Solmtag» den 9. August 1885. II. Jahrg. MMlWbNl. Organ für die Interessen der Arbeiter. Da« �Berliner Volksblatt .35 «tn*elne ü»r. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10\ (Emgetrage» iu der PostzeitwlgSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Jafertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereintunft. Inserate werden bis 4' Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. KedaKtio«: Keuthstraste S.— Expedition: Zimmerstraße 44. % Die öatutnl-DtrpflfgungsftttfiDiicn.| . Unter dieser Ueberschrist bringt„Der Gewerkver-■ da« Organ des bekannten„ArbeiterfreundeS" Dr. a x Hirsch einen längeren Leitartikel, der ganz in den �gefahrenen Geleisen der ödesten Manchesterpresie sich be- Bfßt. E« wird auf eine frühere Arbeit de» Dr. Zul. Post MUg genommen und dann in ganz besonders dringlicher «seise die Arbeit auf den Berpflegungistationen em- pfohlen. , Zum Schlusie des Artikel« nämlich wird erklärt, daß tttt Deutschen auf den Standpunkt des Amerikaners kom- müßten, der zu dem um Brot-Bittenden sagt:„Spalte wein Holz, begieße meine Blumen im Garten, entferne die steine von meinem Felde—dann komme zu mir herein w>d Du sollst eine tüchtige Mahlzeit haben und Deinen �tgelohn, aber etwas schenken, das kann ich nicht." Diesen geradezu brutalen Standpunkt möchte„Der �ewerkverein" auch auf Deutschland übertragen. Er erklärt stch einverstanden mit der Arbeitleistung in den Verpfle- Auugsstationen. E» heißt nämlich in dem Artikel:„Die tbeiten selbst sind nämlich nach den örtlichen Verhältnissen t verschieden. Da werden die Wanderer mit Steine- Opsen, Holzhauen u. s. w. beschäftigt. In wclen Stationen ist die Arbeitsleistung leider noch nicht Zugeführt." ., Fühlt denn das„Arbeiterblatt" gar nicht, welche Roh. "ßü es da verübt? Tin müder, ausgehungerter Wanderer kommt der Station oder auch zu dem Amerikaner und möchte ,$ ausruhen und seinen Hunger stillen. Der Amerikaner Wat ihn auf's Feld in den Sonnenbrand, um Steine zu Äen, dann soll er wieder kommen und erquickt werden. �atürlich, wenn er im Sonnenbrand erkrankt oder vor "";er zusammengebrochen ist. Und in der deutschen Verpflegungsstation soll der Me, hungrige Wanderer analog dem großen amerikanischen vorbilde zuerst Holz spalten und Steineklopfen, ehe er sich frühen und seinen Hunger stillen kann. Zn dieser For- ?�u»g liegt so viel Barbarei, eine so ungemein große Ver- 'ohttung der Humanität, daß man gar nicht begreifen kann, w'e Deutsche dieselbe stellen können. Daß ein deutsche« -'A r b e i t e r b l a t t" die» thut, setzt allerding« der Sache w Krone auf. . Und hat denn„Der Gewerkverein" gar nicht daran ge> 5®$t, daß unter den 200 000 Wanderern mindesten drei Hertel Handwerksgesellen sind, Handwerksgesellen der ver- lchiedensten Berufszweige, welche Arbeit suchen und die nur i' lange die Mildthätigkeit anderer Menschen in Anspruch Lohmen, bi« sie Arbeit gefunden haben? I 24] IeuMeton. 9** Mormonenmadchen. Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhausen. (Fortsetzung.) „Zu spät sah man den Zrrthum ein, und um ihn wieder gut zu machen, rüstete man schleunigst zahlreiche �agentrain» aus, die den Darbenden Hilfe bnngen sollen. .„Dieselben befinden sich jetzt unterwegs; einzelne auf "fr Santa Fö- Straße, andere auf der Emigranten»Straße, fso sich am Flachen Fluß hinzieht, und endlich noch andere, vorzugsweise in Vieh- und Maulthierheerden bestehen, "ohnen sich ihren Weg von Neu-Mexiko durch die Wildniß "m Fuße der Rocky-MountainS hinauf. g,„Erreichen diese TrainS ihre Bestimmung nicht, so wird vUnaer und Roth die Reihen der czegen uns aufgestellten ude lichten und sie zum Theil als Proselyten in unser � u. treiben. Auf diese TrainS bleibe daher unsere Auf- werksamkeit gerichtet. Gelingt e« un» nicht, sie für un» zu �oeuten, so müssen sie, wo e« auch immer sei, vernichtet werden. Hört mich zu Ende, und unterbrecht mich nicht," |"9te er in Eifer gerat hend, als er bemerkte, daß der Kom- andant ihm in die Rede fallen wollte,„hört mich zu "Jwo, denn es sind die Eingebungen des Herrn, die ich Euch �kündige. Ich weiß es, in Eurer heiligen Begeisterung Jx?™ Ihr Euch darnach. Eure rächende Hand nach dem j®tgentfyi 4 Ä*—-.ft— j»..... t»r— t.t...x £ Da nun das Betteln oder das sogenannte Ansprechen bei Strafe verboten ist, so wenden sich natürlich auch diese Wanderer, unter denen sich gewiß auch manchmal „GewerkSvereinS- Genossen" finden, an die VerpflegungS- stationen, um sich auszuruhen und ihren Hunger zu stillen. Da kommt ein Buchdrucker, ein Schneider, em Weber — derselbe wird zum Holzhacken auf 1—2 Stunden kom- mandirt. Er läßt sich das ruhig gefallen— der Hunger treibt ihn. Total aufgerieben, die Hände voller Blasen setzt sich der Aermste an den Mittagitisch. Da« Essen mundet ihm nicht einmal der großen Ueberanstrengung wegen. Und Nachmittags setzt derselbe seine Wanderung in Erregung und berechtigtem Zorne fort:„Das sollen Unterstützungsanstalten sein? Der-- soll sie holen!" So wird keine Versöhnung geschaffen. Der Wanderer kommt Abend« zu der zweiten Station. Völlig ermüdet, sehnt er sich nach einem geschützten Lager; das Wetter erlaubt nicht, daß er sich draußen bette, was er freilich am liebsten thäte, um nicht nochmals für seine Nacht- ruhe arbeiten zu müssen. Doch da ist nichts weiter zu machen. Er muß eine Partie Steine zerklopfen. Die Hände bluten ihm. Nach kargem Imbiß sucht er sein Lager auf. Die Uebermüdung hält ihn wach. Wirre Bilder umtanzen ihn. Versöhnung mit den Verhältnissen hat ihm eine solche Unterstützung, solche Behandlung nickt gebracht, nein, Haß, grimmer Haß beseelt ihn. Endlich schläft er ein, doch noch in seinen wilden Träumen verfolgt ihn der Gedanke an sein Elend. Des folgenden Tag« erreicht er die Stadt und erhält Arbeit auf seine Profession. Doch bitteres Schicksal! AI« er zu nähen anfängt, entfällt die Nadel seinen steifen, an- geschwollenen Händen, der Meister zuckt die Achseln und weinend und fluchend muß der Aermste die Werkstätte ver- lassen. O, über solche Verpflegungsstationen, o über dieses g e- dankenlose„Arbeiterblatt" des Dr. Max Hirsch, der „Gewerkverein" genannt!--- Unsere Leser sind über solche Sachen längst und genau unterrichtet, als daß wir dieselben hier noch weiter aus- spinnen sollten. Selbst Organe der andern Parteien, so zum Beispiel die„Volkszeitung" haben sich schon mehr- fach in ähnlichem Sinne geäußert; nur einem sogenannten „Arbeiterblatt", dem Organ des Dr. Max Hirsch mußte e« vorbehalten bleiben, in die arbeiterfeindliche Trompete des Manchesterthums hineinzustoßen— wir hoffen aus lauter Dummheit, denn kein einziger vernünftiger Arbeiter, auch solcher nicht, der den Gewerkvereinen angehörte, kann den Anschauungen deS„Gewerkverein" in dieser Frage zu- stimmen.—--- Segnungen, welche das Momonenthum ihnen brachte, und sie streben darnach, sich dankbar zu beweisen. Ihnen also schenken wir die TrainS mit Allem, was sie enthalten, und überlassen ihnen zugleich, sich derselben auf jede ihnen be- liebige Art zu bemäcktigen." „Aber werden die Indianer keinen Mißbrauch mit un- serem Vertrauen treiben? Ihr wißt, sie sind oft treulos," bemerkte Elliot, indem er mit dem Fuß die brennenden Holzscheite in dem Kamin übereinanderstieß, daß die Funken knisternd umhersprühten. „An AlleS haben wir gedacht," versetzte der Apostel schnell.„Sie müssen geleitet werden von den muthigsten Herzen unserer Gemeinde, und ich denke, es werden sich genug Freiwillige finden, die den schweren Blanketüberrock mit dem leichten ledernen Jagdhemde auf einige Monate vertauschen, und die sich nicht scheuen, ihren Gesichtern die indianische Malerei aufzutragen! Es wäre nicht das erste Mal, daß weiße Männer als Indianer in den Reihen der Indianer kämpften." „Freiwillige genug, die sogar bereit sind, ihren Feinden die Kopshaut vom Schädel zu streifen," ließ es sich mit drohendem Ausdruck au« der Versammlung vernehmen. „Der Prophet und oberste Kriegsherr weiß, daß er auf die Kinder seiner Heerde bauen darf," fuhr der Apostel fort:„er hat Euch durch mich seinen Willen kund gethan; an Euch aber ist es jetzt, diejenigen aus Eurer Mitte aus- zuwählen, die zum Schutz der Weiber und Kinder zurück- bleiben, wie diejenigen, welche sich den Expeditionen an- zuschließen haben, die innerhalb weniger Tage von der Salzsee-Stadt aus nach verschiedenen Richtungen hin aufbrechen." Als der Prophet geendigt, erfolgte ein lange«, tiefe« Schweigen. Jeder ging offenbar mit sich zu Rothe, bei welcher der bezeichneten Expedition er seine Kenntniß des Landes am meisten zu verwerthen im Stande sei. Denn bei früheren Forschungsreisen war der Eine bierin, der Andere dorthin verschlagen worden, so daß es m den das Salzseethal um- ebenden Wüsten kaum noch einen zugänglichen Winkel gab, er von den Mormonen nicht besucht worden wäre. Länger« Zeit haM« der Apostel, daß einer der Au- Wir aber betonen nochmals, daß wir e« für eine Bru- talität halten, wenn in den Verpflegungsstationen Arbeit verlangt wird, bevor der Wanderer sich ausgeruht hat und erfrischt worden ist, und daß wir es für eine direkte Schädigung des„Unterstützten" erachten, wenn demselben überhaupt Arbeit zugemuthet wird, welche ihm, wie wir dargestellt haben, das Fortkommen in seiner Profession er- schwert. Beides gereicht nur zum Schaden unseres ganzen soziale« Lebens._ Politische Utbcr ficht. Die Handelskammer zu Elberfeld äußert fich in ihrem Jahresbericht pro 1884 u- A. folgendermaßen: „Unter den erwähnten, dem deutschen Export Gefahr drohenden Bestrebungen auf dem Gebiete der inneren Gesetz- gebuna nennen wir in erster Linie die von verschiedenen Par- teien befürworteten Anträge, welche auf eine Verkürzung der in der deutschen Industrie üblichen und für die Konkurrenz mit anderen Industriestaaten unbedingt nothwcndigcn Arbeits- zeit, resp. auf eine Beschränkung der Arbcitsfrciheit für gewisse Arbeiterkategorien hinauslaufen. Eine der Haupt- forderungen geht auf Einführung eines allgemeinen deutschen Maximal- Arbeitstages von 10 Stunden für den erwachsenen männlichen Arbeiter, bei weiter verminderter Arbeitszeit für die erwachsene Arbeiterin.... Welche schweren Schädigungen die Industrie unseres Bezirkes durch die angestrebte Ver- kürzung der Arbeitszeit erleiden würde, ist für einen ihrer Hauptzweige, die Zanella-Weberei, in einer von fünf der be- deutenosten hiefigen Firmen unter dem 22. Januar 1835 an den Deutschen Reichstag gerichteten Petition gegen dm Antrag Hertling und Genossen in überzeugender(?) Weise dargethan LWWKW Doch noch schlimmere Folgen müßte der Antrag für die Arbeiterfamilien(!!) haben, insofem er die Frauen- V*• 4,%*« t*: x___ fich die Einnähme des Arbeiters nun bei beschränkter Arbeits- zeit gestalten?"— und beantwortet dieselbe in der nachstehmden, allseitige Beachtung verdienenden(?) Ausführung: „Belassen der alten Stücklöhne würde als der für den Arbeiter denkbar günstigste Fall zu betrachten sein, seine Ein- nähme allerdings bei Beschränkung der Arbeitszeit auf 10 Stunden vorausfichtlich um ein Elftel bis ein Sechstel her- untergedrückt werden, je nachdem er bisher 11, 11% oder 12 Stunden pro Tag arbeitete. Doch' betroffen««>.................. arbeit in Fabriken noch weiter bezw. unter die Arbeitszeit der Männer zu beschränken anstrebt.(Schrecklich!) In der Zanella- Weberei werden heute nämlich mehr Weberinnen als Weder beschäftigt.(Schlimm genug!) Die Weberinnen un Allgemeinen früher zu entlassen als die Weber, die in gleichem Betriebe mit ihnen arbeiten, würde nicht angehen, ohne den Betrieb in vielen Theilen im ganzen wesenden das Wort ergreifen würde; da aber alle beharr- lich schwiegen, so begann er von Neuem: „Geht nach Euren Wohnungen jetzt, meine Brüder, zu Weib und Kind; überlegt und berathet im Kreise der Euri- am, denn auch die Fraum werden vom heiligen Geiste er- leuchtet, und dürfen deren Stimmen in solchen Fällm nicht ungehört verhallen. Berathet mit Euren Familien und dem- nächst unter Euch, damit der kommende Tag eine Entschei- dung herbeiführe und ich eine genaue Liste der Namen und der Dienste, zu welchem sich Jeder erboten, dem Propheten vorzulegen vermag." Die Mormonm erhoben sich, sie sahen das Angemessene de» ihnen ertheiltm Rothe« ein, und nachdem sie der Reihe nach oem Apostel die Hand gereicht, entfernten sie fich stumm und geräuschlos. Sobald die Thür sich hinter dem letzten geschlossen hatte, warf der Apostel einen prüfenden Blick durch das Gemach. Außer feinen Begleitet« war nur noch Elliot, der Kom» Mandant, anwesend. Erster? kauertm vor dem Kamin und beobachteten die knisternden Flammen, als wenn sie für weiter nichts in der Welt Sinn gehabt hätten. Bei dem eingeborenen Krieger, einem stattlichen Schlangenindianer, mochte dies für den Augenblick auch wohl der Fall sein; denn wie er so dasaß, das roth- gefärbte Gesicht mit der Adlernase und den halb geschlossenen Augen voll dem Feuer zugekehrt, die unzertrennliche Büchse in seinem linken Arm ruhend, die rechte Hand nachlässig zu dem blanken Kriegsbeil in den messingbeschlagenen Gurt geschoben, da hätte man ihn für erstarrt halten können, so regungslos blieb nicht nur feine Gestalt, welche die Draperie einer weiten scharlachfarbigen Decke theilweise verhüllte, sondern auch jede einzelne Muskel seiner scharf ausgeprägten Züge. Nur die Federn, welche mittelst dünner Riemen auf dem Wirbel feines schwarz und lang behaarten Hauptes sinnig befefttgt waren, schienen noch Leben zu besitzen, denn sie schwankten und �zitterten leise hin und her vor der Wärme, die den in den genben Flamme» entströmte. lot hineinschla» ,»�-*11* n 1 trgmitn, unv wurven vavmch die tzerstcllungskostkn noch über die Wirkung der Arbeitsbeschränkung hinaus erhöht werden. Bei der dadurch entstehenden Unzuträglichkeit läge die Ge- fahr nahe, daß die Weberei auf die Dauer die weiblichen Arbeiter durch männliche ersetzte, weil letztere ihr durch die längere Arbeitszeit eine bessere Ausnutzung des Anlagekapitals gestatten würden. Auf der einen Seite also durch Beschränkung der Arbeits- zeit des Familienhauptes und eines oder mehrerer Familien- wesentlich verminderte Einnahmen der Arbeiterfamilie, gleichzeitig verschlechterter Rentabilität des angelegten Kapitals und der eigenen Arbeitskraft für den Arbeitgeber (so, so!), der höhere Verkaufspreise in Folge des plötzlich ver. änderten deutschen Arbeitsmarktes im Export natürlich nicht erzielen kann. Auf der anderen Seite das Streben, trotz ije- ringerer Leistung dem Arbeiter und den Seiniaen das brS« herige Einkommen zu fichern und die ganzen Mehrkosten der Waare auf den Arbeitgeber abzuwälzen(sollte der es nicht besser tragen können, als der arme Weber?), der in Folge dessen zweifellos für einen großen Theil seines Export- Geschäftes konkurrenzunfähig wird, dasselbe also nicht mehr machen kann und somit seine Arbeitcrzahl veningem muß. In beiden Fällen Schädigung deS Arbeitgebers wie de? Arb. iterZ und somit auch des nationalen Wohlstandes." (Blech.) Was hier über die Wirkung der Einführung verkürzter Arbeitszeit und Beschränkung der Frauenarbeit bezüglich der Zanella-Weberei gesagt ist, wird mit gewissen Modifikationen auf sämmtliche Haupt-Jndustriezweige unseres Bezirkes anzu- wenden sein. Die Handelskammer kann es daher ihrerseits nur für unumgänglich nothwendig erklären, daß, ehe die Gesetz- gcbung auf dem m Rede stehenden Gebiete weiter in Anspruch genommen werde, eingehende amtliche Erhebungen oarüber angestellt werden, ob und inwieweit zu einem gcsetz- iberischen Vorgehen ein thatsächliches Bedürfniß vorliegt,(die Handelskammer hat natürlich dazu kein Bedürfniß) ob die Konkunenzfähiglert der deutschen Industrie auf dem Welt- markte hierdurch nicht aufs schwerste beeinträchtigt, und ob nicht das wohlverstandene Interesse der Arbeiter selbst geschädigt werde." Es ist immer der alte Schlußrefrain: Schädigung der ..„tschen Industrie, Schädigung des armen Arbeiters! Ja, der arme Arbeiter soll geschützt werden, und das geschieht nach Meinung der Handelskammer am fichcrsten, wenn die lange Arbeitszeit für die Frauen in umfassender Weise aufrecht er- halten bleibt. Geschieht dies nicht, so leiden die armen Ar- beiterfamilien darunter.— Wie mitleidsvoll! Daß überhaupt von einem Familienleben nicht die Rede sein kann, wenn die Frau in der Fabrik und gar noch länger arbeiten muß, als wie der Mann, scheint diesen„Weisen" unbegreiflich zu sein! Traurig, sehr traurig ist das Zugcständniß, daß mehr weibliche wie männliche Arbeitskräfte beschäftigt werden und wenn die Herren duich Verkürzung der Arbeitszeit dahin kommen, daß sie mehr männliche Kräfte einstellen— wie sie dies event. zu thun in Aussicht stellen,— so wäre das ein großer Gewinn. Die Einnahmen des Familienhauptes würden fich weder durch die Beschränkung der Frauenarbeit, noch durch Verkürzung der Arbeitszeit veningern, das weiß heute bereits jedes Kind, und die Handelskammem wissen vas ganz genau. Mit der- artigen Argumenten jetzt noch kämpfen, heißt fich dem Fluch der Lächerlichkeit Preis geben, und es gehört ein riesiger Köhler- glaube dazu, anzunehmen, daß fich die Arbeiter durch solches Bim-Bam- Geläute von ihren Forderungen abbringen lassen. Die Melodie von der Schädigung des armen Arbeiters und Iyuiragen. rbeiter nicht das Geringste, wie ihre Anficht in Betreff der Nothwendigkeit der Sonntagsruhe lauten wird, ist vorauszu- sehen. Die Handelskammern vertreten nicht die Interessen der Arbeiter und wenn letztere so lange warten wollten, bis fich diese zu ihren Forderungen bekennen, so könnten fie warten, bis fie schwarz geworden sind. Der in der Presse viel besprochene große Sozialisten- Prozeß, welcher voraussichtlich in den letzten Tagen des nächsten Monats vor dem Forum des Landgerichts zu Chemnitz statt- findet, soll, wie dem„B. T." von dort gemelvet wird, mit Au sschluß derOeffentlichkeit(?) abgehalten werden. Wir kennen die Gründe dieser Maßregel nicht, meinen aber, daß es im allseitigen Interesse, namentlich aber im Interesse der Behörde selbst liegen würde, gerade diesem Prozeß die weiteste Oeffentlichkeit zu geben. Stöckeriade. Professor Beyschlag hatte fich über das Treiben des Herrn Stöcker in einem Ärtlkel dahin ausgesprochen, daß der Beifall, welcher demselben von konservativer Seite ge- zollt werde, ein kurzstchtiger und leichtsinniger sei. Daraufhin ist ihm nach der„Magd. Ztg." folgendes Schreiben zuge- gangen: „Berlin, 10. 