ihnen in den seltensten Fällen die Mitbenutzung der Küche gestattet, in der Regel haben sie nur das Recht, die Wasserleitung und den Ausguß zu benutzen. So wenig dem praktischen Bedürfniß entsprechend wie die Wohnungen, sind auch die meisten Läden angelegt. Man baut fte_ viel zu groß und fordert in Folge dessen eine viel zu hohe Miethe, als daß sie von den kleinen Gewerbetreibenden erstanden werden können. Sehr viele Hand- werker, wie Mützenmacher, Kammmacher, Korbmacher sc. und zahlreiche Händler sind gezwungen, sich auf Hausfluren zu etablircn, weil sie die Miethe für einen großen Laden nicht er- schwingen können und kleine Läden nicht zu haben find. Die einzigen Leute, denen die Miethen niemals zu hoch erscheinen, sind die Schnapsvcrkäufer, daher sehen wir auch in jedem neu erbauten Hause zuerst die„Destille" etabliren, während die ubngen Läden zum größten Theil leer stehen oder vorüber- .•m5'? schwindelhaften Ausverkäufen gemiethet werden. Diese Wahrnehmung kann man in allen Stadttheilen machen und doch ficht man nirgends eine Aenderung zum Besseren. Die kleinen Wohnungen wie die kleinen Gcschäftslokale fehlen und werden fehlen, diegroßm Läden stehen dagegen vielfach leer und die größeren Wohnungen müssen durch Aftermiether und Schlafleure bevölkert werden. Räch Mittheilung des Statistischen Amt« der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 21. Juni bis inkl. 27. Juni er. zur Anmeldung ae- kommen: 199 Eheschließungen, 854 Lebendgeborcne, 34 Todt- geborene, 828 Sterbefälle. kt. Ueber die Cholera in Spanien wird uns von einem deutschen Arzte geschrieben:„Bei dem krassen Aberglauben und Fanatismus der spanischen Bevölkerung ist es natürlich, daß es zu Exzessen und zu noch viel tolleren Szenen kommt, als wir sie aus Italien zu hören gewohnt waren. Grobe Wider- setzlichkeiten gegen die behördlichen Organe, welche mit der Desinfektion der Häuser betraut find, Bedrohung und that- sächliche Mißhandlung der behandelnden Aerzte sind an der Tagesordnung. Ein Bestreichen mit dem Oele aus der Lampe der Madonna von Puiz gilt der Bevölkerung mindestens eben- soviel wie alle Medikamente oder sanitären Vorkehrungen. Der Verlauf der Epidemie ist bisher ein stetig fortschreitender, an Intensität und Extensität zunehmender. Den jüngsten Nach- richten zufolge find in ganz Spanien bereits 1274 Ertrankungen und 566 Tooesfälle in Folge von Cholera konstatirt." g. Die Ferien des Bezirksausschusses zu Berlin be- ginnen in diesem Jahre am 21. Juli und währen bis zum 1. September d. I. Während dieser Ferien dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen abgehalten werden. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.— Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß die Geschäftsräume des Bezirks- ausschusses aus ihren bisherigen Lokalitäten im Kölnischen Rathhause in der Breitestraße 20 a. nach dem fiskalischen Grundstück in der Markgrafenstraße 47, parterre, verlegt wor- den sind. B; Abermals ist eine traurige Erscheinung zu verzeich- ncn, welche der Fischzucht in der Spree einen bedeutenden Schaden zugefügt hat. Als gestem ein Kahn mit der Ladung von Salzsäure an der Oberspree gelöscht werden sollte und die Ballons in den Handkahn überführt wurden, kenterte derselbe, bei welcher Gelegenheit einzelne Ballons platzten und ihren In- halt in die Spree ergossen. Die für die Fische nachtheilige Wirkung war eine frappante. Hunderte von Fischen kamen todt an die Oberfläche, das Wasser an manchen Stellen weiß färbend. tr. Die beiden eisernen Gebäude für Kamerun, deren Skelette bei der Stadtbahnstation Bellevue in der Brücken- Allee auf lehren Baustellen zur Probe aufgeschlagen werden, haben in den letzten Wochen nur wenig Fortschritte gemacht, da jetzt blos immer 3 oder 4 Arbeiter daran beschäftigt sind. Man sieht indeß genug, um zu ermessen, daß sich der Bau nichts weniger als imposant gestalten dürfte— nur krassester Realismus, als ob es sich um einen Frachtschuppen für einen Güterbahnhof in den Tropen handelte. Die Struktur erscheint außerdem so leicht, daß die Befürchtung nahe liegt, die künftigen Bewohner könnten eines Tages sammt dem Gebäude bei einem der in Südwest-Afrika nicht eben seltenen Wirbelstürme oder Zyklone umgeworfen oder fortgerissen werden. Hoffentlich wird man die Häuser an ihrem Bestimmungsorte recht fest verankern! g. In Bezug auf die Entschädigungsansprüche der bei der Katastrophe vor Tabbert's Waldschlößchen in Mitlei- denschaft gezogenen Personen erfahren wir, daß die Vorar- beitcn für Erhebung der Ansprüche(Festsetzung derselben w.) seitens des gewählten Komitees soweit beendigt sind, um in allemächster Zeit gegen die Dampfschifffahrts- Gesellschaft vor- gehen zu können. Es wird vordem noch eine allgemeine Vcr- sammlung einberufen werden, in welcher zugleich die Geschä- digten dem Komitee die Vollmacht zur Erhebung der Ersatzan- sprüche erthcilen sollen. N. Zwei jugendliche Langfinger, Knaben im Alter von 11 und 13 Jahren, die trotz ihrer Jugend mit einem ganz er- staunlichen Raffinement arbeiteten, find gestern in einem Vergnügungslokal in der Hasenhaide, als sie gerade dabei waren, den Erlös ihrer Dieberei zu verprassen, dingfest gemacht worden. Die beiden Knaben waren in dem Lokal durch ver- Geopfert. ii. Irene sank auf einen Stuhl nieder, die alte Frau trocknete sich die Augen mit dem Schürzenende und nur Terka saß ausrecht bei Tische. Ihr Gesichtchen war von Schmerz und Zorn erfüllt, unablässig wendete sie die Blicke bald zu ihrer Schwester, bald auf ihre Mutter; endlich stand sie auf und ging hinaus auf den Gang. Am Ende des Korridors lag Bodoky's Zimmer. Sie drückte leise auf die Klinke, die Thüre öffnete sich. Emerich lag völlig angekleidet, wie leblos auf dem Bette und hqtt? das Antlitz tief in die Kiffen vergraben. Terka trat ganz nahe zum Bette hin und blieb dort mit angehaltenem Athem stehen. Es war, als ob sie in die Kniee sinken sollte, so heftig begann ihre Gestalt plötzlich zu beben. Sie preßte ihre Hand aufs Herz, wie um dessen lautes Pochen zu unterdrücken. Ein lautes, krampfhaftes Schluchzen entwand sich ihrer Brust und wie ein gescheuchtes Reh entfloh sie, als Emerich das Haupt erhob. Draußen blieb sie stehen. Der Mond war heraufge- kommen, es war Heller geworden und auch kälter. Terfa achtete dessen nicht. Sie eilte nach dem Hofe und lehnte ihr Haupt an die Mauer. So blieb sie lange stehen, wie in einen tiefen Traum versunken. Mitternacht mochte nicht mehr ferne sein, als sie sich unter die Fenster des Wohn- zimmers schlich. Die Lichter waren verlöscht. Drinnen waren sie zur Ruhe gegangen, damit der Schlaf den Kummer von ihnen nehme. Terka ging, ängstlich bemüht, kein Geräusch zu ver- Ursachen, in ihr Zimmer, kehrte jedoch bald wieder, in das große Wollentuch gehüllt, in den Hof zurück. Hinter dem Kastell stand ein kleines, zweifensteriges Gebäude; dort ging sie hin und pochte an eines der Fenster. Bald stand ein starker, qraubärtiger Mann, der Wächter des Kastells, vor ihr. Er war erstaunt, sein gnädiges Fräulein in so später Zeit vor sich zu sehen. Es mußte etwas Außerordentliches vorgefallen sein, daß sie ihn um Mitter- nacht weckte. über das bereits verausgabte Geld beide die widersprechendsten „Du sollst jetzt mit mir nach Szillahaza gehen," sagte Terka entschlossen." „Jetzt?" fragte der Knecht.„Was wollen Sie jetzt in Szillahaza? Da hätten wir eine gute Stunde zu gehen und der Herr von Derkuty würde sich nicht wenig wundern, uns in einer solchen Zeit zu empfangen." „Ob es weit ist, ob er sich verwundert oder ob was immer geschieht, darum hast Du Dich nicht zu kümmem," sagte Terka.„Ich frage Dich nur, ob Du jetzt mit mir zu Herrn Derkuty nach Szillahaza gehen und nie, aber auch' nie verrathen willst, daß wir diesen Gang gemacht haben?" �, „Das ist keine gerade Geschichte, Fräulein Terka," sagte der Knecht. WaS geschieht, wenn ich nicht mitgehe?" „Dann gehe ich allein." � � r, „Na, allein lasse ich Sie nicht gehen. Hol'S der Teufel, was immer geschehen mag. Warten Sie ein wenig. Ich hole blos meinen Pelz und meinen Stock." Er kam wieder und vorwärts ging'S. Sie schritt tapfer neben ihm einher und obwohl sie manche Strecke im Schnee durchwaten mußten, waren doch kaum anderthalb Stunden vergangen, als sie vor dem eisernen Gitter des Schloßparkes von Billahaza standen. Die Hunde schlugen an und nach einer Weile erschien der Nacht- wächter beim Thore. Er kannte den alten Bodros und ließ ihn ungehindert ein, nur als eS hieß, man möge den gnädigen Herrn sofort wecken, gab es einige Schwierigkeiten. Dazu wollte sich Niemand verstehen. Terka drang endlich selbst in die Küche und weckte die alte Wirthschafterin. Diese mußte hinauf und den Herrn wecken. Sie zögerte zwar und sträubte sich mit aller Macht, ihrem lieben jungen Herrn den Schlaf zu rauben, aber Terka ließ nicht nach und so ging sie denn endlich über die breite Steintreppe in den ersten Stock hinauf. Es währte nicht lange, bis Herr von Derkuty ange- kleidet war und Terka konnte eintreten. In einem schönen, großen, wohnlichen Gemach brannten zwei Lampen und dort saß Derkuty auf einem kleinen Sopha. Er mochte etwa dreißig Jahre zählen, allein