Nr. 173. Dienstag, de» 28.|ttU 1885. i » ! d f -il « « li «; i a trlinerDollislilüll Krgan für die Inlrreffen der Arbeiter. 4 Jusertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bii 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Äöonnement«- Einkaäung. Für den Monat August eröffnen wir ein neues Abonne« went auf das »Kerliner Uolksblatt" »ist der Gratisbeilage „Illastrirtes Sonntagsblatt." Frei ins Haus kostet dasselbe 1 Mark 35 Pf. pro Monat, a.Pig- pro Woche. Bestellungen werden von sämmtlichen öntungsspediteuren, sowie von der Expedition, Zimmerstr. 44, »ngenomnien. Für außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements .sur die Monate August und September gegen Zahlung von � Mk. 67 Pf. entgegen. Das..Berliner Volksblatt" hat sich die Sympathien der arbeitenden Bevölkerung Berlins zu erringen gewußt. Trotz wt überaus großen Anzahl von Tagesblättern der verschieden- nen Tendenzen, die in Berlin existiren, hat bisher kein wirkliches hrgan des werkthätigen Volkes bestanden. Es ist daher Pflicht ttnes jeden Arbeiters, unser Blatt zu unterstützen. Wenn jeder Abonnent nur einen zweiten erwerbt, so hat er seine Pflicht lltthan. Wir unsererseits werden nicht nachlassen, jedem berechtigten -Wunsche unserer Abonnenten nachzukommen. Die Nedaktion und Expedition des„Berliner Volksblatt". Die Ainittijislril in litt Slhwriz. Die Untersuchung, die der schweizerische Bundesrath Nin die Anarchisten hat anstellen lassen, ist zu interessanten r#nissen gelangt. Man hat den schweizerischen Behör- s?1 A Bezug auf den Anarchismus und die anarchistische „°bagande schon mehrfache Aufklärungen zu verdanken; Anderem haben die Baseler Gerichtsbehörden den /�Meis geleistet, daß eine in der Schweiz als ganz ra- Anarchist auftretende Persönlichkeit nur ein ganz ge- ähnlicher Spion war. _ Dem Bericht des eidgenössischen Generalanwalts. muß � sicherlich zugestehen, daß er leidenschaftslos ist und sich allen Deklamationen freihält. Auch das Endergebnis urste Manchem unerwartet gekommen sein; der General- Avalt kam zu dem Schlüsse, daß eine strafrechtliche Ver- �»eden, daß die angeblich gegen den Bundesrath und das �"vesrathshaus in Bern geplanten Attentate auf einer Art i � Mqstiflkation beruhten und daß die auf diese Dinge Drohbriefe lediglich der"Eitelkeit und Skandal- gfeuiffef on. Das Mormonenmädchen. 181 Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhause«. (Fortsetzung.! «,...,»Du bist ein Kind," bemerkte die Gouvernante, und die -No he des~........ �uthe des Zornes stieg ihr in die schlaffen Wangen, wäh- "ad die Spitze rhreS SafsianschuheS in schnellerem Takt den »den berührte. schaute bettoffen empor, sie ahnte nicht, w«halb die Französin sich beleidigt fühlen könne, und Hand*hr innewohnenoen Gutherzigkeit ergriff sie deren k».."�ch habe gewiß wieder etwas Unverständiges ge- di-. und herben Tadel von meiner lieben Corbillon ver- .sagte sie in freundlich bittendem Tone. � kindlich wohlwollenden Worte hatten indessen W.ßQnJ entgegengesetzte Wirkung von der, welche b....Tuuge Mädchen beabsichtigte. Demoiselle Corbillon fjjp uämlich, daß sie in ihrem Eifer, Hertha zu über- ein.«» /-, zu weit gegangen sei, und sich vor Weatherton ni?» � gegeben habe. Hertha'S liebevolles Beneh- ewnk:�''hrem eigenen abstoßenden Wesen und ihrer Ctub- � Laune gegenüber, gab ihr einen neuen war? A�z. Sie wünschte sich daher fort aus der Gegen- fern?» �)fsiziers, und um sich auf angemessene Art ent- Bant,!u können, legte sie mit einem tiefen Seufzer die -'°nd an ihre Stirn. ."Du bis aber zu|ui. Iiiciuc uu granzenvr«irvr auck i»' v uwin Kopf!" rief sie dann kläglich aus,„also ich �srm Lande, wo ich Genesung zu finden hoffte, soll toübift«,?r?ne verfolgt und gemartert werden? und sich erhebend schwankte sie der Kajütentteppe zu. sucht ihres Absenders entsprangen, der nebenbei nicht einmal einer Anarchistenverbindung angehörte. Auch über die Stärke der Anarchisten giebt der Bericht detaillirte Mittheilungen. Herr Most hatte selbswerständlich sich stets bemüht, Zahl, Macht, Mittel und Thätigkeit der Anarchisten in's Ungeheuerliche zu übertreiben, und es gab Leute, die beschränkt genug waren, ihm Alles zu glauben. Andere hatten einen Grund sich zu stellen, als glaubten sie den Rodomontaden des Redakteurs der„Freiheit". Man fabelte, wie der Bericht ausführt, von 5000 Anarchisten und 2000 Nihilisten. Diese 7000 Mann hätten ja beinahe eines jener„anarchistischen Armeekorps" abgeben können, von denen der dem Henker verfallene Reinsdorf noch auf der An- klagebank träumte. Vielfach war es aber längst bekannt, daß die Anarchisten nur sehr schwach an Zahl sind; nun wird eS amtlich konstatirt. Die anarchistischen Gruppen sind nirgends stärker als 20—30 Mann; an den meisten Orten, auch an größeren, finden sich nicht mehr als 4, 5 oder 6 Mann zusammen. Herrn Most kommt eS natürlich gar nicht darauf an, an diese Ziffern eine oder zwei Nullen anzu- hängen; in dieser Beziehung ist er niemals schüchtern ae- wesen. Jedermann begreift, daß eS Leute, welche die Ar n- fchauungen der Stellmacher und Kammerer theilen, in Masse nicht geben kann. Denn die Anschauung, daß die Befreiung der menschlichen Gesellschaft von den sie bedrückenden Uebeln nur durch Dynamit möglich sei, ist einerseits ja naiv, andererseits aber auch zu roh, um viele Anhänger zu finden. Genau so geht eS mit dem„Gedanken", es sei gestattet, zu angeblichen Parteizwecken andere Menschen ein- fach zu tödten und zu berauben, was einzelne Anarchisten ausgesprochen, andere thatsächlich ausgeführt haben. Für solche„Theorien" bedankt sich Jeder, der noch eine entfernte Ahnung von dem Begriff der Mensch- lichkeit hat. Wrr möchten selbstverständlich nicht Alles unterschreiben, waS der eidgenössische Generalanwalt sagt; aber Vieles halten wir für durchaus zutreffend. So scheint eS uns richtig zu sein, daß die anarchistische Bewegung der Schweiz an weitere Ausbreitung nicht denken kann. Ein gewisses Räthsel dabei bleibt es freilich, wie Herr Elisse ÄecluS, der berühmte geographische Schriftsteller, sich zu den sonder- baren„Theorien" des Anarchismus bekennen mag; nach dem Bericht des Generalanwalts soll er die Geldmittel zu dem früher in Genf, jetzt in Paris erscheinenden anarchistischen Blatte„Le R�volw" geliefert haben. Man kann aller- dings ein geistvoller Geograph und doch ein politisch ver- worrener Kopf sein.. Interessant ist, daß der Generalanwalt die Be- hauptung aufstellt, die anarchistische Presse habe zu Verbrechen getrieben und Verbrecher ausgebildet. Hertha war ihr im Augenblick zur Seite, um sie zu unterstützen. „Laß nur, mein gutes Kind," sagte sie mit schwacher Stimme, Hertha auf die Stirn küssend;„bleibe hier oben und genieße die erquickende Äbendluft. Du weißt, nur ungestörte Ruhe verschafft mir Linderung; Mr. Weatherton wird es mir nicht falsch deuten, wenn ich sein gütiges Anerbieten nicht zurückweise," und indem sie so sprach, legte sie ihren Arm durch den des Offiziers, der gleichzeitig mit Hertha zu ihrem Beistande herbeigesprungen war, worauf sie sich schwer auf ihn stützte und sich halb hinunter ttagen ließ. Nach zwei Minuten war Weatherton wieder oben, und seinen alten Platz einnehmend, gewahrte er zu seiner Be- ftiedigung, daß der Zustand der Gouvernante, welche er abermals vollständig durchschaute, Hertha keine Veranlassung zu Besorgnissen gegeben hatte. „Die arme Corbillon!" sagte sie mit unverkennbarem Bedauern, als Weatherton ihr mittheilte, daß er die Fran- zösin bis an die Thür ihrer Koje begleitet habe;„sie lsidet sehr häufig an diesen Zufällen. Obgleich ungefährlich, müssen sie doch sehr schmerzhaft sein, denn ihre Nerven sind dann so angegriffen, daß sie nicht das geringste Geräusch ertragen kann. Selbst die Gegenwart anderer Personen ist ihr pein- [ich, und es würde ihre Leiden noch vergrößert haben, hätte ich sie, nachdem sie meine Gesellschaft zurückgewiesen, noch begleiten wollen. Gott sei Dank, diese Anfälle vergehen eben so schnell und plötzlich, wie sie kommen. Ruhe und ungestörtes Alleinsein sind ihre einzige und beste Arzenei. ES war schon so dunkel geworden, daß man sogar in geringer Entfernung die Gesichtszüge nicht mehr genau zu unterscheiden vermochte. Im entgegengesetzten Falle würde Hertha auf Weathcrton's Antlitz ein theilnamvolles Lächeln entdeckt haben, welches ihm die kindlich aufrichtige Weise entlockte, in der sie das arglistige Benehmen ihrer Gouver- nante und ihre eigene scheinbare Theilnahmlosigkeit zu erkläre s daß wir hier an Bord so wenig Gelegen- beit haben, Demoiselle Corbillon da? Leben erträglicher zu machen," bemerkte Weatherton nach einer kurzen Pause. Namentlich die„Freiheit" des Herrn Most habe darin etwas geleistet. Kammerer, Stellmacher, Kumitsch und Andere seien durch dieses Blatt zu ihren Gewaltthaten fanatisirt worden. Wenn diese Behauptung richtig ist— und sie ist es bis zu einem gewissen Grade mit den Anarchisten in Verbindung gebracht oder für das Verhalten derselben verantwortlich gemacht zu werden pflegen. Dies thut namentlich die konservative und halbliberale Presse. Sie möge den Bericht des schweizerischen General- anwalts recht aufmerksam lesen; daun wird sie finden, daß man für Dinge, die Herr Most fern in Amerika anzettelt, doch nicht andere Parteirichtungen in Deutschland verant- wortlich machen kann. Dabei bleibt noch ferner zu erwähnen. Als der Polizettath Rumpff in Frankfurt ermordet wurde, stieß Most in seinem Blatt ein Triumpfgeschrei aus und rühmte sich, die That sei von Anarchisten geplant und ausgeführt worden. Darauf hin ging man in Berlin mit dem Gedanken um, über Frank- furt den sogenannten kleinen Belagerungszustand zu ver- hängen. Man ließ diese Absicht aber wieder fallen, nachdem die meisten Lokal- und Provinzialbehörden sich gegen eine solche Maßregel erklärt hatten, von der nur an der Rumpff- schen Affaire gänzlich unbetheiligte Personen bettoffen worden wären. Der Hinweis des Berliner Generalanwalts ist in dieser Richtung nicht ohne Bedeutung. Wenn die anarchisti- schen Gewaltthaten von Amerika aus angeregt und von Leuten, die ihren Wohnsitz in der Schweiz genommen haben, ausgeführt werden, dann ist doch sicherlich kein Grund vorhanden, irgend eine andere, in Deutschland sich befindende Partei für solche Dinge verantwortlich zu machen. Am Schlüsse seines Berichts sagt der Generalanwalt, daß die Berichte der von auswärtigen Behörden nach der Schweiz geschickten Geheimpolizisten sich durch ihre Ueber- triebenheit auszeichnen. Die Zeitungen haben da« oft gesagt, allein man hat es nicht geglaubt. Nun es von Amts wegen gesagt wird, glaubt man es vielleicht. „slos ittiitslhe MrtWslchhr 1883." So betitelt sich eine Schrift(Berlin 1885, Verlag von Mittler und Sohn), in welcher auf Grund der Handelskammer- berichte das Generalsekretariat des deutschen Handelstages die deutschen Wirthschaftsverhältnisse dargestellt hat. Von hohem Interesse ist das Utthcil, das von dieser Seite über die allgemeine ökonomische Lage gefällt wird. Es heißt u. A.:„Das Berichtsjahr unterscheidet sich in dem Verlauf und Erfolge der gewerblichen Thätigkeit sehr wenig von seinem „Sie scheint indessen Vorurtheile gegen Alles zu hegen, was zum Seeleben gehört; sogar mein Anerbieten, den Schiffsarzt zu ihrem Beistande herbeizurufen, wies sie mit herben Worten zurück." „Glaubt nicht, daß sie Vorurtheile gegen Seeleute und besonders gegen den Leoparden hegt, wie es vielleicht zu- weilen scheinen mag," versetzte Hertha mit Wärme,„sie bat freilich für manchen Menschen schroffe Seiten, allein kein einziges ihrer harten Worte kommt ihr vom Herzen, wohl aber ihre freundlichen. Ich kenne sie schon seit meiner Kindheit, und sage nicht zu viel, wenn ich die Be- hauptung ausstelle, daß sie kaum mit weniger Bedauern und Dankbarkeit von dem Leoparden scheidet, wie ich es thun werde." Wenn nun Hertha die Gouvernante in Schutz nahm und, mit dem ihr angeborenen Edelsinn, derselben die besten Eigen- schaften beizulegen trachtete, so entging Weatherton doch nicht eine gewisse Verlegenheit, welche nur zu deutlich dafür sprach, daß sie recht oft im Leben von den Launen der Französin zu leiden gehabt habe. Er wünschte daher die Unterhaltuug auf weniger peinliche Gegenstünde zu lenken, und wie ein Blitz leuchtete es in seiner Seele auf, daß jetzt vielleicht die letzte ihm gebotene Gelegenheit sei. Genaueres über Hertha'S Zukunft zu erfahren. „Wir Seeleute hängen mit tteuer Liebe an unserm Element und an den Mitteln, mittelst derer wir uns das- selbe unterthan machen," begann er. seine Blicke mit innigem Ausdruck auf Hertha'S züchtige Gestalt heftend, die sich nur noch m unbestimmten Umrissen vor der weißgesttichenen Rückwand der Schanze auszeichnete;„hören wir daher von Leuten, deren Heimath nicht der ungestüme Ozean, daß sie demnach unsereNeigungen anerkennen, so stimmt uns das heiter. Wie der Besitzer eines edeln Pferdes sich freut, die Vorzüge semeS Lieblings hervorgehoben und gepriesen zu hören, so freut sich der Seemann über jedes Lob, welches seinem Schiff ertheilt wird. Von Euch aber so viele freundliche Worte, ein so nachsichtiges Urtheil vernommen zu haben, gewinnt einen doppelten Werth, weil Jeder fühlt, daß sie auf ungeschminkter Wahrheit und reiner Ueberzeugung be- gründet sind. Ihr gabt die Versicherung, Miß Hertha, Euch -„ itfl«: belebter Umsatz, aber geringer Nutzen ist für die Großindustrie die Signatur schon seit dem Jahre 1880". Und dies trotz der unter sWfarenschali der gutgesinnten Presse er- öffneten„neuen Wirthschaftsära". Alle in den Beuchten her- vortretenden Klagen, heißt es weiter, erscheinen in der Haupt- fache als Symptome der, wenn nicht vorhandenen, so in kürzester Zeit bevorstehenden Ueberproduktion." Daß wir dieselbe jetzt in drohendster Weise haben, vermag kein Schönfärber mehr zu leugnen. Aus dem Buche geht ferner hervor, daß Teutschland immer mehr Industrieland wird. Waren doch nach der letzten Bcrufsstatlstik in der Industrie 6 396 514, im Handel und Ver- kehr l 570 129 Personen, in Land- und Forstwirthschaft, Gärt- nerei, Jagd und Fischerei zusammen 8 235 592 Personen beschäftigt. Die industrielle Bevölkerung produzirt nicht selbst Lebensmittel; da die heimische Landwuthschaft den Bedarf nicht zu decken vermag, ist Einfuhr nöthig. Dieselbe wird um den Zoll vertheuert. Die Zunahme des Imports betrifft fast nur Zerealicn; der Konsum von Fleischwaaren hat sich vermin- dert. Je höher die Kornpreise empor schnellen, desto geringer wird der Fleischvei brauch; denn die hohen Brotpreise lassen der großen Masse kein Geld für Fleisch übrig.„Und damit", Wjrerbt treffend Eduard Miß in der Vwteljahrsschrist für Volkswirthschaft bei Besprechung des oben genannten Werkes, „trimmt auch die Gesundheit und physische Arbeitskraft der Nation ab, die zuletzt nur noch von Brot und Kartoffeln, Hering und Schnaps leben wird, damit einige Großgrund- befitzer noch reicher werden, als sie ohnedies find, oder von ihren Schulden befreit werden." Unsere Getreideeinfuhr ist seit 1872 beständig gewachsen. Deutschland führte mehr ein als aus 1872: 4 485 000 Dopp. Ztr.. 1873: 8 030000 Dopp.-Ztr. 1874: 12 415 000„ 1875: 7 940 000 1876: 16 930 000 ,, 1877: 18 320000„ 1878: 14413000„ 1879: 29 855000„ 1880: 13 414 000„ 1881:16 621 000 1882: 19036 961„ 1883: 19 530 000 Die Einfuhr des Jahres 1879 ist infolge des bevorstehen- den Getreidezolles besonders angeschwollen. Was sagen unsere Schutzzollsckwärmer zu diesen Zahlen? Daß die wirthschafiliche Lebenshaltung des arbeitenden Volkes stetig gesunken ist, beweist am besten der Umstand, daß der Fleischkonsum sich in absteigend» r Linie bewegt. Dies bedeutet eine Entartung der kommenden Generationen, eine Pauperisirung des Proletariats, das allmälig zu kulimäßiger Lebensweise her- abgedrückt werden muß, wenn nicht eine gediegene soziale Re- form und eine gesunde Wirtbschaftspolitik dem jetzt herrschen- den siegreichen System ein: Bis hierher und nicht weiter! ge- bieterisch zuruft. o � Wie fleht es also mit der Fleischproduktion u. s.w.?„Dank der Viehzählung vom 10. Janriar 1883 ist eine Vergleichung mit dem Viehstande von 1873 ermöglich.. Die Zahl der Pferde (3 522316 Stück) übertrifft den Bestand vor zehn Jahren um 170085 Stück. Die Schafzucht dagegen ist sehr bedeutend zu- rückgegangen. Der Bestand von 19 18o 362 bleibt hinter dem von 1873 um 5 814000 Stück zurück. Auffallend und unerwartet ist" (für den Sozialpolitiker nicht! Der Ref.)