tobt ju Bolftern worden, d ihrem zu ihr, gen zu, elbe zu n Gelde, ie Frau ch durch ¡ pondent t feines us dem lein bie terbeffen igeriffen, Mann, er Blut ndarmen Strid chtig der Der Fall ashalte. rbstoffen, ne Bản nzin und De zuerst gt; bei lepterer er Weile ung von Bad, daß t werden In einige Der Luft. er und $, fowie ch Uhr, t 50 f. [ 2040 ider Futter taaß th. a Deranzöf. ffe. menftr. il Nr. 211 Donnerstag, den 10. September 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt Organ für für die Das Berliner Volksblatt die Interessen der Arbeiter. scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Boftabonnement 4 Mr. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 f. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) tann." Redaktion: Beuthstraße 2. Rückwärts! Rückwärts! Hinein in den allein selig machenden Schooß des Manchesterthums - das ist der einzige Weg zum Frie. ben, der Weg, auf dem die einzig richtige Lösung des Widerspruchs zwischen den Gewinninteressen der Unternehmer und den Lebensinteressen der Arbeiter geschehen Das ist die Quintessenz eines längeren Artikels der Berliner Zeitung", der unter der Ueberschrift: Das Berhängniß naht" sich mit dem von uns gleichfalls beprochenen Artikel der Münchner Allg. 3tg."," Kritische Anzeichen, beschäftigt. " 1 Die Berliner 3eitung" kritisirt den gegenwärtigen wirthschaftlichen Aufschwung", der zur Ueberproduktion führt und hält in der That diesen Aufschwung, der übrigens nur in der Einbildung existirt, für einen Ausfluß unseres heutigen wirthschaftlichen Systems, des Schutzes der nationalen Arbeit", während man lediglich in den Jahren 1882 und 1883 einen kleinen Aufschwung nur zu verzeichnen hatte als naturgemäße Entwickelung einer beendeten, langandauernden Krisis. Jetzt stehen wir schon wieder am Anfang einer neuen Krisis. Aber was hat das Alles mit unserer Schußzzollpolitik, mit dem heutigen wirthschaftlichen System zu thun? Im Grunde doch recht wenig. Wir sind weder im Prinzip SchutzZöllner, noch unbedingte Anhänger der Handelsfreiheit; wir neigen uns der letzteren noch mehr, als dem Schutzzoll zu. Doch ist diese Frage bei uns immer von zu Fall zu behandeln. Fall Bis jetzt hat sich die absolute Handelsfreiheit in Deutsch land in Bezug auf die Produktionsverhältnisse ebenso schlecht bewährt, als bie Schutzzollpolitik! Ober hatten wir nach den Geünderjahren, in welchen Das Prinzip der Handelsfreiheit bei uns herrschte, nicht ebenso gut, ja in viel höherem Maße Ueberproduktion, als leht, nach Einführung des Schutzzollsystems? Folgte nicht nach den glänzenden„ Freihandelsjahren" von 1872-1875 gleichfalls eine furchtbare Handels- und Arbeitskrisis, schlimmer, als sie uns jetzt bevorsteht? Insertionsgebüte Bibli the beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenom Expedition: Zimmerstraße 44. " 1' in solchen akademischen Erörterungen" das Fabelbild von der Harmonie der Interessen von Kapital und Arbeit so grausam zerstört wird; die Berliner Zeitung" jammert, daß ein solches Eingeständniß, wenn man diesen Wider spruch nicht bannen könne, zum Siege der Sozialdemokratie führe. titels der Berliner Zeitung" das schellengeschmückte Haupt Man sieht auch, daß überall aus den Spalten des Arunseres Harmoniemärchen herausguckt und man hört das Nicht fonderbare Geklingel gewerkvereinlicher Weisheit. etwa, daß wir glaubten, Dr. Max Hirsch habe den Artifel geschrieben, dafür ist das Deutsch in demselben zu gut, aber der Ideengang des Harmonieapostels ist ziemlich treu fopirt. Auch der kindische Haß gegen die Sozialdemokratie blidt überall hervor, der seinen Gipfelpunkt darin erreicht, daß der Artikel andeutet, die Gesellschaft, der Staat dürfe feinerlei Reformen anbahnen, die Sozial- Akademiker dürften feine soziale Wahrheiten aussprechen, wenn dadurch das Programm der Sozialdemokratie an Bedeutung gewinne. Das Gute an sich also ist nicht gut, eine SozialReform ist verderblich, auch wenn sie an sich noch so trefflich ist, wenn dadurch irgend eine Forderung der Sozialtrefflich ist, wenn dadurch irgend eine Forderung der SozialDemokraten gedeckt wird! Dieser blöde Haß der Manchestrier ist ungemein bezeichnend und charakterisirt sie als die grimmigen, beuteluftigen Gegner der Arbeiter. " Die Berliner Beitung" macht sich nebenbei lustig darüber, daß der„ Akademische" der Allg. 3tg." wohl den Konflikt der Interessen" konstatire, aber feine Abhilfe wisse. Welche Abhilfe aber schlägt die Berl. 3tg." vor? Wie gesagt, sie will uns zurückführen ins Manchesterthum. Hören wir sie an: " Die deutsche Industrie hat sich mit 3öllen und Erportprämien den Magen überladen und beginnt in ihrem eigenen Fette zu ersticken. Es muß wieder ein gesunder Kreislauf hergestellt werden durch Ableitung der stockenden Säfte nach allen Gliedern. Das will sagen, mit dem unseligen System des nationalen Schutes" muß gebrochen werden, die 3öllnerei muß aufhören, die Induſtrie muß sich wieder naturgemäß bewegen und entwickeln, und die Arbeiter müssen von den Lebensmittelzöllen und indirekten Also ist es eine verhängnißvolle Täuschung, in der man Steuern befreit werden. Das ist die beste Medizin, Das ist die beste Medizin, entweder selbst befangen ist oder in die man Andere ver- das ist die allein heilsame Kräftigung der sehen will, wenn man für die Besserung der allgemeinen Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter, das ist lozialen Lage lediglich die Rückkehr zu St. Manchester einstweilen die einzig richtige Lösung des Wider Eugen Richters, wenn auch unbewußt, stehende ,, Brliner borschlägt, wie dies die immer noch unter geistigem Einflußspruches zwischen den Gewinnintereffen Beitung" es thut. Dieses Blatt ärgert sich über die„ Allg. 3tg.", baß fie fo so unumwunden den Widerspruch zwischen den Widerspruch zwischen den Interessen der Unternehmer und Arbeiter eingesteht, daß Brad verboten.] 360 51] Feuilleton. Das Mormonenmädchen. Amerikanische Erzählung Don Balduin Möllhausen. ( Fortseßung.) Elliot verzog den Mund zu einem leisen spöttischen Lächeln, antwortete aber nicht. Auch Demoiselle Corbillon schwieg in Folge dessen, doch unterließ sie nicht, hierhin und Dorthin, wo fie vor den Thüren nur immer ein Gesicht entdeckte, welches sie schon einmal in ihrem Leben gesehen, mit liebenswürdigster Geberde zu grüßen und zu nicen. Erft als sie eine Strede von dem Fort entfernt waren, ihr Gespräch also nicht mehr belauscht werden Tonnte, schien Elliot sich zu erinnern, daß er nicht allein sei und zu welchem 3wed er die Französin um ihre Bes gleitung gebeten habe. Der Unternehmer und den Lebensinteressen der Arbeiter." Daß auch wir Gegner der indirekten Steuern und 3ölle auf Lebensmittel sind, das wissen unsere Leser längst auch wir halten dieselben für sehr schädlich. Bevorzugungen, mit gleicher Liebe in ihr Herz schließt und ihre Flügel schirmend über sie ausbreitet." Um Elliot's Mund spielte wieder der kaum bemerkbare höhnische Zug, doch schien die Antwort der Französin ihn zu befriedigen, wenigstens lag dieses in der Art, in welcher er mit dem Haupte nickte. 11 Wir wissen Alles," sagte er dann, indem er auf dem Ufer langsam dem Lauf des Flüßchens folgte; ausgerüstet mit ungewöhnlichem Scharfsinn, habt Ihr begriffen, daß es nicht genug ist, nur in der vorgeschriebenen Weise Gott zu verehren. Wir sollen auch unsere ganzen Kräfte aufbieten, die Gemeinde der Heiligen der letzten Tage durch Zuführung von neuen Gläubigen zu vermehren und ihren Glanz zu vergrößern. Eben so dürfen wir aber auch vor keinem Mittel zurückschrecken, um die Wankelmüthigen im Glauben zu befestigen. Ihr, meine würdige Schwester, werdet daher nicht versäumt haben, das junge Mädchen, ich meine Eure Schußbefohlene, welche dazu bestimmt ist, meiner Familie einverleibt zu werden, genau zu beobachten." snis „ Ich habe es nicht versäumt," antwortete Demoiselle Corbillon triumphirend, und wahrscheinlich find es wichtige welche ich Euch in Folge dessen zu eröffnen ,, Hertha Jansen und der junge Abenteurer haben sich Miß Corbillon," hob er an, indem er stehen blieb und scheinbar theilnahmlos seine Blicke auf das zu seinen Füßen munter dahin sprudelnde Flüßchen heftete, ich habe." brauche wohl nicht zu wiederholen, daß Euer fluges Bes nehmen, Eure Hingebung für das Mormonenthum die die Aufmerksamkeit des Propheten auf Euch hingelenkt allgemeinste Anerkennung findet, und dadurch sogar schon runzelnd. und gesprochen?" fragte Elliot, die Stirn tief Sie haben sich gesehen und zwar unter den glücklich sten Umständen. Keiner von ihnen ahnt, daß sie abfichtlich Die Französin lächelte mit erkünftelter Anmuth und zusammengeführt wurden. Streng genommen war es ja Bescheidenheit, während ihr scharfes Vogelgesicht sich vor auch nur ein Bufall, der eben aus Euern wohlberechneten Anordnungen betreffe der Gefangenen entſprang." worden ist." innerem Entzücken gelblich roth färbte. " Ich bin in den ernstesten Grundsägen erzogen worden," " Und Ihr habt gehört, was sie miteirander sprachen?" fragte Elliot, ohne sich die Mühe zu geben, seine Neugier zu verbergen. Nur theilweise vermochte ich ihre Worte zu unterscheiden," entgegnete Demoiselle Corbillon ,,, sie standen in der Nähe jener Aber die Aufhebung derselben als beste Medizin, als die alein heilsame Kräftigung der Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter, als einzig richtige Lösung des Widerspruches zwischen den Gewinninteressen der Unternehmer und den Lebensintereffen der Arbeiter hinstellen zu wollen- das geht doch noch weit über Herrn Ludwig Bamberger, der niemals solchen baren Unsinn aussprechen würde. Die Arbeiter haben doch auch vor der neuen Aera gelebt, sie haben ja in der besten der Welten", in welcher der wirthschaftliche Liberalismus die erste Violine spielte, gelebt und haben auch dort gehungert; auch damals war der schroffe Widerspruch zwischen den Interessen der Arbeiter nnd Unternehmer vorhanden wie kann denn die Rück= kehr in die damaligen ebenso verderblichen Zustände Befferung für die Arbeiter bringen? Nein! Die Konsumtionskraft der Arbeiter wird nicht wesentlich gesteigert durch billige Konsumtionsmittel, die ein Sinken der Löhne nach und nach bedingen, sie wird nur gesteigert, wenn der Arbeiter in der Prouktion eine andere Stellung einnimmt, wenn dort seine Arbeitskraft nicht willkürlich vom Rapitalismus ausgenutzt werden kann. Um eine solche Stellung zu erreichen, dazu soll ein volksthümliches Arbeiterschutzgesetz die Wege ebnen - deshalb nicht rückwärts zum öden Manchesterthum, sondern Vorwärts! Vorwärts! Politische Uebersicht. Zu den Ausweisungen der Ausländer. Dem Vorstand des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins ist auf seine gegen die Ausweisungen der in Oberschlesien beschäf= tigten polnischen Arbeiter an den Minister des Innern gerich teten Vorstellung seitens des Oberpräsidenten von Schlesien nachstehender Bescheid zugegangen: Ew. Hochwohlgeboren erwidere ich demzufolge ergebenst, daß ich mit Rücksicht auf die höheren Drts ergangenen be Antrage ad 2 gemäß zu Gunsten eines Theiles der ausländischpolnischen, im oberschlesischen Industriebezirk wohnhaften Arbeiter eine Ausnahme zu machen und nur diejenigen Ar beiter jener Kategorie auszuweisen, welche zu Klagen Veranlaffung gegeben haben oder der polnischen Agitation verdächtig find. Dagegen ist Ihren weiteren Wünschen dadurch entsprochen worden, daß nach der Anordnung des Herrn Ministers der unmitelbare Grenzverkehr von den zu treffenden Ausweisungsmaßnahmen unberührt bleiben soll, insbesondere der Aufenthalt russischer oder galizischer Unterthanen, welche tage= weise, um diesseits zu arbeiten oder Geschäfte zu betreiben, die Grenze überschreiten, ihren dauernden Wohnfit aber jenseits der Grenze behalten. Auch kann, jedoch nur in Noth Dunkelheit, sogleich meine Nähe gewittert und mich verrathen haben. Allein verstand ich auch nicht jede ihrer Aeußerungen, so darf ich doch frei behaupten, daß Beide von einer tiefen Leidenschaft für einander ergriffen sind." ,, Also das Mädchen auch für ihn?" fragte Elliot, einen durchbohrenden Blick auf die Französin werfend. ,, Sanz gewiß," antwortete diese nach einem mißglückten Versuch, ihre schmale Oberlippe verächtlich emporzufräufeln; ,, ich begreife zwar nicht, was Hertha, deren Geschmack zu bilden ich mir die unsäglichste Mühe gab, an dem jungen Thoren bewundert; das aber kann ich mit gutem Gewissen versichern, daß sie nicht minder zärtliche Gefühle für ihn hegt, wie er für sie." ,, fie wird ihn bald genug vergessen," versetzte Elliot mit drohender Geberde. ,, Glaubt das nicht," erwiderte Demoiselle Corbillon be= dauernd, ihre dürre Hand vertraulich auf des Kommandanten Arm legend, Hertha ist noch ein Rind, und man hat Bei spiele erlebt, daß eine romantische Jugendliebe viele Jahre hindurch nicht vergessen worden ist. Ich stimme indessen Euern Ansichten vollkommen bei, eine derartige Jugendneigung kann auf das wahre eheliche Glück feinen erheblichen Einfluß ausüben, und mit einiger Konsequenz und Ueberlegung bekämpft, muß sich dieselbe allmälig verbluten; und bann," fügte sie mit einem verschämten Seitenblid, in welchen sie ihren ganzen Liebreiz zu legen versuchte, hinzu,„ das wahre Glück stellt sich auch erst in den späteren Jahren ein, wenn die Flatterhaftigkeit der Jugend etwas verrauscht und ernsteren, nachhaltigeren Gefühlen gewichen ist." In Elliot's Physiognomie wurde ein Bug der Schadenfreude fichtbar. Er dachte an Holmsten, der durch die ernste ren und nachhaltigeren Gefühle beglückt werden sollte. Die Schadenfreude ging indessen schnell in einen Ausbrud bes verhaltenen Grimmes über, indem Weatherton's Bevorzugung durch Hertha Jansen lebhaft vor seine Seele trat. ,,, ich halte Dich in meiner Hand," murmelte er oder Deinen Tod für ihre Halsstarrigkeit; und schließlich dennoch ihren Besiz. ,, Was sagtet Ihr?" fragte die Französin neugierig. antwortete sie nach kurzem 3ögern, ihre Augen niederschlagend und einen tiefen Seufzer ausstoßend, mein Leben hat, ins bem ich schon im zarten Alter eines noch nicht zur Jungfrau herangereiften Kindes als Lehrerin und Leiterin mir an Jahren weit überlegener Damen auftrat, eine doppelt ernste schrecklichen Indianer, denen ein junges, unbescholtenes Mädchen zähneknirschend vor sich hin. Dein Leben für ihre Liebe, Richtung erhalten. Es ist daher wohl ziemlich natürlich, daß stets weit ausweichen sollte. Der Anstand gebot mir, mich fern zu halten. Auch leugne ich nicht, daß ich diese Wilich mit Leib und Seele mich einer Religion hingebe, welche ihre Anhänger, ohne Unterschied des Ranges oder irdischer den fürchte, ich bin sogar überzeugt, sie würden, trotz der " = fällen, für einen längeren, fest bestimmten Zeitraum der grenz- nachbarliche Uebertritt von Arbeitern, um bei der Ernte, der Ackerbestellung oder bei anderer Gelegenheit vorübergehend zu helfen, gestattet werden, wenn der Verbleib auf der betreffenden Arbeitsstätte oder der demnächstige Rücktritt gesichert sind.— Die Erlaubniß hierzu haben die Landräthe zu erthellen, welche dieserhalb mit Anweisung versehen worden sind. � L. Unserer Anficht nach wird diese zu Gunstent der Jndustri- ellen getroffene Ausnahme, daß solche Ausländer, welche nur auf unbestimmte Zeit über die Grenze kommen, um in Schlesien zu arbeiten, von der Ausweisung verschont bleiben sollen, die denkbar schlechtesten Folgen haben. Der Herr Minister muß sich doch darüber Nar sein, daß es dem Staate nimmermehr von Nutzen sein kann, wenn solche Personen, vre doch nur deshalb von den Grubenbesitzern beschäftigt werden, weil sie billiger arbeiten, nur eine Zeit lang am Orte bleiben, um alsdann wieder über die Grenze zu verschwinden. Steuern wird man in diesem Falle schwerlich von ihnen erheben können und bei der diesen Leuten anhastenden Bedürfnißlofigkeit wer- den sie sicherlich noch von dem geringen Lohn einen guten Theil mit über die Grenze nehmen. Die Bedürfnrßlosigkert dieser Ausländer wird zum Fluch für eine Gegend, wo sie sich in großer Anzahl befinden, weil sie nichts konsumiren und so- mit Produktion und Handel daselbst nicht aufblühen können. In diesem Falle wäre es sicherlich doch bester gewesen, die seßhaften Ausländer im Lande zu laffen, da diese dem Wohlergehen des Staates weniger schädlich find, als die nicht seßhaften. Die Grubenbesitzer haben mit ihren Klagen bei dem Herrn Minister ein geneigtes Ohr gefunden, hoffentlich wird derselbe aber schließlich doch noch zu der Ueberzeugung gelangen, daß die große Masse der arbeitenden Bevölkerung der Provinz Schlesien, eine der ärmsten Provinzen unseres Staates, zum Mindesten dasselbe Recht auf Schutz von Seiten der Regie- rung hat, wie einige Dutzend Großindustrielle, und daß es daher geboten erscheint, keine Maßregeln zu treffen, welche ge- eignet find, die Armuth in der Provinz Schlesien noch zu ver- �Der Chemnitzer Sozialisten- Prozeß soll nun endlich. wie man der„Kl. Pr." mrttheilt, nach nahezu anderthalbzahrr- ger Vorbereitung, zum Austrag kommen. Den Angeklagten rst am 7. d. M. der Anklagebeschluß der M. Strafkammer des Landgerichts zu Chemnitz, datirt vom 12. Juni, nebst Ladung zur tzauptverhandlung auf den 23. September und folgende Tage zugestellt worden. Angeklagt find: Die Reichstagsabgeordneten Auer, Bebel, Dietz, Frohme, Viereck und V o l l m a r, sowie Buchdruckererbefitzer U l l r r ch zu iUffenbach, Bildhauer Müller zu Darmstadt und Schnerder- meister Heinz el zu Kiel. Sie werden beschuldigt bezw. sollen„hinreichend verdächtig erscheinen": an einer behufs Be- förderung und Erreichung bestimmter der geschloffenen Zahl ihrer Mitglieder bekannter Zwecke der in S 1 des Sozialistengesetzes gedachter Richtung geschlossenen Verbindung theilge- nommen zu haben, bezw. Thnlnehmer einer solchen Verbindung zu sein, deren Dasein, Verfaffung und Zweck vor der Staats- regierung geheim gehalten werden soll und zu deren Zwecken oder Beschäftigungen gehört, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu ver- hindern und zu entkräften, insbesondere dadurch, daß sie mog« lichst viel Preßerzeugnisse des im Sozialistengesetz er- wähnten Inhalts trotz der entgegenstehenden Bestimmungen dieses Gesetzes hergestellt und verbreitet, letzteres auch bejüglich bereits verbotener Druckschriften, insbesondere des„Sozial- demokrat", gethan, nicht minder Versammlungen der ,n§ 9 des Sozialistengesetzes genannten Art, beziehungsweise Ver- sammlungen überhaupt mit Umgehung der in dieser Beziehung bestehenden gesetzlichen Vorschriften über das Vereins- und Versammlungswcsen heimlich abgehalten zu haben. Das würde sich nach dem Anklagebeschluß als Vergehen wrder ZZ 128 und 129 des Str.-G.