sen in? tc das? !lbc jcM, h' LetzV im vcrc ad meine gab sttt Ätz : ProlnS tammt* ;m a* 'W Z hnes e» tonär&l st in* HM« zu iW; m auf* chlagu»? en roum SÄ vollst� t# Mr. 163. Donnerstag» den 16. Juli 1885. II. Jahrg. 4 Jl (diiuiNolbliloli Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«..Berliner Volksblatt" mem 4 zun. Einzelne Ufr. 5 Pf. vonntags-ufummer mu llluM.«eui (Eingetragen in ver PostzeitungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 P» S3et größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uh» Nachmittags in der Expeditton, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«, Bureaux, ohne Erhöhung de» Preises, angenommen. demob Z& d des» R-daKtio«: Keuthstraste S.— Grpeditiou: Zimmerstraß- 44. Dr.? irung«** r DreH nult. Reu ■rmm« W« zhe« in i >der nilit. )ähri lckt indeB� naentt Du& udertk traf. ''fg naRig f etson"? • 9%, en" � anzui öffW rA vB illsl w $ lt. Uhr- i tenstr- »g .V Zur Arbeiterstatistik. Die gewöhnlichste Ausrede der Gegner einer durch- reifenden Gesetzgebung zu Gunsten der . r b e i t e r geht dahin, man sei über die Lage der arbei- tenden Klassen nicht hinreichend unterrichtet und es laste stch nicht Gewißheit darüber gewinnen, ob unter den Ar- beitern wirklich die von ihnen behauptete Nothlage vorhanden sti. So lange nur allgemeine Behauptung gegen allgemeine Behauptung steht, wird man zu keinem Resultat gelangen. Man muß hier seine Zuflucht zu der Statistik nehmen, die im Stande ist, unanfechtbare Thatsachen zu konstatiren. Leider liegt die Arbeiterstatistik im Allgemeinen noch sehr im Argen, wiewohl ihre hohe Bedeutung sofort ein- leuchten muß. Es war deshalb ein sehr verdienstliches Werk, das der Bor st and des Zentralverbands deutscher Tischler-Bereine unternahm, indem er eine statistische Erhebung im Tischlergewerbe veranstaltete. Diese Er- Hebung geschah durch Fragebogen, von denen eine große Zahl versandt wurde. Leider ist man nicht überall von der Wichtigkeit einer Arbeiterstatistik hinreichend über- zeugt gewesen und so kam nur ein verhältnißmäßig geringer Theil der ausgesandten Fragebogen wieder zurück. Die Re- sultate der Erhebung erstrecken sich auf 112 Orte mit 26 488 Arbeitern. Berlin ist bei dieser Statistik nicht mit einbegriffen. Was die Arbeitszeit im Durchschnitt betrifft, so variirt dieselbe in den angegebenen 112 Orten zwischen 60 und 84 Stunden wöchentlich. Man kann also sehen, daß noch bis zu 14 Stunden an einzelnen Orten gearbeftet wird und daß es eine Uebertreibung ist, wenn so oft gesagt wird, es sei schon überall eine 10— llstündige Arbeitszeit ein- geführt. Es gibt Orte, wo sogar die tägliche Arbeitszeit der Lehrlinge sich auf 13'/, Stunden beläuft; eine neun- stündige Arbeitszeit der Lehrlinge wird nur aus einem ein- zigen Orte gemeldet, sonst müssen sie überall länger ar- Veiten. Wo Frauen in dem Tischlergewerbe mit Poliren, Packen, Stuhlflechten u. s. w. beschäftigt find, ist ihre Ar- beitSzeit die gleiche wie die der Männer; aus einem einzigen Ort meldet man, daß sie wöchentlich sechs Stunden weniger als die Männer zu arbeiten haben. Die Einführung eines zehnstündigen Maximal- arbeitstages in Bezug auf das in Rede stehende Er- bebungsgebiet würde beweisen, daß von den bis jetzt arbeitS- losen Tischlern 18 Prozent beschäftigt werden könnten und müßten. Was die Lohnverhältnisse anbelangt, so hat die Statistik in Bezug auf die 112 Orte genaue Resultate ergeben und zwar dahingehend: «Uchdnick oetboten.] JfCXtiffCf Ott. Das Mormonenmadchen. Amerikanische Erzählung 3] von BalduinZMöllhausen. (Fortsetzung.) Bei dieser Arbeit wurde sie daran gemahnt, Sturm in der Wüste doch wohl weniger harmlos sie bis dahin geglaubt hatte, denn nur mit der Mühe vermochte sie den zudringlichen Sand, der jede kleine Oeffnung zu finden wußte, von dem Pinole und dem Master fern zu halten. Ernste Befürchtungen stiegen aber immer noch nicht in ihr auf, selbst auch dann noch nicht, als sie nach Befriedigung der Wünsche des Kindes die Wanderung wieder anttat und der wirbelnde Sand ihr schon bis über die Kniee reichte. Der trügerische See war um dieie Zeit wieder voll- ständig verschwunden; die junge Frau konnte daher die Aufmerksamkeit ihres Kindes nicht mehr auf den scheinbar Wellen schlagenden Wasterspiegel hinlenken; dafür aber ge- währte der treibende Sand, der immer höher und höher .L_...... iS mef■'- daß ein sei, wie größten geschickt iirft- ----- vv*»••»••»V* y-vy- 7""7-' stieg,'hm eine doppelte Unterhaltung, und mehrfach mußte die Mutter sich niederbeugen, um ihn nach den flüchtigen Sandtheilchen haschen zu lassen, die unhörbar und hastig der ihnen vom Winde angedeuteten Bahn nacheilten. „Wenn die Maffe nur nicht zu hoch steigt," dachte die jetzt chon ermüdende Wanderin mit einem tiefen Seufzer, der in seltsamem Widerspruch stand zu dem Kreischen und Zubeln des entzückten Knaben.— Doch der Sand und der zum Sturm anwachsende Wind nahnzen keine Rücksicht auf das brechende Mutterherz oder auf das Engelsantlitz des kleinen Knaben. Hestlger wühlten die kreisenden Luftsttömungen in dem losen Erd- reich, höher und dichter jagten sich die falben Staubwolken. Schien es Anfangs, als wate die Mutter mit dem Kinde in einem gelben See, so hätte man sie jetzt, aus der Ferne ge- sehen, für einen kühnen Schwimmer halten mögen, der, Es arbeiten bei einem Zahresverdienst von unter 500 Mark 70 Gesellen, 500-550 Mk. 142 Gesellen, 550 bis 600 Mk. 1674 Gesellen, 600-650 Mk. 816 Gesellen, 650 bis 700 Mk. 4673 Gesellen, 700-750 Mk. 3801 Gesellen, 750-800 Mk. 2936 Gesellen, 800—850 Mk. 4045 Gesellen, 850-900 Mk. 1460 Gesellen, 900-950 Mark 3499 Gesellen, 950-1000 Mk. 2252 Gesellen und über 1000 Mk. 812 Gesellen. Das ist sehr bezeichnend. Bei der Mehrzahl der Ar« beiter, welche die Statistik umfaßt, ist der Lohn ein viel geringerer, als man vielleicht geglaubt hat. Die relativ zahlreichste Kategorie von Tischleraesellen kommt nicht über eine Iahreseinnahme von 850 Mk. hinaus. Also mit noch nicht 300 Thalern sollen da ganze Familien auskommen! Wem bei solchen Zustanden nicht die Ueberzeugung sich auf- drängt, daß eine einschneidende Arbeitergesetzgebung, zu Gunsten der so sehr bedrück: en Arbeiter, das erste Bedürfmß unserer Zeitepoche ist, von dem ist überhaupt nicht mehr viel zu hoffen. Jnterestant ist, was die Statistik bezüglich der S o n n- t a g s a r b e i t festgestellt hat. Zu dieser vielbesprochenen Angelegenheit wird mitgetheilt: „Die Frage: wird Ueberzeit- und SonntagSarbeit extra bezahlt, im Taglohn resp. Wochen- oder Stundenlohn, wird von 37 Orten direkt mit„Za" beantwortet, von 37 Orten direkt mit„Nein" und von 8 Orten mit„theilweise", „selten",„in einer Fabrik" u. s. w. Die übrigen Orte ließen diese Frage unbeantwortet. Die Bezahlung beträgt in den meisten Fällen die Höhe des gewöhnlichen Stunden- lohnes, nur»in einem Orte 7—20 Pf. Aufschlag, in einem Orte 33'/, Prozent Aufschlag, in einem Orte 6 Pf., in drei Orten 5 Pf. und in einem Orte 4 Pf. Aufschlag pro Stunde. In einem Orte wird für SonntagSarbeit I Pf., in einem 2 Pf. und in einem 12 Pf. weniger gezahlt als der Stunden- lohn in der gewöhnlichen Arbeitszeit beträgt. Die Frage, ob Sonntags- oder Ueberzeitarbeit„extra" vergütet wird, wurde nur von zwei Orten mit„selten" und von 72 Orten direkt mit „N e i n" b e a n t w o r t e t. In den übrigen Orten wurde diese Frage mit„Durchstreichen" erledigt." Daraus wäre zu ersehen, daß es mit dem„Ausfall", von dem der Reichskanzler bei der Frage der Abschaffung der Sonntagsarbeit sprach, gar nicht schlimm ist. Man kann nur wünschen, die von der Regierung angekündigte Erhebung über die Wünsche der Arbeiter möge bis zur nächsten Reichs- tagssession noch in Szene gesetzt werden, damit ihre Resul- täte zur Verfügung stehen, wenn im Reichstag die Sonn- tagsarbeit wieder besprochen wird. Man wird dann wahr- scheinlich zu dem Resultat kommen, daß die deutschen Arbeiter in ihrer ungeheuren Mehrzahl schon deshalb die Kopf und Schultern über den Fluthen, mit aller Kraft gegen eine verderbliche Sttömung ankämpfe.— Die Besorgnisse der jungen Frau hatten sich schon längst in die ernstesten Befürchtungen verwandelt. Als sie aber die den Gaumen ausdörrenden Staub- und Sand- theilchen nicht mehr von dem Kinde fernzuhalten vermochte, und dieses einmal über das andere Mal winselnd und jammernd nach Wasser rief, da bemächtigte sich ihrer das furchtbarste Entsetzen. Sie wollte zurückeilen in den Schutz der Gebirgsschluchten uud dort in ver Nähe der Quelle eine Aenderung des Wetters abwarten; doch zu weit befand sie sich schon von dem Paß entfernt, und der Rest des Tages und ein Theil der Nacht wären darüber hingegangen, ehe sie, bei der nunmehr schon eingetretenen Erschöpfung, den ersehnten Schutz erreicht hätte. Sie fühlte, sie hatte sich zu viel zu- getraut; auch sie besaß nur die Kräfte einer Sterblichen, und von einem Sandsturm, wie er jetzt ihr und ihres Kindes Leben bedrohte, hatte sie ja nie eine Ahnung gehabt. Verzweifelnd blickte sie zu den fernen Gebirgszügen hinüber. Nur die höchsten Gipfel unterschied sie noch von ihrem niedrigen Standpunkte aus. Alles Uebrige war eine pfeilschnell dahinstteichende, erstickende Masse und blendender, unveränderlicher Sonnenschein, und immer lauter und schärfer pfiff der Wind. Das Kind, nachdem es noch eine Weile gejammert und vergeblich gesucht hatte, durch Reiben mit den Händen den ätzenden Staub aus den Augen zu entfernen, hatte diese zuletzt gar nicht mehr zu öffnen gewagt, und war vor Schmerz und Erschöpfung wieder eingeschlummert. Die Mutter dagegen bot dem Unwetter noch immer Trotz, als die Sandschicht schon weit über ihren Kopf hinausragte. Der Berggipfel, nach welchem sie die Richtung ihrer Reise bestimmte, war ihr längst nicht mehr sichtbar; ebenso waren die übrigen Gebirgszüge ihrem Gesichtskreise entschwunden. Nur der Wind und die Sonne blieben ihr Wegweiser, der Wind, der ihr mit schwereren und schärferen Steinchen die Haut peitschte, und die Sonne mit blutrother, durch den Sandnebel verfinsterter Scheibe. Mechanisch setzte sie einen Fuß vor den andern, und matt hingen die Lider über die brennenden Augen. Ein Abschaffung der Sonntagsarbeit wünschen, weil sie in den meisten Fällen dieselbe umsonst leisten müssen. Gegenüber diesen Resultaten hat der Vorstand der Tischler-Vereine eine Reihe von Haushaltungs- Budgets ausgearbeitet und zwar auf Grund der an den einzelnen Orten ermittelten Preise von Mieihen, Kleidern und Nahrungsmitteln. Zn diesen Haushaliungs-Budgeis ist nur auf die bescheidensten Ansprüche der Arbeiter Rück» ficht genommen und doch ergiebt sich an allen Orten ein Defizit, d. h. der Arbeiter kann mit seinem Einkommen den einfachsten Forderungen des täglichen Lebens absolut nicht genügen. Haben wir es hier auch nur mit einer Wahr» scheinlichkeitsrechnung zu thun, so steht doch fest, daß im Haushalt des Arbeiters bei seinen jetzigen Einkommens- Verhältnissen überall ein Defizit entstehen muh und da kommt es auf die Höhe des Defizits weniger an. Nun kann man fragen: Wie kommen aber die Arbeiter über dies Defizit hinweg, denn sie leben doch und müssen leben? Die Arbeiter haben sich selbst darüber ausgesprochen und haben auf den Fragebogen eine Menge von Bemerkungen angebracht. Diese Be- merkungen betreffen größtentheils das Defizit und die Art der Deckung desselben. Wir müssen Frauen und Kinder in Fabriken schicken, um den Ausfall theilweise zu decken; eine Wohnung mit zwei Zimmern können wir nicht miethen; wir müssen am Munde und an den Kleidern sparen, um das Gleichgewicht herzustellen" und dergl. mehr sind die Klagen. Wenn man bedenkt, heißt es in dem Bericht des Vorstandes des Tischlervereins weiter, wie die Moral dadurch leidet, daß die Frau dem Haushalt, der Familie entzogen wird, wie Moral und Gesundheit durch Zusammenpferchen sämmtlicher Familienglieder in einen Raum, der womöglich noch zum Kochen und Waschen be- nutzt wird, leidet; wie ferner durch ungenügende Nahrung die Gesundheit der gegenwärtigen und künftigen Generation Roth leidet und der Keim zu frühem Siechlhum gelegt wird, dann muß man anstandslos zugestehen, es liegt nicht nur im Selbst-, sondern auch im Allgemeinintereffe, daß die Tischler Deutschlands sich endlich ermannen, um in fester Organisation dem weiteren Rückgange ihrer Lebenslage ent- gegenzuwirken.— Das ist richtig; wenn die Arbeiter gezwungen sind, Frau und Kinder in die Fabrik zu schicken und somit ihr Familienleben nicht nur zu ruiniren, sondern auch auf diese Weise wider ihren Willen die Löhne zu drücken, dann ist dies ein sicheres Zeichen, daß der Versall einer Industrie begonnen hat, die nur mit solchen Mitteln sich aufrecht er- halten kann. Zu beklagen bleibt, daß sich nicht weitere Kreise dieser so interessanten und wichtigen Erhebung zugänglich ge- grimmer Schmerz durchwühlte ihre Brust, ein Schmerz, zu herbe, zu tief, als daß er sich in Thränen seinen Weg hätte bahnen können. Was die junge Frau schon erduldet und' gelitten, das kam jetzt nicht mehr in Betracht; sie hegte nur noch einen einzigen Gedanken, und der betraf ihr Kind und die mögliche Rettung deffelben. Nur flüchtig gedachte sie der Heimath, die sie erst vor wenigen Tagen heimlich ver- lassen; sie gedachte derselben ohne Reue über ihr Thun, aber ein Schauder ergriff sie, als das Bild ihres Gatien ihr vor die Seele trat, das Bild Desjenigen, der sie so schänd- lich hintergangen hatte. „Fortgetrieben hast Du mich in den Tod," sagte sie ver- zweiflungsvoll vor sich hin, und trotz des wehenden Sandes suchte sie die Augen weit genug zu öffnen, um zwischen den Falten der Decke hindurch einen Blick auf ihr fieberhaft schlummerndes Kind zu erhaschen.„Fort in den Tod, mich und Dein Kind, wenn ein guter Gott sich nicht unserer erbarmt!"— sie wollte weiter sprechen, aber ein heftiger Windstoß erstickte ihre Stimme, und kaum noch fähig, sich aufrecht zu erhalten, schloß sie die Augen.— „Ich kann nicht weiter," flüsterte sie nach einigen Minuten, und indem sie zu der dunkelbraun-rothen Scheibe der Sonne emporschaute, entdeckte sie, daß sie von ihrer alten Richtung abgewichen war.„Nein, ich kann nicht mehr! O, hätte ich nur einige Stunden länger bei der Quelle verweilt, ich würde die drohende Gefahr kennen gelernt und sie vermieden haben. Armes, armes Kind, Deine eigene Mutter hat Dich indcnTodgetragen,wennnicht—" Hier stockte ihre Stimme wieder, und mit einem un« bestimmten Gefühl von Furcht und Hoffnung sank sie auf die Kniee. Sie glaubte den Ton menschlicher Stimmen vernommen zu haben, und aufmerksam lauschte sie in die Ferne. Längere Zeit hindurch traf nur das Brausen und Pfeifen des Windes ihr Ohr; dann aber untei schied sie ganz deutlich, und zwar in nicht allzugroßer Entfernung, das dumpfe Getöse, mit welchem eine Anzahl Pferde den Boden mit ihren Hufen stampften, und das Schnauben, mit welchem sie Staub und Sand aus ihren Nüstern zu ent- fernen trachteten.. ,„ri ,,...... „O wenn es Rettung wäre!' stöhnte tue gequälte zeigt haben; die Verfasser des Berichts sagen darum auch mit vollem Recht zum Schlüsse: „Mögen bei den zukünftigen Erhebungen nicht Tausende und Abertausende sich dem Unternehmen theilnahmsloS oder gar feindlich gegenüberstellen, sondern einsehen, daß wir Fehlern und Mängeln erst abhelfen können, wenn wir dieselben recht erkannt haben." Das sind für die Arbeiter beherzigenswerthe Worte und wir zweifeln nicht im Geringsten daran, daß sie die- selben in Zukunft auch wirklich beherzigen werden. Politische Ueverstcht. Das deutsche Turnfest zu Dresden hat arge Gcburts- wehen zu überstehen. Es hapert besonders sehr mrt den Frei- quartieren, so daß noch für ca. 4500 angemeldete Turner keine Quartiere vorhanden sind. Im Ucbrigen hat ein Unlemehmer richten; 3 19 Süffeln gewünschte wägung zu schulgesetz stes Althin das Recht wieder auf wufig eine Theologen übertrieben ländische 3 also bald i seinigen m In? Gesetzes(( in Utah, s erfolgte, gefeiert. In Patts waren große Vorbereiwj Situation zum Feste getroffen, zu dem aus den Provinzen die% kcrung in Schaaren herbeiströmte. Emen Theil deS V gramms bildete auch die Enthüllung eines Standbildes V taire's. Die Stadt war reich beflaggt, das Wetter günstig,' Fest verlief ohne jeden Zwischenfall. — Daß die Franzosen in Anam recht böse gebaust J sich dadurch den Haß der Bevölkerung zugezogen haben, J aus den zahlreichen Beschwerden hervor, welche der frav schen Regierung von der anamitischen zugegangen sind.£ Beschwerden wurden der französischen Regierung von ij> Hauptdolmetscher, dem Pater Tho, einem eingeborenen* miten durch Vermittelung eines früher in Hüe, jetzt in FtJ reich lebenden Franzosen zugestellt. Anam beklagt sich k das Bettagen der Besatzung, über die strenge den H» schädigende Durchsuchung der Schiffe im Hafen von Thml über die Gerechtigkeitspflege der französischen Beamten l und über die Wegnahme von Einnahmen, die der anamitß Regierung gebührten. Wenn die Aktenstücke echt find— vorläufig ist gerade kein Grund, daran zu zweifeln, den« Ministettum hat, wie selbst gut republikanische jetzige Mrmstenum hat, wre selbst gut republikanische B« klagen, von dem früheren gelernt, gerade so viel Nachttchtd die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, als ihm gut dünkt" wäre das Ereigniß von Hüe denn doch nichs so uneri gekommen, wie behauptet wurde.