6# Nr. 179, Dienstag, den 4. Angnst 1883. II. Jahrg. tttarlWWW Sr,, a„ für die Jntcrrffen der Arbeiter. 4 Meint.««n* m �aS„Berliner Volksblatt" Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 N Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. ____________ I____ I— L...... 49» V ,4 Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. gm»..ntmtmtn Bim". ###### Herr Illing hat in der Zeitschrift des preußischen .i"ichen Bureaus eine Abhandlung über den gleichen Ge- »�."'veröffentlicht. Die beiden' Geheimräthe stimmen »»iL- einander überein; Illing hat gegenüber Starke breck?» die Vermehrung der Vergehen und Ver- ohZr"'g] letzten Vierteljahrhundert denn doch eine größere lft, als Starke angenommen hat. Mießt* �'lfern, welche von den beiden Geheimräthen auf- KnrrJ®0tbcn sind, interessiren uns hier nicht weiter: wir StbaiR"il13 m't der Art und Weise beschäftigen, wie die Er- Uotsi der kriminalstatistischen Untersuchungen verw erthet bet j)11>�d. Namentlich Herr Illing hat aus der Zunahme �tflon?■" und Verbrechen seltsame Folgerungen gezogen. Sehe» Auffasiung der auf die Vermehrung der Ver- «fe;• �««brechen einwirkenden Faktoren ist eine merk- Lch°J Inseitige. Er bezeichnet als solche: die Preise der »»»-Alltel, die Umgestaltung der Erwerbs- und Verkehrs- b e, Assse, den Branntweingenuß, die K u r z z e i t i g k ei t ig,- vergißt ganz selbst ,yrung der Bevölkerung, die ganz von Wir -iW».. i- �......— ,,— f � dee 3luf' Herrn Geheimrai HS von der Sache eine gänzlich Unter Vß. Es stimmt auch schlecht zusammen, daß er auch Ursachen der Vergehen und Verbrechen be»'e wirthschaftlichen Zustände aufführt und dann kftss.'i/mlkgang der Moral" in den unteren Volks- schok.s..«och als besonderen Faktor aufstellt. Schlechte wirth- S°h-ii»1°.Verhältniffe und„Rückgang der Moral" um diese Unb schliche Ausdrucksweise zu gebrauchen, sind Ursache ««tbz ung. Nach der Darstellung des Herrn Geheim- %o|;, r. 1 könnte man glauben, die Moralität in unserem ißt tvw» JS-— � � U»»--• O.tf Awt.v.ov»,Ps/>r*/> Vtttf Httn A-er..... vm Charaktereigenschaften...-------- ?«nber.sl?uch nie gesehen hat, mit welchem Heldenmuth t* f4mÄbe und Millionen unserer Volksgenoffen gegen Nnpft. Noth der Zeit, gegen Armuth und Elend an- locken �glaubliche Opfer bringen und allen schlechten !�.�ngen widerstehen, um ihren guten Namen zu Pe-sÄ 'S, gfeutffefon. Das Mormonenmadche«. Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhausen. (Fortsetzung.) 'uuß zur Ehre der zahlreichen ab- und zu- He» 2rxfaite eingeräumt werden, daß alle mit einer ge- � Und? un? auf den alten schnarchenden Seemann schau- '««nd siV�össltig vermieden, ihn zu stören, und daß Nie- s« belustj��fallen ließ, vielleicht sich auf Kosten desselben erwartete also seinen Lieutenant Dickie; er i. �slb r.� der That schon seit Stunden erwartet, und sich " fookL t9efetzt/ daß er von demselben bei seinem Ein- MWWWM l&l UJW' ba& er von den ,, Da« demerkt werden mußte. r«( 3>nrr(rr gerade so saß, hatte seine Vortheile, aber aury mit S' denn die Person, die vor dem Portal auf ""—'''.™-— f.Z...r...k denn die Person, die vor oem Porrar au, Ä �ritt>,!.? Niesen belegten Vorplatz langsam auf und >en ii„" n Bootsmann kaum eine Minute aus den "', Lf.x.a— ortnxr____ k ■»'iJ"N0 Den Bootsmann kaum eine OHtnuie aus ocit t�oihle ev' schien eben nicht die freundlichsten Absichten und 7«, alz denselben zu hegen, und nichts mehr zu fürch- getciiiv entdeckt und seiner besondeni Aufmerksam- Dies- werden. "c£'on war der Graf, der hier auf Wunsch des l �«licbk»"�draham schilderte und den Posten eines ge- an-�pwnS versah, ober, was seinen Ohren viel- «dezin��cher klang: der sich zum Rekognosziren in i. Ein-. Glitten in's feindliche Lager gewagt hatte. f4 Jülich langweilige Aufgabe, allein der Graf, lSW.-�ch« Seiten den schlauen Mormonen nicht lange geblieben, unterhielt sich vortrefflich mit fdb bies°sr"ch?. von Abraham's besten Havannah-Zigarren, Äderte» �.schmeckten um so Keffer, als in einem abge- Mrchlx.''�bengemach, so daß er nicht jedesmal bei dem th R zu eem(*nne vorüberzuschreiten brauchte, ein edler °chen wU � ausschließlichen Verfügung auf Eis gestellt bewahren, der hat keinen Begriff von unserem Volksleben und dem demselben innewohnenden hohen Grad von Mo- ralität. Auch Herr Geheimrath Illing kennt den Charakter unseres Volkes nicht.— In seinem Schluß- wort tadelt er die„milde Praxis" der Gerichte und ver- langt strengere Strafen. Dann sagt er: „Der gemeine Mann taxirt die Schwere der Ver- brechen nach der Strenge der Strafe, welche auf dieselben folgt, und wenn die Strafe allzu gelind wird, so lernt er auch die Missethat gering anschlagen, wie das Kind zuletzt nicht mehr weiß, was Unart und Ungezogenheit ist, wenn die thörichte Mutter vergißt, daß die Ruthe, zur rechten Zeit und mit Nachdruck gebraucht, zu einer Wohlthat für daS ganze Leben wird." Das ist jene sonderbare Anschauung, die schon so viel Verwirrung in der Welt angerichtet hat— die Anschauung, daß das Volk, der„gemeine Mann", als ein Kind zu be- handeln und demgemäß sür seine„Unarten" zu be- strafen sei. Auf dieser Anschauung basirte bekanntlich die ganze famose Staatskunst der weiland Fürsten Metternich. Wir hatten geglaubt, der alte Metter- nich sei längst todt und begraben. Er scheint aber noch zu spuken und zwar merkwürdiger Weise auch in Berlin. Der„gemeine Mann"— schon in diesem Ausdruck liegt ein ungeheures Vorurtheil verborgen— soll also die Schwere der Verbrechen nur nach der Höhe der Strafe taxiren! Wir müssen das auf das Entschiedenste bestreiten. Wer das Volksleben an Ort und Stelle beobachtet hat, wird uns auch Recht geben. Das Volk, der„gemeine Mann", urtheilt über die Zuwiderhandlungen gegen die Staatsgesetze niemals nach den Paragraphen des Strafgesetzbuches, sondern nach seinen eigenen Gefühlen, mit seinem Herzen. Glaubt der' Herr Geheimrath wirklich, daß es bei dem„gemeinen Mann" gar kein Ehrgefühl gäbe? Denn das müßte doch so sein, wenn die Behauptungen des Herrn Geheim- raths von den Anschauungen des„gemeinen Mannes" in Bezug auf die Verbrechen richtig wären. Wir wünschten nur, es wäre dem Herrn Ge- heimrath einmal Gelegenheit gegeben, unbeobachtet und unerkannt unserem arbeitenden Volke, dem sogenannten gemeinen Mann, bei gelegentlichen Unterhaltungen und Ge- sprächen, sei es in seinen Werkstätten oder auf seinen Ver- gnügungsplätzcn, zuzuhören und sich so Gewißheit zu ver- schaffen, wie das Volk über Vergehen und Verbrechen denkt. Von jenen Pharisäern, die in den bürgerlichen Kreisen so häufig sind und durch ihr widerliches Selbstlob jeden ver- nünftigen Menschen abschrecken, würde unter dem arbeitenden Volke wahrscheinlich kein einziger anzutreffen sein. Dagegen Er hatte sich nach einer sehr philosophischen Betrach- tung und nach einem mißtrauischen Seitenblick auf Jim Rast wieder einmal in das kleine Gemach verfügt, und wär eben im Begriff, die Neige aus der Flasche in ein großes GlaS zu gießen, als ein Aufwärter sich zu ihm gesellte und, nachdem er scheu hinter sich geblickt, ihm ein versiegeltes Packetchen überreichte. Der Graf nahm das Schreiben entgegen, las die Auf- schrift:„Ordre für den Lieutenant Weatherton," worauf er dem Aufwärter durch eine herablaffende Geberde zu ver- stehen gab, daß er seiner nicht weiter bedürfe. Dieser lächelte mit unverschämt verttaulichem Ausdruck, als wenn er in dem Grafen nur seines Gleichen vor sich gehabt hätte, Junb schnell dicht zu ihm herantretend, zog er einen Brief aus der Brusttasche, welchen er ihm mit ge- wandter Bewegung und dem Zeichen des Stillschweigens in die Hand drückte. Der Graf war überrascht und wollte fragen, von wem der Brief herrühre, allein der Kellner war schon wieder ver- schwunden. Mechanisch las er die Ausschrift, er glaubte, derselbe sei, gleich der aus Weatherton'S Gemach entwendeten Durch- suchungSordre, für Abraham bestimmt. Um so mehr wunderte er sich daher, seinen eigenen Namen und daS Wort „eilig" zu entdecken. Ohne Zögern erbrach er das Siegel, und aus dem ge- öffneten Kouvert fielen ihm zwei besondere Schreiben ent- gegen. Das eine war verschloffen und trug die von einer Damenhand zierlich ausgeführte Adresse:„An den Lieute- nant Weatherton," während das andere offene an ihn selbst gerichtet war. „Nur einem erfahrenen Soldaten durfte ein so wichtiger Auftrag ertheilt werden, deshalb, Herr Graf, werdet Ihr die unzeremonielle Art freundlichst entschuldigen, in welcher man Euch die nöthigen Mittheilunaen macht," las der Graf indem er sich mit einem beifälligen Kopsnicken stolz emporrichtete. Die Form des Brieses sagte ihm zu, und mit einer graziösen Bewegung führte er das volle Glas an � �Nachdem er daS leere Glas wieder auf den Tisch ge- würde der Herr Geheimrath finden, daß die Arbeiter nament- lich recht streng auf persönliche Ehrenhaftigkeit halten. Wer wegen eines gemeinen Vergehens oder Verbrechens bestraft ist, trägt in den Augen der Arbeiter so gut einen Makel an sich wie in den Augen Anderer. Die Höhe der Strafe hat damit gar nichts zu thun. Nur in einem Punkt denken die Arbeiter, der„gemeine Mann", anders, als so viele Leute der sogenannten guten Gesellschaft. Sie stoßen den Bestraften, der sich Mühe giebt, seinen Fehler wieder gut zu machen, nicht ohne Weiteres zurück, so daß er von Neuem dem Verbrechen in die Arme getrieben wird. Sie helfen ihm wieder empor, wenn sie den guten Willen bei ihm sehen, die abschüssige Bahn nicht wieder zu betreten, die ihn in die Strafanstalt geführt. Das Volk denkt großherzig in diesen Dingen und mit Recht; erst kommt der Mensch und dann erst der Verbrecher. Dann noch eine Frage: Wenn der„gemeine Mann", die Masse des Volks als„Kind" zu behandeln ist, so hat all die vielhundertjährige Arbiet unserer besten Geister, Alles, womit unsere vielen großen Denker uns beschenkt haben, kurz die ganze Summe der Errungenschaften der deutsche» Geschichte nicht vermocht, unser Volk aus den Kinderschuhen heraus zu entwickeln und die„Ruthe" wäre der Staats- weisheit letzter Schluß! Ist das Ihr Ernst, Herr Geheim- rath?_ Ein Wims inlft. Das Volk ist undankbar,— so lautet ein scheinweiser Satz, den Gedankenlose erfunden haben und der von Gcdankenloten nachgeschwatzt wird. Die sogenannte Undankbarkeit des Volkes soll darin liegen, daß es von seinen Günstlingen sich rasch ab- wende, und heut Kreuzige! schreie, nachdem es gestern Hostannah! gerufen. Solche Fälle find in der Geschichte allerdings nicht selten. Wenn wir aber genauer zusehen, dann werden wir ge- meiniglich finden, daß der Günstling sich der Gunst unwürdig gczeigl oder gemacht hat. Ausnahmen giebt's freilich, es fino rndeß eben Ausnahmen. Und die so gern naserümpfend über die„schwankende Volksgunst" spotten(meist befinden sie fich in der Lage abgeblitzter Liebhaber), vergessen dabei, daß das Hostannah! und das Kreuzige! in der Regel nicht aus dem- selben Munde kommt. Wenn nach einer verlorenen Schlacht, nach einem nieder» geworfenen Ausstand die Sieger mit Jubel begrüßt werden, wo Tags zuvor die Besiegten gefeiert wurden, so hat dies seine sehr natürliche Erklärung: bei Schlachten und Aufständen find zwei Seiten und zwei Parteien vorhanden, von denen die eine mit den Sieaem, die andere mit den Besiegten ist, und der verschiedene Jubel geht von den verschiedenen Seiten und Parteien aus. So wird es stereotyp als ein Beweis französischer Flatter- haftigkeit hingestellt, daß 1814 die Alliirten, nachdem Paris noch unmittelbar vorher sich ihnen so feindlich gezeigt, bei dem kellt und die beiden kleinen, schwarzen Haarbüschel auf einer Oberlippe noch kühner emporgeschraubt hatte, fuhr er ort zu lesen: „Wir befinden uns in Feindesland, und wo uns die Macht mangelt, müssen wir zur Kriegslist unsere Zu- flucht nehmen." „Ganz richtig," unterbrach sich der Graf, sich noch mehr in die Brust werfend, worauf er weiter las: „Alles hängt davon ab, daß unsere Anordnungen auf das Pünktlichste ausgeführt werden. Die strengste mili- tärische Disziplin herrscht in unseren Reihen; Ihr werdet dies finden, wenn Ihr erst in Euer» umfangreichen Wir- kungskreiS eingetreten seid.— Ob zur Zeit, wenn Ihr diesen Brief erhaltet, Weatherton schon nach seinem Hotel zurückgekehrt ist, oder nicht, werdet Ihr wissen. Befindet er sich noch außer dem Hause, so erleichtert das Eure Auf- gäbe. Ihr erwartet ihn dann, um dem grimmigen alten Bootsmann auszuweichen, auf der Straße. Händigt ihm beiliegenden Brief ein und bietet Euch an, ihn dahin zu be- gleiten, wohin der Brief ihn ruft. Ein Weltmann, wie Ihr, führt sich mit Leichtigkeit bei einem andern Gentleman ein. Sagt ihm, die Dame, die Euch um Beförderung des Briefes gebeten, befinde sich an Bord eines Hudson- Dampfers, um mit Tagesanbruch nach dem Westen abzu- reisen. Geht alsdann mit ihm nach dem Werst hinunter, nach derselben Stelle, auf welcher Ihr vor vier Tagen auf seine Ankunft harrtet. Mitten auf dem Werft werdet Ihr einen weißen Fleck bemerken. Es liegt dort Mehl, welches dem Anschein nach aus einem zerrissenen Sacke verloren ge- ganzen. Laßt ihn also auf den weißen Fleck treten und seine Blicke genau gegen Westen richten. Er wird dann eine grüne und eine rothe Laterne entdecken. Dieselben bezeich- nen daS Dampfboot, auf welchem die bewußte Dame ihn er- wartet. Ihr weigert Euch weiter mitzugehen, er kann den Weg von dort aus bequem ohne Führer finden. Euer Freund wird sich, nachdem Weatherton sich entfernte, zu Euch gesellen und Euch an Bord des Kalifornia- Dampfers begleiten. Wundert Euch über nichts, seid vorsichtig und verschwiegen, denn wir befinden uns in Feindesland. A." „Sehr richtig," sagte der Graf, als er die letzten Worte ■=== ----- Einzüge in die franzöfische Hauptstadt eine enthusiastische Auf- nähme gefunden> Das Volk, welches auf dem Montmartre hatte kämpfen wollen, und das Volk, das auf den Boulevards den Siegern zujubelte, waren zwei verschiedene Völker. Den Männern, die sich der Liebe des Volkes würdig ge- zeigt, bewahrt es in dankbarem Herzen ein treues Andenken. Wer in das sächsische Erzgebirge hinaufsteigt, wo das Stamm- gut der Familie Trützschlcr ist, wird erfahren, daß der junge Trützschler, der 1848 nach Frankfurt auszog, um die deutsche Einheit und Freiheit zu begründen, im Herzen des Volkes fortlebt, und der Held einer rührenden Legende geworden ist, wie weiland der alte Barbarossa. Er sei nicht todt, sagt das Volk; die Standrechts-Kugeln hätten einen Falschen getroffen, und Trützschler, der sich geflüchtet, werde zurückkehren, sobald die Stunde geschlagen für die Freiheit und Einheit Gesammt- deutschlands.——— Und Robert Blum,— hat daS Volk ihm nicht ein wunderbar treues, dankbares Andenken bewahrt? Doch wir wollen diese Betrachtungen nicht in die Länge ziehen. Das Beispiel, welches ein großes Volk, daß größte und freieste der Erde, uns in diesem Augenblicke giebt, straft jenes alberne Wort von der Undankbarkeit des Voltes Lügen: Grant, der Besieaer des südstaatlichen Rebellenbundes, ist ge- starben, und die Republik der Vereinigten Staaten, die ihn mit Ehren und Würden überhäufte, hat, seine zahlreichen Fehler vergessend, blas noch seiner Verdienste gedenk, eine dreißigtägige Nationaltrauer angeordnet, und wird für die Hinterbliebenen des großen Bürgers sorgen, der als Bürger leider nicht so groß war wie als Soldat. Die Lebensgeschichte des Mannes zu erzählen, ist hier nicht der Platz. Erwähnt sei nur„der größte Tag seines Lebens", weil dieser den Mann kennzeichnet und das von ihm vertretene Gemeinwesen. Es war am 9. April 1865. Vier Jahr lang hatte der Kampf gegen die Südstaaten gedauert— Ströme von Blut waren geflossen, der Patriotismus, das Pflichtgefühl und die Freiheitsliebe hatten Wunder verrichtet. Nach riefen- haftem Ringen, mit dem, wenn alle Umstände in Betracht zogen werden, selbst der letzte deutsch-franzöfische Krieg nicht den Vergleich aushalten kann, war es dem Unionsheere unter Grants genialer Führung gelungen, den Feind zur Waffen- streckung zu zwingen. Die gefangenen Rebellen erwarteten bang ihr Schicksal aus den Händen deZ Siegers. „Die Union kennt keine Sieger und Besiegte. Seid von nun ab treue Bürger. Und Alles sei vergessen. Das waren die Bedingungen des Siegers. Nie hat die amerikanische Republik, nie hat überhaupt ein Staatswesen sich größer gezeigt; und die Erhabenheit des Mo- ments verkörperte sich in der Person Grants. Später wurde er zwei Mal Präsident, und verfolgte dem Süden gegenüber fest und unentwegt die Politik der Ver- söhnung. Die materiell besiegte Rebellion wurde so auch moralisch besiegt und vernichtet— die edelste Politik und die weiseste Politik. Großstaat, der je Gleiches oder die kleine Schweiz— auch ein Eeitenstück, in der Amnestirung Sonderbundskrieg des Jahres Wo ist der europäische Aehnliches gethan? Nur freier Staar— bietet ein ver Rebellen nach dem 1847.—— Auf dem Präfidentenstuhle wurd» Grant von dem Gifte der Korruption ergriffen; er jagte nach Gold und fand den Bankerott. Vermögen und Ruf erlitten Schiffbruch. Das dankbare Volk half dem Gefallenen— zwiefach gefallen!— wieder auf; es sah nicht die Flecken, es sah nur den Glanz seiner Verdienste um die Republik. Politische Ueberstcht. In Bezug auf die Lottenefrage läßt sich die„Magd. Ztg." aus Berlin telegraphiren, daß die Regierung den vom Landtage genehmigten Entwurf betreffs der Bestrafung des Spirlens m fremden Lotterien nicht gutheißen und nicht als Gesetz veröffentlichen wird. Dagegen beruht die Meldung, daß dem neuen Abgeordnetenhause ein Entwurf wegen der Vermehrung der preußischen Lotterieloose zugehen werde, bis- her nur auf Vermuthungen. Ein Beschluß ist noch nicht ge- faßt. Es ist aber anzunehmen, daß der in der letzten Session mit geringer Mehrheit abgelehnte Antrag auf Vermehrung der preußischen Loose im neuen Abgeordnetenhause zunächst wieder- holt werden und daß erst nach der Annahme desselben die Re- gierung mit einem entsprechenden Gesetzentwurf kommen wird. Ueber das WirthschaftSjahr 1884 äußert sich das be- >an«te englische Fachblatt, der„Statist":„Vor einem Jahre leiteten wir unsere Bemerkungen über die Wirthschaftsgeschichte des Jahres 1883 folgendermaßen ein:„Das Jahr 1883 hat in geschäftlicher Beziehung Enttäuschungen gebracht. Die Ge- schäftsverflauung hat das ganze Jahr durch angehalten, und in vielen Beziehungen war die Lage Ende 1883 noch ungünstiger, als zu Anfang des Jahres. D,e Preise stehen sogar niedriger, als Ende 1882, der Periode des niedrigen Preisniveaus; viele bedeutende Bankerotte und Zusammenbrüche haben sich ereignet, und es find Anzeichen dafür vorhanden, daß sich die Situation noch verschlimmem wird, blutatis mataväis, können wir bei- gelesen, und erfüllt von der Wichtigkeit seines Auftrags reckte er sich noch höher empor, wobei er seine niedergedrückten Vatermörder wieder gerade zupfte. Da mochte er sich plötzlich der SchreckenSgestalt des schlafenden Bootsmannes erinnem, denn er sprang schnell nach der Tbür hin und ließ, behutsam um den Thürpfeiler herumlugenv, seine Blicke durch die schon leerer werdende Halle schweifen. Jim Rast saß noch immer in seiner Ecke und schlum- merte. Weatherton konnte also noch nicht heimgekehrt sein. Kaum gewahrte dies der Graf, so schlüpfte er auch schon durch oaS Portal hinaus in's Freie, um dort, wie ihm geheißen worden war, der Ankunft de» Lieutenants entgegen- zusehen.