Kr. 190, Sonntag, de« 16, August 1885, II. Iahrg, trlinftDollisliInll. Lrgsn für die Interessen der Arbeiter. «fchemt täglich Morgen« außer nach Sonn- und Festtagen. ZlbonnementSprei« für verlin frei in« Hau« viertehährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Vostabonnement 4 MI. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Da»„Berliner Volksblatt" Jusertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi« 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Redaktion: Kenthstraste S.— Gepedition: Zimmerstraße 44, Sie htoiten„lünfun�raanzig". «_ Die Prügelstrafe wird vielfach wieder von unseren WerungSaposteln empfohlen, theilS für die �Vagabunden", oM hauptsächlich für diejenigen Menschen, welche ihren ttdenmenschen Körperverletzungen zugefügt haben und zwar Sefährlichen Instrumenten. _,- Fünfundzwanzig" zum Willkommen und„fünf» �«zwanzig" zum Gedächtniß— so lautet die freudige ftschast, aus welcher da« Heil der Welt hervor- Sehen soll. Wir sind Gegner jeder Prügelstrafe, weil sie die eit noch befördert, weil sie den letzten sittlichen . en in einem Menschen ertödtet und weil sie nicht �°en Gepeinigten, sondern auch de« Peiniger degradirt. Doch wenn dieselbe eingeführt würde, so müßte sie bei allen Rohheiten angewendet werden, bei allen Funken C?»- ttEft**• u v 1 c znuyycucn ungtwcnvci wcvwcu, vci uuw �dchttiche,, Körperverletzungen und besonder« auch bei Thier- die doch ganz gewiß eine rohe Gesinnung be- bilden. �.�fchaft und machten Bekanntschaft mit dem Stock, »JS die vorsätzlichen Körperverletzungen mit gefährli höheren uälereien, durch Erwachsene verübt, esellschaftskreise dann sehr in Mit- * und *1 o« vorsätzlichen Körperverletzungen mit gef s�-ibM'nenten kommen beim Duell täglich vor. De bei! � man zwischen zwei Duellanten und zwei m n kann, fällt bei ruhiger Ueberlegung immer ��"gunsten der elfteren aus, die bei voller Ueberlegung, efährlichen er Unter- zwei Messer- 1�* ausgeschlafen, sich nach dem Leben trachten, M» r die anveren gewöhnlich im Rausch und ohne xz-s"egung mit den Messern auf einander losgehen. Und auch kein Unterschied darin, daß ein verzweifelter Wwann ieiue Pferde unmenschlich in der Erregund be- in W»der daß ein SportSman au« Ehrsucht sein Pferd treibt°d hetzt oder wenn der edle Hirsch beim Massen- bricht''tt schweiß und Blut gebadet, zitternd zusammen- FraoÜ�? wir wissen, daß die Vorurtheile, die in diesen Stents? Aschen, schwer zu überwinden und daß zahlreiche einvi-u' die im Prinzip mit unserer obigen Ausführung iUa-? en sind, doch solche Vergleiche mit Kopfschütteln fest®ettnehwen und zwar, weil die Menschen nun einmal Und � Allgewohnten hängen, und Duelle, Wettrennen Äo��wjagden als harmlose Dinge ansehen, die sich die •Wen und Gebildeten wohl erlauben dürfen. wollen deshalb unsere Betrachwngen auf ein . biet lenken. Wenn zwei Personen wegen irgend SLert�bjekt» in Streit gerathen, der sich bislang nur in fW v bewegte und der eine zieht plötzlich das Messer und o wird man die« den völlu und der' eine zieht plötzlich ig wehrlosen Gegner nieder, sl *** -"—-i Jeuitteton. Das Mormonenmadche«. Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhauseu. x.(Fortsetzung.) s>on dp��weifel hatte der Häuptling schon längere Zeit Feuer aus Hertha beobachtet und die Thränen, die mnen ieuSeR �'quollen, für eine Aeußerung der Furcht vor %% wmesgenossen gehalten. Dieselbe zu verscheuchen, �eis!".uüchste Absicht, und er führte dieselbe in einer Herlha~-l wie sie ihm eben zu Gebote stand, und da er Cl 6n»v.' anders zu benennen wußte, so deutete er mit ,, auf sie> indem er mit Nachdruck daS Wort„Mor- .»"�wiederholte. di« �>.1 vor den MohaveS," entgegnete Hertha, Wun» ihre Brust legend; denn indem die Unter- .»iljsL??em redlichen, noch nicht durch die Einflüsse der Ont-_ R Dßf II frvia** Setzen g. R berührten und verdorbenen Ürwilden sie_ % L �chte sie sich dadurch verständlich zu machen, X Vach d® Häuptlings eigene Worte stets nachsprach und, der beabsichtigten Antwort, entweder bejahend nickte . de« Kopf schüttelte. %% fDt.' Häuptling, Mohave-Häuptling, gut," fuhr der �H�ha seinen langen Bogen und ein Bündel beren zierlich geschlagene Obsidian-Svitzen im r611 Zierlich geschlagene Obsidian-Spitzen im S. funkelten, durch das Fenster darreichend, ein ÜtlNwxz-' dflfe»r All-a ailskii-t«. fpin»«„Vi f.inoä wie« die wieder ?�lten �hnu� Hrrtha sie einen Augenblick in ihren Händen �°»kte. w und sie ihm dann gewissermaßen wieder- schien das beiderseitige Vertrauen sich befestigt �«vd Kairuk benahm sich fteier und zutraulicher, deren Phantasie ein ganz anderes Bild mit Recht einen Akt der Roheit und Feigheit nenne«, und wenn die„Fünfundzwanzig" einmal angewandt werden sollten, dann müßten sie in einem solchen Falle angewandt werden. Wer wagt hier zu widersprechen? Wir glaube», Niemand. Nun ist vor einigen Tage» folgender Vorfall passirt: „In Stölzchen bei Großenhain hütete der Gutsbesitzer Muschter auf einer dem Herrn v. T ü m p l i n g- Sacka gehörige« Trift zwei Kühe. Der Besitzer kam in Begleitung seines Kutschers hinzu und wollte, trotzdem Muschter ihm bekannt war, die beiden Kühe wegnehmen, was Muschter und dessen Frau jedoch nicht zugeben wollten. Während dieses Widerspruches soll nun der Kutscher des v. Tümpling diesem zugerufen haben: „Schießen Sie doch, Herr Rittmeister!" Feigheit ver- ' // stürzte schwer verwundet zusammen. Die Ver wundung ist um deswillen eine bedenkliche, weil die Kugel die in der Weinkleidertasche befindlichen Gegenstände in das Fleisch gelr�ben bat." Was Nun, ihr Herren Besserungsapostel? Liegt hier nicht eine bestialische Rohheit mit jämmerlicher'..... mischt vor? Also her mit dem Stock, die,,' sind redlich verdient. Auch nicht e i n MilderungSgrund ist vorhanden. Bei einer Anzeige, die der Herr Rittmeister ge- macht haben würde, hätte er die ihm zukommende Ent- schädigung und der Gutsbesitzer Muschter eine entsprechende Strafe erhalten. Also war auch nicht der geringste Grund zu solchem Attentat vorhanden. Im Falle der Kutscher dem Herrn Rittmeister wirklich zugerufen hat:„Schießen Sie doch, Herr Rittmeister!" so meinte der Kutscher selbstverständlich, sein Herr solle auf die Kühe schießen, denn es handelte sich ja nur dämm, diese als Pfandobjekte zu behalten. Aber der Herr Rittmeister war sicherlich zu stolz, auf nicht jagdbare Thiere loSzufeuern, deshalb erwählte er sich als Ziel ein Edelwild, den Menschen, den vollständig wehrlosen Menschen. DaS war echt ritterlich! Der Herr Rittmeister wird sich nun später wohl damit entschuldigen, daß er den Mann nicht habe treffen wollen; diese AuSrede macht bekanntlich jeder Todtfchläger. Und wenn die„Fünfundzwanzig" an allen Denen vorübergehe« sollen, die eine Ausrede zu machen verstehen, dann würden sie wohl niemals ertheilt werden. Nun wollen wir abwarten, was unsere Prügelmeister sagen werden- ob sie in vorliegendem Falle die„Fünfund- zwanzig" gleichfalls dringend anrathe«— e« handelt sich von den amerikanischen Ureinwohnem vorgeschwebt hatte, erstaunt war über die gutmüthige Einfalt de« wilden Krie« gerS, der, je länger er mit ihr verkehrte, um so schneller und leichter ihre Gedanken errieth und ihr selbst das Ver- stehen seiner Mittheilungen in nicht geringerem Grade er- leichterte. Eine Viertelstunde mochte der Häuptling in dieser Weise bei ihr am Fenster gestanden haben, bald fragend nach der englischen Bezeichnung der sie umgebenden Gegenstände, bald die Mohavenamen dafür zurückgebend, da lehnte er sich plötzlich mit beiden Armen auf das Fensterbrett, und seinen Mund ihrem Ohr nähernd sagte er mit ausdruckS- voller Gcberde: „Mormonen nicht gut, Mormonentaube nicht dahin gehen, Mormonentaube gehen dorthin," und um seine Worte zu verdeutlichen, wies er zuerst gegen Norden und dann gegen Südwesten. „Also sogar bis unter die unbekanntesten Eingeborenen ist der Haß gegen die neue Lehre und ihre Anhänger ver- brettet worden?" fragte Hertha, mit einer eigenthümlichen Erregtheit zu Kaimk aufschauend. „Achotka, Achotka," beruhigte dieser freundlich, denn Hertha's Blicke schiene« ihm zu sagen, daß ein bitterer Vor- wurf in ihren Worten gelegen habe. Ihre Verstimmung wich indessen schnell wieder, als sie in des Häuptlings Antlitz weder einen Ausdruck von Haß, noch von Hinterlist, sondern einen fast kind- lichen Zug von Offenherzigkeit und natürlicher Unbefangen- heit entdeckte, wie ihn nur eben solche Menschen zur Schau tragen können, die noch nicht viel Un- gerechtigreiten von ihren Mitmenschen zu erdulde« ge- habt haben. „Armer Häuptling," sagte sie sinnend, ohne zu bedenken, daß er sie nicht verstand,„Deine Einfalt und Leichtgläubigkeit sind nur von böswilligen Leuten mißbraucht worden. Man hat die Mormonen bei Dir verleumdet, um Dich in einen Ausrottungskrieg gegen sie zu verwickeln; denn Du hast nicht das Aussehen eines Menschen, in dessen Herzen Falsch- � Kairuk spähte wieder verlegen um sich. Er hätte so hier allerdings um einen Rittergutsbesitzer, um einen Adligen, um einen Offizier a. D. Doch derselbe hat rücksichtslos einen Wehrlose« niedergeschossen, wie einen Hund und zwar nicht in der Erregung, sondern auf Zuruf eine« B e- dienten und nicht in Vertheidigang seiner Ehre, sondern in Verfolg schnöder, materieller Interessen! Gnade kann'S da nicht geben! Schweigt Ihr aber, Ihr Prügelangreifer, in diesem Falle, so sieht man sofort, daß es Euch nicht Ernst ist mit Eurer Strafteform, so zeigt Ihr, daß Ihr keinen Gerechtigkeitssinn habt, daß Ihr lediglich nur die Armen und Elenden, die Unbesonnenen verfolgen wollt. Kommt Ihr dann aber bei anderen Vorfällen wieder mit Eurem Eulengekreisch nach den nöthigen„Fünfund» zwanzig" hervor, so werden wir nicht anstehen, Euch jede«- mal oen Rittmeister von Tümpling-Sacka vorzureiten.--- Im Uebrigen aber bleiben wir dabei, daß die Prügel- strafe an sich eine Rohheit ist, welche niemals geeignet sein kann, Rohheit auszutreiben; sie wird, wenn eingeführt, immer nur die Rohheit fördern. Politische Ueverstcht. Die Enqnete über die«onntagsarbeit, welche, wie schon an anderer Stelle erwähnt, sich nicht nur über die Groß- und Fabrikindustrie, sondem auch über das Handwerk und das Handelsgewerbe ersttecken soll, dürfte eine andere Wendung nehmen, da man sich anscheinend entschlossen hat, auch die An- sichten der Fachvereine einzuholen. Ob nunmehr alle Fachvereine, oder ob nur einzelne befragt werden sollen, wird sich wohl bald herausstellen.— Uns liegt ein Fragebogen vor, der dem hiesigen Fachverein der Tischler zugegangen ist und folgenden Wortlaut hat: Polizei-Präfidium. Berlin, den 8. August. Der Herr Reichskanzler hat die Anstellung einer Unter« suchung über die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Festtagen 1. in der Groß- und Fabrikindustrie, 2. im Handwerk, 3. im Handelsgewerbe angeordnet und soll durch Ermittelungen festgestellt werden: &) in welchem Umfange thatsächlich die fragliche Be- schäftigung vorkommt; d) ob und wieweit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter Interessen möglich ist. Insbesondere kommt es auf die genaue Beantwortung nachstehender Fragen an: n. Ist die Sonntagsarbeit in allen Betrieben des In- dustriezweiges üblich oder nur in einem Theile und in welchem? Findet die Sonntagsarbeit statt: 1) regelmäßig und dauernd? gern gewußt, was Hertha gesprochen; hätte ihr so gerne mit- aetheilt, daß er unter den Mormonen, die zeitweise am Rio Virgin rasteten und in neuerer Zeit das Thal des Kolorado besuchten, auch schlechte Menschen kennen gelernt habe, welche unter den MohaveS Lügen verbreiteten, um sie zum Blut- vergießen zu veranlassen; das Alles hätte er ihr erzähle« mögen, und so gern abgerathan, dahin zu ziehen, wo in nächster Zeit der Krieg entbrennen mußte, allein ihm stände« keine Worte zu Gebote. Einen Augenblick betrachtete er nachdenkend die kriegerische Gestalt La Bataille!'S, als ob er seine Dienste al« Dolmetscher hätte in Anspruch nehmen mögen. Doch nur einen Augenblick, denn im nächsten hatte er diesen Plan schon wieder aufgegeben, und indem er sich abwendete, bekundete ein Zug von Hohn und Verachtung, der über seine dunkle Physiognomie litt, die große Abneigung, welche er gegen den Schlangen- ndianer hegte. Endlich kehrte er sich wieder Hertha zu, und mit einer Mischung von Bewunderung und Scheu ließ er seine großen schwarzen Augen auf der lieblichen Gestalt hasten. Er war traurig und niedergeschlagen, weil er nicht die Macht besaß, sich dankbar gegen sie zu beweisen; denn blieben ihre Worte ihm auch unverständlich, so hatte ein instinktartiges Gefühl ihn bei seinem ersten Eintritt in die Hütte doch darüber belehrt, daß sie sich ihrem Onkel gegenüber zu Gunsten der Mohave« ausgesprochen. Seine Dankbarkeit aber wollte er an den Tag legen, indem, er ihr rieth, umzukehre»; und al« Hertha auf seine Warnung nicht achtete, da hatte er alle seine Mittel erschöpft. Noch einmal legte er seine Hand leise auf ihre Schulter. „Mormonentaube dahin ziehen, Kairuk dahin auch ziehen," sagte er, mit einer unbeschreiblichen natürlichen Würde gegen Norden deutend, und ohne eine Antwort des jungen Mäd- chen« abzuwarten, begab er sich an das Feuer, wo er sich neben seinem Freunde Zreteba niederließ. Als er davonschritt, blickte Hertha ihm träumerisch nach. „Er ist ein Heide," sprach sie vor sich hin,„doch birgt er Gefühle in seiner Brust, die gewiß manchem Christen zur Ehre gereichen würden. Er wollte mich warnen, der gute Mensch, warnen vor einer unbekannten Gefahr, und nun will 2) vorübergehend, und zwar periodisch oder unregel- mäßig? ni. Findet die Beschäftigung statt: 1) für den gcsammten Betrieb oder für welche Theile desselben? 2) für die gesammte Arbeiterschaft des Betriebes oder BetriebetheilS oder für welchen Thcil desselben? 3) findet bei theilweiser Beschäftigung der Arbeiter unter diesen ein Wechsel statt und wie oft trifft jeden Ar- beiter die Sonntagsarbcit? 4) für den ganzen Sonntag oder für welche Stunden desselben? IV. Wird die Eonntagsarbeit veranlaßt: ». durch technische Eigenthümlichreiten de» Betriebes und welche? b. durch welche wirthschaftlichen oder sonstigen Gründe? V. Sofern die Sonntagsarbeit nicht in allen Betrieben des Gewerbszweiges üblich ist, auf welchen Gründen de- ruht der Unterschied? VI. Welche Folgen würde das Verbot der Beschäftigung am Sonntag haben: I) für Unternehmer? a. technische? b. wirthschaftliche? 2) für die Arbeiter, namentlich b. welche Minderung des JahreSardeitsverdienstes würde unter der Voraussetzung eintreten, daß eine Steigerung des Lohnsatzes nicht einträte? b. würde dieser Nachtheil durch andere Vortheile auf- gewogen werden? durch welche? VII. Ist das Verbot der Beschäftigung von Arbeitem am Sonntage durchführbar: 1) ohne Einschränkungen? 2) mit welchen Einschränkungen? Wenn nicht: 3. aus welchen Gründen? Das Polizeipräsidium hat bereits eine Ermittelung der- jenigen Industrie und Erwerbszweige, in welchen eine Be- schäftigung an Sonn- und Festtagen vorkommt, angeordnet und wird die obigen Fragen jedem einzelnen Arbeitgeber und den in Betracht kommenden Arbeitnehmern zur schriftlichen Beantwortung vorlegen lassen. Gleichwohl glaubt das Polizei-Prästdium auf die gut- achtlichen Aeußerungen in Frage kommender hiesiger Kor- porationen und Vereine zc. besonderen Werth legen zu sollen. Der Fachverein der Tischler Berlins wird deshalb ergcbenst ersucht, auf Grund der thatsächlich vor- liegenden Verhältnisse und der gemachten Ersahrungen der eingehenden Beantwortung der Fragen sich gefälligst unter- ziehen und diese selbst spätestens bis zum 2ü. dieses Monats dem Polizei-Prästdium zugehen lassen zu wollen. Da dasErgebniß derErhebungen spätestens bis zum 1. Oktober bereits dem Herrn Minister vorgelegt sein muß, die Gewinnung eines übersichtlichen Resultats aus allen Antworten sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und außerdem noch mündliche Verhandlungen gepflogen werden müssen, so erscheint eine Fristverlängerung und eme Berücksichtigung später eingehender Gutachten ausgeschlossen. Königliches Polizei-Prästdium. v. Madai. Zur bevorstehenden Nachwahl� im ReichttagSwahl« kreise Höchst-Ustngen wird aus Med unterm 13. August gemeldet:„Mehrere hiesige Sozialdemokraten vertheilten am ver- flossenen Sonntag Stimmzettel und Flugblätter für ihren Kan- didaten Herrn Fleischmann. Wie groß aber war ihr Er- staunen, als sie heute seitens unseres gestrengen Bürgermeisters mit einem Ettafzettel bedacht wurden. Der Herr faßt nämlich die Stimmzettel- und Flugblätter-Verbreitung am Sonntag als unvereinbarlich mit den für unseren Ort bestehenden Po- lizeibestimmungen betr. die Sonntagsfeier auf. Die hcimge- suchten Sozialisten aber denken— und wohl mit Recht— anders und haben Rekurs erhoben, welcher zur Folge haben wird, daß der Herr Bürgermeister einsteht, wie sehr er im Jrrthum sich befindet, bezw. daß das Reichsgesetz vom 1. Juli 1883, wonach die Vertheilung von Wahlflugblättern und Stimm- zetteln in der Zeit von der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahlaktes in keiner Weise polizeilich gehindert werden darf, mehr gilt als die Nieder Polizciordnung.