I* tu** Ur. 193. Dounerstag» den 30. August 1883. II. Jahrg. i Ik il erltoMsHtttt Organ für dre Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn« und Festtagen. ZlbonnementSpreiS verlin frei in S HauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Vostaboanement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 (Eingetragen in der PostzeitungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 lllp Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Amwnmw Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Die Hebimz der Fischerei. Die große Emdener HäringSfischerei-Tesellschaft hat sich uunmehr auch dem sogenannten Zug der Zeit angeschlossen «nd ihr Bestreben dahin gerichtet, emeu höheren Ein. yangiz o ll für gesalzene Häringe zu erzielen. Dieser »Schutzzoll" beträgt gegenwärtig 3 Mark pro' Faß Von den Blättern werden mannigfache Erörterungen an diese Angelegenheit geknüpft und man sagt sich, durch �ue Hebung der Hochseefischerei könne man dem Volke eine �rleichierung verschaffen. Wir sind im Allgemeinen auch ver Ansicht, daß eine billige Fischnahrung unter Umstände» ftwas dazu beitragen könnte, die Lebens Haltung— die Lage überhaupt— der arbeitenden Klaffen etwas ju verbessern. Wir sagen ausdrücklich: unter Umständen; Sf?" mit den verschiedenen Vorschlägen, die wir in den Gattern finden, können wir uns in keiner Weise einverstanden �klären. . Zunächst können wir die Nützlichkeit eines Schutzzolles nicht Zusehen. Die Seefische sind an den Freihafenplätzen so Ziemlich am billigsten und ohnehin ist eS mit der Konkurrenz, andere seefahrende Nationen mit dem Fischimport nach Deutschland machen, nicht so arg. Der schottische Import sto Häringen nach Deutschland beträgt nur 10 bis 15 Proz. JJ* gesammten Ausbeute. Ein erhöhter Schutzzoll auf Hä- �"ge wäre vielleicht ein Schutz für die Fischereiuntcrnehmer, er würde ihnen erlauben, im Handel die Preise ihrer Waare tu steigern. Der kleine Fischer, der seine Beute an die Kroßen Händler abgiebt, hätte von einem solchen Zoll sicher- -sch keinen Vortheil. Dagegen hätte die Maffe der Kons»« "rrtUen die Preissteigerung zu tragen. .. Die großen Fischerei-Unternehmer sind immer bemüht, •W Beschwerden über mangelnde Förderung der Fischerei 21 ihren persönlichen Interessen zu verbinden. Einige ?i«ter sind daher zur Zeit bemüht, eine Prämie vi ine Fischerei- Unternehmer zu verlangen, um zu„ermuntern". Nun, wir danken bestens für ??e solche„Ermunterung" auf Kosten der Steuerzahler, /'oft wenn die bekannten Erfahrungen mit der Prämiiruag •"iH Betriebszweiges in der Z u ck e r i n d u st r i e nicht »Macht worden wären. Selbst wenn eine solche Prämiirung Vermehrung und Verbilligung der Fischnahrung herbei- �hren sollte, so würde die Verbilligung wieder aufgehoben vurch hjx vermehrten StaatsauSgaben, die der als Steuer- sMer fungirende Konsument zu tragen hätte. Für uns wandelt es sich bei der ganzen Fischereifrage garnicht darum, .51 Unternehmern einen größeren Gewinn zuzuführen oder idkkulativlustigen Kapitalisten durch eine Staatshilfe in Z/Mt einer Prämie eine gewinnbringende Kapitalanlage zu /Möglichen. Es kann sich nur darum handeln, dem Volke SMkw 33 i AeuMeton. Das Mormoneamadche«. Amerikanische Erzählung von Baldui« Möllhause«. ,(Fortsetzung.) gewiß nicht," versetzte Weatherton mit entschie- Bi� Wesen.„Ich leugne nicht, daß mir Hertha Jansen' �"0 vorschwebte,'"------ x l-r- weder an daß es mir einmal be- m, stihlte ich aber auch, mein guier Wiue befestige sich mit jedem nutzlos hJ/oMte» Tage mehr und mehr; nur stelle ich mir oftmals w,v k?Se' unsere Mühe und die Opfer an Zeit, welche fpi» R9en/ endlich von dem gewünschten Erfolg gekrönt katik aei�en' denn streng genommen, ist der Brief Eures «k-rmschen Freundes doch nur ein schwaches Argument, R?ser bisheriges Verfahren, selbst unsere ganze Reise �chifertigen und verständig erscheinen zu lassen." r::-««'-?. rv... ffn— Brief?" auf einen ..v 1 v. w.., ,, w. selbst halte da« stärkste Argument, welches uns hätte geboten v lönnen- Ich kenne Werner schon lange und Uns& ich auf jede« seiner Worte so fest wie auf die von'Mg�denden Felsen bauen darf. Sein Brief wurde zebn V�ama aus zurückgeschickt' er hatte daher volle beobn*.86 Seit gehabt, die Mormonengesellschaft zu Und � und betreffs ihrer ferneren Pläne zu belausche» denk- auszuforschen. Wenn er also schreibt, dieselbe ge- zu.°°n San Diego aus die Reife nach dem Salzsee an- der-i' uruß es wahr sein, und da von dort aus nur ®e3 hierher führt, so unterliegt es kaum einem die«' daß es den Delawaren gelingt, Genaueres über uns Gesuchten auszukundschaften." /'-Wenn sie auf dem zwetten Theil der Seereise ihre l'en nicht geändert haben und, anstatt nach San Diego, werden gute und nahrhafte Fische zu billigen Preisen zu liefern und diese Fischnahrung auch den weitesten Kreisen erreichbar zu machen. Das Alles hat sich bis jetzt keineswegs in dem Maße herausgebildet, wie Mancher glauben möchte. Man sehe sich einmal um, welche Rolle der Häring bei den armen Volks- klaffen in Deutschland spielt. Es giebt Gegenden, wo er fast vollständig die Stelle des Fleisches verttitt; in manchen Weberdifttikten in Sachsen, Thüringen und Schlesien, wo die Armuth der Bevölkerung einen anderwärts undenkbaren Grad erreicht hat, bilden Häring und Kartoffeln oft einen Sonntagsschmaus. Aber was für Häringe sind es, die zum Vorschein kommen. Sie müssen oft gar zu lange in der Lake beim Krämer oder Höker liegen und bekommen dadurch einen Hautgout, der weder angenehm noch gesund ist. Dabei ist der Preis ein verhältnißmäßig hoher, da Krämer und Höker vom Zwischenhandel leben müssen. Für den armen Weber ist sein„Braten", der Häring, im Verhältniß zu seinem Lohn kein billiger SchmauS. Das Meer giebt gern, was eS an Fischreichthum hat. Der Jammer unserer Herren Fischerei-Unternehmer ist nicht so begründet, wie man sich geberdet. ES hat Jahre ge- geben, die einen so reichlichen Ertrag beim HäringSfang brachten, daß man nicht wußte, was man damit anfangen sollte. In der Gegend von Kiel und Eckernförde in Hol- stein ist häufig ein großer Theil des HäringSfangS schon an Bauern verkauft worden, die gegen ein Spottgeld den „überflüssigen" Fischreichthum auf Düngerwagen luden und auf ihre Felder fuhren, um die todten Fische als Dung zu verwenden. Ja, es kam vor, daß man den Bauern diesen „Ueberschuß" deS HäringSfangeS umsonst gab, nur um ihn loS zu werden, und eS kam vor, daß der Ueberschuß so groß war, daß die Bauern auch umsonst die Fischmassen nicht abholen wollten, weil sie übergenug daran hatten. So verfaulten denn die reichen Gsben ungenutzt am Strande des Meeres. Die Preise der Häringe sind aber darum bei den Webern in Sachsen, Thüringen und Schlesien doch nicht niedriger geworden. Warum sind nun die Massen der eingefangenen Fische nicht verwendet worden? Reichten die vorhandenen Vor- richtungen zum Räuchern und Einsalzen nicht aus, oder lag sonst etwas im Wege? Nun, wir glauben, die Herren Unternehmer fürchteten, die große Masse möchte den Waaren- preis zu sehr verbilligen und der Gewinn könnte im Ver- hältniß zu oen auf Zubereitung und Versendung der Waare verwendeten Mitteln ein zu kleiner sein. Darum, daß das Volk eine billigere Nahrung bekommt, ist eS den Unter- nehmern eben nicht zu thun, sondern nur um Erhöhung ihres Gewinnes. Am einfachsten wäre natürlich eine Prämie oder auch ein Schutzzoll; da ließen sich trotz der überreich- nach«an FranziSko gegangen sind", wendete Weatherton unmuthig ein. „Was kaum denkbar ist," erwiderte Falk, denn San FranziSko ist, wie Ihr selbst mir mehrfach versichert habt, nicht der Ort, so viel Kriegsmaterial, welches gegen die Vereinigte Staaten-Armee bestimmt ist, auSzufchissen; und daß sich eine verhältnißmäßig große Masse desselben an Bord befand, hatte Werner ja schon ausgeforscht, noch eh' der Dampfer die Höhe von Kap HatteraS erreichte. Gesetzt aber den Fall, Eure alten Passagiere, die mit der MunittonS- sendung vielleicht nur in mittelbarer Verbindung standen, hätten sich von derselben getrennt, um von San FranziSko aus aufzubrechen, so könnte ihr nächstes Ziel doch nur immer der Salzsee sein. Der strengere Winter auf der nörd- lichen Route würde allerdings ihren Aufbruch verzögert länger,'"' haben, allein gewiß keine Stunde als unumgänglich nothwendig; denn des jungen Mädchens Begleiter'sind schlau genug, einzusehen, oaß ein allzu langer Verkehr unter den„verfluchten GentileS," wie sie alle Nichtmormonen unhöflicher Weife zu nennen belieben, Gefahr bringend für das Seelenheil und das Vermögen ihres armen Opfers werden und die Augen der Obrigkeit auf ihr finsteres Treiben lenken dürfte. Befinden sie sich aber erst am Salzsee, dann müßte es mit dem Teufel zugehen, wollte» wir sie nicht ausfindig machen." „Da« Uebelste bleibt, daß wir keinem einzigen Mor- monen, wen» uns ein solcher begegnen sollte, trauen dürfen," sagte Weatherton sinnend,„und das, was wir sowohl über Hertha Jansen, wie über das traurige Geschick ihrer ver- heiratheten Schwester zu wissen wünschen, können wir bei der jetzigen drohenden Zeit auf keine andere Weise, als eben durch die Mormonen selbst erfahren. Sie sind in zu hohem Grade fanatisirt, um noch bestechlich zu sein, uno eine Gelegenheit zum Belauschen, wie damals in dem Garten, dürfte sich in diefen Regionen kaum bieten." „Ich erkenne in Euch kaum noch den Tod verachtenden Seemann wieder, so viel Bedenklichkeiten schleudert Ihr mir entgegen," versetzte der Maler lachend,„aber nicht« für ungut," fügte er mit gewinnender Freundlichkeit hinzu, als lichen Gaben des Meeres immer noch hohe Preise halten und daS Volk wäre genau so daran mit der Fischerei wie zuvor. Nach den gemachten Erfahrungen würden dem Volke die Vortheile der Fischerei zu eisschließen sein, wenn dieselbe staatlich organisirt würde, selbstverständlich mit den bei einer solchen Maßregel zu treffenden Vorbehalten und Ga- rantten. Wenn der Staat den ernsthaften Willen hat, kann er in der That auf diesem Wege ohne große Ausgaben und schließlich mtt großem Gewinn dem Volke eine billige und gute Nahrung wenigstens soweit verschaffen, als sfaschnabruna portmitteln könnten die Gaben de« Meeres »tzbringer haben die Diskussionen, ob man der einen höheren Zoll gewähren Werth._ für die ganze Bevölkerung nutzbringend gemacht werden. Angesichts dessen will ,�für eret Prämien oder un» gar keinen Politische Urber stcht. Die Tarifkommisston der Telegraphen-Konferenz hat den deutschen Vorschlag, eine einheitliche Grundtaxe für alle Telegramme in europaischen Ländern herzustellen, mit 9 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Vielleicht gelingt eS noch, im Plenum der Konferenz dem Antrag die Mehrheit zu ge- winnen. Die Klageschrift wegen Herausgabe der erhaltenen Diäten, welche dem Reichstagsabgeordneten Hasenclever zugegangen ist, enthält— wie die„VolkS-Ztg." mittheilt— keinerlei Beweisgründe, der Beweis soll nur im Falle des Be- stteitenS angetreten und die Höhe des Betrages später festge- stellt werden. Dahingegen hat der Abg. Heine ein volumi- nöses Aktenstück erhalten, das nach mehr als einer Richtung hin interessant sein dürfte. Nachdem nämlich die Klageschrift sich auf einigen Seiten mit dem„fortschrittlichen Diätenfonds" beschäftigt hat, meint fie, daß die sozial-demokratifche Partei einen ähnlichen befitze. Zum Beweise führt fie Stellen aus dem Protokoll des Gothaer Sozialisten-KongresseS(1876) an, aus welchem man die Anträge in Bezug auf die Diätenfrage von längst verstorbenen und theilweise verschollenen Sozial- demokraten ersehen kann.— Nach längerem eingehenden Studium hat schließlich der Vertreter des Fiskus herausbekommen,„daß die sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordneten ohne Rücksicht auf ihre Partei- stellung(?) neuerdings nur noch vier Mark Diäten bezogen zu haben scheinen".— Auf die Person Heine'S über- gehend, heißt es dann in dem Bericht, daß er„in seiner Eigenschaft als in Berlin anwesendes Reichstagsmitglied wäh- rend der Sesfion von 1884/85 taglich 4, mindestens aber 3 M. Diäten aus dem Paitei-Fonds erhalten und in seinem Nutzen verwendet habe".— Beweis: Zeugnisse seiner Parteigenossen Bebel, Liebknecht, Rittinghausen, Spindler/ Singer, Fritzsche, Hasselmann, eventuell Eideszuschiebung. Rittinghausen, Spindler» er bemerkte, daß Weatherton erröthete,„nein, nicht« für ungut, wer weiß, ob eS mir nicht ebenso ginge, hätte ich dem schönen Mormonenkinde nur ein einziges Mal in die großen blauen Augen geschaut. Mögen die Mormonen nun bestechlich sein oder nicht, was wir wissen wollen, wird uns auf die eine oder andere Art offenbart werde». Kommt Zeit, kommt Rath, und sollten wir gezwungen sein, unS so lange in diesem schändlichen Gebirge umherzutteiben, bis sich kein Stein mehr in demselben befindet, den ich nicht wenigstens einmal abkonterfeit—" „Und bis das arme beklagenSwerthe Mädchen irgend einem alten herzlosen Mormonen geopfert wurde und neben dem Vermögen auch noch daS ganze Lebensglück eingebüßt hat," fiel Weatherton seinem Freunde in die Rede. »SMZWSW« .. glaubt mir," fuhr er fort, Weatherton treuherzig die Hand reichend,„ich habe noch keinen Augenblick vergessen, daß wir keine Zeit zu verliren haben, und meine Theil- nähme für Hertha ist eben so wenig erkaltet, wie die Eurige. Allein ich sehe die Sachen etwas ruhiger an, wes- halb mich auch um so schwerer meine Geduld verläßt. Ich baue fest auf unser Glück, bin aber auch eben so fest überzeugt, daß wir keinen Schritt thun dürfen, eh' die Dela- waren eingetroffen sind. Ihnen steht der Salzsee offen, und den Mormonen möchte ich sehen,' den Delawaren anzubinden, so wenige mögen." Weatherton schwieg, und zündete splitter an, um ihn ebenfalls langsam brennen zu lassen. „Ich bin neugierig, zu erfahren, hob er endlich an,„ob der Deutsche, der mich damals so hinterlistig in die Falle lockte, einer von den beiden Abenteurern ist, deren Ihr mehr- fach in Euer» Mittheilungen als untergegangener Charaktere erwähntet?" „Ohne Zweifel," antwortete Falk schnell,„doch wartet, ich will Euch den Beweis liefern;" mit diesen Worten der eS wagte, mtt e« deren auch fein einen neuen Holz- in der Hand ver- iiTSramiTm j in iiüV Mtzsche und Hasselmann, alle sollen bezeugen, daß der Abg. Heine in der Session von 1884/85 aus dem sozialdemokratischen „Parteifonds" Diäten erhalten hat! Wie werden sich die be- treffenden Herren verwundern, wenn sie eine Zeugenvorladung erhalten. Jedenfalls wird Herr Hassclmann sich beeilen, der- selben unverzüglich Folge zu leisten und aus Amerika das alte Heimathland besuchen. Weshalb Herr Most nicht gleichfalls als Zeuge vorgeschlagen worden ist, ist uns nicht rechi klar.— Von dem Abgeordneten Heine verlangt nun der Fiskus die Summe von 411 M.— Für den Abgeordneten Hasenclever ist der Verhandlungstermin am Landgericht zu Halle auf den 21. Oktober, für den Abgeordneten Heine am Landgericht zu Halberstadt auf den 1. Dezember festgesetzt worden- Ueber die Konfiskation der Diäten schreibt ein deutsch- freifinniger Parlamentarier der„Breslauer Zta.":„Von gewissen menschlichen Schwächen kann man nicht lassen'der echte Philosoph sollte es längst verlernt haben, fich über Vorgänge in unserer inneren Politik zu wundern; der Versuch, vre Diätenzahlungen an Abgeordnete, die auS Parteimitteln er« folgen, im Wege einer fiskalischen Klage anzugreifen, hat in- dessen doch einiges Erstaunen erregt. Das Ueberraschende finde ich hauptsächlich darin, daß man eine Handlung jetzt als unehr- bar angreist, an welcher das Reich selbst Antheil genommen hat. Steift man fich auf den Artikel der Reichsverfassuna, wonach der Abgeordnete keine Entschädigung beziehen darf, so könnte am Ende der preußische Fiskus auch darauf klagen, daß die Abgeordneten die Freifahrtskarten herausgeben, die ihnen der Staatssekretär des Innern ausgestellt hat. Die Ver- fassungsmäßigkeit dieser Maßregel ist von jeher angezweifelt worden, und wenn fie fich auch rechtfertigen läßt, so sind doch die Bedenken dagegen sehr schwerwiegend für den, der eine Entschädigung aus Privatmittcln für unerlaubt hält. Es wird auch die Frage nicht abzuweisen sein, wie es gehalten werden soll, wenn man den Abgeordneten nicht eine Entschädigung in baarem Gelde gewährt, sondern Wohnung und Beköstigung aus Parteimitteln bezahlt. Ja zuletzt ist es recht bedenklich, einen Abgeordnelen„als solchen" als Ehrengast zur Tafel einzuladen.— Das Zweite, was Erstaunen erregt, ist, daß die Abgeord- netcn, welche dem preußischen Staate angehören, anders be- handelt werden sollen, als die aus anderen Staaten. Die Vor- schriften des preußischen Landrechts, auf die man fich stützt, find ganz fingulärer Natur und finden in den Rechten der übrigen Staaten leine Analogie.