Nr. 265. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements: Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Met., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Für Bibel und Bakel Mittwoch, den 11. November 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: nach Deutschland verbreitete im Gefolge des wirthschaftlichen| der Vorwärts" gegen Bibel und Bakel vorbringe, feien nur Aufschwungs der Bürgerklasse, hat sie Halt gemacht vor der liberale Argumente". legt sich die Kreuz Beitung" ins Zeug. Wir begreifen es ja, Voltsschule. König Friedrich II., der selbst für sich als Mann Wie das Bürgerthum nur ftümperhaft seiner Aufgabe, das daß wir mit unseren Ausführungen dem einstigen Organ des von Bildung das Privilegium der Auftlärung in Anspruch nahm, Staatswesen zu demokratifiren, nachgekommen ist, ist ihm auch Baron v. Hammerstein keine Freude machen würden. Aber die hielt doch sehr darauf, daß dem Bolte die Religion erhalten werde," die Hand bei der Volksbildung erlahmt. Erst dem Proletariat Wemuth, die die Spalten der Kreuz- Zeitung" durchsäufelt, seitdem sie sintemalen das die Regierung erheblich erleichtert. Mit seinen werden beide Aufgaben gelingen. Und je schärfer es der um jene gestürzte Ordnungsfäule trauert, brauchte doch nicht gar ausgedienten Unteroffizieren besetzte er die Lebrerstellen in den Bourgeoisie auf die Hacken tritt, um so merklicher erlahmt der so deprimirend auf ihre Geistesverfassung einzuwirken, daß fie Volksschulen und diese Wackeren haben den Kindern die Bibel Bourgeoisie die Hand. Auf politischem Gebiete hat sie längst nur noch zu folch' dürftigen Verlegenheitsredereien, wie dieser eingepaukt und den Bakel weiblich geschwungen, wie sie das vom als vorwärtstreibende Macht abgedankt. Etwas zäher hält sie Vertheidigung von Bibel und Bakel, die Kraft bat. Als wir uns Exerzierplatz her gewohnt waren. an den Volksbildungs- Bestrebungen feft. Aber auch da mehren au die Lektüre des Kreuz- Zeitungs" Artikels machten, hofften wir, Der Staat Friedrichs, der Staat des Absolutismus, des fich die Anzeichen, daß ihr bange wird ob der Geister, die sie unser Nachweis, daß das Buch der Bücher eine fehr Adels und der Bureaukratie, brach zusammen bei Jena. Eine gerufen. Die zielbewußteren Interessenten des Kapitals sind bedenkliche Lektüre für die Jugend sei, werde darin kurze Spanne Zeit wurde dann den Einflüssen der Aufklärung schon längst zu der Ueberzeugung des Atheisten Friedrich II. etwa in dem Stile widerlegt werden, wie der Pastor Schall die und Bildung im Volfe freier Spielraum verstattet. Als dann gekommen, daß das Bolt sich weit bequemer regieren und aus Doppelehe des Landgrafen Philipp von Hessen und das Duell aber dem Könige Friedrich Wilhelm III. vom Volfe Rettung beuten läßt, wenn Bibel und Bakel es schon in der Kindheit 3it beschönigen versucht hat. Aber so vorsichtig ist Professor gebracht war, nachdem der Geist der Aufklärung, der Revolution mürbe gemacht haben. Die Forderung, alle Bildungselemente Kropatscheck, daß er sich garnicht einmal auf das gefährliche Ge- es durchseucht hatte, nahm der gute Landesvater die erste Ge- dem Volte zugänglich zu machen, wird heute nur vertreten von biet der Thatsachen wagt. Keine Silbe vom König David und legenheit war, als des Bürgerthums sich die Attentatsangst be- der Partei des Proletariats, der Sozialdemokratie. der Brüsewißerei seines Feldherrn Jakob! Kein Sterbenswörtchen mächtigt hatte, um unter der Aegide der heiligen Allianz", von Lot's Töchern oder der Schnur Juda's!( Der Druckfehlerteufel des pietistisch angehauchten ersten Dreibundes zwischen Rußland, hatte uns in dem vorigen Artikel von dem Schwur Juda's reden lassen.) Desterreich und Preußen, seine theuren Landestinder in föniglicher Noch weniger denkt das Junkerblatt daran, sich mit den un- Dankbarkeit mit der wüftesten Reaktion zu drangsaliren. Das bequemen Zahlen aus Ferriani's Buch zu befassen, die wir als war die Zeit, als des Baren Wille in Deutschland zum ersten, Belegstücke dafür angeführt hatten, daß die wirthschaftliche Noth leider nicht zum letzten Male das oberste Gesetz war, die Zeit erst den Boden schaffe, auf dem der Reim der verbrecherischen der Demagogenriecherei, die Zeit der Hengstenberg und Leo, die Instinkte zu dem dichten Gewirr von Verbrechensthaten empor- Beit, in der Bibel und Bakel wieder in ihr altes Recht gesetzt wuchern tönne, über die die Stüßen der heutigen Gesellschafts- wurden in der Schule. ordnung rathlos erschrecken. Nichts als allgemeine Redensarten Freilich wir wissen, daß uns auch das in ausreichendem Maße erst gelingen fann in einem sozialistischen tlaffenlosen Gemeinwesen. Und deshalb- erstaunen Sie nicht, verehrte KreuzZeitung"!. führt uns auch diese Betrachtung über Boltsbildung wie die über die Verbrechensverhütung wieder zu unserem ceterum censeo: Das Wirken für den Sozialismus ist das beste Heilmittel gegen die gesellschaftlichen Schäden. Die werden von der„ Kreuz- Zeitung" für Bibel und Bakel als Er gehört? Merkwürdig! Geht ihr Erinnerungsvermögen nicht Interpellation über Carmaux. ziehungsmittel vorgebracht. Da gelangt sie denn zu ganz überraschenden Be hauptungen. Um es nicht gelten zu lassen, daß je mehr die Bibel eingepauft, je kräftiger der Batel geschwungen wurde, um so roher das Geschlecht war, das diesem Erziehungsmittel ausgefest war", behauptet die Kreuz- Zeitung": " = Und auch von dieser Zeit hat die Kreuz- Zeitung" nichts zurück über das Jahr 1848? Doer erinnert sie sich historischer Vorgänge nur dann, wenn sie deren gerade bedarf für die Anforderungen der Tagespolemit? Daß auch die Heilige Allianz es nicht vermochte, mit Bibel und Batel das Volt nicht völlig wieder zur früheren stumpf sinnigen Unterwürfigkeit und Bildungsrobheit zu erziehen, liegt nicht daran, daß es ihr am bösen Willen gemangelt hätte. Ihr arbeitete eine stärkere Kraft entgegen, die wirthschaftliche Entwickelung, die der politischen und wissenschaftlichen Aufklärung Bahn bricht bis in die entlegensten Hütten hinein. Der Prozeß gebt langsam aber sicher, trot zeitiveiliger Rückschläge, feinen Weg; er hat die Reaktion der fünfziger Jahre überdauert; er wird auch die ferneren Reaktionen überdauern, die stets die Verfuche im Gefolge haben, mit Bibel und Batel an der Volts: erziehung herumzupfuschen. " .. daß von der vergeblichen Jahrhunderte langen Busammenarbeit von Staat und Kirche in dem von ihm( bem Vorwärts") gemeinten Sinne gar nicht gesprochen werden tann. Weder im Staat noch in der Kirche hat es dauernd so ausgefehen, wie es hätte aussehen müssen, um eine solche Arbeit mit voller Wirkung zu betreiben. Wie es im vorigen Jahrhundert, wenigsten in dessen zweiter Hälfte und in der erften dieses Jahrhunderts stand, wo der kahlste Rationalismus herrschte, das könnte auch der Vorwärts" wissen." Man muß sich verwundert die Augen reiben, wenn man das Das wird allerdings die Kreuz- Zeitung" nie begreifen, fie Seit den Beiten der Reformation haben in Deutschland ist unbelehrbar, übertrumpft sie doch durch ihr neuestes Beispiel die staatskirchliche protestantische Kirche und der christlich von Unwissenheit die Bourbonen, von denen es hieß, sie hätten abfolutistisch bureaukratische Staat Jahrhunderte lang nur nichts gelernt und nichts vergessen. Die naive Betrachtung mit Bibel und Bakel an der Jugend herumerzogen. Der Kreuz- Beitung" von der Herschaft des fahlsten Rationalis Weniger konnten die zwei Gewalten garnicht zusammen- mus in Deutschland zur Zeit der Heiligen Allianz zeigt, daß fie arbeiten, als es in jener Epoche der Fürstenallmacht zwar auch nichts gelernt hat, aber obendrein alles vergessen. geschah. Ihr klassischster Vertreter, der bibelfeste König Friedrich Bei dieser Geistesverfassung des Junkerblattes darf es auch Wilhelm I. von Preußen, ist mit dem Bakel in der Fauft auf die nicht weiter Wunder nehmen, daß es die Stellung der Sozial Nachwelt übergegangen als Erzieher", wie der Verfasser des demokratie zu den unerledigt gebliebenen Aufgaben des Liberalis Rembrandt- Buches sagen würde. Als dann um die Mitte mus, beffer gesagt, des liberalen Bürgerthums aus der Zeit des vorigen Jahrhunderts die„ Aufklärung" sich ostwärts auch seines jugendlichen Aufschwungs, nicht begreift. Es meint, was 116] Umstände vereinigen sich dort zu meinen Gunsten, die Abwesenheit des Papstes, die Schwäche der mittleren Klasse, Der letzte der römischen Volkstribunen. die Armuth des Voltes, die wilde Barbarei der Barone, Roman von Edward Lytton Bulwer. alles dies macht Rom zur leichtesten Eroberung, wie es zu gleich die glorreichste ist." Rienzi. Ein Mann mittleren Alters von ansehnlicher Größe Tag in seinen Mantel gehüllt auf dem Fußboden und stützte den Kopf nachdenkend in die Hand. Als der Ritter eintrat, erhob er sich mit großer Lebhaftigkeit und sagte: , Gut, Brettone, ich habe die Stunden gezählt, was giebt es Neues?" Albornoz willigt ein." " Paris, 6. November. Die Ministerbank wird sich in eine Armesünderbank verwandeln", schrieb ich im Hinblick auf die angefüudigte JInter Das ist ein pellation über die Sozialistenhay in Carmaux. getroffen. Die Regierung wurde unter der Wucht der univider leglichen und unwiderlegten Thatsachen erdrückt, ihre schönste Bierde, Herr Barthou, eines dreifachen flagranten Gese besbruches überführt. Als der Minister des Innern, unter dem Vorwand, nicht hinlänglich informirt zu sein, den Aufschub der Interpellation beantragt hatte, da hatten feine Getreuen, durch die verlegene Haltung des sonst draufgängerischen Sozialistentödters verblüfft, einer wahren wenigstens gehofft, er werde in der Zwischenzeit Galgenfrist eine geschickte Vertheidigungsrede ausarbeiten. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Klägliche, der Reptilpreffe entlehnte Berdrehungen, faule Ausreden, dreifte Ablengnungen der Thatsachen, das ganze gewürzt mit einigen staatsretterischen Schlagwörtern das war Barthou's Antwort auf die präzisen, Puntt für Punkt thatsächlich und rechtlich begründeten Anflagen des Genossen Jaurès. " Um feine provokatorischen Sicherheitsmaßnahmen" zu recht fertigen, erging fich der Minister in einer weitläufigen Schil derung der Vorgeschichte der Arbeiter Glashütte. Die Unzue friedenheit der Garmauger Bevölkerung" mit der Verlegung der Glashütte nach Albi hätte schwere Subestörungen befürchten laffen. Die Wahrheit ist, daß die Garmaurer Arbeiter, die feit durch das Schwert gewinnen und durch das Schwert be haupten." Rienzi war zu grausam, er hätte die Barone nicht so gegen sich aufbringen sollen," sagte Brettone, der eben im Begriff war, die Flasche auszutrinken, als die starke Hand seines Bruders sie ihm entriß und seiner Absicht zu vorkam. Bitte den Himmel, mein Bruder, daß Dein Ehrgeiz Dich nicht zuletzt Schiffbruch leiden lasse, Du verlierst immer das Land aus dem Gesichte. Mit dem ungeheuren Ei was," sagte Monreal, nachdem er die Flasche ge Reichthum, zu dem wir jetzt gelangen werden, tönnen leert hatte, er war noch lange nicht grausam genug. Er wir fuchte nur gerecht zu sein, und machte feinen Unterschied „ Nach etwas Größerem streben, als Freibeuter zu sein, zwischen dem Edelmann und dem Bauer. Er hätte diesen " Gute Nachrichten! Du giebst mir neues Leben. Par heute Generale und morgen Abenteurer. Erinnerst Du Unterschied machen sollen! Er hätte den Adel mit Stumpf Dieu, das Frühstück wird mir desto besser schmecken, lieber Dich, wie das Schwert der Normannen Sizilien gewann, und Stiel ausrotten sollen. Aber dieses kann kein Jtaliener; Bruder. Du hast doch daran gedacht, daß ich Hunger und wie der Bastard Wilhelm auf dem Schlachtfelde von es ist mir vorbehalten!" habe?" Hastings seinen Feldherrnstab in ein Königsscepter ver- Du wirst doch nicht die edelsten Familien Roms hin Brettone zog unter seinem Mantel eine große Wein- wandelte? Ich sage Dir, Brettone, in diesem Italien schlachten können." flasche und ein kleines, wohlgefülltes Körbchen hervor; der hängen die Kronen an den Hecken für jeden, der Männer an" Hinschlachten! nein, aber ich würde mich ihrer Bewohner der Ruinen langte mit großem Appetit zu. Beide zuführen weiß, die sie mit der Lanzenspige herabzunehmen Ländereien bemächtigen und mit ihnen einen neuen Adel Krieger, denn dieses waren sie, lagen jetzt zusammen auf wissen. Mein Plan ist gemacht, ich will das schönste Heer belehnen, den kräftigen und tapferen Adel des Nordens, der dem Boden und unterhielten sich vertraulich zwischen jedem in Italien bilden, und mit ihm mir einen Thron auf dem wohl weiß, wie man seinen Fürften beschützen muß, und der Bissen. Kapitol gründen. Wie thöricht war ich vor sechs Jahren! ihn beschüßen wird, als die Quelle seiner eigenen Macht. Wäre ich, statt jenen Einfaltspinsel, den Pepin von Toch genug davon jetzt. Wie ist es mit Rienzi, liegt er Minorbino zu schicken, selbst mit meinen Soldaten, den immer noch in seinem Gefängniß?" Ungarn verlassend, nach Rom aufgebrochen, so würde auf den Sturz Rienzi's die Erhebung Monreal's gefolgt sein. Pepin ließ sich überlisten, und nachdem er das Wild auf gejagt, wurde er die Beute anderer. Der Löwe wird die Jagd dem Schakal nicht wieder anvertrauen!" " Ich sage Dir, Brettone, Du machst es zu arg, Du haft schon mehr als die halbe Pastete verschlungen; laß mir doch auch etwas davon zukommen. Also der Kardinal willigt ein! Was ist er für ein Mann? Er soll ein schlauer Fuchs sein." Schnell, schlau und ernst, mit einem Feuerblick, wenig Worte machend, aber bald zum Ziele kommend." Walter, Du sprichst von dem Schicksal Rienzi's, laß es Dich warnen!" Also nicht wie die meisten Geistlichen, es ist ein guter Räuber an ihm verdorben. Was hast Du von der Armee gehört, die er anführen soll? Ho, nicht so schnell mit dem Rienzi," erwiderte Monreal, ich kenne den Mann! Wein!" In ruhigen Zeiten oder mit einem braven Volte würde er ,, Bis jetzt will es noch nicht viel sagen. Er hofft auf eine große Dynastie gegründet haben. Aber er träumt Rekruten aus Italien." von Gesetzen und von Freiheit für Menschen, welche die Was hat er für Absichten in Beziehung auf Rom? ersten verachten, und die letztere nicht vertheidigen wollen. Dahin, mein Bruder, dahin strebt mein Geist! Diese Wir, von härterem Geschlecht, wissen, daß ein neuer Thron kleinen Städte und diese kleinen Tyrannen kümmern mich auf das Feudal, und nicht auf das Zivilsystem sich stüßen nicht sehr. Aber der Papst darf nicht nach Rom zurück- muß, und wir werden in die Stadt nur das Feldlager tehren! Rom muß mein werden! Die Hauptstadt eines verlegen. Durch die Menge erhielt der stolze Tribun die neuen Reiches, die Eroberung eines neuen Attila! Alle Macht, durch die Menge verlor er fie. Ich aber will sie " Heute Morgen, ehe ich Avignon verließ, hörte ich merkwürdige Neuigkeiten. Die ganze Stadt war in Unruhe, überall sah man Menschen versammelt. Sie sagten, heute solle die Sache Rienzi's untersucht werden, und nach den Namen der Richter glaubte man, seine Freisprechung sei schon vorher beschlossen." Ha! das hättest Du mir gleich sagen sollen." Wäre es gegen Deine Pläne, wenn er in Rom wieder eingesetzt würde?" Hm! ich weiß nicht, die Sache müßte dann mit vieler Einsicht und Gewandtheit geleitet werden. Ich muß hier bleiben, bis ich höre, was beschlossen worden ist." " Es wäre aber sicherer und flüger gewesen, Walter, wenn Du Deine Krieger nicht verlassen und mir ganz die Leitung dieser Angelegenheit anvertraut hättest." ( Fortseyung folgt.) der Verlegung der Glashütte dreimal Gemeindevertreter zu J Was aber persönlich Herrn Barthou betrifft, so hat er schen Diplomatte zum mindesten als ein Verächter aller diploma. wählen hatten, stets den Sozialisten die Mehrheit gaben, trotzdem ausgespielt. Sein aufgebauschter Ruf eines startfäuftigen tischen Bräuche gekennzeichnet. der Ordnungsflüngel gerade die Frage der Glashütte zur Wahl- Ordnungsretters ist wie eine Seifenblase geplast.„ Wo find parole machte. Und wer waren die Hetzer am Vorabend des die Todten?" rief der unglückselige Nachtreter Constans' und Die Nachwahl in Brandenburg- Westhavelland. Das 26.Oktober? Jaurès nagelte zum Erstaunen der rechtlich denkenden Dupuy's, nachdem er die Kavallerie- Angriffe abgelengnet hatte... amtliche Wahlresultat lautet: Bei der Reichstags- Stichwahl im batte... Wahlkreise Deputirten die Thatsache fest, daß für den vom repu. Das Wort hat Sie getödtet!" hallte es von den Wahlkreise Westhavelland- Stadt Brandenburg wurden insblikanisch- progreffistischen 3irtel" angefchlagenen fozialistischen Bänken wider mitten in einem unbeschreiblichen gesammt 19 405 Stimmen abgegeben, davon entfielen auf Schrift Hezaufruf der Polizeitommiffar der Entrüstungssturm auf der Linken ob des verhängnißvollen, die ſteller Peus- Dessau( Soz.) 9720 Stimmen und auf Landrath Gendarmerie- Lieutenant von Carmaux mit geheimsten Seelenregungen des Staatsretters verrathenden Aus- v. Löbell- Rathenow( konf.) 9685 Stimmen. Ersterer ist somit verantwortlich sind, da sie Mitglieder jenes drucks. Wo sind die Todten? Sie selber sind jetzt todt!" Birtel3" find!.. Und doch wurden diese nach Jaurès' vernahm man Jaurès' vor Empörung zitternde Stimme. geißelndem Ausruck Regierungs- Demagogen" nachher mit der Das trifft zu: Barthou ist seit gestern ein todter Mann. Er. Aufrechterhaltung der Ordnung" betraut! hobenen Hauptes betrat er die Rednertribüne, todtenblaß, ge brochen verließ er fie. 1 Der Barthou nachgewiesene dreifache Geseze bruch fand ftatt: 1. durch die Uebertragung der Polizeibefugnisse des Bürgermeisters auf den Regierungskommissar; 2. durch die Angriffe der berittenen Gendarmerie auf eine friedliche Menge ohne voraufgegangene Aufforderung; 3. durch die Sprengung der Verfammlung mit bewaffneter Gewalt, ohne daß der überwachende Polizeikommissar dieselbe aufgelöst hätte. In bezug auf den ersten Punkt berief sich Barthou auf ein Gesetz von 1837, welches durch das Munizipalgesetz von 1884 aufgehoben worden ist. Die wider gefeßlichen Ravallerie Angriffe leugnete der auf handfester That ertappte Straftmeier dreift ab. Das brachte ihm ein vernichtendes Dementi ein, indem Genosse Millerand einfach den Bericht des regierungsfreundlichen Petit Journal" verlas, worin es wörtlich heißt: Plöglich greift eine starke Gendarmeries Abtheilung zu Pferde im Eilfchritt die Menge au. Niemand findet Gnade. Alle müssen sich durch die Flucht retten, ohne selbst auf den Trottoirs 3uflucht finden zu tönnen, die von den Pferden ebenso wie die Straße besetzt sind. Was schließlich die Sprengung der Versammlung betrifft, so ging aus Barthou's Erklärungen hervor, daß der Befehl dazu vom außerhalb des Versammlungslotals befindlichen Regierungskommiffar ausging, von demselben Kommissar, der unter Verlegung des Munizipalgesetzes den sozialistischen Bürgermeister seines Amtes enthoben hatte! " Jaurès hatte seine Rede mit den Worten geschlossen: „ Sie, Herr Minister, tragen, wie Ihr Meister, Dupuy, den Stempel der Reaktion an der Stirn: dieser Stempel ist tödtlich!" Und Millerand: Sie streben nach den Lorbeeren des Schlächters von Fourmies. Dieser ist von der politischen Bühne ver schwunden: Nehmen Sie sich in acht, damit Sie nicht das gleiche Ende ereilt!. Die prophetischen Worte sind zum theil bereits in Erfüllung gegangen. Die Kleinlauten Kommentare der Regierungspreffe zur gestrigen Sigung und die triumphirende Stimmung der oppofitionellen Preffe sind ein deutlicher Beweis dafür. gewählt. [ Politische Ueberlicht. Diel 76 timmen erhielt, wäreub = Berlin, 10. November. " 1 Aus dem Reichstage. Das Märchen von der Unabhängigkeit der Richter" leitete die heutigen Reichstags Verhandlungen ein. Stadthagen legte an der Hand reichhaltigen Materials dar, wie be= rechtigt das Schwinden des Restes von Vertrauen zum Richterftande sei und kritisirte unbarmherzig die Qualität der Gerichte und das Ueberhandnehmen des EinNachdem das Thatsächliche und das Rechtliche von Jaurès fluffes der Staatsanwaltschaft. Diesen Uebeln sollten die und Millerand unwiderleglich festgestellt und Barthou nicht nur in unserer Sonntags Nummer mitgetheilten Anträge in als ein provokatorischer, auf eine staatsretterische Schlächteret fagen wir etwas steuern. Mit sichtbarem Interesse verfolgten die hinarbeitender Minister, sondern auch als ein fagen wir etwas steuern. höflich Wahrheitsentsteller der tecksten Sorte entlarvt worden Gegner die Darlegungen. Gegen dieselben Einwendungen war, griff Goblet, ehemaliger radikaler Ministerpräsident und zu erheben, war unmöglich. Sie stimmten die Anträge gegenwärtiger Führer der sozialistischen Radikalen, in die De- nach einem erfolglosen Versuch des Justizministers, feinen batte ein, um feinerseits mit dem Gesetzestert und den Kom- Rechtsgrundsay, wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasmentaren der anerkannten Rechtslehrer in der Hand den Gefeges felbe", abzuschwächen, nieder. Dann lehnte der Reichstag bruch streng juristisch nachzuweisen. Barthou, Advokat einen Antrag der konservativen Partei ab, die für die Ver von Beruf, konnte der haarscharfen, klaren Beweisführung Goblet's nur eine verworrene, das böse Gewissen verrathende waltung noch größere Rechte wie heute auf die ZusammenRabulistit entgegenseßen. setzung der Gerichte verlangte. Abg. Rembold( Bentr.). begründete dann die von ihm und einigen seiner Freunde gestellten Anträge auf Einführung von Laienstraffammern, bestehend aus drei gelehrten Richtern und zwei Laien. Die Debatte wurde auf morgen 1 Uhr vertagt. Als die sechsstündige Debatte gefchloffen wurde, war es für jeden Unbefangenen klar, daß die opportunistisch- monarchistische Regierungsmehrheit wider ihre bessere Ueberzeugung, die Stimme des Gewiffens unter ordnungspolitischer Berechnung erstickend, votiren muß, falls sie die von Barthou akzeptirte Tagesordnung annimmt. Ein sozialistischer Deputirter beabsichtigte, der Kammer folgende Resolution vorzuschlagen:" In Erwägung, daß in den Carmaurer Vorgängen das Gesetz zwar verlegt wurde, daß aber dies zum Nachtheil einer sozialistischen Bevölkerung und eines sozialistischen Deputirten gefchah, billigt die Kammer die Haltung der Regierung..." In der That, diese Resolution drückt treffend die Bedeutung der von der Kammer votirten Tages ordnung aus. bie " Der Reichshaushalts- Etat ist dem Reichstag am Tage der Wiedereröffnung noch nicht zugegangen. Die Feststellung im Bundesrath hat mehr Zeit erheischt, als man geglaubt hatte. Gestern hielt derselbe eine besondere Sigung zur Schlußerledigung des Etats ab, wurde mit der Arbeit jedoch nicht fertig, und hat eine weitere Sigung auf heute anberaumen müssen. Die Reform unserer Artillerie, das heißt die Daß die Regierung ihre Rettung wieder einmal den Monarchist en verdankt, ist selbstverständlich. Die Mehrheit Ersetzung der bisher in Gebrauch befindlichen Geschüße von 86 Stimmen( 308 gegen 222) setzt sich, außer den neun durch verbesserte, wird zwar hartnäckig abgeleugnet, steht Stimmen der Herren Minister selber, aus rein monarchistischen aber unzweifelhaft bevor und wird natürlich den Taschen Stimmen zusammen. Die Feinde der Republit find immerhin der Steuerzahler gefährlich werden. Durch eine Kabinetsfonfequent, wenn sie die Verlegung der fundamentalen republika- ordre des Kaisers d. d. 27. Oktober vom Schießplay nischen Gesetze billigen. Was soll man aber zur Haltung der Meppen ist die Einstellung der 24, 21 und 18 ZentimeterRegierungs- Republikaner sagen, die die republikanische Gefeßlich Schnell- Lade- Kanonen in die Marine- Artillerie angeordnet teit mit Füßen treten lassen?! " Hervorzuheben ist die korrekte Haltung der bürgerlichen worden. Diese Kanonen sollen das sechs fache der Radikalen, denen man es nachgesagt hatte, sie würden sich früheren leisten. Da das nämliche System selbstverständlich der Abstimmung enthalten, um nicht im Kampfe zwischen der auch auf Landgeschütze anwendbar ist, so müssen wir Regierung und den Sozialisten für diese Partei zu ergreifen. uns auch für das Heer auf bedeutende Mehrausgaben Mag sein, daß der rechte Flügel der Raditalen wirklich diese gefaßt machen. Absicht gehabt hatte. Die Kammerdebatte, in der die Schuld der Zu den Bismarck'schen Indiskretionen. In den M. Regierung Sonnentlar nachgewiesen wurde, hat die diplomatischen N. N." verlautet, daß der jezige ruffische Botschafter Graf Bedenken beseitigt. Mit wenigen Ausnahmen stimmten die v. Osten- Sacken der Reichsregierung die Mittheilung machte, die Radikalen, einschließlich des früheren Ministerpräsidenten, ruffische Regierung betrachte nach wie vor die Verhandlungen Léon Bourgeois, mit den Sozialisten gegen die Regierung. über den vielbesprochenen Vertrag als Geheimniß, an dessen Dhne jede Uebertreibung darf man sagen, daß das Ministerium Geheimhaltung beide Rontrahenten jetzt noch einen Pyrrhussieg davongetragen hat. Noch ein paar solche gebunden wären. Siege und es ist unrettbar verloren. 19 Das Haus Felix Potin. Paris, 5. November 1896. Kürzlich ist in Paris ein Streit ausgebrochen, wie er nicht oft vorkommt, ich selbst habe noch keinen dieser Art erlebt. Selten nur nehmen Kommis- Handelsgehilfen zu dieser Waffe des Lohnkampfes ihre Zuflucht, und doch sind es die Bureau- Angestellten und teine Lehrjungen, welche in dem Geschäft von Felix Potin die Arbeit niedergelegt haben. Ihre Forderungen find nur zu gerechtfertigt. Man sehe, wie es ihnen ergeht. Täglich 12 Stunden Arbeit und dabei nur 1/4 Stunde für das Mittagsbrot; 45 Fr. monatlich ohne Wohnung und Berköstigung; häufige Ueber stunden, die sich oft bis Mitternacht hinziehen, ohne daß dafür jemals eine Zulage gewährt wird; Heirathsverbot unter Androhung sofortiger Entlassung u. f. w. Aber nicht der Angriff auf ihre Freiheit zu heirathen war es, was die Handelsgehilfen zu dem Streit veranlaßte. S wo Bei der Stichwahl im Jahre 1893 entfielen auf Genossen Ewald, unseren Kandidaten 8951, also 769 Stimmen weniger also 658 Stimmen weniger wie auf den Landrath Löbell. Aus als diesmal und auf seinen siegreichen Gegner Wiesicke 9026, einer interessanten, aus freifinnigen Kreisen ftammenden Kor. respondenz der Bolts- Zeitung" entnehmen wir folgende Stellen: In Rathenow war die Wahlbetheiligung um 21 Stimmen geringer, als bei der Hauptwahl, bei welcher 970 freifinnige Stimmen abgegeben wurden. v. Löbell erhielt+532, Peus +417 Stimmen. In Plaue erhielten bei gleicher Wahlbetheiligung von 149 in der Hauptwahl abgegebenen freifinnigen Stimmen v. Löbell 113, Beus 35 Zuwachs. In den Städten Brizerbe, Friesack und Rhinow war die Wahlbetheiligung bei der Stichwahl eine stärkere. Troßdem ist ersichtlich, daß die große Mehrzahl der freifinnigen Stimmen auf den Landrath übergingen, namentlich in Rhinow, wo Beus genau wie bei der Hauptwahl 75 Stimmen erhielt, während sein Gegner v. Löbell alle 35 freisinnigen Stimmen betam. Auf den Dörfern war fast durchweg eine größere Wahl. betheiligung, die zu gunsten des Landraths einsette. Die freisinnigen Stimmen fielen auch hier zum großen Theil diesem zu, nur wenige Dörfer machen hiervon eine Ausnahme. In einigen Dörfern, wie Weferam, Waffersuppe, Warsow, Wagenih, Stölln, Riewends, Priezen, Plaue Gut, Marzahne, Landin, Roßen, Gork, Friesack Gut und Briesen machte sich sogar ein Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen bemertbar, was darauf zurückzuführen ist, daß in den Wahllokalen die denkbar schärfste Kontrolle zu gunsten des Landraths ausgeübt wurde. Auf den Haus fluren der Wahllokale standen Tische, an welchen die Wähler konservative Stimmzettel erhielten, und nun wurden fie beobachtet, bis sie das Wahllokal betraten, wieder ein neuer Aufpasser stand, der darauf achtete, daß der draußen erhaltene Stimmzettel nicht vertauscht wurde. Daß die Freifinnigen des Wahlkreises bei einem solchen Wahldruck dennoch den Kandidaten des Bundes der Landwirthe unterftüßten, ist zum theil uns wohl erklärlich durch die ganze Art, wie von ihnen die Wahlagitation betrieben wurde. Man verbreitete im Wahltreise ein in Berlin hergestelltes, von einem Redakteur der Freisinnigen Zeitung" redigirtes Flugblatt, das am Kopf recht groß und deutlich den Reichsadler und die Ueberschrift: Für Kaiser und Reich!" zeigte. Während man einst auf dem freifinnigen Parteitag in alle Welt hinaus rief: Hie gut Freiheit alle weg!" stand auf dem Flugblatt am Ropf zu lesen: Hie guet Brandenburg alle weg." Der Inhalt des Flugblatts entsprach seinem Kopf, es wurde in dem selben u. a. vor der Republik graulich gemacht und gegeißelt, daß die jedem Deutschen heiligen Worte: Mit Gott, für König und Vaterland" von den Sozialdemokraten als sogenannte Rebensarten bezeichnet wären. Das machten sich natürlich die Konservativen bei der Stichwahl zu Nuze, indem sie in ihrem Aufruf an die freisinnigen Wähler schrieben: Uns alle ver einigt die Liebe zu Kaiser und Reich, wie auch Eure Führer öffentlich bekannt gaben, indem sie die Aufforderung zur Wahl ihres Kandidaten an alle Wähler gerichtet haben, welche treu zu Kaiser und Reich stehen." Und wie wird sonst auch von freisinniger Seite gezetert, wenn die reaktionären Parteien die Person des Kaisers in den Wahlkampf hineinziehen! Nach dem nun der Sozialdemokrat gewählt ist, bittet die freisinnige Rathenower Zeitung" den Landrath darüber gewissermaßen um Entschuldigung, indem sie hervorhebt, daß sie zur Stich wahl im redaktionellen Theil überhaupt nicht Stellung genommen hat und daß demzufolge zwei Drittel der freisinnigen Stimmen dem 2andrath zu= gefallen find. Wenn troß dieser Unterstüßung der Lands rath von Löbell um 35 Stimmen unterlegen sei, so tönn. dieser Mißerfolg(!) nicht seiner Person zugeschoben werdene sondern im wesentlichen den Fehlern, die seine Freunde ge, macht haben! schild wittees of " Die Nachwahl in Gießen. Das amtliche Ergebniß der Reichtags- Erfaßwahl im Wahltreise Gießen- Grünberg- Nidda ift, wie unser Korrespondent uns schreibt, folgendes: Meinert( natl.) fo ohne großes Risiko auf diese Weise aus allen Berkäufen, welche die Kramgeschäfte Felix Potin" in Frankreich machen, Damit ist Bismard auch von der ihm so befreundeten ruffiworden und besitzt in Brasilien ausgedehnte Kaffeepflanzungen. Der glänzendfte Erfolg krönt das fühne Unternehmen des Napoleon unter den Krämern. Das gemischteste Publifum ihren Gewinn bezieht. von der kleinsten Garküchen- Inhaberin bis zur elegantesten Dame, Das Haus Felix Potin" ist eins der bedeutendsten Handels die mit dem Wagen vorfährt verfammelt sich in den zwei häuser Frankreichs; zu bedauern ist, daß es nicht seine Geschäfts: großen Laden des Boulevard Sebastopol und des Boulevard bilanzen veröffentlicht, wie es die Aktiengesellschaften thun. Die Haußmann in solcher Masse, daß es zu gewissen Tages Höhe seines Umfazes und seines Gewinnes muß die der stunden schwierig ist, sich in den Räumen zu be- riesigen Stores in London erreichen, wenn nicht gar übertreffen, wegen oder bedient zu werden, troh der Armee die sich genossenschaftlich nennen und thatsächlich nichts weiter junger und flinter Lehrjungen( Garçons), die, wenn nicht sind als Aktiengesellschaften, mit der besonderen Eigenthümlichbeschäftigt, sich in Reih und Glied an der Eingangsthüre auf- teit, daß man für das Recht, dort zu kaufen, eine„ Krone"( 5 Mark) stellen, um den Kunden zur Verfügung zu sein, so bald diese bezahlen muß. Der Londoner Statist" macht in seiner den Fuß in den Laden sehen. Jeder Lehrjunge muß täglich Nummer vom 16. Mai einige Angaben über diese ungebeuren unter Androhung von Strafe für mindestens 400 Franten täglich Handelshäuser. Das bedeutendste von ihnen, Army and Navy" verkaufen. ( Armee und Flotte) batte im Jahre 1895 einen Umsatz von 2 926 443 Pfund Sterl.