Ur. 241. Dotmerstag» den 15 Oktober 1885. n._|a])yg MnVMlM Organ für dir Interessen der Arbeiter. 4 Jnsertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Qh* Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«» Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Re�rtKttlm: Keuthstraße 2.— GrpedMo«: Zimmerstraße 44. s- F. ZmtlMrbnt wA ArbeiKlihil. Durch die Blätter geht eine Notiz, nach welcher ein rheinischer Industrieller, ein Mitglied der rheinisch- west- fälschen Hütten- und WalzwerkS-Genossenschaft, ausgerechnet haben will, welchen Schaden die Arbeiterbevölkerung durch „eine gänzliche Einstellung der Arbeit an Sonntagen" davon tragen würde. Das W i e dieser Berechnung erfahren wir leider nicht; wir erfahren nur die Resultate derselben.„Bis- « i0 Wi es in der Notiz,„wurden an Sonntagen Ausbesserungen an Puddel-, Schweiß- oder Wärmeöfen, Revisionen, bezw. Reparaturen an sämmtlichen Maschinen, Dampfhämmern und Walzenstraße», das Reinigen der Dampfkesiel, das Aufräumen in der Hütte sowie auf dem Platze und das Entladen der am Sonntag, bezw. Feiertag zugestellten Eisenbahnwaggons ausgeführt. Wird die Aus- führung solcher Arbeiten an Sonn- und Feiertage» unter- sagt, so muß nothwendiaerweise eine weitere Kürzung der wirklichen Betriebitage erfolge«, so daß im ganzen nur 216 wirkliche Betriebitage verbleiben würden. Für die Arbeiter würde das nach der eingehenden Berechnung des rheinischen tachmanne», der seiner Aufstellung die Verhältnisie eines esielplattenwalzwerkeS mit einer Arbeiter, ahl von 375 Mann zu Grunde legt, einen Ausfall an Arbeitslohn von 190 Mark pro Mann und Jahr ausmachen. Auf Grund dieser Zahlen ergiebt sich für die der rheinisch-westfälischen Hütten- und WalzwerkSgenosienschaft angehörenden 80 000 Arbeiter ein jährlicher Verlust an Arbeitslohn von rund 15 Mill. Mark.- Das wirft ja ein merkwürdiges Licht, auf die Unter- «ehmer in der rheinischen Hütten- und Walzwerkgenosien- schaft. Wenn die SonntagSarbeit verboten würde, "o könnten sich diese Herren demnach eine uSgabe von fünfzehn Millionen Mark ersparen. Diese fünfzehn Millionen würden zwar nicht gerade Unter- nehmergewinn oder Dividende werden, allein ein Ausfall von 15 Millionen im AuSgabebudget müßte jedem Unter- nehmer doch etwas sehr Angenehmes sein. Und diese Unter- «ehmer der rheinisch-westfälischen Hütten- und Walzwerks- genosienschaft wollen die Abschaffung der SonntagSarbeit nicht haben, nur damit die fünfzehn Millionen den Arbeitern nicht entgehen? DaS sind doch die großmüthigsten und edelsinnigste» Leute auf dem Erdenrund! Doch Spaß bei Seite— wir wollen die Sache ernst- Haft betrachten. Und da müssen wir aus den prinzipiellen Gehalt der Forderung der Sonntagsruhe zurückgehen. Wir haben immer betont, daß die Forderung der Sonntagsruhe nur eine untergeordnete Angelegenheit und | überhaupt nicht durchgreifend zu erledigen ist, so lange nicht eine c**"«~r60�- JeuMeton. • 1 3] Die Hand der Uemests. Roma« von Ewald August König. (Fortsetzung.) Daß er sich außerdem eine willkommene Gelegenheit verschaffte, seiner schönen Koufine näher zu treten, war eine persönliche Angelegenheit, die Niemanden etwas anging, .... kgr auch kein Vorwurf ihm gemacht werden wie nahe er schon der Lösung allgemeine Fabrikgesetzgebung die Abkürzung der Arbeitszeit für den einzelnen Arbeiter auch allgemein durchführt. Daher kommt es, daß auch Ausnahmen gemacht werde« ' üssen, wie dies von allen Parteien zugegeben wird. Es .t offenbar, daß man die großen Schmelz- und Hochöfen über die Sonn- und Feiertage nicht ausblasen kann, es mag sein, daß man auch zuweilen oder regelmäßig Reparaturen und Reinigungen an den Maschinen vornehmen muß, die nicht aufzuschieben sind. Was wir aber bestreiten, ist die Behauptung, daß diese Art und Weise der Einrichtung ein Hindcrniß wäre, dem Arbeiter einen vollen Ruhetag innerhalb sieben Tagen zu gewähren. Wir wollen nur auf den Eisenbahn- und Postbetrieb hinweisen; dort darf auch keine Unterbrechung des Betriebs eintreten und doch ist eS leicht möglich, wenn man nur will, den Post- und Eisen- bahnbediensteten einen Ruhetag in der Woche zu ge- währen, was unseres Wissens freilich nicht so geschieht, wie es geschehen sollte. Hier tritt eben der Unterschied zwischen Sonntagsruhe und Sonntags- Heiligung scharf hervor. Es kann nicht durchaus darauf ankommen, ob der Ruhetag, den der Arbeiter hat, gerade immer der Sonntag ist. Wenn man starr am Sonntag festhält, so bleibt die Industrie in Verbindung mit dem Verkehr in vielen Fällen die siegende Macht. Auch die frommen Engländer, die sonst, wo es anging, die Sonn- tagi Heiligung gewiß strikte durchgeführt haben, und am Sonntag kaum ungestört einen Schoppen trinken könne», sind nicht im Stande, eine Einstellung ihres Eisenbahnver- kehrs am Sonntag zu bewirken. Vielleicht wünscht auch Niemand eine solche. Was hätte also einzutreten in solchen Fällen, wo, wie bei der rheinisch- westfälischen Hütten- und WalzwerkS-Ge- nossenschaft, eine gewisse Summe von Arbeit am Sonntag unerläßlich ist, vorausgesetzt, daß die in der Eingangs dieses Artikels angeführten Zeitungsnotiz enthaltenen Angaben durchweg richtig sind? Nun, da hätte eben das sogenannte A b l ö s u n g S- s y st e m einzutteten. Die Arbeiter, welche die unerläßlichen Arbeiten am Sonntag zu verrichten hätten, mühten dann einen vollen Ruhetag in der Woche haben. Und da Vielen der Ruhetag in der Woche nicht so ange- nehm ist, als am Sonntag der Vergnügungen und des Ver- kehrs mit Anderen wegen, so müßte das Ablösungssystem so eingerichtet werden, daß für den einzelnen Arbeiter der Ruhetag einmal auf den Sonntag, ein andermal auf de» Wochentag fiele. Aber dann entgeht den Arbeitern immer noch ein Theil der fünfzehn Millionen, wird man sagen. Nu», wir haben schon darauf hingewiesen, daß die Ab- schaffung der SonntagSarbeit in Verbindung stehen muß mit und aus konnte. Siegfried ahnte nicht, jener Fragen war. Er speiste mit seinem Vater gemeinschaftlich an der Tafel eine» Gasthofes. Der alte Herr hatte sich nach dem Tode seiner Gatttn nicht entschließen können, eine HauS- hälteri» zu enqagiren, und wenn auch mitunter die Gasthof- küche seinem Geschmack nicht zusagte, so fand er doch stets an der Tafel eine heitere Gesellschaft, von der er sich gerne über alles Interessante, was er zu wissen wünschte, unter- richten ließ. Siegstied hatte sich t» diese Gewohnheit seines Vaters hineingefunden, Vater und Sohn tranken nach der Tafel eine Tasse Kaffee und plauderten dabei über persönliche Angelegenheiten, und der Assessor wollte auch heute das Plauderstündchen benutze», um dem alten Herrn feine Be- ssegnung mit Rabe und die aus derselbe» entsprungenen «olgen mitzutheilen. Aber eS follte nicht dazu kommen. Die Tafel war noch nicht aufgehoben, als ei» Kellner bem Assessor meldete, daß der Staatsanwalt in einer dringenden Angelegenheit mtt ihm zu reden wünsche. Diesem Verlangen mußte Siegfried ungesäumt Folge geben, und der Kellner führte ihn in ein Zimmer, in wel- chem der Staatsanwalt ihn erwartete. «Ich bedaure recht sehr, daß ich Sie in einer so an- genehmen Beschäftigung stören muß," sagte der Staats- anmalt, einen scherzende» Ton anschlagend,„aber beim besten Willen ließ sich da« nicht vermeiden." „Wenn die Pflicht ruft, muß jede Rücksicht schweigen," erwiderte Siegfried.„Der Kellner meldete mrr, e« sei eine dringende Angelegenheit—" „Eine sehr dringende sogar," fiel der Staatsanwalt ihm ins Wort.„Ich habe zwar meine ersten Maßregeln schon getroffen, aber bevor wir einschreiten, muß ich Sie über den Fall unterrichten, da Ihnen derselbe wohl unbe- kannt sein wird. Es betrifft einen Mord, der vor neunzehn Jahren begangen worden ist." „Die Ermordung des Doktor Wieland?" fragte Sieg- ftied hastig. „Jawohl. Wie kommen Sie darauf?" «Ich lernte heute Morgen zufällig den Bruder meiner Tante, der Generali» Stuckmann, kennen, mit ihm und dem Justizrath Walter sprach ich über jenes Verbrechen." „Die Einzelheiten sind Ihnen also bekannt?" „Nein, aber ich hatte mir vorgenommen, heute noch die Untersuchungsakten zu studiren, und die Untersuchung, wenn auch vorläufig nur im Geheimen, wieder zu eröffnen." „Das ist ein merkwürdiges Zusammen treffen," sagte der Staatsanwalt kopfschüttelnd, während er mit dem seidenen Taschentuch die Gläser seiner Brille abrieb,„Sie beschließen, die Untersuchung wieder aufzunehmen, die seit neunzehn Jahren geschlossen ist, und an demselben Tage wird der Mörder entdeckt." „Er ist bereits entdeckt?" fragte Siegfried überrascht. „Wenigstens glaube und hoffe ich e». Aber wenn Sie die Einzelheiten nicht kennen, so muß ich Sie in aller Kürze damit bekannt machen. Der Doktor Wieland war ein ge suchtet Arzt, gesucht, beliebt und geachtet wegen seiner stren gen Rechtlichkeit, feiner gediegenen Kenntnisse und selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, wegen seiner Grobheit, mit der fast jede« Rezept gewürzt wurde, und die stets de» Nagel auf den Kopf traf. Arm oder reich, hoch oder»ied- na, jeder Patient war in seinen Augen eben nichts weiter als ein Patient, der sich seinen Anordnungen ohne Wider- rede füge» mußte, und die Nerve» der gnädigen Gräfin galten ihm keinen Pfifferling mehr, als die Nerven einer einer umfassenden Fabrikgesetzgebung, wenn sie zur richtigen Geltung kommen soll. Die Emführung eines 8-, 9 oder auch nur 10 stündigen Normalarbeitstages, Abschaffung der Kinder-, Einfchränkung der Frauenarbeit in Verbindung mit Abschaffung der SonntagSarbeit, würde der letzteren Maß- regel ein ganz anderes Gepräge geben. Bald würde sich eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit feststellen. Wenn der Arbeiter nun einmal genöthigt wäre, am Sonntage unerläßliche Arbeit zu verrichten, so würde diese Arbeit da- durch höher angeschlagen, daß für den Ruhetag in der Woche kein Abzug am Lohn zu machen wäre. Denn in den Fällen, wo Sonntagsarbeit einmal nothwendig ist, schadet es nichts, wenn sie, wie in diesem Falle, höher bezahlt wird. Da werden nun die Unternehmer rufen und in der ganzen rheinisch- westfälischen Hütten- und Walzwerks- Ge- nossenschaft wird eS widerhallen:„Aber dann haben wir ja noch mehr zu zahlen als bisher!" Aha! DaS ist es auch, was wir wollten. Die Ab- schaffung der SonntagSarbeit läßt sich ganz gut so einrichten, daß der Verdienst der Arbeiter dadurch nicht geschmälert wird; höchstens die Dividende könnte einigermaßen darunter leiden. I» Hunderten von Berufe» wird die SonntagSarbeit theurer bezahlt als die Wochenarbeit, warum sollten die Arbeiter nicht dasselbe verlangen können für die im Ganzen nicht allzu zahlreichen Fälle, in denen sich die Sonn- tagSarbeit nicht aufschieben läßt? Politische Ueberstcht. „Man darf das Sozialistengesetz nicht versumpfen lassen", meinte der bekannte nationalliberale Dr. Gneist, in «KWWWMW soschen Gesetze liege, bei'weitem das überwiege, was etwa der bisherigen Agitation im Einzelnen durch die sozialistische Dema- gogie entzogen werden könne.— Man kann also einigermaßm darauf gespannt sein, wie sich die Herren bei der in der nach- sten Session des Reichstags zur Sprache kommenden Verlange- rung dieses Gesetze» verhalten werden. Daß dasSozralisten- dern können, ebensowenig kann es die Ausschreitungen einzelner exaltirter Menschen verhüten. Mithin ist es überflüsfig und seine Beseitigung müßte von allen denen verlangt werden, die Tagelöhnerin. Er war Hausarzt Ihres Onkels, des Generals v. Stuckmann, und als die Frau Generalin ihrer Nieder- kunst nahe war, wurde der Doktor Wieland zugezogen. Die Ereignisse jener Nacht werden Ihnen bekannt fein. Es war eine schwere Niederkunft, der Doktor hatte eben das Kind in die Arme der Wärterin gelegt, als er in die Gemächer des Generals beschieden wurde. Der General hatte schon seit mehreren Tagen sich leidend gefühlt, die furchtbare Auf- reaung, hervorgerufen durch die begründete Besorgniß. die geliebte Gattin verliere« zu können, wird ihm den Rest ge» geben und die Blutergießung ins Gehirn bewirkt haben. Der Doktor fand eine Leiche, ein Gehirnschlag hatte den General aetödtet." „Uno, verzeihen Sie die Unterbrechung, machte sich gar kein Verdacht geltend, daß der General möglicherweise eines unnatürlilhen Todes gestorben sein könne?" Der Staatsanwalt blickte den jungen Mann be» ftemdet an. „Nein," erwiderte er,„worauf auch hätte dieser Ver« dacht sich stützen sollen? Jeder Verdacht muß vor allen Dingen eine glaubwürdige Grundlage haben, die hier voll- ständig fehlte. Wem hätte der Tod des General« Vortheil bringen können? Starb das Kind auch, dessen Leben doch an ernem sehr dünnen Faden hing, dann war Ihr Herr Vater der Universalerbe. Der General war ein alter Herr, und sein plötzlicher Tod konnte Niemand beftemden und noch weniger Argwohn erwecken. Der Doktor kehrte, nach- dem er das Ableben des Generals konstatirt hatte, in da« Zimmer der Wöchnerin zurück, traf hier alle nöthigen An- ordnungen und bestieg darauf sein Pferd, um nach Hause zu reiten. Der Morgen graute schon, als er den Heimweg antrat, einige Stnnden später fand man die Leiche des Arztes in einem kleinen Gehölz, durch welches der Weg vom Schlosse zur Stadt führt. Dieser Weg besteht heute noch, er kann nur von Fußgängern und Reiter« benutzt werden, während man zu Wagen die Landstraße benutzen muß. Der Doktor hat jenen näheren Weg gewählt, und der Mörder muß das voraus gewußt haben, denn e« läßt sich schwer annehmen, daß die Begegnung eine zufällige gewesen fein soll. Ein Schuß hatte den Arzt niedergestreckt, die Kugel noch einen Funken Freiheitsgefühl in der Brust tragen. Aber nicht halb darf dieses geschehen, die Versammlungsfreiheit ist ebenso wichtig wie die Preßfreiheit, die eine darf so wenig ge- fesselt sein wie die andere. Wie die Nationalliberalen fich zur Aufbebung des Ausnahmegesetzes stellen werden, ist indes;, trotz der Reden der Herren Bennigsen und Gncist, vorauszusehen-, wer von diesen„Mannesseelen" eine männliche That erwartet, der giebt sich einer groben Täuschung hin. Ueber den Charakter der Berliner liberale« Presse äußert steh der ultramontane„Westphäl. Wcrkur" folgender- �„Daß die Berliner liberale Presse die bei weitem gemeinste in ganz Deutschland ist, ficht man jetzt deutlich anläßlich des P r o z e s s e s G r a e f. Die liberalen Provinz- blätter, wie der„Hann. Kur", die„Rhein.> Wests. Ztg."%., betragen fich ganz anständig, aber die Berliner Blätter— auch die angesehensten— schreiben, als ob fie alle von Louis redigirt würden.".. Der„Westph. Merkur,, würde gut thun, seinen knirschen Maßstab auch an die Berliner konservativen Blätter und an die seiner eigenen Partei zu legen. Im Uebrigen hat er nicht so ganz Unrecht, wenn er dem„Louisthum" einen großen Einfluß auf die Presse zuschreibt. Nur ist zu bemerken, daß es das höhere Louisthum ist, welches im Bunde mrt der höheren Demimonde jetzt seine Orgien feiert. Deutsche Akademische Vereinigung. Am 18. Oktober soll auf der Wartburg auf Einladung ves Professors Härtel zu Jena und Dr. Küsters zu Berlin eine Versammlung zur Grün- dung der„Deuischen Akademischen Vereinigung" stattfinden. Thcrlnchmer können werden akademisch gebildete Männer; politische Grenzen werden nicht gezogen. Es soll ein Bund der „Ritter vom Geiste" sein. Der Statutenentwurf giebt als Zweck des Vereins folgendes an:„1. das deutsch-nationale Bewußt- kein zu heben und das Deutschthum, wo es fich findet, zu kräftigen und zu unterstützen; 2. anzukämpfen gegen eine zer- setzende, selbstsüchtig malerialistische, servile, streberhafte und verweichlichende Zeitricbtung und einzutreten für die Heranbil- dung von körperlich kräftigen, von fittlichen, von selbstständigen, charakterfesten Männern; 3. diese ihre Anschauungen und Ziele besonders in der akademischen Jugend zu verbreiten; 4. alle in der akademischen Jugend auftretenden Bestrebungen mit Rath und That zu unterstützen, welche auf Erziehung zu thatlräftigen und charakterfesten, zu fittlich, Wissenschaft- lich und staatsbürgerlich reifen Männern hinzielen und gegen krankhafte Auswüchse ankämpfen, welche einer derartigen Er- ziehung im Wege stehen(übermäßiges Kneipsystem, Zweikämpfe, Entstttlichung, luxuriöse Rerommisserci, Verschwendung u. s. w.) — Man ficht, die Herren meinen es gut, wenn fie die Sache nur gut durchführen. Nur Punkt 1 halten wir für übei flüssig, da das deutsch-nationale Bewußtsein fich jetzt schon auf sehr großer Höbe, manchmal gar auf schwindliger Höbe umhertummelt. Besser wäre es, wenn die neue Vereinigung das deutsch-natio- nale Bewußtsein in verständige Bahnen lenken würde! Daß die Heranbildung charakterfester Männer Noch Ihut, wer möchte das in der heutigen Zeit bezweifeln. Deshalb ist es gut, daß dieses Bestreden zweimal in dem Programm ausdrücklich de- Hebung des Bauernstandes ist jetzt die Parole des Herrn Rickert und Genossen geworden. Behufs Schaffung kleiner Besitzungen sollen größere Rittergüter parzellirt werden. Das Ganze dürfte fich schließlich als ein Wahlmanöver ent- puppen, denn daß die Agrarftage durch Theilung des Landbe- sitzes aus der Welt geschafft werden kann, glaubt doch der Herr Rickert selbst nicht. Neugierig kann man übrigens sein, wieviel Rittergüter den.Herren zur Verfügung stehen. Dem Bundesrath ist eine KriegS-Transport-Ordnung zugegangen. Die Verhandlungen zwischen den bei der Aus- ardeitung der betreffenden Vorlage betheiligten Refforts haben geraume Zeit in Anspruch genommen und find insoweit beendet, daß das Reglement über die Benutzung der Ersen- bahnen zu Militärtransporten im Kriegsfall, sowre dre Moda- litäten der Anrechnung zwischen der Militärbehörde und den Eisenbahnen festgestellt werden konnte. Das Reglement tst, wie dies ja in der Natnr der Sache liegt, sehr umfangreich, und dürfte seine Berathung im Bundesrathe wohl längere Zcrt in Anspruch nehmen. Die Frage der Feststellung der Tarise für solche Militärtransporte est noch nicht erl-digt und wird jedenfalls den Gegenstand einer besonderen