— Dem„Temps" hat der Minister des Zluswärtigen, Freycinet, den Gss Courey angewiesen, seine Aktion innerhalb der durch das' tektorat gezogenen Grenze zu hatten, jedoch diejenigen tischen Beamten, welche dirett an dem Aufruhr theili streng zu bestrafen. gemüthlich „Heiligen" gangs ger Geldstrafe! zusehen, d Gesetzes g mungcn d wonen fch, letzten Her nachdrückli hatten die! um dort L auszusuche 'anischen€ feien von größten T konischen 3 die erste T Cruees in gegründet Sollten di wird, von ständigem Mormomei fällig wert Prozekt de! übttg bleik Unterhand! denn auch wiederum dem Auftrc zu erwerbe Mormoner auf welche ohne Weit Kämpfe er! zu vertreib Rußland. Seit Kurzem liegt ein Reichsgesetz vor, betr. die rung der schweren Kttminalsttafen in Rußland. Die bist? Eintheilung der Zwangsarbeitsstrafe m Bergwerks«? Festungsaroeit und Arbeit auf Fabttken wird aufgeh? Die Zwangsarbttt wird nunmehr in Stufen geordnet, in' höchste Stufe 1, Zwangsarbeit auf Lebenszeit, und die niedff Stufe 7, Zwangsarbeit auf vier bis sechs Jahre. Das- sentlichste der neuen Fassung ist, daß Frauen, welch« Zwangsarbett verurtheilt find, nicht mehr in die Bergs verschickt werden. Das neue Kttminalgcsetz nennt Zw« sträflinge erster Kategorie diejenigen, welche lebenslänglich' auf eine Zeit von mehr als 12 Jahren zur schweren Zw« arbeit verurtheilt find, die auf eine kürzere Zeit Verurtht werden je nach der Dauer ihrer Sttafe zweiter und* Kategorie; letztere werden fernerhin nicht mehr zu Berg-? arbeiten unter der Erde verwendet. Dänemark. 3luf der großen Insel Island, welche unter da-? Herrschaft steht, fängt es auch an ,u gähren. Die JslP wollen mehr Unabhängigkeit als ihnen durch die Vers«? gewährleistet worden ijt. Zu diesem Zwecke haben sie in' Orte Thingvalla eine große Volksversammlung abaclialissH. der u. Ä. folgende Beschlüsse gefaßt wurden: Das M. (Landtag auf Island) wird augeforvert: a) die Rcvifia». Verfassung bei der nächsten Tagung in erster Linie zu M und dabei den Verfassungsentwurf zu Grunde zu lege»,. dem König im Jahre 1873 vom Althing zugesandt was u. A. besonders die Bestimmungen dieses Vorschlages übFfÄ«*4. anirr____•....... t. � cc. den Krieg erklärt, und am Missouri wurden an| Waffen, z Zwecken entsprechenden Punkten mächtige Wagenttaw'a mit keiner fruchtet und ausgerüstet, theils um die nach dem Der bestimmten Truppen durch die endlosen Steppen und daß dadm zu begleiten, theils um den schon in der Nähe des% Es herrsch und zu XJj- V-.S yeri K Schiffe A wurden y, unter den wieder zui ewiß keir eilige St Doch thales lagemden Kommandos Lebensmittel Material zuzuführen. Doch Kriege wurden zu d, Zeit von den Bürgern der Vereinigten Staaten noch ordentlich leicht genommen, namentlich aber ein gegen die Mormonen, zu welchen man nicht einmal 5 willige aufzubieten brauchte. Man hielt nämlich eine rC Armee von sechs- bis achttausend Mann für hin�f, eine doppelt so starke Macht der entschlossendsten Unter alle gleich sanatisitten Männer nach allen vier HimmelSgeSÄ auszusuche auseinander zu jagen, und gab sich nicht einmal die-A kennungsz/ den Mormonen die Wege, auf welchen sie ihre H-lifsf ulle übrig erhielten, abzuschneiden~... � aus allen Richtungen pheten, herbeieilenden Bezahlung Alles einzuhändigen, was sie wünschte11/;,( Wer wären es auch die für daS warme Herzblut und freundlich sunden Glieder der Vereinigte Staaten-Truppen besi� Kugeln gewesen. D# ren einy-» röffnet# oerpen Ü d« in» \M die un* crbitW» dem» « l das � ÄÄ ätten iH laben W : Frech» Ä'9 ben die bilde? lünstig,' :n G«» h das? &A Fassung soll bestimmt werden, daß der König nur ein auf- schiebendes Veto haben darf, wie in Vorwegerl, f) daß Island das Recht habe, eine besondere Handelsflagge zu benutzen. Schließlich ward dann das Althing noch aufgefordert: 1) die Rechtsstellung der außerhalb der Volkskirche stehenden Ge- meinden zu bestimmen; 2) eine Zcttclbank auf Island zu er- richten; 3) die beiden Amtmannsposten einzuziehen(also die 19 Siisselmänner— etwa Kreisvögtc— unmittelbar unter den gewünschten Jarl zu stellen); 4) das Volksschulwesen in Er- wägung zu ziehen und ein das ganze Land umfassendes Volks- sck)ulaesetz herzustellen; 5) das von der untersten Abtheilung Ses Althings in der vorigen Tagung angenommene Gesetz über as Recht der Kirchengemeindcn, ihre Prediger zu wäblcn, wieder aufzunehmen; 6) eine ,Landksschule" zu errichten(vor- laufig eine Bildungsanstalt der dem Lande nöthigen Juristen, Theologen und Mediziner); 7) kräftig dahin zu wirken, den übertriebenen Genuß der Spirituosen zu beschränken. Das is- landische Althing ist am 1. Juli eröffnet worden. Es wird fich also bald zeigen, inwieweit daffelbe obige Forderungen zu den fem, gen macht. �_ Amerika. In Folge der strengen Durchführung des Edmunds- Gesetzes(Gesetz gegen Polvami) seitens der Bundesregierung llw?' sowie in den Tbeilcn von Idaho und Arizona, in welchen fich Mormonen-Niederlaffungcn befinden, fängt die Situation für die Anhänger der Vielweiberei an eine sehr un- gemüthliche zu werden. Nachdem eine große Anzahl von „Herlrgen" auf die Anklage des ungesetzlichen sexuellen Um- gangs gerichtlich belangt worden, d. h. zu Gefängniß und Geldstrafen verdonnert worden ist, haben fie angefangen ein- zusehen, daß sie bei einer so rücksichtslosen Handhabung des Gesetzes gezwungen sein werden, sich entweder den Bestim- mun gen desselben zu fügen oder auszuwandem. Die Mor- pwswn scheinen das Letztere vorziehen zu wollen. Bereits im ' Herbste, als die Arthursche Administration begonnen, nachdrücklich gegen die„Heiligen am Salzsee" vorzugchen, hatten dieselben zwei ihrer„Aeltesten" nach Mexiko entsandt, um dort Land zu Niederlassungen für die Anhänger ihrer Sekte auszusuchen. Die beiden Sendboten begaben sich nach dem mexi- lamschen Staate Sonora und erwarben die gewünschten Lände- reien von den Naqui-Jndianern, welch letztere im Befitze des flroßten Theiles jenes Staates und noch nicht von der mexika- kanischen Regierung unterworfen find. Im Januar d. I. wurde Sie erste Moi monen- Niederlassung in der Nähe der Ortschaft Cruees in Sonora, nicht weit vom Meerbusen von California, gegründet und derselben der Name Mont St.|)oung beigelegt. Sollten die Iaqui- Indianer, was früher oder später geschehen wird, von der mexikanischen Regierung, mit welcher fie in be« standigem Kriege leben, besiegt werden, so dürfte die von den Mormomen mit den Indianern getroffene Vereinbarung hin- fällig werdm. Den Mormonen würde dann, wenn fie ihr Projekt der Anfiedlung nicht fallen lassen wollen, nicht anderes übrig bleiben, als dirrkt mit der mexikanischen Regierung in Unterhandlung zu treten. Zu dieser Ueberzeugung scheinen sie denn auch bereits gelangt zu sein, denn fie haben soeben wiederum zwei„Apostel" nach Mexiko entsandt, mit dem Auftrage, bedeutende Landkomplexe zur Anlage von Kolonien zu erwerben. Es dürfte indeß kaum zu erwarten sein, daß die Mormonen ihre Niederlassungen in den Vereinigten Staaten, auf welche fie so viel Geld und Arbeit verwendet haben, so ohne Weiteres aufgeben werden. Sicherlich werden noch harte Kämpfe erforderlich sein, bevor es gelingt, dieselben aus Utah zu vertreiben. Lokales. O die Anordnung der Sonntagsruhe im städtischen Zentral-Schlachthofe hat der Verein der Berliner Engros- Schweineschlächtermeister eine Petition an den Magistrat und das Polizeipräsidium gerichtet; vor Allem meint man, daß für U jener Neuerung die denkbar ungünstigste Zeit den )as gewählt sei.— Wenn es nach den Herren Enarosschlächtermeiftern allein geht, wird man wahrscheinlich den richtigen Zeitpunkt zur Einführung dieser Neuerung niemals treffen. R. Ein seltenes Jubiläum feierte gestern der Pferde- knecht Krüger. Demselben liegt es ob, die Pferde der in der Charlottenstraße haltenden Droschkenpferde zu füttern. Seit 25 Jahren verrichret Krüger ununlerbrochen sein Amt, nur von den wenigen Groschen lebend, die ihm Seitens der Kutscher zu Theil wurden. Am gestrigen Tage hatten fich denn auch die oetheiligten Kutscher versammelt, um dem Jubilar ihre Ge- .i>.„!,1a� ovuiiajci vermmmeii, ui . fätll e,v' bestehend in einer großen Dose aus Schildpatt mit rt> Goldrand, nebst einigen Pfund€'...... S" L I Goldrand, nebst einigen Pfund Schnupftabak darzubringen. molk GfUßet dankte thränenden Auges mit den Worten:„Wo ick * eihet' v?bre iefüttcrt, ohne mir selber villejefuttert zu haben und 1 ntfs J®0'625 Jahrkens bei Sturm und Wetter ausjehalten, da schmeiße ich als Jegenliebe och en„Achtelken". K- that es S auch und unter Hochrufen auf den JubUar war das Jubiläum Stellst� jnaugunrt. aiß Die Hasenhaide hat ihre besonderen Besuchstage. In rd. � i jenen großen Gartenlokalen darf freilich während des ganzen n der � __ Die Aussicht auf einen bevorstehenden Krieg erweckte ap daher mehr freudiges Znteresie als Bedauern, und wenn sich il das Znteresie wirklich hin und wieder zum Enthusiasmus ,% i steigerte, so war damit sicher m den meisten Fällen die Hoff- r„.< nung auf gewinnbringende Lieferungen für die Armee ver- asetzea,!......"■' wie "'J knüpft, oder die feste Erwartung, endlich einmal wieder die höchst langweiligen Zeitungen mit den Berichten der Wunder " Zöglingen der vortrefflichen Offizierschule zu Westpoint, an- gefüllt zu sehen. ae. Za, auch dort lebte man noch in dem kindlichen Glauben, deSSi�J daß eine hübsche Haltung, Glanzstiefel, wohlgebürstete Uni- formen und Lorgnetten die Hauptbedingungen seien, eine Äf" erum, * Armee furchtbar zu machen. nach Ii Die letzten Zahre der nordamerikanischen Geschichte Tod. haben indesien hinlänglich das Gegentheil bewiesen und selbst die eiteln Franzosen und die dünkelhaften Engländer muji mtyi luuy�ii, in uvuiyti yvvuiy Weift über eine kriegsgewohnte Nation, ein ganzes Volk in � Stürben es nicht mehr wagen, in üblicher geringschätziger A .0 des Gs herrschte daselbst noch immer dasselbe Leben und Treiben. CTO rr vm» ywssgvw w. m alle( Waffen, zu urtheilen, trotzdem daffelbe an äußerem Glanz entrawu mrt keinem von Beiden zu wetteifern vermöchte. dem un' ., gegen die Mormonen war also erklärt, ohne daß dadurch New-Hork von der Stelle gerückt worden wäre. and*3 Schiffe gingen, Schiffe kamen, Menschen und Maaren ti dai�j wurden hierhin und dorthin gestoßen und versendet, und nochjtfj unter denjenigen, die dort nach langer Seefahrt den Fuß wieder zum ersten Mal auf's Festland setzten, befand sich ewrß keine geringe Zahl solcher Leute, deren Endziel die „r«-' heilige Stadt der Mormonen am großen Salzsee. Doch wer hätte sich wohl die Mühe geben mögen, unter allen Denen, die dort landeten, die Mormonen her- auszusuchen, um so mehr, da dieselben kein äußeres Er- kennungszeichen an sich trugen? Sie sahen eben aus, wie '■*"«t' 2 i übrigen Menschen, und schienen nicht minder Eile zu so'UfV# haben, wie die Hunderte und Tausende verschiedener Ge- ihre» � jtalten, die alle ihren verschiedenen Beschäftigungen nach- i, est ist'/ ssingen, ohne sich Einer um den Andern zu kümmern. nscht-�j. Wer nun in den letzten Nachmittagsstunden eines und freundlichen Herbsttages, von der Landungsbrücke der zur n best� nelsg e H% Sommers, will der Wirth ein nur einigermaßen rentables Ge- schüft machen, vas Leben nie aussterben, und thatsächlich ist dem so. Namentlich des Abends finden wir alle Lokale dicht besetzt, überall spielt ein kleines Orchester, bei deren Klängen fich fröhliche Menschen hurtig im Kreise drehen. Der Strom der Bemcher, die zur Hasenhaide ziehen, schwillt am Mittwoch und Sonnabend mächtig an; wie an den Donnerstag-Abenden die mit unversorgten Töchtern reich gesegneten Familien zu Bilse zogen, in der Voraussetzung, daß bei den harmonischen Tönen der Musik sich andere Harmonien leichter anspinnen würden, so ist es auch, besonders in den Kreisen des kleinen Bürgerstandes, des unteren Beamtenstandes althergebrachte Sitte, an den Mittwochs und Sonnabend-Nackmittagen die Lokale der Hasenhaide aufzusuchen, um dort Kaffee zu kochen. Wenn der Himmel an diesem Tage ein günstiges Geficht macht, finden wir sämmtliche Lokale in der Hasenhaide über- füllt. Bereits am Vormittag werden zu dem Ausgange die nöthigen Vorbereitungen getroffen; die Muhmen und Basen werden benachrichtigt, 3 Loth von besten Kaffee gemahlen, letzterer fein säuberlich eingepackt, vom Konditor wird für 50 Pf. Kranzluchen gekauft, der große Proviantkorb wird herbeigeholt, etliche Dutzend Butterbrode ge- schmiert und eine kleine Zahl davon mit der am Mittag übrig gebliebenen Karbonade belegt. Die Tochter des Hauses sucht ihre Sonntagsschleife hervor, näht in ihr frisch gewaschenes Kleid eine neue Rüsche hinein, die Mutter besteckt ihr schwarzwollenes Kleid mit der goldenen Brache, die ihr vor dreißig Jahren ihr Fritz, als sie noch Braut und Bräutigam waren, verehrt, und so geschmückt geht es zur Haide hinaus. Die Kaffeeküche wird sofort aufgesucht, die 3 Loth Kaffee wer- den überreicht, man erhält die Kontremarke:„Wohl, nun kann der Guß beginnen!" Von dem Kaffeekochen hat der Wirth direkt wenig Vortheil, er muß den Kaffee aufbrühen lassen und das Geschirr liefern, als Entschädigung fordert er für Liter Milch, die sonst 10-13 Pfennig kostet. 40 Pf. Bald klappern die Kaffeetassen, die Mutter zerschneidet den Kuchen, der kleine Otto macht wiederholte Versuche, das In- nerc des Fouragekorbes zu untersuchen, lind giebt sich, nachdem ihm dies gelungen, der ihm liebsten Beschäftigung, die Kuchen- krümel zu verzehren, hin. Der Gatten wird immer voller, hier trifft man Bekannte, dort schaut man den flinken Rollschuh- läufern nach, aus der offenen Saalthür klingt die Musik so einladend; mächtig zuckt es der schmucken Tochter Anna in die Füße und„halb zog es fie, halb sank fie hin". In der nächsten Minute, so plaudett die„Nat.-Ztg.", tanzt Anna in Ermangelung eines ihr bekannten Herrn mit ihrer Freundin Lieschen. Zun Abend wird es lebendiger und lustiger. Aus den dumpfen Bureauräumen, den heißen Fabttksälen, den nie- drigen Wettstätten eilen die Gatten zur Haide; die un- verheirathcte Männerwelt stellt fich ein, der Bruder von Lieschen bringt einen ganzen Stab von seinen Freunden mit. Die Kaffeetassen werden abgeräumt, bunte Reihe wird gemacht; die Kellner schleppen Bier herbei, Anna braucht nun nicht mehr mit Lieschen zu tauzen, fie hat Herren in Menge, einer davon schenkt ihr sogar ein Röslcin, das fie verschämt an den Busen steckt. Der Vater verzehrt unterdessen sein Abendbrot) und läßt fich nach demselben mit seinen Freunden zum Skat nieder. Die jüngere Welt sucht die anderen Vergnügen aus; die große Waage wird fleißig in Anspruch genommen, jeder will wissen, wie schwer er ist und wie viel er zugenommen hat, Karl steht an Gewichtigkeit dem Kanzler nicht mehr viel nach, Anna wiegt nur wenige Pfund über 1 Zentner, Lieschen hat 20 Pfund zu- genommen und erhält vom Befitzer der Waage eine Ratte ausgehändigt, daß fie das ganz respektable Gewicht von 142 Pfd. wregt. Der Gatte hat seinen Skat beendet, er hat verloren und drängt deshalb zum Aufbruch; aber die Mutter findet die Luft so erquickend und balsamisch.„Von der„ssteuen Welt" steigen die Raketen und Schwärmer empor; das Feuerwerk, welches man gratis genießt, ist zu farbenprächtig, als daß man schon jetzt die Haide verlassen könnte. Doch endlich muß ge- schieden sein, man hat fich herrlich amüfirt und überall lautet dir Parole, die niemand vergißt und jeder befolgt: Nächsten Mittwoch wieder Kaffcekochen y Die ersten beidenk der fünf Bildwerke, welche Profeffor Luerffen für die Neuen Zenttal- Markthallen ge- schaffen hat, find vorgestern nach ihrem Aufstellungsotte trans- porlirt worden. Es mußte aber vorläufig von ihrer Auf- Windung Abstand genommen werden, da fich bauliche Schwiettg- ketten derselben in den Weg stellten. Die Figuren wurden deshalb bis auf Weiteres zum Schutze in Kisten verwahtt und sollen auf dem Neubau verbleiben, bis auch die übttgen drei, welche sich in dem Steinmetz-Atelier von Wimmel in der Lehtterstraße befinden und noch der letzten Handanlegung harren, nachbefördett werden können. Diese fünf Figuren, eine Fischhändlettn, eine Gemüsefrau, einen Schlächter, einen Wildprethändler und einen Gänsehändlcr darstellend, find dem „B.