— Wohl eine Stunde mochte er schon wieder geschildert haben, eine Stunde, die er gewiß viel lieber wer weiß wo, als gerade dort, zugebracht hätte, da weckte ihn Falk's Stimme gar barsch aus seinen ehrgeizigen Träumen, in wel- chen er als Diktator des Mormonenstaates eine unumschränkte Gewalt ausübte. Erschreckt fuhr er zusammen, denn für ihn hatte des Künstlers tiefe wohlwollende Stimme, so lange er denselben kannte, immer etwas unangenehm Drohendes gehabt. Er beruhigte sich indessen schnell wieder, als er ihn mitten auf der Querstraße, zwischen dem St. Nikolaus- und Dietz'S Hotel, entdeckte, wo er eben im Begriff stand, sich mit den herzlichsten Worten von Weatherton zu verabschieden. Seine Befürchtungen, daß Falk den neugewonnenen Freund ganz nach Hause begleiten würde, erwiesen sich als grundlos; denn nachdem Beide noch einmal näher zusammen- getreten waren und in leiserem Tone einige Worte mit ein- einander gewechselt hatten, wendete Falk sich den Broadway hinauf, während Weatherton schnellen Schrittes gerade auf den Grafen zukam. Er wollte, da er den Grafen nicht kannte, vorübereilen, als dieser ihm mit einer höflichen Verbeugung den Weg ver- trat und zugleich ftagte, ob er die Ehre habe, mit dem See- lieutenant Weatherton zu sprechen.. Weatherton ist mein Name," antwortete der Offizier, nahe dasselbe von 1884, wie von 1883 sagen. Trotz des tiefen Standes der Preise bei Beginn des Jahres ist in den zwölf Monaten des Jahres 1884 noch ein weiterer Preissturz einge- treten. Während des Jahres erholten wir uns nicht von der Depression, die bereits seit zwei Jahren geherrscht. Am Ende des Jahres waren nicht nur die Preise bei weitem niedriger, als zu Jahresanfang, sondern die Ausficht auf Besserung schien in noch weitere Ferne gerückt als je. Das außerordentliche Sinken der Preise scheint das Geschäft vollkommen entmuthiat zu haben. Das Jahr 1884 ist geschäftlich viel ungünstiger als sein Vorgänger gewesen, und die Ausfichten find am Enoe des Jahres noch trauriger, als zwölf Monate früher. Ueber die Aussichten von 1885 bemerkt dasselbe Blatt: „Was das betreffende Jahr betrifft, so kann man dasselbe wiederholen, wie das, was wir vor einem Jahre gesagt haben. Damals schrieben wir:„ES ist nicht schwer vorauszusehen, daß der Beginn des Jahres 1884 nicht sehr zufriedenstellend sein wird. Es beginnt mitten in ernstlicher Stockung eine De- presfion, und diese Einflüsse werden eine Zeit lang fortwirken. Ein Umschlag in solchen Zuständen erfolgt sehr langsam, und der Preissturz erfolgte so stetig, daß an&me baldige Besserung nicht zu denken ist. Für den Moment ist keine Hoffnung vor« banden." Mutatio mnUvdis, können wir dasselbe über den Anfang des Jahres 1885 sagen, wie über die des Jahres 1884.— Der„Statist" brachte diese Mitthcilungen in semer Nummer vom 31. Januar 1885. Daß seine Prophezeiungen sich durchaus bewahrheitet haben, das empfinden jetzt, nach Ablauf des ersten Halbjahres 1885, allüberall die Millionen fleißiger Arbeiter, denen die chronische wirthschastliche Etagna- tion Schlag auf Schlag versetzt: Lohnreduktion, Entlassungen, verlängette Arbeitszeit, sie brechen Tausende von Existenzen. Und dies geschieht im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der S ristlichen Sozialreform und— dies erklärt Alles— des apitalismus. So lange dieser schrankenlos herrscht, so lange hören wir immer dieselbe unheilvolle Melodie des Liedes, das der„Statist" angestimmt hat. Der Reichstaasabgeordnete Bock zu Gotha legte in einer öffentlichen Versammlung Rechenschaft über seine Wirk- samkeit im Reichstage ab. Von allgemeinem Interesse, so schreiben dortige Blätter, ist, was er von der Sozialdemokratie behauptet. In der sozialdemokratischen Partei des Reichstages, sagte er, beständen keine grundsätzlichen Gegen- s ä tz e, die Partei werde in der Zukunft beweisen, daß sie ein- müthig helfend und bessernd zum Wohl des Volkes arbeiten werde, von Ausübung von Gewalt müsse Abstand genommen werden. Wer auf dem gesetzlichen Wege nicht mit fottschreite, sondern zu Gewalttbätigreiten greife und Revolutton hervor- rufe, der sei seiner Ucberzeugung nach ein Verbrecher an der menschlichen Gesellschaft und verdiene keinerlei Schonung. Die Ersatzwahl für den verstorbenen Reichstagsabacord- neten des Wahlkreises Höchst-Usingcn, Herrn Mohr, ist auf den 17. August anberaumt worden. Wahlkommissar ist der Landrath v. d. Heydt in Homburg. Der demokratische Berein in München hat beschlossen, eine Anfrage an die Ärudervereine im Lande ergehen zu lassen, ob sie gewillt seien, vor dem allgemeinen Patteitage der Volks- partei rn Hanau einen Parteitag in Bayern abzuhalten. Es sollen auf demselben speziell bayerische Fragen, z. B. Stellungnahme zu den Landtagswahlen, zu den Wahlen der Lokalvertretungen, zum Bürgerrechtsgeld und ähnlichen Dingen, die auf den allgemeinen Parteitagen wegen Mangels an Zeit nicht zur Sprache kommen können, eröttert werden. Hofprediger Stöcker und Eugen Richter. Der Bcr- liner Korrespondent der„Neuen Züricher Zeitung", der unter dem Namen„Hans Thunichtgut" schreibt, entwirft in seinem „Berliner Stteifzuge" folgendes hübsche Bildchen:„Hofprediger Stöcker rst für mich ein ins Konservative übersetzter Eugen Richter. Vorläufig ist er nur noch ungeschickter und unvorsichtiger wie dieser. Die mit großem Lärm zur Zeit gegen Stöcker geführten Prozesse legen davon Zeugniß ab. Bei einiger Erfahrung rind etwas mehr Vorsicht hätte Stöcker denselben aus dem Wege gehen können. Im Uebrigen erscheint er darin nur ungeschickter und vor allen Dingen we- Niger kaltblütig als seine Gegner. Letztere machen dagegen jetzt den Fehler, die an sich herzlich unbedeutenden Prozcye zu arg zu ihren Gunsten ausbeutm zu wollen, und dadurch leiten sie wieder das Wasser zurück auf die Mühle der Stöcker- srcunde.— Eugen Richter und Adolf Stöcker ähneln sich auch ein wenig in der äußeren Figur. Beide, rüstige Fünfziger, find nur mittelgroß und tragen auf breiten Schultern auf« fällig starke Köpfe mit großen viereckigen Ge« s i ch t e r n. Richter ist brünett, Stöcker dunkelblond. Elfterer hat einen schwarzen Vollbart, der sein Antlitz noch finsterer erscheinen läßt. Stöcker hat ganz glatte Wangen, aber ein ausgeprägt harter Zug ruht auf seinem Gesicht. Dasselbe spiegelt Vre innere Entschlossenheit wieder, während bei Richter noch etwas besonderes sauertöpfisch Verbissenes in den Mienen liegt, die gleichfalls eine starke Energie verrathcn. Die Redekunst rst beiden in hohem Maße gegeben, nur spricht Richter mit mehr Hohn i« der Stimme, während Stöcker eine etwas salbungsvolle Art und einen wärmeren Ton befitzt. die den gebildeten Mann bezeichnende Begrüßung nicht min- der höflich erwidernd. „Dann verzeiht meine Störung," fuhr der Graf in der- selben verbindlichen Weise fort, indem er den Brief hervor- zog;„mein Aufttag gestattet keine Zögerung, obgleich ich nur sagen kann, daß er von einer mir nicht bekannten jungen Dame herrührt, die morgen schon bei Tagesanbruch auf einem Flußdampfboot ihre Reise nach dem Westen antritt." „Von einer jungen Dame, und nach dem Westen?" fragte Weatherton erstaunt, indem er den Brief öffnete und dicht an die nächste Laterne herantrat." „Es ist dies die einzige Nachricht, welche zu ertheilcn ich im Stande bin," antwortete der Graf,„es soll mir indessen zur besonderen Ehre gereichen. Euch bis dahin zu begleiten, wo man von mir die Dienste eines Gentleman wünschte. Ich vermuthe nämlich, daß der Inhalt des in Euern Händen befindlichen Schreibens mir noch weitere Pflichten auferlegt." „Morgen schon treten wir unsere Reise nachdem fernen Westen an," las Weatherton erwartungsvoll.„Ich löse ein gern gegebenes Wort, indem ich Euch benachrichtige, daß ich bis gegen ein Uhr in der Damenkajüte des Kolumbus, der um sieben Uhr abfährt, zu finden sein werde. Die Lage des Schiffes kann Euch der fteundliche Herr, der so bereitwillig die Beförderung dieses Briefes übernahm, am besten be- zeichnen. H. I." „Nicht weit mehr von zwölf Uhr", sagte Weatherton hastig sobald er den Brief zu Ende gelesen;„also nur noch eine Stunde: gestattet mir die Frage, Herr, liegt der Kolum- buS sehr weit von hier?" „Wenn Ihr unter Kolumbus das Boot meint, auf welchem sich die muthmaßliche Schreiberin dieses Briefchens einschiffte, so liegt derselbe nicht ganz nahe. Ich mache mir indessen ein besonderes Vergnügen daraus, Euch nach dem Werft hinunter zu begleiten und Euch die Lage so genau zu bezeichnen, daß Ihr nicht irren könnt." „ES wäre zu viel verlangt—" „Keine Entschuldigungen, Herr Kamerad," unterbrach der Graf den Lieutenant wohlwollend, indem er einen ängst- lichen Seitenblick nach dem Hotel zurücksandte, wo er in jedem Augenblick den schreckliche« Bootsmann zu erblicke« Auch ist Richter sattelfester, um unerwarteten Einwürfen st begegnen. Stöcker dagegen erinnert mich an eine alte W? nung im Baseler Museum, wo ein gepanzerter Md n» auf einem durchgehenden Esel einher st ürni> mit dem Schilde auf dem Rücken und den Svicß weit wn gestreckt. Sein Stoß von vorn trifft mit heftigster GetMjJ, aber seitwärts giebt er sich Blößen und weiß sich nicht zu«s- theidigen."— Die Schilderung ist recht hübsch und hat„H� Thumchtgut" hier recht gut gethan.„ Aus Schlesien schreibt man der„Franks. Ztg. � Ausweisung russischer Unterthanen hat in Oberschlefien ba Denunziatswesen hervorgerufen und wie es scheint, zum W" aus geschäftlichen Rücksichten. Manche schaffen sich durch° Ausweisung unbequeme Konkurrenten vom Halse, Andere ps- kuliren auf den billigen Ankauf der fahrenden Habe der«us gewiesenen, welche die russische Grenze nicht ohne ZaWH hoher Eingangszölle pasfiren darf und deshalb in Preußen vff' kauft zu werden pflegt..., Die Strafkammer des Landgerichts in Glatz bat dma pekuniäre �lchtfiim« N.S und Mast vom Donr Tage den �Bürgermeister von Reichcnstein zu� einer Geldvu� � von 250 Mark verurtheilt, weil er in einem Schreiben an Landrathsamt zu Frankenstein den Landrath Held als Sch'� richter in einem Streite zwischen dem Magistrat und dem even gelischen Kirchenrathe in Reichenstein perhorrcszitt hatte,'NdG er ihn beschuldigte, der Gegenpartei Rath in der Angelegen» ertheilt zu haben und deshalb nicht unparteiisch zu sein.% Landrath, welcher sich durch dies Pcrhorreszens- Gesuch W und durch die Form des Schreibens, das nicht„gehorsanq'' sondern„ergebenst"(man denke!) unterzeichnet war, veM fühlte, hatte wegen Beleidigung denunzirt, und die Sta» anwaltschast beantragte 500 M. Geldbuße, eventuell 50 uiiumuiumn vcuuuuuic uuv i/i. eueTUueu w Haft. Obwohl aus der Eingabe �dcs evangelischen�Kirchenra� an die Regierung ganz deutlich hervorging, daß der LanMjs dem Kirchenrathe seinen Rath ettheilt hatte, und deshalb JV Einspruch gegen seine schiedsrichterliche Thätigkeit bereW war, wurde der Bürgermeister wegen Verletzung der 6� veruri heilt. Also künftig„gehorsamst"! Italien. ,, Die italienische Regierung läßt sich trotz der sich stetig,*� größernden Maffcnarmuth im Lande nicht abhalten, noch w>eva neue kostspielige Expeditionen nach dem Rothen Meer auW» rüsten. Zu holen ist dort nichts, wenigstens nichts für italienische Volk. Aber man lenkt dasselbe von der innew Politik ab, damit es keine Reformen im eigenen Lande? langt. Die bis jetzt abgesandten Expeditionen haben»r nenncnswerthen Erfolge gehabt; die jetzt geplante soll fiw � Kassala begeben, wo sie voraussichtlich ebenso sehr von W Klima dezunirt werden wird, wie ihre Vorgängerinnen. Spanien.. Die Verheerungen der Cholera in den Provinzen u'!, namentlich im Osten find erschreckend. In einer einzigen v». der Provinz Soria verwesen 150 Leichname seit drei Tag?,' den Sttaßen. Die Aerzte, Munizipalbeamten und gräber find daselbst der Seuche erlegen. Ebenso liegen in � Provinzen Murcia und Andalusien viele Leichen unbegra«� öe m nern, Sir st", in n ungland r letzt habe. bKReinh, Landes®( Ende gesc nnstande, Uer»u, Mersuchu fes! i 1 �verbür- Mungeir wesentlich ijTil % Sl, l .......... �____ jn Monte quado ist ein Viertel der Bevölkerung in zehn Tai? MNtng dahingerafft. Alle Kredite, welche durch die Koftes siü.' iWiiw- Chölera bewilligt wurden, find erschöpft und man beabsiä� den �Staatsrath zur Auffindung neuer Hilfsquellen zu berm� lngen & ode & im Falle die Seuche noch heftiger auftreten sollte. v, sterben im Lande ungefähr 2000 Personen täglich an 51 Cholera. Dänemark.. Bei einer kürzlich in Holstebro(Jütland) abgehallÄ politischen Versammlung wurde der anwesende PoHzeiwe� von Mitgliedern der Linken des Folkethings von der R(M, tribüne gewaltsam entfernt.(Der Polizeimeiycr durste K nicht in amtlicher Eigenschaft der Versammlung beiwohnen% j behauptete auch selbst, nur als„Gast" anwesend zu sein.) i ist deshalb eine strafrechtliche Verfolgung gegen den% i denten des Folkethings, Berg, sowie gegen zwei MitgW� desselben angeordnet. — Die Fachvereinsbewegung ist den Unternehmem ein%| im Auge und sie suchen mit allen Mitteln die WeiterenW�] lung der Gewerkschaftsbewegung zu hindern. Zu DR., SfeC i W Zweck werben �re Leute aus Arbeiterkreisen an, welche � tracht in die Reihen ihrer Kollegen säen sollen. Ein Beweis dafür wird in der am Dienstag dieser Woche ei „Gründung" eines Vereins der Schmiede und MaM' „VV.UIIVUIIU U11VJ, VCl �uuiurve unv wwr arbeitet geliefert. Der Vorstand dieses Vereins erklärt L legentlich einer Aufforderung zum Beitritt, daß die der betreffenden Branchen es satt seien, sich von Leuten% und zwingen zu lassen, die beständig darauf ausgingen, friedenheit zu nähren und zu entflammen. Die Arbeits stellung, welche augenblicklich stattgefunden habe(der A derselben, Schmied Hurop, veröffentlicht gerade in % Tagen u. A. in deutschen Preßorganen einen Aufruf »i» befürchtete-„auch ich bin ein alter Offizier, Kamerad soll dem anderen gegenüber kein Opfer f$c J noch weniger jeden kleinen Freundschastsdienst gleich und ei» die Waagschale legen. Kommt, Herr Kamerad, die- entflicht," und so sprechend, schob er mit unwiderstehu� .t S Liebenswürdigkeit seinen Arm durch den �Weatherton drängte ihn freundlich der nach dem Wasser hinunterf den Querstraße zu. „Ich nehme Euer Anerbieten mit dem größte« � 1 " Wärme,„ja, ich'«"Le 1 1 wt � "ken 8 Der an," entgegnete Weatherton mit...... annehmen, denn eS handelt sich hier nicht um eine A? � Zusammenkunft, wie eS Euch vielleicht scheinen mag, um wichtigere Angelegenheiten. Jedenfalls hoffe ich, � uns das Geschick so wunderbar zusammengeführt h"?' den Grund zu einem dauernden freundschaftlichen zwischen unS zu legen." � j „Es wird eine Ehre für mich sein," erwidert» �; Graf, seine Schritte noch beschleunigend, um seine Ver> � j heit zu verbergen; denn daß es gerade ein Offizier er ohne Zweifel hinterging, entsprach doch nicht f 0 seinen Gefühlen. n „Morgen soll es mein Erstes sein, Euch aufzus"� bemerkte Weatherton nach einer Weile des Schweigen»-„ „Bemüht Euch nicht, wenn ich bitten darf," xil; der Graf, jetzt aber schon wieder mit mehr Leichtig'»"' � er sich erinnerte, daß er zu der verabredeten Zeit Wogen des atlantischen Ozeans geschaukelt werden»Tw, „an mir ist es, unsere junge Bekanntschaft fester zu tung, mir zu Ehren einer Flasche Champagner�.,,! Hals zu brechen," fügte er in vornehm tändelnder hinzu._ sein» Hl ber % »Sl gm % K % bi,..Die S/ U Ho X ?ls° .„Ein Mann, ein Wort!" sagte Weatherton, inner» Erregung hinter einer erheuchelten Sorglosig» bergend. �/ SS Es war das Letzte, was sie längere Zeit Hindus � einander sprachen. Sie gingen zu schnell, um»i � sammenhängende Unterhaltung führen zu können; u™ i fö rMönii r stürm« weit vM' Geweltl t zu«-' ,at„H°i>s ig."# efi-n dÄ tum An« durch du ndcre\ff der Aus- ZaMS rußen«r- b-rt dies« Geldbuß- en an dl» j Schieds' dem(M« tte, indem KI e Staats- 1 50 TaA| irchenraW • Landrck 'Sö der Form �rrniäre Unterstützung der Streikenden), sei eine Folge großen �lchtfinnes jener Führer, und werde es daher nothwendlg. U diesen Leuten in geschlossenen Reihen entgegenzustellen. , r Bntrittsaufforderung ist angeblich von nahezu ILO Schmieden und Maschincnarbeitern unterzeichnet. Großbritannien. Das englische Unterhaus beschäftigte fich in seiner Setzung °°m Donnerstag mit der Zusatzbill zu dem Knmmalgesetz zum «chutze junger, unmündiger Mädchen. Der Minister des In- "NN, Sir R. Croß, leitete die Spezialdebatte mit einer Ansprache «n, in welcher er bemerkt, dies sei eine Frage, welche ganz England von einem Ende bis zum anderen in Aufregung ver- W habe. Die öffentliche Meinung sei empört darüber, daß d'e Reinheit des Familienlebens und die Ehre der Tochter des Landes Gefahren ausgesetzt seien. Diesen Gefahren müßte«n .de gesetzt werden. Wer die Vorlage in diesem Hause be- anstände, würde fich dem Publikum und seinen Wählern gegen- v. V W verantworten haben. Die Regierung sei entschlossen, Remheit des englischen Familienlebens aufrechtzuerhalten und diejenigen, die sich einer Verletzung derselben schuldig machen, strenge zu bestrafen.— Hopwood, radikaler Vertreter ur Stockport, beantragt ein Amendement zu Gunsten weiterer Untersuchung und reiflicher Ucberlegung des Gegenstandes, ehe Me darauf bezüglichen Gesetze erweitert und verschärft werden. stach längerer Debatte wird das Amendement zurückgezoaen. worauf das Haus in die Einzelberathung der Bill tritt. Nach tofrdjipmg der ersten zwei Paragraphen, von denen emer die ...