Nr. 238. Sonntag, de« 11. Oktober 1885. II. Jahrg. )un!i Den tftnWU 6 et» und> ein T> lit fl« Geburt dest rrltnrrlolbtilnil. Brgan für die Interessen der Arbeiter. jene jten. t ,u e> � Das„Berliner Volksblatt" � Morgens außer nach Sonn» und Festtagen. AbonnementSpreiS � Werlin fte, in'« Mu» vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 5 Pastabonnemez�� Mk. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10! getragen in ver PostzettungSpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) J«sertio«sgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. KedaKtto«: Kenthstrahe S.— Grpeditio«: Zinnnerstraße 44. Der Sojinlifltnptnitl zu Demitz. Selten ist wohl ein größerer Prozeß vor einem deutschen Gerichtshof in Szene gesetzt worden mit so ungenügendem Beweismaterial, wie der lüngste Prozeß gegen eine Anzahl bekannter Sozialdemokraten in Chemnitz. Man braucht das auch von uns abgedruckte Urtheil des Eyemmtzer Gerichtshofes nur oberflächlich zu lesen, um dies zu erkennen. Nicht weniger als siebenmal ist in dem Er- Unnm zu lesen, daß der Beweis für die in der Klage- fchnft angeführten Thatsachen resp. der Gegenbeweis für die von den Angeklagten gemachten Behauptungen von der Staatsanwaltschaft oder durch die Verhandlungen nicht er- bracht worden sei. .®abci muß doch jeder Unbefangene mit Recht fragen, weshalb denn ein so unhaltbarer Prozeß überhaupt ange» strengt worden sei? Die Antwort daraus ist allerdings recht schwer. Man darf wohl annehmen, daß der Prozeß auf Veranlaflung der Berliner Polizei« Behörde oder d«S preußischen Ministeriums in Szene gesetzt worden ist. Nach dem sozialistischen Kongreß zu Wyden wurde ein ganz ähnlicher Prozeß vom Landgericht zu Elber» feld eingeleitet, doch nach jahrelanger Voruntersuchung wieder niedergeschlagen. Das Elberfelder Gericht war von der UnHaltbarkeit der Anklage überzeugt. Die zweite Auf- läge, die aber keine verbesserte war, hat sich eben abgespielt. Verschiedene preußische Gerichtshöfe und man spricht auch davon, da? Leipziger Landgericht, sollen den Prozeß nicht angenommen haben, bis sich endlich das Chemnitzer Land- gericht fand, welches vorher die Anklageakte nicht sorgsam genug geprüft haben mag, sonst würde e« trotz der warmen Befürwortung durch den Chemnitzer Oberstaatsanwalt die Klage wohl zurückgewiesen haben. DaS sächsische konservative Blatt, die„Dresdener Nach- richten", sind über den Prozeß recht erbost; sie schieben in ihrem partikularistischen Gemüthe die ganze Schuld auf Berlin.„Es ist verwunderlich, daß die Anklage überhaupt erhoben wurde"—„Die Berliner Polizei hat die Sache recht unglücklich angefaßt"—„Die Berliner Polizei hat der Sache der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung nicht einen guten Dienst geleistet"—„warum aber führt die Berliner Polizei ihre Prozesse nicht in Preußen? Heinzel und Frohme wohnenja in Preußen."—„DieBerlinerPolizeiverhalf der Sozialdemokratie zu einem wohlfeilen Triumphe",— so geht es in dem sächsischen Blatte eine halbe Seite lang m einem fort. WeShatb die Sache nicht in Preußen geführt worden ist, haben wir oben schon angedeutet. An den preußischen Gerichten ist die Anklage einfach gescheitert. Aber, so ftagen 78] ---u" JeuMeton. 9«« Wsrnwnenmadche». Amerikanische Erzählung von Balduin Möllhaufeu. (Fortsetzung.) Sobald die Dunkelheit ihnen nicht mehr gestattete, mit dem Schneiden der Binsen fortzufahren, ordneten sie die- selben vor dem hellflackernden Feuer m gleichmäßige Bunde, welche, auf beiden Enden gleich stark, etwas über einen Fuß im Durchmesser und gegen zwölf Fuß in der Länge hielten. Dieselben wurden sodann, der Sicherheit wegen, an sechs oder sieben �verschiedenen Stellen mit starken, von zähen Halmen gedrehten Stricken sehr behutsam und fest zusammengeschnürt, eine Arbeit, die viel Zeit raubte. Sre gönnten sich indessen nicht eher Rast, alt bis die geschnittenen Binsen ihre Verwendung gefunden hatten; doch brachten sie die Zahl der Bunde nur auf zehn, also auf den vierten Theil des Vorraths, welchen die Mohaves für unumgänglich erforderlich für ihre Zwecke er- Die als Ausschuß zurückgelegten geknickten Halme boten ihnen darauf ein weicheres und besseres Lager, als sie sich feit langer Zeit erfreut hatten. D,e nächtliche Kühle, die in dem tief gelegenen Kessel äußerst empfindlich auf ihre Glieder siel, vertrieben sie durch einen tüchtigen Scheiter. wären AufdemKolorado. Es war am zweiten Morgen nach jenem Abende, an welchem die Abenteurer auf dem UferZdeS Kolorado ihr Lager aufgeschlagen hatten. Der vorhergehende Tag war zum größten Theil mit wir daS parttkularistische Blatt, weshalb haben e» die säch- Angelegenheit...... vor den Karren, den in Preußen keiner ziehen mochte? Auf die Antwort deS sächsischen Blattes dürfte man gespannt sein. Wir geben gern zu, daß von Berlin au» kommandirt worden ist; aber weder der Chemnitzer Staatsanwalt, noch das Chemnitzer Landgericht brauchten diesem Kommandorufe zu entsprechen. UebrigenS soll sich der sächsische Justiz- minister um daS Anklagematerial und den Prozeß überhaupt sehr bemüht, er soll seinen ganzen Einfluß aufgewandt 'aben, daß der so unschöne Prozeß im schönen Sachsenlande ;ch abwickeln durfte. Das erstemal ist e« nicht, daß die Sachsen für Preußen die Kastanien aus dem Feuer geholt haben. DaS Sozia- listengesetz erfreut sich im Volke sehr geringer Sympathien; man freut sich allgemein, wenn eS nicht scharf gehandhabt wird und diese Freude theilen selbst die Anhänger deS Ge- setzeS, wenigsten« die auf liberaler Seite, wohl um ihr Ge- wissen zu beruhigen. Besonder» hat die scharfe Anwendung des Gesetzes bei den Wahlen viel Vsrurtheilung erfahren. In Preußen wurde in Folge dessen das Gesetz auch leiblich loyal gehandhabt, desto schärfer aber in Sachsen und man sprach auch damals davon, daß diese so überaus scharfe Handhabung de» Sozialistengesetzes auf einen Wink von Berlin aus geschehe. DaS„gemüthliche" Sachsen verlor seinen alten Namen und das starre Preußen war gemüthlich geworden. Das mußte Sachsen auch bei den betreffenden Reichs- tagSverhandlungen fühlen; fast alle Parteien fielen über die sächsische Regierung her und die Hiebe sausten hageldicht, so daß die sächsischen Kommissare, deren Redegew andheit keine»- wegS groß ist, sich derselben kaum erwehren konnten. Aber kein anderer Reichikommissar eilte zu Hilfe— die „hellen" Sachsen ließ man ruhig in der Patsche.--- Wenn daS konservativ- parttkularistische Blatt, die „Dresdener Nachrichten", die» Alles ins Auge faßt, so wäre eS von demselben richtiger, seinen Mißmuch an die Adresse des sächsischen Ministeriums zu richten; vielleicht kann es da auch noch nützen, da die Berliner Polizei resp. daS preußische Ministerium doch wohl kaum viel Werth auf die Angriffe deS in Sachsen allerdings einflußreichen Blatte» legen. Den sächsischen Behörden ist also, wenn sie solche blamable Prozesse vermeiden wollen, ein größerer Widerstand gegen allerlei Beeinflussungen anzurathen.-- lieber den Prozeß selbst ist wenig mehr zu sagen. Die ausführlichen Verhandlungsberichte, die zahlreichen Notizen dem Schneiden der Binsen, dem Herstellen der Bunde, dem Zusammenfügen derselben in Flöße, und endlich dem Aus» arbeiten von Pfählen, welche die Stelle von Riemen und Rudern ersetzen sollten, hingegangen, und als man alle« dieses endlich beendigt hatte, war e» zu spät, um die gefähr- liche Stromfahrt noch anzutreten. Kairuk und einer oder zwei von seinen Leuten, welche den Kolorado schon bei einer früheren Gelegenheit so weit aufwärts kennen gelernt hatten, versicherten nämlich, daß sie sich um keinen Preis von der Dunkelheit in den Schluchten überraschen lassen dürften, wenn sie nicht, ohne es zu be- merken, an dem einzigen Punkte, wo ein Landen möglich, vorbeigleiten, oder auch beim Hinübergehen über irgend eine Stromschnelle in die Tiefe hinabgerissen und an den ver- borgenen Klippen zerschmettert werden wollten. Auch er- klärten sie, daß ihre Fahrt, trotzdem sie mit rasender Schnelligkeit davongetragen werden würden, wohl einen ganzen Tag in Anspruch nähme, und sie dennoch, in Folge der vielen Windungen des Stromes und semer fast west- liehen Hauptrichtung, gar nicht so sehr wett von der Stelle wieder auf da» Hochland hinaufgelanqen wurden, wo sie es einige Tage vorher, indem sie ihren Verfolgern auszuweichen trachteten, zum ersten Male betreten hatten. Ihr plötzliche» Austauchen in einem Winkel, von welchem nach ihrer Ueberzeugung weder die Mormonen, noch die Utahs eine Ahnung hatten, bettachteten sie al« einen besonders glücklichen Umstand. D,e Mohaves kann en von dort aus ungestört ihren südlich gelegenen Dorftrn zu- wandern, Weatherton und seme ursprünglichen Begleiter Schluchten nach nen Der�ganze Plan war so sorgfältig durchdacht, und die der verschiedensten Blätter fast aller Parteien, dann vor Allem das GerichtSerkenntniß selbst sind genügend für jeden Leser, sich ein vollständiges Urtheil zu bilden. Sämmtliche Punkte der Anklageschrift find durch das Erkenntniß zer- pflückt und zwückgewiesen worden. Die Sozialdemokratie in Deutschland kann, wie das Dresdener Blatt sich ausdrückt, sicherlich triumphiren. Der Nachweis ist geführt worden, daß die sozialdemo- kratische Partei ttotz des Sozialistengesetzes, ohne ttgend eine geheime strafbare Organisation zu besitzen, immer weitere Fortschritte macht und zwar auf dem Boden der bestehenden Gesetze. Wer die deutschen Arbeiter kennt, der wußte die« auch schon längst, aber durch den Chemnitzer Prozeß ist diese Erkenntniß in die weitesten Kreise gedrungen. Der deutsche Arbeiter eignet sich nicht zu geheimen, ungesetzlichen Ver- bindungen, deshalb macht die anarchistische Bewegung in Deutschland auch keinerlei Fortschritte, der Name Most ist zum Kindergespött geworden. Und das ist gut! Das wird die deutschen Arbeiter vorwärts bringen. Offen und geradeaus für Recht und Freiheit! Keine Geheimbündelei, keine Verschwörungen, aber auch nicht den Nacken gebeugt vor den Gewalthabern — so soll die Arbeiterpartei dastehen und weiter kämpfen— das ist ihre Pflicht, das ist ihre Ehre! Die„Derlmer Zritmz"# der llotnrnl- mbeitstaz. i. „In der sozialpolitischen Bewegung unserer Tage spielt die Frage des NormalarbeitsiaaeS eine große Rolle"— so be- ssimit ein Leitartikel der„Verl.' Ztg.�-.„Christlichsoziale Agitatoren haben, so lange nicht Fürst Bismarck dieser Forde- bat dem Antrage des Freiherrn v.Hertlina einen elfstündigen Nonnalarbeits ag beantragt. Die sozialdemokratische Reichstags. fraktton hat in dem A.beiterschutzgesetze auf die Einführung «nes zehnstündigen Normalarbeitstages großen Werth gelegt. a-* sari? übet Forderung gesprochen und ge- stritten wird, so kann man nicht behaupten, daß allgemeine Klarheit über ihrm Inhalt und Ümfäng"�errsche." .„„H�uch kann man nicht behaupten, daß„allgemeine Klar- heit über diese Forderung vorhanden ist; aber darf man fich darüber wundern, wenn die gesammte liberale und konservative bemüht, vaS Volk über den Normal- oder Unklaren zu erhalten? Die Arbeiter ~.v intelligenten industriellen Arbeiter der größeren Städte find fich längst über die Bedeutung deS mit Gewalt in einen Erdenwinkel hineingetrieben worden zu sein, welcher wohl schwerlich seines Gleichen auf Erden finden und so leicht nicht wieder von dem Fuß eines weißen Menschen betreten werden dürfte. Unter solchen Verhältnissen und Erwartungen konnte dre allgemeine Stimmung nur eine heitere genannt werden. Die beiden Freunde verglichen zwar nicht ohne Besorgniß ihr gebrechliches Binsenfahrzeug mit der reißenden Strömung des Kolorado, doch wurde die Besorgniß reichlich überwogen durch jene Lust an Abenteuern, welche die Schwierigkeiten gern geringer erscheinen läßt, als sie in der That sind, den Geist aber tn einer gewissen fieberhaften, anregenden Span- nung erhält, die für ein männlich kräftiges Gemüth selbst aus den allergefährlichsten und mißlichsten Lagen entspringt. So war denn auch die Gesellschaft bereit« vor Sonnen- aufgang emsig damit beschäfttgt, das eigenthümliche Fahrzeug welche« sie auf dem Ufer zusammengefügt hatten, vorsichtig in» Wasser zu schieben, und zwar hatten sie dazu eine Stelle ausgewählt, wo die Strömung nicht so heftig an da« Ufer prallte, sie also mit Muße und Bequemlichkeit alle diejenigen Vorbereitungen zum Aufbruch treffen konn- ten, welche ihnen nicht nur unerläßlich, sondern auch vor- theilhaft erschienen. Das Fahrzeug bestand eigentlich aus zwei abgesonderten Flößen, welche, um bei kurzen Biegungen das Zerreißen zu verhüten, mittelst Riemen und Binsenstricken hinter einander befestigt waren. Jedes besaß indessen Tragfähigkeit genug, die ganze Gesellschaft aufzunehmen. Die einzelnen Flöße bildeten längliche Vierecke, zu- sammengefügt aus zwei Lagen starker Binsenbunde, von wel- chen die untere stromabwärts wie», während die andere quer auf der untern ruhte. Wie nun die Bunde der einzelnen Lagen unter sich fest mit einander verflochten und vereinigt worden waren, so hatte man auch jede» Bund der oberen Schicht wieder besonder» mit den enisprechendm unteren zusammengeschnürt, wodurch eine so feste Unterlage her- gestellt worden war, daß man, ohne Besorgniß durchzutreten, nach allen Richtungen darüber hingehen durste. Die Flöße in das Wasser zu bringen, ohne sie zu be- schädigen, war eine schwierige Arbeit; den vereinten Kräften MaximalarbeitStages klar, daS muß doch auib der Leitartikel« sckreiber der„Beil. Ztg." wissen, iiotzdem sich gerade dieses Blatt vi,l Mühe giedt, den Arbeitern in Bezug auf diese Frage blauen Dunst vorzumachen, wie daS deutlich wiederum aui diesem Artikel hervorgeht. Nun heißt eS weiter: � „Der NormalarbeitStig soll herrschenden Mißständen im Arbeitsleben abhelfen; er wird als Heilmittel gegen vorhandene Uebelgefordert. ES ist daher, um ein ficheres Urtheil über den Werth dieser Forderung zu gewinnen, nothwendig, zuerst den gegenwärtigen Zustand zu untersuchen. Erst wenn derselbe festgestellt ist, kann die Frage erörtert werden, ob und inwieweit der Normalarbeitstag oem gewünschten Zwecke ent- spricht oder aber od dasselbe Ziel auf anderem Wege besser er- reicht wird." Also zunächst soll der aeaenwärtige Zustand„untersucht" werden! Der gute Mann yat etwas erlernt von dem Herrn Buhl und den sonstigen„Arbeiterfreunden". Wer soll denn untersuchen und was soll untersucht werden? Wir haben bereits oben darauf hingewiesen, daß die Arbeiter fich längst darüber klar find, in wre weit der MaximalarbeitStag geeignet ist, die vorhandenen Mißstände zu beseitigen. Sie haben täg. lich Gelegenheit,! ihre Lage zu untersuchen und in ihren Ver- einigungen haben ste zu Hunderten und taufenden Malen, durch Besprechungen sowohl als auch durch statistische Erhebungen, die Schäden und Mißstände im Gewerbe festgestellt. Was will also die„Berl. Ztg."