Kr. M5. Dienstag, den SO. Oktober 1883. II. Jahrg. rrliurrDolMII Brgsn für dir Intcreffrn der Arbeiter. 4 Fadnlak. .en Besuä- ihrt. SDal„Berliner Bolksblatt� Kschet«! täglich Morgen» außer«ach Sonn« und Festtagen. AbonnementSprei» für Äerli» frei nr» Hau» viertelfährlich 4 Mar!, monatlich 1,35 Marl, mochattltch 35 Pf. Ksstadonnement 4 M!. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mtt illustr. Betlage 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeitungtpreiSliste für 1885 unter Nr. 746.) JnsertionsgebShr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarkt 10 M Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag» w der Expeditton, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoneenr Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. KedaKtion: Kenthstraste S.— Expedition: Zimmerstraste 44. soffen, Ml». ?« „Hkbuiiz hts flnuttnllnubts!" So lautet die neueste Phrase der Herren Rickert und Genossen, die uv» gar nicht überrascht. Die schiffbrüchig � � gewordenen Parteien flüchten fich immer auf da» platte D# w wenn ste bei den Städtern keinen Anklang mehr fin- CAt» t!nr i..ber ländlichen Unschuld hoffen sie noch nicht slstt so sehr verkannt zu werden, wie von der städtischen Bevöl- � w' s"« oon einem so arge« SkepttziSmu» erfüllt ist, %% C H[ie zuweilen auch die hochtrabendsten Phrasen verlacht. I Cd er e» thun wird? Da» glauben wir nicht; verlin r 5?."uuer hat gar kein Interesse an dem Bestand einer 'antensw solchen Partei, wie e» die deutsch- freisinnige ist. Wie will e*!1.diese Partei der darniederliegenden Landwirthschaft ißrlB'??lhelfen? Wenn man diese Frage an sie richtet, wird sie 7 schwerlich eine Antwort darauf geben können, die für die «mbi bäuerliche Bevölkerung auch nur einigermaßen befriedigend »er»r«� k Unten alle« Helden der Phrase kann man Herrn Rickert 0; Unbedenklich die Palme der Flachheit zuerkennen. Der Mann .. id kann zwei, auch drei Stunde» lang ununterbrochen reden 11 und am Schlüsse fragt man sich erstaunt: Wa» hat er denn iiii gesagt? Im Reichstage bildet da» Stenogramm seiner end- DOfl" losen konfuse« Reden oft einen so umfangreichen Stoß •o&e Papier, daß da» stenographische Bureau für Rickert'sche Rede« —--7; eine eigene große Ledertasche anschaffen mußte. Da diese r 10% welthistorischen Aktenstücke für die gewöhnlichen Mappen en. Zgpi viel zu groß waren. Konnte man von dem Manne, der iae große Ledertaschen mit nichtssagenden Redensarten anfüllt, a-J �warten, daß von ihm in Bezug auf die Landwirthschaft lir&y eine neue Idee autgehen würde? Nein!. ftir Jd'/ Herr Rickert hat sich'« leicht gemacht wie immer. Vor ' einiger Zeit hielt nämlich Herr von Bennigsen eine söge- nannte staatSmännische Rede, in welcher er den von der ..Norddeutschen Allgemeinen", der„Kreuzzeiwng" und ande- ren Reaktionsblättern tausendmal gepredigten antiquirten Gedanken, dem Bauernstand durch Zerschlagung I der Staatsdomänen wieder aufzuhelfen, von Neuem «mfgewärmt hat. Di« Lorbeeren des Herrn von Bennigsen ließe« Herrn Rickert, der ja lange gewohnt war, den hannoverschen„Staatsmann" und Kompromiß'Virtuosen Ii•,* el!,ln Halbgott zu verehre«, nicht schlafen, und er be- ' m J.