Nr. 175, Donnerstag, den 30. Juli 1885. II. Jahrg. Jl erlimMMl Drgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Volksblatt" Alchetnt täglick Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. MonnetnentöpreiS Jpritn frei W S HauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 vvstabonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. EonntagS-Nummer mtt illustr. Beilage 10 (Ewgetragen w oer PostzettungSpreiSlist« für 1835 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr bettägt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Austrägen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Znserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoneen» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraste 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Äöonnements- Einkaäung. Für den Monat August eröffnen wir ein neues Abonne« «ent auf das »»Kerliner Uolksvlatt" »tst der Gratisbeilage „Illustrirtes Sonntagsblatt." .. 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Die Gefahr eines Zusammenstoßes zwischen den beiden �ßen Rivalen England und Rußland ist keines- wie man erst angenommen hatte, beseitigt worden. J* neuerdings ausgekrochenen Streitigkeiten zeigen uns, - iflcht es ist, den Konflikt zu einem chronischen zu machen. .kann sich über die„geographischen Begriffe" in Zen- '«ann gcy uver vir„gcvßiuyyniyc»-t-rmMI1"> or»- c81®nen nicht einigen; die Russen brauchen nur zu sagen, l hätten dies Gebirge, jene Ebene oder jenen Paß, die in .�streitigen Gebiet liegen, größer oder kleiner aufgefaßt � die Engländer und der casus belli ist'" 00— „m�menstoß einmal erfolgt, so werden alle großen Meere n Zwei, vielleicht drei Welttheile die Schauplätze des Gipses sein, der den größten Theil der Kulwrländer .Anschein nach in Mitleidenschaft ziehen wird. in.'st steilich keine angenehme Aussicht, allein sie iL da und sich darüber selbst belügen, heißt das tS!' Verfahren des Vogels Strauß nachahmen. «..Wahrscheinlich wäre der große Krieg schon da, ohne die Zurückhaltung Englands, die aber keineswegs in Humanitäts- �"sichten, sondern in ganz anderen Dingen ihren Grund gfcttiCfcf on. Das Mormouettumdchett. IS] Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhause». (Fortsetzung.) »..."Es ist schändlich," versetzte Falk mit einer Geberde des .»Icheues,„ich glaube indessen kaum, daß in diesem Falle, ' 9anj ohne alle Beweismittel, von den Gerichten Beistand »» erwarten wäre." i«Auch ich bezweifle das," pflichtete Weatherton bei, 2, aber habe ich mir eben die Aufgabe gestellt, Alles • o*en, um dergleichen Beweismittel zu erlangen." »»"könnte man der jungen Dame aber nicht die Augen und ihr mit klaren Worten das Loos beschreiben, 'hrer am Salzsee harrt, und welches verwerfliche hanl?an urit ihrer Person und ihrem Vermögen treibt?" sm fiunend. fett" r f- Talk," erwiderte der Offizier, indem er seine Hand «'„auf des Künstlers Arm legte;„ich habe es mir oft »st w* und zwar fest vorgenommen, ja, in der That schon führ..?ufang damit gemacht, allein ich für meine Person öflnL"�»w Aufgabe nicht gewachsen, ihr dergleichen Er- xj�ugen zu machen. Zhr und ich, wir kennen uns erst seit Vei-f,.!«. Kunden, aber ich weiß, daß auch Zhr bei dem »»chen roütd t*"" 3 aufzuklären, in Verlegenheit ge- wick>eifle, daß ich in einem so dringenden fetzte �.?alle von einem derartigen Versuch abstände," und ver- kW Inf- bürdet ei," entgegnete Weatherton mit eigenthüm- gehg.�arme:„wer weiß, die Gelegenheit dazu mag Euch *nnelL%�' ba 2hr mir Eure fernere Hilfe für das »or ik>f ir � Opfer zugesagt habt. Und wenn Ihr dann blau-»' und sie blickt Euch an mit ihren großen, die«nn unschuldvollen Augen, und Zhr vernehmt ihre Worte, emer so reinen Frömmigkeit zeugen, dann wagt es, hat. Vor einem solch großen und entscheidenden Kampfe hat man sorgfälttg zu erwägen, welcher Schaden erwachsen könnte, und bei dieser Erwägung mögen den englischen Staatsmännern ernste Bedenken ausgestiegen sein. Eine englische Regierung ist genöthigt, auf die Znteressen des handeltreibenden THeiles der Nation die peinlichste Rücksicht zu nehmen, während die despotische Regierung des heiligen Rußland sich darum weniger kümmert. Aber auch sonst ist Rußland entschieden im Vortheil. Sein Handel ist ganz anderer Art als der englische, er beruht nur zum geringeren Theile auf dem überseeischen Verkehr und Ruß- land kann im Nothfall auf die Waaren, die ihm der überseeische Verkehr bringt, verzichten. Selbst wenn englische Flotten auf allen Meeren stegreich bleiben, so kann der Haupthandelsverkehr Rußlands mit Asien dadurch gar nicht berührt werden. Auch die russische Ausfuhr an Getreide u. dgl. wird zu zwei Dritteln auf dem Landwege bewirkt. Anders liegt die Sache mit England. Wie ein Sach- kundiger in der„Allxem. Ztg." ausführt, bezieht England allein aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika jähr- lich für 1500 Millionen Mark an Mehl, Getteide, Fleisch und Baumwolle. Rußland hat am Japanischen Meere ver- schiedene Kriegshäfen errichtet. Von diesen Punkten aus wird es im Kriegsfalle seine Kaperschiffe und Kreuzer ent- senden, um den russischen Handelsverkehr mit China, Zapan, Zndien und Nordamerika zu stören, womöglich dauernd zu unterbrechen. Was das heißt, kann man sich leicht vorstellen, wenn man darandenkt, welche Verwüstungen die Kaperschiffe, namentlich die„Alabama", während des großen nordameri- konischen Sezessionskrieges angerichtet haben. England wird bei diesem unvermeidlichen Kampfe ungeheuren und unbe- rechcnbaren Schaden nehmen, einen Schaden, der ihm mög- licherweise die bisherige Rolle als Beherrscherin der Meere einer bedeutenden Abschwächung unterwerfen dürfte. Bei den bisherigen Manipulationen ist Rußland im Vortheil geblieben unv die schwächliche Politik des Herrn Gladstone hat ihm dies auch leicht gemacht. Nun ist eine konservative Regierung am Nuder und die englischen Kon- servativen stehen bekanntlich in dem Rufe, nach Außen mehr Energie zu besitzen, als die Liberalen. Man beruft sich auf Lord Beaconsfield und dessen Erfolge; man erinnert daran, daß er noch im letzten russisch- türkischen Kriege den siegreichen russischen Heeren unter den Mauern von Konstantinopel Halt zu gebieten und die endgiltige diplomatische Entscheidung nach Berlin zu verlegen vermochte. Allem man hat noch keinen Beweis, daß Salisbury so schlau ist, wie Beaconsfield war und in- zwischen sind auch die Umstände andere geworden. Der Ruhm der englischen Waffen ist zur Lächerlichkeit geworden, zu dem kindlich holden Wesen von jenen Gebräuchen zu sprechen, die wohl im grauen Alterthum, aber nicht in der heutigen gesitteten Welt ihre Entschuldigung finden. Wagt eS, und wenn Euch die Worte nicht auf der Zunge er- starren, wenn Zhr nicht zurückschreckt, wie vor der Entwerhung eines Heiligthums, dann will ich einräumen, daß Ihr mehr Mannes seid, als ich, und daß ich das Herz eines furcht- samen Schulknaben besitze." Während Weatherton dieses mit heftiger Erregtheit sprach, hatte Falk ihn aufmerksam von der Seite beobachtet. Er errietst offenbar die Gefühle, welche dem jungen Seemanne seine Hand- lungsweise vorschrieben, denn ein kaum bemerkbares Lächeln der Theilnahme und des Verständnisses glitt flüchtig über seine ernsten, wohlwollenden Züge. u zeichnen begann;„es bleibt immer eine mißliche Sache, solchen Augen gegenüber von derartigen Dingen zu reden, obenein Gefahr zu laufen, nicht verstanden zu werden und, was noch schlimmer ist, die schönen Augen sich mit einem Ausdruck der Verachtung abwenden zu sehen. Lassen wir daher jeden Gedanken an ein so wenig Erfolg versprechendes Verfahren fallen; suchen wir vielmehr den Begleitern des armen Mormonenmädchens beizukommen. Ich kenne letztere allerdings noch nicht, allein nach Eurer Beschreibung ■.• 8e•• Abend behorchte, zu durchkreuzen und ihm den Raub streitig zu machen, so würde ich Euch von ganzem Herzen meine Beihilfe zusagen. Za, hier ist meine Hand darauf; aber Zeit werden wir nicht verlieren dürfen, sie können New-Nork in jedem Augenblick verlassen, und wo sollten wir sie dann wohl suchen.". „Ich habe schon daran gedacht, ihre Erzieherin durch Geld zu bestechen und für unsere Dienste zu gewinnen," bemerkte Weatherton, Falk's dargebotene Hand drückend. „Hahaha!" lachte dieser,„zeigt einer alten liebesiechen Zungfrau den heiligen Stand der Ehe und bietet ihr alle wenn auch die Krämerseelen von London den besiegten General Wolseley mit Zubel empfangen haben. Wenn nun Rußland eines TageS in gewohnter Weise in Mittel- asien sich nimmt, was ihm gefällt und wenn der Krieg un- vermeidlich scheint, wie wird England den Kamps be- ginnen? Mit seinen indischen Truppen? DaS wäre ein sehr gewagtes Unternehmen, denn die Zndier haben wahrlich keine Ursache, Zohn Bull dankbar zu sein, und die Russen, die in der Benutzung solcher Umstände noch immer sehr schlau gewesen sind, werden ein Uebriges gethan haben. So erscheint Rußland, trotz seiner verzweifelten Zu- stände im Innern, als in der günstigeren Position, denn auch der englische Koloß steht auf thönernen Füßen. Und gerade dieser Umstand bestärkt uns in der Befürchtung, daß der Zusammenstoß der beiden Mächte unvermeidlich ist. Denn eS wäre wohl das erste Mal, daß Rußland eine günstige Gelegenheit verstreichen ließe. WaS aus diesem Kampfe für Europa erwachsen kann, das läßt sich heute kaum untersuchen. Glücklicherweise liegt die Sache nicht so, daß man etwa nur die Wahl hätte, sich unter das Joch des englischen KrämerthumS oder des russischen Absolutismus zu beugen. Wenn Rußland in Asien neue Eroberungen macht, bekommt es vielleicht immer mehr den Charakter eines asiatischen Staatswesens und da könnte es sein, daß man sich gezwungen sieht, den Schwerpunkt des ungeheuren Reiches auch nach Asien zu verlegen. Der kulturfähige Theil des europäischen Rußland würde unter solchen Umständen sich von dem europäischen Westen wett stärker angesehen fühlen, als gegenwärtig. Der Kampf der beiden Kolosse wird mittelbar und un- mittelbar unheilvoll wirken, aber der Konflikt ist ein unauS- weichlicher. Wir im Zentrum Europa's können nur wünschen, von den Wirkungen dieses Kampfes möglichst verschont zu bleiben._ PoUtische Ueverstcht. Wie's gemacht wird. Bekanntlich erschien unter der Firma des Wolss'schen Körrespondenz-Bureaus in allen aus- wältigen Blättern ein Telegramm, wonach am letzten Mittwoch gelegentlich eines Sozialistenbegräbnisses in Frank- surt a. M., vom Leichengefolge„Ausschreitungen" und Wider- stand gegen die Polizeibeamten verübt worden, in Folge dessen „Verhaftungen und einige Verwundungen vorkamen." Der „Franks. Beob." hat zu ermitteln gesucht, wie es möglich war, daß dieses der Wahrheit direkt in's Antlitz schlagende Tele- gramm von Frankfurt aus verbreitet wurde. Der„Beob." erklärt nun„positiv",„daß ein solches Telegramm niemals in Frankfurt aufgegeben, bezw. von hier aus befördert worden ist. Dieses Tele- ramm ist vrelmehr in Berlin redigirt wor- ien und zwar mit dem Datum:„Frankfurt Schätze der Welt, demselben zu entsagen, so wird sie schwer- lich auf Euer Anerbieten eingehen. Nein, Eure alte Französin ist, nach der von Euch selbst eben erst gegebenen Be- schreibung, die Letzte, der ich in dieser Angelegenheit mein Vertrauen schenken möchte." „Aber sagt, wozu würdet Zhr rathen?" fragte Weatherton weiter, und zwar mit einer Aengstlichkeit, die mehr von seinen Gefühlen verrieth, als er ahnte. „Ich rathe vor allen Dinge», die Gesellschaft nicht au« den Äugen zu verlieren. Ihr wißt ja, wo sie in New-Bork wohnen wird." „Keine Ahnung habe ich davon," erwiderte Weatherton erschrocken.„Sie verließ in Begleitung ihrer Gouvernante, ihres Onkels und des Vormundes den Leoparden schon heute Vormittag, nachdem Alle den herzlichsten Abschied von fast Jedem an Bord genommen hatten. Zch selbst erfreute mich bei dieser Gelegenheit der anerkennendsten Worte, und Rynolds sagte sogar sehr verbindlich: er hoffe, mich noch vor seiner Abreise bei sich zu sehen, und er wolle» sobald das vorläufige Absteigequartier mit einer an» gemesseneren Wohnung vertauscht sei, mich von diesem Wechsel in Kenntniß setzen. Ich sehe ein, ich werde vergeblich auf Nachricht von ihm harten, denn die übrigen an Bord befindlichen Mormonen haben sich nicht nur gleich nach ihrem Landen nach allen Richtungen hin zerstreut, sondern es sind auch, auffälliger Weise, offenbar um jeden Verkehr mit allen Mitteisenden abzubrechen, schon an Bord d«S Leoparden die Zeugenaussagen der Passagiere, betreffs des Unterganges der Brigg, von einem Notar aufgenommen worden. Das Einzige wäre, daß die junge Dame selbst mtt über ihren Aufenthaltsort Auskunft gäbe; sie versprach we- nigstens—" Bis hierher hatte Falk ruhig zugehört. Als Weatherton aber eines Versprechens des jungen Mädchens erwähnte, er- hellte wiederum das bezeichnende theilnahmvolle Lächeln sein kluges Gesicht, und indem er, wie spielend, mit ein paar flüchtigen Strichen das wohlgetroffene Portrait des auf- merksam und respektvoll lauschenden Rast beendigte, rief er aus: „Zhr glaubt also, dieser Zerberus von Gouvernante würde T 22. A p r i l." Andere Telegramme, welche hier(in Frank- furt) an einzelne Blätter aufgegeben werden sollten, wurden als vermeintlich übertreibend und entstellend von der hiesigen Trlcgraphenbehörde als nicht zur Beförderung geeignet zurückgewiesen." Nicht alle. Das Blait wirft nun die inter- effante Frage auf: wie ist das Wolff'sche Bureau in Berlin zu jenen falschen Informationen gekommen? Es hat„die stärksten Gründe zu der Annahme, daß das Frankfurter Polizeipräfidium der Verbreitung der obigen Version völlig fernstebt. Allem Anscheine nach erhielt das Wolff'sche Bureau in Berlin die kurze Miltheilung, daß auf dem Friedhofe in Frankfurt es zum Einschreiten der Polizei mit den Waffen und zu Verwundungen gekommen sei; folglich, so konstruirte fich der Offiziöse in Bertin en Fall, haben„Ausschreitungen" der Sozialdemokraten statt- gefunden, folglich auch„Wiverstand" und Verhaftungen u. f. w. u. f. w.;— und für den allergrößten Tbeil der deutschen und der ausländischen Presse war das Matena! zur Beurtheilung der Sache gegeben.„Frankfurt", so verkündete sofort Guten- bergs tausendzüngiger Apparat,„Frankfurt ist leider der Herd des Sozialismus und des Anarchismus geworden: Frankfurt hat den traurigen Ruhm des Prozesses Lieske und der nach- folgenden Frieohofsfchlacht, ergo muß über Frankfurt der„kleine Belagerungszustand" verhängt werden, womit die Behörden schon eifrig beschäftigt sind." Zur Förderung der Hochseefischerei soll, wie verlautet, im Reichhaushaltsctat für 1886/87 ein Betrag von 100 OOO M. ausgesetzt werden. Die Konservativen unter sich. Für den Undetheiligten ist es nicht ohne Jntereffe, den kleinen Krieg zu beobachten, der fich unter den konservativen Organen fortgesetzt abspielt. Daß das„Deutsche Tageblatt" trotz aller Anstrengungen von den übrigen Parteiorganen niemals recht anerkannr, vielmehr stets sehr von oben herab behandelt worden ist, dürfte allge- mein bekannt sein. Zwischen der Neuen Preußischen Zeitung" (Kreuzzeitung) und der„Post" wird von jeher ein Zwist aus- getragen, bei dem es ohne ausgesuchte Grobheiten von hüben und drüben nicht abgeht. Heute bekommt nun auch die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" von der„Neuen Preuß. Ztg." ihr Theil, weil sie, anknüpfend an eine Bemerkung der„Danz. Ztg.", die von einer Stimmung gesprochen hatte, welche fich gegen die immer wieder auftauchende Allianz„zwischen den mit unseren Verfassungs-Zuständen unzufriedenen Konservati- ven" und dem Zentrum richtet, ihrerseits gesagte hatte:„Jedermann weiß, daß die hier bezeichneten Konservativen keineswegs die Konservativen find, sondern nur ein kleiner, fich allerdings zuweilen in den Vordergrund drängender Theil derseloen." Hiervon fühlt fich die„Neue Preuß Ztg." arg gettoffen und bemerkt dazu:„Mag die„Nordd. Allg. Ztg." sonst gelegentlich in allen Farben schillern, sür„grün" wird fie doch Niemand halten. Wir haben es also in vorliegendem Falle mit einer bewußten Verleumdung eines hochoffiziösen Blaltes zu thun, gerichtet gegen die konservative Partei, nach Form und Inhalt dem Niveau des Richter'schen„Reichsfreund" völlig gleichwerthig. Für heute genügt es, diese Thatsache ein- fach zu konstatiren. Zu den Ausweisungen rusfisch-polnischer Staatsan« gehöriger gesellen fich auch noch solche von Oester- reichern. Insbesondere sind in Oberschlesten derartige Auswei- sungen im Gange, und sowohl die industriellen als die land- wirlhschastlichen Kreise find darob in nicht geringer Unruhe. Nach Mittheilung des„Lbcrschl. Anzeigers" soll kürzlich in Ratibor zwei Oesterreichern der Älusweisungsbefehl zugegangen sein und sollen anderweit« Ausweisungen bevorstehen, was guten Informationen der„Bresl. Ztg." zufolge richtig ist. Das genannte Blatt hebt in einer Zuschrift aus Oberschlesten die wirthschastlichen Schäden der Maßregel namentlich der Montanindustrie hervor und sagt über die rolitische Seite der Sache:„Als erster Grund für die Ausweisung polnischer Arbeiter wurde die Verhinderung der Polonifirung und die Unterdrückung national-polnischer Tendenzen angegeben. Die ländlichen Arbeiter Galiziens, welche während des Winters auf den oberschlefischen Gruben arbeiten, machen keine Poloniflrungs- versuche, sie sind politisch indifferent. Wie Fürst Bismarck einst sehr richtig hervoi gehoben, werden die national polnischen Agitatoren nur vom politischen Klerus und Adel betrieben, das Volk steht ziemlich glcichgiltig zu. Die galizischen Arbeiter find fleißige, ruhige, friedliche Leute, die während des Winters bei schwerer Arbeit ein paar Groschen ersparen wollen, die aber der Politik gänzlich fern stehen. Andererseits ist das germani- firende Element in Lberschlesicn das Beamtenthum der in- dustriellcn Werke. Diese— denn aus ihnen setzt sich der berg- und hüttenmännische Verein zusammen— haben den Minister gebeten, nur diejenigen Arbeiter auszuweisen, welche als un- ruhige Köpfe bekannt, oder der polnischen Agitation verdäch- tig, oder bereits wegen gröberer Vergehen bestraft worden find." Dieses widerliche Gcwinscl zeugt von dem Charakter seiner Urheber. Immer find es die„wirthschastlichen" Schäden, welche den Grund bilden, gegen die Ausweisungsmaßregeln zu opponiren. Unruhige Köpfe, soll wohl heißen: politisch miß- liebige Personen können gerne abgeschoben werden, aber nur einen Brief der jungen Mormonin, und wäre er nicht größer, als ein Kupferzent, an seine Bestimmung gelangen lassen? Ich für meine Person glaube es nicht; wüßte ich nicht zufällig, in welchem Hause sie ein Unterkommen gefunden haben—" „Ihr wißt?" fuhr Weatherton auf, und für Jemanden, der nur aus reiner Menschlichkeit seinem von unbekannten Gefahren bedrohten Nächsten zu dienen wünscht, wechselten Hoffnung und Besorgniß fast zu schnell und seltsam auf seinen gespannten Zügen. „Ich kenne das HauS, und Mr. Rast kennt es auch," versicherte Falk, den eS höchlichst ergötzte, daß der Bootsmann bei Nennung seines Namens emporsprang und, wie bei der Musterung, mit lauter Stimme aus- rief:„Hier!"