425 940 855 9 287 250) 707 ZOO) 889 829 395 ZOO) 455 259 181 898 %9C 219 f 190( ,98(2 ZOO) . 881 767( 1 732 751( ! 33 773( 590 736 ! 218 715 I 892 5 31« > 392 (300) ! 657 171 h ■ 756 17 40 263( ) 826 604 509 881 ! 747 6715 I 891 s 0 51 600 (250) S II#, 164C w % 200) n 763 '7 48 250) % 691 Z 675 B, 1730 :ni [!' ö K t#» ri8 Sr. 181. Doutterftag, de««1. August 1883. II. Jahrg. trlinttHollistilnll. Drgan für die Interessen der Ardeiter. täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für «In«? � in S HauS viertellährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. bounement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. BeUage 10 Pf. (Eingetragen in oer Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Das„Berliner Volksblatt' Znsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf Bei größeren Austrägen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nhi Nachmittags in der Expeditton, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraste 2.— Grpedition: Zimmerstraste 44. (Erat trllstt Ailhiuraz. ?kunnen wird gewöhnlich erst zugedeckt, wenn das � Meingefallen ist. Namentlich im wirthschaftlichen u? tommt dies zur Geltung; die Herren Staatsdoktoren iinm r C1"'4« für besonders schlimm, wenn der Volkskörper >,».-? Symptome von Schwäche aufweist. Sie halten das ttdn für eine vorübergehende Unpäßlichkeit und ver- C a etwas Beruhigungsmedizin. Damit glauben sie die * öache abgethan zu haben. Aber wie erschrecken sie W n,®enn sich auf einmal herausstellt, daß der Zustand halt- � rperS, den sie für eine kleine Unpäßlichkeit ge- sichere Zeichen eines dauernden SiechthumS, eines L �"che,, Schwindens der Volkskraft ist! Dann erhebt SC Cl" Jammergeschrei unter den rathlosen Aerzten am siib n Kranken. Die alten ehrwürdigen Herren wischen ttoj�weifelnd die großen Hornbrillen mit den Schnupf- Avvr' guter Rath ist deshalb eben so theuer wie 5Vi33r Schauspiel bietet sich uns zur Stunde im schönen W5�ch. wie denn Arndt in seinem berühmten Lied einst wüsche Lüge verewigte: «Gewiß, es ist das Oesterreich, m An Ehren und an Siegen reich\" auf f.0" Siegen und Ehren weist die Geschichte weit weniger DOn Thatsachen, die beweisen, daß ein an sich gut W t3 und mächtiges Volk durch schlechte RegierungS- Wim Oeruntergebracht werden kann, und zwar so weit �gebracht, daß es unfähig wird, die vom Staat ihm Lasten zu tragen. Dann erst wird man nach- N'n den„höheren Regionen". Erscheinung haben wir in Oesterreich vor uns. dem Organe der Militärwissenschaft- Untz.? BereineOesterreichsundUngarnS sind �rrerung oer v» w& u/& � �- tei;v"• In Oesterreich wird nach den Berechnun- ulter-tt«3 militärwissenschaftlichen Organes die erste sie der militärpflichligen jungen Leute auf «er�ZUUtlich 350 000 Mann veranschlagt; von diesen ttot ,'5 000 in daS Heer, die Landwehr und die Re- fellu»., Zereiht. Die Zahl der untauglichen Ge- deiits53psilchtigen beträgt— nach derselben Quelle— m « 28 Prozent, in Frankreich 42 Prozent in Inn«,?'�ugarn aber nicht weniger als 61 Prozent. Man tylitör*"icht einwenden, daß etwa von den österreichischen inet Ärzten bei der Auswahl der Dienstpflichtigen mit üzugroßen Strenge verfahren würde; denn die Ab- *�1 Jeuirreton. Das Mormoueumadche«. Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhause«. »r,(Fortsetzung.). JUn Rast seinen Liebling, über den er seit langen ' mif Virt« fr*". r»■ 1■...____ i- /v v» f rfi t r. ö rt Ott war rathlos geworden, so rathlos, wie noch Ottb �?em Leben. Laut stöhnte er vor grimmem Schmerz, Mit«».!?end krallte er sich mit beiden Fäusten �Nnen braute er sich mit velven sauften in die 'ftß dn« 0?re' dis es endlich vor seiner Seele aufleuchtete, Leben �„Iii.—. f.; >n hatt % uuch schon auf seiner(Schulter, und dahin vielleicht noch nicht ganz entschwunden sei. S'i hatte er den Gedanken gefaßt, da hing Weather- ej f�or auch schon auf seiner Schulter, und dahin t Last, als wenn er nur ein Kind zu tragen Hilfe ist gar keine Hilfe, das ist originell, 5toPffn" 1. unter Wasser ist, mag der Teufel ihn 6« CTn M rtv f* iX\ a*. />»» r4/>4-4 Sstm -.Weg nach d : er vor dem St .emurmelt, als er, anstatt den «'5»äckst""'"«9» oem>st. �cikolas-Hotel einzuschlagen, in i�Ntz J Querstraße einbog und spornstreichs der Schänke ,®lücfiirf!?eä Stelzfuß zurannte. %% ttaf or denselben noch auf. Es befanden sich «;SUI ttorfi.'I* ilul r» umiciwcu nuu; uu|. vis vrsanve Ghiv,em,Öe verspätete Matrosen dort, die sogleich »Otraf geschickt werden konnten. Als dieser /fiiktn'«„v& Weatherton schon entkleidet zwischen wa alten-� 0 an--- a— k---,— t nach dann zwischen warmen ff 0n Jeder Seite von ihm stand einer der beiden n�'wer'ss.l®e. �t4en' seinen Körper mit Schrecken er- üotte v bürsteten und blutig rieben, und sich wie blich n>!°� darüber freuten, als er unter ihren Händen Doch w.00"5 ieise zu athmen begann. »Ä die? Zeichen von Leben gab er nicht von sich, wlte, b(»6WsJtan,d schon hoch am Himmel, als der Chirurg Weatherton nunmehr als gerettet bettachtet gänge vom Präsenzstande in Folge später eintretender Dienst- untüchtigkeit sind in Oesterreich auch stärker als anderswo. Sie belaufen sich— immer nach derselben Quelle— in Deutschland auf 4,8 Prozent, in Frankreich auf 9,2 Prozent, in Italien auf 11,1 Prozent und in Oesterreich-Unaarn auf 12,3 Prozent. Man kann in Oesterreich— so wird ferner mitgetheilt— aus den ersten drei Altersklassen das Kontingent an"Mannschaften, das für den festgesetzten Präsenzstand er- forderlich ist, nicht herausbringen. Es muß dazu die vierte Altersklasse herangezogen werden, eine Maßregel, die in keinem anderen Staate Europas zur Anwendung kommt. Diese Maßregel ist für die Betroffenen sehr hart, denn für einen 23 jährigen jungen Mann kann es für sein ganzes Leben viel leichter eine Wendung herbeiführen, wenn er plötzlich aus seinen Erwerbsverhältnissen herausgerissen und eingezogen wird, als für einen 19— 20jährigen. Soweit das militärwissenschaftliche Organ. Die Ur- fachen dieser Erscheinungen wollten den wissenschaftlichen Herrn Militärs wohl lange nicht klar werden; nun hat man sie gefunden. Das Militärorgan theilt mit, daß bei der ländlichen Bevölkerung die Vortheile des Aufenthaltes in freier Luft vollständig verloren gingen durch den Mangel und die Entbehrung, die im Gefolge der Armuth erscheinen. Ein sehr großer Theil der Landbevölkerung müsse in den Zeiten, da die landwirthschaftliche Arbeit stille steht, ein äußerst erbärmliches Dasein,„wie das liebe Vieh" dahinfristen. Um dies zu ändern, müsse man die Erwerbsverhältnisse des Volkes von Grund aus umge- stalten. Nun ist man sicherlich begierig, was da zur Hebung der schlechten Lage der Landarbeiter vorgeschlagen wird, einer Lage, die so ttaurig ist, daß sie 61 Prozent der Bevölkerung militärdienstuntauglich gemacht hat! Man weist auf Deutschland hin und meint, die Z n- d u st r i e trage daS Verdienst in sich, die Bevölkerung kräftiger zu erhalten und sie fähiger zum Heeresdienst zu machen. Deshalb brauche man nur für das Emporblühen der Industrie zu sorgen und man würde auch tüchtigere Mannschaften bekommen. Welch eine Militärwissenschaft! Wir in Deutschland wissen ganz gut, daß, wenn in Deutschland die Bevölkerung noch kräftiger ist, als in Oesterreich-Ungarn, dies nicht wegen, sondern trotz unseres Industriesystems der Fall ist. Die Industrie hat bei uns gewiß nicht dazu beigetragen, mit ihrer langen Arbeitszeit und ihren schlechten Löhnen die Bevölkerung kräftiger und gesünder zu machen, sondern hat immer zur Entkräftung beigettagen. Darüber ist bei uns so ziemlich eine Stimme. Das österreichische Militärblatt denkt dann durch die „aufblühende" Industrie die ländlichen Arbeiter mit Be- So war die Mittagsstunde herangekommen; der Kali- fornia-Dampfer steuerte lustig dem karaibischen Meere zu, und an der Stelle, wo er gelegen hatte, drängte sich ein an- Peres schweres Fahrzeug an die Landungsbrücke heran.— Weatherton fuhr mit der Hand nach seiner verwundeten Stirn, schlug die Augen auf und blickte verwirrt und über- rascht bald auf Jim Rast, bald auf den Stelzfuß und auf den Chirurgen. „Alles in Ordnung, Herr!" rief Jim Rast aus, als wenn er sich auf Deckwache befunden hätte, und fein Eni- zücken prägte sich in seinen Augen, aber noch deutlicher in seiner Narbe aus, die plötzlich kirschbraun erglänzte.„Alles in Ordnung, Herr!" wiederholte er, in ein lautes Lachen ausbrechend,„nur ein kleiner Leck am Stern, hoch genug über dem Wasserspiegel, und hier ist der Wann, der ihn wieder zuzuflicken versteht," schloß er, indem er auf den Chirurg beutete. t," beschwichtigte ihn der Arzt, Ruhe gebietend. I „verdammt, Herr! allen Respekt vor Eurer Gelehrsam- keit, aber mir zu lehren, was Dickie, wollte sagen, Lieute- nant Weatherton vertragen kann, seid Ihr noch lange nicht gelehrt genug! Das ist originell!" Weatherton lächelte dem Arzt, wie um Entschuldigung bittend, zu; dieser antwortete mit einem ähnlichen Lächeln, der Stelzfuß war aber so erfreut über die gute Wendung in des Kranken Befinden und über die kräftige Antwort seines alten Busenfreundes, daß er sich leise davonschlich, um für alle Hände einen steifen Grog zu mischen. Ich habe Durst," sagte Weatherton nach einer Weile. "Geht, laßt Euch ein GlaS Zuckerwasser mit etwas Zittonensaft geben und bringt es hierher," wendete der Arzt � �Diese/ erhob sich, blieb aber plötzlich wieder stehen, als ob er etwaS vergessen habe. Ich denke, er hat Wasser genug geschluckt," entgegnete zu versehen. Nun, dann kommen eben die länd- lichen Arbeiter in die Städte, arbeiten für jeden Preis und drücken die Löhne der städtischen Arbeiter auf ein Minimum herab. Dann haben beide kein genügendes Auskommen. Daß die Bevölkerung Deutschlands noch kräftiger ist als die Oesterreichs, das suche man in allen möglichen und beliebigen Gründen, nur nicht in unserer Industrie. Daß eine blühende Industrie in Oesterreich geschaffen werde, da- gegen wird Niemand etwas einwenden wollen. Nur darf diese Industrie, wenn sie wirklich blühend und für Alle nutzbringend sein soll, nicht nach dem gegen- wärtig herrschenden System arbeiten. Sonst ist sie auch m der„Blüthe" unheilvoll für die Bevölkerung. Dieser Angstschrei eines Militärblattes sollte denn doch auch für andere Leute, als eS gewöhnlich der Fall ist, eine ernste Mahnung bilden, daß man heutzutage nicht mehr aus- kommen kann, wenn man die wirthschaftlichen Verhältnisse in dem gewohnten Maße sich selbst überläßt. Eine Bevöl- kerung, die so schlecht, wie geschildert, gestellt ist, kann sicher- lich auch kaum Steuern zahlen. Wir beabsichtigen nun weder im Interesse der österreichischen Heeresverwaltung noch des österreichischen Fiskus auf die schlimmen Zustände unter der Bevölkerung des Kaiserstaates hinzuweisen; wir wollen ledig- lich Zeugen aufrufen dafür, daß die Nothwendigkeit einer durchgreifenden Sozialreform, welche die Lebens- Haltung des Volkes zu verbessern vermag, auf allen Seiten immer dringender hervorttitt. Politische Ueverstcht. Der gegen die französische Negierung aenchtete Ar- tikel der„Nordd. Allg. Zeitung" wird in allen Tagesblättern lebhaft kommentirt. ttinige konservative und liberale Blätter bemühen sich, der offiziösen„Norddeutschen" zu sekundiren und dem guten Bürger das gefährliche Beginnen des Erbfeindes vorzudemonstriren. Allem Anscheine nach handelt es sich bei dieser Gelegenheit um nichts Anderes, als den Boden zu ebnen für die Verlängerung des Militär-Septennats sowie der Vermehmng des Effektivbcstandes der deutschen Armee. lieber die Kurpfuscherei auf zahnärztlichem Gebiete und die Mittel und Wege zu deren Bekämpfung hielt der Hof- Zahnarzt Dr. Petermann, in Nürnberg, in der Jahresver- sammlung des Zentralvcreins deutscher Aerzte einen Vortrag, der darin gipfelte, daß auf dem Gebiete der Heilkunde die Ge- werbefreiheit aufgehoben werden müsse. Die beste Zeit zum Handeln, zur lebhasten Agitation gegen die Bestimmungen der Gewerbeordnung sei jetzt vorbanden; wenn sie richtig ausge- nutzt werde, so sei es zweifellos, daß etwas erreicht werden könne. � Die„Nordd. Allg. Ztg." öffnet dieser Rede wohlge- fällig ihre Spalten und schickt derselben folgenden Erguß vor- aus:„Es ist Thatsache, daß auf dem Gebiete der Zahnheil-- künde die Kurpfuscher wie Pilze aus der Erde wachsen. Wäh- rend in den übrigen kontinentalen Staaten, ja selbst in dem „Noch nicht, noch nicht," versetzte der Arzt gutmüthig, „wenn es ihm nicht schaden soll, dann trinkt Ihr den Rum lieber selbst, und bringt Eurem Herrn die anderen Bestand- theile des Grogs." „Aie, Aie, Herr!" antwortete Rast im Davon- schreiten, und gleich darauf herrschte wieder Todtenstille in dem Gemach. Als Jim in Begleitung des mit vollen Gläsern be- ladenen Stelzfußes zurückkehrte, hatte Weatherton die Augen geschlossen; er schlug dieselben aber wieder auf, sobald der Arzt ihm den Trunk reichte, und lächelnd dankte er, als die beiden alten Burschen verstohlen seine Gesundheit ttanken. „Das war ein schwerer Fall," sagte er, das halbleere GlaS zurückgebend. „Ein schwerer Fall, Herr!" bekräftigte Rast,„habt aber zu gute Vordersteven, um wie ein gewöhnlicher Mensch auf gewöhnliche Art und obendrein auf dem Festlande zu Grunde zu gehen." „Wäre wohl keine ganz gewöhnliche Art gewesen" entgegnete Weatherton, und aus seinem Mienenspiel eraab sich, daß er sich auf eiwaS besinne. „Laßt jetzt das Grübeln," ermahnte der Doktor ernst- bebürft. Der Bootsmann verschluckte die derbe Bemerkung, die ihm auf der Zunge schwebtt, und mehrere Minuten herrschte wieder daS tiefste Schweigen. »Zwei Glocken in der ersten Wache," antwortete Rast, der es für selbstverständlich hielt, daß die Frage an keinen Andern, als an ihn gerichtet sein könne. .»2st das Kalisornia- Boot schon fort?" fragte er werter. „Schon vor einer Stunde brummten seine Abschieds- schüsse. Kein reiner Schall drin; muß eiserne Geschütze von der allerschlechtesten Sorte an Bord haben; reiner Aus- schuß; gebt ihnen doppelte Ladung, und sie zerspringen wie „freien" Großbriiannien und in der nordamerikanischen Union die Ausübung der Heilkunde beschränkt, d. h. von einem Be- fähigungsnachweis abhängig ist, henscht im Deutschen Reiche leider die Medizinalfreihelt. Es ist deshalb nur zu erklärlich, warum sich in Deutschland schon seit geraumer Zeit nicht nur in zahnärztlichen, sondern auch in weiteren ärztlichen Kreisen Be- stredungen geltend machen, welche bezüglich der Bestimmungen über die Ausübung der Heilkunde ein Zurückgehen auf frühere Rechtszustände, w,e solche vor Erlaß der deutschen Gewerbe- ordnung von 1869 bestanden, herbeizuführen suchen. Für die Zahnherlkunde in Deutschland ist aber eine Aenderung der gegenwärtigen Gesetze ganz besonders von Nöthen, wenn die- selbe nicht noch mehr der Betriebsamkeit ungebildeter Empiriker verfallen und ihre weitere wissenschaftliche Entwickelung nicht in Frage gestellt werden soll."— Das Schlagwort„Be- fähigungsnachweis" ist jetzt Mode geworden, es rst ein ganz praktischer Köder, um die Unzufriedenen ins reaktionäre Fahr- wafler zu locken und deshalb wird es von der„Nordd." recht fleißig benutzt. Aber abgesehen von dieser Frage, wie verträgt sich diese von der„Norddeutschen" kultivirte Theorie mit der Anpreisung von Geheimmitteln? Erst vorgestern wurde über dem Jnseratentheil, also im redaktionellen Theil der„Nord- deutichcn", ein„Geheimmittel", Brandt's Schweizer- Villen, dem Publikum angepriesen! Zwischen der grauen Theorie und der„goldenen" Praxis scheint demnach bei dem hochoffiziösen Blatte ein großer Abstand vorhanden zu sein. Die Stellung der Nationalliberalen zu den Frei- finnigen bei den bevorstehenden preußischen Land- taaswahlen wird jetzt lebhaft erörtert. Die„Köln. Ztg.", wobl das größte„nationalliberale" Blatt Deutschlands, be- melkt dazu:„Es ist das Berbängniß deS deutschen Liberalismus, daß er verurtheilt ist, sich selbst aufzureihen, weil die Fortschrittspartei nicht rechtzeitig zu sterben wußte; aber gegen dieses Berhängniß giebt es keine andere Medizin, als die Zeit, welche das alte verbitterte Geschlecht erbarmungslos hinweg- mäht und der schaffungslustigen nationalen Jugend zu ihrem Rechte verhilft. Nur in einzelnen Fällen, wo die Wahl zwischen einem reichsfeindlichen oder verfassungsfeindlichen Politrkcr und einem Deutschtreisinnigen schwankt, wird ein nationaler Mann dem Fortschrittler unbedenklich den Weg zum Siege bahnen!" — Streiten sich diese„liberalen" Freihertshelden heute noch um den„deutschen" Liberalismus, der nach der„Kölnischen" verurtheilt ist, sich selbst aufzureiben- In der That ein wahres Wort, wenn es auch nicht auf dem Mist der„Kölnischen" ge- wachsen ist. Die schaffungslustige Jugend, die heranwachsende Generation wird aber besseres zu thun wissen, als den schon jetzt halb verfaulten nationalen Liberalismus wieder auszu- graben, das möge sich das rheinische Blatt hinter die Ohren schreiben. Wie das Mädchen aus der Fremde, so kehren in der offiziösen„Nordd. Allg. Ztg." die Berichte über die Ber- fälschung von Lebensmitteln mit einer auffallenden Regel- Mäßigkeit wieder. Das Merkwürdigste ist aber, daß sich diese Belichte lediglich nur mit den Verfälschungen im Auslande beschäftigen und immer dann erscheinen, wenn dem Publikum bewiesen werden soll, wie nützlich es ist, daß ein hoher Zoll das deutsche Volk vor dem Genuß solcher verfälschten Eß- waare schützt. Diesmal beschäftigt sich das genannte Organ mit der Butter. Es heißt da:„Gegen die aller Orten überhand nehmenden Verfälschungen der Butter, respektive gegen die unter geflissentlichem Verschweigen der Wahrheit ,n den Handel gebrachte Kunstbutter werden in den meisten Staaten Maßregeln ergriffen. Nachdem schon vor wenigen Jahren in England das Parlament strenge Gesetze gegen den Verkauf von Margarinbutter, namentlich gegen das Verschwei- gen der richtigen Bezeichnung derselben, gefaßt hat, ist voriges Jahr auch Frankreich energischer durch das Erlassen eines Ge- setzes gegen die Buttcrfälscher vorgegangen. In Dänemark ist gleichfalls mit dem 1. April d. I. ein neues Gesetz in Kraft oetreten, welches mit besonderer Strenge darauf hält, Kunst- butter nur unter ihrem wahren Nanien zu verkaufen, und alle Geschäftsmanipulationen zur Verdunkelung der Wahrheit streng ahndet. Die meiste Kunstbutter wird bekanntlich in Ainerika fabrizirt und von dort nach Europa importirt, wo- durck der Fabrikation und dem Export von Natur- butter daselbst natürlich der größte Schaden zngefügt wird. Zum Schutze der letzteren ist, wie die Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes melden, neuerdings in St. Louis eine Behörde errichtet worden, welche die Interessen der mit Herstellung von Naturbutter sich befassenden Landwirthe und Milchereien wahrzunehmen, zugleich aber auch gegen den Verlauf von Kunstbutter mit allen zu Gebote stehenden gesetz- lichen Mitteln anzukämpfen hat."