Nr. 171. Balber ißftrafe Berl Büchern Jung v e Au en und elte fid . Eine Der Aue orgenen uch ents ehr und ft noch Widers in der da ihm r einen andere n gleich Bicht ge me der die Er ich 1885 521 am och ver eit aud 22 Cr ifterrath uftreten desfälle Arbeiter hiefigen dafelbft Bendzyl n zogen Bt, joll rs ent m Che fprochen verwan mat, dem ie" der Tements wie der trer aus Tage ten ihn Commen En Tags En Bau nicht. ung ge willens Meifter Berlin elegenen Frevler befind and alle re lan rer oder aftwirth anntwein gen den ne recht rbotenen t werde te Lotal izeilichen och Cen die von anntwein iger al it einer teftatut er Gaft Fanderen Betränken Tes ab bniß if dlungen Sie an der Er Tag vers 1. 700 2 ht ifchen tems n/ diaft Teblatt" Sonnabend, den 25. Juli 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt trichetat täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Sostabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Redaktion: Beuthstraße 2. – f. Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. Der heutigen Nummer liegt für unsere auswärtigen auf der Grundlage einer gegenseitigen Verständigung zu Abonnenten die Nummer 34 des Jlustrirtes Sonntagsblatt" bei. Der große Berliner Streik. Unter diefer Ueberschrift macht ein Leitartikel die Rende durch die Presse, den wir auch in einem liberalen Blatte finden und den wir unseren Lesern mittheilen wol len, da derselbe von einer Seite geschrieben ist und ver breitet wird, die im Allgemeinen mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit vor den Arbeitern selbst keinen Bestand hat. Deshalb aber dürften die in dem Artikel ausgesprochenen Ansichten um so mehr ins Gewicht fallen. Hören wir also den interessanten Artikel, dem auch die übrige Berliner Presse Beherzigung schenken möge und den wir besonders auch den Berliner Bau- und Maurermeistern zur Lektüre hiermit empfehlen. Der Artikel lautet also: Stande kommen wird. Die Abneigung gegen eine gemeinsame Verhandlung ist diesmal auf der Seite der Arbeitgeber zu suchen, die sich zu diesem Standpunkte wiederholt ausdrücklich betannt haben, während die Arbeiter umgekehrt diesen Wunsch besonders betonten und, als sie damit abgewiesen waren, eben dies für die Agitation möglichst verwertheten. Die Erklärung dafür, warum die Maurermeister diesen ablehnen den Standpunkt einnehmen, ist jetzt erst, spät genug, erfolgt und dürftiger ausfallen, als man vermuthen konnte. Die Arbeitsherren wollen mit den Vertretern der Arbeiter des halb nicht verhandeln, weil Abmachungen, die sie früher mit solchen Organen der Arbeiter getroffen haben, nicht daran hinderten, daß späterhin die Forderungen von neuem gesteigert wurden. Wer nehme denn aber, zumal in Berlin, nicht wahr, daß die Bestreitung der Lebensbedürfnisse sich der Lebensbedürfnisse sich immer weiter vertheuert und auch in den legten Jahren wieder theurer geworden ist? Und ist es auf einmal eine leere Fabel, daß die Zölle auf die unmittelbaren Lebensbedürfnisse, Nahrungsmittel, Beleuchtung 2c. eine Steigerung der Preise verursacht haben? Den Verlauf des Streits der Berliner Maurer zu verfolgen, liegt auch außerhalb Berlins ein bringendes Interesse schon aus dem Grunde vor, weil der Streik eine ben wirthschaftlichen Verhältnissen der Gegenwart allgemein eigenthümliche Erscheinung geworden ist. Gerade in allerneuester Beit aber sind so sehr oft Arbeitseinstellungen Der Lohn, der von den Arbeitern gefordert wird, bes eingetreten, daß bei den Gefahren, die hiermit nicht nur für läuft sich auf 5 Mark für den Arbeitstag; wenn das Jahr die davon unmittelbar berührten, sondern auch für weitere Kreise, für die Kommunen, in deren Bereich sich diese Er auf 250 Arbeitstage für den Maurer veranschlagt wirdeignisse abspielen, für die ganze Nation, ja für die Gesell, diese Annahme wird allgemein als begründet angesehen fchaft überhaupt verbunden sind, es doppelt wichtig ist, die ergiebt sich ein Jahreslohn von 1250 M. Erfahrungen in dem einen Falle im Interesse späterer Fälle Berliner Maurers mit Frau und zwei Kindern, den wir 34 verwerthen. Der Uebelstand, der in dem Streit der Berliner Maurer wieder am fühlbarsten sich geltend macht, ist der, daß während der mehr als vier Wochen seit dem Ausbruch bes Streifs noch keine gemeinsame Verhand ( Nun bringt der Artikel einen Haushaltsplan eines vor einigen Tagrn bereits unter Lokales" gebracht hatten, und wobei der Artikelschreiber zu dem Resultate kommt, daß, wenn die Familie noch so bescheiden lebe, fie jährlich zirka 1395 Mark zur Nahrung, Kleidung, Wohnung, Sieuern, hätigkeit und Entwidelung zuwider auf den Arbeitsmartt getrieben werden. Es soll hiermit nicht gesagt sein, daß die Arbeitgeber unter allen Umständen diese Forderungen der Arbeiter zu erfüllen vermögen; es ist das ja eine der Thatsachen, welche die mit unseren wirthschaftlichen Zuständen verknüpften Schwierigkeiten am grellsten beleuchten, daß die Arbeitgeber zuweilen auch diejenigen Ansprüche der Arbeiter nicht bes friedigen fönnen, die sie gern erfüllen möchten. Wer die einzelnen Anfäße des Arbeiteretats, der unseren Lesern noch bekannt sein wird, kontrolirt, wird aber zugestehen müſſen, daß unberechtigt hohe Biffern darin nicht enthalten sind; Menschen aus der befißenden Klasse, der doch die Bauherren angehören, müssen ehrlicher Weise vielmehr die Niedrigkeit mancher Biffer bewundern. Da es sich hiernach vielleicht um schwer erfüllbare, aber darum doch nicht an sich übertriebene Forderungen der Arbeiter handelt, ist das Verhalten der Arbeit. geber, jede gemeinsame Verhandlung abzulehnen, zu verurtheilen. Wenigstens der Versuch mußte von ihnen gemacht werden, die Arbeiter davon zu überzeugen, daß sich unter den heutigen Verhältnissen ihre Ansprüche nicht befriedigen lassen. Ein Theil der Arbeiter wäre solchen Vorstellungen gewiß zugänglich gewesen und jedenfalls wäre, wenn Arbeiter und Arbeitgeber auf gemeinsamem Boden verhandelt hätten, auf diesem jene Verbitterung nicht emporgewuchert, welche wir heute die Versammlungen der Arbeiter beherrschen sehen. Für eine so große und so rasch zu dieser Größe angewachsene Stadt wie Berlin, in der ohnehin so viele ihre Existenz nur unter den härtesten Schwierigkeiten behaupten, in der die intensive Verschärfung der Konkurrenz, der hier besonders kraß zu Tage tretende Gegensatz zwischen dem Luxus der Reichen und der Nothdurft der Armen peinliche soziale Bustände schafft, ist es unter solchen Verhältnissen, wenn auch nicht Lung zwischen den beiden Parteien statt. Krankenkassen beitrag, Reinigung, Bildung u. f. w. gebrauche. für den Augenblick eine nicht zu unterschäßende Gefahr, gefunden hat, während die Wohlfahrt der Allgemein- Dann heißt es im Artikel weiter:) Bei einem durchschnittlichen Jahreslohn von 1250 M. viele Tausende von Arbeitern in heftiger Erbitterung gegen welchen Theil der besitzenden Klassen auch immer erfüllt zu Die Gesellschaft also hätte allen mit der Haltung der Arbeitgeber, die von vornherein jedes versöhnlichen Charakters entkleidet war, unzufrieden zu sein. ferungsklassen es erheischte, daß Arbeiter und Arbeitgeber ergiebt sich also ein Defizit von 145 M., welches durch wissen. einen gemeinsamen Boden gegeben sähen, auf dem sich Ver- Nebenverdienste des Mannes felber oder der Familie zu handlungen wegen des Arbeitslohnes führen ließen. becken wäre. Die Thätigkeit der letzteren mag sogar dem Die Arbeitgeber faffen für sich in ihren Versammlungen Etat in manchen Fällen zu einem Ueberschusse verhelfen, das Beschlüsse und Refolutionen, die beinahe täglichen Versamm kommt aber nicht in Betracht angesichts des wohlbegrünInngen der Arbeiter tragen ebenfalls einen solchen exklusiven deten nationalökonomischen Sages, daß der Lohn des ArWeise eine Versöhnung der Geister nicht erhofft werden fichts der wirthschaftlichen und gesell werden, daß gerade diese Handwerker in der Gründerzeit die Sharakter an sich. Es versteht sich von selbst, daß auf diese beiters die Existenz seiner Familie decken solle und anges wältigung des schwächeren Theiles durch den stärkeren der Arbeiter durch die Arbeitgeber oder umgekehrt Ragbrud verboten.] 11] Feuilleton. Das Mormonenmädchen. Amerikanische Erzählung Don Balduin Möllhausen. ( Fortsetzung.) mit verknüpft sind, wenn Frau und Kinder nicht der ihnen von der Natur vorgeschriebenen Jahren, zeigte nämlich das entzückende Bild unschuldvoller, eben erschlossener Jungfräulichkeit, die, auf der äußersten Grenze des Kindesalters angelangt, schüchtern und befangen über jene Grenze hinüberblickt. Ihre Gesichtszüge hatten nur edle Formen und Linien, dabei jene üppige Fülle und Bartheit, wie sie gewöhnlich nur ber zartesten Jugend eigenthümlich; doch vermißte man den Ausdruck schalkhafter Fröhlichkeit, der so häufig aus den Kinderjahren, auf längere oder fürzere 3eit, mit in das reifere Alter hinübergenommen wird. Ihre großen blauen Augen besaßen etwas Schwärmerisches, Ja, man gelangte dabei unwillkürlich zu der sehr nahe liegenden Vermuthung, daß das Geschick fie mit der einen dadurch in ein helleres Licht zu stellen, die Mängel lächelte, dann war es, als ob ein Sonnenblick das ganze neckischen Absicht zusammengeführt habe, die Vorzüge der der andern dagegen in gleichem Grade hervorzuheben. liebliche Antlig erhelle und noch nie ein schmerzlicher, ernster Es war das Geschenk der Natur; diesen Vorzügen aber einen entsprechenden Lächeln eines Kindes, ein inniges, glückliches Lächeln, welches Schönheit, gepaart mit holder Anmuth, ist ein freundliches Gedanke hinter demselben gewohnt habe. Ausdruck zu verleihen, ist die Aufgabe Desjenigen, dem diese Vorzüge zu Theil wurden. Dem Einen wird diese auch wieder so schön, wenn sinniger Ernst auf der reinen Aufgabe leicht und er löst sie unbewußt, indem er nur den eblen Regungen eines reinen Herzens zu folgen braucht, Augen strahlte. während es dem Andern erst nach harten Kämpfen und sorgfältiger Selbstüberwachung gelingt, im Ausdruck und in Der Handlungsweise die Veredlung des Charakters erkennbar zu machen und in Einklang mit der äußern Bevorzugung bringen. Eben so vermag auch da, wo die Natur den äußern Menschen vernachlässigte, die Seele ihre Hülle in eine ge winnende, mit zauberischem Reiz umflossene umzuwandeln. Wo aber darnach getrachtet wird, die willkommenen, jedoch man auf ewig hätte festbannen mögen; und doch war sie Stirn thronte und jene wunderbare Schwärmerei aus ihren Die hellblonden Haare, welche sich in dichten Flechten an ihre blaugeaderten Schläfen schmiegten, hatte sie am Hinterkopf nachläffig in einen Knoten verschlungen, und fein anderer Schmuck umgab das ebel geformte Haupt, als eben die wellenförmig geträufelten, seidenähnlichen Haare, welche von einer schwarzen Sammetschleife zusammen gehalten wurden. Wie sich nun in dem ganzen Aeußern der lieblichen Erscheinung, in ihrer Haltung wie in ihren Bewegungen rieth sich diefelbe nicht minder in ihrem Anzug. Ein eins Oberkörper eng und züchtig anschloß, umgab die hohe tabelflüchtigen Gaben der Natur nur durch äußere Runstmittel eine gewisse anspruchslose Bescheidenheit bekundete, so ver glänzender zu entfalten und ihnen eine längere Dauer zu verschaffen, oder gar unverschuldet anheimgefallene Mängel faches Kleid von schwarzem wollenen Stoff, welches an den nur durch unedle Nachhilfe zu verdecken und zu verschönen, da entsteht auf der einen Seite höchstens eine in lose Gestalt, und wenn irgend etwas auf Reichthum deutete, finneberauschende gefällige Formen verkleidete Häßlichkeit, so war es vielleicht nur das mit den feinsten Spitzen eingefäße waren also verwirklicht in Hertha Jansen und ihrer Die beiden größten, in Obigem ausgesprochenen Gegen- fchlungen war, over bie blißende Busennabel, von welcher an einer kunstvoll gearbeiteten Rette ein kleines goldenes Medaillon bis auf die schlanke Taille niederhing. Gouvernante. Hertha, ein junges Mädchen von kaum siebenzehn Ganz entgegengesetzt nahm sich dagegen Demoiselle GorAls eine besonders peinliche Erinnerung an die Maurer Berlins die Anschuldigung ist auch in anderen Städten pflegt noch der Umstand angeführt zu hätten. Ist es nicht aber mindestens unvorsichtig, mit solchen Aeußerungen eine Untersuchung darüber anzubillon aus, eine hagere Französin mit kleinen, lebhaften braunen Augen und scharfen 3ügen, deren Alter in den unbestimmten Beitraum zwischen fünfunddreißig und fünfundvierzig fiel, aber, allem Anschein nach, letterer 3ahl näher wie der ersteren sein mußte. Ihre Haltung war gerabe und steif, wie die eines radschlagenden Pfauen, mit welchem ihr, betrachtete man den farbenreichen Ueberfluß an seidenen Gewändern, Schleifen, Halsketten, Armspangen und sonstigen Schmudgegenständen, eine große Aehnlichkeit nicht abgesprochen werden konnte. Ueberhaupt zeichnete fie fich durch eine geschmacklose Ueberladung von allen möglichen zur Toilette gehörenden Kleinigkeiten aus, die offenbar den größten Theil ihrer ganzen irbischen habe bildeten, wie Hertha gerade durch ihre sinnige Einfachheit angenehm berührte. Sie mußte einst, in der Blüthe ihrer Jugend, nicht ohne Reize gewesen sein; allein die langjährige Gewohnheit, diefelben zur Schau zu tragen und durch auffallende Stoffe und den ebenso auffallenden Schnitt ihrer Kleider Aufsehen zu erregen, wie auch die ohnmächtigen Versuche, dem zerftörenden Einfluß der Zeit siegreich zu begegnen und unwiederbringlich Verlorenes durch Kunst zu ersetzen, hatten ihrem ganzen Wesen etwas so Geziertes und Gezwungenes verliehen, daß man bei ihrem Anblick nicht wußte, ob man mehr Widerwillen empfinden, oder mehr dem Lachreiz Folge geben sollte. Daß sie einem so jungen, unschuldvollen Mädchen zur Begleiterin und Lehrerin beigegeben worden war, ließ fich vielleicht nur durch ihre Kenntniß der französischen und engUnd dennoch würden Hertha's lischen Sprache erflären. Eltern, hätten dieselben noch gelebt, um eine Entscheidung zu treffen, jedenfalls gezögert haben, ihre Tochter der Leitung einer Person anzuvertrauen, deren Einfluß auf ein junges unverdorbenes Gemüth sich nur zu leicht als gefährlich und verderblich ausweisen konnte. Demoiselle Corbillon's Einfluß auf Hertha war indeffen ganz entgegengesett dem gewesen, welchen ein flarblickender und überlegender Freund bes heranwachsenden Kindes vielleicht zu befürchten sich bewogen gefunden hätte. Das junge Mädchen hatte mit Eifer und Leichtigkeit ge= wgen, wer den Arbeitern hierbei mit bösem Beispiel vorangegangen ist? Wie bei der Lebensart der Maurer nicht zu verwundern ist, verläuft denn auch der gegenwärtige Streik ni�>t, ohne daß es hier und da zu Ausschreitungen kommt, die gegen die Arbeiter uin so eher eine Verstimmung hervorrufen, a l s mit e i n er G e f l isse nt l i ch keit, die beinahe widerwärtig zu nennen ist, häschermäßig auch das winzigste Vorkommniß dieser Art öffentlich registrirt wird. Die von den Bauunternehmern eingesetzte Kommission zur Ueberwachung der streikendenArbeiter scheint sich auf ihr Mandat glänzend zu verstehen. Manche Kreise der Bevölkerung scheinen es den Maurern zur Last zu legen, daß ihr Streik bereits zu einer Erhöhung der Miethen Veranlassung gegeben hat, in anderen Fällen eine solche in Aussicht stellen mag. Aber mit allen diesen, ob mehr oder weniger gerechtfertigten Vorstellungen wird an der Thatsache nichts geänden, daß das ablehnende Verüalten der Arbeitgeber in dem gegenwärtigen Streik dem öffentlichen Wohle zu nahe tritt. Sie verstehen sich vermuthlich nicht einmal auf ihr eigenes Interesse; denn in dem für sie gün- pigsten Falle, wenn die Arbeiter unterliegen, nehmen sie die Arbeit mit Leuten auf, die gegen ihre Unternehmer mit Haß und Erbitterung erfüllt sinv. Da es einstweilen an berufe- uen Organen zu einer ersprießlichen Behandlung der Ange- legenheit fehlt, wäre es daher willkommen zu heißen, wenn, wre neuestens verlautet, die städtische Vertretung den Ver- such unternehmen wollte, einen Ausgleich zwischen den Ar- beitern und Arbeitgebern zu bewirken. Die Frage, wie der Streik beigelegt wird, ist für die ganze Bevölkerung Berlins von der eingreifensten Bedeutung; wenn die städtische Ver- tretung für ihr Vorgehen nur die richtige Form zu finden weiß, unternimmt sie damit einen Schritt, der sich aus ihrer Aufgabe, die Interessen der Stadt wahrzunehmen, vollends rechtfertigt.——— So der liberale Artikel, den wir in mehreren Blättern, die außerhalb Berlins erscheinen, unter anderem auch in der„Saale-Zeitung" gefunden haben. Wenngleich einzelne Ausführungen in vorstehendem Ar- tikel sich mit unseren Ansichten nicht decken, so wollen wir doch denselben nichts hinzufügen, um den Artikel in seiner Tefammtheit nicht abzuschwächen: Derselbe enthält die denkbar schärf sie V er u r t h ei lu n g der Berliner Vau- und Maurermeister! Acber die Szenen auf dem Kirchhofe zu Frankfurt am Main werden der„Frankfurter Zeitung" weitere Mitthcilungen gemacht, welcke die Thatsachcn, wie sie bereits in lnapper Form mitgethcilt wurden, durchaus bestätigen._ Nur gewinnt manches durch die weiteren Einzelheiten an Bestimmt- heit. Das Blatt schreibt:. So wird uns heute übereinstimmend versichert, daß Herr Polizei-Kommiffär Meyer, nachdem er möglichst schnell„mm ersten, zum zweiten, zum dritten Mal" gerufen, unmittelbar darauf kommanvirt habe:„Drau!"f oder „Auf!" Auch im„Jnt.-Bl." wird dies berichtet.) Sofort stürzten die Schutzleute, man sagt 50 bis 60, welche um die Leidtragenden einen geschlossenen Kreis bildeten, im Sturm- schritt auf die Menge, Männer jeden Alters, Frauen und Kinder, und hieben mit ihren Säbeln ein. Dabei riefen Schutzleute:„Nieder mit der Bande!"