Nr. 205 Donnerstag, den 3. September 1885. II. Jahrg. il crlimWlMll. Drgsn für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" «schetm.... ®etltn frei Vostadomlement 4 üvll. Emzel. cnj„.„t < Eingetragen in der PostzeitungSpreiSlist« für 1885 unter Nr. 746.) _ t! Jasertionsgebühr beträgt für bte 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. örofieren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Hb» Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtum: Kenthstraste 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. Bus„große EeheioiH". Die halboffiMe„Allgemeine Zeitun g". früher 5 Augsburg, jetzt in München erscheinend, hat hier in tu mehrere Mitarbeiter, die sich viel mit wirthschaft- «chea Fragen und mit der Arbeiterbewegung beschäftigen. Ardtilerpaitei sind diese Herren, unter denen sich an- Ichemend sogenannte praktische Staatsmänner befinden, nicht gewogen und sie sind auch nicht sparsam mit gehässigen persöi lichen Angriffen. Zndeffen bringen die Herren auch manches Jnteresiante neben vielem albernen Zeug. So de- ijhndelt einer von ihnen in einem Ariikel, betitelt„Kritische Anzeichen",*) die sogenannte Ueberproduktion an j-aaren resp. an Lebensmitteln, und er ist dabei, wie man theilweise auf de» richtigen Trichter gekommen. Vt sagt: „Also Ueberproduktion und wieder Ueberproduktion! P* ist das alte Lied! Die vorwiegend Feldbau treibenden Länder bringen nach dieser Ansicht zuviel Nahrungsmittel und �ohstoffe, die Zudusttieländer zuviel Eisen, zuviel BekleidungS- tc. hervor. Und trotz der angeblichen Ueberproduktion °a allen Nothwendigkeiten und Annehmlichkeiten des menschlichen Lebens herrscht in einem großen Theile der Be- , Gerung aller Länder der härteste Mangel! Es ist klar, aß das Eine dem Andern widerspricht. Ueberfluß an �denimitteln kann eS nicht geben, so lange Hunderttausende Ngern, Ueberfluß an BeileidungSstoffen nicht, so lange 'lllionen aufS dürftigste bekleidet sind. Allerdings schließt 2*» nicht aus, daß von manchen Arttkeln mehr auf den stärkt gebrachi wird, als jemals selbst im günstigsten Falle �— w foinom -'**** georacyi iviro, ms jemai» uu �braucht werden kann, und eS unterliegt mithin keinem Zweifel, daß eine parttelle Ueberproduktion recht wohl denk- ist und in den'---- �"iglich ketten her V».-—-- minder allgemeinen Ueberproduktion zu reden, .'ft"nd in den betreffenden Industriezweigen große Un- �mtglichketten hervorrufen wird. Aber von einer mehr oft l mtnl,er allgemeinen Ueberproduktion zu reden, hat itsh■'e'nen Sinn."— Das ist soweit durchaus richtig k«»itb von uns unterschrieben. Der Herr Korrespondent die"Allgemeinen Zeitung" fährt dann damit fort, daß er ..Ursachen dieser Erscheinung„in der unan- � dessen en Bertheilung der Arbeits- d�nisse" sucht. Auch darin sind wir mit ihm h-.�un kommt der Herr zu der Einsicht, daß eine Er- fl der Konsumtionskraft der Volks- »est..®ir haben diesen Artikel des Blattes bereits in der Rubrik„Soziales" zum Abdruck gebracht, doch riii? n)'r' der Wichtigkeit der in demselben berührten n0''ea � ergründen, sondern nahm mit Freuden ent- "fin'e an Won ihm bot, ohne zu fragen, von wem eS e« doch an und für sich schon eine Uu- litten! 1. cine unverzeihliche Verletzung der heiligsten ffreih�. �chie, ihn auf einen bloßen Verdacht hin seiner . VJ" berauben. sie da« einem der Seezeichen gewesen, welche die Offiziere des(Kanone� bootes)„Malstrand" hier auf der Insel errichtet haben. Na«" dem er seine Runde gemacht und wieder die Jolle bestiege» hatte, schleppte der Kutter dieselbe bis nach Stigsnäs hinüber, hier gingen zwei Mann in die Jolle, von denen einer?»§ Land ging, während der andere eine halbe Stunde in d« NaM der Küste hin und her ruderte. Dann kam der Mann vom Lande zurück und die Jolle brachte ihn wieder an Bord, wo- rauf jene an dem Jollenbaum aufgehißt wurde..Lust" kreuzir mit vollen Segeln nordwestwätts aus dem Sund hinaus un» südwärts um Sproaö(eine mitten im großen Belt belege»' Insel'. Der betreffende Herr, fügt der Korrespondent h"# welcher auf Agersö ans Land ging, war als Gemeiner g' kleidet, aber sein Zeug war ganz neu, das MützenbaN» prangte mit„Lust" in großen und neuen Buchstabe»- und auf dem einen Finger trug er einen(*»%, goldenen Ring' die Hände, klein und weiß, warm keine trosenhände. Er frug nach der Tiefe deö Hajens und m» weit westwärts hinaus drei Klafter Mass« seien, waS«% nen läßt, daß es kein Gemeiner war. D« Cbef des„Lun- der Kapitän in der deutschen Manne ist, erlaubt wohl kau einem Manne von der Besatzung des Bergnügens wegen o» Schiff während zwei Stunden zu verlassen, um auf Landluft zu schöpfen, während das Schiff mit gebackten Segel liegt und auf ihn wartet."— Soweit der Bericht über dtt! Weatherton's erstem Anblick befunden; ihre Züge einen ncch milderen, weicheren Ausdruck an, bitt«« Thra» entquollen ihren Augen, und indem sie mit d« lin Hand dem nunmehr wied« b«uhigten Mohave Körbchen üb«gab, legte sie ihre rechte in die dargebot Weatherton's... „Meine Schwester ist todt," sagte sie leise schluchz' als habe sie gefühlt, daß in diesen Worten die ganze klärung liege, welche Weath«ton von ihr wünschte. „Ich ahnte, ich wußte, theure Miß Hertha, daß~ nicht Alles so finden würdet, wie Ihr nach Dem,"?a„..uat Euch über Eure neue Heimath berichtete, zu hoffen wäret," entgegnete Weatherton, mit Gewalt seine Rüy zurückdrängend.. �«.jW „Ihr wußtet es?" fragte H«tha Mit einem i Vorwurf im Ton ihr« Stimme;„Ihr wußtet es � habt mich nicht darauf vorb«eitet? O, es war licheS Willkommen, welches mir bei mein« Ankunft g wurde!".„»det«, Hi« hustete Raft heftig, und indem« W jW« fuhr« grollend mit dem Aermel feiner zerrissenen � jacke über seine Augen, während die Mohaves, i u sie Hertha'S Schmerz««standen, mitleidig zu'„ghtt schauten und die für sie bestimmten Speisen unang zwischen sich stehen ließen. „Verkennt mich und meine redlichen Absichten � Miß Hertha," antwortete Weatherton, die gebrochene des jungen Mädchens mit dem innigsten Mitleiden b jch „von allen Menschen der Erde wäret ihr die Letzte, auch nur in Gedanken zu betrügen od« 3»*?» Abend vermöchte. Glaubt mir, seit jenem mir unvergeß"� an Bord des Leoparden habe ich Alles, was m Kräften lag, aufgeboten. Euch wied« zu begegnet. ich aber meine Schritte lenkte, zu welchen Mtttel Zuflucht nahm, überall stieß ich auf unüberstelg«cye nisse, bis ich endlich den letzten Ausweg wählte entschloß, Euch am Saalzsee aufzusuchen.". „Meinetwegen habt Ihr die Reise hierher un n» fragte Hertha, und eine seltsame Uebe«aschung 1 juc»' ihren umflorten Augen,„o, eS ist nicht anzunehw ■niReriöfe Spionagegeschichte, die wohl noch lange den mi- Miellen Organen Stoff zu Angriffen gegen Deutschland tiden wird. Lokale». th. Da« Einziehungsamt des Magistrats ist eine der �»lagtesten und unbeliebtesten städtischen Behörden. Das �euernzahlen ist nun einmal nicht Jedermanns Pasfion und Min auch ein Jeder die Ätothwendigleit dieses Uebels erkannt F und sich auch Niemand weigern kann und will, dieser viuplpflicht eines guten Staats- und Stadtbürgers Genüge I eisten, gern geschieht es ficher nicht und der„Kerappungs- Moment" wird so lange als möglich hinausgeschoben, in den «elften Fällen allerdings weniger aus Unlust, als aus Unver- Mgen und es erwächst dem Einziehungsamte hieraus eine ge- Mlge Arbeitslast. Ist die Stadt Berlin einem riestgen Menkorbe vergleichbar, so ist daS Einziehungsamt der Honig- und die einzelnen Steuer-Annahmestellen die Honigwaaben; TOdftig schwärmen hier die Bienen ein und aus und tragen f" oft mit bitteren Thronen vermischte Süßigkeit der Steuern Mammen. Um seinen Schutzbefohlenen das Leisten der Ab- «aoen möglichst bequem zu machen, sendet der Magistrat in Merlicher Fürsorge seine Boten, um die Steuern einzukasfiren «10 das Publikum ist bereits so an den„Steuermann" ge- Aut, daß es fich vollständig auf ihn verläßt und gewöhnlich M dem Steuernzahlen so lange wartet, bis der„Steuer- tHin" kommt und die Steuern abholt. Trotzdem die Voll- Mhunasbeamten eigentlich Dank verdienten, find sie doch ,# höchst unwillkommene Erscheinungen und finden häufig » Utrschtossene Thüren, sobald ihr Kommen bemerkt worden 2 Weiß man doch, daß der„Steuermann" in einigen Wochen «leder kommt und his dahin, nun— Zeit gewonnen, viel ge- rinen! Wie jedes Ding aber zwei Seiten hat, so ist es auch r*- Findet der„Steuermann" eine verschlossene Wohnung, ? seht er ruhig wieder fort und Niemand, wenigstens nicht "5 betreffende Steuerzahler, weiß, daß der„Steuermann" da {•"■.In dem guten Glauben, daß der Vollziehungsbeamte Magistrats vre fälligen Steuern schon holen werde, unter- M der Betreffende das Zahlen der Steuem an anderer Stelle, J er plötzlich durch einen Mahnzettel überrascht wird, wofür i extra 20 Pf. entrichten muß, lediglich in Folge seiner Be- Jaemlichkeit. Trifft aber der den Mahnzettel überbringende ?ainte zufällig wiederum Niemand an, so wird der Mahn- M einfach durch die Thürspalte gesteckt, in der Voraussetzung, A auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege das bekannte Metdour des Magisttats an seine Adreffe gelangen werde. w leicht geräth aber auf diese Weise das indiskrete Doku- Mit in unrechte Hände oder geht ganz und gar verloren, so Jo wiederum keine fichtbare Spur von dem Dagewesen- {pi des Steuermannes zurückbleibt und der auf ? wartende Steuerzahler eines schönen Tages durch f*i Exekutor überrascht wird, wodurch ihm wiederum bedeu- Mo Mehrkosten erwachsen, denn, wie der Mahnzettel besagt, nach Empfang desselben die Steuem binnen drei Tagen ß.entrichten, widrigenfalls unverzüglich zur Pfändung ae> litten werden wird. Man ersteht hieraus, daß man selbst oei besten Willen, seine Abgaben zu zahlen, den Exekutor ins M�bekommen kann. Daß hierdurch dem Einziehungsamte Magistrats viel unnütze Arbeit und dem Publikum viel j[iothige Kosten verursacht werden, ist klar und es wäre nur Interesse beider, wenn ein Einziehungsmodus geschaffen "bk, welcher alle Zufälligkeiten ausschließt. ist bei dem Berliner Z0 wehr noch bei der Berlinerin schwer festzustellen, aber mit [ M Gewohnheiten hängt er so untrennbar zusammen, daß M die denkbar größten Widerwärtigkeiten den Berliner nicht -7" IPttlO». 1 � � SIT s S ft. tt Toi) f guten Laune stören können. Als sich in den letzten W ßi er gewaltige Menschenstrom wieder wie alljährlich nach �«tralauer Kirchwiese wälzte, wurde an dem Theile des TAei, der zu beiden Seiten mit zäunen abgegrenzt ist, die j®(|e oftmals so mg, daß ein geradezu lebensgefährliches anlange entstand, und es war kein Wunder, daß ein Häuflein Älti/i r>der vier kleinen Kindem plötzlich von seiner Be- sch Mig fortgerissen wurde und in dem dahinfluthenden Men- Drwome ein entsetzliches Jammergeschrei anstimmte. Ein den m POR herkulischer Figur hob eins nach dem anderen von »><> fs riirrn auf und langte fie über den hohen Stacketen-Zaun, Hin b anderer Mann fie in Empfang nahm und niedersetzte, i» wl wenigstens aus dem gefährlichen Drängen der Straße Ein dickes Frauchen, die in dem Gedränge ganz rn aufzugehen schien, bat nun den starken Mann, die $et feVr der„Ucbcrhebung" doch auch mit ihr vorzunehmen. Sick», i.nke stutzte zwar einen Augenblick, strich dann seinen faSi o art' kin Ruck und die kleine dicke Frau be- Sa», i? zwar jenseits des Stacketcn-Zauns, aber noch nicht bie ,�7 dem Boden und zwar in Folge einer Verwickelung, Uno den Stacketen und ihren Kleidern entstanden war, %„ He erst nach längerer Mühe beigelegt werden konnte. kuni- einen gewissen Theil des Stralauer-Fischzugs-Publi- ���inen�um�zu�begreifen�da�� war, dann möge Gott Euch diesen Beweis auf- NjZ. Freundschaft lohnen. Zch werde mich fortan, auch so n- pausende von Meilen zwischen uns liegen, nicht mehr �.,. i?ssen und einsam fühlen, wie ich es feit meiner An- %nU' troh des freundlichen Entgegenkommens einzelner blick' gethan. Glaubt mir, wenn mich in diesem Augm- be» ,.�ai zu trösten und aufzurichten vermag, so ist eS untrügliche Beweis Eurer warmen Theilnahme." ®effiw em Hertha so sprach und mit edler Einfachheit ihre bej n- rückhaltlos offenbarte, zeigte sich die ganze Reinheit 'or und das feste Vertrauen, daß sie von Weather- "�standen werde und er ihre DenkungSweife nur billige. Hertk.. dagegen erfüllte ein stilles Entzücken, als er Unbe�?!'' so viel Wärme zu sich sprechen hörte, und fast Ü na�m 61 ihre Hand, die sie ihm wieder ent- schehe�ite, zwischen seine beiden, was sie auch ruhig ge- "Warum soll ich eS leugnen," begann er,„daß ich die dq»"ur unternahm, um Euch wiederzusehen? Und jetzt, lad(t x" vor Euch stehe, kann ich nur mit Euch trauern büesT-uch rneine Dienste, im Fall Ihr derselben jemals be- A t et' anbieten." %iR,-®anl sün Euer» Edelmuth," entgegnete Hertha habe r"'., so ireuherzig zu Weatherton emporschauend, al« »erfta ,7" schon seit langen Jahren gekannt und auf dem »or � isien Fuße mit ihm gestanden.„Wenn Ihr nicht �Ucrna* Tefahrvollen Reise zurückschrecktet, um einem be- zu bli» hov- alleinstehenden Mädchen freundlichen Trost r«it dann werdet Ihr gewiß nicht weniger gern be- der tai»'• bur Erfüllung desjenigen Wunsches beizutragen, Ken urüß � Augenblick am nächsten liegt, am nächsten iu Miß Hertha, sprecht eS au», womit ich Euch le>e rn, Euch eine Freude zu bereiten vermag," antwor- .ichen„fir1*0" erregt,„wenn es die Kräfte eines Sterb- stillt toerd dann sollen Eure Wünsche gewiß er- Personen über den Zaun zu heben, sofort anderweitig ange- stellt wurden. Einige Jndividum'' versuchten das Kunststück bei einer sehr elegant gekleideten, großen Dame; hier waren fie aber an die Unrechte gekommen. Hei, wie hagelte es da kräftige Ohrfeigen von zarter Hand, so kräftig, daß das goldene Armband abflog, der als Waffe gebrauchte Sonnenschirm in Fetzen ging und die Angreifer fich schleunigst drückten. Mit einem unwiderstehlichen Drucke nach rückwärts machte fich die starke Dame dann Platz, hob ihr Armband vom Boden auf, steckte es in die Tasche und ging fürbaß, als ob nichts ae- wesen wäre, mit den Worten: So wat können Sie doch bei mir nich machen! In Bezug auf die in der„Staatsbürger Zeitung" Nr. 201 dem Herrn Krohm zugeschriebenen Behauptungen ist von diesem eine Berichtigung in der betreffenden Zeitung vom 1. September abgedruckt, der zufolge erklärt wird, Herr Krohm habe auf die Behauptung des Herrn Pickenbach:„er begehre in wirthschaftlicher Beziehung dasselbe, was die Arbeiterpartei verlange" nur erwidert, daß, wenn auch zwei dasselbe sagten, es doch noch lange nicht dasselbe wäre, indem manche Forde- rung von der Bürgerpartei nur gestellt würde, um bei der ar- bettenden Bevölkerung nach Popularität zu haschen. Alle übrigen nach jenem Bericht der„Staatsb. Ztg." vom Stadt- verordneten Pickenbach gemachten Ausführungen find dessen eigene Anschauungen, welche mit der Person des Herrn Krohm in gar keine Beziehung zu bringen find. Sterblichkeits- und Gesundheitsverhältnisse. Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes find in der Zeit vom 16. August bis 22. August er. von je 1000 Lebenden aufs Jahr berechnet als gestorben gemeldet: in Berlin 23,8, in Breslau 32,8, in Königsberg 31,7, m Köln 29,5, in Frankfurt a. Ä. 21,1, in Hannover 19,6, in Kassel 23,4, in Magdeburg 30,5, in Stettin 22,9, in Altona 33,3, in Straßburg 32,7, in Metz 14,1, in München 30,5, in Nürnberg 19,4, in Augsburg 32,3, in Dresden 21,5, in Leipzig 20,3, in Stuttgart 17,8, in Karlsruhe 22,1, in Braunschweig 31,8, in Hamburg 27,7, in Wien—, in Budapest 28,0', in Prag 29,1, in Trieft-, in Krakau 35,3, in Basel 26,4, in Brüssel 30,7, in Amsterdam 20,0, in Paris 22,1, in London—, in Glasgow—, in Liverpool—, in Dublin—, in Edinburg 14,9, m Kopenhagen 17,6, in Stockholm 20,2, in Christiania 21,0, in Petersburg 29,1, in Warschau 36,9, in Odessa 35,3, in Rom 25,5, in Turin—, in Bukarest—, in Madrid—, in Alexandrien—. Ferner in der Zeit vom 20. Juli bis 26. Juli er.: in New-Nork—, in Philadelphia—, in Baltimore 19,6, m San Franzisko 19,3, in Kalkutta—, in Bombay—, in Madras—.