sein Haupt war völlig Angaben machten. Schließlich wurde der Vater des ältesten der beiden Knaben, der Schneidermeister Radtke, Naunynstraße 43 wohnhaft, herbeigerufen, auf dessen energische Inquisition der inzwischen zum Rixdorfer Amtsgefängniß transportirte Knabe gestand, daß das verausgabte und noch bei ihm vorge- fundene Geld der Rest einer Summe von 22 M. sei, die er als Erlös für ein dem Vater gestohlenes Stück Tuch von dem Trödler Schulz in der Naunynstraße erhalten habe. Sofort angestellte Recherchen ergaben, daß das verkaufte Stück einen Werth von 250 M. gehabt habe. Der Hehler ist sofort in Haft genommen. Stiller Theilnehmer. Der in einem Konfektionsgeschäft in der Oberwallstraße beschäftigte Hausdiener W. hat seit Weih- nachten v. I. in 20 verschiedenen Füllen Stoffe und fertige Anzüge aus den Geschäftsräumen seines Prinzipals entwendet und die gestohlenen Sachen einer am Mühlendamm wohnhaften Kellnerfrau S. gegen geringe Bezahlung überlassen. Letztere hat diese Sachen zum Theil bei Pfandleihern versetzt, zum Theil anderweitig verkauft. W-, welcher von der Frau S. zur Ausführung der Diebstähle aufgefordert worden war, gab an, daß er dieselben nur unter der Mithilfe des Kellners S. und seines Sohnes habe ausführen können, welche die ge- stohlcnen Sachen stets auf dem.Hausflur des Geschäftslokals in Empfang genommen haben. W. wurde wegen wiederholten Diebstahls, Frau S. wegen gewerbsmäßiger Hehlerei ver- haftet. N. Ein doppelter Unglücksfall, der für die betroffenen Personen die denkbar schwersten Folgen haben dürfte, ereignete sich vorgestern vor Kellcr's Hofjäger in der Hasenhaide, wo der „Kricgerverein der Schleswig- Holsteiner" sein alljährliches Sommerfest abhielt. Der bei dem Tapetengeschäft von Hilde- brandt in der Brüdcrstr. 16 angestellte Hausdiener G. hafte sich in Begleitung seines 14jährigeii Sohnes und seines in der Sebastianstraße wohnhaften Schwagers des Schuhmachers Lukas wegen dienstlicher Behinderung etwas spät nach dem bezeichneten Lokal begeben, und traf gerade in demselben Moment vor dem Lokal ein, als das Feuerwerk begann. Durch den ersten dem Feuerwerk vorangehenden Böllerschuß waren die Pferde eines Kremsers scheu geworden und rannten den G., Vater und Sohn/ um, die beide durch die Huftritte der Pferde und die über sie hinweggehenden Räder auf das ent- setzlichstc verletzt und verstümmelt wurden. Der Vater erlitt einen bedenklichen Rückenwirbel- und dreifachen Rippenbruch, eine schwere Verletzung des Kopfes und des rechten Beines, während dem Sohne die Nase abgerissen und die Hand ver- stümmelt wurde. Der Schwager, noch rechtzeitig dre Gefahr erkennend, rettete sich durch krampfhaftes anklammern an einen Baum vor dem gleichen Schicksal. Die beiden Verletzten wurden sofort in den Saal getragen, wo ihnen durch mehrere anwesende Heilgehilfen der erste Verband angelegt wurde; sie wurden so- dann nach Bethanien gebracht. Der Zustand der beiden Ver- letzten, namentlich des Vaters, ist im höchsten Grade bcsorgniß- erregend und er wird im günstigsten Falle zeitlebens ein Krüppel bleiben. n. Einen entsetzlichen Ausgang nahm am gestrigen Tage ein harmloses Kinderspiel in der Buchholzersftaße. Ein zwölfjähriges Mädchen mit Namen Agnes W. befand sich gestem Mittag mit anderen Kindem spielend vor dem Hause Nr. 6 der genannten Straße, wobei sie von einem Knaben be- ständig mtt einer Stricknadel geneckt wurde. Durch einen unglücklichen Zufall stieß der Knabe nun der W. die Stricknadel in vie Brust, und zwar so unglücklich, daß die Nadel gerade in das Herz eindrang und abbrach. Die durch das Schmerzens- geschrei ihres Kindes herbeieilende Mutter brachte die Halb» ohnmächtige sogleich nach dem städtischen Krankenhause, wo das Kind sofort einer Operation unterzogen werden mußte. Die Nadel konnte noch glücklich entfernt werden, doch soll der Zu- stand des Kindes infolge der Verletzung des Herzens ein in hohem Maße Besorgniß erregender sein. N. Ein schwerer Unglücksfall durch Ueberfahren trug sich am gestrigen Abend an der Ecke der Leipziger- und Fried- richsftaße zu. Ein junger Mensch, der später als ein in der Boyrnstraße wohnender Arbeiter Oskar I. rekognoszirt wurde, versuchte vor einer im schnellsten Tempo heranfahrenden Droschke den Fahrdamm zu überschreiten, wurde dabei aber von dem Pferde zu Boden gestoßen und durch Huftritte sowohl wie durch die Räder des nachrollcndcn Wagens so schwer am Kopfe verletzt, daß er regungslos, aus mehreren Kopswunden blutend, liegen blieb. Der Verunglückte mußte sofort in ein kahl und dies ließ ihn bedeutend älter erscheinen. Sein Antlitz war von einein langen, flachsblonden Barte bekränzt, welcher ihn mit den schmalen Lippen, den kleinen, farblosen Augen und der ziemlich großen Nase des Epithetons„häß- lich" vollkommen würdig erscheinen ließ. Er ging Terka entgegen und schlug vor Ver- wunderung die Hände in einander, als sie vor ihm stand. „Liebe kleine Schwägerin Terka," rief er,„was machen Sie denn um diese Zeit? Ist in Retfalu etwas vorge- fallen?" Terka erwiderte nichts. Sie schaute ihn mit einem langen, schmerzlichen Blick an, so daß er wie gebannt stehen blieb. Endlich ergriff sie seine Hand. „Heute über acht Tage soll meine Schwester Ihre Frau werden?" fragte sie. „Ja, in acht Tagen," sagte er. „Lieben Sie Irene?" fragte sie wieder. „Lieben? Natürlich liebe ich sie, ich würde sie ja sonst nicht heirathen. Aber was sollen denn diese Fragen?" „Wenig. Wenn Sie in acht Tagen meine Schwester heirathen, so werden sie in acht Tagen mit meiner Leiche gehen. Ich tödte mich." „Ja, aber warum denn, Fräulein Terka?" „Warum? Ich kann es nicht verschweigen, ich dachte, es erftagen zu können, doch ich vermag es nicht länger. Die Zeit rückt heran, wo Irene Ihre Frau werden soll, und es drängte mich mit unüberwindlicher Macht, Ihnen zu sagen, daß— daß— ich Sie liebe, unaussprechlich, und daß es mein Tod ist, wenn ich Ihnen nicht angehören darf..." Ihr Antlitz hatte bei diesen Worten eine tödlich bleiche Farbe angenommen, ihre Augen glänzten wie Feuer, sie öffnete die Arme und sank weinend an Derkuty'S Brust. Er geleitete sie zum Sopha und ließ sich dort neben ihr nieder. Ein Glorienschein nie geahnten Glückes be- strahlte sein häßliches Antlitz. Er verhielt sich sftll� wie, um den schönen Traum nicht zu zerstören� der seine Sinne gefangen hielt. Krankenhaus geschafft werden, wo neben Hautabschürfungen auch ein lomvlizirtcr Schädelbruch konstatirt wurde, der wenig Hoffnung auf eine Wiederherstellung zuläßt. Die Persönlich- teit des Droschkenführers, dem auf dem Asphaltpslaster vielleicht nicht einmal eine so große Schuld zuzusprechen ist, konnte nicht festgestellt worden. Gerichts-Leitung» In wie weit bei einer Gestellung zur Zwang«- erziehung eine Durchsuchung der Wohnungsraume sei- tens der Polizeibeamten zulässig ist, wurde m emer gestern vor der fünften Strafkammer hiesigen Landgerichts l stattgehabten Verhandlung zwischen dem Staatsanwalt und dem Verthcidiger, Rechtsanwalt Dr. Flatau, lebhaft diskutirt. Auf der Anklagebank nahmen Platz der Pferdehändler Karl Friedrich Wilhelm Tackmann, deffen Ehefrau Karoline und deren Tochter Emma Auguste Marie Tackmann. Gegen die neunjährige Tochter Hedwig der angeklagten Eheleute war wegen grober Erziehungsmängel das Zwangserziehungsver- fahren eingeleitet und dieselbe im städtischen Waisenhause un- tergcbracht. Anfangs August v. I. entlief das Kind aus der Anstalt, und es lag die Vcnnuthung nahe, daß dasselbe sich zu seinen Eltem begeben haben würde. In Folge dessen beauftragte die Waisenhaus-Verwalwng das Po- lizei-Prästdium, das entlaufene Kind von den Eltern zurückzuholen. Vom Präsidium erhielt der Revicrvorstand und von diesem der Polizeiwachtmcister Prcuß den Auf- trag, die kleine Hedwig aus der Wohnung ihrer Eltern fomuholen und dem Waisenhause wieder zuzuführen. Bei seinem Erscheinen in der Tackmann'schen Wohnung waren nur Mutter und Tochter zu Hause, welche erklärten, über den Ver- bleib des entlaufenen Kindes nichts zu wissen. Der Beamte nahm aber eine Durchsuchung der Wohnräume und-Behältnisse vor und kam schließlich an einen Waschkorb. Diesen öffnen zu lassen weigerten sich die beiden Frauen mit aller Entschiedenheit und nahmen, um dies zu verhindern, auf dem Korbe Platz. Als der Wachtmeister aber Miene machte, sie fortzuschieben, widersetzten sie sich diesem Beginnen; es gelang aber dem- selben doch, den Korb zu öffnen und aus der Wäsche ein etwa 9 Jahre altes Mädchen herauszuziehen. Nunmehr griffen beide Angeklagten den Beamten thätlich an und entrissen ihm das Kind, welches nunmehr fortlief. In diesem Augenblick er- schien der angeklagte Ehemann, der nach Kcnntnißnahme des bisher Geschehenen dem Wachtmeister entgegenlief:„Wenn ich hier gewesen wäre, dann hätte ich Sie die Treppe hinunter- geworfen, Sic(hier folgt ein nicht wiederzugebendes Schimpf- wort)!" Später wurde das Kind festgenommen und räumte den Polizeibcamtcn ein, daß es in dem Reisekorb bei den El- tern versteckt gewesen sei. Das hiesige Schöffengericht verur- theilte auf Grund der hier mitgctheilten Thatsachen den Ehe- mann zu drei, die Ehefrau zu vier Wochen(Beide haben schon Vorstrafen erlitten) und die Tochter zu einer Woche Gefängmß. In der hiergegen seitens des Rechtsanwalts Dr. Flatau einge- legten Bemfung wurde unter Beweis gestellt, daß dies im Rcisekorb gewesene Mädchen nicht die Hedwig, sondern deren jüngere Schwester Marie gewesen sei, und die Ausführung daran geknüpft, daß der Beamte nach dem prcußiichen Gesetze zum Schutze der persönlichen Freiheit zu einer Durchsuchung gar nicht berechtigt gewesen wäre. Um diese auszuführen, hätte es eines schriftlichen Befehls und der Zuziehung eines Kommissars und der Zeugen bedurft. Auch habe der Beamte sich nicht in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befunden, als er die jüngere Schwester mit fortnehmen wollte. Der Gerichtshof lehnte aber den Bcweisantrag ab, da es nach der Reichsgerichtsjudikawr genüge, wenn der Beamte bei Ausübung seiner Amtshandlung im guten Glauben an deffen Berechtigung sei, ließ deshalb die weitere Rechtsfrage auf sich bemhen, ob der Beamte an und für sich zur Durchsuchung der Wohnräume berechtigt gewesen sei oder nicht, und ermäßigte die Strafengcgcn den Ehemann auf 10 Tage, gegen die Ehe- frau auf 1 Woche Gefängmß und gegen die Tochter auf 10 Ml. cd. 2 Tage Gefängniß.