— Der dritte Punkt, auf den aufmerksam zu machen ist, ist der, daß einem System der Schnüffelei geradezu Vorschub geleistet wird. Die meisten sozialdemokratischen Abgeordneten find außer Stande, auf eigene Kosten in Bertin zu leben. Will die Sozialdemokratie über- Haupt eine parlamentarische Vertretung haben, so muß fie die Diätenzahlung aufrecht erhalten. Unsere Partei kann am Ende darauf verzichten. Es ist nun gar nicht zweifelhaft, daß die Sozialdemokratie die Mittel hat, ihr Thun in so vollkommenes Geheimniß zu hüllen, daß es unmöglich wird, im einzelnen Falle die Diätenzahlung nachzuweisen. Auf die eigentliche Rechtsfrage einzugehen, habe ich am wenigsten Neigung: fie mag den Gerichtshöfen und in letzter Instanz dem Reichsge- richt überlassen bleiben. Der Paragraph, der von unerlaubten und wider die Ehrbarkeit verstoßenden Zwecken handelt, ist ge- wiß unanwendbar, und die Anwendbarkeit des Paragraphen, der von dem Verstoß gegen ein absolutes Verbotsgesetz han- delt, ist wenigstens diskutabel. Indessen die Rechtsfrage steht durchaus in zweiter Linie. Das eigentlich Charattensttsche ist die wieder in den schärfsten Zügen hervortretende Abneigung gegen die parlamentarischen Jnstttutionen. Zur Nachricht über die Besetzung der Karolinen- Inseln wird der„Köln. Ztg." folgendes mitgetheilt:_ Zuständigen Orts war zwar beim Eintreffen der Depesche die er- folgte Besetzung noch nicht bekannt, doch wußte man, daß in der That zwei spanische Kriegsschisse nach den Karolinen ab- gegangen find, um dort die spanischen Interessen wahr- zunehmen. Auf der anderen Seite macht man auch kein Hehl daraus, daß in der That die Absicht besteht, die Karolinen- Inseln, auf denen fast ausschließlich von deutschen Firmen Handel getneben wird, zu besetzen, und daß ein desfallfiger Anttag seitens der deutschen Betheiligten schon seit längerer Zeit gestellt ist. Es ist richtig, daß Spanien das Ober- hoheitsrecht über diese Inseln beansprucht, und daß demgemäß auch eine Reihe von Handbüchem der Länderkunde, so das von Andree, und sogar der Gothaische Hofkalender diese Inseln unter den spanischen Kolonien aufzählen; dem gegenüber aber steht die Thatsache, daß dieser spanische Anspruch bisher stets bestritten worden ist, daß insbesondere im Jahre 1875 noch England und Deutschland in einer gemeinschaftlichen Note Spanien mitgetheilt haben, daß sie die beanspruchte Ober- Hoheit nicht anerkennen. Wenn jetzt Spanien seinen Anspruch, odschon Deutschland ihn schon einmal zurückgewiesen hat, neuer- dings geltend machen und durch neue Gründe unterstützen sollte, so werden diese— dafür zeugt das ganze bisherige Verhalten der deutschen Regierung in ihren kolonialen Er- Werbungen— zweifellos gründlich und unbefangen geprüft werden. Aber diese Ansprüche werden fich auf besseres stützen müssen, als auf die Thatsache, daß spanische Schiffe zuerst die er auf, und nachdem er ein kleines Skizzenbuch und .leistrft aus der Hütle geholt, nahm er wieder neben Weatherton Platz, worauf er eifrig zu zeichnen begann. ..Jedenfalls haben sich die beiden sauberen Gesellen awerben lassen, wie wären sie sonst wohl auf den Gedanken gekom- wen, sich auf demselben Dampsboot, mit welchem die Mor- monen und Werner reisten, einzuschiffen?" fuhr er fort, während die Bleifeder in schnellen Zügen über das Papier flog;„ihr falsches Kartenspiel war kein Geheimniß mehr, und da mag ihnen das Pflaster von New-Bork etwas zu heiß geworden fein. Nach Eurer Beschreibung wäre eS dieser," sagte er dann, Weatherton das, obgleich nur mit wenigen Strichen ausgeführte, aber doch unverkennbare Portrait des Grafen darreichend. „2a, der war'S 1" rief Weatherton überrascht aus, indem er die" Skizze aufmerksam betrachtete,„ein Irrthum kann nicht obwalten, denn zwei einander so ähnliche Menschen kann es auf der Welt nicht geben. Nun, ich hoffe ihm noch S begegnen, und dann soll er mir büßen, sowohl für den weren Fall und die Wunde, als auch für das Entwenden der Durchsuchungsordre." „Daß er die Ordre entwendete, bleibt noch zu beweisen," versetzte Falk, mit Wohlgefallen seinen stattlichen Gefährten beobachtend, der offenbar darüber nachdachte, wie es wohl möglich sei, mit ein paar Strichen nicht nur ein ähnliches Portrait zu entwerfen, sondern auch den Ausdruck des Ori- ginals in demselben getreulich wiederzugeben,„viel eher ist anzunehmen, daß sein Busenfteund den Diebstahl ausführte, während er selbst mit Euch beschäftigt war. Zhr könnt Euch gar nicht vorstellen, wozu Leute fähig sind, wenn sie erst einen gewissen Grad der Gesunkenheit erreicht haben. Streng genommen, leistete Euch der Graf übrigens einen Dienst, denn hättet Ihr nicht an Eurer Kopfwunde darnieder- gelegen, so würde eS Euch schwerlich gelungen sein, für Euch und Rast einen so langen Urlaub zu erhalten." WaS ohne die Ursache der Kopfwunde auch wohl nicht"nöthig gewesen wäre," fügte Weatherton in dem- selben Tone hinzu,„denn wer weiß, wozu die Durchsuchung vielleicht geführt hätte, vielletcht zur Befreiung des armen Mädchens." Inseln von den Mariannen auS entdeckt, daß Spanien spater aber fich nicht mehr um fie gekümmert habe. Zur Zeit find thatsächlich die deutschen Interessen auf diesen Inseln die bei weitem überwiegenden. Das-rste deutsche Weißbuch über die deutschen Interessen in der Südsee hat darüber in einer Denkschrift des deutschen Konsuls Dr. Etüpel in Apia vom 2. September 1884 eingehend benchtet. Betreffend das Verbot der sozialdemokratischen Druckerei Silefia(nächstens hört man vielleicht von sozial- demokratischen Druckmaschinen!) geht der konservativen„Schles. Zeitung" von kompetenter Seite aus Breslau folgende Mit- theilung zu: „Das Verbot der sozialdemokratischen Buchdruckerei Silefia wird in der hiefigen oppositionellen Presse bemängelt, weil da- mit das Sozialistengesetz auch auf offene Handelsgesellschaften anwendbar erklärt wird. Diese Bemängelungen fino als grund- los zu bezeichnen. In dem betreffenden Kommisstonsbenchte des Reichstages ist ausdrücklich anerkannt, daß auch offene Handelsgesellschaften zu den nach§ 1 des Sozialistengesetzes zu verbietenden Verbindungen gehören können. Im Uebrigen kann mitgetheilt werden, daß Herr Kräcker den Nachweis ge- führt hat, daß die offene Handelsgesellschaft Silefia als solche im Gesellschaftsregister schon vor Erlaß des Verbots vom 11. dieses Monats wieder gelöscht war und Herr Kräcker fich als alleiniger Inhaber der Firma„Buchdruckerei und Verlags- geschäst Silefia, W. Kuhnert u. Co." hat eintragen lassen,— und daß hiernach das an eine thatsächlich nicht mehr zutreffende Adresse gerichtet gewesene Verbot von der Landespolizei- behörde dahin abgeändert ist, daß es jetzt gegen die- jenige Personenverbindung gerichtet worden ist, welche die Druckerei ins Leben gerufen und die Mittel zu ihrer Erhaltung beschafft hat oder beschafft. Sachlich ist die bisherige Verfügung durchweg aufrechterhalten, insbesondere durch jene rein formelle Aenderung die Beschlagnahme der Druckerei nicht fortgefallen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß diese Entscheidung auf durchaus zutreffender Begründung be- ruht. Wem die Verhältnisse näher bekannt find, dem konnte es nicht entgehen, daß Herr Kräcker aus seinen eigenen Mitteln eine eigene Buchdruckerei fich nicht angeschafft haben konnte, sondern daß fich eine Anzahl Sozialdemokraten verbunden haben mußte, um die Mittel zur Gründung der Druckerei zu be- schaffen und damit Propaganda für die Partei zu machen. Eine solche Verbindung fällt zweifellos unter die Bestimmungen des§ 1 des Sozialistengesetzes, zumal eine so große Anzahl verbotener Druckschriften in der betreffenden Druckerei hergestellt worden ist. In einer Zuschrift vom 12. d. Mts. an die „Volks-Zeitung" behauptet Herr Kräcker noch, daß die Druckerei durch Darlehne s. Z. gegründet worden tei, welche größten- theils zurückerstattet worden seien; und die Beträge an Per- sonen, welche nicht ermittelt werden konnten, seien bei der Hinterlegungsstelle hinterlegt worden. Daß diese Angaben thatsächlich zutreffend seien, kann nicht angenommen werden, da es offenbar an jedem Rechtsgrunde zur Hinterlegung solcher Gelder fehlt. Wann und in welcher Höhe die Hinterlegung erfolgt sei, darauf dürfte man schwerlich von Herrn Kräcker eine ausreichende Antwort erhalten können." Zur Bekämpfung des Trunkes hat der Regiemngs- Prästdent von Oppeln eine Verfügung erlassen, welche von der konservativen„Schles. Zeit." freudig begrüßt wird. Diese unter Aufhebung einer älteren Regierungs-Verordnung(vom 29. November 1857) mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des Regierungebezirks Oppeln ergangene Polizei� Verordnung bestimmt unter anderem, Gäste dürfen in den Witthshäusem nur bis 10 Uhr Abends geduldet werden. Während einer Arbeitseinstellung sowie an Sonn- und Feier- tagen darf in den Wirthshäusern kein Verkehr stattfinden.(!) An Kinder darf kein Schnaps verabfolgt werden.— Warum bekämpft man den Trunk nicht an der Quelle, da wo er ge- brannt wird? Die„Schles. Ztg." würde einen solchen Kampf schwerlich„freudig" begrüßen, denn sie zählt zu ihren Lesern recht konservative Echnapsbrenner. Zur Ausweisung des Herrn v. Rothan aus Elsaß- Lothringen bemerkt die„Sttaßburger Post", daß einer der Gründe dieser Maßregel vielleicht in dem Umstände liegen könnte, daß Rothan kürzlich in den Vorstand der Patriotenliga gewählt wurde. Wenn er auch die Wahl nicht angenommen habe, so liege doch in der Thatsache, daß er überhaupt gewählt werden konnte, eine seltsame Kennzeichnung seiner Persönlichkeit und Denkweise. Kriegervereine. Wir haben vor Kurzem einen Leitar- tikel gebracht über Festfeiern, in welchem auch das Treiben der Kriegervereine berührt wurde. Ueber diese Vereine läßt fich die„Volkszeitung" nunmehr aus Thüringen schreiben:? Waren es hauptsächlich die geselligen Vergnügungen, welche viele ver- anlaßten, den Kriegervereinen beizutreten, so find es auch diese, welche über kurz oder lang den Vorfall derselben herbeiführen müssen. Die Feste der verschiedenen Kriegervereine drohen die Mitglieder finanziell zu ruiniren. Sie werden so zahlreich, daß eine Betheiligung an denselben die Mitglieder der Krieger- vereine in ihrem Erwerb und in ihrer Arbeit auf's schwerste schädigen muß. Da liegt mir ein Bericht über die letzte vor „Hätte eS nun zum Guten oder Bösen geführt, ent- gegnete Falk,„so wollen wir vorläufig nicht unzufrieden mit unserer Lage sein. Wir haben die Reise hierher, Dank den auf der Emigrantenstraße zerstreuten Regierungskaravanen, trotz des Winters und der Schneestürme in verhältnrßmäßig kurzer Zeit zurückgelegt; ferner hatten wir das gute Glück, mit den besten Führern des ganzen Kontinents zusammen- zutreffen, und dann endlich befinden wir uns hier so wohl, wie sich zwei bescheidene Menschenkinder unter freiem Himmel nur immer befinden können, und das ist originell, wie Mr. Rast sagt." „Der arme Bursche," versetzte Weatherton, hell auflachend, „ich sehe in Gedanken noch immer sein Entsetzen, als ich ihn aufforderte, seine und meine Sachen herbeizuschaffen und sich demnächst zu einer Reise durch die Rocky Mountains vorzubereiten. Er fluchte und schwor, daß eS mein und sein Tod wäre, und mein Vater sich über das schreckliche Ver- brechen einer Landreise seines Sohnes im Grabe umkehren würde. Aber er entschloß sich endlich doch, jedoch nicht eher, als bis ich ihm fteistellte, an Bord zurückzukehren und den Sohn meines Vaters allein ziehen zu lassen. Eine komische Rolle muß er übrigens bei seinem Abschiedsbesuch auf dem Leoparden gespielt haben, denn denkt Euch nur, er hatte sein Knie steif gebunden und erzählte seinen alten Genossen, mir sei bei einem nächtlichen Ueberfall der Schädel, ihm selbst aber da« Bein zerschlagen worden, und wir wären daher gezwungen, ein ganzes Jahr in einer Salzwasser-Heilanstalt zuzubringen. Er schämte sich einzuräumen, daß irgend etwas m der Welt ihn dazu veranlassen könne, mit gesunden Gliedern dem Ozean den Rücken zu kehren. Als er dann wieder zu mir an'S Lager trat, war sein Bein noch immer auf- fallend dick und steif, und auf mein Beftagen gestand er, daß er auf dem Schiff einen Kutlaß(kurzes Enterschwert) neben sein Knie befestigt und von oben bis unten mit Tüchern an da« Bein geschnürt habe. Er hatte sich von seiner LieblingSwaffe nicht trennen mögen und dieselbe für unerläßlich zu einer Reise durch die westlichen Wildnisse ge- halten, jedoch sich gescheut, um sich nicht zu verrathen, dieselbe offen vor seinen Kameraden zu tragen." „Segel in Sicht, Herr!" ließ fich Rast'S Stimme von einigen Tagen in Tanna abgehaltene Kriegcrvereins-Versamm- lung vor. In derselben wurden nicht weniger als drei Ein- ladungcn zum Vottrag gebracht. Die erste kam aus Plauen vom dortigen„Militär- Schützen- und Jägerverein" zur Fahnenweihe und zum Stiftungsfest am 23. August. Die zweite vom Militärverein in Remptendorf zur Fahnenweihe am 30. August und die dritte von dem Verein Kameradschaft ehe- maliger Gardeattilleristen zu einem Festkommers am 2. Eep- tember in Berlin. Tanna ist ein kleines Etädchen bei Schleiz im Voiatlande mit einer im Durchschnitt sehr armen Bevölle- rung, In derselben Sitzung, in welcher die drei Einladungen zur Kenntniß der Mitglieder kamen, nahm derselbe Kriegervcr- ein einen Antrag an, wonach die Unterstützung kranker Ru- glieder mit 1 M. 50 Pf. pro Woche künftighin nicht mehr me bisher sechs Monate, sondern höchstens drei Monate gewährt wird. Wäre es nicht zweckmäßiger, zu beschließen, daß die vielen Feste wegfallen oder wenigstens die Betheiligung der aus- wättigen Mitglieder an denselben? Vor vierzehn Tagen war auch ein solches Kriegeroereinsfest in Witzelrode bei Bad Lie- benstein. Dort fand man am andern Tage 50 Regen- schirmgriffe und Stöcke auf dem Platze— die Trophäen einer Schlacht, mit welcher das Fest geendigt hatte, wie das„Eaalfelder Kreisblatt" meldet."— Wie kann man denn auch ein anderes Ende eines Kriegervereinsfestes fich denken? Chemnitz, 18. August. Unsere hiefigen Konservativen und Nationallibcralcn haben fich vereinigt, um hier die Wahl eines Sozialdemokraten in den sächfischen Landtag zu ver' hindern. Während jedoch die Arbeiterpartei fich langst über ehren Kandidaten— Liebknecht— klar geworden ist und m aller Stille thatkräftig dafür eintritt, find die anderen Herren immer noch auf der vis jetzt fruchllos ausgefallenen Kandidaten- suche begriffen. Vielleicht findet fich ein„gefinnungstüchtiger Mann, der fich von einem Konglomerat der verschiedensten Patteien aufstellen läßt, um höchst wahrscheinlich gegen den Arbeiter-Kandidaten durchzufallen. Hamburg, Dienstag, den 18. August. Der hier zusammen- getretene Kongreß für die Reform und Kodifikation des Völker- rechts wurde beute Mittag durch den Bürgermeister Weber Namens des Senats begrüßt. Sir Travers Twiß dankte im Namen der Versammlung, worauf Dr. Sieveking die diesjäh- rigen Aufgaben des Kongresses darlegte. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt H. H. Meyer(Bremen), Richter Prabody(New- Nork>, Sir Travers Twiß(London), Dr. Wendt(London) und Dr. Wolffson(Hamburg). Der Verwalter des unabhängige« Kongostaates, de Winton, yat folgende Verfügung erlassen: 1. Eine Strafe von 25 000 Fr. wird Jedem auferlegt, der an die Eingeborenen Waffen oder Schießbedarf verkauft und ohne Erlaubnrß Waffen auf das Gebiet des unabhängigen Kongostaates einzuführen sucht. 2. Eine Belohnung erhält jeder Weiße, auf dessen An- gäbe hin Beweise gegen irgend Jemand erlangt werden, der fich der Ueberttetung des vorstehenden Verbots schuldig ge- macht, und eine Belohnung von 25 Ballen Waarcn oder einen entsprechenden Werth erhält jeder Eingeborene oder schwank Beamte, auf dessen Zeugniß hin Beweise gegen solche Ueber- treter erlangt werden. Vivi, 1. Juli 1885. F. de Winton, Generalvcrwalter."— Dieses Verbot soll, wie aus der Be- gründung desselben hervorgeht, nur ein zeitweiliges sein, und dezweckt, den Verkauf von Pistongewehren und Hinterladern, sowie von deren Munition einer vorgängigen Genehmigung der Behörde zu unterwerfen. Offenbar fürchtet man, daß dir Schwarzen an gewissen Puntten des neugeschaffenen„Staates fich erheben könnten. Der Handel mit Steinflinten bleibt un- gehindert. Belgien. Aus Brüssel wird unterm 16. August geschrieben: Der internationale Eisenbahn-Kongreß hat gestern seine Arbeite» vorläufig zum Abschluß gebracht. Es wurde beschlossen, e'» Komitee zu bilden, welches einen weitem Kongreß vorbereite» und die Grundlagen zur Bildung eines internationalen Esse»' bahn-Vereins vorlegen soll. Ferner hat dieser demnächW Kongreß über die Einzelheiten einer besondcm technischen Eist»- bahn-Etatistik zu beschließen, welche von der in Brüssel ein«»- setzenden Kommisfion vorher ausgearbeitet werden sollen. Heu« weilten die Mitglieder des Kongresses noch hier, um dem aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens der Eisenbahn in Belgie» veranstalteten historischen Festzuge beizuwohnen. Vom frühe» Morgen an wogte eine große Volksmenge durch die festlich schmückten Straßen, und jeder einlaufende Zug brachte Schaare» von Schaulustigen. Gegen 2'/, Uhr setzte sich der malcrisM Zug in Bewegung. Derselbe stellte die Entwickelung des Ver- kehrs von den ältesten Zeiten bis heute recht anschaulich dar- Da sah man altegyptische, griechische und römische Gefährte, dann die aus dem vorigen Jahrhundett stammenden Reist- wagen, u. a. einen mit allem Komfort der damaligen 3� ausgestatteten Reisewagen der herzoglich Arenberg'schen Familst, den die Herzogin zur Verfügung gestellt hatte, endlich nanir- lich die allermodemsten Eisenbahn-Salonwagcn und elektrische» Sttaßenbahnen. Auch die erste Lokomotive, welche 1835 f» Gebrauch war, machte den Zug mit. Die königliche Famust, die Minister, die Mitglieder des diplomatischen Korps und des dem östlichen Rande des Felsenkessels her vernehmen, w» eine Gruppe hundertjähriger Tannen dicht am Fuße d# Felswand dem spärlichen Erdreich entsprossen war und unter dem Schutz der aufstrebenden Gesteinsmassen eine solche Höhe erreicht hatte, daß die dichten Wipfel noch über die an- grenzende Mauer hinausschauten. Weatherton und Falk fuhren bei dem ungewöhnliche» Ruf empor und näherten sich mechanisch ihren Masse», während erster er mit gedämpfter Kommandostimme hinaustiei- „Welche Richtung?" .Nordnordost bei Nord, denk' ich, Herr!" lautete ö,c Antwort, und indem der Bootsmann noch sprach, theilte» sich die dunkelgrünen Zweige des hervorragendsten Tanne»- aipfels noch weiter auseinander, und aus der dadurch em- standenen Oeffnung schoben sich zwei mächtige Fäuste, ö« ein Fernrohr so fest und regungslos in der Hand hielte», als wenn sich dasselbe in einem Schraubstock befunden hö»e- „Wie viel sind es ihrer?" stagte Weatherthon, nachdef» er Raft hinlänglich Zeit gelassen, die staglichen Gegenständ� genauer in'« Auge zu fassen.. �Kann'S nicht ausmachen, Herr! sind gerade h'»"* einer steinernen Schwellung!" „Sollten es die Delaware« sein?" wendete Falk fw jetzt an seinen Gefährten. „Sie find, außer einigen Utah- Wurzelfressern, die E'st- ziaen, welche den Pfad nach diesem Versteck kennen,", g/i. Weatherton zur Antwort.„Der Winter ist vorbei, und» elenden Wilden, die so lange am Rande der Niederu»(P verborgen gewesen, beginnen ihre Ausflüge in die hinauf zu unternehmen. Unmöglich wäre es nicht, daß„ Besuch von einigen dieser armseligen Geschöpfe erhielte»- „Indianer, die unter der Flagge der weißen Mensch� kinder segeln!" rief der Bootsmann von seinem Sitz herunter, denn er hatte das Fernrohr wieder 0*';«, fe und Äen den und einen Blick auf die sich nähernden Gestalte« erhalt' als dieselben eben am Rande eines Abgrundes um ei» Felsvorsprung herumbogen.„Jetzt find sie wieder»uL Sicht, zwei Mann hoch; gehe« zu Fuß und haben Pferde im Schlepptau! sah sie ganz genau!" rapport« L s Eisenbahn-Kongresses sahen dem Zuge von den Balkons des Palais aus zu. Frankreich. „. Die Behauptung Rochefort's, daß O l i v i e r P a, n auf Befehl der englischen Heerführer ermordet worden sei, wird unterstützt durch einen Brief des ehemaligen Dolmetsch des englischen Heeres im Sudan, Salikowitsch. Der„Jntran- Ugeant" veröffentlicht jetzt diesen Brief; er lautet: „Paris, 14. August. Mein Herr! Das Foreign-Office(Auswärtiges Amt in yilliand) h� eben in ernem offiziellen Schreiben erklart, das «ch'ckial Olivicr Pain's sei ihm unbekannt. Dies ist eme neue Lüge der britischm Regierung, wie der Tod Ihres Lands. Mannes ein neuer Flecken auf der Ehre Englands war. behaupte, daß Olivier Pa r n auf Befehl vez Generalstabes der englischen Armee in Egypten e r m o r d e t Wide» ist. Ich behaupte, daß daS Ministerium Gladstone das Verbrechen g e st a t t e t und alle näheren Umstände veffelben vor nnd nach der Vollziehung gekannt hat. Ich M dies beweisen, indem ich die Namen, Daten, Orte angebe. Lies wird mir leicht sein; denn ich bin Zeuge deS Ereignisses Siwesen, welches die Engländer in Dunkel zu hüllen suchen. «is Dolmetsch des englischen Generalstabes im Sudan hatte v 2? doppelte Amt, die aus Khartum kommenden Gefangenen und Reisenden auszufragen uno den arabischen Emiffären der Engländer die Weisungen zu übermitteln, welche der General- ljabschef Sir Owen Lanyon selbst von dem General Evelyn «Lood erhalten hatte, dem fie wiederum von dem Oberbefehls- »aber Wolseley aus Kairo zugegangen waren.. Zur Sache: Am 15. April kamen zwei Spione, ins «A"°on Debbeh, wo ich mich damals befand, und erzählten, Ü.L°tten sechs Meilen vom Lager einen Franghi(Europäer) »■,»—-*» v v... D—-—-- cjv--- r—/ 3i(«rnt welcher, obwohl wie ein Einheimischer gekeivet, große hatte, sich in arabischer Sprache verständlich zu machen. Auftreten®p'one �en Wanderer und sein gcheimnißvolles l*. L• WIW VVV|U�WV*»»V*v»v v»«»»♦»•» vv»i» «h.. Ae Nachricht zu bringen, der an jenem Tage an heftigen «�uiatrsmen litt. Gleich waren die Ordonnanz-Lffiziere in „wkgung und spielte der Telegraph, zwischen Debbeh, Kairo „11° London. Etwa zehn berittene Baschi-Bozuks werden nach w,. Achtungen entsandt, um Jagd auf den„bloody Franch- ,.W machen, wie der Major Kitchner Olivier Pain ge- ich nannte. Dieser Kitchner, ein Kerl, der fich mit �lalmen nährte und mit Whisky besoff, hatte zuerst den Ein- (3, e,n®n Preis auf den Kopf deS französischen Spions zu ftPtnL Mit einem Sprung vom Lieutenant zum Major vor- Lh.' �il er als Militärspitzel Außerordentliches geleistet , wollte Kitchner diese Gunst rechtfertigen und fich einer ein. ii- durch eine neue Heldenthat, wie die Gefangennahme '» einsamen und wehrlosen Reisenden, würdig machen. .Den nächsten Tag, 16. April, ließ Kitchner den Scheikh ..Häufen, eine Art Derwisch, den die Engländer für alle s.,°?'irchen Dienste besoldeten, und gab ihm dm Befehl, �nten � in dem landläufigen Arabisch zu ver» j,,«Z& kan wah&d jgib lan al Franeawi hai aon mat imsek iinaav8ille iirö inglizi." Was heißen soll:„Wenn Jemand za.