„Ja wir kennen das Haus," wiederholte er, nachdem Rast, sein Gesicht zu einem grimmigen Erstaunen verziehend, wieder Platz genommen hatte.„Entweder habt Ihr es überhört, oder ich bin in meinem Bericht nicht deutlich genug gewesen; doch sei dem, wie es wolle, es unterliegt kaum einem Zweifel, daß sie im Hause Abra- ham'S, wie die beiden Mormonen ihren Gefährten nannten, eingekehrt sind. Ich weiß zwar nicht die Nummer des Hauses, allein da ich die Straße kenne, so getraue ich mir auch bei Tage das Gebäude wieser herauszufinden, vor welchem ich gestern Abend so lange mit unserm Freunde Rast ge- standen habe." „Das ist originell, Herr!" schnarrte Rast, und seine Faust fiel zur Bekräftigung schwer auf den Tisch, hob sich aber sogleich wieder militärisch grüßend nach seinem Haupt, wobei er sich beschämt zu Weatherton wendete.„Verzeihung, Lieutenant Dickie. Ja, originell das!" fuhr er in demselben Athem fort,„ich kenne das Haus wieder, wie'nen Kaper, in dessen Fahrwasser ich sechs Wochen kreuzte. Hoher Drei- decker, braungcsttichene Ziegelsteinwanten, weißes Band über der Wasserlinie, Stückpfortklappen grün und durchbrochen, wie'n Bratrost—" Richtig, richtig," unterbrach Falk den Redefluß des See- mannes,„und weil wir die Hausnummer nicht wissen, so schlage ich vor, unS von hier aus sogleich dorthin zu be- nicht die bescheidenen, anspruchslosen Arbeiter. Wenn diese fort müffen, so würden die Heulmeier ja einheimische beschäftigen müffen, die mehr Ansprüche an das Leben machen, die nicht wie das liebe Vieh cxistiren wollen und deshalb auch einen höheren Lohn verlangen. Das ist des Pudels Kern. Zum Submissionswesen. Die T i s ch l e r i n n u n g in Glogau hatte fich in einer Eingabe an den Kriegsminister darüber beschwert, daß bei einer öffentlichen Ausschreibung von Tischlerarbeiten sür einen dortigen Neubau der Militärver- waltung der Zuschlag einem größeren Unternehmer enhcilt worden sei, und gebeten, die Angebote der Handwerksmeister auch dann zu berücksichtigen, wenn fie höher seien als solche von Untemehmern. Der Kriegsminister hat zwar die Äner- kennung des letzteren Grundsatzes nicht mit den Interessen des Fiskus vereinbar gefunden, aber angeordnet, daß in Rücksicht auf die von der Staats! egierung erfolgte Förderung des Hand-' werksstandes und insbesondere des Jnnungswesens bei Aus- schreibungen von Arbeiten, die ihrer Natur nach am Orte aus- geführt werden, die Angebote von Innungen als solchen oder von Jnnunasmeistern thunlichste Berücksichtigung erfahren sollen.— Wir finden eS ganz richtig, daß man die Hand- werker berücksichtigen will. Daß diese Berücksichtigung aber be- sonders den Innungen zu Theil werden soll, scheint uns nicht gerechtfertigt, da durch nichts bewiesen ist, daß die Handwerks- meister, welche fich mit dem Zunftkram nicht mehr befreunden können, schlechtere Staatsbürger find. Die Vermuthung, daß die Anregung zur Einfübrnng von Brodtaxen von höheren Instanzen ausgegangen ist, be- stätigt sich. Vorläufig steht es fest, daß die Bromberger Polizei- hehörve von der dortigen königlichen Regierung, deren Präsident Herr von Ticdemann rst, angewiesen worden ist, die betreffende Verordnung zu erlassen. Man erinnert fich, daß selbst die „Nordd. Allg. Ztg." die Gesetzmäßigkeit dieser Maßregel nicht zu behaupten wagte. Demgegenüber muß es doch einen merk- würdigen Eindruck machen, wenn die Bromberger Regierung fortfährt, die Polizeibehörde zum Er, aß von Strafmandaten gegen diejenigen Bäcker zu veranlassen, welche der Verordnung nicht Folge geleistet haben. Die Mittheilungen darüber, wie weit bisher die Gerichte fich mit der Angelegenheit befaßt haben, waren ungenau. Die Polizeibehörde hatte zunächst von dem Erlaß von Strafmandaten gegen die Bäcker, welche keine Brodtaxcn eingeführt hatten, Abstand genommen, dieselben vielmehr dem Amtsanwalt zur Bestrafung denunzirt. Das Amtsgericht lehnte jedoch die Erhebung der Anklage ab, und als auf Beschwerde des Amtsanwalts die Staatsanwaltschaft die Sache in die Hand nahm, erklärte auch das Landgericht die Erhebung der Anklage für unstatthaft. Trotzdem so in ganz unzweideutiger Weise die Rechtsungiltigkeit der Verordnung festgestellt war, erging nun an die Polizeibehörde von Seiten der königlichen Regierung die Weisung, die Brodtaxcnverord- nung anstecht zu erhalten und gegen diejenigen Bäcker, welche fie nicht beachten, Strafmandate in Höhe von drei Mark zu erlassen. Ter erste von den mit einem solchen Mandat be- dachten Bäckern hat dagegen die gerichtliche Entscheidung an- gerufen und so scheint denn demnächst die vielbesprochene An- gelegenheit ihre definitive Erledigung finden zu sollen. Ganz ebenso liegt die Sache im Kreise Lennep, wo vom 1. August durch Polizeiverordnungen die Brodtaxen allgemein eingeführt werden sollen. Auch hier ist die Anordnung des Bürgermeisters auf die Initiative der Regierung zu Düsseldorf zurückzuführen. Die Bäcker von Lennep haben bereits bei den Bürgermeistern ihren Protest angebracht, die aber ihrerseits die Verordnung nicht selbststänvig zurücknehmen können. Auch hier wird die richterliche Entscheidung angerufen werden müssen und es ist zu erwarten, daß auch in Düsseldorf die Geiichte die Polizei- Verordnung als nicht im Einklang mit§ 72 der Gewerbeordnung stehend erklären werden. Das Kultusministerium hat den Regierungen in einem Erlaffe den Wunsch ausgesprochen, daß die Landräthe fich leb- hafter als bisher an der Beauffichtigung der Schulen bctheiligen möchten. Es hebt in dem Erlasse hervor, das die Regierung zu Oppeln am 12. April 1872 eine darauf bezügliche Ver- fügung erlassen hat, die es zur Nachahmung empfiehlt. In der Verfügung, welche auszugsweise vom„Hamb. Korr." mit- getheilt wird, heißt es: „Die amtliche Wirksamkeit der Kreislandrätbe, als unserer ständigen Kommissaiien, umfaßt alle Gegenstände unseres Ressorts, sie erstreckt fich auch auf das Elementar- Schulwesen. Wir sehen uns deshalb bestimmt, die Herren Landräthe zu be- austragen...., die ländlichen Elementarschulen zu inspizircn, um sowohl von den äußeren Verhältnissen der Schulen als auch von dem Stande des Ilntcrrichtswesens und von den Leistungen der Lehrer und Schüler Kenntniß zu nehmen.... Wegen etwaiger Vorschläge zur Nachhilfe oder Abstellung von Mängeln im Untrrrichtswcsen werden die Herren Landräthe mit dem Herrn Schulrevisor oder Inspektor fich ins Vernehmen zu setzen oder nach Befinden unsere Entscheidung einzuholen haben. In den von Kindern nicht deutscher Nationalität be- suchten Schulen ist darauf zu kalten, daß der Unterricht und Gebrauch der deutschen Sprache gebührend und mit allem Nachdruck gefördert werde.... Gegen solche Lehrer, welche geben, die Straße langsam zu durchwandern und dann die Augen gut zu gebrauchen." „Vielleicht enrdecken wir an den Fenstern irgend etwas, daS auf die Anwesenheit des jungen Mädchens deutet," sagte Weatherton, indem er sich erhob und nach seiner Mütze griff. „Möglich, aber nicht wahrscheinlich," entgegnete Falk, dem Beispiele des Offiziers folgend.„Aber Halt!" rief er plötzlich aus, au der Thür stehen bleibend,„wir dürfen nicht vergessen, daß Eure alten Reisegefährten Euch und Mr. Raft kennen- ebenso liegt eS außer allem Zweifel, daß sie mich gestern Abend in der Laube sehr genau betrachtet haben. Gesetzt den Fall, einer der drei Männer befände sich statt des jungen Mädchens am Fenster, und er sähe unS zusammen vorübergehen und unsere Aufmerksamkeit—" „Wir dürfen unbedingt nicht zusammenbleiben," unter- brach Weatherton den Maler hastig;„bemerkten sie uns. so würden sie Verdacht fassen und ihre Vorkehrungen treffen. Begeben wir unS daher bis in die Nähe der bezeichneten Straße; dort trennen wir unS. Raft wird mich dann be- gleiten und wir das Haus zeigen; Ihr selbst aber folgt, vielleicht eine Viertelstunde später, nach und wir treffen uns dann an einer verabredeten Stelle." „Gut," antwortete Falk,„ich habe ohnehin die Abficht, einen Freund im Hotel Dietz zu besuchen, und wenn es Euch genehm ist—" „Also Hotel Dietz," sagte Weatherton zustimmend, und gleich daruuf traten sie auf die Straße hinaus. Vor der Thür wendeten sie sich sogleich links, und nach- dem sie eine kurze Strecke fortgeschlitten waren, gelangten sie an eine schmale Querstraße, die nach der Pferdeeisenbahn führte, und da sie letztere der Entfernung wegen zu benutzen gedachten, bogen sie ohne Zögern in die Verbindungs- gasse ein.— Kaum waren Weatherton's, Falk's und des Boots- mannes Gestalten in der Querstraße verschwunden, so traten aus dem Hofraum des neben der Wohnung des Künstlers gelegenen HauseS der Graf und der Baron, die am Abend vorher in der Konzcrthalle eine so wenig ergötzliche Rolle gespielt hatten. Vorsichtig schauten fie sich um. Gleich baden Unterricht in der deutschen Sprache vernachlässtgcn, werd» wir daher unnachfichtlich einschreiten, während es uns Freude gereichen wird, hervorragend tüchttge Leistungen Mi .... auszuzeichnen." Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat an m königlichen Eisenbahn Direktionen folgenden Erlaß genchln- „Die Klage, daß das kurfirende Kleingeld für die Bedürsnw des Verkehrs nicht genüge, wird vielfach auf die AbneißuH der unteren Zahlstellen, in kleinem Geld« Zahlung zu lemM zurückgeführt und Abhilfe dadurch erwartet, daß den LoM behörven die an den Zahlstellen befindlichen Vorräthe® Scheidemünze mit der Verpflichtung überwiesen weiden, M selben bis in die unmiltelbare Berührung mit dem PublM zu verausgaben. Ich veranlasse deshalb vre königl. Eisenbau Direftionen, den sämmtlichen Kassen des dortigen Bezirks zuschreiben, die auszuzahlenden Summen stets in dem gsnam Betrage, auf welchen fie lauten, direkt auszuzahlen, st jedes Herausgeben des Zahlungsempfängers in ScheidemuV. auf die größeren Appoints, welche von der Kasse hergegcw| werden, unterbleibt. Die Spczialkassen find eventuell von w» Betriebs- und Hauptkassen mit den erforder ichen Vorrat von Scheidemünze zu versehen. Sollte fich hierdurch bei M letzteren Kassen ein nicht anderweit zu behebender Mangw o» Kleingeld herausstellen, so haben diese Kassen dieserhald � Reichsbank in Anspruch zu nehmen. Daß die Kassen der vm selben gewordenen Aufgabe nachkommen, ist dauernd zu w troliren."_ Im Landtage des Fürstenthum Lippe, der im wieder zusammentritt, wollen liberale Abgeordnete versuch ein ähnliches Regentschastsgesetz durchzubringen, wie es s" Braunschweig besteht. Der regierende Fürst ist kinderlos u» sein einziger Bruder nicht sukzesstonsfähig. Erhberechtigt die Familie der Grafen zur Lippe zu fern, aber man verlad in dem Ländchen nicht nach einer neuen Dgnastie. Aus Schlesien kommt die Nachricht, daß fich die � Weisungen auch auf Studirende erstrecken. Die„Schles.Ao� Zeit." berichtet, daß ein Student der Medizin, o. R-, �- Preußen sein Abiturienten-Examen bestanden, Jahre ein preußisches Gymnasium besucht und seit drei Jahren un» stört Medizin an der Brrslauer Univcrfilät hört, plötzlich � Befehl erhalten hat, in acht Tagen das„diesseitige Staalsgedi« zu verlassen. Auch einen Studenten der Mathematik, Littauen, der vor einem Jahre an der Breslauer Univctt�. immatrikulirt wurde, traf dasselbe Laos. Auch ein praktil� Arzt aus Russtich-Polcn, K., der nach Breslau kam, um einem Professor der Universität eine Differtationsarbnt i schreiben, wurde von der Polizei aufgefordert, in acht TO Preußen zu verlassen; erst auf Verwendung des betreffe� Professors, Medizinalrath F., wurde ihm erlaubt, sechs 9%, zu bleiben, um die angefangene Arbeit fertig zn stellen.* diese Herren befanden fich im Befitze von Pässen und anW Legitimationspapieren. Hierzu bemerkt anscheinend offiziös'? „Schles. Ztg.":„Die Mittheilung ist nicht korrekt. zwei russische Unterthanen polnischer Nationalität, einen venten und den oben erwähnten Arzt, ist allerdings das weisungsverfahren eingeleitet, dasselbe ist indessen noch tnK zum Abschlüsse gebracht. Gegen die dritte in Rede fieb� Person ist das Ausweisungsverfahren überhaupt nicht etW leitet worden. Im Uebrigen werden die bestehenden J-L schriften und Anordnungen bezüglich der Duldung uns'? Ausweisung von Ausländern hier in Breslau nach nm* ohne Ansehung der Person aehandhabt.", u Frankfurt«. M. Die sozialdemokratische Partei � gestern Herrn Rechtsanwalt Dr. Eppstein beauftragt, die% der am vorigen Mittwoch auf dem hiesigen FrredhostJ� mundeten und Mißhandelten zu wahren. Einer der nehmer am Leichenzuge hat der Kommisfion, welche die 25- fachen sammelt, mitgetherlt, er habe gesehen, wie ein%% Wärter eine Frau anpackte und hinausstieß; dabei brau**; die Worte:„Bleibt zu Hause!" Ein Zeuge berichtet: gj Fricdhofwärter liefen hinter der attakirenden EchutzmaiMW� mit geballten Fäusten her und riefen:„Nur draus am- Kerle!"„Nur drauf auf die Hunde!"— Ein dritter sah« Z der Friedhofwärter Nagel fich an den Mißhandlungen theiligte. Derselbe stürzte auf eine Frau los und schlug selbe, wobei er äußerte:„Nun'raus mit Euch!"— — Herr Reichstagsabgeordneter Sabor hat n" Magistrat und die Stadtverordneten-Versammlung FkinijL folgende Beschwerde gerichtet:„Frankfurt, 25. Julr 1885. löbl. Magistrat(bezw. Stadtverordneten-Versammlung�� ich hierdurch mit, daß bei dem Begräbniß des Herrn HWL, 22. d. Mts., bei welchem Polizeibeamte in bekannter zirender Weise vorgingen, auch Friedhofsbeamte, also staMP, Angestellte, fich Brutalitäten in Wort und That zu kommen ließen. Ich ersuche zu veranlassen, da# gegen vre � treffenden, deren Namen durch die vorgesetzte Behörde ermitteln find, strengstens eingeschritten werde. Die schaft ist berechtigt dies zu fordern. Zugleich bitte ich W � zu lassen, durch wessen Schuld nur das eine Portal Friedhofs geöffnet war. Ergebenst Sabor, Re abgeordneter.— Die Namen der zwei rauf aber eilten sie den augenscheinlich von ihn«« obachteten drei Männern nach, jedoch nur bis an die der Quergasse, von wo aus sie ihnen schweigend*, schauten. Ihre Blicke reichten bis nach der PferdeeU� bahn hin; sie konnten aber deutlich gewahren, daß iL und seine Gefährten gerade vor der Eisenhahn blieben, um den nächsten in die Stadt fahrenden Wags*' erwarten., „Weiter brauchen wir ihnen nicht nachzusetzen, KaMt*�,! sagte der Baron, als es keinem Zweifel mehr unter daß sie die bezeichnete Fahrgelegenheit benutzen würden- 1 „Aber wir haben etwas Anderes zu thun,"L Brüderchen." antwortete der Graf, sich umkehrend und» ......"Laße weiter abwärts si% eiligen Schritten der Straße „Schlaue Kerls, diese Mormonen; begriff gar nicht, sie uns auf dem Werft so lange schilvern ließen und endlich auf die Fährte dieses abgeschmackten Schi» lieutenants setzen. Ha ha ha! Es ist unser erster im Solde der Mormonenregierung. Leichter Dienst,- J Bezahlung; auf Ehre, wollen ihnen dafür ihre Armee � anständigen Fuß bringen, habe schon meine Pläne; Uniformen, gute Pferve, neues Dienstreglement statt L barbarischen Gewohnheiten, und, mein Brüderchen, 0�.x« lismus ist werth, die Seele zehnmal dem Teufel zu � schreiben, geschweige denn Mormone zu werden, �n* � Mormonengeneral, als Kapitän oder Lieutenant in uB einem beliebigen kleinen Staat." u »Geld ist die Hauptsache, seit es in diesem � � Mode geworden, Niemandem etwas auf sein ehrlich*?,� ficht zu borgen," versetzte der Baron mit blasirtem „Ob eS wohl Karten am Salzsee giebt?" fragte er» darauf. u »Wenn sie noch nicht da sind, beim Jupiter• � müssen wir sie einführen," antwortete der Graf, der' danken schon die Generalsepauletten auf seinen Scy � fühlte.„Ich werde überhaupt meinen ganzen EinstutzL bieten, die noblen Passionen etwas zu wecken und, � stens in meiner Umgebung, den nothdürfligste« Gra verfeinerten Zivilisation verbreiten." »o,, wir kommenden Personen find später durch Herrn vabor noch festgestellt und dem Magistrat wie den Stadt- «rordneten mitgetheilt worden. Dem Vernehmen nach wird Wth von Stadtverordneten der Magistrat in der nächsten Sitzung interpellirt werden, warum einer der Friedhofs- Auf- scher, nachdem er zwei Thüren des Portals geschloffen, den speise verhinderten Versuch gemacht hat, auch das dntte Thor zu schließen: aus welchen Beweggründen von dem- Wen Beamten die berittenen Schutzleute. als die flüchtende Sxmge sich dem Thore näherte, herbeigerufen wurden und mrt «wlehem Rechte der Friedhofswärter N. eine Frau mrt Faust. schlagen traktirt habe.- Herr Sador hat ferner in der- pen Angelegenheit unterm 22. d. M. eine schriftliche Be- chwerde beim Königl. Polizeipräfidium eingereicht, in der be- sonders darauf hingewiesen wird, daß Herr Polizer-stommrffar Aceyer. dreimal hintereinander auffallend rasch den Befehl stm Auseinandergehen gegeben, beim dritten Male aber schon seinen Untergebenen„Drauf" zugerufen habe. Nachdem HL der Beschwerde weiter konstatirt wird, daß„die Schutzleute, trotzdem Alle schnell davoneilten, mit den Säbeln Beschlagen, ja vor dem Portale auf die ankommenden oder dott stehenden Unbetheiligten, Kauen und Kinder, von den senden Schutzleuten mit der Waffe gehauen worden, schließt die Beschwerde:„Die etwaigen Folgen eines so überflüsfigen vnd erbitternden Einschreitens find einstweilen noch nrcht zu K Anessen, fallen jedoch lediglich denen zur Last, die ohne Roth Gewaltmaßrcgeln[ greifen." Am 26. hat der Beschwerdedler vom Polizcivräftdium eine Antwort erhalten, in der er- nätt wird, daß..die eingeleitete Untersuchung den Sachverhalt st st stellen und namentlich ergeben werde, ob der von dem Po- uzeuKommiffär Meyer befohlene Waffengebrauch nothwendig gerechtfertigt war."—,,..... .,~ Die Zahl der Verwundeten betragt— so wert bis xute festgestellt- 52.