(Vergl. auch die Rcichsgerichts-Entjchei- dung in heutiger Nummer.) Reichsgenchts-Entscheidungen. Für die Besitzer von Dampfkesseln erscheint der folgende, vom Reichsgericht cntschie- dcne Fall von Beachtung: Durch Explosion des Dampfkessels war in einer Fahrik der �od mehrerer Arbeiter verursacht wor- den; deren Wittwen und Kinder verlangten von dem Fabriks- Herrn Entschädigung, weil erwiesenermaßen die Explosion durch ungenügende Revision des Dampfkessels herbeigeführt worden war. Der Beklagte vertheidigt sich dagegen mit der Behaup- tung, es sei kurz vorher von oem dazu bestellten Staatsbeamten die Revision jenes Kessels vorgenommen worden, welcher gar keine Ausstellung am Kessel gemacht, sondem solchen ganz in Ordnung gefunden habe. Im Laufe der Verhandlungen stellte sich heraus, daß dieser Beamte die Revision selbst nicht ord- nungsgcinäß besorgt hatte und es wurde der Beklagte, obwohl er für jenen Beamten nicht verantwortlich ist, doch zur Ent- schädigung verurtheilt, weil es seine und seiner Betriebsbeamtcn Pflicht war, gegenüber der großen Gefahr füc die Arbeiter die Untersuchung in einer Weise vorzunehmen, daß die Tüchtigkeit Sie lehnte noch immer an seiner Brust und hielt seinen Nacken mft beiden Armen umschlungen. Sie klammerte sich fest an ihn, gleichsam als ob-sie ihn zu verlieren fürchtete. „Du liebst mich, Terka?" fragte er endlich. „Ob ich Dich liebe?" erwiderte sie.„Gewiß, und ich schwöre Dir, daß ich mich tödte, ivenn Du Irene heiraihest." Wieder trat eine lange, lange Pause ein. „Und was wird Irene sagen, wenn ich ihre Hand zurückweise?" „Ich weiß nicht, waS sie sagen wird, ich weiß nur, daß Du mich tödtest, wenn Du mit ihr zum Altar gehst. Thue was Du willst. Nur um das Eine bitte ich Dich, verrathe mich nicht, daß ich bei Dir war, und wenn sich mein Grab geschloffen haben wird, dann lege einen Kranz frischer Blumen darauf." „Wer wird denn ans Sterben denken, Närrchen?" sagte er.„Du gefällst mir ohnedies bester als Irene; ich hielt bloS um ihre Hand an, weil sie die Aeltere von euch Beiden ist. Da Du mich nun aber gar so unendlich liebst und ohne mich durchaus nicht leben kannst, so wird Deine Mutter schon nachgeben müssen. Ich komme in aller Frühe nach Retfallu und halte um Deine Hand an. Bist Du zu- frieden, mein kleines, feuriges Lieb?" „Ob ich zuftieden bin? Ich werde Dir nie vergessen, daß Du mich gerettet. Also Du kommst und hältst um meine Hand an? Du schwörst es?" „Ich schwöre es!" „Und niemals wird Jemand erfahren, daß ich heute Nacht bei Dir war?" „Niemals!" „Dank, tausend Dank!" flüsterte sie. Doch jetzt muß ich gehen, sonst könnte meine Abwesenheft bemerkt werden. Lebe wohl, Geliebter! Also auf morgen." Sie umarmte ihn, drückte einen Kuß auf seine Lippen und wie im Fluge eflte sie in den Park hinunter. Derkutv eilte ihr nach, um sie nach Hause fahren zu lassen, allem sie war mft dem alte« Bodros denfts ve� des Kessels festaestellt wurde, statt sich bei der oberflächlichen Revision des Staatsbeamien zu berichigen. — Schreiten Polizeidiener auf Grund eines gesetzwidrigen Befehls ihres Vorgesetzten zur zwangsweisen Vorführung einer Person, so befinden sie sich nach einem Urtheil des Reichsgerichts, in. Straff., vom 7. Mai 1885, trotzdem in rechtmäßiger Aus- Übung ihres Amtes, und der ihnen entgegengesetzte Widerstand ist aus§ 113 des Strafgesetzbuchs zu besttafen. PMm Mit Uermmmlmgc«. Oeffentliche Arbeiterversammlung. Am Mittwoch Abend waren wiederum die Berliner Arbeiter eingeladen, ihren Richter« spruch über einen in der Oeffentlichkeit stehenden Mann abzu- aeben. Es hatte diese Versammlung der Angeklagte, Herr Julius Müller, selbst einberufen, um die Anschuldigungen, welche in Nr. 144 unseres Blattes von Seiten des Herrn Schmädicke gegen ihn erhoben waren, zu widerlegen. In das Bureau wurden die Herren Zubeil und Schulz zu Vorsitzenden und Lehmann zum Schriftführer gewählt. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte Herr Prause den Antrag:„Die Versammlung wolle beschließen, über die Julius Müller'sche Ange- legenheit, da dieselbe nur das Drechslergcwerk angeht, heute zu Tagesordnung überzugehen und die Sache erst in einer Drechslerversammlung klar legen zu lassen. Der Antrag wird abgelehnt und nunmehr in die Tagesordnung cinaetteten.— Julius Müller: Es ist tief bedaueruch, daß eine Sache in die Oeffentlichkeit gebracht worden ist, die eine interne Ange- legenheit der Drechsler ist. Als Person aber, welche in der Oeffentlichkeit steht, war ich verpflichtet, auf die gegen mich gerichteten Angriffe in einer Volksversammlung zu antworten. Ich bin kein Pavst und bin also wie ein jeder Andere von Ihnen nicht fehlerfrei und sollte ich Fehler begangen haben, so bitte ich im Voraus um milde Beurtheilung. Redner verliest dann das Eingesandt des Herrn Schmädicke und geht die in demselben enthaltenen Anariffe der Reihe nach durch. Er giebt in kurzen Umrissen eine Geschichte des Vereins zur Wahrung der Interessen der Drechsler und Bemfsgcnoffen. Der Verein hatte zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, aber dieselben sind getäuscht worden; die Mitgliederzahl schmolz von 300 auf 20 zusammen. Es muß Jeder einsehen, daß 20 Personen nicht geeignet sind, eine Gewerkschaft von mehreren Tausend zu ver- treten resp. ihre Interessen zu wahren. Dies einsehend, bat Redner die Lohnbewegung mit der Lohnkommission ins Leben gemfen. Es sollte ein Vergnügen entrirt werden, in der Kommission wurde dasselbe aber abgelehnt.„Ich habe es dennoch durchgeführt und 118 Mark Ueberschuß erzielt. Nun kani die Kommisjion und wollte über das Geld-verfügen. Es wurde mir aufgegeben, dasselbe zur Gründung einer freien Hilfskaffe zu verwenden, was ich auch gethan habe. Schon damals war Zwiespalt unter den Drechslern. Die Gegner wollten das Geld in der Stteikkasse wissen. Ich resp. meine Frau, welche mit 8 Mädchen arbeitete, verdiente damals viel Geld und konnte die Ausgaben bestreiten, welche die Begrün- dung einer Hilfskaffe erforderten, ich habe ca. 400 Mark ausgelegt. Wer seine Nase nicht in die Bücher gesteckt hat, sollte doch lieber schweigen und nicht unberechtigte Angriffe erheben. tm Jahre 1883 habe ich abgerechnet und wenn man heute die brechnunq haben will, so soll man sie doch von dem Kasflrer fordern und nicht von mir. Ich habe sämmtliche Bücher zur Verfügung des Stadtv. Herold gestellt, woselbst Jeder Einsicht in dieselben nehmen kann. Herr Schmädicke hat sich nicht ge- scheut, in einem öffentlichen Lokale zu erklären, ich hätte pro Woche 30 M. Gehalt bezogen. Thatsächlich habe ich pro Tag 2 M. bekommen und 1 M. unkonttolirdare Ausgabegelder. War die Kommission der Meinung, daß ich meine Pflicht nicht erfülle, so hätte sie doch schon viel früher sagen müssen: Du thust als VoisitzcnderDeine Schuldigkeit nicht, wir setzen Dich ab." Was die Abrechnung über den Knopfmachcrstreik anbelangt, so hat ein Jeder, der 50 Pf. gegeben hat, ein Interesse daran zu wissen, wo dieselben geblieben find und es hat ein Jeder das Recht, darnach zu fragen. Daß man aber, wenn man am Tage arbeitet, die Abrechnung über einen so großen Stteik nicht in 14 Tagen machen kann, mußte Jeder einsehen. Aber abge- rechnet ist von meiner Seite geworden. Die Leute von der Kommission wollten jedoch einen Sündenbock haben und dies sollte ich sein, ob sie damit Glück haben werden, ist eine andere Sache. Ich komme nun auf meine Amtsentsetzuug zu sprechen und erkläre es für eine Lüge, daß ich meines Amtes entsetzt sei. Ich habe mein Amt als Bevollmächtigter der Krankenkasse niedergelegt. Sind Fehler vorgekommen, so trifft mindestens auch Diejenigen die Schuld mit, die mit mir gearbeitet haben. Wir hatten eine Zusammenkunft, wo man mich schon klein machen wollte, aber die Herren lieferten nur ein Rede- tumier. Was sie damals nicht schafften, sollte nun auf der Naumburgcr Delegirten-Versammlung vor sich gehen, aber wenn ich nicht gewesen wäre, dann hätten die Delegirten auf Striimpfen nach Berlin zurücklaufen müssen.