15 ort Nr. 185. men auf. ntel in Der nen rite, much Don bis foll) ffen. Ten . J. ber Beft nicht stere Men ob ngen heil, glich einer igen fens Dlits ifter guft nden halb hin Bor об oris eine agen 1846 II. 1841 er attes / Db. reinl. Wischtücher 5 Sgr. 41 1719 Be a. I un 1842 ofe 1840 1839 Dienstag, den 11. August 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. 80.0 Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Postabonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) H Redaktion: Beuthstraße 2. Das Gespenst der Revanche. Die französische Revanche" für die Niederlage von 1870 hat diesmal, in der Seit der fauren Gurken, die Rolle übernehmen müssen, die sonst der großen Seeschlange zuzu fallen pflegte. Ein Pariser Konservativ- republikanisches Blatt, ber Temps", suchte seine Leser mit einem Artikel zu unterhalten, in dem ausgeführt war, daß im Fall eines fünftigen Krieges zwischen Deutschland und Frankreich das erstere im Stande sei, sofort große Massen von Kavallerie nach Frankreich hinein zu werfen. Im Anschluß daran verlangte das Pariser Blatt, daß die Pariser Kavallerie- Division Quartiere an der Grenze von Elsaß- Lothringen beziehen solle. Da rauf hat nun die„ Norddeutsche Allgemeine 3eitung" mit einem fulminanten Artikel geantwortet und sich geberdet, als ob der Krieg schon vor der Thür stände. Ein Chorus von heißspornig- chauvinistischen Presstimmen ist dem hochoffiziösen Blatte gefolgt. mit Sache Nun, wer sich die fühler Ueberlegung ansieht, der wird sich rasch überzeugen, daß diese Suppe nicht so heiß gegessen wird, wie sie getocht ist. Weder der„ Temps" noch die„ Norddeutsche Allge meine" machen die Kriege, wenn sie Beide den Mund auch noch so voll nehmen. Der talte Wasserstrahl" sollte, wie die Blätter sagen, der gegenwärtigen französischen Regiernng gelten. Nun, wir für unser Theil haben oft genug dargethan, daß wir für diese Regierung auch nicht die mindeste Sympathie empfinden; wir halten sie für eben so unfähig wie die Re gierung des Herrn Ferry. Andererseits können wir uns kaum denken, daß diese Regierung ein Interesse daran haben sollte, mit Deutschland Berwickelungen zu suchen und auch die Lust dazu dürfte ihr fehlen, da sie mit genug anderen Berwickelungen beschäftigt ist. ein startes falten tönne, Frankreich Unter den Bourbonen und unter den Bonapartes war in Frankreich die Anschauung traditionell geworden, daß nur dann sich voll entwenn Deutschland schwach und zer riffen sei. Durch Jahrhunderte war die franzöfifche 3mistigkeiten nicht wenig gefördert durch die inneren Deutschlands. Das ist aber seit 1870 anders geworden. Die Franzosen haben sehr wohl begriffen, daß diese Politik, gegens Ruhm noch Macht, noch irgend welche Vortheile zu bringen bermag. Sie haben sich deshalb andere Aufgaben gestellt und beschäftigen sich seit etwa einem Jahrzehnt mit Erwerb und Bergrößerung von überseeischen Kolonien. Darauf und nicht auf Erneuerung des Rampfes mit Deutschland ist die Radbrud verboten.] 25] um Feuillefon. Das Mormonenmädchen. Amerikanische Erzählung fraft schien Don Balduin Möllhausen. ( Fortsetzung.) Kurze Unterhaltung Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 spf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. französische Politik gerichtet gewesen und ein Artikel des " Temps" kann an dieser Thatsache doch sicherlich nichts ändern. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ist von der Besorgniß erfüllt, Frankreich lauere nur auf eine günstige Gelegenheit, allein oder im Bündniß mit Andern über Deutschland herzufallen." So gefährlich sieht uns die Sache nicht aus; indessen wenn solche Möglichkeiten wirklich vorhanden sind, so entspringen sie eben aus dem System des bewaffneten Friedens überhaupt. Wenn, wie es der Fall ist, alle festländischen Großmächte jahraus, jahrein bis an die Zähne bewaffnet dastehen, so darf man sich nicht darüber wundern, wenn die Situation fich außerordentlich leicht zu einem casus belli zufpigen kann. Was würde nun geschehen, wenn Alles so wäre, wie die beiden streitenden Preßorgane es dem Publikum ausmalen? Nun, die Franzosen würden dann wahrscheinlich in der That die Parifer Kavallerie- Division an die deutsche Grenze verlegen. Die Folge davon wäre, daß die an der Grenze stehenden deutschen Truppenmassen ebenfalls verstärkt würden, und so würden sich beiderseits die Ausgaben für Militärzwede um ein Erhebliches vermehren. als lichen Krieg verwickelt zu sehen? Das müßte denn doch ein gar sonderliches Volk sein und wenn die Franzosen auch viele Sonderbarkeiten an sich haben mögen, so ist ihnen doch sicherlich ein friedlicher Bustand lieber als ein Krieg, bei dem ihre Söhne todtgeschossen werden und der sie ihr schweres Geld fostet. Beiden Blättern, dem Temps" und der Norddeutschen Allgemeinen 3eitung" muß man den Vorwurf machen, daß fie, ohne einen nennenswerthen Grund dafür angeben zu tönnen, eine tiefgehende Erregung hervorzurufen bewußt gewesen sind. Der Streit ist auch ein im Ganzen ziemlich findlicher. Wenn zwei Nachbarstaaten im Zustande bewaff neten Friedens leben, so wird sich niemals das Verhält= niß so gestalten können, daß der eine Staat auf den Mann ganz genau soviel Truppen an der Grenze hat, wie der anbere. Da werden immer Verschiedenheiten obwalten. Hätten die beiden Blätter das Erscheinen der großen Seeschlange angemeldet, so hätten sie damit immer noch besser gethan als mit ihren militärischen Studien. Konsumverhältnisse der verschiedenen Klaſſen. Ueber die Konsumtionsverhältnisse der Naturprodukte in Dber Desterreich hat F. Böpf in der Wiener ,, Statistischen Monatsschrift"( herausgegeben von der f. f. statistischen Kommission, XI. Jahrgang, Juliheft 1885) äußerst interessante Mittheilungen gemacht. Die Quelle, aus der wir die in Folgendem gegebenen Daten schöpfen, wird als amtliche selbst dem verbiffensten Offiziofus unverfänglich erscheinen müssen. Söpf fichtspunkten gruppirt find, an. Reines der beiden Blätter aber spricht auch nur im Geringften davon, ob diese Lösung des Knotens die einzige ist. Wir dächten, gerade bei dieser Gelegenheit wäre es angebracht, daran zu erinnern, daß Verträge und Schiedsgerichte eine größere Sicherheit gewähren könnten bie Ronkurrenz in der Ausbildung der Bewaffnung und des ganzen Kriegs- Apparats. Es müßten sich doch Verträge abschließen lassen, die eine Garantie dafür enthielten, daß die Franzosen nicht übernimmt fünf Konsumententlassen, die nach wirthschaftlichen Ge uns herfielen." Aber, wird man einwerfen, solche Verträge tönnen gebrochen werden. Das glauben wir nun nicht so leicht; man würde sich gegen einen Bruch für vollständig gesichert halten müssen, sobald die Entscheidung über Krieg und Frieden von der Volksvertretung abhängig wäre. Das letztere könnte man ja gegenseitig in einem Friedensvertrage bestimmen. Aber wenn in Frankreich wirklich Kriegslärm gemacht wird, wer thut es denn? Einige Politiker und Professoren die um jeden Preis von sich reden machen wollen und in ihrer Armseligkeit dafür kein anderes Mittel haben, als das Geschrei nach Revanche! Einige militärische Abenteurer, die im Frieden nicht vorwärts kommen und die von einem Kriege Ruhm, Macht und Beute erhoffen; bann einige Journalisten, die mit dem Revanchegeschrei glauben, ihre Blätter interessanter zu machen. Aber glaubt man denn, daß die Maffe des französischen Volkes, der gewerbetreibende Bürger, der Arbeiter, der Bauer ein Interesse daran hätten, ihre Nation recht bald wieder in einen großen und fürchterthum den Erdball frei und sicher in seinen Händen hält, und die Heiligen der letzten Tage die Stelle unter den Nationen einnehmen, die ihnen gebührt und ihnen von dem Erlöser zuerkannt wurde!" In dem Grade, in welchem der Apostel seine Stimme hob und immer mehr das Wesen eines Lehrers der Wüste annahm, flärten sich die 3üge seiner Buhörer auf. Was auch ihre Brust bewegen mochte, als er geendigt, da leuch teten ihre Physiognomien in einer Art von religiöser Vera zückung, die mit einer wilden Entschlossenheit um den VorIch danke Dir für die Liebe, welche mein mutterloser Knabe in Deinem Hause gefunden, und würdige die Anhänglichkeit, welche Du und Deine Gattin dem Kinde noch immer bewahret," sagte Holmsten, Elliot die Hand mit einem leisen ,, Ja, mit vieler Liebe hängen wir an dem Kinde," antwortete dieser, den Händedrud erwidernd ,,, möge es ge= Die junge Frau seufzte, als sei eine schwere Last von ihrem Herzen genommen, und entfernte sich geräuschlos. rang fämpfte. Elliot biß die 3ähne zusammen, wie um einen herben bie Bruſt ſinken, und krampfhaft preßten seine Finger fich Um den Holzsplitter, den er noch immer in der Hand hielt. Der Mann mit dem herkulischen Körper und der auf Wink des Einverständnisses reichend. seinem Antlig ausgeprägten unerschütterlichen Willens Elliot förmlich gebrochen zu sein und sich längere Zeit hin- deihen zur Freude seines Vaters, gedeihen zu einer starfen durch nicht von dem Schlage erholen zu können, der für Säule unserer Gemeinde." ihn in der scheinbar harmlosen Frage gelegen haben mußte. Eine brückende Stille war eingetreten. Fügt Euch ins Unvermeibliche," hob ber Apostel endlich an, nachdem er die beiden Männer eine Weile aufmerksam beobachtet, als ob er in ihrem Innern habe lesen wollen, denn ihr Benehmen hatte ihn befremdet und schien ihm auf mehr als glauben mögen.. ein bloßes freundschaftliches Uebereinkommen hinzubeuten. Amen," fügte der Apostel ernst hinzu, und Alle erhoben sich, um sich mit Pfeifen zu versehen. Der Indianer aber folgte bem gegebenen Beispiel mit einer Schnelligkeit, die außer allem 3weifel ließ, daß er die Zeit vor dem Ramin nicht so theilnahmslos verbracht hatte, wie man hätte Bald darauf saßen die vier Männer nebeneinander vor dem verkohlenden bie Dornen achten, mit welchen unser Lebensweg bestreut geworfen worden, und indem die Flammen hoch in den führt, aber herrlich der Lohn, welcher der Gläubigen dort rauch mit sich, der, in blauen Wölkchen den Pfeifen ente oben harret. Rein Haar befindet sich auf Euern Häuptern, strömend, sich langsam, wie vor einem leichten Luftzuge, der bas nicht gezählt wäre, und feine Trübsale treffen Euch, Raminöffnung zuwand. welche der Erlöser in seiner unbegreiflichen Weisheit nicht " Sind von der Familie Jansen weitere Nachrichten diesen Gegenstand lenken würde. zur Läuterung Eurer Seelen für Euch bestimmt hätte. eingelaufen? fragte Elliot zögernd, nachdem er eine Weile Freudig sollen wir mit Leib und Seele bazu beitragen, den vergeblich gehofft, daß der Apostel die Unterhaltung auf Glanz und die Herrlichkeit des auserwählten Volkes zu ver größern und feine Macht immer mehr zu befestigen. D, meine Brüber! wir sind die Glieder einer endlosen Rette, und die Zeit ist nicht mehr fern, in welcher das MormonenGanz neuerdings erhielt ich Briefe von unserm NewYorker Agenten, in welchen derselbe sich ziemlich eingehend über jene Familie ausspricht." Während die zwei ersten Klassen die Gruppe der Großund Kleinbourgeoisie in ihren verschiedenen Nuanzirungen umfaffen, werden die drei legten Klaffen durch die Kleinbauern, Subalternbeamten, durch die in persönlichen Dienstleistungen thätigen, durch die Industriearbeiter und durch die land und forstwirthschaftlichen Arbeiter und Tagelöhner vertreten. Fleischton sum ergiebt folgendes. Bild: I. Klaffe 143,8 Kgr. pro Jahr 114,8 60,0 " II. " " III. " 1 " " IV. 45,3 " " 11 " V. 26,4" 11 " Der Wie Zöpf nachweist, entfällt auf den gewerblichen Arbeiter jeden dritten Tag 0,14 Kgr. Rindfleisch, jede zweite Woche 0,20 gr. Stalbfleisch, Schweinefleisch 0,45 Star. per Woche. Die Klasse I hat einen täglichen Rindfleischbedarf von 0,23 Kgr. per Person, die Klasse II von 0,17 Kgr.; Kalbfleisch 0,50 bezw. 0,45 Kgr., Schweinefleisch 0,50 Kgr. per Woche bei beiden Klaſſen. In bäuerlichen Streifen ist der Genuß von Rindfleisch äußerst felten, Kalbfleisch kommt per alle zweite Woche Sie haben also in der That New- York unangefochten verlassen?" fragte Elliot gespannt. Wenn die Verbindungen nicht nach allen Richtungen hin unterbrochen wären, so hätten wir wahrscheinlich erfahren, daß sie schon längst in Kalifornien eingetroffen seien und die Landreise von dort aus antraten." Welche Route werden site wählen?" fragte Elliot weiter, während Holmsten taum noch im Stande war, seine ängstliche Spannung hinter einer finsteren Miene zu verbergen. Unbedingt den Weg über San Diego. Sie werden der sogenannten spanischen Fährte folgen, und auf dem verlorenen Posten am Virgin- Flusse, nahe an dessen Mündung in den Kolorado, Rast halten. Sie treffen bort vermuthlich eine Abtheilung der Unsrigen, die damit beschäftigt sind, die starken Stämme der Mohave- und ChimehueweIndianer, welche das Thal des Kolorado reich bevölkern, zu befehren und für unsere 3wecke zu gewinnen. Auf Anordnung des Propheten sind schon Boten dorthin entfendet worden, um die Familie Jansen, welcher sich eine beträchtliche Zahl neu angeworbener Streiter zugefellte, zu veranlassen, auf jenem Posten bis auf weitere Befehle zu weilen. Wir sind nämlich noch nicht einig, liverbesten und sichersten unterbringen, ob hier unten, oder oben in der Stadt. Abraham warnt uns nämlich, nicht unüberlegt zu handeln und dem jungen Mädchen gegenüber vorfichtig zu verfahren." wo am Weiß fie um den Tod ihrer Schwester," fragte Holmsten mit erkünftelter Ruhe. Reine Silbe," entgegnete der Apostel ,,, es ist eine böse Aufgabe, sie von dem Verlust in Kenntniß zu ſehen, eine Aufgabe, die natürlich demjenigen zu lösen anheimfällt, dem die reiche Erbin als Gattin zuerkannt wird," und so sprechend wechselte er einen Blick des Einverständnisses mit Elliot. Möge sie sich gefügiger und verständiger zeigen, als ihre dahingeschiedene Schwester gethan hat," bemerkte Holmsten finster, indem er den Kopf wieder auf seine Hände und Kniee stützte und die Finger in seine dichten, hellblonden Haare vergrub. mit 0,25 Kar. in Betracht, und fallt bei den landwirthschaft- lichen Arbeitern und Tagelöhnem ganz. Wie man steht, finkt im gleichen Verhältniß mit den Ein« kommenSvcrhältnissen, mit der wirlhschastlichen Stellung, der Fleischverbrauch. Gerade diejenigen, die am härtesten arbeiten müssen, die beständig in den Frohndienst der industriellen und lanvwirthschaftlichen Thätigkeir gespannt find, die also zur Re- Produktion ihrer Arbeitskraft der besten Ernährung bedürfen, find auf geradezu lächerlich kleine Fleischrationen angewiesen. Und man wundert fich noch über die rapide Entartung der Arbeiterklasse, über die allgemeine Berkrüppelung und körperlich- geistige Versumpfung. Daß die Hauptnahrung der großen Masse das B r o d ist, zeigt fich auch hier wieder. Denn es entfällt ein Brodquantum von jährlich l20Kgr.fürKl.l Das ist 19 Loth oder 0.32Kgr.tagl. 1�0„„„ II ,, ,, 21 Vi„„ 0,36„„ 250„„„ III„„IPfd.u.llL.„ 0,68„ ,, 200„„„ IV„„ 1„„ 3„„ 0,63„ ,, 230„„„ V„ ,, 1 ,, n 3 n ii 0,63 i,„ Unsere Agrarier und ihre klerikalen Bundesgenossen ver- thcuern das nothwendigste Nahrungsmittel des werkthätigen Volkes durch die Getreidezölle, fie machten es dem„kleinen Mann" fast ganz unmöglich, dann und wann einen Bissen Fleisch zu essen, denn fie gaben uns die Viehzölle. Anstatt kräftiger, konfistenter Nahrung muß der Lohn« arbeiter die aufschwemmenden Kartoffeln konsumircn. Zöpf sagt: „Der Verbrauch an Kartoffeln nimmt in demselben Verhältnisse zu, in welchem der Fleischkonsum abnimmt, wobei allerdings nicht zu übersehen ist, daß auch in den wohlhabendsten Ständen die Kartoffel in Folge ihrer vielseitigen Verwendbarkeit oft in weit größerer Ausdehnung in die Kost aufgenommen ist, als dies ver Ernährunastheone nach nothwendia und angemessen ist." Nun, Herr Zöpf ist eben in vulgärokonomischen Auf« fassungen befangen und sucht den Armen damit zu trösten, daß er ihn auf den starken Kartoffelkonsum der Reichen hinweist. Gewiß, als Zuspeise zu Kalbsbraten und Rindsfilet ist die Kartoffel nicht zu verachten. Es entfällt ein Kartoffelkonsum von täglich: 0,008 Kgr. auf Klasse I. 0,002„„„ II. 0,035„„„ III. 0,003„„„ IV. 0,004„„„ V. Die Summen, welche in jeder einzelnen Konsumentenklasse*) von den einzelnen Nahrungsmitteln per Person und Jahr ent« fallen, stellen fich wie folgt: »i Wir haben die Zöpf'sche Tabelle dahin abgeändert, daß wir die Zöpf'sche Klasse iv als Klasse 1«, und seine l». Kl. als IV. Kl. rubrizirlen. Bei Zöpf kommt nämlich unter Kl. in das Jndustneproletariat, unter Kl. VI. Die kleinbäuerlichen Grundbefitzer, die forstwirthschastlichen Klerneigenthümer, eine wirthschaftlich sehr unrichtige Reihenfolge! „Ihr bezieht Euch auf Eure erste Gattin, die an Euch mit der Liebe einer Romanprinzessm hing und deshalb keine Theilnehmerin an ihrem Glück dulden wollte." erklärte der Apostel, ohne darauf zu achten, daß Holmstens Finger fich immer fester in seine Haare einkrallten, wie um sie mit der Wurzel herauszuwinden.„Sie war noch zu schwach für solche Erfahrungen; die angestammten Gebräuche standen ihr höher, als die Gesetze und das GlaubenSbekenntniß des heiligen Mormonenthums. Anders wäre es gewesen, hättet Zhr als Ihr sie heimführtet, schon eine Gattin besessen. Das weibliche Geschlecht ist im Allgemeinen nicht mit dem klaren Blick des Mannes begabt; die Frauen wollen ge« leitet sein, und zwar ohne zu merken, daß man sie leitet. So werdet Ihr erleben, daß unsere junge Bekehrte, wenn sie erst unter unS weilt, sich leichter fügen lernt. Freilich hat Elliot den Vortheil, ihr schon zwei Lebensgefährtinnen vorstellen zu können, womit er sich aber, nach meiner auf vielfache Erfahrungen begründeten Ansicht, nicht übereilen darf. Es ist eine Erfahrung, die wir leider noch täglich in unserer Gemeinde wiederholt sehen, daß es für ein junge? Mädchen leichter ist, die dritte, vierte, oder sprechen ww von meiner eigenen Familie, die achtzehnte in der Reihe der Gattinnen zu werden, als eine junge Frau sich darüber be- ruhigt, von Zeit zu Zeit eine neue Gefährtin sich zur Seite aesiellt zu sehen. Und dennoch, wodurch erwirbt das schwächere Geschlecht sich vor allen Dingen die erhebende Hoffnung und Zuversicht auf das Himmelreich?" „Es soll sich ja wohl noch eine andere Dame in der Gesellschaft der jungen Jansen befinden?" fragte Elliot, der den Abhandlungen des Apostels nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte. „Die Gouvernante, eine Französin und mit Leib und Seele der heiligen Lehre ergeben," antwortete dieser im Ge« schäftstone;„es sind indessen noch keine Bestimmungen über dieselbe getroffen worden. Da aber die Bekehrung des iunaen Mädchens zum großen Theil ihrem Einfluß zuge- schrieben werden darf, so wäre es wohl recht und billig, dafür auch ihre eigenen Wünsche zu berücksichtigen. Ueber- läßt sie die Wahl eines Gatten dem Propheten, so ist vor- auszusehen, daß sie demjenigen angesiegelt wird, in dessen Der Leser darf fich nicht durch daS am Schluß gegebene Gefammtfummeergebniß beeinflussen lassen. Man muß genau die von den einzelnen Klaffen konfumirten Nahrungsmittel- sorten nach ihrem N äbrwerth und nach ihrer Quantität vergleichen, und die Bilanz der Lebenshaltung zeigt dann dem Unerfahrensten, daß die lehteren Konsumentcnklassen fich mit Lebensmitteln begnügen müssen, deren Nährwerth ein so ge- ringer ist, daß fie, um den volksthümlichen Ausdruck zu ge- brauchen, nur„den Bauch füllen", wie z. B. die Kartoffeln zc. Es ergiebt fich dann nämlich, wenn wir die Lebensmittel nach ihrem Gehalt an chemischen Nähr st offen betrachten, daß an animalis chen Nährmitteln(Fleisch, Milch, Käse, Butter, Schweine-, Rindsschmalz) entfällt: 294204 Kgr. auf Klasse l 256 045„„„ II 245 632„„„ III 163 953" V Die Summe der vegetabilischen Nährmittel(Mehl, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Rüben, Kraut» ergiebt: 173 148 Kgr. für Klasse I 207798„„„ II S;;: T 333 524„„„ V Wir glauben, diese Ziffern sprechen auch ohne weiteren Kommentar für fich. Politische Nebersicht. Mit dem übertriebenen Zndrang zu allen„höheren Bernfsarten", zur Beamten-, Advokaten-, zur akademischen Karriere, zum höheren Baufach k. beschäftigt fich die„Nordd. Allgemeine Zeitung" in einem Leitartikel, der u. A. Folgendes enthält: ,,Und doch werden die Klagen der L a n d w r r t h- s ch a f t über Mangel an Arbeitskräften, die Klagen des Handwerks über Mangel an