( 58 528 860 M.) und einen Gewinn von 140 955 Pfd.( 2819 100 M.), also 4,82 pet. Nettogewinn auf 12,28 pet. Bruttogewinn. Die vergleichende Bilanz dieser englischen Stores liefert ein Ergebniß, das nicht geeignet ist, die fleinen Geschäftsleute zu beruhigen, mit dem fie fonfurriren. Die Tantièmen steigen mit der Größe des Umsatzes troß des herabgesetzten Preises, zu dem die Waaren verkauft werden. So hat die Army and Navy einen Umfah von 2 926 000 ẞfb. Sterl. und 4,28 pet. Reingewinn; die Civil service Supply Association( Gesellschaft zur Lieferung für Zivilbeamte) einen Umsatz von 1 671 000 Bfd. Sterl. und 3,14 pet. Reingewinn; die Junior Army and Navy Store( Jüngere Armee- und Flotten- Store) einen Umfaz von 606 727 Pfo. Sterl. und 2,27 p@ t. Reingewinn; Botin hat alle Krämer seiner Nachbarschaft und viele fonft in Paris und Frankreich ruinirt, weil er nicht nur alle benachbarten Haushaltungen, sondern auch alle Bewohner von Das außergewöhnliche, bei diesem Streit ist nicht das dem Paris und der Bannmeile im Umkreise von 16-18 Rilometern Publikum aufgedeckte Elend, sondern daß er überhaupt in einem versorgt. Alle Bestellungen von 10 Fr. an werden in Paris Kramwaarengefchäft möglich ist. Bisher galt das Kramwaaren- und der Bannmeile durch Potin's Wagen frei ins Haus geliefert geschäft, in dem der Besitzer mit seiner Frau und höchstens einem und Bestellungen über 50 Fr. per Eisenbahn in ganz Frankreich. oder zwei Lehrjungen das ganze nöthige Personal bildete, als Der Krämer von ganz Frankreich zu sein, ist der Ehrgeiz des der Typus, als das Jdeal des Kleinhandels. Felix Potin, der Hauses Felix Potin. Der Gründer Potin ift todt; ohne Zweifel aber Napoleon der Kramwaaren Geschäfte genannt, hat diese Art hat er dieses Ziel in sein Testament eingeschrieben, wie Peter der des Handels revolutionirt, so wie Bonaparte die militärische Große die Einnahme von Konstantinopel als das Ziel des russischen Taktik über den Haufen warf. Reiches vorgezeichnet hat. In der That, das Haus Potin ist Felix Botin begann seine Kramwaarengeschäfts- Revolution auf dem Wege, ganz Frankreich zu erobern, überall findet unter dem Kaiserreich, indem er das berühmte Geschäft auf dem man seinen Namen. In Bordeaux, Marseille, Lille und Havre Boulevard Sebastopol eröffnete, das man damals gerade und in zahlreichen anderen größeren und fleineren Städten durch das Straßengewirr von Alt- Paris durchgebrochen hatte. prangt triumphirend der Name Potin in goldenen Buchstaben Die Krämer alten Stils verkauften ihre Waaren in ebenso über dem Laden der Krämer und wird bald ebenso populär sein, bie New Civil service Cooperation( Neue Gesellschaft zur schmußigen, wie schlecht erleuchteten, übelriechenden Läden. Felix wie weiland der Name Boulanger's. Lieferung für Zivildienst) einen Umfah von 149 185 Pfd. Sterl. Botin nahm einen großen Laden an der Ecke der Straße, mit Nicht alle Kramläden mit dem Namen„ Felix Potin" gehören und 1,10- p& t. Reingewinn. hoher Decke und durch ungeheure Glasscheiben sehr gut erhellt. Der Pariser Firma; aber alle beziehen ihre Artikel aus seinen Billig verkaufen, um viel zu verkaufen und viel zu ver Waaren der verschiedensten Art und in ungeheurer Menge be- Fabriken und machen ihre Einkäufe bei ihm, da sie dienen, ist der Grundsatz des modernen kapitalistischen Handels, beckten, schön geordnet, die Gestelle und füllten die zahlreichen hierdurch eine bedeutende Preißermäßigung haben. Früher gab der den alten Kleinhandel vernichtet. Schaufenster. Alles ist da rein, elegant und luxuriös wie in es eine Beit, wo die Philanthropen den Kleinkrämern riethen, Die Gegner des Kommunismus à la Eugen Richter sagen einem Mode- und Parfümerie- Geschäft. Botin verkauft alles sich zusammenzuthun, um gemeinsam ihre Waaren einzukaufen. aber wie wird man im Zukunftsstaat allen Bedürfnissen gerecht Mögliche: Bimmt, Bucker, Chokolade, Schinken, Aufschnitt, Aber schon längst hat man darauf verzichten müssen, diese werden? Diese großen Nationalökonomen fehen nicht die Organismen Austern, Geflügel, Wild, Gemüse, Käse, Bonbons, Parfümerie, menschenfreundlichen Abfichten zu erreichen. Die Beschränktheit der Gütererzeugung und Gütervertheilung, die vor ihren Augen Zinte, Papier und wer weiß was sonst noch. und grimmige Eifersucht der Kleinkrämer untereinander haben schon in Thätigkeit sind, heute nur Aktionären und faullenzenden " Berkaufe billig, um vas " Bertaufe billig, um viel zu verkaufen", oder wie die Eng- es immerfort verhindert, daß sie sich zusammenschließen, um diesen Eigenthümern Gewinn bringen, morgen dagegen unentgeltlich länder fagen:„ Kleiner Gewinn und rascher Umfah!" ist Potin's so einfachen und doch so gewinnbringenden Plane aus der ganzen Gesellschaft zur Verfügung stehen werden. Das Haus Devise, die er nicht durch die geheiligten Worte gute zuführen. Dem„ Napoleon" Felix Potin ist das geglückt, Felix Potin", eines der besten Vermittler- Institute der GüterQualität vervollständigt, denn als vor einiger Zeit das woran die uneigennützige Philanthropie gescheitert ist. Wenn vertheilung, wird ein Rad am Wagen der zukünftigen Gesellschaft städtische Laboratorium beauftragt war, die Lebensmittel chemisch unter seinen Geschäftsführern sich einer durch Fleiß, Ausdauer, sein. Die Sozialisten behaupten nicht, mit einem Zauberftabe eine zu prüfen, wurden 200 Fässer gefälschten Weins, die man Intelligenz, Kenntnisse und Geriebenheit auszeichnet, so schickt neue Gesellschaftsordnung, die nichts mit der Bergangenheit verbei ihm gefunden, in die Seine gegossen. er ihn in die Proving, um ein Geschäft„ Felix Potin" aufzuthun, fnüpft, schaffen zu können; sie wollen nur einen fozialen 31Potin's Thätigkeitstrieb genügt das Verkaufen nicht, er entweder auf eigene Kosten des Mannes, wenn derselbe sich einiges ft and ins Leben treten lassen, dessen Reime fabrizirt auch Kölnisches Wasser, Maccaroni, Mährteig ver- Gelb erspart hat, oder man giebt ihm Vorschuß unter der Befchon in der kapitalistischen Gesellschafts. Gallus. fchiebener Art, Chokolade u. f. w., er ist sogar Landwirth ge dingung, daß er die Maare von der Pariser Firma beziehe, die ordnung enthalten sind. " 2447(1693 4266), Stengel(freis. 53otf§p.) 2129(1893 1884), Köhler(Antis.) 4177(1893 5559), Scheidemann(Sozialdemokrat) 3 3 71(1893 2865) Stimmen. Eingeschriebene Wähler 23 775; gewählt haben 12138, ca. 2500 Wähler weniger als 1393. Die Münchener„Allg� Ztg." fordert die Nationalliberalen auf, für Köhler gegen Schewemanu zu stimmen. Die hessischen Nationalliberalen unterscheiden sich von den Konservativen so wenig wie ein Ei von einem anderen; sie werden demnach Mann für Manu für den antisemitischen Kandidaten stimmen. Somit werden wir nur bei den äußerste» Anstrengungen der Genossen im Kreise auf einen endgiltigen Erfolg rechnen können.— » �« Deutsches Reich. -- Für das Rückwärtsrevidiren unserer Strafprozeß-Ordnung arbeiten nicht blos die Staats- anwälte, sondern auch— der nationalliberale Abgeordnete und Margarinefabrikant Mohr. Er hat sich die Lehre vom ambulanten Gerichtsstand der Presse zu eigen gemacht, indem er das in Berlin erscheinende Organ des Bundes der Landwirlhe in Altona verklagte. Da wird die Rechte des Reichstages wohl auch nicht alles für gut finden, was die Regierung bei der eben in Be- ralhnng stehenden Novelle zur Strafprozeß- Ordnung besür- wortet.— — Einen überschlauen Stretch hat das Kieler Bürgerthum ausgeheckt. In der letzten Donnerstags-Nummer des .Vorwärts" n>ar schon mitgetheill, daß die Kieler Sozialdemo- kratie mit dein Genossen Heinzel, der jetzt ans dem Stadt- verordneten-Kollegium ausscheidet, den letzten ihrer Vertreter dort verliert, da eine Wiederwahl desselben wegen der Wahlrechts- Verschlechterung vom Jahre 1892 völlig aussichtslos ist. Stets ist den, Bürgerthum diese seine Haltung vorgeworfen worden und daß ihm das sehr unbequem war, geht daraus hervor, daß dieses selbe Bürgerthum jetzt den Genossen Heinzel als Kandi- d a t e n aufstellt, in der sicheren und auch begründeten Er- Wartung, daß Heinzel nicht die Wahl annimmt. Der national- liberale Verein, der freisinnig-liberale Verein, der Kieler Bürger- verein und der Hausbesitzer- Verein haben, trotzdem oder vielmehr weil Genosse Heinzel zu wiederholten Malen eine Ausstellung als Kandidat abgelehnt hat, denselben als Kandidaten nominirt. Die Städte-Ordnung resp. das Ortsstatut Kiels schreibt vor, daß jeder ein Ehrenamt anzunehmen ver- pflichtet ist. wenn er nicht ein solches bisher bekleidete. Da dieses nun bei Heinzel zutrifft und es außer allem Zweifel steht, daß ein Sozialdemokrat eine solche Wahl nicht annimmt, so spekulirt das Kieler Bürgerthum darauf, daß, wenn nun die Arbeiter die Beschlüsse des Stadtverordneten- Kollegiums wieder unter die kritische Lupe nehmen, es sagen kann, daß die Arbeiter kein Recht hierzu haben, da, als man ihnen einen Sitz im Stadtparlament anbot, sie diesen ja abgeschlageu hätten. Man hofft also, durch die Aufstellung Heinzel's dem Vorwurf der Wahlrechts- Verschlechterung die Spitze abbrechen zu können. Diese Spekulation ist. wie gesagt, überschlau; sie wird sich nicht realisireu. Das arbeitende Volk verzeiht nie dem, der es rechtlos macht. — Der Distriktskommissaris in Opalenitza, Herr v. C a r n a p, hat jetzt, der„Pos. Ztg." zufolge, thatsächlich infolge der bekannten Vorgänge die Entlassung aus dem Staatsdienste ohne Pension erhalten.— Neudietendorf, 10. November.(Privatdepesche des„Vorw.") Bei der Wahl des Abgeordneten zum gothaischen Landtage für den 19. Bezirk, einem Landkreise, siegten unsere Genossen, so daß sie jetzt 7 Vertreter im Landtage haben.— — Ein eigen thümlicher Druckfehler. In der „Lippeschen Landes- Zeitung' war als Termin der Wahl der dritten Wählerklasse der 13. November angegeben. Jetzt stellt sich heraus, daß die Wahl nicht am 13. November, sondern am Donnerstag, den 12, November, stattfindet.— Oesterreich. — Der Jmmunitäts-Ausschuß des Ab- geordneten Hauses hat rücksichtlich des Dringlichkeits- Antrages des Abg. Dr. Pacak über die Zeugenpflicht von Abgeordneten nach dem Referat des Abg. Dr. Ferjancic be- schloffen, dem Hause folgenden Gesetzentwurf zur Annahme vor- zuschlagen: Gesetz vom..... betreffend die Zeugnißpflicht der Mitglieder des Reichsraths, derDelegation und der Landtage wegen der in Ausübung ihres Berufes gemachten Aeußerungen. Mit Zustimmung beider Häuser des Reichsrathes finde Ich anzu- ordnen wie folgt: § 1. Die Mitglieder des Reichsrathes, der Delegation und der Landtage können wegen der in Ausübung ihres Berufes gemachten Aeußerungen(Z 16 des Gesetzes vom 21. Dezember 1867, Nr. 141) im Strafverfahren gegen dritte Personen nur mit .Zustimmung des Vertretungskörpers, dem sie an- gehören, als Zeugen einvernommen werden. In dem Ansuchen um diese Zustimmung muß vom Gerichte der Gegenstand der Einvernahme bezeichnet werden. § 2. Stimmt der Vertretungskörper der Zeugnißpflicht zu und wird sodann die Zeugenaussage aus irgend einem Grunde des Z 153 St.-P.-O. abgelehnt, so kann von dm im Z 160 St.- P.- O. vorgesehenen Zwangsmitteln zur Er- kangung und beziehungsweise Beeidigung der Zeugenaussage während der Dauer der Session nur mit Zustimmung des Vertretungskörpers Gebrauch gemacht werden. 8 3. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kundmachung in Wirksamkeit.— Schweiz. Ziirich. 7. November.(Eig. Ber.) In der neuen Ver- fassung de? Kantons Schaffhausen, über welche am 15. November das Volk abzustimmen hat, ist das steuerfreie Existenzminimum mit 500 Fr. angesetzt, während es gegen- wärtig nur 400 Fr. beträgt; serner bleibm Vermöge» bis zu 5000 Fr. steuerfrei. Für all« direkte» Steuern wird die Progression in verschärfter Form in Aussicht genommen. Das produktive Staatsvermögen ist derjenigen Ge- meinde, in der es liegt, steuerpflichtig. Die vorgesehene Erbschafts- stener wird zwischen Staat und Gemeinden getheilt� Die Erb- berechtigung wird in der Weise eingeschränkt, daß sie mit der großelterlichen Parentel aushört und dann Staat und Gemeinden erbberechtigt sind. Die vorgesehenen indirekten Steuern werden nicht auf Lebensmittel ausgedehnt. Die„Fünfprozentigen" im katholischen Kanton Nidwalden, wohl lauter fromme und gottesfürchlige Ullramontane. hatten an das Bundesgericht relurrirt wegen der verfassungsmäßigen Herabsetzung des Hypothekarzinsfußes von 5 auf 4 pCt. Das Buudesgericht bat aber den Rekurs abgewiesen und werden sich die Frommen daher, deren Schätze sonst im Jenseits liegen sollten, mit einigem Zinsverlust abfinden müssen. Die Gemein de»Versammlung der Stadt St. Gallen hat sich morgen mit dem Antrag des Gemeinderathes und der Verwaltungs- Kommission der Arbeitslosen-Bersicherungs-Kasse auf deren Weiterführung bis zum 30. Juni 1898 zu beschästigen. Genosse Paul Brandt tritt im„St. Galler Sladt-Anz." für diesen Antrag ein, indem er schreibt:„Darüber, daß das Institut auf keinem prinzipiell konsequenten Boden steht, war man von vorn- herein allgemein klar. Und ebenso sicher ist, daß dazu noch ver- schieden« mehr oder weniger zufällige Mängel der Organisation kommen, die aber durch eine Revision derselben gehoben werden können. Beides hindert aber durchaus nicht, daß man das Institut, welches ohne Zweifel in manchem Falle segensreich und zudem noch über unsere Stadt und unser Land hinaus an- regend gewirkt hat. wenn irgend möglich am Leben zu erhalten suchen darf und soll."--- Ju der„Arbeiterstimme" erörtert Genosse Lang die Er- gebnisse der Nationalraths wählen vom 25. Oktober und die Situatton für die am 15. November stattfindende Stichwahl. Er konstatirt auf grund angeführter Thatsachen. daß die sozial- demokratische Partei die einzige von allen drei Parteien ist, welche in der Lage ist, in der Stichwahl noch ein paar tausend Leute auf die Beine zu bringe». Er kommt zu dein Schlüsse, daß um den Genossen Greulich durchzubringen weiter nichts nöthig ist als guter Wille.„Diese Gewißheil macht es uns zur doppelten Pflicht, einen Sieg uns nicht entgehen zu lassen, zu dem wir kein Glück, sondern nur Muth und Eifer brauchen, der unsere Kanipfesfreudigkeit für die kommenden Aufgaben erhöht."— Die katholische Volks- partei in Zürich hat beschlossen, in der Stichwahl Greulich zu unterstützen. Für eine Ersatzwahl in den Kautonsrath stellen die Genossen in Zürich den Stadtschreiber W y ß als Kandidaten auf. Die Kampfeslust ist recht erfreulich, die durch die Opposition gegen die Vermehrung der städtischen Polizei, worüber am 15. November ebenfalls abgestimmt wird, nur noch erhöht wird.— Frankreich. PariS. 7. November.(Eig. Bericht.) Bismarck'? Eni- h ü l l u n g e n werden in der französischen Presse vor allem selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt der Erschütterung des Dreibundes erörtert. Es fehlt aber auch nicht an Stimmen, die aus dem geheimen deutsch-russischen Vertrag für den Fall eines französischen Angriffs auf Deutschland recht mißtrauische Schlußfolgerungen in bezug auf die Zaren- freundschaft ziehen. Wenn der„Temps", das der Re- gierung und insbesondere dem vielgerühmten diplomatischen Genie. Hanotanx, gewogene Opportunistenblatt, sein Mißtrauen in einer vorsichlig-verworrenen, bandwurmarligen Periode zu verbergen sucht, so geht der„Radical", eines der führenden Organe der bürgerlichen Demokratie, mit derber demokratischer Offenheit zu Werke. Das Blatt reibt den Chauvinisten, die von der russische» Freundschaft die Erfüllung der Revanchehoffnungen erwarten, die Thatsache unter die Nase, daß der deutsch-russische Vertrag nicht auf russische, sondern ausdeutsche Initiative unerneuert blieb. Frankreich habe daher auf der Hut zu sein, es kömie eigentlich„nur auf seine eigene Kraft vertrauen". Bismarck's Enthüllungen erklären es auch, daß dasselbe Blatt in einer Be- sprechung der armenischen Kammcrdebatte mit Nachdruck die realen Vortheile des französisch- russischen Einvernehmens für Rußland, dessen problematische Bedeutung für Frankreich hervor- hebt. Seit dem Zarenbesnch hat man derartig« Ausiührungen in leiuem französischen Blatte mehr finden können. Und auch vor dem Zarenbesnch wurde in der bürgerlichen Presse der Zweifel an dem Werth« des Einvernehmens nicht so kräftig zum Aus- druck gebracht. Rußland wird vom„Radical", der den Zaren- rummel begeistert mitgemacht halte, als ein Staat bezeichnet, der„aus derEroberung und der gewaltthätigstenUnterdrückung beruht". Ferner heißt es über die sranko-russischen Beziehungen:„Rußland ist aus Interesse Frankreichs Freund geworden, wie es bis 1890, eben- falls aus Interesse, der geheime Verbündete Deutschlands war." Nun folgt eine mißmuthige Auszählung der von Rußland mit französischer Hilse erlangten Vortheile, die in dem Schlußsatz gipfelt:„Man hat allen Grund zur Annahme, daß s�rank- reich in Armenien wie überall der d e m u t h i g e Dien er(I'buinblv servante) der russischen Interessen bleiben wird..." Und die grollende Enttäuschung, die aus jeder Zeile des Artikels spricht, wird unzweiselhast infolge der Bismarck'schen Enthüllungen von weiten Kreisen gelheilt. Nur daß die meisten Blätter aus„Patriotismus" gute Miene zum bösen Spiel machen. Paris, 3. November.(Eig. Ber.) Arton ist wieder«in- mal zum Helden des Tages geworden. Diesmal scheint aber die Panama-Assäre denn doch gründlich aufgehellt werden zu sollen. Während die Presse aller Schattirnngen, je nachdem mit schadenfroher Ungeduld oder mit schlecht verhehlter nervöser Angst, die Aussichte» für und wider die Wiederaufdeckung des Panamaschmutzes erwog, faßte die Regierung unerwartet schnell den Beschluß, Arton's Wunsch zu erfüllen und ihn ohne weiteres vor das Schwurgericht zu verweisen. Der Justizminister, dem ein radikaler Abgeordneter durch die Androhung einer Anfrage in der Kammer den Standpunkt klar gemacht hatte, hat sich somit der in juristischen Kreisen vorherrschenden Ansicht an- geschloffen, wonach die Einwilligung Englands zur Verfolgung Arton's wegen Beamtenbeftechung nnnölhig wäre. Der un- freiwillig-tapfere Beschluß der Regierung hat, wie man sich denken kann, ins Lager der ehreinverthe» Panamisten wie eine Bombe eingeschlagen. Es ist ergötzlich, zu sehen, wie die notorisch panamiflischen Preßorgane ihre schlotternde Furcht hinweaznräsonniren suchen. Der katholisch- monarchistische „Gaulois", dessen Direktor, Ehren- Meyer, eine nette Summe an„Publizitäts'kosten der Panamagesellschaft ein- geheimst hatte, verlegt sich gar auf ängstliches Kommentiren des Wortlauts des Minislerbeschlnsses, um herauszufinden, daß Arton nur wegen Bestechung eines einzigen Beamten verfolgt werden solle. In diesem Fall« kämen allerdings die Panamisten mit dem bloßen Schrecken davon. Es handelt sich nämlich um den Depntirten Sans-Leroy, der 1393 in der Anklage ans Bestechung durch den Betrag von 300 000 Franken freigesprochen worden war. Natürlich müßte nun auch Arlo», der in Kontumaz wegen Beamtenbeftechung zu 20jähriger Zwaiigsarbeit vernrthcilt worden war, freigesprochen werden, denn wo kein Bestochener, da ist auch kein Bestecher. Doch dürste die Deutung des„Gaulois" lediglich ein Augilprodukl sein. Kein Ministerium kann es mehr wagen, eine Wiederholung der 1893er Gerichlskomödie zu ver» anstalten.— Interessant ist die Haltung der opportunistischen Politiker. Diese Klique, deren hervorragendste Reprüsen- tanlen, wie Rouvier und Jules Roche, im Panama- Skandal ihren politischen Tod gefunden hatten, sucht sich eine tapfere, ja aggressive Miene zu geben. Die Radi- k a l e n, so insinuiren die politischen Freunde Rouvier's, hätten in erster Linie Arton's Enthüllungen zu fürchte». Sie bleiben nur die Erklärung schuldig, warum wohl Arton's Aufenthalt just von einem radikalen Ministerium, und das wenige Tage nach dessen Regierungsantritt, entdeckt und seine Auslieferung durch- gesetzt wurde.— Paris, 9. November.(Eig. Ber.) Finanzminister C o ch e ry hat mit den neuesten Abänderungen seiner Steuerreform ebenso wenig Glück, wie mit dieser selbst. Die Rentenfteuer wurde deshalb aufgegeben, weil sie günstigstenfalls nur mit Hilf« der Sozialisten, die im Frühjahr 1835 zuerst eine solche beantragt hatten, zur Annahme gelangen könnte. Die Even- tualität wäre für die sozialistenlödterische Regierung nicht minder fatal gewesen, wie die wahrscheinlichere Eventualität der Ablehnung der Rentensteuer gerade durch die Ordnungs- Mehrheit. Was setzt nun Cochery an stelle der Renten- stener? Die Besteuerung der privaten, der Eintragung?- gebühr nicht unterliegenden Echuldurkunden, die eben deshalb dem Fiskus entschlüpfen müssen. Die früher wiederholt auf- getauchten Steuerpläne in dieser Richtung wurden daher stets als undurchführbar aufgegeben. Ferner will Cochery die Hand- änderungs-Gebühr auf die industriellen und kommerziellen Werth- papiere(von 20 auf 26 Centimes für die Inhaber-, von 50 aus 60 Centimes für die Namens-Werthpapier«) erhöhen, sowie die Börsenoperationen mit 10 Centimes vom Hundert besteuern. Kaum waren aber diese Pläne bekannt, als die regierungsfreundlichsten Preßorgane, in erster Linie der„Temps" und das„Journal des Döbats", die die feige Zurückziehung der Rentenfteuer als eine Art der„Tapferkeit" angepriesen hatten, den Finanz- minister wegen seiner neueste» Pläne als«inen un- wiffende» Dilettanten, der er übrigens wirklich ist, abkanzeln. Das beweist wieder einmal, daß dt« Bourgeoist« keinen Heller für eine gerechtere Bertheilung der Steuerlast opfern mag und daß daher ein von der Bourgeoisie unterstütztes Ministerium auch die verhunzteste Slenerreiorm nicht durchführen kann. Falls Cochery nicht abermals tapfer zurückweicht, würde die zweite Auflage seiner Reform ebenfalls nur mit sozialistischer Hilfe zu stände kommen können. Vorerst freilich gilt es, das Ergebniß der Donnerstags- Sitzung abzuwarten. Auf diesen Tag ist nun definitiv die Interpellation Mir man über die klerikalen Kon- greffe zu Reims angesetzt worden. Es wird ein heißer und entscheidender Kamps sein. Ein gut unterrichtetes radikales Blatt versichert, daß Löon Bourgeois an der General- attacke der Opposition theilnehmen werde. Die Entscheidung liegt in den Händen der 40—50 republikanischen Depntirten, die abwechselnd für und gegen die progressive Steuerreform, für das radikale Kabinet Bourgeois und das reaktionäre Kabinet Meline stimmten. Nach dem Ausgang der Carmanx-Debatt« zu urtheile», wäre«her ein wiederkehrender Umfall dieser unsicheren Kantonisten nach links zu erwarten. Geht aber Meline aus der Debatte über seine klerikalfreundliche Politik siegreich hervor, dann dürste er für die nächsten paar Monate, bis zur Eröffnung der ordentlichen Session für 1897, geborgen sein. Toulouse, 10. November. Die meisten Mitglieder des früheren radikal-sozialistischen Gemeinderathes, welcher»n einem abscheulichen Tendenzprozesse wegen„Wahlfälschung" aufgelöst wurde, sind wiedergewählt worden. Trotzdem daß die Verhängung des Belagerungsznstandes über die Stadt, die vom Minister des Innern angeordnet war, die Gemüther in Erregung versetzt hatte, hatte»»«der das Militär, noch die Polizei zu intervenire». Eine neue Niederlage des Kabinets Meline!— — Nachwahlen z u r K a in m e r. Im ersten Wahlkreis von Bordeaux und im 3. Wahlkreis von Nantes fanden gestern Depntirten wähle» statt. In Bordeaux war der Wahl- kämpf ein äußerst heißer und führte zur Stichwahl. Die meisten Stinimen erhielt der Republikaner und frühere französische Bot- schasler in London, Herr Decrais, nämlich 4781. Der radikal- sozialistische Generalrath Terret erhielt 3471 Stimmen, 2344 ent- fielen auf den Sozialisten und früheren Deputirlen Chichs. In Nantes wurde der Konservativ« und frühere Deputirte de la Biliais mit 16 551 Stimmen gewählt.— England. London, 6. November.(Eig. Bericht.) Die Munizipal- wählen haben diesmal im ganzen den Liberalen einen kleinen Gewinn gebracht. Dieselben haben 56 Sitze gewonnen, während die Konservative» 36 Sitze gewonnen haben. Die Zahl der von diesen Parleicn verlorenen Sitze ist noch nicht festgestellt. Ueber die Bitanz der beide» sozialistiichen Fraktionen liegen noch keine vollständigen Berichte vor. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, haben sowohl die Sozialdemokratische Föderation wie die Jndependent Labour Party guten Stimmenzuwachs zu verzeichnen. während der Gewin» an Sitzen unbedeutend ist und hier und da sogar Sitze verloren gingen. Es wurden etwa 15— 20J. L P- Leut« und zwei oder drei S. D. �.-Vertreter gewählt. An einzelnen Orten fanden Kompromisse zwischen Liberalen und Konservativen gegen die sozialistischen Kandidaten statt, an anderen stimmten Sozialisten für Kandidate» einer der bürgerlichen Parteien, um mißliebige Kandidaten der andern Partei zu Fall zu bringen. Bon bemerkenswerthere» sozialistische» Ersolge» seien erwähnt: Glasgow(fünf Kandidaten der Jndependent Labour Party, gewählt mit zusammen 11 196 Stimmen), Manchester(sechs Kandidaten der I L. P. und einer der Sozialdemokratischen Föoe- ratio» erhielten 7127 St. gegen 4351 im Vorjahr); Sunder- land(ei» I. L. P.-Kandidat mit 1311 St. gewählt); South West H a ui(im Caining Town-Distrikt stehen an der Spitze als gewählt ein I. L. P.-Mitglied mit 818 und ein S. D. F-Mit- glied mit 716 St.). In Hnlme unterlag der S. D. F.