7. 85. Extra- Ghetto Nr. 12. Wie können Sie fich anmaßen, über den„kurzsichtigen und leichtsinnigen Dicht neben dem Indianer saß der andere Begleiter des Apostels. Derselbe hatte sich vornüber geneigt und stützte sein Haupt auf die linke Hand, die wieder mit dem Ellen- bogen auf seinen Knieen ruhte, während er mit einem in seiner andern Hand befindlichen Holzsplitter Figuren in die weiße Asche zeichnete, welche im Halbkreise vor dem Kamin dünn gestteut umherlag. Wenn man nun diese beiden Männer, die so gänzlich verschieden in ihrer äußern Erscheinung, näher betrachtete, so flößte der Indianer in seinem phantastischen Kostüm im ersten Augenblick allerdings größeres Interesse ein. Wen- dete man sich dann aber seinem weißen Gefährten zu, so war man überrascht, und unwillkürlich suchte man alle die Leidenschaften zu enträthseln, welche hinter der düstern, da- bei aber keineswegs unbeweglichen Physiognomie schlummerten und zuweilen, je nachdem seine Gedanken wanderten, mehr oder minder sichtbar, und drohender oder milder zum Durch« bruch kamen. kiefer hinauszuschieben und dabei Zähne und Lippen fest zusammenpressen. Ein röthlicher voller Bart umgab zwar Mund und Kinn, der brutale und grausame Ausdruck, welcher durch die seltsame Stellung des Unterkiefers eutstand, wurde indessen durch dm Bart nicht verdeckt, im Gegentheil, er trat noch deutlicher hervor, weil die Haare des Kinns sich in Folge dessen noch weiter nach vorn sträubten. Die Falten auf der hohen Sttrn, die nicht horizontal liefm, wie es vielfach die Folge von tiefem Grübeln und Denken, sondern durch das beständige trotzige Zusammen- ziehm der Augenbrauen unauslöschlich geworden waren, trugen mit dazu bei, den wilden, entschlossmm Ausdruck zu erhöhen, und selbst in den großen hellblaum Augen, die aber fast unter den buschigen Brauen und langm Wimpern verschwanden, schlummerte ein unheimliches Feuer, welches zu wecken Demjenigen, der eS vielleicht unternahm, gefähr- lich zu werdm drohte. »lättcrn zu lesen! Was verstehen Sie von„könservativm Kreisen" überhaupt, kureficktiger und leichtflnniger Bursche, der Sie find! Kaum ein Jude übertrifft Sie in der Frechheit, üher Stöckcr, diesen Heros, ein Urtheil— und was für eins — zu fällen, über Stöckcr, zu dem Sie fich verhalten, wie der Misthaufen zum Diamanten.—„Ich verzichte darauf, dies näher auszuführen"-- verzichten Sic doch nicht! Noch etwas lächerlicher oder nicht, darauf kommt'S doch einem Juden- knecht wie Ihnen nicht an. Aber Sie wissen nur nichts, weil Ihre„intellektuelle Unzulänglichkeit" ja männiglich bekannt! Lassen Sie fich erzählen, Sie sogenannter Dr. theo!., daß Luther ein ganzes Heer von Schimvfworten gegen seine Feinde an- wcnd te und dock„auf der Kanzel die geweihte Sprache Hand- habtc." Eine Sprache handhaben! geweihter Ausdruck von Sankt.....— Hüten Sie fich j», nach Berlin zu kommen, Sie erbärmlicher Kerl, sonst sollen Sie mal sehen, daß Sie die schönsten„Beischläge" kriegen von Jemand, der kein Stöckeria- ner ist!! Mit gebührender Verachtung Professor Dr. Keul- schlag." Der Herr Beyschlag bemerkt dazu:„Ich habe, als ich mich deS ÄltkatholizismuS gegen den VatikanismuS annahm, ähnliche Zuschriften von ulttamontanen Dunkelmännern er- halten. Sic thaten ihr Bestes an Pödelhaftigkeit, aber bis zu dieser Virtuosität langten fie nicht. Dabei ist dieser Schmäh- und Drohbrief nach allen Kennzeichen aus den Kreisen der so- genannten Gebildeten hervorgegangen; der Versuch, nebenbei auch meinen deutschen Stil zu meistem, führt auf eine fichere und noch bestimmtere Spur. Dahin also hat es die Stöcker'sche Agitationsmethode gebracht, daß ein an den Bildungsmittcln unseres Volkes bevorzugt theilnehmcnder Mensch die Prätenfion, daS ausschließliche Vollchristen thum zu vertreten und Kirche, Staat und Gesellschaft christlich zu reformircn, für vereinbar halten kann, mit einem Cynismus, wie ihn die Parteileiden- schaft kaum stärker heroortteiben kann. Ich zweifle nicht, daß Herr Hofprediger Stöcker diese Art und Weise, ihn und sein» Sache zu vertreten, bedauern und abweisen wird; eine offenbare Frucht seiner AuSsaat bleibt dies Dokument darum doch." In Betreff der deutschen Kolonialpolitik schreibt die „Voss. Ztg":„Wenn eS wahr ist, daß der Reichskanzler seiner Zeit schon stark verstimmt worden ist durch die mißliche Entwickelung, welche das Lüderitz'sche Unternehmen in West- afrika nahm, und daß diese Verstimmung durch den widrigen Verlauf der Dinge auf Sansibar natürlich nicht gemindert worden, so ist zu erwarten, daß die neuen Gebietserwcrbungcn der deutsch ostafrikanischen Gesellschaft einer wesentlich schärferen und gründlicheren Prüfung als die ersten unterzogen werden, che das Reich für weitere tausend Quadratmcilcn umstrittenen afrikanischen Bodens durch Ausdehnung des kaiserlichen Schutz- bricss seine Verantwortung einsetzt. Es ist eine cigenthümliche Spezialität, um welche die neue Kolonialpraxis mit ihren unter- kreuzten Ucberlaffungsverträgen, bei denen der öffentliche Glauben fingirt werden muß, das Völkerrecht bereichert hat. Einem Europäer gelingt es, bis zu einem afrikanischen Stamme vorzudringen, von dessen Häuptling er glaubte, gegen die üb- lichen Geschenke(Baumwollenzcug, Rum, alte Uniformen u. dgl.) die Einwilligung zu erhalten, mit seinem Lande zu schalten, wie es ihm beliebt; die Einwilligung wird, nachdem man in gehobener Stimmung Blutsfreundschaft geschlossen, d. h. Briider- schaft gestunken, ertheilt, und der Europäer zieht nun einen Verttag aus der Tasche, der dem schwarzen„Sultan" ver- dolmetscht wird. Wieviel ihm von den Formeln des curopäi- schcn Staatsrechts dabei wirklich zum Bewußtsein kommt, und was er fich insbesondere bei dem Ausdruck„auf ewige Zeiten" denkt, dafür wäre dem Europäer ein sicherer Dolmetscher dringend zu wünschen, von dem aber aus den Dokumenten nichts zu entnehmen ist. Die normale DiSpofitions« und Handlungsfähigkeit deS wilden Herrschers, der seine„Sou- verainetät" für Geschenke im Werth von vielleicht nicht 100 Mark abtritt, scheint fich zu einer Art von Rechts- präsumtion herauszubilden, über die man, wie über eine selbstverständliche Sache hinweggeht, während in Europa bei jedem HauSverkaufe die Kontrahenten dem Notar zuvor die Beweise ihrer Dispofiiionsfähigkeit zu bringen haben. Erwägt man, welche Rolle die Spirituosen im Verkehr mit den„Königen" des inneren Aufrika spielen, so weiden die Bedenken gegen die allzu leichte Behandlung dieser formellen Frage nicht gerade abgeschwächt; noch charakteristischer aber ist es, wenn— wie im vorliegenden Falle— der Sultan Mandara, der Gebieter von Dschagga Land, erklärt, der Sultan von Sansibar habe zwar schon vorher mit seiner Einwilligung die sanfibarischen Hoheitszeichen(rothe Fahnen) auf dem Territorium gehißt, allein — die dafür gegebenen Geschenke seien denen des Herrn Jühlke (Herr Jühlke ist deutscher„Afrikareisender") nicht gleichgekommen, auch überdies durch andere kompenfirt worden, und so habe jener Akt nur die Bedeutung einer freundschaftlichen Demonsttation, nichts weiter. Sultan Mandara hat fich durch die dem Sultan Said Bargasch gegenüber eingegangenen Verpflichtungen leinen Augenblick daran hindern lassen, fich mit den Geschenken Dr. Jühlke's ein paar vergnügte Tage zu machen, und seine Seine Figur war groß, stark und wohlgebaut, seine Haltung, wenn auch nachlässig, doch noch immer elegant. Er hatte den Rock abgelegt und zeigte die einfache Tracht eines echten Hinterwäldlers, nämlich das weite, scharlach- farbige Flanellhemd und die von einem breiten Gurt gehaltenen ledernen Beinkleider; doch erkannte man auf den ersten Blick, daß er ursprünglich nicht für das an Müh- seligkeiten und Entbehrungen so reiche Leben eines westlichen Ansiedlers erzogen worden war, und sich den größten Theil seines Lebens hindurch in glänzenderen Kreisen be- wegt hatte. Daß die Gesellschaft auseinander gegangen war, schien er gar nicht bemerkt zu haben; denn als ver Apostel seinen Stuhl dicht neben ihn an das Kamin zog, schaute er auf, wie Jemand, der eben aus einem Traum erwacht, und eine gewisse Beftemdung spielte auf seinen Zügen, außer seinen Reisegefährten und dem Kommandanten Niemand mehr in dem Gemach zu erblicken. Eh« indessen die Unterhaltung zwischen diesen vier Männern begann, schritt Elliot nach der Thür, und dieselbe halb öffnend rief er den Namen„Jane" hinaus. Auf seinen Ruf erschien die ihm als Gattin angestaute Engländerin, und sich ihm nähernd fragte fie bescheiden nach seinen Wünschen. „Bringe Tabak und Pfeife», wenn Du so gut sein willst," antwortete Elliot. Die junge Frau, nachdem sie einen eigenthümlich trau- rigen Blick auf den weißen Begleiter des Apostels gewor- fen, verschwand, und Elliot stellte sich neben daS Kamin hin, daß er sich dem eben erwähnten Manne gegenüber vefand. Nach einigen Minuten trat die junge Frau wieder ein, in beiden Händen das Verlangte tragend, was sie sodann in der Nähe des Kamins auf einen Stuhl stellte. Ehe sie sich indessen wieder entfernte, heftete sie ihre Augen mit flehendem Ausdruck auf ihren Gatten, und eine wehmüthige Freude erhellte ihre bleichen Züge, als dieser, wie zustimmend, leise nickte und ihr auf diese Weise das längere Verweilen in dem Gemach gestattete. eir, gesetzt, wie er den Abgesandten" des Sultans von E/nM gegenüber sein Einvemehmen mit dem Aufhissen der ww» tischen Flagge gab. Daß diese symbolische Handlung nach kanischen Rechtsbegriffen, denn von einem Staatsrecht wirb dt» kaum zu reden sein, eine andere Auslegung finden kann,«« nach europäischen, ist diesseits bisher noch nicht zugeMdc« worden. und könnte auch für das deutsche ProteM« in anderen Gegenden mißliche Folgen haben. es scheint, hat das Auswärtige Amt Anlaß»-»ua. dcn neuen Landerwerbungs- Konstatt der deutsch- o' Gesellschaft nach den vorhandenen thatsächlichen!____ und nicht nur nach den Paragraphen und Kreuzen auf Papier zu prüfen. Das dem Sultan Mandara von Jühlke verabfolgte Acquivalent ist zwar in dem Vertrage«om- weislich verschwiegen, allein eS wäre dennoch möglich, anderer, deutschfeindlicher Interessent es hinterher um EinM überböte; so wenig, wie sich ermessen läßt, welche„Auslegung der Sultan von Dschaggaland in diesem Falle dem dmM» Konstakte aeben würde, so wenig weiß man, wie der SuUM von Sansibar fich zu der gegen ihn gerichteten Auslegung Man» dara's verhält oder verhalten wird.„Äefitzergreifungen»n Art, wie fie die deutsch-ostaftikanische Gesellschaft betreibt,# auf die Dauer ohne gleichzeitige Aufpflanzung von Kanonen und Entfaltung ständiger Kolonialstupven schlechterdings JW denkbar; vorläufig aber, meinen wir, hätte Deutschland in die!» Beziehung an den Lehren genug, die Frankreich in Lboa, Italien in Assab und Masfauaw England im Sudan e« pfanaen hat. Ehe die Herren Kolonisatoren dieser Gatwas mit ihren immer wachsenden Ansprüchen an das Reich kommen, werdm fie doch ivenigstms annähernd den Beweis dafür p erbringen haben, daß ihre Niederlassungen auch nur die jWcn werth find, die auf deutschen Schiffen verbrannt werden mütstn, um Expeditionstruppen dorthin zu bringen. Die„Knochen pommerschen Musketiers" stehen heute noch ebenso hoch Werthe, wie je." Aus Warschau, 5. August, bringt die„Kreuzzeitunh folgendes Schreiben: Di« Ausweisung rusfifcher Unterthane« aus den preußischen Landesgebieten beginnt bereits in diesseitigen Statthalterschaft die Gemüther der nichtdeutfchm Arbeiter zu erregen. So hatten am vergangenen Sonnabend m dem unweit von hier gelegenen Zyrardow, welches ei« vc- deutender Jndustrieort ist, die polnischen Fabrikarbeiter im Gr' Heimen beschlossen, die deutschen Arbeiter, deren es im flow reich Polen wie überhaupt in Rußland sehr viele giebt,„aus' zutteiben". Am Feierabend des genannten Tages sammelK» fich die erst bezeichneten Arbeiter nach erfolgter Löhnung«m» vorangegangenen Verabredung gemäß haufenweise auf Straßen, um das„Austreibungswerk" zu beginnen. Der Po!�'' behörde, welche in den Aufläufen der Arbeiter die JnszemrM eines Streiks für die folgende Woche erblickte, gelang es M" Hilfe von requiriltem Militär nach Vornahme mehrerer V»' haftungm von Rädelsführern, bei eintretender Dunkelheit du Ordnung wieder herzustellen. Erst bei der Vernehmunfl d» Verhafteten erhielt die Behörde von einzelnen derselben Heilung von dem geplanten Vorhaben. lieber die Zahl, die Eintheilung und Vesetzun« Gerichte enthält die„Justizstatistik", die wir dem„Posen» Tagebl." entnehmen, folgende auf den 1. Januar er. sich ziehende Angaben; Die Zahl der Oberlandesgerichte bettagt 2o, bei denselben find gebildet 82 Zivilsenate und 24 Etrafsena� Daß die Zahl der Strafsenate kleiner ist als die Zahl der Lbes' landesgerichte wird dadurch erklärt, daß in Baiern WoJrÜ Handlung und Entscheidung der zur Zuständigkeit der Ob»' landesgerichtsbehörden gehörenden Revisionen und Beschwervs» in Sttafsachen für das ganze Königreich ausschließlick% Oberlandesgericht in München zugewiesen ist und die Erleo� gung der anderen Sttafsachen bei den übrigen ba» tischen Ober- Landesgerichten(Augsburg, BambsO Nürnberg und Zweibrücken) einem der Zivils»>� obliegt, welcher in dieser hinstcht als Etrafs»� fungrrt. Besetzt find die Oberlandesgerichte mit 527 Rietst«1*! 3 mehr als zu Ende 1382. Erhöht ist die Zahl der Richte- f den letzten zwei Jahren bei den Oderlandesgerichten in Ds»! den um 4 und in Augsburg, Posen und Rostock um l«_ Richter, dagegen vermindert in Jena um 3 und in Bamberg � 1 Richter. Die Zahl der Landgeiichte bettägt 172, 1(Meyst mehr als vor zwei Jahrm; bei denselben find 4O0 Z>Ä kainmern, 81(1882 80) Kammern für Handelssachen und (323) Strafkammem, davon 40(41) am Sitze eines Amtsgs richts gebildet. Die Gesammtzahl der Kammern beträgt ml 808 gegen 803 zu Ende 1882. Schwurgerichtsbezirkc besteh» 138. Unter den Landgerichten befinden fich 7 mit weniger� 100000 Gerichtseingesessenen, dagegen 6 mit über 500 W®* richtseingeseffenen(Berlin I, Dresden, Leipzig, Aachen, 6% nitz ilnd Düsseldorf). Im Durchschnitt kommt ein Landge»1® auf 262 989 Einwohner. Die Landgerichte find mit 2207 R(#» dcietzt, d. i. 29 mehr als Ende 1882. Vermehrt ist die Zahl°» Landrichter-c. in den Lber-Landesgelichtsbezirken Dresden 9, Stuttgart um 7, Königsberg i. Pr. um 6, Hamburg um � Frankfurt a. Ä. um 3, Breslau um 2, Berlin, Köln Posen w „Erioh Holmsten!" sagte er dann mit lauter, auSdr«� voller Stimme, sich an des Apostels Begleiter wendend uh seine Bicke gleichsam in dessen Brust senkend; Holmsten, sage mir treu und redlich, wie geht es o»" Knaben?" Bei dieser Frage neigte die im Hintergründe steh** junge Frau ihr Haupt den Männern zu, und erwartuw voll preßte fie die Hand auf ihre Brust, als ob sie � Pochen ihres Herzens habe gewaltsam unterdrücken „Mein Kind, meinst Du?" fragte Holmsten befrcnio» zurück, das Wort„mein" stark betonend.., „Erich Holmsten," wiederholte Elliot dringender, und sc> Stimme zitterte, während Thränen in die Augen seiner CP» schössen;„Erich Holmsten, Du kennst unser Uebereinkonnn� Deine und meine Verpflichtungen; halte Dich nicht an». Worte. Ich frage Dich nochmals, wie geht es dem K»>v' Du weißt, welche? Kind ich meine, und weißt auch, 1 sehr wir uns an dasselbe gewöhnt hatten.",.„u „Der Knabe ist gesund und gedeiht zur Freude p Vater«," versetzte der Apostel, der, wenn auch den«P*". lichen Sinn der Frage nicht verstehend, dieselbe aber S als an ihrem Orte betrachtete. Holmsten dagegen «och immer nicht antworten zu wollen, doch wenige* � bösem Willen, als weil plötzlich trübe Erinnerungen von ,hm ergriffen hatten, denn um seinen Mund ZU°ss� schmerzlich, während seine hellblonden Brauen sich' decken Falte auf der Stirn vereinigten. „Ja, der Knabe gedeiht zur(Freude seines 2W � preßte et endlich hervor;„er wächst an Geist und Korper, und d,e neue Mutter, welche ich ihm gegeben, trachtet ihn als ihren Liebling." Mi ,'Zfi das wahr, Erich?" ftagte Elliot, und ei« � von ihm streifte seine gespannt lauschende Gattin. „ES ist wahr, so wahr mir Gott helfe," Holmsten, seine Hand dem Kommandanten entgegenr»� � „Er ist mein Knabe, und wehe Dem, der meinem" auch nur mit einer Miene zu nahe tritt." (Fortsetzung folgt.) o�i&rütfen um je i; vermmverr Dagegen in Den wejinen o m-i un� um je 1 und Zelle und Karlsruhe um je %-v'Mr. 20 Landgerichte find nur in je 2 Kammern ein» � haben mehr als ö Kammern. 