Vorlage bilden. Aus den westafrikanischen Kolonien veröffentlicht ein Korrespondent in der„Kölnischen Zeitung", der die Tropen- ländcr aus eigener Erfahrung kennen gelernt hat. verschiedene interessante Angaben. Danach ist, so bewerft die„Freis. Ztg.", das afrikanische Fieder„von unserem Malaria» oder Wechsel- fieber ziemlich verschieden und namentlich unendlich viel dos- haster und heimtückischer." Westafrika lehrte den Konespon» denten„zum ersten Male die entsetzlich demoralifirende und entmuthigende Wirkung wiederholter Fieberfälle kennen." Bei- nahe jeder Weiße, der fich für längere Zeit an der westafrika- nischen Küste aufhält, wird in größerem oder geringerem Maße blutarm. Beinahe jeder weiße Westafrikancr leidet an Ge- schwüren, welche durch übermäßige Hautthätigkeit, etwaige und war hinter dem Ohre in den Kopf gedrungen und hatte den Unglücklichen augenblicklich getödtet. Das Pferd wurde erst am Nachmittag unverletzt eingefangen. Wir haben damals sofort Alles aufgeboten, den Mörder zu entdecken, aber es fand sich keine Spur, die man hätte verfolgen können. Ein Raubmord lag nicht vor, Uhr und Börse waren bei der Leiche gefunden worden. Ein Mord aus persönlicher Rache konnte auch nicht wohl angenommen werden, denn der Doktor besaß keine Feinde, wenigstens nicht solche, denen man eine solche That hätte zutrauen dürfen. Wie gesagt, die erste Untersuchung ergab gar keine Anhaltspunkte, erst nach mehren Wochen sollte eine Spur gefunden werden, die aber nur leider nicht mehr verfolgt werden konnte. In der Nähe des Schlosses wohnte damals ein Tagelöhuer, ein armer Teufel, der von dem Ver- walter des Gutes beschäftigt wurde. Der Mann hieß Ferdinand Halm, er hatte die kleine Hütte von dem Vater seiner Frau geerbt, und Zedermann, der ihn kannte, gab ihm das Zeug- niß eines soliden und braven Mannes. Die Frau Halm war vielleicht einen oder zwei Tage vor der Generali» in die Wochen gekommen, und in derselben Nacht, in welcher der General verschied, starb auch ihr Kind. Nachdem das Kind beerdigt war, verließ Halm mit seiner Frau die Hütte und man erfuhr einige Tage später, daß die beiden auSge- wandert waren. Wochen verstrichen, die Untersuchung hatte noch immer kein Resultat ergeben, da wurde eine« Tage» in der verlassenen Hütte Halm'S und zwar unter den Dielen des Fußbodens, eine Büchse gefunden. Dieser unerwartete Fund schien einen sicheren Anhaltspunkt bieten zu wollen. Die Kugel, die den Doktor getödtet hatte, paßte ganz genau in den Lauf der Büchse, überdies wurde durch Sachverständige festgestellt, daß die Waffe erst vor Kurzem zum letzten Male abgefeuert worden war. Zetzt auch stigte ein Diener des verstorbenen Generals aus, Salm habe Drohungen gegen den Arzt ausgestoßen. Doktor Wicland sollte sich geweigert haben, das erkrankte Kind zu behandeln, und in seiner be liebten Weise die Bitten des Tagelöhners mit einer Grob- heil beantwortet haben. Ich bestreite die Möglichkett dieser Behauptung nicht, und man weiß ja aus Erfahrung, daß «i« glühender Haß leicht zum Verbrechen verleiten kann, in diesem Klima sehr schwer heilende Verletzungen der Haut und schlechte Beschaffenheit des Blutes entstehen. Die Beine mancher an dieser Küste lebenden Europäer find von den dunklen Flecken, welche derartige Geschwüre auch nach der Heilung zurücklassen, so schwarz wie diejenigen der Neger. Leute, deren Blutarmuth und Blutverderbniß einen sehr hohen Grad erreicht hat, bekommen durch Hemmung des Blutumlaufs und durch Äusschwitzungen in die Gewebe geschwollene Beine, und wenn fie mit dem Finger auf das Fleisch drücken, ver- schwindet die Höhlung erst nach längerer Zeit. Es heißt, daß nach dem Auftreten solcher Symptome eine baldige Rückkehr nach Europa geboten sei Viele Europäer leiden an einer mit unserer Krätze verwandten Hautkrankheit, die„äußerst an- steckend" ist. Die Feuchtigkeit der Luft ist in Westafrika eine derartige, daß alles und jedes leichter dem Verderben aus- gesetzt ist als in unserem trockeneren Klima. Kleider und Stiefel verschimmeln. Handschuhe bekommen Flecken, Photo- araphien verblaffen, Zigarren verlieren ihr Aroma und manche Menschen, namentlich auch weidliche, vergilben mit erschreckender Geschwindigkeit. Die schlimmste Seite des westafrikanischen Klimas besteht darin, daß bei längcrem Aufenthalte Niemand, buchstäblich Niemand gänzlich vom Fieber verschont bleibt. Die Berathnngen der technischen Kommission für Seeschtfffahrt, welche jetzt hier stattfinden, wcrden, wie man der„Nat.-Ztg." berichtet, noch eine Zeit lang fcrtdaucrn. Be> kanntlich bildet die Ausdehnung des Unfalloerfichcrungsgesetzes auf die Handelsmarine den Hauptgegenstand der Eiörterung; man wird fich indessen auch wohl mit der Hochseefischerei und wahrscheinlich auch mit Abhilfe der Mißbräuche beschäftigen, welche der schwunghaft betriebene Handel von Spirituosen, Tabak jc. mit den Seefischern mit fich bringt. In Mannheim hat am Freitag die Wahlmännerwahl für die Landtagswahl stattgefunden, bei welcher der Sozial« dcmokrat Dreesbach kanvidirt. Gewählt wurden in 16 von 18 Wahlbezirken 62 nationalliberale, 48 sozialdemokratische und nur 16 demokratische Wahlmänner. In den beiden noch unentschiedenen Bezirken muß das Loos entscheiden. Allen- falls steigen die Nationallibcralen auf 77, allenfalls die De- mokraten auf 31. Bei der Wahl des Abgeordneten selbst haben also die Demokraten keinenfalls Ausficht einen eigenen Kandidaten durchzubringen; wenn fie nicht einen Nationallibe- ralen wollen, müssen fie für Drecsbach stimmen. Da nun der Fall, daß das Loos in beiden unentschiedenen Bezirken natio- nalliberal stimmt, nicht wahrscheinlich ist, würde dann— wenn Alle am Platze find— Dreesbach mit 72 gegen 69 oder mit 71 gegen 70 Stimmen in den Landtag gelangen, eventuell mit 79 gegen 62. Ueber neue Zollerhohungs-Abstchten wird der„Frkf. Ztg." geschrieben: Der Reichskanzler trifft Vorbereitungen, damit die verbündeten Regierungen noch weiter„auf dem Wege einer naturgemäßen Durchbildung und Verbesserung des Zoll- tarifs" fortschreiten können, als es durch die Tarifnooelle vom letzten Fiübjahr geschehen ist. In seiner Eigenschaft als Mi- nister für Handel und Gewerbe hat Fürst Bismarck die preußi- schen Bezirksregierungen beauftragt, von den Handelskammern Gutachten über die Zweckmäßigkeit und Höhe eines Ein- angszollcs auf hölzerne und eiserneFluß- , chiffe einzufordern. Die Gutachten sollen fich außerdem auf die Vortheile und Nachtheile der Zollbefreiung der Mate- rialien zum Bau, zur Reparatur und zur Ausrüstung von Flußschiffen erstrecken. Nach dem Zolltarifgesetze find gegen- wärtig sämmtliche Wasserfahrzeuge, Seeschiffe und Flußschiffe nebst den dazugehörigen Sckiffsutenfilien, Dampfmaschinen und Dampfkesseln, ferner die Materialien, welche zum Baue, zur Reparatur oder zur Ausrüstung von See schiffen verwendet weiden, vom Eingangszoll befreit, während die Matertalitn, welche zum Bau ic. von Fluß schiffen benutzt werden, Ein- gangszoll zahlen müssen. In den Kreisen der Schiffer und Schiffs�auer wird das neueste Projekt des Reichskanzlers selbst- verständlich lebhaft besprochen; es hat namentlich für die nord- ostdeutsche Binnen schifffahrt eine große Bedeutung. Aus Böh- men kommen foftwäbrend die sog. Zillen elbabwärts, Kähne von einer Tragfähigkeit zwischen 2000 und 3000 Zentnern, meist mit Braunkohlen, Obst u. Vgl. beladen. Von diesen Fahrzeugen geht ein großer Theil an der Elbe selbst oder in deren Nebenflüssen und den Kanälen, besonders hier in Berlin, in inländischen Besitz über und wird in der Binncnschifffahrt auf den norddeutschen Flüssen und Kanälen namentlich zur Versorgung der Stadt Berlin mit Holz, Kohlen, Ziegel- und Kallsteinen, Obst u. f. w. verwandt. Der Werth dieser Zillen beträgt 1500—2000 Mark: ein Zoll von zehn Prozent würde den mländischcn Käufer eines solchen Fahrzeuges also mit 150 bis 200 Mark belasten. Der ausländische Besitzer würde von einem Zoll nicht gettoffen werden; denn nach dem deutsch- österreichischen Handelsvertrag steht den österreichischen Schiffern die Benutzung der deutschen Wasserstraßen unter denselben Bedingungen frei, unter denen fie den deutschen Schiffsführern gestattet ist. Autz Thüringen, 10. Ottober, wird der„Nat.-Ztg." ge« schrieben: Die in den Berichten der Handelskammern vielfach taut gewordenen Klagen, daß die Produktion in einem das aber leider konnte die Sache jetzt nicht mehr verfolgt wer- den, da Halm inzwischen drüben eingetroffen war und die Auslieferung des Mannes nach den damals bestehenden Ver« trägen nicht verlangt werden konnte. So mußte» die Akten geschlossen werden und bis heute dachte Niemand daran, die Untersuchung wieder aufzunehmen, trotzdem in den gesell- schaftlichen Kreisen noch sehr oft die Rede aus jenes geheim- nißvolle Verbrechen gebracht wurde." „Und heute?" fragte Siegfried erwartungsvoll. «Heute erhalte ich die Mittheilung, daß jener Fer- dinand Halm gestern Abend von da drüben zurückge- kehrt ist." „Als Vagabund?" „Nicht doch, e« scheint, daß er in Amerika sich ei» Vermögen erworben hat, er logirt in einem Hotel zweiten Ranges." „Und was nun, Herr Staatsanwalt?" fragte der Assessor, den ernsten forschenden Blick auf das Antlitz des alten Herrn heftend.„Glauben Sie mit voller Sicherheit an die Schuld dieses Manne»? Würde er, wen» er schul- dig wäre, hierher zurückgekehrt sein." I} Der Staatsanwalt zuckte ungeduldig die Achseln, er schien diesen Einwurf nicht erwartet zu haben. „Scheinbar ist diese Frage berechtigt," sagte er,„aber auch nur scheinbar. Während Ihrer Thätigkeit als Unter- suchungsrichter haben Sie doch gewiß zahlreiche Beweise von der Frechheit und Verwegenheit der Verbrecher er« halten." „Gewiß, aber Sie geben selbst z«, daß dieser Mann kein Verbrecher jener Sorte ist. Er war ein fleißiger, braver Mann, der die That in der Aufwallung seiner Leidenschaft beding, bei ihm darf also schwerlich Frechheit und Verwegen- heit vorausgesetzt werden." Der Staatsanwalt schüttelte ärgerlich den Kopf. „Er kann besondere Gründe für seine Heimkehr gehabt haben," erwiderte er,„vielleicht bat er sich damit beruhigt, daß jenes Verbreche» jetzt vergessen sein wird, daß man damals die Büchse nicht gefunden und auf ihn keinen Ver- dacht geworfen hat." „Und was soll nun geschehen?" Bedürfniß des Konsums weit übersteigenden Maße wi wird durch den Jahresbericht der Konsular- Agentur der einigten Staaten in Gera bestätigt, namentlich für die? kation von Kammgarn- Wollstoffen, die für Gera und Gn so hoher Blüthe steht. Nach diesem Berichte ist diese? kation theilweise zu Arbeiter- Entlassungen, theilweise zur schränkung der Arbeitszeit genötbigt gewesen. Sie leidet mentlich unter dem Wechsel der Mode, die fich von einfarl Stoffen abgewendet hat, namentlich aber auch unter dem stand, daß durch das Sinken der Wollpreise eine große Unficho hett der Preise und Zurückhaltung der Abnehmer bedingt w# iartenspiel fftändlich fill, kann n und m merben. inen Todt fleisch, Bu chkeiten in «och anderi ferner durch die in�Fol�e der Erhöhung der Zölle eingetn Eine erlin, ein ivn Tag lammet ui erden. 3 ic Stätter lleiben m eitungen Verdrängung der Fabrilate von den Märkten Oesterrerchs Rußlands. Auch der Absatz nach England und den Verein Staaten hat erheblich nachgelassen. Aus dem genannten sular- Bezirk wurden nach den Vereinigten Staaten exp 1883,84 für 1 084 130 Doli.. 1884,85 nur für 859 50Ö! In Folge dessen und da auch der Export von Harmonika» fast die Hälfte zurückgegangen ist, stellt fich der letztjäl 'Export um 221 460 Doli, niedriger als im Vorjahr. Differenz: 1050 619 Doll. gegen 1272 079 Doll. würde n»ngenchtet. größer sein, wenn nickt in Porzellan die Ausfuhr von eto*1"' unser, über 18000 auf fast 33 000 Doll. gestiegen wäre. Auch lS>n wetth« Artikel Handschuhe und Blumen weisen eme Zunahme auf. Daß Pioduttion und Konsumtion nicht mit einander im v klang stehen, ist eine allgemein bekannte Thatsache. Richtig aber nicht, daß heute schon mehr produzüt wird, als wie> braucht werden kann. Da» Bedürfniß nach produzirten Gea»"' ständen ist noch sehr groß, aber die Kaufkraft der Volksma�. ist zu schwach, das ist des Pudels Kern. bäld dort Amerika. tüchtig Br'e Höchst sonderbare Zustände herrschen noch im Sto�Bsgen die ricdrichstr lickt man in Erdbeb aächlichkeit M. tojBK Delaware, wie aus folgender Korrespondenz der„Newyonfich geht. Staatszeiiung" aus Wilmington vom 26. d. M. beroolsinNl , iederreiße Es heißt dort: Die County"Court- Sitzung des Septevti<«fpn Hauß Termins ist vorüber; der Richter hat seine Strafen diktirt iwiedrichstr zieht fich wieder zurück auf seinen Landfitz, den der alte Mj�uzraeS Si nur dann verläßt, wenn der Gerichtstermin ihn nach Wilming-uazwischen ruft. Alt find die Richter alle; denn Delaware stellt sctund dre T Richter auf Lebenszeit an. Was Wunder also, wenn man«senden£ der Gerichtsbank meistens Männer mit grauem Haupte Ick hatte Gelegenheit, der September- Gerichtssitzung dw riefe wohnen; die Greise im Hintergrunde machten einen � günstigen Eindruck auf mich, der aber bedeutend abgeschNssJL �% wurve, als ich die Urtheilssprüche vernahm. So wurven t n..nH f„ einem Dieb, der einige Schlüssel gestohlen, Doll. 5.75 W geld, die Gerichtskosten, 3 Monate Gefängniß und 10 V» n. r* A zudiktirt. Ein Einbrecher wurde bestraft um 200 Dollars, f fl%* "_~„h« vier Dollars Ersatzgelder, die Gerichtskosten, eine Stunde Sehe pfähl und 20 Hiebe. Einen Anderen, der des NothzrX Versuchs schuldig befunden, verdonnerte der Richter zu Gerichttkosten, 200 Dollars Strafe, einem Jahr Gefäng einer Stunde Schandpfahl und 30 Hieben. Am Sa« wurde diese widerliche Exekution, der ich aus Neugierde wohnte, in New Castle vom Sheriff vollzogen. Auch eine Miene verzogen die Delinquenten, stoisch wie G> nahmen die Schwarzen in Empfang, was ihnen vom G zudiktirt war. Es find wiederholt Versuche gemacht ro diese mittelalterliche Strafe des Echandpfahls und des P instituts abzuschaffen, aber der alte, eingefleischte Del' glaubt fest an den großen Nutzen und Segen dieses Gf „Philadelphia ist nahe", sagt er,„alles Gesindel würde kommen, wenn es fich nicht vor unseren Hieben fi Leib." So halten wir uns das Gesindel vom dieser Glaube aber in's Blaue schießt, steht wenn man einmal die Delinquenten am Pfahl mush find lauter Schwarze und mit wenigen Ausnahmen reg, Kunden. Der Schandpfahl sammt seinem P rüge linst.. ebenso wenig Nutzen, wie der Eselskopf und der schwere in der Schule; es wird halt fortgesündigt. Allerdings es einige, welche die Knute des Sheriffs fürchten. Frank" der berüchtigte Bankräuber, sagte z. B. unlängst möchte am liebsten rn Delaware verurtheilt werden, wef, die verd— Hiebe nicht wären." Ein Zuchthaus hat nicht, eine KorrektionSanstalt fehlt dem Diamantstaat au®- der County Jail zu New Castle fitzen die Verbrechcl. kürzere, aber auch auf Lebenszeit. Der Aufenthall in Gefängniß ist nur insofern Strafe, als die Insassen ihr« heit deraubt find. Das Leben derselben ist ein äußerst fortables. So kenne ich z. B. einen Deutschen, der,' Daches, doi heben der c Werkzeug 4 schrer unzer an Tauen i Innere der ÄÖ Und wie w durch Barri Schmutz mi Gänge, die sehen, aus ist. Zum e strahl hineii Wie 2 dem Lasterg man fS noch underi man ihm turlelt zwar Gcstcht mit den unerwo vom„Krim Schritt— Scheiben st, wie verstein alles Elnfte hat fie nichl an ihre St, Nähe an. machst, so Augen das hinten die Mordes auf 5 Jahie verurtheilt, Alles hat, was sein Hejj. Ohr tönt 1 begehren kann. Jeden Morgen lieft er seine�Zeitungew A Umarmung ad hie u eit kam, wie mir der Eheriff selber mst und da wird ihm ein Faß Bier die letzte 'en, seine Zigarre und Vor längerer Zeit...... ein Brauer Wilmington'S, in dessen Dienst der Deutschst»v-- stand, am hellen Tage mit einem Bierwagen in den%* Jail gefahren und lud ein Faß Bier ab.„Das wuZ,' b-lven Seil aber doch selber zu schlimm", bemerkte der gemüthliche ff«>�"0 Ber ließ das Bier wieder aufladen und— am Abend in di«a'chen Name schaffen. Auch richtete der Sheriff Diesem Mann seine n Olfize, ein recht hübsches tapezirtes Zimmer, als Z<"V dieser Mai --- M Das mag; „Wir müssen ihn verhören."| mürbe der „Im Gasthofe?" j haben." „Zawohl." �„Und .-- der „Hm, Sie verlangen es, und ich muß der fragte nachkommen," sagte Siegsried, der eine ihm selbst»>>£ auf eit liche Abneigung gegen diese» Verlangen fühlte.„Zch �, Siegst eine ai nur, wir gehen zu rasch, zu energisch vor." �„ „Die Umstände rechtfertigen es. Wird der M dadurel warnt, so zögert er gewiß nicht mtt der Flucht, u"5 Ty�acht< haben noch einmal das Nachsehen.". f14}!?™1 „Sie sind also entschlossen, ihn zu verhasten, V>ch Zollen „Wenn der Verdacht, der auf ihm ruht, eine � x gung findet, gewiß" nickte der Staatsanwalt. „Sei e» denn! Sie werden mir erlaube», � uchung da meinen Sekretär-" J ,n«'"JP „Zchjabejür Alles gesorgt/' sagte der Staats � � rasch.„Der Aktuar befindet sich bereit» im Hotel.,_. beamte erwarten uns in der Nähe, und der Aktuafz sich«kläre Zhnen nicht nur die Untersuchungsakten, sondern Der C »1�4 444*4 V4V**«*�4 UUJUIlUXJUmH, IWI4VV--« /»fit f PL Büchse und die Kugel vorlege«; gilt es doch, de« Tasthofe st schuldigten im ersten Augenblick der UeberraschunflJL 9® Pnd rumpeln. Also kommen Sie, wir dürfen keine säumen." I■ Pmle nä Siegfried holte seinen Hut und verließ mit � i™. legen den Gasthof. Wen» dieser Ferdinand Hal?(d � der Thäter war, dann hatte der Assessor nicht die y 1 chtba, Berechtigung mehr, einen Verdacht gegen Rabe' � �er gffJi und das Endresultal dieser Untersuchung verlief �. 9, selbst im Sande. 9' g „Sie werden mir gestatten, daß ich mich 5 wir�werdev Verhör betheilige," nahm der Staatsanwalt d � 0tbnen� während sie durch die Straßen wanderten,„ich b'" halten'tboD Zuhält der Akten verttaut-.