196. Sonntag, den 23. Angust 1883. II. Jahrg. Mgliet« (riintrlMliill. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" Weint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. ZlbonnementSpreiS für verlin frei in S HauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. "»stabonnement 4 Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis Nachmittags in der Expedition, Berlin SW.( Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno««» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 7K Redaktion: Keuthftraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Sil l „Pitt hit Kmlitimssttihtit." , Wir bleiben dabei, daß alle Naitonal-Oekonomen, mit «einiger Ausnahme desjenigen der„Nordd. Allg. Ztg.", durch Streiks oder durch einen Vergleich erlangten .Merhöhungen oder Arbeitszeitverminderungen als � u e r n d e Errungenschaften der Arbeiter nicht betrachten. �enn die„günstige" Konjunktur für die Unternehmer wie- auf dem wirthschastlichen Gebiete gegenüber den Ar- mern eintritt, so wird der Lohn erniedrigt, die Arbeits- «Höht, schlimmsten Falls im Wege des ArbeiterauS- j»..� dieser allseitig anerkannte Grundsatz wird auch die Praxis vollinhaltlich bestätigt, wie die Ar- �ttentlassungen und Lohnreduktionen in der Gegen- cm verschiedenen Fabrikationszweigen beweisen. i. Wohl können aber momentane Aufbesserungen für f. Arbeiter durch Streiks, Vereinbarungen u. s. w. er- » worden, welche dann dazu dienen, die Arbeiter zu er- �>er Thätigkeit aufzumuntern, ihre Lage über- «j fPt und zwar auf dem Wege der jj'etzgebung zu v erb essern, wie wir atto. schon mehrfach angedeutet haben. Daß das Infame Kämpfen während der Lohnbewegungen ein ge- toA■ 63 Band um die Arbeiter schlingt, welches bewirkt, E; 7 in den Kämpfen, die Gesetzgebung für sich zu gewinnen, und fest zusammenzustehen, das ist ebenso selbstver- klich, wie es vortrefflich ist. o. Dies ärgert aber die allzeit rauflustige.Nordd. Allg. und sie rempelte uns deshalb dieser Tage mit mehr �°u alz Geschick wiederum einmal an. Wir würden von J\Anrempelei keine Notiz mehr nehmen, da wir eS für süchtiger halten, die Arbeiter über wirthschaftliche und qL,' Fragen aufzuklären, als uns mit unverbesserlichen herumzustreiten. Aber die„Nordd. Allg. Ztg." ihrem Artikel auf die Koalitionsfreiheit hi'" m Ihrem Artikel aus die K o a t l t, o n S s r e l y e r l Ii-"Jch wird auch in dieser Hinsicht noch von einem Ber- �Korrespondenten der Münchener„Allgemeinen Zeitung" � T dabei: „Die KoalitionSfteiheit Wahrnehmung seiner nicht zu sie behauptet Ui* dem Arbeiterstande behufs— Polifiti schaftlichen Interessen gegeben" und Wen Ausschreitungen. SSUr i sendet diese politischen Ausschreitungen merkwürdiger » e f'e s'arin, daß die Arbeiter für ein A r b e i t e r s ch u tz- ' welches im Reichstage errungen werden soll, ein- taß j�otm nun ein Arbeiterschutzgesetz— das von den sozial- »ß exotischen Abgeordneten vorgeschlagene, oder ein »ärnru* e8' welches dieselb Wirkung erzielt, ��ch�den wirthschastlichen Kampf einzuengen und die JeuMeton. Das Mormouenmädchen. 3G] r.� Amerikanssche Erzählung von Balduin Möllhauseu. (Fortsetzung.) vor gerichtet -fi-� V£«ut dieses nun sollten sie bis zu einem bestimmten Per°en Vereinigte Staaten- Truppen und dem ihnen von ihre Ästung zu Washington bestimmten Gouverneur Afoff. �irgspasft öffnen, widrigenfalls dieselben mit kzii�TsTewalt angegriffen und genommen werden Form Bedingungen also, die in ihrer unveränderten Und n 0n den Mormonen einstimmig verworfen wurden, \tJ„er außerdem veranlagten, nur noch energischere .zur Vertheidigung ihrer Religion und ihrer auch iÄ,8.fett zu treffen; doch hatten sie nicht versäumt, rW- r tS ein Ultimatum zu stellen, bis zu welcher de»,>. lte die Unabhängigkeit ihrer Staatsverfassung Pitt»„Jr", Zum Opfer zu bringen geneigt feien, wenn der G-�ch kaum auf etwas Anderes als den Donner saßt war � � Beantwortung dieser Gegenbedingungen ge- bereits vor dem unvermeidlich erscheinenden ihre J, uipf® um ihre Existenz einen feindlichen Offizier Pwes»��?alt bekommen hatten, einen Offizier, von dessen �Ußte 1?an im feindlichen Lager vorläufig noch nichts Unete'ß ihnen doppelt lieb und erwünscht. Sie er- M f.'�Gefangenen z dl. ......... P.... daß man sie binnen kurzer Phrhei" lassen würde, doch beabsichtigten sie in zwar, Sf geben weniger, als ein Mittel aus den Händen vurch welck?« n# in(-nffn«Aenben Fällen einen � �.urch welches sie in entspreche 'ä»nen Entschließungen ihrer Feind e meinte« ausüben Produktion zu regeln— wenn nun also ein Arbeiterschutz- setz die wirthschastlichen Interessen des Arbeiterstandes in irklichkeit hebt, was alle denkenden Arbeiter glauben, dann ist es doch gewiß richtig, daß dieselben alle gesetzlichen Mittel benutzen, um ein solches Gesetz zu erlangen. Daran werden die Arbeiter sich auch nicht durch die national- ökonomischen Verdrehungen und indirekten Drohungen der „Nordd. Allg. Ztg." abhalten lassen.— Wir hatten nämlich, um die Sache hier kurz klar zu stellen, vor Kurzem einen Artikel aus einem Gewerkschafts- blatte abgedruat:„Eine kurze Streikbetrachtung". Diesen Arttkel haben wir noch weiter ausgeführt in einem folgenden„Die Arbeitsein st ellungen" und dann noch ergänzt in einem in Nr. 194 erschienenen „Fabrikanten-Konventionen". Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" konnte den Zank nun garnicht abwarten, deshalb fiel sie sofort über den von uns abgedruckten Artikel her, der die ganze schwierige Materie natürlich nicht eingehend behandeln wollte, wie schon seine Ueberschrift:„Eine kurze Streikbetrachtuna" dar- that. Hätte die„N. 31. Ztg." nur ihre Rauflust auf einen Tag gezügelt, so hätte sie die weiteren Ausführungen vor- her lesen können. Wir wollen aus den Angriffen der„Nordd. A. Ztg." nur einige Punkte herausgreifen. Zunächst haben wir, wie auch auS dem heutigen Artikel hervorgeht, momentane wirthschaftliche Vortheile, durch siegreiche Streiks errungen, niemals geleugnet. Dieselben liegen ja auf der Hand. Aber dauernde wirthschaftliche Vortheile sind durch die Streiks nimmermehr, sondern durch die Gesetzgebung zu er» zielen. Daß die„Nordd. Allg. Ztg." eine Gegnerin aller ernst- haften, wahren Sozial- Reformen ist, wußten wir längst, deshalb stellt sie sich jetzt auf die Seite eines Dr. Max Hirsch und spielt den„Stteikbruder" pur excdlence, blos um die ernsthaften Forderungen der Arbeiter an die Gesetzgebung abzuschwächen. Wenn die„Nordd. Allg. Ztg." folgert, daß die Streiks, da sie dauernde Erfolge in wirthschaftlicher Be- ziehung nicht hätten, dennoch hervorgerufen und ausgebeutet werden sollten, um sozialdemokratische Zwecke zu erreichen, nämlich das von den Sozialdemokraten eingebrachte Ar- beiterschutzgesetz, so liegen hier zwei Unrichtigkeiten vor. Zunächst haben wir uns immer und auch in dem an- gezogenen Artikel gegen die Znszenirung von Streiks ausgesprochen; wir halten nur solche Streiks für berechtigt, die von unten herauf mit einer gewissen Naturgewalt her- vorbrechen, und ferner erklären wir, daß das Arbeiterschutz- gesetz, welches die Sozialdemokraten im Reichstage einge- bracht haben, sich ganz auf dem Boden der heutigen Ge- Weatherton verstrich die Zeit unterdessen langsam und träge. Vergeblich hoffte er auf Nachricht von Falk und den Delaware«, vergeblich spähte er durch das vergitterte Fenster nach Zeichen von der Ankunft und Nähe Hertha's, und oft bereute er schon, sich mit so zweifelhaften Aussichten auf Erfolg seiner jugendlich phantastischen Pläne in die Hände der er- bitterten Feinde seine» Landes und seiner Regierung gegeben zu haben. So saß er eines Nachmittags auf dem kleinen Hügel, von welchem aus er eine volle Aussicht auf daS Fort und die hinter demselben aufstrebenden malerischen Bergketten genoß. Jim Rast hatte sich neben ihn auf daS GraS ge- worfen, und war, nachdem er sich müde geärgert und die Mormonen bis in den Abgrund der Hölle verwünscht, in ein dumpfes Brüten verfallen. Nichts störte ihn also in seinen Betrachtungen, eS sei denn, daß seine Blicke den Wachposten streifte«, der sich in geringer Eni- fernung von ihm ebenfalls niedergekauert hatte und, die lange Büchse quer vor sich auf dm Knien, die seiner Wachsamkeit so streng Anempfohlenm beständig im Auge behielt. ES war ein so schöner Frühlingstag, wie nur je einer das im feuchten Erdbodm schlummemde Leben wachrief; ein Tag, so recht dazu geschaffen, den Menschen zu erfreuen und zur Thätigkeit und zum weism Gmuß der flüchtigen Zeit zu mahnen, den seiner Freiheit Beraubtm sich aber doppelt unglücklich fühlen zu lassm. So erging es auch Weatherton. Ihn erfreute nicht der warme Sonnenschein, nicht das Zwitschern und der Gesang der sorglosm Vögel, die sich aus weitem Umkreise in der Nähe des Forts zusammengefunden hatten, wie um ihr Eni- zückm über die von Menschenhänden gepflanzten und ge- vfleaten Bäume, eine Seltenheit in dorttger Gegend, an dm Taa ,u legen. Die Bäume aber blühtm so schön roth und weiß und sahm so dankbar und friedlich aus, als wmn sie »u den Menschen hätten sprechm wollm, um ihnen von :r....... ftß mifaitfnrSoi*n nttl in bett~Subel bi7 vor"den�Thüren" ihre"harmlosen Spiele aufführten, sellschaft bewegt und von jeder in Wahrheit arbeiterfreund- lichen Partei hätte eingebracht werden können. Dieser Gesetzentwurf ist von allen denkenden Arbeitern mit Freuden begrüßt worden; derselbe hat mit der Sozial- demokratie als solcher wenig zu schaffen und am aller- wenigsten mit dm durch das Ausnahmegesetz verpönten so- zialdemokratischen Bestrebungen. Die„Nordd. Allg. Ztg." aber hatte klarere volkswirth- schaftliche und soziale Anschauungen zur Zeit des seligen Braß und auch noch eine Reihe von Jahren später, als in der konservativen Partei noch ernsthast und von tüchtigen Männern die sozialen Fragen besprochm wurdm; jetzt ist das Blatt in solchen Fragen tief unter das Ni- veau der meisten liberalen Zeitungen ge- funken. Wenn die.Nordd. Allg. Ztg." nicht aus anderen Gründen etwas Beachtung verdimte, so würde man ihr Ge- schreibsel in wirthschastlichen Fragm nicht weiter beachten, da bei ihr, wo die Beweisgründe fehlen, lediglich D r o- Hungen hervorbrechen. In diesem Falle bedroht das Blatt die Arbeiter m i t Entziehung der Koalitionsfreiheit, wenn sie sich noch weiter um Politik kümmern würden; fürwahr ein herzliches Einverständniß mit der früheren liberalen Anschauung, daß die Arbeiter sich nur mit wirthschaftlichm Fragen und nicht mit politischen beschäftigen folltm, das letztere wollte die Fortschrittspartei schon besorgen. Und jetzt möchte dies für die Arbetter die„Nordd. Allg. Ztg." thun! Welchem Arbeiter läuft dabei nicht ein Schauder über die Haut!? Politische Iteberstcht» Dr. Max Hirsch wird wild— wir werden aber nicht bange. Vor einiger Zeit zweifelte das Blatt des genannten Herrn an unserer Jntcmationalität, weil wir uns gegen das Jmportiren ausländischer Arbeiter, wie wir das unter üblichem Vorbehalt schon häufiger gethan haben, aussprachen. Es han- delte sich um die Ausweisung russischer Arbeiter aus Oberschlesien. Damals erklärten wir, daß der„Ge- werkverein" in dieser Frage die Bourgeoisintereffen wahr- nähme. Das Blatt antwortete nicht! In einem späterm Artikel:„Die Naturalverpflegungsanstalten" wiesen wir dem „Gewerkverein" nach, daß er durch Abdruck eines Artikels, der durch die gvnze herrschende Presse ging, den arbeitslosen Wan- derem gegenüber einen geradezu brutalen, arbeiterfeindlichen Standpunkt einnehme. Der„Gewerkverein" empfahl nämlich, daß auf den Verpflegungsstationen der Zugereiste erst Arbeit verrichten solle, Steineklopfen und Holzhacken, ehe er gespeist werde. Wir nannten, wie gesagt diesen Standpunkt einen brutalen und redeten von einem gedankenlosen„Arbeiter- waren fröhlich. Die übrigen Bewohner des Forts schauten ernst und sinnend darein, und ernst und gemessen warm ihre Bewegungen, al» habe noch nie eine Freude ihr Leben erhellt. Die Feier der erwachmden Natur und die auf Kampf und Verderben brütenden Sterblichm bildeten daher einen traurigen Kontrast zu einander. Mochte der kleine Fluß noch so lustig sprudeln, die Sonne noch so hell strahlen und die Vögel sich im Absingen ihrer schönsten LieblingSmelodien ergehen; wie ein Bann ruhte es auf Berg und Thal, auf Haide und Flur, auf dm grauen Blockhütten und auf denjenigen, welche dieselbm be- lebtm. Nur die alte Berghaubitze auf der über alle Gebäude emporragenden Plattform, der einzige Gegenstand im weiten Umkreise, der durch seine Beschassmheit und ursprüngliche Bestimmung wirklich sichtbar an Krieg und Blutvergießm erinnerte, schien nicht unter diesem Bann zu seufzen. So friedlich und ttäumerisch sah sie aus, als sei sie zu leinen anderen Zwecken gegossen und dort oben hingestellt worden, als um bei besonders feierlichen Gelegenheiten mit ihrem tiefen Gebrüll das donnernde Echo in den Klüften der nahm Berge zu wecken und demnächst den abprallmdm Widerhall von den Luftsttömungen über den stillen, spiegelglatten See nach der andern Seite des ThaleS hinübertragen zu lassen. Friedlich und träumerisch! Die rothbrüstigen Sperlinge würden es sonst wohl kaum gewagt haben, so munter und sorgenftel zwischen den Speichen der schwer beschlagenen Lafettenrader herumzuhüpfen, mit zänkischem Gezwitscher einer dem andern nachzujagen und sich gegenseitig, im Kampf um eine spröde Geliebte, mit ihren harten Schnäbeln wüthmd anzufallen; oder, was noch gefährlicher erschien, Stroh- bsslme, verloren gegangene Hühnerfedern und Pserdebaare in die Mündung des Geschützes zu schleppen und dort mit dem Bau einer ganz prächtigen Wohnung zu beginnm. Auf dem Rohr aber selbst stand aufrecht uno eitel, wie ein Pa- radesoldat, ein wunderschöner, goldschillernder HauShahn und dirigirte durch sehr herablassmdes Glucksm seine unter der Plattform versammelte Familie, um sie außer dem Bereich llatt." Der„Gewerkverein" schwieg sich aus. Es find ihm aber bei dieser Gelegenheit verschiedene anständige Ge- werkvereinler auf das Dach gestiegen, wie dies nicht selten vorkommen soll. Nun brachten wir kürzlich einen Artikel: „Ausländische gegen einheimische Arbeiter", in welchem wir die mißverstandene Phrase der Jnternationalität, wie ste auch Dr. Max Hirsch in die Welt schreie, geißelten. Wir wieder- holen nochmals, daß Dr. Max Hirsch rn der Frage der rufst- schen Arbeiter in Oberschlesten stch im„Gewerkverein" ganz auf Seiten der oberschlestschen Fabrikanten gestellt hat. Endlich schießt der„Gewerkverein" nun los. Anstatt sich zu ver- theidigcn, reitet er fich aber immer tiefer selbst hiirein. Wir hatten in dem vom„Gewerkverein" angezogenen Artikel nur von„der mißverstandenen Phrase der Jnter» Nationalität", gesprochen: das Blatt des Dr. Hirsch aber, dem wohl das oberschlefische Gewissen schlagen mochte, spricht von„der ausbeuterischen Jnternationalität", die wir dem Herrn Hirsch vorgeworfen hätten. Das eigene Blatt des Herrn Hirsch wählt also ihm gegenüber einen viel treffenderen Ausspruch, den wir auS lauter Höflichkeit nicht ge- brauchen mochten. Anstatt nun irgendwie fich in Bezug auf die brüderliche Gesinnung gegen die oberschlestschen Fabrikanten, denen das„Arbeiterblatt villige russische Arbeitskräfte zu- führen will, zu rechtfertigen oder sich aber in.Hinsicht auf die Bmtalität gegen die wandernden Arbeiter („Die Natural- Verpflegungsstationen") zu vettheidigen, will sich der„Gewerkverein" einfach durch De» nunziationen rächen- Das Blatt schreibt nämlich, daß das Verfahren, welches wir beliebten, Herrn Dr. Max Hirsch und den Gewcrkoereinen„immer Eins am Zeuge zu flicken", die Redaktion des„Gewerkverein" in Zukunft zwinge, jede Rücksicht bezüglich des Sozialistengesetzes schwinden zu lassen und die harmlose Maske,„Arbeiterpattei",„Zentral- lassen" w. jc., welche stch die Sonaldemokraten nach Erlaß des Ausnahmegesetzes umgehängt haben, nimmer zu resvektiren und im Kampfe mit ihnen die Sozialdemokraten lediglich als Sozialdemokraten zu behandeln.— Uns kann's recht sein— aber manches ehrliche Mitglied der Gewerkvereine wird ausspucken und rufen: Pfui Teufel! Stumm, wie die Fische, find die konservativen Blätter gegenüber der sonderbaren Anklage des preußischen FiskuS gegen verschiedene Reichstagsabgeordnete wegen Herausgabe der aus Privat- oder Parteimitteln empfangenen Diäten. Die meisten konservativen Blätter schweigen die unangenehme Ge- schichte vollständig tobt, nur einige haben durch den Abdruck der einfachen Thatsache dokumentrrt, daß ihnen die Sache nicht vollständig fremd ist. Die Blätter des Zentrums, der national- liberalen Partei und natürlich auch der linksstehenden Parteien verurtheilen einmüthig das sonderbare Vorgehen gegen eine größere Anzahl von Mrtgliedern der höchsten gesetzgebenden Körperschaft des Deutschen Reichs. Dies ganze Prozeßver« fahren aber wird nunmehr doch für Jeden, der bisher die Reaktion, in der wir uns jetzt befinden, hattnäckig abae- leugnet hat, den Beweis erbracht haben, daß die Reaktton wirklich und greifbar vorhanden ist. Die Hebung der Hochseefischerei beschäftigt, nachdem die Offiziösen diese Frage auf s Tapet gebracht haben, fast die gesammte Presse in einem Maße, als ob von der Lösung dieser Frage die Zukunft des deutschen Volkes abhängig sei. Die Hauptagitation läuft natürlich wieder darauf hinaus, auf die Einfuhr von Fischen einen höheren Zoll zu legen. Was wird aber damit erreicht? Ein Gelehrter, der sich mit dem Fischerei- wesen viel beschäftigt hat, Professor Benecke, sagt in einem Aufsatz im Schmollcr'schen Jahrbuch:„Es ist neuerdings die Frage angeregt worden, ob nicht durch Einführung eines Zolles auf frische und erhebliche Erhöhung des Zolles auf gesalzene Fische die deutsche Fischerei gehoben werden könne. Eine solche Maßregel würde, ganz abgesehen von der Streitfrage über den Einfluß des Zolles auf die Einzelpreise, gerade im jetzigen Augenblicke recht ungeeignet erscheinen. Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, ist das Bedürfniß nach frischen Seefischen in Deutschland noch außerordentlich wenig entwickelt und gerade jetzt, wo wir bemüht find, dasselbe zu steigern, sollte jede Er- schwerung der Zufuhr sorgfältig' vermieden werden...... Eine Erhöhung des Heringszolles würde vielleicht der Emder Henngsfischerer zu gute kommen; ob sie aber auch die übrigen von dreser Gesellschaft in Ausficht gestellten günstigen Wir- kungcn haben würde, dürfte doch sehr fraglich erscheinen."— Der Herr Professor spricht fich etwas sehr gewunden aus, jedoch dürften seme Worte sicher in soweit zutreffend sein, als sie be« haupten, daß nur die größere Fischerei-Gesellschaft in Emden vielleicht Vortheil davon haben würde. Unserer Anficht nach wird von sonstigen günstigen Wirkungen nichts zu verzeichnen sein, wohl aber würde abermals ein Nahrungsmittel der großen Menge der Bevölkerung vcttheuert werden. Dem Reichstage soll, wie einigen Blättem von angeblich gut unterrichteter Seite mitgetheilt wird, das vor zwei Jahren zurückgezogene Militär- Penfionsgcsetz in Verbindung mit dem Reichäbeamten-Penfionsgesetz abermals zugehen. Der Reichstag hat seiner Zeit die projektirten Gesetze abgelehnt, weil sich die Regierung weigerte, in die Aufhebung der Kommunalsteuer- der hoch oben im blauen Aether schwimmenden Habichte und Bussarde zu halten. Weatherton hatte seine Blicke auf das Fort gerichtet, während Rast allmälig auf den Rücken gesunken war, den sonnigen Himmel grimmig anstarrte und dabei den Tabak ungeduldig in seinem Munde hin und her rollte. Beide waren so sehr in ihre Gedanken vertieft, daß sie nicht merkten, wie sich von der andern Seite her, immer an dem Flüßchen hinauf und dann auf den Hügel zu, auf welchem sie sich sonnten, mehrere Reiter näherten, die, in einer augenscheinlich sehr ernsten Unterhaltung begriffen, die Gefangenen ebenfalls nicht beachteten. Erst als eins der auf dem sandigen Wege geräuschlos einherschreitenden Pferde am Fuße des Hügels laut schnaubte, schnellte Rast wie eine Sprungfeder aus seiner nachlässigen Lage empor, und gleichzeitig wendete Weatherton sich lang- sam nach den Fremden um. Eine seltsame Ueberraschung spiegelte sich in ihren Zügen, als sie die Reiter gewahrten, eine Ueberraschung, die als eine unangenehme, aber auch als eine fteudige ge- deutet werden konnte. Auf die Reiter dagegen schien der Anblick der Gefangenen einen noch viel tiefem und offenbar einen erschreckenden Eindruck auszuüben, denn zwei von ihnen hielten ihre Pferde so heftig an, daß dieselben sich hoch aufbäumten. Indem Weatherton seine Augen mit ruhigem Ausdruck auf sie heftete, bemerkte er, daß sie erbleichten und ihn wie eine Erscheinung aus der Geisterwelt anstarrten, die Worte aber, welche sie im Begriff gewesen zu sprechen, ihnen auf der Zunge erstarben. Er triumphirte innerlich, denn Jansen und RynoldS, die Schiffbrüchigen, welche er einst retten half, und die jetzt bebenden Herzens vor ihm hielten, lieferten ihm ja selbst durch ihr Benehmen den unwiderleglichen Beweis, daß sie wenigstens mit um dm Angriff wußtm, der auf dem Werft von New-Aork gegen sei» Lebm unternommen wor- �ett T)och nur kurze Zeit blieb es ihm gestattet, sich an dem Entsetzen der beiden Mormonen zu weidm, denn kehrte auch die Farbe nicht so schnell auf ihre Physiognomien zurück, so freiheit der Offiziere und Militärbeamtm zu willigen. Selbst der Anttag, wenigstens das Privatvermögen der Genannten von der Befreiung auszuschließen, fand bei der Regierung keinen Beifall. Da auch heute noch nichts von einer Ntich- gieblgkeit der Regierung verlautet, andererseits aber der Reichs- tag keineswegs geneigt sein dürfte, von seiner Auffassung zurück- zutreten, so wird den Anträgen sicher auch diesmal dasselbe Schicksal zu Theil werden, wie vor zwei Jahren. Der Reichstagsabgeordnete Hartwig, der bekanntlich vor einigen Monaten wegen Beleidigung des Dresdener Stadt- rathes zu einer 14tägigcn Gefängmßstrafe verurtheilt wurde, ist, nachdem fich seine Freunde im Stadtverordneten-Kollegium sowie ein Herrn Hartwig nahestehender Abgeordneter an höchster Stelle für ihn verwendet hatten, begnadigt worden, und zwar ist die Gefängnißstrafe in eine Gelvuße von 1000 Mk. umgewandelt worden.— Herr Hartwig ist bekanntlich Antisemit. Das amtliche Ergebniß der ReichstagSwahl im Kreise Höchst-Usingen ist nunmehr bekannt. Danach erhielten Körner (deutschfr.) 6883, Tischler Fleischmann(Soziald.) 4255, Holler (kons.) 749 Stimmen. Gewählt ist sonach Herr Körner. Im Ganzen wurden 11955 Stimmen abgegeben, während bei der Stichwahl im vorigen Jahre über 17 800 Stimmen abgegeben wurden, von denen der deutschfreifinnige Kandidat 9330 gegen 8532 erhielt, die auf den Ultramontanen fielen. Bei der Hauptwahl im vorigen Jahre erhielten: Mohr(deutschfr.) 4963, der Ulttamontane 5983, der Nationalliberale 3565, und der Sozialdemokrat Fleischmann 3068 Stimmen. Die Konferenz der Gesellschaft für die Reform und Kodifizirung des Völkerrechts, welche in Hamburg tagte, hat ihre Berathungen am Freitag geschloffen. Zur Erörterung gelangten: Die internationale Gesetzgebung über Schiffsbe- frachtung und Konnossemente, internationale Konventionen für die Erhaltung der Seefeuerzeichen, internationale Ehegesetz- gebung:c. Die Verhandlungen nahmen fast durchweg einen rein geschäftlichen Charakter an und bewegten fich auf wenig interessanten Gebieten. Die Tarifkommission der Telegraphen- Konferenz gelangte nach mehttägigen auf das Gründlichste durchgeführten Debatten zu einem wichtigen Beschlüsse: Das System deS einheitlichen Tarifs sowohl für den Terminal- als auch für den Tranfitverkebr wurde, unter einigen die deutscherseits vorge- schlagenen Tarifsätze erhöhenden Modifikationen, mit großer Majorität angenommen. Die Bestrebungen auf Ermäßigung der Kabelgebühren für den weiten übersceiichen Verkehr nament- lich nach China, Japan, Australien, Ostindien, verheißen gleich- falls Erfolg. lieber die Schließung der Druckerei des Reichstags- abgeordneten Kräcker zu Breslau, auf Grund des§ 1 des Sozialistengesetzes, urtheilt die„Voss. Ztg." folgendermaßen: Die jetzt bekannt gewordenen Mittheilungen über die Schlie- ßung der Kräcker'schen Druckerei aestatt n einen hinreichend klaren Ueberblick über die Einzelheiten d.s Falles und geben demselben in ihrem Zusammenhange eine prinzipielle Schärfe, die um so nachhaltiger wirken kann, je dünner der Faden ist, an dem die Möglichkeit einer abermaligen Verlängerung des Sozialistengesetzes hängt. Die schlcfische Landespolizeibehörde hatte eine offene Handelsgesellschaft für Druck- und Verlags- geschäfte, in Firma ,,Silefia", unter Anwendung des Sozialisten- gesetzes(§ 1) verboten und den Betrieb des Geschäftes ge- schloffen. Dem sofort erhobenen Einwände, daß eine offene Handelsgesellschaft im Sinne des Gesetzes füglich kein„Ver- ein" sei, der durch sozialistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung bezwecken könne, wurde offiziös entgegnet, daß in dem Kommisstonsbericht zu dem Entwurf allerdings auch die offene Handelsgesellschaft als eine Form jener unerlaubten Vereine genannt sei. Offenbar hat der Gesetzgeber, wie auch die Motive deutlich ergeben, Sorge dafür tragen wollen, daß den wirklichen Umsturzbestrebungcn nicht sttaflose Schlupfwinkel geschaffen wurden, und deshalb die Anwendung des Gesetzes auch da zugelassen, wo etwa ein sozialdemokratischer Verein fich unter den Schutz des Handels- gesetzes flüchten und als offene Handelsgesellschaft eintragen lassen sollte. Gänzlich anders aber liegt vre Sache, wenn ein privates Erwerbsgeschäft, das Aufträge für sozialdemokratische Zwecke ausführt, als gesetzwidriger„Verein" zum Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung verboten wird, weil es von mehreren Personen geführt, unterstützt oder er- halten wird. Angenommen, diese Voraussetzung träfe für den Breslauer Fall zu, so würde die handelsrechtliche Praxis durch das landespolizeiliche Prinzip um ein ganz neues Liquidations- verfahren im Zwangswege bereichert werden; zu dem geschäft« lichcn Konkurse würde� kraft des Sozialistengesetzes auch der politische Konkurs für offene Handelsgesellschaften treten, und die Stelle der fehlenden Gläubiger nähme vielleicht— wie in den Diätenprozessen— der Fiskus ein. Weiter in diese interessante Perspektivezublicken, hat uns eine zweite Verfügung des BreSlauer Regierungsprästdentcn vorläufig enthoben. Dieselbe ist ergangen, nachdem Herr Kräcker mitgetheilt, daß er thatsächlich der alleinige Inhaber des polizeilich geschlossenen Handelsgeschäfts sei, und daß also eine Handelsgesellschaft selbst rechtlich nicht existire. Die Regierung erwidert, ste ziehe unter diesen Umständen die trugen dieselben in der nächsten Minute schon wieder einen vollständig ruhigen Ausdruck, der nur noch einen An- flug von Erstaunen über das unvermuthete Zusammentreffen zeigte. Elliot, der durch das plötzliche Anhalten seiner Be- gleiter um einige Schritte vorausgekommen war, und La Bataille, der sich eine kurze Strecke hinter ihnen befand, hatten ebenfalls ihre Pferde zum Stehen gebracht, und be- fremdet beobachteten sie eben so wohl ihre Gefährten, wie die ihnen unbekannten Gefangenen, welche noch immer in ihrer alten Stellung auf dem kleinen Hügel verharrten. Denn auch La Bataille, der feile Schlangen-Zndianer, ob- gleich er sich zu Dienstleistungen für Weatherton benutzen ließ, hatte letztern noch nie gesehen, und war, als er vaS Uebereinkommen abschloß, allein mit den Delaware» in Berührung gekommen. Zansen'S und RynoldS' Verwirrung dauerte also nur einige Minuten, und der Wachposten hatte Elliot den Rapport über seinen Gefangenen noch nicht abgestattet, da ritten die beiden Ersteren schon zu Weatherton heran, um ihn zu be- grüßen und auf dem Mormonengebiet willkommen zu heißen. „Ihr seid der Letzte, mit dem ich hier zusammenzutteffen erwartet hätte," sagte RynoldS, der zuerst seine volle Ruhe wiedergewann, indem er sich mit gezwungener Höflichkeit vor dem Offizier verneigte. „Ich glaub' eS wohl," antwortete Weatherton mit einem bezeichnenden Lächeln, sich von der Erde erhebend und die kalte Begrüßung eben so förmlich erwidernd. RynoldS biß sich auf die Lippen und blickte auf Jansen, der das Wort ergriff. „Ich freue mich, Gelegenheit zu finden, die Gastfteundschast vergelten zu können, die uns einst am Bord Eures Schiffes er- wiesen wurde," hob er an,„bedauere aber, Euch als Gefangenen wiederzusehen. Wie ich hoffe, sind die Ursachen Eurer Saft von der Art, daß es meinen Einfluß nicht übersteigt. Euch innerhalb ganz kurzer Zeit wieder auf freie» Fuß gesetzt zu schen. Ich habe ja die Ehre, Euch lange genug zu kennen, um für Euch als Bürge auftreten zu dürfen." Hier verzog er sein Gesicht zu einem ähnlichen bezeichnenden Adresse des ersten Verbots zurück, richte dasselbe indeß W gegen diejenigen, welche die Druckerei mit Geldmitteln unttl- stützen, und hält die Beschlagnahme aufrecht. Herr Kräcker erläutert das Verhältniß zwischen ihm und den gesuchten Geld« gebern dahin, daß er früher Darlehne für seinen Geschäfts- betrieb empfangen, dieselben aber, soweit die Darleiher zu er- Mitteln waren, zurückgezahlt, soweit dieselben nicht zu ermitteln waren, zur Deposttion offettrt habe. Dies Depofitwnsgesuch lag seit mehreren Wochen unbcschieden bei der Depofitions- stelle der Breslauer Regierung. Sobald Herr Kräcker die Beschwerde gegen die zweite Verfügung der Regierung er- hoben hatte, erhielt er den Bescheid, daß die angebotene Hin- terlegung mangels zureichender Gründe abgelehnt werde. Dadurch war die Verbindung zwischen dem Geschäftsinhaber und den unauffindbaren Darleihern aufrecht erhalten, und die Landespolizeibehörde behielt nach ihrer Auffassung einen „Verein" mit sozialdemokratischen Tendenzen, gegen den sie mit dem Sozialistengeletz nun weiter operiri. Allerdings sagt das Gesetz:„den Vereinen stehen gleich Verbindungen jeder Art", aber wenn irgend etwas den Begriff der Ver- bindung ausschließt, so ist es doch der Umstand, daß die- jenigen, die angeblich verbunden find, sich überhaupt nicht finden können, nichts von einander wissen. Gegen das Verbot der Landespolizeibehörde steht die Beschwerde an die Reichskommisfion offen, gegen die auf Grund des Verbotes ergangenen Anordnungen der Behörde(Beschlagnahme tw aber findet nur die Beschwerde an die Auffichtsbebörden statt, und die Abweisung, die Herr Kräker auf dem Ministerium des Innern wegen mangelnder Kompetenz erfahren hat, scheint demnach nur zum Theil gesetzlich begründet zu sein. Di« Am- Hebung der Beschlagnahme der Druckerei bis zur Endgflttgke» des Verbotes hätte nach Befinden der Umstände allerdings im Auffichtswege von der Zenttalstelle verordnet werden können. Wir beschränken uns einstweilen auf diese resumirende Dar- stellung des Falles und greifen dem Beschluß der Reichs- kommisfion nicht vor. Zweifellos ist nur, daß alle Parteien, wie wir meinen, gleiches Interesse daran haben, den Vorgang nicht nur nach seinem politischen Zweck, sondem auch nach seinem gesetzlichen Grunde geprüft zu sehen. Gegen die sozial- demokratische Agitation mittels des Druckes ist vom Ausnahme- gesetz durch das Schriftenverbot ein hinlänglich starker Riegel vorgeschoben worden, bei dem zwar vom Verleger, Heraus- geber und Verfasser, nirgend aber vom Drucker die Rede ist. Selbst bei dem fertigen Druckerzeugniß läßt das Gesetz_ den letzteren aus dem Spiel, und ein Passus der ursprünglichen Regierungsvorlage, welcher die Schließung der betreffenden Druckereien verlangte, wurde vom Reichstage ausdrücklich ab- gelehnt. Das Breslauer Verbot würde also gegen die Druckerei des Herrn Kräker— die es doch allein treffen will— gesetzlich niemals zu formuliren sein; es sucht dieselbe zu beseitigen m» Hilfe einer Vereins Fiktton, die als Jnterpretationswerk in der Praxis des Sozialistengesetzes, soviel wir wissen, bisher noch nicht ihres Gleichen hat. In Betreff der verschollenen Korvette„August� wird der„Voss. Ztg." gemeldet, daß die Angehörigen der Be- satzung in Kenntniß gesetzt wurden, daß die Hoffnungen, noch eine gute Botschaft von der„Augusta" zu erhalten, sehr genug seien. Bon Seiten eines Manneoffiziers wird einem Korre- spondenten der„Rat. Ztg." in Betreff des Schicksals der „Augusta" bemerkt, daß dieselbe möglicherweise vertrieben ist und in die Kalmen— vollständig windstille Regionen im Innern— gerathen ist. Schiffe, welche wie die„Augusta" m» ihrem kleinen Kohlenraum nur auf das Segeln angewiesen fino- müssen bis zum 40. Grad südlicher Breite'gehen und dott Passatwinde aufsuchen. Wie ich mit der„Gazelle" nach dfU Kerguelen-Jnseln unterwegs war, waren wir 3 Monate gänzlich verschollen und in der„Danziger Zeitung" wurde der Untere gang des Schiffes gemeldet. Ilm Nachrichten von uns zu geben, mußten wir bis zum 40. Grad südlicher Breite segeln»n» trafen dort wirklich ein Kauffahtteischiff an, welches eine Depesche für uns mitnahm. Die„Augusta" hat vielleicht Havarie gelittet und liegt in irgend einer entlegenen Bucht der Eüdseeinsew und zimmert. Sie ist übrigens ein vortreffliches Segel und läuft je nach der Windstärke 8—12 Knoten pro Stunde. Afrikanisches. Nach einer aus Sansibar hier eingfl troffenen telegraphischen Meldung vom 21. ist der bekannte Aftikareisende Dr. Reichard wohlbehalten in Usagara einge' troffen. Hiemach ist also die Nachncht von seinem Tode ni»> zutreffend. Frankfurt a. M. Auf Anfrage der Stadtverordneten' Versammlung theilte der Magisttat mit, daß bei den auf hiesigem Friedhofe veranstalteten Feierlichkeiten, auch wenn solche mu einer Beerdigung nicht zusammenfallen, wie z. B. GrundstmN' legung, Enthüllung und Einweihung von Denkmälern, dächtnißfeiem u. s. w. nach Maßgabe des§ 85 der Begräbnis' Ordnung verfahren wird, welcher anordnet, daß Ausnahme» von der gewohnten Ordnung und besondere Begräbnißfeiern«' leiten nur nach vorgängiger Verständigung mit der Friedhot»' Kommission und erforderlichen Falles eingeholter Erlaubniß ott Polizeibehörde zuläsfig find. Lächeln, Iwie Weatherton kurz vorher RynoldS gegenüber gethan.. „Für Euren guten Willen sage ich Euch meinen aus' richtigsten Dank," entgegnete Weatherton, der auf»(» Zügen der beiden Mormonen noch immer.zu lesen glaubte, wie sie vergeblich strebten, sich seine Anwesenheit uno überhaupt sein Weilen unter den Lebenden zu erklären. „Ich muß Euch indessen dringend ersuchen, Euch nieinr» wegen nicht wefter zu bemühen. Mein Freund Rast und ich sind auf den Verdacht hin, das Amt vo» Spionen übernommen zu haben, hierher gebracht wordsm DaS Ungerechtfertigte eines solchen Verdachtes nur auch ohne Euer zuthun erkannt werden, und ich bin da" der Nothwendigkeit überhoben, Eure freundlich angebotene Dienste als eine Art Bezahlung für erzeigte kleine Gefäüw leiten entgegenzunehmen." Auf Jansen'S Lippen schwebte eine bittere Antwort!� besann sich indessen und machte nur eine kurze stumme beugung. „Ihr habt die Reise von New- Aork wohlbehalten j rückgelegt, wie ich sehe," fuhr Weatherton nach einer kurz Pause fort,„Ihr werdet es daher wohl natürlich und de halb verzeihlich finden, wenn ich mich auch nach dem gehen der anderen zu Eurer Gesellschaft gehörenden A»' glieder erkundige." Eine Wolke verfinsterte Jansen's Gesicht bei dieser Frosif' Dieselbe schien eine Menge widerwärtiger Erinnerungen n>av gerufen zu haben, denn verlegen drehte er sich im Sattel,» seine Blicke rückwärts zu senden, wo ein langer Zug% Wagen und Reitern sich langsam am Flüßchen hinaufbewegte u schon bis auf eine kleine Viertelmeile herangekommen �' Der Karavane vorauf, etwa in der Mitte zwischen d'' und dem Fort, war ein leichter, von sechs Maulthierea ö zogen er Reisewagen sichtbar, hinter welchem mehrere 0°� wachsene, unbekleidete Indianer herschritten, denen sich der ein Trupp Reiter anschloß. (Fortsetzung folgt.) *.