hinreichend ausgebildeten Gehilfen vollständig überhört oder geringschätzig zurückgewiesen, weil die Gesellschaft, iur gewissen Widerspruch mit sich selbst, sich in einen Stände-Unterschicd h i n e i n l e b t, den sie doch politisch überwunden hat oder überwunden wissen will. Das durch die Verfassung proklamirte Staatsbürgerrecht hat den Unterschied zwischen„höherem" und „niederem" Bürgerstande beseitigt; aber die Gesellschaft stellt ihn wieder her, indem fie in dem Handwerke das Kri- terium einer niederen Lebensstellung erblickt, aus welcher fie fich in die„höheren" Berufsstände zu erheben strebt. Hauptsächlich find es die Eltern selbst, welche darauf denken, ihre Kinder in„höhere" Lebens- sphäre zu bringen, indem ihre Phaniafie von dem Zauber einzelner glänzender Existenzen bestrickt wird. Sie bedenken leider nicht die Summe sozialen Elends, welchem eine große Anzahl solcher Aufstrebenden verfällt, weil der Erfolg von so vielen Bedingungen abhängt, die außerhalb der Arbeitslust und Arbeitstüchligkert liegen, welchem der bürgerliche Geschäftsbetrieb sein Gedeihen in der Regel allerdings vorwiegend zu danken hat. Denn es ver« pflanzt fich hier in der Summe der Erfahrungen und Beziehun- gen selbst von dem mittellosen Vater eine Erbschaft auf den in gleicher Lcbenssphäre fortarbeitenden Sohn, welche diesem ganz von selbst eine breitere Existenzbafis fichert: eine Erb- schaft, welche damals, als man moch von dem„goldenen Boden des Handwerks" sprach, gewiß mit berücksichtigt wurde, wenngleich dieser„goldene Boden" noch andere Vor- aussetzungen ha te, deren Ersatz, den neuen Verhältnissen entsprechend, noch zu finden ist. Natürlich denken wir nicht daran, die Nation in Kasten einengen zu wollen, wenn wir davor warnen, aus Eitelkeit oder ähnlichen Motiven das Glück in neuer höherer Lebenssphäre zu suchen. Recht und Verfassung sichern einem Jeden den Zugang zu den Bahnen mit höchsten Zielen, aber die Summe des allgemeinen Wohlstandes und der allgemeinen Zufriedenheit mehrt fich entschieden nicht, wenn die Chanzcn des Erfolges außerhalb seiner sicheren Voraus- setzungen liegen." Soweit die„Norddeutsche". Wohl selten find in einem Artikel die thatsächlichen Verhältnisse derart auf den Kopf ge- stellt worden, als wie in diesem Falle. Von einem Mangel an Arbeitskräften heute zu reden, wo Tausende vor den Fabrrk- thoren des Winkes harren, der ihnen dasselbe öffnet, klingt wie yohn. Und wie in der Großindustrie, so ist es auch im Handwerk und in der Landwirthschaft. Wenn hier und da einmal ein Kleinmeister, der unter Hangen und Bangen noch seine sogenannte Selbstständigkeit aufrecht erhalten kann, angeblich keinen passenden Gehilfen bekommen kann, so kommt das unter 100 Fällen in 99 daher, daß er nicht den Lohn zahlen kann, wie sein Konkurrent, der Groß- industrielle. Auf dem Lande giebt eS Arbeitskräfte in lieber- fluß. Kaum ist die Erntezeit vorüber und der Gutsbefitzer *') Klasse in, die Bauern, konsumirt natürlich die selbst produzirten Zerealicn in sehr starkem Maßstabe. Besitz das junge Mädchen und dessen Reichthum übergehen. Ihr wißt, einem weniger begüterten Manne dürfen keine zu große Lasten aufgebürdet werden. Und bann," fuhr der Apostel fort, und seine Augen leuchteten vorübergehend in unheimlichem Feuer,„und dann bedenkt, Hertha Jansen soll schön sein, schön wie der junge Tag." Elliot zuckte verächtlich mit den Achseln.„Zch füge mich in den Willen unseres kirchlichen und politischen Ober- Hauptes, in meinen Augen die höchste Macht dieser Welt," sagte er endlich mit dem Ausdruck eines Märtyrers,„und wenn ich selbst dabei einen Wunsch hege, so ist es der, daß Hertha Jansen, nachdem sie durch den Segen der Kirche die Meinige geworden, den Sohn ihrer verstorbenen Schwester an Kindes Statt annehme. Holmsten fuhr aus seiner nachdenkenden Stellung em- por und starrte den Kommandanten eine Weile verwundert an.„Sie soll es, sie soll eS," sagte er dann mit dumpfer Stimme, Elliot die Hand hinhaltend,„aber ich stelle die Bedingung: es bleibt bei der alten Verabredung." Elliot schlug in die dargebotene Rechte ein, und was sie auch immer miteinander verabredet haben mochten, durch tausend Eidschwüre hätten sie sich nicht für gebundener hal- ten können, als durch den in Gegenwart des Apostels ge- wechselten Handschlag. „Gehen wir also zu dem ernsteren Theil meiner Sen- dung über," sagte der Apostel, sobald er gewahrte, daß Elliot und Holmsten sich über diezwischen ihnen schwebende Frage geeinigt hatten.„Es betrifft das Wohl und Wehe unseres Staates, nicht weniger Eure Prioatangelegen« heiten. „Niemand kann ahnen, ob die Vorsehung noch weitere Heimsuchungen über unser verfolgtes Volk verhängt hat, um eS später zu um so höherem Glänze zu erheben und ihm dennoch eine andere Stelle zur Gründung des goldenen Zion und des heiligen Tempels anzuweisen. Wir müssen auf Alles vorbereitet sein. Unsere Feinde mögen anrücken, wie Heerden schädlicher Heuschrecken, sie mögen'die Gebirgs- pässe mit ihren Leibern ausfüllen und in unser gesegnetes, Gott geweihtes Thal eindringen, aber sie dürfen nichts finden, 1 als rauchenve Trümmerhaufen und verwüstete Felder. Auf muß die Tagelöhner entlassen, die dann nirgends mehr Unter- kunft finden und schließlich in der Stadt Unterkunft suchen. Für 25 Pfennige pro Tag— sage und schreibe: fünf und zwanzig Pfennige— giebt es in Pommern im Winter n> roachfene männliche Arbeiter in Hülle und Fülle. Rur Jemand der blind ist oder die Thatsachen geflissentlich fälschen will, kann also von einem Mangel an Arbeitskräften sprechen. Gerade der Mangel an Beschäftigung und die in Folge davon oft ganz jämmerliche Löhnung find die Hauptveranlassung, dos alljährlich aus den ländlichen Distrikten, in denen Mangel an Kräften herrschen soll, die Arbeiter massenhaft auswandern. Freilich sind noch andere Ursachen vorhanden, unter welchen die vornehmste wohl die rohe Behandlung ist. Kann doch d>e 17jährige„Madame" das 30 und mehr Jahre alte„Drenst- mädchen"„leicht züchtigen", ohne daß es der Gezüchtigten zu- steht, fich zu vertheidigen und ebenso hat der Herr laut der Gefindeordnung das Recht, den„Knecht" nach obigem Rezev» zu behandeln. Unter solchen Umständen kann man es den Eltem gewiß nicht verdenken, daß fie ihre Kinder soviel wie möglich vor der„liebevollen" Behandlung, die ihnen ber der „Landwirthschaft" zu Theil wird, zu schützen suchen. Em Rabenvater muß derjenige sein, der seinem Kinde eine bessere Lebensstellung schaffen kann und eS dennoch nicht thut. Du» dahinzielende Streben der Eltern ist also durchaus gerechtfettigl. Ergötzlich ist das Zugeftändniß der reaktionären„Nord- deutschen", daß die Gesellschaft, im gewissen Wider- s p r u ch mit sich selbst, fich in einen Ständeunterschied h i n e i n l e b t. Ja, daran krankt eben die Heu- tige Gesellfchast, daß fie im Widerspruch mit sich selbst'st. Nur ist zu bemerken, daß fie nicht, wie es in der„Nordd. heißt, im Begriff ist, fich in diesen Widerspruch hinein-, sondern heraus zu leben. Das Bestreben aller Edcldenkenden geht rauf hin, die Schranken zwischen„höherem" und„niederem Bürgerstand niederzulegen, das in der Verfassung prollamn-e Staatsbürgerrecht überall zur Geltung zu bringen, und wenn das geschieht, wenn die Schranken gefallen find, so ist die Bahn frei, auf welcher es möglich sein wird, weiter zu schreiten- Dann wird der Dünkel, von dem die Bürger der„höheren Berufsarten" derMehrzahl nach befangen find, endlich oerschwinden und mit ihm das Strcberthum. Wir kranken nicht daran, m zuviel„Gebildete" vorhanden find, sondern daß der„Gebildete fich oft in dem Wahn wiegt» ein besserer Staatsbürger zu fem und fich berechtigt glaubt, geringschätzig auf seinen Milbüraer an der Hobeloank oder am Schraubstock herabbliaen zu können. Wer ist es denn aber, der für bis Gesellschaft„im Widerspruch mit fich selbst" eintritt, der dresen Widerspruch verewigen möchte? Nun, dieselbe„Nordd. AllgeM- Ztg.", die heute diesen Widerspruch entdeckt hat, sie ist es, welche den künstlichen Ständeuntcrschied, den, wie Blatt sehr richtig sagt, die Gesellschaft überwunden wissen will, befestigen hilft. Sie und die Gesellschaft, deren Interessen von ihr vertreten werden, benutzen jede Gelcgenheft um Pech und Schwefel auf Alle herabzuwünschen, dre das gleiche Recht für jeden Staatsbürger wollen. Und stehe da, am Schluß des Zitats aus der„Nordd." heißt eS;„Natürlich denken wir nicht daran, die„Nation" in eine Kaste einengen zu wollen --". Warum denn„Nation", warum nicht Volk? 3« Anfang des Artikels plädirt das Blatt für GleickstellunS aller Staatsbürger, während es fich hier ausdrückü« dagegen verwahrt, daß die Nation in eine Kaste eingeengt rverd«; Eonderbare Logik! Das heißt doch mit dürren Worten- Der Unterschied zwischen Staatsbürger und Staatsbürger w» weiter bestehen. Nun, warum denn das Geschrei über da nur dadurch, daß gleiches Recht für Alle geschaffen wird, ist s* möglich, dem Streberthum und dem Drang nach einer normten höheren Stellung erfolgreich entgegenzuwirken.®«r „Nordd. Ällg. Ztg." ist es aber durchaus nicht darum zu thun- die nivellirenden Bestrebungen der Neuzeit zu sördern uns damit das Streben nach einer höheren Kaste zu bekämpfen, ihr verursacht nur das Anwachsen des gebildeten Proletanam große Herzbeklemmungen und fie glaubt diese Beklemmungen, die übrigens nicht nur bei ihr vorhanden find, durch eine» nichtssagenden Wortschwall verscheuchen zu können. Täuschung- Daß die deutschen Getreidezölle durch das Auslan? getragen werden, glaubt in der That wohl Niemand; geben sich die Agrarier immer noch Mühe, dies Märchen bcw deutschen Volke aufzubinden. Daß es in der That ein gern»� zu aus Egoismus erfundenes Märchen ist, beweist% Rcichsstatistrk, in dessen neuestem Hefte die Durchschniüsvft� für Monat Juni d. I. vorliegen, und diese lassen die P r ein 'eigerung durch de n Zoll unw ider leglich.*•, nnen, obwohl in den letzten Monotcn_ Getreide auf � der Den Preis für zollfreie oder Durchfuhr-Waare notirt, uns gerade dieser Preis, obwohl für eine ziemlich hochstehs"® Qualität berechnet, steht weit unter allen sonstigen PreiftN' den unzugänglichen Abhängen der Berge werden � Muthigsten unseres Volkes auf sie lauern und, bei Na# wie bei Tage, wo es am wenigsten erwartet wird, auf st niederstürzen und Tod und Verderben in ihren Rethen verbreiten. „Doch Weiber, Greise und Kinder sind nicht geschah für den Guerillakrieg; für sie muß ein weites Thor geäffs werden, durch welches sie, wie einst die Zsraeliten ums* Mosis Führung, durch die Wüsten einem friedlichen, 0 lobten Lande zuziehen. „Der große Kolorado berührt den südlichen Theil nm seres Gebietes, und fließt hinunter in den Golf von Km fornien, wo er sich angesichts der Küsten von Sonora m dem Meere vereinigt., „Sonora ist unser Ziel, der Kolorado unsere Strap- auf welcher wir im schlimmsten Falle unsere Weiber uus Kinder in Sicherheit bringen. Der Kolorado ist ein relpk« der, gefährlicher Strom, jedoch schiffbar für Flöß« st, flachgehende Fahrzeuge. Unsere Feinde stehen im Begast' den großen Wüstenstrom mittelst eines kleinen Dampfdom zu erforschen; nach den neuesten Nachrichten waren sie bis zu den Dörfern der Mohave-Indiancr vorgedrunge> Unsere dorthin entsendeten Männer haben den Auftrag, halten, sich mit Hilfe der Eingeborenen des Dampfdom zu bemächtigen und dessen Bemannung gefangen zu nehws's sie im Fall des Widerstandes zu tödten, oder durch die®. geborenen tödten zu lassen. Besitzen wir das Dampfdm' so gehört der Kolorado uns; denn das nahe feiner A'" dung gelegene Fort wird einigen Hundert unserer ,fW schlossensten Gebirgsjäger nicht lange Stand halten.\ aber Verstärkungen in hinreichender Anzahl eingetroffen Q, um uns den Besitz de» Kolorado streitig zu machen, best. sich daS heilige Volk der Mormonen im Staate. wohin der Arm der Gentiles nicht reicht, und wo um. eine gastliche Aufnahme harret. Doch merkt auf, Brüder, es ist dies ein AuSweg, der nur im äußs)st.-j Nothfall eingeschlagen werden darf und bis dahin rr � unserem Volke selbst ein Geheimniß bleiben muß. � 0% sogar unter den AuSerwählten des Herrn Schwachhe*?..� die, um einem blutigen Kampfe auszuweichen, auf soso Inter ichen. und ret mand will, echen. Davon Daß angel bern. elchen h die ienft n zus t der Rezept den I wie i der Ein effere Das ertigt. Rord Der inters heu tift! rdd." dern t bas rem" mirte wenn Et bie reiten. heren inden daß Dete fein ürger licen bie Diefen Igem. ft es, das inden beren nheit, das , am enten Jollen Zu lung dlig werde. worten: r foll bie die ößere achen, ift es foge Der thun pfen; und riate ngen, einen ung! Bland boch dem rabe ft die preife eis bers dem vers lägen inzig und hende eifen. Die Nacht uf fie teiben affen, öffnet unter ge I uns Ralis amit traße, und ißen demokraten das Haupt entblößte) eine Rede zu halten, wurde er von dem anwesenden Polizei- Kommissar hieran ge hindert. Leipzig. Vom ersten September ab muß, nach einer Verordnung der tgl. Amtshauptmannschaft hier, in jedem Restau rations, Wirthschafts- oder Schant Lotal ein Verzeichniß der zum Ausschant kommenden Biere an einem dem Publikum ins Auge fallendem Plage und in deutlich sichtbarer Weise ange schlagen sein. In diesem Verzeichniß, welches der Polizeibehörde zur Abstempelung vorzulegen ist, find auch die gestellten Breise, nicht nur nach dem vollen Liter, sondern auch nach dem Sollin halte derjenigen Gefäße, welche in dem betr. Lokal beim Ausschank in Anwendung kommen, anzugeben. Nur bezüglich der Gose braucht der Preis nicht angegeben zu werden. ( Billiger und besser wird dadurch das Bier nicht werden!) Frankreich. Für sämmtliche Bläse außer Danzig ergiebt sich aus den| Notirungen ein Durchschnittspreis für Weizen von 177,49 M. pro Tonne, während der Danziger Preis nur 141,19 M. be trägt. Auf dem zollfreien Weltmartte Danzigs war also Weizen um 36,30 M. billiger als im Boll. gebiet; der Boll bträgt 30 M. Ganz ähnlich liegt die Sache bei Roggen. Bei dieser Frucht sind Preise von 17 Plägen notirt, darunter als zollfreier Markt nur Bremen. Wiederum ist der Bremer Preis weitaus der niedrigste. Der Durchschnitt für alle anderen Pläge ergiebt einen Roggenpreis von 151,65 Mart pro Tonne, während der Bremer Preis mit 120 M. an gegeben ist. Auf Auf dem zollfreien Weltmartte Bremens war also Roggen um 31,65 M. billiger theuerung berechnet sich für Weizen auf ca. 18 Proz, für Roggen auf 25 Bros. vom Werthe. Und mit dieser Ver theuerung wandert das Getreide in die deutschen Mühlen, die gar nicht anders fönnen, als eine solche Laft, welche ihren ganzen Produktionsgewinn um das Vierfache übersteigt, auf den Mehlpreis abzuwälzen. Das lehrt uns die amtliche Statistik und nun werden wohl die Interessenten nicht mehr der Wahrheit ins Gesicht schlagen: Der Ge treibezoll hat das nothwendigste Volts. nahrungsmittel wesentlich vertheuert. Die moderne Zivilisation und Kultur untergräbt die guten Sitten" diesen Vorwurf, den Konservative und Orthodore fortwährend erheben, so schreibt die Volkszeitung, haben wir schon vor Kurzem in einem Artikel:„ Bewegung der Bevölkerung" in seiner Nichtigkeit dargestellt, indem wir an der Hand des Statistischen Jahrbuchs für das Deutsche Retch" nachwiesen, daß der Prozentsaß der außer der Ehe ge borenen Rinder in den hochkultivirten Provinzen Rheinland und Westfalen geradezu ein minimaler ist gegen den Prozent jaz in dem biederen Bommerland, in dem feudalen Medlenburg und dem orthodoxen, echt bäuerlichen Altbaiern. Aber viel mehr noch als an solchem Beispiel läßt sich durch die Ariminal Statistit beweisen, auf wie schwachen Füßen angeführter, innterlich- orthodoxer Ausspruch steht. Auch bei Der Betrachtung über die Kriminalfälle ergiebt sich, daß der weitaus größere Prozentsatz der Verurtheilten auf den Often Deutschlands fällt, wo die moderne Zivilisation und Kultur" noch nicht in dem Maße hingedrungen ist, als im Westen. Da erfehen wir, daß auf 10 000 über zwölf Jahre alte Einwohner in der Provinz Posen 192 wegen Verbrechen und Vergehen Berurtheilte fich befinden, in Westpreußen 168, in Ostpreußen 150, in Schlesien 121 und in Bommern 102. Dahingegen ftellen sich im Westen der preußischen Monarchie die Biffern folgendermaßen: in Hessen- Nassau 89, in Hannover 79, in Rheinland 68, in Westfalen 66 und in Hohenzollern 64 Verurtheilte auf zehntausend Einwohner über zwölf Jahren. Man sieht, die genannten östlichen Landes theile weisen über die doppelte Verbrecherzahl auf; und dort leben doch gerade die Leute nach dem Herzen unserer Konser vativen und Orthodoren. Betrachten wir die Einzelstaaten, so verschiebt sich auch das Verhältniß durchweg zu ungunsten des Oftens, wenn auch nicht in so auffallender Weise, wie im preußischen Staate. Auf Baiern kommen 118, auf Sachsen 105, während in Württemberg 95, in Baden 84 und im Groß herzogthum Hessen 75 Verurtheilte auf 10000 Einwohner ge zählt werden. Mit der Zivilisation und langjähriger Kultur ist auch überall ein relativer Wohlstand vorhanden, der günstig auf die Sitten einwirkt. Greift man die Rubrit Diebstahl aus Der Kriminalstatistik heraus, so wird dies besonders noch behätigt. Nehmen wir diefelben oben genannten preußischen Provinzen zum Vergleich, so erhalten wir folgende Biffern: In Bosen tommen auf 10 000 Personen über 12 Jahre 72 wegen Diebstahls Verurtheilte, in Westpreußen 57, in Ostpreußen 52, in Schleften 40 und in Pommern 28; dagegen finden wir in Heffen Naffau 25, in Hannover 21, in Hohenzollern 19, in wir also im Often eine fast dreifach größere Bahl wegen Diebstabls Berurtheilter, als im Westen. Bemerken wollen wir noch, Daß die genannten westlichen Provinzen den genannten öftlichen Die östlichen( Das kleine Hohenzollern ausgenommen) zuſammen an Einwohnerzahl sehr wenig nachstehen, daß fie genau so wie hängen und daß deshalb unsere Zusammenstellung feine will fürliche, sondern eine natur- und sachgemäße ist. men wir denn zu dem umgekehrten und zwar unter Beweis Kultur untergräbt nicht, sondern sie hebt die guten Sitten. So tom Im Departement der Seine wurde an Stelle Victor Hugo's der Kandidat der Radikalen Songeon mit 337 Stimmen zum Senator gewählt. Der Gegenkandidat deffelben, Dair Eine ( gemäßigter Republikaner) erhielt 257 Stimmen. Depesche des Generals Courcy aus Hanoi von heute tonstatirt, daß fich in der Lage der Dinge nichts ändert habe. Paris, 9. August. Als Ferry gestern Abend in Lyon zu einer Versammlung eintraf, fanden auf dem Bahnhof und vor dem Hotel feindselige Demonftrationen gegen ihn ftatt, so mußte. daß die Polizei einschreiten und die Menge zerstreuen Marseille, 8. Auguft. Innerhalb der letzten 24 Stunden find 30 Cholera- Todesfälle vorgekommen. Schweiz. Im Kanton Zürich ist bekanntlich die beantragte Wieder einführung der Todesstrafe durch Vollsabstimmung abgelehnt worden. Die Frankfurter Zeitung" nimmt bei dieser Gelegen heit Anlaß zu einem Rückblick auf die Bewegung, welche durch die Frage der Todesstrafe in den letzten Jahren in der Schweiz hervorgerufen ist. Die Verfaffung der Eidgenossenschaft von 1874 hatte, um einige Hauptpunkte hervorzuheben, das Verbot der Todesstrafe für die ganze Schweiz ausgesprochen. Diese Verfassung war als Ganzes durch Vollsabstimmung ange nommen worden. Aber schon nach wenigen Jahren wurde eine Aufhebung des Verbots verlangt, als einige Morde die Be völkerung in große Aufregung verfesten. Eine Petition mit vielen tausend Unterschriften wurde an die Bundesversamm lung gerichtet, die Aufhebung des genannten Verfassungsartitels fordernd, und die beiden Räthe willfahrten insofern, als fie den Artikel, ohne fich selbst selbst für die Beseitigung des Verbotes zu erflären, einer neuen Abstimmung unterbreiteten. Von rund 382 000 Stimmen entschieden 200 000 gegen 181 000 für die Aufhebung des Verbotes. Immerhin war hiermit die Todesstrafe nicht in jedem Kanton wieder eingeführt, sondern es mußte das überall erst durch besondern Beschluß geführt, sondern es mußte das überall erst durch besondern Beschluß geschehen, und acht Kantone, darunter mehrere es waren Zürich, Bern, Baselstadt, Basellandschaft, Thurgau, Tessin, Neuen burg und Genf hatten bei jener Abstimmung zu den Gege nern der Todesstrafe gehört. In einer Reihe von Kantonen wurde jedoch die Todesstrafe wieder eingeführt, und auch in dem protestantischen und stets an der Spiße der liberalen Kantone marschirenden Zürich fand sich eine Mehrheit von 3000 Stimmen, um den Kantonsrath einzuladen, eine Verfassungsrevifion behufs Wiedereinführung der Todesstrafe anzubahnen. Einen Wendepunkt in dieser Angelegenheit bildete die Begnadigung eines gewissen Mattmann, der sein Kind ermordet hatte und jedes sympathischen Buges entbehrte, der ihn der Gnade empfehlen konnte, durch den großen Rath von Luzern, der selbst die Wiedereinführung der Todesstrafe veranlaßt hatte. Dieses Ereigniß, welches damals großes Aufsehen machte, scheint in einige Zeit nach dieser Entscheidung fich das Boll des Kantons Zürich über jenes Projekt aussprechen sollte, welches seine Repräsentanten im Sinne des obenerwähnten Voltsbeschlusses ausgearbeitet hatten, verwarfen, während damals 28 600 gegen 25 300 Stimmen sich im Prinzip für Einführung der Todesstrafe ausgesprochen hatten, nunmehr 27 501 gegen 21 300 Stimmen den bezüglichen Entwurf. Im Kanton Zürich nehmen die Manöver der Heilsarmee ihren Fortgang, was deshalb erwähnt zu werden ver bient, weil sich die Ansicht verbreitet hatte, dieselben seien von der Bolizei für ein und allemal untersagt. Es hat nur das Statthalteramt Zürich die Heilsarmee unter das Hausirgeset gestellt, mit einer Motivirung, die man allgemein wenig stich baltig findet und die von den Rekursbehörden nicht getheilt werden wird. Wo aber die Heilsarmee ohne übermäßiges Geräusch ihre religiösen Uebungen vornahm, hat man ihr das gestattet, und die anfänglichen Störungen, von der Bes völkerung mißbilligt, find seither unterblieben. Nachdem die Be hörden dieser Sette weniger Wichtigkeit beimessen, ist auch der Zulauf zu derselben viel geringer, und man wüßte faum etwas davon, daß sie noch hier in Zürich ,, manövrirt", wenn Ueber das Begräbniß eines Sozialdemokraten in bes berichtet: Bu der heute Morgen stattgehabten Beerdigung Effen wird der„ Mat. 3tg." von dort unterm 5. Auguſt folgeneines auf der Krupp'schen Fabril verunglückten Dachdeckers waren Sozialdemokraten aus der Umgegend( Steele, Gelsen sehene Kränze Namens der sozialdemokratischen Partei" auf das Grab niederlegten. Als ein Mitglied aus Bochum fich anschickte, nach Schluß der kirchlichen Beremonie( bei welcher übrigens, laut der Effener Bolts- 3tg." feiner der Sozial nicht die Zeitungen es meldeten. Wieder einmal hat sich die Auswanderung bringen und Mißstimmung und 3wietracht boten, während der Herreise und im steten Verkehr mit dem in unseren Reihen verbreiten würden. 