— Daß solche Verfälschungen stattfinden, ist leider Thatsache, aber damit ist noch keineswegs die Nothwendigkeit eines Zolles bewiesen. Die Importeure lassen sich nicht täuschen, sie wissen sehr wohl die Kunstbutter von der Naturbutter zu unterscheiden und den Käufer kann die gesetzliche Bestimmung schützen, daß ihm beim Kauf der wahre Charakter des Objekts mitgetheilt werden muß. Der Zoll schützt Niemanden, wohl aber vertheuert er selbst die Kunstbutter dergestalt, daß auch sie 'ne Eierschale auf dem Kochherd, das ist originell," lautete Rast's Antwort. lieber Weatherton's Züge glitt eine Wolke. Es lag am Tage, daß er durch diese Nachricht tief berührt wurde. „Wo bin ich, und wie bin ich überhaupt hierher ge- kommen?" fragte er nach kurzem Sinnen. Rast öffnete schon den Mund, um den gewünschten Aufschluß zu geben, denn so ernst und schweigsam er auch immer an Bord seines Schiffes sein mochte, so gesprächig und mittheilsam wurde er, sobald er sich nicht mehr auf seinem Element befand; aber ehe er noch beginnen konnte, nahm der Arzt das Wort: „Später, später," sagte derselbe dringend,„so lange ich aber noch hier meinen Einfluß geltend machen darf, muß ich darauf bestehen, daß jede austegende Unterhaltung ver- mieden werde." „Gut," versetzte Weatherton mit einem Anflug von Mißvergnügen,„daß ich nicht im St. Nikolas-Hotel liege, sehe und begreife ich deutlich, wenn die Pflege dort auch füglich nicht freundlicher und sorgfältiger sein könnte, wie hier. Allein ich muß meinen Freund, den Mr. Falk, sehen und sprechen, und zwar noch heute, so bald wie möglich, soll ich nicht vor Erwartung und Ungeduld vergehen." Der Arzt bezweifelte nicht, daß jeder Widerspruch von seiner Seite vergeblich sei und sogar nachtheilig auf den durch den Blutverlust sehr geschwächten Kranken einwirken würde. Er fragte daher theilnahmvoll, wer der erwähnte Mr. Falk sei. „Rast kennt ihn—" „Gewiß kenne ich ihn," unterbrach Rast den Lieutenant sehr unceremoniell,„ein Gentleman ist er, aufgetakelt wie ein Kommodore; malt Schiffe, als wäre er bei einem Schiffs- zimmermann in der Lehre gewesen, und Waffer? Bei Gott! um'nen Kadetten seekrank zu machen!" Jim, wenn Du ihn so genau kennst," versetzte Weather- ton so freundlich, daß der alte Bootsmann für ihn hätte durchs Feuer gehen mögen,„dann wirst Du ihn auch am besten auffinden können. Geh, alter Freund, hole ihn her- bei er wird in unserm Hotel zur Zeit wohl auf uns warten, dem armen Manne nicht einmal mehr zugänglich ist. Wir leiden weniger durch die Verfälschung, als daran, vaß die roße Masse des Volkes nicht mehr im Stande ist, unverfälschte ahrungsmittel zu kaufen. Das ist des Pudels Kern. In Deutschland wird Butter genug produzirt und Niemand würde ein Verlangen nach der gefälschten„amerikanischen" tragen, wenn er die deutsche kaufen könnte. Es find die traurigen Verhältnisse, welche die ärmere Bevölkerung zum Genuß un- verdaulicher und schädlicher Lebensmittel zwingen; diesen zu steuern, die Lage des Volkes zu heben, es konsumtionsfähiger zu machen, daS muß die Aufgabe aller Derjenigen sein, die es ehrlich mit dem Volke meinen. Wo dieses Bestreben nicht obwaltet, find die Lamento's über Verfälschungen nur auf Er- reichung von Sonderzwecken berechnet. Der internationalen Telegraphen- Konferenz, welche am 10. d. M. in Berlin zusammentritt, wird die deutsche Post- und Telegraphen Verwaltung folgende Vorschläge unterbreiten: Internationaler Telegraphentarif. Europäisches Netz: 1) Einheitssatz. Der Tarif der internationalen Telegramme im europäischen Verlehr besteht aus einer Grundtaxe von 50 Centimes und einer Taxe von 20 Cent, pro Wort. 2) Zuschlagstaxe. Für die durch unterseeische Kabel be- förderten Telegramme kann eine Zuschlagstaxe erhoben werden, welche aber 10 Cent, pro Wort nicht überschreiten darf. 3) Vertheilung. Jede Verwaltung erhält vollständig alle Taxen, welche für die in ihrem Verwaltungsbezirke zur Absen- dung kommenden Telegramme erhoben find und bezahlt aus ihrem Einkommen die eventuellen Ansprüche auf den Transit zu Lande oder unter dem Meer. 4) Transittaxe. Die Transtttare wird festgesetzt: a. für Landtelegramme: 1) für Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Luxemburg, Montenegro, Norwegen, Niederland, Portugal, Rumänien, Serbien und die Schwerz auf 2 Cent, pro Wort; 2) für Deutschland, Oester- reich-Ungarn, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Rußland, Schweden und die Türkei auf 4 Cent, pro Wort. Diese letztere Taxe kann für gewisse Transitlinien von der Ver- waltung, welche diesen Transit bewirkt, auf 2 Cent, herabgesetzt werden, b. für Seetelegramme: 1) für Sirecken bis 300 Seemeilen auf 5 Cent, pro Wort; 2) für größere Strecken auf 10 Cent, pro Wort. Die Transittaxen zu Lande oder per Kabel dürfen in keinem Falle die Höhe der gegenwärtig geltenden Taxen überschreiten. 5) Grenzländer. Zwischen zwei an einander grenzenden Ländern darf die Worttaxe von 20 Cent, bei gegenseitigem Uebereinkommen auf 10 Cent, herabgesetzt werden. Eine Versammlung der ultramontanen Partei in Eupen, welche dem vom Papste zum Kardinale ernannten Erzbischof Mclchcrs eine Huldigung darbringen wollte, wurde wegen abfälliger Bemerkungen ernes geistlichen Redners über das Sperrgesetz polizeilich aufgelöst. Die Regierung zu Arnsberg, Abtheilung für das Kirchen- und Schulwesen, hat nach einer im vorigen Monate an die Kreisschulinspekoren ihres Bezirkes gerichteten Verfügung „in neuerer Zeit die betrübende Erfahrung" gemacht, daß„ein- zelne Volksschullehrer, namentlich bei oen letzten Reichs- tagswahlen, gegen die königliche Staatsregierung agilirt haben", und sieht sich deshalb veranlaßt, ihre Zirkular� Verfügung vom 6. Oktober 1863, also aus der Zeit des Verfasiungskonfliktes, in Erinnerung zu bringen. Hieran knüpft sich eine in Form und Inhalt an die Konflilszeit erinnernde längere Belehrung. terr Hartwig, der antisemitische Abgeoronete für Dres- at bekanntlich den Reichstag lebhaft amüstrt, als er An- fanas des Jahres bei einer der kolonialpolitischen Debatten zu erzählen wußte, in Japan beginne die Sitte um sich zu greifen, bei Leichenbegängnissen Schnitzel von Buntpapier auf den Weg zu streuen, und als er daran die Hoffnung knüpfte, der- artige kulturfortschrittliche Gewohnheiten könne man zu Gunsten der deutschen Exportindustrie vielleicht auch bei unsem neuen afrikanischen Freunden einbürgern. Auch wie Herr Hartwig den— zuerst in sächsischen Blättern— dagegen ausgesproche- nen Zweifeln in einer späteren Sitzung mit der Versicherung begegnete, er sei durchaus nicht mystrfizirt worden, vielmehr ser icrn Gewährsmann bereit, dem Vorstande der Dresvener kaufmannschaft die beglaubigenden Schriftwechsel vorzulegen, wird noch unvergessen sein. Es lag nun nahe, schreibt die „Volksztg.", sich einmal daraufhin den Bericht der Dresdener Handelskammer anzusehen, ob derselbe vielleicht eine den Herrn Hartwig rechtfertigende Andeutung enthalte. Aber da sucht man vergebens. So ausführlich der Bericht im Ganzen auch ist, und so ausführlich besonders über die gesammte, für den Bezirk der Dresdener Handelskammer sehr wichtige Papier- industtie, so sorgsam femer jede in den Exportverhältnissen ein- Setretene Wandlung nebst ihren näheren und fcmer liegenden Irsachen gebucht ist, so steht doch von dem Buntpapierschnitzel- streuen in Japan nichts in dem Bericht geschrieben. Dabei ist der Artikel Buntpapier nicht einfach übergangen, sondern ausdrücklich erwähnt. Und überdies auch das nicht einmal nur mit ein paar Worten. Am überraschendsten ist aber nun gar, daß der Bericht als„bemerkenswerthe, wenn auch wenig er- freuliche Thatsache" extra hervorhebt,„daß man das Exportge« und wenn er dort nicht ist, dann suche ihn in seiner Woh- nung, und ist er dort auch nicht—" „Dann ist er wo anders, und ich kreuze so lange in der Stadt herum, bis ich ihn braien kann," fügte der Boots- mann, halb dienstlich, halb vertraulich hinzu, und da Weatherton ihm beipflichtend zunickte, so schritt er geraden WegS auf die Thür zu. Unter der Thür drehte er sich indessen noch einmal um.„Verzeiht, Herr," hob er an, seinen ins Genick hängenden Hut lüftend,„wie wär's, wenn ich einen Andern schickte und dafür selbst die Wache bei Euch bezöge? ich meine, wenn Ihr was braucht, oder so?" „Wer, außer Dir, kennt denn den Maler?" fragte Weatherton, innerlich gerührt von der treuen Anhänglichkeit seines alten Lehrmeisters,„wem aber, außer Dir, würde er Glauben beimessen, wenn es wirklich Jemend gelänge, ihn aufzufinden? Und daß ich jetzt keinen Brief schreiben kann, wiest Du doch wohl einsehen." „Aie, Ate, Herr!" antwortete Rast, dessen Einwände durch die letzten Gründe vollständig besiegt waren, und im nächsten Augenblick schritt er leise und behutsam die ächzende Stiege hinunter. Die Ueberzeugung, daß Rast nicht ohne Falk zurück- kehren würde, schien einen beruhigenden Einfluß auf Weatherton's aufgeregtes Gemüth auszuüben; denn nachdem der Arzt ihm noch einen stärkenden Trank verabreicht, verfiel er in einen tiefen Schlaf, aus welchem er bedeutend ge- kräftigt erwachen sollte.— Die Zeit verrann, schnell für die Menschen, die nach gewohnter Weise ihren täglichen Geschäften oblagen, langsam für den Arzt und den alten gewiffenhaften Stelzfuß, die nicht aus Weatherton's Nähe wichen.— O, die langen, endlosen Stunden, die man am Lager eines befreundeten theuren Menschen verbringt, wenn der Tod seine kalte Hand gierig nach demselben ausstreckt, un- gewiß, ob er es wagen darf, die von wilden Fieberphantasien umfangene Seele zu entführen, oder ob er gezwungen ist, den schon sicher geglaubten Raub wieder fahren zu lassen! O, die traurigen, langen Stunden, die unter bangen Hoff- nungen und den schwärzesten Befürchtungen verrinnen! schäft mehr und mehr zu beschränken sich genithigt hat." Ein erläuternder Zusatz weist in dieser Bezieht« Nordamerika hin, wo die eigene Fabrikation und die., Eingangszölle den Absatz deutscher Waare erschweren.-4 Herstellung von Neichciten, so geht es dann im Berich! habe die deutsche Industtie sich Absatz zu schaffen geiuti'■;] — von Japan, wie gesagt, und von Äuntpapierschmy®■ Wort Auch von dem Jahresbericht für den Handtlsst?.� bezirk Chemnitz, der innerhalb der sächsischen Papicr-Fn�: gleichfalls eine hervorragende Stellung einnimmt, gilt&#' Am Todestage des früheren sozialdemokratisch Reichstagsabgeordneten Aug. Geib f 2. August in% bürg) sanv in Hamburg eine imposante Kundgebung f Schon kurz nach 6 Uhr Morgens versammelten sich eta>°; Personen aus dem Kirchhofe in St. Pauli und legten luv mit rothcn Schleifen und entsprechenden Widmungen; Geib's Grab nieder. Reden wurden nicht gehalten. Volizei schien anfangs durch das plötzliche Auftauchen so � Personen in früher Morgenstunde überrascht zu sein. Die ff! in die Nähe des Kirchhofs postirten zahlreichen Schutz hatten aber keine Veranlassung zum Einschreiten. Vom deutschen Schutzgebiet an der ostafrikanii® Küste. Die deutschen Kiiegsschiffe dürsten aller Vorcuü. nach in wenigen Tagen an der Küste von Sansibar emm und den Sultan zum Nachgeben in der Streitigkeit nt« ostafrikanischen Gesellschaft um einige Landstriche Es verlohnt sich daher wohl der Mühe, daß man sich die fc! Sachlage einmal etwas genauer betrachtet. Die.Mir Zeitung" beleuchtet in einem Leitartikel die Verhältnisse t«; treffender Weise, wir wollen aus diesem interessanten.'«j hier einige Stellen wiedergeben. Es heißt da:„D** rufenen und Kundigen solche Unternehmungen(Gründung Kolonien) zu überlassen, heißt nationale Fragen zum®£E hetunterwürdigen; Arbeit und Vorficht sind zu Hause tnp; gut, bei Kolomen heißt es: Schneidigkeit und PatriotieiF schnell zugegriffen, wo noch billig etwas zu haben ist, denn; den verbrieften Dokumenten in der Tasche die MitbürgNi Hause mit den unermeßlichen Schätzen der neu erivotK» Gebiete beglücken, ihnen alles Weitere getrost überlassen� selber mit dem Dank des Vaterlandes, an schnöden natürlich nicht zu denken, möglichst bald im Trocknen sein- Z. Nach diesem Rezevt find wir mit Hilfe der deutsch konischen Gesellschaft zu einem deutschen Schutzgebiet inj, afrika von ca. 2500 Ouadratmeilen gekommen. Funda»' dieses Besitzes find Kontrakte, die mit einigen„Sultanen der Karawanenstraße in das Innere geschlossen sind.„ biete waren vorher in Europa nach einer Karte sorgfältig g gesucht worden, darauf beschränkte sich die Kenntniß der H hältniffe, mit welcher die Reisenden ausgestattet waren- t Sansibar, wo ihnen Rath und Auskunst über die Zustän� Innern von Deutschen hätte gegeben werden können, hieFl sich kaum acht Tage auf und schlugen alle Warnungen t«, Wind. So kam es, daß der Führer der Expedition Land!«? „erwarb", von denen es immer zweiftlhafter wird, ob fi£ dem Sultan von Sansibar, Saio Bargasch, gehören. kondogwathal innerhalb des deutschen Schutzgebietes Sultan sogar einen eigenen Vertreter nebst Soldaten ii% stigen Beamten; ein genauer Kenner der dortigen Verhältnisse, der Leiter der wissenschaftlichen Station... Konvoa, Kapitän Bloyet, hat diese Besitzansprüche als K, bestätigt, und überdies ist jetzt auch noch die Thatia«� kannt geworden, daß einer der Terrainverkäufer, der alte% tan Muinyi-Msagara, seiner Zeit von Said Bargasch zu Z mehrjährigen Kerkerhaft veruttheilt wurde, die er iw C Sansibar abgesessen Hai. Das rst der Oberherr von llK des wichtigsten Landstriches in den Besitzungen der deutfV kanischen Gesellschaft. Die übrigen„Sultane", mit denen Kontraste abges worden, sind nach den eigenen Berichten der Gest! von geringerer Machtstellung, und ob neben oder t, ihnen nicht etwa mächtigere Häuptlinge wohnen, W* der Karawanenstraße aus nicht zugänglich waren, weiß' mand. Sultan von Witu, mit dem eine Konkurrenzgesellschaft Noch unsicherer steht die Sache rn Beziehung Denbardt) einen Handels- und NiederlassungsverttG< Deutschland abgeschlossen hat. Auch hiergegen erhebt Sultan von Sansibar anscheinend Protest, und nach dtftj her vorliegenden Änhaltepunstcn nicht ohne einen starken �, von Recht. Nach Sturz(früherer brasilianischer Gencr kannte die afrikanischen Verhältnisse sehr gut) hat der von Sansibar schon vor 25 Jahren seine Ansprüche gegsU Sultan von Simbla, dessen Hauptfitz Witu ist, mit%%L gewalt geltend gemacht, und auf einer vor Kurzem„i m-h trage des Auswärtige ir Amtes" herausgcs!� Spezialkarte von Zentralaftika 0 ra vermindert wurde. Der Charakter die � ber Gemeinen fei vernichtet worden und nun möge be..k„�ierung dem Lande sagen, was es von ihr erwarten , Joel iiiaiqui» von --«-» S.».° Das Wort Sozia- JJU. ww ivtiv V» in VVIU WKdsV- U!N e«i oL ei. ba� emer Klasse Eigenthum genommen werde, Biemuk n? �ssberen zu geben, stimme er völlig mit Lord * I» ÄÄ„ÄT&ÄSVÄ ü)tn 1t'?"• C�Vfc*DVVöV*'*'»vv«v*;v �»v jvyvMV cvvva»v«.«.»i im lik!n�. b�lsweise die Vorlage für die Beschämung billiger und Wohnungen für die Arbeiterklasse, könnte eine solche in icdoch sicherlich nicht beigelegt werden, und er müsse di-Tti e stellen, daß er in der Befürwortung dieser Vorlage mm-f.ndsätze der Partei, welcher er angehöre, über Bord ge- mSr �de. Nachdem sich noch die Lords Granville, Bram- sh»V"i,>rtescue an der Debatte betheiligt, wird der Gegen- Ixj�"erlassen.— Die winzigen Maßnahmen, welche die •neswegs arbeiterfreundliche englische Regierung zu Gunsten Kw Menden Bevölkerung ergriffen hat, treiben dem Herm Sen l�on Haare zu Berge, sie bedeuten Raub, Plünde- u. s. w. Schrecklich! den o%§ die Enthüllungen der„Pall Mall Gazette" nur Nen hatten, zur Abwechselung wieder einmal einen klei- Nur. r � ,u l>aben, daß sie nicht dazu dienen sollten, die trin! Bebels zu fassen, eine Sozialreform anzubahnen, ein- mD.y mehr zu Tage. Man verlangt weiter nichts, als Soh,- io�un0 der Altersgrenze der Mädchen von 13 auf 16 iutin. während bis jetzt das Gesetz die Verführung bj-�o Mädchen unter 13 Jahren bestrafte, soll in Zukunft alt« Führung strafbar sein, wenn sie noch nicht 16 Jahre Wal; ist Alles! Man wäscht unter großem Halloh Cour. A ohne ihn naß zu machen.— Der Engländer Ma- sy hat die Ausartung dieser„Sittlichkeitsansälle", wie er ■ er � f r r. es vor Jassrm' ngötzlich"geschildert. Er sagt: i.Mgemeincn erregen �Entführungen, Ehescheidungen und i v----- jj---,—-y-,—--------..