<�4 nicht Eine „Gewiß," fiel Siegfried ihm in'» Wort, A �en hat" Sie das ganze Verhör, ich verzichte gerne darauf. J 1•, „Sie scheinen eine Abneigung gegen diese« hegen—" f./ „Das nicht, ich werde, wie in jedem Falfo*! diesem, meine Pflicht streng und gewissenhaft � offenherzig gesagt, kann ich mich mit dem Gev „Eine „Den Eartenfpiel und andere kurzweilige Unierhaltungen stehen selbst- erständlich obenan auf dem Tagesprogramm. Wer arbeiten >ill, kann fich durch Schnitzeln oder Flechten die Zeit vertrei« m und nebenbei Geld für Zigarren, Schnaps und anderes merben. Verbrecher werden auch als Marktgänger benutzt; inen Todtschläger auf den New Castle Markt zu schicken, um ileisch, Butter und Eier einzukaufen— gehört zu den Alltag- chkeiten in New Castle.— Dergleichen dürfte allerdings kaum loch anderswo zu finden sein. Lokale». !aße wm tur der r die ind@11 diese? leise zur ie leidet i einfar! ler dem oße llnfichj* dingt rout» ; eingetrett» terreichs ur.' Eine Stadt in Trümmer«— das ist es, was Alt« r VereiniMerlin, ein wesentlicher Theil desselben seit wenigen Tagen ist, annten Tag zu Tag mehr werden wird, bis Brecheisen und ten entd' 159500 rmonikas c letztjäs iorjahr. würde n r von :e. Auch rhme aut, rder im Richtig ammer und Hebebäume das Zerstörungswerk vollendet haben erden. Da reist der Berliner weit hinaus in die Feme, um e Stätten großer Naturereignisse zu sehen und wer daheim llerben muß, studirt in den Abbildungen der illustrirten ertungen die Verheerungen, welche unbezähmbare Naturkräfte igmchtet. Und wie bequem hätten fie es doch, ein Wunder- eil unserer Tage zu sehen. In dreißig Minuten erreicht man on weither den Kreuzungspunft des Königs- und Neuen riedrrchstraße und wenn man fich links dann hinein wendet, so iiat man in eine Ruinenstadt, von der man glauben dürfte, jn ihr aewütbet, wenn nicht in aller Ge« als wie tffw�iichkcit staubbedeckte Arbeiter in schwindelnder Höhe und dmchs ist fthon berichtet worden. Bald fiel hier ein Haus. 2'-1" tue vcnufene Königsmauer hatte man sogar iche gelegt. Aber was will all jene Vorarbeit sagen im Sil»Men die gewaltige Zerfiömng, die in diesem Momente vor r„Newyo»Lw geht. In langen Zeilen Vemichtung, ein ungeheures . heroorOj/liedeneißen. Rückfichtsloser gegen Alter und Ueberlieferung i Septenmxssu Haußmann in Paris nicht gewüthet haben. Die Neue n diltift sFnedrichstraße, von der Königstraße bis zur Klosterstraße ein r alte M�nzi�es Schlachsteld, aufwirbelnder Staub, wie Kanonenschläge i Wilmin��iwischen das Poltern und Stürzen von morschem Mauerwerk e stellt'tiund die Todten und Blesstrten vie in unsere Zeit hinein- ienn man landen Zeugen von Berlins Vergangenheit. Ueberall Fach- einen' �statten sie einen Blick in die Straßenzüge KWMAWWR Dollars,"P). Trümmern umgeben. Kein Haus, das weiter bestehen mde Sch-'£aT 5"°� h�gen die Arbeiter noch im Eparrenwerk des Notbzu� Ft v t>ort find fie schon in den Fundamenten beim AuS- ckter zu' k,? t>er großen Blöcke, nach rechts mühen sie fich mit ihrem . meinnid Werkzeug Stein um Stein aus der eisernen Umklammerung schier unzerbrechlichen Mörtels zu lösen, dann wieder werden an Tauen noch gut erhaltene Balken herabgelassen— und das innere der Höhlen, in denen die Bevölkerung hauste, ist dem luge bloßgelegt. Drei Straßen fallen hier zu gleicher Zeit: Jne Klosterstraße, die Königsmauer, die Neue Friedrichstraße. Und wie wurde hier gehaust! Ueber Berge von Schutt, Sand, durch Barrikaden von Balken und Steinen, durch Pfützen von Schmutz muß man sich den Weg bahnen, um die verzwickten Gänge, die gewundenen Stiegen, die jämmerlichen Löcher zu r, aus denen Berlins Verbrecherwelt ausgeräuchert worden Zum ersten Male seit Jahrhunderten spielt hier ein Sonnen- strahl hinein, kommt ein Hauch Äscher Luft hindurch. Aber neben dem Laster gediehen trotzdem die Blumen und aus dem fast einzigen noch unberührten Hause, das von selbst einstürzen wird, wenn man ihm diese letzten Anstrengungen nicht bald abnimmt, turtelt zwar eben ein kaum menschenähnlicher Trunkenbald, daS Gesicht mit einen, stieren Blicke aeröthet und gedunsen, scheu den unerwarteten Fremden betrachtend, den er wohl für Einen vom„Kriminal" hält,— denn er beschleunigt plötzlich seinen Schritt— aber oben vor den seit einer Generation ungeputzten Scheiben stehen doch blühende Fuchsien und hinter ihnen sitzt wie versteinert ein Weib, das Geficht tief durchfurcht und meint alles Einstes, daß die Welt untergeht. Und so ganz Unrecht hat fie nicht. Ihre Welt geht unter. Und die Welt, welche an ihre Stelle treten wird, kündigt fich schon in allernächster Nähe an. Denn wenn Du in scharfer Wendung plötzlich Kehrt machst, so ist zu Deinen Füßen Asphaltpflaßer, vor Deinen Augen das dahinvfluthende Leben der nahen Börse, weiter > der, hünten die stolze Säulenhalle der Nationalgalerie. Und in das sein Hes. Ohr tont das Geläute der Pferdebahn. So nahe war das neue Berlin dem alten auf den Leib gerückt, bis dieses in der *1?£ ihm, geht es auch mit Windeseile. Hier an der cke der Königstraße stürzt die_ Neue Friedrich straße auf beiden Seiten. Rechts dre ehemalige Kaserne, dahinter das Ghetto Berlins, an das heute noch die Hotels mit den hcbräi- scheu Namen und die Gänse mit den Koscher- Siegeln erinnern, Gefl Im Sai eugierde Auch wie@ vom lacht w ) des Pj e Del« eses vürde den fi ' Wie man must n rege clinsti schwere Vings chten. nlängst m, ro' hat Di aat au» erbrechet halt in» cn chtet i äußerst tungen, Bier' Iber, Leutschl r den as rot-a, che«, ei, j, -1 dieser Mann schuldig sein soll, noch nicht befreunden. Das mag Ihnen seltsam erscheinen, aber es ist so. Ich würde der Untersuchung eine ganz andere Richwng gegeben haben." „Und das behaupte« Sie, ohne die Akten zu kennen?" >er Fot� fragte der Staatsanwalt erstaunt.„Haben Sie vielleicht elbst< auf eine andere Person Verdacht geworfen?" „Ich r Siegfried erschrak, er fürchtete schon zu viel verrathen zu haben. Wenn er seine Gedanken verrieth, so konnte er ,er W dadurch viel Unannehmlichkeiten zuziehen, und dieser cht, ui- Verdacht entbehrte ja auch bis jetzt jeder Begründung, . ��twang nur einer persönlichen Abneigung, und es ten, wollen S-wefen, dies als Grund anführen zu , x. erwiderte er.„aber eben weil die Unter- 4. f.. „Sie wußten freilich nicht, daß der Verdacht auf diesen Mann gefallen war, und daraus läßt Ihre Vermuthung steh erklären." Der Staatsanwalt blieb mit diesen Worten vor einem Gasthofe stehen, und gab dem Polizeisergeanten, der in der Nahe stand, einen Wmk. „Sie werden hier Wache halten." sagte er, als der «eamte näher gekomme« war,„bedarf ich Ihrer, so lasse tch Sie rufen." Der Oberkellner und der Besitzer des Gasthofes kamen " sichtbarer Bestürzung aus dem Speisesaale. .„»Gilt Ihr Besuch wirklich meinem Hause?" fragte Wirth, sich zu dem Staatsanwalt wenden. • t gilt speziell einem Gaste, der gestern Abend hier Angekehrt ist," lautete die Antwort.„Beruhigen Sie sich, t>ie Angelegenheit so geräuschlos wie möglich ordne«, und wenn Sie für alle Fälle einen Wagen bereit f0 wird vielleicht von Ihren übrigen Gästen hat �»hren, daß eine Verhaftung stattgefun« „Und welchen Gast betrifft es?" „Linen Herrn Ferdinand Halm." „Den Amerikaner!" sagte der Oberkellner als Antwort Sb )otel, Aktuisi oder«' l � nit m erlief dazwischen die Petitcoatlone und die„Seven Dials" Berlins. Links die vornehme Mustkhalle, in der Meyerbeer zuerst die Afrikanerin szenenweise aufführen ließ, hinten auf dem Hofe eine Synagoge— Trümmer, Schutt, verschwunden oder im Verschwinden. Aber in Berlin ist nicht allein Zeit Geld. Das alte Wort verträgt hier eine Variante: auch Raum ist Geld. Während oben und rings umher schon Stockwerk auf Stockwerk abgetragen wird, fitzen in einer Kneipe noch die Stammgäste, die ihr die Augen zudrücken wollen und wenn ihnen selbst od ihres pietätvollen Bestrebens die Augen zu- fallen sollten. Jede Minute und jeder Quadratmeter wird ausgenützt. Stolz und in ihrer ganzen imposanten Würde blickt die Markthalle auf dies Getriebe. Wie schade, meint dre �Nat.-Ztg.", daß fie in der der Kaiser Wilhelmstraße zuge- wendeten Seite nicht eine stattlichere Fassade erhalten. Wahr- lich, man möchte wünschen, daß im Interesse der ganzen neuen Straße diesem Mangel noch nachträglich abgeholfen werden möchte. Denn die neue Straße wird überaus imposant wer- den. Schon erheben sich aus den Ruinen hier und da die Fundamente, sja die ersten Stockwerke. Was neu hergestellt wird, scheint„für die Ewigkeit" bestimmt zu sein. Welche mach- tigen Wölbungen der Keller, welche gigantischen Strebepfeiler, welche weitgestreckten Fensteröffnungen. Aus solch einem Fenster machte man räumlich früher die ganzen Fagaden in diesen Gassen. Nun, die Aktiengesellschaft kann fich diesen LuxuS gönnen. Man berichtet, daß schon nach den Plänen weitaus die meisten Räume vermiethet find. Der Tabakhandel und der Lederhandel werden sich hier zusammenschaaren.— Noch find wir nur bei einem Theil diese? packenden Bildes. Nach der einen Seite ist die ttönigsmauer schon überbaut, verschwunden ist der Kalandshof. in dem die Kalandsdrüder zuerst als fromme Unterstützunasgesellschast ihr Ordenshaus gebaut hatten, bis ihr Treiben zu Unzucht und wilden Orgien ausartete, die ihre Unterdrückung herbeiführten. Ueberbaut auch der Jüdenhof, und schon erhebt sich der Bauzaun vor dem letzten Stücke der ältesten Stadtmauer Berlins. Ringsumher ist schon Alles in Mitleidenschast gezogen. Wohin das Äuge blickt, wird dem Beispiele der Stadt Folge geleistet. Es gehört nicht allzuviel Phantasie dazu, wenn man nun dem Zuge der neuen Pracht- straße folgt, sich die Zukunft auszumalen. Noch steht dre Papen- straße mit ihrem Stützpunkt, der Patzenhoferschen Brauerei. aber ihre Tage find gezählt. Wie lange noch wird der Markt hier in dem verfallenen Häusergeviert abgehalten werden. Schon find die Modelle für das Lutherdenkmal aus- gestellt, das fich neben der fteigelegten Marienkirche inmitten von Gartenanlagen erheben wird. Auch ihr werdet wandern müssen, ihr unermüdlichen Männer, die ihr an den Ecken der Friedrichstadt Jagd«ach alten Kleider macht und fie in den ehrwürdigen Remisen der Rosen- straße via Vchrimm in alle jene Theile der Welt schickt, in denen es zunächst noch wichtiger ist, daß man überhaupt be kleidet, als elegant bekleidet erscheint. Jn der Epandauerstraße rechts und links der Brauhausstraße, welch trostloses Bild. Rothe schreiende Zettel an allen Fenstern: bald Ankündigung von Wohnungswechsel, bald Einladung an Kauflustige„auf Abbruch" dann wieder Zettel„Sofort zu vermiethen". Das Haus, welches die Tafel zur Erinnerung an Moses Mendels söhn trägt, gehört mit zu den Verfehmten. Und nun geht wieder das alte Bild der Zerstörung los: die Brauhausstraße fällt bereits auf der einen Seite, wie weggefegt ist die Kleine Burgstraße mit der düsteren Durchfahrt, verschwunden Hotel de Saxe, Kriegsakademie, Joachimsthalsches Gymnasium. Hier streben ebenfalls schon Neubauten in die Höhe und die künftige monumentale Waarenbörse kündigt fich an.— Das ungefähr ist ein Bild, wie es Alt- Berlin heute bietet. Mit jedem Tage verändert es fich. Auch späterhin wird es ja noch Fesselndes genug bieten. Aber gerade das �Nebeneinander von Ein- reißen und Aufbauen, dies Ringen von Vergangenheit und Zukunft, dieses Hasten und dieser Wirrwarr find besonders charakteristisch. Wer weiß, ob in unseren Tagen in Berlin fich noch einmal Gelegenheit bieten wird, Aehnliches zu sehen. Die städtische Gewerbe- Deputation hat in der de- kannten Streitsache deS Vorstandes der Schuhmacher-Jnnung mit dem Schuhmachermeister Aurin wegen verweigerter An- nähme von Sterbetassenbeiträgen an den ersteren eine Ver- fügung erlassen, in welcher das Verfahren desselben als un- gerechtfertigt erklärt und hinzugesetzt wird, daß der Vorstand auch, entsprechend der Verfügung vom 27. August dieses Jahres, bezüglich der Ehefrau Aurrn den Weisungen der Auffichts behörde nachgekommen ist. In der Verfügung heißt eS dann „Es muß für jetzt unerörtert bleiben, ob gegen den Aurin Gründe vorliegen, auf Grund deren seine Ausschließung aus der Sterbekaffe herbeigeführt werden könnte, jedenfalls ist zur Zeit keine Veranlassung, die Kassenbeiträge von dem Aurin nicht anzunehmen, da seine Ausschließung aus der Kasse noch nicht erfolgt ist. Wäre selbst die Ausschließung des Aurin aus der Innung rechte kräftig erfolgt— was zur Zeit nicht der Fall ist— so würde er dennoch sämmtliche Rechte und Pflichten eines Kaffenmitgliedes haben, bis seine Ausschließung aus der Kasse unter den im§ 5 des Kassenstatuts gegebenen Voraussetzungen rechtskräftig erfolgt wäre. Daraus folgt, daß den auf den fragenden Blick seines Herrn.„Zimmer Nummer neununddreißig." „Befindet sich der Herr in seinem Zimmer?" ftagte der Staatsanwalt. „Er ist vor einer halben Stunde hinaufgegangen." „Haben Sie vielleicht etwas Verdächtiges an ihm be- merkt? Hat er Besuch empfangen oder Briefe abgeschickt?" „Er ist heute Morgen ausgegangen und bald nach zwölf Uhr zurückgekehrt," erwiderte der Oberkellner.„Bei feiner Rückkehr kam er ins Bureau, um verschiedene Fragen an mich zu richten, und ich glaubte zu bemerken, daß er sehr aufgeregt war." �Worauf bezogen fich die Fragen?" „Auf die Generalin von Stuckmann und deren Familie."... Der Staatsanwalt warf seinem Kollege« einen bedeutsamen Blick zu. Er wandte sich um, der Sekretär stand mit einem mach- tigen Aktenbündel unter dem Arm hinter ihm. „Wo ist die Büchse?" ftagte er leise. „Ich habe sie einstweilen in da» Zimmer de» Portiers gebracht—" SS„Und wissen Sie mit Sicherheit, daß sie dort gut auf. gehoben ist?" „ Ein Polizeisergeant bewacht sie, er hat strengen Be- fehl, sie nicht aus den Händen zu geben." „Dann ist eS gut; folgen Sie uns." Der Oberkellner ging vorauf, um den Herren das Zimmer des Amerikaners zu zeigen, und als er ,etzt d,e so großes Entsetzen eingeflößt hatte. So kurz auch der Moment des Entsetzens gewesen war. Siegfried hatte es bemerkt, er erinnerte sich jetzt daran, und diese Erinnerung machte ihn geneigt, de« Be- hauptungen des Staatsanwalts beizupflichten und an die Schuld dieses Mannes zu glauben._. Ferdinand Halm gmg den Eintretenden mrt scheinbar unbefangener Ruhe entgegen, nur als er den Aktenstoß be- merkte, wurde sein Blick unsicher. die Verweigerung der Annahme der Beiträge in den Recht? des p. Aurin gegen die Kasse nichts ändert. Bezüglich der in der Beschwerde von Aurin behaupteten Zurückbehaltung der Quittungsbücher ist eine Aeußerung in dem Berichte vom 13. September 1885 nicht enthalten. Sollte die Behauptung des Aurin thatsächlich richtig sein, so wird der Vorstand die- selben herauszugeben haben, und zwar, so weit Zahlung erfolgt oder wegen verweigerter Annahme durch Hinterlegung ae» leistet ist, gemäß§ 8 des Kassenstatuts, nach erfolgter Abstempelung des Buches. Gewerde-Deputation des Magistrats. gez.: Eberty." Im Publikum vor dem Halleschen«nd vor dem Potsdamer Thor ist, wie der„Voss. Ztg." geschrieben wird, man ohne Erklärung darüber, welche Gründe die Behörden veranlassen konnten, die Verlängerung der Norkstraße, nachdem die Unterführung derselben fertig hergestellt, das Straßenland in den Lefitz der Stadt übergegangen, die Kanalisationsröhren gelegt, das Planum in der mächtigen Breite von 60 Meter eingeebnet ist, nicht dem Verkehr zu übergeben, warum die Arbeiten plötzlich seit Mitte September er. eingestellt, an beiden Endpunkten die Thore geschlossen und Warnungstafeln mit der bekannten Aufschrist:„Unbefugten ist der Eintritt bei Strafe verboten" aufgestellt find. Unzweifelhaft hätte fich die Pflasterung der Straße noch vor Beginn des Winters ausführen lassen und die Gesellschaft der Pferdebahn hätte ihre kontraktliche Verpflichtung, den Betrieb dieser Linie zwi- schen Thiergarten und Moritzplatz am 1. Januar 1886 zu eröffnen, erfüllen können. Die Pferdeeisenbahngesellschaft wird im wohlverstandenen Interesse keine Stunde verlieren, diese Linie, welche ihr großen Verkehr und gute Einnahme ver- spricht, zu beschleunigen; vor Pflasterung der Straße kann fie allerdings nickt vorgehen. Von Mund zu Mund geht die de- unruhigende Nachricht, daß die Stadteisenbahnbehörden, nach- dem nun die seit Jahrzehnten erwartete und ersehnte Unter- führung endlich fertig ist, auf den Gedanken gekommen find, daß fie fich zwar verpflichtet haben, die Unterführung der Borkstraße herzustellen, daß sie aber nicht verpflichtet find, daS Publikum durchzulassen, weil das Tenain unter den Brücken ihr Eigenthum ist! Ja, es ist auch den Privatbesttzern, deren Terrain die Stadt erworben und bezahlt hat, polizeilich verboten, ihre Zäune abzubrechen! Es scheint fast so, als ob die Staats- und Stadtbehörden diese Stadtgegend als Kampfplatz z«m Ausfechten von Meinungsverschiedenheiten ausersehen hätten. Landwehrkanal, Unterführung, Kreuzberg, Hasenhaide, nichts als Differenzen seit Jahrzehnten. Nur in einem Punkte find diese Behörden fich einig— in der Einziehung der Steuern von den Bewohnern dieser Stadttheile! Pünttlich, gleich in den ersten Quattalstagen klopft der Steuererheber des Staates an die Tbür, ihm folgt der Steuerbote des Magistrats in wenigen Tagen, bei Beiden steht man aus der einen Tasche die tränumerando- Steuerquittungen, aus der anderen Tasche die iegel für etwaige Pfändungen hervorlugen. Ist man nicht verleitet, die bekannte Fabel von dem auf die Reihe gehenden Esel, welcher überall arbeiten mußte, den man aber wegen des Futters auf seinen nächsten Herrn vertröstete, als passend anzu- wenden? Seit vielen Jahren muß das Publikum in beiden Stadttheilen fich abrennen und abjagen, um aus großen Um» wegen zu einander zu kommen, auf der einzigen Verbindungs- straße am Schöncberger— Tempclhofer Ufer müssen oft die Peitschenstöcke der Kutscher Bahn brechen, während dessen die Behörden ruhig die Steuern einziehen und fich bis in Ewigkeit darüber streiten, wer dm Steuerzahlem den Broterwerb zu er- leichtern hat, wer dafür Sorge tragen muß, daß der Esel nicht zu Grunde geht. Ihr Behörden, öffnet doch die Thore, beseitigt doch die Warnungstafeln, hört und seht ihr denn nicht, wie euer Esel stöhnt unter der Last?! Soll