? Sollen etwa die Herren Groß« industriellen die Untersuchung führen? Wie diese über die Lage der Arbeiter denken, ist doch genugsam bekannt. Oder soll vielleicht der Staat eine Enquete veranstalten? Was bei solchen Enqueten herauskommt, zeigen die Elbebungen über die Sonntagsarbeit. Wer heute noch nach oerarltgen Unter- suchungen ruft, von dem kann man mit Sicherheit annehmen, daß ihm nur daran gelegen ist, längst spruchreif« Fragen bis in alle Ewigkeit zu vertagen. „Eins ist klar- so fährt die„Berl. Ztg." fort- die Forderung des Normalarbeitstages bedeutet nicht, daß mehr, daß länger oder auch nur so viel wie heute gearbeitet werden solle. Das Ziel geht vielmehr dahin, mittelst deS Normalarbeitstages eine Abkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Denn an fich hat ja die Feststellung eines NormalmaßeS von Arbeitszeit keinen Werth; wenn diese Feststellung eine Ver» schlechterung der heutigen Arbeitsverhältnisse enthielte, würde ste nicht gefordert werden; wenn ste an dem bestehenden Zu« stände nichts änderte, wäre ste Jedermann gleichgiltig." tiefe Weisheit liegt in diesen Worten! m Welche WW»____ W_, „Wenn— so orakelt das Blatt weiter— die Arbeitszeit abgekürzt werden soll und zwar durch das Eingreifen deS Staates, so muß vorausgesetzt werden, daß heute die Arbeits« zeit zu lang sei. Ist diese Voraussetzung richtig? Die Antwort bietet außerordentliche Schwierigkeiten. Denn die Arbeitszeit ist nicht allgemein gleich, und noch weniger find die Arbeits« kräfte gleich. WaS der eine Mensch mit Leichtigkeit in drei Stunden vollbringt, ist für den andern das Werk eines ganzen Tages. Auch ist die Art der Arbeit nicht»überall gleich. ES ist ein Anderes, mit dem wuchtigen Hammer die Eisenstange auf dem Amboß bearbeiten, als neben der Maschine zu stehen und von Zeit zu Zeit einen neuen Faden anzuknüpfen. Alle diese Verschiedenheiten erschweren die Beantwortung der Kern« frage, ob heute zu lange gearbeitet werde. Im Allaenicincn wird natürlich jeder Arbeiter eher geneigt sein, mit Ja, jeder Arbeitgeber ebenso mit Nein zu antworten." Wenn wir in einem Blatte, welches es fich eingestandener- maßen zur Aufgabe gemacht hat, für die Interessen der Groß- Jnvuslriellen einzutreten, solche Zweifel finden, so ist daS er- klärlich, denn die Letzteren haben alle Ursache, den Arbeitern vorzureden, daß die heutige Arbeitszeit nicht zu lang sei. Aber in einem Blatte, welches fich stets„arbetterfreundlich" geberdet, nehmen fich solche Worte recht eigenthümlich aus. Es läßt stch auch kaum annehmen, daß die„Berliner Zeitung" solche unwissende Mitarbeiter hat' der ganze Artikel macht vielmehr den Eindruck, alS ob es dem Blatte nur darum zu thun ist, die Arbeiter noch länger ins Schlepptau deS angeblich„frei- sinnigen" Manchesterthums zu nehmen. Dies geht auch auS den folgenden Sätzen hervor. Denn daß die Menschen nicht alle gleich viel leisten können, weiß ein Jeder und daß die eine Arbeit mehr Muskelkraft erfordert wie die an« dere, ist ebenso bekannt. Wozu diese Floskeln? Der Moximalarbeitstag soll doch nur eine Grenze festsetzen, über welche hinaus Niemand— ausgenommen bei besonderen Anlässen— arbeiten soll. Die Arbeiter, welche schwerere Ar- beit verrichten, werden nach Festsetzung eines solchen um so eher in der Lage sein, fich einen noch kürzeren Arbeitstag zu er- ringen, und der gewandtere Arbeiter wird dann noch besser vermögen, fich eme bessere Pofition zu fichern, alS wie jetzt. Am Schluß dieses Absatzes sagt nun die„Berliner Zeitung", daß im Allgemeinen natürlich jeder Arbeiter die Heu- tige Arbeitszeit für zu lang finden werde, während die Ardeitgeber dieselbe nicht für zu lang halten würden. Gut also, die Arbeiter find nach den eigenen Worten der „Berl. Ztg." darüber einig, daß die Arbeitszeit zu lang ist. der zehn Männer gelang eS indessen schnell. Wie sie dann aber im seichten Wasser so leicht schwammen, al« wäre« sie auS Kork geschnitzt gewesen, da konnte selbst Rast nicht um- hin, seine Zufriedenheit über daß merkwürdige Machwerk zu äußern. Er hätte zwar gern«och ein Steuerruder oder gar einen Mast angebracht, doch wagte er nicht, mit diesem Vorschlage offen vorzutreten, au« Furcht, die Rothhäute würden sich wieder al«„bessere Wassermänner" ausweise». Er tröstete sich indessen über diese Mängel mit dem Gedanken, daß der Kolorado auch nicht die Probe von salzigem Beigeschmack habe und eigentlich nur eine Rinne sei, gut genug für Gassen- buben, ihre Papierschiffchen auf derselbe« treiben zu lasse». Mit großer Befriedigung erfüllte e« ihn, daß die Ruderhölzer, welche er mit vieler Mühe au« dem Treibholz hervorgesucht und»ach besten Kräften ausgeschnitzt hatte, von den Mohave« so sehr bewundert wurden. Dieselben waren gewohnt, sich auf ihren Sttomfahrte» de« ersten besten Zweige« zum Steuern zu bedienen, indem da« Ausmeißeln von Riemen bei ibre« unzureichenden Werkzeugen ihnen eineStheilS zu viel Mühe verursachte, anderntheil« aber auch weggeworfene Arbeit gewesen wäre. Sie konnte» nämlich ihre Binsenflöße nur zur Reise stromabwärt« verwenden, und überließen dieselbe», am Ziele angekommen, mit der ganzen Ausrüstung gewöhnlich ihrem Schicksal. Die beide« aneinander gefesselten Zwilli«g«fahrzeuge schwammen also. Man beeilte sich daher, die Oberflächen derselbe« noch mit den Binse» zu bestreue», welche so lange al« Lager gedient hatten, und namentlich wurden zwei dank- ähnliche Erhöhungen geschaffen, auf welchen die Reisenden ihre Decken und Waffen, kurz Alle», wa« sie am meiste» vor Feuchttakeit zu bewahren wünschten, aufstapelten. Als letzte« SchifffahrtSgeräth wurde schließlich»och auf jede« Floß ein länglicher, etwa ein Zentner schwerer Fels block ge- legt, an welche« man alle« Riemenwerk, welche« aufzutreibe« fiewesen war, in Form von festgedrehten Stricke« be» estigte, um sie im Nothfall an Stelle von Anker» zu be« nutzen. Die äußersten Ränder der luftigen Plateau« begannen DaS Blatt bat vorhin auch ganz richtig angeführt, daß der Maximalarbeitstag doch nur gefordert werde, um die Arbetts- zeit zu verkürzen. Da nun aver die„Berl. Ztg." nicht für den gesetzlichen Marimalarbeitstag ist, so zeigt ficd, daß dieses Blatt gegen die Interessen der Arbeiter und für die der Großindustriellen eintritt. Z Die„Beil. Ztg." hat fich also in ihren eigenen Netzen gefangen. Politisch- Urberstcht. Der Reichstag wird fich, einer oifiziösen Milthellung zufolge, mit einer Regierungsvorlage über die Reform der Zuckersteuer zu beschäftigen haben. Die offiziösen„B. P. N." bemerken zur Motivirung dieser Vorlage Folgendes: Der Rück gang des Ertrages der Zuckersteuer, welcher eine der wichtigsten Ursachen für die Nothwendigkeit einer erheblichen Erhöyung der Matrikularumlagen bildet, ist in dem letzten Kampagnejahr noch nicht zum Stillstand gekommen. Die Erhöhung um 40 Pf. auf den Zentner ist wirkungslos geblieben. Die überaus gute Qualität der 1883 und 1884 geemteten Rüben hat diese Er- höhung mehr als ausgeglichen. Die Ausfuhr ist noch weiter gestiegen und so der dem Reich verbleibende Uedeischuß der Gesammtsteuer über die Bonifikation geschmälert. Inzwischen ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß der Ertrag der Zucker- steuer für daS laufende Kampagnejabr ein wesentlich besserer sein wird. Der Rübenbau ist wesentlich eingeschränkt, trotz deS wiederum reichen Zuckergehalts der Rüben wird daher die deutsche Produktion und dem entsprechend die Ausfuhr von Zucker hinter dem Vorjahr nicht unbedeutend zurückbleiben. Je mehr aber die Ausfuhr zurückgeht, um so mehr mindert fich natürlich der Schaden, welchen die Rcichskasse dadurch erleidet, daß die Ausfuhroergütung die Jnlandsteuer im Durchschnitt übersteigt. Diese Besserung deS Ertrages der Zuckersteuer wird fich aber der Steuerkredite wegen nur zum geringsten Theile im laufenden Etatsjahre, in der Hauptsache vielmehr eist im Jahre 1886/87 geltend machen. Im nächsten Jahre läuft über« dies daS gegenwärtige Provisorium ab, es darf nach den im Reichstage abgegebenen Erklärungen daher mit Bestimmtheit ermattet werden, daß von der Regierung nichts verabsäumt wer- den wild, um zu diesem Zeitpunkte die definitive Neueinrichtung der Zuckersteuer zum Abschluß zu bringen. Die Retchstags-Ersatzwahl, welche im Wahlkreise Neu- stadt Ob. Schl. durch den Tod des Grafen Stolberg-Stolberg erforderlich geworden ist, findet am 26. d. M. statt. Das Zentrum stellte Graf Strachwitz-Bartelsdott auf. Gegenwärtig ist die BandeSrathskommisston für den Zollanschluss von Hamburg in letztgenannter Stadt versammelt, um über den Entwurf eines Regulativs für die Privatläger zu berathen. Nicht ganz leicht dürften stch die Arbeiten betreffen d die Feststellung der Normen, unter denen der ZollablettigungSverkehr von und zu dem Freihafengebiet fich gestalten soll, erledigen lassen. Was die Hafenbauten und sonstigen neuen Anlagen betttfft, welche mit dem Zollanschluß zusammenhängen, so wurden fie seitens der Reichskommisfion für den Zollanschluß in den letzten Jahren besichtigt, und soll allgemein die Ueberzeugung gewonnen worden sein, daß der Zollanschluß zum bestimmten Termine, d. h. l. Oktober 1888 würde erfolgen können. Bezüglich der„schwarzen Hand" schreibt man aus Straß« bürg: Das Gerücht von dem der kaiserl. Tabakmanufaktur hier- selbst zugestoßenen ärgerlichen Unfall bestätigt fich; indessen scheint die Sache nicht ganz so schlimm für die Staatsanstalt verlaufen zu wollen, wie e« anfnngS den Anschein hatte. Die Tabalfabnk, welche die Fabrikmarke Ver kaiserl. Tabakmanufaktur, nachdem dieselbe gesetzlich gelöscht war, für fich angemeldet hatte, scheint auf die umstrittene„schwarze Hand" zu Gunsten der Tabalmanusattur wieder verzichten zu wollen. Die Fabrik- befitzer haben vielleicht über ihren Streich gegen den Staats- konkurrenten nachträglich Gewissensbisse bekommen, oder es haben andere Beweggründe, die wobl kaum in die Oeffentlichkeit kommen werden, mitgespielt. Der neueste Reichsanzeiger ent- hält eine Publikation, wonach die«schwarze Hand" mit der Umschttst„Kaiserliche Tabaksmanusastur" am 6. Ottober als Marke der kaiserl. Tabakmanufakur eingetragen wurde. Dem Auftreten der svanischen IHandelswelt gegen die deutsche hat fich auch Kuba angeschlossen, wie folgender Bttef beweist, den eine Firma in Havana an ein deutsche« Haus, die beide schon dreißig Jahre lang in Gcschäftsverbin- dung standen, gettchtet hat; Havana, 17. September 1885.. Die Handlungsweise der deutschen Regierung, durch welche unser Vaterland so direkt angegriffen wurde, ist mehr als hin« reichender Grund, daß unser Handelsstand hier den Beschluß faßte, absolut alle Bestellungen auf deutsche Waare zu annul liren, so lange der gegcnwättige Konflrtt nicht zu unserer Zu- friedenheit geordnet ist. Wir find nun in der Lage, da auch wir unsere patriotischen Gesinnungen haben und uns nicht von den Beschlüssen unserer Mitbürger ausschließen möchten, Ihnen mitzutheilen, daß wir Ihnen so lange keine Bestellungen ein« eben im rothen Glanz der aufgehenden Sonne zu glühen, da ergriffen die zehn Männer jeder seine Stange, und be- gleitet von Raff« lustigem„All' an Bord!" vettheilten sie sich zu zwei gleichen Hälfte« auf die Flöße. Auf dem vordersten, al« dem wichtigsten, befanden sich Kairuk, Zreteba, der Schwarze Biber, Raft und Weatherton, während Zoh», die übrigen drei Mohave« und Falk die Be- mannung de« andern bildeten. Die Mohave« traten sodann noch einmal an'« Ufer, um mit den Hände« zu schieben, die übrigen Männer halfen mit ihren Stangen und Pfähle» nach, und gleich darauf glitt da« Doppelfloß langsam in tiefere« Wasser. Zur allgemeine« Freude erwie« fich das festverbundene Flechtwerk al« durchau« seetüchtig, wie Raft in seinem er- wachenden Enthusiasmu« e« bezeichnete, und von einer Trag- fähigkett, daß man ihm die doppelte Last hätte aufbürden können, ohne e« dadurch tiefer al« bi« an die oberste Binsen- schicht i«'< Wasser zu drücken. E« ließ sich also erwarten, daß e« bei seinem geringen Tiefgange, ohne anzustoßen, über manche Klippe weggletten würde, die jede« andere, noch so gut gebaute Boot mit sicherem Verderben bedroht hätte.— Ganz langsam setzte fich da« Floß also in Bewegung. Langsam und gleichmäßig, wie um nähere Bekanntschaft mit dem Element zu schließen, auf welchem e», ob nun aanz oder stückweise, die Reise bi« in den Golf von Kalifornien zurücklegen sollte. In demselben Grade aber, in welchem der Druck der Fluthea da« Uebergewicht über dasselbe ge- wann, bewegte e« fich auch schneller dahin, und noch keine zweihundert Ellen weit war e« von der Stelle entfernt, wo e« vom Stapel gelaufen, da hielt H schon gleichen Schritt mit der Strömung, und bald wie von Dampfkraft gettteben, bald wie von einer leichten Bttse gepreßt, je nachdem e« in den Hauptkanal oder in geschütztere« Wasser trat, verfolgte e« seine breite, wirbelnde Straße. Anfang« beobachteten die Männer mit athemloser Spannung da« Arbeiten de« gebrechlichen Gebäude« welchem fie ihr Leben anvertraut hatte». Sobald sie aber dre Ueberzeugung gewannen, daß fich da«- selbe, trotz der hefttgen Strömung, lenken lasse, wur- nahm senden werden, bis die Ursache des jetzigen Streites zwische« 283, Ii beiden Nationen beseitigt ist.(Folgt Unterschrift.) im€ Aus Madrid kommen wiederum Warnungen an die theilij deutschen Geschäftsreisenden, fich zu früh nach Spanien zu von 1 begeben, wenn fie fich in Anbettacht deS spanischen National«, weise, charatters nicht in Gefahr bttngen wollen, aus den Geschäfts« sabrik lokalen gewiesen zu werden, wie dies in San Sebastian vorgekommen ist. Wie der„Allgemeinen Zeitung" ge« schneben wird, benutzen besonders die Italiener die gegen- wältige Konstellation, um dem deutschen Handel Konkurrenz zu machen. Die Franzosen und Engländer fangen jetzt die Kampagne an, und bereits bat fich ermitteln lassen, daß es ausländischen Konkurrenten gelungen ist, dem deutschen Handel empfindlichen Schaden zu bereiten. Trotzdem ist nach den Eindrücken an Ott und Stelle nicht zu ermatten, daß derselbe wirklich große und ernste Dimenfionen annehmen wild; den» und ii der spanische Kaufmann muß seine Waaren daher nehmen, wo versa er fie am dilligsten bekommt, und der deutsche Import wiib haben, fich, so weit Kurzwaaren, Epielwaaren, Spitzen und Besatz« hat ni attikel in Betracht kommen, in den nächsten Jahren voraus««ur B, fichtlich wieder heben. Viel bedenklicher ist es auf dem Ge» ergreb biete des Großhandels, der in diesem Jahre wahrscheinlich j noch keine Einbuße erleiden wird, der dagegen für die Zu- entfall kunft außerordentlich bedroht erscheint. Es wird nämlich mit uon 8 263 4! der d haben 2. L>l außerordentlich bedroht erscheint. Es wird nämlia,„ großem Elfer, besonders in Katalonien, aber überhauvt in alle« großen Handelszentren und in den handelspolitischen Kreisen bettag dahin gearbeitet, die Einfuhr englischer, hauptsächlich aber fran-i WXnmrpn imh Iii*1509*' zöfischer und italienischer Waaren und Mattttalien derart zu 17.* erleichtern, daß dadurch das Uebergewicht deS deutschen Han«!\r delS und der deutschen Industrie mindestens ausgeglichen, daß � dieselben aber womöglich aus dem Felde geschlagen werden.! ILr._ Die Folgen dieser unter der Hand und stlll beförderten Be-» wegung— die in Deutschland nicht geringschätzig behandelte« v~ werden sollte— können zwar nicht sofort eintreten, fie werde« später aber um so empfindlicher und verderblicher sein., m Aus Hirschberg(in Schlefien) wird geschrieben: De». Vernehmen nach beabsichtigen die S o z i ä l d e m o kr a t e«, iu der bevorstehenden Reichstagswahl den Zigarren»;�,.