(Na, na!) Wenn andere Herren etwas besser machen konnten, ivanim haben sie es nicht in die Hand genommen? Heute freilich, wo Alles geregelt ist, wo man ruhig bei der Arbeit sitzen kann, da ist es keine Kunst„zu kritisircn". Meine Abrechnung über die Krankenkasse ist schon Mitte Februar in den Händen des schwunden. Kopfschüttelnd stieg er die Treppe wieder hinauf und ließ sich auf dem Sopha nieder. Auf seinen Lippen ruhte ein stolzes Lächeln. So glücklich, so stolz wie in diesem Augenblicke hatte sich der häßliche Elemer Derkutr» noch nie gefühlt. Kaum graute der Morgen, als er anspannen ließ und nach Retfalu hinüberfuhr. Seine Pferde gingen gut und es währte kaum eine halbe Stunde, als er vor dem alten Kastell ausstieg. Frau Darasz, ihre beiden Töchter und Emerich saßen beim Frühstück, Terka so gleichmüthia unter ihnen, als hätte sie die Nacht über ruhig geschlafen und nicht einmal einen bösen Träum gehabt. Derkuty folgte der Einladung und setzte sich zum Frühstückstische. Kaum war aber das Mahl beendet, als er aufstand, und eine feier- liche Miene annehmend, vor die alte Frau mit den Worten hintrat:„Ich komme in einer sehr wichtigen Angelegen- heit. In acht Tagen soll Fräulein Irene meine Frau werden, allein ich bin zur Einsicht gekommen, daß ich mit ihr nicht glücklich zu werden vermag— ich liebe sie nicht." „Wie? Sie wollen Irene nicht zur Frau?" fragte Frau Darasz bestürzt, weil sie dachte, er wolle die Hypothek kündigen. „Nein," erwiderte er,„ich kann sie nicht heirathen, ich liebe sie nicht. Aber, Frau Darasz, ich möchte Ihnen einen andern Antrag machen. Ich bin bereit, meine auf Retfalu haftende Hypothok zu vernichten, wenn mich Fräulein Irene meines Versprechens entbindet, und Fräulein Terka fünfzig- tausend Gulden als Morgengabe zu verschreiben, wenn sie die Meine werden will." Frau DaraSz glaubte nichts Anderes, als Derkuty sei über Nacht verrückt geworden. Sie schaute ihn prüfend an, ohne auch nur ein Wort über die Lippen bringen zu können. Irene und Emerich saßen ebenfalls regungslos da, ohne zu ahnen, daß aus dieser Weigerung Derkuty's ihr Glück emporblühte. Irene wagte weder ihren Verlobten, noch Bodoky anzublicken. Terka war e«, welche de» Bann ««räch und der Situation ein Ende bereftet«. Kasfirers gewesen. Mir kann man nichts beweisen.(Unruhe! Glocke des Vorsitzendem) Wer sich davon überzeugen will, kann sich zu Herrn Herold hinbemühen. Man soll immer erst überlegen und nicht leichtfertig unwahre Sachen in die Welt schleudern." Drechsler Schmädicke: Was mich veranlaßte, die Anklagen gegen Herrn Müller zu erheben, hat dieser bereits erläutert. Im Jahre 1883 wurde eine Revision vorgenommen und Herrn Müllems Bücher waren nicht zur Stelle. Dann etwas später war eine Versammlung, wer nicht da war, war Müller. Seitdem hat keine Versammlung stattgefunden und eine detaillirte Rechnung hat man nicht zu Gesicht bekommen. Im Knopfmacherstreik habe ich 1100 Mark gesammelt und darüber nach Namen und Fabrik Buch geführt. Von einem Rechen» schaftsbcricht hat man in den Zeitungen nie etwas gelesen. Auch in Versammlungen find keine Berichte geliefert. Redner behauptet, daß Müller am Wend vorher gesagt hätte, daß, wenn er nur 2 Mann zur Seite hätte, er die ganze Versammlung dumm machte.(Unruhe.) Sodann verliest Redner einen Brief; aus Hamburg. Nach demselben ist Herr Müller aufgefordert worden, sein Amt niederzulegen. Weiter behauptet Redner» daß Müller nur aus Geschäftsrückfichten gehanoelt habe, aber nicht aus Interesse Sache. Müller hat dafür plaidirt, daß ' hickt wurden, wo doch 10 Inick ausüben. Die Ver« m_. Lügner sei oder Müller. (Beifall.)— Der Vorfitzende verliest ein zweites Schreiben von der Zentral-Leitung aus Hamburg an Hm. Müller, darin beißt es wörtlich:„Da Sie Ihr Amt niedergelegt haben u. s. w. Herr M e h l h o f f, von der Zentral-Leitung aus Hamburg, bedauert ebenfalls, daß diese Sache in einer öffentlichen Ver« sammlung zum Austtag gebracht wird und giebt Aufklärung in Betreff der beiden Schreiben aus Hamburg. Beide sind echt, nur hat die Sache einen Haken. Der Freund Müllers in Hamburg, Wohles, hatte in der Kommission gegen die Amts« entsetzung Müllers gestimmt, trotzdem wurde dieselbe beschlossen. Nun hat jedenfalls Wohles den Müller benachrichttgt und hat letzterer in Folge dessen sein Amt niedergelegt. Auch als er, Redner, im Frühjahr unverhofft nach Berlin revidiren kam, muß Müller Wind bekommen haben, denn er fand sich ein und wollte abrechnen resp. von ihm 780 M. haben, widrigenfalls er die Bücher einem Rechtsanwalt übergeben würde. Redner behauptet, Müller sei zwar ein guter Agitator aber ein schlechter Organisator und von Kassenangelegenheiten verstehe er garnichts. Was die Agitationsreisen betrisst, so sei Müller in den wenigsten Städten zu bestimmter Zeit' eingettoffen, in den meisten erst anderen Tags»! nachdem die Versammlung, in der Müller sprechen sollte, vor« bei war. Auch einen anderen Vorwurf müsse er noch gegen'. Müller erheben, und zwar hat �derselbe die Empfangnahme von 100 M., welche er vom Lrtskassirer in meiner Gegenwart er-! hatten hat, abgeleugnet.(Beifall.)— Stadtv. Herold: Es ist traurig, daß die Kollegen des Herrn Müller sich nicht früher) herausgetraut haben. Ich erkläre es geradezu für eine Feig») heit, daß man dem Mann den Knopfmacherjtteik in die Hände giebt, der als Betrüger verdächtigt ist. Erst nach der Rödel«! schen Angelegenheit hat man die Kurage zum Vorgehen ge«{ funden. Ich habe Herrn Müller schon einmal vorgehabt und ihm gesagt, wessen er verdächtigt ist, da bekam ich einen Briefs des Vorstandes, daß Herr Müller ein ehrlicher Mann sei. Dies. Zentralleituna kann sich von der Schuld nicht rein waschen,! daß sie auf Grund der Denunziationen, welche sie bekommen; hat, nicht viel früher vorgegangen ist. Was die Bücher resp-! Papiere des Herrn Müller anbelangt, die bei mir einzusehen, sein sollen, so erkläre ich, daß ich dieselben erst hcutes erhalten habe und noch keine Zeit hatte, sie durch-! zusehen, sie auch jetzt Herrn Müller wieder zurück« gegeben habe.(Beifall) Es spricht nun noch Herr Prause gegen Herrn Müller, ohne jedoch ncnnens« werthes Neues zu Tage zu fördern.— Herr Wcißpflug spricht, obgleich er von den vierzehn noch eingezeichneten Rednern als Verthcidiger für Müller zum Wort zugelassen war, zunächst gegen Müller. Nachdem er jedoch vom Vorsitzenden hierauf aufmerksam gemacht war, bricht er eine Lanze für Müller, in- dem er es als Unwahrheit erklärt, daß Prause beinahe Hiebe; in einer von Müller einberufenen Versammlung bekommen hätte.„Ebensowenig hat auch Herr Müller 30 M. pro Woche erhalten. Auch der Ausspruch, daß, wenn Müller nur nochs zwei Mann zur Seite hätte, er die ganze Versammlung dumni; machen würde, ist nicht gefallen. Man kann nicht verkennen»! daß Müller viel gearbeitet hat und namentlich die Knopfmachcr« brauche ist Herrn Müller zu großem Dank verpflichtet." Es; liegen mehrere Anträge vor; der weitgehendste ist folgender.i Stelle den Antrag, eine Kommisston von fünf Männern zuq Prüfung des Marerials der verschiedenen Lohnbewegungen mit! Ausscheidung der Angelegenheit der Krankenkasse, welche eine interne Angelegenheit der Drechsler ist, zu wählen, welche, nach' Prüfung der Sachlage, der Oeffentlichkeit Bericht erstatten soll. Dieser Antrag wird angenommen und kommen dadurch die noch eingezeichneten vierzehn Redner nicht mehr zum Wort. Gewählt werden als Kommisstonsmitglicder die Herren Julius Kreutz, Skalitzerstr. 28, Werner, Manteuffelstr. 71, Tobert Koppenstr. 22», G. Schulz, Wienerstr. 11, und Kretzmann, Bergstt. 13. Schluß der Versammlung 12'/« Uhr. „Herr Derkuty liebt Irene nicht. Er will mich zu! Frau haben und ich willige �nit Freuden ein, seine Gatli« u werden," sagte sie und ehe sich Jemand noch versah, atte sie ihn umarmt und geküßt. Derkuty erwiderte feurig ihre Liebkosungen und trat dann auf Irene zu.„Sie zürnen mir nicht, liebes Frtiu«! lein?" sagte er.„Verzeihen Sie mir, aber ich kann nicht anders; ich liebe Sie nicht, ich liebe Terka." Ein Thränensttom stürzte aus Zrenen's Augen, Thränes des Glücks. Aber Derkuty meinte, sie weine über seines Verlust und er gab sich alle Mühe, sie zu trösten. Frau Darasz sah bald, daß da eine für Derkuty sehe unerquickliche Szene folgen könnte und sie führte ihn samnit Terka in ein anderes Zimmer. Kaum waren Irene und Emerich allein, als sie sich in die Arme stürzten und nu» folgten einige Minuten überschwänglichen Glücks und glühender! Liebesbetheuerungen; Frau Darasz hatte alle Mühe, Bodo!» aus dem Hause zu entfernen, damit Derkuty nicht et»"1 ahne, daß seine Weigerung, Irene heimzufühen, das glänzendste Geschenk sei, welches er ihr bieten konnte. Acht Tage später wurde in Retfalu Hochzeit gehaltet Derkuty führte Terka zum Altar und trat dann mit ihr eine große Hochzeitsreise an. Nach Paris wollten sie und endM sogar nach Rom. Und als dann nach vielen, vielen Wochen der warts Föhn die Eisdecke schmolz und die Erde sich mft frische" Gräsern und gelben Blümchen zu schmücken begann, da wurd« Irene Emerich angetraut. Unter mancherlei Hochzeit"' geschenken hatten sie auch aus dem fernen Italien ein � mälde zugeschickt bekommen. Es stellte in einer wildrom«� tischen Landschaft ein Mädchen dar, welches an der Bru? eines bärtigen Banditen hing, während ihr Geliebter unG dem Schutze wildaussehender Männer davonzog. dem kostbaren Rahmen aber standen die Worte:„Mäch"- ist die Liebe, welche zu entsagen vermag, doch cw:g roir nur jene, welche sich zu opfern bereit ist." Max Viola. te. Die grohe Volköversammwng, welche am Donners- tag, den 2. b. M., in Keller's Salon, Andreasstratze 21, stattfand, wurde von dem Vorsitzenden Herrn Rohrmann mit der Mittheiluna eröffnet, dasi der Stadtverordnete Hr. Herold durch eine geschäftliche Abhaltung verhindert sei, seinen ange- kündigten Bericht über die Thätlgkeit der Arbeiter-Vertreter in der Stadtverordneten-Versammlung zu erstatten. An Stelle des Abwesenden sprach zunächst Herr MaxKreutz und unter- suchte in ruhiger und sachlicher Weise, welche Forderungen des Programms, mit dem die Arbeiter in die Kommunal-Wahl- Bewegung eintraten, zur Verwirklichung gelangt wären. Be- sonders bedauerte der Redner, daß die Abschaffung oder auch nur eine Reform der Vtiethsstcuer noch nicht erreicht sei und daß die ganze Frage in eine Kommission begraben wäre.