..daß der Rindviehstand (15 785 322) nur um 8620 Stück gewachsen ist." Die Bevölkerung des Deutschen Reiches ist in der gleichen Zeit> on41 058 139 Köpfe aus 45234061 gestiegen...Eine erbeblicheZunahwe sehen wir allein in dem Bestand der Schweine, welche sich auf 9 005 791 oder um 2 081 703 Stück vermehrt haben." Die Ackerbauarbeiter und die„kleinen Leute" in kleinen Städten mästen sich billige, magere Schweine mit Schlempe und Hausabfall auf. Wie die Kartoffel das Brot, wie der Fusel das Bier, wie die Baum- wolle die Wolle, so hat das Schweinefleisch das ungleich nahr- haftere Rindfleisch auS dem proletarischen Haushalt verdrängt. Entsprechend diesen Verhältnissen find denn auch die Preise für Rind, Kalb- und Hammelfleisch im Berichtsjahr steigend gewesen, nur Schweinefleisch gab im Preise nach." Aus aUedem gehl das Eine mit Sicherheit hervor, daß eine Verschlechterung in der Lage der arbeitenden Klassen ein- getreten ist, die noch nicht ihr Ende erreicht hat. Je tiefer wir in das uferlose Meer der Schutzzollpolitik hineintreiben, um so sicherer können wir sein, daß das Staatsschiff Gefahr läuft zu scheitern. Darum muß Denen, die am Steuer fitzen, unfhörlich der Mahnruf in die Ohren tönen: Vifl.avt. eonsale» ne qnid respnblica detrinienti capiat,„die Staatslenker mögen dafür sorgen, daß der Staat keinen Schaden erleide". Politische Ueverslcht. Wie groß der nationalliberale Aufschwung ist, zei die Thatsache, �daß in einer„großen" nationalliberalen sammlung" zu'W«"Idenburg in Schlesien, welche zum Zweck ~'"'"«ti' der Gründung eines Vereins einberufen worden, genau 21 Per, foncn anwesend waren. Nachdem diese 21 die„beredten" Worte des Vortiagenden gehört hatten, fanden es noch 11 von ihnen für gut, zu verduften, so daß rund 10 übrig blieben. Natürlich haben alle großen Zeitungen von dem welterschüttem- den Ereigniß spaltenlange Abhandlungen gebracht, worin selbst- unserer, ich meine des Leoparden, freundlich erinnern zu wollen; mag das Geschick Euch aber hinführen, wohin eS auch immer sei, die aufrichtigsten Segenswünsche Derer, die Euch hier kennen lernten, werden Euch überall hin nach- folgen, und gewiß Mancher hier an Bord möchte Euch auf dem langen beschwerlichen Wege schirmend begleiten, der Euch einer unsrchern dunkeln Zukunft entgegenführt." „Alle Wege, die in die Zukunft führen, sind den Augen der Sterblichen verschleiert," entgegnete Hertha, die erregt und mit der größten Aufmerksamkeit Weatherton'S Worten gelauscht hatte;„blickt man aber vertrauensvoll und mit hingebendem Glauben zur Gottheit empor, dann sehnt man sich nicht, die Schleier zu lüften, welche die Zukunft ver- hüllen. Heiter richtet man die Blicke auf das schöne er- habcne Ziel, dankbar genießt man die gebotenen glücklichen Stunden, und ohne zu munen oder zu klagen unterzieht man sich den jahrelangen Prüfungen, welche uns von dem Erlöser mit weiser Fürsorge auferlegt werden." „Die Prüfungen, welche daS Geschick uns auferlegt, sollen wir allerdings mit Geduld und Ergebung hinnehmen," erwiderte Weatherton,„allein eS giebt Prüfungen, nennen wir es Leiden, die wir dem üblen Willen, dem Eigennutz und der Verrätherei unserer Mitmenschen verdanken, und diese sind es, von welchen ich wünsche, auS tiefstem Herzens- gründe wünsche, daß sie Euch fern bleiben mögen." „Kein Haar fällt von Eurem Haupte ohne den Willen Gottes." versetzte Hertha schwärmerisch,„und so hege ich auch daS unerschütterliche Vertrauen, daß die Leiden, die mir vielleicht von den Menschen zugefügt werden, mir ebenfalls von dem Herrn bestimmt wurden. Betrachte ich doch den Krieg, welchen die Vereinigten Staaten unserem Volke erklärt haben, als eine Schickung von oben, um unsere mit über- raschender Schnelligkeit wachsende Gemeinde fester an ein- and« zu ketten und sie einmüthiger in der wahren Gottes- Verehrung zu machen. Zürnt mir nicht, daß ich auf die Un««ech'tigkeit Eurer Regierung hindeutete, aber klang es doch, als wenn Ihr von einer unbekannten, mir drohenden Gefahi�ft>rSchet.? drohenden Gefahr, indessen kein« Gefahr, die durch den Krieg für Euch herbeigeführt Verfammiung die Rede ist, die flch Gründung eines natwnalliberalen Vereins redend von einer begeistert für die erklärt habe. Daß die Lage der ländlichen Arbeiter keineswegs eine bessere, wohl aber oft eine noch schlechtere ist, als wie die d« Industrie- Arbeiter, ist oft genug festgestellt worden. Das „Berliner Tageblatt" macht jetzt einen Vorschlag, der dahin geht, daß auch für die ländlichen Arbeiter staatliche Jnspek- toren bestellt werden mögen, welche, wie die Fabrik Inspektoren, die Interessen der industriellen Arbeiter zu überwachen haben, den bei dem Landbau beschäftigten Arbeitern ihre Fürsorge zu widmen hätten. Das Blatt fordert von den Konservativen und den Zentrumsmännern, daß sie denselben Enthusiasmus, mit dem sie für die Unfall- V«ficherung der Industriearbeiter eingetreten sind, nun auch auf die Agrar- Verhältnisse über- tragen möchten. Sie hätten ja hier die beste Gelegenheit, ihre Liebe für die arbeitenden Klassen und ihren sozialen Reform- drang durch einen Antrag zu bethätigen, worin sie die Ein- sctzung von Agrar-Jnspektoren verlangen.— Der Vorschlag ist nicht neu, das genannte Blatt hat ihn den Forderungen der Arbeiterpartei entlehnt. Das„liberale" Organ hat auch nicht Unrecht, wenn es den Konservativen und ihrem Anhange zu- ruft, auch doch für die ländlichen Arbeiter entsprechende Re- formen einzuführen, aber unrichtig ist die Behauptung, daß die Herren Agrarier mit einem besonderen Enthusiasmus für die Ernennung von Fabrik-Jnspektoren eingetreten seien. Aus Schwärmerei für die industriellen Arbeiter haben sie dieser Ein- richtung gewiß nicht zugestimmt. Und ebensowenig ist es dem „liberalen"„Berl. Tageblatt" um die Verbesserung der Lage der ländlichen Arbeiter zu thun. Der Liberalismus ist ja be- kanntlich prinzipiell gegen jede staatliche Intervention, sein Ideal ist die Selbsthilfe und daher kann et es mit derartigen Vorschlägen nicht ernst meinen. Die Landtagswahlen sind nahe, das erklärt Alles. Man sucht von Seiten der Vertreter des mobilen Kapitals den Vertretern deö Grundbesitzes die Wähler abzujagen und zu diesem edlen Zweck steckt man den neuen Köder heraus, nachdem man gesehen hat, daß die Agrarier sich desselben Mittels zu demselben Zweck bedient haben. Die Vermehrung der vreußischen Klassenlotterie» Loose soll in der Absicht des Finanzministeriums liegen. Wie verlautet, soll dem Landtag schon in der nächsten Session eine von der Königlichen Lottcrie-Direktion ausgearbeitete Vorlage zugehen. Erst wenn diese Vorlage die verfassungsmäßige Zu- stimmung der gesetzgebenden Faktoren erhalten haben wird, soll das in der letzten Session angenommene Gesetz, welches eine Gleichmäßigkeit in der Bestrafung des Spiels in auswär- tigen Lotterien herbeiführt und die Veröffentlichung der Gewinnlisten dieser Lotterien in preußischen Zeitungen bei Strafe untersagt, publizirt werden. Mit dem Verfahren bei den Wahlprüfungen beschäf- tigt sich jetzt mehr oder minder die gesammte offiziöse Presse in auffälliger Weise. Man weist klipp und klar nach, daß das bestehende Verfahren ein höchst mangelhaftes ist und versteigt sich sogar dazu, Abänderungsvorschläge zu machen- Daß eine yihnnhpriitm nnffimcntlm iff finfipti rtitfcci Abänderung dringend nothwendig ist, haben außer der gouver» nementalen alle Parteien längst anerkannt, immer aber war es diese Partei, welche sich mit aller Macht gegen eine schnellere und gründliche Prüfung erklärte. Wozu also jetzt diese auf- fallenoen Erörterungen dienen sollen, ist nicht recht erklärlich. So lange der deutsche Reichstag, ohnmächtig wie heute, nicht das Recht hat, selbst Untersuchungen zu führen, und solange man die von ihm verlangten Erhebungen nicht schneller fördert, wird auch zu einem besseren Verfahren oie nothwendigste Grund- läge fehlen. Zur Fabrikation der„öffentlichen Meinung" schreibt die„Kceuz-Ztg.":„Der von liberaler Seite in früheren Jahren mehrfach unternommene ab« stets mißglückte V«such, die Pro- vinzial-Zeitungen in Berlin fertig redigiren und drucken zu lassen, so daß für den örtlichen Therl nur eine Bei- läge übrig bleibt— ist neuerdings vom Verlage des„Deut- s ch e n Ta g e b l" nachgeahmt worden, bis jetzt, soweit uns bekannt ist, mit dem Erfolge, daß drei Zeitungen, davon eine außerhalb Preußens, auf den Versuch eingegangen sind, wäh- rend eine vierte sich an demselben vom 1. August d. I. an be- theiligen will. Diese Blätter find die..Kortbus« Zeitung", die„Frankfurter Post", die„Deutsche Reform" in Dresden und vom 1. August d. I., wie verlautet— die„Pommersche Reichspost" in Stettin. Soweit es sich hier um Privatab- machungen handelt, können wir kein Recht des Vorwurfs und der Einmischung in Anspruch nehmen. Vom Partei st and- punkte dagegen erscheint es uns gefährlich, wenn ein außer- halb der Parteileitung stehender Vertrag die Provin- zialpreffc in diesem Maße zu beeinflussen unternimmt, wie es hier geschieht. Die Herstellung der Zeitungen in Berlin bedeutet doch ganz etwas anderes, als die Bedienung derselben durch Korrespondenzen iin dem letzten Falle bleibt der Re- daktion stets die freie Wahl, in dem and«en ficht sie sich dem auswärtigen Einflüsse unbedingt preisgegeben; sie muß veröffentlichen, was ihr zugeht, oder auf das Erscheinen verzichten. Wir können uns nicht denken, werden könnte. Tie Gefahr, auf welche ich mich bezog, ist ganz and«« Art. Ich gedachte, daß ihr vielleicht getäuscht sein dürftet, daß man Euch zum Uebertritt zum Mormonen- thum bewegte, ohne Euch vorher mit allen in der neuen Lehre vorgeschriebenen Formen, Sitte» und Gebräuchen v«- traut gemacht zu haben; ich gedachte, daß, wenn Zhr«st am Salzsee weilt, wo auf viele hund«t Meilen im Um- kreise schwer zugängliche Wüsten Euch von der übrigen zivilisirten Welt trennen, es zu spät zur Umkehr sei, wenn Ihr vielleicht irgend etwas entdecktet, waS im Widerspruch zu Euern Gefühlen, zu Eur« reinen DenkungSweise stände. AlleS dessen gedachte ich, und Beforgniß für Euer f«nereS Wohl beschlich mich." Als Weatherton aeendigt, blickte Hertha eine Weile schweigend zu ihm hinüb«, wie um die Erklärung des in seinen Worten enthaltenen Geheimnisses aus seinen kaum noch erkennbaren Zügen herauszulesen. „Nein, Ihr gehört nicht zu den böswilligen Verleumd«n des MormonenthumS," sagte sie endlich, und ihre Stimme zitterte leise, indem sie mit be- zaubernd« Einfachheit Weathnto» die Hand reichte; „es spricht au« Euch wahre Beforgniß und freundliche Theilnahme, für die ich Euch ebenfalls nur mit aufrichtigen Worten zu danken vermag. Eure Befürch- tungen sind indessen ungerechtf«tigt, und wollte ich wirklich Mißtrauen in Diejenigen setzen, die vielleicht ohne Einfluß auf meinen Entschluß gewesen, nämlich in meinen Onkel und in meinen Vormund, so halte ich doch Beweise in Händen, welche dafür einstchen, daß dort, wohin eS mick zieht, mir kein Unheil droht, im Gegentheil, treue Liebe und Anhänglichkeit meiner warten. Glaubt mir, wenn eS sich um den Frieden des H«zenS und d« Seele handelt, da kann eine Schwester nicht täuschen, selbst auch dann nicht, wo ein aus zärtlichst« Neigung entspringend« und deshalb verzeihlich« Egoismus sie alle Mittel möchte versuchen lassen, sich nach langer herb« Trennung wied« mit d« Schwester zu»«einigen. O, Mr. Weath«ton, ich könnte Euch Briefe zeigen, Briese, die überfließen von Glück und Zufrieden- heit und kein einziger ist unter denselben, d« nicht die dringende Aufforderung enthielte, mich der Gemeinde, welcher daß dieser Zustand t ,em selbstbewußten und iW" kräftigen Herausgeber lange erträglich vorkommen wird. � seh»n deshalb voraus, daß auch dieser Versuch enden wird, i# alle seine Vorgäng« geendet haben. Je früher das aeschmi. desto besser wird es für die kleine konservative Presse# welche durch die ihr aufgezwungene Uniformität mit dir W jeden lokalen Einfluß verlieren müßte."— Das fromme«li» findet es gefährlich, daß durch einen außerhalb d« Parteilei�"- stehenden Vertrag die Fabrikation der öffentlichen Meinung � trieben wird, mithin läßt sich also annehmen, daß das lviW Organ nichts gegen eine solche„Fälschung" hat, wenn sie längerer Z Kanalproie! für die W- nnkrnehme �chtviengfl . Ueber bem„Fran Lngan maus gegen eine toicye„Mltcyung" hat, wenn F � Parteiwegen betrieben wird. Das ist recht bezeichnend flst si' Blatt, das stets mit Vorliebe für die Hebung o« Moral in d»' Schranken tritt. Uebrigens läßt flch die öffentliche Meines auch sehr wohl durch Korrespondenzen auS dem, dem meist unbekannten Lager der Offiziösen fälschen, denn mit da freien Wahl, welche die Redaktionen in Betreff der Aufnähen solcher Waschzettel haben, sieht es mitunter eben so trübe m als wie mit der„freien" Wahl zum Landtag. Viele folnf Blätter verdanken ihre Existenz nur den amtlichen Bekani» machungen und von vielen behauptet man, daß sie Bekannt ich-' mit dem Reptilienfond geschlossen haben. Zu dem Gerücht, daß der kleine VelagerungsznsMj über Frankfurt a. M. verhängt werden solle, bemerkt?«! ..Franks. Zta.":..Das auch tn der reicksNeiitscken Vreffe Il> nL,* T:_m fort wied« das drohende Gespenst der Verhängung des kleiec� Belagerungszustandes über Frankfurt umgeht, kann uns g Wunder nehmen. Wir glauben einstweilen nicht an dich Nachricht; die Regierung hat unseres Erachtens vorerst anläßt« der Szenen auf dem Friedhofe ganz andere Erwägungen � zustellen, als üb« die Delretirung einer Maßregel, welche de> Vorgang für Uttheilsfähige in ein noch schlimmeres Licht fichsj würde, die dem Gedanken poat hoc ergo propter hoc em> eigenthiimliche Färbung geben müßte. Zunächst sollte man d» Staatsanwaltschaft und den Gerichten das Wort lassen;% die Thatsachen anerkanntermaßen jetzt vorliegen, besteht uns kein Zweifel, daß, wenn das Urtheil jener Behörden A'-? regeln als nothwendig hinstellt, es solche sein w«den, n*1® die Bürgerschaft— die Sozialdemokraten einbegriffen— � Exzessen der Polizeigewalt zu schützen bestimmt und gM# find." Zu den wichtigsten seit Jahren schwebenden Erojekten gehört das einer Schifffahrtsstraße zwisthy' onau und Elbe, sowie das eines D o n a u- O d c. Kanals. Für die Herstellung des Donau-Moldau-Cl� Kanals, der eme Verbindung der Nordsee mit dem Schw-'.y Meere herstellen soll, hat fich— so wird anscheinend ofsiM Pf schrieben— die technische und verkehrspolitische Expertise � reits rückhaltslos ausgesprochen. Die Vortheile dieser 20� straße liegen insbesondere auf österreichisch« Seite, dieselbe, neben ihrer großen Bedeutung für die Güt«bewkg«� auch für die bessere Verwendbarkeit landwirthschaftlich« W„ dukte, Abfälle und geringwerthiger Jndustrieartikel, die Wässerung und Entwässerung großer Strecken Landes,\ Schaffung billiger Wasserkräfte an der kanalistrten Moldau,«r, Erschließung der reichen Holzschätze des Böhmerwaldes unSf Ausdehnung und Verdichtung des Kohlenabsatzes von unsjö barem Vortyeil sein wird. Nachdem der Wasscrstraßenauss� des österreichischen Abgeordnetenhauses und daS letztere"? im vorigen Jahre eingehend mit dem Projekt beschäftigt w solches befürwortet haben, ist inzwischen die österreichisch« gierung demselben näher getreten. Auch in Deutschland das Projekt bereits vielen Beifall gefunden. Der inchnete sucht, un ?°n, dem Grundris °uf eine &&:' % ?ucht ver, «achte ab oder Bat taute wi SÄ S'Ä! vor ».Fern« A'e Ve vcicu» uituru acfum»cii.-mct U! verein für Hebung der deutschen Fluß- und KanalschiswK hat demselben wiederholt seine Sympathie zu erkennen gegG„ Ii«h Yltn om* i.ttS ß SC*:.. und die am 5. und 6. Juni d. I. in Tetschen stattp� ,- Delegirtenversammlung der Interessenten der ElbeschwTC hat, nachdem in derselben sowohl die technischen, als au« finanziellen und wirthschaftlichen Seiten des KanalproM� schöpfend besprochen worden, ebenfalls die hohe BedcutBP, »In t i el«, iS Wasserstraße anerkannt und beschlossen, ihre H« zeeigneter Stelle ju befürworten Das zweite 9 JrojÄ W erstellung eines Donau- Oder- Kanals in der Ausdeb»� i von 400—500 Kilometern und mit Üeberschreitung der v1* scheide zwischen March und Oder wurde bereits� Jahre 1864 in Anregung gebracht. Im Jahre 1873 Mfz der österreichische Reichsrath und im Jahre 1881, wenn � ilwc oieuyvrllty uno ,m viayre iöoi, we»" u nicht irren, auch das österreichische Abgeordnetenhaus JL Projekt zu. Die österreichische Regierung war zwar dem jekt von Anfang an günstig gestimmt, zumal durch die bindung t« Donau mit d« Oder auch ein Schutz für h'«L der March in Mähren öft« durch Ueberschwemmungcn gesuchten Gegenden geschaffen und die Külturvcrhällnisse letzteren verbessert werden würden, allein fie glaubte die Vf. wegen Ungunst der Zeitv«hältnisse bis auf Weiteres venjfh zu sollen. Die preußische Regierung aber hielt an der. sollen. Die preußische Regierung aber hielt an der est, daß die Ausführung des Donau-Oder-Kanals zu stA° 5 Jen noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen über das eines Oder-Lateral- Kanals abhängig sei, als daß über die � sammtanlage dieser großen Schifffahrts- Verbindung, abschließendes Urtherl abgegeben werden könnte. Em M ,»vwvv/v iiumtuJMUf Vit«cr4lv)v- ij Schwester tragen, erzählen von ihr« Sehnsucht nach% und von ihrem vor innigst« Dankbarkeit gegen den<&-'; überströmenden Herzen." Indem Hertha sprach, war ihr« Stimme imm« Aus ihren dargelegten Ansichten letich Ä' regt« geworden. eine so unerschütterliche Ueberzeugung, ein so frog� heilig« Glaube h«vor, daß Weatherton wohl einsah, würde hi« mit seinen Gründen nie durchdringen,>m K gentheil sich selbst nur in den«s"---- n Augen der holden Schwärm� erabsetzen und das offene V«trauen, mit welchem fast unerklärliche, warm« bis jetzt seine, ihm selbst fast un«klärliche, warm« nähme lohnte, zerstören. Eine Art Wehgefühl L daher in seine Brust ein, während« sich die scheinlich traurige Zukunft des jungen Mädchens\ gegenwärtigte und zugleich seine Ohnmacht erwog, scheidend eingreifen zu können. « ehvliä Von den v«schiedenartigsten Gefühlen bewegt,% die beiden jungen Leute Längere Zeit einand« !Ä"fß: gegenüber.' Die äußere Weli schien für sie nicht mehe n# T � U---- �.. r ch? JT 1 L C L ch J_. A t* w Händen zu sein; sie bem«kten nicht, daß d« Leopard, den zurückkehrenden Waffern der schwindenden Fluch vor seinem Ank« herumschwang, bis sein Bugspriet r aufwärts wies, nech beachteten sie das das verworrene summe, welches, in Verbindung mit manch«!