-C." zufolge aus Schlcfischem Sandstein gemeißelt und von ungewöhnlicher künstlettscher Schönheit. Sie find über zwei Meter hoch und bis auf's Kleinste herausgearbeitet, selbst die Rückseiten, die doch dem Beschauer immer abgewendet bleiben werden, haben die sorgfältigste Ausarbeitung gefunden. Um mittlen Philadelphia-Eisenbahnlinie gehörenden Dampfboote aus, seine Blicke über den von der Fluth gestauten Hudson nach seiner Mündung zu hätte schweifen lassen, dem würde unter den zahllosen Fahrzeugen gewiß ein Schiff besonders aufge- fallen sein, welches, in der Mitte de« Stromes regungslos vor Anker liegend, sich durch seine schlanken Spieren, straffe Takelage und durch die achtunggebietenden Reihen halb ge- öffnetet Kanonenluken als ein Kriegsschiff bekundete. Von der Gaffel flatterten im Abendwinde die lusttgen Sterne und Streifen der großen Republik, während der kurze ge- drungene Schornstein noch immer die Rauchwolken der er- sterbenden Maschinenfeuer in die mit Steinkohlendunft an- gefüllte Atmosphäre binaufsandte und dem stattlichen Fahr- zeug den äußeren Charakter eines nach wildem Wettlauf dampfenden und rasenden Renners verlieh. Wanderten die Blicke dann von den größeren Fahr- zeugen zu den kleineren und allettleinsten hinüber, so be- gegneten sie auch hier einem Boot, welche« die Aufmerksam- keit länger fesselte, und zwar, weil es, w »».. v. mi« zwar, wert es, wie die bewaffnete Schraubenkorvette, den ernsten Zwecken des Ktteges zu dienen schien. Es trug dieselben Farben, wie die Korvette, und auch in denselben Verhältnissen angebracht, wie bei jener, so daß man es auf den ersten Blick für einen Ange- Höngen derselben erkannte, auch ohne das U. S. M. auf den Hüten und blauen Hemden der vierrudernden Matrosen und des das kleine Steuer führenden Bootsmanns bettachtet zuhaben. Es waren übrigens vier dralle, kräfttge Burschen, die auf den Ruderbänken saßen. Ihre Physiognomien, soweit die vollen Backen- und Kehlbätte sie nicht beschatteten, waren braun wie Mahagoni, ihre knochigen Fäuste nicht minder; wo aber die Hemdenkragen vorn auf der Brust auseinanderschlugen, da erblickte man, wie auch auf den entblößten Unterarmen, ein solches Gewirr von blau tätowirten Ankern, Herzen, Anfangsbuchstaben des eigenen Namens und der Namen von Mädchen, denen einst ewige Treue geschworen worden war, daß ein vollblütiger Mrne- tareh-Zndianer auf die unauslöschlichen verschlungenen minien hätte neidisch werden können. Doch die tätowitten Zeichen waren ja nicht aus der Ferne zu unterscheiden; um so besser erkannte man aber da- Damen der Halle zu beginnen, sei zuerst die Fischhändlerin erwähnt. Dieselbe sitzt, gleich den übrigen Figuren in Altdeutscher kleid- samer Tracht, m anmuthiger Stellung auf einem umgestürzten Kübel. Ein anderes mit Fischen gefülltes Gefäß steht neben ihr, Netze und Fische umgeben ihre Füße. Mit freundlichem Gestchtsausdruck reicht das hübsche junge Mädchen einem Käufer einen Fisch dar, während die andere Hand nach dem Kübel greift. Ein üppiger Haarzopf fällt über ihre Schultem. Ja! wenn alle Fischverkäuferinnen so niedlich wären, Berlin würde etwaS Kolossales im Fischkonsum leisten und die Herren- weit allein die Einkäufe besorgen wollen. Die gleiche Be- wundemng würde auch der Gemüsehändlettn zu Theil werden. Ein anmuthiges Dorfschönengestcht, üppige Zöpfe, bloße, kraft- volle Schultem, das Hemd vom festgeschnürten Mieder zu- sammengehalten, so präsentirt sich die Gemüsehuldin. Die Rechte der jungen Dime hat einen Kohlkopf aus einer neben ihr stehenden, von den Schätzen des Gemüsegartens strotzenden Kiepe herausgegriffen, die Linke faßt nach einem zweiten Kolilkopf. Auch diese Gemüsehändlettn fitzt in graziöser Haltung mitten in ihrer Gemüse-Abundantia. Der Wildprethändler ist ein mar- tialisch dreinschauender Jäger. Halb steht er, halb fitzt er, indem er, wie um fich zu stützen, in einer seinem kriegerisch-derben Aeußern entsprechenden Weise ein Bein seitwärts über seinen Standfitz geschlungen hat. Mit einer Hand zieht er einen Hasen bei ocn Ohren hervor, mit der anderen greift er nach der feistm Keule eines Rehs. Der Gänsehändler im Bauem- kittel hat ein arg verschmitztes Gesicht. Wenn seine fetten Gänse, von denen er eine eben vorweist, nicht zu seinen Gunsten sprächen, es kaufte wohl Niemand von ihm. Er sitzt auf seinem Gänsekäfig, aus dem fich zwei schnattemde Köpfe mit langen Hälsen herausrecken. Die bereits geschlachtete Gans, die er dem Käufer zeigt, hat er beim Genick gefaßt, mit dem Daumen der anderen Hand drückt er nach Kennenveise das Fett am Bauche des Thieres heraus. Ucbttaens hat diese Gans auch noch eine Ätt Geschichte. Das Modell nämlich, das der Künstler benutzte, war eben jene Gans, die im„Feldprediger" mitgespielt und so viele Aufführungen miterlebt hat. Für die fünfte Figur, den Schlächter, hat ein Berliner Schlächtermeister. und zwar der ausgeprägteste Typus eines solchen, Modell ge- seffen. Das von Gesundheit und Fülle strotzende Gesicht schaut mit jener Mischung von Gutmüthigkeit und Verschmitzt- heit drein, die dem biederen Berliner eigen ist. Der Schlächter» meister ist von mächtiger Gestalt und sitzt auf einem eben ge» schlachteten Ochsen.— Diese fünf Bildwerke sollen in mäßiger Höhe um den großen, der Kaiser-Wilhelmstraße zugewendeten Thurm herum Aufstellung fiiiden.H Zur Warnung vor behaarten Raupen. Die Bewohn« eines Hauses am Gesundbrunnen versammelten fich in den letzten Tagen regelmäßig Abends unter einer im Garten stehenden großen Linde, und beachteten es weiter nicht, daß aus derselben häufig Raupen(ob vom Bärenspinner?) auf fie herabfielen. Bald aber entstanden an den bloßen Stellen des Leibes, mit welchen die Raupen in Berührung gekommen waren, zuckende rothe Flecken, zumal am Halse und bei den Frauen. Bei einer der letzteren, welche die statt brennende Stelle getteben hatte. entstand eine so heftige Entzündung, daß ein Arzt zu Hilfe ge- zogen werden mußte. Körperverletzung mit tödtlichem Ausgan\ In der Bevölkerung des Nordostens, namenttich unter den Bewohnern der Landeberger Allee, herrscht große Erregung über ein ent- setzliches Vottommniß, welches sich am Sonv'ag Nachmittag ereignet und einen tragischen Ausgang gen immen hat. Der �Börsen-Kurier" bettchtet darüber folgende: In der Lands- berger Allee, im Hause Nr. 28, wohnt d:. Restaurateur Dahl- mann, welcher eine Schankwitthschaft betreibt, mit welcher ein Gatten und Tanzlokal verbunden ist. D. ist nicht nur in dem Hause, sondern in der ganzen Gegend als ein sehr gewalt- thätiger, zu Exzessen geneigter Mann bekannt und gefürchtet. � �""'ttäffen soll"''- Bei oen geringsten Anlässen soll D. in eine rasende Wuth ge- rathen und dann selbst seinen Gästen gegenüber keine Rücksicht mehr kennen. So hat er wiederholt verschiedene Personen bedroht— einer der Gäste mußte z. B. aus dem Lokal flüchten, um Mißhandlungen seitens des Witthes zu entgehen— und ist häufig in Schlägereien verwickelt gewesen. Das jähzornige Temperament Dahlmann's hat nun am letzten Sonntag zu einem blutigen Vorfall geführt, der, falls fich die darüber ver- lautenden Mittheilungen bewahrheiten und durch die gettchtliche Untersuchung erwiesen werden sollten, eine furchtbare, schwere Verantwortung auf den Thäter wälzt. Der Hergang ist folgender: Ein von D. für Sonntag engagitter Lohnkellner, Namens Oskar L., war von dem Restaurateur mehrere Male mit einem Handwagen nach dem Böhmischen Brauhaus geschickt worden. um ein Tönnchen Bier zu holen. Im Böhmischen Brauhause pflegen, wie in den übrigen Brauereien, die Leute, welche größere Quantitäten von Bier für Witthe, Restaurateure«. abholen, Freibier zu bekommen. Dem umsonst gespendeten Gerstensaft mag nun der von Dahlmann Geschickte zu herzhaft zugesprochen haben.— Thatsache ist, daß der Lohnkellner gegen 4 Uhr in offenbar berauschtem Zustande in die Restauration zurückkehrte. Dort forderte man den Angetrunkenen auf, fich sofort zu entfernen. Der Kellner verlangte jedoch vorher Be- für den prächtigen Rudertakt, in welchem sie das Boot über die Fluthen dahinttieben. Handhabten sie doch die wuchtigen Riemen, als wenn es ebenso viele Pfeifenstiele gewesen wären, od« als ob sie sich, anstatt auf den Ruderbänken, an einem schönen Sonntag Mittag beim Wegstauen eines gut gerathe- nen Puddings befunden hätten. Genug, jeder einzelne dieser Burschen zeigte das un- tadelhafte Bild ein« richtig auskalfaterten The«jacke Nr. I.A., doch bei alle dem waren sie nichts, im V«gleich mit dem HochbootSmann, d« hinten im Stern des Bootes saß und das leichte Fahrzeug mittelst zweier an dem kleinen Steu« angebrachten Schnürchen in seinem schnellen Lanf lenkte. Zn der Bekleidung unterschied sich derselbe von seinen Gefährten nur dadurch, daß er ein silbernes Pfeifchen an ein« silb«nen Kette um den Hals trug, dagegen lag in seiner nachlässigen Haltung eine solche Würde, ein solches Selbstbewußtsein, wie nur eben ein Mensch empfinden kann, d« nach langen Iahren schweren Dienstes endlich die erste Stufe zur höchsten Macht erstieg. Sein Körper war groß, hag« und von h«kulischem Bau, die Bewegungen ab«, ttotz d« fünfzig bis sechszig Zahre, die« schon flott gewesen, noch imm« leicht und sich«, wie bei Jemandem, der das Bewußtsein hegt, nie eine falsche oder vorschnelle Bewegung auszuführen. Seine Fäuste glichen einem Paar eisern« Schraubstöcke, seine Arme festen Handspeichen; sein dunkelbraunes Gesicht aber, welches dünnes, schwarzes, mit etwas Grau untermischtes Haupthaar von oben, und ein dichter blau-schwarz« Bart, der wie eine Binde von dem einen Ohr nach dem and«en unt« dem Kinn durchlief, von unten einrahmte, erinnerte nicht wenig an ein altes zerfetztes Logbuch, in welchem schon seit einem halben Jahrhundert die Stürme und Windstillen all« Breiten und Längen eingetragen worden. Die ursprünglichen Gesichtsformen bei ihm herauszu- finden, würde gewiß schwer gehalten haben, denn außerdem, daß die Haut durch die stets wechselnden atmosphärischen Einflüsse, wie bei einem Blatterkranken, verharrscht war, lief noch zum Ueberfluß von dem rechten Ohr qu« über die Nase nach dem linken Auge eine furchtbare Narbe hinttb«. (Fortsetzung folgt.) Zahlung— es handelte sich im Ganzen um eine Mark— und weigerte fich, das Zimmer zu verlassen. Der Restauratcur D. warf ihn infolge dessen hinaus. Aber damit nicht genug, soll fich der Wüthende, mit einem dicken, starken Schlauch versehen, an welchem eine Bleikugel befestigt gewesen zu sein scheint, in fürchterlicher Wuth auf den armen, unzurechnungsfähigen Menschen geworfen nnd auf denselben mit dem gefährlichen In- ftrument erngehauen haben. Der Kellner sank stöhnend zu Boden, T>. soll jedoch noch den am Boden Liegenden weiter mißhandelt haben. Man fand den Geschlagenen später mit sehr schweren Verletzungen am Kopfe, die jedenfalls durch die Schlauchwaffe D.'s verursacht worden find. Da man den gefährlichen Zu- stand des Lohnkellners erkannte, so wollte man den� Unglück- liehen in einer Droschke nach dem Krankenhause schaffen, aber die Droschkenkutscher weigerten fich, den Schwerverletzten, welcher blutüberströmt war, aufzunehmen, weil fie eine Be- schmutzung ihres Wagens fürchteten. Schließlich wurde der Kellner auf dem Handwagen, mit welchem er Bier aus der Brauerei geholt hatte, nach dem nahegelegenen Städtischen Krankenhause transportirt. Natürlich rief das sofort in der Straße bekannt werdende Vorkommniß große Aufregung hervor. Vor dem Lokal bildeten fich Gruppen. Die Stimmung gegen den Wirth war eine sehr erbitterte. Namentlich einige Vieh- treiber bekundeten laut ihre Abficht, dem Wirth alle Knochen im Leibe zu zerschlagen. Der Restauratcur, der mit Recht einen Ast der Lynchjustiz befürchtete, ließ fich wohlweislich nicht blicken. Der so furchtbar geschlagene Kellner soll bereits seinen Verletzungen erlegen sein. D. ist gestern Morgen zur Kriminal- polizei abgeholt worden, aber gegen Abend wieder in seine Wohnung zurückgekehrt. Die Untersuchung wird jedenfalls bald ergeben, inwieweit der Tod des Kellners dem WWWW�WWWBW brutalen Wirth zur Last fällt. Schlägerei im Gerichtsgebäude. In den Räumen des Landgerichts in der Jüdenstraße gab es, wie das„Fr.-Bl." berichtet, am Montag Mittag eine derartig stürmische Szene, wie man fie in der That dort noch nicht erlebt hat. In einer Prozeßsache, in welcher es fich um Hunderttausende handelt, hatte der Beklagte, ein Bankier, einen Eid zu leisten, der eigentlich auf die Sache selbst nur insofern von Einfluß war, als dadurch aufs Neue eine Vertagung einttat, und das brachte den Kläger, auch einen Börsenmann, derart in Harnisch(der Prozeß dauert jetzt beinahe 4 Jahre', daß beide Parteien erst in heftigen Wortwechsel geiiethen, dann sich packten und eine Schlägerei entstand, bei welcher der Beklagte bei weitem den Kürzeren zog. Bei der Prügelei wurden mehrere Fenster- scheiden auf dem Flur zertrümmert. Nun dürfte die Sache vor einer anderen Deputation bald ein Nachspiel haben. Eine recht originelle Idee, die sicherlich auch ihren Zweck nicht verfehlen dürfte, wird der Verein der Berliner Zeitungsl Spediteure bei seinem am Montag, den 20. d. M, im Etabliffemmt„Zum Sternccker", Schloß Weißcnsce, zum Besten der Unterstützungskasse der Botenfrauen arrangirtm Sommerfest in Anwendung bringen. Um den Kindern, die an diesem Feste teilnehmen, eine besondere Freude zu bereiten, hat man den Beschluß gefaßt, den Kleinen für ihre 15 Pf.- Entteebillets am Eingang ein Geschenk zu überreichen und ihnen gegen einen Koupon oie freie Benutzung irgend einer der vielen oorttgen Volksbelustigungen zu gewähren. Bei dem Fest wird auch ern hunloristischer Fcstzug nnt dem zeitgemäßen Titel „Zeitungsenten" arrangirt, und so dürfte das Fest auch für Erwachsene viel Unterhaltung bieten. B. Der vorgestern stattgehabte Regen, der namentlich die nordwestliche Umgegend von Berlin stark in Mitleidenschaft gezogen, hat dem Gange der Ernte ungemein geschadet. Das gemähte Getreide, das noch nicht in Stiepen gebunden und demgemäß glatt auf dem nassen Erdreich lagert, muß nunmehr vielfach gewendet werden, um es vor der Gefahr des Aus- Wachsens zu behüten. g. Der Rathhauskeller unter Wasser. Trotz Kanalisation und Abflußröhren, welche das Gebäude unserer Stadtväter umgeben, drangen die Wassermassen während des vorgestrigen Regens in Strömen von den beiden Eingängen an der Füden- und Spandauerstraße in den Rathhauskeller ein und zwangen die Gäste zur Flucht in die Mitte des Restaurants, hätte das Unwetter nur noch etwa 10 Minuten angehalten, so würde im Rathhaus keller auch das letzte Plätzchen überschwemmt worden sein. Es dauerte eine geraume Zeit und bedurste vieler Kräfte, die Waffermassen mit Schaufeln, Eimem ic. zu entfernen, worauf dann die wegen des Unwetters zahlreich in das Restaurant geflüchteten Gäste ihre früheren Plätze wieder einnehmen konnten. Ein echter Berliner, ein' in der Schönhauser Alle» wohnender Schuhmachermeister, oohnung inne hat, äußerte beim An- welcher eine Souterrainwohnung._ blick der Ueberfluthung:„Na, wenn det Forckenbecken alleene vasfirt, denn sage ick kcen Äuck mehr, wenn uns in der Allee vet Wasser-imerweis in'n Keller looft."— Im Grand Hotel Aleranderplatz hätte der Regen zu einem unberechenbaren Un- glück Veranlassung geben können. Dort hatten die Wasser- Massen derartig auf das Glasdach des Oberlicht-(Speise-) Saals gedrückt, daß das Mauerwerk durchfeuchtete, der Stuck unter dem Glasdach fich ablöste und mit lautem Gepolter in den Speisesaal fiel, ohne glücklicherweise Jemanden zu ver- letzen. Etwas später, zur Abendbrotzeil, wo das Restaurant gefüllt ist, wäre der Zwischenfall von ernsteren Folgen begleitet gewesen. Soziales und Arbeiterbewegung. Die Handelskammer zu Breslau giebt als Signatur der wirthschaftlichen Berhältmsse des Vorjahres an:„Großer Umsatz mit äußer st schmalem Verdien st e!" Hin- zufügen hätte fie aber füglich auch noch können:„und mit äußerst geringen Löhnen." Man steht übrigens, daß fast sämmtliche Handels- und Gewerbekammern über das Vor- jähr ungefähr gleichmäßig berichten und, was noch schlimmer rst, fie schließen ihre Berichte mit einem düstem Blick in die Zukunft. m Zur Regelung der Produktionsweise. Wenn irgend «in Arbeiterbstltt erklärt, daß die Regelung der Produttions« weise das Haupterfordemiß nicht nur des sozialen Friedens sei, sondern daß dieselbe gleichmäßig Arbeitem und Untemehmern käme, so schüttelt der weise Philister sein würdiges Gute.....__________|________.....______ Haupt— es kommt ihm so vor, als ob man von böhmischen Dörfern redete. Erklärt man noch, wie wir es so oft gethan, auf welche Weise die Produktion geregelt werden soll, so mur- melt der Philister von Utopien oder auch, je nach seiner Par- teistelluna von Reaktion, staallicher Bevormundung oder von Aufwiegelei, Zwiettacht säen u. f. w. Und was soll denn ge- schehen? Die vorhandene Arbeit soll auf die gesammte Zeit gleichmäßig vertheilt werden, wo jetzt im Taumel der Konkur- renz bei jeder sogenannten guten Konjunttur Tags und Nachts und Sonntags gearbeitet wird, um bald darauf Arbeitszeit und Lohn wieder ganz erheblich einzuschränken. Jeder halb- wegs verständige Mensch fühlt heraus, daß in dieser Unbe- ständigkeit, in diesem ewigen Wechsel ein großer Nachtheil für den Arbeiter, für die Lebenshaltung und die Familie desselben liegt, während auch der Unternehmer in fortwährender zehren- der Aufregung gehalten wird. So giebt es auch schon Fabri- kanten, die auf dem Wege der Vereinigung der plan- losen Produktion einen Damm entgegensetzen wollen, doch sind bis jetzt fast alle Versuche völlig erfolglos geblieben, weil die freien Vereinigungen keinen festen Halt bieten und fich an den Abmachungen die meisten Unternehmer, wenigstens auf die Dauer nicht gebunden erachten. So ist gegenwärtig in Wales (Grossbritanmen) eine Konvention derWcißblechfabrrken entstan- den. In der Quartalversammlung zu Swansca waren 32 Werke vertreten, von denen V« sich bereit erklärten, auf die Dauer von 6 Monaten ihre Werke eine Woche pro Monat gegen eine Ent- schädigung von 500 Lstr. pro Walzwerk stillzulegen. Es soll die Konvention vom 6. Juli an ms Leben treten, auch soll jedes Werk am Sonnabend 4 Uhr bis Montags 6 Uhr Morgens geschlossen sein, ferner wurde beschlossen, daß kein neues Walzwerk in der Zeit in Betrieb gesetzt werden und kein still- liegendes den Betrieb wieder aufnehmen sollte. Die Malktlage hat fich dadurch mit einem Schlage geändert. Die Käufer drängen fich heran, doch wollen die Produzenten nur mit 64 bis 1s Preisaufschlag verkaufen. Was ist denn nun die Grundidee einer solchen Konvention? Doch nur der Veisuch einer Rege- lung der Produttion! Aber der Hauptfehler liegt darin, daß kein Fabrikant gezwungen werden kann, in eine solche Kon- vention einzutreten und daß Jeder wieder austreten kann. So zerfallen alle diese freiwilligen Vereinigungen bald wieder in fich zusammen, da bei zahlreichen Mitgliedern Egoismus und Habsucht über den Gemeinfinn bald schon triumphiren. Des- halb muß eine starke Macht zur Regelung der Produttion ein- tteten, nämlich der Staat, das aemeingiltige Gesetz. Aber Anregung dazu geben auch solche Konventionen, die über- Haupt gceigner find, manchem Philister den wirthschaftlichen Staar zu stechen. Malzverbrauch der Münchener Brauereien. Zur Er- gänzung der gestrigen Mitcheilung giebt die„Allg. Ztg." nun- mehr auch das im Jahre 1884/85 von den übrigen Münchener Brauereien versottcne Malzquantum bekannt. Dasselbe betrug in der Massenbach-Brauerei 5006, Gambrinus- Brauerei 4300, Gärtner-Brauerei 2669, Anna-Brauerei 2662, Fortner-Brauerei 2548, Kapuziner-Brauerei 2303, Wiener-Brauerei 1397, Bene- dictus-Brauerei 1016, Johannes- Brauerei 1012, Max Emanuel- Brauerei 1010, Kochel-Brauerei 902, Franziskaner Kloster- Brauerei 875, Leminger Brauerei 853, Wittelsbacher-Brauerei 675, Karmeliter-Brauerei 518, Brauhaus-Schule 224 und Germania-Brauerei 5 l Hektoliter; ferner m den Weißbier- Brauereien von Schneider 6719, Schramm 3432 und Röckl 650 Hektoliter. Es betrug somit der Gesammt-Malzverbrauch in den 38 Braunbier- Brauereien 887 582 Hektoliter gegen 749 550 im Jahre 1883/84 und in den 3 Weißbier-Ärauereien 10801 gegen 11 144._ Vereine und Versammlungen. bf». In der Versammlung der streikenden Putzer, welche am 13. d. Mts. in Keller's Gesellschaftssälen, Andreas- sttaße 21, stattfand, erklärten fich alle Redner mit der am Sonntag, den 12. d. Mts., auf„Tivoli" von der Generalver- sammlung der Maurer und Putzer gefaßten Resolution einver- standen. Die übrigen Verhandlungen dezogen fich auf vor- liegende Anttäge, betreffend die Auszahlung der Unterstützungs- geloer in Höhe von wöchentlich pro Kopf 6 3R.