Kr. 23«. Sonntag, den 27. September 1883. II. Jahrg. MerMsWI. Organ für die Interessen der Arbeiter. , Das..Berttaer Vottsblatt� »M-KWK-EzSk Jafertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. „..........................-r,- ArbeitSmark! 10 Pf Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anno«««» Bureaux, ohne Erhöhung de» Preises, angenommen. Redaktion: Senthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Atwnnements-Mnladung. � VvIkSblatt"..M°strirt-S S-nntagsbl-tt �setzt, und dieses Arbeiterwelt _.....___________—,—.....— v..w.vviir wi.v vi..ii v. in 1 1 y t ii in i f daß wer ihre tung der Besängnißarbeit, Beschränkung der Frauenarbeit und Einführung einer Maximalarbeitszeit und in Verbindung damit auch eineS erechtigung, das ist unsere Parole. Recht für Jedermann. Aber neben der politischen Abschaffung der Sonntags- und Kinderarbeit, Rege. Minimalarveitslohnes.— Politische Freiheit, soziale Glc für soziale Gleichberechtigung. it, Beschränkun'~ das ist unsere Paroi Arbeiter, Handwerker Serlivs! Die Kommunalwahlen nahen heran, und welches Euch im Wahlkampf gegen Heuchele! und Reaktion kräftig zur Seite stehen wird wenn in der Kommunal-Verwaltung etwas in unserem Sinne erreicht werden soll, dann dürft Ihr auch Euer Organ nicht vergessen. —"-"lig zur Seite stehen wird.— Im nächsten Quartal werden wir im Feuilleton des Hauptblattes den spannenden Roman „Die Hand der Hemests"-vost Ewald Äugufl König Hnlinn Vottsblatt".« W«—..Zllustrirtes S-nntagsvlatt" .en Erzähler Erckmann« aben, aus der Hand legen. .Zohl flN. w* i• i.....— n—'Ii'-— deS arbeitenden Volkes wahrzunehmen, gerecht zu werden. Der heutigen Nummer liegt ein Bestellzettel bei, wir bitten, recht ergiebigen Gebrauch von demselben zu machen. Wenn jeder bisherige Abonnent seinem Organ einen neuen zuführt, so hat er seine Schuldigkeit gethan. Di« Redaktion de»„Herliner Dolkoblatt". Mit der zegeuVörtigeu Arbeiterbewegunz in Deutschland beschäftigen sich fast alle öffentlichen Organe in hervorragender Weise. Wenn ein neuer Arbeiterverein entsteht, so wird dies �emeldet und seine Tendenzen werden angekündigt von der )resse, ehe er selbst sich darüber recht klar geworden ist; über jede Arbeiterversammlung wird berichtet, wenn auch oft in recht unqualifizirbarer Weise— kurz und gut jede Bewegung auf dem sozialen Gebiete wird reglstrirt und de» sprachen. DaS ist selbstverständlich im Allgemeinen recht aner- kennenSwerth. Schon deshalb können die Arbeiter manche schiefe und unliebsame Bemerkung ruhig mit in den Kauf nehmen, da eine Besprechung ihrer Interessen überhaupt schon die halbe Anerkennung derselben in sich birgt. Aber auch manche interessante Beobachtungen fördern die öffentlichen Organe über die Arbeiterbewegung zu Tage. So lasen wir jüngst in einem liberalen Blatte die spöttelnde Bemerkung, daß in den Arbeiterversammlungen„tagtäglich neue jugendliche Redner da» große Wort führten, während die Alte» sich immer mehr zurückzöge n." Wir vergeben gern den Spott, der in diesen Worten, ■atotaL] ZseuMeton. Da» W-rutottennmdche«. Amerikanische Erzählung 66 von valdut» Möllhanse«. (ffortsehung.) „Ja, ich muß mich von ihnen trennen," fuhr er nach einer Pause mit einem tiefen Seufzer fort;„eine günstigere und sicherere Gelegenheit, als jetzt mit den leeren Proviant- wagen, möchte sich für'« Erste kaum wieder bieten. Es ist bart für mich; aber mag der Segen des Herrn sie auf allen ihren Wegen begleiten, nun und immerdar." „Dieses ist wohl das Anliegen, welches Euch zu dem feindlichen General führt?" fragte Hertha mit aufrichtiger Herzlichkeit. „Feindlicher General?" fragte der Missionär überrascht zurück. „Wir sind Mormonen," antwortete Hertha erröthend, den« de« Missionär« Frage hatte sie in Verlegenheit gesetzt. „Ich vermuthete es," versetzte der Missionär freund- lich;„trotzdem klang e« mir so seltsam, daß Ihr Euch ausdrücktet, als ob Ihr Feinde haben könntet. Bricht wirk- lich Krieg zwischen Nationen und Völkern au», so folgt daraus doch nicht, daß auch die einzelnen Personen von den Gefühlen de« Haffes und der Rache gegen einander beseelt sein müflen. Leider werden die Völker nicht befragt, ob sie Krieg führen wolle«. Geschähe e«, so würde e« sich schwer- lich ereignen, daß um de« Gewinnes Einzelner willen Tausende und aber Tausende von Menschenleben auf da« Gewissenloseste geopfert werden. Ihr seid Mormone», ich wenn man sie im Zusammenhang mit den vorausgegangenen Betrachtungen über die„parlamentarische Ordnung solcher Versammlungen", liest, liegen soll, weil nichts für die Ar- beiterbewegung erfteulicher fem kann, als solche Wahr- nehmung. Ja, es ist„sehr bezeichnend", daß immer und immer wieder, wenn ein älterer Mann in der Arbeiterbewegung den Platz räumt, jugendliche Kräfte an seine Stelle trete». Da« zeugt von einer unversieglichen Kraft in dieser Be- wegung, und auch die Sache selbst muß eine gute sein, wenn sich die Jugeud im Arbeiterstande, die sonst doch viel- fach, wie die Jugend überhaupt, eitlen Vergnügungen nach- hastet, in so ernster Weise derselben zuwendet. Auf der Jugend rubt die Zukunft und auf der ar- bettenden Jugend ruht dre Zukunft der Arbeiterbewegung. Sie soll die Früchte derselbe ernten, deshalb muß sie auch säen helfen. Wenn aber durch den oben zitirten Ausspruch eine« liberalen Blattes den früheren Kämpfern für die Arbeiter- fache ein Vorwurf gemacht werden soll, so trifft da« nicht zu, da in allen anderen Parteien und Klassen der Be- völkerung der Personenwechsel noch ei« viel häufigerer ist, al« bei der Arbeiterpartei: Der Jammerruf:„parlamentsmüde",„agitattonSmüde" ertönt viel öfter in den liberalen und konservativen Kreisen, bin Presbpterianer, und nenne die Leute dort drüben meine Landsleute; wie aber würde es meinem Beruf entsprechen, wollte ich Euch als mir feindliche Personen betrachten? Mich kümmert nicht, ob eS Mormonen, PreSbyterianer, Juden oder Heiden sind, denen Gates zu erweisen mir vergönnt ist. Diejenige«, die meiner Hilfe bedürfen, sind für mich nur Menschen, welchen ich wohl göttlichen Trost und göttliche Lehren anzubieten berechtigt bin, welche ihre« Glaubens wegen zu verdammen ich dagegen nicht die leiseste Spur von Recht besitze.— O, der Krieg! Schon der An- blick der gerüsteten Männer, ob nun auf der einen oder der anderen Seite, stimmt mich trübe und traurig, und doppelt sehne ich mich in meine Einsamkeit zurück, wo mir Alles so friedlich entgegenlächelt. Und nun sogar noch ein Krieg, welcher den Charakter eines Religionskampfes anzunehmen droht! Al« ob der Allgütige jeden zu ihm Eingehenden nach der Form seiner GotteSoerehrung frage und danach den Grad seiner Seligkeit bestimme! O, über diese Verblen- dung! Der arme Heide, der seinen großen guten Geist in wilden Tänzen verehrt, der Muhamedaner, der sich betend dem Osten, als dem Quell des Licht«, zuwendet, der Christ, der sich inbrünstig vor dem Kreuze neigt, sie glauben alle an einen Gott und verehren ihn jeder in seiner Weise. Wenn nun der Allmächtige diese Gerechtigkeit übt, dürfen wir armen Sterblichen da anders handeln? Sollen wir einen Dar- benden von unserer Thür weisen, dem Durstigen den Labe- trunk versagen, weil in seinem GlaubenSbekenntniß Forme« vorgeschrieben sind, die von unseren eigenen abweichen? Die verschiedenen Religionsgebräuche sind es nicht, welche den Zorn Gottes verdienen, nein, gewiß nicht, aber diejenigen sind e», die ihre Lasterhaftigkeit, ihre schmachvolle Ueber- Hebung hinter erborgtem Glanz und scheinheiligen Miene« vor de« Augen der Mensche« zu verberge» trachte«."— al« in denen der Arbeiterpartei, und wie dies bei den be- kannteren Parteimännern der Fall ist, so ist eS genau da»- selbe bei den sogenannten Lokalführern. Daß e» äußere Veranlassungen, Krankheit, Familie«- Verhältnisse u s. w. giebt, welche in allen Parteien auf die Entschließungen der Redner und Führer Einfluß ausübe«, ist selbstverständlich, daß allerlei Maßregelungen, Roth und Elend vielfach Arbeiter, welche sich hervorgetha« haben in der Arbeiterbewegung, von derselben wieder abdrängen, ist bekannt, aber daß lediglich der Mißmuth, die Hoffnung«- losiakeit oder gar das Abschwenken zu einer anderen Partei die Ursache des Verschwindens solcher Männer ist, das kommt bei der Arbeiterpartei ebenso selten vor, wie eS bei den an- deren Parteien gang und gäbe ist. So sehen wir im Allgemeinen die Kämpfer in der Ar- beiterbewegung treu zur Fahne halten, während immer neue junge Kräfte ihnen zu Hilfe eilen. Da« ist ein sehr gesunder Zustand. Und wenn dann die Alten vor den Jungen mehr und mehr die Tribüne räumen, wenn die ersteren mehr rathen und die anderen thaten lassen, so liegt auch die« in der Natur der Sache Auch wenn einmal ein jugendlicher Heißsporn über die Stränge schlägt, so schadet das nichts— man lernt eben nicht schwimmen, wenn man nicht ins Wasser geht. Alles in allem genommen kann die Arbeiterpartei nur Hier schwieg der Missionär, wie um eine Entgegnung von seinen Begleitern abzuwarten; da aber weder Jansen noch Hertha Miene machten, da» Wort zu ergreifen, so fuhr er nach kurzem Sinnen wieder mit seinen frommen Betrnch- tungen fort. „Dort stehen Tausende von gerüsteten Männern," sagte er, mit der Hand nach dem geräuschvollen Lager hinüber weisend;„je muthiger sie dem Tode in's Auge blicken, je mehr Menschen unter ihren Händen sterben, um so höher werden sie geehrt. Und doch ist jeder, der im Kampfe fällt, em schwacher Säugling gewesen, über den das besorgte Mutter- herz ernst zärtlich wachte. O, wenn diejenigen, welche den .rieg verschulden, diese« bedenken wollten! Wenn sie be- • JLii.! f mn.it'..-- ' LP I T----'..j.'•«.'wv+tvi».«CWilll liV dächten, wie viel Mühe, wie viel Angst und Sorge, ia selbst vr>**u..-l r?------.fi*. ri,. l /K» r' V Einzelnen so ----/--- r... �»V.v v»v«> Roth und Entbehrungen es oft kostet, jeden Einzetnen so weit zu bringen, daß er sich auf seine eigenen Kräfte ver- lassen darf! ES kommt daS mörderische Blei oder der scharfe Stahl und schneidet den Lebensfaden durch, und ver- geblich war die Angst der Mutter, die Sorge des Vater»; eine ganze Lebensfreude ist dahin, geopfert auf strengen Be- fehl, geopfert dem Hochmuth und der fluchwürdigen Polttik Einzelner, die selbst mit zu großer Liebe an dem Lebe» hängen, als daß sie es zum Besten ihrer Mitmenschen em- setze» möchte».