— Als bemerkenSwcrthes Kuriosum sei noch mitgetheilt, daß der„Krieaerverein" in Weißkirchen beschlossen hat, sich nicht an der Wahl zu betheiligen. Veranlaßt ist dieser Beschluß durch das Gerücht, es werde kein national- liberaler Kandidat aufgestellt. Nachdem dieses Gerücht sich als unbegründet erwiesen hat, besinnt sich der Kriegeroercin wohl noch eines Besseren." — Eine von dem Kandrdaten der Arberterpartei Herrn Fleischmann, auf vorgestern Abend nach Kirdorf bei Bad Homburg einberufene Wählerversammlung wurde pünktlich mit einem Referat über die einzelnen Patteien eröffnet, jedoch be- reits nach etwa'/. Stunden durch Landrath Schaffner aufge- er sich sogar unserer Karawane anschließen. Wird man es ihm gestatten? Wird man ihn gut behandeln? O, wie färbt sich Alles so trübe um mich her, und wie sinken meine freudigen Hoffnungen, die mich vor Kurzem noch so reich beseelten! Die Warnung dieses ehrlichen Indianers erfüllt mich mit Be- forgniß, denn bei ihm kann sie nicht aus gehässigen Gefühle« entspringen. Und das fortwährende Schweigen meiner Sch wster; o, wie ist das niederdrückend— entmuthigend, und keine Seele, der ich mich vertrauensvoll nähern und die ich zur Mitwisserin meiner trüben Ahnungen und Befürchtungen machen dürfte." Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Brust; das Alleinsein wurde ihr drückend; sie hüllte sich daher in einen leichten Mantel und begab sich zu einer abwärts lagernden Familie, bei welcher sie zwei vom klimatischen Fieber befallene Kinder wußte.— Elliot, Jansen und RynoldS hatte« um diese Zeit schon die Runde fast um da» ganze Thal herum gemacht, doch galt thre Wanderung weniger den verschiedenen Schildwachea und der Prüfung der Sicherheitsmaßregeln, als dem Wunsch, sich ungestört zu unterhalten. Namentlich hofften die beiden Letzteren von Elliot nähere Aufschlüsse zu erhalten; denn durch die Erwähnung de» Kindes, welches sie für todt gehalten hatten, war ihre Neugierde bis auf's Aeußerste gesteigert worden, und ungeduldig harrten sie darauf, ohne Zeugen mit einander sprechen zu können. „Der Knabe ist also dennoch gerettet worden?" fragte Jansen, sobald sie sich außerhalb der Hörweite der bei den Wagen verkehrenden Leute befanden. „Allerdings ist er gerettet worden," antwortete Elliot zögernd,„ich kenne zwar die näheren Umstände nicht genau, allein ich glaube, vorüberziehende Indianer nahmen ihn mit sich und verkauften ihn später an Holmsten. Ich selbst habe den Knaben längere Zeit bei mir im Hause gehabt. Es war für Holmsten drückend, Diejenige, wegen der seine erste Gattin ihn verließ, von dem Kinde„Mutter" genannt zu hören Er hat sich indessen allmältg damit auSge- söhnt und vor wenigen Wochen das Kind wieder zu sich genommen. Ungern gaben wrr den blühenden Knaben löst(angeblich, weil Ref�bezügllch deS Nationalliberalismus un« wahre Beschuldigungen ausgesprochen!!), worauf sich die Ver« sammlung, unter der sich nicht blos Homburger Fabrikai beiter, sondein auch Kirdoifer Zentrumswähler befanden, mit einem dreifachen Hoch auf Fleischmann trennte. Dem Reichstage werden in der nächflenZSesfion zwei die deutsche Seeschifffahrt betreffende Vorlagen zugehen. Die eine Vorlage ist bestimmt, die Unfallversicherung auch auf die Seeschifffahrt auszudehnen, wie es der deutsche nautische Verein auf seinem im Februar d. I. stattgehabten 16. Vereinstage gefordert bat. Die Vorarbeiten für ein solches Gesetz find seit Monaten rm vollen Gange und dürften sich, um die den Eigcnthümlichkeiten dcS Echlfffahrtsgewerbes entsprechenden Unterlagen zu gewinnen, insbesondere auf statistische Erhebungen über die Erkrankungs- und Unglücksfälle unter den Angehöngen unserer Handelsmarine, ferner über die Höhe der der Rhederei und den Mannschaften aufzuerlegenden Lasten und über die Art der Vertheilung derselben erstrecken. Die zweite Vorlage betrifft die Revision des Gesetzes vom 27. Juli 1877 über die Untersuchung von Seeunfällen, wonach die an den deutschen Küsten errichteten Eeeämter nicht allein die Ur- fachen von Secunfällen zu ermitteln und festzustellen� sondern auch deutschen Schiffern und Steuerleuten, die den Unfall und dessen Folgen durch Fahrlässigkeit, Unfähigkeit oder Vorsatz ver- schuldeten, auf Antrag der den Secämtern beigeordneten Reichs- tommiffare die Befugniß zur Ausübung ihres Gewerbes zu ent- ziehen haben. Zur Diätenfrage. In Bezug auf die Nachricht, daß gegen die ReichstagSmitglieder, welche von ihren Parteigenossen Diäten empfangen, gerichtliche Schritte bevorstehen, bemerkt der „Börsen Kourier":„Die Gewährung von Parteidiäten soll ein Korrektiv der Verweigerung von Dräten durch das Reich sein. Die Gewährung von Diäten läge im Prinzip des allgemeinen Stimmrechts. In Preußen z. B. haben nur 2,49 Prozent der Bevölkerung mehr als 3000 Mark Einkommen jährlich und von diesen haben mehr als ein Viertel über 6000 Vir. Einkommen. Die gewaltige Mehrheit des Volkes ist also des passiven Wahl- rechts beraubt. Die öffentliche Meinung fordert dringend im Interesse einer richtig zusammengesetzten Volksvertretung vie Ge« Währung von Diäten, und der Reichstag hat noch in der letzten Session, am 26. November 1884, mit zwei Drittel der Stim- men den Antrag Ausfeld angenommen, welcher die Gewährung von Diäten festsetzte, die Bemessung ihrer Höhe aber dem Bun- desrath anheimstellte. Um durch den Mangel von Diäten ihren Wählern nicht das passive Wahlrecht zu erschweren, hal die Fortschrittspartei schon 1881 einen Parteidiätenfonds gegründet und auch die sozialistischen Abgeordneten erhalten von ihren Wählern tägliche Remunerationen. Irgend ein besonders finvi- ger und schlauer Jurist hat nun also den«gestern) zitirten alten Paragraphen aufgestöbert, aber indem die Regierung mit dem allgemeinen Landrecht den Parteidiäien beizukommen sucht, macht sie die Sache nickt besser. Zur Anwendung der zitirten Paragraphen fehlen die Voraussetzungen— Verbotsgesetz, unerlaubter Zweck, wider die Ehrbarkeit laufende Zwecke. Daß private Entschädigungen von Abgeordneten auf solchen Voraussetzungen beruhen, ist durch die Reichsverfassung nicht erweislich; dazu fehlt jeder Anhalt. In der Sitzung des Reichstags vom 15. April 1867 sagte der Abgeordnete von Bennigsen, als er aus höheren„staatsmännischen" Rücksichten in der dritten Lesung gegen die Diäten stimmen wollte, nach- dem er in der zweiten Lesung dafür votirt hatte, wörtlich folgendes: Ich will nur im Vorübergehen erklären, daß ich die Vor- läge der Regierungen(nämlich Artikel 32 der Verfassung in seiner heutigen Gestalt) dahin auffasse, daß durch dieselbe die Zahlung emer Entschädigung an einen Abgeordneten aus Prroatmitteln nicht ausgeschlossen werden sollte, noch aus- geschlossen werden könnte. Ich würde es allerdings für wünschenswerth halten, wenn von Seiten des Herrn Vor- fitzenden der Bundcskommissarien in dieser Hinficht noch eine Erläuterung erfolgte. Der Präsident der Bundeskommisflon, Graf von Bismarck, war in der Sitzung nicht anwesend und konnte daher die ge- wünschte Erläuterung nicht geben. Aber am nächsten Tage, am 16. April, regte der Abg. Simon das Thema nochmals an. Hierauf antwortete der Präsident der Bundeskommisston, Ministerpräsident Graf v. Bismarck: Was die Frage, die der Herr Vorredner an mich gerichtet hat, und die gestern schon in meiner Abwesenheit gestellt ist, über die Diäten betrifft, so weiß ich nicht, ob mir der Herr Präsident, da sie nicht zur Sache gehört(die Berathung drehte sich um einen anderen Titel), gestattet, mit einem kurzen Worte darauf zu antworten. Ich habe in den Verfassungsentwurf nichts hinein zu interprctiren, was nicht drin steht; und meines Erachtens steht das drin und liegt in der gcsammten Lage unserer Gesetzgebungen, daß die Regierungen ohne eine straf- Sesetzliche Unterlage nur denen etwas verbieten können, denen e überhaupt nur zu befehlen haben." In Betreff des Unfallversicherungsgesetzes erließ der Minister für Handel und Gewerbe folgendes Reskript:„Das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 hat neben der in fort; wir hatten ihn sehr lieb gewonnen, denn er gleicht auf ein Haar einem verstorbenen Zwillingskinde meiner ersten Frau. Doch auch das Kind soll noch immer nach seinen vermeintlichen Geschwistern und Denjenigen fragen, die so lange Elternstelle bei ihm vertraten." „Von der Mutter ist also nie wieder eine Spur entdeckt worden?" fragte Jansen, und seine Stimme klang unge- wöhnlich mitleidig. „Keine Spur," erwiderte Elliot;„ihre Gebeine liegen im Wüstensand begraben, und kein äußeres Zeichen giebt Kunde von ihrer letzten Ruhestätte." „So jung und so schön; o, wohin hat ihre Störrigkeit sie geführt!" versetzte Jansen, wie zu sich selbst sprechend. „Elliot, hört mich," fuhr er gleich darauf mit tiefem Ernst fort,„geht zart mit der Euch bestimmten Tochter meines verstorbenen Bruders um; sie ist, außer ihrem Schwesterkinde, die letzte ihres Stammes. Sie muß erhalten bleiben." „Und sie wird eS auch," versicherte Elliot mit Eifer,„es sind alle Fälle vorgesehen, und namentlich ist auf ihre Jugend Rücksicht genommen worden. Unbewußt und Schritt für Schritt soll sie auf der Bahn des wahren Glauben» weiter geführt werden. Im engeren Verkehr mit solchen Schwestern und Brüdern, die schon hinlänglich im Glauben erstarkten, wird sie sich allmälig an da« gewöhnen, was ihr heute noch als verwerflich erscheinen würde. Ich bin sogar fest überzeugt, die Zeit ist nicht fern, in welcher sie die patriarchalischen Einrichtungen unserer Kirche in so hohem Grade segnet, wie sie dieselben heute ohne Zweifel noch ver- dämmen würde." „Meine Nichte ist also unwiderruflich und nach reiflicher Ueberlegung, wie ja auch au» dem Briefe des Propheten hervorgeht, für Euch bestimmt worden," bemerkte Jansen nach einer Pause, während welcher er schweigend zwischen Elliot und RynotdS hingeschritten war;„Ihr besitzt aber schon Familie; fürchtet Ihr nicht, sie unvorbereitet in Euer HauS einzuführen?" „Es ist durchaus kein Grund zu Besorgnissen vor- handen," entgegnete Elliot mit überzeugender Ruhe:„Ihr sowohl, wie sie und ihre Gouvernante, werdet allerding« den§§ 41—44 vorgesehenen Vertretung der Arbeiter durch § 45 die Wahl von Bevollmächtigten der Vorstände der Krankenkassen und der Knappschaftekassen zum Zwecke der Theib nähme an den Unfalluntersuchungcn vorgeschrieben. Wählte- rechtigt find hierbei mit Ausnahme der Gemeinvekrankcnoep fichcrung nach dem Berichte der 7. Kommission des Reichstags vom 11. Juni 1884 die Krankenkassen aller Kategorien, ein- schließlich der eingeschriebenen oder au? Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Hilfskaffen, welchen mindestens 10'N den Betrieben von Mitgliedern einer Berufsgenoffensckast DP schäftigte versicherte Personen angehören. Die Wahlen sind von den Vorständen der einzelnen hiernach wahlberechtigten Kassen unter Ausschluß der denselben angehörenden Vertreter der Arbeitgeber vorzunehmen und haben derart zu erfolget daß für jede Genossenschaft, in deren Betrieden minvefteno 10 Kassenmitglieder beschäftigt find, je ein Bevollmächtigter und zwei Ersatzmänner für den Bezirk einer oder mehrererna- mentlich zu bezeichnenden Ottspolizeibehörven gewähu werden. Bei Bezeichnung dieser Bezirke, welche gleichfalls durch die die Wahl vornehmenden Kassenvorstände zu erfolgen hat, ist zu beachten, daß die Gewählten, wenn sie m Thätigkeit treten, nur Ersatz für etwa entgangene Arbeitsverviensre nach den gemäß dem Unfallveificherungsgesetz vom 6. Fm« 1884 durch das Genoffenschaftsstatut bestimmten Sätzen, nicht aber Reisekosten oder Ersatz für sonstige baare Auslagen jj» beanspruchen haben. Es ist zulässig bei Kassen, welche für mehrere Genossenschaften wahlberechtigt find, dieselben Per» sonen für alle oder einzelne Genossenschaften zu Bevoll- mächtigten oder Ersatzmännern zu bestellen; eine Unter« scheidung zwischen einem ersten und einem zweiten Ersatzmann, wie sie§ 44 a. a. O. verlangt, findet nicht statt. Wählbar find diejenigen Mitglieder der wahlberechtigten Kassen, welche unfallverficherungspflichtig, großjährig, im Besitze der bürge»- lichenEhrenrechte und nicht durch nchterlicheAnordnung injdeisLcr- fügung über ihr Vermögen beschränkt find. Die Prüfung ver hiernach erforderlichen Qualifikation der. Gewählten hat die Kassenaufsichtsbehörde vorzunehmen, sowie die Namen und den Wohnort derselben den betheiligtcn Ortspolizeibebörden anzu- zeigen." Am Sctluß des Reskriptes wird die Vornahme der Wahlen unter kürzester Fristsetzung angeordnet. Es find sonw jetzt in den einzelnen Kreisen resp. krciseximitten Städten die Vorstände der Orts, Betriebs-, Bau-, Jnnungskrankenkassen, sowie der eingeschriebenen oder freien Hilfskassen zur Wahl der Bevollmächtigten und Ersatzmänner auizustellen, die Qualifikation der Gewählten zu prüfen, die Namen und der Wohnort der Gewählten den bethefligt Ortspolizeibehörden am zuzeigen. Zur Ausführung der Untersuchung über die Eon#" tags-Arbeit haben die Minister für Handel und Gewerbe und des Innern an die königlichen Regierungen folgenden Erlaß gerichtet: Berlin, 23. Juli 1885. Der Herr Reichskanzler hat bei den Regierungen der Bundesstaaten die Anstelluna einer Untersuchung über die Beschäftigung gewerblicher Aroeiter an Sonn- und Festtagen in Anregung gebracht. In Folge dessen veranlassen wir vn königliche Regierung, unter Beachtung der folgenden näheren Bestimmungen diese Untersuchung in dem dortigen Verwal- tungsbczirk alsbald vorzunehmen. I. Durch die Ermittelung soll festgestellt werden: 1, In welchem Umfange th itsächlub die fragliche Beschäftigung vorkommt; 2) ob und in wie wc» eine Beschränkung derselben ohne Schädigung bcrcchtigter Interessen möglich ist. II. Die Ermittelung soll sich auf alle Gewerbszweige einschließlich der Handelsgewerbe und de» Handwerks erstrecken. III. Es find zunächst alle diejenigen Industrie- und Gewerbszweige zu ermitteln, in welchen über« Haupt eine Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn und Festtagen vorkommt. Auf welchem Wege diese Ermittelung stattzufinden hat, überlassen wir dem Ermessen der königlichen Regierung, bemerken indessen, daß die Vollständigkeit derselben sowohl für die Sache wie für die Gewerbetreibenden von wesentlicher Bedeutung ist, da für den Fall eines allgemeinen Verbots der Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn« und Festtagen Ausnahmen für solche Gewerbszweige selbst" verständlich nicht in Frage kommen können, in welchen bisher eine derattige Beschäftigung thatsächlich nicht stattgefunden W- Es wird daher in Erwägung zu ziehen sein, ob im Interesse einer vollständigen Ermittelung etwa eine öffentliche Aufforde" rung zur Anmeldung solcher Betriebe, in welchen jene Beschs" tiguna bisher stattgefunden hat, zu erlassen ist. IV. Sämmtl««- Industrie- und Gewerbszweige, für welche das Vorkommen der Beschäftigung an Sonn und Festtagen festgestellt ist, find ein Verzeichniß aufzunehmen, welches nach der Eintheilung um» der Bezeichnung der Reichsgewerbestatistik aufzustellen Diejenigen Gewerbszweige, welche sowohl fabrikmäßig w« handwerksmäßig betrieben werden, sind eintretendenfalls m dem Verzeichniß doppelt aufzuführen, einmal mit dem Zufalf' „Fabrikbetrieb" und einmal mit dem Zusätze„Handwerksbe trieb." V. Für jeden in das Verzeichniß(IV.) aufgenommene# Gewerbzweig find demnächst die auf dem anliegenden FriW" bogen verzeichneten Fragen auf besonderem Bogm zu oeaM" vorläufig in meinem Hause wohnen; doch sind die glieder meiner Familie so insttuirt, daß wohl kaum ein«#? überlegtes Wort über deren Lippen kommen dürste, obgle«? ich diese Vorsicht einem Charakter, wie dem Eurer Ni% gegenüber für vollständig überflüssig halte. Ob ich meine Person auf kurze Zeit allein nach der Salzseestav übersiedeln und erst nach geschlossener Verbindung nachdem Eure Nichte sich über den Tod ihrer Schwester einigermaßen getröstet hat, meine Familie nachkomme# lasse, um für immer dort zu bleiben, hängt eve» davon ab, wie bald wir sie mit Satzunge«, betreff der geisttgen Ehe, vertraut machen dürfen, und w leicht sie selbst sich mit denselben aussöhnt. JedenfaU wird die Nähe des Sohnes ihrer Schwester einen reichen Einfluß auf das noch nicht erprobte Gemüth#» üben, und ist allein schon deshalb meine vollständige lieber" siedelung nach der Salzseestadt wünschenswerth." it,h „Gewiß wird der Anblick des Knaben sie trösten# aufrichten," pflichtete Rynold« bei, der so lange geschw'eg" aber um desto aufmerksamer auf die Worte seines Gefahrr gelauscht hatte.„Ich bettachte es aber auch von em andern Standpunkte auS als ein große« Glück, daß Knabe noch lebt; hätte er das ttaurige LooS seiner getheilt, so hätte das letzte Band, welches unsere Gw% befohlene an den neuen Glauben fesselt, ttotz ihrer Hingebung und Frömmigkeit, sehr gelockert, wer weiß," leicht durch eine einzige heftige GemüthSbewegung 8##* 5 � rissen werden können. Aber sieht das Kind wirklich l6'.-, Mutter nicht ähnlich?" fragte er dann, scheinbar g?. � giltig, aber mit den Blicke« eine« Luchses Elliot von Seite beobachtend. „Nicht daß ich wüßte," antwortete dieser sich abwen um einen Anflug von Verlegenheit zu verbergen..�t, Dem listigen RynoldS entging diese Bewegung. � und wer nur genau und aufmerksam sein Mienensp' wacht hätte, der würde einen hellen Triumph entdeckt V � der schnell wie der Blitz in seinen Augen aufleuchtet�/ eben so schnell wieder spurlos verschwand. (Fortsetzung folgt.) S?