Nr. 180. Wittw»ch, de» 5. August 1885. trliiurUollistilnll. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Meint Das..Berliner Bolksblatt" emem 4 uia. ismuine Nr. ö Pf.«onmags-�cummer mu muirr.«eu (Eingetragen m der PostzeitungSpreiSlist« für 1885 unter Nr. 746.) ..,. Jnfertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. m � Sroßeren Auftragen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uht Rachrrutiags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoneo» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. (g| $ Wie pabig! jj �eber die bei dem Reichstage ��nntagSarbeit und Arbeiters� wen sich"verschiedene Korporationen im gesprochen, meistentheils weder für noch eingegangenen Anträge, Hutzgesetzgebung betreffend, Deutschen Reiche lutun|uv uvu, gegen, weder kalt ' wie es so üblich ist bei unfern Philistern in Mwud. Und aus denkfaulen und denkarmen Philistern »T c e weiften gewerblichen Korporationen. r K'ebt den schlagendsten Beweis die Dresdener Iirf>. A Un)5 Tewerbekammer, die eine von ihrer gewerb« obk»""°wmisfion, Referent A. Schroer, in Bezug auf den � genannten Teaenstand eingebrachte Resolution ohne i t e einstimmig angenommen hat. Also ohne �Menstand näher zu prüfen, ohne irgend ein Wort iktox:U Det''ercn» haben jene Philister, ohne auch nur KüPfe irgendwie anzustrengen, eine ihnen einfach vor- Resolution über eine überaus schwierige I "-| t* V V fc V»«»V w V' aietie einstimmig angenommen! Diese Resolution hat folgenden' . V• y?! cn r. Wortlaut; ---------,,'Igen----—--------- . 1) Die t h u n l i ch st e Beschränkung der Arbeits» zeit in Fabriken auf täglich 12 Stunden ist "------•.YY.Y />«•*■.. L) v».«i» V VJ»»|«~~J--- y----,,, Hing der Arbeit an Sonn- und Festtagen auf diejenigen Gewerbe, die ihrersNatur nach einen ununterbrochenenBe- trieb erfordern, wird für nothwendig erachtet, abgesehen von den auch ferner zuzulaffenden unaufschieblichen Re- paraturen der regelmäßigen Betriebsmittel, durch welche der Betrieb einer Fabrik ganz oder theilweife gestört wird. 4. Dagegen wird eine etwaige weitere Be- schränkung der nach den jetzigen gesetzlichen Bestim- Wungen zuläsiigen Beschäftigung von Kin« dern und fugendlichen Arbeitern in Fabriken nicht für geboten, vielmehr de« Gewerbsunternehmern wie der Arbeiterbevölkerung gleichmäßig n a ch t h e i l i g erachtet. 5. Die E i n- > ü h r u n g eines Normalarbeitstages wird aus gleichen Gründen wider- Kathen. 6. Auch die Errichtung von ArbeitS- a m t e r n und Arbeiterkammern wird z. Z. n' ch t für rathsam erachtet. 7. Es wird empfohlen, v�ch eventueller Einfügung der unter 1—3 befürworteten Aenderungen in die Reichsgewerbeordnung wie weiteren AbänderungSanträge zunächst a b z u- �kifen und vor neueren Berathungen über ver- gleichen Anträge vorerst eine mehrjährige Er- 5° e r u n g der wiederholt und in den wichtigsten ehesten nunmehr revidirten Gewerbeordnung abzu- Ieuitteton. Das Wormstteitmadche«. 20] Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhausen. (Fortsetzung.) Vtjuuu»»..»., Mterfi.?�äusch verstummte endlich dicht vor ihm, und Una.A?'� n empor. ?egena,r�l'ihr fünf Schritte von ihm entfernt, auf der ent- vtten if� en �eite der Fallthür, erblickte er zwei Männer, den ä■' �ei der doppelten Beleuchtung der langsam wärtj s...°vizont emporsteigenden Mondsichel und der ab- Infllna« en Laterne, sich ziemlich genau verfolgen ließen. i�wcherin r nte Baron keinen von Beiden; als aber wuß�" sprach und gleich darauf der Graf antwortete, �gwviesen�hmt� fte eä seien, auf die zu harren man ihn H gchen�?� sich an, zu errathen, was nun zunächst vor � für ferh? Die Fallthür hatte er vergcffen indem er Milbe J*blich hielt, daß die beiden Männer durch n vber nil. 5 ileberbrückung gelangt feien, dabei vergaß eweanle'hm das tiefste Schweigen und möglichste » ,,4* Zur strengsten Pflicht gemacht worden waren. ivgte in der That nicht weit um mich zu schauen," iwon unaeduldia. jMhiaenh nur einen Schritt weiter vor," versetzte der Graf /'"durch'"Und wendet Eure Blicke zwischen den Schuppen "nd 9en<»u gegen Osten; Ihr werdet dann eine grüne v�Mh�iher I« rief Weatherton aus, denn die Thür war We hinab' un� krachend und polternd stürzte er in ijdPttb dieses einzige Wort brachte er nicht über die 'e Planke» er war im Sturz mit dem Kopf so heftig auf f*1 das«„-�/Zeschlagen, daß er die Besinnung verlor; Bernden von aufspritzendem Waffer und plät« euen drang durch die gähnende Oeffnung und warten. 8. Schließlich ist noch die Erwartung aus- zusprechen, daß die Gesetzgebung auf dem vor- beregten Gebiete nur mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen und vor dem Erlaß so tief einschneidender Maßnahmen, ebensowohl eine eingehende Untersuchung der einschlägigen Verhältniffe und die Anhörung g e- eigneter Sachverständiger aus den zunächst interesfirten Kreisen des Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- standeS anordnen, als auch zwecks der Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der vaterländischen Industrie die einschlägigen Rechtsverhältniffe der konkurrirenden In- dustriestaaten in vergleichende Berücksichtigung ziehen werde. Wie gnädig! Wie gnädig! Die tägliche Arbeitszeit soll„thunlich" auf zwölf Stunden beschränkt werden! Das erinnert uns an einen deutschfreisinnigen Abgeordneten, der auch für einen MaximalarbeitStag schwärmte und das Jedem, der eS wiffen wollte, vorttug. Man wunderte sich allgemein, daß der deutschfreisinnige Parteichef diese Verhöhnung des Partei- Programms duldete, doch als man hinter die Maximal- arbeitStaasschwärmerei des betreffenden Abgeordneten kam, so ergab sich, daß der geehrte Herr einen solchen von 12 Stunden exklusive der üblichen Pausen meinte. Merkwürdig! Die Handelskammer zu Dresden, welche eine Beschränkung der Arbettszeit in Fabriken auf 12 Stunden für geboten erachtet, erklärt sich gegen die Einführung eines Normalarbeitstags resp. eines Maximalarbeitstags. Wie will sie denn ihr Gebot durchsetzen? Ist denn die vorgeschlagene Be- schränkung etwas Anderes, als ein Maximalarbeitstag? Aber die Herren in der Handelskammer sind, wie wir schon sagten, so unendlich bequem, daß sie die Resolutton ohne Debatte annahmen und gar nicht sahen, daß die Nr. 5 die Nr. 1 oder umgekehrt, daß die Nr. 1 die Nr. 5 aufhebt! Und dabei soll, nebenbei gesagt, ein solches Institut die Enquete über die Sonntagsarbeit aufnehmen! Was dabei herauskommt, läßt sich nach obiger Leistung wohl denken. Dann sollen die weiblichen und jugendlichen Arbeiter von der Nachtarbeit„möglichst" auSge- schloffen werden.„Thunlich",„Möglichst"— wer bestimmt denn daS„Thunlich" und das„Möglichst?" Natürlich die Handelskammer; die biedere Handelskammer, die e» so sehr gut mit dem Wohle der Arbeiter meint. Die Beschränkung der SonntagSarbeit — bei Leibe kein Verbot derselben wird gewünscht von einer Behörde, die, wie gesagt, die Enquete über die Sonn- tagsarbeit leiten soll. Also eine ausgesprochene Gegnerin des Verbots der Sonntagsarbeit. Und in solche Hände wird erfüllte die am Rande derselben stehenden Genossen mit nie gekanntem Entsetzen und der gräßlichsten Todesangst. Sie schienen zu Leichen erstarrt zu sein, so bleich und regungslos schimmerten ihre vom Monde spärlich beleuchteten Physiognomien. Doch wie das Entsetzen sie anfänglich geistig und körperlich gelähmt hatte, so rief dasselbe Ent- setzen sie schnell wieder zum Bewußtsein ihrer eigenen gefähr- lichen Lage. „Ich hätte mit hinabstürzen können," flüsterte der Graf, förmlich zerschmettert über die That, zu deren Aus- führung man ihn wie ein willenloses Werkzeug gebraucht hatte. „Man kommt," versetzte der Baron, zitternd vor Furcht. Der Graf lauschte. Er vernahm, daß ein Mann sich vollen Laufes näherte, er erkannte des alten Bootsmannes Stimme, der laut ausrief:„Dickte! halte Dich, mein Kind, ich komme!" und die Kniee drohten unter ihm zufammenzu- brechen. „Wir werden als Mörder verhaftet werden!" keuchte er mühsam heraus. „Hierher! hierher!" flüsterte der Baron dringend, in- dem er den Grafen mit Gewalt zwischen die Schuppen drängte, und kaum hatten sie sich in ihr ziemlich sicheres Versteck zurückgezogen, da kam auch schon Jim Rast herbei- gestürmt, daß die Planken der Ueberdrückung unter ihm dröhnten. Mitten auf der Brücke, etwa zehn Schritte weit von der Fallthür blieb er stehen. „Dickie! Dickie! Kind! Zunge, wo bist Du? antworte Deinem armen Zim!" rief er angstvoll aus, und feine heisere Stimme bebte, indem er sich nach allen Richtungen hin um- �0U®ft fielen seine Blicke auf die Oeffnung und auf die goldverbrämte Mütze, welche dicht neben derselben lag. Dickie! mein armer Dickie! sie haben ibn ermordet!" s-brie' er mit so wilder Verzweiflung, daß eS den zitternden Lauschern durch Mark und Bein ging. Am nächsten Augenblick stand er vor der Oeffnung, und nachdem er sich durch kurzes Betasten von der Stellung der niederführenden Leiter die Ausführung der Enquete im Allgemeinen gelegt. Volle Unparteilichkeit kann da nicht erwartet werden. Daß die Beschäftigung der Kinder in den Fabriken nicht weiter beschränkt werden darf, das ist den Unternehmerkreisen eine alte abgethane Sache; warum sollte da nicht auch die Dresdener Handelskammer, die ja im Wesentlichen aus Unternehmern besteht, beipflichten!? Haben ja auch die fäcbsischen Fabrikinspektoren für die Beibehaltung der Kinderarbeit sich erklärt. Daß die Handelskammer sich gegen Arbeitsämter und Arbeiterkammern ausspricht, ist eigentlich nicht zu verwundern, obgleich die Verwerfung dieser Institute nichts Anderes heißt, als die Streiks in Permanenz zu erklären. Was kümmert die Herren die Roth der Arbeiter, die in verzweifeltem Ringen meist unter- liegen oder doch nur scheinbar einen Sieg sich zuschreiben können? Und doch wird immer von der Harmonie zwischen Arbeit und Kapital geredet und doch werden E i n i g u n g S- ä m t e r vorgeschlagen. Gerade als ob in den Arbetter- kammern nicht die besten Einigungsämter enthalten wären! Ein EinigungSamt aber, welches nicht auf dem Gesetz beruht, sondern lediglich aus sogenannter freier Entschließung sich gebildet hat, verfehlt vollständig seine beabsichtigte Wirkung. Wenn nun noch die oben zitirte Resolution auf dem beregten Gebiete auf die„ g e e i g n e t e n S a ch v e r st ä n- d i g e n"— natürlich die Handelskammern— und auf die „äußerste Vorsicht", mit der man zu Werke gehe« soll, hinweist, so muß man in Bezug ans diese Warnungen sowohl, als auch auf die ganze Resolutton aus vollem dank- baren Arbeiterherzen der geehrten Handelskammer zurufen: Wie gnädig! Politische Urberstcht. Die friedliche Stimmung zwischen Deutschland und Frankreich hat eine hoffentlich vorübergehende Trübung er« fahren. Vor einigen Tagen brachte der„Temps" einen Arttkel, in welchem eine Verstärkung der an der deutschen Grenze be- findlichen französischen Kavallerie gefordert wurde, weil die deutsche Kavallerie in weit stärkerer Anzahl an der Grenze vor- handen sei. Obwohl nun bis jetzt nicht das Geringste darüber verlautet, daß die französische Regierung sich mit dieser Forde- rung identifizirt hätte, so findet es die offiziöse„Rordd. Allg. Ztg." doch für gut, die Forderung des„Temps" in einem Leitartikel zu kritistren und hieran eine Warnung für die französischen Nachbarn zu knüpfen.—„Man hat in Deutsch- land Zeit gehabt— so schreibt die„Rordd. Allg. Ztg."— sich an die knegerischen Vorbedeutungen zu gewöhnen, die jenseits der Vogesen niemals schweigen und gelegentlich crescendo betont werden; man hat aufgehört, die französische Nation mit den Pariser Chauvins zu identifiziren; aber wir halten es für unsere Pflicht, diese Erscheinungen öffentlich zu kontroliren und überzeugt, stieg er mit der Gewandtheit einer Katze in das finstere, unterirdische Reich hinab, fortwährend in klagendem Tone den Namen desjenigen ausrufend, den er gewisser- maßen als ein Stück von seinem eigenen Leben betrachtete.— Der Graf und der Baron hatten bis jetzt kaum zu athmen gewagt; als aber der Bootsmann in der Oeffnung verschwand und sie gleichzeitig das Plätschern eines sich schleunigst entfernenden Bootes vernahmen, da erwachte das Gefühl der Selbsterhaltung mit doppelter Gewalt in ihnen. „Wir müssen fort, ehe sich mehr Menschen hier an- sammeln," sagte der Baron, seinen Mund dem Ohr de» Grafen nähernd. „Za, fort," entgegnete dieser eben so leise,„ich bin un- schuldig, aber nicht» in der Welt vermöchte unsere Unschuld zu beweisen.",. m „Auch ich bin unschuldig," stöhnte der Baron, und be- hutsam schlichen sie im Schatten der Schuppen hin, bis sie die Straße erreichten. Noch war Niemand zu sehen, von dem sie Verrath zu befürchten gehabt hätten. Sie wendeten sich daher schnell der Richtung zu, in welcher sie den Kali- fornia- Dampfer wußten. Nach Verlauf von zehn Minuten wurden sie am Fuße der Treppe, die nach dem bezeichneten Dampfboot hinauf- führte, von Jansen mit einer Laterne empfangen. Sie hatten sich zwar vorgenommen, diejenigen, von denen sie mißbraucht worden waren, über ihr Verfahren zur Rede zu stellen; allein als sie vor dem finster« Mormonen standen, da erstarben ihnen die Worte auf den Lippen. Sie fürchteten sich selbst zu verrathen, indem sie den gräßlichen Vorfall laut erwähnten, und wenn auch außer Jansen keine lebende Wesen sie hier in Hörweite umgaben, so waren doch die schwarze Schiffswand, die Treppe, ja die Planken, auf welchen sie standen, da, die ihre Angaben hätten verstehen und weiter tragen können. Ehe Jansen sie anredete, weidete er sich wohl eine Minute lang an ihrem verstörten Aussehen, welches ihm mehr als zur Genüge bewies, daß Abraham'» schlau an- gelegte Pläne, die er selbst nicht einmal in ihrem ganzen Umfange kannte und auch schwerlich gebilligt haben würde, beide Nationen im Interesse ihres Friedens darauf aufmerksam zu machen, wenn Staatsmänner und höhere Offiziere oder an- gesehene O-gane der Presse den Krieg gegen Deutschland predigen oder, wie der„Tempo" und kürzlich Herr von Cassagnac, den Kampf in den Vogescn als bevorstehend und als unwandelbares Ziel jeder französischen Politik in Ausficht stellen.— Symptomatisch hat der Artikel des„Temps" größere Bedeutung, als die Aufschneidereien eines Deroulede, die Deklamationen Thibaudin's und der Zom Cassagnac's.— Der „TempS" ist daS leitende Organ der gemäßigten republikanischen Partei; er vertrittin erster Linie jene in Frankreich so zahlreiche Klasse ruhiger besitzender Bürger, deren Anfichten über Krieg und tieden für eine jede französische Regierung ins Gewicht fallen. ir müssen uns gegen unseren Willen die Sorge aufdrängen lassen, daß Frankreich nur auf eine günstige Gelegenheit warte, um allein oder im Bündniß mit anderen über uns herzu- fallen.— Trotz aller Verdächtigungen und Verleumdungen eines Tbeilcs der ausländischen Presse kann auch im Auslande kein aufrichtiger Zweifel daran bestehen, daß die deutsche Politik der Friedensliebe und dem Friedensbedürfniß des deutschen Volkes im vollsten Maße entspricht, und daß Deutsch« land sicherlich unter keinen Umständen beabsichtigt, seine Nach- baren anzugreifen; aber Keiner, dem das Wohl Deutschlands am Herzen liegt, wird sich der Besorgniß erwehren können, daß der von Frankreich seit vierzehn Jahren ersehnte Tag der Revanche noch immer das Mittel bietet, mit welchem jeder Partcimann in Frankreich seine Landsleute für sich zu inter- essiren, und wenn die Umstände günstig sind, fortzureißen ver- mag.— Die Möglichkeit für jeden Ehrgeizigen, das Feuer anzublasen und einer friedliebenden Regierung durch Appell an die Revanche Schwierigkeiten zu bereiten oder vorhandene regierungsseitig zu überwinden, läßt uns befürchten, daß unsere französischen Nachbaren auch heute auf den Frieden mit Deutschland keinen höheren Werth legen als zu irgend einer Zeit seit 200 Jahren."— So weit die„Norddeutsche."— Wir glauben nicht, daß die französische Regierung kriegerische Absichten hat, und selbst wenn das der Fall wäre, so würde sie mit derartigen Plänen im Volke keine Zustimmung finden. Das französische Volk hat nichts mit den chauvinistischen Schreiern gemein, es hat oft genug seine friedliche Gesinnung ausgesprochen. Die Ehrgeizigen, welche aus egoistischen Mo- tioen den Krieg wollen, bilden eine winzige Zahl, sie würden kaum bemerkt werden, wenn sie nicht jede Gelsgenheit de- nutzten, um sich durch eine gleichgestnnte Presse glorifiziren zu lassen. Nur von einer monarchischen Regierung wäre die offene Feindseligkeit zu erwarten, eine solche ist aber in Frank- reich unmöglich geworden. Die Republik braucht keine Gloire, sie hat den Frieden nöthig und er wird um so sicherer auf- recht erhalten, je mehr dem Staatsgebäude die demokratische Basis zu Grunde gelegt wird. Die für das verstoffene Halbjahr vorliegende Statistik der deutschen Auswanderung bestätigt, wie die„Nat.