™ abrikanten und Rohtabakhändler Paul F l ä s ch e l aus.Ä Breslau, den bekannten Agitator bei Verbreitung der von fo Breslau ausgebenden„Petition um Erlaß eines wirksame« dak bi ArbeiterschutzgesetzeS", als Kandidaten aufzustellen. J Verlust In Baiern haben 1883 169971 Personen eine öffentlich� tz« Ei Unterstützung genoffen, 3 Prozent mehr als im Vorjahre, und so daß wurde für dieselben die beträchtliche Summe von 6 358 307 jolte 3 MI. aufgewendet; es trifft somit auf den Kopf der Bevöl«'Echwä kerung al« Armensteuer 1 M( 33 Pf. jährlich, die Privatwohl« ebenso, thätigkeit nickt gerechnet. Das rentirlicke Vermögen der ge* im gür meirwlichen Armenfonds beträgt fast 17'/» Mill., das ort Allgcni gemeindlichen Woblthätigkeit«> Anstalten, wie Waisen- unb schung Pfründenhäuser, Kinderbewahranstalten und�Krankenhäuser bchhaut u trägt aber fast 61 Mill. Dazu kommt die Difttittsarmcnpflegt sonst g mit einer jährlichen Leistung' von fast 600000 Mk. und Wien uti bedeutende» ist. lohb'verstän K. Kreisarmenpflege mit 1'/» Mill. Mk. Zu diesen Aufwendungen für Armenpflege gesellt fich die Pnvatwol thätigkeit. Es bestehen in Baiern 67 pttoate Kindergätte»- die erst Kttvpen-, Säuglings, Suppenanstalten. 40 Erziehung«- uflb'Dtnger Rettungsanstalten, 25 Krankenanstalten, 12 Dienstbotenpfründttfolche f Anstalten, einschließlich je eine Anstalt für alleinnebendb»�h KüI entgegen, und während hoch oben die Sonne die �?hen i flachunge» der giganttschen Plateau« glänzend beleucht�»chthe herrschte unten noch immer eine leichte Dämmerung,_ De nur ganz schmal war der Stteifen de« lieblich blaut» ssensc Himmel«, der sich in den eilenden Fluthe» spiegelte. We» 1)1 die Seitenwände sich auch senkrecht au« dem Wasser erhobt» und bi« zu ihrem höchsten Rande hinauf fast ununterbrochs» gefo: Fläche» zeigten, so schienen fie doch, in Folg« der tger Entfernung, oben näher zusammenrücke» und, weit üb" imati hängend, bei der geringsten Erschütterung niederbreche» � da« ganze Strombett ausfüllen zu wolle«. iZ" Unten aber rauschte und brandete der Strom untviüv wie im Zorn darüber, daß man ihm eine« so| finl Spielraum gelassen, und auf seiner Oberfläche tanzte,, f0 schwer befrachtete Floß mit rasender Geschwindigkeit%% erleh Die breite Fläche, welche e« den wirbelnden und kreise« Fluthen bot, und der gleichmäßig vettheilte Tiefgang � hrnderte», daß e« ein Spiel der Wellen wurde, und wo brohte, seine Stetigkeit durch einen zu schweren Dru� � der einen oder der ander« Seite zu verlieren, da warrt", Männer mit ihren Ruderhölzern bereit, da« Gleickgtw. schnell wieder herzustellen und die Gefahr, welche Hg dem Kreisen und Drehen entstehe» mußte, rechtzeitig � wenden. (Fortsetzung folgt.) is-h« die n zu onal« iäftS. istia» ' flf ;f0en« irren, t Vit ki lande! i de» �rsell« 283,166,231 Lstrl. bezifferte. An der Abnahme der Ausfuhr im September find alle Stapelartikel mehr oder weniger de- theiligt, mit Ausnahme von Leinenstoffen, die eine Zunahme von 12,355 Lstrl. aufweisen. Was die Einfuhr anbelangt, so weisen Brodstoffe(!) sowie Rohstoffe für Textil- fabrikate und andere Industriezweige die bedeutendste Ab- nähme auf. n, wo wird Sesap zraus« r Ge» cinlich ZoKales. ... Die Wählerlisten für die Landtaaswahlen enthalten 263 489 Urwähler für die vier Berliner Wahlkreise. Während der drei Tage der öffenUichen Auslegung der Urwählerlisten haben dieselben eingesehen im 1. Wahlbezrrk 906 Personen, im __ 2. Nahlbezirk 364 Personen, im 3. Wahlberirk 302 Personen den» und im 4. Wahlbezirk 970 Personen. Einspruch haben erhoben 40 Personen, von denen 36 ihre Berechtigung zur Wahl nachgewiesen haben, 3 Personen waren nicht stimmberechtigt und 1 Person hat nur ihre Steuern mitgetheilt. Die Zusammenstellung der zur Berechnung kommenden Steuerbeträgc sämmtlicher Urwähler ergiedt die Summe von 15 247 439 Mk. 32 Pf., so daß auf eine jede der drei Wahlabtheilungen 5082479 Mk. 84 Pfg. e Zu» entfallen. Die erste Abtheilung schlicht mit einem Steuerbetrage ch mit v°n 8L4 Mk.(gegen 756 Mk. im Jahre 1882) ab. und enthält alle» 2052 Wahler- die zweite Abtheilung beginnt mit dem Steuer- lreiiea betrag von 864 M. und schließt mit einem solchen von 174 M. ' fran» M. 80 Pf. im Jahre 1882); ste enthält 13 754 ort n>%%» bie dritte Abtheilung mit mit dem Steuerbctrage von La» 174 3R, fie enthält 247 083 Wähler. In 320 Urwahlbezirken n daß t,"e besondere Berechnung für die Abtheilungen aufge- ic'rdeir.' � �jben, weil nach der allgemeinen Berechnung kein Wähler n Be» erster Ablhctlung vorhanden gewesm wäre. andelt �klbsthilfe bei Unfällen. In gewerblichen Anlagen rerdca vrehr oder minder gefährliche Unfälle nicht zu vermeiden; namentlich kommen alle Augenblicke Schnitt-. Quetsch- und D«,«randwunden vor. Wenn diese Verletzungen auch bisweilen n t7. Mkfahrlrcher Art find, so nehmen fie doch häufig gefährliche °„,n. 5>menfionen an, werl entweder die Fabrikgebäude zu weit von aus �r, Wohnung des�ArzteS entfernt liegen, oder die Verletzten c von ksamel Verlust eingetreten ist,.......________ tnUWit« Einwirkung der an solchen Plätzen meist verdorbenen Luft, .-. eintrifft, starker oder wohl gar Blutvergiftung infolge KMMMUW 0" günstigsten Falle zu Amputationen führen.— Es gilt im »S dof Allgemeinen als Regel, daß jede durch Stoß, Schnitt, Quet- - Mischung ,c. hervorgerufene Verletzung, welche fich auf die Ober- fer dv haut und �derselben naheliegende Blutgefäße erstreckt, bei einem npfleZ sonst gesunden Menschen innerhalb dreier Tage trocken zu stel- md dtMen und ohne Schmerzgefühl innerhalb sechs Tagen zu heilen rtendeiisst Kmnplizirte Mlle, wie Knochenbrüche%., erfordern selbst- itwobl' verständlich längere Zeit.— Um bei vorkommenden Unfällen gärteiiiidie erste Hilfe auch ohne Arzt leisten zu können, ist ei vor allen t- uiw Dingen erforderlich, geeignete Mittel zur Hand zu haben. Als fründ«' solche find folgende zu betrachten: Reines Glyzerm in wohlver- tehense fchloffenen Flaschen; ein AnneiglaS mit eingeschliffenem GlaS- " öpsel, welches mit etwaS Mischung von Kollodium und zwei �olum-Prozent Glyzerin gefüllt ist; einige reine Schwämme >nd Leinwandstreifen; einen emaillirlen Blechkübel von der iröße, daß Arm oder Fuß darin gebadet werden kann, und Jis. Diese Mittel find so einfacher Natur, daß fie fich in jedem größerem Betriebe vorfinden könnten, ohne den Befitzern ernerm�ußerordentliche Ausgaben aufzubürden.— Für die BeHand- «dauckfilungen wollen wir nur die nothwendigsten Anleitungen geben m@iyNtß' oder Schnittwunden werden zunächst mittelst des hoffeili' öchwammes mit Glyzerin ausgewaschen, bis die Blutung und (enittfi Jet Schmerz nachläßt. Bei stark blutenden Wunden bindet a-w doeman einen in Glyzerin getauchten Schwamm auf, den man edwevonöthigenfalls mehrere Male wechselt. Ist die Wunde trocken, ##*10 wird nach Wegnahme deS SchwammeS rasch Kollodium in dünner Schicht darüber gegoffen, welche« sofort eine Haut bil- let; dringt hie und da noch etwaS Blut hindurch, so beseitigt nan daffelbe mit einem Schwamm und übergießt die Stellen Sie»ochmals mit Kollodium, bis die Wunde ganz trocken ist.— rittheill gei Quetschungen bringt man den verletzten Theil in ein Polls' Slyzerinbav, brs Blutung und Schmerz nachlassen, was bei Suh Starken Quetschungen etwa 15 Minuten erfordern wird. Ist ie Oberhaut gmffen, so gießt man ebenfalls nach dem Bade lollodium auf. Läuft eine Schnittwunde oder Quetschung :ber das Gelenk, so darf dies nicht so stark gebogen werden, !ptemd?«Hmt die Kollodiumhaut nicht reißt Die vollständige Be- ngünfilsfeckung der Wunde durch die Kollodiumhaut ist auf das Ge» bres Bfl aueste und Sorgfältige zu beachten und jeder ,884,3# twaige Riß der Kollodmmhaut durch sofortiges Heber- nate de« stßen mit der Mischung sofort wieder zu beseitigen. fuhr ow- Auch bei Brandwunden, und selbst bei Verbrennung durch rl. W ihosphor, wodurch bekanntlch die schmerzhaftesten und ge- «rth«�ihrlichsten Brandwunden entstehen, ist die Kollodium Glyzcrin- fich am Uischung mit Vortheil anwendbar. Für kleinere Werkstätten, — � nur selten mit medizinischen Mitteln ausgerüstet find, ob- Tu*h Brand- und Verbrühungswunden dort nrcht zu den Sel« r �V�'nheiten gehören, sei noch bemerkt, daß das Weiße eines EiS, chtoolle»as man über die Wunde ausgießt, ein vortreffliches Linde- lgetragisrngsmiitel darbietet. Es ist hauptsächlich die Berührung mit :r Lust, welche den Schmerz erzeugt, und jedes Mittel, diese e» Th konservatives Wahlkomitee unter dem Stadtverordneten eit W�plehm Dr. Inner maßte fich eine gewisse Leitung der a dewegung an, wurde aber nur von einer kleineren Anzahl Bürgervereinen anerkannt. Es stand im Verdacht, Stocker $en zu wollen. Diesen Verdacht zu widerlegen ließ fich er bereit finden, mit Inner zusammen zu reden. Nun len aber die Gegner deS C. C. C. im ersten Wahlbezir rem Stöcker krumm, daß er fich mit Jrmer eingelassen , Der allgemeinen Unzufriedenheit gab endlich der mi eigenen Unverfrorenheit der Abgeordnete Cremer— Don »obal Cremer, wie die einstmals von ihm redigitte ring den w'-K m eilig „Germania" den Freund des Königs Don Carlos nennt— einen kräftigen Ausdruck. In einem neuaedildeten Wahlverein der Konservativen im zweiten Wahlbezirk legte er gegen die „Beutclschneiderei" deS E. C. C., gegen die ehrgeizigen Schul- meister und so weiter los.„Wir können nur Stöcker Cremer- Wagner als die Leiter der Bewegung betrachten und weisen eben anderen Streber zurück"— rief darob ein Kanzleirath aus. Schließlich nahm man eine Resolution gegen das C. C. C. an. Aehnlich ging es im vierten Wahlkreise her. Don Cristodal Cremer kennt die Leutchen— ste schelten auf ihn, aber gehorchen; die Herren Jrmer und Genoffen krochen öfort zu Kreuz; das C. C. C. will keineswegs noch den Anspruch erheben, die Berliner Wahlagitation zu leiten. DeS lieben Friedens halber will Jrmer fich nicht einmal mehr rechtfertigen. Werth hat dies Ergebniß insofern, als es selbst dem blödesten Auge klar legt, daß ohne S'öcker eine Berliner konservative Partei nicht denkbar ist und auch Cremer fich nicht abschütteln läßt,- selbst Pickenbach seine Rolle fortspielt. Ueber die Berliner Ehen plaudern die trockenen statistischen Aufnahmen der Berliner Standesämter manche interessante und wiffenSwerthe Dinge aus, bei deren Studium man unwillkürlich zu der Ueberzeugung kommt, daß das alte Wort, wonach die Ehen im Himmel geschlossen werden, doch nur bedingte Geltung hat. Unter den 13 314 Paaren, welche in Berlin im vorigen Jahre in den Ehestand getreten find, befanden fich 11 441 Junggesellen, von denen 561 Wittwen zweiter Ehe, 15 Wittwen dritter Ehe, 229 Geschiedene zweiter Ehe, 7 Geschiedene dritter Ehe und einer sogar eine Ge- schiedcne vierter Ehe heirathete. Von den 12 070 Jungfrauen, die den Bund für'S Leben eingingen, waren 57 so kühn, es mit Wittwem dritter Ehe, 3 mit Wittwem vierter Ehe, 262 mit Geschiedenen zweiter Ehe und 19 sogar mit Geschiedenen dritter Ehe zu versuchen. In drei Fällen heiratheten Wittwer dritter Ehe Wittwen gleichfalls dritter Ehe, in einem Falle heirathete ein Geschiedener dritter Ehe eine Geschiedene dritter Ehe. Die meisten Eheschließungen fallen in die Monate März, April, Mai und andererseits in die Monate September, Oktober, November. Die Alterskombinationen find vielfach höchst sonderbar. Ein Mann unter fünfundzwanzig Jahren erkor fich eine Frau zwischen fünfundfünfzia und sechszig Jahren; ein noch nicht fünfundvierzigjähriger Mann heirathete eine Frau, die beinahe fiebzig Jahre ist; einen fünfundfiedzig- jährigen Mann führte die Liebe dazu, eine Jungfrau unter fünfundzwanzig Jahren heimzuführen, und jugendlichen Leicht finn kann man jenem Pärchen, dessen beide Hälften fiebzig Jahre und darüber alt find, nicht vorwerfen. In 53 Fällen war der Mann fiebzehn bis zwanzig Jahre jünger; in 9 Fällen zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre, in 1 Falle fünfundzwanzig bis dreißig Jahre und in 1 Falle mehr als dreißig Jahre jünger als die Frau. Eheschließungen zwischen Blutsver« wandten haben 101 stattgefunden und zwar: Geschwisterkinder 95, Onkel und Nichte 4, Messe und Tante 2. Zur Panke- Regulirung. Von Neuem erhebt fich über die unerträglichen Zustände der Panke ein Nothschrei im Publi- kum: daffelbe glaubt aus verschiedenen Auslassungen über die türzlich erfolgte Befichtigung der Panke eine weitere Ver- schleppung der Angelegenheit befürchten zu müffen. Schon länger als ein Menschenalter steht die Panke im Vordergrunde einer unliebsamen Diskusfion. Verzweiflungsrufe der Presse und des Publikums, Beläfttgung der Adjazenten, Hohn und Spott, nichts hat bisher vermocht, unsere Behörden aus ihrer Reserve zu reißen, um endlich einmal energisch diesen Echand- fleck für Berlin zu beseitigen. Mit Baggern und Reinigen ist hier absolut nichts zu erreichm, hier muß ein Radikalmittel angewendet werden und zwar schnell und ohne Zaudern. Kein Stadttheil Berlins trägt eine dichtere Bevölkerung als der Norden, und trotzdem wird hier ein Pestherd gepflegt der, wenn er zufällig im Westen läge, jedenfalls längs beseitigt wäre. Wir find nun aber der Anficht, daß Menschenleben Menschmleben ist, und so haben die Be wohner deS Nordens ein Recht, für fich und ihre Fa mitten sanitären Schutz von Seiten der Gemeinde zu verlangen. Keine Provinzialstadt würde fich der Regulirung derartiger Zustände entziehen können, während hier in der stolzen Kaiser- stadt, deren Polizeibehörden mit dittatorischer Gewalt ausge- stattet find, die Konservirung eines unbestrittenen Seuchenherr- deS gestattet ist. Es ist erwiesen, daß der Tod im zartesten Kindesalter hier eine unverhältnißmäßig reiche Ernte hält und daß die Ursache hiervon einzig und allein den Miasmen der Panke zuzuschreiben ist. Es ist ferner erwiesen, daß in diesem Stadttheil epidemische Krankheiten hattnäckiger und bösartiger auftreten und trotzdem dieses unverautworiltche Zurückweichen gegmüber den allgemeinen Forderungen des Publikums. Kön- nen denn Kosten hierbei überhaupt in Frage kommen? Oder ist die„Pankfrage" erst seit gestein auf der Tagesordnung? Oder find die technischen Hilfsmittel unserer Zeit unzureichend, um hier Abhilfe zu schaffen? Auf alle diese Fragen giebt es nur ein energisches Nein! Und trotzdem diese eigenfinnige Kon- servirung solcher Zustände! Schon seit Jahren find zahl- reiche Vorschläge zur Beseittgung dieser Ucbelstände gemacht, ohne daß dieselben irgend reiche emstliche Berücksichtigung ge funden hatten. Zugegeben, daß einzclnederselben absolut nicht durchs zuführen waren, der Zuschüttung deS südlichen sogenannten 1. PankearmeS, der beim Schiffbauerdamm in die Spree mündet, würde absolut nichts entgegengestellt werden können. Mit so großen Opfern und Kosten, wie vielfach behauptet und angenommen wird, ist eine radikale Aenderung der bisherigen Zustände gamicht verknüpft. In erster Reihe würde der Adjazent gewiß ohne Zaudern fich bereit erklären, die Zu schüttung desjenigen Theils der Panke, der sein Grundstück berührt und entwerthet, für eigene Rechnung zu bewirken, und einer sofortigen Durchführung dieser