* tl* l-lt** daß dic- lupt nicht Gegen werde an Verbotes chme!c.) den statt, rium des t, scheint Die Aus- Zgiltigkeit dings im können. nde Dar- r Reichs- Parteien, Vorgang auch nach >ie sozial- usnahine- er Riegel Heraus- Rede ist. csetz den ünglichen treffenden icklich ab- v'"7. : mu t der noch Oesterreich-Ungarn. ,«n unserem schwarz-gelben Nachbarstaate hat man zur Be- der„Vagabundenplage" ein recht schneidiges Gesetz in Bestrafung der Vagabonden geschaffen. Statt den Ursachen �Zugehen und die Axt mehr wie bisher an die Wurzel zu 'Pn, glaubt man durch größere Strenge die„Bettelei" und �mdstreicherci" aus der Welt zu schaffen. Wie unmöglich das p«ich wie wenig solche Bestimmungen mit unseren Zeitver- Mmjsen in Einklang zu bringen sind, erhellt aus einer Korre- die der„N. Fr. Pr." aus Brünn zugeht. Es heißt 2''/Unter den vielen Schwierigkeiten, welche die Verwaltung J5«runner Gemeinwesens bietet, bildet eine der namhaftesten e!«tmenpflege. Bei der fortschreitenden Entwickclung der M wird die Zahl jener Personen, die an die Gemeinde mit 2 Forderung der Unterstützung herantreten, täglich größer, h aienn auch nebst vielfachen privaten Wohlthätigkeitsakten und N, gestände zahlreicher Fonds und kommunaler Humanitäts- �aalten die Gemeindevertretung alljährlich große Summen für �«nnenpflege votirt, so genügt doch dies Alles nicht, um der welche sich in der Landeshauptstadt zusammendrängt, in 'fallen wirksam zu steuent. Auf mehrfache Anregungen des I».u„rn. zun.................................... mi-y,": bei und bewilligte die bezüglichen Mittel. Demgemäß . das nächst dem Echreibwalde gelegene Gebäude der ab- einem„Versorgungshause für er- .t werden, das vorlausig zur Auf- _________ bisher Armengeldpfründen bezogen soll. Wenn sich das neue System be- x.,,.-" iw««, so wird dasselbe allmälig verallgemeinert fa!!1" Interessant waren die Mittheilungen, welche bei «Ä dalasse der Bürgermeister machte. Die Armen- K.. seien außer Stande, mit der ihnen gewährten Ä'"stützung das Auslangen zu finden, und appelliren °uch an die öffentliche Wohlthätigkeit. Durch das «...�llabundengesetz sei nun die Gemeinde-Polizei gehalten, lede Person, die um Almosen anspricht, nnt Strafen vor- Wien. So komme es, daß die städtischen Arreste mit Bettlern dj, M"ter auch Armenpfründner— gefüllt seien, und man Sv��chtung hegen müffe, da' �gebracht werden können. Deshalb empfehle es sich, zu ver- Kc der Armenpflege durch die Natural Unterstützung— diele®' Kleidung, Kost jc.— gerecht zu werden. Wenn Sfofi. i, der Armenpflege die Gemeinde auch in höherem delaste, so entspreche sie dafür in ungleich höherem Maße und dem angestrebten Zwecke. Man sieht dem ........- Hier , groß ist, i Q.r' nvu�i»»«»-vv.. ilrmcn soviel •ofi ven u,n uur vegetiren zu können. Ferner wird konstatirt, Uabiml6 �t>sde Armuth zunimmt, so daß beijHandhabung des Va- L"dUgesetzes, die Verhafteten gar nicht alle unterzubringen Was nutzen da die kleinen Palliativmittelchen? . Frankreich. des Mshen erregt der Beschluß der Regierung, die Leiche deiei« ls Courbet nicht in Toulon, wo bereits alle Vor- Längen getroffen waren, sondern auf den Jsles d'Hyeres s® M lassen, woselbst blos eine rein militärische Feier statt- lobe. Dann wird der direkte Transport nach Paris er- iitf Man schließt natürlich daraus, daß der Gesundheits- in Toulon bedenklicher ist, als bisher zugestanden in>e-— In Marseille starben am 20. d. M. 65 Personen, ""um angeblich eine an der Cholera. Italien. tiai Tötend die italienische Regierung kostspielige Expeditionen Ländern am Rothen Meer unternimmt, um den Unter? und Besitz Italiens zu vergrößern, leidet das Volk der k, � Druck der ökonomischen Verhältnisse dergestalt, daß d/m\ fylertod keine Seltenheit mehr ist. So finden sich in e ch| TUinal„Diritto" vom 1. bis 22. Juli nicht weniger als vrren°�fälle in Rom, die nur durch den Hunger verursacht (Tsritt Die Namen dieser Unglücklichen sind: Luigi Antonio )linhp!0 5- Juli Nr. 186), Maria Giacoboni mit zwei kleinen ritt.(Diritto 9. Juli Nr. 190), Annunziata Tuetulli(Di« 16- Juli Nr. 197), Pietro Tacchini(Diritto 17. Juli Nr. Me%4 Juli Nr. l unter dies l«CICilll V V V.» schrieb dasselbe Blatt unter dem Titel:„Die en" folgendes:„Seit einigen Tagen regt- Mh- Jf" unter dieser Rubrik schmerzliche Thatsachen. Die Autte®?. eröffnet durch einen 70 jährigen Greis! es folgt eine Oschle® Zwei Kindern, sodann zwei alte Personen beiderlei Wen ßil und gestern endlich eine junge Frau. Alle Alters- Äeis- l vertreten, vom Greise bis zum Rinde; in gleicher jlnoert. auf der Straße nieder, mit vollständig leerem fÄFIe0en im harten Kampf um's Dasein. So ist es 0 der �.,t�e Wahrheit: Man stirbt hier vor Hunaer!" fc„"«witto". Also in drei Wochen acht offenkundige ivälle ■den n??Ä' Wer zählt diejenigen, die langsam dahin- aus Mangel an ausreichender Nahrung? Nachrichten zufolge soll der Nachfolger des (Wc bereits gestorben sein, doch dürste wohl in diesem snntt.. Wunsch der Vater des Gedankens gewesen sein, Jffen das thatsächlich konstatirte Vorrücken der Suda- Mnkte" Wiarden schwer erklärlich. Nachdem dieselben mehrere hlere Neu-Dongola besetzt haben, bedrohen sie das 'oft- Nach einer Meldung aus Kairo hat sich nun- %pn v.S Kassala den Mahdisten ergeben. Diese Nachricht ist fätoi ff b besonders wichtig, weil jetzt die Lage der italie- kpedttronstruppen am Rothen Meer bedroht erscheint. sich Kommunales. 'utheilung der Kommunal- Wahlbezirke der 3. Wählerabtheilung. Kommunal-Wahlbezirk. (A'' 264: Altonaerftraße, Klopstockstraße, Lessingsttaße, snr�ozuäftraße, Flensburgerstraße, Händelstraße, Hansa- ä; t), Holstemer-Ufer, Schleswiger-Ufer, Brücken-Allee, «AMundzhof, Cuxhafenerstraße, Wegelystraßc, der v tdlrch der Chaussee zwischen dem Großen Stcm und „JL ueuett Weichbildgrenze belegene Theil des Thier- W-i?(ukl. Schloß und Park Bellevue.(Zu diesem B.,f ßohört die Stadtbahn vom Ostufer der Spree bei � g�Ucoue bis zur Weichbildgrenze bei der Charlottenburger M 286: Paulstr. exkl. Ostseite des südlich der Stadt- bäk» T?: Pautm. erti. Mneue oes tuoucy ver Stavt- flrnL belegenen TheilS dieser Straße, Gcrhardstr., Werft- A® Nordwestseite der Lüneburgerstt. von Paulstt. bis bis lZ'- lEckhäuser �..nng-schlossen). Alt Paulstr. m aulstt. bis _ ioabit 121 diesem Bezirk gehört dre Stadtbahn von uf,et der S biest eingeschlossen— bis westlich zum Ost- bta» 7r: Dhurmstr. 1—34 und vom kleinen Thiergarten ftirrf!! benowerstr., Alt- Moabit 11-25 und 107-120, Beh?' Straße 14, 14 ä und 15 der Abtb. VII des stro?uU"0splanä, Rathenowerstr. 106—112, Wilsnacker- rQBc 37 und Bandelstr. 46. Stadtbezirk 288: Straße 30 von Alt- Moabit bis Straße 32, Etromstraße von der Spree bis zur Thurmsttaße (1— 10a), Alt- Moabit 80-106 und der kleine Thier- garten. Stadtbezirk 289: Straße 29 und 30 von Straße 32 bis Straße 34, die Straßen 32, 33 und 34 der Abth. VII. des Bebauungsplanes. Stadtbezirk 290: Alt-Moabit 35-79, Beuffelstraße von Alt- Moabit bis zur Thurmstraße, Gotzkowskysttaße, Otto- straße, Straße 25 und 29 von Alt- Moabit bis Straße 32 Abth. vn. des Bebauungsplanes. Etadbezirk 291:. Straße 7, Straße 30 a. von Beuffelstraße bis Straße 29, Straße 31 von Straße 27 bis Straße 7, Straße 27 und Straße 29 Abth. Vi. des Bebauungsplanes. Stadtbezirk 292: Beuffelstraße von der Thurmsttaße bis zur Weichbildgrenze, Waldstraße, Straße 1, Straße 17» von der Beuffelstraße bis zur Waldstraße, Thurmstraße 64 bis 69a. Stadtbezirk 293; Straße 3 und Straße 7 Abth. VIII des Bebauungsplans, Straße 5 von Straße 3 bis Straße 17a, Straße 17» von Waldstraße bis Straße 4a, Straße 4a, Platz A1, Bremerstaße von Straße 3 bis Straße 4a, Birkenstraße von der Sttomsttaße bis Waldsttaße(3—7), amstraße bis Straße 17 von Stromstraße havensttaße von Birlenstraße bis Sttaße 7. Stadtbezirk 294: Thurmstt~~ öilhelms- 53-63 und 70-82, Straße 2, Straße 5 von Thurmsttaße bis Straße 3, Bremer« sttaße 1. Stadtbezirk 295: Bremerstraße von der Thurmsttaße bis Straße 3(Nr. 2—9 und 12—15), Arminius- Platz (Platz C.\ Wilhelmshavenstraße von der Thurmsttaße bis Straße 7, Straße 8», Straße 8, Straße 6». Stadtbezirk 296: Ettomstr. 11—16 und 49—62, Lübeckerstraße von der Thurmstraße bis Perlebergerstraße, Thurm- sttaße 35—50, Perlebergerstraße von der Stromstraße bis Birkenstraße. Stadtbezirk 297: Stromstraße von der Perlebergerstraße bis Birlenstraße(Nr. 17—48), Birkenstraße von der Sttom- sttaße bis Havelbergerstt. ercl. 21b., Lübeckerstraße von von Perlebergerstraße bis Birkensttaße. Stadtbezirk 298: Stendalersttaße, Havelbergerstraße von der perlebergerstraße bis Stendalerstraße, Sttomsttaße von Birlenstraße bis Straße 17, Birken stt. 21b, Rathenower- sttaße 77. ezirk bis( straße bis Straße 17, Sttaße Stadtbezirk 299; Havelberg bis Straße 17, Rathenowei 299; Havelbergerstraße von der Stendalerstraße rstraße von der" che 17 von der erleberger- athenower- ...„e bis Sttomsttaße. Stadtbezirk 300: Rathenowerstr. 78—94, Perlebergerstraße von Rathenowersttaße bis Birkensttaße, Straße 14c, Straße 22a(verlängerte Kruppstraßes Bukenstr. 21a. Stadtbezirk 301: Birkensttaße von Rathenowersttaße bis Perle- bergersttaße ercl. 21», Rathenowerstt. 94a— 99, Bändel- str. 12—23, Wilsnackerstraße von der Dreysestraße bis Birkensttaße(Nr. 10-27). Stadtbezirk 302: Wilsnackerstt. 1—9 und 28—36, Dreysestraße, Bandelstt. 1—11 und 24—45, Rathenowerstr. 100—105, Pritzwalkersttaße. Stadtbezirk 303: Kruppstraße, Perlebergerstraße von der Rathenowerstraße bis zur Lehrtersttaße, Sttaße 17 von der Lehrterstraße bis Rathenowerstraße, Rathenowerstt. 1—48, Jnvalidenstr. 55»— 56, Lehrterstraße von der Kruppsttaße bis Perlebergersttaße(südliche Seite), Seydlitzsttaße. Stadtbezirk 304: Süd-Ufer, Haidestraße, Jnvalidenstr. 50—55, Lehrterstt. 1—26, Perlebergerstt. 1, Torfstraße 7—14 und 32—35, Sttaße 31. Zokales. r. Die Prügelstrafe in der Schule ist bekanntlich unter den Fachmännern ebenso Gegenstand des Streites bezüglich ihrer Zweckmäßigkeit, wie die Piügelsttafe gegen rohe Gewalt- thätigkeit; ja es macht fast den Eindruck, als ob die Maß- nahmen, welche gegen das Prügeln in ver Schule gettoffen waren, unter dem Drucke der neuen Agitation verloren gehen könnten, welche sich in letzter Zeit zu Gunsten der Wiederein- führung der Prügel als ordentliches Sttafmittel bemerkbar ge- macht hat. Unter diesen Umständen ist die Auslassung eines Arztes über diesen Gegenstand beachtenswerth, die im Kreise seiner Kollegen die allgemeinste Anerkennung gefunden hat. Die rothen und blauen Striemen auf dem Rücken und auf den Gliedmaßen, so führt der betreffende Herr aus, sind schon Zeichen einer recht bedeutenden Kraftauswendung, aber die zerriffenen Blutgefäße schließen sich schnell und das ergossene Blut wird aufgesogen und die ganze Erscheinung, wenn auch nicht so flüchtig wie der erzeugte Schmerz, ist in einigen Tagen vorüber, aber nicht auch alle Mal ihr Gefolge. Die Angst und Aufregung des Geschlagenen, sein Widerstreben und Ge- schrei, sein Schmerz sogar, können Veränderungen in dem Zen- tralorgan des Nervensystems herbeiführen, die eine, wenn auch nicht sofort und augenfällig nachweisbare, aber mit kleinen Anfängen beginnende und oft sehr langsam fortschreitende Schädigung der Geistesthätigkeit einleiten. Verdächtige An« zeichen bei den Kindem sind in diesem Falle rasch eintretende Gesichtsblässe, manchmal mit flüchtigem Erröthen wechselnd, große, oft Tage und Wochen lang anhaltende Gemüthsdepresfion, Verstimmtheit, schwierige Sammlung der Gedanken zum Lernen, und Arbeiten und zum raschen Antworten; sehr bedenkliche Erscheinungen in solchem Falle find Schwindel, Uebelkeit, Er- «"" L.->---- x. /TSr.f-.rx-----J„ V.--i.—-PT j: r � r /it__ brechen, anhaltend verminderte Eßlust, veränderter Schlaf(Um- herweifen, ängstliche Träume, Reden im Schlaf) auch unge- wöhnlich tiefer Schlaf und das sonst nicht vorhandene Schnarchen, schweres Erwachen, Eingenommenheit des Kopfes und Kopfschmerzen. Nicht selten wird von aufmerksamen Müttern ein solches Schul-Ereigniß als Anfang einer geistigen Veränderung bei dem Sohne geschildert. Kinder mit leicht er- regbarem Nervensystem können, ohne selbst geschlagen ,u werden, durch Furcht und Schreck beim Prügeln eines Andern ge- schädigt werden. Bekannt ist es, daß Kinder ihre Aufgaben oft- mals bei solchen Lehrern nicht können, die beständig den Stock schwingen, obwohl diese Kinder zu Hause die gleichen Aufgaben fehlerfrei gemacht haben.— Diese Schilderung enthält nicht blos für Lehrer, sondern auch für Estern sehr veachtenswerthe Andeutungen. o. k. Mit indcnden fittbiuvm""-"''"'V;'-"/"l-tmu.-l-l.v- ,vuv V. sehr reichhaltig beschickte Ausstellung von Holzbearbeitunc Maschinen, Tischler-Werkzeugen, Tischler-Materialien u. s. verbunden sein, zu der Tischler und Fachgenossen der Eint: -----..a— rxr.«r.(Tm. v:. i« s iearbeitungs. " u. s. w. ... EinKitt lusstellung, die in den jarn mittags 9 Uhr, eröffnet werben. Am folgenden Tage"beginnen in dem„Kaisersaale" desselben Etablissements die Kongreß- Verhandlungen. le. Der Mangel an Höflichkeit unserer Gerichtkbe- Hörden im schnftlichen Verkehre mit dem Publikum wird umso unangenehmer empfunden und wirkt umso störender, je mehr er in Gegensatz gebracht wird zu dem Maße von Ehrerbietung, welches gerichtlicherseits vom Publikum gefordert wird. Man r*' l rr f A0t* föioffa««vtyvia*- ho heit das ersetzen soll, was ihm an Deutlichkeit abgeht. Es wird noch immer, im zivilen wie kriminellen Verfahren,„aufgefordert" anstatt„geladen"-„gedroht" anstatt„darauf auf- merksam gemacht" und doch läßt sich kaum einsehen, welchen praktischen Zweck diese büreaukratische Unhöflichkert haben soll. Die„Aufforderung", die„Drohung" üben dieselbe Wirkung, auch wenn sie weniger schroff gehalten sind. Auf den modernen Menschen wirkt dieser stylistische Zopf allerdmgs nur komisch. Anders ist es mit den„gerichtlichen Adressirungen." Diese areifen oft tief in persönliche Verhältnisse ein und können unter Umständen von den verhängnißvollsten Folgen begleitet sein. Da wird z. B. unterschiedslos adressttt:„An die verwittwete So und so", anstatt„an die Wittwe Frau So und so"—„an die unverehelichte So und so" anstatt „an Fräulein Soundso" oder gar„an die separirte Soundso" anstatt einfach„an Frau Soundso". Hier begeht die Behörde, in deren Obhut das Recht steht, selbst ein Unrecht. Denn wie anders kann man es nennen, wenn auf der Adresse gleich aller Welt die persönlichen Verhältnisse der Adressatin ausgeplau- dert werden! Muß denn der Briefträger oder irgend ein anderer Zwischenemvfänger gleich wissen, daß Frau Soundso getrennt von ihrem Mann lebt? Gleich verhält es sich mit den Adressirungen in Erbschaftsdingen. Da heißt es auf der Adresse groß und breit:„An die Universalerbin Soundso". Logischerweise müßte gleich die Erbsumme mit daraufstehen, da- mit unliebsame Enttäuschungen erspart bleiben. Freilich find derlei Adressirungen gewöhnlich auf die Nonchalance mancher Schreiber zurückzuführen, Richter und höhere Kanzleibeamte wissen oft nichts davon. Es würde sich deshalb zur Abstellung dieses stylistischen Zopfes empfehlen, daß der Herr Justiz- minister— etwa durch Erlaß— es den Kanzleibeamten zur Pflicht machte, jede verheirathete weibliche Personen— gleichviel ob verwittwet oder sepantt— mit„Frau" und jede un» verheirathete einfach mit„Fräulein" zu tituliren. Auf diese Weise ließe sich Kürze und Höflichkeit vereinen. R. Anderes Land, andere Sitten. In einen argen Konflikt mit den Bahnbestimmunaen gerieth gestern Nachmittag ein Amerikaner auf dem Potsdamer Bahnhof. Der Zug, welchen derselbe benutzen wollte, hatte sich soeben in Be- wegung gesetzt, als dessen ungeachtet der Amerikaner auf einen merikaner wegen seiner unerlaubten Handlungsweise geführt wnrde, erklärte dieser nur den in Amerika allgemein üblichen Gebräuchen gemäß gehandelt zu haben, wo jeder zu spät kommende Reisende den im Gang befindlichen Zug besteigen dürfe.(Allerdings übernimmt dort die Bahn keinerlei Garantie für Unglückfälle.) Der Inspektor entließ den Umständen an- gemessen den Fremden mit einer Belehrung über die hier geltenden Vorschriften. Eine Massen-Anklage wegen groben Unfugs dürfte demnächst gegen eine große Anzahl von Zimmervermiethennnen deshalb erhoben werden, weil dieselben sich dadurch einer Irre- führung des Publikums schuldig machten, daß sie die Woh« nungSzettel selbst dann noch hängen ließen, als die betreffenden Zimmer bereits längst vermiethet waren. Wie uns nämlich mitgetheilt wird, haben sich mehrere Interessenten, d. h. durch vorgenannte Zettel genassührte Studenten und sonstige Chambre- garnisten zu einem Kontrol-KomitS zusammengethan, das sich die Aufgabe gestellt hat, der unausrottbar scheinenden Rück- fichtslofigkeit dadurch zu begegnen, daß es von Zeit zu Zeit durch verschiedene Stadttheile einen Rundgang macht und die- jenigen Vermiether notirt und der Staatsanwaltschaft zur Be- belieben— hat bereits am verwichenen Mittwoch. und ein überraschend günstiges oder ungünstiges Re' attgefunden „. Resultat ergeben. Richi weniger als i21 derartige Sünder sind in das Strafregister notirt worden. Nach der Meinung eines hervor« ragenden Juristen, dessen Rath man eingeholt, kann eine Be- sttafung der event. zur Anzeige Gebrachten umsoweniger aus- bleiben, als die gekennzeichnete Wobnungszettel- Unsitte in der That alle Kriterien des groben Unfugs subsummirt. So dankcnswetth die Initiative auch ist, so wollen wir im Interesse beider Theile— der Miethcr wie Vermiether— hoffen, daß die mit vollem Recht angeregte Bewegung recht bald gegen- standslos werden möge. r.