- Lib. Korresp." hervorhebt, wiedemm die alte Erfahrung, daß die vorzugsweise Landwirthschaft treibenden Gegenden und da- runter wieder besonders diejenigen, in denen von Alters her der Großgrundbesitz dominirt, den stärksten Antheil zu der Auswanderung stellen, trotzdem gerade sie die am wenigsten bevölkerten find. Allen anderen Ländern und Landestheilen voran stehen Pommern, Posen, Westpreußen, während die am dichtesten bevölkerten und industriereichen Landschaften, wie Rheinland, Westfalen, Königreich und Provinz Sachsen, zuletzt in der Reihe erscheinen.— Aus dieser Statistik ergiebt sich aber auch, daß es nicht fehlender Ellbogenraum ist, was die Leute forttreibt über's Weltmeer, sondern die sozialen Zustände, die auf dem Lande oft drückender sind, wie in den Städten, weil der ländliche Arbeiter unter der„Gefinde"ordnunfl und ähnlichen Bestimmungen noch weit weniger in der Lage ist, sich gegen die Zumuthungen der Großgrundbesitzer zu sträuben, als wie der gewerbliche Ardeiter dies gegen den Druck der Unter- nehmer tyun kann. Auf Grund des Sozialisten- Gesetzes hat die Kreis- regierung für Mittelfranken die bei Wörlein und Comp, in Nürnberg erschienene Druckschrift„Demagogie und Sozialdemokratie" von Karl Frohme verboten. Das Verbot stützt sich darauf, daß in der bezeichneten Druckschrift in aufreizender Weise die Verhältnisse des arbeitenden Volkes, die Stellung der Kirche im Staate, die Sozialgesetzgebung des Deutschen Reiches und insbesondere das Verhältmß zwischen Kapitalisten und Arbeitgebern einerseits, den Arbeitern anderer- seits geschildert und hierdurch der öffentliche Friede und ins- besondere die Eintracht der Bevölkerungsklassen nothwendiger Weise gefährdet werde. Fcmer sei zu bemerken, daß der Ver« fasser, der selbst einer der enragirtesten Führer der sozialdemo- kratischen Partei sei, in der erwähnten Druckschrift das Streben nach einer den Privatbesitz ausschließenden allgemeinen ge- nossenschaftlichen Organisation des ganzen Staats-, Erwerbs- und Verkehrslebcns offen als das Endziel der Sozialdemokratie bezeichne. Hierin träten sozialdemokratische und kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats« und Gesellschafts- ordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zu Tage. vollständig geglückt, und Alle blindlings in die ihnen ge- stellte Falle gegangen seien. „Wo sind die Papiere, welche der Kellner im St. Nikolas- Hotel Euch übergab?" fragte er mit sehr wenig Förmlichkeit, dem Grafen seine Hand entgegenhaltend. „Hier sind sie," antwortete jener kleinlaut, die ver- siegelte Durchsuchungsordre darreichend. Jansen erbrach das Siegel und warf einen Blick auf das Papier. „Es ist gut," sagte er, sobald er sich von der Richtig- keit desselben überzeugt hatte.„Zeigt mir doch auch Abraham's Brief," fuhr er in demselben gebieterischen Tone �0rt' Der Graf zögerte, er wußte selbst nicht warum. Die Ahnung einer unbekannten Gefahr schien vor seinem Geiste aufzusteigen. „Ich will den Brief sehen, um mich zu überzeugen, welcher Art die Dienste waren, die Abraham von Euch ver- langte," wiederholte Jansen ernster und dringender,„ich hoffe, Ihr seid nicht mißbraucht worden." „Mißbraucht, auf die niederträchtigste Art," preßte der Graf heraus, indem er den verlangten Brief darreichte. „Ueberzeugt Euch, in dem Schreiben steht es deutlich und klar; o, die Folgen unserer Bereitwilligkeit waren fürchterlich." „Das ist allerdings schlimm," versetzte der Mormone, der den ganzen Zusammenhang ahnte, mit erkünstelter Ruhe, den Brief, nachdem er ihn eine Weile iu den Schein der Laterne gehalten, in seiner Faust zusammenknitternd. Der Graf erbleichte, er hatte das letzte Mittel, wodurch seine Unschuld an dem Morde bewiesen werden konnte, thörichter Weise hingegeben. „Der Brief gehört mir," sagte er mit gehobener Stimme, Jansen einen Schritt näher tretend. „Ruhig, ruhig, meine Freunde," unterbrach ihn der Mormone,„laßt die Deckwache nicht zu viel von Euren Erlebnissen hören, es möchte Euch sonst der Weg nach Kali- tornien abgeschnitten werden. Wir befinden uns noch immer im Lande unserer Feinde; tröstet Euch über das, was Ihr in allzu großem Eifer für unsere gute Sache gethan, und Der Jungfrauen Tribut im modernen Babylon, deutsche Uedersetzung der Artikel der„Poll Mall Gazette", von Dr. Bruno Schönlank in München, ist vom Bezirksamt auf Grund des§ 184 des D. R.-St.-G.>B. mit Beschlag belegt worden. Ein Urthetl des Grafen Adolf Friedrich von Schack. Dieser ernste und edle deutsche Dichter, der am 2. August seinen 70. Geburtstag feierte und nunmehr auch allgemein be- lobigt wird, schrieb über das geistige Leben in Deutschland im Jahre 1881 folgendes:..Die Hoffnung, daß mit dem neuen Deutschen Reiche eine Periode frischen geistigen Lebens anbrechen werde, schwindet mehr und mehr, und es wäre thöricht, die Regierungen dafür verantwortlich zu machen. Denn wenn selbst Perikles und Lorenzo Medici vereint an die Spitze dieses Reiches träten, um eine solche Blüthen- epoche in ihm hervorzurufen, ihr Streben würde an dem heute in Deutschland lebenden Geschlechte scheitern, das nur noch Sinn für das Leer st e hat und, wie dies Schicksal stets die Hohlheit ereilt, auf den verschiedensten Gebieten der Lite- ratur und Kunst mehr und mehr die Beute von Spekulanten und Schwindler» wird."— Daß der Dichter mit diesem Aus- spruch vollständig Recht hat, leuchtet Jedem ein, der die chau- vinistische, säbelrasselnde und so unendlich inhaltslose Poesie der letzten 15 Jahre nur oberflächlich kennt. Schweifwedelet, Lobhudelei und— Profitmachen, daraus besteht jetzt im Großen und Ganzen die deutsche Literatur. Afrikanisches. Es ist vielfach die Rede von der Zusam- mcnziehung eines deutschen Geschwaders vor Sansibar gewesen, um den Sultan zur Aufgabe der deutsch-feindlichen Haltung zu bewegen. Die Angaben, oft bestritten, und zwar Haupt- sächlich aus dem Grunde, weil man durch solche Gewaltmaß- regeln dem bisher schon dort ctablirten deutschen Handel schaden würde, scheinen doch auf Wahrheit zu beruhen. Der Sammelpunkt scheint Mauritius zu sein. Die Ankunft der Korvette„Stosch" von Sydney m Mauritius ist bereits ge- meldet. Jetzt kommt die telcgraphische Nachricht, daß bis zum 31. Juli vier deutsche Kriegsschiffe in Port Louis(Mauritius) angekommen seien, mit der wahrscheinlichen Bestimmung nach Sansibar. Diese vier Schiffe werden die„Elisabeth",„Stosch", „Prinz Adalbert" und„Bismarck" sein; von letzterem wurde kürzlich die Ankunft in Kapstadt gemeldet. Ein fünftes Schiff, der„Gneisenau", befindet sich bereits seit einiger Zeit an der Sansibarküste. Urthetl über den Kongo. Eine New-Dorker Depesche des„Standard" vom 27. v. M. besagt:„Vize-Admiral Eng- lish, der unlängst vom Kongo zurückgekehrt ist, berichtet amtlich über den Zustand der Dinge in jenem Distrikt in absprechender Weise. Er zititt eine Stelle aus einem Privatbriefe von Mr. Ticdell, einem amerikanischen Handelsagenten, welcher sagt: „Der gerühmte Reichthum des Kongothales ist in hohem Grade übertrieben worden. Es wird ein nicht wünschenswcrthes und uneinttägliches Land für einen Amerikaner sein, wenn er es zu seiner Heimath machte, oder in welchem ein Amerikaner sich in Geschäfts Unternehmungen einlassen kann. Zwischen Vivt und Stanley Pool erblicke ich auf allen Seiten Elend, Mangel, Krankheit und Tod, insbesondere unter den Beamten der internationalen Gesellschaft. Das Land produzirt keine Nahrungsmittel, wovon weiße Menschen leben können, und kann sie nicht produziren; es trägt kaum genug für die Ein- geborenen". Kommandeur Bridgman glaubt gleichfalls nicht an die Zukunft des Kongo, weil sie von interessirten Parteien prophezeit wird, und meint, daß die Regierung Amerikaner nicht dazu ermuntern sollte, sich dorthin zu begeben."— Und wie den Amerikanern, so ergeht es auch den Deutschen, auch sie werden am Kongo nichts finden und— haben dort auch nichts zu suchen. Chemnitz. In dem bekannten Sozialisten- prozeß ist noch immer kein Termin anberaumt, was einiger- maßen auffallend ist. Gründe dieser Verzögening find nicht bekannt, möglicher Weise hängen sie mit den Schwierigkeiten, wi lche die juristische Begründung der Anklage bietet, zusammen. Tendenzvrozesse find zu unserer Zeit nicht mehr populär; es muß etwas substantielles Material vorhanden sein,— und gerade daran scheint es in dem gegenwärtigen Falle zu fehlen. — Den Angeklagten wird ein Stab ausgezeichneter Verthei- diger zur Seite stehen. Neuerdings hat auch der Abgeordnete Lenzmann sich den Angeklagten zur Verfügung gestellt; der- selbe ist durch seine politische Thätigkeit ganz besonders geeignet, den Nachweis zu führen, daß die sozialdemokratische Agitation und Organisation, vom Ziel abgesehen, sich nicht wesentlich von der Agitation und Organisation aller übrigen Parteien unter- scheidet. Braunschweig. Die Einnahmen aus der braunschwci- gischen Lotterie, welche an ein Konsortium verpachtet ist, find vis jetzt mit 1 169000 Mark jährlich im Staatshaushaltsetat eingestellt Der Pachtvertrag des Konsortiums läuft nun im Jahre 1387 ab. Wie jetzt mitgetheilt wird, ist nun der Pacht- vertrag auf weitere 9 Jahre verlängert worden, doch haben sich dagegen die Pächter verpflichten müssen, schon von jetzt ab 40 000 Mark jährlich mehr Pacht zu zahlen. Sie machen indeß, trotz des erschwerten Verkaufes der Loose nach aus- fügt Euch in's Unvermeidliche. Vor Euch liegt ein edles Ziel, hinter Euch Kerker und Galgen." Wie spitze Stacheln drangen Zansen'S Worte in die Brust der beiden Unglücklichen ein; allein eine innere Stimme sagte ihnen, daß ihnen nur übrig bleibe, sich so weit als möglich von einem Orte, wo ihnen ein so furchtbares Ver- brechen zur Last gelegt werden konnte, zu entfernen und, wenigstens vorläufig, noch nicht von der einmal einge- schlagenen Bahn abzuweichen. Mechanisch und ohne Worte zu verlieren, folgten sie daher Jansen die Treppe hinauf. Als sie oben ankamen, befahl der Mormone einem dort harrenden Neger, sie nach der zweiten Kajüte in die für sie bestimmten Kojen zu bringen. „Zweite Kajüte?" fragten der Gras und der Baron wie aus einem Munde. „Ja, zweite Kajüte, der Ersparnis} wegen," antwortete Jansen laut; sich dann aber ihren Ohren zu- neigend, flüsterte er:„Ihr werdet einsehen, daß nach dem, was vorgefallen ist, Ihr nicht in derselben Kajüte mit unseren Damen reisen dürft. Ihr gelangt dort eben so schnell nach Kalifornien wie wir. Nehmt aber noch meinen Rath, und haltet Euch hübsch verborge», we- nigstenS so lange, bis wir den Hafen hinter uns haben. Im Fall einer Entdeckung seid Ihr für uns unbekannte Leute. Gute Nacht!" Mit diesen Worten schritt Jansen davon. Der Graf und der Baron standen wie vom Blitz ge- troffen da, und kaum ihrer Sinne noch mächtig, folgten sie dem Neger endlich nach. Ihre Träume, ihre Hoffnungen und ihre berechtigte Eitelkeit waren in Nicht» zusammen- gefallen. Sie hatten darauf gerechnet, die glänzende Rolle anmaßender Herren zu spielen und ihre neuen Brodherren allmälig zu knechten, und ,sie waren zu deren willenlosen Werkzeugen, zu Sklaven herabgesunken. In der Krankenstube. Zweimal donnerten am folgenden Mittage die beiden eisernen Carronaden von dem Vorderdeck des Kalifornia- Dampfers, als derselbe seinen Landungsplatz verließ und P wärts. immer noch ein brillantes Geschäft, namentlich Preußen.. Aus Baiern. Die nunmehr an die zuständiaen � Hörden gelangte Entschließung des königl. Staatsminiftm� Äbtheilung für Landwirtbschast, Handel und Gewerbe, betol� die Enquete über Sonntagsarbeit, bestimmt, das gesammelte Material nebst Gutachten bis spci testend k 15. September eingereicht sein muß, da, wie das Minimn- bemerkt, das Gesammttesultnt der Enquete dem ReichM seiner nächsten Session zur Verfügung stehen muß... Eine Szene auS dem griechischen Parlament Cu Beitrag zum griechischen Parlamentarismus liefert f#: Erzählung, welche der Athener Berichterstatter der mittheilt. Derselbe schreibt:,, „Während der jüngsten Berathungen der Kammer w» auch stürmische, ja skandalöse Szenen, die, wenn sie;. ereignen würden, ganz geeignet wären, das Parlament»J* Augen des Volkes herabzusetzen. Eine solche Szene(«#'' sich bei der Berathung des Gesetzentwurfs über die Abam� rung der Verzehrungcsteuer auf Wein. ES war 10\ Abends, als derselbe zur Verhandlung gelangen und gepeitscht werden sollte. Der oppositionelle Deputine, � Eutaxias, beantragte die Verschiebung der Berathung auf s? nächsten Morgen. Zu solcher Stunde, sagte er, und naM die Kammer einen ganzen Tag hindurch bei einer Temper»' von 33 Grad Celsius gearbeitet, könne man eine so twOT Vorlage unmöglich berathen. Die Deputirten seien n# der Lage, weiter fortzutaaen. Da entgegnete Korizis von Majorität:„Sie sind nicht in der Lage, zu berathen;® Sie betrunken find, so gehen Sie und kotzen Sie sich � Als Herr Eutaxias mit emer Gcderde voll Verachtung widerte, daß nur ein Irrsinniger so sprechen könne, da&- der Sturm los. Etwa 30 bis 40 Abgeordnete der stürzen sich auf ihren Kollegen Eutaxias, bedrohen ihn � ihren Stöcken und wollen ihn von der Tribüne herab#' Da ergreift der also Bedrohte die Sessel, um sich zur% zu setzen, und es entsteht eine förmliche Balgerei; man(F deutlich die Stockhiebe! Erst nach längerer Zeit gelang dem Vorfitzenden, die Ruhe wieder herzustellen, worauf dem Abgeordneten Eutaxius den Ordnungsruf erlheilte! Sitzung dauerte noch bis 12«/« Uhr nach Mitternacht." Italien. Ueberall gährt es, die Fäulniß treibt immer größere% sen. Kaum ist die„Pall Mall Gazette" mit ihren EnthülW fertig und schon wieder beschäftigt ein größerer Skandal Tagespresse. Diesmal ist es Italien, welches den Stoff schmutzigen Drama liefert. Es handelte sich um eine � heiligen Philipp von Nervi geweihte Erziehungsanstatt P'y waiste und verwahrloste Mädchen. Der heilige Philipp- Nervi ist der Schutzpatton armer Kinder rn Lrvorno, uiw der That befanden sich im Äugenblicke der Aufhebung K frommen Stiftung daselbst nickt weniger als 25 junge � chen im Alter von 9 bis 15 Jabren als Elevinnen.®1't „N, Fr. P." nach italienischen Blättern erzählt, verdankt. „wohlthätiae" Anstalt ihre Entstehung der Initiative Genucser Barnabiten-Mönches, des Paters% Bruzza, eines jener jovialen, korpulenten, rothwangige" weißhaarigen geistlichen Herrn, die sich im Volke einer Popularität erfreuen. Auch Bruzza wäre sicherlich im i---� der Helligkeit gestanden, wenn die italienische Polizc' weniger feine Nase gehabt härte. Des Mann bemühte WJ jeher besonders um das Seelenheil aller mehr oder reuigen Magdalenen, bis in die Hütten der% und in die Gefängnisse erstteckte er seine Tbäj' und er trat als eine Art Vorsehung sür 6%.- auf, bemüht, denselben nach überstandener Et# welcher Art rhr Vergehen immerhin gewesen sein mochte,=% und Obdach zu verschaffen und für deren Kinder zu r- Endlich gelang es ihm sogar, mit Hilfe milder Spende»., eigenes Asyl für seine Schützlinge, d. h. für verwahrlos� verwaiste Kinder, zu errichten. Zur Erziehung derselben � er Theresianer- und Augustiner-Nonnen, deren Zah! fortwährend durch neue Einkleidungen vermehrte. Und � waren es die getäuschten Landpfarrer der Umgegend, wel# eine Ehre daraus machten, ihre Schäflein zu überreden,% sich dem frommen Werke widmen. Erst kürzlich wurde»• diese Weise zwei schöne Mädchen von 16 und 18 Jahre» � Livomo gebracht und feierlichst im Beisein des Bischof der gesammten Geistlichkeit von Livorno durch den Pater% für sein Kloster eingeNeidet. Wer hätte aber ahnen kd daß dieses klösterliche Asyl im Grunde nur eine wohlorga> Stätte der Sittenlosigkeit und einige der frommen Sc&fcI schlechte Dirnen in Ordensttacht seien; daß es hier Nackt � in einem verrufenen Hause zuging und Besucher jeden � und Standes unablässig auS und eingingen; daß der würdige Pater Bruzza den Vermittler machte, und daß 6 die Zöglinge von den Nonnen, mit der Aebtisgn, einem-7� von 55 Jahren, an der Spitze, systematisch zur SittenlosiK# zogen wurden? Wurde doch sogar ein vierzehnjähriges vorgefunden, das in gesegneten Umständen war. Der l#., Verkehr der Männerwelt in der CasaPia, besonders dasv stolz an der Stadt vorüber und der Hafenöffnung f brauste.— u Weatherton war noch immer besinnungslos; er K,, auf dem harten Bette des alten Stelzfußes in der Matr � fchänke und an seinem Lager saßen, gespannt auf seine# Athemzüge lauschend, Jim Raft, der ehrliche Stelzfuß ein in der Elle herbeigerufener Ehtturg. Seit zwei Uhr Morgens waren sie nicht von der&e 0 jungen Offiziers gewichen und nur dann hatten sie ihre � lung verändert, wenn der Chirurg es für gut befand, Wiederbelebungsversuche zu erneuern, Blut abzulasse«, dem Kranken stärkende Tropfen einzuflößen..