« m®'f Beantwortung der Fragen wird fich neben sorg- samger Benutzung der eigenen Beobachtungen der Beamten und Behörden hauptsächlich auf die Anhörung von Arbeit» fiebern und Arbeitern zu stützen haben. Was die Arbeitgeber miangt, so werden vomehmlich die vorhandenen gesetzlichen und reren Vertretungen des Handels- und Gewerbestandes zu hören � also für die Handelsgeschäfte und die Groß- und Fabrik« »oustne die Handelskammern und kaufmännischen Korpora- «onm, wo solche bestehen, sowie die freien Verbände der Fa- Junten, für das Handwert die Innungen, Jnnungioerbände unv sonstigen Handwerkervereinigungcn. So weit in diesen Körperschaften einzelne der betheiligten Gcwerbzweige nicht ver- «eten sind, werden auch einzelne hervorragende Gewerbtreibende r boren sein. Die Anhörung von Arbeitern, welche für jeden '_ Betracht kommenden Gewerbzweig zu erfolgen hat, muß in k'ner Weise stattfinden, welche eine Gewähr für die Abgabe L?eö unbefangenen und unbeeinflußten Urtheils bietet. Wie nl A'el am fichersten zu erreichen ist, wird nach den ört« uchen Verhältnissen zu ermessen sein. Geeignet zur Verneh- ?ung erscheinen namentlich die dem Arbeiterstande angehören- �"Mitglieder der Vorstände der Krankenkassen, so weit diese "-'�Betriebs-(Fabrik-) Krankenkaffen find. Auch die Be- wchtchtigung freier Arbeitervereimgungen ist nicht ausgeflossen, sofem dabei die oben bezeichnete Voraussetzung zu- »>fft. Was die Form der Anhörung betrifft, so wird es fich, w wert es ohne vcrhältnißmäßigen Zertaufwand geschehen kann, empsthkn, dre oben bezeichneten Organe der Arbeitgeber und Mr Umständen auch der Arbeiter zunächst zu einer schrift- "Gen Beantwortung der Fragen, welche übrigens für jeden fferbzweig gesondert würden, erfolgen müffe, zu veranlassen und das Ergeoniß derselben bei der oemnächstigen mündlichen �fuehmung und Verhandlung zu berückfichtrgen. Zu der ,,undllchen Vernehmung und Verhandlung, welche unter allen Munden stattzufinden hat, find, soweit thunlich, solche Ar- Z%btr und Arbeiter heranzuziehen, welche von den oben Mahnten Organen bezeichnet find. VI. Die Ermittlungen und f°"erungen werden, soweit der Umfang der damit verbun- «enen Arbeit nicht eine Theilung erforderlich macht, von einer ?und geleitet werden müssen. So wird es fich empfehlen, die- drei Gruppen zu sondern: 1. Groß- und Fabrik- fustne, 2. Handelsgewerbe, 3. Handwerk. Die Verhand- MenadDI haben unter fortlaufender Mitwirkung des zustän- Jfn Gewcrderathes stattzufinden; in wie weit derselbe auch & Verhandlungen ad 2 und 3 in Anspruch zu nehmen rY bleibt dem Ermessen der königlichen Regierung überlassen. & i b« den letzteren Gemeindebeamte, welche mit den in Frage ben gewerblichen Verhältnissen vertraut find, zuzuziehen ivjen, rst zu erwägen. Um für die Erörterungen über die Zzfie ttl., IV. und VII. des Fragebogens einen Anhalt zu ge- fbren, ist den Leitern der Verhandlungen ein Exemplar der gefügten Anweisung der königlichen Regierung zu Düffeldorf »? Juni 1884 mrt der Weisung einzuhändigen, von dem UMt derselben auch den an den Erörterungen Theil nehmenden »nn S1?1 Kennwiß zu geben. VII. So weit die Zuziehung &!., Arbeitern zu den Erörterungen durch Gewährung von jungen für Reisekosten und Zeitversäumniß bedingt ist, " eine solche nach angemessenen, von der königlichen Re« Nerunl weise' Monbi Zu bestimmenden Lätzen erfolgen. Heber die Vorschuß� unn-x estteitung der dadurch erwachsenden Ausgaben wird .„Mete Verfügung ergehen. Da der Herr Reichskanzler bis riais.'-Oktober d. I. die Vorlegung des gesammten Mate- bestimmt erwartet, so veranlassen wir die königliche Re- Ni ung, die Ermittelungen und Erörterungen so zu beschleu« b 8ln' daß die Ergebnisse derselben spätestens am 1. Oktober dank UnCä zugehen. Gleichzeittg wolle die königliche Regierung seits, beuchten, wie fich die unter dem 24. Juni v. I. dort- Suin«1 ffene Anweisung an die Ortspolizeibehörden über die Sonntagsarbeit in den Fabriken bisher be- ZiviiÜM�' August. Seitens der Buchdruckcreifirma der„Echles. Ztg." folgende Zuschrift zu: ausn.i�Uchm hrermrt, rn der am Freitag erscheinden Morgen- Zeit,, berichten zu wollen, daß die„Neue Breslauer GerichtS- ist nie im Verlage der Buchdruckerei„Eilefia" erschienen der daß das Erscheinen derselben durch die Schließung KatMHrei„Silefia" nicht tangirt wird, weil die Zeitung schlich eine Druckerei nicht befitzt." Belgien. festio-n� klerikale Regierung bemüht fich, ihre Pofition zu be- fiesen bat zu diesem Zwecke eine Aenderuna des Wahl- vorgenommen, die ganz dazu angethan erscheint, den chen lös, in dm Bezirken den Sieg zu fichem, in wel« av. is jetzt nur liberale Kandidaten Erfolg hatten. Der neue — � �---WV.X-- aber ?n „®uebe von den liberalen Kandidaten heftig bekämpft, angen°" der Kammer endgiltig mit 73 gegen 47 Stimmen besser M elh®.'e Herren Liberalen haben es seiner Zeit nicht sin niiMbht, hätten fie, als fie noch am Ruder waren, für Wen fiemernes, gleiches und direttes Wahlrecht Sorge ge- "'inire'nt.ö»�� � den Klerikalen nicht gelungen, fich zur do- ewn Parier empor zu schwingen. %)0n an' wvuuui\)uyic Vit h»-vvuvfvswv ireu'-» F-�cheuleben forderte, war man selbst in Regierungs W Ns im vorigen raurreich. ahre die Cholera in Marseille tausende en i vww.v, wv.�..—..,—...— 0------- w ml w�tt Zlnig geworden, daß dieser gefährlichen Krank- anitär-n Einhalt geboten werden könne, wenn die würben Verhältnisse eine gründliche Umgestaltung erfahren '*fch kaum war die Epidemie vorbei, so schwanden ......■ Gegen. Hlllrti-v r"-«wvivanv ♦♦»♦v*- v*. v----, ö.. ssch l8 baust die Eholera wieder in Marseille und jetzt zergt der M auch nicht das Geringste geschehen ist zur Besserung einiÄ»n Verhältnisse. Der Professor""'""" Statur, a?1en der Pariser medizinischen wiib j�?, Zustände folgenden Bericht erss ären Verhältnisse. Der Professor Brouärdel hat vor '-....... Akademie über die erstattet:„Der Unrath '""' vielen t kwken Vorsätze und Alles blieb beim Alten. |....... j "Pltg«f. w.--------- I vayvnvvi»---- Däusern ��?°ksen geworfen. Senkgruben giebt es in Eike, � In einigen Straßen steht ein Kübel in einer daß ninn no(b im Hausgang, und immer fließt er über, so |etum." fieZroungen ist, tn mehr oder minder flüssigen Matenen �afen im t �nd auch die Gossen find davon angefüllt. Im alten est sefitDnyt Kloaken der Stadt zusammen; sein Wasser der Cbcn-M stinkend und Fäulnißblasen sammeln fich an �n noch ekelhafterem Zustande find die häufig Ü1?8 der aL«£aten- Am Lstufer des alten Hafens zeigten S'Nwobn« k if nnd der Maire ein Haus, welches allein 700 v'e Bem". berbergt. ES hat im Ganzen nur zwei Treppen; ... werfen aus dem fünften Stock den Unrath in fieräumt baus hinunter. Die Haufen werden erst weg- Metern\ 1?enn Re den Umfang von einem oder zwei Kubil !,nbetlrf»n en- Die Herren führten uns auch in eine Klein Riten n-. F�iche in einem engen, düsteren, von den Ab m. Rein Hause angelegt Ist." - nder, daß die Akademie hierauf einmüthig den Wohnu?. äußerte, das Gesetz von 1850 über die ungesunden misten„/".fischte unerbittlich durchgeführt und keine weiteren s8 die s.�??bit werden.(Mit solchen Angelegenheiten scheint %ii( R°"Z°nsche Regierung nicht sehr eilig zu haben.) Der Ml Fnn»Ü Marseille hat die Errichtung von 10 Hilfsposten "b zu M et Ltadt und 4 in den Vorstädten angeordnet ergehen lastet �ehufe einen Aufruf an Aerzte und Apotheker r„ Aus„n Dänemark. |%tioen t Theilen des Landes werden fast täglich Ent- N.bung Lehrern. Kommunalvorstehern ic, sowie die Er- fehlere% Anklagen wegen Majestätsbeleidigungen gemeldet. untet rhnen der Hochschulevorfteher Johnsen �et'Mb schon wegen solcher Anklagen zu mehrmonat- langnißstrafe verurtheilt worden, viele andere befinde fich noch in Untersuchungshast und nur einzelne Angeklagte find gegen hohe Kaution aus der Haft entlassen worden. Obgleich nach§ 80 der Verfassung jeder Verhaftete nur auf Grund eines gerichtlichen Erkenntnisses in Haft behalten werden kann, ihm außerdem der Appell gegen ein solches Erkenntniß bei dem höheren Gericht zusteht und dem Verhafteten auch die Zu- ziehung eines Anwalts durch Abschnitt 4 der vorläufigen Be- stimmungen zur Verfassung gewährleistet ist, so wird bezüglich der wegen Majestätsbeleidigung verhasteten Personen auf diese Bestimmungen gar keine Rückficht genommen und werden auch alle von Rechtsanwälten im Interesse einzelner solcher Ver- hafteten eingereichten Anttäge von den Gerichten einfach zurück« gewiesen. G r o tz b r i t« u« i e»». Mit großen Lettern meldet die„Pall Mall Gazette" in ihrer letzten Ausgabe das„erstaunliche Gerücht der Durch- prügelung eines königlichen Kommissars." Diesen Morgen, so meldet dre Zeitung von gestern, wurde ein wohlberannter Gentleman, der jüngst zum Mitglied der königlichen Kommisfion ernannt worden war, in dem Sriegenhause eines Bureaus von einem Gentleman angehalten und gehörig durchgeprügelt, der ihn öffentlich angeklagt hatte, seine Tochter verführt zu haben. Den Prügeln war ein wilder Angriff auf den tönig- lichen Kommissar vorangegangen, der, wie eS heißt, von dem zornigen Vater geschüttelt worden war, wie ein Dachshund eine Kette schüttelt. Er wurde dann geprügelt, bis der Stock brach, in welchem Augenblick ein Freund des Angegriffenen inter- venirte. Die„Pall Mall Gazette" widmet offenbar dem .rügelaustbeiler ihre Sympathien. Der Angreifer heißt jraneis und der Angegriffene Mr. Pearce, Chef der Glas« gower Schiffsbaufirma John Elder u. Ko. und Mitglied der königl. Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Handels- stockung." — DaS englische Parlament ist nunmehr geschlossen, es hat eine Lebensvauer von 5 Jahren und 3'/, Monaten gehabt. Dasselbe ttat am 29. April 1880 zum ersten Mal zusammen, nachdem die Neuwahlen zur Bildung einer außerordentlich großen liberalen Mehrheit im Unterhause und zum Sturze des konservativen Kabinets Lord Beaconsfield's geführt hatten. Amerika. In den Vereinigten Staaten mehrt fich der Großgrund- befitz in einem Maße, daß man auf dem durch denselben reprä- sentrtten Areal für die Zukunft ein ähnl'cheS Pachtsystem be- fürchten muß. wie es zur Zeit in Irland so viel von fich reden macht. Dreißig juristische Personen befitzen ein Gebiet von 32261 Miles of land(gleich 20 647 000 Acker gleich 83 544 Quadratkilometer); arößtentheils befinden fich diese Ländereien in der Hand englischer Kapitalisten, doch befitzt auch eine nie- derländische Gesellschaft 4,5 Millionen Acker, 1 Acker gleich 40,5 Ar(18 210 Quadratkilometer), und ein deutsches Synoikat 1,1 Mill. Acker(4451 Quadratkilometer). DaS Eigenthümlichste bei diesem ganzen Befitze ist wohl der Umstand, daß der Re« gierung alle Mrttel fehlen, um den Befiytitel der jetzigen Eigen- thümer prüfen zu können, obgleich es bekannt ist, daß ein großer Theil dieses ungeheuren Gebietes erschwindelt wurde. Die nordamerikanische Regierung befitzt noch immer 641 000 000 Acker(2600000 Quadratkilometer) Land, Alaska nicht mit eingerechnet; freilich find nur ca. 30 Prozent davon für den Ackerbau geeignet, da 445 000 000 Acker (1 800 000 Quadratkilometer) nur alS Wüsteneien bezeichnet werden können. Von den übrigen 186 000 000 Acker(zirka 752 700 Quadrattilometer) müßte erst der Waldbestand entfernt werden, bevor fie nutzbar gemacht werden könnten. Uebrigens beträgt das gesammte Waldland der Vereinigten Staaten noch nicht 18 pCt. der gesammten Bodenfläche, während Europa durchschnittlich 28 pCt. Waldland hat. 15 pCt. Waldland ist aber das Minimum für jedes Land, daS nicht seine Agrikultur« Verhältnisse ernstlich schädigen oder seinen Holzbedarf durch Zufuhr aus dem Auslande decken will. Jene 186 000 000 Acker find so gut wie vergeben: 100 Millionen werden von Eisen- hahngesellschaften und anderen Korporationen als Schenkungen in Anspruch genommen und 80 Millionen von Privaten re- klamirt. Man steht, bemerkt der„Export" treffend, daß nur noch wenig zu vergeben ist, in ein paar Jahren wird alles fort sein. Ganze Bezirke find in den Händen von Spekulanten, und zwar gerade die besten Ländereien; der Rest reizt die Epekulanten kaum mehr. Kommunales. w. Nach dem Verwaltungsbericht des Magistrats zu Berlin über die Steuer- und EinquartierunaS-Depu- tation für die Zeit vom 1. April 1884 bis 31. März 1885 waren im 1. Vierteljahre 1885 20 281 erträgsfähige Grundstücke vorhanden, von denen 19 780 mit Gebäuden besetzt waren, während 501 in Arbeit waren und als Zimmer-, Holz-, Ablage- Plätze k. Verwendung fanden. Die Zahl der ver- mietheten Wohnungen beträgt 303 334 und hat fich gegen das Vorjahr um 10 59v mit einem Miethswerthe von 7 690 509 M. vermehrt, was pro Wohnung einen Durchschnitt von rund 726 Mk. ergiebt, während auf sämmtliche vermiethete Woh- nungen ein Durchschnitt von 607 M. gegen 603 M. im Vorjahre entfällt. Hiernach hat im Allgemeinen eine Steigerung der Miethen stattgefunden. Auch ist die Zahl der unvermie- theten Wohnungen um 2616 mit einem Miethswerthe von 869235 M. zurückgegangen. Die vollbesteuerten Wohnungen und Gelasse hatten einen MiethSwerth von 158 452 009 Mark, wonach fich zu 6'/, vom Hundert ein Miethssteuer-Eoll von 10 563 467,.s Mark berechnete. Die theilweise besteuerten Woh« nungen ergaben in einem Miethswerthe von 7 207 667 M ein Miethssteuer- Soll von 480 511,13 M., zusammen also 11 043 978,40 M., gegen das gleiche Vierteljahr des vorher- gehenden Jahres eine Erhöhung um 418 107,87 M. Mit Rückficht auf ein vorausstchtliches Interesse an dieser Feststellung ist die Zahl der von Handwerkern und GewerbetrMhenden be- wohnten Wohnungen bis zum Miethswerthe von 000 M-, bei denen regelmäßig Mitverwendung für die Zwecke des Gewerbe- betriebes anzunehmen, mit ausgezählt werden. Es find hierbei 105 913 ermittelt, also mehr als ein drittel sämmtlicher ver« mietheten Wohnungen mit einem Miethswerthe von 34 335 981 M. Hierin find 83 123 Wohnungen mit je einer JahreSmiethe bis zu 450 M. enthalten, welche zusammen einen MiethSwerth von 20 011 300 M. hatten. Die Zahl der AI- mosen- und Pflegegeld-Empfänger, welche eigene Wohnungen gemiethet hatten, betrug 11 108. Der MiethSwerth ihrer Wohnungon betrug im 1. Vietteljahr 1885 1 769 689 Mark und ist gegen das Vorjahr um 140 619 Mark gestiegen. Auch hat fich die Zahl derjenigen Wohnungen wieder erheblich vermehrt, deren Inhabern mit Rücksicht auf ihre dürfttgen Verhältnisse zeitweise Steuer- befreiung bewilligt werden mußte. Dergleichen Wohnungen waren im ersten Vierteljahr 1885 8190 mit einem MiethS- betrage von 1 451 095 M. vorhanden, gegen 1884 mehr 1123 Wohnungen mit einem Miethsbettage von 186 424 M. Die Gesammtzahl aller steuerfreien Wohnungen und zusammen- aehörigen Gelaffe betrug 23 096 mit einem Miethswerthe von 12 986 326 M-, darunter 3798 steuerfreie Gelasse der Behörden und Institute und steuerfreie Militär- und Beamtenwohnungen mit einem Miethswerthe von 9 765 542 M. Hiervon entfallen auf Behörden und Institute 1052 Wohnungen mit einem Miethswerthe von 6 928 930 M und bleiben an steuerfreien Militär- und Beamtenwohnungen 2746 mit einem Miethwerthe von 2 846 612 M- Von Personen, welchen eine theitweise Steuerbefreiung armuthshalber zugestanden war, wurden rm ersten Vierteljahr 1885 4053 Wohnungen bewohnt, von welchen Wohnungen ein Mietsbetraa von 573 027 M steuerfrei war Zieht man nun von der Gesammtsumme der theil- Rest geblieben den gesetzlichen weise steuerfreien Wohnungen von 25 829 mit einem steuerfreien Miethsertrage von 5442 604 Mark vor- stehende 4053 Wohnungen und 573 027 Mark Miethe ab, so bleiben für Beamte rc. 21 716 Wohnungen mit einem steuerfreien Miethsbetrage von 4 869577 M.— Das Soll- Einkommen der Hundesteuer pro 1884 beträgt 281 055,37 M. Davon find eingezogen baar 281 001,75 M. und somit am Schlüsse des Jahres noch 53,62 M.— Unter Berücksichtigung der nach_ Vorschriften den Militärs, Geistlichen, Lehrern, Beamten. Pensionären rc. eingeräumten Steuerermäßigungen und Be« sreiungen wurden pro I.April 1884 85 zur Gemeinde- Einkommensteuer veranlagt: a) Etaatsklassensteuerzahler 378 505 Personen(hiervon zur ersten Stufe mit einem Ein» kommen von 429—660 M. 148 128 Personen, zur zwölften Stufe mit einem Einkommen von 2700- 3000 M 4221 Personen), b) Staatseinkommensteuerzahler 30 039 Personen, c) juristische Personen 491, di Forensen 2038 Personen, e) auswärts wohnende Beamte 774 Personen, t) Schiffer 46 Personen, zusammen 411 893 Personen, gegen 1883/84 mehr 15908 Personen. Zur Soll- Einnahme find im Etatsjahr 1884/85 gestellt worden 11890 423,50 M. Lokales. r. Das Asphaltkochen auf offener Straße ist bei dem großen Umfange der asphaltirten Höfe und TrottoirS in ein« zelnen Etadtgegenden längst zu einer wahren Kalamität für die Vewohner solcher Quartiere geworden, deren Fenster und Thülen nach der Straße zu belegen find. Plötzlich etabliren fich auf dem Straßcndamm zwei, drei solcher eisernen Rauch- essen und verbreiten Tage lang einen unerträglichen Qualm, vor dem alles flüchtet. Kein Fenster, keine Thür kann geöffnet werden, weil fich sofort dicker Ruß auf allen Sachen in der Wohnung lagert. Sogar bei Neubauten, wo doch das Auf- stellen der Kochapparate im Hofraume Niemanden inkommodiren würde, hüllen diese mit ihrem Qualm die ganze Straße ein, wie man dies gegenwärtig in der Zimmerstraße, an der Ecke der Jerusalemersttaße, und an vielen anderen Puntten der Stadt bemerken kann. Beim Abbruch alter Baulichkeiten muß der Unternehmer Vorkehrungen treffen, daß das Publikum durch Staub nicht belästigt wird; auch bei Belästigung der Nachbarschaft durch den Rauch aus Fabrikschornsteinen schreitet die Polizei und das Gericht ein. Woher haben nun die Asphaltirer ihr Privllegium? Daß diese dichten Rauchsäulen der Asphaltkeffel viel unangenehmer für das Publikum find, namentlich in der jetzigen Jahreszeit, als eine Staubwolke beim Abbruch eines alten Hauses, ist ganz zweifellos; man frage nur unsere Hausfrauen, die bei solchem Qualm jammemd ihre Fenster und Gardinen betrachten, welche letzteren auch durch eine Wäsche nicht völlig wiederhergestellt werden können. Wer asphaltiren läßt, der möge die Vorbereitungen auf seinem Hofe vornehmen lassen, dort werden verhältnißmäßig nur Wenige, und zwar die zunächst Jnteresfirten von den Unbeauemlich- ketten betroffen und diese sind dann in der Lage, dafür zu sorgen, daß die belästigenden Einrichtungen möglichst schnell beendigt werden, während heut die Bewohner eines ganzen Straßenzuges die Belästigung haben, wenn ein Hausoefitzer asphaltiren läßt, dem in Folge einer geschickten Aufstellung der Apparate der Wind den lästigen Rauch fortweht. r. In den Ferien-Kolonien haben die Aufseher mehr-- fach Gelegenheit gehabt, zu bemerken, wie wenig bei den in Berlin wohnhaften Kindern das Verständniß für die auf dem Lande vorkommenden Dinge entwickelt ist. Acht und neun- jährige Knaben riefen beim Anblick eines Getreidefeldes in vollem Ernste:„Hier wächst Stroh!" und von Vögeln unter- schieden fie gewöhnlich nur Tauben und Sperlinge, so daß jeder Vogel, der fich in seiner Größe mehr den Tauben oder den Spatzen näherte, von den Kindern ganz unbedenklich zu jenen oder diesen gerechnet wurde; ja einer Glucke mit ihren Küchlein pasfirte es, daß ein siebenjähriger Berliner die alte Henne als große Taube, ihre Küchlein aber als Sperlinge unterschied.