„Schaut hinüber!" rief der Missionär mu erhobener Stimme aus, indem er stehen blieb, „dort singen und jubeln sie, und hinter Euch stehe« eben so viele Krieger in banger Erwartung und finsterer Entschlossenheit! Wie viele sind unter ihnen, deren Tod ganz unbeweint bleiben wird? Keiner, keiner ist rznter ihnen; selbst diejenigen, die schon längst im Grabe ruhen, werden au» dem Jenseits mit thränenschweren Augen nach den Ihrigen suchen, nach den Ihrigen, mit denen sie im Lebe« durch die Fesseln der Liebe innig verbunden gewesen, und stolz sei« aus die etwas hohnvolle Bemerkung des liberale« Blattes, der wir übrigen« schon i» ähnlicher Weise ia einer An,abl anderer Zeitungen der verschiedenen Parteien begegnet sind. Da« mahnt aber alle Anhänger der Arbeiterpartei, der Kindererziehung die größte Aufmerksamkeit zuzu- rocnben. Wohl wissen wir, wie schwierig sich diese Auf- gäbe gerade bei den Arbeitern gestaltet, welche an die Werk- statt gebannt sind und deren Frauen gleichfall« Lohnarbeit verrichten, um für des Lebens Unterhalt zu sorgen. Aber Alles daS darf nicht abhalten, wenigstens so viel als mög- lich, den Kindern eine gute Erziehung zu schaffen. Daß in erster Linie dazu eine tüchttge Schulbildung gehört, brauche« wir nicht hervorzuheben. Kurz und aut— die Jugend muß herangebildet wer- det werden zu brave« Männern, sie muß erzogen werde« und sich selbst erziehen zu tüchtigen, strebsamen Arbeitern und treuen Anhängern der Arbeiterpartei, den anderen Par- teien zum Aerger, der Arbeitersache aber zum Heil. Politische Ueverstcht. An den Verlust der Korvette August« ist jetzt wohl kaum noch zu zweiieln. Auch die von Seiten der kaiserlichen Admiralität getroffenen Anordnungen lassen keinen Zweifel darüber, daß man in Marinekreisen über das Schicksal der Korvette„Augusta" bereits vollständig im Klaren und daß jede Hoffnung aufgeqeben ist, von dem verlorenen Schiffe jemals eine Spur wiederzufinden. Es kann fich also jetzt nur noch darum handeln, für die Hinterbliebenen der verunglückten Offiziere und Mannschaften von Reichs wegen Sorge zu tragen, unv in dieser Beziehung find, wie wir erfahren, soeben die einleitenden Schritte gescheben. Hoffentlich werden die Erhebungen über die Zahl und Bedürftigkeit der Hinter bliebenen so beschleunigt werden, daß dem Reichstage sofort nach seinem Zusammentritt die diesbezügliche Vorlage unterbreitet werden kann. In par- lamentarischen Kreisen wird übrigens zu gleicher Zeit auch eine Darlegung über die Beschoffenheit der verunglückten Korvette ermattet. Wenn auch Unglücksfälle der vorliegenden Att auf hoher See nickt zu vermeiden find, so hat doch die Volksver- tretung nicht blos ein Recht, sondem auch die Pflicht, fich zu vergewissern, ob von Seiten der Verwaltung alles gethan ist, was geeignet erscheint, derattige Unglücksfälle zu vermindern. Jedenfalls wird die Admiralität sclofl ein Interesse daran haben, Niemanden darüber im Unklaren zu lassen, daß die Marineverwaltung fich von jeder Verschuldung frei weiß, und daß alles, was aus fachmännischen Kreisen über die vermeint- lichen Ursachen der Katastrophe in der Presse verbreitet worden, insbesondere auch über die zu große Belastung des Schiffes rc., der Begründung entbehrt. Der Vundeerath nahm die einjährige Verlängerung des kleinen BelagerungezustatideS für Hamburg und Altona an und genehmigte außerdem die Ausschußanträge, betreffend die Anwendung des durch das Gesetz vom 29. Mai 1885 abgeänderten Gesetzes über die Reichsstempelabgaben.— Ferner wurde die Vorlage wegen Zollbehandlung der Petrolcumfäffer nach den Ausschußanträgcn angenommen. Bezüglich der letz- teren Angelegenheit wurde nochmals, indessen vergeblich, der Versuch gemacht, den Einführungstcrmin bis zum i. Dezember zu verschieben. Es blieb indessen bei dem 1. November, unter Annahme der Bestimmungen, daß die wieder auszuführenden Petroleumfässer zollfrei bleiben sollen.— Eine Verlegung der Bundesraths Arbeiten findet nicht statt, das Plenum wird jedoch in nächster Zeit nicht mit größeren Arbeiten befaßt werden. Man erwartet demnächst auch das Erscheinen der einzelnen Gruppen des RcichShaushaltsetats, welcher mit allem Zubehör dem Reichstage gleich bei seinem Zusammentritt vor- gelegt werden soll. Die Vorbereitungen zur diplomatischen Aktion. Die Diplomaten beeilen sich, vom Sommeiurlaube auf ihre Posten zurückzukehren. Stand zwar die Rückkunft einiger Ver- treler auswättiger Staaten nach Berlin ohnedies in Kürze be- vor, so ist doch unzweifelhaft der osttumelische Aufstand die Ursache, daß schon in den nächsten Tagen das gesammte diplo- malische Korps hier wieder in der Reichshauptstadt versammelt sein wird. Der serbischen Gesandtschaft in Berlin ist der Be- fehl zugegangen, alle in Deutschland befindlichen, der ständigen Armee und dem zweiten Aufgebot angehörenden Serben zur sofortigen Stellung bei ihren Kommandanten aufzufordern, widrigenfalls sie als Deserteure behandelt werden. Zum deutsch-spantschen Konflikt. In Madrider Berichten wird j,yt in auffälliger Weise die Eventualität be- sprochcn, dem Schiedsspruch des Papstes die zwischen Deutsch- land und Spanten schwebende Differenz zu unterbreiten. Be« tont wird dabei, daß der deutschen ReichSregieiung dieser Aus- weg desondets lieb sein würde, und daß Spanren schließlich darein willigen könnte, wenn kein anderes Mittel übrig bleibe, «ine Verständigung herbeizuführen. die nach dem Schlachtengetümmel blutend und verstümmelt auf der Erde umherliegen. Ach, diese heißen, bitteren Thrä- nen alle, sie werden einst brennen auf den Seelen Derer, die, nur um sich selbst besorgt, leichtsinnig den Ktteg herauf« beschworen und schließlich von den gewissenlos Teopfetten sprachen, als hätten sie selbst diese Opfer aus ihrem Herzen geschnitten, al« sei aus ihrer Seele der Muth, die Begeiste- rung geflossen, mit welchem ihre Werkzeuge in den Tod gmgen.— „Anders ist eS, wenn Völker sich erheben, um ein ftem« des schwer drückende» Joch abzuschütteln," sprach der Missionär weiter, indem er sich wieder dem kleinen verborgenen Lager Ju in Bewegung setzte,„wenn ein Geist alle Schichten der Bevölkerung mit derselben Unwiderstehlichkeit durchströmt, aber auch alle Schichten der Bevölkerung fest verbrüdett! Wo ein Kampf aus solchen Ursache« entspringt, da wird er zum Gotteskrieg, und zittern mögen diejenigen, die einst im kecken U>bermuthe an einem solchen Volke frevelten.— Wie mein kleine» Lager sich dagegen so friedlich ausnimmt," be- gann der Missionär hier plötzlich mit milderem, wehmüthi- gem Ausdruck, als sie kaum noch hundert Schritte weit von dem bezeichneten Punkte entfernt waren, und dennoch wohnt auch dort bittere« Herzeleid, aber getragen mit himmlischer Ergebung." „2hr habt wohl Familie?" fragte Hettha, denn sie be- merkte einen kleinen Knaben, der vor dem einen Zelte mit einer verhältnißmäßig wohlgekleidete« Indianerin spielte, und eine weibliche Gestalt, die auf der anderen Seite, zum größten Theil verborge» durch die Zeltwände und den Rauch, offenbar mit der Berertung der Abendmahlzeit beschäftigt war. Um ein zweites Feuer, ungefähr zehn Schritte von dem erster» entfernt, kaueiten mehrere bewaffnete Indianer, die behagl'ch jh« langen Pfeife» rauchten, während drei oder vier andere braune Krieger etwa ein Dutzend Pferde immer nach solchen zugänglichen Stellen des felsigen BergabhangeS hintrieben, wo vorzugsweise nahrhafte Grasbüschel den Ritzen und Spalten im Gestein evtsproßten. Das kleine Lager mit seinen verschiedenartigen Gruppen bot in der That das Bild des tiefsten Frieden«, ein Bild, — Ein Telegramm der„Agence HavaS" aus Madrid meldet: Spanien habe die von Deutschland an Stelle eines Schieds- genchts in der Karolinenfrage voigeschlagene Vermtttelung des Papstes angenommen. Zur Frage der Sonntagsruhe. Die Kölner Handels- kammer hatte bei der Versendung von Fragebogen zur Euquete über die Eonntagsarbeit von den Zeitungsdruckereren in Köln nur die„Köln. Ztg." berückfichtigt, welche fich für unbedingte Nochwendtgkeit der Sonntagsarbeit ettlättc. Sämmtliche übrigen Zeitungsdruckereien der Stadt haben eine Eingabe an den Reichskanzler gelichtet, in welcher das einseitige Verfahren der Handelskammer klar gelegt und bemerkt wird, daß von der Mehrzahl der übrigen Buchdruckereien Erklärungen in wesentlich anderem Sinne als die Antwort der„Köln. Ztg." erfolgt fein würden. Ferner wird der Ermattung Ausdruck gegeben, daß die Handelskammer künftighin in solchen Angelegenheiten ein unparteiisches Verfahren beobachten röerde, und um hochgcncigten Bescheid gebeten. — AuS Laubau, 24. Sept., wird gemeldet: Die Handelskammer stellte in Sachen der Sonntagsarbeit fest, daß für ge- wöhnlich am Sonntage in Fabriken nicht gearbeitet würde, und daß, wo die Arbeit durch technisch: Umstände geboten erscheine, dieselbe von wenigen Arbeitern ausgefühtt würde. Zeitweise seien aber auch nur vereinzelt aus wirthschaftlichen Gründen Arbeiten am Sonntage vorgenommen worden. In der Haupt« fache beschränke fich die Sonntags arbeit auf Reparaturen und auf Arbeiten, von deren Fettigstellung die ungestötte Fottsetzung des Wochenbcttiebes abhängig sei. Die Bochumer Handelskammer empfiehlt, angefichts der schwierigen witthschaftlichen Lage auf eine thunlichste Er« Weiterung des Absatzes hinzuwirken, um eine Steigerung der Produktion zu ermöglichen.