-Buchs qualifiziren und mit Gefängnrß von 1 bezw. 3 Monaten bis zu 1 bezw. 2 Jahren zu bestrafen sein. Wie die Dinge aber thatsächlich liegen, dürste nach Anficht der Verthetdiger und der Angeklagten eine Verurtheilung mcht möglich sein; sie behaupten, die ganze Anklage stehe thatfachlich in der Luft. Die Vertherdigung führen: Rechtsanwalt Munckel. Berlin für Auer, Heinzel und Wollmar; Rechtsanwa t O. Freitag-Leipzig für Bebel, Dietz und Viereck; Rechtsanwalt Lenzmann-Lüdenscheid für Frohme, Müller und Ulrich. Die Anklageschrist der Staatsanwaltschaft umfaßt 108 enggeschriebene Seiten; sie bezieht sich hauptsächlich aus Auslassungen bezw. Erklärungen und Parteigenossenschafts-Beschlüffe, welche im Züricher„Sozialdemokrat" veröffentlicht find. Unsere Überseeischen Eroberungen find immer äußerst zweifelhafter Statur. So berichtet Konsul Herrnsheim über unsere neueste Annexion, über die Insel N a b:„Eine gut ge- pflasterte Straße führt am Strande entlang. Breite Stern- pieren laufen weit ins Wasser hinein; auf ihnen find die großen Versammlungshäuser errichtet, nach denen sich die Insu- laner des Nachts begeben, wenn in den im Dickicht belegenen Wohnungen die Moskitos allzu lästig werden. Auch wichtige Berathungen hält man auf den vor den Häusem liegenden Terafsen ab. In Kriegszeiten zieht sich das Volk, besonders „Ich sagte, daß ich Eure treuen Dienste noch weiter würde in Anspruch nehmen müssen," antwortete Elliot in fast wegwerfendem Tone,„es ist indessen nicht genug, tcü- gerische Schlüsse zu ziehen, wenn sich dieselben auch wirklich der Wahrheit nähern. Zch verlange mehr von Euch, soll ich mich entschließen, in das Euch beschiedene Loos lenkend mit einzugreife»—" „Und welches Loos ist mir zuerkannt worden?" unter- brach die Französin schnell ihren Gefährten. „Zch verdenke Euch nicht, daß Zhr gespannt seid, einen Blick in die Zukunft zu werfen," versetzte Elliot mürrisch,„und ich will Euch gern verrathen, daß, wenn meine Wünsche in Bettacht gezogen werden, Zhr wahrscheinlich die Stelle von Hertha'« verstorbener Schwester einnehmen Als die Französin dieses hörte, bebte sie vor Entzücken. Die Aussicht, die Gattin eines so begüterten Mannes zu werden, übertraf ihre kühnsten Hoffnungen, und kaum achtete sie noch auf das, was Elliot ihr zunächst mittheilte und von ihr verlangte..... „Ich wiederhole also, fuhr Elliot nach kurzem Ueberlegen fort,„Zhr müßt mir auf alle Fälle verbürgte Nachrichten ver- schaffen. Merkt auf jedes Wort, welches Hertha äußert, mag sie spreche«, zu wem sie wolle. Eine Andeutung, wenn sie nicht Serade auf einem Zrrthum beruht, kann von entscheidender stirkung sein. So bitte ich Euch vor Allem, noch heute Abend Euer» Scharfsinn in Anwendung zu bringen. Es Seht zwischen Onkel und Nichte irgend etwas vor, und ich ärchte, daß Jansen sich schwach gegen das Mädchen zeigen wird. Auf Euch beruht jetzt viel; Zhr müßt mit mir ver- einigt dahin wirken, daß unsere wohl überlegten und durch ihre Zwecke geheiligten Pläne nicht durch eine leicht zu ent- schuldigende väterliche Liebe durchkreuzt werden. Zhr gehört, kraft der in Euch wohnenden Energie nnd Umsicht, schon jetzt mit zu den Stützen des Mormonenthums, seid mit dazu auserkoren, den Tempel in dem neu gegründeten Zion zu verherrlichen. Darum gehet denn hm, meine Schwester und handelt, wie eine höhere Stimme es Euch durch mich sprechend streckte Elliot seine Hand gebieterisch nach bei Nachtzeit, in diese von drei Seiten durch Wasser geschützen Häuser zurück, denn hier ist eine Ueberrumpelung kaum zu be- fürchten. Die Insel Aap besteht aus 67 unabhängigen Dörfern. Fast immer stehen sich einige Dorfschaften feindlich gegen« über; kommt es zur Austragung einer Fehde mit Waffenge- walt, so werden beiderseitig großartige Vorbereitungen getroffen, manchmal auch die Hilfe eines neutralen Dorfes erkauft. Weit verheerender aber als die Schlachten find die epidemischen Krankheiten. Neben einer Halsentzündung ist es vor allem ein bösartiger ansteckender Husten, der meist schon nach wenigen Tagen mit dem Tode endet. Wird ein Dorf von dieser Seuche heimgesucht, so rotten sich die Bewohner der nächstliegenden Ortschaften zu einem Ueberfall zusammen. Die schon von der Krankheit Ergriffenen werden getödtet, alle Hütten nieder- gebrannt und die verschont gebliebenen nach dm Bergm gejagt." — Der„Germania" wird in Betreff der Karolinen- Inseln mitgetheilt, daß in dem großen geogravhischen Werke des preu- ßischen Kriegsministers v. Roon die Karolinengrupve den Spa- niern zugeschrieben ist; v. Roon betont besonders die Sicherheit seiner Angaben wegen seiner offiziellen Quellen u. f. w. Ebenso in dem Werke von Professor Klöden(Ausgabe von 1861), das beide Karolinengruppen als Spanien gehörig be- zeichnet. Spanische Revanche. Solingen, Remscheid ic. stehen bekanntlich im lebhaftesten Geschäftsverkehr mit Spanien und die dortigen Eisen- und Stahlerzeugniffe gehen in größter Menge nach dem Lande der Kastanien. Die Spanier haben nun auch mit den Fabrikanten in diesem Jndustriebezirk Vie Verbindung abgebrochen und dies mit der Karolinenfrage, mitunter in etwas überspannten Ausdrücken, motivirt. Die„Barmer Ztg." theilt einige Briefe mit, von welchen wir einen nachstehend abdrucken: „Den Betrag Ihrer Faktura werde ich, wenn nöthig, für An- schaffung von Kriegsmaterialien verwenden, um mittelst derselben Ihre Nation zur Herausgabe dessen zu zwingen, was sie uns willkürlich genommen hat." Den Vorgang vor der deutschen Gesandtschaft in Madrid am Freitag Abend schildert em Brief an den„Tcmps" folgendermaßen: Während des ganzen Abends wuchs die Auf- reguna, vergrößerten sich die Massen in den Sttaßen und auf den Plätzen, Neugierige standen umher, man riß sich um die Blätter und las sie im Scheine der Laternen. Die Politiker und Militärs gingen in ihre Klubs, wo die Austegung nicht geringer war. Der aristokratische Veloz Klub, das Kasino, im Militärkafino der Straße det Prinzipe, im Ateneo, in den großen politischen Klubs, in den Kaffeehäusem und Kneipen herrschte dieselbe Erregung. Gegen 10 Uhr durchzogen Schaaren mit der spanischen Flagge die Straßen nach allen Richtungen. An verschiedenen Stellen redeten Volksredner die Menge an. In den Ruf: Es lebe Spanien, es lebe Heer und Flotte! mischte sich das Geschrei: llnerte a loslAJernanes! Maerte a Bismarck! Tod den V ergewaltig ern des Bodens des Vater- landes! Doch vemahm man anch Verwünschungen gegen den König. Die Banden theilten sich, die einen zogen vor die Ge- däude der Gesandtschaften Englands, Italiens, Portugals und selbst Rußlands und brachten Hochs aus. Vor der französischen Botschaft hatten sich Tausende versammelt und schnen aus vollem Halse, die spanische und französische Flagge sollten vereint aufgezogen werden. Es geschah aber nicht, es war Niemand von der Botschaft in Madrid. Um dieselbe Zeit drängte sich die Menge nach der deutschen Gesandtschast in der Straße Amor de Dios, wo dieselbe den ersten Stock eines schönen Hotels inne hat. Einige Schutzleute, die hier aufgestellt waren, hatten Mühe, das Eindringen in das Hotel zu verhindern. Die Menge schwoll immer mehr an, wetterte und tobte. Da erklomm ein Mann aus dem Volke den Balkon und mit einem Fußtritt schleuderte er das Wappen der Gesandtschaft auf die Straße. Andere stiegen nach, zer- trümmerten die Fenster, rissen den Fahnenstock herab und mit diesen Trophäen zog der Haufen nach der Puerta del Eol und vor dem Ministerium des Innern wurde mit Zeitungen und Schwefelhölzchen ein Feuer angemacht und das Wappenschild und die Flaggenstange verbrannt. Die Guardias Civiles im Ministerium brachen hervor und suchten die Menge zu zer« streuen, welche sie mit dem Rufe:„Es lebe Spanien, es lebe die GuardiaS Civilas" empfing� Um 11 Uhr hatte der Tumult in verschiedenen Theilen der Stadt eine solche Höhe erreicht, daß die Zivilbehörden um das Einschreiten der bewaffneten Macht ersuchten. General Pavia, Generalkapitän von Madrid, setzte nun mit Erlaubniß deS Kriegsministers die Truppen in Bewegung. Die Truppen wurden mit Enthusiasmus begrüßt und die Menge wich langsam aber gutwillig vor den Soldaten. Die Aufregung dauerte übrigens bis gegen 2 Uhr. Dann konnte General Pavia die bewaffnete Macht zurückziehen. Ein Geschütz, ein paar Schwadronen Kavallerie und ein Bataillon Infanterie blieben zum Schutze der deutschen Gesandtschaft bis zum Morgen. Das Attentat auf die deutsche Gesandtschaft ward bereits am Abend lebhast beklagt. Der Entwurf des definitiven Programm der nord- deutschen demokratischen Partei, wie er am nächsten Sonn- dem Fort zu aus, über welches das flammende Abendroth seine ganze Gluth ausgegossen hatte. Seine hohe Gestalt wurde ebenfalls von dem purpurrothen Schimmer beleuchtet, und wie er so stolz aufgerichtet dastand, seine Physiognomie auSsttahlend den Fanatismus, in welchen er sich theils selbst hineingeredet hatte, den er aber anch theilweise erheuchelte, um einen desto tiefern Eindruck auf die Französin auSzu- üben, da bebte letztere scheu vor ihm zurück, als wenn sie in der Thai einen drohenden Heiligen der Wüste vor sich gesehen hätte. Zum ersten Mal beschlich sie die unbestimmte Ahnung, daß sie sich in der Gewalt von Leuten befände, welche sie als ein willenloses Werkzeug betrachteten und am allerwenigsten von ihr einen Widerspruch dulden würden. Hatte sie sich vorher schon fest entschlossen, um sich allmälig eine ihren Neigungen und Wünschen entsprechende Stellung unter den Mormonen zu sichern, Alles, was in ihren Kräften stand, aufzubieten, so tta; jetzt als zweite Triebfeder noch eine unerklärliche Furcht hinzu, etwa wie bei einem auf dem Markt verkauften Sklaven, ver sich, erfüllt von Besorg- nissen, in mancherlei Muthmaßungen über seinen neuen Herrn ergeht. Schweigend wanderten sie nach dem Fort zurück. Die Hoffnung einer baldigen Vereinigung mit Holmsten, welche sie eben noch in so hohem Grade beglückte, hatte viel von dem geträumten Glänze verloren. Ihre aufrechte, stolze Haltung war plötzlich verschwunden; sogar die Schleifen und Bänder auf ihrem Kopfe, durch die feuchte Nachtluft erschlafft, schienen nicht mehr so lusttg und frei flattern zu wollen, fett sie zu dem eigentlichen Bewußtsein ihrer Ohn- macht, ihrer geradezu hilflosen Lage gelangt war. Aber in ihrem Herzen kochte und gährte es; sie beneidete Hertha Jansen um ihre Zugend und Schönheit, und hätte sie Alle, die in näherer Beziehung zu derselben standen, mit einem Schlage vernichten können, so würde sie es in diesem Augen« blick mit Freude» gethan habe«. Sie wünschte ja so sehn- lich, sich dafür zu rächen, daß sich Alles um jene drehte, während sie selbst eine untergeordnete Rolle zu übernehmen gezwungen war.— Als Demoifelle Corbillon sich entfernte, blickte Ellwt ihr noch eine Weile nach. Das höhnische Lächeln war wieder tag auf dem Parteitag in Hamburg zur Berathung gestellt werden soll, liegt nunmehr vor und lautet: „1. Die demokratische Partei fordert, daß der Wille des Volkes durch die bestimmte Mitwirkung der Volksverlretung bei der Gesetzgebung und der Staatsverwaltung zur voll»: Geltung gelange, daß dem zu Folge der Erat und die Friedens- präfenz alljährlich festgestellt wird, daß die Minister den Parle- menten verantwortlich sind und nur so lange im Amte bleiben, als sie sich mit der Majorität der Volksverttetung in Ueberein- stimmung befinden. Damit der Wille des Volkes in seinen Vertretungen rein zum Ausdruck komme, wollen wir das allge- meine, gleiche und direkte Wahlrecht, gesichert durch garantirte geheime Abstimmung nicht nur für das Reich, sondern and) für die Einzelstaaten und Kommunen, sowie die Gewährung von Diäten an alle Abgeordneten. 2. Um den Ruin des Volkes durch den Militarismus zn verhüten, verlangen wir, bei wirklicher Durchführung der allge- meinen Wehrpflicht, Abkürzung der Dienstzeit, das Anbahnen allgemeiner Abrüstung, Aufhebung aller militärischen Privilegien, wie: der Steuerfreiheit, der Militärgerichtsbarkeit, des Instituts der Einjährig- Freiwilligen. Zu der Entscheidung über Krieg und Frieden soll die Zustimmung des Reichstages erforderlich sein. Wir werden ferner alle Bestrebungen unterstützen, welche auf ftiedliche Ausgleichung der zwischen einzelnen Völkem ent- stehenden Streitigkeiten abzielen, insbesondere intemationale Schiedsgerichte. 3. Die gebotene Umgestaltung des PolizeistaatS zu« Rechtsstaats bedingt die Aufhebung aller polizeilichen Aus- nahmegesetze, vollständige Sicherung der Vereins- und Bei- sammlungsfreiheit durch Reichsaesetz, vollkommene Preßtteihe«, Revision des Ettafrechts und Strafprozesse auf demokratische: Grundlage, u. A.: die Einführung der Schwurgerichte D politische und Preßvergehen, die Wiedereinführung der M rufung in Strafsachen, die Entschädigung unschuldig Per- bafteter und Verurtheilter, die Beseitigung der polizeiliche» Strafbefugnisse. 4. Wir erstreben die vollkommene Durchführung der Selbstverwaltung für die Gemeinden und weitere Verbände, namentlich auch bei Handhabung der Polizeigewalt, und ttete» ein für die völlige Autonomie der Einzelstaaten in ihre» Sonderangelegenheiten. 5. Auf sozialem Gebiete weist die Demokratie eine Sozial- reform zurück, welche die Arbeiter von der StaatsverwaltM abhängig macht, verlangt dagegen eine Gestaltung der wirth- schaftlichen Verhältnisse dahin, daß der Einzelne gegen Aus- beutung und Unterdrückung geschützt wird. Sie erstrebt ei»< wirksame, soweit als möglich durch internationale VereinbaruNS geregelte Arbeiterschutzgesetzgebung und tritt daher ein für du gesetzliche Regelung der Sonntagsarbeit, sowie für die Beseitz- gung der industtiellen Kinder- und Zuchthausarbeit und W Beschränkung der industriellen Frauenarbeit. Sie forden ein thatkräftiges Eintreten der Gesetzgebung zur Versorgung der ganz oder theilweise erwerbsunfähig gewordenen Arbeiterl eine volle allseitige Wahrung der Bewegungsfreiheit der Ar- beiter, um in Vereinen, Genossenschaften, Kassenverbänoen � selbstthätig die Verbesserung ihrer Lage herbeizuführen. 6. Die gerechte Vertheilung der Staatslasten nach Met' gäbe der wirihschafilichen Lage der Staatsangehörigen gehsn zu den sozialen Aufgaben des Staats. Daher verlangen# die Befreiung der Lebensbedürfnisse des Volkes von jedwedes Steuer, in letzter Linie die progressive Einkommensteuer w» Selbsteinschätzung. 7. Der Friede unter den Konfessionen muß wieder h erbet- geführt und erhalten werden. Das ist nur zu erreichen dum vollkommene Trennung der Kirche vom Staat. Die Regeliifflj der inneren Angelegenheiten der Religionsgesellschaften ¥ ohne Einmischung des Staates zu erfolgen. 8. Der Staat hat die Pflicht, im Verein mit der Famil» für die Erziehung der heranwachsenden Generation Soigi zu tragen, jedoch soll die religiöse Erziehung der privates Fürsorge der Familie überlassen sein. Dem zu Folge& streben wir die vollständige Trennung der Schule von% Kirche. Wir verlangen zudem Unentgeltlichkeit des Unterricht nicht nur in den Volksschulen, sondern auch in allen Bildung»' anstalten. Der Besuch des Staatsministers von Bötticher JJ einigen Theilen des westfälischen Jnvustriebezirkes ist, wie WJ �Elof. Ztg." geschrieben wird, in allen Ortschaften, die Minister in Begleitung des Oberpräsidenten v. Hagemeifw und Regierungspräsidenten von Rosen pasfiite, mit besonder» Freude und Genugthuung begrüßt worden. In LüdenschA Werdohl und Siegen fand die Besichtigung zahlreicher industtt eller Etablissements statt. Von verschiedenen Herren wum dem Minister ein Bild von dem Nothstand der Montan- u» Eisenindustrie des Siegerlandes entworfen und auf die m- fachen und die Mittel zur Abhilfe desselben hingewiesen. Minister konnte allerdings keine bestimmten Zusicherung:� geben, namentlich nicht den verlangten Zoll auf spanische CV in Aussicht stellen; er versprach jedoch, daß die geäußerte» Wünsche eine unparteiische, sachgemäße und wohlwollende urtheilung erfahren würden.— Das alte Lied vom„Nothst»� ,— auf seine Lippen getreten und verkündete, in wie hohe»' Grade er ihren falschen, zur Verrätherei hinneigenden Ch»' rakter verachtete. „Auch solche Leute muß es geben," sprach er bitter sich hin,„ihre Dienste sind oft wichtiger, als die schwerste» Opfer rechtlicher Menschen; und sind solche Dienste von de»' gewünschten Erfolg begleitet, dann denkt Niemand dar»»- seinen Tadel über dieselben auszusprechen. Hahaha! Betrw überall, in den höchsten wie in den niedrigsten Volksschich'� Ist aber Egoismus die Triebfeder alles menschlichen Wirke»� und WaltenS, warum sollte ich denn zurückstehen? Hahch»' ich bin von der Vorsehung für eine andere Stellung,»' die eines einfachen Kommanoanten auserwählt worden;»»» ich muß das Meinige dazu thun, will ich nicht von ihr vf. essen werden. Za, ich muß höher hinauf, und führte mej» eg über Taufende von Leichen der verabscheuungSwÜrW» Gentiles. Ha, dieser Weatherton! Ein unglücklich Geschick hat ihn in ihre« Weg geschleudert. Als fr»»"' mes Kind, mit unberührtem Herzen, würde sie ohne i murren und mit heiliger Erhebung sich in alle sie den Anordnungen gefügt haben und glücklich geworden st?! Das Bild dieses verhaßten Mannes aber hat m ihrer% erregbaren Phantasie Wurzel geschlagen und den lächerlich � Glauben geweckt, daß sie einen freien Willen besitze u». frei wählen dürfe. Doch was auch das Geschick verd»»' ich bringe eS wieder ins Gleichgewicht; und wo ich die � fache entferne, da wird auch der Wirkung keine lange D»" beschieden sein." Zudem der finstere Mormone so sprach, ballten' � seine Fäuste krampfhaft; einen unheilvollen, drohenden»„ sandte er nach der Richtung hinüber, wo daS lag, und gesenkten HaupteS schlug er dann den nach dem Fort ein.— � Die Dämmerung war schon eingetreten, als er den � gang des abgeschlossene» Hofe« erreichte. Da drang au« offen stehenden Thür daS Geräusch von Männerstiw?� zu ihm herüber. Dasselbe rührte von den Leuten her, J? � die stehende Wache des Posten« bildeten und zugleich Beruf hatten, die streitbaren Männer des Fort« in de» dienung der Geschütze einzuüben. g gestellt der Industrie", soll wohl heißen: Nothstand der Industriellen" it dem Herrn Minister also wieder in allen Tonarten vorge Wille des fungen worden. Aber vom Nothstand der Arbeiter, von dem Dertretung Elend Derjenigen, auf deren Schultern schließlich Alles abgeit vollen laben wird, scheint man dem Herrn Minister nichts gesagt zu Friedens haben. Oder war der Herr von Bötticher vielleicht gar in den ütten der Arbeiter, um sich aus eigener Anschauung über e bleiben, deren Lage zu informiren? Uebereins en Barlas Die vom preußischen Fiskus gegen den Reichstags" in seinen abgeordneten Kräder erhobene Diätentlage fügt sich wie Das allge der Volksztg." mitgetheilt wird im Wesentlichen auf fol garantirte Dern auch gendes: Es sei dem Artikel 32 der Reichsverfaffung zuwider aus Beiewährung hägen von Gesinnungsgenossen der sozialdemokratischen Partei ein " Fonds zusammengebracht worden, aus welchem ihren Vertretern ismus zum Reichstage Diäten gezahlt worden seien. Ueber die Ent der allge tebung und Verwendung dieses Fonds werden die auf dem Anbahnen Bothaer Kongreß im August 1876 gehaltenen Reden, betreffend rivilegien, feststellung von Diäten für die Reichstagsmitglieder der Partei, Instituts angeführt. Daß der Diätenfonds noch exiftire, wird auf Nr. 8 ber Krieg des Sozialdemokrat" vom 21. Februar 1884, in welcher zu forderlich entsprechenden Beiträgen aufgefordert, sowie auf Nr. 11 derselben en, welche Beitschrift vom 12. März 1885, worin über den Eingang der Ifern entsartiger Beträge unter sub Unterstügungsfonds D quittirt werde, nationale berwiesen. Weiter wird auf einen Leitartikel in Nr. 106 vom 8. Mai 1885 des Berliner Volksblatt" hingewiesen, aus dessen mats zum Inhalt hervorgehe, daß die sozialdemokratischen Reichstagsmit hen Ausglieder ohne Rücksicht auf ihre Privatstellung neuerdings 4 M. ind Ver Diäten pro Tag bezogen haben. Zu denjenigen, welche aus dem eßfreiheit, vorerwähnten Diätenfonds der sozialdemokratischen Partei Diäten okratischer in ihrer Eigenschaft als in Berlin anwesende Reichstagsrichte für mitglieder erhalten und in ihrem Nußen verwendet haben, geder Be höre auch der Beklagte und wird dieserhalb auf das Zeugniß dig Ver der Herren Bebel, Liebknecht, Rittinghausen, Spindler, Singer, lizeilichen rizsche und Hasselmann refurrirt und eventuell der Eid zu geschoben. Während der vorigen und jezigen Legislaturperiode erben dem Beflagten 404 Tage pro Tag mit 4 Mt. 50 Pf. in Anrechnung gebracht, was die Summe von 1818 Mark ergiebt, welche an den preußischen Fiskus herausgezahlt werden ollen, denn es müsse mit den Staatsrechtslehrern von Martis, Don Mohl, Laband und Born angenommen werden, daß den ung der Verbände, and treten in ihren e Sozial Reichstagsmitgliedern auch der Bezug von Entschädigungen erwaltung us Privatmitteln untersagt ist, nicht blos derjenige aus Der wirth Mitteln des Reichs, eines Bundesstaates oder einer sonstigen gen Aus offentlichen Korporation, denn der Wortlaut des Artikel 32 trebt eine erbiete ben Bezug von Besoldung und Entschädigung inbarung lechthin und ohne Unterscheidung oder Begrenzung der En für die Bezugsquelle. Der Ausdrud„ Besoldung" scheine zwar auf e Beseit einen Bezug aus öffentlichen Mitteln hinzudeuten, hinsichtlich und die des Ausdrucs Entschädigung" dagegen fehle es an jedem e fordert prachlichen Grunde, demselben hier nicht die regelmäßige allersorgung gemeine Bedeutung, sondern nur die eingeschränkte einer EntArbeiter ädigung aus öffentlichen Mitteln beizulegen. Dazu komme, = der Ar daß die von den Gegnern vertheidigte engere Deutung nicht in änden n. ach Maßs en gehört ngen wit jedweder intlang zu bringen sei mit der gesetzgeberischen Tendenz des Artifels 32. Diese sei seitens der verbündeten Regierungen im lonftituirenden Reichstage 1867 wiederholt und ausdrücklich dahin gekennzeichnet worden, daß der Fortfall der Diäten und Entschädigungen ein Sicherungsventil gegen die möglichen, da s öffentliche Wohl gefährdenden Wirkungen des allgemeis teuer mit en direkten Wahlrechts sein solle. Dadurch, daß die mit der Uebernahme der Mitgliedschaft im Reichstage verbundenen peku niären Opfer und Lasten den einzelnen Mitgliedern selbst zur Last fallen, folle verhütet werden, daß in der Körperschaft sich folche Elemente einbürgern, deren finanzielle abhängige Lage fe nicht geeignet erscheinen laffe, für die Uebernahme der einem Reichstagsmitgliede zugewiesenen, in der Voraussetzung persön lider Selbstständigkeit( Artikel 29 der Reichsverfassung) beruhen. er herbei hen burd Regelung aften hat er Familie on Sorge privates