Maßregel könnte um so weniger Widerspruch entgegengesetzt werden, als dieser Arm augenblicklich mit der Panke garnicht in Verbindung steht, sonvem theilweise trocken liegt. Hierdurch allein schon beweist er seine völlige Entbehrlichkeit. Der etwaige Einwand, daß eintretendes Hochwasser, wie im Jahre 1857, Gefahren mit fich führen könnte, ist unzutteffend, weil der nördliche zweite Pankearm, der in den Nordhafen geleitet ist, genügende Vor« fluth befitzt, um größere Waffermassen weiter zu stihren, während die Vorfluth deS ersten Pankearmes durch einen Kanal bei der Keffelstraßc überhaupt durchbrochen ist. Wmn also oberhalb der Brücke in der Echulzendorfstraße ein etwa 1 Meter Durchmesser haltendes Rohr die Eellerstruße entlang nach dem Nordhofen gelegt würde, so würde jeder Eventualität Genüge geleistet sein. Diese kaum 600 Meter erforderliche Rohrleitung würde mit verhältnißmäßig wenig Kosten zu bewirken sein, der erste Pankearm könnte zugeschüttet werden, dessen Ausdünstungen anerkannter Weise durch stehende Gewässer herbeigeführt werden, deren Zuleitung an und für fich„polizeiwidrig" rst. Die Be- wohner dieses Stadttheils, die der Panke bereits den bezeich- nenden Namen„KindeSmörderin" gegeben, haben em Recht, endlich einmal statt der genug gewechselten Worte Thaten zr sehen, um endlich die Beseitigung eines so offenbaren. tte empfundenen und oft gerügten Uebelstandes in einer Etad von der Bedeutung Berlins durchzusetzen. Die Etadt hat für ihre sanitären Bcdürwisse mit großer Sorgfalt chon viel größere Opfer gebracht, als hier verhältnißmäßig zu dringen find, man zögere deshalb nicht, dieS„kommunal. sanitäre" Ungeheuer end- lich einmal und zwar radikal zu beseitigen. Eine plötzliche Unterbrechung»litt dieser Tag- die unterirdische Telegraphenleitung der Linie Berlin- Frankfurt am Main bei Friedenau. Die beschädigte Stelle wurde bald von der hiefigen Telegraphendirektion ermittett, und sestgeste" daß daS Kabel von den Arbeitern der Charlottenburger Wafl werke, welche augenblicklich eine Rohrleiwng von Schönebe nach Steglitz legen, durchhauen war. Die Arbeiter hatten das Kabel, welches 18 Leitungsdrähte enthält, vermuthlich für eine Baumwurzel gehalten und mit Aufwendung großer Kraft durch- »auen. Eine Arbeitskolonne, welche von hier auS sofort an dio »eschädigte Stelle geschickt wurde, stellte in verhältnißmäßig kurzer Zeit die Leitung wieder her. Die Kostenrechnung für die Ausbesserungsarbeiten wird der Direktion der Charlotten-- burger Wasserwerke wohl seinerzeit zugestellt werden. Die 24-St«nden Uhr. Nachdem Längenmaß und Ge- wicht dezimaliter eingetheilt ist, liegt es nahe, auch die Zeitein- theilung zu modernifiren, was ja in diesem Falle mit Verein» ächen gleichbedeutend sein würde. Aber gerade was uns am nächsten liegt, beachten wir oft am wenigsten, und es hat ge» wiß unzählige Menschen gegeben, die in ihrem ganzen Leben nicht ein einziges Mal an die Unzweckmäßigkeit der TageSein» theilung in zweimal zwölf Stunden gedacht haben. Als vrak- tischer Grund gegen die Einführung eines neuen zweckmäßigen Systems läßt fich nur die dadurch herbeigeführte Unbrauchbar- keit bestehenden Uhren anführen, und diesen einen Grund weist etzt der Erfinder der 24 Stunden-Uhr, W. Osborne in Dresden, auch zu beseitigen. Durch die Nothwendigkeit, trotz der 24 Zahlen dennoch ein überfichtlicheS Zifferblatt zu erhalten, ist der Erfinder nämlich auf die Idee gekommen, zwei übereinan- der liegende Zifferblätter zu konstruiren, von denen das obere festliegende an Stelle der Zahlen Ausschnitte hat, das untere aber durch jene Ausschnitte zunächst die Zahlen von 1—12, sodann nach einer kleinen Drehung diejenige von 13—24 durch»- blicken läßt. Der Verschiebungsmechanismus wird durch die ge» wöhnliche Uhrfeder in Bewegung gesetzt und zwar so, daß das untere Zifferblatt um 12Uhr 60M. Mittags in die zweite Posttion springt,. also die Zahlen 13—24 zeigt, und um 24 Uhr 60 Minuten, also um 1 Uhr Nachts, wieder in die ursprüngliche Lage zu- rückgeht. Diese doppelten Zifferblätter lassen fich auf jeder Uhr leicht anbringen und durch diese Demonstration des neuen Systems ad ocnlos würde auch die mächtige Gewohnheit, die uns noch an daffelbe fesselt, bald zu überwinden sein. Komisch mag es uns zwar vorkommen, wenn wir die erste Einladung zum Thee auf 20 Uhr erhalten, oder wmn wir hören, daß der Schluß der Theatervorstellung erst gegen 22 Uhr erfolgen wird. Aber daS wird fich alles überwinden laffen, wmn nur die maßgebenden Gewalten: Posten, Telegraphen, Eisenbahnen erst das neue System adoptirt haben. Ein anonymer Vor- kämpfer der 24- Stunden> Uhr bekennt in einer kleinen, bei Wamatz und Lehmann in Dresden erschienenen Broschüre, daß ohne die obligatorische Einführung der 24.Etunden-Rech- nung bei den Behörden unserer Verkehrsinstitute dieselbe beim Publikum nie Eingang finden würde. Ob diese Einführung zunächst eine auf Deutschland beschränkte sein könnte, oder ob fie interna uotial sein müßte, das zu entscheiden muß Fachleuten überlassen,:idm. Die Begründung deS Urtheil« im Chemnitzer Sozialistenprozetz, welche nach den verschiedensten Seiten hin hohes Jntereffe bietet, hat die„Leipziger Gerichts- Zeitung"' stenographisch aufnehmen lassen und befindet fich dieselbe in ihrer Nr. 81 bereits abgedruckt Die Adresse des Buchhändlers, welcher, wie ww gestern berichteten, den Erpressunasversuch bei dem Professor Graes machte, lautet, der„Bert Ztg." zufolge:„Preuß, in Goldbach'S Buchhandlung, Friedrichstr. 16." g. Von den im vorigen Jahre in Berlin geborenen 46 400 Kindern waren 8453 das erste Kind der Ehe, 7457 das zweite Kind, 6260 das dritte Kind, 5091 das vierte Kind. 3994 das fünfte Kind, 2858 das sechste Kind. 2120 das siebente Kind, 1411 das achte Kind, 857 das neunte Kind, 556 das zehnte Kind, 342 das eiste Kind, 223 das zwölfte Kind, 132 das dreizehnte Kind, 82 das vierzehnte Kind, 37 daS fünfzehnte Kind, 17 daS sechszehnte, 7 das fiebenzehnte, 6 daS achtzehnte, 4 das neunzehnte und 6 das zwanzigste Kind und 159 ohne Angabe. g. Ei« schwerer Unglücksfall ereignete fich vorgestern Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr auf dem städtischen Zentral- Viehhofe. Die Steinträger Gebrüder Zühlke waren mit dem Hinauftragen von Verblendsteinen auf das Gerüst vor dem Bau des nmen SchauamteS beschäftigt und befanden fich gerade auf den Laufdrettein, als zwei Verbindungsstangen deS Gerüstes durchbrachen, die beiden Gebrüder Zühlke hinunter- stürzten und von den nachfallenden schweren Ziegelsteinen formlich überschüttet wurden. Dem einen der beiden Ver- unalückten Steinträg« r fiel ein Verblendstein mit solcher Wucht auf den Schädel, daß das Gehirn blosgelegt wurde, so daß �.I��Äklommen gezweifelt wird. Auch der andere Zühlle erlitt schwere Verletzungen. Nachdem man den beiden Verunglückten Nothverbande angelegt hatte, wurden dieselben nach dem stadtischen Krankenhause am Friedrichshain über- führt. Wie die sofort nach dem Unglücksfall settens de» Polizeirevier-Lieutenants. und eines Wachtmeisters angestellte Untersuchung ergeben hat, waren mehrere Bindestangen des Gerüstes derartig faul und morsch, daß daS Unglück gar nicht ausbleiben konnte. Für die verantwortlichen Personen deS Baues dürste demnach dieser traurige Vorfall noch recht emste Konsequenzen nach fich ziehen. ProjektirteS Repertoire der Königl. Schauspiele vom 11. bis 18. Ottober 1885. Im Opernhause: Sonntag, den 11.: Carmen,'; Montag, den 12.: Lucretia Borgia, Wiener Walzer; Dienstag, den 13.: Der Trompeter von Säkkingen. Mittwoch, den 14.: Aida(Herr Ntemann); Donnerstag, den 15.: Der Maurer, Wiener Walzer; Freitag, den 16.: Der Freischütz; Sonnabend, den 17. und Sonntag, den 18. unbestimmt.- I m S ch a u s p i e l h a u s e: Sonntag, den 11.: ben 14: Heinrich IV.(1); Donnerstag, den 15.: Hein» nch IV.(II.); Freitag, den 16.: WaS ihr wollt; Sonnabend, den 17, zum ersten Male: Gastrecht, neu einstudirt: Da» Tagebuch(Frl. Groß als Gast); Sonntag, den 18.: Roderich Polizei-Bericht. Am 9. d. M. Morgens wurde ein Mann auf einem umfriedigten Felde am Nordhafen todt auf» gefunden. Nach Angabe deS hinzugerufenen Arztes ist derselbe anscheinend beim Erbrechen an Erstickung verftoiben.— Zn derselben Zeit wurde ein Mann in der Alten Jakobstraße de- wußtlos an der Erde liegend aufgefunden und zur Wache de» 30. Polizei Reviers gebracht. Hier erholte er fich zwar sehr bald, gab an, an Schwindelanfällen zu leiden und wollte, um fich vollständig zu erholen, noch einige Zeit auf der Wache ver- bleiben. Nach kurzer Zeit jedoch wurde er anscheinend von Krämpfen befallen und verstarb alsbald. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause gebracht.— An demselben Tage Vormittags stürzte fich ein Mädchen in einem Anfall von Ver- folgungswahnstnn auS dem Fenster seiner in der Rcinickendorferstr. im Dachgeschoß belegenen Wohnung auf die Straße hinab und er- litt dabei so schwere Verletzungen, daß es nach dem Augusta- Hospital gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zeit schnitt ein Mann in der Wohnung seiner Schwester, in der Breslauer- straße, fich in selbstmörderischer Abficht mittelst eines Feder» Messers die Pulsadern auf, wurde jedoch alsbald gefunden unt» noch lebend nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht. — An demselben Tage Nachmittags brach an dem Neuban eines Rinderstalles auf dem Zentral-Viehhofe in Folge Ueber» lastung die Rüstung ein und stürzten die auf derselben be- schästigten Steinträger Rodert und Wilhelm Lüdicke etwa acht Meter tief mit hinab. Robert Lüdicke erlitt dabei«ine Ver- stauchuna der Beine und einige leichte Wunden im Geficht» und Wilhelm Lüdicke eine schwere Erschütterung de« Kreuze» und zwei erhebliche Wunden über den Augen. Beide wurden mittelst Wagens nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht Theater. Opernhaut. Heute: Tannen. Morgen: Lucrezia Borgia. Schauspielhaus. Heute: Egmont._. Morgen: Rosenmüller und Fmke. Deutschet Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Morgen: Don Carlos. Krtedrich-Wtlhelmstädttschet Theater. Heute: Offenbach- Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Refideuz-Theater. Heute: Theodora. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Wallner-Theater. Heut«: Sie weih etwas. Hierauf: Papageno. Morgen: Dieselbe Vorstellung. velle-Alltauee-Theater. Hnrte' Die Leibrente. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Operetteu- Theater. Heute: Don Cesar. Morgen: Dieselbe Vorstellung Morgen: Dieselbe Vorstellung. Centrat-Theater. Älle Jakobstrahe 32. Direktion: Adolph Ernst. Louiseustädtischet Theater. Direktion: Jos. FirmanS. Heute: Fra Diavolo. Morgen: Martha. Osteud-Theater. Heute: Berliner in Kamerun. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Konigstädtisches Theater. Heut«: Gastspiel der Lllip utaner. Die kleine Baronin. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Taglich: Aufreten�Smustlich« SpezstllstÄem'' Täglich: Austreten sä��er�ejialttäten. «- �Kaufmann'» Vmrfe« »aalich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Äialiläten und theatralisch« Alhambra-Theater. Wallnertheaterstrahe 15. Heute zum 1. Male: Zn Leid und Freud. .• i /r# r 1 Ä C\I t._ C\f~ f Lebensbild mit Gesang in 4 Akten von A. Slottko. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkapelle. M WUÄÄfsSi™ i: Dieselbe Vorstellung.___ Morgen Passage I Treppe. Geöffnet von 9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. Kaiser Panorama. Diese Woche: Eine Reise durch Oesterreich. Eine be« — 1— Aic. a\ queme Wanderung durch Rom. Hertha-Reise. Karolinen- Inseln, a Reise 20 Pf.. Kinder 10 Pf._[2450 ©rojje Abend-Unterhaltung 2410| Zur Nachricht, daß ich jetzt mit der Ein.ichtung meines neuen Geschäftslokals Koppenstratze 66"Mv vollständig fertig bin. Empfeh'e allen Freunden eine reiche Auswahl in Cigarren, insbesondere eine gute Windthorst'sche 5 Pf.-Cigarre in bekannter Güte.>2411 ZU. Meyer, Koppenstraste 66, Ecke Grüner Weg. __ früber Fruchtstraße 36»._ Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- und Bairisch- Bier-Lokal, verbunden mit Destillation und Fi ühstücks Tisch, veretnSzimmer noch für einige Abende zu vergeben. 2413] A Mönch, Aleranderftratze 25. MM! Vorzügliche prciswcrthc Sumatra-Decken, wie billigt Um- blast- und Einlage Tabale empfehlen � Bergemann& Donisch, €., Alerand erstraste 88.__ min DaS itüiioigsfest des Fachvereins der Schneider findet Sonntag, den 11. Oktober d. J., in den SikßerhM» 9enl|iJi), SresdeRttstkiße 9 UllIetR find zu haben°Rrausenstraße 11(Herberge), in der Genoffensckaft. Zimmcrstraße 30, bei Frenze!. Klosterstraße 49, bei Zilm, Waldemarstraße 19, und in allen mrt Plakaten belegten Handlungen. lim zahlreichen Besuch ersucht � �. DerVorftand. eichhalttger Abendtisch Zu jeber Tageszeit: Einem geehrten Publikum empfehle mein Zimmer für kleine Gesellschaften. R ei chhalti�er� stllter ms warmer so» 2345] iOfiH KsiGKerchdiit mv''"°°a Jnlius Henke, sw#'"## u sw. «öhe ver Möckcrnstraste. mit Bier 4 Kouvert 50 v. 12-2 Bj Reichhalttger Abendtisch. Zu jeder Tageszeit: Köniasberger Fleck 4 Portion 25 Pf. Ein M geehrten Publikum emostble mein Reichhaltiger kalter un> warmer Frühstücks-, s» Mtttagstisch v. 12-2 ih W_ mit Bier 4 Kouvert 50 Arbeitsnachweis für Klavierarbeiter.■■[r Achtungsvoll Hermann Stramm, Restaurateur, Skalitzerstraße 18. Meik-& DairM-Mer-Lokal. Die von Mitgliedern des Fachvererns der Schneider aegründele Produktiv- n. 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Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin 8W., Bmthstraße 2.- Beilage m\ Berliner Volksblatt. Mr. S38 Sonntag, den 11. Oktober 1883. II. Jahrg. !Z ist«™ 4 Aeder du Frage der»Nlmdislheii Ardeiter haben wir uns schon mehrfach ausgelassen, so daß uns nur ein Süßerer Anstoß veranlaßt, auf die Sache nochmals emzu- gehen. Vor Kurzem fanden in Marseille am Hafen Streitigkeiten Zwischen französischen und italienischen Ardeitern statt, da die elfteren die Italiener an der Arbeit verhindern wollten, bis die Polizei einschritt. Die„France" benutzt nun diesen Anlaß, um die Frage der ausländischen Arbetter überhaupt zu besprechen und schreibt: ,„»Man spricht schon lange davon, die nationale Arbeit zu beschützen, aber die einheimische Arbeit, ist das nicht die Arbeit der Einheimischen? Es giebt Zölle, die dem sranröfischen Fa- bnlanten einen Vortheil vor seinen auswärtigen Mitbewerbern stchenr; es giebt keine, die den französtschen Arbeiter gegen die Em wanderer vertheidigen. Man hält fast alle Maaren, die in unser Land eindringen, im Vorbeigehen oder besteuert ste wenig stenS schwer, aber nicht diejenige Maare, die das einzige Gut des Proletariers ist: die Arbeit. Die Hüttenbesttzer, welche den Feldzug für den Schutzzoll geleitet, haben diesen Artikel ver. geffen. Sie haben die Wettbewerbung bekämpft, die den Preis des Brotes heraddrückt, nicht aber die, welche den Lohn finken macht. Das ist eine Lücke in ihrem System. Wir wollen heute mcht die Beschwerden der Mrrseiller und gar mancher anderer sranzöfischer Arberter dlskutrren; die Frage ist verwickelter wenn man den Grundsatz des Schutzes zuläßt, nicht das Recht hat, den bescheidensten und am meisten Theilnahme verdienen- den Erzeugern, denjenigen, die nur ihre Hänve als Kapital be- sttzcn, Besrredrgung zu verweigem. Frankreich ist nicht da« einzige Land, in welchem diese ernste Frage fich dem Nachdenken der Staatsmänner aufdrängt.