Ur. 268. M Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. fabrikation. Sonnabend, den 14. November 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: • : M aber nußerordentlich die von Fabritarbeitern nach Schluß der Werkstattarbeit| Gewerbe Aufsichtsbeamten Hausindustrie in der Bigarren- verrichtete Heimarbeit! fchwer; mit Erfolg eingreifen tönnten nur die mit den In der allen Gewerbe- Beamten als Muster gewissenhafter örtlichen und Familienverhältnissen genau vertrauten Organe der Forschung zu empfehlenden Schrift:" Die soziale Lage der Polizeibehörden." Seit 9. Mai 1888 besteht für die Zigarrenfabrikation eine Bigarrenarbeiter im Großherzogthum Baden", konnte der 1893 tommen ähnliche Mittheilungen in noch verstärktem Bundesraths Verordnung, welche Anwendung findet badische Fabrit Inspektor Wörishoffer noch 1889 Maße. In der Stadt Hartha in Sachsen wurden infolge der auf alle Anlagen, in welchen zur Herstellung von Bigarren erforder- schreiben, daß der hausindustrielle Betrieb bezüglich der Bundesraths Borschriften sehr viele Bigarrenmacher veranlaßt, liche Verrichtungen wahrgenommen werden, sofern in den Anlagen Herstellung von Zigarren im Großherzogthum sehr gering in ihrer Wohnung zu arbeiten, so daß in den Zigarren Personen beschäftigt werden, welche nicht zu den Familien ift; gegenüber 19 000 in Zigarrenfabriken beschäftigten Arbeitern fabriken nur noch 333 Personen beschäftigt sind, während mitgliedern des Unternehmers zählen." Diese Vor- waren 1889 in der Hausindustrie nur 182 Personen in 71 Be- die Zahl der in Hartha bei der Anfertigung von Zigarren schriften beschränken sich auf ein durchaus ungenügendes trieben thätig. Die neueren Berichte der Gewerbe- thätigen Personen 767 beträgt. Aus Wurzen und Chemnit Mindestmaß von Luft und Sauberkeit, das den Arbeitern Inspektoren weisen aber in vielen Theilen Deutschlands, auch in wird mitgetheilt, daß das bisher in den Fabrikräumen von als Echutz gegen den giftigen Tabakstaub gewährt werden Baden, auf eine stetig wachsende Zunahme der Haus- Kindern bewirkte Abrippen des Tabaks nunmehr von den soll. Darüber, daß derfelbe gefundheitsschädlich wirkt, industrie hin und sie verhehlen nicht die Schädi letteren in ihrer Wohnung vorgenommen wird. Im Bezirk herrscht unter den Aerzten fein Zweifel, besonders die gungen, die den Arbeitern dadurch bereitet werden. Diese Freiberg werden die Kinder in der Zigarren HausZabalarbeiterinnen haben unter Fehlgeburten und großer Sterb- Schädigungen bestehen nicht nur in der Vergiftung ihrer industrie beschäftigt und verdienen dabei weniger, lichkeit der Neugeborenen, sie und die Männer an Herzklopfen, Lungen durch den Tabakstaub und sonstigen gesundheitlichen Nach obwohl sie länger und unter ungünstigeren Ber Schwindel, Schwindsucht u. f. w. zu leiden. Im„ Handbuch der theile, sondern sie befiehen wie bei jeder Hausindustrie- hältnissen, als bei geregeltem Fabritbetriebe arbeiten." praftischen Gewerbebygiene",( herausgegeben von Dr. K. Albrecht, auch darin, daß die Hausarbeiter noch mehr wie die Fabrik- Der Merseburg Erfurter Bericht theilt mit, was Berlin 1896) wird auf diese und andere Gesundheitsschädigungen arbeiter den Lohndrückereien des Unternehmerthums preis der Reichsbericht überfah(!), daß in der Haus Bigarren. bei der Bigarrenfabrikation hingewiesen und verlangt, daß gegeben sind und durch ihre Vereinzelung noch mehr ins industrie zum Abrippen der Blätter in großer Menge die Ventilation in Tabatfabriken, da, wo dies noch nicht Glend gebracht werden. fremde, nicht zum eigenen Haushalte gehörige Kinder, sog. der Fall, dementsprechend eingerichtet und unterhalten Bereits 1890 wurde dem Beamten für A a chen Trier Rauffinder in und außer dem Hause beschäftigt werden werde." Die Bundesraths- Verordnung von 1888, die 1893 von mehreren Bigarrenfabrikanten erklärt, daß sie infolge der und daß die Herstellung des Fabrikats in der Gesundheit und in dieser Beziehung nicht geändert wurde, verlangt, neuen Bestimmungen sich genöthigt(!) gesehen hätten, eine nicht dem Fabrikate selbst schädlichen Räumlichkeiten vorgenommen daß die Arbeitsräume mindestens drei Meter unbeträchtliche Anzahl von Arbeitern in der Hausindustrie wird." hoch sein und auf jede im Arbeitsraum beschäftigte zu beschäftigen, da sie jetzt nur eine bestimmte Anzahl von Arerson mindestens 7 Subitmeter Luftraum kommen beitern in ihren Arbeitsräumen aufnehmen dürften". müssen. Auf Antrag des Unternehmers kann die höhere Ver 1892 mußte Wörishoffer fein Urtheil über die Hauswaltungsbehörde einen noch geringeren Luftraum zu industrie in Baden bereits einschränken.„ Es mag erwähnt lassen, wenn die Arbeitsräume mit einer ausreichenden werden, daß in der Bigarrenindustrie, welche im Lande nur eine Ventilationseinrichtung versehen sind", und eine ge- sehr geringe Hausindustrie ausweist, in einigen Orten, in denen ringere Höhe als 8 Meter, wenn mehr als 7 Rubitmeter Luft sie bis jetzt unbekannt war, Hausindustrie entstand. Einige raum gewährt wird. Während Prof. Pettentofer min Fabrikanten, welche im allgemeinen nur bessere Sorten her beftens 18 Rubikmeter Luftraum für jeden Erwachsenen verlangt ftellten, benutzten die sonst herrschende ungenügende Arbeits( ſtündlich 88 Kubikmeter bei dreimaliger Lufterneuerung dura gelegenheit dazu, ihre geringeren Sorten im Wege der HausVentilation), setzt die Bundesraths Verordnung für die durch industrie herstellen zu lassen." Tabaksdunst vergifteten Arbeitsräume nur 7 Kubikmeter fest und erlaubt, noch unter dieses Mindeftmaß herunterzugehen! • " W In demselben Jahre wird aus Minden darauf hingewiesen, wie infolge der Gewerbenovelle zwar aus den Bigarren fabriten die Kinder verschwanden. A Dabei sind die Lohnverhältnisse schon derart er. bärmliche, daß in Baden vier Zigarren- Fabritarbeiterinnen ver hungerten. Im Badener Bericht von 1898 heißt es: " In einer Zigarrenfabrik in 2. starben in furzer Zeit vier Arbeiterinnen in jüngeren Jahren an der Schwindsucht. Der Arzt erklärte diese Todesfälle für die Folgen mangelhafter Ernährung." 1894 wird abermals in den Berichten der Gewerbe- Aufsichts beamten darauf hingewiesen, daß die Gewerbenovelle von 1891 Kinder und jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen aus den Jabrifen in die Hausindustrie auch der Zigarrenfabrikation getrieben habe, so besonders im Potsdamer und Mindener Bezirk. Daß die Arbeiterinnen nach Beendigung Aber auch dies ist dem Unternehmerthum zu viel Rücksicht ihrer Fabrifarbeit noch während der Feierstunden" zu in ihrem auf die Gesundheit des Arbeiters, und da die Berordnung auch Hieraus aber günstige Schlüsse folgern zu wollen, wäre sehr ause arbeiten, und zwar Intereffe, einige Vorschriften über Erhaltung der Sauberkeit, Be- verfehlt; denn die Abnahme der Kinderbeschäfti iowie in dem des Arbeitgeberg" solche sozialpolitische feitigung des Staubes, Menge Menge der der im Arbeitsraum gung ist nur eine scheinbare, weil die Kinder aus Unweisheit fann natürlich nur aus Sachsen tommen au lagernden Tabakvorräthe und Beschäftigung der jugend- den geordneten Fabrifverhältnissen in die viel un und ist im Bericht aus Döbeln zu lesen. Die anderen lichen Arbeiter enthält, wird einerseits die Bundesraths- günftigere Hausindustrie übergetreten sind. Diese Aufsichtsbeamten haben etwas mehr Einblick in den ZusammenBorschrift nicht genügend beachtet was sehr leicht ist, Berhältnisse gewinnen um so mehr an Bedeutung, weil hierdurch hang zwischen Lohn und Ueberarbeit und protestiren gegen diese da es ja bei dem Mangel an genügender Zahl von Gewerbe- die Bigarren Hausindustrie überhaupt sehr Ueberausbeutung, die nur im Interesse des Fabrikanten liegt. Aussichtsbeamten diesen gar nicht möglich ist, alle Betriebe forgs it art gefördert wird. Wird dem Roller in der Fabrit Die Berichte für Minden und Kassel schildern die des Arbeiterlebens: Tragödie fältig zu kontrolliren, Wohn andererseits tritt in dieser Industrie nicht gestattet, seinen Hilfsarbeiter zu beschäftigen, so verlangt hausindustrielle und Arbeitsraum sind vereint; ein, was auch bei anderen immer mehr sich zeigt: das Arbeiter er meistens Hausarbeit. Da in recht vielen Fällen der Arbeitss Koch, Salaf, Speiseschuß Gesez, das vor der Haus industrie halt macht, wirkt ra um gleichzeitig als Wohn- und Kochraum dient, in einem kleinen zweifenstrigen Zimmer waren Mutter und arbeiter schädigend, indem es die Fabrikanten veranlaßt, so hat die ganze Familie unter dem nachtheiligen Einfluß Tochter mit der Anfertigung von Bigarren beschäftigt; in der fich den ihnen läftigen Bestimmungen dadurch zu entziehen, daß der Bigarren Fabrikation zu leiden, außerdem wird aber Wiege und neben dem Arbeitstischchen schlief ein Kindchen, und sie sich der Hausindustrie zuwenden. auch bei der Beschäftigung der Kinder keine Rücksicht auf ihr am Osen wurde die Einlage für die Wickel getrocknet." Von dort Nun trifft die Bundesraths- Berordnung über die Zigarren- Alter genommen. Die Kinder werden erst dann die Wohlthaten wird auch über den hoch herzigen Fabrikanten berichtet, fabritation auch einen Theil der Hausindustrie, nämlich den, des Gefeßes genießen, wenn es gelingen sollte, Schutzbestimmungen der, als er vom Gewerbe- Inspektor auf die traurigen Wohnungswelcher fremde Arbeitskräfte beschäftigt; fie trifft aber nicht auch für die Haus industrie zu erlaffen. Unzweifelhaft be verhältnisse des für ihn beschäftigten hausindustriellen Zigarrendenjenigen Theil, der nur die Familie oder den schäftigt ein großer Theil der Hausarbeiter arbeiters aufmerksam gemacht war, den Vaterländischen einzelnen Arbeiter oder die einzelne Arbeiterin in die nicht nur zur Familie gehörige, sondern auch Frauenverein zur Unterstützung der Familie veranlassen gesundheitsschädlichen Arbeitsräume zwingt, und sie trifft nicht fremde Personen. Hier Abhilfe zu schaffen ist für den wollte, anstatt selbst hier hilfreich einzugreifen". 119] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Ist dieses der Mann," soll er gesagt haben, den wir zwölf Monate lang wie einen Gefangenen und einen Verbrecher behandelt haben? Der Himmel gebe, daß das christ liche Reich auf solchen Schultern ruhe." M wünschenswerth, und der Kardinal hoffte mehr als je, durch seinen Einfluß die Römer zu gunsten der Unternehmung, das Gebiet des h. Petrus wieder zu erlangen, zu gewinnen. Rienzi, der sich danach sehnte, seine Nina wiederzusehen, die ihm durch lange Abwesenheit doppelt theuer ge worden war, konnte den Namen nicht entdecken, unter dem sie in Avignon erschienen war, und sein Aufenthalt bei dem Kardinal raubte Nina, da er aufmerksam, wenn auch ehrerbietig bewacht wurde, jede Gelegenheit, mit ihm zu Zum Schluß der Unterredung hatte er mit jedem Zeichen der Gunst und Anerkennung Rienzi den Rang eines Senators, welches in der That der eines Vizekönigs von forrespondiren. Rom war, übertragen und in alle Pläne eingewilligt, die Albornoz aber glaubte nun, er werde den Lohn seiner der unternehmende Rienzi entworfen hatte, nicht allein Liebe empfangen tönnen und begab sich jeßt, entflammt um das Gebiet der Kirche zurück zu erobern, sondern durch solche Hoffnung, nach dem Palais der Cesarini. auch um die Herrschaft der Siebenhügelstadt weiter in Italien Er wurde mit den gewöhnlichen Förmlichkeiten in das auszudehnen. Zimmer der Signora eingeführt. Er fand sie bleich und Albornoz, dem der Papst den Inhalt dieser Unter- mit den Spuren von Kränklichkeit in ihren edlen Zügen. redung mittheilte, war etwas eifersüchtig auf die Gunst, Sie erhob sich, als er eintrat, und da er sich näherte, verderen der neue Senator sich erfreute, und sobald er nach beugte sie sich und führte seine Hand an ihre Lippen. ErHause zurückgekehrt war, suchte er seinen Gaft auf. Der staunt und entzückt über eine so ungewöhnliche Aufnahme Kardinal, der ein Mann des Handelns und der Thätig- beeilte sich der Kardinal, dieser Herablassung zuvor feit war, hielt Rienzi für mehr schlau als weise, für mehr tommen und ihre beiden Hände festhaltend, drückte er sie glücklich, als groß, und betrachtete ihn als eine Mischung an sein Herz. des Pedanten und des Demagogen, aber nach einer Schönfte," flüsterte er, tönntet Ihr wissen, wie sehr langen Unterredung mit dem neuen Senator mußte auch ich über Eure Krankheit getrauert habe! Und doch erscheint er den Zauber seines überlegenen Geistes anerkennen. Ihr nach ihr noch reizender, so, wie die Blume nach dem Albornoz gestand sich selbst widerstrebend, daß Rienzi's Regen. Ach, glücklich bin ich, wenn ich Euren leisesten Emporkommen nicht das Werk des Zufalls sei, aber un- Wunsch befriedigt habe und dafür in Euren Augen einen angenehm war es ihm, zu bemerken, daß er den Senator Engel finde, der mich leiten, und ein Paradies, das mich als einen Gleichgestellten behandeln, aber nicht als ein Wert belohnen wird." zeug für seine Zwecke gebrauchen könne. Es schien ihm Nina zog ihre Hand zurück und winkte dem Kardinal jekt sogar bedenklich, in eine Macht ihn wieder einzuse hen, sich niederzulassen. Sie selbst setzte sich in einer kleinen welche er die Fähigkeit zu behaupten und auszudehnen Entfernung von ihm nnd sagte darauf mit ernster Würde zeigte. Er bereute jedoch noch nicht den Antheil, den er und niedergeschlagenen Augen: an Rienzi's Freisprechung genommen hatte. Seine Gegen- Edler Herr, durch Euere Vermittelung, sowie durch wart in einem so schwach bevölkerten Feldlager war sehr seine eigene Unschuld wurde der erwählte Herrscher des " Aber die römischen Volks aus jenem Thurme befreit. Freiheit ist das geringste von den Gütern, die Ihr ihm gewährt habt; sein geretteter Ruf und die Wiedereinsetzung in seine rechtmäßigen Würden sind von noch größerem Werth. Dafür bleibe ich immer Euere Schuldnerin, dafür sollen meine Kinder, wenn ich deren gebäre, Eueren Namen fegnen lernen, dafür wird der Geschichtschreiber, der die Ereignisse dieser Zeit und das Geschick des Cola di Rienzi berichtet, den Lorbeerkränzen, die Ihr bereits gewonnen habt, noch einen neuen hinzufügen. Ich kann mich getäuscht haben, Herr Kardinal; vielleicht habe ich Euch beleidigt, vielleicht beschuldigt Ihr mich weiblicher Ränke. Aber hört mich zu Ende, bevor Ihr über mich urtheilt. Ich habe nur eine Entschuldigung, wenn ich sage, daß ich alle Mittel, außer die der Ünehre, für erlaubt hielt, um das Leben des Cola di Rienzi zu retten und seinem Schicksal eine günstigere Wendung zu geben. Wißt, edler Herr, daß die, welche jetzt mit Euch spricht, Rienzi's Weib ist." Der Kardinal war wie erstarrt, aber das Blut färbte seine gelbliche Haut von der Stirne bis zum Nacken, seine dünnen Lippen zitterten einen Augenblick und verzogen sich darauf zu einem bittern Lächeln. Endlich erhob er sich und sagte in leidenschaftlichem Ton: Gut, Signora. Giles d'Albornoz war also eine Drahtpuppe in den Händen des plebejijchen Demagogen Roms, er mußte eine Stufe bilden für dessen Wiedererhebung. Ihr machtet mich zu dem Werkzeuge Eurer eigenen Zwecke und nur ein Kardinal und ein Fürst aus dem königlichen Blut Arragoniens konnte zu diesem Gaukelspiel gebraucht werden. Signora, Ihr und Euer Gemahl habt durch den Ehrgeiz-" „ Hört auf, edler Herr," sagte Nina mit unaussprech licher Würde, wie Ihr auch beleidigt sein möget, so war es nur meine Schuld. Vor unserer letzten Zusammenkunft wußte selbst Rienzi noch nicht, daß ich in Avignon sei." ( Fortseßung folgt.) Die Schilderung der schimmsten Zustände hat aber der Außerdem aber rissen sie die Verwaltung der Hilfs- und Herr Stöcker den Grüneberg aufgefordert haben, in einer Reichsbericht für 1894 wieder einmal vergessen(!). Pensionstassen der Bediensteten an sich. In dem preußischen Bericht schreibt nämlich der Beamte für Raffel: Politische Neberlicht. Berlin, 13. November. öffentlichen Versammlung Herrn Witte wegen dessen Eme pfehlung eines jüdischen Bankiers für den Kommerzienraths Titel anzugreifen. Es handelte sich bei dem Prozeß nun Im höchsten Grade ungesunde Verhältnisse sind nach dem zunächst um die Frage, ob jener Brief Stöcker- Grüneberg Bericht des Gewerbe- Inspektors in Fulda in der Haus von Herrn Witte gefälscht sei, oder ob Herr Witte bei industrie, die sich mit der Herstellung von Zigarren bes Aus dem Reichstage. Der heutige Tag gehörte den der Veröffentlichung einer Abschrift jenes Briefes in gutem schäftigt, vorgefunden worden. Besonders in der Stadt Eschwege, wo eine große Anzahl solcher Hausbetriebe besucht Schwurgerichten. Zunächst wurde ein Antrag Mundel, Glauben gehandelt habe; und in zweiter Linie darum, ob wurden, traten recht beklagenswerthe Zustände zu tage. In den den Schwurgerichten die Konkursvergehen zu belaffen, ab- Herr Stöcker jenen Brief wirklich geschrieben hat. Daß meisten Fällen steht nur ein beschränkter schlecht gelüfteter Raum gelehnt. Dann folgte eine große Debatte über den Antrag Herr Witte in gutem Glauben gehandelt hatte bei der zur Verfügung, der als Wohn-, Schlaf und Arbeitsraum Beckh- Munkel, die Preßprozesse den Geschworenen zu über- Beröffentlichung jenes Schriftstückes, ist durch die Ver dient. Der Mann arbeitet in der Fabrit, während die weisen. Der Antrag war bereits in der Kommission handlungen zur Evidenz erwiesen, so daß die Vers Frau nicht selten mit einer großen Anzahl von Kindern, denen der dauernde Aufenthalt in der schlechten Luft nur zu deutliche gestellt, dort aber von der Regierung mit dem Einwande urtheilung Stöcker's wegen Beleidigung Witte's durch Spuren aufgeprägt hat, in einem ungesunden Raume weilt und sich, bekämpft worden, daß besonders mit dem Anwachsen den Vorwurf der Fälschung in aller Form Rechtens Nicht bis zur unumstößlichen Gewißso weit es die Zeit nur eben gestattet, mit der Anfertigung von der kleineren Preßorgane an stelle ruhiger Darlegungen erfolgen mußte. Bigarren beschäftigt, um den zum Unterhalte der leidenschaftliche Ausführungen getreten seien, deren Züge- heit ist festgestellt worden, ob Herr Stöcker großen Familie nicht ausreichenden Verdienst lung nur durch die ordentlichen Gerichte möglich sei. Heute solchen Brief wirklich geschrieben hat. Denn das wichtigste des Mannes in etwas zu vergrößern. Gleich schlimme Ver- wurden ähnliche Gründe vom Regierungstisch aus geltend Beweisstück dafür, der Brief Stöcker's an Grüneberg, fehlte. hältnisse sind in Orb und anderen Orten ermittelt worden. gemacht, aus dem Hause sprach niemand direkt gegen den Herr Grüneberg hat ihn, nachdem er Jahre lang wegen Abhilfe thut hier dringend noth." Antrag, aber die Mehrheit, Konservative, Zentrum und dessen Herausgabe gegen ein gutes Douceur nach zwei Vielleicht meinte der Redakteur der Reichsberichte, daß dieser Nothschrei nicht berechtigt ist, oder er hat wirklich nur aus Ver- Nationalliberale, stimmten denselben nieder. Die Kosten Richtungen verhandelt hat, neuerdings angeblich vernichtet. sehen diesen Bericht nicht gebracht. Wichtig genug ist er zur der Debatte trugen die Freifinnigen Beckh und Träger, Es bleibt also immer noch eine Möglichkeit offen, daß Herr Kennzeichnung der Berhältnisse. der Volksparteiler Conrad und unsere Genossen Frohme, Grüneberg zu seinen Privatzwecken jenen Brief erfunden Stadthagen und Bebel. eine " V= Arbeitern " einen Das wurde abDie Berichte von 1895 zeigen, daß das Elend noch wäch st. Jm Mindener Bezirk ist die Zahl der in den Frohme kennzeichnete die viel gepriesene Unabhängig Briefes in Stöder's Schriftzügen getäuscht hat. Eine Bigarrenfabriken beschäftigten jugendlichen Arbeiter von 2931 im feit der Richter und verwies auf die niederträchtige Heßerei Möglichkeit, aber eine entfernte, eine sehr entfernte nur. Jahre 1891 bis auf 1169 im Jahre 1895 zurückgegangen. Dieser gegen unsere Partei in den Hamburger Nachrichten". Diese Möglichkeit schwindet nahezu auf das Maß einer Abnahme steht eine erhebliche Ausbreitung der Dadurch fühlte sich der nationalliberale Herr Günther unendlich kleinen zusammen, wenn man all die Umstände, Hausindustrie gegenüber. Wohlwollende Fabrikanten sollen bereits den Wunsch aussprechen, es möchte die Bigarren gereizt und mit getragenem Pathos verkündete er, daß der die in diesem Prozeß zu tage getreten sind, insbesondere die Hausindustrie überhaupt gesehlich verboten oder doch deutsche Richterstand über allen Angriffen erhaben sei und Thatsache erwägt, daß Herr Stöcker mit seiner Bezichtigung wenigstens unter die Verordnung von 1898 gestellt werden. Im er, Günther, und seine Kollegen das Lob der Sozialdemo- der Fälschung gegen Herrn Witte hervorgetreten war, Potsdamer Bezirk erklärten Arbeiterinnen, daß sie traten nicht brauchen und deren Tadel nicht fürchten. Das nachdem er annehmen konnte, der Brief sei vernichtet. Zur ihre Kinder zur Hilfeleistung bei der Zigarren- Hausarbeit allgemeine Gelächter der Linken, das dieser feierlichen Er- Würdigung dieser neuesten Stöckerei möchten wir auf eine heranziehen, 1 1 nur einen nennenswerthen flärung folgte, wird Herrn Günther belehrt haben, daß sein parallele Erfahrung verweisen, die die Redaktion des VorVerdienst zu erreichen". Der Aufsichtsbeamte für hohles Pathos nicht am Plaze war. wärts" jüngst mit Herrn Stöcker gemacht hat. Wir waren Gießen schreibt:" Es hat sich durch Selbständigmachung Für die Eigenart der Preßveraehen und das davon bekanntlich in der Lage, den sogenannten Scheiterhaufens Don Werkmeistern und geschulten Bigarren Art Hausindustrie gebildet, in der auch oft hergeleitete Recht auf eine besondere Prozeßbehandlung durch Brief Stöcker's an Hammerstein zu veröffentlichen. Gedächtnisse wie eine Kneifwieder Personen beschäftigt werden, welche nicht zu den Geschworene führte Stadthagen eine Reihe durchschlagender Der Mann mit dem tonnte sich anfangs des Briefes nicht Familienmitgliedern des Unternehmers gehören. In Gründe an, wobei er auch den Regierungserlaß streifte, der zange" diesen Betrieben treten alsbald alle Nachtheile der den Beamten verbietet, sich an politischen Agitationen, erinnern. Dann begann er dessen Richtigkeit zu Hausindustrie in Erscheinung, wie schlechte Arbeits- Petitionen 2c. zu betheiligen. Dieser Erlaß sei die treff bestreiten. Eines Tages erschien nunmehr auf dem räume, ungenügender Luftraum, Trocknen der Wickel im Arbeits- ichste Illustration zur sogenannten Unabhängigkeit der Bureau des Vorwärts" ein Abgesandter des Herrn Stöcker, raum, infolge deffen Ueberheizung desselben, schlechte Ventilation, Richter. Was an dieser sei, beweisen auch die Klagen aus der um Vorlegung des Originals bat. ungenügende Entfernung des Staubes, übermäßige Arbeitszeit den Richterkreisen selbst über das im Volke immer mehr gelehnt. Nunmehr mußte sich Herr Stöcker die Möglichkeit u. f. w. Alle diese Mißstände, welche in derartigen Betrieben vorgestellt haben, daß das Original überhaupt nicht in fast immer zu finden sind, laffen es als unbedingt erforderlich schwindende Vertrauen zur Rechtsprechung. erscheinen, auch diese Betriebe, insoweit die Befannts Die Schwurgerichte sollen ein Schuß sein gegen den unseren Händen sei. Seine Ableugnungsversuche wurden machung des Bundesraths vom 8. Juli 1893, die Anfertigung Sport, durch künstliche Interpretationen die politischen Rechte ungenirter. Wir waren nun allerdings nicht gezwungen, Don Bigarren betreffend, Giltigkeit für sie hat, der Gewerbe- und speziell die Preßfreiheit ohne Umsturzgesetz aus der uns zum Beweis der Echtheit des Scheiterhaufen- Briefes Aufsicht zu unterstellen, da sich die Thätigkeit Welt zu schaffen und das politische Leben zu ersticken. auf weitläufige Indizienbeweise zu verlassen, wie Herr der Orts Polizeibehörden hinsichtlich der Durch- Im gleichen Sinne äußerte sich auch Bebel und schickte Witte, sondern konnten das Facsimile des bestrittenen führung dieser Bekanntmachung als vollständig undieser besonders Herrn Günther heim, der in den Ministerial Briefes veröffentlichen. zulänglich erwiesen hat." Die schneidige" deutsche Polizei ist eben, wie dies Jahr erlassen keine Beschränkung erblicken kann, da es ja nach für Jahr in so und so vielen Berichten der Aufsichtsbeamten wie vor jedem Beamten freistehe, zu denken, was er offen erklärt wird, ein durchaus ungenügendes und unbrauchbares wolle. Bebel erklärte, wenn man auf dem Boden des Organ, sobald es sich um den Arbeiter schutz handelt. Das Erlasses stehe, dann müsse man auch die Konsequenz ziehen beweisen auch u. a. die Mittheilungen des Beamten für und den Beamten das Recht, sich wählen zu lassen, nehmen. Mecklenburg- Schwerin, der teinerlei Spur Bei der Abstimmung erhoben sich nur die Linke und von Rontrolie" in einigen, allem Gesundheitsschuh einige süddeutsche Zentrumsmitglieder für den Antrag, derhohnsprechenden Zigarren Anlagen fand. Kein Wunder selbe ist also abgelehnt. daher daß die Schwindsucht gerade unter den Die Signatur des Tages war, daß das Zentrum in bezirk Bruchsal( Baden) starben 0,70 pCt. der Zigarren dieser Debatte schwieg; die Kompromißverhandlungen arbeiter an Schwindsucht, während von der übrigen sind im Gange und es wird wie früher den National- bir sagen, wer du bist! Bevölkerung des Betts nur 0,21 pCt. dieser Krankheit erlagen. liberalen gegenüber so jetzt auch beim Zentrum, die ReDer Venezuela Streit zwischen England und den Im Amtsbezirk Wiesloch war dieses Prozentverhältniß bei den gierung in allen wesentlichen Fragen ihren Willen er Vereinigten Staaten von Nordamerika, der Bigarrenarbeitern 0,45 pet., das heißt etwa das Doppelte des halten. Besonders das Fünfmänner- Kollegium gilt bereits vorigen Winter so gefährliche Formen annahm, daß viele an Landesdurchschnitts." Die Ursache ist neben der gesundheitzerstörenden Arbeit die als geopfert. Der Rest des