Folge e Don bet Interricht Bildung Eticher in t, wie der Die der agemeister befondere Lidenscheid industri en wurde tans und die Ur fen. De icherungen ische Erze Den Aufgaben. ten Seite 703 ff. gelegentlich der Berathung des Artikels 32 im Babre 1867, aus welchen hervorgehen soll, daß der Bezug von Entschädigungen aus Privatmitteln den Reichstagsabgeordneten Und nun folgen Zitate aus den stenographischen Berich unterfagt ist. Wenn nun nach Obigem zwar auf strafrechtlichem Wege Thätigkeit als solche versprochen wird, rechtsunwirksam und flaglos ſei. Hieraus folge weiter, daß, soweit das Algemeine Landrecht, unter deffen Herrschaft( nämlich loko Berlin) das Angebot, sowie die Empfangnahme stattfand, im einzelnen Falle Anwendung finde, dem preußischen Fiskus das Recht zustehe, auf Grund der Bestimmungen im Theil I, Titel 16, §§ 172, 173, 205, 206 das verfassungswidrig Empfangene von dem betreffenden Reichstagsabgeordneten wieder einzuziehen und es sei nach feststehender Judikatur gleichgiltig, ob den bezüglichen Zahlungen eine ausdrückliche Äbrede vorhergegangen nach der bestehenden Gesetzgebung gegen die in Nede stehende Berfaffungswidrigkeit nicht vorgegangen werden könne, so sei doch llar, daß Abgeordnete, welche der Vorschrift in Artikel 32 zu tiber Entschädigungen für ihre Theilnahme an den Geschäften des Reichstages beziehen, nicht blos einem ausdrücklichen Ver botageset entgegenhandeln, sondern auch wissentlich( denn auf Untenntniß der Geseze fönne fich am allerwenigsten Jemand berufen. Der selber an der Gesetzgebung mitzuwirken bestimmt !) einen Verstoß gegen ihre Berufspflicht begehen, welcher Der Ehrbarkeit und öffentlichen Moral widerstreite und zugleich die Würde des Reichstages verlege. Den Recht an ein Zuwiderhandeln gegen das Verbot des Ar geäußerten welchen fitels 32 Inüpfen, beständen darin, daß ein Vertrag, durch tagsabgeordneten eine Besoldung oder Entschädigung für seine Die zivilrechtlichen Folgen, welche fich nach dem bestehenTende Be Nothstand den Cha bitter vor schwersten von dem der öffentlichen Ordnung entgegen einem Reichsist oder nicht. Das Unfallversicherungsgesetz bestimmt im§ 5, daß vom Beginn der fünften Woche ab nach Eintritt des Unfalles bis zum Ablauf der dreizehnten Woche das Krankengeld, wel ches den durch einen Betriebsunfall verlegten Personen auf Grund des Krankenkassengesezes gewährt wird, auf mindestens zwei Drittel des bei der Berechnung desselben zu Grunde gebeffen Betrieb fich der Unfall ereignet hat, ist die Verpflichtung legten Arbeitslohnes zu bemessen ist. Dem Unternehmer, in dessen Betrieb sich der Unfall ereignet hat, ist die Verpflichtung auferlegt, die Differenz zwischen diesen zwei Dritteln nur dem gesetzlichen und statutenmäßig zu gewährenden Krankengelde aus eigenen Mitteln der betreffenden Krankenkasse zurückerstatten. Die zur Ausführung dieser Bestimmung erforderlichen Vorschriften hat das Reichsversicherungsamt zu erlaffen. In Ausführung dieser Vorschrift ist vom Reichsversicherungsamt den Vorständen der Berufsgenossenschaften der Entwurf eines Reglements und eines Liquidationsformulars zugegangen, worüber die Vorstände zum 10. September fich gutachtlich zu äußern haben. Das Reichseisenbahnamt hat verfügt, daß vom 1. November dieses Jahres ab nur noch Dynamitfabrikate konzeffionirter deutscher Fabriken zum Eisenbahntransport in Deutschland zuzulassen seien. Die Hoffnung, daß die Augusta" noch erhalten sein fönnte, wird schwächer und schwächer, schon durch die fich täglich mehrenden Unfälle, welche aus dem Rothen Meere gemeldet werden. Der Dampfer ,, Donar", Kapitän Kuhn, welcher den furchtbaren Byllon, der vom 2. zum 3. Juni am Eingange des Rothen Meeres wüthete, überstanden hat, hat der Danz. Beitung" zufolge verschiedene Nachrichten gesammelt. Danach muß in jener Schreckensnacht eine große Anzahl von Schiffen, darunter mehrere Dampfer, untergegangen sein. Der Kapitän des Dampfers Duke of Devonshire" berichtet ebenfalls über den entseglichen Orkan, daß er unterwegs ein anderes Schiff gesprochen habe, welches ihm mittheilte, daß es eine Menge Wrackstücke aufgefischt. Der Kapitän des Duke" hat zwei große Dampfer finten sehen. Gefängnißarbeit in Bayern. Das Justizministerium hat eine Statistit über die Arbeitsthätigkeit in den Strafan ftalten und Arbeitshäusern des Königreiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1884 veröffentlicht. Männliche Gefangene waren vorhanden 3568, unbeschäftigt 338, beschäftigt für den Bedarf der Anstalten: 772; in landwirthschaftlichen Arbeiten 2059; für Anstaltsbeamte 65; für Rechnung der Gewerbetreibenden 2544( also mehr als ein Drittel); für Rechnung der Anstalten zum Verkauf an Geschäftsleute 319, für Rechnung der Anstalt zum Verkauf überhaupt oder für Rechnung von Privaten 472. Es find also, von der Landwirthschaft abge sehen( auch diese Konkurrenz ist für den freien Arbeiter recht empfindlich) 3335 direkt in Gewerbe und Industrie tonfurrirende Arbeiter unter 6569 Gefangenen, oder vielmehr, da 338 unbeschäftigt, unter 6231. Die Herren Zunftfreunde Billing, Biehl u. f. w. scheinen fich mit der Frage froßdem in Nürnberg nicht beschäftigt zu haben. Herr Billing weiß schon, warum. Von 1081 beschäftigten weiblichen Gefangenen waren für Rechnung von Gewerbetreibenden beschäftigt 734. Also fast 75 pCt. Die vielbesprochene Frage der Gefängnißkonkurrenz ist danach in der That dringend. Holland. theilten ihm ihre Beschwerden mit. Die Unterredung dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Als sie beendet war, theilte Fortuin der wartenden Menge das Resultat derselben mit. Daffelbe war folgendes: Alle, welche in Bezug auf die jüngst stattgehabten Unruhen Klagen gegen die Polizei zu haben meinen und verbürgte Thatsachen mitzutheilen im Stande find, können sich, sei es mündlich oder schriftlich, an den Bürs germeister wenden. Uebrigens", schloß Fortuin seine Mittheilung, ist der Bürgermeister der Ansicht, die Polizei sei würdig und höflich aufgetreten". Ein schwaches Hurrah er= schallte hierauf, aber die Einzelnen, welche es ausriefen, fanden bei der großen Menge teine Unterstügung. Am Sonntag wird man im Volkspart zusammenkommen, um die Klagen, welche man meint erheben zu können, zu formuliren und zu Papier zu bringen. Dem fonservativen Hamb. Korrespondent" schreibt man aus Amsterdam: Am Sonnabend Morgen 10 Uhr waren auf dem Waterlooplein vor dem Kaffeehause de Leeuw van Waterloo" ca. 100 Menschen zusammengekommen, um eine Abschrift der am Freitag Abend beschloffenen Motion betreffs der Klagen gegen die Polizei dem Bürgermeister zu unterbreiten. Einige hundert Neugieriger schloffen sich ihnen an und warteten der Dinge, die kommen sollten. Das sozialdemokratische Wochenblatt Recht voor Allen" wurde massenhaft von den drei Männern, deren Knopfloch mit einer rothen Rosette geschmückt war, verkauft. Gegen 10% Uhe tam J. A. Fortuin, der die Resolution in der Freitags- Versammlung eingebracht hatte, aus obengenanntem Kaffeehaus, und nun zog man zusammen nach dem Stadthaus, Fortuin voran und hinter ihm Verkäufer vom Recht voor Allen". Der Zug war nicht besonders lang, die den eigentlichen Kern bildeten, mochten vielleicht 100 Personen zählen, während die neugierige Menge gut 600 Kopf start war. Man tam ungehindert zum Stadthaus. Der Vorburgwal war an der Stelle, wo das Rathhaus fich befindet, an beiden Seiten schwarz von Menschen. Fortuin, Edhard, die Frau des Sozialdemokraten De Licht, Meurffen und Verhagen wurden vor den Bürgermeister gelaffen und Einen Augenblick blieb er stehen, wie um das Gespräch stolz emporrichtend, denn war zu verBu belaufchen; dann aber, als sei ihm plößlich ein Umstand lockend, als daß er nicht nach langer Beit endlich einmal wieder der Vergangenheit hätte gedenken sollen. Don Ebür mit Ihr würdet also bereit sein, mit Rücksicht auf den jezigen Kriegszustand, im Falle es sich als nothwendig herausstellen sollte, ein Stückchen blutige Arbeit zu überausstellen sollte, ein Stückchen blutige Arbeit zu übergrößter Wichtigkeit eingefallen, schritt er schnell auf die zu, und feinen Kopf in dieselbe hineinsteckend, rief er Stimme antwortete aus dem Innern des Gemaches, und gebieterischem Ausdruck den Namen„ Absalon!" Eine gleich darauf trat die verkommene und verwilderte Gestalt nehmen?" des Grafen zu ihm in's Freie. nd daran, a! Betrug sschichten. n Wirtens Hahaha! Tung, als ben; aber n ihr vers hrte mein swürdigen glüdliches ls from ohne zu betreffen Derselbe hatte es nämlich für zweckmäßig gehalten, angeftammten Namen mit einem andern zu vertauschen, Jeinen Der , Es wäre nicht das erste Mal," entgegnete der Graf in derselben Weise; im Duell und auf dem Schlachtfelde habe ich meine Faust vielfach erprobt." ,, Es gilt weder einem Duell noch einer Feldschlacht," Belgien. Brüssel. Der Pharmazeutische Kongreß nahm am Freitag im Plenum den Wunsch an, daß ein internationales Uebereinkommen behufs Bekämpfung der Fälschung von Lebenstreffenden Vergehen abgeschloffen werde. Der Kongres beschloß mitteln und behufs der wissenschaftlichen Untersuchung der bes auch die Abfaffung eines einheitlichen Koder, um im internationalen Interesse gleichmäßige wissenschaftliche Daten für die normale Busammensetzung der Substanzen festzustellen. Am Sonnabend Nachmittag wurde auf Vorschlag des Prästdenten die Einsegung eines internationalen Bureaus mit der Vollmacht, den Regierungen berathend zur Seite zu stehen, beschlossen. Es wurde dann die Diskussion über die Eigenschaften, welche gutes Trinkwasser befizen sollte, begonnen und schließlich die sehr zahlreichen Schlüsse, zu denen Herr Van de Vyvere in seinem umfangreichen Bericht gelangt war, angenommen, ebenso wie der Wunsch, daß die Regierungen die Waffer ihrer Länder durch Kommissionen analyfiren und diese Analysen veröffentlichen lassen. In der feierlichen Schlußfizung verlas der Sekretär des Kongresses seinen Bericht über deffen Arbeiten. 23 Länder, 72 Pharmazeutische Gesellschaften und 700 Mitglieder haben an ihnen theilgenommen. Die Sekretäre der Abtheilungen verlasen ebenfalls ihre Berichte und die verschiedenen Schlüffe wurden vom Plenum angenommen. Nach den üblichen Dankesvotirungen wurde bes schlossen, den nächsten Kongreß 1888 in Mailand abzuhalten. Frankreich. Zu dem gestern in Havre eröffneten internationalen Schullehrertongreß waren etwa zweitausend Lehrer und an vierhun dert Lehrerinnen erschienen. Nachdem der Präfekt der SeineInferieure, Herr Hendle, den Unterrichtsminister Goblet be grüßt hatte, ergriff der Maire von Havre, Siegfried, das Wort, und konstatirte den Erfolg des ersten Lehrerkongresses in Frankreich. Minister Goblet feste die Gründe auseinander, weshalb er nach Havre gekommen sei. Die Versammlung wäre eine ganz freie, ohne Subvention der Regierung; die Kosten der felben trage die Stadt Havre und für die Reiseauslagen lämen die Lehrer selbst auf. Die Regierung laffe so den Lehrern völlig freie Hand, um ein Werk zu vollbringen, welches das Ministerium der Sanktionirung des geseßgebenden Körpers vorschlagen werde. Herr Goblet empfahl das Studium der Mittel, um der langen Dauer der Flüssigmachung der Lehrera penstonen zu steuern, und lud den Kongreß ein, die Handars beit in den Volts- und Gewerbeschulen, sowie den Lehrerseminarien zu prüfen. Es schloß mit den Worten:„ Die Republik ist start durch ihre Einheit und durch ihre Armee, die mit der Nation gleich ist. Sie war die erste Regierung, welche den unentgeltlichen, tonfefftonslosen und obligatorischen Unterricht eingeführt hat." Herr von Meemen, Unterrichtsschöffe in Belgien, sagte, Frankreich sei glücklicher als Belgien, da man hier die Lehrer auszeichnet, indeß man sie dort verfolgt.( Rufe: Es lebe Belgien!") Herr Globet antwortete: Die tolerante Republik gestatte den Lehrern, Reformen hervorzurufen, welche die Regierung anzuwenden fich beeile, so daß diese große Freis heit schon von dem Vertreter der Lehrer Belgiens seiner Res. gierung gegenüber benußt worden sei. ,, Belgien ist ein libe rales und befreundetes Land. Der Kongreß hat einen auss schließlich pädagogischen Charakter und alle innere oder auswärtige Politit muß davon ausgeschloffen sein."( Lauter Beifall. Republik!") Nachmittags wohnte der Minister der Eröffnung Rufe: Es lebe der öffentliche Unterricht! Es lebe die pfang auf dem Stadthause statt. eines Mädchenlyzeums bei und Abends fand ein großer Em Lokales. Die deutsche Reichs- Telegraphenverwaltung hat, wie Viele interesfiren wird, 100 Apparate, und zwar sogenannte polarifirte Farbschreiber von Estienne, anfertigen und in Betrieb stellen lassen, wodurch die Telegraphie in erheblicher Weise vervollkommnet worden ist. Mit dem neuen EstienneApparat hat es, der Magd. Stg." zufolge, folgende Bewandniß: Die aus horizontal liegenden Buntien und Strichen gebildete Schrift des Morse- Apparats hat das Ueble an sich, daß " nicht gegen die Pflichten des Mr. Absalon verstößt, so wie ich ihn kenne." So laßt denn hören," erwiderte der Graf kleinlaut. " Es befinden sich hier im Fort Utah zwei Gefangene, gegen welche die Beweise eines an uns zu verübenden Vers rathes vorliegen," begann Elliot langsam und jedes einzelne Wort gleichsam abwägend. " Ich hörte von ihnen, doch sind sie mir noch nicht zu Geficht gekommen, nicht einmal ihre Namen kenne ich," fiel der Graf Elliot in die Rede. Namen thun nichts zur Sache," versetzte dieser haftig; es muß Euch genügen, zu wissen, daß sie mit feindlichen nach seiner Ansicht angenehmer in den Ohren der Mor monen tlingen mußte. Der Wunsch, seine Ahnen nicht versette Elliot zögernd, denn er begann leise 3weifel zu Abfichten in unser Thal drangen, daß wir das Recht bes Baburch zu beleidigen, daß er in der untergeordneten Stellung hegen, ob er in dem Grafen auch den rechten Mann ge- fißen, sie als Spione hinrichten zu lassen, und daß unsere eines Bombardiers ihren Namen verunziere, mochte indessen| mit an diesem Wechsel beigetragen und ihn in seinem Ent fluffe bestimmt haben. nem Spaziergang fenbend. funden habe,„ es gilt nur, einen gefährlichen Gefangenen, ben man zu befreien beabsichtigt, an der Flucht zu verhindern und ihm röthigenfalls eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Es ist eine sehr mißliche Angelegenheit," fuhr er nach einer kurzen Pause fort, als er eine gewisse Unentschlossenheit an dem Grafen zu bemerken glaubte, nicht Jeber ist im nach außerhalb noch mehr zu verwickeln. Ihr wißt, der eigentliche Krieg hat noch nicht begonnen; noch stehen die beiden Feinde auf der anderen Seite des Gebirges viel barum gäben, namentlich den einen wieder in ihrer Mitte zu fehen. Wie viel den Gentiles an unseren Gefangenen liegt, haben sie bewiesen, indem sie bereits Leute zu ihrer Befreiung ausfandten, bie damit begonnen haben, unseren gemeinschaftlichen Freund Rynolds hinterlistig zu ermorden." Elliot antwortete auf des Grafen Begrüßung nur durch tin leichtes Kopfniden, worauf er ihn aufforderte, ihn auf um das Fort zu begleiten. an; offenbar wollte Elliot, um sich jeder Beobachtung zu Schweigend und ganz langfam traten sie ihren Weg Stande, dieselbe zu ordnen, ohne die politischen Wirren ,, Es ist also doch wahr? Ich habe die Nachricht von orden fein. ntziehen, den Einbruch der Dunkelheit abwarten, denn Rynolds' Tobe nur für ein Gerücht gehalten," bemerkte der mehrere Male blieb er stehen, feine Blicke, wie bewundernd, Heere sich nur gerüstet einander gegenüber, und noch ist es Graf so ruhig, als hätte er von dem Verenden eines Stückes Wild gesprochen. dem immer mehr schwindenden Abendroth empors möglich, daß wenn die Regierung ber Vereinigten Staaten " Ja, Rynolds ist todt, und noch Andere unserer Ges auf unser Ultimatum eingeht, die fraglichen Punkte auf fried- meinbe werden der ausgesendeten Mordbande, unter welcher ,,, Ein schöner Abend, Mr. Absalon," sagte er endlich, nachbem fie fich wohl eine Viertelstunde in weitem Bogen darf der erwähnte Auftrag nur in die Hände eines solchen nicht durch energische Mittel deren finsterem Treiben vorlichem Wege werden. man auch Indianer vermuthet, zum Opfer fallen, wenn wir beugen. Die in unserer Gewalt befindlichen Spione er schießen, dürfen wir noch nicht, um nicht die schwebenden laffen, hieße zwei Bluthunde mehr auf unser verfolgtes Volk hetzen." So laffe man sie ruhig im Gefängniß fißen," wendete der Graf lakonisch ein. brer leicht ächerlichen befiße und verbarb, ch die Ur nge Dauer allten fich enden Blid Gefängniß Rüdweg er den Eins aus einer nerftimmen her, welde gleich ben In der Be um das Fort hinbewegt hatten. Mannes niedergelegt werden, den ein scharfer Blick und ein „ Ein sehr schöner Abend," antwortete der Graf höherer Grad von Weltbildung dazu befähigen, eine ber mechanisch, während er vergeblich darüber nachsann, zu artige Aufgabe, ohne nach der einen oder der andern Rich Verhandlungen dadurch abzubrechen, fie aber entfliehen welchem 3wed Elliot seine Begleitung gewünscht haben fonne. Nachdem sie wiederum eine kurze Strede zurückgelegt tung hin zu verstoßen, zu lösen." Der Mann wäre gefunden," bemerkte der Graf mit Batten, ftand Elliot plößlich still. 3hr seid ein alter Sol- wachsender Spannung, und wenn der Auftrag nur mit den hob er, zu dem Grafen gewendet, an, und seine Blicke Pflichten eines Edelmannes im Einklange steht, so wird er Sefteten fich mit solcher Festigkeit auf den Angeredeten, daß gewiß nicht zaubern, denselben zu übernehmen einen „ Ich weiß nicht, was Ihr die Pflichten eines Edelfühlen glaubte, ein Soldat, dem man ohne Besorgniß mannes nennt? Mann ist Mann, und wer ist mehr?" ver Auftrag von der höchsten Wichtigkeit anvertrauen darf." fette Elliot mit schlecht verhehltem Unwillen; jedenfalls " Ich bin Soldat und Edelmann," anwortete der Graf, lann ich Euch die Versicherung ertheilen, daß der Auftrag ,, Um ihren Helfershelfern immer neuen Grund zu geben, sich mordend in unserm Thale umherzutreiben, schließlich das Fort anzuzünden und mit den befreiten Gefangenen davon zu gehen. Nein, das wäre ebenfalls unweise gehandelt." ( Fortsetzung folgt.) = fie auf dem Papierstreifen sehr gestreckt erscheint und daß ihre Darstellung ein verhältnißmäßig großes Beitmaß erfordert. Der erstere Umstand beeinträchtigt die Uebersichtlichkeit der Schrift und erschwert das Ablesen derselben; das letztere vermindert Die Leistungsfähigkeit des Morse Apparats erheblich. Auch sest die Erzeugung einer gleichmäßigen Morse- Schrift eine gewiffe Fertigkeit und Gewandtheit des den Apparat bedienenden Beamten voraus, die nicht ohne längere Uebung zu erreichen find. Nun besteht das Wesentliche des von Eduard Estienne fonstruirten Apparats darin, daß die Striche und Punkte Morse's sentrecht auf den Papierstreifen gestellt werden und daß die Darstellung des Striches nicht mehr Zeit erfordert, als dies jenige des Punktes. Estienne erhält mit seinem Apparat eine Schrift, die mit der des Steinheil'schen Nadeltelegraphen, des ersten elektromagnetischen Dructelegraphen große Aehnlich keit hat. Mit dem Estienne- Apparat find 1883 und 1884 auf oberirdischen Kabel- Leitungen des Reichs Tele graphengebietes umfassende Versuche angestellt worden, die so befriedigend ausfielen, daß die Verwaltung vom Erfinder die Berechtigung erworben hat, sein neues System auszunuzen. Die Ausbildung der Beamten in der Bedienung des EstienneApparats hat in wenigen Tagen erreicht werden können; nach zehntägiger Uebung fonnten einzelne Beamte in der Stunde 800 Worte übermitteln. Bezüglich seiner Leistungsfähigkeit steht der Estienne- Apparat zwischen dem gewöhnlichen Morse. und dem Hughes- Apparat, übertrifft indeß beide Systeme darin, daß er auf größere Entfernungen als diese verwendbar ist. In 20 Minuten wurden unter Benußung desselben Tertes abtelegraphirt: in der Leitung Berlin- Bremen mittelst des Morse Apparates 331 Worte, durch Estienne 432 Worte und durch Hughes 522 Worte. In der Leitung Berlin- Königsberg leiftete in 20 Minuten Morse 300, Estienne 380 und Hughes 521 Worte. Hiernach verhält sich die Leistungsfähigkeit der drei Systeme etwa wie 3: 45. Estienne bildet zwischen Morse und Hughes das Mittelglied, und ist es eine wesentliche Vervollkommnung Morse's, so erreicht er nicht Hughes. Aber Estienne ist vorzüglich für Leistungen mittlerer Belastung, für welche Morse nicht mehr genügt, für die jedoch Hughes noch nicht erforderlich ist. So befindet sich das ReichsTelegraphenwesen in steter Vervollkommnung zu Gunsten des Publikums, das sicherer und rascher bedient wird, wie zu Gunsten der Verwaltung, die eine Arbeitserleichterung erfährt. T. Mitgefühl gegen Thiere ist eine Lobenswerthe Seite der menschlichen