„Der Sommer ist zu Ende!" Deutlicher als Störche und Schwalben bestätigt das die amtliche Bekanntmachung der Eisenbahn-Verwaltung, wonach die fahrplanmäßigen Sonntags- Extrazüge bis Erkner bereits am nächsten Sonntag eingestellt werden und Extrazüge nur noch nach Bedarf abgelassen werden Wetter ist anhaltend unfreundlich; Berlin rüstet sich zu einem schönen, obstreichen Herbst und der ist auch in der näheren Umgebung angenehm zu genießen. Projektirtes Repertoire der königlichen Schauspiele vom 23. bis 30. August 1885. I m Opernhause. Sonn« tag den 23.: Die Jüdin; Montag den 24.: Flick und Flock r Dienstag den 25.: Carmen; Mittwoch den 26.: Undine; Donnerstag den 27.: Norma; Freitag den 28.: Zaar und Zimmermann; Sonnabend den 29.: Sttadella• Sonntag den 30.: Der Trompeter von Säkkinaen. Im Schauspiel- a u s e. Sonntag den 23.: Die Büste, Der zerbrochene Krug: 'ontaa den 24.: Was ihr wollt; Dienstag den 25:: Graf Essex(Frl. Malten als Gast)' Mittwoch den 26.: Der Bibliothekar; Donnerstag den 27.: Ein Sommemachtstraum; Freitag den 28.: Egmont(Frl. Malten als Gast); Sonnabend den 29.: Das Stiftungsfest; Sonntag den 30.: Die Geier- Wally. Belle- Alliance- Theater. Die Neu- Einstudirung des Birch- Pfeiffer'schen Volks- Schauipiels„Der Glöckner von Notre- Dame" ist bei den Aufführungen am Mittwoch und Donnerstag von so außerordentlich glücklichem Erfolg gewesen, daß die Direktion sich entschlossen hat,' heut bei gewö' Mittwoch und Ivlen. Heut findet im das Eensationsstück, das Wochentagspreisen gegeben wird, am onnerstag zu halben Kaffenpreisen zu wieder. ÄÄ» Mit einem wirklichen Retchthum an Primadonnen tritt das Friedrich-Wilhelmstädtische Theater in die Herbstsaison. Zu den bereits engagirten fünf ersten Sängerinnen gesellt sich als stattliche Bereicherung der imposanten Primadonnengarnitur Frl. Zerline Drucker, deren pikante Erscheinung und große Stimmmittel in dem bevorstehenden Offcnbach-Zyklus zu be- sonderer Geltung kommen dürften. Frl. Zerline Drucker trifft zwar schon Anfangs September in Berlin ein, dürfte jedoch erst gegen Ende Oktober Gelegenheit finden, dem Berliner Theater-Publikum, welches der interessanten Künstlerin von früher her eine freundliche Erinnerung bewahrt haben wird, sich vorzustellen, da erst um diese Zeit der Offenbach. Zyklus seinen Anfang nehmen soll. Die Verschiebung des �Zyklus und das damit zusammenhängende Auftreten des Frl. Zer- line Drucker findet in der ungeschwächten Zugkraft des Groß« mogul seine Erklärung, diese bedingt wiederum ein Hinaus- -— v erri-/>>««——---- ___ W...-- u.—«l'S» u1" Auch das Herrenpersonal erfähtt eine wert hvollc Bereicherung reichste Entfaltung zu gewähren im Stande ist. 1 Soziales und Arbeiterbewegung. Ueber de« Berliner Maurerstreik urtbeilen die aus- wärtigen liberalen und konservativen Blätter viel vemünstiger, als die derselben Richtung angehörigen in Berlin. Da fällt uns ein liberales Provinzialblatt in die Hände, in welchem eine längere Betrachtung über den Berliner Maurerstreik sich befindet, aus welcher wir einige bedeutsame Stellen mittheilen wollen. Da heißt es also zunächst: „Der Maurerstreik, welcher in diesem ungewöhnlich still verlaufenden Sommer das große Ereigniß der deutschen Haupt- stadt gewesen ist und auch über das Weichbild von Berlin hinaus das vielfältigste Interesse erregt hat, scheint nunmehr in seine entscheidende Phase eingetreten zu sein. Und zwar durch den neuerdings gefaßten Entschluß der Meister, mit den Gesellen auf„maßvolle Forderungen" hin unterhandeln zu wollen. Die Meister haben damit rhren grundsätzlichen Etano- punkt aufgegeben und diese Thatsache ist entscheidender, wie der von vielen Seiten als Niederlage des anderen Theils auf« gefaßte Umstand, daß die Gesellen schon vor mehreren Wochen den allgemeinen Streik aufgeben mußten, das heißt den Be- schluß, auch bei denjenigen Meistern, welche ihre Forderungen zu bewilligen bereit waren, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, als bis sämmtliche Meister fich gefügt hätten. Die Erschöpfung ihrer Kriegskasse zwang die Maurer zu dieser theilweisen Auf- lösung ihres Heeres und, wie immer in solchen Fällen, blieb es denn auch nicht aus, daß viele Streiker die Arbeit auch bei solchen Meistern wieder begannen, welche ihre Forderungen aar nicht, oder nur in geringem Umfange berücksichtigten. Insofern traf die rückschlagende Wucht der Arbeitseinstellung allerdings zuerst die Arbeiter, allein was fie erlitten, war keine Niederlage, sondern nur eine Schlappe. Sie hielten in einem beträchtlichen Reste mit großer Zähigkeit zusammen und erwiesen fich noch immer stark genug, wirksame Sperre über eine Anzahl dringlicher und großer Bauten zu verhängen. So haben fich denn nun auch die Meister zum Frieden bereit erklärt und da beide Theile durch den hartnäckigen und langen Kampf mürbe geworden find, dürfte vorausfichtlich binnen kurzem ein gegen- seitiges Einverständniß erzielt werden." Nachdem nun einige allgemeine längere Betrachtungen über die Lage des Baugewerbes in Berlin überaupt angestellt worden find, heißt es dann weiter: „Es scheint uns danach, daß die Meister diese in mehr- fächern Betracht sehr ernste Lage der Dinge mit größerer Be- sonnenheit ins Auge fassen sollten als bisher. Wir find weit entfernt davon, unbesehen für alles einzutreten, was die Maurer während dieses Streiks gesprochen und gethan haben; wir verkennen auch keineswegs, vaß die Lage der Meister vielfach eine sehr schwierige war und fie selbst bei dem besten Willen in die Unmöglichkeit versetzte, allen Forderungen der Gesellen nach- zugeben. Was wir tadeln, ist vomehmlich die falsche und schiefe Stellung, welche die Meister von vornherein grund- sätzlich zu dem Streik einnahmen. Wenn fie fich weigerten, die Gesellen sozusagen als kriegführende Macht anzuerkennen, d. h. mit ihnen auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung zu verhandeln, so befanden fie fich zweifellos im Unrecht. Die Arbeitseinstellung vermittels der Koalitionsfreiheit ist ein Recht, welches die deutsche Gesetzgebung den Arbeitern ausdrücklich verleiht, und wenn die Arbeiter eines bestimmten Gewerbes die Zeit, in welcher dies Gewerbe in hoher Blüthe steht, dazu benutzen, um fich eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu sichern, so befolgen fie damit nur einen Rath, den ihnen jedes nationalökonomische Lehrbuch ertheilt, gleichviel welcher sozialpolitischen Richtung es sonst huldigen mag. Damit find keineswegs die konkreten Forderungen der Maurer im einzelnen gerechtfertigt, aber damit ist allerdings jener grundsätzliche Standpunkt der Meister verurtheilt. Die Erklärung, welche fie jetzt unter dem unwiderstehlichen Drucke der Verhältnisse abgeben, die Erklärung nämlich, auf„maßvolle Forderungen" mit den Gesellen unterhandeln zu wollen, hätten fie freiwillig vor dem Beginne des Streiks abgeben können und sollen; die schweren Nachtheile, welche diese Arbeitseinstellung der Hauptstadt unmittelbar und dem Lande mittelbar verursacht hat, wären dann möglicher- oder selbst wahrscheinlicherweise allen Betheiligten erspart geblieben. Möge die harte Lehre wenigstens für die Zukunft nicht verloren gehen!" Der liberale Artikel macht also die Bau- und Maurer» meister allein verantwortlich für die großen Schäden, die der Streik unzweifelhaft angerichtet hat. Das mögen fich die Herren merken! Aus Oberschlefien wird berichtet, daß die von Woche zu Woche immer mehr anschwellenden Lagerbestände von Roh- eisen einen fortwährenden Druck auf die Preise und auf die allgemeine Stimmung ausübten. Selbst die Spekulation, welche sonst bei niederen Preisen einzugreifen pflegt, ist zurück- haltend, well sich überall günstige Gelegenheit zum günstigen Kauf darbietet. Bei solcher Sachlage noch den Aufenthalt russtscher, bedürfnißloser Arbeiter begünstigen zu wollen, ist antinational. Die Stadt Schneeberg in Sachsen verfügt über einen ansehnlichen Kommunalwald, wodurch die Bewohner von den Kommunallasten vielfach verschont werden. Ein großer Theil dieses Waldes ist in der letzten Zeit durch Aufforstung un- produktiver Wiesen und Ledlands entstanden und gerade diese Flächen werden noch die Zierde des Stadtwalds abgeben, da sie im flotten Wachsthum begriffen find. So wird allen Ge- meinden ein Fingerzeig gegeben, wie fie kolonifiren sollen. Fehlt es in der Gemeinde selbst an eigenen Arbeiten, was sehr selten vorkommt, so sollten arbeitslose Wanderer angenommen, aber gut verpflegt und gelohnt werden. Aermeren Gemeinden müßte der Staat unter die Arme greifen. Und wo eine Ge- meinde in der Urbarmachung von Oedland und der Aufforstung lässsg ist, da müßte fie durch den Staat unter Beisteuerung desselben zu den Kosten gezwungen werden, solche„Kolonisation im Innern" zu leisten. Wenn auch das Hol, im Preise nicht steigen würde, so würde doch Arbeit geschaffen, die Gegend würde von schlechten Dünsten gereinigt und das umliegende Ackerland fruchtbarer gemacht.„Warum in die Feme schweifen, steh', das Gute liegt so nah'!" Uerewe nnd Versammlungen. Der Aachverein sämmtlicher an Holzbearbeitung Maschinen beschäftigten Arbeiter hielt um 17. d. M- Mitgliedemersammlung ab, in welcher Herr Max Kreutz ei«' Vortrag hielt über„das Arbeiterschutzgesetz". Der Vortragen« sprach über die Sonntagsruhe und Einschränkung der Fraue» arbeit, die nicht ganz abgeschafft werden könnte. Doch f gänzliche Abschaffung der Kinderarbeit sei dringend nochig-% die Kinder in die Schule gehörten und nicht in die Fabrils Auch für eine Reform der Zuchthausarbeit trat der Redner 0 und fand großen Beifall bei den Versammelten. Sodann wm« folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die h«# Versammlung des„Fachvereins sämmtlicher an Holzbearbeitung Maschinen beschäftigten Arbeiter" erklärt sich mit den W' führungen des Referenten vollkommen einverstanden und Is» pflichtet fich, für das Arbeiterschutzgesetz mit allen ihr zu Gebe« stehenden gesetzlichen Mitteln einzutreten und zu agitiren. Zui» Schluß machte der Vorsitzende bekannt, daß m 14 Tagen u" Vergnügen des Vereins stattfindet und ersuchte er um# Betheiligung an demselben. D e nächste Versammlung Ms am 7. September statt. Der Arbeiter- Bezirks-Verein des Westens hält Montag, den 24. August, Abends 8'/: Uhr, in Gründen Salon, Schwerinstraße 26, eine Versammlung ab. Tage'' ordnung: 1. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent- Herr Krohm. 2. Wahl von Vettrauensmännern. 3. M schiedenes und Fragekasten. Die Petitionslisten liegen in ds Versammlung aus. Femer bei Hoffmann, Bülowstt. 63, v« 1 Tr.; Dörre, Schwerinstr. 14, Hof 3 Tr., und für den„W Teltow" bei Gärtig in Schöneberg, Kolonnenstt. 37, 2 Tr. D' Mitglieder werden auf die Vereinsbibliothek aufmerksam gern# Den Mitgliedern des Kranken-Unterstützungsbundn der Schneider, Kürschner, Posamentire, Schirm- und HM schuhmacher(6. H.» zur Nachricht, daß am Dienstag, ds> 25. August er., Abends S'Ä Uhr, in Gratweils Bierhallen Kommandanlenstr. 77—79 eine Versammlung der Berliner W glieder stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: 1. Ser# erstattung der Delegirten von der Generalversammlung.� Wahl des Bevollmächtigten, Kasfirers und 4 Revisoren. durch die Beschlüsse der General-Versammlung in Hinstcht n® die prozentuale Entschädigung der Lokalbeamten Aenderung eintreten müssen, so ist eö Pflicht aller Mitglieder, am Piw zu sein. DaS Quittunasbuch ist vorzuzeigen. Den Metallschrauben-Aaeondrehern und BerufsgcneP zur Nachricht, daß das königl. Polizei-Präfidium an den 5�' ein die Aufforderung gerichtet hat, die in Betreff der Eon« und Festtagsarbeiten gemachten Erfahrungen der Behörde«']' zutheilen. Der Vorstand hat fich in Folge dessen veranlag gesehen, die Beantwottung der Fragen auszuarbeiten und!" Montag, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale des 6*0 Wohlhaupt, Manteuffelstt. Nr. 9, eine außerordentliche Genera« Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: 1. Vor>E der ausgearbeiteten Fragebeantwottung. 2. Verschieden*- Gäste find Willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenomw*- Theater. Opernhaus. Heute: Die Jüdin. Morgen: Flick und Flock. Schauspielhans. Heute: Die Büste. Morgen: Was ihr wollt. Belle-Allianee-Theater. Heute: Der Glöckner von Notre-Dame. Morgen dieselbe Vorstellung. Neues Friedrich-Wtlhelmstädttsches Theater. Heute: Der Kroßmogul. Morgen dieselbe Vorstellung. Ostend-Theater. Heute: Der Hüttenmeister. Morgen dieselbe Vorstellung. Central-Theater. Aste Jakobstraße 30. Direktton: Adolph Emst. Hatte: Zum 22. Male: Die wilde Katze. Gesangspossein 4 Aften von W. Mannstädt, MusÜ von G. Steffens. Morgen dieselbe Vorstellung. Walhalla-Operetten-Theater. Heute: Der Feldprediger. Morgen dieselbe Vorstellung. Als Verlobte empfehlen fich: Alwine FlncRe, Georg Landgraf.[1938 Herrn Robert RarncbecR zu seinem heutigen Gebutts- tage die herzlichste Gratulatton von 1950] Mehreren Freunden. Ein dreifach Hoch erschalle die Gattensttaße lang, Stoßt an die Unken, die vollen, fie geb'n'nen guten Klang. Denn unser Fritze Schrödter hat heut fein Wiegenfest, Und seine Freunde wünschen ihm stets das Allerbest'. Viel große und kleine Kmken, gefüllt mit edlem Naß, Hat eingekauft der Fritze, sogar auch Bier im Faß. Damit„nichts" übng bleibe, eS würd' sein größter Aerger sein, Laden wir alle Freunde zur Gebuttstagsfeier ein.[1952 O. B. H. St. M. Sch. M. B. G. W. R. K. _ E. H. H. Z._ Zur geneigten Beachtung empfehle mein Deftillations- und Bierlokal. Max Schayer, Jnvalidenstraße 153, Ecke Ackerftraße.[1951 Zum wahren Jacob. Rüdersdorferstraste Nr. 51.[1932 Grosse Abend-Unterhaltung. Allen Freunden und Bekannten und meiner werthen Nach- barschast empfehle mein[1287 Weiß- und Nairisch Aiersokal. Herrn Llewald, Frankfurter Allee 143. Zur Deutschen Reichs-Fechtschule. Mittenwalderstraste und Marheineckeplatz-Ecke. Gute Speisen und Getränke. Spezialität: Flabelne! Jeden Donnerstag und Sonnabend:[1892 Musikalische Abend-Unterhaltung bei freiem Entree. __ Hochachtungsvoll Quo Mttl'er. Restaurateur. Zigarren eigener IaöriK, sowie alle Sorten Rauch-, Kau- u. Schnupftabake empfiehlt �243 A. Kunze, WterWe 2. FF Schweizer-Garten. Am Friedrichshain. Haltestelle der Ringbahn und der Pferdebahn nach Weistensee. «.n: Doppel-Militär Coucert und Börftellung. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten.— Theatervorstellung. V o l k s b e l u st igu n g en aller Art und T anzk r ä n z ch e n.— Abends große Illumination. [1926 ««-----_ a~~ U- V--—" Krlegg-Fenerwerk der Pyrotechniker A. und W. Maffow, Bonander und Seeburg. Zum Schluß: Die Schlacht bei Wörth, pyrotechnisch-militärisches Schauspiel unter Mitwirkung von ca. 120 Personen. Anfang des Concerts 4 Uhr, des Feuerwerks 10 Uhr. Ent ree 40 Pfg. Kinder 15 Pfg. I ääT"?ie Beschießung von Straßvurg., Großes militärisch-pyrotechnisches Knegsschauspiel in 2 Tableaux unter Mitwirkung von ca. 160 Personen. Schuh- n. Stlefelwaaren&& . Fabrik von OustaT Schnitze, Kckllilmackernmßer, _ Oranienstraße 5. Zur schlanken 5.—- 0 Empfehle meine seit 25 Jahren von dem größten Theil der Bevölkerung Berlins anerkannten, bestrenommirten Fabrikate zu* solidesten Preisen und bitte alle Freunde und Bekannte, sowie eine werthe Nachbarschaft um ihren werthen Besuch. 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Tabak-Handlung en Fritz Goercki Berlin 80., Admiralstraße 46(frühere„Linde.") >M- Import echter Havanna, Lager aller Sorten Jtauch- und Schnupf tabah* «eich«ssortirte« La,« echt türktschtt.� �stst��nnd�amerikantscher«igarretteu und Tabake. Verantwortlicher Redakteur«. Tronheim in Berlin. Druck und Verlag von«ar Bading in Berlin SW, Beuthstraße 8. Hierin eine Beilage zum Berliner Volksblatt Kr. IS«. Sonntag, de« 33. Augnst 1885. II. Jahrg. Zur KuuMuMusseusruze. m Die Knappschaftslaffen find bekanntlich lange Zeit als Muster„korporativer Organisationen" zum Nutzen der Arbeiter eiagep riefen worden, und von gewisser Seite werden fie es auch noch heute. «ilwschen übrig lassen Von einer Autorität in derartigen Dingen wurde schon 5°� Jahren ausgesprochen, daß sämmtliche preußische Knapp- miaftzkaffen eigentlich bankerott seien; und daß es um fächfischen Knappschastskassen nicht viel besser steht, das de- ?klst die Insolvenz des Bockwa-Odcrhohndorfer Knappschafts- tayen Verbandes. Recht lehrreich ist nun ein Fall, der soeben in Preußen vorgekommen ist, und über den ein Korrespondent der„Frank- fiuser Zeitung" wie folgt schreibt: *w»v»fvv«fc-v■»- �-----,——---- y- r i—»-,,, PF' verunglückte nach elfjähriger Thätigkeit in seinem Äerufe; lernt Wittwe erhielt den Statuten der Kasse gemäß die ihr zu- kommenden Unterstützungen, bis fie im Juni d. I. am Rande ver Postanweisung, durch welche ihr der fällige Monatsbetrag ausgehändigt war, die Mittheilung fand, die Juni-Rate i, A. 22.50) sei die letzte Unterstützung, welche der Witlwe aus oer Kasse gezahlt werden könne, da die Mittel der Knappschafts- 'osse erschöpft seien. Die Frau wandte stch an das Oberberg- amt rn Bonn, mit der Bitte, die nölhiaen Schritte zu thun, oanrrt ihr auch ferner die ihr zustehende Wittwen-Unterstützung Ausgezahlt werde, erhielt aber wörtlich folgende Antwort:„Auf m®. Erngabe vom 30. vor. Mts. erwidern wir Ihnen, daß der �unnersdorfer Knappschaftsverein die Zahlung der im Monat Mii fällig gewordenen Wittwen- Unterstützung wegen Er- Uopfung der Mittel des Vereins nicht mehr leisten kann. �us Vermögen des Vereins ist nach der gelegten Rechnung bis «"f einen Baarbestand von 23,35 Marl und eine unfichere, -M liquide Forderung von 132,60 aufgezehrt. Der Knapp- lchafts-Vorstand hat von dieser Sachlage dem königlichen Amts- .reicht"■--——-j-i.—v—(.Tr.