�grenze, bis zu welcher die Verleitung eines Madchens ur Prostitution strafbar ist. auf das einundzwanzlgste Lebens- hr erhöht, wird die Debatte vettagt.. Z Der aus dem Erzbischof von Canterbur?. dem Bischof °°n London, dem Kardinal Manning. Mr. Samuel Morlcy und dem Justtzrath Robert Reid bestehende Ausschuß, welcher UZ auf Anregung der„Pall Mall Gazette" gebildet, um zu Mn, in wie weit die von dem genannten Blatte veroffcnt- Wen gnöie Stadtverordneten-Wahlen erhoocn worden � ber Stadtverordneten-Versammlung wie folgt zu * � Die Anträge der in dem Verzeichniß unter 7—18 aufgeführten Personen*) auf nachträgliche l in die Gemeinde- Wählerliste abzulehnen; 2. dem vos lartt.' r. Drschler Karl Rahardt(Nr. 6 des Verzeichnisses) /.�en. ogirche Eintragung in die Gemeinde-Wählerliste statt- lg V s. dem Antrage des Eigcnthllmcrs Gustav Arndt Mlhelw»7 Verzeichnisses) auf Stteichung des Schneidergesellen Julius Richard Jordan aus der Gemeinde-Wählerliste SlahtT' 3" Berichterstattern find seitens des Ausschusses 'verordneten Spinola und Namslau ernannt. . Zokales. ?Ult„r®* Gegend des Ostbahnhofes ist man nicht gerade etipm„r. r Abficht des Eisenbahnministers, das umfang« Bahnhoisgebäude für die Zwecke des Reichs« ?! Rerfu le.Um;ä zur Verfügung zu stellen. Man erblickt darin Aequivalent für die großen Verluste, welche der �vi>nc�!��vwen der Betreffenden find in der Sonntags« >�unseres Blattes zu finden._ Die Red. 'U �vhr der Wirkung der auf ihn einstürmenden „ P!entLUn!etroorfen. (�vQhm? befand sich im Geiste schon bei Hertha, und landen. die Gründe für ihr räthselhaftes Ver- 3®taf rx demnächstigeS plötzliches Auftauchen, während * �onen vergeblich bemühte, das dunkle Gewebe der welH.» iu durchdringen und die Zwecke zu errathen, , SV, mman ihn in diesem Augenblick benutzte.— /Scheu h;T?n datte sich unterdessen nach der Stelle hin« ? zwo,'VN von den Mormonen bezeichnet worden war, t®taf rna� derselben Werftüberbrückung, nach welcher Nsbefekr- c ber an ihn gerichteten brieflichen Verhal- lZ � Seiu° 4 r!" Lieutenant Weatherton führte. t L tchritj„Instruktionen mußten sehr genau gewesen sein, denn I iu1 r n Weges auf den weißen Fleck zu, dessen in i>. bei hL.? verschüttetes Mehl erwähnt war und welcher i�Helliok-u �pnten Aufgange des Mondes voraufeilen- chnetx und dem flackernden Laternenlicht weithin au»- aus" Fuß weit von dem Zeichen entfernt und die" an hZ f anfen ruhend, lief ein mächtiger Trage- vo?? Rvüe der vorspringenden Ueberbrückung hm, % hö(je," schwarzen Schiffswänden, sondern von einer dj-n Di? Eck.?, schuppen begrenzt wurde. L/ v" zu Ax?i>en waren nur zur Tageszeit bewohnt und Hak bngeu% Bäckerladen und Tabak- und Zigarren- '!?�den also zur Nachtzeit nur dem Schutz der Äe,,?halt.�en, die wieder darauf rechneten, daß ia>n Zv«, un? ,�" i.u wenig werthvoll sei, einen ehrlichen �'"bruck" 4 viel weniger einen Dieb von Profession »>-> Der B,?bu verlocken. vh öi? halber waren dicht vor diesen Buden, Fag,'?/lndeu den Schiffen und den Lagerhäusern v°n v�eii jn � vren nicht darüber hinrollten, mehrere spie./vlcheu Ueberbrückung hineingezimmert worden, «Uffi uiedersj!?!?' betterähnliche Treppen bis zum Wasser- ' Dieselben dienten dazu, mittelst Booten ki Ju Nach und auf am wenigsten kostspielige Art wieder>! schuppen zu schaffen, wurden aber auch vazu benutzt, kleine Ladungen von Kontte- und ei' va Ök r|l 3,.� ndck? ich. hat "L-S fzusuch� S "Wy ;&v K.'- »i'di dortigen Gegend durch die Kassation des Bahnhofes erwachsen sind und man hatte bislang geglaubt, daß von Seiten der Eisenbahnverwaltung eine zweckmäßigere Verwendung der Bahnhossräumlichkeiten ins Äuge gefaßt werden würde. Eine definitive Entscheidung ist in dieser Frage allerdings noch nicht erfolgt, indeß sind die disponibel gewordenen Räumlichkeiten bereits wiederholt einer eingehenden Befichtigung unterzogen worden, so daß die Errichtung des neugeplanten Reichs-Handels- museums an dieser Stelle kaum noch zweifelhaft erscheint, so wenig auch die Lage des Ostbahnhofes der Errichtung eines solchen Instituts zweckdienlich sein mag. Die Einrichtung von kommunalen Spiel- und auch Turnplätzen innerhalb der Stadt, namentlich auch auf den demnächst frei werdenden Marttplätzen, dem Dönbofsplatz und Gendarmenmarkt, sowie dem Neuen Markt und Alexanderplatz, ist, wie man uns schreibt, zunächst bei der Schuldeputation angeregt und sodann von dieser der Grundeigenthums- und Parkdeputation zur Begutachtung überwiesen worden. Ins Auge gefaßt ist daher die Anlage solcher Plätze insbesondere für die kleinere, noch nicht schulpflichtige Jugend, welche die Turnhallen mit deren freien Plätzen und die außerhalb der Stadt schon eingerichteten Spiel- und Turnplätze nicht benutzt. Die Begutachtung seitens der Parkdeputation geht nun dahin, daß der gesundheitliche Zweck solcher Anlagen auch für die kleinere Jugend anzuerkennen sei, daß demselben in beschränkter Form auch schon auf verschiedenen offenen Plätzen mit Gattenanlagen, dem Äelleallianceplatz ac., auf den eingefriedigten Plätzen: an der Oranienstraße und andere in vollem Maße genügt werde. Darüber hinaus aber sei darauf hinzu- weisen und festzuhalten, daß die freien Plätze innerhalb der Stadt dem allgemeinen gesundheitlichen Zwecke der Anwohner und zugleich ästhetischem Zwecke dienen und demgemäß die eingehegten Rasenflächen nebst Strauchwerkgruppen in ange- messener Ausdehnung und unter beständiger gärtnettscher Pflege erhalten und vor Beeinträchtigungen bewahtt werden müßten. Nach diesem Prinzip seien aber auch die demnächst frei werdenden Marktplätze zu öffentlichen Schmuck- uno Gartenplätzen umzuwandeln, was nicht ausschließen solle, daß daselbst durch breiteste Wege und Steige und anderweitig zu- gleich das Spielbedüftniß der Jugend berückfichtigt werde. Wenn zudem in der bezüglichen Anregung bei der Schuldepu- tation vorgeschlagen ist, daß für diese Spiele und turnenschen Bemühungen auf den öffentlichen Plätzen förmlich Kinder- gärtnettnnen oder Lehrettnnen angestellt werden möchten, so ist dazu zu bemerken, daß dadurch die freie Harmlofigkeit dieser Belustigungen sowohl zum gesundheitlichen wie pädagogischen Nachtheil der betreffenden Jugend verloren gehen würde. Bewegung der Bevölkerung der Stadt Verlin. Im Monat Juni d. I. fanden 771 Eheschließungen statt. Bei 673 Eheschließungen waren Mann und Frau gleicher Konfesfion, und zwar waren 622 evangelische, 19 katholische, 32 mosaische Paare. Evangelische Mischehen waren 38 mit 30 katholischen, 1 mosaischen, 1 dissident. Frauen. Katholische Mischehen waren 54 mit evangelischen Frauen. Mosaische Mischehen waren 4 mit evangelischen Frauen. Zwei Dissidenten ehelichten evan« gelische Frauen.— Zum ersten Male heiratheten 647 Männer, 684 Frauen; zum zweiten Male 119 Männer(101 Wittwcr, 18 Geschiedene), 85 Frauen(65 Wittwen, 20 Geschiedene), zum dritten Male 4 Männer(2 Wittwer, 2 Geschiedene), 2 Frauen (1 Wittwe, 1 Geschiedene), zum vierten Male 1 Mann(Wittwer). Lebend geboren wurden 3630 Kinder, darunter 502 außereheliche. Todtgeboren waren 153 mit 33 außerehelichen. Es fanden 36 eheliche, 6 außereheliche Zwillings-Gebutten statt. Die Zahl der Sterbefälle betrug 3205. Von den Gestorbenen erlagen an Masern 65, Scharlach 24, Rose 8, Diphtheritis 136, Kindbettsieber 14, Typhus 20, Ruhr 3, Syphilis 7, Altersschwäche 54, Gehimschlag 78, Bräune 14, Keuchhusten 32, Lungenentzündung 185, Lungenschwindsucht 331, Diarrhöe 241, Brechdurchfall 512, Magendarmkatarrh 92. Durch Vergiftung kamen 13 Personen um, hiervon 7 durch Selbstmord, 6 durch Alkoholvergiftung(Delirium tremens). Eines gewaltsamen Todes starben 62 Personen, und zwar durch Verbrennung 1, Uebettahren 2, Sturz oder Schlag 15, Erschießen 3, Erhängen 17, Ertrinken 16, andere gewaltsame Todesursachen 8. Hierunter find 26 Todesfälle durch Unglücksfälle, 36 durch Selbstmord herbeigeführt. Unter den Gestorbenen find 2064 inkl. 358 außereheliche Kinder unter 5 Jahren, also 65,6 pCt. Im Alter von 5 bis 15 Jahren starben 120, 15 bis 20 Jahren 27, 20 bis 30 Jahren 164, 30 bis 40 Jahren 213, 40 bis 60 Jahren 311, 60 bis 80 Jahren 262, über 80 Jahren 44 Personen. Im ersten Lebensjahre starben 1275 eheliche, 314 uneheliche, zusammen 1589 Kinder, und zwar im 1. Monat 285, 2. Monat 125, 3. Monat 153, 4. Monat 155, 5. Monat 166, 6. Monat 258, 7. Monat 142, 8. Monat 99, 9. Monat 87, 10. bis 12. Monat 219, davon waren ernährt mit Muttermilch 202, Ammenmilch 7, Thiermilch 893, Milchsurrogaten 26, gemischter Nahrung 287, nicht angegebener Nahrung 174. In hiefigen Krankenhäusern starben 527, einschließlich 51 Auswärtige, welche zur Behandlung hierhergebracht waren, und zwar: im Elisabeth-Krankenhaus 24, Elisabeth-Kindcrhospital 2, bände, oder vielmehr heimlich von den Matrosen und Steuer- leuten eingebrachte Güter von den Schiffen unbemerkt unter das Werftpublikum zu paschen. Die zum Aufschlagen eingerichteten Thüren hingen auf der einen Seite in starken eisernen Angeln, während sie auf der entgegengesetzten Seite von einer Ueberfall- krampe und einem davorgeschobenen eisernen Keil gehalten ��Ob nun durch Zufall oder mit Absicht, der Baron, umgaukelt von den süßesten ZuknnftSträumen, nahm sich nicht die Mühe, darüber nachzudenken, warum das Mehl ge- rade auf einer dieser Thüren verstteut worden, was ihm den sichersten Beweis lieferte, daß er Abraham vollkommen verstanden, dieser dagegen seinen Scharfsinn nicht«ber- schätzt habe. Der Schein der nächsten Laterne drang nur matt blS zu ihm hin; er konnte sich daher mit Leichtigkeit zwischen den Buden den spähenden Augen einer sich vielleicht zufällig dorthin verirrenden Hafenwache entziehen, was ihm keine geringe Beruhigung gewährte, indem er schon von seiner Heimath her eine unüberwindliche Scheu vor allen Feinden des nächtlichen Unfugs mitgebracht hatte. Zu welchem Zweck er eigentlich dotthin gesendet worden, vermochte er nicht recht zu ergründen; sein Vettrauen zu den neuen Freunden war indessen so groß, daß er sich fest vorgenommen hatte, durch die pünktlichste Befolgung und Ausführung der ihm ettheilten Aufttäge sich ein ähnliches Vettrauen zu erwerben. Nachdem er also ein sicheres Versteck ausgekundschaftet batte ging er noch einmal nach der mit Mebl bestreuten Fallthür zurück; vorsichtig zog er den Keil aus ver Krampe, und eben so vorsichtig legte er den Ueberfallring znrück, wobei er der an ihn ergangenen Warnung, der Thür nicht nahe zu kommen, eingedenk war. Als er sich dann über- •ÄÄ ä Bethanien 38, Friedrichshain 130, Hedwigs-Krankenhaus 23, Jüdisches Krankenhaus 7, Klinikum 21, Unioerfitäts-Frauen- Klinik 7, Augusta-Hospital 23, Lazams-Krankenhaus 27, Militär-Lazareth 3, Städtisches Krankenhaus Moabit 59, Charits 163. Auf die 13 Standesämter vettheilen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin-Köln-Dorotheenstadt 66, Friedttchstadt W, Friedttch- und Schöneberger Vorstadt 121, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt 216, Louisenstadt jenseits 402, Louisenstadt dieseits und Neu-Köln 206, Stralauer Viertel 549, Königstadt 224, Spandauer Viettel 152, Rosen- thaler Vorstadt 448, Oranienburger Vorstadt 243, Fttednch- Wilhelmstadt und Moabit 173, Wedding 311. Die Lebendgeborenen find 34,49, die Todtgeborenen 1,45, die Sterbefällt 30,45 pro Mille der fottaeschttebenen Bevölkerungszahl. Es wurden 8258 Zugezogene, 7785 Weggezogene gemeldet, und in Gasthäusern ac. nach polizeilicher Meldung 28 836 Fremde be- herbergt. Die Zahl der im Monat Juni vorgekommenen Jnfekttons-Erkrankungsfälle betrug an Typhus 71, Pocken 2, Masern 692, Scharlach 194, Diphtheritis 769, Kindbett« fieder 28. Die größten Zahlen unter diesen Erkrankungen ent« fallen auf Standesamt VU mit 228, VI mit 217, V mit 212, X mit 195 Fällen. Den Trödlern, Geflndevermiethern, Stellenvermitt- lern, Konsulenten re. wird jetzt seitens der Behörden der Geschäftsbetrieb scharf überwacht. Jeder, der den Trödelhan- del(Handel mit gebrauchten Kleidern, gebrauchten Betten, ge-- brauchter Wäsche, Kleinhandel mit altem Metallgeräth, Metall- bruch u. dergt.) betteibt, ist verpflichtet, ein nach vorgeschriebe« nem Muster eingerichtetes Buch über Ein- und Verkäufe zu führen. Dasselbe ist vor dem Gebrauche von der Ortspolizei abzustempeln, darf keine Rasuren und unleserlich gemachte Ein- ttaaungen enthalten, auch nicht ganz oder tbeilweise vernichtet werden. Alle Ein- und Verkaufsgeschäfte find im Laufe des Tages, an welchem sie abgeschlossen find, in das Geschäftsbuch nach der Reihenfolge ihres Abschlusses einzuttagen. Namen, Stand und Wohnort und, wenn die Polizei es verlangt, auch die Wohnung desjenigen, mit welchem Ein- und Verkaufsge- schäfte abgeschlossen find, müffcn bei allen Eintragungen genau angegeben werden. Ueber die Richtigkeit der gemachten An« gaben hat fich der Trödler in glaubhafter Weise zu verfichern. Mit Minderjähngen darf er fich ohne ausdrückliche Genehmi« gung der Eltern und Vormünder in Geschäfte nicht ein« lassen. Er ist verpflichtet, alle ihm von Behörden oder Pnvatpersonen zugehenden Benachnchtigungen über ver- lorene, oder dem Eigenthümer widerrechtlich entfremdete Gegenstände genau aufzubewahren. Die Polizeibehörde und deren Organe find befugt, von dem gesummten Geschäfts- betnebe des Trödlers jederzeit Einsicht zu nehmen. Diese Be- sttmmungen gelten auch für den Kleinhandel mit Garnabfällen oder Traumen von Seide, Wolle, Baumwolle oder Leinen. Der Gestndevermiether oder Stcllenvermittler ist gleichfalls ver- pflichtet, ein vorgeschnebenes Buch zu führen und der Beauf« fichtigung durch die Polizei unterworfen. Personen, welche die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten, insbesondere die Ab« fassung von Echnftstücken gewerbsmäßig betreiben, sowie die gewerbsmäßigen Vermittelungsagenten für Jmmobilienvetträge» Darlehen und Heirathen find verpflichtet, den zuständigen Polizeibehörben und deren Organen auf Erfordern ihre Ge« schäftsbücher und die gesammten auf ihren Geschäftsbetrieb be« züglichen Schriftstücke zur Einficht vorzulegen und dem betreffen« den Beamten jede auf den Geschäftsbetttcb bezügliche Auskunft wahrheftsgetteu zu ettheilen. Die Festnahme einer Zivilperson durch zwei Militär- Mannschaften auf dem Haupthofe des königlichen Schlosses vor der dort stationitten Wache erregte am Freitag Mittag nicht geringes Aufsehen. Der betreffende Zivilist hatte gegenüber den im Schloßhofe fich aufhaltenden wachhabenden Soldaten sich ungebührlicher Äeußerungen bedient, weshalb zwei der- selben zur Festnahme des Beleidigers schritten, was auch ge« lang, trotzdem er sich nach besten Kräften dagegen sträubte. Alsdann erfolgte seine Uebeftührung nach der Hauptpolizeiwache am Werderschen Markt. Eine Hochzeit, die einen für das Brautpaar recht ttagi- schen Abschluß fand, ist dieser Tage in dem nahen Tempelhof gefeiett worden. In einem Restaurant waren die geladenen Gäste mit dem Brautpaar bis spät in die Nacht bei Tanz auf dem Nachhausewege ent- n eine Disharmonie, die in . bei der sich der junge Ehe- mann ebenfalls aktiv betheiligte. Plötzlich erschien auf dem Schlachtfelde der Nachtwächter, welcher die Schläger und auch den eben in den Ehestand Getretenen, trotz des sehr begreif- lichen heftigen Protestirens seiner besseren Hälfte, mit zum Amtsgefängniß nahm, wo der junge Ehemann die Nacht zu- bttngen mußte. Ein Landwehrmann aus Charlottenburg, welcher zur diesjährigen Hebung zu einem hiefigen Garderegiment einge« zogen war und fich des Ungehorsams gegen gegebene Befehle chuldig gemacht, ist jetzt militärgerichtlich zu acht Monaten Festungsgefängniß veruttheilt worden vater. Derselbe ist Familien« tief unter sich ein plätscherndes Geräusch vernahm, wie wen» Jemand ein Boot leise zwischen den festeingerammten kolos- salen Trägern hindurch steuere. Hätte er die Fallthür genauer untersucht, so wäre eS ihm vielleicht nicht entgangen, daß alle Schrauben, welche die Angeln mit dem Holze verbanden, herausgezogen, die hervor» springenden Latten aber, auf welchen die Thür außerdem uoch ruhte, weggesplittert worden waren. Hätte er sogar nnter die Thür zu blicken vermocht, so würde er zu seinem Entsetzen die Entdeckung gemacht hahen, daß, nachdem von dem geheimnißvollen Boot aus eine sinnig angebrachte halt« bare Stütze behutsam entfernt worden war, die ganze Last, wie der schwere Deckel einer Mausefalle, nur durch zwei ge- brechliche Stäbe vor dem Hinunterfallen bewahrt wurde. Doch er ahnte dergleichen ja nicht und hielt daher seine Blicke so harmlos auf die kleine Mehlfläche geheftet, als wenn es die letzten Zuckerüberreste emeS eben verzehtten Apfelkuchens gewesen wären, und einmal über das andere Mal murmelte er mit nnbeschreiblicher Selbstzufriedenheft vor sich hin:„FamoseS Dasein, verschleierte Frauen", und waS sonst noch für phantastische Bilder seiner Seele vor» schweben mochten. Die Mitternachtsstunde war vorüber, öder und stille» wurden die Straßen, und nur noch selten wiederhallten zwischen den nächsten Häuserreihen die Schritte einsamer Fußgänger. Der Baron wurde schläfrig; er hatte auf einer zwischen den Schuppen angebrachten Bank Platz genommen. Fröstelnd seinen weiten Ueberrock dichter um sich zusammenziehend, ließ er das Haupt auf die Brust sinken und bald darauf befand er sich in einem behaglichen Mittelzustand von Träume« und Wachen. Plötzlich traf das Geräusch von Schritten, die sich eilig nähetten, sein Ohr. Da er aber von der Straße her Nie- mand ermattete, sondern nur dem Heben der Fallthür ent- gegensah, so ließ er sich in seinen Träumen nicht stören, noch weniger veränderte er seine bequeme Lage. Der scharfe Ton, mit welchem die Stiefel auf die Steine fielen, verwandelte sich in den dumpfen Hall, wie ihn hohlliegende Bretter von sich geben.