— Natürlich haben die Kleinen Vieles gelernt, und wenn fie übers Jahr wieder hinauskommen, haben fie es hoffentlich nicht vergessen. Wie traurig aber muß es in dem Gemüth eines Proletarier-Kindes aussehen, das von der freien Natur so wenig, von dem großstädtischen Elend aber leider, ach soviel kennen gelernt hat. Ueber die sozial-politische Bedeutung des Berliner Maurer-StreikS läßt fich ein hervorragendes Organ der Reichspartei, die„Preußischen Jahrbücher der Herren Professoren v. Treitschke und Delbrück folgendermaßen vemehmen, und zwar in der politischen Ueberficht des neuesten Heftes: Ein lokales, aber bedeutungsvolles Ereigniß dieses Sommers war die vierwöchentliche Arbeits Einstellung der Berliner Maurergesellen, welche dazu geführt hat, daß den Maurern zwar von dem größten Theile der Arbeitgeber die geforderte Lohnerhöhung einstweilen bewilligt worden, daß aber die Maurer weder die allgemeine Lohnforderung noch irgend eine Bürgschaft einer dauernden Erhöhung erlangt haben. Uns hat fich hei Beobachtung dieser Bewegung eine Lehre bestätigt, die wir schon lange aus den sozialen Kämpfen der Gegenwart gezogen haben. Die Maurermeister haben sich geweigert, mit der Streittommisfion zu unterhandeln, weil diese Kommisfion nicht in der Lage sei, die Erfüllung der von ihr etwa über- nommenen Verpflichtungen zu gewahrleisten. Hier liegt nicht der einzige, aber ein sehr wichtiger Punkt, von dem aus die Lösung der sozialen Frage in Angriff genommen werden muß. Es muß eine Solidarität abgegrenzter Arbeiterschaft in Bezug auf die Leistung, eine korporative Disziplin nach und nach gebildet werden, welche den Arbeitern eine fittliche Gesammt- Aktion, nicht blos ein zerstreutes revolutionäres Vordringen gestattet. Es ist jetzt nicht Zeit, diesen Gedanken auszuführen, wie sehr er aber durch die Entwickelung der Verhältnisse ge- fördert ist, beweist der Plan der Maurermeister, auf Grund des§ 100 a der Gewerbe-Ordnung, die Gesellen zur Theil- nähme an der Jnnungsversammlung und an der Jnnungs- Verwaltung für begrenzte Zwecke zu berufen. Wenn dieser Plan zur Ausführung kommt, wird aus ihm nur ein leicht vergeblicher Versuch hervorgehen, der aber vielleicht dazu führt, daß man andere Grundlagen für die Organisation der Arbeiter sucht. Wenn der Berliner Maurer- Streik viele beklagenswerte Folgen gehabt hat, so „Preußischen wP.'r./ Hmiauy, SjääÄ sää«ä � c. aa �£4,1 1.»t.. �„ m fv u � �_ w*_..«f verzichten darauf, eimge gierung so nahe stehenden Kreise die Üeberzeugung hervor- gerufen hat, daß gegen diese Arbeiter» Bewegung d i e Innungen ein völlig ungeeignetes Mittet find, und daß man dort ernstlich an„andere Grund- lagen für die Organisation der Arbeiter" denkt. Man darf vielleicht neugierig sein, wie fich diese „andere Organisation" in den Köpfen der Herren von der Reichspartei darstellt. Immerhin aber haben die Berliner Maurer Ursache, stolz zu sein auf diesen politischen Erfolg, den fie mit ihrem Streik neben dem materiellen Erfolge errungen haben. Der falsche Kanzler. Unter dieser Ueberschrift erzählt die„Königsberger Allgemeine Zeitung" folgendes Werkstatts- Histörchen: In einer viefigen großen Werkstatt machte kürzlich ein neu eingetretener Arbeiter die Bemerkung, daß der Geselle F. in seinen Zügen Aehnlichkeit mit dem Reichskanzler habe. Seine Meinung wurde sofort von den Uebrigen getheilt, od- gleich der üppige Haarwuchs des Abbildes der Aehnlichkeit einigermaßen Abbruch that, und F. seitdem nur„der Kanzler" genannt, eine Benennung, die ihm durchaus nicht anstößig er« schien. Im Gegentheil, am Abend war sein erster Gang zum nächsten Äarbierladen, um sich das Haupt enthaaren zu lassen. Die Locken fielen unter der Scheere, der Scheitel wurde einge« seift und war nach zehn Minuten so glatt wie das zarteste Mädchenkinn. F. war zufrieden. Sein Erscheinen in der Werk- statt am anderen Morgen erregte eine ungeheure Heiterkeit, und als der Werkmeister erschien, fand er sämmtliche Arbeitsplätze leer, Gesellen und Burschen mit der Begrüßung ihres„Kanz- lers" beschäftigt. DaS vergnügte Intermezzo schien dem emsten Manne doch zu nachtheilig für die Thätrgkeit seiner Arbeiter, darum bat er den Kahlkopf, fich sofort nach Hause zu begeben und erst wiederzukommen, wenn ihm das Haar gewachsen sei, das er seiner Eitelkeit als Doppelgänger des großen Staats- mannes geopfert hatte. Im Thrergarten fand vorgestem dem„Frdbl." zufolge eine Jagd auf einen fein gekleideten Herrn mit etwas theatra- lischem Aussehen statt, welcher wegen Sittlichkeitsvergehens von der Polizei verfolgt wurde. Die Jagd zog fich fast durch den ganzen Thiergatten. Nachdem dieselbe sich bis zur Fttc« dttch-Wilhclmstraße ausgedehnt, machte der Mann Kehtt und die Jagd wurde nunmehr die Bellevuestraße entlang fottge- setzt. In der„Großen Stern-Allee" gelang es endlich nach verzweifeltem Hin- und Herrennen, an welchem fich noch Ar- beitsleute, Zivilpersonen aus den mittleren Ständen und ein Soldat betheiligtcn— den Schutzleuten war es vor Ermattung nicht mehr möglich mitzukommen— den Mann mitten im Dickicht festzuhalten, der hierauf nach der nächsten Polizeiwache gebracht wurde. Die hier anwesenden Vertreter der Wiener Presse wohnten der gestrigen im Zenttal-Theater wieder bis auf den letzten Platz besuchten Vorstellung der Novität„Die wilde Katze" bis zum Schluß derselben bei und gaben wiederhott ihren Beifall zu erkennen. Im Friedrich-Wilhelmstädt. Theater begeht bereits im Laufe dieser Woche(Freitag, den 21. August)„Der Großmogul" seine 125. Vorstellung, welche unter Assistenz fast aller Premisren« kräfte vor fich gehen dürfte. Die Ottginal Laleika Elise Schmidt ist von ihrem»Landaufenthalte wieder in Berlin eingettoffen und am heutigen Sonntag wird fich das Publikum an der spiühendcn Laune dieser ausgezeichneten Künstlerin wiederum erheitern können. Daß die unvergleichliche Laleika nichts von ihrem Humor eingebüßt hat, beweisen folgende Verse, mit welchen fie Henn Direktor Fritzsche ihr Eintteffen in Berlin anzeigte: Mit dieser Woche Wende Mein Urlaub geht zu Ende. Am Sonntag fing' ich wieder Die alt bekannten Lieder gm Mogul unter Schlangen, hn' alle Furcht und Bangen. DieS theilet Ihnen mit Ergebenst Elise Schmidt. IL Ziehung d. L Klaffe 172. König!. Preuß. Lotterie. Ziehnnft vo« 16. Huga(l 1686. Hut bU»tn»« übet aio Mark ftn»«c» betctffcnbtB Knanura « Parcnlhcse beigefSgL (Dbnt«kwähr.» %%%%«;%» 3ül(300I1 G5 7u(3001 5008�47 03 tlöOOl%7 M,zo0� l 68 90 91 26 W! 829 K?9 936 4042 117 318 t300J 436 635 62 713 I3000] 676 680 94 703 40 73 833 986(30001 87»046 106 81 236 76 97 357 69 617 610 35 56 60 91 712 825 54 936 87 MKZVSM mmmm 674 736 94 96 826(3000) 66 969 98 «apawa m».......... 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Opernhaut. Heute: Die Meisterfinger von Nürnberg. Morgen: Wilhelm Dell. Schauspielhaus. Heule und morgen keine Vorstellung. Belle-Alltanee-Theater. Heute: Sein Steckenpferd. Morgen dieselbe Vorstellung. Neues Kriedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Der Kroßmoaul. Morgen dieselbe Vorstellung. Ofteud-Theater. Heute: Der Goldgräber. Morgen dieselbe Vorstellung. Central-Theater. Akte Jakobstraße 30. Direktton: Adolph Ernst. H-ute: Zum 16. Male: Die wilde Katze. Gesangspoffe in 4 Akten von W. Mannstädt, Musik von G. Steffens. Morgen dieselbe Vorstellung. Ich nehme die gegen den Maurer Herm Karl Paeyoldt, Cuvrysttaße 8, geäußerte Beleidigung hiermit zurück.[1890 Ernst Röster, Maurer, Oppelnersttaße 29. Herzinnige Bitte! Ein geachteter Familienvater, der durch Schicksalsschläge in die äußerste Noth gerathen, krank darniederliegt, bittet edel- denkende Mitmenschen, welche das Schicksal gütiger bedacht hat, ihm in seiner ttauttgen Lage helfend beizusp ringen. 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W> Aelchießung von Straßvnrg.>W> Großes militättsch-pyrotechnisches Kttegsschauspiel in 2 Tableaux unter Mitwirkung von ca. 160 Personen. Schöneberg. Sonntag, den 16. August: Großes Concert oom 3Jiur,t�otpä bfä Schwarzer Adler. Schöneberg. Sonntag, de« 16.«ugnst: uni«--.w».«-«' Cavalier-Ball. Au ftreten sämmtlicher Spezialitäten. Auf der Sommerbühne: fid! Vr�siS Mann�rkins, F. BorCfaardt nochmals � einem Gastspiel mit Anfang 4 Uhr. tionellem Alles Nähere die Säulen. rogramm bestimmen laffen. A Khrlicb. sensa- laffen. [1890 Puamstraße. Schwedische Eisbahn. Leute, Sonntag: Unwiderruflich letztes afrikanisch europäisches Wettrennen zwischen Dromedaren. Rennpferden, Trabern und Droschken>. Klasse, sowie ein Hladernl**- und ein riaetaUnren der besten SchnrlUaafer. «»fang 4 Uhr. Entree 30 Pf., vorher 25 Pf., reservitter Platz 1 Mark, Sattelplatz 2 Mark, Thurm 3 Matt [1891 Uhren-Fabrik G. 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Nachdem jetzt seitens des Reichskanzlers die nötbigen An Weisungen betr. die Erhebungen über den Umfang der vonntagsarbeit und der Frage: od die Betheiligten die Bei Wwllung d erleiden wünschen oder einer weitgehenden Be- Ichrankuna de selben zustimmen, erlassen worden find, bat sich auch die Preffe der verschiedenen Parteien mit dieser Materie Wleder mehr befaßt. Es ist nun nicht unsere Abficht, unS dabei länger aufzu- halten, welche Stellung die Preßorgane der einzelnen Parieren amnehmen. wohl aber möchten wir das doppelzüngige Spiel Mcht unaufgcdeckt lassen, welches auch in dieser Frage der Natronalliberalismus wieder spielt. Bekanntlich nimmt diese Partei für fich das Verdienst in Anspruch, in erster Linie praktische Politik zu treiben und eben>o weit von dem »Mopifilschen Treiben" der radikalen Linken als von den Wchuirten Anschauungen reaktionärer Heißsporne»>a Kl. ist- mrhon) entfernt zu sein. Es find eben„Staatsmänner Sflien Ranges" die Herren, die fich unter der Führung des Lianksurter Oberbürgermeisters und früheren Kommunisten, haben auf das Heidelberger Programm eingeschworen Eine solche Partei muß natürlich auch der sozialen Frage »egeirüder ihre besonderen Rezepte haben und liest man die �iklawnaen und Resolutionen ihrer Parteitage, so fehlt darin ?ach nirgen'ts der Hinweis auf die Nothwendigkeit wirth- lwaitlicher Reformen und die Bethcueruna, daß die Partei vom WMsten Wohlwollen für die arbeitenden Klassen beseelt und zu �ifiehenden Opfern bereit sei. . Wie verlogen nun diese Phrasen find, beweist die Zresse Szene oi- �nquciC. v. Bekanntlich wagte im Reichstag keine Partei es, fich 5° Nothwendigkeit der S..... tortheil, die Vertreter sptcn Lobsprücken Partei wieder so recht aus Anlaß der nunmehr in »isetzten Enquete. im Reichstag keine Partei eS, fich gegen Sonntagsruhe auszusprechen. Jm Ge- aller Parteien ergingen fich in be- -____________ über die wohlthätigen Folgen dieser uhe-, die Maßregel, gegen welche Stimmen laut wmden, allein die Einführung des gesetzlichen Zwanges, welchen �„Majorität der Gewcrbekommisfion ausgesprochen missen »Die Sonntagsruhe müsse auf dem Wege freier iß.�mlun't zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeige- w? werden; jeder Zwang aber sei zu vermeiden, da unter �wselbcn besonders die Arbeiter zu lerden haben würden"— Lsawete es da. Besonders der Reichskanzler war es, dem ,in«warmes Wohlwollen für die Arbeiter" nicht erlaubte, ""e aenau die Stimmung der letzteren zu kennen, mit be- Unkenden Vorschriften vorzugehen. seit Jahren nicht mehr dag lawS09>e>t Jahren nicht mehr dagewesen, ereignete fich ge- «.»entiich dieser Debatte wieder, die„Linke", Fortschrittler und »nl,"�liberale in trauter Vereinigung, übelschütteten den nn sler mit lautem Beifall, als er seine erste Rede mit den % Motz! als tim«"1(nämlich der Bundesrath) bedürfen auch der Beleb- hxA.nnd find bereit, auf die Enquete einzugehen. Dann ist � �itdcitgeber sowohl, wie namentlich die Arbeiter zu hören dies-??? Slimme ist mir bei Weitem am wichtigsten— ob fie .her, Zwang wollen, ob ihnen damit gedient ist," und ob etwas ieni« Deicht wird, als ein neues Agitationsmittel allen den- »im. i? Arbeitern gegenüber, die am Sonntag, anstatt bei Muflk den yh�üent Wetter im Freien zu sein, genöthigt find, hinter kia„.iwpfen und feuchten Fabrikmauem zu arbeiten. Ein be« sch(f?»werthes Schicksal! Aber gar keine Arbeit zu haben, er- >nök.N iu sein in der Unterlage der Existenz, dem Hunger U"?« Weise gegenüber gestellt zu werden, um ein Sonn- >v�?Knügen erreichen zu können— dazu, meine Herren, biet.« h." verbündeten Regierungen wenigstens nicht die Hand En««'. e&c fie nicht besser als jetzt informirt find— möge die d j» Is.gründlich sein— und ehe fie nicht namentlich der Arbeiter in den weitesten »eÄ.'N"----- s o n d irt haben Kreisen der Aeußerungen des es sollen be- darunter speziell im Aneinzelnen Fachpolitische Ueber« Kerliner Sonntagsplauderei. ist 3: C- Allmählich sammelt man sich in Berlin. ES dlgs.?b bei einem Manöver„das Ganze sammeln" ge- foinl«. aus allen Ecken und Enden kommen die Aus- herbeigeeilt, sie fügen sich wohl oder übel in die t-rWl der.r�.An'.L..Zk k«. fiA mipkpv leih-« ge fugen go, muyv feiiiim, Hiergebliebenen ein und Jeder, der sich wieder bqß.. alten Beruf widmet, macht ein erstauntes Gesicht, toia«. ai°"d seiner Abwesenheit Alles genau so gut ge- L. wäre er selbst überall mit u'u":" l""!1 u»'";iuu'»» ihaüfi bei Eingebildeten muß daS doch eine weise L, k.!. Irrwahn �__«---.t-t-nj.».;*»r«. gut„ zewesen; ..................»p v».—,........... Lehre sein; ifstd L. ahn von der Unentbehrlichkeit einzelner Personen .-.„durch nämlich gründlich zerstört. �trlw Thai, alle die Leute, die heute bereits nach iL�rütfgefehrt sind, müssen das empfinden, es ist auch • Win r. f�sin Alles seinen geregelten Gang gegangen, Älin■ iwnier noch auf dem alten Fleck unv eS hat lösend meinen nur wenig Notiz genommen von den paar zielten"wmlern, die eS für zeitgemäß und anständig iterfiftk??"� während der heißesten Zeit der geliebten �bt fcn Rücken zu kehren. |e»ilj,r®lnfi8 einig« Väter der Stadt sorgen mit außer- 2? snibilität dafür, daß ihre Ankunft mtt der- bei if.v oriich'eit in den Zeitungen gemeldet wird, wie h?%iiM"ife der Fall war. Wenn man freilich sonst nichts— Böses thut, so ist eine solche e werkin- immer noch zu verzeihen, und es ist doch welriTÜ"�t zu unterschätzendes Gefühl der Sicher- "iheii■ i"1» überkommt, wenn wir mit voller Be- wicw h» uns so„theuren" Häupter weilen . Ez i?.gestärkt und gekräftigt in unseren Mauern. fci t»iel �ta leicht möglich, daß Manchem noch das Ge- 3ob[et �eereswogen in den Ohrm tönt, daß Manchem blechern Alpenlieder nachklingen, daß man noch von iJ'S tveii?" Tannenwäldern träumt, hier aber geht Alles tji wüßt- U."b Derjenige, der während seiner Ferienzeit "Ur'ir""? er die Zeit todtschlagen sollte, der trifft 'ende, geschäftige Menschen mit interessirtm ¥ >i»w Ueber diese eigentlich doch ganz selbstverständliche Forde- rung ist nun die nationalliberale Presse ganz und gar aus dem Häuschen aeralhen. Die„soaenannien Fachveieine"— heißt es da— seien sozialve.nok«tische Verbindungen, den Führein dieser Vereinigungen komme es gar nicht darauf an, die Wahr heit über die wirklichen Wünsche und Bedürfnisse der Arbeiter an das Tageslicht zu förvrrn, ihnen liepe nur daran die Un- zu'riedenheii im Arbeite stände weiter zu nähren, und für fie ici die Enquete nur ein wnteres Mittel zur Er-egung von Klassenhaß. Daß dieselbe Presse weiter die notorische Lüge ihren gläubigen Lesem auftischt, daß die Arbeiterpartei nur die ausschließliche Vernehmung der Fachve eine mit Umgehung der Verbände der Arbeitgeber verlangt, sei nur nebenher er- wähnt. Wir wollten nur feststellen, daß die Preffe derselben Partei, welche bei jeder Gelegenheit«klärt, sie sei nicht nur keine Gegnerin, sondern eine ausrichtige Freundin aller darauf gerichteten Bestrebungen, die Lage des arbeitenden Standes zu vei bessern, sobald diese angestrebte Verbesserun schen Zielen zusteuere— Daß diese selbe nur nicht utopi- reffe jedes solche Streben in der Praxis dadurch in Mißkredit zu bringen sucht, daß fie das Schreckgespenst der Sozialdemokratie an die Wand malt. Grade die nationalliberale Partei war es, welche im Reichstage die Enquete veranlaßte; anstatt nun jetzt, nachdem ihr Wunsch in Erfüllung gegangen ist, sich darüber zu freuen, daß sich die Arbeiter herandrängen und verlangen, daß fie in der tür sie so hochwichtigen Frage gehört werden, verdächtigen die Preßorgane unserer liberalen Großbourgeoifie die Aussagen der Ärdeiler schon von vorne herein, indem man sie als im Dienste der sozialdemokratischen Parteisache gemacht hinstellt! Freilich überraschen wird dieses Manöver Niemand, der die Verhältnisse kennt Herr BuKl und seine liberalen Freunde haben eben ihren Antrag auf Veranstaltung einer Enquete nicht gestellt, weil fie fich erst, wie sie scheinheilig vorgaben, über die Stimmung in den Ar beiterki eisen unterrichten wollten, sondern sie haben idn gestellt, um die Entscheidung hinaus zu schieben, hoffend, daß, wenn erst Zeit gewonnen, dann wohl durch irgend ein unvorhergesehenes Ereianrß die ganze Frage von der Tages- ordnung verschwinden werde. Diese Hoffnung ist nun nicht in Erfüllung gegangen und da man in den Kreisen der Buhl und Genossen keinen Augenblick im weifel ist, auf welcher Seite die deutschen Arbeiter fich stellen werden, so sucht man jetzt die Vernehmung der aufgeklärten Arbeiter zu hintertreiben oder doch, wo dies nicht angeht, deren Aussprüche„als Eingebungen sozialdemokratischer Umsturzgelüste" zu verdächtigen.