- Der Schutzmannschaft ist die größte Zurückhaltung gegen das Publikum anbefohlen worden. Alle Ulgend entbehrlichen Sttaßenvosten find eingezogen. . Kassel, 26. Juli. Vor Kurzem verstarb hier der Redakteur winres, der Herausgeber eines unserer beiden Judenheyblatter, KsUUint„Geldmonovol". Das„Frankfurter Journal" weiß »der diesen Edlen folgendes zu berichten: Herr Henmes, früher Gutsbesitzer, war, wie ihm von seinen Parteigenossen nachge- Wnt wurde, stets ein unerschrockener Kämpfer für die Be- pung des christlichen Volkes von„jüdischer Aussaugung_ ge- %stn. Sein Bestreben war d atzin gegangen, dem tlemen den Weg zu zeigen, wie er auf billige und redliche Wnse Geld erhalten könne, ohne von den„semitischen Wuche- ?sn ausgepreßt zu werden. Im Verlauf des Bestehens pcs Blättchens wurde Hennies vom hiefigen Schoflenaericht wiederholt wegen Beleidigung und Vorbringung falscher That- *wcn gegen jüdische Mitbürger zu Geldstrafen und mehrmals M zu Gefängniß verurthellt. Er hatte aber nie eine Haft- �afe verbüßt, da sein leidender Zustand ihm zur Entschuld,- ??ng diente und ihn davor schützte. Jetzt ist «egangen ins Jenseits, und'was stellt sich nun heraus? der Brave, der das deutsche Volk so mannhaft lÄftÄ.ää« SUe��Jenie Rückkaufshändler jüngst mit Hinterlassung einer zur der Wackere da- r*n3e Passiva das Weite gesucht und wahrscheinlich auch das, A,„ tr noch vom vennies'schen Kapital in Händen hatte, mit- kommen hat!!-- j.L.ftieher. Am 10. April wurde der Fachverein der Metall- zpstr in Frankenthal vom dortigen Bezirksamt als politischer erklärt und nach Artikel 19, Ziffer 1 und 4 des baye- »on? Vereinsgesetzes vom 27. Februar 1850, geschlossen. Die »Jim Vorstande des Lokalvereins in Verbindung mit dem w Apise der„Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands" bsi pnnhcim, welchem Zentralverbande der Verein angehörte, v\Rfgtctung zu Speyer erhobene Beschwerde wurde am Wlth'tfWS. verhandelt und die bezirksamtliche Maßregel in Punkten bestätigt! & Frankreich. Sahri.s Abg. Sigismond Lacroix, welcher einen Pariser Gilbend vertritt, hatte seine Wähler auf gestern Nachmittag ' um ihnen über die Durchführung seines Mandats steig'Mft zu legen. Früher vertrat Gambctta diesen Wahl- wobnJm welchem auch die von sehr radikalen Bürgem be- der fJ, Vorstadt Belleville gehört. Die Wähler waren mit ihn(JRng des Herrn Lacroix wenig zufrieden, sie überhäuften wifw Pvnvürfen wegen seiner zweideutigen Haltung in ge- in»*.«— Fällen und wegen seiner Abtrünmgkeit in p;nRe7J": weyrere aicaie vor P" gegen ihn. So antwortete Lacroix auf Uter ßpf' er thun würde, wenn 300000 brotlose Ar- *, bedroh uu Äammet marschirten, er würde die Republik sicher Fsibn-.P vertheidigen wissen.„Unter A��pohne? schrie man ihm zu,„der rothcn?"— Nein, tetxilPa8 hindert uns indessen nicht, jetzt Spionsdienste zu Car?„- bemerkte der Baron mit einem Anflug von "UZMUs. U-�'enst ist Dienst tröstete der Graf,„wir Sehör, rUnä in Feindes Land, und zum Spioniren !!elodi.°it mehr Muth, als vor die Mündung eines WnWp Geschützes zu treten. Sind übrigens ver- wicht? ichlaue Kerls, diese Mormonen; hätte ihnen ünsi viel Scharfsinn zugetraut; wundere mich selbst über tz«tb„c Uvlg; müssen daher ihren Anordnungen, wenigstens lig, pünktlich Folge leisten." "Und was zunächst?" fragte der Baron gelangweilt. Tias Jchnell wie möglich zu Abraham," antwortete der Zud-'«Abraham, Abraham? Judenname; ist aber nie föllij» JichM6«, würde mich schämen, Jsraelitenpack Ge- »viu erweisen. Ja, zum Mr. Abraham; wer weiß, fchfipc,, flch nach unseren wichtigen Mittheilungen ent- ündnia Merkwürdig! dieser perfide Farbenkleckser im I svit dem abgeschmackten Schiffslieutenant. Seit- �usawmentressen. auf Ehre!" solchen Gesprächen waren die beiden würdigen sie um v an e'ne andere Querstraße gelangt, und als tchtm»r. wachste Ecke herumtraten, befanden sie sich vor �ei ik.�anten einspännigen MiethSkabriolet, dessen Kutscher anzogt" sogleich die Peitsche hob und die Zügel wir Q�iPblicklich nach dem Hause zurück, vor welchem Graf°P'ogen find, und zugefahren!" kommandirte der ~ett Kutscher eines Blickes zu würdigen, in �platz /p, �°ne, worauf er sich nachlässig auf den einen �wbekoss» Pc und eS dem Baron überließ, mit etwas mehr wehren den andern Sitz für sich in Anspruch zu knallte, das Pferd verfiel in einen langen utscher aber, wahrscheinlich der Eigenthümer des die LzP' wendete sich halb auf seinem Sitz um, so daß er m»! en ansehen konnte. �gwerfmi, o?'' r'ef eT w höhnischem Tone aus, denn die Gott de Vrt der Behandlung hatte ihn empört.„Bei erholte er herausfordernd, nnd zugleich knallte denn die roth« Fahne ist nicht die Fahne der Republik! Ferner' betonte er auf eine neue Jnterpellatton. die Abschaffung der stehenden Heere sei eine Thorheit, die Proletarier würden nur durcb den Fortschritt, nicht durch Gewalt, etwas erreichen und er selbst wolle mit dem Kommunismus und dem Kollektivismus nichts zu schaffen haben. Bei der Abstimmung wurde mit er- drückender Mehrheit das von dem Komitee vorgeschlagene Ver- trauensvotum verworfen und dagegen eine Tagesordnung an- genommen, welche fich gegen die Haltung des jetzigen Vertreters und dahin ausspricht, bei der nächsten Wahl einen Arbeiter- kandidaten zu wählen. Italien. In der Lombardei ist wieder ein Bauernaufstand ausge- krochen, der eine ernstere Gestalt anzunehmen droht. Vor einigen Tagen wurden etwa 20 Bauern aus Cornato verhaftet. Sie wurden auf Wagen nach dem Gefängnisse gebracht, wo fich bereits ebenso viele in Hast befinden. Mehrere Geschwader Reiterei wurden zu Aufrechterhaltung der Ordnung abge- schickt. Dänemark. Dem Ministerium Estrup wird der Boden unter den Füßen immer mehr entzogen, In Höring bei Aarhuus haben zunächst 10 Bürger die Steuer verweigert, fie find darauf hin zwar vom Kirchspielvogt ausgepfändet worden, allein damit wird die Sache nicht beendet sein. Der höchste Gerichtshof wird sich damit zu beschästigen haben, ob ein Minister das Recht hat, die Verfassung beliebig außer Kraft zu setzen. Da der Minister eine solche Befugniß nicht befitzt, so kann er folglich auch nicht eigenmächtig das Budget feststellen, nachdem er die verfaffungs« gemäß nothwendige Zustimmung der Kammer nicht erlangt hat. Hieraus folgt wiederum, daß die Bürger durchaus berechtigt find, die Steuerzahlungen einzustellen.— Das Ministerium Estrup glaubt fich durch recht stramme Maßregeln noch über Wasser halten zu können. Der Pianofortefabrikant Holstein, welcher in Nöstwed in einer Versammlung die Minister Lan- desverräther genannt hatte, ist unter Anklage gestellt worden. Zwei Volksschullehrer, deren einer aus einem Riffelvereine nicht austreten wollte, der andere, ein Volksthingsmann, fich beleidigende Aeußerungen über den König erlaubt hatte, find ihrer Stellen verlustig gegangen. Daß solche Maßregeln das Dasein des Ministeriums wesentlich verlängern werden, ist kaum anzunehmen. Kommunales. Kommunalwähler Berlins! Heute ist der letzte Tag, an welchem die Kommunalwähler-Liste im Wahlbureau des Magistrats(Köllnisches Rathhaus) Brettestr. 20a, 2 Treppen, in der Zeit von 9 bis 1 Uhr zu Jedermanns Einsicht aus- liegt. Wer sich bis jetzt noch nicht davon überzeugt hat, ob sein Name eingettagen ist, der versäume es nicht, noch heute die Liste einzusehen. Reklamationen gegen die Richtigkeit der Wählerlisten, sowie Anttäge um Aufnahme in dieselben werden ebenfalls nur noch heute angenommen; dieselben müssen jedoch schriftlich eingereicht werden. Später eingehende Reklamationen werden nicht mehr berücksichtigt. Die Arbeiter Berlins fordem wir dringend auf, persönlich oder durch sichere Freunde fich von der richtigen Aufnahme ihrer Adressen zu überzeugen und Jrrthümer sofort zu berichti- gen. Mögen besonders vre Arbeiter-Bezirksvereine ,n dieser Hinsicht ihre Schuldigkeit thun, dadurch, daß die Mit- olieder derselben für alle ihnen bekannten Wähler, welche ver- hindert sind, die Listen persönlich einzusehen, dies thun, damit nicht wieder, wie bei den letzten Wahlen, so viele Wähler am Tage der Wahl deshalb von der Wahlbetheiligung ausge- schloffen werden müssen, weil ihre Namen sich in der Wähler- liste nicht befanden._ Kokales. r. Für die Prüfung der Gesuche um Schankkon- Zessionen find die recherchirenden Beamten angewiesen worden, bei der Erwägung über die Bedürknißfrage namentlich daraus zu achten, ob das vorhandene Bedürfniß für eine Schankwirth- schaft voraussichtlich ein dauerndes oder nur ein vorübergehen- des, durch zeitweilige, lokale Verhältnisse herbeigeführtes ist. Da die ertheilte Konzession auf eine Zeitdauer nicht beschränkt und ihre Fortdauer von einer späteren Aenderung des that- sächlichen Bedürfnisses nicht abhängig gemacht werden kann, so sollen von vornherein für die Bedürfnißfrage die normalen und nicht die zufälligen, zeitweiligen Verhältnisse der Oertlichkeit, für welche die Konzession nachgesucht wird, maßgebend sein. Es kommt vielfach vor, daß beispielsweise bei starker Bauthätig- keit in einer bestimmten Stadtgegend zahlreiche Gesuche um Schankkonzessionen mit dem Hinweise auf das zur Zeit vor- handene Bedürfniß für die dort thätigen Bauhandwerker moti- virt werden; find die Bauten beendet, dann fehlt jedes Be- dürfniß für die zahlreichen Echankstätten, die dann gewöhnlich in der äußeren Stadtperipherie ein zweideutiges Publikum an- ziehen, das nicht selten die Aufrechterhallung der Sicher- er spielend mit seiner Peitsche so dicht vor den Gesichtern der angehenden Mormonengenerale, daß diese erschreckt die in ihre Augen geklemmten Glasscherben fallen ließen.„Wer zum Teufel seid Ihr denn? Gehört der Wagen vielleicht Euch, oder glaubt Ihr einen Nigger vor Euch zu haben? Geschah' eS nicht dem Mr. Abraham jn Gefallen, so hättet Ihr lange warten können, bis ich meinen Wagen durch ein Paar solcher ausländischer Vogelscheuchen verunziert hätte." Mit diesen Worten warf er fich wieder herum, und nachdem er dem Pferde noch einmal zugesprochen, begann er ein lustiges Negerliedchen zu pfeifen, welches er mit dem eben so lustigen Knacken und Knallen seiner Peitsche begleitete. „Hier sind wir, meine Freunde, und nun augenblicklich aus meinem Wagen und schnell gemacht!" tönte des Kutschers Stimme nach Beendigung der Fahrt plötzlich barsch in ihre verwöhnten Ohren, und gleichzeitig standen Pferd und Wagen mit einer kurzen heftigen Bewegung sttll. Der Graf warf dem Kutscher schweigend einen durch- bohrenden Blick zu. Dieser aber lachte ihm höhnisch in's Gesicht und wiederholte die Aufforderung, ohne Säumen seinen Wagen zu verlassen. „Es ist himmelschreiend, mit welcher rohen Anmaßung der nordamerikanische Pöbel sich den gebildeten Ständen gegenüber benimmt," sagte der Graf, bleich vor innerer Wuth dem Fuhrwerk nachblickend;„in solcher Weise zu sprechen! Der Mensch verdiente mit der Hetzpettsche durch die Straßen New-Bork« gegeißelt zu werden. Wie sind die europäischen Zustände doch golden gegen die hiefigen I" „Die schönen Tage von Aranjuez sind vorüber! In Europa ist eS auch nicht viel besser, denn was der Plebs dort nicht auszusprechen wagt, das denkt er," versetzte der Baron, dem es viel zu unbequem war, sich noch zu er- eifern, dabei aber nicht ahnte, wie nahe er mit seiner ober- flächlichen und gar nicht durchdachten Bemerkung der Wahr- heit gekommen. „Beim Jupiter!" rief der Graf plötzlich aus, m die Vorhalle von Abraham'» Haus springend und den Baron nach sich ziehend,„beim Jupiter und bei allen schönen Mormonengöttinnen! Schau hin, Brüderchen, dort kommen heit und Ruhe in solchen neuen Stadtgegenden er- schwert. In Zukunft soll auf solche zeitweilige und außer« gewöhnliche Bedürfnisse hin eine Konzesfionsertheilung nicht stattfinden, vielmehr sollen hierfür diejenigen Verhältnisse maßgebend sein, welche voraussichtlich nach der Beendigung einer außergewöhnlichen Bauthätiakeit, größerer Erdarbeiten oder dergl., eintteten werden.— Augenscheinlich steht diese Anordnung im Zusammenhange mit den kürzlich von dem Minister des Innern getroffenen Maßnahmen gegen das Ueberhandnehmen von Echankstätten. t.„Es wird Zeit» daß die Schule wieder anfängt!" so hört man heute schon vielfach die glücklichen Eltern reiferer Jungen natürlich sehr im Widerspruch mit den Anschauungen und Neigungen ihrer Söhne sagen. Was es für ein gefähr« liches Drng um die Langeweile ist, wenn der Kopf seinen eigenen Ideen nachgeht, weil er nichts zu lernen braucht, daran haben drei Jungen im Alter von etwa dreizehn Jahren und sämmtlich Schüler in einer Klasse einer hiefigen Gemeinde- schule einen hübschen Beitrag geliefert. Unter dem Einfluß der starken Hitze faßten fie den Entschluß, in die Welt zu gehen, zu welchem Zwecke der eine ein paar goldene Ringe seines Vaters bei einem Trödler versetzte. Mit dem Erlöse von fünfzehn Mark bestritten die drei zunächst die Kosten für ein Eisenbahn« billet nach Stettin und wanderten von dort zu Fuß nach Greifswald, die Eltern ohne jede Nachricht lassend. Von dort, wo der eine der Jungen eme Verwandte besuchen wollte, welcher Vorsatz indessen nicht zur Ausführung kam, find die drei wieder zu Fuß nach Berlin zurückgekehrt und zwar nach zehntägiger Abwesenheit; aber rn welchem Zu- stände! Ihre guten Anzüge, mit denen fie an einem Sonn- tage davon gegangen waren, find werthlose Lumpen; die Stiefeln und Strümpfe bis zur Unkenntlichkeit zerrissen und die Bengel sehen aus, mager und heruntergekommen, aber ver« brannt von der Sonne, als ob sie ein Jahr in Kamerun ge- wesen wären. Nach einem wohlverdienten Willkommen in der Hermath erzählen fie nun ihre Erlebnisse auf der Landstraße, in Heuschobern und mit den Gensdarmen; fie versichern— und man möchte ihnen glauben—, daß fie am Wandem genug hätten.— Es ist in der That etwas Mißliches um die Beauf» fichtiaung und Beschäftigung solcher größeren Jungen während der Ferienzeit in Berlin. Zum Stubenhocken kann und will man sie nicht vcrurtheilen und für eine geeignete Beschäftigung im Freien findet fich bei uns kaum Gelegenheit. Solche Jungen würden mit Freuden einige Wochen lang einem Land- mann bei seinen Verrichtungen m,t kleinen Hilfeleistungen zur Hand gehen. Von der Einstellung besonderer Arbeiterwagen beim Pferdebahnbetrieb, die jetzt Gegenstand der Verhandlungen zwischen Magistrat und der Großen Berliner Pferdebahn- Aktien- Gesellschaft ist, wird viel mehr Aufhebens gemacht, als diese Neuerung überhaupt wcrth ist. Die Abficht, im Winter die Abfahrtszeit per Wagen um eine Stunde später als im Sommer eintreten zu lassen, ist ganz entschieden geeignet, den Hauptvortheil, den diese Einrichtung der arbeitenden Bevölkerung Berlins bringen soll, wieder aufzuheben oder doch in einer Weise zu beschränken, die hoffentlich nicht in der Absicht der städtischen Behörden liegt und dem Wohlwollen nicht entspricht, das die betheiligten Faktoren den Arbeitern gegenüber durch diese Reform dokumentiren möchten. In erster Linie ist, wie der„Volksztg." in Bezug hierauf geschrieben wird, der Begriff Sommer als Maßstab für den Fahrplan der Pferdebahn in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse absolut nicht anwendbar, denn am 1. bezw. 15. Mai, wenn es nach dem Fahrplan der Pferdebahn Sommer wird, find mindestens zwei Monate ver- gangen, seit in der gesammten Umgebung Berlins Erdarbeiten, Bauten rc. begonnen haben, und bei günstiger Jahreszeit find diese Arbeiten auch im.Herbst noch in vollem Gange, wenn die Pferdebahn nach dem Fahrplan schon Winter hat. Gerade diejenigen Arbeiter also, welche der Wohlthat am meisten be- dürfen, schnell, bcqueni und billig zu ihren entfernten Arbeits- stätten zu gelangen, wären auf diese Art in der ganzen Hälfte des Pferdebahnwinters von derselben ausgeschlossen. Aber außerdem entspricht auch die spätere Abfahrtszeit den thatsäch- lichen Verhältnissen des hrefigen Arbeite Marktes so wenig, daß durch die Einführung derselben der eigentliche Zweck im Wesent- lichen verfehlt würde. Fast ausnahmslos wird in den Industrie- Werkstätten, namentlich auch in den Fabriken, im Winter und Sommer um 6 Uhr früh mit der Arbeit begonnen und wenn auch im Handwerksbetriebe diese Stunde nicht so ängstlich inne gehalten wird, so find die Werkstätten, in denen es gestattet ist, erst um 7 Uhr und mit Rücksicht auf die Benutzung der Pferdebahn etwa gar noch später mit der Arbeit zu beginnen, doch zu zählen. Der ungeheuren Mehrheit aller industriellen Arbeiter würde eine Benutzung der Pferdebahn also fast unmöglich gemacht. Jedenfalls dürfte es fich dringend empfehlen, bei den noch in Aussicht stehenden Ver- Handlungen diesen Punkt noch einmal einer reiflichen Erwägung zu unterziehen, denn es steht zweifellos fest, daß mit einer um eine volle Stunde später erfolgenden Abfahrt der Wagen im Winter der Hauptzweck der ganzen Einrichtung verloren gehen würde, und daß der Pferdebahnwinter höchsteus die Monate sie! Gut manövrirt! Wären auf Ehre mit ihnen gerade hier zusammengetroffen, hätte ich den schurkischen Kutscher nicht gezwungen, sich zu beeilen!" Sie überzeugten sich noch, daß eS wirklich kein Jrrthum sei, als sie auf dem anderen Ende der Straße die Gestalten Weatherton'S und Raft's zu erkennen glaubten, die fich langsamen Schrittes dem Hause Abraham's näherten, dann aber eilten sie, so schnell ihre Füße sie zu tragen vermochten, die Treppe hinauf, und mit der Miene von Ueberbringern wichtiger Nachrichten traten sie in das Geschäftszimmer Abraham's, den sie in tiefem Gespräch mit Jansen und Rynolds fanden. Weatherton und sein getreuer Bootsmann verfolgten unterdessen ungestört ihren Weg. Schon lange vorher, ehe sie Abraham's Haus erreichten, hatte Rast dasselbe seinem Lieutenant bezeichnet, weshalb sie, ohne sich oder ihre Ab- sichten durch forschende Bewegungen zu verrathen, mit der gleichgiltigsten Miene vorübergingen. Nur einmal richtete Weatherton seine Augen, wie zufällig, auf das HauS, um die Nummer desselben seinem Gedächtniß einzuprägen, und zugleich flogen seine Blicke blitzschnell über alle Fenster. Dies geschah indessen mit einem solchen Ausdruck, daß selbst der mißtrauischste Mormone nicht, wenn er seine Absichten nicht lange vorher geahnt hätte, dadurch zum Argwohn ver- anlaßt worden wäre. Er entdeckte nichts, was auf die Anwesenheit von Frauen gedeutet hätte, ebensowenig bemerkte er irgend einen andern Menschen. Es war Alles so still und öde in dem Hause, als sei es unbewohnt gewesen, doch bewiesen die geöffneten Fensterladen der mit sauberen Gardinen verhangenen unteren Etagen, wie die der oberen, offenbar zu Speichern und Waarenlagern benutzten Räume daS Gegentheil. zu einem gewissen Grade enttäuscht, aber auch wieder zufrieden, daß es ihm gelungen war, Hertha'» Auf- enthaltsort auszukundschaften, ohne selbst bemerkt worden zu sein, entfernte er sich langsamen Schrittes und fort- während plaudernd mit Rast, der ihn noch immer mit seinen enthusiastischen Lobpreisungen de» SeestückeS unter- hielt.