«« sr« �unrme der im Juni d. I. fälligen �nvarroen-, Wiriwen- uno �ui>en Unterstützungen deträgt 1127,50 Mark. Da die unnersdorfer Knappschaftskasse keine beitragende Mitglieder ln R s. und ihr leine weiteren Einnahmen rn Ausficht stehen, ftiid U"r außer Stande, Ihnen die weggefallene Unter« 7 Ung aus dieser Kasse wieder zu verschaffen. Bonn, den AjJulr 1885. Königliches Ober-Bergamt. Klostermann." Die 'U.-Wcslf. Ztg.", welche dieses Aktenstück veröffentlicht, macht ..der Sache die Bemerkung:„Unter staatlicher Fürsorge find Vorkommnisse unmöglich und das werden mit der Zeit rrxirL"jenigen erkennen lernen, welche der freien Selbstver- mehr zugethan find, als gut ist." Wenn irgendwo j�e Solgerung nicht paßt, so hier. Bei den Knappschaftskassen vor, einer freien Selbstverwaltung insofern gar nicht die e fem nfa nf tmhr steter Kontrole des Oberbergamtes "'Ii/, WlXl fit- MII4VV f*v«vv �______ oljT- Sie müssen an dieses jährlich Berichte über die Mit. mu\ en Stand der Kassenverhältnisse, Höhe der Beiträge •Öeriiu ritützungen und dergl. einreichen, von dort gehen diese fciefrm an l)a!3 Ministerium der öffentlichen Arbeiten und von bie a? Klangt eine Tabelle an den Landtag, aus welcher aber k��holtnrsse der einzelnen Vereine nicht ersehen werden l-inak?' Aus diesen Benchten mußten die vorgesetzten Behörden entnehmen, wie es mit dem Vereine stand; sie mußten idehr' daß, zumal da beitragendende Mitglieder nicht vnrtinnd-n waren, der Auaenblick, m welchem Und'"So■r"v mognwne Eicherstellung—----------.... »Uhu vQt'en veranlassen müssen? Statt dessen wartet man ���e�Mgenbll�b�t�wMe�di�ahlung�nfähigkeit Kerlitter Kottntagsplauderei. Strn�' � Herbstelt; eine kühle Brise weht über hfc.ro�sund Plätze und unsere zweibeinigen, aber unbefie- '"ssvögel kehre« allmählich wieder in ihre steinernen tob! Mück. Die tobte Saison ist nun bald allen Ernstes Di-«"l oeues Leben zieht in die Straßen der Hauptstadt. dient Saison! War diese Phrase je eine Lüge, ver- Jahreszeit, in welcher die Natur ihre ganze drina�.' galtet, um ihre edelsten Gewächse zur Reife zu so J;' am allerwenigsten den Vorwurf dieser Benennung, ' �-s diesmal bei uns der Fall. big". der That war die Saison so lebhaft und so leben- eianib n, eS vielleicht noch nie gewesen. AuS einem Er- aader-« �!'n das andere, eine Begebenheit reichte der c? d» Hand. zimm-- r letzten Tagen glich Berlin einem großen Besuchs- Tel-a»„>°vlel Gäste beherbergten wir in unfern Mauern. den.„ en und Wiener Sänger lösten sich ab, sie boten die fmlf1'" Zeitungen erwünschten Stoff, um über hinm,.�?�ilche Oede und Leere ihrer Spalten ihre Leser D cnv'ett* denn blL tienet Sänger hatten in Berlin wirklich gefehlt, Zverei durch »S ®eftt«yier 0et uns bestehen in der That nur sehr wenige Wer an einem Sonntag nur ein einziges fan.�durch den Grunewald spazirt ist, dem wird eS aufge- die«)•'. u>ie selten ein Lied ertönt. Nirgends sieht man rn;nC'~lei stimmigen" sich ausstellen, um vor einem mehr oder Äolr.! andächtigen Publikum„Wer hat dich du schöner Je«... Ü"d ähnliche schöne Lieder erschallen zu lasten. haW l da« natürlich Alles anders werden. Die Wiener jetzt 1R Berlinern erst den richtigen Weg gezeigt, und aut�'n Berlin die edle Sangeskunst empor« Zaul®?.'st doch merkwürdig, welche Anziehungskraft, welchen tabt- das Fremdländische auf manche Köpfe ausübt. Wir vete, /.�Berlin gewiß viele Gesangvereine, die AuSgezeich- in dW/' m'. vielleicht wird in keiner anderen Stadt gerade >er Beziehung soviel gethan wie bei un«, und nun der Kasse eingetreten ist, und erklärt im trocken geschäftS- mäßigen Tone einer armen Wittwe, daß nur noch 23 M. und 35 Pf. vorhanden seien, und daß fie ebenso wie die anscheinend nicht unbeträchtliche Zahl ihrer Leidensgenossen von jetzt an zusehen müssen, wie fie das Leben fristen können. Ueber das Gebahren der Kassenverwaltung ist kaum ein Wort zu ver- lieren: die Rückfichtslofigkeit, mit welcher der armen Frau auf einer Postanweisung angekündigt wird, daß fie nichts mehr zu erwarten habe, steht in gleicher Höhe mit der Ein- ladung des Amtsgerichtes, den Konkurs zu eröffnen, nachdem das Vermögen auf eine Summe zusammengeschmolzen ist, welche höchstens die dem Richter für die Reise zur Anlegung der Siegel zukommende Entschädigung gewähren würde. Die Beantwortung einiger Fragen, welche fich noch aufdrängen, wird hoffentlich bald durch Mittheilungen aus den betheiligten Kreisen ermöglicht werden. Der verunglückte Beamte stand im Dienste einer Firma, welche später in der Kommemer Berg- werks-Aktien-Gesellschaft aufgegangen ist; weshalb hat der Knappschäftsverein keine beitragenden Mitglieder mehr? ist derselbe in Folge Aufhörens des Bergbaues in seine gegen- wärtige Lage gerathen oder ist etwa durch Begründung eines neuen Vereins oder Ueberweisung der noch aktiven Arbeiter an einen andern Verein der Mangel an beitragenden Mitgliedern verursacht worden? Unter welcher Leitung befindet fich der Verein gegenwärtig? In der Regel stehr den beitragenden Mitgliedern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam die Leitung zu. Eine Klarstellung dieser Verhältnisse erscheint drin- gend geboten." So die fragliche Korrespondenz. Wahrscheinlich ist der Bankerott dieser Knappschaftskasse durch den Bankerott oder die Einstellung des fraglichen Berg- wcrks herbeigeführt worden. Und hier berühren wir einen wunden Punkt, vielleicht den wundesten des ganzen Knapp- schaftswesens. Nämlich daß die Knappschaftskassen der Regel nach rein lokaler Natur find, an ein bestimmtes Bergwerk oder an mehrere gefesselt und dadurch allem Rifiko des Bergbaus preisgegeben. Im Zwickauer Steinkohlenrevier(Sachsen) z. B. giebt es reiche, arme und bankerotte Bergwerke und, dem entsprechend, reiche, arme und bankerotte Knappschastskassen. In Preußen ist's nicht anders. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, wurde im sächsischen Landtage schon der Vorschlag gemacht, die sämmtlichen Berg- werke zu vereinigen, und den Steinkohlenbergbau ebenso zu verstaatlichen wie den Erzbergbau. Die Verstaatlichung des gesammten Bergbaus wäre frei- lich die sicherste Garantre der Solvenz; allein zu diesem radi- kalen Mittel wird so bald noch nicht gegriffen werden; und unter den heutigen politischen und sozialen Zuständen hätte die Verstaatlichung auch unzweifelhaft mancherlei Nachtheile im Gefolge. Aber die Vereinigung und Verschmelzung der Knapp- schaftskaffen läßt sich schon heute durchführen; und sie würde momentan genügen. Die Schwierigkeiten wollen wir nicht ver« kennen. Sie liegen namentlich in der Verschiedenheit der Finanzlage, die ein einfaches Zusammenwerfen der Kassen, wobei d»e besser situirten offenbar benachtheiligt würden, unthunlich erscheinen läßt. Aber bei einigem gutem Willen find diese Schwierigkeiten zu überwinden. wäre blos nöthig, innerhalb de� vereinigten Kafft den Einzelkassen für eine seit ewisse. war(o, daß den Mitgliedern der gu _. zu belassen, und .,_.lutsituirten Klassen durch die imelzung keinerlei Nachthcile, den Mitgliedern der schlecht- situitten dagegen nur Vortheile erwachsen. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan einer solchen Kasse ist vor vier Jahren dem sächsischen Landtage vorgelegt worden, und obgleich das Ministerium den betreffenden Antrag für ver- früht erklärte, wurde derselbe doch ein Jahr später von dem Organ der sächfischen Regierung, der„Leipziger Zeitung", aus- drücklich empfohlen. Von einer Unausführbarkeit ist also gewiß nicht zu reden, Warum also nicht die Sache angreifen? Politische Ueverstcht. So kann e« nicht weiter gehen— schreibt die in Dortmund erscheinende„Rheinisch- Wests. Ztg.", eins der fana- tischsten schutzzöllnerischen Blätter, aus Anlaß des Bankerotts des Bankhauses W. von Born in Dortmund.„Weder unso- mit einem Male sind sämmtliche Berliner Gesangvereine in den Schatten gestellt, nur der Wiener versteht zu singen, den Klängen eines Wiener Gesangvereins lauschen zu dürfen, ist allein ein wahrer Kunstgenuß. Nun, uns soll eS recht sein, schmeichelhaft für die Leistungen Berliner Sän- ger sind derartige Beurtheilungen gewiß nicht. Viel anheimelnder für das nationale Gefühl war ent- schieden der Telegraphen-Kongreß. Dort wurde doch wenigstens einmal ein echtes, biederes Wort— französisch geredet und jeder Spießbürger hatte die er- hebende Genugthuung, in den Spalten seiner Zeitung die französischen Texte der verschiedenen Toaste ansehen zu dürfen und dieselben mit Zuhilfenahme seiner„höheren Tochter" und des kleinen Plötz in die allgemein-verständliche, geliebte Muttersprache übersetzen zu können. So'n bischen Fran- zösisch ist doch wunderschön, eS verleiht jeder Sache eine« gewissen Anstrich von Bildung und höherer Gelehrsamkeit. Mit dem ausländischen Aufputz ist e< manchmal über- Haupt nur so eine Sache, eS hat manchmal damit seinen Haken. Jedermann weiß, daß häufig in Schaubuden die far- bigen Menschenkinder, die lebende Kaninchen und Tauben zum Frühstück und zum Vergnügen der Einwohner verzehren, trotz ihrer so barbarisch klingenden Namen, wenn sie sich gehörig gewaschen haben, auf die weiwerbreiteten Vornamen„Aujust" oder„Eve" und auf die nicht ganz seltenen Familiennamen Schulze oder Müller hören. Aehnlich, wenn auch nicht y--•... t a..— t.jifx« nichts Eiligeres„.. r...... Besuch zu beehren. Man soll nie sagen, was eine Sache ist und was Alles hinter einem gerissenen Magdeburger stecken kann. Besagter Herr war, wie unsere Leser es an anderer Stelle ausführlich beschrieben vorfinden, auch mal „per Zufall" nach dem Somatilande gekommen, und da war doch wohl nichts natürlicher, daß er hier die Gelegenheit wahrnahm, um sich nach Verschiedenem, was dort drüben --■"'undigen. Er redet eine« Neger auf ""-~ der Kers ist so passirt ist, zu Somalisch an. — keine blasse Ahnung, lide Spekulationen, noch übertriebener Aufwand haben— so fährt das Blatt fort— wie sonst häufig, die Katastrophe her- beigeführt. W. von Born fällt als ein Opfer der wirthschaft- liehen Krifis; seine umfassende Hilfeleistung für die nothlei- dende Industrie(!) hat seine Kräfte erschöpft. Der Mann, welcher sein Vermögen unlängst nach Millionen berechnete, ist insolvent, weil seine Aktiva m industriellen Unternehmungen stecken, die Zubuße fordern, statt Erträgnisse zu liefern. Ein grelles Schlaglicht fällt hierdurch auf die Lage unserer In- dustrie. So kann es nicht weiter gehen! Wie viele Unter- nehmungen werden jetzt nur noch— oft genug mit Schaden — aufrecht erhalten, weil man auf bessere Zeiten hofft und die schweren Verluste der Liquidation fürchtet. Auf die Dauer der Zeit muß indessen die Katastrophe eintreten, deren Folge evi- dent ist. Arbeiter werden zu Tausenden brotlos, ihre Lebens- stellung verschlechtert fich, die Löhne sinken, die Arbeits« gelegenheit vermindert fich und die soziale Unzufrieden- heit wächst. Es ist ein trauriges Bild, welches die Zukunft unS bietet, wenn es nicht bald anders wird." — Und nun empfiehlt das Blatt als Mittel gegen die drohende Katasttophe— die Doppelwährung.„Der Schutzzoll hielt unsere Industrie aufrecht, allein bald zeigte fich, daß seine Hilfe nicht durchgreifend genug war. Der Schutzzoll wurde paralnstrt durch die Goldwährung"— so jammert das Blatt.— Nun, die Doppelwährung dürfte schwerlich das Universalmittel sein; wäre das der Fall, so müßten wir ja zur Zeit, wo diese in Deutschland vorherrschte, herrliche Zustände gehabt haben. Zur Beseitigung der wirthschaftlichen Kriese find ganz andere Mittel erforderlich, Mittel, von denen das Blatt und sein Leserlreis nichts wissen wollen. Ihm liegt ja nur daran, die Interessen der Großindustriellen zu wahren und sicherlich hätte es fich zu dem obigen Schmerzensschrei nicht hinreißen lassen, wenn nicht gerade ein großes Bankhaus von der Pleite betroffen wäre. Immerhin find die Auslassungen des Blattes höchst interessant, fie zeigen, daß man auch in jenen Kreisen zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß etwas geschehen muß, um unsere wirthschaft- lichen Verhältnisse zu bestem, und andererseits konstatiren fie, daß die Lobpreisungen unserer Offiziösen auf die vorhandene wirthschaftliche Wohlfahrt nur tendenziöse Schönfärberet ist. Die deutscherseits erfolgte Besitzergreifung von den Karolinen-Jnseln scheint zu emstlichen Verwickelungen zu führen. Der„Voss. Ztg." wird aus Madrid telegraphirt:„Die spanische Regierung droht, die kommerziellen und diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abzubrechen, falls letzteres nicht auf die Besetzung der Karolinen-Jnseln verzichte. Zwei spanische Kreuzer haben bereits von der Uapinsel Besttz ergriffen. Bis- marck's Antwort auf die spanische Protestnote ist angeblich ausweichend, drückt jedoch die Bereitwilligkeit aus, die Ansprüche Spaniens einer Prüfung zu unterziehen." Aus Afghanistan kommen zur Abwechselung wieder einmal sehr friedliche Nachrichten. Der„Herold" will aus gut unterrichteter Quelle wissen, daß die mssische Regierung, nach« dem fie vor einigen Tagen die an Ort und Stelle auf- genommene topographische Spezialkarte der afghanischen Grenze erhalten, fich entschlossen habe, nicht weiter an der Einverleibung des als Zulfikarpaß bezeichneten Gebietes festzuhalten. Man darf auf solche Nachrichten freilich nicht viel geben, vielleicht wird nächstens gerade das Gegentheil behauptel. Ueber die Kanalbau-Pläne der Regiemng wird offiziös geschrieben:„Bestehen für die Herstellung einer leistungs« sähigen Wasserstraße von der mittleren Oder nach Berlin mittelst Erweiterung des Friedrich- Wilhelmskanals und Herstellung eineS Eeitenkanals zwischen Fürstenwalde und dem Dämeritzsee an fich die Voraussetzungen der Verwirklichung, so würde es der bisher konstant festgehaltenen und auch neuerdings in keiner Weise erschütterten Auffassung der Sraatsregierung, wonach der Kanal von dem westfälischen Kohlenrevier bis an die Emshäfen das dringlichste der zur Erörterung stehenden Kanalprojekte ist, nicht entsprechen, mit dem Oder-Spreekanal allein vor die Landesvertretung zu treten. Vielmehr werden beide Linien, die, welche von Dortmund nach den Emshäfen führt, und der Oder-Spree-Kanal, zweckmäßig zum Gegenstand einer gemein- samen Vorlage zu machen sein. Das seiner gesetzgeberischen Be« Handlung nahe Nordostsee' Kanalprojekt enthält ein weiteres Moment der Dringlichkeit für die baldige Inangriffnahme des bezeichneten Kanals von dem westfälischen Kohlenrevier nach der Nordsee, denn der Nordostsee-Kanal kann ohne eine solche Kanalverbindung nicht in vollem Umfange für den Verkehr dumm, daß er nicht einmal seine eigene Muttersprache verstehen kann. Schließlich kommt eS heraus, daß die 300 000 Berliner, welche sich die schwärzlichen Herren an- gesehen hatten, einfach genaSführt waren, unter diesen 300 000 Berlinern befand sich aber bekanntlich auch Herr Professor Dr. Virchow. Damals waren natürlich die schwarzen Herren ganz ausgezeichnete Repräsentanten ihrer Rasse, ihre schwarzen Extremitäten wurden gemessen,— die Wissenschaft zählte einen Erfolg mehr, sie war in unge- heurer Weise bereichert worden. Und nun kommt so ein Magdeburger und bringt den unwiderleglichen Beweis, daß die Samoli gar keine Somali sind?! Das ist einfach lächerlich, nachdem Herr Professor Virchow die Somalineger gemessen hat, sind und bleiben dieselben Somali, und wenn der Magdeburger Herr tausend Duzbrüder im Somalilande hätte. Damit basta!— KrmMcii aus der Statistik. INnierechtigter Nachdruck verboten.! Die deutlichste, klarste Sprache ist die der Ziffer, sie überzeugt in ihrer nackten Gestalt, ohne des pomphaften Gewandes bestechender Floskeln und dialektischer Spitzfindig- ketten zu bedürfen. Ihr bloßes Erscheinen in der Arena der Parteien, schmucklos, einfach, nüchtern, aber eben in ihrer Simplizität furchtbar, heißt den Gegner die Flucht ergreifen. Zahlen beweisen— ohne Gründe, die Ziffer ist eine elementare Gewalt! Keine wuchtigere Waffe in der Hand des Tribunen als die Zahl— was wäre ein Eugen Richter ohne Zahlen! „Mit Worten läßt sich trefflich streite«, Mit Worten ein System bereiten"— mit Zahlen aber hat man den Sieg, ohne Wort, ohne System. Darum ist die Statistik, diese stumme Rede der Ziffer, eine so praktische Wissenschaft, sie ist, falls sie eben nicht zu absichtlich verschobenen Konstellationen mißbraucht wird, die allein zuverlässige Wissenschaft, die niemals ihre *«-* tt t t ttt zwischen dem Westen und Nordosten Deutschlands nutzbar gemacht werden, während andererseits seine Herstellung dem Binnenkanal erhöhte Bedeutung beilegen würde. Wenn so die gewichtigsten Gründe für die gleichzeitige Wiederauf- nähme des Kanalprojelts von Dortmund nach den Emshäfen sprechen, so soll damit nicht gesagt sein, daß die unveränderte Wied erer Vorlage rungen,„ und den inzwischen angestellten Ermittelungen sich als ausführ- bar erweisen, bei der neuen Vorlage vorzusehen sein. In dieser Hinsicht kommt insbesonderejDie Heranführung des Kanals�an die—•........"" bis Emdener„.... � nicht unbedenklichen Fahrt durch den Dollart, in Betracht. Dtit der letzteren Anlage würde eine dem zu gewärtigcnden Verkehr entsprechende Ausbildung der Hafenanlagen und Ein- richtungen Emdens zu verbinden sein. Ob es sich hier nicht empfehlen möchte, behufs Nutzbarmachung des Kanals für die mehr nach Bochum zu liegenden Zechen gleich von Anfang an einen Stichkanal etwa nach Herne vorzusehen, wird zu erwägen sein. Jedenfalls handelt es sich bei diesen beiden Wasser- straßen schon um recht ansehnliche Unternehmungen, denn ihre Kosten dürften ausschließlich der bei dem EmS-Dortmunder Kanal von den Interessenten zu tragenden Kosten des Grund- erwerbs nicht weit hinter 75 Millionen Mark zurückbleiben." zokules. Ueber die Lage von Berlin und die, Bedingungen, welche für die Entstehung und Entwickeluug der Stadt in Betracht kommen, verössentlicht Prof. Dr. Hahn in Leipzig in dem 3. Heft der„Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde" folgendes: Jeder, der die Umgegend von Verlin und die Stadt selbst mit einiger Aufmerksamkeit durch- merken. Diese Höhen find die Landschaften Teltow und Bar nim, deren Höheränder, wie die Generalstabskarte zeigt, sich bei Berlin am nächsten nähern Der Nordrand des Teltow zieht sich von den Rollbcrgen bei Rixdorf über den Kreuzberg gegen Wilmersdorf hin. Der Südrand des Bamim reicht noch mehr in die Straßen des heutigen Berlin hinein; die nördlichen und nordöstlichen Stadttheile liegen schon auf Diluvialboden und zeigen stark ansteigende Straßen. Die Spree aber, welche auf der ganzen Strecke von der Mündung des Müllroser Kanals bis zur Vereinigung mit der Havel in erborgtem Bette fließt, d. h. das alte, für sie viel zu breite Oderthal benutzt, bildet hier eine Insel von mäßiger Größe- Die Insel aber war nicht ganz flach, sondern hatte einen Hügel aufzuweisen, der jedenfalls gegen die größeren Uebcrschwemmungen Schutz gewährte. Den Namen ver An- siedelung, welche auf dieser Insel entstand, Cöln oder Kölln, werde man wohl mit der bekannten, slavischen Bezeichnung Kolm, Golm, oder Köllen für einen einzelnen, aus sumpfiger Umgebung herausragenden Hügel in Verbindung bringen müssen. Die Stromüberschreitung und die Bebauung der Insel sei durch den Umstand noch erleichtert worden, daß hier zwei Landzungen, von den Höhen des Bamim und des Teltow ausgehend, sich dem Südcnde der Insel Cöln sehr näherten. Und in der That sei auch die Insel weit früher an der Südspitze als im nördlichen Theil bebaut worden. Jenseits des rechten Spreearms aber entstand ein Brückenkopf: der erste Kern des späteren Berlin. Die Lage der Doppclstadt Berlin-Cöln war für den Verkehr eine günstige, die Sicherung gegen Feinde aber minder voll- kommen als bei Köpenick, Spandau oder Brandenburg, da die Spree-Jnsel hier nicht so wie bei jenen Orten durch breite seeartige Flußarmee umgeben war. So konnte Berlin erst in friedlicheren Zeiten und unter dem Schutze einer starken Re- gierung die großen Vorzüge, welche ihm schon die Beschaffen- heit der allernächsten Umgebung gewährte, voll auszunutzen. Zu diesen Vorzügen kamen aber noch andere, welche in der Vertbeilung der �häler und der trockenen höheren Striche in der Mark tief begründet find.