er euch noch länger dienen, so erleichtett ihm seine Wege, gebt ihm die Borkstraße, stellt an die Stelle der abstoßenden Warnungstafeln die Ein- ladung:„Für den Verkehr frei", damit der Esel wenigstens durchgehen kann. Der traurige Fall des Selbstmordes eines Schülers vom Friedrich-Werder schen Gymnafium ist noch frisch in aller Ge- dächtniß und schon wieder müssen wir von einem gleichen Vorkommniß berichten, durch welches der Brauereibefitzer P. in tiefe Betrübniß versetzt ist. Der sechzehnjährige Sohn desselben, Schüler der Unter-Tertia der Dorotheenstädtischcn Realschule, hatte fich, da er die völlige Reife nach Ober-Tertia nicht er« reicht hatte, nach Schluß der Ferien einem Nachexamen zu unterziehen. Dieses fiel für ihn ungünstig aus, und aus Ver- zweiflung hierüber beschloß der Knabe, seinem Leben ein Ende zu machen. Er kaufte fich einen Revolver, und in der Nähe des Spandauer Bocks erschoß fich in der Nacht vom Montag zum Dienstag der von seinen Eltern geliebte und von all' fei» nen Schulkameraden gern gesehene Knabe. Ein Brief an seine Eltern, welchen er in der Tasche trug, gab über das Motto des Selbstmordes Aufschluß und führte zur RekognoSzirung des Selbstmörders, welchen auf den Schuß herbeigeeilte Paffanten der Spandauer Chaussee auffanden. Ein etgenthümliches Nachtquartier hatte fich ein älterer, graubärtigcr Mann ausgesucht, welcher fich am Mon- tag Abend gegen elf Uhr auf den Steinfliesen im Eingang zu „Herr Ferdinand Halm?" ftagte der Staatsanwalt, der jetzt den kurzen, scharf abgemessenen Ton eines In« quirenten anschlug. „So ist mein Name," erwiderte der Amerikaner,„mit wem habe ich die Ehre?" „Untersuchungsrichter und Staatsanwalt!" Der hagere Mann mit dem wetterharten Ge« ficht sah die beiden Herren bettoffen an, dann schweifte sein Blick hinüber zu dem Aktuar, der den Aktenstoß auf den Tisch gelegt und vor demselben Platz genommen hatte. „Ich kenne zwar den Zweck dieses unerwarteten Be» suche« noch nicht," sagte er,„aber ich glaube die Herren darauf aufmerksam machen zu müsse«, daß ich amerikanischer Bürger bin." „Wollen Sie damit einen Protest aussprechen?" ftagte Siegftied. „Ich kann diese Frage erst dann beantworten, wenn ich den Zweck Ihres Besuches erfahren habe." „Es handelt sich um eine Zeugenaussage," erwiderte Siegftied,„die vor vielen Jahren schon von Ihnen ge- fordert worden wäre, wenn Sie nicht kurz vorher die Heimath verlassen hätte«. Sie heißen Ferdinand Halm, nicht wahr?" „Jawohl." „Ihr Alter?" „Neunundvierzig Jahre." „Sie wohnten vor zwanzig Jahren hier in der Nähe des Schlosses der Generali« v. Stuckmann. Damals waren Sie Tagelöhner und heute?" „Heute besitze ich so viel, daß ich von den Zinsen meines Vermögens anständig leben kann," erwiderte der Amerikaner mit ehrlichem Stolz. „Ich habe mir das Alles durch meiner Hände Arbeit erworben, und es ist kein Dollar dabei, der nicht redlich verdient wäre." (Fortsetzung folgt.) dem neuen Rudolph Lepk'schen Kunstauktionshause in der Kochstraße zur Ruhe niederlegte. Der offenbar Geistesgestörte fchien sich in dem Wahne zu befinden, daß er bei fich ju Hause oder in einer Herberge sei, denn er zog fich die Stiefel aus und begann fich zu entüeiöen. Als er nur noch Hemd und Unterhose trug, intervenirten einige Passanten und verhinderten, daß der Unglückliche auch diese letzte Hülle abstreifte. Zweien hinzugerufenen Nachwächtern gelang es nur mit größter Mühe, den Irren zur Wieder an legung seiner Kleider zu veranlassen und ste mußten ihm bei seiner merkwürdigen Toilette, welche trotz der späten Abendstunde zahlreiche Neugierige anlockte, hilfreiche Hand leisten. Der Alte murmelte, gegen die„Ruhe- slörung" protestirend:„Ich habe bei Königgrätz rn der Schlacht gelegen, ich kann auch hier liegen!" Da aber seine Geistes- gestortheit nicht von bedrohlicher Art war und er fich schließlich allen Anordnungen der beiden Beamten willig fügte, so de- gleiteten ihn diese eine kurze Strecke und ließen ihn dann nach eindringlichen Vermahnungen gehen. Der gerichtliche Konkursmassevderwalter G. Werner hat fich, wie gemeldet wird, gestern früh erschaffen. Welche Gründe ihn zu dieser traunoen That veranlaßt haben, ist noch nicht genügend festgestellt. Werner galt als gutsttuirt, führte ein großes Haus und besaß ein Grundstück in Franzöfisch- Buchholz. Der Selbstmord Werner's erregt in den Kreisen seiner Bekannten großes Aufsehen, da der Berstorbene hier ein unbegrenztes Vertrauen besaß. Mit dem Eintritt de» rauhen Wetter» find auch die „Paletotmarder" wieder in Aktion getreten, worauf wir hiermit warnend aufmerksam machen. So wurde am jüngsten Sonn« abend einem jungen Planne ln einem Lokale am Alexander- platz der Winter-Ueberrock, den er an einen Ständer gehängt hatte, von diebischer Hand entführt. Als er einen Kellner de- fragte, ob nicht vielleicht ein Gast den Paletot auS Versehen mitgenommen habe, erhielt er den nur wenig tröstlichen Be- scheu», daß dies nicht zu veimuthen wäre und daß soeben auch einem anderen Gaste, einem Arzt, ebenfalls der Winter-Ueber- zieher gestohlen worden sei. Der dem jungen Manne entwen- dete Paletot ist aus blauschwarz flockirtem Stoff mit wollenem rothkarrirten Futter: unter dem Kragen find in gelb die bei- den Buchstaben I. M.(die Anfangsbuchstaben des Namen» des Bestoblenen) und die Firma der betreffenden Kleiderkünst- ler, A. Wolfs u. Co., Gera, eingezeichnet. Der gefährliche Spezialist, welcher Reinen Kindern unter allerlei Vorspiegelungen auf der Straße Geld und Werthsachen abzunehmen pflegt, ist am Sonntag dingfest ge- macht worden. Der Kriminalschutzmann König, welcher am Sonntag Vormittag durch die Schönhauserstraße patrouillirte, bemerkte an der Ecke der Linienstraße eine Menschenansamm- lung, in deren Mitte ein kleiner Knabe weinend erzählte, ein anständig gekleideter junger Mann habe ihn gegen ein ver- sprochenes Geschenk von 10 Pfennig veranlaßt, fich in daS Haus Schönhauserstraße 52 zu begeben, um bei einer dort an- oeblich in der zweiten Etage wohnenden„Wittwe Schulz" eine Bestellung auszurichten. Eine Wittwe Schulz habe er aber dort nicht finden können und als er daher unverrichteter Sache wieder auf die Straße gekommen, sei der junge Mann ver- schwunden gewesen und mit ihm drei Oberhemden, die in- zwischen besagter junger Mann in Verwahrung genommen habe und die er, der Knabe, für seine Mutter, die für andere Leute wasche, einem Kunden zuttagen sollte. Nachdem der Kiiminalbeamte von dem Sachverhalt gehört, nahm er den Knaben an die Hand und ging mit ihm einige Häuser weiter bis zu einer Kaffeeklappe, in welcher verdächtiges Gesindel zu verkehren pflegt. Dort stellte er fich unter entsprechender Deckung mit dem Knaben auf die Lauer, und es währte auch nicht lange, da rief der Junge freudig aus:„Der da kommt, das ist er!" wobei er auf einen jungen Mann wies, der eben in die Klappe fich begeben wollte. Der Kriminalschutzmann nahm den Bezeichneten fest und dieser gestand ohne Weiteres den Diebstahl mit dem Bemerken zu, daß er die Hemden be- reits verkaust habe. Er räumte auch noch ein, im Laufe der vorigen Woche in ähnlicher Weise einem Knaben aus der Rosenstraße ein Portemonnaie mit Geld entlockt zu haben. Auf der Polizei bezeichnete der Spitzbube fich als der 18 Jahre alte Stadtreisende Robert Fischer und meinte, daß er mit der Verhaftung sehr zufrieden sei, da er nun für längere Zeit Unterkunst im Gefängniß finde._, �_ Vermißt! Seit dem 19. vorigen Monats wir der Knabe Anton Bankowsky vermißt und ist bis heute trotz aller Bemühungen nicht aufzufinven. Der Knabe ist geboren am 6. Januar 1877, etwa 1 Meter groß, von schlanker Figur, hat hellblondes Haar und war bekleidet mit dunkler Jacke, eben« solcher Hose, blau und weiß geringelten Strümpfen und Schuhen mit einem Knopf. Besondere Kennzeichen: Dem Knaben fehlen oben und unten je 2 Vordcrzähne. Hiermit bitte ich Jedermann, mir bei der Ermittelung behilflich zu sein. F. Bankowsky, Andreasstr. 66. Louisenstädtische» Theater. Nach sorgfältiger Vorbereitung gebt nunmehr am Donnerstag(heute) d,e große 5 aktige Oper von Auber: ,,Der Maskenball" zum ersten Male in dieser Saison in Szene. Die Direktion glaubt umsomehr dieses äußerst melodiöse Werk deS geistreichen Komponisten aufführen zu sollen, als dasselbe unverdienter Maßen hinter dem gleich- namigen Weite von Verdi zurückgesetzt zu werden pflegt, wab- rend sich doch das Letzte zum Ersten wie eine schwache Kopie zu einem gelungen Orginal verhält. Die Besetzung mit den besten Kräften der Lomsenstädt. Oper gewährleistet neben den hohei�Korzügen des Werkes selbst den besten Erfolg Gerichts-Zeiwng. Eine da» Verein»leben tiefberührende Frage gelangte am Montag vor dem Ettassenat des Kammergerichts in der RevifionSinstanz zur Verhandlung. Am 5. und 3 Oktober v. I. fanden zufolge vorhenger Verabredung in FriedrichSberg bei Berlin Zusammenkünfte einer größeren Anzahl von Personen lrnold'schen und Schubert'schen Lokal zum T ____»»t__ v:« CU AM Yww SKpicfißfrtrtämfl im Ärnold'schen und Schubert'schen Lokal zum Zweck der Be- rathung über die Agitation bei den Reichstagswahlen, nament- lich über die Erhöhung des Agitationsfonds, und namentlich der Nominirung von freifinnigen Vertrauensmännern für den nitderbarnimschen Kreis statt. Diese Veisammlunaen. deren Unternehme: nach der Feststellung des Schöffengerichts II der Rendant Plonz gewesen, indem er fich die betreffenden Lokale durch eine Anfrage gesichert und auch in den Verfammlungen das Wort genommen hatte, waren der Polizei nicht ange- ÄÄ Ä ar&L'wTAK Arnold aber, welche das Lokal bergegeben hatten, mit je 15 Mark wegen Vereinspolizet Konttavention bestraft wurden. as ÄÄifÄ Plön, die erste Sentenz, sprach aber den Schubert und die Arnold frei. Den Plön, anlangend, so sei erwiesen, daß m den Versammlungen öffentliche Angelegenheiten verhandelt wurden. Unerheblich sei. daß als Zweck der Versammlungen nur„vertrauliche Besprechungen" hingestellt wurden, daß kein Bureau gebildet wurde, daß kein Leiter oder Ordner austrat und daß nur ein kleiner Kreis von Personen anwesend war. Alle diese Umstände seien nicht im Stande, der Zusammenkunft 4. sr-f.!____ CT» f_____ flJzvr den Charakter einer Versammlung im Sinne des Vereins- aesetzes zu nehmen.— Dagegen sei nicht nachgewiesen, Arnold und Schubert davon Kenntniß gehabt, daß in ihrem Lokale öffentliche Angelegenheiten verhandett werden sollten, und seien fie deshalb freizusprechen.— Plonz legte gegen .. m ir____--„1»«imV» iwif* fA hr4o»*«** feine Verurtheilung Revision ein, und zwar führte" sein Vertheidiger, R-- A. Cassel, vor dem �Kammergericht nament- eine Anfrage, wie fie Plonz bei den betreffenden Lokal- inhabern gethan, noch nicht genüge, daß jener Begriff vielmehr noch andere Vorbereitungen, z. B. Miethe des Lokals, Be- kanntmachung des Termins, Einladung zu demselben u. s. w. erfordere.— Dergleichen zwanglose, jeder parlamentarischen Form entbehrende Zusammenküneie könnten auch nicht als„Ver- sammlungen" im Sinne des G. ctzes gelten. Auch seien keine „öffentliche" Angelegenheiten r rhandelt worden, da es fich lediglich um die zweckmäßigste S. aSnutzung der privaten Thätig- keit der Erschienenen zur Herbeiführung der Wahl eines ihnen angenehmen Kandidaten, also lediglich um ein Verhältniß pri- vater Natur gehandelt habe. Derartige Versammlungen seien selbst vor 1848 nicht unter polizeiliche Kontrole gestellt worden. Wenn anderweitige Grundsätze Platz greifen sollten, so käme man zu den bedenklichsten Konsequenzen. Dann wären selbst Versammlungen, die rein wissenschaftliche oder Wohlihätigkeits- zwecke verfolgen, unter Polizeikontrole zu stellen, und selbst jedeS Bierbankgespräch fiele derselben anbeim. Der Eay „trss facinnt colleginm" könne doch wohl nicht auf in Bezug auf daS Vereinsgesetz angewandt werden, auch würde bei der Durchführung deS vom Vorderrichter festgestellten Prinzips eine politische Thätigkeit des Wahlkomitees nicht mehr möglich sein.— Das Kammergericht erkannte hierauf nach langer Berathung in Uebereinstimmung mit den Ausführungen der Oberstaatsanwaltschaft das Ryeinland. gegenüber, so findet man, daß hier die 3» Wanderung fast nur VJo so groß ist, wie in den genannt Oftprovinzen. Aus der Rheinprovinz wanderten in den letzt 14 Jahren 44 128 Personen aus, d. i. 1,, pCt. der gegen» tigen Bevölkerung. Eine Konvention zur Regelung der Produktion» den oberschlefischen Hochöfen und Walzwerken, welche meb� in Angriff genommen worden ist, scheint nicht zu Stanbei kommen. Es wird immer darauf los produzirt und die$ Kr. dufte werden zu einem äußerst niederen Preise abgesetzt. Löhne find in Folge dessen im fortwährenden Sinken, und» die Fabrikanten verdienen wenig. Wieder ein Beweis,| Regelung der Produktion nicht auf privatem 3?c«J eine gungswege gebung! erzielt werden kann. Also her mit der# Vereine mh Versammlungen Zur Lohnbewegung der Tapezirer erhalten wir,< knüpfend an den Bericht über die öffentliche Versammlung� Tapezirer in der Nr. 239 des„Berliner Volksblatt" folg» Schreiben:„Ihr Berichterstatter hat da einige unrichtige Ä fachen betrcfiend die Tapezirer-Versammlung vom 10. d.' zu Tage gefördert und ersuche ich höflichst um deren Bei» Sung sowie ich auch um die Erlaubniß bitte, etwas eingebe» ber unsere Bewegung berichten zu dürfen. In einer vo« gehenden Versammlung war der Beschluß gefaßt worden,» denjenigen Prinzipalen, welche Aufbesserungen zugestes haben, sollte die Kommisfion dies schriftlich fich btm laffen. Ich bekämpfte dies unter Beistand der Komm» lebhaft: aber die Bemerkung, daß die Maurer auch so1 gegangen seien, bewirkte mit die Annahme des Antrage?. L war es meine Pflicht als Vorsitzender der Kommisfion,% Beschluß durchzuführen. Ich hätte mich auch an der führung dieses Beschluffes nicht dadurch deirren laffen, den Maurern in Wirklichkeitgarnicht eingefallen ist, i! solchen Beschluß zu fassen. Mir selbst fehlte es an Ze da die ganze„Aufbesserung" nur in ca. 40 Werkstätten gefunden hat und ich nach Ablauf von 10 Tagen Zeil» „ohne Kosten" den Auftrag im Verein mit einem an» Kommisfions-Mitgliede zu erledigen, so nahm ich keinen An eine Thatsache, die in verschiedenen Werkstätten bereits 14 und noch länger bekannt war, noch ein paarTage später konstali» laffen. Ich bemerke hierbei gleich, daß der ganze Löhs wegungs-Akt nur ein Vorstoß war, dem allerdings im n» Frühjahr die strikte Durchführung folgen soll. DkJ führung deS sofortigen Beschlusses würde einen Kostens von 25 M. verursacht haben, die ich eben im Hinblick a» Frühjahr ersparen wollte. WaS nun meine Erregtheit i» Versammlung anbetrifft, als Herr Seidel mir vorac? daß ich die Bewegung in den Koth ziehe, bemerke IckJ daß der Vorfitzende mir das Wort entzog, als ich Herrn i beweisen wollte, daß seine Reden nicht im Einklang seinen Handlungen stehen. Jeder wird mir zug� daß die Worte: Herr Seidel, ich werde Ihnen kn daß Sie anders schwatzen und anders Handel!' niemals zur Wortentziehung in einer Arbeiierversamv rechtigen.— Um es kurz zu machen, eikläre ich f, Stets werde ich die Sachen so beleuchten, wie sie fin'i mich nicht zu„agitatorischen Schwätzereien" verleiten Jf ich meine, die Handlungen müssen agitatorisch sein. JfS der Handlungen stehe ich zwar nicht unerreicht, aber tastet da. Was nun das Niedeilegen meines Vorsitz� ttifft, so habe ich die Arbeft vollständig unentgeltlich B Die Herren brauchen nur den Wunsch nach Neuwahl 5 lich ruhiger Weise auszusprechen und ich berufe die bc� Versammlung sofort ein und füge mich mitsammt der- Kommisfion deren Beschlüssen. Es wäre aber jedenfaln tiger gewesen, wenn man über etwaige Verstöße glatt K gegangen wäre. Die Bewegung hat dem Fachvcrei� Mitglieder zugeführt, fie hat den Werkstätten, welche A vorgingen, erheblich genutzt und ihren Zweck als Vock� und Prüfung der ältlichen Verhältnisse im Taprzirc�, sowie zur Aufmunterung der Lässigen vollständig erA Mehr war für diesen Herbst nicht in Ausficht ge»" R. Sander, Chausseestr. 102. J Eine große öffentliche Versammlung der und verwandten Berufsgenossen findet am Donners 15. Oktober, Abends 8 Uhr, in Büß' Saale, Gr. Fr»". straße 87, statt. Tagesordnung: Zweck und Erfolg». Lohnbewegung. Die Lohnkommisfion ersucht alle K»»? der Versammlung recht zahlreich zu erscheinen, da die wegung anfängt ernst zu werden. Sämmtliche DrechA und Fabrikanten find zu der Versammlung ebensall» laden.. Kk». Der Fachverein sämmtlicher im DrechslL? beschäftigten Gewerksgenossen hielt am Montag A? den Armin Hallen, Kommandantensttaße, eine auch rf* sehr zahlreich besuchte Versammlung ad, in welck» Sündermann über den jetzigen Stand der aktuell? bewegung der Drechsler Berlins referirte und dann Angelegenheit lebhaft distutirt wurde. Auch wurde wss daß die Polizeibehörde das abgeänderte Vereins»? nehmigt hat. Dem Verein traten an diesem Abend neue Mitglieder bei. Der Fachverein der Tischler hielt seine Versammlung für den Osten Berlins am Montag, tober, in Säger's Lokal. Grüner Weg 29, ab, in» Dr. Stahn einen beifällig aufgenommenen natu: lichen Vortrag hielt. Der Vottragende wies na®' Mensch das ausgezeichnetste aller Geschöpfe sei, überrage er alle anderen Geschöpfe durch seine„ welche in der Größe deS menschlichen Gehirns ihrtj habe. Die Vögel, bemerkte der Vortragende, habe» kleines Gehirn und befitzen in Folge dessen nur ei» Denkvermögen, wenngleich einige von ihnen durckr dahin gebracht werden können, einige Wötter na®» B Unterst lichei stützUNj werde E ta a hind der Th & fonds i Millio, Iuliusi werden gaben. oder de Deutsch hier dai artigen . Di eitle d für d leute Zogern find sc wenn( Fonds ohne Al regier uv fie leihv entnehm /r. ,Dm Gutes g �. Wu Ptivatrn dadurch Z« thun. „e*u{ gesamme esetzgel Und e*« jeglicher können, treten kai ESn Gesammt Reich, u unterwils »-.Wir fast nur an der Geldmän seinen„<] doch wah marck-Ep aufgeb stratio * demonstrc gr- iet hat i — das F Gele, und— Webergex nach den auch zur «S genug 81s Redner despricht des Längeren die Unterschiede denen Thierklaffen. Der Zustand der Erde beweis� merkte er weiter— daß ursprünglich alle lebende» � Waffer lebten, es sei erwiesen, daß überall, wo �<-«1 früher Waffer gewesen sei. Auch auf das lebender Pflanzen wies der Vottragende hin wie fich dieselben entwickeln. Hierauf ging er a- wickeiung und Verbreitung des Menschen des und beantwortete nach Beendigung des Vortrage». ihn gestellte, auf den Vottrag Bezug habende dann forderte Herr Thierdach die Mitglieder, wel®% krankenlasse der Tischler und Pianofottearbeiter»% f an den Kasfirer Richter ihre Beiträge zcchlen. auf,»% den 18. Oftober, recht zahlreich in oer Versarnrnh» Salon, AndreaSstr. 