« gedärM�z W V° »■«°L fort Musik, von d« Stadt h« zu ihnen herüb«schallte. � regelmäßigem Schritt, das Gewehr geschultert, durchtiw„ Posten auf dem Deck den ihm angewiesenen Raum; rGT � loS, wie eine Statue, saß d« wachhabende Matrose cui � Ankerwinde neben der Schiffsglocke; aus dem Innern.r, Korvette ab« drangen, dumpf wie aus weit« Ferne, die\ � lichen Stimmen der über die glückliche Ankunft in belebten Hafen erfreuten Seeleute und Soldaten hervor, p j Atmosphäre hatte sich wieder«hellt. D« Mond mar aeaanaen. ftmib AhpT nnrfi tief htnfpr pitTpr Minumflt-ckt! W zu °�°wllnen es sin u>ar vr .0..t, stand ab« noch tief hint« ein« schwarzen . Jtcht, welche sich, das funkelnde reichgestirnte Firma � scharf begrenzend, um den ganzen östlichen Horizont H«rw �,1 Hertha betrachtete mechanisch den milchweißen 1 nun» er», en, ff*"6 -i if'" vvi n* ¥ wird> uw wird/ irf 1 aesch'� «I (tmc Bind rteileilM cinunsf ig in st- MS M-inu-iS 7.? Austiai? trüb- :lc sM Beka"� lanirtschai'j SS »esklewZ uns# an# äanlä�l i| hoc ell« e man bt» % :n, ß-w cn—"5 d geciM S ldau-Eld»! Zchw-c-" H k,< wrr m indes, 1 oldau. 8 und?» ;.Ä W.° # M cschtff.� m ds »nnfr Zum Zwecke der Realistrung des Donau« Oder« Mb%%% gebildetes Konsortium, welches eine Vorkonzesfion Lnbrllt erhalten hat, konnte weitere Schritte nicht mSf- n,ciI �ie Lösung der Gelddeschaffungsfrage auf «chwiengkeiten gestoßen ist. d-m Frankfurter Säbel- Affaire entnehmen ew»Frankfurter Beobachter" folgendes„Eingesandt": m„_ Geehrter Herr Redakteur! �.Gestatten Sie mir, dem Publikum folgendes mittheilen zu MrWsV ßin0 am 22. Juli, Morgens 8 Uhr, in meinem lJn.,1 m'l m, auf den Friedhof, um mir für meinen verstor- sHi- iUatet ein geeignetes Denkmal anzusehen und es einem �."?�!"nstcr nach Zeichnung zu übergeben. Ich stellte mich ven nnks an eine Gruft, dem Herm Lindt gehörend, und schneie mrr den Stein in der Mauer zu genanntem Zwecke RM.n v t.inma' hörte ich Gesang und dachte, da muß ein (i/rf/i esneö Vereins begraben werden, ich habe etwas ge- L?\um den Text zu verstehen, aber ich verstand nichts da- ix'?£nn, ich war etwas zu weit, 5 Minuten, davon entfernt; dann ruhig weiter an meiner Arbeit. Als ich den wndrrßin meinem Notizbuch hatte, setzte ich mich nach rechts °li> s®0"' und zeichnete im Sitzen noch den Querschnitt, » mir der Gärtner sein Kind zur Bewachung gab mit den Korten:„Hrer bleibe schön bei dem Mann sitzen." Auf ein- t'JfS an mir eine Partie Schutzleute vorbei, die unter sich niA*" � hätte sich die Schwefelbande heute Morgen >.?./.°�uuuthet!" Ich hatte zuvor auch ein Geschrei gehört, �- aber, das find die Leidtragenden, die um ihren Sohn leirt.• v meinen, da kamen auf einmal sämmtliche Schutz« in*L?uder oben herunter, die kurz vorher an mir vorbei rmhVii? der Schutzmann Nr. 154:„Da fitzt auch Einer!" t.. mrr gleich mit der blanken Waffe auf die rechte Schul- sträubte mich eine zeitlang und sagte: ich bin Maurer: zr>» ö auch der zweite Schutzmann Nr. 103 mir mit blanker öen Arm. Ich wußte nicht, was Diese mit mir Q��?uen und ging ruhig merneS Wegs aus dem Friedhof. nn/,VKl« Schutzleute haben mich alle gekannt, da fle schon 6 3lrrf5.en»ia?0 aae Tage bei mir an dem Abbruch auf dem , fanden und mir wegen Stauberregung mit Haft tagte zu dem Schutzmann Nr. 154, er könne mich . Abbruch nicht verhaften, sondcm er möge mich aufschrei- b-f!'/.«r i? uh Staub errege, oder solle mich zum Kommissär J ich wüde es verantworten, wenn ich im Unrecht sei." V.» folgende müssen wir unterdrücken. Redaltion des ß�nkf. Beobachter") Ich machte sofort Anzeige beim Präfi- m-n' � v aom Herrn Polizei-Direktor ein Protokoll aufgenom- wurde. Ich verlange in dieser Sache eine genaue Unter- »Mag. und die Gerechtigkeit wird fich durch emen gerechten MR ergeben. Langen, den 25. Juli 1885. Friedr. Heuß n, Maurer und� Baumaterialienhändler. ». Ferner enthält genanntes Blatt unter der Ueberschrift tagendes auf dem Friedhofe" noch k.»"In dem anläßlich der betrübenden Vorgänge auf dem M/n Kirchhofe in der Wirthschaft von H. Hiller in der !.,?asstraße vorübergehend errichteten Bureau der hiefigen Mystischen Partei laufen die Meldungen über Verwundungen jS>ch ein und find dort bereits eine ganze Reihe von Leuten Ä«, welchen übel mitgespielt worden ist. Daß auch harmlose, 0 auf dem Kirchhofe befindliche Leute verwundet wurden, beispielsweise die Verwundung des jungen Herrn (er, der Sohn des bekannten Kaufmannes auf dem te, ferner die Verletzung, welche ein Kasfirer des Hauses erlitt und die einer ganzen Anzahl anderer nicht der nM dem I "(1� nach t A; einsah, � 'wännA H »e jenS oog, w-i S mtty ""ß) l Partei angebörigen Leute. Außer Verwundeten M 5 ach auch Zeugen des blutigen Dramas, von denen uns �err Wilhelm Ech., folgende bemerkenswerthe Mit- Mchte: ,�ch zählte zu den Ersten, welche sich dem v-n RxM Friedhofes näherten. Dort sah ich, daß der Wärter in das Schloß der letzten geöffneten Thür gesteckt den jch d> zu schließen im Begrrff stand.(?) Ein Mann, foneij z., udxrzuerkennen vermag und der auch anderen Per- lunfl v,'Qnnt rst, verhinderte den Friedhofwärter an der Hand- snichQ�n Ausführung wahrscheinlich den glücklicherweise ver- Widerstand der Verfolgten gegen die Schutzleute die �"ufen haben würde." Auch dieser Zeuge bestätigt, daß Säüij denben von den am Portale stehenden Polizisten mit f'eM empfangen worden, obgleich Niemand an Wider- nvern nur an Flucht gedacht habe. Schließlich sei noch ILii M« rV daß der Kirchhof nach dem Vorfalle einem Schlacht- ?,.•!> I-ete»„° ähnlich gesehen. Die von liebender Hand gepflegten %(tl y den Grabstätten waren zertreten, die Kreuze zum Kue�Mgeworfen, die Grabsteine beschädigt und auf dem �vlatze erinnerten verlorene und zum Theil„schwer sttzer." Hvte und Mützen an die Flucht ihrer Be- leine Presse" veröffentlicht nachstehendes Stelle umgab, wo der Mond hervortreten sollte. 'n Gedanken versunken sein, denn sie schrak A swpor, als Weatherton sie endlich wieder anredete. r 2hr Euch aber nicht selbst haben täuschen Q nirb* r.'ra9te er in eigenthümlich zaghaftem Tone:„sollte $06 cf,ti#"P*fftchItch die Sehnsucht nach der Schwester sein, � dorthin treibt? Es wäre so natürlich, da sie die hieben«"' Euch von dem engeren Familienkreise ge- schien�Äa antwortete nicht sogleich; Weatherton'« Worte ähnlich.'u überraschen, weil sie selbst noch nie eine ,. an sich gerichtet hatte. (cht otot« t�ucht nach meiner Schwester ist in der That jfnb ,nJP' begann sie nach längerem Sinnen träumerisch rWr,& c"1* möchte sie unwiderstehlich nennen, denn Ä hobilri x würde ich freudigen Herzens bringen, könnte �vabx J? ba« Wiedersehen beschleunigen. Ach, und ihr Ae'knnI.�M.�chte ich in seinem lieben Gesichtchen nach stewia mit mir, von welcher meine Schwester schreibt d.e Sehnsucht nach den beid''' > zur LU�bergetragen, den Entschluß, V i nnttü Vf 0 zen beiden Lieben hat nicht ... iUr(jj-,-""»"lugt«, oen vinijq�iuß, auszuwandern, in b»ran gelangen zu lassen, allein— eh ich noch Mit« j* meinem Heimathslande Lebewohl zu sagen, lannt i>n!tb ja schon zur Lehre des Mormonenthums be- 1% r.r ich bitte Euch Lieutenant Weatherton," %_ einem leisen Vorwurf im Ton ihrer Stimme �Itaup» fe, um ihn nicht zu kränken, mtt kindlichem esir m�.�m abermal« die Hand reichte,„haltet ein, m Nisin?',e mit mir zu sprechen und Zweifel in mir wach- .eben'„.Q-'4 sonst nie kannte und die meinen Seelen- �°tnnip».en drohen. Zch habe vielleicht schon mehr ich hätte hören sollen. fletnVi.- ergriff die dargebotene Hand welche Hertha M'en. lange ließ, wie er sprach; er fühlte den ? war unwillkürlichen Druck ihrer zarten Finger, Hungen...Gerung ehrlichen.�wohlwollenden Ge- tfr** __________ V Schreiben des Landtags- Abgeordneten Ulrich aus Offen- bach: »Ich stand am offenen Grabe des Dahingeschiedenen mit dem Rücken dem Ausgange des Friedhofs zugekehrt, als ich plötzlich die Aufforderung zum Räumen deS Platzes hörte und aber auch schon die Schutzleute mit ihren Säbeln in den Fäusten auf die Leidttagenden, die an einen derartigen Angriff aar nicht denken konnten, eindringen sah. Dies ging alles schneller, als ich in der Lage bin es niederzuschreiben. Die ahnungslos Angegriffenen versuchten selbstverständlich fich den Schlägen der Schutzleute zu entziehen und stürzten übereinander weg— die Schutzleute hinter ihnen her. Es gab ein fürchterliches Geschrei, das nur durch das Krachen der abgebrochenen Gesttäuche oder Baumzweige u. s. w., gegen welche die Leute getrieben wurden, und durch das Nieder- sausen der Säbel auf die Rücken oder Schädel und Schultem der Fliehenden, zeitweilig übertönt wurde. Ich selbst wurde fortgetrieben und gerieth wenige Schritte vom Grabe in einen Menschenknäuel, in dem vre Verwirrung unbeschreiblich war. Kinder und Frauen waren gestürzt und schienen von den nachflüchtenden Personen erdrückr oder zertreten zu werden. Das Geschrei der Geänastigten war gräßlich und ringsum hieben die Schutzleute, ar' gälte es einen bewaffneten Feind zu vernichten, darauf los. Ich gestehe: ich weiß nicht, wie es zu- gegangen ist, daß ich keine Hiebe bekommen habe. Genug, ich konnte den Szenen bis nahezu zuletzt zusehen und nehme leinen Anstand für das Gesagte die volle Verantwortung zu über- nehmen. Am empörendsten für mich waren die Szenen am Ausgang des Friedhofes. Dort haben besonders zwei Schutz- leute in unerhörtester Weise gehauen und selbst niederstürzende Frauen und Kinder nicht geschont. Ein Schutzmann hieb im Fri edhof rechts vom Ausgang auf ein zirka 8— lOJahre altes Mädchen ein; ich sprang, übermannt von Empörung, hinzu und rief dem Schutzmann ,u:„Herr! das ist ja ein Kind!", worauf dieser(ich vergesse seine Augen, die er dabei machte, wohl lange nicht) mich mit gehobenem Säbel ansah und nach links sprang, wuchttg weiter auf die nur noch ver- einzclt Fliehenden einhauend; dabei wurden Einige sogar fest geh alten und dann gehauen. Unmittelbar unter dem Portal links vom Ausgang stürzte wieder ein kleines Mädchen(ob es dasselbe war, das ich vorher in Schutz ge« nommen, weiß ich nicht) zur Erde und lief Gefahr, zerhauen zu werden. Ich sprang wieder hinzu und hob die Kleine auf. Dabei wurde ich durch einen Herrn(offenbar war dies Herr Kleinhansz) unterstützt, und wir brachten das Kind aus der ge- fährlichen Nähe der Schutzleute weg in Sicherheit. Offen- dach a. M, 23. Juli 1885. hessischen Ständekammer." Karl Ulrich, Mitglied der zweiten Oesterreich Ungar». Im gesegneten Ungarlande beginnt wiederum die Mobil- machung der Regimenter der Steuerexekutoren, da dem Landmanne die Emte und somit eine Einnahme bevorsteht, auf welche die Exekutoren ihre Hand legen müssen. Für die heurige Kampagne werden an 10000 Mann zu diesen„Feld- dienstübungen" nothwendig sein, da für das Temeser Komitat allein 200 Exekutoren mehr als früher angeworben wurden. Jeder bekommt 2—3 fl. Tagesdiäten und Ersatz des Fuhrlohnes. Die dreimonatliche Kampagne kostet dem Lande ganze 2 Mill. „Regie-Ausgaben" auf Konto der Steuerzahler. Daß der Land- mann dabei zu Grunde gehen muß, zumal die Exekution mit besonderer Barbarei ausgeübt wird, das ist selbstverständlich, kümmert aber die hochweisen Staatslenkcr nicht im Geringsten. „Zahlt nur eure Steuern! nachher könnt ihr verhungern!" Das ist der Grundgedanke der Ouvertüre zu der Steuer- Heldenoper. Kommunales. Die Wählerlisten zu den im November stattfindenden Stadwerordnetenwahlcn liegen nur noch bis Donnerstag, den 30. Juli, im Wahlbureau des Magistrats(Köllnisches Rath- Haus) Breites». 20a, 2 Treppen, in der Zeit von 9 bis 1 Uhr, zu Jedermanns Einficht aus. Versäume daher kein Arbeiter, der sein Wahlrecht ausüben will, sich davon zu überzeugen, ob sein Name in die Liste eingetragen ist. Reklamationen gegen die Richtigkeit der Wählerliste werden ebenfalls nur bis zum 30. Juli entgegengenommen, dieselben müssen schriftlich bei dem Wahlbüreau eingereicht werden. Reklamationen, welche nach dem 30. Juli eingehen, werden nicht mehr berücksichtigt. Die Arbeiter Berlins fordern wir dringend auf, persönlich oder durch sichere Freunde sich von der richtigen Aufnahme ihrer Adressen zu überzeugen und Jrrthümer sofort zu berichti- gen. Mögen besonders die Arbeiter-Äezirksver- eine in dieser Hinsicht ihre Schuldigkeit thun, dadurch, daß die Mitglieder derselben für alle ihnen bekannte Wähler, welche verhindert find, die Listen persönlich einzusehe», dies thun, da- mit nicht wieder, wie bei den letzten Wahlen, so viele Wähler am Tage der Wahl deshalb von der Wahlbetheiligung aus- geschlohen werden müssen, weil ihre Namen sich m der Wähler- liste nicht befanden. kommen sein, um trübe Rückerinnenmgen mit von hier fortzu- nehmen. Verkennt mich aber nicht, Miß Hertha, die Worte, welche ich an Euch richtete, mögt Ihr sie immerhin nach Eurem Wohlgefallen deuten, sie würden nie über meine Lippen gekommen sein, hätte ich nur eine oberflächliche Theilnahme für Euch gehegt. Die Zeit unserer Bekanntschaft kann erst nach Tagen gezählt werden, aber ein Menschenalter hätte Euch»euere, aufrichtigere, wohlmeinendere und opfer- willigere Freunde nicht verschaffen können, als— wie Ihr hier auf dem Leoparden zurücklaßt." „Die ich ungern zurücklaffe, solltet Ihr sagen," versetzte Hertha schnell, denn es gab für sie ja keinen Grund, weshalb sie ihre wahren Gesinnungen hätte verbergen sollen.„Die ich ungern zurücklasse, um sie wahrscheinlich nie wiederzusehen," wiederholte sie leiser, ihre Blicke sinnend auf den schmalen sil- bernen Streifen heftend, mit welchem der sich dem Rande der Nebelbank nähernde Mond die schwarzen massigen Wolken um- säumte.„Ist es mir doch, als sollte ich abermals von der heimathlichen Scholle scheiden; eS sind zwar erst Tage, allein — Ach!" rief sie plötzlich entzückt aus, indem sie mit der Hand gegen Osten wies. Weatherton schante sich um, und schweigend, wie seine liebliche Gefährtin, betrachtete er die zauberische Naturszene, welche sich dort in unbeschreiblicher Pracht entwickelte. Der oberste Rand des MondeS war eben, wie ein strahlender Stern, über der mauerähnlichen Wolkenschicht sichtbar geworden, und indem er, scheinbar zitternd, mehr und mehr hervortrat, überströmte er mit magischem bläu« lichen Licht daS umfangreiche Hafenbecken und deflen malerische Einfassung, hier gigantische Schatten, dort auf allen hervorspringenden Punkten wunderbare Reflexe bildend. Die Sterne erbleichten und verschwanden theil« weise, als ob sie beschämt jjewesen wären; ein langer Streifen silbern schillernder Strudel und kleiner tändelnder Wellen zog sich Uber die ganze Wasserfläche bis dicht an die Korvette hm; der vergoldete Leopard unter dem Bugspriet blitzte und schien Leben erhalten zu haben, und eben so blitzten daS Bayonet und der Musketenlauf der auf und ab schreitenden Schildwache. „Wie wunderbar schon," flüsterte Hertha kaum ver- Kokales. Bewegung der Bevölkerung Berlins nach den Ver- öffenllichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge- schriebene Bevölkerungszahl betrug am 4. Juli inkl. der nach- träglichen An- und Abmeldungen 1273 312, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 1287 Seelen vermindert. In der Woche vom 5. bis 11. Juli wurden polizeilich gemeldet 3509 zugezogene, 3405 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 247 Ehen geschloffen.— Geboren wurden 836 Kinder, und zwar lebend: 400 männliche, 410 weibliche, zusammen 810(darunter 98 außereheliche), todt 15 männliche, 11 weibliche, zusammen 26 (darunter 5 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, auf's Jahr berechnet, bilden 33,0, die Todtgeborenen 1,1 pro Mille- der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 12,32 Proz. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lcbendgcborenen 12,10, die bei den Todtgeborenen 19,23 pCt. In der königl. Charitee und Entbindungs- Anstatt wurden 35 Kinder geboren. — Gestorben(ohne Todtgeborene) find 977, nämuch 529 männliche, 448 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 587(inkl. 120 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 109 (inkl. 9 außereheliche), 5 bis 15 Jahre 29, 15 bis 20 Jahre 11, 20 bis 30 Jahre 34, 30 bis 40 Jahre 57, 40 bis 60 Jahre 77, 60 bis 80 Jahre 62, über 80 Jahre 11. Die Eterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 71,24 Prozent sämmt- licher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kinder starben 87 im ersten» 51 im zweiten, 60 im dritten, 57 im vierten, 65 im fünften,. 68 im sechsten, 199 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 52 mit Muttermilch, 3 mit Ammen- milch, 331 mit Thiermilch, 18 mit Milchsurrogaten, 129 mit gemischter Nahrung, von 54 war es unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(82), Lungenentzündung (31), Bronchialkatarrh(12), Kehlkopfentzündung(12), Krämpfe (52), Gehirnschlag(211, Gehirn- und Gehirnhautentzündung(17), Krebs(24), Altersschwäche(13), Lcbensschwäche'47), Abzehrung(34), Masern(14), Schmlach(9), Diphtherie(34), Typhus(3), Diarrhöe(108), Brechdurchfall(273), an anderen ,»y.»- fi r. j n j l i. v y*- i« ---„u..——,-5r�-V»--—'•- w» VUS» jähr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 39,8, in Breslau 46,2, in Frankfurt a. M. 19,7, in Köln 38,6, in Dresden 21,1, in München 27,7, in Bremen 18,0, in Stuttgart 24,4, in Wien 28,0, in Paris 19,6, in London 18,0 in Liverpool 21,4. In der Woche wurden dem Polizei- prästdium gemeldet als erkrankt an TyphuS 13, an Mosern 99, an Scharlach 45, an Diphtherie 119, an Pocken 4. In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der Berichtswoche 795 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 4, an Schar- lach 10, an Diphtherie 17, an Typhus 24, an Rose 3. Es starben 124 Personen oder 14,5 pCt aller in der Woche Ge« borenen; als Bestand verblieben 3256 Kranke. „Der Landwehr-Kanal„duftet" wieder einmal, wenn auch nicht mit der«mfindlichen Schärfe, wie vor der Ein- führung der Kanalisation", so heißt es in einem Eingesandt der„Kreuz-Ztg.".