— Dieselbe wurde vollständig geregelt. Auch machte der Vorfitzende der Versammlung die freudige Mittheilung, daß die beim Gewerbe- gericht des Magistrats anhängig gemachte Klage der(Putzer-) Kolonne Blankenburg gegen den Unternehmer, Baumspektor Maier, auf Herausbezahlung der restirenden Nachschuß« gelder(die vom Untemehmer den ANordarbeitern zu seiner „Sicherstellung" gegen„Konttaktbruch" nach Verabreichung der wöchentlichen Abschlagszahlungen noch zurückbehaltenen Akkord- lohnbettäge) vom Gewerbegencht zu Gunsten des Klägers, der genannten Putzer-Kolonne soeben entschieden wurde. Der Be- kragte hatte die Auszahlung der verdienten„Nachschüsse" auf Grund vermeintlichen Konttaktbruches der Kläger, welche nach Proklamirung des Generalstteiks bald die Arbeit eingestellt, verweigert. Nach der Auffassung des Gewerbegerichts liegt aber im Falle des in Rede stehenden Streiks ein Kontraktbruch durch unterbliebene Vollendung einer vereinbarten Akkordarbeit nicht vor. Bremerhaven, 13. Juli. Gestern tagte hier eine öffent- liche Volksversammlung unter Vorsitz des Herrn Grunow. Herr Molkenbuhr referirte über den Ärdeiterschutz- Gesetzentwurf. Zunächst behandelte Referent die Einbringung des betreffenden Gesetzentwurfs durch die Vertreter der Arbeiterpartei im Reichs- tage und die darüber entstandene Diskusfion, in welcher Fürst Bismarck, als über die gesetzliche Einführung der Sonntags- ruhe verhandelt wurde, das geflügelte Wort sprach:„Er würde fich erst dann für die Einführung erklären, wenn er hören würde, daß die Arbeiter selbst dies wünschen." Referent meinte: Nun, dafür wird ja gesorgt werden, und erklärte dann die Konkurrenz, welche dem Kleinhandwerker aus der Zuchthaus- arbeit entsteht und gab ein klares Bild über den Betticb und die Arbeitteintheilung derselben. Der Gefangene hätte nicht den geringsten Nutzen davon, denn wenn ern solcher ringe- liefert wird, so würde einfach gefragt:„Wo fehlen Leute?" „Bei den Zigarrenmachern!" Nun käme der Betreffende, selbst wenn er Grobschmied wäre, zu den Zigarrenarbeitem. Das, was er lernen muß, wird er ja nothwendig erlernen müssen; ein guter Arbeiter wird er aber niemals werden— da er in seinem Geschäfte zu starker, körperlicher Arbeit gezwungen ist, so wird der seiner Zuchthausarbeit jedenfalls eine Erschlaffung der Muskelthätigkeit eintreten-, nach seiner Entlassung, und wenn dieselbe auch schon nach einem Jahre stattfindet, wird er wahrscheinlich die Lust zu seinem Geschäft verloren haben; als Zigarrenarbeiter kann ein solcher Arbeiter fich fem Brod auch nicht verdienen, mithin treibt er fich als Vagabund auf der Landstraße herum, oder er wird zum Ver- brecher. Deswegen wurde in dem Gesetzentwurfe verlangt, daß ein Jeder in seinem Berufe beschäftigt werde, damit er die Lust zu seinem Geschäft nicht verliert. Weiter empfahl Redner, die Gefängnißarbeit für Armeebedürfniffe zu ver- wenden, z. B. die der Schneider, Sattler, Schuhmacher u. s. w. Dadurch würde der Konkurrenz der Oekonomie-Handwcrker ge- steuert, worüber in Fachschrifttn so viel geklagt wird. Dann sprach Redner über die Regelung der Arbeitszeit. In früheren Jahren, als noch alles mtt der Hand angefertigt wurde, war die Arbeittzeit länger, es wurde aber auch nicht so viel Arbeit festigt wird, find viele Arbeiter überflüssig geworden. Um nun den unbeschäftigten, durch die Maschinenarbeit überflüssigen Handwestem Beschäftigung zu verschaffen, ist die Einführung des Maximal-Arbeitstages verlangt worden, damit die instrielle Reservearmee von der Landsttaße verschwinde, die man meist un- gerechtfestigter Weise mit den so beliebten Namen„Bummler, Landstreicher und Vagabunden" beehrt. Daß jedoch der größte Theil gerne arbeiten mächte, wenn er nur Arbeit bekäme, be- weisen die Arbeiterkolonien. Zu diesen Kolonien, in welchen es nicht viel besser als in einem Zuchthause ist, wäre der An- drang stets ein so großer, daß der größte Theil gewöhnlich weggeschickt werden muß, ohne Arbeit zu finden, weil die An- statt schon gefüllt ist; jedenfalls ein untrügliches Zeichen, daß Lust zur Arbeit vorhanden, wenn solche nur zu erhalten wäre. Und jjewiß, sähst der Redner fort, ist die gesetzliche Einführung des Marimalarbeitstages eine, wenn nicht die größte Noth- wendigkeit. Denn, da die Maschinen mit jedem Tage ver- beffest werden, werden auch immer mehr Arbeiter überflüssig. Da fich jetzt in allen Geschäftszweigen eine Ueberproduktion fühlbar macht, welche durch die heutige schwindelhafte Kon- kurrenz hervorgerufen und durch das Submisfionswesen groß- gezogen wird, welches wiederum eine Folge der unbeschräntten Kapttalwisthschast sei, vermehrt fich die Reservearmee auf der Landsttaße mit jedem Tage, trotzdem so Viele auswandem. Hier muß, wenn diesem Unwesen nicht ein Riegel vorgeschoben wird, ein ganz ttostloser Zustand eintreten. In England, Frankreich, Amerika, der Schweiz, sogar in Oesterreich rst ein Normalarbeitstag eingeführt worden; Deutschland, welches jetzt mit zu den eisten Jnvustric-Staaten geHöst, in manchen Zwer« gen sogar obenan steht, will da von nichts wissen. Die anderen Staaten weisen auf Deutschland hin und sagen: So 4 Ur. 1( lange dost die Arbeitszeit nicht verkürzt wird, so lange köntf wir fie auch nicht verkürzen. Mithin muß der dcul» Arbeiter mit allen Kräften nach Verringerung* Arbeitszeit durch die Gesetzgebung trachten. VcM Redner erklärte ferner, daß durch die Kürze der Arbeitszeit» Gesundheitszustand der Arbeiter verbessert iverde und ßi'J'* gleich eine Aufstellung über Lebensalter und die bäusi» Krankheiten der verschredenen Gewerbe und das Verhältnis!» Arbeiter zu den Gutsbesitzern, Beamten und Geistlichen. A dieses sehr zu Ungunsten der Arbeiter ausfiel, braucht wohl nicht erörtert zu werden Die Abschaffung der ssin» arbeit würde in dem betreffenden Gesetzentwust ebenfalls.� langt. Nicht allein, daß dadurch mehr erwachsene Peiso* Arbeit erhalten, sondern schon der Humanität wegen seijj Forderung berechtigt. Natürlich gehören die Herren,# erklärten, daß die Kinderarbeit unumgänglich nothwendig. wie z. B. Herr Staatsanwalt Dr. Hartmann, welcher> erne Reichstage den Antrag einbrachte, daß die Kinder nicht i>im----- mit 12, sondern schon mit 10 Jahren zur Fabnkarbeit der sozial«! lassen werden, zu den Vestretern des praktischen HhristenldZ ficht hierauf In den Augen der Fabrikbesitzer mag dies allerdings prÄ iolgenden ei und christlich sein, in denen der Arbeiter jedenfalls nicht-' mrttherlen. . Die Fr nicht'im Besonde (Redner) mußte schon seit seinem 9. Jahre in die Fabrik; halbjähriger während andere Kinder W drennende, es heißt, in die Fabrik zu gehen, während r—_ könne nur der beurtheilen, der es selbst durchoemachl r'"{st desho Redner wünschte es diesen frommen Herren oder ihren ein. einmal von ganzem Herzen, in dieser Hinficht praktische' Der Ai fahrungen als Fabrikarbeiter zu sammeln, damit fie auch eist ssswt einhest derartige Gefühle der Arbeiter kennen lernen. Lasse mai>' ....'-'-M wenigen ige läniume ver zwocuer rennen lernen, rmqe um»- r.-r— seine Kindheit, vergälle man dem Arbciterkindc nild's n; den en Tage, welche zu den schönsten des Lebens a-M�Gstäng sollen, die �glücklichen� sorgenlos frohen Ta�e der K?n� J�t.-.ist des Justizn nach einer Bestimmung I...P wird so viel 1 für die Heiligkeit der Ehe gesprochen, wo bleibe diese, � Ven�fm i v der Mann nach Süden, die Frau nach Norden und die r, n ist nach Osten und Wetten aus Arbeit müssen und ttcb öfters« �Msetzt «Lebhafter Beifalls Ebenso wird in der Vorlage die schränkung der Frauenarbeit verlangt. Die Frau gehö das Haus, um der ihr von der Natur zugewiesenen As gerecht zu werden, zur Erziehung der Kinder und um dem ein behagliches Heim zu schaffen. Es nach Osten und Westen auf Arbeit müssen und sich öftcrsj ja wochenlang nicht sehen? Man schafft Gesetze, um der- sucht zu stcucrn; gebe man lieber dem Arbeiter genüg Verdienst, damit er sich und seine Familie anständig er! kann, damit er nach Feierabend ein fröhliches munteres: sihäftigum mien. Lei bester zu beschränkten gestattet, w welche hint> Welche statt ist, mi A. hat dm diesen verp tigen. K. i leuchtung, und Färb« Arbeit wir ausstchligt. dem stellt K Er hat mir pro Tag u Wechsel in polizeilichen bleibt ausa von drei> dann regeln Unternehme und lusttge gesunde Kinder um fich steht, statt bleiche, abgehungerte und vestommene Gestalten und der Schnaps wird von selbst Reißaus nebmen. Als im Reichsiogl v. Hertling'sche Antrag auf Regelung der Arbeiterfragt aebrachtwurde, fragte Fürst v. Bismarck, wie das zu mache« Redner erläuterte darauf die Bedeutung der Arbeiterkain Die Arbeiter und Kleinhandwerker, welche 87 pCt. der S kerung betragen, sagt man, brauchen keine; die Kaufleute,$ einen verschwindend kleinen Theil betragen, besitzen Handelskammern. Es wurde gesagt, daß ja das Jnstit« Fabiikinspettoren bestehe. So anerlennengswerth auch Einrichtung sei, so sind die Jnspekiorcn doch so mit Am überbürdet, daß sie ihre Aufgabe nicht im vollen Umfai füllen können. Im Bremerland ist es noch nicht so sä wenn alles inspizirt werden soll, so ist hier der Fabrikina alle 6 Jahre einmal fertig; der Berliner Inspektor* 35 Jahre, ein halbes Menschenalter, um C herumzukommen. Auf diesem Gebiete Abhilfe zu s» fand in der letzten Session der Reiche tag. nicht für nöthig. Getreide-, Holz-, Fleisch- und wi«. Zölle alle heißen mögen, waren wahrscheinlich nothwen«............... Hoffentlich wird der Reichstag in der nächsten Session um die Pr viel Zeit dazu verwenden, Gesetze einzuführen, welche de« lichen Auss beiter vor den ihm drohenden Untergang schüpen. We'■| M Zolltarif im Reichstage zur Annahme gelangen sollte, so Petitionen an denselben gesendet, welche zuweilen ai etlichen 1000 Unterschriften bedeckt waren; jeyt, wo die im Begriff stehen, eine Petition an den Reichstag zu st um Fürst Bismarck den Willen des Volkes kund zu müßten Alle dafür eintreten, damit diese Petitionen mit Mifl Unterschriften bedeckt find.— Lang anhaltender Beifall lohn« Redner für seinen interessanten Vortrag. Hierauf fordet« Schriftführer Tischler Appel zur Bildung eines Fachveie«- Tischler auf, und ersuchte die Interessenten, nach SchM. Versammlung in einem-Nebenzimmer zusammen zu trete»» aber kein günsttges Resultat lieferte, indem sehr wenige D anwesend waren. Im Anschluß an diese Aufforderung Herr Molkenbuhr einen Ueberdlick über die Bedeutung Fachvereinc und die jeyt ausgebrochenen Streiks forderte zum Beitritt in die bestehenden V düngen auf. Es bestehen hier Fachvereine der �............. arberter, Zigarrenarbeiter, Schuhmacher und 6# gefangenen Hierauf gelangte folgender Antrag des Herrn Molkenbup stimmig zur Annahme:..Die heute, im Kolosseum M Volksversammlung beauftragt das Bürcau, zur Einführns' Arbeiterschutzgesetzes Petitionen an den Reichstag in zu setzen und Unterschristen zu sammeln." Ebenso wurde.'' stehende Resolutton einstimmig angenommen;„Die SB«11, lung erklärt fich mit allen Ausführungen des Referent«1' und ganz einverstanden und verspricht, mit allen Kräften' einzustehen." Da fich auf Aufforderung des Vorsitzende« mand zum Worte meldete, so wurde die ohne jede Stöf" musterhafter Ruhe und Ordnung verlaufene Versammb schloffen. Gauverein der Maler Berlins. Die nächste Versammlung, welche am Dienstag, den 21. Juli, sollte, fällt diesmal aus. alle drei I indessen ge 1873 die Zi gelaufen; I mitten! die Nach c des Innen lat.on pro Hierbe große Art namentlich ZI Weih- länder na Zeitungski „Boyageui Canada h :unb Waat )f Auch gel man Uermischtes. Die Heimkehr eines Sträflings. Im Jahft hatte der verheirathete Viktualienhändler Henson zu Loa Bekanntschaft der bildhübschen Kellnerin Emily Pnn � macht. Dem Mädchen zu Liebe ließ er seine Familie u" Geschäft im Stiche, und als er erfuhr, daß die Perso« Middleton mit einem Soldaten ein Verhältniß unttrhalte, stürzte, von denen ihre Wohnung, begann dort fürchterlich zu toben, und durchzoger ihm keine genügende Rechtfertigung gab, verlegte er Europa g einem Küchenmesser eine lebensgesährliche Wunde arri* sich ganz Emily genas wieder, und der damalige Lord Obelridfi� Ural, vo urtheilte Henson zu zwanzig Jahren schweren Kerkers-.„anzen B- einigen Taen kehrte der Mann nach verbüßter Sttafe �,„nd biett brochener Greis zurück und erfuhr zu seinem Erstaunen�....' seine Frau mit seiner Geliebtm innige Freundschaft&«%, Beide verweigerten ihm die Aufnahme. Der Mann bc(F, denke sich sofort nach dem Gerichtshofe und flehte dort wein«" lichen R Wiederaufnahme in den Kerker. Eine gräfiliche Blutthat wird aus Italien Ein Fruchtverkäufer in Neapel traf seine Braut auf der Er glaubte, Grund zur Eifersucht zu haben, und beint des schönen, schwarzäugigen Mädchens, welches er jetzt � glühend haßte, wie er es kurz zuvor noch geliebt, HT, seine Leidenschaft mit furchtbarer Gewalt Bahn. Oh"., nur ein Wort auszustoßen, warf sich der Rächer verr Liebe wie ein Rasender auf die lächelnd ihre schneeig«" zeigende Tochter Neapels und versetzte ihr mjt eine" messer zwanzig Schnitte und Stiche. Ein furchtbarer,('___ Schrei, und oie Äermste brach in einer Blutlache lisch« Mei sonnendurchglühten Steinen zusammen; der Tbäter Superior- haftet. Ein anderes Morddrama spielte fich in MoleneljWuil behrunaen ein dreiundsechszigjähriger Mann seinen eigenen dreiß>� i» Eisenbahn ! der Verhc j unter sol Schach zu und die t | völkerung I kann der kleines 0 Truppenkc slihrt, der Die I Sohn mit zwei Pistolenschüssen lödtete, weil der So"' ansprüche an ihn erhob, welche der Vater nicht mochte. Verantwortlicher Redaktem R, Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 8W„ Beuthsttaße 2. Hier»« eine mfle jöiw* er bc# eruni bcitszeit* md M Munr chaltniß'..-- auch"'■- Nr. 163. der Rii#__ Beilage zum Berliner Bolksblatt. Donnerstag, den 16. Inli 1883. II. Jahrg. Gefaugnißarbeit. enfalls nc Per>� in sei* rrcn,»■ M> hwcndiz f Die Frage der Gefängnißarbeit spielt neuerdings wieder welche j eme bedeutende Rolle, sowohl in der Arbetterlohnbcwegung t nicht«int Besonderen, als auch bei den öffentlichen Erörterungen karbeit jH der so�ialwirthschaftlichen Fragen im Allgemeinen. Mit Rück- iristelsthZ ficht hierauf dürfte es wohl am Platze sein, wenn wir im Nach- aas folgenden einiges Nähere über das Wesen der Gefängnißarbeit s nicht.> mmheilen. Der Schreiber dieser Zeilen hat gelegentlich einer Fabrik�«albjahrigen Zwangsmuße das Vergnügen gehabt, die nder W drennende Frage an der Quelle studiren zu können, und lemacht' Uodt deshalb unbedingt für die Genauigkeit seiner An- Eiren Ämt ßobcn ein. �attische• Der Arbeitstarif der Strafanstalten Preußens ist natürlich i auch ei# nicht emheitlich geregelt. Vielleicht find sogar die allgemeinen sc man* Einindsatze, nach denen er jeweilig aufgestellt wird, nicht die- ,dc nicht' selben'. denn während in dem Gebiete des rheinischen Rechts ens gedts 5. r..'I�nißverwaltung unter dem Minister des Innern >er zlW.m den alten preußischen Provinzen dem Ressort ige Die* I�""��mmisters zugetheilt. Im ersteren richtet man fich i ncboil 5«n"inet, Perfüaung des Ministeriums des Innern vom aen Au?« 1878. Darnach gelten im Wesentlichen nachstehende dem"0'jungen. D viel 0 er,, fem Pensum nicht erreicht, erhält keine Arbeitsprämic, diese# cd ö�rechliche und leistungsbeschränkte Gefangene kann das Pensum jedoch und damit auch die Prämie auf*/* oder% becabgefegt werden. Bis zu vier Wochen und nur der Be- Ichaftigung wegen beschäftigte Gefangene erhalten keine Prä- nuen. Lehrlinge bekommen ausnahmsweise bis zu 3 Pf. pro �aa.„Die Arbeitsprämien für die Haus- und t�ekonomie- Arbeiter find aus dem 6. Theil des Betrages der übrigen Ar- beiter zu bestreiten."—„Handwerkerreparaturen find nur in beschränttem Umfange und mit der Maßgabe in den Anstalten gestattet, wenn die Arbeiten nicht zu Preisen geliefert werden, welche hinter denen der freien Arbeiter zurückbleiben." rurA r*■ f.*.>- �—.-—.- d die i öfters mder mteres leiche, rchnaB ieichstajls iterfram i mache»« ntcrkotj , der � fleute,<" besitzen JnsM l auch mit SWs Umsai abrikwff eltor bls Tjk lothwei« sston«« 'hq if, so i: en auä o die M .8 AU ff ■H WWW mit NÜ«'. des Innern über das Jahr 1ÜW1/ÖZ ergo all lohi# tat, ort pro Tag und Kopf an Arbeitslohn: ' ,for� a- im Zuchthaus zu Graudenz rund 61 l!