— Auch während dieser Berichtswoche war der Gesundheitszustand in Berlin im Allgemeinen ein günstiger. Die anhaltend kühlere Temperatur der Luft(der Thermometer erreichte während der Berichtswoche an keinem Tage die Höhe von 20,0 Grad Zelfius, sank dagegen meist des Morgens bis unter 10 Grad Zelfius) äußerte ihren günstigen Einfluß auf die Abnahme der tödtlichen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder, so daß die Zahl der Opfer an letz- teren auf 83, von 149 der Vorwoche, sank. Erfreulicher Weise zeigte fich diese Abnahme in fast allen Stadttheilen, so oaß die Zahl der Sterbefälle an diesen Krankheits- formen nur noch im Sttalauer Viertel und in der jenseitigen Louisenstadt eine größere ist. Auch Er- krankungen an Ruhr zeigten fich weniger. Das Vorkommen von Masern war ein seltenes, auch Scharlach zeigte fich in be- schränkter Weise, während Diphtherie und typhöse Fieber etwas mehr Erkrankungen und zwar erstere im Stralauer Viertel und in der Rosenthaler Vorstadt, letztere im Tempelhofer und Rosen- thaler Vorstadtbezirk und in der diesseitigen Louisenstadt die meisten Erkrankungen hervorrief. Auch der Keuchhusten, sowie akute entzündliche Prozesse der Athmungsorgane gelangten in größerer, rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut rn geringerer Zahl zur Behandlung. Erkrankungen am Kind- bettfieber zeigten kerne wesentliche Veränderung in ihrem Vor- kommen. Rheumatische Beschwerden der Muskeln und nament- lich akuter Gelenkrheumatismus wurden in erheblich selteneren Fällen Gegenstand ärztlicher Beobachtung. Aus dem Postzeitungsamt in Verlin. Die Zahl der in Berlin erscheinenden Blätter beträgt gegenwärtig 522. Es werden jetzt durch die Post in einem Jahre abgesandt 92 331 542 oder im Durchschnitt täglich 256 476 Zeitungsnummem. Von der Entwickelung des Zeitungsverkehrs bei dem hiesigen Post- zeitungsamte, welches im Jahre 1822 in Wirksamkeit getreten ist, geben folgende vom„D. Tgbl." mitgetheilte Zahlen ein anschauliches Bild: 1824 erschienen hier 25 Blätter, die eine Jahresauflage von 3 000 000 Zeilungsnummern hatten, 1840 erschienen 64 Blätter in 13 800 000 Nummern, 1860 133 Blätter in 22 920 000 Nummern, 1870 300 Blätter in 59 140 000 Num- mern, 1880 410 Blätter in 81 100000 Nummern. Die vorstehenden Zahlen geben immer nur die durch die Post zur Ver- sendnng gelangten Zeitungsnummern an, die Gesammtzahl der letzteren ist selbstverständlich bedeutend höher, da die täglich er- scheinenden Zeitungen in der Regel durch Spediteure bezogen und sehr viele andere Blätter durch Boten oder unter Kreuz- band den Abonnenten direkt zugestellt werden. Megnw'R onainell, oder ich will verd— wollte sagen ivr la?' Jansen," fiel Rast mit einer Sttmme ein, uier Wohlwollen und innerer Bewegung wie eine rostige Wetterfahne ächzte, ehe Hertha Zeit gewann, eine Antwort zu ertheilen;„ich kannte Lieutenant Weatherton schon, als er noch auf seiner Mutter Knie wie'ne Heckjolle geschaukelt wurde, und ich habe ihm selbst den ersten See- mannSknoten schürzen gelehrt, ich weiß, wenn er etwas ver- spricht, hält et' 8 auch!" Hertha lächelte unter Thränen und nickte dem alten Bootsmann freundlich zu, worauf sie sich wieder dem Offizier zuwendete. „Meine Schwester hat einen Knaben hinterlassen," be- gann sie traurig, und ihre Lippen bebten von der Anstren- gung, mit welcher sie das Schluchzen unterdrückte,„einen lieben, herzigen Knaben, wie ich Euch ja schon früher erzählte. Er befindet sich noch bei seinem Vater in der Salzseestadt. Ich klage nicht, daß der Gatte meiner verstorbenen Schwester mich noch nicht willkommen geheißen hat, denn eS mag in den unglücklichen Zeitverhältniffen liegen, daß er die Reise hierher nicht unternehmen darf; vielleicht scheut er auch, durch das Wiedersehen die Wunden aufzureißen, welche das unerbittliche Geschick ihm schlug. Allein daS Kind hätte man immerhin in meine Arme führen können. Es ist ja das Einzige, was mir von meiner Schwester blieb und wo- rauf ich nunmehr die ungetheilte Liebe, mit welcher ich an ihr hing, zu übertragen habe. Scheint es mir doch manch- mal, als halte man die arme Waise mit Absicht fern von mir; denn selbst mein Onkel versichert, nicht in die Rechte de« VaterS eingreifen zu dürfen. Der Vater muß sich also doch wohl weigern, ihn von sich zu lassen Ich will ihm daS Kind ja nicht rauben oder entfremden, nur zeitweise sehen will ich eS und mich an ihm erfreuen. In dem Hause deS Kommandanten, in welchem wir vorläufig unsere Wohnung aufgeschlagen haben, leben Verwandte von Mr. Elliot. Die eine derselben, eine junge Engländerin, deren Gatte augenblicklich Kriegsdienste im Gebirge leistet, kennt den Knaben genau und weiß mir nicht genug Liebes und Gutes von dem kleinen Engel zu erzählen. Doch verzeiht," unterbrach sich Hertha selbst, als sie bei dem heller auf- flammenden Schein des von den MohaveS geschürten Feuers einen seltsamen, ängstlichen und verlegenen Ausdruck auf Weatherton'S Zügen entdeckte,„ich streife ab von der eigent- g. Z» einem Konfektionsgeschäft im Zentrum Berlins ereignete fich vor einigen Tagen ein Vorgang, der trotz der versuchten Geheimhaltung nicht verschwiegen blieb. Eine Direftrize war gerade damit beschäftigt, bei einer Modell- dame den Eitz eines fertiggestellten Mantels zu prüfen, als die Konfettioneuse plötzlich über aroßeS Unwohlsein klagte und in einen Nebenraum geführt werden mußte, von wo aus nach Verlauf von etwa zehn Minuten die Stimme eines— kleinen Weltbürgers in das Geschäftslokal drang. Mutter und Kind wurden später mit möglichster Schonung für die erstere nach deren Wohnung überführt. t. Das Geheimniß der„großen, frischen Bauern- Eier", die auf unseren Märkten zum Verkauf kommen, ist be- reits oft genug als eine dreiste Händler- Finesse aufgedeckt worden. Neuerdings wird ein noch weit umfangreicherer Schwindel von einigen Händlern in folgender Weise auf un» seren Märtten aeübt. Diese Händler melden ihre Wohnung polizeilich nach Außerhalb ab, waszur Folge hat, daß fie bei ihrem Erscheinen auf den hiesigen Wochenmärkten in der Reihe derjenigen Landleute ihren Platz angewiesen erhalten, die ihre selbstgewonnenen Lebensmittel zum Verkauf bringen, und unter dieser Maske geht nun die Waare des Händlers reißend fort. Der Polizei find diese nach Auswärts abgemeldeten Berliner Händler sehr wohl bekannt, indessen ist gegen den Unfug kaum anzukämpfen. Vielleicht werden in den Markthallen geeignete. Vorkehrungen gegen diesen Schwindel getroffen. Belle-Allmnee-Theater. Die heutige Aufführung deS Görlitz'schen Lustspiels,„Mädchen-Jllufionen", findet zum Besten der Lehrer-Wittwen und-Waisen des Pestalozzi-Vereins statt. Das Lustspiel hatte fich bei seinen bisherigen Aufführungen der beifälligsten Aufnahme zu erfreuen. Polizei-Bericht. Am 1. d. M. Morgens wurde in der Spree an der Moabiterbrücke die Leiche eines etwa 30 bis 35 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Mannes angeschwemmt und nach dem Obduttionshause geschafft.— An demselben Tage Vormittags wurde ein Mann in seiner Woh« nung in der Blumenstraße am Fensterkreuz erhängt aufgefun- den.— Am Nachmittage wurde ein 13 Jahre alter Knabe vor dem Hause Unter den Linden 36 von einer Droschke überfahren und erlitt dabei eine erhebliche Fleischwnnde am rechten Knie. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er seinen Eltern zugeführt.— An demselben Tage Abends wurde der Haus- vermalter Schattmann, Markgrafenstraße 62 wohnhast, während er auf dem Hinterperron eines in der Fahrt befindlichen Pferde- bahnwagens stand, an der Ecke der Koch- und Markgrasen- sttaße von der Deichsel eines Arbeitswagens derarttg am Kopfe verletzt, daß er nach der Königlichen Klinik und von dort nach Anlegung eines Verbandes nach seiner Wohnung gebracht wer- den mußte. Soziale» und Arveiterkemegung. Zur Enquete über die Sonntaasarbeit. Der Arbei« terunterstützungsverein für Glauchau hat in Bezug auf die Textilbranche den ihm von der Gewerbe- und Handelskammer zu Chemnitz vorgelegten Fragebogen beantwortet. Diese Be- antwortung ist für alle Arbeiter interessant. Sie lautet: l. Ist die Sonntaasarbeit in allen Bekleben des Jndu- striezweiaes üblich oder nur in einem Theile und in welchem? Die Sonntaasarbeit ist in allen Betrieben üblich. II. Findet die Sonntagsarbeit statt: I. regelmäßig und dauernd? Nein. 2. vorübergehend, und zwar periodisch oder unregel- mäßig? Die Sonntaasarbeit ist vorübergehend und richtet fich nach den für die bevorstehenden Saisons eingegangenen Austrägen und ist daher unregelmäßig. III. Findet die Beschäftigung statt: 1. Für den gesammren Bekleb oder für welche Theile desselben? a. in mechanischen Webereien ist im Fall der Frage II. 2 der gesammte Betrieb beschäftigt. b. in Färbereien dagegen, insbesondere dort, wo Appretur-Anstalten mit der Färberei verbunden sind, kommt es vor, daß die Theile des Betrie- bes, Färberei und Appretur, abwechselnd Sonn- tags beschäfttgt find. 2. Für die gesammte Arbeiterschaft des Betriebs oder Betriebstherls oder für welchen Theil derselben! in mechanischen Webereien ist im Fall der Frage II. die gesammte Arbeiterschaft beschäftigt. Jedoch wer- den die Vorarbeiter, auch außer der periodischen Sonntagsarbeit, wie Scheerer und Vorrichter fast a. -w»v» v v»; vv a V V regelmäßig Sonntags beschäfttgt d. in Färbereien arbeitet im Fall gesammte Arbeiterschaft. der Frage Ii. 2 die 3. Findet bei theilweiser Beschäftigung der Arbeiter unter diesen ein Wechsel statt, und wie oft trifft jeden Arbeiter die Sonntagsarbeit? lichen Bitte, die ich an Euch zu richten gedachte. O, führt mir den Sohn meiner unglücklichen Schwester zu. Wenn Ihr es nicht thut, edler Freund, der Ihr auf bloße kübe Ahnungen und Besorgnisse hin so viel gewagt habt," fügte sie in herzzerreißendem Tone hinzu,„dann mögen noch Wochen und Monate darüber Hingehen, ehe ich den Knaben an mein Herz drücke. Bedenkt das, Mr. Weatherton, und Ihr werdet meine Bitte natürlich finden. Euren Vermitte« lungen gelingt es vielleicht, um was ich nun schon so lange vergeblich flehte." Während Hertha so sprach und sich immer mehr von der Besorgniß um daS Kind ihrer Schwester forkeißen ließ, Als t i if K-------*7' wendete Weatherton seine Auaen nicht von ihr. aber geendigt, da seufzte er tief auf. „Mr. Weatherton, Ihr haltet ein Unglück vor mir ge- heim!" rief das gequälte Mädchen plötzlich erbleichend aus, noch ehe er zu sprechen begonnen hatte,„ich sehe es, ein Kampf geht in Eurem Innern vor; Ihr wißt nicht, sollt Ihr sprechen oder schweigen; der Knabe ist todt, sagt e« gerade heraus, ich bin gefaßt und darauf vorbereitet, die härtesten Schicksaltschläge ohne jegliches Murre» entgegen- zunehmen!" „Nein, Miß Hertha, ich weiß von dem Knaben nichts," antwortete Weatherton hastig, um der aufgeregten Phantasie des jungen Mädchens den Spielraum abzuschneiden;„nach meiner Ueberzeugung sind die Nachrichten, die Ihr über das Kind erhalten habt, durchaus zuverlässig, und eS ist kein Grund vorhanden, auch nur im Geringsten an dessen Wohl- ergehen zu zweifeln. Was Ihr für einen Kampf in meinem Innern ansähet, ist nur der Ausdruck deS Schmerzes, welchen ich darüber empfand, Euch nicht so, wie Ihr es wünschet und wie ich eS so zuversichtlich hoffte, dienen zu können! Miß Hertha, ich bin Gefangener, meine Freiheit reicht nicht über die Pallisaden dieses Forts hinaus. Selbst de» Sonnenstrahl darf ich nur verstohlen von meinem Kerker aus beobachten; erst wenn andere Menschen die Ruhe suchen, dann ist eS mir gestattet, unter dem Schutz der Dunkelheit und gegen Verpfändung meines Wortes die frische Luft zwischen den Gebäuden hier zu genießen." (Fortsetzung folgt.) Ein Wechsel findet weder in den mechanischen Webereien, noch in den Färbereien statt, somit trifft im Fall der Frage ll. 2 jeden Arbeiter die Sonntagsarbeit. 4. Findet die Beschäftigung statt für den ganzen Sonntag oder für welche Stunden desselben? Während der Vormittags-Gottesdicnststunden wird nie ge- arbeitet. Dagegen im Fall der Frage n. 2 wird in allen Be> trieben während der übrigen Stunden des Sonntags, wie an einem Werkeltage gearbeitet. IV. Wird die Sonntagsarbeit veranlaßt: a. durch technische Eigentümlichkeiten des Betriebes? Nein. und durch welche? b. durch welche wirthschaftlichm oder sonstigen Gründe? In der Textilindustrie liegen für die Sonntagsabeit eben« sowenig wirthschaftliche wie sonstige Gründe vor. V. Sofern die Sonntagsarbeit nicht in allen Betrieben des Gewerbszweigs üblich ist, auf welchen Gründen beruht der Unterschied? Die Gründe find unter Frage ll, 2 bererts angegeben. VI. Welche Folgen würde das Verbot der Beschaftrgung am Sonntag haben? 1. für die Unternehmer? -. technische? Nach unfern praktischen Erfahrungen kerne. b. wirthschaftliche? Nach unfern praktischen Erfahrungen keine. 2. für die Arbeiter, namentlich: a. welche Minderung des Jahres- Arbeitsverdienstes würde unter der Voraussetzung eintreten, daß eine Steigerung des Lohnsatzes nicht einträte? In dem Fall, daß die Sonntagsarbeit aufhört, würde, um die vorliegenden Aufträge der Fabrikanten zu erledigen, folge- richtig die jetzt in der Textilbranche übliche und ourch das Bestreben, möglichst schnell der Konkurrenz vorzukommen, her- vorgerufene Ucverstürzung in der Arbeit beseitigt, der Handel mit den fertigen Fabrikaten in ruhigere Bahnen geleitet, damit aber die ebenfalls in der Textilbranche übliche periodische und von dem Arbeiter schwer empfundene Arbeitslofigkeit ver- mindert, der Arbeitsverdienst aber, selbst wenn eine Steigerung des Lohnsatzes nicht eintreten würde, in keiner Weise ver- mindert werden. �. b. würde dieser Nachtheil durch andere Vortheile auf- gewogen werden? durch welche? Der scheinbare Nachtheil würde ganz eminent damit auf- gewogen, daß, da der Arbeiter ebenso wie jedes zur Arbeit de- stimmte Erdengeschöpf nur durch eine Ruhepause in die Lage gebracht wird, mit neuer Kraft das ihm übertragene Arbeits- Pensum abzuwickeln, nach einer unter allen Umständen gesetzlich bewilligten Ruhe am Sonntag der Textil� Arbeiter seine oft schwierige Aufgabe ohne Nachtheil für dieselbe und fich selbst lösen und mit größerer Jntenfivität, Aufmerksamkeit und durch Uebermüdung nicht beeinträchtigte Arbeitslust an der Vervoll- kommnung der Industrie selbst mitwirken könnte. Durch die unausgesetzte praktische Arbeit muß dem Texlil-Ardeiter die gerade für sein Gewerbe überaus nothwendige geistige Spann- kraft verloren gehen und damit die deutsche Textil-Jndustrie allmälig ihren guten Ruf einbüßen. vn. Ist das Verbot der Beschäftigung von Arbeitern am Sonntage durchführbar: 1. ohne Einschränkungen? Ja. 2 mit welchen Einschränkungen? Es bedarf keiner Sonntagsarbeit. Wenn es nicht durchführbar ist: 3. aus welchen Gründen? Hierüber haben wir uns unter IV. 2. b ausgesprochen. Kinderausbeutuna. Durch verschiedene konservative und liberale Zeitungen des Großherzoathum Badens geht folgende Nachricht:„In manchen Orten Badens, namentlich im Breis- gau, besteht eine Art Kinderarbeit, von der fich wenige Leser einen Begriff machen: es ist dies das„Knöpfle- Aufnähen." Das Aufnähen der weißen Hemdenknöpfchen wird an Agenten gegeben und von diesen an ärmere Familien, deren Kinder vom zartesten Alter an zu dieser Arbeit angehalten werden. Für zwölf Dutzend oder 144 Stück wird 1 Pfennig bezahlt, dieses aber nicht in Baar, sondern die Betreffenden müffen da- für von den Agenten, die in der Regel Kaufleute find, Kaffee, Zucker u. vgl. nehmen."