„Nieder mit der Schwefelbande!" Man kann sich leicht denken, welch' ein schauriges Durcheinander mit Geschrei, Gekreisch und Hilfe- rufen entstand. Viele stürzten über die Gräber; aber auch die Liegenden wurden noch geschlagen. Jeder suchte aus dem Knäuel zu flüchten und den Säbeln der Schutzleute zu ent- rinnen. Alles rannte dem Ausgange zu. Aber auch am portale st a n d e n Schutzmänner und hieben auf die verfolgten Fliehenden ein. Herr Friedr. Schupply, der selber zwei Schläge über die rechte Schulter erhielt, sah am Portal einen Mann unter den Hieben der Schutzleute zusammenstürzen; er blutete stark an der linken Kopsseite. Ein Kind wurde aufgehoben und fortgettagen. Ein zweiter Mann, der in Folge der wuch- tigcn Hiebe zusammenbrach, schleppte sich bis in die Anlage, wo er in Krämpfe verfiel. Ein jüngeres Mädchen, Ver- wandte des H i l l e r, fiel in der Nähe des Grabes nieder und erhielt einen Hieb von einem ihr nacheilenden Schutz- mann. Ein junger Mann wurde verfolgt, stürzte in ein offenes Grab und erhielt hier seine Hiebe. Ein alter Familienvater wurde im Fried- lernt, was die Erzieherin zu lehren vermochte, war aber im Uebrigen den eigenen Neigungen gefolgt und allnrälig zu einer lieblichen, mit allen Vorzügen des Herzens und der Seele begabten Jungfrau herangereift. Daß Dcmoiselle Corbillon ihre Schutzbefohlene bestän- big wie ein Kind behandelte und, um sie nicht neben sich selbst als erwachsen hinzustellen, weniger auf Beobachtung der im geselligen Verkehr mit ihr für maßgebend erachteten Formen drang, mochte ein Glück gewesen sein; dafür aber war eS um so leichter geworden, das harmlose Kind der neuen Lehre des Mormonenthums in die Arme zu führen, wie es kurz vorher schon mit ihrer einzigen, nach dem Salz- ee übergesiedelten und dort verheirathcten Schwester ge- chehen, und worin Demoiselle Corbillon ihr mit gutem Bei- piel vorangegangen war._.. Dep gänzliche Mangel an naher flehenden Verwandten und Freundinnen, und die Abgeschiedenheit, in welcher sie auf der Besitzung ihres verstorbenen Vaters gelebt hatte, waren Ursache, daß sie sich mit voller Hingebung der neuen Lehre, so weit man für rathsam gehalten, ihr dieselbe zu er- klären, zuwandte und in ihr das zu finden meinte, was ,hr in allen Lagen des Lebens eine sichere und treue Stütze ge- währen würde. Die etwas exaltirten Briefe ihrer Schwester, die ihr vom Salzsee aus zugegangen waren, die ernsten Gc° spräche mit dem fanatischen Bruder ihres Vaters und dem listigen und berechnenden Vormunde, die Beide schon de« amerikanischen Kontinent auf kurze Zeit besucht hatten, ferner deren Schilderungen der Verfolgungen, welche die Mormonen fett der eisten Gründung ihrer Kirche erduldet, befesttgten sie in ihrem Glauben uad boten ihrem regen Geiste reichen Stoff zum Nachdenken. Sie betrachtete sich selbst schon mit als eine Märtyrin der neuen geläuterten Lehre, und cS gehörte endlich nicht viel Ueberredung dazu, sie zu dem Ent- schluß zu veranlassen: nach Verkauf des ihr und ihrer Schwester zugefallenen sehr beträchtlichen ErbtheilS, sich der Gemeinde der„Heiligen der letzten Tage" am Salzsee zuzu- gesellen, m deren ungestörtem Verkehr sie das irdische Pa- radieS zu finden erwartite. Die Sonne berührte eben die höchsten Giebel einiger Häuser, und wie eine blntroth« Scheibe lugte sie durch den Hofe mit Hieben„rein überschüttet"; seine Tochter, die neben ihm stand, wurde mit Ohrfeige» traklirt, und sein Schwiegcr- söhn mit dem Säbel geschlagen. Einer von Denjenigen, welche glücklich durch das Portal ins Freie gelangt'waren, hörte, wie ein Rottmeister den berittenen Schutzleuten, welche flch entwas entfernt in gedeckter Stellnng hielten, kommandirte: „Hervor!" worauf die Rotte im vollen Galopp hervorsprengte und nun gleichfalls mit blanken Waffen in die stiebende Menge hieb. Einer der Berittenen spornte sein Pferd an, da- mit es unter die fliehende Menge springe; aber es bäumte flch, während der Rc ter mit seinem Säbel gegen die Menschen hantirtc. Auch darin stimmen alle Berichte überein, daß von keiner Seite auch nur der geringste Widerstand versucht wor- den, daß fich die Wehrlosen den von allen Seiten herab- sausenden Hieben nur durch die Flucht zu entziehen suchten. Darum find die vielfacheir Verletzungen meistens auch nicht bedeutend. Nur der Schuhmacher Adolf Farrnrna dürste arbeitsunfähig sein. Nach dem ärztlichen Zeugnisse rührt seine Verletzung unter dem linken Knie von einem Hiebe her, welcher mit großer Kraft mit einem nicht geschliffenen Säbel oder Settengewehr geführt worden, aber nicht mit flacher Klinge. Von Herrn Schneidermeister Leyendecker in Mainz werden wir ersucht, entgegen der„amtlichen" Darstellung(in unserem gestrigen Berichte) über die Vorgänge auf dem Frank- furter Friedhofe richtig zu stellen, daß nach ihm noch von zwei anderen Personen im Namen der Sozial- demokcatie Kränze mit cnlsprechcndcn Worten auf das Grab gelegt wurden, mithin die Aufforderung des Polizei- kommissars zum Verlassen des Friedhofes nicht unmittelbar feiner Ansprache gefolgt sei. Im Uebrigen bestätigt Herr Leyendecker, daß die dreimalige Aufforderung des Ponzeikom- missars in so raschem Tempo gefolgt sei, daß bei dem am Grabe herrschenden Gedränge es absolut unmöglich ge« aiesen, fich von der Stelle zu erttferneiu" *** Der„Frankfurter Anzeiger" schreibt über diese blutige Affairc: „Die Stätte der Todten, deren weihevolle Bestimmung schon durch den'Namen Friedhof angedeutet ist, war heute Vormittag der Schauplatz äußerst beklagmswerther Szenen, und mit Recht darf man sich fragen, was für den sozialen Frieden eine schlimmere Wirkung haben mag: ob polttischc Demonstrationen an einem der Pietät gewidmeten Platze, der den Leidenschaften und Streitigkeiten der Lebenden absolut entzogen sein sollte, oder die blutige Repression eines irgend- wie gearteten Verstoßes gegen die bestehenden Gesetze? Wir maßen uns weder das Richteramt an, noch kann es in unserer Abficht liegen, die ohnehin schon vorhandene Austegung über die heutigen Vorgänge auch nur auf das Leiseste zu schüren; aber wir beklagen es im höchsten Grade, daß aus einem ver- hältnißmäßig geringfügigen Anlasse es zum Blutvergießen an geweihter Stelle kommen mußte, und daß die Polizeibehörde kein Mittel fand, das nun Geschehene zu verhüten. Die rothen Schleifen, welche in das Grab des heute beerdigten Sozial- dcmokraten mit oder ohne Worte gelegt wären, hätten gewiß keinerlei Wiederhall in der Welt gefunden und kaum einen Schaden angerichtet. Wenn aber nach Anficht der Bebörde dies dennoch zu erwarten war, so wären vorbeugende Maß- regeln, zu denen ja das so überaus elastische Sozialistengesetz Handhaben genug bietet, unseres bescheidenen Erachtcns tausendmal der Repression mittelst der Waffe vorzuziehen ge- wesen. Der Friedhof ist ein Platz, auf dem ohne die höchste Roth bewaffnete Männer sieh niemals einfinden sollten; geschieht dort irgend eine Gesetzesübertretung, so ist es noch Zeikgcnug, außerhalb der geweihten Stätte die Betreffenden zur Verantwortung zu ziehen.—— Bis jetzt find über 50 durch Säbelhiebe erfolgte Verwun- düngen festgestellt, darunter Verletzungen hauptsächlich an Kopf, Arm und Bein. Ein Mann hatte eine Verwundung an der Kniescheibe. Ein Kind«Mädchen) von 8 Jahren ist auch ver« wundet und wurde vom Landtagsabgcordncten Ulrich(Lffenbach) aufgehoben. Die meisten Verwundungen von heute Morgen fanden am Ausgange des Friedhofes während des dort statt- findenden Gedränges zwischen den vom Grabe herkommenden und den aufgestellten Schutzleuten statt. Die Abgeordneten F r o h m e und S a b o r packten die am Tvore Verwundeten in eine Droschke und fuhren damit zum Polizeipräsidium, wo sie Beschwerde erhoben und wurden die Verwundeten auch protokollarisch vemommen. Wie man erzählt, soll auf dem Pulvermagazin ein Bataillon Soldaten gestanden haben.(?) Bis jetzt find über 50 Personen festgestellt, die thcUs verwundet sind, tyeils arge Kontusionen erlitten J&abeir." Die Frankfurter„K l e i n P r e s s e" bringt unter Mit- theitungen aus dem Publikum folgendes: „Heute Morgen 9 Uhr wurden die irdischen Ueberrcste des Ziseleurs und Sozialisten Hugo Hiller zur letzten Ruhe- stättc durch seine vielen Freunde und Bekannten auf den hiesigen Friedhof verbracht. Tortsclbst angekommen, sentte über der Weltstadt lagernden Steinkohlendunst zu dem Leo- parden hinüber. Hertha war versunken im Anschauen der lieblichen, wechselvollen Einfassung des umfangreichen Hafenbeckens, während Dcmoiselle Corbillon ihre stechend lebhaften Blicke mit einem Ausdruck erwartungsvoller Neugier bald auf die verworrenen Häusermaffen richtete, bald auf den mit der Reinigung des Verdecks beschäftigten Seeleuten rasten ließ. Ein tiefer Senfzer Hertha'S veranlaßt« die Gouvernante, sich ihrer Pflegebefohlenen zuzuwenden, und ein mitleidiges Lächeln umspielte ihre schmalen Lippen, als sie in deren Augen Thränen gewahrte, die nach ihrer Ansicht nur in einer kindischen Furcht ihren Ursprung haben konnten.— „Ist das die Freude, welche Du bei der Ankunft im sichern Hafen, nach glücklich überstandener gefahrvoller See- reise äußeist, mein Kind?" fragte sie nach kurzem Sinnen, indem sie ihre Stirn in ernste Falten legte.„Ich erwartete, Dich von Glück erfüllt zu sehen, daß wir uns dem gelobten Lande und der friedlichen Gemeinde unserer Brüser und Schwestern schon wieder um einen so bedeutenden Schritt genähert haben." Hertha war bei der Anrede ihrer Gouvernante empor- geschreckt. Ein ganz leises Lächeln glitt über ihr schönes Antlitz, um gleich darauf einem tiefen enthusiastischen Aus- druck zu weichen. „Gewiß, meine liebe Corbillon, erfüllt mich die reinste reude, mich unferm gemeinsamen heiligen Ziel wieder um viel genähert zu haben, und wenn Sie anders von mir denken, so haben Sie die Thränen, die mir unwillkürlich in die Augen drangen, falsch gedeutet. Thränen sind nicht einmal Kinder des Schmerzes, und diejenigen, welche ich eben unbewußt weinte, galten der Allmacht Gottes, die so viel wunderbar Schönes zu schaffen und auf einem ver- hältnißmäßig so kleinen Raum, ohne das Gleichgewicht und Ebenmaß zu beeinträchtigen, zusammenzudrängen vermochte. O, was haben wir in den letzten Monaten gesehen! Den Ozean, bald in feierlicher, erhabner Ruhe wie das Bild der Ewigkeit, bald siurmbcwegt und wild empört, als wolle er den schwachen Sterblichea mit Gewalt zur Verehrung feines 1 man den Sarg in die Giust, worauf Herr der anwesende Herr Polizei Kommissär Rede verboten hatte, einen Kranz im Namen Genossen auf den Sarg niederlegte; es folgte- Höchst, Darmstadt, Oficnbach a.M. und M-uiy den Kranz mit den Worten:„Im Namen t« «offen für Freiheit und Gerechtigkeit!" n:eÄtrlkj> Stimme deö Kommissärs:„Treibt die Menge Sofort zogen die 25 Schutzleute blank und W Anwesenden, ob Frauen oder Kinder, ein, ol geringste Veranlassung vorlag. Dieser nnUfi- jedoch noch seine weitere Fortsetzung, indem i# auch derjenige, welcher keiner Paitei angeböm Portal von den poftirten«Schutzleuten mit tlL ohne jegliche Veranlassung geschlagen wurde. � lose Weiber und Kinder blieben von der Schutzleute nicht verschont. Ich selbst wurde. gange durch Schutzleute mit gezogener Waffe o- nur meiner Geistesgegenwart verdanke ich es,& auf mich gezielten Schlägen nicht getroffen wmde ich, daß weyi lose Frauen und Kinder niedergeW Ich und Landtagsabgcordneter»f Offenbach a. M. nahmen uns eine« wehrlosen, unschuldigen Mädchen- ner Lebensgefahr an." Hochachtungsvoll Louo '.* Der Polizeipräsident von Frankst� folgende„Bekanntmachung": Zur Berichtigung vielfacher unrichtiger Rachn bedauerliche Vorkommniß des gestrigen Tages J durch mit, wie seitens des königl. PolizeipräM mdnung getroffen war, daß bei der Becrdignns Hiller jede sozialdemokratische Demonstration zu> zu verhindern, namentlich auch Reden von ands als einem Geistlichen, nicht zuzulassen seien.' ordnung sind der Bruder des Verstorbenen. I« Führer ver hiesigen Sozialdemokraten bekannt« her in Kenntniß gesetzt worden. Als dennoch, strattver Erhebung einer rothen Schleife, der% anwesende Schneider Joseph Leyendecker aus � begann, löste der überwachende Polizeikommiffär lung auf Grund des§ 9 des Gesetzes vom 2). auf und forderte die Versammelten drei Mm 1 Stimme zum Auseinandergehen auf. Weil diew von Niemand Folge geleistet wurde, gab der y den anwesenden Schutzleuten den Befehl, die auseinander zu treiben. Er hat— nach sein« dies mit den Worten gethan:„Jetzt treiben der Waffe auseinander." Die eingeleitete Untersuchung wird ergeben- führung der zu erzwingenden Anordnung dtt Waffe nothwcndig resp. �gerechtfertigt war., AmUich find sechs Personen als verletzt r Verletzungen find anscheinend nicht erheblich.& Hospitälern befinden sich keine Verwundete«. Frankfurt a. M, den 23. Juli 1685. __ � IS Politische Uebersu� Zn Berliner konservative» Kreisen Korresp." zufolge, das Eingehen der Lieben Deutschen Volkszcitung" sehr bedauert, well letzte konservativ- antiscmttische Organ verlor«�, thümlich geschrieben war. Um durch diesen Ff bevorstehenden Landtagswahlen keinen find bereits Verhandlungen im Gange, wD. i eines neuen konservativen Volksblattes bis zwecken.— Es ist auch die höchste Zeit, dcB< vorrath von der verblichenen„Neuen Deutsch ist nahezu verbraucht.- ,, Zur sozialdemokratischen Bewegung,'� Holstein schreibt man dem„Hamb. Korr." ans u „Bcr Gelegenheit der vorjährigen Reichstags«�' den ziffernmäßigen Beweis' erbracht, weiche,� schritte die Sozialdemokratie in Schleswig- errschaft des Sozialistengesetzes gemacht h«�,x -jeugniß für diese Thatsache liefert ein Blick � gegenwärtigen Bewegung unter unseren##/ zelnen Hauptbranchcn des industtiellen Lebens. gewerbe und in der damit vielfach unmittclt� Eisenindustrie(in Kiel und Flensburg) find in« Lahres Hunderte von Arbeitern wegen Mo"« tigung entlassen worden; auch in manchen BerufSzweigen, namentlich in den Kleinstädte«-. genügende Arbeit geklagt. Die Landwirthn der schlechten Getrerdepreise zc. ihren Arbeite« lichkeit zu beschränken und die Löhne möglichst Schöpfers zwinaen. Dann wieder hier dl« umspülten Landschaften mit dem heitern Gru» Fluren und Haine, aus welchen die reizs" zauberisch emportauchen."_, „Vorwärts richte Deine Blicke, mein Demoiselle Corbillon mit einer theatralischen X. gegen Westen, wo der letzte Rest der � scheide zwischen den rauchenden Häuserhaufen, verbares Meteor glühte und leuchtete und P' bis zum Zenith hinauf sendete. u „Ja, der Sonnenuntergang ist setzte Hertha, mit den Augen der angedeu' i folgend.,, rt „Nicht den Sonnenuntergang mrört'V unterbrach die Gouvernante das junge M": y den Mißmuth, den sie über dessen Elithuß y nicht verhehlte.„Ich wollte Deine Gedankt� wo unsere Heimath, das gelobte Land, geht die Sonne unter, und Zwar F* majestätischer, als hier für die Gentiles. AJ' A wird reiner, edler sein in der Mitte c« � letzten Tage, und deshalb sagte ich:.. i die Blicke, und nicht zurück auf daö Gemorrha.".„« „Warum sollte die Sonne fich vor. in geringerem Glänze zeigen, als vor de« Hertha mit einem leisen Vorwurf im$ „Ich bin dankbar für die Offenbarungen,* ji unsere Propheten zu Theil geworden, ohn«,; zürnen, welchen die neue Lehre bis jetzt M w glaube ich nicht, daß der Mormonismus /-e..F vis jetzt wenigstens weiß ich nur, daß dl«' zu seinen Hauptgeboten gehört. Und � nicht gewesen," fuhr sie hocherröthend ry, A auf die auf dem Vordertheil des Schifft.. � leute wies, hatten ihre Blicke die hohe" Lieutenants Weatherton gestreist,„)«, wir jetzt auf dem Boden des MeereS ßHr'- 1 „Und dennoch bleiben es Ungläumg mviselle Corbillon, den Kopf verächtlich j E H gesucht; in verschiedenen Distrikten, wo man sich auf die Bucker rübenindustrie gelegt hatte oder legen wollte, ist die Bedrängniß eine noch größere. Sonach läßt sich weder in Stadt noch Land von einer besonders erfreulichen Lage der arbeitenden Klaffen fprechen. Gerade darin aber liegen doch wohl die denkbar günstigsten Vorausseßungen für ein Emporwuchern der sozial demokratischen Agitation. Wie hat man solche Verhältnisse früher, in den fiebziger Jahren, auszunuzen gewußt! Troß alles dem beobachten wir überall ein außerordentlich ruhiges, fried liches Bild. Da ist nicht von Streits die Rede; es fommt faum vor, daß die großen Arbeitseinstellungen in Berlin beachtet werden. Wohl aber läßt sich aus mehr as einer Stadt berichten, daß die Arbeiter mit großem Intereffe und Eifer fich Den Bildungen der neuen Organisationen für die Kranken- und Unfallversicherungen widmen. Wie ganz anders würde es in allen diefen Beziehungen gewesen sein, wenn die wüste, aufheßende Breffe der Arbeiterpartei", wie man solche bis 1878 fannte, bestanden hätte! Ja, zweifellos liegt hier ein Erfolg des Sozialistengefeßes vor, der wirksamer gar nicht hätte gedacht werden können. Wer nach den in Schleswig- Holftein gezeitigten Erfahrungen für die Aufgebung des gedachten Gefeßes, das zum Bestehen der großen Maffe der Arbeiter, wie aller übrigen Klaffen fich gleich segensreich bewährt hat, das die Basis für die Durchführung der Sozialreform und so mancher privaten gemeinnüßigen Bestrebungen bildet, eintreten kann, der überfieht aus politischem Doftrina ismus die ernstesten Beichen feiner Beit. Indeß möchten wir annehmen, daß auch bei der nächsten Entscheidung des Reichstages über die Verlängerung Des Sozialistengefeßes die vier deutsch freisinnigen Abgeordneten aus Schleswig- Holstein nicht geschloffen gegen die Aufrechterhaltung des Gesetzes stimmen werden." Der deutsche Reichstag wird sich in Bälde mit der Ver längerung des Sozialistengeseges zu befassen haben und deshalb wird jegt eifrig daran gearbeitet, die erzieherische Wirkung dieses Gefeßes durch allerhand Rebelbilder darzuthun. Der Schlaufopf wundert sich, daß von Streits feine Spur in Schles wig- Holstein vorhanden ist, führt aber andererseits an, daß überall Arbeiterentlassungen stattfinden! Wenn die Arbeiter unter solchen Verhältnissen streifen wollten, wären fie in der Th noch dümmer, als wie der unwissende Schreiber solcher R eilen. Die Nuhe, welche unter solchen Umständen vorhar en ift, fündete an, daß Handel und Wandel darniederliegt bak die Mehrheit der Bevölkerung jener Gegend der Ves daß die heimfällt. Und solcher Bustand erregt die carmung an Schwäger! Könnte man da nicht mit Re- Freude dieser ht ausrufen: Herr vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was fie thun?! Die Stupidität dieser Leutchen ist grenzenos. Sie hören weder mit aufgefperrten Ohren, noch sehen sie mit offenen Augen. Denn wäre diefes nicht der Fall, so müßten sie bei einigem Nachdenten doch begreifen können, daß, wenn die Masse der Bevölkerung vermöge ihrer Sch F lann, der Staat, bas aterlanen Lage nichts tonsumiren Aber was verstehen dies findischen Menschen von dem Wohl befinden des Staates Der Staat bestehe so glauben fie aus einer Handvoll Bevorzugter Individuen, und wenn es denen wohl ergeht, so stimmen sie ihr hallelujah" an. Wie der aubfrosch an einem sonnenreichen Tage, so tommt auch beim Schein der ihm wohlwollenden Regierungs fonne der Nationalliberalismus wieder zum Vorschein. Im Wahlkreise palle haben die braven Vertreter des„ nichtssagenden" Brinzips fich mit den noch braveren des Freisinns vereinigt, und im Wahlkreise Rügen- Frenzburg ist" dies mit den allerbravsten, den Konservativen, gelungen. Arm in Arm liegen fich Nie, welche so lange getrennt waren und doch keine Ursache batt en, sich dem Schmerz der Trennung hinzugeben. Sie haben mlich erkannt, daß sie nur einer Heerde angehören und fur einen Hirten haben können, und deshalb wollen fie fich Femeinsam zu einer Partei bekennen. Wohl bekomm's ibnen! Die revidirte Submissions- Ordnung, welche demnächst zur Publikation gelangen soll, wird dem Vernehmen nach befondere Bestimmungen betreffs der Minimalgebote ent balten, die den 3wed haben, die Schleuderkonkurrenz von der Betheilignng an der staatlichen Submission auszuschließen. Gebote, welche nach dem Urtheile der Behörde den Selbstkostenpreis nicht erreichen, würden demnach zurückgewiesen werden. Betreffend das Verbot der Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Wurst amerikanischen Ursprungs, hat der Finanzminister unterm 18. b. M. im Einverständniß mit dem Reichskanzler bestimmt, daß bei der Einfuhr von Schweinefleisch einschließlich der Specieiten aus Frankreich nach Deutschland auch solche Ursprungszeugnisse zuzulaffen find, welche von der betreffenden französischen Orts behörde ausgestellt und von dem zuständigen deutschen Ronsul bezw., wo ein solcher nicht bestellt ist, von der kaiserlichen Botfchaft zu Paris legalifirt find. Die Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, des Kultus, des Innern und für Landwirthschaft haben, wie der Post" mitgetheilt wird, einen gemeinschaftlichen Erlaß an die Provinzialregierungen gerichtet, um den äußeren Störungen entgegenzutreten, welche eine würdige Feier das Erröthen des jungen Mädchens war ihr nicht entgangen, wie fie auch den Grund desselben ahnte. Hier stecken sie den Bekennern der geläuterten Lehre hilfreich die Hand ents gegen, um sie an einer andern Stelle dafür mit doppelt durchdachter Bosheit zu verfolgen. Wer weiß, ob sie fich herbeigelaffen hätten, uns Rettung zu bringen, wäre es ihnen bekannt gewesen, daß die Mehrzahl der Passagiere Mormonen feien H Nicht doch," unterbrach Hertha mit sonst an ihr nicht gewöhnlicher Heftigkeit ihre Gouvernante ,,, fie find uns beigesprungen, weil wir Menschen waren, bie am Rande des Verderbens standen, ohne zu fragen, wer wir seien unb woher wir gekommen, wie es nicht nur einem Chriften und Mormonen, sondern sogar auch einem Heiden geziemt-" ,, Und dennoch bieten fie jetzt Alles auf, um unfere heilige Gemeinde zu vernichten, wie sie einst den Das Wachsen unserer Tempel in Nauvoo zerstörten. Gemeinde flößt ihnen Besorgniß ein; sie fürchten den großen Anhang, welchen unsere Propheten unter allen Bölfern gewinnen, und sehen in Gedanken schon das Mormonenthum über den ganzen Erdball verbreitet, als bie allein feligmachende und regierende Religion; und des halb, mein liebes Kind, gerade deshalb wünschen fie, bas üppig wuchernde, wahre Wort Gottes im Reime zu er ftiden." Der Ausbruch eines Krieges kann freilich nicht mehr fortgeleugnet werben," sagte Hertha traurig, allein ich hoffe noch immer mit Zuversicht, daß unsere Feinde in fich gehen und die in frommer Ueberzeugung bargereichte Hand nicht zurückweisen. Es wäre zu grausam; nein, Gott kann es nicht wollen, daß unsere Gemeinde von Neuem verfolgt jet schon nach vielen Tausenden zählen; unser Wachsihum it boch kein Verbrechen!" der Sonn- und Festtage beeinträchtigen, diese Regierungen aufgefordert, die in der bereits bestehenden, hierauf be züglichen Gesetzgebung getroffenen Bestimmungen auf das Strengfte zu handhabeu und namentlich dafür Sorge zu tragen, daß die gewöhnliche und regelmäßige Dauer des vor- und nachmittägigen Hauptgottesdienstes beider chriftlichen Konfefsionen an Sonntagen, dem ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Neujahrstag, dem Ostermontag, dem Bußtag, dem Himmelfahristag und dem Pfingstmontag nicht gestört werden, daß namentlich alle öffentlichen bemerkbaren Arbeiten sowohl als alle geräuschvollen Beschäftigungen in den Häusern( als Erntearbeiten, Erd- und Kulturarbeiten, Auf- und Abladen der Frachtfuhrwerke auf öffentlichen Straßen und Pläßen, auch fofern dadurch bemerkbares Geräusch vo fommt, in geschloffenen Höfen, der Betrieb Geräusch machende Handwerke, Arbeiten an Bauten, Arbeiten in den Fabriten c.) unterbleiben, sofern nicht Nothfälle oder die Lage einzelne Fabriken und gewerblicher Anlagen dies bedingen. Zuwiderhandlungen sollen auf Grund des§ 366, Nr. 1 des Strafgesetzbuches des Deutschen Reiches gestraft werden. Schweden und Norwegen. Der bekannte norwegische Dichter enrik Jbsen hat fürzlich eine Rundreise durch sein Vaterland ge macht. Wer will was gelten, der komme felten."