§.;.i. i ardemni cbcutuitJ, Streiks »lkenlnW seum iofj M'z Welcher Art das Verhältniß der Unternehmer zu der An- ftalt ist, möge aus einem Beispiele erhellen. Die Strafanstalt A. hat durchschnittlich 250—260 männliche Gefangene; von diesen verpflichtet sich Bürstenfabrikant K. 20—60 zu beschäftigen. K. erhält freie Lokalitäten, freie Heizung und freie Be- leuchtuna, billige Dampfkraft(zum Kochen resp. Aufwärmen und Farben von amerikanischen Pflanzenhaaren). Die Arbeit wird von einem Werlmeister deS Unternehmers K. be- aufstchtigt. Die Löhne werden allmonatlich ausgezahlt, außer« dem stellt K. eine Kaution in der Höhe eines monatlichen Lohnes. Er hat mindestens 20 Gefangene zu beschäftigen und eventuell pro Tag und Kopf 50 Pf. Entschädigung zu zahlen. Ein Wechsel in den von K. beschäftigten Gefangenen tritt nur aus polizeilichen oder ärztlichen Rückfichten ein. Jede Konkurrenz bleibt ausgeschlossen. Der Vertrag ist immer für die Dauer von drei Jahren. Bei der öffentlichen Ausschreibung, die dann regelmäßig erfolgen muß, bleibt der einmal eingerichtet? Unternehmer gewöhnlich einziger Submittent. Er benutzt dies, um die Preise zu drücken, weshalb bisweilen von dem öffent- lichen Ausschreiben seitens des Ministers dispensirt wird. Die alle drei Jahre fich wiederholende öffentliche Sudmisfion bildet indessen gemäß einem ministeriellen Erlaß vom 3. Februar 1873 die Regel. K.'s erster Vertrag war im Jahre 1883 abgelaufen; bei Erneuerung deffelben drückt er als einziger Submittent die Lohnsätze um 14 pEt. herunter. Nach einer statisttschen Zusammenstellung vom Ministerrum des Innern über das Jahr 1881/82 ergab die Bürstenfabrr- Pf- b. im Gefängniß zu Hameln rund 41 Pf. „„„ Hamm„ 36„ n„ ,/ 2iad)cn„ 58„ .Hierbei ist zu bemerken, daß die Zuchthäuser doppelt so große Arbeitspensa haben, als Gefängnißanstaiten. Letztere, namentlrch wenn fie auch zur Detinirung von Untersuchungs- gefangenen dienen, können schon deshalb nicht so hohe Arbeits- «J leisten die„Voyageurs" den kanadischen Truppen höchst wich- Äis�lige. man könnte sagen, unersetzliche Dienste. Expe�tionen milre durch Kanada, wie jene, welche gegenwärtig durch General Perso» Middleton geleitet wird, sind mit Schwierigkeiten verbunden, stürzte von denen man sich in dem von Straßen und Eisenbahnen und �.durchzogenen, mit Städten und Ansiedlungen bedeckten e er Europa gar keine Vorstellung machen kann. Man denke Zum Zndiauerkritge in Cauada. Die Voyageurs. Von Ernst v. Hesse-Wartegg. („Voss. Ztg.") I. Während der letzten unglücklichen Expedition der Eng- länder nach Eharwm war in den Berichten der englischen Zeitungskorrespondenten viel von der Geschicklichkeit der „VoyageurS" die Rede, welche von General Wvlseley aus Eanada berufen worden waren, die Leitung der Truppen- und Waarentransporte über die Nilkatarakte zu übernehmen. jl Auch gelegentlich des augenblicklichen Zndianeraufstandes löhne wie die Zuchthäuser aufbringen, weil diese unter einer großen Zahl von langjährigen Gefangenen die Auswahl nach deren Anstelligkeit bei der betteffenden Arbeit haben, während in einer Gefängnißanstalt immer nur wenig langzeitige Ge- fangene vorhanden find, die Leute daher, wie fie eben da find, genommen und angelemt werden müssen, dann aber, kaum mchttg eingearbeitet, auch schon wieder zur Entlassung g:- langen. Diesen allgemeinen Mittheilungen wollen wir nun einige speziellere Angaben über den Ärbeitstarif der Straf- und Arrest- Anstalt A. folgen lassen. Der Leser wird fich daraus dann leicht ein überstchtliches Bild vou dem Wesen der Gefängniß- arbeit selbst machen können. Es wird da zunächst unterschieden zwischen Arbeit für den eigenen Bedarf der Anstalt und solche für fremde Personen. Für diese Darstellung sind selbstredend nur die letziern von Belang. Vorausgeschickt sei, daß die Gefangenen von dem Arbeitslohn in serner Gesammthert ein Sechstel als Prämie --- r.."iL---—■"*----»-V �(«"■«*£«** Vti rt Ort ffrc Vv/J*1 de aw 4 sich ganz Europa, von den Säulen des Herkules bls zum; bntiffl»1 j Ural, vom Kap Matapan bis Novaja Semlia, seiner i Kerker»� ganzen Bevölkerung mit Ausnahme der schwedischen entblößt, »träte,„„b diese letztere über sämmtliche Länder Europas zer- ttwu'N streut; man verlege Seen Afrikas nach Europa und bcö�i denke sich den ganzen Welttheil mit dem Klrma des nord. „.A lichen Rußlands, so wird man ein annäherndes Brld ann ilten mf der D beim der Verhältnisse in Kanada erhalten.— Wie schwierig es unter solchen Umständen sein muß, das ganze Land in . Schach zu halten, militärische Expeditionen zu unternehmen b�t ssj und die über so unendliche Einöden vertheilte spärliche Be- h! br�l pölkerung in Wechselbeziehungen mit einander zu unterhalten, i Di)M j lann der vorstehende Vergleich ein wenig klar machen. Als ' verMI kleines Beispiel der Seywierigkeiten des Transportes von ineeige" 6 Truppenkörpern sei ein Bericht des„Toronto mail" ange- einem J führt, der vor einigen Wochen darin Platz fand: barer, S',> Die Grenadiere waren in„Ealamity Camp"— 43 englache o t ufche Meilen vom Hundesee, nahe dem Nordwestufer des iter mi c Superior-See entfernt— den allergrößten Leiden und Ent- beh runden ausgesetzt. Es stand auf der Kanada- Pacific- Eisenbahn nur ein einziger Zug zur Weiterbeförderung der .. Pf. und für....... welche die Unternehmer der Anstaltskasse zu enttichten haben, schwanken pro Tag und Kopf zwischen 10 Pf. bis zu M. 1,65. Was nun die Arbeitsleistungen anbetrifft, so kommen dieselben den Unternehmern wie folgt zu stehen. Es wird gezahlt in der a. Holzschneiderei für 1 Q.-Met. weiches Holz M.—,15 „„ hartes„„—,20 b. Holzhackerei pr« Korb weiches Holz...„—,04 „„ hartes„...„— ,08 o. Stein» und T r a ß m a h l e r e i pro 1000 Kgr. Bimsteine, Kreide, Klemerde, Tigelschaalen, Holzkohlen............—,75 Alaun, Weinsteine, Traß, Kalk.....„ 1,— Eisensteine, Chamotte, feuerfeste Steine, Stein- mehl, Knochen..........„ 1,50 Kupfervitriol............„ 2,— Eisenvitriol............„ 3,— 4. Tuchweberei pro Meter Satine 4000 Fäden.„—,45 „„„ 6000„.„—.55 „ ,, Ratine„„*„ ,60 e. Ettquettenschneiderei pro 1000 Stück kleine Ettquetten„—,08 _ 70 t. Kartonnagearbeit pro 1000 Stück Döschen �(falten und kleben)„-,55 g- B lasenkleberei(inkl. Kouverts) pro 1000 Stck. größere Sorten............. 1,— mittlere„............-.85 vnne«„...........„-,55 Kouverts, große............ 3,- .......».(gcwöhnl.) kleine........ 2,50 b. Näheret pro Stück bessere Hemden....„-,18 „„ gewöhn!„.„—,15 „„ feinere Mannshcmdcn..„—,25 „ ,, Blousen....... ff ,15 „„ feinere Steppdecken...„ 1,50 „„ gewöhnliche......„—,50 „„ Frauenjacken.....„-,15 l. Schuhmacherei pro Paar Herrenstiefel...„ 1,80 „„ Damenstiefel...„ 1,10 „„ schwere Mannsschuhe„ 1,10 „„ gewöh. Frauenschuhe„],— „„ Knabenschuhc..„—,80 „„ großeMädchenschuhe„—,70 „„ Damenpantoffeln m. hohen Absätzen.„—,65 „„ Mannspantoffeln.„—,60 „„ Kinderpantoffeln.„- ,25 Tagelohn.............„—,80 ü. Schneiderei pro Stück bessercre Hosen oder Westen..„-,70 „„ gcwöhnl. do. do.„—,50 „„ besseren Rock...„ 2,— Truppen nach dem Kriegsschauplatz zur Verfügung, der von einem anderen Regiments mit Beschlag belegt worden war. Den Grenadieren blieb also nichts übrig, als durch die mit tiefem Schnee überkleidete, durch Wälder und Seen unterbrochene Prairie zu marschiren. Das Thermometer zeigte 22 Grad Kälte. Diesen Tag— so erzählte der Berichterstatter— konnten wir einen Vorbegriff der Ent- behrungen erhalten, die unserer noch harrten. Der Schnee lag an manchen, Stellen sieben Fuß hoch, und es war absolut unmöglich, in Reihen hinter einander zu marschiren. Man versank zuweilen bis zum Halse im Schnee. Plötzlich ließ die Kälte nach, es begann zu regnen und regnete un- unterbrochen während dreier Stunden. Der Schnee verwandelte sich allmählich in eine weiche schmutzige Schicht, in welcher wir natürlich bei jedem Schritte bis auf den Boden einsanken. Unsere Soldaten hielten sich gegenseitig bei den Händen, um nicht in der schlüpfrigen Masse zu stürzen. Einige verloren das Bewußtsein und mußten getragen oder auf die Proviantwagen gesetzt werden; andere schliefen vor Müdigkeit während des Marsches. Nach drei Tagen hatten wir 43 englische Meilen zurückgelegt, aber wir konnten nicht mehr weiter und kampirten auf der offenen Prairie, ohne jeden Schutz vor den eisigen Stürmen. Endlich kam ein Eisenbahnzug, der uns aus unserer schrecklichen Lage befreite und nach Winnipeg weiterführte. In einem solchem Lande sind zu irgend einer Jahreszeit Reisen unmöglich, sobald oem Reisenden nicht er- sahrene, mit den Terrainverhältnissen vollkommen ver« traute Führer zu Gebote stehen. Derartige Führer besitzt denn nun Kanada in Gestalt der„Cimrreurs des Bois" und der vielgenannten„Voyageurs". DaS ganze weite Land ist derart von reißenden, kataraktteichen Flüssen durchzogen, mit taufenden großer und kleiner Seen derart bedeckt, vielfach so dicht bewaldet, daß die Reisenden, Amphibien gleich, ihre Reisen halb zu Lande, halb zu Wasser unternehmen müssen. Auf dem Wasser trifft man ebenso häufig auf Untiefen, Stromschnellen und Katarakte, wie man auf dem Lande auf derart dichte Wälder oder Sümpfe stößt, daß der Weg entweder mit dem Beil aus- gehauen oder durch Aussüllen künstlich hergestellt werden muß. Der große Pionier Kanadas ist feit Jahrhunderten die Hudsonsbay- Company, welche in allen Theilen des unge- heueren Gebietes ihre Forts und Faktoreien, sogenannte 1,40 2,50 1,— 1.80 — ,08 -K -K -,40 -,30 1- b. Schneiderei pro Stück gewöhn!. Rock-.. „„ besserenKnabenanzug „„ gewöhn!. do. „„ Joppen, Jaquetts. I, Wollspüserei pro Kgr. durchschnittlich... w. Bohnensortireret pro Kgr. Kaffeebohnen. „„ weiße Bohnen n. Tuchabfallsortirerei pro Kar..... o. Flaschenreinigung pro Flasche.... p. Stuhlflechterei pro Stück mit Rohr... „„„ Binsen.. r. Tagelöhnerarbeit pro Tag. 50 Pf. bis Diese Aufstellung, welche im Jahre 1884 gemacht worden ist und deren Einzelheiten zweifellos auch heute noch zutreffen, spricht laut genug für sich selbst. Jeder Mann kann es sich damach berechnen, welchen Einfluß diese Preise auf die Lohn- Verhältnisse des freien Arbeiters und Handwerkers selbst dann ausüben müssen, wenn man in Bettacht zieht, daß die Zahl der Gefangenen eine relativ nicht sehr große ist. In solchen Dingen wirkt eben schon das böse Beispiel an fich nachtheilig. Wir wollen schließlich nur noch Eins hervorheben, die be« merkenswerthe Thatsache nämlich, daß der Ertrag der Gefängniß« arbeiten kaum dazu hinreicht, den fünften TherVi des Lebensunterhalts der Gefangenen sowie der Verwaltungskosten der Anstalten zu bestreiten Nun aber herrscht doch gerade in diesen Instituten eine Sparsamkeit, die kaum etwas zu wünschen übrig läßt. Die Anforderungen der Gefangenen an das Leben sind auf das bescheidenste Maß zurückgeführt und die paar Beamte, darunter namentlich die Au scher, geiviß auch nicht auf Rosen gebettet. Trotzdem genügt eine Arbeitszeit von im Durchschnitt etwa 12 Stunden nicht, auch nur den fünften Theil der Unter- Haltungskosten dieser produktiv thätigen Gesellschaftsklasse auf» zubringen, so daß also obendrein noch die Steuerzahler, worunter die geschädigten Arbeiter und Handwerker, den Ausfall decken müssen, welchen der Profit der, die so billige Arbeitskraft aus- nützenden Privatuntemehmer der Staatskasse verursacht. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Ferdinand Gilles in den„Rhein.-Westfäl. Bl." Kommunales. Zur nächsten Stadtverordnetenwahl, welche im November d. Js. stattfindet, ist es erforderlich, daß sich jeder Wähler davon überzeugt, ob sein Name in die Wühler- liste eingetragen ist, wer nicht eingetragen ist, geht des Wahlrechtes verlustig. Die Liste der stimmfähigen Bürger ist nach Vorschrift der §§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 berichtigt und wird nunmehr in der Zeit vom 15. bis einschließlich den 30. Juli d. I. täglich von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags im Wahlburcau des Magistrats, Breitestt. 20a, 2 Tr., öffentlich ausliegcn. Während dieser Zeit kann jedes Mitglied der Stadtge« meinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendungen erheben. Dieselben müssen in der gedachten Zeit schriftlich angebracht werden; später eingehende Einsprüche können nicht berücksichtigt werden. *i Die bemittelten Gefangenen haben bekanntlich außer ihrer Arbeitskraft, über welche die Anstalt in der geschilderten Weise verfügt, einen bestimmten Betrag für ihre Verpflegung zu enttichten. In A. betrug derselbe pro Tag 80 Pfg. Die Summe der gezahlten Verpflegungsgeldcr ist»un in diesem fünften Theil mit einbegriffen, so daß also das Arbeitsver- hältniß noch um den Werth dieses Faktums ungünstiger erscheint. „Trading posts", errichtet hat und dort einen lebhaften Tauschhandel mit den Indianern unterhält. Viele dieser „Posts" sind über tausend Meilen weil von der nächsten Ansiedelung oder Stadt gelegen, und um sie mitNahrungS- Mitteln und Tauschwaaren zu versehen, mußte die Kompagnie sich die„VoyageurS" heranziehen und sie in ihre Dienste nehmen. Tie Reise zu manchen dieser entlegenen Posten an der HudsonSbay oder am Athabaska-See dauert nicht weniger als drei Monate, während welcher man auf keine einzige Ansiedlung stößt und höchstens einsamen Trappern oder Zndianerbanden begegnet. Die weiße Rasse eignet sich kaum für ein derartiges unstätes Leben in den großen ein- samen Regionen des Rupertslandes, und deshalb ist auch die große Masse der„Voyageurs" Atischlinge. Ihre Großväter oder Urgroßväter mögen französisch- kanadische Jäger, ihre Großmütter Squaws- oder Crec-Jndianer gewesen sein. Dazu kam vielleicht noch eine Vermischung mit schottischen Trappern, mit Crow- oder Odschibewa-Jndianern, mit Jrländerinnen und weiß Gott welch' anderen Rassen. In Manitoba hatte ich Gelegenheit, der Abfahrt einer der großen, von Voyageurs geleiteten Verpflegungskarawanen der Hudsonbay-Kompagnie beizuwohnen und das bunte Treiben der stets munteren, stets vergnügungssüchtigen Halfbruds zu beobachten. Schon aus der vorstehenden Genealogie geht hervor, daß die Bezeichnung„Halfbrud" oder„Halbblut" nicht richtig ist, indessen werden in Kanada als„Halfbruds" alle jene bezeichnet, die. überhaupt Jndianerblut in ihren Adern haben, und sollten sie auch Ouadronen oder Okto- vonen sein. Die feine, scharf geprägte Unterscheidung, wie sie bei der Vermischung der weißen und schwarzen Rasse in Louisiana und anderen Golfstaaten herrscht, kennt man hier nicht. Man ist Weißer, Indianer oder Mischling. So zeigte auch die bunte, groteske Menge, welche sich um die Boote und Waarenlager am Red River umherdrängte, die denkbar verschiedensten Hautfarben vom reinen, bleich- qesichtigen, rothbackigen Engländer bis zum dunkelbraunen Vollblut-Crec. Von den vielen Weibern, die in jedem Camp oder jeder Karavane zu finden sind, waren die Mehr- zahl reine Indianerinnen— wobei ich das Wort„rem" leider einzig und allein auf das Jndianerblut, und nicht auf ihr Aeußeres beziehen kann, denn wie ihre Ätammge- nassen südlich der kanadischen Grenze, so sind die Indianer auch hier trotz ihres unausgesetzten Verkehrs mit den ne eeU Lokales. N. Zwei der schwersten Gewitter, wie sie in unseren Breitegraden nur zu den größten Seltenheiten gehörten, mt- luden sich vorgestern Abend zwischen 5 und 8 Uhr über Berlin und Umgegend. Nach den von allen Seiten von Nah und Fem eingelaufenen Meldungen über durch das Gewitter angerichtete Verwüstungen müssen die Gewitter, namentlich das svätere, in einer Breiie von mehreren Meilen von Südwesten nach Nord- osten über unsere Gegend hinwcggezogen sein. Die ersten Mel- düngen über enormen Wasserschaden ttafen aus Potsdam ein, wo am gestrigen Tage gerade Schützenfest war. Der Weg zwischen dem Schützcnplatz und der Sladt war total überschwemmt und jede Verbindung unterbrochen. Entsetzlich wüthete das Unwetter auf den Havelscen, namentlich in der Umgegend von Valentins- werdcr. Die hiesige Schornsteinfeger-Jnnung halte nach dorthin ihre alljährliche Gcwerls-�andparthie gemacht und befanden sich zur Zeit, als das Unwetter losbrach, mehrere Theilnehmer in steinen Ruderbooten auf dem Wasser. Glücklich vermochten sich die meisten zu retten, während einKahn mit 3 Personen, es befanden sich in demselben die Herren Schwingel und hilscher, sowie die Braut des Letzteren, vollständig verschlagen wurde und erst Abends 8 Uhr von anderen Personen aufgefunden werden tonnte. Ue er das Schicksal des Herbergswirths der Innung, Herrn Heise, war man bis gestern Abend 11 Uhr noch völlig im Unklaren; derselbe hatte sich allein in einem Boot auf das Wasser begeben, ist aber nicht wieder zurückgekehrt und auch nicht aufzufinden gewesen. Von der elementaren Heftigkeit, mit der das Gewitter in der Residenz auftrat, vermag man sich nur eine Vorstellung zu machen, wenn gesagt wird, daß die Feuerwehr während des Gewitters allein zehn Mal alar- mirt wurde, in den meisten Fällen zur Beseitigung von Waffersgefahr. Am schlimmsten machte sich dieselbe in einem Hause der lSpandauerstraße Nr. 18 bemerkbar. Die Wassermassen drangen hier mit unaufhaltsamer Gewalt in die Lager- keller der Firma Bennas u. Komp., unter den dort lagernden Tuchen einen Schaden von ca. 5000 M. anrichtend, hier hatte die Feuerwehr beinahe IV, Stunden mit dem Aus- pumpen des Wassers zu thun. Der Fernsprechbetrieb mußte während dieses Gewitters zum ersten Male auf höhere An- Ordnung zur Sicherheit der in den Fernsprechämtern be- schäftigten Beamten vollständig eingestellt werden. Die ganze Atmosphäre war so mit Elektrizität geschwängert, daß wreder- holt beim Aufleuchten der Blitzstrahlen die Klappen in den Vermittelungs-Aemtern heruntersielen, während es gleichzeitig bei den einzelnen Theilnehmern heftig läutetete. Wiederholt find die Spiralen in den Apparaten geschmolzen, ohne daß aber sonst irgend ein größerer Schaden angerichtet worden. In Berlin selbst soll, soweit wir bisher in Erfahrung bringen, der Blitz nirgends zündend eingeschlagen haben. In unmittel- barster Nähe von Erkner dagegen, auf einer zwischen dem Gosen- Kanal und der alten Spree belegenen Insel, schlug der Blitz zündend in ein dort stehendes, einem Bauemgutsbefitzer Schroter gehöriges Wohngebäude, das, ebenso wie die an- grenzenden Scheunen, sofort ein Raub der Flammen wurde. Fünf Personen, die sich in dem Wohngebäudc befanden, wurden vom Blitz betäubt, ohne sonst ernsten Schaden zu nehmen. Infolge der isolirten, ringsum vom Wasser umgebenen Lage des Grundstückes kam Hilfe erst sehr spät, so daß die beiden Gebäude niederbrannten und nur das Vieh aus einem Stall gerettet werden konnte. Der Schlag war ein so heftiger, daß beispielsweise in dem benachbarten Orte Woltersdorfer Schleuse die Erde deutlich wahrnehmbar zitterte. Ueber die Waffersnoth in der Schönhauser Allee geht uns von einem anderen Berichterstatter folgende Schilderung zu: Wie dies stets bei größeren