— Das ist ja eine doppelte Aus- beutung der armen Kinder! Solcher Zuschuß auch bei den ärmsten Familien muß ja das ganze Familienleben untergraben, da es die Kinder in der frühesten Jugend förmlich zu Krüppeln macht. Auch hier muß die Gesetzgebung eintreten und derlei Arbeit verbieten. Dann aber müßte solchen Agenten das Hand- werk gelegt werden, welche durch diese Art Zwischenhandel auf Kosten der Kindcrhändchen noch einen doppelten Verdienst vorab nehmen. Man steht übrigens, daß es immer dringlicher wird, die Arbeiter vor der Ausbeutung zu schützen, damit nicht die ganze Nation nach und nach versumpfe. Die Zeitungen aber sollten solcher unmenschlichen Ausbeutung begegnen, m- dem fie die Firmen und Agenten mit Namen nennen. Viel- leicht befitzen dieselben noch ein klein wenig Scham. Gegen Werkstattordnungen, welche darauf beruhen, daß die Rechte und Pflichten der beiden kontrahirenden Par- teien, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, gegenseitig gewahrt und genau gehandhabt werden, ist gewiß nichts zu erinnern. Wenn aber, wie es bei den meisten Werkstattordnungen der Fall ist, der eine Theil— der Arbeitgeber— diese Wertstattordnung dem anderen Theil— den Arbeitern— einfach anfoktrovrt. darin nur Rechte für die Fabrikherren und Pflichten für die Arbeiter enthalten find, so find solche Werkstattord- uungen gemeinschädlich, nur geeignet, jedes gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gründlich zu zerstören. — So theilt die„Fränkische Tagespost" auS einer Werkstattordnung einer Nürnberger Pinselfabrik einige Absätze mit, welche zeigen, daß Fabritordnungen vorhanden find. In der- selben heißt es unter Anderem:„Nacharbeit und Sonntags- arbeit dürfen im Interesse des Geschäfts nAt verweigert wer- den. Im„Einklang" damrt steht die Bestimmung!„Dre Arbeitsstunden müssen von jedem Arbeitnehmer auf das Pünktlichste eingehalten werden, es gelten kerne Entschuldi- gungen über späteres Kommen, sondern es treten k« 26 b« i»5 Minuten 40 Pf., 41 bis 60 Minuten 60 Pf., über eine Stunde 1 M. Unentschuldigtes Ausbleiben wird jedenfalls mit 1 M. bestraft. Im Krankheitsfalle muß sofortige Entschuldigung erfolgen, in Ermangelung einer solchen tritt Bestrafung wie bei unentschuldigtem Ausbleiben ein! Die mit unwahren Thatsachen begründeten Entschuldigungen werden mit zwei Mark bestraft. Neben diesen Strafen treten auch die betreffen- den Lohnabzüge ein. Dann heißt es noch:„Die in einem Kalendeijahr angelaufenen Strafen und Abzüge werden zu wohlthätigen Zwecken unter Mitwirkung der Geschäftsführer verwendet."— Bis jetzt haben aber die Arbeiter in der be- treffenden Fabrik noch keine Kenntniß davon erhalten, zu wel- chen„wohlthätigen Zwecken" die aus den Ärbeitcrgroschen herausgepreßten Strafgelder verwendet werden.— Dies Alles beweist wohl zur Genüge, wie nothwendig ein Arbetterschutz- gesctz für die Arbeiter ist, denn wenn, wie in dem betreffenden Gesetzentwurf der Arbeiterpattei vorgesehen, Arbeitskammern errichtet werden, so wird auch solchen famosen Werkstatt- „Ordnungen" ein Riegel vorgeschoben werden. Angekündigter Streik. Sämmtliche Ketten-Fabrikanten in den Distrikten Süd-Staffordshire und OsüWorcestershire in Forderung nicht zugestanden wird, dürften die Arbeiter die Werkstätten verlassen und streiken. Durchbohrung deS Simplon. Seit einiger Zeit schon geht durch die Presse die Meldung von einer projektirten Durchbohrung des Simplon. Ueber dre Ausführung selbst find bis jetzt Details nicht bekannt gewesen; jetzt aber, wo die ita- lienische Regierung der schweizerischen ihre Bereitwilligkeit, auf das Projekt einzugehen, erklärt, und seine finanzielle Unter- stützung zugesagt hat, hat das Projett greifbare Gestatt ange- nommen. Noch im Laufe dieses Jahres wird der Babnbau in Angriff genommen werden. Die Bahnlänge beträgt 51 Kilometer, wovon auf den eigentlichen Tunnel 12 Kilometer entfallen. Die Bauzeit ist auf 10 Jahre berechnet, das Bau- Kapital auf 73 820000 Lire veranschlagt worden. Die auf schweizerischer Seite befindliche Tunnelmündung wird 639 Meter, die auf italienischer Seite dagegen 627 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Nach eingehender Prüfung des zu durch- bohrenden Gesteins ist man zu dem Resultate gelangt, daß die Bohr-Arbeiten 2222 Tage, also 6 Jahre 1 Monat, Zeit erfordern werden. Uereine und Versammlungen. Der Vorstand deS Vereins der Berliner Bau- anschläger ersucht uns um Aufnahme des Folgenden:„In Nr. 193 des„Berliner Volksblatt" befindet fich ein Aufsatz über„Arbeiterstatistik" auS Rohleder's Bureau, in welchem auch unser Fachverein erwähnt wird. Es wird in diesem Auf- satz gesagt, daß die von dem genannten Bureau ausgegebenen Fragebogen, zum Theil gar nicht, zum Theil lückenhaft ausge- füllt zurück geliefert worden seien. Was unsem Verein anbe- trifft, so haben wir von dem genannten Bureau derattige Fragebogen gar nicht erhalten. In Bezug auf die Abzweigung unseres Vererns, die der Artikel bringt, find Unrichtigkeiten in sofern vorhanden, als bei unserm Beruf allerdings die Stell- macher unfern Beruf zu ihrem Broderwerb gewählt haben und, soweit unsere Erfahrung reicht, sehr tüchtige Arbeiter in diesem Jache find, keineswegs aber hat fich unser Verein von den Stellmachern abgezweigt, er hat fich vor zwölf Jahren, ohne vorher mit dem Verein der Stellmacher in Verbindung ge- treten zu sein, selbst gegründet. Auch die Angabe inbetteff der Mfigliederzahl des Vereins ist unrichtig. Dieselbe bettägt nicht, wie in dem Aufsatz angegeben worden ist 70—30, son- dern zirka 200 Personen. br. Der Bezirksverein des werkthätigen Volkes im 29., 30. und 31. Kommunal Wahlbezirk(Lothringerstr. 59) be schästigte fich am Dienstag mit den bevorstehenden Stadtver- ordnetenwahlen. Herr Schultze begründete die bekannten For- derungen der Arbeiterpartei, betreffend die Miethsstmer, das städtische Schulwesen, gewerbliche Schiedsgerichte, Sanitäts- wachen, das Pferdc-Eisenbahnwesen, Steuer auf fremde Biere und die englische Gasanstalt. Er sprach am Schluß die Hoff- nung aus, daß die Arbeiterpartei bei den diesmaligen Wahlen die Zahl ihrer Vertteter auf 9 bis 10 bringen werde. In der Diskusfion zeigte Herr Kunkel, daß das städtische Schul-, Sa- nitäts- und Steuerwesen noch Vrel zu wünschen übriglasse. Herr Gutzke legte die Ungerechtigkeit des DreiklaffenWahl- systems dar. Herr Laske bestritt, daß der Magistrat ein Recht dazu gehabt, diejenigen Arbeiter, welche sich bei der Polizei als „Schlafburschen" haben anmelden lassen, für nickt wahlberech- tigt zu erklären, da dieselben fich ebenso richtig auch als „ Chambregarnisten" hätten anmelden lassen können. Die Art, wie daS Gleichheitsprinzip angewendet werde, illustritte er durch den Hinweis darauf, daß die Mieths- steuer für den Armen die gleiche sei, wie für den Reichen, nämlich 6 zwei Drittel Prozent von der Miethe, daß aber in Bezug auf Gehaltserhöhung den Laternenanzündern nicht die tletche Berücksichtigung zu Theil werde, wie den Stadträthen. )as Ergebniß der Drskusfion war die einstimmige Annahme einer Resolution, in welcher die Versammelten erklären, agita- torisch für die Wahl von Vertretern aus der Mitte der Ar- deiter eintreten, namentlich die Agitation im 23. Kommunal- Wahlbezirk energisch betteiben zu wollen.— Der Antrag des Herrn Laske, daß der Vorstand beaufttagt werden möge, bei der Stadtverordneten-Versammlung gegen die Bewilligung von 15 000 Mark zu einem zu Ehren des Telegraohen-Konzresses zu veranstaltenden Festessen einen Protest emzureichen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Die Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure und Berufsgcnossen beschloß in ihrer letzten Sitzung, den Vor- stand mit der Abfassung einer Resolution zu beauftiagen, welche im Sinne der statigefundenen Diskusston die Sonntagsarbcit verwirst und besonders scharf die Sonntagsarbcit der Lehrlinge und deren nachtheilige Folgen betont. Lehrkontraktliche Be- stimmungen, wonach ein Lehrmeister fich das Recht vorbehält, den Lehrling zur Sonntagsarbeit heranzuziehen, mögen unter keinen Umständen rechtliche Verbindlichkeit gaben(gegen Lehr- kontrakte hatte sich vor Kurzem der Verein überhaupt aus- gesprochen). Hervorgehoben wurde allgemein, daß die Frage der Sonntagsarbcit nicht getrennt von der Ueberstundenarbeit an Wochentagen gelöst werden kann. In Anbetracht der außerordentlichen Krifis in dem qu. Albeitszweig beschloß der Verein, vorläufig bis zum 1. Januar von Neueintretenden kein Einschrcibegclv, sondern nur den Monatsbeitrag von 25 Pfg. zu erheben. Zum Schluß wurde auf den am 26. September stattfindenden Herrenabend aufmerksam gemacht. Allgemeiner Arbeiterverein zu Friedrichshagen und Umgegend. In der Versammlung am 29. August im Lokale des Herrn Jannasch referirte Herr Rosenthal über das„Ar- bciterschutzgesetz". Redner führte aus, daß das Arbetterschutz- gesetz eine Rothwendigkeit sei, denn unter dem Drucke der Fabrikanten und Arbeitgeber sei es rein unmöglich, sich nach dem Ausspruch der Manchesterpartet durch Selbsthilfe eine bessere Lage zu schaffen. Redner wies nach, daß ein solches Gesetz nicht erst heute, sondern schon vor 30 Jahren, wenn auch in etwas anderer Form verlangt wurde. Sehr eingehend sprach Redner über die Sonntagsruhe und betonte, wie sehr fich die Arbeiter nach derselben sehnten. Die Enquete sei auch nicht dazu angethan, um die Stimme der Arbeiter zu hören, wie fich der Herr Reichskanzler ausdrückte, sondem die Arbeiter müßten Alle Mann für Mann durch Unterschrift in den Petitionslisten zeigen, daß fie ein solches Gesctz verlangen. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen sachlich gehaltenen Vortrag. An der Diskussion be- theiligte fich Herr Mchnert, indem er auf die Kinderarbeit in den Fabriken hinwies. Das Kind gehört in die Schule oder auf den Spielplatz. Durch Ausbeutung der jugendlichen Kräfte würde nichts Gutes geschaffen, die Kinder, welche zu früh in den Fabriken besckäfttgt werden, gingen einem frühen Siech- thum entgegen. Auch die Frauenarbeit müßte beschränkt wer- den, denn wenn das heutige System so weiter fortgesetzt werde, werden bald die Frauen dre Männer aus den Fabriken ver- drängen. Für letztere Behauptung diente als Beweis, daß hier in einer Berliner Fabrik 20 Mädchen als Klempner beschäftigt werden. Die Zuchthausarbeit, die den freien Arbeitern so viel Konkurrenz mache, sei ebenfalls zu verwerfen! die Leute könnten ganz gut anders beschäftigt werden. Dem Redner wurde ebenfalls großer Beifall zu TheU. Nach der Diskusfion wurde folgende Resolution einstimmig an- genommen:„Die heut im Lokal des Herrn Jannasch versam- melten Bürger von Friedrichshagen erklären fich mit dem Refe- renten voll und ganz einverstanden und verpflichten sich, die vom Vorstand des allgemeinen Arbeitervereins vorgelegte Peti- tion zu unterzeichnen; auch dafür zu sorgen, daß dieselbe mit vielen Unterschriften versehen wird."— Zum Schluß mernte Herr Rosenthal, doß es Sache eines jeden Arbeiters sei, sich an der Petition durch Unterschrift zu bet heiligen, denn die Unter- schritten müßten nach Millionen gezählt werden. Der Vor- fitzende schloß die Versammlung mit der Ankündigung, 19. September die nächste Sitzung stattfindet, wozu er aut»' bester einladet. � Gegen die 5 Pfennig-Barbiere. Eine außerordenuV Generalversammlung der Mitglieder der Barbier- und ssniw Innung zu Berlin soll am 15 September abgehalten mg Als einziger Gegenstand steht auf der Tagesordnung o# Versammlung: Beschlußfassung über folgenden Zusatz%- des Jnnungs-Statuts:„Jedes Mitglied, welches für � Barbieren weniger als 10 Pf. nimmt, kann von dem Innung Vorstande bis zum 15 fachen Jahresbeiträge bcrangcps-» werden; hiergegen kann das betroffene Milglied die Entscheitu»* der nächsten Jnnungs-Versammlung herbeiführen." Verein der Berliner Bauanschläger. Sonntag, 6. September, Vormittags 10 Uhr, Vereinsversammlung°n Preuß, Oranienstr. 51. Tagesordnung: I.Wahl eines � gnügungskomitees zum Stiftungsfest und zur SBetnnaffl' oescheerung. 2. Bericht des Vergnügungslomitees über � Landpartie. 3. Verschiedenes. Kleine Mittheilungen- Mainz.(Zum Doppelmord.) Die ftattgehabe Sekllon� Leiche der ermordeten Woche hat ergeben, daß der Too u Woche durch Zertrümmerung der Hirnschale mittels e« stumpfen Gegenstandes erfolgt ist und daß nach dieser fr der Mörder sein Opfer durch Umlegen eines Liderriemen« u den Hals>u erwürgen versucht hat. Zu dieser ErwürgU" schien der Mörder nur deshalb geschritten zu sein, weil er. muthete, er habe du ch den mit großer Gewalt geführte» fr sein Opfer nur betäubt. Als bei der Sektion die Kopfham � Erschlagenen an der Hirnschale hinweg gezogen und letztere u» gelöst war, fiel ein Stück Hirnschale heraus. Der Schlag K unmittelbar den Tod der Verletzten herbeigeführt. GlerrbM mit der Untersuchung des Mageninhalts der Wothe ig auch nochmals der Mageninhalt des am Rhein aufgefunven Rumpfes untersucht;'ras Resultat ergab, daß die in den dem Mägen gefundenen Speiseüberreste von völlig leichter schaffenhert waren und beinahe denselben Grad der VerVaUM überstanden hatten, woraus fich ergiebt, daß beideErmordete gteiv zeitig ein und dieselben Speisen genossen hatten un daß die Crn>° dung selbst in kurzen Zwischenräumen geschehen sein M Dieses wichtige Moment wurde noch dadurch bestätigt, datz� einer nochmals in der Wohnung der Ermordeten vorgenom°' nen Haussuchung ein Topf mit Speiseresten gefunden wor« war, welche ganz genau mit den verdauten Speisen der Ermordeten übereinstimmten. Daraus wird nun gefolgert,»! der am Rhein aufgefundene menschliche Rumpf niemand g. ist, als der seit jener Mordnacht verschwundene Schuh gi Wothe, der Ehemann der ermordeten Frau Wothe, nm gemeinschaftlich am Abend vor dem Morde diese Speist� nassen hatten. Welches die Motive waren, daS scheußlich« brechen zu verüben, ist bis zur Stunde noch nicht aufß�r- vitufcn zu utiuucn, i|i vs» ziu wiuuvc uuu# uiu�i fX|f Bei der Untersuchung des Rheinbetts an der Stelle, an gP der Rumpf in das Waffer geworfen worden war, wur� ü ein wichtiges Beweisstück gefunden und zwar der dem macher Wothe gehörige sogenannte Schuhmacherklopfstein. M, Stein war mittelst Lederrremcn an die Umhüllung des Rog, gebunden worden, damit derselbe im Wasser sofort auf den Og niedersinken sollte, beim Herabwerfen löste ssch aber der sm®, Stein von dem Riemen los und versank im Wasser, währen» Rumpf eine kurze Strecke weit fortschwamm, bis er an em. Floß hängen blieb. Aus alledem scheint hervorzugehen, daß Körper des Wothe deshalb von dem Mörder oder den MArtJS (denn nack Anficht der Medizinalbehörde wäre ein 9% kaum im Stande, eine solche Kette von Scheußlichkeit».* einer Nacht zu verüben) in den Rhein geworfen worden i um glauben zu machen, Wothe habe seine Frau ermordet sei alsdann flüchtig geworden.