„Der Wasserspiegel ist arg getrübt, mancher Orten mahnen die darauf schwimmenden, in schmutzigen Regen- bogenfarben schillernden Fettaugen an die Oberfläche fauliger Lachen. Mag nun auch durch Herstellung der sandsteinemen Ufcrbettungen durch Ausharken der allmählich absterbenden Schlinggewächse und durch andere Maßnahmen zur Vermin- derung der Miasmen manches gethan sein, genug noch keines- wegs! Uns dünken die Schwiengkeiten, auch diese Angelegen« heit wenigstens zeitweilig in den gehörigen„Fluß" zu bringen, nicht unüberwindliche. Freilich einige Gcldkosten wird es ver« Ursachen. Alles Baggem, alles Reinigen, alles Auslesen der Fäulniß bildenden vegetabilischen und animalischen Objekte wird so lange ohne dauemden Erfolg bleiben, bis diesen Maß« regeln durch eine kräftige Spülung nachgeholfen wrrd. Die Geschwindigkeit des oberen Spreelaufes genügt dazu durchaus. Man reinige zunächst das Kanalbett so viel wie möglich, dann schließe man oberhalb der Oberbaumbrücke die Spree durch eine Spundwand w., öffne sämmtliche Kanalschleusen und weise so das Spreewasser einen Tag lang in diesen Weg. Während dessen reinige man unter gehöriger Desinfektion das Spreebett, schließe die Kanalschleusen, entferne die Spundwand wieder, und wird dann endlich einmal gründlich verfahren fein. Natürlich muß diese Reinigung mit der gehörigen Mann- fchaft und Schnelligkeit ausgeführt werden. Geld wird fie kosten, auch für die unmittelbar dadurch bettoffenen Zillen- schiffer:c. Beschwerden verursachen; aber unmöglich ist fie ebensowenig, wie die Absperrung irgend einer Straße behufs Pflasterung. Eine Schädigung der Uferböschungen durch. Wasserdruck oder den Strom ist nicht zu besorgen. Diese Maß- reget würde in der ersten Zeit vielleicht jedes Jahr einmal vor« zunehmen sein, später viel seltener." Die werdende Weltstadt vollzieht mit unerbittlicher Konsequenz den Zcrstörungsprozeß an den Wahrzeichen der „guten alten" Zeit, und mit der äußeren Veränderung, mit jedem modernen Neubau geht ein Stück des alten gemüth« nehmbar und zwei Thränen rollten über ihre im Mondlicht bleich schimmernden Wangen.„Zch gedachte meiner Heimath, und dort ist sie. Gerade so entstieg der Mond den wild ausgezackten und zerklüfteten Gebirgen, während auf der andern Sette die Wogen des Meeres zwischen den Klippen und Scheeren unheimlich tosten und brandeten. O, mein schönes, theureS Heimathsland k wie weit, wie weit entfernt bin ich von Dir!— Vom Scheiden und Nimmerwiedersehen sprach ich, als das milde Licht freundlich grüßend und»östend durch die Wolken brach," fuhr daS noch schmerzlich erregte junge Mädchen heiterer fort;„eS soll mir dies ein gutes Zeichen sei». Ich will denken, eS fei mir bestimmt, meine Heimath wiederzusehen, auch den braven Leoparden und seine brave Bemannung, unter der Ihr obenan steht. Nun, vielleicht begegnen wir einander dereinst am Salzsee," fügte sie unter einem fröhliche« Lachen hinzu; gleich darauf wurde sie aber wieder ernst, als ob sie die eben gesprochenen Worte bereut hätte.„Mißversteht mich nicht," sagte sie so herzlich, fo gutmüthig, daß es Weatherton rührte;„es ist durchaus nicht meine Absicht, Euch zu bekehren; ich wollte damit nur andeuten, wie ich mich freuen würde, mit Euch noch öfter im Leben zusammenzutreffen, denn unvergeßlich werden mir Eure freundlichen, Zutrauen erweckenden Worte sein. Zch habe dergleichen noch nickt viel in meinem Leben vernommen, und wenn auch Niemand mich mit Härte behandelte, so sah ich doch, seit meine Schwester ihrem ernsten und heiligen Berufe als Gattm folgte, nur wenig andere, als ernste Ge« sichter um mich." So lange Hertha sprach, lauschte Weatherton mit ungetheil« ter Aufmerksamkeit. Das volle, ungebundene Vertrauen, welches ihm in so hohem Grade erwiesen wurde, wie vielleicht keinem Zweiten, erfüllte ihn mit wehmüthiger Freude. Um sc» schmerzlicher berührte eS ihn dagegen, aus den Aus- brüchen schwesterlicher Anhänglichkeit und dem plötzlich er» wachten Heimweh deS jungen Mädchens schließen zu dürfen, daß man in der That künstliche und wohldurchdachte Mittel angewendet habe, dasselbe seinem Geburtslande zu entfremden. (Fortsetzung folgt.) lichen Berlin auf Nimmenviedersehen zu Grunde. Zwar find alle diese neuen Prachtbauten, namentlich soweit fie zum Aufent- balt von WirthShausgästen, zur Kneiperei dienen, sowohl in Bezug auf innere Ausstattung alS mit Rückficht auf Forde- rungen der Hygieine ihren bescheidmen Borgängerinnen ent- schieden über, kaum ist es möglich, ernstlich einen Vergleich ziehen zu wollen, aber dennoch kann man, vorausgeseyt, daß man ein Urtheil über vormärzliche Zeiten noch aus eigener Erfahrung gewonnen hat. die häufige und lebhasie Klage Der- jenigen verstehen, welche fich in den modernen Cafös nicht wohl befinden, sondern voll ungestillter Sehnsucht und schmerzlicher Erinnerung an ihre Tabagie denken, wie an den verstorbenen Freund ooer die Heimgegangene Jugendliebe. Jene alten Weißbierstubcn mit schwarzgeräucherter Decke und den Nischen in den Wänden, in denen das Pfeifcnbrett thronte und der Fidibusbecher, mit langem Holzspahn oder den zerschnittenen Resten des„Jntelligenzblatt" gefüllt, die Stelle der heutigen Schweden vertrat, sie find nur noch in der Erinnerung des -alten Berliners zu finven- Da, so erzählt die„Volks-Ztg.", wo früher die Morgensprache mit dem unvermeidlichen Pollack zu enden pflegte, wo so lange drei Zehnen, drei Neunen und Pollack gemeldet wurden, bis Boom oben war, wo Abends der Echafskopp die unbestrittene Herrschaft übte, hat entweder das Seidel die alte Gemüthlickkeit verdrängt und das Spiel der Altenburger Bauem die Weise der Bäter reformirt, oder die Politik mit ihrem den Charakter verderbenden Wirkungen ver» hindert, daß die alte Art des Gemüthlichscins noch ihre Heimstätte findet. Bon Woche zu Woche hat die Zahl der Asvle, in welchen das alte Berlin seine Erholungsstunden in der von den Vorfahren überkommenden Weise zuzubringen pflegte, abgenommen, und noch wenige Bauperioden, so find auch vie letzten Reste jmes Leitalters verschwunden, in welchem der Stammgast, wenn nicht die Würde, doch mindestens die Bedeutung für den Wirth und die übrigen Gäste hatte, wie etwa heute der Bot« schafter einer Großmacht an einem befreundeten Hofe. Der Platz desselben war ebenso unverletzlich, eine Besetzung des- selben ein Verstoß von gleicher Bedeutung, als wenn bei Hof- festlichkeiten die Frau Minister der Gemahlin des Kollegen den Bortritt stteitig macht. Und ist in der jetzigen schnelllebigen .Zett denn auch nur die Möglichkeit vorhanden, fich einen Stammgast der guten alten Zeit richtig vorzustellen? Wer kann es heute für möglich halten, daß vor noch nicht zehn Jahren ein alter Junggeselle, seines Zeichens Regierungsrath, das fünfzigjährige Jubiläum seiner Eigenschaft als täglicher Tischgast eines Hotels in der Charlottcnstraße feiern und dabei erklären konnte, in diesem Menschenaltcr nur zweimal wegen Unwohlseins die Table d'hste� versäumt zu haben! Fünfzig Jahre ohne Gebirgsreise, ohne Seebad, ohne Turnfahrt, ohne Sängerfest, giebt es heute einen Bewohner der Residenz, der Anspruch auf Zivilisation macht und sich eine solche Möglich. keit nur vorstellen kann? Statt Sommerwohnung Promenade nach Hasenhaide und Moabit mit Kinderwagen und langer Pfeife, der Vater mit die großen Jöhren vorauf und Mutter mit Pompadour und Stullen hinterher, eine Weiße mit Strippe der höchste Genuß, angegriffeng Nerven ein unbekannter Begriff für Alle, welche die Ringmauer der künstigen Reichs- Hauptstadt umfaßte: welche modeme Hausfrau kann sich ein solches Jammerleben ohne Gruseln und Gänsehaut nur denken, und dennoch giebt es tausende und abertausende unserer Mitbürger, die fich vergebens nach jener idyllischen Einfachheit zurücksehen, wie weiland die Kinder Israels nach den Fleischtöpfen Egyptens. Und haben sie nicht ein volles, unbestreitbares Recht hierzu? Kann unser heutiger Dienstmann als Ersatz gelten für oen alten Berliner Eaensteher, dessen Mutterwitz und urwüchsiger Humor ihm einen Weltruf verschafft? Was sind unsere Wiener Cafs's trotz aller Pracht der Ausstattung und allem Komfort für den alten Berliner gegen die nächtliche Konditorei der alten Tage? Wer kann ihm be» Köhlcr's und den Klaukeller ersetzen, wenn auch in Bezug auf Moral viele der heutigen Prachtlokale diesen mindestens gleichstehen? Nicht einmal eine richtige Keilerei mit Danzverjnüsen ist heute noch möglich, und von alle den Sechser- stampcn, dem Heuboden, dem blutigen Knochen, der Kitzelpelle, und wie die Vcrgnügungs-Lokale dritten, vierten und letzten Ranges alle beißen, ist nichts geblieben als die Erinnerung, und wo vor dreißig Jahren am Hackeschen Markt rollschuh- bekleidete Odalisken Bier kredenzten und im„Türkischen Tunnel" Georgierinnen und Zirkasfierinncn turbangeschmückt alten und .jungen Philistern die Köpfe verrückten, hat die modeme Mieths- kaserne jede Erinnerung an das alte Berlin verwischt. Selbst Kranzler und Stehely, Spargaponi und Siechen, fie bedeuten nicht mehr als ein anderer ihrer Genoffen, während noch vor 20 Jahren dies Wallfahrtsorte für alle Berlin besuchenden Fremdlinge waren. Was nach dieser Richtung die neue Zeit geschaffen� ist groß, glänzend, weltstädtisch, aber die Poesie, die ■""— t• X iX-m-~ Litt � � � � aa! alte GemüthliAkeit, sie hat ihre Rechnung dabei nicht gefunden Für fie hat das Dichterwott:„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit," eine verhängnißvolle Bedeutung gewonnen. Berlin wird Weltstadt, aber erst die junge Generation wird sich in diesem neuen Gewände so heimisch fühlen, um sich mit Be- Hagen in demselben zu bewegen. Die Alten haben noch die Empfindung, die uns in einem neuen Anzüge nicht eher zur treude an demselben kommen läßt, bis der erste Fleck ihm dm haratter des Neuen genommen hat. g. Ei« recht unliebsamer Vorgang spielte fich vor- gestem Nachmittag gegen S Uhr in einem Koupee der Stadt- bahn ab. Bei der vorgestern während des ganzen Nachmittags herrschenden statten Frequenz auf der Etaotbahn war es kein Wunder, daß die Waggons sämmtlich mehr oder minder über- füllt waren. In das Koupee dritter Klasse eines nach der mm..... in welchem beAugenblick auf --------,,...... te Herren, was wegen der hierdurch erfolgten starken Ueberfüllung zu einem lebhaften Wortwcchselzwischen diesen Herren und zweien bereits -im Koupee sitzenden Musikanten fühtte. Im Verlauf des Wort- streits und während der Fahtt ergriffen die beiden Musikanten zum Entsetzen namentlich der weiblichen Mitpassagiere ihre Blechinsttumente und hieben mit solcher Gewalt auf vie beiden Hernn ein, daß diese im Gesicht bluteten. Der Vorgang wurde dem Bahnhofs-Jnspettor auf der Station Bellevue mitgetheilt, welcher die Namen der Betheiligten, sowie der Zeugen notitte und den Vorfall zur Anzeige bringen wird. Und die Moral von der Geschicht? Ucbersüllt die Koupee's der Stadtbahn nicht! Auf der Charlottenburger Chaussee Großen Stern,�" eignel�fich�vo�ge�em Nachmitta- dicht am .egen'/-4 tte haben mit einem Uhr em Borfall, der ganz unberechenbare Folgen können. Die Charlottenburger Chaussee fuhr ein muthlgen Traber bespanntes leichtes Gefährt entlang, auf welchem mer Personen saßen. Mag nun der das Gcfähtt führende Herr mcht genügend seine Aufmettsamkeit auf die Lerne gerrchtet oder dre Gewalt über dieselbe verloren haben, kurzum, das Pferd machte beim Vorbeifahren eines Radfahrers einen Seltensprung, sprang mit einem gewaltigen Satz über den den Fahrdamm vom Trottoir trennenden Graben, um auf licherweise trugen weder fie noch Passanten Verletzungen da- nügende Aufmettsamkert des Wagenführers annehmen. Eine vornehme Berlinerin logitt im bayttschen Hoch. gebirge und läßt fich auf ihren Spaziergängen und Ausflügen vielfach von dem Sohne ihrer Wirthin, dem biederen Wasiel, Nach und nach findet fie Gefallen an dem munteren, vi-lfach begleiten. kräftigen Burschen und eines Tages, nachdem fie auf einer größeren Wanderung die Spitze eines entlegenen Bergkegels erstiegen haben, sinkt sie dem nicht ganz verständnißlosen Jüng- ling rn die Arme und empfängt von seinen beschnurrbatteten Lippen einen brennenden Kuß. Plötzlich empottahrend und sich losreißend, ruft fie aus:„Ach, Wastel, ich glaube, wir find doch wohl zu weit gegangen?"—„Dös moon' i halt a," ver- setzte der Wastel,„dadrum hätt'n wir nöt bis da auffa gehn braucha, dös hätten S' aa unten in unserer Hütt'n haben könna!" Wasserstand der Spree in der Woche vom 12. bis 18. Juli..(An,'■~■ _ Tage_ SfirT Oberbaum Dammmühle, Oberwasser.> Dammmühle, Unterwasser Polizei-Bericht. Am 25. � � r.* je..?.._ 3 früh Johre wurde alten, rm an- ,_______......... v. Mts. Chanteegatten die Leiche eines etwa 50 scheinend den besseren Ständen angehöttgen Mannes, an einem Baume hängend, und im Friedttchshain in einer Baumgruppe die Leiche einer etwa 25 bis 27 Jahre alten Frauensperson aufgefunden und nach dem Obduktionshause geschafft. Nach den bei den Leichen vorgefundenen Briefen liegt unzweifelhaft Selbstmord vor, und zwar bei der Letzteren durch Vergiftung. — Um dieselbe Zeit fielen in der Jägetstraße der Handelsfrau Kober aus Britz, als sie an einem Wagen Marktwaaren ein- kaufte, eine Anzahl der auf dem Wagen aufgestapelten leeren Körbe auf den Körper. Hierbei fiel die Frau zur Erde erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, so daß fie nach Bethanien ge- bracht werden mußte.— Zu derselben Zeit fiel der Arberter Schönling beim Entladen eines Lastdampfers am Aktienspeicher, Kleine Präfidentenstraßc Nr. 7, mit einem Sack Reis von der Schiffstreppc und erlitt dabei eine Verrenkung der Schulter und eine Verletzung am Kopfe. Er wurde nach der Chatttee gebracht.— Am 12. d. Mts. verletzte sich die Nähettn Florenttne Kammer, Weißenburger- straße 56 wohnhaft, nicht unerheblich dadurch, daß fie beim Herabsteigen von einem Stuhl auf die Spitze einer Maschinen Oelkanne trat. Die Wunde verschlrmmctte fich derattig, da' die Kammer am 25. d. M. am Wundstarttrampf verstar In der Nacht zum 26. d. M. getteth der Geschäftsführer Latendmff mit seinem früheren Hausdiener Hirscher wegen einer angeblichen Lohnforderung in einem Schanllokal in Streik, welcher in Thällichkeiten ausattete. Hirscher, welcher den Latcn- doft mit seinem Taschenmeffrr nicht unerhebliche Stichwunden am Kopfe beigebracht hatte, wurde schließlich von einem da- zwischen tretenden Gaste mit einem Bierglase derattig auf den Hinterkopf geschlagen, daß er von Latendott abließ und in Folge der etttttenen Verletzung nach der Chatttee gebracht wer« mußte, während Latendott in seiner Fttedttchsttaße 125 den belegenen Wohnung ärztlich behandelt wird.— Am 26. d. Mts. Nachmittags wurde im Landwehrkanal die Leiche des 9 Jahre alten Knaben Max Heppner, Mantcuffel straße 67, bei der Mutter wohnhaft gewesen, aufgefunden und nach dem Obduk- ttonShause geschafft. Auf welche Weise der Knabe in das Wasser gerathen und ettrunkcn ist, konnte bis jetzt nicht festge- stellt werden._ Soziales««d Arveiterbemegnng. Daß sich Dr. Max Hirsch den Kopf über die von ihm gründlich gehaßte Arbeiterpattei zerbttcht, haben wir schon an- gedeuttt. Da aber sttne in Berlin ettcheinenden Blätter jeg- lichen Einflusses entbehren, so hat er mit seinen„Kenntnissen" die in Wien ettchttnende„Neue freie Presse" bereichert. Wir würden seiner Ausführungen, die aus allen möglichen Blättem zusammengeschrieben sind, keinerlei Erwähnung thun, wenn er nicht bei seinen Bettachtungen über den„Zwist in den Reihen der Sozial-Demokratie" auch die Berliner Slrttkdeweaungbe- rühtt hätte. Wie nicht anders zu ermatten, nimmt Dr. Max Hirsch vollständig Patttt für die exzeptionellen Strcikführer, die er direkt in einen Gegensatz zu den polittsch denkenden Berliner Arbeitern bringt.„Das läßt tief blicken"— und giebt allen Mitgliedern der Arbeiterpattei zu denken. Dr. Max Hirsch giebt fich schon sttt längerer Zeit alle erdenkliche Mühe, Zwietracht unter den Arbeitern zu säen, bis jetzt aller- Vings ohne irgend welchen Erfolg. Unter solchen Umständen sollte erst recht Einigkeit unter den Arbeitern herrschen: sie sollten sich durch einseitige Besttebungen nicht verleiten lassen und wegen kleinlicher Differenzen nicht sofott fich heftig be« fehden. Sonst tttumphiren ihre Feinde und brechen in hellen Jubel aus— besonders aber auch Dr. Max Hirsch, der Tod- feind der Arbeiterpattei.