(r. So waren sie denn soweit gekommen, daß sie sil»« liches Erwachen nicht mehr bezweifelten und ständige Genesung nur für eine Frage der Zeit 9 durften._ gfH Die breite Wunde, welche Weatherton auf der-j trug, hatte dem Arzt anfänglich Besorgniß erregt; dieselbe aber nach genauer Prüfung als ungefährlich � � so nahm er an, daß die tiefe, langanhaltende Ohnw�(f. Folge des in die Lungen eingedrungene» Wassk» � erne welche sich, ohne nachtheilige Spuren zurückzulassen- hältnißmäßig schnell und leicht würde beseittgen Iaj'"> Ueber die Art, wie Weatherton zu der Wunde ge# � und über Diejenigen, die ihn zu seinem Verderben � Werft hinuntergelockt hatten, wußte Jim Raft durch# keine Auskunft zu geben; doch glaubte er ein g,/ sonlicher Rache zu entdecken, weil bei einem beabs'ck�I Raubmorde, vor dem Hinunterstürzen in'S Masse»- jedenfalls Uhr und Börse entwendet worden wäre«. Nach des Bootsmannes Bericht hatte die Mitter» � stunde eben geschlagen, als er von dem Schläfchen,'"; i er auf der Bank in der Halle des St. NikolaS-S""� halten, erwachte, und aus alter Gewohnheit,#«„# eben die Ablösungszeit war, vor dem Portal einen, Spaziergang zu machen und demnächst den entfp» � Grog zu sich zu nehmen beabsichtigte....Zt# Er trat gerade in demselben Äugenblick auf d) jj/ hinaus, in welchem Weatherton und der Graf in b„n-' straße eingebogen, so daß er die Gestalt des Erster«» i üvr H�ahren der Equipagen nächtlicherweile, begann zuletzt Adlich bei der Nachbarschaft Anstoß zu erregen, so daß Pater sich veranlaßt sah, das bisher innegehabte Lokal in der i** I Lt..___'___! i. T—_____? �* 1 �--■•-- a«■ 1 1## *'» San Giovanni mit einem einsam gelegenen Hause m der niücn Straße Medicea zu vertauschen. Gelegentlich dieses Um- jJlgeS begannen die BeHorden dem Thun und Treiben in diesem wtitute ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und bald gelang es ««ni den Enthüllungen eines entlaufenen Galeerensträflings, ®>ooonni Marc, den Bruzza in seine Dienste genommen und ms Portier, Faktotum und Bertrauten fungiren ließ, der Wahr- W auf die Spur zu kommen. Und so kam es, daß am �d.dieAebtisfin nebst den andern„Schwestern", unter denen «an wahre Perlen an Schönheit, von echt italienischem Typus «wundern konnte, in Gewahrsam gebracht wurde. Zwei Nonnen intlamen jedoch, und man fahndet jetzt auf dieselben in allen *loftem Italiens. Pater Bruzza, ein Greis von 70 Jahren, verdankt es nur dem Schutze der Karabinieri, die ihn ver- rieten, daß er nicht auf der Stelle gelyncht wurde. Die An- »alt wurde behördlich geschlossen, und die Tafel an dem Hause her Inschrift:„Asyl für verwahrloste und verwaiste Madchen", welche noch nicht abgenommen wurde, gilt nun als «redtes Andenk n an die Skandalgeschichte, welche sich in Li- vorno abgespielt und die Annalen entwürdigender Mißbräuche, me sich unter dem Deckmantel der Frömmigkeit zu erhalten >uchen, wieder um ein Kapitel bereichert hat. � Spanien. Während der politischen Stille tauchen Fragen auf, welche °°n großer Bedeutung find und nach jahrelangem Schweigen «"«der vor die Oeffentlichkeit gebracht werden. Die Ermordung «Königsmachers", General Juan Prim, im Dezember 1871 F,«m belebtesten Viertel der Stadt bei helllichtem Tage ist jetzt ungestraft geblieben. Dreimal haben die Gerichte den nrm Woiiam nhnp hto mpTrfw* Mzeß von Neuem"aufg«nommen, ohne die Schuldigen, welche ver Volksmund zu kennen glauht, heraus finden zu können. «M 26. d. M. ist vom Gerichtshöfe L letzter Zeit wieder vielgenannten ose der Prozeß gegen den en republikanischen Politiker angestrengt, der gegenwärtig in Öffnung des Sensationsprozesses' dürfte blos eine Warnung Wen gewisse Politiker sein, deren Loyalität nicht über allem omeffes erhaben ist. ."% Die amtliche„Gazette" verzeichnete für den Mittwoch W Donnerstag in 16 Provinzen 6000 Erkrankungen an «Wiera und 2650 Todesfälle. Auf die anderen Provinzen Wen 1000 Erkrankungen und 470 Todesfälle. Heute ver- "Knet das Blatt aus 299 infizirten Orten 2366 Erkrankungen Wo 8971 Todesfälle, in Madrid 40 resp. 24. Im Monat Aull sind in 17 Provinzen 61 320 Erkrankungen und 26 839 �vbesfälle vorgekommen, in Madrid allein 375 resp. 230. Wie S0" dem„Standard" meldet, erkrankte in den Bädern von Leteln der Haupttoch des Etablissements, angeblich an Cholera, sofort flohen 300 hervorragende Gäste, zu Wagen und zu M nach der nächsten Eisenbahnstation. D«e Panik verbreitete B nach den anderen Bädern der baskischen Provinzen und Z Mte fliehen zu Hunderten nach den französischen Grenz- C£S°n. Die Polizei in Madrid isolirt die Häuser, wo z>.,„"oiodte sich befinden, so strikte, daß die Familien der I�n nicht die Erlaubniß zur Beerdigung der Todten er- Ken,? können. Gestern lagen 70 Leichen offen auf dem all- bw® � Friedhofe außerhalb der Stadt. Die unteren Klassen ttkm"�lerrmg �„d gegen die Behörden und Aerzte sehr vor i, und täglich kommen Demonstrationen gegen dieselben Ers'r. � dennoch ist die Panik ganz ungerechtfertigt bei 40 (stn und 24 Todesfällen in einer Bevölkerung von uüO Seelen. Frankreich. «ot,?aä radikale Zcntral-Wahlkomitee von Paris will sich üz 80 Komitees der 80 Stadtviertel je eine Liste von �./jUnen vorlegen lassen, um aus diesen seine Liste ver 34 W"datcn für oie Deputirtenwahlen des Seinedepartements t»),, �uzuseyen und einer Versammlung der Redakteure der l�en Blätter zur Genehmigung zu unterbreiten. Bis gestern Ä.?.dem Zentralkomitee 60 dieser Listen zugegangen, deren L W/ch einen Anhaltspunkt für den wahrscheinlichen Ausfall Zz�Wahl bietet. Die Namen de la Farge, Clsmenccau und stehen auf sämmtlichen Listen, Rochefort, Sigism. W.w?ftcur der„France libre") auf 37, Lockroy, Floquet, cixj. uh Humbert auf vielen, Raspail, Pyat, Millerand, Lu- Mcquard, Longnet auf etwa 15, Clovis Hugues und Eudp?, uuf sehr wenigen, de Heredia auf 4, der General ti,(Kommunemitglled und Kandidat Rocheforts) auf keiner. SfoJfUWßen von den Komitees befürworteten Kandidaten find BrisiZ Abgeordnete, Gemeinderäthc und Journalisten. Auch »Iis°u, bisher Vertreter des 10. Pariser Wahlbezirks, figurirt stch.Zdret'en Listen, aber das aus etwa 100 Personen be- Lb 1� Wahlkomitee nahm die Verlesung desselben mit Oh, ' uf und beschloß mit großer Mehrheit, ihn nicht auf die % eine Sekunde lang sah und ihn auch wirklich zu glaubte. Wb Z'«vr Sache nicht ganz gewiß, schritt er noch einmal auf «vi gl' Z' er sich dazu entschloß, bis an die Ecke zu gehen, 3ch zu überzeugen, in wie weit er richtig gesehen habe. iti0i,�S er dort anlangte, bemerkte er die beiden Gestalten HnL-Zch- aber schon so weit entfernt, daß ein genaue» *7/ wvtt| U) U U ,V»w»* v...| V«... f �"yj» Q«——— Wj/'cho'deti nicht mehr möglich war, was den alten Eon- L''S erst vecht in dem Glauben bestärkte, daß es kein An- - als Lieutenant Dickie sein könne. Zitn%, nächtlicher, nicht ganz planloser Spaziergang kam ebens�lt gerade gelegen, und ohne sich zu besinnen, bog er ��vlgen tn � Straße ein, um den beiden Gestalten nach» Lieu-��nn ihn nun auch der schuldige Respekt vor dem " inZ?nt abhielt, sich ihm zu sehr aufzudrängen, so hatte �lben« au� nicht Lust, die Entfernung, die ihn von dem- «ewiss noch mehr anwachsen zu lassen. Mit einem stthJ n tS'gensinn beflügelte er daher seine Schritte in dem- Zeit«J,. Z, in welchem er die vor ihm Hineilenden keine «"litten sah. ZofdJ!?°lge davon war, daß er, ohne es eigentlich zu oie TOOftr.'mmer näher rückte und sich, als sie endlich hinter ihnen b�f �um noch zweihundert Schritte äberrgs�t der Straße angekommen, stand er still und f"en A.' schaute er nach der einen und dann nach der an- Zwunden r h'nübet. Die beiden Gestalten waren ver» ö sie„„LZ wußten also in ein HauS getreten sein, denn �ganaen(■ der zahlreichen Landungsbrücken hinauf- Er ü! lönnten, kam ihm nicht in den Sinn. Zonhi* l��fite noch, wohin er sich zu wenden habe, da «bare« m-llieathttton's Stimme, die mit einem unver- ««srief. Ausdruck des Schreckens das Wort„Verräther!" f«f«n tnJa deren Einsatz in der Regel in Getränken besteht. AuS eigener Machtvollkommenheit übt der Stammgast eine Art Oberauf- ficht über die Anwesenden aus, winkt solchen, die aus Unkennt- niß beim Schwur von Zeugen fitzen bleiben, zu, fich zu er- heben, öffnet bei schönem Wetter, während der Gerichts- Hof fich zur Berathung zurückzieht, die Fenster im Zu- Hörerraum, und gicbt beim zeitweiligen Ausschluß der Oeffentlichkeit seiner Umgebung das Zeichen zum Verlassen des Saales. Vom Beginn der Sitzung an bis der letzte Schächer den ihm gebührenden Lohn empfangen, harrt .. der„Kriminalstudent" unermüdlich auf seinem Posten aus und namenttich zur Winterzeit, wo es draußen kalt und ungemüth- lich ist, vermehrt sich die Zahl Derjenigen, die hier m dem wenn auch wenig bequem eingerichteten, so doch warmen Räum- ' lichkeiten kostenfreien Aufenthalt suchen. Der Staatsanwalt und die Richter, wenn sie ihren Blick über diese zweifelhaften „Repräsentanten der Oeffentlichkeit" in dem Zuhörerraum schweifen lassen, finden nicht selten darunter einen alten Be- kannten, mit dessen Vorleben und Thaten fie fich be- v teils amtlich zu beschäftigen hatten, wie den be- kanntlich auch im bildlichen Sinne der Schritt vom Zu- schauerraum bis zur Anklagebank nur ein kurzer ist. ' Umgekehrt werden die Habituss der Anklagebank nach Ver- büßung ihrer Strafen nicht selten ständige Besucher der Ge« * richtsverhandlungen, in der Abstcht, aus dem Laufe der ein- . zelnen Verhandlungen sich allerlei Kniffe und Ränke anzueignen, die ihnen bei einem abermaligen Debüt vor den Schranken des hochnotpeinlichen Gerichts von Nutzen sein könnten, und in der That gelingt es ihnen zuweilen, durch die hier gewon- neuen Kenntnisse hart am Galgen vorbeizuschlupfen. So weiß diese Kategorie von„Kriminalstudenten" das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Schicksale eine» Gefalleneu. Im Allgemeinen gelten Strafanstalten als die Hochschule des Verbrechens. In manchen E allen hat das Strafhaus immerhin als Besserungsanstalt ine Schuldigkeit gethan. Da aber verläßt ein Mann, der durch die allerbitterste Noth getrieben, einen Fehltritt begangen, nach Verbüßung einer mehrmonatlichen Strafthat den Kerker und ist trotz guter Vorsätze, trotz aller Willenskraft, trotz aller Bemühungen, trotz aller Geschicklichkeit in seinem Handwerke nicht im Stande, einen angetretenen Posten zu behaupten: die — Polizeiaufsicht, die Nachfrage bei Wohnungs- und Arbeit- gebern beschwürt sein Verbrechen, welches er im Kerker verbüßt, wieder aus der Vergessenheit herauf und vertreibt ihn aus dem Dienste. Ein Unglücklicher klagt in einer Zuschrift an das „Neue Wiener Tagblatt" über diese Polizeiaufsicht, die ihn zur Verzweiflung treibe. Wir lassen ihn selber sprechen:„Als ich aus der Haft entlassen war, hatte ich nach Wochen endlich das Glück, da ich ein geschickter Silbnarbeiler bin, in ein schönes Geschäft zu kommen mit zehn Gulden Wochenlohn und ich hielt mich bereits für mein Leben gerettet. Da trat mein Unglück in der Gestalt der Polizei-Aufficht an mich heran, um mich wieder in die Bahn des Verbrechens zurückzuwerfen. Polizei- Aufstcht! Wenn erst Jeder wüßte, was das heißt: Monatliche Meldung bei dem betreffenden Kommissariat; Nachfrage bei den Woynungs- und Arbeitgebern. Ich war schon volle sechs Monate dort in dem Geschäfte thätig, als mich der Chef an einem Auszahlungstage mit. folgenden Worten entließ;„Es thut mir sehr leid, Sie find ein tüchtiger und ein nüchterner Arbeiter, aber ich muß Sie entlassen, denn ich kann Leute, die in der Sttafanstalt waren und unter Aufsicht stehen, nicht in meinem Geschäfte brauchen." Mehr tobt als lebendig betrat ich, meinen Lohn und mein Zeugniß in der Hand, die Straße. Die Nachricht von der Ursache meiner Entlassung hatte sich mit Blitzesschnelle unter den Arbeitern verbreitet, ja sogar bis zur Genoffenschast kam es, und die Folge davon war, daß ich überall, wo ich um Kondition anfragen wollte, rund abgewiesen wurde. Von meinem Metier in Wien also ausgestoßen! Lange Zeit lebte ich von dem, was ich mir in sechs Monaten von meinem Lohn erspart hatte und als ich nichts mehr hatte, wanderten meine von mir schwer gekauften Effetten in den Trödlerladen. Als ich auch nichts mehr zu verkaufen hatte und mir in Folge dessen die Quartiersfrau die Wohnung kündigte, konnte ich dieses Elend nicht mehr ertragen; rückfällig wollte ich nicht werden— so wenig das ein Wunder wäre— und faßte den Entschluß, diesem elenden Dasein ein Ende zu bereiten. Ich trank eine Phosphor-Lösung, aber auch dies mißglückte mir; ich wurde gefunden, in's Spital transpor- tirt und nach langem schmerzlichen Krankenlager geheilt ent- lassen. Nun stand ich noch hilfloser da als früher. Wo ich mich auch hinwandte, überall wurde ich abgewiesen und das Schweifte für mich ist noch, daß ich nun auch leine schwere Arbeit, etwa als Taglöhner, mehr verrichten kann, denn ich habe nach meiner Krankheit Bluthusten bekommen und leide immer stärker daran. Ein Bekannter, der bei der Genossenschaft als Ausschuß fungirt, verschaffte mir endlich aus Barmherzigkeit, als er von meinem Selbstmordversuche hörte, dreimal Adressen an Arbeitsgeber in die Provinz, wo man mich nicht gekannt hätte, jedoch ich konnte diese Empfehlungen nicht verwerthen, da mir die Polizei-Aufficht verbietet, den Polizei-Rayon Wien zu verlassen. Nun stehe ich da, krank, obdachlos, hungernd. Würde mich da Jemand verdammen, wenn ich wieder eine unehrliche Handlung beginge und so rückfällig würde? Ich habe zwar in einem Gesuche an die Statthalterei um Auf- Hebung der Aufstcht gebeten, um fortteisen zu können, aber bis das erledigt ist, bin ich entweder verhungert, oder als obdachlos aufgegriffen..." Sollte so etwas in Berlin nicht auch pasfiren? g. Verführt. Die 19 Jahre alte Tochter einer Wittwe in der K.-Straße suchte seit etwa 2 Jahren der Mutter die Sorgen für die Existenz in redlichster Weise dadurch zu ver- ringern, daß fie ihren Verdienst als Verkäuferin in einem größeren Geschäft im Zentrum der Stadt zur Bestteitung des Lebensunterhalts für fich und die Mutter verwendete. Das Mädchen war brav und ihr moralischer Charakter war über allem Zweifel erhaben. Da plötzlich, vor jetzt etwa 10 Wochen, kam das junge Mädchen eines Abends nicht in die Wohnung der Mutter zurück, obgleich fie ihr Geschäft zur gewohnten Stunde verlassen hatte. Nachdem ein und zwei Tage vergangen waren und die Tochter immer noch nicht bei der Mutter er- schien, sie fich auch bei keinem der Verwandten und Bekannten hatte sehen lassen, lief die geängstigte Mutter zur Polizei und diese nahm sofort die umfassendsten Recherchen nach dem Ver- bleib des jungen Mädchens auf. Doch auch ihr gelang es nicht, das Madchen zu ermitteln; dieses sollte vielmehr einem Zufall vorbehalten sein, der einem Verwandten der VeimM begegnete. Derselbe hörte in der Nacht vom Sonnabend � Sonntag in der Königstraße ein lautes, freches Lachen, weis« von einem Mädchen, das am Arme eines jungen Mani» daher kam, herrührte. Er kannte die Stimme zwar geni® doch wollte er fich erst noch sicherer überzeugen, ob er am thatsächlich die lange Gesuchte vor fich habe. Er M daher dem Pärchen nach, welches die Königstraße himimh ging, in die Burgstraße einbog und unter dem vollen 6% einer Straßenlaterne an der Kavalierbrücke stehen blieb. M den Worten:„Du bist es, Klara!" trat der Verwandte™ das Mädchen zu und dieses, den Mann erkennend, suchte N flüchten, was ihr aber nicht gelang. Auch den Galan W# der Verfolger so lange fest, bis ein Nachtwächter erschien, de« er den jungen Menschen zur Sistirung nach der Polizeiwflffl' behufs Feststellung seiner Persönlichkeit übergab. 3%» Mädchen nahm der Verwandte einstweilen nach seiner WohnuG weil das Mädchen flehentlich bat, sie nur nicht direkt zu Mutter zu bringen, um dieser die Schande vor den W# barsleuten zu ersparen. Es ergab fich, daß das inzwiM gänzlich heruntergekommene und verwahrloste junge MähW während der Zeit ihrer Abwesenheit von der mütterliches Wohnung keine feste Wohnung gehabt, sondern sich stets j berüchtigten Nachtlokalen und in sonstigen Schlupfwinkeln lichtscheuen Gewerbes herumgetrieben hat, nachdem sie dma einen in jenen Sphären lebenden Menschen, den sie zusiuW kennen gelernt, zur Unzucht verleitet und dazu ang#"' worden war. Zahlreiche Fischottern find seit einiger Zeit im SW? see bemerkt worden. Dieselben haben in den dortigen � ständen große Verwüstungen angerichtet, und die Fischer ha°n> deshalb in einer Versammlung die Anschaffung von Hunden" beschlossen. Soziales und ArbeitervemegunS' Die Enquete in Bezug auf die Sonntagsruhe n** jetzt in ganz Deutschland von den Regierungen Einzelstaaten vorgenommen. Die Erörterungen sollen M s» alle Gewerbe, einschließlich des Handelsgewerbes und da Handwerks erstrecken. Im Königreich Sachsen sind die Hs"' dels- und Gewerbekammern und wie es scheint au*' schließlich mit den Erhebungen betraut worden. Wir f stehen offen, daß wir von diesen Korporationen nicht erwasts" können, daß eine unbefangene Vernehmung der Arbeiter � dieser Frage stattfindet, da die Handels- und Gewerbekam«� bis jetzt lediglich das Interesse der Unternehmer vertttt� haben. Diese Korporationen sind auch in ihrer ganzen Org�' sation, in ihrem ganzen Personal seit Jahren derart ge#" daß von einer aufrichtigen Vertretung der Arbeitcrintcresi� keine Rede sein kann. Selbst das„Leipziger Tageblatt" erk� unbefangen genug in Bezug auf die Vernehmung der Arb«� durch die Handelskammern:„Es ist vorauszusehen, daß � der Durchführung dieser Vorschrift nicht gering Schwierigkeiten entgegenstellen werden."