— Ueber die Festnahme HeU in Laubenheim, w. Icher bisher keinerlei Geständmß adf'?' hat, und im Gefängniß fich Mühe giebt, den„wilden zu spielen, wird dem„Mainz. Tgbl'" folgendes mitaeÜ». Herbst verkehtte am Abend in verschiedenen WirthshaNi® Als ihm schließlich das Obdach überall verweigert worden und er mit dem Polizeidiener des Ottes zusammentraf,% er zu diesem: Ärretiren Sie mich doch! Der Polizeidiener t fich das nicht zweimal sagen und verständigte den Bürgerine». Möhn von der Sache; bieser gab seine Zustimmung man setzte den jungen Mann, eine hagere Figur mit knochigem, bartlosen Geficht, hinter Schloß und Man konnte eigentlich über ihn nicht ins kommen. Er befand fich in großer Aufregung, war aber g überaus zuvorkommend gegen jedermann. Er bot den ir» sehr artig guten Abend und zeigte überall die fre»„ lichste Miene. Er wolle, so sagte er, nach Alzey, um Trauerbotschaft dorthin zu bringen, habe aber den Zug � säumt. Jetzt verweigerte man ihm das Nachtlager. A'» internirt war— es war inzwischen 10 Uhr geworden—-■„) bette er plötzlich seine Haltung und fiel von einem Extrem J andere. Während er vorher ein sehr artiges, fast gewinne»� hatte, wurde er jetzt mZ Benehmen zur Schau getragen tobte und schne zum Fenster hinaus:„Ich heiße Müller wohne Gättnergasse Nr. 85! Heraus, ihr Bürger von Liw. heim, hier wird der Gerechtigkeit Gewalt angethan!" So„ ähnlich lauteten seine Aeußerungen, die er mit Stentorst'® in die stillen Gassen hineinlief, so daß daS ganze Dorf menlief und fick die Straßen bald mit Menschen füllten, g neigte jetzt der Anficht zu, der Verhaftete sei ein Betruni. und es sei vielleicht unrecht gewesen, ihn einzusperren: solle ihn laufen lassen. Schon wollte man ihm die gjg, wiedergeben— der Befehl war bereits als einige Bodenheimer aus Mainz auf Arbeit find, und die Nachricht Morde am Füistcnbergerhof— die Auffindung des menschlichen Rumpfes dazu erlassen s schon am Vormittag in Laubenheim bekannt geworden brachten. Es waren unter den Leuten Schuhmacher ,o_�| nicht für unmöglich erklärten, daß der junge Mann b,ic, dem in Mainz vermißten und gesuchten Herbst identil« Jetzt ließ der Bürgermeister den Menschen nochmals oor� kommen und fragte ihn. ob er fich legitimiren könne. miren? O ja", sagte dieser,„hier sehen Sie." Damitz er ein mit Geld vollgefülltes Pottemonnaie. Natürlich■ Lj ...» ihm entgegnet, daß dies keine Legitimation sei. Er aber weiter nicht ausweisen. Als ihm erklärt wurde. W Veranwvtlicher Redakteur M» Troutzei« ta Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin 8W, Beuthstraßc 2, ujm cruuu � von einem neuen schrecklichen Verbrechen in Mainz KUN halten habe, verfärbte er fich und trat bebend einige<2 zurück. Als der Gendarm den Verhafteten heute Morgen�, der Zelle ließ, fragte er ihn, wie er heiße, und erhielt wort:„Ich heiße Müller und bin aus Mainz." Em Ggf: machergeselle, der in der Nähe war, sprang aber hinzu u» hfl „Was? Du lügst! Du heißt nicht Müller, Du W W und bist ein Schuhmacher aus Mainz." Der GensdariN> dem Verhafteten die Hände und brachte ihn L jal Die„Mainz. Ztg." weiß über Herbst noch zu berichte' dieser früher eine Zeit lang Metzger war, was insofe j,, einiger Bedeutung ist, als die im Rhein gefundene Le„ m lanntlrch von geübter Hand zerlegt war. Von ÜlBidstiA jm! die Untersuchung ist der bekanntgewordene Uwstan' Herbst fich vor seiner Flucht über Weisenau nach Lau'# eine neue Reisetasche gekauft hat. Diese Reisetasche 0'' t;.5 verschwunden und neigt man nunmehr der Annahme» I. xck Herbst in derselben die fehlenden Kärpettheile der Wothe transpottitte. Der Verhaftete verbleibt beim � W der That. Bemerkt sei hierbei, daß die früheren � lungen des Herbst, darunter eine zu 9 Jahren � sämmtlich auf Grund von Indizien- Beweisen erfolgt t Herbst niemals ein Geständniß abgelegt hat. Hierzu eine Gr, '«B# m 16 Beilage zum Berliner Volksblatt * Btt M-M in KuMhngm _-M» Aar f j f. W W-_ M 12 9/ v;— � � � ...Aus Kopenhagen, Ende August, wird der„Frän!. Tagesp." Mchiieben: «. 6« ist ein harter Kamnf, der hier geführt wird. Aber die Mnter wissen auch, was es gilt. Unterliegen sie diesmal, so is ein Schlag für alle Arbeiter- Und nicht nur für diese °uein, sondem für die gesammte Opposition, die in der wun- Mar krä'tigen, fachlichen und politischen Organisation der Arbeiter eine starke Mithilfe hat. Deshalb find auch noch bei «weni ähnlichen Kampfe die Sympathien der gesammten Be- 'Wtrung so auf Seite der Arbeiter gestanden, wie bei diesem. Sj* Bauern haben beinahe alle Kinder der ausgeschlossenen «chmiede und Maschinenarbeiter zu fich genommen, wo diese ;,e ihnen vielleicht noch nie gebotene Landluft genießen kön- ein rührendes Faktum, von dem Björnsterne Björnson, T berühmte realistische Dichter, gesagt hat,„daß ihn noch nie «was so �hr gefreut habe, als diese Handlungsweise". Die «Udrrende Jugend— die allerdings nicht mit den deutschen W Pariser Studenten in eine Linie gestellt werden M, unterstützt kräftigst. Liberal gesinnte Gewerbetrei- »ende stellen den Ausgeschlossenen Lebensmittel zu halben W£n ober ganz unentgeltlich zur Verfügung: Kinder, die fT Schule wegen auf dem Lande nicht untergebracht werden Muten, werden von Wirthen unentgeltlich gespeist. Mehrere Mbiere rasieren und frisieren die rm Lock-out stehenden Ar« Mt« umsonst u. s. w. Kurz es ist ein edles Wetteifern, den - An Geldern find bis jetzt 'iUW. 1»\ 1# d-r umionii u. ,. u>. jvuij w» �Mptenden zu Hilfe zu kommen. "kr 70 000 Kronen cingekommen g. Und die Gegner, vre Fabrikanten, die Regierungspartei? �spotten, lügen, schimpfen und— warten, bis der Hunger ? vre Reihen der Arbeiter einziehen soll. Der will aber nrcht Amen. Im Gegentheil. Der Zusammenhalt wird immer »."Uer, und die in den betreffenden Fabriken beschäftigten kfe[ittCr anllerer Lunchen haben fich den Ausgeschlossenen bei« za Gs gelang nämlich 7 Fabriken zusammen, ungefähr <„Arbeiter" zu gewinnen, von denen aber nicht einer A Hinausgeworfenen zugehörte. Die übrigen Arbeiter, A Tischler, Modelleurs, Taglöhner>c. überredeten Akere, die Arbeit wieder zu verlassen, was aber zur Folge Me, daß alle der väterlichen Fürsorge der Polizei anHeim Ä: 8hr Aufenthalt in den Ateliers glich dem in einem Amihause, und als sie. fich weigerten, mit den neu Ein- Helenen zusammen zu arbeiten, drohte man mit der„Strenge &, Gesetzes." Die Polizei blieb in der Nähe stationirt, um M der Hand" zu sein. So legten alle die Arbeit nieder, so & die Fabriken nun völlig stille stehen. Auf die Blätter der Rechten, die wider die Arbeiter mit Au Mitteln kämpfen, hat dieses einen ungeheuren Eindruck -e— n-«mU So« ftornnfiririffipn Korten gestempelt. Man wird vielleicht fragen, was eigentlich in diesem im Prinzip ökonomischen Kampf Politisches sei. Aber hier beherrscht die volittsche Frage eben Alles. Seit 1872 haben alle Fächer ihre Gewerkschaften, in Folge des ihnen grundgesetzmäßig zustehenden Rechtes. Sie find von großer Wichtigkeit auch für die Partei der Linken, da z B. bei der letzten Folkcthings-Wahl diese Vereine den größten Antheil hatten an der Durchsetzung von opposttioncllen Kandi- daten gegenüber Reattionären. Wie Eisenindustiiellen wollen nun die Arbeiter zwingen, aus ihren Vereinen auszutreten, was ein offener Angriff auf das Bürgerreckt der Gehilfen, so- wie eine Verletzung des Grundgesetzes ist. Von den Feinden des Grundgesetzes wurden fie sofort darin unterstätzt, indem diese höchst angesehenen Leute einen Verein gründeten:„Ardeiters Wehr", der„die Arbeiter gegen die Tyrannei der Sozialdemokraten" schützen soll, in Wirklichkeit aber nur den Arbeitgebern bei Streiks u. s. w.„Ersatz" liefern soll. Gegen diese neueste Grundgesetzvcrletzung wußten nun nicht nur die Arbeiter, sondern alle oppositionellen Elemente Front machen. Was die Fabrikanten gegen ihre Arbeiter ausübten, ist ja das- selbe, was die Regierung gegen die ganze Bevölkerung seit Langem ausübt. Man wird fich nun auch nicht wundern, daß die Liberalen die Arbeiter so stark unterstützen. Siegt die vereinigte Opposttion in diesem Puntte, so werden auch bald die andern Bestimmungen des nun von der Regie- rung willkürlich gehandhabten Grundgesetzes wieder ausrecht erstehen. Wir werden natürlich mit dem alten Grundgesetz nicht zufrieden sein, aber da uns eine gedeihliche Weiterent- Wickelung nur auf Gmnd dieses gewährt wird, so find wir gezwungen, dieses wieder erst zu enngen. Deshalb haben wir uns auch mit der liberalen Opposition vereinigt, was keines- wegS ein„Anhängen an deren Frackschöße" ist, sondern voll- endete Praxis. Ist so einmal die hauptsächlichste politische Frage beseitigt, dann wird auch der sozialen Frage die unge- theilte Aufmerksamkeit zu Tbeil werden. Und dann wird man ja auch sehen, wie fich die Liberalen dazu stellen: ob fie weiter mit den Arbeitein zusammengehen wollen oder nicht. Damit haben wir uns jedenfalls beute nickt zu beschäftigen. Werden fie fich dann gegen uns stellen, so können fie stcher sein, daß sie verdientermaßen behandelt werden. Die polittsche Wichtigkeit dieses Lock-out ist also wohl be- gründet, und deshalb kann jeder Freifinnigc nur den Arbeitem einen baldigen Sieg wünschen. ausnehmen können, er will fie auch trocken unterbringen, und wem das Schicksal einmal beschieden hat, Stunden lang im Wasser„schwadbem" zu müssen, wie der Seemann es nennt, giebt der Anficht, daß Rettungsboote hier das Richtige seien, den Vorzug. Das Holtz'sche Boot besteht aus Kork, Holz und Segeltuch und bildet eigentlich eine Rettungsboje von sehr großer Tragkraft. Es kann verletzt, zerbrochen und gedrückt werden und verliert nichts von seiner Tragfähigkeit, em Vor- theil, den es vor allen Ballon- und Gefäßkonsttuktionen voraus hat. Das Fahrzeug, beim Gebrauch 1 Meter tief gehend, kann auf 30 Zentimeter zusammengeschoben und in Booten, Decks- Häusern u. s. w. untergebracht werden. Die von der Holtz'schen "abrik zu liefernden Konstruktionen entsprechen folgenden )etails: Länge in Metern... Breite ,, ,,... Tragvermögen(Personen) Preis Mark. 5. 1.7 25 420 6. 2.0 35 510 7. 2.3 50 650 8. 2.7 70 730 Krttnngsbnnte, Rrttunzsflöße und Krttnnzzxlmlien. »V• 1�/ v.»•••—-F— �ttorismus ja, aber wo! Co lügen sie weiter: Die Unterstützungen reichen nicht ._ /T"» r_.. u �'' j***_ um iS ,Üftcn Jte werrer: rrne.............. Gewiß haben die Freunde dieser das Grundgesetz brechen- Aegicrung gcthan, was fie konnten, um die Einsammlungen L------.rrf.-■••• U. hfn « Jteatcrunß gcthan, was ste ronnren, um mr »Mindern. Man hat nicht nur die Subskriptionen in den jjAMiatten verboten, sondem auch außerhalb derselben suchte ü., cknen alles Mögliche in den Weg zu legen. Man hat andere Mittel gefunden, die Beiträge zu sammeln. (#ot e Fabrik, die in der Koalition der Industriellen stand „A/ard und Komp.) hat nachgegeben, und sofort fiel die Wf?�ute der offiziösen Preßbande über diese Firma, und Ae derselben mit einer Art„Boykotting". ?en großen moralischen Erfolg haben die Arbeiter -> er dnmi» enifiii Nnfi durch Vermittlung einer einflußreichen ZaJ! damit erzielt, daß durch Vermittlung einer ernitug�.�»» ß�AMerson der Fabrikantenverein mit der Gewerkschaft der ist. A?e und Maschinenarbeiter in Unterhandlungen getreten % verliefen zwar resultatlos, indem die Fabrikanten Djp � WWtV I V«» Q» v W»• 1—------.. 'ith"„ttlrun0 des Mmimallohnes von 27 Oere atö„unmög- �..Aichlugen- allein bezeichnend ist es, daß fie nun mit W«.i0tn Gewerkschaft unterhandeln, von der fie früher nichts asrjssra' . fallen wird es "Diese Forderung des Ä». S w-K--» P-»-'-- die f??0," kürzlich wurde in einem Bericht � fanatische Rechte ist. die den Kampf zu erwähnt, daß eS einem politischen Um ein Kries. Novelle von Heinrich d'Altona. dkterechtigter Rachdruck p«bot«n.] : 0? (Schluß.) �tWQä""ä'ss6 Brüderchen der Braut, der vierjährige «i-.? r' war außer dem kauderwälschenden Papagei das („Hamb. Correspondent".) Die zahlreichen und erschüttemden Unglücksfälle zur See veranlassen Jahr aus Jahr ein die Entstehung einer ganzen Anzahl von Rettungswerkzeugen, die aber fast alle mehr oder weniger an einzelnen Gebrechen kranken, welche ste im Falle der Roth als nicht gut anwendbar erscheinen lassen. Ein Schiff, welches seine Mannschaft bergen muß, befindet fich in sinkendem oder brennendem Zustande, oder endlich es ist gestrandet und in Gefahr, auseinandergebrochen zu werden. Die Schiffsboote, welche an und für fich kaum die Menschen alle fassen können, wenn stilles Wetter wäre, find durchschnitt- lich zur Hälfte zerstört oder unbrauchbar, dadurch, daß das Schiff gerammt worden ist, daß es sehr nach einer Seite über- liegt, oder durch andere Umstände mehr. Jedes Mehr von anderweitigen Rettungsmitteln muß daher willkommen geheißen werden, zumal, wenn fie den An- sprüchcn, die man an sie stellt, genügen, und diese Ansprüche find: Sie müssen zur Hand sein, also an Deck, bezw. bereits außenbords, ste müssen leicht sein, damit fie hequem ausge- sckwungen werden können, fie müssen stark sein, damit sie sich schneller ins Wasser bringen lassen, und endlich müssen ste verhältnißmäßig viele Personen ziemlich trocken aufnehmen können. Diese Anforderungen find groß, und nur selten werden ste alle erfüllt werden. Von den neueren Erfindungen wollen wir hier zwei er- wähnen, 1. das zusammenlegbare Boot von R. Holtz-varburg an der Elbe und 2. das zusammenlegbare Floß von Hall und Clanchy. welches auf der Ausstellung der Erfindungen zum ersten Male erschien. Beide Erfindungen repräsentiren eigentlich schroffe Gegensätze. R. Holtz will nicht nur viele Personen Auch das Floß von Hall und Clanchy entspricht der einen Hauptbedingung am Rettungsapparate, es nimmt wenig Raum ein, es soll außenbords angebracht und zusammengeklappt nicht mehr Platz beanspruchen als eine gewöhnliche Fallreevstteppe. Die vorliegende Konstruktion des Flosses soll eine Tragkraft von drei Tonnen haben und soll dementsprechend noch anveren Zwecken, zumal militärischen in ausgiebiger Weise, namentlich bei Landungen, Herstellung von Brücken und dergleichen mehr dienen. Das Zuwasserbringen der Flöße soll mit den Boods- davids geschehen, ohne daß das Niederfielen der Boote selbst dadurch behindert wird. Die Flöße bestehen aus Korkklötzen, die mit einer Platform versehen find und eine Art Kontreboard tragen. Die Seiten der Flöße sind für Stützen und Stricke in Form eines Geländers eingerichtet. Was unsere deutschen Ozean-Dampfer anbetrifft, so ist es mit Gevugthuung zu konstatiren, daß ste fast alle heut zu Tage eine größere Anzahl von Metall- Rettungsbooten, meist nach Francis bezw. Holtz'schem Patent führen, Boote, welche mit Leichtigkeit und Sicherheit 50 bis 80 Personen tragen können. Aber em weites Feld der Verbesserungen, bezw. der Einrichtung von Rettungsmitteln überhaupt liegt noch nahezu unbeackert da. Wenn man glaubt, daß in Häfen und auf Strömen, auf denen das Land schneller zu erreichen ist, als auf der See, die Gefahr geringer ist. als auf offenem Meere, so irrt man fich. Wir haben viele Fälle gesehen, und ste wiederholen fich täg- lich, in denen Hunderte und aber Hunderte von Menschen in Lebensgefahr schweben, ohne daß auch nur einer der vielen Betheiligten, die fast alle dem Wafferhandwerk fremd find, von der Gefahr etwas ahnt, oder daß für mehr als für einen zufällig über Bord fallenden ein Rettungsmittel vor- Händen ist. Zwei Beispiele werden genügen, um in Manchem den Ge- danken austauchen zu lassen, daß hier und da im Kreise seiner eigenen Anschauung sich Aehnliches wiederholt. Wir denken uns zunächst in eine Flußstadt oersetzt. Es ist Sonntag, und die Städter eilen in Strömen aus den Thoren, um fich in der Umgegend zu zerstreuen, die einen gehen(hinaus auf Anger und Wiesen, andere suchen die Ferne auf, indem fie Eisen- bahnen und Dampfer benutzen. Wie viel hundert Unbefangene birgt oftmals solcher Vergnügungsdampfer, wie viel darf er bergen, und was ist zum Schutz der Menschen vorhanden, wenn ein anderer Dampfer ihm in die Seite laufen sollte, wenn er durch irgend ein Unglück vor einen Brückenpfeiler ge- räth u. s. w.? Einmal beschädigt, sinkt ein solcherDampfer wie ein eiserner Topf, der ein Loch bekommen hat, und der Strom reißt alle mit sich fort, die sonst vielleicht in stillem Waffer noch durch Schwimmen sich retten könnten .. rn„ F/("\.. Y l■■■>■ fci M aM i ef W � lebende Inventar des Empfan Hausmädchen den Anwalt verwies. ®nfeI Karl? Ich meine. Du kommst garnicht '• begrüßte das Bürfchchen den Hausfreund. ssctoio u>arum meinst Du denn das, Du kleiner Mann?" m Emmering. Und&* Will ist eben gekommen und hat es gesagt sines auch!" berichtete Arthur. „feo? Sagten sie das? Da» glaube ich kaum!" fort �®an8 gewiß, Onkel Karl!" fährt der Knabe eifrig i'U!lb ba hat er Agnes geküßt und Agnes hat ge» Und--_" Onkel Will hat gelacht und Papa hat gelacht wrnw aPLr Ä war, ehe er recht wahrnehmen konnte, wre. ige er recyi umyvuv-y"»v»t px„ und in das heftig� Schrille» der�HauSsche� IstWf sfel Karl ist hier gewesen, aber gleich wieder weg- Wei-L, rief Arthur dem mit der glückstrahlenden Agnes Stenden Onkel Will, dem Baron, entgegen. ~--»"—---- WÄMWÄ CS._ m c» t« t ttt rt 1*4 � meinen Nerven eine neue doch für alle Fälle mehr zu Hause M feiner?,08, n,at baS Abschiedswort, das den Armen A M.,.!.»."cht aus dem falschen Hause beglettete,— au» emes� Mädchens, dem er Alles, Alle» geopfert i.».»»vv-y 'Ans ein Mann zu opfern hat!"-- 5« M.,™».m's■ v* mcm Freund. RtS v um den Verlust emeS solchen— WesenS konnte � das Leben nehmen?" fragte ich. 1 „Vielleicht darum! Vielleicht lag seinem freiwilligen Abschied von Welt und Sein auch ein prosaisches Motiv zu Grunde!" antwortete er und fuhr fort: „Der durch die über ihn hereinbrechenden Stürme nun gänzlich in seinem Gleichgewicht erschütterte Anwalt dachte erst wieder des unseligen Wisches, dessen Besitz er mit seinem LebenSglück einlösen mußte, als er sich auf dem Rückwege nach seiner Wohnung befand.— Hatte er das Papier nicht dem Portefeuille einverleibt?