--- C Nwifte hier nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Äir lesen cz. Memiß, schwatzen einen Tag lang darüber und vergessen ZLfM einmal in sechs oder sieben Jahren wird unsere unhl- beleidigt. Dann wollen wir die Gesetze der Religion teoen lS �lustandes nicht entweiht wissen. Wir müssen uns ««-. das Laster wehren... Und schließlich, wenn einer zum -"lungen gemacht worden, geht unsere Tugend wieder auf oder sieben Jahre zur Rüste." So Macaula,). Es liegt .. Lahres in seiner Darstellung. Unter den Augen der mit Wissen der obersten Staatsbehörden haben grauen- e stünde Jahre lang geherrscht; endlich soll nun aber etz dagegen einschreiten und die Art, wie das Volk üd-i�.<-artei nimmt, dieser Paroxismus des Entsetzens er- läffjgj sehr lächerlich gegenüber der jahrelangen sträflichen Nach- Amerika. tzo« biÜ«pmofa im Territorium Utah kommt die Nachricht, % rC Mormonen damit umgehen, sich mit Gewalt(?) gegen .�Herrschaft der Unionsregierung aufzulehnen. Die hat daher den General Schofield, der im Staate üloh h" wwmandirt, angewiesen, etwaigen Ruhestörungen m die Mormonen sofort mit aller Strenge entgegen- uen. !e�>.�0h?uistan und an der Grenze dieses Landes sieht es friedlich aus. Der Emir von Afghanistan ist eifrig Truppen zur Verstärkung der Besatzung Herats und Jf* alte schielende, langbärtige Bursche schaute recht »Hf&{* von seinem gelben,„uthumrauschten Muschelwagen cb� f olherton nieder, und der Stelzfuß schaute wieder ihst, r. behaglich zu dem Meergott auf, das heißt, wenn es me Zeit gerade erlaubte, und dann stellte er höchst l»aur>.k�.. öS,------ nt._ cm.AC.r c... q.u O. jy rvMuje Betrachtungen über den Wechsel der Zeit an. tznte y, mh jlch selbst als lustigen Leichtmatrosen, wie er ein Aequator von einem als Neptun verkleideten ** �—------ t____ r.______« * UWIDT ÜUTl CUICIU Ut» W««*V»VV*WV «nb von dessen als Götter und Najaden heraus- Gehilfen die Taufe erhielt. Dann gedachte er des an welchem er als Vollmatrose und Vortopmann taiie rV�n Mal die Rolle des Neptun übernommen tt Schiffsdoktor vorzugsweise mit dem salzigen n, hl aus der Feuerspritze bedenken ließ. k 'st >�'Vyr(I»VV**VV—.-----, VW (f. i,r-auä bor Feuerspritze bedenken ließ. rr g../ blickte sinnend auf den lesenden Arzt und lächelte: vMta SavfoTAß ftA mnfet Bei SS« ti V* V»( I---------■-(J------ '-"Warttate sich nämlich, wie derselbe sich wohl bei lbotoriattaufe sträuben würde. Von dem Arzt wan- Blicke zu dem ruhig schlummernden Weatherton L J�,Jvar damals noch nicht vom Stapel gelaufen", Ooutenn». Gedanken,„aber sein Vater war ein schmucker ef1 lustinft Unm'oh? ich war ein Kerl, wie Dickie heute ist; f �b bp?« T�oosche auf dem Tanzplatz, und die flinkste Net, S«.? Segelauslassen und Reffen." Er schaute auf f�bte, bnw � vnd ein wehmüthiger Zug glitt über seine 'cwtle[te®e Physiognomie, indem er traurig den Kopf � von i?"öten recht trübe Gedanken sein, die plötzlich Be- a�bten R �Süssen hatten, denn er warf mit einer ge- ?>ee...�wegung das hölzerne Bein über sein gesundes "vi beir�b bann zog er sein langes Zuschlagmesser" hervor, Und iw� Spitze mit einem" ."U einem Ausdruck von Grimm immer "hten, wieder in das unschuldige harte Beinholz zu ...Es «'h" offenbar, sein eigenes Glied verwunden - es Schmerz zu fühlen oder Blut zu verlieren. toOH*C � bnffk' W VW» 0« VV.,.V. V.». üeiA siinem w rl" �"schein, als ob der feuerrothe Neptun treten% Bilderbogen aus, trotzdem seine etwas ver- 0''3efcilfenU3Cn Kber's Kreuz schauten, ein besonderes an dem Benehmen der alten Theerjacke L der Nordwestgrenze abzusenden und frische Regimenter auszu- rüsten, welche die durch Entsenden an die Grenze entstandenen Lücken ausfüllen, lieber Bewegungen auf russischer Seite wird nichts gemeldet; indessen beweist dies bei den russischen Preß- Verhältnissen nichts. Die militärischen Vorbereitungen werden, wie sich aus der Errichtung eines englischen Lagers im Süden von Afghanistan ergiebt, neben den Friedensverhandlungen unausgesetzt betrieben. JoKales. r. Der Berliner Krippen-Verein, der fich die Wartung und Pflege kleiner Kinder angelegen sein läßt, denen ihre Eltern die erforderliche Aufsicht und Wartung aus irgend welchen Gründen nicht angedeihen lassen können, hat im Laufe des vergangenen Jahres in seinen beiden Anstalten 9468 Kinder in Obhut genommen, und zwar in der ersten größeren Anstalt 8703 und in der zweiten kleineren Anstalt 765 Kinder. Die Aus den Beiträgen der Vereinsmitglieder und aus anderen Spenden wurden diese Einnahmen auf 9746 Mk. erhöht, denen 9191 Mk. an Ausgaben gegenüberstanden. Trotz dieses an sich keineswegs ungünstigen Resultats hat der Verein beschlossen, die zweite, kleinere Anstalt eingehen zu lassen, die in dem kinderreichen Osten der Stadt errichtet war und deren Verlust hier von der ärmeren Bevölkerung besonders schwer empfunden werden dürfte. Der Krippen-Verein ist ein Wohlthätigkeits- Institut und es kann deshalb an seinen Entschließungen nicht die gleiche Kritik geübt werden, wie gegenüber den Maßnahmen anderer Korporationen, aber befremdlich erscheint das Eingehen der kleineren, zweiten Anstalt doch; denn einmal find, wie die vorangegebenen Zahlen darthun, die laufenden Ausgaben durch die Einnahmen gedeckt, und außerdem verfügt der Verein noch über ein Kapitalvermögen von 15 600 Mk. Daß bei solcher Finanzlage ein Wohlthätigkeits-Jnstitut seine Wirksamkeit frei- willig einschränkt, ist jedenfalls eine seltsame und auffällige Erscheinung. Dre Trtnkgeldfrage beschäftigt noch immer die Presse weit und breit und ist Gegenstand eingehender Erörterung in der Fachpresse des Gastwirthstandes. Aber die Besprechung bewegt sich fast ausschließlich in der engen Erörterung des Verhältnisses des Kellners zum Wirthe und der Mitschuld des Publikums durch gefügiges Unterwerfen unter die altherge- brachte Sitte. Vielleicht ist es nicht ohne Berechtigung, darauf hinzuweisen, daß auch das Publikum, wenn es einmal in die Lage kommt, Gastgeber oder Wirth zu sein, sehr gerne die Unsitte des berufsmäßigen Gaftwirthes annimmt, seine Be- diensteten auf Kosten des Publikums bezahlen zu lassen. In den Vermittelungsbureaur für das Engagement von Dienst- boten kann man täglich die an ein Mädchen bei Feststellung des Lohnes gerichtete Bemerkung hören:„Ich gebe nicht mehr als so und soviel Mark, aber in meinem Hause verkehren viele Freunde, und sie bekommen viel Trinkgeld." Hier also wird bestimmt darauf gerechnet, daß der Besucher die Tasse Thee, welche er Abends beim Freunde genießt, auch bezahlt. Schlimmer noch ist es und geradezu unerhört, daß bei den in öffentlichen Sälen stattfindenden Hochzeitsfeierlichkeiten der Gast häufig am Schlüsse vom Kellner in Anspruch genommen wird, daß er hier also nicht etwa verstohlen an der Hausthür dem dienstbaren Geist freiwillig ein kleines Geschenk in die Hand drückt, sondern unter d»n Augen des Gastgebers und gewissermaßen auf dessen Wunsch und mit seiner Zustimmung in hohe Kontribution genommen wird. Bei öffentlichen Festessen ist dies die Regel. Selbst bei dem Diner, so erzählt die„Nat.-Ztg.", welches vor 8 Monaten Stanley in Berlin gegeben wurde und bei welchem das Kouvert mit 20 Mark berechnet wurde, ein Preis, der es dem Traiteur sehr wohl hätte ermöglichen sollen, auch seine Kellner zu be- zahlen, ging der Teller mit dem berühmten Zahnstocher herum und sollte Stanley eben selbst präsentirt werden, als noch ein Herr rechtzeitig intervenirte. Ueberall allerdings läßt man fich diesen Zwang nicht autmüthig gefallen. Es war bei dem An- fangs Juli stattgehabten großen deutsch-amerikanischen Fest in Bingen. In der Festhalle auf dem Rochusberge saß die 400 Köpfe zählende Gesellschaft. In vorgerückter Stunde war man beim vorletzten Gange angelangt, als auch plötzlich, zuerst an der Haupttafel, der unheimliche Zahnstocher auftauchte. Der unglückliche Kellner, der gerade hier den Anfang machte, ist von seinen Kollegen sicherlich verwünscht worden. Zuerst aller- dings nahm die Geschichte einen harmlos komischen Verlauf. Der erste Fremde, ein Stock- Amerikaner, nahm mit verbind- lichem„thank you"(danke Ihnen) den Zahnstocher und legte ihn neben sich auf den Tisch. Kopfschüttelnd ging der Kellner weiter. Er ersetzte den Zahnstocher durch einen andern und erlebte, daß ihm nunmehr als Antwort ein elfenbeinerner Zahnstocher gezeigt wurde, den der Gast seinem Porte- monnaie entnahm. Auch der dritte Versuch schlug fehl. Hier legte sogar mit unerschütterlichem Ernste der Gast einen zweiten Zahnstocher zu dem ersten— was er sich dabei übel Lust habe, die Spitzen seines dem hölzernen Bein zu ver- an empfinde und nicht Dreizacks ebenfalls suchen.— Stunden waren schon seit Rast's Entfernung ver- strichen, und Weatherton hatte sich noch nicht geregt. Seine Athemzüge folgten langsam und regelmäßig auf einander, und so fest schlief er, daß er gar nicht merkte, wie der Arzt die Binde von seinem Kopfe nahm und die Umschläge auf der Wunde erneuerte. Je länger der Schlaf aber dauerte, um so häufiger sah der Arzt nach der Uhr, und mit einer gewissen ungeduldigen Spannung blickte er jedesmal nach der Thür, wenn das Geräusch unten im Hause die Ankunft eines Gastes be- kündete. Offenbar wünschte er, daß Rast noch vor Weather- ton's Erwachen zurückkehren möge, und zwar in Falk's Be- gleitung, um die so dringend ersehnte Beruhigung ertheilen zu können. Er hielt diese Beruhignng sogar von großem, wenn auch nicht entscheidendem Einfluß auf den Zustand des Kranken. Doch immer häufiger öffnete sich die Thür vor den an- kommenden Abendgästen, ohne daß einer den Weg nach der Treppe eingeschlagen hätte. Endlich, als es bereits dunkelte und der Doktor schon längst seine Zeitung zur Seite gelegt hatte, knarrte die Stiege unter der Last von Hinaufsteigenden, die indessen den Schall ihrer Tritte behutsam dämpfte«. Weatherton fuhr empor. Jim Rast noch nicht einge- troffen?" fragte er besorgt. In demselben Augenblick öffnete sich die Thür und der Bootsmann, der die Frage vernommen hatte, antwortete in einem Tone, der an sich schon den guten Erfolg seiner Sen- dung verrieth:„Ate, Aie, Herr! eingetroffen, ganz selbst!" „Und Falk?" fragte Weatherton, fich trotz des Arztes Warnung emporrichtend. Hab' ihn im Schlepptau, Dickie! war'ne heiße Jagd, bei Gott! das ist originell!" Weatberton sprach nicht weiter, reichte aber dem Freunde /— rx„ s.;«r--- W.rflo die Hand entgegen, welche dieser mit Herzlichkeit drückte. We er bann, gedacht haben mag, ist nicht recht klar. Erst der vierte Gast war ein Mann nach dem Herzen des Kellners. Emil Ritters- haus erbarmte fich des Unglücklichen, aus seiner Tasche rollte das erste Silberstück klappernd auf den Teller und der Schreiber dieser Zeilen schickte fich eben an, das Beispiel nachzuahmen� als das schon längst dem Vorgange folgende Auge des Vor- sitzenden, eines Deutsche Amerikaners, die Prozedur vollständig; erfaßte. Und was nun folgte, war in gewissem Sinne für die Kellnerschaar gräßlich. Wie der Donner dem Blitz, so folgte seinem dröhnenden„Halt" die Konfiskation des Tellers und» unmittelbar darauf ein gewaltiges„Hinaus". Der Mann ver- stand keinen Spaß und es nahm geraume Zeit ihn zu be- ruhigen. Dann aber ließ er fich den Wirth kommen und machte ihm den Standpunkt klar. Es sei für das Kouvert be- willigt worden, was er forderte. Darüber hinaus gebe es keinen Deut. Und man setzte ihm hier praktisch das aus- einander, was Professor Jherivg und seit ihm sehr viele Andere theoretisch zu befürworten versucht haben. Es dürfte das erste Mal gewesen sein, daß die Trinkgeldfrage in Deutschland in so eminent praktischem Sinne gelöst wurde. Und es empfiehlt fich der Vorfall zur Nachahmung. Wenigstens bei großen Festlichkeiten, bei Hochzeiten, aus den Privarhäusern sollte das Trinkgeld verbannt werden, wenn man es schon nicht aus dem kleinbürgerlichen Verkehr aus- merzen kann. Den Eisenbahnschaffnern sammtlicher unter Staats- Verwaltung stehenden Bahnen ist der„Ch. N. Z." zufolg? kürzlich eine Verfügung, das Kupiren der Billets betreffend» zugegangen, in welcher betont wird, daß in den letzten Jahren eine große Anzahl Verunglückungen durch Herunterfallen vom Trittbrette bei den Verwaltungen zu verzeichnen gewesen sei. Die angestellten Erhebungen hätten ergeben, daß das Kupiren der Billets während des Haltens der Züge auf der Station sehr leicht durchführbar wäre, so daß das Kupiren während den Fahrt im Hinblick auf die Gefährlichkeit nur in Ausnahme-- füllen vorkommen könnte. Es wird den Schaffnern nochmals die Bestimmung in Erinnerung gebracht, wonach sie überhaupt nur rechtsseitig den Zug zu begehen hätten. Bei Ausfahrt aus Stationen, auch beim Passtren von Tunnels sei überhaupt das Gehen auf den Trittbrettern zu unterlassen. In kürzester Zeit wird den Schaffnem ein Verzeichniß zugehen, in welchem sämmtliche Strecken angegeben sind, auf denen ein Betreten der Trittbretter überhaupt mit Gefahr verknüpft ist.— Statt der Instruktionen gebe man dem geplagten Beamten nur Zeit und Gelegenheit, die Billets auf den Stationen zu kupiren, sc» wird es schon geschehen. Aus purem Vergnügen setzt sich wahrhaftig Niemand der drohenden Lebensgefahr aus. Verspätet. Daß nicht nur Bücher, sondern auch Briefe ihre Schicksale haben, beweist eine kleine wahre Geschichte, die das„Liegn. Stadtbl." erzählt. Zum Weihnachtsfeste überreichte der Bruder eines bekannten Berliner Buchhändlers diesem eine Meerschaumpfcife mit der Bemerkung, er freue sich, endlich seinen Lieblingswunsch erfüllen zu können. Auf die erstaunte Be» merkung des Beschenkten, er erinnere sich nicht, diesen Wunsch geäußert zu haben, erfuhr er, daß er in einem vor zwei Jahr- zehnten in London geschriebenen Briefe diesen Wunsch aus- gesprochen halte und dieser Brief erst kurz vor Weihnachten m die Hände des Geschenkgebers gekommen war. Der Brief war» wie viele seiner Vorg"-"- � �-•-- aus London n eingebundenes...... diesem in die Bibliothek des Prinzen Adalbert. Nach dem Tode des Prinzen wurde seine Bibliothek versteigert und bei dieser Gelegenheit kam das Buch in den Besitz eines Marine- offiziers, dem beim Durchblättern des Buches der seit neun- zehn Jahren verschwundene Brief in die Hände fiel und der sich nun beeilte, das Schreiben seinem Adressaten zustellen zw lassen, der nach einem elfjährigen Aufenthalte in Paris kurz zuvor nach Berlin zurückgekehrt war und so in den Stand ge- setzt wurde, den vor zwei Jahrzehnten geäußerten Wunsch seines Bruders zu erfüllen. Da der alte Schneidermeister Tomatschek neuerdings „wieder einmal" und zwar endlich ganz ordnungsmäßig daS Zeitliche segnen mußte, mag es erlaubt sein, an einen derben Scherz zu erinnern, der dazumal in Berlin viel Aufsehen machte, als die Schauermär von dem vermeintlichen Tode unl> „Begräbniß" bekannt geworden war. Eine herrliche Ballade» so berichtet die„Magd. Ztg", wurde zur Erinnerung an diesem Vorfall gedichtet und gesungen, deren Verfasser uns leider nicht bekannt geworden ist:„Nachts um die zwölfte Stunde", so Hub der Sänger sein Lied an,„verläßt det Plättbrett sein .11- W 1... rv........ w*. Ci i w L. f■ i i> Jrab, macht mit die Kaldaunen die Runde und bringt die Konstablcr in Trab." Und die erbauliche Moral zum Schlüsse lautete wie folgt:„Bejrabe nie keen Plättbrett nicht mit olle Rindskaldaunen, sonst ruft Dir vor das Strafgericht die Kri-- minalposaune."_...._ R. Tod durch Sturz über das Treppengelander. Der achtjährige Knabe David Brachvogel aus Gnesen, der mit seiner Mutter beim Kürschner Wollmann, Landsbergerstraße Nr. 103» hier zum B-such war, spielte auf der Treppe in der zweiten Etage. Hierbei bog sich derselbe zu weit über das Treppen- zu dem Arzt gewendet,„und werde noch heute Abend in mein Hotel übersiedeln." Der Arzt ertheilte eine ausweichende Antwort, überzeugt? sich indessen, daß jede Gefahr für den Kranken abgewendet sei, und da er zu errathen glaubte, daß Weatherton sich mit Falk ohne Zeugen zu unterhalten wünsche, so gab er vor» noch einige nothwendige Gänge abmachen zu müssen, bat aber dringend darum, daß vor seiner Rückkehr ein Versuch der Uebersiedelung nicht unternommen werde. Als er sich entfernt hatte, forderte Weatherton den Stelz- fuß und Jim Rast auf, nach der Schänke hinabzugehen und» sich dort gütlich zu thun. Die Heiden alten Theerjacken zögerten wohl etwas und» zählten verschiedene Gründe auf, die es wünschenSwerth erscheinen ließen, so lange beizulegen, bis er wieder vollständiA flott geworden; Weatherton aber, der vor Ungeduld brannte, mit Falk ungestört über die letzten Begebenheiten zu be- rathen, war unerbittlich, und sogar als Rast sich erbot, Licht herbeizuschaffen, lehnte er es unter dem Vorwande ab, daß gerade die Dunkelheit ihm angenehm sei. Kaum hatte sich die Thür hinter den Davonschreitende» geschlossen, da setzte Weatherton sich aufrecht hin. „Mr. Falk," hob er an,„waS bringt Ihr für Nach- richten von dem Kalifornia-Dampfboot? Mir ist, als hätte sie an Bord sein müssen, und als ob der Anfall aus mei» Leben mit der Abreise der Mormonen in Verbindung zu bringen sei." „Ich glaube behaupten zu dürfen, daß Keiner der unS bekannten Mormonen mit dieser Gelegenheit nach Kalifornien abgereist ist," antwortete Falk, indem er sich zu Weatherton auf daS Lager setzte.