„n ,t)0n Bennigsen aufgewärmten reaktionären r m0�rilnmal aufzuwärmen. Herr Rickert macht ' r*« be« Vorschlag, au« Privatgütern kleine Bauerngüter i' bamit will er dem Bauernstand zu einer„Hebung" ' � schone Idee das, die ein doppelter Abklatsch ist, 4 l'enn ber frühere nationalliberale Abgeordnete Sombart, ei« «MrtotaL] Jeuilleton. Die Hand der Nemesis. Roma« 7] von Ewald August König. (Fortsetzung.) „Er hat diesmal Wort gehalten nickte Rabe. „Jetzt beobachte th«, aber sei, ich bitte Dich dringend darum, mit der Einladung, uns öfter« zu besuchen, zurück« haltend. Der Oberst bilugt diese» Besuch nicht, und so lange er den trotzigen Kopf nicht beugt und Dir die Anerkennung versagt, die er der Wittwe seine» Bruders schuldet, würde jedes Entgegenkommen Deinerseits eine Dehmüthigung für Dich sein." Er reichte seiner Schwester den Arm und begleitete sie in den Empfangssalon, in welchem Siegfried sie er- «artete. Die Generali« schien«ich» gesonnen zu sei«, den War« nungen ihre» Bruders Folge zu gebe«, mit jener warmen und natürliche« Herzltchkett, die nur einer edlen Na- tur eigen ist, hieß ste de« Neffen unter ihrem Dache will« kommen...„ Und Siegfried erwiderte dtese Herzlichkeit um so leb« haster und wärmer, al» sei« scharfer Blick sofort er- kannte, wie lehr dieser Empfang dem Bruder der Generali« mißfiel. »Zch zürnte Ihnen ernstlich, al» die Vermuthung, daß Sie Ihr Verspreche« nicht einlösen wollte«, mehr und mehr zur Gewißheit wurde," sagte die Generali«, nachdem ste auf dem Diva» Platz genommen hatte, zu dem Siegfried ste führte.„Ich kenn, die Gründe, dte Sie zurückhielten," fuhr sie in lebhafterem Tone fort, al» ste sah, daß der junge Herr fich entschuldigen wollte,„die Abficht, Ihnen eine« Vorwurf zu machen, liegt mir fern. Nun aber, nachdem da» Eis gebrochen ist, darf ich wohl hoffen, daß jene Gründe fortan kernen Einfluß mehr auf Sie haben werden." ebenso geistvoller„Volkswirth" wie die Herren Rickert, Barth und Genoffen, hat diesen„Gedanken" schon seit 10 Jahre« propagirt. Die liberalen Manchestermänner k I» Rickert geberden sich sonst immer mit vielem Phrasenaufwand als die Ver- treter des Neuen und Zeitgemäßen. Wenn ein Konservativer kommt und als Mittel für die„Rettung de« Handwerks" die zwangsweise Einführung von Innungen und Zünften empfiehlt, so fallen die Rickert und Genoffen grimmig über solches Beginne« her. Da heißt es dann, daß man die abgestorbenen Formen des Mittel- alters nicht wieder beleben könne, weil diese Forme« nicht m unsere Zeit paßten, daß die moderne« Entwickelung der Industrie den Großbettieb erfordere, daß die so unendlich entwickelte Theitung der Arbeit den Kleinbettieb nicht mehr zulasse wie früher, und daß nur beim Großbetrieb die tech- nische« Fortschritte der Neuzeit zur nutzbringenden Verwen- dung gelangen könnten. Das ist zweifelsohne Alle» ganz richttg. Aber trifft e» nur in der Industrie zu? Wen« die abgestorbene« Forme« des Mittelalters in der Industrie eine Unmöglichkeit sind, warum will man sie denn der Landwirthschaft aufhalsen? Wer die Zerstückelung de» Grund und Boden» als ei« Heilmittel für die Schäden der Landwirthschaft bettachtet, der wandelt genau dieselben reaktionäre« Bahne« wie die Zünftler und die InnungSschwärmer. E» ist doch kein Zu- fall, daß die„Norddeutsche Allgemeine" und die„Kreuz- zeitung" sich so sehr für die Parzellirung der Domänen ins Zeug legen Unter den modernen Verhältnissen ist e» gar nicht an- derS möglich, als daß das Parzellenbauerthum«ach und «ach verarmt. Wenn Norwegen