Gerichtsverfassungs Gesetzes einen Krieg glaubten, ist allmälig in ein ruhigeres Tempo gekommen und geht jetzt seiner endgiltigen friedlichen Erledigung wurde angenommen. Morgen Strafprozeß- Ordnung. schlechte Entlohnung der Bigarrenarbeiter, und diese entgegen. Wir machten gleich zu Anfang darauf aufmerksam, wird immer elender. mehr die Hausindustrie um sich Ein verunglückter Spektakel. Um dem Enthüller daß die Aufpuffung der Streitfrage ein amerikanisches Partei. greift und unbekümmert um jedes Schutzgesetz sich entwickeln der Staatsgeheimnisse für die scharfe Verurtheilung, die manöver war und daß die gegenseitigen Beziehungen beider Der Bundesrath hat daher die Pflicht, mindestens fein Treiben überall gefunden hat, ein kleines Schmerzens- Staaten zu sehr mit einander verwachsen sind, um die Möglich die Verordnung von 1893 auf jegliche Art der Bigarren pflästerchen aufzulegen, beschlossen die Getreuen nach besteit eines Krieges zuzulassen. Ein solcher Krieg wäre thatsächlich fabrikation auszudehnen, dadurch wird vor allem auch die Arbeit im Hause nach beendeter Fabritarbeit und die mit ihr im Zu- tannten alten Muſtern einen Entrüstungssturm zu ein Bürgerkrieg, fammenhang stehende Lohndrückerei beseitigt. Unsere Fraktion entfesseln und einen Wolkenbruch von Zustimmungswird im Reichstage diesen Schutz der Zigarrenarbeiter fordern. Adressen und Telegrammen zu organisiren, die sich über Friedrichsruhe ergießen sollten. " Bigarrenarbeitern immer mehr Opfer fordert. Im Amtsfann. " Kurz, eine Wiederholung des famosen Bismarck Wirthschaftliches aus Italien. rummels, der weiland anläßlich der vom Reichstag verWährend in vielen wirthschaftlichen Instituten Italiens wie weigerten dritten Direktor- Stelle des Auswärtigen Amts in der Gemeindeverwaltung des Landes die Korruption der in Szene gesetzt wurde. herrschenden Bourgeoisie infolge der vom Ministerium ein- Diesmal ist die Romödie aber kläglich mißlungen. geleiteten Untersuchungen immer offener zu tage tritt, laffen die Die Hamburger Nachrichten" haben blos wenige, oben amtlichen Statistiken über Steuererträge und über die Spar- brein recht problematische Telegramme gefunden, die sie der taffen die Thatsache hervortreten, daß das, was man National- Bismarckgemeinde auftischen können! wohlstand" nennt, in Italien im Zurückgehen begriffen ist. Der Göße ist heute nicht mehr in der Macht und folg Die Erträge der Tabaksteuer sind im verflossenen Quartale lich nicht im stande, selber den nöthigen Wind zu machen. im Vergleich zu den Erträgen des nämlichen Zeitraums im Und 1896 ist nicht 1885. vorigen Jahre um 1 600 000 Fr. zurückgegangen; die Salzsteuer hat in dem nämlichen Quartale 840 000 Fr. weniger eingetragen. Für die Kannegießer find jett goldene Tage. Die Erträguiffe des Lottospiels befinden sich bereits seit zwei Das Verhältniß der europäischen Mächte zu einander ist Jahren in starkem Rückgange. Die Erträgnisse dieser drei Arten ein so verworrenes und unsicheres und alle Dinge stehen so von indirekten Steuern haben aber stets mit Recht als der zu vollständig in der Luft, daß jeder mit einiger Phantasie Begabte verlässigfte Gradmesser des öffentlichen Wohlstandes, insbesondere mit Leichtigkeit jeden Tag ein paar Dußend neue Bündnißaber als Gradmeſſer für die finanzielle Lage der unteren Klassen Rombinationen erfinden kann. Die neueſte, welche uns in gegolten. Wer sich etwa über den Rückgang der Eingänge des Lotto- nationalliberalen Blättern begegnet, ist die eines Bündnisses spiels freuen und in diesem Rückgang ein Zeichen vernünftiger zwischen Deutschland, Rußland und Frank Sparsamkeit der Bevölkerung erkennen wollte, der wird ent- reich. Ein solches Bündniß würde sich natürlich in erster täuscht werden, wenn er die Statistit über die Sparkassen im Linie gegen England und Desterreich richten, entersten Halbjahr des Jahres 1896 mit der entsprechenden Statistit spräche also ganz dem Geist des Bismarck'schen Assekuranz über das Halbjahr 1895 vergleicht. Während Ende Juni 1895 der Gesammtbetrag ber in den Sparkaffen liegenden Einlagen vertrags mit Rußland, und der Plan ist vermuthlich auch 1344 Millionen Frants betrug, belief sich Ende Juni 1896 diefer auf dem gleichen Miste gewachsen. jahres 1896 nur 235 Millionen neuer Spareinlagen ge= " Weshalb hat sich der juristische Vertreter des Herrn Witte den Hinweis auf diese Thatsachen entgehen lassen? Stöcker findet doch noch in der Stumm'schen" Post" eine mitleidige Seele, die ihm folgenden Satz widmet: Es versteht sich von selbst, daß durch die Berurtheilung weder die fachliche Beurtheilung der politischen, firchlichen und sozialen Bestrebungen Herrn Stöcker's, noch seine agitatorische Kraft und das Verdienst, das er sich auf manchen Gebieten entschieden erworben hat, berührt wird. Der arme Stöcker! Nenne mir deine Freunde und ich werde Das hat man hüben und drüben eingesehen, und die Re gierungen beider Länder haben sich dahin geeinigt, die Venezuela Frage vor ein Schiedsgericht zu bringen, dem entweder der König von Schweden oder der Präsident des Schweizer Bundesraths vorsigen soll. Wahrscheinlich wird letterer gewählt. Und wahrscheinlich wird bei dieser Gelegenheit auch der seit einigen Jahren schon schwebende Plan der Verwirklichung näher geführt, ein ständiges Schiedsgericht zu errichten, dem alle etwa auftauchenden Streitigkeiten zwischen England und Amerika zu unterbreiten sind. Es wäre das ein großer Fortschritt und ein Beispiel, das nicht ohne propagandistische Wirkung bleiben würde. " Standard" schreibt: Die schiedsrichterliche Entscheidung in der venezolanischen Frage zwischen England und Amerika müsse vor dem 5. Februar erfolgen. Dem New York Herald" wird aus Caracas gemeldet, die amtlichen Kreise von Venezuela seien vollkommen zufrieden geftellt durch den in dem Schiedsvertrage festgestellten Grundfah, daß eine während 50 Jahren nicht bestrittene Besetzung das Eigenthumsrecht an den kolonisirten Gebieten begründet. Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozesse. unser Mainzer Storreſpondent schreibt uns unterm 12. 6. M. d. Spalt, die geschiedene Ehefrau des Lagelöbners Chriſtian Die im hiesigen Gefängniß eine Strafe verbüßende life Fürst hat sich am 12. Auguft gegenüber ihren Mitgefangenen in nicht wiederzugebender Weise über das Familienleben des deutschen Raiserpaares ausgesprochen. Deswegen denunzirt, stand die Spalt wegen Majestätsbeleidigung angeklagt vor der Straflammer des Landgerichts. Die Verhandlung fand bei vers schlossenen Thüren statt. Das Urtheil lautete auf 2 Monate Gefängniß.der Gesammtbetrag nur auf 1334 Millionen Frants, also auf Herr Stöcker hat Pech mit seinen Prozessen. Mag Aus Leipzig wird berichtet: Wegen Majestätsbeleidigung 10 Millionen weniger; es waren im Verlaufe des ersten Halb- er nun flagen oder verklagt werden, mag er selbst oder wurde der Schneider Ludwig Weftphal am 7. Juli von der macht, dagegen 245 Millionen Franks aus den Sparkassen sein Gegner verurtheilt werden, stets kommt sein Ruf Straffammer beim Amtsgericht Eberswalde zu Strafe verzurückgezogen worden. Der Rückgang des Standes der Spar- wieder etwas ramponirter aus der Affäre heraus. So urtheilt. Gelegentlich einer Unterhaltung mit einigen Personen einlagen erstreckt sich in größerem oder geringerem Grade fast muß er auch jetzt in seinem Terminkalender den 12. No- brachte einer das Gespräch auch auf den Kaiser. Der Angeklagte über alle Landschaften Italiens. In einigen Provinzen, z. B. in vember schwarz anstreichen, der die Entscheidung im Prozeß erwiderte hierauf mit einer Bemerkung über die Reifen des den Marken", beläuft sich der Rückgang auf 12 pet. der gesammten Witte- Stöder gebracht hat. Als die Worte des theueren Raisers und deren Kosten. Westphal legte gegen das Urtheil Revision ein, die vom Ober- Reichsanwalt für begründet Einlage. Nur in den Provinzen Mailand und Rom ist eine Gottesmannes noch hoch im Kurse standen bei allen um evision ein, die vom Ober- Reichsanwalt für begründet unbeträchtliche Zunahme der Einlagen, in Toskana Stilstand zu Thron und Altar geschaarten Staatsstügen, hat er erachtet wurde, da das färglich begründete Urtheil nicht einmal ersehen laffe, worin der eigentlich Thatbestand verzeichnen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die Bediesen hohen Kurs dazu verwandt, um völkerungsziffer in Italien trotz der starken Auswanderung in lieben Amtsbruder Witte um Amt und Brot seinen Beleidigung erblickt wurde, was um so erforderlicher sei, als die um Amt und Brot zu Wendung an sich nicht direkt beleidigend, sondern nur ehrfurchtsrascher Zunahme begriffen ist. Hätte der Herr Hofprediger a. D. es verlegend sei. Das Reichsgericht verwarf jedoch die Revision; Wie wenig diejenigen Bevölkerungsklassen, welche in bringen. anderen Ländern Sparkasseneinlagen zu machen pflegen, in bei diesem Erfolge Stöcker'scher Nächstenliebe bewenden allerdings mußte sich das Gericht darüber aussprechen, weshalb Ein Mangel an Italien hierzu in der Lage sind, dies zeigt z. B. die große Un- lassen, so wäre die Geschichte seines Auftretens gegen Herrn und worin die Beleidigung gefunden wurde. ficherheit der Lage der Eisenbahnbediensteten, welche gegenwärtig Witte der Erinnerung entzogen worden durch das sonstige Begründung liege jedoch nicht vor, da die Thatsachen angegeben ben Gegenstand einer amtlichen Untersuchung bildet. Als vor Unkraut, das um ihr beständig emporwucherte. Aber es find, worin die strafbare Sandlung gefunden wurde. Anderer15 Jahren der Staat den Betrieb seiner Bahnen an drei große ließ ihm keine Ruhe und so beging er die Unvorsichtigkeit, Auffassung des Begriffes der Beleidigung ausgegangen sein könnte, seits ist die Annahme, daß das Gericht von einer unrichtigen Finanzgesellschaften abtrat, verpflichteten sich diese, die Rechte nach langen Jahren gegen Herrn Witte den Vorwurf zu fernliegend. des Personals, das sie vom Staate übernahmen, zu wahren. Sie legten aber diese Verpflichtung so aus, daß sie nur die in dem zu erheben, er habe einen angeblichen Brief Stöcker's an Uebernahmsjahre gezahlten Gehälter weiter zu zahlen, aber den Schneidermeister Grüneberg, einen der Taufpathen der teinerlei Gehaltsverbesserungen, welche sonst überall mit der christlich- sozialen Bewegung, gefälscht, um ihn selbst, Herrn Länge der Dienstzeit verbunden sind, vorzunehmen hätten. Stöcker nämlich, au diskreditiren. In jenem Briefe follte Wegen Majestätsbeleidigung wurde gleichfalls zu Strafe ver urtheilt der Maler Hermann Bauer in Berlin. Geine Revision gegen das Urtheil des Landgerichts Berlin I vom 14. Juli 1896 wurde vom Reichsgericht verworfen. Deutsches Reich. Die Organe der gemäßigten Parteien erklären, die gestrige - Begnadigungsrecht und Minister Ber- Abstimmung in der Deputirtenkammer beweise, daß das Kabinet antwortlichkeit. Um die Kritik der mit dem Voltsurtheil eine hinlängliche rein republikanische Majorität besize, welche ihm nicht immer ganz vereinbaren Begnadigungen unmöglich zu voraussichtlich eine lange Dauer sichere. Die Blätter der machen, haben die Konservativen und die Bureaukraten in radikalen Partei erheben gegen die Regierung den ihr bereits Barlament und Presse das Begnadigungsrecht als ein reines wiederholt gemachten Vorwurf, daß sie ihren Erfolg nur dem Kronrecht bezeichnet, dessen Ausübung von der Minister- Bündnisse mit den Monarchisten verdanke. Verantwortlichkeit nicht berührt wird. In einem lichtvoll, " Der Anleihebetrag beläuft sich auf 57 603 747( m. 20 842 083 Mart). Die Ueberweisungen an die Bundesstaaten betragen 404 056 000( m. 16 584 000 m.) Bei der Etatisirung der Einnahmen aus den Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie aus dem Bantwesen ist nicht mehr der dreijährige, sondern der zweijährige Durchschnitt zu grunde gelegt. England. unter Herbeiziehung alles beweisträftigen Materials geschriebenen Aus dem Etat des Reichsamts des Jnnern sind Artikel in Nr. 22 der Deutschen Juristen Beitung" weist der Mittheilungen über den Ausgang der Wahl in West- Bradford ist technischen Reichsanstalt an Gebühren werden für 1897/98 London, 11. November.( Eig. Ber.) Zu den telegraphischen folgende Posten hervorzuheben: die Einnahmen der physikalisch Hallenser Jurist Geheimrath Prof. Dr. Loening nach, daß diese Theorie gänzlich unhaltbar ist. Für die armen Konservativen noch nachzutragen: Hardie's Stimmen bleiben hinter der Schäzung mit 20 000 m. gegenüber 16 000 m. für 1896/97 wird diese Beweisführung um so unbequemer fein, als Loening zurück. Die Irländer haben wegen seiner feindseligen Saltung anschlagt. Für die Unterstügung für den deutschen gerade durch Beweisstellen aus den Schriften der konservativsten zum Homerule- Rabinet Gladstone Rosebery fast einstimmig gegen Fischereiverein zur Förderung der künstlichen Fischzucht Staatslehrer wie Stahl's und Laband's die Unhaltbarkeit dieser ihn geſtimmt; auch viele Eisenbahnarbeiter haben, der Weisung werden für das tommende Etatsjahr 50 000 m. gegenüber Auffassung nachweist. Was fagen nun die dazu, die immer den des Führers ihrer Gewerkschaft folgend, für den Liberalen gestimmt, den für das laufende Etatsjahr genehmigten 40 000 m. gefordert. Grundfah in den Vordergrund stellen:„ Nicht Majorität, sondern ihre Geschosse fast ausschließlich gegen die Liberalen richteten, versicherung soll um 3 381 500 M. gesteigert werden und somit und schließlich hat der Umstand, daß Hardie und feine Anhänger Der Zuschuß des Reiches für die Invaliditäts- und AltersAutorität?" die Konservativen davor geschützt, nennenswerthe Stimmen an für 1897/98 auf 21 309 000 m. veranschlagt werden. Für UnterVon einer neuen Begnadigung von Schuß die Arbeiterpaetei abgeben zu müssen. Allerdings ist der Haß nützung der Familien der zu Friedensübungen eingezogenen Teuten wird aus Wiesbaden berichtet. Der Kaiser hat drei zwischen Liberalen und J. 2. P. in Bradford intensiver als Mannschaften werden 50 000 m. weniger, demnach blos dortige Schuleute, die wegen Mißhandlung von Gefangenen irgendwo sonst in England. zu nicht unerheblichen Gefängnißstrafen verurtheilt waren, be1 350 000 m. gefordert. Für das Reichs- Gesundheitsamt werden gnadigt, indem die Strafen theils ganz erlassen, theils in Geld16 500 M. mehr und für das Patentamt werden 116 650 M. ge ftrafen umgewandelt wurden. -Reine Entschädigung für Jameson's Ein fordert, so daß sein Etat jetzt auf 1786 755 M. gestiegen ist. Der fall. Im Gegensatz zu der Meldung der Diggers News" aus Etat des Reichs Versicherungsamtes beträgt nun 1356 560 M., Johannesburg, daß die Regierung von Transvaal beschlossen um 13 770 M. mehr als 1896/97, für die physikalisch- technische habe, von der Chartered Company 20 Millionen Mart Ent- Reichsanstalt werden 21 802., im ganzen 309 159 M. gefordert, schädigung für den Einfall Jameson's in Transvaal zu verlangen, der Etat des Kanalamtes ist mit 2 145 280 M. festgefeßt, um erklären das englische Kolonialamt und die Chartered Company, 393 070 M. weniger als im laufenden Etatsjahre. Im ganzen keine Nachricht von der Erhebung eines derartigen Anspruches sind die Ausgaben des Reichsamts des Junern mit 36 712 237. erhalten zu haben. für 1897/98 veranschlagt, gegen das laufende Etatsjahr betragen somit werden faktisch 3 144 417 M. mehr gefordert. die Mehrforderungen 3 537 487 M., die Ersparnisse 393 070 " " Afrika. Die Hildesheimer Polizei und das Ver: sammlungsrecht. Am Dienstag, den 10. d. M., sollte in der ehrwürdigen Bischofsstadt Hildesheim eine öffentliche Volksversammlung stattfinden, mit der Tagesordnung: 1. Der Militarismus und seine Auswüchse, unter besonderer Be rücksichtigung des Falles von Brüsewig." 2. Die diesjährige Wahlkreis Konferenz und Wahl der Delegirten." 8.„ Verschiedenes." Doch unser dortiger Vertrauensmann denft, von mehreren Seiten bestrittenen Meldung vom 11. b. M., die Dagegen wird den„ Diggers News" in Ergänzung ihrer und die löbliche Polizei lenkt: noch bevor er die Ver Regierung von Transvaal habe beschlossen, von der Chartered sammlung anmeldet, bekommt er folgendes Schriftstück Company eine Entschädigung von einer Million Pfund Sterling eingebändigt: Nachdem ich Ihnen heute Morgen erklärt habe, daß ich eine für den Einfall Jameson's zu verlangen, in einem Telegramm aus Johannesburg gemeldet, wenn die Chartered Company fich Boltsversammlung, für die als Tagesordnung„ Der Militarismus weigern sollte, die Entschädigung zu zahlen, werde die Forderung und seine Auswüchse unter besonderer Berücksichtigung des Falles bei der englischen Regierung geltend gemacht werden, und es Brüsewitz" angegeben ist, nicht dulden könne, aber nichts werde erwartet, daß diese zahlen werde. dagegen einzuwenden habe, wenn Sie eine Versammhing wegen der beiden anderen Gegenstände der in Aussicht genommenen Tagesordnung abhalten würden, haben Sie New York, 18. November. Der„ New York Tribune" zu bei Herrn Aug. Lay ein Platat in Auftrag gegeben, inhalt- folge hätte der Staatssekretär Olney den Gesandten der Berlich dessen Sie auf Dienstag, den 10. November 1896, einigten Staaten in Madrid, Taylor, angewiesen, der spanischen abends 81/2 Uhr, in das Wolf'sche Lokal zu einer großen Regierung dringende Vorstellungen zu machen wegen der öffentlichen Volksversammlung einladen mit dem Bemerken:„ Die Störungen, welche dem Handel Amerika's mit Kuba zugefügt Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben, da find. Amerika. = die Publikation der erst angefeßten Tages- Ordnung von der hiesigen Behörde verboten ist." Auch dies Plakat erscheint Die Kölnische Volkszeitung" bringt folgende recht Mergerniß erregend, und ich habe daher dessen Anschlag unter- alberne Notiz: sagt. Da aber nach der Bemerkung bezüglich der Tages- Ordnung angenommen werden muß, daß die beabsichtigte Ver= handlung doch stattfinden soll, so untersage ich auf grund des § 10 Titel 17 Theil II des Allgemeinen Landrechts für die Preuß. Staaten hiermit die Abhaltung der gedachten Verfammlung. Dies Verbot wird erst zurückgenommen werden können, wenn Sie mir genügende Gewähr für die Tagesordnung geben. Herr Wolf ist in Kenntniß gesetzt. Dr. Gerland. Der erwähnte Paragraph des preußischen Landrechts lautet: Die nöthigen Anstalten zur Erhaltung der öffentlichen Rube, Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung der dem Publico, oder einzelnen Mitgliedern desselben bevorstehenden Gefahr zu treffen, ist das Amt der Polizei." = Abgeordneter Liebknecht veröffentlicht im Vorwärts" eine Erklärung, worin er sich gegen den ihm in einer Versammlung gemachten Vorwurf vertheidigt, in bezug auf die armenische Frage nicht den sozialistischen Standpunkt zu vertreten und einen längeren Artikel von Fräulein Rosa Luxenberg, in dem dies geschehen sei, zurückgewiesen zu haben. Es muß recht bedenklich um seine Chefredaktion stehen, wenn er eine der artige öffentliche Vertheidigung für nothwendig hält. So die„ Kölnische Volkszeitung". Thatsache ist: Liebfnecht war persönlich angegriffen, und es war daher nicht blos natürlich, sondern das einzig Richtige, daß er persönlich antwortete. Parlamentarisches. B .. ( freis. Boltsp.) zum Reichstage als Vertreter des 4. Merseburger Die Wahlen der Abgg. Kunert( Soz) nnd Kopsch und des 5. Liegnizer Wahlkreises wurden für giltig erklärt. Der preußische Landtag, der gewöhnlich erst im Januar zusammentritt, ist in diesem Jahre bereits auf den 20. November einberufen worden. Der Hauptgrund hierfür ist darin zu suchen, daß der Kultusminister nach Scheitern des Lehrerbesoldungs Gesetzes in der vorigen Session bestrebt ist, durch ein neues ehrerbesoldungs- Gesetz die Lage der Boltsschullehrer und Lehrerinnen zu verbessern. Allerdings wird hierbei trob der günstigen Finanzlage Preußens nicht allzu viel für die Lehrer abfallen. Das vorjährige Gesetz scheiterte bekanntlich daran, daß die großen Städte in unverhältnißmäßig hoher Weise dem platten Lande gegenüber belastet werden sollten. Soweit bisher verlautet, wird die Deckungsfrage in der neuen Vorlage anders geregelt werden, es soll einigen großen Städten, in erster Linie Berlin, gestattet sein, sich von den Bezirkskaffen zur Beftreitung der Alterszulagen auszuschließen. Auf der anderen Seite sollen aber auch nach diesem Entwurf die großen Städte aus der Staatskasse nicht einmal die bisher ge währten Dotationen erhalten, wie es in einem Rompromiß Antrage des Abg. Sattler im vorigen Jahre angeregt war. Die Bezüge der Lehrer stimmen mit dem vorjährigen Ent wurf überein. Die Absicht des Kultusministers, höhere Grundgehälter zu erzielen, scheiterte an dem Widerspruch seines Kollegen Miquel, der, wie die Preuß. Lehrerzeitung" berichtet, der Deputation des gefchäftsführenden Ausschusses des preußischen Landes- Lehrervereins in einer Audienz den Rath ertheilt hat, die Lehrer sollten sich hüten, durch höher gestellte Forderungen das Zustandekommen des Gesetzes überhaupt zu gefährden; das jezige Plus im Haushalt könne sehr leicht wieder verschwinden. Man sieht hieraus, daß es sich bei dem Geset nur um eine kleine Abschlagszahlung handelt, die immerhin von bem am schlechtesten befoldeten Theil unserer Lehrerschaft, die nicht um eine wirkliche Aufbesserung der Lehrergehälter, sondern heute noch ein Gehalt von weniger als 900. beziehen, mit Freuden begrüßt werden dürfte. " Partei- Nachrichten. Auf grund dieses Paragraphen hätte der Herr Dr. Gerland Der Entwurf des Reichshaushalts- Etats pro 1897/98 die Versammlung allenfalls gebieten, aber nicht ver bieten schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1328 301 824 M. ab. Der Entwurf des Reichshaushalts- Etats pro 1897/98 dürfen, denn es handelte sich bei der Versammlung gerade darum, Auf die fortdauernden Ausgaben entfallen 1169 385 556 M., auf mitzuwirken, daß das Publikum oder einzelne Mitglieder desselben vor die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 101 311 521 M. der Brüsewißerei, also vor einer Gefahr, die kein Mensch hinweg und auf die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats leugnen tann, beffer geschützt werden als es jetzt der Fall ist. 57 603 747. Des weiteren wird der Finanzminister dem Landtage sein Im übrigen versteht es sich, daß für die Versammlung das Lieblingsprojekt, einen neuen Automaten zur Schulden preußische Vereinsgefet, nicht aber das preußische Landrecht 654 860 M., auf Reichskanzler und Reichsfanzlei 159 260 M., Schuldentilgung in der Höhe von 1/2 pet. der Staatsschuld feft Von den fortdauernden Ausgaben entfallen auf den Reichstag tilgung unterbreiten. Es foll biernach gefeßlich eine jährliche maßgebend war. Die Beschwerde gegen das Verbot wird also auf das Auswärtige Amt 10 961 623( mehr 356 370 M.), gelegt werden, d. h. der Landtag soll verpflichtet sein, in jedem nicht ohne Erfolg sein. Jedenfalls zeigt aber die Maßnahme Reichsamt des Innern 36 712 237( m. 3 144 417 M.), auf die ahre eine dementsprechende Summe in den Ausgabe- Etat zu der Hildesheimer Polizei, unter welch nichtigen Vorwänden es Berwaltung des Reichsbeeres 486 460 645( m. 6 985 571 M.), auf setzen, selbst in ungünftigen Finanzjahren. Wenn diese Borlage heutzutage möglich ist, dem Volke das bischen Versammlungs die kaiserliche Marine 58 925 277( m. 8542 971 M.), Reichs Gesetz wird, so wird sich in den Zeiten einer weniger günftigen recht noch zu verkümmern, noch dazu in Hannover, wo der Justizverwaltung 1980 960 W., Reichsschatzamt 409 151 340 Führer der nationalliberalen Partei, Herr v. Bennigfen, Ober- m. 16 641 490 m.). Reichs- Glenbosch 980, Reich Finanzlage ein Zuschlag zu den direkten Staatssteuern als noth präsident ift.schuld 76 191 300( m. 248 750 M.), Rechnungshof 740 523 M., wendig herausstellen, wofern nicht für die nothwendigsten AusFulda, 13. November. Bei der heutigen Landtags allgemeiner Pensionsfonds 58 587 054( m. 2 024 911 m.), Reichs gaben erhebliche Verminderungen eintreten sollen. Erfahwahl im Wahlkreise Hersfeld- Rotenburg wurde Guts- Invalidenfonds 28 504 497( weniger 358 011 M.) Außer einigen kleineren Vorlagen wird dann noch die besiger Jfenburg( t.) mit 105 Stimmen gegen Werner( Antis.), Die einmaligen Ausgaben im ordentlichen Etat betragen: bas Bereinsgesetz den Landtag beschäftigen, da es wohl als Frage der Snvertirung und als wichtigster Punkt der 100 Stimmen erhielt, gewählt. Auswärtiges Amt 8 376 300( m. 715 520), Reichsamt des -Bu ben bevorstehenden Reichstags- Stich- Innern 2550 248( w. 854 452), Poft und Telegraphenverwaltung ziemlich sicher anzunehmen ist, daß sich diese Boltsvertretung" wahlen haben die Nationalliberalen nun endgiltig Stellung 8 626 781( m. 298 297), Reichsbruckerei 95 000( m. 35 000), Wer in ihrer jezigen Zusammensetzung nicht mit einem einfachen Berbot der Verbindung politischer Vereine begnügen wird. Selbst genommen. In Gießen beschloffen sie, trob Abmahnungen der waltung des Reichsheeres 46046 965( m. 772870), Marine 31 750927 wenn die Regierung nicht die Initiative zu einer Verschlechterung National Beitung", einstimmig, für den Antisemiten Köhler au( m. 6704 127), Reichsschaamt 75 800, Eisenbahnverwaltung des preußischen Vereinsgesetzes ergreift, ist es nicht ausgefchloffen, stimmen. Für Mainz ist zwar offiziell Wahlenthaltung be- 3 790 000( m. 240 000). fchloffen worden, in Wirklichkeit aber wird der Zentrumsmann bei der Verwaltung des Reichsheeres 14 270 406( weniger Die einmaligen Ausgaben im außerordentlichen Etat betragen des Vereinsgeießes auf der anderen Seite erhebliche Verschlechte. daß der Landtag aus eigenem Antriebe dieser kleinen Verbesserung gewählt. Schmalkalden, 12. November. Der Kreistag von Schmal- 10 519 003), Marine 38 688 841( m. 32 852 541), Eisenbahn- rungen gegenüberstellt, um auf diese Weise zum so und so vielten Male die Sozialdemokratie zu vernichten. falden genehmigte den Bau einer Normal- Kleinbahn von Klein Ausgaben ein Mehr von 61 277 265 M., wovon 32 552 365 M. verwaltung 4 650 000( m. 1796 500), insgesammt ergeben die Der neue Staats- Haushalts etat wird dem LandSchmalkalden nach Brotterode. Die Koften sind auf 700 000 M. auf die fortdauernden und 28 724 900 W. auf die einmaligen tage, wie gewöhnlich, erst im Januar zugehen. veranschlagt. Ausgaben entfallen. Roftoc.