— Die Stelle, an welcher die Annäherung zwischen Teltow und Barnim stattfindet, war für den gesammten von Südwest nach Nord und Nordost gehenden Verkehr der gebotene Uebergangspunkt über die Sprec-Havel- linie, der nur dann von seinen viel ungünstiger gelegenen Nebenbuhlern in den Schatten gestellt wurde, wenn die poli- tischen Verhältnisse mehr auf Srcherheit als auf Bequemlichkeit und Kürze des Weges zu sehen zwangen. Kommt man vom Fläming herab und hat die Odermündungen oder Vorpommern zum Ziel, so werde man sich gewiß nicht in die sumpf-, seen- und flußreichen Landschaften im Südosten Berlins(den heutigen Kreis Veeskow-Storkow) verlocken lassen, um dann bei Fürsten- walde oder Veeskow mühsam die Spree zu überschreiten. Noch viel weniger aber werde man fich der Landschaft Zauch�Belzig zuwenden: denn da hätte man zunächst mehrere besonders breite Thäler zu überschreiten und bei Brandenburg den Uebergang Zünger treulos verläßt, und es ist begreiflich, daß ge- rade oft unter den Statistikern die Beschäftigung mit ihrer Lieblingswissenschaft zur furchterregenden Monomanie wird. So ein Monomanist der Statistik weiß bis auf den hunderttausendmillionsten Bruchtheil eines ZenttgrammS die Gewichtsdifferenz zwischen dem Gesammtgewicht aller Mückenflügel und dem aller Flohzungen anzugeben. Er weiß ebenso genau, wie vieler Hühnereidotter es bedarf, um einen Eierpfannkuchen anzurühren, der groß genug wäre, die Sonne hineinzuwickeln, wie er im Stande ist, die Anzahl der Schweinsborsten anzugeben, deren Gesammt- länge ausreicht, um vom SiriuS ein Seil nach dem Uranus auszuspannen. Er weiß bis auf das letzte Tittelchen die unaussprechliche Zahl der Spiegelflecke anzugeben, welche von den Fliegen aller Zeiten und Völker bis zur heutigen Stunde in die Welt gesetzt sind, und kennt die Luftdruck- Stärke, welche die Summe aller von Eva bis auf die Patti verhauchten Weiberfeuszer auf einen Stoß hervorzubringen im Stande wäre. Es giebt nichts, was sich der Rechnung eines einge- fleischten Statistikers zu entziehen vermöchte. So hat Einer kalkulirt: Die Thränen, welche den schönen Augen des zarten Geschlechts enttollen, übersteigen die von Männerwimpern ttöpfelnden um das Achtundvierzigfache. Die vergossenen Thränen beider Geschlechter, während eines Zeitraums von zehntausend Jahren gesammelt, würden zur Triebkraft einer Mühle verwendet, eben so viel Getreide mahlen, wie zur Ernäherungder vereinigten deutschen und österreich-ungarischen Armee erforderlich ist. Ein Kind vergießt während der drei ersten Jahre seines Lebens eine Quantität Thränen, an Gewicht gleich dem Ge- wicht der Milch, welche eS während der ersten siebenund- zwanzig Tage nach der Geburt verzehrt Sämmtliche Milch, welche rn der Welt von den Menschenkindern innerhalb eines Zeitraums von zehntausend Jahren getrunken wird, an einer Stelle gesammelt, würde den Raum des Kaspischen Meeres erfüllen. Das Blut, welches m den Adern der Menschen wah- über die Havel vor sich. Der Lauf der Havel aber würde zwingen, oberhalb Spandau diesen breiten seenreichen Fluß noch ein zweites Mal zu überschreiten, um die Richtung nicht ganz zu verlieren. Schlage man aber den mittleren Weg ein, so gelange man, nachdem bei Trebbin das letzte Sumpfthal überschritten ist, auf dem trockenen Boden der Landschaft Teltow an die Spree, wo man den bequemeren Uebergang bei Berlin dem viel beschwerlicheren bei Köpenick ficher vorziehen werde. Jenseits könnte man dann auf ziemlich langer Strecke die gleichfalls trockene Landschaft Barnim benutzen. Aber auch wenn man von der Elbe bei Magdeburg herkäme und die Oder etwa bei Frankfurt erreichen wollte, würde der Spree- Übergang bei Berlin der vortheilhafteste sein, um dann die alte Bernn-Frankfurter Landstraße zu verfolgen, welche nicht ohne Grund den weiten Umweg über Müncheberg macht, wo fich ihr fast immer trockener Baugrund darbot. Der Verkehr inner- halb des westlichen Theiles der Mark sei somit in ganz be- merkenswetther Weise auf den Svreepaß von Berlin angewiesen gewesen. Auch in der Zeit der Eisenbahnen sei das Zusammen- treten der Schienenwege in den trockenen Strichen nördlich und südlich von Berlin sehr auffällig, soviel man auch hierbei der Großstadt, welche die Eisenbahnen herbeizog, ihrerseits wieder zurechnen könne. Aber es fehle den von Berlin ausgehenden Vahnen an solchen Verbindungslinien, wie ste die Äahnnetze um London und Paris reichlich aufzuweisen haben. Die Havel sei von Oranienburg bis Spandau und wieder von Spandau bis Rathenow, die Spree sogar von Berlin bis Kottbus ohne jeden Eisenbahnübergang; denn die Havelbrücken bei Potsdam schneiden, wie der Verfasser anmerkt, nur ein weit nach Süden ausbiegcndes, sceartig erweitertes Stück des Flusses ab und find nicht als Uebergänge in dem hier geltenden Sinne zu betrachten. Dahingegen seren über Seine, Marne und Themse in einem Umkreise von etwa 30 Kilometer um faris und London zahlreiche Eiscnbahnbrücken geschlagen. ine Ringbahn, welche Berlin in etwa 40- 50 Kilometer Abstand umgäbe, würde übrigens auch mit großen Schwierig- keiten zu kämpfen haben, weil viele Brücken- und Dammbauten nöthig wären und zwar in einer nicht einmal dicht bevölkerten Gegend.— Wenn man nun nach alledem die Bedeutung Ber- lins für die Mark mit vollem Recht aus der Verthcilung der Wasserläufe und Landhöhen ableiten dürfe, so habe man fich doch davor zu hüten, auch die Bedeutung der Stadt für die gesammte norddeutsche Ebene oder gar für das Deutsche Reich nur auf geographische Momente zurückzuführen. Man dürfe nur soviel sagen, daß Berlin durch die geographischen Verhält- niffe seiner Umgebung nicht daran verhindert worden sei, staat- licher Mittelpunkt des Reiches zu werden. Hätten es die Ver- hältnisse mit fich gebracht, daß Köpenick, Spandau oder Pots- dam und Brandenburg an die Stelle Berlins als Hauptstadt getreten wären, so wäre durch die Betriebsamkeit der Bewohner vie Entwickelung einer Großstadt auch dort durchaus möglich gewesen' nur würden die Schwierigkeiten und Hindernisse, welche Bauplatz und nächste Umgebung einer bedeutenden Ver- größerung der genannten Städte entgegenstellen, schwerer und langsamer zu üoerwinden gewesen fem als in Berlin. Statt der zusammenhängenden Masse der letzteren Stadt, welche jetzt aus dem Spreethal auf die reichlich Platz bietenden Höhen des Teltow und Barnim hinaufsteigt, würde man es dann mit weit ausgedehnten, durch große Wasserflächen getrennten Städte- Anlagen nach Art von Boston, Stockholm oder St. Petersburg zu thun haben. Eine solche Zersplitterung aber biete wohl manche Vortheile, wenn es fich um eine Stadt mit Seeverkehr handle, im Binnenlande jedoch würden die Nachtheile, namcnt« lich die schwierigere Heranführung der Bahnlinien, gewiß sehr überwiegen. Herr I. Mehlich, Fabrik für Nähmaschinenstahlapparate, Sophrenstr. 21, ersucht uns mitzutheilen, daß in dem von uns vor einigen Tagen gebrachten Artikel„Der Schrecken der Taubenbefitzer des Roscnthaler-Stadtviettels" fich insofern eine Unrichtigkeit befindet, als Herr Mehlich von dem Thierschutz- verein für die Erlegung des Raubvogels nichts er- halten hat. Das Reichs-Verstcherungsamt hat die Vorstände der Berufsgenossenschaften zur strengen Geheimhaltung des ihnen anvertrauten amtlichen Materials angewiesen. Insbesondere erscheint die Veröffentlichung der Zahl der Arbeiter, welche die einzelnen Genossenschaftsmitglieder beschäftigen, der Motoren, welche fie verwenden u. s. w., ausgeschlossen. Dies muß auch von den späteren Anmeldungen, sei es der neu entstehenden Betriebe, sei es endlich der im Laufe der Zeit eintretenden Äetriebsveränderungen, gelten. Sofern in den letzteren oder in der Reduktion der Ardeiterzahl und der Löhne ein Rückgang des Betriebes fich geltend machen sollte, könnte eine solche Ver- öffentlichung den Kredit des Unternehmers schädigen und dem letzteren möglicherweise empfindliche Nachtheile verursachen. Talmineger. Die„Äagdeb. Ztg." erhält folgende Zu- schrist:„Magdeburg, den 20. August 1885. Geehrter Herr Redakteur! Ich war Sonntag in Berlin, und nachdem ich in der„Magdeb. Ztg." und mehreren Berliner Blättem so viel von der Hagenbecksschen Somali-Exvedition(ausgestellt im Zoologischen Garten» gelesen, so wollte ich mir diese besehen, was mich um so mehr interesstrte, da ich mehrere Male im rend zehntausend Jahre fließt, entspricht hundertdreißig Nil- Ueberschwemmungen an Gewicht. Man weiß, daß das Blut den fünften Theil der Schwere des menschlichen Körpers ausmacht, und daß eine Person, die hundertsunfzig Pfund wiegt, dreißig Pfund Älut besitzt; andererseits enthalten diese dreißig Psund Blut vierhundert Gramm Eisen. Man hat berechnet, daß, wenn von all dem Eisen, welches in den Adern der Mensch- heit fließt, von deren erstem Auftreten auf der Erde eine Kanone gemacht werden könnte, deren Kugel an Größe der Kuppel der St. Peterskirche in Rom gleich wäre. Sämmtliche während des letzten Jahrhunderts gedruckten Zeitungen und Bücher würden ausreichen, alle Männer der Welt vom Kopfe bis zum Fuß während dreihundert Jahre zu bekleiden. Die ganze Auflage des„New-Aork Herald" täglich neun Monate lang gesammelt, würde zu einem vollen Kostüm für jeden einzelnen Bewohner der Vereinig- ten Staaten genügen. Das„Berliner Tageblatt" würde z. B. für denselben Zweck nur für die Einwohner im König- reich Preußen ausreichen, so wie zu Hemden für die Bayern. Um aus der„Neuen Freien Presse" Kleider für alle Ein- wohner der österreichischen Monarchie zu fertigen, würden anderthalb Jahre Druck in Anspruch genommen werden. Die„Times" dagegen würden während eines Jahres nicht allein alle Einwohner Großbritanniens bekleiden, son- dern sogar Zeug zu einem Regenschirm für jeden derselben liefern können. DaS Areal, welches von den Küssen Liebender während eines Jahrhunderts bedeckt werden könnte, ist gleich groß der dreifachen Oberfläche des Bodensees. Wenn ein neuverheiratheteS Paar für jeden Kuß in ein Hektolitergefäß die Kugel zu einem Zündnadelgewehr nieder- legte, so würden sie nicht mehr als das erste Ehejahr ge- brauchen, um dasselbe zu füllen, aber eS würde das ganze übrige Leben erfordern, um durch dasselbe Mittel, ange- wendet auf entgegengesetzte Weise, daß Gefäß wieder zu leeren.—•—• Somalilande(Berbera, Bulhar und Zeyla) gereist bin und etwas in der Somalisprache spreche. Nun sah ich aber beim ersten Anblick, daß die ausgestellten Schwarzen keine Somali find; ich sprach sie in der Somalisprache an, fie verstanden sie nicht und sagten mir schließlich auf Arabisch, daß fie Neger aus Darfur sind. In dem Saal der Restauration im Zoologischen Garten ist eine ethnographische Ausstellung, welche allerdings nur Somaliwaffen zc. enthält, genau so, wie auf der Trophäe, die in meinem Laden hängt, nicht mehr und nicht weniger. Die Darfumeger bieten übrigens gar nichts Interessantes; es sind temperamentlose junge Schwarze, die mit Zittern ans einem Strauß reiten, bis sie halb abgeworfen werden, halb fich heruntergleiten lassen. Hoch» achtungsvoll Friedrich Borger." Trotzdem wurden die „Somali"-Ncger in Berlin von mehr als 300000 Personen besucht, von denen weitaus die Meisten die Sonntage benutzten. Aber es muß zugestanden werden, daß das von Herrn Borger gefällte Urtheil über die Temperamentlosigkeit dieser Neger von fast allen Besuchern getheilt wurde. Zwei russische Staatspapiere mit Talon, Nr. 95 262 und 95 263, über je 100 Rubel mit den Kupons 15—20 find vor ungefähr 8 Wochen von einem 13 jährigen Knaben in der Annenstraße gefunden worden. Die Mutter des Knaben, eine in der Neanderstttifce wohnhafte Wittwe M., hat die gefundenen Werthpapierc in Verwahrung behalten und die vorgeschriebene Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Verlierer hat fich bis jetzt noch nicht gemeldet. lieber die Auffindung eines unbekannten Mädchens wird berichtet: Am 4. d. M- übergab die unverehelichte S- aus Boxhagen dem 44. Polizei Revier ein etwa 6 Jahre altes Mädchen, welches fich Tags zuvor bei ihr in Boxhagen an- gefunden hatte, und das angeblich in Berlin wohnte. Da die Eltern des Kindes mit polizeilicher Hilfe nicht ermittelt werden konnten, so wurde dasselbe in das große Friedrichs-Waisenhaus gebracht, woselbst es fich noch befindet. g. Ein Akt empörender Rohheit spielte fich vorgestern Abend in der Bäckerei von Schönau, Hagelsbergerstraße 29, ab. Der daselbst beschäftigte Geselle V. sollte unsittliche Handlungen begangen haben, wovon der Werkführer seinem Meister Miltheilung gemacht hatte. B., welcher den Zorn seines Meisters fürchtete und fich auch schämte, fich wegen so skandalöser Dinge vor seinem Meister zu verantworten, packte seine Sachen zusammen, um sich vorgestern Abend heimlich zu entfernen. Dies bemerkten jedoch zwei andere Gesellen und als sie den B. an dem heimlichen Auszuge hindern wollten, gerieth B. in eine solche Wuth, daß er nach seiner Kammer eilte, mit einem großen Küchenmesser zurückkehrte und hierm» wie wahnsinnig auf den Werkführer und die beiden Gesellen einHieb bezw. einstach. Alle drei Personen erlitten Ver» lctzungen, besonders aber der eine der beiden Gesellen, dem ein Stich durch die Brust bis an die Lunge ging. Ein sofort herbeigerufener Arzt, Dr. M., erklärte den Sltch für nicht un- bedenklich. Der Thäter, welcher bereits vorbestraft sein soll, wurde sofort von der ebenfalls benachrichtigten Polizei in Haft genommen und dürfte wegen der schweren Körperverletzung eine ganze exemplarische Strafe erhalten. Die Vor» letzungen des Werkführers und des anderen Ge» festen waren minder gefährlich. Der Vorgang hatte in jener Gegend eine große Aufregung hervorgerufen. Ueber einen Selbstmordversuch wird folgendes gemeldet» Gestern Vormittag machte ein Schuhmachergeselle im Thiss» gatten am Kleinen Stem den Versuch, sich mittels eines Re- volvers zu erschlMn. Er rannte, als er einen Schutzmann am fich zukommen sah, durch den Thiergarten in der Richlung naco der Spree, in die er hineinsprang und aus welcher ein Arbeiter aus Wilmersdorf ihn wieder herausholte. Als Anlaß zur Thm gab er Krankheit an. In ein Bankgeschäft in der Prtnzenstrafie kam arn 7. d. M. ein etwa 50 Jahre alter unbekannter Mann, an» scheinend Kassenbote oder Handelsmann, bot eine Berliner Stadt-Obligation Nr. 5738 über 500 Mark mit Talon# Koupon zum Kaufe an und verlangte sogleich Geld dafitr, indem er angab, daß er eine Reise vorhabe, wozu er das Gell» brauche: ferner erzählte er, daß sein Nesse auch eine Obligation zu verkaufen habe. Als der Bankier sein Verzeichniß der gs» stohlenen Effekten nachsah, fand er, daß die Obligation als verloren polizeilich angemeldet war. Dieselbe war im Septembcr vorigen Jahres einem Pferdebahn-Kondukteur mit noch einer zweiten Obligation über tausend Mark Nr. 5917 verloren t1' gangen. Hierauf entfernte fich der Unbekannte, der fich Grunoi», Rosenthalerstraße 30 wohnhaft, nannte, mit dem Bemerken, daß er das Geld am anderen Tage abholen werde. Dersetse ist aber bis heute nicht erschienen. Die angehaltene Obligation wurde dem Eigenthümer wieder zugestellt.