davon eine Ausnahme zu machen scheint, so liegt das an der eigenthümlichen histori- schen Entwickelung seines Bauernstandes, die unter ganz besonderen Formen vor sich gegangen ist. Aber blicken wir doch auf Frankreich! Als die französische Revolution dem Adel und dem Klerus seinen ungeheuren Grundbesitz entriß, vertheilte man denselben in Parzelle« an die Bauer« und glaubte damit die unerschütterliche Grundlage eines natio- nalen Wohlstandes geschaffen zu haben. Ach, wie hat man sich da getäuscht! Der französische Parzellenbauer ist wahr- lich übel genug daran und eS giebt Landstriche genug, wo seine Lebenshaltung das Mitleid herausfordert. Die moderne Gestaltung der Eigenthumsverhältnisse hat ihre aufsaugende Tendenz auch auf die Landwirth- schaft übertragen. Die kleinen Betriebe werden von den großen an sich gezogen. Nicht» ist erklärlicher al« das. Der moderne Bauer ist ei« an feine Scholle ge- fesselter Mensch, ein gledae adscriptno. Seine Parzelle ist mit Abgaben belastet und wenn sie in Folge einer schlechten Siegfried verneigte sich leicht, e« war eine ausweichende Antwort, die man nach Belieben deuten konnte. „Ich will nur gleich meine Schuld bekennen," erwiderte er lächelnd,„hätte ich erwarte« dürfe«, hier einen so freund- liehen Empfang zu finde«, würde ich gewiß nicht so lange gezögert, mich selbst nicht so lange diese« freudigen und mir wahrhaft wohlthuenden Augenblick« beraubt haben." „So hat der Herr Oberst—" „Gnädige Frau, wir wissen ja Beide, daß die Schranke schroffer Vorurtheile die beiden Brüder ttennte, wtt können Beide das nur bedauern, eS zu ändern lag und liegt vielleicht auch jetzt noch nicht in unserer Macht." Arabella trat in diesem Augenblicke ein; Siegfried er- hob sich und ging ihr entgegen, und war auch der Empfang von ihrer Sette zurückhaltender, so lag doch auch in ihm mehr Herzlichkeit und Natürlichkeit, al« die Konvenienz ei erforderte._,,„ Siegfried führte seine schöne Kousine ebenfall« zum Divan, und da« zornige Aufleuchten in de« unstäte« Augen Rabe'» bereitete ihm eine wahrhaft fteudige Genug. thuung; die Anttpathie, die er schon jetzt gegen diese« Mann hegte, schlug ihre Wurzel immer tiefer. „Sie glauben wirklich nicht, daß dtese Schranke lemal» fallen wird?" fragte die Generali«, den Fade« de» Ge- spräch« wieder aufnehmend......... „Wenn ich es nicht glaube, so will tch damit doch nicht sagen, daß ich eS für unmöglich halte," erwiderte Etegfned. „Ueberlassen wir da« der Zeit und erfreue« wir uns de» Augenbück«en � Augen Arabella'» traf ihn ei« seelen- voller Blick, sie schien ihm dafür danke« zu wollen, daß er �WMbäl? miTZ' woMi die n«laJoItu«»»tiM. Ernte einmal versagt, so muß er sie mit Schulden belade«. Die Statistik weist uns nach, daß die Verschuldung der Grundstücke im Allgemeinen eine geradezu kolossale ist. Sie ist obendrein in rapidem Wachsen begriffen, weil der Bauer, sobald er seine Hypothekenzinsen nicht bezahlen kann, seine Parzelle mit neuen Schulden belasten muß. Eine sorgfäl- tige Statistik über das Anwachsen der Zwangsversteigerungen von Grundstücken in Bayern hat uns belehrt, wie rasch die allgemein nun eingerissene Verschuldung des Grund und Bodens fortschreitet. Dabei muß der Parzellenbauer mit de« primitivste« Mitteln arbeiten, die technischen Fort- Schritte und Erfahrungen kommen nur den Großbauer«, niemals aber