21, behufs Wahl der% Generalversammlung zu erscheinen. Etwaick. dieser Sache find zu richten an Herrn Th- � i straße 2, III Treppen. Am Sonnabend, den l»r.' vnstaltet der Verein in der Berliner Ressource, K» straße 57, ein Tanzkränzchen. Billets find»ur» bekannten Stellen zu haben. Ben Zrtthum, Seite, ur Felswand Ellen to! Schlucht licher ein welche in Finthen weglichkei sich gerad Reisenden „Als oder wir sagte Fall und ihm . Diese 5«nnten s den Gxfai Dieses" S20 K t und mit Pfeilern r wiederum weise tief Felswand Plateau», hoch er he Verantwortlicher Redakteur R. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 8W„ Beuthstraße 2 Hier,» s. 9,6 M ung, f >cn weM zreußcn( Iwanden» z aus W it flnd,>> iesen Z« iden, k] er die aj t ßenanwj i den Ittf luftton■ che meb" Stanttj nd die V gesetzt.> n, und" Zeweis, l em Vertt der M ngeV en wir,| mmliinz t" folß� ichlige 2 t 10. d reu Bet i eingeht einer v» worden, »'"Ä Koma« luch so i'ages.., :%% äffen, d« iJ8S kstätten t Zeit( nem a? linen An reits U rkonsta» nze Lo« s im � I. V- chficnau; , blick 4 Stheitjj vor» tfc t HS c W icn Beilage zum Berliner Volksblatt. Kr. 241. Donnerstag, de« 15 Oktober 1885. IL Jahrg. sie st»«. leiten) n. aber. (orfltze'j ltlicd mahl die nt d-I edenfaR- lchvertui, !lche l VordZ pczitttl? ht � ober Rtidjsunktpljuiig. Bekanntlich hat sich in Berlin ein Komitee gebildet zur Unterstützung der Hinterbliebenen der versunkenen Kaiser- ltchen Kriegilorveite„Augusta". Dieses Unter« stützungSkomitee motivirt seine Existenz damit, daß es eintreten werde bei allen Unglücksfällen auf der Marine,„wo der Staat genügende Hilfe zu leisten ver- hindert ist." . Das ist, wie die Hamburger„B&rgerzeitung" schreibt, in der Zhat ein Armuthszeugniß dem Deutschen Reiche ausae« stellt, welches vaffelbe nicht verdient und welches es auch unter lernen Umstanden annehmen dürfte. Noch ist ein Invaliden- fonds vorhanden, der jährlich fich vermehrt und und nach S; Zählt, noch ruhen 120 Millionen im Spandauer �ulmschurm, die im Nothfalle für Unterstützungen genommen werden könnten, noch leistet das Reich viel überflüsfige Aus- gaben, an denen im Jntereffe seiner im Dienst Verunglückten oder deren Familien erheblich gespart werden könute. q. klingt deshalb wie eine frivole Schmähung deS putschen Reichs, wenn man von demselben sagt, daß der Staat, hier das Reich, verhindert sein möchte, genügende Hilfe bei der- artigen Unglücksfällen zu leisten. ... Die Privathilfe erscheint uns im vorliegenden Falle als eitle Renommisterei. Das Reich ist verpflichtet, für die Familien der verunglückten See» l e.u t e einzutreten, und der Reichstag wird ohne Zögern vre nöthigen Mittel dazu bewilligen. Wir tn«L r??1 stw?0",, Überzeugt, daß der Reichsregierung, 5*"?. Erle Noth thut und ste aus irgend einem anderen Ä.»«, vorläufig Untnstützungsgelder nähme, diese Summen ohne Anstand nachbewilligt würden. Und will die Reichs- Merung daS nicht, so ist ja der Welfenfonds vorhanden, dem sie leihweise die Gelder bis zur Einberufung des Reichstags entnehmen könnte. Dann würde doch auch einmal auS diesem Fonds etwas Gutes gestiftet. Wir halten in vorliegendem und in ähnlichen Fällen die Privatunterstützung für geradezu verderblich, da das Reich dadurch abgehalten werden kann, seine Pflicht voll und ganz zu thun. Außerdem bürgt Niemand dafür, daß die von Privaten gesammelten Gelder nach gerechten Grundsätzen zur Vertheilung gelangen, während die Vertheilung der Reichsgelder durch die Gesetzgebung bestimmt wird. Und Erle ist auch nicht vorhanden, so daß die Privat- Hilfe hier aus diesem Grunde als derechrrgt erscheinen könnte. Das Reich hat, wie gesagt, genug Mittel, um jeglicher Roth vorläufig rasch und energisch steuern zu können, ehe überhaupt die Privat-Unterstützung in Kraft treten kann. Sammtliche Ertrunkene find im Dienste des Reichs, der Gesammtheit, verunglückt: deshalb hat die Gesammtheit, das Reich, und zwar ganz allein, einrutreten. Die Einzelhilfe unterwirft das Unterstützungsbedürfniß der Willkür. Wir deuteten auch oben schon an, daß diese Privathilfe fast nur der Eitelkeit entspringt— daS Komitee prangt an der Spitze, die Listen werden natürlich veröffentlicht, Vre Geldmänner spreizen fich, mancher zeichnet eine Summe, um seinen„Patriotismus" wiederholt zu zeigen— er hatte dazu doch wahrlich schon gmügende Gelegenheit, als für die Bis« marck-Epende gesammelt wurde— und das Ganze wird wieder aufgebauscht zu einer politischen Demon« strarion. Vielleicht find in diesem Falle die Liberalm die Haupt- demonstrantm. Doch das ist im Grunde genommen ganz 6leich— hier hat Niemand zu demonstriren und zu prahlen, irr hat die„zahlungsfähige Moral" ihre Hände fortzulaffen — daS Reich hat einfach seine Pflicht zu thun. Gelegenheit wahrlich giebt es immerfort im Deutschen Mä SÄ" C 1Äu Webcrgegendm des sachstschen und schlefisches Gebirges, oder nach den thüringrschen Gebirgsgegenden, zum Rhön und dann auch zur Erfel, der Winter schernr streng zu r" eS genug Elend zu lindern. werden— da giebt denfaiii SZ % SÄ 81J JeuMeton. D«* Wsrnwnenmadche«. Amerikanisch« Erzählung von «nlditttt Möllhauseu. (Fortsetzung.) Beruhte» des Häuptlings Versicherungen nicht auf einem .Srtihwm, so konnte der betreffmde Punkt nur auf der rechtm Serie, und zwar dicht hinter der dm Thorflügel bildmden Felswand liegen; denn schon nach dm nächsten zweihundert Üjf? i. ii* ber Strom bereit« wieder in eine mächtige Schlucht hinein, in welche in der Thai«och nie ein Sterb- mL war. Die leichte weiße Nebelwolke, |Ä tÄ ÄS%%%% Reifenden schon so lange vorher vernommen hatten. „Also zwischm hier«nd dort muß es sich mtfcheidm, oder wrr werden«nt m dm Abgrund hinuntergeriffen." sagte Falk leise zu Weatherton, indem er zu ihm herantrat und ihm verstohlm die Hand reichte. Dieser erwiderte dm Druck mit Wärme, und dann **«tvtm sie sich von einander, Zeder bereit, dm etwa droben- den Gefahren trotzig die Stirn zu bieten.' r». Schnell näherten sie fich der westlichen Seitmwand. »Mbe begrenzte dm Strom auf ungefähr dreihundert weiter al« die östliche, zeigte sonst aber ganz die» r,*n Formen. Wie fich aus dm GesteiaSschichtm ergab, ?kideu Thorflügel ursprünglich zusammmgehangm b*n fich gegen Westen vielfach wiederholenden Pseilem und Thürmm ein große» Ganzes gebildet, welches wiederum nur ein Ueberrest des in dieser Gegend Vorzugs- weife tief heruntergefpültm Hochlandes war. Die westliche Felswand«wies sich als die Vorderseste eines wallähnlichm Plateaus, besten höchster Punkt Jich gegen fünfhundert Fuß hoch erheben mochte. Gegen Norden und Süden senkte Weshalb bilden fich zu diesem Zwecke keine UnterstützungS« komitee's? Sind die dortigen nothleidmden, hungemden, frierenden Arbeiter nebst Angehörigen nicht ebenso gut, wie die ertrunkenm Seeleute, Kämpfer für Kultur und Zivilisation? Ist ihr ganzes Leben nicht ein Kampf mit Sturm und Wetter und den dräuen- den Wogen des Lebens? � Diese Aermsten verdienen doch in erster Linie Beistand. Das Reich, welches auf anderem Wege hier Hilfe schaffen muß, hat keinen direkten Anlaß durch Unterstützungen einzugreifen, desto eher thäte umfaffende Privatdilfe noth, solange bis die Gesetzgebung Hilfe gebracht hat. Aber da legen die Herren die Hände in den Schooß; das giebt Anstrengung, das giebt kerne Ehre, da kann der Eitelkest nicht gestöhnt werden. Ganz an- ders ist das bei den„Helden" zur See. Jede Mark, die dafür gespendet wird, ist ein Glied zu einer glänzenden patriotischen Chrenkette, welche man fich erwirbt, und die zu großem Ruhme der staunenden Welt entgeaenstrahlt. m r Laste man davon ab, laffe man die Ertellert und die Prah- leret, lenke man die Privatwohllhätigkeit in andere Bahnen. Wenn man fie bei den Verunglückten der„Augusta" dethätigen will, so beleidigt man das Deutsche Reich, indem man an seiner Pflichttreue zweifest. Politische Ueberstchi. Ein weltbewegendes Ereigniß hat fich am Dienstag in Berlin vollzogen: Die Nationallrderalen haben Kandidaten— man denke— selbstständige Kandidaten für den Landtag aufge« stellt! Es hielt zwar etwas schwer, auS der Mitte der anwesm- den Geheimräthe und Professoren die nöthigm Kandidaten her- auszufinden, schließlich gelang es jedoch, einige der Anwesenden zur Annahme der Kandidatur zu bewegen. Alle Kandidaten- Plätze konnten nicht besetzt werden, werl fich die in Vorschlag Gebrachten durchaus nicht dazu hergeben wollten. Sehr zu- treffend wurde von einigen der in AuSficht gmommenen Kan- didaten darauf hingewiesen, daß die Nationalliberalen ja eigent- lich keine Ursache hätten, fich von den Konservativen zu sepanren. Dieser Hinweis hatte jedoch leinen Erfolg, da die Leiter der Versammlung die wichtige Entdeckung gemacht haben wollten, daß zwischen Nationalliberalen und Konservativen ein großer Unterschied vorhanden sei. Wie wir hören, soll neuerdings ein Vergrößerungsglas erfunden worden sein, mit dessen Hilfe diese Entdeckung gemacht wurde. In den Ländern der ostafrtkanischen Gesellschaft scheint man mit der Abficht schwanger zu gehen, eine neue Art Sklaverei einzuführen. So schreibt ein Kolonist(?) der ostafri- konischen Kolonie, Herr Wilhelm Graßhoff, in einem in der „Täglichen Rundschau" abgedruckten Briefe, ohne Sklaven könne man nicht für den Export arbeiten. Herr Friedr. Lange, der frühere Schatzmeister der deutsch- ostafrika- nischen Gesellschaft, bemerkt dazu,„die Um vandlung der jetzt noch dort wohnenden zahlreichen Sklaven in hörige, an die Scholle gebundene Arbeiter unter Ueberwachung der Ge- sellschaftsdeamten könnte den Bedürfnissen der Kolonisten ge- nügen."— Die Herren„Kolonisten" scheinen ja eine recht nette „Zivilisation" in Afrika zu betreiben. Hostentlich wird diesen Großhändlern und Spekulanten zur rechten Zeit ein Halt ge- boten, jedenfalls wird der deutsche Reichstag auch noch ein Wörtchen mitzureden haben, wenn diese Leute Miene machen sollten, eine derartige Sklaverei in den deutschen Schutzgebieten einzuführen. Zur bulgarischen Frage. Das österreichischen Regie- rungskreisen nahestehende, Mimer Fremdenbl." konstatirt heute, daß Oesterreich kaum mehr im Stande sein werde, Serbien zurückzuhalten. Es wird also nicht bestritten, daß Oesterreich bisher Einfluß auf die Entschließungen Serdims ausgeübt habe. Bemerkenswerth ist eine Aeußerung deS„Obseroer", wonach die Haltung Oesterreichs der schwarze Punkt am orientalischen Horizont sei. „Wenn zwischm Serbien und der Türkei Feindseligkeiten ausbrechen sollten", schreibt das Blatt,„ist eS unmöglich vor- auszusetzen, daß Rußland oder Oesterreich gleichgiltige Zu- schauer des Kampfes zwischen Islam und Chnstcnthum, dessen Schauplatz die Ballanhalbinsel werden würde, bleiben dürften. Diese Eventualität ist zu augenscheinlich, um in Wien über- sehen worden zu sein, und wenn Oesterreich, entweder direkt dieser Wall sich stark, so daß die beidm Endm der dem Strom entsteigenden Mauer kaum vierzehn Fuß hoch über dem Waflerspregel lagen. Die ganze Länge der Mauer be- trug ungefähr sechshundert Schritte; obgleich zusammenhängend, bildete sie doch in der Mitte einen stumpfm Winkel, in welchem die Strömung des Kolorado sich brach und, heftig abprallend, in gerpöer Linie, aber schräger Richtung der durch den Wasierfall gefährliche« Schluchtöffnung zueilte. Wa» in dem Winkel vorging, konnte also, der seltsamm For- mation wegen, weder von oberhalb noch von unterhalb aus bemerkt werde«. Auf diesen Winkel nun schien Kairuk seine ganze Hoff- nung gesetzt zu haben, denn anstatt, wie früher immer ge- schehen, das Floß auf der Außenseite de« Kanals in ruhigeres Wasser zu drängen, ließ er durch dm Biber an Alle die Aufforderung ergehm, mit äußerster Macht dahin zu arbeiten, daß das Fahrzeug möglichst nahe an die Felswand heran- treibe und dieselbe sogar leise streife. E« geschah, wie angeordnet war. Zeder gebrauchte sein Ruderholz nach beste« Kräften, und wenn auch das Floß dm wellenförmige» Bewegungm der brau- senden Strömung nachgab, und ber dm rasch auf- einand« folgende« Hebungen und Senkungen knackte und sich länger auszurecken schien, so kämm sie nach dm ersten zwanzig Schrittm, welche sie an der Felswand hm zu- rücklegtm, doch so nahe heran, daß sie dreselbe mrt rhrm Händen zu erreichen vermochtm. Sobald sie hart an die Mauer herantratm, warm sie allerdings dm Blickm der auf dem Felsenwall aufgestellten Schildwache mtrückt; sie bezweifelten indessen nicht, daß fie bis dahin auf'« schärfste beobachtet worden warm. Hättm sie aber noch Zweifel gehegt, so wären dieselbe« gewiß ge- schwunden, al« sie über ihrm Häuptern den Herset«, jedoch durchdringenden Schrei eines blaum Reiher« vernahmen, der gleich darauf von einem ähnliche» Ruf, welchm sie trotz de» Rauschen« und BrausmS unterfchredm, vom südlrchm.Ende des FelsmthoreS her beantwortet wurde. Kaum befanden sie fich also in der Nähe der Userwand und auf dem bestm Wege nach dem vielleicht noch zwei- hundert Ellen weit mtferntm Winkel, so legten zwei der oder indirekt, ein Vorgehen Serbien« begünstigt, muß eS offen- bar vorbereitet sein auf die Folgen, die ein solches Vorgehen in fich schließen muß." Ljetzt muß also wieder das Christmthnm alS Staffage her« halten, wenn es zum Einschreiten der Russen und Oesterreicher kommt. Dabei ist es längst öffentliche« Geheimniß, daß beidm Mächten nur daran gelegen ist, von der in fich zerfallendm Türkei ein möglichst großes Stück zu erhaschen. In Serbien beginnt bereits die Rauferei im Kleinen. Wie der„Pol. Korr." aus Niich gemeldet wird, drangm in der Nacht vom 10. auf den 11. d. M. 60 montenegrinische Banditen, zumeist Sendlinge des bekannten Peko Pawlovics, über die serbische Grmze, wobei der Orisrichter von Joanje beraubt wurde. Die Banditen g ersten fich als bulgari che Freischärler. In Folge energischer Verfolaungsmaßregeln schlugen dieselben den Weg nach Bulgarien ein. Ob's wahr ist, daß die Eindringlinge bulgarische Freischärler waren, muß dahingestellt bleiben, da die gierigen serbischen Macher wüthend auf die Vergrößerung Bulgariens find und deshalb allerhand Spektakel in Szene setzen, um gegen die Bulgaren aufzuregen. — Die serbische Armee hat gestern den Vormarsch nach der Grenze in der Richtung auf Pirot und Vranja angetreten. Das Lager bei Zajcar wurde befestigt. Türkische Truppen sollen fich der serbischen Grenze nähern. In Belgrad glaubt man, daß zwischen Griechenland und Serbien ein Schutz- und Trutzbündniß abgeschlossen sei. Wie aus London gemeldet wird, werden die Signatur» mächte der Pforte demnächst eine Kollektivnote überreichm, welche die Anerkennung der bulgarischen Union befürwortet, aber die Wiedereröffnung anderer aus dem Berliner Vertrage mtspringendm Fragen entschieden verweigern wird. Der Fürst von Bulgarien hat fich in einer Ansprache an sein Voll u. A. folgendermaßen geäußert:„Rußland scheint gegen die Vereinigung lBulgariens) zu sein, vielleicht ist es mehr gegen meine Persönlichkeit als gegen die Ver- einigunq selbst; in diesem Falle bin ich bereit, abzudanken, wenn Rußland unter dieser Bedingung für die Vereinigung stimmen wird."— Der Kandidat der Panslavisten für die Nachfolgerschaft Alexander's ist bekanntlich der Fürst von Montenegro, dessen Rußland unter allen Umständen ficher zu sein glauote. Feanrveich. Der Konseilpräfident Briffon hat an die Pariser Wähler einen Dankbrief gerichtet, wa in er die Ueberzeugung ausdrückt, daß in der neuen Deputsttenkammer eine republikanische Mehr- heit von 150 Stimmen vorhanden>ein werde, wozu dann noch die republikanische Mehrheit im Senate komme, so daß die Prästdentschaft der Republik den Republikanern nicht entrissen werden könnte. Die im Seine-Deparicment gewählten Republikaner hielten m Paris ein Bankett ab, auf welchem u. A. auch Lockroy und Floquet als Redner auftreten. Letzter, r verlangte ein ener- gischereS Vorgeben der Republikaner, namentlich sei nöthig, daß die Trennung der Kirche vom Staate verlangt werde.— Paul Dsroulöde verzichtet auf die Kandidatur in Paris. Er erklärte dies öffentlich in zwei Versammlungen. Er wird jedoch bei dm in Folge von Doppclwahlen nöthig werdenden Ersatzwahlm wieder als Kandidat auftreten. ,..— ar i s, 13. Oktober. Der heute Vormittag stattge» hadte Ministenath beschäftigte fich mit der Frage, welche Maß- regeln gegen die von konservativer Seite für die Stichwahlen versuchten Wablmanöver zu ergreifen seien. Die Regierung beschloß, von sämmtlichen Beamten eine korrekte Haltung zu verlangen.