„Schon seit Tagesanbruch befand ich mich mit Werner an Bord des Schiffes, und nicht ein Mensch ist die Laufplanke heraufgekommen, den wir nicht aufmerksam betrachtet hätten. Nein, wir können sie nicht übersehen haben, eS ist nicht möglich, wir waren zu wachsam. Dast aber der Plan gegen Euer Leben von den Mormonen an- gelegt wurde, will ich nicht in Abrede stellen. Man kann sogar als erwiesen betrachten, daß der Brief deS Mormonen- Mädchens nur geschrieben wurde, um Euch in die Falle z» locken—(Fortsetzung folgt.) oelSnber, so daß er daS Gleichgewicht verlor und die ganze Höhe der beiden Etagen herab auf den Hausflur stürzte. Ein sofort hinzugerufener Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Tod des Knaben konstatiren. Die Leicht wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Die Dienstaasfeuerwerke find in der That eine Zug- kraft allerersten Ranges für den Schweizergarten geworden. Seit dem Bekanntwerden dieser wirklich großartigen Kriegs- feuerwcrke steht man dies reizende Etabliffement an jedem Dienstag mit einem eleganten Publikum dicht gefüllt. Eine besondere Annehmlichkeit ist dem Publikum dadurch geboten. daß im Hinteren Theil des Gartens große Tribünen erbaut worden find, von welchen man eine schöne Ausficht auf das Feuerwerksterrain hat. Auf der Sommerbühne treten nach wie vor das allbeliebte Kuriosa-Trio, dessen originelle und drastische Terzetts die größte Heiterkeit erregen, das schlestsche Damen-Quartett, ferner das Trifolium Ballier, Beminghausen und Bey. und die neu engagirtc Violinvirtuostn Fräulein Völker auf, so daß zuzüglich des Doppelkonzerls und der Theatervorstellung der Mitglieder vom Alhambratheater den Besuchern gewiß Unterhaltung in reicher Fülle geboten ist. Gerichts-Jeiwng. Reichsgerichtsentscheidung. Leipzig, 3. August. Die Lieder der„Goldenen Hundertzehn" waren der Gegenstand einer Verhandlung, die vor einiger Zeit vor dem III. Strafe senate des Reichsgerichtes stattfand. Der Inhaber des Ber liner Konkurrcnzvereins„Goldene Hundertzehn", der Kaufmann I. Cohn pflegt seine Zeitungsreklamen durch kleine Gedichte einzuleiten, welche vielen Leuien Spaß bereiten. Um diesen Leuten den praktischen Genuß nachhaltiger zu gestalten, als dies durch ein leicht abhanden kommendes Zeitungsblatt ge- schehen kann, hatte Herr Cohn 82 solcher Lieder in Form eines Albums drucken lassen und auf den Titel die Bemerkung ge- setzt„Nachdruck verboten". Der Kaufmann Benno Fuß in Magdeburg hatte an den Gedichten auch Gefallen gefunden und fich dieselben jedesmal aus seiner Zeitung geschnitten, um sie bei Gelegenheit zur Empfehlung seiner eigenen Handels- artikel zu benutzen. Als er dies getban hatte, wurde er von Herrn Cohn angezeigt und wegen Nachdrucks unter Anklage gestellt. Das Landgericht in Magdeburg sprach ihn jedoch frei, weil seine Behauptung, er habe das fragliche Gedicht aus einem Berliner Blatte entnommen, unwiderlegt blieb. Es liegt daher, hieß es in den Urtheilsgründen, ein Abdruck von ein- zelnen Artikeln aus öffentlichen Blättern vor und dieser ist nach J? 76 des Gesetzes vom 11. Juni 1870 als strafbarer Nachdruck nicht anzusehen. Auch ist der Nachweis nicht erbracht, daß jedesmal an der Spitze der in den Zeitungen veröffentlichten Gedichte der Vermerk„Nachdruck verboten" fich befunden habe. Der Nachdruck war also erlaubt und da- durch nicht verboten, daß ein neuer Abdruck der Gedichte in Buchform die Notiz„Nachdruck verboten" enthält. Dafür, daß der Angeklagte die von ihm veröffentlichten Gedichte ge- rade aus dem Album entnommen hat, ist kein Nachweis er- bracht worden. Der§ 18, 2 kam dem Angeklagten zu statten, denn die Bestrafung des Nachdrucks bleibt ausgeschlossen, wenn der Veranstalter desselben auf Grund eines entschuldbaren that- sächlichen oder rechtlichen Jrrthums in gutem Glauben gehan- delt hat, denn der Angeklagte war berechtigt zu glauben, daß kein gesetzlicher Schutz der Gedichte bestehe, weil sie in öffent- lichen Blättem und obendrein in Verbindung mit Reklamen standen.— Gegen dieses Urtheil hatte der als Nebenkläger aufgetretene Herr Cohn Revision eingelegt, das Reichsgencht (Hl. Strafsenat) verwarf jedoch dieselbe als völlig unbegründet, weil sie gegen die thatsächlichen Feststellungen ankämpfe und die Ausführungen des Urthcils durchaus zutreffend erscheinen. Sozialesund Arbeiterbewegung. Zum Töpferstreik in Velten wird uns von dort be- richtet, daß die Töpferlehrlinge am Montag, den 3. August, die Arbeit einstellten, weil fie nicht gewillt find, von Arbeitslcuten, welche von den Meistern an Stelle der streikenden Gesellen beschäftigt werden, ihre Kenntnisse in der Töpferei zu erwerben, da nur gelernte Töpfer fähig seien, die Lehrlinge tüchtig aus- zubilöen� � Handweberei wäre somit vollständig besiegelt.„Der Glaucher Beobachter" schreibt nämlich: In der mechanischen Webstuhlfabrik von Schönherr u. Co. in Chemnitz werden während des Bundesschießens drei neu konstruirte mechanische Webstühle in Betrieb gesetzt und zu Jedermanns Anficht ausgestellt werden. Der erne derselbe ist auf P l ü s ch eingerichtet und dürfte derselbe für hiesige und auswärtige Zunftmeister von großem Interesse sein, indem hiermit der einzige Artikel, welcher bis jetzt von der Handwebe- reihergestellt wurde, nunmehr auch auf mechanischem Wege herzustellen ist. Aus einem Berichte des Verwaltungsraths des „Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahl- fabrikation" geht hervor, daß im vorigen Jahre fich die Ar- b e i t e r z a h l um 20 Prozent vermindert hat. Dennoch zahlt die Gesellschaft eine Dividende von 10 Prozent. Auf der einen Seite Arbeiterentlassungen, Roth und Elend, auf der andern Seite immer noch reichliche Dividenden. Eine eigenthümliche Wirthschaftsordnung! Aus Sachsen wird der„Volkszeitung" geschrieben: Im Erzgebirge, wie im Voigtlande find die Heidelbeeren erfroren, deren Einsammeln in früheren Jahren den ärmeren Arbeiter- familien einen, wenn auch geringen Verdienst abwarf, der ihnen besonders in arbeitslosen Zeiten zu Gute kam. Und gegen- wärtia ist die Zeit für die Arbeiter im Gebirge eine verdienst- lose, ja vielfach arbeitslose. So ist die Kachenez-Weberei in Netzschkau und Elsterberg sehr zurückgegangen-der Lohn steht ungemein niedrig. Während un Jahre 1883 Arbeiter auf so- genannten schmalen Stühlen 8—9 Mark, auf breiten 12—13 Mark und die Schecrer gar bis 16 Mark verdienten, steht letzt der Lohn auf 5-6 Mark auf schmalen, 8-9 Mark auf breiten Stühlen, und die Scheerer bringen es höchstens auf 10—11 Mk. — Die Korsettfabrikation im Voigtlande liegt ebenfalls schwer darnieder, die Konkurrenz wird immer größer und die Waaren- preise find ungemein gedrückt; selbstverständlich ist auch der Lohn bedeutend gefallen.— Die mechanischen Webstühle zur Fabrikation von Kammgarnstoffen sind im vorigen Jahre un- gemein vermehrt worden, in einzelnen voigtländischen Städten ist eine Verdoppelung eingetreten. Die dadurch entstandene Ueberproduktion hat auch dort zur Krisis geführt, und zahlreiche Arbeiter, die im vorigen Jahre wöchentlich 12—14 Mark Lohn erhielten, find jetzt völlig beschäftigungslos.— Die Fabrikation der großen baumwollenen Damentücher hat für die Arbeiter immer nur einen guten Verdienst abgeworfen; ein tüchtiger Arbeiter brachte es wöchentlich höchstens auf 12 M. Doch auch diese schöne Zeit ist jetzt vorbei. Obgleich fich die Fabrikanten in anerkennenswerther Weise bemühen, viele neue und schöne Muster zu erwerben, so hapert es doch bedenklich mit dem Absatz, da der amerikanische Markt verschlossen bleibt und in Deutschland, dem einzigen Absatzgebiet, welches diese Fabrikation nock bat, die Kaufkraft und Kauflust immer mehr zu sinken sckeinen— Auch die Gorl- und Perlnäherei im oberen Voigt- mmm# so Stunden mehr Äs"4 M' zu verdienen.- So kann man jetzt eben so gut auf die Gorl- und Perlnäherinnen, als auf die Klöpplerinnen selbst die rührenden Verse von Louise Otto anwenden, die da lauten:„Seht ihr fie fitzen am Klöppel- kissen, die Wangen bleich und die Äugen reth, wie fie fich mühen um einen Bissen, um einen Bissen schwarzes Brot." „Die Märtyrer des TodeS" sind, wie wir bereits vor längerer Zeit im„B. V." nachgewiesen haben, die u n e h e- lichen Kinder. Jetzt liegt neues ziffermäßiges Beweis- Material, aus amtlichen Quellen geschöpft, daiür vor, daß die „Kinder der Liebe" ein größeres Sterblichkeitskontingent stellen, als die ehelich Geborenen. Nach der österreichischen„Statisti- schen Monatsschrift", herausgegeben von der k. k. Zentral- Kommisston, XL Jahrgang, Juliheft 1885" wurden in Oe st erreich gezählt: eheliche Lebendgeborene uneheliche„ eheliche Todtgeborene. uneheliche„ Eheliche im Ganzen. Uneheliche im Ganzen 1883 734 691 124 141 18 701 5121 753 392 129 262 1884 750 013 128308 19 171 5279 769 184 133 587 Hieraus ergiebt fich für das Jahr 1884 eine Zunabme der ehelichen Lebendgeborenen um 15 322 oder 2,09 pCt. der unehelichen Lebendgeborenen„ 4 167„ 3,36„ der ehelichen Todtgeborenen„ 470„ 2,51„ der unehelichen Todtgeborenen„ 158„ 3,09„ Während also bei den ehelichen Kindern die Zahl der Todtgeborenen nur um 2,51 pCt., ist sie bei den unehelich zur Welt gekommenen um 3,09 pCt. gestiegen. Die milleidslose, kalte Sprache der Zahlen ist eine beredte Anklage gegen die gesellschaftlichen Mißstände, aus denen ein solches soziales Uebel hervorgehen konnte und hervorgegangen ist. Aber auch die Prozentzahl der unehelichen Lebend geborenen ist gewachsen, und dies bedeutet eine tiefgehende Störung im Wirt h» schaftsleben. Je erschwerter durch die ökonomische Situation das Heirathen, je geringer die Möglichkeit ist, eine Ehe einzugehen, um so mehr nimmt die Frequenz der unche- lichen Geburten zu. Und welches Geschick steht den Unglück- lichen Geschöpfen bevor, die ohne Familie, ohne Pflege, ohne Erziehung aufwachsen? Die Noth, das Elend, der Sturz in das Lumpenproletariat, das Verbrechen. Wo bleiben die sozialen Reformen? Für die Bedeutung der englischen Gewerkschaften, der Trades' Unions, die sich zu ihrer lächerlich kindischen Karrikatur, den Hirsch-Duncker'schen Gewerk- vereinen verhalten, wie ein Eichenbaum zum Wegeblatt, sprechen recht drastisch die Ziffem, welche in der Zeitschrift der Statist. Gesellschaft( Jonrnal of Statistical Society) Mr. Brabrook mitgetheilt hat. Es gab: Jahre: Trades' Zahl der Fonds: Einnahme Unions: Mitglieder: Mk. Mk. 1873 118 264 357 4 309 580 5 399640 1883 195 253 088 8 629 900 5 854400 + 77- 11269+ 4 320 320+ 454760 Wir ersehen aus dieser Zusammenstellung, daß in dem Jahrzehnt 1873—1883 die Zahl der Organisationen bedeutend gewachsen, die Mitgliederziffer dagegen gefallen ist. Femer ist eine Zunahme des Fondskapitals und der Einnahme zu ver- zeichnen. Sehr eigenthümlich berührt die Abnahme der Zahl der in Gewerkschaften organistrten Arberter. Sollte diese Erscheinung nicht mit der immer mehr um fich greifenden Proletarisirung der großen Masse zusammenhängen, mit dem Prozeß, welcher die Gruppe der sog. Elitearbeiter beständig verkleinert? Nichts- destoweniger stellen die oben gegebenen Daten eine Macht dar, welche imponirend zu wirken vermag. Wir wünschen, daß auch die deutsche Fachvereinsbewegung im Laufe der Zeit fich ähn- lich entwickeln möge. Diazu bedarf es aber vor allem der nöthigen gesetzlichen Garantien, welche bisher den deutschen Ge- werkschaften thatsächlich fehlen. Dieselben müssen, wie es der Arbeitcrschutzgesetzentwurf fordert, der diskretionären Vollmacht der Polizei entzogen werden und das Recht der juristischen Person erhalten; es ist weiter nöthig, daß die verschiedenen Vereinsgesetze der einzelnen Bmderstaatcn dahin rcformirt werden, daß eine zentralisi rte Organisation der Arbeiter- korporation ebenso zulässig ist, wie z. B. die Verbände der Industriellen. Am besten wäre ein volksthümlich ad- gefaßtes Reichsvereinsgesetz. Dafür ist unter den jetzigen Verhältnissen freilich keine Aussicht. Gerade diese Hemmnisse müssen der deutschen Arbeiterwelt als Sporn dienen zum unentwegten, zähen Kampf für eine freie, mächtige Ge- werkschaftsbewegung im großen Stile. Zum Grubenarbeiterstreik in England. Die Arbeit« in d-n South Staffordshire Eisen- und Kohlengruben habe» ich dem Streik der Arbeiter in den Uorkshire Minen arge- chlosscn. Ihre Forderungen find dieselben wie die der Low hire- Arbeiter, nämlich Verkürzung der Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von 10 pCt. Die Arbeitgeber weigerten sich, d« Forderung der Arbeiter zu bewilligen. Die Zahl der Feiemven beträgt 1900 Mann. Vermischtes. Der neueste Sport. Gegenwärtig ist eine Suche nach Wörtern und Sätzen entstanden, welche, vorwärts und rü»' wärts gelesen, dasselbe Resultat geben. Nachdem auf dem Dresdener Turnfest der selige„Redel mit dem Ledergurr wieder ausgegraben worden war, nachdem auch Schoren- hauer's„Reliespfeiler" wieder auferstand, erfreut ein Korre- spondent der„Straßb. Post" Anhänger dieses Sports mu folgendem zeitgemäßen Satze:„Ein Neger mit Gazelle Mi im Regen nie." Mutter:„Nun, mein süßer Junge, hast Du auch Dein« Ferienarbeilen fertig?"— Söhndien:„Die brauch' ich nicht zu machen, Mama."— Mutter:„Gewiß mußt Du sie mache», mein Engel, denn sonst setzt Dich der Herr Lehrer ja um Einen herunter."— Söhnchen:„O, Mama, ich bin scho» der Letzte." Ein Redakteur in Arizona widmet einem eben gestorbenen Mitbürger den nachstehenden Nekrolog:„Wir lassen cme Thräne aufs Papier fallen, indem wir den Tod des arme» Billy Muckrow verzeichnen. Seine liebenswürdige Persönlichkeit und sein herzliches Lacken liehen den erlesensten Schnapsstuben unserer aufstrebenden Stadt einen Reiz, den dieselben bis dahin nicht gehabt hatten. Wir sagen es ohne Furcht auf Wider' spruch zu stoßen: Billy war so gerade wie eine Kegelbahn, un? so einfach, wie eine alte einläufige Reiterpistole. Auch lieh er fich nie lumpen. Von den drei Menschen, die er todtgeschossen, hatte er nur mit Einem einen Worts Wechsel, der länger als fünf Minuten gedauert# Niemals hat man eine Weigerung von ihm gehört,� i» irgend einer Tages- oder Nachtzeit fich an der Jagd auf einen Pferdedieb zu betheiligcn, und zu einem rechtschaffenen Poker hätte man ihm noch von seinem Sterbebett fortholcn können, wenn grade Jemand auf den Gedanken gekommen wäre, ihm seine letzten Augenblicke in dieser Weise verschönern zu wollen. Die Krönung seiner Tugenden und seiner unvergeßlichen Thaten ab« wird für uns immer darin bestehen, daß er uns noch eine Woche«« seinem Tode ein dreijähriges Abonnement auf den„Honil« vorausbezahlte, und wir bitten hiermit seine Erben, uns>h« Adresse zu schicken, denn wir glauben dem abgeschicoenen G«I> eines solchen Ehrenmannes nicht besser gerecht werden f können, als indem wir unsere Verpflichtung gegen ihn aust Getieueste zu erfüllen gedenken. Fremdling, gehe hin undth« desgleichen wie Billy Muckrow!" Kleine Mittheilungen. Unglaublich, aber wahr ist folgender Vorfall, den bit „Pfälz. Presse" erzählt. Neun Lateinschüler der dritten Klam der Studicnanstalt zu Speier, fast fämmtlich besserer L«£ Kind, hatten sich zu einem Komplott verschworen, ihren nah lieben Klassenlehrer zu ermorden. Der Mittwoch Abend w« zur Ausführung des Attentats bestimmt. Ein scharf mit% Schüssen geladener Revolver und zwei Dolche waren beschallt die Rollen vertheilt, und am Abend, als der Klassenordinan« gewöhnlich seinen Spaziergang im Domgarten zu mach« pflegte, sollte das ausführlich besprochene Attentat veck� werden. In der elften Stunde bekam einer der jugendlich« Verschworenen Reue und brachte den beabsichtigten Mord 9« Anzeige. Zwei Schüler traten sofort aus, ein Haupträdew* führet wurde entlassen, und die übrigen sechs sammt dem Kr?� zeugen kamen mit dem consilium abeundi davon. Der Instruktion gemäß. In der Strafanstalt SJ Wartenburg(Ostpreußen), wurde vor einigen Tagen ein 6% ling durch den Militärposten erschossen. Der Gefangene stas« an einem Fenster, unter welchem sich der Soldat auf Pom befand. Als letzterer nun des Gefangenen ansichtig wur?« rief er demselben dreimal zu, fich vom Fenster zu entferne»- Dieses geschah nicht, weshalb der Soldat auf den Gefangene anlegte und ihn niederschoß. Die Kugel drang demselben die Luftröhe in den Hinterkopf und tövtete ihn auf der St«�' 4. Klasse 172. Königs. Preuß. Lotterie. Zlchnng vom 5. August 1885. Rui die Gewinne über 210 Marl find den detreifende» Nummern in Parenihcie beigefügt. (Ohne Gewähr.) 12 16 28 53 100[3001 85 230 63 59 90 333 73 418 50 59 507 16 31 32 42 56 60 624[3001 32 36 15501 98 863 929 58 60 1 037 66 89 165 [3001 74[15001 201 12 59 318(15001 70 430[5501 46 63 63 90 631 656 63 708 97 931 92 2181 86[30001 201 3 18 19 50 56 337 421[3000] 25 95 539 51 61 71 600 70 724 27 831 33 60[300) 998 3179[3001 283 351 453 587 737[5501 52 69 846 67 76 946 76 4024 61 91 93 97 142 66 96 237 343[550] 445 60 682[3001 610 733[5501 38.897[30001 903 20 33 ,3005IC04 70 163 68 75 220 80 321 48 89 436 49 87 512 67[550] 670 83 [30001 716 803 6 46 52 54[5501 905 22«085 117 60 77 248 377[6000J 90 413 44 633 62 90 93 787 825 60 72 980 7035 91 102 28 243 63 81 95 338 420[300] 68 660 85 612 729 37 60[300] 839 63 908 33 46 69 82 8006 21 227 37[3001 48 58 337 46 410 39 636[3000] 68[5501 71 613 78 89 702 814 45 13001 68 905 11 77 90 98»035[3001 44 15501 64 76(SOpJ 147 50 53 72 340 48 479 550 601 3 15 65 68[3001 80 741 53 82 83a ia()01lO027 66 �153 56 223 44 49 316 24 28 55 86 477 519 85 676 728 « w« s'ä*0« ä 60[3000) 71 13045 61 62 61 63[16001 119 64 3.9 93 415 757 848 72 946[5501 96[3001 14022 62 166 67 202 60 370 482 507 41 61 93 631 58 87 772 843 907 68 74 88 1 5041 65[300] 70 73 121[3000) 42[30001 247 375 81[15001 90 439 663 607[300] 717[300] 30 860 1 0034 62 144[15001 55 223 65 348 50 93 455(300) 536 68 78 760 862 969(3001 17027 79 154 309 39 77[5501 416 24 32 46[3001 625 89 606 69 71 704 889[3001 916 25 40 81 1 8044 0] 66 81 166 263|560| 333 449[1500] 77 637 53[1500] 96(16001 661 .. 