11 ungeschulte Gemüth zu gewinnen und auszuüben. Abraham schreibt übrigens von New- York aus Wunderdinge über den Charakter des schönen Kindes. Voraussichtlich haben aber Jansen und Rynolds, wenn auch nicht vertraut mit den von uns betreffs ihrer Schußbefohlenen entworfenen Plänen und Absichten, dieselben doch schon im Allgemeinen vorbereitet. des Propheten vertraut gemacht werden sollen, um ihm desto leichter und nachhaltiger mit Rath und That zur Seite stehen zu können. " Shr, Bruder Elliot, seid dazu auserforen, die Dinge am Kolorado in Eure Hand zu nehmen und dort über unser Wohl zu wachen. Ihr werdet daher den Befehl über Fort Utah einem Andern über Ihr werdet daher kaum noch auf ernste Schwierigkeiten tragen, und Euch schon innerhalb Weg nach der Mündung des Nio Virgin begeben. Hier Euch und Holmsten zur Theilung kommt, so liegt es wohl find die Papiere, welche Euch als Rommandant jenes Postens flar genug am Tage, daß zwei Leute, die über so beträchte beglaubigen," fuhr der Apostel fort, indem er Elliot einen liche Mittel zu verfügen haben und dadurch zu den einflußneten Verhältnissen bleiben können." Regel bewährt, daß man auf Spaßen nicht mit Kanonen zu schießen braucht. Amerika. -New York, 8. Auguft. Das Leichenbegängniß des verstorbenen Generals Grant fand heute in großartiger Weise statt. Der Leichenzug war fast sechs englische Meilen lang und unter den Theilnehmern befanden fich der Präfident Cleve land, der Vizepräsident Hendricks, die früheren Präsidenten Hayes und Arthur, die Minister und Mitglieder des obersten Gerichtshofes, das diplomatische Korps, die Mitglieder des Kongresses und die Gouverneure der verschiedenen Staaten.. Alle Geschäfte waren geschloffen. 1940 Kommunales. Das städtische Ashl für nächtliche Obdachlose be nußten im Laufe des Monats Juli 3410 Personen und zwar 2976 Männer und 434 Frauen. Von diesen Personen wurden 2 zur Charitee befördert, 1 dem Krankenhause Friedrichshain, 65 dem Krankenhause Moabit überwiesen und 143 der Polizei: vorgeführt. Im Arbeitshause zu Rummelsburg befanden sich am 1. Juli 45 Familien mit 185 Personen. Am 1. August war der Bestand 59 Familien mit 238 Personen. Schöffen und Geschworene für 1886. Die Urlifte dera jenigen Personen, welche in Gemäßheit der Bestimmungen der Titel IV und VI des Gerichtsverfassungsgesetes für das Deutsche Reich vom 27. Januar 1877 zu dem Amte eines Schöffen bezw. Geschworenen für das Jahr 1886 berufen werden fönnen, ist aufgestellt und wird eine Woche lang, und zwar vom 13. bis einschließlich 19. August, täglich von 9 Uhr Vormittags bis. 2 Uhr Nachmittags, im Wahlbureau des Magistrats, Köllnisches Rathhaus, Breitestraße 20 a, 2 Treppen, zu Jedermanns Einsicht. ausgelegt werden. Gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste fann innerhalb der einwöchentlichen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden. Zur Entgegennahme der münd lichen Einsprachen ist der Herr Bureau- Vorsteher Gettwart bes stellt, welcher während der Auslegungszeit in dem Wahlbureau anwesend sein wird. Fachschule für Stuhlarbeiter. Die Gewerbe- Deputation Bes Magistrats hat an Stelle des verstorbenen Stadtraths Dr. Stort, Herrn Syndilus Eberty zum Mitgliede des Kuratoriums der Fachschule für Stublarbeiter gewählt. Zu botanischen Unterrichtszweden werden in der Woche vom 10. bis 15. August in den städtischen Unterrichtsanstalten sowie in einigen Privatschulen von blühenden Pflanzen voraus fichtlich folgende zur Vertheilung gelangen: wilde schligblättrige Karde( Fruchtstände), Männertreu, grüne Minze, Saattreffe, hanfähnlicher Wafferdost, Tauben Stabiose, Hundspeterfilie ,. Pfennigkraut, Schafgarbe und Alant. Städtischer Zentral- Vichhof. Im Monat Juli find. bei dem städt. Fleischschau- Amte auf dem Zentral- Viehhofe 18 416 Schweine auf Trichinen untersucht und darunter 12 trichinöse und 116 finnige ermittelt worden, welche als zur menschlichen Nahrung ungeeignet verworfen worden find. Lokales. B Zu dem Kapitel von den amtlichen Berichtigungen wird dem B. B. C." aus sicherer Quelle folgendes mitgetheilt: Eine hiesige Beitung illustrirte fürzlich die mangelhaften Be triebsmittel unserer Eisenbahnen durch die Mittheilung, daß eine den besten Kreisen angehörende Gesellschaft von Wannsee nach Berlin 4. Klaffe fahren mußte, obwohl die Theilnehmer mit. Billets 1. Kl. versehen waren, weil sich nicht genügend Koupees erfter Klaffe im Zuge befanden. Mit üblicher Promptheit ers schien schon am nächsten Tage in derselben Beitung eine Be Magdeburg" erklärte, daß fene Mittheilung nach den angestellten Ermittelungen nicht auf Wahrheit berube". Damit. war nun die Sache erledigt, das Eisenbahn Betriebsamt hatte. Recht und die Presse war wieder einmal als nicht wahrheitss liebend dargestellt. Jest erfahren wir ganz zufällig, daß der betreffende Vorfall sich trotz aller Ermittelungen des EisenbahnBetriebsamtes doch zugetragen und eine Gesellschaft betroffen hat, die in der Mehrzahl dem diplomatischen Korps angehörte.. Der Führer der Gesellschaft war ein Geheimer Legationsrath ( Herr v. H.), der sich des besonderen Vertrauens des Kanzlers. erfreut; einer der Theilnehmer ist ein spezieller Freund Bis mards. Ferner mußte eine bei Hofe hochangesehene Dame, ( Gräfin M.) ebenfalls mit dem Koupee vierter Klaffe vorlieb nehmen. Der„ B. B. C." ist gern bereit, auf Verlangen dem Königl. Eisenbahn Betriebsamte die Namen der Theilnehmer iener Gesellschaft zu nennen. M Bewegung der Bevölkerung Berlins nach den Vere öffentlichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge schriebene Bevölkerungszahl betrug am 18. Juli incl. der nachträglichen An- und Abmeldungen 1277 649, hat sich demnach gegen die Woche vorher um 206 Seelen vermindert. In der Woche vom 19. bis 25. Juli murden polizeilich gemeldet 2045. Elliot betrachtete ihn eine Weile sinnend. Er kannte ihn schon lange als einen verschlagenen Menschen, der sich zwar bei mehr als einer Gelegenheit als treu und zuverlässig ausgewiesen hatte, und namentlich viel dazu beitrug, daß der Einfluß der Mormonen unter den eingeborenen Stämmen immer mehr an Gewicht und Umfang gewann, dem er aber, seiner Habgier wegen, doch nicht glaubte: trauen zu dürfen. Er wußte daher nicht, sollte er sich freuen oder Miß vergnügen darüber empfinden, daß man ihm einen Häuptling mitgab, den er seiner außerordentlichen Verschlagenheit wegen vielleicht mehr fürchtete, als bewunderte. in des biden versiegelten Brief überreichte. Ihr seid der Befehls- reichsten Stellen berechtigt sind, nicht lange in untergeords obersten Propheten besaß, bewies schon allein sein, haber aller dort anwesenden Mormonen, sowie auch der jenigen, die voraussichtlich innerhalb der nächsten Monate Während des letzten Theils seiner Rede beobachtete der yon ber Apostel die beiden Männer aufs Schärffte, und es gereichte Der Prophet jeg? iuch as unbedingteste Bertrauen, ihm zur größten Befriedigung, zu gewahren, daß sie sich jest in den Posten, wenn Ihr es für nöthig haltet, gebt ihn auf, mit enthusiastisch glühenden Augen zu ihm hinüberschauten. behmt baher die Vortheile unseres Volkes wahr. Befestigt aus ihrer jeßigen nachdenkenden Stellung aufrichteten und wenn er Euch überflüssig erscheint. Behaltet die Leute bei nach indianischen Begriffen, verhältnißmäßig sehr reicher und glänzender Anzug. Doch wenn auch Andere ihm so unbe bingt trauten und von seiner treuen Hingebung überzeugt waern, so war damit doch nicht feſtgeſtellt, daßß auch er sich auf ihn so vollkommen verlassen dürfe. Indessen gab er sich mit schlauer Berechnung den Anschein, als wenn er sich über die Gesellschaft des Indianers freue, und ihm die Hand Euch, wenn Ihr glaubt, fie verwenden zu können, schickt ich allein an den Rio Virgin hinabziehen?" fragte Elliot reichend fragte er ihn, ob er ihn auch gern an den Rio erachtet." ist, oder kommt selbst mit Allen, wenn Ihr es für rathsam Wüsten anzutreten, bürfte wohl zu gefährlich sein," ant und griff, potes Schon ngen. gers ootes men, Eins boot, Mün ent The find, inbet nora, ferer meine erften felbft giebt zige ortige Elliot schaute finnend vor sich auf den Boden und blidend. Allein die wochenlange Reise durch die winterlichen wortete der Apostel, kaum fähig, sein Erstaunen über Elliot's gleiten. daß ich über kurz oder lang nach der Salzseestadt berufen Euern Leuten, die Ihr am geeignetsten für das Unternehmen nidte zustimmend mit dem Haupte. Ist es wahrscheinlich, Muth zu unterdrücken. Ihr wählt zwei oder drei von werbe?" fragte er dann, gespannt zu dem Apostel empor- haltet, außerdem soll Euch der Schlangen- Indianer hier be= Euch gerichtet," antwortete dieser, und ich bezweifle nicht, als Dolmetscher und Späher dienen." " Die Augen unseres Präsidenten find beständig auf Eingeborenen am Kolorado, und kann Euch daher zugleich Der Indianer saß noch immer in seiner theilnahmlosen bet. Vorläufig aber gehorcht blindlings den Euch zugehen- Stellung da; nur gelegentlich machte er eine kurze Bewe Eurigen ertheilt werden. Den Beweis dafür habt Ihr so gung, um die weiße Afche in seiner Pfeife niederzudrücken, eben erhalten, denn nicht der politischen Wichtigkeit wegen Unterhaltung, deren Beuge er gewesen, schien er nicht verstanden oder zwischen den flackerndtn Holzscheiten zu schüren. Die seid Ihr zu dieser Sendung auserforen worden, sondern oder nicht beachtet zu haben, denn sogar als der Apostel auch weil Ihr auf diesem Wege mit der Euch bestimmten seiner erwähnte, blieb er so starr und unbeweglich, als sei Gaitin zusammentrefft. Es wird Euch die Gelegenheit ge er gegen alle äußeren Eindrücke vollständig abgestorben gewesen. Virgin begleite. La Bataille ein Mormone," antwortete der wilde Krieger, indem er seine Hand langsam in die Elliot's legte, alle Indianer Mormonen; sie leben in der Wüste, als Kinder der verloren gegangenen Stämme. Viele wissen es, viele wiſſen es nicht. Die es aber wiſſen, hören gern die Befehle des weisen Baters am Salafee. Der weiſe Vater am Salzfee hat La Bataille gebeten, an den Rio Birgin zu ziehen, und daher thut La Bataille es gern." Lieber hätte ich gehört, daß Du auch meinetwegen gern mitzögest," verseite Elliot mit einem Anflug von Mißvergnügen über die Antwort des mit allen Wendungen der zivilifirten Sprache so vertrauten Häuptlings, doch wenn Du genau nach den Befehlen des weisen Vaters am Salze see handelst, dann werden wir auf unserer Reise gute Ge fährten sein." ( Fortsetzung folgt.) zugezogene, 1804 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 187 Chen gefchloffen. Geboren wurden 809 Kinder, und zwar lebend: 410 männliche, 370 weibliche, zusammen 780( darunter 76 außereheliche), tobt 19 männliche, 10 weibliche, zusammen 29 ( darunter 4 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, auf's Jahr berechnet, bilden 31,8, die Todtgeborenen 1,2 Mille der Bes völkerung, die außerehelich Geborenen 9,89 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebendgeborenen 9,74, die bei den Todtgeborenen 13,79 pCt. In der fönigl. Charitee und Entbindungs Anstalt wurden 32 Kinder geboren. Gestorben ( ohne Todigeborene) find 953, nämlich 478 männliche, 457 lammern, freudvoll, noch öfter aber leidvoll, immer aber in der ficheren Zuversicht, daß die betr. Kalligraphen über kurz oder lang wieder in diesen Räumen weilen werden, um aufs Neue hier ihre Visitenkarte abzugeben. $ Belle Alliance Theater. Der Treptow'sche Schwank Sein Stedenpferd" hat bei der zweiten( Sonntags Auf führung bei vollständig ausverkauftem Hause einen außerordents lichen Lach- Erfolg gehabt und wurden die Darsteller nicht nur nach den Altschlüssen, sondern auch auf offener Szene stürmisch gerufen. weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 571 Vereine und Versammlungen. ( intl. 108 außereheliche), 1-5 Jahre 122( inkl. 8 außereheliche), 5-15 Jahre 29, 15-20 Jahre 12, 20-30 Jahre 33, 30 bis 40 Jahre 48, 40-60 Jahre 79, 60-80 Jahre 49, über 80 Jahre 10. Die Sterbefälle beim Alter von 0-5 Jahren machen 72,72 pt. sämmtlicher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern ftarben 69 im ersten, 55 im zweiten, 60 im dritten, 74 im vierten, 61 im fünften, 60 im sechsten, 192 im fiebenten bis zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 59 mit Muttermilch, 2 mit Ammenmilch, 320 mit Thiermilch, 26 mit Milchfurrogaten, 133 mit gemischter Nahrung, von 31 war es unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwinds fucht( 74), Lungenentzündung( 30), Bronchiallatarrh( 11), Kehlkopfentzündung( 5), Krämpfe( 41), Gehirnschlag( 17), Gehirn und Gehirnhautentzündung( 23), Krebs( 17)", Altersschwäche( 7), Lebensschwäche Abzehrung ( 36), ( 30), Masern( 11), Scharlach( 7), Diphtherie( 25), Typhus( 3), Diarrhöe( 134), Brechdurchfall( 254), an anderen Krankheiten ftarben 216 und durch Selbstmord 6, davon durch Vergiftung 1, durch Erschießen 1, durch Erhängen 2, durch Ertrinken 2. Die Sterblichkeit der Woche auf das Jahr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 38,9, in Breslau 42,9, in Frankfurt a. M. 22,5, in Röln 34,6, in Dresden 29,3, in München 38,1, in Bremen 13,3, in Stuttgart 23,9, in Wien 24,9, in Paris 22,4, in London 20,9, in Liverpool 39,6. In der Woche wurden dem Polizei- Präfidium gemeldet als erTranft an Typhus 24, an Masern 80, an Scharlach 33, an Diphtherie 115, an Pocken 1. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 793 Krante aufgenommen, Davon litten an Masern 7, an Scharlach 10, an Diphtherie 30, an Typhus 16, an Rose 7. Es starben 118 Personen oder 12,4 pt. aller in der Woche Gestorbenen; als Bestand ver blieben 3475 Kranke. : " 11 Dom Herr ganz Herr zu einem Anhänger Rödel's gestempelt hätte. Strehlow betont, daß die Arbeiter das Waffer rein müßten. Die Herren Gördi und Herold halten" hätten feinen Grund gehabt, in solcher Weise vorzugehen; fie bewiesen damit nur, daß fie nicht daß fie noch demokratischen Geiste erfüllt Wenn die seien Redner streifen wollten, müsse man ohne fie fertig werden. Die Wer sich seiner Thaten rähme, habe nichts gethan. Versammlung in Sanssouci" habe viel zu früh stattgefunden. Die Einberufer hätten sich vorerst mit den Arbeiter Bezirksvereinen in Verbindung setzen sollen. Der Vorfigende ers sucht, den„ Knatsch" schon der gegnerischen Presse halber jest bei Seite zu lassen. Herr Dr.. Lütgenau macht im Intereffe der Versöhnung darauf aufmerksam. daß die Herren Gördi und Herold nicht aus persönlichen Guüinden es abe lehnten zu sprechen, sonderr glaubten, daß die Ehre der Partei es verbiete, daß Männer, die heute angegriffen, morgen bereits wieder die erhabenen Prinzipien verträten. Herr Kerlin beleuchtet in humoristischer Weise die bisherige Thätigkeit der Mojorität in der Stadtverordneten- Versammlung. Großes hätten die Herren geleistet: einen Baurath 12.000 M. zu be willigen und den Kanalbauarbeitern teine Bulage zu gewähren, den Laternenanzündern die beantragte Bulage zu verweigern und für einen Stadtrath 3000 M. bereit zu halten, 100 000 M. für die Kunstausstellung hinzugeben und für Sanitätswachen nicht einen Heller, das wäre doch etwas viel geleistet. Rezerau weist auf die Nothwendigkeit und Rüglichkeit eines Gewerbe Schiedsgerichtes hin. Herr G. Voigt bittet die Wähler der einzelnen Bezirke ihre Wünsche und Ideen dem Komiteemitgliede ihres Bezirkes mitzutheilen, um den Willen der Allgemeinheit nach jeder Richtung hin zum Ausdruck zu bringen. Herr Werner, Schriftfeßer, fieht eine Besserung in ben fommunalen Verhältnissen darin, daß die Mängel und Fehler der Verwaltung aufgedeckt und drastischer beleuchtet würden, seit dem Vertreter der Arbeiterpartei in der Stadt verordoeten Versammlung sich befänden. Wie nothwendig diese Anwesenheit sei, zeige der diesjährige Maurerstreit. Die Majo rität der Stadtverordneten gehe im Allgemeinen von der An ficht aus, daß es nichts schade, wenn die städtischen Bauten auch sechs Wochen lang ruhten und deshalb werde lein Druc aber die Kinder auf die Unternehmer geübt. Daß naffen, nicht genügend aus des Volles später in getrockneten Schulräumen figen und mit ihrer Ge sundheit die Hartnäckigkeit der Bauherrn bezahlen müßten, werde gar nicht in Betracht gezogen. Nunmehr geht der Redner auf den sogen. 3wist über und nimmt unter großer Un ruhe der Versammlung, die den Vorfizenden zum Eingreifen veranlaßt, die Herren Gördi und Herold in Schuß. Jm politischen Leben giebt es feinen Dant, allein es ziemt fich auch nicht, daß man Diejenigen, die für die Arbeiterfache in die Schranken getreten sind, mit Schmus bewirft. Man solle die Resolution ändern, die in der Donnerstagversammlung beschloffen worden sei. Auch er( Redner) sei dafür, daß auf Personen nichts gegeben werde und er erkenne das Wahlkomitee vollkommen an. Aber man solle nicht resolviren gegen Leute, die seit Jahren in der Deffentlichkeit ständen.