--- Um übrigens für alle unvorherzusehenden Fälle zu sorgen, werden die Arbeiter gut thun, die jetzt zirkulirenden Pctittons- bogen betr. die Einführung eines durchgreifenden Arbeiter- Schutzes mit Tausenden von Unterschriften zu versehen, denn als eine grundlegende Forderung in der Arbeiterschutzgesetzgebung ist die Sonntagsruhe von jeher aufgefaßt worden, und wenn die Ergebnisse der Enquete vielleicht durch eine besondere Fü- jimg Zweifel über den Willen der Arbeiter aufkommen lassen ollte, die mit Tausenden von Unterschriften versebenen Pctiiions- bogen werden dann eine um so verständlichere Sprache sprechen. Hondurrenzspiel. Schon zu Anfang der flebenziger Jahre, zur Zeit, als die tolle Gründerei und Plünderei sich zu entwickeln anfi g, warnten einzelne Stimmen die deutsche Nation vor den Wegen, die fie in wirthschaftlicher Beziehung wandelte. Wir nennen nur den verstorbenen Rodbertus, der die auf die Gründerei folgende Krifis mehrere Jahre voraussagte. Und er stand mit dieser Voraussicht keineswegs allein da. Aber diese Stimmen verhallten sämmtlich, wie die des igers in der Wüste. nd das ist allzu natürlich Bei dem gegenwärtigen Er- werbsleben überhaupt blickt der in den Konkurrenzkampf gestellte Mensch immer nur auf seine nächsten Konkurrenten. Mit diesen ringt er, mit ihnen rennt er dem Ziele entgegen, Vermögen und Reichthum oder doch wenigstens ein ge- sichertes Dasein zu erlangen. Und dieser Konkurrenzkampf wird von den meisten Menschen mit einer Leidenschaftlich- keit geführt, die ihre Quelle in den häßlichsten Eigenschaften, als da sind: Habsucht, Geiz, Neid u. s. w. hat. Diese Leiden- schaftlichkeit aber verhindert auch, daß irgend welche Warnun- ;en gehört und beachtet werden. Vernimmt sie der Einzelne, ö kann er entweder nicht ordentlich prüfen, oder wenn er fie Ar berechtigt anerkennt, kann er sie faktisch doch nicht beachten, Gesichtern, die so aussehen, als hätten sie auch nicht eine einzige Minute Zeit zu verlieren. Ueberall wird Geld zusammengescharrt, selbst der fromme„Reichsbote" sammelt mit einer wirklich rührenden Unermüdlichkeit für seinen Schutzpatron und Meister Stöcker zu einem„Ehrengeschenk". Merkwürdig, überall klagt man über den zunehmenden Dalles, kein Mensch hat Geld, aber wenn es heißt, Ehrengeschenke machen, dann spielen unter Umständen selbst ein paar Milliönchen keine Rolle. Was werden die salbungsvollen Herren vom„Reichs- boten" dem noch salbungsvolleren Herrn Stöcker denn nun eigentlich verehren? Wir sind gewiß nicht neugierig, aber wissen möchten wir es doch. Vielleicht eine kostbar ge- arbeitete Geißel, mit welcher er die verhaßten Juden zum Lande hinaustrcibt? Oder ein Gütchen in den bairischen Alpen? Doppelt hält besser. Sollte dann noch etwas Geld übrig bleiben, so würde sich ein Exemplar des Strafgesetz- bucheS für das Deutsche Reich in Prachteinband noch be- sonderS empfehlen. Hier werden nun merkwürdiger Weise die Groschen nicht gespart, andere Leute dagegen halten sich ängstlich die Taschen zu, sie rücken nicht nur nichts heraus, nein, sie bemühen sich edler Weise krampfhaft, ihren Nebenmensche» absolut nicht zur Geltung kommen zu lassen. „Die Herren unter sich," könnte man ein Kapitelchen auS der allerneuesten Zeitgeschichte nennen, welches sich in folgendem Erguß des Richterschen-Reichsfreund' offenbart: Herr Rudolf Masse(Berliner Tageblatt), Herr Leopold Ullstein(Berliner Zeitung) und die Herren Dr. Rosenbaum und Hugo Polle(Freie Zeitung) haben die geaen Baar- zahlung erbetene Aufnahme des nachstehenden, die„Frei- sinnige Zeitung' empfehlenden Inserats abgelehnt. Die» zur Erklärung für die betteffenden Leserkreise, wenn sich da» in mehreren Hunderten von Zeitungen theilS gegen Bezahlung, theilS unentgeltlich abgedruckte Inserat in vor« stehenden Blättern nicht findet.— DaS Inserat lautet: Frei- sinnige ZeitungSleser, welche die Einführung der„Freisinnige« Summen, die vor der Geschäftszweige warnten, in den Wind geschlagen. weil seine Mitkonkurrenten schon voranstürmen und er allein nicht zurückbleiben darf, wenn ihm nicht jeglicher Vortheil ent- gehen soll. Wie viele Existenzen find nicht schon durch dieses blind- wütbende, rastlose Konkurrenispiel, durch die aus demselben resultirende planlose Produktionsweise und die aus dieser her- vorgehende Ueberproduktion, der die grauenhaften Krisen folgen, vernichtet worden! Wie viel Roth ist nickt dadurch in unzäh- lige Arbeiterfamilien, wie viel Unzufriedenheit und Freudlofig- keit nicht in viele früher gut fltuirte Unternehmerfamilien ge- tragen worden! Aber nicht blos in der großen Gründerperiode erblickte man das Konkurrenzspiel, erblickte man die planlose Produk- tionsweise; nein, fortwährend und allüberall da, wo aus irgend welchen Gründen für irgend einen Geschäftszweig fich günstige Erwerbsausstchten eröffnen, entbrennt das Spiel planlos und mit Leidenschaft. Jeder will der Erste sein, jeder will das Meiste verdienen. Dieser Trieb muß sehr tief in der einzelnen Menschennatur eingeimpft sein, so daß der Mensch nicht davon lassen kann; da nun die einzelnen Menschen fich nicht von dieser für die Gesammtheit verderblichen Eigenschaft befreien können, deshalb muß die Gesammtheit, welche klüger und mächtiger ist als der Einzelne, die Befreiung vom Uebel unter- n.hmen- Der Weg zu solcher Befreiung geht selbstverständlich durch die Gesetzgebung. Zu vorstehender Betrachtung find wir gekommen durch den Hinblick auf die ttarnige Lage der Maschinenstickerei im Königreich Sachsen, welche vor ungefähr drei Jahren eineil so ungemeinen Aufschwung nahm. Auch damals erhoben fich Ueberproduktion in diesem speziellen aber auch diese Warnungen wurden „..„ Und jetzt liegt diese Industrie tief darnieder. Ein tüchtiger Geschäftsmann aus jenen Jndustriegegenden schrieb vor nicht langer Zeit einen Brief über die Ursache des Niederganges in der Maschinenstickerei und kam zu dem Re- sultate, daß lediglich das.Hasten, das Zuvielarbeiten, die Ueberproduktion schuld an der Krifis seien. Jedermann habe vor drei Jahren mit eigenem oder erborgtem Gelde eine Stickmaschine aufgestellt, hunderte, ja tauseude von Stick- Maschinen seien plötzlich erstanden und das Voigt- land und Erzgebirge hätten wie in einem Freuden- meer geschwommen. Schon damals seien Warner aufgetreten, aber vergebens— und aus dem Frcudenmeer sei ein wahres Jammer thal geworden. So wie in dieser einzelnen Branche findet man, wie oben schon gesagt, das verderbliche Konkurrenzspiel an allen Ecken und Enden; und nicht nur Krisen werden dadurch erzeugt, sondem auch Arbeitsausschlüsse und Streiks. Da aber bei dem gegenwärtigen Standpunkte der gesammten ökonomischen Verhaltnisse nicht an ein Aufgeben dieses Spiels zu denken ist, so würde eine gesetzliche Beschränkung desselben schon eine große Wohlthat für das gesammte Volk sein. Hazardspiele sind gesetzlich verboten, man rückt vem Börsen- spiel zu Leide und will es durch eine besondere Steuer be- schränken. Aber dem viel verderblicheren Konkurrenzspiel in der Produttion, welches die ganze Arbeiterklasse in Mitleiden« schaft zieht und den Spieler beim unglücklichen Spiel nicht allein trifft, läßt man ruhig seinen Lauf. Die paar Versuche, dieses Spiel zu beschränken, find von der Majorität des Reichstags und von der Reichsregierung zurückgewiesen worden, selbst der winzige Bruchtheil einer Ärbeiterschutzgesetzgebung, die Sonn- >e. tan meint immer, daß eine Ärbeiterschutzgesetzgebung, wie die von der Arbeiterpartei im Reichstage eingebrachte, lediglich der Lohnarbeiterklasse zu Gute kommen würde; das ist aber weit gefehlt, da dieselbe in hohem Grade der Ge- sammtheit dienen und regelnd in das gesammte und wirth- schaftliche Leben eingreifen würde. Die Milderung des wirthschaftlichen Konkurrenzkampfes, die Vermeidung von Ueberploduttion und Krisen, die ruhige Entwickelung und Regelung der Produktion, das find Ziele und Aufgaben eines Kulturstaates würdig— möge fich Deutschland an die Spitze solcher Zivilisation stellen! Politische Ueverstcht. r die Erledigung der Sansibar-Frage wird tele- ' ssia''"...... Ueber graphirt:„Kommodore Paschen, der Befehlshaber des deutschen ostafrikanischen Geschwaders, übergab am 11. d. dem Sultan Zeitung", begründet von Eugen Richter, unterstützen wollen durch ein Abonnement pro September— bei der Post für eine Mark(11. Nachtrag Nr. 1883a im Postkatalog), bei Berliner ZertungSspediteuren einschließlich der Beilage„BeriinerWespen" 1 Mk. 25 Pf. frei ins Haus— werden behufs Ueber- sendung von Probenummern fteundlichst ersucht, ihre Adresse durch Postkarte der Expedition der„Freisinnigen Zeitung", Berlin W., Französische Straße 11/12, baldmöglichst mit- zutheilen."— Ein vierblättriges Kleeblatt: Mosse, Ullstein, Rosenbaum und Polle!„Es lebe die freie Konkurrenz, es lebe die Anarchie in unseren wirthschaftlichen Zuständen, der finanziell Starke muß dem Schwachen einfach das Lebens- licht ausblasen, und wenn ihm auch die Taschen reißen, eS muß immer noch mehr Geld hineingestopft werden!" Liest man das nicht täglich in den von den genannten Herren herausgegebenen erbaulichen und lehrreichen Zeitungen? Für jene lobenswert hen Grundsätze geht jeder brave Manchestermann furchtlos in den Tod, oder er thut wenigstens so, wehe aber, wenn ein Anderer auf seine Kosten auch ein Geschäft machen will! Mit Hohnlachen wird eine derartige Zumuthung beantwortet, die Furcht, ein paar Thaler verlieren zu können, überwindet jedes Anstandsgefühl. Und der große Eugen? Wie wird es die gußeiserne Stirn, die ihn ziert, in drohende Falten legen und Rache schnauben, bullenbeißermäßig wird er über seine ehemaligen Verehrer und Gönner herfallen, die eS wagen, ihm den Boden für seine„Freifinnige Zeitung" streitig zu machen. Und jene Herren handeln doch nur nach dm Grundsätzen ihres erhabenen Meisters! Welcher Abgrund der Undankbarkeit, welch' bösarartige, aber echt richterliche, manchesterhafte Anschauungsweise! Nun, für Herrn Richter dürste die Lehre nicht ganz nutzlos fein, viel» leicht sieht er ein, wohin die Konsequmzm seiner eigmen Lehrm führm; vielleicht bessert er fich, wenn ihm das mög» lich ist. Jedmfalls aber fieht er auS der Handlungsweise jenes vierblätterigen Kleeblattes, in welcher Gesellschaft er fich bisher befundm hat. von Sansibar seine vorläufigen Forderungen. Deutschland drohte im Falle des Nichtnackgebens den Abbruch freundlicher Unterhandlungen nach Ablauf von 24 Stunden an. Ohne daß eine Anlwort einlief, nahmen die deutschen Schiffe Stellung vor dem Palast des Sultans." Die Erledigung der streitigen Punkte zu Gunsten Deutschlands geschah nun sehr schnell. Die deutsch- ostafrikanische Gesellschaft bat also glücklich erreicht, daß durch Aufbietung gewaltiger Machtmittel seitens des Reiches gut gemacht worden ist, was zuerst durch ihre Uebergriffc, ihre Taktlosigkeit und den Mangel an Vorficht bei den VerHand- lungen mit dem Sultan verschuldet wurde. Die deutschen Ko- Ionisatoren(?) haben nun Freiheit des Handelns. Man wird sehen, ob sie rm Stande find, dieselbe zu benutzen, und welche Früchte sie aus den neuen Erwerbungen gewinnen werden. Der vor dem Chemnitzer Landgericht anhängige Prozeß gegen eine Anzahl Sozialistenführer wegen Therl- nähme an dem bekannten Kopenhagener Sozialistenkongreß ist mehrfach Gegenstand irrthümlicher Nachrichten in der Presse gewesen. Zur Richtigstellung kann das„Chemnitzer Tageblatt" mittheilen, daß die Verhandlungen auf keinen Fall schon Mitte September, sondern wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Oktober stattfinden werden, und daß bis jetzt ein Anttag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit noch von keiner Seite gestellt worden ist. Wenn letzteres aber bei Beginn der Verhand- lungen erfolgen sollte, so würde dies— nach Meinung genannten Blattes— bei dem Charakter des zu verhandelnden Gegenstandes Niemand überraschen können. Auf Grund des Sozialistengesetzes find verboten: Die Nr. 25 des eisten Jahrganges der in Milwaukee erschei- nenden„Amerikanischen Turnzeitung, turnerische Ausgabe des Freidenkers" und die nichtperiodische Druckschrift„Revolutio- näre Kriegswissenschaft" von Johann Most, Verlag und Druck des internationalen Z itungsvereins zu Newyork. Frankreich. Der Minister des Jnnem bestätigte in einer Unterredung mit den Deputirten Spuller und Ranc, daß die Regierung sich insofern an dem Wahlkampfe betheiligen werde, als sie früher oder später einen Aufruf an die Wähler erlassen werde. Bei den nächsten Wahlen werden fich unter den Bewerbem auch einige Mitglieder des schönen Geschlechts befinden. Die„Liga für die Beschützung der Frauen" hat nämlich beschlossen, vrer weibliche Kandidaten aufzustellen. Viele Wahlausschüsse der Provinz fordern auf, nur für solche Kandidaten zu stimmen, die sich verpflichten, für gewisse Reformen zu Gunsten der Arbeiter einzutteten.__ Kokales. „Der Roman des Hunde-Dresseurs" könnte fich die nachstehend erzählte Geschichte betiteln, welche das„Jllustr. Wiener Extrabl." von dem auch in Berlin wohlbekannten, zur Zeit in Wien weilenden Dresseur Mr. Walton zum Besten giebt: Spät in der Nacht und in fichtlich sehr„heiterem" Zu- stände betrat der Hunde Dresseur Mr. Walton ein Gasthaus in der Praterstraße und setzte fich zu einem Tische des noch besuchten Lokals zu einigen seiner Freunde. Bald entwickelte fich das Gespräch, kleine Späße flogen hin und her und der Engländer wurde scherzweise befragt, warum er fich schon so lange in Wien aufhalte, ob denn seine Hunde oder Affen„ge- stterkt" hätten, oder ob er kein Geld zur Abreise hätte. Na- mentlich die letzte Frage erhitzte den auf seinen„artisttschen Weltruf" stolzen Engländer dermaßen, daß er in Mangel- haftem Deutsch bei allen Schutzpatronen Alt- Englands schwur, er habe dreißig Engagements, und Geld genug, selbst Direktor eines Zirkus zu werden. Gleichzeitig zog er aus seiner Rocktasche ein Kouvert hervor, in welchem er diverse große Banknoten in Unordnung verwahrt hatte, nahm sechs Noten zu tausend Gulden heraus und warf sie nacheinander auf dm Boden der Wirthsstube hin. Natürlicher Weise sahen die Gäste mit großem Erstaunen auf dieses Benehmen des Hundedresseurs, und man erging fich in Vermuthungen, woher der sonst sehr sparsam lebende Mann plötzlich diesen Reichthum und noch dazu per Postsendung be- kommen haben könne. Denn auf dem Kouvert hatte man nebst seiner Adresse auch das Signum des Gerichtes einer öfter- reichischen Stadt gesehen. Der Wirth des Lokales hob sofort die Taufender vom Boden auf, zeigte fie den Gästen und er- klärte, daß er dieses Geld Herrn Walton am anderen Tage, wenn derselbe nüchtern gewordm sei, zurückgeben werde. Mr. Walton schien die weggeworfenen Noten ganz vergessen zu haben, er zeigte noch mehr Geld aus dem Kouvert heraus, steckte dies dann wieder ein und erzählte, woher er das Geld bekommen. Wir bemühen uns, in folgendem die etwas unzusammen« hängende Schilderung des nicht uninteressanten Erlebnisses des Hundedreffeurs m kurzen Umrissen wiederzugeben. Mr. Walton hatte fich auf seinen langjährigen Weltteilen mit den Hunden und Affen ein nettes Sümmchen gesammelt und war in den Stand gesetzt, eine Dame vom Zirkus für seine Frau auszugeben und auch demgemäß zu erhalten. Miß R. galt selbst unter den intimsten Kollegen Mr. Walton's Wiciicr Siuyrn. Der Erzähler. Ach, du alte kleine Weinstube in dem weltvergessenen Hinterhofe, wie lange habe ich darauf gewartet, wieder ein- mal bei dir einzusprechen! Ich wollte dich gerade so an- tteffen, wie im Sommer deS verflossenen ZahreS, al« ich dich kennen lernte und du die schlimmen Sorgen einschläfertest, die der Eintretende in deine Stille hineintrug, fürchtend, daß ihre Stimmen da« Echo de« gewölbten Gemaches an- sprechen würden. Die Mauernische mit dem Ausblick durch da« Gitterfenster auf kletternde Reben und wohlbelaubte Bäume an dem verwitternden Gemäuer gegenüber— da ist sie ja. Und da ist auch das viereckige Stück blauen Himmels und der alte Kellner, der schweigend hinaufstarrt, und da« Kruzifix mit dem Palmzweige in der Ecke, der Schankrisch mit den vielgebrauchten Zinnkrügen und der ungedeckie Tisch mit den hineingeschniitenen NamenSzügen längst modernder Stammgäste. Auch der Seesturm hängt auf dem alten Platze an der Wand und sein Aussehen zeigt, daß sich die kecken Stubenfliegen in keinerlei Verrichtung durch empörte Wogen stören lassen. Dieselbe Abgeschieden- heit, dieselbe Täuschung, in weite, weite Ferne von einer modernen Großstadt enttückt zu sein, umfangen mich wieder. Nicht« Süßere«, al« an solchem heimlichen Ort die lästige Gegenwart zu vergessen, die trübe Zukunft nicht zu be- schwöre« und sich zu versenken in die große Vergangenheit dieser uradeligen Stadt, voll stolzer Erinnerungen in den abbröckelnden Steinen ihre« alterthümlichen Herzpunkte«... Da treten drei bejahrte„Weinbeißer" in die Stube und führen am Tische nebenan bald ein Gespräch, oder vielmehr Einer spricht und die beiden Anderen hören zu, vollständig unterworfen der Autorität de« Sprechenden. Von Zeit zu Zeit fährt dieser mit der Hand über seinen weißen Scheitel und da« dunkelrothe Gesicht, wischt mit zwei Finaern über die Mundwinkel und betrachtet, eine Pause machend, seine Genossen mit scharfem Blick.