828 936 38 60 1V026 64 84 164[550] 266 68 91[300] 421 43 60 94 97 603 6 23 686 734 47 921 42 86 20065 156 214 61 91 93 387[550] 501 23 748 800 38[15001 51 87 973 2 1 006 31 86 256 59 353[3001 539[30001 44 88[15001 603 714 15 818[300] 89 22126[15001 27 75[3001 87 91 205 60 80 356 80 464 606 (3001 34 52 69 642 713 1550] 49[15001 814 67 945 52 23080 99 122 51 83 93[30001 341 49 92 93 408 9 45[3001 66 88[550] 525 30 50 601 68 75 705 15 49 81[300] 806 43 96 97 934 42 52[300] 97[300] 24211 16 66 69[300] 93 313 473 85 98 507 601 21 710 8t0 25009 12 43 56 79 176 250 68 389 494 516 614 17[300] 19 49 69 65 709 37[1500] 802 70 912 62 2 0023 69 74 137 59[5501 222 39 71 353 471 502 20 31 76 671 714 55 80 90 813 901 24 2 7015(15Ü0) 138 57 373 499 665 78 645 52 78 819 22 9f0 44 48(6000) 28029 106 19 22 234 77 317[550] 62 414 25 637 653 75 92 718 76 95[3001 97 822 30 71 86!300] 956 60[560) 89[300] 29039[1500] 106 69 308[30001 21 57 6o 454 697 756 58 906 36 63 67_ «0022 33 49[300] 54 190 256 434 65[300] 505 33 45[300] 48 87 612 27 42 755 73 97 840 932»1017[300] 204 21[1500] 24 62 1560] 67 74 365 86 415 35 49 77 687 610 16 30 44 71 ßOül 716 21 33 49 800 35 1500] 945 70 76[300] 79 89»2100 228[3001 349 451 646[3001 822 8b MMMMZV 221 39 301 63 403 38 36 40[1500] 82 515 81 82 669 747 805 24 2� 95 945U3 55[560] 318[5501 407 44 62 53 90 501 71 742 857 963 40031 149[30001 82 206 9(3001 370 71 493 98 516 33 42 82 625 6» F 823 61 91 965(5501 4 7028[30001 84 101 6 49 83 340 52 497 6# ß 43 95 632 44 53 710 839 63 96 911 30[3001 8'........-" 87 96 214 24 61 321 62 414 40 65 93(3001 97 846 73 938 54 64(3001 72(3001 90 4U048" 40 43 652[3001 656(15001 81[550T 50021 120 21 65 82 303 93 96 669 702 68 89 915 60 208 65 315[3001 47 57 69 404 7 67 547 77 681" 52113 18 23 78 80 84(30001 214 306 16 80 400 12 w 20 31 81 916 24 5 3046 172[6501 243 47 97 376 84 416[5501 71. zÄ 59 79 679[3001 880 942 5 4005[30001 12(3000) 62 87 89 126 32 53-» [300] 74 99 329 50 63 532 677 92 99 786 90 822 26 40 82 959(5601W.nl 6 5003 9 33 57 61 112 38 63 225 56 566 76 600[3000] 2o 28.11 57 747 48 68[30001 82" WWWWWMMMs 22 315 615 60 ,7076 88 136 � oo U �™.. 95 527 91 608 62 63 13001 65 92[3001 729 830 82 84 908 53 W gl ÖH040 50 115 48 223 337 56[6000] 405 63 79 500 4 79 613 15 IfM(J 722 49 891[3000] 935[300]«""" ar- [300] 314 79[300] 411 49 5: «»036(1500] 1. 4 75 20.............—--------„.„.. »(ÄS'SÄÄU»« i KNW N.KHK MS« w 665 626 731 78 87 88[3001 93 840 76 951 67 89 99 71028(3WJ X.g# 64 78 79 246 90 433 67 506 3 0 616(300151 69 703 16 20 34 97 ro g# 72014[30001 164 70 81 531 40 47 63 82 611 60 728(SCOl 44 5» 6j6 920 45 75 78086 127[15001 82[1500] 90 242 92 304 23[3001 65[16001 600 11 16 43 85 723 25 31 61 81 833 903 50 85[3001 L(gl 42 99 137 48 93[3001 253 80 336 67[30001 70 75 88 452 80 607*' [300] 52 99 752 82 838 49 70 912 80 egg 3 75099 129 56 76 98(1500| 235 58 306 16 20 33 61[3001 94% 4# 533 69 630[300] 726 72[3000] 816 57 940 7 0008 55 332 33 68 szM ------ 3 629 62 83 684 707[6000] 817 92 938 7 7002 8 10 18l%l| Z J 267 70 83 88 98 320 89[560] 319 35 526 60 89 722 43%§» 98 529' 62 83 684 707[6Ö0Ö] 817 92 938 77002 8 lOJS %%'SSM M 690 716 26 50 77 92 806 908 15 17 34[300] 70019 37 63 78 9a% 6* 81 308 21 31 69 421 32 609[550] 72 629 41 833 35 46 54 61 67 � � 59%8«007 84 130 76 216 28 327 36 46 400[300] 76[3001 80 45 90 612(300) 29 76 78[5601 703 42 59 802 55 68[6000] 8996'., gj Z 202 3 21 60 604 53[3001 794 805 68 62 73[300]*2125 209+*0% 37 4 7 84 707 48 868 900 66 70 80»4168 221 35 303 411 28 � � 76 126 852 66 WWWWWWWWWWWWWWWWWWW 24 38 39 79 609[6000] 26 45 56 89 731 98[3001 808 22 25 912 49 71»»044 107 22 376 400 8 20 31 34 79 97 518 24 82 784 810 55 89. ,aO 1? gä »0056[15001 100 5 25 63 235 71 93 300[550( 62[300] 81 4j5-U% 8°«# N» SM«"Ä'il 143 64 84 86 233 331 493 526 50 1300) 746 904 57»3008 MzfA 307 26 89[3001 91 99 443(3001 502[550] 18 99 681 710 67 »4067 168 321 32 35 38[300] 445 93[300] 621 56 612 738 bl Verantwortlicher Redakteur R. Erouhei« w Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. Hierzu eine Beil"0'* % Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. l8U Donnerstag, de« 6. Angust 1883. II. Jahrg. . Auch me Krankheit der Zeit fcü-�su ,u bedeutender Höhe herausgeschraubte Empfindlichkeit ,.««imtenthums gegen öffentlicbe ttriiik, sofern dieselbe keine i mmniende und lobende ist. Daher denn die unaufhörlichen ja«", und Verurtheilungcn wegen Beamten Beleidigung" . t polltischem Charakter,— eine öffentliche Kalamität, wie mx lllnchem jltaße kein anderer Kullurstaat ertragen bat k,.* � bereits die Wirkung gehabt haben, die freie Be- Mchung de, öffc.........' i,, Bcnaffungen Kalamität ist nicht etwa in erster Linie einem schreiben ���ebung, sondern der gewöhnlichen Praxis zu- !?'chung de, öffentlichen Angelegt nheiten, welche doch durch der deutschen Bundesstaaten gewährleistet sehr beschränktem Umfange möglich zu der Gesetzgeber„Beleidigungen" unter Strafe er es gewiß nicht dem Staatsbürger, in deffen n und für dessen Geld Jemand Beamter ist, unmög- cn wollen, an die Handlungen des Beamten den d« Kritik zu legen. Der Gesetzgeber stellt vielmehr liAmli Beleidigung als solide unter Strafe, die Verächt- oder Herabwürdigung in der öffentlichen Meinung >,,»7 Behauptungen, die erweislich nicht wahr find Das «Abrutsche Strafgesetzbuch hat sogar die Beamtenbeleidigung und? besonderes Beigehen, als eine besondere qualifizirte falle, besonders zu behandelnde eine Klasse von Beleidigungen !? lassen und bat dadurch dem öffenrlichcn Rechtslebcn sehr 5W! rne ueuc Bahn gewiesen, welche leider nur von der als-j b�ni unmißverständlichen Winke zum Trotze in mehr dkn Beziehung, so vollkommen unbetreten gelassen war- w■'t, daß die detreffenden Zustände nach dem Erlaffe des sie fL�rafgcsetzbuches fich nicht geändert haben, und wo �lben ��"bert haben, fich nicht zum Besseren geändert ber A � i�e Praxis geht ihre eigenen Wege, indem fie sich ss».. uuahme zuneigt, daß derjenige, der die Handlungsweise „„-...Beainlen ungünstig beurtheilt, unter allen Umständen (elerS.°n ber Absicht, zu beleidigen. Mhm � wo die Behörden augenscheinlich fich im Unrechte b-s m/ wo ihnen eine ganz unzweifelhafte, grobe Verletzung Gor« r�es einfach thatsächlich vorgehalten wrrd, ist ihre erste JUÜJ�s die Einleitung eines Strafversahrens gegen den in b. 3F" und ihre gekränkte Würde zeigt sich viel weniger Bestreben, fich zu beffern und den schuldigen Theil «w»'i' öcr ihre Gesetzesverletzung an oas �agesnwr zieht, sshf, r Firma der„Beleidigung" herbeizuführen. Und wenn »ad? einzelner Beamter, etwa im Gefühl seines Unrechts, |bU# ÖW VVIIV».»- V.. ,�7�------- � lviin-n �wortung zu ziehen, als in dem, die Bestrafung t wr"' der ihre Gesetzesverletzung an daS Tageslicht zieht, ma der„Beleidigung" l...... •Mm..nzelner Beamter, etwa �!!.en cix?" gezogen, und die Oberlippe wird etwas Alles geschieht in Folge der Zusammen- i?**" firT r®!0�en ZochbeinmuSkel». Diese, lieber Freund, ».�selben Änen nicht. Zch werde mir daher erlauben, t'*e« Läck-r golvanisiren, und auf solche Weise ein künst- wird �Zeugen, daS unter Brüdern ein echtes werth �'r ks�han. Der Arzt griff zu einem seltsamen Irbchen'e�e auf Domenico'S Wangen je ein Metall- k„'x„omenico fühlte einen Schlag, die Muskeln Je er i ��be da— in dem Spiegel gegenüber das Wunder sehen— ein Lächeln glänzte schränkteren Verächter„bloßer Theorien" unzweifelhaft macben muß, falls er fich nicht böswillig der Erkenntniß der Wahr- heit verschließen will; der Einwand nämlich, daß ein ädn- liches Veifolgungssystem selbst berechtigter Kritik wie zur Zeit in Deutschland nur noch in den rohesten und unzivilifirtesten Staaten Europas besteht, während die vorgeschrittenen dasselbe absolut nicht kennen, und daß dabei die öffentliche Autorität, soweit fie mit dem öffentlichen Jntereffe und der öffentlichen Wohlfahrt fich deckt, absolut nicht leidet. Dieser thatsächliche Zustand ist wohl geeignet, die Frage auftauchen zu lassen, ob die Autorität, in deren Namen in Deutschland dieses Ver- folgungssystem gehandhabt wird, die wahre Autorität, ist, ob fie fich mit dem öffentlichen Interesse deckt, oder ob fich hinter dem schönen Ausdruck„Wahrnehmung der Autorität nicht ganz andere Dinge verstecken, die mit dem öffentlichen Interesse eben so wenig zu thun haben, wie mit der allgemeinen Sitt- lichkeit und mit dem natürlichen Rechte? Zokales. w. Von dem Pächter der städtische« Grundstücke vor dem Stralauer Thorr find dieselben an einen Unternehmer weiter verpachtet worden, welcher bekanntlich daselbst mehrere Angelbuden errichtet hat, die den Anglern bei ungünstiger Witterung zum Aufenthalt, namentlich aber zur Aufnahme von Anglergeräthcn dienen sollen. Indessen werden diese Buden, entgegen den polizeilichen Vorschriften und den mit dem Pächter getropenen vertragsmäßigen Abmachungen, zu förmlichen Wohn- und Schlafstellen und vergleichen mehr benutzt. Das königl. Polizei> Präsidium hat daher Veranlassung genommen, die städtrsche Grundeigenthums- Deputation auf diese Mißstände aufmerksam zu machen und hat deren Abstellung verlangt. Die Grundeigenthums-Deputation ist der Aufforderung des königl. Polizei-Präsidiums sofort nachgekommen und hat das Erforder- liehe hierzu angeordnet. Berliner Asyl-Verein für Obdachlose. Im verflossenen Monat Juli nächtigten im Männer-Asyl 9223 Personen, davon badeten 1733 Personen, im Frauen-Asyl 1704 Personen, davon badeten 203 Personen. »r. Die Vergünstigung mit den Arbeiterwochen- billets wird von den einzelnen Betriebsämtern verschiedentlich gehandhabt. Das Betriebsamt für Stadt und Ringbahn gewährt in der östlichen Richtung für die schle- fische Bahn bis Erkner und für die Ostbahn bis Neuenhagen Arbeiterwochenbillets, bei denen die Hinfahrt bis 8 Uhr Morgens beendet sein muß, während die Rückfahrt bekanntlich nach 4 Uhr zu erfolgen hat. Das BetriebsamtBerlin- Magdeburg hingegen dehnt die Hinfahrt mit Arbeiter- wochenbillets nach Zehlendorf bis 9 Uhr Morgens aus. Ferner kann in dieser Richtung der Zug No. 200, der um 1 Uhr 33 Potsdamer Bahnhof verläßt, denutzt werden. Endlich können die Inhaber der Arbeiterwochenbillets die Rückfahrt von Zehlen- darf nach Friedenau schon um 1 Uhr 25 mit dem Zuge 159 unternehmen. Im Uebrigen gelten auch hier die allgemeinen Bestimmungen wie bei der Stadtbahn. Verbotene Druckschrift. Auf Grund des§ 12 des Reichegesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialvemokratre vom 21. Oktober 1878, bringt das Königl. Polizeipräsidium zu Berlin zur öffentlichen Kcnntniß, daß die nichtperiodische Druckschrift:„Die Räthsel der Liebe", von Julius Heinrich Franke, Verlag der C. Wortmannschen Buch- Handlung, Berlin W; Druck von Hempel u. Co., Berlin SW, Kochstraße 23, nach§ 11 des gedachten Gesetzes von Landes- polizeiwegen verboten worden ist. Der periodische Sternschnuppenfall des Monats August fällt in diesem Jahre auf die Nächte des 7. bis 12. d. M. Die Umstände sind zur Beobachtung desselben günstig, da der Mond den 7. August erst 2 Uhr Nachts und von da an jeden Abend um mehr als eine Stunde später auf- geht. Die gänzliche Dunkelheil des Osthimmcls, so schreibt oas„Berl. Tagebl.", wird uns daher von 10 Uhr Abends ab die Meteore hauptsächlich im östlichen Theil des Himmels er- scheinen lassen, da, wo zur Zeit in der Nähe der Milchstraße über sein Gesicht, ein etwas befremdliches, unaufrichtiges, bloS skizzirtes Lächeln, doch ein Lächeln. Wer aber lächelt, der kann auch das Lachen lernen. Und wer weiß? Wenn für gewöhnlich das Lachen eine Folge des Frohsinns ist, warum sollte es umgekehrt nicht möglich sein, den Frohsinn durch das Lachen hervorzubringen, daS heißt, den Griesgram Domenico in den lustigsten Burschen von Paris umzugalva- nisiren? Aber leider wollte der verwünschte Zygomatikus nicht von selber arbeiten, er konnte nur durch Elektrizität dazu gezwungen werden, und um das galvanische Lächeln auf dem Zammergesichte zu fixiren, hätte man beständig die Maschine dem Patienten nachgetragen und die Metallstäbchen auf die Wangen kleben müssen. Wie würden die Nachbarn über dieses Lächeln gelacht haben! Bilieux wiederholte die Operation in die zwanzigmal, und es war eben kein Erfolg zu verspüren. Freilich wun- derte er sich nicht mehr, daß ein Mensch mit so unerfreu- lichem Berufe in Trübsinn verfallen war. Immer bete», predigen, die Beichte abnehmen, die letzte Oelung reichen! Das lusttgste Naturell wäre dabei versauert! Der Doktor, der sich noch immer für den Fall interessirte, hatte inzwischen Näheres über Domenico erfahren, bei den Nachkam des Kranken Nachfrage gehalten uno vernommen, daß er wahr- scheinlich dem geistlichen Stande angehöre. Fast bereute er die Anspielung auf Fifine, galvanisirte aber mit desto größerem Eifer... Endlich verlor er die Geduld. Der ZygomatikuS wollte nicht selbstthätig werden, Domenico brachte es zu keinem spontanen Lächeln. „Gehen Sie zum Teufel!" fuhr er ihn eines Tages an, verdrießlich die Metallstäbchen wegwerfend. „Herr Doktor!" „Nun ja, ich weiß, der Teufel ist kein Gesellschafter für Leute Ihres Schlages. Aber wenn es nicht gegen Ihre Grundsätze ist, so gehen Sie ins„Hotel de Bourgogne", wo die Italiener Komödie spielen, und sehen sich den Arleccbino an! Ich war gestern zum ersten Male dort und � h.-»« a/B lnrihen schon beinahe, wenn man nur von ihm spricht. Hilft %% S'«SAN ttiütKifl.'X*#" �Wefl'ich"leider dieser Arlecchino bin." die Stembilder des Perseus, der Cassiopeia, des Schwans, bis in der Nähe des Pols der Cepheus stehen. Will man an einem Himmelsglobus den scheinbaren Weg der Stern- schnuppen aufzeichnen, so wird man als Ergebniß erhalten, daß die in einer Nacht beobachteten Aufzeichnungen fast alle auf einem Punkt des Firmaments zusammengehen. Diesen Punkt nennt der Astronom den Radiationspunkt oder Radiant und erscheint derselbe unabhängig von der Rotation unserer Erde immer an derselben Stelle. Für den Monat August fällt dieser Radiant in das Sternbild des Perseus und werben daher die August-Sternschnuppen auch die„Perseiden" genannt. Die Beobachtung der Meteore geschah früher auf die Weise, daß man Anfangs- und Endpunkte ihrer Bahn auf Sternkarten, die dem Beobachter zur Hand lagen, einzeichnete und daraus dann später die geraden Aufsteigungen und Ab- weichungen auf der Himmelskphäre entnahm, welche dann wiederum zur Berechnung des Radianten, der Geschwindigkeit und Höhe der einzelnen Sternschnuppen dienten. Jetzt hat man dazu das sogenannte„Meteoroskop" konstruirt. Es ist dies ein kleines Fernrohr mit einer Vistrvorrichtung und zwei nur in halbe und ganze Grade eingetheilten Kreisen. Die Konsttuktion des Apparates ermöglicht es mittelst einer besonders konstruirten Handhabe, das Fernrohr in einem Moment auf irgend einen gewünschten Punkt des Himmel einzustellen. Durch eine zweite Handhabe wird sodann das Licht einer Laterne ldie Beobachtung selbst findet natürlich im Dunkeln statt) auf die getheilten Kreise ge« warfen, dieselben werden rasch abgelesen und darauf wird in der Beobachtung wieder fortgefahren. Zu dieser genauen Art der Beobachtung sind immer zwei Personen erforderlich. Der eine Asttonom besorgt die schnelle Einstellung auf den Anfangs- und Endpunkt der Sternschnuppe, der andere liest in mdg- lichster Schnelle die beiden Kreise ab. Diese Ablesung kann von dem ersten Beobachter nicht ausgeführt werden, weil sein Auge erstens von dem Licht der Lampe, welches auf die Kreise fällt, geblendet sein würde und gegen feinere Lichtcindrücke abgestumpft ist, zweitens, damit er den Endpunkt des jedes- maligen Meteor so lange am Himmelsgewölbe fixiren kann, bis der zweite Beobachter die Ablesung der Kreise für den Anfangspunkt des Meteors ausgeführt hat. Im Konzertbause Sanssouci feiern die alten renom- mirten Leipziger Sänger, deren Ruf vom Krystallpalast zu Leipzig durch die ganze Welt gedrungen ist, die glänzendsten Triumphe. Selten ist ein Männer- Quartett vor das Publikum getteten, deren Stimmen fich von so durchschlagender Wirkung zeigten und deren Vorträge ein so großes Repertoire umfaßten. Im ernsten wie heitern Genre ist der Effekt derselbe. Ebenso gut besetzt find die Solovorträge, in denen namentlich die Herren Engelhardt, Fischer, Caspari und Dehnhardt wirklich Vorzügliches leisten. EineS ungewöhnlichen Beifalls erfreut fich der Tanzkomiker Herr Lüschow, der auf diesem Gebiet über- raschende Erfolge erzielt. Das im Verhältniß niedere Eintritts- geld von 30 Pf., das Sonntags bei größerem Programm auf 50 Pf. erhöht wird, macht es auch unfern Lesern möglich, diese humoristischen Soireen zu besuchen, die Jedermann empfohlen werden können. Der gemüthliche Garten(bei ungünstiger Witterung finden die Vorträge im Saale statt) und ein vor- zügliches Bier tragen ebenfalls dazu bei, den Aufenthalt im Konzerthause Sanssouci zu einem äußerst angenehmen zu machen. Der Unterschlagung hat fich der in der Oranienburger- straße beschäftigte Lehrling F. schuldig gemacht. Derselbe er- hielt am 3. d. M. mehrere Briefe, darunter einen Geldbrief, enthaltend 600 Gulden, zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt am Hackeschen Markt. Auf dem Wege dahin traf er angeblich einen Freund, der ihn überredete, den Geldbrief zu unterschlagen uno mit dessen Inhalt zu entfliehen. F. öff- nete den Geldbrief, entnahm aus demselben sechs Hundert- guldennotcn und schickte diese unter zwei Kouverts an ein an- deres Postamt unter verschiedenen Chiffren postlagernd ab, um fie später nach Beendigung der Recherchen, die zu erwarten waren, und von denen er sich keinen für