den kleinen Parzellenbauern zu Gute. Die von der badische« Regierung angestellte Enquete über die landwirthschaftlichen Zustände hat ergeben, daß in den frucht- barsten Strichen Baden» z. Ä. noch die alte Dreifelder- wirthschaft betrieben wird, wie sie zur Zeit Karls des Große« auch schon üblich war. Wenn e» Gegenden mit parzellirtem Grundbesitz giebt, deren Bevölkerung noch wohlhabend ist, so kann man sagen, daß sie eS nicht durch das Parzellensystem, sondern trotz desselben ist. Die moderne Landwirthschaft erheischt gebie- terisch den Großbetrieb. Ein Gutes hätte der Rickert-Sombart'sche„Gedanke" vielleicht für gewisse Leute: verschuldete liberale Gutsbesitzer könnte« ihre Grundstücke gut losschlagen. Es sollte un» nicht wundern, wenn Rickert und Genossen darin eine „Hebung des Bauernstandes" erblickten. Nolitifche lieber ficht. Der Reichstag soll, wie einige Blätter bestimmt wissen wollen, am 20. November eröffnet werden. Die„Post" erfahrt aus„gut unterrichteter Quelle", daß auch der Eröffnungstermin deS Landtages schon festgesetzt ist, und zwar soll derselbe am 11. Dezember einberufen werden Die Nntersuchuna der Lohnverhältniffe der Ar» beitertnnen in der Wäsche- und Konfektionsbranche soll nunmehr vom Bundesrathe in Angriff genommen werden. Der „Hamb. Korresp." schreibt dazu:„Der Bundesrath hat fich viel Zeit genommen, ehe er die Resolutton des Reichstags, de» treffend die Untersuchung der Lohnverhältniffe der Wäschefabn- kation und Konfektionsdranche, welche der Reichstag bei der dritten Berathung deS Zolltarifs beschlossen, einer weiteren Behandlung unterzog. Vielleicht hat er dabei Rückficht darauf genommen, daß es sich hierbei um eine Verlegenheits-Resolution handelte. Die fchutzzöllnensche Majorität des Reichstags hatte bei der zweiten Berathung des Tarifs auch eine erhebliche Er- höhung des Nähfadenzolls beschlossen, und den gegnettschen Argumenten gegenüber, daß die Vertheuerung deS Arbeits« Materials, welches unter allen Umständen aus dem Auslande bezogen werden müsse, lediglich eine Mehrbelastung der Ar- beitettnnen bedeute, die das Nähgarn selbst anzuschaffen ver- urtheil errichtet hat, dann wird auch der Herr Oberst nicht erfahren dürfen, daß Sie die Schranke zu übersteigen wag- ten," sagte er, ohne den zürnende« Blick seiner Schwester zu beobachten.„Wir müsse« uns also für diese» Opfer Ihne« zu lebhaftem Dank verpflichtet fühlen!" „Eine solche Verpflichtung kann ich nicht averkenne«, da von meiner Srite kein Opfer gebracht worden ist," er- widerte Siegfried kalt.„Und wie ich von Zugend auf ge- wohnt bin, meinem Vater nichts zu verbergen, so weiß er auch, daß ich hier bin; wen« auch freilich, wie ich offen be» kenne, ein offener Vorwand diesen Besuch in seinen Augen rechtfertigen mußte." „Diese Offenheit ist in der That anerkennevSwerth," spottete Rabe. „Und ich liebe sie," entgegnete Arabella, dem Onkel eine« flammende« Blick zuwerfend,„sie zeugt von einem un- erschrockenen Charakter, der die MaSke der Heuchelei ver- schmäht, selbst da, wo er fürchte« könnte, durch Offenhett zu verletzen. Darf ich mir die Frage erlauben, welcher Vor- wand Ihrer Verlegenheit zu Hilfe gekommen ist?" „Ist Ihnen da« Ende de» Doktor Wieland bekannt?" fragte Siegfried. „Gewiß, unser alter Gärtner hat mir jene« räthselhaste Ereigniß oft berichtet!" „Vorttefflich ausgedacht!" sagte Rabe lachend.