(Wie wir eben sehen, hat Herr Hirsch seinen Artikel aus der„N. Fr. Pr." auch in seinem„Gewerk- verein" abgedruckt.) lieber den Stand des Tischlerstreits in Dresden giebt folgendes, am 24. Juli von der dottigen Lohnkommisston vettandte Zittulair näheren Aufschluß, dasselbe lautet: Kollegen! Arheitcr! Jedenfalls ist es die letzte Woche, daß wir Eure Opferwilligkeit in Anspruch nehmen, denn es sind noch zirka 130 Mann zu unterstützen. Auch wir wissen, was es heißt:„stets geben"— doch Kollegen! Wenn unsere Existenz auf dem Spiele steht, dann kann und muß Jeder thun, was in sttnen Kräften steht. Ist auch unsere Bewegung, find auch unsere Forderungen nicht vollständig so zur Annahme ge- kommen wie wir dieselben aufgestellt, so haben wir doch unser Pttnzip hoch gehalten. In ca. 40 Werlstellen sind unsere Forderungen voll und ganz durchgeführt worden. Außer diesen Ä Wettstätten ist ein Aufschlag von 15 pCt. erzielt worden. Kollegen! Welchen Opfermuth es ettordett, 10 Wochen von dieser geringen Unterstützung zu leben, braucht wohl nicht her- vorgehoben zu werden. Damm, Kollegen! Untetttützt uns noch einmal, auch wir werden stets auf dem Posten sein. Die Aus« spermng im„Apollo" scheint nicht nach unserem Wunsch aus« fallen zu wollen, denn es haben sich einige Arbeiter gefunden die blindlings in die Fabrik wieder hineingelaufen find: sind es auch die mindestleistcndcn Arbeiter, so übt das doch auf die Masse viel aus und darum sind diese Ueberläufer sehr zu bedauern, was wir auch thun werden. Denn für diese Leute können wir nur Mitleid empfinden. Mit kollegialischem Gruß: Die Lohnkommisston der Dresdener Eine Zählung der Fabriken im Königreich Sachsen und der in denselben beschäftigten Arbeiter bat folgendes er- geben: In Dresden gab es am 1. Mai d. I. 664 Fabriken, darunter 241 mit Dampfmaschinen, 58 mit Gaskraftmaschinen, 35 mit Dampfkesseln ohne Motoren ic. Die Zahl der Arbeiter betrug 24 816, darunter 18 155 männliche und 6661 weidliche Personen. Von diesen Arbeitern waren im Alter von 12 bis 14 Jahren 222 männlichen und 73 weiblichen Geschlechts, zwischen 14—16 Jahren 1022 männliche und 436 weibliche, von 16-21 Jahren 2511 männliche und 2123 weibliche Arbeiter, endlich über 21 Jabre alt 14 400 männliche und 4029 weibliche Personen. Durch Ministettalvettügung war vorher bereits fest- gestellt worden: daß unter Fabriken diejenigen Betriebe zu ver- stehen seien, welche 1) mindestens 12 Arbeiter zur Verarbeitung von Gegenständen beschäftigen, 2) Dampfmaschinen zur An- wendung bringen, 3) Dampfkessel ohne Kraftübertragung ver- wenden, 4) einer besonderen Genehmigung zur Anlage bedütten. lieber die Wohnungsverhältnisfe der Arbeiter wird jetzt anläßlich des neuen englischen Gesetzes, betreffend die Behausungen der arbeitenden Klaffen auch in Deutschland vielfach in den Blättern diskutitt. Man geht nicht fehl, daß auch in Deutschland die WohnungSzustände weder den mß, sehen noch sanitären Anforderungen entsprechen. Ma" daß nach den offiziellen Berichten über die Bolkszählr 1875 Berlin 425 694 Einwohner(also mehr als die hatte, die in ttner Wohnung mit nur einem heiz bau Zimmer lebten, während 249 849 in einer Wohnung eriM welche 2 heizbare Zimmer hatte. In der Luisenstadt, damals etwa 100000 Einwohner enthielt, lebten 42 200 TO sehen in Wohnungen mit nur einem heizbaren Raum, lOWM einem nicht heizbaren Zimmer. Von ihnen wohnten � 43 allein. 190 zu je zwei, 216 zu je drei, 176 zu je zu je fünf, 126 zu je sechs, 49 zu je sieben, acht, 18 zu je neun und 10 zu je zehn in einem n� beiz baren Raum! Im Durchschnitt hielten von s Nr. 1? Haushaltungen mit Kindern 226 Schlafleute, auf dem betrug dieses Berhältniß 279, während es in der jenM* Luisenstadt auf 306 stieg.— Das war 1875; seitdem#5 die Verhältnisse des Berliner Proletariats fich kaum gebessett haben, im Gegentheil. WWW W Vereine und Urrsammlnnge» bft In der Generalversammlung der streike�- im Maurer, welche von ca. 2000 Thrilnehmern" besucht warund� Sonntag Vormittag in der„Tivoli"-Brauerei unter dem' von täglich 5 Mk. erfolgen könne, fich nur noch m zu gedulden und in keinem Falle unter dem. Lohn von 5 M. in Arbeit zu treten. Andererseits diejenigen Maurer, die fich aus irgend welchen bis jetzt noch nicht dm Reihen ihrer im heißen Lohnkampst ,tn xmet im otiBtn■cewniöinfi- den Brüder angeschlossen, oder von denselben wieder(fK, haben, und unter dem Stundenlohnsatze von 50 Pf- am Montag, den 27. d. M. auf allen Bautm im Smn � soeben verbreitetm Flugblattes a» alle hiesigen und auew«' � Maurer mit der Forderung von 50 Pf. Stunden-Lohna � Arbeitgeber mit Entschiedenheit heranzutreten und im � lebe rm eu Nichtbewilligung sofott die Arbeit emzustellen. Für et»,?teu> Femhaltung deS Zuzuges von Arbeitskräften sei der sorgt und werde femer Sorge gettagen werden, so} Maurern in kurzer Zeit der Sieg zu Theil werden mum' � würde fich dann vielleicht schon in wenig Tagen rij- W stellen, daß fich die. Herren von der Baug� &E ri ih Zwar sttzebes�Be�rendWand,»feririe über die Frage, auf welche Weise nunmehr die Lohnfordes« g.- dm t von 50 Pfg. für die Arbeitsstunde zur allgemeinen � u."orbr Ät '"«Ä @5 Hieben-- m 2. Innung und ihre Freunde zu früh tJül die M.W°b«nh?ben. Weifall.) An dm durchaus�tt-� �ßeflnah„ Perjo Unterstützungen für die stteikenden Kameraden, mmarnrnrna D. Gegen �bet Ä fühmngen gegen den Anttag des Herrn Raschle oitf Arbeit o eventuell zu vollziehende Arbeitsniederlegu� tmde- :n, woselbst die Forderung deS 50 Pfg.-Stundm� abermals nicht bewilligt werden sollte, sprach Ntemand- Nicolai ermuthigte zu einigem und entschlossenem H%;4 fu' Rai -a.xfatais.-a.'»»__ o»_____ Cru:__... /»ominri'.J yu Montag al allen Bauten %(C mein- n w«enn w sie die Illusion zu nähren besttebt sei, die Berlineret. hätten ihre Fordemng alS verloren aufgegeben.— � Gegentheil werde man die bekannte Fordemng um 1-�, und im äußersten Falle, selbst um den einer adermaWrj klamimng des allgemeinen Streiks � �------- verwirklichen wissen. Die Führer ............. 1............. hW unter keinen Umständen tttumphiren über die"Lief HiiMtniff, tat Maurer Berlins, von denen seit? und 8 Wochen viele r, f L, darunter infalreiffip tmf R fi nnt) � 9lkir darunter zahlreiche Familienväter mit 5, Kindern, sammt ihren Familien den rungen ausgesetzt, im verzweifelten 6 und .schwersten ober die Blindheit engherziger Unternehmer, welche fi* „Machem" der~ Arme treiben lassen. zqciziger nnierneymer, weupr i-- j- 1 nnung dem sicheren finanziellen«. Beifall.) Ferner ga&ber auswättigen Maurem wohl'zujhcbcnlety daß� verlogenen Annonzen tvvm gu vtvtuitu, vwn i-'igft V , v ,,....... bezahlter Agenten in große spa�zi? -ttefiSi , wieder m._____... nach Beendigung des Streiks erst d>e„- Berliner Maurer die Arbeit wieder aufzunehmen be-, Der Vorsitzende verliest darauf einen Artikel der, � ä Ä Zeitung vom 25. d. M.„Die Berliner Maurer.' st"ij <�3ete dem Artikel,„möchten es nur ruhig mit ihren.... suchen, ein gutes Wott finde eine gute Stätte-. Ende aar auch nock scbön bitten, meinte der Ou'v,« Ende gar auch noch schön bitten um 40 Pf. pro Stunde sich mit ihren„auswättigen Gesellen" cm vi»«-- rechnen, denn diese würden nie und nimmer m wetther Zahl hierher kommen.(Beifall.) HieraUs�W bereits erwähnte Raschke'fchc Resolution einstimmig.! erhoben und die Versammlung unter Hvchrui Triumph der Arbeitersache durch den Vorsstzenbk Arbeiter« Bezirksverein für den Ost��l Dienstag, den 28. Juli, Abends 8'/, Uhr:, Keller's Lokal, Ändreasstr. 21. Tagesordnung Vi" sobald Keller s Lokal, Ändreasstr. 21. Tagesordnung-'X s�Mn " lÄÄ'V- lung zur Unter Erscheinen der Mitglii itzes liegt jeichnuna auS. der wird gebeten. Kunde von einem äußerst beklagenswctthen Ung«Refi1,.,; ii�Ich ei, lick) am 22. früh, bald nach Mitternacht% Fischerboot gerettet, aber acht ertranken. Diese � verheirathet und durch ihren Tod werden• y* Bis jetzt ist erst eine Lerche geborgen worden- .i«e" I �nem wie n S aa Verantwortlicher Redakteur R. Crouhei« w Berlin. Druck und Verlag von Max Badtug m Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu etot r%�n. ch' den-i Man«� % laH 5 f.« wohnte je vi«. 'J!, ;»»!« -r i-nin wem w» lm lvesew Beilage zum Berliner Bolksblatl. r. 173. Dienstage de« 28. Juli 1885. II. Jahrg. UihlbetrachtuiM MrTlft-1�u* noch wenige Monate, und wieder sollen die Bürger < �tscbeiden. wen fie mit der Vertretung ihrer Int« jr.i V* EtadtverordneteN' Versammlung betrauen wollen. .---..... begriffen... Zwar wird es den Arbeitern und Handwerkern nicht ■�u ��ffoßen Zahl ausüben müßten,"wenn das Wahlsystem bei retenen M»•.�fwniunalroahlcn ein ebenso wei'gehcnves wie bei den iderauft� ���gswahlen wäre. Leider hat man es bisher noch nicht üllM y*, Sswü Einfluß auf die Zusammenseßung der Berlin« Versammlung auszuüben, den sie vermöge erachtet, den in dicker Frage so oft und zwar m vernehmlich laut gewordenen Wünschen, die auch in Pe- "■-: drei verschiedene Klassen find die Kommunalwähler Die Höhe der von� den einzelnen Bürgern wen'g« i gefc>� rfetts � ÄA W agen wiederholten Malm ihren Aus- Klassen find die Kommunalwähler ä ß ersinn%i der Wahl theilzunehmen. auf den Einzelnen .--in hi» mr ft»tf in l�phpittintinä(Sinfifht im(töss- �ur Zeit zu Fedcmianns Einficht im Köll- »ihlfl N'bhaus« öffentlich auslicgenden Listen d« Kommunal- leaen! stnd insgesammt 193 656 wahlberechtigte Pcr- sch,.�'Mssagcn, davon bilden 3160 Personen, von denen VfUI Zid erste 5v?i ,11} j�ich mindestens 1530,80 Mark zahlt, sei bereis Ä � �'hierablheilung. Zur 2. Abtheilung gehört schon so d?� M ri�», größne Personenzahl, nämlich lv 101 Wähler � müsse. 3 Mi IN-----«-.i------- I. ao» ort ahlt, die eine eiiW.Tr HluBeie BBTOerijao», nuumai iu �ouyici. mit tiihrlrchen Steuerbetraae von je mindestens 331,80 M., waj at'e diejenigen, welche weniger Steuem zahlm bis augMA I7439Ä 2,- Steuerstufe und das sind nickt weniger als den.Ä d«?." Ikonen die 3. Abtheilung bilden. Die große Zahl , ,rfocWrl � btt(Ä?,le 1- Steuerstufe eingeschätzten Steuerzahl« ist von werde � Ä�nahine an der Wahl gänzlich ausgeschlossen. nNe i»N�ss" man diese Zahlen in's Auge faßt und den Umstand „ siijaiitss! hki."acht zieht, daß die wenig über 3000 betragende Wähler- tiet rf�* toi, v'• Wahlabtheilung dasselbe Recht auszuüben befugt ist, rrer.' t,,*'ie bis ns., 17.4 a»M h»r mr�Uis-i- h». IN �'finden-..WMMWWW b« r,* meinen, daß es wohl an der Zeit wäre, eine Reform «em�munal-Wahlsystems. eine Reform der Städteordnung iu u' Äai 1853 in diesem Sinne möglichst bald eintreten 1% Wohl wissen wir, daß man von den jetzigen Per- b(t bee Polles im preußischen Abgeordnetenhause hinsichtlich zu �fätossung dcS Itl-Klassen-Wahlsystems leine Verbesserung .»»nntes� Noch Neuwahlen zum preußischen Landtage, die ja ebenfalls '„iH-cr nfw'a eitS Wo dieses Jahres stattfinden werden, sie werden aobit"* 1°uf Grund eines Dreiklassenwahlsystcms vollzogen, "ti SRK IM....... cderb ©tunw ic« dtnet"1 haben- .. daß hier nicht jede Wählnklasse ihren �ordneten wählt, sondern jede der drei Klassen eine ' von Wshlmännem bestimmt, welche dann ihrer 1 w 1 r c\i 1.. �... x.■' t. t � or.• r. 1 WMJAWs isJSM �5�«'deT'K« �''UnWützung auch b« NM««« ["n8en foni»-l06?' es dem Arbcitcrkandidatcn etwa mit«nein seiner Gegenkandidaten zur Stich- Wt Dienst 0 i? M 1 r Steuerstufe bei der Landtagswahl von der nicht— wie bei der Stadtverordnetenwahl— .„ ng der Arbeiter an der Landtagswahl auch ss, iange ohne Ausficht aus Erfolg sein, bis �-ngen der' �'-aggBÜg wählt nicht jeder Wahlkreis nur sonvem eS werden 2-3 Abgeordnete in rmzize Gast. 31 Eine Humoreske von Ouatrelles. � Jahren lag das zweite Theatre Fran?aiS, > � ßfc beinah am Ende der Welt. In unfern Tagen «jeuer' Welt fteilich in fünfMinuten zu err«chm. "il-o�.�t.gab es wahrhaft entsetzliche Abende ,n dem mmhause. In dem schlecht«leuchteten, ersig mg. ett- V-v oj*|U�l WobJh0� s�b�ückt hatten, mit dem Ersuchen, <°°ld dre Geschichte au« wäre____ ;tei mi"�._�benbe des ZahreS 1835 öffnete das 'steN Ts-"11- augtn iuui... w..«.,. m�rm W%e �».�verdoppelte am Abend seine Wuth. Wild- 'S- u'�tnfiA i$e schössen üb« das Straßenpflast« und n hLAs� n• tief« gelegenen Stellen des Trottoi ss'�.SÄii'ss ets nftle schmeiss"' #%### haucht m den Wellen* Ueten Bän- ###&#% 1�1 den einzelnen Wahlkreisen gewählt. Dies« Umstand ist so recht dazu angetban, den Gegnern d« Arbeiterpartei,— falls letztere ibren Kandidaten wirklich in die Stichwahl bringen sollte— Gelegenheit zum Abschließen von Kompromissen" zu bieten, so daß wohl für die Arbeit« eine Betheiligung an der Land- tagswahl ohne praktischen Erfolg bleiben dürfte. Anders ist es bei den Kommunalwahlen, trotzdem die Zahl der hier wahlberechtigten Arbeiter wegen Ausschlusses der in die 1. Steuerstufe eingeschätzten Arbeiter eine bedeutend geringere ist, als bei der Landtagswahl,— so wird es den Arbeitern hier dennoch eber gelingen, zum Siege gelangen, weil fie hier bei der Wahl von den Wählern d« ersten und zweiten Abtheilung nicht überstimmt werden können, welche ja ebenfalls„unter fich" ihre eigenen Stadtverordneten wählen. Mögen also die B«liner Arbeiter sich bei Zeiten zu der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl rüsten, die Erfolge bei den letzten Wahlen haben gezeigt, daß die Bemühungen nicht vergeblich waren, auch in diesem Jahre muß eine Massen- beiHeiligung d« Arbeiter an den Kommunalwahlen statt- finden. Welche Bezirke für die Aufstellung von Arbeiterkandidaten die günstigsten sind, das hat das Resultat des Jahres 1883 zur Genüge gezeigt. Die Ausloosung der Stadverordneten dürste Anfang September erfolgen, dann erst können die Be- zirke, in welchen die Arbeiter ihre Hauptkraft bei der Wahlagitation entfalten werden, bestimmt werden. Jetzt aber ist csPflicht aller Derjenigen, welche die Rothwendigkeit einer Massenbetheili- gung der Arbeiter an den diesjährigen Stadtverordnctenwahlen erkannt haben, sich davon zu überzeugen, ob ihre Namen in die Wählerliste eingetragen sind. Nur noch bis zum 30. Juli liegen die Listen im Wahlvüreau des Magistrats(Kölnisches Rathhaus, Breitestraße 20 al täglich von 9 bis 1 Uhr aus. Reklamationen gegen die Richtigkeit der Wählerliste müssen ebenfalls bis spätestens Donnerstag den 30. Juli schriftlich an das Wahlbüreau eingereicht sein, spätere Reklamationen werden nicht berückstchtigt.— Also auf, überzeuge sich jeder Wähler ob er in die Liste der stimmfähigen Bürger eingetragen ist. Kmezunz der Kevölderunz. Im„Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich" 1835 befindet sich wie alljährlich ein interessantes Kapitel: Bewegung der Bevölkerung. Aus demselben greift die„Volkztg." eine Rubrik heraus, welche die Zahl der außer der Ehe geborenen Kinder nach Provinzen und Staaten geordnet angiebt. Wir wollen— so schreibt das Blatt— hier zunächst die nackten Zahlen für das Jahr 1883 vorführen und bei den einzelnen Provinzen und Staaten lediglich den Prozentsatz der außer der Ehe Geborenen angeben, 0« für unsere Bemerkungen, die wir bei dieser Gelegenheit machen wollen, allein in Betracht kommt. In der Provinz Ostpreußen kamen in genanntem Jahre aus 100 Geburten überhaupt 10,71 uneheliche; in Westpreußen 8,57; Stadt Berlin 13,43; Provinz Brandenburg (ohne Berlin) 10,64; Pommern 10,85; Posen 6,95; Schlesien 10,86; Sachsen 9,54; Schleswig-Holstein 9,26; Hannover 6,75; Westfalen 2,77; Hessen- Nassau 5,71; Rheinland 3,52; Hohenzollern 6,75. Im bairischen Königreich kamen im Durchschnitt auf 100 Geburten 13,25 uneheliche. Diese vertheiltcn fich auf die LandeSthcile: in Franken kamen auf 100 Geburten 13,51; in dem übrigen rechtsrheinischen Baiern(Altbaiem, Pfalz u. s. w.) 15,01; und in der links- rheinischen Pfalz 4,95. Im Königreich Sachsen stellte sich die Zahl der außer der Ehe Geborenen auf 12,85 pCt., in Württemberg auf 8,95, Baden 7,83, Großherzogthum.Hessen 7.72, Mecklenburg-Schwerin 13,22, Mccklenburg-Strelitz 14,12, Sachsen-Weimar 9,82, Owenburg 5,58, Braunschwcig 10,33, Sachsen-Meiningen 12,11, Sachsen-Altenburg 11,65, Sachsen- Koburg-Gotha 10,99, Anhalt 9.54, Schwarzburg. Sonders- hausen 10,25, Schwarzburg- Rudolstadt 11,95, Waldeck 7,86, Rcuß ältere Linie 9,02, Rcuß jüngere Linie 11,38, Schaum- bura-Lippe 2,72, Lippe-Detmold 5,85, Lübeck 7,85, Bremen 6,26, Hamburg 10,48 und Elsaß-Lothringen 7,93. Auf das ganze Reich kommen auf 100 Geburten überhaupt hiernach 9,22 außer der Ehe geborene Kinder. Es fällt nun wohl sofort der ungemeine Unterschied auf zwischen den einzelnen Staaten und Landestheilen. So finden wir die höchsten Ziffern in Oberbaiern(15,01) und in Mecklenburg- Kassir« bildeten eine kleine Truppe unter d« üb«- schwemmten Einfahrt und sagten:„Welch ein Glück, wenn Niemand käme! Wir könnten dann um 8 Uhr 5 Minuten sp«ren und kein Mensch könnte uns etwas anhaben. Wir würden im Kaffeehause eine kleine gemüthliche Domino- Partie zn vieren v«anstalten und zeitig nach Hause geh'n!"... 7 Uhr 55 Minuten:„Geh'n wir!...." rief der Ne- giffeur.„Kein Mensch ist im Zuschauerraum, meine Herr- schaften, das Stück ist somit schon zu Ende gespielt!" Die Arbeiter nahmen ihre Röcke, die Sicherheitswach- männer bereiteten sich hocherfreut zum Rückmarsch in ihre Zenttale vor, die Schauspieler warfen ihre P«ücken in die Winkel, die Garderobi«en banden seufzend ihre Tücher um, während die Kontoleure und Kassirer einen Rondtanz im Vestibül veranstalteten, als plötzlich Madame Baptiste, die Tageskassirerin, bleich und verstört unter sie stürzte und mit zitternd« Stimme rief: „Kinder, alles ist verloren! Auf eure Plätze! Ein Orchesterfauteuil ist im Vorverkauf genommen worden!!!" „Wie? Was? Zm Vorv«kauf? Ein Orchest«fauteuil zu„Athalie", welche noch dazu ohne Chöre gegeben wird? � �Vor acht Tagen hat ein He« aus TarbeS brieflich den Sitz bestellt und das Geld dafür eingeschickt." Au» TarbeS? Er soll wieder dahin zurückkehren! Vor- wärts" meine Herten! Ist da» rückwärtige Thor schon ge- sperrt JacqueS?"..- In diesem Augenblicke rollte ein Wagen heran und hielt vor dem Portale des Theat«s. Ein H«r mit ein« weißen Kravatte und würdevollem GesichtSauSdruck stieg aus dem Fiaker bezahlte den Kutscher und ttat, nachdem er den ßemuM harte, in'» VestML Die Sicherheitswachmänner, welche sich schon nach ihr« ich das zu geben? Strelitz(14,12), denen Westfalen mit 2,77 und Schaumburg- Lippe mit 2,72 gegenüberstehen. Dann ersehen wir, daß die Gegenden mit ganz überwiegender Landbevölkerung, wie Ob«- baiern und Mecklenburg, eine höhere Prozentziffer aufweisen, als die Millionenstadt Berlin, und daß eine ganze Reihe von Provinzen und Ländern fich schlechter stellen, als die große Handelsstadt Hamburg. Daß Berlin und Hamburg durch ihre Größe und durch den kolossalen Zuzug von Fremden eine un- günstige Ausnahmestellung haben, brauchen wir nicht erst aus- zuführen. Im Allgemeinen kann man nach obigen Angaben anneh- men, daß die industri«eichen Landsttecken fich günsttger stellen wie die ländlichen— ein schlagend« Beweis gegen die Be- hauptung der konservativen Landjunker, daß auf dem Lande mehr Sittlichkeit herrsche, als in den Städten und Industrie- gegenden. Eine Ausnahme macht hier das Königreich Sachsen. in welchem wohl durch die Mischung mit slavischen und czcchr- schen Elementen eine leichtblütige Bevölkerung entstanden ist. und als Gegensatz die Provinz Posen, wo durch das Gegen- üb«stehen und Durcheinanderwohnen der beiden verschiedenen Rationalitäten der intime Verkehr erschwert zu sein scheint.