- Herr Kuntel berichtigt ben Vorrebner dahin, daß die Resolution fich nur gegen den betr. Brief und gegen das Fortbleiben der Herren Gördi u. Herold gerichtet habe, nicht aber gegen ihre bisherige öffentliche Thätig feit. Herr G. Voigt, als Vorfizender der betr. Ver fammlung bestätigt diese Erklärung. Inzwischen ist folgende fammlung bestätigt diese Erklärung. Resolution eingelaufen und wird zur Diskussion gestellt:„ Die heute in Gratweil's Bierhallen lung der be. Eine Kommunalwähler- Versammlung, welche am Sonntag, den 9. d., in Gratweils Bierhallen, Kommandanten straße 77/79, unter Vorfildes Schriftfepers Herrn R. Schulze stattfand, verfiel dem Schicksal polizeilicher Auflösung. Zunächst wurden 3 Wahlen vorgenommen, um das in Sanssouci" ge wählte Wahlkomittee, das aus 14 Mitgliedern bestehen soll, zu ergänzen. Der Vorschlag der Herren Hill und Strehlow, Herrn Tischlermeister Mitan zu wählen, fand dadurch seine Erledigung, daß Herr Werner erklärte, Herr Mitan, der nicht anwesend sei, weil er in einer Gewerkschafts- Versammlung zu referiren habe, würde eine etwaige Wahl unter feinen Umstän den annehmen. Unter Berücksichtigung derjenigen Stadt. bezirke, die im Komitee noch gar nicht oder noch nicht genügend vertreten find, wurden schließlich folgende Herren mit großer Majorität gewählt: Straßburg, Tischler; Wiener, Schneider. An diesen Wahl Kroll, Drechsler; bestimmte Erwartung, att fnüpfte Herr Schulze die dem nunmehr daß hinter vollständigen Komitee alle Arbeiter Kommunalwähler, besonders aber das Berl. Voltsbl.", als Arbeiterorgan, stehen und dasselbe mit allen Kräften unterstüßen würden. Herr Bamberger gab hierauf, wenn auch nicht autorifirt von der Redaktion des ,, Berl. Voltsbl. so doch in der ficheren Gewißheit, die Ansichten derselben aus. zusprechen, die feste Erklärung ab, daß das Berl. Voltsbl.", bas vollständig auf dem Boden des demokratischen Prinzips stehe, das in Sanssouci" von einer Volsversammlung rechtmäßig gewählte Komitee mit aller Entschiedenheit, wie es Pflicht fei, unterstüßen werde. Diese Erklärung wurde mit brausendem Beifall begrüßt. Nunmehr wurde zum zweiten Punkt der Tagesordnung übergegangen und Herr G. Schulz erhielt das Wort zum Referate über die bevorstehenden Kommu - fo nalwahlen. Stets hätten es die Berliner Arbeiter etwa führte der Redner aus als ihre Aufgabe angesehen, treu und fest verbunden auf geseßlichem Boden für die Erreichung ihrer Ideale zu arbeiten, aber immer hätten Wenn nun fie fich von Personenfultus ferngehalten. einige Personen zu der Ansicht verleitet worden wären, sie allein dürften die Leitung in die Hand nehmen, so müsse ein Das Komitee ist solcher Glaube ihnen genommen werden. rechtmäßig gewählt worden; die Deffentlichkeit hat es anerkannt, den will ich sehen, der daran rütteln und rühren wollte!" Das Romitee sei nach der heut erfolgten Wahl in der Lage, sich kon stituiren und polizeilich anmelden zu können, um dann unter ftüßt von der Arbeiter Bevölkerung Berlins in den Wahlkampf zu treten. Als wichtigste Programmpunkte bezeichnete der Redner die Beseitigung oder wenigstens eine Reform der Miethssteuer, die Einrichtung und Unterhaltung von Sanitätswachen durch die Stadt und der Forderung und Verwirklichung des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes auch für die Kommunalwahlen. Die Vertreter der Arbeiter hätten dahinzielende Anträge selbstständig in der Stadtverord netenversammlung zu stellen; nicht bitten sondern fordern müsse man. Bum Schluß ersuchte der Redner noch einmal im Intereffe der Sache allen Zwift Personen bei Sanssouci" der Angriff gegen Seite zu laffen. Als in das alie Komitee erfolgte, sei das neue Komitee noch gar nicht gewählt, also auch nicht in der Lage gewesen, das alte in Schuß zu nehmen. Im Uebrigen seien nur Personen aus dem alten Komitee, nicht aber das ganze Komitee angegriffen worden. Einigkeit sei die Losung; Schulter an Schulter müsse Herr und werde man lämpfen!( Lebhafter Beifall.) Kunkel fam ebenfalls auf den Zwist zu sprechen, der seit der Mittwochs- Versammlung ausgebrochen sei. Für das Prinzip Mittwochs Versammlung ausgebrochen sei. Für das Prinzip müsse man stets, nie für Personen tämpfen. Die Herren Gördi und Herold seien verpflichtet, den Schritt, den sie thaten, als sie den bekannten Brief verfaßten, zu entschuldigen. Redner macht noch auf den verlogenen Bericht der Staats bürger- Zeitung" über die Donnerstags- Versammlung bei Keller aufmerksam, der seine Worte vollkommen entſtellt und ihn rasch Wie in Berlin die deutsche Sprache mißhandelt wird, mögen folgende Beispiele zeigen. Da bietet, wie die Bolts- 3tg." schreibt, der glückliche oder auch zur Zeit unglück liche Befißer eines Hundes dreißig Mark Belohnung dem jenigen, der ihn denjenigen, der seinem Hund den Schwanz abgeschnitten hat, der durchaus nicht bösartig war, so nachweist, baß er denjenigen richtig gerichtlich belangen fann"; ein An berer verlangt eine Köchin, welche aus fich selbst heraus tüchtig tochen und Wirthschaft machen" kann; ein Dritter, seines Beichens ein Steinhändler, zeigt seinen werthen Kunden an, daß er schon seit drei Monaten an die Telephonleitung anges fchloffen ist", während ein Vierter seinen geehrten Kunden auf dem Firmenschilde die Mittheilung macht, daß bei ihm ,, Holz, Torf und andere Gemüse" zu haben find. Ein Schuhmacher meister giebt für sein gutes Geld im Intelligenzblatt" seinen etwaigen Kunden die Versicherung, daß er Herren und Damen für gleiche Preise versohlt", und ein anderer, seinen geldbedürf tigen Mitbürgern Hilfe spendender Spree- Athener fauft ,, Betten, Möbel, Sachen, Herren, Damen, Kinder, Kleider, Sachen und andere Utensilien zu zivilen Preisen". Eine ähnliche Eleganz im Ausdruck und Sicherheit in der Bezeichnung des Gegenstandes zeigt sich in der Bezeichnung, künstliche Muttermilch Fabrit", der Ammen Beforgungseine ein Wenn z. B. Agentur" würdig zur Seite steht. Restaurateur einem flotten Kellner bei hohem Gehalt feste Stellung und eine stramme Köchin" verspricht, so mag dies dem sprachreinigungsfreundlichen Leser so bedenklich erscheinen, wie anderen die geräucherte Seefischhandlung" und flein. gehauene Holzhandlung". Wenn aber eine ländliche Orts behörde an einem öffentlichen Wege anschlagen läßt: Dieser Weg ist tein Weg, wer es aber doch thut, der bekommt 10 Thaler Strafe oder 10 Tage Gefängniß, wer einen denunzirt, der es gethan hat, der bekommt die Hälfte davon", so dürfte es fich gewiß empfehlen, auch für denjenigen eine Belohnung aus zuseßen, der im Stande ist, diesen Unsinn in's Deutsche zu überseßen. Daß ein Gutspächter in der Provinz Bosen seine Frau und Töchter zur Bienenzucht empfiehlt" und ein anderer eine jeden Tag frischkalbende Kuh" zum Verkauf stellt, tann gegenüber solchen stilistischen Leistungen laum auffallen. Jeden falls liefert das Studium der ersten besten Nummer unserer Annonzenblätter und tausende unserer Firmenschilder den Bes weis, daß entweder die Sprache erfunden, um die Gedanken zu verbergen", oder daß das Schiller'sche Wort: Herr, dunkel war der Rede Sinn" zur Richtschnur für dergleichen öffentliche Rundgebungen genommen wird. Jedenfalls trifft hier der be tannte Ausspruch eines gewöhnlichen Sachsen zu:„ Ei Herrcheses nee, er spricht ä Taitsch, wie es Taitscher niche; er schreit Bull. john! Bulljohn! un wos wor'sch, Fleeschbrühe wor'sch." Ein eigenartiges Verbrecher- Album etablirt sich im Laufe der Zeit an den Wänden, Thüren, Defen der Siftir zimmer des Kriminalgerichts- Gebäudes in Moabit. Mitar beiter an dieser seltsamen Galerie sind die sämmtlichen Vers brecher, welche aus dem Untersuchungsgefängniß vorgeführt werden und die Zeit der Muße, welche ihnen bis zur Wahrnehmung des Termins zur Hauptverhandlung verbleibt, dazu benußen, um hier ihre Visitenkarte abzugeben. Blickt man auf diese Herzensergüffe vortrefflicher Menschen, so erhält man einen eigenthümlichen Ueberblick über das Wesen und Walten des Berliner Verbrecherthums, denn hier reden die Steine mit stoischer Ruhe ganze Räubergeschichten. Da steht schön ein. gravirt: R. B. zum 2. Male 2 Jahre Gefängniß", Franz Bohle, zum ersten Male gleich ein Monat". D. Knabe theilt feinen verehrten Mitverbrechern mit, daß er wegen 25 leichter Diebstähle 1 Jahr Gefängniß" erhalten hat, während Wilhelm Schiller trübselig verkündet, daß er wegen eines schweren Diebstahls 16 Monate brummen muß. Arnold Range ist ,, natür lich unschuldig" zu 9 Monaten verurtheilt worden. Eine lieb R. Fröhlich, liche Geschichte erzählt folgende Inschrift: Den Wachtmeister, hat Nachts Tischler, genannt ein Berke verhauen"; harmloses Diebesibyll wächter verrathen folgende Worte, die sich an drei verschiedenen Stellen befinden und also lauten: Franz Bubla u. Komp. Max Banke wegen 12 schwerer Diebstähle 4 Monate Unter fuchungshaft, 15 Jahre Buchthaus." Auch als Briefsteller für Spizbuben scheinen die grau getünchten Wände benutt zu werden. Zweifellos mit tiefem Bedauern hat ein Ungenannter an die Wand geschrieben: Lieber Herzog, meine Liebste hat gepfiffen." Daß dieses verhängnißvolle Pfeifen" böse Folgen gehabt hat, konstatirt die Nachschrift zu diesem freundlichen Avis, welche besagt:„ Karl Herzog 3 Jahre Zuchthaus wegen schweren Diebstahls."" Ein Verbrecher, der ohne Zweifel weiß, wie es gemacht" werden muß, giebt für seine Genossen folgende Parole aus: Reime Du ein und lasse mir raus!" Aber auch poeftevolle Gemüther giebt es unter den Insassen jener wohlvergitterten Räume. Höchst elegisch flingen folgende Verse: Wer Freiheit nicht zu schäßen weiß, darf nur dies Haus betreten, so wird er schon in furzer Zeit für seine Freiheit beten." Einer, der sich anscheinend nicht so leicht ,, unterbringen" läßt, verfichert: In diesem finstern Kellerloch dent ich an meine Liebste noch!" Ein Dritter flagt:„ In dieser Dummen Folterfammer friegt man schon einen Kazenjammer; was wird nun drüben erst paffiren? Der Teufel soll Euch rifaffiren!" So plaudert es von den Wänden der Siftir 11 um 9. Ziehung d. 4. Klasse 172. Königl. Preuß. Lotterie. Stehung vom 10. August 1885. Nur die Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 71[ 1500] 196 273 314[ 300] 68 98 539 625 38 784[ 300] 841 916[ 1500] 41 82 1115 93 95 143 50( 300) 76 90 209 23 44 45 56 89[ 300] 360 514 50 63 94 614 33 37 73 748 50 869 939 2092[ 300] 106 204[ 300] 25 73 ( 550) 82 96 308 530 41 46 73 667 77 832 58 63 3010 102[ 300] 69 302 63 97 425 546 52[ 1500] 95 607 44 75 78 717 89 931 48 4048 303 93 453 55 672 722 32[ 300] 76 822 904 82 85 87 5012[ 300] 42 127 50 215 44 317 42( 550] 71 79[ 6000] 80 472 525 [ 1500] 45 79 81 715 822 60 63 980 6162 238 372[ 550] 92 428[ 1500] 58 78[ 3000] 552 639 66 715 48 57[ 550] 837 41 44 69[ 3000] 7182 84 202 3[ 300] 18 32 478 80 500 27 696 742 50 817 83 901 12[ 550] 20 40 41 88 8049( 300) 108 63 214 15( 550] 94 313 48 75[ 300] 405 38[ 300] 61 541 98 656 762[ 300] 82 92 810 42 79 89[ 300] 940 42 9200 33 471 512 16 53 633 59 76 760 15501 833 56 66 73 86 901 4 97 62 86 tagende Versamm erhebt hier der Kommunal Wähler Berlins mit zum Beschluß: Die Versammlung steht hinter dem nun vollständig gewählten Komitee, Schulter an Schulter gedrängt zu der Wahl bereit und ist in jedem Augenblid bereit, in den Kampf zu ziehen; über die öffentlichen Streitfragen, betr. Des Briefes der Herren Goerdi und Herold, geht sie zur Tages Ordnung über." Herr Medailleur Krohm hebt Herrn Dr. Lütgenau gegenüber hervor, daß in dem betr. Briefe von persönlicher Ehre und Würde" ebenfalls die Rede sei, lobt die Thätigkeit der Arbeiter- Stadtverordneten im städtischen Parlament und fordert von jedem einzelnen Wähler, Agitator für die gute Sache zu sein. Im gleichen Sinne sprechen die Herren Schröder und Appel. Als nun der legtgenannte Herr die Bemerkung machte, daß die heutige Kommune gar feine Kommune im Sinne des Wortes jei, weil die Verkehrs anstalten( Pferdebahnen) fich im Pripatbefiz befänden und ebenso die öffentlichen Bauten erklärte der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf Grund des Sozialisten gefeges für aufgelöst. 506 20 52 83 637 756 75[ 300] 845[ 550] 51 909 13 30[ 550] 48 79( 1500 47029 213[ 300] 321 58[ 300] 73 420 500 27 622[ 300] 37 41 51( 300) 712[ 300] 23 803 33[ 550) 952 83 87 96 97[ 300] 48035 55 99[ 300] 125 94[ 300] 231[ 300] 58 314 68[ 300] 92 421( 550] 42 89 653[ 550] 63 701 54 93 813 22 26 937 49027 192 94 220( 550] 75 98 441 590 624 86 [ 3000] 744 833 919[ 300] 61[ 300] 50014 40[ 45 000) 60 78 299 339 77[ 300] 85 442 57 500 32 38 74 95 654 837 903 8 51036 37[ 550] 41 65 78 118 39 55 75 75 213 76 350 [ 300] 479 716 36 45 825 904 52044 102 37 49 50 96 262 77 337( 300 46[ 3000] 64 70 99 404[ 300] 18 66 84 570 604 22 49[ 300] 71( 550] 84 88 770 800 23 81 938 56 53027 33 58 71 79 157 203 56 345 411 57.83 610 21 62 72 783 54036 103( 1500) 34 46 80 215 335 88 409 34 511 657 873 912 52 53 Mr. C lung Stell Wort stand Borfi blatt nanni eine wohl nicht Aftio Wahl Komi wolle für a wenn den Komi und werde der 2 und daß Pflid jedoc wo d muß fich e somol Es t word präzi tonen über das Beiger haber gifche und brief Wide mitte Son weld tomm ohne foller Schli und beite heig alle und Doch Ber Sch eine erge hör daff Beit aus bie 55021 24 40 117[ 300] 52[ 300] 77 203 18 44[ 550] 300 28 57 502 87 573 631 765 81 855 90 954 56013[ 300] 28 49 149 72 268 79 504[ 300 31 624 700 35 46 815[ 300] 69 81 969[ 300] 80 57047 93 96 114 37 38 430 84[ 300] 540 83 649[ 15001 76 91 737( 300) 42[ 550] 84 811 22 45 58128( 300) 30 219 87 408( 3001 53 54 526 13001 616 48 73 86 782 829 68 924 67 94 97 59025 40 132 75 215 17 87[ 300] 319 404 32[ 550] 553 60041 44 103 81 240 318 31 35 56 67 480 561 83 88 612 28 47 720 43 64 80 93[ 1500] 813 28 40 930[ 300] 64[ 550] 61004 30 48 288 34 89 432 37( 550) 58( 550] 523 28 37 72 673 814 29 76 91762088 90 13001 128 43 231 67 333 66 75 424 29 647 74 91 759 896 910 63( 550 63053 64( 3000) 178 349 54 71 72 406 69 80 590 95 601 30 56 751 800 11 21 31 900 4 31 72 64030 82 109 58 88 205 98 398 447 50 502 3 21 [ 550] 78 694 760 802 61 912 34 40 720 62 69 897 925 10020 95 166[ 300] 85 222 42[ 450 000] 57 492 546 60 72 712 21 809 946[ 300] 51 55 11095 127 45[ 300] 70 90 94[ 300] 252 75 416 538 75 762 813 62 954 12012 36( 300) 60 73 149[ 1500] 54 63 97 98 238 [ 3000] 65 327 30[ 550] 59 77 95( 300) 96 488 98 552[ 1500] 69[ 550] 617 21[ 300] 29[ 300] 31 47 745 841 906 7 99 13190 94 310 65 406 543 [ 1500] 95( 550) 674 87 708 873 917[ 1500] 77 78 14009 61 67[ 550] 141 51 88[ 300] 244 48 51 86 321 26 429 50 60 74 539 56 612 896 916 29 15005 14 30 1550] 115[ 300] 65 72[ 550] 233 43[ 550] 339 542 633 65010 134[ 1500] 79 256 88 96 359 467[ 1500] 505 7[ 1500] 59 87 88 1550] 843 51 908 29[ 300] 60 62 67 16023 48[ 1500] 66 153 206 74[ 300] 677 98 743 864 84 901 25[ 300] 33( 550) 66116 18 96[ 300] 220 [ 300] 349 59 400 5 29 63 69 563 75 81 87 653 71 82 715 65 848 90 905 325 30( 550] 32 97 549 83 600 17[ 300] 747( 550) 57( 300) 814 39 900 53 17022 46 173 91 302[ 3000] 86 445 68 520 33( 550) 90 610 806 25 21 52 91 16000] 67032( 550) 47 59 60 80 126 96 246( 3000] 75 99 301 954 93[ 3000) 18033 60 77 121 48 55 230 309 456 1550] 58 75 557 34( 300) 21( 550) 464 585 750 848 66 965 84 68011 53 61 93 101 14 204 603 43 91 750 807 948 49( 550) 51( 3000] 19072 106 26 229 313[ 300][ 300] 59 417( 300) 504 37 85 94( 550) 673( 550) 732 808 20 911 69000 23 140 272( 1500] 314( 3000) 448 50 92 97 510[ 300] 32 52 651 557 633 65 85[ 550] 756 857 78 80 89 992 20048 84 124 228 67 317[ 300] 42 96 417[ 300] 550 68 639[ 550] 57 59 90 711 17 40 98 800 13 34 62 930[ 300] 43 62 760 69 74 94 858 66 951[ 300] 57 66[ 3000] 80 21058 124 40 81 208 45 78 369 629 62 749 863 67 97 932 41 68 22014 17 67 115 54 204[ 1500] 35 70025 51 113 50[ 550] 260 330 87 455[ 300] 76 591 642 905 71129 53 95 311 63 487 577 78[ 3000] 91 99[ 300] 620 44 767[ 300] 87 828 50 60 66 84 93 735 919[ 550] 44 46 95 72032 35[ 300] 42 70 84 168 227 64 777 821 911 85 24013 33 49 50 92 218[ 300] 49[ 1500] 53 75 302 21 36 505 29 60 66 84[ 3000] 645 46 830 61 65 66 936 54 62 79 87 90 34 43 59 439 55 84 557 85 606 35 98 734 51 906 18 27 29 25015 75 186 13001 251 327 37 35 13001 434 39 13001 43 70 77 13001 74089 92 103 44 46 47 261 308 19 35[ 300] 52 55 92 408 65[ 3000] 531 63 79 611 701 72( 300) 73 75 79 805[ 300] 35 47 93 900 18 43 72 75044 78 112 231 307 22 66 409 597 631[ 3000] 63 83[ 300] 753 842 26029[ 300] 65[ 550] 67 87 227 55 61 421 27 535 97 631 58 710 88 97( 3000 89 419 829 49 50 57 66 915 38 41 115001 57 71 27011( 550) 26( 3001 71 110 22 88 522 44 64 34 606 718 39 43( 300) 64 843 48 130001 918 24 33 3 239 315 60 76 660 758 62 821 907 62 81 28022 92 166 93 204 13000) 2014 22391 201 39 324 478 522 15 6044075 733 03 60 802 51 65 20 52 55 314 47 13001 407 87 509 11 22 36 57 70 72 13001 604 28 61 722 78009( 550) 336137 101 2( 800) 83( 300) 237 332 048 49 69 604 732 04 27 45 93 909 29053 92 199[ 550] 201 309 26 28 441 52 52 77 82 95 569 879 82( 550) 922 59 79020 76( 650) 209 306[ 300] 11 19[ 1500] 42 67 94 74 80 83 613 36 733 42 61 852 926 46 [ 300] 477 517 39 68 81 608 88 950 74 So Spi fam mir frü toft Du thr glei bre gan Da alt ftül lich pla fie ben da Der zeb 3e bo ger Lic 4 un ma be 0 bie B ST ba Sp 30031 32 39 107 19 61 69 219 38[ 550] 48 67 73[ 300] 79 82 36 97 657 76 601 65 846( 550) 92 98 90331013 39 80145 72 224 33 81 87 320 36 61 411 52 1300] 98 543 734 56 72 845 141 209 35[ 550] 59[ 1500] 75 321 84 475 565[ 550] 631 712 17 19 63[ 300] 87 82025 50[ 1500] 98 101 32[ 300[ 47 55 81[ 300] 216 68[ 1500 109 22[ 550] 55 60 277 333 497 542 682 739 86( 550) 93 804 12 17 66 93 314 32 67 73 906 12 2083054 19501 149 81 231 50 76 81 423 26 86 94133197 266 94 333115001 66 62243642 69 929 756 97816( 8000) 3001613 26 13001 33 15001 32495619 130001 20196 730 85 74 800 33 903( 550) 26 43 8634004 50 189 864 76 437 130001 78 80 515 87 627 918( 300) 42 78( 300) 54043 15501 89 160 88 16501 224 32 47 310 33 94 724 97 936 69 73 35017[ 550] 42[ 3000] 111 24 54 81 272 347 52 53 404 519[ 300] 31 492 507 63 620 30 36[ 300] 700 11 29[ 300] 93 830 58 84 905 85084 99 195 204 55 58 80 334 38 44 90 437 558 64 602 19 29 84 90[ 550] 706 86[ 1500] 828 29[ 550] 53 97 948[ 3000] 70 36082[ 300] 88 707[ 300] 38[ 1500] 41 54 976 86003 103 39 86 229[ 1500] 35 50[ 300] 108 77 221 40 77[ 550] 326 35[ 300] 85 421 22 500 89 689 700 22 59 80 54 92[ 1500] 321 547[ 550] 79 607 62 70 718 32 821 80 87012 22 [ 1500] 92 816 54 61 938 37045 51 109 39 58 95[ 300] 209 18 64 340 75 32[ 3000] 37[ 550] 99 115 38 64 232 35 46 90 317 402 12 514 29 56 681 87 424 70[ 550] 625[ 1500] 65[ 300] 766 87 959 38025 70 75 98[ 300] 5[ 15000] 701 51 848 70 907 17 88023 31 68 81 83 250 66 427 52 66 131 62 71 81 259 354 409[ 300] 38 512 25[ 300] 36 73[ 30001 76 98 607 73 516[ 550] 26 601 39 74 95 734[ 3000) 70 801 15[ 300] 45 56 61 940 52[ 1500] 56 89113 282 337 44 58 89[ 550] 472 521 91 635[ 300] 725[ 300] 30 76 879 915 39096[ 1500] 210 21 370[ 550] 425 36 47 53 647 40000 51[ 300] 78 146 72 453 510 77 90 654 716[ 300] 33 43 54 811 39 925 85 41032 40 83 110 25 88 200 32 99 300 19 35 53 406[ 550] 8 16.63 526[ 300] 43 65 657 90 702 34[ 300] 52 882 931 42102 22 200 38 69 812[ 3000] 921 99 510 70[ 3000] 644 48 59[ 300] 835 60 80 90040 103 30 79 210 21[ 550] 34 40 68 73[ 300] 91[ 1500] 458 68 80 91014 73 82[ 300] 85 96 185 53 91 313[ 300] 69 78[ 550] 401 14 76 563[ 300] 76 91 700 6 52[ 300] 63 235 50 89 348[ 3000] 57 428 50 81 85 511 709 31 42 58 929 92[ 300] 82 92 855 959 43013 32 120 58 85 99 251[ 300] 78 302 420[ 300] 92028 31 43 64 66 69 91 102 24 31[ 300] 34 66 75 219 91 97 307( 300) 57[ 3000] 67 548 680 825[ 1500] 39[ 5501 49 83 44011 24 34 104 52 55 72 501 19 48 72[ 550] 94 620 60 705 23 812 68[ 550] 77 80 85 93037 76 154 78 233 39 66 365 74 438 68 529 45 85[ 300] 672 77.812 13 954 45043 44 135 225 27 355 97 404 64 75 538 52 600 39 92 28 878 87 94001 57 64 83 141 42[ 300] 69 230 43[ 300] 48 66 75 87 310 19 484 08 262[ 300] 87 412 646 47 71 700 28 89 97 832[ 300] 83 84 911 53 919 41 69 97 46056 81 103[ 550] 39 88 93 273 300[ 530] 26 427[ 300] 513 32[ 550] 68 678 734 43[ 300] 806 34 56 60[ 550] 991 Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. W be un err ein n; img Die en. Die en. ers est im ten ab tei its in Der Bes bes en, rn M. en err пев Die em len สุ น in ind tet bt iefe jo Ins ten rud Der บ ริก Bes ten, ed In fen Fm uch Die die Fen hts an. ren Den etr. cold tig Ser nde Die iernun ingt Den Des ges errn von Lobt chen ator Die nte gar hrs und ende tens 5001 300 125 Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 185. Lokales. er. Auf die vorgestrige Kommunal- Wähler- Versammlung, über deren Verlauf wir unseren Lesern an anderer Stelle ausführlich berichten, müssen wir hier mit einigen Worten zurückommen. Beim Beginn der Verhandlungen entftand eine Debatte, hervorgerufen durch eine Aeußerung des Borfizenden über die eventuelle Haltung des Berliner Voltsblatt" dem durch Beschluß zweier Volksversammlungen ernannten Wahl- Komitee gegenüber. Offen gestanden, wir hatten eine derartige Interpellation nicht erwartet, denn es mußte wohl von Anfang an ziemlich klar sein, daß ein Arbeiterblatt nicht derjenige Faktor sein