— So b'l uns die ganze Enquete keinerlei Gewähr dafür, daß die mung in Arbeiterkreisen in Bezug auf die Sonntagsruhe � nur annähernd richtig erforscht wird. Weshalb benutzt dazu nicht die Arbeiterorganisationen, die werkschaften und die Fach vereine? Weshalb die großen�Verbände der Buchdrucker, der Zigarrenarbeiter, Tischler, der Metallarbeiter u. s. w.? Die Handels Gewcrdekammern für die Unternehmer, die Gewerkschaften � Fachvereine für die Arbeiter! So ist es recktens; dann M sich die Regierung, dann kann fich der Reichskanzler Kla«? verschaffen— wie es jetzt gemacht wird, ist die Enquete � nutzlos. � Der Dresdener Tischlerstreik ist nun als definituu,, endet zu betrachten, nachdem die Lohnkommisfion eine da»; gehende Erklärung abgegeben hat. Die Fabrikanten � ttister, die nicht zur Innung gehören, haben eine erhöhung zugestanden. Während nur fünf Jnnungsmeistes� mit den Gesellen verständigten, sind die übrigen völlig ren% geblieben und geben somit die Ursache zu immer erneuten � strcitigkeiten ab. Ein netter Segen der Innungen! 4. Klafft 172. Königs. Preuß. Lotterie. Zlkhmiz vom 4. August 188S. Kur dl« a«vw»e Ld-r 210 Marl find den b-tt-ffindtn Kummer« in Parenthese beigefügt. (Ohne Bewähr.) 49 138[15001 64 221 66 67 1300) 463[3001 620 748 82 844 49 932 36 47 1 019 56 56 88[3000] 92[30001 98 120 45 67 204 36[300) 37 79 346 427 29 43 44 70 527 666 705 7 26 2026 67 94 234 37 49 89 325 524 58 636 65 749 896 98 917 8008 33 61 60[5601 104 23 72 80 92 204 66 79 98 312 66[3001 75 438[16001 538 48(1600) 50 686 814 19 56[3001 68 900 70 4062 141 46 48[300] 72[16001 83 249 390 94 407 74 89 621 61 666 96 745 75 78 88 937 63 64[1500] 5001[6501 66 98 104[3001 24 98 298 430 550[30001 606 12 28(5601 712 28[5501 74 81 801 41 59 66 77 948«018 61 96 109 90 212 367 88 448 74 80 604[30001 60[3001 704 19 26 68 76 813 15601 19 47 906 34 »132[300) 67[6601 244 303 88 444 91 567 79 84 613 32 66 720 39 804 36 81 13001 8004 69 79[3001 118 66[5501 226 36 78 97 336 81 427 93 508 96 666 727 72 802 31 92[16001 900 19 28 67 88»017 103 73 275[3001 321 42 428 571 640 82[16001 96 711 23[3001 71 814 17 23 24 26 60 950 78 84[1600] 10008 J70 220 45 71 _________ 78 323 39 82[3001 96 402 22 25[300] 47, 619 28 43 716 836 61 66 76[15001 11042 91 161[3001 213[300).. 384 85[560] 429 36 63 70 662 653 753 87 863 83 960 83 98 12079 131 230[3001 31 44[1600) 78 93[3001 304 65[1500] 459 79 662 93 786 818 " 13103 6 7 46 72 84.................'■ 27 30 61 94 6 7 45 72 88 243 60(300) 323 29 69 426 41 47 61 .74 98 678 636 80 702 51 96 14011 46[3001 101 23 69 73 89 97 5 305 20[300] 28 79. 80 408 24 68.»?. 626. 52 71 641.853. 60.81�[3<«1 « 15040 56[3001 166 211 58 98 307 32 477 567 85 625(300) 739.. 878 903 1 6021 45 97 192 254[300] 378 88 96 444 61 90 522 25 30 601 20 21 76 847[30001 67[300] 904 27 34[5501 44 1 7042 51 101 56 266 89[550] 419[300] 38 76[300] 681 737 60 820 22 24[5501 62 62 913 14 [3001 46 66 89 90 1 8004 21 234 347 60 407 28[1500] 86[300] 516 51 300) 54 67 88 663 741 862 77 97 919[3001 19053 57 58 104(3001 42 80 230 304 37 66 83 438 87 99 648 666 716 22[560) 30 44 836 37 95 922 ««155 72 91 202 48[650] 92 324 33 66 61 98[300] 621 24 87 820 97 948«1041 60[1500] 75 106 218 301 6 471[300] 75 77 690 602 42 60 74 708 13 21 64 806 46 906 35 51««042[5501 108 29 73 213 369 86 87 421 42 84 509 21[3000] 31 49 86[300] 681 97 700 67 816 24 49 63 91 913 14 37 83059 101 228 45 64[3001 84 90[300] 350 j300) 67 86 403 82 516(30001 60 63 76[301,01 637 748 78 831 32 66 994« 214 653[3000] 637 45[1600i 63[1500) 717 23 60 839 89 25042 106 57 82 209[560] 96 369[550] 463[300] 67 68 663 90 729 944 96««073 88[300] 97 296 341 46 52 68 93 525 32 53 685 722 75 827 36[3001 79(3001 80« 7017 34[300] 47 51 134[3001 68 93 238 48 53 68[5501 93 469[3001 522 63 629 887 904 90[15t0] 97[300]«8006 26[3001 88 107 30 50 72 235 42 69 62 351 64 402 23 62[16001 54 57 68 62 68 70[300] 528 96 609[300] 21 22(3001 40 761 68 71 870 923 87 «»016 62[3001 116 247 89 403 13 1660) 46[560] 639 44[1600] 618 68 811 22(30J 69 76 911 78 91[300] »«010 15.')01 20 66[300] 89 92 175 76 84 240 55 312 62 64 77[15001 86(300! 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Lrovhei« in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin 3W, Beuthstraße 2. Hierzu eiue®e� "siflte.' Mer. k " »mW" ts Man»» genal er«W Et ßifJ hinunt« 6*3 ldte("«' m b>w en, dB „!.A 10## nUÄ >zwiW litädchen tterlichk» stets>» teln dks ie dun» zusäA lgchulW Sfifll' M»WWW«»«»WWMWWWWWW� Beilage zum Berliner Bolksblatt. ♦ 180. Mittwoch, den 3. August 1883. II. Itchrg. Mmm und lies! koä Elend des Proletariats nicht aus eigener Er- riiÜ?n®.nn*' aber aufrichtig ein Stück Wahrheit darüber ver- nehmen will, der nehme das„Aerztliche Jntelligenzblatt" vom üffL«"!!; Zur Hand und lese aufmerksam die darin ver- nm! o®»"bie des Arztes v. Zoller über das Vorkommen �enkrankheiten in der Hanf- und Flachsspinnerei zu au. Da jedoch allen Lesern unseres Blattes jene Zeit- »pnsl nicht......""'' ««3 jener StMe hwr°mltl!,etten� wollen wir das Wichtigste er"hab-d uttg- he«ir» gen � sich � und � it au»' Wirg«' leitet s kamm� vertrete' Lrg°B gescd� [nU«P jf#0 Arbeite «f daß eri po -lb"J eiter, � lls- � tj. 's cv, J. v. Zoller konstatirt zunächst, daß bei der genannten Mdnk sämmtliche Arbeiter in der Hechelei, Korderie, iffickneni und Packerei lungenleidend waren. Sämmtliche -i�?e>ter m diesen Räumen, 28 an der Zahl, waren also ß Märtyrer der Industrie. In der Hechelei sieht man c# Eintritte zunächst nichts als eine Staubwolke.„Flachs-, (K�r und Hanfreste bedecken sofort die Kleidung, feinster taub reizt zum Husten und Niesen und belästigt die Augen." »M der Packerei arbeiten drei bis vier Arbeiter, die selbst s,' elsenfester Konstitution krank werden müßten, e.# der hier verbreitete Staub überzieht wegen seiner Fein- M.bas Geficht, die Hände, die Kleivung mit einer dichten Nach einstündigem Aufenthalte in der Packerei ist der gefärbt Auswurf ganz schwarz und der Nasenschleim dunkel t. der Trocknerei waren drei Männer und ein Mädchen eschaftigt, alle in hohem Grade lungenleidend. Bei dem ril™'«einer grazilen und schwächlichen Arbeitcrin aus >nem Nachbardorfe", find als weitere Ursachen ihres schweren Sa"s noch daS Echauffcment(die Erhitzung) in Folge cZ, taglichen stundenweiten Weges von und zu der Fabrik, l wie hohe Temperatur in den Trockenkammern angegeben. Gl. reIen herrscht nämlich eine Temperatur von 36 bis 40 vT" Reaumur.„Die Leute schwitzten trotz leichtester Bellei- CL, A ko, daß sie das Hemd auswinden konnten." Funge eute von 17—20 Jahren, welche(wie wohl die meisten) von IS*?uä schlecht genährt find, disponiren leicht zur Phtifis Schwindsucht), wenn sie nur wenige Monate dem Staube der wmpelmaschinen ausgesetzt find." 2- Im Feinspinnsaale fand v. Zoller 42»St., im Vor- S Waale 40»St. und im Haspelsaale 45»St. sämmtlicher S'beittt krank und zwar fast ausnahmslos lungenkrank.„Der PJden des Spinnsaales ist mit Steinplatten belegt. Wenn v?" nun die der herrschenden hohen Temperatur wegen noth- 2'% gekleideten Mädchen sieht, wie fie beständig durchfeuchtet T? echauffirt werden, wie fie m Holzpantoffeln den ganzen M Tag auf dem nassen, kalten Boden stehen und wenn die &*nz zwischen Außen- und Jnnentemperatur 25 bis 30° C. . W, so wird man begreiflich finden, wie sehr solche Momente 'gnet sind, Krankheiten hervorzurufen." U P* im Haspelsaale arbeitenden Frauenspersonen beklagten K?em Arzte gegenüber besonders über die anstrengende Arbeit. Sjfyrd diese Klage berechtigt und sagt:„Eine Haspcl besteht C einer etwa 3 Meter langen Welle; oberhalb dieser sind die tiWouIen angebracht. Um nun die vielen Garnspulen von «Morgens bis spät Abends abwickeln zu können, müssen die Hüterinnen sehr fleißig in die Welle greifen, wenn fie einen �ßigcn Verdienst erzielen wollen. Sie find bald ganz lios, namentlich die jugendlichen 15-16 jährigen. Jeden- «« werden die ausgiebigen, ausdauernden Athmungsexkur- CT den Brustorganen schädlich sein. Von den 9 untersuch- i>?hasvlerinncn waren 4 schwindsüchtig." Rtan hat viel dar- deklamirt, daß das Shristenthum den wahren Beruf der % erkannt und ihr die gebührende Stellung m der Gesell- fit eingeräumt habe. Solche Deklamationen werden ge- �»dermaßen illustrirt durch das traurige Faktum von dem cWofen Siechthum der Mädchen und Frauen im Prole- ""te. o, das praktische Shristenthum in der Industrie! 6 i 3 K-n. v. Zoller kritisirt scharf das Institut der Fabrikmspek. „Der Inspektor erfährt in der Fabrik die Zahl der Acoren, der Betriebe, macht seine Beobachtungen über die 3t Üblichen Arbeiter, erfährt auch hie und da einen tj!?. der vorgekommenen Verletzungen, ist aber nre- in der Lage, sich darüber zu informiren, warum C" die Leute gar so blaß und stech aussehen, warum alles hustet; er berichtet nicht über den vorherrschenden W Die Buttß, zu luchcn. Fr. Pr.") r. Domenico Allegro war seit seiner Zugend in Paris, t% Paris Ludwig's XV., hatte dort Wohlhabenheit erwor- und bewohnte seit einigen Zahren ein eigenes Haus in «i?? stilleren Gasse des MaraiS-ViertelS. Er lebte ein- tierisch inmitten der Großstadt, ließ sich von der Frau In teä Portiers bedienen, und Niemand vermochte bestimmt Ziagen, womit er sich tagsüber beschäftigte und was �«ntlich sein Beruf war. Die Einen hielten ihn für einen «lehrten, die Anderen für einen Staatsbeamten, diese für >'"?t Perrückenmacher, Jene für gar fnichts. Er ging Ral täglich aus, Morgens und Abends, immer zu W en Stunde, und kehrte auf die Minute heim, so die Uhren in der Nachbarschaft sehr nachlässig auf- Men wurden: Domenico war der beste Ehrono- „Fifine," sagte Herr Bourgeois, der mit seinem «chterchen im zweiten Stock hauste,„lass' die Suppe auf- «wn, der Italiener ist heimgekommen." Oder der nt'"e Schuster gegenüben gab seinem Zungen einen Ü �S» indem er in seinem Französisch-Deutsch hinzufügte: e-doi, die bottes vernies sind tonjoars da, und der Etliche Herr ischt deji fort." A das hätten wir beinahe zu sagen vergessen: alle h? ttWhungen über den Beruf des geheimnißvollen Mannes ei!, stch schließlich in eine einzige auf. Man hielt ihn für ein!? Mann der Kirche, nicht gerade für einen Geistlichen, Abbate, aber doch für irgend ein Mitglied der ecclesia flu« n8' einen päpstlichen Funktionär, einen römischen Mon- tot re"der dergleichen. Die Vermuthung wurde den Leuten N» �ißhxit, als sie eines TageS den Neuangekommenen w, /WS des Papstes Siemens XIV. vor dem Hause Dome- Ziw vorfahren sahen und nach ihm fragen hörten. Der W�wz kam geradewegs au» Versailles, vom ersten Besuche »ta P*. Majestät. Für Herrn Bourgeois, der tiefer schaute W.'? anderen, gab es nun keinen Zweifel mehr: Domenico e,tt geheimer Agent der Kurie. Krankheitscharaktcr, kurz, die Gesundheitsstörungen bleiben in seinen Berichten einfach unerwähnt, und das allein wäre ja doch die Hauptsache." Er ist eben nur Techniker.„Zur Beur- theilung von Gesundheitsstörungen dieser bleichen Menschen, der samtätswidrigen Einrichtungen gehört das Auge des Arztes. Der Arzt ist für jede Fabrik viel nothwendiger als der Techniker." „Wenn man in Waldenau die blassen, ausgemergelten Gesichter, diese stechen, schwächlichen Naturen anschaut, kommt einem unwillkürlich der Gedanke, daß denn doch noch andere Ursachen dieses Siechthums, als nur der Aufenthalt in den staubigen Arbeitsräumcn zu suchen find, daß die ganze Lebens- weise eine verfehlte sein dürfte." ,,Jhre vei kehrte Lebensweise hängt wieder mit der Arbeitseintheilung zusammen. Im Winter beginnt die Arbeit Morgens 5 Uhr und dauert bis Abends 6 Uhr. .... Wer jemals einen Einblick in derartige Verhältnisse gethan hat, weiß es, daß die Ausnutzung der Arbeitskraft eines Fabriklers für gewöhnlich eine maßlose ist. Die Unter- ordnung unter Aufseher und deren scharfe Beaufsichtigung zwingt oie Arbeiter zur Anspannung aller Kräfte, die Bedie- nung der laufenden Maschinen duldet kein Feiem und so ist die Arbeitsleistung oft ein wahres(alle Geistes- und Körper- kräfte aufreibendes) Gehetz. Unbegreiflich ist nur, daß sich noch junge Leute aus weiterer Entfernung bereit finden lassen, 12 Stunden lang diese gefährliche Arbeit zu verrichten. Einige solcher Arbeiter müssen täglich um halb 4 Uhr aufstehen, um 4 Uhr das Haus verlassen, kommen nach Istündigem Marsche schon nicht mehr frisch und ausgeruht zur Arbeit, plagen sich dann den ganzen lieben Tag und kommen günstigen Falls erst Abends 8 Uhr zur Ruhe." v. Zoller bespricht dann die traurigen Erwerbsverhältnisse, welche alle einigermaßen arbeitsfähigen Glieder der proletari- schen Familie zwingen, mit Hintansetzung der Sorge für die Pflege der Häuslichkeit, für die Bereitung ordentlicher Kost, außer dem Hause zu arbeiten, und findet, daß durch solche Um- stände nothwendig die Ernährungs- und ganze Lebensweise der Arbeiter abnorm werden muß. Da greift man denn zum Schnaps.„Der Schnaps ruinirt die Leute(vollends) und der chronische Alkoholismus ist eine der häufigsten konstitu- tionellen Krankheiten unserer Arbeiterbevölkerung, Säufer- delirien find in Waldenau an der Tagesordnung." Fürwahr ein trauriges Bild, das uns so das„Aerztliche Jntelligenzblatt" entrollt, aber es entspricht ganz der Wahrheit und trifft nicht blas auf Waldenau, sondern auf alle Jndu- strieorte zu. Möge die Studie des Herrn v. Zoller auf seine Kollegen, die fast die einzigen Leser jener Zeitschrist bilden, möglichst tief einwirken, damit auch sie jener Bewegung in Deutschland, welche wirkliche Abhilfe aller Uebelstände des Pro- lctariats ernsthaft anstrebt und den Arbeitern eine den Forde- rungen der Hygiene entsprechende Existenzweise erringen will, die gebührende Unterstützung verleihen und sich entschieden in die Reihen der Kämpfer für die Besserung der Lage des Pro- letariats stellen. Die Aerzte sollten schon längst geschlossen und im Namen ihrer Wissenschaft, die in erster Linie für das Glück der Mensch- heit wirken muß, für die Forderung des Normalarbcitstages, die Abschaffung der Sonntagsarbeit, weitgehendste Einschränkung der Kinderarbeit eintreten. Herr v. Zoller macht hier einen guten Anfang, er sagt:„die.Hygiene hat von jeher gebieterisch verlangt, daß das erlaubte Maximum der Arbeitszeit legal fest- gesetzt werde. Der Normalarbeitstag von 10 Stunden wird sich bei der weiteren Ausbiwung der sozialen Gesetzgebung nicht mehr umgehen lassen." Folgende Bemerkung dieses Mannes wollen wir noch an- führen, weil fie sehr charakteristisch ist und die Arbeiter indirekt ermahnt, energisch bei allen Faktoren der Gesetzgebung die Re- gelung ihrer Verhältnisse anzustreben: „Wären die Erwerbsverhältnisse der Gegenwart nicht so trauriger Natur und lebten die Arbeiter nicht so gleichgiltig in den Tag hinein, wären dieselben nicht von dem Gefühle ihrer Ohnmacht so durchdrungen— fürwahr die Lehren und Ver- herßungen der Demokraten fielen auf einen furchtbaren Boden und die Arbeiter würden fich nun und nimmermehr eine der- artige Ausnützung ihres körperlichen Kapitals gefallen lassen." Stimmt!