( Mecklenb. Boltsztg.) Die konservativen Medl. Die Einnahmen sind pro 1897/98 veranschlagt: Nachrichten" find sehr schlecht zu sprechen auf den Versuch der Beim Etat der Zölle und Verbrauchssteuern mit 653 181 480 M., Freisinnigen, einen Bauern Schugverein im b. f. 18 466 650 M. mehr als für das laufende Etatsjahr. Es Parteiliteratur. Die erste Auflage des Gothaer KongreßGegensatz zum Bund der Landwirthe ins Leben zu rufen. Das entfallen biervon auf die Bölle 372 480 000( m. 16 882 000) M., Protokolls ist vergriffen und die zweite bereits im Druck. Aus Junkerblatt meint: Die Herren Bauernbund Gründer irren sich in ihrer Bor- Tabaksteuer 11 293 000( m. 102 000) M., Zuckerſteuer 81 000 000 einer ganzen Reihe von Partei-Orten sind aber bis jetzt BeDie Herren Bauernbund- Gründer irren sich in ihrer Vor-( m. 1 000 000) M., Salzsteuer 45 669 000( m. 1129 000).stellungen noch nicht aufgegeben worden und ersucht deshalb die aussetzung. Wenn sie auf das platte Land ziehen, um die Maischbottich und Materialsteuer 17 066 000( m. 904 000) M., Bauern und die Großgrundbefizer zu verheyen, so haben nicht Verbrauchsabgabe vom Branntwein 98 717 000( m. 838 000) M., Buchhandlung Vorwärts die Vertrauensleute die Freisinnigen, sondern die Sozialdemokraten" das Brauftener 26 848 000( m. 1097 000)., auf die Aversen ent- um baldigste Angabe ihres Bedarfs, um die Höhe der AufBeste" zu erwarten. Es ist eine Kurzsichtigkeit, aber auch eine fallen 63 480 M. Frivolität sondergleichen, wenn der Rickert'sche Freisinu in der heutigen Zeit als neuer zersetzender Faktor auf die Dörfer von 61 873 000. ein Mehr von 873 000 m. auf. Es sind Der Etat der Stempelabgaben weist bei einem Einnahmefoll lage beſtimmen und die Zusendung ohne Unterbrechung bewerkstelligen zu können. zieht." veranschlagt: Der Spielkartenstempel auf 1366 000( m. 38 000) M., Gemeindewahlen. Im Bezirk Magdeburg- Altstadt Es wird ja nicht ausbleiben, daß die Freifinnigen diesem die Wechselstempelsteuer auf 8183 000( m. 347 000) M., der erhielten bei der Stadtverordnetenwahl in der 3. Klaffe unfere Sündenregiſter ein anderes, ein konservatives, gegenüber balten, Stempel für Attien, Renten und Schuldverschreibungen auf Genoffen 148 bis 156 Stimmen, die gegnerischen Kandidaten 642 durch das bewiesen werden soll, daß die vielen konservativen 14 078 000( m. 1734 000) M., für Kauf- und sonstige Anschaffungs- bis 1564. Dummheiten der letzten Jahre das Aufblühen der Sozialdemo- geschäfte auf 18 047 000( v. 1 289 000) M., Loose von Staats- Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Frankfurt a. M. fratie verursacht hätten. Dieser Zwift im Lager der„ Ordnungs" lotterien auf 16 275 000( weniger 315 000) M., von Privat- ist es unserer Partei nicht gelungen, einen Siß zu erlangen. Sippe fann selbstverständlich auf und Sozialdemokraten nur er- lotterien auf 8 121 000( mehr 309 000) M., statistische Gebühr auf Nach den Angaben der Franks. 3tg." erhielten Stimmen im heiternd wirken. 808 000( mehr 90 000) M. 1. Bezirk( Ditend) Genosse Baumann 189, bei einer Be Militarismus tontra Sozialismus. Ent- Der Etat der Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung ver- theiligung von 995 Wählern; im 2. Bezirt( Sachsenhausen) sprechend dem Vorgehen Preußens ist nun auch von dem württem- anschlagt die Einnahmen auf 314 535 150 m., das find 20 272 823 M. Genoffe Heinrich Schmidt 223, Genosse Knoop 202 St., bergischen Kriegsminister den Unteroffizieren und Mannschaften höher als der laufende Etat. Es vertheilt sich das Einnahmefoll Wahlbetheiligung 1104 Stimmen. 3. Bezirk( Altstadt) Genosse die Betheiligung an Vereinen und Bersammlungen ohne vor- folgendermaßen: Porto- und Telegraphengebühren 291 500 000 Sydow 93 St.,( im Jahre 1894 betrug unfere Stimmenzabl herige dienstliche Erlaubniß, die Bethätigung sozialdemokratischer( mehr 19 500 000) M., Personengeld 1 450 000( weniger 110 000) M., etwa das doppelte), Wahlbetheiligung 908 St.; 7. Bezirk( Bornheim) Gesinnung und das Halten revolutionärer und sozialdemokratischer Gebühren für Bestellung der Postsendungen 14 400 000( mehr Genoffe Wilhelm Schmidt 276 Stimmen( 38 Stimmen Schriften ausdrücklich verboten worden. 650 000) M., Absatz der Zeitungen 4770 000( mehr 95 000) M. mehr als im Jahre 1894), Dr. Quard 186 Stimmen( 68 Stimmen Ungarn. und diverse fleinere Einnahmen. Der Ueberschuß der Poft- und weniger als im Jahre 1894), Wahlbetheiligung 1124 Stimmen; Budapest, 12. November. Von den heute stattgehabten Telegraphenverwaltung ist auf 32 626 301 m., d. f. 7 040 324 M. 8. Bezirk( Bockenheim) Genoffe Opificius 144 Stimmen, Wahlbetheiligung 596 Stimmen. In den übrigen Bezirken waren sechs Stich wahlen siegte in fünf Bezirken die liberale höher veranschlagt. unsererseits feine Kandidaten aufgestellt. In Frankfurt a. M. Partei, in einem Bezirk siegte der Kandidat der KossuthFraktion. In Kecskemet ist Graf Ferdinand Bichy troz großer ift das Wahlrecht von der Versteuerung eines Einkommens von 1200 Mart abhängig, das hauptsächlich erklärt den Ausfall der Anstrengungen der Kleritalen unterlegen. Zur Gemeinderathswahl in Greiz sind von unserer Seite 3 Kandidaten aufgestellt. Frankreich. = . Die Einnahmen der Reichsdruckerei ergeben einen Ueber. Schuß von 1 546 340, die der Eisenbahnverwaltung 25 405 600 ( in. 1941 700), Bantwefen 3 501 600( m. 2 116 800), verschiedene Verwaltungseinnahmen sind auf 17 482 468.( m. 1 102 875 M.), abl. der Zuschuß aus dem Reichsinvalidenfonds auf 28 682 980 - Die Interpellation Mirman( ftebe lekte Nr.)( w. 179 528 M.), die Einnahmen für Parzellen des ehemaligen wurde durch eine Tagesordnung Poincaré's erledigt. In derfelben Feftungsterrains in Stettin auf 411 090 m.( m. 171 138 M.) bedrückt die Kammer ihr Bertrauen zu den Erklärungen der Re- rechnet. Die Ueberschüsse aus dem Jahre 95/96 betragen gierung aus. Dieselbe wird nach längerer Geschäftsordnungs- 12 107 690.( m. 4 662 457). Debatte mit 324 gegen 225 Stimmen angenommen.( Anhaltender Die Matrifularbeiträge sind auf 425 802 747( m. 11 701 980 Beifall.) Mart) berechnet. In Waltershausen bei Gotha beschlossen die Parteigenossen Betheiligung an der Stadtverordnetenwahl. Als Vertrauensmann für Marburg wurde in der legten Parteiverfammlung Schriftseger Julius Wolff( Unter gaffe 9) gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Der Redakteur des Braunschweiger Volts. frennds", Genosse a ech, hat am Donnerstag in der Landes- Strafanstalt in Wolfenbüttel die sechsmonatige Strafe angetreten, die ihm wegen Bussenius- Beleidigung auferlegt worden ist. Außerdem schweben noch fünf Prozesse gegen ihn. Ein Gesuch um Aufschub der Strafe bis 1. Januar, das Genosse Jaedth unter Berufung auf seine Familien- und Erwerbsverhältniffe eingereicht hatte, ist von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden, weil die Begründung im wesentlichen unzutreffend" wäre. Dieselbe Staatsanwaltschaft hatte ibn bekanntlich wegen Fluchtverdachts" verhaften lassen, welche Maßnahme dann vom Landgericht wieder aufgehoben worden ist. Einen Anspruch darauf, unfehlbar zu sein, wird die Staatsanwaltschaft also wohl felber nicht erheben wollen. Möge Genosse Jaeckh den Gefäng niß- Aufenthalt gut überstehen! Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. 10 " Boziales. = Die ,, Rheinisch- Westfälische Zeitung", das Organ der In der Thonröhrenfabrik in Friedrichsfeld bei Mann- 1hindern, für einen Mindestlohn ein Mindestmaß von Arbeits nationalliberalen Volksausbeuter, tlagt darüber, daß sich noch heim ist, wie bereits am Donnerstag mitgetheilt wurde, der Vor- leistung zu verlangen. Im günstigsten Falle würde sich das nicht überall die bürgerlichen Parteien zusammenschließen, um bei figende des Allgemeinen Vereins der Töpfer plöglich entlassen Ca' Canny nur während der Dauer der guten Geschäftszeit bewähren, den Wahlen geschlossen gegen die Sozialdemokratie zu stimmen. worden. Diese Entlassung wurde von den Mitgliedern der dann aber um so schneller zur Einführung arbeitssparender An stelle dieses natürlichen Zusammenschlusses führt das Organisation als Maßregelung angefehen, die sich gegen die Maschinen Anlaß geben. Blatt aussehen wir sie einander blutig befehden, ihre ver- Organisation an fich richtet. Jetzt wird mitgetheilt, daß in der hältnismäßig untergeordneten Streitfragen zu unüberbrückbaren genannten Fabrik der Streit ausgebrochen ist. Wahrscheinlich Gegenfäßen aufbauschen und so ihre Kräfte nußlos zersplittern. In handelt es sich um ein allgemeines Vorgehen der Unternehmer folge dieser thörichten Bersplitterung gelangt fast überall, gegen die organisirten Thonwaarenarbeiter; von den letzteren wo sich diese kleinlichen Streitigkeiten der verschiedenen bürger- gehören ca. 80 der Organisation an. Strenge Fernhaltung des Wahlen zu den Berg Gewerbegerichten im Ruhrgebiet Ueber die Ursachen der geringen Betheiligung an den lichen Parteien wiederbolen, als der sich freuende dritte, der Buzugs ist nothwendig. Der Vorstand des Allgemeinen lesen wir in einer Korrespondenz der Germania": Sozialdemokrat in die Stichwahl, bei der die vorher unvernünftig Vereins der Töpfer und Berufsgenossen, aufgewühlten Leidenschaften derartig nachzittern, daß zahlreiche Deutschland 3. Die Bergleute müssen wohl eingesehen haben, daß ihnen Wähler in findischem Troh lieber dem gemeinschaftlichen Tod= die staatlichen Fachgerichte unter den im Industriebezirk nun feinde ihre Stimme geben, als demjenigen, mit welchem sie einmal obwaltenden Verhältnissen auch nichts nügen, weil In Barmen Elberfeld beschlossen die Arbeiter der sie troß derselben sich zu schwach fühlen, mit ihren Arbeitgebern wenigstens auf demfelben Boden der Staats- und Gesellschafts- Bürsten- und Pinselindustrie zu geeigneter Beit Streitfälle vor diefen Gerichten zum Austrag zu bringen. Sie ordnung stehen. Diese fast unbegreifliche Erscheinung wieder folgende Forderungen zu stellen: Beseitigung des Koft und fürchten offenbar die Folgen, und wohl nicht so ganz mit holt sich immer wieder von neuem und die gleiche Ursache bringt Logiswesens beim Arbeitgeber, zehnftündige Arbeitszeit, Be- unrecht. Man hat ja leider Beispiele genug, daß auch das befte in den weitaus meisten Fällen die gleiche Wirkung hervor." Unbegreiflich ist diese Erscheinung nun doch nicht. Go feitigung der Akkordarbeit und bis dahin Zahlung von Afford: Recht hier nicht Schuß findet, weil man tausend Mittel hat, können z. B. die Ultramontanen und Freisinnigen schon aus fäßen, die einen Minimalverdienst von 35 Pf. pro Stunde dem Rechtsuchenden die Sache zu verleiden. Geht so ein armer Gründen der politischen Reinlichkeit nicht mit der garantiren, Minimallohn von wöchentlich 18 M. Bergmann zum Schiedsgericht und erhält er dort Recht, dann nationalliberalen Bartei zusammen gehen, deren einziger Grundfab verhältnisse sind ebenfalls sehr unbefriedigend. Jezt ist die Arbeitszeit 101/ 2--12 Stunden und die Lohn- fann er mit ungefährer Sicherheit darauf bauen, daß er demdie Grundsfaglosigkeit ist. nächst von der unterlegenen Grubenverwaltung in irgend einer Form gemaßregelt wird; deshalb erträgt er lieber das In Weißenfels hatten die Arbeiter der Schuhfabrit unrecht und läßt die Schiedsgerichte, wo sie sind, um sich und von Ernst Schied die Arbeit eingestellt. Der Streit ist sieg: feine Familie nicht ins Elend zu bringen. Man tonnte es am reich beendet; sämmtliche Forderungen sind durchgesezt. Die Wahltage auf Schritt und Tritt hören, wie die Leute auf die Vermittelung hatte Genoffe Siebert aus Nürnberg seitens der Frage, ob sie nicht wählen gingen, die stereotype Antwort gaben: Leitung des Schuhmacherverbandes übernommen. Weshalb denn wählen; es hilft uns ja alles nichts. Wir können Die Landeskonferenz der Zimmerer Sachsens, die am ja doch nicht zu den Gerichten gehen, deshalb wählen wir 8. November in Dresden abgehalten wurde, war von 15 De- auch nicht." Daß dieser Umstand nicht der richtige ist, bedarf legirten aus 9 Orten besucht und beschloß, daß überall dort, wo weiter feines Beweises, aber er ist wenigstens erklärlich; die die effeftiv neunstündige Arbeitszeit noch nicht eingeführt ist, Bergleute stehen der neumodischen Einrichtung der Berg- Gewerbeenergisch für sie eingetreten werden soll. Sonntagsarbeit Front gemacht werden. Weiter soll gegen die gerichte also feineswegs prinzipiell ablehnend gegenüber, wie Um mehr Mittel zur liberale Blätter behaupten, und weil sie keinen Grund zu klagen Führung des Kampfes zu beschaffen, empfahl die Konferenz, in haben, sondern sie sind zum theil wenigstens von den Wahlen jedem Ort einen Unterstützungsfonds zu gründen. ferngeblieben, weil sie den ihnen in diesen Gerichten gebotenen staatlichen Schuh für sich nicht nuhbar machen können. Und In München haben 20 Ranalmaurer und 10 3ugdaß sie es nicht tönnen, liegt in dem Mangel an Einigkeit in burschen der Firma Ackermann u. Mauerer die Ar- ihren eigenen Kreisen, an dem Mangel einer großen und starken -Der durch seine Urtheile in Sozialistenprozessen bekannt beit eingestellt. Die Zugburschen verlangten Erhöhung des Organisation. Vor allem so lange diese fehlt, haben, wie in gewordene Amtsrichter Dr. Becker in Dresden ist zum Land- Stundenlohnes von 30 auf 35 Pf. Die Maurer erklärten sich diesen Tagen schon von den verschiedensten Seiten betont worden gerichtsdirektor befördert worden. mit den Zugburschen solidarisch, da bei Einstellung neuer, unWegen einer Notiz über den Selbstmord eines Offiziers geübter Leute das Leben der in den Kanälen Arbeitenden direkt ist, die Berg- Gewerbegerichte für unsere Bergleute feinen Zweck." Dieses Urtheil des Korrespondenten des ultramontanen Blattes hatte das Berliner Kriegsministerium gegen den Redakteur der gefährdet ist. Zahlreiche Unglücksfälle beim Kanalbau machen ist um so interessanter, als gerade die Zentrumspartei und speziell Boltsstimme" in Burgstädt i. S., Genossen Fröhlich, Straf- es den bei dieser Arbeit Thätigen zur Pflicht, darauf zu bringen, ihr Führer in den Arbeiterschuhfragen, Professor Size, fich antrag wegen Beleidigung gestellt. Das Schöffengericht erkannte daß nur geübte und zuverlässige Leute als Zugburschen angestellt bisher auf das mit ihrer Hilfe zu stande gekommene Gesetz über auf 150 Mart Geldstrafe und auf die üblichen Neben werden. die Berg- Gewerbegerichte besonders viel zu gute thaten. Interstrafen. Gegen den Drucker der Voltsstimme", Genossen Die Errichtung eines Arbeiter Sekretariats in Stutt effant ist auch, daß derselbe Korrespondent erklärt:„ Die Landgraf, war ein grober Unfugsprozeß eingeleitet, weil gart ist nunmehr beschloffene Sache. Eine Gewerkschafts- Ver- Hoffnung, daß der Gewerkverein chriftlicher Bergleute er ein Flugblatt gedruckt hat, worin den Parteigenossen vom fammlung, wo Genosse Segit aus Nürnberg über das von ihm in seiner heutigen Gestalt sich mit der Zeit zu einer Organisation Vertrauensmann bekannt gegeben wurde, daß der Wirth des geleitete dortige Arbeiter- Sekretariat berichtete, nahm die Vor- ausbilden könnte, wie sie unsere Bergleute den Unternehmern Sächsischen Hofes uns seinen Saal nicht zur Verfügung stellte. schläge an, die von einer mit den Vorarbeiten betrauten Rom- gegenüber brauchen, kann heute ruhig aufgegeben werden." Wir Das Verfahren ist jetzt auf Beschluß des Chemnitzer Landgerichts mission gemacht worden waren. Die Stelle des Arbeiter Sefretä 3 glauben dies auch und rathen deshalb den Bergleuten, sich eingestellt worden. Das gegen den Verleger des Flugblattes, wird ausgeschrieben werden. Die Bewerber haben den Nachweis dem Verbande anzuschließen. Genossen Fröhlich, eingeleitete Verfahren schwebt dagegen der Befähigung durch eine schriftliche Arbeit über die Bedeutung noch. In einer öffentlichen Versammlung in Burgstädt war des Arbeiter- Sekretariats zu liefern. Zu den Kosten werden Fachschulwesen. Die vereinigten Kommissionen der Städte dem Reichstags- Abgeordneten Albert Schmidt vom Bürger- beitragen: der Landesvorstand der Sozialdemokraten Württem- München Gladbach und Rheydt und die Handelskammer meister das Wort entzogen worden; die Kreishauptmannschaft in bergs 500 M., die Vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts 500 m, beschlossen einstimmig, der Regierung gegenüber die dringende Zwickau hat jetzt entschieden, daß die Wortentziehung ungerecht der Sozialdemokratische Verein Stuttgart 250 M., durch frei- Nothwendigkeit der Errichtung einer Spinn- und Webe. fertigt war. willige Mittel follen 250 M. aufgebracht und der Restbetrag schule für Baumwollgewebe zu betonen. Die Kosten Mecklenburgisches. In Rostock war zu soll aus Mitteln der Schwäb. Tagwacht" entnommen werden. Der Anlage wurden auf 1/2 Million Mark veranschlagt. Mittwoch eine Volksversammlung einberufen, wo Genosse Das Bureau soll im ersten Jahr im Hause des Verlegers der D. Allman aus Hamburg über das Thema sprechen follte:" Schwäb. Tagwacht" untergebracht werden, weil hier die Räum- Depeschen und letzte Nachrichten. Der Maximal- Arbeitstag in den Bäckereien lichkeiten für das erste Jahr einschließlich der Heizung und Beund seine Bedeutung für das allgemeine Volkswohl. Der Referent leuchtung unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. tam über die Einleitung nicht hinaus. Als er ausführte, daß es gerade die Konservativen und Nationalliberalen Eine Konferenz der Holzarbeiter Badens und Elsaß gewesen seien, die fich gegen die bekannte Bundesrath 3- Lothringens wird morgen Sonntag in der Mundinger'schen Berordnung ins Beug gelegt hätten und sie wieder zu beBrauerei in Offenburg abgehalten. seitigen versuchten, da erhob sich der überwachende Be- Ju Wien ist der Streit in der t. t. priv. Eisenmöbelfabrit Ba ding von der Anklage eines Vergehens gegen§ 180 des amte und erklärte, die Versammlung habe einen polis und Metallgießerei von August Kitschelt's Erben durch Strafgesetzbuches freigesprochen wurde. Es handelt sich um die tischen Charakter angenommen, weshalb er fie auf- Vermittlung des Gewerbe- Inspektorats und eines Vertrauens löſe. Am selben Tage sollte Redakteur Groth aus Rostock manns der Metallarbeiter- Organisation beigelegt. Der Firmen rothe März- Nummer vom vorigen Jahre, die ohne Vorwiffen im Arbeiter- Bildungsverein in Schwerin einen Vortrag Inhaber erklärte sich bereit, von der beabsichtigten Lohnreduktion Bading's in seiner Druckerei hergestellt worden ist. halten. Er tam ebenfalls über die Einleitung nicht Abstand zu nehmen. hinaus. Alz er eine Schilderung der Armee König Friedrich's des zweiten und des Offizierkorps ricia sind darauf eingegangen, alle Arbeit von männlichen And Dänemark. Die Schneidermeister in Frededamaliger Beit geben wollte, da erhob sich der mit einigen Arbeitern in der eigenen Werkstatt ausführen zu lassen. Die Schuyleuten und einem Stenographen anwesende Stadt Wachtmeister und erklärte die Versammlung für aufgelöst. Genosse nach dem vereinbarten Tarif erhalten. Frauen jedoch sollen noch daheim arbeiten dürfen, aber Bezahlung Groth bemerkte hierauf dem Stadt- Wachtmeister, er erwarte, daß ihm ein Strafmandat zugeschickt werde, damit er Gelegenheit verein gegründet und ihren Eintritt in die zentrale Fach- OrganiDie Holzschuharbeiter in Vejle haben einen Fachbekomme, vor Gericht zu hören, gegen welches Gefeß er sich ver- fation angemeldet. gangen haben solle. M " Die Fabrikanten Georg und Oskar Mey, Theilhaber Aus England wird uns über den Stand der Hafen. der Firma M. Droßbach u. Cie. in Bäumenheim, hatten den arbeiter Bewegung geschrieben: Genossen Mattutat in Augsburg, den Redakteur der Nach Angaben einiger der Docker- Union nabestehenden inzwischen mit der Münchener Post" verschmolzenen Bolts. Beitungen spielte sich auf den Albert- Docks unter den freien, zeitung", wegen Beleidigung verklagt. Ihre Klage sand aber d. h. dem Hafenarbeiter- Verband nicht angehörenden Arbeitern auf so schwachen Füßen, daß sie den Strafantrag zurückzogen ein Vorgang ab, der das Vorspiel eines großen Dockstreits zu und zwar unter Uebernahme sämmtlicher Kosten. Das gegen Mattutat anhängige Berfahren ist demgemäß eingestellt worden. Gewerkschaftliches. Leipzig, 18. November.( W. T. B.) Das Reichsgericht bat die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision gegen das Urtheil der Strafkammer des Landgerichts II Berlin vom 3. Juli d. J. verworfen, durch welches der Buchdruckereibesizer " ( Die berühmte Seeschlange dolus eventualis scheint in unserem Klima doch nicht so recht gedeihen zu wollen. Red.) Zeitung" meldet, find in voriger Nacht wieder mehrere Erdstöße Eisleben, 18. November.( B. S.) Wie die Eislebener mit großer Heftigkeit in einem großen Theile der Stadt verspürt worden. Auf dem Rammberge und in der Rammthorstraße wurde Knattern im Mauerwerk wahrgenommen. Die Bewohner der vor und nach den Erdstößen eine Bewegung der Häuser und ein Stadt verbrachten die Nacht in großer Sorge. Frankfurt a. M., 18. November.( W. T. B.) Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen, bei denen 22 Size neu zu be jegen waren, fielen der demokratisch- fortschrittlichen Liste von den bisher innegebabten 15 Mandaten 11 zu. Die Nationalliberalen gewannen 1 Siß zu den bisherigen 7 hinzu; es haben 3 Stich wahlen stattzufinden. sein scheint. Die betreffenden Arbeiter, die im Kornverladungs- Frankfurt a. M., 13. November.( B. H.) Die Frank Departement angestellt sein sollen, verlangten eine Erfurter Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Dem hiesigen Verhöhung der Löhne auf 25 Schillinge pro hundert Quarters treter einer europäischen Macht sind vorgestern direkte Nach ( 1 Quarter 2903/4 Liter). Als dies verweigert wurde, richten über furchtbare Megeleien zugegangen, die am Sonnabend stellten alle, Gänge"( Rotten") wie ein Mann die Arbeit ein in Eweret, Vilajet Kajsari( Kleinaften) stattgefunden haben. Die Ebenso weigerten sich die Unionsmitglieder, als versucht wurde, Armenier haben, nachdem eine bedeutende Anzahl der sie zum Einspringen zu bewegen, mit Entcüftung, auch nur einen selben in der letzten Woche aufs äußerste gepeinigt waren, die große Scheffel anzurühren. Es wurden dann Elevatoren( Hebmaschinen) worden Moschee und angegriffen eingestellt und von der Schiffsherren Föderation neue Leute unter die bestürzte Bevölkerung Bomben geworfen. Eine ber Erhebung Türken in Eweret und herübergeschickt, aber auch diese verweigerten die Arbeit. Die allgemeine der gegenwärtige Stand der Dinge. Auch die dem Verband der den Nachbarorten die Armenier war die Folge. freien Arbeiter angehörenden Kohlenzieher stehen auf dem ge- 3000 Armenier und 200 Türken wurden bei den Metzeleien ge= nannten Dock im Ausstand. tödtet. Das reguläre Militär tam zu spät und schritt ein, nachdem Eweret, der reichste Ort des Bilajets, furchtbar verwüstet war. Einzelheiten über die Mezzeleien fehlen. Der Gouverneur von Angora, Tefwit- Bascha, wurde telegraphisch angewiesen, fofort nach dort abzureisen. Au die Berliner Korbmacher in der Grünbranche! In der letzten Korbmacherversammlung in Friedrichsfelde wurde eine Kommission gewählt, die die Lohnverhältnisse in der Grünbranche festzustellen und einen Tarif auszuarbeiten hat. Soll diese Tarifkommiffion ihre Aufgabe erfüllen, so ist es nothwendig, daß jeder von Euch seine Schuldigkeit thut, indem er wahrheits: gemäß angiebt, wie die Verhältnisse in seiner Werkstatt liegen. Ferner muß sich jeder zur Pflicht machen, seiner Organisation, Ist diese Nachricht richtig, dann dürfe allerdings der Generaldem Verband der in der Korbmacherei beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, beizutreten, denn nur durch eine straffe Organisation können wir unsere Lage verbessern. Daß diese durchaus verbesserungsbedürftig ist, brauche ich nicht erst tlarzumachen. Lange Arbeitszeit und niedrige Löhne stehen bei den Rorbmachern von jeher an der Tagesordnung. J. A.: Cari Freese, Adalbertstr. 27. gegen Teplių, 13. November.( B. H.) Die große Tafelglas- Fabrit von Max Mühlig in Settenz ist infolge einer Explosion zum größten Theil niedergebrannt. Menschenleben sind dabei nicht umgekommen. Salzburg, 13. November.( B. H.) Der Redakteur der Salzburger Stimme", Ferdinand Mrzzazz, wurde in Reichenhall beim Verlassen des Eisenbahn- Roupce von einem Gendarm ver haftet. Derselbe hat in dem genannten Blatt den bayrischen Kommissar Freiherrn von Stengel angegriffen und der Vorladung zum gerichtlichen Termin teine Folge gegeben. ausstand ziemlich nahe bevorstehen. Daß die freien" Arbeiter auch den Unternehmern gegenüber unzuverlässig sind, hat sich schon bei früheren Gelegenheiten gezeigt. Bei vielen von ihnen beruht die Gegnerschaft gegen die Gewerkschaft auf Motiven, die mit bedingungsloser Unterwerfung unter die Dittate der Unternehmer nichts zu thun haben, entweder rein persönlicher Natur sind oder auf grundfäßlicher Abneigung gegen bestimmte Sagungen oder Praktiken der Gewerkschaft beruhen. Achtung! Vergolder der Berliner Rahmenbranche. Die Leitung der Gewerkschaft hat vor etlicher Zeit in einem Flugblatt Wir machen hiermit die Kollegen besonders darauf aufmertsam, als Alternative eines Streits die Praxis des, Ca' Canny" andaß in der Versammlung am 16. d. M. die Antwort der Prinzi- gekündigt. Der Ausdruck ist schottisch und bedeutet gemächlich pale bekannt gemacht und unsere weiteren Maßnahmen beschlossen gehen. Oder, wie man im Deutschen fagen würde, Nicht so werden sollen. Erscheint deshalb Mann für Mann und zeigt hißig". Das heißt, führte das Flugblatt aus, bestehen dadurch, daß Ihr gewillt seid, den Forderungen Geltung zu ver- die Prinzipale darauf, uns für gute Arbeit minder Loudon, 13. November.