„Wa«? Zs's net so»" und dergleichen Fragen stellen regelmäßig fest, daß die beiden Zuhörer nicht daran denken, in irgendwelchen Dingen eine andere Meinung zu haben, al« der Redner. alS dessen Gattin. Nebst seinen vierbeinigen Untergebenen besaß aber Mr. Walton noch einen Diener, der zum— Verräther an seinem Herrn wurde. In Berlin, bevor er mit der Renz'schen Gesellschaft nach Wien abreisen sollte, bemerkte der Hundedresseur, als er eines Abenvs nach der Vorstellung nach Hause kam, den Abgang serner Frau, seines Dieners und — seines ganzen Vermögens, das er in einem Koffer geborgen hatte, zu dem seine„perit ernrne" den Schlüssel gehabt hatte. Mit echt englischem Phlegma erstattete Mr. Äalton keine polizellicke Anzeige, erzählte seinen Freunden noch, daß er seine„Frau" zu deren Mutter gesandt hätte, schlug in seinem verheimlicdten Ingrimm nur seine Hunde ge hörig krumm und lahm und reiste mit Renz nach Wien, auch hier im Applaus des Publikums Trost findend für das ihm von seiner Geliebten zugefügte Unrecht. Monate ver- g'ngen, Mr. Walton, dessen Engagement bei Renz in Wien zu Ende gegangen war, pausirte hier einige Zeit. In einem besonders als Zusammenkunftsort von„Artisten" und Pferde- Händlern bekannten Kaffeehaus der Leopoldstadt fand Walton einen Kollegen, der eben von einer„Kunstreise" hier angekom- men war, welcher ihm erzählte, daß er in der böhmischen Stadt Raudnitz in einem Hotel gewohnt habe, dessen Eigen- thümerin eine Engländerin sei. dre ehevem auch„Ärtistin" ge- wesen. Mr. Walton faßte sofort Verdacht, rannte nach Hause, kam mit der Photographie seiner durchgegangenen Freundin in's Kaffeehaus zurück und fragte den Kollegen, ob dies viel- leicht die Hotel- Besitzerin sei. Erstaunt bejahte derselbe. Schon wenige Stunden später saß der Hundedresseur im Eisenbahn- koupee und erreichte auch bald die betreffende Stadt. Er begab sich in das ihm von seinem Freunde bezeichnete Hotel. Unter dessen Thor empfing ihn sein ehemaliger Diener, der jetzige Hotelier und— Gemadl der ungetreuen Geliebten des Hunde- dresseurs. Be m Anblick seines früheren„Herrn" erbleichte der emporgekommene Diener. Doch Mr. Walton that, als ob er den Hotelier niemals im Leben gesehen hätte. Er verlangte ein Zimmer und begab fich, von der Reise ermüdet und keine Aufregung zeigend, zur Ruhe, Während er schlref, verständigte der Hotelier seine Gattin sogleich von dem unwillkommenen Gaste und Beide berietben eifrig, wie fie der entsetzlichen Szene, die nun doch unausbleiblich geworden, ausweichen könnten. End- lich beschloß die Engländerin, zu ihrrm einstigen Geliebten hin- auf in das Zimmer zu gehen und ihn— um Verzeihung für ihr unredliches Gebahren zu bitten. Als fie schüchtern anklopfend in das Zimmer Walton's eintrat, fand sie diesen in einem Fauteuil fitzend, ruhig seine Zigarre rauchend und fie kalt anblickend.„Vergreb mir und thue mir nichts! waren die flehenden Worte der Ungetreuen.„Sie find die Frau eines Andern, ich habe kein Recht auf Sie, thue Ihnen auch nichts," sagte Mr. Walton ruhig.„Ader halten Sie mich nicht auk, ich habe in dieser Stadt bei Gericht die An- zeige gegen meine Geliebte zu machen, die mir mein Geld ge- stöhlen hat." Die Englänverin warf fich vor Mr. Walton auf die Knie, beschwor ihn, sie nicht zu verderben, er aber entfernte fich, immer gleichmüthig seine Zigarre rauchend, aus dem Zimmer und begab fich zu Gericht. Nicht nur, daß die famose Hoteldefitzcrin und ihr Mann in Rauvnitz von der dortigen Behörde verhaftet wurden, auch das Hotel wurde ge- richtlrch verkauft und der Hunvedrcsseur Walton erhielt fast sein ganzes entwendet gewesenes Vermögen zurück. Das war das Geld, welches er vor wenigen Tagen aus Raudnitz vom dortigen Gerichte zugesandt erhalten hatte, aus welchem An- laß er auch ein Gläschen über den Durst getrunken und die Tausender verstteut hatte, die ihm der Wirth am nächsten Tage vor Zeugen wiedergab. Die neueste Phase des Maurerstreiks, die Verfügung der Bausperre über einzelne Bauten, scheint von den Arbeit- gebern nickt ruhig ertragen werden zu sollen, wenigstens plai- oirt die„Baugew.-Ztg,", das Organ der Baugewerlsmeister, ganz entschieden für ernen Kampf der gcsammtcn Meisterschaft gegen dieses neueste Vorgehen. Das Blatt schreibt u. A.: „Daß der Kampf von der gesammten Arbeiterschaft aufgenom- men werden wird, steht außer allem Zweifel. Den„gesperrten" Meistern find sofort von anderer Seite Gesellen zuschicken, und wenn fich diese Gesellen weigem, so sind fie zu entlassen. Die Namen der Gesellen, welche die Sperrmaßregeln ausführen, sowie diejenigen der Rädelsführer aber muffen vervielfältigt und sofort zur Kenntniß aller Arbeitgeber gebracht werden. Mag daraus ein größerer Arbcitsausschluß entstehen, so ist dies eine Maßregel, welche um so schneller zum Ziele führt, je ener- gischer fie angewendet wird. Die Bauarbeitgeber haben be- griffen, daß nur eine Vereinigung Aller fie vor der unerhörten Willkür der Arbeitnehmer schützen kann, fie werden es auch er kennen, daß nur mannhaftts Einstchen für den Bedrängten ihren eigenen Inten ssen entspricht, denn wenn die Einen ge- knebelt find, kommen die Anderen an die Reihe!" g. Wie stets nach erfolgter Reife der Feld- und Garten- früchte, so hat auch in diesem Jahre der Verkehr auf den Berliner Wockcnmärkten ganz ungeheuere Dimensionen an- genommen. Die hierfür bestimmten Plätze reichen bei Weitem nicht aus, insbesondere die Erzeugnisse der Landwirthschaft zu Ein grandioser Ernst lagerte auf dessen Zügen, al« er, nach Erledigung einer Reihe breirspurigster Rerfe-Erlebnisse au« den dreißiger Jahren, eine neue Geschichte zu erzählen begann, deren Anfang ich leiver überhörte, sondern erst aufmerksam wurde, als der Erzähler verwerfend zu seinem Nebenmann sagte: — I' bitt' Di, Toni, thu' Di net so arg schneuz'n, wann i a Kriminalg'schicht in der Arbeit Hab'; da« i« störend, weil ma da alle Fäd'n beinander hab'n muaß, und wann's Di' Du so schneuz'st, so i« mir g'rad, al» ob's D' m'r die Fäd'n abreiß'n thätst. — Sei net Harb, antwortete Toni demüthig, ma hört halt besser, wann m'r st' g'schneuzt hat. — Na, da« mag schon sein, aber jetzt gib' ein' Ruh.... Also der Todtengräber stecht zwei junge Leut drauß'n stehn, er ein junger feiner Maun, auSg'schaut wie ein Kawlier, sie wunderschön, blaß, mit soviel schöne ver- wante Aug'n. WaS' woll'n, fragt's der Todtengräber. „Lassen Sie un« eintreten, wischpelt ihm der junge Mann zua. Der Todtengräber führt'S eini, schrauft d' Lampen höcher und fragt, womit er dienen kann. Da sagt der junge Mann, der Todtengräber kann sei' Glück machen, wann er schwört, daß er in der selbigen Nacht zwa Gräber nebenanander grabt und damit firti i«, bevor der Tag kommt. Dann soll er a halbe Stund' in sein HäuSl bleib'« und wann er nachher zu die zwa Gräber hingeh'n wird, so werd'n schon zwei Leich'n drin sein, er soll Erd'n drüber werf'n und die Gräber gleichmach'n, daß ka Spur mehr davon z'segn i«. Der Todtengräber i« z'rucktamelt und hat g'schrien: um kan Prei» m der Welt gibt er st' her, a Murdthat z' ver- wschen, da« thuat er net, und er Hütt' ka ruhige Stund' mehr nach so wa«. D'rauf hat ihm der junge Mensch g'schwor'n, daß von an Murd ka Ä>d' i« und wann er'« net thuat, so wird's a Anderer thuan, denn er gibt dafür 30 000 Gulden bar. Und wirft a Briaftaschl voller Tausender auf'n Tisch. 'S Geld i« halt a Dämon und da Todtengräber hat nach aner Weil z'uag'sagt, ewigs' Schweig'« g'lobt und i« an sein' Arbeit'gangen, inwährendem die zwei jungen Leut amal im Friedhof umanandgangen sein, dann wieder ins Zimmer z'urück und alleweil eisri g'wischpelt habn'n. Stockfinster war'S no', al« der Todtengräber firti war mit fassen und so sieht man denn während der letzten Wochen- Markttage die die Murktpläpe umgebenden Straßen namentlich von den ländlichen Engroshändlern belagert. Während diese früher mit einem Wagen voll Gemüse k. zu Markte zogen, ficht man bei ihnen jetzt stets zwei auch drei Wagen. Es ift eine wahre Pracht, diese junge Gemüse. Dre Landleute find auch nickt wenig stolz auf die Erzeugnisse ihres Fleißes und ihrer Aecker und halten hartnäckig auf die Preist, welche, wenn fie auch niedrig sind, von den Berliner Deiailiften immer noch gedrückt werden möchten. Schon heute kann es mindestens als zweifelhaft gelten, daß die in der Entstehung begriffenen Markthallen ausreichen werden, einem Andränge, wie dem gegenwärtigen zu dem Wochenmarkte. zu genügen- Ein Blick auf die Dimenfioncn eines Dönhoksplaxes oder Gendarmenmarktes genügt, um die größten Zweifel aufkommen zu lassen. b. Die Stelle, auf der zuerst in Berlin bayrisches Bier gebraut wurde, beansprucht ein geschichtlrwcs Interesse- Es war das Haus Leipzigersttaße 6. Die Aittänge waren allerdings sehr klein. Der Württemberger Hopf begann hier seine ersten Versuche im Jahre 1827 im Waschhauie. Das Bier war aber ncch oberjädrig. Hopf war Weindändler und verschäntte sein Gebräu zunächst im Kreise seiner Kunden aus Flaschen' bei der Damenwelt fand es allerdings k.inen An- klang. Ein muthiger Kapitalist lich nun Hopf das Geld zur Erwerbung einer eigenen Brauerei; es war die Brounbicr- Brauerei Fiiedrichst,aße 126. Das Hovf'sche Bier eroberte fi« rasch die Gunst des Publikums, so daß Hopf im Jahre 1839 die heutige Bocktnamrei auf dem Tempelho'cr Berge errichten konnte. Hopf starb schon am 30. April 1844, aber sein Werl war gesichert. B. Schon wieder ist eine Blutvergiftung in Folge eines Fliegenstiches zu verzeichnen. Gestern Nachmittag wurde aus Groß Schwanebeck bei Beelitz der Schäferlnecht Heinrich Stewrn rn die Charitee eingeliefert. Derselbe war von einer Fliege in den rechten Unterarm gestochen worden und hatte anfänglich die kleine fich ei, stellende Geschwulst nicht beachtet. Bald aber schwoll nicht nur der Arm gefährlich an, sondern auch das ganze Befinden des Gestochenen verschlechterte fi« derartig, daß von Seiten der Behörden seine Transportirung in die hiestge Charitee angeordnet wurde. In den Straßen Berlins sieht man seit einigen Tagen fremdartig gebaute Wagen, auf denen eigenthümlich geformte, rohgearbertete Fässer lügen. Die Wagen find so lang gebaut, wie unsere Brauerwagen, mit roher Bretterverkleidung an den Eeitenwänden und einer aus rohem Weidengeflr cht hergestellten gewölbten Bedachung. Die Führer der Wagen find Handels« leute aus Jstrien dezw. Trieft, welche Weinessig— das hw echten Traubenweinesfig— en«ros und en detail verkaufen- Für Berlin ist dies jedenfalls ein ganz neuer Haufir Artikel. Der Berliner Packetsahrt- Gesellschaft ist neuerdings auch noch die Konzession eines Omnibus- Betriebes für die noa« stehenden Strecken seitens des tönigl. Polizeiprästdiums ertheiu worden: 1 Alexanderplatz— Alt- Moabit. Fahrrichlung! Alexandcrplatz— Reue Friedrichsttaße— Spandauerstraße" Könrgstraße— Schloßplatz— Unier den Linden— Sommer« sttaße— Roonstiaße— Bismarcksttaße— Alt-Moabit— richtsgebäude. 2. Hafenplatz- Metzerstraße. Fahrrichtung i Hafenplatz Askrnischer Platz— Anhaltstraße— Wilhelm« straße— Mohrenstraße— Markgrafenstraße— Behrenstraße — Opernhaus— Friedrichstraßc- Neue Friedrichstraße Alexanderplay— Prenzlauerstraße— Metzerfiraße. 3. litzer Bahn— Stettiner Bahn. Fahrrichtung: Lausttzei Plas — Waldemarstraße— Elisabeth Ufer— Kaiser Franz Gre»»« diervlatz— Annenstraße— Roßstraße— Breitestraße" Schloßplatz- Lustgarten— Friedrichsbrücke— Monbijoupla« — Oranienburgerstraße— Chausseestraße— Jnvalidensttaß� .N. In Betreff des entsetzlichen Unglücksfalles in bck Münchener Brauerei in der Johannisstraße ist weiter ermittch worden, daß der verunglückte Arbeiter Sckwabach gerade dabd beschäftigt war, eine zur Zeit außer Thätigkcit gesetzte#« sckine zu ölen. Während S. noch mit dieser Arbeit beschäftig; war, wurde von drm Maschinenmeister, nachdem vorher eM Warnungsfignal abgegeben, die Maschine wieder in Thätig'� geietzt Aus diese Weise wurde S. von den Treibriemen« saßt, um die Welle herum gerchleudert. Auf seine Hilefrute lang es, die Maschine wieder zum Stehen zu bringen und vm Verunglückten noch lebend hervorzuziehen. S-, der sehr schKsb innere und äußere Verletzungen erlitten, befand fich heut W in der königlichen Klinik noch am Leben, doch soll sein Zusta� ein fast bossnungsloier sein.,„ Projektirie» Repertoire der königlichen Schauspi� vom 16. bis 23. August 1885. I m Opernhause. tag, den 16.: Die Meistersinger von Nürnberg; Montag, � 17.: Wildelm Tell; Dienstag, den 18.: Stradella; Donnerstag; den 20.: Der Trompeter von Eäkkingen; Sonnabend, den--;" Prcciosa; Sonntag, den 23.: Die Jüdin.— Im Sch.?� s p i e l h a u s e. Mittwoch, den 19-: Der Leibarzt; Frerw den 21.: Die Geier-Wally; Sonntag, den 23.: Der zerbrochc" Krug, Die Büste. de zwa Gräber. Der junge Man hat ihm dankt und d'Ho* druckt und ihn an sein Eid g'mahnt. Die schöne Feäut hat g'schluchzt und zittert, und so san'S bei die Grab steh'n blieb'n, br« dee Todtengräber mit seiner Latern r war. Dö halwe Stund', als der Todtengräber jetzt wart'n müaß'n, hat er a wahr's Fegefeuer durchg'wa? Alle Minuten hät er aufspringen woll'n und hrnUNt! � awer sein Eid und die dreiß'gtausend Guld'n Hab n � z'ruckg'halt'n. Nach der Halmen Stund', wia er hin"" zu die Gräber, was siecht er da! Der junge Mensch in der an'n, die schöne F-äul'n in der andern Gruab'n,, Zwa mauStodt und schon kalt... Der Todtengräber 9 die Gräber zuag'schütt, daß ihm der Schwitz nur so � q'runna is, und an Tag d'rauf hat er fi' g'legt,'s' hitzige Krankheit verfall'« und iS g'sturb'n, ohne daß er m der zum Bewußtsein kommen is. � yß — Alsdann, wer war'n denn die jungen Leut', 0 a Familienroman? fragte gespannt der eine Zuhörer. — Und an was san'S denn g'sturb'n...» l denn ka Zetterl auf der Brust ttag'n, wia m'r so os � in der Zeitung?.. Und war ka Giftflaschl da?- � wia hab'n'S denn im G'sicht auSg'schaut dö zwa a � junga Leut, dö halt damisch verbrennt war'n inanand, wirkt m'r ja?.. Und war denn gar ka Nachfrag der ganzen Bekanntschaft von se muaß do' enterisch � sein?.. Und wia iS's denn aufkommen?— so st1" Toni in einem Athem hervor., wß — DaS maß m'r All'S no net; habt'« ja g'h�' st! der Todtengräber nix mehr red'n hat können. JessaS, Zwölfe, i muaß ham, sonst brummt die Alt«. Eng Gott!. jedck Er ging. Die zurückgebliebenen Weinbeißer dachte eine Weile nach. Dann sagte der Toni: — Ja. woher waß denn er«, dö Geschicht? i* Der Andere nickte und raffte sich zu folgend« seiner Lage beachtenswerthen Entschlüsse auf: e<»st - I wir'n morg'n no'mal frag'«. Wann er l � auSweii'n kann, nachher soll er solchene Gesch'w j hr# Frau Blaschke derzähl'n. Dö» sag' i ihm, da � � Echenirer«et! Der Schwarze Adler in Schöneberg hat auch in diesem Mhre eine höchst crsolareiche Sommeriaison zu verzeichnen. £>ie wirklich gediegenen Svezialiläten, die hier zusammenwirken, linden stets den vollsten Beifall des Publikums, das stch nach allen Richtungen hin amüstrt. Für heute, Sonntag, wird fich der Riesen- Athlet Herr E. Borchardt, der als stärkster Mann Berlins kaum glaubliche Proben der Kraft ablegt, nochmals dem Publikum präsentiren und bei dieser Gelegenheit mit oentnerstücken Jongleurkünste ausführen. Herr Borchardt leistet m der That unmenschliches und namentlich ist sein Ruf als Ringkämpfer ein weit verbreiteter. Im Verein mit den übrigen Kräften des Etabliffements, das schon durch die treffliche Konzert Mustk anzuziehen weiß, steht dem Publikum hier ein amüsanter Sonntag in Ausficht. _ Im Schweizergarten findet heute das bereits für vorigen «onntag angekündigte Kriegs- und Frontenfeuerwerk statt. Es $ dieses pyrotechnisch- militärische Schaustück die Schlacht dal Solierino«24. Juni 1859), welches in zwei Panoramen (der Kampf Mac Mahon's gegen das erste österreichische Armee lorps und der Brand der Meierei von la Marino) unter Mit- Wirkung von ca. 30 Personen arrangirt worden ist. Außerdem Nnden, wie allsonntäglich, großes Doppel- Militärkonzert und Tchlachtmustk, Theatervorstellung, Volksbelustigungen, Tanz- kranzchen zc. statt, da die Direktion fich die Mühe nicht ver- dneßen läßt, immer Neues und Großartiges zu bieten. Am Blenstag, dm 18. August, gelangt das Bombardement von Ttraßburg, ein pyrotechnisch- militärisches Kriegspanorama in Wei Tableaus(die Beschießung in der Nacht zum 30. August ko>0 und die Kapitulation und der Einzug der Deutschen am September 1870), verbunden mit großartigem Fronten- und Waffcrfeuerwerl der Herren A. u. W. Maffow, E. Bonander I. Seeburg, zur Auffühmna. Belle-Alliance-Theater. Der Aufenthalt des Echwedi- ichen Doppel-Quartetts in unserer Stadt ist nur noch von kurzer Dauer. In wie hohem Grade fich dasselbe die Gunst aller Mufikliebhaber durch seine vorzüglichen Gesangsvorträge "warben, geht aus dem Umstände hervor, daß sein Ursprung- M aus 3 Abende prejektirtes Gastspiel fich bereits auf jj* Abende erstreckt. Morgen findet das 25. Konzert der Künstler statt. .. In wenigen Tagen wird stch Senorita Maria Spel- rerini, eine junge Künstlerin, dem Berliner Publikum präsen- nren, die, übereinstimmenden Preßberichten nach, in Bezug auf Ausübung ihrer Kunst die Anwartschast erworben hat, ihren Alay nicht nur neben, sondern sogar vor Blondin einzunehmen. Namentlich fließt die amerikanische Presse von Lob über, das M, als die Künstlerin den Niagara an derselben Stelle wie Blondin überschritten hatte, geradezu in Enthufiasmus ver- wandelte. Die Künstlerin, eine nicht unsympathische Erschei- Ung, macht durch ihre vomehmen Allüren keineswegs den Eindruck einer gewöhnlichen Seilkünstlerin. Sie scheint in ihrem Beruf das Höchste zu finden, und diesen im Gegensatz zu vielen serartigen Künstlem mit Stolz und Noblesse auszuüben. . Polizei-Bericht. In der Nacht zum 10. d. M. wurde Saltler Kluge in einem Reftarant in der Wrangelsttaße »on einem Eisendreher mit einem Bierseidel derartig auf den geschlagen, daß er in Folge der erlittenen Schädelverletzung 9* 13' d. M. verstarb.