— Er durchblätterte dasselbe bei dem Schein einer flackernden Straßenlaterne— nein! Oder barg er es in diese, in jene Tasche? Nein— nein! Dann wird er den Höllenbrief auf seinem Schreibtisch wieder- finden, in seinem Privatbureau— der Schreiber wird da»« selbe doch nicht betreten— ah bah! Aber er beschleunigt seine Schritte doch, der Advokat! und eine immer tiefer in seine Brust greifende Angst schlug um seine Seele die schwarzen Fittige. In wilder Hast durchkreuzte es sein Hirn! Hatte er den Brief nicht in die Brusttasche ge« schoben, um ihn dem Verlierer, dem Bankier zu retour- niren? Nun betrat der Advokat athemlos seine Kanzlei. Sein AdlatuS hatte mit gewohnter Präzision das Bureau verlassen. „War Jemand während meiner Abwesenheit in meinem Zimmer?" fragte Emmering das Hausmädchen. „Der Schreiber war m seinem Bureau— sonst habe ich Niemanden kommen hören!" Emmering athmete auf, stürzte dann aber in fieber- hafter Hast in sein Gemach, an seinen Schreibtisch.— Was soll ich sagen! Von Abends 8 Uhr an bis zum Morgen- grauen hat der Advokat fast von Sinnen in seinen vier Wänden nach den wenigen und doch so schwerwiegenden Zeilen gesucht!— Gesucht? nein, gefiebert und gebebt! on eine Schurkerei seines Gehilfen lag i Der zweite Fall sei der: Auf der einen Seite eines Hafens liegt ein großes mdustrielles Werk mit, sagen wir, mehr als tausend Arbeitern- Es ist Mittagszeit, und jeder Mann hat IV# Stunden freie Zeit. In der kurzen Frist, die ihm gege- ben, muß er über den Hafen hinüber und nach seiner Woh- nung eilen. Die bereit liegenden Dampfer werden mindestens das polizeiliche Maximalmaß an Menschen ausnehmen, und seien es nur 200 Mann jedes Mal, so find von den 200 mindestens 100 Familienväter. Solcher Dampfer, schwer beladen, natürlich fast nur mit Dcckslast, kann kentern, kann an Balken, an Eis u. dergl. m. fich leck stoßen, und welches sind seine Rettungsmittel? Ein solches Unglück würde unsägliches Elend für eine Stadt hervorbringen, viel mehr, als der Untergang Zeilen ge>ucyt-.............. D« Gedanke an erne Schurkerei seines Gehilfen" lag ihm fern.- Kem Zwerfel mehr- er hatte den Brief ver« *oren-«nif dem Wege zwischen seinem und dem Hause des Bankiers mußte er rhn emgebüßt haben. Seine Ebre feine Existenz- seine ganze Zukunft, was davon noch nicht vernichtet war, lag auf der Straße, preisgegeben dem ersten Besten, welcher es der Mühe werth hielt, um den Wisch den Rücken zu krümmen! Selbst dem blödesten Auge konnte die Bedeutung des Briefes nicht entgehen.--- Was Alles während der Nacht des SuchenS und SinnenS hinter der fchweißbeperlten Stirn des erdfahlen Gesichtes und in dem zertretenen Herzen des Advokaten getobt, gekämpft und geblutet hat? Wer mag daran denken, ohne still in sich zu flehen:„Herr, führe mich nicht in Ver- suchung!"——-— Am andern Morgen fond ihn das Hausmädchen mit geschlossenen Augen vor dem Schreibtisch, mit geschlossenem —'"»-***• JK! C"*—-—- VV»- vvi»t w v*;» V.V».(.....|*7* v I I v Herzen— er hatte mit Strychnin die marternden Fesseln des Lebens gesprengt." „Todt— der Arme!" entfuhr e» mir unwillkürlich. unwillkürlich. „Nein! Todt— der Glückliche!" verbesserte mein Freund mich.„Es giebt ein Sterben, das den Elenden selig macht." Auf der Platte vor ihm lag ein an Fräulein Agnes Wielen adressirter Brief. Ich war geholt worden und hatte nur die seit zwei Stunden eingetretene Leichenstarre konstatiren können.— Einige Stunden nachher meldete sich der Schreiber des Ver- schiedenen im Hause des Bankiers zu einer dringenden Unter- redung mit Herrn Wielen, zugleich das letzte Schreiben de« Todten der jungen Tochter überreichend. Nach einer halben Stunde trat der AdlatuS Emmering« stolz gehobenen HaupteS wieder aus dem Hause des Finanziers auf die Straße, sein Vermögen hatteZ sich eben um netto fünfzehntausend Mark vermehrt, für welche Summe er Herrn Wielen den inhaltsvollen Brief des Advokaten verkauft hatte, der diesem erst das Gewissen, dann die Geliebte, und dann da» Leben kostete. Der Kanzlist hatte am Abend vorher das von seinem Chef auf dem Schreibtisch zurückgelassene Papier entwendet, nachdem er vorher heimlicher Ohrenzeuge der Unterhaltung der beiden Nebenbuhler gewesen! Ich sprang erregt auf.„Aber Mensch!" rief ich au» —„woher weißt Du denn da» Alle«!— Du erzählst, als hättest Du"--- «ines großen Schiffes auf offener See, m welchem Fülle das Unglück nicht so wuchlig über einen engen Kreis fich erstreckt. Wir denken unsere Ansichten durch obiges ziemlich klar ge> legt zu haben— die Rettungsboote dem Seeschiffe, das Rettungsfloß den Hafen- und Flußschiffen. Und wenn im ersteren Falle Rettungsboote komplizirterer Konstruktion durch die Ansprüche bedingt werden, in letzterem Falle genügen die einfachsten, sagen wir sogar die primitivsten und billigsten Mittel, die wirklich als Sitzbänke und Schiffswand, bezw. Recgling an- gebracht sein können. Von diesem letzterm Gesichtspunkte ausgebend, wollen wir noch eines vorgekommenen Falles er- wähnen, weil derselbe nutzbar zu machen ist, wenn der Wille, oder, was beim Menschen beffer ist, der Zwang zur Bcfferung vorhanden ist. Im Anfange der 70er Jahre verbrannte in Folge einer Maschinen-Exvlosion ein Paffagierdamvfer auf dem Rio Plata, unfern von Montevideo. Zahlreiche ange- sehene Leute waren die Passagiere, denn es war Weihnachten, und zumal die Deutschen wollten zu ihren Verwandten und Freunden nach Buenos- Ayres hinauf. Die Maschine war zerstört. Der Dampfer brannte lichterloh, die Böte waren nicht zu erreichen, bezw. nicht mehr ins Wasser zu bringen. Fast alle Passagiere sprangen über Bord, um den Flammen zu entgehen, bezw. verbrannten oder erstickten in den Radkasten, nur wenige wurden gerettet. Unter diesen wenigen war damals ein Offizier von dem deutschen Kriegsschiff „Vineta", ein vorzüglicher Schwimmer, der drei bis vier Stunden an jenem grauenhaften Weihnachtsabend mit einem kleinen Tische, dessen Platte er durchgestoßen hatte, umher- schwamm. Von den anderen aber haben sich 6 oder 7 Mann an einem aus zwei Lag>n Brettern destehenden„Pützen Gestell" gehalten, einem Instrument mit Löchern zum Hmeinstcllen der Pützen oder Eimer. Durch die Pützenlöcher steckten sie die Köpfe und mit den Armen hielten sie sich von unten bezw. schwammen fie mit. Macht man solche Bretter aus leichtem, gut in Farbe gehaltenen Holz, oder mit einer Einlage von vielleicht 5 Ctm. Korkholz, schneidet man die Kopflöcher, um der Schönheit nicht zu vrel Abbruch zu thun, eckig oder oval, so würden solche Konstruktionen nach unserer Anficht die praktischsten, einfachsten und billigsten Rettungs- Werkzeuge für Fluß- und Hafcn-Dampfer sein, die leicht als Bordwand an- zubringen und zu lösen sind und welche Hunderten von Menschen eine Zeit lang genügende Sicherheit, allerdings ohne Komfort, gewähren würden. Solches Instrument würde man vielleicht Rettungs- Planke nennen, und wäre das Gewicht einer Planke von 5 Meter Länge und 80 Ctm. Höhe bei 6 Ctm. Dicke nicht 30 Kgr., könnte aber mit Bequemlichkeit 10 bis 15 Personen über Wasser halten. Eine eiserne Reegling von 1 Millim. Stärke wiegt ebenso viel, und ist die Ersparniß an Platz nicht bedeutend, weil solch dünne Blech-Reegling einer dickeren Holzkappe bedarf. Volitische Ueberstcht. Ein offizieller Wink mit dem Zaunpfahl. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat, wie schon so oft, in jüngster Zeit wieder einmal Beweise davon gegeben, daß es mit ihrer vielgerühmten„Arbeiterfreundlichkeit" und„ernst- haften Sozialreform" eitel Flunkerei ist. Sie hat die über- raschende Entdeckung gemacht: daß die Streiks, da fie dauernde Erfolge in wirthschaftlicher Beziehung nicht hätten, dennoch hervorgerufen und ausgebeutet werden sollten, um sozialdemokratische Zwecke zu erreichen, nämlich das von den Sozialdemokraten eingebrachte Arbeiterschutzgesetz. Zugleich wendet das offiziöse Organ sich gegen die das Ärbeitcrschutz- gesetz betreffende Agitation der Arbeiter, insbesondere den fach- gewerblichen Verbindugen; es erblickt in dieser Agitation eine „politische Ausschreitung", denn die Koalitionsfreiheit sei den Arbeitem zur Wahrung ihrer„wirthschaftlichen Interessen" ge- geben worden, ihnen also wieder zu entziehen, wenn fie die- selben fürderhin noch benützten, um Politik zu treiben. Gewiß ein recht verständlicher Wink mit dem Zaunpfahl! Und ein recht herzliches Einverständniß mit der früheren Anschauung ves Liberalismus, daß der Arbeiter fich nicht mit politischen Fragen zu beschäftigen habe! Natürlrch ist die„Nordd. Allg. Ztg." nicht im Stande, anzugeben, wo im öffentlichen Leven die Grenze zwischen politischen und wirthschaftlichen Fragen ist. Sie weiß ja auch selbst recht gut, daß die beiden Fragen gar nicht von einander zu trennen sind, ganz besonvers nicht, wo es fich ausschließlich um die„Wirthschafrspolitik" handelt, zu der die Arbeiterschutzgesetzgebung doch in erster Linie gehört. Aber das kümmert die edle Offiziöse nicht; sie stempelt jede die Wirth- schaftspolitik betreffende selbständige Agitation der Arbeiter, die ihr nicht in den Kram paßt und ihre Tendenz, den Arbeitern die„Segnungen" der bureaukratischen Vormundschaft zu brin- gen. widerstreitet, zu einer„politischen Ausschreilung". Sie weiß das bekannte Sprüchwort:„Wenn zwei dasselbe thun, so ist es doch nicht dasselbe", gar trefflich zu tllustriren. Als z. B. vor einigen Wochen der Bochumer„evangelische Arbeiter- verein" dem Reichskanzler eine schmeichelhafte Resolution übersandte, in welcher er fich— dessen Ansichten akzcptirend— gegen den Maximalarbeitstag und das Verbot der Sonntagsarbeit erklärt, da machte das der Das Alles selbst miterlebt, meinst Du?— Ich war heute Morgen im Hause Wielen», wohin ich per Equipage geholt wurde. Fräulein Agnes fällt von einer Ohnmacht in die andere— ihr Papa, Herr Bankier Wielen ist früh von zwei Polizeikommiffaren aus dem Bette geholt — auf Grund eines vom Staatsanwalt ausgefertigten Ver- hafisbefehls wegen Verdachts der Wechselfälschung und Ver- leitung zum Meineid. Der Schreiber Emmerings war bei Gelegenheit de» von ihm zum festlichen Genuß des un- geahnten Reichthums veranstalteten öffentlichen Exzesses der Polizei in die Hände gefallen und in seinem Rausch hatte er fich erst verplaudert und dann Alles gestanden. Der verrätherische Brief ist bei dem Bankier vorge- funden— mein Freund, Landrichter Kruffe, dem ich soeben begegnete, hat mich mit den näheren Daten der Sache be- kannt gemacht. „Und die Tochter, der Baron?" Fräulein Agnes ist außer sich.„Denken Sie fich an, Herr PhysikuS!"— sagte sie zu mir—,„der Papa hat mich so lange und alle Welt in dem Glauben an seinen unerschöpflichen Reichthum erhalten. Bevor er heute Morgen weggeführt wurde, sagte er zu meinem— zu dem Baron: Beschleunigen Sie die Heirath, Herr Baron— Sie lieben Agnes ja, also brauche ich eS Ihnen nicht zu verhehlen, daß mein Haus vor einer finanziellen Kata- strophe steht, die durch diesen Zwischenfall wesentlich näher gerückt werden dürfte. Mein Bräut— der Baron erblaßte, ich fühlte wie seine Finger in meiner Hand »itterten und nun— nun hat er vor einer Stunde das SSauS verlassen und dieses Billet gesendet. Ist es nicht ein Unwürdiger? Und vom Papa ist e« auch schändlich gehandelt, daß er uns so lange nn Blmden tappen ließ! UKMNZ BaronS schließt mit de« Worte«: „Norddeutschen Allgemeinen" große Freude; das war keine „politische Ausschreitung", sondern eine„gute, vernünftige und nackahmenswerthe" That. Wenn aber Ardeiter gegentheilige Ansichten kund geben, oder gar es wagen, Resolutionen zu Gunsten des von den sozialdemokratischen Abgeordneten einge- brachten Arbeitcrschutzgesetzes zu fassen— dann allerdings ist das„politische Ausschreitung", der ein Ende gemacht werden muß durch„Beseitigung der Koalitionsfreiheit".— Es geht doch nichts über die Konsequenz und Logik eines offiziösen Blattes! Wir sind nun so unbescheiden, diese Taktik im rechten Lichte zu zeigen. Die„Norddeutsche Allgemeine" läßt sich leiten von denselben Erwägungen, welche in einer vor etlichen Jahren von der famosen„Provinzial Korrespondenz" veröffent- lichten„amtlichen Denkschrift über den gewerblichen Nothstand und die Staatshilfe" niedergelegt find. Da heißt es:„Die Anwendung außerordentlicher Maßregeln zu Gunsten der Arbeiter müsse sehr bedenklich und gefährlich erscheinen. Der schon jetzt laut gewordene Ruf nach Umgestaltung der be- stehenden Ordnung würde noch stärker ertönen, je mehr die Regierung unter Aufgabe ihrer Grundsätze in Folge des Druckes von in Volksversammlungen gefaßten Resolutionen fich nachgiebig erwiese."— Ja, ja, da lag schon vor Jahren, so lange es überhaupt eine Arbeiterbewegung in Deutschland aiebt, der Haas im Pfeffer, und da liegt er heute noch. Oder rst der Sinn der obenerwähnten Ausführungen der„Nord- deutschen Allgemeinen" ein anderer als der: daß die in Arbeiterversammlungen gefaßten, auf wirthschaftlich- soziale Reformen bezüglichen Beschlüffe, keine Berücksichtigung seitens der Regierung zu erwarten haben, daß diese fich nicht nach- giebig erweisen wird? Genau derselbe Sinn ist's, der im vorstehendem Zitat klipp und klar ausgesprochen ist. Die „Norddeutsche Allgemeine" gebt ja eben von der unqualifizir- baren Anficht aus: nur die Regierung habe die Fähigkeit, in wirthschaftlich sozialen Reformfragen das Richtige zu treffen; ev. ihre Anficht und ihre Absteht sei maßgebend; nur ihr ge- bühre es überhaupt, fich in diesen Fragen vernehmen zu lassen. Wer an die Richtigkeit dieser Anficht nicht glaubt und nach Maßgabe seines staatsbürgerlichen Rechtes andere An- sichten kund giebt, der macht sich„politische Ausschrestung" schuldig. Mit dieser Behauptung trifft die„Norddeutsche All- gemeine" freilich nur fich selbst, denn fie begeht einen gröb- lichen Unfug, ein Attentat gegen die gesunde Vernunft indem fie droht: Wenn ihr, Arbeiter, noch länger es wagt, Anfichten zu offenbaren, die der Regierung nicht genehm find, und für diese Anfichten Propaganda in Versammlungen zu machen, so wird man euch die Koalitionsfreiheit nehmen. Diese Drohung schmeckt sehr nach despotischer Laune, die fich mit dem Begriff eines„konstitutionell! n" Staates aber sehr fchlecht verttägt und geradezu eine offenbare Verhöhnung des Rechtes ist. Doch wofür hätte die„Norddeutsche Allgemeine" ihren offiziösen Charakter, wenn fie fich nicht einmal das erlauben sollte! Mögen sich die Arbeiter und alle wahrhaften Arbeitcrfreunde diesen Wink mit dem Zaunpfahl nur merken für kommende Wahlen! Auf Grund des Sozialisten-Geseyes verbietet die königliche Regierung zu Merseburg das Flugblatt ohne Datum, Druck der schweizerischen Genossenschaftsbuchdruckerei Hottingen- Zürich, welches mit den Worten beginnt:„Freunde, Bürger und Arbeiter in Stadt und Land" und auf der zweiten Seite die Worte enthält:„Arbeiter! Bürger! denkt an Frankfurt a. M., wo ein abgekartetes Spiel zc." Von der Landesversammlung der bayrischen Volks- Partei haben wir die wesentlichsten Beschlüsse bereits mitge- theilt. Nachdem die ersten drei Punkte erledigt waren, wurden der Versammlung folgende Petitionen unterbreitet und von der- selben einstimmig angenommen: 1. Es sei an die bayerische Staatsregierung die Bitte zu richten, eine Beschränkung des Zuschlags bei Subhastationen von Immobilien herbeizuführen; 2. Hohe Kammer wolle beschließen, es sei die kgl. Staatsreaie- rung anzugchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, darunter Auf- Hebung aller Steuerprioilegien und der Gesetze über Grund-, Haus-, Kapitalrenten-, Einkommen- und Gewerbesteuer unter Freilassung eines nach dem Familienstande steigenden Existenz- Minimums jedes Einkommen, ohne Rücksicht auf seinen Ur- sprung, mit einer prozentualen progressiven Steuer zu den Zwecken des Staates anlegt." Der Landtag möge die baye- rische Staatsregierung bitten, durch ihre Vertretung im deut- schen Bundesralh energisch dahin zu wirken, daß endlich dem so oft schon seitens der deutschen Volksvertretung gefaßten Beschluß, den Reichstagsabgeordneten Diäten zu gewähren, endlich stattgegeben werde. Außerdem wurde folgenve