Empfindung und daß fie auch bei ganz unges bildeten Leuten in gradezu rührender Weise zum Ausdruck tommt, beweist folgender Fall. Ein hiesiger Holzhändler lernte bei seinen Geschäftsreisen in Polen einen jungen Menschen kennen, der ihn besonders deswegen interesfirte, weil er ohne jede Erziehung und Schulbildung aufgewachsen war, weder lesen noch schreiben konnte und doch ein äußerst guts müthiger und gefälliger Mensch war; er brachte denselben mit nach Berlin und beschäftigte ihn auf seinem Holzplaße als Kutscher; hierbei entwidelte der junge Pole nun die größte Fürsorge für das ihm übertragene Gespann; seine Pferde pflegte er mit der größten Gewissenhaftigkeit und hielt die Thiere stets im besten Stande. Vor einigen Wochen, in einer der falten Nächte, wurde eines der Pferde plöglich von der Kolik befallen. Als der Kutscher den Zustand des Thieres bemerkte, sprang er sofort aus dem Bett und führte das Pferd, ohne fich Beit zum Ankleiden zu nehmen, im Hofe umber, was bei solchen Anfällen allerdings sofort geschehen muß. Hierbei warf sich das Thier zur Erde und versezte seinem Führer, als es vor Schmerzen mit den Füßen um sich schlug, einen gefährlichen Schlag gegen das Knie. Der so Verlegte, der sich außerdem in Folge der Erklältung ein heftiges Fieber zugezogen hatte, mußte ins Krankenhaus gebracht werden, und als ihn hier vor einigen Tagen die Frau seines Dienstherrn besuchte, war seine erste Frage, ob das Pferd auch wieder gesund sei. Socher von Natur gutgearteter Gemüther giebts gewiß noch viele, die in untergeordneten Stellungen wenig zur Geltung tommen. r. Ueber einen Fall von Geisteskrankheit, der zugleich einen Einblid in den rein äußerlichen Heilprozeß bei Irrfin nigen gestattet, und der gegenwärtig in hiesigen medizinischen Kreisen viel besprochen wird, entnehmen wir der, Revue med." Bis hain, Friedrichshain, die Oberspree find nicht mit in Betracht gezogen. Allein das Panoptikum hatte gegen 8000 Besucher. Wir wiederholen die Frage: Wer war in Berlin zu Hause? So ist es denn auch kein Wunder, wenn man am Montag recht viel von gelungenen und versuchten Einbrüchen hört. Reich lich 30 Prozent aller schweren Diebstähle fallen, wie man uns mittheilt, auf diesen Tag, an dem die profeffionirten Ver brecher die Wohnungen unbewacht wissen. An den Besuch des Boologischen Gartens knüpfen sich übrigens einige recht hübsche vergleichende Erhebungen, die der Nat. Btg." von betheiligter Seite zugänglich gemacht werden. Es heißt da: 75 000 zahlende Besucher paffirten in der Zeit von 9 Uhr früh bis 6 Uhr Abends die Kaffen unb Kontrolen. Die enorme Besucherzahl übertrifft fogar im Verhältniß die bisherige größere Besucherzahl von 91 596 Personen am 5. August 1883 bei Anwesenheit Der Kalmüden, denn damals passirten diese Menschenmaffen in 12 Stunden, also pro Stunde 7644 Personen, während fich die Besucher vom Sonntag auf nur 9 Stunden vertheilten, so daß pro Stunde an den drei Hauptkassen und 9 Nothlaffen 9396 Personen abgefertigt werden mußten. Mittags 12 Uhr wurden allein schon 32 000 Personen gezählt; das Menschengedränge war um diese Zeit schon ein derartiges, daß die früher Gekommenen und bereits an dem Gehege, wel ches den eigentlichen Schaustellungsplatz umschließt, Stehenden absolut nicht mehr zurückfonnten. Wir trafen Personen, die so volle 7 Stunden ihren Plas nicht verlassen hatten. Am Nach mittag zwischen 3 bis 5 Uhr war der Andrang von überall her am stärksten, und dürfte es wohl vorgekommen sein, daß viele Personen, obwohl die Kontrolbeamten vermehrt wurden, doch von den Nachfolgenden ohne Billets hineingedrängt wurden. Die Stadt und Ringbahn beförderte allein in den Nachmittagstunden 25 000 Personen. In der Nähe des Schauplages selbst war kein Fleckchen zu finden, das nicht von Schauluftigen be fegt worden wäre. Nachdem alle Tribünen und die Rundgänge ausgefüllt waren, wurden Bäume, Zäune, sogar wieder Die Käfige des Raubthierhauses, genau wie damals bei den Kalmücken, erklettert. In Ermangelung von Stühlen und anderen Sigpläßen bivualirten ganze Familien auf dem Rasen oder der bloßen Erde, die mitgebrachten Proviantvorräthe ver zehrend. Den Singhalesen selbst, namentlich den 48 Personen, Die zum ersten Male in Berlin find, war das Schauspiel einer derartigen Menschenmasse so eigenartig und überraschend, daß fte manchmal minutenlang in einer Betrachtung der ste um gebenden Menschen versunken standen. Die vielen, zum Theil hochkomischen, zum Theil tragischen Episoden zu schildern, mangelt uns hier der Raum, es genügt zu fonstatiren, daß kein ernsterer Unfall zu verzeichnen und daß fich das Publikum geradezu musterhaft betrug. Daß der Konsum mit der obigen Besucherzahl bei dem herrlichen Wetter in vollständigem Verhältniß stand, ist eigentlich selbstverständlich; nur einige Zahlen hier: Es wurden bis zum Abend 221 Tonnen Bier von der Berliner Bockbrauerei verzecht ohne die verschiedenen Tonnen Aechtes", ferner 2400 Wiener Würstchen aus der Wurstfabrik bes Hofschlächtermeisters Thiedemann, 14000 Taffen Kaffee, zirka 20 000 belegte Brödchen verzehrt und 281 Diners fervirt." Die Zahl der inhaftirten Louis" hat eine erstaunliche Höhe erreicht und die Kuppelprozesse dürften die Straftammern in nächster Zeit in hervorragender Weise beschäftigen. Bei der Festnahme dieser Bubälter hat man vor allen Dingen auf die jenigen Individuen Rücksicht genommen, welche mit den be treffenden Frauenzimmern lediglich zu dem Zweck die Ehe ge schloffen haben, um der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Bei der Behandlung dieser ganzen Materie stellt sich übrigens eine entschiedene Lüde im Strafgesetzbuch heraus. Während nämlich der§ 181 eine schwere" Ruppelei für vorliegend er achtet und dieselbe mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft wiffen will, wenn dabei ein Verhältniß von Eltern zu Kindern, von Vormündern zu Pflegebefohlenen, von Geistlichen, Lehrern oder Erziehern zu den von ihnen zu unterrichtenden oder zu erziehenden Personen obwaltet- ist die doch zweifellos schwerste Art der Kuppelei, wo der Ehemann seine eigene Ehefrau verkuppelt, leider bis jetzt nicht unter diesen Strafparagraphen zu bringen. Das folgende: In pie rrenanſtalt zu St. Dou, in Frankreich Soziales und Arbeiterbewegung. An die Metallarbeiter Deutschlands! Genossen aller Branchen! Erst eine Woche im Kampfe ist vergangen und schon haben sich unsere Verhältnisse bedeutend verändert. Wenn wir vor 8 Tagen mittheilten, daß in der hiesigen Fabrik des Herrn K. Krause die Former streifen, so ist heute zu berichten, daß jest in 7 Gießereien sämmtliche Former, zusammen 42, die Arbeit niedergelegt haben, weil sie gezwungen werden sollten, Krause'sche Modelle zu formen, und doch vor Ausbruch des Streits auf ihr Ehrenwort versichert hatten, unter feinen Bedingungen dies zu thun. Die Befiger der Gießereien haben fich verbunden und verpflichtet, die Modelle des Herrn Krause zu gießen. Aber auch sämmtliche Former von Leipzig und Umgegend haben versichert, sich nicht dazu herzugeben und entweder in diesem Kampfe, der uns von den Arbeitgebern aufgedrungen ist, zu fiegen oder aber ehrenvoll zu unterliegen. Siegen werden wir, wenn es gelingt, den Suzug fernzuhalten. Ein solcher Sieg wird von Bedeutung für die ganze Metallarbeiterschaft Leipzigs sein. Unterliegen wir jedoch, dann wird die hiesige Organisation eine Scharte bekommen, welche fie wohl nie wieder auswegen fann. Genoffen! Laßt uns des halb nicht fallen, wir appelliren an Eure Solidarität! Haltet vor allen Dingen den Zuzug strengstens fern! Uns ist es bis her gelungen, alle durch falsche Vorspiegelungen hierher ge brachten Former wieder zum Abreisen zu bewegen. Briefe find zu richten an den Fachverein der Metallarbeiter, Leipzig, Schloßgaffe Nr. 11. Etwaige Geldsendungen an H. Friedrich, Leipzig, Weststr. 52, S. III. Mit Gruß der Fachverein der Metallarbeiter von Leipzig und Umgegend. wurde vor einiger Zeit eine 35 Jahre alte Frau, Mutter dreier Kinder, eingeliefert. Sie hatte seit längerer Beit Anfälle von Geistesstörung merken lassen, und war in einem solchen Anfalle auf das Dach des Hauses geflohen. Hier hatte sie mit der langen, metallenen Spiße eines Kompas, wie ihn Geometer zu gebrauchen pflegen, fich schwere Verlegungen an der linken Körperseite beigebracht, indem fie die Spiße des Instruments fich mit solcher Kraft in die Seite stieß, daß die 9 Bentimeter lange Spize abbrach und im Körper stecken blieb. Nach der Aufnahme der Kranten in die Anstalt zeigte sich merkwürdiger Weise teinerlei entzündliche Erscheinung der Wunde, obwohl die Bauchwand und das Bauchfell durchstoßen waren. In der folgenden Nacht wurde die Kranke von einer beftigen Exaltation erfaßt; unter irren Redensarten suchte sie sich mit den Fingern die Augäpfel auszureißen, was ihr auch bei dem rechten Auge gelang, dessen Augapfel nebst einem 2% Bentimeter langen Stüd des Sehnerven sie auf das nächste Bett schleuderte. Nachdem man die Rasende gefesselt, um weiteres Unheil zu verhüten, wurde zunächst der linte Augapfel, der infolge der Verstümmelung weit aus dem Kopfe herausgetreten war, in seine normale Lage zurückgebracht, und auf die rechte Augenhöhle einfache Wafferumschläge aufgelegt; dabei zeigte fich die Wunde kaum blutend und die Kranke äußert nicht den geringsten Schmerz; schon am nächsten Tage fann die Kranke mit dem linken Auge Gegenstände erkennen, und es wird nach etwa vierzehn Tagen dazu geschritten, auf operativem Wege die noch immer im Körper befindliche Spize herauszuholen; auch dies gelingt und die Heilung der Wunde geht leicht und ohne jeden besonderen Zwischenfall von Statten; ebenso heilt die Augenhöhle und die Tobsuchts Anfälle der Rranten treten nicht mehr auf, so daß diese nach vier und ein halb Monaten langer Behandlung in der Anstalt als völlig geheilt entlaffen werden fann.- Man muß in der That sagen, Die tollste Ausgeburt der Phantaste tann taum Szenen erfinden, wie sie hier durch die nüchternen Rapporte der KrankenAnstalt unbestreitbar beglaubigt werden. Es läßt dieser Fallziehungen zu bethätigen, um eine Niederlage der Streifenden aber erkennen, und deshalb ist er für die Mediziner so intereffant wie bei Geistesstörungen die Heilung förperlicher Verlegungen einen ganz anderen Verlauf nimmt, als bei geistig gesunden. In feinem anderen Falle würden die schweren Kör perverlegungen so leicht geheilt sein wie hier. Der ganze Vorgang erinnert lebhaft an die merkwürdigen Beispiele, die Eduard v. Hartmann in seiner Philosophie des Unbewußten" zusammengetragen hat. Eine nicht uninteressante Frage: Wer ist am legten Sonntag in Berlin zu Hause gewesen? Im Zoologischen Gar ten paffirten 75 000 zahlende, also im Ganzen gegen 85 000 Personen die Kaffen. Im Ausstellungspalast waren gegen 20 000. Sterneder, Weißensee, berichtet von 30 000 Besuchern und diese Ziffer ist nicht übertrieben. Die Haisenhaide be ziffert ibren Beſuch alle Lokale zusammengerechnet-- auf auf gegen 75 000. Nach dem Grunewald, Charlottenburg, Botsdam und den Zwischenstationen u. f. w. gingen etwa 25 000. In den Theatern fanden fie waren sämmtlich ausverkauft etwa 30 000 Personen Unterkunft. Wer im Thiergarten und Unter den Linden spazieren ging, wird es nicht übertrieben finden, wenn man die hier fich Ergehenden auf rund 100 000 Personen beziffert. Es find hier nur die großen, packenden Biffern zusammengefaßt. Alle Vororte im Süden, Norden, Often, die ebenfalls überfüllt waren, die Gartenlotale in Ber lin, in denen kaum ein Stuhl zu erlangen war, der HumboldtBerantwortlicher Redakteur R. An die Schuhmacher Deutschlands. Die Lage der streikenden Schuhmacher in Arnstadt hat keine Aenderung erfahren, nur sucht der Fabrikant Herr v. Rhein mit immer größeren Anstrengungen und Bemühungen Arbeiter von auswärts heranzuziehen, um auf die Streifenden verzichten und dadurch den Streit illusorisch machen zu können. Kollegen! Mehr als je gilt es, den Geist der Solidarität in allen Be abzuwenden. Der Streif dauert jest bereits volle sechs Wochen, er hat von allen Seiten schon große Opfer erheischt, die nicht umsonst gebracht worden sein dürfen, auch kann unser Sieg nicht mehr lange auf sich warten lassen. Darum appelliren wir an die Kollegen und Arbeiter allerorts, uns mit all' ihren Kräften beizustehen und mitzuwirken, damit die gerechte Sache der Arbeiter auch mit Erfolg gekrönt werde. Bur Annahme von Unterstügungen und Abführung derselben find gern bereit Wilhelmshaven. Ur. ift in Bayer Evora an dem Uebel; nein bewahre der Himmel, der Halen liegt ganz we anders: den Uebelthäter, welcher den herrschen em den Parteien in Solingen die Arbeiter zu einem nicht geringen Theile entfremdete, haben die Gelehrten unserer Handelskammer in der königl. preußischen Militärbehörde ent deckt. Der Vaffus über die Waffenfabrikation, worin die dies bezüglichen Säße enthalten find, lautet: Im verflossenen Jahre find feine großen Aufträge eingelaufen. Die Königl. Direktion der Gewehrfabrit in Erfurt beschränkt sich auf submissionsweise de Bestellung des jährlichen Bedarfs an Ersatzstücken. Kleinere Partien werden für Export nach China, Süd- Amerika u. s. w. bestellt, aber im Allgemeinen genügten die Aufträge nicht, um die Schwertarbeiter lohnend und dauernd zu beschäftigen. In Folge der Buderkrifts war der Absatz in Hauern und Buder meffern für die westindischen und südamerikanischen Plantagen äußerst gering. Nur in Fecht- und Luruswaffen können wir beim Vergleich mit den vorhergegangenen Jahren das Testverfloffene als befriedigend bezeichnen und dürfen wir hier mit Genugthuung konstatiren, daß die ausgezeichnete Qualität der Solinger Klingen und die geschmackvolle Ausstattung von Gefäß und Scheide überall und immer mehr Anerkennung fin den. Schon in früheren Berichten nahmen wir Veranlaffung auf die Schädigung hinzuweisen, welche unsere Waffenfabri fation durch die submissionsweise Bestellung der deutschen Militärbehörden an den Mindestfordernden, sowie dur die Revision der Waffen an freigelegenen Orten erleidet. Die Preise werden in den Submissionen so außer ordentlich gedrückt, daß der Lohn des Arbei ters nicht mehr zur Erhaltung seiner Famili genügt. Während z. B. noch 1882 die billigste Preisabgabe für eine Rüraffierklinge 6,60 und für eine Steelenrückenfling on M. 5,20 betrug, werden dieselben in der legten ausgeschriebene Submission zu M. 4,39 resp. 2,33 bestellt. In dem Prei des Stahls ist inzwischen teine wesentliche Veränderung einge treten. Dazu kommt noch, daß während früher bei viel g ringeren Ansprüchen an Qualität, die Revision der Waffe hier stattfand, dieselbe seit einigen Jahren in Erfurt nach hö Lomplizirten Dimensionstabellen für eine Klinge werden b zu ca. 60 Dimenfionen vorgeschrieben- geschieht. Hierdu wird die Fabrilation ungemein erschwert. Wir haltene für höchst bedauerlich, daß der Arbeiter at ben von der königlichen Regierung ertheilte Aufträgen nicht so viel verdient, wie er au Lebensunterhalt benöthigt und sind der An sicht, daß die vorstehend angedeuteten Be hältnisse mit dazu beigetragen haben, be biesigen Agitationen der Sozialdemokrati Erfolg zu verschaffen. Die Zukunft dieser altberühmt Industrie wird durch das Submissions- Verfahren in Fra gestellt, denn nur der Fabrikant, welcher auf einen reg mäßigen Absatz rechnen kann, ist in der Lage, in seiner Fabr die erforderlichen zeitgemäßen Verbesserungen zu treffen und durch Einrichtungen Anschaffung neuerfunden Maschinen konkurrenzfähig zu erhalten. Viele europäis Regierungen find aus politischen Rücksichten dazu übe gegangen, blanke Waffen im eigenen Lande anfertigen zu obgleich Solingen beffer und billiger liefern fann. In Fo davon haben unsere Fabrikanten manchen früher regelma wiederkehrenden Waffen- Auftrag verloren, und es ist unt diesen Umständen um so mehr beklagenswerth, daß das fahren unserer Militärbehörden so wenig geeignet ist, wichtigen Industriezweig zu erhalten. Anch ist diese stellungsweise nicht mit den anerkennen werthen Bestrebungen der Regierung, Lage des Arbeiters zu verbessern, in Gi Ilang zu bringen." So weit die handelskammer Daß die Waffenarbeiter an den preußischen Seitengeweh viel weniger verdienen, als an den Seitengewehren feine Laffen Diefen bit und etwa Ann das ande B artig Aus man haft ener Mar wied aller ande Regierungen, ja, daß die Preußen", wie man hierorts unfen Säbeltlingen nennt, bei Schmieden, Gefäß- und Griffmad sowie bei Schleifern und Polirern wegen der außerordent niedrigen Preise in einem sehr schlechten Rufe stehen, ist nicht bestreiten, wie es aber auch nicht mit Erfolg bestritten werden fant daß in manchen andern Branchen, wo die Militärbehörde ib Hand nicht im Spiele hat, noch viel weniger verbien Oder nad Idem Schraubstocke stehen, wo Mann und Weib in eng Kammer Tag und Nacht Scheeren flarmachen( Scheerenaug reib mid feilen), oder diejenigen, welche die ordinären Meffer ( in die hefte bringen), in Bezug auf ihren Verdienst 50 und mehr als 50 Prozent schlechter gestellt als die Waff arbeiter? Und wie armselig find die meisten Gabelfeiler un Gabelschleifer gestellt? Die Leute verdienen kaum so viel, b die Handelskammer in Betreff des Fischmesser- und Gab Man darf sich nicht ve hehlen, daß die seit längeren Jahre fie von einem Tage an den andern kommen. Trogdem geschäftes wörtlich: 11 erhöhten Arbeitslöhne das Geschäft dem Auslande sehr erschweren." ettlin nad Die gro Majorität der hiesigen Arbeiter verlangt nichts Ungebührli denn fie weiß, daß unter den heutigen Konjunkturen die Me zahl der Fabrikanten an eine Erhöhung der Affordpreise Arbeitslöhne nicht denken kann. Thatsache aber daß England, was als Konkurrenzland haup sächlich in Betracht tommt, gegen die Soling Preise nicht aufkommen fann, was audi früheren wunden zugegeben wurde. Zum Schluß noch Handelstammerberichten unum paar Worte über die Schwertfabrikation und die Erfolge d Arbeiterpartei. Die zwei größten hiesigen Waffenfabrilant deren Fabritate auf der diesjährigen Welt- Ausstellung Antwerpen allerseits Bewunderung erregen, haben vor Jahren ihre Fabriten mit einander verschmolzen. Da die He im Besize riesiger Kapitalien und großartiger technischer mittel sind, so müssen die kleinen Fabrikanten obne Silf nahme vor denselben die Segel streichen und ihnen alle fangreichen Bestellungen bedingungslos überlassen. fortvegetiren, bis sie rettungslos der Nur Vernichtun den handgeschmiedeten, feineren Klingen können die Leute no heimfallen. Die aufgeklärteren Arbeiter aber wollen und fonn den Entwicklungsgang der Dinge nicht aufhalten und trag darum den Erfindern neuer technischer Vorrichtungen und b jenigen, welche es möglich machen, daß dieselben in Dienst stellt werden, feinen haß nach. Wenn aber eine so bodge bete Kaufmannschaft, wie die unsrige es unzweifelhaft ist, so einseitigen und unrichtigen Schlüffen gelangt, wer fann dem einem armen und ungeschulten Arbeiter verübel wen derselbe zu einem einseitigen Urtheile gelangt und fich in no sucht? M. Botsmann, Kopperhörn; B. Bümmerstede, Börsenstraße, Kaiserl. Direktion in Danzig entlassen. Nach der Dani $ Solingen, 7. September. Die hiesige Handelskammer, deren Bericht uns jest vollständig vorliegt, hat eine sehr wich tige Entdeckung gemacht, die wir nebst ihrem lendenlahmen Erguffe über das Arbeiterschutzgesetz der Welt absolut nicht vorenthalten dürfen. Den ehrenwerthen Herren ist es nämlich 200 Werftarbeiter hat bekanntlich vor einiger Zeit Arbeit sich beschaffen können, weil auch die Privatwerften G Beitung" haben von denselben ungefähr 50 noch immer le ferner berichtet wird, haben 60 Arbeiter der dortigen Delmi laffungen haben vornehmen müffen. den Streit erklärt. Wie aus Dans gründe ausfindig zu machen, wodurch die Sozialdemokraten im Kreise Solingen Erfolge aufzuweisen haben. Aber nicht die Auffaugekraft des großen Kapitals, nicht die fast ausschließlich im Dienste nach jahrelanger, mühevoller Arbeit gelungen, einen der Haupt zusammen getreten. Mit was für schönen Sachen fich berfel Der bayrische Handwerkertag ist in Nürnbe beschäftigt, geht aus einem Antrage hervor, den die Innun schuhmacher zu Schweinfurt eingereicht haben. Wir laffen b Stiefelfabrikation, sowie der Händler derselben(!) möge ba felben hier wörtlich folgen: Bezüglich der Schuhs schaften unseres Jahrhunderts, nicht der dadurc, bedingte Ber Handwerkertag die Regierung ersuchen, daß den abrilant segungsprozeß der modernen Gesellschaft und die immer und Händlern" verboten werde, irgend welche Reparature riefigere Dimensionen annehmende nicht die Mittelstandes, auch den Des in Enteignung Intereffenpolitit gefeßgebenden Körperschaften tragen die Schuld " 1 welche blos einzig dem Schuhmacher" gehören, fertigen laffen, um auch diesem Handwerk wenigstens theilweise wie zu geben was ihm gehört."