°°n Franzosen lebendig oder todt bringt, so erhält er pirsche Pfund." Jw.r£ßen 2 Uhr des Nachmittags desselben Tages wmde eine abwiche von Debbeh nach London abgesandt. Der Träger des WlT™'.-in. gewisser Fini. Ordonnanz des Owen Lanyon, E�ne Depesche, deren Schnftzüge Hreroglyphen glichen. hatte man es gehabt, daß die Depesche nicht einmal Leu-. Kuvert gelegt worden war. Am 17. April langte im -w m,r beim Telegraphenbureau uni> fragte mich lachend SterTil m scheußlichen irischen Akzent:„Wollen Sie 50 Pfund toitipK?8"ttbtenen?" Dann zeigte er mir die in der Eile ge- jiurnPM. ns-------__ c---—" man( iitito �°u°ett gelegt............>----- �______.... Rott; ,, n Telegramm aus Abu-Dom, einer in der Nähe von Hauri». 8°ssben Station, an. ES verursachte viel Lärm im Pllltzs�artier; aber bald erhielt der Kapitän Colborne, der geheinTZiandant von Debbeh, einen Befehl des Generals, die um T�volle Depesche nicht mitzutheilen. ES handelte sich SoKnßf" Olivier Pain zu ergreifende Maßregeln. Lffiziere und des K�.slüstertcn es sich ms Ohr. Ich laufe in vas Zelt kitte v b �balil, um von ihm Auskünfte zu erhalten. Ehe ich vorbringen konnte, bat er unter Stöhnm und so errr-"; khm eine englische Bittschrift zu entwerfen. Er wollte, HtQh er mir, gegen die Ungerechtigkeit protestiren, mit %on'ih»,e er wir, gegen vre ungereaiugreii proictnren, m>i vrr >nit h«?, Lwang, die„ehrlich und allein verdienten 50 Pfund 8etW rTwigavonden von Baschi Bozuls zu theilen", die nichts >— So sage mir doch, um was es fich handelt! •Ifitn hnh benn nicht, daß ich gestern den Franghi ge- m°be, welcher den großen Pascha Wolseley mit den %„In sifc ee2. hat tödtcn wollen?"— Wo ist der Franghi? /-Ja, a°s.„"�am."— Hat der Bcy Kitchner ihn gesehen i— Kll(Kn 1~ Und was hat man mit ihm vor?—„Man %9er vernichten."— In diesem Augenblick kam ein ' wens Jussuff, der Kitchner bediente, mit einem Be- hä'ttx� er sich im Mastkorbe des Leoparden befunden die sich nähernden Personen Fahrzeuge irgend ai t ieroesen' die er in seinem Leben nur ein einzrgeS altx Kanonenschußweite gesehen, so würde die ehrliche Delam« sie schnell genug wiedererkannt haben. Die schs.°«n dagegen, trotzdem er längere Zeit in ihrer Ge- "'cht ä, r. �ß°bracht hatte, besaßen nach seinen Begriffen CjH.., bere Kennzeichen genug, um auS der Ferne mit Cr Li, auf ihre Persönlichkeiten schließen zu können. der durch sein gutes Fernglas die braune Farbe '-•» Jt...____ r___ x— 'chter und die langen schwarzen Haare, auch unter- den Schnitt der Kleidung und die Farbe der er ni/i 0°. n dergleichen aber schon früher begegnet, hätte Leb�/ Mt Bestimmtheit zu sagen vermocht, und wäre sei» schon ml Preis dafür gewesen. Glaubte er doch "sivlve� geleistet zu haben, als et die klärte vierbeinigen Kreaturen" rundweg für Pferde weit sind sie noch entfernt?" ftagte hierauf h rton nach einer Weile wieder. Nach vier oder fünf Kabellängen," antworte Rast den, Sinnen, denn so leicht es ihm auch wurde, auf "Wcki&h Entfernungen mit überraschender Genauigkeit Festland-' ,s° wenig war er im Stande, die« auf dem %n. e Und am allerwenigsten auf unebenen Boden zu an. Lnb er auch hier die Entfernung viel zu kurz ssnrade Linie von sich bi» an den zu be- hamul �Unft berechnete, ohne zu berücksichtigen, daß bkvbgch.'schen liegende breite und tiefe Schlucht von den dir» tnt�j° Personen Schritt für Schritt durchmessen wer- ?n°te�5. �wmen fie wieder hervor, verdammt I anderthalb Änd t®.tunJt)e'!" rief er plötzlich aus, schärfer hinüber- r». Vwif) r r»*V| V* f Y~|*7 v"» I iuhbvMm nber nur eine« Mann mit zwei Gäulen im 8 Lanbi. L, vorhin doppelt gesehe« haben, macht aber da, ist originell!" "espannt" mit zwei Pferde«?" fragte Weatherton fehl seines Herrn, dem der Derwisch sogleich Folge leistete. Das Gespräch wurde abgebrochen, aber ich wußte schon genug. Am 18. April ist Olivier Pain in der Wüste bei Abu-Dam von zwei Baschi-Bozuks im Beisein des Majors Kitchner f ü s i l i r t worden. Jedermann kannte diese Einzel- heiten im Lager von Debbeh. Soll ich noch hinzufügen, daß dieser Mord durch eine Festlichkeit gefeiert worden ist und daß die Baschi-Bozuks dem englischen Generalstab das Schau- spiel einer Phantafie gegeben haben, um ihm für dm freigebigen Blutlohn zu danken? G. Selikowitsch, ehemaliger Dolmetsch des englischen Heeres im Sudan. P. S. Der General Wood und der Major Kitchner find gegenwärtig in England, in welcher Stadt, weiß ich aber nicht. Der Hauptmann Colborne ist in Kairo. Der Oberst Owen Lanyon, zum Brigadegeneral vorgerückt, ist in Portsmouth." Italien. Die„Allg. Ztg." erhält aus Italien folgmde Zuschrift: Die jüngsten mit mancherlei Ausschreitungen verbundenen ländlichen Streiks in einigen Gegenden der Lombardei, ein Nachspiel zu den Arbeitseinstellungen im Manwanischen, in Folge deren Hunderte von Landarbeitem unter der Beschuldigung der Zusammenrottung und Gewalt- thätigkeit verhaftet wurden— um nach mehrmonatlicher Untersuchungshast freigelassen zu werden— haben die Aufmerksamkeit wieder auf die merkwürdigen Bestimmungen des Straf« gesetzes über die Arbeitseinstellungen gelenkt. Das italienische Strafgesetz bedroht nämlich nicht bloß die Anwendung von Gewalt und Zwangsmitteln seitens der Streikenden(wre der Arbeitgeber), sondern schon die bloße Verabredung und Ge- meinsamkeit der Arbeitseinstellung mit Strafe, es sei denn, daß eine„ausreichende Ursache" und ein„vernünftiger Grund" zum Streik vorhanden gewesen sei. Es ist einleuchtend, daß die dem Richter anheimgegebene Entscheidung über die Be- rechtigung oder Nichtberechltgung des Streiks eine sehr schwache Garantie sowohl für die Arbeitgeber als für die Arbeiter ent« hält und mangels bestimmter Kriterien sehr verschieden ausfallen kann. Da überdieß die Polizeibehörden die Gewohnheit haben, a priori jede Streik-Verabredung für eine unberechtigte zu halten und sofort zu Präventiv-Verhaftungen zu schreiten, deren Nachtheile durch die spätere gerichtliche Freisprechung nicht auf« gehoben werden können, so beklagen fich die Arbeiter und die deren Interessen vertretenden demokratischen Blätter nicht mit Un- recht, daß für einen großen Theil der Bevölkerung das ver« fassungsmäßige Recht der Vereinigung illusorisch gemacht ist. Mit Unrecht aber erhebt die Oppofitionspresse auS dieser Ur- fache ihre Stimme gegen die Regierung und deren angeblich konservative Tendenzen. Denn fie vergißt oder übersteht ah- fichtlich, daß gerade die Oppofition es gewesen ist, welche unter anderen von der Regierung eingebrachten Gesetzen auch eine Vorlage betreffend die Streik- Gesetzgebung nicht hat zur DiS- kusfion kommen lassen. Der von Herrn Depretis in Gemein- schaft mit den Ministern Berti und Savelli schon 1383 einge- brachte Entwurf hat geradezu zum Zweck, den freiheitlichen Grundsätzen auch in dieser Materie Geltung zu verschaffen. Er hebt die Strafbarkeit der Arbeitseinstellung an fich, sowie auch der Verabredung und Vereinigung zum Zwecke des Streiks auf, gleichviel, welche Gründe dieselben hervorgerufen haben, und er will nichts anderes bestraft wissen, als den„mittelst Gewaltthätigkeiten, Drohungen oder betrügerischer Umtriebe direkt oder indirekt auf den Arbeiter oder Arbeitgeber ausge- übten Zwang zum Verlassen und Aufnehmen der Arbeit unter bestimmten Bedingungen oder zur Abänderung dieser Bedingungen." Großbritannien. Das irische Verbrechen- Verhütungsaesetz lief am Freitag ab, ein Ereigniß, welches in vielen Städten des südlichen Irlands durch größere Kundgebungen gefeiert wurde.„Free- mans Journal" brachte einen Artikel, in welchem es u. A. heißt: Die verhaßte Zwanasherrschaft ist vorüber. Heute ist das irische Volk nicht ohne Grund zuverfichtlich und es fühlt sich erleichtert. Die Iren find nicht länger Sklaven, welche für einen Tag von der Peitsche des Treibers befreit sind, sondern fie find entschlossen, die legitimen Bestrebungen ihres Gcburts- landes zu verwirklichen. Wir wollen unsere Landsleute nicht beleidigen, indem wir ihnen anrathen, jetzt wo der Zwang vor- über ist, von Verbrechen abzustehen. Es ist keine Nothwendig- keit für einen solchen Rathscblaa vorhanden. Das Verbrechen- Verhütungsaesetz erzeugte Verbrechen anstatt fie zu unter- drücken. Wir besorgen nicht, daß das Archiv der kommenden Monate durch Ausschreitungen befleckt werden wird. Die Jrländer in Amerika scheinen die Lage etwas anders auf- zufassen, denn aus Newyork wird gemeldet, daß der Ausschuß der irischen Nationalliga ein Manifest erlassen hat, worin er- klärt wird, daß Pamell's Partei im englischen Parlament einen beispiellosen Erfolg errungen und Gladstone's Partei zu einem schmachvollen Rücktritt georängt habe. Die Arbeit der Par- nellitenpartei sei eine herkulische gewesen und ihre Ermngen- schaften seien wunderbar. Die numerische Stärke der Partei „Ein Mann mit zwei vierfüßigen Kreaturen, denke,'S können nur Pferde sein!" „Herunter, Jim!" rief der Lieutenant dringend; denn er bezweifelte die Ankunft der Delaware» nicht länger; aber daß einer derselben so urplötzlich zurückgeblieben war, erfüllte ihn mit Äesorgniß, weshalb er sich mit eigenen Augen von der Wahrheit der Sache überzeugen wollte. „Aie, Aie, Herr!" antwortete Rast auf Weatherton's Kommando, und nachdem er das Fernrohr behutsam zu- sammengeschoben und in daS mittelst eines Riemens an seinem Halse befestigte Futteral gesteckt, begann er eilfertig und gewandt auf den Zweigen der Tanne wie auf den Sprossen einer Leiter niedersteigen. Da die Tanne den einzigen Ausweg aus dem Felsen- kessel bildete, so waren, um das Hinauf- und Herunter- steigen zu erleichtern, auf der Seite, auf welcher andere Bäume eS den vom Rande des Abgrundes aus in die Tiefe Spähenden verbargen, die hindernden Zweige entfernt worden. Der auf diese Weise geschaffene Weg war indessen so schmal, daß eben nur ein Mann zur Zeit sich auf demselben fort- bewegen konnte. Weatherton wartete daher so lange, bis Raft sich unten befand, ehe er selbst sich, nachdem er das Fernrohr an sich genommen, nach dem Äastkorb, wie der Bootsmann den lufttgen Sitz nannte, hinaufbegab. DaS seltsame Benehmen der heimkehrenden Delaware« hatte Raft durchaus gar nicht befremdet. Wäre ein ganzer Haufe Utahs erschienen, so würde selbst das keine andere Bewegung bei ihm zur Folge gehabt haben, als daß er vielleicht, nachdem er den dienstlichen Rapport abgestattet, seinen Revolver untersucht, die Schneide seines schweren KutlasseS geprüft und sich auf diese Art vorbereitet hätte, die„enternden" Feinde zurückzuschlagen. Sein grimmiges, durch die furchtbare Narbe entstelltes Gesicht verrieth daher, indem er zu Falk an das Feuer trat, nicht die geringste Besorgniß, im Gegentheil, seine Augen funkelten noch vor Vergnügen, welches er darüber empfand, daß Lieutenant Dickie, trotzdem er sich Monate lang im werde im nächsten Parlament auf 80 Mitalieder vergrößert werden und fie werde die einzige zuverläsfige Unterstützung er- langen, nämlich jene, welche der Furcht jener englischen Mit, �lieber entspringe, die ihre Wahl den exilirten Iren in Eng- land und Schottland verdanken. Die Parnelliten würden mir» hin im Stande sein, die englische Gesetzgebung zu erdrosseln und ein freies Parlament in Irland herzustellen.— Parnell hat dem in Chitago tagenden Ausschüsse der irischen National- liga auf teleqraphrschem Wege den Rath ertheilt, eine Konven- tion erst nach den englischen Wahlen abzuhalten. Sie wird daher im Januar abgehalten werden. Amerika. Ueber die Lage in Venezuela(Südamerika) zu Anfang Juli bringt daS„Bulletin" von St. Thomas folgende Mit- theilung:„Unser Korrespondent in Caracas(Hauptstadt) theilt uns mit, daß die Regierung von Venezuela in Anbetracht des Ernstes der Lage eifrig beschäftigt ist, Maßregeln zur Unter- drückung der Revolution zu ergreifen. Die allgemeine Mei« nung zeigt fich im ganzen Lande der Revolution günstig und die Anhänger derselben hoffen allgemein, daß eine große Katasttophe in der Republik stattfinden werde. Eine große Anzahl Personen ist ins Gefängniß geworfen worden. Eine Partei, deren Zahl nicht festzustellen rst, hat fich vorbereitet, um aus der Stadt zu ziehen, mit der Abstcht, den Konsul von Venezuela auf dieser Insel aufzuheben. Der betreffende Korre- spondent, ebenso wie der von La Guaira, theilen uns mit, daß es nicht möglich ist, Details zu geben, weil fie fürchten, daß wir ihre Bnefe nicht erhalten können.— Durch Briefe, welche wir eben von Curacao mit einem deutschen Dampfer erhalten, haben wir erfahren, daß Coro, Barquisemeto und Jaruguay stch der Revolution angeschlossen haben. Ein Passa- gier, welcher heute Morgen mit der„Teutonia" hier eingetroffen rst, sagte uns, daß die drei Dampfer der Regierung von La Guaira gegen Osten gefahren find, daß aber einer der Dampfer, die„Flor de Mayo", beschädigt nach La Guaira zurück- gekommen ist. Die Beschädigung war durch Schüsse des den Revolutionären gehörigen Dampfers„Libertador" verursacht worden."— Neueren Depeschen zufolge soll es der Regierung gelungen sein, den Aufstand zu unterdrücken. Kommunales. Zu den Kommunalwahlen. In der gestrigen Nummer unseres Blattes brachten wir die Eintheilung der 14 Kommunal- Wahlbezirke der 3. Wählerabtheilung— in welchen in diesem Jahre die Stadtver- ordneten-Wahlen stattfinden— nach Stadtbezirken geordnet. Wir bringen nunmehr auch die genaue Eintheilung der Stadt- bezirke nach Straßen und Hausnummem. 3. Kommunal-Wahlbezirk. Stadtbezirk 11. Behrenstr. 26a-49, Charlottenstr. 35—41 und 43—47, die Rosmarinstraße, Unter den Linden 25—47, Mittelstr. 1—26 und 43—66, Dorotheenstt. 97, Univer» fitätstr. 6-8, Friedrichstt. 82-92 und 151-162, die Lindengasse, Markgrafenstt. 51a und 52 und der Platz am Opernhause. Stadtbezirk 12; Dorotheenstt. 1—17 und 88—96, Univerfität- straße 1—5, der Hcgclplatz, die Bauhofsttaße, Georgen- straße 1—18 und 28—48, die Stallstraße, der Weiden- dämm, Am Kupfergraben, Friedrichstr. 93— 104a und 137—142, Charlottenstr. 42.(Zu diesem Bezirk gehört ferner die Stadtbahn vom westlichen Ufer des Kupfer- grabens bis zum nördlichen Ufer der Spree am Schiff- bauerdammO Stadtbezirk 13: Mittelstr. 27-42, die Neustädtische Kirchstraße, Schadowstt. la— 13, die Neue Wilhelmstraße mit Ausnahme der Häuser 8a und 8b, Dorotheenstt. 18—87, Sommerstr. 3—10, die Schlachthausgaffe, Georgenstraße 19—27, Friedrichstt. 143—150, der Reichstagsplatz und das Reichstagsufer vom Reichstagsplatz bis zur Neustädtischen Kirchstraße. Stadtbezirk 14: Behrenstr. 1-26 und 50-72, Wilhelmstt. 63 brs 70b, Friedrichstr. 163— 164a, Unter den Linden 1—24, und 48—78, der Pariser Platz, die Kleine Kirchgasse, Sommerstr. 1 und 2, Mauerstt. 32—33, die Kleine Mauerstraße, Kanonierstr. 21, Schadowstr. 1 und 14, Königgrätzerstr. 140 und 141, Neue Wilhelmstt. 8a und 8b und die Kaisergalerie. Stadtbezirk 15: Franzöfischestt. 20-33a und 34— 49a, Jägerstraße 17—31 und 45— 62a, Taubenstr. 12—36, Mohren- sttaße 17—37 und 41—50, Friedrichstr. 65a— 81 und 165—185, Charlottenstr. 33—34 und 48—60, Mark» grafenstr. 39—51 und 53—56, Hinter der katholischen Kirche, die Hedwigskirche, die Hedwigskirchgasse, der Schillerplatz, Gensdarmen-Markt und An der Mohren» brücke. 8. Kommunal-Wahlbezirk. Stadtbezirk 43: Dennewitzstr. 10—32, Bülowstr. 61—76, Blu- menthalstr. 1—19 und der Dennewitz-Platz. Stadtbezirk 44: Bülowstr. 27—42 und 77—84, Eteinmetzstr. 1-17 und 62-79. Sattel befunden, dennoch mit der Gewandtheit eines Eich» Horns zu klettern vermochte. In seinem Aeußern hatte der alte Seemann sich weniger verändert, als seine beiden Gefährten, denn er trug noch immer die kurze Jacke und den runden lackirten Hut mit dem messingenen U. 8. N.(United States Navy, Vereinigte Staaten-Marine). Er war also genau so gekleidet, wie an Bord deS Leoparden, und keine Macht der Erde hätte ihn dazu vermocht, seine Tracht abzulegen, in welcher er beinahe ein halbes Jahrhundert verlebt hatte. Sogar der Bart war nach SeemannSart geschoren, und wenn auch seineKleidungS- ttlcke reiche Spuren von langem Gebrauch aufzuweisen >atten, so blitzte die silberne BootSmannSpfeife und das rlberne Kettchen dafür doppelt so hell, und nicht weniger »lank geputzt erschienen die in seinem Ledergurt steckende Drehpistole und der an seiner linken Seite nrederhängende kurze schwere Haudegen. „Es ist originell," hob er in vertraulichem Tone, zu dem Künstler gewendet, an, der gespannt nach den dichten, von den letzten Strahlen der Sonne beleuchteten Kronen der Tannen hinaufblickte;„es ist originell und eine That- fache, schon an der Art und Weise, in welcher Dickie die Füße auf die Sprossen stellt, würde ich auf Kabellänge den ge- borenen Seemann erkennen, und wenn ich in meinem ganze« Leben meine Augen noch nicht auf ihn gelegt hätte.* „Sehr originell," bekräftigte Falk lächelnd, ohne seine Blicke von der Stelle abzuwenden, wo Weatherton zwischen den dunkelgrünen Nadeln verschwunden war und das auS» einander gezogene Fernrohr zwischen den Zweigen hervor- ragte. „Jim hat Recht," rief Weatherton in diesem Augen- blicke'nieder,„es ist der Schwarze Biber mit den beiden Pferden; von Zohn sehe ich indessen keine Spur. Der Biber hat seine Richtung geändert, und anstatt bei uns vorzusprechen, lenkt er ferne Schritte niederwärts»ach der Schlucht hin, in welcher wir unsere Pferde untergebracht haben." (Fortsetzung folgt.) Stadtbezirk 45: Kurfürstensir. 29—46 und 139—152, An der Apostelkirche, Frobenstr. 1—11 und 32—41, Potsdamer- str. 49—56 und 97—103» und Zietenftr. 25—28. Stadtbezirk 46: Bülowstr. 8-26 und 85-100, Frobenstr. 12 brs 18 und 21—31, Schwerinstr. 1—9 und 23—32, Zietenstr. 18—24», Potsdamerstr. 57—67 und 89— 96b. Stadtbezirk 47: Alvenslebenstr. 1 und 26, Potsdamerstr. 68 brs 88, Wilmersdorfer Weg 1—6, Straße 10 und 11, Frobenstr. 19 und 20, Zietenstr. 17 und Göbenstr. 31. Stadtbezirk 48; Steinmeystr. 18—61, die Göbenstraße von der Potsdamerstraße bis zur Kulmstraße(mit Ausnahme der Eckhäuser dieser Straße und der Nr. 31), die Großgörschenstraße von Potsdamerstraße bis Kulmstraße, die Kirchbachstraße und Alvenslebenstr. 2—12 und 14—25. Stadtbezirk 49: Die Kulmstraße, die Mansteinstraße, Bülow- str. 43—60, die Göbenstraße von Kulmstraße östlich inkl. Eckhäuser Göben- und Kulmstraße, Alvenslebenstr. 12» und 13, Großgörschenstraße von Kulmstraße bis PotS« damer-Eiscnbahn. 10. Kommunal-Wahlbezirk. Stadtbezirk 68: Nostizstr. 1—12 und 40—53, Gneisenaustr. 2—10 und 103—115, und Barutherstr. 1—11». Stadtbezirk 69: Fürbringerstr. 1—6 und 31—36, Solmsstr. 1—15 und 43—56, Gneisenaustr. 11—21 und 93—102, Zofscnerstr. 6 und Barutherstr. 12—21. Stadtbezirk 70: Zossenerstr. 7—15 und 38—46, Mittenwalder- straße 13-22 und von Gneisenaustr. bis inkl. Nr. 49, Gneisenaustr. von Nr. 22 bis Schleiermacherstr. Stadtbezirk 71: Zossenerstr. 1—5 und 47—56, Mittenwalder« straße 1—12 und 50—60, Fürbringerstr. 7—17 und 20—30 und Barutherstr. 22. Stadtbezirk 72: Waterloo-Ufer, Plan-Ufer 1—24», Pionierfir. 1—7 und Blücher-Platz 3. Stadtbezirk 73: Johanniterstr. 1-12 und 15-20, Plan- Ufer 25-33, Pionicrstr. 7a-12b und 16-22, Mrtten- walderstraße 61, Johannestisch und Urbanstr. 185-188. 12. Kommunal-Wahlbezirk. Stadtbezirk 104: fflranaelftr. 30—43 und 105—115, Zeug« hofstr. 11—22, Muskauerstr. 