„Jetzt weiß ich, weshalb Ste die längst ad acta gelegte Untersuchung wieder aufnehmen wollen! Ich bewundere Ihren Scharfsinn, Herr Assessor, Sie habe« Talent zur Zntrigue." Siegfried sah ihn mit einem ernsten durchdringende« Blick an, e« war ihm jetzt klar geworden, welchen Zweck dieser Mann mit seinen spöttischen Bemerkungen ver- folgte. „Sie glaube« also, die Untersuchung solle mir nur einen Vorwand bieten?" fragte er.„Ihre Bemerkung über die Inttigue ist mir unverständlich, aber von de« ernste« Pflichte« eine» Untersuchungsrichters scheinen Sie keine hohe Meinung zu haben." „Das wollte ich nicht behaupten." „Aus Ihre« Worten ging es hervor. Damit ab« Pflichtet seien, wurde seitens der Majorität und der Vertreter deS Bundesraths entgegengehalten, daß eine Anzahl Arbeits« rbeitmnnen das Nähgarn mit emem hohen, aeber ihren Arbeiter........—......... �, durch den Zoll ungerechtfertigten Zuschlage verlausten. Daß diese Behauptung, selbst wenn fie thatsächlich begründet sein sollte, eine Erhöhung des Nähfadenzolls nicht rechtfertigt, blieb unberückstcktigt. Der Beschluß rief aber in den betyciligten Arbeiterinnenkreisen eine lebhaste Agitation hervor und dieser erst ist es vornehmlich zu danken, daß die Majorität bei der dritten Lesung, freilich angeregt durch eine dringenden Wunsch des Bundesraths, auf die Erhöbung des NähfadenzolleS zu Gunsten einzelner deutscher Fabrikanten verzichtete. Um aber doch den Schein zu retten, wurde eine Resolution eingebracht, welche den Bundesrath aufforderte, Ermittelungen über die Lohnverhältnisse der Arbeiterinnen in der Wäschefabrikation und der Konfektionsbranche, sowie über den Verkauf oder die Lieferung von Arbeitsmaterial(Nähfaden u. s. w.) seitens der Arbeitgeber an die Arbeiterinnen und über die Höhe der de» rechneten Preise anzustellm und dem Reichstage von dem Er« gebniß Mittheilung zu machen. Nachdem Vertreter des Bun- dcsraths im Reichstage die Behauptung aufgestellt Hatten, für welche durch diese Ermittelung der Beweis der Richtigkeit er« bracht werden soll, hätte man erwarten sollen, daß der Bundes« rath keiner eingehenden Vorbereitungen mehr bedurft hätte, um dieser Resolution zuzustimmen. Ueber die Ausführung des BundeSrathSbcschluffes werden nun zunächst die Vorschläge deS Reichskanzlers abzuwarten sein- Dank der Verzögerung, welche die Angelegenheit erfahren hat, wird der Reichstag mder nächsten Session wohl schwerlich eine Mittheilung über die Ergebnisse dieser Erhebung erhalten." Aus Altona wird zur Zollanschlußfrage berichtet: Kommissarien deS Handels» und des Finanzministers werden nach Mittheilungen an den hiefigen Magistrat alsbald hier ein« tteffen, um fich mtt den zuständigen Behörden über die in Ausficht genommenen Quai» und Hafcnbauten zu vernehmen. Um die Kosten auch nur annähernd bestimmen zu können, werden eingehende Verhandlungen mit dem hamburgischen Staat erforderlich werden, da die projektirten Anlagen eine Veränderung des Fahrwassers der Elbe nöthig machen werden, was nach den bestehenden Verträgen nur mit Bewilligung Hamburgs geschehen kann. Aus Pommern wird dem„Reichsboten" geschrieben: „Die unberechtigte Auswanderung, um fich der Militärdienst- pflicht zu entziehen, nimmt in Pommern leider einen immer größeren Umfang an. So finden wir in einem amtlichen Blatt die feitens der Staatsanwaltschaft zu Köslin veröffent« lichte Aufforderung an 96 Wehrpflichtige, fich vor der Straf- kammer wegen Fahnenflüchtigkeit zu verantworten, und von der Staatsanwaltschaft zu Etolp eine gleiche Aufforderung an 89 Wehrpflichtige, während das Amtsgericht von Polzin 16, das zu Pollnow 4 und das zu Rummelsburg 3 Personen wegen gleichen Vergehens verfolgt."