(Fottsetzung folgt.) Die Pariser Presse in der morte. Die Saure-Gurken-Zeit bringt daS Berliner Journalistenvolk noch zur Verzweiflung. Es passirt nichts, absolut nichts, soweit eben in einer Millionenstadt überhaupt nichts passtren kann, und schon werden die winzigsten Geschehnisse mit dem Triumph- geschrei eines Siegers oder richtiger mit dem Freudengegacker einer eilegenden Henne den Redaktionen zugetragen. Ein von einer Droschke überfahrener Mann ist schon ein sensationeller Fall; ein qucrgetragener Spazierstock, durch den der Milchtopf der„Hintermännin" zu Falle kommt, wird immer noch als akzeptabler Bissen betrachtet und selbst ein nichtsnutziger Schlingel, der rn seinem dunkeln Drange nach Ferien- Exzessen kleine Steinchen auf die Pferdebahnschienen legt, erscheint in den Reporter- Augen als ein vor der Oeffentlichkeit abzufertigendes Subjekt. In dresen Tagen der schweren Neuigkeitsnoth ist den Journalisten der kärgliche Trost geblieben, Gefährten im Unglück zu haben. Man braucht nur zum Exempel die Pariser Blätter in die Hand zu nehmen, um sich davon zu überzeugen. Nehmen wir de großen Boulevard- Blätter „Figaro" und„Gil Blas". Diese Blätter halten sich ihre cigenenen Chroniqucure mit dem Spezialfach der Tageswitze, Journalisten, die lediglich die Verpflichtung haben, täglich ein paar artige„noxivslles 4 la main" zu liefern. Und dafür er- halten sie ein hübsches Sümmchen als Honorar, so etwas wie 20000 Frcs. jährlich! Natürlich sind die Leistungen ent- sprechend dem harmlosen und dankbaren Pariser Leser! Mit den ältesten Witzen, mit den schaalstcn Bonmots lassen sie sich füttern, und wenn sich wirklich ein paar Witzkörnchen in diesen Plaudereien vom Tage finden, dann stecken sie in einer so stark riechenden Hautgout-Sauce, daß der Vermerk„Nur für Herren" eigentlich dringend nöthig wäre. Ich habe mir das Ver- gnügen gemacht, die Nummern der genannten Journale in der jüngsten Woche gerade auf diese Tages-Bonmots zu lesen, und war geradezu verblüfft, was für schaalcs Zeug, oder was für dauerhafte Witze da von der„Eisernen Maske" und dem „Hinkenden Teufel"— das sind die Kriegsnamen der Spezial- witzmacher der in Rede stehenden Blätter— produzirt werden. Von der Wiedergabe allzu pikanter„Spitzen" müssen wir na- türlich absehen. Im Uebrigen lassen wir eine kleine Blüthenlese der Witzleistungen folgen:„Zwei edle Seelen," so berichtet die„Eiserne Maske,"„finden sich im Gasthause zum„Trockenen Felsen".„Was, Du hier?" „Ja wohl, und nimm Dich nur in Acht, ich stehe im Dienste der Polizei und helfe ihr auf die Spitzbuben fahnden."„Alle Wetter, ich auch!"--- Famoser Witz! Nun erzählt der „Hinkende Teufel":„Vor dem Zuchtpolizei-Gericht. Der Prä- fident hat einen frechen Gauner vor, dessen Personalakten mit einem Dutzend Vorstrafen geschmückt sind.„Haben Sre irgend etwas zu Ihrer Vertheidigung anzuführen?"„Ja wohl, Herr Präsident. Ich beantrage, mich vorläufig in Freiheit zu setzen und die Sache zu vertagen, bis über das Gesetz, bettcffcnd die Mittel zur Verhütung der Rückfälligkeit, abgestimmt ist." --- Wer lacht da? Jetzt kommt wieder die„Erseme Maske" zu Wort:„Virginie", sagt die Mama,„ich habe Dir doch streng verboten, mit Herren zu tanzen, die Dir nrcht bekannt find.„Aber, Mama, ich kenne den Herrn schön seit fünf Minuten." Oder:„Lieber Doktor, ich habe Erkundigungen über das Bad eingezogen, in das Sie mich schicken wollen. Ein für alle Male, es paßt mir nicht!"„Nun, was haben Sie denn über das Bad ge- hört?"„Ah, man spielt dort nur Eearts, während ich aus- schließlich Bouillotte(eine Art Schafskopf) spiele. Und nun nochmals der„hinkende Teufel": Vor einigen Tagen— es stand im Palms Bourbon gerade das Budget auf der Tages ordnung— plauderten zwei hochelegante Blondinen auf der Abgeordnetentribüne.„Hören Sie da Ihren Gatten? Wie er mit den Millionen hemmwirft!.... Welche Großmuth!... Mit welcher Wärme er für die produktiven Ausgaben ein- tritt!..."—„Und dabei hat er mir noch heute Morgen eine Szene gemacht wegen eines bescheidenen Hütchens, das lumpige 150 Franks kostet!"—„Und so jagt immer ein Witz den andern!— würde die unvergeßliche Wegner sagen. Das sind noch die besten unter den jüngsten Wochenwitzen. Wie bescheiden ist doch das Lesepublikum in Paris und wie bener denswerth find die Zunstgenossen, die das Makadam der Boulevards treten! Wenn wir Berliner Journalisten solche Witze produziren oder wieder auffrischen dürften— was wäre das für eine Erfrischung in den stoffarmen Hundsta�en� � Wasserstand der Spree in der Woche vom 19. bis 25. Juli.(Angabe in Metern.) Gerichts-Zeitung. Zur Ausführung des Krankenkassen-Gesetzes. Die Rendanten mehrerer Zwangskassen in Breslau suchten, zumeist sich stützend auf die ihnen seitens des Magistrats gegebenen Anweisungen, einzelne, mindestens nicht ganz klare Paragraphen des Kranken-Versicherungsgcsetzcs lediglich zu ihrem Vortheil zu deuten und gingen deshalb insbesondere gegen diejenigen Personen, welche bereits Mitglieder freier eingeschriebener Hilfs- lassen waren, mit Zwanasmaßregeln vor. In vielen Fällen zahlten die betreffenden Arbeitgeber aus Furcht vor der durch gcdmckte Zirkulare in Aussicht gestellten Strafe die für ihre Arbeiter in Rechnung gestellten Beiträge und brachten dieselben alsdann mit zwei Dritteln des Betrages an dem Lohne des Arbeiters in Abzug. Fügte sich dagegen ein oder der andere Arbeitgeber nicht so ohne weiteres der fast ausschließlich nur vom Rendanten, nicht aber, wie dies gesetzlich vorgeschrieben, vom Vorstande gezeichneten„Zahlungs-Aufforderung", so wurden die angeblich restirenden Beträge dem Magistrat zur in Höhe von 2-6 Mark gegen den Arbeitgeber erlassen. Die Geringfügigkeit der Summe, sowie andererieits dw Scheu, sich überhaupt vor dem Schöffengericht abhandeln zu lassen, führte dazu, daß eine weitere Anzahl von Arbeitgebern die gefordetten Beträge ohne Einsvruch bezahlte und dann, um etwmgen wei- teren Schwierigkeiten zu entgehen, ihre Arbeiter zum Austritt aus der freien Kasse nöthigten. Diese Verhaltnisse haben im Vorstande der„Hoffnung", als der größten hiesigen freien eingeschriebenen Hilfskasse, wiederholt zu eingehenden Erörterungen geführt. Die beiheiligten Mitglieder erhielten seitens des Kassirers unentgeltlich Rathschläge, in welcher Weise sie sich gegen ungesetzliche Anfordemngen der Zwangskaffen-Ren- danten zu schützen hätten. Diese Rathschläge wurden sehr oft nicht richtig ausgeführt, die Arbeiter und Arbeiterinnen, welche zum Theil gar nicht, zum Theil nur höchst nothdürftig schreiben können, waren allein nicht im Stande, ihre Verttetung fach- gemäß durchzuführen; unter solchen Umständen blieb dem Vor- stand keine andere Wahl, als die Vertretung der betreffenden Biit- alieder und deren Arbeitgeber auf Kosten der Kasse einem Rechts- anwalt zu übertragen. Herr Rechtsanwalt Dr. Berkowitz hat, dem Ansuchen des Vorstandes entsprechend, die Vertretung der Mitalie- der der„Hoffnung",(eingeschr. Hilfskasse), für sämmtliche aus An- aeber deS persönlichen Erscheinens in den Gerichtssälen über- hoben, sie haben also nur noch nöthia, die ihnen seitens der Zwangskassen zugehenden Zahlungs-Auffordemngen und Straf- Mandate an die Adresse des Kassirers der„Hoffnung" einzu- senden und sind dann sachgemäßer und für sie kostenloser Wahrnehmung ihrer Gerechtsame sicher. In dem ersten der- artigen Prozeß, in welchem es sich um die angeblich verspätete Anmeldung von 6 Arbeitern zur Ortskrankenkasse für den Ge- werbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker handelte, hat das Schöffengericht in seiner am 31. Juli staltgehabten Sitzung auf Einstellung des Verfahrens erkannt und die Kosten der Staatskasse auferlegt. Es wurde entsprechend dem An- trage des Vertreters der„Hoffnung"(e. H.) angenommen, daß die Meldepflicht der Arbeitgeber für diejenigen Arbeiter, welche bereits vor dem 1. Dezember 1884 in der betreffenden Stellung waren, bis zum 4. Dezember 1884 erfüllt sein mußte, daß also von jenem Tage die dreimonatliche Verjährung der nicht erfolgten Anmeldung zu rechnen ist und demzufolge ein Arbeit- eber, der erst nach dem 4. März 1885 das Strafmandat er- ielt, nicht mehr verfolgbar erscheint. Das Lügen ist an sich keine schöne Thätigkeit, wenn aber eine Gemeindebehörde die Regierung und den Verwaltungs- gerichtshof anlügt, um einen ihrer Beamten zu benachtheiligen, und diesen Beamten, weil er die Wahrheit kund thut, wegen verleumderischer Beleidigung anklagt, so geht das noch weit über die Stöckerphilosophie. Die Gemeindeverwaltung Lichten- Hof ist es, welche ihrem Lehrer Horelt gegenüber eine solche Klage stellte. Karl Horelt war im Jahre 1881 in den Dienst der Lichtenhofer getreten auf Grund einer Offerte, nach welcher er 771 Mk. Gehalt, 100 MI. Theuerungszulage und freie Dienst- wohnung bekonrmen sollte. Es war in dieserOner te nicht gesagt, daß Zulage und Dienstwohnung dem Lehrer jeder Zeit entzogen werden könnten, ogleich der Gemeinde gegenüber dieser Vor- behalt festgesetzt war. Horelt trat sein Amt an und zog sich bald die Unzufriedenheit einiger Verwaltungsmitglicder zu, weil er nicht in derjenigen Kneipe verkehrte, deren Besuch sie als „Pflicht" erachteten, da der Wirth ein Vcrwaltungsmitglied war. Der Lehrer kümmerte sich um diese Unzufriedenheit nicht. Er wußte zwar, daß in großen Städten den„schlechten Mädchen" gewisse Beschränkungen im Besuch von Lokalen auf- erlegt sind und ihnen das Betreten der besseren Nestau- rationen verboten wird, aber von ähnlichen Verordnungen für die Volksschullehrer hatte er noch nichts gehört, weshalb er aß und trank, wo es ihm gerade am besten schmeckte. Das sollte ihm aber schlecht bekommen; man wurde ärgerlich über diesen Lehrer und beschloß in der Ge- meindeverwaltung, ihm die Theuerungszulage zu entziehen. Er ergriff Rekurs und das Bezirksamt Nürnberg bestätigte den Beschluß, die Kreisregiming hob ihn auf, aber der Verwal- tungsgerichtshof als letzte Instanz entschied zu Ungunsten des Lehrers. Äehnlich erging es demselben mit der Dienstwohnung. Man entzog ihm biete, weil man den Raum zu Lehrzimmcrn brauche. Horelt richtete nun eine Beschwerde an die Kreis- regierung, in welcher er dem Bürgermeister Stoer von Gibitzen- Hof und der Gemeindeverwaltung Gibitzenhof-Lichtenhof die Vorwürfe machte, sie hätten mit Begründung von unwahren Vorspiegelungen ihm die Theuerungszulage entzogen; die Ge- meindeverwaltung wolle ihn nur aus Chikane zum Verlassen seiner Wohnung zwingen; in der gemeindlichen Kanzlei seien die von ihm selbstgefertigten Schulgeldlistcn gefälscht worden; die Gemeinde- Verwaltung scheine es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen; dem k. Verwaltungsgerichtshofe habe man eine er- fundene Nothlage vorgespiegelt; Gemeindeverwaltung und Bürgermeister hätten ihn durch verschiedene Verleumdungen herausgefordert." Auf Grund dieser Vorwürfe stellte man gegen den Lehrer Strafantrag wegen verleumderischer Beleidi- gung, und er wurde vor das Landgericht verwiesen. Hier fand er Gelegenheit, für seine Behauptungen den Beweis der Wahr- heit zu führen. Er«ies nach, daß zu derselben Zeit, als man ihm„wegen einer Nothlage in der Gemeinde" die Theuerungs- zulage von 100 Mark entzog, der Gehalt des Gemeinde- schreibers um 180 Mark aufgebessert worden ist. Pfarrer Kreppel bezeugte, nicht die Nothlage, sondern das Uebelwollen einzelner Verwaltungsmitglieder gegen den Lehrer sei Grund für die Entziehung gewesen. Auch die Behauptung der Gemeindeverwaltung, es seien bessere Elemente weggezogen, erwies sich als unrichtig. Ein Lehrer in Lichtenhof bezeugte eidlich, daß ihm„bedcmet" worden sei, man müsse die Wirth- schaft einer gewissen Persönlichkeit besuchen, dann könne man schon eher etwas erlangen. Die Staatsanwaltschaft ließ, nach- dem Horelt nachaewicscn hatte, daß an den von ihm gefertigten Schulgeldlisten Korretturen vorgenommen wurden, die Anklage bezüglich dieses Punktes fallen, da der Vorwurf sich nicht gegen die Gemcinde-Verwaltung, sondern gegen den Gemeinde- schreiber richte. Das Urtheil lautete auf Freisprechung, da der Gerichtshof zu der Ueberzeugung gekommen war, daß der Li- schuldigte sich mit Recht der inkriminirten Aeußerungen ff Wahrung der Interessen bedient habe, daß er auch � zulässige Form nicht überschritten habe und ihm auch gröftw theils der Wahrheitsbeweis gelungen sei. Es sei erwiesen, W Bürgermeister Stör vor dem Verwaltungsgerichtshofe von e>na in Wahrheit gar nicht vorhandenen Nothlage der Gemeiiw gesprochen habe, es sei nachgewiesen, daß der Beschuldigte w» Chikane zur Räumung seiner Wohnung veranlaßt worden W es sei erwiesen, daß die Gemeindeverwaltung es mit der WW heit nicht genau genommen habe; es sei erwiesen worden, MI die Gemeindeverwaltung den Beschuldigten verleumdet% indem sie ihn als körperlich und geistig seinem Berufe nW gewachsen darstellte, während doch das Gegentheil durch ff» Zeugniß der vorgesetzten Schulbehörden erklärt worden ff- Was die Beschuldigung der Fälschung der Schulgeldlisten be- treffe, so habe die Staatsanwaltschaft selbst die auf diete» Punkt gerichtete Anklage fallen lassen. Soziales und Ardeiterbemegang' Die erbärmliche Lage der deutschen Bergleute ist k" kannt. Ihr trauriges Loos unterscheidet ssch fast in nichts# dem erschütternden Elend der belgischen Kohlcngrubenarbeuw Die Arbeit ist hart und äußerst gesundheitsschädlich, die 2»' beitszeit lang, die Löhne sind sehr niedrig. Die Zeitungen berichten nun öfters von„Exzessen" auf den Gruben, naincnn lich infolge von Lohndifferenzen- So läßt z. B. das Cffff der rheinischen Eisenbarone, die„Rheinisch- Westfälische ir* tung", sich auS Marten unterm 23. Juli schreiben: widerliche Szene spielte sich auf dem Schacht II(MüllenlieM ab. Dort wurde gelöhnt. Zwei Arbeiter intervellirten# Reviersteiger wegen Lohndifferenzen. Während Beamte die Leute ruhig und sachlich aufklärte, begab sich eine an die linke, der andere an die rechte Seite dcsselWn- Jm nächsten Augenblick ergriss einer der Kerle den riß ihn zu Boden und dann schlugen dieselben gemeinscha!"� auf den Daniederliegenden ein, bis diesem mehrere Kollegs zur Hilfe kamen und die Angreifer entfernten. Nicht lang dauerte es, so hatte sich ein großer wilder Haufen angelamweu und es entstand ein wüstes Durcheinander. Meist alle W Raufbolde waren, wie dies an solchen Lohntagen stets der U ist, betrunken und so fanden denn auch sie, weil die Beamten N inzwischen entfernt hatten, recht bald Gelegenheit, eine SdN? gerei unter sich zu provoziren. Hierbei flüchteten mehrere>» die nahe bei der Zeche liegende Menage. Dann wurde ffw von den draußen tobenden attaquirt und Fenster und eingeworfen.— Mit Schrecken erwartet man hier deraM Lohntage, da keiner vergeht, der nicht Zeugniß von Rohv!? und Verkommenheit ablegte. Der Schnapsteufel es, der die Leute zu sehr in seiner Gewalt v» ihm geben sie sich nur zu gern hin."— Nun gWff, wir zuvörderst, daß ohne stdcn Grund sicherlich Arbeiter keinen Einspruch beim Steiger erhoben haben. die armen Teufel gewaltthätig werden, liegt daran, W A furchtbare materielle Druck, unter dem sie, Dank der•Ill5 nützekunst der) Grubenbesitzer leiden, sie generationenweise � Unwissenheit und Noth verkommen läßt. Dadurch geht iW! zum großen Theil das Klassenbewußtsein und die Erkennte darüber ab, wie sie ihre Lage zu verbessern haben. Sie® plodiren zu„Putschen,"„Arbeiterrcvolten," weil sie nicht% geschlossene, zielbewußte Arbeiterorganisationen verfügen, ss* Aelteren unter unseren Lesern werden sich noch der zu tr»� riger Berühmtheit gelangten Kohlengrubcnarbeiter-Unrubcn 00 Charleroi(Belgien) im Jahre 1866 erinnern, wo die belgE Staatsflinte schoß und der belgische Staatssäbel hieb. Dff, Vorgang ist für die festländitchen Kohlengrubenarbeiter K großen Theil typisch«die Engländer sind bereits seit lanlr organifirt). Wer die Verhältnisse kennt, wer weiß, wie i&ntm lich die Leute bezahlt und wie rasch sie„bcrgfcrtig" wer«» (mit 30 Jahren ist der Bergarbeiter so ziemlich Invalid),.? begreift, daß der Alkoholismus unter ihnen seine Orgien% Man gebe ihnen bessere Löhne, man schütze sie durch«V Maximalarbeitstag, und der Schnapsteufel wird sicherer% getrieben werden, als mit Weihwedel, Weihwasser und„äff licher" Sozialrefvrm.° Auf dem Neumarkt zu Dresden brach am 1. AiM ein jugendlicher Handwerksbursche zusammen. Derselbe w«® Folge von Hunger in einen krampfartigen off stand verfallen und wurde durch zwei Exekutivbcamte nliuss, Droschke zum Karolahause gebracht. Und so etwas kommt zn unserm Deutschen Reiche und in„der besten der Welte»' i, ßlasse 172. König!. Preutz. Lotterie. Ziehung vom 8. August iss». ttnx M« Gewinn« Iber 210 Mark sind den betreffenden Nummer» in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 5 23 51 197 249 320(300] 90 411 38 78 86 500 52(300] 66 69 81 605 11 30 747 86[300] 801 96 99 917[5501 46(300] 62 99 1069(15001 76 230 50(300) 62 66 99[300] 306 488 89 524 62 709 816 40[300] 912 43 2047 216 67 306 79 89[300] 513 45 58[300] 65 604 26 76 93 703 lg 28[300] 87 806 17[3000] 64 906 66[300] 68 550] 8030 33 34 68 76 i 125 61 261 74 80 95 432 34 86 87 96 505 54(3001 603 59 735 92 50] 865 71 932 63 4085 294 317 29 409 61 77 79[300] 536 43[560] l 86[3001 627 93 866 902 67 79 6011 27 68 187[300] 351[15001 411 81 83[550] 528 621 33 79 91 [300] 731 65 856 917 66«006 16 19(3001 33 68 100 7[1500] 19 36 44 75[550] 241 530 51 455 73 683 625 38 63 84 701 30 84« 88 7029 38 62 118 96 98 324 84[300] 86 438 53[300] 64 570 603 41 52 706 67 826 34 944 54[1500] 8016 36 54 64[3001 81 152(300) 285 306 49 70 83 91 413 72 569(300 74 81 93 682 83 84 752 98 808[550] 954 64 68 78[550] 96«015 134 41 65 99(15001 204[1500] 95 334 46 83 418 30[550] 59 88 613 19 621[3000] 796 560] 832 90 91 30001 947 76 IOCOO 18 62 71[15ml 146 270 79[3001 92 97 446[3001 642 707 76 819 909 14 30[300] 11112(3000] 20 69 81(300] 266 393[löiXH 415[300] 17 62 82 666 74 82 605 40 97 717 21 25 78 838 50------------ 460 501 54 57 677 732[300] 50 80 846 948 24 57 88 659 700 23 936 37---------- . 1 2040 80 239 397 ■_ 18070 173 290 361 96 515 14002 323 61 73 414 26 71 646 94 642 66 10 24 99 895 911 18[3001 50 15018 106[3001 33 62 97 210 86 366 86 437[1500] 69 537 647 56 75 80 89 719 804 13 37(3001 935 1 0059 60 63 152[300] 222 392 403 35 78 540 608 9(300] 56 59 65 706 13[300] 810(3000] 34 38 913 1 7026 180.81 294[300] 324 467[1500] 647 62 727 43(3001 878 84[3001 931 82 18125 53 70[5501 97 268 323 29 44 49 57[3001 432 40 69 3001 96 552 66 61436 47 51 60[300] 701 15[300] 42(300) 87 91 960 70 10010 36(300] 38 4 4 54 69 70 80 III 244 49 80[300] 96 309 19 20 26 30 433 72 614[1500] 28 626 56 59 737 49[15001 63 80 92 815 29 47 54 20031 33 90 152 77 211 38 52 68 80[1500] 338 39 500[300] 12 26 74 622 70 775 98 899 952 21095 107 41 207 15[3000] 24 40 58 87[550] 357 81 90 400 25 83 564 646 86 729 815 64 914 49[300] 22012 300J 75 89 85 97 102 257[30!