Regengüssen der Fall ist, so haste auch vorgestern Nachmittag wieder die Schönhauser Allee die umfangreichste Ueberschwemmung aufzuweisen. Von der Pappel- Allee bis zur Buchholzersttaße stand das Wasser stellenwerse einen halben Meter hoch und drang mit Macht nicht allein in die Kellerwohnungen, sondern auch in die �lure der Häuser ein. Der Verkehr war vollständig unterbrochen, denn von den dort wohnenden Leuten vermochte Niemand seine Wohnung zu verlassen oder, wenn er sich vorher entfernt hatte, sie zu er- reichen. In nicht geringer Verzweiflung befanden sich die aus Gelchäften oder von der Arbeit heimkehrenden Frauen- und Mädchen, die stundenlang warteten in dem Glauben, das Wasser werde sich allmählich verlaufen, und sich schließlich gezwungen sahen, dasselbe zu durchwaten. Die Einzigen, denen die Ueberschwemmung eine ungeheure Freude bereitete, war die liebe Jugend. Hunderte von Knaben belustigten sich in der Wassermasse, die sich wie ein stattlicher Landsee ausnahm, einige gondelten sogar in Waschfässern hier umher, andere ver- suchten mittels eines kleinen Handwagens Personen vor ihre Behausungen zu schaffen. Der Pferdebahnverkehr war gerade nicht völlig unterbrochen, erlitt aber doch viele Störungen, denn die Wagen, welche die überfluthete Stelle zu pasfiren hatten, kamen mit größerer oder geringerer Verspätung Weißen nicht aus ihrer traditionellen, warmen und behag- lichen Schutzkruste herauszubringen. Der Schmutz sitzt auf ihrem Körper, wie die Schale auf der Schildkröte, und der bekannte Seisenausspruch jenes Gelehrten trifft also hier vollkommen zu. Indessen konnte ich den Indianerinnen am Red River die Schönheit der Körperformen nicht absprechen, wenn ich sie mit den Vertretern des schönen Geschlechts verglich, die ich unter den Kabylen, Beduinen, den Negern und Sudanesen zu Gesicht bekam. Groß, kräftig, mit schwarzen, feurigen Augen; das bronzene, etwas derbknochige Gesicht umrahmt von dichten Strängen rabenschwarzen Haares, lose über ihre Schultern niederfallend. Besonders wohlgeformt zeigten sich in ihrem sommerlichen Deshabills die Mischungsweiber,— in der Grazie und Unweiblichkett ihrer Bewegungen mich lebhast an die Kreolinnen von Martinique und die Golfstaaten erinnernd, an welche schon so mancher Europäer sein Her, und noch mehr verloren. Nicht daß ihre Gesichter besonders schön gewesen wären. Der Hauptreiz dieser leichtherzigen, munteren, sorglosen Ge- schöpfe, in deren Blut die Sinnlichkeit des Indianers mit der Fröhlichkeit und dem Leichtsinn der Französin gepaart zu fein schien, lag in der Geschmeidigkeit und jugendlichen Kraft ihrer Körper, für welche der Franzose in den Worten „Sonplwse" und„Syeltesse" zwei ganz charakteristische Be- Zeichnungen hat. Ihre Bekleidung bestand einfach aus einem blau- und weißgestreiften kurzen Baumwollunterrock und einem buntfarbigen Taschentuch,' das kunstvoll um den Kopf gewunden war. Die älteren Squaws hatten ein solches auch um die Brust gewunden. Die Vollblut-Indianer, welche hier den Dienst als Voyageurs versahen, waren meist junge, kräftige, kupser- farbige Gestalten, mit groben energischen Gesichtszügen, um- rahmt von schwarzen, mit bunten Bändern geschmückten Haarzöpfen. Ihre Tracht ivar in allen„Voyageurs" eigen- thümliche: lederne mit zahlreichen Riemenstteifchen verzierte enge Beinkleider, eine lederne Kapote(eine Art Waffenrock), vorne weit offen und die muskelreiche kupferfarbene Brust zeigend. Um die Lenden trugen sie, statt der den Mischling- Voyageurs eigenthümlichen buntfarbigen Schärpen, breite Lederqürtel, an welchen die sogenannten„ßrebags" oder �euertaschen" hängen, breite flache, mit Perlenstickereien besetzte Taschen zur Ausnahme von Pfeife und Tabak, Stahl uttd Feuerstein. Um ihren gedrungenen Nacken hingen an an. Ein sehr wesentliches Hinderniß für die Pferdebahn bil- beten die zahlreich umherschwimmenden Brückenbohlen. Wie bei ähnlichen Anlässen, so hatte man auch diesmal die stets hilfbereite Feuerwehr requirirt. In der Pappel-Allee sowie in der Buchholzerstraße war die Ueberschwemmung ebenfalls eine ziemlich bedeutende und der Verkehr mehrere Stunden unter- brachen; als aber der Regen aufgehört hatte, verliefen sich die Wassermassen und gegen 8 Uhr Abends waren beide Straßen wieder passtrbar, während die Schönhauser Allee an der be- zeichneten Stelle um 10 Uhr Abends noch in ihrer ganzen Breite unter Wasser stand. In fast allen Häusern, namentlich aber in den Kellern war man bis in die Nacht hinein beschäftigt, die eingedrungenen Wassermaffen auszupumpen oder auszu- schöpfen und die Räume von dem mitgeführten Schmutz und Sand zu reinigen. Der Schaden, welchen einzelne Keller- bewohner erlitten haben, ist ein ziemlich bedeutender; besonders empfindlich ist ein Bäcker bettoffen, dessen Geschäftslokalitäten im Souterrain gelegen sind und trotz aller Vorbeugunasmaß- regeln in kurzer Zeit total überschwemmt waren. Der Schaden dieses Mannes allein soll einige Hundert Mark betragen. g. In der Umgebung von Berlin hat das vorgesttige Gewitter ganz bedeutenden Schaden angerichtet. In heller Verzweiflung waren die Schisser, welche mit Getreide und Mehl auf den Wassersttaßen sich befanden, um ihre Fracht in Berlin zu löschen. Die Mehl- und Getreideladungen haben arg gelitten und konnten nicht durchnäßter sein, wenn sie etne Havarie bestanden haben würden. Der Schaden trisst hier aber die Transport- Versicherungs- Gesellschaften, denn jeder Schiffseigner versichert sowohl Kahn als Ladung.— Bei Spandau war der Hagel in Hühncreigröße gefallen und hat hier in Feld und Flur großen Schaden angcnchtet.— In Dorf Glienicke bei Hermsdorf lag der von Bergen heruntergespülte Sand auf der Chaussee und den Wegen fußhoch.— Der Dampfer, welcher von Valenlinswerder nach Spandau fährt, mußte seine Abfahrt um eine Viertelstunde verzögem, so stark war der Sturm und das Unwetter. Der Regen, welcher auf den offenliegenden Dampfkessel heniiedersttömte, verdunstete mit lautem Gezisch und der Wind schlug die Wasserdämpfe in die Jnnenräume, so daß der Aufenthalt hier ganz unerträglich wurde, aber was half's, draußen auf dem Deck war es noch ungemüthlicher. Die Berliner Kriminalpolizei verbreitet im Interesse der Ermittelung von zwei Verbrechen folgende Mittheilunaen: Am 12. Mai d. I. wurde auf der Piepenburaer Feldmark im Kreise Regenwalde, in einem Wasserloche oie Leiche des 63 jähnaen Viehhändlers Borchard aus Wismar aufgefunden. Borcharo ist am 2. Mai aus Wismar fortgegangen, um in der Nauaarder Gegend Vieh aufzukaufen, und speziell die Märkte in Gülzow und Daber zu besuchen. Er ist in der Nacht vom 2. zum 3. Mai in Osterndorf, am 3. Mai in Brinkenhof, und zuletzt am 4. Mai— Montags— Nachmittags 5 Uhr von Lietzow nach Piepenburg zu gehend gesehen worden. An dem Borchard ist zweifellos ein Raubmord verübt worden. Außer einer größeren Summe Geldes, welche er bei sich trug, fehlten von den Kleidungsstücken desselben ein Paar Halbstiefel, ein hellgrauer wollener Warprock, eine Weste von gleichem Stnffc, ein roth und schwarzes Halstuch, eine schwarze Tuchmütze und von sonstigen Sachen ein Taschenmesser, die Klinge mit„Ost" bezeichnet, ein leichter Rohrstock ohne Zwinge mit nur halber Krücke, wahrscheinlich auch eine Briestasche. Demjenigen, welcher ThatsacheN zur Anzeige bringt, welche zur Entdeckung und Be- sttafuffg des Mörders führen, ist seitensldes Herrn Reaierungs- Präsidenten zu Stettin eine Belohnung von 300 Mark zugesichert. Etwaige Mittheilungen sind dem hiesigen Kriminal- Kommissariat zu machen. In einer höchst mysteriösen Mordsache, die seiner Zeit wegen der Art und Weise ihrer Ausführung bedeutendes Auf- sehen erregte, find neuerdings wieder Erhebungen im Gange, da man glaubt, dem Thäter auf der Spur zu sein. Es be- findet sich bereits eine Frauensperson aus Elberfeld in Haft, die früher als Taucherin, Schlangen- und Löwenbändigerin umhergezogen ist, und die sich zur Zeit des Mordes mit ihrer Gesellschaft in der Nähe des Thatortes befunden hat. Der Fall, um den es sich hier handelt, ist folgender: Am 7. März 1877 wurde im Aaper Walde, etwa eine Meile von Düsseldorf entfernt, nahe der Eisenbahnstation Rath, die kopflose Leiche eines 30 bis 40 Jahre altcu Mannes gefunden und mußte der Mord erst kurz zuvor, etwa in der Nacht, ausgeführt worden sein. Der Kopf ist bis heute noch nicht aufzufinden gewesen und wohl diesem Umstände ist es zuzuschreiben, daß es bisher nicht gelungen ist, die Identität des Ermordeten festzustellen. Es lätzt sich schlußfolgern, daß der Ermordete in nahen Be- Ziehungen zu seinen Mördern stand, da diese, falls es sich um einen einfachen Raubmord an einem fremden Menschen gehandelt hätte, keinen Grund zu der angeführten Verstümmelung ihres Opfers hatten. Daß aber trotz der Verstümmelung die Identität nicht doch noch hat festgestellt werden können und trotz aller seiner Zeit erfolgten Publikationen keine Person als vermißt und den sogenannten Wampum- oder Muschelbändern große schwere Silbermedaillen, eine Art Zndianerorden, die nicht etwa für besondere Dienste verliehen werden, sondern in den Faktoreien der Hudsonbay-Kompagnie gekauft werden können— tont comme chez nous. Es ist nichts als reine Eitelkeit, welche diese leichtsinnigen Indianerseelen dazu treibt, ihr schwererworbenes Geld für derlei Tand auszugeben. Die Häuptlinge und loyalen Krieger unter den Indianer- stämmen der Verein. Staaten sowohl wie jenerKanadas erhalten nämlich für besondere Verdienste von der Regierung silberne oder goldene Medaillen, mit dem Bildniß des jeweiligen Präsidenten oder der Königin geschmückt. Und wie bei uns eitle Menschen sich sogenannte„Orden" kaufen, so auch bei den Rothhäuten. Die MischlingS-„VoyogeurS", welche ich zu Gesicht bekam, waren von kleinerer Statur, und etwas lichterer, mehr ins Kastanienbraune spielender Gesichtsfarbe, als die Voll- blut-Zndianer; ihr rabenschwarzes Haar war wohl eben so lang wie das der letzteren, aber nicht in Zöpfe geflochten. Man findet lange Haare bei den Männern im Nordwesten Amerikas überhaupt sehr häufig— selbst weiße Trapper und Jäger, sogar Offiziere und Generale der Vereinigten Staaten- Armee tragen das Haar lang über die Schultern herab- fallend, ganz wie seiner Zeit die Langobarden oder unsere deutschen Helden, und man muß gestehen, es verleiht ihnen auch heute trotz der modernen Uniform ein viel martiali- scheres Aussehen. Die zwei berühmten Generale Fremont und der unglückliche Custer trugen solch langes Haar. — Die Mehrzahl der Mischling- Voyageurs sind französisch- kanadischen Ursprungs, und die vierfache Ver- Mischung mit verschiedenen Indianer- und der anglo- sächsischen Raffe hat in den meisten Fällen nur gute Früchte gettagen. Sie sind leichtherzig, gastfrei, schlau, ver- schwenderisch, tapfer, ausdauernd, auf Reisen vollständig von ihrem Berufe absorbirt, die vorzüglichsten Schützen und Bootsleute, leisten somit der Hudsonbay-Kompagnie und den anderen Handelsgesellschaften, die ihnen ihre' Waarenzüge anvertrauen müssen, unschätzbare Dienste. Die„Proviant- reisen" der Voyageurs nach den entlegenen FortS könnten eher als gefahrvolle, beschwerliche Expeditionen bezeichnet werden. Die Sommermonate sind hierfür die beste Zeit, und schon im Winter wird in den einzelnen Waarendepots und Forts die für die Reisen erforderliche Zahl„voyagenrs" möglicherweise mit dem Ermordeten als identisch o# wordrn ist, läßt es als nicht unwahrscheinlich erscheineiiZ der letztere vielleicht selbst ein reisender Künstler war, bei' es weiter nicht auffiel, wenn er an Angehörige— solche oder ein festes Heim überhaupt besaß— länge« keine Nachricht gab und er später als verschollen bet« worden ist. Es sprechen für diese Annahme auch versM sonstige Umstände. Es soll sogar neben der Leiche eint für Kunstteisende, der indeß verschwunden ist, gelegen# Die Leiche, welche auch Verletzungen an nicht weiter zu W nenden Körpestheilen hatte, war mit dunkelgraumelittcmU Anzüge, defekten Zugstiefeln und drei Oberhemden, zwei«# und einem bunten, bekleidet, und waren die beiden unteis schmutzig, daß es den Anschein hatte, der Träger habe W neues Hemde über die schmutzigen gezogen, und dürste»' drei noch gamicht gewaschen gewesen fem und seinen O Bestand gebildet haben, da das oberste erst in Düsse W- kauft sein soll. Äöalichenveise läßt sich durch die«f- Verbreitung dieser Notiz nunmehr Näheres über die W des Ermordeten ermitteln, was von hoher Bedeutung% Untersuchung wäre, und find event. Zuschriften an die liw Staatsanwaltschaft in Düsseldorf zu richten. Zu dem Portier eines Hotels in der Charlosteiip kam gestern Vormittag ein Mann in Begleitung einer Fr� person, welche er als seine Braut bezeichnete, sagte, er F Protokollführer Hitze aus Moskau und verlangte auf T 12 Tage ein Zimmer. Nachdem ihm ein solches angesf worden, bestellte er sogleich zwei Beafstcaks. Als nach einer halben Stunde er sich und alsbald darauf auch W' gebliche Braut sich entfernen wollte, wurde sie angehalten? zur Wache sistirt. Auf dem Wege dorthin wurde auch k betroyen und stfttrt. In dem Sistirten wurde der ds wegen Betruges mit Zuchthaus bestrafte, stellenlose K#? Jäckel festgestellt. Da er gänzlich mittellos war und Hotelbesitzer über seine Zahlungsfähigkeit getäuscht und beschädigt hatte, wurde er zur.Haft gebracht. Der Karawanenführer Jderis Kidgca, der W Sudanesen zugleich als Medizinmann, Schlangenbeschwörch Zauberer, wie als Vorbeter thätig ist, neigt sich ab und k den größten Gewaltthaten hin. So war er am Dienstag» förmlich rasend und seinen Kollegen ein gefährlicher nachbar. Er wurde daher am Mittwoch früh nach dem P Bureau zitirt, wo ihm durch einen herbeigemfen-'n Dolus klar gemacht wurde, daß er sich hier in Deutschland un> im Sudan befinde. Als er durch einen Schutzmann o» schwedischen Eisbahn fortgeführt wurde, brachen säifls Sudanesen, Weiber und Männer in ein Klagegeheul rn* Beweis der Guthmüthigkeit, die im Allgemeinen in Z Menschenstamme liegt. Ebenso war die Freude, als« Kidgea nach mehreren Stunden wieder bei der Karanwi*! trat. Er war durch das energische Auftreten„des E®» von Polizei" außerordentlich eingeschüchtert und hat vollst»» Besserung versprochen. g. lieber einen vergrabenen Kriegsschatz von iM der Höhe, dessen Hebung ein Berliner, der Posamentiect Helm R., bewerkstelligen wird, haben wir vor M'« Monaten berichtet. Derselbe soll in 24 mit Gold geD Kanonenrohren bestehen, welche der Kaiser Napoleon im? 1813 nahe der Festung Magdeburg vergraben ließ, ui» selben bei einem beabsichtigten neuen Feldzugc wieder s graben zu lassen. Im Ostooer v. I. war der Besitzer jj Geheimnisses, welcher es von seinem Großvater erfahren« will, nach Magdeburg gereist, um sich zu vergewissern, ihm bezeichnete Stelle noch nicht überbaut worden sei; da nicht der Fall gewesen, so suchte er zu der beabstdj .Hebung des Schatzes' die Genehmigung der Magve» städtischen Behörden nach, welche ihn an den Stadtkois danten verwiesen. Das hat denn auch der scines Erfoh wisse Posamcntier R. gethan. Wie ein Berichterstatter i ist ihm vor Kurzem von dem Kommandanten der t Magdeburg, dem Generalmajor von Clair, die Geneh» zur Anstellung ron Nachgrabungen nach dem Kriegssch« theilt und ihm zugleich ein Finderlohn von 10 pG Werthes des Schatzes zugesichert worden. In dtfj herrschenden Sauregurkenzeit find derartige Berichte n» mit gebührender Vorficht aufzunehmen. R. Eine drastische Eifersuchtsszene spielte sich' Abend in der Fennstraße ab. Ein Verfichcrungsage« mehrere Wochen den heimathlichen Herd behufs Regulrru Hagelschäden verlassen hatte, war, ohne vorher sich zu ziren, zurückgekehrt. Als er sein Heim verschlossen sand,> nahm er eine Promenade, die ihn durch vorgenannte 6 führte' doch wer beschreibt sein Erstaunen, das sich zum? setzen steigerte, als er seine Ehegattin in einer Kalesche einem stadtbekannten Roue fitzen sah. Das verführerische»Jj seiner Gattin, die halbwclttiche Attitüden derselben, von eine auf eine besondere Ehrbarkeit nicht gerade schließe», versetzten den sich für bettogen gehaltenen Ehemann � angeworben. Hunderte von„Halfbreeds" warten auf � Gelegenheit; denn bei der Anwerbung erhalten fiL kleines Handgeld, daß diesen leichtsinnigen, verschwendest!� im Winter dem größten Elend preisgegebenen Ges«� recht ä pro pos kommt. Während des Frühlings erb«» sie auch wohl noch auf Rechnung ihres zukünsts Lohnes weitere Summen, so daß sie zu Begin» Reise schon bis über die Ohren verschulvet J Im Mai oder Juni ist endlich Alles zur Reise M Antoire und Baptiste Pierre und Louis— alle VoÄ im nordwestlichen Kanada hören auf den einen oder a»°5 dieser Namen— nehmen Abschied von ihren_ j bern und Freunden, und unter eigenthümlichen meist in altnormannischer Sprache, fährt die Bootkol � unter Führung eines schottischen oder englischen Gui® Regelmäßig tauchen die zahlreichen Ruderpaare inS dem Tonfall der kanadischen Volkslieder folgend. SM Unterläufen der großen kanadischen Ströme, wie z. � dem unteren Red River oder Saskatschewan ist die~ reise ziemlich einförmig und verhältnißmäßig leicht. Flußbett ist tief in den Prairieboden eingeschnitte»-� Ufer sind gewöhnlich mit üppigem Baumwuchs bedeckt, Aeste sich in den ruhigen Fluthen baden. Nirgend hunderte von Meilen eine Ansiedelung, ausgenomwe» einsame Blockhaus eines Mischling-Trappers oder das (Zelt) einer Zndianerfamilie. Hie und da gleiten ein. stattliche Schwäne über den Fluß, Kraniche trä» auf einem Fuß stehend, an den Ufern und> reiche Wildenten verschwinden in dem Dickicht beim?. nahen der Boote. Nach jeder Stunde wird den eineFrist von etwa lOMinuten gestattet. Mittags wird emey WU LWVW JLV/ X'VUlUiCU iJC|UUU:i. lüliv Halt gemacht, die Boote werden an einer flachen Stt». die Ufer gefahren, und die gewöhnlich aus Pemnrika»� parirtem Büffelfleisch) und Thee bestehende Mahlzeit Dcr�ppetit dieser wilden pitoresken Gesellen ist 9»"� parirtem Büffelfleisch) und Thee bestehende Mahlzeit&1 Der Appetit dieser wilden pitoresken Gesellen ist 9"' glaublich. Kolloffale Quantitäten Pemmikan und Töpfe voll Thee werden mit einem fast thierischo», Hunger verzehrt. Dafür haben sie auch die seltene � schaff, im Nothfalle zwei, drei Tage fasten zu kön»� derlei Eventualitäten sind in dem großen einsame«| keine Seltenheit. 