( W. Z. B.) Vor dem Bow- Streetschaffen. Namentlich ersuchen wir die Kollegen derjenigen Firmen, werthigen Lohn zu zahlen, so gehen wir dazu über, für Polizeigericht erschien beute wiederum Edward Jvory, alias Bell, wo die neunstündige Arbeitszeit noch nicht eingeführt ist, ihrer minderwerthigen Lohn minderwerthige Arbeit zu leiften, unter der Anklage der Theilnahme an einer Verschwörung, welche Pflicht eingedent au sein, denn nur durch geschlossenes Borgehen Ca' Canny zu üben. Die Unternehmer haben darauf mit einem die Veranstaltung verbrecherischer Dynamit- Explosionen in Großtönnen wir zum Siege gelangen. Bersäumt auch nicht, für die Flugblatt geantwortet, das, unter Bezugnahme auf das von den britannien bezweckte. Ein Detektiv namens Jones, fagte aus, er habe Versammlung träftig zu agitiren, damit die uns noch Fern- Mitgliedern der Union getragene Abzeichen den Titel führt: im Jahre 1892 eine in New- York bestehende geheime Gesellschaft mit ftehenden herangezogen werden.( Näheres siehe Inserat.) Die" Der Knopf des feigen Lungerers" und das„ Ca' Canny" als zahlreichen Abzweigungen entdeckt, unter deren Mitgliedern sich Ortsverwaltung. unehrlich denunzirt, worauf die Union in einem gepfefferten Kearney, Tynan und Bell befanden. Es sei ihm gelungen, Achtung, Glaser Berlins und Umgegend! Da die Ver Gegenflugblatt zurückgeantwortet hat, die Schurterei fei auf mit den Mitgliedern der Gesellschaft in vertrauliche Beziehungen sammlung vom 8. November polizeilich verboten wurde, ist auf feiten des Unternehmers zu finden, der für Arbeit, die einen zu treten und als Genoffe aufgenommen zu werden. Als solcher Sonntag, den 15. d. Mts., mittags 1/21 Uhr, nach dem Lokal Schilling werth, nur sechs Pence zahle. Gerade die Bemühungen habe er an einer geheimen Zusammenkunft in Chicago in Kommandantenstr. 20 eine öffentliche Versammlung mit derselben der Prinzipale, das Tragen des Union- Knopfes zu verhindern, September d. J. theilgenommen, bei welcher Defegirte aus Irland und England anwesend waren und revolutionäre Reden ge Tagesordnung einberufen, wie sie auf den Handzetteln bekannt beweisen die wachsende Macht der Union. Daß die Union neuerdings Kraft gewonnen, ist außer balten wurden. Auch Kearney und Bell seien zugegen gewefen. gegeben wurde. Wir ersuchen um regen Besuch dieser so überaus Zweifel. Ob sie aber stark genug ist, die Praxis des" Nicht so Jones gelangte in den Befiz einer Anzahl geheimer Schriftbibig" mit Erfolg durchzuführen, scheint weniger zweifel- ftücke, die theilweise in der heutigen Verhandlung verlesen los. Fit fie stärker als der Verband der Unternehmer, wurden; durch dieselben wird bewiesen, daß die Gesellschaft die Jn Lübeck dauert der Streit auf dem Emaillirwerke von dann kann sie mit derselben Leichtigkeit wie die Herab Unabhängigkeit Jrlands auf dem Wege der Revolution zu erThiel u. Söhne unverändert fort. Zuzug von Metall- segung der Arbeitsleistung die Erhöhung der Arbeitslöhne durch reichen strebte. Das Ergebniß der Verhandlung war, daß Jvory, durch- reichen arbeitern aller Branchen ist aufs strengste fernzuhalten. fehen, ist sie schwächer, dann kann sie die Unternehmer nicht ver- alias Bell vor die Assisen verwiesen wurde. wichtigen Bersammlung und machen hierbei noch auf die heutige Annonce aufmerksam. Die Streitkommission. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 268. Reichstag. Sonnabend, den 14. November 1896. 13. Jahrg. ständigkeit der Schwurgerichte aus prinzipiellen Gründen nicht| dem fortwährend so hoch gepriesenen Schulzwang, nicht auf eine gerechtfertigt sei. zu harte Probe zu stellen. Das Volk habe, hat man uns zu verAbg. Frohme( Soz.): Wenn wir auch nicht der Ansicht des stehen gegeben, die Grüße nicht, sich gewiffe Delitte zu erklären, 128. Sigung vom 18. November 1896. 1 Uhr. Herrn Beckh sind, daß die Schwurgerichte ein Palladium der gewiffe Spitbübereien und Verbrechen zu durchschauen; das sei Am Tische des Bundesraths: Schönstedt. Freiheit des deutschen Volkes sind, so treten wir doch für die viel zu verwickelt für das„ gebildete" deutsche Bolt, nur die Die zweite Berathung der Novelle zum Justiz gefeße Erhaltung der Schwurgerichte ein. Wir gehen fogar weiter als juristische Geheimwissenschaft mit ihrem formalistischen Abracadabra dazu aus. wird fortgesetzt und zwar bei§ 73 des Gerichtsverfassungs- der Antrag und fordern, daß sämmtliche politische Vergehen den reiche Gerade durch diese Reichsjustiz und Gesetzes betreffend die Zuständigkeit der Straffammern. Schwurgerichten überwiesen werden. Die Regierung meint, es Jurisprudenz und durch ganz furchtbare Haarspaltereien, vor Die Vorlage will die Verbrechen der Urkundenfälschung sei feine Veranlassung, bei dieser Gelegenheit die Kompetenz der denen sich der gesunde Menschenverstand bekreuzigen muß, ist ( 268,2, 272 und 273 des St.-G.-B.), die Verbrechen im Amte Schwurgerichte zu erweitern; was für Anstrengungen machen aber das deutsche Volt sehr oft ins Gesicht geschlagen. Inbetreff der (§§ 349-351) und die nach§ 209 und 212 der Konkurs- nicht die Herren, die Kompetenz dieser Gerichte zu beschränken! Preßdelikte hingegen scheint mir nun die politische Tendenz, die ordnung strafbaren Verbrechen den Schwurgerichten abnehmen( Sehr richtig! Inks.) Seitens der Regierung unternimmt man man mit der Entlastung der Schwurgerichte verfolgt, fo grell und den Strafkammern überweisen. alles mögliche, um die Schwurgerichte zu diskreditiren und heraus, daß man es offen aussprechen muß: Es handelt sich um Was wir an miß- tiefere Dinge, als die Vertreter ihnen materiell den Boden zu entziehen. der Regierung zu günstiger Beurtheilung der Schwurgerichte gehört haben, läßt geben wollen, es handelt sich um eine planmäßige Reaktion, die Schwurgerichte als den Geist erkennen, der da oben besteht. Die Abhängigkeit der um die wohlerwogene Absicht, Richter von der Regierung hat sich in dem Maße zugefpigt, daß Volksgerichte, als Ausdruck der höheren Intelligenz in Verruf Rechtsunsicherheit herrscht. Ich erinnere an den in den letzten zu bringen, es handelt sich darum, dem Volksgeist neue Tagen veröffentlichten Erlaß an die Beamten; sie sollen nicht Fesseln anzulegen, die Freiheit des gesprochenen Wortes Opposition treiben, sie sollen thun, was die Regierung wünscht. auf das geringste Maß herabzudrücken und die Rechtsunsicherheit, Das Erkenntniß in dem Fall Kirchmann sagt, daß die Opposition unter der wir schon so schwer leiden, noch größer zu machen. gegen Regierungsmaßregeln gegen die Pflichten eines Beamten Ich hoffe aber, die Vertreter des Volkes werden wissen, was sie verstoße. Um dem Rechtsbewußtsein des Volkes Rechnung zu sollen; in feiner Sache haben wir mehr Grund, den Regierungstragen, müssen wir die Kompetenz der Schwurgerichte möglid ft juristen zu mißtrauen, als in allem, was mit dem geistigen erweitern, insbesondere für Preßvergehen, die meistens einen Leben der Nation, und was mit dem Leben der Presse zusammenpolitischen Charakter haben. Richter, die unter einer direkten hängt. Wir haben hier die schmerzlichsten Erfahrungen ges Bevoi mundung seitens der Regierung stehen, sind die un- sammelt, besonders in der Zeit so bestiger Kämpfe, wie wir sie geeignetsten Personen, in politischen Prozessen leidenschaftslos und un- heute haben. Es liegt im Intereffe eines rubigen Ausbaues parteiisch zu urtheilen. Die Unabhängigkeit der Sichter exiflirt unserer Boltskultur, daß wir dem Antrag Beckh- Munckel in allen ja garnicht. Ich wollte keinem Richter rathen, in einem Prozeß Punkten beistimmen.( Beifall links.) gegen einen Sozialdemokraten in seinem Urtheil gewisse sozialdemokratische Grundsäge als gerechtfertigt anzuerkennen. Wenn man in maßgebenden Kreisen die Freiheit der Kritik einschränken will, kann man versichert sein, daß die Justiz das thut, was die Regierung wünscht. Die Behauptung der Regierung, daß in der Abg. Pieschel( natl.) tritt ebenfalls für die Vorlage ein, Aburtheilung durch die Strafkammern die bessere Rechtsprechung verwahrt sich aber dagegen, daß dadurch die Stellung der zu erblicken sei, erscheint nach den Erfahrungen in recht beSchwurgerichte beeinträchtigt werden solle. Das Material in denklichem Lichte. Wie künstlich wird nicht wird nicht das Gesetz diesen Fällen sei selbst für den gelehrten Richter schwierig zu ausgelegt, zum Beispiel in bezug auf die Verant ohne sie selbst die beste Strafprozeß- Ordnung nicht brauchbar verstehen. Abg. Munckel( frf. Bp.) beantragt, diese Vorschrift zu ftreichen. Die Delifte, um die es sich hier handelt, sind nicht so schwierig, daß sie den Schwurgerichten entzogen und den Struf tammern übertragen werden müßten. Außerdem kommen hierbei häufig kaufmännische Geschäfte zur Besprechung, die einem großen Theil der Juristen sehr dunkel sind. Geb. Ober- Juftigrath Lukas: Ich möchte Sie dringend bitten, es beim Beschluß Ihrer Kommission zu belaffen. Sie thun der Rechtspflege einen Dienst, wenn Sie diese Delikte den Geschworenen nehmen und den Strafkammern übertragen. Die politischen Gründe, welche gegen jede Schwächung der schwurgerichtlichen Zuständigkeit von vielen Mitgliedern des Hauses geltend gemacht sind, treffen hier nicht zu. Es ist statistisch nach gewiesen, daß diese Delitte nur 10-11 vom Hundert der schwurgerichtlichen Beschäftigung ausmachen; andererseits würde es gar nichts schaden, wenn das Arbeitspensum mancher langen Schwurgerichtsperiode dadurch gemindert würde. Abg. Stephan Beuthen( 3.) hält es für unmöglich, die qualifizieten Urkundenfälschungen, Amtsverbrechen und den betrügerischen Bankrott in wenigen Stunden vor einem Schwur gerichte zu erledigen und empfiehlt daher die Annahme der Vorlage. # Abg. Träger( frf. Vp.): Im Hause ist wohl niemand vor handen, welcher nicht Werth darauf legt, daß gerade dieses Gesez zu stande kommt. Wir wollen etwas Gutes schaffen. Die Regierung stellt die Wiedereinführung der Berufung als ein der Opfer werthes Ding hin, die Berufung fann auch ein Phantom sein und dafür gebe ich reale wirkliche Dinge nicht hin, für die Berufung kann man nicht eine Verschlechterung der ersten Instanz geben; denn die Berufung ist etwas so Selbstverständliches, daß Garantien des Ich will mir keine Verfahrens wortung eines Segers für den Inhalt einer Zeitung in ist. laffen, Die Vorlage wird gegen die Stimmen der Freifinnigen und bezug auf den groben Unfug durch Preßartitel. Preßrauben lieber Die lasse ich ganze Berufung Sozialdemokraten unverändert angenommen. artikel sind von manchem Richter unter den Begriff des fallen. Die Aburtheilung der politischen und Preßvergehen Bu§ 80 beantragen die Abgg. Be cb und Muncke!( frf. groben Unfug gebracht worden. Das ist selber der denkbar größte ist stets als die Hauptaufgabe der Schwurgerichte bezeichnet Vp.), die Vergehen, welche durch den Inhalt einer im Inlande Unfug. Die Freiheit der Kritik geht verloren, wenn man jeden worden. Nur durch den Kompromiß unseligen Angedenkens, der erschienenen Druckschrift begangen sind, den Schwurgerichten zu Augenblick gewärtig sein muß, daß die Justiz mit einem neuen unsere Gesetzgebung um Jahrzehnte zurückgebracht hat, ist eine überweisen. Strafparagraphen kommt. Bekannt ist die Auslegung des§ 131 dahingehende Bestimmung aus den Justizgesetzen wieder herausBerichterstatter Abg. Lenzmann macht darauf aufmerksam, bezüglich der wiffentlichen Verbreitung erdichteter That gebracht worden. Ter Regierungsvertreter hat neue Gründe daß der Antrag in der Kommiffion mit 13 gegen 5 Stimmen fachen. Mit diesem Paragraphen glaubte man eine verlangt. Ja, die Gründe wachsen doch nicht wie die Brombeeren abgelehnt sei, weil die Regierungsvertreter ihn als unannehmbar große Errungenschaft gegenüber dem Haß. und Ver- alle Jahre neu; es gelten eben für diese Forderung die bezeichnet hätten. Unter den 13 Gegnern befanden sich mehrere, achtungsparagraphen des preußischen Strafgesetzbuchs gefunden alten guten Gründe. Ich wüßte nicht, daß die Schwur die dem Gedanken des Antrages durchaus freundlich gegenüber zu haben. Wenn z. B. jemand bestraft wird, der in der Presse gerichte zu berechtigten Ausstellungen Anlaß gegeben hätten, ftehen. fie nach und nach abgetragen behauptet, die Bolenausweisungen der Regierung beruhten auf aber trotzdem hat man Abg. Beckh( frs. Vp.): Die Vertreter des Bundesrathes blindem Haß gegen das Polenthum, und wenn sogar ganze und sie bei denen, die als Geschworene fungiren, zu diskreditiren haben verschiedentlich gewarnt, Anträge anzunehmen, welche das Berufsstände als solche sollen beleidigt werden tönnen und gesucht. Als die Schwurgerichts- Seffionen noch länger dauerten, Gesetz gefährden tönnten. Man müßte aber erst abwarten, ob wenn der Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter war großer Eifer vorhanden, der jetzt bei der Beschränkung der die Regierung wirklich diese nothwendige Vorlage an den Be- Interessen) der Preffe durch die Straftammern regelmäßig Thätigkeit erfaltet ist. Daß die Schwurgerichte ihre Meinung schlüffen des Reichstages scheitern lassen wolle. Der Reichstag versagt wird, dann eriftirt teine Preßfreiheit. Daher an die Stelle des geschriebenen Gesetzes stellen, ist ein unberech hat sich bisher dadurch nicht schrecken lassen, und sollte auch bei die vielen Tendenzprozeffe gegen die Sozialdemokratie. tigter Vorwurf. Das Schwurgericht soll die Versöhnung des diefer Frage abwarten, was die Regierungen thun. Weshalb In der Kommission hat ein Regierungsvertreter ganz wunderbare starren Gefeßbuchstabens mit den Anschauungen des Voltes be folle man nicht bei dieser Gelegenheit endlich die Frage der Zu- Anschauungen zum besten gegeben. Er behauptete, daß seit 1879 deuten. Die Presse soll das Sprachrohr der öffentlichen Meinung ftändigkeit der Schwurgerichte für Preßvergehen regeln nichts eingetreten sei, was diejenigen Regierungen, welche in sein und sie fündigt, wenn sie gegen die Strömung der Mehr und den überall verbreiteten Wunsch des Volkes endlich der Rechtsprechung über Preßvergehen die Strafkammern für die heit des Volkes sich wendet. Deshalb muß die Presse erfüllen! Es sei bedauerlich, daß gestern die Schwurgerichte abfällig geeignete Instanz halten, bestimmen fönnte, ihren früheren den Schwurgerichten unterstellt werden, weil der gelehrte beurtheilt worden seien, daß man sie als eine Bastard Organi Standpunkt zu verlassen. Im Gegentheil seien Verhältnisse ein Richter zu abhängig ist von dem Buchstaben des Gesetzes. fation bezeichnet habe, während sie doch ein Palladium der getreten, die die Bedenken diefer Regierungen gegen die schwur Herr Günther hat sich dagegen verwahrt, daß die Richter der Freiheit seien. Redner verweist auf die Verhandlungen des gerichtliche Kompetenz bestärken. Die Macht, der Wirkungstreis öffentlichen Meinung sich fügen sollten. Sie sollten doch das Juristentages von 1875, wo ein Affeffor fich abfällig über die und der Einfluß der Presse sei in den 17 Jahren seit Einführung Urtheil der öffentlichen Meinung über gerichtliche Entscheidungen Thätigkeit der Presse ausgesprochen und sie als Standal- der Strafprozeßordnung gewaltig gewachsen. Man könne dabei beachten, denn die öffentliche Meinung ist doch schließlich der produzent bezeichnet habe; wenn solche Anschauungen über die absehen von den größeren Zeitungen, die berufen sind, die gesunde Menschenverstand. Es sind manchmal Urtheile vor Presse in den Kreisen der angehenden Richter verbreitet sind, Interessen angesehener politischer Parteien zu ver- gekommen, die das Haar des Volkes sträuben. Ich bitte Sie, dann müssen Vorsichtsmaßregeln zum Schutz der Preffe getroffen treten; man müsse vor allem an fleinere Preßorgane denken, die den Antrag anzunehmen. werden. Es müsse das bayerische Vorbild auf das Reich ausgedehnt sehr leicht dahin neigen, an stelle ruhiger Darlegungen leiden- Geh. Ober Regierungsrath von Lenthe: Es ist allerdings und nicht im Reiche alles nach preußischem Muster reglementirt werden, schaftliche Ausführungen zu setzen und durch die Anregung ein- richtig, daß einzelne Straffachen den Schwurgerichten abgenommen während man für Bayern ein kleines Partitularrecht refervirt. feitiger Interessen ihren Bestrebungen nicht nur in ungebildeten, werden sollen, aber nur wegen der Gigenart der betreffenden Redner führt einzelne Fälle von Anklagen und Verurtheilungen sondern zum theil selbst in gebildeten Kreisen Geltung zu ver- Verbrechen. Selbst diesen Grund hat der Reichstag nicht überall wegen Preßvergeben an, die von Geschworenen nicht zur Ver- schaffen. Diese Presse habe eine Bedeutung gewonnen, wie anerkannt, er hat also feinen Grund, für die Breßvergehen eine urtheilung geführt hätten; es seien Aeußerungen der Presse als man es vor zwanzig Jahren noch nicht geahnt habe. Abweichung von den allgemeinen Grundsäßen zu schaffen. Die Beleidigungen, namentlich als Berufsbeleidigungen der Beamten Damit hat der Regierungsvertreter selbst zugegeben, daß die verbündeten Regierungen wollen aber gleiches Necht für alle bestraft worden, die man früher niemals als Injurie, sondern Strafrichter Kollegien als Zensurbehörden betrachtet werden, schaffen. Wie weit die einzelnen Richter einen unabhängigen als Fronie und Spott betrachtet hätte. Schließlich würde ein welche über die sozialdemokratische Partei und alles, was der Charakter haben, kann nicht festgestellt werden; es fonimt Redakteur noch dafür bestraft, wenn eine Dame, die sich als Regierung in der Presse unangenehm ist, zu wachen haben. Alle darauf an, daß die Garantien der Unabhängigkeit vorhanden Frau Hauptmann der Reserve bezeichnet, sich durch einige Preßorgane, welche den sozialdemokratischen oder einen sind, daß unsere Richter sich unabhängig fühlen; daran ironifirende Bemerkungen verletzt fühlt. Redner bittet daher, sonstigen oppofitionellen Standpunkt vertreten, tönnen wird, von der Sozialdemokratie abgesehen, niemand in Deutsch feinen Antrag anzunehmen. sicher sein, daß sie wegen der geringsten Vergehen mit land zweifeln. Daran wird nichts geändert durch die Aufforde Preußischer Geh. Ober- Justizrath v. Lenthe: In dem der größten Subtilität und Schärfe angefaßt werden, rung der Hamburger Nachrichten" an die Richter, ohne RückAugenblick, wo durch die Einführung der Berufung ein vermehrter während die Organe der staatserhaltenden" Parteien nach dem ficht auf das Gesetz zu urtheilen. Solche Aufforderung hat doch Rechtsschutz gewährt wird, liegt keine Veranlassung vor, die alte bekannten Wort: wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe, nicht unbedingt eine Wirkung; es liegt also kein Grund vor, Streitfrage der Ueberweisung der Preßvergeben an die Schwur- ungestraft Dinge schreiben fönnen, wegen deren die anderen eine Ausnahme zu machen. Wenn der Wunsch nach einer raschen gerichte, die schon 1876 entschieden worden ist, wieder auf zweifellos verurtheilt werden. Die Hamburger Nachrichten" Repreffion eines Bergebens irgendwo am Plage ist, so ist das zunehmen. Bekanntlich kam damals ein Kompromiß zu stande, baben den Richtern geradezu empfohlen, den Sozialdemokraten bei den Preßvergehen der Fall, die von den periodisch zuwonach für die füddeutschen Staaten, in denen die Schwur gegenüber nur nicht sfrupulös zu sein in der Auslegung der Straf- fammentretenden Schwurgerichten nicht schnell erledigt werden gerichte über Preßvergehen aburtheilten, der bisherige Zustand gefeße, sondern im Gegentheil unbekümmert um die bestehenden können. aufrecht erhalten wurde. Die verbündeten Regierungen stehen auch Gefeße gegen uns vorzugehen, mit einem Wort: Tendenz Abg. Stadthagen( Soz.): Durch die abhängigen Gerichte noch heute auf demselben Standpunkt, daß für politische ebenfo Justiz zu treiben. Zweifelsohne ist dieser Artikel in Friedrichs ist die Preffe vogelfiei geworden. wenig wie für Preßvergehen eine Ausnahme zulässig ist. ruh entstanden oder wenigftens von dort her inspirirt worden, hängig und unparteiisch sein, der es sich gefallen lassen muß, daß Es liegt kein Grund vor, von dem Grundsatze des Gerichts- und der Herr Juspirator hat sehr gut gewußt, was er der Justiz, er seine politische Ansicht nicht äußern darf, der also zum verfassungs- Gesetzes, daß die Zuständigkeit der Gerichte durch die besonders der preußischen Justiz bieten durfte und dieten darf. Deutschen zweiter und dritter Klasse degradirt wird. Fürst Bise Schwere der angedrohten Strafe bestimmt wird, bei den Preß- Die Bismardorgane würden diese unerhörte Art und Weise der marc sagte einmal: Die Stellung des Verwaltungsbeamten vergehen abzuweichen. Irrthümliche Urtheile über Preßvergehen Berhebung der öffentlichen Aufforderung an die Richter, Gesetzes bedingt ein gewisses Maß von Parteinahme für die Regierung, sind bei den Schwurgerichten ebenso wenig ausgeschlossen wie bei verlegungen zu begehen, nicht gewagt haben, wenn sie die Stellung eines Richters bedingt aber eine absolute, unantast den Straffammern. Bis zum Beweise des Gegentheils muß ich nicht wüßten, oder hofften, daß man einigen Erfolg damit er bare und makellose Unparteilichkeit; ich verlange von den bestreiten, daß Zeitungen verfolgt worden sind, weil sie das zielen würde. Und kein Staatsanwalt ist aufgetreten gegen diese Richtern ein höheres Maß von Unparteilichkeit als von den Vorgehen von Behörden getadelt haben, welche Strafantrag Art und Weise der Verhegung und des Umsturzes und der offen Verwaltungsbeamten. Wenn Sie nicht der Meinung sind, gestellt haben gegen Personen, die in einer antisemitischen baren Verhöhnung des öffentlichen Rechts und des Rechts- dann sind wir über einen staatsrechtlichen Grundsay und Staats- und Rechtslebens Bersammlung bei einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser bewußtseins! Hier soll ein Schlag gegen die Institution der über eine Nothwendigkeit des Dieser und König und den Oberpräsidenten sigen geblieben sind. Auch Schwurgerichte geführt werden, um ihr öffentliches Ansehen verschiedener Ansicht, da hilft kein Diskutiren." ift ein Beweis dafür, daß in den Staaten, in welchen die herabzudrücken, ihre Kompetenz nach und nach zu beschränken, Ansicht sind wir heute noch. Wenn die preußische Regierung Schwurgerichte über Preßvergehen nicht aburtheilen, Breßfreiheit ihre weitere voltsthümliche, freiheitliche Ausgestaltung zu ver- jetzt wieder in einem Erlaß den Beamten verbietet, ihre politische nicht denkbar fei, nicht erbracht worden. Ferner stele ich in bindern. Wir müssen das Gegentheil thun, und wir sind dabei Ansicht zu äußern, dann kann der Richter nichts anderes als Abrede, daß die Geschworenen der Entscheidung von Preß in Uebereinstimmung mit dem öffentlichen Rechtsbewußtsein, mit abhängig sein. Selbst in Richterkreisen wird schon über das vergehen unbefangener gegenüberstehen; im Gegentheil den Forderungen des ganzen Boltes.