-Jbsen's Verson ist freilich nahezu ein Fremdling in seiner Heimath. Nachdem er zunächst in Christiania den Verhandlungen des Storthings über die Bewilligung einer Dichterpenfion für Alexander Kielland beigewohnt und vom Staatsminister Sverdrup persönlich in seiner Loge begrüßt worden war, bereiteten ihm die begeisterten Einwohner Chriftianias bei seinem Austritt aus dem Hause einen stürmischen Empfang und geleiteten ihn unter lautem Hurrahrufen und Händeklatschen zu feinem stel. Eine für ihn und seinen Jdealismus erfreulichere Huldigung aber wartete seiner in Drontheim, dem uralten ofis der Könige Norwegens. Es war der dortige Arbeiter Verein", welcher den Dichter durch einen feftlichen Aufzug mit Fahnen und Emblemen chrte. Eine unabsehbare Menschenmenge hatte fich angesammelt. Auf eine Begrüßung antwortete Jbsen, vielfach durch Beifalls. bezeugungen unterbrochen, mit folgenden Worten:„ Es ist nach elfjähriger Abwesenheit, daß ich einmal wieder seit acht Tagen daheim in Norwegen bin. In diesen acht Tagen in der Heimath habe ich mehr Lebensfreude empfunden, als in den ganzen elf Jahren im Auslande. Ich habe ungemeine FortSchritte auf allen Gebieten vorgefunden, und ich habe gesehen, daß das Voll, dem ich angehöre, nunmehr dem übrigen Europa bedeutend näher gerückt ist, als früher. Allein mein Besuch in der Heimath hat mir auch Enttäuschungen be reitet. Ich habe erfahren, daß daß die unentbehrlichsten individuellen Rechte noch nicht so gefichert find, wie ich glaubte unter der neuen Staatsleitung erwarten und hoffen zu dürfen. Eine Mehrzahl der Regierenden räumt dem Einzelnen weder Glaubens noch Redefreiheit außerhalb einer willfürlich ges zogenen Grenze ein. Hier ist also noch viel zu thun, ehe man von uns sagen kann, daß wir zur wirklichen Freiheit durchge drungen find. Aber ich fürchte, daß unsere gegen wärtige Demokratie die Aufgaben nicht zu lösen vermag. Es muß ein adliges Element in unser Staatsleben, in unsere Regierung, in unsere Repräsen tation und Preffe kommen. Ich denke dabei natürlich nicht an den Geburtsadel und auch nicht an den Geld adel, oder den Adel der Intelligenz, ja nicht einmal an den Adel der Anlagen und Begabung, sondern ich denke an den Adel des Charakters, des Willens und der Gesinnung. Der allein kann uns frei machen. Von zwei Gruppen aus wird dieser für unser Volk von mir erhoffte Adel kommen: von unseren Frauen und unseren Arbeitern Beide haben bisher unter dem Parteijoch noch feinen unverbefferlichen Schaden erlitten. Die Umformung der Gesellschaftsordnung aber, welche jetzt in Europa vorbe reitet wird, beschäftigt fich wesentlich mit der zukünftigen Stellung des Arbeiters und der Frau. Hierauf setze ich meine Hoffnungen und Erwartungen, und dafür will ich wirken und werde ich wirken mein Lebelang mit allen meinen Kräften. Mit diesen Worten erlaube ich mir, meinen herzlichsten Dank für all die Ehre und die Freude auszusprechen, welche der Arbeiterverein" Drontheims mir heute Abend bereitet hat. Und zugleich mit meinem Dant bringe ich ein Hoch aus auf den Arbeiterstand und seine Zukunft." Großbritannien. obszöne Literatur illuftritt worden fei. Mit diesen Worker wirft Onslow dem Minister des Innern ein Exemplar des " Town Talk" zu. Groß lehnt die Annahme des Blattes mit einer Geberde des Abscheus ab, worauf Onslow das Journal auf den Ministertisch wirft und anfragt, ob der sehr ehren werthe Herr, der für die Ordnung und den Anstand in der Straßen verantwortlich sei, fernerhin gestatten werde, daß solche Schandblätter" in den Straßen und Läden verkauft. werden. Der Minister des Innern bleibt die Antwort schul dig. Der Schazkanzler schleudert das Exemplar des Town Talk" dahin zurück, woher es gekommen, aber es wird prompt zurückgeworfen. Damit endet die Episode, die im Hause große Heiterfeit hervorricf. Den Herren ist es natürlich sehr un angenehm, daß sie durch die Zeitungsartikel bloßgestellt wer den, am liebsten wäre es ihnen natürlich, wenn die Breßfreiheit zu ihren Gunsten eingeschränkt würde. Ja wenn wenn bas Volf nur nicht da wäre! Amerika. Laut einem Telegramm ist der schon seit längerer Zeit fränteinde General Grant geftorben. Grant ift am 27. April 1822 zu Mount Pleasant im Staate Ohio geboren, er wurde 1864, zur Zeit des Bürgerkrieges, General der Nordarmee und fämpfte mit Glück gegen die Heere der Sklavenhalterparte unter dem General Lee. Nachdem er die Südarmee bezwungen wurde er zum Präsidenten der Union erwählt, seine Regie rungsweise war aber eine der widerwärtigsten, denn unter seiner Präsidentschaft entwidelten fich Korruptionswesen und Aemterjägerei in unerhörtem Maße. Ende der fiebziger Jahre machten seine Anhänger den Versuch, ihn noch einmal auf dem Präsidentenstuhl zu bringen, was aber vollständig mißlang Wäre es gelungen, so würde man erlebt haben, daß ernstlich der weitere Versuch gemacht worden wäre, eine Dynastie Grant zu begründen. Das sah man in Amerika auch ein und daher war an eine fernere Bräsidentschaft Grant nicht zu denken. Grant hat sich im Bürgerkriege viel Ruhm erworben, aber andererseits auch durch seine torrupte Regierung das größte Mißfallen der Amerikaner gegen fich wachgerufen. Kommunales. welche im Zur nächsten Stadtverordnetenwahl, November d. Js. stattfindet, ist es erforderlich, daß sich jedes Wähler davon überzeugt, ob sein Name in die Wähler lifte eingetragen ist; wer nicht eingetragen ist, geht des Wahlrechtes verlustig. Die Liste der ftimmfähigen Bürger ist nach Vorschrift dez SS 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 berichtig und wird nunmehr in der Zeit vom 15. bis einschließlich den 30. Juli d. J. täglich von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags im Wahlbureau des Magistrats, Breitestr. 20a, 2 Tr öffentlich ausliegen. Während dieser Beit kann jedes Mitglied der Stadtge meinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendungen erheben. Dieselben müssen in der gedachten Beit schriftlich angebracht werden; später eingehende Einsprüche können nicht berücksichtigt werden. Wir machen hierbei auch noch besonders darauf aufmer sam, daß bei Berichtigung der Wählerlisten in Betreff des Wohnsitzes der stimmberechtigten Personen in Berlin die vom denselben zu erstattenden An- und Abmeldungen berücksichtigt werden und daß demnach auch diejenigen Personen, welche nu vorübergehend verreist sind, diesen Umstand auf ihre Abmel bung aber nicht vermerkt, sondern sich einfach als von Berlin verzogen abgemeldet haben, in der Wählerliste gestrichen wes den find. Lokales. In Bezug auf ein Einschreiten der Kirchlichen Ber hörde gegen den Hofprediger Stöder wird der Weser Btg." aus Berlin geschrieben: Die Mittheilungen, daß von den kirchlichen Behörden ein Disziplinarverfahren gegen Herrm Stöcker geplant werde, ist unrichtig. Weder im Konfiftoriums noch im Oberkirchenrathe hat man diese Eventualität bisher erwogen, und es wäre merkwürdig genug, wenn es geschehem wäre. Die maßgebenden Persönlichkeiten des evangelischer Kirchenregiments gehören wie Herr Stöcker der strenggläubigen Richtung an und billigen und anerkennen die Agitation des Hofpredigers. Dafür sprechen zahlreiche Beweise, besonder das Verhalten dieser Herren, wenn in synodalen Vertretungem einmal die Stöcker'sche Agitation angegriffen wurde. Row fistoriuxt und Oberkirchenrath haben überdies so manche Gelegen das Unheil von uns abzuwenden und Blutvergießen zu ver hüten." Im Unterhause fragt der Abg. Steveley- Hill den Minister des Innern, wie lange der Verkauf undelikater Literatur in den Straßen Londons durch Männer, Frauen und Kinder noch geduldet werden solle. Der Interpellant fügt hinzu, daß das Wort ,, undelikat" an Stelle des Wortes schmußig", dessen er fich in seiner Frage bediente, gesezt wor ben sei. Jezt würde er sich des Wortes obszön" bedienen. Sir R. Croß erwidert, daß Personen, die obszöne Literatur veröffentlichen und verbreiten, dies auf ihr eigenes Rifiko thun. Onslow fragt, ob der Minister gesehen habe, daß die heiligt waren, gegen die Gefittung verstießen und deshalb nicht geduldet werden dürften. Sie wollen und zwingen, ben in unserm Glaubensbekenntniß enthaltenen Hauptvor ,, Denjenigen, mein Rind, welche Du edelbenkende Men schriften zu entsagen, weil durch dieselben eine gewisse Gleich- schen nennst, und die als unsere Vertheidiger auftreten möchten, wird man feinen Glauben beimessen," erwiderte die Gouven heit hergestellt wird, und nicht mehr die mit irdischen Glücksgütern gesegneten Menschen allein die wahren, irdischen nante mit einer energischen Handbewegung, und ihre Blicke gütern gesegneten Menschen allein die wahren, irdischen Freuden genießen!" suchten verstohlen Weatherton's hervorragende Gestalt; ,, mass wird in ihnen gefährliche und verächtliche Mormonen ent decken, bei denen es nur eines geringen Anstoßes bedarf, mit ihren Gesinnungen offen vorzutreten und fich taufen zum lassen. Wie würde es mich beglücken, und wie würde meine Hoffnung auf das ewige Leben sich befestigen, gelänge es mir, unserer Kirche, wenn auch nur einen einzigen Profelytes zuzuführen!" rief sie aus, und wiederum hefteten sich ihre Blicke flüchtig auf Weatherton, wobei ein tiefer Seufzer fich ihrer Bruft entrang. Unsere Gebräuche?" fragte Hertha befremdet, indem fie ihre großen unschuldvollen Augen auf ihre erbitterte Gefährtin heftete; welche unserer Gebräuche sind es denn, die aus den Patriarchenzeiten herstammen und in so hohem Widerspruch zu allen übrigen chriftlichen Gebräuchen stehen, daß sie auf solche Weise angefeindet werden dürften?" Demoiselle Corbillon biß sich auf die schmalen Lippeu. Sie fühlte, daß fie im Eifer zu weit gegangen war und einen Gegenstand berührt hatte, der fie selbst zwar vorzugsweise dazu bestimmte, der neuen Lehre zu huldigen, aber auf alle Fälle den Ohren des jungen Mädchens fern gehalten werden mußte. Diese Entdeckung rief eine solche Verlegenheit bei ihr hervor, daß sie im ersten Augenblick gar nicht wußte, wie sie die Frage beantworten sollte, und deshalb, um ihre Verwirrung zu verbergen, sich abwendete. Wenn ich von Gebräuchen sprach," sagte sie endlich nach einer längeren Pause, so bezog ich mich auf die 3ere nach einer längeren Pause, so bezog ich mich auf die Bere monien des Taufens, ferner auf die patriarchalische Art der Gottesverehrung und auf die Stellung unserer Propheten, welche, zugleich religiöse und politische Oberhäupter unserer Gemeinde, für die vollständige Gleichberechtigung aller Mit glieber, der Armen wie der Reichen, einstehen. Wir sollen fa eine einzige große Gemeinde von Brüdern und Schwestern bilden." Und bies erscheint in den Augen der Gentiles so geVolf fährlich, daß fie für nöthig halten, unser armes Bolt mit Krieg zu überziehen und uns auf gehäffige Art zu verfolgen? fragte Hertha zweifelnd. Ich kann es mir nicht erklären, benn auch unter ihnen giebt es ebeldenkende Menschen, denen man, ich bin davon überzeugt, nur die Reinheit unserer Lehre Und dennoch geschieht es nur beshalb," eiferte De moiselle Corbillon, und der 3orn färbte ihre sonst so bleichen" 3age bunkelroth; fie räumen den wahren Grund indessen auseinanderzusehen brauchte, um sie nicht nur duldsam zu nicht ein, und bedienen fich des Vorwandes, daß unsere ftimmen, sondern sie auch in unsere Freunde umzuwandeln, heiligen Gebräuche, die schon zu der Patriarchen Seiten ge: die bereitwillig ihre ganze Berebtsamkeit aufbieten würden, Ich möchte der ganzen Welt verkünden, aus vollem überfließendem Herzen verkünden, wie mit der Lehre de Mormonenthums der wahre Seelenfriede in meine Bruft eingezogen ist," versette Hertha mit frommer Begeisterung ich möchte ihr verkünden, wie der Glaube in den Stundens ber Gefahr mir eine fefte Stüge gewährte, und wie er mich jetzt übersehen läßt die Beschwerden und Ent behrungen, die meiner vielleicht noch harren, eh' ich wirklich in unsere heilige Stadt am Salzsee einziehe und bort meine Schwester wieder an mein Herz schließe; aber zu einer Aufgabe, wie Sie sich eine solche wünschen, fühle ich mich zu schwach. Ich halte es für den schönen Beruf des Mannes, zu lehren und zu überzeugen Hier wurde die junge Schwärmerin unterbrochen, in bem auf der nach dem Quarterdeck hinaufführenden Treppe die festen Schritte eines Mannes hörbar wurden und gleich darauf Weatherton, höflich grüßend, vor die beiden Damen hintrat Hertha's liebliches Antlig, welches noch vor inneren Erregung glühte, erhellte sich zu einem freundlichen Will fomm; sogar aus den scharfen Zügen der Gouvernante wich der strenge Ausbruck, als sie des stattlichen Seemanns Gruß durch ein vornehm zurückhaltendes Neigen ihres mit Schleifen und Blumen phantastisch geschmückten Haupte erwiderte. ( Fortsegung folgt.) heit, die fich für die Erhebung einer Disziplinarklage gegen Stöcker darbot, unbenust passiren lassen, daß man nicht gut Diesen Körperschaften Absichten zutrauen darf, deren Ausführung thnen allerdings die Sympathien zahlreicher Angehöriger der evangelischen Kirche eintragen würde. Anläßlich der Darlegung der Gründe, aus denen der erste Staatsanwalt am Landgericht I in der direkten Bescheidung eines Beitungsbericht erstatters von einer Anklage gegen den Hofprediger Stöcker wegen fahrlässigen Meineides Abstand nimmt, wird in einer Buschrift an die Nat.- 3tg." von juristischer Seite auf die Ents Scheidung des Reichsgerichts hingewiesen, welche die Vorauss fegungen des fahrlässigen Meineides des Näheren präzifirt. In dieser Entscheidung 8. Band Seite 108 ff. der Sammlung, wird aus den Motiven des Gesezes als Grund für die Bes ftrafung des fahrlässigen Meineides angeführt, daß der Schwös rende es unterlassen hat, fich zuvor genügend über die Thatfachen zu unterrichten oder dieselbeu fich in das Gedächtniß zu rüdzurufen." Es wird in dem zitirten Urtheil dann ausgeführt, daß der Schwörende nicht nur betheuert, die Pflicht der Wahrhaftigkeit richt wissentlich zu verlegen, sondern daß er zugleich un ange Thiere geliefert werden, daß der Jahresbetrag der Ch, e- Lieferung ein sehr bedeutender ist, indem er sich auf mehr 200 000 M. beläuft, und zwar ausschließlich der Wurft waaren Schinten u. dal., welche ein anderer Schlächtermeister liefert. Die Jrrenanstalt zu Dalldorf mit ihrem weit geringeren liefert. Die Frrenanstalt zu Dalldorf mit ihrem weit geringeren Konsum zahlte trop der viel größeren Entfernung an denselben Lieferanten W. Elsner auch nur 90 Pf. pro Kilo Rindfleisch, das Untersuchungsgefängniß zu Moabit nur 87 Pf., das Ge fängniß m Ploßensee nur 82 Bf.. ebenfalls an denselben Lieferante obwohl diese beiden Gefangenanstalten für den Transport des Fleisches vom Viehhof erheblich ungünstiger gelegen fin und einen viel geringeren Konsum haben als die Charitee. Das erste Kostüm- Schwimmfest des Schwimm- Klub Hecht", der hauptsächlich aus Arbeitern besteht, findet Sonntag, den 26. Ju, Nachmittags 5 Uhr beginnend, in der Berliner Schwimmschule vor dem Stralauer Thore statt.( Näheres fiehe Inserat in der Sonntagsnummer unseres Blattes.) gelobt, ſeinerseits gewiſſenhaft, auf die Herſtellung einer objektiv oziales und Arbeiterbewegung. M wahren Aussage hinzustreben." Der Beuge geloberach bestem Wiffen" die Wahrheit zu sagen". Das beste Wiffen eines gewissenhaften Menschen, das einem Zeugen in rechtsverant wortlicher Stellung vom Richter abverlangt wird, fann nicht gleichbedeutend sein mit einem unverantwortlichen Wähnen. Glauben, für wahr Halten, sondern es ist eben das beste Wissen, welches ein gewissenhafter Mensch fich pflichtmäßig zu verschaffen im Stande ist, wenn er die Kräfte seines eigenen Gedächtnisses und die ihm zu Gebote stehenden Mittel, das Gedächtniß wach zu erhalten, mit Aufmerksamkeit benußt." Das Zeugniß verpflichtet, bei Abgabe seines Zeugnisses keinerlei Ueberlegung, äußere Handhaben oder Hilfsmittel außer Acht zu laffen, welche sein Gedächtniß zu unterstüßen und sein Erinne rungs Vermögen vor Irrthümern zu schüßen geeignet sind." Man wird es als ein Gebot der Vorsicht und Gewissenhaftigfeit bezeichnen dürfen, daß der Beuge fich der natürlichen Grenzen des menschlichen Gedächtnißvermögens und der naheliegenden Gefahr vor Irrthümern bewußt bleibt und etweder feine Aussage dementsprechend einrichtet oder, wenn er die Möglichkeit befißt, die Zuverlässigkeit seines Gedächtnisses durch eigene Notizen und dergleichen Unterſtüßungsmittel zu fontroTiren, daß er derartige Hilfsmittel nicht unbenugt läßt."„ Entscheidend bleibt, ob der Jrrthum, in welchem der Schwörende bei der Eidesleistung fich befand, ein vermeidlicher war. Dem gemäß fragt es sich, ob der Schwörende unterlassen hat, so zu handeln, wie ein gewissenhafter Mann unter den konkreten Umständen gehandelt hätte, und ob er bei Anwendung der hiernach gebotenen pflichtmäßigen Sorgfalt den Falscheid hätte vers meiden können." Wir überlassen es, bemerkt dazu die Nat. Bta.", dem Leser, an der Hand dieser vom Reichsgerichte betonten Buntte fich das Urtheil über den Erlaß des ersten Staatsanwalts selbst zu bilden. Die Weberwaarenindustrie im fächsischen Boi lande, die zu Anfang des Vorjahres einen bedeutenden schmung nahm, liegt jezt schon wieder an den Folgen Ueberproduktion schwer darnieder. Die Waarenpreise äußerst gedrückt und die Löhne stehen längst auf dem Erit minimum. Sonderbar ist es, daß einzelne Organe berat mißliche Zustände zu leugnen suchen. Solche Vogel- Sta Politit kann doch nur schädlich wirken, denn niemals wer Wunden ärztlicherseits geheilt werden können, wenn man nicht zeigt, sondern sie sorgsam verdeckt. " Die Sze So ist auch in den Vereinigten Staaten von Nr. 17 amerita die Metallausbeute und die Minera produktion seit 1883 sehr bedeutend zurückgegangen. ran find, so berichtet ein amerikanisches Blatt, besonders schlechten Zeiten schuld", welche die Eisenindustrie seit Jahren gehabt hat. Das glauben wir wohl, daß an schlechten Beiten die schlechten Beiten schuld find. Dies wu Onkel Bräfig schon, der auch der Powerthee" die Schuld der Armuth zuschrieb. Wenn man aber feine anderen Gri anführen fann, so möge man lieber gar nichts sagen. Friedhof Nordamerika ist das Konkurrenzspiel noch verderblicher, als und berechti Europa, es wird noch mehr va banque gespielt, die Brod es für eine tionsweise muß dadurch leiden und so liegt hüben und drübe die einzige Rettung aus dem Wirrwar in einer gefeglid Regelung der Produktion. Geschieht dies, so wird auch Distribution einer gefeglichen Regelung sich auf die Da nicht entziehen können. ustulus, Vereine und Versammlungen fa ei wie Die g an öffentlich ftaatlichen G bevölkerung fagen 1848 da erste W Mal geftern Bierkramall bewaffneten mit den ges Gegentheil Bolizeiman früher hätt Bublifum einem Dre zahlreicher Jahren! der Herr anderer machung be. Eine Generalversammlung der Schuhmacher ihrer Entste am 23. d. Andreasstr. 