— Wir werden uns zu fragen haben, od die Gewohnheiten der Gastfreundschaft, auf vre wir mit Recht stolz find, es uns zum Gesetze machen, die Ausländer ohne Bedingung aufzunehmen, ohne von ihnen zu verlangen, daß ste ihren Antheil an allen Lasten übemehmen, die auf uns drücken, einschließlich die Lasten des Kriegs- dimstcs. Wir stellen die Frage, ohne eine sofortige Lösung zu verlangen; wenn fie noch nicht dringlich ist, so wird ste es bald werden." Da nun diese Frage auch für Deutschland eine recht ernste ist, so wollen wir uns mit derselben heute gleichfalls be- schäftt�en � Fymce" sagt ist im Großen, Ganzen richtig; doch ist es höchst überflüsfig, dabei auf den Schutzzoll zu exem- plififiren, da fich die Frage der ausländischen Arbeiter in einem freihändlerischen Lande ebenso, wie in einem schutzzöllnerischen gestaltet. Auch die Frage des Schutzes der nationalen Arbeit, bezüglich des Schutzes der nationalen Arbeiter ist eine neben- sächlrche. Wir stehen in dieser Frage auf intemationalem Etandpuntte. Wir wünschen die fteieste Bewegung unter den Völkern und auch die gegenseitige Berührung der Arbeiter der ver- schiedensten Nationen, weil dadurch die Zivilisatton und die Kulturentwickelung gefördert wird, aber— die Kulturentwickelung wird in einem Lande da- durch nicht gefördett, daß ausländische Arbeiter, welche auf einer niedrigeren Kulturstufe stehen, für einen Preis ihre Ar- beitskraft verkaufen, der unter demjenigen steht, für den die heimischen Arbeiter ihre Arbeit leisten., Dadurch wird der Lohn im Allgemernen herabgedrückt, die „verdammte Bedürfnißlofigkeit" wird etablirt und der Kultur- zustand leidet Gefahr.... Wohl als Kamerad soll der ftemde Arbeiter dem hei- mischen immer willkommen sein, aber nicht als Feind, als „Lohndrücker, der dem heimischen Arbeiter den Bissen Brot aus dem Munde stiehtt. Mit solcher Jnternationalität wollen wir nicht? zu thun haben. Und wie wir, urtheilen die Arbeiter aller Kulturstaaten. Im fernen Westen haben wir die Chinesenftage. Die amert- konischen Arbeiter hassen die Chinesen nicht, weil fie Chinesen Kerliner Sountagsptauderei. E. C. Reklame ist Alles, fie macht Alle», sie ist rück- stchtßloS und gefräßig wie ein Raubthier— nicht« ist ihr heilig. Alle« macht sie ihren Zwecken unterthänig. Aller- dmg« Alle« mit dem nothwendigen Unterschied. Der Eine wird reich durch die Reklame und Zedermann findet da« erklärlich, er versteht seinem Geschäft durch Anempfehlungen einen Aufschwung zu geben, die allmächtige Reklame füllt seine Taschen mit Gold, und mit Stolz blickt der ehemalige arme Schlucker auf seine früheren Genossen herab. Niemand findet hierin etwas Absonderliche«. So ist der Welt-Lauf, tausend Beispiele beweise« e« täglich. Wenn Zwei dasselbe thun, ist e« aber noch lange nicht dasselbe, und mancher durch Zeiwngsreklamen groß gewordene Mauufakturwaarenhändler verdient seine« berühmten Name« wemger diesem auf die Dauer etwa« kostspieligen Znstttut, sondern ernzrg und allein seinen reellen Prinzipien und der Militärischen Strafheit seine« Geschäftsbetriebe«. So we- nigstenS versichert alle« Ernste« die„gutgesinnte" Presse, die für ein Zeitungsinserat da« Blaue vom Himmel herunter behauptet.., Wir hatten vor ewiger Zeit sprechende Beweise hierfür, und wir hielten eS damals für angemessen, die in manchen Beziehungen interessante« Ausfälle einfach zu ignoriren. Ein besonders frommes Blatt beehrte uns sogar mit einer fast ostrumelisch angehauchten Kriegserklärung, und fast mußte wan fürchten auszugehen, weil man annehmen konnte, daß, wie einstmals vor dem Paradiese ein Engel mit gezücktem Schwert stand, so auch bei un« ei« andern„Engel" in eisernen Trikot«, in jeder Hand emen scharfgeladene« Setzerjungen. vor der Thüre lauere. So muthig war's allerding« mcht gemeint, und lnzwische« habe» h die Thatsachen erwiesen, daß jene famosen Blätter guten Grund hatte«, den Mund nicht allzu voll zu nehme». Zn dem nunmehr beendeten Prozeß, in dessen Verlauf soviel schmutzige Wäsche gewaschen wurde, wurde auch der Name jene« Berliner Millionärs genannt, den wir oben er- wähnten, ja derselbe gab nachträglich sogar Anlaß zu einem Börsenwitz. Wie großartig! Fast vo« der gesammten find, sondern well ste den Lohn drücken, well ihre Bedürfniß- lofigkeit gradezu ekelerregeno ist und sie den Kulturfottschritt hemmen........ Die englischm Arbeiter erklären fich in ihrer Heimath viel- fach gegen die Deutschen, well diese ihre Arbeitskraft unter dem Preise anbieten. Dasselbe ist in Frankreich der Fall den italienischen Arbeitern gegenüber. Italienische und polnische Arbeiter, die in vielen Therlen Deutschlands vorhanden find, find bei den deutschen Arbeitern gründlich verbaßt weil ste in ihrer grenzenlosen Bedürfniß. losigkeit— selbstgemachte Erdhöhlen dienen zum Schlafen, Nahrung: Speck, Brot, Wasser und Fusel— für den denkbar geringsten Lohn ardeitm. Wir erinnem nur daran, daß vor 3 bis 4 Jahren zirka 12000 Italiener an den Main Kanal- bauten zu einem Tagelohn von einer Mark beschäftigt ge- wesen find. Wenn hingegen englische und französtsche Arbeiter in Deutschland beschäftigt werden, so wissen wir von vomherein, daß dieselben einen höheren Lohn fordern, als der den deutschen Ardeitern bezahtte; auch ist die Lebenshaltung der elfteren durchweg eine bessere, als die der letzteren. Somit drücken diese fremden Arbeiter den Lohn nicht, sondern fie heben ihn und fördern den Kulturfortschlitt. Und fie verbrauchen auch, im Gegensatz zu den italienischen und polnischen Arbeitern, ihren Lohn dort, wo ste ihn erhalten, da fie eben größere Be- dürfnisse haben._ m Dasselbe gilt bei den deutschen Arbeitern in Rusfisch Polen. Während die rusfischen Arbeiter in den Gegenden Deutschlands, wo fie ln Schaaren arbeiten, den Lohn erheblich drücken, heben die auf höherer Kulturstufe fich befindenden deutschen Arbeiter, die nach Rußland gezogen find, den Lohn und wirken, da fie höhere und bessere Bedürfnisse haben als die rusfischen Ar- beiter, segensreich auf die Erziehung der letzteren ein und fördern die Gesammtkultur der ganzen Gegend. Solche Jnternattonalität finden wir am Platze. Daß wir aber auch der so wie so schon gedrückten Arbeiter in unserem Vaterlande wegen jegliche„schmutzige Konkurrenz" vermieden wissen wollen, ist selbstverständlich; auch deshalb schon erklären wir uns gegen die Einwanderung und Heran- ziehung bedürfnißloser ausländischer Arbeiter. Zokales. Da« gewaltige Kunststück, einen mit der Exmisfionidrohen- denHauswirth andauernd zu.frultifiziren, hat eine hiefige christlich- sozial antisemitische Kompagnie fertig gebracht, welche unter der Firma Orandt u- Grauenhorst„arbeitet", welche früher gemein- schaftlich, jetzt jedoch auf gettennte Rechnung„arbettet. Ein gewisser I. I. Orandt, Sninmetzstr. 30, ein Mann, der fich auf den Stadtverordneten Pickenbach zu berufen pflegt, ver- sendet seit Jahr und Tag gewerbsmäßig an wohlhabende Per- sonen Schriften wie:„Der herrschaftliche Diener",„Hofprediger Etöcker, seine Freunde und sein Prozeß" und dergleichen, deren Abnahme zu dem berechneten Preise er durch allerhand Vor- spiegelungen zu erwirken sucht. Bald ist er ein„armer Mann, dem mit dem Gelde eine Weihnachtsfreude beniiet werden soll" bald ist er„vom Gerichtsvollzieher bedroht, der ihm sämmtliche Sachen verkaufen will, was seine alte Frau nicht überleben würde", auch als„Opfer jüdischer Wucherer" spielt er fich auf; am häufigsten aber schickt er seinen grausamen HauSwirth ins „Gefecht", der ihn aus der Wohnung exmittiren will, falls die für mehrere Monate schuldige Miethe nicht bis zu einem be- stimmten Termine bezahlt sein sollte. Das Geschäft mit dem Hauswirth scheint Orandt jetzt engros zu betreiben, denn er hat fich das bezügliche Schreiben auf mechanischem Wege in der Weise vervielsältigen lassen, daß er nur in die offen ge- lassenen entsprechenden Stellen daS Datum der Absendung und dm verhänanißvollen Tag einzuschreiben braucht, an welchem bei unterbleibender Zahlung die angedrohte Exmisfion voll« streckt werden soll. Diese Daten rücken selbstverständlich mit der Zeit entsprechend vor. In derselben Weise operitt der frühere Kompagnon„Prioatgelehrte C. Grauenhorst". Ueberaus amüsant und lehrreich ist eine vom„Reichsfteund" festgenagelte Serie der in Rede stehenden Brandbriefe, welche dem genannten Wochenblatte von verschiedenen damit beglückten Adressaten zugegangen find und die alle die angeführten Variationen von der Weihnachtsfreude des armen Mannes, dem jüdischen Wucherer, dem Gerichtsvollzieher und dem hart- Presse wurde der Name diese« Herr« genannt, nur ein einzige« Blatt, allerding« sei« Hauptschleppenttäger, deutete den Namen schamhafter Weise nur mit dem Anfangsbuch- stabe« an. Jede andere Person, die in dem Prozeß vor- kam, wurde natürlich schonungslos genannt, nur der eine Mann, für dessen Geld man Alle« thut, sollte unerkannt bleiben. Läßt daS nicht tief blicke«? Größere« ist in Servili«mu» wahrhaftig noch niemal» geleistet worden, knechtischer und taktloser hat sich wohl noch niemals ein Blatt benommen als die„StaatSbürger-Zeitung" mit dem Verschweige« de« Namen« de« Herrn Rudolf beweist un« mehr „Wohlfahrt, Freiheit als und � Eiu derartige« Benehmen alle langathmigen Tiraden für Macht.", Wir gehe« hier absichtlich nicht mehr näher auf de» Prozeß Graes ein, er ist für un« abgethan. er hat dem Sehenden so Manche« gezeigt, wovon der gewohnl, che Sterb- liche in seinem Leben nichts erfährt. Trotzdem in jenem Drama anrüchrae Personen der ver- schiedensten Stände auftraten, mit denen m Berührung zu komme« jeder anständige Mensch sich scheuen muß, hat man eS nicht unterlassen, können, gerade mtt diesen Per- sonen eine gewissenlose Reklame zu treiben. In welche Auftegung versetzte die Nachricht, daß die vielbesprochene besprochen wurde, so ungeheure Sensatto« erregen kann. herzigen Hauswirth aufweisen. Was es übrigens mit letzt- genanntem auf fich hat, das wird durch nachstehenden Fall rllustrirt, über welchen das„Verl- Tagebl." zu berichten in ver Lage ist. Em Empkänger cineS Orandt'schen Gesuches, dem die famose Etöckcr-Broschüre zum Preise von 60 Pfg. beigefügt war(ein Ortsvorsteher im Kreise Deutsch Eylau), wandte fich, um der Sache auf den Grund zu gehen, mit der Bitte um Auskunft an„den Wirth des Hauses, Steinmetzstcaße 30", und hat von diesem umgebend folgende Antwort erhalten: „Berlin, 29. September 1885. Br. m. zurück. Der seit 1. Mai er in meinem Hause, Steinmetzstraße 30, früher Friedrich- straße Nr. 233 wohnhafte ehemalige Restaurateur Johann Orandt, den 28. Oftober 1849 zu Degesen in Rußland ge- boren, ist ein rüstiger, kräftiger Mann und hat bis jetzt pünkt» lich seine Miethe bezahlt. Achtungsvoll Stegcmann, Eigen- thümer von Steinmetzstraße 30." Der dritte im Bunde ist der Ptilitär-Jnvalide Hermann Scholz, Dresdenerstraße 77, früher ebenfalls Kompagnon des Herrn Grauenhorst. Derselbe be- schränkt fich jedoch seinen Reminiszenzen gemäß ausschließlich auf milttärische Bettelbriefe. Echtes von Falschem zu unterscheide« ist die schwerste Aufgabe unseres modernen Ledens. Die Erscheinungen, die täglich dem Blicke begegnen, trüben das unbefangene Urtheil, und nickt selten wird für Gold gehalten, was nur glänzt, und andererseits wird achtlos verworfen, was echt und edel ist, nur weil kein äußerer Schimmer das Äuge blendet. Die an fich schon ich vierige Prüfung von Edelmetallen wird durch die in einer selbst das Kennerauae täuschenden Vollendung auf den Markt gebrachten Falfifikate goldener und filberner Münzen, Geräthe rc. immer schwerer gemacht. Wir wollen daher auf eine Erfindung verweilen, die in unglaublich einfacher Weise ihrem Zwecke genügt und selbst dem ganz Unbemittelten zugänglich ist. Es ist dies ein in geschmackvoller Weise ausge« statteter Stift, der jedes goldene und filberne Geräth, jede Münze ic. sofort genau und zuverläsfig auf ihre Echtheit prüft. Gold und Silber bleiben, vorher befeuchtet, beim Betupfen mit diesem Stift unverändert, während andere Metalle sofott tief schwarz gefärbt erscheinen. Selbst starke Legirungen von Edel- metallen find leicht zu erweisen. Der Gold- und Silberprüfer wird zu sehr mäßigem Preise, demnächst in den Handel kom- men und ist zweifellos diesem großen Fortschritt der Technik ein kolossaler Erfolg stcher. ar. Im Unters uchungsgefängniß Alt-Moabit befindet fich gegenwärtig ein Berliner Bäckermeister, der in seiner Zelle als„wilder Mann" fich gerirt. Weil er in seiner Wuth die verschiedensten Gegenstände demolirt hat, so ist er an einem Fuße gefesselt worden. Nun gefällt er fich darin, wie ein Tanzbär in seiner Zelle herumzuhüpfen und dabei ein wildes Geheul zu erheben. Das Futter aus dem Rock hat er fich herausgerissen und zu einem sonderbaren Kopfputz, ähnlich einem tülkischen Fez, zurechtgestutzt. Sein struppiger Bart wie seine ganze Physiognomie tragen dazu bei. den unheimlichen Eindruck zu vermehren. Wenn aber die Wärter kommen, dann sucht er ihnen durch eine stolze, würdige Haltung zu imponiren; er stellt fich ihnen als Fürst von Odessa vor, verspricht fie reich zu belohnen und fragt, ob fie ihn auf seiner Reise nach Warschau nicht beglerten wollen. Einem Gerichtsvollzieher, der eine Zustellungsurkunde ihm überbrachte, erklärte er, das wäre Sache seines Sekretärs; mit solchen Dingen könnte er selbst fich nicht befassen. Im Deutschen Theater findet heute, Sonntag, die erste Wiederholung des Schauspiels„Einen Tropfen Gift" von Oskar Blumenthal statt. Morgen, Montag, wird„Don Carlo»" gegeben. Im Uebrigen bringt das Repertoire dieser Woche außer Wiederholungen von„Ein Tropfen Gift" noch Auf. führungen von„Des Meeres und der Liebe Wellen" und„Der Weg zum Herzen". «lhambra-Theater. Heute geht die Novität„In Leid und Freud", Lebensbild mrt Gesang in 4 Akten, von A. Slottko. zum ersten Male in Ezme. Das Kaiser-Panorama- Passage- bringt in dieser Woche eine interessante Reise durch Oesterreich neben dem ZykluS Rom und der Reise der Korvette„Hertha" nach Ost- Asten und den Südsee-Jnseln zur Ausstellung. Diese Natur- Aufnahmen erscheinen neben außerordentlicher Schärfe in einer wunderbaren Plastik, so daß man die greifbare Wirklichkeit vor fich zu haben glaubt. DaS Bequeme der Ausstellung, daß man DaS Tragische, welches in diesem großen Prozeß lag, über- sieht man vollständig, nur die Lüsternheit wird geweckt, und daß diese nicht ausstirbt, dafür sorgen diejenigen Blätter, welche ihren Beruf darin finden, eine so gleichgilttge That» fache zu einer Staatsaktton aufzubauschen. galt es? (Favfalla della Dornenica.) .»Sind Sie allein", fragte an jenem Tage Lorenzo Mariani, als er da« Zimmer der Signora Ernestina Polidori bettat. „Wie Sie sehen." „Und ihre Schwester.. „Befindet sich mit ihrer Klavierlehreri« im Nebe«- zimmer." „In der That, ich höre sie spielen." Er lauscht eine« Moment und schlägt dabei mit dem Finger den Takt. „Ah! Sie spielt sehr gut... Wie alt ist fie?" „Wie? Die Klavierlehrerin?" „Nein, Ihre Schwester Olimpia." „Mich dünkt, Sie müßte« das wissen! In kurzem ist fie 20 Zahre alt. „Za, wahrhaftig, ich hätte e« selbst wisse» müssen.. Wie gut fie spielt... Sie hat alle Tugenden... Und wie schön ist sie!