— Als am 14. d. M. Vormittags der Mer Discher in der Brauerei von Pietsch, Johannisstr. 18/19, M dem Oelen der Maschine beschäftigt war, wurde diese plötz- «ch m Gang gesetzt, so daß Discher zwischen die Speisepumpe und das Schwungrad gerieih und so schwere innere Verletzungen "lttt, daß er nach der Königlichen Klinik gebracht werden mußte. r. An demselben Tage Nachmittags wurde die in der Korset« ksdilk von Neubeiser, Wallstr. 11, beschäftigte Hoffmann, welche U einer in Bewegung befindlichen Maschinenwelle einen ?tahldraht entfernen wollte, von der Welle erfaßt, wobeMhr S" linke Keiaefinaer vollständig herausgerissen wurde. »j*'»»r seigestnger vollständig herausgerissen wurde. Nach Aung eines Nothverbandes wurde fie nach ihrer Wohnung Oerichts-Ieitung. «...Ueber die Befugnth der Polizei zu dem Verbot von S'üftWmluttgen hat jetzt das Oberoerwaltungsgericht eine Ent- K/idung getroffen. Der unverehlichten G. zu M. ging auf l,« Anzeige von der beabstchtigten Abhaltung einer Versamm« Zu erbaulichen Zwecken in ihrem Wohnhause seitens der ��Polizeibehörde anstatt der Bescheinigung über die Anzeige * Eröffnung zu. daß ihr die Berufung der Versammluug unzureichender Räumlichkeiten" untersagt werde. Nach- über diese Verfügung Beschwerde geführt, berichtete der n� orsteher, daß die näher beschriebene Wohnung zur Auf- uyme einer größeren Anzahl von Personen zu klein, vor Allem E" zu niedrig sei. Die Versammlungen seien noch vor Kur- «l"art stark gewesen, daß die Menschen bis auf die Straße Aus gestanden und die zahlreichen Fuhrwerke die Chaussee in v hätten. Der Landrath wies die Beschwerde zurück, da �.sen fraglichen Lokalitäten aus sanitätspolizeilichen Gründen Menschenansammlungen nicht geduldet werden dürften, aeu,.in den nur 2,30 Meter hohen Räumen eine um so sz UPdheitsgefährlichere Atmosphäre entwickeln müsse, als die Ver- nn* v nflcn Abends hei Beleuchtung stattzufinden pflegten, also kJ? Qualm der Lichter und Petroleumlampen in Betracht Ew1» Dazu trete, daß bei der Lage des Hauses an der scblna darauf zu halten sei. daß Thürcn und Fenster ge- deiwSl blieben, damit die Versammlung nicht gestört und an« Ii* R auch die Passanten kein Aergerniß an einer fich öffent« der �"imachenden Versammlung von Sekttrern nähmen. Auch die« egierungsprästdent wies die Beschwerdeführerin ab. Auf mehr erhobene Klage wurden die angefochtenen Be- 'K--,..„und die Verfügung der Ortspolizcibehörde vom Ober« die�ilungsgericht außer Kraft gesetzt. Die Polizei ist befugt, UnW f �mlung aufzulösen, sobald fie fich zu erner solchen j�er freiem Himmel gestaltet, fie ist befugt, Fußgänger und toen,� Fuhrwerken mit diesen van der öffentlichen Straße aber io bald und so weit letztere gesperrt wrrd, fie hat "hal� J?'£ Berechtigung, um die Fürsorge für die Aufrecht- »UlSttu K ber öffentlichen Ordnung zu erleichtern, die an stch Ordn Bersammlung, weil fie Anlaß zu Störungen dieser N-ss«-«snr »uß-r a brecht der Staatsbürger dcklarirt, wird dannt iamms..» gestellt, daß das Zusammentreten zu Ver- hüra«- denjenigen natürlichen Rechten der Staats- Nach v klehort, in deren Ueberwachung fich die Staatsgewalt hat(reien Lebensäußerung des Individuums zu richten Kräft«!v bieses nach dem Bedürfniß und den verfügbaren UM di� m Staatsgewalt.— Was nun der Landralh anführt, bar>uft..iT ittation in den Räumen als besonders ungünstig der pÄ?' scheint hinfällig. Es ist übersehen, daß die nach �ndun-.&* i" gelegenen Zemmer mit Hinterräumen in Ver« Fenst..®. uehen, die nach dem Garten oder dem Hofe hin nicht».-"Äen müssen; und abgesehen hiervon ist es durchaus Nach Aufgabe der Polizei, darauf zu halten, daß die Fenster �schloffl» baussee zu während der Versammlungen ängstlich daß hiü m ssehallen werden. Sie hat weder die Sorge dafür, �£Mand ��kkk�ung nicht gestört würde, noch dafür, daß fich �°lizeili�.-"„b£kselben ärgere. Nach alledem ließe fich ein ""ter �„ �.Einschreiten aus sanitätspolizeilichen Gründen nur wenn?knussetzung und in dem Zeitpunkte rechtfertigen, ausge>,.A£ einzelne Versammlung derartta überfüllt wäre und WchZÄ* würde, daß die Glieder derselben durch die in dem liir LeI>°I.ungsraume sich bildende Luft einer offenbaren Gefahr Uder g>". und Gesundheit ausgesetzt würden. Das Verbot «"staMns« V""« als Vorkehrmaßregel ist dagegen gesetzlich �ben auf h �"üefochtene Entscheidung war daher, wiege- Königsberg, 13. August. DaS Schöffengericht erkannte auf Schließung des hier bestehenden Fachvereins der Tischler und verwandter Berufe, weil derselbe als politischer Verein anzusehen sei und seine Leiter mit anderen politischen Vereinen, insbesondere dem Stuttgarter Fachverein der Tischler, in Ver- bindung getreten seien. Die betreffenden Vorstandsmitglieder wurden nach der„D. Z." zu Geldstrafen von 30— 40 M., eins derselben, welches außerdem beschuldigt war, durch Drohungen und Verrufserklärung Gewerdsgenossen zur Theil- nähme an dem Tischlerstreik im Frühling dieses Jahres{u bestimmen versucht zu haben, außerdem mrt 1 Woche Gefängmß besttast. Chemnitz, 13. August. Der Prozeß gegen verschiedene sozialdemokratische Abgeordnete wegen Theilnahme am Kopen- Hagener Sozialistenkongrcß wird nach dem„Chemnitzer Tage- blatt nicht mehr im September, sondern wahrscheinlich erst in der ersten Hälfte des Monats Oktober verhandelt werden. Eine Rächerin ihrer Ehre. Das russische Publikum interesfirt fich jetzt lebhaft für eine Affaire, die bald ihren Ab- schluß vor den Geschworenen finden soll. Seit einigen Jahren wohnt in Odeffa ein jetzt ungefähr zwanzigjähriges hübsches Mädchen, welches fich seinen Lebensunterhalt durch Nähen er- wirbt. Welchen Fleiß das Mädchen bethätigt und mit welchen Entbehmnaen fie gekämpft haben muß, um fich hierbei fittlich rein zu erhalten, kann nur derjenige würdigen, der die russtschen Arbeitsverhältnisse kennt. Dabei wußte die junge Näherin von ihrem kargen Verdienste noch so viel zu erübrigen, um fich Lehrbücher zum Selbstunterricht zu verschaffen. In Rußland existirt aber eine wachsame Polizei, die mit allzu weitgehenden Vollmach- ten ausgestattet ist. Leider sollte auch die Näherm diese Macht der Polizei kennen lernen. Eines Morgens im verflossenen Monate erscheint in ihrem Zimmer, während fie noch im Schlafe lag, ein Polizeibeamter unter dem Vorwande, in ihre Papiere Ein- blick nehmen zu wollen. Das Mädchen, durch diesen Besuch zu so unschicklicher Zeit ganz außer Fassung gebracht, war momentan fast der Sprache beraubt, und diesen Umstand de- nützte der Polizei-Bcamte, um das Mädchen mit den niedrigsten Schimpfworten, wie fie so kräftig nur die rusfische Sprache kennt, zu überhäufen, indem er ihr zugleich, falls fie fich seinem Willen nicht gefügig zeigen sollte, mit der Ertheilung einer gelben Karte drohte. In Rußland besitzen nämlrch die Prostituirten gelbe Legitimations-Karten. Der Polizist glaubte ein leichtes Spiel zu haben, da er auf die Furcht und Be- stürzung des schutzlosen Mädchens rechnete, aber dieses Mädchen hatte wahrscheinlich zu fleißig im Turgeniew gelesen und fand noch Kraft genug, verzweifelte Hilferufe auszustoßen, auf welche hin viele Nachbarn herbeieilten, die dem schlecht maskirten Angriffe des Polizeibeamten für diesmal ein Ende machten. Der unschuldig erlittene Schimpf wollte dem Mädchen aber nicht aus dem Kopfe, und der Gedanke, daß ihr Beleidiger ungestraft ausgehen könne, machte fie halb wahn« finnig. Tagsüber irrte fie aufgeregt durch die Straßen und konnte keine Ruhe finden. Schließlich ging fie auf die Polizei, um das Vorgegangene mitzutheilen und Genugthuung zu for- dem, aber dort fand sie nirgends Gehör; fie wollte stch an den Polizeimeister selbst wenden— man ließ fie nicht zu ihm. Noch heftiger erregt, faßte sie den Entschluß, die erlittene Schande mit Blut abzuwaschen. Sie kaufte fich für 40 Kopeken ein Küchenmesser und suchte ihren Beleidiger in dessen Woh- nung auf. Deesen kostete es indeß wenig Mühe, das Mädchen zu entwaffnen und in Haft zu nehmen, so daß ihr Plan miß- lang. Mit der größten Spannung erwartet man nun das Ur- theu der Geschworenen über die des versuchten Mordes An- geklagte. Man irrt übrigens, wenn man glaubt, daß dieser Fall in den Annalen der russtschen Polizei vereinzelt da- steht. Soziale»«nd Arveiterbewegung. Der Lohnkampf der Berliner Maurer wird weiter- geführt, und zwar so, wie wir an anderer Stelle schon be- richtet haben, daß die Bausperre über die einzelnen Bau- geschäfte, welche fich weigern, 50 Pf. Stundenlohn zu zahlen, verhängt wird. Die Jnnungsmeifter haben einen Maximal- lohn von 40 Pf. proklamirt, die Gesellen verlangen einen Minimallohn von 50 Pf. Außer dieser Differenz aber liegt der eigentliche Gegensatz darin, daß die hochmüthigen Jnnungs- meister mit dem Gesellenkomitee nicht unterhandeln wollen. Dadurch zeigt die Innung, daß fie den Kampf einer friedlichen Lösung vorzieht. Die Verantwortung, welche die Innung durch eine solche Stellung übernimmt, wird fich über kurz oder lang bitter an derselben rächen. Sie hat ihre völlige Un- fähigkeit zur Schlichtung fie direkt berührender Differenzen ge- zeigt und an Stelle der ruhigen Ueberlegung rohes Poltern und boshafte Drohungen treten lassen. An die Graveure, Ciseleure und Berufsgenossen Berlins! Wie die Erfahrung lehrt, machen fich auch in unserem Gewerbe mehr und mehr jene Zustände geltend, welche die fichersten Anzeichen resp. Vorläufer eines raschen Verfalles aller soliden Existenzbedingungen zu sein pflegen, maßlose Lehrlingszüchtung und Arbeitslosigkeit, ja selbst die Vagadondage bleibt als hinkender Bote mcht aus. Noch vor einigen Jahren konnte man fich durch Unkenntniß dieser in geheimnißvolles Dunkel gehüllten Sachlage täuschen lassen und die Anficht, daß dieser„Gewerbszweig" rmmer noch einer der besten sei, war im Publikum weit verbreitet. Hierin ist zum großen Theil Wandel geschaffen und jeder Kollege mag es mit fich abmachen, ob er steh in die zu diesem Zweck bestehende Organisatton einreiht oder als Indifferenter draußen stehen bleibt. Heute aber obliegt auch ihm die Pflicht, aus der Theilnahmlostgkeit oder dem„Schmollwinkel", in welchem uns kein Weizen blühen kann, herauszutreten und zu zeigen, daß wir an Intelligenz und Eolidaritätsgefühl nicht hinter dem Zeitgeist zurückgeblieben find. Die Gründung eines Unter- stützungsfonds wird allseitig mit Freuden begrüßt, und wer den Ernst der gewerblichen Existenzfrage bereits kennen gelernt hat, der wird für das Zustandekommen eines solchen Fonds— unbekümmert um alles Nebensächliche— wirken. Welchen Zweck derselbe haben soll und welchen Vortheil er als gewerk- schaftliche Institution bietet, wird in der am Montag, den 17. August, Abends 8'/« Uhr, im Restaurant„Sahm", Annen- sttaße 16, stattfindenden großen allgemeinen Versammlung sämmtlicher Fachgendsscn zur Diskusfion und Beschlußfassung unterbreitet werden. Da jeder Kollege ohne Ausnahme stimm- berechtigt ist, so wird erwartet, daß Alle am Platze find, um ihre Rechte geltend zu machen.(Siehe auch Inserat in heuttger Nummer.) Ueber die Enquete in Bezug aus die Sonntagsarbeit liegt ein deutsch- freistnnigeS Urtheil vor, welches wir hiermit niedriger hängen wollen. Das„arbeiterfreundliche" Blatt, die„Berliner Zeitung", schrieb am vorigen Freitag:„Die Frist, welche für die Ausfüllung der Fragebogen in Bezug auf die Sonntagsarbeit von der Behörde gestellt war, läuft mit dem heutigen Tage ab. Zum ersten Male ist in Deutschland die gewerbthätige Bevölkerung— Arbeitgeber wie Arbeitnehmer — befragt worden■ das Resultat ist eine Volks- abstimmung rm besten Sinne des Wortes. Naturgemäß wird die Zusammenstellung und Aufschließung der Listen noch einige Zeit erfordern, aber vas Material zur Beant- wortung der Frage wird für den Gesetzgeber dafür auch ein möglichst untrügliches sein."—„Das Resultat also ist eine Bolksabstimmuna im besten Sinne des Wortes"— so ruft ein fortschrittliches Blatt aus. Unsere Leser aber wissen, wie und von wem die Abstimmung geleitet worden ist. In Baiern haben die Ortspolizeibebörden die„Abstimmung" vorgenomen, in Sachsen die Handelskammern und in Preußen? Genau weiß man es nicht, doch jedenfalls auch die Polizeibehörden. Eine unabhängige Kommisfion hätte die Abstimmung leiten müssen, wie wir schon einmal betont haben, dann hätte man am Ende wohl von einer„Volksabstimmung" reden können, so aber wissen die Massen der Arbeiter gar nicht, ob eine Enquete stattgefunden hat, oder nicht. Höchstens, daß fie es in den Zeitungen lesen, gemerkt haben fie sonst nichts davon.— Wir haben die Ueberzeugung, daß das ganze auf solche Weise ge» sammelte Material vollständig ungenau und für den Gesetz« geber vielfach trüglich sein wird. Dieser unserer schon aus- gesprochenen Meinung stimmt selbst der„Gewerkverein" bei. Die streikenden Maurer in Rathenow, die bekanntlich einen theilweisen, immerhin aber vortheilhaften Sieg errungen haben, erhielten als Unterstützung vom 29. März bis 11. Juli die Summe von 13 682 Mark. Die meisten Unterstützungen flössen aus Hamburg, Berlin und Leipzig. Die Strontianitindustrie in Westfalen geht mit jedem Jahre zurück. Wiedemm hat die Sozietät in Achten unv Ver» Helm einer größeren Anzahl von Arbeitern gekündigt. In Drensteinfurt und Umgegend, wo noch vor drei Jahren die genannte Industrie ca. 1000 Arbeiter beschäftigte, arbeiten jetzt noch etwa 50 Personen, unter denen fich auch die Unternehmer selbst noch befinden. Der Krach des Bankhauses Wilhelm von Born in Dortmund werft auch ungünstig auf die dortige Industrie. Es soll ein Defizit von 3 Millionen vorhanden sein, welches meist in laufenden Wechseln besteht, so daß ein Arrangement sehr schwierig ist. Mehrere Fabriken erleiden großen Schaden, der selbstverständlich wieder mit Arbeiterentlafsungen, Lohn« reduktionen:c. endigt. Wilhelm von Born ist ein großer An- Hänger der Schutzzollpolitik und der sogen. Sozialreform; der- selbe ist auch Mitglied des Staatsraths. I« Mainz haben in den meisten Fabriken die Glaser» gesellen die Arbeit niedergelegt. Verschiedene Differenzen über Lohn, Arbeitszeit, Werkstattsordnungen haben den Grund des Streiks abgegeben. Eine Einigung konnte noch nicht er- zielt werden. Die deutschen Fachvereine sollen nach einer ZeitungS- notiz in 185 Städten etwas über 40000 Mitglieder zählen. Wir können nicht beurtheilen, ob diese Zahlen richtig sind, doch wäre das Resultat immerhin in Hinblick auf das kurze Bestehen der Fachvereine ein bedeutendes. Auch muß man bedenken, daß die Polizei denselben nicht sehr gewogen ist, da man überall auf allerlei Behelligungen stößt und auch mehrere Vereine schon aufgelöst word-n find. Uebrigens find noch verschiedene Gewerkschaften und Unterstützungsvereine, welche dieselben Tendenzen wie die Fachvereine verfolgen, denselben beizuzählen, wodurch die angeführten Zahlen fich erheblich steigern würden. Was find öffentliche Angelegenheiten? In Folge' des Verbots eines Frauenvcrcins zu Nürnberg, der stch mit der Frage der Frauenarbeit und des Looses der Arbeiter- innen überhaupt beschäftigen wollte, ist Beschwerde eingereicht worden. Dieselbe stützt fich auf Pözls Kommentar, in welchem es heißt:„Den Gegensatz zu den öffentlichen Ange- leaenheiten bilden die Privatangelegenheiten, d. y. solche, welche den Einzelnen als solchen angehen. Zu den Privatangelegenheiten ist namentlich zu zählen, was sich auf menschliche Entwickelung und Bildung bezreht. Daß auch die Vereine zur Förderung der materiellen Interessen, wie z. B. Vereine für Ausbildung der Gewerbe u. s. w., nicht zu den politischen zählen, obwohl diese Forderung vom Staate erwartet und gefördert wird, darüber besteht, soviel uns be» kannt, kein Zweifel. Der Staat der Gegenwart, der seinen Angehörigen die Berechtigung bei der Realistrung der eigent- liehen Staatsaufgaben zugesteht, muß denselben, wenn er nicht mit fich in Widerspruch gerathen will, die freie Bewegung in jenen Angelegenheiten gestatten, die ihrer Natur nach den Zwang ausschließen und nur durch freie Selbstbestimmung zu einer gedeihlichen Entfaltung kommen können. Als öffentliche Ange- legenheiten dürfen nicht alle diejenigen betrachtet werden, bei welchen der Staat oder die Gemeinde mit irgend einem In- teresse betheiligt ist, sondem nur jene, wo das einheitliche Interesse des Staates in Frage kommt." DaS Tabakmonopol bat der ö st e r r e i ch i s ch e n Mo- n a r ch i e im vergangenen Jahre eine Gesammteinnahme von 72 730 353 Gulden, d. h. gegen die Ergebnisse des Jahres 1853 eine Zunahme von 3 215 310 Gulden gebracht. Hiervon wurden an Zigarren österreichischen Fabrikats 36 569000 Fl., an Rauchtabak 28 525 000 Fl., das Uebrige in Zigaretten, Schnupftaback und einzelnen Zigarren vereinnahmt. Uerewe und Uersammlungen. Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands(Mit- gliedschaft Berlin„Süden"). In der am Donnerstag abge- haltenen Versammlung bei Wolff u. Krüger, Skalitzerstr. 