21 unter Vorsiz des Herrn Base statt. Herr Mitan referirte über die Nothwendigkeit Lohnbewegung für jedes Gewerk". Wenn der Lohn führte der Herr Referent aus in einem Gewert nicht S mit den wachsenden, nothwendigen Bedürfnissen hält, im Schuhmacher- Gewerk der Fall ist, so ist es die Pflicht jeden Arbeiters, auf eine Besserung seiner Lage hinzuwi Eine dauernde Besserung der Lage der ganzen Arbeit Klaffe fann selbstverständlich durch ein solches Mittel nicht beigeführt werden, da jede Aenderung in den Geschäftsjunkturen die errungenen Vortheile für den Arbeiter wieder nichtet. Nur durch ein Eingreifen der Gesetzgebung ist foziale Noth zu beseitigen. So lange das Gefes aber mit den Sträften verſuchen, der Macht des Kapitals die nicht gesprochen hat, muß der Arbeiter fich organifiren, der Vereinigung entgegenzuseßen. Das erste Biel diefer O Befehle abi Berzeichniß der Töpfermeister, welche den Lohntarif unterschrieben haben: Schuppmann, Kaiserstr. 31. Schend, Blumenstr. 35a. H. Große, Pallisatenstr. 17. H. Fuchs, Steg igerstr. 67. A. Henkel, Tempelherrenstr. 10. Untrot, Moabit. Hausleiter u. Eisenbeiß, Charlotten- und Franzö fischestr.- Ecke. Kombammel, Reinsbergerstr. 29. Schölf, Bülowstr. 36. J. Halpert, Gormann'sche Fabrit. D. Klamann, Neue Friedrichstr. 100. Haack, Schöneberg. Friedenstr. 23. Dusedom, Rüdersdorferstr. 23. E. Tempelherrenstr. 28. A. Brucks, Trinzenstr. 105. A. Uhle mann, Meißener Ofenfabrit, Bimmerftr. 30. Linke, Kochstr. 11. A. Baaz, Bimmerftr. 45. W. Bothe, Bimmerftr. 58. 2. Schumann, Kirchbachstr. 12. R. Pidenhagen, Bankstr. 16. Blumenfeld, früher Treuherz, Leipziger Platz 2. J. Stahlkopf, Dorfstr. 15. Dandberg, Ofenfabril, Wilhelmstr. 141. A. Paul, Große Friedrichstr. 96. 2. Weihermüller, Belle- Allianceftr. 68. Bawlowfy, Wrangelftr. 52. G. Selldis, Potêdamerstr. 107. J. Hoier, Höchftestraße 31. G. Fint, Lindenstraße 16. W. Rückhardt, Besselstr. 5. G. Lange, Weißenburgerstr. 26. B. Kerwat, Schönebergerstr. 29. Grohnert, Andreasstraße 41. A. Ruhm, Mittenwalderstr. 19. Steffen, Weißenburgerstr. 33. A. Schwart, Moabit, Ottostraße 6. E. Nelte, Friedrichsgrachi. Nr. 28-29. G. Scheffel, Louisenplay 12. A. Laas, Balli ſadenſtr. 7. Hantle, Fruchtſtr. 32. H. Kluth, Charlottenburg, Berlinerstraße. E. Schmidt, Charlottenburg, Schulstraße L. Will, Viauerstr. 85. C. Kliefert, Pionierstr. 8. D. Titel, Steinftr. 26-28. G. Mainhardt, Friedrichsberg. C. Seiler, Jüdenstr. 38-39. H. Thiele, Langestr. 87. W. Grund, Char lottenburg, Kanalstraße 4. G. Jünger, Lottumstraße 4. G. Wengel, Lothringerstr. 64. E. Hoch, Schumannstraße 11. F. Gärtner, Charlottenburg, Willmersdorferstr. 44. A. Simon, Linkstraße 15. D. Völker, Boffenerstr. 19. F. Müller, Friedenstraße 19. A. Rohlohl, Wilhelmstraße 54. C. Koch, Cösliner und Wiesenstraße Ede 11. 5. Lützow und A. Schlaffe, Rigdorf, Prinz Handjerystraße 9. H. Proschwit, Fruchtstraße 77. H. Pirting, Wollinerstraße 12. 8. Shirmer, Rüdersdorferstraße 42. H. Böttcher, Weißensee 42. D. Ethardt, Elisabethstr. 39. W. Bey, Linienstr. 96. J. F. Maibaum, Französischestr. 14. H. Rockland, Skaligerstr. 76. F. Grund, Charlottenburg, Bismarckstr. 84. A. Heseler LouisenUfer 3. F. Wienky, Brizerstr. 38. A. Polte, Kurzestr. 15. Th. Schumann, Dragonerstr. 37. Gebrüder Bock, Magdeburger Vertrerer Braun. Emil Fornawty, Dresdenerstr. 45. D. Huthmann, Brandenburgstr. 17a. N. A. Wühst, Alte Jakobstr. 52. P. Marügly, Köpniderstr. 45. N. Henig, Köpniderstr. 79. A. Zied, Charlottenstr. 19. H. Köbeler, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 17b.. Engler, Wilsnaderstr. 18b. Das Arbeinsnachweise Bureau befindet sich, um nachzuweisen, wo Ge fellen Arbeit erhalten betreffs des neuen Lohntarifs, Grenadier Straße 33. Diesbezügliche Meister mögen fich vertrauensvoll Bei Gelegenheit einer Streitfrage, ob Lehrer an den töniglichen Strafanstalten zur Zahlung von Gemeindeabgaben verpflichtet sind, und. der betreffende Lehrer sich nur als Elementarlehrer und nicht, wie der Magistrat meint, als Staatsbeamter behandelt wissen wollte, ist auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts zurückgegangen worden, wonach unter Elementarlehrern die Lehrer an solchen Schulen zu verstehen find, zu deren Benugung einerseits für die Eltern und deren Vertreter, falls sie nicht anderweit für den Unterricht ihrer Kinder gesorgt haben, ein gesetzlicher Kampf besteht und deren Unterhaltung anderseits den Schulverbänden, Schul- oder bürgerlichen Gemeinden, je nach der Verschiedenheit der gesetzlichen Vorschriften in den einzelnen Landestheilen, durch das Gefeß zur Pflicht gemacht wird. Hiernach gehören zu den Ele mentarschulen nur die Volksschulen mit 3wangsbesuch, in welchen die gefeßlich vorgeschriebene Schulpflicht zu erfüllen ist. Alle andern Schulen, gleichviel, ob auch in ihnen Elementar fentniffe den Schülern beigebracht werden, gehören nicht zu den Elementarschulen. muf nisationen muß stets eine Verkürzung der Arbeitszeit sein, das Heer der Arbeitslosen zu verringern, die sich zu Preise anbieten und so die Löhne herunterbrüden. Eine gefchloffene Organisation hat stets einer eigentlichen bewegung voranzugehen. An die Seite der Facho fation fann später eine Lohn Rommission treten, nebeneinander e volle 24 S höchste tom heit hat einer einfac Logif, b gerade Frieden Herrn Boli Pills nicht ein e Die Beamter gehorsam h auf dem paffiven 2 Des Herrn tommiffärs: Baffe a bedeutet, b für das und miteinander zu wirken. aber persönliche Eitelkeit genannter Führer das große in diesen Vereinigungen führen wollte, so feien beide flüssig. Jede Bewegung sei verloren, in der sich Egois und Selbstsucht vordrängten. Nut mit erprobten Elementen der Elitetruppe, die aus den Fachpereinen bervorgingen, Lohntämpfe mit Erfolg durchzuführen! Es sei aber ein an der Arbeitersache, Streifs zu provoziren, um fich als einer Lohnkommission bezahlen zu laffen. Vor solchen Feb follten die Schuhmacher in ihrer Bewegung sich hüten und allen Dingen daran denken, dem Unterstügungsverein zahlre und tüchtige Kräfte zuzuführen.( Lebhafter Beifall.) Schuhmachermeister Meyner betonte seine volle Uebaffen an Ev Der F stimmung mit den Ausführungen des Referenten. verein habe die Aufgabe, tüchtige Elemente heranzubilden, friedensbruc nach dreima und nac tommandire Kontrole. weisen Vor hat auch be Band: wie Stonen das mortlich. D che Der verb ein toloffale bei Menfch zufassen. Wichtiger als wie ein Streit selber sei es, über nöthigen Mittel zum Streit zu verfügen. Herr Bagind konstatirte, daß die Lohnkommission der Schuhmacher nie cin Pfennig Besoldung nehmen werde. Die Lohnkommiffion b Ueber Verwendung von Strafgefangenen zu gewerb fägen gehandelt, es sei ihre erste Sorge gewesen, en bis jetzt ganz nach den von Herrn Mitan aufgestellten Gr betreffs Gesellen an uns wenden. Die Streit Kommission der Töpfer Berlins und Umgegend, verantwortlich Ed. Holze, Mühlenstraße 79. lichen Zweden innerhalb des Gefängnisses, die als eine schlimme und ungerechte Konkurrenz der fleinen Handwerker und den Arbeiter überhaupt zu betrachten ist, haben wir schon häufiger geschrieben. Auch finden wir es faft noch ungerechter, wenn Strafgefangene außerhalb der Anstalt bei ländlichen Ar beiten beschäftigt werden; doch erscheint es uns am wenigsten gerecht, wenn diese Beschäftigung fich auf Fabriten außer halb der Anstalten ausdehnt. So werden in der FlachsSpinnerei in Wiesenbad in Sachsen seit Jahren Arbeiterinnen aus der Strafanstalt Hohened zur Arbeit verwendet und zwar dauernd. Hiergegen hatte die Chemnißer Gewerbekammer Beschwerde geführt und in der That ist die Beschwerde angenommen worden. Bis jetzt sind solche Beschwerden, Petitionen u. f. w. nur selten von Erfolg begleitet gewesen und so bleibt nichts übrig, als immer und immer wieder zu betonen, daß die Regelung der Strafgefangenenarbeit durch die Gesetzgebung erfolge und zwar auf dem in der von der Arbeiterpartei im Reichstage eingereichten Schußgefeßentwurfe bezeichneten Weise. Und je schneller dies geschieht, desto besser ist es. Bei dem heftigen Gewitter vor einigen Wochen waren bekanntlich zwei Personen vom Blize erschlagen worden, welche im Thiergarten unter einem Baume Schuß gesucht hatten. Geheimrath Liman hat nun über den Befund der beiden Sektionen es waren die ersten dieser Art, welche der Profeffor während seiner langen Praxis vorgenommen hat in der lezten Sigung des Vereins für innere Medizin berichtet: In dem einen der beiden Fälle war an der linken Schläfe das Haar im Umfange eines Fünfmarkstückes versengt, sowie vom Ohr herab bis zum Schlüsselbein die Haut braunroth gefärbt. Auch sonst war der Körper abwechselnd streifenweise roth und weiß gezeichnet. In der Regel will man Abdrücke von Bäumen, Die in der Nähe standen, auf den Körper der durch den Blig getödteten Personen gefunden haben, und es sind mehrfach solche Berzweigungen beschrieben worden. Auch im vorliegenden Falle war bei einiger Phantasie der Abdruck eines Palmblattes bemerkbar. Dergleichen Palmblätter findet man indeß häufig bei Leichen; es sind das nichts weiter als Abdrücke von den Falten Der Kleidungsstücke. An den Stellen, wo dieselben fest aufliegen, bleibt der Körper weiß, während an den übrigen gelockerten Partien rothe Stellen sich bilden, welche in ihrer Gesammtheit blätterartige blätterartige Figuren hervorrufen. Der Haupts befund bestand aber darin, daß in der Muskulatur der Herzspite eine Höhle mit unregelmäßigen Wandungen von zwei Bentimeter Ausdehnung fonstatirt wurde, welche die Scheidewand des Herzens durchsetzte. In dem zweiten Falle fanden fich ganz exquifit die Erscheinungen der Erstickung ausgesprochen. Profeffor Liman bemerkte dann noch, daß in Bezug auf ein zelne Erscheinungen sehr viel gefabelt worden sei. Daß Berreißungen innerer Organe, z. B. des Gehirns, der Leber 2c., gefunden worden find, wolle er zugeben, die übrigen Angaben aber scheinen ihm noch sehr der Klärung zu bedürfen. Profeffor Leyden erllärte in der Diskussion, es sei äußerst intereffant zu fonstatiren, daß der Bligschlag, während er den Mens schen durchfährt, im Stande iſt, zerreißungen hervorzurufen, ähnlich den Berstörungen an Häusern, Bäumen 2c. Daß es fich hier um ein Brechen oder Berreißen des Herzens, während Der Betroffene noch lebt, handle, sei nicht zu bezweifeln. Der eingetretene Tod sei auf eine dynamische oder elektrolytische Wirkung zurückzuführen, welche Herzlähmung und so den Tod verursache. Diesen Ausführungen trat auch der Geheimrath Liman bei. Zum Krantenfaffenwesen. Die Königliche Regierung zu Schleswig hat in einem Spezialfalle fich dahin ausgesprochen, daß die Abmeldung und die damit in Verbindung stehende Entlassung aus der Mitgliedschaft bezüglich derjenigen KaffenEntlassung aus der Mitgliedschaft bezüglich derjenigen Kassen mitglieder einer Ortskrankenkasse, für welche eine Betriebsfrankenkaffe errichtet worden ist, zu jeder Zeit erfolgen kann, da zwischen sämmtlichen organisirten Kassen Freizügigkeit in der Weise herrschen soll, daß, soweit es sich um die gefeßlichen Mindestleistungen der Kaffe handelt, für neu Eintretende weder eine Karenzzeit, noch die Verpflichtung zur Bahlung eines Eintrittsgeldes zuläffig ist. Nach§ 63 des Reichsgesetzes vom 15. Juni 1883, welcher nach§ 72 bsag 3 ibid. auch auf die Ueber die Fleischlieferung an die Charitee läßt sich Die königliche Charitee- Direttion in Beantwortung der von der Allg. Fleischerztg." erhobenen Angriffe folgendermaßen aus: Die Chariteeverwaltung vergiebt die Fleischlieferung stets auf Grund einer fog. beschränkten Submission, zu welcher nur einige wenige Engrosschlächtermeister besten Rufes zugelassen werden. Der Mindestfordernde derselben muß selbstverständlich Den Buschlag erhalten. Bei der letten Submission ist der in hohem Grade leistungsfähige und bewährte Engros- Schlächtermeister W. Elsner der Mindestfordernde geblieben. Der von thm für Rindfleisch geforderte Preis beträgt nicht, wie in dem Artikel der Fleischerztg." angegeben wird, 43, sondern 44 Pf. pro Pfund, d. h. 88 Pf. pro Milo. Derselbe Preis von 88 Pf. war auch nur von seinem Konkurrenten, dem Schlächtermeister E. Baufeldt, verlangt worden; Elsner erhielt den Zuschlag, weil er bei anderen Fleischwaaren etwas billiger war. Preis von 88 Pf. für das Kilo Rindfleisch ist nicht zu gering, es fann dafür gutes Fleisch geliefert werden, und Herr Elsner liefert folches auf Grund des Kontraktes zu unserer vollsten Bufriedenheit. Es muß berücksichtigt werden, daß seit Jahren Die Fleischpreise überhaupt sehr niedrig stehen, daß der Kontraft auf 2 Jahre, vom 1. Januar 1885 bis 31. Dezember 1886 abgefchloffen ist, daß der Preis von 88 Pf. ein Durchschnittspreis ft, für welchen nicht etwa ausgeschäfte Stücke, sondern halbe Der tag Neidha Entwurfe Yet t dem letter Bolizei hinficht worfen follte die siebung ftr mit der theidigung fie fich nich leute bei 2 verein zu stärken, und die hiesige Filiale des Unter vereins deutscher Schuhmacher zähle mehr Mitglieder in Berlin. Eine Petition an den auf Annahme des Arbeiterschus Gefeße zu richten, sei ihre zweite Sorge gewesen. Die Vorber zu einem Lohnkampf im kommenden Frühjahr zu treffer fegiges Biel. Nachdem noch mehrere Redner fich in Sinne ausgesprochen hatten, wurde nach einem Ed des Referenten folgende Resolution angenommen:" D in Keller's Salon tagende Generalversammlung der macher erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Re voll und ganz einverstanden und faßt den Beschluß, dem ftüßungsverein deutscher Schuhmacher beizutreten. Fern schließt die Versammlung, speziell für den 10stündigen Ma arbeitstag sowie für die Sonntagsruhe mit allen ihr zu stehenden gefeßlichen Mitteln einzutreten, bis derfelbe zur fache geworden ist." Die hierauf vorgenommenen Ergänzu wahlen für die Lobnkommission ließen als gewählt die He Strand, Kundt und Adamschet hervorgehen. Sodann gelangte die Antwort der Innung auf die Vorschla zur Besprechung, welche die Lohnfommission ihr brieflich gemac hatte, um ein gemeinsames Vorgehen gegen die Schuhwaaren Fabriken herbeizuführen. Herr Baginsty betonte, daß ma Ach, nun hielte immer von A las o Endli der Innung allerdings ebenso friedlich gegenüberstehe wireibtisc dem Kapitalismus, daß aber in diesem Falle auch die Innun Billet an Interesse daran haben sollte, den 31 Eine zwingen, seinen Arbeitern höhere Löhne zu zahlen. Des halb habe sich die Lohnkommission an die Innung mieinung dem Ersuchen gewendet, sie zur nächsten Innungsversammlungolfomme einzuladen, um in Verhandlungen treten zu können. Aus derlaue, abe Antwort der Innung gehe hervor, daß es den Herren sehins Alles Baukrankenkassen Anwendung findet, gehören versicherungspflichtige Personen, welche in dem Betriebe, für welchen eine Betriebs- bezw. Baufrankenkasse errichtet ist, beschäftigt werden, mit dem Tage des Eintritts in die Beschäftigung der Kasse als Mitglied an, sofern sie nicht Mitglieder einer freien Kaffe find. Solche Personen lönnen daher von dem Augenblicke an, in welchem die Betriebs- bezw. Baukrankenkasse ins Leben tritt, ihrer Versicherungspflicht nicht mehr dadurch genügen, daß sie der Ortskrankenkasse angehören. Sie scheiden also zur Erfüllung ihrer Versicherungspflicht aus der Ortskrankenkasse, welcher fie bisher angehört haben, aus und treten in die Betriebs- bezw. die Baukrankenkaffe ein. Ob ihnen gestattet werden kann, zum 3wed der Doppelversicherung fich an der Ortskrankenkasse weiter zu betheiligen, hängt davon ab, ob im einzelnen Falle die Voraussetzungen des§ 19 Absatz 2 vorhanden sind. Die Vorschrift des§ 19 Absatz 4 des Gesetzes hat ihre vornehmlichste Bedeutung für die eingeschriebenen und freien Hilfskaffen ohne Beitrittszwang. Lohnkommission sei nicht zur nächsten Jnnungs- Versammlunge vollen n sondern zur nächsten Haupt- Ausschuß- Sizung eingeladen worden und dort zu erscheinen halte sie für überflüssig. In der In- Gräfi nung fäßen zu verschiedenartige Elemente, als daß fie die abrid, n Lohnbewegung der Gesellen unterstügen würde. Von den ris aus 7000 felbstständigen Schuhmachern Berlins gehörten nur 2000 Seche der Innung an. Aus allen diesen Gründen stelle er den An- dlichere trag, die Verhandlungen mit der Innung abzubrechen.( Beifer Zeit fall.) Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. streifenden Maurern wurde der Ueberschuß der Tellersammlung zugewiesen und zum Schluß die Abrechnung der Lohnkoms mission über den Streit bei Müller u. Schlißweg, Sebaftianstraße 20, entgegengenommen. Den nilen S Als , spät gemein Lang Die Fachvereine der Möbelpolirer für Kasten- Arbeit t, und und für geschweifte Arbeit machen am Sonntag eine Herren- te war partie nach den Müggelbergen mit vollständiger Mufit. Alle musikalischen Kollegen werden ersucht, ihre Instrumente mitzu- rte er bringen. Sammelpunkt um 7 Uhr Morgens auf dem Schlefischen Bahnhof. Du Ich Ist Sie " M Sch Auch in Belgien ist die Buckerfabrikation im argen Rückgange begriffen. So haben von 150 Buckerfabriken dort 42 erklärt, daß sie den Betrieb einstellen wollten. Um 23 Prozent hat sich auch der Zuckerrübenbau im Jahre 1884 gegen das Vorjahr vermindert, so daß man annimmt, daß die Gesammtproduktion von Buder im Jahre 1885 gegen das Jahr 1883 von 94 Millionen Kilogramm auf 50 Millionen sinten wird. Aus alledem aber sieht man, daß eine allgemeine Krisis herrscht und zwar, weil die angesammelten Industrie- Erzeugnisse feinen genügenden Absatz haben. Und woher dies wohl fommen mag? Daher, daß fast in allen Industrieländern die Kaufkraft der Arbeiter bedeutend zurückgegangen ist. Solche Wechselwirkungen aber richten großes Unheil an, dem energisch berichte, Geschäftliches. Neue Mitglieder werden aufgenommen sehntausen gesteuert werden muß. Oeffentliche Generalversammlung der Schloffer un Berufsgenossen Berlins am Dienstag, den 28. Juli, Abends 8% Uhr, in Feuersteins Lokal, Alte Jakobstr. 75. Tages ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungslegung, fowie Berich der Revisoren. 3. Neuwahl der Kommission. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung ladet die Lohnkommission alle Schloffer ingen." Berlins ein. Два Verein sämmtlicher Berufsklassen Berlin I, eingesanruhig b schriebene Hilfskaffe, heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, Ver Gäste haben Zutritt. Berantwortlicher Redakteur N. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. #t Voi nden Folgen preife f Erifte = berart el- Str Is wer man on Not Tineral gen. D onders Ban Dies wu Schuld Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 171. Sonnabend, den 25. Juli 1885. II. Jahrg. feit die Szenen auf dem Frankfurter Fried-| That erstifienen Verbrecher oder sonstigen Geſetzesübertreter gelitten" wie Herr Leyendecker es that, das heißt benn doch en Grin er, als and drübe gefeglid auch die Da gen cher fa Cohn ein hof am 22. Juli. Waffe Gebrauch zu machen, wenn ihnen von einem auf frischer Widerstand geleistet wird, sie würden nicht gar oft mit Sub jetten, wie Louis und dergleichen, in buchstäblichem Sinne zu raufen und sich der Gefahr eigener Mißhandlung auszuseßen haben, wie es oft geschieht. Sie find aber nicht berechtigt zum fofortigen Dreinhauen selbst bei thätlichem Widerstande, und nun sehen wir, daß ein Polizeifommissär noch ehe irgend ein Versuch des thätlichen Widerstandes von Seiten der um ein Grab versammelten Menge gemacht worden war- sofort den Befehl gab: Treiben Sie die Leute mit der Waffe auseinander!" Welch' ein Widerspruch zwischen der vorsichtigen Behandlung von widerfeglichen Strolchen und dem rücksichtslosen D'reinhauen auf das friedliche Gefolge bei einem Leichenbegängniß! ( Aus dem Frankfurter Beobachter.") " Die gestrigen Vorgänge auf dem Frankfurter agen.Friedhof haben in allen Kreisen der Bevölkerung sehr große und berechtigte Aufregung hervorgerufen. An und für sich iſt ie Bro es für eine Stadt wie Frankfurt niemals gleichgiltig, wenn an öffentlichen Orten es zu blutigen Konflikten zwischen den staatlichen Gewalten auf der einen und einem Theil der Bivil bevölkerung auf der anderen Seite kommt. Seit den Semtemberfagen 1848 ist dies in Frankfurt nur zweimal vorgekommen; da: erste Mal bei dem Bierkrawall" von 1873, das zweite Mal gestern auf unserem Friedhofe. Die Vorgänge bei dem Bierkrawall, wobei leider völlig Unschuldige den Kugeln der bewaffneten Macht zum Opfer fielen, laffen fich weder bezüglich ihrer Entstehungsart, noch hinsichtlich der begleitenden Umstände Base mit den gestrigen Szenen auf dem Friedhofe vergleichen; im igkeit Gegentheil ließe sich sagen, daß damals das Einschreiten der Bolizeimannschaft wider die Ruhestörer vielleicht etwas früher hätte erfolgen sollen. Ganz anders gestern; das Bublikum darf um so mehr der Ansicht sein, daß zu einem Dreinhauen mit der Waffe und zur Verwundung zahlreicher Bersonen Jahren!-feine zwingende Nothwendigkeit vorlag, als ja Der Herr Polizeipräsident selbst laut der an anderer Stelle veröffentlichten Bekannt machung darüber noch im 3weifel ist. Wenn aber bolle 24 Stunden nach dem„ bedauerlichen Vorkommniß" der höchste tompetente Beamte selbst noch nicht die Gewiß en, muheit hat erlangen fönnen, daß der Gebrauch der Waffe wegen drängen muß. einer einfachen Nichtbefolgung volizeilicher Anordnungen und iefer D Befehle absolut unumgänglich war, dann sagt uns die Logit, daß jener legte und äußerste Schritt icht Filt Sch wie Sflicht ein inzumi n Arbeit I nicht chäftswieder ng ist aber s die M t sein, Bu feb Fine hen Lo eten тобе darunter auch ein Kind von acht öffentlichen gerade des im Interesse riedens hätte unterbleiben sollen, zumal dem Herrn Polizeipräsidenten von seinen Untergebenen ersichtlich Facho nicht ein einziger Fall des gewaltsamen Widerstandes gegen die Beamten gemeldet worden ist. Nur ein passiver Ungehorsam hat soweit es die allein maßgebenden Vorgänge auf dem Friedhofe betrifft stattgefunden und diesem paffiven Widerstand folgte folgte nach des Herrn Polizei- Präsidenten sofort der Befehl des Polizeider Bekanntmachung tommiffärs: Treiben Sie die Leute mit der Waffe auseinander!" beide Egoid menten gen ein Fr als en Feb en und En zahlre 1.) Even leben Der bilden Bufamm über agin nie ein Effon b ten Gru Sen er De Be ber ffer tilgung Heide Sutmurfe in Sch er Re dem Fern Ma zu zur 2 rgänzu die He gehen. Borschla ubwaaren daß ma und Um zu beurtheilen, was dies nach dreimaligem Trommelschlag darf der Und nun der geweihte Ort, an dem diefe blutigen Szenen aufgeführt wurden! Kann man gegen solche Eventualitäten nicht mehr sicher sein, dann bleibt nur hinweg vom Friedhofe, ihr Frauen und Jungfrauen, ihr Wittwen und Mütter Frant furts, die ihr an den blumengeschmückten Gräbern theurer Abgeschiedener beten und weinen wollt! Es kann jeden Tag fich fügen, daß unter den vielen tausenden Sozialdemokraten Frankfurts einer stirbt, daß die Gesinnungsgenossen dem Todten das Geleit bis zum Grabe geben und daß dann über rothe Schleifen und einige ganz bedeutungslose Worte, über einen momentanen Ungehorsam der Leidtragenden gegen§ 9 Des Sozialistengeießes" ein Einhauen mit den Säbeln fich entspinnt und schließlich völlig unbetheiligte Frauen ebensogut eine Säbelhieb wegbelommen fönnen, wie einen im Gedränge befindliches achtjähriges Kind. Zum Schlußse nur noch ein Wort, das sich Jedem aufDer Herr Polizeipräsident nennt in seiner Bekanntmachung die gestrigen Vorgänge, bebauerlich" und verspricht eine unparteiische Untersuchung. Wir zweifeln feinen Augenblick daran, daß dies geschieht; aber Vorgänge dieser Art find nicht blos ,, bedauerlich", sondern tieftraurig und verhängniß voll. Das Blutvergießen ist noch zu allen Beiten eine Drachensaat gewesen; in einer Beit aber, wo die Best des Anarchismus bald hier, bald dort ihr scheußliches Antlig zeigt und es im höchsten Intereffe der gesammten bürgerlichen Gesellschaft liegt, das lebel soviel als nur irgend möglich einzudämmen und zu verhüten, daß es in den Arbeitermassen keinen Boden finde müssen doch sozialdemokratische Führer felbst, wie es vor Kurzem der Abg. Frohme that, in dieser Beziehung die energischsten Anstrengungen machen in einer solchen Zeit sollte man von den Organen der Staatsgewalt erwarten können, daß sie mit allen nur möglichen Mitteln Ob das geschieht, mag Jeder an der Hand der gestrigen Vorgänge beurtheilen; reir fürchten, daß fie ein sehr düsteres Blatt in der Geschichte unserer Stadt und unseres Vaterlandes bilden werden. Mag die Verantwortung dafür tragen, wem sie zufallen mag, den Schaden hat in letter Linie die friedliche Benahmegesetze mit Allem was dazu gehört führt. bedeutet, brauchen wir uns nur die gefeßlichen Vorschriften für das Militär in Fällen des Aufruhrs, des Landfriedensbruches und dergleichen_gegenwärtig zu halten. Erst nach dreimaliger vergeblicher Aufforderung, auseinanderzugehen tommandirende Offizier seinen Soldaten den Gebrauch der Baffen anbefehlen; was dann folgt, entzieht sich ganz seiner Rontrole. Ist das Kommando zum Feuern oder zum angriffs völkerung, welche zu spät erfährt, wohin das System der Ausweisen Vorgehen mit Säbel und Bajonnet einmal gegeben, so hat auch der schneidigste Offizier seine Leute nicht mehr an der Sand; wiewiel Menschenleben geopfert werden, welche Dimenfionen das Unheil annimmt, dafür ist er absolut nicht verant wortlich. Darum hat das Gefeß so sorgsame Kautelen geschaffen, e der verhängnißvolle Befehl gegeben werden darf und es wäre ein tolosaler Widerspruch in sich selbst, wollte man annehmen, daß bei Menschenansammlungen, Aufruhr und dergleichen dem letteren fann hier absolut feine Rede sein hinsichtlich des Gebrauchs der Waffe unter Bolizei follte die Polizei von die * * Der Reichstagsabgeordnete Frohme sendet dem ,, Frankf. Beobachter" folgende Buschrift: Geerter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir, um dem Publikum eine richtige Beurtheilung der unerhörten Vorgänge vom gestrigen Tage zu er möglichen, folgende Bemerkungen: Ueber 50 zum Theil schwere Verlegungen, und nicht eine einzige Verhaftung worfen sein sollte, wie das Militär! Niemals giebt zu denten; es läßt erkennen, wie herrlich weit" wir's siehung ftrenge Vorschriften bestehen angriffsweise mit der Waffe vorgehen; fie dient immer nur zur Selbstver theidigung der Beamten im äußersten und letzten Falle, wenn wir glauben fogar, daß in dieser Begebracht haben unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes! Bunächst ist das Verfahren des Polizeikommissars Herrn Meyer zu fonstatiren. Er forderte die Anwesenden auf Grund des fie sich nicht mehr anders helfen können. Wären die Schut- nicht das Geringste war geschehen, was diese Aufforderung leute bei Ausübung ihres Berufs berechtigt, sofort von der ,, Mil besos." Von Hermann Heiberg. ( Unberechtigter Nachdruck verboten.) Ach, schon lange war's nicht mehr, wie ehebem, und nun hielten ihre Finger ein Blättchen Papier, auf das sie immer von Neuem ihre thränenden Blicke richtete: ich gemac A las ocho, querido mio? Lo espero! mil besos! rstehe wishreibtisch ihres Mannes und schob das zufällig entdeckte Endlich erhob sich die Dame, ging langsam an den e Innunillet an seinen Platz zurück. anten 31 Len. Des rsammlung Panchita.*) nothwendig machen mußte; einem Verstorbenen nachzurufen: Unheimliches für ihn. Ihre Stimme klang fremd, und ihr Blick war falt, fast furchterregend. ,, Du bist nicht wohl? Mich dünkt, Du bist blaß, angegriffen. Bigarretten aus meinem Zimmer." Der Diener, dem dieser legte Saß galt, entfernte sich wieder. Sie hatte ihm nicht geantwortet, aber fie ergriff ein Buch, blätterte darin und schüttelte abermals den Kopf. Nun wiederholte er seine Frage und trat ihr näher. Seine Hand glitt leise über ihr Haupt. Da schrie sie auf, erstickte aber den Schrei ebenso rasch, weil der Diener die Thür öffnete. Noch einen Augenblic, dann waren sie allein. Um Gotteswillen, was ist Dir, Maria? Bitte sprich. Eine schönere, imposantere Frau, eine vornehmere Ers nung mienung war nicht denkbar. Weißes Haar und ein Aus derlaue, aber dunkle Augen und kohlschwarze Brauen. Ünd collfommen jugendliches Gesicht; sanft geröthete Wangen, Du hast mich erschreckt." heine, die andervoll abstach gegen das hellgeblümte seidene Kleid, das fammlunge vollendete Gestalt umschloß. en worden ß fie die = der Jn- Gräfin Maria von Lope lebte seit einem Jahr in labrid, wohin ihr Gatte als Attaché der Gesandschaft von Bon den ris aus versetzt war. nur 2000 Sechs Jahre waren Beide verheirathet. Es schien kein Er den An- Acklicheres Paar zu geben, und doch verwandelten sich in fammlung Den nilen Streifen vermischtes Haar. Lohnkoms Sebastian Als der Graf, der angeblich zu einem Diner geladen spät Abends nach Hause kam, fand er seine Frau noch Wohnzimmer. Gein Gintreten sie ne Herren te war eingeschlafen. Er neigte sich zu ihr und wollte sie küssen. Aber sie wehrte ihm heftig, erhob sich rasch und ging mit aufgeregten wehrte ihm heftig, erhob sich rasch und ging mit aufgeregten Schritten über den weichen Teppich. Nun war es an dem Grafen, einer mißmüthigen Stimmung Raum zu geben. Er ließ sich wortlos in einen Sessel nieder, entzündete die 3igarette und ergriff eine Beitung. Die Vorhänge des überreich ausgestatteten Gemaches waren fest zugezogen. Die seidentapezierten Wände, die großen Gemälde, bie unzähligen, überflüssigen, aber reiz vollen fleinen und großen Dinge ringsum wurden nur spärlich beleuchtet. Eine niedrige Lampe aus purpurrothem Alabaster, die auf einem mit Büchern un Bildern beladenen Umgebung. Du warst ein Kämpfer für die Freiheit und haft für sie wahrhaftig nicht, den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung" und nur davon ist im§ 9 des Sozialistengefeßes die Rede predigen. Aber angenommen, der Herr Bolizeifommiffar hätte ein formelles Recht zur ,, Auflösung" der Friedhofsversammlung gehabt, so müßte er doch wenigstens den Anwesenden Beit lassen, sich zu entfernen. Das hat er nicht gethan; seine dreimalige Aufforderung, auseinanderzugehen, erfolgte so schnell, daß ihr folglich Niemand Kaum war fofort entsprechen konnte. die dreimalige heftig herausgestoßene Aufforderung erfolgt, so blizten auch schon ringsum die Klingen der Schußleute, welche die Leidtragenden, wie einen Feind im Felde, förm lich umzingelt hatten. Die Säbelhiebe fielen hageldicht und es begann ein richtiges Keffeltreiben. Die Masse wurde nach dem Ausgange zu gedrängt; nur eine Thüre deffelben war geöffnet, zwei waren verschlossen. An dieser einen Thüre nun hatten links und rechts Schußleute Pofto gefaßt; dieselben hieben blindlings in die hinausdrängende Menge ein. Einer der Schußleute that sich dabei besonders hervor; er war es, der u. A. dem Herrn Dippel hinterrücks den Hieb über den Kopf versezte, als er eben das Thor paffiren wollte. Durch nichts läßt diese Blutarbeit sich rechtfertigen. Hätte auch nur ein einziger der Leidtragenden versucht, sich zu widerseßen, thätlich oder wörtlich, man würde ihn gewiß dingfest gemacht haben! Es ist aber, wie bemerkt, keine Verhaftung erfolgt, gewiß der beste Beweis, wie völlig unmotivirt das Dreinhauen war! Aber noch eine andere Frage: warum und auf wessen Weisung machten die am Thore poſtirten Schußleute, die doch von den Vorgängen am Grabe nichts wissen konnten, so ohne Weiteres von der Waffe Gebrauch? Mir gegenüber hat der Herr Kommissär Meyer allerdings erklärt, und zwar vor Zeugen, als ich mit Verwundeten zum Polizeipräsidium fuhr, er habe den Befehl zum Dreinhauen nicht ertheilt, sondern den Schutzleuten anbefohlen, nur im äußersten Nothfalle, also wenn sie selbst angegriffen würden, von der Waffe Gebrauch zu machen. Verhält sich die Sache so, dann allerdings haben die einhauenden Schußleute einen sehr niedrigen Grad von Disziplin bewiesen und dann sind sie doppelt strafbar. Wahrlich, der Schrei der Entrüstung und Erbitterung, der darob in allen Kreisen der Bevölkerung gestern gehört wurde, ist gerechtfertigt! Wer das Niederhauen der wehr- und widerstandlos Flüchtenden am Friedhofsportal gutheißen kann, der wundere fich nicht, wenn die Seite der Anarchisten sich ausbreitet. Man bedenke: dieses Niederhauen geschah unter Beruf auf geseßliche Autorität, und eben deshalb empört sich das Rechtsbewußtsein des Volkes so sehr! Wenn Polizeibeamte selbst so für den sozialen Frieden und die Ordnung sorgen, dann Ade Ordnung und sozialer Friede; man macht es den Ruhigen und Besonnenen, die gerne den Gewalttampf vermieden wissen möchten, unmöglich, in dieser Richtung zu wirken. Das beleidigte, ja auf's höchste empörte öffentliche Rechtsbewußtsein fordert Ahndung! schnelle Ahndung und rücksichtsloseste Ahndung! Als Theilnehmer an der Trauerfeierlichkeit sowohl wie in meiner Eigenschaft als Abgeordneter erhebe ich diese Forderung. Die Leidtragenden haben keinen Anlaß gegeben, wie Rebellen oder Banditen bes handelt zu werden. Bockenheim, 23. Juli 1885. Karl Frohme. Kommunales. w. Preisermäßigung auf der Pferdebahn. Vom Ma giftrat war seiner Beit eine Kommission ernannt worden zur Berathung des Tarifes der Pferdebahn. Diese Kommission hat jezt dem Magistrat Bericht erstattet und hat derselbe fich mit den von der Kommission gemachten Vorschlägen einverstanden erklärt. Der Hauptpunkt der Verhandlungen war die gegnen könne. 3unächst aber galt's, sich Gewißheit zu verIchaffen. Ich weiß? Was soll ich wissen? Willst Du Dich nicht erklären? Bekümmert Dich etwas, wenn Du nicht trant bist? Bin ich die Ursache Deiner Trauer, Deiner Mißftimmung?" Haupt Sie neigte das durch das Dunkel schimmernde weiße Haupt Er sah's, fast ohne aufzublicken. „ Ich? Maria?" Ja!" lang es leise. So sprich." ,, Nein, an Dir ist es." " Boll Ungeduld,-voll gemachter Ungeduld, ganz mit jener Reizbarkeit, die den Männern mehr noch eigen, als den Frauen, wenn sie sich getroffen fühlen, sprang er auf. ,, Gute Nacht benn. Dieses Gespräch ist awedlos," finnlos. Ward Dir die Sprache, um in unverständlichen Säßen etwas anzudeuten, das ich nicht verstehe?" Auch jetzt blieb Alles drüben stumm. Die Gegenstände im 3immer, die schweren, von Parfüm durchsättigten Portieren nnd Gardinen, die großen, dunklen Möbel, die falt breinschauenden Bilder, die beängstigende Ueberfülle des Eine schwüle Raumes brangen auf den Sprechenden ein. Luft nahm ihm den Athem. Die Frau war ihm unheimlich, ihre Nähe bebrückte ihn. sten- Arbeit t, und als er ihr näher trat, hörte er sie sanft athmen Tische stand, warf nur ein nothdürftiges Licht auf die nächste Fort, nur fort! fif. Alle Ente mitzu rte er ihre Schultern und weďte sie. Lange stand er vor dem schönen Bilde; endlich beem Schle offer un , Abend Tages nie Berich schiedenes. " Du bist noch auf?" " Ich erwartete Dich und schlief endlich ein." " 3ft etwas vorgefallen? War Besuch hier?" Sie schüttelte den Ropf. Wünschest Du noch etwas? Deine Chokolade?" " " Ich danke. e Schloffer ingen Uhr, Ver Doch! Anton mag 3igarretten I, eingenruhig durch sein Inneres. Seine Frau hatte heute etwas Während der Graf sich der Thür zuwandte, ging es e, Kaffen enommen ehntausend Mal. Panchita. Beilage. Als Marie ihren hastigen Schritt hemmte und sich in einer dunklen Ecke niederließ, sagte immer stumm der Graf, die Zeitung fallen lassend und zu ihr hinüberschauend: Brich doch dieses räthselhafte Schweigen. Was ist?" Keine Antwort. Noch einmal fragte er; jetzt furz, heftig fehlend. faft be= Da flang es leise, aber bestimmt aus der Tiefe: Du weißt es doch am ,, Weshalb fragst Du? beften!" Ja, in diesem Augenblid wußte er, worum es sich Ich hoffe, and lüffe Dich handelte, und während er vie erstaunte, Wiene auf seinem Angesicht festhielt, sann er, wie er ihrem Verdachte bePlößlich beherrschte ihn nur der einzige Gedanke, fich von ihr zu entfernen. Für den Augenblick war ihm Alles gleich, Ursache und Wirkung, Gegenwärtigs und Zukünftiges. Rasch wandte er sich zum Gehen. Aber in demselben Augenblick durcheilte Maria das Gemach, fiel vor ihm nieber und klammerte sich an seine Hand. ,, Geh' nicht, bleib, Frage eine" Romm" sagte er sanft, halb in Rührung, halb in Hoffnung, und zog sie zum Sigen nieder. bitte, vergieb! Eine Aber sie erhob sich nicht, umklammerte noch fester seine Rechte und sagte in einem unendlich zärtlichen Ton, aber haftig, zitternd, drängend: Uebergehen wir Alles, Arel. Liebst Du das Weib, das Dich heute mit den Worten:„ Ich küsse Dich zehntausend Mal" zu sich entbot?" Eine so ungeheure Spannung trat auf das Geficht der Frau, daß wohl ein Künstler hätte lauschen mögen, um diese Frage wegen der Einstellung befonderer Arbeiterwagen, um den Arbeitern eine möglichst billige Beförderung nach der Arbeitsstätte zu beschaffen. Die seitens der Kommission mit den Pferdebahn Gesellschaften gepflogenen Unterhandlungen haben vorläufig als Resultat ergeben, daß 1) vom Gesund brunnen früh um 5 Uhr und um 5 Uhr 15 Minuten je ein Wagen abgelassen werden sollen über das Rosenthaler Thor nach dem Oranienburger Thor, von legterem geht der erste um 5 Uhr 25 Minuten, der zweite um 5 Uhr 50 Minuten nach dem Gesundbrunnen zurück. 2) Bei Ankunft dieser Wagen am Rofenthaler Thor geht von dort aus je ein Wagen nach Moabit, welche daselbst um 5 Uhr 21 Minuten und 5 Uhr 36 Minuten eintreffen. 3) Vom Bahnhofe der Pferdebahn in der Müllerstraße werden je ein Wagen nach der Weidendammer Brüde um 5 Uhr und 5 Uhr 15 Minuten Morgens abgelassen. Dieselben gewähren Anschluß einmal nach Moabit und demnächst nach dem Rosenthaler Thor durch Benutzung der Wagen ad 1. 4) Ron Rirdorf nach dem Halle'schen Thore werden um 5 Uhr 10 Minuten und um 6 Uhr 10 Minuten Morgens je ein Wagen abgehen. 5 Gehen zwei Wagen vom Bahnhofe in der Brandenburgstraße auf der Ringbahn nach dem Landsberger Thor, der eine um 5 Uhr 19 Minuten, der andere um 5 Uhr 34 Minuten. Für den Winter sollen die Abfahrtzeiten auf eine Stunde später verlegt werden. Für diese Frühwagen follen Wochenbillets à 60 Pfennige ausgegeben werden, so daß jede der angeführten Touren etwa nur 10 Pfennige foftet. Doch sollen hierbei auch die Anschlußtouren benutzt werden Tönnen, und soll eine auch für diese lautendes Wochenbillet auf 90 Pfennige zu stehen kommen. Diese Billets gelten nur für die Wochentage und nur für die Kalenderwoche, für welche fie gelöst find. Diejenigen Personen, welche Wochenbillets nicht gelöst haben, diese Arbeiterwagen aber benußen, haben den vollen fahrplanmäßigen Preis zu entrichten. Da dieser für die angegebenen Touren 20 refp. 30 Pfennige beträgt, so tritt für die Wochenbillets eine so nanihafte Erleichterung ein, daß wohl anzunehmen ist, die Arbeiter werden dieselben stark bes nußen. Der Magistrat hat beschlossen mit der Großen Berliner Pferde Eisenbahn- Aktien- Gesellschaft deswegen in weitere Ver handlung zu treten. Lokales. merkenswerthen Auffat, der in mancher Beziehung recht intereffante Streiflichter auf die Person des Herrn Stöcker wirft, noch des Näheren zurück. Die in der Mittenwalderstraße wohnende Wittwe Hotel, welche das Opfer eines Raubanfalls zu sein behauptete, ist wegen Unterschlagung und ihr Liebhaber, der Kellner Hart mann, wegen behlerei festgenommen worden. Die Kriminal polizei hat nach dem Ergebniß der vorgenommenen Ermittelungen, insbesondere auf Grund der gutachtlichen Aeußerung des Arztes die Ueberzeugung gewonnen, daß die Hotel den Raubanfall fingirt hat, um die Veruntreuung der für Rechnung des Grundeigenthümers eingezogenen Miethen zu ver decken. Wie uns noch ein Berichterstatter mittheilt, hat die Hotel früher in einem Nebenhause bei dem verstorbenen Hauswith Nikolas die Hausverwaltung gehabt, ist aber dort wegen verschiedener Unregelmäßigteiten 1. 