fann, der bei einer so wichtigen Aftion, wie es die in Aussicht stehenden StadtverordnetenWahlen doch thatsächlich find, einen Bankapfel zwischen Wahl Komitee und Wähler wirft. Wir sind teine Nörgler und wollen und dürfen es auch nicht sein, ebensowenig wie wir es für angemessen halten, uns in den Schmollwinkel zurückzuziehen, wenn es gilt, tief einschneidende Lebensinteressen des arbeitenDen Bolles wahrzunehmen. Wir werden mit dem WahlKomitee auf dem Plage sein, und werden seinen Maßnahmen und Anordnungen die thatkräftigste Unterstützung zu Theil werden laffen, solange dasselbe selbst nicht gegen die Interessen der Arbeiter handelt. Das ist nicht mehr wie unsere Pflicht, und es hat uns gerade nicht sehr angenehm berührt, daß man uns eine so geringe Kenntniß der uns obliegenden Pflichten zumuthete. Angesichts der vorliegenden Thatsachen jedoch müßte überall jede kleinliche Empfindlichkeit verschwinden; wo die Intereffen der Allgemeinheit auf dem Spiele stehen, muß alles Andere zurücktreten. Die Berliner Arbeiterschaft hat fich ein Stomitee erwählt, nunmehr ist es Pflicht der Wähler sowohl wie der Arbeiterpresse, dieses Komitee zu unterstügen. Es ist bereits in der Versammlung eine Erklärung abgegeben worden, die unseren Standpunkt in der vorliegenden Frage präzisirte. Wir treten jener Erklärung vollkommen bei und be tonen, daß dieselbe sich mit unseren ursprünglichen Ansichten über die Stellung des Komitees vollständig deckte. Möge daher das Wahl- Komitee frisch an seine Arbeit gehen und möge es zeigen, daß die Bedenten, welche vielleicht bisher noch geherrscht baben, grundlos find, und möge es durch geschickte und ener gische Handlungsweise die Unzufriedenen von seiner Tüchtigkeit und Fähigkeit überzeugen. Das wird ein besserer Empfehlungsbrief für die Komiteemitglieder sein als alle Reden Für und Wider in den öffentlichen Volksversammlungen. Dienstag, den 11. August 1885. Thompson auf die Reise, um in den Hauptstädten Europas das Intereffe für sein humanitäres Streben neu zu beleben. Diesmal war der Schuß allerdings ein solcher, der weithin ge hört wurde. Der Prinz Gagarin war das lezte Opfer in Monaco. Die Einzelheiten, welche über seine letzten Stunden bekannt werden, die herzlosigkeit, mit welcher man dem Manne, dem man eben den noch immer kolossalen Rest eines foloffalen Vermögens abgenommen, genügende Mittel verweigerte, um die Heimreise anständig antreten zu können, müssen das herbe Urtheil über den Fürsten von Monaco und seine Bächter noch um ein beträchtliches verschärfen. Der Schuß in Monaco hat übrigens ein sofortiges Echo in Paris gefunden, wo ein Monfieur Roby, ein sehr wohlhabender Mann der Gesellschaft, den Verlust seines Vermögens in der Spielhölle nicht zu überleben vermochte, furz vorher einen Selbstmord begangen hatte. Der Befizer eines großen Restaurants in der Jägerstraße, der erst vor kurzem 30 000 Mart ererbt hatte, war ebenfalls ein Opfer des Spielteufels ge= worden Seine letzten 30 m. verwandte er aus den Ankauf des Revolvers. Man braucht übrigens nicht allzuweit zu gehen, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß das gewerbsmäßige Hazardspiel in viel höherer Blüthe steht, als man glaubt. Als der Prozeß gegen die Erprefferbande vom ,, Unabhängigen" geführt wurde, zitterten in Berlin sehr viele vor der öffentlichen Berhandlung. Der Staatsanwalt hätte noch weit mehr Anklagepunkte aufstellen können, als geschehen. Das Konto der Angeklagten war in der That noch beträchtlich belastet. Sie hatten noch mehr Erpressungen vorgenommen, als man ahnte. Aber es hätte dann auch in die Details eingetreten werden müssen und es wäre gar Vieles zur Sprache gekommen, was nun gnädig mit Nacht und Schweigen bedeckt geblieben. Ja, in Berlin wird, so schreibt man der Bresl. M.- 3tg." von hier, noch immer sehr viel gespielt. Man kennt die Lokale im besten noch immer sehr viel gespielt. Man fennt die Lofale im besten Theile der Stadt, in deren Hinterzimmern, durch Teppiche gedeckt, es zu ertönen pflegt:„ Rien ne va plus." Die junge Börse und die Armee, vor Allem die Kavallerie- Regimenter stellen die Reihen der Spieler, zu ihnen gesellen sich dann die dunklen Existenzen, die durch das Spiel in den Befit großer Summen gefommen, als unabhängige Gentlemen" gelten und das Spiel nicht aus Passion, sondern als lohnenden Erwerb treiben. Der vor Kurzem aus dem Gefängniß entlassene Spielerfönig R. in Berlin bewohnt im Thiergarten eine pompöse Wohnung und macht einen kolossalen Aufwand. Ich kenne einen jungen Börsenmann, Träger eines sehr bekannten Namens und Befizer eines sehr großen Vermögens. Dieser Herr geht stets ohne Uhr. Es macht einen seltsamen Eindruck, ihn in der Unterhaltung fich oft mit den Worten unterbrechen zu sehen: Wie spät ist es wohl?" Er macht den Freunden gegenüber gar kein Geheimniß daraus, daß er seine Uhr grundsäßlich nicht mehr trägt, weil er die Gewohnheit hat, nachdem er alles Geld, das er bei fich führt, schon verspielt hat, auch diese noch zu seßen. Eine der befanntesten Spielhöllen in Berlin war bis vor Kurzem ein Restaurant von Blumenthal, hart neben der katholischen Kirche und unmittelbar neben den Zimmern, die unser Reichskanzler als Referendar bewohnt hat. Es war teine geheime Kneipe. Die Vorderräume standen jedermann frei. Nur nach hinten gelangte man nicht ohne sehr bedeutende Einführung. Troß. Sem genirte die Anwesenheit Fremder auch in den Vorderräumen. Ram jemand, deffen Aufenthalt man nicht wünschte, so wurde sein Auftrag entgegengenommen, aber nicht ausge g. Die gegenwärtig stattfindenden amtlichen Ermittelungen über die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Festtagen erstreckt sich darauf, festzustellen 1. in welchem Umfange thatsächlich eine solche Bejchäftigung vortommt und 2. ob und in wie weit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter Interessen möglich ist. Und zwar sollen fich diese Ermittelungen auf alle Gewerbszweige, einschließlich der Handelsgewerbe und des Handwerks erstrecken, und bei denselben eine große Zahl von Arbeitgebern und Arbeitern gehört werden. Wenn es auch in der Abficht liegt, so heißt es in einer bezüglichen amtlichen Bekanntmachung, eine alle Intereffengruppen berücksichtigende Auswahl von Arbeitern doch nicht bezweifelt werden, daß hierbei besonders sachkundige und Arbeitgebern zu treffen und zur Sache zu hören, kann Berfonen übergangen worden, auf deren Urtheil nur zum Schaden der Sache verzichtet werden könnte. Damit nun durch einen solchen Mangel fein unzutreffendes Bild gewonnen wird, ergeht an jeden Sachkundigen das Ersuchen, den Zentralbe- führt. In den verbindlichsten Worten folgten die Entschuldihörden thatsächliches Material zur Verfügung zu stellen, um daffelbe in geneigter Weise zu verwerthen. Beit darf man in Berlin wieder den Besuch des Mr. Thompson Der Spieltenfel- nah und fern. In der nächsten aus London erwarten, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, auf So oft von dem wunderbaren Stück Erde, in welcher sich die Die Alten. Eine Geschichte von Alphonse Daudet. ,, Ein Brief, Vater Azan?" " Ia Herr... er fommt aus Paris." 701 4.86 4.95 380 300 4 88 7 83 511 2.87 300 384 571 826 553 720 343 8.97 550 800 3 21 9.87 220 900 301 204 71 651 129 144 227 550 793 0001 842 415 38.39 165 55 784 845 212 500 51 $ 84 586 33 84 3001 29 681 66 940 3001 80 185 3001 06 gungen nacheinander, aber der Gast erhielt nichts. Man graulte ihn hinaus. In dieses Haus, das jest geschlossen ist, weil der Befizer starb, gingen sehr Viele als hoffnungsvolle junge Männer hinein, die als verlorene Existenzen es wieder verließen. Man spricht so viel von den alten Seiten in Baden- Baden. Wer den Kirchhof daselbst und in Homburg besucht, der wird Inschriften bemerken, die auf ein jähes Ende in meist noch sehr war verlassen, alle Welt im Felde. Unter den weißbestaubten Ulmen zirpten die Grillen wie im offenen Felde. Auf dem Plaße vor der Mairie stand wohl ein Efel und sonnte sich, ein Flug Tauben erfrischte sich am Brunnen neben der Kirche, aber keine Menschenseele weit und breit, um mir das Waisenhaus zu zeigen. Zum Glück fiel mir plößlich eine alte Fee in die Augen, sie saß zusammengetauert unter einem Thürbogen und spann. Ich sagte ihr, was ich suchte und da sie eine mächtige Fee war, so brauchte sie nur den einem Thürbogen und spann. Ich sagte ihr, was ich suchte und da sie eine mächtige Fee war, so brauchte sie nur den Rocken zu erheben und augenblicklich stand das Kloster der Waisentinder wie auf einen 3auberschlag vor mir. Es war ein großes, schwarzes, grämliches Haus und wie es schien, ganz stolz darauf, über seinem gothischen Portal ein altes Kreuz aus rothem Sandstein mit etwas Latein rings herum aufweisen zu können. Neben jenem Hause erblickte ich ein anderes, fleineres, mit grauen Fensterladen, einem Garten dahinter. Ich erkannte es sogleich und trat ein, ohne anzuklopfen. Er war ganz stolz darauf, daß der Brief aus Paris tam, der brave Bater Azan. Ich nicht. Etwas sagte mir, daß die Botschaft aus Paris, die so unversehens am frühen Morgen auf meinen Tisch fiel, mich den ganzen Tag tosten würde. Ich täuschte mich nicht. Da, lesen wir: Du mußt mir einen Dienst leisten, lieber Freund. Du wirst auf einen Tag deine Mühle zumachen und sogleich nach Eyguieres aufbrechen. Eyquieres ist ein Flecken brei oder vier Stunden von deiner Mühle, ein Spaziers gang. Wenn du dort bist, rufft du recht laut: Guten Tag, ihr braven Leute, ich bin der Freund von Morih.. Dann wirst du zwei fleine alte Leutchen erblicken, aber alt, So lange ich lebe, sehe ich den langen, fühlen, stillen alt, steinalt. Sie werden dir aus ihren großen Sorgen Hausgang vor mir, seine röthlich angestrichenen Wände, das stühlen die Arme entgegenstrecken und du wirst sie so herz- Gärtchen, das tief hinten durch eine helle Gardine hindurchplaudert Ihr. Sie werden von mir reben, nur von mir; ftichigen Blumen und Geigen. Mir war es, als träte ich Sie werden dir tausend Thorheiten erzählen, die du, ohne in das Haus eines gestrengen Herrn aus der Mitte des das will ich hoffen! Es sind meine Großeltern, zwei Wesen, den Mund zu verziehen, mit anhörst. Du wirst nicht lachen, vorigen Jahrhunderts. Am Ende des Ganges, linker Hand, hörte man burch eine halboffene Thür das Tidtack einer hörte man durch eine halboffene Thür das Ticktack einer großen Wanduhr nnd die Stimme eines Kindes, eines Schulzehn Jahren nicht mehr gesehen. Behn Jahre, eine lange findes, bas, nach jeder Gilbe innehaltend, vernehmlich las: Beit! Doch das ist nicht zu ändern, mich hält Paris, sie ihr Als- dann rief der hei- li- ge hohes Alter. Sie sind so alt, daß sie weiß Gott unterwegs ich bin der Wei- zen zerbrechen würden, wenn sie mich besuchen wollten. Glückmuß ge- mah- len licherweise bist du ja dort in der Nähe, mein lieber Junge, 3äh- nen- die- ser und wenn sie dir die Hand drücken, so ist es ihnen als wäre es meine Hand. Ich habe ihnen so oft von uns beiden geschrieben und von unsrer Freundschaft." Der Teufel 1 - I- re- na- us Herrr ich von den = II. Jahrg. Irüftigem Alter hinweisen; es wird ihm auffallen, welch' große Bahl Fremder fich hier am stillen Ort ein Rendezvous für die Ewigkeit gegeben haben. Nun, wenn man alle, die in Berlin durch den Fluch, der sich an den grünen Tisch heftet, in den Tod getrieben wurden, zusammenbetten wollte, wie es in Baden Baden geschehen, sie würden ebenfalls eine stattliche Reihe bilden. Darum, wenn Herr Thompson wieder hierher tommt, werde ihm die gewünschte Unterſtüßung zur Befreiung Monaco's vom Spielteufel zu Theil. Aber man lege auch Hand an das Uebel bei uns zu Hause, das noch immer aufwuchert und jährlich seine zahlreichen Opfer fordert. Aus den Hundstagen. Die Hundstage zeitigen immer eine Reihe von Geschichten, welche sich gewöhnlich an einem sehr fern gelegenen oder an einem ziemlich unbekannten fleinen Ort Ungarns, Südamerikas oder sonstiger Länder, welche ihre geographische Lage jeglicher Kontrole entzieht, zugetragen haben foll. Diese Vorkommnisse sind meist sehr wunderbarer Natur und nehmen für fich die erhabene Glaubensfähigkeit in Anspruch, welche der selige Münchhausen bei seinen Zuhörern in feiner bescheidenen Naivetät vorausseßt. In früheren Jahren erzählte man allerlei Erbauliches von der Seeschlange; die ist aber iezt ganz aus der Mode gekommen. Dagegen find Frauen Don 147 Jahren, die sich noch voller Geistes- und KörperKräfte erfreuen, vierköpfige Kälber, Fünflinge und ähnliche hübsche Dinge jegt sehr beliebt. Auch in diesem Jahre haben die Hundstage, wie die Straßb. Post" mittheilt, schon wieder einige derartige Geschichten gezeitigt, die diesmal aber den Vorzug haben, in unsern gebildeten und wohlbekannten Gegenden sich zugetragen zu haben. 3wei derselben, mit denen wir unsere Leser zunächst bekannt machen wollen, betreffen die Tournure. Die Szene der ersten ist Apolda. In der reizvollen Ilmstadt schlenderte an einem der legten Nachmittage eine Dame den Bürgersteig einher, als plöglich aus dem dritlen Stod eines Hauses ein zweijähriges Kind aus dem Fenster fällt. Kinder und Betrunkene beschütt Gott, sagt das Sprüchwort; aber diesmal bediente er sich eines gar wundersamen Mediums. Das Kind fiel auf die Tournure, welche elastisch genug war, daffelbe vor Verlegungen zu schüßen, und breit genug, daß es so lange darauf liegen bleiben fonnte, bis ein Mann hinsprang und das Kind von dem Sprungfeder ballon herunternahm und es wieder auf die kleinen Füßchen stellte. Kind und Mann aber sahen dann voll Ehrfurcht auf ben Mode- Auswuchs und bewunderten die Weisheit, die sich selbst des Häßlichsten zur schönen That zu bedienen weiß. In Apolda aber ist die Tournure jest ein Gegenstand der höchsten Verehrung und ihr Lob erschallt jezt aus jeglichem Munde. Weniger romantisch, aber einer schönen Menschlichkeit im Hintergrunde doch auch nicht entbehrend, ist folgende Geschichte, deren Schauplatz fich ohne Schwierigkeit nach überall hin ver legen läßt. Eine fleine junge Dame vom Lande segelt stolz die Straße einher. Sie trifft eine Bekannte, zum Unglüc aber gerade an einer Stelle des Bürgersteiges, wo eine Milchfrau mit ihrem Esel Halt gemacht hat. Während nun der Chimborasso der Schönen den Esel, der dicht am Bürgersteige Posto gefaßt, fortgesezt bedroht, öffnet derselbe plößlich die Nüftern, schnuppert begehrlich dem Chimboraffo entgegen, verzieht die breiten Lippen zu einem vergnüglichen Lachen, spißt die Ohren und schlägt, ehe es unsere Schöne es fich versieht, seine gefräßigen Bähne in den Modehöcker, von welchem ihn weder die auftreischende Dame, noch die hinzus eilenden Spaziergänger abzubringen vermögen. ,, und folgst du nicht willig, dann brauch ich Gewalt," denti da unsere Freundin, nimmt in ihrer Seelenangst all' ihre Kraft zusammen- ein Rud und sie ist frei. Hinter ihr her aber schaut der triumphirende Elsel, welcher die Tournure, in der Gestalt eines frisch duftenden Heubündels, vergnügt im Maule hält. der Esel wird von jest jedenfalls Efel genug sein, die Tour nure schön zu finden. Daß der Storch die Kinder bringt, dessen wissen wir uns schon aus unserer frühesten Kindheit zu ers innern. Daß er aber, wenn er des Guten ein Mal zu viel geUnd weiß und schnurgerade voll lebendiger Funken und tanzen der Staubatome durch die geschlossenen Fensterladen drang. Während alles ringsum schlummerte, fuhr das Kind wieder im ernsten Tone zu lesen fort: ,, Al- so- bald stürz- ten sich zwei Lö- wen ü- ber ihn her und zer- ris- sen- ihn." In diesem Augenblic trat ich ein. Und wären die Löwen des heiligen Irenäus ins Zimmer gedrungen, sie hätten keine allgemeinere Erftarrung hervorrufen können als ich. Ein wahrer, dramatischer Knalleffekt! Die Kleine stößt einen Schrei aus, das große Buch fällt, die Kanarienvögel und die Fliegen erwachen, die Wanduhr schlägt, der Alte richtet sich ganz erschrocken in die Höhe und ich selber etwas bestürzt, bleibe auf der Schwelle stehen und rufe mit lauter Stimme:" Guten Tag, ihr braven Leute, ich bin der Freund von Morig!" O, da hättet ihr ihn sehen müssen, den wackeren Alten, wie er die Arme nach mir ausstreckte, mich umhalste, mir die Hand drückte, wie närrisch im 3immer umher rannte und nichts zu sagen wußte als: ,, Mein Gott! mein Gott!" Alle Falten seines Gesichtes lachten. Er wurde roth, er stammelte: D Herr, ach Herr!" dann ging er in eine Ede und rief: Mamette!" " Eine Thür geht auf, das Geraschel einer Maus im Hausgang. Mamette tritt ein. Man fann sich nichts Hübscheres denken als die kleine Alte in ihrer starren, zweigehäufigen Haube und dem braunen Nod; das gestiebte Taschentuch hielt sie dem Gaste zu Ehren in der Hand. Es war wirklich rührend, sie ähnelten einander. Mit einer solchen spißen Haube auf dem Kopfe hätte er eben so gut Mamette heißen können. Nur hatte die wahre Mamette in ihrem Leben wohl oft weinen müssen, denn sie war noch viel runzeliger als er. Anch sie hatte ein Kind aus dem Waisenhause neben sich, eine kleine Wärterin in blauer Pelerine, die ihr nicht von den Fersen wich. Und die beiden alten Leute von den Waisenkindern beschützt zn sehen, es des wer- den Thie- re." Ich näherte mich leise und schaute durch die offene Thür. In der Stille und dem Helldunkel eines fleinen 3im mers schlief im tiefen Sorgenstuhl ein guter Alter, das Gedie Landstraße zu machen; zu viel Mistral und zu viel Sonne, ein wahres Provencewetter. Als der verdammte und die Hände auf den Knien. Ihm zu Füßen faß ein Mädchen im blauen Anzuge große Pelerine und fleines Brief antam, hatte ich mir schon ein geschüttes, schattiges München, das Kostüm der Waisenkinder und las in Plätzchen zwischen zwei Felfen ausgesucht und dachte mir es da wohl sein zu lassen, wie einer Eidechse in einer Mauereinem Buche, das ihr über den Kopf hinausragte, das Leben des heiligen Zrenäus. Ihre wunderbare Kunst hatte wie spalte, und unter den rauschenden Föhren zu träumen. Doch, ein 3auber auf das Haus gewirkt. Der Alte schlief in was ist zu thun? Ich schließe fluchend meine Mühle, lege seinem mächtigen Lehnstuhl, die Fliegen an der Decke, die den Schlüssel unter die Treppe. Mein Stock, meine Pfeife, Kanarienvögel in ihrem Käfig, dicht am Fenster. Die große hole die Freundschaft! Gerade an dem Morgen war ein Prachtwetter, aber nicht, um dabei sich auf sicht über und über mit Runzeln bedeckt, mit offenem Munde lag etwas tief Ergreifendes darin. und so bin ich unterwegs. Ich kam gegen zwei Uhr in Eyguieres an. Der Ort Wanduhr Schnarchte ihr Tidtad, Tidtad. Einzig munter im ganzen Bimmer war nur ein großer Lichtstreifen, der Bei ihrem Eintritt machte sich Mamette zu einem tiefen Knig zurecht, den ihr jedoch der Alte mit einem Wort wie unter den Füßen wegzog:„ Es ist der Freund von Morių!" Da fängt alles in ihr zu zittern an, sie weint, sie verliert ihr Taschentuch, sie wird roth, ganz roth, noch röther als er. Diese Alten! Das hat nur noch einen Tropfen Blutes in den Adern und bei der geringsten Erregung steigt er ihnen zu Schnell, schnell, einen Stuhl!" sagte die Alte zu ihrer Kleinen. Mach' die Laden auf!" ruft das Väterchen seiner kleinen zu und mich an der Hand fassend, führen sie no m ut B ge be ge m It id el a de et in no FORKS= AQROTESHA= ER EUREKA EE008CARSE in ge m et D b ge 0 31 31 e e DEKSAS FAST AS than, auch für deren Ernährung sorgt, dürfte neu sein. Eine arme Handwerkerfamilie, welche eine Dachwohnung inne hat, wird durch Drillinge, die ja in den Hundstagen eine so ge wöhnliche Erscheinung sind, daß fie oft sogar zu Vierund Fünflingen erweitert werden müssen, beglückt. Das Storchenpaar, welches auf dem nämlichen Dach sein Nest hatte, und schnell entschloffen, vielleicht auch im Gefühl der Mit schuld, steckte es den Drillingen die Keulen der aufgegabelten Frösche durch das Fenster zu und nährte erst mit den Ueberbleibseln derselben die eigenen Jungen. Dieser Edelmuth rührte die Eltern sehr und versöhnte sie mit dem Uebereifer der Störche; die Kinder aber gediehen bei dieser ebenso zarten, wie nahrhaften Kost auf das Beste. Einen Beweis rührender Freundschaft erfuhren wir fürzlich aus einer Straßburger Familie. Dort besigt man seit fast zehn Jahren schon einen Kanarienvogel und eine Kaze. Die Anhänglichkeit zwischen diesen beiden Antipoden ist nun so groß, daß die Rage alle Abende fich das Fallgitter des Bauers aufschiebt, zu dem Vögelchen in den Käfig friecht und sich dort so zusammen legt, daß fie geichsam ein Nest bildet, in welches ber Kanarienvogel fich dann setzt, um auf diesem weichen Bfühle die Nacht zu verträumen, woraus zu sehen, daß in den Hundstagen sogar die Falschheit der Kazen in zarten Regungen dahinschmilzt. Ein Reiterſtüd, das sich Dieser Tage auf einem Uebungsplatz zugetragen, bildet den Schluß dieser Hundstags- Erlebnisse. Einem Kavallerist, der als schneidiger Reiter bekannt ist, und der sich durch riesige Körperkraft auszeichnet, ging das Pferd durch und er vermochte nicht, dasselbe zu bändigen. Da entdeckte er in einiger Entfernung einen mächtigen Baum und schnell fam ihm ein glüdlicher Gedanke. Er drängte mit seinen Schenkeln das Pferd auf den Baum zu, nahm kurz vorher einen Ansatz und sprang so glücklich, daß er einen starken Ast des Baumes mit beiden Händen zu fassen bekam. Indem er sich an demselben festhielt, zog er mit seinen Schenkeln das Pferd in die Höhe und ließ den ungestümen Renner so eine Weile zappeln. Als er es wieder die Erde berühren ließ, war es fromm und folgsam; nur in die Nähe des Baumes ließ es sich nicht mehr bringen. Daß diese Geschichten sämmtlich auf Wahrheit Anspruch zu machen haben, wird der Leser daraus ersehen, daß keiner der Betheiligten uns mit einer Berichtigung behelligt. g. Ueber die Ausschreitung eines Soldaten gegen eine Bivilperson, worüber bereits dem Regiments- Kommandeur des Kaiser Franz Garde Grenadier- Regiment Nr. 2 Meldung von dem Betroffenen direkt gemacht worden ist, gehen uns erst heute folgende Mittheilungen zu: Der in der Krausenstr. 