— (Fortsetzung folgt.) von Mitte November bis Mitte Februar dauern dürfte, wenn nicht der Hauptnutzen für die Belheiliaten verloren gehen soll. — Im Uebrigen aber merkt man bei der ganzen Sache doch «twas allzusehr die Abficht, und man täuscht fich sehr, wenn man meint, daß ob der in Ausficht genommenen Maßregel in der Arheiterschaft helle Begeisteruna für die Pferdebahnaesell- schaften entstehen würde. Wahrscheinlich wird man im Herbst dem Magistrat sowohl wie der Großen Berliner Pferdebahn- Aktiengesellschaft etwas auf den Zahn fühlen, und es hat den Anschein, als ob man durch die Einstellung der paar„Arbeiter- wagen" fich eventuellen Kritiken entziehen möchte. Im Grunde genommen bedeutet das gar nichts, und ist man so viele Jahre auch ohne diesen rieflgen Großmuth der Pferdebahn pünktlich in die Fabriken gekommen, so wird es wohl auch noch länger flehen. Man ködert hierdurch Niemanden, auch wenn eine olche Sache, die schon lange hätte durchgeführt sein müssm, noch so reklamehaft in der Presse besprochen wird. Wenn die Große Berliner Pferdebahn- Aktiengesellschaft etwas für den Arbeiter hätte thun wollen, so hätte fich wohl schon vor Jahren die Gelegenheit geboten, heute ziehen solche„Begünstigungen", bei denen die Pferdedahn-Gesellschaft sicher auch auf ihre Kosten kommen wird, nicht mehr, es ist für die Arbeiterschaft viel er» sprießlicher, mit aller Kraft und nachhaltig dafür zu sorgen, daß die Vertreter der Arbeiterpartei im stäbtischen Parlament schließlich soviel Einfluß gewinnen, daß die Pferdebahnfraqe in ganz anderer Weise geregelt wird. Dann erst wird es möglich sein, das große Verkehrsinstitut in der richtigen Weise in den Dienst der gesummten Bürgerschaft zu stellen, ohne auf die fetten Dividenden der Herren Aktionäre Rücksicht nehmen zu müssen. Die„Arbeiterwagen" machen den Kohl nicht fett, vor allen Dingen sollen sie nicht verhindern, daß in den Verhand- lungen der den demnächstigen Stadtverordnetenwahlen unser Standpunkt, der dahin acht, daß die Pferdebahnen überhaupt in die Kommunalverwaltung übergehen, immer und immer wieder betont wird. Die Arbeiter find in niancher Hinsicht viel zu große Skeptiker, als daß sie fich durch solche Palliativ- mittelchen täuschen ließen. Auch die Arbeiterbuden auf den Vauvlätzen unter- liegen der Miethsbesteuerung in Berlin. Von den Steuerde- putationcn des Magisttats ist, wie das„Deutsche Gmndeigen- rhum" meldet, an einen Baubuden-Jnhaber folgender Erlaß gerichtet:„Nachdem erst jetzt zu unserer Kenntniß gelangt ist, daß Sie auf dem Neubau der naturhistorischen Museen in der Jnvalidenstraße bereits seit dem l. April v. I. eine Arbeiter- bude errichtet, beziehungsweise in Benutzung genommen haben, haben wir durch Abschätzung den Miethswerth derselben auf 3V Mk. festgesetzt und Ihre Veranlagung zur Miethsstcuer nach diesem Betrage, sowie zu den Realsteuern nach dem Durchschnittswerthe der Bude im vergangenen Jahre— nach 23 Mk. vom 1. April 1885 veranlaßt.— Wegen der Miethsstcuer vom 1. April 1884 bis ultimo Mörz 1885 haben wir auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen den Fiskus als den zur rechtzeitigen Meldung verpflichtet gewesenen Eigenthümer des Grundstücks in Anspruch nehmen müssen. Berlin, den 10. Juli 1885. Steuer- und Einquartierungs-Deputation des Magistrats. Es ist ein Wunder, daß man die Hundehütten und Vogelbauer noch nicht besteuert. Kaualisation. Das„Berl. Fremdenblatt" brachte kürzlich eine kurze Mittheilung dahingehend, daß in Köln die Regie- rung behufs Reinerhaltuna des Rheins auf den Ausschluß der Klosetstoffe aus den dortigen Kanälen beharrt. Nun erfährt das gleiche Blatt von Seiten eines auswärtigen Hygienikers, der vor kurzem zum Studium der hiesigen Kanäle und Riesel- felder hier eingetroffen ist, daß die Berliner Anlagen in ganz erschreckender Weise gegen die allerersten Regeln der Hygiene verstoßen. Der betreffende Gelehrte ist der Ansicht, daß die sanitätspolizeiliche Behörde ohne Zweifel veranlaßt werden wird, gegen die horrende Verunreinigung der Oberspree und des Landwehrkanals einzuschreiten, jedenfalls aber weitere An- lagen nach dem bisherigen tzobrecht'schcn Verfahren zu unter- sagen.„Wir müssen es uns versagen— so schreibt das„Berl. Frdhl."—, die ausführlichen Beobachtungen und Beweis- fühmngen, die mehr in ein Fachorgan gehören, und leider die gänzliche Verwerflichkeit unseres Hundertmillioncnkindes dar« thun, hier wiederzugeben. Angesichts der Thatsache aber, daß bei jeder Gelegenheit von der Majorität unserer Etadtverord- neten behauptet wird, die Berliner Kanalisation sei ein„Wunder- werk aller Jahrtausende", glauben wir der Bürgerschaft einige Urtheile kompetenter Sachverständigen nicht ver- schweigen zu dürfen.— In einem Gutachten an das Kultus- Ministerium sagt die Königliche Wiffenschaftlicke Deputation: „Ganz abgesehen vom national- ökonomischen Gesichts- punkte, haben fich immer mehr Stimmen gegen die Verunreini- gung der Flüsse und Wasscrläufe mit städtischer Spüljauche erhoben. Wenn die öffentliche Gesundheitspflege möglichst rerne Luft und einen reinen Untergrund verlangt, so ist ihre Forderung der Reinerhaltuna der Flüsse und Wasserläufe nicht minder gerechtfertigt... In sanitätspolizcilicher Beziehung steht es fest, daß ein Kanalwasser auch bei der größten Ver- dünnung nicht als unschädlich zu betrachten ist und unter allen Umständen die öffentliche Gesundheit gefährdet, wenn es. mit dem Flußwasser vermischt, als Trinkwasser benutzt wird, mag es auch vorher einem Reinigungsverfahren unterworfen werden. Es ist Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege, die Fäkal- stosse zweckmäßig wegzuräumen, aber von den Wasserläufcn fernzuhalten, damit auch dem Flußwasser seine große Bedeutung bewahrt bleibe und dessen Brauchbarkeit für dei Wasserversor- gung der Städte und Ortschaften in keiner Weise geschmälert werde."— In einem Gutachten des kgl. niederländischen Ober-Medizinal-Kollegiums an das Ministerium des Innern: „Das Schwemmsystem, mit oder ohne Berieselung, sollte nir- aends eingeführt werden, weil es(abgesehen davon, was außer- halb geschieht) in der Stadt schon gefährlich für die Gesundheit ist."— Prof. v. Pettenkofcr: Nach kanger und reiflicher Ueber- legung kann ich mich im Prinzip nicht für das Schwemm- system zur Beseitigung der Fäkalmassen erklären; es bringt Nachtheile für die Salubrität.— Soviel über die hygienische Untauglichkeit der Berliner Kanalisation.— Was den schönen Wahn der Berliner Steuerzahler betrifft, die Ricselwirthschaft sei ein„brillantes finanzielles Untemehmen", so kann ein hiesiges Blatt denselben zerstören durch Mittheilung der nachstehenden magistratlichen Reklamation gegen die Steuer- Veranlagung der Rieselgüter. Es heißt da u. A.:„Durch Vorlegung unserer Kassenbücher und Verwaltungsalten find wir nachzuweisen im Stande, daß die Einnahmen bei den(Osdorfer) Gütcm gegen die Ausgaben derselben stets um bedeutende Summen zurückgestanden haben... Die entstehenden Aus- fälle werden.. aus den laufenden hiesigen Gemeinde- steuern.. gedeckt. Sonach kann von einem Einkommen aus den bezeichneten Rieselgütem nicht die Rede sein. Magistrat hiesiger königl. Haupt- und Residenzstadt,(gez.) Duncker."— Trotzdem aber wird immer munter fortgerieselt und die Kanalisation stteckt ihre Fangarme fortwährend nach neuen Rittergütem aus. Diese sind ja auch so billig! Gräber sollen heilig sein und heilig gehalten werden. Die Achtung vor den Todten, das Mitleid mit dem Schmerz der Ueberlebenden und die Ehrfurcht vor den mit liebevoller Sorgfalt gepflegten Ruhestätten fordern gebieterisch, daß die Hand eines Fremden nickt gewaltsam ein durch Pietät gehei- stgtes Grab berühre. Vor Allem sollte es die Pflicht der KirchhofS-Vcrwaltung sein, die Gräber ihres Kirchhofes zu schützen und den Kirchhofsfrieden zu wahren. Auf dem neuen «wölf-Apostel� Kirchhof in Schöncberg hatte nun eine hiesige Familie ihr Kind beerdigt, das kleine Grab in liebevoller Wesse aevsteat und kürzlich auch einen schlichten Gedenkstein auf dem- selben eingesenkt. Hierfür war aber— was die Eltern nicht wußten- eine Kirchhofsgebühr zu entrichten. Anstatt nun diese Gebühr einzufordern, oder die Eltern überhaupt zu bc- nachrichtigen, wurde in Abwesenheit und ohne Wissen der Eltern der Stein durch den Todtengräber von dem Grabe wieder entfernt, und auch von diesem Ast den Angehörigen des beerdigten Kindes keine Kennwiß gegeben. Als diese das Grab ihres Lieblings jüngst besuchten, fanden sie dasselbe seiner Gedenktafel bemubr. Auf ihre Erkundigungen wurde ihnen vom Todtengräber die Auskunft gegeben, daß sie erst bezahlen müßten, und auf ihr Befragen, wo denn aber der Stein we- nigstens sei, erwidert, derselbe liege„unten in der Bude". Die gekränkten Eltern, die gerne vorher die nöthigen Gebühren entrichtet hätten, beabsichtigen, wie der„B.-C." meldet, sich wegen des Vorfalles beschwerdeführend an den Minister zu wenden. Von dem Vertreter des ersten Staatsanwalts, Herrn Simon von Zastrow, erhält die„Voss. Ztg." folgende Zu- schrift:„In der Vosfischen Zeitung findet sich ebenso wie in anderen öffentlichen Blättern wiederholt die Thassache be- hauptet, daß einem Herm Kunzendorf ein Bescheid der dies- seitigcn Staatsanwaltschaft, betreffend das Nicht Einschreiten wider den Herrn Hofprediger Slöcker, ertheilt worden sei, ohne daß der Kunzendorf eine Strafanzeige bei der Staatsanwalt- schaft gemacht habe. Ich beehre mich, Ihnen mitzutheilen, daß jene Thassache unrichtig ist. Am 20. Juni d. I. ging bei mir eine mit„Kunzendorf, Alte Jakobstraße No. 133." unter- zeichnete Strafanzeige ein, welche das Einschreiten wider den Hofprediger Stöcker wegen Meineides verlangte. Der Straf- anzeige war ein von dem Kunzendorf herrührende� Zeitungs- inserat, welches dieselbe Angelegenheit betraf, als Beweis- Material beigefügt. Erst durch oie Mittheilung des Kunzen- darf erhielt die Staatsanwaltschaft Kenntniß von jenem Inserat. Am 22. Juni ging eine ähnliche Strafanzeige eines Buch- Halters Albach aus Pforzheim bei mir ein. Beiden Denun- Kanten ist gleichlautend der mehrerwähnte Bescheid von mir in Gemäßheit der Vorschrift des§ 169 der Straf-Prozeß-Ord- nung ertheilt worden. Der Bescheid an Kunzendorf ist um deshalb demselben erst am 16. d. M. zugestellt worden, weil der erste Bries mit der Adresse„A. Kunzendorf" anstatt„P. Kunzendorf" von der Post als unbestellbar zurückgegeben wurde. Mit vorzüglicher Hochachtung der Eiste Staatsanwalt. In Vertretung:-Simon v. Zastrow. Ueber den letzten Gottesdienst im Dom, woselbst be- kanntlich Herr Stöcker nach seiner Vemrtheilung zum ersten Mal predigte, schreibt ein Korrespondent der„Brest. Morgen- Zeitung":„Unsere Zeit ist optimistischen Regungen und Stimmungen nicht günstig, sondern giebt der Zweifelsucht Recht. Die naiven Leute, die fich einen wegen Beleidigung gerichtlich bestraften Hofprediger in der Ausübung geistlicher Amtshandlungen und auf der Kanzel nicht vorzustellen ver- mochten und m dem Gedanken einer Disziplinaruntersuchung gegen Stöcker Trost suchten, haben eine arge Enttäuschung er- fahren, die wir ihnen allerdings gleich vorhergesagt haben. Als Antwort auf alle Gerüchte, die mindestens von einer Amts- suspension Stöckers sprachen, meldete die„Kreuzzeitung" Frei- tag Abend, daß Stöcker zum ersten Male nach Ablauf seines Urlaubs wieder auf der Kanzel im Dom erscheinen werde. Das war ein tüchtiger Wasserstrahl für alle diejenigen, die in Stöcker schon einen todten Mann sahen. Ich habe es für eine publizistische Pflicht gehalten, diesem ersten Gottesdienst des Herrn Hofpredigers nach seiner gerichtlichen Kennzeichnung als Mann, der mit der Wahrheit auf gespanntem Fuße steht, bei- zuwohnen. Es war eine der qualvollsten Aufgaben, denen ich mich je unterzogen hatte. Zunächst in rein physischer Beziehung. Denn der Dom war thatsächlich überfüllt, bis in die Vorhallen hinaus war auch nicht das kleinste Plätz- chen frei. Als ich mich einmal umzudrehen versuchte, schoß der Gedanke durch meinen Kopf, welch' entsetzliches Unglück durch diese Ueberfülle herbeigeführt werden könnte, wenn irgend ein unverhoffter Zwischenfall eintrat. Die Temperatur des Gotteshauses war unerträglich, obwohl draußen am Vormittag ein kühler Wind wehte und der Himmel fast regnerisch aussah. Im Schiff der Kirche wurden auch mehrere Damen ohnmächtig und konnten nur mühsam hinausgefühlt werden. Mir fiel die große Zahl von bekannten Persönlichkeiten in hervorragender Stellung auf; ich hatte bei allem Pessimismus nickt ange- nommen. daß Stöcker gerade in diesen Kreisen seine Anhänger habe.(Die Redaktion des genannten Blattes bemerkt hierzu, daß ihr dieser Umstand im Gegensatz zu ihren Korrespondclen niemals zweifelhaft gewesen ist.) Auch höhere Offiziere und die jüngere Beamtcnwelt waren stark vertreten; mir schien es, als ob dieser Gottesdienst eine Demonstration für Stöcker sein sollte, als ob man im Gotteshaus des Gerichtes spotten wollte. Ich will von der Predigt des Herrn Stöcker nicht reden, er hat auf mich in keiner seiner zahlreichen Eigenschaften jenials auch nur den geringsten Eindruck machen können, weder als Parlamentarier noch als Volksredner, am wenigsten aber als Geistlicher. Was er sprach und predigte, brauchte gerade nicht im Dom zu Berlin gepredigt zu werden, denn es erhob fich nicht über das Niveau dessen, was man in kleinen Provinzial- kirchen hört." r. Der geradezu empörende Gynismus. mit welchem der Raubmörder Schunicht seine entsetzliche That behandelt, läßt jede auch noch so unglaublich klingende Aussage als wahr» scheinlich erscheinen, welche der Kriminalpolizei seitens der vor- geladenen Zeugen über das Vorleben dieses sittlich und mora- lisch verkommenen Menschen gemacht worden find. Recht aus- giebig sind die Aussagen einer langjährigen Bewohnerin des Hauses Kochsttaße 25 gewesen, woselbst Schunicht bekanntlich fich mit seiner in der städtischen Irrenanstalt zu Dalldorf de- findlichen Frau verheirathet hat. Noch nicht mitgetheilt sind folgende, sehr bcmerkenswerthe Einzelheiten: Einige Zeit vor der raffinirt ausgeführten Ueberführung der Frau nach der Neuen Eharitee brachte Schunicht eine größere Flasche, anschei- nend ein Medikament enthaltend, mit nach seiner Wohnung. Diese Flasche übergab er seiner Frau mit dem Bemerken, sie solle den Inhalt nur austtinken, dann würde sie von den Kopfschmerzen befreit werden, an denen sie zeitweilig litt. Frau Schunicht trank auch nach und nach die Flasche aus, doch es trat nach ihrer eigenen Angabe nicht eine Besserung, sondem einr dedeutende Verschlechterung ein. Eines Tages erzählte Schunicht, seine Frau habe fich wahrscheinlich in einem Anfall von„Verrücktheit" während der Nacht aus dem Fenster stürzen wollen, was, wenn es thatsächlich wahr sein sollte, nur eine Art der Verzweiflung der unglück- lichen Frau gewesen wäre. Als jene Zeugin kurze Zeit nach der Ueoerbringung der Frau Schunicht in.die Neue Eharitee den Schunicht wegen seiner Kinder besuchte und den Schunicht nicht anttaf, sagte der kleine Knabe:„Vater hat unsere Mutter zu den„Verrückten" gebracht, dafür soll er auch später ein- gesperrt werden!" Als Schunicht eines Tages seine Frau in der Neuen Eharitee besuchte, soll diese ihm zu Füßen gefallen sein und ihn flehentlich gebeten haben, sie doch zu befreien, da sie ja nicht irrig sei, fie wolle ja über Alles schweigen." Auch soll Schunicht in sie gedrungen haben, sich von ihm scheiden zu lassen. Er habe, so soll er weiter bemerkt haben, in Essen eine Frauensperson kennen gelernt, welche 3— 4000 Thaler besitze. Mit dieser wolle er sich verhcirathen und dann schon Sorge tragen, daß er später allein sei, um fich wieder mit seiner Frau zu verhcirathen. Auf diese Weise wolle er fich nur Geld schaffen. Doch Frau Sckumcht ging auf diese teuflischen An- erbictungen nicht ein, selbst nicht, als fie später nach Dalldorf überführt wurde. Daß die Unglückliche bei all' den auf sie einstürmenden Empfindungen thatsächlich zeitweise Gehirnafiektio- nen bekommen, welche ihren gegenwärtigen Aufenthalt in einer Irrenanstalt rechssertigen, ist wohl sehr erklärlich. Fernerhin berichten hiesige Blätter:„Schunicht muß sich nach Ver- übung seiner grausigen That ziemlich sicher gefühlt haben, denn, wie jetzt bekannt wird, scheint er die Gegend vor dem Halleschen Thore keineswegs gemieden zu haben, wie man doch »nthä «rchl naturgemäß anzunehmen geneigt wäre. Wir erfahren meto* daß Schunicht noch vor wenigen Wochen sein Wesen auf Belle Allianceplatz getrieben und dort fich an einzelne Fra" Personen heranzudrängen gewußt hat, um sie über im hältnisse näher auszuforschen. So soll er dort auckdieMW® fchaft einer in der Solmsstraße 49 wohnhaften Wittwe Nie» gemacht haben, der er fich als penfionirter Vice-Feldwebelvo? stellt und unter dem Vorgeben, daß er eine monatliche Pew von einigen neunzig Mark beziehe und ledig sei, fie P* stimmen gewußt haben, ihn in ibrer Wohnung zu empWJ Es scheint, daß er auch diese Betannsschaft nur zu dem 3?� gemacht hat, um fich in den Besitz einer kleinen Baasschau e setzen, die Frau Niemczyk in einem Sparkassenbuch angff! hatte. Der Umstand jedoch, daß Frau N. die Wohnung allein inne hat, sondem sie noch mit anderen Personen mag schließlich Schunicht veranlaßt haben, seinen Plan auf? geben, denn er ließ fich später nicht wieder in deren Wob« sehen. In welch' raffinirter Weise er übrigens seine$'4 durchzuführen suchte, dafür nur ein Beispiel: Frau befindet sich im Besitze einer goldenen Uhr, auf die es SchM« zweifellos abgesehen hatte. Am Tage nach der Katastwpb� Tabbert's Waldschlößchen erschien er plötzlich in der W°b« s ch � der Frau N, um dieser mitzutheilen, daß er fich ebeniall»-■ der Unglücksstätte befunden und dort drei Menschen Wig gerettet, bei diesem Rettungswerk aber seine Uhr einM habe. Seine heroische That scheint aber keinen sonder« Eindruck gemacht zu haben, denn Frau N. widerstand gllla« weise den Bitten des so„schwer Geschädigten", ihm einstweilen Uhr leihweisezu überlassen, und so blieb sie wenigstens vor müW lem Schaden bewahrt. In Bezug auf die pesside Unterste« daß Schunicht ein eifriger Anhänger der Sozialdemokrronrt wesen sei, gehen uns von einem Tischler, der mit dem zusammen gearbeitet hat, folgende Mittheilungen zu: A Tischler Schunicht trat im November 1884 in die PianoU' Schönhauser Allee 157 in Arbeit und war bis zum 18 � dort beschäftigt. Er verließ die Arbeit von selbst, weil er- � er uns sagte, ausruhen wollte. Man sah es ihm wohl. daß er krank war und wir riethen ihm, in ein KrankA oder zu einem Arzt zu gehen. Er lehnte dies aber entfldu ab, er wollte, wie er selbst sagte, lieber hinter einem sterben. Er lebte sehr unregelmäßig, er genoß meisteu»,.. trockenes Weißbrot und Wasser. Nach 3 Wochen, am 8% kam er wieder zu uns hin, um zu arbeiten, der Meist« � jedoch nichts mehr zu thun, und deshalb nahm SchuntB N Werkzeug auch gleich mit. Ich war sein Nachbar un».