1—14, von Zeughofstraßc bis Eisenbahnstraße mit Ausschluß der vier Eckgrund. stücke der Eisenbahn- und Muskauerstraße, Ekalitzer- straße 84—95, Laufitzerplatz-Ostseite(46. und 76. Ge> meindeichule). Stadtbezirk 105: Köpnickerstr. 1—15 und 173— 195, Zeughofstraße 1—10 und 23— 26, Skalitzerstr. 73—33, Wrangelstraße 102-191. Stadtbezirk 106: Skalitzerstr. 63—72, Echlcfischcstr. 1—9 und 39—46, Wrangelstr. 45—58 und 87—101, Sorauerstr. 1 und 31, Oppelnerstr. 1—9 und 38—45, Straße 5 von der Spree bis Wrangelstr., Straße 60 Abtheilung XIV. des Bebauungs-Planes. Stadtbezirk 107: Schlefischestr. 10-38, die Cuvrystraße, Wrangelstr. 59—86, Görlitzerufer von Görlitzerstr. inkl. Eckhaus bis Schlefischestr., Lohmühlmweg, Vor dem Schlestschen Thor, Euorpufer, Platz H., Görlitzerstr. von Straße 5 bis Görlitzerufer(nördliche Seite) inklufive Eckhaus. m Stadtbezirk 108; Sorauerstr. mit Ausschluß der Häuser Nr. 1 und 31, Oppelnerstr. 10—37, Görlitzerstr. 45-61(nördliche Seite). Straße 5, Abtheilung XIV., des B.-Pl. von der Wrangelstraße exkl. Eckhäuser bis Görlitzer- Stadtbezirk 109: Skalitzerstr. 47—62, die Lübbenerstraße, Wrangelstr. 44, Görlitzerstr. 62—72. Stadtbezirk 110: Wendenstraße, Wienerstr. 16—33, 33b— 39, 41-50 und 60-62(Wienerstr. 51-59 existirt nicht' diese Nummern würden event. auf Görlitzer Bahnhos entfallen), Skalitzerstraße 46b, Görlitzerstrahe(südliche Seite), Görlitzer-Ufer von Wienerstraße brs Görlitzer» straße.(Zu diesem Bezirk gehört Görlitzer Eisenbahn- Empfangsgebäude und Bahnhof.) Stadtbezirk III: Reichenbergerstr. 55—62 und 128—136, die Grünauerstraße und Kottbuser-Ufer 21—28. Stadtbezirk 112: Forsterstr. 1—58, Reichenbergerstraße 63—77 und 111—127, Wienerstr. 33», Kuttbuser-Ufer von Lieg- nitzerstraße bis Grünauerstraße. Stadtbezirk 113: Straße 1, Straße 5, Reichenbergerstraße Mich von der Liegnitzerstraße(Nr. 78—110), Görlitzer- Ufer von Kottbuser-Ufer bis Wienerstraße, Kottbuser- Ufer von Görlitzer-Ufer bis Liegnitzerstaße, die Liegnitzcr- straße und Wienerstr. 40. Die Eintheilung der übrigen Kommunal-Wahlbezirke folgt in der nächsten Nummer unseres Blattes. Die Ruhebank auf öffentlichen Plätzen. Das kgl. Polizeipräfivium hat wiederholt beim Magisttat dieÄieseitigung von jüngst seitens der Kommunalbehörden für das Publikum auf öffentlichen Plätzen aufgestellten Ruhebänken beantragt. Als Gründe macht das kgl. Polizeipräfidium geltend, daß die Bänke häufig von Müßiggängern-c. besetzt werden, die das beffere Publikum von der Benutzung der Bänke abhalten. Die städtische Parkdeputation hat beschloffen, mit Rückficht auf daS allgemeine Bedürfniß für solche Bänke den Antrag des kgl. Polizeipräfidiums abzulehnen und demselben zu überlassen, auf andere Weise für die Fernhaltung solcher Leute Sorge zu trägem Kokales. Bei der Enquete über Sonntagsarbeit scheint ein einheitliches Vorgehen, welches die Vergleichbarkeit, also den Werth der Ermittelungen fichert, nicht beobachtet zu werden. In Berlin find Fragebogen an die einzelnm Gewerbebetriebe zur Ausfüllung vertheilt worden. In Charlottenburg hat die Polizeidirektion u. a. auch den Zweigverein für Verbreitung von Volksbildung zu einer Aeußerung über die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Festtagen aufgeforden. Im Kreise Osthavelland nehmen dagegen nach der mitgetheilten Verordnung des Landraths lediglich die Polizeiverwaltungen und Amtsvorsteher die bezüglichm Feststellungen vor. Nach den Intentionen des Reichskanzlers sollen aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Weise gehört werden. Durch vre Um- fragen will man ermitteln: 1. In welchem Umfange thatsach- lich die fragliche Beschäftigung vorkommt; 2. ob und mwteweit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter In- teressen möglich rst.._. g. Die Nachricht von der vroiektirten städtischen Besteuerung der echten Biersorten hat unter den mrt diesem Bier nicht handelnden Gastwirthen eine nicht geringe Bestie- digung hervorgerufen. Richtig ist, daß wir in Berlin Braue- reren genug haben, welche ganz vorzügliches Bier brauen. Auch steht der Preis für sog. echte Biere in keinem Verhättniß zum Quantum, welches dafür gegeben wird. In Berlin zahlt man das Doppelle und Dreifache, wie in den süddeutschen Städten, obgleich die Fracht nach hier die kolossale Preiserhöhung keines« wegs rechtferttgt. Zugentgleisung. Vorgestern entgleiste auf dem Lehrter Bahnhof in Spandau ein Güterzug. Der Expreßzug, welcher Abends kurz nach 10 Uhr von Hannover in Spandau anlangen und um 10 Uhr 7 Min. fahrplanmäßig nach Berlin weiter- fahren muß, verspätete fich vorgestern etwa um 15 Minuten. Damit nun der Güterzug, welcher kurz nach dem Expreßzuge den Bahnhof zu verlaffen hat, keine Verzögerung erführe, wurde angeordnet, daß derselbe zu der üblichen Zeit fich in Bewegung setzte. Er gerieth jedoch beim Verlassen des Bahnhofs auf ein falsches, sogenanntes todtes Geleise, welches etwa 15 Meter uor dem Sttaßen-Uebergang in einen Prellbock endigt. Trotz. dem der Zugführer, welcher den Jrrthum wahmahm, Konste- Dampf gab, fuhr die Lokomotive doch mit großer Heftig« keit gegen den Prellbock; dieser wurde zerbrochen, und die Maschine brauste unter lautem Getöse bis hart an die Sttaße, indem fie den Erdbodm einen Meter tief aufwühlte. Der Tender und die Vorderräder des nächsten Wagens drangen gleichfalls in die Erde ein; sechs femere Waggons entgleisten etwas weniger tief und fuhren zum Theil ineinander; einer wurde durch einen fol- genden Wagen hoch emporgehoben. Sowohl die Lokomotive nebst Tender als auch eine Anzahl Wagen find mehr oder weniger beschädigt. Das Fahrpersonal blieb zum Glück unvcr- sehrt. Durch den Unfall ist auch die Telegraphenverbindung gestört worden, indem zwei dicht an dem Schienenstrange be findliche Telegraphenstangen niedergeworfen und die Drähte zerrissen wurden. Die Austäumungsarbeiten wurden bald nach der Entgleisung in Angriff genommen und waren heute Mittag soweit gefördert, daß sämmtliche Waggons entfernt und Loko- motive und Tender ziemlich gehoben waren. Auch die Tele- graphenleitung war im Laufe der Tages wieder gänzlich her- testellt. Der Unfall ist durch Unterlassung der erforderlichen öeichenstellung herbeigeführt worden. Wen die Schuld trifft, wird durch die Untersuchung hoffentlich festgestellt werdm. Fräulein Hanna Wrada ist gestern nach fast dreimonatlicher Abwesenheit von Berlin wieder hier eingettoffen und nimmt heute, Donnerstag, im Friedrich-Wilhclmstädtischen Theater als Bengalin im„Großmogul" ihre Thätigkeit wieder auf. Polizeibericht. Am 18. d. M. Morgens wurde ein Mann in dem Klosetraum eines Grundstücks in der Schön- hauser Allee erhängt vorgefunden.— Um dieselbe Zeit wurde auf dem Eger'schen Holzplatze, Holzmarktstraße Nr. 22, die Leiche eines unbekannten etwa 30 Jahre alten Mannes auf» gefunden und nach dem Obduktionsbause geschafft.— An demselben Tage Nachmittags fiel der Tischler Mikulsky auf dem Neubau Karlsstraße Nr. 32 von der Treppe, welche noch nicht mit einem Geländer versehen war, aus dem zweiten Stock in das Erdgeschoß hinab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach der Charit« gebracht werden mußte.— An demselben Nachmittage wurde ern Mann in der Küche eines Grundstückes in der Hornstraße erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit wurde in dem Keller des Hauses Landsbergersttaße Nr. 56 die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche eines neu- geborenen Kindes aufgesunden und nach dem Obduktionshause gebracht.— An demselben Tage Abends sprang ein Arbeiter in selbstmörderischer Absicht von der Oberbaumsbrücke in die Spree, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, ae- rettet und nach seiner Wohnung gebracht.— Am 19. d. M. früh wurde der Steinträger Hahn an dem Zaune des Neu- baues Lothnngerstraße Nr. 26 an der Erde liegend todt vor- gefunden. Hahn soll an Krämpfen gelitten haben und ist nach arzlichem Gutachtm wahrscheinlich am Schlagfluß verstorben. Die Leiche wurde nach dem Obduttionshause gebracht. Gerichts-Jeitmig. P. Müller und Schulze auf Kunstreisen. Bei einer Kunstreiter-Truppe, die auf dem Marktplatz des nahe belegenen Städtchens Mittenwalde Halt gemacht, um während des dort selbst stattfindenden Schützenfestes ihr Schäfchen zu scheeren, befanden fich zwei Mitglieder, welche der vielverbreiteten Na- mcngattuna„Müller und Schulze" angehviten, selbstverständlich hatten dieselben aber, ihrer künstlerischen Würde entsprechend, fich einen ungemein besser klingenden französischen Künstler- namen beigelegt. Beide lebten in inniger Freundschaft, Adolf Müller, bereits einmal in Westpreußen, seiner Heimath, wegen Diebstahls vorbesttaft, hatte dem Kutscherbock, dem Orte seiner früheren Thätigkeit, nach Verbüßung der Gefängnißsttafe Lebe» wohl gesagt und war„Akrobat" geworden, ebenso wie der bis- her unbescholtene frühere Arbeiter Otto F-ranz Joseph Schulze. Sie waren— ähnlich ihren Namensvettern im Kladderadatsch — stets ein Herz und eine Seele und schweren Kummer be- rettete ihnen am 20. Juni d. I. die Mittheilung des„Di- rektors" der Truppe, daß am nächsten Tage der Thespis- Karren weiter ins Land gezogen werden und die Mit« glieder an einen mehr Erfolg versprechenden Schauplatz befördern solle, denn in Mrttcnwalde ging der Ersolg der Künstler- Truppe in jeder Hinficht in die Brüche. Und dies letztere ward hauptsächlich der Grund ihres Kum» mers; nach Begleichung der Kosten für LogiS rc. waren Müller's und Schulze's Taschen so ausgedrückt leer, daß für den am nächsten Morgen bevorstehenden Abmarsch auch nicht ein Pfennig vorhanden war, der die Beschallung des bei der Fahrt auf staubiger Landsttaße in brennender Juni Sonnen- gluth unbedingt nöthigen flüssigen Stoffes ermöglicht hätte. Müller und Schulze bezeigten sich aber als gewandte Akro- baten; die in einer Schießbude aufbewahrten Vorräthe des RestaurateurS Riecke waren für fie keineswegs unerreichbar, ob» wohl der Aufbewahrungsort auf ungradcm Wege durch ein zirka 12 Fuß über dem Erdboden befindliches Fenster nur zu- gänglich war. Müller und Schulze wählten diesen Weg durchs Fenster, eine in Anbetracht ihrer Künstlerschaft nur ge- ringe Leistung. Unter den in der Bude vorgefundenen Vor- räthen wurde erst gründlich gekneipt und Müller und Schulze wählten dann zur Verproviantirung für den kommenden Marsch- tag einige Flaschen Rothwein, Liqueure und Zigarren aus, die fie unbemerkt fortschaffen und verbergen konnten. Diese eigenartige Leistung sollte aber trotzdem nicht verborgen bleiben. In der Schießbude hatten Müller und Schulze derartig dcS Guten zuviel gekneipt, daß fie darüber jedwede Vorficht außer Acht setzten. Die so wohlfeil erworbenen Zigarren wurden in solch' verschwenderischer Weise unter den Kollegen der Truppe vertheitt, daß man Argwohn schöpfte und dem Ursprung dieses splendiden Auftretens nachforschte. Die Entdeckung folgte der That auf dem Fuße; Müller und Schulze wanderten ins Loch, woselbst fie einsam hinter Kerkermauern traurigen Betrachtungen über den schwarzen Undank ihrer ehemaligen Kollegen fich hin- geben konnten. Vor der Feriensttafkammer des Landgerichts II erschienen gestern Müller und Schulze, wegen Diebstahls an» geklagt. Beide waren geständig. Unter Zubilligung mildem- der Umstände erkannte der Genchtshof auf 4 Monate Ge» fängniß gegen Müller und gegen Schulze auf 3 Monate. Soziales««d Arbeiterbewegung. er Petttionssturm der Arbeiter an den Reichstag bezüglich der Sonntagsruhe und eines Arbeiter- schutzgesetzes giebt der arbeiterfeindlichen Presse sott- währende Gelegenheit zu mäkeln. Ja, man nimmt es den Arbeitern sogar übel, daß sie ihre Wünsche in den Schooß des Reichstags niederlegen, indem man sie auf die von den Re- gierungen vorgenommene Enquete hinweist und ermahnt, dieser nicht vorzugreifen. Jene Blätter aber müssen jetzt schon ein- sehen, daß der sogenannte Petitionssturm der Arbeiter auf die Enquete selb st günstig eingewirkt bat. Wie es den Anschein hatte, sollten die Fachvereine und Gewcrkvcreine gar nicht befragt werden, und in Sachsen und Baiem, wo man die Enquete beendet hat, sind fie auch in der That nickt be- fragt worden. Da konimt in letzter Stunde plötzlich die Nach» richi. daß in Preußen, speziell auch in Berlin die Arbeiter- Vereinigungen gehört werden sollen und daß die Enquete erst am 1. Oktober beendet sei. Die Baiem und Sachsen werden sich, als fie die Nachncht aus Spreeathen vernahmen, schier ver- wundert angeschaut haben. Daß aber der Petttionssturm der Arbeiter auf diese äußerst vernünftige Entschließung der preußischen Regierung von Einfluß gewesen ist, wer möchte daS leugnen!? Und wir sehen auch gar nicht ein, weshalb mit die Petitionen neben der Enquete stattfinden können. Beides reimt fich recht gut zusammm. Für � Gesetzgebung liegen dann von allen Seiten Urthem vor, nach denen sie fich richten kann, wenn fie ei nur lW will. Wenn fie aber der arbeiterfeindlichen Presse Gehör schrnft die jetzt schon über den Petittonssturm aburtheilt, so wud st in der That die Stimmung in Arbeiterkreisen nimmer erfahnir Es ist einfach eine Unwahrheit, daß diese Petitionm von ern« Partei„gemacht" und die Arbeiter in Versammlungen so sagen zur Unterschrift„gezwungen" würden, nein, vre werw- meisten Unterschriften werden rn Fabriken, Werlstätten und m den Wohnungen gezeichnet, wo der einzelne Arberter d» sein Urthett überlegen kann. Die„Mache" des Unterschnfüw sammelns aber verstehen sicherlich andere Parteien, wie wrr zw noch in diesem Jahre erlebt haben, unendlich viel besser als die Arbeiterpartei.. Arbeiter der deutschen.Esten' Reichseisenbahnamte ausgearbeuM u 1883/84 war für die ges-mw« iahre bei einer Bahnstrecke vo» ' Arbeiterper' Die Besoldungen Tie Beamten und bahne«. Nach dem im Bericht für das BetriebSja Verwaltung in diesem_,... 36 051,44 Kilometer ein Beamten- und s o n a l von 317 576 Köpfen erforderlich. und persönlichen Zulagen für deren Leistungen bezifferten fw auf 337 031 194 Mark. Auf die Betriebsverwaltung entfielen hiervon 269 832 Beamte und Arbeiter mit 290 951 � Mark Besoldung und auf die Werkstättenverwaltuns 47744 Beamte und Arbeiter mit 46 079 219 Mark BesottuW Die Gesammtzahl der von den Verwaltungen deutscher 6#' bahnen im Jahre 1883,84 beschäftigten Beamten deM 131 878 mit einer Besoldungssumme von 199332211 Mau Im BetriebSjahr 1882 83 belief fich die Zahl der beschäftigt" Beamten auf 130141 mit einer Besoldungssumme o" 187 056 289 M. Gegen das Vorjahr trat im Ganzen"st Vermehrung der Bahnbeamten Deutschlands um 1738 W mit 3427 564 M. Mehrbesoldung ein. Das Bcamtenpersoai> innerhalb der Betriebsverwaltung vertheilte fich auf die AM meine Verwaltung mit 7881 etatsmäßigen Beamten und 51� diätarischen Beamten, auf die Bahnverwaltung mit 2vo« etatSmäßigen Beamten und 4661 diätarischen Beann" auf die Transportverwaltung mit 70 641 etatsmäßig" Beamten und 14416 diätanschen Beamten. Das amtenpersonal innerhalb der Werkstättenverwaltung zerfiel® 1731 etatsmäßige Beamte und 1014 diätarische Beamte. A.Z die A r b e i t e r der deutschen Eisenbahnen im Jahre 18»� und deren Einkommen betrifft, so lassen fich aus der vorlieget den Statistik hierüber folgende Auszüge machen: Es beschäftigt(in Paranthesen find die auf das Betriebs�® 1882/83 bezüglichen Zahlen angegeben): Bei der allgemein" Verwaltung 1049(648) Arbeiter mit einer Besoldung Lz 1364 603(993 320) Mark, bei der Bahnverwaltung 66 Ä (63 028) Arbeiter mit einer Besoldung von 3b 665% (34 365 548) Mark, bei der Transportvcrwaltung 73 332(6'% Arbeiter mit einer Besoldung von 57313037(51874260)% bei der Werkstättenverwaltung 44 999(42581) Arbeiter � einer Besoldung von 40 852 958(38 096 624) Mark. betrug die Gesammtzahl der bei den Bahnverwaltungen lands im Jahre 1883/84 beschäftigten Arbeiter 185 698 � 173 622 im Jahre 1882/83. Die Besoldungen für die beliefen fich im Jahre 1883/84 auf 136495907 Mark.% Jahre 1882/83 belief fich die Summe der Besoldungen Arbeiter auf 125 329 753 Mark. Es ist somit eine Vermehr"! der Arbeiterzahl um 12076 Köpfe mit einer Mehrbesol� von 11 166 155 Mark zu konstatiren. Für allgemeine, auf. einzelnen Kategorien nicht zu verthcuende BcsoldungWP wurden für die Beamten und Arbeiter außerdem noch 1- Mark innerhalb des Berichtsjahres verausgabt.— Wir W hier nur hinzufügen, daß die Beamten der Eisenbahnen,� zugleich penfionsberechtigt find, sowie ein jährliches% schnittsgehalt von etwas über 1500, die Arbeiter hinM. einen jahlichen Durchschnittslohn von etwas über 700 M®" halten, also nicht einmal die Hälfte! Die Handelskammer zu Landethut in SchlesP. spricht fich über die dortigen Arbeiterverhältnisse mtt ß Offenheit aus. Nachdem der Bericht konstatirt hat, daß � Handweberei des Bezirks immer mehr von der Malg'L, Weberei verdrängt werde, heißt es dann wörtlich:„Es ist" fj halb wohl erklärlich, daß fich diese Branche gerade nicht ei gedeihlichen Zustandes zu erfreuen hatte; obwohl es �aN�, beiter, nur noch keine bittere, weil Roggen und Sto&y billig gewesen find. Sollten sich diese Nahrungsmittel � um etwas vertheuern, was im nächsten Jahre wohl, sein kann, dann leiden die armen schlestschen Weber bit) Noch. Man wird ja dann sehen, in wie weit der G®" zoll schuld hat an dem Elend der Aermsten der Armem Aus London wird geschrieben: Bei dem letzten if.tf Meeting der streikenden Weber in OldhaM beschlossen, falls die Fabrikanten nicht ihre Forderung®ü), zjt 10 pro;. Lohnherabsetzung zurückziehen sollten, den zum November fortzusetzen, was einen Verlust von L. für die Oldhamer Industrie bedeutet. Vermischtes. Freiwilliger Tod eines Liebespaar«. Aus wird der„N. Fr. Pr." vom 10. August geschrieben).*-i früh erschien ein Zugführer des Pefigen Infanterie- Reg'" A. Nr. 74, ein 22jähriger junger Mann, in Begleitung liebten, eines 17jährigen Mädchens, von einer Tanzume � tung kommend, in der auf dem Sabinberge gelegenen u Schreßstätte und öffnete mit dem mitgebrachten Schlüsse' SchießhauS. Der zur Bewachung der Schießstätte dafelW ß den ganzen Tag exponirte Soldat hatte sich, was ihm gest®?�� zum Frühstück mS naheliegendeDorf begeben, und diestiust™ � welcher dem Führer bekannt sein mußte, benutzte dieser,. mit dem von dem Soldaten im Schießhause zurückgeimi Gewehre und mit selbst mitgebrachten Patronen die G®' m welche Jacke und Mieder abgelegt hatte, zu erschießen- j;, wohlgezielte Schuß traf das arme Mädchen— we'cve � Blumenstrauß, ein Geschenk des Geliebten, krampfhaft." Hand an die Brust gedrückt hatte— mitten in's vÖLj führte dm augenblicklichen Tod herbei. Der-f ai legte hierauf die Leiche gerade, betete bei derselben utm■■ dann daS Gewehr gegen fich selbst ab. Ein Hirten m®. welches in der Nahe� Vieh weidete, hatte aus das Paar durch das Schlüsselloch der Thür belauscht!� F Lärm, und bald kehrte auch der Wächter zurück, f®*,' das SchießhauS von innen verriegelt, so daß j" m furchtbaren Schmerzen fich krümmenden Selbstmörder<»5 Hilfe geboten werden konnte, die übrigens cr'? geblieben wäre, da der Schuß unbedingt tödtlick Ursache des tragischen Ereignisses ist noch nicht aufgekl®, w -...............- /n__ ntirr. n-'ü..«« n.1 wird allgemein angenommen, Gewiffensbisse hätten d®s � in dm Tod getrieben. Es wird nämlich bestimmt Wjä daS Mädchen sei vorher die Geliebte eines hier in i f vu» je» uuiyti tue wewww euiea qici stehenden Infanteristen gewesen, w-lcher vor drei W®" seinem Regimmte zur Brigade-Uebung nach Königgratz Derselbe war auch mit dem Zugführer befreundet»n wf demselben das Mädchen zur Obhut empfohlen. M®".,, ö die Briefe, welche der nichts ahnende Jnfantenst Geliebte schrieb, dürften in dem Liebespaare die Erkenn an dem Freunde verübten Unrechtes wachgerufen unv Verantwortticher Redakteur K. krouher« in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW, Beuth straße 3. schluß zum gemeinschaftlichen Tode herbeigeführt habeM�I e#' [ Hierzu eine - Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. 