� Signor Ernestina, sichtbar amüfirt, lachte. Lorenzo sah sie an und sagte: „Sie find vielleicht noch schöner. Aber Sie find wie eine reife Frucht, während Ihre Schwester noch eine Blüthe ist. Eine Frau, wie Sie, hat einem jungen Mädchen immer etwa« voran«. Und dann sind Sie Künstlerin in Bezug auf geschmackvolle Kleidung; die schwarzen Kleider der Wtttwen- schaff stehen ihnen entzückend." „Schmeichler!" „Wirklich, wirklich entzückend, aber e« wäre jetzt Zeit, sie beiseite zu legen!" Signora Ernestina antwortete mtt einem Seufzer und sagte dann: seinen Platz nicht zu wechseln braucht— Erfindung deS Ausstellers— erhöht das Interesse. Der Besuch kann nur empfohlen werden. Gerichts-Zeiwng. P. Den Vorschriften des§ 115 der Reichs-Gewerbe» Ordnuna. welcher bestimmt, datz Arbeitslöbne nur in Baar und in Reichswährung ausgezahlt werden sollen, unterliegen auch die beauftragten Weilfuhrer der Gewerbetreibenden, ebenso wie die letzteren selbst. Der Steinträger Wilhelm Hohnke war von dem Maurermeister Zander bei einem Neubau in der Nettclbcckstrasse zu Chailottenburg als Wnlsiihrer— im gesetzlichen Sinne— zu dem Zwecke angestellt, um die Ar- besten der Stcinträger zu leiten. Hohnke erhielt für die Aus- führung dieser Arbeiten einen gewissen Pauschalsatz und enga- oute tili eigene Rechnung wiederum eine größere Anzahl Steinträger gegen Akkordlohn, auf welchen er dem Wunsche seiner Leute entsprechend Vorschüsse gewährte. Diese Vorschüsse nun gab Hohnke nicht in Baar, sondern in Marken zum Be- trage von 5, 10 und 15 Pfg. Gegen Hingabe die'er Marken bezogen die Steinträger bei dem in der Nähe des Neubaues damals wohnhaften Restaurateur Jäckel ihren Bedarf an Früh- stück und Getränken ic. Am Schlüsse der Woche löste Hohnke bei dem Restaurateur die ausgegebenen Marken ein, nachdem er dieselben zum Nennwertbe den Steinträgern von ihrem Wochenlohne abzog. Ein Steinträger, der fich bei diesem Verfahren um ca. 2 Mark denachiheiligt wähnte, er- statiete gegen Hohnke Anzeige und es wurde daraufbin gegen denselben Anklage erhoben wegen Vergehens gegen§ 115 der Gewerbe-Ordnung. Die Strafkammer ves Landgerichts II hatte fich gestern mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Der Staats» Anwalt erachtete auf Grund des Zeugnisses des Restaurateurs Jäckel mehr als 10 Fälle des Vergehens für erwiesen und beantragte 30 M. Geldbuße event. 6 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof erachtete jedoch nur einen Fall für erwiesen, in welchem Hohnke den Lohn nickt in baarem Gelbe, sondern in Marken entrichtet; das Urtheil lautete auf nur 5 M. Geldbuße event. 1 Tag Gefängniß. Nach den Ausführungen bei der Urtheilsverkündigung mußte trotz dieser Gerin gfüqigkest die Bestrafung Ves Angeklagten erfolgen, weil es allgemein ver- boten ist, den Bauardeilern den Lohn in sog.„Budikeimarken" auszuzahlen. Das energische Vorgehen der Behörde« gegen das Znhätternnwesen dokumentirt fich durch eme Reihe von An- klagen wegen Kuppelei, die jetzt tagtäglich vor den Etrafkam» —"»w»«vvh"» jvwwv.v., v.v»agtäglich——..—_. mern des Landgerichts I zur Verhandlung gelangen. In den meisten Fällen find es dem Louisthum angehörrge Personen, die fich zu verantworten haben, und fast immer Subjekte von dunkler Vergangenheit, So hatte der Schlächter Johann August Nowatzki, welcher gestern vor der vierten Strafkammer stand, außer mehreren Gefäugnißstrafen eine siebenjährige Zuchthaus- strafe hinter fich. Er hatte während seiner Milrtärzeit in Mainz einen Zivilisten dermaßen mißhandelt, daß derselbe nach drei Tagen starb. Er gehört zu der gefährlichsten Kategorie der Zuhälter, welche eine Dirne Heirathen, um dieselbe dadurch gegen Ausweisung zu schützen. Der Gerichtshof belegte ihn mit drei Monaten Gefängniß und einem Jahr Ehrverlust. Der bekannte jüdische Antisemit„Redakteur" Simon Michael May stand gestern wiederum vor den Schranken der vierten Stiafkammer hiefigen Landgerichts I, um fich auf eine Anklage wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Jonas durch üble Nachrede zu verantworten. In dieser Sache hat bereits am 19. September er. Termin angestanden, und war derselbe aufgehoben worden, um den vom Angeklagten angerufenen Zeugen Kaufmann v. Goretzly- Kornitz darüber zu vernehmen, daß Justizrath Makower und dessen Substitut Rechtsanwalt Jonas für zwei der schlimmsten Wucherer Berlins deren wuche» rrsche P oresse geführt hat, obwohl ihnen die Qualität derselben und die Charaktere der Mandatare unmöglich entgangen sein konnten. Dieser Zeuge ist infolge dessen zu heute geladen worden. Der Prästdent des Gerichtshofs, Landgerichts Direktor Martms, konstatirt, daß der jlngrtlagte verschiedene Versuche gemacht habe, die Sache wiederum zur Vertagung zu bringen. Er habe die gestellten Anträge als nicht genügend begründet ad- gelehnt, es sei ihm indeß eine andere Thalsache zur Kenntniß gebracht, welche zu seinem Bedauern wiederum zur Vertagung der Sache wird führen müsse. Der geladene und erschienene Zeuge v. Koretzky Könitz will nämlich gar nicht die gemeinte Person fem und von der Lache nichts wissen. Der Ange- klagte erklärt, daß der Zeuge wohl Aehnlichkeit mit dem von ihm gemeinten Herrn habe, aber nicht der richtige sei. v. H»K. theilt auf Befragen des Präfidenten mit, daß er einen Bruder habe, der in Jnsterburg Vorsteher der Strafanstalt sei und der vor einigen Jahren von hier aus dorthin verzogen sei. Sein Bruder sei Hauptmann in der Armee gewesen. Der Angeklagte verfichert, daß dieser der wichtige Zeuge sei. Derselbe werde u. A, bekunden, daß ihm der Schwieger- söhn des Viktor Dauß, Kaufmann Lewin, die haarsträubendsten Bewucherungen seines Schwiegervaters und auch mitgetheill habe, daß Justizrath Makower alle Prozesse deS Dauß geführt „Sprechen wir von etwa« Fröhlicherem." „Ja, thun wir das! Warum nur wollen Sie ihre blühende Jugend mit der düster» Vergangenheit trüben? Denken Sre vielmehr an ihre fröhliche Zukunft, die Ihnen golden schön bevorsteht." „Glauben Sie eS wirklich?" „Gewiß! Auch Sie müssen davon überzeugt fei«, lassen Sie die Zweifel. Aber das menschliche Herz ist nun einmal so; manchmal glauben wir jede freudige Erregung in ihm unterdrücken zu müssen." .Das merne ist so bedrängt, daß es nie mehr freudig schlagen kann"— seufzte Signora Ernestina und senkte die Augen, die sie dann hinter dem Fächer verbarg-- wie es schien, da sie bewußt war, nicht ganz die Wahrheit ge- sagt zu haben. „Das glaube ich nie," sagte Lorenzo...„erlauben Sie mir eine wenn auch ei« wenig indiskrete Frage?" „Und welche?" „Haben Sie nie gefühlt, daß Ihnen ein Herz entgegen- schlägt?" „Vielleicht." Sie sahen sich einen Augenblick schweigend an, wie um gegenseitig ihre Gedanken zu erraihea. Ich kenne keine so seltsame Frau wie Sie." ,Seltsam!? 2ch verstehe nicht, was Sie damit meinen; aber gewiß. Sie wolle« mir eine Schmeichelei sagen und ich danke Ihnen." , O nern! Ganz und aar nicht I" „Nun, dann danke ich Ihnen nicht!" Er brach das Gespräch mit der Frage ab: „Dauert diese Klavierstunde noch lange? Ich möchte jetzt mit Ihnen eme ernste Angelegenheit besprechen, wenn ich gewiß wäre, daß Ihre Schwester uns nicht über- raschle. „Eine ernste Frage? Aber beginnen Sie doch nur; auf jede« Fall können Sie ja bei Gelegenheit dieselbe be- enden., „Und wenn ich nun mit dem Ende beginne?" „Das ist gewiß noch besser." „Nun also: Ich will mich verheirathea." und aus denselben die wucherische Qualität der Forderungen absolut hervorgehen mußte. Auf Vorhalt ergänzt der Ange» klagte seinen Bewcisantrag wie in seiner vorigen Sitzung. Rechtsanwalt Jonas und sein Vertreter Rechisanwalt D». E. Friedemann behaupten, daß der Angeklagte die Sache ledig. lich verschleppen wolle, wogegen fich dieser auf das Energischste verwahrt. Hierauf bemerkt der Präsident, daß der Angeklagte allerdings gebeten habe, die neue Verhandlung auf möglichst lange Zeit hinauszuschieben. Nack längeren Erörterungen zwischen dem Angeklagten und dem Rechtsanwalt Dr. Friede- mann beschließt der Gerichtshof, die Sache zu ver- tagen, den Hauptmann von Goretzky- Kornitz in In- sterburg kommissarisch vernehmen zu lassen, demnächst einen neuen Termin anzuberaumen und zu demselben die bereits ge- ladenen und die vom Angeklagten über das gleiche Thema vorgeschlagenen neuen Zeugen zu laden. Zwei berüchtigte Heirathsschwindlerinnen.sdieWittwen Emilie Reitz und Agnes Lange, standen gestern vor dritten Strafkammer des Landgerichts I, um fich wegen einer mit be- sonderem Raffinement ausgeführten Betrügerei zu verantworten. Der Reitz wird außerdem ein Diebstahl zur Last gelegt. Bekanntlich wurden die beiden Angeklagten vor etwa 6 Monaten von derselben Strafkammer wegen einer ganzen Reihe von tzeirathsfchwindeleien zu erheblichen Gefängniß strafen, die Reitz zu 2V: und die Lange zu einem halben Jahr, verurtheilt, doch mußte der jetzt vorliegende weitaus interessanteste der Fälle damals ausscheiden, weil der Geschädigte zum Termin nicht er- schienen war. Die Wittwe Reitz hat fich seit Jahren damit beschäf- tigt, durch Annonzen in auswärtigen Blättern, in denen fie als Heirathsvermittlerin auftrat und jederzeit reiche Damen auf Lager hatte, heirathslustige Männer ins Garn zu locken, um möglichst hohe Provifion zu erziehlen. An Reflektanten war kein Mangel und ließ einer derselben fich bewegen, nach Berlin zu kommen, so wurde die zweite Angeklagte, welche außer emer kleinen in der Nostizstraße belegenen Wohnung nichts besaß, als die reiche Fabiikbesttzerswittwe vorgeführt, auf welche sich die Annonze bezog. In mehreren Fällen kam es auch zu einer Verlobung, und wenn dem Bräutigam schließ- lich die Augen aufgingen und das Verhältniß von ihm gelöst wurde, hatten die beiden Frauen nickt nur eine Reihe von schönen Togen-erlebt, sondern ihr Opfer auch um mehr oder weniger Hobe Beträge gebracht. Am schlimmsten ging es einem in Georgenthal in Böhmen wo.mhatten Fabrikbesitzer. Er fand im August 1883 in einer Präger Zeitung eine Annonze der Angeklagten Reitz, wonach dieselbe eine dreißigjährige Wittwe mit der Kleinigkeit von einer Viertel Million Gulden zu ver- Herrotben hatte. Der Böhme fand diese Partie begehrenswert h, er reflektirre auf Wittwe und Geld und erhiett auch umgehend von der Reitz Antwort. Er leistete deren Aufforderung, nach hier zu kommen, schleunigst Folge, die Reitz führte ihm die Wittwe Lange als die rerche Fabrikbesttzerin in einem Aestau- rationslokal zu und die letztere wußte fich derart zu benehmen, daß der heirathslustige Fremde fich thatsäcklich in fie verliebte. Die Lange bestätigte die Angaben ihrer Genoifin in Betreff ihrer Vermögensoerhältnisse, benahm sich aber äußerst zurückhallend und erklärte, daß fie vorläufig nur einen Theil ihres Vermögens etwa 90 000 M ihrem Ehemann in spe zur Verfügung stellen würde. Der Böhme wurde durch dies kluge Verhalten der Lange noch sicherer gemacht als bisher und er scheute keine Kosten, um fich von der liebenswürdigsten Seite zu zeigen. Die beiden Frauen begleiteten ihn von einem Vergnügungslokal zu dem Änderen und es regnete werthvolle Gesch. nke. Schließlich wurde abgemacht, daß fie den Böhmen nach Georgenthal be- gleiten sollten, um sein Fabriketablissement in Augenschein zu nehmen und sollte dort die offizielle Verlobung stattfinden. Die Angeklagten waren entzückt von dem Umfang und der Großartigkeit der Besitzung und mit großem Pomp wurde die Verlobung gefeiert. An einem Dezemdertage 1883 sollte auf einen der hiefigen Standesämter Ehe geschlossen werden und hier erst— letzten Moment— wurde der Bräutigam durch auffällige Benehmen der Lange, die fich bei Angade Personalien höchst geheimnrßvoll benahm, stutzig, er forschte nach und fiel aus allen seinen Himmeln, als er erfuhr, daß die Lange zwar kein Vermögen, aber zwei Kinder habe. Die Ge- schenke find ihm zwar wieder zurückgegeben worden, doch hat ihm die Affaire doch ein Beträchtliches gekostet. Die Reitz sollte bei ihrer Abreise aus Georgenthal einen dem Gastgeber gehörigen Bettüberzug mitgenommen haben, doch konnte sie in dieser Beziehung nicht überführt werden. Dagegen wurde fie wegen deS Betruzsialles zu einer Zusatzstrafe von noch 3 Monaten Gefängniß und die Lange zu einer solchen von einem Monate verurthellt. die im das ihrer Soziales«ud Arbeiterbewegung. Dividenden und Arbeislöhne. Aus dem Geschäfts. bericht der Zeiver Eisengießerei und Maschinen Aktien Fabrik geht hervor, baß der Aulstcktsrath beschloffen hat, eine Divi< dende von 13'/: Prozent zu vertheilen. Es geht aber auch aus dem Bericht feiner hervor, daß gegen das Vorjahr die Löhne „Da« habe ich mir gedacht." „Er! Sieh da!" Er schien überrascht. „Glauben Sie nicht, daß eS Ihnen gelingt, vor den Auge» der Frauen Ihre Gefühle zu verbergen... schon seit geraumer Zeit habe ich Ihre Gedanken errathen." „Ah! Dann kann ich also hoffen, daß mein Heirath«- Projekt fich verwirklichen kann?" „Ehe ich darauf antworte, müssen Sie auch mir eine Frage gestatten: find Sre thatsächlrch überzeugt, daß e« einem Menschen herzen beschieden sein kann, zweimal im Leben daS höchste Glück zu genießen?" „Das weiß ich nrcht. Warum?" „Weil ich hierüber vorerst mit Ihnen einverstanden sein will. Mein Schmerz wird nicht ewig dauern; ich möchte noch einmal lieben und geliebt sein, aber ich wage dennoch nicht, meinem HerzenStrieb nachzugeben au« Furcht, daß die Erinnerung an die Vergangenhett wieder wach wird wr6 die Freude verbittert."* „Nein, da« ist unnöthige Sorge: die Erinnerungen sind wie die alten Freskobilder an den Wänden alter Kapellen; die Hand der Zeit verwischt fie, bis die letzten Spuren ver- schwunde« find." „Und wenn noch etwa« bleibt?... Ein kleiner Rest der Malerei bleibt immer und entschwindet erst, wenn die Kapelle selbst zur Ruine wird." Sie blickte mir starren Augen eine Weile schweigend vor fich hin, wie wenn sie in der Ferne ein bleiche« Traumbild sähe. Dann fügte sie gefaßt hinzu: „Da« beste für mich ist wohl, ich bleibe Wittwe und weide mich an dem Glück meiner jungen Schwester." „Das billige ich nicht. Erfreue« Sie sich an dem Glück Ihrer Schwester, aber suchen Sie auch Ihr Glück." „Lassen Sie mir Bedenkzeit. Wer weiß, eine« Tage» entschließe ich mich." „An Ihrer Stelle würde ich mich sofort entscheiden." „Sie haben eS so eilig?" „In meiner Angelegenheit, ja!" Da« Klavier war verstummt, die Lehrerin fortae- gangen; Fräulein Olimpia erschien plötzlich auf der Schwelle ungemein zurückgegangen find und zwar um 38 Mark I Durchschnitt für den Arbeiter. Elstausend Mark wurden« Löhne weniger gezahlt, trotzdem 8 Arbeiter mehr beschäftig waren— da kann man wohl Divisenden schneiden!