— Recht schön gesagt das, aber wie ausführen? Wir leben unter der weltwinhschafllichen Herrschaft des Prioatkapitals. welches das Bestreben hat, billig zu kaufen, um seinen Besitzern die Rente zu erhöhen. Auch die Arbeit kauft das Kapital, und zwar nach denselben volks- witthschaftlichen Bedingungen wie jede Waare, d. h. nach dem Gesetzvon Angebot und Nachfrage. Daß unier diesem Gesetz jede Waare nach ihren Heistellungskosten bezahlt wird, d. h. also, daß jeder Arbeiter für seine Waare„Ärbeitstrast" nur so viel erhält, als er zu seiner Erhaltung und Fottpflanzuna un< umgänglich nöthig hat, ist eine unbestrittene Thatsache Wenn nun die Produktion fich heben soll, so muß die große Masse des Volks kauffähig sein; es muß mehr verzehren, aufbrauchen, kurz: konsumiren. Und das zu können, muß es mehr ver- dienen. Das aber ist nach obigem Gesetz nicht möglich, und wir ständen sonach vor einem geschlossenen Kreise, den zu durchbrechen nicht möglich scheint. Aber es scheint nur so. Man ändere die Grundlagen dieses manchesterlichen Systems, man beseitige die PrivalwittKschaft, mache die Arbeiter, die große Masse des Volks, zu selbstständigen Menschen im ökono- mischen Sinne, und der Kreis ist durchbrochen. Die Menschen ökonomisch frei machen heißt, fie aus eine höhere Stufe der Kultur dringen, und das ist des Schweißes der Edelsten werth. Von de» neuen Gewerbekammern in Preußen wird vorausstchtlich die westpreußische zuerst ins Leben treten. Vom Oberpräfidenten von Ernsthausen find die in der Provinz be- findlichen Korporationen des Handels und der Landwirthsckast und die gewerblichen Vereinigungen bereits aufgefordett war- den, geeignete Vorschläge für die durch deu Provinziallandtag vorzunehmende Wahl der Mitglieder der Gewerdekammer zu machen. Vom Provinziallandtage waren in seiner letzten Session nach lebhaftem Debattenkampfe für die neue Jnstitu- tion vorläufig auf drei Jahre jährlich 5000 Mark bewilligt worden. An diese Bewilligung war die Bedingung resp. der Wunsch geknüpft, daß die Gewcrbckammer aus 32 Mit- gliedern, und zwar 11 Vertretern der Landwirthschaft und je 7 des Handels, der Industrie und des Gewerbes zusammen- gesetzt werde. Zu den Vorgängen auf dem Frankfurter Friedhofe. Auf die Anzeige des Reichstagsabgeordnetcn Sabor bezüglich des Verhaltens der städtischen Frieoshofsbeamten bei den Vor- gängen auf dem Friedhofe am 22. Juli d. Js. hat der Magistrat erwidett, daß die von ihm angeordnete Untersuchung nunmehr beendigt sei. Nicht blos die von Herrn Sabor be- nannten Zeugen, sondern auch die beim Vorgang anwesenden städtischen Beamten und drille Personen seien sämmtlich ver« nommen worden. Die den städtischen Beamten vorgeworfenen unangemessenen Handlungen seien inhalts der Zeugenaussagen nach Anficht des Magistrats theil-oeise direkt widerlegt, theil« weise aber umsomehr unerwiesen geblieben, alS die Zeugenaussagen in direktem Widerspruch mit einander ständen und jedenfalls ohne eine eidliche Vernehmung, zu welcher der Magistrat nicht befugt sei, eine weitere Aufklärung des Sach- vcrbalts nicht möglich sei. Der Magistrat habe daher keine Veranlassung und befinde fich jedenfalls nicht in der Lage, disziplinarisch gegen städtische Beamte vorzugehen. Insofern einzelne Personen durch städtische Bedienstete beleidigt oder mißhandelt sein sollten, würden dieselben wohl thun, fich dieser- halb an das Gericht zu wenden, um ßdurch eine gerichtliche gar seltsam kontrastirend gegen das knegerische Rundgemälde, welches sich gegenüber im Thale, so weit die Blicke reichte», ausdehnte. Dieser augenfällige Konttast hatte auch wohl den von ernem Spaziergange heimkehrenden Missionär veranlaßt, in seinen Betrachtungen über den Krieg so kurz abzubrechen und die Aufmerksamkeit seiner Gäste auf seine kleine beweg- liehe Häuslichkeit hinzulenken. Als Hertha ihn dann fragte, ob er Familie befitze, warf er abermals einen jener besorgten Blicke auf Jansen, als wenn das Aeußere des ernsten, nunmehr in sich versunkenen Mormonen ihm Scheu eingeflößt hätte; gleich darauf schaute er aber wieder um so freier und verttauensvoller zu dem jungen Mädchen empor. „Ich sagte Euch schon, daß mir der Segen des inneren Familienlebens nicht beschieden sei," begann er mit dem ihm eigenthümlichen schwermüthigen Lächeln;„daS hält mich indessen nicht ab, Alle, welche fich um mich schaaren, eben so wie diejenigen, welche der Zufall mir sendet, als meine liebe Familie zu betrachten." In diesem Augenblick mußte das Kind den Missionär -entdeckt haben, denn es sprach zu der Indianerin, worauf diese es bei der Hand nahm und den Ankommenden ent- gegenschritt. „Welch lieblicher Knabe,"'sagte Hettha, als sie nahe Senug herangekommen waren, um die großen, wundervollen lauen Augen desselben unterscheiden zu können.„Holder, lieblicher Knabe," wiederholte sie inniger, indem sie ihr Pferd anhielt und sich förmlich in da» Anschauen des Kindes ver- senkte.„Onkel, betrachte ihn," fuhr fie mit wehmüthigen Sinnen fott,„erinnert er Dich nicht an Jemand, oder täusche ich mich? Jansen blickte zu dem kleinen Knaben nieder, welchen der Missionär, um ihn zu herzen und zu küssen, unterdessen auf den Arm genommen hatte, und über sein ernstes Antlitz glitt wieder der freundlich milde Ausdruck. „Ja, ja, mein Kind," antwortete er mit einem liefen Seufzer,„Du täuschest Dich nicht, die Aehnlichkeit ist über- raschend." „O, ich bitte Euch, reicht mir den Kleinen," wendete Hkttha sich jetzt an den Missionär,„das Pferd ist ja so Untersuchung die Wahrheit festzustellen. Da bestimmte Personen von keinem der detheiligten Zeugen genannt wurden, auch von solchen Personen beim Magistrat keinerlei Beschweide geführt fei, so wäre der Magestrat seinerseits nicht in ver Lage, solche Personen zu einer gerichtlichen Anzeige zu veranlassen.— Das läßt tief blicken. Dr. Dulk's Denkmal. Im Eßlinger Wakde unwett Stuttgatts wurde am vorigen Sonntag zu Ehren des kürzlich vcrftoi denen Freidenkers Dr. Dulk die von dessen Freunden und Verehrern gestiftete Denttafel enthüllt, welche das wohl- gelungene Brustbild des Verewigten in Bronzeguß zeigt und an dem einsam gelegenen Waldhäuschen angebracht wurde, das Dulk während der Sommermonate als Einfiedler zu be- wohnen pflegte. Ein Publikum von etwa 1500 Personen hatte fich eingefunden, meistens der Arbeiterwelt angchörig. Auch die Reichstagsabgeordneten Blos, Dietz und Gerser waren an- wesend. Die Polizei war durch ein starkes Aufgebot von Landjägern und Detektiven vertreten. Die Feier, welche durch» aus würdig verlief und allgemein einen erhebenden Eindruck zurückließ, hatte folgendes Programm: 1. Lied: Still ruht der Sänger, vorgetragen von vcrernigten Sängern Stuttgatts und Eßlingens. 2. Festrede von Fabrikant Mauser, Vizevorstand der Freidenkergemeinde- während derselben fiel die Hülle vom Denkmal. 3. Gedicht Dull's„An das deutsche Volk", vorge» tragen von der Tochter Dull's, Frau Scheu aus Florenz. 4. Ansprache eines Eßlinger Arbeiters, der das Denkmal dem Schutze der Bevölkerung empfahl. 5. V ottrag des Dulk- schen Lieblingsliedes: Wer hat das erste Lied erdacht? 6. Rede des Reichstagsabgeordneten Geiser, der ein Bild des ereignißreichen Lebens Dull's und sein literattsches Pottratt entwarf. 7. Gedicht der Frau Hedwig Henttch, Dull's innige Liebe zur freien Natur feiernd. 8. Gesang:„O Wald mit deinen dustigen Zweigen". Zum Schluß wurde das Lied: „Brüder reicht die Hand zum Bunde" allgemein angestimmt, worauf fich die Theilnehmer langsam zerstreuten, um fich in Eßlingen Erfrischunge» zu verschaffen, da die Polizei nicht ge- stattet hatte, auf dem Festplatze Restauration abzuhalten. Großbritannien. London, 23. September. In einem außerordentlichen Meeting des exekutiven Rothes der sozialdemokratischen Föde« ratton, welche gestern Abend in Westminster abgehalten wurde, gelangte die nachstehende Resolution zur Annahme: „Das gewöhnliche Meeting soll am nächsten Sonnabend in Dod- Street stattfinden. Der exekutive Rath legt allen Freunden der Freiheit der Meinungsäußerung dringlich die Pflicht ans Herz, bei jenem Meeting in genügend großer An« zahl gegenwättig zu sein, um die Fortdauer des orvenllichen und ruhigen Betragens zu fickern, welches bisher zugegebener- maßen, unbeachtet großer Provokation, diese Volksmengen charaktensitt hat und diese Taktik an jedem folgenden Sonntag innezuhalten, bis die Behörden gezwungen find, den Sozial- demokraten dieselben Rechte zu gewähren, deren fich andere propagandistische Körperschaften erfreuen, oder alles Redehalten im Freien in der ganzen Metropole zu verbieten, welch letzteres Verfahren unvermeidlich zu einer allgemeinen Revolte gegen solche Tyrannei führen würde." Wie verlautet, soll Sir Richard Croß, der Minister des Innern, mit der polizeilichen Maßregelung der Sozialisten in London nicht einverstanden sein. Die Polizei wird angewiesen werden, einen geeigneten Play für die Meetings der Sozialisten zu beschaffen, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß mehr als einer der Männer, die sich gegenwärtig wegen der jüngsten Ruhestörungrn im Ostende Londons in Haft befinden, vor dem Ablauf ihrer Strafzeit entlassen werden. Das systematische Einschreiten der Polizei gegen die So- zialisten im Ostende Londons, unter dem Vorwande, daß fie den öffentlichen Verkehr stören, giebt der„Pall Mall Gazette" Veranlassung zu einem geharnischten Artikel, in dem fie ganz entschieden zu Gunsten des gefährdeten öffentlichen Ver- sammlungsrechtes einttttt. Da die Polizei nicht auch gegen die Slraßenpredigcr, Salutisten, Temperenzler, Atheisten und andere Personen einschreitet, die Sonntags und auch zu an« deren Zeiten die Straßen, Parks und öffentlichen Plätze heim« suchen und den Vettehr sicher ebenso sehr stören, wie die sozia- listischen Wanderprediger, so gilt dies der„Pall Mall Gazette" als ein Beweis, daß es fich weniger um die Verbinverung der Störung des Straßenverkehrs, als um die Verhinderung der Verbreitung der Lehren des Sozialismus handelt. Jnsbeson- dere rügt es die„Pall Mall Gazette", daß es fich der Richter des Themse-Polizeigerichts herausnahm, Ausländer zu tadeln, weil fie sich an einer politischen Kundgebung in England be- theiligten. Das Blatt empfiehlt schließlich den Sozialisten, nächsten Sonntag eine Versammlung an einem Orte abzu- halten, wo es entweder keinen Verkehr zu stören giebt, oder wo die Straße breit genug ist, um selbst nicht durch 10,000 f ersonen versperrt werden zu können, und abzumatten, ob die olizei wieder einschreiten werde- Wenn so, müsse die Frage in vre Hand genommen und in grimmigem Ernste von einem Ende Londons zum anderen ausgekochten werden.