-] 93 323 57 71 95 436(300) 40 62 511 70 98 622 13001 63 71 751 64[5501 807 51 97 902[300] 24 29 88 23073 86 [3001 203 39 340[300] 72 84 551 57 669 737(300] 80 846 47[300] 93 933 24119 70 79 276 320[300] 72 411[300] 12[300] 50 547 49 634 749 804 15[300] 42 94 934 79 25028 36 44 77 130 72 90 212 43 303 12 15 29 34 426 71 99 578 664 81[1600] 703 60 804[300] 15 66 96 20054 135[300] 270 325 620 22 38 715 92 807 17 70 86 99 933 67 2 7044 74 122[15001 70 260[300] 310 94 476 86 507 31 600 10 30 76 79 800[550] 79 934 35 80 28053 58 90 163 200 29 33 45 47 78 329 493[3001 17 56 72 538 46[300] 696 778 84 835[3000] 67 982 2 9044 62 70[90000] U 4 68 69[300] 89(5501 286[3000] 401 63 70 527 34[300] 54 631 66[300] 92 710 19 32 71 99 844[560] 73 914 33 41, 50057 100 39 87 335(300] 43 65 6869 70(5501 495 649 61 728 52 927 48 9911600] 31008 4l 66[550] 74 122 46[30001 217 66 90 332 44 80 538 (300) 58 85 648 735 69 859 85 905 23 42 3 2010 123 34 241 345 59[15001 66 415 32 73[300] 528 53 54 69(300] 764 846 52 933 46 64 95 98 33037 75 91 104 31 81 93 300 16000) 66 409 13 606 22 63 781 90 910 73 34049 54 80 133 244 307[300] 50 462 50088 89 692[300] 722 27[15000] 53 76 810[300] 44 937 38 77 33007 104[300] 7[650] 28 31 203 13 34[1500] 75[550] 337 94 439 57[3 0] 506 16 22 40 46 86 699 716 47 62 82 877 913 33156 99 227 41 87 06 316 91 99 517 616 42 51[300] 63[300] 71 801(300] 89 905 8 mmärnifM .............. 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Ä. Ee m für «r° S Verantwortlicher Redakteur«. Crouhei« in Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Betlao»- Üi- i» % s % tz. "Ii, > % s K K $ Beilage zu m Berliner VolNlatt. Nr. 179. Dirnstag, de« 4. August 1885. II. Jahrg. ins fanii litt Zchulm die Schweiz, namentlich der Kanton Zürich. d?« A�usten Paläste in den Städten, die schönsten Häuser in in s, r�rn!lud Schulen. Und wie: refflich find die Schulen »in5�..Dörfern eingerichtet! Meist mit Spielplätzen und frfint 3?rtfn- Jetzt ist man damit beschäftigt, mit den Dorf. fl* s? Schulgärten zu verbinden, d. h. Gärten, in welchen wt" Rinder alle für die Landwirthschaft und Gärtnerei ihwendigen Kenntnisse erwerben können. solche Gärten find in verschiedenen Gemeinden bereits .- K°"t°ns- oder Gemeindemilteln eingerichtet und die cidge- .M'che. Bundesregierung hat neuerdings dem schweizerischen Z-��lthschaftlichen Verein eine jährliche Subvention von Wrr. � iur Beförderung der Anlagen von Schulgärten ..Der fragliche Verein hat soeben sein Verwendungspro« M!? veröffentlicht. Da es auch für uns von großem Inte- "% so lassen wir dasselbe nachstehend folgen. Es lautet: Programm für die Erichtung von Schulgärten m.n. nebst tni,Äm"nßen der Verwendung der dem schweizerischen land- "yschaftlichen Verein hierfür bewilligten Bundessubvention von 3500 Franks. (Genehmigt vom schweizerischen liandwirthschaftS« Departement.) SR«-:? Direktion des schweizerischen landwirthschaftlichen in der Abficht, die Errichtung von Schulgärten an �'chulen zu fördern, trifft mit Hilfe einer hierfür zu- °»cherten Bundessubvention folgende Verfügungen: .. A. Allgemeine Grundlage und Einrichtung. Artikel 1. Ter Schulgarten an Landschulen soll der fiLW'n anregender Weise theils zur theoretischen Belehrung ÖW'ir Kultur der wichtigsten und für das Leben nötbigsten AUse, theils als Uebungsseld für rationelle Aufzucht, Pflege für AHandlung der letzteren dienen, und gleichzeitig den Sinn Garten-— v----- u". �oncn- und Gemüsebau, Ordnung und ländliche Ver- »sung fördem. RA« 2. Der Schulgarten soll, so weit möglich, berück- tinM�V a. den Gemüsebau für Garten und freies Feld, i l; der Aufzucht von Pflänzlingen in Frühbeeten; M?,n Obstbau, hauptsächlich mit Rücksicht auf die Heran- Lr% von Gartenhochstämmen und den verschiedenen Zwerg- LIM von Sämling, Wildling und anderen üblichen Unter- JteTi vis zum fettigen Fruchtbaume; c. die Gräser und lÄ für den Futlerbau; d. die Weinrebe mit der Würz- MMule, enthaltend die landesüblich bewährtesten und eine # empfehlcnswerther neuer Sorten; wenn thunlich und tw?. Folge nöthig, mit Berücksichtigung von Veredlungs- nDtlonen auf Reblaus widerstandsfähige amerikanische N!.,s�gen: e. die hauptsächlichsten forstlichen Pflanzen, als �."Maumschule behandelt; f. die Kultur der Korb- 2%: g. Aufzucht und Kultur der empfehlens- 1 Beerensträucher für den Hausalt und Markt; �Kollektion Ziersträucher und Blumen als Zierde des hJ'sen Hausgattens und mit Berücksichtigung der von der kiwicne gesuchtesten Blüthcarten; i. Einrichtung für Vogel- einen Bienenstand; 1. eine Kollektion der gefährllch- n.�rtike?�3.�'Die Schulgätten stehen unter der�Aufsicht der Lst�deschulbehörden, welche für bestmöglichste Bepflanzung, foC3 Ufid Besorgung, ii ....„ orgung, insbesondere auch für pünktliche Hand- »8 einer genauen Ordnung zu sorgen haben. B. Unterstützungen. sälti. �"de Einrichtungen getroffen und dieselben einer sorg« . Pflege unterstellen, sichert die Direktion des schweize- IhN landwirthschaftlichen Vereins aus der zur Verfügung ,°en Bundessubvention nachstehende Unterstützung zu: lt.-- Für einmal: An die Kosten der Anlage 200 bis 500 Artikel 4. Gemeinden, welche den obigen Vorschriften ijz.�Jährlich: An die Kosten der guten Unterhaltung 50 ofs Franks. Helm, e Höhe dieser Beiträge richtet sich: a. nach der Aus- c.5% der Anlage, b. nach der Zweckmäßigkeit derselben, j.»5 der beförderlichen Inangriffnahme und Durchführung, »4 der Att und Weise der Besorgung. Gesuche um Ver- Ite fjnuptftM um �ktglnulira. Odenkirchen, im Zuli. Us. �/ne giftige Blüthe des Aberglaubens ist in unserer Wn ten Zeit auf dem Boden unseres stillen Städtchens Un'rvfien. Zn der Scheibe eines Speicherzimmerfensters ein Hause eines hiesigen Fabrikbesitzers erschien plötzlich li��tenkopf. wenigstens den Blicken eines im gegenüber OIMen m-inr-n.«n&oitnnhnn, W-inn-Ä Das unfern Helden bjc�ven Gärten arbeitenden Mannes. ��chende Gefühl wird nur der recht empfinden können, schein � schon einmal so grausige übernatürliche Er- seib�ungen gehabt und daher weiß, was es mit dem„Gott- no)nilms" auf sich hat. Vielleicht hätte er Reißaus ge- JefJ?en' wäre nicht gerade ein Bekannter deS Weges dem er angsterfüllt seine Entdeckung mittheilen Lg Richtig, ein Todtenkopf, bestätigte dieser, das be- wein Leh'tag nichts Gutes. Die Beiden theilten ihre schwa che Wahrnehmung unter dem Siegel der Ver- »in, Lenheit ihren Frauen mit, und so dauerte es nur we- ücjt~Gae. St« nnn herbeiströmten, um :.v �xaoi ymaus ging vir za�uungc xaiu, vuiv Hz./ stundenweit au» der Umgegend die Leute in helle«, g das Wunder anzustaunen. �»1)0» Besitzer deS Hauses mochte in der Einfalt des 1» dgws nur eine harmlose Thorheit sehen, sonst hätte er "lach/ch. Einsetzen einer neuen Scheibe der Sache ein Ende �iichis? wnnen. So ließ er etwa vierzehn Tage lang der h«z».vungskraft, aber ohne eS zu ahnen, auch dem Fanatismus �staf. freien Spielraum. Die schauerlichsten göttlichen %% �richte, zu denen der Todtenkopf nur das„Mene-Tekel" !Äh den erdichtet. Zn den außerhalb gelegenen Orten Lggnoch viel größere Auftegung als in Odenkirchen. ..Esther kommenden Besucher stimmten darin überein, >deid° Ursache der Erscheinung folgende Geschichte erzählt ML. Der Besitzer des Hauses habe, während eine Pro- "lit g°°rbeizoa, einen betheiligten kahlköpfigen Geistlichen " Worten verhöhnt:„Der sollte mit seinem Tobten- abfolguna solcher Unterstützungen müssen jeweilen vor dem 1. April oci der Direktion des schweizerischen landwitthschaft- liehen Vereins eingereicht sein. Artikel 5. Zur weiteren Förderung der Sache werden für entsprechende Planvorlagen von Schulgätten mit ge- drängter Beschreibung der Projekte nach den verschiedenen Kulturabtheilungen sechs Prämien in Ausficht gestellt von zu- sammen 800 Franks. Bezügliche Eingaben sind bis 1. August 1885 an die Direktion einzureichen. Dieselben unterliegen der Prüfung einer Kommisston von Fachmännern. Die Pläne bleiben Eigenthum des schweizerischen landwitthschaftlichen Vereins. Voranschlag pro 1885 über Verwendung der Bundes- Subvention von 3500 Fr. für Förderung der Errichtung von Schulgätten an Landschulen(pro 1885 sind sechs Anlagen in Ausficht genommen): a. an Prämien für Pläne und An- leitung 800 Fr., b. für Vervielfältigung der Pläne 400 Fr., c. für die Anlagen durchschnittlich 350 Fr. X 6— 2100 Fr., d. Prüfungs-Kommisfionen und Inspektionen 200 Fr.; Total 3500 Fr. Die Vorstände von Schulgemeinden, welche auf einen Beitrag für die Einrichtung von Schulgätten(Voranschlag pro 1885, lit. c.) glauben Anspruch erheben zu können, haben ihre diesbezüglichen Eingaben vor dem 1. Septembter 1885 bei der Direktion des schweizerischen landwitthschaftlichen Vereins ein- zureichm. Die Beiträge an Gemeinden für Unterhaltung fallen pro 1885 noch weg. Dies das Programm. Die Subvention ist allerdings nur eine geringe. Jndeß soll damit ja nur eine Anregung gegeben werden. Und es unterliegt keinem Zweifel, daß ber der Wichtigkeit, welche in der Schweiz dem Schulwesen beigelegt wird, das Institut der Schulgärten sehr bald allgemein geworden sein wird. Möge das Beispiel in Deutschland Nachfolge finden. „Mlimipfliunm" Seitdem die halbamtliche„Provinzial- Korrespondenz", welche von allen Amts- und Kreisblärtern Preußens und Norddeutschlands abgedruckt wOrde, und so ihre„aufklärende" Wirkung nicht verfehlte, man wußte nicht gleich aus welchen Gründen, eingegangen ist, arbeitet der preußische„Staatsan- zeiger", auch deutscher„Reichsanzeiaer" genannt, im Interesse der preußischen Regierung und auch der Reichsregierung. Ihm zur Seite stehen als getreue Schildknappen die offi- ziösen Blätter und offiziösen Zeitungsschreiber. Selbst soll bekanntlich der„Reichsanzeigcr" nicht in Par« teipolitik„machen", deshalb läßt er für sich durch Hie offiziöse Presse in gar klüglicher Weise arbeiten. Und das geschieht also: Die verschiedenen offiziösen Blätter in den verschiedensten deutschen Ländern erhalten aus demselben Preßbureau, welches früher die„Provinzial-Korrespondenz" mit Artikeln versorgte, ihre schon in die bekannte offiziöse Form geschmiedeten Nach- richten, welche die jeweilige Regierungsanficht aussprechen. Da nun die Leser im Reiche in den seltensten Fällen wissen, welche Blätter mit dem gedachten Preßbüreau in Verbindung stehen, so halten sie die meisten dieser Blätter für unabhängige, die eine eigene Meinung haben und deshalb Beachtung ver- dienen. Dies weiß nun auch der„Reichsanzeiger". Deshalb hat derselbe in seinen Spalten eine Rubrik: „Zeitungsstimmen" angelegt, unter der er alle wichtigen Mit- theilungcn aus dem Preßbüreau aus den verschiedensten offiziösen Zeitungen mit„Quellenangabe" abdruckt und so das Publikum in den Glauben versetzt, oaß die in den betreffen- den Mittheilungen enthaltenen Anschauungen die Stimmung im Volke abspiegelten und nicht allein die m Regierungskreisen herrschende. Und wenn auch vielfach mit einem gewissen Spott in den Spießbürgerkreisen auf die Zeitungsnachrichten überhaupt hin« abgesehen wird, so hält man dieselben gerade in jenen Kreisen schließlich doch für wahr und schwört auf die Ansichten, welche in den Zeitungen entwickelt werden. Um nun aber auf die spießbürgerlichen Kreise in Stadt und Land besonders noch einzuwirken, so werden die Amts- und Kreisblätter angewiesen, die vom„Reichsanzeiger" ge- sammelten„Zeitungsstimmen" allwöchentlich nachzudrucken. köpf auch zu Hause bleiben." In demselben Augenblick habe er einen Todtenkopf vor sich gesehen und nun zeigten sich ihm überall, wo er nur hinblickte, Todtenköpfe. Selbst auf den Schultern seiner Angehörigen sehe er nur Tobten« köpfe ihm entgegengrinsen. Zu gleicher Zeit sei ein Tobten- köpf in einem der Fenster erschienen, und so oft man auch eine neue Scheibe einsetzte, sofott sei er wieder da. Wen überläuft da nicht eine Gänsehaut? Darauf war freilich zu erwidern, daß in neuerer Zeit weder eine Prozession an jenem Hause vorbeigezogen, noch irgendwie ein Geistlicher verhöhnt worden sei. Diese Angaben seien eine nichts- nutzige Erfindung, das übrige aber bedürfe für einen halb- wegS verständigen Menschen keiner Widerlegung, da» grenze ja an Wahnsinn. Mit dem Fenster habe es jedoch folgende Bewandtniß: ein Glaser habe seiner Zeit dort eine unreine Scheibe eingesetzt, in welcher die Vettiefungen, Erhöhungen und Streifen, je nachdem das Licht darauf fiel, zufällig, wie man das zum Beispiel in den Masern des Holzes manchmal sehen kann, für eine lebhaste oder krankhafte Ein- bildungskraft einen Todtenkopf darstellten. Daraufschrumpfe die ganze greuliche Spukgeschichte zusammen: auf ein un- reines Fensterglas. Als endlich der Lärm und Unfug zu arg wurde, ließ der Eigenthümer des Hauses den Todtenkopf, der so viele lebendige Köpfe verwirtt hatte, durch eine neue Scheibe er- setzen, worauf denn der Unfug nach und nach sein Ende nahm. Die Geschichte selbst aber spukt noch immer weiter in den Köpfen der leichtgläubigen Menge. An und für sich wäre die Sache nicht der Rede wetth, wenn sie nicht einen Maßstab für die entsetzliche geistige Ver- irrung und Verwirrung gäbe, in der das Volk sich noch be- findet. Haben wir angesichts dessen wohl das Recht, über die Einfalt wilder Völkerstämme zu lächeln, die in den schneebedeckten Spitzen der Berge ihren Gott verehren oder sich ein höchstes Wesen aus Lehm, Stein oder Holz machen? Steht denn solcher Götzendienst tiefer als der fanatische Aberglaube, daß Gott Todtenköpfe auf Speicherfenster und noch dazu in so stümperhafter Weise hinmale, um dadurch seine Strafgerichte anzuzeigen? Wahrlich, wir haben keine Die„Provinzial-Korrespondenz" war bekannt als amtliches Blatt: druckten aus ihr die Amts- und Kreisblätter etwas ab, so hieß es allgemein, daß in den betteffenden Artikeln nur die Anficht der Regierung zum Ausdruck komme— deshalb blieben die Attikel wirkungslos. Das jetzige„Aufklärungssystem" ist viel praktischer und eindrucksvoller. Der„Reichsanzeiger" ist also nur ein Zwischenträger. Die Artikel und Notizen werden im Preßbureau für die öffiziösen Zeitungen fertiggestellt; der„Reichsanzeiger" sammelt dieselben unter„Preßstimmen", welche die Amts- und Kreisblätter als Anschauungen eines großen, respektabel erscheinenden Theiles der deutschen Presse abdrucken. Die Verleger und Redakteure der Amts- und Kreisblätter haben durchweg keine Ahnung von ihren großen Leistungen im Dienste der„Volksaufllä- rung". So wird Meinung gemacht, öffentliche, politische Meinung. Doch das Schönste bei der ganzen Sache ist, daß die meisten offiziösen Blätter gleichfalls eine Rubrik:„Zeitungs- stimmen" fich angelegt haben, unter welchen ste gegenseittg die ihnen nicht direkt zugesandten Entrefilets und Exposees abdrucken. Es paßt nicht immer, daß dieselbe öffiziöse Nachricht allen offiziösen Blättem zugleich zugeschickt wird— das wäre manch- mal zu auffällig und deshalb müssen auch hier die „Zeitunasstimmen herhalten, um das Volk„aufzuklären." Besonders aber haben diese„Zeitungsstimmen" ihre Wir- kung nicht verfehlt, die neue deutsche Zoll- und Witthschasts- Politik in das richtige günstige Licht zu setzen. Von Berlin aus wird die offiziöse Nachricht z. B. nach München gesandt, daß diese oder jene Industrie in Bayern sich in Folge der Schutzzölle bedeutend gehoben habe. Diese in Berlin fabrizitte Nachricht erscheint dann in dem Münchener offiziösen Blatt mit dem Datum München, den tten dieses oder jenen Monats. So wird dieselbe als Meinung des Münchener Blattes durch den„Reichsanzeiger" und dann durch die Amts- und Kreisblätter weiter kolportitt. Und das- selbe Manöver wird in fast allen Gegenden Deutschlands gemacht. Da muß ja so ein ehrbarer Amts- und Kreisblattleser glauben, daß die Zollpolitik des Deutschen Reiches Wunder ge- wirkt habe. Da wird er ja förmlich gezwungen, im Interesse des Wohlergehens der deutschen Nation gegen alle Antischutz- zöllner und lbcsonders gegen die bösen Demokraten und So- zialisten die das Reich verderben wollen, bei den Wahlen zu stimmen. Und wie bei wirthschaftlichen Fragen, ebenso wird es bei politischen Fragen gemacht. Nun kann fich auch der Leser erklären, weshalb die„Pro- vinzial-Korrespondenz" eingegangen ist— die„Zeitungs- stimmen" des„Reichsanzeigers" find an ihre Stelle getreten. Zokales. Berichtigung. Wir berichteten vor einiger Zeit über eine recht unerquickliche Szene, die sich in der Naunyn- und Mariannenstraße abgespielt haben sollte. Die Mittheilungen, die uns von einem Berichterstatter gemacht wurden, find un- richtig, weder der Vater des Knaben, noch der Destillateur, von welchem in der betteffenden Notiz gesprochen wurde, find an der Sache betheiligt gewesen. An den Fürsten Bismarcks hat der Vorstand der„Freien Organisatton junger Kaufleute,, folgendes Ersuchen genchtet: „Der Herr Reichskanzler wolle seinen Einfluß geneigtest dahin geltend machen, daß bei der von der Reichsregierung zu veranstaltenden„Enquete über die Sonntagsarbeit", bei welcher vorzugsweise die Änstchten der Arbeitnehmer gehört werden sollen, der große Stand der bei dieser Frage besonders inter- esfitten Handlungsgehilfen ebenfalls gehört werde." i. Auffällige und ungerechte Preisdifferenz zeigt der Personen-Tarif der Stadtbahn auf der Strecke Alexander- platz-Ettner- Fangschleuse; während nämlich ein Bittet itt. Klasse vom Alexanderplatz bis Erkner Ä. 1,10 kostet, und ein solches von Erkner bis Fangschleuse M. 0,30, zusammen also M. 1,40, so kostet doch ein direktes Bittet vom Alexanderplatz bis Fangschleuse M. 1,50, also 10 Pfg. mehr. Noch dedeutender wird diese Differenz von der Friedrich- straße aus. Bei den Retourbillets nun fällt die Verschiedenheit des Preises noch viel eklatanter in die Augen; während nämlich ein Retourbillet III M. 1,70 kostet, und Klaff, ie vom Aleranderplatz bis Erkner olches ron Erlner bis Fangschleuse Ursache, die armen Wilden zu verlachen. Wer das Leben in den verschiedenen Schichten de« Volkes scharf beobachtet, findet noch so vielen finstern und lächerlichen Aberglauben, und zwar in alle« Ständen und allen Bekenntnissen, daß er sich erstaunt fragen muß, wie es denn in unserer aufgeklärten Zeit, bei dem Schulunterricht, den unser Volk empfängt, noch möglich ist, sich von dem Schöpfer Himmels und der Erden eine so verzerrte Vorstellung zu machen. Mögen diejenigen, die berufen sind oder sich berufen fühlen, das Volk zu lehren, sich merken, daß hier noch sehr viel zu thun ist. Leider ist im vorliegenden Falle von keiner Seite her, weder iu den hiesigen und benachbatten Blättern noch von der Kanzel, dem Unfug entgegengetreten und solch bös- attiger Aberglaube nach Gebühr gegeißelt worden. Sind denn solche ttaurige Kundgebungen der Volksseele nicht etwa ebenso wichtig wie die Verhaftung eines lärmenden Trunkenboldes oder das Ausreißen eines scheuen Pferdes, wovon man uns doch sorgfältig andern TagS Kunde giebt? Zch meineStheils halte es für sehr nothwendig, den Aberglauben auf den Kopf zu tteten, wo er sich nur immer zeigt. Er bildet einen großen wunden Fleck in unserm Volksleben. Noch stehen wir den Zetten nahe genug, wo finsterer Wahn Menschen gegen Menschen waffnete, wo heilige Gerichte ihre entsetzlichen Uttheile vollstteckten, wo Hexenprozesse namenloses und herz- zerreißendes Elend brachten, wo der menschliche Geist mit seinem ganzen Scharfsinn in wahrhaft teuflischer Lust Matter- Werkzeuge und Qualen ersann, um die armen Opfer des Aberglaubens in der scheußlichsten Art zu quälen und lang- sam hinzumorden, während die Peiniger bei den Schmerzens- lauten ihrer unglücklichen Opfer den Blick himmelan richteten, um gewissermaßen den lieben Gott zu fragen, ob er nun nicht mit den gläubigen Vollstreckern seines Willens zufrieden fei. Der Fanattsmus könnte, wenn unsere Sicherhelts- behörden nicht zum Glück andere wären, heute nach Um- ständen gerade so schlimme Früchte zeitigen wie vor 200 Zähren; denn wie damals läßt sich auch heute noch die Menge btthören. Zch erinnere nur an eine den älteren Leuten noch im Gedächtniß lebende Geschichte; an den Un, M. 0,50, beträgt der Preis für ein direktes Retourbillet Iii. Klaffe zwischen Aleranderplatz-Fangschleuse M. 2,50, also volle 30 Pf. mehr.