6 Landgerichte find frs Ä' u� 40 mit je 8 Richtern besetzt, dagegen 11 mit mehr ; 5, Die Zahl der Amtsgerichte beträgt 1914, 3 mehr als mi Jahre 1883, indem im Bezirk Karlsruhe 2 und im Bezirk ilolmar 1 Amtsgericht neu errichtet find. Besetzt find die Amts» genchie mit 4248 Richtern, d. i 5 weniger als vor zwei Jahren. vermehrt ist die Zahl der Amtsrichter in den Bezirken Karls» Mhe um 7, Kolmar um 3, Neuburg um 2 und Dretden. Ham- SyU, und Oldenburg um ji 1, vermindert in den Bezirken Stuttgart um 7, Berlin und Jena um je 3, Königsberg um 2 und «ug« bürg, Breslau, Posen, Rostock und Zweibrücken um je IRichter. U oie dänische Hauptstadt noch nicht erlebt hat., Memarks, namentlich Kopenhagens, hatten sich seit einiger ottl in Fachvereine organifirt, Arbeitervereinigungen, wie fie Menblicklich auch in Deutschland in großer Anzahl bestehen. »Ivf Fachvereine benutzen die sozialdemokratischen Führer als Stutzpunkte ihrer Agitation, die in erster Linie auf Erhöhung I)?. Lohnes, in zweiter auf Verringerung der Arbeitszeit aus- geht. Als die Arbeiter einer Maschinenfabrik Lohnerhöhungen fakrten, erklärte das Fabrikdirektorium, daß es dieselben nicht mviUigen könne, es müsse ferner auch darauf bestehen, daß die .�bester der Fabrik aus dem Fachverein der Maschinenarbeiter M Schmiede austräten. Dies geschah nicht, und da andere tonten ebenfalls in Lohndifferenzen mit ihren Arbeitern jgrfc-n' �. so beschlossen 24 Firmen, deren Arbeiter aus Lä" Oachverein nicht austreten wollten, ihre Fa- iWfdjKefien| also das lock- out zu verhängen. tz.. a Arbeiter wurden dadurch brodlos. Aufrufe eiln» ß��anen Maschinenarbeiter und Schmiede wurden fcS«? uni) solche auch nach Deutschland gesandt, wo man sich tu angeschickt hat, Sammlungen für die dänischen Arbeiter WlVvw/ lten. Um letztere zu erhalten, find jede Woche etwa Kronen, also pro Mann 10 Kronen nothwendig. Das dauert schon einige Wochen und etwa 25 000 Kronen bkr ai�lanimelt worden. Der Ausschluß scheint zu Gunsten ou» Arbeiter zu enden. Eine der Fabriken trat nämlich schon der Koalition der Arbeitgeber aus. Es war dies die £*««9 loszusagen. Eine Einigung mit erzielt; die anderen Arbeiter hoffen Mien die---- des lock mit ihren Arbeitern wurde nun, daß bald andere out veranlassen und Lohn- die Arbeiter in ganz Däne» «oonnon oer vuoeuycuci uu».»d um. v.. stss�a Koefod u. Co., dieselbe, eine Aktiengesellschaft, glaubt binhi ihrer Aktionäre gehalten zu sein, sich von der Ver» "Aufaßen. � �'—-—■*«l.» die ander« e&rry vie Aufhebung— krnt»lien eintreten lassen werden. Augenblicklich bildet dieser �«ampf der Arbeitgeber gegen art das Hauptgespräch. ra„ Großbritannien. Nuf �°°ritanniens Staatseinkünfte in den ersten vier Mo- ei"des lausenden Finanzjahres beliefen sich einschließlich Lsi? Vorgetragenen Saldo von 4 993 207 Lstr. auf 26 614112 -, Gegen 26 654 632 Lstr. im entsprechenden Zeitraum des 1* V ütUUUtn 00 4l\JUX\J yvwv Zeitraum vom 1. April bis 1. August L:ln deä Staates in den Banken von Engl Offerte sich am 1. August er. auf 2016 373 land und Irland Lstr. � Aste«. leaen-n? die Besetzung der an der koreanischen Küste ge« "iirW �asel Port Hamilton durch englische Marinetruppen »ebilim. vr„Army and Ztavp Gazetta" von einem an der Ex» Mvino J��oiligten Offiziere des englischen Kriegsschiffes brau*,3 F�Ih" die nachstehenden Einzelheiten mitgetheilt:„Ich fäien nicht zu sagen, daß wir unserejFahrt in die koreani« nihrt-n-�r mit versiegelten OrdreS antraten. Dieselben fanw"sss nach der Insel Port Hamilton. Dort angekommen, Und fL XL bereits vier oder fünf Kanonenboote unserer Flotte «ertb».>. Quantität von Holz vor, daS zur Errichtung von hiech-,„"',?nng2zwecken benutzt werden sollte und von Nagasaki Wen°.>a>afft war. Wir begannen, nachdem wir in den ififtpiw�iaufen, mit der Auslegung von Minen und der %fnw 3 viner Holzsperre zur Schließung der sehr schmalen Sit airuWif" Hafen. In einer der nächsten Nächte wurden ,®egen 9 Uhr Abends zeigte sich ein fremdes *Wän i er,, russisches TranSportfahrzeug, das, wie der u>eg,n".oesselbcn unseren an Bord kommenden Leuten sagte, �ecks in feien Kesseln Zuflucht im Hafen von Port suchte. Weiter erklärte der rusfische Kapitän, ans UßZZMWW „der dämmernde «M. MMN fYiemoe«loani oeiucyl. JUw rieten e ver- geoayrr lag, iw,., ließ Albany kurz nach 12 Uhr und langte in New Uork um 5 Uhr an. Auf jeder Station, welche der schwarz drapirte Bahnzug pasfitte, hatten sich große Menschenmassen eingefunden. Nach der Ankunft in New-Uork wurde die Leiche von Ab- theilungen von Regierungs- und Etaatstruppen nach dem Stadthause geleitet._ Lokales. r. DerMoritzplatz dürfte voraussichtlich schon in den nächsten Tagen von seinen drei Pferdebahnhaitestellen befreitlund diese nach den neu gelegten Geleifen in der Prinzesfinnenstraße ver- legt werden. Dem Anscheine nach soll auch die Tour„Brunnen- straße— Moritzplatz" in der Prinzesfinnenstraße endigen, da zu diesem Zwecke ein Verbindungsgeleise von der Dramen- nach der Prinzessinnenstraße gelegt worden ist. Hoffentlich läßt dann auch die schon so lange gewünschte direkte Verbindung vom Görlitzer Bahnhof nach dem Molkenmartt nicht mehr lange auf sich warten. Das Echienennetz ist ja nun vorbanden und es handelt sich nur noch um die Einstellung der Wagen für eine solche neue Linie, die längst als ein dringendes Bedürfniß im ganzen Südosten der Stadt empfunden ist. g. Aus der Görlitzer- sowie aus der Nordbah» besteht neuerdings die Einrichtung, daß Retourbillets bei der Rückfahrt nicht, wie dies früher der Fall war, koupirt uud dem Reisenden belassen, sondern demselben oft schon einige Stationen vor dem Endziel vom Schaffner abgenommen werden. Diese Neueinrichtung führt fast täglich zu recht unliebsamen Kontroversen zwischen den Reisenden und den Schaffnern, welche allerdings nach einer ihnen gegebenen Instruktion bandeln. Der Reisende lehnt sich deshalb gegen die Hergabe seines Billets vor dem Ende der Fahrt auf, weil ihm bei einer evenwellen nochmaligen Kontrole der Beweis fehlt, Daß er überhaupt ein Bittet gehabt hat. Bei den Schaffnern find Jrrthümer namentlich an den Sonntagen leicht möglich, wo bei dem oft kolossalen Andränge eine genaue Ueberficht über die bereits abgenommenen Billets zur Unmöglichkeit wird. Für die Bahnverwaltung mag durch die Neuerung eine bessere Kontrole der abgesetzten Billets ge- schaffen worden sein, für das Publikum aber erwachsen daraus keine Annehmlichkeiten, so daß eine Abstellnng dieses Mißverhältnisses dringend geboten erscheint. Neues über die Seekrankheit. In einer der letzten Sitzungen der Berliner medizinischen Gesellschaft machte ein junger Forschungsreisender, Dr. med. R. Neuhauß, einige neue Mittheilungen über die Seekrankheit. Man habe fich daran gewöhnt, so führte er aus, Seekrankheit und Erbrechen zu identifiziren. Das sei aber durchaus falsch, denn Erbrechen sei wohl das am meisten in die Augen springende, aber nur in den Anfangsstadien der Krankheit vorwiegende Symptom. Das Leiden umfasse einen ganzen Symptomen- Komplex' hoch» gradiges Unbehagen, Appetitmangel, Schwindel, verlangsamten Herzgang, hartnäckige Verstopfung, dumpfe, bohrende, meist halbseitige Kopfschmerzen und herabgesetzte Niermthätigkeit. In ihrem Verhältniß zur Seekrankheit lassen fich die Menschen in drei Gruppen eintheilen: zunächst diejenigen, die nie von der Seekrankheit befallen werden; dieselben betragen höchstens 3 pCt. der Gesammthcit. Sodann diejenigen, welche die Krank- heit niemals überwinden können, ebenfalls etwa 3 pCt. Den Rest bilden diejenigen, welche mehrere Tage nach Antritt der Reise schwer zu leiden haben, bei denen dann jedoch eine voll» ständige Gewöhnung an das Schaukeln k. eintritt. Ein Theil der Symptome läßt fich durch den schnell wechselnden Blutdruck im Gehirn bei den rapiden Auf- und Abwärtsbewegungen deS Schiffes erklären. Beim Hinabschnellen in ein Wellenthal tritt Hyperämie(Blut« stauungl, beim Erheben auf einen Wellenberg Anämie(Blutleere) des Gehirns ein. Daß plötzliche Blutleere des Hirnes Uebelkeit und Erbrechen zur Folge hat, ist bekannt. Der Vor« tragende hat nun bei seiner letzten Weltumsegelung die Eni« deckung gemacht, daß bei anhaltenden heftigen Schiffs- bewegungen die Nierensekretion in auffallender Weise herunter- geht und belegt dies durch genaue, an fich selbst angestellte Messungen. Diese Erscheinung lasse sich nicht etwa durch die Wasserentziehung des Köpers beim Erbrechen erklären, sondern lege den Gedanken nahe, die Fälle protrahirter Seekrankheit, wo die Patienten tagelang in völliger Apathie, mit dumpfen, bohlenden Kopfschmerzen daliegen, als leichte Formen von Urämie(Blutverderbniß durch nicht ausgeschiedene Harnstoffe) aufzufassen. Große Linderung, bei Manchen sogar Heilung, verschaffte horizontale, zusammengekauerte Lage, d. h. im Liegen den Kopf auf Die Brust gesenkt, die Beine an den Körper angezogen. In dieser Lage kann wegen des winkeligen Verlaufes der Blutgefäße plötzliche Hyperämie und Anämie des Gehirns nicht eintreten und die...... m dabei am meisten vor Hin EtngeroeiDe nebst ihren Nerven find ....._ und Herzerren geschützt. Ein nicht zu verachtendes Linderungsmittel ist das Cyloralhydrat; seine Wirkung beruht lediglich darauf, daß es dem maltraitirten Ge- Hirn Ruhe, den Patienten den lang entbehrten Schlaf ver» schafft. Man gebe dasselbe in einmaligen Dosen von 1.0 nicht gleich im Anfang des Leidens, sondern erst am dritten oder vierten Krankheitstage. Alle übrigen Medikamente scheinen ganz nutzlos zu sein, geradezu verderblich ist der Genuß von Spiri- tuosen. lr. lieber einen kleinen Liebesroman, dessen letztes Kapitel sich soeben im Norden Berlins abgespielt hat, wird uns geschrieben: Eine weniger begabte als schöne Künstlerin einer hiesigen„Volksbühne" war während der letzten Saison in Berlin, Magdeburg, Dresden, Prag u. s. w., um fich als „Jongleuse" Lorbeeren zu holen. Ihr Erscheinen war in Folge ihrer junonischen Gestalt stets das Signal für nicht unbedeutende Ovationen und die Photographie der Schönheit wurde am Tage eines ihr bewilligten Benefizes abgesetzt und theuer de» zahlt. An diesem Tage wurde fie von einem jungen Manne, der in der von seinem Vater hier eröffneten Anstalt, in welcher mittelst des berühmten„Nürnberger Trichters" in den ver« schiedenen Lehrfächern zurückgebliebenen Schülern die Gelehr- samkeit, von der Tertia bis zur Prima in„sechs Monaten" eingetrichtert wird, eine Stellung einnimmt, gesehen und die Folge davon war, er verliebte fich bis über seinen schon sehr runden Scheitel in die Jongleuse. Die Künstlerin sehen, das Theater verlassen und noch für denselben Abend ein auffallend schönes und kostbares Bouquet aus einem der bedeutensten Blumengeschäfte Berlins herbei« schaffen und der Spezialitäten- Diva" überreichen lassen, war das Werk weniger Viertelstunden. Nun besuchte der im Herzen Verwundete ausschließlich jeden Abend Das Theater und seine Ausdauer hatte Erfolg. Es entspann fich eine sehr intime Bekanntschaft. Dem Herrn Papa unserer Verliebten M- leiner tfiau wenig, lens vor oer aueroliieriren ycoig vericyonr blieb und bereits hatte das junge Paar beschlossen, daß die ehemalige Künstlerin nach einem gewissen Ereigniß wieder zur Kunst zurückkehren sollte, als plötzlich, wie der Blitz aus heiterem Himmel, der gestrenge Vater bei seinen Kindern eintraf. ES gab eine rührende Szene zwischen Vater und Sohn, als letz- terer seinem Vater meldete, daß ihm seine Schwiegertochter drei Stunden vor seinem Eintreffen einen prächtigen Buben geschenkt habe- Immer wieder umarmte der Vater nach dieser Nachricht den Sohn und als endlich die junge Mutter sich soweit wieder erholt hatte, Besuche empfangen zu können, wurde fie von der Ankunft ihres ihr bis dahin unbekannten Schwiegervaters in Kenntniß gesetzt. Daß die Begegnung auch hier eine herzliche war, kann man wohl leicht aus den Freudenihtänen des Großvaters errathen, als er seinen Enkel in den Arm nahm und ihn herzte und küßte. Nun reiste der Großvater nach ier zurück und besorgte die nöthigen Schritte zur . errichtung eines behaglichen, den Verhältnissen an» gemessenen Heims für seine Kinder, welches dieselben ganz kürzlich bezogen und von Verwandten und Freunden in der herzlichsten Weise empfangen wurden. Großvater aber ist. sofern ihn nicht Lehrstunden abhalten, mehr an der Wiege seines Enkels, als in seiner eigenen Behausung anzutreffen und die junge Mutter wird infolge ihres natürlichen und offenen Charaktors, bei welchem ihre Schönheit ebenfalls mitspricht, von Allen geliebt und ihr herzlich begegnet. g Gestern früh klarer Himmel nnd heiterer Sonnen- ghein, und in der vorvergangenen Nacht ein Donnern, Blitzen, rächen, Sturm und Regen, daß Jedermann erschreckt auS dem tiefen Schlafe fuhr und unfähig war, wieder die müden Augen zu schließen. Es war geradezu schaurig» schön, wie die Elemente zwischen 2 bis 3 Uhr tobten, der Donner fürchterlich grollte, welcher den grellen Btiyen folgte. Lange noch blitzte es am pechschwarzen Firmament an den verschiedensten Stellen auf, als schon die Macht des Unwetters gegen 3 Uhr gebrochen war. Der in Strömen herabfallende Regen hat wieder wie bei dem Gewitter im vorigen Monat, großartige Ver« wirrungen und Schäden herbeigeführt. Am schlimmsten daran waren wieder die Kellerbewohner, denn hier drangen die Wasser- massen in Strömen ein und so hatten Die Bewohner mit dem Ausschöpfen des Wassers alle Hände voll zu thun. Recht übel wurde den armen Marttleuten auf dem Dönhofsplatz und dem Gensdarmenmarst mitgespielt, welche in der Nacht mit ihren Ver- kaufsartikeln angekommen waren und dieselben hier gelagert hatten. Der Sturm und Regen warf Alles untereinander und führte zu nicht geringen Zerströrungen. Das Passtren der Straßen wurde dadurch sehr gefährdet, daß Marquisen, Blumen« töpfe k. von dem Sturm auf die Trottoire geschleudert wurden. Ueberall, wo Erdarbeiten stattfinden— und dieselben find in Berlin zu jeder Jahreszeit nicht gering— wurde theils der aufgeworfene Sand fortgeschwemmt, theils füllten fich die schon gelegten Leitungsrohre mit Wasser und machen so eine nochmalige Herausnahme nothwendig. Ader nicht nur auf dem festen Lande waren die Verheerungen große. Auf den Berlin durchziehenden Wasserstraßen ging es bunt her. Der Sturm riß die Ankertaue entzwei und trieb die Kähne steuerlos um« her. An der Grünstraßen-Brücke versuchte man heute früh trotz gewaltiger Anstrengungen vergeblich, einen aufgetriebenen, mit Kohlen befrachteten Kahn von der Stelle zu bringen. Sommer- äste, welche heute mit den Morgenzügen nach Berlin gekommen , nd, berichten ähnliche Vorgänge über die Gewalt des Sturmes. So manche Baulich keit, welche mit Strohdach versehen ist. wurde abgedeckt. Das in der Reife begriffene Obst lag massenhaft am Erdboden umher, so daß die Besitzer von Obstgärten einen nicht unbedeutenden Schaden erleiden. Auch in den Wäldern, besonders dort, wo junge Baumanpflanzungen vorhanden find, steht es recht wüst aus. An verschiedenen Stelle« soll auch der Blitz gezündet haben. Es ist nur zu hoffen, daß Menschen nicht, wie bei dem letzten Gewitter, ihr Leben ein- gebüßt haben. Eine Klärung in der räthselhaften Todesgeschichte des Droguisten Albert Wöckner scheint jetzt eintreten zu wollen. Und wieder war es die Presse, welche nicht nur zur Erwitte- lung der Thäter, sondern auch zur vorläufigen Klarlegung DeS Eachverhatis geführt hat. Einige Herren aus der Belle- Alliancestraße, welche die Geschichte von dem räthselhaften Tod gelesen, erinnerten sich, daß fie an jenem Abend im Köhler- Ichen Lokale Billard gespielt und daß sie während des Spiels einen lauten Lärm hörten, der aus einem Zimmer zu ihnen drang, in das sie bei einiger Mühe hineinblicken konnten. Das hat denn auch einer der Mitspieler gethan und dabei bemerkt. daß 6—8 junge Burschen auf W. eindrangen und ihn zur Thür hinausdrängten. Von dieser Wahrnehmung hat jener Herr, nachdem er durch uns von dem traurigen Ausgang der Schlägerei Kenntniß erhalten, dem Kriminalkommissariat An« zeige gemacht, außerdem aber hat er noch angegeben, daß ein junger, untersetzter Mann fich gerühmt„Na dem hob' ich's besorgt". Infolge dieser Angaben hat nun die Kriminalpolizei alle Hebel in Bcivegung gesetzt, der Sache auf den Grund zu kommen. Und dies scheint ihr gelungen zu sein. Wir erfahren 1. wollte an nämlich folgendes: W. an jenem Abend an der Kneiperei nicht Theil nehmen, wurde aber schließlich von Freunde dazu bestimmt. Lokale fand er der Gesellschaft seine Bedürfnisse hatte auch an dem Tage -i etil—----»— fi j» gtf einem Meunde dazu destimmt. Im etwa fünf Schulfreunde, der Rest bestand aus Gästen. W. pflegte für täglich 50 Pfennig auszugeben und nicht mehr bei sich. Er kaufte sich drei Biermarken für 45, und überließ die 5 Pf. dem Kellner als Trinkgeld. Die Folge hiervon war, daß er mit dem Biete sparsam umging und des- " alb wohl verhöhnt wurde. Beim dritten Seidel angelangt, 'am ihm ein Konkneipant mit einem Ganzen vor, worauf er nicht eingehen wollte; er mußte also nach dem gewöhnlichen Komment in„Verruf" erklärt und aus dem Zimmer entfernt werden. Da er gutwillig nicht ging, entstand der Streit, welcher schließlich derart ausartete, daß jene 6 bis 8 Mann mit Seideln und Untersätzen auf W. in der rohesten Weise einschlugen und ihm vermuthlich die tödtlichen Verletzungen schon hier beibrachten. Die ganze Szene soll fich in einigen Sekunoen abgespielt haben. Von der Möckernstraße ist W., wie man bestimmt annimmt, nach der Belle-Allianeestraße bis vor den Eingang des Hauses, welcher ziemlich versteckt liegt, von den Rädelsführern geschleppt worden, da fie durch diese Mani» pulation unbemerkt bleiben und den Verdacht von sich ablenken wollten.