� während dieser Zeit mit ihm sehr häufig gesprochen und> daher einiges anführen. Er war in jeder Bezieh ein großer Gegner unserer Arbeiter-Org� sationen, betheiligte sich an keiner Bewegung und stützten dieselbe in keiner Weise. Er trat uns ,m 0#% stets mit deutsch-freisinnigen Phrasen gegenüber, mithin.� er niemals der Arbeiter- Partei angehört haben. Seldl>- Geschäfte der Arbeiter-Vertrcter verschmähte er, er mein»'� dieselben es nur auf die Dummheit der Arbeiter absehet" hielten deswegen sehr wenig von ihm. Die Slnglerftadt bei Stralow mit ihren bcfcÄ Buden und Miniaturgärtchen hat alljährlich ihren großer, tag, den der Kreirung des Angelkönigs. Kähne und Mg4p putzten fich zu dem Fest, welches diesmal auf den 26 gesetzt war. Mit Mufti voran geht es in großer zum einstündigen Wcttangeln hinaus, bei welchem dic�H ein Maurer mit einem dreipfündigen Blei den Sieg Jeden zappelnden Fisch begrüßte übrigens ein Tusch- mittags zogen Weib, Kino, Freunde und Verwandtes festlich geschmückte Anglerstadt ein, uud nun begann efofj fest im Kleinen, bei dem auch ein Tanz auf der W«, fehlte. Abends folgten Illumination und Wasserscuenvo�. Enitefeft in Schöneberg. Im benachbarten wird das diesjährige Erntefest am 3. August mit ganl„/ dcrem Glänze gefeiert werden. Die Festlichkeiten stets im Schwarzen Adler abgehalten werde», der zu°- Zwecke die überraschendsten Vorbereitungen getrosfe" Schöneberg hält fest an ländlichen Sitten und diese gerade bei dieser Gelegenheit voll zur Geltung. Aus? Grunde pflegt de Besuch des Schönebergcr Erntefes»' allen Schichten der Berliner Bevölkerung ein überaus reicher zu sein, wer daher ein wirkliches Erntefest i»» zahllosen Abwechselungen und heiteren sinnigen Sch«� suchen und mitmachen will, dem empfehlen wir, die bielende Gelegenheit zu benutzen.,-F Das Unglück auf dem Müggelsee, welches dre>� nen Seglern das Leben kostete, hat unsere Segler zu? � dehnten Beschaffung von Rcttungsapparatcn, K Schwimmgürteln und Westen, Rettungsringen u. vgl- � laßt. Die„Vesta" z. B. führt für 300 Mk. solcher an Bord. Mit korkgefütterten Westen gepanzerten 0.. begegnet man bereits häufiger. Auf der Spree liebt«y noch, die Apparate versteckt zu tragen, auf der Hafel sie offen. Für die Regatta des Berliner Nack 9. August auf dem Müggelsee ist eine besondere K gebildet worden, welche die Böte vor Beginn der Mr,. r ihre Ausrüstung mit Rettungsapparaten untersuchen way den stetig wachsenden Segelmassen unserer Nackten solche Vorsichtsmaßregeln auch immer nothwendiger. Vermischtes. Kindermund. In„Was Ihr wollt" finden wir drollige Aussprüche unserer„kleinen Leute": Ein siebenjähriges Mädchen hält mit dem Schreib«' A lick inne und fragt:„Vater, ist der liebe Gott ein 3" ein Christ?" ♦ ötn Die kleine Anna hat fich auf dem Jahrmarkt von b« jf ihres Vaters verloren und fragt, ihn suchend, jeden•' gegnendcn;, „Bitte haben Sie nicht einen Herrn ohne ein kleine� chen gesehen?" „ss Moritz und Arthur, zwei Knaben von fünf Ä/ Jahren, haben sich soeben an den Kindertisch zum f 1 denn so schrecklich?" fragte die besorgte Mutter. für Arthur keine Apfelstne da ist!" schluchzte der M Bruder. * „Mutter! Der Eduard läßt mir gar keinen W"', Bette!"_, „„Keinen Platz? Will er denn mehr als b>e haben?" t „Er will seinen Platz in der Mitte haben und i® beiden Seiten liegen!" den Verantwortlicher Redakteur R. Crouhei« w Berlin. Druck und Vertag von Rar Badiug w Berlin SW, Beuthstraße 2. Bernhard, ein fünfjähriger Knabe, in der Menafl � dem im Hintergrunde seines Käfigs liegenden Löwe».» I nur her, Löwe! Ich thu Dir nichts!" -"Mama, ich weiß, wie es in der Welt zugeht," kleine Beate, als sie eben ihrer Puppe einen tüchügsn D ertheilt hatte.„Die Puppe muß mir folgen, ich muß o. y? folgen, die Bonne muß Dir folgen, Du mußt demP�JJ? der Papa muß dem Präfidenten folgen, der Präsident Kaiser folgen, der Kaiser muß dem lieben Gott folfle"'„ Ii' liebe Gott", fie stockte einen Augenblick, fuhr ober da zeugt fort:„der liebe Gott muß Bismarck folgen._ % � Eue? jun Er er Hier»« eiue i tjicta''1 it W W tfhM ibtt ieSet�J e%0m ebelmf sie ,» em(. ,, larsMA h anM (an affl» Ä ' Ni-W s 6(61»« lstrophe Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 175. Donnerstag» den 30. Juli 1883. II. Jahrg. einM -Z SÄ rs zu:<< 18.� % 3# nem.ö� SZ Z neinn'-� sehend 0 'S baw '& M i ■« r« Ä Du mrchistisihti Umtrirbe m der Schweiz. »».�er dieser Ueberschrift bringt die in München(früher erscheinende„Allgemeine Zeitung" aus der West- u? w i f,ne.n Artikel, der, wenn man ihm auch nicht überall enthÄrl"® iustimmen kann, doch eine große Fülle von Wahrheit und besonders zu näherer Information in der Miir 0v.e,9net ist. Wir bringen deshalb den Artikel hier zu sandigem Abdruck: vom schweizerischen Bundesrath im Februar dieses ungeordneie Untersuchung betreffend die anarchistischen W m J" der Schweiz, und inibesondere das Attentat auf Ii„?"iersuchung ergab dann, daß die Briefe mit größter « WeanSl?' eit von einem Wilhelm Hüft aus Opfingen, . Et, M0chum Baden, Koiffeur von Beruf, herrühren, der n vaiien mTa fntthtftnnirf hnftp. sich ober aufeerbetn wurde in St. fK�mia'r �.(,..11�.�■ 1....... wv, ehe die Unter- , c Si-riii ,e Urheberschaft der Briefe ganz beendigt war. . führt neben dem Beweis, daß jene Briefe „„'s � ebenso wahrscheinlich auch von Hüft her- lösche, Mystrfikatton berechnet gewesen seien, um „«diiten Größenwahn zu fröhnen und anderntheils Elr.�'rrcbiftflchen Genossen, die ihn beleidigt hatten, perfnnr Ju �'elen, auch in eingehender Weise aus, daß � h'tch weder dem Anarchistenbunde angehörte, noch, u"* - t Pla« »«« Tage, waren wir in Visegrad bei Gregor Csiky . ,.SDa fiel es Jemandem ein, wir sollten am Her„nl bie Visegrader Burg besichtigen. Wir gingen chönst.? NagymaroS hinüber, denn wie in Zala das W mi,? ,Samogy ist, so ist in NagymaroS(das übrigens Wsch» Kastanienwalde am Hügel droben eine ? �chatten ttfAaft% das Schönste die Burg Visegrad, deren stleik ersch�t Wasserspiegel der Donau wie ein großer $fn brnL na.�men unser Vesperbrod im Kastanienwäld- .�chevh v e'"- Zwei stämmige Mägde'schleppten uns Heg 0:� Eßwaaren nach, während die Ueberreste ein Hr vn» �mädchen mit Leichtigkeit heimbrachte. Am meisten 'Aschen �"Himbeeren übrig geblieben, die sie in einem f«tinoir,n�fren waren bereits welk und zerdruckt. Zhr H feine cvf 0 war m dunklere Granatfarbe übergegangen, Fn,rf.Ylai,m war abhanden gekommen und die einladen- »«lchttvarzchen waren eingefallen. en " faj I 05u trögst Du die Himbeeren nach Hause,— ..»«dies—....- al« wir ins Dorf gelangten, ff- dan« ,u dein'°sm�"dliche Herrin, - Es St"--.®ie6 f}e.ben �0tSinbetn.! _ �3 lr f r"" Ä/v*-i»»»svvnk; 1)4 gerade, daß zwei Bauernjungen an der »? Bahnstatiou standen. sind h, Jungens! Mögt Ihr Himbeeren haben? Sie eT!, lagt- das Mädchen. H stinpnttne �aabe blickte bald un», bald die Himbeeren *'0 ,ytftUen �ugen gleichgiltig an, dann zog er sich Er Hj?. mHIsi Du die Himbeeren nicht? �widerte kein Wort, sondern retirirte«och weiter wie auch vermuthet werden wollte, ein„Spitzel" gewesen sei. Sein ganzes Verhalten sei seiner falschverstandenen Ruhmsucht, seiner Eitelkeit, seiner Räch- und Skandalsucht und setner Freude am Erfinden und am Schreiben zuzumessen. Bei aller Beruhigung, welche diese Erklärung gewählt, darf aber nicht überiehen werden, daß die sonderbare Idee nicht von ungefähr entstanden ist. Den Anstoß gab unzweifelhaft die vehemente Sprache der Äost'schen„Freiheit", aus welcher eine lange Reihe von Aus- zügen gegeben wird, und die unbestrittene Thatsache, daß in den anarchistischen Kreisen in jüngster Zeit von gewaltthätigem Vorgehen gegen die Schweiz ab und zu die Rede war. Hüft wurde durch den Umgang mit Anarchisten und durch das Lesen anarchistischer Blätter mit dem Anarchismus vertraut und er- langte auf diesem Wege die nöthigen Kenntnisse, um seiner Mystifikation die erforderliche Glaubwürdigkeit geben zu können. Die von ihm ins Werk gesetzte Täuschung gewann durch andere Thatsachen, welche die Untersuchung ermittelte, wesentlich an Wahrscheinlichkeit. Darin liegt auch heute noch der große Emst der Sache, und die Anhänger der Most'schen Theorien, die Leute, welche sich bei jeder Gelegenheit mit dem gemeinen Verbre.- chen und jeglicher Schandthat solidarischer- klären, dürfen sich nicht darüber wundern, wenn man ihnen zutraut, daß sie die Verüder dessen werden, was sie fort und fort thun zu wollen erklären, und wenn man sie dement- sprechend behandelt. Die Untersuchuna stellte sodann heraus, daß man sich über die Verbreitung des Anarchismus in der Schweiz ganz über- triebene Vorstellungen gemacht hat. An denselben sind freilich zunächst die Anarchisten selbst schuld. Ihre Berichte über an- archistische Thaten sind zumeist stark aufgetragen, tragen den Stempel der Renommisterei und VielcS, was Most in seinem grenzenlosen Größenwahn auf seine Rechnung schreiben möchte, gehört nicht auf diese Rechnung. Wenn in englischen Blättern zu lesen war, in Genf einzig hielten sich 2000 Nihilisten und in der Schweiz 5000 Anarchisten auf, so ist dieß eine lächerliche Aufschneiderei. Die stärksten anarchistischen Gruppen, welche die Untersuchung in der Schweiz fand, zählen nicht über 20, höchstens 30 Mit« glieder, und meist finden sich nur 4, 5, 6 Genossen, selbst in größeren Städten. Nicht durch ihre Zahl, wohl aber durch ihre Energie und Verwegenheit gewinnt diese Partei an Be- deutung, durch die Rührigkeit und fanatische Hingabe weniger Führer einerseits, durch ihre Presse andrerseits. Diese Presse, vorab die Most'sche„Freiheit" haben, nach der Ansicht des Generalanwaltes, Kammerer, Stellmacher, Reinsdorf, Kumitsch und Andere zu Verbrechern ausgebildet und ins Verbrechen getrieben. Glücklicherweise verfügt die Partei nur über spärliche Geldmittel, was ihre Kraft bedeutend lähmt. Schweizer Bürger haben sich verhältnißmäßig wenige der Most'schen Schaar angeschlossen und diese gehören zu den überspannten Köpfen, sind unzufriedene Elemente und Raisonneurs. Kein Schweizer spielt eine Fübrerrolle, die Führung liegt in Händen der Deutschen und Oesterreicher, welche meist aus ihrem Vaterlande wegen anarchistischer Um- triebe ausgewiesen woiden sind und sich in Folge dessen nach der Schweiz gewendet haben. Es läßt sich recht gut be- obachten, daß die Oesterreicher gegen Oesterreich, die Deutschen gegen Deutschland Front machen. Die Ausnahmsgesetze treiben eben der Schweiz die anarchistischen Agitatoren zu. Die Ausweisung derselben aus der Schweiz trifft die„Propaganda der Tbat" sehr empfindlich, das beweisen die Briefe Ausgewiesener, die Aussagen der Partei- genossen und die während der Untersuchung gemachten Be- obachtungen, welche übrigens auch vermuthcn lassen, daß die anarchistische Bewegung in der Schweiz ihren Höhepunkt über- schritten hat und sich bereits im rapiden Verfall befindet. Seit Most mehr und mehr die„Propaganda der That" zu einer„Propaganda des Ver- brechen s" gemacht hat, verweigern ihm viele frühere Anhänger die weitere Heerfolge, und wennsie auch seine„Freiheit" noch lesen, so protestiren sie doch ber jedem Anlaß gegen die Gemeinschaft mit der Theorie des Verbrechens. Der Ursprung des Anarchismus wird auf eine Schwenkung zurückgeführt, welche der internationale Arbeiterbund um das Jahr 1880 machte. Die Statuten der Internationalen von 1866 und 1873 enthalten noch keine anarchistischen Theorien. Hauptsächlich unter dem Einfluß von Bakunin gelangte fie in der Schweiz bald zu sozialrevolutionären und schließlich zu anarchistischen Anschauungen, und offiziell vollzog sich die Schwenkung auf dem internationalen Kongreß in London nach rückwärts. Der zweite Knabe, ein rothhaariger Bursche, blieb mit aufgerissenen Augen und weit offenem Munde ein wenig näher stehen. — Wenn sie sie nicht mögen, dann schütte sie einfach auf den Rasen! sagte die Herrin. Neben der Planke breitet sich eine schöne Wiese von weißen Fußstegen durchschnitten aus. Das Mädchen schüttete die Himbeeren auf den Rasen neben dem Fußwege hin. Die beiden Jungen kletterten auf die Planke und sahen von dort den Dingen, die nun kommen sollten, mit Marderblicken zu. Zu derselben Frist lauerten drei andere Rangen neben einem Hühnerstall der Planke gegenüber. Sie hatten Alles gesehen und verstanden. Man hatte Himbeeren in'S Gras geschüttet! Das war kein Traum, sondern Wirklichkeit! Nun waren sie auf das Dach des Hühnerstalles geklettert und wie Krähen saßen sie drüben, das Feld zernirend. Die Wiese war aber weit und breit leer und nur an dem Saume derselben watschelte eine irregegangene Ente herum. Von dem Dorfe her kam ein kleines Kind herge- trippelt; sein blaues Kattunröckchen hatte sich ihm vom Leibe gelöst und glitt immer tiefer hinunter, so daß die Kleine auf Schritt und Tritt darüber stolperte und schließlich hinfiel. Mama— rief sie— Ma—ma—ma! Sie arbeitete sich wieder in die Höhe und ttippelte auf dem Stege weiter, ihre Mutter suchend. Allein die Katastrophe war unvermeidlich; daS Röckchen glitt so lange hinunter, bis es schließlich ganz zu Boden fiel. DaS aus seiner Hülle losgeschälte Kind blieb ganz verduzt in seinem Hemdchen neben der abgestteiften Hülle stehen. Sein bauSbäckigeS Gesichtchen nahm einen bitterbösen Ausdruck an, eine Weile lang dachte es nach, dann ging es weiter, das Röckchen zurücklassend und die nackte« Beine hurtig vorwärtsbewegend. im Juli 1331. Die Konferenz der deutschen Anarchisten vom September 1880 am Genfer See empfahl in einem Manifest eine geschlossenere und vollständigere Organisation der anarchistischen Elemente und die„Freiheit" wurde als offizielles Parteiorgan und als Vermittlerin zwischen den ein- zelnen Gruppen erklärt. Von nun an wog das förderalistische System einzelner Gruppen vor dem zentralisirten vor; die gegenseitigen Beziehungen unter denselben sollen durch Korrespon- denzen und durch ein internationales Jnformationsbureau erhalten werden. Die„Propaganda der That" hat zum Zweck die allgemeine soziale Revolution und mit dieser die Beseitigung der staatlichen Organisationen und die Herstellung der allge- meinen politischen und sozialen Gleichheit, und zur Erreichung dieses Zweckes soll jedes Mittel erlaubt sein, wie die Most'sche „Freiheit" in zahllosen Stellen auseinandersetzt, indem fie an Stelle der Bezeichnung ihres Systems mit„Anarchie" die- jenige von„Harmonie" geltend machen will. Daß die von den schweizerischen Behörden erlassenen Bestrafungen und Aus- Weisungen anarchistischer Genossen die Schweiz selbst zum Ziel- puntt der heftigsten Ausfälle der„Freiheit" machten, ist selbst- verständlich, und ihre diesfälligen Kundgebungen bildeten ein nicht unwichtiges Moment für die Beantwortung der Frage, ob den Anarchisten vernünftigerweise der Plan, das Bundes- rathhaus in die Luft zu sprengen, zugetraut werden konnte. Aus diesen Kundgebungen ergiebt sich ferner, daß der Anar- chismus nicht nur der Monarchie oder nur den Ausnahmegesetzen gilt, sondern daß em republikanisches Staats- leben und republikanische Behörden den Anarchisten der That womöglich noch verhaßter sind als Monarchien und Monarchen. Die Anarchisten sind nicht eine Gesellschaft, welche etwa nach Art anderer Vereine organifirt wäre. Sie versammeln sich frei in Gruppen, ohne Statuten, ohne Vor- stand, häufig ohne besonderes Lokal; die Mitglieder gehören oft auch sozialdemokratischen Vereinen an, die durchaus nicht anarchistisch sind; fie stehen in persönlichen Beziehungen zu den Mitgliedern anderer Gruppen, schreiben sich unter Deckadressen, brauchen Chiffreschrift u. f. w. lieber die Persönlichkeiten von 120 Genossen hat die Untersuchung einen besonderen Bericht abgefaßt, der noch nicht veröffentlicht ist, der aber für die wettere Verfolgung dieser Angelegenheit von ebenso großem Werth sein wird, wie der vorliegende Bericht selbst. Auch mit dem so- genannten Spitzelwesen beschäftigte sich die Untersuchung und konstatirte auch hier, daß darüber im Publikum höchst über- ttiebene Vorstellungen herrschen. Die Berichte der eigentlichen Polizeispitzel zeichnen sich durch solche Uebertrerbunaen aus. Agent« provocateur« werden, wie der Fall Weiß in Basel zeigt, vor den Richter gestellt und ausgewiesen. Rechtlich kommt der'Bericht zu dem Schluß, daß eine straf- richterliche Verfolgung der Anarchisten nach dem schweizerischen Bundesgesetz von 1853 nicht stattfinden könne; dagegen fanden die bekannten Ausweisungen von Anarchisten auf administra- tivem Wege statt. Zur wirksameren Verfolgung wird die Er- richtung einer polizeilichen Zentralstelle befürwortet, welche über Persönlichkeiten und die Bewegung der Anarchisten von den Polizcistellen der Kantone auf dem Laufenden gehalten und dann ihrerseits das so gewonnene Material verwerthen würde. Auch eine Revision des Bundesstrafrechts wird angeregt, welche ein einheitliches Recht gerade mit Rückficht auf die anarchisti- schen Verbrechen herstellen sollte, welche denn doch einen eigen- thümlichen Charakter haben, immerhin aber weniger politische als soziale und darum auch mehr gemeine Verbrechen sind, deren Charakter aber eine möglichst einheit- liche Behandlung fordert, so daß in einem und dem- selben Staate für fie nur ein Recht und für ihre Verfolgung nur ein Verfahren gelten. A l s ßw ir k s a m ste s Mittel zur Bekämpfung des Anarchismus wird schließlich die möglich st weit herzigeErfüllung der berechtigten Forderungen des Arbeiter- standes betrachtet, wie denn die