— Herr Tischler M i t a n knüpfte an einige Äcußerunaen des Vorredners an und berichtigte dieselben. Vor Allem erklärte er sich entschieden gegen die Behauvtuna, daß die Stadtverordneten der Bürgerpartei rn fast allen Punkten denselben Standpunkt wie die Arhciter-Vertrcter eingenommen hätten'und führte als Beispiel die ablehnende Haltung der Stadtv. Inner und Gen. bei der beantragten Erhöhung des Lohnes für die städtischen Latemenanzünder an. Der Redner erwähnte noch, wie wün- schenswerth die Einführung der progressiven Einkommensteuer sei und schloß mit der Aufforderung an die Anwesenden, schon jetzt in lebhafte Agitation für oie im Herbst kommenden Stadtverordnetemvablen einzutreten.— Hierauf nahm, mit stürmischem Beifall begrüßt, der Stadv erordnete Herr Paul Singer das Wort und ersuchte zunächst die Versammlung, das Äusblelben des Stadtv. Herold zu entschuldigen; sodann ging er dw wichtigsten Angelegenheiten, Z welche in der Stadt- verordneten-Versammlung»m Laufe der Session zur Verhand- lung gelangt sind, durch und verweilte zunächst her der Mieths- steuerfrage. Die eingesetzte Kommisston habe leider beschlossen, zunächst hierüber die Ansicht der Aufsichtsbehörde, in Stetem Falle des Ober- Präsidenten, zu hören. Dem Vernehmen nach sei der Ober- Präsident nnt der Beseitigung der Miethssteuer einverstanden, doch habe der Minister des Innern, an den sich der Lberpräsident ge- wendet, eine Entscheidung noch nicht getroffen. Auf jeden Fall könnten die Arbeiter sicher sein, daß ihre Vertreter die Sache nicht ruhen, sondern hei jeder Gelegenheit für die vollkommene Aufhebung der Miethssteuer, mindestens aber bei Wohnungen von einer Jahresmiethe bis zu 600 Mark eintreten würden. »Unsere Auffassung üher die Miethssteuerfrage ist�die frühere: Die Frage muß rm Sinne der Humanität und Gerechtigkeit gelöst werden!"(Bravo.)— Des Weiteren trat Herr Singer für die alte Forderung der Arbeiter ein, daß alle Unterneh- mungen, die für die Gesammtheit nutzbringend sind, von der Gesammtheit, von der Stadtverwaltung ztl verwalten seien, so namentlich das Beleuchtungs- und Pferdebahnwesen. Der Ueberschuß, den solche gemeinnützige. Anstalten abwürfen, falle nicht in den Händen Einzelner bleiben, sondern der Bürgerschaft zu Gute kommen.— Hoch erfreulich sei es, daß die Arbeiter- Vertreter in der Stadtverordneten- Ver- sammlung es durchgesetzt hätten, in der Gewerbedeputation durch einen Mann aus ihrer Mitte" vertreten zu sein. Dies sei der Stadtverordnete Herold.— Auch die Frage der Ausschließung eines Mitgliedes von den Verhandlungen der Stadtverordneten- Versammlung wegen Veröffentlichung der in geheimer Sitzung gefaßten Beschlüsse wurde von dem Reoncr berührt und er meinte, Laß mit ihm jeder vernünftige Mann diese Maßregel, die in den Köpfen deutschfreisinniger Stadtverordneter spuke, als an das Mittelalter erinnemd, zurückweisen müsse.— Sodann kam der Redner auf das Asyl für Obdachlose und auf die Verbefferungen zu sprechen, die nach den Vorschlägen der Arbciter-Stadtver- ordneten in der Einrichtung der Anstalt vorgenommen worden seien; er vermochte auch in dieser Beziehung zu konstatircn, daß das Eintreten der Arbeiter-Vertreter für die Äermsten der Armen von Erfolg begleitet gewesen wäre.(Beifall.) Nachdem der Redner noch über seinen Antrag aus Vermehrung der Ber- liner Reichs- und Landtagsabgeordneten gesprochen und auf die Gerechtigkeit der Forderung hingewiesen hatte, gemäß der ge- wachsenen Bevölkerungsziffer die'Zahl der Reichstags- abgeordneten bis auf 12 zu erhöhen, richtete er eben- falls einen eindringlichen Appell an die Anwesenden, sich lebhaft an den kommenden Wahlen für die Stadt- verordneten-Versammlung zu bctheiligcn. Grade diese Wahlen seien von großer Wichttgkcit für die Berliner Arbeiter und er gebe sich der zuversichtlichen Hoffnung an, daß die Be- theiligung an denselben unter den Arbeitern immer größer werden und demcntsprechende Resultate erzielen würde.(Bravo!) Zum Schluß bemerkte Herr Singer noch, daß es zwar nicht seine Sache sei, irgend einen Arbeitcr-Stadtverordneten in ein besonders günstiges Licht zu setzen, da ein Jeder ja nur seine Pflicht und Schuldig- iu erfüllen habe, daß er aber ttotzdem rncht umhin könne, in Hinsicht auf die Abwesenheit des Stadt- verordneten H e r o l d, demselben das Zeugniß eines treuen, flelßtgcn Mitarbeiters auszustellen!(Stürmischer Beifall.)— Hierauf gelangte folgende Resolution zur einstimmigen An- nähme:„Die heute mKeller's Salon tagende öffentliche Volks- Versammlung erklart sich mit dem Verhalten der Ärbeiter-Stadt- verordneten vollkommen einverstanden und verpflichtet stck, bei den nächsten Kommunalwahlen mit voller Kraft dafür einzu- ttcten, daß die Zahl der Arbeiter-Vertreter in der Stadtverordneten-Versammlung zum Wohl der Gesammtbevölkerung Berlins eine größere werde!'..... hr. In der Wertstatt-Delegirten-Bersammlung der Schlosser, welche am Donnerstag stattfand, berichtete Herr Miethe über die Erfolge, welche bis jetzt der am Sonntag in der öffentlichen Generalversammlung gefaßte Beschluß gehabt, welchem zufolge in allen Werkstätten am folgenden Tage (Montag) die Forderung des lOstündigenMaximal- arbeitstages und ver Abschaffung der Sonntags- und Ucberstundenarbeit durchgesetzt oder im Falle der Nicht- bcwilligung der Forderung die Arbeit niedergelegt werden sollte. In vielen Werkstätten haben die Kollegen dem Beschlüsse keine Folge gegeben. Von denjenigen Meistem, an welche d«e Kollegen m,l der Forderung herangetreten find, haben die meisten die Forderung sofort bewilligt, nur 7 haben die For- derung zurückgewiesen; von diesen 7 haben aber bis zum Donnerstag 4 nachträglich die Forderung bewilligt, so daß die Zahl der zu unterstützenden stteikenden Kolle- gen, die zuerst 36 betrug, sich bis auf 23 ver« mindert hat. Herr Miethe meinte, das bisherige Er- gebniß des Vorgehens mit der Forderung als ein glänzendes bezeichnen zu können. In der an das Referat sich anknüpfen- den Diskussion wurden mehrere Werkstätten genannt, die bis- her sich an der Lohnbewegung gar nicht betheiligt, jetzt aber vre Forderung durchgesetzt hätten. Herr Kluge wies darauf hm, daß die Erfolge als für die Dauer gesicherte nicht angesehen werden können, so lange es noch Werkstätten gebe, in denen die Forderung nicht durchgesetzt ist. Herr Miethe gab zu, daß diese Werkstätten fort und fort in den öffentlichen Ver- sammlungcn und in der Presse bekannt gemacht und an ihre Pflicht erinnert werden müssen In Bezug auf die Wolff'sche Werkstätte in der Wafferthorstraße(eine von den sieben, in denen es zum Streik gekommen ist), wurde mitgetheilt, daß bei der am Donnerstag erfolgten Bewilligung der Forderung ein Lohnabzug für den Wegfall von 4 Arbeitsstunden als Bedin- gung hingestellt sei, und daß von den in der Werkstätte bisher oeschaftigt gewesenen 9 Kollegen 3 nicht wiedereingestellt wor- den seien. Die anwesenden Kollegen aus der Wolff'schen Werk- statt veisspmchcn, daß sie solidarisch für die Wiedereinstellung der 3 Kollegen ckch später auch gegen den Lohnabzug eintreten würden. hü. 3# einer öffentliche« Versammlung der Berliner Zimmerer am 1. Mts., Abends, bei Buggenhagen am Moritz- platze, welche von etwa 1000 Theilnehmcrn besucht war, re- ferirte Herr Schönstein über das Verhalten der Berliner Zimmer- leute zum Maurerstreik. Unter schärfster Betonung der Jnter- effcn-Solidarität der Maurer- und Zimmerleute, wie aller Äauhandwerker überhaupt, deren Arbeitsbedingungen sowohl hinsichtlich des Lohnes als der Arbeitszeit in steter gegenseitiger Wechselwirkung stehen, empfahl Redner die energischste Unter- stützung des Maurer-Stteiks. Lebhast beklagte er den, trotz der un Allgemeinen herrschenden Einigkeit der Ber- liner Maurer, in ihren Reihen sich zu einem kleinen Theile geltend machenden Jndifferenttsmus einzelner Gewcrksgenoffen, welche die Arbeit fortgesetzt oder vorzeitig wieder aufgenommen haben sollen. Hoffenllich werde durch diese, im Grunde und der