-Kandidat mit 1191 St. gegen einen Tory, der nur 17 St. mehr erhielt. I» Hull verlor infolge feindlicher Haltung einiger Gewerk- schafiler die I. L. P. eliien Sitz, wogegen zwei GewerkschastS- Kandidaten gewählt wurden. In GreykriarS Ward, Aberdeen, wurde Dr. Leveridge von der I. L. P. mit 1040 St. gewählt, M. G. Smith von der S. D. F. erhielt 416 Stimmen. An einigen Orten wurde die Wahl durch Hervorhebung einer bestimmten Streiifrage zu einer Art Plebiszit. So bildet« in Sunderland die Frage der Ueberiiahme der Trambahnen in Milnizipalbelrieb das Hanptobjekt des Streite?. Resultat: von 16 Gewählten sind 11 sür die Munizipalisirung. Der W a h l k a m p f um den Parlamentssitz in O st- B r a d s o r d ist im vollsten Gange, alle drei Parteien machen Riesenanstrengungen, ihre Kandidaten durchzudringen. Für Hardie habe» eine Reihe der beste» Redner der I. L. P. Versammlungen abgehalten, die glänzend besucht waren. Unter anderen sanunel» auch die Fabianer Geld für seine Wahl, und ihr Mitglied G. B. Shaw hat ebenfalls für Hardie Versamm- lunge» abgehallen. Bei den Munizipalwahlen im Distrikt hat die I. L. P. zivar an Slimmen gewonnen, dagegen einen Sitz a» die Konservativen verloren, die überhaupt die größere Aus- ficht haben, den Sieg davon zu tragen. Aber ein absoluter Schluß ist von der Munizipalwahl nicht zu ziehe». Gestern war Noininalionstag(die oifizielle Protokollirung der Kandidaten), und Dienstag findet die Abstimmung statt. Das Resultat wird Ihnen voraussichtlich der Telegraph übermitteln. — Beim Lord MayorS-Banket in Guildhall— London— hielt der Ministerpräsident Lord Salisbn rq die übliche Nachtisch-Rede. Er sagt« in bezug aus dir orientalisch« Frage: „Das englische Auswärtige Amt Hab« ernste Stunden durch- lebt; jetzt seien aber ruhigere Zeiten eingetreten. Eine Frage bleibe nur noch, die türkische. Er glaube, das englisch« Volk sei jetzt einniüthig gegen ein isolirtes Borgehen in dieser Frage. Wenn man das Schicksal der Armenier und der übrigen umer liirkischer Herrschaft stehenden Völkerschaften verbessern wolle. sei es besser, so viel Nationen wie möglich auf der Seite Englands zu habe». Wenn England eine Regierung zwingen wolle. ihre Gesetze zu verbessern, so müsse England das Land besetzen. Dazu sei ein großes Heer erforderlich; mit der Flotte sei das unmöglich, ohne Anchebnng aber lönne England kein großes Heer haben. Deshalb schließe England sich dem europäische» Konzert an in dem Glauben, daß dies das beste Mittel sei, Reformen herbeizuiühre». Er könne sich der Idee Morley's und Courtney's nicht anschließen, dabEnglandTerritorial- besitz ausgeben muffe, um die anderen Mächte zu versöhnen. Lord Salisdnry fuhr dann weiter fort, er sehe in dem jetzt vorliegenden orientalischen Problem keine» Grund, die bisher verfolgte Politik zu verlassen, oder einen Hektar des Landes ans» zugeben, welches England jetzt besetzt halte. Nachdem Lord Salisbnry dann Kitchener Pascha's und Lord Cromer's an- erkennend gedacht hatte, kam er wieder auf das europäische Koiizert zu sprechen und äußerte, dasselbe scheine ihn» sich jetzt in einer günstigeren Lage als jemals zu befinden, um feine Ziele zu erreichen. Er, Redner, unterschreib« die An- sichten, die Hanotanx über ein europäisches vorgehen in der Türkei ausgesprochen habe. fast vollständig. England habe immer syinpathische Be- ziehungen zu dem Dreibunde unterhalten; er hoffe, daß der Dreibund auch serner in herzlichem Einvernehme» mit England zusammen wirken»verde. Was Rußland au- betreffe, so wolle er energischen Widerspruch einlegen gegen die in jüngster Zeit aufgestellte Behauptung, daß zwischen England und Rußland ein unvermeidlicher und i>m>»erwährender Antagonismus bestehe; er sehe in dieser Behauptung einen Aberglauben veralteter Diplomatie. Er habe guten Gnind zu glauben, daß Rußland die gleichen Absichten verfolge»vie England, soweit ei sich um die furchtbaren Vorkommnisse im Orient Handel«. UebiägenS(ehe er keine Schwierigkeit " Gewalt anzuwenden, wofern die übrigen fünf Großmächte thun tönnen. Daß der armenische Aufstand mit wirth| Um unsere Provinzialpresse in Zukunft rascher zu infor damit übereinstimmen. Den Chriften und Muselmanen des schaftlichen Verhältnissen zusammenhängt, das dürfte dem miren, wurde beschlossen, daß die politischen Mit türkischen Reiches in gewiffen Grenzen die gute Verwaltung des jüngsten ABC. Schüßen des Sozialismus tlar seintheilungen des Vorwärt3", in besonderen Abzügen, Westens zu verleihen, wäre lediglich durch Vermittlung des Sultanats möglich. Die erste Pflicht der englischen Regierung sei sind doch sogar die Raubkriege der rückständigsten bereits mit der Abendpost versandt werden sollen, so daß sie sich die Vertretung der Interessen und Rechte Englands; eine weitere afrikanischen Stämme auf ökonomische Ursachen zurück- schon am Morgen oder doch im Laufe des Vormittags, in den Pflicht der Regierung sei es, die Interessen der Menschlichkeit zu zuführen. Hätte Fräulein Rosa Luxenburg neue fördern, ohne die Wohlthaten des Friedens, welchen England so Thatsachen gebracht und wirklich Licht auf die armenisch- Händen der meisten Redaktionen befinden. sehr liebe, in Gefahr zu bringen." Außer diesen Beschlüssen wurden noch eine große Reihe von türkischen Vorgänge geworfen, so hätte ich den Aufsatz, trob Dies das telegraphische Resumee der Rede, die, einem des abweichenden Standpunktes, mit Freuden veröffentlicht. Borschlägen und Anregungen erörtert, so daß die Debatten anderen Telegramm zufolge, von allen englischen Blättern, mit E3 fällt mir nicht ein, meine Auffassung der orientalischen ebenso interessant wie fruchtbringend für die Theilnehmer Ausnahme des besonders türkenfresserischen„ Daily Chronicle" ge- Frage als die allein richtige hinstellen zu wollen. Ich habe waren. Allgemein war die Ueberzeugung vorhanden, daß die billigt wird. Köstlich ist, daß der englische Premier seine Uebereinstimmung mich aber in England, wo ich während des Krimkriegs war, Verhandlungen von der besten Wirkung für unsere Barteipreffe, mit dem, was der französische Minister des Aeußeren, Hanotaur, auf das eingehendste mit der orientalischen Frage be dieser mächtigsten Waffe in unserem Rampfe, begleitet sein werden. vorige Woche in der Kammer gesagt habe, betheuert. Herr schäftigt und ich ich gelangte, im Umgang mit Karl Wir dürfen deshalb wohl die Hoffnung aussprechen, daß sich der Hanotaux hat nämlich gar nichts gesagt. Und Lord Salisbury Marx und in der Schule des genialen David Urquhart, in den Verhandlungen ausgesprochene Wunsch erfüllen wird: hat wirklich die Wahrheit gesagt, wenn er sagt, er habe das des besten Kenners der türkischen Verhältnisse und der selbe gesagt. die Ronferenz möge zu einer dauernden Institution in russischen Diplomatie, zu der Auffassung der orientalischen Frage, welche ich seitdem stets vertreten habe, und deren unserer Partei werden. Richtigkeit durch die Entwickelung der Dinge tagtäglich bestätigt wird. Dänemark. - Im Foltething stand ein Zusagantrag zum Altersversorgungs- Gesez zur Verhandlung. Der selbe geht darauf aus, daß zurückgezahlte Armenunterstützung tein Hinderniß für Erlangung der Altersunterstüßung sein solle. Der Antragsteller unterwarf das ganze AltersversorgungsGesetz einer sehr scharfen Kritit. Auch der sozialistische Abgeordnete Jensen fritisirte das bestehende Gesetz sehr scharf, das nur eine zweite Art Armenhilfe sei und die Inhumanität geradezu prämiire. Namens seiner Partei erklärte er sich zu einer gründlichen Revision des Gesetzes bereit. Im Ausschuß würden von ihnen weitere Aenderungsanträge gestellt werden. Belgien. Brüffel, 10. November. In den Gel.ionsberathungen des Gemeinderaths wurden folgende Anträge gestellt: Kostenlose Be fleidung und Mittagsmahl für alle schulpflichtigen Kinder; Ab schaffung der Preisvertheilungen und Ersetzung derselben durch jährliche Ausflüge und ein Minimallohn von 4 Frants für alle Gemeindebeamten. Für den ersten Posten wird ein Kredit von 775 000 Frants beantragt. vorhanden, daß die klassischen Artikel und Flugschriften, Wie ich schon im Vorwärts" andeutete, ist Aussicht welche Mary in den 50er Jahren über Lord Palmerston und die orientalische Frage englisch geschrieben hat, gesammelt und in Uebersetzung den deutschen Lesern zugänglich gemacht werden. Und Bei der Gewerbegerichtswahl in Frankenthal in der Rheinpfalz wurden die von den vereinigten Gewerkschaften aufgestellten Kandidaten der Arbeitervertreter mit durchschnittlich Aufstellung einer Liste Abstand genommen. 802 Stimmen gewählt. Die Gegner hatten diesmal von der Aus Solingen schreibt uns Genosse Schumacher, daß die von uns in der Sonntagnummer wiedergegebene Mittheilung der Elberfelder Freien Presse":" Die Anhänger Schumacher's feien politisch nicht organisirt", durchaus unrichtig sei. Die EinIch sympathifire gewiß mit allen unterdrückten Menschen, berufer der Wählerversammlung, die sehr zahlreich besucht war, Klassen und Völkern. Aber die Türken, gegen die von sowie die von ihr aufgestellten Kandidaten für das Stadtverordrussischer Seite ein Vernichtungskampf geführt wird, haben neten- Kolleg feien sämmtlich organisirt, und gehörten dem„ Sodoch dasselbe Menschenrecht" des Daseins und Lebens linger Sozialdemokratischen Arbeiterverein" an, der 300 Mitwie die Armenier und andere Völterschaften. glieder zähle, während der Volksverein" nur etwa 40 Mitfür Jeden, der in der Politik neben glieder habe. dem Se In Apolda ist zu der am nächsten Sonnabend vor sich auch walten den Verstand fühl läßt und die gehenden Gemeinderaths Ersahwahl der Genosse wirkenden Kräfte berechnet, steht die Thatsache& mil Petermann als Kandidat aufgestellt. fest, daß jeder Aufstand in der Türkei bei der gegenwärtigen Lage der Dinge eine sozialistische Bewegung Nom, 9. November. Der frühere Direktor der Bologneser in Armenien ist vorläufig noch Zukunftsmusik nur der Filiale der Bank von Neapel, Favilla, wurde heute wegen russisch- zarischen Erobererpolitik zu gute fommen tann. Unregelmäßigkeiten, welche bei der Revision entdeckt worden sind, Fräulein Rosa Lugenberg, die ja Bolin ist, fände vielleicht und von denen die Blätter bereits seit Monaten sprechen, verein fruchtbareres Feld, wenn sie sich mit den russischen haftet. Greuelu in Polen und in Rußland selbst beschäftigte. Dann liefe sie nicht Gefahr, dem Sort des Madrid, 10. November. Die erste Substription auf die europäischen Absolutismus" einen Dienst wider Willen zu neue fünfprozentige innere Anleihe im Betrage von 400 Millionen leisten. Frants foll am nächsten Sonnabend stattfinden und 250 Millionen umfaffen. Der Emissionspreis ist auf 93 Frants festgesetzt. Der Rest von 150 Millionen Frants wird später zur Zeichnung aufgelegt werden. Italien. Spanien. Türkei. -Aufhebung der Ausnahmegerichtsbarkeit und Reformen in der Türkei. Berlin, den 10. November 1896. W. Liebknecht. Parlamentarisches. Genosse v. Vollmar, dem sein törperliches Befinden die Theilnahme am Gothaer Parteitag unmöglich machte, ist jetzt soweit hergestellt, daß er dieser Tage in München auftreten fonnte, und nächsten Freitag am Abend vor der Stichwahl in einer Volksversammlung zu Mainz sprechen wird. Die französische Parteipreffe ist um zwei neue Wochenblätter vermehrt worden. Das eine, L'ouest socialiste"( Der fozialistische Westen), ist das Organ der ersetzt den Socialiste de l'ouest", der vor drei Monaten fein Parteigenossen der Normandie und der Bretagne und Erscheinen einstellte; das zweite, der ,, Progrès Socialiste" ( Der sozialistische Fortschritt) wird von der Organisation der Partei in Toulouse herausgegeben und ist für das fübfranzösische Departement Haute- Garonne bestimmt. " Aus England wird uns mitgetheilt: Die Arbeiterpresse veröffentlicht die Abrechnung der Komitees für den diesjährigen Die freifinnigen Anträge. Die bereits veröffentlichten Londoner Internationalen Sozialisten und Wie der„ Temps" meldet, ist dem Auswärtigen Amte heute Anträge der Freifinnigen Volkspartei zur Duellfrage und zum Gewerkschafts- Kongreß. Danach beliefen sich die Kosten aus Ronstantinopel eine Drahtmeldung zugegangen, nach Fall Brüsewiß sollten mit Wiederbeginn der Plenarsizungen des Kongresses insgesammt auf 805 Eftr. 16 Schilling 4 Pence, welcher der außerordentliche Gerichtshof morgen aufgelöst offiziell eingebracht werden. Es ist nun eine Modifikation in- d. h. auf über 16 000 m., hauptsächlich verursacht durch die hohe wird. Das Dekret über die Ausdehnung der Reformen auf sofern eingetreten, als die beiden ersten Anträge in Form einer Saalmiethe. Gegen 140 ftr. wurden durch den Verkauf von das gesammte türkische Reich ist, wie die Drahtmeldung weiter Interpellation behandelt werden. Der Reichstanzlet wird ersucht Billets zu den Tribunen des Kongreſſes und zum Feſt im Kryſtall- Palaſt besagt, dem Ministerrath heute vorgelegt worden. werden, dem Reichstage Kenntniß zu geben, wie weit die vom gelöst, zum Rest hat das Parlamentarische Gewerkschaftstomitee In Busammenhang hiermit steht die folgende offiziöse 20. April d. J. an schwebenden Erwägungen über die Duellvergehen 335 Lstr., das sog. Züricher, d. h. das auf dem Züricher Kongreß von Meldung aus Paris: gediehen sind, und was in Ausführung des einstimmig gefaßten der englischen Delegation gewählte Komitee 350 str. beigetragen. Nach Erhalt des Berichtes über die Dienstag- Sigung der Reichstags- Beschlusses zur Duelfrage geschehen ist, ferner, ob der Diefes letztere Komitee, das während der ganzen drei Jahre seit französischen Rammer sandte der Sultan seinen Sekretär an Herr Reichskanzler Kenntniß hat von den Vorgängen, welche in dem Züricher Kongreß die Agitation für den Londoner Kongreß den französischen Botschafter in Konstantinopel, Cambon, der Nacht zum 12. Oktober d. J. in Karlsruhe zur Tödtung des aufrechterhalten und bei weitem den Löwenantheil der Vorum ihn über die von dem Minister des Auswärtigen Hanotaur Technikers Siepmann durch den Premier- Lieutenant v. Brüfewiß arbeiten für denselben getragen hat, hat auf seiner letzten Sizung gegebenen Instruktionen zu befragen. Der Botschafter ließ den Sultan wiffen, daß es vor allem dringend erforderlich sei, daß geführt haben. Diese Interpellation wird bereits am Mittwoch folgende Resolution gefaßt, deren Uebermittlung dem Schreiber der Sultan aus freien Stücken eine gewisse Anzahl von zur Berhandlung im Plenum gelangen. Der dritte Antrag der dieses aufgetragen wurde. Freisinnigen auf Einschaltung eines§ 210a im Strafgesetzbuch, Maßnahmen ergriffe, um die öffentliche Meinung zu bebaß bei jeder Verurtheilung und den Bestimmungen über die ruhigen und Europa die erste Genugthuung zu geben. Der türkische Botschafter in Paris hat nunmehr dem Minister Herausforderung zum Zweikampf, Kartelltragen und Aufreizung eines anderen zum Zweikampf neben Freiheitsstrafe auf Verlust des Auswärtigen Hanotaur davon in Kenntniß gefeßt, der öffentlichen Hemter und aus Wahlen herrührenden Rechte zu daß der Sultan unverzüglich folgende Punkte geprüft erkennen ist, bleibt bestehen. und angeordnet habe. 1. Haftentlassung aller in den GefängPartei- Nachrichten. „ Das Züricher Komitee, in 47. Sigung versammelt, um den Abschluß der ihm zugefallenen Arbeiten für den Londoner Sezialisten- und Gewerkschaftskongreß zu feiern, sendet hiermit denjenigen, welche den 1899 in Deutschland ab. u baltenden Rongreß au organifiren haben, feine herzlichen Grüße und wünscht ihnen zur Er füllung ihrer schweren Aufgabe jeglichen Erfolg." Man kann in der That nur wünschen und hoffen, daß den Organisirern jenes Kongresses die Lösung ihrer Aufgabe leichter fallen möge, als sie sich den Organisirern des Londoner Kongresses stellte. Zu den sozusagen natürlichen Schwierigkeiten, welche die unmenschliche Ausdehnung der Riefenstadt jeder Rooperation entgegenseßt, gefellten sich noch die Schwierigkeiten, welche die Bersplitterung der Bewegung und die damit verbundenen Rivalitäten im Gefolge haben. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Beschlagnahmt wurde auf Anordnung der Gothaer Preskonferenz. Die auf dem Parteitag in Gotha anblatt3" vom 4. November. Beanstandet ist der Artikel: Staatsanwaltschaft Nr. 133 des Gothaischen Boltsa gekündigte und seitdem mehrfach in der Parteipreffe auch von„ Die Verwilderung der Jugend". uns erwähnte Konferenz der Vertreter unserer ParteiGenosse Erdbeer, der frühere Redakteur der vom niffen befindlichen Personen, gegen welche nichts Belastendes vor- Dem preußischen Landtage werden bei seinem Zusammen liegt. 2. Die Polizei wird Anweisungen erhalten, um zu vertritte am 20. d. M. zugeben: Der Gefeßentwurf wegen Umhindern, das friedliche Armenier verfolgt werden. 3. Unverzüg- wandelung der 4prozent. preußischen Anleihen in 31/2 prozentige, liche Berufung einer armenischen Nationalversammlung beder Gefeßentwurf wegen der Schuldentilgung, der Gefeßentwurf hufs Vornahme der Wahl des Patriarchen. 4. Der Oberst betreffend die Lehrerbesoldungen, der Gesetzentwurf in betreff der Magha Bei, welcher für die Ermordung des Bater Salvator Landgemeinde- Ordnung für Hessen- Nassau, und der Gefeßentwurf verantwortlich ist, wird vor ein Kriegsgericht gestellt wegen Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn. 5. Der Vali von Diarbekir, welcher besonders als bei den Unruhen betheiligt bezeichnet wurde, wird abberufen. 6. Den Balis werden flare Anweisungen ertheilt, zur Unterdrückung neuer Gewaltthätigkeiten. 7. Der Minister des öffentlichen Unterrichts wird für die Ausbesserung der Schäden sorgen, welche die fatholischen Klöster Kleinasiens während der letzten Unruhen er litten haben. 8. Den Theilen der Bevölkerung, welche haupt fächlich zu leiden hatten, wird Hilfe geleistet. 9. Es wird ein Dekret presse hat am letzten Sonntag und Montag, den 8. und Mecklenburgischen Boltszeitung", war bezüglich der schnellen Anwendung der im legten Jahre für sechs Vilajets Armeniens bewilligten Reformen und deren Ausdehnung 9. November, im Reichstagsgebäude stattgefunden. Der Einladung Schöffengericht in Güstrow wegen Beleidigung des Armenkassenboten Michaelis su 14 Tagen Gefängniß und den üblichen Neben auf die anderen Provinzen veröffentlicht werden. Bereits be waren Vertreter fast aller politischen Parteiblätter gefolgt strafen verurtheilt worden. Seine Berufung hatte den Erfolg, fannt ist, daß der Polizeipräfekt von Konstantinopel, welcher seit und ebenso waren die in der Partei bekannten daß das Landgericht die Gefängnißstrafe in eine Geldstrafe von den Unruhen der Schwäche beschuldigt wurde, abgesetzt ist. Verlagsgeschäfte vertreten. Die Verhandlungen brachten zunächst 30 m. verwandelte, an deren Stelle eventuell 8 Tage Gefängniß Hanotaur dankte dem türkischen Botschafter und ließ ihn wissen, daß er den Botschafter Cambon genaue Anweisungen senden eine recht instruktive Aussprache über den Stand der einzelnen treten würden; weiter wurde die Hälfte der Kosten der Staats kaffe auferlegt. Auch ist dem Beleidigten nicht das Recht zu werde, um die Anwendung dieser ersten Maßnahmen zu über Partei Organe, der sich dann Erörterungen über den Umfang gesprochen worden, das Urtheil auf Roften unseres Genoffen wachen." und die befte Art ber hier und da nothwendigen Erdbeer zu veröffentlichen. Wir glauben, daß es wie immer auch diesmal bei den Ber- finanziellen Unterstüßungen anschloß. Gegenüber vereinzelten -Durch die Verbreitung eines Flugblattes gegen den sprechungen bleiben wird. Fällen, wo tonftatirt werden mußte, daß troß Auf- Wirth des Gasthofs zum Anker in Gotba follten sich zwei Die Armenierhehe. Nach in Philippopel vor. Parteigenoffen strafbar gemacht haben. Man berief sich dabei liegenden Berichten aus Konstantinopel verlautet daselbst gerücht- wendung bedeutender Mittel ein nennenswerther Erfolg nicht auf ein altes gothaisches Polizeigefeß, wonach zum Haufiren weise, daß es in dem Orte Everet bei Gäsarea zu Unruhen ge- erzielt wurde, konnte doch festgestellt werden, daß in den weit mit Druckschriften polizeiliche Erlaubniß nöthig ist. Dieses tommen sei, wobei gegen 100 Armenier von den Türken getödtet aus meisten Fällen die aus der Parteikasse gegebenen Geset paßte auf den vorliegenden Fall wie die Fauft aufs und zahlreiche armenische Häufer geplündert worden seien. Trotz Gelder die angestrebte Wirkung erreicht haben und die Auge. Das Schöffengericht sprach denn auch die beiden Sünder ihrer Anstrengungen sei es den Behörden nicht gelungen, den toftenlos frei. Gewaltthätigkeiten Einhalt zu thun.Amerika. Blätter betreffenden dadurch in die Lage gebracht wurden, nunmehr aus eigener Kraft Kraft sich zu halten. - Das Parteten Berhältniß im amerita Alseitig betont wurde, daß die Grenze der Unterstützungsmögnischen Parlamente. Nach der neuen Schäßung wird lichkeit für die Parteipreffe in dem letzten Jahre überschritten im Repräsentantenhause des nächsten Kongresses die republika worden ist, und daß gleich hohe Summen nicht mehr gegeben nische Mehrheit 51 und die Mehrheit der Gutgeldleute 43 be tragen, während im Senat 42 Republikaner für Erhaltung der werden sollen. Man sprach sich auch gegen nicht genügend vor gegenwärtigen Währung, 9 Demokraten gegen Freisilber, 4 Re- bereitete Neugründungen von Blättern aus und empfahl den publikaner, 25 Demokraten und 7 Populisten für Freisilber und bestehenden Blättern, bei Umänderungen, Bergrößerungen 2c. mög9 Senatoren zweifelhaft sein werden. Die Stellung einiger lichst vorsichtig zu sein. Senatoren ist zweifelhaft. Gewerkschaftliches. Der Streik der graphischen Arbeiter Berlins ist nach wie vor auf demselben Standpunkt. Die Fabrikanten haben bis her noch feine Einigung versucht; da die Arbeiter in ihrem guten Recht sind und auf die Solidarität der gesammten Arbeiterschaft rechnen tönnen, so ist unterm Eindrucke der bisherigen Erfahrungen ihrerseits ebenfalls von einem Ginigungs versuch Abstand genommen worden. 8uzug ift ferns zuhalten von folgenden Firmen: Prager u. Loida, Wendisch, Beschlossen wurde, das Format der illustrirten Unter- Matthes, Friedberg u. Silberstein, Schäfer u. Scheibe, W. Böhme, Erklärung. In einer der letzten Parteiverfamm- baltungsbeilage Neue Welt" zu vergrößern, dagegen Barnic, Büttner u. Co., Wundsch u. Lange, Heymann u. Schmidt, lungen ist mir unter anderen, hier nicht zu berührenden dieselbe von Neujahr ab wieder achtfeitig, statt wie in letzter Zeit Littauer u. Boysen, Aberlee, W. Hagelberg, Radice, Weylandt und Bauchwiz, Priester u. Eyck, Grad u. Aaron, P. Bagelberg, Vorwürfen der gemacht worden, in bezug auf die zwölffeitig erscheinen zu lassen. Es soll dadurch neben einer sehr Engel, Walther Bed, Stent, Werner u. Schuhmann, Desterreich armenische Frage nicht den sozialistischen Stand- erheblichen Verringerung der Herstellungskosten, die in Gotha und Hartmann, Sala, Hohenstein u. Lange, Frommholz, Bier puntt zu vertreten und einen längeren Artikel, in dem dies angeregt worden ist, ein größerer Spielraum für die Auswahl bach, Rugner u. Berger, Hellriegel, Lithographie Grell, Lichts geschehen sei, zurückgewiefen zu haben. Den fraglichen Ar- der Jauftrationen gewonnen werden, ohne daß der Textraum druckerei Dienstbach. Bei der Firma C. Hellriegel, Roch titel, der von Fräulein Rosa Luxenberg eingesandt ward, gegen jetzt beschränkt wird. ftraße 5, haben gestern 10 Steindrucker, sämmtliche Schleifer, for wie ein Theil des Hilfspersonals die Arbeit niedergelegt. Da habe ich allerdings abgelehnt, und zwar deshalb, weil die gegen jetzt beschränkt wird. Weiter wurde die Schaffung eines Bureaus zur durch ist gerade diejenige Firma getroffen, wo bisher die Arbeiten Verfasserin über die Dinge in Armenien nicht aus eigener Anschauung und Kenntniß geurtheilt, sondern Lieferung selbständiger Parlaments- Berichte für für die Ringfirmen( Streitarbeiten) gemacht wurden. Auf die nur die bekannten Angaben der russischen und unsere Parteipresse beschlossen und die Parteileitung mit der Berichte bürgerlicher Blätter sei nur erwidert, daß fie von Un Gladstone'schen Propagandapresse sich nach sozialistischer Ausführung dieses Beschluffes betraut, wobei aber als selbst- wahrheiten ſtrozen und darauf berechnet sind, die Ausständigen zu täuschen. Erfolg wird das aber nicht haben, da die Ause Schablone zurecht gelegt hat. Das hätte jeder Genoffe, der verständlich vorausgesetzt wurde, daß das Bureau erst zu Beginn ftändigen von uns fortwährend auf dem Laufenden erhalten werden. Die Lohnkommission. J. A.: Schöpfe. an Schablonenarbeit Gefallen findet, auch in Deutschland der nächsten Reichstagssession in Wirksamkeit treten könne. Berantwortlicher Nedakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 265. Weise. Reichstag. Berichterstatter Leuzmann: Die Kommission hat diese Anträge abgelehnt, weil sie durch Annahme derselben nicht das ganze Gefeß gefährden wollte. Die Wiedereinführung der Be rufung in Straffachen und die Einführung der Entschädigung unschuldig Verurtheilter find so werthvoll, daß man sich wohl eine gewisse Beschränkung auferlegen kann. Mittwoch, den 11. November 1896. 13. Jahrg. Die Kommission hat diese Vorschrift gestrichen. Abg. von Buchka( t.) beantragt die Wiederherstellung der selben in etwas anderer, erweiterter Form; danach sollen die Landgerichte nach erfolgreichem Einspruch anderweitige Beschlüsse über die Geschäftsführung faffen; soweit es sich aber um die Vertheilung der Geschäfte unter die Kammern handelt, fann das Präsidium des Ober- Landesgerichts zudem selbst die erforderlichen Anordnungen treffen. Hedner empfiehlt dringend die Annahme des aus fachlichen Gründen nothwendigen Antrages. Preußischer Geheimer Oberjustizrath Vierhans empfiehlt dringend die Annahme des Antrages, weil sich die von der Re gierung gewünschte Vorschrift als nothwendig für die Justizverwaltung ergeben hat. Ein Eingriff in die Unabhängigkeit der Gerichte sei durchaus nicht beabsichtigt und durch den Antrag des Vorredners vollständig ausgeschlossen. find. Der Staatsanwalt hat nach dem Gerichtsverfassungs- Gefeß gerichts, dem kein einziger aus der Staatsanwaltschaft hervor die Pflicht, unbedingt den Anforderungen seiner vorgesetzten Be- gegangener Richter angehört, also von Herren, die doch zuerst 120. Sigung vom 10. November 1896. 2 Uhr. hörde zu gehorchen, und wenn man jahrelang das geübt hat, so berufen sind, die Gewissenhaftigkeit und Unabhängigkeit des fann sich unmöglich seine Natur, wenn er plötzlich Richter wird, Rammergerichts zu wahren. Der Amtsgerichtsrath in Holstein ist Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Schön ändern. Der Straffenat des Kammergerichts besteht aus drei aus einer größeren Stadt nach einer fleineren strafverſetzt. fedt, v. Goẞler. Richtern, die Staatsanwälte gewesen sind, und hat deshalb kein Im Justizministerium ist unbekannt gewesen, daß er aus dem Präsident v. Buol eröffnet die Sigung mit folgenden Worten: Vertrauen im Volt. Die Staatsanwälte bringen in das Richter- leinen Orte stammte und den Wunsch hatte, dorthin zu kommen. Meine Herren! Wiederum zur Leitung Ihrer Verhandlungen be thum wider ihr Wissen und Wollen die Abhängigkeit, die Der Graf B. ist für sein brutales Verhalten strafverfekt worden, rufen, habe ich die Ehre, Sie hiermit zu begrüßen. Ich hoffe, Kriecherei hinein, die nothwendigerweise einem untergeordneten aber auch dieses Verhaltens wegen würde er nach dem Antrage daß Sie alle gestärkt und gekräftigt zurückgekehrt sind und daß Sie Verwaltungsbeamten, der nicht nach seiner Ueberzeugung lebt, sondern Stadthagen unabfeßbar sein. Der Abgeordnete Stadt demnächst noch zahlreicher erscheinen werden. Wenn nicht aller nur dem Wort des Vorgesetzten pariren muß, zur Gewohnheit wird. hagen hat schon wieder, wie so oft auf meine Aeuße Schein trügt, werden auch diesmal unsere Kräfte Und wenn selbst beim Reichsgericht es zur Regel geworden rung: „ Si duo faciunt idem, non est idem" hinge in nachhaltiger Weise in Anspruch genommen werden. ist, die Richterstellen möglichst mit früheren Verwiesen; wer damals meinem Vortrage gefolgt ist, wird Das Andenken der seit der letzten Sigung verstorbenen waltungsbeamten zu befeßen, so werden Sie ersehen, wie über den Sinn meiner Bemerkung und die Bedeutung derselben Abgg. Wiesicke und Wengert ehrt das Haus in der üblichen nothwendig es ist, daß Staatsanwälte unter feinen Umständen nicht im Zweifel fein. Ich verzichte darauf, der Auslegung, in einen Gerichtshof hinein dürfen, damit die Unabhängigkeit welche der Abg. Stadthagen dieser Bemerkung zu geben beliebt, Gingegangen sind die Novelle zum Postdampfer- nicht verkümmert werde. Ein früherer Staatsanwalt in Magde entgegenzutreten; die Herren wollen sich ja nicht überzeugen Sbventionsgesetz und eine Verordnung des Bundesraths wegen burg ist sogar Präsident eines Landgerichts geworden. Nicht laffen, deshalb glaube ich, mich diesem Versuch nicht unterziehen einer Ausnahmebestimmung von der Sonntagsruhe. durch solche Maßregeln, wie die Entschädigung unschuldig Ver zu sollen. Allen übrigen Herren gegenüber halte ich das für Auf der Tagesordnung steht der Geseßentwurf betreffend urtheilter zc. feftigen Sie das Vertrauen zum Richterstand, überflüssig.( Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Der Abg. Aenderungen und Ergänzungen des Gerichts- sondern nur dadurch, daß die Richter ein festes Stadthagen will die Unabhängigkeit der Richter, die ist eine verfassungs Gesezes und der Stafprozeß Rückgrat haben. Sie brauchen garnicht zu befürchten, Thatsache, es fehlt an jedem Grunde, den Antrag anzunehmen. Ordnung. Berichterstatter ist der Abg. Lenzmann. daß Sozialdemokraten oder Freifinnige in den Richterstand Damit schließt die Debatte. Die Anträge werden gegen die Von den Sozialdemokraten( Stadthagen und Genossen) bineinkommen, wenigstens so lange nicht nach unseren Vorschlägen Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. liegen Anträge vor, welche die Unabhängigkeit der Richter die Austellung anders geregelt ist. Wir verlangen ferner, daß Die Verhandlung und Beschlußfaffung über die§§ 27( 3 stärken sollen. Danach sollen die Richter nur aus denselben Richtern die Annahme von Titeln und Orden verboten wird. ständigkeit der Schöffengerichte) und 62( Besehung der Gerichte Gründen ihres Amtes enthoben werden können wie die Mit- Die Rechtsanwälte sträuben sich selbst gegen Ordensverleihungen. nur mit fest angestellten Richtern) wird ausgesetzt bis zur Erglieder des Reichsgerichts. Ferner sollen zum Richteramt nicht In Württemberg hat die Anwaltskammer beschlossen, daß keinem ledigung der betreffenden Bestimmungen der Strafprozeßernannt werden fönnen diejenigen, welche länger als drei Jahre Rechtsanwalt der Titel Justizrath" verliehen wird. Endlich Ordnung. ein Verwaltungsamt oder das Amt eines Staatsanwalts be- verlangen wir, daß keine Verwaltungsbehörde in die Ent Nach dem von der Regierung vorgeschlagenen§ 68 a follte kleidet haben; Richter dürfen Orden und Titulaturen nicht an scheidungen der Gerichte eingreifen kann. In Halle hat der Geschäftsplan der Landgerichte dem Präsidenten des Obernehmen. Die Enthebung der Richter soll nur durch Zweidrittel- das Gericht anerkannt, daß ein Beugnißzwangs Verfahren Landgerichtes vorgelegt werden, über dessen Einspruch das PräſiMehrheit des Plenums des betreffenden Disziplinargerichts er im Disziplinarverfahren nicht möglich sei. Dagegen ist dium des Ober- Landesgerichts entscheiden sollte. folgen tönnen. Keine Verwaltungsbehörde soll in die Entscheidungen von der Staatsanwaltschaft Beschwerde erhoben worden, und der Gerichte eingreifen können. man hat versucht, in die Entscheidung des Gerichts von seiten der Verwaltungsbehörde einzugreifen. Die oben angeführte Forde rung ist früher auch von konservativer Seite und auch von der Staatsanwaltschaft selbst gestellt und befürwortet worden, heute laffen uns die Konservativen in dieser Beziehung im Stich. Prüfen Sie unsere Anträge vollständig vorurtheilslos. Nur wenn Sie eine Unabhängigkeit der Richter schaffen, wird es Abg. Stadthagen( Soz.): Der vorliegende Entwurf, wie er möglich sein, ein klein wenig das Vertrauen zu den Richtern zu aus der Kommission hervorgegangen ist, erreicht nicht die höchsten erhöhen. Die Abhängigkeit der Richter infolge ihrer materiellen Biele. Die Wiedereinführung der Berufung ist nicht vollständig Lage, ihrer Erziehung u. f. 1. können Sie mit diesen Anträgen erreicht worden, es sind nur einige Kleinigkeiten gebeffert worden. auch nicht beseitigen. Dies wäre nur möglich, wenn die Richter aus Die Hauptsache wäre, die Schnelligkeit und Gerechtigkeit in der allen Theilen der Bevölkerung hervorgingen. Wir stellen einen solchen Rechtspflege zu erhöhen. Wodurch könnte man die Gerechtigkeit Antrag nicht, sondern begnügen uns mit den jezigen Anträgen, die mehr erhöhen, als durch die Unabhängigkeit des Richters? Diese übereinstimmen mit allen Forderungen der übrigen Parteien. Sie Unabhängigkeit des Richters festzulegen, ist die Absicht unserer ersehen daraus, welche Selbstbeschränkung wir uns damit auf- Abg. Günther( natl.) vertheidigt ebenf alls den Antrag Anträge. Gie enthalten das Mindestmaß deffen, was man erlegen. Wenn Sie ein großes Biel mit der Vorlage verfolgen, von Buchka. überhaupt verlangen kann. Es sollte der Richter, wenn er ein- dann bitte ich Sie, die Thronrede im Auge zu behalten, welche Nachdem der Berichterstatter für die Aufrechterhaltung der mal Richter ist, wenigstens so unabhängig gestellt sein, wie ein davon spricht, daß die Vorlage die Gerechtigkeit erhöhen soll. Kommissionsbeschlüsse sich erklärt hat, wird der Antrag von Reichsgerichtsrath jetzt bereits nach dem bestehenden Gesetz es ist. Suchen Sie mit uns die Mittel, das Vertrauen in die Rechts- Buchta gegen die Stimmen der Konservativen, der NationalDies bezweckt der§ 8 b. Ich habe mich vergeblich bemüht, irgend pflege und die Gerechtigkeit zu erhöhen. Berufung oder Nicht- liberalen und des Abg. v. Strombeck( 8.) abgelehnt. einen Grund zu finden, warum dies nicht möglich sein sollte. berufung sind nicht das allein Maßgebende, brennend Die Beschlußfassung über die Zuständigkeit der StrafIn der Kommiffion ist allerdings seitens eines Bertreters der ift vor allem die Frage: Wie ift es möglich, fammern(§ 73) wird ebenfalls ausgefegt. Regierung gesagt worden: Ja, bei den Reichsgerichtsräthen wäre das Vertrauen den Richtern zu erhöhen? zu Nach§ 77 des bestehenden Gesetzes entscheiden die Kammern Dazu die Sache anders, die hätten eine exceptionelle Stellung. Das dienen unsere Anträge und darum bitte ich um deren An- in der Besetzung von drei Mitgliedern einschließlich des Vorfehe ich nicht ein; es muß jeder Einfluß der Verwaltung nahme.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) fizzenden. Für die Hauptverhandlung der Straftammern ist aber auf die Justiz beseitigt werden. Wir verlangen, daß die einmal Preußischer Justizminister Schönstedt: Nach dem Schicksal, die Besetzung mit fünf Richtern vorgeschrieben. gewählten Richter so unabhängig sind, daß sie nicht im Dis- welches die Anträge Stadthagen in der Kommission gefunden Die Regierungsvorlage will allgemein die Besehung mit siplinarwege ohne weiteres beseitigt werden können.§ 1 des haben, war die Annahme nicht unberechtigt, daß die Anträge hier drei Richtern einführen; die Kommission hat dagegen zugefügt, Gerichtsverfassungs- Gesetzes bestimmt jetzt schon, daß die richter nicht wiederholt werden würden. Ich würde darauf ver- daß die Straffammern in der Berufungsinstanz mit fünf Richtern liche Gewalt nur durch dem Gesetz unterworfene Richter aus zichten können, auf diese Anträge einzugehen, wenn nicht besetzt sein müssen. geübt werde. Man sollte glauben, daß in einem Rechts- einzelne Ausführungen des Abg. Abg. Stadthagen eine Er Die Abgg. Gröber, Rembold u. f. w.( 3.) beantragen, die ftaate ber§ 1 auch Wahrheit sei, daß wirklich unabhängige, widerung erforderten. Er ist davon ausgegangen, daß die Straffammern mit drei Richtern zu befeßen, aber bei der Hauptnur dem Gefeß unterworfene Richter vorhanden seien. Dem ift Richter sich nicht mehr des allgemeinen Bertrauens verhandlung sollen zwei Schöffen hinzugezogen werden. aber nicht so, und daß unser Antrag nicht überflüssig, ist mir erfreuen in bezug auf ihre Unabhängigkeit, und er fand eine Abg. Rembold bedauert, daß die Einführung der Berufung auch von Richtern bestätigt worden, welche nicht der sozialdemo- Bestätigung dafür in der Thronrede, in der gesagt sei, daß dieses erkauft werden solle durch die Verschlechterung der ersten fratischen Partei angehören. Nach dem bestehenden Recht können Gesetz den Zweck habe, die Gerechtigkeit zu erhöhen. Dieser Instanz, indem statt der fünf Dichter nur drei Richter Reichsgerichtsräthe nur ihres Amtes entbunden werden durch Passus in der Thronrede hat doch nicht eine solche Spize, wie fungiren sollen. Die Betheiligung von fünf Personen könne Disziplinarbeschluß des Reichsgerichts selbst, wenn der Richter fie der Abg. Stadthagen hineinzulegen versucht hat. Ebenso dadurch erleichtert werden, daß bei den Straftammern wegen einer Landgerichtes entehrenden Handlung zu einer Freiheits- wenig tann ich zugeben, daß von der preußischen Justizverwaltung des Laienschöffen hinzugezogen ftrafe von bestimmter Dauer verurtheilt worden ist oder eine Aeußerung gethan sei, die Richter genöffen nicht mehr Tie Ausgestaltung, welche die Berufung in der Kommission ge wenn der Richter seiner Aufgabe törperlich und geistig Vertrauen bezüglich ihrer Unabhängigkeit und Unparteilichkeit. funden hat, ist nicht ganz befriedigend. Es entsteht die Gefahr, nicht gewachsen ift. Bu einer unparteiischen Rechtspflege gehört Meine Ausführungen hatten einen ganz anderen Sinn; daß in der Berufungsinstanz nicht das Verfahren vollständig ift erster Linie, daß der Richter wirklich unabhängig ist von den ich habe gesprochen von der äußeren bürgerlichen, wiederholt wird, daß nicht die Zeugen noch einmal wieder ver. Berwaltungsbeamten, unabhängig in seiner politischen Gesinnung gesellschaftlichen und sonstigen Stellung der Richter. Die nommen, sondern daß deren Aussagen nur vorgelesen werden. und feiner Führung im Amt. Nur auf Antrag von Richtern unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Richter selbst zu Gegenüber einer solchen Berufung ist die Verschlechterung des darf gegen Richter vorgegangen werden. Redner weist an einer bezweifeln, ist mir niemals eingefallen. Die eximirte Stellung Verfahrens der ersten Instanz nicht zu rechtfertigen. Unter Reihe von Fällen nach, daß Richter auf Antrag von Staats- der Reichsgerichts- Räthe ergiebt sich aus der Entstehungsgeschichte solchen Umständen erscheint der Zweifel berechtigt, ob die anwälten auf dem Disziplinarwege ihres Amtes entsetzt wurden des Gerichtsverfassungs- Gesetzes. Unsere Richter genießen heute Berufung überhaupt annehmbar ist, und man tönnte wegen ihrer Führung innerhalb und außerhalb ihres Amtes. vollständig diejenige Unabhängigkeit, welche der Gesetzgeber ihnen auf den Gedanken tommen, die Vorlage abzulehnen Dieser Zustand ist unerträglich. Der Staatsanwalt darf nicht verbürgt hat. Sie können wider ihren Willen nur kraft in Erwartung, daß die mit Regierung länger das Recht haben, die Amtsentsegung eines Richters zu richterlicher Entscheidung ihres Amtes enthoben oder versezt annehmbaren Vorlage fommen muß. Der Antrag solle den Ver beantragen, weil dieser ihm nicht gefällt. Vor allem werden. Sie stehen überall unter den ordentlichen Gerichten, und such machen, einige Bedenken gegen die Verschlechterung der darf in den Disziplinar- Erkenntniffen nicht auf die der Staatsanwaltschaft steht wohl die Anregung zur Einleitung ersten Instanz zurückzudrängen. In den meisten Einzelstaaten politische Gesinnung eines Richters Rücksicht genommen des Disziplinarverfahrens zu, aber feinerlei Theilnahme an der sei man bestrebt, das Laienelement in die Verwaltung und in werden, wie es wiederholt vorgekommen ist. Ein Gerichts- Entscheidung. Herr Stadthagen hat eine Reihe von Fällen an die Verwaltungsrechtspflege hineinzubringen. Das müsse bei der direktor ist disziplinarisch verseßt worden, weil er sich die geführt, um die Nothwendigkeit seiner Anträge zu begründen. eigentlichen Rechtspflege auch geschehen. Wenn auch nicht alle unverschämten Beleidigungen eines jungen Lieutenants nicht Alle diese Fälle waren mir unbekannt, und es müssen wohl auch Richter lediglich mit ihren Aften sich beschäftigen, so ist doch gefallen lassen wollte. Rann ein solcher Richter unabhängig die Herren Referenten in der Kommission angenommen haben, immerhin die Gefahr vorhanden, daß sie sich einseitige Anschauungen sein? Weshalb soll aus solchen Gründen ein Richter seines daß diese Fälle hier nicht zur Sprache tommen würden. bilden. Deshalb müssen Vertreter des täglichen Lebens in das Gericht Amtes für verlustig erklärt werden können, während dies bei Das aber glaube ich aus den eigenen Anführungen des hineinkommen, um die einseitigen Anschauungen zu torrigiren. Richtern des Reichsgerichts nach den gesetzlichen Bestimmungen Herrn Stadthagen entnehmen zu können, daß die Sachen Redner hält die Buziehung von Laienschöffen um so mehr für nicht der Fall sein kann? Und in welchem Sinne wird das so, wie er fie vorgetragen hat, nicht Disziplinarverfahren gehandhabt? Wegen seiner politischen Der Fall, daß ein Kreisgerichts- Direktor versetzt worden sei, weil Gesinnung bleibt z. B. ein Richter ein Richter in seinem Amte, er fich die Ungezogenheit eines jungen Lieutenants nicht gefallen er sich auch sonst schon nichts hat zu schulden laffen wollte, fann unmöglich vorgekommen sein.( Oho! bei den tommen lassen. Ein konservativer Amtsgerichtsrath F in Holstein Sozialdemokraten.) Es müssen ganz andere Gründe zu der Maßhat durch einen gefälschten Brief bei einer Wahl die Sozial- regel geführt haben. Was den holsteinischen Richter betrifft, der demokraten in fonservativem Sinne zu beeinflussen gesucht. sich ein Wahlmanöver zu schulden habe kommen lassen, so würde Gegen diesen Mann hätte im Disziplinarverfahren vorgegangen er auch nach dem Antrage Stadthagen nicht faßbar sein, da werden sollen. Was ist aber mit diesem schweren Fälscher ge- eine strafbare Handlung, eine Urkundenfälschung, nicht schehen? Mit Rücksicht auf seine sonstige Führung das heißt vorliegt. Andererseits würde man nach dem Antrage Die Auflösung also wohl seine staatserhaltende Gesinnung wurde er in seine Stadthagen dahin kommen, daß ein Richter, der einen höchst unBaterstadt versetzt, wohin er sich schon lebhaft gesehnt hatte. So fittlichen Lebenswandel führt und alle Achtung, alles Vertrauen unferer Partei- Organisation wird verfahren, wenn die Richter nicht selbst über sich zu be- in seinem Kreise verloren hat, absolut unanfechtbar im Amte vor dem Reichsgericht. stimmen haben und die Bestimmungen nicht gefeßlich festgelegt sind. bleiben müßte. Ich glaube nicht, daß ein solcher Zustand das Ein konservativer Amtsrichter Graf B.( Zwischenrufe rechts) Vertrauen in die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des Der Prozeß Auer und Genossen, wie der Prozeß gegen die wir wollen doch blos das Ansehen der Richter nach Möglichkeit Richterstandes vermehren würde. Der Herr Rechtsanwalt Borsteher und Leiter unserer aufgelösten Partei- Organisationen ftärken bat 1892 die brustkrante Frau eines Landwirths, die Stadthagen( Heiterkeit) sprach wiederholt von der Nothwendig benannt worden ist, fam gestern noch einmal vor dem Reich 3Beugin war, wiederholt so angeschrien und schroff behandelt, daß feit des Rückgrats für die Richter. Es kommen bei den gericht zur Verhandlung. Schon um ein Urtheil letzter Justanz fie Nachtheile an ihrer Gesundheit erlitt. Dem sich beschwerenden Richtern aber doch auch viele andere Buntte in in dieser prinzipiell so wichtigen Angelegenheit aufweisen zu die nicht im Landwirth sagte er:„ Sie, Dchse, halten Sie das Maul" u. drgl. betracht, Siz Rückgrat ihren haben. tönnen, haben die damals verurtheilten 15 Angeklagten die Mit Rücksicht auf die sonstige gute Führung wurde der Amis- Wenn auch der Antrag Gesez wäre, hätten wir den Fall Revision gegen das Straftammer- Urtheil vom 18. Mai d. J. richter nur strafversetzt. Diese Fälle sind symptomatisch und v. Kirchmann doch gehabt, und daß es diesem an Rückgrat eingelegt. zeigen, daß mit aller Schroffheit gegen folche vorgegangen wird, gefehlt hätte, würde Herr Stadthagen wohl nicht behaupten. Durch Verfügung des Berliner Polizeipräsidiums waren der die eine eigene politische Ansicht haben, aber mit aller Ich muß überhaupt für diejenigen Richter, die bei uns aus der Parteivorstand, die Wahlvereine der sechs Berliner ReichstagsRücksicht gegen die, von denen man annimmt, daß sie konservativ Staatsanwaltschaft hervorgehen, auf grind meiner vielfachen, Wahlkreise, die Lokalkommission, die Agitationstommission, bie seien, oder die durch Geburt und dergleichen bevorzugt sind. Hier langjährigen Erfahrungen nach meiner festen Ueberzeugung in Breßkommission und die sogenannte Organisation der Berliner gilt auch der Grundsay, den der preußische Juñizminifter hier Anspruch nehmen, daß sie mit derfelben Gewissenhaftige Vertrauensmänner geschlossen worden. Auf der Anklagebant felbst proklamirt hat: si duo faciunt idem, non est idem. Ich feit und Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit ihres Amtes hatten dann die Mitglieder des Parteivorstandes, die Vorstände bitte Sie, unfere Borschläge in aller Ruhe zu erwägen. Wollen walten, übrigen Richter. Herr Stadthagen der Wahlvereine, die männlichen und weiblichen Berliner BerSie, daß die Richter weiter unter Polizei- Aufsicht stehen, oder meint, daß der Kriminalfenat des hiesigen Rammergerichts des trauenspersonen und die Mitglieder der genannten drei Komwollen Sie die Unabhängigkeit der Rechtspflege? Wir wünschen halb nicht Vertrauen genieße, weil er aus früheren Staats miffionen, im ganzen 47 Personen zu erscheinen. ferner, daß nicht Richter die werden, welche drei Jahre in einem anwälten zusammengefeßt sei. Die Zusammensetzung des StrafWerwaltungsamt oder in der Staatsanwaltschaft thätig gewesen fenats beruht doch auf dem Beschluß des Präsidiums des Kammer. wenn wie die der werden. einer liegen. nothwendig, als die Kompetenz der Strastammern erweitert werden solle durch Uebertragung von Straffachen von den Schwurgerichten. Die Heranziehung von Laien sei auch finanziell nicht zu verachten, denn die Laien erhalten nur Neisetoften, während die Richter volle Besoldung erfordern würden. Darauf wird um 5½ Úhr die weitere Berathung auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. Das geradezu winzige Ergebniß der Beweisaufnahme führte doch zur Berurtheilung von 15 Angeklagten, während 82 frei 119 auf dem andere gesprochen werden mußten. Geschlossen wurden nun definitiv für Agitationszwecke und lieferten nur den jedesmal am Ende eines| Die Parteileitung sei ein aus 12 Mitgliedern bestehender die Parteileitung( im Gegensatz zur polizeilichen Schließung des Quartals vorhandenen Ueberschuß an die Parteileitung ab. Nun Verein und ihre Vereinssigungen seien Versammlungen, die unter Partei- Vorstandes) und die Wahlvereine des zweiten, vierten, fann doch nicht gesagt werden, diese Ueberschüsse stammen von§ 8 des Vereinsgefeßes fielen. Daß die Zahl der Theils fünften und sechsten Wahlkreises. Aufgehoben wurde die polizeilich den Geldern der Wahlvereine. Es besteht wohl zwischen beiden nehmer bei den Zusammenkünften der Parteileitung nicht allzu erfolgte Schließung der Kommiffionen und der Organi ein Kausalzufammenhang, denn die Ueberschüsse hätten nicht so lein sei, um diese als Versammlungen zu betrachten, sei vom ersten sation der Vertrauensmänner". Bestraft wurden die Vorstands- große sein können, wenn der Vertrauensmann kein Geld aus Richter thatsächlich festgestellt und unterliege nicht der Nachprüfung. initglieder de gerichtlicherfeits angenommenen Vereins dem Wahlverein erhalten hätte, aber die Identität des Wahl- Die Feststellung, daß die Parteileitung politische Gegenstände erörtert Parteileitung, und zwar Auer mit 50 M., Bebel vereins- Geldes mit dem an die Parteileitung abgelieferten ist in habe, sei ganz einwandsfrei, auch das Requisit der Leitung des als vielfach vorbestrafter Sünder mit 75 Mart Singer und keiner Weise vorhanden. Wenn jemand in Düsseldorf aus dem Vereins sei unzweifelhaft festgestellt. Sollte der Gerichtshof Gerisch als bisher unbescholtene Leute mit je 40 Mart und Rhein einen Eimer Wasser schöpft, so kann er doch nicht be- aber Bedenken haben, ob die Parteileitung ein Verein ſei, Pfannkuch mit 50 Mart Geldstrafe. Auf die Vorstands- haupten, dieses Wasser stamme vom Neckar. Das Urtheil ver- der die Erörterung politischer Gegenstände in Versamm 241fied. Sex pier to empfienfi mitglieder der vier Wahlvereine, die Genossen Antric, wechselt also Rausalzusammenhang und Identität. Hinzu kommt lungen bezwecke, so empfiehlt sich zurückverweisung, nicht Lange, Griese, Erbe, Runge, 3abel, Drescher, noch, daß doch die Wahlvereine feinesfalls wissen konnten, daß Freisprechung, denn denn es Richter und Schumann entfielen je 30 Mart Strafe von ihrem an die Vertrauensleute abgelieferten Gelde etwas Gesichtspunkte in betracht. Einmal, ob die Parteis Genosse Kiesel wurde um 10 Mart höher eingeschätzt, weil später einmal in die Parteikaffe fließen könnte. leitung nicht dadurch, daß sie Parteitage beriefe, Versamm auch er schon manches Kerbholz hatte. Die Verhandlung findet vor dem zweiten Straffenat des lungen veranstalte, zweitens ob die Wahlvereine dadurch, Ju dem sehr umfangreichen schriftlichen Urtheil heißt Reichsgerichts statt. daß sie Gelder an eine Zentralstelle ablieferten, nicht unteres unter anderem: Den Vorsitz führt in der Verhandlung Senatspräsident einander in Verbindung getreten feien. Er, der Ober- Neichsanwalt Es ist als erwiesen erachtet, daß die Mitglieder des Partei- Dr. Löwenstein, die Anklagebehörde vertritt Ober- Reichs- bat aber in erster Reihe um Verwerfung der Revision. borstandes, von denen übrigens jeder einem Wahlverein als Mit- anwalt Hamm, Referent ist Reichsgerichtsrath D13hausen. Beide Vertheidiger verwahren sich lebhaft dagegen, daß sie glied angehörte, von vornherein wußten, daß die von den Zur Vertheidigung sind die Rechtsanwälte Herzfeld und irgendwie zu der Annahme Anlaß gegeben hätten, sie hielten die Vertrauensleuten an die die Parteitaffe abgelieferten Gelder Heine Berlin erschienen. Auch seitens des Rechtsanwalts fozialdemokratische Partei für einen Berein und die Parteileitung wenigstens zum theil aus den ihnen von den Wahlvereinen Herzfeld ist eine Revisionsschrift eingereicht worden. Diese für dessen Vorstand. überwiesenen Geldern stammten." Als Berein bezeichnet das rügt besonders, daß die Angeklagten Auer, Bebel, Singer, Nach zweistündiger Berathung verkündet der Senatspräsident Urtheil jede dauernde Vereinigung mehrerer Personen zur Pfannkuch und Gerisch in der Anklageschrift und im Erfolgendes Urtheil: Berfolgung bestimmter gemeinschaftlicher Zwecke unter einer öffnungsbeschluß beschuldigt werden, die Strafthat als Vor- Das Urtheil des Landgerichts I zu Berlin vom 18. Mai d. J. Leitung. Die Parteileitung war ein solcher Verein, fteher des Vereins Partei vorstand" begangen zu haben, wird, insoweit es die Schließung der Parteileitung und der fiebildete eine Mehrheit von Personen, die sich für daß sie aber verurtheilt sind wegen einer anderen That als Vor- vier Wahlvereine verfügt und die Verurtheilung der eine gewisse Dauer vereinigt hat, um unter einer steher des Vereins Parteileitung. Darüber, daß Parteivorstand Angeklagten zu Geldstrafen ausspricht, aufgehoben. Leitung in bestimmter Richtung auf öffentliche Angelegenheiten und Parteileitung verschiedene Dinge sind, bestehe aber fein Die Sache wird an die Vorinstanz zurückeinzuwirken. Dies ist geschehen, als sich die Mitglieder der Zweifel. Sie hebt ferner einen Widerspruch in den thatsächlichen verwiesen. Der Senat hat mit dem Ober- Reichsanwalt die Parteileitung zur Uebernahme diefer Mitgliedschaft bereit finden Feststellungen des ersten Urtheils vor, der darin liegt, daß ein- prozessualen Rügen für unerheblich gehalten. Ferner ist ließen. Es kommt dabei nicht in betracht, wie die in dem mal gesagt ist, die Wahlvereine hätten das Geld den Vertrauens er mit dem ersten Richter der Ansicht, daß nicht nur Verein verbundenen Personen dazu gekommen sind, sich den leuten Agitation gegeben, dann aber wieder festgestellt ist, die Wahlvereine Vereine find, sondern auch der Parteigemeinschaftlichen Zweck zu sehen, und es ist ganz gleich, ob es in- daß die Wahlvereine wußten, daß ein Theil ihres Geldes an die leitung der Charakter eines Vereins beigelegt werden muß. folge eines Wahlattes geschah. Dieser Wahlatt enthielt nur die Auf- Parteileitung abgeliefert werden würde. Die Leitung hat diesem Verein nicht gefehlt. Nach Feststellung forderung zur Berbindung, welche dadurch, daß die Aufgeforderten Nachdem der Referent das Urtheil und die formellen Ein- der Straffammer waren die Mitglieder nicht koordinirt, der Wahl Folge leisteten, ins Leben getreten ist. Der gemein wendungen der Revisionsschrift verlesen, erhält für die materiellen sondern sie haben unter der aus den fünf Personen bes schaftliche Zweck des Vereins Parteileitung bestand in der Be- Einwände zunächst das Wort stehenden Leitung ihre Thätigkeit geübt. Auch die Frage förderung der Bestrebungen der sozialdemokratischen Partei Rechtsanwalt Heine; derfelbe führt aus, daß nach seiner der Verbindung hat der Senat mit Ja beantwortet. Deutschlands und insbesondere auch in der Erörterung der hierzu Meinung Parteileitung kein Verein im Sinne des§ 8 ift, weil Es handelte sich nicht um bestimmtes Geld, sondern die Feste erforderlichen Maßnahmen. Die Zusammenkünfte der Mitglieder ihm das Requisite der Leitung fehle. Das erste Urtheil bezeichne stellung genügt und ist rechtlich unbedenklich: Der eine Verein find als Versammlungen zu betrachten. Eine Versammlung ist die fünf Vorstandsmitglieder als Leiter, die Mitglieder der Partei hat den andern mit Geld unterstützt. Die einzig zweifelhafte Frage nach der Definition des Reichsgerichts eine gewisse, nicht allzu leitung feien aber sämmtlich völlig gleichberechtigt. Die blieb die, ob die Boraussetzungen des§ 8 vollständig fest tlein an Zahl bemessene äußerlich irgendwie vereinigte Personen- Borsigenden und Schriftführer wären tein Borstand gestellt sind insofern, ob die Parteileitung politische Gegenstände mehrheit, deren innere Vereinigung auf gemeinsamen bewußten mit autoritären Befugniffen, eher könnte man noch in Versammlungen erörtert hat. Es muß hierbei in Zwecken und Zielen, also auf gemeinsamem Wollen beruht. sagen, die Kontrolleure, die doch zur Aufsicht der von den jedem einzelnen Falle geprüft werden, was unter einer Bere Nachdem so die Parteileitung im Urtheil als ein Verein im übrigen Mitgliedern ausgeübten Thätigkeit berufen waren, sammlung zu verstehen ist. Nicht jede Zusammenkunft eines Sinne des§ 8 des Vereinsgefehes, der mit anderen politischen hätten eine gewisse autoritative Stellung eingenommen. politischen Vereins eingenommen. politischen Vereins ist eine Versammlung. Es ergiebt Vereinen nicht in Verbindung treten darf, fonstruirt ist, die Ver- Er halte aber die ganze Definition, wie sie in der sich auch aus der Entstehung des Gesetzes, daß nicht jede private bindung aber mit den Wahlvereinen in dem Umstande gesehen Judikatur über den Begriff den Begriff Verein jetzt herrsche, für Busammenkunft schon eine Versammlung ist. Das Gesetz worden ist, daß die Bertrauensleute Gelder aus einer Kaffe an willkürlich und gerade den vorliegenden Fall für angethan, spricht von Vorstehern, Leitern und Ordnern; das alles den Parteivorstand abgeliefert haben, in die neben vielem anderen sich von ihr freizumachen. Definitionen feien nur Hemm deutet darauf hin, es muß etwas mehr sein als Geld auch Geld der Wahlvereine gefloffen war, ist die Ueber- nisse für die Beurtheilung von Thatsachen. Nicht jeder einzelne eine Vereinigung von Privatmitgliedern. Eine rechttretung des Vereinsgesetzes nach Meinung der Richter erwiesen Fall könne über den gleichen Leisten geschlagen werden. Bei liche Definition über den Unterschied zwischen Sitzung und und es mußte die Verurtheilung erfolgen. Bekanntlich ist es nun Schaffung des Vereinsgesetzes habe der Gesetzgeber zu den Versammlung ist allgemein nicht zu geben. Es ist aber in das diskretionäre Ermessen des Richters gestellt, ob er solche Vereinen nicht Ausschüsse, Kommissionen, Vorstände rechnen wollen. dabei die Zahl nicht außer acht zu lassen, auch die Art Vereine, deren Vorstände das Vereinsgefeh verlegt haben, schließen Auf den Willen des Gesetzgebers aber fomme es an, nicht der Zusammenfünfte und die Gegenstände der Berathung find will oder nicht. Die erstrichterliche Justanz hat die Vereine ge- darauf, was sich etwa aus seinen Worten herausdestilliren ließe. nicht außer acht zu lassen. Wenn auch die Partei kein schlossen und die Rechtfertigung dieser Schließung im Urtheil ist keinesfalls falle die Parteileitung unter§ 8 des Vereins- Verein ist, so hätten doch die Geschäfte der Parteileitung mehr zu intereffant, als daß wir sie hier nicht wörtlich wiedergeben gesetzes, denn ihre Zusammenkünfte waren teine Versamm den Charakter von Vorstandsgeschäften; ihre Zusammenkünfte follten. Es heißt da: lungen zum Zwecke politischer Grörterungen. Das Urtheil mehr den Charakter von Sitzungen als von Bersammlungen. JoG3 fonnte nun auch auf Schließung der Vereine erkannt fage, die Parteileitung habe sich, wie aus dem Zirkular Besonders sei aber darauf hingewiesen, daß der Parteileitung die werden. Das Gericht hat von dieser Befugniß, da von den An- hervorgehe, selbst für einen politischen Verein gehalten. Aus Einberufung der Parteitage oblag. Unter diesen Umständen geklagten eine Umgebung des Gesetzes angestrebt war, und die dem Zirkular sei aber nicht die Anerkennung dieser Thatsache zu scheint es nicht ausgeschlossen, daß ein Gericht hierin den unerlaubten Verbindungen die Zwecke einer Partei fördern entnehmen, sondern es werde darin nur die Befürchtung 3wed erbliden tönnte, politische Erörterungen sollten, deren Bestrebungen auf Beseitigung der bestehenden Staats- ausgesprochen fönnte ungeachtet der Thatsache, in Versammlungen zu veranlassen. Auf weitere Erörte und Gesellschaftsordnung gerichtet sind, bei der Schwere dieser daß feine Vereinsbildung vorliege, die Behörde durch rungen einzugehen, sah der Senat feinen Anlaß. Umstände Gebrauch gemacht. künstliche Deduktionen doch den Vorwand zur Ein Im Zuhörerraum wohnte der Verhandlung KriminalDas Urtheil hat Rechtsanwalt Wolfgang Heine in leitung eines strafrechtlichen Verfahrens gewinnen. Ein tommiffar Schöne aus Berlin bei, der ja die Sache mit einer ausführlichen Revisionsschrift angefochten. Er Reichsgerichts- Urtheil fagte, daß für den Begriff der Ver- soviel Erfolg eingefädelt hat. Das Urtheil schien ihn beantragt, das Urtheil erster Justanz aufzuheben und die An- sammlung eine nicht allzu tlein bemessene Bahl einigermaßen zu verstimmen. Er ging auf dem Korridor auf getlagten freizusprechen.und 10 von Personen nothwendig fei. Der hohe Gerichtshof würde jeden ihm begegnenden Gerichtsdiener zu und fragte ihn, ob Die Revisionsschrift beginnt mit einer formalen Rüge, die prüfen müssen, ob die höchste Zahl 12 der Sizungstheilnehmer er den Herrn Ober- Reichsanwalt nicht sprechen könne. Er müsse schon in der Hauptverhandlung der Vertheidiger Justizrath nicht eine allzu leine sei. Die Parteileitung verfolgte nicht den ihn unbedingt sprechen it. f. w. Mundel vorgebracht hat. Justizrath Munckel rügte, daß weder 3 weck, politische Erörterungen zu pflegen. Sie sei kein Der Ober- Reichsanwalt tam aber so bald nicht, er hatte die Anklageschrift noch der Eröffnungsbeschluß die zur Anklage Debattirklub. noch in den nachher anstehenden Sachen zu plädiren und das gestellten Thatsachen unter Hervorhebung ihrer gesetzlichen Merk- Die Besprechungen bei ihren Zusammenkünften follten nahm Die Besprechungen bei ihren Zusammenkünften sollten nahm noch geraume Zeit in Anspruch. Unter diesen