— Nun, es hat den rohen Gesellen wenig geholfen. Jener ruhige Billardspieler, an den fie nicht dachten, er hat fie verrathen und so genau gekennzeichnet, daß Jener, der fich gerühmt, eS dem W. ordentlich besorgt zu haben, schon am Donnerstag Abend abgefaßt und verhaftet worden ist. Der muthmaßliche Hauptthäter ist ein Postpraktikant 6., der bisher in der Ritterstraße wohnte. Der weitere Gang der Unter- suchung wird wohl kaum noch Schwierigkeiten bereiten, da man Namen und Wohnung der Komplizen ermittelt hat. r. Geaichte Thermometer. Während das Aichungsver- fahren bisher nur für Maaße und Gewichte in Anwendung kam, wird nunmehr dahin gestrebt, dasselbe auch für die Scher« mometer in Anwendung zu bringen, und namentlich find es die kleinen, von den Merzten angewendeten Wäimemesser zur Feststellung der Körpertemperatur, für welche diese Zuverlässig- keitSbescheimgung gewünscht wird. Diese Thermometer weisen eine Temperatur von 35—42 Grad Reaumur in Vi« Graden nach und es ist davon Anwendung für die Krankbeitsbeobach- fllttCrPlt rirttt rtrnfeöv~—--—- kaum möglio i,■...------ �..stellung mancherlei_. leiten zu bewältigen find; es kommt aber vielfach vor, daß solche Instrumente so ungenau gearbeitet sind, daß bei ihrer Verwendung sich erhebliche llngenauigfeiten namentlich für den Arzt herausstellen, die dann erst nach langer mühsamer «nd oft gar nach eingetretenem Schaden für den kranken festgestellt werden. Um diesen Uebelstand möglichst einzuschränken, hat die Berliner medizinische Gesellschaft be- schloffen, die Aichung dieser Thermometer anzustreben und zwar besonders für die Grade 35, 38 und 42 deren genaue Feststellung in der Körpertemperatur bei vielen Krank- heiten von besonderer Wichtigkeit ist. Die Maximalfehler-Grenze soll bei solchen geaichten Thermometern nicht mehr als V,o Grad betragen dürfen. Uebrigens soll diese Aichung nicht obligatorisch, vielmehr der Gebrauch nicht gcaichter Thermometer auch in der ärztlichen Praxis ebenfalls gestattet fein. Ei» Verein mit dem sonderbaren Name«„Deutsche Ehrenlegion" war hier, wie die„Voss. Ztg." meldet, mit dem Zwecke gegründet worden, Feierabendhäuser für deutsche Männer und Frauen, welche gänzlich verarmt und hilflos und erwerbs- unfähig find, zu errichten und zu erhalten. Ein Aufruf wandte fich seinerzeit an„Deutsche in Nord und Süd, Ost und West" und forderte auf zur Betheiligung"„an diesem Werke der Menschenliebe". Der Jahresbeitrag war auf 1 M. festgesetzt. In Köln trat auch eine große Zahl von Herren zusammen und gründete einen Zweigverein dieser Ehrenlegion. Nachgrade aber sah man fich veranlaßt, bei dem Polizeipräfidium rn Berlin, woselbst die Leitung der Ehrenlegion ihren Eitz hat, Erkun- digungen einzuziehen. Die Auskunft, welche an besagter Stelle über diese Leitung ertheilt wurde, hat den Kölner Zweigverein veranlaßt, fich alsbald aufzulösen; er wird die gesammelten Gelder in Köln einem wohlthätigen Zwecke zuwenden. Um auch dem Sonntagspublikum im Schweizergarte« einen Anblick des großarttgen Kriegsfeuerwerks zu geben, wie solche nur des Dienstags zur Darstellung gelangen, hat fich die Direktion veranlaßt gefunden, für den heutigen Sonntag ein derartig pyrotechnisch>militärisches Schaustück aufs Programm zu setzen. AlS solches ist diesmal auf vielseitiges Verlangen die Schlacht bei Solferino(24. Juni 1859) gewählt worden, welche in 2 Panoramen(der Kampf Mac Mahon's gegen das erste österreichische Armeekorps) und femer der Brand der Meierei von la Marino, unter Mitwirkung von 120 Personen ausgeführt werden soll. Außerdem finden wie allsonntäglich großes Doppel-Militair-Konzert und Schlachtmufik, Theater- Vorstellung, Volksbelusttgungen, Tranzkränzchen und Abends große Illumination des ganzen Etabliffements statt. Am Dienstag gelangt dann zum ersten Male das pyrotechnisch- militärische Schlachtpanorama:„Die Erstürmung von Weißen- bürg", verbunden mit großartigem Frontenfeuerwerk der Herren A. und W. Maffow, E. Bouanver und A. Seeburg zur AuS- führung. Belle-Alliauee-Theater. Zu der an diesem Mittwoch stattfindenden Extra-Vorftellung ist das reizende Lustspiel„Ein Penfionskind" von Brentano und Keller, dessen erfolgreiche Aufführungen nur durch das Gastspiel des Emil Thomas unterbrochen werden mußten, angesetzt. Im prächtigen Sommer« garten übt das Schwedische Doppel-Quartett eine ganz außer« gewöhnliche Zugkraft aus. 8. Ziehung d. L Klasse 172. KSnigl. Preuß. Lotterie. Ikhung vom 8. August IMS, Hat bk OktotaM stbtt 810 Muri ftuv bat bctrcfftibw«wrantni in Purrnthest beljefggt (Obue««»4br.) 2 14 18 26 86 66[3000) 79 85[550) 149[1500] 222[300] 83 SOS 4 69 68 409[300) 64 87[660] 626[8001 848 67 86 924 1 001 6 17 67(SOOOJ 207 823 95 415 64 636 53 713 14[1500] 24 42 76[300] 801 16[550] 28 2027 35(3001 41 87 108 24[3000] 38 222 68 364 96 412[1500] 77[300 608[300] 18 86 766 91 808 26[300] 934 60 86[15001 3018 124 89 216 28 69 319 28 407 65 97 685 93 606 28 36 718 83 95 824 979 4076 90 231 371[300] 75 414 44[300] 46 56 76 90 541 64 661 81[300] 705 8 [300] 35 44 836 55 83[550] 936 44[3000] 66 95[300] 5021 1300] 66 102 44 73 91 99[300] 222 23 43 99 323 40 77 469 96 622 61 709 69[550] 89 90[300] 911 40[300] 47 69«040[550] III[300] 21 32 221 23[300] 34 66[550] 60[300] 439 69 657 634 71 1550] 86 R 705[3001 7 20 23[300] 81 878[300] 953(1500) 98[300] 7020 85 171 226 35 47 76 94 317 68 475 506 83[550] 633 48[3000] 57 771 897 960 [1500] 89 8030 65 115 28[300) 218 67 302[300] 28[300] 56 434[300 37 45 525 69 688 719[3001 26 61 64 77 99 811 29 84 961[1500] 93[650 9022 �32 69 83 117 19 69 86 202 524 27 87 766 78 330 38[550] 72 900 lOol�lSOO) 25 43 60 112 248 309[300] 31 50 70 421 40 42 60 68 609 14 16 35[300] 73[3001 620 747[300] 63[300] 817 49 80 971 14021 0500] 56 72 86 118 36 248(300) 87 357 64 86[3000] 87 414 25 518[300] 23 80 72 86 93 614 31 68 752 77 842[30001 76[300] 906 14 26[5501 62 12086 210 51 309 496 666 882 931 62[15001 64 3000) 65 18004 20 60 (15001 62 308 449 90 96 655 612 29 739 42 47 73 876 79 902 38 14016 " 79 104 12 28 60 81 222 322 84 600 31 64[15001 70 747[3001 15036 75 130 232 62 71 82 313 38 44 67 606[300] 9 30 90 601 76 ■500) 726 834 56 936 52 74 1B104 37 97 204(3001 62[3000] 67 303 6 46 439 73 517 36 93 617 19 99 743 54 64 92 94 866 69 926 17010 13 147 82 reooj 210[30001 21 98 370[5501 410 14 17 89 502 15[300] 64 82 616 49 76 83 95 728[1500] 39 73 819 41 935(560) 70 1 8016 49 214 29 32J660J 37 317 54 68 478 626 73(300) 83[560] 751 59 930 10013 97 107 22 55 231 32 343 440 519 32 632 47 767 845 55 941 _ 20082 119 215[560] 18 24 37 53 302 69 71 424 76 82 801 19 73 81 "' 70.»4023 24 121 200 60(300) 82 804 401 78[560) 560 627 53 735 (3001 77 i 97[560] 98 802 5 72 93[550] .»5019 24 56 66 72 153 80 84 200 13 20 23 33[300] 59 74 469 554 652[3001 712[300] 840 49 62 64 932««032 42 46 63 78 131_____ 42 60 70 211 62 301 40 94 455 62 564 58 625 36 39 727[300] 40 62 91. 86 96«7103 21 40 62 90 367 426 80 558 75 677 716 875 92 924 40 51 „ 80024(300) 171[3000] 217)300] 88 3Ö0 89 476 598[300] 602[1500] 18 44 777 93 804 52*56 60 96 982«300] 81021 53[300] 69 264[300] 95 328 96 432 604 18 626 82 83 94 786 821 84 946[300] 98 8«000[660] 36 ÖWOO) 145 69 321 42[300] 69 443[3000] 610 37 97 639 60 717 69 72 77 924 36(300) 42 75[3000] 88073 132 398 410[1600] 619 25 72 726 43 [300] 857 83 92 958 84116(550) 46 61 87[300] 226[1500] 39 64 66 302 414 52 620 29 62 67 82 92 619[650] 73 742 63[3000 857 963 _ 85072 97 167 78 220[650] 60 70 94 319[3000] 46 680 94 695 98 808 11 18 67 905[300] 34 jSSO) 94 88039 60 77 132 64 207 37 360 96 621 24[300] 64 600 47 78 94 728 54 850 68 929 66 8 7050 61 126 27 93 223 97 303 22 82 403 43 586 608 17 26 849 86 96 922 94 8*147 213 324 455 567[3001 615 59 72 702 76 89 893 904[16001 63[550] 78 31)002 14 117 39[3000] 216 64(3001 322 30 43 46 409(3000) 22 60 63 80 603[550] 11 613 46[3000] 76 98 707 869 70 906[3001 76[1500] 40006 31 66 224 26 29 382 418 36[300] 512 60 606 19 22[1500] 87 880 939[1500] 67[300] 70 41089[300] 173 212[650] 62 300) 72 383[3000] 461 86 503[15001 23 668 773 83 926[5501 75(650) 79 4 2022 79 108 24 33 46 82 92 271 335 75 91[550} 95[300] 421 29 38 63 71 519 65 632 73 813 64 65 93 986 99 4 8030[3000] 133 67 67 71 79 89 203[300] 64 80 369 406 29 39 616[3000] 33 656 99 726 837 59 956 84 44000 10 59 69[560) 155 69 94 206 46 64 73 97 307 8 406 23 46 61 130001 563(550] 71 89 634 86[550] 44 45 80 735 65 861 957 98 ___ 45091 163 76 212 390 61 424 67 71 567 604 68 68 87 811(MO) Jf B rn: 08 88[300] 614 32 92 722(1600) 923 49000 86 125 64 239 383 96 48(550] 527 40 86 654 60 781-------------------------- 50086 108----------- 55271 98 401 60 86[660] 96 651 643 63 736 66 76 812 15601 29[ 39[3000] 68 87 935 66 50005[3000] 34 132 38 65 203 80 638 54-, 91 764 90 98[1500] 805[30001 19 84 97 915 67139 62 97 294 393 A 421 43 565 85 616 67 70 736[1500] 65 842 923 61 62 5*099 103 18 g 222 41 322 68 470 551 641 67(300) 703 56[550) 68 847 910 59022 6. 103 7 13 43 63 76 337 486 87 556 74 610 12 56 951„ «.« 8 18>-?] K«S 8-N S W SWk Smm*#*.*»m 549 62 84[300] 762 800(300) 95 168 87 91 212(1500) 49 61 oiu v»* om i", n i■* u[""-""«X"«! 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Belle-Alltanee-Theater. Heute: Sein Steckenpferd. Morgen dieselbe Vorstellung. Neues Ariedrich-WilhelmstädtischeS Theater. Heute: Der Kroßmogul. Morgen dieselbe Vorstellung. Oftend-Theater. Heute: Die Goldgräber. Morgen dieselbe Vorstellung. Central-Theater. Akte Jakobstraße 30. Direktion: Adolph Emst. Hurte: Zum 9. Male: Die wilde Katze. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt, Mufik von G. SteffmS. Morgen dieselbe Vorstellung._ N Zmn Kuteuberg I! Restaurant, Weiß- und Bairisch- Bier-Lokal, Alexandrinenstrafie 71, Keller. Guten Mittagstisch& 35 Pf., Bier a 10 Pf. „Correspondent" liegt aus. iGii] Hochachtungsvoll Q Franko. Allen Freunden und Bekannten und meiner werthen Stach- «ndAairisch-MerkoKall Harm.TLlewmld, Frankfurter Allee 143. Smpfehle allen meinen Freunden und Bekannten •'»««: und Abend-Tifch!" _ H. Strietzel, Grüner Weg 109. eeftchäfis- Anzeige. Hierdurch zeige ich ergebenst an, daß ich meine seit zehn Jahren in Berlin oetriebene Schuhmacheret nach Kirdorf, Kottbuser Lamm Ur. 55 DnI%\Äitiß halte ich ein kllgcr m fertigen Stieseln n.Iitjuhcll % Hrrren, Damen und Kinder. Die. Auswahl ist bedeutend Das Sommerfest, verbunden mit Sommernaehto-Ball, des Vereins zm Wahrnng der Interessen der Ktaviemrdkitcr (zur Unterstützung kranker hilfsbedürftiger Mitglieder) findet Montag, den 10. August, ia Tli. Kellers Kostägec(Laseuliaule) statt. Für Belustigungen aller Art ist bestens Sorge getragen. Bill eis find bei allen Vorstandsmitgliedern, ferner bei Stramm, Skalitzerstraße 18, sowie in den mit Plakaten be- hiermit bestens eingeladen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Selmeizer-Grarteii. + Am FriedrichShai«. Haltestelle der Ringbahn und der Pferdebahn nach Weißeusee. Sonntag, den 9. August 1885: Extra-Vorstellung und Doppel-Militär-Concert Stuftreten der Spezialitäten, Theatervorstellung, Abends große Illumination, Volksbelustigungen aller Art.— Im Saale T a n z k r ä n z che». MST Kriegs- Feuerwerk"fM der Feuerwerker A. unv W. Massow, E. Bonander und A. Seeburg.[1819 Zum Schluß: Die Schlacht bei Solterino, großes pyrotechnisch-militärischeS Schauspiel in 2 Tableaux. . Entree 40 Pfg Kinder 15 Pfg. Beginn des Feuerwerks 10 Uhr. Borläufige Anzeige. Dienstag, den 11. August 1885: Ctrw««ea Krlens-FenerwerlL. Zum ersten Male: Die Erstürmung von Weissenburg. Großes pyrotechnisches Schlachten- Panorama unter Mitwirkung von 160 Personen. 4 Schuh- n. Stiefolwaaren-*.«: V Fabrik von CrüStav Schnitze, SAafimadiecmeillec, Oranimstraße 5. Zur schlanken 5._ Empfehle meine seit 25 Jahren von dem größten Theil der Bevölkerung Berlins anerkannten, besttenommirten Fabrikate solidesten Preisen und bitte alle Freunde und Bekannte, sowie eine werlhc Stachbarschast um ihren wenhen Besuch. Bestelliiiiffeii nach Maas*, sowie Keparatn r en werdens schnellstens und billig ausgeführt., _ WC Bitte, auf vollen Namen zu achten."Sl# Rob-Tabak. Preiswerthe, vorzügliche Sumatra-Decken wie billige Um- blatt« und Einlage-Tavake empfehlen[1836 Bergemann& Donisch, C., Alexanderstraste 88. Arbettsmmkt. Trikot-Taillenarbeiterinnen und Knopflochmacherinnen ver- langt Weinbergsweg 3, Hof IV.[1832 1 tüchtigen Korbmacher-Geselle» auf Gematt verlangt 1821] E. Voigt, Prinzenstr. 9. Herren-. Knsben-Gsrder»� empfehle in gediegenen Stoffen und eleganter AuSfühn«'� Ganze Anzüge... von 15 bis 50 Mf..W Sommer-lleverzieher. von 15 bis 30 Mi t Hosen..... von 4 bis 18 Mi j Auch nach Maaß in kurzer Frist. Wiederverkäufem Ignaz Weiland,(ßranec lOrg 95.. 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Pttljtlprafidium zu Berlin den Rechenschaftsbericht der sozial- imvlrgtrschen Reichstagsfraltion in Gestalt eines 4 Seilen %% Klugblattes mit der Ueberschrifl:„An die Partei- Jossen, mit den Worten beginnend:„Nachdem die erste �lNon der laufenden Legislatuiveriode" und endigend:„Hoch Sozialdemokratie!" m t den Unlerschriflen der 24 Mtalieder .?>°llaldcmokratischen Reichetagefraktion und mit dem Druck- u l„GenossenschaftS-Buchdruckerei Hottingen Zürich" ver- Lj."!- Bemerkt wird, daß im Tert gleich lautende Flugblätter Ver merk:„Druck und Perlag von Wörlein u. Co. � Nürnberg" erschienen find. »..Bei der Reichstagswahl im Wahlkreise Teltow- mit' Storkow- kharlottenburg erregte es bekanntlich »r°«eg Aufsehen, daß am 13. April eine freifinnige Wähler- . siammlung in Nowawes durch den Gendarm Krause gleich der Eröffnung aufgelöst wurde, weil de, Porfitzende einem fangen des Gendarmen, ein Bureau zu wählen, fet'gab. Auf die Beschwerde des Herrn Rentier Kühne Nowawes hat dieser nun folgenden Bescheid erhalten. --Berlin, den 4. August 1885. Die in Euer Wohlgcboren r �werde vom 13. Juni cr- dargestellte Auflösung der auf onV, Npril cr. von dem geschäftsführenden Äusfchuffe des � dloereins der deutschfreifinnigen Partei nach Nowawes de . lenen Wählerversammlung hat sofort nach Bekanntwerden der .«atsache den Gegenstand eingehender Erhebungen seitens Z\. Wetzten Dienstbehöiden veS Gendarm Krause gebildet. kl f�ststellung des Sachverhalts hat ergeben, daß das Ein- � � � �T> � �----- r— � sII U Vi..Mfe "'"["""INI----- 1—— u—---- jkr v Gendarm Krause an dem bezeichneten Abend und fatw ete We von ihm ausgesprochene Auflösung der Per- Ufl„.im3 ber gesetzlichen Grundlage entbehrte. Es ist deshalb fttauf. a» priI cr- durch geeignete Rcktifizirung des Gendarm über v �emedur geschaffen, auch ist durch Instruktion desselben gesetzlichen Bestimmungen der Wiederholung ähnlicher W«™nn,"e vorgebeugt worden. Da Euer Wohlgeboren neue bim-, i?' welche bei der Entscheidung im April nicht bereits nickt„Ä gewürdigt wären, in Ihrer Eingabe vom 13. Juni biT j°n�rc.ni so glaube ich, daß ein emeutes Eingehen auf (uJ?"vnl abgeschlossenen Verhandlungen fich nach Vor- erübrigt. Der Landrath des Kreisel Teltow. I.V.: �benrauch. Reg.- Assessor." Zw in Nürnberg erfolgte Beschlagnahme der von Herrn Titel-"Ä Schönlank ins Deutsche übersetzten und unter dem k;--Der Jungfrauenlribut im modernen Babylon" er- ist Enthüllungen der Londoner„Pall Mall Gazette", unl>.» ileboben worden.— Während in Berlin die Schrift stets Pglj. vstandel verkauft werden durfte, hat seltsamer Weise die ,n Frankfurt a. M. dieselbe vorgeftem konfiszirt. gt�vrrnover, 7. August. Die von hiesigen Sozialdemokraten Win*.°en Polizeitom, niffariuü Zfeumann angestrengte Klage tik? Vergehens im Amte, bei Auflösung einer sozialdemokra- aek.v�e,sammlung, ist dem Vernehmen nach auf Grund ein- d Voruntersuchung von der Staatsanwaltschaft und ivxil �°rsanwallschaft als unbegründet zurückgewiesen worden, Versammlung durch ihr Verhalten nach erfolgter zivun. drung auseinanderzugehen, den Kommissarius ge- zu hat, mit Anwendung der Waffe den Saal räumen Lokales. gtbr-,I?��lgenber Aufruf wird zur öffentlichen Kenntniß Und t Der deutsche Seemann R- Borchmann, dessen Wohn- british, urtsort nicht zu ermitteln war, ist im Dienste des vo�.�en Schiffs„Alumina" am 22. Dezember 1882 im Alter stek Jahren ertrunken. Der Nachlaß des Veistorbenen de« 57 Pfd. Sterling 8 Sh.(ungefähr 1160 3Ji.) in Eiiy.jV. Gelde und einigen Effekten von geringem Wefthe. lichx.% Erbansprüche an diesen �Nachlaß find bei dem Kaiser« � �eneralkonsukt st, London geltend zu machen. Kerliuer Sonntagsplauderei. G. Die Berliner Blutchronrk ist in dieser Woche Um otMAM Movmöfwf«nnrSptt Nlir ftlth große hes 3�«" Redemaschinerie doch vorwiegend frredlredenver k* x- ea wäre frevelhaft, für die Ausschreitungen Ein- »des? Gesammtheit verantwortlich machen zu wollen. Siebt der vorliegende Fall doch zu ernsteren Erwä- Anlaß. iRJT°er Belle-Alliancestraße wurde, wie unsere Leser ätvack? tn einigen Tagen ein kaum dem Knabenalter i junger Mann mit eingeschlagenem erle«,, gebrochenem Arm bewußlos aufgefunden. Die ehr i � waren so schwere, daß der Verwundete nicht >ch. den Besitz seiner Geisteskräfte gelangte, sondern hörin?�en Stunden in den Armen seiner trostlosen An- ""starb. 