gesetzgebenden Behör- den aller Kulturstaaten bereits auf diesem Boden stehen. Daß der Anttag des Generalanwalts auf Fallenlassen der Unter- suchung betreffend die anarchistischen Umtriebe in der Schweiz und das Attentat auf das Bundesrathhaus vom Bundesrath angenommen wurde, ist schon früher berichtet worden. Kokales. er. Wahrscheinlich um Stimmung zu machen für ein Projekt, welches prinzipiell verurtheilt werden muß, macht der„Hilfsverein für gewesene Gemüthskranke" in der„Voss. Ztg." den Vorschlag, die familiale Jrrenpflcge in Berlin ein- zuführen. Man glaubt, daß sich Familien von kleinen Gewerbetreibenden und Handwerkern in hin- Und wie es so ging und ging, kam es allmälig den Himbeeren näher, die schon von Weitem sichtbar, auf den blaß- grünen Gräsern zu Haus lagen. Von der Donau kam eine kühle Brise her, welche die Altweibersommerfäden in der Luft zerpflückte, das federige Fruchtschirmchen des Löwen- zahne? auf seine Schwingen nahm und auch den Himbeeren- duft dem Hühnerstalle zutrug. Das Kind war endlich bei der saftigen Pyramide an- gelangt und beim Anblick des großen Schatzes jauchzte es laut auf. Zuerst stand das Kind wie erstarrt da, dann erhellte ein freudiges Lächeln sein schmutziges Gesichtchen, das von struppigem, flachsgelbem Haar umrahmt war. Und dennoch neigte eS sich nur zögernd hernieder, um von dem Himbeeren- kegel eine Beere wegzunehmen. Die Kleine kostete die Beere und fand sie süß. Mit wonnigem Behagen leckte sie sich die Lippen ab. Hei, wie gut, wie gut! Ihr kleine? Herzchen pochte heftig. Vorsichtig blickte sie im Felde umher, ob Jemand im großen Weltall fie beobachte. Alles war still ringsumher. Wir harrten, an die Bretterwand sielehnt, der Ankunft des Zuges und thaten, als würden wir nicht hinsehen; die kleinen Rangen auf der Planke und dem Stalldache thaten aber nichts dergleichen. Sie drohten vielmehr der kleinen Unbeholfenen mit ihren Fäusten. Sie erschrak, ihr Mündchen verzog sich, ihre Aeuglein füllten sich mit Thränen; sie begann zu weinen und wandte sich dann dem Dorfe zu. Bald war sie zwischen den Häusern verschwunden. Mittlerweile hatte sich— wer weiß wie— mit Blitzesschnelligkeit das Gerücht verbreitet, daß es auf der Hutweide «eben der Eisenbahn Himbeeren gebe. länglicher ptcht werden bereit finden lassen, unschädliche Irre, wie Idioten und Epileptiker, gegen einen entsprechenden Ent- gelt in ihr Hauswesen aufzunehmen. Bisher find zum Thcil durch die Vermittelung des Hilfsvereins ungefähr 30 solcher Geisteskranken in Berliner Familien untergebracht woidcn', die Einrichtung soll fich, wie Prediger Rohde vom Chariteekranken- Hause, berichtet, durchaus bewährt haben, obgleich fie noch viel darunter zu leiden hat, daß die Vergtitigung, welche an die Pfleger gezahlt wurde, nicht höher als auf 15 bis 20 Mark monatlich normirt werden konnte. Der Verein bringt in Vorschlag, das Pflege- und Kostgeld auf 30 Mark für den Monat festzusetzen; außerdem sollen an die Pfleger für die Bekleidung ihrer Pfleglinge jährlich 50 Mark und für Arzneien und außer ordrntliche Aus- gaben weitere 15 Mark jährlich gezahlt werben.- Wir können uns mit einer solchen Behandlung der unglücklichen Geistes- kranken aus verschiedenen Gründen nicht einverstanden erklären. Ter Verein spckulirt, wie er selbst zugiebt, auf die Bereitwillig- keit„der kleinen Gewerbetreibenden und Handwerker." Wer nun einigermaßen die wirthsctaftliche Lage dieser Klassen kennt, wird ohne Weiteres zugeben müssen, daß es fich in den weitaus meisten Fällen nur darum handeln wird, durch die Aufnahme eines Irren in die Familie fich selbst einen möglichst großen pekuniären Nutzen zu verschaffen. Es gehört entschieden nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens, in seiner Umgebung, bei Frau und Kindern stets einen Firsinnigen zu wissen, selbst wenn derselbe„unschädlich" ist. Wer eine einiger- maßen gesicherte Existenz hat, wird sich wohl niemals dazu enhchlicßen, einen solchen Unglücklichen in sein Haus auszu- nehmen. Hierüber kann man sich kaum einer Täuschung hm- geben. Man darf in solchen Fällen nicht aus Menschemminv- Uchkeit oder äbnl che gute Sachen rechnen, sondern hier kann nur die nackte Wirklichkeit den Ausschlag geben. Besser situirte Kreise nehmen also eine entschieden ablehnende Hallung ein, es soll daher diese Art der freiwilligen Krankenpflege den Ge sellschaftsklassen aufgehalst werden, die mit fich selbst genug zu tbun haben und schwerlich in der Lage find, einem Kranken H- nöthige Wartung und Pflege zu Theil werden zu lassen. Diejenigen Leute nun, welche trotzdem einen Kranken bei sich aufnehmen, werden das Pflegegeld für denselben wahr cheinlich als eine höchst willkommene Zubuße betrachten, es liegt aber ganz entschieden die Befürchtung sehr nahe, daß fich aus dieser familialen Krankenpflege ein Erwerbszweig heraus- bilden wird, der in seinen letzten Konsequenzen mit einer gewissen Engelmacherei eine verzweifelte Aehnlichkcit haben"wird. Diese" Vcrmuthung ergiebt fich fast von selbü. ES wird sich, wenn die Einrichtung vielleicht erst größere Di- mensionen angrnommen haben wird, schwerlich eine sorgfältige Auswahl der Familien vornehmen lassen, bei denen Irrsinnige untergebracht werden sollen. Wer wird denn diese Unglück- lichen vor schlechter Behandlung, vor Ausbeutung schützen können? Sie selbst doch in keinem Falle, denn auf alle ihre Reklamationen, wenn sie zu solchen überhaupt fähig sind, wird sich leicht der plausible Entsckuldigungsgrund anbringen lassen: „Der Betreffende ist verrückt\" Von.einer gewissenhaften Kontrole wird also nicht die Rede sein können. Wir können hier nur betonen, daß es durchaus Pflicht der Kom- munal Verwaltung ist, gerade für diese unglücklichen Kranken nach jeder Richtung hin durch öffentliche Mittel und in öffentlichen Anstalten zu sorgen. Ein Verein, und mag derselbe noch so wohlwollende Absichten haben, ist entschieden nicht dazu berufen, in einer so wichtigen, ein schneidenden Frage eine Aenderung zu treffen. Die Kommune verfügt bei anderen Gelegenheiten über ausreichende Geld- mittel, man kann daher unmöglich bei einer solchen Sache geizen. Wenn die Irrenanstalt in Dalldorf nicht auereicht, so vergrößere man dieselbe, es werden die Mittel hierzu jeden- falls nicht versagt werden, oder man mache einen energischen Versuch, die in Dalldorf so massenhaft verpflegten„wilden Männer dabin abzuschieben, wohin sie gehören, nämlich an den Staat. Ein Institut wie die Irrenanstalt in Dalldorf soll und darf kein Zuchtdaus sein, und wenn die Insassen, die nicht dothin gehören, cntfemt sein werden und in einen Ge- wahrsam gebracht sind, der sicherer als das Irrenhaus ist, dann wird sich auch Platz für wirklich Bedürftige finden. E. Dreißig Bäckergesellen find von hier nach Stockholm abgegangen; sie find dort engagirt, weil die Stockbolmer Ge- sellen sich geweigert hatten, des Sonntags zu arbeiten. Den Berlinern ist außer freier Hinfahrt ein Lohn von 9 Mark wöchentlich zugesagt und falls sie mindestes ein Jahr dort arbeiten, auch freie Rückfahrt. Das Benehmen dieser Bäcker- gesellen ist gerade kein schönes, fie würden gewiß recht ver- wunderte Augen machen, wenn sie selbst in irgend eine Differenz mit ihren Meistern geriethen und es würden urplötzlich bei einer Arbeltseinstellung Berufsgenossen aus Schweden in Berlin eintriffen. Jeder Arbeitnehmer soll stets daran denken, daß auch er in die Lage kommen kann, die Arbeit niederzulegen. w. Die gegenwärtig noch bestehenden unleidlichen Zustande am sogenannten Bullenwinkel welden in kurzer Zeit beseitigt weiden. Ter Magistrat ist seit dem 1. Juli er. bereits Besitzer des Grund und Bodens der neuen 17 Meter breiten Verbindungsstraße irr Ver- längerung der Taubenstr aße bis zum Hausvoigtei- Platze und der darauf stehenden Baulichkeiten. Letztere sollen sobald als möglich abgebrochen werden und wird demnächst jedenfalls noch in der diesjährigen Bauperiode mit der Regulirung und Pflasterung vorgegangen werden, vorausgesetzt, daß die Stadt- vcrordnetenversammlung hierzu ihre Zustimmung ertheilt, was Die Gaffen schütteten Kinder hervor. Einzelne und in Schaaken kamen sie vom untern und vom obern Dorfende herangezogen; der eine hatte eine Schleuder in der Hand, der Ankere ritt ein Steckenpferd; wieder Andere waren als Viergespann aufgeschirrt und jagten im Galopp auf die Wiese hinaus. Der Eine trieb einen Faßboden vor sich her, der Andere schwang einen Pferdeknochen als Streit- kalben in der Luft; ein Dritter hielt eine Sonnenblume an langem Stengel in die Höhe und rannte so ins Thal hinab, nach dem Schauplatz des fabelhaften EreigniffeS. Die Luft erzitterte von wüstem Geschrei:„Himbeeren giebt's auf der Wiese! Kommt, kommt! Wo, wo? Nicht wahr! Hoho!" Diejenigen, die vom untern Dorfende kamen, wurden von den Infaffen der Planke aufgehalten; die vom obern Dorfende Kommenden aber wurden von den auf dem Stall- dache Eitzenden angeworben. Inzwischen war der Zungen- krieg zwischen den beiden Parteien ausgebrochen. — Was wollt Ihr, Räuber? schrien die auf der Planke. Die Himbeeren gehören uns! Die Herrschaften wollten Sie uns geben! — Aber Ihr habt sie nicht annehmen wollen! antwor- teten die auf dem Stalldache. Wir wollen sie nehmen, folg- lich sind sie unser — Na, wagt es, sie zu berühren! Gras und Holz, das könnt Ihr wohl bekommen! Dies bedeutete figürlich soviel, daß sie in'S Gras beißen werden und daß das Holz ihren Rücken weich bearbeiten werde Einander verhöhnend, nach den Himbeeren, aber bis wir in den Bahnhof �"ÄlS sie nun sahen, daß von den einstigen Eigen warfen sie sehnsuchtsvolle Blicke keiner wagte e«, sich zu nähern, gingen, um die Fahrbillets zu thümern der Himbeeren kein einziger mehr dort war(ich nicht bezweifelt wird. Der Magistrat hat denn auch bei der Stadtverordnetenversammlung die Veräußerung der auf den Grundstücken Hausooigteiplatz 3 und 4 befindlichen Gedaulich leiten, durch welche die Stiaße durchgelegt wird, beantragt und zugleich die nachträgliche Bewilligung der Mittel zur Regulirung, Pflasterung und Entwässerung daselbst nach- gesucht. Ueber einen sanitären Uebelstand wird der„Post" geschrieben:..Mit großen Gcldopfern als Entschädigung für die Schlachtberechtiglen ist der Sctilachtzwong auf dem städtischen Zentral Viehhofe bchufe Hinwegräumung der gesundheits- schädlichen Folgen, welche das Swlachlen inne.halb der Stadt mit fich brachte, eingeführt. Gleichwohl wird du ser Zweck nicht ganz erreicht. Schreib! auch das Ortsstatut die Reinigung resp. Entschleimung der Eingeweide auf dem Zentralviehhofe vor ihrem Transporte nach der Stadt vor, so wird doch ein nicht unbedeutinder Theil derselben ungereinigt weggebracht und hierselbst entschleimt. Diese Mampulation verursacht einen pestilen. artigen Geruch, welcher nicht nur für die Geruchs- nerven sebr unangenehm ist, sondern auch gesundheitsgefähr- lich wirkt." »r. Die Kosten der Trichinenschau sind erheblicher, als gewöhnlich annimmt. Aus den Eulenburg'schen Mit- man theilungen geht hei vor, daß in einem Jahre in Preußen nicht weniger als 20636 amtliche Fleischbeschauer angestellt waren, also ein ganzes Armeekorps. Untersucht wurden ungefähr 4 Millionen Schweine, darunter waren 2000 tiichinös; es kam also aut 1232 untersuc! te Schweine ein trichinöses In Berlin find 237 591 Schweine untersucht worden. Die Kosten für Untersuchung eines Schweines betragen zum Mindesten 1 Mk. Die Remuneration des Fleischbeschauers verursacht natürlich die Hauptkosten. Außerdem muß man die Apparate, das Lokal und deigl. veranschlagen. Danach würden die Kosten der Fleischbeschau für Berlin allein über 237000 Mark jährlich betragen. Die elektrische Beleuchtung des Schauspielhauses wird am 15. August fertiggestellt fein und sich zum ersten Skale präsentiren Die Zentralstation der städtischen Elek- trizitäts werke in der Markgra'enstraße geht schnell ihrer Vol- lendung entgegen. Die Hälfte der Maschinen ist bereits im Betriebe, und in dem Stationsgebäude brennen Lampen zur Probe. Borficht beim Gebranch von schwedischen Streich- hölzern. Der Zigarrenmacher Fr. Kärthechen, Treskowstr. 15 wohnhaft, verbiannte sich die Hand ganz erheblich dadurch, daß beim Anzünden eines schwedischen Streichholzes die Schachtel exvlodirte. K. kalte nach der Seite hinauf gestrichen, wo die Köp'cken der Streichhölzer lagen. i. Schwärme von Heuschrecken haben sich in letzterer Zeit mehnach m dir Umgegend von Berlin gezeigt. Zur Land- plage wurden dieselben zuletzt im Jahre 1875, als sie fast den größten Theil des Regierungsbezirks Potsdam devastirten und den Ruin manches Landmannes begründeten. Diese sogenannten Wanderheuschrecken sind blaugiünlich, haben horizontal auf- liegende Lbe flügel, die unteren sind fächerartig gestaltet und lange Sprungberne, die sich nach oben hin in den Schenkeln verdecken. Ein Heuschrcckenschwarm, der über einen Eisenbahn- körper wandert, hält den schnellsten Kourierzug auf, wie es früher häufig der Fall war; die Räder drehen sich in der zcr- drückten weichen Masse, find aber nicht im Stande sich vor- wärts zu bewegen, da die Reibung vollständig aufgehoben ist. Die Wanderheuschrecken kommen meistens aus dem Orient oder Südfrankreich und werden dort auch geröstet gegessen, ein Brauch, dessen bekanntlich in der Bibel vielfach Erwähnung gethan wird. i. Eine verhängnißvolle Annonze befindet sich seit einiger Zeit am schwarzen Brett. Der spekulative Inhaber eines Frack-Verleih-Jnstituts offerirt den Herren„Studirenden und Kandidaten" jetzt bei dem am Schlüsse des Semesters sich häufenden Prüfungen„Examenfracks", in denen jeder Ent- leiher nachweislich bisher„reüsfirt" hat.— Der Mann soll ein ganz gures Geschäft machen. ar Beim Zahnarzt. Ein Zahnleidender sitzt erwartungs- voll beim Dentisten. Dieser erklärt nack genauer Prüfung: „Tie Wurzel muß heraus; die Wunde ist schon zu weit vor- geschritten. Aber das verursacht Ihnen keine Schmerzen; ich gebe Ihnen Nitrooxygan vor der Operation."—„„So, welche Wirkung äußert denn dies Gas?""—„Sie werden bewußtlos, wenn ich Ihnen den Schlauch mit dem Lachgase zwischen die Lippen halle, und wenn Sie dann wieder erwachen, so ist ver kranke Zahn heraus."— Der Patient holt hierauf sein Portemonnaie aus der Tasche. Der höfliche Zahnarzt unter- bricht ihn verbindlich:„O bitte sehr, das Honorar hat ja Zeit bis nachher."—„„Das war auch nicht meine Absicht; ich wollte nur sehen, wie viel Geld ich bei mir habe." Ein äußerst unbeliebter Aufenthalt>n der jetzigen heißen Jahreszeit ist der Karzer der Berliner Universität. 142 Stufen führen zu diesen Räumen unter dem Zinndach der Alma runter, um dort dem Musensohne, der es mit dem Respekt gegen die Universilätsgesetze nicht all zu genau ge- nommen hat, für einige Tage oder Wochen sogar Gelegenheit zu geben, hinter Schloß und Riegel Buße zu thun. Der Karzer befindet sich in dem an der Univerfitätsstraße belegenen Flügel direkt unter dem Dache. Nachdem man 5 Treppen erklommen und mehrere Gitterlhürcn auf dem Boden passirt hat, gelangt man zu einem abgeschlossenen Räume, in welchem sich 5 kleine Karzer Gelasse befinden. Das Ameublcment besteht aus einem Tisch, zwei Stühlen, einer eisernen Bettstelle mit sah ihnen von der andern Seite durch eine Ritze der Um- friedung zu), da sprangen sie plötzlich hinab, diese von den Planken, jene vom Stalle und stürzten sich mit ungeberdiger Wuth auf die Himbeeren. Es konnte jedoch kein Einziger die Himbeeren erreichen, unmittelbar vor denselben stießen sie mit großer Erbitterung auf einander und ein Knabe den andern fassend, einer den andern von rückwärts ein Bein stellend, bedrohten sie ein- ander mit den Nägeln, mit Prügeln, Knitteln, Stöcken und Ruthen. — Haut, schlagt sie! Sollen wir Alle zu Grunde gehen, aber die Himbeeren geben wir nicht her. In den betäubenden Kampfeslärm mengte sich hie und das das Gibrüll der Verwundeten. Ein Theil der Kämpfenden entfloh und wurde verfolgt, einige bekamen Nasenbluten und der Rasen wurde roth gefärbt: anderen wieder wurden die Kleider zerrissen und heulend rannten sie nach Hause. Die schwächeren Knaben lagen blau ge- schlage» und zertreten auf dem Rasen umher, die Kämpfen- den selbst schienen zu einem Igel zusammengeballt, der bald nach vorn, bald nach rückwärts rollt. Der große Knäuel löste sich bald auf, bald rollte er wieder zusammen und ward immer kleiner und kleiner, bis endlich ein heiseres Triumphgeschrei fich gen Himmel rang. Die Feigeren entflohen. Auf das Geschrei wankten die Furchtsameren von der Stallpartei aus den Büschen und hinter den Steinhaufen hervor. Einer der Feigen fand das Röckchen des kleinen Mädchens und band es als Fahne an feinen Stock. — Wir haben gesiegt! riefen sie mit weit stärkerer Stimme als die Kämpfer selbst und auch sie stürzten auf die Himbeeren. Da liegen sie nun frei, von de« Strahlen der Matratze und einem Waschtisch; auch ein kleiner Nebernauei ist noch vorhanden. Das Licht fällt von oben durch ein klerrr» im Dach befindliches Fenster hinein. Einige Randbemerkung auf dem Tisch und an den Wänden vergegenwärtigen die müthsstimmung einiger Musensöhne, die längere Zeit dort unfreiwillig fich aufhalten mußten:„Ich bin hier gewesen,~ und wer dies hat gelesen,— ist auch hier gewesen— schrew in stoischer Ruhe ein Student der Philosophie.—„Hier ven den Bänden das Miasma, giebts allerschönste Protoplasma, schreibt ein feinfühliger Mediziner darunter.— Uebrigens W Rektor und Senat m diesem Sommerscmester nur drei un< freiwillige Besucher dem Karzer überwiesen, ein Beweis,# wenig im Allgemeinen größere Extravaganzen unter W köstigen. N. Ein beklagenSwerther Unglücksfall trug fich vorgestrigen Tage in der Maschinenfabrik von Löwe in f Hollmaonstraße zu. Beim Aufladen einer schweren Maschs verunglückte der dabei beschäftigte Arbeiter mit Namen JW dadurch, daß die qu. Maschine herunter und ihm auf den M fiel. K. erlitt dadurch eine theilweise Zerquetschung der und mußte nach Anlegung eines Nothverbandes sofort in M Wohnung geschafft werden, wo er fich in ärzlicherBehandlunS befindet. m., n. Zwischen Himmel und Erde in der vollsten Bed» tung des Wortes schwebte am gestrigen Tage ein in lottenburg in dem Hause Schloßstraße 13 in Kondition fWP des Dienstmädchen. Aus einem noch nicht bekannt gewordenen Grunde, anscheinend jedoch in einem Anfall momeirtarr« Geistesgestörtheit, versuchte das Mädchen sich gestern SWW" tag aus dem Fenster der Wohnnng auf dre Straße zu## Bei diesem Versuch blieb fie jedoch mit den Kleidern an vorspringenden Ballon hängen, so jeden Augenblick in der � fahr, herabzufallen. Ein auf einem gegenüber belegenen platz beschäftigter Maurer, der Augenzeuge des Vorfalls(F wesen, eilte sofort zur Rettung herbei und gelang es% mittelst Leitern und Stricken, das Mädchen aus semer 0# vollen Position zu besreicn. Polizei-Bericht. Am 27. d. M. fiel der Baggermap Rothe beim Verlaffen eines Omnibus in der Friedlich straft� Erde und brach den Unterschenkel, konnte sich aber nocb n™ seiner in derselben Straße belegenen Wohnung begeben- Am 28. d. M. wurde ein Mann in seiner in der Christ�? straße belegenen Wohnung-rhängt vorgefunden. Elp" Zwistigkeiten sollen die Veranlassung zum Selbstmorde gea� sein.