( Beifall bei den Sozial große Maß von Abhängigkeit der Richter geklagt. In den ift at befürchten, daß bei diesen Entscheidungen Entscheidungen die demokraten.) Grenzboten" fanden wir vor zwei Jahren eine solche Auslaffung, politischen oder religiösen Ueberzeugungen der Geschworenen, Abg. Günther( natl.): Namens aller deutschen Richter und aus Anlaß dieser Novelle hat der bekannte Reichsgerichtswenn auch unbewußt, einen Einfluß ausüben. Ich fann muß ich Widerspruch erheben gegen die Aeußerungen des Vor: Rath Stenglein in einer Broschüre über die Berufung himmelhoch mich dem Eindruck nicht entziehen, daß dem Verlangen, redners, der den Richtern vorgeworfen hat, daß sie nicht nach gebeten, man möchte den damaligen Vorschlag bezüglich des die Preßprozesse der Zuständigkeit der Schwurgerichte zu unter Recht und Gefeh urtheilen, sondern abhängig sind. Die Richter Präsidiums der Kammern ändern, damit nicht noch das stellen, doch etwas die Idee zu grunde liegt, daß die Ge- werden ihre Unabhängigkeit stets wahren( Bustimmung) und bischen Vertrauen im Volk zu den Richtern verloren gehe. schworenen sich leichter mit der Anwendung der Gefeße abfinden werden nicht durch die öffentliche Meinung sich beeinflussen lassen. Es muß auch der Schein vermieden werden, als ob die Richter und geneigt seien, ihr Ermessen über das, was billigerweise( Lebhafter Beifall.) abhängig sein können. Wenn es aftenmäßig feststehende ThatRecht sein sollte, an die Stelle des Gesetzes zu setzen. Das Abg. Courad( füdd. Vp.): Es ist einfach rührend, welche Be- fache ist, daß in dem Erkenntniß im Falle Kirchmann dieser schien mir auch durch die Rede des Abg. Beckh hindurchzugehen. mühungen man es sich kosten läßt, um dem Volke beizubringen, wegen seiner Opposition für unwürdig erklärt wurde, als Richier Damit trägt man aber einen Gedanken in die Schwurgerichte, wie schwer es an dem Bischen Freiheit und Selbstbestimmung zu fungiren, so fann wohl außer der Regierung, außer den Herren der in der That nicht darin enthalten sein sollte. Ich bitte Sie, zu tragen hat, was man ihm noch gelassen hat. 10 bis Staatsanwälten niemand glauben, daß die Richter unabhängig im Intereffe des Zustandekommens des Gesetzes dringend um 12 pet. hat vorher der Herr Regierungskommissar aus sein können. In der Art, wie vom Bundesrath dargelegt wird, Ablehnung des Antrages. Den deutschen Staaten, welche bis gerechnet, die dem Schwurgericht abnehmen wolle, ob die Richter richtig geurtheilt haben oder nicht, liegt der Ausjeht von der Zweckmäßigkeit der Schwurgerichte für Preßver um dem Volte natürlich das Leben zu erleichtern und druck, daß die Regierung annimmt, was ihre Berwaltungsbeamten gehen überzeugt find, wollen die verbündeten Regierungen diefes feine Intelligenz und Urtheilsfähigkeit, die Intelligenz und Urtheils- und ihre staatsanwaltlichen Beamten meinen, sei allein das Institut weiter laffen, meinen aber entschieden, daß diese Bu- fähigkeit eines Boltes mit so ausgezeichneter Schulbildung, mit wahre. Schon in dieser Art zu eruiren, ob richtig oder nicht man " " " = richtig geurtheilt wird, zeigt sich klar, wie immer weiter der habe allerdings der Richter das Recht, sich zu fragen, was will sowie durch die Deklamationen wird das Programm höchst falsche absolutistische Hang sich breit macht und die Verwaltung die Partei der Sozialdemokraten, was erstrebt fie? Damit wird abwechselungsreich gestaltet. Es sei daher jedem Arbeiter und einen Einfluß auf die Justiz haben will. Wir haben alle Ver- der Grundsatz aufgestellt, es kommt auf die Partei an, der jemand jeder Arbeiterin, die ein Interesse an gediegenen künstlerischen anlassung, uns die Preßfreiheit nicht durch gerichtlichen Spruch weg- angehört und darnach wird die Strafe bemessen und erst in Veranstaltungen haben, der Besuch des Goethe Abend dringend estamotiren zu lassen. Diese Interpretationen sind juristischer Sport. zweiter Linie darnach, was er gethan habe. Der erfte Rechts- empfohlen. Billets sind in den bekannten Stellen zu haben. Herr Stenglein läßt sich in seiner Broschüre sehr lebhaft darüber grundsatz aber soll doch doch der sein, zu urtheilen ohne aus, wie die kleinen Richter, die nicht Reichsgerichts- Räthe sind, unsehen, bie Justiz eine Binde vor Arbeiter- Bildungsschule. Den Mitgliedern zur Kenntniß, der Partei und der Person. Deswegen hat daß der Unterricht am heutigen Tage in beiden Schulen des versuchen, den Jnterpretationen des Reichsgerichts nachzukommen, ja auch die vor den Augen; fie und er spottet, das fäme ihm so vor, als ob ein gewöhnlicher foll nicht sehen. Ich möchte wirklich bitten, daß man der Goethe- Abends wegen ausfällt. Der Vorstand. Bildhauer glaube, er sei Wlichel Angelo. Die gelehrten Richter Juftitia auf dem Reichsgerichtsgebäude die Binde von den Augen stehen mit dem wirklichen Leben viel zu wenig in Verbindung. nimmt, sie würde dann richtiger symbolifiren. Die ganze Recht- Was interessirt die Frauen in einer Zeitung? Die Auch der steifste Nacken muß durch das fortwährende Dirigiren sprechung des Reichsgerichts ist teine objektive mehr. G3 mag englische Zeitschrift„ Woman"(„ Die Frau") hatte die Frage an und Chikaniren von oben gebeugt werden; daher kommt es, daß sein, daß die Geschworenen in politischen und religiösen Prozessen ihre weiblichen Leser gerichtet, an welchem Theil einer Zeitung die Richter in politischen Prozessen ihr Licht leuchten lassen sich mehr von ihrer religiösen und politischen Ueberzeugung leiten die Frauen am meisten Interesse nähmen. Das Resultat war, wollen, um zu zeigen, wie man ohne Umfturzgesetze erreichen lassen als die Richter. Die heutigen Schwurgerichte sind durch- wie die Allg. Korrefp." mittheilt, daß die Leserinnen der tann, was die Regierung wünscht, um das Todtengrab der öffent- aus teine ideale Institution, aber es tommt nur auf das Woman" sich am meisten für Politit intereffiren. Erst lichen Meinung zu graben. Das geht alle Parteien an; relativ Bessere an, und alles in allem möchte ich lieber danach kamen Literatur, Kunst und Wissenschaft. An der wir wissen ja nicht, wann die Ultramontanen oder wann die in Preßdelikten vor einem Schwurgericht als vor einem Frauenspalte", wodurch gegenwärtig so viele englische Zeitungen Ditelbier herankommen, ebenso behandelt zu werden, wie die gewöhnlichen Gerichte stehen. Vor allem würde von seiten der sich Leserinnen zu verschaffen suchen, interessirte sich niemand be Sozialdemokraten. In manchen Erkenntnissen gegen unsere Presse Staatsanwaltschaft viel weniger Anklagen erhoben werden als heute. Sonders. Diese Antworten beweisen, daß die englischen Frauen wird zugegeben, daß, das, was wörtlich darin und unter An-( Bustimmung.) Der Staatsanwalt, der es als eine Art Ehrenfache viel geschulter und klassenbewußter sind als die meisten deutschen tlage steht, eigentlich straflos ist, aber die Richter verfahren dann ansieht, daß der einmal angeklagte Sünder auch verdonnert wird, Beitungsleserinnen, die bekanntlich an den charakterlofen un nach dem schönen Sage: Im Auslegen seid frisch und munter, wird sich hüten, sich fortgesetzt vor dem Schwurgerichte zu politischen" Klatschblättern heute noch den größten Gefallen legt Ihr nicht aus, so legt Ihr unter" und legen etwas hinein, blamiren, wenn er mit seinen Anklagen abbligt. Diese Erfahrung finden. Pflicht der Sozialdemokratie ist es, dafür zu sorgen, was sie dann bestrafen. In dem Gummischlauchprozeß sagt das haben wir thatsächlich in Süddeutschland gemacht. Ueberall wo daß die deutschen Frauen ihren englischen Schwestern baldigst Erkenntniß etwa, es sei allerdings richtig, daß Beamte wehrlose im Deutschen Reich die Schwurgerichte bestehen, ist das Maß der nachkommen. Leute geschlagen hätten, aber die Zeitung habe damit ausdrücken Breßfreiheit ein größeres, wieder ein Moment, das füt die Einwollen: Der Polizeipräsident babe gewußt, daß das ftrafbar führung der Schwurgerichte spricht.( Beifall bei den Sozial: sei, und habe troßbem die Beamten dazu veranlaßt. Dieser demokraten.) Gumanischlauchprozeß ist symptomatisch. Einer der Richter dieses Brozeffes hat sich in einem lichten Momente bekanntlich das Leben genommen, ein anderer ist nahe dem Irrenhause. Solche Folgen find nicht verwunderlich, wenn sich die Richter immer mit Interpretationen abmühen müssen, die dem gefunden Menschenverstand widersprechen, wenn sie überlastet sind und eigentliche geistige Arbeit nicht haben. Alle, die es mit unsern Richtern gut meinen, sollten diesen Uebelständen steuern. Die Regierung will für Preßvergehen das Laienelement nicht zulassen, weil ihrer Ansicht nach die Preßfreiheit überhaupt etwas schädliches sei und weil sie die Todtenstille, die Unterdrückung jeder Kritik, feden freien Urtheils herbeigeführt zu sehen wünscht. Das wird sie allerdings nie erreichen können. Im Jahre 1804 erschien ein Kabinetsbefehl, in dem es hieß, eine anftändige Publizität dürfe nicht unterdrückt werden, sonst bliebe tein Mittel übrig, um die Regierung und die Unterthanen gegen die Nachlässigkeit und den bösen Willen der Difizianten zu schützen. Heute werden Beleidigungen der Behörden und einzelner Beamten herausfonstruirt, damit möglichst jeder Tadel, jede Kritik im Reime erstickt würde. Das war vor 90 Jahren. Erlasse aber,§ 124 beschäftigt sich mit der Bildung detachirter Strafwie der vorhin zitirte aus diesem Jahre, müffen die Abhängigkeit senate für die vom Size der Ober- Landesgerichte entfernteren am legten Diskussionsabend der Humanistischen Gemeinde mitIm Kampfe gegen die Gewissensbedrückung sind, wie der Richter untergraben, ihr Ansehen verringern. Gegen solche Landgerichte; den Vorsitzenden und den Stellvertreter desselben getheilt wurde, einige dissidentische Familienväter auf einen Degradation der Richter muß Protest erhoben werden. Nein, soll die Landes- Justizverwaltung ernennen; die Beisitzer sollen getheilt wurde, einige dissidentische Familienväter auf einen das Märchen von der Unabhängigkeit der Richter laffen wir uns aus den Mitgliedern der Ober- Landesgerichte, theilweise aus eigenartigen Ausweg verfallen. Sie haben sich, als ihre Kinder nicht aufbinden und breite Kreise des Volkes auch nicht. Wir Mitgliedern der betreffenden Landgerichte berufen werden. zu einem ministeriell anerkannten Religions- Unterricht gezwungen wollen diesen so abhängigen Richtern einen Theil ihres Wirkungstreises entziehen, damit sie meniger Unheil anrichten. sodaß die Bildung des Senats auch lediglich aus Mitgliedern der Religions: Unterricht einzufchulen. Die Schuls Abg. von Cuny( natl.) will das Wort„ theilweise" streichen, werden sollten, mit dem Antrage an die städtische Schuldeputation gewendet, ihre Kinder in den jüdischen ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Landgerichte erfolgen fann. Die Befürchtung, daß durch die Religionsunterricht Abg. Günther( natl.): Der Abg. Stadthagen hat gesagt, Bildung des Berufungsfenats aus Mitgliedern des Landgerichtes deputation hat in der That türzlich diesem Antrage stattez sei ein Erlaß des Gesammtministeriums ergangen, worin den eine Störung der follegialen Verhältnisse eintreten tönne, hat sich gegeben und die betreffenden Kinder dem privilegieten Beamten untersagt worden sei, ihre politische Meinung zu äußern. nicht erfüllt. jüdischen Religions- Unterricht überwiesen. Natürlich wird Ich habe den Erlaß nicht zur Hand, erinnere mich aber genau, Geheimer Ober- Regierungsrath v. Leuthe hat gegen den von dieser Erlaubniß vor der Hand noch nicht Gebrauch gemacht daß darin steht, die königl. Staatsregierung erwarte, die Beamten Antrag des Vorredners nichts einzuwenden, wenn er auch nicht werden, nachdem der Berliner Magistrat sich geweigert habe, würden oder sollen gegen die Maßnahmen der Regierung nicht in Aussicht stellen kann, daß die Mitglieder des Senats nur irgend einen Religionsawang auf die dissidentischen Mitbürger agitiren.( Burufe bei den Sozialdemokraten: Ist dasselbe!) aus Mitgliedern des Landgerichts genommen werden würden. auszuüben. Wie mag den wenigen aufrichtigen Christen, die Das ist etwas ganz anderes. Wäre Herr Stadthagen der Inhaber Abg. Beckh( frs. Bp.) will mindestens drei Mitglieder ein es noch giebt, bei Betrachtung dieses Falles zu Muthe werden? eines Geschäfts und hätte er einen Untergebenen, der gegen ihn schließlich des Vorsitzenden aus den Mitgliedern des Ober- Landesagitirt, so würde er der allerletzte sein, der sich dies gefallen gerichts entnehmen. ließe.( Burufe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Beckh( frf. Vp.) wendet sich gegen die Ausführungen des Regierungsvertreters und weist darauf hin, daß bezüglich der Breßfreiheit fast der Zustand eingetreten sei, den Herr v. ThadenTrieglaff in junterlicher Manier bezeichnete als Preßfreiheit mit dem Galgen daneben. Jedenfalls wird in Bayern die Regierung und das Bolt sich energisch dagegen verwahren, daß an dem bisherigen Zustande der Aburtheilung der Preßdelikte durch die Schwurgerichte gerüttelt wird. Die Schwurgerichte sind eigentlich die ordentlichen Gerichte, nur, was ihnen nicht zugewiesen wird, sollte den Straftammern zufallen. " Die Kirche in Großbeeren ist vor einigen Tagen nach Vollendung des Erneuerungs- und Erweiterungsbaues neu ges weiht worden. Nachdem der Versuch, einen Beitrag zu den Abg. Günther( natl.): Der Unterschied zwischen Herrn Kosten des Baues bei der Berliner Stadtverwaltung locker au Bebel und mir besteht darin, daß wir verschiedene Folgerungen machen, durch die entschiedene Haltung der Stadtverordneten ziehen. Ich habe den Erlaß dahin verstanden, daß die Beamten Versammlung vereitelt worden ist, bittet jetzt ein Komitee die nicht agitiren sollen, aber ihre politischen Meinungen können sie Bürger Berlins um freiwillige Gaben zur möglichst aussprechen.( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Ich habe würdigen" Ausschmückung der Kirche. Da der Sieg deshalb niemals Bedenken getragen, meine Meinungen hier und bei Großbeeren", sagt ein Aufruf, die Stadt Berlin außerhalb des Hauses vorzutragen. Damit schließt die Debatte. Der Antrag wird gegen die vor erneuter feindlicher Besetzung bewahrt hat, werden viele Berliner gleich den Unterzeichneten den den Wunsch Stimmen der Sozialdemokraten, der Freisinnigen, der deutschen hegen, daß unter den Förderern des Ausbaues der DenkmalsBoltspartei und einiger Zentrumsmitglieder( Hug, Rudolphi, firche in Großbeeren Berlin nicht unvertreten bleibe." Wenn Hartmann- Glag) abgelehnt. nur die Schwärmer für die Kirchenbauerei immer dieses Verfahren einschlagen wollten! Wir vermuthen freilich, daß die Berliner Kirchenbanerei, wenn sie nur auf milde Spenden an gewiesen gewesen wäre, schwerlich jemals den Umfang erreicht hätte, den sie in den letzten Jahren gehabt hat. Auch unter denen, die dem Volke die Religion erhalten sehen möchten, ist gar mancher, der, wenn es aus Beitragspenden geht, es vorzieht, unter den Förderern der Kirchenbauerei lieber unvertreten zu bleiben. Bei§ 123( Zuständigkeit der Ober- Landesgerichte) kommt Abg Schröder( frs. Wg.) auf die Frage der Berufung im allgemeinen zurück und führt aus, daß sie in alten Zeiten über haupt nicht existirt hat und erst eingeführt ist, als die Gerichtsorganisation eine solche geworden war, daß nicht mehr die Garantie für einen richtigen Spruch in erster Instanz unter allen Umständen gegeben war. § 123 wird angenommen. Beide Anträge werden abgelehnt und§ 124 unverändert angenommen, ebenso der Rest der zum Gerichtsverfassungs- Gesetz vorgeschlagenen Aenderungen. Darauf wird gegen 5 Uhr die weitere Berathung bis Sonnabend 1 Uhr vertagt. Kommunales. Eine schulhygienisch wichtige Einrichtung soll das neue Klaffengebäude des Augusta- Gymnasiums in Charlottenburg erhalten, eine Wandelhalle, die bei schlechtem Wetter den Schülern in den Pausen als Erholungsstätte dient. Es wird dadurch möglich, die Lust in den Klassenzimmern auch bei un günstiger Witterung durch gründliche Lüftung vollständig zu er neuern, was felbstverständlich nicht angeht, wenn die Schüler in den Zimmern bleiben müssen. Die Einrichtung ist eine alte Forderung der Schulhygienifer und ist z. B. in vielen Londoner Schulen längst bekannt. Sie ist aber auch für Berlin nicht mehr Gestern meldeten wir, daß die Stadtverordneten- Ber: ganz neu. Das auf Wilmersdorfer Terrain belegene Joachims sammlung in geheimer Sigung beschlossen hat, die Stelle des thal'sche Gymnasium, deffen Neubau 1880 fertig wurde, hat breite Stadtbauraths, die bisher vom amtsmüden Geh. Baurath Korridore, die sich an der Hoffront, also an einer Fensterwand Dr. Hobrecht versehen wurde, ausschreiben zu lassen. Dieser hinziehen und daher ebenso reichlich Luft und Licht erhalten, Meldung können wir nachtragen, daß ferner der Beschluß gefaßt wie die nach der Straße hinaus liegenden Klassenzimmer. Diese worden ist, Herrn Dr. Hobrecht das volle Gehalt von 15 000 M. Korridore dienen bei schlechtem Wetter ebenfalls als Wandelals Pension zu gewähren. gänge. Eine ähnliche Einrichtung wäre für alle Berliner Schulen, Die Feier des 50jährigen Jubiläums der städtischen Ga 3- besonders aber für die bekanntlich meist start überfüllten Gewerte am 1. Januar 1897 beschäftigte den Magistrat in meindeschulen zu wünschen. Die Nothwendigkeit besonderer feiner gestrigen Gigung. Sämmtlichen Gasanstalts- Arbeitern soll verlange nicht, daß die Beamten ihre politische Ueberzeugung ein Festgeschent in Höhe ihres Tagelohnes gewährt werden im Winter die Ki der in ihrer oft recht dünnen Kleidung in unterdrücken sollen, sondern nur, daß sie nicht gegen Maßnahmen Diese scherzhafte Spendirlust in allen Ghren, aber eine rückhaltlose Reib und Glied und langsamem Schritt, wie es die Beschränktheit der Regierung agitiren und opponiren sollen. Allerdings kann des Raumes gestattet, auf den engen Schulhöfen umherwandeln die Regierung den Beamten nicht verbieten zu denken, was sie bekannte Kampf geführt werden mußte, wäre den Gasarbeitern ieht. Auch an den zahlreichen Regentagen dieses Sommers hat Erfüllung der oft erörterten Forderungen, um welche kürzlich der des Raumes gestattet, auf den engen Schulhöfen umherwandeln jedenfalls lieber. Geh. Ober- Regierungsrath von Lenthe verwahrt sich das gegen, daß aus seinen Worten irgendwie hervorgehe, es würde beabsichtigt, den bestehenden Zustand in den süddeutschen Staaten bezüglich der Schwurgerichte irgendwie zu ändern. Eine Dis. treditirung habe ihm, Redner, vollständig ferngelegen. Abg. Bebel( Soz.): Der Abg. Günther hat den Erlaß des Für den Sommer würde dem Bedürfniß übrigens schon mit einer leichten Ueberdachung der Seitenstücke der Höfe, eventuell mit einer zeltartigen Vorrichtung, die nicht viel Raum wegnimmt und auch nicht theuer ist, abgeholfen werden können. Daß die Polizeizensur sich dem Direktor eines KunstIm Zirkus Busch sollten einer Polizeiverfügung entgegen aus Instituts gegenüber nachgiebig zeigt, dürfte nicht oft vorkommen. m Zirkus Busch sollten einer Polizeiverfügung entgegen aus die gute Dressur der Thiere entschloß sich die Polizei aber, die frita importirte Zebras vorgeführt werden. In Rücksicht auf Vorführung, welche heute Abend stattfindet, zu geftatten. So gefährlich, wie Hauptmann's Weber" sind die in den preußischen gefährlich, wie Hauptmann's Weber sind die in den preußischen andesfarben gestreiften Einhufer trotz aller Wildheit mithin nicht wollen, aber das, was sie denken, zu äußern, ist verboten. Dieser Erlaß bedeutet die vollständige Unterdrückung der Meinungsäußerung der Beamten. Er ift außerdem vom ge= Auf Wunsch der Stadtverordneten- Versammlung hat fammten preußischen Staatsministerium, auch vom Justiz das Magistrats- Kollegium beschlossen, eine gemischte Deputation, minifter Schönstedt unterzeichnet. Es müssen sich also zusammengefeßt aus 5 Stadträthen und 10 Stadtverordneten, fämmtliche Beamten vom Justisminister bis zum letzten einzurichten, deren Aufgabe es sein soll, die Verwaltung und Nachtwächter nach diesem Erlaß richten. Wenn das gebilligt Beaufsichtigung aller den öffentlichen Personenwird, denn müssen wir in die Verfassung hineinschreiben, daß verkehr in der Stadt Berlin betreffenden Gemeinde- Angelegentein Staatsbeamter mehr in das Parlament gewählt werden heiten zu bearbeiten. Dieselbe soll zuständig sein für alle Andürfe. Dieser Ansicht war auch früher Fürst Bismarck, der die bösen gelegenheiten des öffentlichen Verkehrs, so namentlich für alle Kreisrichter aus der Konfliktszeit kannte und fürchtete, daß solche bereits bestehenden und in der Entstehung begriffenen öffentlichen Beiten einmal wiederkommen würden; darin hat er allerdings Berkehrsunternehmungen( Omnibuslinien, Straßeneisenbahnen, geirrt. Nach dem Erlaß können die Beamten nicht einmal in Dampfschiffslinien, Hochbahnen betreffende Angelegenheiten), Gemeinschaft ihre Wünsche in die Form von Petitionen bringen. ferner für alle Angelegenheiten, welche sich auf die Herstellung Unfreier kann niemand fein als es hier gefordert wird. Daß und den Betrieb neuer öffentlicher Verkehrsunternehmungen be- befunden worden. die Regierung ebenso das Recht habe, wie ein Arbeitgeber, ziehen, namentlich für die Wahrung der Rechte der Stadtgemeinde Die Verfrommung Berlins erstreckt sich selbst auf den feinen Arbeitern etwas zu verbieten, tann nicht anerkannt werden. nach dem Kleinbahngefeße, endlich auch für die Bearbeitung des Rathhausthurm. Aus dem Rathhause wird gemeldet: VersammEs paffirt allerdings, daß ein Arbeitgeber solche Versuche macht, Lösch- und Ladewesens, welches bisher einer besonderen Kommission lungen in den Sälen des Berlinischen Rathhauses sind von nun daß ein Richter hier aber so etwas billigt, ist ein bischen stark und übertragen war. an an Sonn- und Feiertagen erst nach 12 Uhr mittags gestattet, beweist, wie weit wir heute in Deutschland gekommen find. ( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten). In Süddeutschland und Aus Rücksicht auf den sich in den letzten Jahren ungewöhn. am Charfreitag und am Bußtage ist die Besichtigung des RathOldenburg gehören schon heute die Preßdelikte vor die Schwur- lich ſtart entwickelten Verkehr in der Landsbergerstraße, ins. hauses und die Besteigung des Rathhausthurmes überhaupt gerichte. In den 70er Jahren hielt der Reichstag die Ueber- besondere in ihrem engsten Theile zwischen Alexanderplatz und nicht, an den übrigen Sonn- und Feiertagen erst von 12 Uhr gerichte. In den 70er Jahren hielt der Reichstag die Ueber Kleinen Frankfurterstraße, hat die städtische Bau- Deputation mittags bis 4 Uhr nachmittags gestattet. weisung der Preßdelifte an die Geschworenengerichte für das beim Magistrat den Antrag gestellt, die Verbreiterung des engen einzig Natürliche. Von dieser Ansicht ist seitens des Abg. Günther Theiles der Straße durch eine neue Baufluchtlinie auf der ergögliche Eintragung im Handelsregister des Reichs- Anzeigers" Der Militarismus in der schmuhigen Wäsche. Eine abgegangen gegen beffere Ueberzeugung; man hat sich auf ein Kompromiß eingelassen; das war unter allen Umständen eine rechter Seite vom Alexanderplatz herbeizuführen. Diefelbe soll zeigt, daß der Militarismus gewissen Schichten der herrschenden bei Herstellung von Neubauten eingehalten werden. Berschlechterung. Heute, wo es sich um eine Revision des Magistrats- Kollegium hat beschlossen, dem Antrage der Bau- Die handelsmilitärische Eintragung lautet:" Die Gesellschafter Das Gesellschaften schon bis zum Unglaublichen die Köpfe verdreht hat. Grrichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung handelt, Deputation zu entsprechen und der Stadtverordneten- Bersamm der am 1. März 1896 begründeten offenen Handelsgesellschaft: werden diese alten durchaus berechtigten Forderungen des gelung eine diesbezügliche Vorlage zur Zustimmung zu unter- Dampf- Waschanstalt„ Viktoria" Hugo Roch mit dem Size zu Berlin sammten Bürgerthums wieder aufgestellt. Im Frühjahr 48 hat breiten. ( früher Charlottenburg) sind: Frau verwittwete Oberst Elisabeth eine ganze Reihe katholischer Männer vom Rhein dieselbe For Hoffmann geb. Roch und Frau Hauptmann der Landwehr derung gestellt; jetzt wird sie aus bekannten Gründen preisgegeben. Aber freilich, mit den Schwurgerichten kann man bei Preß= Margarethe Fischer geborene Hoffmann, beide zu Berlin. Es wird dann weiter gesagt- was hier nicht besonders interessirt daß vorstehendes in das Gesellschaftsregister eingetragen, sowie daß neben einem schlichten Kaufmann auch dem Hauptmann der Landwehr, Ferdinand Fischer, Einzelprokura ertheilt worden ist. Tohales. Hoffentlich ist eines der Waschmädchen in der„ Viktoria" so barmherzig, der Frau verwittweten Oberst, wie auch der Frau Hauptmann der Landwehr gelegentlich mit einem talten Wasser: rahl zur Hilfe zu kommen. prozessen nicht so leicht fertig werden; der Interpretations. Achtung, zweiter Wahlkreis! Am Sonntag, den 15. NoFanatismus der gelehrten Richter existirt bei den Schwurgerichten nicht; sie hätten den dolus eventualis nicht anerkannt. Wenn vember, findet im Lokale des Genoffen Zubeil, Lindenstr. 106, die Schwurgerichte in Preßprozessen urtheilen, so wird das auf eine Bersammlung statt, in welcher Genosse Ledebour über die die übrigen politischen Prozesse sanirend wirken. Die Richter Berhütung von Berbrechen in der fapitalistischen Gesellschaft tönnten nicht nach Belieben interpretiren, sie müßten einiger referiren wird. maßen der durch die Geschworenengerichte zum Ausdruck ge Goethe- Abend der Arbeiter- Bildungsschule. Wir wollen tommenen öffentlichen Meinung Rechnung tragen, z. B. in nicht versäumen, an dieser Stelle noch einmal auf den heute Majestätsbeleidigungs- Sachen. Wer wollte leugnen, daß Abend in der Brauerei Friedrichshain( Am Königs: uns Sozialdemokraten gegenüber eine folche einseitige thor) stattfindenden Goethe Abend der Arbeiter- Bildungs- Am Buktag und Todtensonntag( am 18. und 22. November) Rechtsprechung gehandhabt wird? Das ist ist der Sinn schule hinzuweisen. Nach dem uns vorliegenden Programm ver- sowie an den vorhergehenden Abenden treten für Berlin in diesem der vielzitirten Worte des Herrn Schönstedt: wenn zwei spricht der Abend nach jeder Richtung bin ein sehr gediegener Jahre zum ersten Male die neuen Verordnungen des Polizeidasselbe thun, ist es nicht dasselbe". In den darauf und genußreicher zu werden. Die einzelnen künstlerischen Partien Präsidiums in traft, welche die Verfrommung der religions- und folgenden Sätzen des Ministers wird geradezu ausgeführt, daß, liegen in den Händen bewährter Kräfte. Durch die Orgel staatsfeindlichen Berliner herbeiführen sollen. Bisher mußten wenn ein Sozialdemokrat eine bestimmte Aeußerung thut, dann vorträge, besonders durch eine gewaltige Bach'sche Komposition, alle Tanzluftbarkeiten und Bälle, welche an den Vorabenden be a) Deffentliche und private Tanzluftbarkeiten und Bälle. b) Musikaufführungen, Vorstellungen in Café chantants ( Tingel Tangeln) und auf Marionetten- Theatern. c) Mufitaufführungen, Gesangs- und beklamatorische Vorträge, Schaustellungen von Berfonen und theatralische Vorstellungen in Schanklokalen, falls nicht der ernste, den Feiertagen entsprechende Charakter gewahrt wird. gannen, pünktlich um Mitternacht aufhören, während sie jetzt reichend bekannten Bautiers hat die unbesiegbare Vorliebe Jarbeiter und den mit ihm auf der Plattform stehenden Aufter gänzlich verboten find. Wir bringen bei der Wichtigkeit der Be- für Mufit unlängst einen sehr bösen Streich gespielt. geschossen. Auster wäre wahrscheinlich getödtet worden, wenn timmungen für weite Kreise den§ 12 der Verordnung vom Der Gatte erhielt von den musikalischen Passionen seiner nicht sein Notizbuch die Kugel aufgefangen und ihre Durchs 10. Oftober 1896 nochmals zum Abdruck: theueren Chehälfte Wind und war ganz unverhofft fchlagskraft gebrochen hätte. So ist er ohne Verlegung davon 1. Am Charfreitage und am Bußtage sind alle öffentlichen dieser Tage bei einem mufitalifchen tête- à- tête auf dem Plane gekommen und hat nur die Beschädigung feiner Kleider zu beund privaten Luftbarkeiten mit Einschluß der Theater- und erschienen. Er fand seine Frau in Gesellschaft eines in der lagen. Ganz aufgeklärt ist der Vorgang noch nicht. Zirkus- Vorstellungen verboten. hiesigen Lebewelt vielgefeierten Konzertunternehmers beim Eine polizeiliche Quelle stellt den Fall wie folgt dar: Als Nur geistliche Mufitaufführungen( Oratorien) in Kirchen, schäumenden Sette vor. Es gab natürlich eine lebhafte Aus- versuchter Mord muß die Handlungsweise des Kohlenhändlers Theatern und Konzertlokalen sind gestattet. einanderseßung, die sich noch dazu im offenen Lokale abspielte. Bohlen aus Altona aufgefaßt werden, der auf der Reife von 2.