male ausdrücklich bezeichnen und protestirte gegen die nur die außerhalb der Zusammenkünfte liegende Zweckthätigkeit noch zur Verhandlung gelangten Sachen befand sich auch Verhandlung. Die Revisionsschrift vertritt nun die Ansicht, der Parteileitung, die in Agitation bestand, vorbereiten. die des Genossen Wegner. In dem bekannten Kommunales. daß das Gericht gar nicht in die Hauptverhandlung Schließlich weist der Vertheidiger auf die unlogische Hilfs- Prozesse, der ihm sein Mandat als Gewerbegerichts- Beisiger toften hätte eintreten dürfen. Dadurch, daß das Gegentheil ge- fonstruktion hin, mit der das erste Urtheil die Verbindung zwischen sollte, in dem er aber vom Landgericht freigesprochen worden fchehen ist, sind die§§ 198 und 205 der Strafprozeß- Ordnung Parteileitung und Wahlvereinen durch die an die Vertrauensleute war, hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das verlegt. Es folgen dann mehrere materielle Rügen. Rechts von den Wahlvereinen gezahlten Gelder hergestellt hat, Reichsgericht bestätigte aber das freisprechende Urtheil. anwalt Heine bestreitet, daß die Parteileitung ein Verein im die er auch schon in der Revisionsschrift eingehend bebedre hil chilogr07 Sinne des Vereinsgesetzes ist. Sei ein Verein eine dauernde leuchtet hat. Wäre diese Verbindung eine Thatsache, Vereinigung mehrerer zu bestimmten Zwecken unter einer dann stände auch jeder Bildungsverein, der aus einem ParteiLeitung verbundener Personen, so fehlt bei der Partei- geschäft Bücher oder sonstige Waaren bezieht, mit der Parteileitung das Requifit der Leitung, denn ihre sämmtlichen Leitung in Verbindung, denn auch die Ueberschüsse dieser Partei Vorberathung der Magistratsvorlage wegen Eintheilung der Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung zur Mitglieder waren gleichberechtigt, und aus dem Umstande, geschäfte fließen an die Parteileitung. Uebrigens fonnten die daß die Funktionen des Schriftführers, des Kassirers und des Wahlvereine, als sie das Geld an die Bertrauensleute gaben, Straße an der Schloßfreiheit und die Ausgestaltung des Blazes Vorsitzenden vertheilt waren, ergiebt sich nicht, daß diese Mit- nicht wissen, wieviel oder ob überhaupt ein Ueberschuß bleiben an der Stechbahn neben der Schleusenbrücke hat am Dienstag glieder eine leitende autoritative Stellung eingenommen haben. würde. Das Urtheil fage, es tönne die Angeklagten Abend unter Borfiz des Stadtverordneten Stryck und in Anwesenheit des Stadtrath Voigt und bes Geheimen Aber diefe ganze Definition des Vereinsbegriffes sei eine will nicht entlasten, wenn andere Parteien gleiche Organisationen Bauraths Hobrecht in seiner zweiten Gigung, nach. türliche und dem Willen des Gesetzgebers zuwider, wie schon eingerichtet hätten. Gewiß nicht, aber der Schluß ist wohl daraus dem am Sonnabend alt Ort und Stelle eine Be aus den Konsequenzen hervorgeht, wonach schließlich jedes Kaffee- zu ziehen, daß wenn alle andern Parteien das gleiche Vertrauenshat, nach längerer Berathung fränzchen als Verein angesehen werden könnte. Jeden männer- System haben, um mit dem Vereinsgesetz nicht in Konflikt sichtigung stattgefunden allgemeine Auffassung nicht dahin, in zu gerathen, hier eine fälschliche Anwendung des Gesetzes vor- beschloffen, dem Antrage des Magistrats mit der alleinigen Ausnahme zuzustimmen, daß dem Bürgerfteige, welcher längs des derartigen Ausschüssen Vereine zu sehen. In feinem liegt. Falle könne aber die Parteileitung als Verein im Sinne Rechtsanwalt Herzfeld erwidert auf eine Bemerkung des zu erbauenden Dentmals zur Schloßbrücke führt, anstatt der vordes§ 8 des Vereinsgefeges gelten. Dieser unterscheidet sich vom Referenten, daß auch in der Anklagefchrift schon von der Partei- gefehenen Breite von 6 Metern eine solche von 8 Metern ge= § 2 des Vereinsgefeßes dadurch, daß§ 2 alle Vereine treffen leitung die Rede sei, daß an der vom Referenten gemeinte geben werde und der vor dem Schlosse anzulegende Voröffentliche Angelegen Stelle der Antlageschrift davon gesprochen, es habe sich inner- garten mit dem Eofander'schen Portale abschließen, also in der ganzen Länge des Schlosses an diefer Seite heiten bezwecken, wogegen 8 nur die Vereine betrifft, balb der Parteileitung ein besonderer Verein Parteivorstand ge- eine Breite von ca. 61/2 Metern bekommen soll. An diese EinDie eine solche Einwirkung auf einem bestimmten Wege, bildet. Aus den thatsächlichen Feststellungen über die Thätig richtung wurde seitens des Ausschusses die Bedingung geknüpft, nämlich der Grörterung politischer Gegenstände in Verfeit der Parteileitung folget, daß sie nur Verwaltungs- daß von den zuständigen Behörden die Anlage einer Straßenfammlungen, zu erreichen suchen. Bei Versammlungen geschäfte der Partei zu erledigen hatte, die nicht politische daß von den zuständigen Behörden die Anlage einer Straßenhat der Gesetzgeber aber nicht zusammenkünfte von zwölf be- Gegenstände im Sinne des Bereinsgefeßes seien. G3 sei auch im bahn als Verbindung vom Norden und Süden in dem nunmehr stimmten Personen, die noch dazu an den verschiedensten Orten Urtheil festgestellt, daß in den Jahren 1894/95- um diese handele 18 meter breiten Fahrdamm geschehen dürfe. verstreut wohnten, verstanden; es schwebten ihm Vereine vor, es sich nur wegen der dreijährigen Verjährungfrist will, die eine Einwirkung auf -nur der VorLokales. die durch ihre Versammlungen auf die große Maffe der Be- stand beisammen gewesen ist. Eine solche Vorstandssitung könne aver völkerung wirken wollten. Sicherlich war eine Sigung der unmöglich eine Bersammlung sein. Die Wahlvereine haben den n Parteileitung feine Versammlung nach§ 8, die Besucherzahl Vertrauensleuten Geld zur Agitation gegeben. Nun ist an feiner Den Mitgliedern des Wahlvereins für den ersten tonnte ja nicht mehr als 12 Personen betragen, betrug gewöhnlich Stelle des Urtheils gesagt, daß die Vertrauensleute dieses Geld nicht Berliner Reichstags Wahlkreis zur Nachricht, daß die fehr viel weniger. Da die Zahl nach der Indikatur nicht allzu zur Agitation verwendet haben und daß infolge deffen der Ueberschuß Generalversammlung am Donnerstag, den 19. November, abends flein bemessen" werden darf, liegt überhaupt keine Versammlung vorhanden gewesen ist. Diese Feststellung hätte aber den Schluß 9 Uhr, in Cohn's Festsälen stattfindet. Um zahlreiches Ervor. Die politischen Erörterungen, wenn fie stattgefunden haben, für die bestehende Verbindung erst wirklich durchschlagend gemacht. waren aber auch garnicht der Zweck, den die Parteileitung ver- Wie tann man denn sonst sagen, es sei Wahlvereinsgeld an die scheinen der Genossen ersucht der Vorstand. folgte, höchstens ein Mittel zum Zweck der Förderung sozial- Parteileitung gekommen. Das Geld ist auch den Vertrauensleuten Von den Genossen Schaller, Dupont und Türk erhalten demokratischer Bestrebungen. Die Förderung dieser Bestrebungen als Eigenthum übergeben worden zur Ausgabe für Agitations- wir eine Zuschrift, in der eingehend dargelegt wird, daß sie, selbst wurde nicht durch die Erörterung politischer Gegenstände, zwecke nach freiem Ermessen. Wie kann man später sagen, entgegen der gestern vom Vorstand der Arbeiter- Bildungsschule sondern durch praktische Thätigkeit erreicht. daß dieses Geld noch Wahlvereins Geld sei. Das Urtheil ausgesprochenen Annahme, in völlig legaler Form Herrn Steiger Die Revisionsschrift zitirt dann ein Urtheil des Ober- Verstellt zwar den Vertrauensmann als Mittelsperson zwischen zu dem am Sonntag annoncirten Vortrag eingeladen haben. waltungsgerichts. Danach fällt ein Verein, welcher zwar eine Wahlverein und Parteileitung hin, vorher hat es doch aber fest- Die drei Einsender empfehlen nunmehr den Genossen, die von Einwirkung auf die Politit aber nur durch Erörterung in der gestellt, daß den Vertrauensleuten das Geld zur Agitation über- der Arbeiter- Bildungsschule angekündigte Bersammlung zahlreich Breffe bezweckt, unter die Beschränkung des§8 nicht schon dann, geben worden ist. Daß der Verein auch den Vorsatz hatte, zu besuchen. wenn er in bloßen Privatzusammenfünften( Sigungen) seiner Vereinsgeld an die Parteileitung hinüberzuleiten, ist nirgends immb Borsteher und sonstigen Organe sein fünftiges Vorgehen und da- Urtheil festgestellt. Ich beantrage das erste Urtheil aufzuheben Herr Theodor Reuß lebt immer noch! Nachdem ihm im mit politische Gegenstände beräth. und die Angeklagten freizusprechen. Reichstag und im Vorwärts" wiederholt der Vorwurf gemacht Ober- Reichsanwalt Hamm hält alle prozessualen Rügen worden war, ein Nichtgentleman" zu sein, nämlich der Polizei für unwesentlich, auch die Verbindung durch die Geld Spigeldienste geleistet zu haben, und nachdem er uns wegen übermittelung für zweifellos hergestellt. Der Schwerpunkt liegt dieser Artifel erst verklagt, nachher aber feine Klage wieder Schließlich bestreitet die Revisionsschrift auch, daß die Partei- allein in der Frage, ob die Parteileitung ein Verein sei, der po zurückgezogen hatte, war diese staatserhaltende Persönlichkeit eine leitung mit den Wahlvereinen in Berbindung getreten ist. Die litische Gegenstände in Bersammlungen erörtert habe. zeitlang von der Bildfläche verschwunden. Jetzt ist er wieder Wahlvereine haben Geld an die Vertrauensleute für die Agitation Die Parteileitung solle nach Ansicht des Herrn Vertheidigers da! Er wird Lektor des Englischen an einer hier zu be abgeliefert. Die Vertrauensleute haben aus sehr vielen Quellen nur der Vorstand eines Vereins sein, der die Verwaltungs- gründenden Hochschule für Schauspielkunst, deren Direktor sehr viel größere Summen erhalten und diese Gelder mit den geschäfte besorgt. Das träfe aber bei der Parteileitung nicht zu, Adalbert v. Hanstein ist. Nur Lektor des Englischen? Wie Beldern des Wahlvereins vermischt. Sie verwandten den größten Theil denn sonst müßte ja die sozialdemokratische Partei ein Berein sein. schade! Unferes Erachtens wäre Herr Reuß auch sehr gut für Es würde, fährt Rechtsanwalt Heine fort, ja sonst auch jeber Unterschied zwischen Vereinen, die unter§ 2, und solchen, die unter§ 8 fallen, verwischt werden. Die Formalität der Rekrutenvereidigung soll heute, Mittwoch, Mittag im Luftgarten vor sich gehen. Ursprünglich war die Bereidigung auf Donnerstag angefeßgt worden; da an diesem Tage der Hofprediger Frommel beerdigt werden soll, hat man die Feierlichkeit auf heute angesetzt. Gerichts- Beifung. eine Das Einstudiren von Verschwörungsszenen" geeignet gewesen. Zum ,, Fall Goeffel" erhält die Boss. 8tg." von einer Veränderungen auf dem Monde will Herr Brenner auf Darin soll er ja schon früher in England Hervorragendes geleistet dem General v. Lippe nahestehenden Persönlichkeit folgende An- der Sternwarte in Luffinpiccolo beobachtet haben. Derartigen haben. gaben, die mit der ersten Meldung des genannten Blattes im Nachrichten stehen die Astronome stets sehr mißtrauisch gegen Zu dem Verschwinden des Kaffivers der Drts- Krankenkasse Widerspruch stehen: Es ist nicht richtig, daß das Befinden des über; denn es giebt auf dem Monde mehr als 100 000 ringder Schuhmacher theilt uns der Vorstand der Kasse mit, daß der Generals v. Lippe in legter Zeit schlechter geworden ist. Ganz förmiger Erhebungen, sogenannter Krater, und es ist daher leicht verschwundene Herr Felsch, der im Alter von 52 Jahren steht, das Gegentheil ist der Fall. Der Patient bringt täglich mehrere möglich, daß der eine oder der andere von früheren Beobachtern durchaus nicht so sehr gebrechlich war, wie berichtet worden ist. Stunden außer Bett zu. Schlaf und Appetit find gut. Kräfte übersehen worden ist. Im Jahre 1877 erblickte der Astronom der Mitte der Mondscheibe in Er hat seine Pflichten immer pünktlich und schnell erfüllt. und Allgemeinbefinden wachsen zusehends. Herr Goessel hat also Klein in Köln etwa in der Mitte Es ist festgestellt, daß der Kassirer etwa 550 bis teine Veranlassung gehabt, einen Arzt zuzuziehen." der Nähe des Kraters Hyginus einen Krater und 600 Mart bei fich hatte, eine Summe, die zum theil durch die Angriffe auf Radfahrer. Am Sonntag gegen Abend muldenförmige Bertiefung, die er vorher noch nie gesehen hatte hinterlegte Kaution gedeckt ist. Der Vorstand der Kaffe ist der tamen, wie nachträglich berichtet wird, acht Mitglieder des und für Neubilbungen hielt. Aber er fand mit dieser Ansicht Ansicht, daß man an Felsch entweder ein Verbrechen verübt hat, Berliner Arbeiter- Rabfahrervereins, von einem Ausfluge zurück- feinen Antlang; es wurde doch allgemein an der Anschauung oder daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Nach den Ermittelungen kehrend, zu Rad durch die Krautstraße. In der Nähe der Marft feftgehalten, daß auf dem Monde jede vulkanische Thätigkeit des Vorstandes ist der Verschwundene am Sonnabend Nachmittag halle zwischen der Blumenstraße und dem Grünen Weg fprangen gefchloffen fei. Diese Meinung wurde noch bestärkt, als man längst erloschen und jede Veränderung seiner Oberfläche auszuletzt um 4 Uhr in den Häusern Greifswalderstraße 211 und plöglich zwei halbwüchsige Burschen, die aus einem Hausflur zu fand, daß das von Klein gesehene Thal sich auch schon auf einer 218 zum Kassiren gewesen.dem tommen schienen, auf den Straßendamm und warfen den 8 Jahre älteren Zeichnung derselben Mondgegend vorfand. Auf vordersten Radfahrern je einen Knüppel vor die Maschinen, daß fie stürzten und erhebliche Santabſchürfungen erlitten. Die Beranlassung von Klein hat Brenner vor zwei Jahren die Benachfolgenden Fahrer sprangen sofort ab, ergriffen mit Hilfe des obachtung dieser Gegend auf seiner besonders günstig gelegenen Sternwarte wieder aufgenommen und dauernd fortgefeht. Das Publikums die Strolche, prügelten sie durch und brachten sie Resultat feiner Untersuchungen hat er jetzt in der Naturwiffendann auf die Polizeiwache. schaftlichen Wochenschrift" veröffentlicht; er glaubt mit voller Der Polizeipräsident berichtigt weiter. Mit Berufung Falschmünzer. Nachdem am Sonnabend die Kellner Robert Sicherheit die Behauptung aufstellen zu können, daß in der auf den§ 11 des Preßgefezes läßt uns Herr v. Windheim unter Briesemeister und Otto Kühn wegen Münzverbrechens der Staats- Gegend des Hyginus auf dem Monde in den letzten 1½½ Jahren heutigem Datum folgende Berichtigung zugeben: Mit bezug anwaltschaft vorgeführt worden waren, ist es nunmehr gelungen, erhebliche Veränderungen stattgefunden haben und noch weiter auf die Ihrem Blatte am 30. v. M. von mir übersandte Be- noch einen weiteren Theil dieser Falschmünzerbande in den Ber- ziemlich rasch vor sich gehen; er bezeichnet mindestens 4 Krater richtigung der falschen Darstellung einer Korrespondenz über fonen des Kellners Walter Briesewitz, des Kellners Arthur Kliß und 4 Rillen( d. f. Spalten im Mondboden) als neu gebildet. den Unfall des Gymnafiaften März bringen Sie unter dem und des Schriftsegers Amandus Friebig zu ermitteln und ding. Es bleibt abzuwarten, ob auch andere Astronomen diese Meinung 6. d. M. eine Erwiderung jener Korrespondenz, deren that fest zu machen. Genannte Personen befaßten sich seit bestätigen werden. sächliche Unrichtigkeiten geeignet sind, den Zweck der amt längerer Zeit mit der Fabrikation und dem Vertrieb falscher lichen Berichtigung zu vereiteln. Meine Berichtigung hat sich zweimarkstücke mit dem Bildniß des Königs von Sachsen, mit der Feststellung, daß sachverständige Leute vor dem 1877 E. und des Kaisers Wilhelm des Ersten, 1876 A., fowie Eintreffen der Feuerwehr von der Polizei nicht an der Hilfe falscher Einmarfstücke, 1883 A. Da ihnen der Vertrieb in Berlin leistung gehindert worden seien, der Polizei vielmehr überhaupt zu gefährlich erschien, unternahm ein Theil der Bande sogar Auch ein dolus eventualis. Im Schaufenster des Butter niemand diese Absicht kundgethan habe, nicht geirrt. Die feitens Ausflüge nach anderen Städten, so nach Hamburg, wo eine händlers Johann Reller am Rottbuser Danim befand sich der Korrespondenz als Zeugen aufgeführten Personen, welche größere Anzahl dieser falschen Geldstücke untergebracht wurde. während einiger Tage im Juli ein Plakat in der Farbe, wie sie mit ihrer fachverständigen Hilfe von der Polizei zurück- kliß, der Hauptverfertiger, giebt an, wohl 200 3weimarkstücke zu polizeilichen Bekanntmachungen benutzt wird. Das Plakat gewiesen worden sein sollen, nämlich der Maschinenmeister und 100 Eimvartstücke fabrizirt zu haben. Die Stücke find batte folgenden Inhalt:„ Wegen eines gefährlichen gemeinen Pehl der Brauerei Gregory und der Gastwirth Maulhardt, am fehlenden Klang und am Mindergewicht leicht zu er- Subjekts verlege ich mein Geschäft zum 1. Ottober gegenüber." vorher hatte der Kaufmann Altmann, haben übereinstimmend versichert, daß die Polizei sie an ihrer fennen, besonders schlecht ist der durch Feilstriche hergestellte surs Hilfeleistung gar nicht habe hindern können, weil sie ihre Rand gefertigt. demselben Haufe einen fleineren Laden inne hatte, ebenfalls bekannt Hilfsbereitschaft erst nach dem Eintreffen der Feuerwehr durch Plakatanschlag gegeben, daß Der letteren gegenüber zu erkennen gegeben hätten. Pehl hat Aus dem Polizeibericht. Am Montag Nachmittag erfeinem Erstaunen darüber Ausdruck gegeben, daß der Zeitungs- schreckte der 16jährige Laufbursche Albert Gloeden im Borbei- er sein Geschäft zum 1. Oktober nach dem Reller'schen Laden verlege. Das Publikum, welches darauf die Be artikel mit bezug auf ihn derartige. Unrichtigkeiten enthalte. laufen das Pferd eines durch die Anhaltstraße fahrenden Pferde- fanntmachung im Reller'schen Schaufenster las, mußte an Auch sind den genannten andere Sachverständige, die mit ihren bahnwagens, so daß das Thier sich bäumte und den Burschen nehmen, daß Reller von Altmann ausgemiethet worden war und Hilfsabfichten auf polizeilichen Widerstand gestoßen feien, durch einen Hufschlag am Kopfe so schwer verletzte, daß er nach daß sich auf den letzteren die beleidigenden Aeußerungen beziehen nicht bekannt. Das Achsenlager des Pferdebahnwagens los der Charitee gebracht werden mußte. Die 36 Jahre alte ver- follten. Herr Altmann mußte denn auch von Vorübergehenden zuschrauben, hat die Feuerwehr abgelehnt, weil die Gefahr ehelichte Schneiderfrau Amanda M. sprang nachmittags von manche mißliebige Aeußerung hören. Die Polizei untersagte bald vorlag, daß der unter der Achse eingezwängte Knabe von einem an der Moltkebrücke liegenden Kahn in die Spree, wurde die Ausstellung des beleidigenden Plakats, weil es zu Menschender herabfallenden schweren Achse würde erschlagen werden. jedoch von einigen Schiffern aus dem Wasser gezogen und in ansammlungen Veranlassung gab. Altmann ging gegen Reller im Thatsächlich unrichtig ist es, daß in Gegenwart des Lehrers einer Droschke nach ihrer Wohnung gebracht. Abends sprang Wege der Privatklage vor. Im gestrigen Termine stellte sich F. Huemte von der 9. Realschule sich ein Schmied der Polizei die 18jährige unverehelichte Minna H. gegenüber dem Grund heraus, daß das beanstandete Platat gar nicht auf den Kläger, gegenüber zur Hilfeleistung erboten habe, aber schroff zurück- flücke Rottbuser User 3 in den Kanal, wurde jedoch noch lebend sondern gegen den Hauswirth der Parteien gerichtet war, welcher gewiesen worden sei. Huemte ist erst gegen 9 Uhr abends, nach aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause Am Urban nach der Behauptung des Beklagten gegen ihn in wenig schöner dem der Knabe von der Feuerwehr bereits befreit war, an der gebracht. Gestern Nacht wurde der 35 Jahre alte Droschten Weise vorgegangen war. Während der Vertheidiger des Be= Unfallstelle erschienen und hat auch dem betreffenden Bericht futscher Wilhelm D. in einem Pferdestalle in der Chauffeestraße flagten, Rechtsanwalt Hahn, für Freisprechung plaidirte, da ja erstatter gegenüber diese Thatsache ausdrücklich betont. Unwahr erhängt aufgefunden. eine Absicht, den Kläger zu beleidigen, gar nicht vorliege, führte der Vertreter des Klägers, Rechtsanwalt Leonh. Friedmann aus, daß es im vorliegenden Falle doch gewiß angebracht sei, den dolus eventualis zur Anwendung zu bringen. Der Angeklagte habe fich doch sagen müssen, daß unter den obwaltenden Umständen die schwer beleidigende Bemerkung auf den Kläger bezogen werden fonnte, wie es auch geschehen sei. Der Gerichtshof schloß sich dieser Ansicht an und verurtheilte den Beklagten zu einer Geld. strafe von 100 M. Dem Kläger wurde außerdem die Publikations befugniß zugesprochen. Aus den Nachbarorten. ift ferner, daß ein Schmied aus den Werkstätten der Pferde- s bahn an der Badstraße von der Polizei zurückgewiesen worden Tei. Diese Person, der Schlossergeselle F. Wroblewski, ist i sogar auf dem Personenwagen der Feuerwehr mit Handwerks- Die Parteigenoffen und Genoffinnen von Stralan und zeug aus der Wagenbauwerkstatt der Gesellschaft nach der Unfall- Umgegend werden hiermit auf die am Sonntag, den 15. No stelle abgeholt und von der Polizei an der Hilfeleistung in teiner vember stattfindende Parteiversammlung aufmerksam gemacht. Weise gehindert worden." In derselben spricht die Genossin Ihrer über„ Die Frau und ihre Stellung im Klaffenstaat. Ferner findet die Neuwahl der Bertrauensperson und der Lokalkommission statt. Näheres im Inseratentheil der Freitagsnummer des Vorwärts". Zu der Affäre hat der Lehrer Herr Huemke der Boff. 3tg." am 7. Nov. geschrieben: Bei dem Unglücksfalle selbst bin ich nicht zugegen gewesen, bin vielmehr erst nach der Badstraße ge: tommen, als alles vorüber war. Der ungewöhnliche Menschenauflauf veranlaßte mich, einen Mann nach der Ursache des Auflaufs zu fragen. Von ihm erfuhr ich, daß der kleine Walther März von der Pferdebahn überfahren worden sei. Ich fragte einen in der Nähe stehenden Schuhmann, ob er das bestätigen konnte. In dem Befragte, den ich für einen Sonnabend Abend 6 Uhr bei A. Schulz, Schönerlinderstraße, Köpenick. Die Parteigenossen werden dringend ersucht, sich bebuss Flugblattvertheilung zu den bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen pünktlich einzufinden. Wenn jeder, der in der letzten Kommunalwähler- Versammlung dafür gestimmt hat, Der in Wegen schwerer Mißhandlungen ihres Dienstmädchens Gille, die Gattin eines Bankbeamten zu verantworten. Sie hatte ein hatte sich am Dienstag vor dem Berliner Schöffengericht die Frau jetzt 19jähriges Mädchen in ihren Dienst genommen, es stellte sich aber bald heraus, daß das Mädchen förperlich recht verwahr loft und mit Ungeziefer derart behaftet war, daß es sogar nothwendig Augenblick trat der von mir hinzu und beklagte sich darüber, am Plate ist, so ist die Arbeit leicht und schnell gethan. J. A.: wurde, dem Mädchen das Haar abzuschneiden. Die Stimmung Schmied oder Schloffer hielt, daß er zurückgewiesen worden wäre, als er sich als Sachverstän diger zur Hilfeleistung bei der Befreiung des Knaben erboten hätte. Der Schuhmann wies ihn mit barschen Worten zur Ruhe." Das Komitee. Kunst und Wissenschaft. werden, da es aber erklärte, fich das Leben nehmen zu wollen, Unterder Angeklagten gegen dieses Mädchen war daher keine freundliche und ihre Abneigung soll sich wiederholt in sehr fühlbarer Weise Luft gemacht haben. Endlich sollte das Mädchen entlassen Im Neuen Theater wurde am Montag Hartleben's bot ihm die Angeklagte Obdach für die Zeit an, bis es eine Katholisch zieht nicht in Berlin. Der" Przewodnik", ein Komödie Die fittliche Forderung" zum ersten Male neue Etellung gefunden haben würde. Jezt wird sie von Führer durch die polnisch- katholischen Vereine Berlins, hat sein aufgeführt. Im knappen Rahmen eines einzigen Attes steckt un dem Mädchen beschuldigt, es bei jedem Bersehen über die Erscheinen eingestellt. Das Blatt war erst vor wenigen Monaten gleich mehr persönliches, als in Hartleben's breiter angelegtem Maßen geknufft und gepufft, mit der Reitpeitsche ge ins Leben gerufen worden, fand aber nicht die genügende Unter- Ehrenwort. Wo Sudermann in seiner Heimath" empfindsam züchtigt und mit Füßen getreten zu haben. Diese stüßung, dan lambor fand durch schmachtet, da antwortet Hartleben mit offenherzigem Bynismus, Beschuldigung ihre Nachbarinnen Das Schiller- Denkmal ist gestern, am Geburtstag des hinter dem sich eine bitter ernste Wahrheit birgt. Wie in der stüßung, welche die Angeklagte als eine sehr jähzornige Frau Dichters, mit Guirlanden und Kränzen geschmückt worden. Auch„ Heimath" von Sudermann, so steht in der fitt- schilderten, deren schlechte Behandlung die Dienstmädchen wieders am Luther- Denkmal waren Kränze niedergelegt. lichen Forderung" ein emanzipirtes Weib im Mittel- holt zu Beschwerden bei der Polizei veranlaßt habe. Die AngeHandlung. Wie Magda einer Für die Hinterbliebenen der unter Abfingung des Flaggen- punkt der bornirten, tlagte bestritt unter fortwährendem Schluchzen alle diese Anliedes mit dem Jltis" untergegangenen Marinemannschaften so ist Rita Revella, die Sängerin, einer nichtswürdigen schuldigungen und die ihr ungünstige Aussage einer Zeugin find patriotischerfeits im ganzen 60 582 Mart 23 Pfennig ge- Familie bei Nacht und Nebel durchgebrannt. Sie hat sich ihr brachte sie in solche Erregung, daß sie durch unaufhörliches Ge sammelt worden, eine Summe also etwa so hoch wie der Betrag, eigenes Loos, ihren eigenen Namen geschaffen. Das giebt ihr das schrei die Verhandlung auf Minuten zur Unmöglichkeit machte. den die deutsche Sozialdemokratie für ihre braven, im Effener stolze Recht der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit im höchsten Sie mußte vorübergehend aus dem Saale entfernt werden. Ihr Meineidsprozeß zu Buchthaus verurtheilten Parteigenossen auf- sittlichen Maße. Dieser Unabhängigkeit will fie ein gutherziger Vertheidiger, Rechtsanwalt Gaffel, verwies darauf, daß die Angebracht hat. Junge entreißen. Es ist Rita's Jugendgeliebter, der die geklagte in einem wegen Beleidigung eines Beamten vor Jahren Die Erhebungen über Organisation und Dienstbetrieb der Bigeunerin" der Familie und der Familiensittlichkeit wieder gegen fie angestrengten Berfahren aus dem Grunde frei Kriminalpolizei, welche auf Antrag des Dirigenten der Ab- gewinnen will. Der unfreie Schwächling tommt einer Lebens gesprochen fei, weil der Gerichtshof festgestellt babe, daß sie an fräftigen mit seiner, sittlichen Forderung". Für Rita giebt es einen Epilepsie leide und ihre freie Willensbestimmung dadurch austheilung IV des töniglichen Polizeipräsidiums Grafen Bückler feitens des Ministeriums des Innern in Aussicht genommen sind, Augenblick flüchtigen Rückerinnerns, flüchtiger Rührung. Sie gefchloffen sei. Ihr als Sachverständiger erschienener Arzt betann aber nicht anders, als Treue gegen sich selbst kundete, daß die Angeklagte die Gutmüthigkeit felber sei, aber werden, wie ein zur Polizei in leidlichen Beziehungen stehendes bewahren. Was und wie fie geworden, ift fie infolge übergroßer Nervosität und Hysterie bei Erregung leicht Blatt berichtet, von dem genannten Minifterium, dem Polizei- burch sich felbst. Sie will und wird sich nicht in einen Zustand gerathe, bei welchem ihre freie Willens bestimmung präsidium und der Justizbehörde gemeinsam veranstaltet werden. verlieren, und in ihrer innersten Seele lebt das Grauen ausgefchloffen sei. Geh. Rath Long hielt unter diesen Um Sie sollen sehr eingehend sein, so daß voraussichtlich geraume vor der Spießbürgerlichkeit. Sie weist den Jugendfreund selbstständen die Beobachtung des Geisteszustandes der Ans Zeit bis zur Erzielung eines abschließenden Ergebnisses vergehen dann noch zurück, als der forrette Herr um ihre Hand wirbt geklagten in einer Anstalt für erforderlich, da dieselbe wird. Referent in der Angelegenheit ist der Geh. Ober- Regie- und sich über manches im Leben Rita's hinwegsehen will. Er gemeingefährlich erscheine und eventuell entmündigt werden rungsrath Dr. Lindig vom Ministerium des Innern. Was mag rührt sie in feiner unbeholfenen Güte und in zärtlicher Auf- müßte. Diefer Antrag, dem sich der Staatsanwalt anschloß, da herauskommen. wallung giebt fich Rita ihm in freier Liebe hin. Berauscht vom versezte die Angeklagte wiederum in die gewaltigste Erregung, " Ein großer Hotel- und Restaurationskrach scheint jett, üppigen Leben hat der fromme Friz seine fittliche Forderung in welcher sie wiederholt bat, sie lieber zum Tode zu verurtheilen, nach Schluß der Gewerbe- Ausstellung, angebrochen zu sein. Die vergessen und das ist die Fronie des Stücks. Red bis zu den aber nicht anzunehmen, daß sie geistestrant sei. Rechtsanwalt täglich in allen Stadttheilen stattfindenden Zwangsversteigerungen äußersten Konsequenzen geht Hartleben in seiner fünstlerisch Cassel widersprach dem Antrage des Dr. Long, da die weitere Legen hierfür beredtes Zeugniß ab. Dieser Tage tam die ganze sauberen Arbeit vor, und e war merkwürdig genug, Beobachtung zu einem anderen, als dem bereits bekannten ErEinrichtung des Hotel de l'Europe" in der Taubenstraße, be- daß das Publikum, dessen sentimentalische Vorstellungen von gebniß nicht führen und die Beobachtungszeit einer Strafe für stehend aus ca. 46 Bimmern, zur Versteigerung. Die Einrichtung Heimath, Familie und konventioneller Sittlichkeit doch geradezu die Angeklagte gleichkommen würde. Der Gerichtshof war der eines anderen großen Restaurants fan in der Neuen Schön- brüskirt werden, nicht protestirte. Es merkte den Ernst hinter felben Meinung; er lehnte den Antrag ab und sprach die hauserstraße zur Bersteigerung. Auch die Restbestände der ver- der Schelmerei nicht. Das ist zum theil auf Rechnung der Angeklagte schon auf grund der Aussage des ärztlichen Sachfrachten Atlantic Bar" befanden sich unter dem Hammer des Darsteller zu schreiben. Frl. Reisenhofer, bestridend im verständigen frei. Gerichtsvollziehers. Ferner fanden ähnliche große Restaurations- toketten Spiel, glitt über die Momente tieferer Empfindung leicht Die Filiale Luckenwalde des Unterstützungsvereins Zwangsversteigerungen statt. hinweg und Herr Seeger spielte den Frizz zu sehr ins Lächerbentscher Hutmacher und Hutmacherinnen wollte am 30. NoIm Sigungssaal verhaftet wurde, wie berichtet wird, liche, etwa wie man auf dem Theater den schüchternen Hilfsvember des vorigen Jahres ihr Stiftungsfest abbalten. Am Tage vorgestern vor dem Gewerbegericht der Lederarbeiter Schreider. prediger zu spielen pflegt. vorher erhielt ihr Vorsitzender Rarge eine ortspolizeiliche VerSch. war wegen einer Lohnforderung mit der Firma Richter in In Herrn von Wildenbruch hat man nunmehr endlich fügung, daß an dem Fest Frauenspersonen, Lehrlinge und ſo heftige Auseinandersetzungen gerathen, daß er sich trotz der den deutschen Poeten gefunden, der Monarchentreu und harmlos Schüler" nicht theilnehmen dürften. Karge beschwerte sich dringendsten Warnungen des Borsigenden v. Schulz zu den gröblichsten Beleidigungen hinreißen ließ. Da er schließlich genug ist, um des„ Schillerpreises" würdig zu sein. Offiziell hierüber beim Regierungspräsidenten, wurde aber abgewiesen. wird gemeldet: Der Bescheid wurde folgendermaßen begründet: Aus den Reden, auch noch dem Gerichtshof gegenüber sich ungebührlich Der Schillerpreis für die drei letzten Jahre ist auf Bubie in den vom Verein während der Streitbewegung und benahm beschloß das Richterfollegium, die Verhandlung zu vertagen und Schreider behuss einer sofort zu vollstreckenden Stimmung des Kaisers Ernst von Wildenbruch für die Tragödie später veranstalteten Versammlungen gehalten worden seien, Haftstrafe von sechs Stunden festzunehmen. Der Berurtheilte Heinrich und Heinrich's Geschlecht verliehen worden. Der gehe hervor, daß der Berein sich nicht seinen Statuten gemäß Haftstrafe von sechs Stunden festzunehmen. Der Verurtheilte Preis besteht in dem doppelten Geldpreise zum Betrage von auf die Verfolgung gewerblicher Zwecke beschränke; die Reden wurde sofort nach dem Polizeigefängniß am Alexanderplatz abwurde sofort nach dem Polizeigefängniß am Alexanderplatz ab- zusammen Zweitausend Thalern Gold, gleich Sechstaufenbacht- ergäben vielmehr, daß der Verein nebenher auch eine Beein geführt.sins og hundert Mart, und in einer goldenen Denkmünze im Werthe von fluffung staatlicher Einrichtungen und Anordnungen bezwecke, Durch einen Revolverschuß in die rechte Schläfe hat sich Einhundert Thalern Gold. mithin ein politischer Verein sei. Besonders zu nennen Montag Mittag der Kunstschüler Lenning zu tödten versucht, seine Um zu begreifen, was von einem Dichter verlangt wird, um seien die Versammlungen vom 1. und 8. November und vom Absicht jedoch nicht erreicht. Bekannte brachten ihn mit einer den Schillerpreis zu verdienen, muß man sich daran erinnern, 12. Dezember 1889, wie auch diejenige vom 6. Februar 1898. aber unterlägen der Droschte in ein Krankenhaus. daß selbst in Herrn Fulda's demuthvollern Talisman" vor Politische Beschränkung Vereinsgefezes, daß Frauen, Lehrlinge einigen Jahren ein revolutionäres Haar gefunden wurde, das des§ 8 des hinreichte, um das unter Gebrauch von Schiller's Namen zu und Schüler an ihren Bersammlungen nicht theilnehmen verabreichende Geldgeschent dem Dichter nicht zu gewähren. dürfen, auch dann, wenn die Bersammlungen ausschließlich dndo Aus der Strafanstalt zu Plöhensee ist am Montag Abend gegen 101/2 Uhr der Strafgefangene Larensti, der im Be triebe der Anstalt beschäftigt war, entwichen. Bereine anderen Zwecken dienen sollen, als politischen Erörterungen.