— Da demnächst der Personen-Tarif der Stadtbahn eine Veränderung erfahren soll, dürfte es zweckmäßig sein, auch diese Unebenheiten aus dem Tarif zu entfernen. b. Statt Haus und Hof eine einsame Zelle. Einem Schlächtergesellen, der hier m Schlafstelle lag, war sein Vater gestorben und er sollte nun dessen Grundstück in Schlesien übernehmen. Um aber als Erbe nobel aufzutreten, hieß er Uhr und Kette des Sohnes seiner Wirthin, sowie einige Ringe seiner Stubengenossen mitgehen. Auf erstattete Auzcrgc spielte der Telegraph, und der angehende Erbe wurde noch unterwegs im Eisenbahnwagen verhastet. Statt den Herrn zu spielen, fitzt er jetzt in Moabit als Untersuchungs-Gcfangener. Viel- leicht hatte er gar nicht die Abficht, zu stehlen, sondern fich nur mit fremden Federn zu schmücken. Aber dieser Leichtsinn kann ihm theuer zu stehen kommen. In dem leerstehenden unverschlosseuen Hause Neue Friedrich strafte Nr. 70, welches der Baugesellschaft„Kaiser Wilhelmstraße" gehört, traf der Komtoirdiencr gestern früh drei Strolche, welche eiligst die Flucht ergriffen. Als er etwas später die Klosterstraße pasfitte, gewahrte er einen der Flücht- linge, ließ ihn durch einen Schutzmann festnehmen und zur nächsten Polizeiwache bringen, wo in der Person des Festge- nommenen der„Arbeiter" H. ermittelt wurde. Bei seiner Ver- nehmung gestand er ein, in Gemeinschaft zweier Genoffen mehrere messingene Thürdrücker und Schließbleche, sowie zirka 30 Pfund Bleirohr entwendet zu haben, die sich noch in einem Sacke im fraglichen Hause befänden. H. wurde dem Kriminal- Kommissariat vorgeführt und das gefundene Diebstahlsobjekt der Baugcsellschaft zugestellt. Ueber einen Raubanfall wird folgendes mitgetheilt: Als der Tischler H. am 2. d. M., Morgens gegen 2 Uhr, die Koppenstraße pasfitte, wurde er in der Rahe des Schlefischen Bahnhofes von zwei ihm unbekannten Männern überfallen, von denen der eme ihn an den Beinen erfaßte, so daß er zur Erde fiel, während der andere sein Portemonnaie mit 15 Mk. ihni aus der Tasche zog. Auf seinen Hilferuf erschien der Revierwächter, mit welchem er die fliehenden Diebe verfolgte- Einer der letzteren wurde an der Andreaskirche, der andere an der Zwillingsbrücke ergriffen und beide zur Wache gebracht. Das geraubte Portemonnaie hatten fie unterwegs weggeworfen, es wurde jedoch wiedergefunden und dem Cigenthümer zu- gestellt. Die Diebe, dre Maurer Hauck und der Arbeiter Mader, die bereits wegen Leichenfledderei vorbesttaft sind, wurden verhaftet. o. k. Am vorgestrigen Nachmittag entwickelte fich auf dem Perron des Stettiner Bahnhofes eine äußerst rührende Szene. Ein großer Trupp Maurer war im Begriff, der Rest- denz den Rücken zu kehren. Als nun das Zeichen zur Abfahrt ertönte und die Maurer ihre Plätze in den Koupces aufsuchten, umarmten und küßten fich die Abfahrenden mit den Zurück- bleibenden.„Run Adieu, Kinder, lebt Alle wohl und steht fest zur Fahne", riefen die Abreisenden. Noch einmal ertönte die Glocke; ein schriller Pfiff und der Zug war bald ver- schwunden. R. Arges Mißgeschick. Die unverehelichte Albertine Domke, welche durch Schuld ihrer Herrschaft vor zirka vier Monaten in einer Höhe von drei Metern von einem Hänge- boden herabstürzte und fich komplizirte Knochenfrakturen zuzog, befindet sich noch immer in der König!. Klinik und wird vor- aussichtlich nie die Gebrauchsfähigkeit ihrer Gliedmaßen wieder erlangen. g. In einem hiestgen Krankenhause besuchte Ende voriger Woche ein hiestger angesehener Kaufmann seine Frau, welche fich einer Operation unterzogen hat. Beim Abschiede wurde dem Mann plötzlich unwohl und während der Zeit, als die Wärterin nach einem Glase Wasser lief, fiel der Mann zur Erde nieder und blieb todt liegen. Die Todesursache war ein Herzschlag. N. Unbekannt verstorben. Der junge Mann, der vor einigen Tagen sich in einem Hotel in der Jnvalidenstraße zu erschießen versucht hatte und dann nach der Königlichen Chantee gebracht worden, ist dott am gestrigen Tage an den Folgen der Schußwunden verstorben, lieber seinen Namen und Stand herrscht immer noch vollkommenes Dunkel, denn er weigette fich bis zu seiner letzten Stunde entschieden, seinen Namen an- zugeben. In dem Hotel hatte er seiner Zeit angegeben, ein Weinreisender Paul Müller zu sein. Von einem Schutzmannn wurde vorgestern unter der Eisenbahnbrücke der Stadtbahn in der Nähe{der Königlichen Chantee ein Mädchen überrascht, als es einem Kinde das Leben gab. Bei der Annäherung des Schutzmanns ergriff das Mädchen die Flucht, das Kind im Schmutz zurücklassend. Dasselbe wurde von dem Beamten sofott zur Königlichen Chantce ge- bracht und dort noch lebend aufgenommen. Das Mädchen wurde in dem Hause Marienstt. 7 entdeckt. R. Mordanfall. Vorgestern Abend gegen V- 10 Uhr lauerte der löjähttge Arbeiter Doßmann seiner früheren Geliebten Louise Franz, wohnhaft Naunynstr. 88 bei Hattmann, mit ge- ladenem Revolver vor dem Hause Manteuffelstraße 37 auf. Bei Erscheinen der L. Franz feuerte D. einen Schuß auf die- fug, den ein einfacher Schäfer in den vierziger Zahren durch- zuführen vermochte, der Schäfer von Niederembt(im Regie- rungsbezirk Köln), zu dem Tausende und Abertausende hin- pilgetten, wobei ganze Schaaren öffentlich und laut beteten mit dem Zusätze:„Heil'ger Schäfer, bitt für unS!" Tausende von Kranken, Blinden, Lahmen und mit allen mög- lichen Gebrechen Behafteten brachte man zu ihm, selbst von Holland und Belgien her, die sich vor ihm auf die Kniee warfen und den Saum seines Kleides küßten. Und wehe dem, der in stundenweitem Umkreise des Ottes gewagt hätte, an dem Schäfer zu zweifeln oder gar über ihn zu spotten! Daß man aber nicht vierzig Jahre zurückzugehen braucht, um auf solchen abergläubischen Wahnwitz zu stoßen, hat noch im vorigen Jahrzehnt der Schwindel von Marpingen bewiesen, der eine Zeitlang jeden Sonntag viele Tausende von Pil- gern zu einem von Kindern in's Werk gesetzten Götzendienst herbeizog. Das sind unleugbare Thatfachen, geschehen in unserer schönen, hochgebildeten Rheinprovinz. Gewiß be- schämend genug für uns. Man möchte viel darum geben, wenn man so dunkle Blätter aus der Geschichte herausreißen könnte. Ich meine, das Gesagte müßte genügen, um zu be- weisen, daß es wichtig genug ist, den Aberglauben mit allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, schonungslos zu be- kämpfen, gleichgiltig, wo und in welcher Gestalt er sich zeigt. Denn wo bleibt das Gebot der christlichen Nächstenliebe, wenn, wie es hier geschehen, der Mensch in den Wahn ver- fällt, zu glauben, durch diese» oder jenes Zeichen kündige Gott an, daß er über diese oder jene Familie sein Straf- gericht verhängt habe? Kann denn da noch Mitleid, noch Erbarmen in der Menschenbrust aufkommen, wenn in dieser selben Brust die Ueberzeugung Platz gegriffen hat, daß Gott selbst kein Erbarmen, kein Mitleid mit dem Geächteten mehr haben wolle? Muß da nicht in dem Menschen das Ver- langen auftauchen, das Werkzeug der Rache in der Hand des Allmächtigen zu werden? Woher kommt der Stolz, der Eigendünkel und in ihrem Gefolge der Haß und die Ver- leumdungSsucht vorzugsweise bei denjenigen Menschen, die so gern öffentlich Frömmigkett zur Schau tragen und be- selbe ab und ging die Kugel durch den linken Oberschenkel. D. wurde durch einen Schutzmann und eine Zivilperson zur Wache gebracht, nachdem seinen Händen der Revolver entwun- den war. Die geschossene Geliebte F. brachte man sofott nach Bethanien. Selbstverständlich entstand durch die Mordversuchs- szene ein großer Menschenauflauf. Der Grund zu dieser blu- tigen That war, daß D. mit F. bis vor Kurzem in einem Liebcsoerhältniß gestanden, welches die F. aufgehoben hatte, wodurch D. zu diesem Racheakt sich veranlaßt fühlte. Wegen Raubes wurden die„Arbeiter" M. und N. ver- haftet. Dieselben werden beschuldigt, dem Arbeiter T., der fich am 27. d. M Nachmittags auf dem Böyowschen Acker am Zaun der Aktienbrauerei Friedrichshain niedergelegt hatte und eingeschlafen war, das Portemonnaie mit Mk. 1,50, sowie ein Messer und ein Taschentuch während des Schlafes geraubt, und als T. den Versuch machte, sein Eigenthum wieder zu er- langen, denselben durch Steinwürfe und gefährliche Drohungen hieran verhindett zu yaben. Der Angegriffene ergriff hierauf die Flucht, traf jedoch glücklicher Weise die muthmaßlichen Diebe noch am Königsthor wieder und ließ fie durch einen Schutzmann festnehmen. Nach§ 252 des Str.-G.-B. wird ein Dieb, welcher, auf frischer That betroffen, Gewalt gegen eine Person verübt, oder gefährliche Drohungen anwendet, um sich im Besitze des gestohlenen Gutes zu erhalten, gleich einem Räuber bestraft. b. Der„Mühlenfriede" heißt eine mysttsche Persönlich- keit, welche in der Gegend der Koppenstraße hausti wie er sich nähtt, ist ein Räthsel. Sein Nachtquartier kostet ihm nichts, denn er nimmt es auf irgend einem Möbelwagen. Unter dm Kindern hat er Freunde und Feinde Die bösen Buben hänseln ihn, wenn er betrunken ist' die guten Kinder theilen mit ihm ihre Buttcrbrode und Semmeln. Dafür baut er ihnen dann und wann eine Windmühle aus Holz. Daher sein Name. Man erzählt fich von ihm eine romantische Ge- schichte. Er sei Gutsbesitzer gewesen und habe den Krieg von 1870/71 als Reserve-Offizier mitgemacht. Währenddem sei ihm seine Frau durchgeaangm. Das habe er sich zu Herzen ge- nommen, sich dem Trunk ergeben und sei dadurch so herunter- gekommen. Durch die Aufmerksamkeit eines Dienstmädchens wurde in einem Hause in der Ritterstraße ein Dieb abgefaßt, der es auf die Gasarme auf den Hausfluren abgesehen hatte. Das Mädchen sah vorgestern Nachmittag einen verdächtig er- scheinenden Mann das Haus ihrer Dienstherrschaft betteten und beobachtete den Letzteren, wie er fich nach dem dritten Stockwerk begab, einen Gasarm abbrach und sich mit demselben, so- wie mit einem im ersten Stockwerk abgebrochenen Gasarm aus dem Hause entfernte. Der Dieb wurde verfolgt, in der Nähe der Alexandttnenstraße festgenommen und durch einen Schutz- mann zur nächsten Polizeiwache geb-acht, wo bei ihm noch zwei Gasarme vorgefunden wurden, welche er in einem H>ause der Prinzenstraße in der Nähe der Bärwaldbrücke gestohlen haben will. Der Eigenthümer ist noch nicht ermittelt und kann sich bei dem Kriminal-Kommissariat, wo die Gasarme asservitt werden, melden. Der Dieb, ein obdachloser Tischlergeselle A., wurde zur Hakt gebracht. N. Selbstmord im Thiergarten. Durch einen Schuß in den Kopf machte am Sonntag früh 8 Uhr ein unbekannter elegant gekleideter junger Mann seinem Leben im Thiergarten am sogenannten Flora-Platz ein gewaltsames Ende. Beim Hinzukommen von Personen war der Tod bereits eingetreten, so daß nichts übttg blieb, als die Leiche behufs Rekognoszirung nach der Morgue zu schaffen. In den Taschen des Selbst- mörders wurde eine Visitenkarte auf den Nameu Seehaus, Hollmannstraße 24, bei Vierwald wohnend vorgefunden. Ob der Lebensüberdrüsfige mit diesem identisch, dürfte erst die einzuleitende Untersuchung ergeben. n. Zwei Blutvergiftungen, herbeigeführt durch die Stiche von Giftflieaen, werden uns heute gemeldet. Der eine Traiteur des Zoologischen Gartens wurde am Sonnabend Abend von einer anscheinend giftigen Fliege, als er fich bei offenem Fenster schlafen gelegt, unmittelbar über dem Auge in die Stirn gestochen, infolgedessen bereits wenige Stunden später das Gesicht zur Unkenntlichkeit anschwoll und noch in der Nacht ärztliche Hilfe herbeigerufen werden mußte. Dank dieser schnellen ärztlichen Intervention konnten weitere Folgen verhindert werden, doch befindet sich der Herr noch in ärztlicher Behandlung. Einen ernsteren Verlauf nahm ein zweiter Fall, von dem ein in der Breiten Sttaße 20 wohnender Hausdiener Klahr betroffen worden. Derselbe mußte, da er den Stich trotz eines brennenden Schmerzes anfangs unbeachtet ließ, am Sonn- abend einer zweimaligen Operation unterzogen werden. R. Was nicht alles in der Großstadt Berlin einen Auflauf zu verursachen vermag, davon legte gestern eine Menschenansammlung in der Louisenstraße Zeugniß ab. Vor der Thür eines vornehm dareinschauendcn Hauses waren zwei Stiefeletten aufgestellt, deren schäbiges Exterieur, das weit klaffende Wunden zeigte, im eigenen Gegensätze zu der Um- gebung stand. Die Ansammlung verlief sich erst, als ein daher- schreitender Handwcrksbursche den Gegenstand der Bewunde- rung zu seinem ursprünglichen Berufe zurückführte d. h. die Stiefeletten anzog. ständig thun, als hätten sie den lieben Herrgott bei den Füßen? Das ist die Schule, in der das Heuchletthum groß gezogen wird, wo Gradheit, Offenheit und Biederkeit nicht aufkommen können. Oder kann mir Jemand sagen, daß er jemals einen abergläubischen, fanatischen Menschen gesehen und kennen gelernt hätte, der gerade, bieder und offen war? Da lernt daS Kind den Vater, die Schwester den Bruder hassen und verachten, wenn er pflichtgetreu wagt, den Wahnwitz und die Vorurtheile zu bekämpfen. In allen Bekenntnissen kann man dieses Uebel finden und in allen gleich schlimm, mag es nun schwarz oder blau gefärbt sein. ES wäre daher endlich an der Zeit, daß in der Schule, auf der Kanzel, in Volksversammlungen, in christlichen Vereinen, in der Presse gegen dieses größte der Uebel Front gemacht würde. Alle Belehrungen und Be- strebungen, die Menschen zu veredeln, nutzen blutwenig, wenn eS nicht in erster Linie gelingt, den Abergrauben, den Fanatismus und die Vorurtheile mit Erfolg zu bekämpfen; denn so lange das Gekrächze und Geschrei einer Nachteule im Stande ist, euer ganzes Lehrgebäude umzureißen, so lange alberne Frauenzimmer mit ihren 32 Kartenblätttcrn im Buche der Vorsehung unfern Herrgott machen, so lange wirken alle Lehren von der Kanzel und in der Schule nur scheinbar, sie sind nur ein leichter unhaltbarer Firniß. Was wären z. B. wohl die Folgen in unserm Falle gewesen, wenn in dem Hause, an welchem der Todtenkopf sich gezeigt, nun zufällig schwere KrankheitS- oder gar Sterbefälle eingetreten wären? Ein Engel vom Himmel hätte das Volk nicht eines Besseren zu belehren vermocht: die Familie wäre aus immer geächtet geblieben; denn da gelten die besten Vernunstsgründe nicht, und wenn das liebe Vieh nicht klüger wäre, so würde in dem Falle der eigene Hund kein Stück Fleisch mehr von seinem Herrn angenommen haben. Gewiß sind es entsetzlich traurige Verirrungen des menschlichen Geistes, diese böse Frucht des mit der einfachen Lehre Christi, mit der Religion der Liebe in so schneidendem Gegensatze stehenden wahnwitzigen und verfolgungssüchtigen Aberglaubens. (Kölnische Zeitung.) («"! g. Eine Affaire, welche großes Aufsehen heivorgenis� spielte fich gestern Mittag an der Spree beim Cantianpw* Zwei Schiffer waren daselbst in Streit gcrathen, in W" Verlauf einer der Streitendenden einen g e l a d e n e n K a biner ergriff und denselben auf seinen Gegner abfeM"! glücklicherweise ohne ihn zu treffen. Welchen Weg die genommen, konnte nicht sofort ermittelt werden. Durch Ächuß waren ein Schutzmann und ein Geomcter der WafferpHif herbeigeeilt, welche die betheiligten Schiffer nach der P% revierwache sistitten und den abgeschossenen Karabiner mit%% schlag belegten... Die„Allgemeine Fleifcher-Zeitung", welche sich � sonders um den Kampf gegen die Pferdewurst Verdiente a wirbt, bringt in ihrer gesttigen Nummer wiederum eine r kante Enthüllung, welche zu dem bekannten Thema: wie es ißt und trinkt", einen charaktenstischen Beitrag bes� In der Oranienburger-Straße— so erzählt das Blatt 1 führt ein Herr K... eine Privatspeise-Anstalt, welche? eines bedeutenden Zuspruchs erfreute. Man schätzt die d-. seiner täglichen Mittagsgäste auf mindestens dreihundert sind es besonders studirende Mediziner, welche hier ihr Mm'.L mahl einnehmen. Getränke werden nicht verabfo gt, die Spea sollen qualitativ gut sein, in Anbetracht des genügen% — 50 Pf. per Kouvett und im Abonnement 13 Mk. 50 W monatlich— leistet Herr K. aber quantitativ geradezu� staunliches. Besonders die Beefsteaks sollen von rieM. Dimensionen sein. Das Menu, ausSuppe, Gemüse mit Beilage»?: verschiedenen Braten zur beliebigen Auswahl bestehend, i»' auffallender Weise eine besondere Vorliebe des Kochs für A schmottes" Fleisch auf, auf einer uns vorliegenden Spew' steht unter anderen Sachen:„Geschmorte Rinderbrust, Boulc»� geschmottes Herz und geschmorter Schweinekamm." man aber hinter das Geheimniß gekommen, welches otzi „Pttvat- Speisewirth" so leistungsfähig macht, vor eM Tagen hat ihn ein Kriminalbeamter dabei ettappt, als er Pferdeschlächter ca. 80 Pfd. Pferdefleisch, welches dieser Ifl» alten Kunden nach Sonnen-Untkraang und in einer Tasche verborgen hintrug, abnahm. Die„Allg. 3�% welche ihrer Sache sehr gewiß zu fein scheint, denn sie Namen und Wohnung des Betreffenden, stricht am@0% der Mittheilung die Hoffnung aus, daß einer der Gälte, wegen Betruges dcnunziren wird und erneuert ihr bereits stA aufgestelltes Verlangen, daß jeder Pferdcfleischhändler em � polizeilichen Konttole unterworfenes Register seiner Abney» zu führen verpflichtet sein soll. Zentral-Theater. Die wilde Katze, ttne Gesan in 4 Akten von Manstädt, welche am Sonnabend zum' Male im Zenttal-Theater aufgcfühtt wurde, erzielte durchschlagenden Erfolg. Das tolle Durcheinander, mit den wirksamsten Berliner Kalauern, mit witzigen und I® pointirtcn{ Kouplets, unterhielt das vollständig lausveB-" Haus in der muntersten Weise, der Protest, der sich be'jPi zelnen Stellen, namentlich beim Schluß hier und da konnte die fröhliche Stimmung keineswegs beeintra Die Gesangsposse hat stellenweis ihr durchaus nicht zum Nachtheil Charaktere allerdings verzeichnet,............... wunderbar, daß gerade der Volksanwalt Cäsar Pap« Prinzip der Rechtlichkeit und des Biedersinnes vertritt- Schluß des ersten Aktes ist gewaltsam, ebenso häufen fi® Erbschaften am Schluß des Stückes st sehr, daß einzelne vernehmbare„Au" laut wurden. Gestielt wurde fefejvk die Damen Felda» und Grünfcld wurden wie Herr Ernst und Herr Weiß mit Beifall förmlich überschüttet, e» wurde der Dichter mehrfach gerufen.. J Belle Alliance-Theater. Das schwedische Doppelq»�-, wird heute nach dem 2. Akt des Stückes das Volkslied giß mein nicht" von A. Edgren und das Volkslied rathene Freier" von A. Södermann auf der Bühne zum 5| trag bringen, während im Sommergarten der Hochu'itsn� von Siedermann, Serenade von I. Ahlfiröm, Molltöne- Nordland von A. Jahnke und das Volkslied„der R# die Blume" von H. Kit die Pieren des Konzetts bilden- j Polizeibericht. Am 1. d. M. früh erlitt die Handelsmanns Ritze, Veteran enstr. 