— Sicherlich find die Gründe für diese Auswanderung rncht auf eine gewisse„Wohl- haben heit" zurückzuführen! Oesterreich Ungarn. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat der Minister- präfident Graf Taaffe die Interpellation des Abg. Grocholsli in Betteff der Ausweisungen aus Preußen wie folgt beantwortet: Die Regierung habe fich sofort an die preußische Regierung gewendet, insbesondere um über die Grundlage und die Aus- oehnung det Ausweisungen Auskunst zu erhalten. Nach der von der preußischen Regierung ettheilten Antwort betrachte diese die Ausweisung als eine rein interne1, durch eine Verschiebung der konfesfionellen und sprachlichen Verhältnisse her- vorgerufene Maßregel. Bei diesem Standpuntte der preu- ßischen Regierung, welche von einer Berufung auf das Völkerrecht und den Handelsvertrag vom 20. Mai 1881 einen günstigen Erfolg nicht in Ausficht stelle, sei die Regierung nicht in der Lage, wegen Aufhebung der Maßregel weitere Schntte zu unternehmen. Sie habe indeß nicht versäumt und werde auch fortan nicht unterlassen, in besonders berückfichtigenswerthen Fällen ihre Verwendung eintreten zu lassen, um wenigstens eine Milderung der Maßregel zu erwrrken. Die preußische Re« gierung habe in dieser Beziehung wohlwollende Bcrückfichtigung in Ausficht gestellt und bethättgt. Da sonach das Zuströmen Ausgewiesener nach Galizien bevorstehe, werde die Regierung die zum Zweck der Unterbringung und der bitweisen Ver- pflegung unbemittelter Ausgewiesener fich brldenden Hilfs- komrtees durch Bewillung von Geldsammlungen und Ermäßi- gung der Fahrpreise auf den StaatSbahnen bereitwilligst unter- stufen, wahrend weitere Wege für die Nothleidenden den Zu- ständigkeits-Gemeinden zu überlassen seien. Die Interpellanten nahmen diese Antwott schweigend ent- gegen, vielleicht kam ihnen bei dieser Gelegenheit der Gedanke, daß ja auch im schwarz-gelben Lande das„Abschieben" in hoher Blüthe steht. Frankreich. Berichte der Präfekten melden übereinstimmend die Ma- növer der reakttonären Parteien. Was die Drohungen und keine weiteren Unklarheiten entstehen können, will ich Ihne» die Mittheilung machen, daß die Untersuchung nicht allein wieder aufgenommen, sondern auch der muthmaßliche Mör- der berestS entdeckt ist." „Entdeckt?" fragte die Generalin überrascht, indeß der Blick Rabe's starr auf dem Assessor ruhte.„Nach so langer Zeit „Der Herr Assessor hat wohl nur eine Vermuthung ausgesprochen," fiel Rabe seiner Schwester in die Rede, und m dem Tone, den er jetzt anschlug, lag ein schneidender Hohn, der um so mehr befremde« mußte, weil er nicht die mindest« Berechtigung hatte.