„Wir können," schließt die„Pall Mall Gazette",„der Polizei nicht erlauben, öffentliche Versammlungen in London zu unter- fromm, reicht ihn mir ohne Furcht, das Reiten gewähtt ihm vielleicht Freude." Zögernd gewährte ihr der Missionär die Bitte, dabei legte er aber leise die Hand auf den Zügel de« PferveS, als wenn er befürchttt hätte, daß sie mit dem Kinde daS Weite suchen würde. Mit derselben Vorsicht drängte er sich auch zwischen die beide» Pferde, offenbar, um jederzeit verhindern zu können, daß Jansen ihr daS Kind entreiße und mit demselben davoneile. ES lag überhaupt etwas GeheimnißvolleS in der ganzen Art, in welcher er über den kleinen Knaben wachte, was Hertha und ihren Onkel jedenfalls beftemdet hätte, wenn nicht ihre ganze Aufmerkfamkett eben durch das Kind in Anspruch genommen worden wäre. Ohne im mindesten Scheu oder Furcht zu verrathen, hatte der Knabe eS geduldet, daß Hertha ihn auf de» Schooß nahm und ihn liebkoste. „Mein kleiner holder Engel, Du kannst gewiß schon sprechen," sagte sie zärtlich, indem sie ihm die gelbblonden Locken von der Stirn strich und ihm unverwandt in die großen strahlenden Augen schaute. „Ich kann sprechen und singen," antwortete der Knabe stolz. „Sprechen und singen!" versetzte Hertha lächelnd,„so wirst Du mir auch sagen können, wie Du heißt." „Erich heiße ich!" Hertha schrak bei der Nennung dieses Namen« zusam- men, und sie sowohl wie ihr Onkel blickten noch, aufmerk» samer auf die offenen Züge de« Kindes, welche so weh- müthige Erinnerungen wach nefen. .Welch merkwürdiger Zufall," sagte Hertha, wie zu fich selbst sprechend, ohne darauf zu achten, daß der Missionär die Arme nach dem Knabe« ausstreckte, um ihn wieder an sich zu nehmen. „Erich! Erich! sage dem Onkel, daß unser Tisch ge-> deckt sei, und daß noch einige Gäste bequem an demselben Platz fänden!" ließ sich eine helle, wohlklingende Frauen» stimme hinter dem Zelt hervor vernehmen. Hertha erbleichte, und fast willenlos überließ sie dem Missionär den Knaben.(Fottsetzung folgt.) brütlen, ober als Zensor zu entscheiden, was in Londoner Straßen gesprochen werden soll oder nicht."— Fünf der oor- gestern verurtdeilten Sozialisten, darunter die zwei Deutschen, sind ins Gefängnis) abgeführt worden, weil sie die ihnen auferlegte Geldbuße von 40 Schillingen nicht entrichten konnten. Holland. Haag, 25. September. Der Finanzminister brachte in der zweiten Kammer das Budget für 1686 ein; Vasselbe weist ein Defizit von 11'/, Mill. Gulden auf, trotz einer allgemeinen Herabminderung der Ausgaben. Die Erfordernisse für das Kriegs- und für das Marine Ministerium betragen allein 2 Millionen mehr. Von dem Kesammtdetrage der Defizits von 1683 bis 1886 find 12'/- Millionen Gulden unbedeckt. Die jährliche Ammtisirung der Anleihen, welche in den nächsten Jahren nöthig werden, um die angefangenen öffentlichen Arbeiten zu Ende zu führen, wird auf drei Millionen angeschlagen. Der Staatskredit verlangt strengste Enthaltung von vermeidbarcn Ausgaben und neue Steuern, um wieder zu einem Gleichgewicht der Finanzen zu ge- langen. Belgien. Belgien, 24. September. Die rumelischen Offiziere, Lieutenants der Infanterie und des Geniekorps, welche die Brüsseler Kriegsschule Studien halber besuchen, haben die telearaphische Auffoiderung erhalten, fich sofort nach der Hei- mach zurück zu degebm. Die Depesche brachte ihnen gleichzeitig die Ernennung zum Kapitain.— Die gesammte katholische Presse, das„Brüff. Journ." an der Spitze, greift die belgischen Lehrer auf das Heftigste an, weil fie in ihrem Kongreß fich herausgenommen haben, das neue Schulgesetz„als ein wahres Unglücksgesetz für die Zukunft des Landes" scharf zu kritistren. Was es aber mit der Gesetzlichkeit der frommen Presse auf fich hat, dafür gicbt es im ganzen Lande ein erbauliches Schau» spiel! Sie greift nicht nur das zu gleichem Recht bestehende Beervigungsgesetz an, sondern verhöhnt die Gerichte, die das Gesetz ausführen, preist und beglückwünscht die verurtheilten „Märtyrer" und fordert alle„wahren" Katholiken auf, das Gesetz nicht zu befolgen. Ter klerikale Bürgermeister von Na- zareth, Baron de Volklaerke, auS einer der ältesten Familien ves Landes war wegen Verletzung dieses Gesetzes rechtskräftig zu 8 Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Der Elaatsan- walt fordert denselben auf, fich zur Verbüßung der Strafe in Gent einzufinden. Aber der edle Baron findet unter dem Jubel der klerikalen Presse, daß die Verurtheilung ungerecht ist und er nur seine katholischen Pflichten erfüllt hat) er wei- §ert fich zu kommen und stellt anHeim, ihn durch Gendarmen azu zu zwingen. Das wird geschehin und nun tobt die kleri- kale Presse wre rasend.„Das sind die Folgen, daß die Mi- nister nicht den Rathschlägen der Parteiführer gefolgt find," ruft der„Bien public". Ja, die Minister hätten schon gern das Gesetz beseitigt, aber fie find klüger als die Parteiführer. Sie wissen sehr wohl, daß derartige Maßregeln den Sturm im Lande heraufbeschwören, welcher der klerikalen Herrschast ein Ende macht. Frankreich. Aus Paris wird vom 25. September gemeldet, bis jetzt sei noch keinerlei formeller Vorschlag für eine Verständigung über die rumelisch-bulgarische Frage gemacht, der Meinungs- aus tausch daure fort, von den Mächttn scheine Rußland eine gewisse Initiative in den Verhandlungen zu nehmen, das Ziel der Mächte sei der baldige Zusammentrrtt einer Konferenz. Ein Wiener Telegramm sagt. Frankreich habe den Mächten vorgeschlagen, bei Serbien, Rumänien und Griechenland aeeig- nete Schritte zu thun, damit jeder Agitation in anderen Tyeilen des türkischen Reiches vorgebeugt werde. Paris, 24. Sept. Nach dem amtlichen Berichte über den Verbrauch von Lebensmitteln hatte 1884 jeder in Paris Lebende durchschnittlich 152 Kilogr. Brot, 84 Kilogr. Fleisch und 212 Liter Wein verzehrt. Wohl manche Pariser werden fich aber fragen, wer ihren Theil Wein getrunken hat. Italien« Aus Italien kommende Nachrichten erzählen von offenem Widerstand auf der Insel Sizilien geaen die von der Regie- rung gegen die Cholera ergriffenen Maßregeln. Zahlreiche Städte haben sanitarische Kordons aufgestellt, die jeden Per« lehr abschließen. Die Regierung hat das Syndikat von Mesfina abgesetzt und sandte je drei Bataillone nach Mesflna, Catania, Girgenti, Trapani, sowie zwei nach Caltanisetta; ferner bleiben zwei Bataillone als Reserve in Reggio. Seither herrscht in Palermo und Caltanisetta Ruhe. Die Cholera-Unruhen auf Sizilien, von denen in den letzten Tagen der Telegraph berichtete, find jedenfalls viel ernster gewesen, als es die offiziösen Berichte aus Rom wahr haben wollen. Die Ursache der Unruhen ist auf eine Forderung zurückzuführen, wonach die Stadt Mesfina und andere durch die Ersendahn mit Palermo verbundene Städte sich zur Ver« Hinderung der Ausbreitung der Cholera von der Provinzial- Hauptstadt vollständig abschließen wollten. Die Regierung glaubte diese Forderung ablehnen zu müssen, worauf die Exze- denten in Mesfina und einigen anderen Städten den Versuch machten, den Eisenbahnverkehr mit Palermo gewaltsam zu be» hindern. Der Bürgermeister von Mesfina legte fern Amt nieder; die Regierung beschloß jedoch, die Demission nicht an- zunehmen. Neuere Nachrichten aus Rom besagen, daß die Stimmung in Sizilien besser geworden sei; die Minister Tajani und Ricotti werden fich dorthin begeben; der Verkehr der Eisenbahnzüge sei wieder hergestellt. Im Ganzen seien für Sizilien 17 Bataillone Truppen bestimmt, doch solle die überflüssige Mannschaft sobald wie möglich zurückberufen wer- den. Eine solche Verstärkung der ohnehin in Sizilien stehenden Truppen läßt darauf schließen, daß die italienische Regierung weiteren Exzessen mit Energie entgegen zu treten entschlossen ist. Im Uebrigen rst die Stellung der italienischen Regierung kaum viel geficherter als die der spanischen. Türkei. Konstantinopel, 25. September. Der Botschafter in Berlin, Said Pascha, ist zum Minister des Auswärtigen ernannt worden.- Die Türken haben zur Wahrung ihrer Rechte ein rumelisches Dorf unweit der Grenze besetzt, beabfichtiaen aber «icht, vor einer Verständigung mit den Mächten in Rumelien weiter vorzugehen. � — In Adrianopel wird eine Steuer zum Unterhalt von vorläufig 7000 Mann erhoben. Die von den Vortruppen deS türkischen zweiten Armeekorps besetzte rumelische Ortschaft heißt Karnmanlar. Die Türken besetzten außderdem die Orte Chizia, Agai und Karidelad. In Sofia ist eine Deputation auS Makedonien eingetroffen. Lokales. Da» Unfallverficherungsgesetz vom 6. Juni 1884 tritt alle« Slößei. �032 G Geyer, so., Mariannenstraße 10, SO. Herren-* Knaben-Gsrderobe empfehle in gediegenen Stoffen und eleganter Ausführung. Ganze Anzüge... von 15 vis 50 Mk. Winter-Ueoerzichcr. von 15 bis 30 Mk.[2154 Hosen..... von 4 bis 18 Mk. Auch nach Maaß in kurzer Frist. Wiederverkäufen! Rabatt. Ignaz Weiland,(ßcimei; Jüeg 95. 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Hierzu eine veitag«- Beilage mm Berliner Baltsblatt # Mr. Sonntag, den 27. September 1883. II. Jahrg. Die Wissrnslhlist null die Arbeiter. Treffliche Beläge für die dringende Notbwendigleit des Frauen- und Kinverschuyes enthält das kürzlich ausgegebene Septernberheft der Zeitschrift des„Königl. Preuß. Statistischen Büreaus". In einer länaeren Abbandlung berichtet dort Frei- Herr o. Fircks„über die Zeit der Geburten und die Sterblich- reit der Kinder während des ersten Lebensjahres nach den während der Jahre 1875 bis 1883 gesammelten Beobachtungen". Die Abhandlung enthält viele statistische Angaben über die Zahlen der Todesfälle bei Kindern und verdient gerade die Beachtung der Ardeiter.ffweil fie ihre'Forderungen nach Arbeiter- fch�len.* unterstützt— wenn auch wohl ganz unab- Es giebt im preußischen Staate gewisse Bezilkc, die eine besonders hohe Kinversterblichkcit zeigen, ohne daß die Orte an und für fich ungesund wären. In den Städten sterben durch- schnittlich mehr Kinder, als auf dem Lande, selbst in den Klein- städten, die weniger als 10 000 Einwohner haben, sterben durch- schnitllich von 1000 ehelich Geborenen 15 mehr als auf dem Lande. Besonders hohe Sterblichkeit ehelicher Säuglinge henscht in Hohenzollem. Berlin, Brandenburg und Schlestcn. Die Sterblichkeit unehelicher Kinder ist, wie ja schon längst de- wiesen, höher als die ehelicher. Im Durchschnitt hat em un> ehelicher Knabe die Erwartung 15,2 Jahre zu leben, ein unchc- lich gedorencs Mädchen 25,0 Jahre, dagegen ist zu erwarten, daß ein ebelich geborener Knabe 39,26 Jahre, ein ehelich ge- borenes Mävchen 43,76 Jahre leben wird. In den Großstäd- ten starben im allgemeinen mehr als ein Viertel der ehelichen Kinder 283 pro Tausend) vor Vollendung des ersten Lebens- jahreS, in den Mittelstädten 236 pro Tausend, in Kleinstädten 231 pro Tausend, also immer noch über ein Viertel der Gebore- nen. während auf dem Lande>217 Kinder von 1000 starben. Sehr ungünstige Verhältnisse herrschen in Breslau, Berlin, Danzig, Liegnitz, Görlitz, Neustadt-Magdeburg, Schweidnitz, Charlotten bürg, Spandau, Frankfurt a.