Mehrzahl nach mehr bemit- leidenswetthcn und thörichten, als bösartigen Elemente, die leider in jedem Gewerk vorkommen, der endliche Sieg der Ar- beitersache nicht vereitelt werden. Auch gegen die zünftlerischen Jnnungsmeister des Bundes%., gegen die Schroffheit und Selbstsucht, womit dieselben armen, bedürftigen Arbeitern den Thaler oder halben Thaler wöchentlichen Mehrverdienstes so hartnäckig vorenthalten, wandte sich der Redner unter dem Bei- fall der Versammlung mit scharfem Tadel. Ebenso verurtheilte er die denunziatorische und verdächtigende, vor böswilligen Er- findungen und Verleumdungen nicht zurückschreckende Haltung der Jnnungs- Meister und_ ihres Organs, der„Baugewerks- Zeitung." Schließlich wollte Ler Referent noch das bereits mehrfach erwähnte neueste Flug- blatt der Lohnkommisfion der Maurer verlesen, welches bekannt- lich dem Publikum und den bauenden Behörden die wahre Entstehung, Entwickelung und Tendenz des gegenwärtigen Streikes darlegt. Allein der überwachende Polizeilieutenant wollte dies nur unter der Bedingung gestatten, daß er zuvor von dem Inhalte des Flugblattes selbst Kenntniß genommen habe. In augenblicklicher Ermangelung eines zweiten Exemplars des Flugblattes erklärte Herr Schönstein, unter solchen Umständen lieber auf die Verlesung des Schriftstückes zu verzichten. In der Diskussion sprachen sich viele Redner in ähnlichem Sinne aus. Auch wurde der am vorigen Sonn- tag bei Buggenhagen von der Putzer-Versammlung gefaßte Streik-Äblehnungsbeschluß allseitig getadelt, da doch die Putzer gleichfalls Maurer seien und genau Dieselben Interessen hätten, sowie sie sich auf die Maurer stets verlassen könnten, wie jene auf sie.(Dieser Beschluß ist inzwischen wieder aufgehoben worden.) Hierauf wurde einstimm, g beschlossen, den Maurer- streik in jeder Hinficht kräftig zu unterstützen und jeden un- verheiratheten Zimmerer zur Leistung eines wöchentlichen Bei- ttages von 1 M. 50 Pf., jeden verheiratheten 1 M. wöchentlich für den Maurerstteikfonds zu verpflichten. Die Beittäge sind durch die Platz- Deputirten zu sammeln und an den Kasfirer der Zimmerer Herrn Oskar Hantelmann, Dorotheensttaße 32 abzuliefern. Das Erträgniß der am vorigen Sonntag in der Zimmererversammlung vorgenommenen Teller- sammlung im Betrage von 187 M. 25 Pf. ist der Maurer- Lohnkommisston unverkürzt zugegangen. Die in der Versamm- luna am 1. ds. Mts. veranstaltete Sammlung ergab 73 M. 15 Pf., aus denen jedoch erst die Versammlungsunkosten zu be- stteiten sind. Eine öffentliche Versammlung der Maler Berlins fand am 28. Juni in Gratweil's Äierhallcn statt. Der als Re- ferent erschienene Tischlermeister Mitan legte die Ursachen der Streiks den Versammelten klar und beleuchtete die Vortheile und den Zweck derselben. Der Referent erntete für seinen Vortrag großen Beifall. Nachdem der Vorsitzende, Herr Metzerau, nochmals die Versammlung aufforderte, sich recht zahlreich dem Gauverbande anzuschließen, und bemerkte, daß die Lage der Maler nur dadurch gebessert werden kann, wurde von der Ver- sammlung einstimmig folgende Resolution angenommen: Die heute in Gratweil's Bierhallen tagende öffentliche Versammlung der Maler erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Re- ferenten einverstanden, ist voll und ganz zu der Ueberzeugung gekommen, daß nur durch eine dauernde Organisation die Lage Ler Maler vcroeffert werden kann, und verpflichten sich die hier versammelten Maler, Mitglieder des Gauvereins zu werden.— Darauf wurde beschlossen, für die streikenden Maurer eine Tellersammlung zu veranstalten, dieselbe ergab eine Summe von 65 M., welche sofort an ein anwesendes Mitglied der Lohn« kommisfion der Maurer abgeliefert wurde. Die öffentliche Versammlung der Bauanschläger Berlins und Umgegend, welche am Sonntag Vormittag in Gratweil's Bierhallm unter Vorsitz des Herrn Baumgarten tagte, war recht gut besucht und behandelte als ersten Gegen- stand der Tagesordnung:„Der neue Preiskourant und der Zweck desselben". Hierzu ergriff Herr Marse als Referent das Wort und sprach sich solgenoermaßen aus: Der neue Lohn- tarif sei genau derselbe wie der vorhergehende. Es handle sich hierbei nur um einen allgemeinen Tarif für die gewöhnlichen Arbeiten und um einen Spezialtarif für die besonderen Ar- beiten. Er empfahl der Versammlung, denselben soviel als möglich unter den außenstehenden Kollegen zu verbreiten und ersuchte die Kollegen, danach zu streben, Las„Anlemen" zu be- seitigen, das»Helferthum" aus der Welt zu schaffen, und die Sonntagsarbeit einzustellen. An der Diskussion betheiligten sich unter andern d,e Herren Ortmann, Krause, Schmidt und Niemann, die sich alle im Sinne des Referenten aussprachen. Darauf nahm die Versammlung folgende Resolution an:„Die heute in Gratweil's Bierhallm tagende Versammlung der Bau- anschläger Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Aus- führungen des Referenten einverstanden und beschließt: 1. Jeder Anschläger mache es sich zur Pflicht,, das„Anlemen" für die Zukunft zu unterlassen. 2. Das„Helferthum" so viel wie möa- lich zu beseitigen. 3. Den Preis-Kourant in diesem Jahre auf- recht zu erhalten und denselben in allen seinen Theiien zur vollen Geltung zu bringen. Hierauf ging die Versammlung zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung über:„Unsere Stellung als Berufsgenossen zur Lohnbewegung der Schloffer." Als Referent sprach Herr Rennschiefs. Derselbe sprach über die heutige Beschlußfassung der Schlossergesellen im Betreff der zehnstündigen Arbeitszeit und die dadurch entstehenden Arbeits- einstellungen, indem er diejenigen Anschläger, welche Schlosser find, dringend ermahnte, nicht, wie es schon dagewesen ist, die von den Schlossergesellen niedergelegte Arbeit zu vollenden. Hierauf entspann sich über den letzten Punkt eine Debatte, in der die Kollegen scharf kritifirt wurden, die dies gethan hatten und wurde unter anderem betont, daß dieselben überhaupt zu keiner Vereinigung gehören könnten. Darauf nahm die Ver- sammlung die im„Berliner Volksblatt" vom 2. Juli bereits enthaltene Resolution einstimmig an. Ferner fand die Wahl von zwei neuen Kommisstonsmitgliedem statt, aus welcher die Herren Rennschieß und Krause mit großer Majorität hervor- gingen. Hiermit wurde von einem Vereinsmitgliede ein An- trag gestellt, den stteikenden Maurem durch die Kommission eine Unterstützung zu Theil werden zu lassen. Dies wurde von der Versammlung einstimmig angenommeu. hü. Die neueste öffentliche Maurer» Versammlung zum Berliner Generalstreik, welche gestern Vormittag unter dem Vorfitze des Herrn Behrend im großen„Tivoli"-Saale auf dem Kreuzberg stattfand, war massenhaft besucht, der Saal überfüllt, aber auch die ganze Uingebung des Lokals von Menschcnmaffen dicht besetzt. Auf der Tagesordnung der Ver« sammlung stand:„Die Stellung der Maurer Deutsch- lands zum Berliner Sttcik." Als Referent war der Maurer Herr Knegendorf aus Hamburg erschie- neu. Der Vorsitzende eröffnet« die Versammlung..' mit der von derselben jubelnd aufgenommene Mitteilung, daß nach den am Donnerstag und Freitag be» der Zenttal- Kommisston eingelaufeneu Meldungen Rnwer eine erhebliche Anzahl von Maurem, welche bisher die Arbeit noch forzuseyen gesucht hatte, die Arbett eingestellt chabe. Hinauf erthnlt« a dem Referenten Herrn Knegendorf das Wort zur Ein- leitung in das Thema der Tages- Ordnung. Der Redner begann damit, seine hohe Befriedigung darüber auszusprechen, daß die Berliner Maurer durch den so massenhaften Besuch der Versammlung von dem guten Geiste Zeugniß ablegten, der sie beseelt, und von der Einigkeit, zu der sie sich aufgerafft hätten. Dann überbrachte er den Gmß und die Glückwünsche der Hamburger Kameraden, welche die Sache der Berliner ganz als ihre eigene betrachten und sich mit derselben solidarisch erklären. Ein Gleiches werde nicht minder bei allen übrigen Maurem Deutschlands der Fall sein.(Stürmischer Beifall.) Hierauf ge- dachte der Redner»n von häufigem Beifall unterbrochenen Aus- führungen der vielen und schweren Kampfe, welche die Maurer Deutschlands seit 1869 bis auf den heutigen Tag um die Existenzfrage und die Arbeitsbedingungen mit den Meistem und Untemehmem zu bestehen hatten. Damals, als die Arbeiter den Meistem kürzere Arbeitszeit und höhere Löhne hätten ab- ringen müssen, sei die Industrie im Aufschwung begriffen ge- wesen und dem Eintritte höherer Löhne, welcher die Kaufkraft und Konsumtionsfähigkeit der Massen steigerte, eine Periode allgemeiner Prospentat gefolgt, bis die wilde Jagd nach rascher Bereichemng, und der wüste Tanz um das goldene Kalb zur Uebcrprodumon und neuer Stagnation führten, da durch das gleichzeitig wieder sich bemerkbar machende Herabdrücken der Arbeitslöhne seitens der miteinander im Konkurrenzkampfe liegenden Unternehmer, die sich auf Kosten der Arbeiter an Billigkeit der Herstellungskosten zu überbieten suchen, die ge- schwächte Konsumtionsfahigkeit der großen Masse des arbeiten- den Volkes mit dem überschwemmten Waarenmarkte nicht mehr Skichen Schritt hielt und in schreienden Widerspmch gerieth. lu all diesen Uebeln habe sich dann noch die Zerstörung der Arbeiterorganisationen gesellt. Ein Zustand unnatürlicher Erstarrung, einer Art von Kirchhofstille auf dem Gebiete der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung überhaupt sei die nächste und unausbleibliche Folge davon gewesen und habe sich längere Zeit der deutschen Arbeitcrwelt bemächtigt, bis endlich wieder der unvermeidliche Rückschlag eingetteten und neues Leben, neue Bewegung aus den Ruinen entstanden sei. Die jetzigen Organisations- Be- sttebungen und Versuche der Arbeiter auf dem Gebiete der Gewerkschaften und Fachvcrcinigungen, welche auf streng ge- setzlichem Wege die alten Jnteressenkämpfe wieder aufgenommen und die Rechte der Arbeit in jeder Hinsicht zu wahren suchen. (Stürmischer Beifall.) Um einen solchen gesetzlichen Kampf, um ein solches Recht und solche Interessen handle es sich auch beim Maurerstteik, hinter welchem, um ihn zum siegreichen Ende zu führen, alle deutschen Maurer und allen voran die Hamburger Kameraden stehen und den sie energisch und nachhaltig unterstützen werden.