22 wohnhast, davur®..! hebliche Brandwunden am Kopfe und an den Händen j beim unvorsichtigen Herunterziehen einer Hängelampe Brand gerathene Petroleum über fie aussttömte.— Um Zeit wurde im Thiergatten auf dem Floraplatz die Leifl* v unbekannten, anscheinend den besseren Ständen angehm-Ä Mannes mit einer Schußwunde in der rechten Schlatt% funden und nach dem Obduktionshause geschafft.-%% selben Tage Vormittags versuchte die 11 Jahre alte*i'ji der Wittwe Kopplin in der Küche der in der Treskowst™ � belegenen Wohnung Feuer anzuzünden. Hierbei Haufen Hobelspähne in Brand, die Kleider des Kindes von den Flammen ergriffen und erlitt dasselbe so Brandwunden, daß es nach dem Krankenhause im Friedri«� gebracht werden mußte.- Am Nachmittage wurde ehelichte Mathilde Walter in der Manteuffelstraße plotzl'®./ Blutsturz befallen und verstarb kurze Zeit darauf in ihrer% selbst Nr. 48 belegenen Wohnung.— Zu derselbe» wurde im Spandaucr Schifffahrts- Kanal die Leiche � 40 Jahre alten Frauensperson aufgefunden und dem Lbduktionshause geschafft.— An demselben � Abends wurde die unverehelichte Elise Franl äß dem Hause Manteuffelstraße 37 von dem Mttallschlc>ttr�iS Doßmann, Grüner Weg 46 wohnhaft, welcher in der l m seine frühere Geliebte Bertha Efsinger zu erkennen plötzlich durch einen Revolverschuß am Oberschenkel ery � wenn auch nicht lebensgefährlich, verwundet und muß« � Bethanien gebracht werden. Doßmann ergriff die Flu» ist bis jetzt noch nicht ermittelt.— Am 2. d- M., fuhr der 11 Jahre alte Sohn des Fuhrhcrrn Richter, K ftraße 105 wohnhaft, mit einer leeren Droschke die P%!(f entlang. An der Ecke der Badstraße löste sich I|! Rad von der Droschke, in Folge dessen der Knabe»» fi' Sttaße geschlcudett wurde. Er erlitt jedoch anscheine» leichte Verletzungen.— Um dieselbe Zeit brach auf dem/H stücke Kastanicn-Allee 44 in einem Gartenhause, wcl» A Lagerraum für Kindergarderobe benutzt wird, Dasselbe wurde jedoch noch vor dem Eintreffen der uöLäßi gelöscht.— Zu derselben Zeit gerieth dcrTuchschccrcr L i Dresdcnerstr. 69 wohnhaft, mit dem Schlächter 0*%/ Streit, welcher in Thätlichkeitcn überging. LstrZ'ckN/ � hierbei zu Boden geworfen und erlitt eme derartige, letzuna des Oberarmes, daß er sich nach der Sanitats»«■< der Brüderstraße begeben mußte. Die Att der VerletzU"» noch nicht bekannt geworden. Gerickts-Zewmg. � Das Polizeipräsidium hatte bekanntlich gelegen«, »ffduzung des Maurers Fasse! durch Plakate j Anschlagsaulen ern Gebot dahingehend erlassen, Mii dung%AurIaufen% Räe&ngcTm MMMMZ schehencn. welcher Drewisch zur Wache führte-*_; mutdc m Untersuchungshaft behalten, bis er gesten 51 � theilung des Schöffengerichts vorgeführt wurde,„ p mcgen böswilliger Entfemung öffentlicher Plakate antworten. Der Angeklagte räumte ein, daß er, e fiS � rdienste«' "S* •%T- is T CTlfA U iefij® An �th M liffiS % i A IN"/ ,.v .??°urer, für seine streikenden Berufsaenossen volle bsge, daß er aber keineswegs irgend emer politischen m??' angehöre- Er habe nur, in der Erregung gegen das tnnw �er �chen Wand gegen das Plakat geschlagen, dÄ dasselbe nach allen Richtungen hin geplatzt und vom % pde losgetrennt! worden sei. Der Gerichtshof schenkte dieser htft* deinen Glauben und verurtheilte ihn dem Antrage des Ki??*! ��Jlemäß zu 3 Wochen Gefängntß, rechnete Haft ah Wochen durch die erlittene Untersuchungs- ungestempelte Ochsenzungen gaben die Per- flm«®' daß der Schlächter Moses Abraham sich eine An- 88 sirKl0*!1 Hausfriedensbruchs zuzog, welche gestern vor der D«. N?cllung des Schöffengerichts zur Verhandlung gelangte. brr ta v?i 0'X im Auftrage des RabbinatS auch die Läden bnnJll lln™ Schlächter zu kontroliren, ob die darin ausae- als La!?,", dem Stempel versehen ist, wodurch sie sich ers4>!- lcgitimirt. In dieser seiner amtlichen Eigenschaft ?Än- el am 10. März d. I. beim Schlächtermeister onx?, der Kommandantenstraße und fand hier zwei Zungen, er den erwähnten Stempel nicht zu finden ver- bam,?' Angeklagte machte dem Herrn Jacob hicrübcr Vor- 8 ungen, erhielt aber die Antwort, daß die Stempel durch , soeben stattgehabte Abwaschung der Zungen unsicht- olnui,?*!" ieien. Dies wollte Herr Abraham nicht ofi� i"'J0. em kvollte die Zungen in Beschlag nehmen, stieß un??�rbel auf energischen Protest. Es kam zwischen ihm b., irJP1 Jacob zu einem lebhaften Meinungsaustausch, bis ominR � Revisor aufforderte, sein Gcschäftslokal zu wuT>. T? als dieser Aufforderung kein Gehör geschenkt ' denselben einfach zur Thür hinausstieß. Abraham m."Mufcerdem noch von ihm wegen Hausfriedensbruch de- in ht o-i Verhandlungstermine ergab die Beweisaufnahme dn«? �Lat, daß die Zungen gestempelt gewesen waren und �?/der Angeklagte fich auf die Aufforderung des Herrn Jacob Ai?i? entfernt hatte. Der Gerichtshof konnte sich der ab-r t"G des Staatsanwalts, welcher 30 M. beantragt hatte, fo?, dennoch nicht anschließen, sondern erkannte auf Frei- denn jedenfalls sei der Angeklagte, der in amtlicher erschien, der Ueberzeugung gewesen, daß er ein * sschabt habe, in dem Jacob'schen Loden bis zur Erledi- «ung der Angelegenheit zu verweilen. ben« p- Widerliche Gesellschaft, fast so wie sie in g;"-Richten der geheimen Kommission der„Pall Mall d?,-. geschildert wird, war gestern im Audicnz-Termin vor i>.,,'lenenstrafkammer am Landgericht II erschienen. Als An- trat die verehelichte„Arbeiter" R. auf, welche des Ber- Gegen§§ 180 nnd 181 des R.-St.-G.-B. angeklagt, lu-A eine Prostituirte und ein wegen Sittlichkeits-Ver- olfi o � vorbestrafter Rentier und Hausbesttzer aus Spandau war Gen vorgeladen waren. Das Opfer des Verbrechens der w T�er fremden Frauenspersonen— die leibliche Tochter -Geklagten, ein von ihrem Bater in kindlichem Alter ver- ein- v l8jähriges Mädchen; den Rabenvater traf dafür s. Z. L Luchthausitrafe von drei Jahren. Ob und in wie weit jr,. �natürliche Mutter ein Vorwurf bei dem Verbrechen die?, ttemannes, von dem fie inzwischen geschieden ist, trifft, ließ in Gm sie vorliegende Anklage zwar unerörtcrt, dagegen ward unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattgehabten Verhandlung gs-� l daß die Angeklagte ihre Tochter zum Gegenstand ihrer »„Ansucht ebenfalls gemacht und innerhalb ihrer in der kt8'* � ZU Spandau belegenen Wohnung die Ausübung da« Werblichen Lasters geduldet. Man kann hieraus ersehen, uJ>cne Optimisten im Unrecht find, welche behaupten, der- oJr Dinge, wie fie jene englische Zeitung in Bezug auf v cnlhüllt, kämen bei uns m Deutschlaud nicht vor; und M> ist doch nur ein Vorort der Reichshauptstadt.— dem Banne, der auf dem Gegenstand der Verhandlung cnjfX mffen fich die Details der Anklage mit Rückficht ferner lelbi« Anstandsgefühl nicht näher zeichnen. In der Sache Vir gegen die Angeklagte schon einmal ein Urtheil im W J?- I- ergangen. Die R. hatte hiergegen jedoch Rechtsmittel der Revifion eingelegt und das er-Gericht hatte derselben stattgegeben, weil der obenbe- le Zeuge, der Eigenthümer des Hauses, in welchem die »lil to. Glc gewohnt, wegen Verdachts der Begünstigung und n», Rücksicht auf das intime Verhältnis zu der Angeklagten, L,?.Mgt belassen worden war. Das Kammergericht verwies, hj. gründe als Eideshinderniß nicht als ausreichend erachtend, fowi�dche zur nochmaligen Entscheidung an die Vor- Instanz Bork' Das Urtheil der Ferien- Strafkammer lautete, wre somi-'t auf ein Jahr Zuchthaus und zwei Jahr Ehrverlust, 5,16 Zulässigkeit von Polizei-Aufsicht. Plates nnd Arveiterbewegung. Maler und Berufsgenossen! Kollegen! sek-n unsere Blicke nach anderen Berufen hinwenden so lichk-i�"' alle Arbeiter bemüht find, ihre Lage nach Mög- Nur? iu verbessern. Eine dauernde Verbesserung kann jedoch jfal-rS �'e Gesetzgebung herbeigeführt werden. Auch die beinnk? Berlins haben beschlossen, dem von der sozial- Entm.?- lchcn Fraktion eingebrachten Arbciterschutzgejetz- ist TW ihre volle Zustimmung zu ertheilen. Es s elende ist. Deshalb rufen wir euch zu: Dre butrh'st. Geebnet, nun folget Mann für Mann, erklärt Euch � für ben Arbeitersckug- durch''rPecOnct, nun folger Mann ,ut rorui...,»»».. �uu, �sctzcn�Ireiche Namensunterschriften für den Arbeiterschutz- 6» ist Ij/'- damit auch unsere Stimmen gehört werden. lUr rn.js'es dringend nothwendig, um der Regierung Material jeder W„r0u»G Su stellen. Nothwendig ist aber auch, daß ein sich Qnfiar.e"i, und Berufsgcnosse den bestehenden Organisationen Zeigt, Kollegen, laßt den Ruf nicht ungehört verhallen, es noch S 3 Hr. nicht schon vollständig gleichgiltig seid und daß es Eur-r? Abhilfe zu schaffen. Denket daran, daß Ihr rnM" und Eurem Berufe schuldig seid. In ge- ,,eten f?,-stbalanr müssen wir stehen und mit Ausdauer em- "sere Iw, Wohl der ganzen arbeitenden Bevölkerung. Kid erfiAv,"G sti; Maler und Berufsgenossen vereinigt Euch die- kinstimmio. für das Arbeiterschutzgesetz einzutreten. Nöche"/" �'sten aus: Alle Jakobstr. 83, Eafd Reter, m oen Hb? t Abends 7'/»— 0'/» Uhr, Sonntags Vormittag maße 2« f,- stber Tageszeit bei Maler Buchholz, Waldemar- Aäa beendet. vom 31. �st'ge�zin?V�lerstreik in Dresden ist I Mtte iSA ��mission veröffentlicht folgendes, WdchentN«ben: Kollegen! Arbeiter! Endl..,, stach�. Kampfe ist der Tischlerstreik als beendet zu be- ssvser i30int derselbe auch große Opfer gekostet, so sind diese statte� njy"'cht umsonst gebracht worden. In 40 Werk- i den ühri/sUn'e.?e Forderungen voll und ganz durchgeführt, �n.% s'Gen ist ein Zuschlag von 10—15 pCt. erzielt wor- 0?nzen m,:F allerkürzesten Zell wird eine Ueberstcht über den �"Una unserer Bewegung, sowie eine spezisizirte Ab- Dina- I Gsn, damit Ihr über den Stand und Verlauf ' diesx?- Gend unterrichtet seid, damit Ihr wißt, für WWLVKSWAS net demnächst erscheinenden Broschüre. Mit kollegialem Gruß die Kommission der Dresdener Tischler. Adressen wie früher. Briefe sind zu senden an G. Schidlowsky, Galleriestr. 15, 5. Etage. Warnung. In der Volkszeitung vom Sonntag, den 2. d., werden Vcrgolder nach Kopenhagen verlangt. Wir warnen dringend vor Zuzug nach dorthin, da die dortigen Vergolder sich rm Streik befinden. Wir bitten unsere hiesigen Kollegen, den Fabrikanten durch Zuzug nicht zum Siege zu verhelfen. Der Unterstützungsvercin der Vergolder Berlins. I.A.: Böhl, Ackerstr. 133. Für den Maurerstreik in Berlin kamen in den beiden Wochen vom 7. bis 21. Juli ca. 25 000 Mark Unterstützung ein. Die größte Summe kam von Berlin selbst, Hamburg spendete in der angegebenen gut ca. 4000, Leipzig ca. 3000 Mark. Im Uebrigen verbreiteten sich die Sendungen über ganz Deutschland, ein Beweis für das große Interesse, welches ge- rade diesem Streik von den Arbeitern entgegengettagen wird. Die Bedeutung des Streiks ist auch nicht zu unterschätzen, da derselbe aus einem einfachen Lohnstreif fich nach und nach z u einem Streif ber Prinzipien entwickelt hat, so daß seine Entscheidung von einer größeren Wichtigkeit geworden ist. Es ist also Pflicht der deutschen Arbeiter, treu hinter den stteikenden Maurern zu stehen. Der Maurerstreik in Bnrg hält immer noch an. Die von den Meistern erwarteten auswärtigen Gesellen find nicht eingetroffen. Auch die Schiefer- und Ziegeldecker iu Leipzig find in die Lohnbewegung eingetreten und haben in einer am 29. Juli abgehaltenen Versammlung erklärt, daß der Lohn dieser Gehilfenschaft, welcher im Durchschnitt etwa 2 Mark täglich bettagen soll, ein autzerordentlich geringer und daß es schon mit Rücksicht auf die in Folge ungünstigen Wellers eintreten- den Arbeitsunterbrechungen dringend nothwendig sei, eine ent- sprechende Erhöhung des Lohns anzustreben. Zu diesem Be- hufe sollen die Meister gütlich zu einer Einigung ersucht werden. Gleichzeitig wurde die Bildung eines Fachvereins be- schlössen. In dem westfälischen Steinkohlenbergbau find jetzt über 100 000 Arbeiter beschäftigt. Daraus kann man ermessen die Summe des Elends und des Leids, welche vorhanden ist, wenn die Montanindustrie, wie jetzt, darniederliegt. lieber den Einfluß der Wohlhabenheit auf die Sterb» lichkeit hat der Direktor des städtischen statistischen Amts zu Budapest, Herr Josef Köröfi eine Studie veröffenllicht, welche zu interessanten Ergebnissen führt und die allgemeine Annahme bestätigt, daß die wohlhabenden Klassen fich emer viel längeren Lebensdauer erfreuen, als die in Armuth und Nothdurft Lebenden, köröfi hat nach direkten Ermittelungen der Todten- beschauer drei Wohlhabenheitsklassen der Verstorbenen unter- schieden. In die erste Klasse wurden die Reichen, in die zweite der Mittelstand, in die dritte die Armen nnd Bedürf- tigen eingereiht. Es stellte sich das Durchschnittsalter der Ver- storbenen nun: für Kinder für Erwachsene 0—5 Jahre. über 5 Jahre. bei Reichen 1 Jahr 4 Mon. 52 Jahre beim Mittelstand 1 Jahr 2V» Mon. 46 Jahre 1 Mon. bei den Armen 1 Jahr 41 Jahre 7 Mon. Die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Alter der Verstorbenen ist sonach namentlich bei den Erwachsenen in An- sehung ihrer Wohlstandsverhältnisse sehr bedeutend. Der Reiche lebt, vorausgesetzt, daß obige Zahlen die Verallgemeinerung zulassen, durchschnittlich mehr als 10 Jahre länger als der Arme und Bedürftige, was wohl kaum auf andere Ursachen, als die bessere phyfische Ernährung und Lebenshaltung sowie günstigere Wohnungsverhältnisse zurückzuführen ist. Wie sehr alle Fächer in England überfüllt sind, geht aus einem Berichte der Zivildienstkommissare über Be- Werbungen für Anstellungen im Post- und Telegraphendienste während des laufenden Jahres hervor. Danach bewarben fich um 145 untergeordnete Stellungen nicht weniger als 2500 Mädchen und Frauen, und um 152 Stellurmen in anderen Fächern des PostdiensteS bewarben fich 858 Knaben, während für den Telegraphendienst 30 Bewerber auf jede Vakanz kamen! Leider geht es bei Vacanzen in kaufmännischen Ge- schäften womöglich noch schlimmer, denn es find uns Fälle be- kannt, wo auf ein Gesuch für einen Kommis mit 60 Lstrl. Jahresgehalt mehrere hundert Offerten eingingen. Im Hafen von Philadelphia haben die Hafenar- berter und Schiffsstauer die Arbeit am 28. Juli nieder- gelegt: fie verlangen eine Lohnzulage von 3 Mark(3 Shilling) die Woche. Durch diesen Streik, an dem fich an 1500 Arbeiter betheiligen, ist die Entlöschung von 12 großen Dampfem ins Stocken gerathen. Vereine und Versammlungen. o. k. Maurer-Versammlung. Daß vorläufig noch kein Ende des Maurerstreiks abzusehen ist, bewies auf's Neue die Sonntag Vormittag auf„Tivoli" stattgehabte, von etwa 2500 Personen besuchte Maurer-Gesellen-Versammlung, in der auch mehrere Meister anwesend waren. Maurer Behrenv führte den Vorsitz und theilte mit, daß gegenwärtig 3000 Maurer- Gesellen gegen den geforderten Lohn die Arbeit auf- genommen haben, daß aber noch etwa 4000 streiken und ca. 5000 Berlin verlassen haben. Eine Anzahl Maurer- Gesellen habe fich verleiten lassen, die Arbeit zu Akkordpreisen aufzu- nehmen. Es sei dies umsomehr bedauerlich, da diese Gesellen dadurch die Echwindelbauten befördern helfen und durch ver- mehrte Arbeitsleistung ein größeres Angebot von Arbeitskräften herbeiführen und dadurch die Löhne wieder drücken. Dies werde aber von einer Anzahl Meister gerade bcabstchtigt. Es sei jedoch kein Zweifel, daß diese Gesellen ebenfalls sehr bald zur Einficht gelangen und fich dem Gros ihrer Kollegen an- schließen werden. Die Maurergesellen stehen noch vollständig zusammen und die Meister, die mit dem Gesellenausschuß nicht unterhandeln und die gestellte Forderung nicht bewilligen wollen, werden bald erfahren, daß der Maurerstreik in Berlin nicht eher beendet sein werde, als bis auf allen Bauten der geforderte Lohn von 50 Pfg. pro Stunde bei zehnstündiger Arbeitszeit bewilligt worden sei. Heber all' die Bauplätze, auf denen man diese Forderung nicht zugestehe, werde die Sperre verhängt werden.(Stürmischer Beifall).— Maurer Weise: Den größten Schaden haben die Bauunternehmer, und Meister und oereits beginnen sie zu wanken, während die Gesellen muthig und geschlossen dastehen. Es werde ja mancher Fa- milienvbter unter den Maurergesellen auch arg geschädigt, allein diese Scharten werden wieder ausgewetzt werden, und es sei zu erwägen, daß ohne Kampf kein Sieg.