ihn ungünstigen Er- folg versprach, in Empfang zu nehmen. Sodann ging er nach Der Arzt ward starr vor Erstaunen. Wie, was, das ernste, düstere Männchen, was sie Alle den geistlichen Herrn nannten, ein...? Ja wohl, ein Harlekin, der berühmte Arlecchino, an deffen trockener Komik sich ganz Paris krank lachte! Derselbe, der sich tagsüber in eine stille Gaffe im Marais vergrub, eine schwere grüne Brille trug, um nicht erkannt zu werden, und vielleicht auf diese Weise, durch den dunklen Schleier, der sich seinem Auge über Alles breitete, gemüthskrank geworden war. „Aber die Leute erzählen ja, der Nuntius habe Sie be- sucht!" „Die hohe Ehre erwies er mir im Auftrage des Papstes." „Des PapsteS!?" „Des Papstes Ganganelli. Wir sind Schulfreunde. Wir studirten einst mit einander, Zelle an Zelle, in einem Kloster des Minoriten-OrdenS. Allein bald trennten sich unsere Lebenswege. Ich ging zur Bühne, er blieb im Kloster. Er wurde Papst, ich, waS Sie wissen. Se. Heiligkeit be- wahrt mir indessen eine gewisse Freundschaft, und geruht manchmal in weltlichen Dingen meinen bescheidenen Rath einholen zu lassen. Ach, wie gerne würde ich meinen trau- rigen Beruf aufgeben, um mich dem Papste ganz zu Diensten zu stellen! Aber meine Kollegen behaupten, ohne mich gehe ihr Theater zu Grunde, und so gaukle ich weiter— aus christlicher Nächstenliebe." „Es ist allerdings traurig," schloß der Arzt daS Ge- spräch,„die ganze Welt lachen zu machen und selber nicht lachen zu können. Zch bedauere Sie, kann Sie aber nicht kuriren. Leben Sie wohl! Sobald sie gedruckt ist, schicke ich Ihnen meine Physiologie des Lachen»." * ♦# So viel Galle war noch nie in ihm aufgewühlt worden, wie am heutigen Tage. Fifine hatte ihn wieder einmal recht schnöde abblitzen lassen, wie sie denn keine Gelegenheit vor- übergehen ließ, ihm irgend einen Possen anzuthun. Die Nachbarn hatten sich bedeutend gebessert, seitdem es bekannt geworden, daß Domenico Allegro kein Kirchenmann, sondern der brühmte Harlekin war. Arlecchino, und dabei so ernst, so sittsam, so anständig! Niemand lachte mehr. Alle begeg- neten ihm mit einer gewissen Ehrfurcht. Nur Fifine trieb eS toller als je und that ihm allen erdenklichen Schabernack. Heute hatte sie, Gott weiß mit wessen Hilfe, seinem Seiden- t, fcem Geschäft zurück und zeigte unter großer Aufregung an, daß er den Geldbrief soeben verloren habe. Als 5?. am folgenden Tage nicht im Geschäft erschien, wurde der Vorfall bei der Kriminalpolizei zur Anzeige gebracht, der es gelang, den Lebrling noch an demselben Tage festzunehmen, und zu einem Geständniß zu bringen. Das Geld ist auch thatsächlich in den postlagernden Briefen vorgefunden und der geschädigten Firma zurückgegeben worden. Wegen Bigamie ist ein in der Georgenkirchstraße wohn« haftcr Schubmachermeister verhaftet worden. Derselbe hat sich zum ersten Male im Jahre 18T0 zu Maricnwerder verheirathet, nach einjähriger Ehe seine Frau heimlich unter Zurücklassung eines Kindes verlassen und sich im Jahre 1875 in Berlin zum zweiten Male verheirathet. Bestohlener Auswanderer. Am 3. d. Mts. war ein Schneider Sch. aus Pinnow in Hinterpommern auf dem Schlestschen Bahnhofe angekommen, um nach Amerika zu reisen, und hatte sich bald darauf nach dem Lehrter Bahnhof begeben. Gegen 12 Uhr gesellte sich ein ihm unbekannter junger Diann zu ihm, der sich«bot, ihm ein gutes Logis zu verscharren. Sie begaben sich per Droschke in einen Gasthof in der Krausen- struße, in welchem sie ein Zimmer bezogen und sich gemein- schafllich schlafen legten. Als Sch. Nachts gegen 3 Uhr er- wachte, war sein Führer verschwunden und mit ihm seine Reisebaarschaft im Betrage von 150 Mark, die er in die Weste eingenäht hatte. Der Bestohlene mußte nun die Rückreise nach seiner Heimath antreten. Der Unbekannte war etwa 22 Jahre alt, nannte sich August Ehrich aus Hamburg, sprach jedoch den Berliner Dialekt. Bekleidet war er mit dunklem Stoffanzug (Taillenrock) und trug einen braunen Hut und feine reine Wäsche. b. Zwei Passagen hat Berlin, eine Unter den Linden, eine zweite in der Dresdenerstraße, jede von anderem Charakter. Eine dritte ist am.Hausvogteiplah im Werden begriffen, und man darf begierig sein, was sie uns bringen wird. Die Unter den Linden hat entschieden einen weltstädtischen Charakter, mit ihrem CafS, ihren glänzenden Läden und Kastan's Schau- stellungen. Die in der Dresdcnerstraße trägt ein kleinbürger- liches Gepräge. Ihre Laden-Jnhaber warten nicht auf Fremde, ihre Kunvschaft find die nächsten Nachbarn. Der bedeutendste Laden ist eine Fischhandlung, gegenüber giebt es Kolsets und daneben präsentirt sich stolz ein Sechser-Barbier mit mächtiger Fünf an der Ladenthür. v. Ein ebenso dreister wie plumper Schwindel ist am gestrigen Tage von einer Frauensperson zur Beraubung eines kleinen 8jäyrigen Mädchens in Szene gesetzt und merl- würdiger Weise auch mit Erfolg durchgeführt worden. Die Räuberin, eine zirka 20jährige gut gekleidete Frauensperson hatte an dem genannten Tage die 8jährige Tochter eines in Rixdorf wobnenden Schlächtermeisters dort in der Berliner- straße getroffen und das Kind unter verschiedenen Vorspiege- hingen nach der Hasenhaide gelockt und es dort in einer Bude phorographiren lassen. Hierauf brachte sie das Kind in ein Haus der Lachmannstraße, nahm ihm dort ein fast neues Um- schlagetuch, ein werthvolles Granatkreuz und einige Gegen- stände, die das Kind als Geburtstagsgeschenk forttragen sollte, ab, unter dem Vorgeben, die Kleine solle eine Bestellung an eine Frau in dem Hause ausrichten. Bei Rückkunft des Kin- des, das natürlich die bezeichnete Frau nicht gefunden, war die Fremde spurlos verschwunden und war auch bisher trotz aller Nachforschungen noch nicht zu ermitteln gewesen. Polizei-Bericht. Am 4. d. M. Vormittags verunglückte ein acht Jahre alter Knabe in dem Hause Landsbergcrstraße Nr. 103 dadurch, daß er, einen Spielgenossen erwartend, sich in der zweiten Etage über das Treppengeländer lehnte und in den Hausflur hinabstürzte. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb auf der Stelle.— An demselben Tage Nachmittags erlitt der bei den Rammarbeitcn der Ufermauern des Land- wehr-Kanals beschäftigte Arbeiter Riedel auf bisher unermittclte Weise einen Beinbruch und wurde nach Bethanien gebracht.— Am Abend desselben Tages sprang ein Mann am Louisen- Ufer in den Louisenstädtischen Kanal, um sich zu ertränken. Er wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, gerettet und, da er obdachlos war, zur Wache des 42. Polizei-Reviers gebracht._ Gerichts Zeitung. Der„Mops" als Friedensrichter. Herr und Frau T. lebten in der denkbar glücklichsten Ehe. Kein auch noch so leiser Schatten trübte dieselbe; waren die Beiden doch erst seit etwa sieben Monaten ehelich verbunden und alle die Wonne und das Glück, das die Flitterwochen, hier die Flittermonate, aus ihrem großen Füllhorn auszuschütten pflegen, ergoß sich über das junge Paar. Daß dieses Glück aber auch von steter Dauer sein werde, dafür gab es mehr als ein Anzeichen. Er, der Gatte, gehörte zu jenen Naturen, welche Nachgiebigkeit und fracke ein Bäffchen aufgenäht, und er war damit in die Probe gelaufen. Dieses Gelächter auf der Bühne, unter den Käme- raden! Ungestraft durfte er den Streich nicht vorübergehen lassen. Was thun? Dem Papa kündigen? Das wäre ein Mittel... aber es wirkt zu langsam... lieber ein an- deres! Sie zu Tode ärgern vielleicht?... Sie erschießen?... Aufhenken?... Lebendig einmauern?... Vergiften?... Za, vergiften! Aber womit? Mit Blausäure... Schier- ling... Bilsenkraut... Krähenaugen... Belladonna... Aqua Toffana?.... Es sei, mit Aqua Toffana, dem fürchterlichsten aller Gifte! Er sah schon im Geiste, wie die freche Schöne sich in Schmerzen wand, ihr Gesicht sich ver- zerrte, ihr Auge um Vergebung flehte und er dazu lächelte. Za, er lächelte, er lachte, der Barbar. Plötzlich sprang er auf, mit einer Entschlossenheit, die man selten an ihm bemerkte. Er hatte noch etwas AergereS gefunden als Schierling und Aqua Toffana. Zn zwei Sätzen war er im zweiten Stock bei Papa Bourgeois, mit dem er augenblicks ein eifriges Gespräch begann. ES wurde leise geführt, denn Fifine befand sich im Nebenzimmer und hätte es hören können. Nach einer halben Stunde brach es der Papa ab, indem er laut sagte: „Wenn die kleine will, mir soll'S recht sein." Nun geschah aber etwas sehr Merkwürdiges. Die Kleine wollte. Da stand Arlecchino als Freiersmann, und Fifine sagte:„Ei, warum nicht?" Ganz abgesehen von seinen höchst günstigen Vermögensumständen, war er ja doch für ein ftöh- liches Mädchen eine sehr wünschenswerthe Partie. Sie konnte den ganzen Tag über ihn lachen, über seine Eigenheiten sich lustig machen, brauchte nimmer aus der Heiterkeit heraus- zukommen, und den Freier sollte sie sich entgehen lassen? Ei, das wäre! Die hundertundvierzig Jahre schienen ihr allerdings etwas unbequem. Allein mit Leichtigkeit und An- muth lachte sie ihm ein Jahrhandert von den Schultern, und am Hochzeitstage ward eS offenbar, daß Signor Allegro wirklich nicht älter war, als vierzig Zahre. Das ist ein sehr nettes Alter.—„Die besten Zahre," wie man Leute dieses Alters zu trösten pflegt. Statt also aus dem Hause gewiesen zu werden, zog Fifine einen Stock tiefer und gab als Frau Allegro sich redliche Mühe, ihren Gatten die Kunst des Lachens zu lehren. Der Erfolg war kein besonders großer. Arlecchino gewann zwar in der Ehe eine gewisse ruhige Heiterkeit des Gemüths, allein das Lachen lernte er nicht. Strenge glücklich vereint befitzen, und sie, die junge Frau, hatte alle Tugenden und Fehler, welche im Stande sind, dem Gatten die Che zum Paradiese werden zu lassen. Beglückten ihn die guten Eigenschaften seiner Frau, so war es für ihn andererseits eine schöne Befriedigung, zu beobachten, wie sein junges Weib in edler Selbsterkenntniß und in dem Bestreben, sich ihrem Manne anzuschmiegen, immer mehr jene kleinen Fehler bekämpfte, welche heutzutage die Folgen einer sogenannten„guten Erziehung" bilden. Beide aber fanden sich darin gegenseitig stets zusammen, sich zu Gefallen zu leben, und daraus entsprang jener schöne, harmonische Klang, den man in der Umgebung des jungen Ehepaares sozusagen fühlte. In der letzten Zeit hatte sie junge Frau zum Bedauern ihres Gatten durch allerhand kör- pernches Unwohlsein zu leiden, aber was zu erreichen war, die kleinen Leiden erträglicher zu machen, das geschah seitens des besorgten Ehemannes natürlich aus vollem Herzen gern. Ganz besonders sorgte er für allerband Zerstreuungen, Venn er, als Geschäftsmann, mußte taaüber meistens in seinem Komptoir sein. So hatte er sie u. A. mit dem Besuche ihrer Schwester überrascht, führte Beide des Abends in Theater, Konzerte rc. und was er ihr an den Augen absehen konnte, das that er mit Vergnügen. Ja, es war schon für ihn eine Lieblingsbe- schäftigung, darüber nachzudenken, womit er seiner Gattin eine weitere Freude bereiten konnte. Bei solchem Nachdenken fiel ihm denn auch ein, daß Frauen große Freunde von niedlichen Hündchen seien und alle ihre überschüssige Zärtlichkeit auf diese verwenden. Der Gedanke, seine junge Frau zu Hause mit einem treuen Hündchen spielen zu wissen, fand immer mehr Anklang bei ihm, bis er endlich zur That wurde. Einem guten Freunde gab er den Auftrag, ihm ein hübsches Hündchen zu besorgen und schon des andern Tages kam dieser mit einem kleinen, langen Mopse an, der dann erligst von dem glücklichen Gatten zu seiner Frau gebracht wurde.„Was sie wohl sagen wird und wie sie sich wohl freuen wird," das waren seine Gedanken, als er nach Komptoirschlusse seiner Wohnung zuschritt. Zu Hause saß die etwas blasse junge Frau auf dem Kanapee, ihren Gatten er- wartend, nachdem sie soeben die letzte Hand an den mit dem Abendbrot gedeckten Tisch angelegt hatte. Auch sie wollte heute ihrem Gatten eine kleine Fieude bereiten; sie hatte ihm sein Lieblingsgericht, nämlich Hecht, bereiten lassen, der nun schon auf reizendem Service seiner traurigen Bestimmung harrte. „Guten Abend, Weibchen," sagte Herr T., welcher ganz geräuschlos ins Zimmer getreten war und seinen Mops auf den Armen hielt, der ganz verwundert dreinschaute.„O Gott, was hast Du denn, Hermann, da auf dem Arme, um Gottes- willen hinaus mit dem abscheulichen Thiere, hinaus!" rief beim Anblick des Hundes die nervöse Gattin. Wer beschreibt das Erstaunen des enttäuschten Gatten? Sie, die so Herzens- gute, konnte keinen Gefallen an dem kleinen reizenden Thierchen finden und sogar hart sein gegen dasselbe? Unglaublich! Und doch war es so. Erst als das Thier in die Kammer gesperrt war, beruhigte sich die in der That.rschreckte junge Frau, aber mit dem herzlichen Willkommen für ihren Gatten, mit der harmlosen, zärtlichen Plauderei, die sonst bei Tische henschte, schien es für heute vorbei zu sein. Die Schwester aber, Herrn T.'s Schwägerin, ein junges. gutherziges Mädchen, nahm sich des armen verstoßenen Mopses an; sie ging hinaus zu ihm und versuchte, ihm etwas Speise und Trank zu geben. Der Mops jedoch, der sich in seinem innersten Gefühle ob der ihm widerfahrenen Behandlung für tief gekränkt hielt, verweigerte hartnäckig jede Nahrung: das dauerte endlich das junge Mädchen und ihrem fortgesetzten Streicheln ward endlich der Erfolg, daß Mops sich ruhig in ihre Arme nehmen und einstweilen in das„gute Zimmer" tragen ließ. Dort setzte ihn das junge Mädchen auf den kost- baren Teppich und ging hinein zu ihrer Schwester, der sie nun zur Freude ihres Schwagers alle Tugenden des„reizenden" Mopses in lebhaften Farben schilderte. Die junge Frau aber schien ihren Entschluß schon gefaßt zu haben und so gab sie auf die Schmeichelreden ihrer Schwester keine Erwiderung. Nachdem gegessen war, frug endlich Frau T., wo der Hund sei.„Im guten Zimmer einstweilen" antwortete ihre Schwester.„Was im guten Zimmer? was fällt Dir denn ein?" Und nun stürzte Alles, als ob es ein Unglück geben sollte, in's gute Zimmer. Und es gab in der That ein Unglück, ja ein sehr großes sogar. Denn der Mops, wohl von Angst getrieben, war sehr, sehr unartig gewesen und hatte auf den verschiedensten Stellen des guten Teppichs und auf dem parquettirten Fußboden seine Andenken zurückgelassen. Die junge, in ihrem Haushalt peinlich saubere Frau war geradezu außer sich und so ließ sie sich hinreißen, nahm den Mops beim Kragen, stürmte mit ihm die Treppe hinunter und setzte ihn in der Hausflur nieder. Das alles geschah so schnell und es folgte eine so heftige Szene, daß man während derselben ganz den ausgestoßenen Mops vergaß. Da klingelte es und herein trat die Hausmannsfrau mit hochgeröthctem Da genas Fifine eines KnäbleinS, welches den Eltern große Freude bereitete. Stundenlang verweilten sie vor seiner Wiege und stritten mit einander, wem er ähnlicher sehe, dem Vater oder der Mutter. Mit acht Monaten war der Zunge fast so kräftig wie ein dreijähriges Kind.„Möchte wissen, was auS ihm wird," sagte der Vater, indem er sich über ihn beugte, um ihn zu küssen. ,Gieb Acht, deine Brille!" rief Frau Allegro. Aber schon hatte der Knabe die Brille zwischen den Fingerchen, schlug damit auf den Rand der Wiege, daß die grünen Gläser zersprangen, und zappelte mit den Beinen vor Wonne über solche Heldenthat. Um seine Lippen aber spielte ein seliges Lächeln, das er mit seltsam blökenden Tönen begleitete. Der Zunge lächelte, der Zunge lachte. Und angesichts seines fröhlich lallenden Kindes fühlte der Vater eine wunderbare Veränderung in seinem Gemüthe, seinem Gesichte, seinem ganzen Menschen vor sich gehen, es zuckte ihm etwas in den Mundwinkeln, etwas Ungewohntes, Unerhörtes flog über sein Antlitz. Er täuschte sich nicht: was die Wissenschaft, sogar die Liebe nicht vermocht, daS hatte ein einfältiges Kind bewirkt. „Alter, du hast gelächelt I" rief Frau Allegro.„Alter, du hast gelacht!" „Za, ich glaube, der Zpgomatikus hat sich gerührt." Es ging nicht gleich so gut, wie eS Domenico ge- wünscht hätte; allein der Kleine that seine Schuldigkeit, und wenn Arlecchino den Genuß des Lachens sich verschaffen wollte, so brauchte er nur sein Ebenbild anzuschauen, daS älter werdend, immer drolligere Gesichter schnitt und immer komischere Posituren ersann. Uebrigens müssen wir jetzt den Titel Arlecchino streichen. Domenico hatte sich vom Theater zurückgezogen, um sich ganz der Erziehung seines Sohnes widmen zu können. Dieser wuchs prächtig in die Höhe, lernte fleißig und war beständig guter Dinge. Das HauS in der stillen Marais- qasse war daS lustigste von Paris. Gleich emer unendlichen Musik zog dort das Lachen den ganzen Tag treppenauf, treppenab., Vater Domenico gedieh auch körperlich dabei. Er ward kugelrund, und sein geröthetes Gesicht strotzte von üppiger Gesundheit. Er starb in seinem dreiundsechzigsten Zahre am Schlagfluß. Die italienischen Komödianten hatten eines Abends ihr Ehrenmitglied zu einer Festvorstellung eingeladen, in der ein neuer Arlecchino auftreten sollte. Man spielte irgend eine alte Posse, in der einst Domenico die Gesicht.