- Die Nachricht, betreffend die Entsmdung von R"Mungm nach Tongking wird auf's Neue für unbegründet erklart. Die gemsttheten Schiffe sollen einzig und allein dazu dienen, diejenige Truppenzahl nach Tongking zu transportiren. welche nothwendig ist, um die Lücken auszufüllm. die durch die nach der Heimath entlassenen Mannschaften entstehen. Türkei. Der Konstantinopelcr Korrespondent der Petersburger «Nowoje Wremja", ein Beamter der rusfischm Botschaft am Goldenen Horn, vcrficheri, daß das Gerücht bezüglich der Existenz einer türkischen Verschwörung gegen den Sultan Abdul Hamid vollkommen auf Thatsachen beruhe. Der größere Theil der Verschwörer befinde fich im Auslände, während die in Konstantinopel lebenden Verschwörer mit dem im Tschara- MohaveS ihre Stangen zur Seite; dagegen ergriff jeder einen der als Anker dimenden Steine, und sie mit leichter Mühe auf die Schultern hebend, machten fie sich bereit, die- selben auf ein gegebene» Zeichen von sich zu schleudern, während Zreteba und Zoh» die Enden der an den Steinen befestigten Stricke hielten, um im entscheidenden Augenblick Beistand zu leisten. Schnell, wie diese Vorkehrungen auch getroffen waren, hatte da« Floß sich doch schneller vorwärts bewegt, und wohl die Hälfte der Entfernung bis zu dem Winkel war gleichsam unter demstlben fortgealitten, al» die beiden Mo- yave« fich zum Schleudern der Steine anschicktm. .Da zeigte sich gegen zwanzig Fuß weit voraus ein dunkler Schatten auf der hellfarbigen Felswand. Derselbe, auf dem Waffer beginnend, gewann während de« Heran- schießenS schnell an Umfang und Dunkelheit. „Ahau!" rief Kairuk leise au«; die beidm Krieger neigten sich wit einer heftigen Bewegung nach vorn, die Ankersteine durchschnitten die Luft gerade auf dm Schatten zu, und klatschend und spritzend fielm sie in einer Feltau«. Höhlung ins Waffer. Obgleich die Steine nicht tief sanken und hinter Vor- sprüngen auf dem felsigen Boden eine sichere Lage gefunden hatten, so schienen sie beim ersten Anprall doch nicht schwer aenug für ihre Zwecke zu sein. Wahrscheinlich wäre» sie sogar von der FelSplatte wieder herunter ins tiefe Waffer gerissen worden, wmn Zohn und Jreteba nicht durch Nach- aeben dm Stoß gemildert hätten, diese aber nicht durch das heftige Rudern ihrer Gefährtm unterstützt und vor einem Sturz bewahrt worden wären. Außerdem kam ihnen aber auch zu statte», daß durch die Strömung etwas Waffer in die Höhle hineingedrängt wurde, was sich namentlich bemerkbar machte, als sie das Floß dichter heranzogm. Rissen die Stricke oder glitten die Ankersteine von der mit ungefähr zwei Fuß Wasser bedecktm Steinplatte her- unter, oder reichten endlich die Kräfte der Männer nicht aus, dm Stoß aufzufangen, so war ihr Aller Geschick be- siegelt. Tie hatten dann die Gewalt über das Fahr, mg verloren, wurdm, ein leichtes Spiel der gewaltigm Strömung, van'schm Echlosse inlemirien, angeblich geistettranken ExSultan Murad ungehindert verkehren und nur den günstigen Moment abwarten, um Abdul Hamid vom Throne zu stürzen und den vollkommen gesunden Ex-Eultan Murad auf denselben zu erbeben. Diese Umwälzung hätte schon Mitte September Auebruche gelangen sollen, man sei aber damals in ldiz-Kiosk der Verschwörung auf die Spur gekommen, und zwar habe der Leibarzt des Sultans, Mawrogeni Pascha, die- selbe enideckt. Murad soll nun nach Aradim verbannt wer« den, woher bekanntlich sehr wenige Verbannte lebend zurück- kehren. Die Führer der Verschwörer, Klcantis Skalien und ein Graf Keratri, hätten fich vor der Verhaftung durch Flucht gerettet. Amerika. Mehrere der jüngst gehaltenen politischen Konventionen mißbilligten in starken Ausdrücken das Mormonenthum, und drückten ihre Billigung mit der Verfolgung der Polygamisten seitens der Regierung aus. Die gcstrrge Konferenz der Nor- monen-Generale in Utah empfing von den Präfidenten Cannon und Taylor, den Häuptern der Kirche, eine Epistel, welche er» klärt, daß das Vorgehen der Regierung in der Angelegenheit der Prozesse wegen Vielweiberei ausdrücklich den Zweck habe, die Mormonen Religion zu vernichten. Die unter den Mar- monen geübte Vielweiberei wird befürwortet und daö Verhalten derjenigen, die lieber Gefänanißstrafe erlitten haben als ihre Prinzipien zu opfern, gulgi heißen� denjenigen, welche Unter- werfüng empfehlen, wird" zu'verstehen gegeben, daß sie ihre ""'»ever Von derselben zu- Religion behaupten müßten, und fich wer rückziehen, noch fie verleugnen dürften. Das ganze Schriftstück war von einem Ausdruck der Herausforderung durchdrungen. Die Regierungspolitik gegen die Vielweiberei rst unverändert. Es werden große diplomatische Anstrengungen gemacht, um den Misstonären der Mormonen im Auslande Einhalt zu thun. Anläßlich eines Streiks der Tramwagenkutscher in St. Louis ist es zu Ruhestörungen gekommen. Die Streikenden zerstörten die Wagen, welche von neu angestellten Leuten ge> len't wurden; einer derseloen wurde gerödtet und mehrere wurden verwundet.,_. Räch einer Depesche aus Panama ist ern Dekret erlassen worden, wonach vom 1. Dezember ab Zollämter am Isthmus errichtet werden. Kommunales. Die Deputation für die öffentliche Gesundheitspflege hielt am Mrttwoch Mittag unter Vorfitz des Herrn Ober- bürge, meisters v. Forckenbeck eine Sitzung ab, in welcher über die Wege und event. unter welchen Modalitäten die bestehenden Sanitätswachen in die städtische Verwaltung zu übernehmen find, verhandelt wmde. Es wurde zunächst eine Eubkommisfion, bestehend aus dem Oberbürgermeister v. Forckenbeck als Vor- fitzenden und fünf Mitgliedern der GcsundheitSpflege-Deputatton, der Etadträthe Bait und Weise und den Stadtverordneten Dr. Virchow, Dr. Stryck und Eanitätsrath Dr. Neumann und je einem noch zu ernennenden Mitaliede der Armen-Direltion und Gewerbeveputation, mit dem Auftrage eingesetzt, fich mit den beste bcnden Sanitätswachen in Verbindung zu setzen, und von denselben eine Aeußerung darüber einzuforven, ob in der That ein Bedürfniß für das Sanitätswachwesen vorhanden und wie viele Fälle und von welcher Art in jeder Wache in einem bestimmten Zeitraum zur Behandlung gekommen find. Auch sollen Erhebungen darüber stattfinden, od etwa in der Armenpflege und in den Gewnkskrankenkassenvereinen für plötzliche ärztliche Hilfe noch mehr zu sorgen sei, als bereits geschehen. Endlich wird fich die Eubkommssion darüber gutachtlich zu äußern haben, ob es fich empfiehlt in den städtischen Krankenhäusern Einrichtungen für den Außendienst zu treffen, durch welche es ermöglicht wird, vom Krankenhause aus Aerzte nach den Unglücksstellen zu dirigiren. Gcrichts-Zeihrng. Professor Dr. Adolph Wagner gegen Franz Mehring. Vor der 95 Abiheilung des hiesigen SchöffenamchtS stand heute die Verhandlung einer Anklagt gegen den Redakteur der „Volks- Zeitung" Hermann Holdheim wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung an. Bekanntlich veröffentlichte der sozial« politische Schrifisteller Franz Mehring im Anschluß an den Pro; ß Siöcker« Bäcker unter der Uederschrift„Herr Prozessor Wagner" in den Nummern 146, 147, 148 und 149 vom 25. bis 29. Juni er. t Heils Angriffe gegen ihn abwehrende, theils den Professor Wagner angreifende Artikel. Nachdem der letztere mit Bezug hierauf viele Spalten lange Aufsätze in der„Kreuz- Zeitung veröffentlicht, richtete er unterm 5. Juli ct. an vre „Volks- Zeitung" das Verlangen, eine zwei Oktavbriefbogen lange enggeschttebene Berichtigung auf Grund des K 11 des Reichspießgesetzes zum Abdruck zu bringen. Dieses Schreiben hat heute dem Gerichtshöfe vorgelegen, und war dasselbe seiner ungewöhnlich unleserlichen Handschrift wegen nur mit Mühe und nicht einmal vollständig zu entziffern. Nur um eine Idee an der Stelle vorbeigetrieben, auf welcher ihnen die Mar- monen und Utah» sogar«och da« Landen wehrten, und ehe sie nur einen Schritt zu ihrer Rettung hätten versuchen können, wären sie sammt und sovderS in den schäumenden Abgrund hinuntergeschleudert worden. Das Floß war also glücklich zum Stehen gebracht worden, doch erzeugten die sich entgegenwirkenden Kräfte eine so heftige Erschütterung, daß es trotz seiner breiten Bauart, und trotzdem die Männer das Gleichgewicht nicht störte«, beinahe umgeschlagen wäre. Es begann nämlich in drohender Art zu kreisen und das Hintertheil, auf welches die Strömung den schwersten Druck ausübte, herumzuichwingen. Als dann aber alle Hände dieser Bewegung mit vereinigten Kräften entgegenarbeiteten, da tauchie da« ganze Fahrzeug so tief unter, daß die Fluthe« über dasselbe fortrollten und die Binsevanhäufung sammt den Waffen und sonstigen Habseligkeiten hinweggeschwemmt worden wäre, hätte nicht der Schwarze Biber, die Gefahr erkennend, sich quer über dieselben geworfen und durch seine Last Alles niedergedrückt und festgehalten. Nach glücklicher Ueberwindung des ersten Stoßes hob sich indessen die oberste Binsenschicht wieder aus dem Wasser. Einige MoHaveS sprangen in die Höhle hinein, von dem erleichterten Floß au« wurden ihnen die Ende« der Ruder- stangen dargereicht, und willig folgte dieses der Gewalt, mit welcher es die Männer in die Höhle hinein schoben und zogen. Zn dem FelSplateau. Indem die Flüchtlinge mit Allem, wa« sie besaßen, in in die Höhle eintraten, durften sie sich vorläufig al« ge- sichert betrachten. Wären sie wirklich von dem einen oder andern ihrer Feinde bis in ihr Versteck beobachtet worden, wa« allerding« nur von dem jenseitigen Ufer aus möglich gewesen wäre, so hätten denselben doch immer die Mittel gefehlt, sich ihnen»u nähern. Alle fühlten sich daher von einer großen Last befreit. Selbst die MohaveS schienen freier aufzuathmen, und fie scheuten sich nicht, dmch lautes Lachen und harmlose« Plaudern unter sich ihre Freude über da« Gelingen ihre« verzweifelten Unternehmen« an den Tag zu lege«. leserlicher war die Abschrift der qu. Berichtigung, welche Pro« fessor Wagner mit seinem Etrafantrage gegen die„Volks-Ztg." wegen Ntchtaufnahme derselben der Königl. Staatsanwaltschaft eingereicht hatte. Da« Verlesen dieses Schriftstücks und das Vergleichen mit dem Original verursachte den amtirenden Personen die größten Schwrerigkeiten, und trotzdem durch das Vorliegen beider Schreiben die Entzifferung leichter war, gelang dieselbe doch nicht bezüglich sämmtlicker Stellen. Die„Volks- Zeitung" theilte ihren Lesern den Eingang des Wagner'schen Schreibens mit, zu dessen Aufnahme fie sich nicht für verpflichtet erachtete, und brachte diejenigen Punfte zum Abdruck, welche fich auf die Wiedergabe von Thatsachcn beschränkten. Ein Eingehen auf das Wagner'sche Schreiben, dessen Verlesung Stunden in Anspruch nahm, würde uns zu weit führen wir beschränken uns auf zwei Stellen. Im Eingange desselben hieß es, daß die Mehring'schen Aussätze eine Unmasse von Un- richtigkeiten enthielten, deren einige nur berichtigt werden sollten. An einer anderen Stelle war gesagt, daß Aufstellungen auf Erfindung beruhten. Der Amtsanwalt führt kurz an, daß die Wagner'sche Berichtigung fich auf Thatsachcn beschränke und desyalb aufgenommen werden mußte. Sollte aber der Einwand gemacht werden, daß ein Grund zur Verweigerung der Auftiahme in der unleserlichen Handschrift bestanden hat, dann stelle er die Entscheidung darüber an heim. Rechtsanwalt Kassel als Vertreter und Vertheidiger des Angeklagten spricht seine Verwunderung darüber aus, daß ein königlicher Pro- fessor eS war, solch unleserliches Schreiben dem Gericht einzu- reichen, bei welchem er sein Recht suche. Mit der„Volks-Ztg." sei Prof. Wagner noch viel schlimmer umgesprungen. Nur ge- meinsamer Thätigkeit sei eine nur theilweise Entzifferung ge- lungen. Nun könne doch keinem Redakteur zuyemutdet werden, eine ihm eingesandte Berichtigung zu enträthseln. Ihm sei es jetzt noch nicht möglich gewesen, in den Sinn mancher Sätze einzudringen. Die aesammte Berichtigung enthält nur in we- niaen Stellen Thalsachliches; einestherls ergeht fie fich in An« griffen gegen die Zeitung, anderntheils bringt fie nur Ur- theile, Schlüsse und Raisonnements. Er beantrage daher Frei- sprechung seines Mandanten. Diesem Antrage gemäß erkannte der Gerichtshof, indem er fich in allen Punkten den An> und Ausführungen des Vertheidigers anschloß. Man könnte noch fraam, ob der theilweise Abdruck der Berichtigung gegen das Gesetz verstoßen, da fie ohne Weglaffungen und Ernschaltungen aufgenommen werden muß; da aber die Berichügung nicht eine dem Gesetz entsprechende war, so hätte fie auch als solche nicht behandelt zu werden brauchen.— Staatsanwalt Weichert wohnte dem größten Theil der Verhandlung bei. Prozeß Hammerstein. Ein zweiter, ebenfalls gerichtlich beanstandeter Arttkel, der am Tage vorher in der„Kreuz« Zeitung" erschien, beschäftigte sich mit dem Vorsttzenden des Prozesses Echmidt-Stöcker, dem Amtsgerichtsrath Dr.Kronccker. Es wurde demselben vorgeworfen, daß er fich durch Partei« leidenschaft in seinem Urtheile habe beeinflussen lassen, daß er Licht und Schatten nicht gleichmäßig bemessen habe und daß er, al« von jüdischen Eltern stammend(wenn auch selbst ge- tauft), es nicht vorgezogen, fich perhorrcSzircn zu lassen. Die Anklage lautet somrt auf wiederholte Beleidigung deS Amts- richters Kronecker. Der Angeklagte, dem der RechtSanw. Wolff aus Fürstenwalde als Vertheidiger zur Seite steht, bekennt fich für die inkriminirten Artikel verantwortlich, will aber den- selben weder der Form noch dem Inhalte nach de- schuldigend finden und nimmt für fich den Schutz des § 193 des Straf» Gesetz- Buches in Anspruch, da er in Wahmehmung berechtigter Interessen gehandelt habe. Der Staatsanwalt, Assessor Meyer, hält vre dem Amtsrichter Dr. Kronecker gemachten Vorwürfe für äußerst schwere, belei- digende und daS Ansehen de« aesammten preußischen Richter- stände« schädigende; nur mit Rückficht darauf, daß der Ange- klagte bisher nicht mit dem Strafgesetze in Konflikt gekommen, daß derselbe über die Verurtherlung eines so angesehenen Parteimitgliedes wie Hofprediger Stöcker und über die gegen denselben gerichteten nichtswürdigen und gehäsfigen Angriffe wohl«regt sein konnte und daß die inkriminirten Artikel immerhin eine gewisse Mäßigung zeigten, veranlaßten ihn, nur eine Geldstrafe zu beantragen. Er bringe eine solche von 300 M. in Vorschlag, sowie dem Beleidigten die PublikationS- befugniß in der„Kreuz Ztg." zuzusprechen. Der Vertheidiger plaidirte für Freisprechung, indem er auszuführen suchte, daß sein Klient über das Maß einer berechtigten Kritik nicht hin- ausgegangen sei. Der Angeklagte hob sodann noch hervor, daß ihm seine Stellung als Redakteur eines hochkonservativen Blattes und al« Mrtglied der deutsch- konservativen Partei im Adgeordnetenhause eine besondere Berechtigung verleihen müsse, scharfe Kritik gegen da« in Rede stehende Unheil zu üben, zumal jener Passus im Erkenntnisse, die Aeußerung, Etöcker sei ein gehorsamer Diener deS Junkerthums,„könne als eine Be- leidigung nicht angesehen werden", für die ganze Partei herab- würdigend und beleidigend sei. Der Gerichtshof erkannte nach längerer Beiathung dahin, daß der Angeklagte nur in einem Falle der Beleidigung fich schuldig gemacht habe und zwar durch den zuletzt erwähnten, den Dr. Kronecker direkt betreffen« den Artikel. Cr hielt hierfür eine Geldstrafe von 150 Mk. cv. Die Beschaffenheit der Höhle kannten sie selbst nicht weiter, indem sie bei früheren Gelegenheiten nur an der- selben vorübergetrieben waren. Sie wußten also auch nicht, ob ei« Entkommen von dort aus möglich sei. (Fortsetzung folgt.) Kttliin �heiler. Ei» Tropfen Gift. Schauspiel in 4 Aufzügen von Oskar Blumenthal. U.C. Dem Reklame- Läuteapparat der vereinigten liberalen Preffe Berlin« folgend, beschlossen auch wir vorgestern, der Blumenthal'schen Muse einen Abend zu opfern. Wirklich batten e« die drei bisherigen, gewaltsam herbeigeführten Er- folge vermocht, daß da« Theater lange vor sieben Uyr be« reit» ausverkauft war, uud wir mußten un» wohl oder übel, wollte» wir nicht gänzlich auf den Genuß verzichten, mit einem Platz auf der Gallerie begnügen. Auch da« hat unter Umständen sein Gute», und e« sei un« daher gestattet, hier kurz die Annehmlichkeiten eine« solche« Platze« zu schildern. Die Gallerie de« Deutsche« Theater« hat eine ver- zweifelte Aehnlichkeit mit der Krippe eines Kuhstahl», wo bekanntlich da« gehörnte Vieh den Kopf ebenfall« dui ch eine Oeffnung stecken muß, um zu seiner Nahrung zu gelangen. Es liegt uns ferne, hier irgend eine Parallele ziehen zu wollen, es grenzt indessen stark an Dreistigkeit, wenn die Direktion de« Deutschen Theater« dem Publikum zumuthet, in halb liegender Stellung der Theatervorstellung beizu- wohnen. Außerdem dürfte der Ausdruck.Beutelschneiderei" kein allzuschar scr für dos Vorgehen der Direktion sein, wenn dieselbe Plätze verkauft, von welchen au«, wie viel- fach geklagt wurde, absolut nicht« zu sehen ist. E« mag ja sein, daß auf die eine Mark desjenigen, der die Gallerie besucht, nicht besonder« viel Gewicht gelegt wird, derselbe erkauft fich jedoch auch durch diese eine Mark da« unan- fechtbare Recht, die Vorstellung, wenn auch von einem minder bevorzugten Platze, wenigstees sehen zu können. Die 15 Tage Gefängniß für angemessen, sprach dem Beleidij auch die Publikationsdefugniß zu. Frankfurt a. M., 8. f"' Oktober. Ein junger Mann von einem Mädchen, mit dem er verlobt gewesen, auf füllung des gegebenen Eheversprechens oder auf angeme Entschädigung verklagt worden. Nachdem das Mädchen t schworen, daß der Beklagte ihr in der That die Ebe sprochen, wurde der frühere Liebhaber verurthcilt, die Kläj binnen zwei Monaten zu Heirathen oder fie schadlos zu' fln diesem Falle soll die Höhe der Entschädigung nach Vermögen des Verurthcilten bemessen werden. lau; M br. s welche ai lautete di rndete err Koä Kürschner arbeiten) einem des den find zum Unt« Lohnkomv in ersprie sei durch schädigt r „Seldftftc ste für stc Merewe«nd Uersammlunge«. Sämmtliche Klavierarbeiter, welche der hiestaen Ock krankcnkaffe der Tischler und Pianofortearbeiter angehören u»)%(n„i ibre Beiträge an den Kasfirer Richter zahlen, werden gebet» standigen' ihre Adressen bei Ettamm, Skalitzerstr. 18, behufs Feststellt fie nie da der Delegirtenliste abzugeben, da eine Versammlung der W aufzuaebc glieder im Bezirk des Kasfirers Richter am nächsten Sonnst der„Vere Vormittags 10 Uhr behufs Wahl von 53 Vertretern P i® eueren Generalversammlung in Kellet'« Salon, Andreas str. 21, stst flehen Vo findet. Es wird gebeten, bei der Adreffenangade zugleich Nummer des Quittungsbuches mit anzugeben. Die Kisten- und Koffermacher Berlins hielten Montag, den 12. ds. Mts., rn den„Arminhallen", Komm dantenstraßr. 