-D heiliger Krispinus! Gronbeim in Berlin. Truf und Berlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sieran eine Bellag Hierzu find fagte Wir gera Nut nich weil So rühr But Bit verl er f im schli dak aus batt Der non inte lun nich aus ber Don nan hat Fra geh wa sch ng shab ben Le mi St bal Die der an bonne fid Di be ne un jfrt # s tnl» wtis« ine» f. m. nnw Doä aliS vB ! fto' w kabrv che» dm Ii- IS tlif Beilage mm Berliner Bolksblatt ♦ Kr. Sil. Donnerstag» de« 10. September 1885. IL Inhrg. Das Krbritwschiitzzesrh ist in der Landesversammlung der deutschen Vollspartei in Bayern Gegenstand einer eingehenden Debatte geworden. Herr Evora- Fürth hatte den Antrag gestellt: „Die Landesversammlung der deutschen Vollspartei in Bayern stellt sich voll und ganz auf den Standpunkt deS dem Reichstag zur Berathung unterlegenen Entwurfes eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Titel I, Ii, VII, IX, X und der Echlußbestimmungen der Gewerbe- ordnung für das Deutsche Reich, des sogen. Arbeiterschutz- gesetzes, und ersucht die Abgeordneten der deutschen Volks- Partei im Reichstag diesem Gesetzentwurf bei der Be- rathung ihre Stimmen zu geben, zugleich auch im Hin- blick auf§ 154 dieses Gesetzentwurfes die Aufrecht- erhallung der demokratischen Forderung voller Versamm- lungs- und Vereins- Freiheit und demgemäß der Aufhebung aller die Verfammlungs- und Vereinsfreiheit im Allgemeinen oder die einzelnen Bevölkerungs- klaffen im Besonderen beschränkenden Bestimmungen zu betonen," und hat hierzu kurz ausgeführt: m.,= „Das von der sozialdemokratischen Fraktion des Reichs« tags ausgearbeitete Arbeiterschutzgesetz enthält Forderungen, die sämmtlich auch unser Programm aufweist. Bei der Wichtigkeit der Frage halten wir es für angezeigt, auch hierüber ein Urtheil der Versammlung zu extrahiren. Ich glaube mich kurz fassen zu dürfen, da das Gesetz durch die Ausführungen der Presse überall bekannt ist." Hierauf ergriff Herr Köhl-Würzburg das Wort und sprach etwa folgendes � jedenfalls geglaubt, daß die Annahme seines Antrages der Partei zum Nutzen gereichen werde- ich glaube nicht, daß es nützlich ist, einen Antrag einer Partei aufzunehmen, die uns, theilweise in gerade nicht sehr schöner Agitalion, gegenübersteht. Ich halte das in dem Antrag enthaltene„Drängeln" durchaus nicht für angezeigt und stelle daher den Gegenantrag, eine Petition abzufassen, die sich in demselben Rahmen bewegt, damit wir nicht als in der Gefolgschaft der Sozialdemokratie wandelnd erscheinen." Dagegen plaidirt Herr Heinz Krieger-Munchen für einfache Annahme des Antrags, da es durchaus unpraktisch sei, etwas, daS man wolle, nur um deswillen nicht zu wollen, weil em anderer es schon vorher gewollt habe. Sachlich können der- artige Motive überhaupt nicht in Frage kommen. Hierauf ergriff ein Mann das Wort, welcher durch seine Aussprache während seiner Kandidatur um das Reichstags- Mandat Fürth-Erlangcn-Hersbrück die Sympathien aller wahr- hast gut gesinnter Männer des Reichs dadurch erwarb, daß er energisch gegen die persönlichen Besudelungen der um ein Mandat bemühten Kandidaten auftrat. Dieser sprach auch hier wieder ein Wort, welches zweifelsohne ebenso in den perzen aller für die Freiheit des Volks begeisterter Männer Wrederhall sinden. Herr Rechtsanwalt Ferdinand Heigl von Bamberg sagte: „Von Gefolgschaft könne hier gar nicht die Rede sein. Wir nehmen das Gute, woher es kommt, und treten damit gerade dem so bedauerlichen Parteiegoismus entgegen zum Nutzen der Freiheit. In deren Armee find wir Alle, und nichts ist trauriger, als einer guten Sache sich nicht anzunehmen, weil man sie mcht selber gemacht hat. Die böse Agitation der Sozialdemokratie darf das Gute an ihrer Sache niemals be- rühren. Es kann uns nur zur Ehre gereichen, wenn wir das Gute auch beim Gegner als gut anerkennen, und wird unscrm Widerspruch dafür zu anderer Zeit um so größeren Nachdruck verleihen." Als hierauf noch Herr Köhl-Würzburg erklärte, daß «r sich einer solchen Aufforderung an die Abgeordneten, wie sie im Antrag Evora enthalten sei, nun und nimmermehr an- schließen werde, und auS den weiteren Aussprachen klar wurde, daß man sich selbstverständlich nur für die Tendenz des Gesetzes ausspreche, ohne, wie Herr Köhl annehmen zu müssen geglaubt hatte, sich irgend wie für den Wortlaut zu binden, wurde der Antrag Evora mit allen gegen vier Stimmen angc« nommen. � �_, Wir greifen gerade diesen Gegenstand aus der Anzahl interessanter Berathungsaegenstände der„Landesversamm- lung der deutschen Volkspartei in Bayern" heraus, weil er nicht die Volkspartei allein, sondern über deren Grenzen hin- aus daS gesammte deutsche Volk berührt. Drr Urifltt Dieb. Eine orientalische Humoreske. Z« Kairo lebte eine Frau, die zwei Liebhaber hatte; der«ine war ein Gauner, der andere ein Dieb; ein jeder von ihnen aber glaubte, der einzig Begünstigte zu sein, nannte sie seine Frau und wußte nichts vom andern; sie hatten übrigens beide die Kniffe ihres Gewerbes von der Frau gelernt. � t, Eines Tage» kam der Gauner zu der Frau und sagte: »Die Leute merken, daß ich ein Gauner bin; gieb mir Weg- zehrung für einige Tage, daß ich nach einer andern Stadt wandere und dort mein Glück versuche." Die Frau hatte gerade ein Hefenbrod und eine Hammel- schulter vorräthig; sie schnitt von dem Hefenbrod die Hälfte ab und von der Hammelschulter die Hälfte; diese gab sie dem Gauner und er machte sich auf den Weg. Gleich darauf kam auch der Dieb und sprach:„Die Leute hier haben gemerkt, daß ich ein Spitzbube bin; ateb Mir Wegzehrung für einige Tage, daß ich nach einer andern Stadt wandere und dort mein Glück versuche." Der Frau war von der ersten Theilung her noch ei» halbes Hefenbrod und eine halbe Hammelschulter geblieben, die nahm sie und gab sie dem Dieb. So ging auch er auf de« Weg. Inzwischen kam der Gauner zur Stunde des Frühmahls a« einen schönen Ort, wo schattige Büsche wuchsen, setzte sich nieder und dachte: hier will ich essen. Während er seine Vorbereitungen traf, kam auch der Dieb heran und dachte: hier will ich essen. Sie setzte« sich also zusammen nieder nnd legten ihre Vorräthe vor sich hin. Da schaute der Gauner auf daS Brot de» Diebes und der Dieb auf da» Brot de» Gauner»; der eine sprach„Hm", der andere legte die beiden Brotstücke nebeneinander, und da sah man, daß es zwei Hälften eines und desselben Hefenbrotes waren. Darauf legten sie auch Wir meinen hierzu ein Recht auf Grund eines Akten- stücks zu haben, welches s. Z. für die Oeffentlichkeit destimmt war und vom„Landes-Ausschuß der deutschen Vollspartei in Bayern" im Jahre 1882 selbst herausgegeben wurde. In dem Bericht über die Landes Versammlung am 10. April 1882 in Bamberg ist ein Ärttkel vorhanden, welcher überschrieben ist: „Was wollen wir im Bamberger Vollsverein und was ist der Zweck aller demokratischen Vereine? Dort befindet sich eine Stelle, welche wörtlich also lautet: „Allein— und hierin liegt der Hauptzweck der Volksvereine— wir wollen uns auch an den Fragen über das Wohl und Wehe unseres deutschen wie unseres enge- ren bayerischen Vaterlandes betheiligen, wollen nicht blos geduldige Steuerzahler sein, sondern auch thcilnehmen an dem großen Kampfe zwischen Reaktion und Rechtsstaat, zwischen mitleidsloser Selbstsucht und Ersttebung allge- meiner Wohlfahrt, theilnehmen an der Freiheitsbewegung, die heute wieder das deutsche Volk durchzittert und deren Ruf dereinst noch die ganze Welt durchbrausen wird." Herr Köhl hat am 10. Mai v. I. zu Frankfurt a. M. einen weite Kreise interesfirenden Vortrag:„Die Bauernfrage" ge- halten, in welchem er mit den Worten schließt:„Die politische Befreiung ist untrennbar von der wirthschastlichen Befreiung des Volkes." Was ist also Ursache, daß Herr Köhl die mühsame Arbeit, deren sich die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags durch den Entwurf eines ArbeiterschutzgesctzeS unterzog, kurzer Hand ablehnen will? Wir können es nicht ergründen; denn die Befürchtung, die demokratische Fraktion des Reichstags könne in den üblen Geruch der Gefolgschaft der sozialdemokratischen Fraktion kommen, kann unmöglich dafür bestimmend wirken, daß man einen Antrag, wie der Arbeiterschutzgesey Entwurf ist, welcher an Stelle„mitleidsloser Selbstsucht die allgemeine Wohlfahrt" setzen will, welcher so recht eigentlich die wirth« schastliche Befreiung des arbeitenden Volkes, also der Majorität des Volkes überhaupt, anstrebt, nicht befürworten sollte. Die döse Agitation der Sozialdemokratie kann doch ebenso wenig Schuld daran sein?— Es liegt uns fern, den Gründen nachzuspüren, halten uns vielmehr für verpflichtet, die Leser des„Beobachter" darauf aufmerksam zu machen, daß man in den Kreisen aller demo- kratisch gesinnten Männer die Roth des Volkes erkannt hat und in dem Augenblick, wo es deren Beseitigung gilt, auch dafür eintritt. Und auch Herr Köhl will das; er will aber einen andern Weg einschlagen, als die sozialdemokratische Fraktion; er will eine Petition. Wäre bisher noch nichts ge- schehen in der Sache, so möchte die Petition gelten; indessen wir find ein bedeutend Stück schon vorwärts. Der„Arbeiter- schutzgesetz' Entwurf" hat denn doch auch schon seine Folgen ge« habt und wenn es bisher keine anderen sein sollten, als noch« gedrungen die„Sonntagsarbeit" in zden Bereich allgemeiner Bettachtungen zu ziehen, dadurch grwisse geheime Absichten kennen zu lernen und die am stärksten dabei interesfirten Ar- beiter zum Thcil mit der Nase darauf zu stoßen, was denn eigentlich„Sonntagsruhe" bedeutet, so find doch damit immer- hin schon eine ganze Menge schädlicher sozialer Mißstände zur Sprache gekommen, die— wohl oder Übel— denn doch, selbst gegen den Willen hochstehender Herren werden beseitigt werden müssen. Also— eine Petition wäre po»t festum! Die sozialdemokratische Fraktion wird den jetzt einstweilen bei Seite ge« schobenen Entwurf wieder einbringen. Vielleicht wird er wieder bei Seite geschoben; aber selbst wenn dies der Fall sein sollte, so ist ziemlich gewiß anzunehmen, daß, nachdem er, wie nicht zu zweifeln ist, von Mitgliedern der anderen Fraktionen sorg- fälttg studirt worden, wiederum einiges oder doch etwas ge- funden werden wird, was als der Beachtung werth erachtet und in Form eines besonderen Antrags wieder vor das Haus kommen wird. Ob dies eine Petition zu Wege bringen möchte? Wir zweifeln daran. Dagegen werden die mit Tausenden von Un« terschriften bedeckten Petitionen, welche um die Erhebung des Entwurfs zum Gesetz den Reichstag bitten, so spöttisch man vielleicht auch, namentlich von der nationalliberalen Seite davon sprechm und alle möglichen Einwendungen dagegen erheben wird, so ganz ohne Eindruck nicht bleiben können. Dann aber, wenn der Entwurf wiederum vor dem hohen Reichstage er- scheint, werden die Mitglieder der demokratischen Fraktion, auch bei etwaiger freundlichen Neigung nach rechts, auf Eugen Richter hin, denn doch wohl nicht umhin können, das in dem ihre Hammelstücke zusammen, und e» fand sich, daß auch diese vereinigt genau eine Hammelschulter ausmachten. Der G uner sprach zum Diebe: „Kamerad, fragen ist keine Schande, wo kommst du her?" „Von Kairo," sagte dieser. „Au» welchem Stadtviertel?" „Aus dem und jenem." „An welcher Stelle ist dein Hau»?" „Da und da." „Wie heißt deine Frau?" „Dille, die Schlaue." Da rief der Gauner:„Da» ist ja meine Frau, was lügst Du?" Der Dieb antwortete:„Mensch, bist Du verrückt oder machst Du schlechte Witze?" Und so stritten sie miteinander, bis endlich der eine vorschlug, sie wollten zusammen nach Kairo gehen; dort, sagten sie, werden wir hören und sehen. Gesagt, gethan, sie kehrten miteinander in die Stadt zurück. Frau Dille sah sie mitsammen die Sttaße Herabkommen und wußte sogleich, was los war. Sie ließ sie ruhig ein- tteten, lud sie ein, sich auf de» Divan zu setzen, und dann sprach der Gauer: „O, Madame, heute ist un» eine schwierige Sache auf- gestoßen; sieh einmal, bist Du nun dieses Mannes Frau oder die meinige?" Die Frau antwortete: „Bei Allah, bis jetzt habe ich euch beiden gegenüber die Rolle der Frau gespielt; jetzt will ich nur einem von Euch angehören, und zwar soll der mein Mann sein, welcher der geschickteste ist. Ich habe Euch beiden tüchttge Kniffe ge- lehrt, jetzt will ich sehe«,«er sie am besten anwendet." Die Männer waren mit diesem Vorschlag einverstanden, und der Gauner sagte: „Gut, heute werde ich eine Gaunerei machen, morgen machst Du eine Spitzbüberei, und dann wollen wir sehen, wer seine Sache« am besten gemacht hat." Entwürfe zu unterstützen, was mit dem Programm der Volks- partei übereinstimmt und das ist, wie Herr Evora von Fürth sagt, Alles, also auch uneingeschränkt dem Entwurf zustimmen müssen. Denn es berührt ja gerade der Entwurf die wirth- schattliche Hebung des arbeitenden Volkes und nimmt gar keine Rücksicht darauf, ob die davon betroffenen der sozialdemokra- tischen oder sonst welcher Partei sich zuzählen. Für die Tendenz des Entwurfs werden sich daher wohl alle Volksmänner erklären, den Wottlaut zu ändern, steht Jedem frei. Gewiß ist und die Thatsache kann heut durch keinen Ein« wand weggebracht werden, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages den Arbciterschutzgcsetz Entwurf ausgearbeitet und eingebracht hat. Findet man die dort vorgeschlagenen Mittel zur Beseitigung der wirthschastlichen Misere des Volkes für gut, dann kann— unserer Meinung nach— nichts davon abhalten, ihm saus xbrass beizustimmen, weil eben:„die poli- tische Befreiung untrennbar ist von der wirthschastlichen Be- sreiung des Volkes!"(„Der Beobachter".) Volttische Nrberstcht. Auf Grund des Sozialistengesetzes macht der Stell- Vertreter des Reichskanzlers, Herr v. Boetticher, unterm 6. dieses Monats folgendes bekannt: Nachdem durch die Bekannt- machung der königl. bayerischen Regierung von Mittelfranken vom 11. August d. I.(Reichsanzeiger Nr. 190) die Nr. 25 des 1. Jahrgangs der in Milwaukee erscheinenden„Amerika- nischen Tumzeitung, turnerische Ausgabe der Freidenker" ver- boten worden ist, wird auf Grund der§§ 11 und 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährliche» Bestrebungen der Sozial- demokratie vom 21. Oktober 1878 die fernere Verbreitung des Blattes„Amerikanische Turnzeitung, turnerische Ausgabe des Freidenker" im Reichsgebiete hierdurch untersagt. Ferner werden aus Grund des Sozialistengesetzes von der königl. Regierung zu Köln 8 französische und 2 belgische Journale und Druckschnften verboten. tn Bezug auf die Zwangsversteigerung de» Gute» errn v. Hammerstein bemerkt die„Volks. Ztg.": Es befindet sich Herr v. Hammerstein gar nicht im Konkurse; die Zwangsversteigerung eines Besitzthums zieht zwar gewöhnlich bei Kaufleuten, nichi aber bei Gutsbesitzern und anderen Per- soncn die Eröffnung des Konkurses nach sich, unv über das Vermögen des Herrn v. Hammerstein ist der Konkurs nicht er« öffnet worden. Wenn es auffällt, daß nicht mehr Herr v. Hammerstein, sondern Herr v. Risselmann als Verleger der „Kreuz-Zeitung" zeichnet, so ist übersehen, daß dieser Wechsel schon vor Jahresfrist oder noch früher eingetreten ist, ungefähr zu derselben Zeit, als Herr v. Nathustus-Ludom den Verlag des„Reichsboten" aufgab. Schon im vorigen Jahre stand nämlich das Gut des Herrn v. Hammerstein zur Zwangs- Versteigerung; das Konsortium, weichem die„Kreuz-Zeitung" gehört, fürchtete wohl nicht mit Unrecht, daß die Gläubiger sich unter Umständen an der„Kreuz-Zeitung", als deren Ver- leger Herr v. tzammerstein eingetragen war, schadlos kalten würden. Deshalb fand damals der Wechsel statt. Die Wähl- barkcit des Herrn v. Hammerstein zum Landtagsabgeordneten steht heute ebenso außer Frage, wie vor einem Jahre. Wenn seine Wähler ihm ihr Vertrauen bewahren, kann er ein Landtagsmandat ebenso unbeanstandet führen, wie er zur Zeit noch fern Mandat zum Reichstage befitzt. Frank'::?! 2. M.. 3. September. In der Anklagesache wider den Polizeikommiffar Meyer, der sich augenblicklich in Darmstadt aufhält, finden täglich vor dem Untersuchungsrichter Fabricius, der jetzt die Untersuchung leitet, Vernehmungen statt und wurden verschiedene Zeugen bereits wiederholt ver- nommen. Der Anwalt des Kommissars ist Dr. May. Da auch gegen Schutzleute Zeugen vernommen werden, so ist die An- nähme wohl berechtigt, daß auch gegen Diejenigen, welche von ihrem Säbel einen allzu freigiebigen Gebrauch gemacht haben, vorgegangen werden wird. Sobald dürfte die Untersuchung mdeß noch nicht zum Abschluß gelangen. Franrseich. Wie der„Voss. Ztg." telegraphisch mitgetheilt wird, führte die Serdenweber Krisis in Lyon zu neuen Demonstrationen. Der Matte erklärte einer Arbeiterdelegation, er sei gegen die Nattonalwerkstätten-(Bis jetzt ist von keiner Seite bestätigt worden, daß die Arbeiter Nationalwerkstätten verlangt hätten.) Die Massen zogen darauf zum Stadthaus und drangen in den So blieben denn die Männer in der Stadt und gingen auf den Markt. Der Gauner sah, daß ein Jude 1000 Goldgulden abzählte und in einen Beutel steckte, den er in seiner Brust- tasche verbarg. Er schlich sich hinter ihm drein, benutzte da» Marktgedränge, zerschnitt die Tasche deS Mannes, zog den Beutel heraus, ging damit nach einer geräumigen Stelle, nahm neun von den goldenen Gulden fort, steckte dafür 100 silberne hinein, band den Bentel zu, strckte ihn wieder in die Tasche desselben Juden und nähte den Schnitt, den er hineingemacht hatte, wieder zu. Der Dieb hatte da» alle» mit angesehen. Der Jude aber hatte nicht» gemerkt. Darauf ging der Gauner um den Markt herum so daß er dem Juden begegnete, faßte ihn beim Kragen, hieb ihm einige und rief; 9 Verfluchter, warum hast Du mir die 1000 Rothfüchse und den Beutel dazu genommen?" Der Jude wußte sich nicht zu helfen, rief den Kadi Sen•* n'U hinweggeführt, und der Kadi fragte den „Was ist in dem Beutel?" „Tausend Goldgulden," sagte jener. „Alle in Gold?" „Jawohl." Da rief der Gauner: . k w- t8"eun von den goldene» Gulden, und dafür sind hundert silberne da." �„L f � ließ, den Beutel öffnen und nachzählen; e» ss'Qre"• Goldstücke und 1Ü0 silberne. Da sprach man dem Juden einige Prügel zu, dem Gauner aber den Beutel; er nahm ihn und ging mit dem Diebe zum Hause der Frau. Dtese empfing beide freundlich. Als nun die Nacht herankam, nahm der Dieb einen langen Strick und ging, begleitet von dem Gauner, zum Schlosse des Schahs. Er warf seinen Strick, kletterte an ihm in die Höhe, zog dann seinen Freund nach und so brachen sie beide in die Wohnung de» Schah» ein; der Sigungssaal des Gemeinderaths. Sie fanden einen Fürsprecher im Gemeinderath, Bartolini, der den Maire und seine Kollegen Feiglinge nannte.- Admiral Courbet hinterließ sein ganzes Vermögen dem Sentralverein zur Rettung Schiffbrüchiger. Großbritannien. Die englischen Radikalen faffen bereits die Möglichkeit einer völligen Trennung von den Whigs( Liberalen) ins Auge. Wie aus London telegraphirt wird, hat Chamberlain einem liberalen Meeting in Warrington das Programm der radikalen Partei mitgetheilt, als deffen Hauptpunkte die Reform der Ge fete über Grund und Boden und die Jagd, sowie über die Unentgeltlichkeit des Unterrichts bezeichnet werden. Chamber lain hofft, die Whigs zu überzeugen, daß die Forderungen der radikalen Partei vernünftige und billige seien, anderen Falles würden die Radikalen genöthigt sein, von einem Zusammengehen mit den Whigs abzusehen und allein zu kämpfen. Die Forderungen Parnells seien für ein unabhängiges Parlament unmöglich. Lokales. An das Auswärtige Amt gelangen zahlreiche Gesuche, deren Erledigung zur Zuständigkeit der Kaiserlichen Konsulate gehört und die deshalb zweckmäßiger unmittelbar an das befreffende Konsulat zu richten wären. Nach dem Konsulatsgefeße vom 8. November 1867( Bundesges. Bl. S. 137) find Die Kaiserlichen Konsuln berufen, den Angehörigen der Bundes. Staaten in ihren Angelegenheiten Rath und Beistand zu ges währen. Es steht deshalb jedem Reichsangehörigen frei, fich unmittelbar mit seinem Gesuche an das zuständige Konsulat zu wenden. Das Auswärtige Amt ist weder verpflichtet, noch bei Der vorhandenen Geschäftslast in der Lage, dergleichen, zum amtlichen Wirkungskreise der Konsuln gehörende Gesuche zu beantworten oder zu prüfen; es kann dieselben höchstens an bas zuständige Konsulat befördern, und es geht dem Bittfteller hierbei diejenige Zeit verloren, welche bei einer umfangreichen Behörde auf die geschäftliche Behandlung einer einzelnen Sache verwendet werden muß. Der Königl. PolizeiPräfident bringt dies hierdurch mit dem Bemerken zur öffent lichen Kenntniß, daß über die im Auslande bestehenden Konsulate des Reiches und die Abgrenzung ihrer Amtsbezirke das alljährlich durch das Auswärtige Amt veröffentlichte und im Buchhandel erscheinende Verzeichniß der Kaiserlich deutschen Konsulate" den erforderlichen Aufschluß gewährt. um eine Grube von einem daherrasenden Pferde einer Droschte 1. Klaffe durchbrochen wurde und das Pferd auf die Droschte 1. Klaffe durchbrochen wurde und das Pferd auf die in der Grube beschäftigten Arbeiter stürzte. Obgleich mehrere Personen sofort hinzusprangen und dem Pferde in die Bügel fielen, hatte doch der eine der Arbeiter, Namens Mezing, heinsbergerstraße 12 wohnhaft, einen derartig schweren Schlag mit dem einen Vorderhuf auf den Kopf erhalten, daß er blut überströmt zur Sanitätswache in der Markgrafenstraße gebracht wurde. Nach Anlegung eines Verbandes wurde er nach seiner Wohnung überführt. Das Pferd war gescheut und mit der g. Die Sicherheitslampen, welche neben der Gasbe leuchtung in den einzelnen Räumen von Theatern 2c. brennen müssen, scheinen doch nur von geringem Werth zu sein, wie die Vorgänge bei der gemeldeten Gaserplosion im Urania- Theater, Wrangelstr. 