24 wohnende Wollenwaarenhändler Geng, welcher der Gewährsmann dieser Mittheilungen ist, hatte am Sonntag, den 2. d. Monats, mit seiner Frau sowie seinem Echwager, dem in der Dranienstraße 57 wohnenden Kaufmann Hugo Maaß und Frau, in einem Lokale der Hasenheide verlebt und gegen 10 Uhr den Heimweg in Gesellschaft seiner Frau und Verwandten angetreten. Zwischen dem Genz'schen Ehepaar entstand ein kleiner Wortwechsel, in welchem G. fich mehr im Scherz dahin äußerte, daß er seine Frau verlassen wolle und allein den Weg nach dem hinter Keller's Hoffäger belegenen Theil der Hafenhaide einschlug. Bis hier waren ihm auch seine Angehörigen gefolgt und als die Frau ihren Mann laut bat, doch wieder umzus tehren, trat plößlich aus dem Gehölz ein Soldat mit blanker Waffe hervor, brang, ohne ein Wort zu äußern, auf G. ein und brachte diesem einen Stich in den linken Arm, einen Stich Die in die Brust und einen dritten in den Unterleib bei. Stiche müffen mit ziemlicher Kraft geführt worden sein, da sie sehr starkes Beug durchbohrten und etwa ein Boll tief ins Fleisch gingen. Da der Soldat sich seiner Festnahme widerfette, dem Schwager des Genz sogar drohte, ihm den Schädel zu spalten", wenn er ihn nicht loslasse, folgten ihm die vier Personen bis zur Kaserne in der Pionier Straße, woselbst fie dreien vor dem Thorwege stehenden Unteroffizieren mit Hinweisung auf den betreffenden Soldaten bedeuteten, daß dieser den Gent gestochen habe. Weiteres konnten fie einstweilen nicht veranlassen, da G. wegen der Wunden ärztlicher Hilfe bedurfte und diese auch in der Sanitätswache in der Oranienstraße erhielt. Epäter ließ er sich noch von einem in derselben Straße wohnenden Arzt untersuchen und ein Attest ausstellen. Mit diesem versehen begab er sich in Begleitung seines Schwagers, eines ehemaligen Feldwebels, zu dem Erbprinzen von Meinungen, dem merkwürdiger Weise noch feine Meldung über den Vorfall gemacht worden war. Der Vorfall wurde auf Veranlassung des Erbprinzen sofort zu Protokoll genommen und dem Beschädigten volle Genugthuung zugejagt. Da die Kleidungsstücke des G. durch die Stiche total ruinirt worden sind, G. auch mehrere Unkosten für den Vermich beide trippelnd bis ans Fenster, das jetzt weit offen steht, damit sie mich besser betrachten können. Man zieht die Lehnſtühle heran, ich ſetze mich zwiſchen sie auf einen KlappSessel, die beiden Blauen stehen hinter uns und das Verhör beginnt: Was macht er? Ist er zufrieden?" Und patati und patata, so ging es stundenlang. " 1 band c. gehabt hat, so muß abgewartet werden, ob und inwieweit G. einen Schadenersatz erhält. b. Mit einer neuen Lederschlinge zum Hundefang wurden am Sonnabend auf dem Hofe des Depots der Ab deckerei Versuche angestellt, denen höhere Polizeibeamte beiwohnten. Den Anlaß dazu gaben die Beschwerden des Ver eins heftor" über Kleine aber noch nicht als geeignet. Schlinge tories die feine Art des Hundefanges. Die Hunde würde fte todtschlagen, größeren die Zähne ausschlagen. Kleine Hunde greifen übrigens die Hundefänger mit der Hand, und nur bei großen bissigen Thieren wenden sie die Drahtschlinge an. Der Inhaber einer hiesigen größeren Luruspapierfabrit war seit Jahren von seinen Geschäftskunden darauf aufmerksam gemacht worden, daß Waaren aus seiner Fabrik von Haufirern zu auffallend billigen Preisen feilgeboten wurden. Der Fabrikant erstattete Anzeige bei der Kriminalpolizei und ist es dieser gelungen, nicht nur den Dieb, sondern auch den Hehler zu ermitteln. Der Buchbinder G., welcher früher in der fraglichen Fabrik beschäftigt war, hat die umfangreichen Diebstähle theils selbst ausgeführt, theils andere, in den Fabrikräumen be schäftigte Personen zur Verübung verleitet. Die Waaren, deren Verkaufspreis pro 1000 Stück 80-100 Mart beträgt, gab G. an einen Geschäftsreisenden S. zum Preise von 10 Mart ab, welcher fie an Detailgeschäfte für 18-20 Mt. weiter verschob. G. ist wegen wiederholten Diebstahls, S. wegen gewerbs mäßiger Hehlerei der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Der der Fabrit zugefügte Schaden wird auf 10 bis 15 000 Mart angegeben. 11 g. Dem Erstickungstode wurden in der Nacht zum Sonntag zwei Fremde ausgeseßt, welche in dem Gasthofe zur Heimath in der Auguststr. 81 Logis genommen hatten. Aus dem Zimmer der Beiden wurde plöslich ein lautes Stöhnen vernommen, und als der Wirth des Gasthofes in das Bimmer orang, fand er dieses mit Gas stark gefüllt und beide Bewohner brang, fand er dieses mit Gas stark gefüllt und beide Bewohner in ohnmächtigem Zustande in ihren Betten liegen. Während fich der eine derselben bald aus seiner Ohnmacht in der frischen Luft erholte, fonnte der andere trotz aller Anstrengungen nicht sogleich zur Befinnung gebracht werden, weshalb seine Ueberführung nach dem jüdischen Krankenhause, Auguststr. 14 15, erfolgte. Wie wir später in Erfahrung gebracht, soll sein Leben außer Gefahr seir. Der Unglücksfall wurde dadurch herbei. geführt, daß man es unterlassen hatte, den Gashahn im Bimmer zu schließen, weshalb das Gas unbehindert ausströmte. Ein in der Grünthalerstraße wohnhafter Bahnbeamter traf am 8. d. M. Morgens gegen 4 Uhr, als er über das Feld nach seiner Dienststelle- dem Bahnhofe Gesund brunnen ging, einen Mann, welcher einen gefüllten Sack auf dem Rücken trug. Da dem Beamten die Angaben des Mannes über den Erwerb des Sackes und seines Inhalts verdächtig vorkamen, forderte er denselben auf, ihm zur Wache zu folgen, worauf der Unbekannte den Sack fortwarf und die Ermitelungen ist festgestellt worden, daß die Diebstähle, deren fich die Genannten bezichtigt haben, im Laufe des Mai und Juni hier wirklich verübt worden find. In einem der ton statirten Fälle sind einem hiesigen Droguenhändler in der Gr. Hamburgerstraße Goldsachen und Wäsche im Werthe von 250 M., in einem zweiten Falle zwei Schneidermeistern in der Wilhelmſtraße Kleidungsstücke im Werth von 200-400 D beide Mal zur Nachtzeit aus verschlossenem Laden mittels Einbruchs gestohlen worden. Voraussichtlich wird die Auslieferung der in Olmüz festgenommenen Diebe, die hier wegen Eigen thumsvergehen noch nicht bestraft worden sind, bei der öfter reichischen Regierung beantragt werden. Gegen einen Studenten, welcher im zoologischen Garten zu Hannover eine Königstigerin mit einer eisernen Stange, die zum Reinigen der Käfige dient, wiederholt gestoßen und am Gelenk des rechten Hinterfußes nicht unbedeutend verlebt hat, ist das Strafverfahren wegen vorfäßlicher und rechtswidriger Sachbeschädigung eingeleitet worden. N. Der Raubmörder Schunicht soll, wie eine hiesige Lokalkorrespondenz wissen will, bei seinem letzten Verhör, das er vor dem Untersuchungsrichter Landgerichtsrath Hollmann in der vergangenen Woche zu bestehen hatte, alle seine bisherigen früheren Geständnisse vollständig widerrufen und von Anfang bis Ende für von ihm erfunden erklärt haben. Mit einer ganz erstaulichen Frechheit er flärt er jegt die beiden Hauptbelastungszeugen den Dienstmann, dem er bekanntlich in einem Restaurant am Askanischen Plat den Auftrag gab, das Geld mit dem Sparkassenbuch zu erheben, sowie den Restaurateur Voigtländer in der Klosterstraße, bei dem er sich Erfundigungen über den Modus des Gelderhebens von der Sparkaffe einzog, garnicht mehr zu kennen. Auf Vor halten der früheren Aussagen erklärt er einfach die Zeugen für verrückt. Nach diesen legten Verhören gewinnt es den Anschein, als wenn Schunicht die Absicht habe, eine Geistesgeſtörtheit zu fimuliren, um als sogenannter, wilder Mann" nach der König lichen neuen Chartee resp. nach der städtischen Frrenanstalt in Dalldorf überführt zu werden. In der Zwischenzeit soll der verschmigte Verbrecher auch bereits dem Verbrecher- Album unter die Kategorie ,, Raubmörder" einverleibt worden sein. Ein Schuhmann sah vorgestern Nachmittag auf dem Blaz am Wafferthor zwei Männer fich herumbalgen, von denen der größere, nachdem er seinen Gegner losgelassen, auf einen rubig des Weges einherkommenden Fremden lossprang, denselben ohne jede Veranlassung zur Erde warf und durch Schläge ins Ge ficht arg mißhandelte. Der Aufforderung des Beamten, und Beinen um sich und stieß den Schußmann mit den Füßen. Erst im Beistande von zwei herbeieilenden Schußmännem fonnte er überwältigt und zur Wache gebracht werden. Bei dem Schantwirth Günther, Oranienstraße 41, fehrte am 21. b. M. ein unbekannter Gast ein, welcher fich ohne Bezahlung der Zeche von 75 Pf. entfernte. Er lies einen mit grauer Leinwand überzogenen Reisefoffer, in welchem Flucht ergriff. In dem Sade befanden sich 37 alte und junge fich 78 Stück neue rothe Mappen mit der goldenen Auffchrift: frisch geschlachtete Hühner und in einem zweiten Sack, der später vnn einem Polizeibeamten unter Kartoffelfraut versteckt gefunden wurde, vier frisch geschlachtete Gänse, deren Eigenthümer bis jetzt nicht ermittelt werden konnte. Gegen Mittag deffelben Tages sah ein anderer Bahnbeamter einen Mann an dem Fundorte des gestohlenen Gutes nach etwas suchen, hielt denselben fest und brachte ihn zur Wache. In dem Jefigenommenen, welcher sich Krause nannte, wurde der Träger des Sades wiedererkannt. Auf frischer That ergriffen wurden vorgestern der mehrfach bestrafte Schlossergeselle W. und der Arbeiter P., welche einen Reiseforb, in dem sich Pelzsachen und Damen fleider im Werthe von ca. 400 M. befanden, vom Boden des Hauses Michaelfirchplay Nr. 24 gestohlen hatten. Beide hatten längere Zeit vor Ausführung des Diebstahls das Haus von bis heute nicht wieder blicken lassen. Der Koffer, der mög Berliner Männer Gesangverein" befanden, zurück und hat fid licherweise von dem Unbekannten gestohlen ist, fann bei dem genannten Schantwirth besichtigt werden. Die Sudanesen, die im Laufe der Woche die schwedische Eisbahn und Berlin verlassen werden, haben sich entschloffen denen einige neue Darstellungen aus dem Leben dief 3 inter effanten Volkes arrangirt werden sollen. Ebenso soll noch ein großes Abschieds- Konkurrenz- Rennen der schnellfüßigen Kamee wir zur Beit näheres berichten werden. Das Eintrittsgeld der Karavane mit hiesigen Rennpferden stattfinden, über das inzwischen auf 10 Bf. ermäßigt. Die Novität des Zentral- Theaters Die wilde Kase erweist sich als das erfolgreichste Stück, welches hier in Szene geschlossen und am Abend mußten in der That Tausende um fehren, die feinen Einlaß finden konnten. den gegenüberliegenden Anlagen aus beobachtet und auch gegangen. Am Sonntag wurde die Kaffe bereits Vormittags mehrere Male betreten. Ihr Verhalten hatte indeß die Aufmerksamkeit eines Hausbewohners erweckt, der einen der Diebe festhielt, als er mit dem gestohlenen Gut die Treppe heruntertam. Ueber die Festnahme von zwei Dieben wird gemeldet: Vor einigen Wochen wurden in Olmüß zwei Personen, welche zur Nachtzeit in ein Nähmaschinengewölbe einzubrechen vers suchten, festgenommen und nannten sich Adolf Krüger aus Berlin und Franz Thaens aus Dalldorf. Die Diebe führten Sperrhalen und Brechstangen bei fich; in den Gasthöfen, in welchen sie abgestiegen waren, wurden Goldsachen, Uhren, Operngucker, geschmolzenes Gold, Wäsche, Kleidungsstücke sc. gefunden, bezüglich deren Krüger und Thaens angaben, daß fie dieselben in Berlin gestohlen hätten. Durch die angestellten " , Ein gutes, fleines Frühstück," sagte Mamette zu 1. Auguft.( Angabe in Metern.) Wasserstand der Spree in der Woche vom 26. Juli b Lage Am Oberbaum Dammmühle, Dammmühle, 126./7. 27./7. 28./7.129./7. 30./7. 31.17.1.8 2,18 2,18 2,16 2,17 2,14 2,14 2,13 Oberwaffer... 2,18 2,18 2,15 2,14 2,12 2,12 2,10 Unterwaffer 0,58 0,58 0,59 0,60 0,60 0,63 0,50 Polizeibericht. Während des Gewitters in der Na zum 8. d. M. schlug der Blig in die bewohnten Seitenflig der Häuser Landsberger Alle Nr. 130 und 131 ein und ve . Endlich, nach vielen Anstrengungen, war das be allein beim Eſſen. Wir Andern haben das Unſere ſchon gehabt." mir und führte mich zu Lische; nur sind Sie leider würdige Glas aus dem Schrank geholt und hinter ihm h tam noch ein kleiner Becher voller Beulen, der Moris hört hatte, als er noch ein Kind war. Er wurde für haben immer gegessen. Das gute, kleine Frühstück von Mamette bestand aus Die armen Alten! zu welcher Stunde es auch sei, sie bis an den Rand mit Kirschen gefüllt, Moris hatte f fie fid immer so gerne gegessen! Und während er sie mir reicht meinen Freund alle mögliche Auskunft, erfand auch frech, einer Schale Milch, Datteln und einer Barquette, einer glücklich schäzen, solche Kirschen zu bekommen. Meine Fr was ich nicht wußte, und hütete mich wohl, einzugestehen, daß ich niemals darauf geachtet, ob seine Fenster gut Bimmer sei. Die Tapete in seinem 3immer! blau mit einer Blumenguirlande." Sie ist blau, hellArt Sprißkuchen oder Windbeutel; damit wäre sie mit ihren Ranarienvögeln wohl acht Tage ausgekommen. Und nun fleinen Blauen sich fortwährend zuzischelten und mit den raunte mir der alte schwaßend ins Ohr: hat sie selber eingemacht. Gutes." " Sie können Das ist gewiß etwas ga schlössen und von welcher Farbe die Tapete in seinem sollte ich ganz allein den ganzen Vorrath verzehren! Welche Ja wohl, seine Frau hatte sie eingemacht, aber sie hatt Entrüstung herrschte auch um den Tisch herum! Wie die den Zucker vergessen. Freilich, mit dem Alter wird man j streut. Die Kirschen waren abscheulich, meine gute Mame ziehen, bis auf die letzte zu verzehren. Ellbogen anftießen, und auch die Kanarienvögel in ihrem Das hinderte mich aber nicht, sie, ohne eine Miene zu v " Wirklich!" antwortete die gute Alte gerührt und drehte sich zu ihrem Manne:„ Es ist ein so braves Kind!" Ja, ja, ein braves Kind!" versetzte der andere mit Begeisterung, und während ich mit ihnen redete, gab es zwischen ihnen stille verständnißvolle Winke, ein Nicken mit dem Kopfe, ein 3winkern mit den Augen, oder gar der Alte raunte mir vorsichtig zu: Sprechen Sie lauter, ste hört etwas schwer." Und sie ihrerseits: Ein wenig lauter, ich bitte, er hört nicht gar gut." Ich erhob dann meine Stimme und alle beide lächelten mir dankbar zu, und über mich beugten sich die welken Gefichter, als wollten sie das Bild ihres Enkels tief in meinen Augen suchen; ich war ganz bewegt und mir war es, als ob ich dies Bild unflar, verschleiert, fast unerreich bar in ihren Augen wiederblickte, als ob ich meinen Freund aus weiter Ferne, wie durch einen Nebel mir zulächeln sähe. Plöglich erhebt der Alte sich von seinem Lehnstuhl: Aber Mamette, mir fällt jeßt ein, er hat vielleicht noch nicht gefrühstückt!" Und Mamette streckt wie außer sich die Arme gen Himmel: ,, Nicht gefrühstückt! Großer Gott!" Ich glaubte, es sei noch vom Moritz die Rede und wollte eben antworten, der gute Junge warte mit seinem Frühftud nie länger als bis Schlag 12 Uhr. Aber nein, es war von mir die Rebe, und da gab es ein hin und her, als ich ,, Schnell die eingestand, daß ich noch nichts gegessen. Meffer und Gabeln, Ihr kleinen Blauen! Den Tisch mitten in die Stube! Das Sonntagstischtuch, das geblümte Geschirr. Und nicht so viel gelacht, Kinder, hurtig!" Und wie eilten sie sich! Sie hatten taum Zeit, drei Teller zu zerschlagen, so stand das Essen auf dem Tisch. Käfig schienen sich zu sagen:„ der Herr, er ißt die ganze Barquette allein auf!" Ich aß sie ganz allein auf, in der That, und fast ohne. Nach beendigter Mahlzeit stand ich auf, um mid es zu merken, denn meine Aufmerksamkeit war auf Alles meinen Wirthen zu verabschieden. Sie hätten mich g um mich her in der hellen, friedlichen Stube gerichtet, die noch eine Weile behalten mögen, um nur so fort wie von einer Erinnerung aus alten Zeiten erfüllt war. plaudern, von ihrem braven Kinde, aber der Da standen besonders zwei kleine Betten, von denen ich ging zur Neige und die Mühle war weit; ich mußte meine Augen nicht abzuwenden vermochte. Diese Betten, ich dachte an den frühen Morgen, ans erste Tagesgrauen; brechen. au Mame die großen Vorhänge mit weißen Fransen umhüllen noch meinen Rock! ich will ihn bis auf den Platz begleite das stille Geheimniß. Es schlägt drei Uhr, die Stunde, in welcher alle Greise erwachen:" Du schläfft, Mamette?" Nein, Männchen." ,, Nicht wahr, Moritz ist ein braves Kind!", ja, ein braves Kind!" Und so dachte ich bei dem Anblick der beiden kleinen Betten, die neben einander standen, an die lange Plauderei, die nun hinter den Vorhängen sich entwickelte. Während dessen aber ging ein erschreckliches Drama Es handelte sich darum, von da oben, dem letzten Brett, Mamette dachte in ihrer Seele gewiß, es sei wohl schon etwa fühl, um mich bis auf den Platz zu begleiten, aber fie l sich nichts anmerken. Nur, während sie ihm in die er feines schnupftabatfarbigen Rods mit Perlmutterinöpf " 1 5% sagen: hineinhalf, hörte ich die gute Frau ihm freundlich ins Aber du kommst nicht zu spät heim; nicht ma Alterchen?" Und er lächelte barauf so schelmisch: Se Und darauf schauten fie wer weiß? Vielleicht." Iam andern Ende des Zimmers vor dem Schranke in Szene: lachend an, und die kleinen Blauen lachten, weil fie b Alten lachen sahen, und auch die Kanarienvögel am Fen ein Glas mit in Branntwein eingemachten Kirschen herab- lachten auf ihre Weise. Unter uns gesagt, ich glaube, zuholen, das seit zehn Jahren auf Moritz gewartet hatte und das man mir zu Ehren aufmachen wollte. Trotz aller inständigen Bitten Mamettes hatte der Alte darauf bestanden, selber die Kirschen herunterzuholen; er stand nun zum Entsetzen seiner Frau auf einem Stuhl und versuchte es, hinaufzulangen. Das Bild steht leibhaftig vor mir: der sie alle vom Geruch der Branntweinkirschen waren. etwas benebe meine Die Nacht senkte sich hernieder, als wir aus der 2 traten, der Großvater und ich. Die kleine Blaue folgte in der Ferne, um ihn wieder heimzuführen; aber er merkte sie nicht, er war ganz stolz darauf, an zitternde Alte, der sich hoch emporrect, die kleinen Blauen, Arme einherzugehen wie ein Mann. Mamette f die sich an seinen Stuhl festklammern, Mamette athemlos, lend, sah das Alles von ihrer Thürschwelle aus und f I alles dies ein Bergamottenduft ausgestreut, der aus dem alledem, Alterchen marschiert noch, marschiert noch ftramm mit ängstlich emporgehobenen Armen hinter ihm und über offnen Schranke hervordringt, und darin mächtige Stöße ungebleichter Leinwand. Es war reizend. telte freudig den Kopf dazu, als wollte sie sagen: ene 41, em g ie n 论 ntu er ge in en EFFANAR 0$ 1, ns et ter ent ne bis 8 13 -10 59 0 Some 100 sided ursachte nicht unbedeutenden Schaden, ohne jedoch zu zünden oder Menschen zu verletzen. Auf dem Hause der Großen Landesloge, Dranienburgerstraße 71/72, fuhr der Bliz in die Fahnenstange und zersplitterte dieselbe theilweise. Am 8. d. wurde ein 4 Jahre alter Knabe vor dem Hause Lindenstr. 