£)., Neiße, Stettin. Von Großstädten weisen die geringste Kindersterblichkeit Han- nover und Frankfurt a. M. aus, nämlich weniger als 210 pro Tausend starben hier im ersten Lebensjahre. Ueber die Gründe der hohen Stcrblichkeitsziffern in einzelnen Bezirken äußert sich Herr Fircks folgendermaßen:„Erwägt man, daß die Kinder- sterblichkeit trotz der unsicheren Erwerbsoerhältnisse eines de- trächtlichen Thelles der großstädlischen Bevölkerung in den preußischen Grotzstädten durchschnittlich 283,0, und in Breslau, wo dieselbe höher als in den Großstädten ist, 310,7 von Tausend aller ehelich geborenen beträgt, so läßt sich wohl nicht »erkennen, daß in den nachgenannten Kreisen, in welchen die Sterblichkeit ehelicher Kinder noch höher als in der Stadt Breslau ist, ein sozialer Nothstand bestehen muß, der dringend Abhilfe fordert. Wo der Standard of life bei einem großen Theile der Bevölkerung so tief gesunken ist, daß die Eltern nicht mehr die zur Pflege und Erhaltung ihrer Kinder erfor- derlrchen Mittel besitzen, besteht Noth, welche alsdann freilich auch«dahin«führt(?). daß seitens des geistig wie körperlich verkommenen Theiles der Bevölkerung solcher Gegenden die zeitweilig vorhandenen Mittel nicht mehr ausschließlich(?) für d,e Befnedwung nolhwendiaer Bedürfnisse und die Erhaltung der Kinder, sondern für sonstige, weniger dringliche Zwecke(?i verausgabt werden." Der letzte Satz ist eigenthümlich und „zahlenmäßig" kaum zu beweisen, um so mehr als Herr von Fircks nicht angicbt, was für„sonstige, weniger dring- liche Zwecke" er im Auge hat. Aber das Zugeständmß der Nothlage in einer mindestens„halbamtlichen" Veröffent- lichung ist an und für sich schon deachtenswerth. An„Fälschung der Statistik" oder„Jrrthümer" ist hier nicht gut zu denken. Die durch besonders hohe Kindersterblichkeit ausgezeichneten Kreise find: Landshut(444,7), Hirschberg(407), Löwenberg, Waldenburg, Lauban, Gammertingen, Liegnitz(Stadtkrcis), Goldberg-.Hainau, Bolkenhain, Stadtkrcis Görlitz, Schönau, Jauer, Sicamaringen, Bunzlau, Reichenbach, Landkreis Breslau, Striegau, Stadtkreis Charlottenburg, Teltow jc. Es giebt in Preußen 25 Kreise, in denen durchschniltlich 30 Prozent aller ehelich Geborenen vor Vollendung des ersten Lebensjahres sterben, 3 Kreise in Brandenburg, 3 in Hohenzollem und 19 Kerlitter Sott«tagspla«derei. R. C. Verdienen wird in unserer jetzige« Zeit groß geschrieben, e« ist das Motto, welches fast die ganze Welt deh«lscht. Weshalb auch nicht, jeder Mensch hat gern einige gangbare Münzen in der Tasche; da« Streben nach Besitz hat unter den heutigen Zeitverhältnissen ja auch seine Be« rechtigung. Die Mittel und Wege, um zu Geld zu kommen, sind bekanntlich außerordentlich verschieden: der Leichenfledderer untersucht in möglichst zarter nnd rücksichtsvoller Weise die Taschen de» schlafenden Nachtwandler», der Kommerzienrath schneidet seine KouponS ab, und Alle», was sich zwischen diesen beiden äußerst nützlichen und nothwendigen Reprä- sentanten verschiedener Gesellschaftsklassen bewegt, hat feine eigene Manier, um zu dem zu kommen, was zur LeibeS Nahrung und Nothdurft gehört. Es ist wirklich wunderbar, auf welche fein ausgeklügelte Kunstgriffe einzelne wohlbeanlagte Menschen verfallen, um sich durch die Welt zu schlage». Die Tageszeitungen berich- ten fast täglich von neuen„tricks", wie man gewisse Kniffe in der englischen Gaunersprache nennt, und bei manchen derselben würde selbst Ben Akiba bettübt das greise Haupt schütteln, er würde sich tief erschüttert abwenden vor der Gewalt de» menschlichen Erfindungsgeistes, und er könnte ohne große Selbstüberwindung zugeben, daß er sich mit seinem weltbekannten Ausspruche denn doch auf dem Holz« wege befunden habe. Zn unserer vorgestrigen Nummer deckten wir so einen journalistischen„trick" auf, hier war c» einmal deutlich zu sehen, daß dem Organ de» großen Eugen das Geschäft über Alle» geht; Geld riecht bekanntlich nicht, wie man e» er- wirbt, ist gleichgiltig, die Hauptsache ist, daß man e» hat. Ob die„Freisinnige Zettung" ihre edlen Grundsätze von den mancheflerlichen Parteien gelernt hat, uns ob sie die Zdeen derselben in dieser Weise in das Praktische übersetzen will, da« kann natürlich Niemand ergründen.„Verdienen" ist die Parole,„Geld" da« Feldgeschrei, ob Wohlanstand und gute Sitte dabei in die Brüche gehen, da» ist eine ganz andere Frage, die einen wttkllch„Freisinnigen" ernsthaft wohl noch nie beschäftigt hat. Ein ähnliches Weh wie durch jene„Enthüllungen" über die„Freisinnige" hereingebrochen ist, droht jetzt den Hunde- Kreise in dem niederschlcstschen Jndustticbezirk. Die Ursachen der großen Kindersterblichkeit in Schlesien find die Fabriken und die Hausindustrie.„Der Umstand, daß namentlich ein großer Tbcil der weiblichen Bevölkerung das ganze Jahr hin- duich in Fabriken oder in der eigenen Wohnung mit gewerb- lichen, ihre körperliche Entwicklung schädigen- den Arbeiten beschäftigt ist und sich wegen des geringen Verdien st es auch in der Zeit vor und nach einer Entbindung nicht die nöthige Erholung und Schonung gönnen kann, beem- trächtigt die Lebensfähigkeit und Lebenserhaltung der Kinder. Der den Weberfamilicn des schlefischen Gebirges entstammende Nachwuchs ist schwächlich und erliegt deshalb größtentheils bald den Gefahren des Daseins; die Ucberlebenden helfen bereits früh den Eltern bei der dort meistens als Hausindustrie betriebenen Arbeit, wachsen unter beständiger Entbehrung auf und vermögen, schon ihrer geringen Körperkraft und ganz einseitigen Ausbildung wegen, späterhin keinen anderen Er- werbszweig zu ergreifen. An diesen Verhältnissen find bisher alle Versuche, die nicderschlcfischen Weber in anderen In- dustriezweigen zu beschäftigen, gescheitert." Das sind also die Segnungen der Hausindustrie, das er- wirbt sich der Arbeiter, der am Webstuhle bis spät in die Nacht fitzt: für fich selbst nicht das liebe Brot, für seine Nachkommen den Tod oder ein fieches Leben. Die Industrie hält dabei ihre Sklaven mit ehernen Ketten an fich gefesselt, denn die ihr Dienstbaren können sie nicht verlassen,„ihre geringe Körper- kraft und ganz einseitige Ausbildung macht es den Kindern unmöglich, späterhin einen anderen Beruf zu ergreifen!" Bei all diesem entsetzlichen Elend arbeiten die Frauen rüstig mit und erwerben gerade durch ihren Fleiß den Nachkommen den Tod. Der weitaus größte Theil der in den niederschlefischen Bezirken gewerblich thäligen Frauen gehört der Textil-, Beklei- dungs- und Reinigungsbranche an. Man kann sich nach den statistischen Angaben ein Bild von dem Familienleben der Schlester malen, ein Bilv, das düsterer und entsetzlicher, wie alle naturalistischen, Zola'schen Schilderungen. Dre Frau ist in den Webereien, der Mann im Bergwerke, auf Bauten be- schäftigt, beide find außer dem Hause, sehen sich nur am Abend und sind dann so müde und abgespannt, daß ein inniges Ver- hältniß zwischen Mann und Frau nicht denkbar ist. Die Kinder find der Aufsicht irgend einer alten, mürrischen„Ziehmutter" übergeben und reifen langsam, welken langsam ihrem Schicksal entgegen, dem Tode oder dem Webstuhl. Einen anderen Er- werbszweig können fie ja nicht ergreifen! Der Beruf des Vaters übt natürlich auch einen großen Einfluß auf die Lebensfähigkeit der Kinder aus.„Durch die Gc werbe thätigkeit des Vaters wird großentheils das Maß der für die Hausnaltung und Kinderpflege verfügbaren Mittel be- dingt." Der Verdienst der Frau liefert also nur einen kleinen Zuschuß zur Wirthschaftskaffe, der Verlust dieses Zuschusses wäre demnach nicht groß und sicher zu ertragen, wenn der Verdienst des Mannes ein wenig größer wäre. Das ist zu beachten! „Außerdem find gewisse Erwerbszweige für die darin be- schäflrgten Personen mir besonderen Störungen der Gesundheit verbunden und ferner ist für die Wahl des Berufs die lörper- liche Beschaffenheit des Arbeiters großentheils bestimmend." Hieraus eraiebt fich also der Einfluß der Erwerbsthätigkeit des Vaters auf die Lebensfähigkeit der Kinder. AuS den statistischen Zahlen zeigt sich, daß die größte Sterblichkeit unter den Kindern der Bergleute herrscht(namentlich in Waldenburg, doch die Sterblichkeit ihrer Kinder ist überall größer, wie die der anderen Arbeiter), der Textilarbeiter(namentlich in Reichen- dach), der Fabrikarbeiter und Tagelöhner(am höchsten in Waldenburg 460 pro T-usend und Stadtkreis Görlitz 451 pro 1000, dann in Breslau, Stadtkreis, 388), sowie der Bau- Handwerker(in Hirschberg, Stadt- und Landkreis Breslau). Besser, aber nur scheinbar besser, als die Kinder, deren Eltern außerhalb des Hauses arbeiten, können die Kinder der „Hausindustriellen" den Kampf um's Dasein ertragen. Die Lebensfähigkeit dieser Kinder ist zwar gering, aber fie sterben in geringerem Maße,„wie die der Bergleute, der auf unsicheren Erwerb außer Hause angewiesenen TageloKner, ja sogar der durchschnittlich auskömmlicher gestellten Bauhandwerker."