— Daß die Religion keinen Einfluß auf den geringeren oder höheren Prozentsatz der unehelichen Geburten hat, lehrt der erste Blick. D« orthodoxe Katholizismus in Oberbaiem und der orthodoxe Protestantismus in Mecklenburg treiben gleich üppige Pflanzen; das katholische Rheinland und das evangelische Hannoo« stehen relativ beide günstig.— Eine Scheidung macht auch die Maingrenze nicht— das Verhältniß im Norden und Süden ist so ziemlich dasselbe. Aber diese Scheidung macht die Elbe. Der Osten Deutschlands steht viel ungünstig« da, als der Westen— hierbei mag maßgebend fein vre ältere und deshalb auch wohl noch immer etwas höhere Kul» tur, die der Westen besttzt. Dadurch fällt auch die alberne Behauptung der Reaktionäre und Orthodoxen in fich zusam- men, daß die nioderne Zivilisation und Kultur die Moral schädige.— Nun noch eine Schlußbetrachtung. Daß in Oberbaiern und den beiden Mecklenburg verhältnißmäßig so viele Kinder außer der Ehe geboren werden, mag auch seinen Grund mit darin haben, daß dort bis vor nicht langer Zeit das Eingehm der Ehe bei den Arbeitern und Mittellosen gesetzlich sehr erschwert wurde. Erlaubniß von den Gemeinden oder der Gerichtsbarkeit war erforderlich und wurde vielfach zurückgehalten. So gab es noch im Jahre 1858 im bairischen Hochlande(an der Grenze Tirols) Bezirke, in denen 43 Prozent uneheliche Kinder vorhanden waren. Daran kann man Vre Folgen der Eheerschwerungcn«kennen! Auch jetzt haben wir noch soziale Quacksalber, besonders unter den Christlich-Sozialen beider Konfessionen, die eine gesetzliche Be- schränkung der Ehen anstteben, weil die Arbeiterfamilien durch den großen Kindersegen Noth und Elend litten. Wie es aber nach dieser Beschränkung mit dem„Kindersegen" aussehen würde, das lehrt das Beispiel aus Oberbaiern.— Man steht, daß die nackten Zahlen im„Statistischen Jahrbuch" äußerst lehrreich sind. Kommunales. Die Schülerzahl der Handwerkerschule betrug am 8. Juli 1885 1022. Je nach den verschiedenen Bcrufsklassen vertheilcn sich die Schüler folgendermaßen: Buchbind« 2, Bildhau« 85, Ziseleure 76, Konditoren 1, Drechsler 8, Elfenbeinschnitzer 4, Glas« 3, Goldarbeiter 45, Graveure 81, Gürtler 12, Klempner 43, Lehrer 3, Lithographen 95, Maler 34, Maschinenbauer 38, Maur« 40, Mechaniker 138, Photographen 2, Schlosser 58, Silberarbeiter 10, Steinmetze 43.) Tapezirer 11, Tischler 121, Uhrmacher 14, Xylographen 8, Zeichner 8, Zimmerer 16. Verschiedene Berufe 23. Rechnet man die 3 Lehr«. w-lche an dem Unterricht theilnehmen von der Gesammtschül«- zahl ab, so bleiben 1019 Schüler, welche dem Handwerkerstand« angehören. Darunter befinden fich 300 Gehilfen und 719 Lehrlinge. w Die Kommission zur Bekleidung armer Konfirmanden wird im Gcschäftslokal der städtischen Armen-Dircktion im deutschen Dom am Gendarmcnmarkt demnächst wied« zu- sanimentretcn und die Anträge auf Bewilligung von Klcidungs- stücken behufs Einsegnung prüfen und erledigen. Geldunt«- stützungen werden zu deni gedachten Zwecke nicht gewährt, son- dern nur Kleidung, bestehend für Mädchen in einem Kleide „Geben Sie eS wied« in ihre Tasche, mein He«, sagte der Hauptkassir«.„Das Theater wird gesperrt." „Weshalb?" „Weil niemand im Zuschaue«aume ist." „Wenn ich hineingehe, wird jemand drin sein." „Gewiß, ab« Sie werden nicht hineingehen.— Vor- wärts, meine He«schaften! Sind alle Lichter ausgelöscht, Jacques? Vorwärts! Schließen wir die Boutique! Sie hätten vor 8 Uhr kommen sollen, mein He«, jetzt ist e» zu spät. Adieu!" „Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich mein Billet nicht an der Kasse zu kaufen beabsichtige. Ich habe e» vor acht Tagen bezahlt. Ich kann daher in'» Theat« kommen, wann imm« es mir beliebt." „Reklamiren Sie, wenn Sie wollen..... ab« morgen." „Selbst wenn ich nicht gekommen wäre, hätten Sie die Pflicht gehabt, rechtzeitig zu beginnen, in der Erwartung. daß ich kommen könnte." „Himmeldonnerwetter! Sie werden eS(ich doch nicht m Ihren KürbiSkopf gesetzt haben, daß man Ihnen allein für lumpige 3 Franken 50 Zentimes„Athalie" verspielen w«de?" �, „Ich wußte bisher all«dingS nicht, daß ich einen Kürbis von einem Kopf besitze".... erwiderte der Fremde mit größtem Gleichmuth....„aber wie dem auch imm« sei, ich habe eS mir einmal in den Kopf od«, wenn Sie wollen, in den Kürbis gesetzt, heute Abend im Odson ein« Vorstellung von„Athalie" beizuwohnen. Und ich w«de einer solchen Vorstellung beiwohnen, das versichere ich Ihnen!" „Aber, hören Sie denn nicht, daß alle Lampen b«eits ausgelöscht sind?" „Man kann sie wieder anzünden. Man hätte sie über- Haupt nicht auslöschen sollen, in der Erwartung, daß ich kommen könnte." „Die Schauspieler haben ihre Kostüme bereits ab- gelegt!" „Sie w«den sie wied« anziehen." von schwarzem Kamlott, für Knaben in Rock und Beinkleidern von schwarzem Tuch. Die Anträge auf Gewährung von Ein- segnungsbelleidung sind an die betreffenden Armcnkommissionen, welche oieselben spätestens drei Wochen vor der Konfirmation an das Spezialbureau der Armendirektion abzugeben haben, zu richten. Der Stand der städtischen Jrrenpflcge zeigte bei Be- ginn des dritten Quartals folgende Zahlen: In oer Irrenanstalt zu Dalldorf befanden sich 1258 Personen, nämlich 622 Männer und 636 Frauen, in Privatanstaltcn 690 Personen (345 Männer und 345 Frauen), in der Jdiotcnanstalt 122 «inder t86 Knaben und 36 Mädchen) und in den Pflegestellen der Idioten 17 Kinder(15 Knaben und 2 Mädchen). Zokales. Die Uebertragnng der Retourbillets. In„Jhering's Jahrbüchern für die Dogmatil des römischen und deutschen Prioatrechts" findet fich ein Aufsatz von Rudolf v. Jhering: „Rechtsschutz gegen injuriöse Rechtsverletzungen", welcher von großem Interesse für das gesammte Publikum ist. Wir regt- striren in folgendem die Ansichten des hervorragenden Juristen über die Ucbertragbarkeit rcsp. Nichtübertragbarkeit der Eisen- bahn Retourbillets. Dr. Jhering sagt: Die Eisenbahnen haben neuerdings die Benutzung derselben für die Rückfahrt von Seiten anderer Personen als des ursprünglichen Fahrgastes untersagt, und die Frage, ob sie gesetzlich dazu befugt seien, ist Gegen- stand richterlicher Entscheidung geworden. Ein bei der Anhalter Bahn angestellter Schaffner hatte Retourbillets, die ihm von Fahrgästen überlassen worden waren, an den Portier eines Morels in Halle zum Zweck der Veräußerung an Reisende rerkauft, und es war gegen ihn eine Anklage wegen Beihilfe zum Betrüge erhoben worden. Damit war die angegebene Benutzung des Retourbille s als Betrug erklärt, der Fahrgast, welcher sich des von ihm gelösten Retourbillets bedient hatte, ward be- schuldigt, fich als den ursprünglichen Käufer gerirt und sich da- durch einen rechtswidrigen Vermögensvortheil angeeignet zu haben. Das Schöffengericht in Halle schloß fich der letzteren Auffassung an und verurtheilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß, die dagegen eingelegte Berulung an das Berliner Landgericht ward verworfen, m der Remfionsinstanz jedoch vom Kammergericht in Berlin das angefochtene Urtheil auf- gehoben. Der Vertheidiger führte aus, daß eine bloße In- struktion der Bahnverwaltungen dem gekauften Retourbillet seinen Charakter als Jahaberpapier nicht rauben könne, jeder Inhaber habe das Recht, dasselbe zu verkaufen, und der Er- werber einen zivilrechtlichen Anspruch auf Beförderung. Ich trete dieser Auffassung vollkommen bei. Ein Inhaber- papier, das es nur in gewissen Richtungen sein soll, in an- deren nicht, ist eine«mtradiotio in adjecto. Hält die Eisenbahnverwaltung es einmal aus guten Gründen für angemessen, statt des Personalbillets, wie sie bei der Post allaemem üblich find und auch bei ihr in Form der auf einen bestimmten Na- men gestellten Rundreisebillets vorkommen, Jnhaberdillets aus- ;, so kann sie das daran für den Erwerber fich knüpfende .kecht nicht willkürlich wieder beschränken. Mit dem Erlös desselben erwirbt er das Recht, ganz nach seiner Wahl es ent- weder selber zu benutzen oder es einem Anderen zu überlassen, und wie dies für ein einfaches Billet gilt, so auch für das Retourbillet, und dafür begründet auch der Umstand, ob es für die Hin- oder Rückfahrt benußt werden soll, keinen Unterschied. Eine Verfügung der Eisenbahnverwaltung, welche die letztere Benutzungsweise verbietet, setzt fich mrt den zweifellosesten Rechtsgrundsätzcn in Widerspruch, und der Richter hat fie eben so wenig zu respektiren, wie Bestimmungen von Privaten, welche dem Recht zuwiderlaufen. Die zivilrechtliche Form, in der ihm die Gelegenheit geboten wird, das Recht der Privatperson gegen eine derartige Ver- waltungswillkür in Schutz zu nehmen, ist unsere act. injnriarnm. Es ist eine schnöde Mißachtung des Rechts, wenn einem Fahr« gast, der ein Retourbillet vorweist, die Benutzung desselben für die Rückfahrt aus dem Grund versagt wird, weil er dasselbe von einem Anderen erstanden hat. Rechtlich war er dazu voll- kommen befugt, sein Recht ist das nämliche, wie das oes ur- sprünglichcn Erwerbers, und wie dieser wegen grundlos ver- weigertcr Mitfahrt die act. ivjnr. hat, ebenso er. Daß eine Eiscnbahnverwaltuna nicht die Macht hat, allgemeine Rechts« wundsätze durch ihre Reglements oder Jnfiruktionen an das Dienstpersonal außer Kraft zu setzen, bedarf nicht der Bemerkung. So zweifellos das Dienstpersonal derartige Anweisungen zu beachten hat, so gänzlich bedeutungslos sind dieselben für den Richter— sowohl für den Strafrichter, wenn es fich darum handelt, ob ein Fahrgast, der im Widerspruch mit dieser Bestimmung ein Retourbillet benutzt hat, fich eines Betruges schuldig gemacht hat, da es an der Voraussetzung des rechts- widrigen ILermögensvortheils fehlt— wie für den Zivilrichter, wenn der mit einem solchen Fahrbillet abgewiesene Fahrgast die act. ich irr. anstellt. Es könnte scheinen, und die Abficht wird sicherlich von den Eisenbahnverwaltungcn vertheidigt werden, daß die Sache fich juristisch völlig anders stelle, wenn die als lex generalis ungillige Bestimmung mittelst eines ihr entspre- chenden Vermerks auf den Billcts zur lex specialia contractna „Zch werde den Polizeikommissar holen; er wird Sie hinauswerfen." „Bitte, holen Sie ihn nur." Mittlerweile erfuhr der Regisseur von dem Vorfalle und eilte herbei. „Der Herr sind der Fauteuil von TarbeS?" „Er selbst!" rief der Kontroleur, grün vor Wuth. „Sie haben einen Platz für die heutige Vorstellung bestellt?". „Ja, mein Herr." „Wir spielen heute nicht. Sie werden Ihr Geld zurück- bekommen."_ Sie sind ein Ehrenmann; ich danke Ihnen von Herzen, aber ich ziehe es vor,„Athalie" zu sehen. „Sie werden begreifen, daß man für Sie allein nicht spielen wird l" „Und weshalb nicht, wenn ich fragen dnrf?" „Der Kafsirer wird Ihnen 20 Franken geben. Ziehen Sie in Frieden." „Zwanzig Franken? Sie ruiniren das Theater!" „Also sind Sie einverstanden?" „Nein. Ich komme eigens von TarbeS. Wenn Sie aber glauben, daß es mir Vergnügen bereitet,„Athalie" zu sehen, so täuschen Sie sich gründlichst. Es handelt sich für mich dabei um nicht weniger als um 187 345 Franks 76 Centimes." „Wollen Sie mich zum Besten halten?" „Durchaus nicht. Vertreten Sie die Direktion?" „Ich bin der Oberregisseur." „Dann kann ich mein Herz vor Ihnen aueschütten." Schütten Sie aus!" Mein Herr! Ich bin der einzige Neffe des Herrn ?oucbard. Mein Onkel Touchard besaß keine Kinder; er war ' Mein Onkel genoß zu TarbeS die Achwng seiner Mit- büraer sowie die Nenle von 12 000 Franken. Er war harmlos bescheiden und hat niemal, eine ernsthafte Leiden- erhoben worden ist; der Fahrgast, kann man sagen, habe fich hier dem Eisenbahn- Reglement unterworfen. Es ist dies der Weg, den die Eisenbahnverwaltungen bereits anderweitig ein- geschlagen haben, um fich manchen ihnen unbequemen Bestim- mungen des Handelsgesetzbuches zu entziehen. Aber das objektive Recht setzt der Autonomie der Partei Grenzen. Neben solchen Bestimmungen, welche fie durch Vertrag ausschließen können, giebt es auch solche, welche das Recht mit gewissem Vor- dedacht, um der Ausnutzung der Abhängigkeit, der Nothlage der einen Partei durch die andere, der kontraktlichen Erpressung, könnte man sagen, vorzubeugen, zu absoluten Normen des Vertrages erhoben hat. Es steht den Parteien frei, den Vertrag abzuschließen oder nicht, aber wollen fie es einmal, so muß es in dieser Gestalt geschehen. Es find dies Bestim- mungen, welche das Gesetz so zu sagen im obervormundschaft- lichcn Interesse für den Verkehr erlassen hat, um sich des Schwachen gegen den Uebermächiigen anzunehmen, und grade im Eisenbahnverkehr ist bei dem enormen Uebergewicht, welches die Verwaltung über die Privaten hat, diese obervormund- schaftliche Fürsorge der Gesetzgebung mehr als irgendwo indi- firt. Wohin das Prinzip der uneingeschränkten Vertraasfrei- eit im Eisenbahnwesen führt, zeigt in abschreckender Weise ngland, wo die Verwaltungen gegen einzelne Geschäftsleute, . B. Befltzer von Kohlenbergwerken, einen Zwang ausgeübt aben, der sich als wahrer Eisenbahndespotismus bezeichnen läßt. Man tonn dies zugeben und dennoch die Anwendung auf die Frage von den Retourbillets bestreiten. Ich meiner- scits wende oen obigen GefichtsMnkt auch auf sie an. Man möge mir verstatten, einen Fall zur Vergleichung anzuführen; ich glaube, daß dadurch das wahre Sachverhältniß am ersten ins richtige Licht tritt. Der A verkauft dem B Jnhaberpapiere, macht aber mit ihm aus, daß er dieselben nicht an C weiter begeben dürfe, für welchen Fall er fich vielmehr das Eigenthum vorbehalte. Welcher Jurist wird hier behaupten, daß dieser Vor- behalr giltig sei, daß A vom C das Jnhaberpapier vindiziren könne? An die Stelle von A setze man die Eisenbahnverwal- tung, an die von B den Käufer, an die von C den dritten Erwerber des Retourbillets, und die obige Frage ist entschieden- Eine solche Beschränkung, wie die Eiscnbahnverwalwng fie dem Käufer des Billets aufzuerlegen beabsichtigt, verträgt fich einfach nicht mit dem Charakter eines Jnhaberpapiers, fie ist der Bestimmung, die dasselbe einmal hat und haben soll, eben so widersprechend wie die Bestimmung beim Pfandrecht, daß die verpfändete Sache nicht verkauft werden solle. Der Wille der Parteien kann ein Rechtsinstitut nicht zu etwas Anderem machen, als was es einmal ist— wer ein Jnhaberpapier aus- Siebt, muß fich die Konsequenzen, die mit demselben verbunden nd, gefallen lassen. Nun kann der Satz, den wir bei dem bisherigen Stande des Rechts glauben ablehnen zu müssen, auf dem Wege der Gesetzgebung allerdings eingeführt werden, und es ist zu erwarten, daß die Eiscnbahnvcrwaltungen, wenn fie fich überzeugen, daß fie auf dem bicher eingeschlagenen Wege ihren Zweck nicht erreichen, es an Versuchen rn dieser Richtung nicht werden fehlen lassen. Hoffentlich werden fie vergebliche sein; meiner Ueberzcugung nach würde die Gesetzgebung einen schweren Mißgriff begehen, wenn fie dem Drängen nachgeben wollte. — Wiederholentlich ist von der Presse auf die Ge- fahr aufmerksam gemacht worden, dre dem Verkehr von Menschen mit Hunden durch die leichte Uebertragbarkeit der Eier des Hunde- Bandwurms(Taevia Echinoccns) drohen. Auch in der letzten Sitzung des Vereins für inucre Medizin wurde ernstlich davor gewarnt, die Liebkosungen �der Hunde zu dulden, die fich in dem Belecken des Gesichtes des Herrn ic. äußern. Zugleich wurde ein 9 jähriger Knabe vorgestellt, der in Folge solcher Liebkosungen eines.Hundes schwer erkrankt war. Durch dieselben waren die Eier des Hundebandwurms in den Mund des Knaben, von dort in den Magen und Darm und schließlich in die Leber gelangt, wo fie fich weiter ent- wickelten. Acußerlich machte sich das Leiden durch eine Ge- schwulst bemerkbar, die in der Lebcrgegend etwa die Größe eines halben Apfels einnahm. Die Krankheit wird jetzt auf operativem Wege geheilt. Bei einem Falle, den vor einiger Zeit Prof. Barveleoen in seiner Klinik behandelte, hatten die einzelnen Wasserblasen, in Denen die Köpfe des Wurms fitzen, so kolossalen Umfang angenommen, daß fie kaum mit erner Hand zu fassen waren. Wie sehr man fich vor den Kreuzottern in Acht zu nehmen hat, zeigt wrcder folgender Unglücksfall. Zwei Herren, welche in der Spandauer Stadtforst jagten, fanden da- selbst eine Kreuzotter und warfen dieselbe auf ihr Frihrwerk. Bei der Rückfahrt beschäftigte sich der eine Herr mit dem Thier und wurde dabei von demselben plötzlich in den Finger ge« bissen. Er achtete Anfangs nicht auf dre anscheinend unbedeu- tende Verletzung, bald aber stellte sich ein stechender Schmerz in der Hand ein, bald war auch der ganze Arm angeschwollen und es zeigten fich untrügliche Symptome der Vergiftung. Der Verwundete erkrankte bedenklich und liegt augenblicklich noch krank nieder. a. Die Chamvignonsucher auf dem Tempelhofer Felde bilden jetzt in der Pilzsaison eine besondere Spezies von Geschäftstreibenden. Von früh 5 Uhr HS gegen Mittag schaft gehabt. O! Und doch, er hatte eine, und zwar eine ernsthaftere als alle andern:.Athalie'!" „Warum kapriziren Sie sich, das Stück just heute zu sehen?" „Sie sollen eS erfahren. Zwanzig Jahre lang trug ich lautlos das schwere Joch„AthalieS",; ich gestehe ganz offen, daß eS aus selbstsüchtigen Gründen geschah. Mein Onkel fütterte mich mit Zitaten und tränkte mich mit Kommentaren aus und zu„Athalie". Mein Geist trieft von„Athalie". Zch jagte nach Prachtausgaben in Quart, Oktav, Folio und fahnoete nach Manuskripten von Racine bei allen Antiquaren, in allen Bibliotheken. Des Morgens bei Sonnenaufgang, des Nachts vor dem Schlafengehen mußte ich meinem Onkel vordeklamiren:„Ja, ich komme in den Tempel, um den Ew'gen anzubeten!".... „Das erklärt mir aber noch immer nicht, was.. „Eines Tage»...., ein schrecklicher Tag war'S, mein Herr!..... EineS TageS erlaubte ich mir, einige Stellen des Werke« in ungünstiger Weise zu be- urtheilen. Mein Onkel verfiel in heftige Krämpfe und sank aufs Krankenlager, welche« er lebendig nicht mehr verlassen sollte!" „Wären Sie nicht geneigt, gegen eine Gratifikation von vierzig Franken das Lokal zu verlassen?" „Ein Kodizil, welches mein Onkel am Todestage dem Testament beigefügt hatte, bestimmte mich zwar zum Universal- erben, legt mir aber die Verpflichtung auf, alljährlich nach Paris zu reisen und daselbst in tiefster Trauer einer Auffüh- rung deS„Meisterwerkes unseres unsterblichen Racine" beizu- wohnen. Heute ist meine erste Wallfahrt. Nur sobald ich dieser Testamentsklausel meines Onkels Genüge geleistet habe, kann ich die ZahreSrente beheben, welche mir als Universalerben zufällt. Begreifen Sie jetzt die Dringlichkeit der Sache? Und nun, Herr Regisseur, auf die Bühne, wenn ich bitten darf! Lassen Sie anzünden und den Vor- hang aufziehen." Da der zu Rathe gezogene Polizeikommissar erklärte, daß der Herr auS TarbeS in seinem Siechte sei, bequemte man sich endlich dazu, den starrsinnigen Theaterbesucher in sieht man das Temvelhofer Feld von Frauen und Kinder» völkert, die in großen Scharen dort auf die Champignon gehen. Der sterile Exerzierplatz des Tempelhofer Feldes namentlich an den Stellen, wo die Kavallerie zu c£ pflegt und ein fruchtbarer Untergrund durch Pferdedünger schassen wird, links von der Tempelhofer Chaussee, ein" biges Feld der Champignon- Ausbeute. Die ChampN. werden von diesen Berliner Geschäftsspezialisten m> � Messer abgeschnitten und in leinene Beutel gesammelt.