Resolution einstimmig zum Beschluß erhoben:„Die Landes- Versammlung erblickt in der Ausweisung der Polen aus früher polnischen Landestheilen eine dem Kultmstandpunkte der deutschen Nation widersprechende Maßregel." Von Herrn Evora wurde folgender Antrag eingebracht und motivirt, den auch Herr Heigl auf das kräftigste unterstützte und der mit 146 gegen 4 Stimmen zum Beschluß erhoben wurde:„Die Landesvcrsammlung der deutschen Volkspartei in Bayern stellt fich voll und ganr auf den Standpunkt ves dem Reichstag zur Berathung unterliegenden Entwurfes eines Gesetzes, besreffend die Abänderung der Titel i. II, Vli, IX, X und der „Und da außerdem meine etwas derangirten Ver- mögenSverhältnisse mich auf eine entsprechende Mitgift meiner Zukünftigen hinweisen, glaube ich als Mann von Ehre Ihnen die Freiheit Ihre» Handeln» und Ihre Hand zurückgeben zu müssen. Zch bitte, Ihre Domestiken mit der nöthigen Anweisung zur Aushändigung meiner Effekten an Ueberbringer dieses versehen zu wollen und verbleibe, mein ge- schätzte« Fräulein, Ihr ergebenster Diener Wilhelm Freiherr von Flassingau." Augenblicklich befindet sich der Herr Gutsbesitzer im Eisenbahn- Koupee, das den Getäuschten seiner alten hinterpommerschen Heimath und neuen Manichäern ent- gegenführt! Hatte ich nun Recht, Bester, als ich sagte:„Gott sei Dank, es ist noch gut abgelaufen!?" Ein Leben ohne Ehre, ein Leben an der Seite eines solchen Geschöpfes ist die Hölle. Emmering hat der Hölle auf Erden den Frieden unter der Erde vorgezogen. Emmering hat wohl daran gethan— es hätte schlimmer für ihn werden können!" Drrlmw fljmla, Walhalla Operetten-Theater. hg. Am Dienstag Abend fand im Walhalla-Operetten- Theater unter der neuen Direktion Steiner die erste Auf- führung der Novität„Die Glocken von Corveville" statt. Wenn wir nicht irren, wurde die Operette bereits 1878 im Friedrich-Wilhelmstädtifchen Theater gegeben und— erlebte nur einige Wiederholungen. Wir können nicht begreifen, wie dies möglich war! Die Musik des Hrn. Planquette ist anmuthig uud melodiös und der Text von frischem Humor durch- weht. Die Operette erlebte in Paris über tausend Vorstellungen und wurde auch in Wien ein beliebtes Repertoirstück. Die neue Direktion hat das Werk prächtig ausgestattet und mit Schlußbestimmungen der Gewerbeordnung für das Deutsch« Reick, des sogenannten Arbeiterschutzgesetzes, und ersucht die Abgeordneten der deutschen Volkspartci, im Reichstag diesem Gesetzentwurf ihre Stimme zu geben, zugleich auch W Hinblicke auf§ 154 dieses Gesetzentwurfes die Aufrechthaltung der demokratischen Forderung voller Versammlungs- und Ver- einsfreiheit und demgemäß der Aufhebung aller die Versamm- lungs- und Vereinsfreit im Allgemeinen oder einzelne Bevölle- rungsklassen beschränkenden Bestimmungen zu betonen." Schlief lich wurde Bamberg einstimmig als Vorort gewählt. A!>t einem Hoch auf die deutsche Demokratie wurde dann die Per- sammlung geschlossen. Stettin. Gegen das Vorgehen der Regierung in Sachen der Beseitigung der Bäume, hatte der Stadtbehörde Beschwerde beim Bezirksausschuß erhoben. Letzterer hat die Beschwerde verworfen. Das Urtheil lautet folgendermaßen:„Im Namen des Königs! In der Verwaltunasstrcitsache der Sladtgemeinde Stettin, vertreten durch den Magistrat, Klägerin, wider die königliche Polizeidirektion Hieselbst, Beklagten, wegen Auft Hebung einer polizeilichen Verfügung hat der Bezirksausschuß zu Stettin in seiner öffentlichen Sitzung vom 10. Juni IM, an welcher THeil genommen haben: 1. Brauner, Verwaltung»' gerichtsdirettor, Vorfitzender, 2. v. Podewils, Regierungsrath, 3. Flügge, Rittergutsbesitzer, 4. v. Corswandt, Kreisdeputriür und Rittergutsbesitzer, 5. von Heyden, Gerichtsassessor a.*J. und Rittergutsbesitzer, für Recht anerkannt: daß Kläger m» seiner Klage vom 30. März 1886 zurückzuweisen und ihm W Kosten des Verfahrens zur Last zu legen. Werth des Strew gegenständes 300 Mk. Von Rechts Wegen.— Die Stadtvei' tretung will fich nunmehr an das OberverwaltungsgeriM wenden. Die 32. General- Versammlung der Katholiftjl Deutschlands findet gegenwärtig in Münster statt. Wie alü jährlich, so beschäftigten sich die ulttamontanen Führer auld diesmal wieder mit Sozialpolittk. Bemerkenswerth ist ess! Rede des bekannten Agrariers Schorlemer-Älst über die Mittel, welche gegen die Sozialdemokratie zur Anwendung geblaßt werden müssen. Das Hauptmittel zur Besettigung derselben M seiner Ansicht nach natürlich die Religion. Aus den AeuF rungen des Redners, welche wir nachstehend theilweise wieder' geben, werden unsere Leser ficher das Richtige vom FalsaB zu unterscheiden wissen:„Die Sozialdemokratte— so führ» er aus— will alle Arbeitsmittel verwenden im Gemeingm der Gesellschaft und alle Produkte sollen allen Mitgliedern nach gleichem Recht bei gleicher Arbeitszrit gehören. Dabei W kein Eigenthum mehr denkbar. Aber dieses Programm müflw die Sozialdemokraten verwirklichen, denn sonst würden sie»o» ihren Hinterleutcn exekutirt werden. Unter dem Materialismus- dem Unglauben und der GotteSleugnung, die jetzt in derPreffe, Vereinen und leider auch auf den Hochschulen gepredigt werde«! muß aber die Sozialdemokratie wachsen. Sie muß wachsen am den Trümmern, welche der Kulturkampf aufgehäuft hat, unw der Pionierarbeit, welche der Staatssozialismus für sie% richtet. Sie wird auch in die Armee eindringen, wenn sie w" schon, wie ich nach ihrer Zahl befürchte, in dieselbe cingcdrungc« ist. Wir unterschätzen, wie Sie sehen, die Gefahr nicht, adss wir wollen fie auch nicht überschätzen. Die Sozialdemokca« kann zerstören, aber nicht aufbauen. An dem Tage,«a�. aus der Kritik, ihrer stärksten Seite, zur Verwirklichung wj? Pläne übergeht, wird sie sterblich und die Köpfe werden u': ganz anders rollen, als wie unter Danton, St. Just Jl. Robespierre. Die Katastrophe, welche die Eozialvemoua> herbeiführen kann, wird eine furchtbare sein, und ich nur einen Damm, welcher dieser Brandung WiderfiM7 leistet, nur eine Rettungsarche, welche auf den getränkten Wogen schwimmen wird, das ist die M,, tische Kirche. Am erschreckendsten wird die Katasttoph« jj diejenigen sein, deren Gott der Mammon und der Hiw� der Genuß auf Erden ist. Anders bei uns. Wir H�L den Glauben und das Vertrauen auf Gott. Er kann fdÄ Strafgerichte zulassen, aber zu rechter Zeit erhebt fich der% und gebietet dem tobenden Meere Ruhe und auf den Ru>«, des modernen Heidenthums wird fich, wie einst auf denen antiken modernen HeidenthumS, ein neues Gottesreich bauen.„Wenn Alles außer Rand und Band, dann W, uns Gottes starke Hand." Darum sind wir auch nicht verzaö und werden immer wieder unsere Pflicht erfüllen, dt« ,, lautet: den Einsturz verhindern und wieder auf Sauen,% es möglich ist. Und daher noch ein paar Worte über � was zu geschehen hat. Ich anerkenne, daß Kianken und fall-Perficherung und Alters- und Jnvaliden-Versorgung nützlich find, und das Zentrum hat fich ja um das Zustas� kommen der eisten beiden Gesetze sehr lebhaft bemüht. aber glaubt, daß damit nun die Thätigkcit für die Arb« abzuschließen sei, der befindet fich nicht nur in starken Jrrthum, sondern er beweist auch, daß er von der> zialen Frage nichts versteht. Räch der Seite der SeelenffJ ist noch Viel zu thun. Da müssen wir vor Allem sorgen, dem Arbeiter der Glaube erhalten wird, und deshalb n>M! wir an erster Stelle immer verlangen die Bendigung des � turkampfes, tLebhafter Beifall) wir müssen auch erstreben„ Beseitigung jener Gesetze, welche die Freiheit und ihre st'iss' den besten Kräften besetzt, so daß wohl anzunehmen ist, L sich die„Glocken von Corneville" noch recht viele 3% zufammenläuten werden.— Die Handlung zu erziy'' würde uns zu weit führen, zumal dieselbe schon früher. sprochen wurde. Die Musik ist durchweg originell graziös und erhebt sich an vielen Stellen IL, über die gewöhnliche Operetten- Musik. Die tfeiu Melodien sind hübsch erfunden und werden schnell populär werden. Die Besetzung ist— wie wir 1% bemerkten— eine ganz vorzügliche,— nur Frl. hat uns als.Germaine" nicht sonderlich gefallen. Stimme der Dame ist— zumal in den oberen Regiossf»�, nangenehm und die ganze Art zu singen ist scharf und unangenehm und die ganze Art zu singen'st. � schön. Prächtig war Fr. Zimaier als Haiderose. 3»? ........'" eine bessere Sou»�, Künstlerin pulsirt echtes Theatcrblut! dürfte wohl schwerlich gefunden werden. Fr. Zimaier st''� natürlich, dabei fein pointirt; ihre Lieder den größten Beifall und mußten verschiedene*L„( holt werden. Ganz reizend, voller Schelmerei und£ sang sie besonders im ersten Finale das Kouplet nw. „Ist das nicht hübsch, ist da» nicht schön, habt Ihr st jp, je gesehn?" Sehr komisch war auch die kleine Szen Gespensterschloß, wo sie, trotz der größten Angst, versicherte:„ich fürchte mich nicht." Stürmischer lohnte diese feine Leistung. Der neu gewonnene � He" Klein wurde- wie Frau Zimaier- freund»« grüßt und mußte gleich sein AnttittSlied„W � fahr hin, Matrose", dacapo singen. Herr Klem viele Beweglichkeit und Humor— und vor allen. j» eine hübsche ausgiebige Tenorstimme, wie nia«> - peretten- Theatern sehr selten antrifft. Herr� Dinge, ganz besonders in der Briefszene. Ausgeze' Spiel und Maske war Hr. Link.- Das OrcheMM der sicheren Leitung des Hrn. Grau, spielte und d« p musterhaft; auch ver Chor sang recht lobe»swel?'M Direktion hat sich mit dieser Operette recht gut et 0 und wird der Erfolg sicher nicht ausbleiben. Rt a mit «* der!-! % W % ["Je Wirksamkeit hemmen, wir verlangen die Rückkehr unserer U» inttustv« der Jesuiten. Bei uns werden wir keine Lau- ffi leine Verzagtheit, keinen Marasmus aufkommen lassen. uj ntfdjem Kampfesmuthe werden wir vorgehen. Keine falb- kerne missdeutungsiahigen Konzessionen, sondern unser Mijes volles Recht wollen wir mit aller Einigkeit und Energie Nmngen. Auf sozialem Gebiet fehlen uns vor Allem gute Ar- �»Ichutzzeseye, denn wir müssen auch für den gesunden Arbeiter M- An erster Stelle verlangen wir Beschränkung der Frauen- �Kinderarbeit, Regelung der Arbeitszeit, wie sie schon in an- Mandern sich praktisch bewahrt hat, gewerbliche Schieds- fnchte unter Mitwirkung frei gewählter Vertreter der Ar- '"i-r, und vor Allem Regelung der Sonntagsruhe, worunter Z Natürlich auch die Festtage verstehe. Redner geht auf die JrW der Sonntagsruhe näher ein und vertheidigt diese Fol- u110 nuss Wärmste, wobei er die von ihren Gegnem er- Im Einwände als nicht stichhaltig verwirft. Die Enquete ««ollständig überflüssig; schon das auf dem Berge Sinai göttliche Gebot fordere die Heiligung des Sonntags, Akbot Gottes dürfe aber unter keinen Umständen unter �.«olksplebiszit gestellt werden. Redner feiert schließlich die «Wüsche Kirche als das festeste Bollwerk gegen die Elemente J. Umsturzes und erklärt, daß ohne oder gegen die Mit- uung der Kirche an eine Lösung der sozialen Wirren der «'«genwait nicht zu denken sei. bi» einer engeren Kommission referirte später Abg. .!«. c folgende, die Sonntagsruhe und den Arbeiterschutz «essende Resolution: ibriar,' Generalversammlung erklärt es für eine Pflicht der glichen Obrigkeit, dem abhängigen Arbeiter das Recht .-.„Sonntagsruhe und Sonntagsherlrgung, welches durch ein «"Uliches Gebot geheiligt ist, durch Gesetz zu fichem; i 32. Generalversammlung fordert Vre Arbeiter und Ar- t*? r. ouf, für den christlichen Sonntag mit Kraft einzu- in der Ueberzeugung, daß die Erfüllung religiöser . die Pflege des Familienlebens, die Erholung für uofi nnd Geist am Sonntag auch die Entwickelung der Nona sin Industrie auf die Dauer nur fördern kann; »„®,e 32. General- Versammlung giebt gleichzeitig der Forderung z�oruck, daß neben Herr Fürsorge für kranke und invalide Ifo, S ouch der gesunde Arbeiter gegen eine übermäßige, die �Ddheit und das Familienleben schädigende Arbeitszeit I«,,? Gesetz geschützt werde, daß vor Allem durch eine Be- unh yNg dezw. Verbot der Fraum- und Kinderarbeit mi,.',®c chästigung der verheiratheten Fraum in den »erde � drohenden Auflösung des Familienlebens gesteuert toi» k"6 Debatte wird diese Resolution einstimmig an- formen und der Hitze mit der Vertretung derselben in der re? geschlossenen Generalversammlung beauftragt. . wird dann über folgende, von dem Abg. Metzner be- We Resolution verhandelt: 1% 32. Generalversammlung erkennt gegenüber den zer- r-wden Wirkungen der Gewerbefreiheit und ver freien Kon- die Nothwendigkeit eines gesetzlichen Schutzes für den oiwerk erstand in der Form des Befähigungsnachweises, so- h�urch Verleihung wirkungsvoller Vorrechte an korporative I�owerkerverbände(Innungen) an, um den für den Staats- W?us unentbehrlichen Mittelstand vor vollständigem Ver« bewahren.— Nachdem, wie die„Germania", der wir -"den Bericht entnehmen, mittheilt, verschiedene Redner, JJ. Herr Windthorst, für diese Resolution gesprochen hatten, we auch diese einstimmig angenommen. Kommunales. > Zwölf neue Sprengwagen sollen angeschafft werden. m Magistrat ersucht die Stadtverordneten- Versammlung �beschließen�-�DieJ Versammlung erklärt sich schon jetzt hhji'' l DV4«•«wv*| 0----,,,,,, « �"oerstanden, daß 12 neue Sprengwagen mit 12 X 800 «y"00 M. in das Extraordinarium des Etats der Straßen- TtUurrg pro 1886/87 eingestellt werden, so daß daraufhin die Innung der Fahrzeuge schon vor Feststellung des nächst- in Um Matt erfolgen darf."— Die Beschlußfassung erfolgt % heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung. toib. � der Stadtverordneten- Versammlung find fol- % l Petitionen eingegangen: 1. Gewährung eines Darlehns liru�. Friedrich- Wilhelms' Anstalt für Arbeitsamt 2. Regu- fttjE- i 8 vor dem städtischen Krankenhause an der Birken- den" belegenen'Vorgartens. 3. Gewährung einer Rate aus SäJ'nf'n der Plaut'schen Stiftung. 4. Pflasterung des «Iii»» �Platzes und der auf denselben mündenden Siraßen «ein 0�o"schlosem Pflaster. 5. Wiedereröffnung der Passage ein-» Housvoigteiplatz nach der Taudenstraße. 6. Ausstellung 7, im Haldrondel der Anlagen auf dem Schloßplatz. ssidtisjwtung von Volksbadeanstalten. 8. Errichtung eines « �.�nder-Krankenhauses. iidi«� stehende Schiedsmanns» Beamte find vom Prä- %). c/ des Königlichen Landgerichts Berlin 1 bestätigt und am ltehtftuict*«sp. 14., 18., 19., 20. und 21. August er. vom 1) niaJ'". Amtsgericht I hierseldst eidlich verpflichtet worden: „�iedsmanns-Stellvertreter für den 99. Stadtbezirk der »illnn f ssher Herr Eabanis, Köpnickcrstr. 21; 2) als Schieds- ,�r den 131. Stadtbezirk der Kaufmann Herr Albert �Wk.�ndrinenstr. 62; 3) als Schiedemann für den 133. i) der Kaufmann Herr Gustav Elteste, Louiskn Ufer6; der.�tedsmanns-Stellvertreter für den 165. Stadtbezirk mann Herr Mar Vogel, Breslauerstr. 29; 5) als Herr ,,wanns- Stellvertreter für den 215. Stadtbezirk der Rentier Nann s»dwig Peter Ossent, Artilleriestr. 30; 6) als Schieds. %thhi,!ä den 234. Stadtbezirk der Bäckermeister Herr Gustav Ä Rheinsberaerstr. 26; 7) als Schiedsmann für den ssraß. ,�dtbe»irk der Fabrikbesitzer Herr Ludwig Belker, Pank- »�,�0 wohnhaft. x,"1 der sogenannten Dammmühlen-Grundstücke �tadt. Schon wiederholt haben fich die städtischen .sssscke kllL dem Erwerb dieser ehemals fiskalischen Grund- lche x�esthaktigt. Die jetzige Besitzerin derselben, die Preußr- Hein-„ wobllren' Aktien. Gesellschaft, hat fich dem Baumeister @ntie Äkenüber zum Verkauf der Grundstücke an diesen bis Maist,/.b�wber verpflichtet.— Herr Heim hat seinerseits dem ikgiiti-nl v.le Kaufbedingungen gestellt und ersucht nun der brschij,� die Stadtverordneten> Versammlung, wre folgt zu Ä«erstni?x'"Dk Stadtverordneten- Versammlung erklart fich �uhsi� en mit dem Ankaufe der Grundstücke Poststr. 16, 1-11 und Breitestraße 23 für den Preis von Iivdt-kxl.M-, welche zunächst aus den bereitesten Mitteln der i!una»»blasse zu entnehmen find."— In der heutigen � wird darüber verhandelt.. £etf#"«•} der heutigen Sitzung der Stadtverordneten« Aagjs, wlung soll, wie wir hören, eine Anfrage an den %% Peft«llt werden, wonach derselbe um Auskunft darüber %n i?wd, welches Resultat die in der bekannten Gabriel'« ««habt bab gsangelegenheit angestellten Ermittelungen !