(Lebhafter Beifall). — Maurer K ü m m c l wies auf die Arbeiter des Auslandes hin, die im Falle eines Stteikes fest geschlossen dastehen.— Regicrungsbaumeister a. D. Keßler bemerkte, daß die Ber- liner Maurergesellen einmüthiger vastehen als man es erwartet hätte. Als der Generalstreik proklamirt wurde, habe er wieder« holt der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß wohl 3000 Maurergesellen fich diesem Beschlüsse nicht fügen werden. Allem nur 500 haben fich diesem Beschlüsse nicht unterwoifen. Die Berliner Maurergesellen haben eme so achtungswerthe Organisation, daß sie fich berei.s Lt. am Siege befinden. Die Gesellen verlangten Ursprung- lick nur eine Lohnerhöhung von 12'/- Prozent. Anstatt nun mit den Gesellen in Frieden zu untei handeln, bedrohte eme "iniahl Meister die Gesellen mit Lohnabzügen und verwres »SSsScktzM zulegen, die die geforderte Lohnerhöhung bewilligt haben, wie von einigen Seiten angeregt worden, widerrathe er dringend. Allein die Gesellen werden weder unter dem geforderten Lohnsatz zu arbeiten beginnen, noch fich auf Akkord- arbeiten einlassen. DaS Verwerfen der Akkordarbeit sei nicht, wie einige Bauunternehmer behaupten, eine sozialdemokratische, sondern eine einfache Forderung der Bautechnik. Jeder reelle Baumeister werde ihm hierin beistimmen. Welch kolossaler Baubetrug in Berlin geübt werde, beweise die That- fache, daß auf einem Bau in der Wilhelmstraße, in der Nähe des Bellc-Älliance-Platzes die Pfeiler, die laut polizeilicher Vorschrift mit Zementmauerwerk aufgeführt werden müssen, mit Kalk gemauert werden, der behufs besserer Markirung des Mauerwerks mit Frankfurter Schwarz gefärbt sei. Es werde fich empfehlen, alle diese Schwindelbauten, auf denen die Akkordarbeit eingeführt sei, stets öffentlich bekannt zu machen. (Lebhafter Beifall.) Nachdem noch mehrere Redner den bis- herigen Ausführungen beipflichteten, gelangte mit allen gegen eine Sttmme so gende Resolution zur Annahme:„Die Ver- sammlung beschließt: 1) Auf allen Baustellen, wo der Stundenlohn von 50 Pfg. nicht gezahlt wird, ist die Arbeit sofort einzustellen. 2) In Erwägung, daß die Akkord- arbeit der Mord der Arbeitskraft ist, welcher ältere Kollegen schonungslos aufs Straßenpflaster wirft und dem Elend und Hunger preisgiebt, verpflichten fich sämmtliche Akkordarbeiter, die Akkordarbeit aufzugeben und die Arbeit nicht unter 50 Pf. pro Stunde weiter zu führen."— Danach schloß die Ver- sammlung mit einem dreifachen Hoch auf das Gelingen des Maurerstreiks. Eine General-Versammlung der Zimmerleute tagte am Sonntag Vormittag rm Konzetthause„Sanssouci", Kott- buserstraße 4a. unter Leitung des Herrn Darge als Vorsttzender, Seitz als Stellvertreter und Petermann als Schriftführer. Die Tages Ordnung lautete: 1. Das Verhalten des Bundes der Bau«, Maurer- und Zimmermeister dem Streik der Maurer geg«über und wie stellen fich die Zimmerleute Berlins dazu? 2. Besprechung resp. Empfangnahme der Listen zur Petition an den Reichstag. 3. Verschiedenes. Zum ersten Gegenstand der Tages- Ordnung hatte Herr Darge das Referat übernommen. Redner führte einige Artikel aus der„Baugewerks- Zeitung" an und unterwarf dieselben einer scharfen Kritik, indem er Alles treffend widerlegte, was das genannte Organ in Sachen des Maurerstreiks zusammen dichtete. So z. B. wurde den Leitern des Maurerstrciks die Verantwortung für die wirth« schaftlichen Folgen des Streiks untergeschoben, während doch nicht diese, sondern die betreffenden Arbeitgeber lediglich schuld daran seien, daß durch den Streik zirka 20 000 Personen und darüber in Mitleidenschaft gezogen find und zwar deshalb, weil die Meister sich in kerne Unterhandlung mit den Gesellen ein- gelassen hätten. Dieses rechneten fich die Herren Arbeitgeber als ihren Sieg an, aber fie können mit Recht sagen, noch ein solcher Sieg und wir find verloren, denn bis jetzt wäre noch an keinen Sieg der Arbeitgeber zu denken. Wenn die„Bau- gewerks-Ztg." behauptet, vor 16 Jahren seien bei einem Lohn von 2,50 M. 800 Steine vermauert worden, heute bei einem 3— 4 fach höheren Lohn nur 500, so sei dieses unwahr, denn erstens sei der Lohn nicht 3— 4 fach gestiegen. sondern nur um das Doppelte, ferner würde heute nicht nur die- selbe, sondern oft noch mehr Arbeit geliefert als wie früher. Auch würden von dieser Seite die Akkorde angeführt und erklärt. die Gesellen würden bei Einführung derselben mehr zur Arbeit angespornt werden. Referent meint, daß man wohl nicht mehr leiften kann, wie man ohnehin schon leisten müsse, ein Mehr, welches die Gesellen etwa erzielten, sei nur in den Ueberstun- den zu finden. Hierauf verlas Redner einen aus Kopenhagen eingesandten Artikel der„Baugewerks-Zeitung", in welchem Arbeitszeit, sowie Normal-Lohn angegeben waren, unter welchem Niemand dort arbeite. Redner meint, diese Angaben müssen wohl auf Wahrheit beruhen, denn sonst wären fie wahrlich von dem betreffenden Organ wiederlegt worden. Bezüglich des Aufrufs der Meister nach der Provinz hin, in welchem die Meister erklärten, die„Führer" der Maurer-Lohnbewe- gung nicht wieder einzustellen, bemerkte Redner, daß von den Maurern gesagt worden sei, fie wollten über einen Herrn Brettschneider oie Sperre verhängen, worauf derselbe nun gleich einen Jammeruf nach Polizei und Gericht ertönen ließ und dabei befände sich der Name dieses Herrn ebenfalls unter dem Zirkular, welches droht, die„Führer" der Gesellen nicht wieder zu beschäftigen. Zum Schluß forderte Redner zum Beitritt zum Verband auf. In diesem Sinne sprachen noch viele Redner. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung der Zimmerleute Berlins erklärt die Handlungen der Bau-, Maurer- und Zimmermeister für eine öffentliche Friedensstörung und ganz besonders den Attikel der Baugewerkszeitung in No. 55 mit der Ueberschrtft„Erste Folgen des Äaurcrstreiks" als eine öffentliche Denunziatton der Führer sämmtlicher Gewerkschaften Berlins, besonders der Mitglieder der Lohnkommisfion."— Eine zweite Resolution, dahin gehend: an die Arbeitgeber der Zimmerer ein Schreiben zu senden und eine Lohnerhöhung noch für diesen Sommer zu fordern, wurde ebenfalls ein- stimmig angenommen und die Regelung der Angelegenheit der Lohnkommisfion überlassen. Bei Punkt 2 der Tagesord- nung, detreffend die Petition an den Reichstag, ermahnten die Herren Langner, Lehmann und andere zur recht zahlreichen Unterzeichnung. Denn der Reichskanzler wolle die Stimmen der Arbeiter hören und durch Annahme des Arbeiterschutzge- setzes könne etwas Gutes geschaffen werden. Mögen auch oie Zimmerer für zahlreiche Unttrschriften der Petition sorgen. Zu Punkt 3 verlaß Herr Darge einen Antrag dahingehend: die Ohlaucr Kameraden, welche sich seit dem 18. Mai in Streik befinden,(während noch kein baldiges Ende desselben zu er- matten sei) mit 150 Mk. zu unterstützen. Die Versammlung beschloß auf Antrag des Herrn Eltzholz nicht 150 sondern 200 M. nach Ohlau zu senden. Große öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins und Umgegend. Mittwoch den 5. August, Abends 8'/, Uhr, in Wults Salon, Große Frankfutterstr. 117. Tagesordnung: 1. Der Maurerstrcik. Referent: Herr Tischlermeister Mitan. 2. Bericht des Veranügungs-Komitees über das stattfindende Stiftungsfest des.vnchucrcins der Berliner Schmiede. 3. Ver- schiedenes. Alle Schmiede Berlins find hierdurch eingeladen, in dieser Verssmmlung zu erscheinen. Sämmtliche Schneidermeister und Schneideraesellen Berlins werden zu einer am Mittwoch, den 5. August d. I, Abends 8'/- Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstt. 77-79 stattfindenden großen Versammlung eingeladen. Tagesordnung: Das Arbettsnachwets- und Herbergswescn im Schneidergewerbe, und Mittheilungen aus der Quartalsversammlung der Innung. Beider hochwichtigen Frage ltegt es im Interesse aller Meister und Gesellen, recht zahlretch zu erscheinen. Zentral-Kranken- und Sterbekasse des Deutschen Senefelder-Bundes, Verwaltungsstelle Berlin. Alexander- straffe 31, ttn Restaurant Weich Abends 8 Uhr: Mitglieder- und Vcrwaltungs-Versammlung. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Fabrik- und Handarberter b. G.(eingeschr. Hilfskasse Dresden), Filiale Berlin. Versammlung am Dienstag, den 4. August, AbendS 8 Uhr, tn Gratweil's Vierhallen, Kommandantenstraße 77/79. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten von der General» Versammlung. 2. Die Aenderunq des Geschäftsverfahrens der Filiale Berlin. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Mitgliedsbuch leaitimirt. Wahlberechtigt find nur Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr überschritten haben. f jj-ru«* 1 1 f TageSliste der Kgl. Sachs. Landeslottene. Ziehung vom Montag, den 3. August 1885. (Ohne Gewähr.) 199(250) 997 467 974 325 953 249 120(200) 893 988 415 800 381 796 350 770 152 873 197. 1687 258 293 4 668 589 431 935 236 867 295 53 288 878. 2983 938 709(200) 855 755 512 196 832 164 585 533 320 946 131 376 51 995 85(1000). 3049 333(200) 759 8(500) 265 658(300) 921 534 379 486 39(300) 306 476 117(250) 535 335 852 23 720(200) 916 896 16 593(200) 167(300) 856(200). 4399(250) 304 175(250) 185 701(200) 948 577 780 613. 5581 115 188(200) 260 508 686 364 243 677(200) 101 641 780 38 924 925 376 113 640 928. 6055 99'85 615(250) 315 189 37 463(500) 495(200) 937 556 117(250) 378 839(200) 333(20 000) 83. 7026 454 719 420 412 845(250) 54 898 983(300) 624 234 525 72 547 899 451 829. 8076 493 72 499 153 162 373(250) 299 730 853 941 71 709 371 944 620 648 954. 9304 152 208(250) 894(250) 607 888 293 127(200) 737 985 59 212 644 163(250) 554 878(3000). 10584 935 835 810 105 812 453 275 704 544 581 556 880 266 322(250) 820 649 775 128 268 764. 11193 391 914 722 669 408(200) 964 550 245 898(15000) 927 434 13 605 948 415(1000) 956 505 564 920. 12349 802 988 184 442(200) 74ö 216 101(200) 581 80 394(250) 186 563(200) 296 123 862 653 422 708 323 124 297 405 494 908 886. 13017 900(200) 378 49 300) 36 500 626 778 595 460 606 623 635(200) 487 880> 250) 395 918 898 114 32(300) 91. 14809(200) 629(250) 257 746 101 935 906 770(200) 280 529 579 434(5000) 393 660 945 47(500) 646(250) 462 980. 15385 419 34 858 737(500) 337 389 497 935 886 285 405 965 849 183(300) 227. 16809 866 292 84(200) 345(200) 27 492 489 947 620 380 261 77 661(500) 344. 17094 899 91 743 910( 300) 920 882 781(200) 82 960 959 271(250) 13 451 823(200) 12 633 333 999(300). 18592 124 813 721 469 983(500) 702 215 763 509 93 76(200) 523(200) 781 475(250). 19289 760 845(200) 617 206(390) 717 420 259 544(300) 351(250) 369 238 140(250) 509 185 226 893 (1000) 77 726. 20296(200) 304(200) 278 258(200) 726 234 79 981 289 450 394 968(300) 518(550) 84(250) 252 193. 21166 133 647 789 855 374 462 257 491 369 52 450 501 549 891 641 169 723 296 850(300). 22868 404 607 477 778' 5! 611 965 81 714 972(200) 156 480 290 846 225. 23995 428 379(250) 929 171 626 614(300) 115 523 209 107 448 233 559. 24303 788 71 762 529 857 595(200) 199(200) 756 131 262 818 578. 25795(500) 961 124 665(200) 849 49 256 814 603 370 132 271 344 13 215 152 285 282 995. 26341 41 700(250) 735 744 63(200) 771 616 854(250) 664 544 666 49(200) 180 966 670. 27687 512 79 460 272 192 100 907 17(200) 421 896 627 178 302 518 605 630 673 524 224 442(200) 752 786(250). 28635 774 937 128 828 825 732(200) 160 914 157 138 832 212 2 571 81. 29424 357 656 189 443 179 738 760 120 456 857 133 768 632 987 39 620 901 927. 30904 989 590 889 752 993 867 535 821 497 761 92 17 114 729 259 225(500) 984 214 342 884 792 906 916 262 23 244(250) 474 825 654 750 776. 31463 145 114(200) 744 (200) 451 221 727(200) 734 804 223 906 880 541 729 334 42 952 829. 32877 526 205 600 427 291 363 154 675(200) 966(250) 977 984 579 57 658 774 444(200) 974 227(250) 92, 33774(200) 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475 379 51(200) 956 951 389 906 264(250) 287(1000) 524 792 748 452 872 58975(300) 14 791 977 656 425 220 36 863 614 373 442 378 954 403 878(250) 814 408(250) 689 604(200) 924 986. 54356 199 611(250) 49 290 679(250) 122 510......... 724 571 168(200). �5897 59 559 144(300) 507(250) 560(300) 15: 55906 950 36 330 132 607 656 156 956 91 669 252 891(200) 218 2 808 174 684 905. 393(200) 42 51 28 571(250) 276 503 582(250) 108 649. 56890 173 607 491 571 102 101 542(250) 141 800(250) 514 742 773 884 953 23 958 160 155 815. 57977 92 510 42 695(300) 601(200) 774 429 347 217 845 504 517 143(200) 29 263 895 192 649 (200) 826(5000) 477(200) 189 413(250) 569( 250) 244. 58000 123 392(200) 935 506 194(250) 514 608 745 487 72 560.200) 483(200) 723 623(200) 158 13 998 788(500) 182 722 630(300) 841 923 174 148 850 318~~ 422 134 502 241 308. 60937 855 613 56 869(300) 945 476 608 811 515(250) 573............. 236 671 792 584 341 729 59786 852(300) 688(200) 2 614 285 420 767 229 566(250) 67(250) 579 815(300) 977 446 652 495 815 739 134 205 267 217(300) 951 61225 650 5 558(200) 961 56 402 263 886 29 2 341 780 498 262 66 190 770. 62425 2 496 290 880 48(250) 934 904 660 86 il5 744 55(200) 770 895 74 X)) 815 226(250) 940 458 354 634 760 349. 6331 327(1000) 825 590(200) 175(250) 311 744 234 182 55'831 591(200) 52 600 547 849 64345 690(200) 454 198 880 434 807 471 459 35 289 409(500) 195 611 818 248 970 991 826 359 696 10. 65995 650(300) 464 445(200) 465 329 70(200) 124 783 223 655 573(300) 361(250) 422(200) 10 144 183 929 567 160 553 836. 66570 904 149 551 174 958 79 668 643 323 293 476 931 456(250) 324 370 211 839 482 51 558. 6758 584(200) 892, 200) 100 47 818 686 6 420 563 627 372 446 346 491. 68795(500) 805 121 307 ) 260 506(200 956 965 237(250) 26(200) 519 934 446 469 222(500) 903(300i 731 126 815(250) 987 423 "'---- 294 37 408 530 570 172 200(250) 264 244. 69824 92 84 661 147 295 826 336(200) 462 458 515. 70083 777 991 601 692 254(500) 773(200) 207(200) 47(250) 274 466 820. 71002 901(200) 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Uermischtes. Letzter Wunsch. Ein Vater, der zwar mit vielen, recht ungezogenen Kindern, wie man zu sagen pflegt, war— ftihlte sein Ende nahen. Noch einmal ruft er f?, Kinder zusammen und theilt ihnen seinen letzten Willen# „Kinder, nu duht mir den eenzigen Jefallen, un betragt P anständig bei meinem Begräbnis)." Höhere Töchter.„Nun, Papa, wirst Du zufrieden da fleh mein Zeugniß:„Nationalökonomie, sehr gut; mit, gut; Aquarallmalcn und Musik, befriedigend!"— 9% „Schön, recht schön. Wenn nun Dein Zukünftiger noch eW? von der Haushaltung versteht, kochen und maschinennähen K"' so werdet ihr eine sehr glückliche Ehe führen." Lehrer:„Wie viel Zähne hat der Hund?" Schüler:„Den ganzen Mund voll." j Theater. Belle-Alltance-Theater. Heute: Gespenster. Neues Kriedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Osteud-Theater. Heute: Die Brautschau Friedrichs des Großen. Central-Theater. Akte Jalobstraße 30. Direktion: Adolph Ernst. Hmte: Zum 2. Male: Die wilde Katze. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von G. Steffens. Ehrenerklärung. Ich erkläre hiermit, daß ich die Ehefrau des Ernst Wichert nur als eine brave und rechtschaffene Frau kenne und stelle die mir zur Last gelegten Aeußerungen entschieden in Abrede. 1797 Johann Schmidt, Rixdorf, Bergstr. 136. Ehrenerklärung. Die zugefügte Beleidigung des Herrn Weiße nehmen wir hiermit zurück. F. H. F. T.[1591 «n Beretus-Saal% 150 bis 200 Persone«, i##«->-»-». ruhig, ift noch täglich>«[1792 Gratweil'scho Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79._ Für Brautleute! Ein Schlaf-Sopha, ein WSschespiud und ein Spiegel mit Spiegelspind find Verhältnisse halber billig zu verkaufen. Näheres im Restaurant des Herrn Kreutz am Kottbuser Thor.[1800 Eine gute Schlag-Zither ist zu verkaufen 1798 Wienerstraße 29, vorn Iii, rechts bei Keßler. Arbeitsmnrkt. Em Schuhmacher-Lehrling verl. Anhaltstraße 16.[1790 Tüchtige Maschinennäherin auf Trikots verlangt 1795]_ Weberstraße 23, iv. l, Stöphastus. Die Nr. 19 der humoristischen Blätter[2572 „Der wahre Jacob" ist erschienen und in der Expd. des„Berl. Bolksbl." zu haben. Für die streikenden Maurer ist der Ertrag der Tellersammlung(gesammelt in einer öffent. lichen Frauenversammlung) von 4 Mk. 25 Pf. am 1. August hei der Lohnkomimsfion der Berlmer Maurer abgeliefert worden. I. A.: H. Schulz. Zoologischer harten« Nur auf kurze Zeit.— Sonntag, den 2. August: Carl Hagenbeck's Somali- Expedition, begleitet von 7 Dar-Fur-Knaben und bestehend aus 9 afrikanischen Somali-Straußen, 4 Dromedaren, _ 14 Antilopen, Jagdleoparden jc. OV Ethnoerraphlsche AasHtellnngr.-W» Dienstag, Donnerstag, Sonnabend unv Sonntag:(1730 r o s* e* nilltar-Ooppel-Cuucert. Befichtigungszeit 10 bis 1 und 3 bis 8 Ubr. Nachmittags 3, 4, 5, 6, 7 Uhr Straußreiten. Entree nnr 2ö Pf. pro Person. 1810] Große öffentliche Versammlung der Kommunalwähler Merlins am Mittwoch, den 6. August, Abends 8 einhalb Uhr, im Lokale„Sanssouci", Kottbuserftraße Nr. 4a. TagHorduuug: 1. vie bevorstehendlu SommUTalwahlen. 2. Wahl eines Wahl-Komitees. ver Ei uberufer: Eiefländer. KMnWt.§cMsv.„Domärts. Mittwoch, den 5. August. Abends 8'/, Uhr, estaurant J.Ruff(City-Passagt),Dresdenerstr.5 Veretns-Vers ammlung. u Taaesordnuna; 1. Die bevorstehenden KommunVlwahlen. gkfeämf: Herr&. Kreutz..2. Düksion. 3. WerWiebenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Er- scheinen ersucht[1799] Der Vorstand. Große Versammlung sämmtlicher Schneidermeister u.-Gesellen am Mittwoch, den 3. August, Abends 8V» Uhr, in Gratwcil's Lierhallen(beide Säle), Kommandantenstraße 77/79. Taaesordnung: Der Arbeitsnachweis und das 'MMW-VS DtttinigiW deuWr Metalltthkit� Mitgliedschaft Berlin l. Dienstag, den 4. August, Abends 8 Uhr- im Wedding-Park, Müllerstraße l'0, Mitglieder- Versammlung- Tages-Ordnung:. � 1. Wissenschaftlicher Vortrag. 2. Bericht über den � des Streiks bei Härtung. 3. Wrschiedines. 4. Fragst»;. 1794]_ Der BevollmächNS>[ Am Dienstag, den 4. August, Abends 3'/> Uhr, � in Sanssouci, Kottbuserstraße 4a., eine große öffentliche Versammlung der Metallarbeiter BerliK statt. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit sto L�i' Erhebungen im Metallarbeiter-Gewerbe. Referent:. verordneter Fritz Görcki. 2. Diskussion. 3. V-rsa�B : zablreilbes Ersckeinen MfW\1. Verantwortlicher Redakteur R. Trouhet« in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet A. Tesche, Franzstt-ß- Skw, 20] Und