0# inetii> , bei» solche Extase, daß er alles Weitere vergaß, dem Gefährte nach- eilte, in dasselbe sprang und eine Umarmung ausführte, die m nichts weniger, als in der Liebe ihren Ursprung zu haben schien. Der Besitzer hatte während dieser ehelichen Umarmung sein eigenes Geführt meuchlings verlassen, während die Eheleute gleich darauf auch ausstiegen und unter dem Aubel der bei solchen Gelegenheiten sich zahlreich bildenden Menschenmenge nach entgegengesetzter Richtung auseinander gingen. U. Abermals bedecke» zahllose Fischleichen dic Speee-, man hat somit an zuständiger Seite von dem ersten Mißgeschick keine Lehre gezogen. R. Sic translt erlarla man dl. Von einem spekulativen Kaufmann wurde gestern in der Münzstraße ein Wagen zum Verkauf gestellt, auf welchem der Verkäufer folgende Empfehlungskarte in Form einer weithin fichtbaren Tafel an- gebracht hatte:„In diesem Wagen rst der Dr. Strausberg gefahren, als er noch Millionär war. Preis 85 M." Ein unbekannter, ungefähr 40 Jahre alter Mann mit dunkelblonden ipaaten und Backenbart, ausrafirtem Kinn, be- kleidet mit dunkelblauem Tuchjaquet und kleinem schwarzem Filzhut, kam am Ii. ds. Mittags 12'/, Uhr zu dem in der Gartenstr. 67 wohnenden Fuhrherrn E. und gab an, daß er von der Versicherungsgesellschaft Providentia beauftragt sei, das Mobiliar aufzunehmen. E. entgegnete darauf, daß er be- rerts versichert ist und suchte zum Beweise seine in der Kommode »egende Polize hervor. Während des Suchens benutzte der Fremde die Gelegenheit, eine frei auf dem Tische liegende goldene Damenuhr mit langer goldener Halskette im Werth; von 156 M. zu entwenden. Als E. den Diebstahl bemerkte, mr der Fremde bereits verschwunden. d. Der Lehrer von Nieder-Echönwetde, Herr Schleicher, wurde am Dienstag Nachmittag auf dem Köpnicker Kirchhofe !, allen Ehren begraben. Der amtircnde Geistliche rühmte leine Gaben und seine Verdienste um die ihm anvertraut ge- wcsene Jugend. Die Schulkinder sangen am Grabe. V'ele Anwohner von Nieder-Schöuweide waren mit üppigen Blumen- Ivenden erschienen, den Sarg hatte ein Baumschulen- Besitzer reich geschmückt. Sehr sympathisch berührte es, daß eine ganze Anzahl von Frauen englischer Fabrikdirettoren und Werkmeister des Ortes dem Schwiegervater ihres Kollegen die letzte Ehre erwrcsen. Das furchtbare Unwetter, welches das halbe Dach einer in der Gegend belegenen Färbrrei abdeckte, brach erst herein, als das Begräbniß vorüber war. Oerichts-Zeitmtg. Eine eigenartige Anklage wegen Sachbeschädigung -gelangte gestern vor der 94. Äbtheilung des Schöffengerichts zur Verhandlung. Auf der Anklagebank befanden sich der Magistratssekretär P.. dessen 19 jähriger Sohn und der»tnä. xbilol. Sch. Die Anklage stützt sich lediglich auf das Zeugiriß eines Wächters Jeromin, welcher folgendes bekundete: In der Nacht zum 12. März er., als er sich bei seinem Patrouillen- gange dem Hause des Schankwirths Albrccht, Prenzlauer Allee 234, näherte, sah er vor demselben drei Personen an dem Vorgarten stehen, welcher von wildem Wein eingefaßt wird. Er hörte ein Knacken, als---- �'.....'' und da ihm Albrecht bereits der Weinpflanzen geNagt. dächtiaen anzusehen. Er erkannte zunächst die beiden ersten Angeklagten und zwar in höchst verdächtiger Stellung neben dem Stacket stehend. während� der dnite�Angeklagte gleich •w... wv viuic?irigcuuaie gicici)« sam Wache haltend in einiger Entfemung Posta gefaßt hatte. Besonders der Magistratssekretär P. wurde durch das Hinzu- kommen des Wächters in große Verlegenheit gesetzt und um sem Verweilen an dem fraglichen Orte zu begründen, stellte er sich, als habe er soeben ein Bedürfniß befriedigt. In diesem Augenblicke wurde der Wächter von der gegenüberliegenden Seite gerufen, um ein Haus zu öffnen und als er dieses be- sorgt hatte, begab er sich wieder nach dem Albrecht'schen Vor- garten. Die drei Angeklagten hatten sich bereits entfernt, der Wächter bemerkte akr, daß die größte Anzahl der Weinreben böswilligerweise abgebrochen war. Er habe nun seinen Kollegen den Wächter Briesnitz herbeigerufen und Beide hätten Ion» statilt, daß 21 Reben abgebrochen waren. Am folgenden Morgen machte Jeromin den Herrn Albrecht von dem Zer- ftörungswerk und den muthmaßlichen Thätein Mittheilung und dieser war um so eher geneigt, besonders Vater und Sohn für die Thäter zu halten, als der Erstere seine feindliche Gesinnung gegen ihn bereits mehrfach durch Denunziationen bewiesen halte, die an's Polizei-Präfidium gerichtet waren, wenn eine in dem Albrecht'schen Lokale stattgehabte Festlichkeit ihn in seiner Nachtruhe gestört hohen sollte. Im Verhandlungsteimme bestritten alle Angeklagte energisch ihre Schuld und behaupteten, daß sie die Opfer einer gemeinen Jntrigue wären. Allerdings hatte der Wächter sie gesehen und sogar mit ihnen gesprochen; aber das Zusammentreffen hak irgend einen verfänglichen Hintergrund nicht gehabt. Durch einen unparteiischen Zeugen wurde festgestellt, daß Albrecht einig i——-»st einige Zeit nach Eröffnung ves Zauptverfahrens gegen die Angeklagten mit dem Wächter WWW» sich die größte Mühe gab, für seine Klienten die Freisprechung zu erwirken, hielt der Gerichtshof deren Schuld für enviesen und erkannte auf Geldsttafen von respeksive 50, 20 und 10 Mark. Aus den vor den einzelnen Abtheilungen des hie- sigen Amtsgerichts I. schwebenden Exmissionsprozessen, resp. aus den darin geltend gemachten Exmisfionsgründen, geht zur Evidenz hervor, daß für die Hauseigenthümer wieder eine recht gute Zeit im Anrücken ist. Aus den vielm, aus ganz unk- deutenden Ursachen angestrengten Klagen heben wir eine hervor, welche vor einigen tragen zur Verhandlung gelangte. Das Rubrum lautet:„Stiller wider Bach". Der Beklagte Hai im Hause des Klägers, Rathenowerstraße 85, eine größere Woh« nung auf Grund der dekannten Äiethskontrakte inne. Nach§ 6 «er Hausordnung muß die Reinigung der Flurfenster von den Miethern abwechselnd wöchentlich erfolgen, und zieht eine , uuiurajieino wowenincy eriotgcii, unu ziryl cmc firfi cTs)anöIunfl die Exmission mit ihren schweren Folgen nach AWgerßWmm feine@m#ona(We auf bü 9" % strmguna'd-� das Flurfenster der" Betetage in der der An- WM -. �vegrn ioeurdtgung eines Richter« im Amte flanv Gestern der Pensionär, Militär- Invalide Karl Schräder- b e r g aus Köpenick vor den Schranken der Strafkammer des Landgerichts II. Erbittert über den ihm ungünstigen Ausgang eines Zivil-Prozesses ließ sich der Angeklagte dazu hinrcrßen. einen beim Amtsgericht in Köpenick fungirenden Gerichts- Assessor, welcher in zenem Zivil-Prozeßverfahren das amtsrichter- liche Dezernat führte, in Bezug auf seine juristische Oualisikation zu beleidigen. Dies leütere aeMmK nnn Seiten des Anae- klagten mittelst letztere geschah von Seiten des Ange- eines unterm 5. Januar d. F. an den Dirigenten des genannten Gerichts abgesandten Schreibens. Der beleidigte Richter stellte, nachdem er auf amtlichem Wege von dem Inhalt des qu. Schreibens in Kenntniß gesetzt worden war, den Strafantrag gegen Schraderberg, der sich nunmehr beeilte, in devoter Weise Abbitte zu leisten. Im Äudienztermin kkannte sich der Angeklagte als Schreiber jenes Briefes und, indem er ein ärztliches Attest überreichte, in welchem thatsächlich bestätigt wurde, daß er an nervösen Zufällen leide, bat er um milve Beurtheilung seines Vergehens, welches er als einen Akt krankhafter Aufregung darstellte; infolge mehrfacher Verwundungen an einem hier nicht zu bezeichnenden empfindlichen Körpertheil sei er seit dem franzöfi« schen Feldzuge 1870 newenkrank. Der Gerichtshof erachtete für erwiesen, daß der Angeklagte allerdings nerven» leidend sei und rechnete ihm die Folgen seiner That nicht all« zuhoch an; eine völlige Straflosigkeit indessen konnte selbst bei der denkbar mildesten Auffassung der Sachlage dem Angeklagten nicht zugestanden werden, da die Requisiten des§ 51 deS Strafgesetzbuches, welche bei Unzurechnnngsfähigkeit Beein- siussung der freien Willensbesttmmung bei krankhafter Geistes- stöning oder Bewußtlosigkeit die Strafbarkeit einer Handlung ausschließen, nicht vorhanden waren. Der Staatsanwalt hatte 1 Woche Gefängniß beantragt, das Urtheil lautete auf 50 Mk. Geldbuße event. 10 Tage Hast. Herr»r. jar. Fester, der Anwalt des zum Tode ver- urtheilten Julius Lieske, hat die Begründung der von ihm gegen das Urtheil des Schwuracrichtshofes eingelegten Revifionsbeschwcrde abgesandt. Sie stützt sich, wiedie„Frankf. Zeitung" meldet, vornehmlich darauf, daß die Aussagen der schweizer Zeugen, wie die des Schuhmachermeisters Saladin in Basel, verlesen wurden, obgleich dieselben, entgegen den Be< stimmungen unserer Strafprozeßordnung, nicht erdlich abge- geben worden waren. Neben diesen Hauptreviflonsmotiven hat der Anwalt noch eine Reihe weiterer angeführt. Sein Antrag geht dahin, das Urtheil des Schwuraerichts aufzu- heben und eine abermalige Verhandlung des Prozesses anzu- ordnen._ Sonales«nd Arbeiterbewegung. Verzeichniß der Töpfermeistxr, welche den neuen Lohn« tarif bewilligt haben: Schuppmann, Kaiserstr. 31. H. Fuchs, Stcglitzerstt. 67. 31. Henkel, Tempelherrenstraße 10. Unkrott, Moabit. Eisenbeis u. Hausleiter, Charlotten- und Französische Straßen-Ecke. Bomhammel, Rheinsbergerstraße 29. Schöll, Bülowsttaße 36. I. Holpert, Gormannsfabrik. O. Klamann, Neue Friedrichstraße 98. Haal in Schöneberg. Äuskelus, Friedenstt. 23. Dusedam, Rüdcrsdorferstraße 12. E. Brucks, Tempelherrenstraße 23. Ä. Brucks, Prinzenstraße 105. Uhle- mann, Zimmcrstraße 31. Linke, Kochstraße 11. A. JBaatz, Zimmerstraße 45. W. Bothe, Zimmerstraße 54. A. .' �..-fc n* i �* i y»# n o .......... i___ �_________ WWDWW piftw mann, Kirchbachstr. 12. R' Pickenhagen,"Pankstr. Blumenfeld. Leipziger Platz 2. I. Stahlkopf, Uorkstraße 15. Dankbergs, Ofenfabrik, Wilhelmstraße. A.Paul, Gr.Fnedrich- straße 96. L. Weiermüller, Belle-Alliancestr. 68. E. Hoch, Schumannstr. 11. Pawelowsky, Wrangelstr. 53. G. Seldis, Potsdamerstr. 107. I. Hoier, Höchstestr. 31. G. Fink, Lin- denstr. 16. W. Rückert, Besselstr. 5. G. Lange, Weißen- burgerstr. 26. P Kerwert, Schönebergerstr. 28. Grohnert, Andreasstt. 41. Rubin, Mittenwalderstr. 19. Steffen, Werßen- burgerstr. 33. A. Schwarz. Moabit, Ottostt. 6. E. Neste, Friedrichsgracht 28—29. G. Scheffel, Louisenplatz 12. A. Laaß, Pallisadenstt. 7. Hantle, Fruchtstr. 32. H. Kluth, Charlottenburg, Berlinerstt. E. Schmidt, Schulstr. 11, Charlottenburg. L. Will, Mauerstt. 85. C. Kliefert. Pionirstt. 5. O. Titel, Steinstr. 26—28. G. Meinhardt, Friedrichsherg. C. Seiler, Jüdenstr. 38. H. Thiele, Langestr. 87. W. Grund, Charlottenburg. C. Jünger, Loltumstr. 4. G. Wenzel, Loth- ringerstr. 64. F. Gärtner, Charlostenburg, Wilmersdorferstr. Nr. 44. A. Simon, Linkstt. 15. O. Völler, Zossenerstraße 19. F. Müller, Friedenstt. 49. Uereine unb Uersammlungen. br. Im Arbeiter-Bezirksverein für den Osten Berlins hielt am Dienstag der Privat-Dozent Herr Dr. Döring vor einer sehr zahlreichen Versammlung einen höchst interessanten Vorttag über: Die Thatlachen, welche die Naturwissenschaft- liche Welt- und Leben sanschauung begründen." Das erste der beiden das Weltall beherrschenden Grundgesetze, das Gesetz von der Erhaltung des Stoffs, welchem zufolge der vorhandene Stoff immer dagewesen ist und immer da sein wird und sich ebenso wenig vermindern, wie vermehren kann, veranschaulichte der Vortragende durch den Hinweis darauf, daß das Quantum von Phosphor, welches sich an einem Zündhölzchen befindet, beim Verbrennen nicht vernichtet wird, sondern z. B. wenn es auf einem Acker von Jemandem verbrannt wird, als Phosphor- säure in die Ackererde dann in den Roggen, in das Mehl, in das Brod, in die Knochen übergeht und zuletzt in einer Phosphormühle wieder als Phosphor zum Vorschein kommt. Die Herrschaft des zweiten Grundgesetzes, des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft, welchem zufolge die im Weltall waltende Gesammttrast oder Energie bei aller Mannigfaltig- keit der Wirkungsformen, in denen sie aus jeder dieser Formen in jede andere übergehend, zur Erscheinung kommt, demonstnrte er im Hinweis auf ein durch die Hand in Bewegung gesetzes Pendal und dann in der Weise, daß er durch Experi- mente mittelst einer galvanischen Batterie und eines Jnduk- tionsapparates und mittelst eines Apparatszur Zersetzung des Wassers zeigte, wie Wärme, Elektrizität, Magnetismus, Licht, Schall, mechanische Bewegung und chemischer Prozeß nur ver- schiedene Erscheinungsformen einer und derselben Energie find und wie jede dieser Erscheinungsformen in jede andere sich verwandeln läßt. Am Schluß wies er darauf hin, daß nur die auf Beobachtung des Thatsächlichen beruhende und der Herr- schaft der vorgeführten zwei Gnmdgesetze Rechnung ttagende Welt- und Lebensanschauung die allein richtige sein könne. Durch Fragen dazu veranlaßt, legte Herr Dr. Döring noch die Unmöglichkeit eines„Perpetuum mobile" und die zwei Hypo- tbesen var, welche zur Erklärung der sich immer gleichbleibenden Wärme-Energie der Sonne aufgestellt worden sind.— Der nach Schließung der Diskusston erstattete Kassenbericht ükr das zweite Quartal ergab 402,85 Marl Einnahmen und 192,75 M. Ausgaben. Der Vorsitzende theilte dann eine vom Vorstande ausgearbeitete, an den Reichstag gerichtete Petition mit, in welcher der Reichstag ersucht wird, dem von der sozialdemo- kratischen Fraktion eingebrachten Arbeiterschutzgesetzentwurf seine Zustimmung geben zu wollen. Nach kurzer Diskussion wurde die Petition einstimmig angenommen. Darauf folgten Mittheilungen tu Bezug auf die am 19. Juni stattfindenoe Familienpartie nach Grünau. Die Mittheilung des Vorsitzenden, daß aus dem Vergnügungskomitee zwei Mit- glieder ausgeschieden seien, rief eine lebhafte Debatte hervor. — Herr Berger wies darauf hin, daß die sWählerlisten für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen bereits ausliegen.— Der Antrag, für die streikenden Steinträger eine Tellcrsammlung zu veranstalten, wurde, nachdem Herr Hauck(Steinttäacrl für denselben gesprochen, einstimmig angenommen. Als in Beantwortung der dem Fragekasten entnommenen Frage nach der Ursache des unter den Tischlern herschendcn Zwiespalts Herr Tischlermeister Lange äußerte, daß die Herren Stadt- verordneten Goercki und Herold die Tischler Berlins bevor- munden wollen, erhob sich lebhafter Widerspruch. Als dann Herr Berndt erklärte, Herr Rödel habe den Beschluß veranlaßt, daß die Tischler sich um Politik nicht bekümmern sollen, wurde der Lärm so arg, daß der Vorsitzende die Versammlung schloß. Die nächste Versammlung des Vereins wird am 28. Juli statt- finden. M». In der(Dienstags-) Generalversammlung der streikenden Maurer in der„Urania"(Wrangelstraße) theilte der Vorsitzende Herr Bchrend, der auch das Referat über- nommen hatte, mit, daß am Mittivoch Vormittag wieder eine von der Stteik-Ueberwachungskommisston der Meister einbe- rufene Baugeschäftsinhaber- Versammlung stattfinden werde, von der wohl eine Wendung der Dinge kaum zu gewärtigen sein dürfte. Doch scheine dieser Versammlung kein zünftlerischer Charatter gewahrt werden zu sollen, wie der ersten, am 7. dieses Monats; während zur ersten die betreffenden Herren durchweg der Innung mehr oder minder nahe stehende Leute, persönlich eingeladen worden waren und sich durch das Einladungsschreiben legitimiren mußten, genüge diesmal schon die Vorzeigung des Gewerbescheines zur Einlaßfähigkeit. Das sei gut und wäre besser schon bei der ersten Versammlung geschehen, dann wäre es vielleicht eher zu einer Verständigung mit den Gesellen gekommen, als so, wt» die„Zunftmeister" und ihre Freunde„ganz unter sich" gewesen. Auch in jener ersten Versammlung seien Viele zugegen gewesen, die andere Beschlüsse gewünscht hätten, aber den eigentlichen „Machern" gegenüber habe es ihnen an Muth gefehlt.„Es wollte eben keiner seinen Namen hergeben, um eine andere Anficht, als die anscheinend herrschende, laut werden zu lassen." Die„Friedensstörer" seien, so- bemerkte der Redner, gerade die Meister gewesen, als sie den bereits zum größten Theile auf 4 M. 25 Pf. und 4 M. 50 Pf. gestiegenen Lohn wieder auf 4 M. zurückzuschrauben suchten und später jedes Verhandeln mit der Gesellen-Kom- Mission schroff zurückwiesen. Nun müßten die Herren akr auch die Folgen davon tragen,„Schulden" und Verluste seien hüben wie drüben entstanden; nur sei es mit denen der Maurer nicht so schlimm, wie mit jenen so manchen Unter- nehmers. der„vor der Pleite" steht: die Maurer, schon ans Darben gewöhnt, werden ein paar Monate länger darben und ihre Schulden wieder loswerden, aberdie„Bären" der Unternehmer seien verteufelt unbequeme und lästige Bestien.(Heiterkeit.) Ueber den„Trumpf", den die Herren Arbeitgeber mit dem 1. Juli hinsichtlich der Wohnungsmiethen auszuspielen ae- dachten, sei man glücklich hinweggekommen und ebenso werbe es— schlimmsten Falls— am 1. August gehen. Die Ber» liner Hauswirtbe seien eben leine Würgengel und Kannibalen, sondern Leute, die sich in das Unvermeidliche zu schicken wissen. Auch erkannte der Redner wieder die im Ganzen lobenswerthe Haltung der Tagespresse gegenüber dem Mamerstteik an- freilich laufe dabei bei manchen Organen und Parteien viel „Speck" mit unter,„womit man Mäuse fängt." Doch seien die Berliner Maurer eine zu gewitzte Gattung von Mäusen, die hinter dem Speck auch die Mäusefalle nicht übersehen. An der Diskussion betheiligten sich besonders die Herren Scheel, Nie olai, Peter und mehrere Andere. Be- sonders kennzeichnete Herr Nicolai, unter stürmischem Beifall der Versammlung, die gedrückte wirthschaftliche Lage der Ar- beiterklasse im Allgemeinen und erklärte die Sache der Maurer für die Sache aller Arbeiter, die um keinen Preis dulden und etwa— durch Mangel an Opferwilligkeit— dazu beitragen dürften, daß beim jetzigen Maurersttetk die vom Hunger be» siegte Arbeit unterliege.