„Die lebhafte Phantasie des Untersuchungsrichters ist der Untersuchung selbst vorauSge« eilt, fie glaubt den Schuldigen gefunden zu haben, und—" „Sie glaubt nur das, was bewiese» ist!" erwiderte Siegfried mit schärferer Betonung. „So rasch sollten Sie Beweise gefunden haben?" „War ei Ihnen unbekannt, daß schon damals eine Spur gefunden wurde, die leider nicht mehr verfolgt wer- den konnte, weil der Mann, auf den der Verdacht fich lenkte, Europa bereits verlassen hatte?" Siegfried sah bei de» letzten Worten den Bruder der Gmeralin an, er erschrak vor dem glühenden Blicke, au« dem eine wilde unbezähmbare Leidenschaft leuchtete. Rabe fuhr, wie aus emem Traume erwachend, zusammen und schüttelte den Kopf, die Stimme schien ihm zu ver- sagen. „So bewährt fich auch hier wieder da« alte Wort, da« nichts so fein gesponnen ist!" sagte Arabella, sichtbar er- griffen, während sie die schönen Augen voll gespannter Er- wartung auf dem Assessor ruhen ließ.„Jener geheimnißvolle Mord hat oft meine'Gedanken beschäftigt, ich selbst habe versucht, Licht in das Dunkel zu bringe«, den festgeschürzten Knoten dieses Räthsels zu lösen." „Und wer ist der Thäter?" ftagte die Generalin, deren Wangen allmählich sich wieder rötheten. Wieder schweifte der Blick Siegfrieds zu Rabe hinüber, der sich rasch erhoben hatte und an das Fenster getrete» war. Hatte es doch den Anschein, als ob dieser Mann da« Einschüchterungsversuche der Monarchisten anlangt, so haben die Behörden die ihnen zur Anzeige gebrachten Deliste zu untersuchen begonnen- Die Maires, welche fich zu strafbaren Kundgebungen hinreißen ließen oder an solchen theilgenommen haben, werden mit der Absetzung besttast. Auf Antrag der Präfetten wurden bereits fünfzig Gemeinde- Letter mittelst Dekrets abgesetzt. Die Regierung ist fest entschlossen, von den Beamten msgesammt absolute Treue gegenüber der Republik zu verlangen. Die Jnstruttionen, welche aus diesem Anlasse den Präfekten vom Minister des Innern telegraphirt worden find, lauten: Aus den Departements, in denen ein zweiter Wahlgang stattzufinden hat, find mir Manöver der monarchischen Parteien gemeldet worden. Ihre sowie aller Beamten Pflicht rst es, Ihre Treue zur Republik zu zeigen. Beruhigen Sie diejenigen, welche fich fürchten. Erklären Sie, daß nur diejenigen allein zu fürchten haben, welche ihrer Pflicht der Ergebenheit nicht nachkommen. Unterdrücken Sie jeden Fehler, jede Abschweifung. Sie werden von mir und meinen Kollegen gebilligt werden. Melden Sie mir die Einzelheiten. Dementiren Sie mit allen Mitteln, die in ihrer Macht stehen, die umgehenden falschen Nachrichten, ins- besondere diejenigen, welche man über Tongking und jede andere Frage meldet. Beschützen Sie die Freiheit der Wähler gegen die Einschüchterungsoersuche. Der Präfekt von Marseille hat gerichtliche Verfolgung gegm diejenigen Blätter angeordnet, welche behaupteten, die Absen- dung von Verstärkungen nach Tongking dauere fort. Gemäß den Weisungen des Ministers des Innern haben die Präfekten der Departements, wo am Sonntag Stichwahlen stattfinden sollten, Maueranschläge veranstaltet, in denen die Absendung von 8000 Mann nach Tongking als grundlos bezeichnet und erkärt wird, daß fie, um die Freiheit der Wähler und die Auf- richtigkeit der Abstimmung ficher zu stellen, die Veröffentlichung jeder falschen Nachricht wie jeden Versuch der Verführung und Einschüchterung gerichtlich verfolgen werden. Portugal. Dieser Tage brachten ausländische Blätter die Nachricht, Por« tugal habe in Tahomey 1200 Sklaven aufgekauft, um fie nach seiner Besttzung St. Thomö zu schaffen. Diese Nachricht wird jeyt von den Pottugiesen als falsch bezeichnet. In der Gewalt des schwarzen Tyrannen von Dahomey befanden