20, eine öffentliche Generalversammlung ab, �_____... der Tagesordnung:„Der Streik in der Fuhg'schen Aistenfost hr und wie verhalten wir un« demselben gegenüber?" Der» Referent angekündigte Tischlermeister Herr Mitan war am}, 1. scheinen verhindert und erstattete deshalb Herr Hascheck im N � lang recht Die Herr- Arbeiter) kommniss« Die anw« trage der Streik Kommission Bericht über den seitherigen» lauf der Ardeitseinstellung in genannter Fabrik. Redner meW- n daß es wohl nicht nöthig sei," noch einmal näher auf die st m« gezahlten medri�en Löhne einzugehen, �welche bedingten, daß> � aesammte Kistenfabrikation unter der Konkurrenz der Fuhg's» lef>K�„ F brik zu leiden habe. Der Chef der genannten Firma,' führte Redner weiter aus,— sei so ardeiterfreundlich geweß daß er seinen Arbeitern verbot,� dem Verein zur Wahrung> gej�t me Interessen der Kisten- und Koffermacher al« Mitglieder ast aehöien. Wer dem Verein dennoch angehöre, solle sofort» lassen werden.— Die Kommisston habe noch ein» versucht, mit Herrn Fuhg Rücksprache zu nehmen» ihm den Preistarif vorzulegen, sei jedoch von Herrn Werkführer und dem Komtoir- Personal in wenig» licher Weise zurückgewiesen worden. Der Werkführer st sogar— wie Redner weiter bemerkte— einige Arbeiterst gefordert, die Kommisfion« Mitglieder vom Hofe zu\V Redner spricht sodann sein Bedauern darüber aus, daß' Kollegen Butzbach und Lindemann, welche mit zu den& kenden gehörten, die Arbeit in der Fabrik wieder aufgeno»» baben, und fordert die noch streikenden Kollegen auf, trevl Sache zu halten, nur dann könne der Sieg errungen nxf und der Streik den Ardeitern zum Vottheil gereichen. J»_| darauf folgenden Debatte sprachen die Herren Müller, Ts>' und Käufhold im Sinne des Referenten. Hieraus wurde stimmig beschlofien, den Stteik in der Fuhg'schen Fabrik nicht für beendigt zu erklären, sondern mit aller Energie zusetzen. Der Stellmacher Herr Metzner bedauerte, daß| vre Stellmacher in Folge großer Arbeitslostgkeit den machem so große Konkurrenz machen. Zum Schluß Herr Kaufhold noch mit, daß von den Hamburger Kisten 100 M zur Unterstützung der Stteikenden eingetroffen und auch die biefigen Kollegen für die nöthige Unterst« weiter sorgen würden. Er forderte auf, vor allen Dinge» Zuzug von der Fabrik fernzuhalten. Der Fachveret« der Rohrleger tagte am Sonnt; 11. Ottoder, im Lokale von Wolf und Krüger, Skalitz; Als Referent war Herr Dr. C. Sturm erschienen. hielt einen Vortrag über„Gicht und verwandte Kran». Referent erklärte die Entstehung der Krankheit und erljj wie die davon Befallenen behandelt werden müssen. J> trag wurde sehr beifällig aufgenommen. Der Vorfitzende hierauf im Namen der Versammlung dem Referenten>2 weder, s, Dank für den Vortrag aus. Nachdem versprach Herr Dr.»S Koffermaci nw 95 h piflflt iRnriraA ftlu»«« TO»isih*5 föllcn.' visoren ft .. Im 12. Oltob einen bei ttanlheitei von Ham getheilt n deutscher find, und aufaefordl Diese Nae fich hervor Eiern unl in nächst, ÄS" fich über 1 mißbillige des Fach Machern I würde bei drückten 1 recht zu s die arbeit Trotzdem immer zr die strei Vereinsm; Herr Elei daß die ß würden; i Mirnra stützen, Di durch Str ade K haben, un be�J a am 25. d. M. einen Vortrag über„Bleivergiftung und kolik" zu halten. Sodann wurde zur Wahl eines Komit» schritten, welchem die Leitung und Arrangements ein", November stattfindenden Wintervergnügens übertragen Ferner wurde der Versammlung mrtgetheilt, Daß das nachweis- Bureau fich jetzt Elsasserstr. 58 1 Treppe Der Vorfitzende machte iodann bekannt, daß am 15. N' eine General> Versammlung einberufen wrrd, in wel«n Neuwahl des Vorstandes stattfindet.,«rVu"ia,' „.«s.ws;: s MU Dresdenerstr. 96, sein zweites Stiftungsfest mit Kon,eu Tanz. Mitglieder und Freunde der Freireligiösen G"» find freundlichst dazu eingeladen. BilletSstnd bei alle» gliedern zu haben, insbesondere bei Metzner, straße 16 IL an. Es r Koffermack den fich i macher fi Herrn El, der Arbeil ohne Best den königl , am'- j Wa»"' 35, Hamb Bahnhof: Stellmach, «X* 'i Direktion bestärkt den Käufer eine« solchen Bissels den Verkauf auch in dieser Annahme; wie jedoch ihr Versprechen hält, davon kann sich ein � selbst überzeuge», der mit der schmutzigen, zerrissenen N tapete, welche die Gallerie vo» innen bekleidet un> jedem normal gewachsenen Menschen jegliche AussiVj sperrt, in Berührung kommt. Wie wert eine foW Handlung de« Publikum«, welche» sich nur auSnah den Besuch eine« Theater« gestatten kann, mit den de« Anstände« und der«othwendigen Rücksichtnahme einstimmt, da« zu beurtheilen, überlasse» wir der des Demschen Theater«. Nun zu dem Blumenthal'schen Stück., E« ist ein ganz unerklärlicher Druck, der fast gesammten Presse Berlin« zu lasten scheint, daß e' wand wagt, ein solches Machwerk als da« zu was e« in der That ist. Die Direktton de« Theaters scheint ebenfalls nicht in der Lage zu M*' Wahl der aufzuführenden Stücke nach" eigenem messen zu treffen, sonst würde fie höchst wahrsche'»� so armselige« Machwerk mit Entrüstung zurückg� haben. J Die überaus dürftige Handlung, die außerdem lM». �tx Reize« der Neuhett und der eigenen Erfindung � fernerhin ziemlich verbraucht ist, ist mit wenige«& der b9i,V cnablt.. c 01 � 3m Jahre 1866 hatte ein durch den König depK> PuMiSf Fürst einen geheimen Vertrag mit Oesterreich abges°Lj> roerv m und sein vertraut-� Weise Das fühlt Hab, lung niö Er nimm modern g .Dass die jemali dieselben nahestehen doch im» welche« si nehmst« B wenn das, werden. Publikum nehmlich kenne» ge anderen 9 Widerred« jedoch sei Akt den< Ulanenlie weiß er< seiner Se Wir von dem nur der Fürst selbst wußten. Zm enischeidenden Augenblick wurd« Preußen«rratf�J er Verdachtes J kcrarti&e ■qssn nicht trag in unerklärlicher Weise den von jenem Zeitpunkt an lastete der verrath« auf dem entlassenen Minister. Ein« Revue bringt diese von der Oeffe«,lichkeit längst S Geschichten wieder an da« Tageslicht, die spricht wieder von denselben, der Minister frt � Der Fürst hat sich und sein Land den Preußen r rathen. Sffl d ri wie sich l diesen her zudrücke« hr. Für die öffentliche Versammlung der Kürschner. welche am Montag bei Seefelv, Grenadierstr. 33, stattfand, lautete die Tagesordnung:„Welchen Nutzen hat der neuge« gründete Verein der Selbstständigen für die Gesellen?"— Herr Koch wies darauf hin, daß die„Selbstständigen"(die Kürschner, welche Gesellen beschästigen und für Fad tf arten alberten) dadurch, daß fie infolge ihres Zusammentretens zu einem besonderen Vereine aus der Lohnkommisfion ausgeschie- den sind und zum großen Theile auch erklärt haben, Beittäge zum Unterstützungsfonds nicht mehr zahlen zu wollen, es der Lohnlommission fürs Erste zur Unmöglichkeit gemacht haben, in ersprießlicher Weise weiter zu arbeiten. Auch der Fachverein sei durch das einseitige Vorgehen der„Selbftständrgen" ge« schadigt worden. Referent schloß mit der Bemerkung, daß die „Seldstständigcn" wohl bald zur Einficht kommen werden, daß sie für sich allein eine Befferuna der Lohnverhältniffe herbeizu- führen nicht im Stande find. Von den anwesenden„Selbst' ständigen" erklärten die Herren Haase, Lewin und Stein, daß Seleidig* Renn& auf» ngemcssik ischen? Ebe m hielte«* Rom« mg ad liftcnfi ' Der ar am eck im fie nie daran gedacht Haren, die Gemeinschaft mit dm Gesellen aufzugeben, und Herr Lewin sprach es aus, daß schon jetzt für ihn der„Verein der Selbstständigen" ein todtgeborenes Kind sei. Die wetteren sehr langen Debatten bezogen sich auf die dedauer« Iichen Vorkommnisse, durch welche der Rückgang der eine Zeit lang recht erfolgreichen Lohnbewegung verursacht worden ist. Die Herren Berger, Wedemeyer und Stoye(nichtseldstständige Arbeiter) suchten zu beweisen, daß die bedauerlichen Vor- kommnisse nur durch die„Selbstständigen" verschuldet seien. Dre anwesenden„Selbstständigen bestritten dies und wiesen darauf Hm, daß die nichtseldstständigen Arbeiter, da fie die Maiorriat gebildet, das, was die Lohnbewegung geschädigt hat, zu verhindern im Stande gewesen wären. Der Antrag, den �....— u ert t05e stellte, darüber beschließen zu wollen, ob die Lohn« riaen 9 wie bisher noch weiter fortbestehen soll oder ob ncr mei>i Gsellen und Selbstständige getrennt von einander vorgehen uf die W 1? und der von den Herren Wedemeyer und Grunert ge- en dafc> stallte Antrag, die bestehende Lohnkommtifion aufzulösen und i kl UnUrftützungäfonds dem Fachverein zu überweisen, riefen ledhaften Widerspruch hervor. Es wurde beschloffen, daß der Wedmeptifche Antrag für eine baldigst einzuberufende öffent- uche Versammlung als erster Gegmstand auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Es wurde dann die Wahl von drei Re- vrsoren für die Unterstützungskaffe vollzogm. i? �.ü'.�uchvertiu der Stellmacher hielt am Montag, den 12. Oltober, im Verein� lokale Jnselftr. 10 Herr Dr. Zadel beifällig aufgenommenen Vortrag über:„Geschlechts- Irankheitcn deS Mannes". Hierauf verlas Herr tzeider ein uuu Hamburg an ihn gerichtetes Schreiben, in welchem mit- getheilt wurde, daß die Statuten des zentralifirten Vereins deutscher Stellmacher vom dortigen Senat genehmigt worden find, und in welchem der Fachverein der Stellmacher Berlins aufgefordert wird, fich den Hamburger Kollegen anzuschließen. Dese Nachricht führte zu einer sehr erregten Debatte, an welcher fich hervorragend die Herren Glaubitz, Hering, Heider, Graack, Elern und Seelmann detheiligten. Man kam zu dem Resultat, nächster Zeit eine außerordentliche General-Versammlung en, dl FuHstf rma, ch ßi ahrung eder Ä fmen» von wenig � Ihrer I :beiter mJ* den ["% rä r, 3Wj wmde' Fabrik ff rn einzuberufen, in welcher zu der Frage Stellung genommen und Beschluß gefaßt werden soll. Eine weitere Debatte entspann . fich über den Streik der Kisten- und Koffermacher. Es wurde loi-nie N mißbilligend hervorgehoben, daß Stellmacher, welche Mitglieder l£ ad des Fachvereins find, den streikenden Kisten- und Koffer« " 2:* machern den Weg in ihre Fabrik versperrt haben; dadurch würde der Streik, durch welchen die Kistenmacher ihren ge- drückten Lohn ausbeffern wollten, illusorisch gemacht. Um ge« recht zu sein, wurde jedoch bedauernd die schlechte Lage, in der die arbeitslosen Stellmacher fich befänden, in Betracht gezogen. Trotzdem aber sei das Vorgehen der betreffenden Kollegen immer zu verurtheilen. Herr Glaubitz stellte den Antrag, die streikenden Krsten- und Koffeimacher, die zugleich Vereinsmitglieder find, aus der Vereinskasse zu unterstützen. Herr Elein ttat diesem Antrage mit dem Hinweise entgegen, daß die streikenden Stellmacher aus der Streikkasse unterstützt würden; mit gleichem Rechte müßte man die Mitglieder unter- stützen, die monatelang arbeitslos seien, fich aber nicht in den durch Streik leergewordenen Werkstätten um Arbeit bemüht haben, um die Erfolge desselben nicht zu beeinträchtigen. Eni- weder, so führte Redner aus, müsse man die Kisten- und Koffermacher überhaupt unterstützen, oder man laffe dieselbe ganz fallen. Dieser Anficht schloffen Herr Hering und andere fich an. Es wurde dann beschloffen, den streikenden Kisten- und Koffermachern 15 Mark zu bewilligen. Im Fraaekasten befan- den fich unter Anderen folgende Fragen: 1. Wieviel Stellmacher find jetzt in Berlin arbeitslos? Dieselbe wurde von Herrn Elein dahin beantwortet, daß nach der Frequentirung der Arbeitsnachweise zu urtheilen 60—70 Stellmacher momentan ohne Beschäftigung seien. 2. Wieviel Stellmacher werden in den kömglichen Werkstellen beschäftigt? Aus der Mitte der 35, Hamburger Bahnhos 20, Anhalter Bahnhof 20, Lehrter Bahnhof 13, und Görlitzer Bahnhof 12, in Summa also 168 Stellmacher beschäftigt werden. »n stenaiA Ä? Ding««! a ran l«1 mde tten % riv en :l "M alle« Z Wafc*» Das ist Alles. Der Verfasser muß ei wohl selbst ge- — fühlt haben, daß diese trockene und unwahrscheinliche Hand- liffet«" lung nicht ausreicht, um vier lange Akte zu füllen. xaflj Er nimmt daher seine Zuflucht zu dem in letzter Zeit so modern gewordenen„adminikulirendem Beiwerk." Dasselbe besteht in den ältesten und schalsten Kalauern, die jemals auf einer Possenbühne abgelagert worden sind, dieselben würden kaum in dem. dem Verfasser geistig so nahestehenden„Ulk" Aufnahme' finden können, und das will doch immerhin etwas bedeuten. Das Deutsche Theater, welches fich in gewissen Beziehungen mit Recht al« die vor- nehmste Bühne Berlins fühlt, verliert viel von seiner Würde, wenn daselbst derartige abgedroschene Trivialitäten exekutirt werden. In jedem anderen Theater mit "£7.. um urtheilSfähigem Publikum Hütte man ledenfall« recht häufig und recht ver- oüL«ehmlich fem Mißfallen über derartige„Scherze" zu er- e« kenne» gegeben, abgesehen davon, daß da» Stück auf jeder anderen Bühne mrt weniger vorzüglichen Kräften ohne alle Widerrede ausgepfiffen worden wäre. Der Autor kennt sei«, j ledoch fem Publikum sehr genau, wenn er gleich im ersten seiner Seite und somit gewonnen hat. jeß� Wir deuteten bereits an, daß die u�ä Nie nicht ausreicht. Wenn wir nun au Handlung für vier .«tbel«� �-e nicht ausreicht. Wenn wir nun auch absehen von der !en$ garstigen Zerfahrenheit und der unendlichen Flüchtigkeit, mit j bie drei ersten Akte zusammengestellt find, so kann man »epfss�S ben vierten höchsten» al» einen„GewaltSakt" bezeichnen; da» bflttiO m mufr bis„gegen 10 Uhr" im Theater festgehalten ier SfT1"' gleichviel ob ver gute Geschmack in der brutalsten die�'(| f �'e angerempelt wird. Fast in der �esammte» Presse -ath« e. wird. Fast in der, |, fich Niemand, der diesen Uebelstand zu rügen versucht hät� Man kann nicht annehmen, daß . derartige grobe Fehler ästhetisch gebildeten Leuten nicht auffallen sollten, aber gradezu ergötzlich ist es, wte fich freunde und Gesinnungsgenossen de» Autor» um dresen heiklen Punkt de« offenen und ehrlichen Tadel» herum- zudrücken versuche«. Un» liegt wenig an den„Erfolgen" und Tantreme« de» Herrn Blumenthal, wir können unsere dk,. In der ersten Kontrol-Versammlnng der strei- kende« Drechsler, welche am Dienstag Vormittag unter Lei- tung des Herrn Sünder mann in Gratweils Brerhallen stattfand und zu welcher fich, auf Einladung der Lohnkommisfion, auch der Obermeister der Drechsler-Jnnung. Herr Meyer, eingefunden hatte, berichtete zunächst der genannte Vorfitzende im Namen der Lohnkommisfion über die ihr bis dahin bekannten ersten Resultate des Vorgehens der Gesellen mit den bekannten For- derungen. Hiernach find— laut den bei der Kommisfion am Montag und Dienstag eingelaufenen Anmeldungen— f.e Forderungen in 23 Werkstätten mit ca. 110 Gesellen bewilligt und in 14 Werkstätten mit ca. 52(jetzt streikenden) Gesellen nicht bewilligt worden, während man, ohne sthlzuarKfen. wohl annehmen dürfe, daß außerdem noch in ca. 25— 30 Werkstatten die Forderungen bewilligt worden sein möoen, ohne daß es der Kommisfion bisher angezeigt wurde. Als Werkstätten, in denen dewilligt ist, wurden bezeichnet; 1. Voigt u. Faulmann, vorm. W. Meyer. Alt-Moabit 124, mit 18 Gesellen(30 pCt. Lohn- Zuschlag). 2. Walter, Mariendorferstraße, mit 4 Gesellen(25 pCt. Lohnzuschlag). 3. Karl Müller, Friedrichsttaße, mit 8 Ge- sellen(Minimattarif bewilligt). 4. Habild u. Co., Inhaber Stadtv. Echiegnltz, mit 12 Gesellen(15 pCt. Lohnzuschlag). 5. Kadzik u. Comp., Sebastianstraße, mit 8 Gesellen (18 Mark Minimallohn bewilligt). 6. P. Btller, Andreasstraße, mit 2 Gesellen(Minimal- Tanf bewilligt). 7. HonsaeuS, Markusstraße, mit 6 Gesellen(Tarif der Wunsche- schen Werkstatt. Ritterstraße 11, bewilligt). 8. Gundermann, Prinzenstraße, mit 2 Gesellen(sämmtliche Forderungen). 9. Müller. Laufitzersttaße(ca. 20 pCt. Lohnzuschlag). 10. Wunsch. Skalitzerstraße. 11. Peschel, Walvemarstraße. 12. Schwarze. Mariannenstraße. 13. Lütgen u. Bruns, Gretfswalderstraße, mit 10 Gesellen(15 bis 75 pCt. Lohnzuschlag). 14. Konrad, ÄSf äw. ÄS«a Bukowersti aße, mit 2 Gesellen. 17. Trepplin, Oranienstraße, mit 1 Gesellen(i5 pCt. Lohnzuschlag). 18. Mahlow. Frucht- straße, mit 3 Gesellen(15 pCt. Lohnzuschlag). 19. Hackel, Krautsstraße, mit 2 Gesellen(20 pCt. Lohnzuschlag'. 20. Elkan Bab, Gttschinerstraße. mit 14 Gesellen(Mimmaltarif bewilligt: schlechtere Arbeiten, Muster ic. im Wochenlohn mit 21 M.) 21. Th. Gläser, mit 1 Gesellen(25 pCt. Lohnzuschlag). 22. Sträußel. Skalitzerstraße. 23. Bredow. WeinbergSwea (25 pCt. Lohnzuschlag).- Nicht bewilligt wurde und gestteitt wird in den Werlstätten von: 1. Loren*. Peinzesfinnenstraße, 2 Gesellen. 2. Hinsching, Reichenbergerstraße, 7 Gesellen. 3. Rose. Adalbertstraße. 6 Gesellen. 4. Engel. Ackerstraße. 4 Gesellen. 5. Grauel, Brandenburgstraße, 2 Gesellen. 6. A. Fest, Brunnenstraße. 1 Geselle. 7. A. Scholz, Reinickenvorferstraße. 1 Geselle. 8. Stolzmann, 1 Geselle (auf Knochen- und Elfenbeinarbeit; für Holzarbeit sind die Forderungen bewilligt). 9. Kerncr, Blumenstraße. 4 Gesellen. 10. Hüoener, Georgenkirchstraße. 3 Gesellen., 11. Räbiger. Waldemarstraße, 1 Geselle. 12. Lesverberg. Skalrtzer- straße, 2 Gesellen. 13. R. Kusche, Wrangelstraße, 2 Gesellen. 14. Weber, Ritterstraße, 2 Gesellen.