198. 5n Appetit Kommt beim Essex. An dieses Wort wurden wir erinnert— schreibt die Hamb.„Uürger-Ztg."— als wir dieser Tage wieder eine Broschüre zur Hand nahmen, welche aus dem Jahre 1876 flammt und sich betitelt:„E itwuif eines Werth, olltarifs für alle bisher steuerfrei oder mit weniger als 5 pCt. ver,ollten ins Reich eingehenden Waaren und Produtte." Dieser Ent- warf war ausgearbeitet von dem Gründer und langjährigen Mhrer der Vereinigung der Steuer- und Wirthschastsreformcr sÄgrarier), Anton Niendorf, und von dieser Vereinigung in wer Generalversammlung am 15. Februar 1877 auch angenommen worden. . Es waren also die enragirtesten Vorkämpfer der land- wrrthschanlichen Schutzzölle von heute, welche hier ihre Wünsche Niederlegten und es ist deshalb von Interesse, zu vergleichen, was die Herren Landwirthe im Jahre 1877—73 als genügen- ven Schutz für die Landwirthschaft betrachteten, mit dem, was Ne rn der lcytverflossenen Session des Reichstags im Bunde mit Nationalliberalen und Zentrumsleuten durchsetzten. Be- ranntlich waren die preußischen Großgrundbesitzer bis in die Neune Zeit Freihändler, auch die Vereinigung der Wirthschafts- reformer war ursprünglich nichts weniger als schutzzöllnerisch gesonnen. So heißt es in Puntt 3 des Programms von 1876 Nteser Vereinigung: 3) Auf der Grundlage des Freihandels stehend, find wir Gegner der Schutzzölle, behandeln jedoch die Eingangs- zolle und Konsumtionssteuern als eine offene Frage. Bei allen Finanzzöllen und indirekten Steuern ist stets daraus Bedacht zu nehmen, daß ste nicht besonders schäd- lich auf einzelne Distrikte und Bevölkerungsschichten ein- wirken. Die Einführung einer Börsen-Umsatzsteuer nach dem Werthe, sowie einer Besteuerung der ausländischen Werthpapiere ist dringend geboten. Dieser Programmsatz spricht klar und bündig die An- schauungen der altpreußischen Konservativen— rote fie waren — aus und deckt fich mit der Aeußerung des Reichskanzlers, welche er am 22. November 1875 in einer Sitzung des Reichstags zum Besten gab. Damals erklärte nämlich der Kanzler: „Es fragt fich blas, ob Sie(nämlich der Reichstag) uns helfen wollen, uns frei zu machen von dieser zu großen Masse zollpflichtiger Gegenstände, daß wir uns auf das Gebiet eines reinen einfachen Finanzzollcs zurückziehen und alle die Artikel, die nicht wirklich Finanz Artikel find, das heißt, nicht hinreichenden Ertrag geben, über Bord werfen— die zehn oder fünfzehn Artikel, die die größte Einnahme gewähren, so viel abgeben lassen, wie wrr überhaupt aus den Zollquellen für unsere Finanzen brauchen." Diese Rede, in welcher der Kanzler fich als extremster Freihändler zeigte, welchem der Zolltarif von 1873 noch lange nicht weit genug ging, sand rauschenden Beifall auf Seiten der Linken, und zeigt uns dieser Umstand, welcher Heuchelei fich die Herren Bamberger, Rickert und Konsorten schuldig machen, wenn ste heute die moverne Zollpolitik besonders um ihrer Belastung der Konsumartikel der großen Masse willen anklagen. Denn die Artikel, aus welchen der Kanzler nach vollständrgcr Dizpchführung des Freihandels die Zolleinnahmen ziehen wollte Und wozu er bereits die Zustimmung des gesammten Libera- nsmus, mit Ausnahme einiger Fortschrittler, in der Tasche hatte, es waren der Tabak, das Bier, der Branntwein, der Zucker, Kaffee und das Pettoleum.„Diese großen Verzeh- Ningsgegenstände, gewissermaßen die Luxusgegenstände der großen Masse", rote fich der Kanzler auszudrücken beliebte. Nun, die andauernde Krise und die ins Maßlose gesteigerten Ausgaben für militärijche Zwecke zwangen die europäischen Großmächte, neue Einnahmequellen aufzusuchen, und wenn der Reichskanzler im November 1875 noch der Meinung war, daß Kaffee, Tabak und Petroleum tc. genügen würden, um die Röthigen Summen zu bringen, drei Jahre später hatte er fich vom Gegentbeil überzeugt und in seinem berühmten Dezember- Brief von 1878 wies er bereits auf die Nothwendigkeit der Getreidezölle hin. m Aber nicht blas der Kanzler, die gesammte konservative Partei hatte geschwenkt. Zwischen den Agrariern, die in der Bereinigung der Steuer- und Witthschaftsreformer ihre offizielle Bettrctung hatten und dem„Zcntralverband der Industriellen" war ein Kompromiß zu Stande gebracht worden, auf Grund dessen die Agrarier dafür, daß ihnen Zölle auf die Produkte der Eix Soxxexstrxhl ixt fettcx. Von Elise Gr.... Es war eine dunkle, regnerische, kalte Nacht, die sich w November des Jahres 1871 über Paris ausgebreitet alle! Das auch in den späten Abendstunden sonst so rege -eben in den Straßen dieser gewaltigen Stadt hatte des Unwirschen Wetters halber einer öden Stille Platz gemacht. Nur selten hallte ein fester. Schritt auf dem Trottoir, und w den engen Gäßchen spiegelten sich die Gasflammen, un- siät hin- und herflackernd, wieder. Paris ist wohl durch freite, mit Bäumen bepflanzte Straßen(die sogenannten Boulevards) bis an die Thore der sie umgebenden Wälle rreuz und quer durchzogen, aber es birgt trotzdem eine Masse dunkler Gäßchen und elender Höfe zwischen den- solben. Auch der historische Faubourg St. Antoine, welcher aus dem vorigen Jahrhundert nichts beibehalten hat als wnen berühmten Namen, denn die Straßen und Gassen sind alle neueren Ursprungs, hat dennoch eine recht erheb- Me Zahl ungesunder Straßen und entsetzlich schmutziger ?ofe, welche zu Zeiten epidemischer Krankheiten wahre Pest- hohlen sind. Eine der ungesundesten Straßen inmitten dieser Vorstadt ist die rne de la Lonne Graine. Es mochte l,m die zwölfte Stunde sein, aus keinem der vielen Fenstern ynd Fensterchen dieser engen Gasse stahl sich ein Lichtsttahl hervor. Alles ruhte wie mt tiefsten Frieden. Doch plötzlich �hellte sich ein kleines Fensterchen mit mattem Schein. w* Talglicht verbreitete sein qualmendes Licht über einen seinen Raum und ließ nur schwach die Gegenstände in demselben erkennen. DaS Licht stand bei einem Bett, in Welchem ein noch sehr junges Weib mit schmerzverzogenen Bugen lag. Sie hatte die Hände krampfhaft zusammen- �ballt und die Zähne fest aufeinander gebissen, um keinen �chmerzenSlaut entfliehen zu lassen. Keine sage- komme, we der Franzose die Frauen nennt, unter deren Beistand ?w Alle zur Welt kommen, stand ihr in ihrer schweren �'unde helfend zur Seite— sie erwartete eine solche auch Donnerstag, den 20. Angnst 1883. Landwitthschaft garantirt wurden, ihren frcihändlerischen Nei« gungen und Grundsätzen Valet sagten. Durch das Programm von 1876, worin, wie oben angegeben, die Ägrier erklärten, „auf der Grundlage des Freihandels" zu stehen, wurde ein dicker Strich gemacht, der Kampf gegen daS„Mnnchestetthum und den wucherischen Zwischenhandel" aufgenommen. Die schönen Seelen hatten fich gefunden!„Die Industrie selbst hat fich— das fühlt man an allen Punkten heraus— von dem englischen Manchesterthum getrennt, fie ist angewiesen, mit dem Landbau zu gehen. Ste steht mit uns auf dem Standpunkte des Schutzes der„redlichen Arbeit"(!) gegen den in's Unge- messene ausgedehnten Groß- und Zwilchenhandel." So die Agrarier. „Zu wiederholten Malen hat der Zenttalverband fich in seinen Resolutionen zu dem Grundsatze bekannt, daß auch das landwirthschaftliche Schwestergewerbe gleiche Luft und gleiches Licht haben müsse, wie die Industrie, und daß Vortheile, welche die letztere für fich in An- spruch nimmt, auch dem ersteren zu Theil werden müssen." So der Zentralverband. Das waren die Liebeserttärungen, mit denen fich die beiden Interessenvertretungen vor den Füßen des Kanzlers, schluchzend vor Lust und vor Freude, gegenseitig in die Arme sanken. Das Weitere ist unseren Lesern bekannt. Nicht aber be- kannt dürfte ihnen sein, in welcher Höhe die Herren Agrarier ursprünglich den Preis für ihre Zustimmung zu dem Kompromiß festgesetzt hatten und geben wir deshalb einige der hervor- vorragendsten Zollpositronen, wie fie die Agrarier in ihrem autonomen Tarifs forderten; zugleich geben wir aber auch in klammern die Ziffem an, welche die betr. Gegenstände jetzt nach der Zollnovelle von 1885 bezahlen. Weizen M. 1,00(M. 3,00), Roggen 1,00(3,00), Gerste 1,00(1,50), Hafer 1,00(1,50), Mais 1,00(1,00), Hülsenfrüchte 1,00(1,00) Mal, 3,00(300), Mehl 2,00(7,50), Kattoffeln—20(-), Hopfm 15,00(20,00), Raps und Rübsaat 1,00(2,00), Pferde 15,00(20,00), Ochsen 15,00(30,00), Jungvieh 2,00(6.00), Kälber 2,00(3,00), Schweine 2,00(6,00), Spanferkel—,50(1,00), Schafvieh—50, (1,00), Fleisch und Wild 6,00(12,00), Schmalz 6,00(10,00), Butter 10,00(20,00), Käse 10,00(20,00). Dies die Ziffern der Zölle auf die wesentlichsten Aararvrodukte. Unsere Leser wer- den daraus ersehen, daß die Zollsätze von heute weit über das Maß dessen hinausgegangen sind, was die Agrarier selbst ursprünglich verlangten. Das Kompromiß von 1878 ist eben für unsere Großgrundbesitzer außerordentlich profitabel gewor- den. Die„redliche Arbeit" der Herren Ealberla, Freiherr von Fechenbach, Dr. Frege, v. Kleist-Retzow, v. Helldorf, v. Rauch- Haupt u. v. A., welche alle zur Vereinigung der Steuer- und Witthschaftsreformer gehörten und später die Schwenkung zu den Schutzzöllnern gemacht haben und jetzt deren Vorkämpfer im Reichstage spielen, sie wird jetzt reichlich gelohnt. Auf wessen Kosten dies aber geschieht, das brauchen wir unfern Lesern nicht erst zu sagen. II. Jahrg. Arbriterstxtistik. (Mittheilung von Fr. Rohleder's Bureau.) Die folgenden Daten wurden durch Rohleder's Bureau von den Fachvereinen der angegebenen Branchen im Juli ge- sammelt. Da ste auch Mittherlungen über die Ausdehnung der Sonntagsarbeit bringen, dürften fie für unsere Leser von besonderem Interesse sein. Uebttgens soll nicht verschwiegen werden, daß von 477 versandten Fragedogen bisher nur etwa ein halbes Hundert an die Ausgabestelle zurückgelangte. Die meisten Vereinsvorstände finden bei angestrengter Tagesarbeit und häufiger Ucberarbeit nicht die Muße für diese Arbeiten, in einzelnen Fällen fehlt auch noch das Verständniß für den Nutzen derartiger Erhebungen. Eine systematische Zusammen- stellung war bei der bishcngen geringen Betheiligung der Fachvereine bis jetzt noch nicht möglich. Berlin.(Stellmacher.) Etwa 800 männliche Berufs- gcnoffen sind am Ort, unter denen 50 Lehrlinge. Der Fach- Verein zählt 140 Mitglieder. Durch Spezialistrung der Stell- machcrarbeit haben fich in den letzten Jahren auch besondere Fachvereine von dem der Stellmacher abgezweigt, so der Fach- verein der Koffer- und Kistenmacher mit<0—80 Mitgliedern, der Fachverein der Bauanschläger und Einsetzer mit ebensoviel Mitgliedern. Vor Kurzem hat fich noch ein neuer Spezial- fachverein gebildet, der Fachverein der Wettzeugmacher mit nicht. Nur bisweilen, wenn der Schmerz zu gewaltig war, wenn kalter Angstschweiß ihr auf die Stirne trat, richtete das junge Weib den angsterfüllten Blick auf eine zusammen- gekauette Gestalt, die theilnahmsloS in einer dunklen Ecke verharrte.„Mutter," lispelten wohl dann und wann die Lippen der Leidenden, aber diese Motte erreichten daS Ohr der vor sich hinstarrenden alten Frau nicht. Jetzt hob die alte Frau dennoch ihren Kopf empor und warf einen bösen Blick nach dem Lager und auf daS junge Weib; so herzlos und kalt, daß einem das Blut erstarrte. „Laß sie leiden.. murmelte die Alte vor sich hin; „was sind thre Leiden gegen das, was ich erduldet habe, und Alles ihretwegen— meiner eigenen Tochter— wegen..." Und Alles, AckeS, was sie wegen ihrer Tochter gelitten, stand jetzt mit entsetzlicher Klarheit vor ihrer Seele. Die Schrecken des Maimonats waren wieder da; jetzt tritt ihr Mann, den sie über Alles liebt, wild und aufgeregt in das kleine Zimmer. „Adrienne! ich halt'S nicht mehr aus, ich muß für unser Recht kämpfen!" „JacqueS!" ruft sie entsetzt und wirft sich weinend in seine Arme.„Ich laß Dich nicht, JacqueS! Du darfst nicht Jacques!— was soll auS mir werden, wenn ich Dich nicht mehr habe?!" Aber schon tritt ihre Tochtrr mit blitzenden Augen an ihre Seite. „Geh' Vater! ja geh' und kämpfe! Und wenn Du JuleS im Kampfe tttffst, dann grüße ihn von seiner Jeanne." Der Vater ging— niemals kehrte er wieder.— Wo war er geblieben? Niemand hatte ihr, seinem armen verzweifelten Weibe, je eine Nachncht gebracht. Ver- gebenS hatte sie sich die Haare gerauft, vergebens war sie mit eigener Gefahr des Lebens umhergeirrt, um ihn zu suchen, vergebens hatte sie ihrer Tochter geflucht. Denn hätte Jeanne ihre Bitten unterstützt, der Vater wäre nicht gegangen und sie hätte ihren JacqueS noch heute. Ein heftiges Stöhnen ihrer Tochter ließ sie einen Blick nach dem Bette werfen. Da lag jetzt Jeanne und zerwühlte sich das lange, dunkle Haar, während ein leiser Schrei ihren etwa 50 Mitgliedern. Auf den k. Eisenbahn-Reparatur- Wettstätten arbeiten 150 Fachgenossen, die fich der Organisation noch fernhalten. Die übliche Wochen- arbeitszeit beträgt 66 Stunden, die niedrigste 60, die höchste 70 Stunden. Sonntagsarbeit ist in großem Umfange üblich. Von den 140 Fachvereinsmitgliedern waren im vergangenen Jahre zur ausnahmswcism Sonntagsarbeit 106, zur regelmäßigen 6stündigcn Sonntagsarbeit 34 genöthigt. Der Verein berechnet für das mit I.Juli abgelaufene Jahr für alle Vereinsmitglieder 34 200 Sonntagsarbcitsstunden; für jedes Mitglied, im Durch- schnitt berechnet, 4,7 Sonntagsatbeitsstunden per Woche. Die Nichtvercinsmitglieder find in Bezug auf Sonntagsarbeit sicher nicht besser gestellt als die Fachveieinler, wahrscheinlich noch schlechter, da den Fachvereinen fich meistens solche Arbeiter an- schließen, die den Kampf um ihre witthschaftliche Besserstellung mit Kenntniß der Gesetze, die die Bewegung des Arbeitslohnes bestimmen, bewußt führen und pttnzipiell jeder etwa beabfichttaten Ausdehnung der Arbeitszeit über das übliche Maß trotz derLockung eines zeitweisen Mehrverdienstes Widerstand leisten. Ob der Eisenbahnministcr in Preußen schon prinzipiell den absoluten Verzicht auf Sonntagsarbeit in den Staatswerkstätten akzeptitt hat, ist uns nicht bekannt. Wollen wir es annehmen und die 150 Arbeiter der Reparaturwerkstätten nicht in die Berechnung einbeziehen, so bleiben etwa 650 Stellmacher mit 4,7 Stunden Sonntagsarbeit per Woche, und 244 Stunden per Jahr— 158 600 Sonntagsarbeitsstunden, die schon für 52 Stellmacher der industriellen Reserve und des verpaupertcn Landsturms bei einem gesetzlichen Verbot der Sonntagsarbeit volle Jahresarbeit bei lOstündigcm Arbeitstag bieten. In der That giebt die vor- liegende Statistik zur Zeit als arbeitslos 40 Berufsgenossen an; 5 pCt. in der für diese Branche ziemlich günstigen Jahreszeit! Nach den in Vorstehendem gegebenen Anleitungen, rote solche Zahlen zu lesen, können wir nun die folgenden Berichte kürzer fassen. Hamburg.(Stellmacher.) Der Fachverein zählt 80 Mitglieder, Berufsgenossen am Ott etwa 135, darunter 15 Lehrlinge. Arbeitslos find zur Zeit 15 Stellmacher. Der Wochen lohn beträgt im Durchschnitt 18 M.(17,55 nach statistischer Berechnung), er steigt bis auf 18 M, fällt bis 15 Marl per Woche. Die Arbeitszeit bewegt fich zwischen 13 bis 11 Stunden; die übliche Arbeitszeit beträgt 11 Arbeitsstunden täglich. Schönebeck.(Korbmacher.) Manufatturmäßige Ar» beit. Von 48 männlichen Berufsgenossen, unter denen 3 Lehr- linge, gehören 40 zum Fachverein. Arbeitslos zur Zeit keiner. Arbeitszeit durchweg 78 Stunden pro Woche! Regelmäßig arbeiten Sonntags 34 Arbeiter mit 5—6 Stunden, lieblicher Wochenlohn Mk. 11, niedrigster Mk. 7, höchster Mk. 15 per Woche. Mainz.(Schuhmacher.) Produktionsstufe noch vor- wiegend handwerksmäßiger Kleinbettteb, daneben jedsch mo- deiner Großbetried in drei Fabriken. Neben 298 männlichen Berufsgcnoyen 109 weibliche und 16 Lehrlinge; der Fachverein zählt 74 Mitglieder. Die übliche tägliche Arbeitszett 14 Stunden!!), die niedrigste 10, die höchste 18 Stunden. Wochenlohn im Durchschnitt 9 M., er steigt bis auf 18 und fällt auf 5 M. per Woche. Werkführer verdienen 30 M-, Zuschneider 20 M. per Woche. Der höchste Wochenvcrdienst für Frauen, Steppe» rinnen, ist 11 M, der niedrigste 3 M. Von den Mitgliedern des Fachoereins arbeiteten tnt abgelaufenen Jahre 14 ausnahmsweise, 16 regelmäßig am Sonntag, und zwar durch- schnittlich sechs Stunden von Morgens brs Mittag. Die Be- theiligung an den Erhebungen war eine anerkennenSwerthe, von 35 Listen gelangten 32 pünktlich an den Verein zurück. Berlin.(Gas-, Wasser- und Heizungsrohrlcger.) Groß- und Mittelbctttebe. Nach der letzten Berufszählung 157 Selbst- ständige, 59 technische und kaufmännische Beamte, 906 Arbeiter. Nach Schätzung des Fachvcreins jetzt 1200 Berufsgenossen, darunter 30 Lehrlinge; der Verein zählt 200 Mitglieder. Arbeitslos zur Zeit über 400. Die Arbeitszeit 10 Stunden täglich, Durchschnittswochenlohn 21 Matt. Stuttgart.(Buchbinder.) Starke Konkurrenz weiblicher Arbeit. Männliche Arbeiter 450, weibliche 200, Lehrlinge 70; der Fachverein zählt 230 Mitglieder. Durchschnittswochenlohn 17 M.. niedrigster 10 M., höchster 33 M. Arbeitszett. übliche 11 Stunden, niedttgste 10, höchste 12 Stunden. Sonntagsarbeit in einzelnen Zweigen sehr verbreitet, von 7—12 Uhr, oft bis 4 Uhr Nachm. Für die 230 Fachvereinsmitglieder werden 3750 Sonntagsarbeitsstunden für ein Jahr gezählt. Frankfurt a. d. O-(Schuhmacher.) Kleinbetrieb. Lippen entfloh. Es leuchtete fast wie Schadenfreude in den Augen der häßlichen Alten auf, während sie murmeltet „ÄaS hat nun Jeanne davon? Sie hat ihren JuleS auch nicht wiedergesehen." Dann stand sie auf und näherte sich �----- y- i--/---| WU| Uli' langsam dem SchmerzenSlager ihrer� Tochter.. Wenige Tage darauf traten zwei dunkle, ernste Gestalten in das kleine, düstere Gemach. Sie trugen einen Sarg aus einfachen, weißen, schlecht behobelten Brettern. Fragend sahen sie zu der zusammengesunkenen Alten nieder. Schweigend deutete diese in erne Ecke, in welcher auf Lumpen ein verdeckter Gegenstand lag. Die Männer traten hinzu; sie zogen die Decke hinweg und hoben die Leiche in den Sarg. DaS schwache, hilflose Weinen eines kleinen Kindes berührte in diesem Äugenblicke das Ohr der Männer. Da auf den Lumpen ließen sie Etwas zurück, was wohl auch am besten aufgehoben wäre in der kühlen Erde. Ohne Zeremonie wurde die Leiche auf den Armenleichenwagen nach der Kirche, von da nach dem Friedhof in die kosse commune, in das gemeinsame Grab befördert. Die Alte allein hatte ihre Tochter nach dem wett- entfernten Begräbnißplatz begleitet. DaS traurige Ende ihres einzigen Kindes hatte ihr Herz wieder erweicht. O, sie hatte nicht gedacht, daß Jeanne sterben würde. Sie war ja auch nicht gestorben und hatte doch sogar zwei Kindern da« Leben gegeben, wenngleich das Zweite kurz nach der Gebutt gestorben war. Und jetzt saß sie, mit verweinten Augen und vergrämtem Gesicht, in dem kleinen armselig ausgestatteten Zimmer, hielt auf ihrem Schoost die kleine Jeanne und gab ihr zu trinken. Dann wickelte sie das Kind sorgfältig in grobe, nicht sehr saubere Windeln und lullte das kleine, unruhige Wesen in ihren Armen ein. Unterdessen waren ihre Gedanken schon wieder bei ihrem heißgeliebten, unvergeßlichen JacqueS. Ja, wenn der noch lebte, noch bei ihr wäre, dann sollte es ihr nicht schwer fallen, die kleine Jeanne groß zu ziehen. JacqueS hatte ein Der Fachvcrein zählt 117 Mitglieder. Koloffale Ausdehnung der Sonntaosardeit,B 9 Stunden durchschnittlich. Der Bericht sagt:„Es heirscht hierbei den Schuhmachern eine vollständige Anarchie!". Mühlhausen i. T h.(Schuhmacher.) Der Verem zählt 15 Mitglieder, von diesen arbeiten 13 regelmäßig Sonn- tags 6 Stunden; für das verflossene Jahr wurden 4680 Sonntagsarbeitsstunden berechnet. Hamburg.