„ Im schwarzen Adler wird die beliebte Konzert-, nno Äouplet-Sängerin Klara Zierrath ausnahmsweise noch einm»' den allseitig ausgesprochenen Wünschen des Publikums na« kommen und in ihren vorzüglichsten Leistungen brilliren. gegenwärtig als der erste Jongleur bekannte Herr Zasson rvrro sich ebenfalls Ende dieses Monats verabschieden, aus welchen» Grunde ein Besuch dieses renommirten Etablissements, das w. ein geringes Eintrittsgeld so Mannigfaches und Ueberraschenoe» bietet, für heute Jedermann empfohlen werden kann. Irr, Riesensälen wird auch diesmal ein großer Kavalierdall die taNZ» lustige Welt vereinen. Die Leipziger Sänger folgen mit Ende dieses Monar» einem höchst vortheilhaften Ruf nach Wien und werden dem zufolge den reichen Schatz ihres Repertoirs in den wenigen� stellungen im Konzerthause Sanssouci in exquisitester A-W zum Vortrag bringen. Am Mittwoch hat Herr Engelhardt,» Liebling des Publikums und Leiter der Gesellschaft, sein Ber#.' bei dem eine Reihe namhafter Künstler aus Gefälligleu! den Benefizianten mitwirken werden.... Auf der schwedischen Eisbahn wird heute, SonrrWJ zum ersten Male ein großes hoständisches humoristisches Asi, laufen stattfinden, dessen Arrangements höchst belusttgono� versprechen. Es werden fich auch einige Wettläuferinnen, uns mitgctheilt wird, bcthciligen, so daß auch das belle holländische Hexenrciten zur Ausführung kommen kann.. Bemühungen der Direttion verdienen jedenfalls die un stützung des Publikums, das trotz des 10 Pfg.-Cntrses Kin gratis einführen kann. xwine Polizei-Bericht. In der Nacht zum 20. d. M. versuchtet" i in thrpr jfSptnprßYinrfprfirnfip RpTpnonpn flQnhnimkT Dl# CO Frau in ihrer Heinersdorferstraße belegenen Wohnung dur® � hängen ihrem Leben ein Ende zu machen, wurde jedoch durch'r a., Ehemann noch rechtzeitig abgeschnitten.— Am 20. d M- mittags fiel ein Arbeiter in dem Gatten der Ahrens> Brauerei in Moabit in trunkenem Zustande in eine Kanalria« � grübe und erlitt dabei mehrfache Rippenbrüche. Er würbe' dem städtischen Krankenhause in Moabit gebracht.— An � selben Tage Abends wurde ein 9 Jahre alter Knabe o», Ecke der Linien-- und Prenzlaucrstraße von einer Equipage. fahren und erlitt dabei so erhebliche Quetschungen an den»e � lterlickcn W0h'. volverS zu erschießen, lief darauf durch den Thiergatten r"* Spree, versuchte fich zu ertränken, wurde jedoch noch re?' aus dem Wasser gezogen und, da er angab, krank zu te" w, aus diesem Grunde die Selbstmordversuche begangen nach der Charits gebracht.— An demselben Tage Na?" apf fiel der Zimmermann Linke beim Abladen von Bauhb» � dem Bahnhofe Friedrichsbcrg von einem etwa 3 Mere* � wm vvh einem tiiuu c, beladenen Eisenbahnwagen herab und erlitt dabei so er? innere Verletzungen, daß er nach dem Krankenhause im-rue(.j) Hain gebracht werden mußte.— Am Abenv desselben» wurde der in der Bäckerei von Schönau, Hagelsbergerswa» � beschäftigte Bäckerlehrling Mattin wegen verschiedener ?Ä Hand« Keift« seines 7» lich ,u t und >ollten, aimner zienn» Gsellen Ver- . dem sofort 'Z leyung Set« Ge« i jener vek »nd �ngkeiten zurechtgewiesen. Martin ergriff hierauf ein Küchen- Wer und brachte dem Werkführer einen Stich in die linke vand, einem Bäckergesellen einen Stich in die rechte Schulter jJ® etnem anderen Gesellen einen Stich in den Unterleib bei. Manm wurde verhaftet, während die Verletzten fich in ärztliche Wandlung begeben mußten. Gerichts-Inwng. av-.Stoei Freundinnen, Fräulein Anna Syjak und Emilie beide in einem Konfektionsgeschäft beschäftigt, hatten !?«vnl d. F. das Uebereinkommen getroffen, eine gemein- waftüche Wohnung zu miethen. Frl. Syjak war im Besitze �� vollständigen Mobiliars, während ihre Freundin nur «ne Kommode ihr eigen nannte, und da war es denn natür- i?' baß erstere als Mietherin auftrat, während Frl. Brohl r} der Polizei als Aftermietherin angemeldet wurde. Das sw Zusammenleben erhielt aber bald einen Riß, als die «tztere keine Anstalten machte, ihrer wohlhabenderen Freundin -d auf sie'~ jü— m"" M" e ,--i iiv fallenden Miethsantheil zu entrichten. Das alte RMichmpit, daß in Geldsachen die Gemüthlichkeit auf- Wich bewährte sich auch hier, Fräulein Syjak wurde eines Tages höchst ungemüthlich und die Szene schloß damit, daß die Bröhl Knall ijr, Fall die gemeinschaftliche Wohnung verließ, der Sirbettgen Freundin einstweilen ihre Kommode für ��ckständige Miethe als Pfand zurücklaffend. Am fol- jP.den Morgen— es war noch sehr früh— wurde Fräulein Niak durch ein überaus heftiges Klopfen an ihre Thür aus arL, chlmnmer geweckt. Als Einlaßbegehrende gab sich Frl. zu erkennen und die Syjak nahm keinen Anstand, der- lelben im tiefsten Negligee zu öffnen. Aber sie bekam keinen Bttingen Schreck, als plötzlich zwei bärtige Männer herein- Wien sie ohne Weiteres bei Seite schoben und auf einen ivink der hinter ihnen stehenden Fräulein Bröhl auf deren .wigode zugingen. Im nächsten Augenblicke, bevor die Syjak ,ot vchreck und Ueberraschung wieder zu fich gekommen war, fanden sich Träger und Kommode außerhalb der Thür, '™ulein Brühl schlug dieselbe zu und verschloß sie utzerdem mit dem Schlüffel, der noch in ihrem Be- %, war. Fräulein Syjak konnte an diesem Tage «-?i,ln s Geschäft gehen; sie war gefangen, denn der zweite B�euschlüffel, öet ihrem Besitze verblieben, besaß die „.Wuhhümlichkeit, daß er die Thür nur von außen, nicht aber v" innen schloß. Erst am Abende wurde die Eingesperrte finÄ e Nachbarn aus dem Stuben- Arrest erlöst. Gestern Sw.nun Fräulein Bröhl vor den Schranken der zweiten Bunaenstrafkammer des Landgerichts I,„das Auge vom Weinen W'. Sie war des strafbaren Eigennutzes sowie der ntsberaubung angeklagt. Was das erste Vergehen anbe- so räumte die Angeklagte dies ein, dagegen bestritt sie, ihr f,» erwähnte Eigenthümlichkeit des zweiten Stubenschlüssels ih! wkannt gewesen; sie habe die Syjak nur verhindem wollen, firf. auJ bem Fuße zu folgen und glauben müffen, daß dieselbe Jeder Zeit entfernen könne. Der Gerichtshof schenkte ihr i� biestm Punkte Glauben und da die Angeklagte ihre Schuld zwischen an die frühere Freundin abgetragen hat, so kam sie lautete nur auf „-—„....v �v.....----------- Eigennutz. Hilf v'n ffrober Eyzeh, welcher am Abende des 28. März gern Stadtbahnbofe Bellevue fich abspielte, gelangte gestern »Kognition der 87. Abtheilung des Schöffengerichts. Der f.!Jeiter" Johann Gargast, welcher sich auf der Anklagebank ffl?. war der wiederholten Beamtenbeleidigung, des Wider- lir� gegen die Staatsgewalt, der Körperverletzung und des &wen Unfugs angeklagt. Am genannten Abende erschien der ?/,,i, agle Dor Hem Schalter des Bahnhofs Bellevue, warf dem wi�ur ein Markstück hin und stieß in peremptorischem Tone £ die Worte aus:„Für 30 Pfennige!" Als der Beamte (S,f Ttclflte nach welcher Richtung er fahren wolle, antwortete der We in ungezogenem Tone:„Det wissen Sie nich mal? �.'weinen mir ein netter Beamter zu sind, ick will nach'n Wsischen Bahnhof." Der Billeteur gab ihm nunmehr das I�l' bedeutete dem Angeklagten aber dabei, daß er in Zu- AiiiL en Bestimmungsort sofort nennen möge. Derselbe re- Üerh?.in so grober und lauter Weise, daß mehrere Beamte ttiiif ten und den Störenfried zur Ruhe verwiesen. Dieser uni,8te(Her mit Gewalt aus dem Bahnhofe entfernt werden flröif�eb derselbe so wüthend um sich, daß vier Mann die iih£n Anstrengungen machen mußten, um ihn schließlich zu �Naltigen. Der Exzedent wurde zur Wache gebracht. Nach nolf,, nng seiner Personalien wurde er wieder entlassen und lurzer Zeit erschien er wiederum auf dem Perron des iNessÄ�es Bellevue, seine Gegner mit wüthenden Blicken äÄ.aber sich sonst ruhig verhaltend. Als er sich aber im befand, da rief er den Beamten durch's Fenster dre be- uns* dsten Echimpfworte und Drohungen zu. Er wurde Waggon herausgeholt und wiederum mit Gewalt »rn*. ,?HnHose entfernt, hierbei will er von den Beamten £�?»raitirt worden sein. Der Gerichtshof meinte, daß dies lirf.. nhss geschadet hätte und verurtheiltc ihn wegen sämmt- Etrasthaien zu 2 Monaten Gefängniß. Die Vernichtung der Stämme der Anpflanzung �rf-toudem Wein, der den VoMrten des Restaurateurs �ick�"n in der Roßstraße am Wasser zu einer herrlichen, Ä erwachsenen Laube gestaltet, war gestern Gegenstand einer wegen Sachbeschädigung gegen den Kellner fan�ich- dre vor der 88. Abtheilung des Schöffengerichts statt- «oio.fii.Wi« der Angeklagte, der aus der Untersuchungshaft Er wurde, selbst zugab, war die That ein Akt der Rache. früher bei Ackermann in Dienst, will diesen aber vcr- di/z haben, weil er von jenem schlecht behandelt worden. Ob ®e«Ä ist oder wurde im Tennin nicht festgestellt. �enbfÄ'? uucl Nicht, rvurvr im TwT'ch leugnete nicht, die Stämmchen an der Umzäunung des eine m'."iii einem Messer zerschnitten zu haben und so wurde niäßi? F6 Beweisaufnahme überflüssig, soviel aber war alten- AoM und gewiß, daß Gentzsck ein Mensch ist, der. wre der hat. d° de des Gerichtshofes bemerkte, seine Zeit gut benutzt strafe» 5' mGer einer recht erheblichen Anzahl von Gefangmß- hlsits«. J er erlitten, hat er auch schon drei Jahre rm Zucht- Stanä �bracht. Unter solchen Umständen beantragte denn der Äonaten�-..°uch die verhältnißmüßig Hobe Strafe von. drei auf zwei MewQtenfid,t anWl06' ermäßigte er doch Vre Strafe % ?nttieh saß und den müden Braunen zur Eile boten m Jehnelle Fahren auf den Straßen ist zwar ver- aus d-m°Ie hatte einen recht triftigen Grund, sich schnell �erban?r."de zu machen— warum'1 Das that uns erne Der vor dem Schöffengericht, Abtheilung 88, kund. Farben dler Wenzel hatte seine Waare in den baierischen einem&„,?u""d weiß, ausgefahren und sein Fuhrwerl vor ,-dictien'. in das er eingetreten war, mehrere Kunden zu �nutzte �unbeaufsichtigt stehen lassen. Diesen Moment nun pSasicrfti» unberechenbare Schicksal, um Götze, der durch (eine Quf den Straßen seine Ortskenntniß bereichern und 'ih er Mm«"schlagen wollte, gerade hierher zuführen. Fragend "ist eltm!S5aw?,n an, derdenKopf hängen ließ:„Wollen wir etwa Guide k-ni»kauch einmal eine Tour riskiren?" Allein er eine fnlrf1«ntwortgewürdigt und so setzte er fich auch ohne flehte SL%( den Wagen, schwang die Peitsche und nun ,iUn sim m, Braune wollen oder nicht, es ging fort. Man sulien-Menzels Gesicht vorstellen, als er, die leeren Milch- lstoßlein" �er öand, den leeren Platz betrachtete, auf dem und Wagen gestanden. Aber er war ein resoluter Mann, der sofort erwog: das hat jener nicht angerichtet, son« dem ein Anderer; aber weit kann er nicht gekommen sein, dazu kenne ich meinen Braunen zu gut. Und nun nahm er die Beine unter den Arm und rannte auf gut Glück los. Dieses stand ihm auch in der That zur Seite, denn er sah alsbald sein Eigentbum wieder. Eben wollte Götze von dem Bock steigen, als Wenzel auf ihn zutrat und ihn fragte, ob ihm das Fuhrwerk gehöre, was mit einem lauten und vemehmlichen „Ja" beantwortet wurde. Da aber ging Wenzel doch die Ge- duld aus, er sorgte für Götze's Fortkommen und verschaffte ihm ein Unterkommen. Dieser leugnete seine That auch nicht, was hätte es ihm auch wohl geholfen? Der Gerichtshof be- rückfichtigte zwar, daß er noch unbestraft, die That dagegen mit unerhörter Frechheit begangen sei nnd verurtheilte ihn zu zwei Monaten Gefängniß. Soziales mtd Arbeiterltewegung. An die deutschen Maurer! Kameraden! Laßt Euch nicht durch falsche Nachrichten der uns Arbeitern feindlichen Presse beirren. Der Lohnkampf dauett hier in Berlin fort und ist hartnäckiger als je vorher. Also haltet Zuzug strengstens fern. Wenn wir auch glauben, Eurer Gewunterstützung nicht mehr zu bedürfen, Eurer moralischen Hilfe bedürfen wir sehr. Wir bitten, man möge überall durch die gelesensten Zeitungen bekannt machen:—„Der Lohnkampf der Berliner Maurer dauert fort und werden alle Kollegen ersucht, sich durch keinerlei Vorspiegelnngen nach Berlin locken zu lassen." Die etwa alle Woche zu wiederholende Anzeige, mit fetter Schrift gedruckt, wird dre unterzeichnete Lohnkommisfion gern bezahlen. Wir geben von der Beendigung des Kampfes sofort Nachricht. Berlin, Lothringerstr. 37. Die Lohnkommisfion der Maurer. I. A.: F. Wilke. C. Behrend. Der Antheil Deutschlands an der Waareneinfuhr in Nordamerika beträgt 8 pCt. aller dahin eingeführten Waaren. Interessant sind die Zahlen über die prozentuale Betheiligung der einzelnen deutschen Industriegebiete an der gesammten deutschen Ausfuhr nach der Union. Nach der Sta- ristik der amerikanischen Konsulate haben sich nämlich die ver- schiedenen Jndustriebezirke während der letzten fünf Jahre (Fiskaljahre 1878/79—1882/83) daran in folgender Weise be- theiligt: Königreich Sachsen(rnkl. Gera) 272,4 Millionen Mk., 24,5 pEt. der gesammten deutschen Ausfuhr; Rheinland-West- falen 270,6 Mrll. M., 24,4 pCt.; Süddeutschland, ohne recht- rhein. Bayern 161,3 Mill. M., 14,5 pCsi; Hansestädte 134,2 Mill. M., 12,1 pCt.- Berlin 86,6 Mill. M-, 7,8 pCt.; rechts- rhein. Bayern 73,5 Mill. M., 6,6 pCt.; Thüringen(ohne Gera) 36,8 Mill. M.. 3,3 pCt.; Braunschweig 27,9 Mill. M. 2,5 pCt.; Stettin- Königsberg 24,9 Mill. M., 2,2 pCt.; Breslau 22,2 Mill. M, 2,0 p(5t. Zusammen belief fich der Ausfuhr- werth der nach den Vereinigten Staaten aus Deutschland ein- geführten Jndustrieprodukte in den genannten 5 Jahren auf 1110,4 Millionen Mark. Zur Gefängnißarbeit. Eine arge Sorte von Konlur- renz macht, wie die„Rhein.-Westf. Blätter" berichten, eine Papierwaarenfabrik in Limburg a. d. Lahn mit Hilfe des dortigen Gefängnisses. Sie läßt von den Gefangenen Düten und Beutel mit Firmaaufdruck herstellen, zu welch letzterem Zwecke zwei Tiegeldruckpressen im Gange find, auf welchen täglich 16 000 Düten gedruckt werden. Für das 1000 Druck werden 50 Pf. berechnet, was einer Tageseinnahme von 8 Mark ent- spricht; den beiden Gefangenen zahlt der Fabrikant 40 Pf. pro Tag; rechnet man hierzu noch die geringen Kosten für Satz und Stereotypie und zieht dies von der Einnahme ab, so ver- bleibt dem Fabrikanten ein Reingewinn von 6'/, bis 7 Mark nur am Drucke von Düten. An anderen Papierwaaren wird der Fabrikant bei 20 Pf. Tageslöhnung sicherlich ebensoviel verdienen. Heißt ein Geschäft, stimmt aber wenig mit den auf Hebung des Gewerbes hinauslaufenden Bestrebungen überein, wenn per Staatshilfe der einzelne auf Kosten der Konkurrenten bereichert wird. Vereine und Versammlungen. Der Louisenstädtische Bezirksverein„Vorwärts" hielt am Mittwoch, den 19. August, bei I. Ruff's, City-Passage, eine Vereins-Versammlung ab mit der Tagesordnung: Die bevorstehenden Stadtverordneten-Ersatzwahlen. Da der angekündigte Referent Herr Kreutz nicht erschienen war, hielt Herr Dostor Bahn einen Vortrag über„Gewerks-Organisation", wobei Redner die Hirsch-Dunkersschen Gewerk- Vereine beleuchtete. Er hob namentlich die„Fachvereine" als die besten jetzt bestehenden Vereinsorganisationen auf gewerblichem Gebiete hervor. Dar- auf hielt Here Oskar Krohm über die Stadtverordnetenwahlen einen Vortrag. Referent kritisitte zunächst das Dreiklassen- Wahlsystem, forderte Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts. Er erklärte fich dann gegen die Miethssteuer, welche so schwer gerade auf dem Arbeiter lastet, und empfahl hierfür eine progressive Einkommensteuer; alsdann ging Redner zum Schulwesen über und empfahl, den Unter- richt auch an den höheren Lehranstalten unentgeltlich zu ertheilen; der Unterricht an den höheren Lehranstalten erfordere, trotzdem dort Schulgeld erhoben würde, noch große Zuschüsse von Seiten der Stadt. Zum Schluß forderte der Vortragende auf zur energischen Agitation zu den bevorstehenden Stadtverordneten- Ersatzwahlen. Hieran knüpfte fich eine lebhafte Diskusston. Die Herrenpartie des Vereins findet am 30. August statt. Sammelpunkt Bärwaldbrücke, früh 7 Uhr. Alsdann wurde noch auf die Petition für daS Arbeiterschutzgcsetz aufmerksam gemacht. Listen zum Einzeichnen find bei den Herren C. Krause, Prinzcnstr. 6; Kirchner, Neuenburgerstr. 17a; R. Sündermann, Gitschinerstr. 61, und O. Sillier, Admiralstr. 12 in Empfang zu nehmen. Die nächste Versammlung findet am 3. September in demselben Lokale statt. Die„Heiligen der letzten Tage" waren vorgestern wie- der aus ihrer stillen Agitation in die Oeffmtlichkert getreten, um für ihre Sache Propaganda zu machen. Trotz des strö- menden Regens war, wie die„Nat. Ztg." berichtet, der Nieft'sche Saal in der Kommandantenstraße überfüllt, ganze Echaaren Neugieriger, welche keinen Eintritt mehr bekamen, hatten fich vor dem Eingang zum Lokal postirt. Die Versammlung war wieder polizeilich überwacht, auf der einfachen Rednertribüne, saßen die beiden Mormonenapostel, ebenso gekleidet wie das erste Mal; schwarzer Rock, schwarze Beinkleider, weiße Weste und weiße Kravatte bildeten den Anzug. Beide Apostel, nicht unschöne Männer, stehen etwa in den dreißiger Jahren. Dem einen der Apostel, dem Sprecher, sah man die nervöse Erregtheit, zu der noch ein Zug düsteren Fanatismus hinzukam, an, während der Andere, der ein goldenes Pincenez trug, ziemlich apathisch und gleichgiltig dreinschaute. Um diese beiden Apostel gruppirte sich auf den ersten Stühlen die Schaar der„Heiugen der letzten Tage"; wir zählten 17 Frauen, 2 Kinder und 2 Männer. Letztere beide sehen blöde und leidend aus; die Frauen ge- hörten ohne Ausnahme dem arbeitenden Stande an, die Kleidung war einfach, schlicht und sauber. Zu dem zahlreichen Publikum, das dem„Gottesdienst" beiwohnte, gehörte auch eine kleine Schaar Arbeiter. Geraucht wurde viel, getrunken wenig, die Kellner konnten eben mit den Bierseideln durch die dickten Reihen nicht durch. Die Menge bewahrte während der « ää"** rourfc-n Anfangs kaum beachtet, erst zum Schluß wurde dre ich birte umRuhe." DerMormonen-Apostel ist logisch gewandt und spricht ein korrestcs Deutsch. Der Gedankengang des Redners war fast genau derselbe, wie der in der früheren Versammlung, über welche berichtet wurde. Der Redner erklärte, es sei nicht noth- wendig, daß ein Studirter, ein Gelehrter das Wort Gottes verkündige, ein Vater werde an seine Kinder seine Briefe nicht so schreiben, daß zu deren Vcrständniß es erst einer Mittels- person bedarf. Glauben Sie an das Evangelium, wie es die heilige Schrift giebt, nur durch die Taufe kann eine Vergebung der Sünden erfolgen; Niemand kann etwas geben, was er nicht hat, den heiligen Geist kann nur der wieder ausgießen, der ihn empfangen hat. Ich habe den heiligen Geist empfangen. (Stürmische Rufe:„Oho!"