( Betrifft die Verbote in der Charwoche.) Schließlich ließ der Mann feine musikalische Frau in Begleitung Hamburg nach Berlin auf der Plattform eines Wagens vierter 3. An den ersten drei Tagen der drei großen Feste( Weih- zweier Detektivs nach seiner Villa in einem benachbarten Vor- Klasse einen seiner Mitreifenden ohne jeglichen Grund niedernachten, Ostern und Pfingsten) und an dem Andenken der Ber- orte bringen. Tags darauf reiste die musikalische Frau nach dem zuschießen versuchte. Bohlen, der mit seinem Reisegefährten, um storbenen gewidmeten Jahrestage sind verboten: Süden. Auffehen erregt die Verhaftung eines Herrn D., der seinen Luft zu schöpfen, die Plattform betreten hatte, unterhielt Verkehr in der besten Herrengesellschaft suchte und durch große Geld sich zunächst damit, daß er auf Leute, die sich in der ausgaben auffiel. Der Betreffende gab sich als Neffe eines hiesigen Nähe des Bahnhofes befanden, als Bahnwärter u. f. w., Universitätsprofessors und Geheimen Raths aus, den er, wie sich mit seinem scharfgeladenen Revolver schoß. Plößlich ſette er nun erwiesen hat, durch gefälschte Dokumente um eine erhebliche feinem Gefährten den Revolver in der Herzgegend auf die Brust Summe, man spricht von 40 000 m., betrogen hat. Man pflegte und drückte mit den Worten ab:" Ich muß einmal versuchen, den Herrn Dottor stets in Gesellschaft einer oder mehrerer wie man einen Mann mit dem Revolver todtschießt." Die Kugel Damen" zu fehen sowie als eifrigsten Stammgaft der hiesigen durchbohrte dem andern den dicken Winterpaletot und blieb in Bars und vornehmen Restaurants. Berhaftet wurde D. in der dem Notizbuch, welches in der linken Brusttasche aufbewahrt Wohnung seiner Maitreffe. Und das heulmeiert über sittliche wurde, stecken. Nur diesem letzteren Umstande und der schlechten Verwilderung des niederen" Boltes. Beschaffenheit der Schußwaffe ist es zu verdanken, daß der Be5. An dem Nachmittage des dem Andenken der Verstorbenen 28. und 24. d. M. zur Herbisißung in Berlin zusammentreten. wurde unter sicherer Bewachung bis Berlin mitgenommen und Der Ausschuß der preußischen Aerztekammern wird am treffende nicht schwer verletzt oder getödtet worden ist. Bohlen gemidmeten Jahrestages find Vorstellungen in Theatern und Auf der Lagesordnung stehen folgende Gegenstände: 1. Berathung ist hier verhaftet worden. Er versuchte ſein Berhalten mit ſtarter Birkuffen verboten. Selbstverständlich hat die Verordnung, welche an den Borüber einen Geschäftsordnungs- Entwurf, den eine Kommiffion Trunkenheit zu entschuldigen; er macht den Eindruck eines geistig normalen Menschen. abenden der drei großen Feste( Weihnachten, Ostern und Pfingsten), ausgearbeitet hat. 2. Prüfungsordnung für die deutschen Aerzte; Referent Krabler. 3. Die Approbationsentziehung bei ent des Bußtages und des dem Andenken der Verstorbenen gewidmeten Jahrestages öffentliche und private Tanzlustbarkeiten und Bälle mündigten Aerzten und bei solchen, die wegen Bestrafung weder verbietet, zur Folge gehabt, daß sämmtliche Vereine Berlins die als Zeugen, noch als Sachverständige vernommen werden können; bereits für den 17. November cr.( den Abend vor dem dies- Referent Scheele. 4. Geldbeiträge der Kammern für den Aus jährigen Bußtage) und 21. November cr.( den Abend vor dem schuß. 3. Antrag der schlefifchen Aerztekammer, daß der AusTodtenfest) angejagten Festlichkeiten aufgehoben haben. Schade, schuß einen Gesezentwurf über die Ehrengerichtsbarkeit, wie er daß es der Polizei nicht möglich ist, eine Statistik darüber auf- angeblich vom Minifterium zur Vorlage an den Landtag in Aus sicht genommen ist, für unannehmbar erklären und diesen Bes zustellen, wie viele der Personen, die durch ihre Verordnung geschluß sowohl dem Minister, wie den beiden Häusern des Land: troffen find, nunmehr verfeommt in die Kirche gehen. tages mittheilen möge. 4. An den Vorabenden der drei großen Feste, des Bußtages und des dem Andenken der Verstorbenen gewidmeten Jahrestages find öffentliche und private Zanzluftbarkeiten und Bälle verboten. er " Der frühere Theaterdirektor Herr Paul Blumenreich ist, wie berichtet wird, am Donnerstag nach Berlin zurückgekehrt. bisherigen verantwortlichen Redakteurs Gustav Friedrich eine Anarchistisches. Den Sozialist" zeichnet jetzt an stelle des Er hat den Rechtsanwalt Dr. Löwenstein mit der Wahrnehmung Dame namens Rosa Barneß. Die Haltung des Blattes soll die seiner Jutereffen betraut. Seine Berhaftung ist bisher nicht er felbe bleiben, sagt die neue Leiterin in einer Erklärung an die folgt. Bon anderer Seite wird hingegen gemeldet: Der ehemalige Leser, aber eins möchte sie nicht vom früheren Verleger überTheaterdirektor Paul Blumenreich bemerkte in feinem Schreiben aus Bordighera, er trete sofort die Heimreise an, nehmen: die alte Geldnoth. Die Schuldner der Zeitung werden aufum sich der Behörde zur Verfügung zu stellen. Ob er sich gefordert, ihren Verpflichtungen ungesäumt nachzukommen. Eine geftellt hat und wieder entlassen worden ist, entzieht sich unserer Wahnung, die in anarchistischen Kreisen wohl kaum viel fruchten Kenntniß. In seiner Wohnung in der Kantstr. 58 wurde von wird. Von einigen achtunggebietenden Ausnahmen abgesehen, Angehörigen mitgetheilt, er sei von Mittwoch bis Donnerstag war die Opferwilligkeit bei den Anarchisten nie weit her. Abend zu Hause gewesen, habe seines leidenden Zustandes wegen einen Arzt zu Rathe gezogen und sei am Donnerstag Abend nach Statien wieder abgereift. Die Charlottenburger Polizei, vor der sich Blumenreich seinem Schreiben nach am 14. Oftober hätte einfinden sollen, hat die Atten bereits an das Gericht abgegeben. Sie hat auch den Steckbrief nicht erlassen. Bei ihr hat sich Blumenreich jetzt nicht gestellt. Hätte er es gethan, so wäre er auf grund des Steckbriefes ohne Zweifel verhaftet worden. = Eine von vielen Vereinen beschickte Radfahrer: Ver fammlung sprach sich vorgestern entschieden gegen die Forderung aus, daß die Fahrräder große Nummern tragen sollen, denn das fei eine Belästigung für die Fahrer und kein Schuß gegen will fürliches Fabren. Man will in diesem Sinne bei den städtischen Behörden und beim Polizeipräsidenten vorstellig werden. Arbeiterrififo. Auf einem Neubau der Küraffierstraße ereignete sich gestern Mittag ein schwerer Unfall. Der 45jährige Arbeiter Heinrich R. wurde von einem herabpraffelnden Balken fo unglücklich getroffen, daß er einen schweren Oberschenkelbruch und innere Verlegungen erhielt. Man brachte den Berunglückten in ein Krankenhaus. ist versehentlich mitgetheilt worden, daß der Schneider Grüne B In dem geftrigen Bericht über den Stöderprozeß berg 20 Jahre lang der Sozialdemokratie angehört habe. Ez muß selbstverständlich heißen, vor zwanzig Jahren. Grüneberg im christlich sozialen Pfuhl herum. plätscherte bereits zur Zeit ber 1878 er Sozialistenheze gewandt So würdigte ihn Stöcker damals der Ehre, als Sekretär der chriftlich- sozialen Arbeiterpartei die Namen von Hö del und Nobiling aus der Vereinslifte zu streichen, nachdem diese beiden frommen Chriſten auf Wilhelm I. ein Attentat ausgeübt hatten. Im Jahre 1884 plauderte Grüneberg in den„ Demokratischen Blättern" aus, daß General Booth in seiner Heilsarmee nicht solch Gesindel mit sich führe, wie es sich um die chriftlich soziale Fahne des Hofpredigers Stöcker dränge! Jn Sachen des Levy'schen Mordes ist nach biesigen Blättern die Untersuchung gegen den Hauptbeschuldigten Werner jetzt auch auf die von diesem bei dem Rechtsanwalt Golde verübten Unterschlagungen ausgedehnt. Die beiden obdachlosen Burschen, die Donnerstag Vor mittag bei einem Brande im Nothtanal am Humboldthafen beiEin hiesiger Unternehmer beabsichtigt, um dem Mangel nahe erstickt wären, sind in der Charitee erst am Abend wieder jeglicher Fahrgelegenheit zwischen Berlin und 3erpen zu sich gekommen. Es handelt sich um den 14 Jahre alten LaufEinen„ Depeschensaal" hat ein hiesiges Lotalblatt vor fchleuse abzuhelfen, eine elektrische Bahn zu bauen, die in der burschen Erich Benz, früher in der Tieckstraße wohnhaft, und furzem errichtet. In diesen der Reklame dienenden Räumlichkeiten Hochstraße bei der Zentral- Markthalle beginnen soll. Das einen ebenso alten Gustav Pommerenke, der bei einer Frau sind neben sonstigen Wichtigkeiten allerhand Photographien der Projekt ist dem Magistrat zur Prüfung unterbreitet worden. Köhler in der Brunnenstraße 10ohnen will. Benz war bei einem jeweilig berühmtesten Potentaten, Verbrecher, Staatsmänner u. s. w. Von einem Duell zwischen zwei Schlächtermeistern, das im Barbier in der Lehre, entlief aber seinem Zehrherrn und hatte werden. So respektabel das Blatt, das derartige Menschen einen Todeskandidaten unausgefochten geblieben ist, wissen hiesige Markthalle gearbeitet und dort eine Mart den Tag verdient ausgestellt, damit sie vom lieben Publikum gratis angestaunt Grunewald stattfinden sollte, aber dank der Gescheidtheit des fich seit dem 12. September in der elterlichen Wohnung nicht freundlichkeiten begeht, nun in der Firigkeit ist, so bedenklich einen Todeskandidaten unausgefochten geblieben ist, wissen hiesige mehr sehen lassen. Die Burschen geben an, daß sie in der scheint es bei ihm, wenigstens in einem recht markanten Fall, die beiden Raufhelden in der Kneipe das Erzürnen gekriegt; ehe hätten. In dem Kanal wollen sie nur die eine Nacht vom mit der Richtigkeit seiner Berühmtheiten zu stehen. Allgemeines aber der Streit dort in Thätlichkeiten ausartete, kam dem einen Mittwoch zum Donnerstag zugebracht haben. Mittwoch zum Donnerstag zugebracht haben. Gelächter erregte diefer Tage bei einer zufälligen Besuchergruppe der Kämpfer eine brillante Idee: er forderte seinen Gegner auf Diebstähle auf dem Terrain der Gewerbe- Ausstellung sollen die mit den Verhältnissen des Parlaments nicht ganz unbekannt Pistolen. Die Forderung wurde angenommen, und beide an der Tagesordnung sein. Bretter, Eisenstangen, Wands ist, das im Depeschensaal ausgestellte Portrait des Grafen Duellanten bestimmten, daß derjenige, welcher nicht pünktlich auf bekleidungen, Linoleum u. s. w. verschwinden in Mengen, wie. Simburg Stirum. Dieser Parlamentarier tann, von seinen Sonstigen Borzügen zu schweigen, sich immerhin auf seine statt dem Rampfplage erscheinen würde, eine bedeutende Summe als wohl die Kontrolle an den Ausgängen eine scharfe und die Ausliche Figur etwas zu gute thun. Im„ Depeschenfaal" wird als Reugeld zu zahlen habe. Doch beim Duell, das in Gegen- fuhr von Gegenständen aus dem Parke nur gegen Ausweis stattliche Figur etwas zu gute thun. Im" Depeschenfaal" wird als wart von 20(!) Zeugen vor sich gehen sollte, blieb der eine finden darf. Vor einigen Tagen wurden vom Deche der Portrait des Grafen Limburg- Stirum aber die Photographie eines vertrockneten Kerlchens gezeigt, der alles andere, aber nur Begner aus. Ganz so roh und gewiffenlos wie die Brüsewige Hauptballe 80 Meter Kupferdraht gestohlen; gestern sind wieder eines vertrockneten Kerlchens gezeigt, der alles andere, aber nur scheinen die Schlächtermeister, die sonst so manche Aehnlichkeit 42 Meter geraubt worden. Nachmittags gelang es der nicht den Mann darstellt, den er darstellen soll. Dieser harm nicht den Mann darstellt, den er darstellen soll. Dieser barm lose faux pas, der dem Blatte hoffentlich keine Beleidigungsflage mit den Edelſten und Besten haben, denn doch noch nicht zu fein. Gendarmerie, zwei Personen festzunehmen, welche das Berbrechen zuziehen wird, erinnert entfernt an die Geschäftsprinzipien ge Zu der gebildeten Ranfizene, über die wir vor kurzem begangen hatten, sich aus neuen Bohlen Brennholz zurechtzu wiffer ältlicher Damen, die auf Jahrmärkten den Röchinnen und berichtet haben, wird einem hiesigen Blatte von dem betheiligten schneiden und mit diefem die Ausstellung verlassen wollten. Bauerndirnen gedruckte Prophezeiungen mit dem Porträt des Lieutenant a. D. v. Schön geschrieben: Es ist unwahr, daß der aufünftigen Liebsten das Stück zu 20 Pf. verkaufen. Agent Steckmann mit einer Dame an emem Abend der vorigen Der Bildhauer Robert Bärwald ist an den Folgen eines und mit mir in einen Wortwechsel gerathen ift, dessen Folge ein Woche aus einem Restaurant am Stadtbahnhof Bellevue getreten Ju Schöneberg macht das Verschwinden zweier Personen von Gehirnschlages im noch nicht vollendeten 38. Lebensjahre verdem 2c. St. beigebrachter Messerstich in die linke Hüfte war. Im fich reden. Dort wohnt in der Sedanstr. 16 der 30 Jahre alte storben. Bärwald war am 2. Dezember 1858 zu Bromberg ge- Gegentheil befand sich St. im Lokal felbft in Gesellschaft eines Telephonarbeiter Braun, der seit zwei Jahren mit der aus boren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in den Jahren rrn und zweier Angehöriger des weiblichen Geschlechts. An Elbing gebürtigen 22jährigen Marie Melzer, genannt Stante, 1880-1884 auf der Berliner Akademie, wo Albert Wolff, Schaper, ersteren trat ich im Auftrage eines Freundes heran, um ihn zu verheirathet ist. In dem Hause gegenüber betrieb früher ber Begas seine Lehrer waren. Er hat dann eine reiche Thätigkeit einer Unterredung in ein Nebenzimmer zu bitten. Nach meinem 84 Jahre alte Milchhändler Thomas, der jetzt in der Koburgals schaffender Bildhauer entfaltet. Fortgehen stürzte St. unmittelbar mir nach, insultirte mich aufs straße wohnt, fein Geschäft. Thomas ist feit 12 Jahren vers Der neue Sentralbahnhof für den Fernverkehr, der gröblichfte durch die unfläthigften Schimpfereien und schlug mich, beirathet und Bater eines 11 Jahre alten Mädchens, während nach einer angeblich offiziöfen, aber hinterher offiziell dementirten als ich ihn bestimmt, aber durchaus höflich zur Mäßigung auf das Braun'sche Ehepaar ein ein Jahr altes Kind befißt. Am Meldung auf dem ehemaligen Güterbahnhof der Lehrter Bahn forderte, mit der Faust ins Gesicht. Natürlich erwiderte ich Dienstag Abend ist Frau Braun, ohne einen Pfennig Geld mitgeplant sein sollte, hat sofort die Grundbesiger der be- den Schlag, und es entspann sich eine Rauferei, in deren zunehmen, in ihren Alltagskleidern von Haufe weggegangen und nachbarten Stadttheile mobil gemacht. Der„ Grundbesitzerverein Verlauf ich eine Schnittwunde am Daumen und am nicht wieder zurückgekehrt. Seit derselben Zeit ist auch Thomas Nordwest" hat bereits seinen Vorstand, au dessen Spitze der Schienbein erhielt. Wie Steckmann zu seiner Berwundung verschwunden, nachdem er im Laufe des Spätnachmittags bei an rührige, durch seine schwarze Lifte" in weiteren Kreisen bekannt gekommen ist, wird, da ich gegen ihn wegen thätlicher und seinen Kunden etwa 200 m. eingezogen hatte. Man glaubt, daß gewordene Herr Röbrede steht, mit der Aufgabe betraut, die zur wörtlicher Beleidigung, sowie wegen Körperverlegung die die beiden Verschwundenen mit einander durchgegangen sind. Förderung des Projektes nöthigen Schritte zu unternehmen. Strafanzeige erstattet habe, die Untersuchung des Falles ergeben. Thomas lieferte, auch nachdem er aus der Sedanstraße wegSchade um den schönen fetten Happen!" werden Herr Röhrecke Thatsächlich steht fest und kann durch Zeugen bewiefen werden, gezogen war, täglich Milch bei Braun, und aus diesem geschäftund seine Getreuen jetzt flagen. daß sich in der Hand des St. ein blinkender Gegenstand befand. lichen Verkehr scheint sich ein Liebesverhältniß entwickelt zu Die Darstellung Ihres Gewährsmannes( Gerichtsbericht haben. Bahnhof Friedrichstraße. Amtlich wird in der Berl. erstatters") läßt mich den Angreifer sein, während letzterer in Corr." gemeldet: Die neuliche Mittheilung über den Bahnhof der That der mir an Kräften bedeutend überlegene Agent SteckFriedrichstraße hierselbst ist dahin zu ergänzen, daß die Anlage eines neuen Berliner Bahnhofs für den Fernverkehr in den maß- mann war. Bengen für meine Angaben find reichlich vorhanden und auch der föniglichen Staatsanwaltschaft namhaft gemacht." gebenden Kreisen der Staatseisenbahn- Berwaltung überhaupt noch Mette Gebildete! nicht in Frage gekommen ist. Zu einer Behauptung des Dr. Wolbeding, die dieser in Im Zeichen der Schneidigkeit. Die Berl. 8tg." schreibt: der Gerichtsverhandlung vom 9. November über angebliche Guts Folgender Borgang, der für unsere Zustände recht bezeichnend achten von Profeffor Rudolf Virchow aufgestellt hat, schreibt ist, wird uns von einem Augenzeugen mitgetheilt: Als die Redieser der Freis. 3tg.":" Nach den Aussagen Volbeding's soll fruten des Eisenbahn- Regiments in Schöneberg gegen 4 Uhr von ich allerlei Gutachten über Krankheitszustände abgegeben haben, paffirten, war der Verkehr von der Markgrafenstraße in die der Bereidigung im Luftgarten zurückkehrend die Lindenstraße die die Heilbarkeit oder die wirkliche Heilung dieser Zustände Lindenstraße vollständig gehemmt und man mußte geduldig warten, als eine Aussage untergelegt wird, als willkürliche Erfindung Berliner Privatpoft, der es sehr eilig zu haben schien, versuchte nun, bezeichen muß. Ich habe den Kehlkopftrebs bei Kaiser Friedrich erst nach seinem Tode festgestellt; vorher habe ich an dem von Dr. Mackenzie ausgeschnittenen Stücke nichts davon finden tönnen. Des Mannes, der Siloff heißen soll, erinnere ich mich überhaupt nicht." gegenüber dem Jordan'schen Kaufhause, mit seinem Zweirade zwischen bei Kompagnien, die einen Abstand von etwa 5-6 Schritt hatten, sich hindurch zu drängen, was auch thatsächlich sehr gut an gängig gewesen wäre. Doch er hatte seine Rechnung ohne den führenden Herrn Lieutenant gemacht; mit den Worten: Nicht Giftige Ampelpflanzen. Bei den amtlichen Unter durch hier!" gab er dem Postboten einen folchen Stoß, daß suchungen von Gebrauchsgegenständen, die halbjährlich mit Rück biefer mitfammt seinem Rade derartig zu Fall tam, daß Glocke sicht auf die Bestimmungen des Gefeßes vom 6. Juli 1887 über und Laterne des Zweirades weit auf den Bürgersteig flogen. den Berkehr mit gesundheitsschädlichen Farben veranstaltet Man faun sich denten, daß das Publikum über diese Handlung werden, ist in Berlin u. a. von drei Proben fünstlicher Blumen des Lieutenants nicht sehr erbaut war und feinem Unwillen in ein zum Schmücken von Ampeln zc. in diesem Jahre viel ver- recht derben Worten Luft machte. Aus den Nachbarorten. und Tempelhof gestern Morgen ein bisher nicht refognoszirtes Aus dem Eisenbahnzug gesprungen ist zwischen Rixdorf Mädchen von etwa 20 Jahren. Dasselbe tam vom Lande und wollte eine Berwandte in Rixdorf besuchen. Als der Zug fich bereits in Bewegung befand, erfuhr das Mädchen, daß man schon bei Station Rigdorf vorbei set. In ihrer Bestürzung öffnete die Unglückliche die Kupeethür und sprang in das Freie. Schwer verlegt und bewußtlos blieb sie liegen. Sie ist auch im Briger Krankenhaus, wohin sie gebracht wurde, noch nicht zur Besinnung gekommen. Theater. Am nächsten Sonntag, den 15. d. M., nachmittags 3 Uhr, findet im Bellealliance- Theater die dritte Aufführung von 2umpacivagabundus" statt. Es wirken mit Frau Josefine Dora, Georg Worlissch, Hans Manussi, Richard Jürgas, Sophie Horwiß, Julius Türk. Im Zentral- Theater geht diesen Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, das moderne Drama Wohlthäter" von Max Halpern erstmalig in Szene. Björnstjerne Björnson's neuestes Schauspiel, Ueber unsere Kraft" wird demnächs in Berlin zur Aufführung fommen. Das Aufführungsrecht ist Herrn Julius Kürt übertragen worden. Literarisches. breitetes Pflanzenpräparat beanstandet worden, das im Verkehr als Eine merkwürdige Schießgeschichte hat sich gestern, gefärbtes Waffermoos bezeichnet wird, jedoch„ Hornblatt" Donnerstag Nachmittag, auf einem Eisenbahnzuge zwischen Ham ( Ceratophyllum submersum) ist. Die Pflanzen sind grün und burg und Berlin zugetragen. Auf Beranlaffung eines Buschneiders gelb fünstlich gefärbt und mit Glycerin getränkt, um sie feucht aufter aus Mistole in Ungarn wurde auf dem Lehrter Bahn Die Misère de la Philosophie", Mary's Antwort auf und weich zu erhalten. Der alkoholische Auszug der Färbung hof nach Ankunft des Hamburger Buges um 8 Uhr 25 Minuten Broudhon's Philosophie de la Misère" ift foeben als enthält merklich Arsen. Bei einer Probe bunter Kreideftifte wurde abends der 37 Jahre alte Kohlenhändler Bohlen aus Altona von Theil der Pariser„ Bibliothèque Socialiste Internationale" tine Farbe, Umbrabraun darstellend, ebenfalls wegen Arsengehalts der Bahnhofspolizei festgenommen und dem 4. Polizeirevier schön ausgestattet in Neuauflage erschienen. Das franzöſiſche in der Flemmingstraße zugeführt. Bohlen hat unterwegs, wie Original war bekanntlich seit längerer Zeit vollständig vergriffen. Aus den Kreisen von Bildung und Befih bringt das es heißt auf mecklenburgischem Gebiet, von der Platt- Die Neuauflage ist um so zeitgemäßer, als gerade in Frankreich Kleine Journal" folgende Geschichte: Der Gemahlin eines form eines Wagens vierter Klasse aus mit einem Revolver ohne die Proudhon'schen Philifter Utopien noch von vielen für wegen feines Reichthums und seiner Unternehmungsluft hin- jebe Beranlaffung auf mehrere Personen, u. a. auf einen Strecken Sozialismus gehalten werden. beanstandet. S Ihr dankbar ergebener ( gez.) Bismard. In Landeck find am 9. November fünf beim Glatz- Landecker Babubau beschäftigte Arbeiter durch Einathmen von Kohlen. xydgas verunglückt. Vier wurden todt aufgefunden. Otto Berthold. Der Umst ur 3. Der Umsturz. Briefe und Gespräche. I meister, sondern seinen Freund, mit welchem er soeben im Gespräch| Seufzer zusammenfaßte: Anständige Leute schreiben nicht für Leipzig. Albert Warnecke. gestanden und dem er die Worte deshalb zugerufen, um ihn noch mich!" So war es, so ist es und so wird es auch wohl in der Besondere Eigenheit des Buches: Es schimpft nicht über einmal in das soeben verlassene Otto'sche Lokal zu nöthigen, Bukunft sein. die Sozialdemokratie. Der Verfasser malt einen sozialistischen gemeint habe. Der Amtsanwalt Stadtsekretär Treichel beantragte Mit follegialem Mitgefühl Butunftsstaat", an dem er nichts auszusehen findet, als daß fein damals vier Monate Gefängniß, das Gericht beschloß aber VerHohenzoller au dessen Spize steht. Darum bringt es dieser Staat tagung, um den Einwand des Angeklagten näher zu prüfen. nur auf zwei Präsidenten; der erste ist Eugen Richter, der zweite Am Dienstag hielt der Angeklagte seinen Einwand aufrecht. Seine Bebel. Dann kommt unter dem Jubel des Volkes wieder der Kaiser Angaben fanden Bestätigung durch den Zeugen Hollwiß, der wie zurück, der die neuen Besitzverhältnisse, die neuen Einrichtungen, der Bürgermeister mit Bornamen Ostar heißt. Beim Aus " bie jedem ein menschenwürdiges Dasein sichern", zu ehren ver- einandergehen vor dem Lokal hat der Angeklagte die Worte gerufen spricht. Der Verfasser scheint Jurist zu sein. Ob ein viel- in demselben Moment, als der Bürgermeister Arm in Arm mit beschäftigter, durch hundert Interessen mit der heutigen Gesell- feiner Frau vorüberging. Aus Mülhausen i. Elf. wird berichtet: Die vier In schaft verknüpfter? Ich glaube nein. Sonst würde er nicht so Das Gericht fand den angeklagten Arbeiter der Beleidigung dividuen, welche wegen des an einem jungen Mann namens freimüthig und verständig über diese Gesellschaft zu urtheilen des Bürgermeisters schuldig und verurtheilte ihn zu 30 Mark Ulmann in der Nähe der deutsch- französischen Grenze bei Belfort vermögen. Das Buch verfolgt den eingestandenen Zweck, dem Geldstrafe. Unser Brandenburger Parteiblatt bemerkt zu dieser begangenen Mordes verhaftet worden waren, sind wieder in Durchschnitts- Bourgeois die wahnsinnige Angst vor dem„ Umfturz" Verurtheilung: Bürgermeister Suchsland hat nun seine Genug Freiheit gefeßt worden. zu nehmen. Dieses Ziel wird es natürlich nicht erreichen. Sonst thuung und der Uebelthäter seine Strafe. Eins möchten wir ist es stilistisch gar nicht übel geschrieben, nur etwas formlos aber doch bemerken, daß eine so empfindsame Natur Anarchisten Glaab hat die Polizei, der Volts- 3tg." zufolge, einen In der Wohnung des in Kopenhagen verhafteten deutschen tomponirt. Wenn man es zu Ende gelesen, fagt man sich wie Bürgermeister Suchsland, der bei jeder Gelegenheit eigenthümlichen Fund gemacht. Sie entdeckte nämlich eine vollZwecklose Arbeit! Aber sie zeigt, daß in jener Mittelschicht, die den Strafrichter anruft, in allen Aeußerungen auch auf ständige Portraitsammlung dänischer und fremder Geheimpolizisten. zwar über Bildung aber über wenig oder gar keinen Besitz ver- das Empfinden Anderer Rücksicht nehmen sollte. Bürgerfügt, die Ideen des Sozialismus stetig an Boden gewinnen. meifler Suchsland richtete bei dieser Gelegenheit als Beuge den betreffenden versehen und enthält z. B. eine Beschreibung Jedes Bild ist auf der Rückseite mit genauen Mittheilungen über und Kläger eine schwere Anklage gegen die gesammte arbeitende feines Aeußeren, Mittheilungen über seinen Gharakter, seine Bevölkerung. Er sprach von groben Exzessen, welche die in Fabriken arbeitende Bevölkerung von Luckenwalde und an allen Tüchtigkeit u. f. w. So lieft man auf mehreren der Bilder: Fabriken arbeitende Bevölkerung von Luckenwalde