(Tapezirer.) Unverhältnißmäßig viel Lehr- linge: bei 600 Berufsgenossen 200 Lehrlinge. Dementsprechend sinkt der Wochenlohn bis auf 10 Ml., Durchschnittslohn 20 Ml., höchster Lohn 27 Ml. Die Arbeitsverhältnisse find sehr un- geordnete; enorme Ueberarbeit wechselt mit vollständiger Arbeitslostgkeit. Als Durchschnittsarbeitszeit gilt der lOstündige Arbeitstag; jedoch ist während der Saison Mstündige Tages- arbeit nichts Seltenes, bei stillerer Zeit 8— 6stündige Arbeit, dann während eines großen Theils des Jahres völlige Arbeits- lofigleit für den größeren Theil, ja man kann sagen für die Meisten! Beim„freien Spiel der Kräfte" ein unvermeidliches Resultat. Lokales. er. Einen kläglicheren Rückzug, wie ihn die„Staats- bürg er-Zeitung" auf unsere vorgestrigen Ausführungen genommen hat, hat es wohl selten gegeben. Eigentlich muß man dem Feinde goldene Brücken bauen, indessen bei der „Staatsbürger-Zeitung" beliebt uns das nicht, die Rückfichts- lostgkeiten und frivolen Beschuldigungen dieses Blattes können gar nicht scharf genug gerügt werden. Alles, was man uns zu erwidem wußte, ist das folgende: „Der Leitartikel in Nr. 189 der„Staatsbürger-Ztg." hat das„Berliner Volksblatt" veranlaßt, mit unflätigen Schimpfereien gegen uns vorzugehen, auf die wir umso- weniger eingehen können, als die Beleidigungen auf einen Verstorbenen zurückgreifen, dessen Andenken wir in Ehren halten. Außerdem find wir schon aus früherer Zeit her an derartige Unanständigkeiten seitens der Preß- organe, welche das Wohl der Arbeiter zu befördern vor- geben, in Wirklichkeit aber ganz andere Zwecke verfolgen, gewöhnt. Früher beschimpfte uns Herr Johann Most, jetzt thut es ein anderer; in der Wirkung bleibt sich das gleich. Ueber derartiges eilt man mit leichtgehobenem Fuße hinweg." Wir sollen Beleidigungen gegen einen Todten ausgestoßen haben, den die„Staatsbürger.-Ztg." in Ehren hält? Das wäre vollständig gegen unsere Gewohnheit gewesen. Wahr- fcheinlich meint die„Staatsbürger-Ztg." den folgenden Passus, der in unserem Artikel vorkam: „Die Staatsbürger-Zeitung", welche je nach Zeit und Umständen eine Art von Antisemitismus treibt, ohne den Antisemitismus aber schon läng st zu ihrem Vater, dem famosen Volks-Tribun Held, versammeltwär e." Kann die„Staatsbürger-Ztg." nicht lesen oder will ste es nicht? Haben wir das vielleicht gesagt? Nein, son- dern ein Parteigenosse der„Staatsbürger-Ztg.", Herr Otto Glagau äußert sich im„Kulturkämpfer" in dieser allerdings wenig schmeichelhaften Weise über die„Staasbürger.-Ztg." und deren Begründer. Wir baden jene Stelle allerdings angezogen, um zu zeigen, welchen Rufes sich die„Stsbgr.-Ztg." selbst m ihren Kreisen erfreut, und dazu war es eben nothwendig, daß wir ihren Parteimann gegen sie ausspielten. Das scheint der„Stsbgr.-Ztg." allerdings un- angenehm zu sein, aber sie hat deshalb doch noch lange nicht die Berechtigung, den Thatbestand zu verdunkeln und ,n ihrer gewohnten Weise die Thatsachen zu fälschen.„Ueber derartiges eilt man mit leicht gehobenem Fuße hinweg!" Mit Herrn Glagau möchte man des„Geschäfts" wegen wahrscheinlich nicht gerne anbinden, man versucht daher den Kopf in irgend einer anderen Weise aus der Schlinge zu ziehen. Jedesmal geht das nicht so glatt, manchmal bleibt man stecken. Das Uebnge, was die„Stsbgr.-Ztg." vorzubringen weiß, ist, wie unsere Leier sehen, ohne Interesse, es kam uns eben nur darauf an, die Wahrheitsliebe des christlich-germanischen Blattes hier noch einmal festzunageln. Damit glauben wir der„Stsbgr.-Ztg." genug Ehre erwiesen zu haben. w. In Bezug auf die seitens der Kommunalver- waltung beabsichtigte Beforstung der Umgebung des alten Eierhäuschens in Treptow, gegen welche der Inhaber des Etablissements Einspruch erhoben hatte, hat die städtische Park-Deputation, obwohl von einflußreicher Seite die geltend gemachten Gründe gegen die Beforstung Zustimmung erhielten, am Dienstag beschlossen, bei dem früher gefaßten Beschlüsse der Kommunalbehörden zu verharren, da einmal die Deputation nicht die Ueberzeugung gewinnen konnte, daß das gegenwärtig als Wirthschastsland benutzte Terrain in seiner jetzigen Gestalt zur Verschönerung des Etablissements beiträgt, andernfalls aber glaubt, daß letzteres bei Anlage des Waldes, bei welcher Be- dacht genommen werden solle, die Umgebung so zu gestalten, daß es seiner Bestimmung als Vergnügungs- und Erholungs- ort entspricht, dem dort verkehrenden Publikum auch zusagen werde- Geschäft gehabt, er war Brokanteur gewesen. Und wenn ihre Verhältnisse auch damals nicht besonders gute waren, so hatten sie sich doch immer recht und schlecht durchge- schlagen. Aber jetzt!? Sie seufzte tief auf. VerzweiflungS- voll ruhte ihr Auge dabei auf einem großen Korbe, aus welchem ein dünneS Stöckchen, am Ense mit einem spitzen Haken versehen, hervorschaute. Die schmutzigen, übelriechen- den Lumpen, welche umher lagen, bekundeten zur Genüge ihr trauriges Gewerbe. Voll banger Sorge blickte sie dann auf das Kind. Wie sollte das jetzt werden?! Woher die Zeit nehmen, solch' ein kleines, hilfloses Geschöpfchen zu warten und zu pflegen. Ach, es wäre doch wirklich besser für das kleine Kind, wenn es tief unten bei der Mutter in der kühlen Erde ruhte. Denn nur die unbegrenzte Mutterliebe vermag selbst in der ungünstigsten Lage ihre letzten Kräfte dem Wesen, dem sie das Leben gegeben, aufzuopfern. Bei gutem wie schlechtem Wetter mußte die Großmutter des Morgens in aller Frühe hinaus auf die Gasse, um die Kehrichthaufen, die vor jedem Hause liegen oder in Kästen stehen, nach Lumpen zu durch- wühlen. Wenn sie dann nach einigen Stunden angestrengten Umherlaufens mit ihrem schmutzigen, übelriechenden Arbeits« ergebniß heimkehrte, mußte sie, anstatt sich zu ruhen, das nach Nahrung schreiende Kind befriedigen. Und die Nächte? die waren oft mehr ermüdend als stärkend. Denn das Kind kränkelte und war daher sehr unruhig. Schon nach wenigen Tagen war die Liebe, welche die Alte für das Kind ihrer Tochter gehabt, erloschen.— Es war ihr nur noch eine ent- setzliche Last und Bürde. „Wenn es doch der liebe Gott zu sich nehmen wollte," betete die todtmüde und nach Ruhe verlangende Großmutter aus vollem Herzen in manch' kummervoll durchwachter Nacht. Aber der TodeSengel, den die Alte schon oft mit Bestimmt- heit am Lager der Kleinen wähnte, hatte sich nicht erbarmt. Das kleine Mädchen fristete ihr wenig beneidenSwertheS Dasein unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen Obgleich der Körper des Kindes klein und schwach ge- Arbeiter-Jubiläum. Der TischlergesellelHere Joseph Heinrich feierte am Montag, den 17. v. M. das Fest seiner 25 jährigen Thätigkeit in der Möbelfabrik von F. A. Krüger, Langestr. 109. Meister und Gesellenschaft hatten sich vereint, um dem allgemein beliebten und geachteten Kollegen an seinem Ehrentage eine Ueberraschung zu bereiten. Bei seinem Eintritt in die Werkstatt wurde er jubelnd umringt und zu seinem blumengeschmückten Arbeitsplatze geführt, wo zahlreiche Geschenke, darunter ein werthvoller Regulator, für ihn bereit lagen. Der Abend des Tages vereinigte die Festgenoffen— über 40 Männer mit ihren Familien— in einem Lokale der Nachbar- schaft. Gesangsvorträge und Deklamationen ernsten und heiteren Inhaltes wechselten mit einander ab; den Schluß aber bildete ein gemüthliches Tänzchen, welches bis nach Mitternacht frohe Menschen zusammenhielt.— In derselben Fabrik feierte vor einem Jahre, am 6. August 1884, bereits ein anderer Kollege, der Tischler Herr Jul. Lehmann, ebenfalls sein 25 jähriges Jubiläum. J. Ein sehr düsteres Bild großstädtischen Elends bot sich gestem den Besuchern des Wochenmarktes am Belle- Alliance-Platz und der daran stoßenden Lindenstraße. Eine sehr ärmlich gekleidete Frau(die Wittwe Zorn aus der Prinzen- straße 15) mit dem Ausdruck des Hungers und allen Ent- behrungen in den Zügen bot auf dem Markt öffentlich— hoiribile dictv!— ein kleines kaum vier Wochen altes Kind, welchem man die Qualen des Hungertodes ansah, zum Geschenk aus. Viele Menschen umstanden diese aufregende Szene und manch milleidiges Frauenherz brachte ein Wohlthätigkeits- opfer. Die Frau erzählte, daß ste das Kind von einem jungen Mädchen, das in einer Gummifabrik arbeite, zur Pflege em- pfangen habe, daß ste aber schon seit einiger Zeit kein Kostgeld empfangen und selbst von der Roth heimgesucht werde. Als ste nun heute der Mutter das Kleine zurückbringen wollte, habe erstere die Annahme des Kindes verweigert und sie mit dem Kinde fortgewiesen und gesagt, sie solle es nur unterbringen wo sie es wolle, sie solle es ihretwegen verschenken, denn sie, die Mutter selbst, möge und wolle es nicht bei sich haben, da sie bei ihrer Beschäftigung keine Zeit für das Kind habe. Als auch die Frau der hattherzigen Mutter weiter mittheilte, daß auch die Polizei ihr untersagt habe, das Kind weiter in Pflege zu behalten, da ste noch sechs eigene Kinder babe und in der größten Noth lebe, verharrte die Mutter trotzdem bei ihrem ersten Entschluß und wies die jammernde Frau barsch fort mit den Worten:„Schenken Sie es doch irgend Jemandem!"— Da die Frau das Kind nun nicht auf die Straße werfen wollte, vor Roth stch aber keinen Rath wußte, so ließ ste sich von der Verzweiflung dazu treiben, das Kind öffentlich auf dem Wochenmarkt als Geschenk anzubieten. Unter den Vielen befand sich schließlich doch eine mitleidige Seele; letztere nahm Frau und Kind mit in die Wohnung, stärtte beide mit Speise und Trank und entließ sie mit einem kleinen Geschenk, so daß wenigstens die erste, die größte Roth augenblicklich abgewendet ist. b. Der Jahrmarkt präsentirt sich von allen Stellen Ber- lins, auf denen er wechselt, noch am besten auf der Promenade der Gneisenaustraße, deren dicht belaubte Platanen gnädig die Blößen seiner Buden aus Leinwand und Holz bedecken. Im Uebrigen trägt er seine unwandelbare Physiognomie; Schuhe, Leinwand, Holz- und Korbwaarcn dominircn. Im Allgemeinen hütet er sich ängstlich vor jeder Neuerung. Jeder kennt die Reise- und Waschkörbe, die Leitern, Küchengcräthe und Kinder- stühle. Nur die Handkörbe zeigen deutlich den Einfluß der Bestrebungen zur Hebung des Kunstgewerbes. Sie sind in ihren Formen, den bunten Ornamentsirerfcn, den stumpffarbigen Franzen und den stilvollen Stickereien von außerordentlicher Mannigfaltigkeit und in erstaunlichen Massen vorräthig. Frei- lich, die Leute, welche sie verkaufen, haben sie nicht gemacht. Sie find Produkte großer Fabriken im industriereichen Sachsen. Der Besuch des Jahrmarktes war gestern trotz des ungünstigen Wetters nicht unbedeutend; die Schaaren der Kinder aus der Umgegend trugen freilich zur Belebung nicht wenig bei. Die fröhlichsten Gesichter machten die Budiker, Schlächter und Bäcker oer Gegend. Mit falschen Ein- und Zweimarkstücken wurde seit längerer Zeit der Norden Berlins überschwemmt, ohne daß es gelang, die Fabrikationsstätte der übrigens sehr schlecht ge- prägten und aus düsem Grunde auch messt nur in den Abend- stunden verausgabten Falsifikate zu ermitteln. Schließlich be- zeichnete der unter Polizei Aufficht stehende Tischler August Jochheim der Kriminalpolizei als Verbreiter des falschen Geldes zwei gleichfalls viel bestrafte Personen Namens Hecht und Krautwurst, überbrachte auch mehrere falsche Zweimart- stücke, die er von den letzteren zum Vertriebe erhalten haben wollte. Nachdem in der Wohnung der Beschuldigten Schmelz- tiegel, Britanniametall und falsche Einmarkstücke gefunden worden waren, wurden dieselben, sowie ein nachträglich ermittelter Mitschuldiger theils in Berlin, theils an Orten, wohin sie gepflüchtet waren, verhaftet. Trotzdem kommen falsche Ein- und Zwei-Markstücke wieder in den Ver- kehr; so wurde vor mehreren Wochen bei der Verausgabung von falschen Zwei- Markstücken ein wegen Diebstahls vorbe- sttafter Schlächter Namens Keil festgenommen, der sich hart- näckig weigerte, die Person, die ihm das falsche Geld gegeben, zu nennen. Vor einigen Tagen wurde in der Badstraße eine blieben, war sein Geist doch stark und gesund. Schon vom vierten Jahre an begleitete sie täglich ihre Großmutter zur Arbeit. Die Alte wurde freilich dadurch bei ihrem eiftigen Hin- und Herlaufen gestört und wollte das Kind nicht mit- nehmen. Aber Schelte und Schläge waren nutzlos; das kleine Kind setzte seinen Willen bald durch Weinen, bald durch kindliches Bitten durch. Es liebte die engen Gassen, die dunklen Höfe, es jubelte, wenn es die Kehrichthaufen sah, ihm war am wohlsten im Schmutz. Und schmutzig und häßlich sah es selbst aus. Man sah von dem Kinde vor Schmutz gar nichts, als ein Paar große dunkle Augen, welche spiegelklar glänzten.— Kaum hatte die Kleine das sechste Jahr zurückgelegt, da erachtete sie die Großmutter schon für alt genug, um selbst Lumpen sammeln zu gehen. Jetzt, wo Jeanne die Kehrichthaufen wirklich durchsuchen sollte, hatte sich ihr Enthusiasmus für dieselben bedeutend verringert. Aber sie sollte und mußte schon thätig sein, und wenn sie der Großmutter nicht genügend Lumpen heimbrachte, gab es Schältworte statt des Brodes. An einem bitter kalten Wintermorgen hatte die harte Großmutter Jeanne auch frühzeitig mit einem großen Korbe, der fast so groß wie sie selbst war, hinaus geschickt auf die Straße. Hu, wie wehte der Wind so kalt und so scharf. Er trieb dem Kinde, das mit dem großen Korb in der einen, dem Stöckchen mit eisernem Hacken in der anderen Hand, zusammengekauert an einem Kehrichthaufen saß, Thränen in die Augen. Ein Junge, der dasselbe Gewerbe trieb, aber bedeutend älter war wie sie, näherte sich ihr. Mitleidig blickte er zu ihr nieder und fragte:„Dir ist wohl kalt?" Sie antwortete nicht, und nickte nur traurig mit dem Kops. Dann erhob sie sich und trippelte emsig an dem Kehrichthaufen hin und her. An den kleinen Füßen trug sie sehr große zerrissene Schuhe, die das arme Kind an jeder schnellen Bewegung hinderten. Mit einer äußerst gewandten Bewegung des Körpers läßt der Junge seinen Korb von dem Rücken gleiten, greift hinein und bringt ein Paar noch sehr guter, kleiner, warmer Tuchschuhe zum Vorschein, welche er beim Lumpensammeln gefunden hat.„Komm," sagt er Frau Sommer angehalten, welche ein falsches Ein'Markstück ausgab. Diese gestand nach längerem Leugnen ein, von einem mit ihrem Ehcmanne bekannten Manne, von dem Beide nur den Vornamen August kennen wollten, zur Verausgabung des falschen Geldes cngagirt worden zu sein. Letzterer sei, nach- dem er den falschen Geldstücken mit Koaks-Asche ein dunkles Aussehen verliehen, Abends mit ihr auf die Straße gegangen, habe sie in Geschästslokale geschickt, um für 10—20 Pl- Waaren zu kaufen. Mit dem ihr zu diesem Zweck über- gebenen falschen Markstück habe fie Zahlung geleistet und das herausgegebene Geld dem auf der Straße wertenden „August" übergeben. Da inzwischen die Kriminal' Polizei zu der Ueberzeugung gelangt war, daß August Jochheim an der Ansertigung und Verbreitung des falschen Geldes betheiligt sei, wurde der Frau S. das Verbrecher- Albuin vorgelegt und lofort erkannte fie in der Photographie des Joch- heim den Menschen wieder, der fie zum Vertriebe des falschen Geldes angenommen hatte. Nunmehr legte auch der in Hast befindliche Keil ein Geständniß dahin ab, daß ihm die von ihm verausgabten Falsifikate von Jochhcim übergeben seien. Letzterer hatte sich zwar inzwischen unsichtbar gemacht, wurde aber am 16. d. M. festgenommen. Seiner Angabe, daß er von einem unter dem Spitznamen„barbirtcr Hase" in der Verbrcchemeu bekannten Mann das in seinem Besitz vorgefundene und von ihm verausgabte falsche Geld erhalten habe, wrrd von der Kriminalpolizei kein Glauben geschenkt, denn ein„barbirter Hase" ist derselben nicht bekannt und auch die Zuchthausgenosien des Jochheim wollen denselben nicht kennen. Es ist mit Sicher' heit anzunehmen, daß Jochheim selbst Anferttger des falschen Geldes ist und den Krautwurst und Hecht der Polrzeihehörde verrathen hat, um den Verdacht von sich abzulenken. g. Jener Soldat des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier» »im H■''" Regiments No. 2, welcher, wie gemeldet, am Sonntag, den 2. d. M., den in der Krausenstraße 24 wohnenden Wollwaarcn' Händler Herrn Gentz in der Hasenhcide hinter Kellers Hol' jäger mehrere Stiche mit seinem Seitengewehr beigebracht hastc, ohne dazu auch nur die geringste Veranlassung gehabt zu haben, ist gestern Vormittag in Gegenwart des Betroffenen und der Zeugen im Mililärgefängniß in der Lindcnstraße ver- nommen worocn. Nach anfänglich versuchter Ableugnnng ge' stand er die That ein; über die Veranlassung zu der für ihn folgeschweren Handlung wußte er keinen plausiblen Grund an< zugeben. Der Soldat wird nunmehr behufs seiner Aburthei' lung am Montag vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Trotz- dem Herr Gentz namentlich durch die in den Unterleib er- haltene Stichwunde arg geplagt wird, hat er doch um eine möglichst gelinde Bestrafung des B. gebeten, was auch protokolli» worden ist. Die von Gerichtsärzten am Montag in der Morgue stattgehabte Obduktion der Leiche des 19 Jahre alten Sattler' gehilsen Emil Kluge, welcher gelegentlich einer Reiberei in de« Restaurant von K. in der Wrangclstraße 118 mit einem Bier- glas derart geschlagen worden ist, daß mehrere Glasscherben« den Schädel drangen, hat als Todesursache Gehirnschlag tt' geben, welcher als Folge der erlittenen Verletzungen anzusehen rst. Als den Thäter scheint die Kriminalpolizei den Eiscndreher Franz D. bestimmt ermittelt zu haben und es soll auch berftt» gegen ihn das Strafverfahren vom Staatsanwalt eingeleste! worden sein. N. Sturz ans dem vierten Stockwerk. Beim Einsetze» der Fensterflügel im vierten Stockwerk des Neubaues Ca! Albrecht- und Karlstraße fiel gestem der Tischler Michulsw Skalitzerstraße 44 wohnhaft, auf das Straße npflaster, wo er besinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte wurde vo» seinen Kollegen nach der nahegelegenen Charitee gebracht- Leider find die erlittenen Verletzungen derattig, daß wemg Hoffnung vorhanden ist, den Unglücklichen, der eine Fatnu'! hinterläßt, am Leben zu erhalten. N. Die beide« Ueberlebenden der entsetzlichen Katn* strophe an der Tegeler Chaussee, die Arbeiter«aufmann um Kopp, befinden sich auf dem Wege der Besserung. Wegen verschiedener Einbrüche wurde in Leipzig e« Mensch verhaftet, welcher bei seiner Vernehmung angab, eine» hellbraunen Lederkoffer mit gelben Knöpfen bei einemTsiestsst» Spediteur in Aufbewahrung gegeben zu haben. In diese« Aufbewahrung gegeben zu haben. In. Koffer befanden sich nun 1 grauer Kaisermantcl mit graue« Lamafutter, 1 schwarzer Kammaarnrock, 1 dergleichen 2B# 1 graue Hose und verschiedene Wäschestücke gez. A. Z., rveW allem Anschein nach ebenfalls von dem Verhafteten gestohst» worden find. Der unbekannte Eigenthümer wird gesucht UN» kann sich bei der hiefigen Kriminalpolizei melden. Gerichts-Zeitung. P. Segen der Frauen-Arbeit. Vor dem Charlotte»' burger Schöffengericht erschien gestem die Wittwe Louuf Säger. Die Genannte hat einen" 7jährigen Sohn, der ei»e haimäckige Scheu vor dem Besuch der Volksschule seither bss zeigte, daß selbst die von der Polizei- Behörde in Folge schwerde des Schulvorstandes angeordneten Zwangsmittel vo» dem Knaben mit Widerstand beantwortet werden. Die Mutt« des Knaben geht regelmäßig Morgens früh um 6 Uhr P Arbeit; es ward daher ernem Schutzmann der Auftrag f Theil, den Knaben vor Beginn des Unterrichts aus der auf««« warin!« freundlich, hebt die Kleine zärtlich auf, setzt sie kleine Steintreppe und zieht ihr die passenden, Schuhe an. O, wie glänzten des Kindes Augen.