19 von einem Geschäftswagen überfahren und erlitt anscheinend innere Verlegungen. Er wurde in die Wohnung seiner Eltern gebracht. In der Nähe der Oberbaumbrüde wurden an demfelben Tage Nachmittags in der Spree die Leichen eines Handelsmannes und seiner Ehefrau aufgefunden und nach dem Obduktionshause gebracht. Um dieselbe Zeit stürzte ein Theil eines vor dem Eckhause Landsbergerstraße 23 in der Gollnowstraße aufgestellten Bodgerüstes zusammen, so daß die auf demselben beschäftigt gewesenen Maler Mewis und Lehmann herunterfielen und nicht unbedeutende Verlegungen erlitten. An demselben Tage Abends verlor der DroschfenLutscher Steinborn vor dem Hause Blumenstr. 66 von seiner Droschte ein Hinterrad, wurde hierbei vom Bock geschleudert und von seinem Wagen überfahren, so daß er wie auf der nahegelegenen Sanitätswache festgestellt wurde innerliche Berlegungen davon trug. Steinborn wurde nach seiner Woh nung gebracht.- Am 8. d. M. Abends wurde ein Mann in der Straußbergerstraße auf dem Bürgersteige liegend aufgefunden. Derfelbe gab an, gefallen zu sein und dabei Schaden am rechten Bein erlitten zu haben. Er wurde nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht. In der Nacht zum 9. d. M. fiel der Arbeiter Will vor dem Hause Waldemarstraße 62 zu Boden und erlitt einen Bruch des rechten Kniegelenks, so daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. 11 Artikel fand ferner Aufnahme in dem ,, Neunkircher Tageblatt" Artikel fand ferner Aufnahme in dem ,, Neunkircher Tageblatt" und auch im Berliner Tageblatt" und erregte vielfaches Aufsehen. Die Bergbehörde konnte die Vorwürfe unmöglich auf fich fißen lassen und stellte Strafantrag gegen den Verfasser des Artikels, der sich als der pensionirte Bergmann und jezige Kolporteur Hans von Elversberg erwies, ferner gegen den Redakteur der„ Saar Beitung" Klein und den Redakteur Weber vom Neunkircher Tageblatt". Das Resultat der Verhandlung, die heute fast den ganzen Tag in Anspruch nahm, endete mit Verurtheilung des Hans zu 6 Wochen, Klein zu 4 Monaten und Weber zu 2 Monaten Gefängniß, und zwar wegen Verbreitung nachweislich falscher Thatsachen. Das Berliner Tageblatt" hat also Grund sich zu freuen, heute - Was die Ver nicht mit von der Partie gewesen zu sein. handlung selbst anbelangt, so hat dieselbe die von der Frank furter Beitung" immer behauptete Thatsache festgestellt, daß die Einrichtung der Gruben in technischer Beziehung und nach dem heutigen Stande der bergmännischen Wissenschaft nichts zu wünschen übrig läßt. Eine andere Frage ist die, ob das System des Tiefbaues, wie er jetzt allgemein gehandhabt wird, überhaupt und zwar in Folge seiner Gefahren, existenzberechtigt ist. Es hat sich hier unter den Bergleuten eine charakteristische Bezeichnung speziell für die Tiefbaugrube Camphausen gebildet und die ist Mauſefalle". Würden nämlich durch irgend einen ungünstigen Fall, wie es z. B. bei der legten Explosion doch um ein Haar geschehen wäre, beide Förderschächte, die nur 25 Meter von einander entfernt find, unfahrbar gemacht, so wäre Alles, was in der Grube ist, voll ständig von der Erdoberfläche geschnitten. An neuen Momenten Am 9. b. M. Morgens wurden in der Herberge Auguftstraße 81 der Schuhmacher Hameister und der Schneider Böhme anscheinend leblos in ihren Betten liegend aufgefunden. Wie sich herausstellte war der Hahn der im Bimmer befindlichen Gasleitung geöffnet und die gedachten Personen durch die Einathmung von Gas betäubt. Dieselben wurden nach dem jüdischen Krankenhause gebracht, woselbst fie fich erholten.- An demselben Tage Vors mittags wurde ein 7 Jahre alter Knabe vor dem Hause Amalienstraße No. 8 von einem Bierwagen überfahren, erlitt an scheinend jedoch nur leichte Verlegungen. Er wurde nach der elterlichen Wohnung gebracht. Am Abend fiel ein Mann am Louisen- Ufer in den Kanal, wurde jedoch von Schiffern aus dem Waffer gezogen und hat Schaden nicht erlitten. In der Nacht zum 10. d. Mts. stürzte sich ein Mann in einem Anfall von Säufer Wahnsinn aus dem Fenster seiner in der Borsigstraße 4 Tr. hoch belegenen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Gerichts- Zeitung. Eine Spielergesellschaft, aus neun Köpfen bestehend, beschäftigte gestern die vierte Ferienstrafkammer des Landgerichts I in längerer Sigung. Wie vor Kurzem, waren es wiederum lauter Bädergesellen, die auf der Anklagebant Play zu nehmen hatten, nur an der tête saß der Wirth August 3wanzig, derjenige, welcher den übrigen Angeklagten ein Bimmer zur Verfügung stellte und foulanter Weise beide Augen zudrückte, während seine Gäste Meine Tante, deine Tante" erefutirten. Schon lange war es der Kriminalpolizei bekannt, daß das Lokal des Angeklagten Zwanzig, Barnimstraße 31, eine Spielhölle in optima forma war. Sonntags, Dienstags und Donnerstags, nach altem Berliner Brauch die Ausgehtage der Bäckergesellen, war bei Vater Zwanzig jour fixe und in bellen Haufen erschienen die Gäste, um dem Moloch des Spiels au opfern. Am 8. März waren seitens der Polizei umfassende Maßregeln getroffen, um das Nest auszunehmen und die Er pedition glückte vollständig; einige dreißig Spieler Spieler wurden überrascht und zur Wache fiftirt. In einigen derselben fand man alte, gewohnheits- und gewerbsmäßige Spieler wieder. Diese wurden in Haft behalten und außer dem Wirth noch acht Bädergesellen unter Anklage gestellt. Im Ver bandlungstermine wurde bekundet, daß ein Theil der Angeflagten abwechselnd als Bankhalter fungirt hatte, die Einfäge variirten zwischen 10 Pfg. bis zu 1 Mark und hatten einige der Spieler für ihre Verhältnisse ganz erkleckliche Summen verloren. Der Gerichtshof verurtheilte den Wirth Zwanzig wegen Duldens von Hazardspiel zu einer Geldstrafe von 500 Mt. ev. 100 Tage Gefängniß, die Bäckergesellen Thieme, Lastowsly und Töpfer zu je zwei Monaten und Mörschel zu vier Wochen Gefängniß. Sämmtliche Freiheitsstrafen wurden durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. hat die heutige Verhandlung noch einiges Interessante und Wissenswerthe ergeben. Es ist Beispiel Don verschiedenen jungen Bergleuten, die in der Grube Camphausen gearbeitet haben, aus gesagt worden, daß die Bergleute vielfach eine ernste Scheu vor der Grube gehabt haben, sie wußten, daß es nicht geheuer in Derselben war wegen der großen Hiße( bis zu 35 Gr. C.), wegen des Kohlenstaubes und wegen der häufigen schlagenden Wetter. Der Vater des ebenfalls verunglückten Steigers Bast, dokumen tirte vor Gericht, daß sein Sohn fich vielfach über eine einmal zu erwartende Katastrophe ausgesprochen habe und daß derselbe Manches in der Grube anders gewünscht hätte. Der Vater Bast und sein Sohn find zweimal bei dem ehemaligen Geheimen Bergs rath Pfähler in Sulzbach gewesen, um aus obigen Gründen die Versetzung des Steigers Bast in eine andere Grube zu erbitten. Andere Leute, die als Zeugen vernommen wurden, wollen von dem eben erwähnten Gerede unter den Bergleuten nichts wissen. Ebenso ist dies Gerücht den oberen Beamten unbekannt ge wesen, welch lettere auch von einer besonderen Gefährlichkeit der Grube Camphausen nichts gewußt haben wollen. Das wichtigste Moment bei der ganzen Katastrophe, welches erst bei der heutigen Verhandlung in die Deffentlichkeit gelangte, ist folgendes: Der Wettersteiger Flegel aus Dudweiler und der Lampenmann Schultheiß hatten als Vormänner hauptsächlich bei den Bergungsarbeiten zu thun. Am zweiten Tage nach der Explosion kamen fie an den Theil des Ostfeldes der Grube, welcher der Herd der Explosion gewesen war. Der erstere machte seinen Begleiter noch besonders aufmerksam, auf Alles genau Acht zu geben, damit ihnen nichts entgehe, was eventuell zur Aufklärung der Entstehung der Explosion beitragen tönnte. Beide Männer machen den Eindruck von kundigen haben z. B. schon über ein duzendmal ganz dieselben Erschei nungen aus anderen Gegenden unsern Lesern vorgeführt. Aber was sollte die Folge der Konstatirung solcher Thatsachen sein? Antwort: Daß alle moralischen Heulmeier ihre Mäßigkeits- und Trunksuchtsvereine auflösen und mit Ernst an die soziale Frage besonders an die Lohn- und Ernährungsfrage der Arbeiter herantreten. Lächerlich ist es, einzelne Auswüchse beschneiden zu wollen, die Wurzel des Uebels aber nicht zu berühren. Wir halten deshalb, wie wir schon früher ausgeführt haben, alle Trunksuchts und Mäßigkeitsvereine für eitel Komödienspiel. Das möge sich auch Herr Böhmert selbst merken. Wo bleiben die Arbeiter? Die Dörstewiß- Rattmannss dorfer Braunkohlenindustrie Aktien- Gesellschaft erzielte in dem am 1. Juli abgelaufenen Geschättsjahre 1884/85, unter Be rücksichtigung reichlicher Abschreibungen einen Reine gewinn von 93 949 M. Der Verwaltungsrath schlägt der Anfangs September stattfindenden Generalversammlung folgende Vertheilungsweise vor: 7 pet. zum Reservefonds 6576,43 M., 4% pet. Aufsichtsrath 3931,77 M., 3% pCt. Vorstand und Beamte 3058,04 m., 8 pCt. Divi den de 80 000 000 M., Vortrag auf neue Rechnung 443,70 M. Wir fragen nochmals: Wo bleiben die Arbeiter? Gegen Branntweinvergiftung. Beachtenswerth ist die von der Handelskammer für Rottbus aufgestellte Forderung, daß die Rektifilation des Rohspiritus vor seiner Verarbeitung zu Branntwein gefeßlich geboten werden sollte, d. h., daß nur durch Dampfdestillation gereinigter Spiritus zu Branntwein verwendet werden darf. Gerade die Amylalkohole find es, welche auf den Körper des gewohnheitsmäßigen Branntwein trinters so zerstörend einwirken. Durch die Rektifitation wer den aber mindestens 30 Prozent zum Genuß untaugliche Be standtheile ausgeschieden, die gemeinhin als Fusel bezeichnet bei regelmäßigem Branntweingenuß gleich einem schleichen den Gift auf den menschlichen Körper wirken. Die Handels fammer zu Rottbus spricht den Wunsch aus, daß das Reichsgesundheitsamt darauf seine Aufmerksamkeit richten möge. " 1 Sterblichkeit in den Bevölkerungsklassen. Aus dem vor Kurzem erschienenen Statistischen Jahrbuch für das Königreich Sachsen" erfährt man unter anderm auch, daß in den Industrie städten die Sterblichkeit bedeutend größer ist, als in den Handels- und Lurusstädten. Auf 1000 Einwohner famen im Jahre 1883 in runder Summe in Leipzig 24 Sterbefälle vor, in Dresden 25, in Krimmitschau aber 34, in Werdau 35, in Meerane, in der bekannten armen Weberstadt, 38, und in Limbach, gewissermaßen die Vorstadt des sächsischen Man chesters( Chemnitz), famen auf 1000 Einwohner gar 44 Sterbe fälle! Allerdings ist auch die Fruchtbarkeit in den sächsischen Fabrikorten groß und findet man dort besonders viele außer der Ehe geborene Kinder, die frühzeitig dahin sterben. Im Allgemeinen aber haben wir ein Bild großen Elends vor uns. Die Kohlenarbeiter der South- Staffordshire- Minenin England legten, nachdem sie zwei Monate zu den ihnen aufgedrun genen niedrigen Lohnsägen gearbeitet hatten, wiederum die Arbeit nieder. Die Arbeiter fordern eine Erhöhung von 5 Prozent, sowie Kürzung der Arbeitszeit um 1 Stunden und hoffen den Streit durchzuseßen, da augenblicklich das Kohlengeschäft wieder einen Aufschwung genommen hat. und ihrer Sache gewiffen Bergleuten, wie dies ihr Beruf Vereine und Versammlungen. auch wohl verlangt. Hier fanden sie nun, wie sie mit Bestimmtheit behaupten, eine von Menschenhand auseinandergeschraubte oder zerlegte Sicherheitslampe, die in mehreren Theilen Theilen unversehrt Die am Boden lag." und Behauptung die Ansicht der beiden Männer, daß die Lampe nicht durch einen anderen Umstand, wie also durch die Gewalt der Explosion, sondern eben durch einen Menschen auseinandergenommen sein muß, ist eine so bestimmte und überzeugende, daß man hierin vielleicht die eigentliche Ursache der Explosion zu der Explosion zu suchen hat. Daß es möglich war, Die daß einzelnen Theile der Lampe unversehrt blieben, während andere Lampen zerbrochen und verbogen waren, ist erklärlich, wenn man bedenkt, daß sogar ein Behälter mit Pulver, der sich in der Nähe befand, nicht explodirt ist! Auf die Frage des Präs fidenten, warum sie diese Anzeige nicht gleich, sondern etwa erst zwei Monate später der Bergbehörde mitgetheilt haben, erklärte der Wettersteiger Flegel, daß er geglaubt habe, es würde dem Herrn Geh. Rath Eilert unangenehm sein, zu hören, daß unter den Bergleuten der Grube eine solche Ungehörigkeit vorgekommen fei( sic). Wohl in Folge des Unglücks auf Camphausen ist es jetzt streng verboten, dort, wo schlagende Wetter in der Grube auftreten, zu schießen. Ferner ist die 10- und manchmal 11stündige Schichtzeit in den heißen Gruben auf 8 Stunden herabgefeßt, die Sicherheits- Vorschriften werden auf's Schärfste gehandhabt, und wir wollen hoffen, daß uns die Zufunft vor weiterem Unheil behüten möge. hfs. Die öffentliche Versammlung der Maurer, welche am Sonntag Vormittag im Saale der Tivoli"-Brauerei unter dem Vorsize des Herrn Behrend tagte, war von etwa 2000 Theilnehmern besucht und beschäftigte fich mit dem Thema: Was haben die Berliner Maurer in Folge des Streits errungen und welche Vortheile hat der Streil für die Maurer in den Provinzen? Als Referent sprach Herr Hartung aus Hamburg. Derselbe überbrachte den Berliner Maurern den Gruß der Hamburger Kameraden und dankte ihnen im Namen derselben für den Muth, die Ausdauer und Tapferfeit, welche sie während des langen Streils bewiesen, durch den sie sich um das Wohl aller deutschen Maurer verdient gemacht hätten. Die Früchte desselben, zum Theil schon jetzt in den Provinzen bemerkbar, würden sich in noch höherem Grade erst in der Zufunft dort einstellen. Nicht nur, Nicht nur, daß eine günstige Rüdwirkung auf die Löhne unausbleiblich sei, sondern auch moralisch, in Beziehung auf die gewerkschaftliche Organis sation der deutschen Maurer, werde der Streit von unschäß barem Einflusse sein. Allerorts werde man nun die Unent behrlichkeit einer permanenten Organisation in weit höherem Grade wie früher schäßen gelernt haben. Dringend empfahl der Redner, dem Beispiel der Hamburger Maurer zu folgen, von denen weit über zwei Drittel zum dortigen Fachverein der Maurer gehören. Vorfizender Behrend eröffnete die Dis fussion mit der Mittheilung, daß die Kommission bereits von der Mehrzahl der hiesigen Bauten im Befiße der beantworteten Fragebogen sei und bezüglich der ersten 10 Bauten, über welche, wenn die auf denselben beschäftigten Kameraden damit einverstanden sind, die Arbeitssperre verhängt werden solle, fich schlüssig gemacht habe. Er befragte die Versammlung, ob Kollegen, die daselbst arbeiten, anwesend und ob sie gewillt seien, bei einer Streifunterstüßung von täglich 3,50 Mt. bis 4 Mt. am Montag die Arbeit niederzulegen. Beide Fragen wurden von den Betreffenden einstimmig bejaht. Der Streif im Allgemeinen sei, so bemerkte der Redner, nichts weniger als für beendet anzusehen. Derselbe werde so lange fortgesett werden, 5 Tageslohnes Bestrafter Nahrungsmittel- Verfälscher. In Lipine erkrankte vor einiger Zeit eine Arbeiterfamilie nach dem Genusse von Brod. Die Untersuchung des Brodes durch einen Chemiker hat nun ergeben, daß dem Mehl, von dem das Brod gebacken, Gipsmehl oder Schlemmfreide beigemengt war. Nachdem dieser Borfall zur Anzeige gebracht worden, wurde dieser Tage der Verkäufer dieses Mehles zu sechs Monaten Gefängniß und einer bedeutenden Geldstrafe verurtheilt. Soziales und Arbeiterbewegung. gemein erreicht ſet. Die Hauptfache ſet, gut organiſert und " Schlechte Löhne befördern den Schnapsverbrauch. Geradezu vernichtend ist eine Notiz der ,, Sozial- Korrespondenz" für die ,, Mäßigkeitsvereine" mit ihren fleinlichen Mittelchen zur Verhütung der Trunksucht. Soviel wir wissen, ist übrigens Herr Viktor Böhmert, der Herausgeber der SozialKorrespondenz", selbst ein Mitglied des Vereins gegen die Trunksucht" und schlägt sich somit durch folgendes Artikelchen in seiner eigenen Korrespondenz ins Angesicht: In den nörd lichen Vorstädten Wiens, welche vorwiegend von Fabrit arbeitern bevölkert werden, ist es unter denselben eine beliebte Redensart zu sagen: Der tauft sich einen Winter rod um 3 Kreuzer", wenn Einer fich mit einem Schnaps für 3 Kreuzer zu erwärmen sucht. Hinter dieser scherzhaften Rebensart verbirgt sich indessen eine ernsthafte Thatsache: In Folge der überaus geringer Löhne, wie fie allerwärts in Defterreich und selbst in nächster Nähe von Wien anzutreffen, find reich und selbst in nächster Nähe von Wien anzutreffen, find die Arbeiter vielfach nicht in der Lage, fich einen wirklichen Ueberzieher anzufaufen und greifen dann zu jenem bedenklichen Ersay. Je geringer die Löhne, desto stärker der BranntweinP. Das elektrische Licht im Kampf mit der Strompolizei. Bur Verhütung von Unglüdsfällen auf Flüssen und Seen ist neuerdings für den Regierungsbezirk Potsdam in Bezug auf die Beleuchtung von Schiffsgefäßen eine Ver ordnung ergangen; in derselben wird für Dampfer während Der vorgeschrieben. Die zwischen den Ortschaften an der OberHavel und Berlin fuftrenden Bolle'schen Milchdampfer führen nun neben dieser vorgeschriebenen Beleuchtung außerdem noch weißes elektrisches Licht auf Deck und zwar versuchsweise auf Veranlassung einer auswärtigen Firma, welche in dieser Weise mit dem elektrischen Licht, um über die Verwendbarkeit des felben zu Binnen- Schifffahrts- 3weden Erfahrungen zu sammeln, experimentirt, wie solches zu Marine Sweden 1. 