und an allen sehr gefährlich". wird in geheimen Missionen benußt"," immer Orten sich zu Schulden kommen lasse, und meinte, wenn die ihm lächelnd" zc. Wie der deutsche Anarchist sich diese Bilder ver widerfahrene Kränkung nicht die gebührende Strafe erhalte, dann dürfte man sich nicht wundern, wenn Verbrechen, wie schafft hat, ist noch nicht aufgeklärt. Durch diese Sammlung der Mord des Justizraths Levy in Berlin, sich Anarchisten bekannt gemacht werden, damit sie jenen leichter aus sollten wahrscheinlich die gefährlichsten Geheimpolizisten den wiederholten. Ach, du lieber Himmel! dem Wege gehen könnten. Gerichts- Beifung. " Diebstähle im Kaiser Friedrich Krankenhause wurden dem Hausdiener Hermann Gürtler zur Last gelegt, der gestern vor der 1. Straffammer zur Verantwortung gezogen wurde. Der Angeklagte, der seinerzeit auch in der Galle'schen Mordfache in den Verdacht der Thäterschaft gekommen war, hat einige Vorstrafen bei dem Militär erlitten und ist seitdem mehrmals wegen Vor dem Reichsgericht wurde am 12. November ein Diebstahls mit Strafe belegt worden. Auf grund eines vorzüg- Prozeß wegen Falscheides verhandelt, in welchem die Re- Hamburg unterwegs, ist bei Spiekeroog gestrandet. Passagiere Der norwegische Dampfer ,, Capella", von Bergen nach lichen Beugnisses wurde er von dem Inspektor des Kaiser visionsinstanz eine Anschauung bekundete, die sich wesentlich von und Besatzung sind gerettet. Hierzu telegraphirt die RettungsFriedrich Krankenhauses als Hausdiener angenommen und verfah den befremdlichen Gesichtspunkten unterschied, aus denen heraus station Spiekeroog: Am 12. November von dem hier gestrandeten daselbst seine Obliegenheiten zwei Monate hindurch zu voller 3. B. unsere braven Parteigenossen im Essener Meineids- Prozeß Postdampfer„ Capella", Kapitän Rode, 14 Personen durch das Zufriedenheit feiner Vorgesetzten. Da wurde es ruchbar, daß das ins Buchthaus gesandt worden sind. Der Modellschreiner biesige Rettungsboot„ Emden" und 7 Personen durch das Attest, bem er seine Anstellung verdankte, von einem Infaffen der Ar- Julius Röntgen war am 7. August vom Landgericht Rettungsboot Frauenlob" der Sektion Neuharlingerfiel gerettet. beiterkolonie gefälscht worden sei. Ehe darüber noch volle Aufklärung Dortmund wegen fahrlässigen Falscheides zu Gefängnißstrafe beschafft worden war, verschwand Gürtler aus dem Krankenhause verurtheilt worden ist. In der Straffache gegen den Arbeiter Ein Postdieb? Von einer sensationellen Verhaftung be und es stellte sich hieraus, daß das Pult des Inspektors Richter Schurmann befundete er am 27. Februar d. J. vor dem Amts- richtet man aus Wien: Hier wurde ein Mann festgenommen, erbrochen und aus demselben baares Geld und eine Anzahl von gerichte Dortmund unter Eid, es sei nicht wahr, daß er am der sich dadurch verdächtig machte, daß er auffallend viel GoldInvaliditätsmarken entwendet worden war, ebenso war eine 14. Dezember v. J. in der S.'schen Restauration gesagt habe, er münzen verausgabte und solche förmlich ausstreute. Der Mann Hofe eines Wärters gestohlen und offenbar auch der Versuch wolle dem Schurmann die Därme aus dem Leibe reißen. In führt Papiere auf den Namen Edwin Schmeißer lautend bei sich, gemacht worden, in dem Zimmer des Chefarztes Dr. Baginsti der Berufungsinstanz wiederholte er am 24. April diese Aussage soll aber Karl Hoelfen heißen, aus Haßlinghausen in Preußen das Pult zu erbrechen. Als Gürtler festgenommen wurde, gestand vor dem Landgerichte. Drei andere Zeugen( zwei unter Eid, der stammen und Bootsmann auf dem Dampfer Hohenzollern" er zu, die Diebstähle begangen zu haben, widerrief aber später dritte wegen Eidesunmündigkeit unbeeidigt) erklärten nun in vom Norddeutschen Lloyd Lloyd gewesen gewesen sein. Er erzählt das Geständniß und behauptete gestern, daß er von den Protokollen, dieser Verhandlung mit Bestimmtheit, jene Aeußerung in platt- eine romantische Geschichte: Auf einer überseeischen Fahrt in denen sein Zugeständniß enthalten ist, nichts wisse. Gestern bean deutscher Sprache von Röntgen gehört zu haben. Hingegen fei er Beuge gewefen, wie Matrosen des" Hohenzollern" tragte er selbst, daß man ihn zur Beobachtung seines Geistes zustandes sagten drei weitere Beugen die Arbeitsgenossen Röntgen's, Säcke mit Gold unter einander vertheilten. Zwei solcher einer Anstalt überweisen möge, da er offenbar nicht normalen Geistes die mit ihm in das fragliche Lokal gekommen waren eidlich Säcke habe man ihm dann geben müssen. Ein Sac, enthaltend fei, fehr leicht in Erregung gerathe und in solchem Zustande aus, sie hätten eine solche Aeußerung nicht gehört und müßten Münzen zumeist japanischer, dann aber auch europäischer nicht wisse, was er thue. Das gefälschte Attest habe er zu seinem fie gehört haben, wenn fie gefallen wäre. Das Land- Prägung im Werthe von über 4000 Gulden, wurde bei dem besseren Fortkommen benutzt, im übrigen habe er sich zu jener gericht hat in der Verhandlung vom 7. August als Verhafteten noch uneröffnet vorgefunden. Die Vermuthung, das Beit infolge der Verdächtigung in der Galle'schen Mordsache erwiesen angesehen, daß Röntgen die Aeußerung gethan und dies Gold rühre von einem Diebstahl her, hat sich bestätigt. Der in aufgeregtem, fast unzurechnungsfähigem Zustande befunden. vielleicht in der Aufregung, die sich seiner damals bemächtigt, Sefondelieutenant hat der Wiener Polizei mitgetheilt, daß thats Medizinalrath Dr. Menger begutachtete dagegen, Daß vergessen habe. Er habe aber fahrlässig gehandelt, indem er sächlich an Bord des Lloyddampfers Hohenzollern" ein PostBlicke zu, ballte die Fäuste gegen ihn und als der Staatsanwalt vom Reichsanwalt für begründet erachtet. Eine Fahr " wir Wenn der am war gegangen. weiter befördert werden. = Briefkasten der Redaktion. Drei der der Angeklagte ein ganz dreifter Simulant fei, der positiv behauptete, er habe die Aeußerung nicht gethan, nament diebstahl verübt worden sei, aus welchem die Goldvorräthe des allerdings leicht erregt werde und höchst gefährlich erlich nachdem er gehört hatte, daß drei Zeugen das Gegentheil Verhafteten unzweifelhaft stammen. Letterer wird nach Erscheine. Dieses Gutachten verfekte den Angeklagten in aussagten. Die Revision Röntgen's, welche Verfüllung der nöthigen Formalitäten an Deutschland ausgeliefert hochgradige Entrüftung; er warf Herrn Dr. Menger wüthende tennung des Begriffes der Fahrlässigkeit rügte, wurde werden. gegen ihn 1 Jahr 6 Monate Gefängniß beantragte, rief er mit lässigkeit des Angeklagten sei in der That nicht fest- Ein zur italienischen Zollüberwachung bestimmtes Torpedoschiff Aus Rom wird über einen Schiffsuntergang gemeldet: zornerstickter Stimme:" Ich nehme feine Stunde an; die Strafe, gestellt. Wenn der Angeklagte die Aeußerung in der Aufregung ist infolge eines heftigen Unwetters mit Mann und Maus unterdie mir hier zudiktirt wird, kann der Medizinalrath' abmachen!" wirklich gethan und sie nachher, nachdem er noch andere WirthDer Gerichtshof verurtheilte den sehr dreist auftretenden An- fchaften besucht, vergessen hatte, so handelte er nicht fahrgetlagten zu ein Jahr sechs Monaten Gefängnißläfig, wenn er den fraglichen Eid leistete. Es tommt Zu den Ueberschwemmungen in Serbien. Der Eisenund wegen des Gebrauchs eines gefälschten Attestes zu einer noch hinzu, daß seine damaligen Begleiter auch nichts babuverkehr im Moravathale ist infolge einer großen Ueber haben wollen. Woche Haft. Die Haftstrafe und 2 Monate Gefängniß wurden Angeklagte wirklich Zweifel gehegt hätte und Ertkundigungen mehreren Stellen zerstört, die Straßen unbrauchbar, die Brücken schwemmung gänzlich unterbrochen, die Bahndämme find an als verbüßt erachtet. hätte einziehen wollen, ob er die Aeußerung gethan, so war es abgerissen, Städte und Ortschaften an der Drina und Morava Auf die Zustände in der Redaktion des„ Kleinen für ihn das nächstliegende, feine Kollegen zu fragen. Von diesen unter Wasser. In Uzice sind die Häuser eingestürzt, der Telegraph Journal" wirft eine Verhandlung, die sich gestern vor dem aber hörte er gerade in der Hauptverhandlung, daß er die mehr ist an mehreren Stellen unterbrochen, doch sind die Hauptlinien Schöffengericht abspielte, ein grelles Licht. Wegen Beleidigung erwähnten Worte nicht gesprochen habe. Es ist also nicht er intakt. Die Orientpoft von Paris nach Wien konnte heute nicht mehr- intakt. hatte sich der frühere verantwortliche Redakteur des Blattes, sichtlich, was er hätte thun sollen, um sein Gedächtniß auf Hugo Krause- Görner zu verantworten. Privattläger war Herr zufrischen. Das Reichsgericht hob das Urtheil auf und v. Scheve, einer der beiden Direktoren des Deutschen Kredit- prach Röntgen von Strafe und Kosten frei. Schiffbrüchige. Von den Jrrfahrten einer Schiffsmannschaft Vereins". Dieser hatte einen gewissen Wiese als Mitglied aufauf hoher See wiffen amerikanische Blätter folgendes zu erzählen: genommen und ihm statutenmäßig ein größeres Darlehen Der Hamburger Hanseinsturz Prozek wurde Der spanische Dampfer Evelyn" traf, auf hoher See treibend, gegen Unterlage gewährt. Wiese führte dem Kredit Donnerstag Nachmittag beendet. Aus der sehr umfangreichen zwei Boote, deren Jusoffen mit Tücherschwenken sich bemerkbar verein noch eine Anzahl Mitgliedern zu, zu von denen Beweisaufnahme ist außer den Gutachten der Sachverständigen 81 machen suchten. Trotz der hochgehenden Wogen unternahmen e3 mit Bootsmann ebenfalls gegen Hinterlegung von Aktien verschiedener Ge- nichts Bemerkenswerthes mitzutheilen. Interessant und für unsere eigener Lebensgefahr der sellschaften höhere Darlehne gewährt wurden. und Später stellte vielgepriesene moderne Strafrechtspflege recht bezeichnend dürfte einige Matrofen des„ Evelyn", die Schiffbrüchigen es sich heraus, daß Wiese nur ein Hintermann von dem bekannt- folgender Umstand sein, den an der Aussage zweier Bord zu bringen. Diese boten einen grauenbaften Anblick dar. lich zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilten Banfier Hermann Beugen, des Kaufmanns Lerch und des Registrators bei Halb bekleidet, mit Salzwasser Geschwüren Friedmann war und daß die Papiere, die als Unterlage hinder Staatsanwaltschaft Schröder entnehmen: Wie wir bedeckt, hohläugig, konnten sie sich vor Erschöpfung nicht aufgegeben waren, zu den Effekten gehörten, die Hermann Fried schon in Nummer 266 des Vorwärts" mittheilten, recht erhalten. Nach und nach erfuhr der Kapitän, daß die mann gefälscht hat. Als die Direktion des Deutschen Kredit- ursprünglich gegen den Bau- Uebernehmer Christian Rasmussen Schiffbrüchigen die Besatzung der norwegischen Barte Lovise" vereins fah, daß die Verluste einige hunderttausend Mark be- und dessen Bruder, den Parlier Hannes Rasmussen auch ein waren, die sie, da das Schiff, durch Sturm und hohe See betrugen, überlieferte sie Hermann Friedmann der Staatsanwalt Strafverfahren eröffnet und die beiden waren in Haft genommen. Schädigt, sich nicht halten konnte, verlassen hatten. Neun Tage fchaft, obwohl der Direktor der Omnibus- Gesellschaft May Arendt Ueber die gegen die beiden geführte Voruntersuchung war nun baben sie in den Booten ausgehalten, Kleidungsstücke, Wasser widersprach und in Aussicht stellte, daß Friedmann aus den zu der Maurermeister Ernst Rasmussen, der vor 14 Tagen seinen und selbst Proviant über Bord werfend, damit die unaufhörlich erwartenden großen Gewinnen au dem Affumulatoren- Patent die Brüdern nach Transvaal gefolgt ist, stets so schnell und so genan voll Wasser schlagenden Boote nicht untergingen. Gesellschaft schadlos halten werde. Bald darauf brachte das instruirt, daß es ihm durch allerhand Machinationen gelang, die unglücklichen sind infolge der ausgestandenen Schrecknisse irrsinnig Kleine Journal" einen Artikel, der die Beziehungen der Haftentlassung seiner Brüder zu bewirken. Der Vorsitzende, geworden. Direktoren des Deutschen Kreditvereins zu Hermann Friedmann Landgerichtsdirektor Dr. Burchard sprach die Ueberzeugung in einer für sie nicht sehr schmeichelhaften Weise beleuchtete und aus, daß ein immenser Vertrauensbruch in dieser Sache direkt andeutete, daß Herr v. Scheve sehr wohl gewust habe, daß vorgekommen sei. Sämmtliche sechs Sachverständige sprachen in er in Wirklichkeit die Darlehne an Friedmann gäbe und aus ihrem Gutachten aus, daß die von dem Angeklagten Edgar Bir bitten diefen Geschäften eine Provision von 2500 M. erhalten habe. Foßhag hergestellten Bauzeichnungen ganz unglaublich lüderlich Die Direktion des Deutschen Kreditvereins erließ darauf eine gemacht wären. Nach ihrer Stärke und Konstruktion durften die Berichtigung, deren thatsächliche Behauptungen aber in einem Pfeiler pro Quadrat- Bentimeter Pfeilerfläche mit höchstens neuen Artikel des„ Kl. Journal" angezweifelt wurden. Auf fünf Kilogramm belaitet werden. Zur Zeit des Einsturzes Beschluß des Aufsichtsraths der Gesellschaft hat Herr v. Scheve auf waren fie aber schon pro Quadrat Zentimeter mit 10 Kilogramm Angelegenbeit nichts unternehmen. Langjähriger Abonnent. Der Abgeordnete kann in Ihrer grund dieser beiden Artikel die Privatklage angestellt. Sein Bei- belastet. Dazu war das Material nach dem Gutachten des Maurer- Angelegenueit nichts unternehmen. stand Justizrath Sprenkmann beantragte, den Angeklagten zu meisters Otto ein außerordentlich schlechtes. Die Sachverständigen R. J. 18. Am 3. Dezember treten die Wahlmänner zur 6 Monaten Gefängniß zu verurtheilen. Der Angeklagte befehen den Angeklagten nicht als eigentlichen Bauleiter des Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten zusammen; hauptete, daß er das Opfer eines gegen ihn ver- Unglücksbaues an, halten ihn aber als Zeichner der Baupläne damit erlöschen die Befugnisse der Wahlmänner, die also nicht übten Streiches geworden sei. Die Artikel seien von für das Unglück für durchaus verantwortlich. Der Staatsanwalt Parlamentsabgeordnete sind. Ein eigentliches Marineministerium Max Arendt verfaßt und unter Umgebung seiner beantragte eine Gefängnißstrafe von 3 Jahren. Der Vertheidiger bestand nicht. 1874 fandidirte S. nicht. Person in die Zeitung gebracht worden. Er habe Dr. Lewy suchte alle Schuld auf die geflüchteten Baulöwen zu R. 10. E. Bader, Große Frankfurterstr. 34, v. IV. feine Renntniß davon gehabt und habe selbst das höchste wälzen und bat um Freisprechung seines Klienten. Das nach Meerane. Genosse Autrict wohnt Berlin W., Steinmet Intereffe daran, daß festgestellt werde, wie das Erscheinen der mehrstündiger Berathung verkündete Urtheil lautet, wie gestern straße 60. Artikel ermöglicht worden sei. In dieser Beziehung berief er sich schon berichtet wurde, auf 2 Jahre 6 Monate Gefängniß wegen auf mehrere Beugen. Er habe noch vor kurzem Arendt dringend fahrlässiger Tödtung und Körperverlegung. Auf die Strafe erfucht, ihm mit Beweisen für die in den Artikeln be- werden 2 Monate der Untersuchungshaft angerechnet. haupteten Thatsachen an die Hand zu gehen. Als dies abgelehnt wurde, habe er das Wort Schusterei" gebraucht und fei darauf von Arendt überfallen und mißhandelt worden. Er habe diese Sache der Staatsanwalt. schaft übergeben.- Der Gerichtshof hielt die Beweis- Fürft Bismard als Journalist. Im letzten Heft der anträge nicht für geeignet, Krause's Verantwortlichkeit aus Bukunft" veröffentlicht der Herausgeber ein an den Kollegen auschließen und verurtheilte ihn zu zwei Wochen Geillustrirten Mitarbeiter der Hamburger Nachrichten" als erfolg- Swinemünde aus- Bismard" gerichtetes Schreiben, worin Herr M. Harden den fängniß. reichen Journalisten feiert. Wir sind nun, schreibt mit gutem Hamburg Die Unterschleife des früheren städtischen Steuererhebers Humor die" Frankfurter Zeitung", in der Lage, das Antwort Berlin August Bock gelangten gestern vor der zweiten Straftammer und Dankschreiben mitzutheilen, das der Friedrichsruher Redakteur Wiesbaden bes Landgerichts I zur Erörterung. Der aus der Untersuchungs- seinem Berliner Kollegen soeben hat zugehen lassen. Der Brief München haft vorgeführte Angeklagte ist beschuldigt, dem Magistrat 4160 M. lautet: Wien unterschlagen zu haben. Er wurde zu 11/2 Jahren Gefängniß Haparanda und 3 Jahren Ehrverluft verurtheilt. Ihre zuversichtlich ausgesprochene Hoffnung, daß ich mich etersburg " Oskar, sei vernünftig!" Der als Sozialistentödter hoch endlich in die Rolle eines Journalisten hineinfinden werde, Cork berühmte Bürgermeister Such 3 land von Luckenwalde hat mit eine herzstärkende Freude bereitet. Zum Dank will ich Aberdeen. hatte dieser Tage wieder einmal seinen Beleidigungsprozeß. Ihnen verrathen, weshalb ich mich zu dieser Rolle, die für einen Paris. Wegen der Worte Dstar, sei vernünftig!" saß der Schrauben ehemaligen Staatsmann ein Pudendum sein sollte, entschlossen dreher Arndt, wie wir unserem Brandenburger Partei- Organ babe. Es ging mir nämlich nach meiner Entlaffung nicht besser Wetter- Prognose für Sonnabend, den 14. November 1896. entnehmen, auf der Auflagebant des Schöffengerichts von Lucken als im Amte, ich mußte auch hier die betrübende Erfahrung Trocken und vielfach heiter, zeitweise wolfig bei mäßigen walde. Schon einmal war in der Sache verhandelt worden. Der machen, die ich als leitender Minister meinem Gönner und südlichen Winden; nachts leichter Frost, am Tage mild. Angeklagte erhob damals den Einwand, daß er nicht den Bürger- Freunde Dohm vom Kladderadatsch gegenüber einmal in den Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Vermischtes. " Sehr geehrter Herr Kollege! bei jeder Anfrage eine Chiffre( swet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend abends von 6-7 Uhr statt. Witterungsübersicht vom 13. November 1896. Stationen. . Barometertand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke | wa|| 00| 1( Staia 1-12) Wetter Temperatur nach Celsius ( 5° C. 4° R.) 767 Still bedeckt 2 765 SM 766 DSD Nebel bedeckt 0 2 763 Still bedeckt 7 763 0 3. bedeckt 4 767 2 762 wolkenlos Dunst -19 SSM 5 Regen 10 3 bedeckt 7 754 754 • NND Still A 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 268. Sonnabend, den 14. November 1896. Wafferkalt aufzubeffern; da aber fortgesetzt neue Ralt- Ringöfen die Absendung Unternehmer- Verbände. in Betrieb gesetzt wurden und noch werden, sind die Versuche nochmals dringend gescheitert. 10 Prozent. Die bereits mehrfach berathene Frage des Beginnes der Förderung auf neuen Schächten wurde dahin entschieden, daß die Förderung jederzeit eintreten tann. Einem fölnischen Blatt zufolge erwirkte der Vorstand des RheinischWestfälischen Kohlensynditats durch persönliche Vorstellungen und Verhandlungen mit dem Eisenbahnminister behufs Milderung des augenblicklich herrschenden Wagenmangels, daß die Bezüge an Brennstoffen für den Bedarf der Staatsbahnen in den Werk- Zu der Nachricht, daß die betheiligten Rhedereien die ftätten wie für die Lokomotiven für die nächste Zeit möglichst& rachtsäße nach Nordamerika wieder erhöhen eingeschränkt, und der Bedarf aus den angesammelten werden, schreibt die Hamburgische Börsenhalle", daß die Fracht Beständen gedeckt wird. Die hierdurch ausfallenden, auf nach Nordamerika lediglich auf einzelne Produkte, die eine täglich 500 Doppelwagen zu beziffernden Quantitäten sollen vom Steigerung der Fracht vertragen fönnen, um Kleinigkeiten für 15. Dezember bis 15. Januar nachgeliefert werden. Wie dem das Jahr 1897 erhöht worden sei. Die Frachtsäße für industrielle felben Blatte zufolge in der Sitzung des Kohlensynditats noch Erzeugnisse seien überhaupt nicht erhöht worden. mitgetheilt wurde, war die diesjährige Steigerung der Produktion die höchste bisher erreichte. Auch der Export war derart lebhaft, daß der Nachfrage nicht mehr genügt werden 13. Jahrg. eines Nachtrags nothwendig, in dem dringend auf die Erfüllung des von den wurde. Wie die Rheinisch Westfälische Zeitung" meldet, berichtete Gehilfen ausgesprochenen Verlangens hingewiesen am Dienstag in der Versammlung der Zechenbefizer des KohlenGegen diesen Nachtrag protestirte nun der InnungsgehilfenEin Verband des deutschen Holzgewerbes" ist im Ent- Ausschuß in sehr entschiedener Weise im Junungsorgan und ver shudikats der Vorstand, daß im September d. J. die an- stehen begriffen. Eine in Leipzig am 9. November abgehaltene anlaßte damit die Einberufung dieser Versammlung, zu welcher gemeldete Betheiligung an der Förderung 3 688 638 20., die Versammlung faßte einstimmig den Beschluß, daß die definitive der Gehilfenausschuß eingeladen und auch erschienen war. Einschränkung 302 568 To., b. b. 8,2 pt. betrug gegen 10,47 pt. Gründung im Monat Januar n. J. erfolgen soll. Auf dieser torn fritisirte in eingehender Weise die Stellungnahme des im August d. J. und 14,96 pet. im September 1895. In den Versammlung waren vertreten: der Nordwestdeutsche Verein für Ausschusses und wies darauf hin, daß 2/3 des bekanntgegebenen Monaten Juli/ Septbr. 1896 betrug die Betheiligung 11 185 618 To., Holzhandel und Holzindustrie( von dem die Einladung ausging). Nachtrags im Innungsorgan unterschlagen sei. Thatsächlich die Einschränkung 1 104 306 To. oder 9,87 pt. Die thatsächliche der Verein Ostdeutscher Holzhändler und Holzindustrieller, der beschäftige sich die die Erklärung, welche Einschränkung im Oktober betrug 7,79 pCt. Die Versammlung Holzhändler- Verein München, der Verein Schleswig- Holsteinscher Ausschuß als Vertheidigung und Ehrenrettung der Barbier- und vom Jnnungssetzte die an die Syndikatstaffe zu leistende Abgabe und Ent Holzhändler, der Verein der Holzimporteure im Unterwesergebiet, Friseurgehilfen bezeichnet werde, faß ausschließlich mit dem Theil schädigung für 1897 auf 1. pro Tonne( anstatt 2 M. jetzt), der Verein der Holzindustriellen in Rheinland und Westfalen, der Denkschrift, der die Bekleidungsfrage betreffe; nur ganz kurz die Strafe auf 2 M. wie bisher fest. Ferner wurde der von der Verein Grubenholzbörse in Recklinghausen, der Verein aber bestimmt werde zugegeben, daß das Barbiergewerbe Schäden dem Beirath vorgeschlagene Förderplan für 1897 angenommen; Magdeburger Holz- Interessenten. Ihre Geneigtheit, dem Ver- und Mängel aufzuweisen habe, die gründlicher Reformen bedürfen. es wurde die Fördereinschränkung zunächst nur für das erste bande beizutreten, hatten außerdem noch mitgetheilt der Verein Auf diese Erklärung wurde denn auch von verschiedenen Rednern Salbjahr 1897 festgestellt, und zwar für Januar und Februar oberfränkischer Holzhändler, der Verein deutscher Holz- und bezug genommen, und ein Weg erblickt, auf dem ein gemeinsames auf 5 Prozent, für die Monate März Juni auf Flößerei- Interessenten in Bromberg und der Verein der Holz- Arbeiten an der Verbesserung der Lage der Gehilfenschaft möglich Industriellen in Lübeck. An den Verhandlungen nahm auch der sein könne. Zu allen in der Denkschrift und dem Nachtrage Vorsitzende der Sächsischen Holz- Berufsgenossenschaft, Kommerzien behaupteten Wißständen war der Referent in der Lage, eine rath Grumbt, theil. Von den Gegenständen, die zunächst Gegen- Reihe thatsächlicher Beweise anzuführen und verlangte nun vom stand der Verbandsthätigkeit bilden sollen, wurden erörtert: die Gehilfenausschuß Gegenbeweise. Brumme sowie Reiners Feuerversicherung der Sägemühlen, die Vertretung der Holz Mitglieder des Gehilfenausschusses, erklärten, deshalb den größten industrie in den Bezirks- Eisenbahnräthen. Theil des Nachtrags in ihrer Wiedergabe hinweggelassen zu haben, weil sie dem Verfasser resp. Unterzeichner feine Opposition machen wollten, im übrigen vertheidigen sie, was in der Ehrenrettung Von verschiedenen Seiten wurde niedergeschrieben wurde. den Ausschußmitgliedern das verkehrte ihres Standpunktes klar zu machen versucht und konstatirt, daß von keiner Seite die in Denkschrift und Nachtrag aufgestellten Behauptungen Widerlegung gefunden hätten. Auf Antrag Starosson richtete die Ver sammlung das Ersuchen an den Gehilfenausschuß, eine öffentDie österreichischen Baumwoll Jndustriellen wollen liche Versammlung einzuberufen, die sich mit der Sonntagsruhe demnächst in Wien eine Konferenz abhalten, wo über eine gleich- und dem Attestbuchwesen zu beschäftigen habe. Außerdem fand mäßige Einschränkung der Produktion in der Spinnerei und folgende Resolution gegen die Stimmen des Gehilfenausschusses Weberei berathen werden foll. Dazu meint die Wiener Annahme:„ Die Versammlung erkennt die in der Denkschrift des Arbeiterzeitung": Diese Einschränkung ist nur durch Verkürzung 6. Gehilfentongresses an die gesetzgebenden Körperschaften nebst der Arbeitszeit praktisch durchführbar. Die Industriellen kämen der in dem Nachtrage hierzu enthaltenen Darlegungen über die durch einen dahingehenden Beschluß den langgehegten Wünschen Lage der Gehilfen, als wahrheitsgetreu, den thatsächlichen Verder Arbeiter entgegen und würden dadurch auch ihren Interessen hältnissen entsprechend an. Die Verdächtigung gegen den Vordienen. Die Begleiterscheinungen der kapitalistischen Produktions- wärts", der in seiner Nummer 233, 4. Beilage, lediglich den weise, als niedrige Löhne, Krankheit und Siechthum, häufige Krisen Nachtrag zum Abdruckt brachte, ist entschieden zurückzuweisen. und die dadurch bedingte Arbeitslosigkeit, Degeneration der Die Protesterklärung gegen den Nachtrag zur Denkschrift Arbeiter 2c. 2c., machen sich in der österreichischen Textilindustrie namens des Innungs- Gehilfenausschusses ändert an den that und speziell bei den Baumwollspinnern und Webern am meisten sächlichen Verhältnissen absolut nichts. Die Versammlung erkennt fühlbar. Das einzige wirksame Mittel dagegen ist Verkürzung in der Gehilfenorganisation die allein berechtigte Vertretung der der Arbeitszeit. Werden die Herren Industriellen uneigennüßig Gehilfenintereffen." Bom Rubr- Kohlengebiet berichtet die Kölnische Volts- 3tg.": genug sein, diese Frage vom Standpunkt der allgemeinen BoltsDie günstige Martilage hat nicht nur ein weiteres Anziehen der wohlfahrt zu diskutiren? Die Textilarbeiter fordern seit geVerkaufspreise bei neuen Abschlüssen in Hausbrandkohlen und Kots raumer Zeit den Zehnstundentag. Wohlan, die Industriellen zur Folge gehabt, sondern auch zu neuen Vereinigungsmögen zeigen, daß sie durch die gemachten Erfahrungen mit dem Bestrebungen unter den Bechen geführt. Dieselben elfftündigen Normalarbeitstag flüger geworden sind, und daß sie werden durchweg so heimlich betrieben, daß selbst die Gewerken sich zu ihrem eigenen Vortheil nicht erst von den Arbeitern und Aktionäre erst dann Kenntniß davon erhalten, wenn die zwingen lassen. Sache bereits so weit gediehen ist, daß an sie die Frage der Zustimmung berantritt. Letzteres ist dann meistens die Ursache, daß der Plan nicht zu stande kommt, da der über die Köpfe der Gewerten hinweg verhandelnde Grubenvorstand zu wenig über die Stimmung der ersteren unterrichtet war. Zudem versprechen sich die Besitzer von Bergwerts- Antheilen zumeist wenig Vortheil von dem Verschmelzen mit anderen gleichartigen Unternehmungen, da es meistens gleichzeitig ein Aufgeben der eigenen Selbständig teit bedeutet. tönne. Wären die deutschen Bergleute in ihrer Mehrheit stramm organisirt, fie fönnten bei dem blühenden Geschäftsgange ihre wirthschaftliche Lage sicherlich um ein bedeutendes verbessern. Das westfälische Kokesyndikat wird die Verrechnungsweise sowohl für Hochofen- Kots, wie für Gießerei- Rots, die bisher 11,50 und 13 M. die Tonne betrug, vom 1. Januar 1897 an erhöhen. Ueber den Umfang der Erhöhungen entscheidet noch der Aufsichtsrath des Rotssyndikats. Inzwischen wird schon jetzt bei nächstjährigen Lieferungen ein höherer Preis beansprucht: für Hochofen- Kots 13 M., für Gießerei- Rots 14,50-15. # Die Petroleum- Gesellschaft ,, Etoile Roumaine" hat, wie aus Butare ft telegraphirt wird, am Donnerstag die erste Segelschiffsladung von 2000 Barrels raffinirten Petroleums via Constanza nach dem Orient verkauft und tritt damit auf dem Weltmarkt mit dem russischen Produkt in Wettbewerb. Versammlungen.. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: Süd= oft fchute, Waldemarfir. 14: Nationalökonomie( Allgemeine Uebersicht der verschiedenen Wirthschaftsstufen. Entwickelung der bürgerlichen theoretischen Nationalökonomie. Die Marr'sche Werth- und Mehrwerth- Lehre). Ser Dr. Conrad Schmidt. Nordschule, Brunnenstraße Nr. 25: Natur Erkenntniß. Antike und moderne Naturbetrachtung. Problem der Weltbildung Die Ent im Alterthum. Griechische Weisheit und biblische Ueberlieferung. thronung der Grde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mechanistische Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in Das Seelenproblem. Atomismus und das Naturganze[ Lamart Darwin]. Materialismus. Grenzen der Natur: Erkenntniß). Herr Dr. E. Joël. fchriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. mann, Pasewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten Die Schulräume sind zur Benutzung der Bibliothet und des reichen ZeitArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neuan Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Rancherbund Berlins und Umgegend. Menderungen im Bereinstalender sind zu richten an Dtto Echulz, ottbuser Damm 72. Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 15. November, 8% Uhr vor= mittags, Rosenthalerstr. 38, Versammlung, freireligiöse Borlesung. Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst, Bortrag des Herrn E. Bogtherr" Religiöser Sochmuth". Die beschließende Bersammlung findet am Montag nicht fiatt. mit Frauen Vortrag des Herrn Dr. Joel über die Eroberung des Nordpols. Die Mitglieder des Berbandes deutscher Zementfabriken Die Barbiere und Friseure hielten Donnerstag Nacht im erörtern die Auflösung dieser Organisation, da durch die Pro- Englischen Garten" eine Versammlung ab. Auf dem Kongreß duktion der dem Verbande nicht angehörenden Fabriken der der Barbier- und Friseurgehilfen wurde seinerzeit beschlossen, an Tischler- Verein. Heute Abend 8% Uhr, Melchiorstr. 15, Versammlung Zweck der Organisation, durch Regelung der Produktion den den Bundesrath eine Denkschrift abzusenden, in der die Lage der Preis stabil zu erhalten, mehr und mehr illusorisch ge- Berufsangehörigen eine genaue Schilderung erfahren sollte und Bur öffentlichen Volksversammlung in Güldner's Lokal, Briz, macht wird. im Anschluß daran die Untersuchung über die Arbeitszeit, Löhne Rudowerstr. 66, am Sonntag Nachmittag 2 Uhr, ladet wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung die Genossen zahlreich und pünktlich ein. Der VertrauensIn Westfalen hat man wiederholt versucht, durch und sonstige Berufsschäden dringend gewünscht würde. Die mann. Gründung einer gemeinsamen Berkaufsstelle den Preis für Einführung der Sonntagsruhe auch im Barbiergewerbe machte l Für den Zuhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publifum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Sonnabenb, 14. November. Opernhaus. Hänfel und Gretel. Cavalleria rusticana. Schauspielhans. Letzte Liebe. Deutsches Theater. Morituri. Berliner Theater. Renaissance. feffing- Theater. Die goldene Eva. Theater des Westens. Trene. Nenes Theater. Bocksprünge. Vorher: Eine fittliche Forderung. Residenz- Theater. Chefesseln. Vorher: Ein delikater Auftrag. Schiller- Theater.( Wallner- Theater.) Demetrius. Thalin- Theater. Gebildete Menschen. cile- Alliance Theater. Mamsell Vielliebchen. Ostend Theater. Der deutsche Michel. Volks Theater. Ein vorsichtiger Mann. Theater Unter den Linden. Unter den Linden. Sentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Alexanderplah- Theater. Ohne fittlichen Halt. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Offend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Carl Weiß. ? Der deutsche Michel! Der deutsche Michel Anfang 8 Uhr. Sonntag, den 15. d. M., nachmittags B Uhr: Lorbeerbaum und Bettelstab. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Demetrins. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. Abends 8 Uhr: Viel Lärm um nichts. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeestr. 25/26. Dir. Max Samst. Bum vorlegten Mal: Der Pfarrer von Kirchfeld. Volksschauspiel mit Gesang in 4 Aften von 2. Anzengruber. Anfang 8 Uhr. Billets im Invalidendant", Unter den Linden 24 und bei Paul Romeick, Leipzigerstraße 6. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Klassiter Vorstellung zu Abonnements. ( fleinen) Breisen: Romeo und Julia. Trauerspiel in 5 Atten von Shakespeare Abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag, den 16., Dienstag, den 17., Donnerstag, den 19. November: Der Troubadour, Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung Gebildete Menschen. täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Prima Ballerina. abends 7/2 Uhr: Gebildete Menschen. In Vorbereitung: Das Wetterhäuschen. ( Weather or no.) Zwei Schwiegersöhne! ( Surnuméraire.) Circus Busch. ( Bahnhof Börse.) Sonnabend, den 14. November, Abends 71/2 Uhr: Gala- Vorstellung. Novitäten- Abend. Die Jagd nach dem Glük. Vortrag der Konzert Sängerin Baronesse d'Albor. Außerdem: Zum 1. Male: Nur für kurze Zeit: Oper in 4 Akten von G. Verdi. 4 gezähmte Bebras, vorgeführt von Der Billetverkauf hat begonnen. Signor Rodolfo; ein Wunder der Billets( 1. Parquet 1,50 M.) sind zu Dressurkunst; bösartige wilde Thiere haben an der Theatertaffe, Chauffee- in gelehrige Schüler durch Menschen straße 25/26 und bei Paul Romeid, umgewandelt; einzig dastehend. Leipzigerstraße 6, ohne Vorbestellgebühr, Monstre- Tableau von 70 Hengsten, voraußerdem im Invalidendant", Unter geführt von Frau Dir. Busch. Direktor den Linden 24. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Sonnabend, den 14. November: Zum 57. Male: Emil Thomas a. G. Busch mit feinen bestdress. Freiheitspferden. Herr Eugen Salamonski. Spezialitäten 1. Ranges. Vorzügliche Clowns. Sonntag: 2 Borstell. Nachm. 4 Uhr ( 1 Kind unter zehn Jahren frei): Millennium. Abends 71/2 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Eine wilde Sache. Restaurant Klugmann Große burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannftädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. ( Wagner's Ruh), Rummelsburg, Chauffeehaus, herrl. schattig. Garten, 5000 Personen faffend, Natur- Wald, überdeckte Kegelbahnen, Kaffeeküche. Eintritt 50 Pf.. ApolloTheater. Wissenschaftl. Theater ends Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. she. Neues Programm. Sternwarte gehrt. Stadtbahnhof Invalidenstr. 57-62 The 3 Nigthons. Baronessen Odillon. täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Jm Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesauschläge. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Passage- Panopticum. Das E. N. Kaufmann, Meisterschafts- Kunst- Radfahrer. Geschw. Petram. Fleury Trio. Henry Bender. The Troubadours. The Luppus. Comtessa Ferucci. Signor Bernardi in der Komödie Restaurant fin de siècle. Das gestörte Hochzeitsfest von der Rajade- Truppe. Mile. Fougère u. s. w. u. s. w. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Vogler's Casino früher Welt- Restaurant, Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Tyroler Konzert. Direktion Alois Ebner. Entree vollständig frei. Im großen Theatersaal: Théatre Variété- u. SpezialitätenVariété ist wieder eröffnet! Ohne Extra- Entrée. Jeden Sonnabend Gänse- Ausspielen bei Voelz, Breslauerstr. 9. 1388b Vorstellung. Auftreten von Kunstkräften nur I. Ranges. Anfang Wochentags 7 Uhr. Sonntags 6 Uhr. In Vorbereitung: Die Konfektionense vom Hausvoigtei- Plah. Große Ausstattungsposse von Walter Gericke, Einzig in Berlin Lithographen, ist das neue Programm des Volks- Theater 34 Reichenbergerstrasse 34. Pferdebahn- Haltestelle: Kottbuser Thor. Steindrucker, Lichtdrucker, Schleifer, Präger und Prägerinnen, Anlegerinnen, Formstecher, Tapetendrucker und verwandte Berufsgenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen des graphischen Gewerbes Berlins! Montag, den 16. November, abends 8 Uhr: Grosse öffentliche Volks- Versammlung zu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule Seit 20 Sabren bie fuftigſte Boffe: Große öffentliche Versammlung am Montag, den 16. November cr., abends 8, Uhr, Ein vorsichtiger Mann. Jeden Abend stürmischer Lacherfolg. Um 9/2 Uhr: im Saale der Brauerei Friedrichshain( Lips). Tages- Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über den Stand unserer Bewegung. Gemischter Theil( Ho- ho!). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Durchweg neue Künstler- Spezialitäten. Die Ruttinger's ans Salzburg! Damen Terzett ausser Konkurrenz. Die Hunde- Akademie, dirigirt von Miss Adele. Martin Reuter, GesangsFamilie Derrington, Es ist Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen zu erscheinen. Die Lohnkommission. J. A.: Schöpke. Verband der Möbelpolirer. 96/16 Nächsten Montag, abends 8% Uhr, Andreasstraße 26: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wehrle über:" Der Kampf mit dem Drachen". Parforce Kunst- Radfahrer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neu: Don Juan von rückwärts, oder: Der vergnügte steinerne Gast. Opernparodie von Richard Thiele. Anfang: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. bis 3 M. Dem geehrten Publikum zur gefälligen Nachricht, daß die Bekanntmachungen des Bolts Theaters nur durch die Zeitungen erfolgen, nicht durch Säulenanschläge. Alexanderplatz- Theater. Bum 1. Male: Mansen's Reise nach dem Nordpol. Ausstattungsstück in 4 Aften ( 8 Bildern) von Wilhelm Norbert. Musik von Albert Wicher. Anfang 8 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Nansen's Reise nach dem Nordpol.( Bons haben Giltigkeit.) Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. in 7 Bildern von Dr. Guft. Braun, Die Kollegen von Kohl, Krautstr. 39; Gubie, Wiese und wagenknecht, sämmtlich Petersburgerstr. 86, find hiermit besonders eingeladen. Sonntag, den 22. November 1896, abends 7 Uhr, Alexanderstr. 27e, im großen Saal: Versammlung. Tages Ordnung: bei Keller, Koppenstr. 29( grosser Saal). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Edgar Steiger- Leipzig, Redakteur der ,, Neuen Welt", über: Das arbeitende Volk und die Kunst. 2. Diskussion. Mit Rücksicht auf das durch den Gothaer Parteitag in den Vordergrund des Interesses gerückte Thema, wird um zahlreichen Besuch gebeten. Tellersammlung findet statt. 4/13 Achtung! Der Einberufer: Heinrich Schulz, Kaiser Franz Grenadier- Platz 7. Rixdorf. Achtung! Sonntag, den 15. November, vormittags 11 Uhr, bei Kummer, der Berlinerstraße 55: Große öffentliche Versammlung Bimmerer von Rixdorf und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Vortrag über Gewerkschafts- Organisation. Referent: Gen. Thomas. 2. Wahl eines Delegirten zum Gewerkschaftstartell. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Zimmerers, in der Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. 202/7 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über die Eroberung des Nordpols. Bur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. __... Achtung! Nachdem: Tanz. Zutritt haben nur Mitglieder oder von solchen eingeführte Gäste. Einlaßkarten für die letzteren find von heute an bei den Zahlstellen- Kassirern zu haben. Der Vorstand. Kollegen, welche dem Gesangverein der Möbelpolirer beitreten wollen, mögen Dienstag, abends 8/2 Uhr, Königsbergerstr. 12 erscheinen. Kistenmacher! 145/14 Sonntag, den 15. November 1896, nachmittags 4 Uhr, im Lokale des Genoffen Wilke, Andreasstraße 26: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal. 2. NeuPhantastisches Volksstück mit Gesang wahl der ausgelooften Borstandsmitglieder. 3. Berschiedenes. Nach der Versammlung: Tanz. Mitglieder, welche daran theilnehmen, zahlen 25 Pfg., Gäfte 40 Pfg. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. City- Passage Annenstr. No. 42/43. Vom 1.- 16. November: Durchweg neues Programm. Zwölf Grand Attractions- Nummern! Mr. Field mit seinem urkomischen Panopticum. Hans u. Clara Sarno, Original- Duettisten. Mr. Freiburg im Reiche der Schatten. Ros'l Perona, Tyrolienne. Alice Sczegeny, die Perle Ungarns. Anton Fischer, Original- Humorist Neu! 1. S. W. New! Auf Tod und Leben. Posse in einem Att. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. 0000000000 Feen- Palast Burgstrasse 22. 94/3 Britz. Groke öffentliche Achtung! Volks- Versammlung am Sonntag, den 15. Nov., nachm. 1,2 Uhr, im Saale des Herrn Güldner, Rudowerstr. 66. B Tages Ordnung: 1. Die Thätigkeit des Reichstages. Referent: Reichstags- Abg. F. Zubeil. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl der Revisoren. 4. Wahl der Lokalkommission. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vertrauensmann. Achtung! 202/9 Achtung! Wilmersdorf und Umgegend! Verband deutscher Zimmerleute. Große öffentliche Volksversammlung Bahlstelle Berlin. Sonntag, den 15. November, vormittags 10 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Versammlung. Tagesordnung: 1. Was bedeutet die Forderung des Achtstundentages? Referent: Dr. Leo Arons. 2. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches u. pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 25412 Belle- Alliance- Theater. am Sonntag, den 15. November 1896, nachmittags 1/2 Uhr, in Klingenberg's Volksgarten, Berlineritr. 40. Tages Ordnung: Berichterstattung vom Gothaer Parteitag. Referent: Genosse Ostermann. Diskussion. Bericht des Vertrauensmannes und der Lokalkommission. Neuwahl derselben. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. 202/8 Der Vertrauensmann. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter Montag, den 16. November, abends 8½½2 Uhr, im Lokal des Herrn J. Henke, Naunynstraße 27: Morgen, Sonntag, 15. November, nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. über: Bum dritten Male: Lumpacivagabundus. Mitwirkende: Frau Dora a. G.( Adolph Ernst Theater). Georg Worlitzsch( Zentral- Theater). Rich. Järgas( Lessing- Theater). Hans Mitglieder- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Genoff. M. Grempe tiefenfernrohr- Bauten". 2. Diskussion. 3. Vereins- Angelegenheiten. Ausgabe der Sammelfarten zum Streiffonds. Die Delegirten werden ersucht zu erscheinen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Achtung! Vergolder. 141/8 Manussi( Brag). Elise Hüftel. Selma Horwitz. Julius Türk. Montag, den 16. November cr., abends 8 Uhr, bei Musik von der gesammten Kapelle des Belle- Alliance- Theaters unter Leitung des Herrn Wolff. 228/18 Eintrittskarten à 60 Pf. find in den bekannten Zahlstellen zu haben. Beginn der Derloosung 2 hr. Diction: Winkler& Fröbel. Kinetographisch- Phonographische Vorführungen Nur noch bis Sonntag: Die fenfationelle Kunstschüßin Elsa Dowe. Schießen mit dem Militärgewehr auf 21. den kugelsicheren Original- Dowe- Panzer. Großer Erfolg des Riesen November. Programms. U. a.: Das medizinische Wunder, Benedetty u. s. w. u. s. w. Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirt 50 Pf. 00000000 !!! Novität!!! Lebende Photographien. Unter den Linden 21. Borstellung v. 10-11 Uhr vorm. den Linden 21. Borstellung v. 10-12 Uhr vorm. und 3-10 Uhr abends. Eintrittspreis 50 Pfennig. Sonntags v. 1/ 21-10 Uhr abends. Borzugsbillets à 25 B. für Arbeitervereine und deren Mitglieder find vom Kassirer der Arbeiter- Bildungsschule, H. Königs, Berlin S., Dieffenbachstraße 30, und in den Schullokalen zu haben. gute Pichelswerder. 6017L* Empfehle den geehrten Herren und Damen meine Winter- Lokalitäten, Speisen und Getränke stets vorräthig. Es ladet ein Der alte Freund. Chippanowsky Juternationale Achtung! Montre- Konzerte Spandauerbrücke Stadtbahnbogen. te Jakobſer. Grosse, Annenſtr. 16:08 Uhr, bei Monatsversammlung der Filiale Berlin mit folgender Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über die Situation in der Rahmenbranche und unsere weitere Stellungnahme dazu. Referent: Rollege Ewald. 2. Wahl des 2. Filial: Vorsitzenden. 3. Abrechnung von der Matinée. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Zu dieser Versammlung werden ganz besonders eingeladen die Kollegen der Firmen von Carl Röhlich, S. W. Böhlich, Königsberger, Bickendraht, Suckow, Becker, Hoffmann, Gesell, Kamprath, König, Hufenbeck und Murrfeld. 225/2 Um zahlreiches u. pünktl. Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Mitglieder- Versammlung der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins am Sonntag, den 15. November, nachm. 2½½ Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26. 0. J. Engelke, Neue Jakobstr. 26, vom 3. Quartal 96. 4. Bereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung 31/2 Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. echten alten Nordhäuser Liter M. 1,-, 1/2 2. M. 0,50, " extra alte Waare Kleinverkauf von 10 Pf. an. 1,40, " " 0,70, Neue phänom. Ausstattung W. Noack's Theater B. Rudolph's Bier- Quelle, Im Frühlingsglanze. Heute fonzertiren: Jm Fliederhain: Jtal, Gesangs- und Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabends): Fuftrum.- Gef Sacco". Rosenlaube: Konzert, Theater- Vorstellung. Wien. Dam.- Orch. Vier Herzen. Obst" garten: Elite Orchester All- Heil". Das Fest der Handwerker. Baumblüthe Instrum. Orch. Lazry". Achtung, Maler! Die Zahlftelle Gesundbrunnen der Filiale II Berlis befindet sich bei Kottbuserstraße 10a. Herrn Richter, Stettinerstraße 23.- Kassenstunden des Sonntags vorEmpfehle den Kollegen, sowie Freunden mittags von 9 bis 12 Uhr. und Bekannten mein Weiß- u. BairischDie Bibliothet befindet sich in der Filiale bei Herrn Rosin, Ruppiner Bier- Lokal.( Vereinsz. z. vergeb.) 1376b straße 42. Dieselbe ist geöffnet Freitags von 7 bis 8 Uhr abends und Bier- Lokal 18796 Sonntags von 9 bis 12 Uhr vormittags. Der Filial- Vorstand. Bum dicken Albert", 124/8 Weinberg: Ziroler Gäng. u. Zanzerges. Boſſe mit Gefang und Tanz von Ungely. Kottbuferftr. 6, giebt's ftets einen Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgen. 群 Theater Abtheilung: abendlich Auftr. von: Humoristen, Komikern, Opernsängerinnen, Duettisten, Instrumentalkünstlern unter Leitung des Kapellmeisters A. Frankl. Anf. Wochent. 6 Uhr. Entree frei. Vorzügliche und billige Küche. Table d'hôte à Couvert 75 Pf. Vorher: Die Weber. Original- Burleste in 1 Att von W. Gerice. Jeben Sonntag, Dienstag u. Donnerstag nach d. Vorstellung Tanzkränzchen. guten Happen- Pappen und musikalische Unterhaltung. Einem Theil der heutigen Auflage liegt ein Prospekt der Firma Ad. Brünn Nachf., July. Max Cohn, Frankfurter Allee195, bei. Berlins und Umgegend. 1384 Sonntag, den 15. d. Mts., nachm. 5 Uhr, Oranienstr. 51: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Bedarfsartikel im Maschinenbetriebe. 2. Verschiedenes. 18. Fragetaften. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Arbeiter- BildungsSchule. Sonntag, d. 15. d. M., vorm. 101/2 Uhr: Rede- Uebung ( Fortschritts Kursus) 1. Lokale d. Nordschule, Brunnenstr. 25. 1. Vortrag des Herrn Stramm über Attentatsreflexionen". 2. Diskussion. 4/15 Zur Theilnahme am Unterricht sind alle früheren Theilnehmer am Unterrichtsfach ,, RedeUebung" berechtigt, als Gäste sind ausserdem die übrigen Mitglieder der Schule sehr willkommen. Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker. Montag, den 23. November d. J., abends 81/2 Uhr: Ordentliche Generalversammlung in Feind's Salon, Weinstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Borstandes für 1897. 2. Wahl des Rechnungs- PrüfungsAusschusses für 1896. 3. Wahl des Rechnungsführers für 1897. 262/7 4. Festsetzung des Gehalts für den Rendanten für 1897. 5. Beschlußfassung über den Kontrakt mit dem Aerzteverein für 1897. 6. Verschiedenes. Die Delegirten werden um zahlreiches Erscheinen ersucht. Der Vorstand. Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß die in der Generalversammlung vom 29. Juni 1896 beschlossenen Abänderungen der§§ 23, 25 und 26 vom Bezirks- Ausschuß genehmigt sind. Orts- Krankenkasse u. 4. Münzffraße 4. 4. Münzstraße 4. Wegen Abris des Hauses Räumung meines Details und Engros- Lagers in Schuhwaaren in erdenklichsten Sorten zu unerreicht billigen Preisen. Damen- Zugftiefel Seguitt, gute Baßform 2,90 Mr. Paar in allen Größen ausgenähte Knopflöcher, Damen- Knopfftiefel ausfortirtt Damen- Lederhausschuhe Damen- Steppschuhe Paar 3,75 Mt. Baar 1,90 Mt. warm gefüttert. Paar warm, mit richtigem halben Absatz ausgenähte Knopflöcher, LederBaar 1,75 Mt. Damen- Knopfstiefel tappe, Leberbrandsohle, reng 5,25 Mr. reell genagelt oder Paar aussortirt.. Paar Herren- Roßlederzugstiefel ausget aber genäht, 3,90 Mr. Herren- Schnürschuhe genagelt oder genäht Baar 3,50 Mt. 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M., abends präzise 8 Uhr, Alte Jakobstraße 75 parterre. Zages- Ordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Er fahwahl des Vorstandes. 3. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Jahresrechnung. 4. Wahl eines Kassirers. 5. Wahl eines Raffenschreibers. 6. Sta tuten- Nenberung. 7. Antrag Mebnert betr. Regelung der Beamten- Gehälter. 8. Verschiedenes. 23/19 C. Hoffmann, Borsitzender. Die Mitglieder der Orts- Krankenkalle der Möbelpoliver werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag, den 15. b. M., nachmittags 4 Uhr, bei Scheere, Binmenstraße Nr. 38, die Aufftellung der Delegirten- Lifte ftattfindet. 145/13 Der Vorstand. Bitherspieler erh. bill. weitere Ausbildung, wenn sie einem Ensemble bei= treten. Näheres Krausenstraße 19 im Restaurant. 1878b Pelerinen- Mäntel 1880b für Knaben von 3 M., Joppen von 2,75 M., Schul- Anzüge, garantirt halt bar in mod u. blau, v. 4 M., einzelne Hofen v. 75 Pf., sowie einen Bosten Arbeiter Hosen v. 1,20. an empfiehlt M. 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Schäfer's Apotheke, Kleiststr. 34; König Salomo- Apotheke, Charlottenstrasse 54( Ecke Jägerstrasse); Kurfürsten- Apotheke, Genthinerstr. 20; Faber's Apotheke, Grossbeerenstr. 52( Ecke Hagelsbergerstr. 42); Johanniter- Apotheke, Plan- Ufer 11; Görlitzer Apotheke, Görlitzerstr. 48( Ecke Falckensteinstr.); Apotheke zum goldenen Phönix, Chausseestr. 54; Elefanten- Apotheke, Leipzigerstr. 74; Dennewitz- Apotheke, Bülowstrasse 36, am Dennewitz- Platz; Reichs- Apotheke, Elsasserstr. 54; Admiral- Apotheke, Admiralstr. 31-32; Wrangel- Apotheke, Wrangelstr. 113; St. Markus- Apotheke, Markusstrasse 1( Ecke Langestrasse, an der Holzmar ktstrasse); Hirsch- Apotheke, Koppenstr. 22; Askanische Apotheke, Bernburgerstr. 3, am Anhalter Bahnhof; Arkena- Apotheke, Arkona- Platz 5; Strauss-Apotheke, Stralauerstrasse 47; Mohren- Apotheke, Grimmstrasse 9; Blumen- Apotheke, Blumenstr. 73; Auguste- Viktoria- Apotheke, Königgrätzerstrasse 52; Kommandanten- Apotheke, Seydelstr. 16( Ecke Neue Grünstrasse); Schweizer Apotheke, Friedrichstr. 173; Apotheke zur Eiche, Pallisadenstr. 81; Elisabeth- Apotheke, Reichenbergerstr. 72; Augusta- Apotheke, Königin Augustastr. 21; Diana- Apotheke, Thurmstr. 28, Ecke Stromstrasse; Stern- Apotheke, Posenerstrasse 7; Apotheke zum goldenen Adler, Alexandrinenstr. 41; Altstädtische Apotheke, Münzstr. 14/15; Ziethen- Apotheke, Grossbeerenstr. 11, gegenüber der Grossbeeren- Brücke; Apotheke zum Roland, Thurm- und Bandelstrassen Ecke; Feller's Apotheke, Lübeckerstr. 32, Ecke Perlebergerstrasse; SchillerApotheke, Alt- Moabit 35, Ecke Ottostrasse; Drei Tauben- Apotheke, Rosenthalerstr. 61, Ecke Steinstrasse; A. 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