(Stürmischer Beifall.) Hieran reihte ssch eine sehr leb- hafte Diskusston im Sinne des Referenten und der nachstehen- den Resolution. Leider müssen wir, aus Rücksichten der Raumbeschränktheit, von jedem näheren Eingehen auf die Debatten seihst Abstand nehmen, um nur noch zu er- wähnen, daß das neueste Produkt des erfinderischen Geistes der gegnerischen Kreise, wonach„massenhaft aus den Provinzen, wohin sie, Arbeit suchend, gereist seien, hierher zurückgekehrte Berliner Maurer die von den Streikenden niedergelegte Arbeit aufgenommen hätten", als Lüge gekennzeichnet wurLe. Von„massenhafter Rückkehr" solcher Leute und ihrer Wieder- aufnähme der Arbeit sei nicht das Geringste bekannt. Die einstimmig angenommene Resolution lautet:„In Erwägung erstens, daß der Stteik nur durch das schroffe, ablehnende Ver« halten der Jnnungsleituna des„Bundes der Bau-, Maurer- und Zimmermeister von Berlin herbeigeführt wurde und nur diesem Umstände zuzuschreiben ist; indem zweitens der Bau- Jnnungs-„Bund"%. selbst wiederholt die Erklärung abgegeben hat, mir der Kommisfion der Maurer nicht in Unterhandlung treten zu wollen; dtiuens, die Innung selbst sich als nicht hinlänglich maßgebend und einflußreich bezeichnet ha'. um auf die Haltung der Berliner Meister- u � Unternehmerschaft bestimmend einzuwirken; viertens, die Führer der genannten Bau-Jnnung k e i n e Arbeitgeber in des Wortes wirklicher Bedeutung find also auf ihre Auslassungen wenig Gewicht zu geben ist— besä, ließt die heutige Gencralversammluna der Berliner Maurer, inier Aufrechthaltung der gestellten Forderungen nur mit suchen Arbeitgebem in Verhandlungen treten zu wollen, welch � eelle Arbeitgeber in des Wortes wahrer Bedeutung sind." Untex stürmisch erwiderten Hochrufen auf den nahen Sieg der ge- rechten Sache der Maurer schloß der Vorsitzende belo nach 12 Uhr die großartige Massenkundgebung. Oeffentliche Versammlung der Maler und verw idten Berufsgenoffen, als Anstreicher, Lackirer, Vergolder, Glara und Tapezierer, Sonntag, den 5. Juli, Vormittags 10 Uhr, in den beiden Gratweil'schen Sälen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Tischlermeister Mitan über das Arbeiterschutzgesetz und die Sonntagsruhe. 2. Verschiedenes. Ein jeder Maler imd Berufsgenosse wird dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen. Zentrat-Kranken- und Sterbekasse der Tifchler und anderer gewerbl. Arbeiter(örtliche Verwaltungsstelle Berlin 1', Moabit). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß vom 1. Juli c. die Geschäfte dem Ortskasstrer Herrn L. Grabow, Gotzkowsky- straße 3, 4 Tr. übertragen sind, der Bevollmächtigte H. Schmidt wohnt Birkenstt. 54, 3 Tr. Die Zahlstelle ist bei Hm. Upphoff, Thurmstt. 39. Die neuen Statuten treten am I.Juli in Kraft. Tischlerverein. Heute Abend 8'/. Uhr Generalversamm- lung, Kottbusersttaße 4». Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. Nr. 29, Hamburg), Filiale. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß vom Sonntag, den 5. d. M. an, sämmtliche Kaffenange- lcgenheiten beim Bevollmächtigten Herm Segebrecht, Rüders- dorferstraße 27, II, erledigt werden. Sprechstunden nur Wochen- tags Abends von 7—8. Die Zahlstelle Frankfurter Allee 64 ist, nach Frankfurter Allee 126 bei Bocksch verlegt worden. Eine Versammlung der gewerblichen Arbeiter Berlins findet am Sonntag, Vormittags 10 Uhr, bei Keller, Andreasstraße 21, statt. Auf der Tagesordnung steht: Die Lohnbewegungen der Berliner Arbeiter in den letzten Jahren und das Vorgehen einiger Stadtverordneten gegen den Haupt« kasfirer der Tischlerlohnkommisfion, Herm G. Rödel. Referent Herr Buchdrucker A. Coffier. Die stteitenden Parteien ssnd eingeladen. Herr G- Rödel hat bereits sein Erscheinen zuge« sagt. Der Einbemfer Schlosser C. Miethe ersucht um rege Bctheiligung der Gewerkschaften.(Anmerkung der Redaktion. Vorstehende Versammlungsanzeige tmg die Unterschrift: C. Miethe, Alexandrinenstraße 118». Herr Miethe, mit dem wir, nachdem uns diese sonderbare Anzeige zugegangen, zunächst Rücksprache nahmen, war zuerst ziemlich erstaunt, sich hier als Einbemfer zu sehen, er hatte keine Kenntniß davon, daß die .Versammlung auf seinen Namen einberufen werden sollte. Er erklärte sich jedoch später mit dem Inhalt und der Fassung der Anzeige einverstanden, und wir bringen dieselbe somit zur Kenntniß aller unserer Leser.) Eine groß« Generalversammlung der SteintrSger Berlins und Umgegend findet heute, Sonnabend, Vormittags 10 Uhr, in Renz's salon, Naunynstr. 27, statt. Tagesordnung: Der Stand des allgemeinen Streiks und Verschiedenes. Die Kommisfion ersucht um recht zahlreiches Erscheinen. Die Auf- nähme von neuen Mitgliedem in den neu gegründeten Fachverein findet vor Eröffnung der Verfammlunä statt. Eine öffentliche Versammlung der Kürschner findet heute, Sonnabend Abend 8 Uhr, im Salon zum deutschen Kaiser, Lothringerstr. 37, statt. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den in der letzten Versammlung nicht er- ledigten Gegenstand. 2. Die Gegner der Lohnbewegung. Referent Herr Kluge. Die Wichtigkeit der Tagesordnung»er- pflichtet jeden Kürschner in seinem eigenen Interesse, pünktlich. am Platz« zu sein. Der Verein der Maschiniften und Heizer hält Sonntag, den 5. d. M., Nachmittags 5 Uhr, Neue Jakobftr. 24/25, feine regelmäßige Versammlung ab. Der wichtigen Tagesord nung wegen werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäfte find stets willkommen, neue Mitglieder wer Den aufgenommen. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter hält heute Abend eine Versammlung in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79 ab. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Guttzeit ,, Ueber den moralischen Werth von Lohn und Strafe". 2) Die projektirten Abzüge in verschiedenen Pianofabriken. 3) Verschiedenes und Fragelasten. Gäste will, Tommen. Um rege Betheiligung wird gebeten. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher im Drechslerfach beschäftigten Arbeiter am Sonntag, den 5. Juli, Vors mittags 10 Uhr, im Lotal Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Z.- D.: Unsere gewesene Lohnbewegung. Zu dieser Versammlung wer ben alle Gewerksgenossen eingeladen zu erscheinen. Auch wird bie Kommission hierdurch besonders aufgefordert, am Plaze zu sein. Freie Kranken- und Begräbnißtasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. Das Sommervergnügen der Kaffe findet am Sonntag, den 5. Juli, im Saale des Handwerkervereins, Sophienstr. 15, statt. Billets find zu haben bei Krause, Grüner Weg 43; Schulze, Kochstr. 9, und Härling, Dresdenerstr. 86. Den Mitgliedern des Fachvereins der Nadler und Siebmacher zur Nachricht, daß bis auf unbestimmte Beit keine Vereins- Versammlung stattfindet. Verein der Berliner Bauanschläger. Sonntag, den 5. Juli, Vormittags 10 Uhr, Vereinsversammlung bei Preuß, Dranienstr. 51. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorsitzenden. 2. Kaffenbericht. 3. Besprechung über Kranken- Unterstüßung. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Arbeiter- Bezirks- Verein der Rosenthaler Vorstadt. Dienstag, den 7. Juli, Abends 8 Uhr, Generalversammlung in Knebel's 8entral- Garten, Badstraße 58 ( Gesundbrunnen). Tagesordnung fiehe Inserat in der morgenden Nummer. Theater. Belle- Alliance- Theater. Heute: Der Aktienbudiker. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.. Heute: Der Großmogul. Heute: Nanon. Walhalla- Operetten- Theater. Oftend- Theater. Heute: Die Frau mit den Karfunkelsteinient. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Hamburger Leiden. Vorher: De Leev in Verlan'n. Für Vereine, Gesellschaften, resp. Landpartien empfehle mein großes, reizend am Wald und Waffer gelegenes Grünau. 1535] Restaurant. P. Wolter, Kaiser Wilhelms- Garten. Zum Fürsten Wolfgang ( genannt Der hungrige Wolf), Lichtenberg, Landsberger Chaussee. Empfehle mein am See gelegenes Lotal dem geehrten Publikum. Schattiger Garten, Tanzsaal, Kegelbahn, Kaffeefüche, Würfel u. Kuchenbude, Schaufel. Für gutes Bier und Speisen ist gesorgt. Um recht zahlreichen Zuspruch bittet 15301 Carl Sander. Sonntag, den 5. d. M., ladet alle Freunde und Bekannte zu einem gemüthlichen Beisammensein im Schweizer Häusthen, Markgrafendamm( zwischen Rummelsburg und Strahlau) ergebenst ein die Dilettanten- Kapelle des Arb.