„Du bist gut, T bist gut," sagt Jeanne tteuherzig, indem sie mit den kalte« Händchen die zu ihr geneigte Wange des Knaben streiche� Er lächelte über diese Liebkosung; dann praltizirte!• seinen Korb geschickt wieder auf den Rücken, durchsustst eifrig den Kehricht, faßte darauf Jeanne an der Hand sprach in recht ermunterndem Tone zu ihr:„Komm, M, wollen wir noch einen„kleinen Schwarzen" trinken, � „wärmt". Er führte seine Kollegin an das Ende der Stw■ Da in einer Ecke, vor dem kalten Wind geschützt, saß cl., Frau, welche vor sich auf glühenden Kollegen zwei Blechtöpfe hatte; in dem einen siedende Milch, m dem«« deren heißen Kaffee. Zu beiden Seiten standen auf d! Sttaßenpflaster kleine weiße Schälchen.„ün petit noir,* von» plau", rief der Junge gebieterisch. Diensteifrig ihm die Frau das beliebte Schälchen heißen schwarzen Kgir' welchen der Junge jetzt Schluck um Schluck mit seiner klei«� »------ Ach, wie das schmeckte, und wie that Freundin theilte. freundliche Blick des Jungen ihrem Herzen so wohl.. freundlich schaute sie die Großmutter nie an, die war m1' Q so mürrisch und böse. Und Niemand, Niemand lächelte} ihr und hatte sie lieb; und ihr kleines Herz war doch liebebedürftig.. Ihre reine kindliche Liebe, die von Niemand brach oftmals� sogar kalt und verletzend zurückgestoßen tru brachte sie nun ihrem Freund Severin entgegen. Sie p sich fast alle Morgen, und Jeanne war sehr glücklich- that ihrem Freund zu Lieb' Alles, was er verlängte. W � gab sie ihm den größten Theil ihrer Lumpen, zuft-eden, � freundliches Wort dafür zu empfangen. Die Großm« � mochte schelten und schlagen, wenn ihr die Kleine s« Lumpe» heimbrachte, was lag dieser daran. Ein 2»% von Severin wog Alles auf, ließ sie alle Unbill ge«« ertragen. (Forssetzung folgt.) 1 jmng der Mutter abzuholen und während dieselbe fick auf >hrn Arbeitsslelle befand, den Knaben zwangsweise zur Schule »u sichten. Als aber der Knabe den Schutzmann kommen sah, verriegelte und verrammelte er die Wohnungsthur. Erst nach Beseitigung dieses Hindernisses konnte das ftaatlrche Zwangsmittel erfolgreich durchgeführt werden. Ge- räume Zeit vor Anordnung desselben war jedoch gegen die Frau Sager seitens der Polizeibehörde ein Strasbefehl erlassen worden und zwar in der irrthümlichen Voraussetzung, daß die «ager die Echulversäumniß ihres Sohnes deshalb verschulve, werl sie ihrem Sohne gegenüber ihre mütterlrche Autorrtat nicht genügend geltend mache. Gegen dieses Strafmandat legte 'Nau Sager Einspruch ein unter Berufung auf verschiedene oeugen. Nachdem die Sache in einem früheren Termin ver- tagt worden war, beantragte nach Anhörung der Zeugen der Vertreter der könialirben Anklaaedebörde die rtrer- !?«chung der Änklagedehörde die Frei- weil dieselbe erwiesenermaßen königlichen iL. Sn"Br Vl1 Frau Sager, wtu vwi«urc 2 Möglichstes aethan haben, um ihren Sohn zum regelmäßi- W besuch der Schule anzuhalten; mehr, als wie geschehen, 1 e man von einer Frau, welche um 6 Uhr früh ihrer Arbeit aarygeht, nicht verlangen. Das Schöffengericht erkannte dem- Maß auf Freisprechung von Strafe und Kosten.— Der � mter aber wurde der Rath ertheilt, ihren schulscheuen Sohn ?tt Hüft des Vormundschafts- Gerichts in eine Bessemngs-An- für verwahrloste Knaben unterzubringen. J�gen Beleidigung der Gütererpeditionsbeamten N�-ouschdorf bei Guben sollte fich gestern der Kaufmann Eugen �ohm vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts verant« Worten. Der Angeklagte ist Mitinhaber der hiesigen Groß- iE0 Joseph Böhm und sandte unterm 12. März er. unter „ J'Wing des bezüglichen Frachtbriefes eine Beschwerdeschrist 2 s? königl. Eisenbahn-Betriebsamt zu Posen, weil schon zu Merholten Malen Spiritussendungen, welche an sein Haus mttg'rt werden sollten, auf der Station Buschdorf eine unmotlvirbare Transportverzögerung erlitten haben sollten. dem Schreiben kam auch der Passus vor, der Angeklagte den Umstand, daß mehrfach to or"neä Theils ihres Inhalts beraubt und mit Nasser wieder aufgefüllt worden waren, mit dem unbegründeten m'ciben in Buschdorf in Verbindung bringen müsse und «. t rund dieser die Beamten zu Buschdorf verdächtigenden Äußerungen wurde obige Anklage erhoben. Nun stellte fich un Termine heraus, daß der Angeklagte gar nicht der Waffer des inkriminirten Schriftstückes war, sondern daß in\ l vielmehr aus der Feder eines andern der Firmen- .avaber stammen mußte. Der Angeklagte mußte in Folge Fssen wegen mangelnder Tbäterschaft freigesprochen werden ba| W Ehrten und Abenteuer eines Lotterielooses. Unter i,F Anklage der Verletzung des Briefgeheimnisses und der .Merschlogung stand gestern der Verlagsbuchhändlcr Carl JJgiift Mondt vor der 95. Abtheilung des Schöffengerichts. Tx Kanzleirath a. D. Schimming sprelt seit vielen Jahren preußisches Viertelloos, welches ihm der Kolletteur Hirsch- iÄ in Marienwerder zu jeder Ziehung pünktlich zusendet. Als - L. v•*., C\* Y C..------.---- � a« �««uar d, I. die letzte Ziehung ad, da wunderte fich Herr Sch-, der Serie vor der Thür „ick.'•"»•iv««[iiv vrt. daß ihm das Loos noch «»„..umgangen war und rcklamirte er es deshalb bei seinem in ur-. Dieser antwortete ihm, daß das Loos, wie üblich, Äriek-l, anfachen, mit dem Stempel der Firma versehenen inii«.'.bereits vor längerer Zeit an ihn abgegangen sei und foiÄ6. M Brief dem zufolge seine Adresse verfehlt und in niit sv Hu"de qeratben sein. Der Zufall wollte, daß das Loos Taa- kleinen Gewinn herauskam und schon am folgenden (m£- vMde es dem Kollekteur Zwecks Erhebung des Eriv-� ungeschickt. Nunmehr ließen fich Recherchen nach dem teii v Looses anstellen, und diese ergaben, daß es gar >...«r.„ rr ,1,»,»-> /ß_____ ü.l.?__ %«kw-chselt hatte. Als Gewinner trat eine WckWUW n*,o- war, so eigenthümliche Aufklärung, daß er in den Ver- Serie th, unehrliche Manipulationen begangen zu haben QHe wv...-------o--,. ejisif r.. Kanzkeirath Schimming, Potsdamerstraße 81 wohnt, niwnit"�iich viele Drucksachen und Kreuzbandsendungen und «Ii» J vle Anklage an, daß der abhanden gekommene Brief nersckni!" �vse fich zwischen die Postsachen des Angeklagten ist, �Cn und hierdurch irrthümlich m seinen Besitz gelangt 10. Sw Angeklagte betheucrtc seine völlige Unschuld. Am S&tae üU?r Gobe er des Morgens seine gewöhnlichen Geschäfts- Zstann"�genommen als ihm beim Verlassen des Hauses ein Aam-L tn Arbeiterkleidung entgegengetreten sei und ihn bei kaufen nennend, gebeten habe, ihm das Loos abzu- £a e,r fich in Roth befände. Er habe den der m bekannt vorgekommen sei, für einen - C Nachbarschaft wohnenden Handwerker gehalten. obiger Vergehen unter Anklage gestellt Der Angeklagte, der in demselben Hause >n .% Nenin»— Ö'T,------- IN bet«ii00.6 vorher habe seine Frau ihm, der nie vorher "Usiick�.� gespielt, zugeredet, er solle sein Glück doch mal er ajl," und dre Begegnung mit dem erwähnten Manne, den Finae7.'-�'eder habe ausfindig machen können, für einen Seklluü haltend, habe er das Loos für den Preis von 10 M. Unh if.' ff" höherer Preis sei nicht dafür verlangt worden höheren m unbekannt gewesen, daß Rcflettanten einen viel tvlgenb.» dafür bezahlen, sonst würde er es nicht am t.-»°nven Tage, als er den. Ankauf bereute,'- für 10 Mark an ahren bekannten Zigarrenlieferanten ver- ntlastcnd für den Angeklagten ist daß nach etwa drei Monaten . wieder einen Brief von derselben weil er unterwegs beraubt worden war, mit einem Nothverschluß hatte versehen Während der Staatsanwalt fich auf dem- leiner"ff"...�ann" den großen Itnveranmen zu«rr,e ne, uuu Henff- M"ng von dem Erwerb des Looses keinen Glauben der zi Ich ehr einen Monat Gefängniß beantragte, wußte Moment. Ä 0?. � 5 A. Dr. Friedmann so viele entlastende litfjtghnf. keinen Klienten geltend zu machen, daß der Ge- Rinnen berzeugung von der Schuld desselben nicht ge- kannte. e und aus diesem Grunde auf Freisprechung er- und Uersammlungen. fiadt.,7�"kr-Vezirks-Veretn der Oranienburger Vor- «S.PZ Isaf krX&n v o t st 110 referirte Herr Oskar Krohm über die b e- °rb« 0/Nden Ersatzwahlen der Stadtver- ;Wre irso"- Er griff zunächst zurück auf die Wahl im L s Lei."fl B vag gleiche Wahlrecht zur Aue«urger enthaü Ätantp,?«>s?hre 1853 führte aber der damalige Minister v Aeckt Drciklaffen-Wahlsystem ein, wodurch das gleiche über m6 illusorisch gemacht und die Unbemittelten gegen- Spelt sn J?imittcI1eii benachtheiligt wurden. Es sei deshalb Mahl ,,7%� der dritten Wählcrllasse, fich ausnahmslos an der steuer St betheiligen. Referent ging sodann auf die Mieths- un, wobei er bemerkte, daß gerade die Unbemittelten, wie die Statistik beweise, den größten Theil der Steuer auf- bringe. Deshalb dürfe nur ein Mann gewählt werden, der für Aufhebung der jetzigen Form der Miethssteuer sei. Ferner müsse man von den Vertretern der Arbeiter verlangen, dafür zu wirken, daß die industriellen Gesellschaften, als z. B. die Pferdebahngesellschaft, Gasgesellschaft, Edisongesellschaft, die verschiedenen Versicherungsgesellschaften u. s. w. mehr zum Tragen der kommunalen Lasten herangezogen würden. Refe- rent sprach ferner über die Gehaltserhöhungen der verschiedenen höheren Beamten der Kommune Berlin; zu bedauern sei hier- bei nur, daß man für dieselben tausende von Mark bewilligte, wogegen man den Laternenanzündem nicht einmal eine Lohnerhöhung von wenigen Pfennigen zukommen ließ. Ferner müssen vie Vertreter dahin streben, daß der Unterricht an den Höheren Lehranstalten den Kindern der Arbeiter unent- geltlich zugänglich würde. Gerade die höheren Lehranstalten erfordern die meisten Zuschüsse von Seiten der Kommune. Zum Schluß des sehr eingehenden und beifällig aufgenommenen Vortrages forderte Referent zur energischsten Agitation für die bevorstehenden Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten- Ver- sammlung auf. An der hierauf folgenden Diskusfion be> theiligte sich zunächst Herr Licfländer, welcher auf einige Punkte des Vortrages noch näher einging. Besonders hob er hervor, daß man in Berlin so vielen auswärtigen Verficherungs- Gesellschaften ge- statte, das Geld herauszuziehen, z. B. den Feuerverficherungs- gesellschaften. In Zukunft müsse die städtische Feuersozietät die Versicherung allein übernehmen. Femer müsse dahin ge- wirkt werden, daß die Pferdebahn- Gesellschaften den Arbeitern durch Ermäßigung des Fahrpreises Morgens und Abends entgegen kommen. Ebenfalls müssen in der Armenpflege und in dem jetzt bestehenden Wahlsystem Aendemngen geschaffen und die Verschiedenheit der Lehrbücher in den gleichen Klaffen der einzelnen Schulen beseitigt werden. Herr Kunkel sprach sodann über die Bedeutung der Kommune an fich selbst und beleuchtete ebenfalls noch einige Punkte des Vortrages. Herr Bon sprach über das Dreillassen- Wahlsystem, wobei er einige Illustrationen gab von Personen der höchsten Stände, die verschuldet, aber oennoch Bürger erster Klasse seien. Betreffs der jetzt veranstalteten Enquete zum Zweck Feststellung der Eonntagsarbeit bemerkte er, daß sich aus den Beantwortungen der Fragebogen settens der Arbeiter eine so mangelhafte Schulbildung ergebe, daß eine Ausbessemng der jetzigen Lehrweise dringend nothwendig sei. Man solle lieber in den Schulen mehr ökonomische Kenntnisse den Kin- dem beibringen, als dieselben mit weniger nützlichen Sachen zu quälen. Hierauf ermahnte Herr Krohm in seinem Schlußwort nochmals, daß die Agitation mit allen gesetzlichen Mitteln vor fich gehen und die Arbeiter- vertteter vermehrt werden müssen.— Betreffs der in der letzten Versammlung beschlossenen Partie wurde mitge« theilt, daß selbige am Sonntag, den 30. August, stattfinden wird. Näheres hierüber wird noch später im„Berliner Volksblatt" bekannt gemacht werden.— Wir ermahnen hiermit unsere Mitglieder nochmals, mehr als bisher für die Unter- zeichnung der Petition betr. Arbeilerschutzgesetz agittren zu wollen, damit rechtzeitig dem Reichstage der Wille oes arbei- tenden Volkes dargelegt wird. Listen können jederzeit an den seinerzeit bekannt gemachten Stellen in Empfang genommen werden. be. Die Kommisston zur Prüfung der Anschuldi- gungen, welche der Drechsler Herr S ch m ä d i ck e gegen den Drechsler Herrn J u l. Müller erhoben, hatte zu Dienstag, eine öffentliche Arbeiter- Versammlung nach„Sanssouci", Kottbuserstr. 4, einberufen, um über das Ergebniß ihrer Unter- suchunaen Bericht zu erstatten. In Folge des schlechten WetterS war die Versammlung nur von ca. 1000 Personen besucht. Das Bureau wurde aus den Mitgliedem der Kommission ge- bildet: Herr Buchdrucker Werner wurde zum 1„ Herr Tischler Jul. Kreutz zum 2. Vorfitzenden und Herr Kratz- mann zum Schriftführer gewählt. Herr Gelbgießer G o t t f r. Schulz erstattete das Referat: In 8 Sitzungen— so etwa führte der Redner aus— war die am 1. Juli d. I. ad hoc gewählte Kommission bemüht, das eingegangene Material zu sichten und zu prüfen. Zu ihrer letzten Sitzung erst(am Freitag, den 14. d.) wurde Herr Müller hinzugezogen, um Auskunft über gewisse Punkte zu geben. Jene Notiz in Nr. 178 der„Staatsbürger Zeitung" vom I.August v.J., wonach Herr I. Müller in der Kommisflon gedroht habe, wenn man ihn jetzt fallen lasse, werde er einem anderen Mitunterzeichner der bekannten Erklärung gegen Rödel, einem hervorragenden E(ihrer der Berliner Sozialdemokratie, ähnliche Finanz- perationcn, wie sie ihm vorgeworfen würden, nach- weisen, ist hiermit schon als unwahr gekennzeichnet. Nunmehr ging der Referent Punkt für Punkt auf die einzelnen Abrechnungen Müllers ein. Zunächst verlas er eine Abrechnung des Herrn G- Kühn, welche die Verwendung einer Summe von'.00 M. aus dem Streik der Drechsler vom Jahre 1883 nachweist, über die bisher Abrechnung noch nicht erfolgt war. lieber diesen Betrag ist so jetzt entgiltige Aufklärung geschaffen. Was die Abrechnung über den Knopfmacherstreik anbelangt so findet fich hier eine Summe von 50 M., welche Herr Müller aus den Streikgeldern einem Herrn Fischer privatim geborgt hat. Die Kommisston spricht ihre Verwunderung über eine solche Handlungsweise aus. Ein an Herrn Fischer, der sich jetzt in Hamburg aufhält, in dieser Sache von der Kommission gerichteter Brief erhielt eine Antwort, die die Bescheidenheit des genannten Herrn in einem besonderen Lichte erscheinen läßt. Ferner findet fich unter den Ausgaben ein Bettag von 11 M. für Säulenanschlag verzeichnet, den die Kommission als unberechtigt streicht. Außerdem find 120 Pferdebahn-Billets zu 10 Pf.. 15 Stück zu 15 Pf. und 35 Stück zu 25 Pf. als verbraucht gebucht. Für seine Thäligkcit erhielt Herr Müller in der Zeit vom 5. Januar bis zum 31. März(85 Tage, pro Tag 1 Mk.) 85 M. und an Geldem für unvorhergesehene Ausgaben(pro Tag 2 Mark) 170 Mark. Für eine Reise noch Schönebeck in Sachen des Streiks sind 52 Marl liquidirt. Im Ganzen hat die Kommission 67 M. als unberechtigte Ausgaben bezeichnet und gesttichen. Den lieber- schuß von einem Feste am 21. Oktober 1883 in der Villa Kolonna in Höhe von 118 M. hat laut Quittung die Ham- burger Zentral- Krankenkasse der Drechsler erhalten.— Dies ist in Kürze das Resultat der Untersuchung des eingegangenen Materials. Ein Urtheil zu fällen, halte fich die Kommission nicht für berechtigt, fie wolle das der heutigen Versammlung überlassen.(Beifall.)— Herr Jul. Müller hielt nun seine Vertheidigungsrede. Zunächst danke er der Kommisflon für ihre Mühe. Das ganze Gerede, das wegen angeblich nicht er- folgtet Abrechnung über den Drechslerstreik vom Jahre 1883 entstanden, sei vollständig widerlegt. Nicht ihn treffe die Schuld, sondem höchstens ven Kasfirer, der zur Vorlegung der Abrechnung verpflichtet gewesen sei. Von seinen(Müller's) persönlichen Feinden sei die Parole ausgegeben worden: „Steinigt ihn!" Man habe ihn verdächtigt, Geld unter- schlagen zu haben' die Untersuchung habe nichts in dieser Be- ziehung erwiesen. Man solle sich nach dem vorliegenden Material richten, nicht nach Verleumdungen. Wenn die Kommission ein- zelne Beträge gesttichen habe, so seien damit durchaus nicht Unrcacl- Mäßigkeiten in der Verwendung der Gelder nachgewiesen. Tie Summen seien von ihm im Interesse der Sache verwendet worden. Die erzielten Einnahmen müßten den Ausgaben m der Streikbewegung einmal gegenüber gestellt werden. Er (Redner! habe sogar einen kleinen Betrag noch zu erhalten (Gelächter). Fehler mache jeder Mensch; die Fehler, die er «Redner) begangen, seien noch nicht die schlimmsten. Er habe eine unorganistrte Masse zu leiten und in Bewegung zu brin- oen gehabt und das sei ein schweres Stück Arbeit gewesen; in der Aufregung und hastigen Thätigkett jener Tage könne er Schnitzer begangen haben. Heute nach so langer Zeit, sei es sehr schwer, noch Rechenschaft über jeden einzelnen Punkt abzulegen. Fischer habe die 50 Ml. von ihm zur Bestreitung von Streik-Äusgaben verlangt und deshalb er sie nicht verweigert. Redner giebt nun ein Bild seiner Thätigkett. Durch den Streik bei Markert seien jährlich 10000 Mk. für die Arbeiter gewon- nen worden. Die Kosten des Streiks seien hiermit vollkommen gedeckt. Man solle alles erwägen und dann unparteiisch richten!(Beifall und Unruhe.) Herr Werner, Buchdrucker: Als Mitglied der Prüfungs» kommisflon müsse er das Urtheil abgeben, oaß von einer kor- retten Führung der Lohnbewegung der Drechsler im Jahre 82 und 33 nicht die Rede sein könne. Was den Knopfmacher- streik betreffe, so finde man in den Abrechnungen des Herrn Müller die sogenannten unkontrollirbaren Ausgaben, die zur Deckung der Tagesspesen dienen sollten. Da sei es aber unrecht, Ausgaben zur Benutzung der Pferdebahn noch einmal in Anrechnung zu bringen. Die„Hitze des Gefechts" könne keine Entschuldigung für Herrn Müller sei. Wer fich als Führer wählen lasse müsse die volle Verantwortlichkeit über- nehmen. Die Angelegenheit der Zentral- Krankenkasse der Drechsler mit Herrn Müller sei von der Prüfung vollständig ausgeschlossen worden, ebenso alles Material, das das Privat» leben des Herrn M. beträfe. Sehr zu tadeln sei das Ver- borgen von 50 M. aus den Streikgeldern, das ohne Be- willigung der übrigen Streik-Kommisfionsmitglieder erfolgt sei. Ebenso fei zu bemängeln, daß Herr M. seine Diäten auch für die Tage in Anrechnung bringe, wo er Reisen unternommen und Reisegelder erhalten habe. Auch die Kosten solcher Reisen seien ungeheuer hoch veranschlagt. Eigentliche Unregelmäßig- ketten aoer seien Herrn M. nicht nachzuweisen. Aus dem Material, das der Kommisston zugegangen, sei Belastungs- Material nicht zu entnehmen.— Zum Schluß wendete fich Herr Werner noch in scharfen Worten gegen die„Staats- bürger-Zeitung", die fich nicht um die Angelegenheiten der Arbeiter, sondern um ihre eigenen Freunde kümmern solle. Als die Kommisflon sich in der Redaktion der„Staatsb. Ztg." nach dem Verfasser des famosen Artikels über die Müller'sche Angelegenheit erkundigen wollte, hieß es, der Chef-Redatteur sei verreist. Die Behauptung in jenem Artikel, die Kommisflon babe Bücher, die Belastungsmaterial gegen M. enthielten, bei Seite gebracht, sei eine gemeine Lüge!— Es folgten nun eine große Reihe von Rednern, die mit 3 Ausnahmen Herrn M. heftig angriffen.— Herr Thun bemängelte die Behauptung Müllers, Herr Fischer habe die 50 Mark zu Ausgaben für den Stteik empfangen; aus einem Gespräch, bei dem er zugegen gewesen, gehe hervor, daß Fischer das Geld zu Privatausgaben verlangt und erhalten habe.— Herr Pr a use verlangt Aufklärung über den Verbleib von 500 M. aus der Abrechnung über den Streik von 1883. Herr I. Müller sei wohl oft aufgefordert worden, abzurechnen, habe es aber nie gethan. Redner will sodann auf das Privatleben und die Privatmoral des Herrn Müller näher eingehen, wird aber vom Vorfitzenden ersucht, Familienangelegenheiten des Herrn Müller hier nicht zu be- rühren. Müller hat— so schließt der Redner— seine Schuldig- keit als Leiter einer Bewegung nicht gethan, deshalb müsse er verurtheilt werden.