— SW Fußfall! mus über dieselben taldischen viel Unh dem es wurde den We Referent Aufklärui vinzen v Reoner o daß fie! volksthün therligten ragender sammlunl Lokale sti merksam 8 Uhr an vom Kass Der genossen Grenadie terr Pre ntwickel erster Lii Delitzsch Selbsthil viöglichst schiedenei noch die aber kein listische v Kapitalist Von den Giwerkr» überschätz eine 100 200 Iah Von den Jahren k Leistung« Berechnu oder zw> werden. daß er l in gleich entfaltet die Käm, fchastliche «um Mus die sächsische Webstuhlfabrik in Chemnitz, welche im vorig Jahre die Löhne um ein bedeutendes herabgesetzt hat, eine Dividende von 10 Prozent. Verfälschung der Nahrungsmittel. Trotzdem wir i> Deutschland ein Nahrungsmittelvenälschungsgesetz' ■------.... haben.«# den wir doch mit verfälschten Nahrungsmitteln in hohem 3W hintergangen. Die Bultcrpreise sind in Deutschland beson» hoch und doch wird zu solchen Preisen vielfach noch Ku«! butter,„Margarin" u. s. w. verkauft. In Schweden ist ml strenger; die dortige Regiemng hat in dieser Beziehung(ü einschneiocnde Verfügung erlassen, nach welcher Fässer, in n» cher Kunstdulter enttwlien ist, mit der Aufschrift:„Margach versehen werden müssen. Auch die Läden, in denen fi' Butter verkauft wird, müssen ausdrücklich als solche bezeü sein. Derartige Bestimmungen würden auch in Deutsch am Platze sein. Die Leipziger Messe, von der wir jüngst noch teten, war desonoers den daumwollenen Maaren recht ungA stig; gleichfalls ist dieselbe schlecht ausgefallen für wolli Strumpfwaaren. Leichte Fantafiesachen fanden Absatz,>» rend schwere, für den Mittel- und Arbeiterstand bestiir Waare unverkäuflich war— gewiß ein schlechtes Zeichen den Erwerb in diesen Kreisen. Aber auch die feineren Seil stoffe zogen nicht recht, woraus man schließt, daß selbst in Kreisen der Begüterten die Verkehrsstockungen, die jetzt üb« herrschen, empfindlich berühren. Also hat auch die Leipz Messe Zeugniß davon abgelegt, daß gegenwärtig die Gest tief darniederliegen. Der Streik der Kettengießer in Staffordshire Worcestershrre ist in ein günstigeres Stadium getreten. 3 rere Grubenbesitzer haben fich bereit erklärt, die geforderte Ä erhöhung zu bewilligen. Eß wurde aber der Beschluß sei der Streikenden gefaßt, die Arbeit nicht eher wieder ar nehmen, bis sämmllrche Fabriken die Forderungen der&> kcnden anerkannt haben. Die ungünstige Lage deS nordamerikantschen Arbe Markts wird von allen Seilen bestätigt. So liegt ein 1 eines nach Amerika ausgewanderten Handwerkers aus Detl vor, der erklärt, daß er wochenlang fich um Arbeit bemüht h aber keine habe finden können. Seine Frau arbeite der«* Schneider von 7 Uhr früh bis Abends 6 Uhr und ver* die für dortige Verhältnisse winzige Summe von 10 9 wöchentlich. Tausende von Arbeitern aber>erginge eS wie Tausende seien brodlos. Die Lage derselben sei verz Zur Auswanderung nach Nordamerika könne Niemm rathen werden. Die Weißblechfabrikanten von England haben schloffen, daß von Neujahr an die Werke alle sechs!"" eine Woche lang still strhen sollen, um nach und n Uebcrproduktion zu paralyfiren. Den größten Schaden haben, wie immer bei solchen Manipulationen, die Arbr I« Süd- Wales haben zwei der ältesten Stahlst die Dowlais» und Cyfertha- Works ihren Arbeitem gek um eine große Lohnherabseyung in Szene zu setzen. Wü hört, wollen die anderen Werke nachfolgen Pereine und Versamminngeb Der Beztrksveretn der arbeitenden Bevölkerunt? Südwesten Berlin« hielt am Montag, den 5. Lklobeh.' Restaurant„Kaiser-Hallen", Alte Jakodstraße 120, eine desuchte Versammlung ab, in welcher Herr Kendziora eine«' lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über daS T» „Der Kulturzustand Deutschlands zur Zert der Reform hielt. Der Redner machte der Versammlung klar, da Epoche der religiösen Reformation eine Knfis vora denn die Bauernkriege begannen bereits einige Jahre Als Luther den Kampf mit dem Papste ausnahm und» gegen diesen auflehnte, hatte er freilich viel zu kämpfen, Z noch wären die Verdienste Luther's nicht so hoch anzureK als es acmeinbin immer neirhiehi s'ntfi-r hntt» erü! als es gemeinhin immer geschieht. Luther hatte erst. Bauern seinen Beistand versprochen, sagte aber man solle die Bauern niederschlagen, was r nicht von großer Toleranz und Humanität Jn ._...— 1 z« Geroerl spricht meint, ist, ei nur dr fitzende führte! herauSj produb mensche Fällen an, das Volk a ist. R lung Zt der Ka gaben ven Ka ersucht« denen sammle Nergol! Anders verhielt fich der Dorfprediger Thomas ein hochbegabter Theologe, welcher schon mit 20 Jahrw: den Doktoftttel erward. Mit Energie und WillenSkrast I? er seine Ideen durchzusetzen, mußte aber für seine JdetfJ Leben lassen. Redner wies ferner darauf hin, daß die ifl lifche Kirche durch den damals durch Tetz« betriebenen Handel selbst dazu beigetragen habe, daß fich so viele wendeten. Zwar wurden Vre Gelder zum Theil für RunRZ uituvtiti». o-wui urnivtu vic vyeuict zum A-ijeu sUt Wlffenschaft hergegeben� wie z.�B. zum Bau der P�EZ in Rom, an welcher der berühmte Architett Michel und der Maler Raphael u. a. mitwirkten.— Die spielte die große Hauptsache in dem großen Kirchen. die Kuchen und Klöster waren kolossal reich. Die vai hielt am sammlu»! scheinen das R Thema: äußerte berühmte gedachte sende vv semitismi Redner, der jung glauben Wegeerr An jenem Tage also war e« nicht möglich, daS%% weiter zu besprechen; aber am nächste« Tage kehrte ß gewohnten Zert der Klavierstunde zurück. Er traf seine Dame wie am vorige» Tage am rr sitzend, mit einem Buche auf dem Schöße. „Nun, haben Sie noch dieselbe Eile, um eint k zu bekommen?" sagte fie und reichte Lorenzo die ♦ zum Gruß. J „Ja, immer noch, und will mich Ihne« ohne erklären." „Mir scheint, Sie haben fich gestern offen 0#* klärt." „Ich fürchte, nicht offen genug." „Ja Er schämte, wohl mc Ernestine „3d Mir noch „N Lor aussah p 'hm Sig dauert hl UNd sflj,, „Nun, ich denke, ich habe die Offenbarung Ihrer Ej seit einer Zeit verstanden und fest gestern weiß ich ber, was ich mir seit langem nie zugestehen wollte—% gleicher Offenheit, wie Sie, zu reden; in meinem jj trag ich nicht mehr de« Kummer, de» meine Kleider lasse« fallen.-, Eine Roth« überzog bei diesen Worte« ihr Gefick ihre innere Erregung ließ ihre» Körper erzittern. ..Mein Himmel, ich sehe bei allem diesen nichts rief Lorenzo au«.„So gehöre« unsere Gefühle imw�l Naturgesetz, sie ändern sich und passen fich jedem Ne»" ..... Wie froh wird nun Roberto Negri sei«/ „Roberto Negri!" „Gewiß! Er liebt Sie glühend und sein Kummer war eS, nicht zu wissen, ob Sie ihn wie! Jetzt will ich ihm die fteudige Botschaft bringen ui> — noch vor Abend wird er kommen und förmlich u Hand bitten..."_.z* Signora Erochina hörte nicht« mehr. Das%' von den Wangen gewichen; bleich und unbewegt w irrem Blick glich sie einer Statue.. „Roberto Negri!" wiederholte sie wie au» K Traume erwachend.„Er liebt mich— Sie si»°'.-j trauter!...... Ich hätte e» ahnen könne«. Und Sie, wen liebe« liebe« Sie? Meine Schwester gewiß!" Beendig» Kur Rascheln „Hi Sie wa Lorenzo« . fragte 1 Angelegi „3( Sie Uand mi hatte. w" Oli rung. bsi sagte: „Zd Sie aufregun Augen u dem bloi IS 1 h verZ Ü MC« Fürsten waren alle dem Papste unterthan, daher der bekannte Kuhfall Heinrich IV. Den Fürsten, welche zum Protcstantis- mus übertraten, sollte alles Land verloren gehen, wogegen fich dieselben heftig sträubten. Die fanatischen Kämpfe des schmal- kaldislden sowie 30 jährigen Krieges brachten über Deutschland vrel Unheil, welches sich Holland zu Ziutzen machte, in- dem es fich des Welthandels bemächtigte. Später wurde es jedoch von England überflügelt, welches den Welthandel bis auf den heutigen Tag beherrscht. Referent erwähnte hierauf, daß es noch heute»n Bezug auf Aufklärung in den östlichen(polnischen und schlefischen) Pro- vlnzen viel zu thun gäbe. Soll es Keffer werden— führt Aoner aus—, so liegt es an der arbeitenden Bevölkerung, Cafi fte Männer in den Reichstag wählt, welche verstehen, volksthümliche Gesetze zu machen.— An der Diskusfion de- themgten fich die Herren Praule und Welschke in hervor- ragender Weise im Sinne des Referenten. Die nächste Ver- sammlung findet am Montag, den 19. Oktober, in demselben Lokale statt. Die Mitglieder des Vereins wurden darauf auf- merksam gemacht, daß Beiträge jeden Sonnabend, Abends von 8 Uhr an, bei Lindendorn, Solms- und Gneisenaustraßen-Ecke, vom Kasfirer entgegengenommen werden. Der Unterstützungsveret« der Vergolder und Berufs- «enoffen hielt am Mittwoch, den 7. Oltober. bei Seefeld. Grenadierstr. 33, seine Generalversammlung ab, in welcher Herr Prediger«wer. Kendziora einen Vortrag hielt über:„Die � Arbeiterbewegung". Redner beleuchtete in „ w, Anfang der sechsziger Jahre von Schulze- gründeten Vereine, welche auf dem Prinzip der !Pxir!l?a e � keä Sparens aufgebaut, dem Arbeiter die größt- möglichsten Vorthelle bringen sollten. Von allen diesen ver- fchiedenen Vereinen seien nach Verlauf von 10 Jahren nur noch vre sogenannten Vorschußvereine übrig geblieben, welche !le"gentlichen Ardeitervereine seien, sondern kapita- U, tische Inst, tute, aus welchen die Mitglieder, oft selbst kleine Kapltallsten, den größtmöglichsten Vottheil zu ziehen suchen. Von den jetzt bestehenden Arbeitervereinen seien die englischen Gewerlvereine die beßorganifirten, doch find dieselben nicht zu übertchatzen da man dabei in Betracht ziehen müffe, daß sie S?.e IWiichriße Vergangenheit haben und England seit beinahe 20U Jahren den Welthandel und die Weltindustrie beherrscht. Von den deutschen Arbeitervereinen, welche erst seit einigen IfelPgpWFSM ober auf politischem Gebiete seine Thätigkeit «ntsaltet und Vorthelle zu erringen sucht. Redner glaubt, daß rl J*,1. deutschen Arbeiter auf politischem und wirth- Ichaftlrchmr Gebiete und ihre Organisation anderen Nationen Jnm Muster dienen fie und zur Nachahmung anspornen werden. %eä werieren beleuchtet der Vortragende vre Hirsch-Dunkerschen Gewerkvcreine und zeigt, woran fie gescheitert find. Er de- sprrcht Vre Idee der Altersversorgung des Herrn Hirsch und meint, daß der Arbeiter aus eigenen Mitteln nicht im Stande ist, eine solche zu inszeniren, sondern daß die Mittel nur durch eine scharfe progresfive direkte Steuer von der de» fitzenden Klaffe durch den Staat erhoben werden müssen. Auch führte Redner einige Zahlen an, welche der von Herrn Dr. Engel herausgegebenen Etalrstrk entnommen find, nach welcher der produlrive Arbeiter jährlich die Summe von 3600 MI. zusam- menschaft, während sein Durchschnittslohn in den meisten Fällen unter 900 Ml. beträgt. Zum Schluß fühlte Redner an, daß ein Land, welches Berge von Gold aufhäuft, deffen Volk aber hungert, ein arrres und bedauenswerthes zu nennen ist. Reicher Beifall wurde dem Referenten von der Versamm- lung zu Theil- Den zweiten Theil der Tagesordnung bildete der Kaffenbericht und ergab derselbe nach Abrechnung der Aus- gaben einen Bestand von 173 Äk. 45 Pf. Zum stellvertreten- en Kasfirer wurde hierauf Herr Hoffmann gewählt. Hierauf ersuchte der Vorfitzende um die baldige Ablieferung der gege denen Fragebogen und gab kund, daß nach Eingang des ge sammten Materials eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Vergolder einberufen werden soll. w. Der Arbetter-BezirkSverein für den Osten Berlins hielt am Dienstag, den 6. Oktober, in Keller's Lokal, eine Ver sammlung ab, in welcher, da Herr Dr. C ri stell« r am Er scheinen verhindert war, Herr Echuhmachermeister Metzner das Referat übernahm. Referent sprach über das Thema:„Religion und Konfession". Der Vortragende äußerte fich dahm, daß die Begriffe von Religion selbst von berühmten Theologen sehr verschieden aufgefaßt würden. Er gedachte in Küize jener Zeit des Aberglaubens, welcher Tau- sende von Menschen zum Opfer gefallen find. Auf den Anti- semitismus eingehend und denselben scharf kritifirend, meinte Redner, daß es wohl Pflicht eines Jeden sei, dafür zu sorgen, der jungen Generation den späteren Kampf gegen den Aver- tlauben zu erleichtern. Dieses könne man auf gesetzlichem Lege erreichen, welcher gestattet, auS der Landeskirche auszutreten. .i i ,3«!" Er sprach das Wörtchen so leise au», wie wenn er sich schämte, seine Liebe für Fräulein Olimpia zu gestehen, und wohl mochte er fühlen, welchen bitteren Schmerz er damit Ernestina anthat. „Gut!... Und meine Schwester liebt Sie?" „Ich hoffe e», ja, ich darf ei glaube«; indeß nahm ich wir noch me die Freiheit, sie darum zu fragen." „Nun, Sie werden sich beide verstanden haben." Lorenz» wollte eine verneinde Gebärde machen, die aber aussah wie eine Bejahung. AuS seiner Verlegenheit half rhm Signora Ernestina mit den Worten:„Die Lektion ***** heute wirklich ei« wenig lange"— dann klingelte sie und sag,e zum Kammermädchen: »Benachrichtige meine Schwester, daß ich fie nach Beendigung der Lektion sprechen möchte." Kurz darauf war die Lehren« fort und man hörte das Rascheln von OlnnpiaS Kleidern im Vorzimmer. „Hrer bin ich> Was wünschest du?" klang es dann. Sre war ,n Erle gekommen und blieb nun beim Anblick LoreazoS überrascht auf der Schwelle siehe». „Du wunderst dich, Signor Lorenzo hier zu sehen?" fragte die Schwester.