„Zeigen!" Ein feines Stimmchen: „Paepke hat die beste Weiße.".., Gelächter!) Es giebt zwei Perioden der Auferstehung, wir wissen, daß wir es sein werden, die an der ersten Auferstehung Theil haben und mit Jesus im tausendjährigen Reich leben werden.(Lärm!) Jedem bleibt die Wahl überlassen, ob er an der ersten oder an der zweiten Auferstehung theilnehmen will. tFurchtbarer Lärm und Gelächter.) Der Apostel:„Ich sehe, wie sich alle auf die Auferstehung freuen."(Gelächter! Ruf: Kalauer!!) Der Vortrag war nun beendet; von mehreren Seiten wurde Dis- kussion verlangt. Ruf:„Kennen Sie die Bibel? Den Bebel kennt der", klang es von anderer Seite. Auf die Intervention des Polizeilieutenants wird es wieder ruhig, die„Heiligen" erheben sich und singen in langgezogener, monotoner Weise ein geistliches Lied; schweigend hört die Versammlung den Gesang an. Neue Rufe:„Diskussion" werden laut, einen verächtlichen Blick wirft der Apostel auf die Rufer, dann erhebt er die Hände, das Innere derselben dem Publikum zugewendet,. und spricht im feierlichen Tone das Schlußgebet. Der Saal leert sich nur langsam;„meine Herren, ich muß Sie bitten, den Saal zu verlassen" ruft der Polizeilieutenant von der Estrade herunter; aber viele hören nicht auf diese Worte.„Ich drehe das Gas aus" ließ fich nun eine sonore Stimme ver- nehmen. Das half! Das Publikum entfernte fich.„Noch nicht ein Achtel ausgeschänkt", so klang es ihm als Seufzer nach; um die Apostel gruppiren sich die Weiber und im strömenden Regen geht es fort! Oeffentliche Versammlung der Tischler Berlins am Sonntag, den 23. August, Vormittags 10/\ Uhr, in Keller's großem Saal, Andreasstr. 21. Tagesordnung; Wahl einer Prüfunas-Kommisston in der Sache Künzel contra Rödel.— Sämmtliche Tischler und Klavier-Ärbeiter find hierzu einge- laden, ganz besonders sämmtliche Revisoren, die in der Lohn- bewegung jetzt und früher thätig waren. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen. Montag, den 24. August, Naunynstr. 44, bei Pohl, Vereinsversammlung. Tagesordnung: Beantwortung des dem Verein vom Polizeipräsidium zugestellten Fragebogens die Abschaffung der Sonntagsarbeit betreffend und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zentral-Kranken- und Sterbe-Kasse der Fabrik- und Handarbeiter(E. H., Dresden) örtliche Verwaltung Berlin. Mitglieder-Versammlung, Mittwoch, den 26. August, Abends 8 Uhr im Königstädtischen Kasino, Holzmarkt- und Alexander- straßen-Ecke. Tagesordnung: 1. Kassenbericht, 2. Das Protokoll der General-Versammlung. 3. Verschiedenes. Mitglieds» buch lcgitimirt. Eine groste öffentliche General-Versammlung der Kisten- und Koffermacher findet am Montag, 24. d. M-, Abends 8'/- Uhr, in den„Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Freudenthal über„Rechtsschutz und Gewerbeschiedsgericht": 2) Bericht der Kommission. Zahlreicher Besuch erwünscht) Vereinigung deutscher Schmiede. Montag, den 24. August, Abends 8'/, Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kom- mandantenstr. 77—79. Tages- Ordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Vortrag des Herrn Regierungsbaumeister Keßler. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbücher können in der Versammlung in Empfang genommen werden. Alle Schmiede Berlins, welche der Vereinigung beitreten wollen, sind zu der Versammlung eingeladen. Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer. 4. Stiftungsfest Sonnabend, den 29. August 1885, im Garten der„Philharmonie", Bernburgerstraße 22a. Große humoristische Soiree verbunden mit großem Konzert und Ball. Anfang 5 Uhr. Vermischtes. Dem Briefe eines italienischen Soldaten, welcher dem „Expeditionskorps" in Afrika angehört, entnimmt die„N.fr.Pr." folgende Stellen: Massauah, 1. August. Schon längst hätte ich drr, meinem Versprechen gemäß, geschrieben, wären die Nachrichten, welche ich zu geben habe, nicht in so grellem Widerspruche mit den begeisterten Empfindungen, die uns beim Abmärsche beseelten. Glaubten wir doch, kaum in Massauah angekommen, die Aktion werde beginnen und wir zunächst von Keren, diesem irdischen Paradiese, welches für unsere Soldaten zu einer Oase in der Wüste geworden wäre, Besitz zu ergreifen und so einen guten Anhaltspunkt zu gewinnen. Statt dessen verharren wir hier seit Monaten in gänzlicher Unthätig» kert- tagsüber zu unseren Häupten die vom anscheinend ewig wolkenlosen afrikanischen Himmel herabscngende und brennende Sonne, zu unseren Füßen den glühenden Sand des afrikanischen Bodens. Nachts nehmen uns Zelte auf, dre mrt Wachslernwand überzogen und überhaupt schlauerweise so konstruirt find, um jeden Lufthauch abzu nehren und in Folge dessen eme rm Innern warme Backofen-Temperatur zu erzeugen. Ber mindestens 50 Grad Hitze schlafen zu müssen, ist aber leichter gesagt als gethan. Kein Baum, kein Strauch bietet uns Schatten. Die Blüthen aber, welche auf diesem Boden nicht gedeihen, sprießen statt dessen auf unseren Körpern. Ueber und über mit einem feurigrothen, schmerzhaften Aus- schlage bedeckt, gleichen unsere ohnehin schwarzgebrannten, ad- gemergelten Jammergestalten wahren Scheusalen. Was uns besonders schwächt, das sind die Descnterie und der Typhus, der hier mit apoplektischen Erscheinungen auftritt, seine Opfer ohne langes Federlesen hinwegrafft. Diese Krank- betten sind eine natürliche Folge unserer Nahrung. ■ tnnlw m iiu s u tC"'i �ns verweist man aus das— frische älasscr, welches bereits nach faulen Eiern riecht, dickflüssig ist und zum Ueberflusse auch eine dunkelgelbe Färbung hat. Allerdings liegt im Hafen ein Schiff vor Anker, wo täglich eme gewisse Quantität Eis fabrizirt wird— welche Einrichtung, mmammm dem Lande Unsummen gekostet hat— der Himmel aber be> hüte mich, je von diesem Eise kosten zu müssen! Ist dasselbe doch lediglich für die Schwerkranken und Sterbenden be- stimmt, denen es nichts mehr helfen kann! Und, im Grunde genommen, was für einen Vortheil gewährt das Eis hier zu Lande, wo dasselbe, sobald es nur mit der Luft in Berührung kommt, sofort schmilzt und fich wieder in schmutzi- ges Wasser auflöst? Zu unserem größten Elende können wir uns aber auch nicht einmal den Genuß des Rauchens erlauben, das einzige Mittel, unser gänzlich erschlafftes Nerven- system einigermaßen anzuregen- Dre kleinste Portion Rauch- tabak kostet 25 Centimes, wenn er überhaupt zu haben ist, und unser täglicher Sold beträgt trotz aller Zulagen(!) nur 20 Centimes, welche für Seife und Putzpulver aufgehen. Obendrein fehlt es auch nicht an Soldkürzungen und Abzügen, von den Arreststrafen und Scheltworten, welche wir erleiden, ganz zu schweigen! Zu diesen Plackereien, welche übrigens auch unsere Offiziere mit erdulden müssen, kommt noch das sehr fühlbare Sinken unseres Ansehens bei den Eingeborenen, was uns auch moralisch deprimirt. Im Gegensatze zu den wohl- genährten, mit allem nöthigen versehenen, mrt Goldstücken um sich werfenden Engländern find die halbverhungerten und halbverschmachteten armen italienischen Soldaten den Abysstniern ein Gegenstand des Spottes. Seitdem wrr Massauah Menkulli besetzt halten, ist die Sicherheit auf der Strecke von Menkulli-Susti sehr fraglich geworden. Sogar die gewöhnliche Zufuhr von Ochsen blieb vom 14. bis zum 20. Juli aus, weil die Eingeborenen die uns zugetriebenen Viehhcerden abfingen. Täglich fragen wir uns, welchen Nutzen bringt unser Verweilen hier dem Vaterlande? Weder an Prestige noch an Länderbefitz haben wir durch unsere afrikanische Expedition gewonnen; die Blüthe der italienischen Jugend aber fällt derselben zum Opfer. Kaum die Stärksten unter uns haben noch Kraft genug, um auszu- harren, bis es den energischen Forderungen unserer Väter, den blutigen Thränen unserer Mütter gelungen sein wird, die Regierung zu einer Rückzugsordre zu bewegen. Ist doch die Cpidemre des Selbstmordes bei uns bereits aus- gebrochen. Nur wer die Verheerungen kennt, welche das Heim- weh, dies gräßliche Uebel, an Geist und Körper anrichtet, be- Srerft es, warum Oberst Putti und Hauptmann Casella einen -«willigen Tod suchten und fanden. Und da Niemand wissen kann, wann die schwere Stunde kommt, wo es auch Unsereinen gelüsten dürfte, deren Beispiel zu folgen, sende ich noch diesen Gruß an dich, damit, wenn mir etwas Menschliches pasfirt, man in der Heimath wenigstens wisse, daß nicht Feigheit, son- dem das Uebermaß der Erschöpfung der Kräfte unsere Leute hier in einen unrühmlichen Tod treibt. Ein tödtlicher Fiedelbogen. Erfurt, 19. August. Vor der hiefigen Strafkammer stand gestern der Lehrer und Kantor D. aus Sömmerda, auf Grund des§ 222 des Strafgesetzes der fahrläsfigm Tötung angeklagt. Am 10. Februar er. er- theilte Herr D. Gesangsunterricht in seiner Klasse und bediente fich dabei seiner Violine. Bei einem der Gesangsvorträge machte er die Wahrnehmung, daß der Knabe N. falsch sang. Herr D., ein großer Mann, neigte fich tief zu dem Knaben herunter, um ihm die Geige recht nahe zu bringen, damit er mehr auf deren Sviel achte. Hierbei stieß der fich Kn und her bewegende Violinbogen mehrfach gegen den Unter« ib des Knaben. Am nächsten Tage erkrankte der Knabe an Unterleibsentzündung, und zwar sehr schwer; denn am 23. sp I bruar er. erlag er dieser Krankheil. Die Anklage behaw>>» nun, die mit dem Violinbogen gegen den Unterleib gef Stöße hätten die Entzündung des Bauchfelles hervor, und seien die Todesursache des Knaben geworden. Der geklagte gab zu, daß der Violinbogen den Leib des## denen getroffen; die Stöße, wenn von solchen die Re« JJ» könne, seien aber keineswegs abfichtlich erfolgt', die Ria)»» nach welcher fich der Bogen bewegt, sei von seiner, des D./ bückten Stellung bedingt gewesen, die er dem Knaben gcgenul� eingenommen. Er fühle fich völlig unschuldig und bitte# seine Freisprechung. Die Vemehmung von sechs Schulina� (Mitschülem des Verstorbenen) fiel zu Gunsten des Angeklagt aus; weniger günstiger lautete indessen das Gutachten des verständigen, eines Arztes aus Sömmerda. Als Vertherl»� fungirte Herr Rechtsanwalt Dr. Bennewitz aus Merseburg, � seinen Klienten sehr warm und geschickt vertrat. Die köniM Staatsanwaltschaft beantragte vier Wochen Gefängniß! � Gerichtshof erkannte indessen auf Freisprechung. Kleine Mittheilunge«. Bonn, 21. August.(Hinrichtung.) Gestem früh hier der Raubmörder Peter Dahlhausen aus Vinxel W' richtet. Dortmund, 21. August.«Hinrichtung.) Heute wurde � Mörder Wilhelm Sauerbrei von dem Scharfrichter Krauts»ö Berlin hingerichtet. Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer. Viertes Stiftungsfest Sonnabend, den 29. August 1885,[1940 in den Räumen der Philharmonie, Bernburgerstr.22a. Große humoristische Soiree, sowie großes Concert und Lall. B i l l e t s sind vorher zu haben bei den Herren M i e tz, Saarbrückerstr. 26, Seitenflügel lY., Puschmann, Belforter- straße 16, Hof IV., Albrecht, Grunewaldstr. 7, Hof pari., Schreiber, Zoffenerstr. 22, A I b r e ch t, Dennewitzstr. 25, vorn III., Barberschke. Reichenbergerftt. 59, A. I ä n i ck e, Landsberger Allee 47, Hof part. für Damen 25 Pf._ Billets für Herren 75 Pf., I»»s Komitee. Arbriter-Kesslksii. i. WesttnKttlm. Montag, den 24. August, Abends 8'/, Uhr. �Versammlung in Gründer's Salon, Schwerinstraße 26. Tagesordnung: 1. Wie verhalten fich die Arbeiter gegenüber den bevor« stehenden Kommunalwahlen. Referent: Herr Krohm. 2. Ver- schiedenes und Fragekasten._[1953 Der Fachverein der Schneider halt am Montag, den 24. August, Abends 8V- Uhr. in Nieft's Salon. Kommandantenstraße 71/72, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Besprechung des vom Polizei-Präfidium an den Vorstand eingesandten Fragebogens zur Sonntagsruhe. 2. Arbeiterschutzgesetz und Dislusfion. Referent: Buchbinder Michelsen. 3. Erledigung der Anträge und Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ladet der Vorstand sämmtliche Schneider, Meister wie Gesellen, zu dieser Ver- sammlung ein. Petitionslisten zum Arbeiterschutzgesetz sowie zur Sonntagsruhe liegen zum Unterzeichnen aus. Neue Mit- glieder werden aufgenommen._[1933 Arb-Ke>.-Vtttm s. d.#u serlivs. Dienstag, den 25. August, Abends 8'/- Uhr: Ve ir e am m: u im g tu Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Tutzauer über die Errichtung eines Gewerbe-Schiedsgerichtes in Beilin. 2. Dislusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste, durch Mit- glieder eingeführt, haben Zutritt. Die Petition betresss des Arbeiterschutz- Gesetzes liegt zur Unterzeichnung auS und ist es Pflicht eines Jeden, dafür zu sorgen, daß dieselbe mit taufen- den von Unterschriften bedeckt wird. 1945] Der Vorstand. 5. Wahlkreis. Bezirksvcrein der werkthätigen Bevölkerung im 29., 30. und 31. Kommunal-Wahlbezir� Dienstag, den 25. August, Abends 8 Uhr, im Restaurant S i e m u n d, Linienstraße 8. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Emil Franke: Ueber den Verfall des Handwerks. 2. Dislusfion. 3. Erledigung der Fragen aus den letzten Ver- sammlungen. 4. Verschieoenes. 5. Fragekasten.____[1954 H.ffeutliche Dersammstmg der Metallarbeiter Montag Abend, präzise 8'/- Uhr, in Keller's Saal. Andreasstraße 21. Tagesordnung: Die Vorkommnisse in der Hauptvmval- tung der Vereinigung in Mannheim.[1934 Große öffentliche Kommunalwähler-Versammlung Montag, den 24. August, Abends 8Vi Uhr, in Keller's Saal, Andreaostraße 21. Die öffentlichen Verleumdungen und ge- Heimen Verdächtigungen gegen den Kasstrer des ehemaligen Kommunal- Wahlkomrtees. Carl Bauer, Skalitzerstr. 71. Decein juc lüafinmg declfttecffTen«lerTapezher. Montag, den 24. August. Abendefc'/. Uhr. im oberen Saale der Gratweil'schen Bierhallen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Michelsen über Arbeiterschutz und Beantwortung des Fragebogens betreffs der Sonntagsarbeit. 2. Verschiedenes.[1935 SchGneberg. Rrtl AfllöT Schöneberg. Sonntag, den 23. August: Ww*l VV wJLfciWl■ Sonntag, den 23. August: MilitärConcert Cavalier-Ball Der Umversal.! JPVau Zlerratli anbcte 1950] Komiker Herr Volksbelustigungen.— Alles Nähere die Säulen. Spezialitäten. A Ehrllc* Sonnfag:«onceti Schwedische Eisbahn. Komdag: fouceci Großes humoristisches Wettlaufen mit Hindernisien. Anfang 4 Uhr.- Entree 10 Pf.- Kinder frei.- Näheres die Säulen. August Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113. > Spiegel mul PolsterMarm-Magazm Eigene Fabrik, Solide Preise, Prompte Bedienung.«o Die von Mitgliedern de» FachveretnS der Schneider gegründete, Produktiv- u. Bohstoff- Genossenschaft der Schneid� ZU Berlin(Eingetragene Genossenschaft) No. 30 ZIMMER- STB ASSE No. 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren-Garderobe, sowie ihr reichhaltige« Lager in- und ausländischer Stoffe, ebenfall» w» Herren-Garderoben jeder Art werde»«ach NW angefertigt fittllt Arbeit, dmerhaNe Stoffe. Feste preise. Bitte srenan anf Straaae und Kammer an achten. 723__ Per Verstand und Terwaltanreratk� Der unentgeltliche Ärbeitsuachweis für die Metallardeiter aller brauchen befindet fich nach wie vor nur allein im Verkehrslokal für Berlin Ritterstraße 123 im Restaurant Todtke. Tüchtige Klempner nach außerhalb erhalten daselbst sofort Stellung.[1927 Arb.-Ktz.-Ntt. der iJofentt). Vorst. Montag, den 24. August. Abends 8 Uhr. in Kurzmann's Salon, Bergstraße 68, Große Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Liefländer. 2. Wahl von Venrauensleuten. rschie 3. Verschiedenes. 4. Erscheinen -esordnung wegen ist zahlreiches e willkommen.[1942 Zur Anfertigung von Damen und Kinderkleider« empfiehlt fich" Luise Mahler,«. Münchebergerstr. Kuldemail's MwUf*.| hochelegant, mit Nachf. Th. Lammers.|HCnnl Nebenräumen zKu Kommandantenstraße 72, II III Bällen, Komm« W>Nur 1 Treppe. samml-jc.höchstz-� _ Auch einige Eonnabende noch frei.___ Sanssouci,| _ Sonntag und Montag: mm Leipziger Sünger. 0R Sonntag Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. I Bei ungtinM�I Anfang 8 Uhr� Entree 30 Pf. j Wetter lw VM Monta______________ Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag Soiree. Kranken-Unterstützungsbund der Schneider(e. H.) Dienstag, den 25. Augnst er., Abends 8'/, Uhr, in Oratweil's Bierhallen, Kommandantcnstr.77/79. Versammlung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der General. Versammlung. 2. Wahl eines Bevollmächtigten, eines Kasfirers und vier Revrsoren. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Um zahlreiches Er- scheinen der Mitglieder ersucht[1936 _ Der V o r st a n d. Freireligiöse Gemeinde. Vormittags 10 Uhr Rosenthalcrstraße 38: Vortrag des Herrn Schäfer über Vordenken, Nachdenren und Nachglauben als Mittel der Lebensbefeligung.[1928 Hermann Hehr,#tm#, 109 Skaliherstraße 109, 16 Brückenstraße 16, ,1710 Eckhaus der Köpnickerstraße. Einen tüchtigen 1937] �rbettsmurkt. , der auch stepp. Büttner, Prinzenstt. Zügler, der auch steppt, verlangt � ®. Drechsler!, g. Kostg. verl. Niemann, Wafferthorstt. E. Schuhmacher!, von außerh.�verl�Peters, Philippstt. 6- l1 .? Schuhmachergesellen auf Damenrand verlangt- 1914]_ I. Peters, Philippstraßt� Gute und passende Dienstboten werden ins Haus g�, 1923]_ Frau Fleischer, Ackerstt. 133. Trilot-Arbeiterinnen außer dem Hause werden ßfw%u Weinberaswea 3, HgU� 1955] Mäntel-Arbeiterinnen werden gesucht 1956] Weinbergsweg 3, Hof IVj ®. stdl. Schlafstelle Skalitzerstr. 140, vom 1 Tr. links-, lin»- socven erschien: Das Elend der Philosophie i Antwort auf Proudhon»„Philosophie de« ElendS" Von Kail Marx. Mit einem Vorwort von Friedrich Engels. WM- Preis Bark 3,50. r ii zu belieben durch die Exvebition Rimr* Aotur feS' «W gen N k. S7) 1« Aes'st »u m ts Verantwortlicher Redakteur«. Eronhei« in«erlin. Druck und Verlag von Max vading in Berlin 8W, Beuthstraße 2. fief F-I «nbe