£ warmen Regentagen und bei gutem„Anlauf" stellt fiS Einnahme eures fleißigen Champignon- Suchers immechi» j 4—6 M. pro Tag auf dem Tempelhofer Felde. Man übrigens jetzt in der Pilzsaison sehr vorsichtig sein# der häufigen Verwechslung der eßbaren mit 0#' Pilzen. Der richtige eßbare Champignon(Ag»"; carnpastris) hat einen weißen 1—5 Ztrn.%% und bis IV« Ztm. dicken Stiel, der inwendig � hohl ist. Auf demselben befindet fich ein weißer, 2—!%', breiter und 4—12 Ztm. dicker Hut; derselbe ist derb WI auf der Oberfläche trocken, nach dem Sonnenbrand oder gelblich schuppig und hat derbes aber zartes Fleisch feinen Sporenblättchen am Hute find dicht an einander w'r und blaß rosenroth, später rothbraun und im Reisezufiiw' gar schwarz. Der Pilz wächst wie eine geschlossene der Größe einer Wallnuß aus der Erde. Ein&0UK zeichen des Champignon ist sein angenehm aromalischer Es ist übrigens sehr leicht, sich diese theuren Pilze erzeugen, wenn man sogenannte Champignon-Brut(c�; in gute Gartenerde, die mit Sand und Pferdedünger k vermischt wird, einsät und dieses Beet, das man in einer»5 in Küche oder Keller sich leicht selbst anlegen kann, öfters> gießt. Der Monat August ist der ergiebigste Chamr'g� Monat. Der Champignon gedeiht auch in Dunklen R»� so kommt er vielfach in den Katakomben von Paris vor> � ist sogenanntes Champignonbrot in Frankreich eine be»»' Speise. Ein 15 jähriger Strassenräuber wurde, wie v? Blätter zu melden wissen, am Donnerstag von einem Eise»� beamten dem Amtsvorstand in Schöneberg eingeliefert Abend zwischen 7 und 8 Uhr ging eine Dame, welche an>°' Kleide eine goldene Uhr trug, allein von Schöneberg übtt' sogenannten„Stadtberg" nach der Monumentenbrückc A. die Belleallianceftrraße zu erreichen. Trotzdem eS noch � Tag und die Gegend ziemlich delebt war, sprang plötzl'fi. ziemlich kräftiger Knabe auf sie los, ariff nach der Uhr, Dieselbe von der Taille und entfloh. Auf ihr Hilsts kam ein des Weges gehender Eisenbahnbeamter hinzu, sofort den Räuber verfolgte und ihn auch einholte un» nahm. Auf das Amtsaureau nach Schöneberg gebracht, V der Bursche zuerst an, Schulze zu heißen und bei seinen� in der Dennewitzstraße zu wohnen. Später wurde aber richtiger Name und die Wohnung seiner Eltcm ermittA.ö Freitag wurde er dem Untersuchungsgefängniß in Moab» geben.,#. Die Kriminalpolizei fahndet auf einen KandiMV� welcher in der Uniform eines Unterarztes Schwindeleien Derselbe betrat vor einiger Zeit ein Uhrengeschäft in lidenstraße, ließ fich mehrere Taschenuhren vorlegen un°,� sich eine filbeme Remontoiruhr im Werthe von 57 M»'U. Hierbei erzählte er, daß er sein Portemonnaie vergessen� die Uhr aber als Arzt sehr nöthig gebrauche. Im VsjjF auf die Uniform nahm der Uhrmacher keinen Anstand,%; die Uhr zu verabfolgen und den Kaufpreis bis zum Tage zu kreditiren. Bis jetzt ist Zahlung nicht erfolgt � fich W. nicht wieder sehen lassen..J Die Annahme, daß die angeblich beraubte Hotzel den Raubanfall fingirt und die eingezogenen Jl'Ji unterschlagen habe, hat fich als zutreffend erwiesen. hat die Hotzel einen Theil des veruntreuten Geldes � v Mark— sowie die Ringe, das Sparkassenbuch und welche fie, um die Verüoung eines Diebstahls mah#"L zu machen, dem bei ihr wohnenden Freiwilligen im-gfl�L, hatte, im Keller vergraben. An der von ihr bezeichnele»� wurden diese Sachen gefunden. i. Ein eigenthümliche« Erwachen hatte ein aw% abend Abend vom Kommers heimkehrender Student aw* J abend Abend vom Kommers heimkehrender Student atfrv tag früh. Als fich derselbe spät Nachts vom Kommest Hause begeben wollte, cngagirte er eine Droschke und uj jl etwas schwer beladen, mit nach der Artillcriestraße Musensohn in das Vehikes hinein gew der Weisung zu fahren. es r einschlummerte und als er am Sonntag früh erwachte,�!! er fich in einem dunklen Raum, indem er nur mit zurecht finden konnte. Der Droschkenkutscher war zwar n°-: aber unterwegs ebenl»/ m Artilleriestraße gefahren, war Morpheus Arme auf seinem Bock gesunken. ständige Droschkengaul scheint nun auch diese. gespürt zu haben, denn er blieb alsbald via-S w Postgebäude in der Artilleriestraße ruhig stehen y mitten auf dem Damm. Einige frühe Passanten Kutscher aus seinem Schlummer, und Dieser, beim Em".: der Anficht, der Student sei längst ausgestiegen, zuwal� den schaurig dunklen Zuschauerraum zu führen. schäumend ging jeder der Bediensteten an seinen P._ Der Regisseur wollte die Billeteure bis auf � nach Hause schicken, aber der Fremde bemerkte t"*® sprach:. J „Wollen Sie so gut sein, die Billeteure f Rängen zu belassen. Wenn ich mit meinem Sitz n,7 � frieden bin, zahle ich auf einen anderen Platz ldrqul' j da muß doch jemand da sein, der mich dabei vedie».� mir den neuen Sitz anweist. Auch bitte ich Sie, den> leuchter anzünden zu lassen." ff „Die Rampenbeleuchtung genügt vollkommen Sie!".,/ „Ich bedauere auf das Lebhafteste, mich dawifv: zufrieden geben zu können; ich will dm Krow haben." „Das wird Jhnm zu lange dauern!" „Thut nichts, ich habe Zeit," f/ Der zu Rathe gezogme Polizeikommissar gab dem mit der weißen Halsbinde abermal« recht; der Krön wurde angezündet..jJ Um sich die Zeit zu verkürzm, konstatirte der e> y Zuschauer, daß der Theaterzettel nicht anwesend P'/ bestand darauf, daß hierüber ein Protokoll aufge" werde. dem werden� gonnm hätte. ititr Das Publikum wurde endlich ungeduldig und mit dem Stocke auf dem Boden zu klopfen.. c,£■ Um 9 Uhr 5 Minuten rollte der Vorgang»n � f und der mit einer Aermelweste bekleidete Reglssrur und sagte:„Hochverehrtes Publikum! Infolge pW F getretmer Heiserkeit der Madame I.... kan« stellung heute nicht stattfinden." 4 ve*» r y' V Düngte' h-rbergte. nCt 3?�t bereits das Fahrgeld entrichtet hatte, fuhr Xrabe nach seiner in der Mtillerstraße belegenen ,un� stbob die Droschle in den Schuppen ohne zu �ynen, daß sein Fuhrwerk noch den schlafenden Fahrgast be- ? an! v r t c____ a._ t___ or�t- Ä L|1 •w ■Ü er. �5 ! i.tt Wiedersehen am Sonntag früh zwischen Fahr- Lvw.f u�.chet wirkte äußerst komisch auf alle Belheiligien. wutmuthlg wies der biedere Rossclenker dem Studenten dann QnR.," w der öden Gegend der Müllerstraße eine passable rinllc<�elpe n der Nähe seiner Wohnung nach, damit er mit Tu",■.Schwatzen" sich wieder Magen und Kopf auf den «»mm bnngcn könnte. Handelsfrau Kober aus Britz stand am 25. d. M., Rixens 5 Uhr, vor dem Hause Jägerstraße 26 an dem oTö rf/Lr-8! Partners K. aus Pankow, um Einkäufe zu machen, l«r.>, � ch'in Satz leerer Körbe(6 Sück) von dem Wagen ""d der Kober auf den Leib fielm. Die sehr korpu- ss°ber fiel aus Schreck zu Boden, schlug mit dem v nterkopf auf den ASphalt und wurde ohnmächtig. Dieselbe ein»«»"i-ch dem Krankenhause Bethanien überführt, woselbst «ne Gehirnerschütterung fonstatirt wurde. Knabenleiche bemerkten vorgestern Nachmittag Lh?'r vlr Schiffer im Landwehr-Kanal von dem Grundstück lVi*?s'r 24 auf dem Grunde des Wassers liegen. Die K»!* wnrtic herausgeholt und als die des Manteuffeisttaße 67 rniV.u wohnhaften 9 Jahre alten Max Hoppner er- -ft ,Der Knabe wurde seit dem 24. d. Ms. vermißt und n anscheinend beim Spielen über die steile Granitdöschung in gefallen und ertrunken. ?uf der schwedischen Eisbahn wird heute, Dienstag, ti, s'wanefische Gerichtsverhandlung mit nachfolgender Ur- Mlsvollskeckung der bei den wilden Völkerschaften üblichen »�!°nat>e eine der grausamsten Strafen zur Darstellung kam- Diese Art der sudanesischen Justiz wird um 7 Uhr aus« föLi.werden. Die Vorstellungen finden mit Ende dieser chren Abschluß. Für Mittwoch ist ein großes suda- Kinderfest geplant, bei dem neben verschieoenen lieber- J Tangen auch ein sudanesisches Schaaf unter den Kindern Srat's verloost werden soll. �...«elle-Alliance-Theater. Selten hat die Direktion für w»..prächtigen Sommergarten ein so vorzügliches Ensemble Zuführen gehabt, als gerade jetzt. DaS schwedische Doppel- fim?•' heut zum vorletzten Male dort auftritt, steht J$8 tn seiner Art da. Lauttose Stille herrscht bei ihren vorgettagenen Volksliedern, brausender Jubel aber toynt die wackeren Sänger nach jedesmaliger Leistung. Auch s?i?.Dyroler Trios Suchard erfreut stch des reichlichsten Bei- fitTs die Wiener Duettisten, Herren Schmutzund Katzer, 'stutns seit Jahren Lieblinge des Belliner Pu- Gerichts-Zeitung. ... Wegen Uebertretuna der§§ 2 und 13 des Vereins- Netzes vom 1l. März 1850 verhandelte am 29. d. M. daS Schöffengericht des Königl. Amtsgerichts I in der Anklagesache gegen dm Tischlermeister Herold und Genossen. Am 6. Jan. ,/ I. änderte der Ardciter-Bezirks-Verein für den Osten Ber- i!. seine Statuten theilweise ab, ohne daß diese Aenderung ll?echalb der 3 tägigcn gesetzlichm Frist dem Königl. Polizei- tt»fioium angezeigt wurve. Deswegen ergingen gegen den Ntzenden, den Schriftführer, den Kasfirer veS Bezmsvereins, Jttte gegen deren 3 Stellvertreter, 2 Revisoren und 4 Kon« Mure des Vereins, insaesammt gegen 12 Personen Straf« >We in Höhe von je 15 Mark, gegen welche jedoch die Be- Men Einspruch erhoben. In der Verhandlung am 29. be« tMgte der Staatsanwalt, nachdem der Rechtsanwalt Frmden- � mr den Vorfitzenden, Echrifttührer und den Kasfirer dm ..Mruch zurückgenommen hatte, Besttafung der übrigen 9 An- »ten, da nach§ 13 des Ges. vom 11. März 1850 jedes fcV y �es Vorstandes für die nicht rechtzettig erfolgte An- Ktwg" Statutenänderung verantwortlich sei. Rechtsanwalt ki�enthal beantragte die Freisprechung, da diejenigen Ange« NAwelche Revisoren, Kontroleure im Vereine seien, nicht als SteliÄ? im Sinne des Gesetzes anzusehen seien und da die erst tu�eter des Vorfitzenden. Schriftführers und Kasflrers hintu. p strafrechtlich in Bettackt kommen, wenn erst der Be- L'wttui sttafrechtlich tn Bettacht kommen, wenn erst der Be. Jsfall, für welchen sie gewählt, eingetreten ist. Der rsreuD?.H schloß sich den Ausführungen des Rechtsanwalts �?lhal an und erkannte auf Freisprechung. iaxiri* betrügerischen Manipulationen des Seilcrmeistcrs im oMk Troitzsch, dessen Verhaftung Anfangs d. I. besonders sefteu, y mer Viertel bedeutendes Aufsehen erregte, unterlagm kerich?- i Prüfung der dritten Ferienstrafkammcr des Land« Ggf*,,!■ Der Angeklagte hat im März 1884 das väterliche h»n,er«Welches feit einer Reihe von Jahren im Hause Pots- Bruder ll8» domizilirt war, in Gemeinschaft mit seinem .hetta?» i>. ch»rd Troitzsch übemommen und ei unter der bis- dep V.�rma„Troitzsch u. Pickler" weitergeführt. Er will bii 5u?y/.preiS mit 10 000 M. sofort entrichtet haben. Bereits mit ihr.I cw"ßen Jahres gkliethm die Gebrüder Troitzsch -Zahlungen ins Stocken und bald darauf war der �Vollzieher ein täglicher Gast, um für rechtskräftig ge- 6,/''' L sehe« �ständiger Verfassung wieder, dann«erden wir mtW thun läßt." mfi»i" �'L'sseur kam nach einer Weile wuthzittemd, aber seine anT angethan vor die Rampen und wiederholte Meldung. lass». �ergebm Sie die Rolle einer andern Künstlerin, oder SRitm. y meinetwegm vom Souffleur laut lesm, falls sie � auswendig weiß. er �Pslizeikommissar wurde konfultirt und das Be- Panzeuommi ar wuroe lontumu um» nM Men.des Herrn Touchard gerechtfertigt. des Stoff,.— r"» hocyirm>siraoe rroirieri um» ,»->»«»» ihre di,«ntt einer Nonchalance und Willkürlichkeit herunter, fttt k Beschreibung spottete. Als einer der Künstler so- dern,.«% ersuch machte, die Verse RacineS in dm mo- einen �m�ard-Iargon zu überttagm, zog der Zuschauer fort � au» der Tasche und begann zu pfeifm. So- »uchte der Regisseur hinter ihm auf und schrie: "vwaus! Sie stören die Vorstellung I" "vmaus? Ich, Niemals!" "L? werde die bewaffnete Macht requirtten!" in störm??�� h°ch wohl noch da« Recht haben, mich selbst "U« Recht haben Sie nicht!" den i*, Wenn ich mich nicht über dm Lärm beklage, stäche, hat niemand ein Recht, etwas dreinzureden!" z>as wollen wir sehen! Herr Kommissar?!" Spafi J pol,zeikommisiar, dem die Ezme offenbar viel weiß-n/ gellte sich abermals auf die Seite des mit der g Halsbinde. welch, �ur im Recht gewesen, die Schauspieler auSzupfeifm, Slimoft I i, Andenken RacineS durch ihre Mätzchen verun- Uehwen Die Vorstellung mußte somit ihren Fortgang Hauz���'w Zwjschmakt verließ der Neffe Touchards das wenn'mi!*.®är'S'" meinte schüchtem einer der Konttolmre, " letzt sperrten?" wordene Forderungen Pfändungen vorzunehmm, die bald fruchtlos ausfielen. Die am 1. Januar dieses Jahres fällige Miethe wurde nicht entrichtet und bald darauf der Bruder des Angeklagten flüchttg. Derselbe hat sich einer gan- zen Reihe von Wechselfälschungen schuldig gemacht, seine Er- greifung hat aber bisher nichf bewirft werden können. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, fich dadurch in vier Fällm eines Betruges schuldig gemacht zu haben, daß er ttotz seiner vollständigen Zahlungsunfähigkeit, die ihm bekannt sein mußte, von anderen Firmen große Posten Waarm bezog, in der Ab- ficht, dieselbm sofort zu verschleudern. Nach der Anklage hat er die Lieferanten, welche sich dupiren ließen, um Summen von resp. 1040, 800, 460 und 140 M. geschädigt, für welche Be- träge er in zwei Fällen Schwämme, in einem Falle Fenster- leder und in einem anderen Drahtseil bezogen hatte. Der An» geklagte versuchte es, die ganze Schuld auf den abwesenden Bruder zu schieben, die Beweisaufnahme ergab aber, daß er in zwei Fällen zweifellos die Absicht gehabt, die Lieferanten zu betriigen. Der Staatsanwalt beantragte, dies grobe Attentat auf kaufmännische Ehre und geschäftliches Vertrauen mit einer Gefängnißstrafe von zwei Jahren und zwei Jahren Ehrverlust zu ahnocn. Der Gerichtshof erkannte auf ein Jahr Gefängniß, wovon drei Monate durch die erlittene lange Untersuchungs- Haft für verbüßt erachtet wurden und außerdem auf ein Jahr Ehrverlust, Hermann Varus Attila, so lauten die kriegerischen Vomamen des Drechslers Hinze und kriegerisch veranlagt scheint auch der Träger dieser berühmten Namen zu sein, denn er hatte am Abende des 29. Apnl d. I. unter den Königs- Kolonnaden eine bluttge Schlacht geliefert, wodurch er fich eine Anklage wegen Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werk- zeugs zuzog, die gestern vor der 89. Abtheilung des Schöffen- genchts verhandelt wurde. Neben ihm hatte seine Ehefrau Platz zu nehmen, denn auch fie hatte fich an dem Kampfe be- thcillgt, natürlich wie es einer braven Gattin zukommt auf Seite ihres Mannes gestanden und demselben schließlich zu einem glänzenden Siege verholfen. Der Angeftagte hat unter den Kdnigs-Kolonnadcn ein Ladengeschäft, in welchem er die Erzeugnisse seines Berufes, Pfeifenrohre, Spazierstöcke, Kurz- waaren etc. feilhält. Er hat aber auch einen Schwager Namens Bartuscheck, derselbe ist ebenfalls Drechsler und führt dieselben Artikel wie der Angeklagte in einem Laden, der nur wenige Schritte von dem Hinze'schen Verkaufslokal entfernt liegt- Die beiden Schwäger hassen fich aufs Grimmigste und hat fich die feindselige Stimmmung bereits in einigen|'~ Lust gemacht, wobei Hinze aber nannten Abende pasfirte Herr Bartuschek.... als er von dem vor der Thür stehenden Inhaber mit einigen recht krassen Verbalinjurien belegt wurde. Der Beleidigte wollte seinen Gegner zur Rede stellen, erhielt aber sofort von demselben einen derben Schlag gegen den Kopf und im nächsten Augen- blicke wirbelten die Schwäger in feindseliger Umarmung unter den Kolonnaden hin und her. Aus dem Ringen ging Hinze als Sieger hervor; als die Kämpfer zu Falle gelangten, lag Bartuschek unten. In diesem Augenblicke warf Frau Hinze ihrem Manne vom Laden heraus einen Schemel zu, verständniß« innig fing der Letztere denselben auf und führte damit einen kräftigen Hieb gegen den Kopf des unter ihm liegenden Gegners. Das Blut des Getroffenen röthete das Steinpflaster. Nunmehr stürzte, wie ein verborgener Feind aus dem Hinterhalte, Frau Hinze aus dem Laden her- vor, in der Hand schwang sie einen dicken Spazierstock mit mächtiger Krücke. Wie zwei Augenzeuginnen übereinstimmend bekundeten, hat Frau Hinze nun mit der Krücke des Stocks einen so wuchtigen Hieb gegen den Kopf des bereits besiegten Feindes geführt, daß es einen Knall gab, als ob sämmtnche Fensterscheiben der Umgegend klirrten, dann zog fie fich ebenso schnell wieder in den Laden zurück und stellte den Stock wie- der unter seine harmlosen Kollegen. Inzwischen war das Publi- kum zu Gunsten des Mißhandelten eingeschritten, welcher fich halb betäubt und blutüberströmt erhob Attila Hinze ging wieder in seinen Laden. Diese häßliche Straßenszene zog für die Angeklagten durch die gestrige Verhandlung höchst schwere Folgen nach fich, die Schuld derselben wurde ttotz rhres Leugnens in allen funkten erwiesen und belegte der Gerichtshof das kriegerische hepaar mit einer Gefängnißstrafe von je 1 Monat. Leipzig, 23. Juli. In Betreff der Revifionsverhandlung gegen Lreske, welche einer falschen Nachricht zufolge bereits Sonnabend, den 25. Juli, vor dem Reichsgericht hatte statt- finden sollen, kann die„Magdeb. Ztg." aus bester Quelle mit- theilen, daß bis Freitag noch gar nicht einmal die Prozeßakten aus Frankfurt bei dem Reichsgericht eingegangen waren und daß die Verhandlung überhaupt auch nicht vor dem 23. August d. I., für welchen Tag erst wieder eine Sitzung des Ferien« sttafsenats des Reichsgerichts bestimmt ist, stattfinden kann. Nürnberg. Der Gerichtsvollzieher ist nirgends ein will- kommencr Gast, mit besonderem Ingrimm erwartete ihn aber Herr Johann Böhm. Der Letztgenannte war früher Bäcker- und Ntetzgermeister, hat aber aus besonderer Hochachtung beide Geschäfte feiner Schwiegermutter, Frau Katharina Bruckner übergeben und ist nun blos noch deren Gehilfe, wie es stch für „Wenn Sie jetzt sperren, werde ich sofort die Anzeige machen," sagte der Polizeikommissar.