— Nachdem noch einige Redner über ' jetzt plötzlich bemerkbar werdende Gemüthlichkeit und Popularitätssucht vieler Meister hingewiesen und bemerkt hatte, daß es den Maurergesellen liekr wäre, wenn man ihnen den zum Lebensunterhalt ausreichenden Lohn zahlen möchte, an- statt sie mit so ausgezeichneter Gemüthlichkeit zu imponiren, die doch nur von sehr kurzer Dauer sein werde, schloß der Vor- fitzende mit einem Hoch auf den baldigen Sieg die Ver- sammlung. Der Fachverein der Rohrleger hielt am Sonntag Vor»> mittag im Lokale von Wolf und Krüger, Skalitzerstt. 126, eine außerordentliche Generalversammlung ah, in welcher der Kassen« bericht erstattet wurde. Ferner wurde das neue Statut, be- treffend die Unterstützung der Mitglieder, besprochen und ange» nommen. Hierauf wurde eine Tellersammluna zu Gunsten der streikenden Maurer veranstaltet, welche 11 Mk. 70 Pf. ergab. Zu dieser Summe wurden noch 20 Mk. aus der Vereinskasse bewilligt und die Gesammtsumme von 31 Mk. 70 Pf. dem Komitee der streikenden Maurer übermittelt. Die Generalversammlung der Buchbinder und ver» wandten Berufsgenossen, welche am Montag, 13. Juli, tagte, war zahlreich besucht und hatte eine für die Interessenten wich» tige Tagesordnung zu erledigen. Besonders war der Bericht der Lohnkommission für die Oeffentlichkeit von hohem Interesse, indem tn demselben einerseits die Siege, welche in den Streiks »Y X>1 1 1y yy.. I......... i f........_ fPL M Y i bei Mannheim u. Stein errungen, Erwähnung fanden, anderer» seits jedoch die Humanität gewisser Prinzipale der Buchbinderei und Albumfabrikation in recht zweifelhaftem Lichte erschien. Es wurden durch den Vorsitzenden der Lohnkommisston auch Handlungsweisen gewisser Arbeiter der Branche zu Tage ge- fördert, die recht bezeichnend für diese waren. Es sei hier nur erwähnt, daß auch in Betreff einer„Erklärung" des Herrn Kresse durch seine unterzeichneten Arbeiter, welche tn der„Volkszeitung" Aufnahme fand, die Lohnkommisston nicht unterließ, oieselbe zu widerlegen. Die Versammlung war von den egoisti- schen und wahrhettswidrigen Angaben vorgenannten Artikels überzeugt. Eine zweite Versammlung von Maurermeistern und Inhabern von Baugeschäftcn, von etwas über 300 Personen besucht, und vom Maurermeister Brettschneider im Auftrage der „Meister-Kommisston zur Uekrivachung der Streikbewegung" einberufen, tagte gestern, Mittwoch Vormittag, im Buggen Hagen- schen Lokale am Moritzplatz unter Leitung des Herrn Brett- schneider. Dem von der Staatsb.-Ztg." über die gepflogenen Verhaiidlungen gebrachten Berichte entnehmen wir Folgendes: Maurermeister 3lrans: Es sind noch viel friedfertige Gesellen da, die geschützt werden müssen, und die Kommisston zur Ueber- wachung der Streikbewegung ist deshalb zu dem Beschlüsse gekommen, eknso wie die Etreikkommisfion der Gesellen, Stteikkarten auszugeben, die besonders im Winter ihre Schuldigkeit thun werden. Diese Karte soll gegeben werden an solche Gesellen, welche die Arbeit nicht eingestellt haben, und auch an solche, welche jetzt die Arbeit aufnehmen werden. Die Karte, in Vifitenkartenformat, von hellgelbem Kartenpapier, hat folgenden Vordruck:„Dem Mauretaesellen... Buch Nr.... wird hiermit bescheinigt, daß derselbe auf Grund des Meister- beschluffes vom 7. Juli 1885 die Arbeit wieder aufgenommen hat und wird den Herren Kollegen zur Weiteranstellung ange- legentlichst empfohlen. Unterschrift..." Diese Karten werden im Bureau des Bundes ausgegeben und von der Meisterkom- Mission unterzeichnet, um einen Mißbrauch derselben zu ver- hindern. Derselbe Redner bemerkte weiter, daß der etwas schwächere Besuch der Versammlung wohl daraus resultire, daß viele Meister die Pause, welche der Streik hervorgerufen, zu Reisen benutzen. Ganz richtig ist das nicht, es ist vielmehr Pflicht aller Meister, mit allen Mitteln diesen frivolen Streik zu bekämpfen!! Baumeister Felisch(Redakteur der„Bauge- werks-Zeitung") als Referent: Vier Wochen schon dauert dieser Streik, wie er sich entwickelt hat, brauche ick Ihnen wohl nicht auszuführen. Wenn die Gesellen es sich zur Aufgabe gestellt haben, nur zu aibeiten für einen bestimmten Preis, so ist dies ihrMecht nach der Gewerbeordnung. Daß sie sich gerade die jetzige Bausaison ausgesucht haben, um den Lohn um-a Prozent zu erhöhen, war von den Gesellen vielleicht klug, aber nicht recht, weil sie sich selbst sagen mußten, daß die Meister ohne eigene erhebliche Verluste du-se-o Prozent nicht zahlen konnten. Ein dunkler Punkt ist aber Oer, daß die Gesellen ansingen, die ruhigen und andersdenkenden Gesellen von der 3irbeit abzuhalten, und wie haben sie sie abgehalten! Ganze Banden von Knüttelhelden sind umher- gegangen, um diejenigen Familienväter, welche ihre Kinde nicht hungern lassen wollten, zurückzuschreeken.(Diese Banden eristiren wohl nur in der Phantasie des Redners?, Ganze Bauten find geschädigt, Menschenleben in Gefahr gebracht wor- den dadurch, daß nächtlicherweile auf den Bauten, wo welche arbeiteteten, die Stricke an den Rüstungen durchschnitten wur- den(??). Welch namenloses Unglück konnte dadurch herbei- geführt werden!(Klingt allerdings recht gruselig, und das „Gruseligmachen" scheint der Herr gut zu verstehen.) Der Polizei rst es nicht immer möglich gewesen, diesem Unwesen energisch entgegenzutreten.(Weil sie nicht so von Gespenster- furcht ergriffen ist, wie es der Redner zu sein scheint.) Wenn jedem Gesellen freier Wille gelaffen worden wäre, Sie können es glauben, drei Viertel aller Gesellen hätten die Arbert schon wieder aufgenommen. Die Führer der Gesellen betonen zwar immer, daß jeder Geselle seinen freien Willen habe — ja wohl, wenn er aber etwas anderes thut, dann geht es ihm schlecht,(y. So ist".......""" anders bezeichnen— nun — ich kann es nicht hon seit 4 Wochen bei uns eingezogen. Wie von höherer stelle kund gegeben, wird für die jetzige und kommende Zeit die Polizei aber energische Sorge dafür tragen, daß der ruhige und friedliche Arbeiter auch ruhig ar- beiten kann. Durch den Streik find 50—80000 Personen aller Branchen, die im Bauwesen Beschäftigung finden, brodlos ge- worden. Redner bespricht weiter die Versammlung der Ge- sellen und behauptet auch hier, daß durch die Untergrabung ber Autorität der Meister in der Folge die Autorität des Staates erschüttert wird.(V?) Tieftraurig ist es, daß durch die geflissentliche Untergrabung der Autorität der M-rster es so weit gekommen ist, daß ein Verkehr mit den Gesellen immer ""' Der§ 153 der Gewerbeordnunc schwieriger wird. Der§ 153 der Gewerbeordnung wird um- gangen und indirekt sogar dazu aufgefordert, ihn nicht zu respektiren. Durch Aufstellung eines gleichen Lohnsatzes nnrd nur der Unfriede unter den Gesellen gesäet, denn der tüchtige Geselle wird niemals ruhig mitansehen können, wenn er nur ebenso bezahlt wird, als der untüchtige.(Verlangt ja'auch Niemand.) Relerent resümirt fich zum Schluß folgendermaßen: 1) Tüchtige Gesellen werden bei uns auf dauernde Arbeit rechnen können und bald auch mehr als 4 Mark pro Tag verdienen.(Wie nett.) 2) Jeder Arbeiter wird auf unseren Bauten gegen persönlich» Angriffe vollständig geschützt sein.>1!) 3) Verhandeln werden wir gern und zu jeder Zeit mit unseren Gesellen, aber memalS mit ernem Gesellenkomitee.(Lebhafter Beifall. Auf Aufforde- rung des Vorfitzenden erhebt fich die Versammlung von ihren t(ätzen.) In der Diskussion griff zunächst der Ingenieur und rchitekt Scharrath das Wort, der fich für Vermittelung aus- sprach und d'r Berechnung aufstellte, daß der Maurerlohn in Unruhe. Als Redner auf die gemeinschaftliche Kömmlsfions- fitzung der Gesellen und schließlich auf das Submisstonswesen, daß.in Hauptkrebsschaden im Baugewerbe bedeute, näher ein- gehen will, wird er durch Schluß- und Zwischenrufe lebhaft unterbrochen und zieht fich deshalb zurück.«Man wollte dre Wahrheit nicht hören.) Maurermeister Arans erklärt, daß die Kommisston zur Ueberwachung des Streiks ihre Arbeiten mit Beendigung des Streiks nicht als beendet betrachtet und auch den Auswüchsen des Sudmisfionswesens ihre Aufmerksamkeit schenken werde; die Lohnfrage, so wichtig sie auch sei, ist jetzt hinter der prinzipiellen zurückgetreten, daß man mit einem Gesellen-Komitee nicht uuterhandeln kann.(Vielleicht wird man es müssen). Die Versammlung nahm darauf mit allen gegen 1 Stimme folgende Resolution an:„Die heute im Buggenhagen'schen Saal versammelten Inhaber»on Bauge- chäften beschließen: dem Vorgehen der streikenden Maurer- genüber an ihrer Resolution vom 7. Juli auch ferner gesellen gegenüb daß gegen- JRach Schluß festzuhalten." Mitgetheilt wurde vom Bureau, wärtig bereits 22(M Gesellen beschäftigt werden. der Versamnilung meldete fich auch noch Maurermeister Rabitz mit ferneren 24 Gesellen, die er zur Zeit beschäftigt. Die Volksversammlung, welche zu Dienstag Abend nach dem Restaurant Sanssouci in der Kottbuserstraße einberufen war und auf deren Tagesordnung ein Vortrag über den Maurerstreik und die öffentliche Memung stand, ist auf Grund des§ 9 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 verboten worden. Sine Versammlung für Arbeiterinnen in der Flanell- und Fancy- Hosen- Branche findet am Freitag, den 17. Juli, Abends 8 Uhr, bei Herrn Fey, Brunncnstr. 140, statt, worauf wir besonders aufmerksam machen.(Siehe morgen Inserat.) der Dachdecker Berlins und >en 16. d. Mts., Abends 8 Uhr, 31 bei Weick. Tagesordnung: 1. Wie verhalten fich die Dachdecker gegenüber der allgemeinen Arbeiterbewegung. Referent: A- Weber. 2. Berathung über Vereinsgelegenbeiten. 3. Beschlußfassung über die Landpartie. Es werden alle Dachdecker ersucht, recht zahlreich zu er- scheinen. Zwei öffentliche Vrrsammlungen der Maler und Be- rufsgenossen. Die erste tagt am Sonntag den 19. Juli, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstrafe 77—79- Tagesordnung: 1.„Welche Lehren ziehen die Maler Berlins aus dem Streik der Berliner Maurer?" Referent: Herr Reg.-Bau- meister a. D. Keßler. 2. Diskussion. Verschiedenes. Die zweite Versammlung findet am Mittwoch, den 22. Juli, in demselben Lokale statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Petition an den Reichstag, betreffend den Arbeiterschutzgesetz- Entwurf. 2. Wie verhalten sich die Maler und Berufsgcnossen Berlins zu dem Streik der Leipziger Kollegen? Der wichtigen Tagesordnungen wegen ist es Ehrensache aller Maler und Berufsgenoffen, in beiden Versanimlungen zahlreich zu er- scheinen. Der Arbeiterinnen- Verein hält seine nächste Vereins- Versammlung am Donnerstag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstt. 77—79, ab. Auf der Tages-Ordnung steht: Vortrag des Herrn Dr. med. Gcrlach über:„Gesundheitsgemäße Ernährung bei fitzender Lebensweise." Ausforderung! Die zur Prüfung der Angelegenheit des Drechslers Herrn Jul. Müller kontra Schmädicke gewählte Kommisston ersucht alle Diejenigen, welche Entlastungs- oder Belastungsmaterial in Händen haben, ebenso die ehemaligen Mitglieder der Lohnkommisfion der Drechsler und der Streik- kommisfion der Knopfmachcr das betreffende Material der unterzeichneten Kommisfion so schnell als möglich schriftlich zuzu- senden. Julius Kreutz, Skalitzerstr. 28, Werner, Manteuffel- straße 71, Tabert, Koppenstr. 22a,®. Schulz, Wienerstr. 11, Kratzmann, Bergstr. 13. Hriefkaste« der Redaktion. Schuhmacher X. U. Z. Die Reinigung von weißem g r?, SR. I. Forevsis heißt zum Justizwesen gehörig, also „gerichtlich"; Forense heißt aber auch Jemand, der m der Ge. markunr"— S ag rtung einer Ortschaft Grundstücke befitzt, ohne zur Gemeinde gehören, also„Auswärtiger, Fremder". 2. Ter erste Oster- 1855 fiel auf den 8. April. | fiel auf Abonnent in W. Der Flächeninhalt Braunschweigs be- trägt 3690,43 Quadratkilometer. Nach der Zählung vom 1. Dezember 1880 hatte das Herzogthum 349367 Einwohner. P. 98., Rüdersdorferstr. Der Spruch bedeutet ungi; fähr soviel wie:„Wer sich muthwillig in Gefahr begicbt, low» darin um." Er ist übrigens sehr selten. Der wahre Jakob. Anonyme Zuschriften berücksichtig wir nicht. II Zwei Wettende, Plattdeutsche. Bei dem großen W burger Brande im Jahre 1842 haben 51 Menschen rbr verloren und etwa 20,000 wurden obdachlos. Der Gesawot schaden wurde auf 90 Millionen Mark veranschlagt. A. G., Wienerstraße. Im Jahre 1884 find 143 586,# Jahre 1883 166119 und 1882 192 869 Personen aus Deutschen Reiche ausgewandert. Wilhelm Z., Schlosser. Rio de Janeiro hat res 350 000, Valparaiso 95000 Einwohner. L. M.... t, Laufitzer Platz. Gegen das W«fJ oder Reißen des Hotzes wird beispielsweise m Sardinien% ebenso einfaches wie erprobtes Mittel das Jmprägniren der? verarbeitenden Holzslücke mit übersättigter Kochsalzlösung � gewendet. Holzstücke, die z. B. zu Wagenrädern verarM» werden sollen, werden etwa acht Tage in übersättigte# lösung gelegt; dieselben sollen dann weder durch Sonnend? noch durch andere Temperatureinflüsse leiden. Alter Abonnent. Wenn Jemand wegen eines Mords eines darauf folgenden Diebstahls und einer KörperverletzZ Staats angeklagt ist, so muß der Staatsanwalt wegen des Mor* die Todessttafe und wegen der anderen Vergehen entspreche� Strafen beantragen. Wird der Angeklagte vom Verdacht% Mordes durch dre Geschworenen freigesprochen, so tritt die v sttafung der anderen Verbrechen ein. Ebenso ist es mit% Urtheil, welches für jede Strafthat besonders gefällt rowj muß. Die Todesstrafe kann duich Gnadenakt in Zuchthde strafe venvandelt werden, und eine schließliche Begnadigung nicht ausgeschlossen. Dann find die späteren Vergehen ff zu verbüßen, und die erkannten Strafen treten dann in' Recht. L. M. Lindenstr. Nicht Professor Dr. Virchow fort* Herrn von Bismarck, sondern dieser umgekehrt jenen zum Dz Professor Virchow hatte die Wahrheitsliebe des Minister»* denten angezweifelt, das Abgeordnetenhaus verbot ihm j lustig erklären, also auch nicht aus der Kasse ausschlin Wenn Sie die Kasse gerichtlich belangen wollen, müssen J den Zentral Vorstand verklagen. Selbstverständlich müssen- diesen davon vorher benachnchten, daß Ihnen der hiesige vorstand das Krankengeld nicht auszahlen will und beantr« daß der Zentral-Vorstand den Ortskassirer anweist, Jhnenz Geld auszuzahlen. Erst dann, wenn Sie auch vom Zensj Vorstand abgewiesen werden, können Sie diesen vcrklaj Besteht in der Kasse neben den Vorstand noch ein AusM bei welchem Beschwerden gegen den Vorstand anzubiingenff so müssen Sie vor Einreichung de-- Klage auch bei dem" schuß Ihre Beschwerde vorgebracht haben. Ballm., Veteranenstr. 28. Der betreffende Herr u"* Adalbeittstr. 66. Kleine Mittheilungen. Posen, 14. Juli. Dem..Oredownik" zufolge fin*/ . den in in Kerlin streikenden Maurern eine ganze AnzaV j die Provinz Posen eingewandert und haben, namentli» ! kleinen Städten, sofort Arbeit gefunden. Weater. Belle-Alltance-Theater. Heute: Der Mienbudiker. Neues Kriedrich-Wtlhelmstädtisches Theater. roßmogul. Heute: Der Großmoi Ostend-Theater. Heute: Geschiedene Frauen. Am Dienstag, den 14. d. Mts., verschied mein lieber Mann und unser lieber Vater und Großvater, der Zim- mermann Karl Wnlkau, welches wir hiermit allen Kameraden und Freunden des Verstorbenen zur Kenntniß | bringen. Um stilles Beileid bitten Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 3 Uhr auf dem Kirchhofe der freireligiösen Gemeinde in der Pappellallee von der Wollinersttaße Nr. 5 aus statt. 1627 Arbeitsmarkl. Ein Mädchen, welches das Wickelmachen erlernen möchte, i zu erfragen Reinickendorferstraße 69, Hof pari., bei Heimf Roh-Talrnk. Preiswerthe Sumatta-Decken von 160—460 Pf., billiger Brasil, ä 75 Pf., Rebttt prima Umblatt& 65 Pf., wie Einlege . 58 if.-w-fchl-n.„„.Ji':-4 C., Alexanderstraße 38. Kld.-Kez.-VtM» s. d. Ostc» Kerim. Grosse Familien• Landpartie nach Grünau August Herold H Berlin SO., 113 Skalitzerstr asse 113. MM-, Spiegel und PolstervialUM Magazin Eigene Fabrik. Solide Preise. Prompte Bedienung am Sonntag, den 19. Jul». Mahrt vom Görlrtzer Bahnhof Morgens präzise 7 Uhr 15 Mmuten. Billets 585 Pf. find bei Meyer. Fruchtstraße 36a, Bömer, Markus- straße 35a Hl., und Schulz, Friedenstraße 72. zu haben. Da für Vergnügen und Ueberraschungen aller Art bestens gesorgt ist, so bittet um recht rege Betheiligung der Mitglieder als auch Gäste[1626 Das Vergnügungs-Komitee. Große Versammlung der SchukidkiMtiftkl».-Gesellt» Dtrlins heute Donnerstag, den 16. Juli er., Abends 8'/, Uhr, in Jordan's Salon, Nene Grünstratze 28. Tagesordnung: Die Herberge und der Arbeitsnachweis der Schneider und Mittheilungen über die letzte Quartalsstyung der Meister- innUSu zahlreichem Besuch ladet ein Die Arbeitsnachwets-Kommtsston der Schneider. Zu einem freundl. möbl. Zimmer(Eing. v. Flur) wird ein «-I. 3*. 17. Kür die streikenden Maurer find abgeliefert worden: Vom Fachvercin der Tischler 100 Mark und von den Zimmer- leuten Berlins 500 Mark. Die Streikkommisston der Berliner Maurer. _ I.A.: F. Wille. H. Schulz. Merne Cigarren-, Cigaretten-, Rauch-, Ka»' k Schnupftabak-Handlung empfehle allen Freunden kannten. Petition an den Reichstag, Arbellerschuvgese»..s lregt zur Unterschrift aus.». Bernsieln, Bergstr»" an der Jnvalidenstraße. en gros. Cigarren- n. Tabak-Hancüuiig � Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40 strühere„Linde.") Import echter auvnnna, Lager aller Sorten Itunch- und Schnupftabak*- Seirt) afforttrtrt Lager ecvt türttscher, rusfischer und amerikanische? ktgarretten and Tabake- Echt Norobäuser Kautabak. Verantwortlicher Redakteur R. Kronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW„ Beuthsftaße 2. 4]