-1Dr. Quard erklärte, gegen die Hoch'schen Ausführungen nicht| Rechtsanwalt Bieber- Böhm hielt einen Vortrag über das Eine weitere Beschwerde wurde vom Oberpräsidenten der Provinz polemifiren zu wollen. Sie wollten beide doch dasselbe und er bedauerliche Loos der Unglücklichen, die den internationalen Brandenburg aus den gleichen Gründen zurückgewiesen. Nun sei schon froh, wenn es so geschehe, wie hoch vorschlage. Mädchenhändlern zum Opfer fallen. Besonders nach Südamerika mehr lagte Karge, vertreten durch Rechtsanwalt Freuden- Zwischen der Thätigkeit der Gewerkschaftskartelle und der Partei findet der Mädchenhandel in erschreckendem Umfange statt. thal, beim Ober- Verwaltungsgericht auf Aufhebung wolle er indeß keine akademische Grenze gezogen wissen. Hoch- Solche Händler find fortwährend auf Reisen, um aus Europa, der Beschwerdebefcheide und der strittigen Berfügung der Polizei Hanau sieht teine akademische, wohl aber eine naturnothwendige vornehmlich aus Rußland, Oesterreich- Ungarn, Deutschland und verwaltung von Luckenwalde. Gestern stand in der Sache vor Grenze zwischen der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung, Italien frische Waare" zu besorgen, die vornehmlich in den dem ersten Senat Termin an. Der Vertreter des wie dies die Entwickelung in freien Ländern, wie z. B. der öffentlichen Häusern von Rio de Janeiro, Montevideo, Buenos Klägers machte geltend, daß die genannten Versammlungen Schweiz beweise, wo auch eine getrennte Bewegung bestehe. Die Ayres, ferner in Genua, Konstantinopel, Shangai zc. außerordentlich gar nicht in Frage tämen, da es einerseits öffentliche Versamm- Trennung sei aber nur eine formelle, denn die politische Be- begehrt und mit theuerem Gelde bezahlt wird. Besonders sind lungen seien und andererseits die Filiale erst seit März 1890 be- wegung müsse sich auf der wirthschaftlichen aufbauen. Erstere Mädchen gebildeter Stände sehr gesucht, die man durch die Zu ftebe. Der beklagte Oberpräsident berief sich zur Wahrung seines müsse aber die Bertretung der gesammten Arbeiterinteressen be- ficherung verlockt, ihnen gute Gouvernantenstellen zu verschaffen. Standpunttes auf die Polizeiakten, die Mittheilungen über eine halten. Welche Behandlung jener Mädchen wartet, die vertrauensselig große Reihe von Versammlungen, jedoch fast ausschließlich über Nach faft fünfstündiger Debatte schloß die Berathung mit der den Versprechungen gefolgt sind, läßt sich mit Worten öffentliche Versammlungen enthalten. Von Verein 3- Annahme der von Quard gestellten Resolution, die bereits in gestriger nicht schildern. An den Stätten ihrer Bestimmung an Ber fammlungen wird nur festgestellt, daß in einer über die Ein- Nummer veröffentlicht worden ist. Eine von Hoch- Frankfurt gestellte gekommen, werden die so schmählich Enttäuschten in verschlossenen berufung öffentlicher Versammlungen gesprochen wurde und daß Resolution, wonach die Konferenz erklären solle, die Thätigkeit Bimmern, die so abgelegen sind, daß kein Hilferuf hinausman in einer anderen die Errichtung eines Gewerbegerichts der Gewerkschaftskartelle habe sich auf die Sorge für eine mög- bringt, der gemeinsten Wollust überantwortet. Die bestochene berührte. Rechtsanwalt Freudenthal betonte demgegenüber, daß lichst ausgedehnte Gewerkschaftsbewegung zu erstrecken und dahin Polizei macht in Argentinien mit den Händlern gemeinschaftliche aus Reden, die in öffentlichen Versammlungen gehalten seien, zu wirken, daß zu allen sozialpolitischen Fragen die gewerkschaft- Sache. Befindet sich ein Mädchen erst einmal in der Gewalt fich keinerlei Schlüsse auf den Charakter des Vereins ziehen lich organisirten Arbeiter jeder Branche in dem Rahmen der modernen Sklavenhändler, so ist an eine Flucht für ließen; ebenso wenig wären Aeußerungen Einzelner in Vereins- ihrer Branche Stellung nehmen sollen, daß aber die fie nicht สิน denken. Man nimmt ihr tags bie verfammlungen geeignet, den Verein zu einem politischen zu Stellungnahme der Arbeiter aller Branchen Kleidung, um ihr das Entfliehen unmöglich zu machen und Stempelu. Uebrigens fei es rein gewerkschaftlicher Natur, wenn die Pflicht der politischen Bewegung sei", wurde zwingt sie durch Hunger und Schläge, fich willenlos den WüstMitglieder mit der gesetzlich festgestellten Thatsache rechneten, daß mit allen gegen die Stimme des Antragstellers abge- lingen hinzugeben. Die so an Leib und Seele Vergifteten erüberall Gewerbegerichte eingerichtet werden könnten, und wenn sie lehnt, obwohl Hoch einen Nachsatz, welcher lautete: Nur reichen denn auch selten ein höheres Lebensalter, meistens sterben mit Rücksicht auf die lokalen Verhältnisse ein solches für Luckenwalde dann, wenn von der politischen Bewegung diese Pflicht sie an feelischen und körperlichen Qualen schon nach wenigen in Borschlag brächten. Der Senat hielt die angefochtene Ver- nicht erfüllt wird, muß diese vom Gewerkschaftskartell auf Jahren im Hospital. filgung der Polizeiverwaltung für nicht genügend motivirt und genommen werden," vor der Abstimmung zurüdgezogen hatte. Die Vortragende mißt die Hauptschuld an dem Mädchenhob sie deshalb auf. Die Versammlungen vor der Grün- Ueber die Stellung der Kartelle bei Streits und handel der vernachlässigten staatlichen Aufsicht bei und verlangt, dung der Filiale des Unterstüßungsvereins kämen nicht in betracht Boyfotts entspann sich gleichfalls eine längere Debatte, daß gegen die öffentlichen Häuser von seiten der Regierung und was betreffs der Vereinsversammlungen beigebracht sei, laffe woran sich die meisten Delegirten betheiligten. Fast sämmtliche mit allen Mitteln vorgegangen wird. In erster Linie aber hält nicht erkennen, daß politische Erörterungen in ihnen erfolgt seien. Redner sprachen sich für die größte Vorsicht bei diesen Anlässen sie es für nöthig, daß durch Erziehung der männlichen Jugend Wenn auch durch gelegentliche Aeußerungen die Politit gestreift aus und die meisten klagten, daß man sich stets gegen die von zur Keuschheit die Zahl der Abnehmer solcher lebenden Waare fei, so wäre nicht erwiesen, daß es mit Wissen und Unterstüßung den Bäckern und Brauern verlangten Boykotts wehren müsse. verringert wird. In der lebhaften Diskussion wurde be der Vereinsleitung geschah. Vielleicht sei es angebracht, Streits und Boykotts von der Zu- sonders betont, daß es von seiten der Mütter durchaus unrichtig stimmung einer Anzahl von in betracht kommenden Kartellen sei, unter Erzählung des unsinnigen Märchens vom Storch ihre abhängig zu machen. Auch gegen die Zusendung von Sammel- Töchter in Unwissenheit über die ernstesten Dinge aufwachsen zu listen bei örtlichen Streits wurde Einspruch erhoben, weil die- laffen. felbe faft zum Unfug ausgeartet sei. Wegen vorgerückter Beit Achtung, Metallarbeiter aller Branchen! In der Guß- wurde schließlich die Materie verlassen und man einigte sich in stahlfabrik und Eiſengießerei vormals Hartung in Berlin, der bereits vom„ Vorwärts" veröffentlichten Resolution. Ueber Prenzlauer Allee und Marienburgerstraße, haben die Kollegen in den preußischen" Gesetzentwurf, betreffend die 3wangst. Mehrere Reichstag 3- Abgeordnete haben ihr Erscheinen zugesagt. folge willkürlicher Verlängerung der Arbeitszeit und wegen Maß- innungen, hielt hierauf Hoch- Frankfurt einen längeren regelung der Verhandlungskommission der Arbeiter die Arbeit eingestellt. Zuzug von Metallarbeitern aller Berufe, besonders Vortrag, auf dessen Wiedergabe wir Raummangels wegen ver zichten müssen. Redner empfahl schließlich, den GesetzFormern, Kernmachern, Drehern, Schlossern, Schleifern 2c. ist streng entwurf fernzuhalten. Gegenstand der zum Debatte in den Gewerkbiefer reaktionäre Gefeßentwurf für dieselben zur Folge haben schaften zu machen, die Arbeiter auf die Schäden, welche werde, aufmerksam zu machen. Quard Frankfurt beantragte, Stationen. und dasselbe zu einer Flugschrift zu verarbeiten und im ganzen bei dieser Gelegenheit Material gegen das Gesetz zu sammeln Rhein und Maingau zu vertreiben. Nach längerer Debatte wurde die ebenfalls bereits bekannte Resolution angenommen. Swinemünde Nachdem noch Harasin aus Mainz und Heilmann aus Hamburg Offenbach als dessen Stellvertreter mit den Vorarbeiten für die Berlin nächste Zusammenkunft beauftragt worden waren, wurde die Wiesbaden Konferenz geschlossen mit dem Hinweis, wie sehr diese eine München Berathung die Nothwendigkeit derartiger Konferenzen be Wien. wiesen habe. Gewerkschaftliches. arbeiter. Bonentarif", Verein für Eisenbahn- Reform. Heute, abends 8½ ühr, im Feenpalast: Bersammlung. Die Tagesordnung,„ Für 1 M. durch ganz Deutschland, für 10 Pf. durch ganz Berlin", ist von to allgemeinem Intereffe, daß ein recht starter Besuch der Versammlung bringend zu wünschen Witterungsübersicht vom 10. November 1896. MSW Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke NNNNNNN( Stala 1-12) Better halb bedeckt woltig heiter wolfenlos 766 • 768 • WSW 768 M 772 Still 769 bedeckt 768 NNW bedeckt 746 N bedeckt 750 SSM Nebel . 773 SW wolkig 762 .. 772 SM N 2 B . bedeckt heiter Haparanda 1 Lakhba Temperatur T21033 nach Celfius ( 50.= 4° R.) Seute, Mittwoch Abend wird wegen dieser Angelegen heit im„ Rolberger Salon", Kolbergerstraße 28, eine öffentliche Bersammlung abgehalten. Der Vertrauensmann der Berliner Metall. Otto Maether, N., Anflamerstr. 44. Der Streik der Hamburger Steinfeger und Berufsgenoffen ist noch immer nicht beendet. Trotzdem infolge mangel haften Einlaufens von Unterstützungsgeldern die Unterstützungen wiederholt herabgesetzt werden mußten( es erhielten einige Male Verheirathete 9 M., Unverheirathete 6 M.), haben die Streikenden doch noch stets erklärt, von den aufgestellten Forderungen nichts abzulaffen und die Arbeit nicht eher aufzunehmen, als bis sich Wegen Beleidigung der Direktoren des Rohlenwerkes Petersburg die Unternehmer zu Unterhandlungen bequemen würden. Seit dem 18. September dauert nun schon der Generalstreik, und Konkordia in Delsnih i. V. ist der Redakteur ber sächsischen Cork dabei hatte die Organisation schon 15 Wochen vorher einen sehr Bergarbeiter Zeitung„ Glück auf", Gustav Gladewiß, vom Aberdeen. Landgericht in Zwickau zu der horrenden Strafe von acht Paris. hartnäckigen und kostspieligen Kampf gegen das organisirte Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Gericht hat Gladewiß Unternehmerthum zu führen. Allem Anschein nach nimmt dieser den Schuß des§ 193 unter anderem deshalb versagt, weil Wetter- Prognose für Mittwoch, den 11. November 1896. Streit denselben Berlauf, wie vor zwei Jahren der Stettiner er von Beruf ursprünglich Weber sei, niemals aber Et was wärmer, ziemlich heiter, bei mäßigen füdwestlichen Steinfegerstreit: wohl um dem Unternehmerthum den Rücken zu als Bergmann gearbeitet habe. Dieses merkwürdige Urtheil Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. fteifen, gestatten die städtischen Behörden stillschweigend, daß die Berliner Betterbureau. für dieses Jahr projektirten Straßenpflasterungen bis zum Früh ist jetzt rechtskräftig, denn das Reichsgericht hat die von Glade jahr aufgeschoben werden; man hofft vermuthlich, daß die wiß eingelegte Revision verworfen. Es ist hierbei am Blaze, Arbeiter inzwischen durch den Kampf und den kommenden Winter darauf hinzuweisen, daß die Redakteure der Unternehmermürbe" werden. In Stettin ist diese Hoffnung seinerzeit ge- find. Soll auch diesen Redakteuren fünftig der Schutz der§ 198 Fachpresse häufig ebenfalls keine Fachmänner täuscht worden, denn nach genau 13( dreizehn Monaten versagt werden, oder gilt die vom Zwickauer Landgericht beliebte mußten sich die Unternehmer für vollständig besiegt erklären. Für die Organisation der Hamburger Steinsetzer ist Auslegung nur für Arbeiterblätter? der Kampf aber insofern viel schwieriger, als die Zahl der zu Die Freie Vereinigung der Handels Angestellten Unterstützenden eine viel größere ist. Ursprünglich waren es ca. Münchens hat bei den Wahlen zur Ort3 Krantentasse 500 Mann, jetzt sind immer noch rund 300 Mann zu unter- fast die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Ihre Liste stützen. Der Verband der Steinfeger( Pflasterer) und Berufs-( die Liste Wolf) erhielt ca. 353 Stimmen, die des Büreaubeamtengezoffen ist aber allein au fchwach, itm die zur vereins 183 und die Liste sämmtlicher faufmännischer Vereine 182. Unterstützung nöthigen Gelder aufzubringen. Deshalb ergeht Die neue Generalversammlung besteht aus ca. 57 Mitgliedern noch einmal an die deutsche Arbeiterschaft der Minoritätsgruppen und 138 Mitgliedern, die nach der Liste das dringende Ersuchen, die Hamburger Steinfeger in ihrem Wolf gewählt sind. Auch in der Unternehmertlasse ist das alte Rampfe so lange zu unterstützen, bis die Witterung das Arbeiten Kassenregiment gestürzt. bei Pflasterungen überhaupt verbietet. Die Gelder werden er beten an Chr. Wiese in Hamburg, Niedernstr. 50. Auch ist der unterzeichnete Verbandsvorsigende gern erbötig, Sammel liften zu schicken, sofern solche verlangt werden. A. Knoll, Berlin NW., Waldenserstr. 18. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Der Vorstand des Verbandes der Hafenarbeiter macht bekannt, daß er demnächst Broschüren an die Hafen arbeiter ausgeben will. Er ersucht nun die Gewerkschaftsfartelle. resp. die Kommissionen derselben, ihm unter Benutzung der Adresse G. Kellermann in Hamburg, Schaarthor 7, Mittheilung zu machen, ob sie gewillt sind, den Vertrieb zu übernehmen und wieviel Exemplare sie benöthigen würden. = Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Freitag und Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Sonnabend abends von 6-7 Uhr statt. Groth, Rostock. Einverstanden. Atheismus. Kein vernünftiger Parteigenoffe ist der Meinung, daß Atheismus und Sozialismus identisch ist. Für uns ist Religion Privatsache. Damit erledigt sich Ihre Anfrage. Tiefgehende philosophische Erörterungen fönnen im Briefkasten nicht gepflogen werden. J. D. 25, Aachen, B. O. 19: Nein. Albert, NeuRuppin. Wenden Sie sich nochmals an das Gewerbegericht mit dem Antrag, eventuell beschweren Sie sich beim Magiftrat. Deet. Zum Eintritt in den Militärdienst als Einjährig- Freiwilliger berechtigt das Reifezeugniß der Landwirthschaftsschulen und höheren Bürgerschulen sowie das Zeugniß für die Ober Sekunda eines Gymnasiums oder Real Gymnasiums. Außerdem besteht eine besondere militärische Prüfungskommission. = Juternationaler Schuhmacherkongrek. Aus Zürich wird uns geschrieben: Das hiesige internationale Schuhmacher fekretariat veröffentlicht für den internationalen Schuhmacherfongreß, der 1897 in Brüssel abgehalten werden soll, bereits die provisorische Tagesordnung, damit darüber in den Schuhmacher- Organisationen diskutirt werden kann. Dieselbe enthält folgende Punkte: Reorganisation des Sekretariats, bessere Verbindung der Landesverbände unter sich und Regelung der Depeliften und letzte Nachrichten. Differenzen betreffend die Reiseunterstüßung, Verhalten der nationalen Verbände bei großen Streits, planmäßige Organis Düsseldorf, 10. November.( W. Z. B.) In dem Prozesse fation der Fabrik- und Handarbeiter in solchen Zentren, wo feine gegen Dr. Volbeding und Genossen wurde Bolbeding zu 4 Jahren Organisationen bestehen, und der Agitation in Wort und Schrift, und 1 Monat Gefängniß, 3000 M. Geldstrafe und fünfjährigem Beschränkung resp. Abschaffung der Frauen und Kinderarbeit, Ehrverlust, die Mitangeklagten Könnecke zu sechs Monaten Verkürzung der Arbeitszeit, Arbeiterschuß- Gesetzgebung, Fachpresse, und Wingerath zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. Bolbeding Das Gewerkschaftskartell in Neumünster wird in Bu Agitationsschriften, prattische Zusammenstellung der Landesberichte wurde sofort verhaftet. Der Staatsanwalt batte gegen Bolbe tunft nur solche Sammellisten zum Vertrieb übernehmen, die von in Broschüren. ding 4 Jahre Gefängniß, 3000 M. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrden Zentralvorständen herausgegeben werden und den Stempel des Vorstandes den im Streit befindlichen Gewerkschaft tragen. Der Verband der schweizerischen Eisenbahn- Angestellten verlust beantragt, gegen Koennecke und Wingerath je 3 Monate Die Former der Firma E. M. Mell in Grafrath beabsichtigt die Aufnahme einer vollständigen Lohnftatistit. Gefängniß. Die Bertheidiger hatten die Freisprechung ihrer Die Former der Firma C. W. Mell in Gräfrath Da eine solche für die Schweiz im Hinblick auf die Verstaat- Klienten beantragt. befinden sich schon fei ca. 8 Wochen wegen Lohndifferenzen im lichung der Eisenbahnen von Werth ist, beantragt der BundesStreit. Zuzug ist fernzuhalten. rath bei der Bundesversammlung die Bewilligung eines Beitrages von 10 000 Franken, welche Summe dem Verband in Raten von je 5000 Fr. während der beiden nächsten Jahre ausgezahlt werden soll. Frankfurt a. M., 10. November.( B. H.) Heute Morgen wurden der Inhaber der hiesigen Bantfirma A. Federlin, Bantier A. H. Federlin, sowie dessen Profurist Moriz Hirsch wegen Unterschlagungen von Kundendepots verhaftet. Die Summe der veruntreuten Gelder soll 300 000 m. betragen. Frankfurt a. M., 10. November.( W. T. B.) Die„ Frankf. 3tg." meldet aus Mailand: Eine bei der Filiale der Banca d'Italia in Como vorgenommene Inspektion deckte schwere Unordnungen auf. Es verlautet, die Filiale habe einen Verlust von 700 000 Lire zit verzeichnen. Wiesbaden, 10. November.( B. H.) Heute morgen wurde im hiesigen Bahnhofshotel ein Liebespaar, welches gestern dort abgestiegen war, erschossen aufgefunden. Der Mann wurde als der dem 11. Pionier- Bataillon angehörende Lieutenant Franz Pfeiffer, die Dame als das Fräulein Zickwolf aus Mainz retognoszirt. St. Etienne, 10. November.( W. T. B.) Durch einen Grubeneinsturz in Talandière wurden 4 Bergleute getöotet. Die Konferenz der Gewerkschaftskartelle einer Anzahl Städte des Maingau es trat am Sonntag im Rebstöckchen zu Mainz zufammen. Vertreten waren die Kartelle von Mainz, Wiesbaden, Frankfurt, Höchst a. M., Mülheim a. M., Offenbach, Hanau und Aschaffenburg durch Aus England. Im Streit der Droschtentutscher 18 Deleginte. Die Kartelle von Ludwigshafen und Londons ist eine Pause eingetreten. Nachdem Londoner Darmstadt hatten die Betheiligung abgelehnt. Die Konferenz Polizeirichter erklärt haben, die Weigerung eines Kutschers, den wurde geleitet von Harasin aus Mainz als erstem, Heil Fahrgast in den Bahnhof hineinzufahren, sei mit der Entziehung mann aus Offenbach als zweitem Vorsitzenden und feiner Ronzession zu bestrafen, hat das Romitee beschloffen, zu Elbert aus Frankfurt a. M. als Schriftführer. Als erster nächst diese Frage vor den höheren Instanzen auszufechten, und Redner erhielt Dr. Quard das Wort zu seinen bekannten, inzwischen seine Aufforderung, die Bahnhöfe zu meiden, zurück Nur die unseren Lefern aus den eingehenden Diskussionen in unserem gezogen. Gewerkschafts Mitglieder, die bei Blatte bekannten Vorschlägen. In längerer Ausführung trat privilegirten" Fuhrherren im Dienst stehen, bleiben im Ausdem Referenten entgegen Hoch aus Hanau. Sein Standpunkt stand. Inzwischen hat die Zahl der Fuhrherren, welche sich deckt sich im wesentlichen mit den im Vorwärts" gegen die gegen das System der privilegirten Droschten erklärt und ihren Quard'schen Vorschläge gemachten Einwendungen. Rutschern erlaubt haben, das entsprechende Zeichen an der Harasin aus Mainz sprach sich für die Quarc'schen Peitsche zu tragen, wiederum vermehrt, und ein Londoner Borschläge aus, ebenso Heilmann aus Offenbach. Letterer Bodenmagnat, der Marquis von Grafton, auf beffen Terri hält dieselben für ein äußerst anregendes Belebungsmittel für torium einer der größten Bahnhöfe liegt, hat den Kutschern Die Gewerkschaftsbewegung. Ein Gegensatz zwischen Partei und feine Bermittelung angeboten, die wahrscheinlich angenommen Gewerkschaft sei nicht vorhanden; wenn er vorhanden, sei er werden wird. fünftlich erzeugt. Elbert aus Frankfurt hält die Quard'schen Internationale Hafenarbeiter- Bewegung. Infolge der Vorschläge nicht für neu, wohl aber für selbstverständlich; die englischen Agitation haben sich 1500 Antwerpener Hafenpolitische Partei follte froh sein, daß die Anregung gemacht wurde. arbeiter der englischen Trades Unions angeschlossen. Scheiter Aschaffenburg, Hüther- Hanau, Deschner Wiesbaden sprachen sich gleichfalls dafür aus ebenso Streb Offenbach, der sehr die Haltung bedauerte, welche im Partei Organ gegen Quard eingenommen worden fei. In ähnlichem Sinne äußerte sich Trom= Mit dem internationalen Mädchenhandel beschäftigte schäfte durch die Bande erleiden, beträgt eine halbe Million peter Frankfurt, Heilmann Offenbach verwies sich Montag Abend im Bürgersaale des Rathhauses eine reich Dollars. Die Verhaftung der Checkfälscher gelang durch einen auf die Erfolge, die das Gewerkschaftskartell in Offenbach durch besuchte Frauenversammlung. Der ungenirten Aussprache wegen Bufall; einer derselben hat bereits ein umfassendes Geständniß seine Thätigkeit im Quard'schen Sinne habe. war die Theilnahme von Männern streng ausgeschlossen. Frau abgelegt. und " Versammlungen. Neapel, 10. November.( B. H.) Eine der angesehenſten Damen Neapels, Frau Adele Menzinger, Nichte des Miniſters Calenda, beging einen grausamen Selbstmord, indem sie ihre Kleider mit Petroleum begoß und dann anzündete. Man fand die Leiche in verkohltem Zustande auf. Die Gründe der That find unbekannt. Moskau, 10. November. Das Gebäude der Trabergesell schaft und zehn umliegende Wohnhäuser sind von einem großen Brande heimgesucht worden. Der Schaden ist sehr bedeutend. New- York, 10. November.( B. H.) Der Polizei ist es ge= lungen, eine Bande zu entdecken, die feit langer Zeit die Checkfälschung fyftematisch betrieb. Der Schaden, den zahlreiche GeBerantwortlicher Nebakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 265. Unternehmer- Verbände. " Mittwoch, den 11. November 1896. 