'Wdtn• Ermittelungen der Behörde lag hier ent- i, em Verbrechen vor, und, wie die Sache jetzt von t grf'"n9cn dargestellt wird, handelte es sich darum, daß bei einer Kneiperei mit Bekannten nicht Tderu?, �ig" trinken wollte, d. h. er schlug die Auf- Alchen m�?en„Ganzen" nachzutrinken aus irgend tick. n..v,??ben ab. Wir wissen nicht, ob der ZeitungS- ' Iv Z/M auf Wahrheit beruht, wenn es aber der Fall he« s» rU,fc. uns ein Grauen überkommen vor der entsetz- st die in den Kreisen herrscht, in welchen man fey bestreb, jst� �uftegeln studentischer Unsitten nachzu- ohnstl��ute, welche ihr GlaS Bier nicht wie ein ge- trinken, die sich hierbei in eine Unzahl %|oop„„et �"emonien einzwängen, gehören doch nicht 'st>den,�?ten„unteren" Ständen an, sie sind entweder (f leerem0 1", balten es für„chic", es diesen in Bezug thun. Gebräuche und übertriebenen Bierkonsum gleich- die Gesellschaft solcher„gebildeter" junger g. Der Fischstand in den Berliner Gewässern, welcher ein keineswegs armer zu nennen ist, hat unter den diesjährigen Gewittern arg zu leiden. Auch gestern war die Spree und ihre Nebenarme mit einem dicken, schmutzigen Waffer gefüllt und Hunderte und Tausende von Fischen, darunter recht an- sehnliche Exemplare, wurden dem Erstickunastode preisaegeben. Größere Hechte und Aale kamen auf die Oberfläche des Wassers und schnappten nach Luft. An der Friediichsgracht wurde eine förmliche Jagd nach den armen Thieren gemacht, welche sich auch willig mit der Hand oder einem Hut fangen ließen. Um ein Absterden der Aale zu verhüten, welche sich in den Reusen bei der Kurfürstenbrücke befinden, wurde hier alles von den Fischern am Vormittag abgesuchf. Die Verunreinigung des Wassers rührt auch diesmal von den Aueflüssen aus den Roth kanälen her, welche sich in die Spree ergießen, wenn die Kana- lisationslcitungen die Wassermaffen nicht bewältigen können. Wie radikal sich die Berliner Berhältnrsse in den letzten 30 Jahren umgestaltet haben, dafür bietet auch eine Veiglcichung des Bestandes der heutigen Echutzmannschaft mit der damaligen eine treffliche Jllusttatron. Als am 23. Juli 1848 der damalige Polizeipräsident von Minutoli die Berliner Schutzmannschaft nach Londoner Muster organisirte, war die- selbe, nach dem„Bär", 1 Oberst, 4 Hauptleute, 15 Lieutenants, 95 Wachtmeister und 654 Schutzmänner stark; schon im Jahre 1851 wurde jedoch die Exekutive vollständig um- und neuge- staltet und Berlin in 36 Polizei- Reviere eingetheijt, die sich bis zum Jahre 1873 nach und nach auf 63 erhöhten, in Folge dessen auch die Schutzmannschaft in den letzten zehn Jahren sich rapide vermehrte. Während sie 1870 einen Oberst, 10 Hauptleute, 65 Polizeilieutenants, 108 Wachtmeister zu Fuß, 896 Schutzmänner zu Fuß, 4 berittene Wachtmeister und 62 berittene Schutzmänner umfaßte, stieg die Zahl im Jahre 1880 auf 11 Hauptleute, 93 Lieutenants, 266 Wachtmeister zu Fuß, 2699 Schutzmänner zu Fuß, 19 berittene Wachtmeister und 220 berittene Schutzmänner. Die berittenen Schutzmänner bilden eine besondere Abtheilung der Schutzmannschaft; sie bestand Ende 1880 aus 1 Hauptmann, 1 Adjutanten, 2 Offizieren, 19 Wachtmeistem, 220 Schutzmännem und 242 Pferden, sowie 14 Wagcnpferden. In gleicher Weise mehrte sich auch die Zahl der übrigen Beamten, so daß die Berliner Polizei fich gegenwärtig aus 3618 Personen zusammensetzt. g. Trotz der häufigen Abänderungen des Fahrplans der großen Berliner Pferdeeisenbahn bestehen immer noch eine Anzahl von Ungchöngkeiten, welche dringend der Abstellung bedürfen. So ist es beispielsweise den mit dem letzten Zuge in Berlin ankommenden Reisenden der Berlin-Görlitzer Bahn unmöglich, genügender Weise— wie an Sonn- und Festtagen — die nach der Behrenstraße führenden Pferdebahnwagen zu benutzen, weil der letzte Wagen bereits um 11 Uhr von dem Görlitzer Bahnhof abfährt, während dies bei der weniger fre- quentirten Linie von der Prinzessinnensttaße aus erst um 12 Uhr 10 Min. Nachts erfolgt. t. Ein angehender Kapernick. Eine eigenaftige Pferde- bahn Szene kann man an den Wochenmarktstagen beim Schluß des Marktes auf dem Gendarmen-Markle beobachten. Eine ältliche Bäuerin besteigt hier den Pferdebahnwagen, während ihr etwa dreizehnjähriger Junge mit einer allerdings leeren Markt- kiepe auf dem Rücken und seine Lederschuhe in der Hand haltend, barfuß hinter dem Wagen herläuft: 20 Pf. für ein zweites Pserdedahnbillet bis zum Görlitzer Bahnhof für den Jungen sind der Alten zu theuer und„er hat ja noch junge Beine" pflegt die A te zu sagen. Der Junge hält nun bis zum Ende der Tour beständrg Schritt nrit denPferdcn und ist mit seiner Mutter zugleich am Ziel und zwar so munter und wohl- gemuth, als ob ihm das nicht die geringste Anstrengung ver- ursacht habe. Als ein Herr, der diese Szene bereits wiederholt mitangeschen hatte, neulich den Jungen fragte, ob er zu Hause auch mit den Pferden um die Wette laufe, verneinte dies der Junge und meinte: Bi uns loopen de Perde rascher als in Berlin. Was sagt die Pferdebahngesellschaft dazu? i. Ein schrecklicher Selbstmord trug sich gestern Mittag um 1 Uhr an der Friedrichsbrücke zu. Ein junger Mann, der schon lange an der Börse gewagte Manöver rilkirt hatte, war heute soweit gekommen, daß er sein gesammtes Vermögen und auch noch dasjenige seines treuen Weibes in Differenzgeschäften verloren hatte. Wie ein Rasender verließ er die Börse und stürzte in einem nahen Restaurationskeller außer verschiedenen Leute geräth nnd befolgt aus irgend einem Grunde den „Komment" nicht, nun, der wird einfach verhauen und zwar, wie unser Fall zur Genüge beweist, in einer Weise, daß dem Unglücklichen der Schädel zertrümmert und die Gliedmaßen gebrochen werden. Wahrhaftig, ein glänzendes Ergebniß unserer modernen Bildung! Und doch darf man sich nicht allzusehr über diese Auswüchse der Halbbildung und Ueber- kultur verwundern. Wird doch überall bei den„oberen Zehntausend" eine gewisse Ritterlichkeit kultivirt, eine Ritter- lichkett, die im Großen und Ganzen darauf hinausläuft, seinem Nebenmenschen nach fein ausgeklügelten Gesetzen des Anstandes und der„guten" Sitte den Hals zu brechen. Und die Herren Zungens mit dem Kneifer auf der Nase, die vielleicht einige Jahre die Bänke eines Gymnasiums ge- drückt haben, machen es den tonangebenden Herrschaften in ihrer Weise nach, d. h. sie schlagen den, der kommentmäßig keinen Ganzen trinken kana oder will, einfach todt. Das sind aber keine RowdieS, sondern gebildete junge Leute, die sich in jugendlichem Uebermuth leider etwa! ver- gessen haben. Es gehört daS jedoch wahrscheinlich zum seinen Ton, und Uneingeweihte haben natürlich kein Recht, sich in solche Sachen zu mischen. ES kann daher auch nur als ein höchst erfteuliches Zeichen der Zeit angesehen werden, daß gerade die Männer, welche den Heldenmuth und die Bravour öffentlich vertreten, von einem wahren Feuereifer in ihren Bestrebungen beseelt sind, daß sie niemals zu erlahmen scheinen, wenn es gilt, in Rede oder Handlungen zu zeigen, daß sie die einzigen Leute sind, die ihren Ansichten nöthigenfallS mit dem Besen- stiel den gehörigen Nachdruck zu geben verstehen. Wilhelm Pickenbach, der beste unserer Mitbürger, jetziger ausgelooster Stadtverordneter, ist so ein Mann, dem es bei besonders feierlichen Gelegenheiten auf eine fröhliche Keilerei garnicht ankommt. Noch vorgestern hatte er 70—80 seiner Männer um fi-b aeschaart, und mit seiner donnernden, die Massen antisemitischer Zünglmge hinreißenden Stimme aab er die heroische Versicherung ab, daß er nach den Stöcker'schen Erfahrungen auf eine Klage gegen seine An- Seideln auch etliche Kognaks herunter, so daß das Gebahrcn des Mannes dem Wuth auffiel. Hierauf fing cr an zu weinen, schrie wie ein Verzweifelter:„Mein aimcs gutes Weib, meine guten Kinder unv stürzte sich, gefolgt von einigen Passanten, die ihn zurückhalten wollten, von der Friedrichsbrücke in die Spree, ohne daß ihn Jimand daran hindern konnte. Obwohl gleich Hilfe zur Stelle war, riß ihn doch der Strudel unter die Brücke, wo er verendete, ehe man seiner habhaft werden konnte. Die Leiche wurde nach dem Obduttionshaus geschafft. Im schwarzen Adler sind auch die neuen Kräfte vom Publikum mit Beifall aufgenommen. Die hier veranstalteten Monstre Vorstellungen gehören zu den besuchtesten in diesem Genre und bieten eine Fülle der stauncnswerthesten Produk- tioncn. Der heuttge Sonntag verspricht doppelt interessant zu werden, da das glänzende Programm des letzten Erntefestes nochmals zur Ausführung kommen soll. Namentlich werden die Herren Zierrath und Lamrson allen Künstlern voranstchen und mit ihren besten Programm-Nummern für das Amüsement des Publikums eintreten. Das gediegene Konzert des Äufik- korps des l. Garde-Feld Aftillerie-Regrmcnts unter Leitung des Herrn Emil Baumgarten und ein Kavalier Ball in den Riesen- Sälen vervollständigt das uns vorliegende Programm. Auf der schwedischen Eisbahn wird heute, Sonntag, von den besten Schnell- und Dauerläufem Berlins ein Wen- rennen veranstaltet werden, das durch die außerordentlich zahl- reiche Betheiligung hervorragender Läufer das Interesse des Publikums zu wecken im Stande ist. Bei zwei der Rennen sind je vierzehn Konkurrenten genannt, während bei dem Hindemißrennen sich elf Wettbewerber stellen werden. Auch die übrigen Rennen sind gut besetzt, und da, wie unsere Leser aus dem Jnseratentheile ersehen, das Eintrittsgeld ein sehr mäßiges ist, so dürfte den Untemchmern auch ern pekuniärer Erfolg nicht fehlen. Polizei-Bericht. Am 7. d. M. Morgens wurde ein Mädchen in seiner Wohnung Mühlendamm 8, rm Bette liegend, todt aufgefunden. Es wird angenommen, daß dasselbe an Alkoholvergiftung verstorben ist. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause gebracht.— An demselben Tage Mittags er- hängte fich eine Frau in ihrer am Halleschcn Ufer im Keller belegenen Wohnung.— Einige Zeit später sprang ein Mann hinter der Holzmarktstraße von dem in der Fahrt befindlichen Dampfer„Augusta" in selbstmörderischer Abficht in die Spree, wurde jedoch gerettet und, nachdem er sich erholt hatte, nach seiner Wohnung gebracht.— An demselben Tage Nachmittags wurde der Kutscher Hamann aus Weißensce, welcher mit einem mit Holz beladcnen Wagen durch den Thorweg des Hauses Pcrlebergerstr. 14 fahren wollte, in Folge der zu hohen Ladung gegen die Decke der Einfahrt gedrückt und erlitt dabei der- artige Quetschungen, daß er nach seiner Wohnung gebracht werden mußte._ Gerichts Zeitung. Ein grober Exzefi aus Empörung über eine auf dem hiesigen Ostbahnhof eingeführte Neuerung beschäftigte gestern zum zweiten Male die 90. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts. Anfangs Februar wurde für die Akkord- arbeiter auf der Ostbahn anstatt der bisherigen 14tägigen Lohnzahlung die monatliche eingeführt, und sind alle dagegen angebrachten Reklamationen fruchtlos geblieben. Darüber waren die verschiedenen Arbeiter äußerst ergrimmt und jießen großentheils ihre Wuth an ihren Vorarbeitern aus. In der Kolonne des Vorarbeiters Draeger arbeiteten im Februar u. A. die Arbeiter Friedrich Wilhelm Kury und August Winkelmann. Am 14. sollten sie eine schwere Eisenbahnschiene forttrans- portiren, für welche Thätigkeit keine Vergütung ausgeworfen war. Während dieser Arbeit gerieth Kurtz mit seinem Vorarbeiter über die Art des Transports in einen Wortstreit, und war bei dem �Niederlegen der Schiene Kurtz in die Gefahr gerathen, verletzt zu werden. Derselbe erklärte vor Gericht, daß er sich deshalb für berechtigt erachtet habe, dem Vorarbeiter, da er auch die 14tägige Kündigung nicht durchgesetzt habe, ein Paar in die Visage zu schlagen. Als Draeger nunmehr nach dem Bureau ging, um Anzeige zu erstatten, folgten ihm Winkelmann und Kurtz und schlugen gemeinschaftlich auf ihn ein. Der Erstere wurde wegen dieser Mißhandlung vor einigen Monaten mit einer ernsten Gefängnißstrafe belegt, während gegen den erst vor greiser verzichte— denn heiliger Adolf Wagner— die Reitpeitsche ist ja auch noch ein Mittel! Wie sich aber jetzt die Gegner vor der fuchtelnden Reitpeitsche des ehemaligen städtischen Parlamentariers ver- kriechen werden! Kein Mensch in ganz Berlin wird es wagen, auch nur den Mund aufzuthun, es sei denn, das er das Lob des braven Wilhelm vrkündige. Nie mehr wird von ungezogenen Leuten von den kleinen galanten Aben- teuern des großen Mannes gesprochen werden, und wer sich dennoch einer solchen Kühnheit erfrecht, der kriegt Wichse, bis er verstummt. So wird's gemacht und damit basta. „Ja, das wäre famos!" Aber, aber, eine Reitpeitsche ist, so unscheinbar sie auch aussehen mag, ein zweischneidiges und treuloses Ding; giebt man sie einmal aus der Hand, so haut sie ohne vreleS Federlesen den eigenen Herrn, und man hat viele Exempel von Beispielen, daß gerade die größten Radaubrüder, sobald es ernsthaft nach Keile aus- sieht, sich zu allererst in ein Mauseloch verkriechen möchten. UebrigenS hat bisher noch Niemand von den Herren, von Herrn Professor Wagner bis hinab zum Ex-Stadtverordneten Pickenbach, das soviel zitirte Wort von der Reit- peitsche zur Wahrheit gemacht. Wenn dieses Ideal der Widerlegung eines Gegners erst einmal in der That verwirklicht sein wird, dann werden wir hochgemüthliche Rechtszustände erhalten. Natürlich braucht dieses sanfte Beruhigungsmittel ja nicht bloS auf die politischen Meinungsverschiedenheiten beschränkt zu bleiben, das ist nicht nöthig, auch in rein bürgerlichen und geschäftlichen Verhältnissen würde dasselbe bei einigem guten Willen leicht Anwendung finde« können. Entstehen irgendwo irgendwelche Streitigkeiten— so haut man nach dem Pickenbach-Wagnerschen Rezept seinem Gegner einfach ein paar runter und die Sache ist abdethan. Wie kolossal wird sich das Nationalvermögen durch Ersparung der bisher so lästigen Gerichtskosten, die man für Zi- vilprozesse und dergleichen Humbug zahlen mußte, ver- mehren?! Nur wer ern ausgesucht dämlicher Dummkopf ist, wird nicht einsehen, daß in der Zukunft nur Heil von der Pickenbach-Wagnerschen Zdee zu erwarten ist und daß schließlich die ganze soziale Frage mit der— Reitpeitsche gelöst werden wird. einigen Wochen ermittelten Kurtz gestein verbandelt wurde. Da derselbe ein oewaltthäiger Mensch ist und deshalb schon zwei erheblichere Vorstrafen erlitten hat, verurtheilte ihn der Ge- richtshof auch noch mit Rücksicht darauf, daß er sich im Termin mit seiner That noch gebrüstet hat, zu vier Monaten Ge- � �Einige größere Diebstähle in dem Kommerzienrath Manheimer'schen Geschäft gelangten gestern zur Kenntniß der ersten Fcrienstiafkammer hiesigen Landgerichts l. Der Schnei- dermeister Arnold Leonhard Dolgner wurde seit Anfang 1883 in dem genannten Geschäft mit der Fertigstellung von Toll- mans beschäftigt. Die Kontrole wird dort den Schneidern gegenüber insoweit geübt, als dieselben für den Stoff, den sie zur Lei arbeitung in ihre Behausung mit erhalten, eine Kontrol marke bekommen und nach Abgabe derselben zum Laden hinaus- gclaffen werden. Eine weitergehende Kontrole, ob namenllich die Schneider nicht noch andere Waaren mit den erhaltenen Stoffen mit verpacken, wurde bis Anfangs Januar d. I. nicht geübt. Zu diesem Zeitpunkt wurde D. dabei abgefaßt, wie er außer dem Stoffe noch eine Anzahl fertiger Dollmans mit verpackt hatte, und wurde durch die Kriminalpolizei ermittelt, daß der Dieb eine große Anzahl dieser Kleidungsstücke an verschiedenen Stellen zu ungemein niedrigen Preisen veräußert hat. Nach anfäng- lichem Leugnen räumte Dolgner ein, zu drei verschiedenen Malen Dollmans entwendet zu haben, deren Werth von dem Geschäftsführer auf ca. 2000 Mark geschätzt wurde, während D. sie für 300 Mark veräußert haben will. Als einer der Käufer ist der Schneidermeister Hermann Cohn ermittelt und wegen Hehlerei angeklagt. Während der Untersuchung war Dolgner aus dem Gefängniß entsprungen, und ist er in Belgien festgenommen und von dort hierher ausgeliefert worden. Dolgner ist geständig. Cohn, der em bekannter Ramschkäufer ist, stellt jede Wiffenschaft von dem unreellen Erwerbe der Dollmans in Abrede. Der Gerichtshof hielt auf Grund der Beweisaufnahme beide Angeklagte für schuldig und verurtheilte Dolgner zu 18 Monaten Gefängniß und zwei Jahren Ehr- vertust. Cohn aber wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu zwei Jahren Zuchthaus. AlS vermeintlicher Hochstapler hatte sich gestern der serbische St.dent Duczan von Protitsch, der Sohn des serbischen Exministers gleichen Namens, vor der IV. Ferienstraskammer hiesigen Landgerichts I zu verant- warten. Der junge serbische Patrizier studirt in Deutschland Staatswiffenschaften und bezieht von seinem Pater einen Mo- natswechsel von 3— 500 M. Er hat die Universitäten München und Heidelberg besucht und an beiden Orten Schulden in Höhe von mehreren Tausend Mark kontrahirt, die nachher der Vater liebevoll gedeckt hat. Im November kam der junge, durch einen lahmen Fuß in seinen Bewegungen sehr gehinderte Mann Etuvirens halber auch nach Berlin und miethete sich ein Par- terrezimmer im Kaiserhof, wofür er bis Anfangs März die Miethe nebst Beköstigung in Höhe von ca. 400 Mark prompt entrichtete. Um jene Zeit traten aber bei dem Angeklagten Per- legenheiten ein; wie er behauptet, war er in schlechte Gesell- fchast gerathen, welche ihm im Spiel sein ganzes Geld abae- nommen hatte und er mußte sich deshalb an den ersten Portier des Zentralhotels, Herrn Meyer, wegen Gcldvorschuß wenden. So ein erster Portier in einem großen Hotel ist, wie sich aus den Bekundungen des Herrn Meyer ergab, eine sehr ge« wichtige und einflußreiche Persönlichkeit; er muß zunächst alle möglichen lebenden Sprachen beherrschen, sämmtliche europäi- schen Eisenbahnrouten im Kopf haben, den Umgang mit seinen Leuten verstehen und schließlich auch noch den Bankier für die Hotelgäste spielen. Herr Meyer, in dessen Hotel ca. 690 Personen täglich logiren, hat manchmal pro Tag 6-, 9- auch 12 000 Mark für die Fremden verauslagt, er ist auch gleichzeitig Fuhr- Herr, denn er stellt seine eigenen 9 Pferde und Wagen den Fremden zur Disposition. Aus dieser Quelle floß dem Anae- klagten, der da versicherte, daß sein Vater bald nach Berlin kommen und alles begleichen werde, auch in reichem Maße das Geld, denn bald betrugen die Forderungen des Herrn Meyer inkl. derjenigen für die verschiedenen Equipagen ca. 8000 Mk. Der junge Herr v. Protitsch hatte noble Passionen. Er enga- airte einen Dienstmann als eine Art Kammerdiener für 5 Mark täglicher Diäten, er erhielt Rechnungen, in denen mousfirender Schloß Johannisberger, Rauenthaler Berg»c. mit ganz ansehnlichen Summen figurirten, er fuhr täglich aus und hatte bei seinem Schneider bald ein Konto von 505 Mark. Daß er dabei Zigarren rauchte, die mit 60 Pf. pro Stück in Rechnunggesetzt wurden, kann nicht Wunder nehmen. Ein gewisser Möller, der nahe daran war, ihm eine Summe von 4500 Mark vonuschießen, war so schlau, sich mit einer Anfrage zunächst nach Belgrad zu wenden, er hat aber von dem dortl- gen Gesandten die Depesche erhalten:„Vater Ex-Gesandter, vermögend, Sohn Schwindler." Am 1. Juni war der Ange- klagte— wie er behauptet in Famflien-Angelegenheiten— Linnea borealis. Skizze von Leo Rosen. lUnber«chtigter Nachdruck verboten.) Nein, wie entzückend ist diese Dampferfahrt auf dem Haff! Ringsum das gewaltige Äeer, so erhabener Ruhe, seitswärts die gelben Dünen und dort, fern am Horizont die nebelumlagerten Fichtenwälder!