- Bez.- Vereins für Den Dsten Berlins. [ 1537 Die gegen den Zimmerer Fr. Dtto gemachte Aeußerung nehme zurück. Lehmpfuhl. [ 1536] Arbeitsmarkt. Stuhlflechterinnen verl. Wustrow, Wafferthorstr. 46 S. III.[ 1533 perlangt 2-3 Korbmache egefellen Rosin, Dalldorferstraße 5. In meinem bolellich konzeffionirten Ein- und Verkaufs- Geschäft bieten fich besonders dem geehrten Arbeiter und Handwerker Bublifum täglich wirkliche Gelegenheitsfäufe in neuer ober faft neuer Herren und Damen- Garderobe, Kinder- Garderobe, ühren, Werthfachen, Wäsche, Koffern, Schirmen, Hüten, Harmonikas sc. Desgl. empfehle m. groß. Lager v. Arbeits. zeug in engl. Leber, Drell, Warg u. f. w. Unter Umständen gemabre Theilaabl. Denkbarste Billigt. und strengste Reellit. find in m. Jahre 1. befteh. Geschäft Ehrensache. [ 1098 M. Schulz Wwe., Gneisenauftr. 7a. Die Uhrenfabrik DON Max Busse, hemadier Der Fachverein der Tischler hält heute Abend 8% Uhr in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, eine außerordentliche Generalversammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Fort segung der Debatte aus der legten Generalversammlung. 2. Petition an den Magistrat wegen Errichtung eines GewerbeSchiedsgerichts. 3. Wichtige Vereinsangelegenheiten.- Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Theilnehmer an dem Unterricht in der Handwerkerschule fönnen die ihnen bewilligte Beihilfe in Empfang nehmen, müssen den Betrag aber spätestens Sonntag Vormittag vom Vorfigenden Tupauer, Morisstr. 22, abholen. Eine öffentliche Versammlung der Schmiede, findet am Sonntag, den 5. Juli, Vormittags 10% Uhr, in der Viktoria- Brauerei, Lüßowstr. 112, statt. Es ist Pflicht eines jeden Schmiedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Allgem. Kranken- rnd Sterbe- Kaffe der Metallarbets ter( E. H. 29, Hamburg) Filiale Berlin 8( Gesundbrunnen). Monatsversammlung, Sonntag, den 5. Juli, Vormittags 10 Uhr, Badſtr. 16 bei Pflanz. Tagesordnung: Kaffenbericht, Wahl Badstr. 16 bei Pflanz. Tagesordnung: Kaffenbericht, Wahl zweier Revisoren, Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Verein der Parquettbodenleger. Montag, den 6. Juli, Abends 8 Uhr, Versammlung im Restaurant Mauerstraße 86. Gäste haben Zutritt. Die Former und Berufsgenossen halten am Montag, den 6. Juli, Abends 8 Uhr, zur Besprechung der Vorgänge in der Hartung'schen Eisengießerei und in der Speck'schen Bronzewaaren- Fabrit eine öffentliche Versammlung ihrer Fachgenoffen ab in Konrath's Salon, Wafferthorstraße 68. Der äußerst wichtigen Tagesordnung wegen wird um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. Kleine Mittheilungen. In Tuh( Spanien) hielt vor einigen Tagen der Stadts rath eine Sigung ab, welche einen recht unerwarteten, traurigen Verlauf nahm. Während die Väter der Stadt mitten in der Berathung fich befanden, trat, nach El Impar " cial", ein Individuum in das Berathungszimmer, welches mit zwei Rathsherren einen persönlichen Bwift hatte, und begann Skandal zu machen. As man den Menschen entfernen wollte, zog er einen Revolver hervor und es gelang leider nicht früher, ihn dingfest zuz machen, als bis er zwei der Rathsherren schwer verwundet hatte. Disenburg, 29. Juni. Vor einiger Zeit wurde ein Wustetier, Namens Eilers, von der 7. Kompagnie des Infan terie- Regiments Nr. 91, von einigen Kameraden in der Kaserne sehr schwer mißhandelt, und zwar auf Veranlassung eines Vor gesezten. Der Vater des jungen Mannes hat sich zuerst an ben Kommandeur des Bataillons um Einleifung einer Unter suchung gewandt, dann aber, als dies erfolglos geblieben, ar das General- Kommando in Hannover. In Folge dessen ist die Angelegenheit streng untersucht und find die Thäter mit Strafe belegt worden. Selbst die Herren Oberkommandirenden der Rompagnie, bezw. des Bataillons, find nicht frei geblieben. Der gemißhandelte junge Mann hat einen Bruchschaden davon behalten. Hauptmann Rochlit hat 45 Tage Festung bekommen und Oberst Graf Herzberg seinen Abschied genommen. Auf nach Kamerun! In Hamburg ist ein Schindler, der durch Inserate glänzende Stellungen für junge Kaufleute und Handwerker in Kamerun versprach, aber die ihm zu diesem Zwecke eingesandten Gelder im eigenen Nußen verwandte, zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Es lagen 46 Betrugsfälle vor; alle Aufklärungen der Zeitungen, daß unsere Fieberkolonien tein Biel für deutsche Auswanderer seien, waren bisher fruchtlos. Es werden, wie es scheint, noch sehr Viele theures Lehrgeld zahlen müssen. Nordhausen. Kürzlich hat, wie die Magd. Ztg." weiß, ein Gewerbtreibender in Nordhausen hart dafür büßen müssen, daß er einen seiner Arbeiter nicht zur Krankenkasse angemeldet hat. Der Arbeiter ist bedenklich frank geworden und mußte in das dortige Krankenhaus geschafft werden. Dabei stellte es fich heraus, daß der Kranke der Krankenkasse nicht angehörte. Der Arbeitgeber ist in eine Geldstrafe genommen worden und muß nun noch die recht erheblichen Kur- und Pflegekosten bes zahlen. Neben einer reichen Auswahl hochfeiner moderner Kleiderstoffe zu bekannt billigen Preisen find folgende Serien Kleiderstoffe bedeutend billiger zum gänzlichen Ausverkauf gestellt. Waschechte Cafune in großer Auswahl jest 30 Pf.. Waschechte bedruckte Baumwollstoffe, Mtr. 30, 40 u. 50 Pf. Jaspé Diagonal für solide Hauskleider, Mtr. jest 30 Pf. Helle Wollstoffe, gutes Straßenkleid, früher Meter 1 Mt., i ett 50 Pf. Beige Croisé in ganz reiner Wolle, in allen schönsten Farben, zu Haus- u. Straßenkleidern, Mtr. 50 Pf. Beige doppelt, also 110 Centimeter breit, ganz fräftige Waare, Mtr. 1 Mt. Einfarbige, doppelt, breite C a chemires in allen schönen Farben, früher Meter 2 Mt. 50 Pf., jetzt Meter 1 Mt. 35 Pf. [ 1530 1 Sielmann& Rosenberg, Kommandantenstrasse, Ecke Lindenstrasse. Cattun- Morgenröcke in großer Auswahl 2, 2,50, 3 bis 6 Mr. Zu beziehen durch die Expedition des Berliner Volksblatt", Zimmerstraße 44. eue Welt- Kalender Goeben ist erschienen: Der für 1886. Aus dem reichen Inhalt heben wir hervor: Bergleichende statistische Uebersicht ber deutschen Matrosen- Philosophie. Bon Reinh. Were Reichstagswahlen von 1881-1884.- Moor8. Brise gefällig? land. Erzählung von Robert Schweichel. ner.- Fisterns, Rometen und Sternim Wald. Erzählung von W. Jensen.- Der Schnuppen. Bon Dsw. Köhler.- Droben Als Gratisbeilagen: Schlangenmeister. Erzählung von Ciampoli. 2. Der alte Freier. 4. Aber Herr Nachbar! 1 Wandkalender. Preis 50 Pfennig. Stuttgart. Henkel's 1. Der erste Swift. Bleich Soda an Wasch- und Bleichkraft unerreicht in Pfundpacketen zu 15 Pfg. Zu haben in allen Droguen-, Seifen- und Colonialwaarengeschäften. 125 Nr. 157 Invalidenstrasse Nr. 15 General- Depot Joh. Schmalor, NW. Schiffbauerdamm 25 zwischen Brunnen- und Aderstraße empfiehlt sein reichhaltiges Lager, sowie seine Reparatur- Werkstatt. Sigarren eigener Fabrik, 806 sowie alle Sorten Rauch, Kau- u. Schnupftabate empfiehlt Carl Bösenberg, Friedenstraße 36. 1532] Arbeiter- Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Montag, den 6. Juli d. J., Abends 8 ühr, General- Versammlung im Wedding- Part, Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Wreschner. 4. Verschiedenes. 5. Fragelaften. Gäste haben Butritt, wenn fie fich als Mitglieder ein schreiben laffen. Monatlicher Beitrag 20 Pf. Ein Ein Um zahlreiches Erscheinen fchreibegeld wird nicht erhoben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht, in [ 1239 1319 Große öffentliche Metallarbeiter- Versammlung Sonntag, den 5. Juli cr., Vormittags 10 Uhr, im Wintergarten des Zentral- Hotels, Eing. Dorotheenstr. Tagesordnung: Der Formerstreit in der Hartung'schen Gießerei und das Berhalten des Herrn Hugo Hartung, Brenzlauer Allee 41. Referent: Stadtv. Kollege Friz Gördi. Korreferent: Gustav Tobler. [ 1529 Bahlreiches Erscheinen ist Ehrenpflicht. Der Einberufer. Bekanntmachung für die Mitglieder der Central- Kranten- und Sterbekasse der Tischler u. 1. w., Verwaltungsstelle Berlin G., daß die Bahlstellen Große Frankfurterstraße 116 und Schillingstraße 30% eingegangen find und dafür eine in der Großen Frankfurterstraße 40 errichtet ist, wo jeden Sonnabend von 8 Uhr ab die Beiträge in Empfang genommen werden. [ 1526 Der Bevollmächtigte. Arbeiter Versammlung am Sonntag Vormittag 10 Uhr bei Keller, Andreasstr. Tagesordnung: 21 Die Lohnbewegungen in Berlin und das Vorgehen einige Stadtverordneten gegen Herrn G. Rödel. Referent: Buchdrucker A. Coffier. e Be Die ftreitenden Parteien find hierdurch eingeladen. Se G. Rödel hat sein Erscheinen bereits zugesagt. Allseitige theiligung erwartet 1531 Der Einberufer: C. Miethe, Schloner. Jm 6. Reichstags- Wahlkreise. Allen meinen Freunden und Bekannten zur gefällige Nachricht, daß sich mein Cigarrengeschäft jest Ber strasse 67, nahe der Invalidenstraße, befindet. Um gütige Buſpruch ersucht Toritz Bernstein, Bergstraße 67. Die Nr. 18 der humoristischen Blätter 11 Der wahre Jacob" justil ni soDer Borstand. ist erschienen und in der Exped. des ,, Berl. Volfsbl." zu haben Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Ο 42312