13. Jahrg. handlungen hat kein neues zu stande kommen wollen. Jetzt Volbeding: Die Feststellung der Diagnose verlangten machen rheinische und süddeutsche Fabrikanten abermals den meine Patienten gar nicht, sie verlangten nur Heilung und diese Versuch; ob mit besserem Erfolge, bleibt abzuwarten. habe ich ihnen in den meisten Fällen gebracht. Professor " Der Verein deutscher Eisen- und Stahlindustrieller Die russische Petroleum- Industrie hat im Jahre 1895 Virchow stellte z. B. bei dem Kaiser Friedrich Kehlkopffrebs hatte an den Bundesrath das Anfinnen gestellt, es möge in dem amerikanischen Petroleum in Asien äußerst erfolgreiche fest. Infolge dessen gaben Geh. Rath Bergmann, Tobold, Krause Bessemer und Thomasstahlwerken, Martin- und Tiegelgußstahl- Ronkurrenz gemacht. Der amerikanische Export dahin betrug im u. s. w. den Kaiser Friedrich auf. Sehr bald darauf kam ein werken, Buddelwerken, Walz- und Hammerwerken( zu denen ins Jahre 1894 13 429 429 Riften( à 10 Gallonen), im Jahre 1895 Mann Namens Siloff zit mir, der ebenfalls an Kehlkopfkrebs besondere auch die Weißblechwerke zu rechnen sind), in Ver aber( trotzdem noch Japan hinzugekommen war) nur litt. Professor Virchow hatte festgestellt, daß eine Heilung bei zinkereien sowie in Hochofengießereien an allen Sonntagen 10010 059 Riſten. Dagegen stieg der russische Export von diesem Manne ebenfalls ausgeschlossen sei. Mir geund Wochenfeiertagen, mit Ausnahme des Weihnachts-, 4 708 986 Kisten im Jahre 1894 auf 8 132 927 Kisten im Jahre 1895. lang es trotzdem, die Heilung nach verhältnißmäßig furzer Neujahrs-, Oster- und Pfingstfestes der Betrieb von In Prozenten ausgedrückt betrug 1894 der amerikanische Export Beit zu bewirken. Der Mann erließ alsdann in Zeitungen 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gestattet, 74 pt., der russische 26, im Jahre 1895 sank der amerikanische eine öffentliche Danksagung. Professor Virchow untersowie das Entladen und Vorschieben von Eisenbahnwagen Export auf 55 pCt. und der russische stieg auf 45 pCt. Siz der suchte den Mann und erließ hierauf in der National. erlaubt werden, soweit es die Einrichtungen des Betriebes und russischen Petroleum- Industrie ist Batu am Kaspischen Meer. Beitung" eine Erklärung, in der er die Danksagung des Siloff die Einhaltung der Ladefristen erfordern", unter gleichzeitiger Es besteht dort ein Syndikat, das jedoch nicht alle Delprodu- für wahr bezeichnete und zwar mit dem Bemerken, daß der Ausdehnung der Erlaubniß für das Entladen der Schiffe bei zenten umfaßt. Diesem russischen Syndikat steht auf dem Welt- Mann, mit Ausnahme einer kleinen Heiserkeit, vollständig geheilt denjenigen Werken, die an einer schiffbaren Wasserstraße liegen. markt die amerikanische Standard Oil Company entgegen. set. Das Ministerium hat darauf eine Untersuchung Der Bundesrath hat das Anfinnen abgelehnt. Die„ Kölnische Während die Kölnische Zeitung" der durch die deutschen dieses Falles angeordnet. Dieser Mann, der bereits 68 Jahre Zeitung" ist darüber höchst unglücklich. In ihrem Schmerze Unternehmerkartelle betriebenen Ausbeutung der Konsumenten alt war, hat noch zwei Jahre gelebt. Er ist nach Verlauf von fordert sie sogar die Unterbehörden auf, das bundesräthliche ihren patriotischen Segen giebt, thut sie hochmoralisch entrüftet zwei Jahren, 70 Jahre alt, gestorben. Ihre Hoheit, Verbot zu umgehen, soweit es fich um die Erlaubniß über das Treiben der amerikanischen Trusts, die doch nur die Prinzessin Friedrich Meiningen zum Entladen und Verschieben von Eisenbahn Wagen Geist vom selben Geist sind, der z. B. die deutschen Zucker, litt an unheilbaren Hautausschlägen. Sie war handelt; die Bestimmungen über die Verhütung des Eisen- und Kohlenindustriellen beseelt. Wenn die amerikanischen längere Zeit in Behandlung des großen Dermatologen, jüngst Verderbens von Rohstoffen, sowie des Mißlingens Trusts die Ausbeutung noch gründlicher besorgen als die verstorbenen Geheimraths Lewin in Berlin. Dieser erklärte das von Arbeitserzeugnissen und über die Ermöglichung deutschen Kartelle, so erklärt sich das nicht etwa aus Leiden schließlich für unheilbar, mir gelang es nach des vollen werktägigen Betriebes gäben hierzu die genügende einer angeblich größeren Unmoralität der Amerikaner, sondern verhältnißmäßig furzer Zeit, die Prinzessin Freiheit. Dem rheinischen Ausbeuterblatt leuchtet aber selbst ein, einfach daraus, daß in Amerika die Konzentration des zu heilen. Auf weiteres Befragen des Präsidenten bemerkt daß dieser Kniff nicht ausreichend ist, um die Unterbehörden zur Kapitals in wenig Händen und die damit verbundene Macht Volbeding: Er habe sehr theure Medikamente gehabt, dieAuflebnung gegen den Bundesrath zu begeistern, deshalb be- einzelner Personen einen viel höheren Grad erreicht hat als in felben hätten ihm ca. 50 000 m. jährlich gekostet. Es sei richtig, schwört es noch das Schreckbild der Unzufriedenheit der Arbeiter Deutschland, dessen Großindustrielle noch mit der Konkurrenz daß er gewissermaßen Universalheilmittel hatte. Er gehe eben herauf, die durch das bundesräthliche Verbot entstehen werde. der vielen Zwergbetriebe zu rechnen haben. Wo ein deutscher von der Ansicht aus, daß die große Mehrheit aller Leiden durch Der ordentliche Arbeiter, der verdienen will, empfinde es mit Unternehmer die Macht hat, seiner Sehnsucht nach Profit wirthschlechtes Blut und schlechte Säfte entstehen. Er sei daher be tiefem Unmuth, wenn ihn der Staat daran verhindere." Diese schaftlich und politisch freien Lauf zu lassen, da thut er's, und müht gewesen, in erster Reihe die Ursache der Krankheiten zu ordentlichen Arbeiter drängen sich geradezu zur Sonntagsarbeit, die moralische Bedenken sind das letzte, was ihn daran hindern befämpfen. Markte " Die " Arbeitern brutal " Präs.: Taher erklärt es sich wohl auch, ( der nach Martinikenfelde übertragen werden foll); ferner sämmt Der Wunderdokkor Volbedingunge Mann nicht infolge meiner Behandlung geftorben. vor Gericht. bekanntlich doppelt(?) bezahlt wird. Ganz besondere Unzufriedenheit tönnte. Die amerikanischen Trusts sind denn auch lediglich daß Sie Ohren, Augenleiden, offene Wunden, Knochenaber erregt die Bestimmung, daß demjenigen Arbeiter, der durch die das Spiegelbild der kapitalistischen Wirthschaftsordnung. fraß u. f. w. mit ein und demselben Mittel behandeln? von ihm übernommene Sonntagsarbeit am Besuche des soun- Ihre Ausdehnung ist riesig, gemäß den riesenhaften Volbeding: Jawohl, ich bin der Meinung, daß diese tägigen Gottesdienstes nicht gehindert wird, also seinen religiösen Verhältnissen der amerikanischen Verhältnisse. Vor kurzem ver- Krankheiten sämmtlich auf ein und derselben Ursache beruhen. Pflichten völlig nachkommen kann, dennoch au stelle des Sonn- öffentlichte die Philadelphia Times eine von ihr zusammen- Der Angeklagte deponirt ferner auf Befragen des Präsidenten: tags, an welchem er gearbeitet hat, eine vierundzwanzigstündige gestellte Liste von 139 in den Vereinigten Staaten bestehenden Seine Einnahmen haben allerdings 1200-1500 m. pro Tag be= Ruhe an einem Wochentage gewährt werden muß. Die Leute Trusts, woraus sich ergiebt, daß diese insgesammt über eine Geld- tragen. Die Hauspraxis habe er selbst besorgt. Seine briefliche wiffen mit diesem Ruhetage platterdings nichts anzufangen und macht von über 11/2 Milliarde Dollar gebietenden Vereinigungen sich Praxis sei eine so umfangreiche gewesen, daß er entweder täglich werden an ihm geradezu ins Wirthshaus getrieben." nicht bloß auf die Beherrschung der unentbehrlichsten Bedarfs bunderte von Patienten abweisen, oder sein Wir wissen nicht, ob der Bundesrath über die Ausführung artikel wie Fleisch, Zucker, Mehl, Salz. Kohlen, Petroleum, Bureaupersonal zur Hilfeleistung heranziehen mußte. Er seiner Beschlüsse seitens der Landesbehörden Kontrolle übt. Daß Baumöl, kondensirte Milch, Spirituosen, Seife, Stärke, Tabat wollte und konnte aber die Patienten nicht abweisen, sie wenigstens in diesem Falle nicht überflüssig wäre, zeigt das und Zigaretten beschränken, sondern sich auch fast aller dazu waren die Briefe allzu flehentlich. Könnecke erhielt Auftreten der„ Köln. Beitung". anderen viel gebrauchten Gegenstände bemächtigt haben. von ihm 500, Lange 300, Wingerath 250 M. Die Gesellschaft Deutsche Das Geschäft in Pelzwerk, Handschuhen, Uhren, Bändern, liches Gehalt. Für solche Gehälter hätte er auch Aerzte als Metallpatronen: Fabrik in Karlsruhe, die vielen unserer Leser aus der fuchen, Bapierdüten, Koffern, Geldschränken, Thonwaaren, Ein einmal befürchtete, diese würden die von ihm erfundene Heil Knöpfen, Bindfaden und Stricken, Stacheldraht, Del Gehilfen bekommen, er wollte aber Aerzte nicht engagiren, da er im Verlag des Borwärts" erschienenen Broschüre Der machtöpfen, Briefpapier, Schwämmen, Sägen, Tapeten, Pulver, methode sich selbst aneignen, andererseits lassen sich approbirte Pulverring" bekannt sein wird, hat von der Firma Ludwig Patronen, Holz, Farben, Alkohol, Blei, Kupfer, Marmor, Sand Aerzte feine Vorschriften machen. Lediglich deshalb habe er Loewe u. Ko. in Berlin deren Waffenfabrik und Antheil an stein, Pech, Leim, Glas, Papierbrei, Zündhölzchen, Leder, Gummi, approbirte Aerzte nicht angestellt. Diese hätten seiner Ueberanderen Waffenfabriken erworben. Die Karlsruher Gesellschaft Celluloid, Hopfen, Dampfkesseln, Eisenbahnschienen, Achsen, zeugung nach auch nichts anderes thun können, als sich nach erhöhte zut diesem Zweck ihr Attienkapital von 6 auf Lokomotiven, Taschenmessern, Schulgeräthen und Schulbüchern seinen Vorschriften richten. 12 Millionen; die neuen 6 Millionen ihrer Aktien erhält die Präs.: Ihr BureauLoewe'sche Gesellschaft, die bisher schon für 1 Million Mark liegt in den Händen von Trusts. Ja, es giebt Trusts, die das personal soll Ihnen einen Schein haben unterschreiben alte Attien hatte. Bon diesen 7 Millionen wird sie 4 Millionen Gärgen und Grabsteinen an sich gebracht haben. Die" New- Yort 15 000 M. vollständiges Stillschweigen auferlegen mußte. Monopol der Herstellung von Einbalsamirungs- Gegenständen, müssen, in dem sich dasselbe gegen eine Strafe von dauernd behalten; ebensoviel Aftien behalten die Pulver- World" berechnet sogar die Zahl der Trusts auf 300. behalten die Pulver. fabriken Köln Rottweil; die übrigen Aktien werden dem Volbeding: Tas ist richtig, ich wollte einmal nicht, daß Die Köln. Zeitung" rügt, daß diese Trusts die Bevölkerung über mein Geschäft überhaupt gesprochen wurde, andererseits Gesellschaft hat nun ihren Namen verändert. Ihr neue Firma lautet: nicht nur mit den willkürlichsten Preisen brücken, und mit den wollte ich nicht haben, daß meine Methode verrathen würde. Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken"; Kreaturen in den geseßgebenden Körpern auch schuldigt? umspringen, sondern durch ihre Präf.: Nun werden Sie auch der fahrlässigen Tödtung be Sitz der Gesellschaft ist Berlin, Karlsruhe ist Filiale. Ueber diese noch hohe Eingangszölle für ausländische Waaren durchfeßen, Bergebens schuldig gemacht zu haben. Ich hörte, daß der be= Wolbeding: Ich bestreite ebenfalls, mich dieses Angelegenheit brachte die Frankf. 3tg." folgende Einzelheiten, damit das amerikanische Bolt genöthigt ist, die von den Trusts bandelnde Arzt des die besonders für unsere Berliner Leser von Interesse sein aufgestellten Preise zu zahlen. Aehnliches geschieht aber seit der Amputation des Beines für nothwendig erklärt hatte. Ich habe betreffenden jungen Mannes die werden: Die Abzweigung der Waffenfabrikation ist schon seit Einführung der Schutzöll- Aera durch den großen" Bismard auch davon nicht abgerathen, sondern im Gegentheil bemerkt: wenn Jahren angestrebt worden, in der Absicht, die Herstellung von in dem hochmoralischen Deutschland. Man braucht nur an die der behandelnde Arzt dies für nothwendig hält, möge man mit der Gewehren, von Geschossen und von Pulver mehr als bisher zu Agrarier und an die Bucker- und Eiſenindustriellen zu erinnern. Amputation nicht zögern. Der Vater des betreffenden jungen konzentriren, um daraus Vortheile verschiedener Art für die Wenn der Erfolg unserer heimischen Volksausbeuter nicht so groß Mannes und der Patient selbst weigerten sich aber, die AmpuWaffenfabrikation einerseits, für die Pulver- und Patronen- ist als der ihrer transatlantischen Vettern fabrikation andererseits gewinnen. Zu an einer an- tation vornehmen zu lassen, sondern verlangten meine Behand Nach dem ab= geschlossenen Vertrage giebt geblich höheren Moral" unserer Kraut und Schlotjunker liegt lung. Ich konnte die erbetene Hilfe nicht ablehnen. Ich habe die Löwe'sche Gesellschaft her: ihre Waffenfabrik in Martinikenfelde bei Berlin das keinesfalls. Kurz, wenn die Köln. 8tg." sich über die den jungen Mann in durchaus rationeller Weise nach den Vormit allem Zubehör, Trusts entrüsten will, so hat sie dazu Gelegenheit in nächster Nähe. schriften der Homöopathie behandelt. Daß der Patient schließauch den bisher in der Berliner Fabrik befindlichen lich starb, war nicht meine Schuld. E3 sterben Fabrikationspart für Marim Guß ja jedem Arzt bisweilen Patienten. Jedenfalls ist der liche 2 Millionen Mark Aktien der Waffenfabrik Mauser; fodann 300 000 fl. Konsortialbetheiligung in Attien der WaffenVolbeding erklärt fich 1111 ferneren Verlauf seiner Ver fabrik Budapest; 2 925 000 Fr. Aktien der Waffenfabrik Herstal; nehmung auch der ihm zur Last gelegten Bestechung für endlich alle Rechte aus Verträgen über Waffenlieferung ab 1897 Aus Düsseldorf wird uns vom Montag im Anschluß nichtschuldig. Er habe dem Polizeikommissar Blase, da dieser und aus Verträgen mit Angestellten. Die Loewe'sche Gesellschaft an die gestern gebrachten Mittheilungen berichtet, daß der An- bei ihm bisweilen recherchirte, einmal 100 M. für dessen Bedarf 25 Jahre hindurch weder direkt noch indirekt Hand: geklagte sich auf Befragen des Präsidenten für unschuldig erklärt mühungen gesandt, nicht aber, um den Kommissar zu einer Feuerwaffen, Munition, Sprengstoff oder Pulver fabriziren, noch habe. pflichtwidrigen Handlung zu bewegen. Präs.: Wissen Sie ohne Genehmigung der anderen Gesellschaft vollständige Ein- Es ist bekannt, daß eine Anzahl Laien, die sich mit Homöo- denn nicht, daß man einem Beamten für seine Amtshandlungen richtungen für neu zu errichtende Fabriken dieser Art nach Kunst versagt hatte. Wenn dies Laien auf grund von Selbst- mir absolut unbekannt. Ich habe früher häufig derartige Ge pathie beschäftigen, Kranke geheilt haben, bei denen alle ärztliche nicht eine Dedikation geben darf? Volbeding: Das war genommen ist die Lieferung solcher Einrichtungen an Staatsbelehrung möglich ist, so muß dies Laien unter Zeitung eines schenke an Beamte gemacht, ohne irgendwie zu glauben, daß ich regierungen, desgleichen die Lieferung von Einzelmaschinen auch Arztes um so eher möglich sein. Ich habe nun auf grund eines dadurch eine Bestechung begehe; dies beabsichtigte ich auch in an Private, ferner die Herstellung von Geschützen mit einem von Hahnemann, dem Erfinder der Homöopathie, heraus teiner Weise. Bolbeding erklärt endlich auf Befragen, daß er Kaliber von mindestens 11 Millimetern. Loewe darf auch Aktien gegebenen Lehrbuches eine eigene Heilmethode aufgestellt. Ich feineswegs beabsichtigte, seine Apothefe vor den Augen der Beder Patronenfabrik oder der kartellirten Dynamit- und Pulver- dafür sprechen die vielen Danksagungen, die ich erhielt. habe mittels dieser meiner Heilmethode große Erfolge erzielt, hörde zu verstecken. fabriken erwerben. Die mitangeklagten Gehilfen des Dr. Volbeding, Buchhalter Ausgenommen ist ferner die Beziehung Präf.: Diese Danksagungen geschahen doch aber nicht frei Rönnede und Schreiber Winger ath bekennen, daß sie im von Loewe zu der Budapester Fabrik, welche lettere willig?- Bolbeding: Bummeift waren es doch freiwillige wesentlichen briefliche Heilungen vorzunehmen hatten; Könnecke übrigens von der Karlsruher Fabrik in derselben Weise, wie Danksagungen.- Präs.: Es soll vielfach vorgekommen fein, hat sich auch persönlich mit den Patienten abgegeben. Von der bisher von Loewe unterstützt werden soll. Andererseits verzichtet die Patronenfabrik auf die Herstellung von Maschinen für daß, wenn Ihnen ein Patient eine Abschlagszahlung fandte, Sie Art des Geschäftsgebahrens im Volbeding'schen Hause möge die Waffenfabrikation und wird für sich, wie für die von ihr beein- ihm schrieben: Sie wollten den Rest der Zahlung erlassen, wenn Aussage des Zeugen Bureaugehilfen Biermann ein Bild flußten Etablissements solche Maschinen weiter von Loewe be er Ihnen eine Danksagung unterschreibe? Volbeding: geben: Es sei richtig, daß er einem Patienten, der über Magenziehen, der sie zu ſeinen günstigsten Bedingungen zu berechnen Das ist nur selten vorgekommen. Präs: Aber Sie geben zu, ichmerzen geklagt, den schriftlichen Rath ertheilt habe, er solle hat. Als Gegenleistung erhält die Loewe'sche Gesellschaft die er- daß das vorgekommen ist? Bolbeding: Jawohl, die faure Speisen vermeiden. Rönnecke habe gewöhnlich auf die wähnten 6 Millionen Mart neuer Attien der Patronenfabrit, meisten Danksagungen erhielt ich aber freiwillig. Präs: Briefe Präs Briefe der Patienten in stenographischer Schrift aufferner 1775 000 M. in baar, sowie den Werth der vorräthigen Ihre Medikamente waren in Schubladen geordnet und zwar geschrieben, was denselben für Arznei gegeben werden solle. Er Materialien zum Selbstkostenpreis, der Fabrikate und Balb. mit den Aufschriften:„ Bleichsucht, Huften, Magen, Syphilis, habe aber die Stenographie nur sehr schwer lesen fönnen. fabrikate zum Materialwerth zugänglich der verwandten Löhne litt, nach welcher Methode behandelten Sie diese Krankheit? Stropheln." Nun tam eine Frau, die an einer Thränenfistel Präs.: Wenn Sie nun die Schrift nicht lesen konnten, unter Zuschlag von 40 pet. auf die Löhne. was thaten Sie dann? Beuge: Ich handelte nach Volbeding: Nach der Methode Stropheln. Präs.: Eine Schema" F".( Heiterkeit im Zuhörerraum.) Eine Reihe Zuckerindustrie. Während sich die Rohzuckerfabrikanten andere Dame litt am grauen Staar, nach welcher Methode be. früherer Patienten des Dr. Volbeding bekunden in drastischen und die Verbrauchzuckerfabrikanten, die Raffineure, über ihren handelten Sie diese Patientin? Volbeding: Diese Patientin Aussagen, wie sie von dem Angeklagten leichtfertig betrogen Syndikatsplänen noch den Kopf zerbrechen, hat sich ein drittes behandelte ich ebenfalls durch innere Mittel und hatte auch Er worden sind; andere wieder bezeugen, daß Dr. Bolbeding fie Syndikat gebildet, und zwar unter der Firma Vereinigte folg.- Präs.: Ihre Hauptpraxis war eine briefliche? überaus schnell von ihren Leiden kurirt habe. So hat Frau Dur st Buckerfabriken Hannover- Braunschweig, Gesellschaft Bolbeding: Jawohl. Präf.: Die große Mehrheit dieser den Dr. Volbeding eines Magenleidens wegen konfultirt; dieser mit beschränkter Haftung". Dieses Eyndikat bezweckt eine beffere brieflichen Patienten wurde von Ihrem Bureaupersonal be- habe ihr Arznei gegeben, die sofort geholfen habe. Sie habe Verwerthung der Melaffe und eine gemeinsame Intereffen handelt?- Bolbeding: Ich konnte selbstverständlich die dem Dr. Volbeding aus eigenem Antriebe eine Danksagung untervertretung. Um das deutsche Zuckersyndikat( Robzucker- Syudifat) Unmasse von Briefschaften nicht allein erledigen. Mein Personal schrieben; geschrieben habe die Danksagung ein Herr aus dem und das deutsche Inland- Buckerſynditat nicht in ihrem Zustande war derartig instruirt, daß es vollständig Bescheid wußte. Ich Bureau des Dr. Volbeding. Eisendreher Helbing( Bochum): tommen zu hindern, sind, so schreibt das Wochenblatt„ Deutsche hatte im übrigen nur wenige Mittel, die alle nach einer gewiffen Seine Frau habe an Blutverlust gelitten und vergeblich Zuckerindustrie", Verhandlungen eingeleitet, die eine gegenseitige Schablone verabfolgt wurden, die Leute fonnten mithin ein vier Aerzte konsultirt. Dr. Bolbeding habe seine Frau Unterstügung zum Ziel haben. Die Verhandlungen hätten bis Unglück nicht anrichten. Ja, ich behaupte, ich hätte es auch nicht nach verhältnißmäßig furzer Zeit geheilt, wenn auch die Heilung jezt alle Aussicht auf Erfolg. besser machen können. Präs.: Sie konnten sich um die Be- noch nicht vollständig eingetreten sei. Als er das erste Mal bei Die Bildung von Vereinigungen für Lederlieferungen wird handlung Ihrer Patienten schon deshalb nicht bekümmern, da Volbeding war, habe nicht dieser, sondern ein Herr, der sich als von der Militärverwaltung begünstigt. Die Militärverwaltung Sie bisweilen mehrere Monate im Jahre verreist waren, Sie Vertreter des Dr. Volbeding vorstellte, ihn behandelt. Dieser scheint fünftig überhaupt nur noch mit solchen Vereinigungen sollen sich aber auch, wenn Sie in Düsseldorf waren, um die Herr befinde sich nicht auf der Anklagebank; es Abschlüsse machen zu wollen. So bestehen in Berlin Gerber Behandlung Ihrer Patienten nicht bekümmert haben? war ein Mann in gesetzten Jahren. Bolbeding vereinigungen für drei Armeekorps, ferner existiren solche Ver- Volbeding: Ich habe bereits gesagt, Herr Präsident, ich erklärt, daß der Herr der verstorbene Apotheker einigungen in Breslau, Hannover, Magdeburg, und in Dresden hatte mein Personal derartig informirt, daß es vollständig unter Lange gewesen sein werde. Fabrikarbeiter Mißen befundet: für das gesammte 12.( sächsische) Armeekorps. richtet war. Aber wenn ich in Düsseldorf war, habe ich mich Er hatte ein vertrüppeltes Kind, hatte verschiedene Aerzte Für die Tüngerfabriken bestand vor einigen Jahren ein wohl um die brieflichen Patienten bekümmert. Bräf.: vergeblich konfultirt und sich schließlich an Dr. Bolbeding gewandt. Sy. Difat. Es löfte sich aber auf und trotz wiederholter Ver. Stellte Ihr Personal auch die Diagnose feft? Dieser habe in verhältnißmäßig kurzer Zeit das Kind wieder " Aus hergestellt.-Lehrer Höfer( Bayern): Er sei längere Zeit Schwarz aus Lübeck einen Vortrag, in welchem er in inter- I wärtig bei den Lithographen. Jede Anbahnung zur Unterhand frant gewesen und habe sich, nachdem er vergeblich verschiedene effanter Weise die Lübecker Verhältnisse besprach, insbesondere lung wird mit unfläthigen Reden zurückgewiesen und der Deffent. Aerzte fonfultirt, an Dr. Bolbeding gewandt. Dieser habe nicht aber den in dem dortigen Emaillirwert von Thiel ausgebrochenen lichkeit gegenüber der Schein erweckt, als ob die Arbeiter zu nur ihn, sondern noch verschiedene andere Leute in seiner Hei- Streit und dessen Ürfachen behandelte. Es handelt sich Unterhandlungen nicht bereit wären. Dafür mühen sich die Herren math mit Erfolg behandelt. Er habe dem Dr. Volbeding aus bei diesem Streik wie der Referent ausführte aber nulos ab, durch allerlei Machinationen Verwirrung unter eigenem Antriebe und auf eigene Roften eine öffentliche nicht um Lohnstreitigkeiten sondern nur 11111 Ab- den Arbeitern herbeizuführen. Angeblich brauchen fie teine Danksagung gegeben. Aehnliches befunden noch mehrere schaffung des von dem Unternehmerverband eingerichteten Arbeiter und trotzdem erwarten sie jeden Tag die Beendigung andere Beugen, unter diesen auch ein Apotheker.- Ein Arbeitsnachweises. Man wolle ja den Unternehmern nicht das des Kampfes, um die angehäuften Arbeiten zu beginnen. Die Zeuge befundet: Er sei derartig frant gewesen, daß er von Recht streitig machen, eigene Arbeitsnachweise zu errichten; jedoch Arbeiter verschmähen den ehrlichen Frieden nicht, find aber auch allen Aerzten aufgegeben war, und sein Te ftament gemacht hatte; wenn derselbe, wie es hier der Fall sei, dazu benutzt werde, un- gewillt, so lange eine Verständigung nicht zu stande kommt, den Dr. Bolbeding habe ihn in verhältnißmäßig furzer Zeit hergestellt. liebfam gewordene Arbeiter dauernd brotlos zu machen, müsse Kampf fortzusehen. Die Spekulation auf die Schwäche unserer Schloffer Mathia 3: Sein Kind habe an der englischen man entschieden dagegen auftreten. Schon im Jahre 1888 haben Kasse ist durch einen weiteren Beitrag von 5000 Pfund der Krankheit gelitten, Dr. Volbeding habe das Kind binnen kurzer die Unternehmer den Kampf gegen die von den Arbeiterorganisationen Arbeiter Englands gründlich vernichtet und weitere größere Zeit geheilt, er habe deshalb dem Dr. Bolbeding aus eigenem eingerichteten Arbeitsnachweise begonnen, weil sie eingesehen haben, Summen können jeden Augenblick gehoben werden. Redner Antriebe eine Danksagung ausgestellt. Ein Frau Challie will daß diese in den Händen der Arbeiter unter Umständen ein vor erwartet wie bisher festes und trenes Zusammenhalten bis zum längere Zeit an Schwindsucht gelitten haben; Dr. Bolbeding zügliches Kampfmittel werden können. Lübeck ist eine der wenigen Siege und verliest folgende vom Ausschuß in Nürnberg ein habe sie innerhalb vier Wochen geheilt. Feilenhauer Reibe Städte, wo eine sehr gute Arbeiterorganisation besteht. Im gegangene Depesche: Die Kollegen des In- und Auslandes blicken danz: Er habe zehn Jahre lang an verschiedenen inneren Jahre 1894 waren schon 47,6 pCt. aller dortigen Arbeiter auf Euch! Haltet fest zusammen und der Sieg ist unser! Krankheiten gelitten. Er habe viele Aerzte in Anspruch und so organisirt, während jetzt die organisirten Arbeiter 70-75 pet. Begeisterter Beifall folgte diesen Worten. In der Diskussion viel Medizin genommen, daß seine Frau zu ihm sagte: die betragen. Da kommen nun die Unternehmer und suchen in die wurden die Schmähartikel der Papier- Zeitung" scharf kritisirt, Apotheken werden bald nicht mehr genug Medizin haben.( Heiter gefchloffenen Reihen der Arbeiter Bresche zu legen. Die dies- ebenso das Verhalten der Arbeiter einzelner Firmen den Streikenden teit im Zuhörerraum.) Dr. Volbeding, an den er sich schließlich jährige Maifeier sollte laut Beschluß der organisirten Arbeiter gegenüber. Der Geist unter den Ausständigen wurde von gewandt, habe ihn binnen verhältnißmäßig furzer Zeit geheilt. Lübecks durch Arbeitsruhe begangen werden. Anfangs hatte allen Rednern als ein äußerst guter bezeichnet. Hierauf Landrath Bartholomäus bekundet hingegen, daß er Woll- feiner der Unternehmer etwas dagegen. Dann erschien gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: beding'sche Medikamente bei dem Fußleiden feines verstorbenen aber einige Tage vor dem ersten Mai in allen Fabriken In richtiger Erwägung des Standes unserer Lohnbewegung Sohnes angewendet habe. Ein anderer Arzt, Dr. Riedel, habe ein Plakat, in dem die Theilnahme an der Maifeier erklärt sich die heutige Versammlung mit den Ausführungen des den Fuß amputiren wollen. Die Medikamente wurden von mit Entlassung bedroht wird. Diese Maßregel kann wohl mit Referenten einverstanden und gelobt feierlich st, unverbrüchlich so Januar bis Mai 1895 angewandt, da aber abfolut teine Besse- Recht auf den Anhang Kühnemann's in Berlin zurückgeführt lange im Ausstand zu verharren, bis die Herren Unternehmer rung eintrat, so habe er mit den Bolbeding'schen Medikamenten werden. Troß dieser Androhung nahmen etwa 25 000 Personen gewillt sind, mit der Lohnkommission resp. den Geschäftsaufgehört und die Hilfe des Dr. Riedel wieder nachgesucht. Nun- an der Maidemonstration theil. Nur in der Emaillewaaren fabrik fommissionen Verhandlungen anzubahnen." Mit Begeisterung mehr sei aber sein Sohn zur Amputation zu schwach gewesen, von Thiel und in der Blechemballagenfabrik von Ebers ließen stimmte die Versammlung in ein vom Vorsitzenden Friedewald am 18. Juli sei sein Sohn gestorben. sich die Arbeiter einschüchtern und blieben der Demonstration ausgebrachtes Hoch auf ihre gerechte Sache ein. Den Rest der Montagsverhandlung füllt ein Streit der fernt. Als sich fürzlich ein Verband der industriellen ärztlichen Sachverständigen über den Werth oder Unwerth Silfsarbeiter bildete, dem die Die Vergolder in der Rahmenbrauche beschlossen in einer dem die bis dahin indifferenten Bersammlung, die am Montag im Louisenstädtischen Klubhaus der homöopathischen Behandlung aus. Der homöopathische Arzt ungelernten Arbeiter sehr zahlreich beitraten, fuchten die Unter- tagte, in eine Bewegung einzutreten, um die neunstündige Arbeitsfei aber einmal Mitglied eines Instituts gewesen, in dem durch Gründung von Vergnügungsvereinen das Interesse der man für die erste Neberstunde einen Lohnzuschlag von 10 Pf., Dr. Neidhardt aus Berlin erklärt, er behandle brieflich gar nicht, nehmer einen Keil in diese Organisation zu treiben, indem sie tagte, in eine Bewegung einzutreten, um die neunstündige Arbeitszeit allgemein zur Durchführung zu bringen. Außerdem fordert das von Aerzten geübte Verfahren ähnlich wie bei Arbeiter abzulenken sich bemühten. Auch versuchte vermuthlich für die zweite 15 Pf. und so fort steigend. Die Sonntags Dr. Volbeding gewesen sei. Prof. Dr. Schede( Bonn) auf Betreiben von gegnerischer Seite ein Mann, der in Lübeck arbeit soll gänzlich abgeschafft werden, wo diese nicht zu verfann bezüglich des Falles Bartholomäus nicht begreifen, wie ein die Rolle eines Anarchisten spielte, Unfrieden in der genannten meiden ist, tritt der Satz wie bei der Ueberstundenarbeit in Arzt die Behandlung eines so schwer Kranten übernehmen fonnte, Organisation zu stiften, was jedoch nicht gelang, weil der betreffende kraft. Ferner wird eine frühere Beendigung der Arbeitszeit ohne denselben jemals gefehen zu haben. Die Behandlung habe zurückgewiesen wurde. Als nun alle diese Versuche, Zwietracht des Sonnabends um eine Stunde, an den Tagen vor Ostern, zweifellos den Tod des Kranken herbeigeführt. in den Reihen der organisirten Arbeiter zu stiften, mißglückten, Pfingsten u. J. w. um 2 Stunden verlangt. In der Diskussion gründete der Unternehmerverband am 1. Oktober feinen eigenen wurde geltend gemacht, daß sich die Verhältnisse in der Branche Arbeitsnachweis, welcher nach dem Eingeständniß eines Lübecker in den letzten 6 Jahren bedeutend verschlechtert haben, sodaß es bürgerlichen Blattes dazu dienen sollte, unliebfame Elemente aus unumgängig nothwendig erscheint, eine Regelung der Arbeitsden Fabriken fernzuhalten. Bald darauf erfolgte in den bedingungen anzubahnen. Die Drechsler beschäftigten sich am 5. November in einer Die Geschäftskonjunktur wurde als Vertrauensmänner- Bersammlung mit der Frage: Wie erhalten Fabriken von Thiel und Gbers die Entlassung mehrerer Metall- eine sehr günstige bezeichnet, sodaß sich bereits verschiedentwir das Errungene fest? Die Anregung zu dieser wichtigen fation standen. Vor drei Wochen wurde wieder ein gewerkschaft dies arbeiter, welche im Vordergrund der gewerkschaftlichen Organi- lich ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar macht. Wie Frage geschah durch die Erfahrungen, die man fast regelmäßig lich thätiger Dreher aus der Thiel'schen Fabrit entlassen, worauf, eine Verkürzung der Arbeitszeit, einen Minimallohnfaz und bei den Leipziger Kollegen der Fall war, bei Lohnbewegungen macht. Kaum sind einige Wochen ver strichen, so versucht schon wieder ein Theil der Unternehmer, die als die Borstellungen einer Kommission bei der Fabrikleitung ohne eine beffere Bezahlung der Ueberstunden errungen haben, ohne feinerzeit bewilligten Forderungen zu kassiren. Daß die Drechsler- Erfolg blieben, zunächst sämmtliche Metallarbeiter, und dann daß sie gezwungen waren, in den Streit einzutreten, so ist man meister diesem Beispiel folgen werden, schien ziemlich sicher. Ju auch alle übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen der Fabrit allgemein der Ansicht, daß die Fabrikanten diese minimalen Osten haben jene Herren eine Art Meistervereinigung ins Leben bis auf 60-70 die Arbeit Forderungen ohne weiteres bewilligen werden, zumal in den 840. Ausständigen beträgt etwa gerufen, die sich vornehmlich mit dieser Angelegenheit befaßt. Lübecks befundeten den Streifenden ihre Sympathie und ist. Nachdem noch von mehreren Rednern auf die Nothwendig Gewerkschaften meisten Fabriken die neunstündige Arbeitszeit bereits eingeführt Wenn deshalb viele Drechsler glauben, sie brauchen sich um die Organisation nicht mehr zu bekümmern, so sind sie sehr im leiſten regelmäßige Beiträge zu deren Unterstützung. Auch ein feit der Verkürzung der Arbeitszeit, Einschränkung der WeberIrrthum. Der Kampf wird erst aufs neue entfacht, so großer Theil des Bürgerthums steht auf Seite der Streikenden. stunden und Abschaffung der Sonntagsarbeit hingewiesen bald eine Geschäftsstockung hereinbricht. In zwei Wert: Der Kampf kann möglichenfalls eine größere Ausdehnung an worden war, wurde beschlossen, nehmen, denn die Arbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, wurde beschlossen, die angeführten Fordestätten, Hofeus u. Bornecke traten bereits Differenzen ein, jedoch wurde die Angelegenheit durch das Zusammenhalten den Ring der Unternehmer zu sprengen. Obgleich die Löhne in ungen den Fabrikanten bis spätestens Donnerstag schrift. lich zu unterbreiten. In In denjenigen Werkstätten, 100 stellen die Arbeiter feine der Arbeiter zur beiderseitigen Zufriedenheit erledigt. Die Ver- Lübeck miserabel genug sind, die Forderungen bis Sonnabend nicht bewilligt sind, soll am Monauf Erhöhung derselben, sondern verlangen tag die Arbeit nicht wieder aufgenommen werden. Mit der sammlung erklärte, gegen alle Versuche, das im Streik Er- Forderung auf Erhöhung derselben, nur die Beseitigung des Arbeitsnachweises. rungene wieder streitig zu machen, energisch Protest zu erheben; Es handelt Leitung der Bewegung wurde die Agitationskommission, die durch einen Prinzipienkampf im wahren die Kollegen Ewald, Pähold und Pranzhagen ergänzt sein und bei derartigen Vorkommnissen sofort der Kommission Sinne des Wortes. Darum ersucht der Redner zum Schluß um worden ist, betraut. In der Versammlung, die am Montag, den vor allem aber müssen die Vertrauensmänner auf dem Posten sich hier also um Mittheilung machen. Die Kontrollkommission hat ebenfalls nach Fernhalten des Zuzuges und wenn möglich auch um Geldunter- 16. November er., in demselben Lokal stattfindet, foll über das wie vor ihre Thätigkeit wieder aufgenommen und erachtet es fügung. Näther und Stoblack sprachen über den von dem Resultat und über die weiteren Maßnahmen beschlossen werden. für angezeigt, daß die Kontrolle in systematischer Weise betrieben hiesigen Unternehmerring auf die Arbeiter ausgeübten Druck und mit einem Hoch auf das Gelingen der Bewegung erfolgte der wird. Wollen die Berliner Drechsler nicht, und dies kann un ficherten den Lübecker Kollegen die Unterstützung der Berliner zu. Schluß der gut besuchten Versammlung. Hierauf wurde in längerer Diskussion folgende Angelegenheit besprochen: die Aktiengesellschaft Hartung hat die Arbeitszeit, welche von 7-6 Uhr währte, jetzt von 7-7 Uhr festgefeßt, dafür aber je eine halbe Stunde Frühstücks- und Besperpause eingeführt. Die Arbeiter sind mit dieser Aenderung nicht zufrieden und haben am Freitag eine Deputation von fünf Mann zum Direktor geschickt und um Beibehaltung der bisherigen Arbeitszeit ersucht. Vier dieser Deputations Mitglieder wurden darauf am Abend desselben Tages entlassen, ebenso ein an rebric alferfir. 