-- Aber Lina, Mädchen! Was hast Du denn? Wie weltverloren träumst Du da?— Was hattest Du denn da so Wichtiges mit dem Professor? Ihr wäret so eifrig im Gespräch,--- „Ach nichts Besonderes, liebes Lieschen!" erwiderte die Angeredete—„wir unterhielten uns nur über botanische Studien. Dem Herrn Professor ist die Vielseitigkeit und Eigenthümlichkeit unserer Flora aufgefallen. Er hat hier während der kurzen Dauer seines Aufenthalts schon manches Ueberraschende en, deckt und niacht augenblicklich lebhaft Zagd auf die Linnsa borealis, die er in unserer Gegend vermuthet!" „Ei— wie gebildet, Lina! Von wann datirt sich denn Dein Interesse für Pflanzenforschungen?" „Ach, spotte nicht, Lieschen! Du weißt ja, daß ich herzlich wenig davon verstehe. Aber ich höre gern zu, wenn Papa sich mit dem Professor darüber unterhält, und——" „Natürlich!" imitirte schalkhaft Lieschen die Er» röthende.—„Ich höre gern, wenn kluge Männer sprechen und namentlich, wenn der Eine, der gerade eine Linnsa borealis sucht, ein hübscher, interessanter junger Professor ist l"—— „Haben Sie mein Forschergeheimniß ausgeplaudert, mein gnädiges Fräulein?"— ertönte die sonore Stimme des so- eben Besprochenen.—„DaS erfordert Strafe. Ich ver- urtheile Sie dafür, mir beim Suchen des gedachten Pflänz- chenS zu helfen, aufmerksam zu suchen!" „Ja, da bitten wir aber zuvor um genaue Beschreibung, Herr Professor!"— rief das muntere Lieschen.—„Wie ficht denn die Linasa aus? Groß, klein, bunt, einfarbig? Wächst sie am Boden, am Strauch? Duftet sie und hat sie Dornen�. � alledem, mein Fräulein! Sie blüht be- auf Wiederantritt dcS ihm die Verhältnisse Rechtsanwalt dem Kläger der gänzlichen Mittellosigkeit «ans adien nach Wien gereist und die Interessenten, welche an die von dem Angeklagten betiaupikte Absicht der Rückkehr nicht glaubten, veranlaßren dort seine Verhaftung, indem sie behaupteten, daß der Angeklagte ihnen über die Hierhcrkunft seines Vaters>c. falsche Angaben gemacht. Da falsche Vor- spicgelungen dem etwas leichtlebigen Angeklagten aber nicht nachzuwerfen waren, der Vater deS jungen Mannes vielmehr durch den Veitheidiger seines Sohnes, Rrchtsanwalt Dr. Fried- mann die Schulden des Elfteren in der That wiederum be- glichen hat, so erfolgte die Freisprechung des Angeklagten. Eine Illustration der Fürsorge für den armen Mann. Aus Kurhessen wird der„Franks. Ztg." geschrieben: Wie die sprüchwörtlich gewordene„Fürsorge für den armen Mann" von Seiten der konseroalioen Herren geübt wird, möge folgender Fall illustriren. Auf dem Hofgute A. rm Hessen- lande lebt als Landrath, Landtagsabgcordncter und General- bevollmächtigter seiner als Gutsbesitzerin eingetragenen Frau ein Herr, der es an Eigenlob seiner Verdienste um die Volksdeglückung nicht fehlen laßt. Leider hat sein Dienst personal für die Art seiner Volkebeglückung noch nicht das rechte Verständniß; denn auf oem von ihm be- wirthschafteten Gute seiner Ehehälfte findet ein steter Wechsel des Personals statt, und Keiner, der das Gut ver- läßt, weiß von Beglückung, Mancher aber vom Geaentheil zu erzählen. U. a. verließ auch ein Knecht nach mancherlei Zwistig« leiten im April 1883 seinen Diensh der erst am 31. Cfiober abgelaufen war. Er läßt den einbehaltenen Lohn im Stich und begiebt sich zu seiner ebenfalls in A. wohnenden Frau. Diese, von mitleiderregender Gestalt und halb erblindet ist mit ihren 3 unerwachsencn Kindern auf den Verdienst des Mannes angewiesen. Nachdem derselbe 14 Tage vergeblich nach Arbeit gesucht, begiebt er sich in das Essener Kohlenrevier. Kaum ist er weg, so wird der nächste Rechtsanwalt deauftragt, Klage wegen eigenmächtigen Verlassens des Dienstes zu erheben und zuhleich ein Erkenntniß Dienstes zu erwirken. Da genau bekannt find, giebt der zu bedenken, daß ein Prozeß bei des zu Verklagenden aussichtslos sei und dem Kläger nur'ün- nöthige Kosten verursachen werde. Aber es wüd ihm der Be- scheid, wenn er den Prozeß nicht führen wolle, würden Andere dazu bereit sein. Um den guten Kunden nicht zu verlieren, wird der Prozeß angestrengt. Im Termin erscheint der Be- klagte nicht, da ibm die Reisemittel fehlen. Er wird zu 3 Tagen Hast, zum Wiederantritt des Dienstes und Erstattung der nicht unerheblichen Kosten verurtheilt; letztere aber waren von ihm nicht beizutreibcn. Jetzt sollte es an die Frau gehen. Mit dem Vollstreckungsbefehl erscheint in der elenden Hütte der Gerichlsvollzieher aus S. in Beglei- tung eines Herrn, der, wir wissen nicht, ob als Landrath oder Generalbevollmächtigter die Hütte mit Argusaugen nach gesetzlichen Pfandobjetten durchspäht. Alles was sich oei dieser strengen Revision auffinden ließ, waren einige Kartoffeln, welche die Frau auf einem gezinstcn Acckerchen— ohne daß ihr Mann dabei einen Spatenstich gethan— gezogen hatte, ferner ein kleiner Holzvorrath, theilweis Leseholz, und drei Hühnern. Mit diesem kleinen Vorrath sab die Frau mit ihren drei Würmchcn einem sehr trüben Winter entgegen, da ihr Mann sie fast garnicht unterstützte. Wie aber er- schrak sie, als ihr eröffnet wurde, daß ihr dies auf Grund rechtskräftigen Erkenntnisses jetzt genommen würde. Hände- ringend und jammernd warf sie sich auf die Erde, sie flehte um Mitleid und Erbarmen für ihre Kinder, diese könnten doch nicht büßen, was der Vater verschuldet, man möge sie nicht ganz dem Hunger und der Kälte preisgeben. Selbst der sonst nicht so zartbesaitete Gerichtsvollzieher unterstützte ihr Flehen— aber ver- äeblich.„Tie Leute wollen es nicht anders!" war die lakonische Antwort deS väterlichen Volksbeglückers, der sich alsbald in höchst eigener Person an dem Einfangen der 3 Hühner betheiligte. Alles jwurbe verkauft ohne Erbarmen. Doch die Familie durch Hunger und nicht gelungen, denn nach einigen mitleidigen Seelen geschickt, ein vor der Thür der bemitleidens- mit dem Aushungern nichts war, sollte das Obdach herhalten. Tie Frau hatte ein ideelles Drittel des Häuschens, das sie bewohnte, von ihrer Mutter er- erbt. Auf einem andern Drittel lastete eine kleine Hypothek. Diese zu einem Preise bis zu 200 M zu erstehen, wird der Handelsmann S. beauftragt. Sobald man so in Besitz des Drittels gelangt war, wird das Zwangsverfahren zwecks Aus- einandersetzrmg eingeleitet. Ter einzige auf das Häuschen Reflek- tirende ist der Besitzer des letzten Drittels, ein abgesagter Feind des Herrn Landrath. Doch dessen Sohn ist ja inzwischen zum Bürgermeister gewählt und man kann mit dem Vater einmal über eventuelle Bestätigung sprechen. Bei der Gelegenheit redet an, war der Plan, lälte mürbe zu machen, Tagen hielt, von zwei Wagen voll Kartoffeln werthcn Mutter. Da es nicht finden, hier aber am nordischen Bergabhang soll sie gedeihen. Vielleicht habe ich noch heute das Glück, sie meinem Herbarium einverleiben zu können. Suchen wir!"— „Also fein, zart und bescheiden, rosa angehaucht, lieb- lich— na und so weiter!" rief Lieschen übermüthig aus. „Aber welchen Finderlohn setzen Sie aus, Herr Professor?" und schelmisch blickte sie in das männlich schöne Antlitz des Botanikers. „Wenn Sie sie mir schassen, schicke ich Ihnen für die nächsten Tage Freund Fritz aus der Stadt, sind Sie damit———" „Ach, Sie böser Mann! Doch schau, Lina, da gähnt schon das Dunkel des Waldes. Wir find an Ort und Stelle! Nun rasch die Sachen zusammen! Hier— Ihre Botanisirkapsel, Herr Professor— möge sie bei Ihrer Heim- fahrt die Gesuchte bergen!" Die fröhliche Gesellschaft hatte das Boot verlassen, um sich zum Theil in das Hotel zu begeben, zum andern Theil sich m das Fischerdorf zu zerstreuen, während Andere, dar- unter der Professor in Begleitung der beiden jungen Damen, den Weg zum Walde einschlugen. Heiteres Lachen, Scherzen und Plaudern erscholl auf den einsamen Wegen. Hier wurden Blumen und Beeren gepflückt, dort lagerten sich Einige wohlig auf den grünen MooSteppich. Der Professor hatte mit den beiden Freun- binnen das GroS der Gesellschaft hinter sich gelassen; doch bald hemmte Lieschen ihren Schritt, angeblich, um das er- wünschte Pflänzchen auf Seitenwegen zu suchen. Tiefer und tiefer schritt das junge Paar in den Wald. Aber sein Blick glitt mehr wie vorhin spähend über das dichte Gras, streifte nicht mehr forschend in der Runde. Achtlos trat sein Fuß über Halm und Blüthe, und sein Auge hing gebannt an dem rosigen Antlitz, an der lieblichen Gestalt des Mädchens, das sinnigen Geplauders ihm zur Seite schritt. „Aber Sie suchen ja garnicht mehr nach ihrer Linnsa, Herr Professor?" unterbrach sie sich plötzlich, um dann das jäh erglühende Antlitz zu Boden zu senken, denn er hatte ihre Hände erfaßt und hemmte seinen Schritt. Sie fühlte, wie forschend sein Auge auf ihrem Ange- ficht ruhte und mußte, von der geheimen Macht seines Blickes bezwungen, das Antlitz heben. „Habe ich sie nicht schon gefunden?" fragte er mit einem Ton der Stimme, durch welchen leise vibrirend die Macht der Gefühle widerhallte, die seinen Busen durchzogen. man auch von dem Zwangsvetkauf und der Kosteneriparniß hal- ber findet man es gut. auch dieses Drittel dem Volksbeglückcr abzutreten. Mail einigt sich auf 150 M. Als dem Lertäuftt der Kauskontrakt zur Unterzeichnung vorgelegt wird, staunt er, daß nur 149 M. als Preis angegeben sind. Aber sofott ci- klärt der Gesetzgeber:„Hier ist 1 M. in baar: 149 M. find stempelfrei". Das Drittel der Frau für 150 M. zu erstehen, zeigte der Herr keine Lust; man konnte jetzt ja das Ganze voiaussichttich für die Gerichtskosten erstehen, und dann i# die Frau obvach- und zugleich mittellos. Doch diese Rechnung war falsch; denn im Termin erschien ein Mitbieter, der das Häuschen bis auf 1100 Mark trieb. Dadurch ivürden ulso der Frau noch ca. 350 Mark zufallen, st daß sie doch etwas für ihre obdachlosen Kinder hätte. Doch da erinnert sich der Generalbevollmächtigte, daß die Frau beim Dienstantritt ihres Mannes sich für Jnne- Haltung des Vertrages verbürgt, so daß sie einen Mictst kontrakt gar untcrkreuzt— schreiben kann sie nicht— habe- Sofort wird gegen die Frau Klage angestiengt auf einen Schadenersatz von 206 Mark, der durch den Dienstantritt ihres Mannes entstanden sei. Die Frau will von einer solche» Bürgschaft nichts wissen; in dem im Juli abgehaltenen Term» in dieser Sache konnte die Urkunde nicht vorgelegt werde», weshalb ein weiterer Termin nach den Gcrichtsferien anK- räumt ist. Inzwischen hat, damit die Frau ja nicht in de» Besitz des Geldes'gelange, der Herr Vertreter auf Betreibe» des Klägers 300 Mark oes Antheils von dem Kaufgeld�wu Arrest belegen lassen- Wir find gespannt, ob es dem veito? liehen Berather seiner Kreiseingesessenen gelingt, mit dem dach auch die kleine Summe der Frau zu entwinden! Dn» nur eines der sehr zahlreichen Blätter in der Chronik vo» Volksbeglückung dieses Herrn. Eine erneute Warnung dafür, daß Herrschaften nur# probte Dienstboten zu Hütern oes Hauses machen sollen, liefcm eine Verhandlung, die gestern vor der 4. Ferienstraskamtf-j des Landgerichts i stattfand. Des gemeinschaftlichen Diebstahls angeklagt, befanden sich der bereits vielfach— zuletzt mit»,(t Jahren Zuchthaus— vorbestrafte„Arbeiter" Adolph Marsch»� und die unverehelichte Louise Lilie auf der Anklagebank. D» letztere war am 1. April d. I. beim Dr. med. RosenW- Schönhauscrstr. 5, in den Dienst getreten, ihre Herrschaft abst so schlecht mit ihr zufrieden, daß ihr bereits zum 1.% wieder gekündigt wurde. Am 31. Mai feierte der Brub» ihres Dicnsihcrrn, der Rechtsanwalt Rosenthal, seine Höchst» und mußte deshalb der erstere, welcher mit den Seinen an hf- Festlichkeit tbeilnahm, seine Wohnung der Obhut der Die»»' magd überlassen. An demselben Nachmittage bei ihm ein Diebstahl ausgeführt, aber unter% ständen, welche darauf schließen ließen, daß?! Wächterin der Wohnung mit den Dieben geme'»' same Sache gemacht. In der fünften Stunde schickte b» Rechtsanwalt Rosenthal nämlich seine Tienstmagd nach fl" Wohnung seines Bruders mit dem Auftrage, die daselbst ihn abgegebenen Hochzeitsgeschcnke— meistentheils Sistss, fachen— abzuholen. Wunderte die Magd sich schon, daß JJ!' Angeklagte ihr erst nach zehn Minuten langem Klingeln Küchenthür öffnete, so wurde sie noch mehr erstaunt, als K; der Küche einen ihr völlig fremden Mann, den Angeklagt Marschner, sitzen sah, den ihr die Lilie als einen Verwandt.» vorstellte, und der sich an Kaffee und Kuchen gütlich that. � unterdrückte jedoch jede Aeußerung der Befremdung bict»?? und ließ sich mit dem Fremden und der Lilie in ein Gestk� ein. Von ihrem Sitze aus konnte sie zufällig durch'' geöffnete Küchenthür die daranstoßenden durcheinand� gehenden drei Stuben zum größten Theil iibetblim" und wollte es ihr schon seit einigen Minuten vorkoM>»m als ob Jemand darin Hantire. Plötzlich rief sie:„Da noch Jemand in der Stube!" und hierauf sprangen alle D? auf und begaben sich nach vorne. In dem Speisezimmer sie einen jungen Mann, welcher sich kaum durch ihren Ei»i-, bei seiner Beschäftigung stören ließ. Derselbe war im Beg»� die Silbersachen, welche als Hochzeitsgeschenke dienen W:' in einen vor ihm stehenden Koffer zu packen, nachdem er wie die Umgebung bewies, von Kleidungsstücken entleert|p'rf Die Silbersachen hatte er des bequemeren Transportes w,, zerbrochen und ineinandergebogcn.„Wie find Sie WL gekommen?" fragte ihn die Angekl. Lilie. Wie Sie sehen, durch dir Korridorthür," antwortete der Gefragte, ging zur � gangsthür, schob den vorgeschobenen Riegel zurück und c\ fernte sich, ohne daß es emem der Anwesenden einfiel, ihn»st, zuhalten. Die Magd des Rechtsanwalts Rosenthal war»% den ganzen Vorfall so konslernirt, daß es ihr erst nach stL Verschwinden des Fremden einfiel, es handle qZ hier um einen Diebstahl, und die andern beiden schauer, die Angeklagten, hatten sich bei der ganzen ruhig und gefaßt benommen, daß die Anklage yieraus©dp Was weiter geredet wurde? Sie waren� ja � allein, so selig allein, und Keiner hörte sie. Nur i» A Wipfeln der Föhren rauschte es Ja und Amen,«»» heiteren Weisen begletteten die Vögel des Waldes � alten, den ewig jungen Wundersang vom süßen Glüa-' Liebe.— Zeit zur Heimkehr war's!...», Allmälig fanden sich die Theilnehmer der Gesellst| zusammen. J Dann und wann bedeutsam vor sich hinlächelnd, Ptl} nirte Lieschen mit Lina's Vater am Strand.' „Wo haben Sie denn nur meine L'.na gelassen?" P- der Rath— man könnte fast besorgt werden!" „Ja, mein verehrter Herr!" scherzte Lieschen. /Aa kann für die Macht des Forschertriebes in Ihres Brust? Lina hat nun einmal eine ausgesprochene Pest- zu botanischen Studien, und hilft dem Professor sei» Ai Pflänzchen suchen!— Indessen— da kommen flC L Nun, Ihr Säumig«,, wie war's? Ich wollte keine Konkurrenz machen, Herr Professor, denn ich bewet � Sie waren auf dem rechten Wege. Glauben Sie»ur,. sah sie in Ihrer Nähe schimmern, die liebliche Blüthe, L* bescheiden, weiß mit rosa angehaucht, und auch im sich an den kräftigen Stamm hinaufzuranken, nicht � Lina?" � Erglühend barg die Genannte das Haupt a» � Freundin Brust, während der Rath verwundert auf Gruppe blickte. � Aber schon trat bittenden Blickes der Profess�A) ihn heran und sagte innig:„Ja, ich suchte und'4 Ix die zarte nordische Blume! Wollen Sie sie mir lasse«, v Rath?" „Und Du, Lina?" fragte der Vater..zst „Vater!" sagte das liebliche Mädchen, und lich die Arme um seinen Nacken, im Auge die höchsten Glückes.