„Die besitzern und-Besitzerinnen. Die öffentlichen Parkanlage» in allen Gegenden der Stadt sollen ihnen wenigstens in Gesellschaft ihrer vierfüßigen Freunde und Beschützer ver- boten werden. „Dem Hunde, wenn er gut gezogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen"— da» ist gewiß ein VerS, an dessen Wahrheit nicht gezweifelt, der selbst durch Professor Wagner'sche Wenn nnd Aber« nicht umgestoßen werden kann. Jedenfalls ist eine derartige Verordnung durch die Umstände geboten, aber doch halten wir es für sehr leicht möglich, daß bei derartigen strikten Be- fehlen der Hund zugleich mit dein Bade ausgeschüttet werden kann. Unter den Hunden giebt es ohne Zweifel sehr ehrbare und ruhige Elemente— wie unter den Menschen z. B. die Hausbesitzer,— sollen auch sie unschuldig von der Strenge de« Gesetzes betroffen werden? Das wäre hart. Nur diejenigen Radaumacher müßten dem Hundefänger an- heimfallen, die sich wie privilegirte Staatsbummler auf Straßen, Plätzen und Anlagen herumtteiben. die in fremden Wohnungen unerlaubte Liebesverhältnisse anbandeln und um Mitternacht ein Geheul anschlagen, da« vom Gesetz nur heimkehrenden, christlich-sozialen Verein«- brüdern gestattet ist. Ich urtheile gewiß unbefangen. Ich besitze zwar keine» Hund, denn bei den augenblicklich grassirenden Kirchensteuern ist es nicht leicht möglich, noch die Hundesteuer zu erübrigen, aber— ich hatte einen, und das war ein Musterhund. Er unterhielt zu den oben geschilderten Kreisen absolut keine Verbindunzen, knüpfte keine zweideutigen Liaisons an, er fraß nie zu gemeinnützigen Zwecken, und führte man ihn Abend« hinunter, daß er sich noch kurz ausspreche, so bellte er aus Rücksicht auf die Nachbarn nur leise mit umflorter Stimme.* Dennoch vermag ich nicht mit Verachtung auf seine tiefer stehenden Genossen zu schauen. Die meisten sind doch erst im Verkehr mit Menschen zu bissigen Kötern herabae- funken. Unser Egoismus hat sie zu Falle gebracht. Es aiebt mehr als einen schmutzigen Hektar, der unter an- deren Verhältnissen ein nützliches Glied der Gesellschaft acworden wäre und fich der Achtung aller Parteien erfreute. Ein verwilderter Kläffer kann uns Aerger Kinder der in der Textil> Hausindustrie beschäftigten Personen wachsen zunächst unter beständiger Aufficht ihrer Eltern auf und werden durch deren Erwerbsthätigkeit in ihrer körperlichen und geistigen Entwickelung erst einige Jahre später beein« ttächtigt, wenn fie— noch vor dem Eintritte in das schul- Pflichtige Alter— zu Hilfsdiensten beim Weben und Spinnen herangezogen weiden." Mangelnde Aufficht und Sorgfalt find eS also zum großen Theil, die den Tod der Säuglinge veranlassen. Wie dem ab- zuhelfen ist, kann nicht gut zweifelhaft sein.„Arbeiterschutz" fehlt bis jetzt so gut wie ganz, er muß gesetzlich geschaffen werden. Wenn die Frau zu Hause sein kann, der Mann nicht im Uebermaß, wie jetzt geschieht, arbeitet, wird die Lage der Kinder besser werden. Zur Zeit des amerikanischen Sklaven- kriegeS ruhten in England die Baumwollspinnereien, in denen zum größten Theil Frauen beschäftigt find, und trotzdem war die Kindersterblichkeil bedeutend geringer wie in den Zeiten, wo der Verdienst höher war— Aufficht und Pflege aber $ßie nothwendig aber ein Echutzder Frauen gegen die Jndu- strien ist, zeigt fich namentlich in Brandenburg und Berlin. „Längere anstrengende Arbeit, z. B- anhaltendes Maschinennähen und Waschen"— das find doch die eigentlichen Frauen- arbeiten—„befördert frühzeitige Geburten, und in Gegenden, wo industrielle Arbeit mit giftigen Stoffen, mit Blei, Phosphor, Qucckstlbcr, Anilin, demnächst mit Arsenik und Kupfer betrieben wird, abortiren die Arbeiterinnen besonders häufig. Von schwangeren Bleiarbeiterinnen abortiren 58 pCt.; 78,5 Prozent aller von Bleiarbeiterinnen Geborenen kommen todt zur Welt, und von den 21,5 pCt. Lebendgeborenen erreichen kaum 13 das zweite Lebensjahr. Von allen lebendgeborenen Kindein sterben während des ersten Lebensjahres durchschnittlich im preußischere Slaate 21,3 und in Berlin 32 pCt., dagegen von den lebend- geborenen Kindern der Spiegclbelegerinnen 65 pCt., der Glas- schlciferinnen 55 pCt., der Bleiarberterinncn 40 pCt." Besonders gefahrbringend von der zweiten Hälfte der Schwanger- schaft an find für die Arbeiterinnen und deren Kinder folgende Betriebe: Fabrikation von Buntpapier, von künstlichen Blumen, das sogenannte Einstäuben der Brüsseler Spitzen mit Blciweiß, die Herstellung von Abziehbildern, das Belegen von Spiegeln, die gesammte Kautschukindustrie und alle Fabrrkdetriebe, in welchen die Arbeiterinnen schädlichen Gasen: Kohlcnoxydgas, Kohlensäure (bei der Selterwasserfabrikation) und Schwefelwasserstoffgas ausgesetzt find. Diese Zahlen führen eine beredte Sprache, vor der jede Dialektik weichen muß. Einführung des Arbeitcrschutzgesetzes fordern fie, fie legen die Nothwendrgkeit des Gesetzes schlagend dar, dazu bedarf es keiner„Enquete"— mtt großen Fragen und geringen Ergebnissen. Lokales. W. Die viel besprochene Unterschlagungsangelegen- heit deS verstorbenen Rendanten der städtischen Haupt« stiftungs-Kaffe Gabriel geht ihrer endlichen Erledigung ent- gegen. Der Magistrat wird demnächst der Stadtoerordneten- Vcrsammluna eine Vorlage wegen Deckung der unterschlagenen genau auf 120,784,48 M. festgestellten Summe aus den Ueber- schüffen des Rechnungsjahres 1884/85 zugehen lassen. Der Bericht des Magistrats entwirst ein Bild über die Lebens- weise und die amtliche Thäiigkeit Gabriels, aus welchem hervorgeht, daß derselbe ein äußerst bescheidenes an Geiz grenzendes Leben führte. Was seine amtliche Qualifikation betrifft, so zeigte er fich als einer der tüchtigsten und fleißigsten Beamten, in sachverständigen Kreisen hielt man ihn für den ausgezeichnetsten Kassenbeamten in Berlin. Wenn man diese Umstände erwägt, wenn man das unbegrenzte Vertrauen, die hohe Achtung, welche er nicht nur bei allen seinen Vorgesetzten und Amtsgenossen, sondern auch im Allgemeinen, namentlich in Geldangelegenheiten genoß, in Rückficht zieht, so wird es bei dem Raffinement, mit welchem er die Bücher fälschte, erklärlich, wie selbst bei einer genau ge- führten Revision die Defekte, welche weit über ein Dezennium zurück datiren, unentdeckt bleiben konnten. Der Magistrat bereiten, aber dieser Verdruß ist gering neben der Verzwerflung, die uns erfaßt, wenn man einen ganzen Nach« mittag einen Leierkastenbesitzer den„Gasparonewalzer" ab» drehen hören muß. Kein Tiras ist übrigens so verdorben, daß nicht ein edler Funke unter seinem zottigen Fell glühte. Er mag durch widrige Schicksale noch so unartig, erbittert und bissig geworden sein,— in gewissen Momenten, wenn die richtige Saite seines Innern angeschlagen wird, wedelt er wieder so hinreißend wie in seiner zarten Kindheit. Wenn es möglich wäre, müßten die Hunde sich ver- einigen und durch einstimmiges Gebell gegen alle Zwang«- maßregeln protestiren. Durch Vereinigung erreicht man schließlich Alle«, es steht sogar zu erwarten, daß wir,— d. h. die Damen— auch von Tournüre und Karoline befreit werden. Freilich, wir Deutschen sind noch nicht so weit, die Schweden haben diesmal die Znttiative ergriffen, ihnen soll in der Welt- geschichte der Ruhm bleiben, da« an sich schon so geplagte Weibergeschlecht von unnützen Gepäckstücken befreit zu haben. Wir wollen hier nur mtt- theilen, daß sich die Mitglieder de« schwedischen Vereins verpflichte», mtt betournürten oder bekrinolinten Damen nicht zu tanzen, noch zu plaudern oder gar mit solchen sich zu verlobe« oder gar zu verheirathen. Ehemänner dürfen die Schneiderrechnung für die Krinolinen nicht bezahlen- hat die Frau trotzdem den verpönten Reisrock, so hat der Ehemann dessen Skelett vor dem Hause aufzuhängen.— Die schwedischen Streichhölzer habe« den ganzen Erdkreis erobert, möge diese schwedische Idee wenigstens bei den sogenannten Kulturvölkern Eingang finden. Doch, wo soll der Mann gefunden werden, der selbst mit den besten Vorsätzen einem Weibe Trotz und Widerstand entgegenzusetzen vermöchte? Unsere Frauen und Zungfrauen suchen entschieden etwas darin, sich durch Tournüre und Krinoliae sowie durch Schuhe, deren Absätze mitten unter den Fuß sitzen, geflissentlich zu verunstalten, und wer vermag sie daran zu hindern? Niemand, vorläufig ttiumphirt die Mode und mit ihr das schwache, schöne und zarte Geschlecht. Verheirathete Männer können in dem Kampfe überhaupt nichts ausrichten, sie haben ihren letzten Trumph bereits ausgespielt, das schwedische äußerste Mittel bleibt nur den Unverheiratheten, es he,ßt den aufgebauschten Damen gegenüber in jeder Beziehung: „Sitzen lassen." erstattet alidann der Bersammluna den Breicht über das Resultat der nach Entdeckung des Defizits vorgenommenen Revifion der Bücher und Kassen, welche den oben angegebenen Defekt festgestellt hat. Der Magistrat ersucht schließlich die Versammlung, fie möge fich damit einverstanden erklären, daß die von dem verstorbenen Rendanten der Haupistiftunaskasse Gabriel unterschlagenen Bet äge der HauptstiftungSkaffe In Gesammtbetrage von 120784,48 M-, jedoch nach Äbjug der Kaution und der etwa noch anderweit eingehenden Summen. auf die Stadt>.Haupt-Kasse übernommen und aus den Heber- schüfst n des Rechnungsjahres 1884/85 gedeckt werden. Neue Brücke über die Spree. Der Magistrat beab- fichtigt, noch in diesem Jahre den Bau der Brücke im Zuge der Kaiser-Wilhelmstraße zwischen Burgstraße und Dom zu beginnen. Endlich ist das Bauprojekt für du Brücke definitiv festgestellt. Die Baudeputation, Abtheilung Ii., hatte nach mehr fachen fruchtlosen Versuchen, für ihr erstes Projekt die Geneh- migung zu erlangen, für die Brücke vier etwas von einander abweichende Entwürfe aufgestellt und dem Minister der öffent- lichen Arbeiten vorgelegt, von denen der Kaiser da? eine aus- gewählt und zur Ausführung bestimmt hat. Vorbehalten wurde dabei die Abstumpfung der vorspringenden Domb rufundamente, die nothwendig, weil sonst durch die linke Seitenöffnung die Wasserführung der Hauptöffnunq, infolge der Einwirkung deS fast rechiwinkltchen Seitenstromes, ungünstig beeinflußt werden würde. Die Entscheidung wird voraussichtlich in diesem Jahre noch erfolgen. Der Magistrat wird nunmehr die Genehmigung zum Bau unter Vorlegung des Projektes bei der Stadtverord- neten- Versammlung beantragen. Die Geldmittel werden, wie die„Nat.