„Er kann zurückkommen und Sie schulden ihm die ganze Vorstellung." Der Regen hatte ein wenig nachgelassen. Der Herr aus TarbeS ging vor dem Portale auf und ab und rauchte eine Zigarre. Nack fünf Minuten trat er wieder in das Haus. Er drehte der Bühne den Rücken und begann mit seinem Opernglase das leere HauS zu mustern. Er ver- änderte feine Stellung auch nicht, als der Vorhang wieder aufgezogen wurde. „Niedersetzen!" donnerte plötzlich eine Stimme im Hintergrunde. Der Herr mit der weißen Kravatte rührte sich nicht. „Niedersetzen!!! Sie verstellen mir die Aussicht! Zch habe meinen Sitz bezahlt und Sie haben nicht mehr das Recht, hier allein Gesetze zu diktiren! I" brüllte der Regisseur, welcher allein in einer Parterrloge saß. Ohne ein Wort zu erwidern, verließ der Zuschauer den Saal und ließ sich vom Billeteur eine Kontremarke geben. Nach fünf Minuten kam er in Gesellschaft eines von Wasser triefenden, kothbefpritzten Gassenjungen zurück. Er kaufte an der Kasse einen Orchestersitz, händigte denselben dem Gassenjungen ein und sagte ihm, nachdem er ihn im Theater installirt hatte: „Du wirst Dich jetzt nicht vom Fleck rühren, mein Zunge, bis das Stück zu Ende ist. Sollte man das Theater früher schließen,� so benachrichtige mich augenblicklich hiervon. Zch bin im Kaffeehaus vie-ä-vis!" „Woran werde ich erkennen, daß daS Stück zu Ende ist?" „Sobald die dicke rothe Dame mit der Krone auf dem Kopfe tobt fein wird;..." ,Unb nun, meine Herren," rief der Universalerbe Onkel Touchard'S den Kontroleuren zu,„nun bitte ich Sie, das Stück ohne mich zu Ende zu spielen. Es war mir ein Ver- einen wohlerzogenen Schwiegersohn auch gehört. Gericht«» Vollzieher Müller hat ein lebhaftes Verlangen, diesen Gehilfen Johann Böhm wegen alter Schulden auszupfänden, und er sucht diese Thätigkeit nicht in der kleinen Privatwohnung Böhms, sondern m dem Geschäft der Frau Bruckner auszu- führen. Böhm hat dem Manne des Hilfsvollstreckungs- Gesetzes schon wiederholt versichert, das Bruckner'sche Geschäft gehöre der Frau Bruckner. Der Gerichtsvollzieher hört die Botschaft wohl, allein ihm fehlt der Glaube, und er berechnet seine Operatwnspläne immer wieder auf das Terrain der Schwiegermutter Böhms. Darüber wurde der Gehilfe und Schwiegersohn erzürnt. Er dachte an das englische Sprüch- wort:„My Home is my Castle", welches leider bei uns nur sehr beschänkt Geltung hat, und setzte das Brucknerische Geschäft in Vertheidigungszustand. Als der Gerichtsvollzieher anrückte, fand er die Besatzung des Ladens bis an die Zähne bewaffnet und zur heldenmüthigsten Vertheidigung bereit. Böhm hatte in der Rechten ein großes Messer, in der Linken ein schweres Gewicht, Frau Bruckner, die Schwiegermutter, schwang ein Beil, und eine zu- fällig anwesende Tochter derselben bewaffnete fich mit einem Stuhle, um denselben als Wurfgeschoß zu benützen. Kaum be- trat der Gerichtsvollzieher den Laden, da ging Böhm zum An- griff über und schlug den Beamten in die Flucht. Dieser holte aber aber als Sukkurs sechs Polizisten, rückte mit denselben in geschlossener Kolonne vor und erstürmte mit kühnem Handstteich die Ladenthür. Als die Besatzung fich mit doppelter Uebermacht angegriffen sab, stteckte fie nach kurzem Parlamcntiren die Waffen und der Gerichtsvollzieher siegelte, um die Schuld Böhms einzuziehen, diverse Effekten der Frau Bruckner an. Die Sache hatte natürlich gerichtliche Nach« spiele, deren Resultate kurz folgende find. Das Eigen- thum der Frau Bruckner wurde freigegeben und die Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zwar gegen vre Vertheidiger des Ladens erhoben, es erfolgte aber rn diesem Punkte Freisprechung, well der Gerichtsvollzieher fich bei dem fraglichen Vorgang nicht in legaler Ausübung seines Amtes befand. Er durfte nicht für den Schwiegersohn die Schwieger- mutter pfänden. Nun blieb noch Bestrafung der Drohungen (im Ämtsstyl„Vergehen wider die persönliche Freiheit" ge» nannti übrig, welche Böhm und Frau Bruckner gegen Müller ausgestoßen hatten. Böhm erhielt hierfür 1 Monat 15 Tage, seine Schwiegermutter 1 Woche Gefängniß. Mereme und Versammlungen. hr In der öffentlichen Versammlung der Former, welche am Sonntage, Lothringerstt. 37, unter dem Vorsitze des Herrn Toblcr stattfand, erstattete Herr Michelsen ein Referat über das Thema: Wie können die Former ihre jetzt so mißliche Lage verbessern?— Referent schilderte, wie bei der modernen Produktionsweise in Folge des Umstände», daß die durch Ma« schincn mehr und mehr erleichterte industrielle Produktion bis- her nur den im Besitze von Kapital befindlichen Unternehmern »u Gute gekommen, die Lage der werkthätigen Volksklassen immer trostloser hat w.rden müssen, und wie zur Zeit das soziale Elend in dem gesammten auf die Handarbeit angewie« senen Volk so groß geworden, daß alle Regierungen in Europa im Interesse der Selbsterhallung des fittlichcn Staatslebens fich genöthigt sehen, behufs einer Sozialreform Gesetze zu geben. Referent wies dann darauf hin, daß die den ar- bettenden Klassen zu Gebote stehende Koalittonsfreiheit für die Arbeiter die Pflicht mit fich bringe, fich zu organifiren und als organifirte Berufsvcrbände für die unabweisbare Sozialreform die nöthigen Grundlagen zu geben. Er schloß mit einer ein- dringlichen Mahnung an die Versammelten, der Vereinigung der deutschen Metallarbeiter beizutreten. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen, nachdem konstatirt worden war, daß Niemand gegen die Ausführungen des Referenten etwas einzuivcnden hatte. Herr Gutheit berichtete dann über den Stand des Streiks der Former in der Hartung'schen Eisen- gießcrci, Prenzlauer Allee 41, daß von den stteikenden Kollegen keiner die Arbeit wieder aufgenommen, daß kein Berliner Kollege eingetteten, und daß die von auswärts herbeigeholten Arbeiter derartige seien, daß mit ihnen die Arbeit nicht werde fortgesetzt werden können. Von den 39, welche die Arbeit niedergelegt haben, seien zur Zeit noch 20 zu unterstützen. Dieselben können jetzt mehr als bisher unterstützt werden(mit 12 und 8 Mark wöchentlich) da von vielen Städten Gelder ein- gegangen seien. Für einige Fabrikanten werde der Stteik noch Nachspiele vor dem Staatsanwalt haben. Es sei Ausficht vor» handen, daß noch in dieser Woche der Stteik für siegreich beendigt werde erklärt werden können. Herr Tobler theilte mit, daß es ihm gelungen sei, einen dem Kriminalkommissarius Herrn v. R. übergebenen Drohbrief eines stteikenden Formers als gefälscht nachzuweisen und denselben zu überzeugen, daß seitens der Streikenden nichts Ungesetzliches gethan worden sei. Nachdem noch die Herren Günther und Knappe die Nothwendigkeit des Anschlusses an die Vereinigung der deutschen Metallarbeiter dargelegt und der Vorfitzende ein Schreiben aus Kopenhagen mitgethcilt hatte, in welchem gemeldet wird, daß in einer vor- tigen Fabrik ein Stteik der Former ausgebrochen sei, wurde der Antrag, den Ueberschuß der Tellersammlung der Familie des verwundet in der Charitee liegenden Kollegen Jacobson zuzuwenden, und eine Resolution, in welcher die Versammelten fich für solidarisch mit den streikenden Kollegen erklären und sich verpflichten, dieselben bis auf den letzten Mann nach Kräften zu unterstützen, einstimmig angenommen. Ein Anttag, 3 Revisoren für den Stteikfonds zu wählen, wurde bis nach Beendigung des Stteiks vertagt. Der Kachverein der Schmiede hiell am 23. Juli in Gratweil's Bierhallen eine Generalversammlung ab, in welcher zunächst der Kassenbericht pro II. Quartal 1885 erstattet wurde, darnach betrug die Einnahme inkl. Bestand vom vorigen Quartal 915 M, 72 Pf., die Ausgabe 752 M. 34 Vf. Kassenbestand demnach am 1. Juli 163 M. 38 Pf. Bei der darauf folgenden VorstandSwahl wurde Herr Hoffmann zum 1. Vorsitzenden. Herr Kibbert zum 1. Kasfirer und ferner als Vor« standsmitglieder die Herren Maaß, Rasch, Stange, Stein, Echikora, Wifian und Dietrich, und zu Revisoren Malhes und Löblich gewählt. Hierauf machte Herr Drewitz bekannt, daß der Verein am 4. August 1 Jahr besteht und stelltt den Antrag, ein Stiftungsfest zu veranstallen, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Es wurde hierzu ein Fest» Komitee von 5 Personen gewählt. Zum Schluß machte der Vorfitzende bekannt, daß die nächste Vereinsversammlung am 10. August stattfindet. Das Stiftungsfest wird im Eisttller» Etablissement, Chausseesttaße 88, gefeiert und Näheres darilber noch bekannt gemacht werden. hr Der Fachveretn der Schlosser beschäftigte fich m seiner letzten Sitzung mit der Frage: In welchem Verhältnisse sollen der Fachverein und die Loynbewegungs-Organisationeir zueinander stehen? Herr Miethe sprach fich dahinaus, daß, so lange der Fachverein nicht mindestens ein Drittel aller Schlosser zu Mitgliedern habe, eine Lohnbewegungs Organisation neben dem Fachverein zu dem Zwecke einer Besserung der Lohnverhaltmsse nothwendig sei. Nachdem durch die Lohn« beweaung im verflossenen Jahre die 10 stündige Arbeitszeit in der Mehrzahl der Werkstätten Berlins durchgesetzt sei, könne um eine Werle die Lohnbewegung fistirt werden. Da aber seitens der Jnnungsmerster, trotzdem, daß fie beim Maaisttat die Angabe gemacht, die 10 stündige Arbeitszeit sei die im Schlossergewerbe übliche, schon wieder nur solche Gesellen ge« sucht werden, die bereit find, 11 Stunden zu arbeiten, so werde es nöthig sein, daß nach Auflösung der jetzigen, eine neue Lohnkommission gewählt werde, die bereit sein müsse, zu jeder Zeit gegen die Meister, welche das von den Gesellen Errungene wieder m Frage stellen, Front zu machen, und daß die Beittäge Lum Unterstützungsfond auch ferner noch gezahlt werden._ irch wies auf§§ 1 und 4 des Statuts des Fachvereins hin, Herr welchen zufolge der Fachverein auch d i e Aufgabe habe, die materielle Lage der Schlosser zu verbessern und folgerte hieraus, daß die Lohnbewegung nur im Rahmen des Fach» Vereins vor sich geben dürfe. Die Agitation für Vergrößerung des Fachvereins sei wichtiger, als Lohnbewegungen, die der festen Dachorganisation keine neuen Mitglieder zuführen. Redner wies auf den Verband der Buchdrucker hin, der die Interessen seiner Mitglieder ohne besondere Lohnbewegrings- oder Streikkommisfionen zu wahren im Stande sei. Die yerren fanterie-Reaunents rissen sodann die an der rechten Seite rei liegenden Fußböden der Stockwerke herunter, wodurch auch die lte Seite der Unglücksstätte frei wurde. Sodann versuchte die Feuerwehr, mit den Soldaten zusammen ungefähr 1* Mann stark, den noch stehengebliebenen hintern Giebel des Moll'schen Hauses, der mit den Hintergebäuden verankett war, herunterzureißen. Ein zweimaliger Versuch führte nicht M Ziele, jedesmal riß das Seil. Es wurden nun starke um schwere Schiffstaue beschafft. Trotz der vereinten Kräfte de» durfte es jedoch eines dreimaligen mühsamen Anziehens einer Zeit von 10 Minuten, bis es gelang, den noch fi«*1' hängenden Theil dieses Stockwerks niederzulegen. Abends 6 Uhr. Die Zahl der im Bürgerhospital unttp gebrachten Geretteten beträgt jetzt 33, die der Todten 7. Leu den erstem haben nur wenige Personen schwere Verletzungen erlitten, bei den meisten handelt es fich um gefahrloie Quetschungen und sonstige leichte Schäden. Die älteste btt Gerettelen ist eine Siebenzigjährige, die jüngste ein Madchen von vier Tagen. 8 Uhr. Die Abräumungsarbeiten werden rüstig fortgeW, man hofft, bis längstens morgen Mittag damit zu Ende� kommen. Wie es nur noch die Leiche unter den Trümmem., Sonntag Vormittag 9 Uhr findet vom Bürgerhospital aus die Beerdigung der Leichen der Verunglückten statt. Köln, 26. Juli. Heute früh 6% Uhr wurde der letzte Verschüttete, der Schreiner Schulze, todt aus den Trümmer» hervorgezogen. Die Beerdigung von sieben Todten fand heu» um 9 Uhr unter großer Bctheiligung statt. Frankfurt a. M., 25. Juli. Im„Frankfurter Be> bachter" veröffentlicht ein Leser dieses Blattes im„Sprechsaal folgendes: Es ist ganz gewiß am Platze, einmal, vic Frage aufzuwerfen, wie sich die städtischen Behörde» gegenüber den Schreckcnsszenen auf dem Frledhon verhalten. Meines Erachtens ist für sie umsomehr ch auch mit der Sache zu beschäftigen, als der Fr«®' of Eigcnthum der Stadtgemeinde ist und ihr das ganze zw räbnißwesen untersteht. Ihr Grund und Boden, auf dem sie err ist, mußte den Schauplatz für Vorkommnisse abgebe»' durch welche beispielsweise auch Fremde, die am Hiller s«� Begräbnisse gänzlich unbetheiligt waren, fcmer Andere, die vu Graber ihrer Angehörigen besuchen wollten, gefährdet waren- Wer bürgt dafür, daß fich dergleichen nicht einmal wiederHolm kann? Umsomehr ist zu verlangen, daß zunächst die Fried ho!� Kommission nicht unterlasse, als Mitbctheiligte und Äitbescha digte aufzutreten. Die Bürgerschaft darf dies erwartm. *< Kriefkasten der Redaktion- G. I. 141. Für die Kosten find Sie nicht hastbar. Pücrlerstr. 12. 1. Zur Eingehung einer Ehe können S>r nicht gezwungen werden. 2. Sachen, welche Ihrer Frau am N «v! «1 Seitim gehören, können zwar wegen der Forderung gepfändet, müM aber auf deren Verlangen freigegeben werden. 3. Eine Loh»' beschlagnahme ist unzulässig. P&l ___ Das Kind hat Erbansprüche. Z. Z. 100. Ohne Einficht von dem schriftlichen Verttalsi läßt sich die Frage nicht beantworten. Schluß. Zcein. Anna 15. 1. Mit dem Tode des Kindes erlöschen W; Alimentaransprüche. 2. Die genannten Sachen find pfändbar. 3. Spediteure. Beder. Jawohl. 8. T., Neue Königstr. Ihre Mittheilungen werden* den nächsten Tagen verwendet werden. Besten Dank. K. G. 30. Der Mann ist für solche Schulden seiner Fr»» nicht haftbar. rl dt Weater. Belle-Alltanee-Theater. Heute: Der Mienbudiker. Neues Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Osteud-Theater. Heute: Die Brautschau Friedrichs des Großen. Danksagung.[4727 Ich sage hiermit den Kollegen meinen aufrichtigen Dank für das Geschenk von 450 Mark zu meinem 50jährigen Ju« biläum. Julius Bartu. Nneinig. d. WetallMeitkr Deutschl. (Mitgliedschaft Berlin Süden.) Dienstag, den 28. Juli, Abends 8 Uhr. im Lokale des Herrn W.Jordan. Neue Grünstraße 28: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit statistischer Erhebungen im Metall- arbeitergcwerbe. Ref.: Stadtverordneter Fritz Görcki. 2. Kassenbericht für die Monate März, April, Mai, Juni. beitsnachweis. [1723 Der Ausschuß. 3. Arbeitsnachweis. 4. Verschiedenes. Delegirteu-Bersammlung der Tischler heute, Dien st ag, Abend 8V, Uhr, bei Gratweil. Kommandantenstraße 77—79.[1722 Ulltechützungsverew der Vergolder. Generalversammlung Mittwoch, den 29. Juli, Abends 8% Uhr, bei Seefeld, Grenadierstraße 33. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Per- schtedenes. Zahlreicher Besuch nothwendig._[1724 Avis. Der Arbeitsnachweis des Vereins zur Interessen der Klavterarbeiter befindet fich �kalitzer st ratze 18 bei Stramm. der nach wie vor [1711 Königl. Prems. Klassen- Lotterie. Orlgrü»«»1»- Antb.: IV. Klasse 31. Juli bis 14. August. >/« 72 Mark. V« Va Vi«'/»» Vu M. 60 30 15 7V, 3'/« Porto-Liste 50 Pf. [1717 Bich. Schröder, Bankgeschäft, Berlin W., Markgrafenstraße 46, i Gendarmenmarkt(9— 1 und 4'/,— 8). am Zoologäscher Garten* Nur auf kurze Zeit.— Heute und täglich; Carl Hagenbeck's Somali- Expedition, begleitet von 7 Dar-Fur-Knaben und bestehend aus 9 afrikanischen Somali-Straußen, 4 Dromedaren, _ 14 Antilopen, Jagdleoparden:c. QV Ethnosrraphlsclie Aasstelinn gr.-MW Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Grosses Hllitär-ltoppel-Goncert. Besichtigungszeit 10 bis 1 und 3 bis 8 Uhr. Nachmittags 3, 4, 5, 6, 7 Uhr Straußreiten. Entree zum Zoologischen Garten bleibt unverändert.[1730 atbej glaul ?orte 8>ebt Jen SmJi viel ( Wh,. Hj Preussische Lotterie: Hauptziehung 31. Juli bis 15, August. Original � 1|2 � 72 Mark, Antheil 1 30, � 15, � 7,50. V 4 Mark. empfehlen billigst Verantwortlicher Redakteur N. ,