3. entlassen worden, namentlich wegen ihres offenkundigen allabendlichen Umhertreibens mit Männern. In früheren Jahren ist die Frau. sehr luxuriös aufgetreten, hat sich täglich frisiren lassen, bevor sie Die ausging, und ist immer sehr gut bei Kaffe gewesen. Mittel soll fie theilweise ihren Liebesverhältnissen verdankt haben. Seit längerer Zeit jedoch genießt sie schon Pflegegelder. Kurz vor dem fingirten Attentat war fie bei dem Bezirksvor steher noch um Armenunterstützung eingekommen. Der Hauseigenthümer, Herr Holzhändler Grothe in Liepe bei NiederFinnow, wird dort kommissarisch vernommen werden. Damit nichts umkomme in der Welt, hat der Mann die 8 zusammengebildet und als Geschäftsannonze dieselben an Wand in seinem Lotal befestigt. Man liest da elbst verschied Speise- Anweisungen, Liqueure, Rollinops c. auf dunklen tafeln, auf denen die Buchstaben in höchst sinniger Weise diesen menschlichen Schmerzensobjekten gebildet werden. Die Karl Hagenbeck'sche Somali- Expedition ist gestern früh mit geringer Verspätung auf dem Lehrter Bahnhof eingetroffen und fofort, nachdem die Ausladungsarbeiten, die auf der großen Viehrampe des Bahnhofs vorgenommen werden mußten, beendet waren, nach dem Zoologischen Garten überführt worden. Troß der frühen Morgenstunde hatten fich hunderte von Neugierigen auf dem Bahnhof eingefunden, um Sen intereffanten Ausladungsarbeiten beizuwohnen. Menschen und Thiere schienen trotz der etwas anstrenden Reise sehr wohl auf, denn die Ersteren begannen sogleich, nachdem die Thiere in besonderen neu errichteten Stallungen untergebracht, fich auf dem eigentlichen Ausstellungsplatz häuslich einzurichten. Die jungen Afrikaner, fieben wohl gewachsene, ja beinahe hübsch zu nennende Knaben im Alter von 14-17 Jahren, zeigen bei einem ausgesprochenen Negertypus ein tiefschwarzes HautKolorit. Bekleidet waren sämmtlich, abgesehen von warmen Unterkleidern, mit langen weißen Gewändern, in ihrer HeimathKopfbedeckung, Turbus refp. Taia mit Namen, und ſpigen aus sprache Gelabia genannt, einer fezartigen rotsen resp. weißen rothem Saffian- Leder hergestellten Schuhen. Unter den mitgebrachten Thieren, die einen Werth von rund 29 000 Mark Befiz die verschiedensten zoologischen Gärten gewiß wetteifern repräsentiren, befinden sich äußerst seltene Exemplare, um deren werden. Die ganze Expedition, die in jeder Beziehung ein hochinteressantes Bild von afrikanischem Leben zu entrollen verspricht, dürfte wohl in aller erster Linie durch ihren hochwissenIn dem neuesten Hefte des Kulturkämpfer" findet fich eine Kritik des Hofprediger Stöder und feiner Agitation aus der Feder von Otto Glagau, welcher fich in diesem Auf. fas wiederholt als persönlicher Freund des Herrn Stöcker bezeichnet und durch den zwischen sich und dem Hofprediger ges führten Briefwechsel auch als solchen legitimirt. Herr Glagau sagt von Herrn Stöder: Das Unglück des Hofprediger Stöder ist sein Eid", und sieht als festgestellt an, daß dieser am 24. Januar 1885, vor Gericht einen Faisch- Eid geleistet habe. In sozialpolitischen Dingen find Stöders Kenntnisse nur gering; er ist auf diefem Gebiete nur Dilettant", sagt Blagau, und weiter: Das Programm der Chriftlich Sozialen enthält nichts Neues und Eigenes, nur Entlehntes und Bu fammengetragenes. Auch im Laufe der Zeit hat Stöder in fozialer und wirthschaftlicher Hinsicht teine selbstständigen For derungen aufgestellt, sich vielmehr erst allmählich den von anderer Seite formulirten anbequemt. Daher die Unklarheit, das Schwankende und die Widersprüche, die sich in seinen Vorträgen geltend machten. So erklärte er sich noch Anfang 1881 gegen die Zwangsinnung, hinterher für dieselbe. Stöder ist fein origineller Kopf und die Gegner werfen ihm nicht mit Unrecht vor, daß er an eigentlichen Gedanken arm sei. Von den Vorträgen Stöders sagt Herr Glagau, daß, je häufiger Stöcker sprach, die Reden an Gehalt und Bedeutung ver Loren; er schien manchmal um das Thema verlegen, sprach drauf los und erging sich in Wiederholungen und Phrasen; er haschte förmlich nach dem Effett"; und weiter: Die Wahr heit des Ausspruchs: die Politik verdirbt den Charakter, ließ fich bei Stöder nicht ganz verkennen; nachdem er zu Ansehen gefommen, zeigte es fich, daß er nicht frei war von Eitelkeit und leberhebung." Glagau hält es für fraglich, ob Stöcker im Parlamente am Blaze sei; aus seinem Dilettantismus erfläre es sich, daß er sich an den praktischen Arbeiten des Par Iaments nur wenig betheilig e." Nach Glagau ging Stöcker aus den befannten Debatten im Abgeordnetenhause ,, etwas zerzaust und geschunden" hervor, im Uebrigen sagt er von seinem Freunde, daß Eigenmächtigkeiten und Uebergriffe in der Natur Stöders liegen". In richtiger Würdigung der Umstände und Erfenntniß der thatsächlichen Verhältnisse sagt Otto Glagau: Selbstverständlich hat Stöcker durch alle seine Vorträge nicht einen einzigen Sozialdemokraten befehrt".Vielleicht fommen wir bei paffender Gelegenheit auf den bea err fchaftlichen Werth imponiren und ebenso wie alle übrigen Hagenbed'schen Expeditionen eine große Anziehungskraft auf die Berliner Bevölkerung ausüben. Von Sonnabend früh ab wird die ganze Ausstellung zum ersten Male zu besichtigen sein. Eine entsegliche Katastrophe ereignete fich vorge Nachmittag 4 Uhr auf dem Neubau Spandauerstr. 6. Daf waren mehrere Arbeiter mit Abpugen der Façade des hinte Hauses beschäftigt, als plöslich das Hängegerlift aus der di Etage in den Hof hinabstürzte und drei Arbeiter mit in Tiefe rig. Alle drei erlitten so schwere Verlegungen, da per Droschten nach dem Hedwigs- Krankenhause gebracht we mußten. Der am schwersten Verwundete, ein Dachdecker mens Radanowsky, ist verheirathet und hat mehrere Kind Seine Frau wurde in schonendster Weise von dem Ung benachrichtigt. An dem Aufkommen des schwer Verlegten gezweifelt. Wen die Schuld an dem Unglücksfall trifft, Die einzuleitende Untersuchung ergeben. R. Sturz. Der Maurer Kaschunke. Grüner Weg wohnhaft und auf dem Bau Brunnenstr. 86 beschäftigt, w von dem Maurerpolier Weber gestern früh 6% Uhr zur größ Eile angespornt. S., an und für sich schon den inten wegen einer vor Kurzem beim Geschäft erhaltenen Berle im Verband tragend, suchte der Anordnung des Poliers zukommen und frat in Uebereilung auf das Ende eines brettes, so daß dieses überkippte und den K. in das un Stockwert stürzen ließ, wobei derselbe so unglücklich siel, de eine erhebliche neue Wunde am Ellenbogen des linken erhielt, und in Folge dessen gezwungen war, unter g Schmerzen sofort ärztliche Behandlung aufzusuchen. Der Maurer Schröder ging gestern Nachmittag 1 und 2 Uhr nach den zwischen der Müllerstraße und Su fernhaide belegenen Torflöchern, entkleidete sich und sich, die Warnungen der Anwesenden zu beachten, in das Wa um sich Seerosen zu pflücken, verschwand aber plot ich dem Wasser und ertrant. Er hat sich entweder in Schli pflanzen verwickelt oder ist vom Schlage getroffen worden. Nach einem Berichte ans dem Wahlbureau ha bis zum 23. d. Mts. 827 Personen die daselbst ausliegen Wählerlisten zu den Stadtverordnetenwahlen eingesehen. Nach Mittheilung des statistischen Amts der Berlin find bei den hiesigen Standes- Aemtern in der vom 12. Juli bis incl. 18. Juli cr. zur Anmeldung gekomm 207 Eheschließungen, 860 Lebendgeborene. 43 Tootgebo 1027 Sterbefälle. Polizei- Bericht. Am 21. d. M. Nachmittags fiel ließ er d Uebelmo getlagter hältniffes erschien feine Ge Diefelbe mitzugeb Frau schließlic der Ang blieb. 1 Meffer a fernerer fchickte, einem G wurde al dem das mit einer transport Moltenm 8 Jahre alte Knabe Paul Corduan hinter der Bockbrau von einem Baume und brach den Arm. Er wurde nach Belleallianceftr. 62 belegenen elterlichen Wohnung gebrad Am nächsten Tage um dieselbe Zeit gerieth der 3 Jahre Otto Braun mit der Hand in eine vor dem Hause Beug straße 25 aufgestellte Bohrmaschine, so daß ihm drei zerquetscht wurden und er nach Bethanien gebracht we baumbrüde die Leiche des am 20. d. M. beim Kahnfahren mußte. Am 23. d. M. Nachmittags wurde unweit der Ch trunkenen Arbeiters Lübke aufgefunden und den Angehör übergeben. An demselben Nachmittag wurde der Paul Hecker vor der elterlichen Wohnung, Holzmar von einem Geschäftswagen überfahren und erlitt dabei ber Verlegungen, daß er nach Bethanien gebracht werden m Um dieselbe Beit ertranf der Maurer Schröder, welche den westlich der Müllerstraße belegenen Torflöchern ba Die Leiche wurde nach dem Öbduktionshause geschafft. Der hiesigen Kriminalpolizei ging am 21. ds. die telegraphische Benachrichtigung zu, daß in der vergangenen Nacht bei dem Rentier Stage in Nottstock bei Ziefar ein Einbruch verübt und Papiere im Werthe von 14 730 Mart entwendet seien. Der Verdacht wurde auf einen entfernten Verwandten des Stage, einen hier in der Swinemünderstraße wohnenden Schmied L., gelenkt. Bei einer heute in der Wohnung des L. vorgenommenen Durchsuchung wurde ein Ver zeichniß der gestohlenen Werthpapiere vorgefunden, troydem leugnete 2. hartnäckig, den Diebstahl ausgeführt zu haben, bis der Beamte auf der oberen Platte des Ofens, unter den Ziegelsteinen versteckt, das Geld für die bereits umgefeßten Werthe papiere in Höhe von 5610 M. auffand. Nunmehr räumte L. ein, den Diebstahl ausgeführt und die noch fehlenden Dokumente, welche er nicht hatte umfegen können, nach Hottstock zurückgesandt zu haben. Er wurde in Haft genommen. Ein neugeborenes Kind wurde gestern Morgen in der Dranienburgerstraße in einem Hausflur von einem Maurer aufgefunden und von demselben auf Anordnung der Polizei zur Königlichen Universitäts Frauen Klinit gebracht. Das vollständig nackte Kind wurde dort gesäubert und genährt, und wird demnächst zum Waisenhause überführt werden. Von der Mutter des Kindes fehlt bis jest jede Spur. i. Eine eigenthümliche Art von Restaurationsplakaten hat ein Wirth in der Prinzenstraße. Der Bruder dieses Mannes mar Barbier, ist verstorben, und hat der Restaurateur die Hinterlassenschaft geerbt, die nebst andern Werihgegenständen in mehreren Gerichts- Zeitung. Personen, welche teine fefte Wohnung haben, wert wenn ihnen die Begehung einer strafbaren Handlung zur gelegt wird, in der Regel als fluchtverdächtig in Untersuchun sich selbst vor scheinbaren Konflitten mit dem Strafgeset Acht zu nehmen. Die Nichtbeachtung dieses Grundsaves dem Handlungsreifenden Beult, welcher sich für das von vertretene Hamburger Geschäftshaus von Anfang Juni 2. Juli cr. in einem biefigen Hotel aufhielt, eine dreiwi bis Untersuchungshaft eingetragen. Der Angeklagte hatte bei fe Hierherkunft in einem Vergnügungslofal ein Fräul. 2. fe gelernt, die sich mit Damenschneiderei ernährt und bei ei Be da er de und der vor der ftattgeha Angetlag Tagen C littene 1 Gerichts und ordr dem Ang das Bew weilens Bird Frau Helbig eine möblirte Stube inne hatte. Zwischen entspann sich ein innigeres Verhältniß, in dessen Verfolg Angeklagte nicht nur seine Geliebte, sondern auch deren zu verschiedenen Ausflügen mitnahm. Da es ihm ab - mit ausgezogenen Zähnen bestand. loftspielig wurde, auch die Lettere überall mit hinzuneh gehörendes Kind vorüber, mit dem eine einfach gele drückt. Ich hätte Dir die Hände geküßt und Dir auf Knieen gedankt für solchen höchsten Beweis Deiner Liebe. Aber, 1 ohne Zweifel die Gouvernante Faid fönnen. be bah lieben! Es gehört zum guten Ton spielte. Plötzlich stürzte die Kleine und berührte im Fa die Knie des Grafen. Er hob sie auf; ein reizender, verlegener, halb freier Blid traf ihn. Es schoß das sich wiederspiegelnden Reflere des Innern auf einem mensch Dame Zärtlichkeit, lichen Antlitz mit dem Stifte zu firiren. Furcht, Eifersucht, Verzweiflung und Hoffnung,- Alles Die dunklen Augen wechselte und vermischte sich zugleich. Die dunklen Augen brannten, in hastender Ungeduld wogte ihre Bruft, ein Schauer flog über ihre in dieser demüthigen Stellung hin reißend schöne Gestalt. Liebst Du das Weib?" fragte sie noch einmal, als er nicht gleich antwortete, aber versuchte, sie zu sich emporzuziehen. Maria höre! Sei verständig. Ich will Dir Alles erklären." " Es bedarf dessen nicht," flehte und drängte sie zu gleich. Ich weiß genug, und was ich nicht weiß, ergänzt mein Instinkt als Frau. Sei wahr gegen mich! Arel." Ach, Sie zerfloß in Thränen, fie weinte so bitterlich, daß Seine Hände fich beneßten; fie lag vor ihm wie eine büßende Magdalena, während er vor ihr hätte knieen, um ihre Berzeihung betteln sollen. Ach, Axel, ich kann ja Alles verstehen und deshalb auch verzeihen. Aber ante worte mir, antworte mir: Liebst Du sie? Du erzählst mir, wie's gekommen, wie sie Dich umstrickte,-wie Du fämpftest, wie Du doch Deiner Maria gedachtest, selbst im Rausch der Verirrung. Gewiß, mein Geliebter.-Aber 10.4 sprich; Liebst Du sie denn so sehr Ah bah lieben! Komm Maria- Erhebe Dich, ich will Dir" Aber es bedurfte feiner Aufforderung mehr. Wie ein Panther sprang das Weib empor, trotte das Haupt in den We batte fich Strider ersten verantwo hielt fich lotal von feinem Q der Arbe die Arbe einftreich Dieses Ic übrigen Die Gott verquidt beiden G Brömme begnügte gegen der hier fort rothe Blut über die Wangen, stieg in die feingeschnitte in Euren Kreisen, neben einer ehrbaren Frau noch ein Spielzeug zu besigen, bei dieser die besten Stunden zu vertändeln, und hier um ein Lächeln zu geizen, hier fortzuwerfen jene föstlichsten Schäße der Bärtlichkeit, an die wir allein ein Anrecht haben und für deren Gewährung wir Euch Männern doch täglich inbrünstig danken. Und dies Wort - nein, ich werde jeßt und ich will reden! trennt uns auch für immer! für immer! Es giebt in meinen Augen nichts Verächt licheres auf der Welt, als diese Mode der Leidenschaft. Sie ist mehr, als ein Verbrechen, denn nur des seichten Genusses bedacht, mordet sie Alles,- Glück, Wohlstand, Ehre, Frieden, Vernunft. Und die Heiligkeit des Schwurs? Ist nur der Eid vor dem Richter heilig? Ist er nicht heiliger, als heilig vor dem Altar!? Sie hielt inne, erschöpft, überwältigt von der Anstren gung, verzehrt von den Flammen, die in ihrem Innern über Ohren nnd kämpfte an der weißen Stirn, schwarzes, weiches Haar flatterte. Ein Sopf aber wat filberweiß. Jame ihm zur L baben, da Hauptbel Jen Aeuß gehört zu geben, do Da stieg's in dem Manne auf. Alte Gedanken brennende, zärtliche. Wo mochte gegenwärtig fein sein, von dem er getrennt war seit langen Jahren? brückte das Kind an sich und berührte seine Stirn. Romm, Maria!" rief nun die Gouvernante fe und vorwurfsvoll. Bei dem Worte Maria" erhob sich der Graf.. schoß über seinen Rörper ein heißer Strom, War bi १ reizende Geschöpf etwa-? mie Haftig, und vergeblich eine ungeheure Bewegung wühlten und die wie ein glühender Strom in Worten sich fämpfend, trat er auf die Sprechende zu. Er fragte herausgebrängt hatten. Der Graf stand vor ihr halb abgewendet. nicie, und nun warf er einen unbeschreiblichen Blid auf Er stüßte holde Kleine, die ängstlich und verlegen die Vorgä beobachtete. die Hand an die Lehne des Stuhles und sprach auch jetzt nicht, nachdem sie geendet. Ein verzehrendes Schluchzen traf sein Ohr, ein herzerbarmendes Weinen.- Es schauberte ihn. Er kannte Marias Charakter. Es war vorbei; durch dieses eine Wort hatte er fie verloren, unwiederbringlich verloren. in Acht Tage waren vergangen. Graf Lope befand Wie be mantel beantragt Freudent und auf hof ertan genden 2 aber, der ichimpfun P. v. J. au anscheine Steinetro Den ca. batte be Echädel Dem Stro langer davon Knochen Волого lichem S Handwer verantwo Sperling unter legung. er die als geric Inspekto ein Ed ferner, auch an die Bew nungen Den Unf auf Gru auch die machung 100. Ein vor der Verhand Dom Sd Strafe vo Lage G folgender periobte Der Zim puntte a Boftfart halts be wohl be nun ein laffen w Daß von mit Tin Herr W. wohnte, als er um seine spätere Frau warb, quoll es auf in fein Innern. Oft schien ihm Alles leicht und seine rasch erfüllt; dann aber fand wieder eine solche Hoffnu Die ganze Nacht brannte einsam düster die Lampe in lofigkeit in seiner Brust Raum, daß er alsbald abjure dem verlassenen, hohen Gemach. Ein unsichtbarer, boshafter beschloß. Endlich raffte er fich gewaltsam auf. Sein Teufel versuchte in den Eden zu kichern, zu triumphiren. fab er wieder und der Zauber seiner Erscheinung stiegener Geist, feine Entschlüsse. Er schrieb Maria langen, von Sehnsucht erfüllten Brief. sagte, gipfelte in dem einen Punkte? Um unseres willen. Nacken, und während ihre Gestalt unter der leidenschaftlichen Aber die Dinge ringsum erdrückten die dämonische Lache. flußte unsichtbar, wie ein guter, für sein Glück hera Erregung zu wachsen schien, warf sie die geballten Hände zurück und schrie: Ah bah! lieben! Also nur um einer Zaune willen vernichteft Du unser Glück! Wie cin plumpes Thier zer= trittst Du unschuldige Blumen am Wege.-D,- ein Stück meines Lebens, meinen ganzen Reichthum, meine Ansprüche an die Achtung und Liebe meiner Mits menschen würde ich freubig hingegeben haben, wenn Du mir gefagt hättest: Ja, Maria, ich liebe dieses Mädchen, _hilf mir, wieder zu Dir zurückzukehren! Ich irrte, aber ich war nicht schlecht. Ich war verblendet, aber ich will mich zurückleiten laffen zu einem Herzen, das doch, wie fein anderes auf dieser Welt, mir zärtlich entgegenschlägt!" ich hätte Dich fanft umfaßt und Dich weinend an mich geSie schienen sich in starrer Ruhe aufzutroßen und standen da und trauerten mit jener grauenhaften, mystischen Refignation, die den todten Dingen eigen ist. Wir wissen es nicht, aber wir glauben es doch zu fühlen, daß ein empfindungsvolles Leben in den Gegenständen unserer Umgebung pulfirt. Acht Jahre später schritt Graf Lope, der seit einem Jahr den Abschied genommen hatte und seitdem einsam Und dann eines Tages. et Alles, was Rin - Er stand ihr gegenü er Iniete nieber, er füßte fie und flüfterte in übertr der Empfindung: Meine Frau, meine gute, herrliche F Ach, und Maria, meine fleine Maria!" Dann plötzlich öffnete fich die Thür, fefte Kindera auf seinen Besitzungen lebte, über eine der Promenaden in umfaßten seinen Hals und ein süßer Mädchenmund bra Ems. sich an seine Lippen. Und dann neigte sich die Frau Einmal ließ er sich auf einer Bank nieder und be- lich zu ihm herab, und er hielt umschlungen für's g trachtete die vorübergehenden Kurgäste. die beiden Marien. Leben Es flog auch ein auffallend schönes, offenbar den vornehmen Ständen andacht au früher& Berlobu Feder el ftüde be er vergli faffer de Beige un bestritt langte b wenn das be legen, f beschädi Evidens aufnahn Daß fic ein und ftellte u währent aufgegel Die B an erschied Elen Be Weife en. vorgefi Daje 3 hinter Der dritt nit in , daß ht weit Decker re Rind m Ungl etten mi ifft, wi Weg igt, wu größe nten Verleg liers no ines La Das unl Tel, daf fen Ar ter gro A wil ind Ju Stieg, ol as Waf b ich un Schli orden. cau bal funden hatte, und wußte außerdem die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugen dermaßen zu erschüttern, daß der Gerichtshof betreffe der Beleidigung zu einem Nichtschuldig gelangte und der Angeklagten nur wegen der Sachbeschädigung eine Geldstrafe von 15 Mart auferlegte. Reichsgerichtsentscheidung. Ein Arbeiter, welcher in den Arbeitsräumen seines Arbeitgebers das ihm zur Ver arbeitung übergebene Material fich aneignet, macht sich nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Straffenat, vom 16. Mai 1885 dadurch nicht der Unterschlagung, sondern des Diebstahls schuldig. Es unterliegt rechtlich feinem Bedenken, daß der Arbeitsherr die Gewahrsam an dem ihm gehörigen Material nicht dadurch verliert, daß er es an seine Arbeiter zur Verarbeitung in seinen eigenen Arbeitsräumen übergiebt, in denen er die Verfügungsgewalt jeden Augenblick ausübt." ließ er dieselbe zu Hause zurück und zog sich dadurch deren Uebelwollen zu. Troß ihres Buredens, sich von dem Angegeflagten zurückzuziehen, lehnte Frl. L. einen Bruch ihres Verhältnisses mit demselben ab. Am Nachmittag des 2. Juli cr. erschien der Angeklagte in der Wohnung der Frau Helbig, um feine Geliebte zu einem Ausflug in die Umgebung abzuholen. Dieselbe war aber durch eine dringende Arbeit verhindert, mitzugehen, und der Angeklagte suchte sie dennoch zu überreden. Frau Helbig erhob Einspruch und forderte den Beult schließlich auf, ihre Wohnung zu verlassen, welche Aufforderung Der Angeklagte nicht als ernst gemeint auffaßte und deshalb blieb. Um Frl. 2. zum Mitgehen zu veranlassen, zog er fein Meffer aus der Tasche und spielte damit an, daß er sich bei fernerer Weigerung das Leben nehmen werde. Frau Helbig schickte, dadurch eingeschüchtert, ihre 13 jährige Lochter nach einem Echußmann. Nunmehr entfernte fich der Angeklagte, wurde aber auf der Straße von dem requirirten Polizeibeamten, dem das Mädchen mitgetheilt, der Fremde habe seine Mutter mit einem Meffer bedroht, festgenommen und zur Polizeiwache transportirt. Von dort folgte seine Ueberführung nach dem Mollenmarkt und in das Untersuchungsgefängniß zu Moabit, da er des Hausfriedensbruchs unter Mitsichführen einer Waffe und der Flucht dringend verdächtig sei. In der gestrigen bor der 93. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts ftattgehabten Verhandlung beantragte der Staatsanwalt, den Angeklagten nur wegen einfachen Hausfriedensbruchs zu drei Lagen Gefängniß zu bestrafen, welche Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten sei. Der Gerichtshof erkannte aber auf Freisprechung des Angeklagten und ordnete deffen sofortige Freilaffung an; er nahm an, daß dem Angeklagten nach Lage der bestehenden Verhältnisse nicht das Bewußtsein von der Rechtswidrigkeit seines längern Verweilens in der Wohnung seiner Geliebten habe innewohnen fönnen. verantworten. Wegen Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung hatte sich gestern der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Stricker Gustav Julius Wilhelm Heyden Dor der ersten Ferienftraffammer hiesigen Landgerichts I zu Am Abend des 4. Februar cr. unter Bliegen hielt sich in dem in der Brunnenstraße belegenen Restaurations hen. ber Et Der W getomme Stgebore 6 fiel Bodbra nach ebradt Jahre Beugh Drei Fin cht meth Der Ch fahren ngebor Der S artijt Sei bera Den mu welda ern bab ft. # 1, mert gjur y crfuchung ren Gru trafgefes diapes as von uni bisp breiwed te bei fe 2. fen b bei ei chen Be Berfolg ren Win an aber nzune getle Daid im Fal nder, das zo efchnitte über er wat ten lam Fein en? 1. ante fre Graf. bi War b Blid auf gung mi fragte Vorga befand Wie e fin fein te Win Hoffnu abjure Sein ung be bera aria e 29 was res Rin gegen berfiro fiche F Rindera und bri Frau Fair's g Be 珍 feinem Arbeitsgenoffen Stider Werner über die Verhältnisse der Arbeiter und erging fich dabei in sehr heftiger Weise über die Arbeitgeber, die von dem Arbeitsverdienste 99 pCt. für fich " Ein Einbrecher von seltener Gemüthlichkeit stand dieser Tage vor dem Pariser Schwurgericht. Dieses gelungene Exemplar heißt Blanchard und war angellagt, etwa ein halb Dußend Landhäuser in der Umgebung von Paris ausgeplündert zu haben. Während der Verhandlung entspann sich zwischen dem Gerichtspräsidenten und dem Angeklagten folgende Wechselrede: Präsident: Man hat bemerkt, daß Sie in der Villa Lebon gewiffe Werthgegenstände liegen ließen. Weshalb haben Sie dieselben nicht mitgenommen?" Angeklagter: Kunststück! Weil ich nicht tonnte? Denken Sie sich an meine Stelle. Im Schubkarren hatte ich schon drei Stnckuhren, sechs Paar filberne Armleuchter und einen Barometer. Unmöglich, noch mehr fortzuschleppen."- Bräs.: Sie schrieben auf die Thür eines Kabinets: Wenn ich Beit hätte, würde ich auch noch diese Thüre aufmachen. Ich kneife aber lieber aus." Angeklagter: Ganz richtig. Ich fürchtete Budringliche." Bräs Sie trugen einen geladenen Revolver bei fich?" Angell.: Ei freilich, um mich gegen die Spizbuben zu vertheidigen." Ein Kammerdiener, der als Zeuge vernommen wird, versichert, daß ihm ein Koffer voll Kleidungsstücke gestohlen worden ist. Angell.( sehr höflich): Sch habe diesen Herrn nicht bestohlen; der Herr belieben sich zu täuschen!" Beuge( sehr zornig): Sch soll mich täuschen? Das ist zu arg. Der Rock, den Sie da anhaben, ist ja auch einer von meinen Röcken!" Angell.: Ei, ei, also Ihnen gehört er? Na, wenn Sie ihn erkennen, so ist nichts weiter dazu zu sagen." Der Gerichtshof war grausam genug, den gemüthlichen Gauner zu achtjährigem schweren Kerker zu verdonnern. 11 einftreichen und nur 1 vSt. den Arbeitern zukommen ließen. Vereine und Versammlungen. Dieses laute Gespräch 30g schließlich die Aufmerksamkeit der übrigen Gäste auf fich, welche, als dasselbe mit Flüchen auf die Gottheit und mit dem Hineinziehen des Purpurmantels Derquickt wurde, fich verlegt fühlten und die Entfernung der beiden Gäste aus dem Lokal durchsegten. Der Zimmermeister Brömme, einer jener Besucher des Pfennig'schen Restaurants, begnügte sich mit diesem Erfolge nicht, sondern erstattete auch noch gegen den Heyden Anzeige. Der Angeklagte bestritt die meisten der ihm zur Last gelegten Aeußerungen und räumte nur ein, gesagt zu haben, daß der Heiland der erste Sozialdemokrat gewesen sei. Der Dauptbelastungszeuge befundet zwar auch die übrigen infriminir len Aeußerungen, während die anderen Beugen dieselben nicht gehört zu haben vermeinen. Sie vermögen auch nicht anzu geben, daß der Angeklagte die Ausdrücke über den Purpurmantel auf den Raiser bezogen habe. Staatsanwalt Rigell beantragt 10 Monate Gefängniß, während Rechtsanwalt Dr. Freudenthal die Glaubwürdigkeit des Denunzianten axfocht und auf Freisprechung seines Klienten plaidirte. Der Gerichtshof erkannte diefem Antrage entsprechend, indem er die beleidigenden Ausdrücke nicht für erwiesen erachtete, die Aeußerung aber, der Heiland sei der erste Sozialdemokrat, für keine Bes Schimpfung der Gottheit hielt. P. Von einem Mauersteine getroffen, stürzte im Herbste . J. auf seiner Arbeitsstelle in Stralau der Maurer Bochow anscheinend leblos zu Boden. Der unheilvolle Stein war beim -Wahrung der Intereffen der Berliner Maurer, sowie zu recht zahlreicher Betheiligung an der nächsten großen Generalversammlung der Maurer am Sonntag Vormittag auf Tivoli und endlich zum Erscheinen in den 9 Bezirks- FilialKommissions Bureaur am Sonnabend Nachmittag behufs Erledigung von Streit- Kontrol- Geschäften aufgefordert. An der Diskussion betheiligten sich hauptsächlich die Herren Gadegast, Scheel, Wilte und Hagendorf, die alle mahnten, die gefaßten Beschlüsse auf's strikteste durchzuführen, wenn der Erfolg sich einstellen solle. Mit begeisterten Hochrufen auf den Sieg der gerechten Sache schloffen beide Ver sammlungen. = Eine öffentliche General- Versammlung der Stellmacher Berlins fand am Dienstag, den 21. Juli, in Mohr mann's Lotal, Gr. Frankfurterstr. 117, statt. Auf der Tagess Ordnung stand: 1. Was bezweckt unsere Organisation und was haben wir ohne dieselbe zu erwarten? 2. Diskussion. 3. Wahl von Kommissionsmitgliedern aus der Kastenbranche behufs Aufftellung eines Akkordtarifs. In das Büreau wurden gewählt die Herren Menzel und Böhm als Vorsigende und Elein als Schriftführer. Der Referent Herr Michelsen führte in seiner Rede unter Anderem aus, daß die Arbeiter, wenn sie nicht organisirt sind, garnicht beachtet würden, während die Großfapitalisten, die im Ueberfluß leben, den Arbeitern ihren Lohn immer mehr und mehr zu verringern trachten, so daß, wenn die Frau zu Hause nicht hungern will, fie gezwungen ist, in Fas briken zu arbeiten. Durch die industrielle Frauenarbeit werde aber die Kindererziehung vernachlässigt und dem Manne eine verderbenbringende Konkurrenz geschaffen. Redner bezeichnet als die am besten organisirten Arbeiter die Buchdruder, die vermöge ihrer festen Organisation eine Macht bilden, an welcher vergeblich der Sturm der wirthschaftlichen Misère rüttelt, und betont nochmals die Nothwendigkeit eines Arbeiterschutzgesetzes, da fich ein dauernder Marimalarbeitstag nur auf dem Boden des Gefeßes regeln lasse. Doch dürfe man deshalb die Hände nicht müßig in den Schooß legen, sondern durch rege Betheis ligung an der Lohnbew gung der Lohnkommission Mittel in die Hand geben, damit dieselbe schon jetzt einen besseren Lohn für die Berufsgenoffen sichern könne und für eine zehnstündige Arbeitszeit und Abschaffung der Sonntags- und Ueberstunden arbeit mit den Arbeitgebern in Unterhandlung trete. Dies fönne die Kommission jedoch nur, wenn fie der absoluten Majorität der Stellmacher Berlins gewiß sei. Die Sympathie der Arbeiter Deutschlands und des Publikums sei einem solchen Vorgehen sicher. Brausender Beifall belohnte den Referenten für seine Ausführungen. Es wurde eine dementsprechende Resolution eingebracht. Nachdem Herr Heider fich in gewiffem Sinne gegen, die Herren Elein, Glaubiß und Grale fich für die Resolution ausgesprochen, wurde dieselbe einstimmig angenommen, welche lautet: ,, Die heutige öffentliche General- Bersammlung der Stellmacher Berlins erklärt sich mit den Ause führungen des Referenten einverstanden und verpflichtet fich mit allen ihr zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln für Einführung einer zehnstündigen Arbeitszeit, Abschaffung der Sonntags- und Nach Feierabendarbeit zu wirten. Referent Herr Michelsen führt im Schlußwort aus, daß es etwas schönes um die Arbeitersache sei, und daß nur die Unwissenheit und Trägheit der Arbeiter schuld seien, daß noch nicht beffere Erfolge errungen seien. Dann warnt derselbe vor Uebereilung, empfiehlt aber, wenn einmal ein Lohnfampf ents = hfs. Zum Maurerstreif fanden am Donnerstag und Freitag wieder zwei, verhältnißmäßig zahlreich besuchte, von Herrn Behrend geleitete Versammlungen der Maurer in Der Urania", Wrangelstraße, und in Mundt's Salon", Köpnickerstraße, statt. In der ersterwähnten Versammlung bezeichnete der Borsigende die durch einen bekannten Lotalreporter in hiesige Blätter lanzirte Nachricht, daß beim Reichstagsbau hierhergekommene fremde Maurer eingestellt worden seien, als tendenziös erfunden. Ueberhaupt werde gegenwärtig von gewiffen, den Maurern persönlich wohl bekannten Zeitungsbe richterstattern, sei es mit oder ohne Absicht, viel und schwer ge= fündigt. So werde mit Unrecht der Besuch der letzten Mittwochsversammlung( in Sanssouci) als ein schwacher bezeichnet und auf nur noch 1200 Theilnehmer" geschäßt, sowie das Gerücht ausgestreut, daß durch die jüngst gefaßte Resolution die Einig- brennen sollte, ein geschloffenes und energisches Handeln. Bei feit unter den Berliner Maurern erschüttert und die bis dahin herrschende Disziplin abhanden gekommen sei. Die geringfügigen Meinungsverschiedenheiten einzelner Personen, welche fich jedoch alle der Majorität unterordneten, sowie das eine oder andere, durch persönliche Erregtheit herbeigeführte VorTommniß in einer Versammlung seien noch lange feine Uneinigkeit und fein Mangel an Disziplin, daß werde schon die nächste Zukunft beweisen. Es werde gewiffen, den Interessen der Gegner dienstbaren Personen durch ihre hämischen, unter der Maske geheuchelter Arbeiterfreundlichkeit da und dort eingeschmuggelten Berichte immer und Mißverständnisse Steinetragen von einem oberen Gerüst ohne Schußdach auf entstellten und Den ca. 15 kufi tiefer arbeitenden Bochom herabgefallen und Fuß batte demselben außer einer Verlegung des linken Arms die Echädeldecke derart zertrümmert, daß der Verlegte sofort nach in die Reihen der Berliner Maurer zu bringen und auf solche dem Krankenhause überführt werden mußte und nach monatelanger Behandlung fast nur durch ein Wunder mit dem Leben davon Lam, obwohl erst nach 14- wöchentlichem Krankenlager die Knocheniplitter aus der Schädelhöhle entfernt werden fonnten. handwerks unfähig. Sperling vor ber unter Bochow ist infolge der erhaltenen Verlegungen nach ärzte zuhalten, daß der Generalfireit durchaus noch nicht offiziell be lichem Ausspruch dauernd zur ferneren Ausübung seines Als Urheber Des Unfalls Ferienstraffammer des Landgerichts II Weise den Meistern zu einem leichten Siege zu verhelfen, Die Maurer Berlins feien einig und würden es auch ferner bleiben.( Stürmischer Beifall.) Bezüglich der Zahl der Theilnehmer an den jezigen Versammlungen sei nach wie vor festendet erklärt wurde und noch immer nahe an 6000 Maurer, die des Streifs wegen von hier fortgewandert sind, außerhalb verantwortlich gemacht, erschien gestern der Maurerpolier verweilen, während die Zahl der Streifenden vor Annahme der Anklage der fahrlässigen schweren Körperver legung. Dem 2c. Eperling wird zum Vorwurf gemacht, daß er die Anbringung eines Echußdaches versäumt habe. Der nicht als gerichtlicher Sachverständiger vernommene Königlich Baus Inspektor Ertmann hielt jedoch nach dem aktenmäßigen Befund fin ferner, daß dem Angeklagten der Vorwurf der Fahrlässigkeit ouch anderweitig nicht gemacht werden könne. Ferner ergab die Beweisaufnahme, daß der Angeklagte ausdrücklich Anordnungen ertheilt, die, wenn fie befolgt, wohl geeignet waren, den Unfall abzuwenden. Der Gerichtshof erkannte indessen auf Grund dieses Ergebnisses auf Freisprechung. Damit fällt auch die Hoffnung, die das Opfer des Unfalls auf Geltendmachung von Sivilansprüchen gebaut. Der Staatsanwalt hatte 100 M. Geldbuße event. 10 Tage Gefängniß beantragt. vor der fünften Berufungsstraffammer des Landgerichts I zur zwar der in der Versammlung( am 21. d. Mts.) gefaßten Resolu tion ca. 5000 betragen haben möge. Seitdem habe, und theilweise Recht, mit Fug und eine nicht unerhebliche Anzahl der Streifenden, theils zu 5 Mart, theils zu 4,50 Mark pro Tag die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem schon früher( bis zum 21. d. M.) bereits ca. 3000, zum größten Theil mangelhafte Kräfte, fortgearbeitet hatten. Auch tonne man doch nicht von jedem Streifenden noch immer dessen tägliche Anwesenheit in jeder Versammlung verlangen. In Betreff Derjenigen, die sich zur Wiederaufnahme der Arbeit unter dem Tagelohn von 5 Mr. bereit finden ließen, bemerkte der Vorsisende, daß in der bereit finden ließen, bemerkte der Vorsitzende, daß in der nächsten Zeit dafür gesorgt werden solle, daß auch diese 5 M. Lohn erhalten, indem sie, eines Beſſeren' belehrt, die Resolution genau so zur Ausführung bringen helfen würden, wie dieselbe gefaßt und zu verstehen sei. Möge man von jetzt ab auf solchen Bauten die Arbeit aufnehmen, wo nicht unter 5 W. täglich gezahlt das in unterschrieben wird. In demselben Sinne sprachen die Verhandlung. Die Konfektionärin Wilhelmine Kopoch war derzeit Empfang zu nehmende Schema vom Arbeitgeber selbst Dom Schöffengerichte wegen Beleidigung zu einer GefängnißStrafe von vier Wochen und wegen Sachbeschädigung zu einem Tage Gefängniß verurtheilt worden und zwar auf Grund des folgenden Thatbestandes. Der Brennerei Befiger Wiesenack periobte sich im vorigen Frühjahre mit der Tochter eines in der Zimmerstraße wohnenden Fuhrherrn. Herren Wilfe und Weise. Grfferer fündigte auch das demnächstige Erscheinen eines hierauf bezüglichen Flugblattes an. Endlich theilte der Vorfißende noch unter Anderem mit, baß mehrere größere Bauten, woselbst die Arbeit zu 5 M. Tageslohn aufgenommen worden und speziell auf einem Bau mit 100 Maurern sämmtliche arbeitende Kameraden sich verpuntte an wurde er sowohl wie seine Braut durch eine Anzahl Bostkarten und Briefe des unfläthigsten und gemeinsten In pflichteten, 3 Mark wöchentlich für die balts behelligt und vergebens sann man darüber nach, wer laffen wollte, da bemerkte er zu seiner unangenehmenlleberraschung, nun eines Tages sein an der Linienstraße belegenes Haus ver daß von unnüterhand ein Theil der Wand des neugestrichenen Flurs mit Tinte begoffen war. Die Flede waren noch naß und da Herr W. furz vorher die Angeklagte, welche gleichfalls im Hause wohnte, dafelbe hatte verlaffen sehen, so lenkte fich sein Ver Buntt 2 werden folgende Herren, als der Kastenbranche angehörig, zu Kommissions Mitgliedern gewählt: Backhaus, Hoffmann, Knopfe und Damm. Bei Punkt 3 wurde der Antrag gestellt, den streifenden Maurern 80 M. zu bewilligen. Herr Eließ bat, die Summe event. zu erhöhen und den Berliner Steinträgern die Hälfte zu überweisen, da dieselben durch den Streit der Maurer gezwungen wären, zu feiern und zu hun gern. Auch hätten dieselben fich organisirt und einen Facha verein gegründet, und solche Bestrebungen müßte man unters stüßen. Dem trat jedoch Herr Kassirer Glaubiß mit hinweis auf die Ebbe in der Kasse entgegen, versprach aber, bei nächster Gelegenheit den Antrag zu unterstüßen. Nachdem noch Herr Heider den legten Antrag unterstüßt hatte, wurde beschlossen, den Maurern 30 M. zu bewilligen, für die Steinträger jedoch eine Tellersammlung am Schluß der Versammlung abzuhalten. Beide Anträge wurden dann mit großer Majorität genehmigt. Eine aus der Versammlung eingegangene Frage betreffs der Betition an den Reichstag wurde der Kommission überwiesen. Noch wurde bekannt gemacht, daß die ordentliche Versammlung des Fachvereins der Stellmacher Berlins am Montag, den 27. Suli, ausfällt und die nächste Versammlung am 10. Auguft im Vereinslokal, Inselstr. 10, stattfindet. Hierauf wurde die Versammlung um 12 Uhr gefchloffen. Der Louisenstädtische Bezirksverein Vorwärts" hielt am 22. Juli seine statutenmäßige Generalversammlung ab welche jedoch dem Schicksal der polizeilichen Auflösung verfiel. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, wies der Vorfigende, Herr Krause, noch einmal auf die vom Verein beabs fichtigte Landpartie mit Familie am Sonntag, den 26. Juli, nach Schmargendorf, hin. Sammelpunkt Potsdamer Bahnhof, Morgens 7 Ühr. Nachzügler werden mit dem um 1 Uhr 14 Minuten von Berlin abfahrenden Buge in Schmargendorf ( Kaisergarten) erwartet. Sum ersten Gegenstand der Tagess ordnung: Vortrag überarbeiter und höhere Schule" erhielt hierauf Herr Dr. Lütgenau das Wort. Referent hob besonders hervor, daß gegen die Vorschulen höherer Lehranstalten schon vielseitig Bedenken erhoben sind, da dieselben dazu beitragen, die Klaffenunterschiede der Gesellschaft bereits dem Kinde plaus sibel machen. Besonders müssen in der Schule gepflegt werden: 1. Naturwissenschaft, da die Kenntniß derselben befreit vom Aber glauben; 2. Geschichte, jedoch nicht wie gegenwärtig, daß die Daten der einzelnen aus irgend welchem Interesse geführten Kriege auswendig gelernt werden, denn bildend und belehrend ist nur die Geschichte der menschlichen Ideen, die Geschichte der Erfindungen 2c. Auch die Kenntniß der älteren Sprachen ist wichtig, da in denselben auch ein gut Theil Kulturgeschichte liegt. Der gesammte Schulunterricht muß unentgelblich sein. Die Prüfungen dürften nur vor einer aus unparteiischen Männern bestehenden Kommiffion erfolgen. Die Erwerbung des Beugnisses zum einjährigen Militärdienst wurde ursprünglich nur für diejenigen eingeführt, welche sich den wissenschaftlichen Studien widmen, um dieselben nicht durch längere Dienstzeit dem Studium zu entziehen; heute wird diese Institution von den vermögenden Ständen dazu benugt, fich besondere Vorzüge zu sichern. Die höheren Schulen werden dadurch bis zu einer bestimmen Klasse überfüllt; hier wäre eine Reform dringend geboten, diese Institution müßte bedeutend eingeschränkt resp. ganz aufgehoben werden. In der fehr animirten Diskussion wurde bei den Ausführungen des Herrn Strelow, welcher hierbei die an den Anschlagfäulen befindliche Bekanntmachung, die Beerdigung des Maurers Heinrich Faffel betreffend, streifte, die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengeseges aufgelöst. ganze Dauer des Streits zum Generalunterstüßungsfonds beizusteuern. ( Langanhaltender Beifall.) Im weiteren, nicht mehr erheb. ( Langanhaltender Beifall.) Im weiteren, nicht mehr erheb lichen Verlaufe der Diskussion, die sich meist auf Vorkommnisse bei einzelnen Bauten bezog, stimmten die Redner allgemein der Ansicht bei, daß die von den Kommissionsmitgliedern Behrend und Wilke dargelegte Taktik für die nächste Beit sich als erfolgreich bewähren dürfte. In der gestrigen Versammlung( bei Mund 1) rektifizirte der Vorfißende gleich dacht auf fie, zumal er wußte, daß die Angeklagte, die fich falls soieder ungenaue oder entstellte Beitungsreferate über die früher Hoffnung auf seine Hand gemacht hatte, ihm seit seiner legten Versammlungen. Es sei ihm( dem Redner) niemals Berlobung feindlich gefinnt war. Vielleicht wendet sie die Feder ebenso mißbräuchlich an, wie die Tinte", dachte Herr W., er verglich eine der anonymen Postkarten mit einem Schrifts Stücke der Angeklagten und glaubte nunmehr endlich den Ver faffer der Schmähichriften entbedt zu haben. Er erstattete Anzeige und gegen Frl. R. wurde obige Antiage erhoben. Sie bestritt im Berhandlungstermin beide Strafthaten, jedoch ge wenn er auch nicht geneigt war, allzuviel Gewicht auf legen, so fiel der Umstand besonders erschwerend ins Gewicht, stellungen wimmelnder" Bericht vieler Beitungen in der eingefallen, in der letzten( Urania-") Versammlung am 23. d. M. die Hoffnung oder Meinung auszusprechen, der ganze Streit werde schon in 8 oder 14 Tagen vollständig beendet sein. So optimistisch sei er nicht, er müßte sich denn über die Herren Arbeitgeber und Meisier ganz nnd gar täuschen. Er hätte übrigens gewiß nichts dagegen, wenn schon morgen Herr Felisch erklären würde, die Innung und ihre Freunde treten jetzt ganz entschieden für den 5 Marklohn ein.( Allge meine Heiterkeit.) Von der Möglichkeit, daß der Generalftreit wieder proflamirt werden müsse", von der ihn ein ,, von Ent will der Redner absolut nichts wiffen. So was sei ihm nie Anwendung partieller Streits den Zweck erreichen. Ebenso habe er( Redner) nie ein Wort davon verlauten laffen, daß man Meinungsverschiedenheit aus der ihn Kom wegen babe hinauswerfen wollen. Im Uebrigen an den Verein zur wurde dringlich zum Anschluß r. Die Korbmacher Berlins, und zwar sowohl die Ar beitgeber wie die Gesellen, tagten am Donnerstag Abend in öffentlicher Versammlung bei Otto, Adalbertstraße 21, unter Borfit des Herrn Fechner. Der Vorfizende referirte über die Stellung der Arbeitgeber gegenüber der gegenwärtigen Lohnbewegung. Im Großen und Meister mit wenigen Außnahmen ein anden haben sich bie beschädigung leugnete, trozdem fie in dieser Beziehung zur Evidenz überführt wurde. Die Verurtheilte legte Berufung eingefallen. Man werde diesmal gerade durch die richtige werden auch die noch ausstehenden Einwilligungen bald era ein und fand in weiter Instanz eine eingehende Beweis aufnahme flatt. Ihr Bertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, ftellte unter Beweis, daß die Angeklagte fich eine Beitlang, während welcher die Boftfarten ununterbrochen hier in Berlin mission aufgegeben worden waren, in einem Orte in Ostpreußen be= neuen, von den Gesellen aufgestellten Tarif; voraussichtlich folgen, und die Arbeitseinstellungen damit völlig beseitigt sein. Herr Voigt( Arbeitgeber) bedauert, daß der Streit so plößlich inszenirt wurde; es wäre besser gewesen, vor der Arbeitseinstellung mit den Meistern zu unterhandeln. Wie die Dinge heute liegen, so haben viele Meister genehmigt, weil fie fich in augenblicklicher Verlegenheit befanden; sie werden später aber die Gelegenheit wahrnehmen, um wieder Abzüge zu machen. Hierauf ent gegnete er Vorsitzende, daß bei längerem Unterhandeln die zum Streit geeignete flotte Geschäftszeit nuẞlos verflossen wäre, und später die Gesellen nichts durch einen Streit erreicht hätten. Dieser Meinung schlossen sich eine größere Anzahl Reduer an. Herr Fran te betonte die Nothwendigkeit eines einheitlichen Lohntarifs, dessen Aufstellung jest im Werke ist. Herr Rennemann wundert sich, daß die Meister sich über die Plöglichkeit der Forderung beklagen; dieselben Herren nehmen doch keinen Anstand zu sagen, von heute an zahle ich so und soviel weniger Lohn.( Sehr richtig!) Herr Krüger: Höhere Löhne kommen auch dem ganzen Gewerbe zu Gute; auch die Meister haben Ursache für ihre Arbeit beffere Bezahlung zu fordern, denn auch die Verkaufspreise liegen arg darnieder. Die Arbeitgeber Schieg und Bimmermann zahlen die geforderten Preise, zum Theil noch mehr, rathen aber den Gesellen, auch an diesen Preisen festzuhalten, denn wenn einige Meister billigere Löhne zahlen, tönnen die anderen nicht die höheren Säße geben.( Nach dem alten Tarif betrug der Wochenlohn durchschnittlich zirka 12,50 M., nach den neuen Lohnfäßen etwa 15-16 M., jedoch nicht in allen Branchen.) Herr Schmidt hält für nöthig, auch nach Außerhalb zu wirken, denn die Konkurrenz von Außerhalb schädige hier die Lohnsäge mehr, als der Druck der Meister. Der Borsigende erwidert, daß die Agitation nach Außerhalb auf Schwierigkeiten gestoßen sei; die Um ist gegend von Berlin mit die Lohnbewegung einbegriffen. Es haben zwölf Meister den neuen Tarif ausdrücklich genehmigt, vier haben ihn abgelehnt und zwei eine zustimmende Erklärung fich vorbehalten. Die Unterstüßung der Streikenden soll dem Ermessen der Kommission uberlaffen bleiben. Bei der Debatte über Verschiedenes wurde eine Be hauptung des Herrn Fiebig scharf bestritten, daß es noch Gesellen gebe, die wöchentlich 18-24 Mart verdienen. Herr Fiebig präzisirte seine Behauptung dahin, daß er gesagt habe, ein tüchtiger Geselle müsse den angedeuteten Betrag verdienen. in Barmen, 21. Juli. Die gestern Abend in der ,, Schüßenhalle" abgehaltene große Voltsversammlung war von ungefähr 700 Personen besucht und verlief wie alle ihre diesHerr jährigen Vorgängerinnen in der ruhigsten Weise. Röllinghoff eröffnete die Versammlung; das per Attlamation gewählte Bureau bestand aus den Herren Hülle als VorAgender, Schumacher als Beifizer und Röllinghoff als Schriftführer. Als erster Redner trat Herr Reichstagsabgeordneter Fr. Harm auf, um Bericht zu erstatten über seine und seiner Fraktion Thätigkeit während der abgelaufenen 1. Seffion der 6. Legislaturperiode des deutschen Reichstages. Da derselbe Gegenstand auf der Tagesordnung der vor Kurzem auf dem Johannisberg in Elberfeld abgehaltenen großen Volksversamm lung war und von uns seiner Zeit darüber schon ausführlich berichtet wurde, so glauben wir heute von einem wiederholten Eingehen auf die übrigens mit Beifall aufgenommene Nede absehen zu dürfen. Nachdem hielt der mit Jubel empfangene Reichstagsabgeordnete Wilh. Hasenclever eine kurze Ansprache, in welcher er auf einzelne Punkte der Harm'schen Rede weiter einging und in satirischer Weise das Verhalten des Reichstagsabgeordneten Meyer- Halle und der gesammten deutsch freifinnigen Fraktion überhaupt unter großer Seiterkeit der Versammlung einer scharfen Kritik, betreffs ihres Verhaltens bei der Bewilligung der 20 000 M. für die zweite Direttor stelle im auswärtigen Amte, unterwarf. Zum Schluß forderte er die Arbeiter zu treuem Festhalten an ihren Forderungen auf, die ihnen schließlich von der Regierung und Gesellschaft bewilligt werden müßten, denn auf ihren Schultern ruhe das ganze stolze Gebäude. Der folgende Redner war Herr Daftig. Herr Schumacher beschäftigt sich mit der Sonntagsruhe der Arbeiter und fordert fie auf, Propaganda für dieselbe zu machen, damit es später im Reichstage nicht heiße, sie hätten sie nicht gewollt. Herr Hülle giebt ein Resumé aus den Vorträgen der beiden Abgeordneten und läßt die verschiedenen Parteien Revue paffiren. Mit einem dreifachen boch auf die sozialdemokratische Fraktion werde die Versammlung gegen 11 Uhr geschlossen. Theater. ( Elberfelder Zeitung.) Belle- Alliance- Theater. Beute: Der Attienbudiler. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Deute: Der Großmogul. Oftend- Theater. Heute: Die Brautschau Friedrichs des Großen. Am 22. Juli starb am Gehirnschlag mein Bruder, Der Korbmacher Carl Warnicke, im 32. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. Wits., von der Leichenhalle der Charitee aus statt. 1698] Der trauernde Bruder Louis Warnide. Zum Fürsten Wolfgang ( genannt Der hungrige Wolf), Lichtenberg, Landsberger Chauffee. Empfehle mein am See gelegenes Lokal dem geehrten Bublifum. Schattiger Garten, Tanzsaal, Kegelbahn, KaffeeTüche, Würfel- u. Kuchenbude, Schaufel. Für gutes Bier und Speisen ist gesorgt. Um recht zahlreichen Buspruch bittet 1530] Außerordentliche Carl Sander. General- Versammlung der Kranken- und Sterbekalle der Berliner Bufarbeiter u. verw. Berufsgen. ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 62) am Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr, im Schützenhause, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1. Rlarlegung des Fall Ahrens. 2. Ver [ 1695 schiedenes. Kassenbuch legitimirt. Der Vorstand. 1696 Große öffentliche Former- Versammlung Sonntag, den 26. Juli, im Salon zum Dentschen Kaiser, Lothringerstr. 37. Tagesordnung: 1. Wie können die Former ihre jetzt so mißliche Lage verbeffern? 2. Der Stand des Formerstreits in der Hartungschen Gießerei. Jeder Former ist verpflichtet, zu erscheinen. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Der Einberufer. Unsere Lage im Allgemeinen, und wie ist Abhilfe möglich 2. Disfuffion. 3. Beschlußfaffung über eine Landpartie 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Delegirten- Versammlung der Schloffer und Berufs genoffen am Montag, den 27. Juli, Abends 8% Uhr, Annen straße 16. Die Tagesordnung wird in der Versammlung be tannt gemacht. Ohligs( Wahlkreis Solingen, den 29. Juli. Hier fand| Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn A. Weber über: gestern eine ungemein zahlreich besuchte Arbeiterversammlung statt, in welcher der Abg. Has enclever über den von seiner Fraktion im Reichstag eingebrachten Arbeiterschutzgeseßentwurf referirte. Die Versammlung begleitete die Ausführungen des Redners mit großem Beifall. Nach ihm sprach der Abgeord Redners mit großem Beifall. Nach ihm sprach der Abgeord nete für Solingen, Schumacher, der den Ausführungen des Vorrebners gleichfalls unter dem Beifall der Versammlung zustimmte. Nachdem noch ein jugendlicher Arbeiter aus Rem scheid eine feurige Ansprache gehalten hatte und nach einem fernigen Schlußworte des Referenten, nahm die Versammlung eine Resolution an, in welcher die Nothwendigkeit der Annahme des Arbeiterschußgefeßes anerkannt und den Arbeiterabgeordneten die völlige Zustimmung für ihr Verhalten ausgedrückt wurde. An sämmtliche Klavierarbeiter und Berufsgenossen Berlins. Kollegen, noch ist der Stand des Streits unserer Kollegen in Dresden unverändert; auch ist noch keine Einigleit Kollegen in Dresden unverändert; auch ist noch keine Einigkeit mit dem Direktor in der Pianofabrit ,, Apollo" erzielt; fest und unentwegt halten die Kollegen an ihren Forderungen fest. An uns, Kollegen, wird es liegen, den Kollegen in Dresden zum Siege zu verhelfen; darum thue eine jede Fabrik am Sonn abend und Montag ihre Schuldigkeit; stehe fein Kollege zurück und trage ein Jeder sein Scherflein mit bei, um die Noth unserer Kollegen in Dresden lindern zu helfen. Gelder werden Sonnabend und Montag, Abends, Skaligerstr. 18 bei Stramm durch unsern Kaffirer in Empfang genommen. Auch sind dort die Driginal Quittungen aus Dresden in Empfang zu nehmen. Der Vorstand des Klavierarbeiter Vereins. Der Fachverein der Fraiser und Berufsgenossen hat noch sehr mit dem Indifferentismus unter den Kollegen zu tämpfen. Wie es heißt, stoßen sich viele an dem Namen des Vereins. Die ,, Blodsägenschneider" wollen ihren Namen mitgenannt wissen, ebenso die Walzensägenschneider. Der Vor stand wird nun am Montag, den 3. August, eine Generalversammlung zu diesem Zweck einberufen, um, wenn möglich, den Namen des Vereins folgendermaßen umzuändern: Verein sämmtlicher an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigter Ar beiter". Außerdem findet nächsten Sonntag, den 26. Juli, eine öffentliche Versammlung sämmtlicher in dieser Branche beschäftigten Arbeiter statt, behufs Besprechung über den Arbeitsnachweis, wozu auch sämmtliche Prinzipale einges laden find. Zentral Kranten und Sterbekasse der Tapezirer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands( E. H., Filiale Berlin). In der am 21. Juli abgehaltenen Generalversammlung wurde beschlossen: Die sämmtlichen Kassenverfammlung wurde beschlossen: Angelegenheiter, im Interesse der Kaffe, dem Kassirer zu überlaffen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der bisherige Bevollmächtigte Herr Thiemann zum ersten Kassirer, Herr Wildberger zum I. Bevollmächtigten und Herr Müller anm I Schriftführer einstimmig gewählt. Zu deren Stellvertretern wurden die Herren Groß, Levin, und Engel gewählt, zu Revisoren die Herren Becker, Glombiza und Günther. Der Kassirer ers stattete hierauf den Kassenbericht des legten Quartals und vers schiedene interne Kaffenangelegenheiten kamen noch zur Erledigung. Verein der Parquettbodenleger. Sonntag, den 26. Juli, Vormittags 10 Uhr, Generalversammlung, im Lokale des Herrn Pieper, Mauerstraße 86. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes. 2. Bericht über das Stiftungsfest. 3. Ver schiedenes. Fachverein der Tischler. Versammlung Montag, den 27. Juli in Rothader's Lokal, Belle- Alliancestr. 5, Abends 81 Uhr. Vortrag über wirthschaftliche Zustände in Polen von Schriftsteller Herrn Schwennhagen. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Versammlung des Fach- Vereins für Schlosser und Berufsgenossen. Heute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, in Gratweils Bierhallen, Kommandandenstr. 79. Tagesordnung: Vortrag über Fach- Verein und Lohnbewegung. Diskussion. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung find alle Schlosser und Berufsgenoffen eingeladen. Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Dachdecker. Versammlung am Sonntag, den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Weid, Aleranderstr. 31. Die Zentralfranken- und Begräbnißkaffe der Buch binder hält ihre Hauptversammlung Sonnabend, den 25. Jul Annenstraße 16, ab. Annenstraße 16, ab. T.- D.: Rassen- und Kontrolbericht KaffenUeber Ausbeutung der Hilfskaffen. Allgemeine Stuhlarbeiter- Bereinigung. Die mona liche Generalversammlung wird am Montag, den 27. Juli, Abends 8%, Uhr, in Hildebrandts Lokal, Weberstr. 17, abge halten. T.- D.: 1. Statutenänderung. 2. Wahl eines Kaffirers. 3. Kaffenbericht. Billets zu dem am 8. Auguft im Berliner Prater" stattfindenden Stiftungsfeste sind in der Versammlung zu haben. Gäste haben Zutritt. Charlottenburg. Große öffentliche Volksversammlung Montag, den 27. b. M., in Konrads Salon, Berlinerstraße 89, Abends 8 Uhr, Arbeiterschußgesetz. Ref. Herr Mar Kreuz. Kleine Mittheilungen. Zur Ausweisung. Der„ Kur. Pozn." bringt in seinen neuesten Nummern zwei Beispiele von Ausweisungen, die, wie er meint, eines Kommentars nicht bedürfen. In der Hütte Hohenlohe( Oberschleften) erhielten zwei Arbeiter, von denen der eine 13, der andere 20 Jahre in der Hütte arbeiten, Den Befehl, die Grenze der preußischen Monarchie zu verlassen mit dem Bemerken, daß fie nicht erst bei Ler Behörde remonstriren sollten, da ihnen dies doch nichts nüßen würde. Ein zweiter Fall: Ein Arbeiter, der den Ausweisungsbefehl erhalten hatte ging zum Landrath und wurde ihm dort von dem Beamten bedeutet, sobald wie möglich Preußen zu verlassen, da es schon Die höchste Zeit wäre, daß das polnische Gesindel" Preußen verließe. München, 24. Juli. Auch hier ist es der Frau Guillaume Schack polizeilich verboten, einen Vortrag zu halten. Briefkasten der Redaktion. 6. W. Langestraße 50. Ein solcher Verein cristin nicht. Drei Wettende. Wir sind stets gern bereit, Auskunft ertheilen; für solche Sachen, nach welchen Sie fragen, ist jedod der Briefkasten nicht da. M. B. Sie find nicht verpflichtet, Alimente zu zahlen. Ab. E. In Ihrem Falle tritt die Gemeindekranten- Be ficherung ein. Im Uebrigen müssen Sie die Antwort des Magistrats abwarten. R. B. Weidenweg. Ihre Einsendung ist verspätet ein getroffen. Solche Sachen paffiren übrigens überall, die Herren fcheinen ein solches Benehmen für besonders arbeiterfreundli zu halten. Besten Dank! Zwei Wettende. Wir sind über die Gradabzeichen der Marine- Unteroffiziere nicht informirt. 2. Im Jahre 1878. Vogel. Eine Blaje hat der Bars natürlich wie alle a deren Fische, wie dieselbe jedoch beschaffen ist, entzieht sich u ferer Kenntniß. if Junger Kaufmann. Der Ausdruck: Die Waare wie Sie sich selbst überführen werden, vorzüglich" gehör zu denen, die man kaufmännische" nennt. Im strengen Sprachgebrauch darf man überzeugen" und überführen nicht verwechseln. Die Wette, Stammtisch Raupauchstr. Das Großherzog thum Hessen zerfällt nicht in zwei, sondern in drei Bro vinzen, da der südlich vom Main belegene Landestheil Provinzen Rheinhessen und Starkenburg umfaßt. Fleißige Leserin. Unter Chic versteht man die rechte Art des Benehmens, Auftretens, Aussehens, namentlich in e zug auf die Anforderungen der gesellschaftlichen Formen un der Mode. In Bezug auf den lezteren Punkt pflegen unsere jungen Damen alle recht ,, chic" zu sein. Zoologischer Garten. Heute, Sonnabend, den 25. Juli 1885; Beginn der Ausstellung der aus dem inneren Nord- Ost- Afrika zurückkehrenden Carl Hagenbeck'schen Somali- Expedition, bestehend aus 9 afrikanischen Somali- Straußen, 4 Dromedaren, 14 Antilopen, 1 afrikanischen Wildesel, 4 Jagdleoparden 2c., und begleitet von 7 Dar- Fur- Knaben. Ausstellung ethnographischer Gegenstände, Jagdtrophäen, Photographien ic. Grosses Militär- Doppel- Concert. Geöffnet von 10-1 und 3-8 Uhr. Entree zum Zoologischen Garten bleibt unverändert. Henkel's Bleich Soda an Wasch- und Bleichkraft unerreicht in Pfundpacketen zu 15 Pfg. ecid Ber Bost ment mit t 35 Beit anger für 2 arbei der i Sten Drgo eines Abo getho un Die und gem dan befo fajo gen Bir Sen fön Hir zwa Rei dera wen trete Mer biet fuch [ 1710 Radb 12] wel Sim 1258 als felb Zu haben in allen Droguen-, Seifen- und Colonialwaarengeschäften. General- Depot Joh. Schmalor, NW. Schiffbauerdamm 25 Arb.- Bez.- Ver. der Rosenth. Vorst. Sonntag, den 26. Juli: Große Familienpartie nach Finkenkrug mit Musit. Treffpunkt früh 7 Uhr Lehrter Bahnhof. Freunde und Bekannte find hiermit eingeladen. Bahl reiche Betheiligung erwünscht. [ 1697 Oeffentliche Versammlung sämmtliger au Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Sonntag, den 26. Juli, Vormittags 10 Uhr, in Keller's Lokal, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Der Arbeitsnachweis. Referent: Mar [ 1702] Der Einberufer. Kreuz. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. anderer gewerbl. Arbeiter. Mitglieder- Berfammlung Sonntag, Vorm. 10 Uhr, im Wedding as Sommerfest am 17. Auguft und Verschiedenes. Markenbuch legitimirt. 1694 Die örtliche Verwaltung Berlin C. Arbeitsmarkt. Töpfer- Gesellen, wel lag eine nich зи war icha mol G die Lad verk fall mäl disc Let ben Alt hiel zu fan Kle fad ( Ofenseger), welche in Berlin ohne Arbeit sind, verlangt 30 bis 40 dic Streit- Kommiffion der Töpfer Berlins und Um gegend. Bu erfragen im Lokale des Herrn Seefeld, Grenadierstraße 33. [ 1701 Das 15 J. alte Seifengeschäft Simeonftr. 2 ist bill. 3. vf.[ 1699 Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.