„Jetzt sorgen Sie aber gefälligst selbst dafür, W Alles wieder wegkommt, was da unten in der Hausflur(#' richtet ist, ich gebe Sie keine Hundebedienung ab, das wm Sie sagen," so geiferte die Frau, deren böse Zunge's' ganzen Hause bekannt und gefürchtet war. Ihr ganzes W treten aber empörte den ohnehin erregten Herrn � und so bekam die Hausmannsfrau Liebenswürdigkeiten# ihm unter Hinauskomplimentirung ihrer werthen Person hören, welche sie nicht glaubte, sich gefallen lassen m f«un' In Folge der wegen jener beleidigenden Aeußerungen 9# Herrn T. anhängig gemachten Privatklage erhiett dcrM jedoch nur zehn Mark Strafe zuerkannt, unter der BerüaM tigung, daß sich auch die Klägerin höchst ungebührlich kM* hatte. Und was aus dem Mops geworden ist? Er ist lud« Leser, döre es und freue dich, heute der allerbeste Freund v«' Frau T. und macht sogar den Herrn T. manchmal eifersuWS- denn seine Gattin verschwendet an ihr Möpschen die dcnw' größten Zärtlichkeiten, und so hat er nur noch eine Fc"� und das ist das Dienstmädchen der Frau T-, dem Mops n« immer viel zu schaffen macht..... Ein Prestprozeh gegen den„Berliner Lokalamtw" gelangte gestern vor der 93. Abtheilung des hiesigen ScboM gerichts zur Verhandlung. Auf der Anklagebank nahmen tzu«: Der Baibier Johann Heinrich Zafirow, der Redakteur Nudol Keller und der Redakteur Hugo Wilhelm Adolf v. Kupfer, as drei find der gemeinschaftlich begangenen Beleidigung ps Direktors des Friedrich-Wilhelm-Hospitals Wilke mittels 0 Presse beschuldigt. In Nr. 1 1 des genannten Blattes 25. Januar er. befand sich unter der Rubrik„Oeffentliche# nung" ein von dem Angeklagten unterzeichneten Artikel.» fahren, oder hängt es von der Laune des Direttors ab,.m, lauten die Bestimmungen derartig, was doch wohl unmog' sein kann?"— Redakteur Keller hat von dem Unterzeichner lnkriminirte Notiz angenommen, redigirt und seinem Kollegen» � zur Aufnahme rn die„Oeffentliche Meinung" übergeben. Der erste Angeklagte behauptet, daß er in der Erregung"sl die Verletzung seines Pietätsgefühls den Artikel verfaßt% Die beiden übrigen Angeklagten erklären, daß sie etwas» leidigendes darin nicht gefunden haben.— Sekretär WL aiebt über dm geschilderten Vorfall folgende Aufklärung«,, ist den Angehörigen der verstorbenen Hospitaliten gestattet,' selben auf ihre Kosten beerdigen zu lassen; machen sie 0"% keinen Gebrauch, so erfolgt die Beerdigung der Verstört�. in dem Rahmen der für das Armenwesen vorgeschriebe Formen. So lange die Leichen in dem Leichenkeller aufgcl'L dürfen dieselben von den Angehörigen aus ästhetischen nicht besichtigt werden. Dies ist erst zulässig, sobald den Sarg gelegt werden. Im vorliegenden Falle erboten? die Kinder des verstorbenen Hospitaliten, früheren arbeiters und Almosenempfängers Zastrow, die Beervig� desselben auf ihre Kosten, und zwar zum medrigsten SPst, ~l.— 18 M.'~ 21 M. für den Sarg und 3 M- für i den To�?! gröber— zu besorgen. Frau Wmckert, die Tochter des u storbenen, hatte aber nur 16 M. bei sich und wollte die feh% 5 M. bald nachbringen, erschien aber mit denselben etst, folgenden Tage, als die Einsargung der Leiche bereits% verfügt weiden müssen. Nun habe sich die Angelegenheit�, mehr rückgängig machm lassen.— Der Staatsanwalt bean� gegen Z. 30 M., gegen die beiden anderen Angeklagt«", 100 M., während der Vertheidiger, Rechtsanwalt P i auszuführen suchte, daß in dem inkriminirten Artikel ein« u leidigung überhaupt nicht enthalten sei. Dieser Auffassung... der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Assessors Bering, bei und sprach deshalb die drei Angeklagten kostenlos fl" Soziales imd ArveitervewegM Avis für Krankenkassen-Vorftände und Mitgl'«� Es liegt bereits ein Fall vor, in welchem Mitglieder SL, nationalen Hilfskaffe, welche länger als 6 Wochen mit Beiträgen im Rückstände waren und nicht um Gestun"",, nachgesucht hatten, auf Verlangen der Behörde gestrichen Pariser entzückte. Nach Abbildungen und mündlichen theilungen hatte sich der neue Harlekin die Maske seines,� rühmten Vorgängers zurechtgelegt, und als er auf der erschien, brach ein Donnergelächter los. Das war ja Arlecchino von ehedem, so bewegte er sich, so schnupft�,, so räusperte er sich, so klang seine trockene Komik!% Heiterkeit wollte kein Ende nehmen. In einer Loge" spielte sich inzwischen ein Trauerspiel ab. Seinen WL gänger erblickend, hatte Domenico kräftig in die allgew� Heiterkeit eingestimmt, die aber bei ihm bis zu einem r J lichen Lachkrampf sich steigerte. Nein, so was KoM'�z hatte er noch nie erlebt!... Wie, so drollig hfl2rJi einst ausgesehen?.... Und er lachte, daß fein E«! Haha röther und röther sich färbte, Hahahaha... Hahayo Ha... Plötzlich verstummte er und fi«1 � Der Schlag ha� los seiner Gattin in die Arme. getroffen. �.-i Er kam wieder zu sich und lebte noch einige> öfters das volle Bewußtsein wiederfindend..(- „Da fällt mir ein," sagte er in einem solchen blicke zu dem alten Bilieux,„was Sie in Ihrer PhvK.p des Lachens über den stärksten Lachreiz bemerken. liege im Anschauen einer Nachahmung, sagen Sie. M" gj mich nachgeahmt, und Sie sehen, wie ich lachen mußte�H sterbe an mir selber... es ist eigentlich eine Art ß mord..." „Aber ein schmerzloser, nicht wahr?"/ „Ganz schmerzlos," hauchte Domenico vor sich 9' gab still lächelnd den Geist auf. zf Wann ihm seine Frau nachfolgte, wissen wir � sagen. Sein Sohn starb in Rom unter Gregor'„y einer der einflußreichsten Kardinäle. Seit seinem 51° mi1' zwanzigsten Jahre hatte er nicht mehr gelacht, und d«"»j« erzählten, er habe einen Mord auf dem Gewisie"�' Weisen und Gerechten sagten: einen Vatermord. daß ein Zugendstteich des Kardinals zu dem Gerede U gegeben hatte. Der Arme hatte eben die Kunst}U verlernt., f Der Erzähler wünscht dem günstigen Leser, daß Aehnliches nie begegnen möge, denn... Chor der Leser: Durch Erzählungen wie diese wir diese Kunst ohnehin nicht wiedergewinnen!, � Erzähler: Dies war auch nicht der Zweck schichte. nun guedcr sig wurde eir fe'S I® Bnrr8um Mgen! !>™ derartige S? SjM wie1 wir f°n„ L' j.detti �» mußten. Sie find also durch eigenes Verschulden ihrer M>e verlustig gegangen, fie haben keinen Theil mehr an der jr'fr und ihietn Vermögen, zu welcher fie Jahre lang ge- muert haben. Der erwähnte Fall ist in Landsderg a. W- vor- ßwen. Das Bürgermeisteramt hatte in der dortigen Ver- �lUtungsstelle einer in Berlin ihren Sitz habenden freien Hüfs- M eine Revision vorgenommen, dem Vorstande der Ver- �"ungsstelle auf Grund der Ergebnisse der Revision auf< laT"' Einziehung der rückständigen Beiträge zu sorgen QIi.s"u" W einer zweiten Durchficht der Liste noch 4 Mit- ° � Nch vorfanden, welche länger als 6 Wochen restiiten, tzi.,.°�wfach dem Hauptvorstande in Berlin der Ausschluß «i r �uiglieder aufgegeben.— Dies kann überall geschehen. W»M.?holen daher nochmals im eigenen Interesse t&nmu. 0iiel){r und ihrer Familien: Regelmäßige und Aller Entrichtung der Krankenkassen-Beiträge ist die Pflicht o.s,�um Korbmacherstreit in Hamburg. Arbeiter, 5W i? L®e't 4 Wochen befinden wir uns im Lohnkampf. ifl sm �ngen war die Zahl der Streikenden bereits auf ÜI,ciu 1 gefallen, die Uebrigen hatten in anderen Fächern llrfu.I gefunden. Theils durch augenblickliche, aber voraus- z?.'? nur kurze Stockung in der Fruchtacbeit, theils durch Manipulationen der Großmeister, daß man den .ii>???tstern, welche Streikende in Arbeit genommen hatten, Andrste, man wolle die Streikenden nicht unterstützen ».i, Folge dessen die Arbeit entzog, wuchs die >vir.?/der auf ca. 80 Mann. Dessenungeachtet stehen o.,, iester zusammen wie nie zuvor. Wer die Lage der b,s.�°cher kennt, weiß, daß unsere Forderung einer Lohnauf« .,Fmg von 10 pCt. eine bescheidene ist und wird uns Keiner � Mn-. daß wir dieselbe gestellt haben, denn von Seiten Äckanten wird jeder Augenblick, wenn das Geschäft nicht umCzf r öeht, wahrgenommen, um uns noch etwas von Hungerlohne abzuziehen. Trotzdem beliebt noch ein -.entant uns..lottriae Gestalten" ru nennen. Ilm den Kampf uns„lottrige Gestalten" zu nennen. Um den Kampf u-"" luyren zu können, fordern wir Euch, Arbeiter, ohne Unter- >u» uns mit weiteren Geldmitteln thatkräftig zur Seite 'flehen, denn nur dadurch find wir im Stande, den Sieg zu Also, Arbeiter, es gilt Mitmenschen aus ihrer be- g%n. llmll• n Boge emporzuhelfen; thut daher, was Ihr irgend zu ff bekn/, ��rankenkasscnverbande befindlichen Kassen eine Aus- de? dks Verbandes über ganz Deutschland erstreben, um Rüstigkeit möglichst werte Bahn zu brechen. Das des Verbandes, der in Leipzig erscheinende ffr-spondent" erläßt nun einen Aufruf nun einen Ausruf zur Grün- . a Verbandes und äußert sich hont Aufgabe desselben folgendermaßen:„Ein deutsches »iun„' lassen- Verbands- Statut muß die wahren Bestim- dioffV�thaiten, welche zum Wohle der betheiligten Kassen tonnen, sodann darf es keine Bestimmungen enthalten, feff mit den Freiheitsgefühlen der Arbeiter in Widerspruch Ui?„ und ein solches Statut wollen wir uns, deutsche Arbeiter, �»rankenkasscnmänncr. die Jahrzehnte lang mit Leib und kv an ihren freien Kassen gehangen haben, schaffen. Wir uvs aber auch des Apparates eines deutschen Verbandes wir stellen nicht in Uncrfahrenheit den Grund- auf, daß dieser große deutsche Verband von 1(2, Lrte aus, durch einen Vorstand richtig Nn/Zflgend dirigirt werden kann. Der deutsche Kranken- Verband muß sich wieder in P s Provinzvcrbände theilcn, so W/�utsche'Provsnz in der Lage ist, ihre besonderen ter z�uen zc. zur Geltung bringen zu können. Sodann muß ein eigenes Blatt haben, welches die . bindung unter den Kassen herstellt und die Kranken- % Interessen vertritt und gleichzeitig als Publikationsorqan für �em.ff. norstand, die Provinzialoorstände und die Kranken- iiiis Stande dient. Darum, deutsche Krankenkassen, reicht JC—-----. 1% b,e Hand zur Gründung eines deutschen Kranken- �".�Verbandes und thut uns - umgehend kund, damit wir ttofftfn Vertrauensmänner wählen können, i , Statuten-Entwurf ausarbeiten, welche Eure Bereitwilligkeit vorerst aus den deutschen welche gemeinsam sodann einer ei». Euch hiervon nicht aus, indem der deutsche Verband las!, �f�uvmauer bilden soll für alle eingeschriebenen Hilfs- ist r; naß Eueren besonderen Wünschen Rechnung zu tragen »llen � keiner Hervorhebung".— Man steht, daß hier nach ivim Seiten in loyalster Weise Rechnung getragen %n|.' ob aber die zentralifirten freien Hilfskaflen in solchem stisli* wirklich Raum finden, bedarf doch noch wohl einer men Ueberlegung. vereine und Versammlungen. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der iid I�irer fand am Dienstag, Alte Jakobstr. 75, unter Vor- �»s«, Horrn Sander statt. Herr Stadv. Görcki referirte über b« r b e i t e r s ch u tz g c s e tz" und erbrachte den Nachweis, w/, wenn durch die in diesem Gesetz vorgeschlagenen Maß- bflb nicht alles erreicht werde, was die Arbeiter bewege bes.i.'ore Ideale ausmache, doch ein gut Theil sozialer Roth y, ist werden könne. Die folgenden Redner schlössen sich in allem ichlns"erbten des Referenten an. Es wurde einstimmig be- �teilff' folgende Petition an den Reichstag zu richten:„Hoher st' Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß durch vegnome des von den Herren Abgg. Grillenbergcr und Ge- Giff. 1m■&' Januar 1885 eingebrachten Ärbeiterschutzgesctz- beseifö�8 kin großer Theil unserer Roth und unseres Elends trh-s.«? würde, bitten Unterzeichnete, den Enlwurf zum Gesetz %!".iu wollen." Tie Petition fand zahlreiche Unterschriften. festere Verbreitung wird Sorge getragen werden. iflsck?,.. Maurerstreik. Sämmtliche Inhaber von Bau- kb-ff � waren zu gestern Vormittag 11 Uhr von der„Streik- . wachungskommisfion" der Vaugcwerksmeister nach dem ocs Buggenhagcn'schcn Etablissements am Moritzplatz «erltooff;, Tie aufgestellte Tagesordnung lautete; 1) Wie lflifngff �ch die Maurergesellen und deren Führer bei Wieder- geg�ome der Arbeit; 2) wie schützt sich das Bauhandwerk �afteeff nftige Streikbewegungen? Vor Eintritt in die von ff nnung verlas der Vorsitzende Brettschneider einen ihm Kollegen zugestellten Fragebogen, der von der Streik- Es R.Jflon der Gesellen auf den Bauten vertheilt worden ist. �etrnffncn sich auf demselben folgende Fragen:„Wie ist das "-"gen deg Meister'?""-•*—... % WP iK , Wrrd reell gearbeitet oder ge %|''"gen?' 1• Wird für Leben und Gesundheit Sorge ge- % fei'J Der Vorfitzcnde bcmertt dazu:„Es wird damit fffnt off �werden die Pfeiler mit gefärbtem Kalk, statt iiiffr' Recherchen veranstaltet seien. Darnach kann fj fffuhn i� ff-ilhelmstraße 146, den Maurermeister Uthe %% ÄlÄ'SÄcn%% z: t>ber anzustellen, und falls sich— wie fie an- ivifl' .tf1 nimmt— die Unwahrheit der Behauptung herausstellt, dem ausführenden Meister ein Zeugniß darüber auszustellen und der Kommission bis zum Mittwoch Vormittag Mittheilung über das Ergebniß der Untersuchung zugehen zu lassen. Bis jetzt ist eine solche noch nicht eingetroffen. Maurermeister Gottheim referirt darauf über den ersten Punkt der Tagesordnung. Er rekapitulirt die schon bekannten Thatsachen und erklärt, daß die Gesellen durch den allgemeinen Streik nichts erreicht haben. Von einem Streik kann jetzt nicht mehr die Rede sein.(?) Um künftigen Streikbewegungen zu begegnen, gicbt es nur ein Mittel: einen großen Bund sämmllicher Bau- gewerksmeister. Maurermeister Uthe bemerkt, daß er versuchen wird, dem Baumeister Keßler wegen seiner Aeußerung etwas näher zu rücken. Maurermeister Opitz theilt mit, daß er vom Baumeister Keßler gleichfalls wegen„lüderlicher Bauaus- führung" denunzirt worden sei. Verschiedene Meister äußern sich über die Lohnverhältnisse, worauf einstimmig folgende Re- solution zur Annahme gelangte:„Die heute im Buggen- hagen'schen Saal versammelten Inhaber von Barmeschäften in Berlin beschließen wie folgt: Dem Beschluß der Gesellen-Ver- sammlung auf Tivoli vom 2. August cr. gegenüber, die Ar- beitseinstellung am Montag, den 3. dieses Monats, wieder aufzunehmen— welchem Beschluß nur ein geringer Theil der Gesellen Folge gegeben hat— an ihrer Resolution vom 7. Juli festzuhalten. Ferner: An die hohen Behörden und die verehrlichen Bauherren das Er- suchen zu richten, wie bisher zu ihnen stehen und nicht da, wo die Arbeit mit geringen Kräften aufgenommen wurde, auf so- fortige Vermehrung derselben drängen zu wollen. Nicht Reso- lutioncn entscheiden in diesem Augenb ick über die Resultate der hinter uns liegenden traurigen Katastrophe, sondern der Grad der Ruhe, der bei Wiederaufnahme der Arbeit seitens der Arbeitgeber bewiesen wird. Obgleich der Zuzug auswärtiger Gesellen wohl beftiedigen kann, ist nicht zu erwarten, daß das entstandene außerordentliche Bedürfniß in kurzer Zeit seinen Ausgleich findet. Soll daher das Resultat des Streikes nicht die Versprechungen der Agitatoren trotz deren Niederlage wahrmachen, so ist Geduld erforderlich. Freiwillig haben, soweit uns bekannt ist, alle unsere Arbeitgeber den alten treu gebliebenen und tüchtigen Leuten den Lohn auf 4,25 und 4,50 Mark erhöht, aber wir würden uns als besiegt erklären, wenn wir neuen unbekannten Leuten, noch ehe fie sich bewährt haben, bei der Ausstellung mehr als den alten Lohnsatz von 4 M. zahlen wollten.— Ferner beschließt die Versammlung: Gegenüber der wiederholt ausgesprochenen Drohung mit partiellen Streiks resp. Ver- hängnng der Sperre über einzelne Arbeitgeber vorzugehen, er- klären wir hiermit öffentlich, daß wir uns mit den Betroffenen als solidarisch betrachten und darnach zu handeln entschloffen find." lieber den zweiten Punkt der Tagesordnung referirt Baumeister Böckmann: Er faßt sein Referat in den folgenden Sätzen zusammen: 1. Billig und gerecht gegen die Arbeiter sein. 2. Eine Einigung und feste Organisation der Bau- gewerksmeister und Berufsaenosscn anstreben. Der Referent legt ein von ihm ausgearbeitetes Statut für keine allgemeine Meistcr-Organisation vor, das später einstimmig angenommen wurde. Zum Schluß, der um halb zwei Uhr stattfand, kon- statirte der Vorsitzende, daß die Versammlung von 350 Maurer- meistem besucht war, die zur Zeit 3860 Gesellen beschäftigen, und zwar 1.5 pCt. unter 40 Pf., 7 pCt. zu 40 Pf., 37 pCt. zu 42»/- Pf., 41 pCt. zu 45 Pf., 12 pCt. in Akkord und nur 1.5 pCt. zu 50 Pfg.(?) Der Fachverein der Steinträger hielt seine letzte Mit- glieder-Versammlung, welche zahlreich besucht war, im alten Schützenhause, Linienstr. Nr. 5, ab. Der erste Gegenstand der Tagesordnung war: Die Stellung der Hamburger Kollegen zu unserem Streik. Hierzu sprach zunächst der Vorsitzende Herr Rennthaler. Er theilte mit, daß er auf Wunsch der Ham- burger Kollegen nach Hamburg gereist sei, um ihnen klarzulegen, wie es mit den Steinträgern Berlins und ihrem Streck stehe. Redner führte aus, daß er mit Freuden konstatiren könnte, wie eine so kleine Korporation, wie die Steinträger Hamburgs, sich in Einigkeit befinden, trotzdem es ihnen bis dato noch nicht vergönnt gewesen ist, eine Organisation zu gründen, weil dies in Hamburg viel schwieriger wäre, wie in Berlin. Redner führte aus, daß solche Solidarität und Bruderliebe, wie unter den Hamburger Kollegen, sonst wohl vergebens zu finden sei; fie haben gezeigt, daß sie ihre Mitbrüder in Berlin nicht in Hunger und Elend untergehen lassen wollen. Grund dessen wären ihnen die Berliner Steinträger Dank und Anerkennung schuldig. Tie Berliner würden, wenn es je die Roth erfordert, daß die Hamburger in solche Lage gerathen, wie gegenwärtig die hiesigen Kollegen, ihre Schuldigkeit thun, unv mit allen Kräften für die Hamburger eintreten. Vor allen Dingen sei es aber nöthig, daß sich die Steinträger Berlins alle dem Fachvereine anschließen. In derselben Weise sprach auch Herr Hauck. Er deutete darauf hin, daß die Arbeitgeber Hamburgs auch ein wenig humaner wären, wie in Berlin; fie sorgten doch so einigermaßen für einen unter Dach stehenden Raum, damit der Arbeiter seinen Jmbis bei schlechtem Wetter nicht unter freiem Himmel einnehmen brauche. Er ermahnte Jeden, zu agitiren, vamit der Verein stark werde, nur dann könnten wir Erfolge erzielen.