9-10, bewiesen. Hier erlöschten auch die Sicher heitslampen und so kam es, daß tiefe Finsterniß herrschte, diese Sicherheitsvorrichtung" mithin gänzlich illusorisch war. Der Vorgang giebt zu der Herstellung von Beleuchtungsmitteln Veranlassung, welche unter allen Umständen eine Sicherheit in Gefahr bieten. Droschke durchgegangen. Baron Dr. v. Ledersteger, über deffen Ordensgeschäft am 16. d. verhandelt werden wird, steht auch unter der Anflage der Bigamie. Derselbe war fatholischer Konfession und in Desterreich mit einer Ratholilin verheirathet. Die Trennung dieser Ehe soll nicht rechtsgiltig sein. Baron v. Ledersteger trat in Deutschland zum Protestantismus über und heirathete seine mit ihm hier lebende zweite Frau; die Anschuldigung, persische Drden und Titel gefälscht und an den Mann gebracht zu haben, dürfte längst fallen gelaffen sein, da sich diese als echt erwiesen haben. Dagegen werden zwei Fälle zur Sprache kommen, in denen der Angeschuldigte 4000 Marta fonds perdu" er halten haben soll, einmal um dem Inhaber eines bedeutenden hiesigen Handlungshauses den Kommerzienrath- Titel eines fleineren deutschen Staates und dann, um einem hiesigen Fabrikanten einen Drden derselben Gattung zu verschaffen. In der Art und Weise dieser Geschäftsführung steht die Behörde das Vergehen des Betruges. Mit Bezug auf den ,, phänomenalen" blinden jungen Mann, dem die Ablegung der mündlichen Reifeprüfung an dem Sophien- Realgymnaftum gestattet worden ist, wird der Boff. 8tg." geschrieben, daß das nicht das erste Phänomen" berart sei. Schon vor länger als einem Jahrzehnt ist dem sjeßigen Organisten Herrn Merget, einem Sohne des Uhrmachers Merget und Brudersohn des verstorbenen Seminardirektors pol Merget, gestattet worden, auf dem t. Joachimsthalschen Gymona naftum unter Kießling's Direktorat nicht nur die mündliche, sondern auch die schriftliche Reifeprüfung für die Universität abzulegen. Der damalige Prüfling diktirte die schriftlichen Arbeiten unter besonderer Aufsicht. neg. Die Kriminalpolizei beschäftigt die Ermittelung der wahren Todesursache eines Mannes, welcher gestern in der Königl. Klinit verstorben ist. Derselbe wurde am 1. d. Mts. mit blutüberladenem linken Arm, der mehrere tiefe Wunden zeigte, und aus der Achselhöhle gelöst war, in der Klinik eingeliefert. Er gab an, die schweren Verlegungen dadurch erhalten zu haben, daß er im trunkenen Zustande von einem mit Biegelsteinen beladenen Wagen in der Lindenstraße vor dem Markthallenbau gefallen zu sein. Nach den ärztlichen Untersuchungen rühren die Wunden aber durch Stiche her, die der Verstorbene vermuthlich in einer Schlägeret erhalten hat. Jest sollen die unbekannten Urheber eruirt werden, eine Aufgabe, welche um so schwieriger ist, als Anhaltspunkte für den Ort der That fehlen. Ein entsetzlicher Unglücksfall, der voraussichtlich den Verlust eines Menschenlebens zur Folge haben wird, ereignete fich gestern Abend kurz vor zehn in dem Hause Sophienstraße Nr. 22. Die dort im Dachgeschoß wohnende Almosenempfängerin Bartelt, eine bejahrte Wittwe, hatte beim Lesen Die vor ihr auf dem Tische stehende Petroleumlampe umges estoßen, so daß dieselbe herunterfiel und zerbrach. Der Bassininhalt entzündete fich explosionsartig und ergoß sich über die Bedauernswerthe, ihre Kleider vollständig in Flammen segend. Dies Alles erfolgte so schnell, daß die sofort herbeieilenden ole Hausgenossen nicht mehr zu helfen vermochten, da die Kleidungsstücke inzwischen schon völlig herabgebrannt waren; dagegen Lonnten dieselben jedoch das weiter entstandene und sich über Betten und verschiedene Möbelstücke erstreckende Feuer dämpfen, ehe die Feuerwehr eintraf. Lettere übernahm dann selbst die Ueberführung der mit schweren Brandwunden über den ganzen Körper bedeckten Unglücklichen in das nahe St. HedwigsAnu Krankenhaus. L. welches es verschleppt worden; ebenso hat es bei einer späteren Konfrontation mit Herrn D. wiederholt mit voller Bestimmtheit erklärt, daß dies nicht der Mann sei, der sie entführt und ihr Gewalt angethan habe. Herr D. ist unter diesen Umständen auch gar nicht in haft genommen worden. Die gegentheilige Behauptung der hiesigen Korrespondenz, welcher die Beitungen die leichtfertige Nachricht von der Festnahme des Verbrechers zu verdanken" haben, ist daher unrichtig, ebenso die weitere Behauptung, daß bei der Haussuchung in der D.'schen Woh nung das von dem Kinde zum Einholen mitgenommene Spahn förbchen gefunden worden sei. g. Wieder ein Opfer der sog. Louis. Als ein in der Mittenwalderstraße wohnender Herr W. in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr die Pionierstraße in der Nähe der Dragonerfaserne entlang ging, wurde er von zwei anscheinend der Louiszunft angehörigen Subjeften angerempelt und ohne jede weitere Veranlassung mit einem sogenannten Todtschläger oder einem ähnlichen stumpfen Instrument zu Boden geschlagen. Nachdem er von seiner Betäubung erwacht war, bat er zwei des Wegs gehende Herren um Beistand zur Erreichung art licher Hilfe, welche ihm auch durch den Heilgehilfen einer Sanitätswache wurde. Von den Thätern fehlt leider jede Spur. Eine seltsame Diebesgeschichte theilt ein Herr 2. aus Neuendorf der Masovia mit. Derselbe schreibt u. A.: Vor drei Jahren wurden mir bald nach meiner Verheirathung in Berlin aus meiner Wohnung, Alvenslebenstraße, in meiner und meiner Frau Abwesenheit sämmtliche Schmucksachen und 500 Mart baar( in Summa Werth ca. 4000 Mart) gestohlen. Heute nun, am 4. September, um die Mittagszeit, meldete sich ein schlecht gekleideter, unbekannter Mensch vor der Thür meiner Wohnung in Neuendorf. Meine Frau war allein an wesend, ich befand mich im Garten. Auf ihre Frage nach seinem Begehr übergab ihr der Fremde, ein Mann in röthlichem Bart, ein fleines für mich bestimmtes Badet. Meine Frau ergriff das Packet, durchschnitt die Hülle und wäre vor Schreck und Freude zugleich beinahe zu Boden gefallen, denn in dem Packet befand sich ein Theil der in Berlin gestohlenen Schmucksachen, die ich der geehrten Redaktion hiermit, als BeTräftigung der Thatsache, in der Original- Umhüllung zur Anficht sende. Sollte der Spizbube davon Kunde haben, wie es mir inzwischen ergangen und daß ich hier durch Andere ruinirt worden bin? Wohl möglich; wenn ihm aber diese Zeilen, vielleicht auf dem Wege der Weiterverbreitung, zu Gesicht tommen sollten, würde ich ihn recht sehr bitten, auch den größeren Theil des geraubten Gutes mir bald zustellen zu wollen; es fommt just zur rechten Zeit, und gerne will ich ihm die Schuld vergeben und mich unbekannter Weise noch bei ihm bedanken." g. In der Leipzigerstraße werden bekanntlich die Leis tungsdrähte zu der mit dem 1. Oktober cr. beginnenden elet trischen Beleuchtung einer Anzahl von öffentlichen und Privathäusern gelegt, zu welchem Zweck die Trottoire und der -nin Straßendamm an einigen Theilen aufgeriffen werden müssen. Um Ünglücksfälle durch Hineinstürzen in die aufgeworfenen Gruben zu verhüten, werden um dieselben Barrieren gestellt, welche des Nachts durch Laternen markirt werden. In der vergangenen Nacht waren hier nun mehrere Arbeiter mit dem Legen der Leitungsdrähte beschäftigt, als plöglich die Barriere Dieb öffnete alle Schlösser und sie drangen in die Schatztammer. Der Dieb stellte den Gauner hin und sagte ihm: Nimm so viel Geld und Silber, wie Du zu tragen um im Staude bist." Sie nahmen beibe, was sie faffen konnten, schlichen weiter und famen zum Schlafort des Schahs. Der Gauner 00fragte ängstlich: #Was machst Du?" Der Dieb antwortete: " Ich will gehen und den Schah fragen, wer sein Handwerk besser versteht, Du oder ich." Der Gauner sprach: Ueber einen argen Schwindel geht uns folgende Mit theilung zu: Als am 24. v. M. der Restaurateur T. in der Schleiermacherstraße gegen mehrere in seinem Lokal anwesende Gäste die Absicht äußerte, nach dem Zentrum der Stadt fahren, erbot fich ein Gast, welcher sich als Baumeister vorstellte als Gesellschafter, und übergab, ehe Beide gemeinschaftlich das Lokal verließen, dem T. ein Packet mit der Bemerkung, daß fich darin Werthpapiere im Betrage von 6000 Mart befänden. T. nahm das Padet in Verwahrung und brachte es unter Verschluß. Als hierauf alle drei Personen fich mittels Droiche nach dem Innern der Stadt begaben, bat der Baumeister, in deffen Begleitung sich ein als fein Bolier" von ihm bezeich neter Mann befand, den T., ihm 100 M. zu leihen, welche abschläglich an seinen Polier auf die 200 M. betragende For derung des letteren zahlen wolle. T., welcher von dem sicheren Auftreten des Baumeisters fich täuschen ließ und durch die in seinem Gewahrsam befindlichen Werthpapiere gesichert glaubte, trug fein Bedenken, die geforderten 100 Mt. zu zahlen. Nach dem die drei Personen mehrere Lokale zusammen besucht hatten, entspann sich zwischen dem Baumeister und seinem Bolier ein Streit, indem legterer auf Bahlung seiner Reſtforderung be stand. Um den ungestüm Mahnenden zu befriedigen, bat der Baumeister den T., noch 100 M. zu leihen, und erhielt die selben. Später empfahlen sich Baumeister und Bolier; das in Verwahrung gegebene Packet wurde nicht zurückverlangt, und als T. dasselbe schließlich öffnete, fand er werthlose Papier Mysteriös. Di: in der Neuen Friedrichstraße wohnende unverehelichte M. hat die Anzeige erstattet, daß ihr zwei Monat alter Sohn seit dem 20. Juli b. J. abhanden gekommen sei. Sie habe am 17. Juli eine ihr seit längerer Beit bekannte Wittwe Sch. ersucht, das fragliche Kind zu sich zu nehmen. Die Sch. habe einige Tage darauf eine Frauensperson, welche fich Günther nannte und angab, ihr Mann sei Photograph und Kunstmaler in Rheinsberg, zu ihr geführt, und letztere sich bereit erklärt, den Knaben an Kindesstatt anzunehmen, da fte kinderlos sei. Bufolge getroffener Vereinbarung brachte die M. das Kind am 20. Juli nach dem Stettiner Bahnhof, woselbst die angebliche Frau Günther daffelbe in Empfang nabm, um mit ihm nach Rheinsberg zu fahren. Später hat die M. fich in Rheinsberg nach der Frau Günther erkundigt, dieselbe jedoch daselbst nicht ermittelt. Die Wittwe Sch. will die Unbefannte zufällig auf einem Bahnhof getroffen haben und nicht näher kennen. darin. niffes, Boften Uebert bis für Dirige Beitun zur W Strau führun um so ersten Anin Theate Die Cil Bestze wieder Herzog mello. tleiner Febl nebst brei S welche Premi liche währen weisen, zuge fe 93 Rinnit und 3 Kinde Ein beschäf Etage mittelf An hold a artig, Charit ein M Dorgef Leben Arante Stund futter währen und i Bruch hause Lage Straße vom Petrol Dabei Krante hierdu bewoh bie Wenn Berlin hinsichtlich der Privatdetektives zwar nicht mit Paris verglichen werden kann, wo die ,, Tricoche und Cacolets" üppig gedeihen, fast in jedem Café, in jedem Theater ein Geheimspißel hockt und, über seinen Bock oder da Theaterprogramm hinwegblinzelnd, den zu Beobachtenden im Auge behält, so giebt es doch auch hier schwärmerische Jung linge, welche nicht erröthend den Spuren der Geliebten folgen sondern diese zarte Mission dem Angestellten eines solchen, im Stillen wirkenden Instituts anvertrauen, steptische Che männer, die während ihrer Abwesenheit die allzu folet Gattin fontroliren lassen, und Personen, welche, um Antezedentien, die Lebensweise, die Vermögenslage irgend Je mandes fennen zu lernen, statt persönliche Recherchen anz stellen, es vorziehen, an die Thüren von Bureaus zu klopfen, deren Inhaber natürlich bereit sind, gegen flingende Münz mit allergrößter Diskretion und Buverlässigkeit" die delikateste Aufträge auszuführen. Bitte, nur hereinspaziert, meine He schaften, wollen Sie wissen, wie viele Bläubiger erwartungsvo der Verheirathung und finanziellen Rehabilitirung des jungen Grafen X. entgegensehen, woher die verwittwete Madame deren Gatte ihr drei Töchter und eine Kollektion unbezahl Rechnungen hinterlassen, ihren toloffalen Aufwand bestreit und welcher Verehrer der kleinen Operettenlerche. das lug riöse, in der Bel- Etage liegende Nest eingerichtet hatist Alles zu erfahren. Haben Sie einen Schwerenöther über wachen zu lassen, so werden wir Ihnen am Ende der Wo Der Verdacht, der gestern Morgen von fast sämmtlichen Beitungen ausgesprochen wurde, daß der Privatlehrer D. aus der Schainhorststraße das abscheuliche Verbrechen an dem vierjährigen Töchterchen der Louisenstraße 41 wohnhaften Frau W. begangen habe, hat sich nicht bestätigt; es ist vielmehr durch Die friminalpolizeiliche Untersuchung als unzweifelhaft festgestellt worden, daß D. der Thäter nicht gewesen ist. Das geschändete Kind, das in Abwesenheit des D. in deffen in der Scharnhorst straße gelegene Wohnung gebracht worden war, hat dort mit aller Sicherheit bekundet, daß dies nicht das Bimmer sei, in Der Schah sprach: mph shills ,, Erzähle, laß hören, ich schlafe nicht." sloid bien pünktlich rapportiren, wann der Herr ausgeht, wann er nad ein macht Univer zur Fi zu bel gegen bereits arztab theilun eitig Bezeic Berlin prüfter Dr. m er ebe einer Dom Delphi im J Bogen Urthei Angel titel B übrige derfell habe das h Saft mann Recht Sei rechtig büßen erfolg Daß d Freis hof u Hauſe tommt, wo er sich die Schnurrbarispigen brennen un den Hut aufbügeln läßt und aus wie vielen Lotalen er hinau geworfen worden ist. Wie oft und in welchen Fällen woh Die Hilfe solcher Allerwelts Bureaur in Anspruch genomme werden mag? Gewiß ist, daß in den Büchern und der Kore spondenz dieser Geheim Institute so manches überaus pilant Kapitel der Berliner Sittenchronit schlummert. Dem ,, B. B. liegt der Prospekt einer solchen Spionier, Anstalt, die fi im Westen der Stadt befindet, vor, und es läßt sich daraus immerhin ein interessanter Einblick in die Thätigkeit und be Geschäftsbetrieb derselben gewinnen. Das betreffende Detektive haus steht laut Prospekt mit Agenten in Paris, Wien, London und Brüssel in Verbindung und besorgt u. A. die Ermittelung von Personen, resp. Thatsachen in Privat, Geschäfts- und Gerichts Angelegenheiten, die absolut fichere, unbemerkbar Beobachtung von Personen auch außerhalb Berlins, resp. Be folgung auf Reisen in Vertretung berechtigter Interessen. Die Entdeckung der Urheber von Berleumdungen sowie andere Schädigungen und von Autoren anonymer Briefe; die Kontrole der Ehrlichkeit und Treue von Offizianten, Bediensteten Vertrauens- Angelegenheiten( ein sehr dehnbarer Begriff) und die Uebernahme von Inkassos, Regulirungen, Vergleichen 2c. legterem Falle muß übrigens, wenn die Wohnung Schuldners unbekannt ist, die Ermittelung derselben besonders honorirt werden. Offenbar zur Beruhigung der Klienten wird im Profpelt auch ein Auszug aus der Instruktion" der dem Institut angestellten Detektives mitgetheilt. Es heißt da B. Observation". 1. Die Observation ist in vorsichtigte Weise auszuführen, so daß sie von Niemanden bemerkt werden und den Beobachteten nicht kompromittiren lann. Der Dieb fing an und erzählte dem Schah die ganze Geschichte, sein Zusammentreffen mit dem Gauner, dessen Runststück, seinen eigenen Einbruch in den Schatz, er zählte, wie der Gauner vor der Thür blieb und er selbst mit List den Mastig aus dem Munde des Knaben ge stohlen und an seiner Stelle die Füße des Schahs gerieben habe. Der Gauner zitterte, daß seine Goldstücke klirrten, der Dieb aber schloß faltblütig mit der Frage: D, Schah, wer ist der Tüchtigere, der Gauner oder Allah soll uns behüten, komm, laß uns gehen; ich der Dieb? Wer soll die Frau haben?" lasse die Frau fahren." Der Dieb erwiderte: In bes vo 2. So wohl über den Auftrag, wie über die gemachten Wahr nehmungen haben die Detektives Jedermann gegenüber die größ Verschwiegenheit zu bewahren. Die Verlegung des diesbe Und der Schah brummte: ,, Unzweifelhaft der Dieb." 20 bis 50 M. zur Folge. 3. Derjenige Detektiv, welcher dem Beobachteten von der Observation Mittheilung macht, ober Dann schlief der Schah wieder ein, der Dieb rieb I durch Dritte Kenntniß giebt, verliert die von ihm gestellte ,, Ehe ich den Schah gefragt habe, gehe ich nicht." ihm noch eine Weile die Füße, schlich sich darn hinaus Der Dieb ging leise hinein; der Schah schlief, ein ihm noch eine Weile die Füße, schlich sich darn hinaus Raution, abgesehen von seiner gerichtlichen Bestrafung wegen und beide gingen nach Hause zurück. Knabe fragte ihm sänftlich die Füße, schlief halb und wachte der Dieb seine That, wurde belobt und zum Manne geDort erzählte Begünstigung 2c. 2c., sofern durch seine Uebertretung die Ent deckung einer strafbaren Handlung vereitelt worden ist. 4 halb, im Munde hatte er Maftig, den er faute. Ueber die angestellten Beobachtungen haben die Detektives wahrs Der Dieb schlich leise herzu, versteckte sich unter dem wählt. statt zu bekräftigen, wohl wissend, daß solche eidesstattliche Thron und zog ein Pferdehaar hervor. Dessen Ende steckte Am anderen Morgen erwachte der Schah und fand er dem halb schlafenden Pagen in den Mund; der faute seinen Pagen an den Bettposten gebunden; auch entdeckte Versicherung, wenn sie zu Unrecht abgegeben, strafrechtlic gelegentlich weiter, faute dabei das Haar in den Mastir hinein Iman bald, daß die Schazkammer geöffnet und bestohlen sei; geahndet wird. 5. Aus dem folgert von selbst, daß keinerlei da wußte er, daß derjenige, der ihm in der Nacht die Füße Thatsachen erdichtet oder wahre entstellt werden dürfen, Der Dieb zog daran und angelte so den Mastix. Der Knabe wurde wach, sab sich nach seinem Mastig um, fand ihn nicht gerieben hatte, ein Dieb und daß die von ihm erzählte Geschichte wahr gewesen sei. Er wunderte sich und erließ einen sound schlief wieder ein. Darauf hielt ihm der Dieb ein Aufruf: R berauschendes Korn unter die Nase und bald war er völlig betäubt. Da nahm ihn der Dieb und band ihn an den Bettpfosten. Dann hob er die Decke des Schahs auf und Jofing an, dessen Füße zu reiben. ad Der Gauner, der das alles von der Thür aus ange sehen hatte, streckte den Hals hervor und flüsterte: Komm, laß uns gehen;" er wußte sich nicht zu objektive bleiben. der Auftragspartei Vortheile zu verschaffen. 6. Es ist den Detektives streng verboten, den zu beobachtenden Personen selbst Fallen zu stellen oder dieselben durch Dritte zu Vergehen provoziren zu laffen, die Observation muß vielmehr eine rein 7. Da der Detektiv bei Abgabe eines jeden Rapports ausdrücklich zu versichern hat, daß er sich einer Verlegung des Geschäftsgeheimnisses nicht schuldig gemacht möge ihm zum Wohle gereichen, und ich werde ihm sicher- hat, und nur auf Grund dieser Versicherung Bezahlung erhält, so macht derselbe fich, im Fall diese Verfiche der Vorspiegelnng falscher Thatsachen, Wer immer das gethan hat, der soll sich nicht fürchten, bei Allah, ich werde den Schaden, den er meinem Schatz gethan, nicht rechnen, und das Gut, welches er genommen, lich noch eine neue Gnade erzeigen." Genug, der Dieb ging zum Schah, gab sich als den Urbeber der Lift zu erkennen, entsagte in Gegenwart des Schahs den Werken der Taugenichtse und erhielt die Ver" Schah, soll ich Dir eine Geschichte erzählen. Du zeihung seiner Schuld, nebst einem Jahresgehalt von der fannst vom Liegen aus zuhören." helfen. Dann fagte der Dieb ganz sanft: श्र Gnade des Schahs. bus rung unwahr, also des Betruges schuldig. 