— Herr Sündermann bezeichnet es als eine Unverschämtheit, mit Arbeitcrgroschen so zu wirth- schaften, wie Herr Müller es gethan.— Herr P i n d r i c z: Der Kasfirer der Ortskrankenkaffe der Drechsler, Herr Tischen- dorf, habe öffentlich behauptet, Müller habe sich mit dem Gelbe, das in Höhe von 117 Mark aus dem Ueberschuß des Festes in der Villa Kolonna herrührte, eine Kravatten- fabril eingerichtet. Trotz mehrfacher Aufforderung feiten« seiner Bekannten habe M. nie Klage wegen Verleumdung gegen T. erhoben. Nicht die Hamburger Zentralkrankenlasse der Drechsler in Hamburg habe die 118 Mk erhalten, sondern Herr M. habe fie verbraucht, Manteuffelstr. 67 II und im Kafö Budrisch.(Bei» fall und Lärm.)— Herr Schmädicke: Er habe in jener Notiz im„Verl. Volksbl." nicht behauptet, Müller habe be- trogen, er habe ihn nur aufgefordert endlich einmal abzurechnen. Daß nun durch die Untersuchung ein Betrug nicht nachgewiesen sei, liege an der Unvollständigkeit des Materials Wer hebt die Quittungsbücher aus vergangenen Jahren auf? Die Kranken- lasse werde den Staatsanwalt auf Herrn M. aufmerksam machen Korruption dürfe in die Arbeitersache nicht eindringen. Im Interesse der bevorstehenden Kommunalwahlen müsse so rasch als möglich reiner Tisch geschaffen werden.(Bravo.)— Herr Kühn stellt Herrn Prause gegenüber fest, daß er als Kasfirer in der 33er Lohnbewegung in zwei öffentlichen Drechslerversamm- lungen Abrechnung über die beregten 500 Mark gegeben habe. — Herr Max Kreutz vertheidigt fich gegen den Vorwurf, er habe Müller retten wollen, als er s. Z. den Antrag stellte, eine unparteiische Kommission mit der Prüfung der Angelegen- heit zu betrauen. Diese Prüfung habe nichts ergeben. Wenn die Ursache nun darin liegen solle, daß Material nicht genü- gend eingeschickt worden wäre, so treffe die Schuld daran die» jcnigen, welche Behauptungen ausgesprengt hatten, ohne nun in der Lage zu sein, fie zu erweisen.(Unruhe.)— Nachdem noch die Herren Kaufmann, Gutmann und Drechsler Hildebrand im bedingten Sinne sich zu Gunsten Müller's geäußert hatten, sprachen fich die Herren Kayser, Hart- mann, Werdermann entschieden gegen ihn und seine Handlungsweise, die sie noch mit einigen Beispielen tllustrir- tcn, aus. Herr Tischler Julius Kreutz gab als Mitglied der Kommission, noch einige thatsächliche Richtig« stellungen, kam aber ebenfalls zu dem Schluß, daß Herr M. fahrlässig gehandelt habe. Die Vertheidigungsrede des Herrn Müller, die nun folgte, machte entschieden einen ungünstigen Eindruck auf die Versammlung. Ohne Entlastungsmaterial vorzubringen, bemühte sich Herr M., moralische Defekte auch bei Herrn Prause nachzuweisen, verfiel aber hierbei in einen Ton, daß ihn der Vorsitzende zur Ordnung rufen mußte. Durch Schlußmfe läufig unterbrochen, endete der Redner mit den Worten, daß jeder anständige Mann es unter seiner Würde halten müsse, mit d eser Versammlung noch weiter zu verhau» dein, ein Ausdruck, der heftige Unruhe in der Versammlung hervorrief. Nach einem Schlußwort des Referenten, der betonte, daß die Lage des Arbeiters nicht durch Streiks, durch Selbsthilfe, sondern allein durch das Gesetz dauernd gebessert werden könne, gelangte folgende Resolution gegen etwa 50- 60 Stimmen zur Annahme: Die heute, Dienstag, den 18. August 1885, tn Sanssouci tagende öffentliche Arbeiter- Versammlung erkennt das Resultat der am 1. Juli 1885 hier in diesem Saal in dieser Angelegenheit gewählten Kommisflon voll und ganz an und erklärt, daß der Drechsler Julius Müller fernerhin nicht mehr berechtigt ist, für die Ehre und Würde der Berliner Arbeiterschaft einzutreten.— Hierauf schloß der Vorsitzende mit folgenden Worten die vierstündigen Verhandlungen: Sie haben gezeigt. ni. H.. daß die Arbeiter Berlins im Stande find, in einer öffentlichen Versammlung den Stab über Jemanden ,u brechen, den. Sie nicht für würdig halten, ihre Interessen zu vertreten. Hierdurch unterscheiden sich die Arbeiter von den Konservativen. Niemals werden die Arbeiter, wie jene, Ele- Aa[,,m" «.MK tm ersten Therl der Tagesordnuna mit Beantwortung des Fragebogens in Betreff des Verbots der Sonntagsarbeit, welcher dem Vorstand vom königlichen Polizcipräfidium zur Beantwortung zugesandt worden ist. Der Vorsitzende erläuterte zuerst sammtlichc Fragen und wurde dann über dieselben dis- kuttrt. Der Vorsitzende, sowie sämmtliche Redner waren darin einig, daß die Sonntagsarbeit im Vergolder- Gewerbe absolut nicht nöthig ist, und Niemandem ein Schaden daraus erwachsen würde, weder den Prinzipälen noch den Gehilsen, wenn dieselbe ab- I ■ geschafft würde. In den größeren Werkstätten würde überhaupt Des Sonntags nicht gearbeitet, in den kleineren geschehe eS stets nur zum Gefallen des Meisters. Dem Vorfitzenden wurde die Ausfertigung resp. Beantwortung des Fragebogens über« tragen. Im 2. Theil der Tagesordnung wurde beschloffen, in allen Werlstätten, wo Mitglieder vorhanden find, Eektions- kassirer zu wählen und dieselben mit Büchern zu versehen zur Aufnahme neuer Mitglieder. Ein Antrag des Herrn Reust, die Sektionskassirer mit Quittungsmarken für einkasfirte Wochenbciträge zu versehen, wurde angenommen. Zum 3. Theil der Tagesordnung, Verschiedenes, machte der Vorfitzende darauf aufmerksam, daß das Stiftungsfest des Vereins am 29. August bei Wulff(früher Mohrmann), Große Frankfurterstraße Nr. 117, stattfindet. Billets find noch bei den Vorstandsmit- gliedem Vieth, Berastr. 16, Reust, Echmidtstr. 43, und Schind« ring, Swinemünderstr. Der 1 zu haben. Arbeiter- Bezirksverein „Gemüt ms*-* awwvwv"- Reinickendorf und Umgegend hielt am Sonntag, den 16. August, im Lokale des Herrn Äudewitz eine öffentliche Versammlung für ab mit der Tagesordnung: 1. Vorstandswahl; 2. Vortrag deS Herrn Arndt aus Bernau über„die Stellung der Arbeiter zum Ärbeiterschutzgesetzentwurf". In den Vorstand wurden gewählt die Herren Oesterreich(Vorfitzender), Jänicke, Henne, Ehrlich Beise,(Kasfirer) Hidde, Rübbe und Sommer. Darauf er« hielt Herr Arndt das Wort zu seinem Vortrage. Er erläuterte in Kürze die wichtigsten Punkte des Arbeiterschutzgesetzentwurfs und wies auf die Wichtigkeit der darin enthaltenen Forde- rungen für die Arbeiter hin. Da Redner seines leidenden Ge- sundheitszustandes wegen am längeren Sprechen verhindert war, so übernahm Herr Laske an dessen Stelle das Referat. Er führte an: Kein besseres Zeugniß konnte der Reichskanzler den Arbeitern ausstellen, als wre am 9. Mai 1885, indem er sagte: der Arbeiter hat ein„Recht auf Arbeit"; aber er müsse durch ein Gesetz geschützt werden und diesen Worten hinzu hinzufügte:„Ich will die Stimme des Volkes hören". Dieser Ruf dürfe ni"' �...... uf dürfe nicht ungehört verhallen. Die Arbeitskraft sei beut nichts weiter als eine Waare die man auf den Markt bringt und verkauft, je nach der herrschenden Konjunktur. Tie Av beiter seien das Fundament, welches den Staat stützt. Referent weist dann auf die heutigen traurigen Arbeitsverhäftniffe hin und fordert auf, die Petition für das Arbeiterschutzgesetz recht zahlreich zu unterzeichnen, nicht nur tausende, sondern hundert- jausende von Ardeitern müßten stch an der Petition betheiligen, damit der Reichskanzler, welcher die Stimme des Volkes hören will, auch steht, daß es dem Volke Ernst ist mit seinen t orderungen. Herr Arndt erklärte darauf, vollständig mit errn Laske einverstanden zu sein. Der Abgeordnete Windt- Horst hatte sehr recht, meint Redner, wenn er sagte, die Ar- beitskraft dars nicht zu einer Waare hcrabgedrückt werden. Herr Eeefeld griff ebenfalls in die Diskusston ein jund hob ervor, daß auch das heutige Vagabondenwesen eine Folge eutigen wirthschaftlichen Verhältnisse sei. „x Dachdecker Berlins und Umgegend waren zum Sonntag, den 16. d. M., Vormittags 11 Uhr, im Lokal des Herrn Gutlig, Landwehrstr. 11, zu einer außerordentlichen Ver- sammlung eingeladen. Die Versammlung war gut besucht. Die Tagesordnung war:„Schließen wir uns dem schon be- stehenden Fachverein der Dachdecker an?" Ueber diesen Punkt erklärte der Referent, Herr Handle, da schon verschiedene Fragen an den Vorstand des Vereins gerichtet worden find, ob auch Mitglieder der Ortskrankenlasse dem Verein beitreten könnten, daß die Kaffenangelegenheiten mit dem Beitritt im Verein durchaus nichts zu rhun hätten. Er halte es für sehr wünschenswerth, daß alle Kollegen Berlins und Umgegend dem Verein beiträten, dann würde die bedrängte Lage der Dach- decker fich wohl etwas bessern lassen. Nach längerer Debatte beschlost die Versammlung einstimmig, dem Verein beizutreten, und für denselben nach Kräften zu wirken. Es ließen stch auch sofort viele Kollegen in den Verein aufnehmen. Herr Weber, Vorfitzender des Vereins, machte darauf bekannt, daß eine Aufforderung vom Polizeiprästdium an ihn gelangt sei in Betreff der Enquete über die Sonntagsarbeit. Er forderte die Versammlung auf, darüber Beschluß zu fassen, da bis zum 25. d. M. die~----------- i"!*' Es wurde ohne daß.____,....______| schloffen wurde noch, daß der„Verein zur Wahrung der Interessen der Dachdecker Berlins" in 14 Tagen eine Ber- Theater. Opernhaus. Heute: Der Trompeter von Sälkingen. Schauspielhaus. Heute keine Vorstellung. Belle«Alltanee«Theater. Heute: Der Glöckner von Notre-Dame. Reue« Krtedrich-Wilhetmftädttsche« Theater. Heute: Der Großmogul. Ostend-Theater. Heute: Der Goldgräber. ßVwfrAlsThf atm» H-ute in (Eine öffentliche Versammlung der Zimmerleute Öuarck's, statt. 1. Bericht der Ta Lohn esordnun ommisfion in U betreff der Antwort» schreiben der Meister in Sachen der Lohnerhöhung. Verschied« 2. Verschiedenes.., u„ rtfauw I. A.: I. S e i tz t, Brunnenstraße 33. Ortskraukenkasse des Goldschmiede-Gewerbes. Den berechtigten Mitgliedern ver Kasse hiermit Zur Nach- _________...... wmgucwci"""V;" 7 richt, daß der Rendant Herr Louis Hennina. Holzmarktsttaße c Wohnung täglich von Morgens 7Va bis Nr. 8, außer in seiner—... SV- Uhr, Mittags von 12'/ den 1. und 3. n seiner Wohnung täglich von Morgens 7V, bis tags von 12'/,- 2 Uhr, Abends von 7-8 Uhr, Sonnabend jeden Monats, Abends von 8'/, Uhr ___ ♦ SRctfrnrtP ttt an, im Restaurant Rogge, Stallschreibersttaße 58, Beittäge in Empfang nimmt. Sgl [1908 I. A.: Adolf Behrend. Oeffentliche Arbeiterinnen- Vers ammlung Donnerstag, den 20. August, Abends S Uhr, in Wulf't..... ,'S(früher Mohrmann's) Salon, Große Frankfurterstraße 117. «ntrag n«> SiMsfion Lw los Art>eltnsch-H»esttz. Gäste haben Zutritt. Enttee nalh Belieben. Frau Dr. M. Hofmann, Groß-Lichterfelde, Bahnhofstraße. 1909] einberufen möge, um darüber zu beschließen, ob, „Verband der deutschen Dachdeckergesellen" an« fich >er Verem dem schließen wolle. In der Versammlung der Korbmacher Berlins am 16. August wurde vom Vorfitzenden der Streik- Kommisfion, Herrn Fechner, über den beendeten Streik berichtet und die Rechnungen vorgelegt, welche von der Versammlung als richtig anerkannt wurden. Dann wurde beschlossen, den hier zusammen- tretenden Delegirtentag der Korbmacher am 20. September einzuberufen. Eine Kommisfion, aus fünf Mitgliedern bestehend, wurde mit den nöthigen Vorarbeiten betraut. Schließlich wurde ein Antrag des Herrn Henze, die nicht verbrauchten Streik- elder und den Ertrag einer Tellersammlung den streikenden amburger Korbmachern zu überweisen, angenommen. Frau Guillaume- Schack hielt vor einigen Tagen in Frankfurt a. M. einen Vortrag über die wirthschastliche Lage der Arbeiterinnen, gestern wollte fie in Offenbach sprechen. In Zürich hat fich nach dem Vorttag von Frau Schack ein„Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen" gebildet. Der Gesangverein der Berliner Kürschner(Brüder« lichkeit) feiert sein diesjähriges Sommemachtsfest, Sonnabend, den 22. August, Nachmittags 6'/. Uhr, im Universum, Brunnenstr. 29. Freunde und Gönner werden hierzu fteund- lichst eingeladen. Verein„Gemeinschaft" der Obst-, Gemüse-, Milch-, Kohlen- und Produktenhändler. Freitag, den 21. August, Abends 8 Uhr, Vcreins-Versammlung, im Lokale Sebastian- straße 39. Tagesordnung: Vortrag u. s. w. Gäste haben Zutritt. Der Fachverein der Rohrleger hält am Sonntag, den 23. August, eine außerordentliche Versammlung ab im Lokale von Wolss und Krüger, Skalitzerstraße 126. Näheres durch ' schlag. angekleidet, so begeben fie fich ungesäumt� in da�Mj*' Mx. Jtj Zimmer zurück, und der Lehrer läßt andere folgen. ieise kann eine mäßig große Knabenklasse in einer StuW gebadet werden, für eine"Mädchen- oder Unterklasse ist eir etwas längere Zeit erforderlich. Die Störung des Untern«» durch das Baden ist nicht so groß, wie anfänglich bcfürfflW wurde. Auch versäumen die Kinder nicht allzuviel, wenn/' wie angeordnet ist— ein geeignetes Unterrichtsfach m '' wird. z. B. Religion. Durch verlegt � ucncui UHiVf g. ÜU. �—�7 r-i-ail innerhalb der Schulzeit wird den lonst leicht moguch�I ngen(in der Winterzeit) vorgebeugt, weil die gebaoela» «r» Fafcfart sitt� rtYTfTKlltfl Badezett Baden Erkältungen,..................—„---- D-,-----„ Kinder in die warmen Klassen zurückkehren und allmal«! kühlen. Außerdem wird durch die Anwesenheit weniger i die Ordnung in den Baderäumen erleichtert, so daß de« o» Knaben der Schulwärter, bei den Mädchen und den llemewr Kindem die Frau desselben die Aufficht allein können. In Nothfällm ist auch der Klaffenlel leicht zu rufen. Das Reguliren der Temperatur Waffers, das Ocffnen der Hähne u. s. w. geschaht"' durch den Wärter resp. die Wärterin. Ueber den Einfluß'°. das Baden der Kinder in den Kreisen der Estern ausübt,« i Ul tti eine Aus»ührung des Herrn Bürgermeisters Merkel beachler wetth. Derselbe hebt z. B. hervor, daß es beim Auszievt keine allzuschmutzigen Hände geben darf.„Das sehen fault anderen Kinder, der Badewärter, die Obcraufficht fuhren«' Lehrer und Leherinnen," das find so die Worte ver fing Mmt tä die Eltern werden mrt frei zu Hause— und die Eltern werden i'J Zeikungsinserat und Säulen- Ans Uermischtes. Unbedachtes Versprechen. Aus Bahrenfeld in Schles- wig weiß die„Danz.-Ztg." folgendes zu berichten.„Einen hiefigen Eisenbahnbeamten beschcntte seine Frau vor fieben Jahren mit dem fiebenten Kinde. Der glückliche Vater er- mangelte nicht, einem bekannten Grundbefitzer dort Anzeige von dem reichen Kindersegen zu erstatten, bei welcher Gelegenheit der Haus- und Grundeigenthümer die Verficherung abgab, daß, wenn das zwölfte Kind geboren werden sollte, dieses eines seiner Häuser zum Geschenk erhalten solle. Weder der Grund- besttzer noch der Vater ahnten eine solche Steigerung der Kinderzahl, wie fie einttat; denn in direkter Folge war der Beamte bald Vater von 10 Kindem, bis endlich vor I V, Jahren der elfte Kleine geboren wurde. Auch bei der Anzeige über dieses Ereigniß soll der Grundbefitzer noch sein Versprechen wiederholt, plötzlich aber, als vor vier Wochen das zwölfte Kindchen geboren wurde, erklärt haben, daß Alles seinerseits Scherz gewesen sei. Der Beamte ist klagbar gegen den Gutseigenthümer gewordm. Wie fich das Gericht zu dieser Sache stellen wird, ist abzuwarten. Kleine Mittbeilungen. städttschen Kollegi Beschluß gefaßt, in dem neuen Volksschulgebäude Bade- einrichtungcn zu treffen, durch welche dm Kinoem„in Anbe- tracht, daß an den bei Weitem größten Theil der deutschen Jugend, abgesehen von Geficht und Händen, Jahr aus Jahr kein Tropfen kommt", Gelegenheit zu einer gründlichen em Reinigung geboten wird. Die Einrichtung hat fich auf das Glänzendste..... bewährt denn obwohl die Theilnahme am Baden nicht obligatorisch ist, so entzieht fich doch kein Kind mehr dem- selben. Es wird eine Woche um die andere gebadet an den vier vollen Schultagen, und zwar innerhalb der Unterrichts- zeit. Das Lehrerkollegium ordnet die Aufeinanderfolge der Klaffen. Kommt eine Klasse an die Reihe, so entläßt der Lehrer gleichzeitig 6—9 Kinder aus dem Unterricht. Sobald fich die ersten im mit Matten bedeckten Vorzimmer entkleidet haben, tteten fie unter die 2 Douchen in die darunter stehenden 40 Zentimeter hohen, 1,50 Meter weiten, runden Zinkbccken. Nachdem fie abgewaschen find, folgen drei andere, während die erstm fich im Baderaum abreiben. Sind die ersten Schüler Kindern erzogen, fie mögen wollen oder rw werden bei ihrer schwächstm Seite, der- und Eifersucht gegen ihre näheren und ferneren Nachbarn s faßt. Wenige Familim find so verhärtet, daß fie fich b'L indirekten erziehlichen Einfluß zu entziehen vermöchten-*• Merkel ist der Ueberzeugung, daß, wo sonst nur die Bel« setzungen zu gleichm Badevorrichtungen vorliegen(?«%,, ketten, Wafferbezug, Abführung der Badewässer«•) /'"S wenigen Jahren jede größere Schule in Deutschland diese»«' beglückende Maßregel ausgeführt haben wird. Auf Am* des berühmten Hygienickcrs Prof. Koch aus Berlin, welche«, Badeeinrichtungen besichtigte und sich sehr lobend darüber � sprach, hat sich Herr Bürgermeister Merkel veranlaßt ge! von der Göttinger Badecinrichtung eine kurze für die g» Oeffentlichreit bestimmte Mittheilung zu machen, um st tom wie er ausführt, als damit«tuch der für das leibliche Wohl y Jugend so sehr interesfirte Herr Kultusminister Uen stM M. � Gel-gZ I erhält, von einem stillen Vorgange in«fen, »» epartement zu erfahren, welcher eine„große für'' unser Volk" haben wird.—„Es wäre" zu wünl� � daß sich die Berliner Kommunalbehörden das Vorgehe»,. jL Göttinger Stadtverttetung als nachahmenswetthes R« I �,-�gel wirft odukt, dienen ließen., j Marseille, Dienstag, 18. August. Im Laufe des he>» '----- toV— fand•» Tages find 27 Choleratodesfäll« vorgekommen. Madrid.(Ein schauerliches Stiergefecht)_ ersten Tagen dieses Monats in Vittona statt. D« Stier war erlegt, die gefallenen Thiere, Stier und> Pferde, wurden fortgeschafft und das reichlich vcrss Blut ward mit frischem Sande bedeckt, als das � für den zweiten Stier erscholl. Das Thier erschss� »Hb .<& wollten ?fS .........._ ��3 und brach dann beim Erblicken des Torero, ähnliche» abfd Tiger denn einem Stiere, mit einem furchtbaren �»kung st« Eingange, argwohnlich� die glühenden Augen��� und mit it einem zweiten gewaltigen Sprunge über die mitten in's Voiksgedränge. Die ihm zunächst standen, und zerstampfte er, während Andere in die Höhe wurden. Ein furchtbares Jammem unter der menge brach los, während das wüthende Th'»« Männer, Weiber und Kinder schwer verwundete. der Stadtwache, welche, um Ordnung Schauspiele aufrecht zu erhalten, anwesend war, riß stand der Stier in der Straße und hielt einen Augenbü»-> Yinko* or toe«* V dabei warf er sein wildes Auge zmück auf die Arena, füllt war von geängstigten Zuschauern; darauf rannte � die Promenade und jagte die Männer, Weiber und») vor fich her. Drei Schüsse, von herbeieilenden Solvay gegeben, fällten endlich das rasende Thier, und als � Enherheit herrschte, brach das Volk in Zischen, PstW � Schimpfen über die Feigheit der Stadtwache uN Toreros aus. � i �"«em '"t Wer % ää W all 4% W D>° Kor Die Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Jnter- essen der Klavierarbeiter werden dringend ersucht, behufs eantwortung des Fragebogens in Bettest der Sonntagsarbeit an das könialiche Polizei- Präsidium uns der Wahrheit ent- Mi sprechendes Material aus den verschiedenen Fabriken zugehen zu lafien. Zur Entgegennahme sind sämmtliche Vorstands- Mitglieder bereit; außerdem Skalitzerstraße 142 ber Schmidt Donnerstag Abend 3'/, Uhr und Sonntag Vor- und Nach- mittag Skalitzerstraße 18 bei Stramm._, 1910] Der Borstand. I. A.: Z u b e, l. _ Ernst Röster, Maurer, OvpelnL� � ftenta Verantwortlicher Redastem«. CrouheM in Berlin. Dmck und Verlag von«ax vadtng in Berlin 8W„ Beuthstraße 2.