-- Auch das Aussehen des Sonderlings bestärkte den all- gemeinen Glauben. Er war klein, dünn, hölzern, steif, immer ernst, immer schwarz gekleidet wie ein Trauer-Altar. Schwarzer Seidenfrack, schwarze Weste, schwarze Knieehosen, schwarze Strümpfe, und so weiter Schwarz in Schwarz. Nur die Silberknöpfe, der tadellose Busenstreif, die schneeweiße Halsbinde, die andächtig wie ein Bäffchen die Flügel hängen ließ, ermunterte einigermaßen diese Finsterniß und Trübsal. Ein großmächtiger Spazierstock gab dem Männchen eine drollige Würde, und eine altmodische Riesenperrücke verdeckte säst seinen ganzen Kopf. Wenn er beim Schnupfen die Dose ansetzte oder wenn er nachdenklich den großen Stock unter die Nase hielt, so sah man gar kein Gesicht mehr, lauter Perrücke. Nur eine schwere Brille mit grünen Gläsern machte sich recht aufdringlich bemerkbar. Ein Paar stumpfe Augen trauerten dahinter, und zwei breite Kummerfalten zogen sich von den Brillengläsern zu den Mundwinkeln und der schwermüthig niederhängenden Unterlippe. Zn Bronze gegossen oder in Porzellan gebrannt, hätte das Konterfei Domenico's sehr gut eine von den damals so beliebten Alle- gorien vorstellen können, etwa die Stawe der Verdrießlich- feit. Nur über das Alter der Statue hätte es sich streiten lassen. Vierzig, fünfzig, sechzig Jahre? Auch diese Frage wäre den Nachbarn ohne Fräulein Fifine ein unlösbares Räthsel geblieben. Domenico Allegro war hundertund- zwanzig Jahr alt, das hatte sie ganz genau ausgerechnet, keinen Tag weniger und keine Stunde mehr. Sie wußte es auch zu beweisen. Allein so oft sie die Beweisführung be- gann, kam gewöhnlich der Italiener des Weges daher, und dann wurde sie von unwiderstehlicher Lachlust geschüttelt. Der Purpur schoß ihr in die Wangen und ihre Augen glänzten seucht. DaS unverschämte Ding war zu hübsch in solchen Momenten. Man konnte sie nicht sehen, ohne mitzulachen, und das war es, was den Ztaliener ärgerte. Wo sich der Griesgram sehen ließ, da gab es augenblicks ein fröhliches Kichern und Lachen, als ob der Gott der Freude fernen Einzug hielte. Man scherzte über seine Brille, ferne Per- rücke,'seine Tabaksdose, seinen Bürgermeisterstock. Die Hof- lichen Leute, wenn sie ihn vorüberschreiten sahen, lächelten Kommunales. Eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung war zu gestern Nachmittag 5 Uhr einberufen worden, um die Berichterstattung des Ausschusses zur Vor- Prüfung der Einwendungen, welche gegen die Richtigkeit der zur Auslegung gekommenen Wählerlisten für die Stadtver- ordnetenwahlen erhoben sind, entgegen zu nehmen. Zu Be- richterstaltern waren die Stadtverordneten Spinola und Namslau vom Ausschuß ernannt worden. Der Stadtverord- neten-Vorsteher- Stellvertreter Büchtcmann eröffnete die Sitzung um 5'/, Uhr und machte der Versammlung die Mittheilung, daß der Stadtverordnete Jrmisch gestorben sei. Die Versamm- lung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen. Nachdem der Stellvertreter-Vorsteher der Versammlung noch einige geschäftliche Mittheilungen gemacht hatte, wurde vom Bureau konstatitt. daß nur 47 Mitglieder in der Versammlung anwesend seien, während zur Beschluß- fähigkeit mindestens 64 Mitglieder gehören. Eine Ausnahme hiervon kann nach den Bestimmungen des§ 42 der Städteordnung nur gemacht werden, wenn die Stadtverordneten zum zweiten Male zur Berathung über ein und denselben Gegen- stand zusammenberufen worden sind und auch dann in nicht genügender Zahl erschienen sind. Bei der zweiten Zusammen- berufung muß nuf diese Bestimmung der Städteordnung aus- drücklich hingewiesen werden. Nachdem Herr Büchtcmann auf diese Bestimmungen hingewiesen, theilt er den Versammelten mit, daß am Donnerstag zur Erledigung der auf der Tages- ordnung stehenden Angelegenheit eine zweite Sitzung stattfinden wird, welche dann ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen Beschluß fassen wird. Darauf gingen die Stadtväter wieder auseinander. Lokales. Das Ministerium des Innern hat auf eine Beschwerde, welche von dem Vezirksverein der arbeitenden Bevölkerung im Südwesten Berlins wegen Verbots der Vereinsversammlung vom 18. Mai, in welcher die Frage erörtert werden sollte: „Wie stellen sich die Arbeiter Berlins zu den bevorstehenden Landtagswahlen?" an den Vereinsvorsitzcnden, Herrn Medailleur Krohme, folgende Antwort ettheilt: Euer Wohlgcboren erwidere ich auf die Vorstellung vom 1. d. M., daß ich die Verfügung des Polizeipräsidiums hiersclbst, durch welche die für den 18. Mai angemeldete Versammlung des Bezirksvcreins der arbeitenden Bevölkerung des Südwestens Berlins auf Grund des§ 9 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Be- strcbungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten worden ist, nach näherer Prüfung des Sachverhalts für gerechtfertigt erachten muß und daher der über dieselbe erhobenen Beschwerde eine weitere Folge nicht zu geben vermag. e». Bei Sedlmayr'n. Dem Berliner imponirt bekannt- lich das Neue, man hat in Berlin ja schon viel Unsinn gesehen und immer haben fich massenhaft Neugierige gefunden, die den Unfinn angestaunt haben. So sehen wir jetzt auch allabendlich in der Friedrichstraße, wo das neue buntbemalte Haus des Münchener Brauereibesttzers Sedlmayr steht, sich viele Gaffer ansammeln, die das seltsame Gebäude, die farbigen Bilder, die vergitterten Fenster, den eisernen Thorweg, überhaupt das echt „tcutsche" Gepränge anstarren. Man weiß ja, daß der Ber- liner bei solchen Gelegenheiten durchaus nicht mit mehr oder weniger zarten Redensarten zurückhält, der Volkswille macht sich in durchaus verständlicher Weise Luft, und wir glaubten aus den überaus drastischen Urtheilen annehmen zu können, daß der skeptische Berliner die Münchener Art und Weise des Bierausschankes gerade nicht mit allzugroßer Freudigkeit begrüßt. Doch hinein, unser Geld ist bekanntlich auch kein Blei. Der schwere eiseme Thorweg, der an alte Frohnfesten erinnert, össnet stch, pustend kommt eine Anzahl Leute heraus, die den Eindruck machen, als wäre ihnen soeben die Wohlthat eines russischen Bades zu Theil geworden. Das kann uns natürlich nicht ab- schrecken, eine energische Bewegung und wir stehen in dem weißgetünchten Korridor, gerade über von der Tafel, auf wel- cher natürlich in altdeutschen Lettern verzeichnet steht, daß sich der Bierausschank bis in die zweite Etage ausdehnt, und daß das, was darüber ist, zu Gesellschaftsräumen reservirt ist. Wir haben hiergegen nichts einzuwenden und wenden uns zunächst in das Parterre-Lokal. In drei engen Zimmem, denen jede Ventilation zu fehlen scheint, sitzen blos oder verbissen das Lachen oder wendeten den Kopf, um nicht platzen zu müssen; aber die ungezogene Zugend lachte ihm ins Gesicht, und die Pariser Gamms lachten ihn aus. Seinen ganzen Weg entlang gellten Frohsinn, Spott, Ueber- muth hinter ihm her, indeß er selber mit düsterem Ernste, Grimm und Trübsal im Gemüthe durchs Leben wanderte. So gibt es Menschen voll unfreiwilliger, angeborener Komik. Wo sie erscheinen, rührt sich jedes Zwerchfell. Das nächste beste Wort aus ihrem Munde, eine Handbewegung, ein Zucken der Wimpern, eine Regung der Nasenflügel, Alles, was sie thun und treiben, reizt zu unbändiger Lustigkeit. Es ist traurig, wenn diese Eigenschaft just einen melancho- tischen Menschen trifft. Ein ewiger Lachkitzler zu sein und selber nicht lachen zu können, das ist sozusagen ein tragisches Geschick. Der geistliche Herr war das Opfer eines solchen Ge- schicks. Er konnte nicht lachen, nein, er konnte nicht, sei es nun wegen der Traurigkeit seines Herzens oder aus physio- logischen Gründen. Sein Lachmuskel war träge, schlaff, ab- gestorben; Domenico brachte es höchstens zu einer Art Grinsen, das wiederum nur die Eine Wirkung hatte, die allgemeine Heiterkeit um ihn her zum Paroxismus zu steigern. Warum konnte er allein nicht lachen, wenn Alles lachte? Wäre ihm bei seiner Würde das Fluchen erlaubt gewesen, er hätte alle Heiligen in die Hölle verwünscht, bis einer ge- kommen wäre, ihn die Kunst des Lachens zu lehren. Mit der Zeit war dies bei ihm zur fixen Idee geworden: er wollte lachen lernen. Besonders leicht war die Sache nicht. Wenn andere das Menschengetriebe sich anschauten, so mußten sie sich den Bauch halten, während Domenico, der die Welt durch eine grüne Brille sah, angesichts des überlasteten Volkes, des unerträglichen Elends, der zum Gesetz erhobenen Ungerechtigkeit des KornwucherS, mit dem selbst der König sich bereicherte, viel eher hätte weinen können, falls ihm dies möglich gewesen wäre. Wer nicht lachen kann, der kann ja auch nicht weinen, der muß sich mit bittrer Zronie begnügen. Ach, der Italiener war am Ende doch kein Monsignore, sondern ein Philosoph. i itt* Berliner dichtgedrängt an langen Tafeln oder "leinen Tischen, sperren die Augen ziemlich weit auf und— schwitzen. Man trifft einen Bekannten, der glücklich einen Sitzplatz erobert hat.„Nun, wie gefällt es Ihnen?" Er winkt stumm ab und schüttelt restgnirt den Kopf. Bedeutet diese Gederdenspracbe den Ausdruck höchster Freude, daß in Berlin nunmehr ein längst gefühltes Bcdüifniß gedeckt ist, oder heißt sie in vernehmbare deutsche Worte übersetzt:„Wie komme ich alter Esel vazu, mich in diesen Schwitzkasten zu wagen?" Wir wiffen es nicht, aber schadenfroh blickt er uns nach, wie wir die Treppe zu den oberen Etagen betreten. Oben ist es merk- lich leerer. Auf den Korridoren haben sich einige Jünglinge niedergelassen, die es wahrscheinlich„bairischer" finden, ihr Bier in der Nähe gewisser Thüren zu trinken. Jeder nach seinem Geschmack! Wir gewinnen schließlich in dem Gewirr der Gänge und Thüren ein kleines Hinterzimmer, von welchem man eine prachtvolle Ausficht auf den mindestens zwölf Quadrat- meler großen parkähnlichen Garten hat. Was die Höhe an- betrifft, so kann dieser Park getrost mit dem Thiergarten kon- kurriren. Schließlich werden zwei„Halbe" bestellt. Nachdem wir eine halbe Stunde mit dem Betrachten der zwei oder drei französischen Stahlstiche, die in dem Zimmer hängen, verbracht hatten, wurde uns das viclge rühmte Gebräu vorgesetzt. Uns gegenüber saß ein junger Mann von bedeutenden Dimen- fionen. Er ergriff den„Ganzen", der ihm servirt war, hob ihn empor und that einen herzhaften Zug. Plötzlich verdunkelten sich seine Züge, er machte ein Gesicht, als ob er an Magen- krämpfen litt, und mühsam rangen sich von seinen Lippen die Worte los:„Des is a Sausoff". Hieraus ersah man zunächst, daß eine gewisse Klaffe von Gcmüthsmenschen noch nicht aus- gestorben ist, aber bei näherer Prüfung des Stoffes ergab es sich, daß der junge Herr nicht so ganz Unrecht hatte. Das Bier hatte eine nordpolaitige Temperatur, eine Eigenschaft, die der Kenner beim echten Bier durchaus nicht liebt. Schließlich war man froh, durch den eisernen Thorweg wieder die Friedrich- straße gewonnen zu haben, und was Alle dachten, dachten auch ':: Ei wir: Einmal und nicht wieder! Vom Magdeburger Schatzgräber. Man schreibt der „M. Ztg.": Bei Gelegenheit der jetzt an der Zitadelle statt- findenden Schatzgräberei dürfte es nicht uninteressant sein, an einen ähnlichen Vorgang zu erinnern, der manchem der älteren Bürger noch im Gcdächtniß sein wird. Im Jahre 1846 veranstaltete der Franzose Etienne Marie Ledere aus Charollcs (Güte d'or) an der südlichen Seite, so wie an der östlichen Ecke der in der Regicrungsstraße belegenen Marienkirche Nach- zum Ausfinden einer nach negskasse. Ledde war grabcnen.. ,,„_ Landsleute eigens zu diesem Zwecke hierher gekommen. Sein einen Angaben dort ver- in Begleitung mehrerer Vater war Offizier Napoleons gewesen und hatte ihm die Nach- richt von dem vergrabenen Schatze als Vermächtniß hinter- lassen. Im Jahre 1812, nach dem unglücklichen Ausgange des russischen Feldzuges, hatte Napoleon, als er in Parisange- langt war, Ledde als Kourier mit einer Spezialordre nach Magdeburg geschickt mit der Anweisung, die dort befindlichen Gelder an verschiedenen Orten zu vergraben, um dieselben zu gelegener Zeit wieder zu heben. Leclde's Nachforschungen waren anscheinend nicht mit besonderer Ausdauer geführt; er reiste plötzlich ab, in der Abficht, sich noch genauere Jnstruk- tionen zu holen— hat aber nichts wieder von sich hören lassen. K.... z. i. Die sehr seltene Blume des wcißblühenden Oleander- baumes hat stch kürzlich in unserem botanischen Garten entfaltet und zwar seit langer Zeit zum ersten Male, da unser bota- nischer Garten einen ganz rein weißblühendcn Garten Oleander- bäum bisher nicht hatte und erst vor 2 Jahren einen Zweig dieses seltenen Baumes von einem Restaurateur am Potsdamer Bahnhof zum Verpflanzen erhielt, der sich in den beiden Jahren so weit entwickelt hat, daß er jetzt zur Blüthe gelangt ist. Der Geruch dieses weißblühenden Oleanders ist bei Weitem aroma- tischer und intensiver als derjenige von der gewöhnlichen rothen �'""y SxrS Besteigen eines Pferdebahnwagens während der Fahrt hat am Sonntag Nachmittag wieder zu einem Unfall geführt. Ein junger Mann stellte sich an der Ecke der Chaussee- und Jnvalidenstraße auf, um einen ankommenden Pferdebahn- wagen der Linie Weddingplatz-Holzmarktstraße zu besteigen. Kurz vorher trat ein ca. 30 Jahre alter Mann aus dem Wagen und nahm auf dem Trittbrette Stellung, obgleich er sah, daß Jemand aufsteigen wollte. Als der junge Mann, der Kaufmann F., das Trittbrett besteigen wollte, gab der auf demselben stehende Mann dem F. einen Stoß, so daß er vom Wagen herunterstürzte und, da er sich mit einer Hand festhielt, eine Strecke weit fortgeschleift wurde, bevor der Wagen auf das Signal des Kondukteurs zum Stillstand gebracht wurde. F. hatte sich beide Kniescheiben verletzt und außerdem waren seine Kleider über und über beschmutzt. Der Thäter war in der erstandenen Aufregung vom Wagen gesprungen und hatte sich schleunigst entfernt. N. Ei» 3 jähriger Knabe verschwunden. Der 3'/-- jährige Sohn einer in der Wienerstraße wohnenden Wittwe Rother ist, wie uns mitgetheilt wird, seit Sonntag Vormittag 11 Uhr spurlos verschwunden. Derselbe ist zuletzt am Sonntag Nachmittag in Begleitung zweier größerer Knaben in Rixdor Zu Doktor Bilieux, dem berühmtesten Arzte von Paris, kam eines Tages ein kleiner Mann, der aussah wie ein schwarz eingewickelter Ellenstab und bei dessen Anblick der Doktor ein Lächeln nicht zu unterdrücken vermochte. „Herr Bilieux, ich bin krank... untersuchen Sie mich," sagte der Ellenstab. „Ich möchte so gesund sein, wie Sie," erwiderte der Arzt, nachdem er die Leiblichkeit des Patienten aufs genaueste geprüft hatte. „Und doch fehlt mir was." „Was denn?" „Ich kann nicht lachen." „Hahahahaha..." Der Doktor platzte beinahe. Sein Assistent, der daneben stand, lachte mit, der Diener lachte mit, die Leute draußen im Wartezimmer lachten mit. Es hatte noch nie eine so lustige Ordinationsstunde gegeben. Domenico grinste fürchterlich. „Nun," begann wieder der Arzt, indem er sich die Thränen aus den Augen wischte,„Ihnen kann geholfen werden, entkleiden Sie sich." Domenico entkleidete sich, und mit dem freundlichsten Gesichte von der Welt kitzelte ihn Bilieux unter den Achset- höhlen, an den Fußsohlen, zwischen den Zehen, auf den Knie- scheiden. Allein es war, als kitzelte er ein Brett. Domenico verzog keine Miene, was denn doch dem Doktor etwas be- fremdlich vorkam. Er gab nun zu, Domemco leide möglicher- weise an einer Gemüthskrankheit, er möge sich zerstreuen, fröhliche Gesellschaft aufsuchen, heitere Lektüre genießen, und vor Allem empfahl er ihm den fleißigen Gebrauch jenes klassischen Werkzeuges, welchem Moliere einen Ehrenplatz in - r. 1 Kf Jd 4«�. O«isW/V V«•«% A** � ckTS 4. u Cr der französischen Literatur angewiesen hat. Der Italiener befolgte den Rat .. Rath gewissenhaft. Doch nach acht Tagen stand er wieder vor dem Arzte, etwas erschöpft durch die Haus- mittelchen der Herren Purgon und Diafoirus, und seufzte: Ich kann nicht lachen." " Billieux hatte inzwischen über den sonderbaren Patienten nachgedacht. in der Nähe des Amtsgebäudes gesehen worden. Der Ver- schwundene trug kurz geschorenes blondes Haar und war be kleidet mit dunkelblauem Anzug. Die geängstigte Mutter b ttct alle diejenigen, welche von ihrem Knaben wissen oder denselben irgendwo gesehen haben, ihre Mittheilungen auf dem dortigen Amtsbüreau anzugeben. Belle-Rlliance-Ttieater. Für die heutige Extra-Vor- stellung zu halben Kassenpreisen ist die 26. und l, tzte Auf- sührung der Gesangsposse„Der Aktienbudiker" angesetzt. Nach dem zweiten Akt des Stückes singt das schwedische Doppel- Quartett wieder zwei Volkslieder cm Theater. f olizei-Bericht. In der Nacht zum 3. d. Mts. wurde rau, Jnvalidenstraße Nr. 18 wohnhaft, auf der zu ihrer Wohnung führenden Treppe todt vorgefunden. Wie ärfllicher- seits festgestellt wurde, ist dieselbe am Gehirnschlag verstorben. — Am 3. d. Mts., Vormittags, wurde ein Mann in seiner Wohnung, in der Schützenstraße,-rhängt vorgefunden. Ten Bemühungen des hinzugerufenen Arztes gelang es jedoch, ihn wieder ins Leben zurückzurufen.— Um dieselbe Zeit fiel der Anstreicher Holwitz auf dem Neubau Neue Promenade Nr. 8 beim Abnehmen einer Malerrüstung aus einer Höhe von etwa 2 Metern auf den Fußboden herab und verstauchte sich das Fußgel nk, so daß er nach dem Hedwigs-Krankenhause gebracht werden mußte.- Zu derselben Zeit gerieth der Maschinen- sichrer Lange in der Druckerei des„Deutschen Tageblatts" mit der rechten Hand in die Maschine. Hierbei wurden ihm zwei Finger völlig abgcquetlcht und mußte er in Folge dessen nach der Charits gebracht werden.— An demselben Tage, Nach- mittags, fiel ein unbekannter, etwa 20 Jahre alter Mann, anscheinend vom Schlage getroffen, in der Weißenburgerstraße plötzlich zur Erde und wurde nach der CharitS gebracht.