8. ebenfalls Die Strom- Polizei erachtet die dreifarbige Be leuchtung jedoch als unstatthaft und es war deshalb gegen Scharf, wegen Strompolizei- Kontravention ein Straf Mandat in Höhe von 60 M. oder 10 Tage Haft erlassen worden aus folgender Veranlassung. Mit dem von ihm geführten Fahrzeuge passirte an einem Juni- Abend p. Scharf die Spree bei der neuerbauten Schleuse hinter Charlottenburg; der bort ftationirte Bühnenmeister Ulbert fand, daß das intenfio leuchtende elektrische Licht die roth und grüne Signalbeleuch tung überstrable und forderte deshalb von dem Steuermann die Beseitigung der elektrischen Beleuchtung. Dieser Anordnung tam der Steuermann nicht nach, sondern segte die Fahrt mit der dreifachen Beleuchtung fort. In Folge Einspruchs des Scharf gegen den späterhin erhaltenen Strafbefehl hatte das Schöffengericht zu Charlottenburg als zuständiges Gericht sich mit der Frage zu beschäftigen, ob das elektrische Licht zur Be leuchtung der Dampfschiffe wie obenbezeichnet verwendet werden dürfe. Nach umfangreichen Erhebungen über den Sinn ber bezüglichen geseglichen Verordnung war das Schöffengericht zur Verneinung dieser Frage gelangt. Indessen trug das Ge richt den Ausführungen des Bertheidigers, Rechts- Anwalt Schmilinsky, daß p. Scharf in gutem Glauben und im Aufverbrauch, und an vielen Fabriforten läßt sich nachweisen, trage seines Dienstherrn gehandelt, insofern Rechnung, als daß der hang zum übermäßigen Branntweingenuß weit öfter das Erzeugniß als der Er. gesetzte Geldbuse auf 10 M. oder 2 Tage haft herabgefeßte uger des Glendes i ft. Als einen schlagenden Beleg hierfür find neuerdings die beiden böhmischen Fabrikstädte St. Johann, 7. Auguft. Die Grubenkatastrophe zu Reichenberg und Trautenau neben einander gestellt worden. Camphausen hat heute vor der Strafkammer des föniglichen Trautenau mit 11 200 Einwohnern und überaus schlechten Landgerichts zu Saarbrücken ein recht ernſtes Nachspiel gehabt. Löhnen hat fast ebenso viele Branntweinschenken, als Reichenberg Es war einige Zeit nach dem Unglück, als die in Saarlouis mit 28 000 Einwohnern und besseren Löhnen. Im Durchschnitt der erscheinende„ Saarzeitung" einen fulminanten Artikel gegen legten Jahre wurden verbraucht zu Reichenberg 7,5, zu Trautenau aber 16,25 Liter Alfobol auf den Kopf. Wo die Arbeiter schlecht blümten Worten die Verwaltung für die Folgen der Er- gelohnt werden, schlecht effen, schlecht wohnen, schlecht gekleidet plosion verantwortlich machte. Es wurde der Behörde vor find, da werden fie in der Regel der Branntweinschenke vergeworfen, Schutz Einrichtungen zum der unterlaffen zu fallen, während sie bei auskömmlichen Löhnen in der Regel, haben, auch äußerte fich das Ausnahmen abgerechnet, vor diesem Schicksal bewahrt bleiben. nannte Blaft über Lobnverhältnisse und Behandlung Jeder wird in seinem Kreise die Belege für diese Thatsache Der Bergleute in einer Weise, die den thatsächlichen finden und in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der einen und Verhältnissen durchaus nicht entsprach und geeignet war, Un- der anderen Arbeiter seine Schlüsse ziehen fönnen. Die frieden zwischen Arbeiter und Arbeitgeber zu erzeugen. Dieser hier angeführten Thatsachen sind sicherlich nicht neu; wir Behrend meinte, man müſſe nicht es auf einmal wurde. Bergleute im Besize der nöthigen finanziellen Mittel beständig gerüstet dazustehen; denn schon im nächsten Frühjahr müsse die neunstündige tägliche Arbeitszeit errungen werden. Herr Grothmann ermahnte, sich jetzt ja die regelmäßigen Beiträge zum Generalfonds recht angelegen sein zu lassen, um die Streifenden unterstüßen zu fönnen, da von den Kameraden in der Provinz, welche fich trotz ihrer meist weit geringeren Löhne in der Unterſtügung des Berliner Streits bis auf's Aeußerste angestrengt hätten, nicht verlangt werden könne, fich noch länger so aufzureiben. Darauf vers las der Vorsitzende folgende eingelaufene Resolution: Die heutige General Versammlung erklärt sich mit bem Referenten Herrn Hartung einverstanden und spricht demselben, in Erwägung, in Erwägung, daß den Maurern Berlins nur durch eine feste Organisation geholfen werden kann, ihren Dank aus. Auch versprechen die Versammelten, insgesammt dem Verein zur Wahrung der Intereffen der Ber liner Maurer fich anzuschließen, sowie an ihrer Lohnforderung von 5 M. pro Tag festzuhalten und für diejenigen Kameraden unterstügend einzutreten, welche von der Bausperre" betroffen werden. Jm weiteren Verlaufe der Diskussion sprach Herr Hartwig( Hamburg), um näher auf den Verlauf des Hamburger Maurerstreits in den fiebenz ger Jahren einzugehen, in welchem die Meister daffelbe Spiel getrieben hätten, wie jetzt in Berlin, schließlich aber doch befiegt worden seien. Namentlich wies Redner auf die damaligen zahlreichen Denunziationen gegen die Arbeiter, auf die vielen Verhaftungen und 4 bis 8- wöchent lichen Gefängnißstrafen hin, welche der Streit im Gefolge hatte. Herr Scheel tadelte die verdammte Genügsamfeit vieler Arbeiter, die sich bei schwerer Arbeit nur Bellartoffeln" mit Hering und Schwarzbrod gönnen, wie beispielsweise eine Anzahl der jest auf dem Reichstagsbau beschäftigten Maurer aus der Provinz, die sich in mitgebrachtem Kochgeschirr die magere Kost auf Ausführung eines unlängst in der Philharmonie" gefaßten Beschlusses gehalten werde, am Sonnabend die Feier abendzeit um eintreten 1/25 Uhr zu laffen. Herr erreichen wollen. Im Allgemeinen möge ja so viel wie möglich auch hiernach zu streben sein, als eigentlichen Streit grund möchte er die Gelegenheit nicht behandelt sehen. Betreffs der Lohnfrage konstatirte der Redner noch einmal, daß der seitherige Erfolg des Streits allermindestens in einer durchschnittlich 25 proz. Lohnerhöhung bestehe, die man erreicht habe. Man werde auch das System der Klaffenlöhne" noch zu beseitigen wissen, das vorerst noch maßgebend sei. Das sei das Biel und die Aufgabe der jezigen Kampfmethode durch die Bausperre". Herr Bock sprach im Sinne der Resolution, die dann auch einstimmig angenommen wurde. regeln, daß Streits nicht mehr nöthig sein werden.- Die| dann folgenden Debatten bezogen fich auf zwei Anträge, von denen der erste dahin ging, daß den streifenden Kollegen in Velten aus dem Reservefonds des Vereins( derselbe beträgt ca. 1500 Mart) fofort, noch vor erfolgter Abrechnung, 400 r. bewilligt werden, und der zweite dahin, daß zur Gründung eines Fonds, aus welchem arbeitslose Vereinsmitglieder im Winter laufende Unterstügung erhalten sollen, den Vereinsmitgliedern die Pflicht auferlegt werde, wöchentlich einen Beitrag von 25 Pf. zu zahlen. Der erste Antrag wurde einstimmig angenommen. In Bezug auf den zweiten Antrag kam man zu dem Beschluß, daß der Vorstand diesen Antrag in Berathung ziehen und eine Vorlage der nächsten Versammlung zur Entscheidung unterbreiten möge. Eine öffentliche Versammlung der Kutscher Berlins, welche zum Sonntag Nachmittag nach dem Seefeldt'schen Lokale in der Grenadierstraße einberufen war, beschäftigte sich mit der Frage der Bildung eines Fachvereins, welche in der Versammlung unter dem Vorfiße des Herrn Brosching erörtert wurde und zwar im Anschluß an ein Referat des Stadtverordneten Friz Görcki, der die Nothwendigkeit und Nüglichkeit einer solchen Organisation dringend empfiehlt. Die mißlichen Erwerwerbsverhältnisse, so führte der Referent aus, schädigen aufs Schwerste das Familienleben. Die Erhaltung der Familien aber ist die Grundbedingung für die Erhaltung und das Gedeihen des Staates. Eine Arbeitszeit von 14-18, ja 19 Stunden, wie sie heute bei den Kutschern besteht, reicht für zwei Mann aus; die doppelte Bahl von Menschen tönnte dann in diesem Erwerbe beschäftigt werden. Eine Erhöhung des Lohnes kann man so lange nicht anstreben, als den Arbeitgebern billigere Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Selbst die bescheidenste Lohnerhöhung, etwa ein Tarif für das Abtragen der Güter bis weiter als eine in den Haus Eingang, ist heute ohne feste Organisatiön nicht zu erreichen, denn die Fuhrherren stehen Ihnen organisirt und festgeschlossen gegenüber. Entschließen Sie fich darum zur Gründung eines Fachvereins, der für Sie alle Asyl ist für spätere Tage, in welchem Sie sich entschließen fönnen über gemeinsame Schritte und in welchem Sie Schutz finden gegen die Uebergriffe ihrer Arbeitgeber. Herr Golze befürwortet warm die Bildung eines Fachvereins und fordert zur Einzeichnung in die ausliegenden und zirkulirenden Listen auf. Herr Schütte empfiehlt zunächst die Organisation der einzelnen Kutscherbranchen und später ein gemeinsames Vorgehen aller dieser einzelnen Vereinigungen, um gleich von vornherein fleinliche Eifersüchteleien zu vermeiden. Herr Kuntel empfiehlt die Organisation von allgemeinen Gesichtspunkten aus. Herr Chemmnis wendet sich gegen die Bildung einzelner fleiner Vereine, das bewirke Dezentralisation, die zu bekämpfen sei. In gleichem Sinne äußert sich Herr Golge, der zugleich eine Resolution zur Annahme empfiehlt, in welcher die Besammlnng die Gründung eines Fach- Vereins zur Hebung der fitt lichen und materiellen Lage der Kutscher beschließt. Herr Nerlich glaubt, daß man zunächst mit der Gründung Spezieller Kategorien von Rutscher Fach- Vereinen wird beginnen und später mit diesen einzelnen Vereinen wird Kartell- Verträge abschließen müssen. Wie die Dinge in Berlin liegen, empfehle fich die Gründung eines allgemeinen Kutscher- Vereins nicht. Die Versammlung beschloß die Die Versammlung beschloß die Wahl eines Komitees von 5 Personen, um die Statuten abzufaffen und die nöthigen Vorarbeiten für die Konstituirung des Vereins zu besorgen. In das Komitee werden gewählt die Herren Werner, Nedlich, Broschinge, Beelit und Strupp. Damit schloß die Versammlung. hr. In der Versammlung des Fachvereins der Töpfer, welche am Sonntage tagte, wurde vom Vorsitzenden Herrn Bormann und den Herren Thieme und Kemnit in eingehender Weise die Bedeutung des Fach vereins für die Befferung der materiellen und der fittlichen Lage aller Berufsgenossen dargelegt. Es wurde darauf hingewiesen, daß bisher viele Kollegen fich dem Fachvereine nicht angeschlossen hätten, weil fie bezweifelt hätten, daß der Fachverein im Stande sei, eine Befferung der Lohnverhältnisse herbeizuführen. Jezt habe der Fachverein durch die von ihm ins Leben gerufene Lohnbewegung mehr als drei Viertel der Meister dahin gebracht, daß sie den von der Lohnkommission des Fachvereins aufgestellten Lohntarif, welcher eine wesentliche Befferung der Löhne mit sich bringe, anerkannt und durch Namensunterschrift sich auf diesen Lohntarif verpflichtet haben. Jeder Kollege, der dieser Errungenschaft sich erfreute, habe jetzt die Pflicht, sich dem Fachverein anzuschließen. Herr Thieme wies noch auf Den von den Fabrikanten Uebelstand hin, daß das in Velten gelieferte Kachelzeug, aus welchem die Berliner Gesellen die Dfen zusammenseßen, sehr schlecht sei und dem Ofenseßer seine Aufgabe, in furzer Zeit einen guten Ofen herzustellen, fast unmöglich mache. Mit Hilfe der 95 den tommenden in Betracht welche Meister, Berlins der Fachverein schon 126 Töpfermeistern habe, werde es für seine Bestrebungen gewonnen nicht mehr schwer für den Fachverein sein, solche Uebelstände im Gewerbe zu beseitigen. Herr Bormann hob hervor, daß der Fachverein fein Streifverein, sondern im Gegentheil den Zweck verfolge, die Lohnverhältnisse in der Weise zu Don Theater. Belle- Alliance- Theater. Heute: Sein Steckenpferd. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Großmogul. Oftend- Theater. Heute: Die Goldgräber. Central- Theater. Zentral- Kranten- und Sterbe- Kaffe der Fabrik- und Handarbeiter b. G.( Eingeschr. Hilfskaffe), Dresden. Den Mitgliedern, welche seiner Beit wegen Ueberschreitung der Altersgrenze ausgeschlossen wurden, zur Nachricht, daß die selben, laut Beschluß der General Versammlung, in die Kaffe wieder eintreten fönnen. Der Vorstand ersucht nun diejenigen Mitglieder, welche von diesem Rechte Gebrauch machen wollen, sich bis spätestens den 16. August d. J. beim Bevollmächtigten R. Denzig, Boffenerstr. 33, melden zu wollen. Spätere Meldungen werden nicht berücksichtigt. Atte Jakobstraße 30. Direktion: Adolph Ernst. Brute: Bum 11. Male: Die wilde Kaze. Gesangspoffe in 4 Arten von W. Mannstädt, Mufit von G. Steffens. Klubwirth zu Donnerndes Hoch nemiegenfefte, daß die ganze Eichlagenbude wackelt und der Kater mit der Kägin im Bette zappelt. Rauchklub ,, Kernspike" Uhren- Fabrik G. Scharnow An alle Bildhauer Berlins. Werthe Kollegen! Schon wieder einmal treten wir an Euch mit der Bitte heran, uns in unserer heutigen, Dienstag, den 11. August, Abends 9 Uhr, Annenstraße 16 stattfindenden Versammlung des Gau- Vereins Berliner Bildhauer mit Eurer Anwesenheit zu beehren. Wir haben eine wichtige Angelegenheit zu erledigen, daher ist es wünschenswerth, wenn jeder Kollege am Plage ist. Die Dele girten- Kommiffion. Die Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute( Lofalverband Berlin) findet am Mittwoch, den 12. d M., Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Aufnahme neuer Mitglieder. Schreibgebühr 50 Pf. Wochenbeitrag 10 Bf. Gäste haben Zutritt. Der Fachverein der Schloffer veranstaltet am Sonn abend, den 15. August, in Keller's Hofiäger"( Hasenhaide) zum Besten hilfsbedürftiger Vereinsmitglieder ein Sommerfest, zu welchem alle Kollegen freundlichst eingeladen find. Gauverein Berliner Bildhauer, Annenstr. 16, Heute Abend 9 Uhr, Versammlung. Tagesordnung: Verschiedenes und Bibliothekabend. do natus Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt fich aber gleichzeitig bagegen, mit bem Inhalt beffelben identifizirt zu werden. Immer wollte er denen, die dort zusammengekommen waren, auch seine werthe Meinung zum Besten geben, hatte aber stets das Malheur, seine Buhörer zu langweilen und Unruhe her vorzurufen. Es giebt eben Leute, die eine Manie haben, gerne zu reden, aber doch der guten Sache einen viel größeren Dienst erweisen würden, wenn fie lieber schweigen möchten; deswegen fönnten fie derfelben ebenso gut nügen. Herr Woyat bat also das Wort und fängt ins Planlose an zu reden, greift in den längst erledigten Punkt 1 der Tagesordnung und langweilt die Versammlung aufs Höchste. Herr Emmel mit der eisernen Strenge unterbricht ihn aber nicht; warum wohl nicht? Viel leicht ist Herr W. ein guter Bekannter von ihm und verdient Rückficht; aber darunter kann doch die ganze Versammlung nicht leiden! Endlich werden Stimmen laut: Das gehört aber nicht hierher, das gehört doch nicht zur Sache! Herr Brill, Herr Thiele, Herr Höhne, Herr Erhardt verlangen das Wort zur Geschäftsordnung. Sie erhalten es nicht, Herr W. redet weiter. Wiederum verlangt Herr Erhardt das Wort zur Ge schäftsordnung; er nimmt es sich selbst und tadelt diese Art der Verhandlung. Der Vorsitzende entzieht es ihm und meint ,,, das ist nicht parlamentarisch." Herr W. redet weiter. Wiederum eine Weile, Herr Prill und Mehrere verlangen stürmisch das Wort zur Geschäftsordnung. Sie werden jedoch als Ruheftörer angedonnert. Raus! raus! tönt es jest. Die paar aufgeflärten Männer werden gepackt, gestoßen, großer Radau, raus werden sie geschmissen, die Thüren werden zuges schloffen; Aus is!" schloffen; Aus is!" Drinnen geht's weiter. Nun noch eine furze Betrachtung. Durch das ganz über flüssige Gerede z. B. des Herrn Woyaf wird das Intereffe am Vereinsleben an sich schon bedeutend abgeschwächt zumal bei fo später Stunde. Herr Emmel entzieht dem Redner das Wort aber nicht, trotzdem derselbe sehr weit von der Tagesordnung abschweift. Eine Anzahl Männer wollen der Sache nicht auf ungeseßlichem Wege ein Ende machen und verlangen das Wort zur Geschäftsordnung. Herr Emmel will zwar den parlamen tarischen Modus sehr genau fennen( er ist fa ein alter„ Vereins menfch"), aber das Wort ertheilen zur Geschäftsordnung während der Diskussion is nich!" Aber nicht genug damit, es find gleich Rausschmeißer da, welche die aufgeklärten Männer an die frische Luft segen! Nun, wir Rausgeschmissenen( ich ges höre nämlich auch dazu) wir können uns trösten, denn wir fönnen in gehobener Stimmung ausrufen: ,, Herr, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!" Aber die etwaigen Gimpel, die der neuen Erlösungsinnung des Herrn Emmel beitreten werden, die können sich gratuliren! Die werden aus dem Regen in die Traufe kommen! Ei! Schöne Innung, nette Jnnung, tolerante Innung, Heil Innung Dir! An die Tischler Berlins! Stephan Zu der in der Delegirtenversammlung der Tischler auf gestellten Tagesordnung, welche Herr Roedel heute Abend ein berufen hat, muß ich folgende Erklärung öffentlich abgeben: " Ich bin nur mit dem ersten Theil ,,, auptabrechnung Mandatsniederlegung der Kommiffion einverstanden, kann mich der Lohnbewegung" und selbstverständlich mit der aber mit dem zweiten Theil der Tagesordnung: Neuwahl fein Beschluß der Kommission vorliegt, zweitens weil noch verschie dene Angelegenheiten in Betreff der Werkstatt für Gemaß suche deshalb alle Delegirten, im Interesse der gerechten Sache in der Versammlung am Plaße zu sein. Heinrich Künzel, Kommissionsmitglied, Pallisadenstraße 9. Vermischtes. Begründung einer zweiten Schuhmacherinnung in Berlin und Besprechung über die am Johannisquartal widerrechtlich erfolgte Ausschließung der Herren Aurin, Emmel, Hannias u. A. aus der Innung, so lautete die Tagesordnung einer Schuhmacherversammlung, welche von dem Vorstand der Verkaufshalle", Herrn Emmel( Referent Herr Aurin) am Mittwoch Abend nach Neue Friedrichstr. 44 einberufen war. Die obengenannten Herren sind die Oberhäupter der Schuh- regelte" und verschiedene andere noch zu regeln find." Ichche macherbörse und zugleich sämmtlich Mitglieder der ehrsamen Innung, woselbst sie ein bischen in Opposition" gemacht haben und weshalb der Bannspruch über sie verhängt worden ist. Racheschnaubend gehn sie nun ans Werk und wollen sich eine neue Innung gründen, in der fie dann das Szepter zu führen gedenken. Bu diesem Behufe war die besagte Versammlung anberaumt, woselbst das Fundament zu der Beglückung der ,, 7000" durch die neue Innung gelegt werden sollte. Die ges ftrengen Herrn Meister" legten einen Scharffinn, eine weitgehende Kenntniß des Versammlungsrechtes und namentlich eine Toleranz an den Tag, die wahrhaft vertrauenerwedend" ist. Gleich nach Eröffnung der Diskussion entzog der Vorsigende, Herr Emmel, Herrn Thiele das Wort, da er angeblich Dinge vorbrachte, die zu dem 2. Punkt der Tagesordnung gehörten. Es entspinnt fich ein längerer Streit hierüber, wobei Herr Emmel mit eiserner Strenge gegen Herrn Thiele vorgeht, da er sehr genau den Vorfiz zu führen verstehe, denn er stehe schon ſeit 15 Jahren in der Bewegung. Herr Bannias macht die Enthüllung, daß Herrn Thiele überhaupt nicht das Recht zuerkannt werden könne, hier das Wort zu nehmen, da derselbe Mitglied der Gesellen Lohntommission sei!- Go! Es stellt fich heraus, daß letteres in der That nicht wahr ist, aber das schadet nicht, Herr Thiele hatte das Wort nicht mehr. Das Referat über Bunft 2 der Tagesordnung ist längst zu Ende, die Diskussion lange im Gange, es ist 11/2 Uhr, da erhält ein Herr Woyat das Wort. Dieser tauchte vor 5 Jahren in der Bewegung auf. Ich lernte ihn zuerst im Berliner ArbeiterBewegung auf. Verein tennen. Dort wollte er einmal reden, verhaspelte fich aber gleich so, daß er weder hin noch her fonnte. Später fand ich ihn öfter in Schuhmacher Versammlungen. 1190 [ 1149 152 Oranienstrasse 152, Ecke Moritzplatz, empfiehlt sein Lager aller Arten Uhren, als 8 M. Gute gebr. filberne d Cylinder- Uhren Neue filb. Cylinder. Uhren( abgs.) v. 15 M. an bo. Remontoir v. 24 Mt. an Silb. Anter- Uhren v. 25 Mt. an bo. Remontoir v. 35 t. an Regulator, 14 Z. g. v. 15 M. an GuteSchwarzw... v. 4,50 M. Gold. Damenuhr v. 25 M. an Gold. Herren- Rem. v. 55 M. an Hrn. Talmi Ketten v. 2 M. an Damen- Ketten mit Duafte D. 4 M. an Eine Cylinder- Uhr reinigen Eine neue Feder Zu beziehen durch die Expedition des ,, Berliner Volksblatt", Zimmerstraße 44. Plauen in Sachsen. Ein hiesiger Einwohner las por Kurzem eine Meditamentsanzeige, die behauptet, es gebe leine Zahnschmerzen mehr, wenn man das Rezept anwende, welches zum Preise von 50 Pf. überall hin franko versendet wird. Unser Mann, geplagt von den tollsten Bahnschmerzen, hat nichts Giligeres zu thun, als 50 Pf. einzusenden, und erhielt dafür die Mittheilung:„ Reißen Sie den Bahn raus". G3 find 5 Worte à 10 Bfg. Was er nicht kann. In einem Gasthause sprach ein Student von seinen mannigfachen Kenntnissen, so daß einem der Gäste die Geduld riß und er ziemlich barsch sagte: Sept haben wir wirklich genug von dem gehört, was Sie können, fagen Sie einmal, was Sie nicht lönnen, und ich stehe Ihnen gut dafür, das tann ich!"" Ich?" sagte der Student, nun, ich fann meine Zeche nicht bezahlen, und es freut mich sehr, daß Sie das können." Unter allgemeinem Gelächter entsprach der Gast der Erwartung des Studenten. fizer): Na, wie geh'n die Geschäfte, Herr Michel?" Photo Ein Wint. Bürger( vor einer Auslage stehend zum Be graphiehändler: Nicht am besten!" Bürger: Ja, wiffen Sie' was, Sie müssen öfters Ihre Ansichten ändern, dann wird's Ihnen gut B's gehen!" 1.8. W. Pist. Goeben erfchiment: Der eue Welt- Kalender für 1886. Aus dem reichen Inhalt heben wir herver: Bergleichende ftatistische Uebersicht ber beutfchen Reichstagswahlen von 1881-1884.- Meerland. Erzählung von Robert Schweichel. Matresen- Philosophie. Ben Reinh. Wer ner.- Sießterne, emeten und Sternschnuppen. Ben Dew. Köhler.- Breben im Wald. Erzählung von W. Jensen.- Der Schlangenmeißer. Erzählung von Ciampolt. Mla Gratisbeilagen: 1. Der erste Swift. 2. Der alte Freier. 4. Aber Herr Redbar! 1 Wandkalender. Preis 50 Pfennig. Stuttgart. 150 Vereinig. d. Metallarbeiter Deutschl.| M. M. Für jede bei mir getaufte und reparirte Uhr leiste 2 Jahre 1 briftliche Garantie. Die Nr. 19 der humoristischen Blätter 11 Der wahre Jacob" 910 [ 2572 ist erschienen und in der Erpd. des ,, Berl. Voltsbl." zu haben Vergolder auf Politur und Silber verlangt A. Loose. Bu erfragen Laufigerstr. 43, Hof part. I. [ 1840 ( Mitgliedschaft Berlin I.) Dienstag, den 11. August, Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Wedding- Park, Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag. 2. Bericht über den Hartung'schen Streit. 3. Diskussion über das Kinderfest. 4. Verschiedenes, Fragekasten. SEX G " Tischler, Drechsler, Zimmereru. s. w. welche Lust haben, die Bildhauerei theoretisch und praktisch zu erlernen, werden in ganz kurzer Zeit zu bedeutender Kunft fertigkeit ausgebildet. Anmeldungen zu dem demnächst be Abends 7-10 Uhr Elisabethstraße 59 im Handschuh Geschäft entgegengenommen. [ 1851 Wäsche wird in und außer dem Haufe aud [ 1845 gebessert, auch werden Namen geftidt und Strümpfe ge stridt bei Fr. Böhme, Grünauerstr. 11, Hof 3 Tr.( 1848 Der Bevollmächtigte. Verantwortlicher Redakteur N. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. for Fe der gu au bei IES FREGSIGNAGE ba nig ben ten äm Mu Ar du fpi der ein gir fah feb ant in Leid we fra Sie tu 26 hat gen ba gan Lag Ser nig nig noc Lag dab ver ein Der Lid mel feit am und ber Don abn Pal Ge ten