„Ja, er ist in einer wichttgen Angelegenheit hier..... Rath« einmal, weshalb wohl?" „Ich wüßte nicht.. ,.Um deine Hand zu erbitten." Sie sprach mit einer Ruhe, die im lebhaften Gegensas stand mit der Verwirrung, die Lorenzo und Olimpia erfaßt hatte. v„Nun, was soll ich ihm antworten?" sagte sie van«. Olimpia stand noch immer in lieblicher Verwir rung. bi» die Schwester sie an sich zog, und fie küffend sagte: „Ich werde ihm dein Za biingen." Sie lächelte, indem fie so sprach; aber ihre Nervew aufregung war zu stark: zwei große Thränen entfielen ihre« Augen und zitterte« eine Weile wie zwei Diamanten au dem blonde« Haar ihrer Schwester Olimpia. Redner schloß seinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag mtt den Worten: An Ihnen, meine Herren, wird es liegen, zu z-igm, ob fie gewillt find, den Kampf der jüngeren Generatton zu erleichtern. An der DiSkusston betheiligte fich Herr Voigt, welcher fich mit den Ausführungen des Reterenten einverstanden erklärte. Hierauf erstattete Herr Neuhaus den Kassenbericht über die Monate Juni, Juli, August. Die Einnahme betrug: 566 Mark 30 Pfennig, die Ausgabe 367 Mark 25 Pfennig, mithin verbleibt ein Bestand von 199 Mark 5 Pfennig. Darauf wurde dem Kasfirer Decharae ertheilt. Unter .Verschiedenes" kam ein Antrag:„Em Vergnügen zum Besten stlfsbedürftiger Kinder von Mitgliedern zum Zwecke der Weih- nachtsbescheerung zu arrangiren", zur Abstimmung, und wurde derselbe angenommen. Nach Erledigung des Fragekastens machte der Vorfitzende auf die am Sonntag, den 11. d. M., tattfindende Kommunalwähler-Versammlung aufmerksam und 'chloß hierauf die Versammlung. Im Verein zur Wahrung der materiellen Jnter- essen der Fabrik- und Handarbeiter wollte Herr Zubeil in der letzten Peieinsversammlung bei Böttcher, Kopcmcker- straße 150/151, über: Gewerbe-Schiedsgerichte" sprechen. Da edoch der Referent nicht erschien, so sprach Herr I. Kreutz über die stattgehabten Verhandlungen in Betteff der Sonntags- ruhe, und führte derselbe etwa folgendes aus: Die Vettreter der Fachvereine haben, soviel bekannt, sämmtlich die Frage, ob die Sonntagsruhe durchführbar sei, mit ja beantwortet. Aber auch Vertreter einzelner Innungen, welche sich zuerst gegen die Sonntagsruhe ausgesprochen hätten, wären schließlich doch der Anficht gewesen, das die Sonntagsruhe geboten erscheine. Die Frage, ob der Arbeiter durch das Verbot der Sonntags- arbeit einen materiellen Verlust habe, sei dahin beantwmtet worden, daß dieses anfänglich möglich sei, auf vre Dauer aber keinesfalls zuträfe. Redner meinte, wenn wirklich ein kleiner Verlust eintrete. so würde derselbe doch durch die vielen Vor- theile, welche dem Arbeiter durch die Sonntagsruhe erwachsen, doppelt aufgewogen- In Betreff der Auslaffungen des Fürsten Bismarck über den blauen Montag betonte Referent: Es habe immer einzelne Albeiter gegeben, welche am Montag blau machten, allein dieses seien eben nur Ausnahmen. Im Weiteren wies Herr Kreutz jede gegen die Sonntagsruhe gemachte Em- wendung zurück. Hierauf forderte Herr Rosenow diejenigen, welche die Petition für daS Arbeiterschutzgesetz noch Nicht unter- zeichnet haben, auf, dies ohne Zögern zu thun. da die Listen in nächster Zeit abgeliefert werden müßten. Es folgten nun noch einige interne Vcreinsangclegenhciten. Unter Anderem wurde beschlossen, ein gemüthliches Beisammensein abzukauen, und findet dasselbe am Sonntag, den 18. Oktober, Rüdersdorfer« straße 51 statt. Die nächste Vereinsversammlung ist auf den 20. Oktober anberaumt. hr. Dem Schicksale polizeilicher Auflösung verfiel die öffentliche Versammlung des Vereins der Arbeiterinnen, die am Freitag Loihringerstraße 37 unter dem Vorfitze der Frau Pötting stattfand. Die Vorfitzende theilte aus einer Nummer der„Germania" mit, in welchem die Bestrebungen der Ver- eine der Arbeiterinnen als eine gemeingefährliche Propaganda im Sinne deS Anarchisten Most geschildert werden. Frau ötting beschränkte fich darauf, den Artikel als eine gehäsfige enunziation zu bezeichnen und ertheilte Herrn Burschöe das Wort zu einem Vortrage über das Thema:„Bausteine zu der Religion der Zukunft." Der Vortragende wies darauf hin, daß auch der„Reichsbote" in einem Artikel das Streben deS Vereins als ein irreligiöses, frivoles und materialistisches de- nunzirt habe. Im weiteren Verlaufe seines Referats verstieg er fich zu einer Aeußerung, auf welche hin der überwachende ""olizeibeamte die Auflösung der Versammlung auf Grund des Sozialistengesetzes verfügte. tb. Der Verein Berliner Droschenkutscher hielt am 9. d. M. im Saale des Handwerker- Vereins eine Versamm- lung ab behufs Besprechung einer an das Polizei-Prästdium zu lichtenden Petition betr. die Umänderung des§ 21 des Droschken-Fahrreglements. Dieses Reglement bestimmt, daß Personen, welche bereits mehrfach wegen Körperverletzung»c. vorbestraft find, ein Fahrschein nicht zu ettheilen ist; daß aber Jnbabem von Fahrscheinen, welche wegen dieser Vergehen be- straft werden, der Fahrschein zu entziehen ist. Der Syndikus des Vereins, Rechtsanwalt Dr. Friedman», wieS aus seiner Praxis nach, daß es kaum einen Droschkenkutscher aeben wird, der noch nicht mit dem unglücklichen§ 230 des Reichs-Strafgesetzbuches Bekanntschast gemacht hätte. Dieser Paragraph lasse aber der Sttafbemeffung einen sehr weiten Spielraum, nämlich von 3 M. bis zu 4 Jahren Gefängniß, je nach der Schwere des Vergehens. Das Polizei- Fahireglement kenne nur eine Strafe, Entziehung des Fahrscheines, und zwar für einmalige Besttafunq, wäyrend eine mehrfache Bestrafung nicht hindert, einen Fahrschein zu erhaltm. Er empfahl, beim Polizei-Prästdium betr. Umänderung des§ 21 deS Fahrreglements vorstellig zu werden, und zwar dahingehend, die Entziehung des Fahrscheines eintreten zu lassen nach erfolgter einmaliger Verurtheilung zu Geldstrafen und legte eine diesbezügliche Petition vor, welche in ihrem Wortlaute angenommen wurde. Burg bei Magdeburg. Der HIefige Fachverein der Metallarbeiter hält seine Mitgliederversammlung jeden Sonn- abend nach dem 15. jeden MonatS in GrützmacherS Lokal ab. Die Beiträge können daselbst dezahlt und neue Mitglieder auf« genommen werden. Allen hier zureisenden Metallarbeitern sei dieses Lokal bestens empfohlen: für gute Betten und reelle Be- dienung ist gesorgt. Die„Deutsche Metallarbeiter- Zeitung" liegt dort aus.— In einer der letzten Veretnsoersammlungen wurde auch die Unterstützung reisender Metallarbeiter in An- regung gebracht und beschlossen, sobald eS die Mittel des Ver- einS erlauben, die Zureisenden zu unterstützen. Fachveretn der Tischler. Montag, den 12. Oktober, Abends 8'/» Rhr, in Eäger's Lokal, Grüner Weg 29, Ver- sammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Geschichte der Menschheit. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find willkommen.- Der Zentral-ArbeitSnachweis deS Vereins befindet fich nur noch bis 31. d. MtS. Alte Jakob« straße 38 und wird am 1. November nach der T'schlerherberge, Blumensttaße 56, verlegt. Die Arbeitsvermittelung geschieht unentgeltlich. Adressen-Ausgabe an den Wochentagen AbendS von 8'/- bis 9'/, Uhr. Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Die Tischlerherberge, Blumenstraße 56, wird bereits am 15. Oktober eiöffnet. Fachverei« der Metallschrauben-, Faeondreher und Berulsgenossen. Heute Vormittag 10'/, Uhr bei Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9, Generaloersammlung. Tagesordnung: Vereins- angelegenheiten. Arbeiter- Bezirksverein für den Westen Berlins. Montag, den 12. Ostober, Abends 8'/, Uhr, in Gründer's Salon, Schwerinstraße 26, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Michelsen. Diskusston. Fragekasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure und Be- rufsgenossen. Vei sammlung. Montag, den 12. Oktober, AbendS 8'/- Uhr, bei Sahm, Annenstr. 16. Unentgeltliche Stellenver« Mittelung jeden Abend von 8'/,— 9'/» Uhr im Vereinslokal. Die nationale kaufmännische Kranken- und Sterbe» lasse(E. H. K. 71), Verwaltung Berlin, hält am Dienstag, den 13. d. M-, in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 71/72, ihre Generalversammlung ab. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Drechsler und verwandten Berufsgev offen mit der Tagesordnung: „Streikangelegenheiten" findet heute Vormittags 10'/, Uhr bei Gratweil in der Kommandantenstraße statt. Fachverein sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten Gewerksgenossen. Versammlung am Montag, den 12. Oktober, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Komman« dantenstr. 20. Billets zu dem am 14. November im Louisenstädtischen Theater stattfindenden geselligen Vergnügen find in der Versammlung zu haben. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Oeffentliche Versammlung«der Metallschletfer Dienstag, den 13. Ottober, Abends 8 Uhr. Alte Jakodstr. 37. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele der Fachkommisfion: Refe» rem Herr Milan. 2. Verschiedenes. Eämmtliche Metall- schleifer, Meister und Gesellen find hierzu eingeladen. Grosse öffentliche Kommunalwähler-Versammlung, Sonntag, den 11 Ottober, Vormittags 10 Uhr, im Eiskeller, Lhausseestraße 88. T. O.: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Referent: Stadtverordneter Paul Singer. 2. Diskusfion. 3. Aufstellung eines Kandidaten für den 38. Kommunal■ Wahlbezirk. Der bisherige Vertreter obigen Bezirks ist zu dieser Vensammlung brieflich eingeladen. Grosse Kommunalwähler-Versammlung. Sonntag, den 11. Ottober, Vormittags 10 Uhr, Mohrmann's Salon, Gr. Frankfurterstraße 117. T.-O.: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Referent: Herr Stadtverordneter Görcki. 2. Aufstellung der Kandidaten im 25. und 26. Kommunal« Wahlbezirk. Sämmtliche Wähler der betteffenden Bezirke find hierzu freundlichst eingeladen. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer. Sonntag, den 11. Ottober, Vormittags 10 Uhr, in Keller'S Lokal, Andreasstr. 21, Mitglieder Versammlung. T.-O.: Vor« trag des Herrn Prediger emer. Kendziora über:„Die Ent- Wickelung der Völterstämme. Neue Mitglieder werden aufge- nommen. Zentral-Kranken- und Eterbekasse der Maler und verwandten Berufsgenossen.(E. H. Nr. 71.) Dienstag, den 13. Oktober, Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83, Mitgliederversammlung. Verein der Parquet-Bodenleger, Montag, den 12. Ottober, Abends 8'/, Uhr, im Lokal des Herrn Pieper, Mauerstraße 86, Mitglieder- Versammlung. Gäste haben Sutiitt. Fachverein der Drechsler, Knopfarbeiter und verw. Berufsgenossen. Dienstag, den 13. Oktober, Abends 8'/, Uhr, in Kellers Lokal, Andreasstraße 21, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. L ü t g e n a u. Vereins- angelegenheiten. Ktftenmacher, Koffermacher und Holzarbeiter. Montag, den 12. Oktober, öffentliche General-Versammlung Abends 8'/, Uhr in den Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: Wie stellen sich die Kisten- und Koffermacher. sowie die Holzarbeiter in der Kistenfabrikation zum Streik in dn Kistenfabrik von B. Fuhg, Lindenstr. 35. Referent Herr Tischlermeister Mitan. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Zadel. Ver- schievenes. Verein der Modelltischler Montag Ackerstt. 63, General- Versammlung. 30. Kleine Alexanderstr. 30. Empfehlt all/ Sorten" Bier? wie Erlanger. Kitzinger. Kulmbacher, Grätzer, Luckenwalder, WerderscheS, Lübbener. Patzenhofer, Weiß-Rier und verschiedene hiefige Bim zu den billigsten Preisen. Flaschen ohne Pfand. Von Mk. 1,50 an frei tnS Haus.__________ Lfl:' ßigarre« eigener Iabrik! iffiS mm Mäntel, hochelegant, für 10 M.. Werth Waaren Haus, 68 Lindenstrasse 68, Soni& bis Kleine Mittheilungen. Oktober. Der von hier ausgewiesene ruf- fische Unterthan, Schuhmacher Lawkowitz, begab fich am 4. d. Mts. an die nächste russische Grenzstation Wilhelmsbrück, um in Gemeinschaft mit seiner Frau und seinen beiden Kin- dem nach seinem Geburtsort Luttetow zu überfiedeln. An der Grenze angelangt, wurde zwar dem tc. Lawkowitz der Uebertntt gestattet, Frau und Kinder aber wurden zurückge- wiesen, weil fie in Deutschland geborm find. Der an- wesende Disttitts Kommiffattus aus Wilhelmsbrück bemühte sich, der ganzen Famlie den Uebertritt zu ermöglichen, doch ohne Erfolg. Die Frau kam mit den Kindem nach Schildberg zurück. woselbst fie fich in der hilflosesten Lage befindet. Kriefkasten der Redaktion. m Ä P'«l wüss-n das Kind entweder zu gerichtlichem Protokoll oder vor dem Standesbeamten als von Ihnen er- zeugt anerkennen. Der runde Tisch bei Fritz Gaz. Die beiden Herren wohnen in Hamburg. In Amerika waren dieselben nicht. I. M., Oberingelheim. DaS Betreffende ist nach Wunsch abgesandt worden. Wir machen uns ein besondere» Vergnügen daraus, Ihnen die Nummem gratis zur Ver- fügung zu stellen. Avalbertstr. 89 Iii bei Nöske.[2420 Eine leere Stube zu verm. Fmchtstr. 61, Hof, Schocker.[2415 1 möbl. Stube zu verm. Arbeitsmarkt. Korbmacher gesucht. schajkgung, der freier Reise.[2395 P. Hatiold, Korbwaaren-Geschäft. _ Schaffhausen, Schweiz._ Ein»uverläsfiger junger Kaufmann wünscht ll. Geschäfts- leuten die Bücher und sonstige schriftliche Arbeiten gegen mäßiges Honorar zu besorgen. Gest. Adr. unter M. S 169 Postamt 49, Behrenstraße, erbeten. 2422 Das Aufsehm erregende Werk: � Die Kunst der Bede| von Dr. Ah. Talmberg. 30» in wenigen Wochen ausverkauft war, ist nun in- .weiter erweiteiter Auflage wieder zu haben in allen """[2308 Gr. KWMWlWhltt-VttsMIIllW am Sonntaft, den 11. Oktober, Vormittaas 10 Uhr. i» Mshrmn'ß Saloi. Große Frllukfsrterstrllße 117. 1. Die bevorstehenden Stadtver 01 dnctew Wahlen. Referent: Herr Stadtverordneter G ö r ck i. 2. Aufstellung der Kandidaten im 25. und 26. Kommunalwahlbezirk. Sämmtliche Wähler der betreffenden Bezirke werden hierzu freundlichst eingeladen. 2404] Das Wahl>Komitee. Kmmmlmhltr- Ntrsmmlilxg Montag, den 12. Oktober, Abends 3'/, Uhr, im Louiscnstädtiscken Konzerthause, Alte Jakobstr. 87. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Stadtverordneten Fritz Görcki über Kommunales. 2. Aufstellung der Kandidaten der Kommunal- Wahlbezirke 19 und 21.[2423 DaS W a h l k o m i t e e. Kommunalwiihler- Versammlung Montag, den 12. Oktober, Abends präzise 8'/' Uhr, in der„Urania", Wrangelftr. 9 u. 10. Tages-Ordnung: Aufstellung der Kandidaten für den 12. und 14. Kommunalwahlbezirk.[2421 Das Wahl-Komitee. AMter-KtMsv. i. WkjikvKerlms. Montag, den 12. Oktober, Abends 8V» Uhr, in Gründer» Salon, Schwerinstr. 26, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Mich eisen. 2. Fragekasten und Verschiedenes.— Um recht rege Betheilgung ersucht[2424] Der Vorstand. ver Fach-Verein der Marmor- und (Granit» Ätbeifer hält am Montag, den 12. Oktober, Abends 8V» Uhr, seine Mitglieder-Versammlung bei D e i g m ü l l e r, Alte Jakobstr. 48, ab und bittet alle Kollegen und Mi'glieder um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Vierteljahrs- Bericht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Fachverem der Stellmacher. Mitglieder-Versammlung Montag, de« 12. Oktober, Abends 8 Uhr, rm Vereinslokal, Jnselstraße 10. TageSordnu nj� 2414] 1. Vortrag des Herrn Dr. 2. Verschiedenes 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Die General-Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute (Lokalverband Berlin) findet am Mittwoch, den 14. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale Reue Friedrichstraße 44 statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vaake. 2. Ab- rechnung pro 2. Quartal. 3. Verschiedenes. NB. Die Versammlungen finden regelmäßig jeden letzten Mittwoch vor dem 1. und 15. eines jeden Monats in oben be- nanntem Lokale statt. Der Lokal-Vorstand. 2412] Julius Darge, Köslinerstraße 19. Central-Kranken- u. Begräbnißkasse für Frauen und Mädchen Deutschlands (E. H. Nr. 26, Offenbach a. M.). Hanpt'iversammlnng am Sonntag, de« 11. Oktober, Nachmittag» s Uhr, Kommandantenstraße 72(vuldermann). Tages-Ordnung: Wrechnung des 3. Quartals. Wahl einer Beisitzerin. Verschiedenes. MUgliedsbuch legttimirt zum Eintritt. 2387] Der Vor st and. B. Wahlkreis. Bezirksverein de» werrthättgen Volke» im 29., 30. und 81. Kommunal-Wahlbezirk. Dimstag, den 13 Oktober, Abends 8 Uhr, im Restaurant A h r e n d t, Neue Friedrichstraße 44. 1. Vortrag des Schriftstellers Vaake über„Der Bauernkrieg". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten.[2409 Sämmtliche Klavierarbeiter, Tischler und Berufsgenossen werden gebeten, den Zuzug von der Piauo-Fabrik von Llwss- mann u. Co., Köpuickerftr. 175, wegen Lohnabzüge von 5 und?|2 pCt. fernzuhalten.[2418 vie streikeudeu Arbeiter genannter Fabrik. Koli Tabak. Größte Auswahl sämmtlicher in- und ausländischer Sotten. sowie guten 12423 W Sumatra-Schnitt zu billigsten Preisen Lrinnenkraße>41142, Heinrich Franck. Der geehrten Nachbarschaft, namentlich den Frauen der Mitglieder des„ArdetterbezirksvereinS für dm Osten" empfiehlt � Frau Schulze, Stadthebeamme, 2227] Weberstraße Nr. 9. Amnlmf in KlridrMkn zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kerliner Warb m Hauskleidern Meter 30, 40—30 Pf. 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B r e m e r).. BERLIN N., Weinberflsweg 16 b- � Lager aller Sotten Rauch-, Kau und SchnW*'|3? Cigaretten unv Präsent-Eigarre«. II Verantwortluher Redatteur R. Cronhetm in Berlin. Druck und Verlag von Ma; Badtng in Berlin SW., Beuthstraße 2.