— Gerichts-Aeitung. Ein an tragischen nnd aufregenden Momenten reiches Drama aus dem Dorfleben wurde in einer Ver- Handlung entrollt, welche gestern vor der vierten Ferien Straf- kammer des Landgerichts I stattfand. Der Angeklagte ist der Schiffsbaumeister August Rücker aus Cremmen, welcher in Be- gleitung von zwei Transporteuren nach hier transportirt wurde, da er sich zur Zeit im Gefängnisse in Neu-Ruppin befindet. Die Anklage wider ihn lautet auf„Bedrohung von Gens- darmen mittels Säbel und geladener Pistole, um dieselben von der Vornahme einer Amtshandlung abzuhalten." Im Jahre 1883 ist der Angeklagte von der Strafkammer des Landgerichts zu Neu-Ruppin wegen Betruges zu neun Monaten Gesängniß verurtheilt worden, nachdem er bereits früher eine dreijährige Zuchthausstrafe wegen Meineides verbüßte. Er legte gegen das Erkenntniß alle möglichen Rechtsmittel ein, jedoch ohne Erfolg. Das Urtheil wurde rechtksräftig, dcr Angeklagte, der nunmehr seine Strafe antreten sollte, war aber nicht zu finden, auch ein hinter ihm erlassener Steckbrief hatte kein Resultat. Im Oktober 1883 wurde der Behörde die Mittheiluna, daß Äücker sich wieder in seinem Hause, einem einzeln lcegenden Gebäude in der Nähe von Cremmen, befinden sollte und der Gensdarm Siepelt und der Polizeisergeant Kallmeyer erhielten den Auftrag, sich des Flüchtigen zu versichern. Es war dies ein keineswegs unge- fährlicher Auftrag, denn der Gesuchte gilt in jener Gegend für einen Menschen, der zu Allem fähig cst. Er ist de: Typus eines märkischen Landbewohners, trotz seiner 60 Jahre soll er noch die Kräfte eines Herkules befitzen. Die Beamten mußten sich wiederholt unvercichteter Sache zurückziehen, denn die Nach- suchungen nach dem Angeklagten in dessen Hause hatten keinen Erfolg. Am 22 Oktober wiederholten sie ihre Recherchen und dies- mal glückte es ihnen. Trotzdem die Ehefrau Rückcr den Beamten versicherte, ihr Mann sei nicht anwesend, begab sich der Polizei- sergeant Kallmeysr in den Keller, während sein Begleiter auf dem Flur Posta faßte. Als dcrErstere ein im Keller liegendes großes Waschfaß aufrichtete, sprang der Gesuchte plötzlich unter demselben hervor, einen mächtigen Kavalleriesäbel schwin- gcnd und die Drohung ausstoßend, jeden durchbohren zu wollen, der sich ihm zu nähern wage. Unwillkürlich war der Gensdarm zur ht, den Ange- legung der Waffe zu bewegen; so zogen sie denn vor, sich vor dem chnen zollweise mit dem gezückten Säbel nachrückenden Feind rückwärts zu lonzentrircn, da sie sich scheuten, von ihren Waffen Gebrauch zu machen.— Nach dieser Episode verließ dcr Verfolgte seine Wohnung und verstand es, sich an anderen Orten versteckt zu halten. Anfangs Dezember erfuhren aber die Gensdarmen Bock u. Techmer, daß der Angeklagte auf dem vereinzelt liegenden Gehöfte eines Verwandten, des Handelsmann Holtz, in der Nähe von Cremmen Aufnahme gefunden und erhielten die Genannten den Befehl, den gefährlichen Menschen dingfest zu machen. Am 8. Dezember wurde die Expedition gegen den- selben in Szene gesetzt, bei der Schwierigkeit des Unternehmens ging man aber mit einiger List vor. Zunächst versteckte sich einer der Beamten in Zivilkleidung� hinter einem Zaune, von wo aus er die Thür des betreffenden Gebäudes bewachen konnte. Ein Briefträger mußte dem Angeklagten einen einge- „Ihr Fall ist interessant," sagte er ihm,„und er hat mich darauf gebracht, allerhand Beobachtungen zu machen über die Entstehungsursachen des Lachens, über seine Mechanik, seine verschiedenen Grade und Abstufungen. Ich schreibe ein Buch über die Physiologie des Lachens, Sie sollen es lesen...." „Glauben Sie, daß ich dadurch das Lachen lernen werde?" unterbrach ihn Domenico nicht ohne eine gewisse freudige Erregung. „Das schwerlich," fuhr der Doktor fort,„aber vielleicht erfahren Sie daraus, warum die Leute über Sie lachen. Sie haben etwas Absonderliches in Ihrem Wesen, und wenn man Sie erblickt, wirken Sie immer wie eine unerwartete Erscheinung. Nun übt aber das Unerwartete, Ueberraschende einen Hauptreiz auf die Lachmuskeln. Wenn einer plötzlich auf der Straße stolpert und hinfällt, so bricht er vielleicht den Fuß, aber die Vorübergehenden lachen. Wenn Einer einen Backenstreich kriegt, so lachen die Änderen, während er sich die Wange reibt. Wenn ich beispielsweise... Doch warten Sie einmal..." Der Doktor hatte das letzte Wort noch nicht ausge- sprechen, als er auch schon auf dem Kopfe stand, einige Schritte auf den Händen machte und dann mehrere Purzel- bäume schlug. „Nun?" fragte er, mit hochrothem Gesichte sich wieder aufrichtend. Allein Domenico lachte keineswegs über das Unerwartete, Ueberraschende. Ein Ausdruck des Schreckens lag auf seinem bischen Gesicht, und er griff theilnahmsvoll nach dem Pulse des Arztes: ob er sich denn unwohl fühle? Wieder lachte Bilieux aus vollem Halse, lachte sich Thränen in die Augen. Er hatte ihn kurriren wollen, und nun spielte der Kranke den Arzt, hahahahaha... Bei diesem Patienten war in der That guter Rath theuer. „Sie müssen trachten, sich selber zu heilen," sagte er ihm,„müssen sich selber Vernunft zusprechen, gegen Ihren Mißmuth kräftig ankämpfen. Thun Sie die grüne Brille schrcebenen Brief bringen und nachdem hierdurch lonfWf1.; Jt*««- wurde, daß der Adressat sich in einer Giebelstube des W'j| versteckt hielt, rückten die Beamten vor. Sie gebrauchten � die Vorsicht, sich in einem Planwagen bis das Haus fahren zu lassen, damit der AngeM ihrer nicht vorzeitig anfichtig wurde und die SM ergriff. Dce Haus- Bewohner leugneten natuä� die Anwesenheit des Angeklagten ab, der Gensdarm BecktsM aber schleunigst bis zur Giebelkammer vor. Plötzlich,®P'l sich deren Thür von innen und auf der Schwelle zeigte 1» oie herkulische Gestalt des Angeklagten, der in drohendem furchtbar erregtem Tone dem Beamten ein„Zurück!" entgeh donnerte. Er hielt ihm dabei eine geladene Pistole enW< und setzte hinzu:„Ich habe sechs Patronen im Laufe: M sind für meine Angreifer, die sechste ist für mich!" getrauten sich die Beamten nicht, weiter vorzndringen, WPr es vielmehr für gerathen, vorher eine Feuerwaffe vom Pdir amt zn requiriren. Das Gehöft wurde umstellt und m» stärkten Kräften ging man bald darauf an eine regelrechte M lagerung und Erstürmung der Kammer. Da die Thür von mm verriegelt und verbarrikadirt war, so wurden gleichzeitig dm Axtschläge Breschen in die Wände des Innern gehauen, man aber endlich das Innere der Kammer überblicken WT da war das Nest leer. Das offen stehende Fenster zeigte«m., lich den Weg, den der Flüchtling genommen. Das(Wv konnte derselbe nicht verlassen haben, so konnte er sich nm einem gleichfalls verschlossenen Pferdestall versteckt halten� 1 wurde nun Kriegsrath darüber gehalten, wie man den ö. wohl am besten aus seinem Bau holen könnte und der- � geklagte will u. A. den Vorschlag gehört haben, ihn 001' räuchern. An dem Kriegsrath nahmen etwa 100 PerstM- welche durch die aufregende Menschenjagd herbeigelockt wow' Theil. Plötzlich erscholl eine Stimme:„Hier kommt° heraus!" und als man an die betreffende Stelle eutc, sah man, daß der Flüchtling sich mit dem Oberkörper# V durch ein in der Mauerwand befindliches Loch gezwängt hatte. Er hielt den Revolver wieder drohcm in der Hand, der Gensdarm Bock versetzte ihm ieb über mit eis daß er nun Thatbestand dem Säbel einen so wuchtigen Hieb über den a dingfest gemacht werden konnte. So«oi , auf Grund dessen Rücker wiederum unter An» gestellt und von der Strafkammer des Landgerichts zu fX ruvpin zu 18 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. Au, von seinem Vertheidiger eingelegte Revision hob der StrosW, des Reichsgerichts das angefochtene Urtheil auf und#0 die Sache zur anderweitigen Verhandlung vor das hiesige gericht I. Zum gestrigen Termine hatte der Angeklagte% umfangreichen Entlastungsbeweis aufgeboten, um seine Unio> darzuthun, reso. seine Schuld zu vermindern- Er behaus� daß er lediglich von den Beamten hineingelegt werden> und daß deren Aussagen zum größten Theile auf Lügen ruhten. Der Angeklagte gerieth wieder während der Verhond» mehrmals ineinesohochgradigeAuficgung, daß der als$otn«, s— fungirende Landrichter Dense ihm eine sofort zu � dcr v*.*. iwuyiiuivt-«CWlsC 11/111 vlllv sUs Vit 0*T-jj streckende Haftstrafe androhen mußte. Die Zeugenvernehmo- siel für den Angeklagten höchst ungünstig aus, nicht nur«o: die Aussagen der Entlastungszeugen entweder bedeutunK- oder unglaubwürdig, sondem es kam auch zur Sprache, der Angeklagte und seine Ehefrau eine Zeugin hatten!. Meineide verleiten wollen, wovon der Staatsanwalt Au naljtn. Vltpfrm ITmffntthem f ntitl ßif» r: Unter diesen Umständen fand sich der Gerichtshof% veranlaßt, ein von der Ruppiner Strafkammer abweichen.,. Uitheil zu fällen, dasselbe lautete wiederum auf 18 3%% Gefängniß, sowie auf Einziehung der beschlagnahmten und Hiebwaffen. Ein Unverbesserlicher. Der„Arbeiter" Wilhelm welcher gestern der 88. Äbthlg. des Schöffengerichts vorgsfjj jehört zu denjenigen Personen, die den Schutztsk- wurde, W viel zu schaffen machen; strafen, welche übrix er wegen Beamten Staatsgewalt erlitten geklagte einen Straßenexzeß verübt, der ihm seine zuzog und wegen dessen er am 16. Juli eine dreimono� Auf seine Bitten wurde( für« ftrtft bewilligt ulLj „_____________ nutzte die g" Freiheit übel aus; sein erster Gang aus dem Gcfänj war nach der Destillation, wo er stch eine fy. der langentbehrten Schnäpse zu Gemüthe In gehobener Stimmung schlenderte er dann dasKrondfi, Ufer entlang und hier führte ihn das böse Geschick einen 6®, mann in den Weg. Um demselben Gelegenheit zu gebem« ihm Notiz zu nehmen, rempelte er vor seinen Augen eine � begegnende Milchfrau in unflähtiger Weise an und naefc/V halben Stunde befand er sich wieder gefesselt auf der% Er hatte den einschreitenden Schutzmann in gröblichster wörtlich und thätlich beleidigt und sich seiner Verhaftung � Kräften widersetzt. Die Folge dieses Exzesses war, daß V Feind der öffentlichen Ordnung durch gestriges Urtheil 1- eine Zusatzstrafe von 4 Monaten erhielt, so daß er»>» mit der früheren Strafe 7 Monate zu verbüßen hat. � klärte, die Strafe gleich antreten zu wollen, & weg, Sie sehen dadurch Alles in einem fahlen, Lichte. Die Welt ist schöner und besser, als Sie 0"" Worüber sie weinen wollen, darüber kann man auch � Die Natur verwendet dieselben Muskeln zum Eiueü � & zum Andern, und wenn Sie mich jetzt anschauen, so Sie nicht sagen, ob ich vorhin lachte oder weinte., haben eben gar keine Uebung im Lachen. Alles f# t; aber Studium, Exerzitium. Wie der Mensch das lernt, muß er auch Lachen, Weinen lernen. Zn IhreMz� kann man das durch die Kraft des Willens... DaS � ist übrigens auch ansteckend. Lacht denn Niemand in Hause?" „Das ganze Haus," seufzte Domcnico, leider[t mich." Und er erröthete, so viel sein blasses Gesichtch�i» röthen konnte, indem er daran dachte, wie ihn jy« f Fifine erst heute Früh gar schnöde verhöhnt hatte. murmelte er wie abwesend vor sich hin.*4 „Eine Fifine wohnt in Ihrer Nähe?" rief' „Nun, dann können wir ruhig sein. Konsultiren Scev und kommen Sie in ein paar Tagen wieder." c| Als Domenico nach Hause kam, traf er sie. Treppe. Er faßte sich ein Herz und begann mst � Befangenheit: „Fräulein Bourgeois, ich..."/ Wetter kam er nicht. Sein Stammeln wuro � einem Ausbruche ihrer Heiterkeit übertönt. O dieses � perlende, Alles durchheiternde Lachen! Ein Eeläch'. Lerchentriller und Finkenschlag! Ach, wer da könnte!] »Papa," rief sie in den zweiten Stock hinaus-" Perrücke ist lebendig geworden... sie kann spreche" sie spricht." Und zu Domenico, indem sie ihm n"- js Knixe entwischte:„Ihre Dienerin, mecn Herr, a Treppe gebe ich keine Audienz." Sie war schnippisch, unverschämt, ungezogen, stehlich, aber allerliebst. (Schluß folgt.) iin® ?ehr K »n- lonftaW[ s Ho? Wen# bis«? &' niiW uni" Nereine und Versammlungen. D�Arbeiter-Bezirksverein der Rosenthaler Vor- 15 V! e'net jener Vereine, denen es nicht vergönnt ist, fich % schere Heimstätte zu schaffen. Am 3. d. M. sollte nun wiccerum eine Vereinsversammlung stattfinden, ein kühner Ge- , nk, �er bei der stabilen Obdachlosigkeit des Vereins schwer »u verwirklichen war. Nach vielen Blühen war es dem Vor- mnve gelungen, ein Lokal ausfindig zu machen und in Herrn �>ledemann einen Biedermann zu finden, welcher seinen Tieck- Me 24 belegenen„Salon" zum Zweck einer Versammlung hergab- ;~lc»>ne Rose ohne Dornen ist, so hatte auch die Lokalfrage Haken. Herr Wiedemann wollte nämlich durchaus nicht iS?/ a6'n der Versammlung über„Politik" gesprochen werde. vochsiens über„Kommunales", am besten über„Sanitäts- n'" das soll sehr gesund sein— dem Manne konnte S™.werden. Der Vertrag wurde geschloffen und nach .i„ m �wgeholter Zusage des Herrn Staotverordneten Görcki 5? Vortrag von ihm über:„Die Thätigkeit der Stadt- �?!dneten-Versammlung und die bevorstehenden Ergänzungs- ftrs. auf die Tagesordnung gesetzt. Tue Vereinsmitglieder EMg" zahlreicher als sonst herbei und Herr Wiedemann beglück- Mnschte sich bereits im Stillen, daß er sich nicht verspekulirt habe ZW gedacht, wird der Lust ein End gemacht! Her: ümüller war nämlich in der beneidenswerthen Lage, der .�riammlung verkünden zu müssen, daß Herr Görcki am Er- iMen verhindert sei, und daß an seiner Stelle Herr Michelsen v" �erde und zwar über den Niedergang des Handwerks 5 die Stellung des Arbeiters dazu. Kaum hatte er jedoch imli' gesprochen, so hatte ihn auch schon Herr Wiedemann i� �.vrvchen.„Was?" rief er im heiligen Zorne.„Das leide � nicht! Das dulde ich nicht!" Herr Ballmüller suchte nun- J.r dem Herrn Wirthe begreiflich zu machen, daß erJ- habe,— vergeblich, der Wirth bleibt dabei, daß er er"janitärer" Beziehung seinen„Salon" vermiethet habe; f.JlnR noch weiter, er verbot kategorisch die Versammlung, , kderte die Anwesenden auf, sein Lokal zu ver- jjien und ersuchte den anwesenden Polizeilieutenant, die !'°mmlung aufzulösen. Da indeß Niemand dergleichen Mi* 1° ä0(! sich Herr Wiedemann mit einem großen Heiter- ZW ge schmollend hinter seinen Schänktisch zurück. Die jjr.�mmlung hatte sehr bald die unharmonische Introduktion „„/dem Vortrag des Herrn Michelsen vergessen, dem sie mit ffipheilto Aufmerksamkeit lauschte. Der Vortragende schil- di-k- Blüthe und den Versall des Handwerks und daß i lies unter der heutigen Herrschaft des Dampfes nicht mehr J/dess könne, da es nicht mehr im Stande sei, seinen Mann «..fuhren. Der„goldene Boden" des Handwerks sei schon längst iJ.nden. Eine gut organisirte Gesellschaft müsse aber dafür W, a& der Arberteistand nicht untergehe. Die Arbeiter .uch bewußt, daß nur auf dem Wege der Gesetzgebung hi.» jchdermig herbeizuführen sei. Dadurch aber dokumentiren lein beiter ihre friedliche Gesinnung, daß ihre Bestrebungen w � gemeingefährlichen Charakter haben und durch dieses gzWlsein würden gerade gewaltsame Katastrophen verhindert. im* erforderlich, daß fich die arbeitende Bevölkerung immer > an der Gesetzgebung betheilige. Im Reichs- M-i hatten sich bereits Männer gefunden, die ein .�utzgesetz eingebracht haben, dieses müßte nach »-höchst unterstützt werden. Herr Laste ging sodann Ii,!«°uf das Arbeiterschutzgesetz ein, worauf nach kurzer Dis- a°n zum zweiten Gegenstande der Tagesordnung, die An- LJ.flenheit der„Vereinsbibliothek" übergegangen wurde, für nach Kräften zu wirken fich Jeder zur Aufgabe gemacht ij: Zur Entgegennahme von Büchern für die Bibliothek sind fw 5?..e Herren bereit: Flehnert, Strelitzersiraßc 58, Hof II, �röll.— Sildorf, Strelitzerstr. 10, Hl.— Kanzius, Swine- ?uaberstraße 127, Hof III.- öftnet' eschäft.- Dornbusch, am Schmidt, Gartcnstraße 57, Zi- Wiesenstraße 33, Hof II.— 30. August d. I. eine Land- Wr wurde beschlossen, ju machen. e>sin Verein der Sattler und Fachgenossen hielt am habend, 1. August, Herr Vaake einen Vortrag über die kÄn Bauernkriege. Redner führte an, daß im 14. Jahr- % die Industrie große Fortschritte gemacht und im Auf- %an. begriffen war, wesentlich begünstigt durch die Privilegien E,«Zünfte. Als thatsächliche Fortschritte bezeichnete derselbe die 5/ndung des Schirßpulvers undderBuchdluckerkunst. Damals W die deutschen Kaiser, um ihre Macht zu vergrößern, gegen viu.?' Diesen Umstand machten fich aber wiederum die der Gewalt des Kaisers stehenden kleinen Fürsten % . dv, indem sie sich von der Gewalt losmachten und gegen Der Bauer hatte darunter am meisten zu d �-... leift��l zogen M.�> denn die Säckel waren durch die Kriege leer geworden. hick, �brauchte aber Geld und mußte solches zu schaffen äiffi' k» kam es denn, daß die schon durch Frohndienste, iinw"abgaben und Steuern aller Art gedrückten Bauem I mehr gedrückt wurden. Daher sei es leicht begreiflich, M dch viele der Bauern von dem Drucke zu befreien suchten. Dw bie„religiöse Bewegung" die Gemüther in Aufregung beiit.' sskauvte man, mit Einführung dieser werde die Aus- f(w!n0 schwinden, und so kam es, daß die Bauem sich zu- lw.wenthaten und ihre Forderungen aufstellten. Namentlich �b»??2ten sie: billigere Kirche, Aufhebung des Zölibats, Ant, Hwe an den Gemeindeverwaltungen u. s. w. Luther ßeßen Fürsten zogen bei„?!l!