— In der animirten DiS- kusfion. an der fich viele Redner, zu wiederholten Malen auch Herr Obermeister Meyer, betheiligten, wurden u. A. auch ein paar bekannte, sogenannte„Spezialbuden" in der Nähe des Weinbergswegs scharf getadelt, weil die betreffenden Gesellen, welche in Folge der niederen Löhne nur bei angestrengtester Arbeit und meist 16 stündiger täglicher Arbeitszeit 18 Mark wöchentlich zu verdienen vermögen, bis jetzt keine Veranlassung zu haben glaubten, mit der Forderung von 18 MI. Minimallohn bei höchstens lOstllndiger Arbeitszeit vorzugehen, wobei festzuhalten, daß die erwähnte Forderung nur als Minimalmaß für den Lohn des Durchschnittsarbeiters, des sogen,„schwachen Arbeiters" gelten soll. Der Ruin des Drechslergewerbes— so wurde ferner gesagt— werde am meisten durch die sogenannten „Küchen"- oder„Dachstuben- Meister" herbeigeführt, welche ausschließlich die Hausindusttie kultiviren, d. h. Gesellen außer dem Hause beschästigen, die in ihrm Wohnungen theils auf eigenen, theils auf ihnen gelieferten Drehbänken zu den aller- niedrigsten Löhnen arbeiten und fich in keiner Weise an den öffentlichen Bestrebungen der gewerblichen Interessen betheiltgen. Herr Obermeister Meyer erklärte, daß er nicht als Vertreter des eingeladenen Jnnunas- Vorstandes habe erscheinen können, da ihm die betreffende Em- ladung zu spät zugegangen, als daß eS noch möglich gewesen wäre, fich darüber mit seinen Kollegen vom Vorstande zu ver- ständigen. Er spreche hier also ganz alS Privatmann seine rein persönliche Meinung aus und wünsche der Bewegung einen guten Erfolg. Ebenso glaube er aber auch, daß die Meister überhaupt gegen hie höheren Anforderungen der Gesellen nichts einzuwenden hätten, wenn solche nur von sämmtlichen Gesellen und bei allen Meistern geltend gemacht würden, da die Meister gleichmäßig unter dem Zwange der Konkurrenz stehen und der Einzelne nicht höhere Löhne zahlen könne, als seine Konkurrenten. Die Innung sei bis jetzt nicht zur Stellungnahme gegenüber der Bewegung aufgefordert worden und habe fich nicht hinein- drängen wollen. Doch werde er(Redner) die Angelegenheit nunmehr im Vorstände zur Sprache dringen und dafür sorgen, Meinung frei dahin äußern, daß dieser Fehler bei einem Dichter, dem eine so außerordentliche Bühnengewandtheit — nachgesagt wird, gradezu unverständlich ist. Die Charaktere sind sämmttich verzeichnet und von unglaublicher Flachheit. Wenn der Verfasser glaubt, daß Leute aus jenen Ständen, die er hier mit möglichst Unglück licher und ungeschickter Hand zu schildern trachtet, fich in Wirklichkeit so ausgesucht albern benehme», so irrt er ein- fach und er vermag Niemanden durch die hin und wieder in den Dialog eingestreuten Gemeinplätze über die Ober- flächlichkeit seiner thatsächlichen Beobachtungen hinwegzu- täuschen. Einen Kavallerie- Offizier von so ungeheuerlich naiven Anschauungen, wie ihn Herr Blumenthal darzustelle« beliebt, giebt es einfach nicht, und wenn die banale« Witzeleien, welche dieser Figur in de« Mund gelegt werden, von dem Publikum de» Deutschen Theater« bejubelt werden, so zeugt da» nur von der berechnende« Klugheit des Autors, der die geheime Eifersucht seiner Zuhörer auf jene exklusiven Kreise sehr genau zu kennen scheint. Von irgend welcher Lebenswahrheit, von irgend welcher psychologischen Fein- malerei ist in der Blumenthal'schen Schilderung durchau, keine Spur zu finden, Herr Blumenthal liebt die Bequem- lichkeit, er entlehnt seine Charaktere wahrscheinlich den „Fliegenden Blättern" oder einem anderen Karrikawren- blatt, das wirkliche Leben jener Kreise kennt Herr Blumenthal aus eigener Anschauung entschieden nicht. Und doch ist es garnicht so schwer, diese wenrg sympathischen Gestalten in sarkastischer Weise zu perfiflireo, dazu gehört aber eine Beobachtung, die nicht auS Witzblättern, sondern aus der Berührung im wirkliche« Leben geschöpft wer- de« muß. Ganz ähnlich verhält eS fich fast mit alle« anderen Figuren de» überaus blaublütigen Personenverzeichnisse«. Ist denn Herr Blumenthal in der That so unerfahren, daß er meint. eS gäbe, außer vielleichtin seiner höchsteigenen Phantasie und rn einigen Leihbibliotheks-Romanen, wirklich so täppische adlige Hochstapler? Diese Leute zeichnen fich ge- wöbnlich durch raffiairte Schlauheit, durch exquisite Ge- schliffenheit ihrer Manieren und ihre« Wesen» auS, aber daß jedenfalls in der nächsten Gesellenversammlung am Don« nerstag in„Büß' Salon", Große Frankfurtersttaße, Mitglieder deS Jnnungsvorstandes zugegen find. Verschiedene Redner, wie die Herren G. Kühn(Meister) und Julius Hildebrandt unterzogen die bekannten Unterlaffungs- und anderen Sünden der Jnnungsmeister einer rück- »altslosen, scharfen Kritik. Auch schlug der erstgenannte Redner vor, eine auS Drechslermeistern und Gesellen zusammengesetzte Kommisfion zu wählen, um Maßregeln zur Beseitigung der irößten Mißstände des Gewerbes zu berathen und in Aus- ührung zu bringen. Wenn die Innung zeigen wollte, daß hre schönen Reden und Versprechungen mehr als bloße Worte eien, möge fie nach dieser Richtung hin die Initiative er« greifen und eine Meisterversammlung zu diesem Zwecke ein» berufen._ Soziales und Arbeiterbewegung. Ueber die Leistungsfähigkeit der feststehenden Dampf- Maschinen in Preußen zu Anfang des Jahres 1885 entnehmen wir der„Etat. Korr." folgende Angaben: Von den er- mtttetten 41 421 feststehenden Dampfkesseln wurden 38 830 feststehende Dampfmaschinen gespeist, die aus 38 420 Krastma- chinen, 7 Dampfkrähnen und 403 Dampfhämmern bestanden. Von 38 202 Dampfmaschinen konnte die Leistungsfähigkeit er- mittelt werden, die im Ganzen 1 221 884 Pferdekräfte betrug, während 1379 bei 29 171 Maschinen eine Gesammtleistungs- ähigkeit von 887780 Pferdekräften ermittelt war. ES kam also 1379 aus jede Maschine eine Durchschnittsleistungsfähigkeit von 30.43, 1885 dagegen von 31.98 Pferdelräften. Maschinen mit einer Leistungsfähigkeit von über 100—200 Pferdekrästen wurden 1204(1879 917), solche von über 200 Pferdekräften 1056 1879 790) gezählt. Bei 396 Dampfhämmern wurde ein Ge« ammthammergewicht von 785 725 Kg. ermittelt. 5 Hämmer latten ein Gewicht von 15000 Kg. und je 1 ein solches von 20000 und 50000 Kg.___ Vermischtes. Serbische Räuberbanden. Belgrad, 16. September. Vor dem Standgericht in Gorni Milanovac findet seit 11. d. die Gerichtsverhandlung gegen die Räuberbande Sipinanin tatt, welcher nebst vielen kleinen Räubereien und Diebereien 64 große Raubanfälle und 47 Morde zur Last fallen. Dem Führer der Bande allein find 40 Raubanfälle und 14 Mord- tyaren nachgewiesen. Der Monstreprozeß soll heute beendet und die Maffenhimtchtung morgen vollzogen werden. Der Mord JakovlievicS' ist noch nicht zur Verhandlung gekommen. Kriefkasten der Redaktion. G. Scheftel. Nach§ 7 der Verordnung über die Aus- führung der Wahlen zum Abgeordnetenhause, ist jeder selbst- ständige Preuße, der das 24. Lebensjahr überschritten'hat, im Besttz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und seit 6 Monaten seinen Wohnfitz in der Gemeinde hat, Urwähler, wenn er keine Armenunterstützung erbälr. Die Urwähler wählen zu- nächst Wahlmänner. Auf 250 Seelen der Bevölkerung ist ein Wahl mann zu wählen. Jeder Landtags Wahlkreis wird in verschiedene Urwahl bezirke getheilt, jeder Urwahlbezirk hat 3 Wählerklasse n, jede Wählerklasse wählt eine gleiche Anzahl Wahlmänner. Die Klasstfizirung der Urwähler geschieht nach folgenden Grundsätzen. In Berlin wird die von allen Urwählern gezahlte Steuer in drei Theile getheilt, diejenigen. welche den ersten Theil derselben zahlen, find Wähler e r st e r Klasse, während die, welche den zweiten Theil aufbringen, in dre zweite und der Rest der Wähler in die dritte Klasse ein- rangirt wird. Nach der für die bevorstehende Wahl auf- gestellten Berechnung ist der Mindestbetrag für die Wähler erster Klasse 864 Mark, der zweiten 174 Mark. Alle Urwähler, welche weniger als 174 Mark zahlen, sollen nach der allgemeinen Berechnung in die dritte Klaffe kommen. Doch ist in 320 Urwahlbezirken eine besondere Berechnung aufgestellt worden, weil in diesen keine Urwähler vorhanden waren, die einen so hoben Steuerbetrag entrichten. Zur dritten Klasse aehören alle Wahlberechtigten, auch wenn sie keine Steuer bezahlen. Die Urwähler haben bei der eigent- lichen Abgeordnetenwahl garnicht mitzureden. Dies ist Sache der Wahlmanner, welche dazu an einem bestimmten Tage zusammentreten. Sowohl die Urwähler als auch die Wahl- sr Ära K Ä Ä Ä Abgeordneten ohne Hilfe der zweiten Klasse durchzubringen. kommt es vor, daß in der zweiten, namentlich aber w erster Klaffe einige Dutzend Urwähler ebensoviel Wahlmänner ernennen- denn von„Wählen" kann oft gar nicht die Rede sein- als tausende von Urwählern in der dntten Klasse- Daß unter solchen Umstanden die Arbeiter auf eine derartige Wahlerei verzichten, ist wohl emleuchtend. Es wäre mehr wie Made' wollte man die Wähler erster und zweiter Klaffe in ihrem Geschäft stören. nicht durch die possenhafte Steifbeinigkcit, die ihnen in dem Blumenthal'schen Schauspiel vindizirt wird. Etwa« besser, wenigsten« geistig mehr durchgearbeitet ist die Rolle de« blasirten Genußmenschen, obgleich die innere Motivirung vollständig fehlt, weshalb dieser Herr. der„alle Schulen durch ist," urplötzlich durch die sentimen- talen Anwandlungen einer Frau, die übrigens an einer wahr- Haft phänomenalen Verständnißlosigkeit für gewisse Verhält. msse leidet, au, dem reißenden Wolf zum kein Wässerchen trübende» Schäfchen wird. Auch die Figur der Frau Hertha von Weidegg. deren Rolle übrigen» von der Frau Niemann brillant gegeben wurde und dadurch jedenfalls da» Stück vor gänzlichem Mißerfolg rettete, entbehrt der geistigen Abrundung. Oskar Blumenthal gefällt sich darin, sich auf seine Kenntniß de» weiblichen Herzen» etwas einzubilden, hier hat er bewiesen, daß er den weibliche« Charakter, wie er sich in wilder Ver- zweiflung, in namenlosem Schmerz und in aufjauchzender. brausender Freude äußert, herzlich schlecht kennt. Die andere weibliche Figur, ein kaum dem Pensionat entschlüpfte« Fräulein, ist in echt Blumenthal'scher Weise dargestellt: fie rechnet ihrem Bräutigam die Summen ihrer Bildung klipp und klar in Mark und Pfennigen vor. Al» ob es sich um den Erfolg eine» Blumenthal'schen Schauspiel» handelte! Alle übrigen Figuren sind papierne Theaterfiaurev, ohne Blut und Leben, wie sie tausendfach von Dichterlingen vor Herrn Blumenthal gemacht worden sind und wie sie tausend- fach auch noch nach Herrn Blumenthal über die Bretter gehen werden, vorausgesetzt, daß die Presse sich allen der- artrge» Machwerke« gegenüber gleich lieben«würdig verhalten Als der Vorhang nach dem vierten Akt fiel, ertönte - lautlose« Schweigen, keine Hand wagte sich zu rühren, sogar dre Besucher de« Deutschen Theaters blieben dieser Blumenthal'schen Arbeit gegenüber kalt, von eisiger Theil- «ahmlofigkett. Mit noch größere« geistigen wie körperlichen Kreuz« schmerzen verließen wir unseren Gallerieplatz, um tausend. Erfahrungen in Bezug auf die„Mache" reicher. Theater. Operuha«». Heute: Der Maurer. Echausvielhav«. Heute- König Heinrich der Vierte. Deutsche« Theater. Heute: Ein Tropfen Gift. Urtedrich-Wilhelmkädtische« Theater. Heut«: Offenbach- CycluS. OrpheuS in der Unterwelt. Restden,-Theater. Köflneflftenter. Heute: Sie weiß etwas. Hierauf: Papageno. Belle-Alltanee-Theater. Harte: Die Leibrente. Walhalla-Opere tten-TH eater. Heut«: Don Cesar. Vtktoria-Theater. Heute: Meffalina. Central-Theater. Alte Jakobstraße 32. Direktton: Adolph Ernst. Heute: Zum 75. Male: Die wilde Katze. Gesangspoffe in t Akten von W. Mannstedt, MufU von G. Steffen«. Louisenstädtisches Theater. Direstion: Jos. Firmans. Heute: Der Maskenball. Ofteud-Theater. Heut«: Berliner in Kamerun. Koniaftädttsche« Theater. Heute: Gastspiel der Lrlrputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. American-Theater. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'S Variete. Täglich: Große Spezialitäten- Vorstellung. Koukordia. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten und theatralisch« Vorstellung. Alhambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute zum 5. Male: In Leid und Freud. Lebensbild mit Gesang in 4 Asten von A. Elottko. Vor der Vorstellung: Großes Konzert der HauSkapelle. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7»/« Uhr. Bons haben Wochentags GUtigkeit. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Passage I Treppe. Geöffnet von 9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab- Kaiser Panorama. Diese Woche: Eine Reise durch Oesterreich. Eine be« oueme Wanderung durch Rom. Hertha-Reise. Karoline«. Inseln, a Reise 20 Pf.. Kinder 10 Pf. 12450 Bei der vor einiger Zeit in der„Urania" stattgehabten GaSexplofion bin ich in äußerst schmerzhafter und gefährlicher Weise verletzt worden. Ich bin_ daher eiwerbsunfatni iuirtir orrirv»»wuivwi.-uw Ulst) bitte edeldenkende Menschen, auch in meinem Unglück zu unter. stützen. Otto Milde, Manteuffelstr. 21. z> Mäntel, hochelegant, ür 1 0 M.. Werth rttttlHf-50 M. Kleiderstoffe. Lernen. Teppich«. Gar. Il-oinen, Möbelstoffe und fertige Wasche wegen Aufgabe für das Arbeitslohn.[2416 Waaren-Haus, 68 Lindenstrasse 68, 1 Treppe, an der Jerusalemer-Kirche. Zoulltags bis 8 Uhr Abeids ßtSffiet. [2169 Einzelne Sopha-Beztlge in Rips, Damast und bunten Stoffen, von 3'/, bis 4V» Meter lang, für die Hälfte. 500 Stück echt eugtische Tüli-Gardinen mit Band eingefaßt, 2 Ellen breit, Elle 45 Pf. Emil liefcTrfe, Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Schahwmarea Geschäft von selbst gefertigten Herren-, Damen- und Kinder Stiefeln zu den billigsten Preism. Bestellungen nach Maaß, besonders für Fußleidende, sowie Reparaturen jeder Art werden sauder und gediegen zu soliden Preism ausgeführt. 2316| A. Wohack. Müllerstraße 12a. Allen Bekannten sowie einer geehrtm Nachbarschaft die ergebene Anzeige, daß ich das Milchgeschäft des Herrn Grosse, Waldemarstraße 34, übernommen habe, und bitte bei Bedarf mich gütigst beehren zu wollen. Auf Wunsch liefere frei in« Haus. Achtungsvoll[2443 Alb. Heinrich» 80., Waldemarstr. 34. Arbeitsmmkt. Tüchtige Strickmaschinen-Arbeiter oder Arbeiterinnen auf Westen»erlangt bei�____ �|2455 Grantzow. Alexander-Straße Eine tüchtige Maschinennäherin und eine Epuleri» für Wolle verlangt bei[2454 Grantzow, Alexander-Straße 40 I. Zwei tüchtige Korbmacheraesellen auf Gematt verlangt 2452]__(& Voigt, Gitschinerstr. 91. Gesellen a. Möbel in FriedrichSderg, Blumenthalstr.'M'[2453 Eine Frau wünscht noch einige Waschstellen anzunehmen Näheres der Lattermann, Thaerstr. 14, Hof, im Keller.[2440 Dienstboten erh. gute Stellen Ackerstr. 133, v. I r.[2449. Einen Bildhauer vcrl. C. Schröder, Knesebeckstr. 63(Rixdors). AusverlilUlf m KleidrMrll zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kerliner Marl» m Hauskleidern Meter 30, 40— 50 Pf. Eine große Auswahl moderner Kleiderstoffe in vielen sehr hübschen dunklen Farbenstellungen, früher 75 Pf., jetzt Meter 40 und 60 Pf.— Eine große Auswahl Winter-Cheviots, wollener kräftiger Stoff für praktische Haus- und Straßentleider, früher 90, jetzt Meter 50 Pf.— Ein großer Posten glatter, ein- farbiger Tuch-Duble-Foulös, decatirte kräftige Waare, früher 1,50, jetzt Meter 75 Pf. — Eine große Auswahl sehr hübscher Kleiderstoffe, doppelt breit, früher 2 Mark, jetzt Meter 90 Pf. und 1 Mark.— Eine große Auswahl Winterstoffe mit Bordüren, doppelt breit, Meter 1,30 bis 1,60 Mark.— Doppelt breit Tuch' Lama zu Morgenkleidern, Meter 1,20 Mark, 1,50 bis 2 Mark. Schwarze Double Cachemirs, Meter i, 1,25, 1,50. 1.30, 2 Mark. Ztr. Rschett Berlin Lostab �Schlafrock«) aus rein mallenem Lama, karrirt und glatt, Taill« und Aermel mit rein wollenem Hochrothe« Flanell gefüttert, in allen Größe« 10, 12 und 15 Mark. Regenmäntel in großer Auswahl, sehr hübsche moderne Herbk-paietots, volmaus, pellerinen- Mäntel aus deka- kirteu echten, sehr haltbaren Stoffen 12, 15, 18, 20 Mark. Winter Mäntel in sehr großer Auswahl, in jeder Art zu allbekannt billigen Preisen Teppiche. Läuferftoffe Meter 40, 50, 60 Pf. Wir verkaufen große Zimmer-Tep- piche für 5 Mark, große Holländer Sopha-Teppiche 6 M. 50, Germania« Sopba Teppiche 7 M 50 und 11 M. 50, Brüffel-Topestrie-Teppiche 11 M. 50 Pf., Velour, Plüsch-Teppiche 16 M. 50. Bettvorleger 1 M. Gardinen, schöne neue Muster, Damast-Zwim« Gardinen Meter 40, 50 u. 60 Pf., englische ZwirwGaidinen, Mir. 1 ist. M.' Sielmann& Rosenberg, 25 u. 1 M. 50. Eine große Auswahl abgepaßter Gardinen zu bekannt billigen Preism. Kommandanten- und Lindeukraßen-Ecke. Schön- und Schnellschreiv-Unterricht! Alles w> Man br, um zu e wobntes Anschein dieser T bekannt, %% werfen u durch sei Was das Bruch bei dessen osti plimentei Ostrumel stiebt? B Grrechml Drei verschiedene Schriften für nur 6 Mark lehrt der Unterzeichnete in den neu eröffnetm Schreib Kurses� Wir Dresdenersttaße 10. Der Unterricht findet jeden Dienstag und Freitag Abends von 8'/, bis 10'/: Uhr statt. Auch ist �Abwickln, lerne bereit, m den andern Etadtth eilen Unterrichts Kurse einzunchten und bittet daher um recht rege Betheiligung. kürfe Cnst»T wlethtee.»alligraph und Sckreiblebrer. Eleglrverstraße�-'' MSbel, Sopha- und Matratzen-Fävrik A. Schulz, 34 Wasserthorftraße 34(auch Theilzahlunqj. amelim Möbel-, Spiegel- u. Polsterwaaren-Magazin von A. Fr 46 Wasserthorstrasse 46, empsteblt nur reelle, gediegme Arbeit. Eigene Werkstatt. Solide Preise. Auch Tbeilrabluna. lssen wü »der wirk sollte. 3 is roiebi ��echligt Charakter Ind. Ur taatSwe 8 -v- gf M s-r äs 2 o sg II %= w w« *1 t||| m9 SS ':i| r*£ 3 o"® IM ® 2 1 Sr i a 9 A S 31 t1 I s B *1 5 H. K w i* 3 p I B er? II S-'S 5 S S S S« � i-- 1->' §-§•! ''Sa.a.o.a.a.e.o.a.a.a.a.S •ooooooooooo? K a K' ?» S 5 88 89 w». �2. «.oSsggSSS?? p? p I« g ,, K..... K r gxi B B gis % ii H ii ii ii n ii ii � RS» 1 Weiß, und Nairisch Mersokas. AUsaw-'WMM W tz Ammr o___ M.' �— Herrn. Litewald, Frankfurter Allee 143. General-Versammlung der ProbnktiD- ntiii �ostofgrnpfltiilf" der Schneider jn Sellin(®.% 2451J ierlauf :ben. Aus irtei erj , w v_.. Ph'lst Montag, den 19. Oktober 1885, Abends 8'/, l#?,e rufst bei Herrn Waßmann, Leipzigerstraße 33. lprechen Tagesordnung:>agen die 1 Vierteljabresbericht. Sie befin 2. Geschäftliches. wrger D 3. Verschiedenes. r" Der verwaltuntzMl�. Die Herberge land« befindet Bekanntmachung. sämmtlicher Metallarbeiter Für gesorgt. Nttterstraße Nr. 123. gute Betten. Speise und Getränke ist W Achtungsvoll P. So# Arbeitsnachweis für Metallarbtb f�det stch ebenfalls dort und werden daselbst tüchtige Kräfte gesucht.. Möbelpolirer!-u- Tiganrn- und Tabak-SM Ferdinand Ewal� Lager aller Sorten Rauch.»»... Zigaretten und Präseut-Ctgarre« ..-.Si. ne konn rübm ai en bti lud sehr Der iegfriedi Z e« Tutei sie drüb Ferd Welnbergsweg tSd.?ofst/. j, uch-. Kau- und Echnupst>Aoch mu Ein Herr findet gute Schläfst. b.Menck, WaldemarsW�. Ein Stand neuer Bettm bill�dk.' Waldemarstr-- leib ist ,»pge V .�"ente,«i gros. Cigarren- u. Tabak-Handlung Fritz Goercki cd ©erlin so-'«dmiralstraße 40(frühere„Linde. oU« >7 ..Wi So änfzig 3 «Un lern fe nid Nor Der