— An demselben Tage Vormittags wurde die unveW lichte Schnöpi, Dresdenerstraße wohnhaft, an der Ecke � Kommandanten- und Alexandrinenstraße von einer Cqu'f* überfahren und erlitt dabei einen Bruch des rcchten% schenkels. Sie wurde mittels derselben Equipage nach% Mnbnilna aebracbt.— Am Nachmittage wurde der vor u, 31 mit Abschleifen von Mosaikpfi� Wohnung gebracht. Hause Schützenstraße bcschäftigle Marmorschlcifer Giovanni, Jnvalidenstraße Haft, plötzlich vom Schlage getroffen und verstarb auf der — Zu derselben Zeit wurde ein Mann in der Kesselstraft' einer Kellerthür erhängt vorgefunden. Derselbe soll den SÄ tmtv vutyvi wuvww|uu Wen Tyw mord in einem Anfall von Geistesgestörtheit begangen — An demselben Tage Abends vergiftete fich ern Mann. einem hiesigen Hotel mittels Cyankali. Die Leiche wurde � dem Obduktionshause geschafft. Gerichts-Zeitung.„ In dem Prozeß gegen den Maurermeister Naumann und den Rechtsanwalt Grabower wurde*; gestern Abend, trotzdem die Verhandlung bis 8 Uhr%% die Beweisaufnahme noch nicht zu Ende geführt.% wurde vielmehr erst gestern Vormittag sortgesetzt. Der Theil der Zeugen, welche fich bei dem Rechtsanwalt mit dem ihm offerirten Vergleiche einverstanden erklärt K, will lediglich durch dessen Angabe, ein Testament sei vorha� und die Schwester des Angeklagten Naumann rez, eigenem Vermögen, zur Akzeptation des Vergleichs beFjji worden sein. Ein anderer Theil erklärt, daß dre Angabrnjj, Rechtsanwalts nicht bestimmend für fie waren, fit froh gewesen, sofort Geld bekommen zu haben./ lich des unter dem Namen„Tors- Krüger** be» Hauptgläubigers des Naumann wurde kom daß derselbe 40 pCt. Zinsen nahm und bereits mit einecjn" jährigen Zuchthauestrafe belegt worden sei. Aus den alten des Angeklagten Grabower wurde dessen völlige"■' lose Handhabung seines Bemfs konstatirt. Ebenso best die Anwaltskammer, daß noch niemals eine Beschwerde gegen den Rechtsanwalt Grabower eingelaufen ist. 34'% Makower überreicht eine Gebührenberechnung, nach rvcWlh Mandant nach der Gebührenordnung für seine 2%/ 1368 Mark 40 Pf. zu beanspruchen gehabt haben roiir-V Verschiedene Zeugen bekundeten, daß der Angeklagte RaM ihnen auf ihre Anfragen mitgetheilt hatte, er wäre enteck'� seine Kinder bekämen das ganze Vermögen..•"qä merkcnSwerth ist noch die Aussage des Bankiers� wonach er aus den Fonds des Oehmicke den% von 100000 Stark zur Regulirung der Naumann« Schulden entnommen habe.— Um',',12 Uhr wird weisaufnahme geschlossen und nach einer'-«stündigen Pf f den Plaidoycrs geschritten. Der Staatsanwalt leite» t- untergehenden Sonne erwärmt, zusammengeflossen, bläulichrother Brei.$ Die genäschigen Rangen machten sich gierig** Siegesmahl..jk — Prächtig, sagte der älteste Zunge und blies n> j vor sich hin. w — Nun, man kann sie noch essen, sagte ein A>v. — DaS fragt sich noch!— meinte ern kleiner der bisher mit vollen Händen den Mund mit dem'. Brei gefüllt und dessen Lippen rundum vollgefchmieft Wenn man das noch essen könnte, so hätten eS die v gewiß nicht hergeschüttet.' — DaS ist wahr, riefen die Anderen, wie wen Herren etwas damit gemacht hätten? — Freilich, rief ein Bursche mit einer J Weste, ich spüre auch schon etwas, das riecht 1" kurios. Und bei diesen Worten schleuderte er die H>n? � die er gerade in der Hand hatte, gegen die Plön'', � eS nur so klatschte und daß der Himbeersaft spritzte...", J Zn diesem Augenblicke entführte uns der TrmN, � konnte ich aus den Fenstern des KoupeeS noch W lt" sich Alle bückten, um die Himbeeren um die Wette Planke zu werfen., iiitf — Oh! Oh! sagte ich, wie dumm doch die£e* A — Saft' sie gewähren, sagte Einer von sellschaft, das ist ja daS ewig Menschliche. Man J um etwas, und wenn man mit großer Mühe e» hat, wirft man es leichten Herzens wieder fort..z K o l o m an v. M i k» (Pesther Lloyd.) lsets 'lich als fe? enntifl® D'l j- ->-> mit der Vorbemerkung ein, dah die Anklagebehörde 5;®c0en den R. A. Gradower eingeschritten sei, nachdem durch („rf..?.*®*!!, ln Angeklagten Naumann eingeleitete Vorunter- »ung für die Mitschuld des Ersteren genügende Anhalte- L" 4, Tage gefördert worden. Sodann geht der Staats- ji, m einzelnen belastenden Momente durch und gelangt eW? ryWM' daß Naumann bei der ganzen Affaire von An-», �®�ischen Abficht geleitet worden sei und daß der d-s �rabower unzweifelhaft die wahre Vermögenslage (.;* ref"0"" gekannt habe. Wenn derselbe zu k, Entlastung anführe, er sei der Anficht gewesen, 'Pefter des Naumann regulire aus eigenen W ro' f0 r stehe damit im Widerspruch, daß Naumann hei sc betreffend die Entschädigung für die Mübewaltung mit allein unterzeichnet habe. Er schließt ®ltte, Beide zu verurtheilen und beantragt gegen 54fln sronm?et Jahre Gefängniß, fünf Jahre Ehrverlust und A. A. Thelen machte für seinen Klienten Naumann >j" c* daß derselbe zur Zeit, als er die Abmachungen mit irtw»I nrath Goltz und dem Angeklagten Grabower traf, ton!! f aoch der Anficht sein mußte, es existire ein ihn aus- Testament sowie, daß das ganze Rasfinement, an� Anklage noch bei den inküminirten Handlungen An-.-n� stin soll, mit dem geistigen Zustande des Wn Ln Neumann sowie m,t dessen früher an Rl!t>.-®. gelegten Verschwendungssucht in striktem Anaf n�e stände. Der Verlheidiger schloß, indem er der s�Haung Ausdruck verlieh, der Gerichtshof würde ein frei« ßr„R tlrtheil fällen. Der Vertheidiger des Angeklagten Justizrath Makower, beleuchtete in längerer Rede den Bpize Verhalten des Angeklagten bei der in Rede stehen- ii/i,»» Gelegenheit und legte dar, daß dasselbe in jeder Be- s.�Hg ein korrektes und einem ehrenwerthen Anwalte ent- un� �-s gewesen. Für die höchst unangenehme, zeitraubende ein.« � Mühe erfordernde Arbeit, ein Arrangement zwischen di-? Schuldner und seinen Gläubigem zu bewerkstelligen, sei w-s-n Grabower geforderte Summe keineswegs zu hoch ge- der JLü burch das ganze Auftreten des Naumann wie besondars �„.�ehwester desselben, konnte Grabower sehr wohl der Ueber- »iÄ sein, die letztere würde auch aktiv für den Bruder in g,,,,�esche treten. Er habe lediglich seine Aufgabe, zu re- o"PH-«n Auge gehabt und sich um die eventuelle Erbschaft sij Pcht gekümmert. Nach Anführung aller Momente, welche d'r w ßdes des Angeklagten Grabower sprachen, richtete an>. �eidlger mit tiefbewegter Stimme den warmen Appell Gerichtshof, den Unschuldsverfichemngen seines bisher „.-..lleisen Kollegen Glauben zu schenken und denselben frei- w Se"- Lb derselbe sonst in einem Falle oder in 20 Fällen a.J�frugcs für schuldig erachtet wurde, sei gleichgiltig. Der vor-> iL f erklärte, daß die Publikation des Erkenntnisses nicht ?>/„Kunden zu erwarten sei. Die Berathung dauerte bis uitLfTL Abends. Der Gerichtshof erkannte gegen Rechts- �.«ait Grabower auf Freisprechung, verurtheilte dagegen den allermeister Naumann zu 1 Jahr Gefängniß und 3000 M. bbuße event. noch AOO Tage Gefängniß. htt rn, hiestgen Gerichtsberichterstatter wurden in Folge lu,,.�erschweigung des Namens emer Zeugin in den Berichten ikr- eln Prozeß des Mandolinenspielers Gargiulo bezüglich A er Ehrenhaftigkeit von der„Berliner Zeitung" angegrissen. teil, � strengten dieselben gegen den verantwortlichen Redak- jJH«es genannten Blattes, Herrn Dr. Langmann und gegen �'""'.-------- Artikels. Herm Redakteur an. In dem gestern in ..........—------------- beim hiesigen Amtsgericht! 4lrE"denen Termin kam ein Vergleich zu Stande, nach it»?.Hn.die Angeklagten sämmtliche Kosten übernehmen und klz.,, daktionellen Theil der„Berliner Zeitung" eine Ehrener- veröffentlichen werden, in welcher dieselben das lebhafte bW etn aussprechen, daß sie einer derartigen grundlosen Ver- �ng gegen die Kläger Raum gegeben haben. und Versammlungen. «on u,? Pau-Tischler in Aeu-Weistensce haben in Folge «olle» �Differenzen die Arbeit niedergelegt. Sie bitten dre .»en, den Zuzug fern zu halten. Polizeilich aufgelöst auf Grund des§ 9 des �euÄst-!."- Gesetzes wurde die Versammlung des Arbeiter- bei,% Verein für den Osten Berlins, welche am Dienstag, r-..-o. d. Mts.. in Keller's Salon stattfand und in der Schwennhaaen über„Frankreich 1871" sprach. Der Herr Vortragende gab zu- großen Umrissen ein Bild von der Entwickelung .. seit der Revolution von 1789, ein Bild von den "H Innern eines begeisterten Volkes arbeitenden und fe'A & allein, en Ideen, die Herrschaft über die Nation einzig und W i ln die Hände der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit Polkas?' !k!°lkschn',' ,,�ach einer verglerchenven Beiracyrung, memjei die ßr' � wet bessere wäre, der französische, der sich durch iidcr ia«»n9 �es Augenblicks fortreißen läßt, der oft genug Skalen M-I bmausschießt, aber auch degeistert für die höchsten dessen asf'CF, kämpft und duldet, oder der deutsche, '»INN„Kuth und Sanftmuth sich nur wohlfühlt, �(ht, nf« seinen langsamen und bedächtigen Gang d-n Ä« des Näheren auf die Ursachen, die -'efen eim w.' französtschen� Krieg von 1870/71 hervor- itten'w":,"10' welche daraus y>»a �... "m 1« �baupten) und bezeichnete die Erhebung der Kommune Aolke* ä"Qrä 1871 als einen Akt der spontanen Nothwehr des gard- 7,®�enüber der beabstchtigten Entwaffnung der National- eotbcrp�H, Paris. Nicht die„Internationale" habe durch eine stttufp« 1* Verschwörung diese proletarische Revolution heivor- des m' Per Ausschuß der Nationalgarde, der nach der Flucht Paris?. Vnentes und nach der Inkompetenz Erklärung des sfichlirf, ypdlrathcs sich als Regierung proklamirte, habe that- «Ig e, m. Tragweite seiner Handlungsweise nicht ermessen, ®en,ejJ;*n® für autonom erklärte und jeden Distrikt, jede öialtunL y des Landes für befähigt und berechtigt, die Ver- Alz® des eigenen Gebietes in die Hand zu nehmen.— Setlaufia v r Bortragende in weiterer Schilderung des Aiänn.-L. der Äommunebewegung, die Handlungsweise der als Kommune für uneigennützig erklärte, ihr Mandat kiärle Wrl äU"Hären und eine Neuwahl auszuschreiben, er- Gcund � überwachende Polizeibeamte die Veisammlung auf eis m. oben genannten Paragraphen für aufgelöst, gerade Pariz wL, folgende Worte sprach:„Man war sich in b(e Vcrmli.Ql,S"och nicht klar über die Art und Weise, wie Wlle»s s?„tu"fl der Stadt neu zu organistren wäre, und man "pminen im Ausschuß(der Nationalgarde) nicht so übel ge- Eiliger l.P?"" er seine Macht auch nicht in die Hände der schnitten gelegt hätte in einem Aagenblick, wo Paris, ab- Armeen c,?n der Provinz, belagert durch zwei feindliche Mt de'nh'.�Langsam entfemten sich die Anwesenden, "Agenden 2?° Personen unter Hochrufen auf den Vor- Ii, A, Der Beschwerdeweg wird beschritten werden. Dienft™ Generalversammlung der Schlosser, welche berichf Alle Jakobstr. 75 stattfand, hatte den Jahres- �"koftirnftR Thätigkeit der am 28. Juli v. I. gewählten iüNehw-pstst und den Bericht über die Streikkasse entgegen« l» M n, i( k- Bezug auf die Wahl einer neuen Lohn« k t e« l0"""«" definitiven Beschluß zu fassen. Dem ben 27 Äff.L'.Pl e zu Folge, welchen Herr Miethe erstattete, öffentliche Versammlungen, 26 Kommisstonsfitzungen, 12 Delegirten-Versammlungen und 10 Werkstatts-Bezirksver- sammlungen stattgefunden. Daß der Erfolg der Lohnbewegung sowohl in Bezug auf die Aufbesserung der Löhne, als auch in Bezug auf die Durchsetzung der lOstündlgen Ar« beitszeit nur ein geringer gewesen, ist durch den bei der großen Mehrheit der Schloffergesellen Berlins noch herrschenden Mangel an Solidaritätsgefühl verschuldet. Die Kosten der Lohn- bewegung haben die an derselben sich betheiligenden Kollegen aus eigenen Mitteln bestritten, da die ihnen von auswärts zu- gegangenen Unterstützungen weniger betragen haben, als die Beiträge, welche sie anderen Gewerkschaften haben zugehen lassen. In der an den Bericht sich anschließenden Diskussion wurde anerkannt, daß die Lohnkommisston in vollem Maße ihre Schuldigkeit getban.— Dem von dem Revisor Herrn Petzold erstatteten Kassenberichte entnehmen wir, daß die Summe der Einnahmen 5593,70 Mark und die Summe der Ausgaben 5545,30 Mark betragen bat. Nachdem auch zwei andere Revisoren erklärt, daß sie Alles richtig und in bester Ordnung gefunden, wurde dem Hauptkasfirer Herrn Miethe Decharge ettheill. Zum dritten Punkt der Tagesordnung: „Wahl einer neuen Lohnkommisfion", nahm Herr Goebel zuerst das Wott, um darzuthun, daß zur Behauptung des durch die Lohnbewegung Errungeuen eine selbstständige neben dem Fach- verein bestehende Lohnkommission nolhwendig sei. Von einer auskömmlichen Besoldung des Leiters derselben müsse Abstand genommen werden. Herr Kluge, der Vorsitzende des Fachvereis, stellte den An- trag, von der Wahl einer neuen Lohnkommission Abstand nehmen zu wollen, und führte zur Begründung des Antrages an, daß die Fachvereinsorganifatron den Vorzug vor der Lohn- bewegungsorganisation verdiene, und daß der Fachverein, falls es zur Aufrechterhaltung des Errungenen nöthig werden sollte, eine Kommisston einsetzen könne. Herr Pirch sprach sich in gleichem Sinne aus. Nachdem viele andere Redner für die Wahl einer neuen selbständigen Lohnkommisfion, die selbstverständlich, wie bisher, mit dem Fachverein Hand in Hand zu gehen habe, gesprochen hatte, wurde der Antrag Kluge abgelehnt und die Mitgliederzahl der sofort zu wählen- den neuen Lohnkommission auf 9 festgesetzt. Aus der Wahl gingen die Herren Miethe, Göbel, Marcks, Löschke, Königs- berg, Fuß, Menz, Hütter und Kühn hervor. Eine Versammlung der streikenden Maurer tagte am Dienstag Abend im„Salon zum deutschen Kaiser"', Lothnnger- straße 37, in welcher der Vorsitzende Herr Behrend den von der Meisterkommission an die Maurergesellen in der Provinz erlassenen Aufruf einer scharfen Kritik unterzog Der Ruf, daß die Maurer aus der Provinz nach Berlin kommen möchten, um hier für 4 Mark zu arbeiten, ist sehr schön, meint Redner, — aber während die Herren geschlafen haben, haben wir aear- bettet, so gut als wir es nach unseren Kräften ohne den Bei- stand der Presse vermochten, die den Kapitalisten, wozu auch die Baugewerke meister zählen, in so umsangreicher Weise zu Gebote steht. Die Herren beschwerten sich, daß wir gegen einzelne Meister besondere Maßregeln ergreifen wollten, nun, ist es nicht ebenfalls eine Maßregel, wie sie schärfer nicht gedacht werden kann, ist es nicht eine Verrufserklärung in aller Form, wenn die Meisterkommisston in dem Aufrufe, der in alle Provinzen gehen soll, auffordert, die Führer der Streikbewegung nicht in Arbeit zu stellen, weil sie in un- verantwortlicher Weise den Streik prooozirt hätten? Das wir den Streik nicht prooozirt haben, sondern sogar gegen einen allgemeinen Streik waren, weiß jeder Maurergeselle. Nachdem aber in der imposanten Versammlung in der Philharmonie die Gesellenschaft ihn einstimmig beschloß, mußten wir ihn mit allen Kräften durchführen. Diese Verrufs-Erklärung fürchten wir nicht, denn wir wissen, daß die übrigen Meister nicht daran denken. Wenn die Herren tüchtige Arbeiter brauchen, fragen sie den Teufel etwas darnach, ob dieser Arbeiter in einem Komitee gesessen hat oder nicht. Auf die Beschlüsse der Nleisterversammlung erklärt Redner, erst am Mittwoch Abend in der Versammlung, welche in„Sanssouei" stattfindet, näher eingehen zu wollen. Hervorheben wolle er nur, daß die Meister es heut selbst ausgesprochen, daß die Roth sie zusammengeführt; es sollen trotzdem nur herzlich wenig gewesen sein. Diese Ver- einigung wird nichts weiter als ein Komödienspiel sein und sollte wirtlich eine„Freie Vereinigung" neben der Innung daraus hervorgehen, so stellen wir derselben gettost unsere „Freie Vereinigung" gegenüber. Ja, selbst wenn es der Fall sein sollte, daß wir für 4 Mark 50 Pf. die Älbeit aufnehmen sollten— ich persönlich würde es nicht thun— so haben wir durch den Streik eine vereinigte Korporation von ca. 6000 Mann gewonnen. Redner bezweifelt die Richtigkeit der von den Meistern geführten Statistik bezüglich der Löhne; nach den der Streikkommission gemachten Mittheilungen müssen über 50pCt. der arbeitenden Gesellen 50 Pf. bekommen. Er bittet, ihm ein möglichst reiches statistisches Material darüber zugehen zu lassen, welche Meister Gesellen beschäftigen, wieviel und zu welchen Lohnsätzen. Es ist ein praktisches Agitationsmittel, öffentlich beweisen zu können, der und der Meister zahlt 5M., während er öffentlich erklärt hat, nur vier Mark zahlen zu wollen. Noch sind wir nicht am Ende des Streiks angelangt, das werden die Meister am Montag erfahren. Am Sonntag wird auf„Tivoli" wieder eine allgemeine Versammlung statt- finden(es war nicht möglich, eher ein großes Lokal zu bekommen) und da werden wir sehen, wie weit wir gediehen find. Die Akkordarbeit wird aber nun und nimmer allgemein eingeführt werden, denn das wäre der Ruin der Arbeiter, wir müssen vielmehr noch kürzere Arbeitszeit und höhere Löhne anstreben, damit alle Arbeiter Beschäftigung finden. Das Zeitalter der vervollkommneten Maschine fordert dies. In der Diskussion, an der sich mehrere Redner bethei- ligten, wies Herr Behrend noch daraufhin, daß nach der eigenen Statistik der Meister nur über 3000 Gesellen arbeiten; 13 000 waren aber in Berlin, 5000 find abgereist, bleiben also noch 5000 Streikende. Fast alle folgenden Redner erklärten sich für Fortsetzung des Streiks. Maurer Scheel, der im Arbeitsanzuge erscheint, meint, daß er in den beiden Tagen seiner Thätigkeit die Stimmung der Gesellen besser kennen gelernt hat, als sonst in acht Tagen. Die meisten find für Wiederaufnahme des Generalstreiks. Der Arbeiter-Bezirks-Verein des Westens hielt am Montag, den 27. d. M., im Vereinslokal„Gründers Salon", Schwermstr. 