„wi „So nehmen Sie sie für das Herbariui« r» d Lebens, Professor, und wahren Sie sie treu, P werth!" ,0 „0 gewiß!" rief freudeberauscht der junge G � yünS, indem er die Geliebte an sich zog—„an k Herzen soll sie immer ruhen und als mein höchstes blühen und gedeihen, meine liebliche, nordische stp™ blüthe!" sich L ?.H| ihre Mitschuld zieht. Sie nimmt an, daß ein gemeinschaft- Mer Diebstahl von den Dreien geplant worden, der nur durch das unvermuthcte Erscheinen der Magd des Rechtsanwaltes >tiosenthals verhindert wurde. Die Angeklagte Lilie hat sich nach dem Diebstahl auch höchst auffällig benommen, so suchte S? i- B. die fremde Magd davon abzuhalten, daß sie dem � � senthal Mittheilung mache, damit das Fest nicht gestört r* letztere machte aber doch dem Vizewirth Anzeige unv dieser war vernünftig genug, den noch in der Wohnung vetindl.chen Marschner nach der Wache zu bringen. Hier legte ülürlrt. iich den falschen Namen Schneider bei und verweigerte hartnackig die Angabe seiner Wohnung. Bei dieser Weige- Wlg verharrte er auch dem Kriminalschuymann Revel gegenüber, trotzdem dieser seinen wahren Namen Wo stine bisherige Verbrecherlaufbahn genau kannte. Alan vermuthet mit Recht, daß die Entdeckung des bisherigen Aufenthaltsortes des Marschner auch die Entdeckung des bisher unermittelt gebliebenen Komplizen zur Folge haben würde. Im «ierdandlungstermine legten beide Angeklagte sich auf's Leugnen, «mch die Beweisaufnahme häuften sich die Indizien gegen sie wer in dem Grade, daß der Gerichtshofe mit dem Staats« anwalt zu der Ucberzeugung von der Schuld der Angeklagten Mangte und nach deffem Antrage gegen Marsch n er auf lechs Jahre Zuchthaus und die Nebenstrafen, gegen die �tlie auf zwei Jahre Gefängniß erkannte. Soziales mh Arbeiterbewegung. Die Maler und Lackirer in Leipzig betrachteu ihren Streik als durchgeführt, da ihre Forderungen von 58 Meistern «nnlligt worden find. Bei Besprechung der Lage ihrer Branche wurde konstatirt, daß das jährliche„Einkommen" eines Maler-- üehilfen 800 Mark betrage. Trotzdem man früher keine Spm- ralhie für Fachvereine finden konnte, haben die Maler und �ackuer nunmehr doch die Nützlichkeit derselben eingesehen und luid zur Gründung eines solchen geschritten. In Dessau ist ein Tischlerstreik ausgebrochen. Die §ur Leitung desselben gewählte Lohnkommisston veröffentlicht folgenden Aufruf an die Tischler und Berufsgenoffen Deutsch- wnds.— Werthe Kollegen! Da wir uns vergebens bemüht hoben, uns mit den Meistern in Dessau in Güte zu verständigen über die Verkürzung der Arbeitszeit, beglückten sie uns mit nner neuen Werkstatt-Ordnung, welche, wenn unserem Verein überhaupt die ganze Organisation nicht schaden soll, wir nicht anerkennen dürfen. Die Kommission, welche in einer öffcnt- «chen Tischler- Versammlung gewählt wurde, wandte sich des- halb ganz bescheiden an die Herren Jnnungsmeister, die Werk- Uatt-Ordnung in unserem beiderseitigen Interesse fallen zu lassen, erhielten jedoch den Bescheid, daß die Werkstatt-Ordnung 'n der klaren Fassung, wie sie gegeben sei, streng aufrecht er- halten werden würde und die Meister es unter ihrer Würde hielten, sich mit einer Kommisston von Gesellen einzulassen. «elbige haben eine Innung gegründet und definitive Beschlüsse kefaßt, die Mitglieder unseres Vereins nach und nach aus« Msperren und dadurch den Verein zu sprengen. Da uns da« Mch der Kampf aufgedrungen, sehen wir uns veranlaßt, die "rbeit niederzulegen.— Wir bitten deshalb unsere Kollegen, uns nach Kräften unterstützen zu wollen, wie wir es unseren Kollegen gegenüber, die in derselben Lage waren, nach Kräften oethan haben. Unvorbereitet müssen wir in den Kampf, darum h'tlen wir, sendet schnelle Hilfe, damit wir nicht zu Grunde Sehen.— Haltet streng Zuzug fern, denn die Meister rechnen °uf Kräfte von außerhalb. Mit kollegialifchem Gruß: Die Kommission der Tischler in Dessau.— Briefe und Anfragen und zu richten an A. Wagner, Steinstraße 25. Geldsendungen an Karl Gendrich, Askanische Straße 8. Mit National-Oekonomie und Sozialwissenschaften ach zu befassen ist Mode geworden. Jedermann, der etwas putsch reden kann und gar den Dr. gemacht hat, hält Vor- Äge über die soziale Frage, jeder dieser Herren tritt mit einer I'cherheit und Gewißheit auf, als wenn er allein von der < ache etwas verstünde. Besonders sind die M a x H i r s ch- flhen Gewerkvereine mit solchen Dottorleins reich ge- stssnet. Da taucht fo ein Herrchen, mit Namen Fränkel auf, MneS Zeichens Handelssekretär und Dr., wenn wir nicht irren in Leipzig geboren, der kürzlich zu Forst in der Niederlaufitz d-st Gewerkvereinlcm einen Vortrag hielt über„Das soziale �oqramm der Gewerkvereine". Derselbe theilte die Kultur- Üslchichte der Menschen in Stufen und bezeichnete als erste, niedrigste Stufe derselben die„Menschenfresserei". faß die Menschen in der ersten Zeit durchweg von Vege« labllien gelebt haben, ist sonst allgemein bekannt; wir wollten ssur zeigen, wie wundersam der geehrte Herr seinen Vortrag "nleitete. Der Kernpunkt des Vortrages aber war, wie der zGewerlverein" selbst meldet, daß Dr. Fränkel das soziale Mgramm der Gewerkvereine in Bezug auf das Arbeitsver- ?°ltniß bestimmter gefaßt haben will. Damit mag der H-rr uKcht haben, aber-„für einen Normalarbeitstag könne Und wolle er nicht schwärmen, denn das österreichische Gesetz, welches gegen 200 Ausnahmen zulasse, zeige dessen Und urch- ührbarTeit. Aber der Staat habe die Pflicht durch« iusetzen, über welches Maß der Arbeitszeit "'cht hinausgegangen werden darf".— So in Ol/'1 UJXC 4JUO«vv».»,• darf-"uk'malgrenze, über d, e nicht hinausgegangen werden N oV Ü�Vlich vom Staate festgesetzt worden. Von einer niM fUalzeit, die überall sttenae innegehalten, unter die Ned-.& ügcganoen werden darf, ist in jenem Gesetz nicht die bei,.'?wenig wie davon bei den Forderungen der Ar- «tberta?« j" Deutschland die Rede ist. Das Wort„Normal- fcffo-t.kß hat sich einmal nach altem Brauch in der Sprache hie,?a malarb eitstaa muß es heißen und ano«!L �t wird auch jetzt schon in Arbeiterkreisen durchweg ww?«: Doch das konnte ja der gelehrte Doktor nicht chübu.� i!fähaIh kämpfte er wie Don Quixote gegen Wind- der"kr Meister Max damit einverstanden ist, daß der vom Staate verlangt, die Maximalgrenze Manrf,°u%'t. festzustellen, das dürfte wohl zu bezweifeln sein. den, m'st der Vorschlag nicht.— Man sieht aber auS »n->>..�0'fruge des Dr. Fränkel, daß sich überall konfuse Köpfe 7�- Frankel sich doch lieber nochmals dem„Verern Waldeck � 441,1 j\uuim|imui»v4VMKt«vi» n— m dem, a?.?rtm««der Bergbau-Aktien-Gesellschaft hat seit ' Jul, ihren Betrieb um eine volle Schicht beschränkt und * dessen zahlreiche Arbeiter entlassen. » humaner Fabrikant. Einer der bedeutendsten Besitzer Kopenhagens, Hofdäcker Olsen, beschloß im ?-'.daß 20 Prozent vom jährlichen Reingewinn des schastÄ. �eils zur Vertheilung unter die in demselben be- ��'fonen, theils zur Errichtung eines Altersver- war iw r ü verwandt werden sollten. Am ersten Febmar vsZ»KS äs% s1" Än.» fondg uuune 2161 Kronen 9 Oere dem Altersversorgungs« xerk»«..üewlesen worden find, während der Rest unter das iSerfn�r�ZT4�" wuivtii| iis Vf ivuv«-M»u vti i/nf* uikvv v». «nabpn ff Ladenmamsells, Gesellen, Knechte, Mädchen und daß""ertheilt worden ist.— Man muß Herrn Olsen loben, j ä b r n-t00" feinem bedeutenden Unternehmergewinn, der ein in Mark umgerechnet— zirka 60000 M. bettägt, Und sst-ff die Arbeiter abgiebt. Er k a n n es aber auch wobei k.," n t e n es zahlreiche Unternehmer in Deutschland, übrig bliebe" immer ein hoher Konkurrenzspielgewinn bieItett�J�!™den Anker- und Kettengiester zu Liverpool am j. August eine Versammlung ab, welche refultatlos verlief. Es wurde versucht, mit den Fabrikbesttzem wegen Durchsetzung der Lohnerhöhung von 2'/, Schilling per Tonne Eisen zu verhandeln, doch wollten diese nur 1 Schilling gewähren. Bei Schluß der Versammlung kam es zu einem Tumult. Die Polizei mußte einschreiten. Die Zahl der jetzt Streikenden beträgt 2000 Mann. Dieselben bestehen fest auf ihren Forderungen, so daß die Beendigung des Streiks sich noch nicht absehen läßt. Uerewe und Versammlungen. Im Arbeiter-vezirksverein„Süd-Oft", welcher am Donnerstag in der„Urania", Wrangelstr. 9/10, tagte, sprach Herr Mitan über Kommunalwahlen und den Zensus zu den- selben. Referent führte etwa folgendes aus: Wenn wir die Bewegung vor 2 Jahren betrachten und die in Folge derselben gegründeten Bezirksvereine in ihrem gegenwärtigen Stadium ins Auge fassen, so möchte man annehmen, daß das Interesse geschwunden ist. Bedauerlich ist es, daß man sehen muß, wie einige der Männer, welche man vor 2 Jahren wählte, heute mit Schmutz beworfen werden. Es muß erst eine Reinigung vor sich gehen, ehe in diesem Jahre an die Arbeit gegangen wird. Man sollte sich doch hüten, den Gegnern Grund zum Jubel zu geben, trotzdem dieser Jubel ja verfrüht wäre. Die sogenannten Gernegrößen sollten sich nicht verletzt fühlen, wenn sie auch nicht in jeder Frage um Rath angegangen werden. Wir wollen mit vereinten Kräften darauf hinwirken, eine Besserung in kommunalen Angelegenheiten zu erzielen. Redner bespricht sodann alle die Punkte, welche durch das Eingreifen der Arbeiter- Stadtverordneten eine Besserung erfahren haben. Ist es auch bis dato noch nicht gelungen, einen Mann nach unserem Sinne in die Schuldeputaiion zu bringen, so wird und muß es uns in Zukunft doch ebenso glücken, wie bei der Gewerbe- Deputation, wo wir heuteinen Ardeiter alsBüraerdeputirten sttzen haben. Gerade das heutige Schulsystem weist Fehler auf, die einer Remcdur bedürfen. Man mich staunen, wie es möglich ist, daß man Kinder in denselben Räumen ohne vorherige gehörige Lüftung unterrichtet, wo bereits 60—70 Kinder 3 Stunden lang vorher unterrichtet worden find. Ebenso wie wir danach trachten, unsere Meinung in der Echuldeputation zu Gehör zu bringen, ebenso müssen wir auch sehen, daß das Emschätzunas- system resp. die Wahl zu der Einschätzungskommisfion eme andere wird. Wahl kann man da eigentlich nicht sagen, denn die Leute werden aufgeschrieben und dann die gesammte Liste angenommen, wer eben drauf steht, der ist gewählt, und dies sind meistens kleine Rentiers, welche ganz andere Anschaungen haben, als die Arbeiter. Bei der nächstfolgenden Kommunal- Wahl werden wir auch Gelegenheit haben, viele kleine Gewerbe- treibende in unseren Reihen zu sehen, da diese Leute ange- fangen haben zu erkennen, daß Alles, was wir wollen, auch ihnen zu Gute kommt. Es ist ist bei der diesjährigen Wahl die Möglichkeit gegeben, die Zahl unserer Stadtverordneten auf 10 zu erhöhen, aber es scheint, als wollte man aus gewisser Seite bei den 5 stehen bleiben. Der Südosten wird auf alle Fälle feine zwei ausgeloosten Stadtverordneten ersetzen. Die Gegner selbst haben die Anstrengungen und die Opfer der Arbeiterpartei anerkannt und nun kommt man und will die Männer, welche am meisten gearbeitet haben bei Seite schieben. Wer für die Sache etwas thun will, soll ja nicht glauben, daß die Bewegung für ihn da sein. Zur Wahl selbst haben wir in diesem Jahre einen schweren Standpunkt, da der Magistrat beliebt hat den Begriff selbstständig anders als sonst zu unterpretiren. Redner verliest den betreffenden Passus der Städteordnung und fragt: Wie kommt der Magistrat zu der beliebten Interpretation des Wortes„selbststänoig"? Wir lernen daraus, daß man gut thut, sich als„Chamoregarnist" anmelden zu lassen. Durch diese Interpretation verlieren wir 4—5000 Wähler, durch Ausschließung der ersten Steuerstufe 40—50000. Redner berührt die Reklamationen gegen die Richtigkeit der Wählerliste und giebt seine Meinung dahin kund, Daß die Reklamationen wohl schwerlich auf Aufnahme in die Wählerlisten rechnen dürften. Anschließend daran kriti- firt er das Drei-Klassen-Wahlsystem*— Die Bewegung vor zwei Jahren hatte unter den eigenen Leuten viele Gegner, aber heute suchen sich dieselben heranzu- drängen. Gestern ist ein Komitee gewählt und das wird ja wohl die Sache so leiten, daß Kandidaten auf- gestellt werden; hierbei muß aber unbedingt der Wahlbezirk selbst entscheiden. Hoffentlich weiden die Herren, welche heute das große Wort zu führen belieben, wohl zu der Ueberzeugung kommen, daß es] doch besser ist, Schulter an Schulter zu kämpfen.(Lebhafter Beifall) Gottsried Schulz(Mitglied des neugewählten Wahllomitces) nimmt das Komitee in Schutz: er würde sein Amt ausfüllen bis die Wahl zu Ende sei. Im Uebrigen ist auch er der Meinung, daß die Bezirksvereine der Stamm find, mit dem man die Schlacht gewinnen wird. Auch bestreitet Redner, daß es eine Arbeiterpartei giebt, er kenne keine solche, wohl aber eine Partei, die einen andern Namen trägt. Warum sich verstecken? Herr Werner fühlt sich nicht bemüßigt über Leute herzuziehen, wenn aber Vorredners sagt, es giebt keine Arbeiterpartei, so weiß jeder Be- zirksvereinler, daß er Sozialdemokrat sei und auch das Mi- nisterium hat dies ausdrücklich gesagt. Man braucht sich nicht zu scheuen das Wort Sozialdemokrat auszusprechen, man kann sich getrost als solcher bekennen, denn die Sozialdemokratie ist nicht verboten und er sowohl, wie jeder, der dem Verein angehört, wird sich nie scheuen, Jedem, der es hören will, zu erklären„Ich bin Sozialdemokrat".— Tischlermeister Mitan findet das Vorgehen des Herrn Schulz dazu angethan, neuen Zwist in die Arbeiterkolonnen zu tragen. Das sei wobl die erste Amtshandlung des neuen Komitee-Mitgliedes. Dann nimmt er den Stadtverordneten Görcki in Schutz gegen den Angriff, daß er in vielen Fällen, wo er als Referent aufgestellt ist, nicht erscheint. An einem Abend wird er dreimal aufgestellt, ohne daß es der Mühe für werth gehalten wird ihn einzuladen. Erst durch die Zeitung erfährt er, daß er sprechen soll. An einer Stelle kann er aber nur sein und auf den beiden anderen werden dann„Resolutionen" angenommen, die sein Nicht- erscheinen mißbilligen.— Zu Punkt 3 der Tagesordnung werden die Herren Schulz und Winter zu Beisitzern gewählt, und auf Antrag des Schriftführers die Wahl der Vertrauens« männer bis zur nächsten Versammlung vertagt. Sodann wird ein Antrag angenommen, am 30. August eine Herrenpartie zu machen. Schluß 11'/» Uhr. Der Fachverein der Fraiser und Berufsgenossen hielt am Montag, den 3. August, in der Köpenikerstraße 151 bei Filtz eine Generalversammlung ab, um über eine Verände- rung der Statuten, speziell des Namens des Vereins, zu berathen und Beschluß zufassen, da viele Beruf egenoffen mit dem jetzigen Namen des Vereins nicht einverstanden find. Es wurde be- chloffen, dem Verein folgenden Namen zu geben:„Fachverein ämmtlicher an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigter Arbeiter." Zum Schluß machte der Vorsitzende noch bekannt, daß 29. r Bekannte freundlichst eingeladen werden._, Der Louisenstädttsche Bezirks- Berein„Vorwärts' hielt am 5. August im Restaurant I. RuffsfCity-Paffage) erne Vereins- Versammlung ab, in welcher Herr M. Kreutz über„die bevorstehenden Kommunalwahlen" sprach. Referent beleuchtete .„nächst in kurzen Umrissen die vorigen Stadwerordnetenwahlen und betonte hierbei, daß die Arbeiterbezirksvereine denselben ihr Entstehen verdanken, auch jetzt sei es wieder Pflicht derselben, mit allen gesetzlichen Mitteln bei der bevorstehenden Wahl in die Aaitanon zu Gunsten der Kandidaten der Arbelterpartel am , August in Keller's Hofjäger(Hasenhaide) ein Sommernachts« I des Vereins stattfindet, wozu alle Kollegen, Freunde und verschwindenden Minorität, welche die Arbeitervertreter in de» Stadtverordnetenversammlung bilden, möglich war. Da an demselben Abend noch eine öffentliche Kommunalwählerversamm» lung stattfand, so faßte sich der Referent kurz, um den An« wesenden Gelegenheit zu geben, sich an derselben noch zu be- theiligen. Sodann wurde die Petition, das„Arbeiterschutzgesetz" betreffend, zur Unterschrift ausgelegt und beschlossen, am 30. August eine Landrartie zu veranstalten. Zürich, 6. August. Frau Guillaume- Schack hielt hier vor einigen Tagen einen Vortrag über die heutigen fitten- polizeilichen Vorschriften mit Berücksichtigung der Enthüllungen der„Pall Mall Gazette". Der Saal des alten SchützenhauseS, in dem der Vortrag stattfand, war überfüllt; Hunderte mußten, ohne Platz gefunden zu haben, umkehren. Arbeiter-Bezirksverein für den Westen. Montag, den 10. August, Abends 87, Uhr, in Gründers Salon, Schwerin- sttaße 26, Versammlung. In derselben wird Herr Laste über das Arbeiterschutzgesetz sprechen. Petitionslisten liegen zum Einzeichnen aus. Ferner bei Hoffmann, Bülowstr. 63, Hof 1 Tr., und Dörre, Schwerinstraße 14, Hof 3 Tr. Für den Kreis Teltow bei Gärtig in Schöneberg, Kolonnenstraße 37, 2 Tr. Freunde des Vereins, welche der Vereins-Bibliothek Bücher überlassen wollen, können dieselben abgeben in der Versammlung und bei Kleinert, Dennewitzstraße 8, vorn 4 Treppen. Das Sommerfest deö Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter findet am Montag, den 10. August, in Kellers tzofjäger(Hasenhaide) statt. Der lieber» schuß ist zur Unterstützung kranker, hilfsbedürftiger Mitglieder bestimmt. Für Belustigungen aller Art ist bestens Sorge ge- tragen. Billets find bei allen Vorstandsmitgliedern, ferner bei Stramm, Skalitzerstr. 18, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Entree pro Person 25 Pfg., Kinder frei. Es find alle Freunde und Gönner des Vereins bestens eingeladen. Große öffentliche Generalversammlung der Kutscher im Riehl- und Getreidehandel, Sonntag, den 9. August 1885, Nachmittags 3 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadier- straße 33. Tagesordnung: Die Nothwendigkeit einer Vereint- gung. Referent: Herr Stadtverordneter Fritz Görcki. Der Fachverein der Fabrik- und Bauarbeiter zu Köpenick veranstaltet am Sonntag, den 9. August, im Schützenhause zu Köpenick ein Sommerfest, bestehend aus Konzert und Ball. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Die Kaffeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Sämmtliche Platz-Deputirte der Zimmerleute Berlins und Umgegend werden zu der am Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr, im Lokale des Uerrn Simund, Linienstr. 