3. Alle Menderungen im Bereinskalender find zu richten Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Werkstatt- Vertrauensmann der Maschinenbau Abtheilung. Auf Vorschlag Näther's soll aus den Reihen der Hartung'schen Arim Vereinstalender find zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 72. Bund der geselligen Arbeiterversine Berlins und Umgegend. beiter eine neue Deputation ernannt werden und beim Direktor Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an Hermann vorstellig werden. Sollten auch diese Kollegen gemaßregelt werden, Sabu, Schönhauser Allee 177 c. dann würden alle Arbeiter der Hartung'schen Fabrik die Arbeit niederlegen. Eine am Mittwoch stattfindende Versammlung wird ich mit dieser Angelegenheit befassen und über das weitere beVersammlungen. möglich ihr Wille sein, daß wieder Zustände in der Branche eintreten, wie sie vor der Bewegung waren, so ist es ihre Pflicht und Schuldigkeit, dem Holzarbeiter- Verbande treu zu bleiben. Ferner erging an die Anwesenden der Appell, dafür Sorge zu tragen, daß die Bezirksversammlungen in Zukunft beffer besucht werden. Unter Werkstattangelegenheiten wurde noch auf verschiedene Mißstände hingedeutet, die der Kommission infolge ihrer Thätigkeit bekannt wurden. Zum Schlusse verpflichten sich die Anwesenden, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Krästen dahin zu wirken, daß das mühsam Errungene auch auf die Dauer hochgehalten wird. Der Verband der Porzellanarbeiter( Filiale II) hielt am 7. November eine Versammlung ab, in der Frau Greifenberg in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über„ bürgerliche und proletarische Frauenbewegung" sprach. Hierauf stand das Reglement für den Zentral- Arbeitsnachweis zur Berathung. schließen. Nach längerer Debatte wurde der Entwurf abgelehnt und die Ausarbeitung eines neuen beschlossen. In bezug auf die Lohnbewegung bei der Firma Preußler kann das Ergebniß als ein sehr günstiges bezeichnet werden. einstellten. Die Zahl der Alle wieder in einer öffentlichen Versammlung am Montag den Saal Die graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen füllten bei Reller bis auf den letzten Platz. Der Referent Schöpfe schildert die Situation als eine fortgesetzt gute und betont, daß In einer Metallarbeiter Versammlung, die Sonntag sich bei den Ausständen der Buchdrucker ein größeres EntgegenNachmittag im Kolberger Salon stattfand, hielt Genosse tommen der Unternehmer bemerkbar gemacht habe, als gegenFür den Inhalt der Inserate überSchiller- Theater.| Alexanderplatz- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, Orientalische Wölfer. welche Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Süd: oft schule, Waldemarſtr. 14: Geschichte( Alte Geschichte. Urzeit. Entiehung der Reitgiónen. Griechen und Römer). Herr Dr. C. Pinn. Nordschule, Brunnenstr. 25: Deutsch( Die deutsche teratur des neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre). Herr Heinrich Schulz. schriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Die Schulräume sind zur Benutzung der Bibliothek und des reichen Zeit Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend. Borflgender Ad. NeuFriedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Menderungen Verein Berliner Mechaniker. Heute, abends präzise 9 Uhr, tm Serr W. v. Pittler aus Leipzig: Borführung der W. v. Bittler'schen Vereinslotal Restaurant Herkules, Neue Promenade sa. Tagesordnung: univerfal- Drebbant( speziell für Mechaniter) durch ein arbeitendes Modell einer Drehbant, welche ohne irgend welche weitere Schlitten, als den Betts schlitten, alle Dreharbetten anderer Drehbänte ausführt. Drehbank der Zus tunft." Gäfte willtommen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Die Zusammenfünfte " der Schleswig- Holsteiner finden jeden Witttwoch, abends 8 Uhr, in G. Feuerftein's geftfälen, Alte Fatobftr. 75, ftatt. Theater: und Vergnügungsverein Helgoland. Heute, abends 9 Uhr, Sigung im Vorstädtischen Kasino, Ackerstr. 144. Theaterprobe. Thalia- Theater Pikante Novität!( vormals: Adolph Ernst- Theater) gegenüber keinerlei Verantwortung Donnerstag, abends& Uhr: Ein Gittenbilo auß bem Berliner Leben Theater. Mittwoch, 11. November. Opernhaus. Die Hochzeit des Figaro. Schauspielhaus. Rehraus. Deutsches Theater. Morituri. Berliner Theater. Renaissance. Leffing- Theater. Die goldene Eva. Theater des Westeus. Der dritte Ehrenwort. 8 Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. in 4 Akten von Wilh. Friedhold. Anfang 8 Uhr. Bons haben Giltigkeit. Morgen: I Der Pfarrer von Kirchfeld. Ohne Kittlichen Half. Boltsschauspiel mit Gesang in 4 Atten Sonntag, den 15. November, nachvon 2. Anzengruber. Anfang 8 Uhr. Billets im Invalidendant". Donnerstag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonntag, den 15. November, Nenes Theater. Bocksprünge. Vorher: nachmitt. 3 Uhr: Klaſſiker- Borstellung Die sittliche Forderung. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Hierauf: Treptows Abschied. Schiller- Theater.( Wallner- Theater.) Demetrius. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Belle- Alliance- Theater. Mamsell Bielliebchen. . Ostend Theater. Der deutsche Michel. Volks- Theater. Mann. zu Abonnements( fleinen) Preisen: Romeo und Julia. Trauerspiel in 5 Atten von William Shakespeare. Am 16., 17. und 19. November: Operuvorstellung: Der Troubadour, Oper in 4 Aften von G. Verdi. Der Billetverkauf hat begonnen: An der Theaterkasse, bei Paul RoEin vorsichtigermeid, Leipzigerstraße 6 ohne Vorbestellgebühr, und im" Invalidenbant", Unter den Linden 24. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Zentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Oftend- Theater. Alexanderplay- Theater. Ohne fitt- Grosse Frankfurterstr. 132. lichen Halt. Direktion: Carl Weiß. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Der deutsche Michel! Vorstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor stellung. ? Der deutsche Michel Anfang 8 Uhr. mittags 4 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Phantastisches Volksstück mit Gefang in 7 Bildern von Dr. Gust. Braun. Freitag zum ersten Male: Einzig in Berlin ist das neue Programm des Gebildete Menschen. Volks- Theater Wiener Volksstück in 3 Aften von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 15. November, nachmitt. 3 Uhr: Bei halben Preisen: 34 Reichenbergerstrasse 34. Pferdebahn- Haltestelle: Kottbuser Thor. Seit 20 Jahren die lustigste Posse: Prima Ballerina. Ein vorsichtiger Mann. Apollonach dem Nordpol. Manten's Reife Theater. Sensationsstück in 4 Aften und 8 Bildern von Heinrich Norbert. Musit von Albert Wicher. Unwiderruflich letzte Woche: Ohne sittlichen Halt. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direktion: Richard Schultz. Mittwoch, den 11. November: Bum 54. Male: Emil Thomas a. G. Eine wilde Sache. Eine wilde Sadje. Große burleste Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und J. Freund. Mufit von J. Ginödshofer. Anfang 18 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Friedrichstr. 218. – Dir.: J. Glück. Neues Programmt. The 3 Nigthons. Baronessen Odillon. Jeden Abend stürmischer Lacherfolg. Um 91/2 Uhr: Gemischter Theil( Ho- ho!). Durchweg neue Bünstler- Spezialitäten. Die Ruttinger's ans Salzburg! Damen- Terzett ausser Konkurrenz. Die Hunde- Akademie, dirigirt von Miss Adele. E. N. Kaufmann, Martin Reuter, Meisterschafts- Kunst- Radfahrer. Geschw. Petram. Fleury Trio. Henry Bender. The Troubadours. GesangsHumorist. Familie Derrington, Parforce Kunst- Radfahrer. Neu: The Luppus. Comtessa Ferucci. Don Juan von rückwärts, Signor Bernardi in der Komödie Restaurant fin de siècle. Das gehörte Hochzeitsfest von der Rajade- Truppe. Mile. Fougère u. s. w. u. s. w. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. oder: Der vergnügte steinerne Gast. Opernparodie von Richard Thiele. Anfang: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. 3 Entree 50 Pf. bis 8 M. Dem geehrten Publikum zur gefälligen Nachricht, daß die Bekannt machungen des Volks- Theaters nur durch die Zeitungen erfolgen, nicht durch Säulenanschläge. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater Stuhr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Uhr [ 00000000000 Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Mittwoch, den 11. November wegen Versammlung des „ Zonentarif" feine Vorstellung. Donnerstag, und folgende Tage: Sozialdemokratischer Verein Typographia 2 für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Gesangverein Berliner Buchdrucker Versammlung und Schriftgiesser. Donnerstag: am Donnerstag, den 12. November cr., abends 8 1hr, Uebungsstunde. im Lokale von Böhow, Prenzlauer- Allee 243| 47. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Max Schippel über: Die amerikanische Farmerbewegung. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des 1. Schrift führers. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 245/1 Die Genossen des 5. Wahlkreises werden ersucht, recht zahlreich in Der Vorstand. Im Theater- Saale täglich 8 ubr Gr. Spezialitäten- Borstellung dieser Verſammlung zu erscheinen. abends mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanfchläge. mit wechselndem Programm. Sonntag legtes Auftreten von Elsa Dowe. Passage- Panopticum. Anfang 7½ Ubr. Das Theatre Variété ist wieder eröffnet! Ohne Extra- Entrée. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Entree 30 Pf. 000 Sonntags 6 Uhr. Refervirt 50 Pf. Das gemüthliche Beisammensein der Genossen des 5. Kreises findet am Sonntag, den 15. November, von abends 7 Uhr ab, im Lokale von Lange, Dragonerstr. 15, statt. Metallarbeiter! Orts- Krankenkaffe des Maurergewerbes zu Berlin. Donnerstag, d. 19. November cr., abends 8 Uhr, findet bei Buske, Grenadierstr. 33, gemäß§ 52 des Raffenftatuts ordentl. General- Berjammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Mittwoch, den 11. November 1896, abends 8 Uhr, Rassenmitglieder statt. im ,, Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23: W. Noack's Theater Große öffentliche Bersammlung. Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabends): Konzert, Theater- Vorstellung. Mit vollen Segeln. Boltsstück mit Gesang in 3 Abtheilungen von Hugo Schulz. Jeden Sonntag, Dienstag 1. Donnerstag nach d. Vorstellung Tages Drdnung: = Der Streik in der Eisengießerei und Maschinenfabrik vormals Hartung. Zahlreiches Erscheinen, besonders der Former, Maschinenbauer, Schloffer, Dreher 2c., ist unbedingt nothwendig. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto äther, N., Anflamerstr. 44. Tanzkränzchen. Graveure und Ciseleure! !!! Novität!!! 19 Schippanowsky Internationale Mouftre- Konzerte Spandauerbrücke Stadtbahnbogen. Neue phänom. Ausstattung Neu! Ur- Australier Im Frühlingsglanze. ( Kannibalen). Moabiter Stadttheater. Alt- Moabit 48. a Heute, slis sowie jeden Mittwoch: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 f. Vorverkauf 40 Pf.( siehe Plakate.ru Donnerstag: Concerthaus Sanssouci. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52153. na City- Passage Annenstr. No. 42/43. Vom 1.- 16. November: WDurchweg neues Programm. Zwölf Grand Attractions- Nummern! Mr. Field mit seinem urkomischen Panopticum. Hans u. Clara Sarno, Original- Duettisten. Mr. Freiburg im Reiche der Schatten. Ros'l Perona, Tyrolienne. Alice Sczegeny, die Perle Ungarns. Anton Fischer, Original- Humorist Neu! 1. S. W. Neu! Auf Tod und Leben. Bosse in einem Att. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Circus Busch. ( Bahnhof Börse.) Mittwoch, den 11. November, Abends 71/2 Uhr: Grande Soirée équestre. Heute fonzertiren: Jm Fliederhain: Jtal. Gesangs: und Juftrum.- Gef Sacco". Rosenlaube: Bien. Dam. Orch. Bier Herzen. Obstgarten: Elite Orchester All Heil". Baumblüthe: Juftrum. Drch.„ Lazry". " 116/18 Heute, Mittwoch, den 11. November, abends 8½½ Uhr: Oeffentl. Versammlung im Saale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Kongreß und Wahl der Delegirten. 2. Stand der Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind vor allen Dingen die Eifeleure aus den Werkstätten von Martin u. Pilzing, Schäffer u. Walker, Frister, Spinn u. Sohn, Arndt u. Markus eingeladen. 74/4 Der Vertrauensmann. Deffentliche Radfahrer- Versammlung " Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Ergänzungswahl zum Vorstande für die Jahre 1897 und 1898 für die ausscheidenden Vorstandsmits glieder und zwar aus der Gruppe der Arbeitgeber die Herren Wirth und Schmidt, aus der Gruppe der Raffenmitglieder die Herren Daehne, Gimanowšti, Buchholz, Trill und Schlösser. 3. Wahl des Rechnungsausschusses. 4. Definitive Genehmigung der mit dem Verein der freigewählten Raffenärzte, sowie mit dem Vertrauensarzt geschlossenen Verträge. 5. Bericht über die in der außer ordentlichen Generalversammlung am 10. Juli d. I. beschlossene Statutenänderung. 6. Bericht über den derzeitigen Stand der Herbeiführung der Zentralisation der Orts= Krankenkassen Berlins und der Vororte. 7. Verschiedenes. Berlin, 9. November 1896. Der Borstand. A. Daehne, Vorsitzender. am Donnerstag, den 12. November, abends 9 Uhr, Weinberg: Liroler Gäng. u. Tänzerges im Etabliffement Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 75. 1. Der im rothen use angeregte Baffantenschuß den Radfahrern Frühstück „ Eder". Theater- Abtheilung: Allabendlich Auftr. von: Humoristen, Komikern, Opernsängerinnen, Duettisten, gegenüber. Referent: Genosse Guttmann. 2. Verschiedenes. Instrumentalkünstlern unter Leitung Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. N Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vertrauensmann. des Rapellmeisters A. Frankl. Anf. Wochent. 6 Uhr. Entree frei. Vorzügliche und billige Küche. Table d'hôte à Couvert 75 Pf. e B Vogler's Casino früher Welt- Restaurant, Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Tyroler Konzert. Direktion Alois Ebner. Entree vollständig frei. Im großen Theatersaal: Variété- u. SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Kunstkräften nur I. Ranges. Anfang Wochentags 7 Uhr. Sonntags 6 Uhr. In Vorbereitung: Die Konfektionense vom Hausvoigtei- Play. Große Ausstattungsposse von Walter Gericke. Englischer Garten", Alexanderstr. 27c., 2. Weihnachts- Feiertag, Sylvester- Abend, 1. Neujahrstag: Saal frei. 262/5 Achtung! Allg. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. No. 29, Hamburg.) Filialen Berlin III und IV. 18866 A. Kelpin, Schriftführer. Täglich: Warmes ON zur Ke Auswahl. 256 Zur alten Linde 5 Echt Admiralstr. 40a am Platz Münchener Bürgerbräu Pilsener, hiesiges hell. u. dunkl. Lagerbier Weissbier. 135/6 Zähne v. 2 M. ev. Theilz. Umstände halber sehen wir uns verhindert, die in Kaufmann's Variété zum 15. November d. J. geplante Matinee abzuhalten; wir machen unsere Mitglieder und Kollegen schon heute darauf aufmerksam, daß unfere Wohlthätigkeits- Matinée am Sonntag, 6. Dezember, mittags 12 Uhr, Frau Olga Jacobson, Jnvalidenstr. 145 Winterpaletots, Kleidungsstücke, Wäsche, spottbillig. Neanderstraße 6. Pfandleihe. Betten, spottbillig, Neanderstraße 6. Pfandleihe. 9276 Cuvryftraße 2. Borderwohnungen 400., freundl. im Feen- Palast, Burg- u. Wolfgangstraßen- Edre, Sotwohnungen von 198 M. an. stattfindet. Die für Raufmann's Variété ausgegebenen Billets haben auch für den Feen- Palast volle Giltigkeit, können jedoch vom Freitag nächster Woche ab in allen Zahlstellen sowie am Tage der Matinee gegen neue Pro gramme umgetauscht werden. Das Comité. Achtung! Achtung! Anarchisten. Die von mir zu heute gemeldete Versammlung faun wegen Saals verweigerung nicht stattfinden. 1344b Heinrich Neft, Anklamerstr. 37. Bentel Berein der Burcan Achtung, Pankow! Angestellten Deutschlands. Am 7. d. M. abends 10 Uhr ver: starb nad langem Leiden unfer treues Mitglied, der Bureau- Vorsteher Hermann Thon an der Proletarier- Krankheit. Die Beevigung findet am Mittwoch, Arbeitsmarkt. Achtung, Holzarbeiter! Den Kollegen von Rixdorf u. Umgegend in Erinnerung, daß die Sperre über die Bautischlereien von Virgens und Schwarz, Prinz Handjernstraße, noch nicht aufgehoben ist. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Filiale Rixdorf. Achtung, Holzarbeiter! Für das von uns veranstaltete Herbstfest am Sonnabend, den 14. November, machen wir bekannt, daß dasselbe wegen der Sonntagsruhe im In der Tischlerei von Albert, Lokal des Herrn Bugge nicht abgehalten werden kann, sondern im Lokal von W. Schmidt( Jägerhaus), Schönhauser Allee 103, stattfindet. 1349b Das Vergnügungskomitee. J. A.: Zurowski, Pantow, Kaiser Friedrichstr. 15. Die Kollegen der Bautischlerei von Mek, Urbanstraße 102, haben wegen Lohnabzüge die Arbeit niedergelegt. Hasenhaide 49, werden Arbeiten für die streifende Werkstatt von Mek, Urban straße 102, angefertigt. Ferner haben die Kollegen der Werk. statt von Neumann, Gr. Hamburger den 11. D. N., nachmittags 4 Uhr, vom Zahnärztl. Klinik Wedding, Müllerstrasse 1. ftraße 4, wegen Differenzen die Arbeit Krankenhaue Am Urban aus nach dem St. Jakobi Kirchhof in Rigdorf statt. Bahlreihe Betheiligung erbeten. 45/1 Der Borstand. Allen Funden und Bekannten hiermit die aurige Nachricht, daß am Vorzügl. künstl. Zahnersatz 2 Mark pro Zahn. Kinetographisch- Phonographische Vorführungen Lebende Photographien. Montag, en 9. d. M. der Restaurateur 21. Unter den Linden 21. Borstellung v. 10-11 Uhr vorm. Einst Kunze Die Jagd nach dem Glüd. nach langer schweren Leiden fanft Neue Einlage: Vortrag der Konzertsängerin Baronesse d'Albor. Außerdem: 3 ruff. Fuchshengste als Thurmspringer, dress. u. vorgeführt v. Dir. Busch. Czikosspiele, geritten v. Herrn Cariot und 4 Damen. 2 dreifache Springfahrschulen, geritten mit 1345b Die Beerigung findet Donnerstag, vom den 12. d. V., nachmittags 5 Utr, vom Trauerause Pankow, Brehme straße 56 aus tatt. Augufte nze nebst Söhnen. großart. billigft, 6 englischen Bollblutpferben. Der gr. Kinderwagen Binig, viele An1. d. l. Ungar, dargest. von Mr. A. erkennungen, sterbuch gratis und Wells mit dem tl. 5jährigen Frib. franko. Theilze ung gestattet. Max Wellington, ruff. Hengst, geritten von Brinner, Jet' alemerstr. 42 und Herrn Eugen Salamonski. Auftr. der Brunnenstr. 6. Pariser Schulreiterin Mlle. Lorey. Der Gigerl- Clown Dr. Alf. Daniels. Spe Milch- billig verkaufen Beuffel13506 zialitäten 1. Ranges. Morgen: Jagd nach dem Glück. und Brünkram= Geschäft Straße Nr. 44 b. Eintrittspreis 50 Pfennig. und 3-10 Uhr abends. Sonntags v. 1/ 21-10 Uhr abends. Borzugsbillets à 25 Pf. für Arbeitervereine und deren Mitglieder find Kassirer der Arbeiter- Bildungsschule, S. Königs, Berlin S., Dieffenbachstraße 30, und in den Schullokalen zu haben. Fordert nur 97L* Tippentriller in allen Ausschanklokalen Berlins. Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Thellzahla. Rep. sof. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-6 Uhr. niedergelegt. Buzug fernhalten! 78/19 Die Ortsverwaltung des Bolzarbeiter- Verbandes. Ein tüchtiger Bieger auf Tontin verl. Stockfabrik Hitterstr. 15. affel u. Fleischer, Brißerſtr. 7.[ 1838b Barockvergolderin verl. Wrangelstr. 112. Schleifer werden verlangt auf Onir. 1 Berfilberer, 2 Farbigmacher verl. A. Viehstadt, Stallschreiberstr. 18. Bergolder 1840b Farbigmacher verlangt Mathieustr. 14. Für die Druckerei einer HutfutterFabrit ein tüchtiger Seher gesucht. Offerten unter" Seger" an die Exped. d. Bl. erbeten. 1839b Tüchtige Farbigmacherin auf glatte und Pleinleisten verlangt sofort & m. 8 appert, Goldleisten- Fabrik, Königsbergerstr. 7. Warenhaus Tapisserie Artikel Schuhwaren vorgezeichnet: u. Küchenhandtücher, grau 40 60 Pf. Tablettedecken mit Fransen 18, 22, 30 Pf. Wertheim 3 Nur für Tage giltig Ausnahme Preise Mittwoch Donnerstag Spezial. geschäft 4. Münzffrake 4. 11. 12. " " mit Netz mit Hohlsaum 23, 30, 40 Markttaschen mit Netz 65, und Holzgriff Kragenkasten, " " grau 15 u. 25 PL. Plüsch 85 u. 1,50 Mk. Pf. 85 Pf. Kragen- u. Manschettenkasten, grau 42 u. 50 Pf. " " " Damen- Filzschuhe 1,20 u. 1,60 Mk. Damen- Steppschuhe Lasting 1,75 Mk. mit Absatz Damen- Zugstiefel Plüsch 1,50 u. 2,40 Mk. Mk. mit Kravattenkasten, 42 u. 55 Pf. " grau Plüsch 1,50 u. 2,40 Mk. Ruhekissen 38 Pf, Kongressschürzen 58 Pf. fertig gestickt: Pf. Freitag. Zwiebel- u. Semmelbeutel 70 PE 13. November. Wäsche beutel 2,30 Mk. Die neue Haupt- Preisliste ist erschienen. Versand- Abteilung Berlin W., Leipziger- Strasse 111. Staubtuchtaschen 1,10 Mk. Schwammbehälter, gehäkelt 95 Pf. kauft man am billigsten Kleiderstoffe bei Gebrüder Wolff, Berlin N., Invalidenstr. No. 134. Mohr'the Margarine taufen Sie täglich frisch Plan- Ufer 96 a. der Kottbuser Brücke und Markthalle Dresdenerstraße, Stand 200-201. Gegründet 1884. Bothe. Gegründet 1884. 4. Münzstraße 4. Wegen Abriß des Hauses Räumung meines Detail- und Engros- Lagers in Schuhwaaren in erdenklichsten Sorten zu unerreicht billigen Preisen. Damen- Zugstiefel eleganter Schnitt, gute Baßform in allen Größen Baar 2,90 Mt. Damen- Knopfftiefel ansgenähte Knopflöcher, 3,75 Mt. fortirtt Damen- Lederhausschuhe · . Paar warm gefüttert. Baar 1,90 Mt. . Paar Damen- Steppschuhe fat warm, mit richtigem halben 1,75 Mt. Damen- Knopftiefel tappe, Lederbrandfohle, trens 5,25 Mt. ausgenähte Knopflöcher, Lederreell Paar aussortirt.. Paar Herren- Roßlederzugstiefel augelt oder genäht, 3,90 Mt. Herren- Schnürschuhe genagelt oder genäht Baar 3,50 Mt. Herren- Besazstiefel senagelt mit Knopfverzierung 4,00 Mit. Herren- Zugstiefel gappet ober genäht, Leber 5,00 Mt. Elegante Herren- Besatzstiefel, genagelt Lederbrandsohle Paar Wiener Arbeit, genagelt Paar Bu ebenso billigen Preisen ist mein großes Winterlager herabgesetzt. 6,00 Mt. L. Wachsner, Schuhwaaren en gros 4. Münzstraße 4. Total- Ausverkauf wegen gänzlicher Auflösung des Geschäfts. Fertige Betten, Bettfedern, Bettstellen, Matrazen zu enorm billigen Preisen. 223L Berlin, Spandauerbrücke 2. geschäft Spezial4. Münzfvake 4. Klagen, Eingaben. Unfallsachen, Bugger, Steglißerſtr.65. Medicin. Ungarwein befte Qual., à Strfl. Mt. 2,10, 5 Literfl. Mt. 9,25. Alter Portwein und Malaga( Pajarete), à Flasche Mart 1,50, 10 Flaschen Mart 13,50. Medoc Pauillac( abgelagerter Bordeaux), à Fl. Mart 1,50, 10 l. Mart 14,-. Berlin Eugen Neumann& Co., S. 61. Belle Alliance Platz 6a, Neue Friedrichstraße 81. Oranienftr. 190, Genthinerstr. 29, Grüner Weg 56. Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 48, Für nur 9 Mark versende ich gegen Nachnahme an Jedermann meine von den ersten Künstlern als unüber. trefflich erklärten InternationalPatent Harfen- Accordzithern, 6 pedalig. Das Instrument ist innerhalb einer Stunde vollständig ohne Notenfenntniß zu erlernen und giebt auch bei Spazier: gängen einen schönen singenden Ton, ebenso start, wie auf dem Zithertisch liegend. Alle Märsche und Tänze geben einen starten vollen Ton und Klang. Eine Schule, Zitherring, Schlüssel, Stimmpfeife zc. liegt gratis bei. Zu beziehen von der 251L* Musikinstrumenten Fabrik = Otto Meinel in Klingenthal i. S. P ortièren Restbestände 2 bis 8 Chals, à 2,50, 3, 4, 6 bis 15 Mart. Probe- Chals bei näherer Angabe franco zu Diensten. mit Portièren- AbBracht- Katalog bitbungen gr. u. fr. Teppich- Emil Lefèvre, Haus Berlin S., Oranienstraße 158. M. J. Hahlo, Patentanwalt, Berlin NW., Karlstrasse 8. Patentnachsuchung und Verwerthung.[ 58242* Rath, Auskunft und Konferenzen kostenfrei. Erste Referenzen im In- u. Auslande. OCCO Monatl. 10 M., lief. Theilzahlung. reelle Anzüge nach Maaß nur an sichere Kunden, gegen Baar zu jedem billigsten Preis. Tomporowski, Schneidermeister. Berlin C., Jüdenstr. 37, 1 Tr.* ( 8 Gauſenſer) Rossleder Lackblatt 5 Mk. Damen- Knopfstiefel Rossleder 5,75 Mk. Herren- Zugstiefel Rossleder 5.50 Spiegelrossteder 8 Mk genäht aus einem Stück Kinder- Stiefel für ca. 4-7 8-12 Jahre zum Knöpfen 3,50 zum Schnüren 3,75 Der Stolz der Hausfrau 4 Mk. 4,25 Mk. ist eine blendend weiße Wäsche. Diese wird am fichersten erzielt durch die Verwendung des echten Dr. Thompson's Seifenpulvers zum Waschen und Bleichen, wok die Stoffe mehr gefchont werden, als bei jeder anderen Warchmethode, auch viel Mühe, Beit und Geld erspart wird. I Man achte auf die Schuhy irke ,, Schwan". 3u haben in den meisten Droc ten-, Seifen- und Kolonialwaaren- dlungen. Lungenleiden ng vi شور beh. au in ärztlich f. unheilb. ertl. Fällen n. neuer h vährt. Methode m. vorzügl. Erfolge Sp.- Ane Dr. Thamm, SO., Neanderstr. 31. Total- Ausverkauf zu außerordentlich billigen Preisen wegen gänzlicher Aufösung meines Geschäfts. Kleiderstoffe, Teppiche, Gardinen, Tischdecken, Möbelstoffe( Reste), Wäsche, Corsets, Trikotagen, Julet, Hemdentuch, wollene Tücher, Herrenwesten, Pellerinen, Taschentücher, Handschuhe, Strümpfe 2c. Amandus Wronkow Oranienstrasse 162 zwischen MoritzGroße Betten 12 M. ( Dberbett, Unterbett, zivet Rissen) nit ge reinigten neuen Federn bei Gustav Lustig, Berlin S., Bringenstraße 46. Preise lifte toftenfrei. Viele Anerkennungs Schreiben. 2c. billigste birekte Bezugsquelle Goldwaarenindustrie Belmonte& Cie. Einzelverkauf Königstr. 22. Hof part. Achtung! Goldwaaren Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. I M., wird abgeholt. Babu ziehen, Zahnreinigen, Necvtödten bei Bestellung unsoust. Guckel, Laufizerplat 2, Glsasserstr. 12, Stegligerstr. 71L Butter, ungesalzen und frisch, à fund 1 M. bei A. Plewka, Gerid jtstr 31. Kaufe gegen Kise P* and Oranienplatz. Halt! M* 1846b Am Donnerstag Abend ist wieder großes Gänseausspielen auf dem Billard bei Gustav Schulz, Wasserthorstraße 55 Früh von 6 Uhr ab: Frische Blut- und Leberwurft. B. Nieft's Festsäle, 17, Weberstrasse 17. Zur bevorstehenden Saison 1896/97 find noch mehrere Sonnabende frei, auch zu Bersammlungen täglich.[* Ein gr. Vereinszimmer m. Piano 3. vergeb. Scholz, Gr. Frankfurterstr.74. Vereinszimmer( für Gesangvereine) Verein mit guter Afustit, 50 Pers. fassend, Dienstag und Mittwoch noch frei. Richard Babiel, C., Rosenthaler- Strasse 57, Telephon Amt III Nr. 1296. Saal 1000 Perf. 2 Kegelbahnen an Vereine u Waaren jed. Art, sowie gase Geschäfte, Versamml. CöslinerHof, Cöslinerstr.8. Möbel 2c., auch übernehmeich dieselben Regulatoren, Remontoir Uhren, zur Auktion gegen sofortiga Vorschuß. Granatschmuck, spottbillig. NeanderJ. Cohn, Rofer thairstr. 11/12. straße 6. Pfandleihe. Das Schuhwaaren- Verkaufshaus( aufenster) S. Selbiger, 40 Landsbergerstr. 40 verkauft von heute ab: Herrenstiefel, gut und dauerhaft gearbeitet, Mt. 4,50, 5,50, 6,50 u. s. m. Damenffiefel zum Knöpfen, auch Gummizüge, Mt. 4, 4,50, 5,30, 6,20 u. s. m. Einfegnungstiefel zu staunend billigen Preisen. Schuhmacher erhalten, wie immer bei Duhend- Abnahme, 5 pCt. Rabatt. ( Ecke Lehmannstraße) 5. Selbiger, 40, Landsbergerti. 40( Ge siekmannstraße). Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. cuck und Berlag von Mag Bading in Berlin. •