-Ztg." schreibt, aus der für die Kaiser-Wilhelmstraße bestimmten Anleihesumme entnommen. Die Bauarbeiten sollen in der Burgstraße mit Fundamentirung eines Eckpfeilers be- gtnnm, damit der Bau der Gebäude an der Ecke der Kaiser« Wilhelm- und Burgsttaße möglichst wenig behindert wird. Zu einer in der Ltetzmannstraste wohnenden Pro« duktenhändlerin kam gestern Rachmittag ein unbekannter Mann mit einem Sack, in welchem fich nasse Wäsche defand, und bot dieselben als alte Lumpen zum Kauf an, indem er angab, daß er einer unbekannten Frau in der Georgenkirch- straße beim Umzüge behilflich gewesen sei und dafür die Wäsche statt baarcn Geldes erhalten habe. Die Produttenhändlerin, welche diesen Angaben keinen Glauben schenkte und den An- kauf verweigette, folgte dem fich entfernenden Unbekannten und ließ ihn, als er bei der nächsten Polizeiwache vorbei kam, durch einen Schutzmann festnehmen. In seiner Person wurde der bereits vorbestrafte Arbeiter Etraßenbnrg ermittelt. Der« selbe gab bei seiner Vernehmung an, daß er die Wäsche— die einen Werth von 100 M. hat— von einem Unbekannten für 35 Pf. gekauft habe. St. wurde beute wegen Diebstahls verhaftet. Der Eigenihümer der gestohlenen Wäsche wurde nachträglich ermittelt und ihm dieselbe wieder zugestellt. Die Tochter eines rechtschaffenen Tischlermeisters, Marie G., welche die Dreißiger bereits überschritten hat, aber immer noch leidlich aussteht, fich auch gewandt zu benehmen weiß, hat fich von jeher einem Hange zum Großthun über- lassen. Vor mehr denn zehn Jahren verschwand fie, als fie ihres lüderlichen Lebenswandels halber unter Eittenkontrole gestellt werden mußte, aus Berlin und blieb auch bis vor Kurzem verschollen. Der Sohn eines Beamten hatte fich vor kurzer Zeit mit einem angeblichen Fräulein von Köckeritz ver- lobt, den Eltern des jungen Mannes flößte die Braut aber kein Vertrauen ein und die ,n Anspruch genommene Kriminalpolizei stellte fest, daß das angebliche Fräulem v.K. mitdcr verschwun- denen Marie G. iventisch ist. Es wurde nun weiter ermittelt, daß Marie G. seit fast zehn Jahren fich hier, bald unter dem Namen von Baffewitz, bald als Marie von Köckeritz aufge- halten und vielfach von Herren, deren Bekanntschaft sie suchte, nicht erhebliche Beträge unter dem Vorgeben, von ihren vor- nehmen Verwandten ungerechter Weise verstoßen und verlassen zu sein, erschwindelt hat. In der Wohnung der G. wurde u. A. ein Brief gefunden, den fie— wohl in der Abficht, einem anwesenden Verehrer zu imponiren— an ihren angeblichen Vetter, den Kommandeur eines Kavallerie Regiments, Grafen P., geschrieben hatte, und in welchem fie bat, die Re- gimentSmustk nach einer von ihr bezeichneten Wohnung zu schicken. Bettogene wollen fich auf dem hiefigen Kriminal- Kommissariat, Zimmer Nr. 76, melden. ! Verhaftet wurde gestern der penfionirte Nachtwächter Sch., weil er seine Frau, die lsich in gesegneten Umständen befand, in der rohesten Weise mißhandelt hat, indem er fie zur Erde warf und ihr mit Füßen auf den Leib trat. Drei englische Berichterstatter find, wie der„Magdeb. Ztg." von hier geschrieben wird, am Dienstag hier eingetroffen, von denen der eine äußerte, fie häiten fich auf einen aanz ge- HSiigen Krieg zwischen der Pforte und deren Tributarstaaten eingerichtet und wollen von hier nach Ostrumelien abreisen; während andere Berichterstatter schon unterwegs wären, um fich dem Hauptquartier Mukhtar Paschas von Konstantinopel aus anzuschließen. Sollte aus dem Kriege nichts werden, so wären fie beauftragt, Makedonien, Albanien, Serbien und Bul» garien zu bereisen, um über die dortigen Verhältnisse zu be» richten. Auf die Frage, ob nicht auch als Reiseziel die Karo- linen und andere„spanische" Kolonien ins Auge gefaßt wären, wurde der Bescheid, in Madrid hielten fich als künftige Kriegs. korrespondenten schon seit einigen Tagen mehrere Joumalisten auf, die eventuell den Auftrag hätten, Mikronefien und die größeren spanischen Kolonien zu journalistischen Studien auf- zusuchen. Die englische Presse befindet fich also auf dem Kriegs« fuß, noch ehe Irgendwo der Krieg erklärt worden ist; indeß die nach dem Orient reisenden Korrespondenten wetten darauf, fie werden viel zu sehen bekommen und lange Schlachtberichte aufzusetzen haben: fie würden nicht abgereist sein, wenn nicht in London die Ueberzeugung allgemein wäre, ohne Krieg könnte fich der Sultan aus der Sache nicht herausziehen. Hoffentlich machen die kriegslustigen Herren nur eine interessante wette �"�Eine ergötzliche Szene spielte fich vorgestern vor der 91. Adtheilung des Amtsgerichts l ad. Dort war ein junger Schlosserlehrling angeklagt, der einem Kollegen ein Porte- monnaie entwendet hatte. Nach der mündlieben Verhandlung nahm auch die Mutter des Angeklagten das Wort und bat die Richter sehr eindringlich:..Sind Sc man so jut un leben Se ihn bloß son'n Ileenen Verweis, et hat all' zu Hause de scheensten Keile d'rum jesetzt, un Ee kennen jlooben, er dbut det in seinen janzen Leben nich mehr." Der Gerichlshof that der Mutter wirklich den Gefallen und erkannte nur auf einen Verweis. Die Frau aber hat noch cigcnthümliche Begriffe von der Stellung eines preußischen Richters; fie trat zum grünen Tisch heran und fragte ganz gemüthlich:„Wat bin ick Ihnen nu schuldig?" Die hiesigen Standesbeamten find neuerdings von den prostituirten Mävchen sehr bestürmt worden, die eine eheliche Verbindung mit ihren Zuhältem als bestes Mittel betrachten, um diesen die Platten des Gefängnisses wieder zu öffnen und das gegen dieselben schwebende Vettahren zu vereiteln. So hat erne ganze Reihe von Dirnen das Aufgebot bestellt, und dieser Tage erschienen fie zahlreich vor dem Untersuchungs- richter, um für ihre würdigen Verlobten zum Zwecke der stan« deeamtlichen Trauung Urlaub zu erbitten. Diese Anträge find zwar abschlägig beschieden; nun aber trösten fich die Mädchen damit, daß sie nach dem gesetzlichen Aufgebot doch wenigstens als„Bräute" gelten müßten und daher bei der Untersuchung gegen ihre ZuHalter eine belastende Aussage mit Fug und Recht verwttgcMglonnten�ro�� Unfugs u«d Schaden«, der von S.° p Polizeipräsidium zu ersuchen, das Umherlaufen von Hunden überhaupt in folgenden Anlagen durch besondere Verordnungen zu verbieten: 1) Platz vor dem Frankfurter Thor an der Me- melerstraße, 2) Mrchaelkirchplatz, 3) Platz und Promenade in der Gttmmstraße, 4) Wllhelmevlatz, 5) Platz und Promenade in der Bärwalvstraße. 6) Mariannenplatz, 7) Laufitzerplatz und 8) Dennewitzplatz. Da« Verbot soll fich auch auf die Wege in diesen Anlagen erstrecken. Em ähnliches Verbot besteht bereits für den fiskalischen Thiergarten und Königsplatz sowie für den städtischen Kleinen Thiergatten. Humboldthain und Friedrichs- Hain, so weit die Anlagen in Frage kommen. Auf den Wegen im Thiergarten, Könrgsplatz, Sommerstraßen- Promenade, Straße In den Zelten, Lennsrttaße, Kleinen Thiergatten, Humboldt- und Friedrichshain ist das Mitnehmen von Hunden zwar gestattet, jedoch nur an der Leine. Lettspindeldrehern. Maschinenbanern lc. lehtt nach einer leicht faßt chen Methode das Ausrechnen der Räder für alle vorkommende Gewinde der Techniker und Wcrkmeist r Nack, Ma.iannenstr. 31—32. Der Unterncht des Herrn Nack ist Jedem zu empfehlen, der in dieser Branche thätig ist und den Wunsch hegt, seine Kenntnisse zu bereichern. Der erfor- derliche Voruntenicht im Rechnen mit gewöhnlichen und Dezimal- Brüchen ist in dem Kursus mit einbegriffen. Der neue Kursus beginnt am 5. Ottober und dauert 6 Monute, das Honorar beträgt pro Monat 4 Mark. Verbunden mit diesem Unterncht ist auch das Berechnen von Flächen, Inhalts- berechnung von Gefäßen und Körpern, Rabatt und Zinsde- rechnung zc.(Siehe auch Annonze.» Der Klingelbeutel, so schreibt man uns, diese Beigabe des Knchenbesuches, verursachte am Sonntag, den 20. d. Mls., in der Ziomkiiche dadurch nicht geringe Aufregung bei den Anwesenden, daß auch von den Konfirmanden der übliche Bei- ttag eingefordert wurde. Wenn eS schon bei einem Erwachsenen eine sonderbare Empfindung ist, wenn ihm plötzlich der Klingel» beutet vorgehalten wird und er in die Tasche greifen muß, um den üblichen Nickel zu spenden, so macht diese Empfindung einer ttefen Entrüstung namentlich bei den Ellern Platz, wenn fie sehen, daß ihr Liebling, den fie heute zur Einsegnung begleitet, nicht im Stande ist, der stummen Aufforderung des Klingel- beutels nachzukommen; denn diesen Fall nicht vorhersehend, hatten fie die Tasche ihres Kleinen nicht mit Kleingeld versehen. Solchen Fall mitansehend ftägt man fich unwillkürlich:„Wozu die Kirchensteuer, wenn die Bettelet nicht aufhört." g. Seitens der Gärtner wird nunmehr auch in einer Petitron an den Reichstag um Berückflchtigung ihrer trauttgen sozialen Lage bei Berathung eines ArbeiterschutzgesetzeS gebeten; für die Petition werden jetzt Unterschttflm gesammelt. Die Uebelstände im Gärtnergewerbe haben nach der Petition einen derattigen Umfana angenommen, daß nur die Gesetzgebung im Stande sei ihre Beseitigung herbeizuführen. Der Durchschnitts- gehalt für Gättnergehilfen beträgt, so heißt es, 15 bis 21 M. pro Monat, bei frei Kost und Logis; ohne Kost und Logis ist der Durchschnittsgehalt 12 M. pro Woche. Die Arbeits- zeit in den tzandelsgärtnereien variitt zwischen 12 bis 18 Stunden täglich, außerdem wird vielfach und an man- chen Otten fast ständig des Sonntags gearbeitet. Da der Gärtner nun unausgesetzt anstrengend und rastlos thätig sein und fich umfassende gründliche Kenntnisse auf dem so vielseitWn Gebiete der Gärtnerei erwerben muß, bevor er sein Gewerbe ausüben kann, so ist wohl klar, daß vorbezeichneter Gehalt zu niedrig und die Arbeitszeit eine über- mäßige ist, zumal ein großer Prozentsatz der Gärtner während deS WinterS beschäftigungslos ist. Die Lehrlinge seien häufig nur der billigen Arbeitski aft wegen da und würden ohne ge- nügende Kenntnisse entlassen In einzelnen Orten, z. B. in Quedlinburg, arbeiteten mitunter bis 60 Lehrlinge in einer Gättnerei, während die Zahl der Gehilfen noch nicht den vietten Theil beträgt. Ein weiterer Uebelstand ist die Konkurrenz welche der Handels- bezw. Landschaftsgättneret seitens der Beamten(Vorsteher) kommunaler und staatlicher Anstalten sowie durch die Gärtne- reien verschiedener Korrettions- und Strafanstalten, soweit die« selben Artikel für den Handel ziehen, gemacht wird. Die Kon- kurrenz, welche gärtnerische Beamle(konrmunale oder staatliche) den Landschaftegärtnern dadurch bereiten, daß fie Aufttäge vom Publikum zur Ausführung von Gattenanlagen rc. über- nehmen, ist nach Meinung der Petenten ungerecht, da die Ge- hälter dieser Beamten auskömmlich find. Die Lage der Pe- tenten kann, wie es zum Schlüsse beißt, nur gebessert werden, wenn 1) die Arbeite zeit gesetzlich auf höchstens 11 Stunden und die Sonntagsarbeit auf das Nothwcndigste beschräntt, 2. daS Lehrlmgswesen geregell, und 3. die Kon- kurrenz, welche den Gättvern aus den Nebenarbeiten der Be- amten erwächst, beseiligt wird. Herr Äatz Wolf, der Komponist von„Rafaela" ist gestern in Berlm eingetroffen, um mit Herrn Direttor Fritzsche wegen der Aufführung seiner Operette Rücksprache zu nehmen. Da Herr Direktor Fritzsche fich von dem durch anmuihige Melodie und spannendes Libretto fich auszeichnenden Werke einen anhaltenden Erfolg verspricht, den j-vt auszunützen, die kontraktlich nothwendige Aufführung des Offenbach-Zyklus im Wege steht, hat Herr Max Wolf mit Herrn Direktor Fritzsche vereinbart, daß„Rafaela" unmittelbar nach dem Offendach- Zyklus ganz bestimmt zur ersten Aufführung im Friedrich- Wilbelmstädt. Tbeater gelangt. Die Proben zu den Offen- bach'schen Operetten find inzwischen so weit vorgeschritten, daß man bereits für die eisten Okloberwochen dem Beginn des ZykluS entgegensehen kann. Frl. Zerline Druck«, die neuen- gagitte erste Operettensängertn, welcher die Durchführung mehrerer bedeutender Partien in den Lffenbach'schen Werken anvettraut ist, ist bereits in Berlin eingetroffen. Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 27. Sep- tember bis 4. Oktober 1885. Im Over n hause: Sonntag, den 27.: Margarethe: Montag, den 23.: Don Juan; Dienstag, den 29.: Alessandro Stradella, hierauf zum 1. Male wiederholt: Wiener Walzer; Mittwoch, den 30.: Ein Feldlag« in Schlesien: Donnerstag, den 1. Ottober: Lohengrin(Herr Niemann); Freitag, den 2.: Der Trompeter von Säkkingen; Eonnabend, den 3.: 1. Sinfonie; Sonntag, den 4.; Lucretia Borgia, Wiener Walz«.— Im Schauspielbause: Sonntag, den 27.: Motto Stuart; Montag, den 28.: Ein Sommern achtsteaum; Dienstag, den 29., auf Begehren: Glück bei Frauen: Mittwoch, den 30., neu einst udirt; Minna von Bamhelm; Donnerstag, den 1. Oktober: Der Störenfried; Freitag, den 2.: Heinrich IV.(I); Sonnabend, den 3.: Heinrich IV.(II.); Sonntag, den 4.: Minna von Barnhelm. rb. Das Neue Friedrich-Wilhelmstädtische Theater läßt es fich angelegen sein, seine älteren erprobten Repertoir- stücke vorzuführen. So gelangte gestern daselbst die„Flcder- maus", die den Welttuf des Meisters Joh. Strauß begründete, Sir 404. Aufführung. Der jubelnde Beifall deS gut vesucklen auseS zeugte dafür, daß diese Operette von ihrer Unverwüht- lichkeit noch nichts eingebüßt hat. Die Darstellung war im Großm und Ganzen vorzüglich: lobende Anerkennung v«- dienen vor Allen Frl. Wrada(Rosalinde), Frl. Koch(Stuben- Mädchen Adele), sowie Herr Binder anlaste. Kachverein der Tischler. Montag, den 28. September, Abends 8'/- Uhr, findet eine Versammlung in Rothacker's Ltokal, Belle AUiancestraße 5, statt. Tagesordnung: Diskusfion über die Arbeitslosen Untcrstüyungskasse. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenqpimen. Gäste willkommen. Billcts zum Vergnügen in der Berliner Ressource am 17. Oktober find in der Versammlung zu haben. Oeffentliche Versammln«« der Schuhmacher. Montag, den 28. September, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Rothackcr, Belle Alliancestr. 5, Ecke der Teltowerstraße. Tages- Ordnung: 1. Das Arbeitersckutzgesctz. 2. Verschiedenes. Refe Verein der Modelltischler.«Versammlung Montag Abend 8 Uhr Ackerstraße 63. rent Herr Schuhmachermeister Metzner. Die Petition kür An- nähme des Arbeiterschutzgestv Entwurfs kann in der Versamm- lung unterzeichnet werden. Alle Schuhmacher(Meister und Gesellen) find eingeladen. Eine öffentliche Versammlung der Schneider findet am Mittwoch, den 30. September, Abends 8'/- Uhr, in Grat- weil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77—79. statt, um die Ettettfrage zwischen Lohnkommisfion und Eubkommisfion zu erledigen. Allgemeine Stuhlarbeiter-Versammlung am Montag, den28. d. Mls. Abends 8 Uhr, Generalversammlung bei Hilde- brandt. Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des bisherigen Vorstandes', 2. Wahl des Vorstandes und der Kachkommisfion auf Grund des neuen Statuts-, Bericht über die Vernehmung in Betreff der Sonntagsarbeit. Arbeiter-Vezirksverei» im Westen. Montag, den 28. September, Abends 8'/, Uhr, Versammlung in Gründers Salon, Schwerinstr. 26. T-O: 1. Vortrag des Herrn Vaake über die Bauernkriege. 2. Wahl von Revisoren. 3. Fragekasten und Verschiedenes. Die Petilionslisten liegen zum Einzeichnen aus. Eine große Volks-Versammlung findet am Montag, den 28. September, Abends 8 Uhr, im Louiscnstädtischen Kon- zcrthause, Alte?!akobstr. 37, statt. Tagesordnung: Das Arbeiter- schütz Gesetz. Referent Herr Reichstags Abgeordneter Paul Singer. Herr 8. Schwennhagen hält am Montag, d. 28. Sept., im Konzerthause Sanssouci(Kottbuscrstr. 4a) einen öffcnt- lichen Vortrag, wozu Herren und Damen eingeladen find. (Siehe Inserat.) Große Volksversammlung am Montag, den 28. September. Abends 8 Uhr, im Zolliscastlidttschell Coulttthallst. Alte Iaiobstr. 37. Tages-Ordnung: „Das Arbeiterschutzgesetz." Refereni'. Herr Reichstags- Abgeordneter Paul Senget 2299] >er Einberufer. AMkr-KkMsii. i. WrstenKcrlms. Montag, den 28. September, Abends 8'/- Uhr: VerfVltutitlung in Giünder's Salon, Schwerinstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vaake: Ueber die Bauernkriege. 2. Wahl von Revisoren. 3. Fragekasten und Verschiedenes.— Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen.>.2298 Der Vorstand. Achtung! Achtung! Montag, den 28. September, Abends 8V- Uhr, im Kouzerthause Äansfonci, Große öffentl. Versammlung sämmtlicher Uamerarbetler, TiMer und Berufsgenoffen. Tages-Ordnung: Der Streik in der Piano-Fabrik von Klingmann u. Co. und das Verhalten vieler Kollegen dem gegenüber. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu ericheinen._. Der Einberufet Zur Beachtung! Wir ersuchen alle Kollegen dringend, den Zuzug von oben genannter Fabrik fern zu halten. Die Zahlstellen befinden fich Elalitzerstraße 18 bei Stramm und Kleine Andreasstraße 6 bei Rebaum. 12301 Die Generalversammlung der Ortskrankenkaffe der Böttcher Berlins findet nicht am Mittwoch, den 30. September, sondern am Dienstag, den 13. Oktober, statt. Ortskrankenkaffe der Böttcher Berlins. Dienstag, den 13. O'tober, Abends 8 Uhr, findet im Saale des Herrn Heise, Lichtenbergerstraße 21, eine Generat- Versammlung statt, zu welcher die Vertreter der Kassenmitglieder hiermit ein- geladen werden. Tages-Ordnung: 1. Wahl des Vorstandes..„, 2. Erhöhung der Beiträge»c. resp. Beschlußnahme über Auf- lösung der Kasse.>2296 A. Seemann. Fachverein der Stellmacher. Henerak- Versammlung Montag, den 28. September. Abends 8 Uhr, im Vereins-Lokal, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Statutenberathung. 3. Vorstandswahl. 4. Wahl von 7 Mitgliedern zur Arbeilsnachweis' Kommission. 5. Verschiedenes, Fragekasten. 2270] Der V o r st a n d. Montag, den 28. September er., Abends 8'/, Uhr, im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: Große öffeuttiche Versammlung der>2238 AlllhbMtt troll Kvntovnlwbkittt. Tages-Ordnung: 1. Bericht. über den Leipziger Streit aus eigener Anschauung von Mehnert. 2. Organisation der in der Buchbinderei und den Kontobuch- fabriken beschäftigten Arbeiter. Ref. Mehnert. 3. Wie verhalten stch die Buchbinder bei denjenigen Pnn- zipalen, welche nicht zur Innung gehören und zum l.Ro» vembcr den Zuschlag nicht zahlen wollen. Ref. Jost. Facftvcreln der liscliier. Montag, den 28. Sept., Abends 8'/- Uhr, in Rothacker's Lokal, Belle-Alliance-Straße Str. 5: Versammlung. Diskusston über: Die Arbeitslosen-Unterstützungskaffe. Verschiedenes. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste Willkommen.__[2287]_ Der Vorstand. Verein Berliner Hausdiener. Außerordentliche Generalversammlung UM Montag, den 28. September. Abends 9 Uhr, im Ver- SÄZKrSB's# Itgitimirt._>2270 BT Schwediscli«* Si�bahn. Heute. Sonntag, den 27. September 1885: Großes M t l i t ü r- C o n c e r t. _ Näheres die Ansckilaasäule«.— Entree 10 Pf. Kinder frei. >2291 Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute (Lokalverband Berlin) am Mittwoch, den 30. September, Abends 8v« Uhr, in den Armin-Hallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnun g: 1. Vortrag des Stadtv. Franz Tutzauer über die Ein- führung derGewerbe-Schiedsgerichte. 2. Ver- schiedenes. 3. Fragekasten.— Aufnahme neuer Mitglieder. 2275]__ Der Vorstand. I. A.: Hugo Lehmann. General-Versammlung sämmtlicher Schmiedegesellen Lertius und Umgegead Montag, den 28. September, Abends 8'/, Uhr, in Grat- weit's Vierhallen, Kommandantenstr. 77—79. Tagesordnung: Der Berliner Arbeitsnachweis. Bei der Wichtigkeit der Tages- zahlreiches Erscheinen nothwendrg, seid deshalb ordnung ist ein Alle am Platze. >2300 Die neue Lohn-Kommission. Kißtll- irod Koffttmchkr öctlins! Montag, den 28. September: General-Bersammlung sämmtlicher Kistev- und Kossermacher, besonders aus den Kistenfabriken von Fuhg, Vallentin, Kock. Sachs u. s. w. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt ge- macht. Das Erscheinen aller Kisten- und Koffermacher ist noth- wendig!>2302 Die Versammlung findet statt in den Armin-Hallen, Kommandantenstr. 20.___ Oeffentlicher Vortrag. Montag, den 28. September. Abends 8V, Uhr, hält im Konzerthause Sanssouci, Kottbusersttaße, der Schriftsteller Herr Ludwig Schwennhagen einen öffentlichen Vortrag über:..Die Endzwecke unseres Lebenskampfes", wozu Jedermann«auch Frauen) Zutritt hat. Falkvemu d. Posommiiere v. Menfoiopfmadiec zur Wahrung ihrer Interessen. General-Versammlung Montag, den 28. September, Abends 8'/, Uhr, im Lokale Holzmarklstraße Nr. 72, Ecke Älkxandelstraße. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes. 2. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. 2265]_ Der V o r st a n d. Allen Freunden und Bekannten und meiner wetthen Nach- darschaft, besonders den Mitgliedern der Arbeiter-Bezirksvcreine „Hoffnung" und„für den Osten" empfehle mein>2153 Weiß und Rairisch Mersokal. Herrn. Llewald. 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