— Hierauf kam die Untcrstützungsfrage zur Diskusston. Der Vorfitzende bemerkte, daß leider auch solche Kollegen öfter Unterstützung beanspruchen, die während des Streiks gearbeitet haben oder wo möglich gar noch in Arbeit stehen. Es solle Keiner Unterstützung bekommen, wenn er nicht eine ganze Woche ohne Arbeit sei. Hierzu sprach Herr Hauck und stellte den Antrag, in dem angedeuteten Sinne zu beschließen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Zu „Äereins-Angelegenheiten und Verschiedenes" verlas der Vor- sitzende eine Karte m Betreff eines Baues in der Wilhelm- straße und forderte Aufklärung darüber. Herr Knaak, der davon informirt war, legte den Anwesenden Alles klar. Nach- dem die Mitglieder den Hamburger Kollegen, sowie dem Fach- Verein der Steinträger ein dreimaliges Hoch gebracht, schloß der Vorfitzcnde die Versammlung. Arbeiter-Bczirksverein der Orauienburger Vorstadt und des Wedding. In der am Montag, den 3. August, im Wcdding-Park, Müllerstr. 178, abgehaltenen Versammlung hielt Herr Schwennhagen einen Vortrag über„Glaubens- satzungcn und menschlicher Fortschritt". Er bemerkte zunächst, daß die Glaubenssatzungen eine große Bedeutung im mensch- lichcn Leben haben und bis in dieMctte unseres Jahrhunderts maßgebend waren. Erst seit 2—3 Jahrzehnten sei die Macht der Kirche und des Priesterthums in etwas geschwunden durch die Forschungen der modernen Wissenschaft, durch den Kampf um die geistige Freiheit. Ohne Taufschein, d. h. ohne die Taufe empfangen zu haben, weise man oft die Kinder bei der Ausnahme in die Schule zurück und besonders in kleinen Städten mache man den Dissedenten Schwierigkeiten. Das seien doch traurige Zustände, welche heute nicht mehr vorkam- men sollten. Weiter kommt Referent auf das am 27. Juli in Westfalen stattgehabte Verbandsfest der evangelischen Ar- beitervereine zu sprechen, wobei er auf eine Rede des Divifions- Geistlichen näher eingeht. Derselbe hatte dort den Spruch zitirt:„Den Himmel habt ihr uns genommen, vann können wir uns die Erde theclen und ferner den Arbeitern empfahl, nicht für den kom- alter ließ man die Männer, die eine anti kirchliche Gestnnung ä%"i-irS" äs. unvereinbar mit den alten Glaubenssatzungen. Den sei thum vor Unstttlichkeit nicht immer schützt. Zum Beispiel habe fich in letzter Zeit in dem frommen England gezeigt, daß dort die unfilllichsten Zustände herrschen. Vielleicht finde fich noch Mal ein deutsches Blatt, welches bei uns derartige Schäden aufdeckt und eine Kritik an unseren„fittlichen Zuständen" zu üben wagt. Man halte dem Arbeiter oft entgegen, daß er un- gebildet sei; dies sei aber zu beseitigen, wenn man den unentgeltlichen Unterricht an allen öffentlichen Bildungsanstaltcn einführen würde, wodurch es auch den Kindern unbemittelter Eltern möglich würde, fich eine höhere Bildung anzueignen. Referent geht noch auf die Beschäftigung der Kinder und Frauen in den Fabriken ein, welche er einer scharsen Kritik unterwirft. Den Fortschritt der Industrie stelle man zwar durch Veranstaltung von Ausstellungen dar, wobei auch die Arbeiter lernen sollen. Die Ausstellungen seien aber für den Arbeiter von nur geringem Nutzen, während die Ex- port-Jndusttie viel dadurch gewinne. Referent spricht femer über das heutige Wahlrecht für Kommune und Staat, wo demBesitzendenmchrRcchtealsdemUnbemittelten eingeräumt find. — Der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. Hierauf wurde ein Antrag auf Vomahme einer Tellersammlung je zur Hälfte sür ein krankes Mitglied und die stteikenden Maurer angenommen; dieselbe ergab 7 M. Ein weiterer Anttag auf Veranstaltung einer Herrenpartte fand ebenfalls Annahme. Schließlich wurde noch das„Berliner Volksblatt" empfohlen und die Petition zum Arbeiterschutzgesetz in Erinnerung gebracht. Nächste Versammlung: 17. Ä u au st. Der Unterftütrungs- Verein deutscher Schuhmacher (Filiale Berlin) hictt am Montag, den 3. d. Mts., ferne Vereins- Versammlung bei Niest, Kommandantenstraße 71/72, ab. Herr Max Kreutz hatte einen Vortrag über Feuerbestattung zuaesagt, war aber leider am Erscheinen verhindert. Es wurde daher über die Frage verhandelt:„Wie verhält sich die Ver- einigung, d. h. der Unterftützungs-Verein, zur Lohnkommisston und die Lohnkommisfion zur Vereinigung." Nachdem der Vor- fitzende einige Erläuterungen darüber gegeben, eröffnete der- selbe die Diekusfion, an der fich mehrere Mitglieder bcthciligten. Es wurde von einzelnen Rednern hervorgehoben, die Lohn- kommisfion aufzulösen mit dem Bemerken, daß dieselbe bis jetzt noch nichts Wesentliches geleistet hat und fernerhin auch nichts zu leisten im Stande sei, da ihr die stramme und feste Organisation fehlt. Unter Vercinsangelegenheiten wurde der Wunsch ausgesprochen, in der nächsten Vereinsversammlung zu be- schließen, wieder einen Fachunterricht stattfinden zu lassen. Fern r wurde vom Vergnügungskomitee vorgeschlagen, eine Landpartie am 23. d. Mts. zu veranstalten; das Nähere soll in ver nächsten Versammlung besprochen werden. Die regel- mäßigen Vereins- Versammlungen finden jeden Montag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats im obengenannten Lokale statt. Der Fachverein der Steinmetzen tagte am 2. August Sophienftraße 34 bei A h l g r i m m mit der Tagesordnung: 1. Regelung der Begräbnißfrage in Folge der Auflösung un- screr Ortskrankenkasse. 2. Verschiedenes. Den Mitgliedern wird von dem Lademeister und ersten Vorfitzenden der Kasse durch ein Schreiben an den Fachverein angezeigt, daß der Beschluß der Generalversammlung vom 22. Mai d. I. von der Behörde genehmigt und die Mitglieder mit dem 1. August der Allgemeinen Fabrikarbeiter-Krankenkasse überwiesen find. In der Diskusston bezeichnete man diese Ueberweisung als ein gutes Agitationsmittel, nur würden viele Kollegen kommen und mit dem Fachverein vereint gegen die jetzigen Maßnahmen einiger Arbeitgeber Front machen. Daß die Kasse ein gehöriges Defizit aufweist, sei nicht Sache der Mitglieder, denn die Meister allein haben die Verantwortung zu tragen. Ein definitiver Beschluß, betreffend die angeregte Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Kollegen wurde nicht gefaßt, da man die Kollekten, wie in früheren Jahren, wieder einführen will. Von dem Vorfitzenden des Vereins der hiesigen Steinmetzmeister war ein Schreiben eingegangen, worin das Verfahren des Fachvereins, die Veröffentlichung der Versammlungsberichte in Zeitungen, gebilligt wird; femer wurde in dem Schreiben auf die Beschwerde, daß einige Arbeitgeber nicht tarifmäßig bezahlen, erwidert, daß bei eintretenden Fällen die beiderseitigen Kommissionen die Sache untersuchen und regeln würden. Alle Anwesenden wurden nun aufgefordert, sofort Material und Beweise zu schaffen, da der Verein energisch in dieser Hinsicht verfahren müsse. Auch wurde konstatirt, daß die Gemaßregelten bis auf zwei anderweitig Beschäftigung gefunden haben. tb. Eine öffentliche Metallarbeiter- Versammlung tagte am 4. d. M. in„Sanssouci". An Stelle des Stadtver- ordneten Görcki sprach hiersclbst der Tischlermeister M i t a n über„Die Nothwendigkeit statistischer Erhebungen im Metall- arbeitergewerbe". Die Statistik begann Redner, sei der wich- tigste Faktor der Volkswirthschaftslchre. Solle der Gesetzgeber angemessene Gesetze schaffen, so müsse ihm statistisches Material zu Gebote stehen. Alle die Forderungen, welche in dem Ent- würfe zu einem Arbeiterschutzgesetze im Reichstage gestellt wor- den find, könnten nur durch die Statistik die richtige Würdi- gung erhalten. Durch statistische Erhebungen müsse klar er- wiesen werden, daß die Forderung eines Normalarbeitstages, der Sonntagsruhe, der Beschränkung der Frauen- und Kinder- arbeit eine berechtigte sei; alle Gewerkschaften müßten mit Fleiß und Sorgfalt statistische Erhebungen veranstalten, das also gesammelte Material dem Gesetzgeber einreichen und dann durch Massenpetitionen sür die Annahme des Arbeiter- schutzgcsetzcntwurfcs eintreten. Schlosser Günther meint, daß durch die Gesetzgebung wenig zu erreichen sei. Ehe soviel Abgeordnete der Arbeiterpartei im Reichstage säßen, daß ihre Stimme entscheidend ins Gewicht falle, würde noch lange Zeit vergehen. Bis dahin müsse aber unbedingt etwas geschehen. Es sei auf gewerkschafttichem Gebiete mehr zu erreichen, als auf politischem Gebiete. Die Arbeiter brauchten nicht zu peti- tioniren und zu warten, bis die ostpreußischcn Bauernknechte Vertreter der Arbeiterpartei in den Reichstag wählen würden, wenn fie dekretiren können, und dies können sie, wenn fie gewaltige gewerkschaftliche Organisationen bilden. Daß die gegenwärtigen Verhältnisse ungesunde seien, dies be- wiesen die zahllosen Stteiks. Die Arbeiter streikten aber nur, um ihre materielle Lage zu verbessern. Deshalb müßten alle gewerkschaftlichen Arbeiter ihren Vereinigungen beitreten und Unterftützungslaffen für Arbeitslose gründen. Herr Mitan ver- warf dieses Prinzip der Selbsthilfe als durchaus aussichtslos und einseitig. Die gewerkschaftliche Bewegung sei von der polittschen schwer zu trennen und beide müßten naturgemäß Hand in Hand gehen. Die Gewerkschaftsbewegung sei noth- wendig, um die Genossen zu sammeln und sie über ihre Lage aufzuklären, nickt aber, um die Arbeiter in die Illusion einzu- wiegen, daß durch dre Gewerkschaftsbewegung eine„dauernde" Besserung zu erreichen sei. Man dürfe fich nicht auf einen egoistischen Standpunkt stellen und nur für sich eine Besserstellung zu erringen trachten, sondern man müsse für dre Allgemeinheit wirken, und dazu gehörten auch die„ostpreußischen Bauernknechte", welche fich vielleicht einmal einfallen ließen, den Berliner Arbeitern eine unliebsame Konkurrenz zu machen. Auch Gürtler Max Kreutz vertrat den Standpunkt, daß die gewerkschaftlichen Organisationen nur darauf hinwirken können, daß Arbeiter- schutzgesetze geschaffen werden. Die Unterstützung der Arbeits- losen sei den Arbeitern absolut unmöglich, da ihnen die Mittel hierzu fehlten. Auch die Krankenkassen würden aus diesem Grunde nicht bestehen können und an deren Stelle die Staats- verficheruna tteten müssen. Drechsler Hildebrand meinte, daß man fich so lange mit Palliativmitteln behelfen müsse, so lange keine entsprechenden Gesetze beständen. Man müsse fich daher organiflren, um nicht noch weiter zurückgedrängt zu werden, aber andererseits mit aller Macht darauf hinwirken, daß der Arbeiterschutzgesetzentwurf zum Gesetz erhoben würde, von dem der Klempner Neyband glaubt, daß es ebenso segensreich wirken wird, wie der Schulzwang, gegen den fich die Bauern eben so sehr sträubten, wie heute die Kapitalisten gegen das Arbeiterschutzgesey. Kachverein der Fabrik- und Bauarbeiter zu Köpenick. In der letzten Vereinsversammlung, welche am Sonnabend, den 1. August, im Schützenhause tagte, sprach der Tischler- meister Herr Mitan aus Berlin über den Arbeiterschutzaesetz- Entwurf. Redner führte die Gründe an, welche die sozial- demokratischen Abgeordneten veranlaßt hätten, den Entwurf des Gesetzes im Reichstage einzubringen. Er erklärte dann die einzelnen Paragraphen in verständlicher Weise, wies im Verlauf seiner Rede auf die Schäden der jetzigen Produktionsweise hin, welche stets nach einer gewissen Reihe von Jahren eine Krise im Gefolge hätte, herührte die Vagabondenfrage, schil- derte darauf die Verdcrblichkeit der industriellen Frauen- und Kinderarbeit und kam zum Schlüsse dahin, nur durch Annahme des Arbeiterschutzgesetz Entwurfes durch den Reichstag könnte Abhilfe geschaffen werden. Bei dem Kapstel„Sonntagsruhe" verweilte Referent längere Zeit, um klarzulegen, wie dasselbe von den verschiedenen Parteien ausgelegt würde, und empfahl den Anwesenden, die Petition, welche im Deutschen Reiche die Runde macht, mit Unterschristen zu versehen, damit die Stim- men der Arbeiter, welche die Sonntagsruhe verlangen, nach Millionen zählen. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen: Die heute tagende Versammlung des Fachvereins der Bau- und Fabrikarbeiter erklärt sich mir dem Referenten einverstanden und verpflichtet fich, mit allen Kräften dafür zu wirken, daß die in Umlauf gesetzten Petitionslisten zahlreiche Unterschristen finden; und der Arbeiterschutzgesetz-Entwurf zum Gesetz erhoben wird. Unterstützungsverein der Buchbinder. In der letzten Sitzung hielt Herr Tischlermeister Mitan einen Vortrag über den Arbeiterschutzgesetzentwurf, welcher sehr beifällig aufge- nommen wurde. In der am Schluß der Diskusfion gefaßten Resolution erklärten fich alle Anwesenden mit den Ausführungen des Vortragenden einverstanden. Wegen der immer noch starken Nachfrage nach Billets zur Dampferpartie am 16. Aug. ist es gelungen, noch einen dritten Dampfer zu bekommen, um allen Mitglredern Gelegenheit zu geben, sich an der Partie zu betheiligen. Billets fino beim Vorstand zu haben. Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands. Mit- gliedschaft Berlin I. Die zum Dienstag, den 4. August, projek- irrte Versammlung konnte verspäteter polizeilicher Anmeldung wegen nicht abgehalten werden. Dieselbe findet daher Diens- tag, den 11. d. M., Abends 8 Uhr, mit derselben Tagesord- nung im Wedding-Park statt. Große öffentliche Versammlung der Kommunal- Wähler im Osten Berlins am Donnerstag, den 6. August, Abends 8 einhalb Uhr, im Lokal„Kcller's Gesellschaftssale", Ändreassttaße 21. Tagesordnung: Die bevorstehenden Stadt- verordnetenwahlen. Referent: Herr Stadwerordneter August Herold. Korreferent: Herr Stadtverordneter Fritz Görcki. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen wird um recht zahlreichen Besuch gebeten. Die Stuhlarbeiter-Vereinignng Berlins feiert Sonn- abend, den 8. August, ihr drittes Stiftungsfest im„Berliner Prater" Kastanien Ägee 6-9. Dasselbe besteht aus großer Vorstellung, Konzert, Ball und anderen Belustigungen. Be- ginn der Vorstellung Nachmittag 5 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Das Eintrittsgeld beträgt 25 Pfennig pro Person. Kranken- und Bearäbnißkasse der Goldschmiede und Berufsgenossen � Sorgfalt, mit der die Haussuchung gefühtt wurde, hatte � selbe, wie die„Franks. Ztg." selbst mittheitt, nicht den besten Erfolg. zei JvCidjÖflt.viv*;*.« ws»vvtrvvil«, des LteSfe ist Rechtsanwalt Herr Dr. Fels in bestellt.. Wahn, 3. August. Am Sonnabend Mittag hätte man s der in dem benachbatten Lind gelegenen Dynamitfabrik der. Hamburg domizilirten deutschen Dynamitfabttk Äkticn-Ge>� schaft eine heftige Explosion. Die hohen Erdwälle hatten' Exploston zwar auf eine Bude beschränkt, es sind derselben> doch zwei Menschenleben zum Opfer gefallen, indem zwei rn" Bude beschäftigte Arbeiter getödtet wurden. Madrid, 3. August. Bis Ende Juli find in ganz SÄ 114714 Personen an der Cholera erkrankt und 34 003 an � selben verstorben. tzr. Theater. Belle-Alltanee-Theater. Heust: Der Gespenster. Neues Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater. Heute: Der Großmogul. Oktend-Theater. Heute: Die Brautschau Friedttchs des Großen. Central-Theater. Akte Jakobstraße 30. Direktion: Adolph Ernst. H'ute: Zum 6. Male: Die wilde Katze. Gesangsposse in 4 Alten von W. Mannstädt, Mustk von G. Steffens. Kottbuserstraße Nr. 4a. Sanssouci. Leipziger Sänger. Coneert-Haus Sanssouci. Heute Donnerstag:.__ Ans. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Bei ungünst. Wetter im Saal. Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Soiree.[1811 für teiae, inmitten der Stadt, ist noch alle Tage frei. GratweiTsehe Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79. [1812 Allen Freunden und Bekannten und meiner werthen Nach- arschaft empfehle mein. 11287 Werß- und Aarnsch- Aiertokal. Horm. Uewald. Frankfutter Allee 143. Stiftungsfest der Mg. Stutjlarbeiter-Vereiaigung Lerlins Sonnabend, den 8. August, itn Berliner Prater, Kastanien-Allee Nr. 6—9. große Norstellllig, Konzert«ud Kall. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf.[1807 Um zahlreiche Theilnahme bittet Der Vorstand. Das Sommerfest, verbunden mit__ Sommernachts-Ball, des Ktttilts jat Wahrung der Interchn der Klavicrardeitcr (zur Unterstützung kranker hilfsbedürftiger Mitglieder) findet Montag, den 10. August, in Tlu Kellers Kosjäger(ümfealwille) statt. Für Belustigungen aller Att ist bestens Sorge getragen. Billets find ber allen Vorstandsmitgliedern, ferner bei Sttamm, Skalitzersttaße 18, sowie in den mit Plakaten be- legten Handlungen zu haben. Entree pro Person 25 Pfg. Kinder frei. Es find alle Freunde und Gönner des Vereins hiermit bestens eingeladen. Um zahlreichen Besuch bittet 1808]_____ Der Vorstand. JHe Nr 19 der humoristischen Blätter[2572 „Der wahre Jacob" ist erschienen und in der Expd. des„Berl. Volksbl- zu haben. ———— Verantwortlicher Redakteur N Zoologischer Oarten. Nur auf kurze Zeit.— Heute und täglich: Carl Hagenbeck's Somali- Expedition, begleitet von 7 Dar-Fur-Knaben und bestehend aus 9 afrikanischen Somali-Sttaußen, 4 Dromedaren, _ 14 Antilopen, Jagdleoparden sc. HT* JEthnosrraphiache Ansstellnngr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag:[1730 Grosses Hllitär-Doppel-Concert. Besichtigungszeit 10 bis 1 und 3 bis 8 Uhr. Nachmittags 3, 4, 5, 6, 7 Uhr Straußreiten. Entree zum Zoologischen Garten bleibt unverändert. August Herold RW» Berlin S0„ 113 Skalitzerstrasse 113. HE [M-, Spiegel and Mewaten Jlngap Eigene Fabrik. Solide Preise. Prompte Bedienung. 490 en gros. Cigarren- u. Tabak-Handlung Fritz Goercki Berlin 80., Admiralstraße 40(frühere„Linde.") Import echter Havanna, Lager aller Sorten Bauche und Schnupftabak* «eich assortirtes Lager echt türkis�», NA�u�amerikautscher«igarretten und Tabake- Erouhei« in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 8W„ Beuthstraße 2.