8. Daffelbe gilt für Den jenigen, welcher angiebt, die vorgeschriebene Zeit oder darüber hinaus observirt zu haben, während er in Wahrheit dieselbe gefürzt oder ganz versäumt hat. 9. Niemand darf vor Ab lösung oder vorgeschriebenem Schluß der Observation feinen So S die A und b König Adre richter Schif Drum melde eine Don 5 famm Den beträ Roble mitth Scheid wollte werde gespa ben Baun Der a im L Schrei teit b widel ( 184 Spin und Web bann Bifa Späteren mmtheit und ihr nständen ntheilige eitungen rbrechers e weitere en Woh Spahn n in der angenen ähe der cheinend nd ohne tschläger schlagen. er zwei ng ärzt en einer Der jede de Mit in der mwefende Stadt Dorftellte tlich das Daß ang, Defänden. es unter Droscle ifter, in bezeich welche a de For ficheren glaubte ch die in . Nad t batter Solier ein cung be bat der Dielt die ; das in gt, und Papier etettives Tricoche in fedem oder das nden im we Jüngs n folgen folden The Che tolette um die Jend Je en anzu flopfen Münz litateftes Ene Her Br tungsvoll jungen Dame bezahl bestreite Das lug -bien er Woch Der über er nad nen unb r hinau len wobl enommen er Korre Spilante B. B. C. Die fid h daraus und den Detektive London mittelung ifts- und emertban efp. Ver Ten. Die anderen Kontrole ſteten und bie 2c. In ung bes befonders aten with Der von heißt da: fichtigfter It werden 2. Go Wahr Die größte diesbe trafe von cher dem ht, ober g wegen die Ent geftellte ift. 4 Des wahr an Eides sftattliche afrechtlic feinerlei rfen, um ift ben Perfonen Vergeben eine rein abe eines fich einer gemacht Bezahlung Verfiches batfachen, Für Dens r darüber t diefelbe on feinen vor Ab Boften verlassen, auch hat der Ablösende pünktlich zu erscheinen. Uebertretungen hiergegen haber eine Konventialstrafe von fünf bis fünfzig Mark zur Folge. 10. Die Detektives räumen den Dirigenten das Recht ein, Verlegungen des Geschäftsgeheimnisses, insonderheit Ueberlaufen zur anderen Partei, in allen Beitungen mit vollem Namen und Adresse des Uebertreters zur Warnung vor demselben bekannt zu machen." 9 Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Der zweite Strauß Abend, Mittwoch, den 16. b. M., bringt die 55. Auf führung von Eine Nacht in Venedig". Diese Vorstellung ist um so interessanter, als sie zugleich zum Debut der neuengagirten ersten Operettensängerin Frl. Berline Drucker dient, welche als Anina" ihr Engagement am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater antritt. Eine für Berlin neue Darstellerin findet auch die Ciboletta in Frl. Stein, während die übrigen Rollen im Besize ihrer bisherigen Inhaber geblieben find. So giebt wieder Frl. Elise Schmidt die Agriscola, Herr Steiner den Herzog, Herr Wellhof den Pappacoda, Herr Szika den Caramello. Auch in Nacht in Venedig" ist die Besetzung der leineren Partien eine ausgezeichnete: die Damen Hoch und Fehl fingen die Tauben. Frl. von Stahlfeld die Barbara, nebst dem spielen die Herren Binder, Broda und Hambroek die drei Senatoren; furz es ist alles geschehen, um dieser Operette, welche durch ein Zusammentreffen ungünstiger Zufälle bei ihrer Première vom 3. Oktober 1883 unverdient eine weniger freundliche Aufnahme gefunden, diesmal eine Rehabilitirung zu ges währen und damit zugleich dem gefeierten Komponisten zu beweisen, daß das vorurtheilsfreie Berliner Publikum die Vorzuge feines Genies vollauf zu würdigen versteht. " Polizei Bericht. Am 8. d. M. Morgens wurde im Rinnstein an der Ede der Boech- und Graefeftraße, in Lumpen und Beitungspapier gewickelt, die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden und nach dem Obduktionshause geschafft. 120 000 Spindeln und 2530 Webstühle, die sich in den Provinzen Neapel und Salerno befinden. Die Zahl der Webstühle im ganzen Lande beträgt 25 215. des Referenten und für die Resolution ausgesprochen hatten und nur ein Redner, Herr Mosner, unter Hinweis darauf, daß die Konservativen, die Ultramontanen und die Sozialdemo traten dasselbe wollen, das Vorgehen der Versammelten für bes denklich und nach erfolgter Enquete auch für aussichtslos er flärt hatte, wurde die Resolution mit sehr großer Majorität angenommen. 11 be. Die öffentliche Arbeiterinnen Versammlung. welche am Dienstag, den 8. d. M., im Deutschen Kaiser", Lothringerstr. 37, unter Vorsitz der Fr. Pötting tagte, war von über 1000 Personen,( zur Hälfte etwa Männern) besucht. Frau Canzius hielt einen Vortrag über die Frauenfrage". Die Rednerin verbreitete fich über das Loos der armen Frau. Während der reichen Frau alle Freuden der Welt eingeräumt würden, und fie oft zu stolz sei, fich um ihre Kleinen zu bes fümmern, würden der armen Frau alle Mittel zu einem menschenwürdigen Dasein entzogen; ja noch mehr: ihre eigenen Lieblinge müßte fte vernachlässigen, um die Kinder der reichen Frau zu pflegen. Die Frau habe die schwersten aller Bflichsten Die Mutterpflichten ริน erfüllen, folg Zwanzigtausend Fabritarbeiter sind am Hungersfterben" so meldet lakonisch das große Bourgeoisblatt, die " Times", als wenn sich das von selbst verstände. Wir haben schon mehrfach über den großen Oldheimer Streik hier berichtet, doch wollen wir die Sachlage nochmals nach einer englischen Arbeiterzeitung darstellen: Die Baumwollfabrik Bestßer in Oldheim, einer bedeutenden Industriestadt, proponirten vor etwa acht Wochen ihren Arbeitern 10 pCt. Lohnreduktion wegen schlechten Geschäftsganges. Die Arbeiter weigerten sich, darauf einzugehen und machten den Gegenvorschlag, die Arbeitszeit zu fürzen. Darauf ging man nicht ein und der Streit brach aus. Nun find daselbst zwischen drei bis viertausend gelernte" Arbeiter vorhanden, welche eine reiche Streitkaffe beſtzen und iegt noch erklären, fte tönnten es ein halb Jahr ohne Arbeit aushalten. Die zwanzigtausend nichtgelernten Arbeiter jedoch, dic um jeden Preis arbeiten würden, aber ohne Theilnahme der gelernten Arbeiter die Fabriken nicht in Gang seten fönnen, sind ohne Streiftaffe und nagen am Hungertuche. Die zwanzigtausend nichtgelernten" Arbeiter sind demnach allerbings in der denkbar schrecklichsten Lage und es ist ein unver antwortliches Unrecht der gelernten" Arbeiter, nicht für die Unterstügung derjenigen zu sorgen, die sie bei Wahrung ihres Interesses so harf in Mitleidenschaft gezogen haben. Wenn aber die fapitalistische Preffe diesen tieftraurigen Umstand dazu benugt, den Arbeitern den Fluch" des Streits zu demonstriren und ihnen Unterwürfigkeit unter die wirthschaftlichen Konjunkturen" zu predigen, so ist Das ein durch nichts zu rechtfertigender Mißbrauch. Die gelernten" Arbeiter waren an und für sich durchaus im Rechte, fich die proponirte Lohnreduktion nicht gefallen zu laffen, denn so schlecht, daß die Fabrikanten ohne Lohnreduktion nicht bestehen könnten, ist der Geschäftsgang nicht. Zudem sind die Fabrikanten durchweg sehr reiche Leute, fie find reich geworden durch die Auss nuzung der günstigen Konjunkturen, während die Arbeiter, die den Reichthum schufen, arm blieben. Sie können's auch ohne Verdienst im schlimmsten Falle ganz gut aushalten. Soweit freilich geht bei ihnen die Humanitat" nicht. Sollen also Vorwürfe erhoben werden, so müssen sie sich in erster Linie gegen die Fabrikanten richten, die durch die geplante Lohn reduktion den Streit provozirten. Den nichtgelernten" Arbeitern aber möge ihre gegenwärtige Lage eine Mahnung sein, fich für kommende Fälle zu organisiren, wie ihre gelernten" Kollegen es find. Uebrigens ist die ganze Angelegenheit danach beschaffen, in jedem vernünftigen Menschen, der über den Kreis seiner persönlichen Interessen hinaussieht, die Ueberzeugung zu erwecken oder zu befestigen, daß die wirthschaftlichen Bustände von heute unhaltbare, weil Staat und Gesellschaft zerstörende find. Oder ist es etwa ein„ Segen" für Staat und Gesellschaft, wenn 20 000 Arbeiter dem Hungertode preisgegeben werden? Wo das möglich ist, da herrscht noch ein wahr haft barbarischer Daseins- und Interessenkampf, da ist die Kulfur eine Lüge. Ein Staat, der solche Korruption als ,, Ord nung" zuläßt, der sollte sich wenigstens seiner Pflicht erinnern, den ohne Schuld zum Hnngertode Verurtheilten zu helfen. Aber das stolze England" hat keine Beit, sich mit solchen Kleinigkeiten" abzugeben. Einige Zeit später fiel der auf dem Neubau Friedrichstr. 24 beschäftigte Arbeiter Gotthardt aus der vierten in die dritte Etage hinab und erlitt dabei derartige Verlegungen, daß er mittelst Droschte nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. An demselben Tage Nachmittags fiel dem Steinträger Kaufhold auf dem Neubau Mödernstr. 105 aus der vierten Etage ein Stück Ziegelstein auf den Kopf und verwundete ihn der artig, daß er nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht werden mußte. Um dieselbe Zeit wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Wilsnackerstraße erhängt vorgefunden, jedoch durch den hinzugerufenen Arzt wieder in's Leben zurückgerufen und so weit hergestellt, daß er nach dem Krankenhause in Moabit gebracht werden konnte. Einige Stunden später verunglückte der Kutscher Prestel in der Frankfurter Allee dadurch, daß er aus unbekannter Veranlassung während der Fahrt vom Wagen zwischen die Pferde herabfiel und überfahren wurde. Er erlitt hierbei anscheinend einen Bruch des rechten Oberschenkels und mußte nach dem Krantenhause im Friedrichshain gebracht werden. An demſelben Tage Abends warf eine Frau in ihrer Wohnung, Sophienstraße 22, aus Unvorsichtigkeit eine brennende Petroleumlampe vom Tisch, so daß das Bassin zersprang und das brennende Petroleum fich über die Kleider der Frau ergoß. Sie erlitt Dabei so erhebliche Brandwunden, daß sie nach dem HedwigsKrankenhause gebracht werden mußte. Das in der Wohnung hierdurch gleichzeitig entstandene Feuer wurde durch Haus bewohner noch vor dem Erscheinen der Feuerwehr gelöscht. Gerichts- Zeitung. Die Staatsanwaltschaft beim hiesigen Landgericht I macht gegenwärtig den Versuch, den Inhabern der von der Universität Philadelphia verliehenen Doktortitel die Berechtigung zur Führung dieses Titel abzusprechen und dieselben gerichtlich au belangen. Die erste Anflage dieser Art gelangte gestern gegen den Zahntechniker Friedrich August Louis Resed, der bereits wegen Medizinalpfuscherei und wegen Beilegung eines arztähnlichen Titels vielfach vorbestraft ist, vor der 91. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts zur Verhandlung. Gleich eitig mit dieser Antlage war auch die fernere wegen unbefugter Bezeichnung als Bahnarzt verknüpft. Der Angeklagte iſt im Berliner Adreßbuch aufgeführt als: In Deutschland nicht ge prüfter, nur in Amerika geprüfter Bahnarzt und Homöopath Dr. med. Refect." Auf seinen Schildern und Visitenkarten ist er ebenso bezeichnet. Der Staatsanwalt nimmt nun auf Grund einer Auskunft des faiserlichen Konsuls zu Philadephia vom Dezember 1882, wonach der Universität zu Phila delphia wegen der Verschacherung von Doktordiplomen rim Jahre 1880 der Freibrief zur Ausstellung derselben ents ogen und die ausgestellten Diplome durch höchstgerichtliches Urtheil für Null und nichtig erklärt worden sind, an, daß der Angeklagte niemals das Recht gehabt habe, sich den Doktortitel beizulegen. Gleichzeitig erachtet der Antläger auch die übrige Bezeichnung des Angeklagten für nicht berechtigt, weil derselbe auf der Universität niemals eine Prüfung bestanden habe und weil er nun das Publikum täusche. Er beantrage das höchste Strafmaß von 150 und 300 Mt. event. 15 Tage Saft und 30 Tage Gefängniß. Rechtsanwalt Dr. Fried mann hob in seinem Plaidoyer hervor, daß das wohlerworbene Recht nicht durch einen Richterspruch beseitigt werden könnte. Sei also der Angeklagte zur Führung des Doktortitels be rechtigt gewesen, so tönnte er dieses Recht auch nicht mehr einbüßen. Die Benennung als Zahnarzt sei aber in einer Art erfolgt, daß Niemand in den Glauben versezt werden könne, daß der Inhaber hier approbirt sei. Er beantrage daher die Freisprechung des Angeklagten, welchem Antrage der Gerichts, of unter Adoption dieser Ausführungen entsprach. Soziales und Arbeiterbewegung. Königsberg, 7. September. Mit dem heutigen Tage ist die Abrechnung vom Tischlerstreit zur Versendung gekommen und bitten wir etwaige Reklamationen sowie sonstige auf die Königsberger Tischler Bezug habende Mittheilungen an die Adresse des Tischlers G. Slomfe, Hinterroßgarten 61B, zu richten. Die Kommission der Tischler Königsbergs. Zwei größere Arbeiterstreifs, und zwar auf den Schiffsbauwerften der Firmen M. Cox u. Co. und G.. Drummond u. Co., find in Dundee, wie die Berliner 8tg." meldet, ausgebrochen. Der Grund der Arbeitseinstellung ist eine Differenz mit den Arbeitgebern wegen Lohnerhöhungen von 5 bis 6 pCt. Es wurde auf den 8. ds. eine Massen- Ver fammlung einberufen, und hofft man dann eine Einigung mit den Arbeitgebern herbeizuführen. Die Zahl der Streifenden beträgt 4500 Mann.- 3000 Arbeiter der South Staffordshire Roblengruben ließen durch eine Deputation den Arbeitgebern mittheilen, daß sich die Grubenbefizer binnen 10 Tagen ent scheiden sollten, ob sie eine Lohnerhöhung von 6 pCt. bewilligen wollten, andernfalls würde ein allgemeiner Streit organifirt werden. Man ist auf das Resultat der Unterhandlungen sehr gespannt. 4 lich müßlen ihr auch Rechte eingeräumt werden. Nicht mehr seien Gefeße zu zu machen, ohne das Weib zu fragen, da die Folgen der Gesetze doch auch das Weib träfen. Freilich müsse man zugeben, daß augenblicklich unter 1000 Frauen faum eine fähig sei, ein objektives Urtheil zu fällen. Das liege an der mangelnden Bildung und ungenügenden Erziehung. Statt in der Familie zu bleiben und der Mutter zu helfen, würde die Tochter von früh an in die Fa brik geschickt, von Prüfung und Entwickelung des Charakters könne da nicht die Rede sein. Niemals fönne ein solches Mäda chen eine richtige Hausfrau werden, und unordentlicher Hauss halt führe liebloses Benehmen des Mannes herbei; daß aus folcher Ehe wieder nur lieblose Geschöpfe entständen, sei kein Wunder. So stehe der Ruin der ganzen Gesellschaft bevor. Der Urgrund von dem allen sei die niedrige Bezahlung der Frauenarbeit.( Bravo!) In erster Reihe müßten die Frauen aufhören, fich gegenseitig auszubeuten. Dann würden wohl auch die Herren Arbeitgeber gezwungen sein, höhere Löhne zu zahlen, selbst auf die Gefahr hin, daß dann nicht mehr so viele Herren das Laster doppelt mit dem Gelde bezahlen, was fie lieber der Arbeiterin geben sollten.( Bravo!) Vor allem müßten aber die Frauen, wenn fte thren Lohn verbessern wollten, einig sein unter einander, um die Liebe, welche die Welt verloren, wieder zu gewinnen. Mit der Bitte, sich den Frauenvereinen anzuschließen, schloß die Rednerin ihren mit lebhaftem Beifall aufs genommenen Bortiag. Herr R. Schulze erklärte sich volls fommen einverstanden mit den Ausführungen der Referentin. Den einzigen Weg zur Befferung sah er darin, daß auch die Frauen fich auf den Standpunkt der Arbeiterschußgesetzgebung stellten. Herr Böttcher und Herr Kunkel schlossen sich dieser Anficht an. Herr Bernstein äußerte sich, daß es keine Frauen frage für fich allein gebe, sondern nur eine Arbeiterfrage. Das Arbeiterschußgesez fönne nur von Männern unterschrieben werden, für Frauen sei es nicht statthaft. Die Arbeiterinnen sollten eine eigene Petition an den Reichs tag schicken. Als ein Schneidermeister Gloza die Schuld der schlechten Löhne den Frauen selbst beimas, erwiderte ihm Frau Pötting, die Schuld läge im Gegentheil an den verpfuschten Herrenschneidern".( Beiterkeit und Beifall.) Frl. Wabnis Vereine und Versammlungen. sprach über die Debung der Sittlichkeit in der Familie, der Ges Der Fachverein der Steinmezen Berlins tagte am 6. d. M. bei Ahlgrimm, Sophienstraße 34, mit der Tagesord» nung: 1. Quartalsabrechnung der Vereinskaffe. 2. Regelung der Fremdenunterſtüßung. 3. Verschiedenes. Nach Erledigung der Fremdenunterstüßung. 3. Verschiedenes. Nach Erledigung der Abrechnung stellte der Kassirer Herr Kößsch die Frage: wie er bei der Aufnahme solcher Kollegen verfahren soll, welche früher schon Mitglieder waren, aber in Folge rückständiger Beiträge ausgeschieden sind. Nach längerer Debatte wurde befchloffen, daß Kollegen, welche bis zum 8. November cr. noch nicht Mitglieder find, 6 Mart Einschreibegeld zahlen oder bis dahin alle Beiträge nachzuzahlen haben. Bur Regelung der Fremdenunterstüßung berichtete der Verkehrsaltgeselle über den Bestand der Fremdenunterstüßungskaffe, welche über 700 Mt. verfügt. Nachdem der Verbandsvorsitzende die Vereine ver lesen, welche ebenfalls Unterstüßung zahlen, wurde beschlossen, daß zugereiste arbeitslose Verbandsmitglieder statt 3 M. nun art erhalten, und Nichtverbandsmitglieder 1 Mart. Herr Robitsch ersuchte Herrn Hofmann, die Kollegen namhaft zu machen, welche in Grabsteingeschäften arbeiten, aber noch teine Fremdengroschen zahlen. Herr Hofmann befürwortet aber, daß diese Veröffentlichung noch Beit habe, da erst heute wieder einige Kollegen ihren Verpflichtungen nachgekommen seien, daß man aber später ganz energisch gegen die Säumigen vorgehen müsse. Redner fonstatirte einen Fall, wo ein Kollege von einem andern in Gegenwart des Meisters verhöhnt und verlacht wurde, weil der erstere im Verein wieder alles in Ordnung" gebracht hatte. Solche Kollegen, meinte Redner, dürften unbedingt zum nächsten Stiftungsfeit am 3. Oktober nicht zugelassen werden. Der Beleidigte, Herr Wollweber, bestätigte die Angaben des Herrn Hofmann und nannte auf Verlangen mehrerer Anwesenden den Namen des Betref fenden. Die Plagvertreter wurden daher angewiesen, bei Vertheilung der Festkarten genau zu merken, daß derartige Steintheilung der Festkarten genau zu merken, daß derartige Stein megen übergangen werden. Der Vorsitzende, Herr Stieber, verlas ein Schreiben vom Königl. Polizei. Präsidium, betreffend die mündlichen Vernehmungen bezüglich der Beseitigung der Sonntagsarbeit. Es wurde festgestellt, daß im Steinmezgewert zwar die Sonntagsarbeit nicht üblich ist, daß aber das gesetzliche Verbot derselben dringend nothwendig sei. Herr Stieber wurde beauftragt, in diesem Sinne der Behörde Befcheib zu geben. Bezüglich ber bereits angeregten Krankenunterſtügung wurde eine Resolution einstimmig angenommen, dahingehend, daß solche Kollegen, welche Vereinsmitglieder find, aber nicht in eine freie Siltstaffe aufgenommen werden tönnen, für welche somit die Unterstüßung aus der Ortstaffe zu gering ist vom Verein unterstüßt werden sollen. ein Kollege hr. In einer öffentlichen Versammlung von Kaufleuten, welche am Dienstag in Feuerstein's Restaurant, Alte Jatobftr. 75, unter dem Vorsitzende des Herrn Joachimson tagte, referirte Herr Rosenthal über: Die Sonntagsarbeit im Kaufmannsstande und die von der Reichsregierung veranstaltete Kaufmannsstande und die von der Reichsregierung veranstaltete Enquete". Referent wies auf die von der Freien Organisation junger Kaufleute" in den legten drei Jahren betriebene Agitation für Abschaffung der Sonntagsarbeit hin, begründete feine Anficht, daß durch die veranstaltete Enquete ein richtiges Resultat nicht gewonnen werden könne, unterzog das bekannte Gutachten des Aeltesten- Kollegiums der Berliner Kaufmannschaft und die Agitationen des Vereins der Kaufleute und In bustriellen einer eingehenden Kritik und schloß mit der Aufforderung, diesen Versuchen, die gefeßliche Einführung der Sonntagsruhe zu hintertreiben, durch einen energischen Protest entgegen zu treten. Zur Diskussion nahm zuerst Herr Hinge Die Baumwollenindustrie Italiens. In Italien wer ben jährlich ungefähr 66 Millionen Kilogramm überseeische Resolution zu empfehlen: Die 2c. Versammlung bittet den Baumwolle eingeführt. 20 Millionen Kilogramm werden wies hohen Reichstag nachstehende Forderungen zum Gesetz erheben zu wollen: Inhaber von Verlaufsstellen aller Art dürfen ihre ausgeführt; es bleiben demnach 46 Millionen Kilogramm Gehilfen und Lehrlinge an Sonn- und Festtagen im Ganzen höchstens 5 Stunden beschäftigen. Die Beschäftigung muß für gleichzeitg stattfinden." Ferner hinzuzufügen:" Die Beschäfti gung darf nur bis 1 Uhr Mittags geschehen". Die Versamm lung glaubt, daß nur auf dem Wege der Gesetzgebung sowohl für den selbstständigen als auch für den unſelbstständigen Kaufmann eine Sonntagsruhe geschaffen werden kann, und hofft Caro, Böhm, Guttmann, Schreier, Traeger u. A. sich im Sinne der Pisa meinsinn müsse gepflegt, nicht der Mensch auf den Menschen gehegt werden. Nachdem noch Frl. Cohn durch die Behaups tung, daß die Männer faul seien und fich lieber ,, in den Kneipen herumtrieben, anstatt nach Haus kommen," den Unwillen der Versammlung und zahlreiche Erwiderungen hervorgerufen hatte, ermahnte Frau Canzius nochmals in einem Schlußwort zur Einigkeit. Einen an Herrn B. Singer gerichteten Brief brachte P. Frau Pötting deshalb nicht zur Verlesung, und die Versammlung war damit einverstanden, weil erstens Herr S. nicht an wesend war, und zweitens der Brief durchaus den Eindruck mache, als sei der Verfasser ein Antisemit. Mit der Annahme einer Resolution, in welcher fich die Versammlung mit den Ausführungen der Referentin einverstanden erklärte und sich verpflichtete für den Arbeiterschußgefeßentwurf einzutreten, schloß die Versammlung. hfs. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Tapezirer wurde am Montag Abend in den Gratweil'schen Bierhallen über den gegenwärtigen Lohnkampf im Tapezirergewerbe diskutirt. Nach einem Referate des Herrn Nikolas über die letzte öffentliche Tapezirerversammlung trat die Versammlung in die Diskussion ein. Herr Teske sprach den Wunsch aus, die Innung auch zur finanziellen Unters ftüßung der Lohnbewegung heranzuziehen, während andere Redner, besonders Herr Seidel, dies aufs Entschiedenste bes fämpften, die Lohnbewegung fönne nur dann von Erfolg sein, wenn sie auf eigenen Füßen stehe. Herr Engel erklärte, daß es im Interesse der Lohnbewegung nöthig sei, die Herbeiführung einer Bentralisation der deutschen Tas pezirer Fachvereine thunlichst zu beschleunigen. Herr Tiemann giebt dem Wunsche Ausdruck, die Lohnkommission möge der Affordarbeit gegenüber, die durchaus abgeschafft werden müffe, wenn die Lohnverhältnisse fich heben sollen, präziser Stellung nehmen, als bisher. Prinzipiell sprachen sich auch fast alle Redner entschieden gegen die Stüdarbeit aus; doch war man der Ansicht, daß fich praktisch vorläufig noch nichts dagegen thun laffe. Behufs Bekämpfung der Affordarbeit würde man unfehlbar zu einem Generalstreit schreiten müssen, mit dem man gegenwärtig schwerlich durchzukommen im Stande wäre. Doch war man darüber einig, daß mit der Zeit die Stück arbeit aus der Welt geschafft werden müsse. Bezüglich des in der öffentlichen Tapezirer. Versammlung ausgesprochenen Wunſches, daß den Streitenden beim Einschreiben refp. bei der Stellen oder Adressenausgabe im Arbeitsnachweis Bureau des Vereins ein Vorzug eingeräumt werden möge, beschloß die Versammlung, es aus Billigkeitsgründen bei der bisherigen Geschäftshandhabung zu belaffen. Ferner wurde beschlossen, die Bentralisation der deutschen Tapezirer- Fachvereine" auf die Tagesordnung der nächsten Vereinsversammlung zu seßen. Der Arbeiterverein Hoffnung" tagte am Sonnabend, den 5. September, im Lokale des Herrn Neumann in Friedrichs berg, Gürtelstr. 41. Herr Baate erläuterte in seinem Vors trage über die Bauernkriege die materialistische Geschichtsauf faffung und beleuchtete in furzen Umriffen die frühere deutsche " Feudalindustrie". Es wies darauf hin, daß früher der Adel das Privilegium des Grundbefizes inne hatte, welcher ge wissermaßen einen Staat im Staate bildete und unumschränkt wirthschaftete und nach Belieben über Tod und Leben der Leibeigenen verfügte. Er zwang die Hörigen zu allerhand Frohndiensten und unerschwinglichen Steuern und suchte die bürgerlichen Freien mit verschiedenen Lasten zu bedrücken. Reder wies auf die Lage der Bauern im Mittelalter hin und erwähnte des Bundschuh", des Armen Conrad" und anderer revolutionären Bewegungen damaliger Zeit, welche aber dauernde Erfolge zu erzielen außer Stande waren. Thomas Münzer, welcher fich an der Bewegung in Frankenhausen her vorragend betheiligte, sei in Mühlhausen hingerichtet worden, während Jakob Geißner bei dem Aufstande in Tirol vergiftet worden sei. Durch die Bauernkriege, so meinte Redner, hätten die damaligen Fürsten allein Vortheil gehabt. " im Lande und dienen zur Ernährung der schnell vorwärts teit befindlichen Spindeln beträgt 1 150 000. Am meisten ents ( 184 000 Spindeln und 3800 Webstühle), Bergamo( 168 000 Spindeln und 3760 Webstühle), Novara( 153 000 Spindeln Webstühle), Mailand( 129 000 Spiudeln und 3780 Webstühle); dann folgen die Provinzen Alessandria, Brescia, Como, Pavia, deshalb, ihre Bitte erfüllt zu sehen." Nachdem die Herren Papke als Kassirer. Als Revisoren wurden die Herren Kördel und Udine. Der Süden Italiens hat im Ganzen nur Der Unterstüßungsverein deutscher Schuhmacher ( Filiale Berlin) hielt am Montag, den 7. d. M., in Nieft's Lokal seine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tages- Ord nung stand: Neuwahl des Vorstandes. Als Bevollmächtigter wurde Herr Baginsti wieder gewählt, Herr Strendt als dessen Stellvertreter, Herr Sonnenberg als Schriftführer und Herr und Klinger gewählt. Auch wurde auf Anregung eine aus 5 900 Bersonen bestehende Arbeitsnachweis- Rommission gewählt. Ms. dann wurde angeregt eine Bibliothek zu errichten, und wurde Dies mit allseitigem Beifall aufgenommen. Das Nähere dar über soll in einer der nächsten Versammlungen besprochen werben. Nach Erledigung der im Fragelaften befindlichen Fragen schloß der Vorsitzende die Versammlung. Die nächste Verfammlung findet Montag den 21. d. Mts. statt. be. Eine öffentliche General- Versammlung der Tischler tagte unter Vorfiz des Herrn 8ubeil am Dienstag, den 8. d. in ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4 a. Die Tagesordnung lautete: Wie stellen sich die Berliner Tischler dem Beschluffe der Delegirten- Bersammlung vom 25. August gegen über?" Der Referent Herr W. Schmit schilderte die Aufnahme, welche Herr Roedel der mit der Prüfung der gegen ihn erhobenen Anklagen durch eine Tischlerversammlung be trauten Kommission bereitet hatte. Bekanntlich hat H. St. die R. Herausgabe der Bücher und des sonstigen Materials verweis lagert und hat sich nur bereit erklärt, die Bücher bei sich von der Kommission einsehen, und höchstens durch einen gerichtlich vereideten Bücher- Revisor die Prüfung des Hauptbuchs vors nehmen zu laffen. Die Kommiffion habe sich aber durch dies sen Vorschlag nicht hinter's Licht führen laffen, denn das Haupts buch würde vielleicht stimmen, das Manto der Markengelder in Höhe von 3-400 M., das aus dem Hauptbuch vielleicht nicht hervorginge, würde troßdem nicht geleugnet werden können. Bevor die Prüfungskommission nun den lezten Schritt thäte, den zu thun ihr noch übrig bliebe, wolle fie noch einmal einen Appell an die Tischler Deutschlands richten und noch einmal die Verhältnisse schildern, welche die Blicke aller deuts schen Tischler auf Berlin und den Fall Rödel- Künzel" ge lentt hätten. Wunderbar sei es, daß Rödel eine DelegirtenVersammlung über den einmüthigen Beschluß der Berliner Tischler richten ließ, aber noch wunderbarer, daß fich noch immer Kollegen gefunden hätten, die dem Rufe Rödels Folge leisteten und sich damit als unwürdig erwiesen, noch länger als Kollegen" zu gelten.( Bravo.) Allerdings sei die früher von 6-700 Personen besuchte Delegirten- Versammiung an dem Tage, an dem die Wahl der zweiten, H. Rödel genehmeren Revisions- Kommission stattfand, nur von 98 Personen besucht geweien; man merkte, die Ratten verließen das fintende Schiff". Nunmehr ging der Redner auf eine Schilderung der ( wohl als bekannt vorauszuseßenden) Unregelmäßigkeiten ein, welche Herrn Rödel zum Vorwurf gemacht worden seien. R. habe auf eigene Faust Marken drucken laffen. R. der Vorfigende und Kaffirer, der Diktator der Berliner Tischler, gebe an, für 80 Mart Marten verloren zu haben. Die Werkstatt für Ges maßregelte" bei Beginn mit 1200 Mt. veranschlagt, würde heute mit 3-5000 Mt. in Werth gesetzt, das heiße nichts anderes, als daß die Werkstatt nun alles tragen und verdeden solle. R.'s Anhänger hätten R. jetzt 36 M. wöchentlichen Gehalt an geboten, fie erwarteten gewiß, es würde für sie dabei etwas ab fallen.( Seiterkeit.) Die Verweigerung der Herausgabe der Bücher sei überhaupt der beste Beweis, daß S. nicht reine Hand ges führt habe.( Sehr richtig.) R. habe ferner vor dem Unter fuchungsrichter zugegeben, daß er nicht 30 M. im Bentralhotel gezahlt habe, wie er zuerst gesagt habe. Die Verwaltung der Gelder fei jammervoll gewesen, man müffe nun endlich por gehen und den Stier bei den Hörnern packen. Dazu sei es vor allen Dingen nothwendig, daß die Tischlergesellen Berlins tu und fest hinter der von ihnen gewählten Prüfungskom fon ständen, und daß nicht blos von ihnen, sondern auch aus anderen Städten, an welche Geldsendungen von den Ber liner Tischlern abgegangen find, alles Material und alle Bes lege in die Hände der Kommiffion gelegt würden. Seine Meinung sei, daß die Berliner Tischlerbewegung nicht zu Grabe getragen n'erden würde, wenn auch Rödel beseitigt würde. Heute: Der Freischüß. Theater.com.com Opernhaus. Schauspielhaus. Heute: Glück bei Frauen. Heute: König Lear. Deutsches Theater. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. cute: Der Großmogul. Nefidenz- Theater. Heute: Theodora. Wallner- Theater. Heute: Papageno. Belle- Alliance- Theater. beute: Mädchen- Illufionen. twe Walhalla- Operetten- Theater. Heute: Die Glocken von Corneville. Heute: Meffalina. Bittoria- Theater. Central- Theater. Gid and Alte Jakobstraße 37. Direktion: Adolph Ernst. ute: Sum 41. Male: Die wilde Kape. Gesangspoffe in 4 Atten von W. Mannstädt, Mufil von G. Steffens. Louisenstädtisches Theater. Direktion: Jos. Firmans. Heute: Das Glöckchen des Eremiten. Heute: Graupenmüller. Oftend-Theater.be andisi Konigstädtisches Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die fleine Baronin. Theater der Reichshallen. nibs Heute: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. American- Theater. Heute: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Raufmann's Varieté. Heute: Große Spezialitäten- Vorstellung. Konkordia. o good | 11 Big nd sosioloi nd tod bus nele, ma Vermischtes. Ein Rödel könne zu jeder Minute ersetzt werden.( Lebhafter Tages Ordnung: 1. Herr Regierungsrath Dr. Löwenherz: Mi | Beifall.) In der Diskussion sprachen die Herren Anothe, theilungen über die Ausstellung von Erfindungen zu London Schaar, Jul. Kreuz, Lichtenstein, Heine und Winter sich im 1885. 2. Besprechung über die Tagestlaffe für Mechaniker a Sinne des Referenten aus und fügten noch neues Antlage der Handwerkerschule, im Anschluß an den Anfang Oktobe Material zu dem alten hinzu. Herr Rödel habe durch allerlei AusMaterial zu dem alten hinzu. Herr Rödel habe durch allerlei Aus- beginnenden 2. Kursus. 3. Fragelasten. Gäste willkommen. flüchte stets die Revision der Bücher zu verschieben gewußt; er habe sich selbst auf seinen Namen Quittungen ausgestellt. Auf eine Anfrage des Herrn Jul. Kreuz, ob Herr R. Die lette Tischlerversammlung bei Keller" und die dort gewählte Revifionstommiffion für fompetent hielte, habe derselbe die Frage bejaht, laut Bericht der Staatsb. 3tg.", aber in der Delegirten- Versammlung erflärt, er halte die Kommission nicht für fompetent. Ferner wurde die Höhe der Verwaltungskosten, welche die Berliner Lohnkommission verbraucht habe, getadelt. Vor dem Schlußwort des Referenten, aus dem hervorzuheben ist, daß die Revisions- Kommission beabsichtigt, die Bildung ist, daß die Revisions- Kommission beabsichtigt, die Bildung einer neuen Lohnkommission zu bewirken und auch zu ver suchen, die Berliner Tischler wieder in den wirklichen Befit der Werkstatt für Gemaßregelte zu seßen, wurde folgende Re solution mit allen gegen 6 Stimmen angenommen: Die heute in ,, Sanssouci" fagende General- Versammlurg der Berliner Tischler erklärt sich mit dem Referenten voll und ganz einverstanden und giebt der Revisions- Kommission das Recht, einen Appell an die Arbeiter Deutschlands zu richten und sämmtliche Arbeiter über die Lage der Berliner Tischler, speziell über den angeblichen Vorsitzenden und Hauptkassirer der Lohnkommission Rödel zu unterrichten." Nachdem noch Herr John seine Person gegen verschiedene Angriffe in Schuß genommen, wurde der Ertrag einer neuen Tellersammlung den streifenden Deffauer Tischlern zugewiesen und dann um 12 Uhr die Versamm lung gefchloffen. = hfs. Die Versammlung der Platz- Deputirten der Berliner Zimmerleute am Dienstag Abend war von ca. 60 bis 70 Deputirten besucht. Es wurde einstimmig beschlossen, allgemein an dem Stundenlohn von 42 und 45 f. festhalten bezw. eine Erhöhung desselben anstreben zu wollen, und die Lohnkommission beauftragt, in der fürzesten Beit eine große General Versammlung der Zimmerleute einzuberufen, in welcher über die zum nächsten Frühjahr zu stellende Lohnforderung beschlossen werden foll. Ferner wurde unter Anderem beschlossen, dem früheren Vorsigenden der Lohnkommiffion, Herrn Hantelmann, in seinem bekannten Prozeß( anläßlich eines Strafmandates wegen eines ohne An gabe des Druckers erschienenen Flugblattes der Kommission) gabe des Druckers erschienenen Flugblattes der Kommission) Sen Rechtsschutz auf Rechnung des Generalfonds zu gewähren. Ferner theilte der Vorfißende mit, daß jest von 45 Meistern 4,50 bezm. 4,26 M. Lohn pro Tag gezahlt wird. Auch wurde fonstatirt, daß zur Beit 74 Pläße zum Generalfonds beis steuern. " Daß Chansonetten- Sängerinnen in der Lage find, a ihren Hin und Herfahrten in der Welt eine gehörige Do Lebenserfahrung zu sammeln, die sie mitunter gegenüber de Männerwelt nugbringend verwerthen- weiß man. D es aber auch Diplomatinnen von imponirender Feinbaarig feit" unter ihnen giebt, diesen Beweis zu erbringe sollte einer jungen Ausländerin vorbehalten bleiben welche gegenwärtig in Wien ihre Nationallieder trille Wie alle Damen der leichtgeschürzten Sangeskunft, erzählt de W. Ertrabl.", hatte auch Fräulein H. ihren Herzensroma Der in der nicht mehr neuen Weise damit endigte, daß d Geliebte ein Prestidigitateur- fie in einem deutid Städtchen treulos verließ, aus dem Engagement durchbram und ihr als einzige schmerzliche Erinnerung die Be lung lung seiner Schulden überantwortete. Der Baube fünftler zauberte während mehrerer Monate in all Herren Länder herum. Er weilte eben in ein norddeutschen Hafenstadt, als er in einer dortig Beitung ein Inserat las, in welchem Fräulein H., Lie Sängerin unbekannten Aufenthaltes, aufgefordert wird, wegen einer ihr von einem verstorbenen Onkel zufallen Erbschaft im Betrage von 30 000 M. bei dem Notar e pommerschen Landstädtchens zu melden. Der Schwarzfün faßte sogleich einen fühnen Plan. Mit dem ersten 3 reiste er nach Budapest, woselbst, wie er wußte, Fräulein fich Derzeit aufhielt. Dort angelangt, warf fich der Sängerin zu Füßen, bat fie um Verzeih und schwur thr, daß er ohne fie nicht leben fo und fie auf der Stelle heirathen wolle. ihn die Dame in die Arme und folgte ihm zum Traua Nach der Hochzeit erst fragte der Schlaufopf sein Weibchen en passant: eißt Du schon mein Kind, daß Du eine schaft von 30 000 Mt. gemacht baft?" Sie lächelte hold lispelte: Von einer Erbschaft ist mir nichts bekannt, wohl " Entzückt f von einer Beitungsannonze, die ich selbst einrüden ließ. wußte, daß Dich die Liebe zum Gelde mir in die treiben werde. Aber tröste Dich, ich befize gar Beinen 커피 Onl Nr. ichet Berlin Boftab Di des Fü neuen e daß fie fich gend ben Reg nahmen Gunsten Der Zauberer war nun vor Schreck selbst wie verzaubert. soll den ernstlichen Vorsas hegen, niemals mehr einer Ann daß das Glauben zu schenken. Ein Tanzgürtel. Einer, natürlich ein Amerikanet die ausgezeichnete Idee gehabt, einen Tanzgürtel für die D zu erfinden, d. h. einen Gürtel, welcher mit Handgriffen, lich denen eines Roffers versehen ist. Der Herr braucht dann nicht mehr die Tänzerin zu umfassen, sondern pat Henkel, was nicht nur dezenter, sondern unter Umständen angenehm sein würde. Bockenheim. Herr Reichstagsabgeordneter Frohme hielt hier einen Vortrag über Deutschlands Beruf in der Deko nomie der weltgeschichtlichen Entwicklung". Fichte und Lassalle folgend, verdammte er die Allerweltsduselei"; nur das sei wahre Demokratie, die auf dem Bodin des Vaterlands und der Vaterlandsliebe wurzle. Jede Nation habe, ihrem Voltsgeifte gemäß, ihren eigenen Beruf; derjenige Deutschlands sei, ein Musterreich der vollendeten Freiheit herzustellen. Die von Laffalle ausgegangene spezifisch deutsche Bewegung nach diesem Biele hin dürfe aber nur in dem Sinne ihres Urhebers fort- Werftstraße 18. In unserer Expedition, Bimmerf gefeßt werden, wenn sie nicht ausarten solle in das wirre Ge bahren des Anarchismus, ienes sogenannten Individualismus, der teine Prinzipien mehr fennt, sondern nur noch die Befriedigung niedriger persönlicher Leidenschaften. Die zahlreiche Versammlung nahm den Vortrag mit Beifall auf. Verein Berliner Mechaniker. Donnerstag, den 10. September, Abends 8 Uhr, Alte Jafobstr. 128, Versammlung. Briefkasten der Redaktion. werden Sie die betreffende Nummer noch finden, bitte Sie sich dorthin. bemi Budd " Grünstraße." Sie müssen nunmehr gegen den Ko verwalter wegen Anerkennung Ihrer bevorzugten Forb flagbar werden. Wir rathen Ihnen, sich zu diesem einen Rechtsanwalt zu nehmen, die Kosten desselben mus verlierende Partei zahlen. August Herold Berlin SO., 112 Skalitzerstrasse 112. Möbel, Spiegel- und Poffterwaaren- Magazin shommand meaned Elgene Fabrik, Solide Preise, Prompte Bedienung. 08 Vereins zur Wahrung der Interessen Großer Mittags fil der Klavierarbeiter zur Nachricht, daß das Stiftungsfest, verbunden mit Concert, Theater und Ball, Sonnabend, den 12. d. M., Abends 8½ Uhr, in Sanssouci, Rottbuserstraße 4a, stattfindet. Entree für Herren 50 Bf., für Damen 25 Pf. Billets find zu haben bei Zubeil, Waldemarstr. 73, vorn 2 Tr., bei Nagel, Wienerftr. 62, vorn 4 Tr, bei Riediger, Boffenerstr. 3, Hof rechts 4 Tr., und bei Stramm, StaTigerstraße 18. Achtung! Den Mitgliedern des Vereins zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 12. d. M., die Vereinsversammlung ausfällt, die nächste Versammlung am 26. d. M. stattfindet und zwar im oberen Saale der Gratweil'schen Bierhallen. at: 2113 Der Vorstand. edus Heute: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralische dru Vorstellung. and tajos b Zum Geburtstag Herm. Düring, der sich so oft' n Affen fing. So lang Du bist, so lang sollst Du leben. Dieses wünschen von Herzen Deine Kollegen. Die Werkstatt von L. Burggraff. Die Beleidigung gegen das Fräulein Clara Drigange asud nehme ich hiermit zurück. W. Röhrdanz. 23 3d jundasian Dringende Bitte! [ 2112 sund 1190 Am 31. August stürzte mein Mann von der vierten Etage des Neubaues Hackescher Markt Nr. 1 herunter und verstarb in Folge der Verlegungen. Er hinterläst mich schwache Frau mit vier fleinen Kindern in der bittersten Noth. Zwei meiner Kinder liegen am Scharlach krant darnieder. Bum 1. Oktober muß ich ziehen. Das letzte Geld habe ich zum Begräbnißg und für die nothwendigen Auslagen ausgegeben. Ich bitte deshalb wohlthätige Herzen, mich in dieser Lage zu unterstützen. Jede Babe, so flein fte ist, hilft mir in meiner Noth. Berlin, den 7. September 1885. Juliane Daebel, Wittwe, Andreasstr. 34, Hof 4 Tr. Ortskrankenkasse d. Klempner. Sonntag, den 13. d. M., Vorm. 10% Uhr, findet bei Jordan, Neue Grünstraße 28, eine min General Bersammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unserer Staffe statt. Tagesordnung: Statutenänderung und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht info Arbeitsmarkt. [ 2108 Der Vorstand. Ein ordentlicher Pantinenmacher findet dauernde Be schäftigung bei Frau Henkel in Mariendorf b. Tempelhof.[ 2107 Ein Stockzieher und ein Kreissägen- Schneider werden verlangt Alte Jakobstr. 20, Bettger& Gelfort.[ 2111 2099 Korbmachergesellen auf Rohrliepen verlangt Holze, Manteuffelstr. 65. Geübte Stuhlflechterinnen werden für dauernde Bea schäftigung in und außer dem Hause verlangt bei Fertau, Naunynstraße 86, of IV. Die Nr. 20 der humoristischen Blätter 2106] Der wahre Jacob" 1801 [ 2572 ift erschienen und in der Erpd. des ,, Berl. Volksbl." zu haben. $ 130396 für 600 Personen. à Portion 25 Pfennig Gute Hausmannstoft. Wallstrasse 16, of part. Schwarze Cachemirs breit, in schwerer Qualität, doppelt Elle 6 Sgr., 7, u. 10 Sgt Schwarze rein wollene Double- Cachemirt doppeltoreit, Elle 12, Sgr. 15 Sgr.! 22, Sgr.! Schwarze Osnis nuod not 290 Idn d Einfegnungs- Kleide 42, 5, 6, 72 Thlr.! Neue Regenmäntel 2099 in größter Auswahl au bekannt billigen Breifen. Sielmann& Rosenberg Kommandantenstraße, Ecke Lindenstraß Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Berlag von War Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. laum w zusehen, nichts g ber Her aus ung als ob e rungsfla nell, mi ( 800,000 Schon Verhältn Scheinen handelt Bevölker allein, f Insel. über ein wobei n Parzeller fie vorko aber au ihwunde Im den Una Werthen Bersuche Scheitert die Iren vorigen unterstüt gefchlage pofitiven die sie h Bai bes befo fehr aus tehen m nisation, fcaffent 521 品酒 Thal fü Gebietes wintel Dor nä Uebels dürfen gegen u " Freund ermorde Berbint Befreiu nicht b unferen nun Ei und a Spione S todtschi Mormo Rriegsz fügen unfere wir au Man e gewiffe gefange Die St hat E