�wn wurden dreselben aber Durch ihre ung wieder zerstrertt. 3);ü ßrößten Aufstände war der Öberallgäucr unter Thomas Hing ber, doch waren die Fordemngen desselben für die da- Ärns. eintraten, und der mittlere Bauer immer mehr ins Vau�°t gedrängt wurde. So ist, führte Referent an. der Em...'w Allgemeinen auch noch heute ein gut Stuck m der W zurück, was wir an den Löhnen derselben und an sich �sündeordnung sehen können. In der Diskussion schlössen Redner den Ausfühmngen des Vortragenden an. ftimmi wurde ein Unterstützungsgesuch eines Mitgliedes ern- svlch?� bewilligt. Desgleichen beschloß die Versammlung. Hab?» �°Uegen, welche einem anderen Fachverein angehört schreir. Un® sich gleich wieder zur Aufnahme melden, das Ein- erlassen. Zu der am 9. August stattfindenden die».-sp?rtie nack Sei'''"'' «ie nach Schulzendorf wurde bekannt gemacht, daß ihm. fahrt vom Potsdamerplatz, Moritzplatz und Roscnthaler- Über t 7 blhr früh erfolgt. Eine lange Debatte entspann sich am 16. und 17. August stattfindenden Bundestag der Riewer- und Täschnerinnung, wobei man die Frage kn? o,"--Wozu lassen die Innungen Gesellenausschüsse wäh- Herr?»? Spott oder um Uneingeweihte zu blenden?" Die Visk-r lQ8en stets: seht, Eure Interessen werden vertreten. l'cher e• bei Ausschuß seit 3A Jahr 2 Sitzungen in öffent- seinx»u?pe mit der Innung gehabt. In Zukunft müsse man wiew.tWahmen darnach treffen und auf eine Neuwahl nie e eingehen. Verein zur Wahrung der Interessen der "bie sn Leiter(bei Gratweil) sprach Herr Michelsen über ..---- e r s ch u tz g e s e tz- im Interesse der rde bereits von den aller Kulturstaaten anerkannt. Die Nothlage der Sebend?« ��olksklassen sei eine so allgemeine, daß die gesetz- � Faktoren im Interesse der a ll ge m ern en Wohl- fahrt Versuche machen müffen, eine Sozialreform herbeizuführen. Diese Versuche müffen aber solange verfehlte sein, als sie nicht aus der Einsicht hervorgehen, daß die mit dem Maschinenwesen aufgekommene kapitalistrsche Produktionsweise die Nothlage der arbeitenden Bevölkerung verursacht hat. Daß die Sozial- r e f o r m, welche bei uns ja auch schon von der Regierung als nochwendig erkannt sei, eine wirkliche Sozialreform werde, dafür nach Kräften thätig zu sein, sei die arbeitende Bevölkerung berufen, da sie sebst das soziale Elend am besten kennt. Es sei die Aufgabe der Arbeiter, von dem Koalitions- rechte Gebrauch zu machen und fich zu großen Organisationen zu vereinigen, aber auch durch allgemeine Betheiligung an den Wahlen dahin zu wirken, daß wirkliche Vertreter einer gründ- lichen Sozialreform in die gesetzgebenden Körperschaften kommen. Der Referent ergänzte ferne Ausfühmngen noch durch den Hinweis auf das, was die gewerkschaftlrchen Or- ganisationen ohne die Hilfe der Gesetzgebung zur Beffemna der Lage der Arbeiter zu leisten im Stanoe seien.— Hierauf wurden zwei Unterstlltzungsgesuche bewilligt. Dann berichtete der Vorsitzende, daß der Streik in Dresden in den Tischler- Werkstätten mit befriedigendem Erfolge, dagegen in der Forte- pianofabrik„Apollo" in Folge des Ilmstandes, daß auswärtige Gesellen eingetreten find, mit einer Niederlage für die Arbeiter geendet habe. Diese auswärtigen„Zusammensetzet' sind: Friesner, Scheffler, Möwes und Lictz aus Berlin, Hartmann und Ener aus Zeitz, Haude aus Liegnitz und Großmann aus Leipzig. Die Versammelten beschlossen, daß dieselben nie in ihren Verein aufgenommen werden sollen. br. In der Versammlung des Fachvereius der Kürschner, welche am Montag Grenadierstr. 33 stattfand, wurde zunächst die Frage der Beschickung des Delegirten- tage« der Kürschner, welche in Leipzig am 17. Aug. und den folgenden Tagen abgehalten werden soll, entailtig er- lcdigt. Den Kollegen Wedemeyer und Stoye wurde oie Ver- tretung für den Delegirtentag überttagen. Weiter wurde be- schlössen, daß behufs Feststellung der ihnen mitzugebenden Mandate der Vorsitzende noch eine Vereinsversammlung ein- berufen soll. Es erfolgte hierauf die Erledigung interner Vereinsangelegenheiten. Die Freie Vereinigung der Former und Bemfs- genoffen hielt am Montag, den 3. August, in Conraths Salon, Wasserthorstraße, ihre monalliche Sitzung ab. Der angekün- digte Vortrag mußte ausfallen, da der Bevollmächtigte, Herr Knappe, den Anwesenden mitthcilte, daß der Referent, Herr Görcki, verhindert sei, zu erscheinen. Alsdann wurde der Kassenbericht pro erstes Quartal erstattet. Der Hartung'sche Stteik und der„Fall Jakobson" erregten eine sehr lebhafte Debatte, an welcher sich hauptsächlich die Herren Behrend und Müller betheiligten. Letzterer wies darauf hin, wie die streiken» den Kollegen von den Arbeitem der Hartung'schen Gießerei, resp. von Meister und Prokuristen behandelt würden. Hierauf erfolgte die Wahl eines Biitgliedes der Fachkommisston. Ge- wählt wurde Herr Lüders(Ersenfmmer). Die Herren Knappe und Behrend legten den Mitgliedern warm ans Herz, an der Organisation festzuhalten und dafür zu agitiren, daß sämmtliche Ardeiter der Metallbranche fich der Vereinigung anschließen. Es wurde noch bekannt gemacht, daß Listen zum Zeichnen frei- williger Beiträge für die Stteikenden und ebenso Äillets zu dem Vergnügen zu Gunsten eines altersschwachen Formers beim Kassirer zu haben seien und darauf die zahlreich besuchte Versammlung geschlossen. Eine Versammlung der Korbmacher Berlins und Ilmgegend tagte am Sonntag, den 2. August, bei Otto, Adalbertstr. 21, unter dem Vorsitz des Herrn Fcchner. Der Vorfitzende berichtete über den Verlauf des Streiks und theilte mit, daß derselbe so gut wie beendet sei, da die Mehrzahl der Arbeitgeber den neuen Tarif bewilligt habe. Ferner wurde die Kommission beauftragt, diejenigen Ottschaften um Berlin, welche sich der Bewegung noch nicht angeschlossen haben, durch zwei Kommissionsmitglieder persönlich aufzuforden, um die dottigen Kollegen mit zu der Organisation heranzuziehen. Auch mehrere anwesende Arbeitgeber sprachen sich dahin aus, daß man die Organisation so weit wie nur irgend möglich aus- dehnen möge. Bei Punkt II. der Tagesordnung, welcher lautete:„Wie sichern wir uns die durch den Stteik errungenen Vortheile?" sprach sich Herr Krüger dahin aus, daß man Zirkulare anfettigen lassen möge, in welchen bekannt gegeben wird, wo sich das Arbeitsnachweisbureau befindet und zugleich auch die Namen derjenigen Arbeitgeber angegeben werden, welche nach dem neuen Tarif den Lohn bezahlen. Herr Voigt befürwortet, die Kommission fortbestehen zu lassen, um, im Falle von einigen Arbeitgebern wieder Lohnabzüge gemacht werden sollten, gleich die nöthigen Schritte thun zu können. Herr Holze(Arbeitgeber) wünscht, daß sich die Arbeitgeber ver- pflichten, den Tarif auf ein Jahr zu unterschreiben. Zum Schluß sprachen sich mehrere Redner dahin aus, die jetzige Kommission bestehen und ihre Thätigkeit fottsetzen zu lassen. Sodann gelangte folgende Resolution zur einstimmr- gen Annahme:„Die heutige öffentliche Versammlung erklärt sich mit der Thätigkeit der Kommission zufrieden und verpflich- ten sich sämmtliche Anwesende, für den Tarif fest einzutreten und nicht davon abzuweichen, sobald versucht werden sollte, Abzüge zu machen. Bei der Debatte zu„Verschiedenes" wurden die Arbeitgeber aufgefordett, sich gleichfalls zusammen- zuthun und geschlossen dafür einzutreten, daß auch die Ver- raufsprcise in die Höhe gebracht werden, wozu sich die an- wesenden Arbeitgeber auch bereit erklättcn. Sodann wurde vom Vorfitzenden aufgefordett, daß die Werkstätten, in welchen noch kein gedruckter Tarif vorhanden ist, denselben bei der Kommission in Empfang nehmen können. Auch Diejenigen, welche noch im Besitz von Sammellisten sind, werden gebeten, dieselben an den Bevollmächtigten abzulicfcm. Indem der Vorsitzende die Anwesenden noch aufgefordett hatte, sich recht zahlreich auch in Zukunft an der Bewegung zu betheiligen und die Kommission durch energisches Handeln zu unterstützen, wurde die Versammlung geschlossen. Dem Schicksal der polizeilichen Auflösung verfiel die am Dienstag Abend Neue Grünstr. 28 abgehaltene Versammlung des Bezirks oereins der arbeitenden Bevölkerung im Süd- westen Berlins, in welcher Herr Dr. Lüttaenau einen Vortrag über Kolonialpolitik hielt. Der Vottragenve widerlegte in sehr ausführlicher Weise die vom Handelskammer- Sekretär Dr. Fränkel aus Chemnitz im Verein„Waldcck" über das Ver- halten der deutscksreistnnigen Partei in der Kolonialpolitik und kam zu dem Schluß, daß dieselbe für uns von Vortheil nicht sein könne, da wir erstens in der Erwerbung von Kolonien gegen andere Nationen viel zu spät kamen, daß dieselben auch für die Allgemeinheit einen nennenswerthen Nutzen nicht haben können, für Volkswohlfahtt und Freiheit keinen Gewinn bringen, im Gegentheil die Gefahr in sich schließen, daß das eigentliche Ziel jeder guten und weisen Politik, die energische Durchführung der sozialen Reform im eigenen engeren Vaterlande, dadurch verrückt und verdunkelt werde. Dies Ziel müsse sein, daß der alleinige Er- trag der Arbeit auch den Arbeitenden zu gute komme. Dem Vortrage folgte nun eine sehr lebhafte Debatte, in welcher auch durch das Auftreten des Herrn Kissow, der fich dagegen verwahtt,„immer als so'n Stöcker oder als einer von der Stöcker'schen Sorte" bezeichnet zu werden, das heitere Element nicht fehlte. Als aber einer der Redner die Aeußerung machte:„Reden Sie nicht immer von deutscher Kultur, vre deutsche Kultur ist nichts weiter als Maffenelend", erhob fich der überwachende Polizeibeamte und erklätte die Versammlung auf Grund des Jj 9 des Sozialistengesetzes für aufgelost. Die Vorwürfe gemacht, weil der Verein erst mit vreler Mühe ern paffendes Vereinslokal gefunden hat und in demselben zum ersten Male tagte. hfs. Die streikenden Maurer hielten am Montag in Sanssouci eine Konttolversammluna ab, in der über die Aus- sührung des am 2. d. Mts. auf„Tivoli" gefaßten Beschlusses berichtei wurde und über das fernere Verhalten der Streikenden berathen und beschlossen werden sollte. r c n d theilte in seinem Referate mit, Der Vorfitzende B e h- daß nach den bei der Streikkommisston eingelaufenen Benchten Montag Vormittags etwa znrn Drittel derjenigen Maurer, welche in der JZ vorigen Woche unter 5 Mark pro Ta arbertet, die Arbeit wieder eingestellt Der Kern der Berliner Maurer, die„4000 bis 5000 Mann, die den Ausschlag geben", seien einig nach wie vor, ständen fest zusammen und würden nicht eher ruhen, als bis mindestens zwei Drittel der hiesigen Arbeitgeber den 50 Pf.-Stundenlohn bezahlen. Nach den vorliegenden Benchten von den ver- schiedenen Bauten hätten viele Arbeitgeber die Erklärung ab- gegeben, daß sie, wenn sie von den Gesellen augenblicklich nicht so gleichsam zur Bewilligung höheren Lohnes gezwungen würden, schon jetzt geneigt wären, 5 M. Tagelohn zu zahlen.(?) Man wisse ja, meinte der Referent, was auf die Ver« sicherungen und Versprechungen jener Herren zu geben sei, und möge daher standhast die Arbeit verweigern, bis die Herren von ihrem Souveränitätsdünkel abließen. Wie man sich von nun an zu verhalten habe, um die, nach der„Baugewerk-Zeitung",„heimtückische Knegführung" mit Aussicht auf baldigsten Erfolg fottzusetzcn, werde in der Generalversammlung der Berliner Maurer am Mittwoch dar- gelegt werden. Auch tadelte der Redner das inhumane und selbst im Hinblick auf die doch wohl auch für die Meister geltenden Bestimmungen der Reichs- Gewerbe- ordnung nicht ganz unverfängliche Verhalten der Jnnungs- meister resp. der leitenden Häupter der„Streike- Ueber- wachungskommission" der Bauinnuna, welche ihre Kollegen durch die verwerflichsten Presstonsmittcl von der Gewährung des 5 Mark-Tagetohns abzuhalten suchten. So könnte Redner. einen bekannten, großen Jnnungsmeister namhaft machen, der längst die 5 Mark Lohn bewilligt hätte, wenn er nicht durch das von der Kommission geforvette und von ihm gegebene Ehrenwort daran verhindert würde. Endlich kntifirte Redner abfällig das besonders den Arbeitettnteressen verderbliche Akkordarbeltssystem. Laßt Euch, ruft Redner, nie und nimmer auf die schwindelhaste, trügerische Akkordarbeit ein, sie ist unser Ruin und zugleich der Ruin jedes soliden Äauhandwerks!" Schließlich forderte der Redner energisch zum allgemeinen Anschluß an die ständige Organisation der Berliner Maurer und Bcittitt jedes Maurers zum Verein, auf, damit derselbe bald 5000 bis 6000 Mitglieder stark werde. An der Diskussion betheiligten fich zahlreiche Redner. Alle vcrurtheilten auf's Schärfste die Akkord- arbeit und erklärten den Sieg der Maurer für unausbleiblich. Herr Schmidt theilte mit, daß auf dem Bau Wilhelmstr. 146, woselbst der Kalk, um ihn als Zement erscheinen zu lassen, mit„Franffutter Schwarz" gefärbt wurde, von 19 Maurern 15 wegen der Akkordarbeit dre Arbeit eingestellt haben. Der« selbe Redner tbeilt mit, daß ein Maurermeister in der Wilhelm- straße seinem Bauherrn, dem er erklärt hatte, der Bau werde nicht zu der anfangs festgesetzten Zeit fertig werden, weil er keine brauchbaren Maurer bekommen könne, später,. als der Bauherr erst hinter die Ursache des Man- els an brauchbaren Arbeitern gekommen, gesagt abe, er(der Meister) würde gern 5 Mk. zahlen, aber er dürfe nicht, weilerder Innung außer der Verpfän- dung seines Ehrenwortes auch noch eine im Falle des Wottbruches verfallende Kaution von 10,000 Mark habe stellen müffen. Sei das keine Terrottstrung? Herr Krüger (Schönhausen) empfiehlt der Polizei, auf die sogenannten Alkordbauten mit ihrer baupolizeiwidrigen Pfusch- arbeit ein aufmerksames Auge zu haben. Solche Bauten müßten schonungslos denunzirt werden. Wenn in Berlin nicht ein Haus dicht am anderen stände und sie sich nicht auf solche Weise gegenseitig stützten,„läge in Folge der schwindelhaften Akkord-Pfuscharbeit längst ganz Berlin in Klainottcnhaufen." Herr Grothmann verlas eine lange Reihe von Be» richten über die am Tage erfolgten Arbeitsniederlegungen auf den Bauten. Herr W i l k e lheilt mit, daß am Mittwoch eine neue Art Fragebogen zur Ausgabe ge- langen, die für den Ausgang des Streiks von der größten Bedeutung seien. Auch wurde mitgetheilt, daß in Magde- bürg Maurer zu 3 Mark 30 Pfennig pro Tag verlangt werden und es dott viel zu bauen gebe. Herr Bock empfahl den Berliner Maurem, welche der hiesigen Streiksache wirksam dienen wollen, die vorläufige Annahme von derlei auswättigen Arbeitsangeboten bis znr Beendigung des Berliner Streikes. Mit dreifachem Hoch auf den Sieg der Berliner Maurer schloß die Versammlung. Der Arbeiter-Verein„Hoffnung" zu Friedrichsberg tagte am 1. August in Neumanns Lokal, Gürlelstt. 41. Auf der Tagesordnung stand: Vortrag des Herrn Schwennhagen. Redner referirte:„Ueber den Kampf ums Dasein", gedachte mit kurzen Motten der Lehre Darwins. Er unterzog die katholischen Gesellenvereine sowohl wie die evangelischen Ar- beitervereine in Westfalen und der Rheinprovinz einer scharfen Kritik und meinte, daß die Mitglieder dieser Vereine lieber in die Kirche gingen, anstatt sich um die Aufbesserung ihrer wirthschaftlichen Verhältnisse zu kümmern. Redner wies ferner auf die Naturwissenschaft, die Geschichtswissenschaft und die Lehre der Volkswitthschaft hin und betonte, daß vor allen Dingen hier- von dem Volke eine gewisse Kenntniß beigebracht werden müsse. In Bezug auf die Volkswitthschaft gab Redner ver- schiedene Hinweise auf unsere heutigen Verhaltnisse, indem er u. A. betonte, daß die Frauen und Kinder nicht in die Fa« briken gehören, um den Männern den Kampf ums Dasein noch schwerer zu machen. In Bezug auf den Genuß geistiger Getränke meinte Redner, daß man in gewissen Kreisen den Arbeiter lieber in eine Schankwirthschaft, als in die Versammlungen gehen steht. Redner kam dann auf die Schulverhält- nisse zu sprechen und betonte, daß der heutigen, vielfach ver« kehrten Erziehungsmethode entgegen gearbeitet werden müsse, und bemerkte, daß aus der Unvernunft der Menschen oft der größte Nutzen gezogen werde. Redner ging dann zur heutigen Produktion über und bemerkte, daß man die inländischen Arbeiter, durch das Heranziehen aus- ländischer, anspruchsloser Arbeiter vielfach zwinge, billiger zu arbeiten. Der Staat habe für alle seine Glieder gleichmäßig zu sorgen. Der Mensch sei nicht nur da um blos zu arbeiten» sondern sein Leben auch zu genießen und sich geistig zu bilden, denn wahre Bildung mache frei. Zum Schlüsse unterzog Redner noch die Wohnung des Arbeiters einer scharfen Ktttik.