& �lefmal Hausbesttzer gewählt werden? Auf Mtt»»5°. des Arbeiter-Wahlkomitees an den hiesigen Ma« ?«ten-m oo bei der diesmaligen Ersatzwahl zur Etadtverord- foftiÄ?!?IunÖ es nöthig ist, daß in der dritten Abthci- OTirlen �jefitzer gewählt werden müssen und in welchen !, fäieid' o-�emfelben— wie uns mitgetheilt wird— der f h«l geworden, daß diese Frage in einer Sitzung x d ttii-h y? im Monat September geregelt werden wird «x* drjtt-».das Loos bestimmt werden, in welchen Bezirken nicht lbtheflung ein Hausbesitzer gewählt werden muß Lokales. Zur Warnung für da« Publikum erläßt das königl. Polizeipräfivium folgende Bekanntmachung: Eine amtlich an- geordnete sachverständige Prüfung des von Richard Mohrmann, Hausvoigteiplatz 8», unter der Bezeichnung„Zahnrenovator" vertriebenen Mittels hat ergeben, daß dasselbe als pfeffemrünz- ölhaltige, mäßig starke Salzsäure zu erachten ist. Dieses Mittel ist nicht geeignet, die Zähne zu erhalten, sondern zer- stört dieselben. Ueber dai räthselhafte Verschwinden eines in der Oppelnerstraße wohnhaften Bahnarbeiters K. hat die Frau desselben folgende Anzeige bei der Polizei gemacht: Am vorigen Sonntag Nachmittag gingen beide Eheleute mit ihrer Nichte nach Stralau zum Erntefest. Dort gesellte fich im Laufe des Nachmittags ein Mann mit grauem Anzüge und schwarzer Mütze zu ihnen, der mit K. bekannt war und mit welchem er sich entfernte, indem er seiner Frau unter dem Versprechen, bald zu folgen, auftrug, mit der Nichte nach Hause zu gehen. Bis jetzt ist er jedoch nach seiner Wohnung nicht zurückgekehrt und find alle von Frau K. abgehaltenen Nachfragen resultatlos geblieben. K. war bekleidet mit einem grauen Rock mit schwarzem Sammetkragen, schwarz gestreifter Hofe, Schaftstiefeln und'einer Bahnbeamten-Mütze. Er ist von untersetzter Figur, hat dunkel- blondes, volles krauses Haar und Schnurrbart. Der Ver- schwundene war ein ordnungsliebender Mann und lebte mit seiner Frau in friedlicher Ehe, weshalb anzunehmen ist, daß ihm ein Unfall zugestoßen. ar. Zu de« Spezialitäten Berlins, aber nicht zu den sehenswürdigen, gehört auch die„schöne Susanne", die zwar weder Susanne heißt, noch schön ist und ihren Titel lediglich dem gleichnamigen Liede verdankt, das auf ihrem Repertoire fich befindet. Susanne ist nämlich eine der erfolgreichsten Rhapsodinnen der Queva'schen Muse, in vielen Boutrken und Destillationen der Königstadt gilt fie alsgeschätzte Primadonna, und dort feiert fie wahrhaft glänzende Triumphe, die fie zwar weder ihrer schmelzenden Stimme verdankt, noch dem hin- reißenden Zauber der Melodien, sondern einzig und allein dem Wohlwollen der Hörer. Die Wirthe mögen wohl der Anficht sein: Wo Gesang ertönt, da lassen die Gäste fich ruhig nie- der,— und so erscheint denn Susanne täglich dort. Zuwellen trägt fie auch Duette vor; denn ihr zwanzigjähriger, halb blödfinniger Sprößling,„Leimtiegel" genannt, ist ihr ständiger Begleiter. Vor Kurzem war sie schwer erkrankt, doch ist fie glücklicherweise der Kunst erhalten geblieben, zur Freude ihrer Zuhörer. Wehe dem aber, der fich spitzige Glossen gegen ihre Person erlaubt,— den straft fie mit der ganzen Verachtung, deren fie fähig ist. Im Sommer weiß fie durch zierliche Blumensträußchen die Gewohnheit der Biermamsells fich zu erhalten, die dann mit Erfolg unter den Gästen, als Lohn für den Klang ihrer Stimme, klingende Münze sammeln. Mutter und Sohn halten übrigens mit rührender Einmüthig- keit zu einander. AlS ein italienischer Drehorgelspieler gestern Nach« mittag auf dem Hofe des Grundstücks Grüner Weg Nr. 106 auf seiner Drehorgel, auf der ein Affe umherlief, spielte, näherte fich ein sechsjähriger Knabe dem Spieler, um dem Affen ein Stück Semmel zu geben. Plötzlich sprang der Affe auf den Knaben und verletzte ihn durch Beißen oder Kratzen im Gesicht. Wegen versuchter Erpressung wurde gestern der Maurer K. verhaftet. Derselbe hatte an einen hiesigen Arzt, welcher im Begriff steht, fich zu verheirathen, mehrere Briefe geschrieben und in demselben hohe Geldsummen unter der Drohung gefordert, daß er bei verweigerter Zahlung die uner- laudten Beziehungen, welche zwischen dem Arzte und der jetzigen Frau des K. bestanden hätten, der Oeffemlichkeit über- geben werde. Auf Grund einer der Kriminalvolizei zugegangenen Mittheilung wurden gestern drei Personen, darunter der be- reits dreimal mit Zuchthaus bestraste Arbeiter Karl Zimmer- mann, verhastet, welche verdächtig find, mehrere Einbrüche, theils in Berlin, theils in der Umgegend, in letzterer Zeit ver- übt zu haben. Einer der gefährlichsten Kolli-Diebe. der bereits neunmal wegen Diebstahls besttafte„Arbeiter" Paul Dabruck, wurde gestern Abend auf dem Köllnischen Fischmarkt dabei er- griffen, als er von einem Rollwagen ein Packet Seilerwaaren im Werthe von 30 M gestohlen hatte und fich damit entfernen wollte. Der Begleiter des Wagens, dessen Kutscher mit dem Abholen von Frachtgut beschästiat war, hatte den Diebstahl be- melkt und wurde auf seinen Hilferuf D. festgenommen und zur Hast gebracht._ Gerichts-Zeitung. Die bestialische Rohheit eines Ehemannes wurde gestern durch Urtheil der 91.Adtheilung des Schöffengerichts gebührend gekennzeichnet und bestraft. Am Morgen des 2. Juli d. I. stellte sich auf einem der hiesigen Polizeibureaux ein bleiches, abgehärmtes Weib ein, welches um Schutz gegen ihren Mann bat, der fie seit Jahren in einer Weise mißhandelte, daß sie im Begriffe sei, zu erliegen. Derselbe scheine eine wahre Freude daran zu haben, fie mit Faustschlägen, Püffen und Stößen zu traktiren, zur Abwechselung hiebe er auch mit einem Besenstiel, oder was ihm gerade zur Hand läge, auf fie ein. Die Frau entblößte zum Beweise der Wahrheit ihren Oberkörper und entsetzt prallte der diensthabende Wachtmeister, der fie ver- nahm, zurück.„Meine Herren, ich habe in meinem Leben derartiges viel gesehen ," äußerte der Beamte fich im Termine—„aber was ich hier sah, spottet jeder Beschreibung. Ich hätte nicht geglaubt, daß ein Mensch und zumal eine kleine schwach gebaute Frau so viel zu ertragen im Stande sei. Schuster, Nacken und Brust der Frau waren buchstäblich mit blauen, rothen und blutrünstigen Flecken wie besät und auf dem rechten Oberarm befanden fich die frischen Eindrücke von zwei Reihen Zähnen. Der Wachtmeister hatte sofort zwei Schutzleute hingeschickt, um diesen Mustergatten zu holen und gestern stand derselbe unter der Anklage der wieder» holten Mißhandlung vor Gericht. Es war der aus dem Posen- scheu gebürtige Schuhmacher Joseph Kosczkorowski, ein Mann nahe an fünfzig Jahre mit stupidem, abstoßendem Gefichtsaus- druck. Der erste Termin, welcher in dieser Sache an- stand, mußte vertagt werden, weil die mißhan- delte Frau— wohl aus Furcht vor dem Änge« klagten— von dem Rechte der Zeugnißverweigerung Gevrauch machte und war man deshalb im zweiten Termine auf den betr. Wachtmeister als Belastungszeugen angewiesen. Der Angeklagte hatte die Frechheit zu behaupten, er habe fich im Zustande der Nothwehr befunden, denn seine Frau habe ihn in nicht wiedelzugebender Weise angegriffen, auch machte er als Mildcrungsgrund für fich geltend, daß er seine Zähne nicht tiefer in den Arm seines Opfers geschlagsn, als das that- sächlich der Fall gewesen. Der Gerichtshof belegte den Unhold mit vier Wochen Gefängniß, eine Strafe, welche man im Zu- Hörerraum für viel zu milde erachtete. Ein folgenschwerer Stoß, den der in der Breiten« bergerstraße wohnhafte Kaufmann Lingk einem Betrunkenen oerfetzt hatte, zog demselben eine Anklage wegen Körperver« lefcuna in einer das Leben gefährdenden Weise zu, welche acstern vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts verhandelt wurde Am 28. Mai er. besuchte der Stepper Obra in stark angetrunkenem Zustande den Laden des Ange- klagten und kaufte fich eine saure Gurke für 5 Pfennige. Vor die Thür gewiesen, stellte Obra fich vor den Laden hin und schrie fortwährend in denselben hinein, daß der Angeklagte ein Dieb und Betrüger sei. Es sammelte fich bald viel PMi» kum an und dem Beschimpften wurde es schließlich zu arg, er sprang heraus und verlangte, daß der angeblich Bestohlene ihm zur Wache folge. Als dieser nicht sofort Folge leistete, gab er ,hm einen Stoß gegen die Schulter; schwer fiel der Trunkene zu Boden und so unglücklich, daß er mit dem Geficht auf die Bordschwelle schlug. Er wurde leblos und im Geficht stark blutend vom Platze getragen. Er hatte fich bei dem Fall die Unterlippe gespalten und die Zunge durchbissen und wird sein Sprachorgan stets einen Fehler behalten. Der Kaufmann L. soll diesen verhängnißvollen Stoß mit einer Woche Gefängniß büßen._ Uereme mh Versammlungen. be. Zur Gründung eines zweiten Arbeiterinnenver- eins, hauptsächlich für den Norden Berlins, fand am Diens- tag. den 1. d. M. im„Deutschen Kaiser" eine Arbeiterinnen« Versammlung mit Ausschluß der Männer unter Vorfitz der Frau Pölling statt. Frau Cancius hielt das einleitende Re« fcrat. Durch ihr zahlreiches Erscheinen, es waren etwa 40» Frauen anwesend, hätten die Arbeiterinnen bewiesen, daß fie gewillt seien, die Vertretung ihrer Interessen selber zu über» nehmen; eine Frauenbewegung sei nothwendig gegenüber dem Druck des Kapitals, welches die Frauenarbeit noch mehr als die Männerarbeit ausbeute! Das einzige Mittel hiergegen sei Vereinigung. Ein einziger Verein sei aber nicht im Stande, alle Arbeiterinnen Berlins an fich zu ziehen' es sei allgemein der Wunsch laut geworden, auch im Norden Berlins einen Arbeiterinnen- Verein zu gründen, da es vielen unmöglich sei, nach der Arbeit noch einen weiten Weg bis in die Mitte der Stadt zurückzulegen, so lebhast auch die einzelnen Wünsche wären, fich an der Bewegung zu betheiliaen. Deshalb sei man zusammengetreten, um auch hier einen solchen Verein zu grün« den. Die Ziele des Vereins heut schon destimmt anzugeben, sei unangebracht; die Gesammtheit der Mitglieder und An- regungen aus ihrer Mitte würden dafür maßgebend sein, der Vorstand würde nicht eigenmächtig vorgehen. Der Verein wolle es fich angelegen fem lassen, seinen Mitgliedern unent- geltlichen Rechtsschutz in gewerblichen Streitigkeiten zu gc» währen. Hauptsächlich wolle er für Frauenarbeit Löhne an- streben, die mit denen für Männerarbeit gleich wären, nur so könne man dahin kommen, daß der Mann überall mehr be- gehrt werden würde. Mit der Bitte, dem neuen Verein recht zahlreich beizutreten, schloß die Rednerin ihren beifällig aufge- nommenen Vortrag. Es folgte nun die Stawtenberathung, die fich ohne größere Diskusfion vollzog. Der Verein führt den Namen„Verein der Berliner Ardeiterinnen." Er bezweckt die Wahrung der geistigen und materiellen Interessen seiner Mitglieder, insbesondere durch Gleichstellung der Frau mit dem Manne in wirthschastlicher Beziehung. Der monalliche Beitrag beträgt 20 Pfg., das Eintrittsgeld 30 Pfg. Im Uebrigen gleichen die statutarischen Bestimmungen denen des„Vereins zur Verttetung der Interessen der Arbeiterinnen". Die Statuten wurden Paragraphenweise genehmigt und mit der Leitung der Geschäfte ein provisorischer Vorstand betraut, in den folgende Frauen gewählt wurden: Frau Pöttig, Frau Cancius, Frau Neumann, Frau Witzel, Frau Walter, Fräul. Walter, Frau Kaspar, Frau Richter, Frau Krieg und Frau Grothmann. Frl. Wabnitz warf die Frage auf, wie der neue Verein fich zu dem bereits bestehenden Arbeiterinnen- Verem stellen werde. Frau Pölling erwiderte, daß, wenn auch der heute gegründete Verein durchaus kein Zweigverein des alten sein wolle, er doch gern mit demselben Hand in Hand gehen würde. Frau Cancius bestätigte diese Auffassung. Wenn der neue Verein auch hauptsächlich für den Norden bestimmt sei, so würden die Arbeiterinnen aus ganz Berlin fich doch dahin wenden, wo ihre Interessen am besten vertteten würden.(Bei- fall.) Hiermit schloß die Versammlung. Frankfurt a. M.(Verbot einer Versammlung.) Eine für Montag, den 31. August, angemeldete Versammlung, in welcher der Abg. Frohme über„Ferdinand Lassalle und seine Beziehungen zu den sozialen Aufgaben der Gegenwart" sprechen wollte, ist auf Grund des Sozialistengesetzes verboten worden. Herr Frohme hat nun sofort zu Demselben Lokal (Rheingaucr Hof) einen anderen Vortrag„über Deutsch- lands Beruf in der Oekonomie der geschichtlichen Entwickelung" angemeldet. bis. Im hiesigen Tapezirergewerbe bereitet fich eine größere Lohnbewegung vor. Gewissermaßen als Vorboten der Bewegung find auch bereits in zwei hiesigen Geschäften aus Anlaß von Lohndifferenzen partielle Streiks ausgebrochen. In der„Deutschen Renaissance"(Firma: Haß u. Echulvater), Markgrafenstraße 42, haben sämmtliche Gehilfen am Sonn» abend die Arbeit eingestellt, nachdem die Firmeninhaber von dem ihnen zur Bewilligung unterbreiteten Tarif, der einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 10 pCt. gleichkommt, nicht die geringste Notiz genommen und denselben mit der Erklärung zurücknewiesen hatten, daß fie nicht gewillt seien, sich Preise vorschreiben zu lassen. Bei Kruschke, Prenzlauerstraße, wurde der geforderte Wochenlohn von 22,50 M. verweigert und haben in Folge hiervon 6 von den dort beschäftigten 8 Gehilfen am. Montag die Arbeit niedergelegt. Die Lohnkommisfion der Tapezirer hat zu den beiden Streiks ihre Billigung ertheilt. Schließlich sei noch bemerkt, daß bei der Lohnkommisfion noch mehrere Streik-Anträge aus verschiedenen Werkstätten einge- bracht wurden und in einer am nächsten Sonnabend statt- findenden öffentlichen Tapezirerversammlung über diese An- träge Beschluß gefaßt werden soll. Posen, 1. September.(Krankenkasse der Maurer.) Die h efigen Maurergesellen hatten gegen die Reorganisation der früheren Kranken- und Sterbekasse nach Maßgabe der Be» stimmungen des Gesetzes betreffend die Krankenverficherung der Arbeiter protestitt. Sie haben ihre Einwendungen allen Be- schwerde- Instanzen vorgetragen, find aber überall aus demselben Grunde abgewiesen worden, dem nämlich, daß die Umwandlung der Kasse zu Recht erfolgt ist und dies nicht anders wie geschehen erfolgen könnte. Früher zahlten die Kaffenmitglieder die Beiträge während der Sommermonate, in denen gearbeitet wird, bald in so hohem Betrage, daß auch die Ausgaben für den Winter gedeckt werden konnten. Ein derartiger Zahlungs« modus ist nach den neuen Bestimmungen nicht zulässig- um aber den Mitgliedern die Möglichkeit zu schaffen, im Sommer schon für den Winter Einzahlungen zu leisten, enthält daS Kassenstatut die Bestimmung, daß den Kassenmitgliedern frei steht, schon in den Sommermonaten Beittäge für die einzelnen Wintermonate bis zu einem Jahre aus eigenen Mitteln im Voraus zu entnchten. Gebrauch ist von dieser Bestimmung aber bisher nicht gemacht worden. y- GlaiShammer(Bal,ern). 30 August. In einer zahlreich besuchten Versammlung refenrte gestern Reichstagsabgeordneter Gnllen berger über den von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Arbeiterschutzgesetz- Entwurf und über die Sonn« tagsarbelt-Enquete. Redner erläuterte die hauptsächlichsten Punkte des Gesetzentwurfes, namentlich fich ausführlich über die SonntagSarbeit verbieitend. Mit sichtbarem Interesse und lebhaftem Beifall verfolgten die Zuhörer die Ausführungen des- Redners. Die aus der Mitte der Versammlung eingebrachte und einstimmig angenommene Resolution lautet:„Die heuttge Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten, Reichstagsabgeordneten Grillenbeiger, einverstanden. Ebens» mit der Absendung einer an den Reichstag zu richtenden Pe« tition, daß der von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Arbeiterschutzgesetzentwurs Gesetz werde. Die Anwesenden er» klären fich auch dereit, mit allen Kräften für die Unterzeichnung der Petition einzutreten." Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Sonntao, den 6. September: Herren-Partie nach den Rüders- Dörfer Kalkbergen. Sammelpunkt früh 6 Vi Uhr auf dem Schlestschen Bahnhofe. Tischler- Verein. Sonntag, den 6. d. M.: Männer- Partie nach Osdorf. Abfahrt vom Anhalter Bahnhof früh 7V, Uhr- Die vereinigten Berliner Schwimmvereine bereiten zu einem wohlthätiaen Zweck— es gilt die Unterstützung einer armen, in großer Roth befindlichen Familie— ein großes humoristisches Kostüm-Schwimmfest vor, welches am Sonntag, den 6. September, Nachmittags 4 Uhr, im verdeckten Basfin des Kaiser-Wilhelm-Badcs, Lützowstr. 