3, statt- findenden Platz-Deputirten- Versammlung eingeladen.(Siehe Inserat.) Fachveretn der Tischler. Versammlung am Montag, den 10. August, Abends 8'/, Uhr, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Lesset über die Entstehung und Anwendung der Chemie. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willkommen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Zentral-Kranken- und Eterbe-Kasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltungsstelle Berlin F.(Schönhauser Thor-Bezirk). Versammlung heute, Sonntag, Vormittags 10'/» Uhr, Fehrbellinerstraße 98, Roloffsburg. Tagesordnung: Abrechnung vom Ii. Quartal, Wahl eines Revisors und Ver- schiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Verein der Modelltischler. Montag, Ackerstt.63, 8 Uhr, Vortrag und Vereinsangelegenheiten. Wahl des Vergnügungs- lomitees für das Stiftungsfest. Gäste willkommen. Große öffentliche Schuhmacher- Versammlung Mon- tag, den 10. August, Abends 8'/, Ühr, in Kellers Gesellschaftsbaus, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Die Bestrebungen der Innung und die beabsichtigte Gründung einer solchen. Ref. Schuhmachermeister Metzner. 2. Verschiedenes. Pflicht aller Meister und Gesellen ist es, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Berufsgenossen hält am Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. eine Versammlung ab. Tages Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes, betreffend die Abänderung des Vereinsnamens in„Fachverein sämmtlicher im Drechslergewcrk beschäftigter Gewerksgenossen Berlins". 2. Dis- kusfion über die Abänderung der Vereinsstatuten. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Eine große Generalversammlung der Maurer findet »eute Vormittag 10 Uhr auf„Tivoli" statt. Die Referate »aben die Herren Hartwich aus Hamburg und Jakob aus Leipzig übernommen. Es ist Pflicht aller Maurer Berlins und Umgegend, in der Versammluug zu erscheinen, da die Tages- ordnung eine sehr wichtige ist. Fachverein der Metallschrauben- FaLondreher und Berufsgenossen Berlins. General- Versammlung am Sonntag, den 9. August, Vormittags 10 Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstr. 9. Referent Herr Äichelsen. Da fehr wichtige Anträge zur Tages-Ordnung stehen, ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Verein zur Wahrung der Interessen der Tapezirer Montag, den 10. August, Abends 8'/- Uhr, in„Gratweil's Bierhallen" Versammlung. Tagesordnung: 1) Vortrag des Kollegen Hcintz über geometrische Dekorationslehre. 2i Ver- einsangclegenheiten. Hierzu ist jeder Tapezierer ganz besonders eingeladen. Fachverein der Stellmacher. Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr, regelmäßige Vereinsversammlung, im Vereins- lokal, Jnselstrnße 10. T.-O.: 1. Ersatzwahl von zwei Vor- stands-Mitgliedern. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands. Mit« gliedschaft Verlin I. Dienstag, den 11. d. M., Abends 8 Uhr, im Wedding-Park, Müllcrsttaße 178, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1 Wissenschaftlicher Vortrag- 2. Bericht über den Hartung'fchen Streik. 3. Diskussion über das Kinderfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find gern gesehen. Der Missionar de»„Internationalen Bunde« für konsequente Humanrtat" redet an den bevorstehenden Sonn- tagen v. Mts., Vormittags 10 Uhr, im hinteren Saale der Gratweil'schen Bierhallen(Kommandantenstraßc) und zwar über folgende Themata: Den 9. August: Die soziale Be- nachtheiligung des weiblichen Geschlechts.— Den 16. August: KÄteÄr geltlich und ohne besondere Einführung. Prinzip des Bundes: Alles friedliche Leben zu achten, weder Menschen noch Thiere zu quälen oder(außer in Nothwehr) zu tödten, noch solches zu begünstigen._ Vermischtes. Eine Nihiliften-Affaire. Aus Zürich wird gemeldet: Unsere Polizei wurde in letzter Zeit durch eine kleine Nihilisten- Affaire allarmirt. Ein russischer Student in Paris, der zu den Propagandisten gehört, reiste mit zwei Koffern nach Genf und machte von dort einen Abstecher nach Clarens. In Pari* schon von der russtschen Geheimpolizei beobachtet, begleueten ihn zwei Angehöriae derselben in demselben Zuge. In Genf verloren fie seine Spur, ermittelten jedoch, daß seine Koffer nach Zürich adrcsfirt waren. Hier machten fie einen Versuch, sich derselben zu bemächtigen. Sie gaben fich als (Zigenthümer der Koffer aus und behaupteten, den Gepäckschein verloren zu haben. Ihr Austreten war aber in so hohem Maße verdächtig, daß die Polizei einschritt und die beiden Agenten unter der Annahme verhastete, daß fie gewöhnliche Elsenbahndiebe seien. Nach mehrlagiger Haft wurden fie, nachdem fich der rusfische Gesandte m Bern ihrer angenommen, freigelassen, jedoch sogleich über die Grenze geschafft. Die Koffer selbst aber wurden in polizeilichen Gewahrsam genommen, da die russischen Agenten deren Inhalt als höchst gefährlich, aus Sprengstoffen u. s. w. bestehend, angegeben hatten. Der Eigenthümer der Koffer richtete mzwrschen von Clarens aus an einen bekannten Ruffen in Zürich die Bitte, für ihn die Koffer in Empfang zu nehmen. Dieser Russe wurde sogleich arretist, ebenso der Student, als er in Zürich einttaf. Die Untersuchung der Koffer ergab aber, daß die Polizei von den russtschen Agenten unnöthigerweise allarmrrt worden war, denn die Koffer enthielten weder Sprengstoff noch andere gesähr. liche Dinge, wohl aber einige rusfische Briefschaften und eine Anzahl falscher Pässe. Die Schriftstücke und Päffe wurden an den Bundesrath geschickt, der die ersteren übersetzen ließ und die letzteren zurückbehielt. Da die Schriftstücke nichts enthielten, was auf einenAnschlag deutete, erfolgte die Freilassung der Verhasteten. er wolle in den Ferien aus seinem Heimathsorte hierher reisen, um dem verreisten Lehrer die Fenster einzuwerfen; einen ihm näher stehenden Kameraden lud er ein, dabei„mitzuthun". Hiefür wurde er durch Lehrerrathsbeschluß mit der Androhung der Demisfion bestraft. Dies der Thatbestand für die in Ihrer Zeitung zuerst erschienene und nun durch eine große Zahl bai- rischer und außerbairischer Blätter die Runde machende Nach- richt, welche von nichts Geringerem, als von Veischwörung, Dolch und Mordplänen fabelt! Bei so gearteter Sachlage be- darf es sicher keiner näheren Charakterifirung eines solchen Be> richterstaiters. Jndeß darum darf ich Sie doch wohl ersuchen, von diesen Zeilen, gegenüber dem Publikum und Ihrem Be- richterstatter, in geeigneter Weise Notiz zu nehmen. Dr. Mark- hauser, Rettor." Kprechsaal. Kleine Mittheilungen. Kalk bei Köln, 6. August. Als gestern Nacht kurz vor 11 Uhr der Zug von Lahnstein in Deutz einfuhr, bemertte man an den Rädern der Lokomotive Theile einer menschlichen Leiche. Sofort wurde die Strecke abgesucht und nach mehreren Stunden auf der Strecke an dem hiesigen Uebergang der Deutz-Gicßener Bahn die schrecklich verstümmelte Leiche des Bahnwärters von Posten Nr. 1 gefunden. Eine abgetrennte Hand hielt noch die brennende Lateme krampfhaft umschlossen. Speyer, 5. August. Der„Pfälzer Preffe" ,st auf die von ihr gebrachte„Attentatsgeschichte", von der auch wir Notiz ge- nommen hatten, folgende Berichtigung zugegangen: Speyer, 1. August. Einem Schüler der hiesigen 3. Laternklasse wurde von semem Klassenlehrer wegen offenkundigen Betruges bei der Fertigung einer Schulaufgabe die einschlägige Note herabgesetzt. Darüber ärgerlich, äußerte er gegenüber mehreren Mitschülem, Die Redaktion stellt die Benutzung de» Eprechsaali, soweit Raum dafür »d>uged?n ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse»>ur Beifügung; fie verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, init de» Inhalt desselben identifizirt zu werden. Weshalb man Arbeiter entläßt. Am 26. Juli d. I. trat ich bei dem Hoftischlermeister Herrn Mecklenburg(Befiel- straße) in Arbeit und erhielt am darauf folgenden Sonnabend meinen Lohn ausgezahlt. Dabei wurde an mich die Frage ge- stellt, ob ich schon früher einmal in der Werkstatt gearbeitet hätte, da ich den Herren„verdächtig" vorkomme und wer fich etwas zu Schulden hätte kommen lassen, könne nicht beschäftigt werden. Auf diese Frage antwortete ich, daß ich noch nie in der betreffenden Werkstatt früher in Arbeit gestanden hätte. — Am nächsten Montag war ich verhindert zur Arbeit zu kommen, da ich eine dringende Angelegenheit außerhalb Berlins zu erledigen hatte. Meine Frau ging jedoch um 9 Uhr Vor- mittags nach dem Komptoir des Herrn Mecklenburg, um mich wegen meines Ausbleibens für diesen Tag zu entschuldigen. Es wurde ihr mitgetheilt, mein Ausbleiben schade nichts, da ich doch wohl am nächsten Tage wiederkommen würde. Als ich jedoch am Dienstag meine Arbeit beginnen wollte,(ich wurde in Schloß Monbijou beschäftigt), wurde mir mitgetheilt, der dortige Werkführer wolle mich nicht weiter beschäftigen, weil ich am Montag nicht zur Arbeit gekommen wäre. In der Werkstatt angekommen, machte ich davon Mittheilung. Der Leiter der Werkstatt meinte:„Ja, Sie müssen fich doch etwas haben zu Schulden kommen lassen, Sie brauchen ja nicht zu bummeln, wenn Sie Arbeit haben". Auf die Frage, wo ich denn früher gearbeitet hätte, gab ich zur Antwoit Beim Hoftischlermeister Herrn Winkel Nun, dann kommen Sie morgen früh um 7 Uhr wieder, war die Antwort darauf. Am anderen Morgen hieß es nun:— Sie haben bei Winkel „Panäle"(Wandockleidungcn) verpfuscht und außerdem in einer Versammlung die Verhältnisse der Winkel'schen und der Mecklcnburg'schen Werkstatt kiitifirt, und solche Leute können wir nicht brauchen- Sie find hiermit en lassen. Ich bemerkte, daß ich bei Winkel nicht an Panälen gearbeitet, mithin auch keine verpfuscht haben könne, und n der Versammlung von der Winkel'schen Werkstatt nur gesagt habe, daß dost bis 10 Uhr Abends an den Panä.en(die ich verpfuscht haben soll) gearbeitet worden sei' und dennoch wurde ich entlassen. Georg Gabriel, Tischler, Hasenhaide 9a, 2 Tr. Zur Beachtung für die Mitglieder der„Ortskranken« kasse der Strumpfwirker". In einer am 1. Juni d. I. stattgefundencn Generalversammlung der„Ostskrankenkasse der Sttumpfwirkcrgesellen" betonte der Vorsitzende, Meister West- phal, daß nach§ 44 des Statuts minderjähnge Mitglieder nicht in der Versammlung anwesend sein dürften und mußten letztere daher das Lokal verlassen. Der Vorsitzende des Wirkergesellen- Verbandes richtete eine Anfrage an die Gewerdedeputation, ob die minderjähngcn Gesellen nicht wenigstens den Verhandlungen beiwohnen könnten und es wurde ihm der Bescheid zu The«, daß dieselben nach Beschluß der Generalversammlung lediglich als Gäste zugelassen werden können, sich aber in keiner Weise an Debatten und Abstimmungen detheiligen dürfen. Auch wurde betont, daß dem Kassen- Vorstande von dem Inhalt dieses Schreibens abschststlich Aiit- tbeilung gemacht worden sei. Trotzdem hat es Meister Westphal nicht für nöthig befunden, zu der am 10. August d. I., Abends 8 Ubr, Landwehsttr. 11, stattzufindenden General-Versammlung darauf hinzuweisen. Es ergeht deshalb an alle minderjährigen Gesellen die Auffordemng,' zahlreich in dieser Vestammlung zu erscheinen, da es nicht auf den Vor- fitzenden, sondem auf die Generalversammlung ankommt, ob dieselbe überhaupt Gäste zulassen will oder nicht. Moritz Voigt, Große Frankfurterstr. 115. Krieflmsten der Redaktion. C. H., Bernauerstraße. Es wird in nächster Zeit eine entsprechende Aendcrung getroffen werden. Abonnent R. R., Zeughofstraße. Anonyme Anfragen können nicht beantwostet werden. Arb.-Kkz.-Vtrejlt f. d. GKe« Kerlius. Dienstag, den 11. August. Abends 8V» Uhr: Bersiammluttg in Keüer's Lokal. Andreasstraße Nr. 21. Tages-Ordnung: 1. Vorttag des Schriftstellers Herrn Baak« über: Der Ursprung der Familie.- 2. Diskusston.- 3. Wie stellt sich der Bczirksverein zu den Kommunalwahlen im 25. und 26. Kommunal- Wahlbezirk? Referent: Herr V 0 i g t.— 4. Verschiedenes.— 5. Fragekasten.[1844 Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Gaste, durch Mitglieder eingefü- rt, haben Zutritt.— Die Petition betteffs des Arbeiterschutz-Gesetzes liegt zur Unterzeichnung aus.— Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist zahlreiches Erscheinen erwünscht._ Der Vorstand. Arbtitcr-Sezirks». i. Westen Kerlius. Montag, den 10. August. Abends 8'/» Uhr, Versammlung in Gründer's Salon, Schwerinstr. 26.— Tagesordnung: 1. Das Arbeiterschutzgesetz.— Referent: Herr L a s k e.- 2. Wahl von Vertrauensmännern.— 3. Verschiedenes und Fragekasten.________ t�60 Mtglieder-Verlammluug des Fachvereins der Drechsler, Knopfarbeiter vnd verwandten Serufsgenossen am Dienstag, den 11. August. Abends 8'/. Uhr. im Königftädttschen Kasino. Große Frankfurter- Straße 77. Tagesordnung: 1. General-Kassenbericht und Abrechnung über das Pfingst- Vergnügen. 2. Bericht über die bisherige Thätigkett des Vor- 3Ä!M ÄÄSStÄT- Quittungsbuch legitimirt.- Neue Mitglieder werden vorher aufgenommen._ Der Vorstand Sammtliche Platzdeputirteu der Zimmerleute töertins und Umgegend werden zu der am Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr. stattfindenden Platzdeputirtcn- Versammlung im Lokale des Herrn Simund, Linienstraße 8, emgeladen. Jeder Platzdeputirte rst verpflichtet, rn dieser Versammlung zu c!i*""cJ�nun8 wird in der Versammlung bekannt gemacht. Die Lohnkommisston. I.A.: S e i tz t, Brnnnenstr. 33. I. Wahlkreis. ».(Irtttmin d--»»>«««--«-»->!"?»« Der Fach-Verein der Marmot- und Granit- Arbeiter hält am Montag, den 10. August, Abends 3'/. Uhr, in Deigmüller's Salon. Alte Jakobstt. 48 a, ferne Mitglieder-Versammlung_„.,. ah und bittet alle Mitglieder und Kollegen um recht zahlreiches Erscheinen. Neue Mitglieder weiden aufgenommen.[1834 Der V o r st a n d. _ Fachverein der Tischler. Versammlung «""'"wÄ-Ä Än®iÄ'k8v' Ud-. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Lesser:„Ueber «ÄE�IWW Ein möblirtes Zimmer für Herren ist billig zu vermieden hei Peschke, Gitschinerstraße 80.[18J3 Schöneberg. A Schöneberg. Sonntag, de« 9. August: Wvii VY■ Sonntag, den 9. August: Auftreten sämmtlicher Künstler-Spezialitäten. ausgeführt vom Musik-Korps des 1. Garde-Artillerie- Regiments iCäti*~ W/t II IS'PIlCCIT, unter Lettung des Musik-Direktors Herrn�B au m g arten. Der Universal- hf. CTPU tll# vorzügliche Komiker Herr Balanceur Herr ______________ Iiampson._ jiionuiNit. Schwedische Eisbahn.&»(-, wi»;: MHMi Wettlanfen der besten SchnelllAnfer Berlins. MWWWWW l. Eröffnungs- Rennen. 14 Konkurrenten. III. Hinderniß- Rennen. 11 Konkurrenten. U. Dauer- und Schnelllauf. 8 Konkurrenten. IV. Handicap. 14 Konkurrenten. V. Konkurrenz-Rennen der Gewinner 1. und 2. Preise. _ Von 4 Uhr ab: Militär-Coneert. Entree 10 Pf. Kinder frei.____[1841 Die von Mitgliedern de« Fachverein« der Schneider gegründete Produktiv- n. Rohstoff- Genossenschaft der Schneider ZU Berlin(Eingetragene Genosseuschast) No. 30 ZIMMER-STRASSE No. 30 empfiehlt ihr Lager festig« Herren«Gard«obe, sowie ihr reichhaltige« Lag« in- und ausländisch« Stoffe, ebenfall« Fu#* »«,. u«»«nfch. Herren- Garderoben jeder Art werde» nach Maar angefertigt. Nulle Ärdeit. dauerhatte Stoffe. Feste preise. Bitte rensn auf Strasse und Snmmer zn achten. 723_ Per Verstand nnd Verwaltnncsratfc.___ Augrust Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113. Spiegel- and PolßemanrenMagazia Eigene Fabrik, Sotlde Preise, Prompte Bedienung. 490 Hcncral-Aersammlung der Mitglieder des Fachvereins der Schneider am Montag, den 10. August. Abends 8'/, Uhr. in Niest's Salon. Kommandautenftr.71l72. Tages-Ordnung: 1. Ouastals-Abrechnung und vom letzten Vergnügen. 2. Erledigung wichttger Anttäge. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung halber w«den die Mit« gliedcr ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Mitgliedskaste legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[1823 Der Vor st and. Fachverein der Stellmacher. Mitglieder-Versammlung Montag, den 10. August, Abends 8 Uhr, im Vereins-Lokal, Jnsclstt. 10. Tages-Ordnung: 1. Ersatzwahl von zwei Vorstands. Mitgliedem. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.[1835 Der V o r st a n d. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vorm. 10 Uhr, Rosenthalerstt. 38: Vortrag des Herrn Schäfer. 1828 Zur Deutschen Reichs-Fechtschule. Mittenwalderstraße und Marheineckeplatz-Ecke. Gute Speise« und Getränke. Spezialität: Eisbeine! Jeden Donnerstag und Sonnabend:[1838 Musikalische Abendunterhaltung bei freiem Entree. Hochachtungsvoll Ott* Balier, Restaurateur. iß »C >e i Schluß des Verkaufs der durch Wasser unsauber gewordeneu Waaren Ende d. M., ZM.G.-dtn-n| Thl. Gardinen>» s«««. m ISgr. 1 Sgr. 1 Sgr. 1 Sgr. 1 Posten Schürzen. Stück Reinlein. Drell-Handtücher Schadhafte Shirtings. V« Dtzd. gute Damen- u. Herren-Nacht- Hemden für nur 1 Thl. Die noch vorhandenen Waaren in Cachemirs, Kleider- stoffe, Leinen:c. zur Hälfte des Preises.[1775 �entral-Depwt, Jerusalemerstraße 5. nur Ecke Zimmcrstraße. I I I Hermann Hehr, ssnim#, 109 Skaliherftraße 109, 16 Brttckenstratze 16, E ckh a u s der K ö p n i ck e r straße Sanssouci, Sonntag u. E onn Kottbuser- straße 4»- «.«?«" Leipziger Säug« tag A n f a n g 7 U h r. Entröe50 Pf. i an- Witterung im Saal.— Mont. Ans. 8 Uhr. Entr. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag Soiree�f� Ärbettsmarkt. Vergolder auf Politur und Silber verlangt A. L o 0Lj Zu erfragen Lausttzerstr. 43, Hof past. l.__[� Harmonikaspl. biß. F. Winkel, Pallisadenstr. 83, 4 Tr.[� Verantwortlicher Redakteur#. Erouheim in Berlin. Druck und V«lag von Max Badiug in B«lin 8W„ Beuthstraße 2.