„, � Pest,.August. Der Verein der Buchdrucker und Schttftgicßer hrett eme außerordentliche Generalversammlung, in welcher der Präsident den Antrag stellte, das Vereins- Organ„Typographra" auch fürderhin ungattsch herauszugeben, jedoch, so oft genügend deutsches Manuskript vorhanden sein werde, deutsche Beilagen erscheinen zu lassen. Der Antra» wurde zum Beschlüsse erhoben und damit ist nunmehr die seil geraumer Zert andauernde Kontroverse über diesen Gegenstand beigelegt.— Sodann wurde behufs der nöthigen Vorberei- tungen zum 3. Buchdruckettage ein Komitee entsendet und end- lrch die Wahl des neuen Ausschuffes vorgenommen. Frau Fortong ersucht uns mit Bezug auf unseren Be- rrcht über die letzte Arbeiterinnen-Versammlung um Aufnahme folgender Zuschttst:„1) Daß ich, wie Fräulein Stolpe be- hauptet hat, einer Arbeiterin 6 Mark 14 Tage vorenthalten hätte, ist eine Verleumdung. Thatsächlich glaubte die Nähettn diese Forderung an mich zu haben, ist aber vom Gewerbe» Gericht unter Lit. F. Nr. 7V. 1885 Ende Juni mit ihrer Forderung abgewiesen worden. 2) Betreffs der Kaffenangelegcnheit ist die Unordnung nur in dem Mitgliedervcrzeichniß zu finden gewesen. Dies Verzeichnis war mir aber in solchem Zustand ubergeben, daß es mir nicht möglich wurde, da Ordnung hineinzubringen." Im Uebrigcn hinkt diese Erklärung etwas sehr nach. Frau Fortong hätte ja gleich in der Versammlung die Angriffe richtig stellen können, wenn ihr wirklich Unrecht geschehen ist. Im Uebrigen aber kann hieraus eine Lehre ge- zogen werden: Man soll nie mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashause sitzt. In einer der letzten Hoscnnäherinnen- Versammlungen war man recht schnell mit ganz unmotivirten Vorwürfen, die fich durch nichts beweisen ließen, gegen einzelne Persönlichkeiten bei der Hand, jetzt freilich hat es für jeden Unbetheiligten den Anschein, als ob gerade die Damen mit den antisemitischen Allüren am besten daran thäten, zuerst vor der eigenen Thür zu kehren. Mit den sentimentalen Reden in den Versammlungen ist es allein nicht aethan. Die Lohnkommission der Steinträger bittet alle Die- jenigen, welche noch von der Kommisston ausgegebene Sammel- listen besitzen, dieselben so schnell wie möglich, spätestens aber bis Sonntag den 9. August, gleichviel, ob darauf Gelder ver- zeichnet find oder nicht, an das Zentralbureau bei Donath, Ska- litzerstraße 133, oder an die früher angegebenen Zahlstellen- Inhaber abzuliefem. Der Louisenstädtische Bezirksverein„Vorwärts" hält erste, Mittwoch, Abends S'A Uhr, im Restaurant I. Ruff(City . assage) Dresdenerstr. 52/53 eine Versammlung'ab. Tages- Ordnung: Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent Herr M. Kreutz. Die Petition, das Arbeiterschutzgesetz be- treffend, liegt zur Unterschrift aus. Die Mitglieder werden er- sucht, punktstch und zahlreich zu erscheinen. Gäste stets will- kommen. Dre Bürger der Louiscnstadt und angrenzenden Stadtbezrrke, soweit für dieselben kein Arbeiterbezirksverein besteht, werden ersucht, fich diesem Verein anzuschließen. Der das Interesse eignete wissenschaftliche Vorträge zur Ausbildung seiner Zolrt- glreder beizutragen. Der niedrige Beitrag von monatlich 20 Pf. Mnschreidegeld wird nicht erhoben) ermöglicht Jedermann den Beitritt. der Tischler am denes und Fragekasten. . in Kurzmann's orttag. Verschie- Sprechsaal. Herren, aber vorläufig hat in dieser Angelegenheit weder die „Staatsbürger-Zeitung" noch ihre verehrten Hintermänner etwas hinein zu reden, über diese Sache entscheidet allein die Kommisston. Ich gebe hiermit die Erklärung ab, daß die An- gelegenheit wider Müller geregelt werden wird, es gehört hierzu jedoch Zeit und Ueberlegung. Die Bücher Müllers be- finden fich in den Händen der Kommission bis auf eins, wel- ches der Drechsler Müller fich ungerechtfertigter Weise von Herrn Weißfluck angeeignet hat. Dieses Buch wird die Kommisfion zurückverlangen und Herr Müller wird fich fügen müssen. Julius Kreutz Skalitzerstr. 23. --—---- u,-— n~ i-■*. w- i—•-..-»a" legenheit des Drechslers Julius Müller wirbelt in Arbeiter kreisen viel Staub auf, so daß die in dieser Affaire bevor- stehende Versammlung sich wohl zu einer höchst eigenthümlichen gestalten dürfte. Müller soll nämlich, wie uns von gut unter- richteter Seite mitgetheilt wird, in der Kommisfion, die zur Prüfung seiner Kaffenverwaltung eingesetzt ist, die Drohung ausgestoßen haben, daß er, wenn man ihn„untergehen" lassen würde, einen andern Unterzeichner der Erklärung gegen den Tischler Gustav Rödel, die„Wahrung der Ehre der Berliner Arbeiter" betreffend, wegen ähnlicher„Finanzoperationen", wie die seinigen, entlarven würde. Da er hierbei einen der ersten Berliner Agitatoren der Sozialdemokratie im Auge hat, möchte man jetzt Müller gern aus Berlin entfernt wissen, um ihm auswärts ein Feld für seine Thätigkeit zu eröffnen und um die ganze Sacke in Berlin einschlafen zu lassen. Die Einnahmebücher Müller's sollen bereits, auf welche Weise konnte noch nicht genau ermittelt werden, vemichtet sein." Es unterliegt wohl keinem Zweifel, von wem diese Zeilen eigentlich herrühren, in den bcthciliaten Kreisen ist man sich darüber einig. Die Kommission Schmädicke contra Müller arbeitet ohne Berichte statter, wie kann man also von einer bevorstehenden Versammlung sprechen, wer weiß denn über- Haupt, ob diese Versammlung stattfindet? Woher stammt die weise Voraussicht, daß diese Zukunftsvcrsammlung fich zu einer „höchst eigenthümlichen" gestalten wird? Die Kommisfion ist bis jetzt mit Herrn Julius Müller überhaupt noch nicht zu- sammen gekommen, es kann daher nur„höchst eigenthümlich" erscheinen, daß sich die fromme Staatsbürgerin neben ihrer ■'"'— cta ttx.------ l.---- t. v:..sr. WliUCI-I tWVHyVH; V._/« V V 0 v» Wtywwy.v.y(I ganze Sache einschlafen soll und die Einnahmebücher vemichtet seien. Das wäre vielleicht nach dem Geschmack gewisser Tagesliste der Kgl. Sachs. Landeslotterie. Ziehung vom Dienstag, den 4. August 1885. (Ohne Gewähr.) 826(200) 742 396 259(250) 162 47 721 719 275(30 000) 562(250) 434 144 328 373 601 418 694 981 301. 1959 380 350(200) 963(200) 857 956 939 523 806(500) 274 21 267 750 339 842(1000). 2404 333 260 33(200) 776(200) 740 960 213 216 601 384 777. 3172 516 120(500) 5 992 500 410 697. 4267 59(250) 139 448 233 765 III 103 187(200) 442(500) 767(250) 280(200) 323(500) 42. 5826(200) 373 527 368(200) 347 272 757 704 771 439(500) 295 759(200). 6116 618(250) 808 343 85 141 313(200) 340 754 54 325 253 462 155 856 666. 7051 84 226 577 372 700 609 841 799 217 814. 8893 196 641 932 143 410 495 159 628 706 536 392 626 557(200) 416 799 825(250) 600 297. 9624(200) 225 520 701 266 917(200) 683 282 522 936 430 778 790 295 609 625 795 498 688 787 926 344 899 78. 10054 989 199 766 2(300) 937 39 213 243 540 69 792. 11275 950 163 449 441 354 821 970. 12108 12 281 584 465(200) 914 750 469 329 548 556 625 342 971 477(200). 13112 519(200) 182 708 486 265 387 415 238(250) 420 70 566 509 399 682 951 609 808 960 216. 14545 8 286 291 778 373 623 615 405 31 282(250). 15179 69 882(200) 675 (300) 96(300) 795 25 HO 857(300) 326 267 901 72 7 325 807 621 980 680 998(200). 16000(200) 173 685 190 583 819(200) 108 931(200) 182 717 770(200) 801 596 937 213 670. 17243 853(1000, 264(200) 576 296 544 200 24 685 590(200) 331 217 845(250) 375(200) 821 577 615 774 116 157(200). 18335(250) 309 377 725 930 202(200) 586 74 146(1000) 426 799 949 859 717(250) 190 142 368. 19207 171 553 630 898 211(250) 183 336 576 802 660. 20395(250) 340(250) 243 580 89 425 33 224 248 76 211(250) 449 219 461 875 945 886(250). 21975 292(300) 482 407(300) 686 970 153 443(200) 360(200) 42(200) 397. 22517 675(200 1 649(300) 350(250) 276(300) 203 156 91(200) 312(300) 117 82 468(300) 663 367 425 ß 194 272 878(200) 508 362 620 617 104. 44615 940 1% (250) 330(200) 289 43 749 443(200) 74 5(250) 855 W 192 189 640 197 644 985. 45569 854 356 947 679 287» 828 171 724(200) 708 376. 46929(500) 267 948(250) 39j 574(250) 742 503 996 920 343 527 548. 47983 707# 576 824 956(1000) 115 437 512 57(250) 114(200)# (300) 9(200) 189 838(500) 826 446 925. 48875 60 889 6» 624(250) 980 346 746(1000) 745 910 9 58 86 243 829 3W (1000) 330 666(200) 339. 49179 580 654 894 912 395 4« (200) 866 798 572 324 582 849 382 728 918. 50269 698 893(250) 103 931 638 326 702(200) 417 829. 51602(250) 88 129 14 24 348 696(200) 455 W 229 242 392 793(250). 52869 775 908 614 322 259 GW 77 205 941(300) 939 359 118 901 454(250) 861 181 9R 712 946 671. 53184 246 989 508 389 887 327 403 898 J» 304 449 726 447. 54512 162 13 681 737(200) 680(200) 929 77 590 586(250) 502 944 364 213 692 340 181 144. 55897 814 909 263 917 472(250) 451(1000) 146 374 791(200) 940 56696(250) 887 908 149 537 858 995 954 186(200) 69 32 48 251(250) 305. 57574 28 566 , 234 427(250) 763 746 857 586 451 186 Ö64(200). �3221 185 543(300) 271 197 242 84(200) 136(300, 922 (300, 451(250) 685 659 796 262 930 693 539(500). 24126 46 470 324 969 414(500) 561 925 953 233 234 591 393. 25564 521 911 836(200) 406 946(250) 591 649 185(200) 865(250) 182 133 87 801 347 426 578 436 628 699 623. 26000 399 393(200) 635 486(200) 205 734 182 120 247 942 300. 27064 439 176 576 9(3000) 278 463(200) 26 595 385 338(250) 754 203(200) 314 166(200). 28904 790 61 146(200) 956 357 424 535(300) 964 625 548 67 840 585(250) 463. 29322' 250) 91 273 846(10,000) 236 813 329 219 46 911(200) 299(200) 239 685 680(200) 483 573. 80076 600(300) 557(500) 115 538 934 434 746 636 ' 738 60. 31215 252 431 179 161 276 156 78 341 765 24(200). 32182 978 16(250) 590 642(500) 123 350(200) 386 567 908 828 196(300) 341 736 138(200, 552 719 650 723 47. 567 908 828 196(300) 341 736 138(200, 552... 33231 800 218 325 65 280 780 137 647 917 258 104(200) 22 508 295 444. 34109 211 297(300) 553 816 485 722 83 887(1000) 50 685 790 952 250 152(200) 635 681 63-575." 3&640 73 457 347"l92' 278"664 W(250) 987(200) 385 813(40 000) 730 551 429(3000) 728 676 604. 36090 187 591 640 427 431 306(1000) 594(200) 939 921 87 408 206(200) 217 318 954 698 854 402(200). 37798 567 751 672 169 35 321(200) 466 33 774 968 434 642 105 640 179 832. 38139 576(200) 7 138 214(200) 24 653 351 (200) 177 361 557 982 912 618 540. 39201 325 433( 546 187(500) 787(200) 695 909 699(250) 365 586 684 404 714 800. 40225(200) 417 683 733 904 324 982 763 138 523 737 221(200) 109 500 498 274 709 99. 41179 941 767 195 583 138 232 605(250) 208(200) 11 364 788 965 34 465 953 768 3 764 878(200). 42829 283 904 157 150(250) 231 326 (200) 49 863 269 704 737 402(250) 106 859. 43517(300) 949 II 100 ua 0.4 to zoi izouz ovo. 0*0,4 zö 066 881 GW 127 781 172 199(200) 603 163(200) 459 542 175 767 731 740 546(250). 58896 455(300) 525 456 766 732 238 602(250) 534(250) 449 460(200) 785. 59751 900(500) 357 ,250) 974(300) 99 24(250) 606 33 53(250) 96(200) 208 934 641 830 618. 60225 455 183 799(250) 375 180 905 177 773 599. 61167 169 59 725(300) 957 827 700 518 501 590% 121(200) 267 593 381 106 662 697( 250) 14 431 736% 985 567 133. 62328 581(300) 617 ,200) 552 746 218 719 718 220 804 402 456 378 866. 63774 202 241 715 121 204 2 143 736 941 838 999 803. 64496(3000) 892 804(300) 374 165 536 131 770(250) 865(300) 235 816%; 171(200. 65551(200) 952 941 313 923 737 830 392 187(200). 66381 200 394 650(200) 90 225 861(300) 9» 639 360 525 433 823 104 137 713. 67771 77 472 657% 309 618 330(300) 612 520 644 696(200) 25 387 271(%% 68357 994(200) 378(250) 398 781 430 988 92 457 756 1> 796 280. 69068 177 328 905 704 737 551(200) 997 40 9? 238(250) 153 717 938 95, 70526 461 2(200) 472 804(200) 894 451 438 263(■ 847 101 12 54 852 901. 71597 380 5 741 291 189 826- 796(200) 961 834(200) 179 113 312 287 857 604% 72815 164 487 702 882(250, 225(250) 638 425 509 6» 632(200) 724 217 379. 73463 460 744 13 765(200)% 66 634 309(3000) 346 256 912 432 701 989(5000). 7*% 997(200) 40 775(250) 25 152 796 485 140(250) 881% (200) 029 184 239 443. 75202(500) 961 799 73 747% (250) 323(300) 990 770(200) 995 195 30 361. 76715? (200) 848 602 296 832 515 553 945 396 684 479 891 � 220 418( 200). 77610 521 28 927(250) 11 912(200)5 937 235(200, 209 184 489 996 330(250, 441 225(250) 78170(200) 33 897 544 655 416 ,200) 747 421 190 51% 79150 395(200) 658(200) 650 344 779(200) 471 600 933 327(250) 366(300) 129 228 289. 80884 36 668 215 434 721 65 991 864 383(250)% 91(200) 649 433. 81397(250) 86 772 614 131(200)% 308 925 355 400 746. 82090 766 474 367 229 19» Z 784 668 843 546. 83189 563 192 233(250) 614 648 S (250) 184 593 753(1000) 80 199 581 668 75 471. 8*5 669 634(300) 66 148(1000) 144 845 606(250) 38 ißJS (200) 127 426 524 617 603 26 696. 85293 932 331 606(300) 632 929(200) 638 815 91 41(250) 164 158. 86622 594 902 682(250) 633(200) 812 598(h,i 87364(250) 200(300) 243 851 398 605 853(250) 993% (300) 594. 88207 824 5 798(300) 644(250) 908(500) 5 114 164(250) 391. 89013 913 575 560(250) 166 22(2" 556 165 511 202 966 440 962 187 666. 90497 369(250) 493 941(200) 103 131 903 492 459 17 199(200) 590. 91714 433 560(3000) 77 108 784(* 645 945(300) 513 637(200) 852(200) 954 980(200)% 612 106 274 278 794 567 888(250). 92863 34(250)% (200) 857 735 83 980 181 344(200) 422 290 103.% 590 186 8 413 115(250) 926 534. 94616 588 763% (500) 745(200) 283 709 924 57 273(200) 166 r" 19 900 735(200) 169 352 720. 9515 521 99 241 46 (1000) 409 996 348 531 453(250) 888 609 839. 898 96 874 125 585(1000) 997 131 329 312 138(250)& (300). 97159 799 624 641 169 855 259 550 223 908 685(500) 151(250) 601 611 588(250) 982 807 793. ,,, 326 572(200) 395 318 839 861 863 661(200) 738 691 ij (200) 902 803. 99426 825(200) 241 557 261 992 675 (3000) 935(500) 279 161. 'er Theater. Belle-Alliance-Theater. Heute: Der Aktienbudiker. Reues Kriedrtch-Wtlhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Ostend-Theater. Heute: Die Brautschau Friedrichs des Großen. Central-Theater. Aste Jakobsttaße 30. Direktion: Adolph Ernst. H-ute: Zum 5. Male: Die wilve Katze. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von G. Steffens. Ehrenerklärung. Die zugefügte Beleidigung des Herrn Weiße nehmen wir hiermit zurück. F. H. F. T.(1591 Arb.Ke). Verein Mitalieder-Versammlung am Donnerstag, den 6. August d. I., Abends 8'/: Uhr, tu der Jlranift" Wrangelstraße 9 u. 10. Tages-Ordnung: 1. Die StadtverordnetenwMen und das Wahlgesetz zu den- selben. Referent: Herr Mit an. 2. Geschäftliches. 3. Wahl der Vertrauensmänner. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht(1793 ____ Der Vorstand. Mtglieder-Zerlamustung der Neutral- Aranken- und Sterbe- ZooEogäscher Ctarten. Nur auf kurze Zeit.— Heute und täglich: Carl Hagenbeck's Somali- Expedition, n begleitet von 7 Dar-Fur-Knaben und bestehend aus 9 afrikanischen Somali-Straußen, 4 Dromedaren, 14 Antilopen, Jagdleoparden k. fgtf Ethnosraphlscbe Ansstcllnnjf.-WU Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: R r o« a e* Mllltar-Uoppel-Concert. Besichtigungszeit 10 bis 1 und 3 bis 8 Uhr. Nachmittags 3, 4, 5, 6, 7 Uhr Straußreiten. Entree zum Zoologischen Garten bleibt unverändert. (1730 %%%% S«'«. «--K, i ¥Rf*.Tü"" I Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quattal. 1803-J 3.91.: Der Bevollmächtigte. € Uhr Abends ab. Große öffentliche Versammlung der Kommunalwähler im Osten Berlins m Dlmuerstag. dt» 6. Augost, Abeods 8�2 Ahr, im Lokal„AeUer's Gesellschaftssäle�, Äudreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: Die bevorstehenden«stadtverordnetenwahlen. Referent: Herr Stadtverordneter August Herold. Korreferent: Herr Stadtverordneter Fritz Görcki. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen bittet um recht zahlreichen Besuch ver Einberufcr. � Für die streikenden Steinträger Ind eingegangen: Tellersammlung von der Versammlung der Arbeiter, nnen im Lokal„Zum Deutschen Kaiser" 17 M. 2o Pf.; vom Arbeiter-Verein„Hossnung" in Friednchsbera 4M. 20 Pf.; Volksversammlung in Friednchsbcrg 7 M. 81 Pf.; Arbeiter- Bezirks-Verein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding 3#1.20 Pf- Die Lohnkommisston der Steinträger. I. A.: O. R e n n t! i h a l e r. Arbrit«m»rkt. Ein tüchtiger Stanker für Holzarbcit ««.5W'!!ri.K Ein Schuhmachergeselle(Mitgli wird verlangt bei Habicht, Anhaltst fiied der freien straße Nr. 16. Vergolder aus Leisten w verlangt A. Schmidt, Reichenbergerstraße Nr. Tüchtige vrechslergesellen erhalten sofort Beschäftigung nachgewiesen in dem Nachweise-Bureau des Interessen-Vereins. Ausgabe findet statt bei den Kollegen R. S ü n d e r„ l�, Gitschinerstt. 61, l., und 91. Gromoll, Moltenmo» � täglich von 12—1 Uhr Mittags, Abends von Wir ersuchen die Kollegen um regere Benutzung des Nachweises. Der Vorstand«„ter� des Vereins zur Wahrung der materiellen 3*', � der Drechsler und Berufsgenoffen Berlin» � J. 91.: R. Sündermann. S *1 eilte >" Verantwortlicher Redatteur St. Erouhet« in Berlw. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW, Beuthstraße 2.