126, hielt Herr Dr. Könitz einen sehr interessanten und lehrreichen Vortrag über„Naturheilmethode und deren Werth." Der Vor« tragende betonte, daß die meisten Menschen ihren Körner ver« nachlässtgen, indem fie den Naturgesetzen rn der schroffsten Weise entgegen arbeiten. Viele Menschen erinnern sich erst dann, daß sie eine Lunge haben, wenn fie bereits krank sind und eine Heilung nicht mehr möglich ist. Man müsse vorher die Pflege der Lunge nicht versäumen, die ja hauptsächlich nur ge- sunde frische Luft verlange und die könne fich ein Jeder, und wenn es auch nur eine Stunde täglich sei, bei einigermaßen gutem Willen verschaffen. Wenn die Arbeiter des Abends aus den Fabriken kommen, so müßte es ihre erste Aufgabe sein, die Luft in vollen Zügen einzuathmen, damit der Staub, welcher fich am Tage über in die Lungen gesetzt, durch di se Funktionen ausgestoßen wird. Referent empfiehlt ferner, daß die Körper- haut durch tägliche Abreibungen gepflegt werden müsse, da sie ein gut Theil auf die Lungenthätigkert wirkt. Das Rauchen sei höchst schädlich, namentlich des Morgens, wo die Luft gerade am besten und für die Gesundheit am zuträglichsten sei, denn das Rauchen verhindere, tief und kräftig zu athmcn. Sodann beantwortete Herr Kanitz noch mehrere an ihn gerich» tete Fragen in sachlicher und gediegener Weise. Der 2. Puntt der Tagesordnung betraf das Verhalten des Bevollmächtigten unserer Mitgliedschaft Herrn Möhrina. Derselbe hatte fich in seinem Amte Verschiedenes zu Schulben kommen lassen. Es entspann fich hierüber eine lebhafte Diskusfion, an welcher fich die Herren Tobler, Hill, Tbielecke, Schäfer, Günther, Beyer und mehrere andere betheiliaten. Ein Antrag des Herrn Günther, Herrn Mö bring, da derselbe in der gröbsten Weise stch gegen§ 7 des Statuts der Vereinigung verstoßen, aus der Verernigung deutscher Metallorbeiter auszustoßen, wurde ein- stimmig angenommen. Der drrtte Punkt, Wa.l des Revisors. konnte wegen vorgerückter Zett, mcht erledigt werden. zu den Kommunalwahlen im 25. und 26 Kommunalwahlbezirk?" anüßungS Komitees wurde beschlossen, am Sonntag, den 16. August erne Familienpartie nach Friedrichsfelde zu ver» anstalten. Die nächste Vereinsversammlung findet am Dienstag, den 25. August statt. Versammlung deS GauvereinS der Maler am Drenstag, den 18. August. Abends 8V, Uhr, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. Wahl eines zweiten Vor» fitzenden. 3. DaS Bestreben der Gauvereine. 4. Die Rechte und Pflichten der Mitglieder. 5. Verschiedenes und Fragekasten. B Arbeiter- vezirkSverei« der Rosenthaler Vorstadt. Die Veieinsversammlung, welche am Montag, den 17. August, stattfinden sollte, muß wegen Lokalschwierigkeiten verschoben werden. Wann die nächste Versammlung stattfindet, wird im „Berliner Voltsblatt" bekannt gemacht werden. Arbeiter-Bezirkoverein der Oranienburger Borstadt «Nd de« Wedding. Am Montag, den 17. d. Mts., AdendS 8V: Uhr, findet im Wedding-Park, Müllerstr. 178, eine Ver sammlung statt mit der Tagesordnung: 1. die bevorstehenden Ersatzwahlen der Stadtverordneten. Referent: Oskar Krobm. 2. Dlskusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen— Monatlicher Beitrag 20 Pf. Große öffentliche Versammlung der Schiefer- und Ziegeldecker-Gesellen Berlins und Umgegend heute(Sonn- tag) Vormittag 10>, Uhr, im Lokal des Herrn Gütling, Land- wehrstraße 11. T.»O.: 1. Schließen wir uns dem schon de- stehenden Fachvereine an oder nicht. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskusston. 3. Ver- schiedenes. Die Tapezirergehilfen Berlins feiern am Dienstag, den 18. August, in der„Neuen Welt"(Hasenhaide) ein großes „Mottenfest" Zu reger Betheiligung wird eingeladen. Billets vorher 30 Vf., an der Kaffe 40 Pf.(Siehe Inserat). Da« Eommerfest der Zentral-stranken- und Sterbe- kaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter findet am Montag, den 17. August, in der Neuen Welt(Hasenhaide) statt. Der Ucberschuß ist für die länger als ein Jahr krank darniederliegenden Mitglieder bestimmt. Billets find in der beute Vormittag 10 Uhr, Große Frankfurterstraße 117, statt- findenden Mitgliederversammlung sowie an den bekannten Stellen zu haben.«Näheres stehe Inserat) Verein der Einsetzer Verlins. Heute(Sonntag), Vor- mittags 10 Uhr, im Vereinslokal Neue Friedrichstr. 44 Mit- glieder-Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Vergnügungskomitees. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willkommen. Fachverein der Berliner Kürschner. Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, im Saale des Herm Seefeld, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Vortrag. Fachverein der Möbeltzolirer für geschweifte Arbeit. Montag, den 17. August, Va9 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung, Muskauerstr. 28. Tagesordnung; Kassenbericht. Die Zentralisation der sämmtlichen Möbelpolirer Berlins und unsere Stellung dazu. Freireligiöse Gemeinde. Heute Vormittag 10 Uhr Rosenthalerstr. 38. Vorttag des Heim Schäfer: Die Religion als Lebenskunst._ Kleine Mittheilungen. Magdeburg, 14. August. Ein ganz eigenthümlicher Fall beschäftigte die hiefigen Stadtverordneten m ihrer gestrigen Sitzung; nämlich dre Petttion des Ingenieurs Herrn Born von hier, dessen Tochter von der hiesigen„Luiscnschule" fort- gewiesen und der„Volksschule" überwiesen worden ist, weil sich der Vater des Kindes weigerte, dasselbe impfen zu lassen. Herr Born hätt es für unfaßbar, daß lein Kind, das wegen seiner Nichtimpfung als dem Gesundheitszustande der übrigen Kinder der Luisenschule gefährlich angeschen und deshalb von dieser Schule entfemt werden solle, während diese Gefahr in der Volksschule, kotz der beibehaltenen Nichtimpfung, als nicht vorhanden angesehen werde. Herr Born hält sich daher in seinen Rechten gekränkt und richtet das Ersuchen an die Ver- sammlung, ihm zur Lösung dieser Rechtsfrage behilflich zu sein. Der Herr Vorfitzende erklätt, daß nach Lage der Gesetz- gebung die Versammlung bei den Angelegenheiten der Schul- Verwaltung zwar keinen entscheidenden Einfluß befitze, aber doch wegen des allgemeinen Interesses, das die Frage habe, ob die Verwaltung ein Kind aus Gründen vorliegender Art aus einer höheren Schule in eine niedere verweisen dürfe, an derselben nicht ohne Weiteres vorüberziehen könne. Nach den weiteren Darlegungen des Redners ist die vom Magistrat an- geordnete Verweisung an die Volksschule auf Grund einer äl- reren Verordnung erfolgt, über deren Anwendung in Bezug auf Fälle vorliegender Art indcß auch der Magistrat wohl nicht ganz überzeugt gewesen sei; er habe sich nämlich dieser- halb an den detreffenden Herrn Minister gewandt, um von diesem eine Entscheidung zu erbitten. Diese Entscheidung sei auch von der Versammlung abzuwarten, ehe Weileres geschehe, und er empkeble deshalb, dem Magistrat die Petition zur Kcnntnißnahme und Rückäußerung nach erfolgtem ministeriellen Bescheide zu überweisen. Herr Stadtschulrath Platen erklärt, daß der Herr Minister die verlangte Erklärung bereits abge- geben und das von der Schulverwaltung eingeschlagene Ver- fahren als berechtigt anerkannt habe. Dre vom Herrn Petenten gewünschte Uebersühmng der Frage auf ihre rechtliche Prüfung werde nun aber ganz von selbst eintreten, indem die Schulverwaltung nicht werde umhin können, gegen Herrn Born mit Strafanträgen vorzugehen, da derselbe sein Kind nun in gar keine Schule schicke, und so in Folge deS von Herrn Bom wahrscheinlich erhobenen Protestes gegen die Strafmandate die Sache zu einer rechtlichen Entscheidung gelangen werde. Stadto. Dr. Rahmer wünscht das ganze in dieser Frage entstandene Plate' ial gedruckt und den Stadtverordneten zugängig gemacht, um eventuell mit einer Petition gegen das hier eingeschlagene Verfahren, falls dasselbe für rechtsgiltig erklärt werden sollte, an die gesetzgebenden Körper vorzugehen. Stadtv. Dr. Rosen- thal dagegen wamt vor einer vorzeitigen Parteinahme und will den Agitationen des Petenten durch eine Mitwirkung der Ver- sammlung keinen Vorschub geleistet wissen. Der Herr Vor- fitzende hält es nach den von Herrn Stadtschulrath Platen gegebenen Erklärungen, nach denen die Angelegenheit zunächst zu einer rechtlichen Prüfung ganz ohne Zuthun der Versamm- lung gelangen werde, für angemessen, für jetzt über die Petition einfach zur Tagesordnung überzugehen. Nach diesem Antrage wird entschieden. Frankfurt a. M. Ueber einen bemerkenswcrthcn Rechts« fall berichtet die hier erscheinende„Kleine Presse": Ein hier lüulich verstorbener reicher Herr hat sein Vermögen testamen- tarisch verschiedenen Stiftungen und Gest llschaften hinterlassen; u. A. auch 100000 Mark der Sozialdemokratie, zu Händen eines bekannten Berliner Führers dieser Partei. Derselbe ist auch zur Empfangnahme des Geldes nach Frankfurt gereist, hat es aber noch nicht erhalten, weil die Geschwister des Erb- lassers das Testament angegriffen und Einspruch gegen dasselbe erhoben haben. Der Verstorbene war nämlich naturalisirter schweizer Bürger, und nach schweizer Recht sind die Ge- schwister zu einem gewissen Theile erbberechtigt. Es fragt sich nun, ob das in Preußen ausgefertigte Testament des in Preußen Verstorbenen, oder das schweizer Recht des dortigen Bürgers zur Geltung kommen wird. In den bettrffenden Kreisen ist man natürlich gespannt auf die Entscheidung.— Hierzu bemerkt die„Volks-Ztg.":„Wie wir vermuthen, handelt es sich urn das Testament des kürzlich in Frankfurt verstorbenen ftü- Heren Bankiers Höchberg aus Berlin, welcher schon früher die sozialdemokratische Partei, und namentlich deren Preffe, mit erheblichen Geldmitteln unterstützt hatte. H. wurde 1878 oder 1879 auf Grund des kleinen Belagerungszustandes aus Berlin ausgewiesen und begab sich von hier nach der Schweiz." Merseburg, 12. August. Der Regierungspräsident, Herr v. Diest, erläßt unter Zustimmung des Bezirksausschusses unterm 3. d. M. folgende Polizeiverordnung für den Regie- rungsbezirk Merseburg:§ 1. Das Aufblasen des Fleisches geschlachteter Thiere, namentlich das Aufblasen des Fleisches von Hammeln und Kälbern, mittelst des Mundes oder mittelst eines Blasebalges oder anderen Werkzeuges ist verboten.§ 2. Zuwiderhandlungen werden, so weit nicht nach allgemeinen Sttafbestimmungen, insbesondere dem§ 263 des deutschen Strafgesetzbuches, eine härtere Strafe verwirft ist, mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestrast, an deren Stelle im Falle des Unvermögens entsprechende Haftsttafe tritt.§ 3. Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 1885 in Kraft und kommen von diesen, Zeitpunkte ab alle in dieser Angelegenheit vorher- gegangenen anderweiten Vorschriften außer Geltung. Marseille, Freitag 14. August, Abends. Heute find hier 20 Personen an der Cholera gestorben.— Eine Delegation der Hafenarbeiter von Marseille begab sich zum Bürgermeister, um ihre durch die Quarantäne verursachte traunge Lage zu schildern und zu stagen, ob die votitten Kredite zur Herstellung großer Arbeiten benutzt werden könnten. Bürgermeister Allard versprach der Deputation, ihre Angelegenheit dem Munizipal- rathe vorzulegen. Eine öffentliche Versammlung der Hasen- arbeiter wird dieser Tage stattfinden. Paris, 12. August. In Melun beginnen heust du Schwurgerichtsverhandlungen gegen den Uhrmacher Pel, deyw Verurtheilunq zum Tode umgestoßen worden ist, weil von den Pariser Geschworenen, die ihr Schuldig über ihn sprachen, einer ein Bankerotteur war. In Saint-Omer ist heute auf öffent- lichem Markte der Raubmörder Louis Pain hingerichtet n>or- den. Die zahlreich versammelte Menschenmenge war, nachdem die Guillotine ihre Arbeit aethan hatte, Zeugin ein» peinlichen Vorfalls. Sechs Mitglieder der Biüderschasi von St. Leonhardt, die dem Ordensgelübde entsprechend du Beerdigung der Hingerichteten besorgen, hatten einen Sarg herbeigebracht, der sich als zu klein erwies. Vergeblich ver- suchten fie es, die blutende Leiche in den Sarg einzuzwängen! es gelang dies erst, nachdem einige der Ordensbrüder auf den Sarg hinaufgeftettert waren. Nach zehn Minuten war man endlich so weit, den Deckel zuschrauben zu können; aber nun gab wieder ein Brett an der Seite des Sarges nach, so daß die Leiche abermals fichtbar wurde. Der Ervboden war voll- ständig mit Blut getränkt. In Spanien wurden am 12. d. M. 4362 Erkrankungen und 1644 Todesfälle in Folge von Cholera verzeichnet: davon entfallen 296 Erkrankungen und 93 Todesfälle auf die Provinj Navarra._ Vermischtes. Einen traurigen Beweis von dem Fanatismus des belgischen Landvolkes liefert folgender Vorgang, de, sich(naa einem Brüsseler Bericht der„Voss. Ztg.") in der Kommune Lencffe im Bezirk Philipp oille eben zugetragen hat: Ein Thcu- nehmer an einer Prozession, ein gewisser Maclet, war am Tage nach der Prozession erhängt aufgefunden worden. D» Bürgermeister ließ den Leichnam in einen Sarg legen und ihn zu der Mutter des Verstorbenen schaffen. Letztere ver- weigerte„aus Frömmigkeit die Annahme, und so stellst man den Sarg in ein unbewohntes Haus. Man beschloß, die Leiche Abends spät am folgenden Tage in einem Winkel des Kirchhofs zu beerdigen. Nun begann ein wahrer Hexen- sabbath. Der Feldhüter an der Spitze, schritten die fromme» Dorfbewohner der Karre voran, auf der man den Sarg nach dem Kirchhof brachte. Man beschmutzst den Sarg, machst allerlei Zoten, schließlich nahm man die Leiche heraus, stützte fie unter den Armen und ließ fie biS zum Grabe unter allge- meinem Jubel„marschiren"! Dann legte man fie wieder in den Sarg, hielt schimpfliche Reden und warf den Sarg in du Grube. Nun sollte man denken, daß die Behörden einschritten- Weit gefehlt! Eine Verwandte des Todten, die sich beschwerte, wurde nicht nur vom Bürgermeister„ob ihrer gottlosen Ge- finnungen" scharf zurechtgewiesen, sondern der Pfarrer erklärte „voll Entrüstung", daß er fie nicht mehr in der Kirche em- pfangen werde! So geschehen im Mittelpunkte Belgiens«» August 1885! Spitz. Aus Paris wird mitgetheilt, daß eines der ge- festrtsten Mitglieder des Theatre Francais, MadeleincBrohan, der Bühne demnächst Valet sagen werde. Die Künftlerin, du vor Jahren eine Schönheit ersten Ranges gewesen, zählte z» den geistreichsten Frauen in Paris. Als fie Mono Uchard Heirathen sollte, sagte eine liebenswürdige Kollegin zu ihr: kenne Ihren Zukünftigen. Es ist mein Vergangener."— ,A mein Fräulein," erwiderte Madcleine Brohan,„ich habe» längst aufgegeben, einen Mann zu finden, der Sie nicht ge- kannt hätte." Von Madeleine Brohan rührt auch das malitiose Wort her, mit welchem die beständig rivalifirenden alternde» Eozietärinnen des Theatre Francais treffend gekennzeichnet wurden.„Diese Damen," sagte fie,„beißen einander, als ov fie Zähne hätten." Kriefkasten der Redaktion. O. B. Sch. 1) Heißt soviel wie:.Ist nicht mehr vor- handen." 2) Wenn bei der Wahl 60 Stimmzettel abgegebttt wurden und davon 4 unbeschrieben waren, so beträgt die ab- solute Majorität 29. 3) Fragen Sie bei Herrn Gärtner Mielen?» Berlin, Wilhekmstr. 45, an. 4) 12'/« Prozent Lohnerhöhung pro Mark 12'/, Pf. Zulage. St...... Britzerstraße. Der betreffende Herr war nur Gefreiter. Restauration Citri Schmidt, Solms- u. Mariendorterstrassen-Ecke. Gute Speisen u. Getränke. Spezialität: Eisbeine. ! FranzöfischeS Billard! 1885 Den geehrten Vereinen zu Zahlstellen lt. bestens empf. Zur Deutschen Reichs-Fechtschule. Mittenwalderstraße und Marheineckeplatz-Ecke. Gute Speisen und Getränke. Spezialität: ttRbetne! Jeden Donnerstag und Sonnabend:[1892 Mustkalische Abend-Unterhaltung bei freiem Entree. __ Hochachtungsvoll Quo«ttl.'er, Restaurateur. Zur Anfertigung von Damrn und KinderKtridern empfiehlt fich[1896 Luise Mahler, O. Münchebergerstr. 33, II. Am Dienstag, den 18. d. M., findet ein großartiges jrdert lo. v. U)(., nnvel ein gi Mottenfe�t der Tapezirer-Gehtlfen in der N e u e n W e l t, Hasenhaide, statt. Zur regen Betheiligung wird hiermit eingeladen. Billets a. 30 Pf., an der Kasse 40 Pf._[1895 «rtveireTSistltllre«a* Kttlifggrnlijstll. Montag, den 17. August, Abends 8'/« Uhr, Annenstr. 16, Restaurant Sahm, große allgemeine Versammlung sämmllicher Kollegen zur Regelung der Unterstützungsfrage. Um weiteste Verbreitung ersucht_ Der Einberufet. Unterstütz lingg verein deutscher Schuhmacher. Montag Abend präzise 9 Uhr, in Rieft'S Saal. Kommandantenstratze 71/72. Herr Vaake über den deutschen Bauernkrieg. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[1895 Arbeitsmnrkt. 2 tüchtige Schneidergesellen, welche auch Uniformen zu machen verstehen, finden gute, loh- nende und dauernde Wochwerkstelle bei Max Schmidt, Schneidermeister, Cönnern a. Saale. Anmeldungen schriftlich._ 1 1893 Die Nr. 19 der humoristischen Blätter[2572 ,Fer wahre Jacob" ist erschienen und in der Expd. des„Verl. Volksbl." zu habe n Die von Mttgliedern d«S FachveretnS der Schneider gegründete Produktiv- u. Rohstoff- Genossenschaft der Schneider ZU Berlin(Eingetragene Genossenschaft) No. 30 ZIMMER- STRASSE No. 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren-Garderobe, sowie ihr reichhalttgeß Lager in- und ausländischer Stoff«, ebenfall« Futtrt, ».d.»t a* Herren- Garderobe« jeder Art werde« nach Maas ««gefertigt. Neelt Arbeit, dmerhaftt Stoffe. Jefit preise. Bitte erenan auf Stramme und Hammer zu achten. 723_ Per Yormtand und Tenraltnngmrath.___ Augrust Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113. Spiegel- mul Polsteniiaaren Magazin Eigene Fabrik. Solid# Preise« Prompte Bedienung 490 Caffee, Wein und Delicatessen Mach ansmerhalb rem 15 Hk. am franeo. Mlllllll Imfer, Kerlin SO.. Mmiralstrahe 40 am Kottbuser Platz(frühere Linde.) Das Sommerfest de? Sentral-Krankei« ntrt Stndrkisse her Tischler zum Besten ihrerJnvaliden findet am Montag, den 17. August, in der Neuen Welt, Hasenhaide, statt. Concert, Eommemachts-Ball, großer Fackel- zug, Volksbelustigungen aller Art. Billets sind zu haben bei den Herren Wahrmann, Manteuffelstt. 115, Lacur, Dm» nienstraße 203, Pampe, Gitschinerftr. 93 bei Stiefelmeier, Kühl, Mittenwalderstr. 7 bei Geske, Scholz, Posenerstr. 42. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein._[1894 DaS Komitee. Aezirksverein des werktyätigm WotkeS der Schönhauser Worstadt. Dienstag, den 18. August, Abends 8'/, Uhr, i» Meister'S Lokal, Schönhauser Allee Nr. 1G1: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Oskar Kroh� über die bevorstehenden Kommunalwahlen. 2. Verschiedene�: 3. Fragekasten.[# Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand- Verantwortlicher Redakteur R. Tronhei» in Berlin. Druck und Verlag von Mar vadtng in Berlin 8W„ Beuthstraße 2.