89/90, stattfinden soll. Während des Festes konzertirt eine renommirte Kapelle. Die Vorbereitungen zu dem Feste lassen darauf schließen, daß das- selbe zu einem der glänzendsten seiner Art fich gestalten wird. Bei dem wohlthätiaen Zweck, welcher der Veranstaltung zu Grunde liegt, wäre den Schwimmkünstlern ein reger Besuch wohl zu gönnen._ Vermischtes. Hildesheim. Die Flucht eines geisteskranken Verbrechers wird von der„Hildesh. Allgem. Ztg." recht eingehend be- schrieben. Diese Schilderung bat insofem ein allgemeines In- teresse, als die Frage, ob geisteskranke Verbrecher in Irren- anstalten untergebracht werden sollen, zur Zeit lebhaft erörtert wird. Der Flüchtling heißt Emil Herhtt, kann jetzt etwa 32 Fahre alt sein; er wurde geboren zu Angcrburg in Ostpreußen und erlernte dort die Kaufmannschaft, wurde aber von seinem Prinzipal wegen verschiedener Veruntreuungen entlassen und zur Bestrafung gezogen. Er betheiligte sich darauf an raffinirten Diebstählen in Berlin, Leipzig, Hamburg, Bremen, Düffel- darf ic., bei denen es besonders auf Ausraubung von Gold- und Silberläden abgesehen war; auch wurden mit Vorliebe Uhrmachergeschästen Besuche abgestattet. Es war schwer, die Diebe abzufangen, da sie die Polizei� durch ihr außerordentlich feines Auftreten täuschten, rndem sie in den ersten Hotels logirten und in mancherlei Verkleidungen erschienen. Doch fiel Herlitt in Düsseldorf, von wo er einen einstweilen vergrabenen Raub abgeholt hatte, durch Verrath in die Hände der Polizei, als er bereits den zur Abfahrt bereit- stehenden Eiienbahnzug besttegen hatte. Er wurde vom Schwur- gericht zu 15 Jahren Zuchthaus wegen vielfach ausgeführter schwerer Diebstähle verurtheilt und im Zuchthause zu Celle untergebracht, wo er nahezu 10 Jahre von der Strafe verbüßt hat. Es stellten sich schließlich Lerfolgungsideen ein, infolge dessen er vor zwei Jahren der hiesigen Herl- und Pflegeanstalt zur Beobachtung übergeben wurde. Man hiett ihn hier für einen Simulanten und sandte ihn in das Zuchthaus zurück, dieses Mal nach Lüneburg. Dort zeigten fich aber bald wieder Spuren von Veifolgungswahn, welhalb Herlitt abermals der hiefigen Heil- und Pflegeanstalt zur Aufnahme überwiesen wurde. Hier wurde er den Beamten zur Plage, mdem er gegen diese die schlimmsten Absichten hegte und aus- sprach und auch fortwährend auf seine Flucht bedacht war. Von seinen verschiedenen Fluchtversuchen gelang ihm einer im vorigen Jahre während des Volksfestes, nachdem er den Sttohsack des bei ihm in der Zelle schlafenden Wärters mittels einer scharf geschliffenen Westenschnalle aufge- trennt und daraus die dort stets aufbewahtten Schlüssel ent- nommen hatte; doch wurde er in Hannover wieder aufgegriffen. Solcher Raffinittheit gegenüber mußten die außerordentlichsten Sicherheitsmaßregeln ergriffen werden- deshalb wurde Herlitt stets allein in einer zu ebener Erde belegenen Zelle aufbeivahrt und vor dem Zusammentreffen mit anderen Geisteskranken sorg- fältig behütet. Jedoch halfen alle Vorkehrungen nichts; denn stets machte er neue Versuche zur Flucht und wußte selbst mit den Zinken eines Frifirtammes ein Loch in die am Fußboden seiner Zelle befindlichen Lambris zu wühlen; doch wurde dies noch rechtzeitig bemerkt. Herlitt ersann nun einen anderen Plan. Vor seiner Zelle befanden fich an dem in's Freie füh- renden Fenster fünf Eisenstangcn, welche durch Ringe mit einer Querstange verbunden waren. Vor diesen Eisenstangen war zu aller Sicherheit noch ein engmaschiges starkes Drahtgitter ange- bracht. Es gelang Herlitt in der Nacht zum letzten Donnerstag auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weise, einen der Ringe zu durch- schneiden, eine Eisenstange loszubrechen, mit dieser das Draht- gitter zu zettrümmern und so, nur mit einem Hemd bellerdet, da ihm regelmäßig Abends die Kleidungsstücke fortgenommen wurden, ins Freie zu gelangen. Er erkletterte sodann das Dach des Hauses, stieg in ein llemes Dachfensterchen und gelangte auf den Boden, wo, wie er von einem frühereren Fluchtversuche her wußte, Kleidungsstücke aufbewahrt wurden, von denen er fich zwei vollständige Anzüge aneignete. Er ging dann den Weg wieder zurück, überkletterte die Hobe Mauer und gelangte so auf den Wall ins Freie. Sein Weg scheint direkt zum Bahnhof gegangen zu sein, wo er fich nach dem Abgange des nächsten Zuges in der Richtung nach Lehtte erkundigt hat. Es wird angenommen, daß Herlttt fich nach Berlin begeben hat, wozu er vielleicht durch Verlauf des einen Anzuges die Mittel erhalten hat. Ueber de« Orka« am 2. Juni d. I. im Golf von Aden theilt die„Wes. Ztg." aus dem meteorologischen Joumal des deutschen Dampfers„Donar" folgendes mit: Am 31. Mai und 1. Juni wurde im Rothen Meer ein auffälliges unruhiges Verhalten der Fische und Vögel beobachtet. Das Barometer behielt jedoch seinen gewöhnlichen hohen Stand mit den üb- lichen täglichen Schwankungen bei, und auch sonst deutete nichts auf schweres Wetter hin. Um 3 Uhr Nachmittags den 1. Juni war unser Schiffsort 12,7a gj. Br. und 45,9° O. Lg. In der Nacht vom 1. zum 2. Juni jedoch bekam die Luft ein drohen- des schwarzes Aussehen, wie man es in jenen Gegenden nicht gewohnt ist, und um den Mond zeigte sich außerdem ein großer Hof. Wind und See waren zur Zeit östlich und mäßig. Von 4 bis 8 Uhr Vormittags den 2. Juni stellte fich eine sehr schnell zunehmende hohe östliche Dünung ein, in der das Schiff schwer stampfte, so daß zuweilen der ganze Kopf des Schiffes unter Wasser kam und wir bald mit halber Kraft fahren mußten. Der Wind war leicht und sehr veränder- lich. Von 8—12 Uhr Vorm. nahm die Dünung dermaßen zu, daß die Seen über die Back hinweg das Deck entlang rollten. Der Wind blieb noch leicht und ging von OSO. über O. nach NO„!N. und NNW., um wieder auf NO. zurückzuholen, in welcher Richtung er zunächst verblieb. Um 12 Uhr 30 Minuten Nachm. den 2. Juni, in ungefähr 12,9° N. Br. und 48, lo O. L., setzte, nachdem vorder schon einige Regentropfen gefallen waren, plötz- lich unter starkem Regen, Blitzen und Donnern ein steifer, zuneh- mender Wind aus NO. ein, so daß wir Mühe hatten, die noch aus- gespannten Sonnensegel zu bergen Den ganzen Nachmittag hielt fich der Wind aus NO, begleitet von unaufhörlichem Donnern und Blitzen, fallendem Barometer und zunehmender, Höver, wilder See aus derselben Richtung. Um 6 Uyr Nachmittag. in etwa 12,9 0 N- Br. und 48,6 D- L., als der Luft- druck vis auf 746 mm(reduzirt) abgenommen hatte, wehte es entsetzlich. Das vom Orkan emporgepeitschte Waffer verdunkelte die Luft dermaßen, daß ein Ausguck völlig zwecklos war und Lust und See eine ineinanderlaufende graue Masse bildeten, dichter als der dichteste Nebel. Von 8 10 Uhr Nachmittags wehte der Orkan am stärksten. Der Wind holte für kurze Zeit von NO auf N., ging bis 10 Uhr Nachmittags auf ONO zurück und dann langsam weiter bis OSO, ohne an Stärke zu verlieren. Bis gegen 12 Ubr Mittags veränderte fich die Richtung des Wrndes nach SSO, wobei die Stärke des- selben allmählich geringer wurde. Während der ganzen Zeit lief eine fürchterliche wrlde See, die von allen Seiten über das Schifi hereinbrach und es überstuth te Grelle Blitze erleuchteten die Lust, doch war kein Donner zu hören, weil das Gebrüll des Orkans alles Andere übertönte. Es war ein Wetter, als wenn Himmel und Erde vergehen wollten. Nachdem etwa gegen 10 Uhr Nachmittag das Zentrum des Orkans pasfirt war — der niedrigste beobachtete Luftdruck von 740,2 mm ereignete fich um 9 Uhr Nachmittags— nahmen Wind und See bald darauf allmählich ab, so daß wir um 12 Uhr Nachmittags im Stande waren, die Zerstörung, welche die fürchterliche See angenchtet hatte, zu übersehen und die erlittenen Schäden wieder auszubessern. Hierzu bemerkt die.Weser Zeitung.:„Aus diesem ersten verläßlichen Bericht über diesen Orkan. welcher ficher auch das deutsche Kriegsschiff„Augusta"� erreicht hat, ergiebl fich die ganze Gc- walt und Zerstörungskrast dcffelben. Die„Augusta", welche Zeitungsberichten zufolge Perim in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni, also etwa 24 Stunden nach dem„Donar" pasfirt haben soll, wird, da sie dem tiefbeladenen Frachtdampfer an Schnelligkeit doch gewiß bedeutend überlegen war, den Orkan wahrschemlich in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni, in einer vielleicht hundertundfünfzig Seemeilen östlich von Perim gelc- genen Position angetroffen haben. Wäre das Kriegsschift in demselben cntmastet und zugleich des Gebrauches seiner Ma- schine beraubt worden, so würde man nach dem Orkane zwei- fellos versucht haben, nach Aden als nächstgelegenen Hafen zurück- zukehren. Da dieses nicht geschehen ist, läßt allein die Annahme noch Hoffnung auf Erhaltung des Schiffes zu, daß„Augustes" Maschine in dem Orkane zwar unbrauchbar geworden, Ü« Scgelfähigkeit aber unbeschädigt geblieben sei, und daß w Kommandant im Vettrauen auf letztere den Versuch unto' nommen hat, die Reise unter Segel zu vollenden. Ist dies« geschehen, so würde die Reisedauer zwar auch schon«ine mW wöhnlich lange sein. Erwägt man aber, daß nach dem Joill' nale des„Donar" auf den Orkan längere Zeit anhallem schwache Ostwinde folgten, bei denen es einem Segelst� schwer geworden sein wird, nur den Golf von Aden zu«r- lassen, und daß später auch die Ueberschreitung des zwifä« den beiden Paffatgebieten liegenden Stillengüttels längere o«1 erfordert haben wird, so schernt zum Aufgeben aller Hoffrnwg noch gar kein Grund vorbanden zu sein." Vergleichung der Sonnenwärme mit derjenigen(P schmolzenen Stahls. Pro'. Langley in New-Dork hat dm« ein sehr sorgfältiges Verfahren die Hitze, welche geschmolzen« Bessemerstahl ausstrahlt, mit der Hitze, die wir von der Sonne empfangen, verglichen.(Bessemerstahl, so genannt nach de« Eifinder, wird in einem riefigen, birnförmigen, innen mit feil«' fester Masse ausgekleideten, um zwei horizontale Zapfen dreh' baren Eisengefäße hergestellt, in welchem durch geschmolzene- Eisen von unten her ein starker Luststrom gepreßt wird/ Langley hat dabei gefunden, daß die Hitze für jede Flächen; einheit bei der Sonne mindestens 78 Mal größer ist, als d<> diesem Stahl in flüssigem Zustande. Da nun der Bessem«' stahl bei ca. 1600 Grad schmilzt, so käme man auf eine Sonnep temperatur von mindestens 125 000 Grad. Doch ist das Er; gebniß keineswegs als envgiltig anzusehen, denn man muß bn einer solchen Umrechnung Voraussetzungen machen, deren R'«' tigkeit sich nicht beweisen läßt, und außerdem haben ander! Forscher auf anderen Wegen ganz abweichende Zahlen für du Sonnentemperatur erhalten. Nebenbei ergaben Langley's-v«' suche übrigens, daß die Leuchtkraft der Sonne diejenige W geschmolzenen Bessemerstahles mindestens 5000 Mal übertrA Die Mormonen in London. Bereits seit mebrer« Wochen halten die Mormonen in der Clifton-Halle, im Ostend! Londons, Meetings, und in neuerer Zeit hat ihre Prooaqanpo selbst eine thätigere Form angenommen, indem sie Meetings«» Freien veranstalten und bei der Gelegenheit Schriften vertheusN die ihren Zwecken dienen. Dies Verhalten hat in gewissen Kreise» Stoße Entrüstung hervorgerufen, und bei mehreren Gelege«- eiten wurde mit den Mormonen ziemlich rauh verfahren. einigen Tagen hatten sie in der Cliston Halle ein Spez««' Meeting angekündigt, zu dem ein lärmender Pöbel sich Eingab verschaffte, um einen gehörigen Krawall in Szene zu se?«» Die Platform wurde gestürmt, und die die Vorgänge leitend!« 6 oder 7 Mormonen Aeltesten wurden aus dem Gebäude 8« trieben. Kaum draußen, stürmte der Pöbel ihnen nach««; bewarf sie mit Steinen. Ihre Kleidung wurde fast in iW« geriffen. So ging die Hetzjagd bis Stepnest-green, wo d« Verfolgten fich in einem Hause versteckten, bis ste in P«" herbeigeschafften Droschken ihren Peinigem entgingen-._ Von Eiemassen erdrückt. Aus San Franzisko««($ troffene Nachrichten besagen, daß die amerikanische»«? „Napoleon" im nördlichen Polarmeer von ungeheuren � Massen erdrückt worden ist. Von der Mannschaft law!« 22 Personen ums Leben, der übrige Theil wurde von d«« Schooner„James Ä. Garfield" gerettet.__> Amerikanisches. Unter dem Namen„New-Nork sw> tarn Fertilizer Ko." hat fich in der Stadt New Bork eine � sellschaft zu dem Zwecke gebildet, für Fortschaffung von Straß!«' kehricht und Küchenabfällen zu sorgen. Das Aktienkapital trägt 1500000 Dollars(6 Millionen M.). Die G-sellM will in der Nähe der Stadt einen riefigen Ofen erbauen, jj welchem alle Abfälle verbrannt werden sollen. Die Asche 0" einen vorzüglichen Dünger. Kleine Mittheilungen. Danzig, 1. September.(Zu den Ausweisungen.) J: Kreise Strasburg(Westpreußen) hat der Landrath eine sügung erlassen, nach welcher es gestattet ist, Arbeiter««" Russisch-Polen zu landwirthschaftlichen Arbeiten anzuneb«'!«' jedoch nur unter der Bedingung, daß dieselben nicht sta«w.° im Kreise Strasburg wohnen und daß der Besitzer, welcher beschäftigt, die Garantie für ihre Rückkehr nach Rusfisch-P«� übernimmt. ,, Aus Wien, 1. September, wird der„Frkf. Ztg. iL meldet: Im Dorfwirthshause zu Glembozo(Galizien) wur, sieben Juden ermordet. Die Gendarmen verfolgten die Tb«' von denen vier eingebracht wurden. Theater. Opernhaus._ Heute: Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur. Schauspielhaus. Heute: Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. Heute: Die Welt, in der man fich langweilt. Kriedrich-Wilhelmstädttsche« Theater. Heute: Der Großmogul. Restdenz-Theater. Heute: Theodora. Wallner-Theater. Heute: Papageno. Belle-Alltance-Theater. Heute: Mädchen-Jllufionen. Walhalla-Operetten-Theater. Heute: Die Glocken von Comeville. Central-Theater. Alte Jakobstraße 30. Direttion: Adolph Emst. Heute: Zum 34. Male: Die wilde Katze. Gesangspoffe in 4 Asten von W. Mannstädt, Mufik von G. Steffens. Louisenstädtisches Theater. Direktion: Jos. Firmans. Heute: Martha. Ostend-Theater. Heute: Kabale und Liebe. Unterzeichnete nimmt hierdurch den gegen H. P., Schneider, Blumenstraße 29, gebrauchten Ausdruck:„Ist in meinen Augen ein Schurke", zurück. 1.2060 Frau Lutz. Slflle Freunde und Kollegen, welche noch im Besitz von Sammellisten für die stteikcnden Maurer find, ersuchm wir dringend, uns dieselben— gleichviel, ob Beträge darauf verzeichnet find oder nicht— behufs Abrechnung recht bald zusenden zu wollen.(2043 Die Stretk-Kommission der Maurer Berlins, Lothringerstr. 37 im„Deutschen Kaiser". Groker Miitagstislk sör 600 Persoie«. st Portion 25 Pfennig. Gute Hausmannskost, mmmm(1982 Wallstrasse IG, i-lrnt.»>u. «orbmacherges. auf Baige verl. Schulz, Prinzenstr. 46.[2031 Der Arbeitsnachweis für die Metallarbeiter Deutschlands befindet fich dort nach wie vor zu jeder Tageszeit. Einem geehtten Publikum empfehle mein #& KmWtt'M Reichhaltiger kalter u�, warmer Frühstücks-, Mtttagstisch von 12 brs 3 Ubr, mit Bier ä Kouvert 50 f Achtungsvoll Fritz Sodtke, Ritterstraße 128. August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112._ Mbel-, Spiegel' tuid Polßemiaarm-Magazm Eigene Fabrik. Solid# Prelsa, Prompte Bedienung. 410 Die von Mitgliedern des Fawverem« der Schneider gegründete_ Produktiv- n. Rohstoff- Genossenschaft der Schneide» ZU Berlin Mllgetragene(Kenossenschaft) No. 30 ZIMMER-STRASSE No. 30 � empfiehlt ihr Lager fertiger Herrm-Garderobe, sowie ihr reichhaltiges Lager in- und ausländischer Stoffe, ebenfall« Borte und Knöpfe,=(MtÖ# O&W* Att iMgesertigt Reelle Ärbeil vauerhafte Stoffe. Felle Preise. Bitte genau m«f Stramm, and Kammer in achten. 723_ Per Verstand nnd Verwaltnngmf en gros. Cigarren- u. Tabak-Handlung Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40(frühere„Linde.") Ii�� ecMer Havanna, Lager edler Sorten Rauch- und Schnupftabake. Keich»ssortirtes La«-, echt türtts�r, Züsch» und�mertkauische.«igarretteu und Tabake. Verantwortlicher Redakteur*. Hronheim in Berlin. Druck und Verlag von«tax vading w Berlin SW, Beuthstraße 2.