26, seine regelmäßige Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Liefländer über „Dre Wohnungsfrage". Der Referent führte in seinem Vor- trage den Anwesenden die mißlichen Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Bevölkerung recht deutlich vor Angen. Der Miether, so meinte Redner, sei gezwungen, den Kontrakt, der ihm vom Hauswirth vorgelegt werde, zu unterschreiben, obgleich die Kon- trotte alle nach einem Schema ausgearbeitet seien und weiter nichts enthielten, als Pflichten dem Wirth gegenüber. Von Rechten des Miethers sei darin nichts zu spüren. Bedauerlich sei es, daß dem Miether im Exmisfionsfalle nicht einmal die nothwendigsten Sachen belassen würden; wie er stehe und gehe müsse derselbe dann die Wohnung verlassen. Ein anderer Gläubiger dürfe seinem Schuldner wenigstens die n othdürftigsten Sachen nicht abpfänden lassen, dieses treffe aber bei dem Haus- wirth nicht zu. Referent machte sodann einige Vorschläge, welche den Druck, den die Hauswirthe heute aus den Miether ausüben können, mindern könnten. Mit einem Hinweis auf die Etadtverordnetenwahlen und der Mahnung, recht rege sich daran zu betheiligen, schloß der Referent seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Zur Diskussion meldete sich Herr Jckermann zum Wort: Es müsse, so meinte Redner, em Druck ausgeübt werden, um das harthezige Benehmen mancher Winke zu hintertreiben. Die Arbeiter müssen sich zusammenthun gen. Dieser Vorschlag daflre auf dem Prinzip der Selbsthilfe und damit habe man noch keine guten Erfahrungen gemacht, auch würde es viel zu lange dauern, um einen genügenden Fonds zusammen zu bringen, nur die Stadt und der Staat könnten etwas thun. Ein Antrag des Herrn fileinert, eine Vereinsbibliothek zu gründen, wurde angenommen und die Herren fileinert und Fischer zu Bibliothekaren gewählt. Charlottenburg, 28. Juli. Gestern fand hier unter Vor» fitz des Herrn Plage eine Volksversammlung statt, in welcher Herr Max Kreutz aus Berlin über den Arbeiterschutzgesetzent» wurf referirte. Redner erläuterte in ruhiger und sachlicher Weise die Motive, sowie die einzelnen Bestimmungen des von der sozialdemokratischen Reichstags- Frattion eingebrachten Ge» setzentwurfs. Besonders hob er die Errichtung von Arbeits» ämtern und Schiedsgerichten hervor, wobei er von häusigem Beifall unterbrochen wurde. Nach dem Referenten erhielt zu- nächst Herr Oskar Krohm das Wort zu einigen Ergänzungen des Referats. Alsdann sprachen die Herren Maler Gehrke und Maurer Plage ebenfalls über das Arbeiterschutzgesetz. Hierauf wurde eine von Herrn Tischler Wernicke eingebrachte Resolution einstimmig angenommen: „Die heutige, in Charlottenburg, in Konrad's Salon tagende Volksversammlung ist mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und erklärt, mit aller Energie dahin zu wirken, daß die in Umlauf gesetzte Petition an den Reichs- tag— wonach derselbe aufgefordert wird, dahin zu wirken, daß der eingebrachte Arberterschutzgesetz-Entwurf. zum Gesetz erhoben werde,— möglichst viel Unterschriften findet. Als- dann wurde beschlossen, eine Tellersammlung für die streiken- den Maurer vorzunehmen, wobei sich eine Debatte über den Streik erhob, an welcher sich die Herren Kreutz, Gehrke und Plage wiederholt betheiligten. Nach einem Schlußwort des Herrn Kreutz wurde vom Vorsitzenden Plage auf das„Berliner Volksblatt hingewiesen und zum Abonnement auf dasselbe aufgefordert. Um 11 Uhr schloß die zahlreich besuchte Ver- sammlung. Die Tellersammlung für die Maurer ergab 3,50 M.i Eine Töpferversammlung in Velten fand am Sonn- tag, den 26. Juli, Nachmittags, statt. Dieselbe war von fast sämmtlichcn Töpfern Veltens(ca. 450) besucht. Die Tagesordnung lautete:„Einigung oder Fortsetzung des Streiks". Der Vorsitzende, Herr W. Mertens, führte aus, daß es unter den heutigen Umständen noch nicht abzusehen sei, wann der Streik sein Ende erreicht haben werde. Die Organisation der Töpfer Veltens sei eine gute und starke, und gestützt auf diese, hoffe er, werden die Streikenden auch den Sieg erringen. Nachdem noch mehrere Veltener Kollegen sich an der Debatte betheiligt hatten, ergriffen auch die Herren Thieme, Bormann und Brüske aus Verlin das Wort und wurden ihre Aus- führungen mit großem Beifall aufgenommen. Diese Redner führten aus, daß, obgleich die Berliner Töpfer sich im Aus- stände befänden, sie den Kollegen Veltens dennoch in ihrer ge- rechten Forderung nach wie vor tteu beistehen we'den, auch die Kollegen anderer Städte Deutschlands würden ihre Schuldig- keit thun, und sollte der Streik noch einmal 12 Wochen fortdauern. Nachdem Herr Bormann mit einigen hiesigen Fabrikanten persönlich Rücksprache genommen, und in der Ver- sammlung öffentlich kund gethan hatte, daß eine Vereinbarung seitens der vereinigten Fabrikanten betreffs des Ausfiandes in kürzester Zeit erfolgen würde, schloß der Vorsitzende die Ver- sammlung Abends 8 Uhr. Brandenburg a. H.» 28. Juli. Unsere hiesige Polizei scheint sonderbare Ansichten über die gesetzlichen Bestimmungen betreffs des Vereins- und Versammlungswesens zu haben, so daß man sich mit Recht fragen kann, ob denn unsere gute Stadt wirklich im Deutschen Reiche liegt, wo doch Jeder, auch die Polizei mit inbegriffen, streng nach den bestehenden Ge- setzen handeln soll.— Am 23. Juli fand hier eine Versamm- lung statt, in welcher der aus Berlin ausgewiesene Stadtv. Ewald einen Vortrag über die Sonntagsruhe hielt, ohne den- selben jedoch, wie beabsichtigt, beendigen zu können. Der Redner führte an, Fürst Bismarck habe sich in der Sitzung des Reichstages vom 9. Mai d. I. dahin geäußert, daß die Arbeiter wohl nicht immer den richtigen Gebrauch von der Sonntagsruhe machen würden, daß vielmehr ein Theil der Arbeiter, wenn sie den Sonntag vergnügt gewesen wären, viel- leicht dafür am Montag„blaumachen" würde. Bei diesen Worten erhob sich der die Versammlung überwachende Polizei« Kommissar und erklärte die Versammlung für..geschloffen". Eine zweite Versammlung hielten die Maurer Hierselbst am 27. Juli ab, in welcher der Maurer Wittstock aus Berlin referirte.— Auch diese Versammlung verfiel demselben Schick- fal. Der Referent sprach über die Bestrebungen der Innungen und führte aus, daß bei der heutigen Produktionsweise die Innungen nicht mehr am Platze seien und daß das Zunft- wesen»n den letzten Jahren von den Mitgliedern der Innungen vielfach dazu benutzt wurde, um auf den Herbergen Gelage ab- zuhalten. Er sprach ferner über die Koalitionsfreiheit und sagte, daß sich die Arbeiter zusammenthun könnten, um ihre Interessen zu wahren, es hänge nur von der Einigkeit derselben ab, ob sie günstigere Löhne erzielten. Redner führte weiter aus, daß, wenn eine Stadt mit Arbeitem einer bestimmten Branche über- schwemmt würde, dadurch der Lohn herunter gedrückt würde- Bei diesen Worten hatte der Herr Kommissar, welcher erst während des Vortrages erschienen war. den Vorsitzenden, Herrn Maurer Pringel, gefragt, ob der Referent ein Branden- burger sei: er erhob sich und erklärte die Versammlung für auf- gelöst. Wie sollte der Kommissar auch anders handeln, da unser Herr Ober-Bürgermcister R e u s ch e r erklärt haben soll, er erlaube nicht, daß hier in Brandenburg ein Redner von Außerhalb spricht. Dresden, 28. Juli. Am letzten Vortragsabend des Dresdener Volksbildungsvereins wurde merkwürdigerweise die Versammlung aufgelöst, weil— der Peterspfennig krttistrt wurde! Der überwachende Gendarm Hettia hielt Angriffe auf den Papst und Peterspfennig für einen Verstoß gegen das Sozialistengesetz!— Jedenfalls eine originelle Auslegung des Sozialistengefetzes.,.,__ München, 28. Juli. Gestern refenrte Dr. Schoen- l a n k in einer großen Arbeiterversammlung zu Schwabing v— or-n.jw*.«----°~ sammlung 1,._ Hamburger Petition., c � Arbeiter-BezirrKverem der Friedrichstadt. Die nächste Vereinsversammlung fällt eingetretener Umstände halber aus. Versammlung der»rilial- Vorstände der Allgemeinen Metallarbeiter-Kranken- und Sterbekaffe(E. H., Hamburg 29), Donnerstag Abend 8 Uhr, Königsgraben 19. Sonntag, den 30. August, Vormittags 10 Uhr, Versammlung der Mitglieder der Filiale 5, Lothringerstt. 81, Restaurant Ackermann. Nationale Kranken- und Sterbekasse der Droschken- kutscher und verwandten Berufsgenossen. Freitag, den 31. Juli, Abends 10 Uhr, im Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße 15, ordentliche Generalversammlung. Tages- ordnung: 1. Rechnungslegung und Decharge- Ertheilung. 2. Wahl eines Schriftführers. 3. Abänderung des Statuts. Ouittungsbuch legitimirt. . Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeiter(E. H. 29, Hamburg, Filiale Berlin 6). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß vom 1. August d. I. an die zweite Zahlstelle von der Fürstenberger- und Wollinersttaßen- Ecke nach der Brunnenstr. 113, im Restaurant des Herrn Schulz, verlegt wird. Aufnahmen und Beiträge werden daselbst jeden Sonn- abend Abend von 8—10 Uhr entgegen genommen. General-Versammlung der Töpfer Berlins und Um- gegend, Freitag, den 31. Juli, Abends O'A Uhr in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstt. 77/79. Tagesordnung: 1. Wie wollen wir unseren Stteik jetzt beenden. 2. Kommisflonsbericht. i 3. Revisormwahl. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen aller Töpfer ist dringend nothwendig. Der Kachverein der Rohrleger war am letzten Sonntag tn dem Lokale von Woff u. Krüger, Ekalitzerstr. 126, versammelt, um nach Erstattung des Kassenberichts einen Vortrag des Herrn Guttzeit über:„Die Aufklärung der Arbeiter" zu hören. Der Vortragende erntete für seinen einstündigen Vortrag den Beifall der Versammelten. Der Gesangverein Männer-Chor St.> Urban ta jeden Donnerstag im Bukower Garten, Bukower Straße H Abends von 9—11 Uhr.— Neue Mitglieder werden aufge nommen. Sprechsaal. DU Redaktion stellt die Benutzung de» Sprechsaai», soweit Raum dafür abpigeten ist, dem Pudlikum ,ur Besprechung»on Angelegenheiten allgemeinen Interesse» ,ur Berfügung! fie verwahr« sich«her gleichzeitig dagegen, mit de» Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Ein Wort an die Möbelpolim Berlin»! Schon oft ist in dieser Zeitung gegen die Vereinsmeierei hier in Berlin geschrieben; aber dennoch blüht diese Wunderblume immer rlestger fort. Es beweist das so recht die Fachorganisation der Möbelpolirer.(Andere Gewerkschaften, z. B. d,e Vergolder, können stch dies auch ad notam nehmen.) Für die ca. 900 bis 1000 Möbelpolirer bestehen 3 Vereine: der Verein der selbst- ständigen Möbelpolirer, der Fachverein der Möbelpolirer auf geschweifte Arbeit und der Fachverein für Kastenarbeit. Diese 3 Vereine machen ja, der selbsfftändiae Verein etwas weniger, alle Anstrengung, um ihren Mitgliedern etwas zu bieten und neue Mitglieder heranzuziehen. Aber rst denn dieses nicht eine Zersplitterung der Kräfte? Jede einzelne Versammlung eines der drei Vereine kostet doch jeden Verein Geld und was kann bei einer Mitgliederzahl von vielleicht 100 ein Verein für Ausgaben machen? Ein lehrreicher Vortrag kostet beinahe soviel, als der Beitrag für einen Monat beträgt, und dann geht noch dieser Vortrag für die Mehrzahl verloren, weil sie nicht anwesend war. Alle Achtung vor dem Fachverein für geschweifte Arbeit, die Leute in diesem Verein geben fich alle Mühe, um etwas für die Mit« glieder zu schaffen; aber scheitert nicht jeder Versuch an dem Indifferentismus und an der Zersplitterung der brauchbaren Kräfte? War dieser Verein auch stets der Pronicr in der Po- lirerbewegung, so hätte aber dennoch mehr und Posttives ge- schaffen werden können, wenn es nur einen Verein der Berliner Möbelpolirer gäbe. Man sage mir nun nicht, die Polirer oder wenigstens die Mehrzahl oer Polirer find zur Zentralisation noch nicht reif, oder es herrscht noch der aste Kastengeist zu sehr unter den Möbelpolirem. DaS bestreite ich entschreden, der Kastengeist sputt nur in den Köpfen einiger Wenigen, und wenn diese dem Verein fem bleiben, so wäre man ihnen dankbar dafür. Vielleicht will man mir ent« gegen halten: ja, die geschweiften Arbeiter haben doch andere Interessen wie die Kastenarbetter wahrzunehmen oder umgekehrt. Wer dieses sagt, den verweise ich nur auf die Organisatron der Metallarbeiter, da finden wir Schloffer, Schmiede, Klempner, Dreher, Schnittarbeiter u. f. w. friedlich vereint zur W a h- rung ihrer Interessen. Wanrm sollten die Polirer dies nicht können? Die Versammlung am 18. d. M. bat be- wiesen, daß ein Zusammengehen aller Polirer möglich ist. Der so starke Besuch dieser Versammlung legte Zeugniß dafür ab, daß die Berliner Möbelpolirer mit in der Arbeiterbewegung stehen. Damm, Kollegen, ermannt Euch, löst die Fachvereine auf und gründet dann einen Verein zur Wahrung der Interessen aller Möbelpolirer. Dieses rufe ich namenttich den Kollegen zu, welche mit an der Spitze der Polirerorganisation stehen, denn das find Männer, die das Herz und den Kopf auf dem rechten Fleck haben. Euch, Kollegen, ersuche ich: beruft Versammlungen ein, legt den Polirem die Wichtigkeit einer solchen Vereinigung klar und jubelnd werden wir dann rufen:„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen." Kollegen! Wir haben gemeinsam eine Krankenkasse, können wir uns nicht auch vereinigen, um das Lohn« und Arbeitsverhältniß in unserm Beruf zu heben, um Wanderunterstützungskaffen zu errichten, sowie den Arbeitsnachweis zu regeln, eine Unterstützungkasse für Arbeitslose gründen, durch Anlegung einer guten Bibliolhek aufklärend unter einander zu wirken, durch Gewährung des freien Rechtsschutzes Jedem zu seinem Rechte zu verhelfen? Das Alles und noch viel mehr soll die Aufgabe sein, welche aber nur ein Verein aller Berliner Möbelpolirer lösen kann. Darum, Kollegen, die ihr an der Spitze der Po- lirerbewegung steht, Euch ersuche ich, bemft Versammlungen ein, legt die Vortheile einer Vereinigung der drei Vereine klar und serd verfichert, alle anständigen Möbelpolirer werden Euch zustimmen und für Euch einstehen— Einer für Alle und Alle für Einen. Ein Möbelpolirer, welcher seinen Beruf hochachtet. Kleine Mittheilungen. Krankfurt a. M. Verschiedene Blätter hatten die Mel- dung gebracht, daß der Mörder des Polizeiraths Rumpff, Lreske, aus seinem Transport nach dem Zuchthause zu den ihm be- gleitenden Beamten Aeußemngen gemacht habe, welche sich auf einen Prozeß bezw. seine That bezogen. Demgegenüber hat fich der Polizeipräsident von Frankfurt a. M. veranlaßt g«sthe», den Zeitungen eine amtliche Berichtigung zugehen zu laM, laut welcher die bezüglichen Mittheilungen vollständig auf Ef findung bemhen. Es ist auf dem Transporte von den beßw- tenden Beamten mit Lieske über seinen Prozeß überhaupt nub» gesprochen worden, und hat Lieske auch nicht etwa selbst M denselben bezügliche Aeußerungen gethan. Guben, 24. Juli.(Unterschlagung und Selbstmord) Der nach Unterschlagung von 7150 Mark amtlicher Gelder flüchtig gewordene Postsekretär Schönmuth aus Guben hat M vergiftet. Die Leiche desselben ist am 23. Juli bei Guben auf' gesunden worden. Sriefkasten der Redaktion. Alter Abonnent. Neuenburgerstraße. Es ist nichts gezea das Verhalten des Wirths zu machen. iw,, Krankenhau» 7a. Rechtsanwalt Wedekind in Altona- Der Vorschuß wird etwa 6 Mark betragen. P. P. 1. Die Frage ist unverständlich.. Licht. Zur Alimentrrung find Sie nicht verpflichte 2. Nein... Krüger. Der Vater haftet für die Schulden>«1»« Sohnes nicht._ W. Steinbach. Sie und Ihre Familie erwerben»w den 23. März 1886 hier ihren Unterstüyungswohnfitz.„> 8. M. 300. Die Kosten müssen Sie bezahlen. Zu n%'' term Schritten können wir nicht ratben. Schorsch K., Wz., I. N. Lothringerstraße, v» müssen sich an Ihre Spediteure wenden. Dieselben ttagm allein die Schuld an den Unregelmäßigkeiten. A. B. In dem von Ihnen benannten Falle steht Lehrer kein Züchtigungsrccht zu. Tigges. Vollständige Gesetzessammlungen mit Kommentar in populärem Sinne giebt es nicht.... Tieft. Eine Bestätigung des Todesurtheils giebt es tw mehr. Bevor das Urtheil aber zur Vollstreckung kommt, mu? es dem Landesherrn vorgelegt werden und zwar zur Erklärung darüber, ob er von seinem Begnadigungsrechte Gebräu« machen will oder nicht.' A. W. 100. Die Klage ist. sofern die Schuldnerin W wohnt, beim Amtsgericht l einzureichen.. A. K. 99. Das Uttel muß der Armenanwalt Ihnen«u� händigen, er ist nicht berechtigt, die Ausantwottung des Urte« deswegen zu verweigen, weil Sie noch nicht die Kosten be haben. Die Beschwerde wegen des Verhaltens des An" geht an den Ehrenrath der Anwälte. de« einn» Theater. Belle-Alltanee-Theater. Heute: Der Aktienbudiker. Reue» Kriedrich-Wilhelmstädtische» Theater. Heute: Der Großmogul. Osteud-Theater. Heute: Lenore. Als Verlobte empfehlen fich: Emilie Koch, Paul Weisser, Berlin. [1734 ArbewumrKt. 40 bis 50 Gfchetzll, Welche in Berlin ohne Arbeit find, verlangt[1736 Die Streiktommifsion der Töpfer Berlins und Umgegend, im Lokale des Herrn S e e f e l d, Grenadiersttaße 33. Wäsche-Näherinnen aus W.-W.-Maschineu, Lohn 12 Mark, werden verlangt bei 1706 Rachbauer, Ruheplatzstraße 24. Heneral-Bersammtung der Töpfer Berlins v. Umgegend Freitag, den 31. Juli d. I., Abends 6% Uhr, tu Gratwetl's Bierhalleu. Kommandanteustraße 77/79. Um zahlreiches Erscheinen bittet[1735 D i e Streikkommission. Große öffentliche Versammlung der Schneider Berlins heute Donnerstag, 30. Juli, Ab. 8'/» Uhr, Wilhelmstr. 118. Tagesordnung: Das Wesen und Wirken der Lohnkommisfion und die An» griffe auf dieselbe. Referent: Herr A. Täterow. Dttngende Pflicht aller Kollegen, welche zu dem Fonds der Lohnkommisfion beigesteuett und unsere Organisation unter- stützt haben, ist es, zu erscheinen.[1733 Der Einberufer: W. Staeger. In ungefähr 30 Stunden erlernt man die eZu glisehe Sprache. 1704]_ Königftraße 24, vorn 3 Trevveu. E. möbl. Std. a.Schlfst. ,. v. Neuhäuser, Kl. Markusstt.21, 2Tr. v. 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August. Original'1.%% 72 Mark. Amhctl'I, 30,'!,« 15,'U 7,50,'!« 4 M< -mMi-n billigst Borehardt Gebrüder, jgSt � August Herold Berlin SO., 113 Stalitzerstrasse 113. Möbel-, Spiegel- llml MßeWlMlM Magazil! Eigene Fabrik. Solide Preise« Prompte Bedienung. § 33 Jt§ [1717 en gros. Ggarren- u. Tabak-Handlung°° äinÄ Goercki Berlin 80., Admiralstraße 40(frühere„Linde.") Import echter Havanna, Lager aller Sorten Hauch- und Schnupf tabako, «eich»fforttrtes Lager echt türkis� amerikanischer«garretten nu» Tabake. k 16] Crouhei« in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW, Beuthstraße 2.