fich 1200 Sklaven, die auf Kriegszügen erbeutet worden waren. Bei dem nächsten großen Feste wären fie unfehlbar hingeschlachtet worden, wie Tausende vor ihnen. Es wurde daher von den Kapverdischen Inseln auS ein Kriegsschiff entsandt, dessen Be- feblshaber den Auftrag hatte, dem Tyrannen seine Beute ab- zukaufen. Da ihm zugleich Geschenke geboten wurden, gelang eS in der That, seine Blutgier durch seine Habsucht zu besiegen, und die 1200 Männer wurden frei. Um fie weiteren Mißhand- lungen zu entziehen, wurde mit den Heimathlosen ein Vertrag gemacht, demzufolge fie für drei Jahre zur Arbeit in den Pflanzungen von St. Thoms gedungen find, wofür fie einen entsprechenden Lohn erhalten. Sie kommen also als stete Männer und nicht als Sklaven nach der Insel, deren Klima viel gesunder ist, als daS der heißen Guineaküste. Die ganze Geschichte ist, wie die Portugiesen behaupten, von den Eng« ländern ausgebeutet worden, um Portugal zu verdächtigen, aber gerade die Engländer haben trotz ihres GeredeS von Menschlichkett oft unter dieser Maske geradezu Sklavenhandel getrieben, so z. B. an der Küste von Sansibar,' und wenn englische Beobachtungsschiffe einen Sklavenkutter aufgegriffen, so war es sebr oft ein englischer, der unter falscher Flagge segelte. In Portugal hat diese angebliche Verleumdung protze Entrüstung hervorgerufen.— Man wird indeß gut tbun, diese Entrüstung nicht allzu ernst zu nehmen. Daß die Engländer die Heuchelei im Großen betreiben, ist steilich bekannt, anderer- seits fliegt aber die Annahme sehr nahe, daß die in Doho- mey gekauften Sklaven in eine andere Sklaverei übergefühtt worden find. Aus reiner Menschenliebe, nur um die Schwarzen frei zu machen, wird daS kaum geschehen sein. Großbritannien. Die Gesammtzahl der Parlamentskandidaten, die fich ent- weder selber angetragen haben oder von den verschiedenen Parteien in Großbritannien aufgestellt worden find, betrug bis zum 1. Oktober 1106, von denen 907 auf England, 53 auf Wales und 146 auf Schottland entfallen. 487 Liberale, 418 Konservative und 2 Homeruler(beide für Wahlbezirke in Liverpool) suchen Mandate in England, 32 Liberale und 21 Konservative in Wales, und 97 Liderale und 49 Konservative in Schottland. 408 Mitglieder deS scheidenden Unterhaufes beanspruchen Mandate im neuen Parlament für Wahlbezirke in Großbritannien. 112 liberale und 34 konservative Mitglieder beanspruchen Wiedererwählung für die Eitze, die sie jetzt inne haben, da dieselben durch daS Neueintheilungsgesey unberührt geblieben find; 93 Liberale und 104 Konservative für ihre gegenwärtigen Sitze, und 41 Liberale und 22 Konservative und 2 Homeruler für Wahlbezirke, die mit denjenigen, welche fie gegenwärtig vertreten, in gar keiner Verbindung Bedürfniß empfinde, sich gewaltsam aufzuraffen, um den kommenden Dingen eine scheinbar unbefangene Stirne zu zeigen. Weshalb hatte die allerdings unerwartete Mittheiluag ihn so plötzlich ergriffen? Weshalb wollte er an ihrer Wahr- heit zweifeln, da er doch aus den Worten de« Assessors ent- nehmen mußte, daß er nicht einem Phantasiegebilde, sondern einer Thatsache gegenüber stand? Au» welchem Grunde konnte ihn diese Nachricht beunruhigen, ja ihm sogar die Fassung rauben? Alle diese Frage» stiegen mit Blitzesschnelle in der Seele Siegfried» auf, aber erne Antwort auf sie zu suchen dazu blieb ihm jetzt keine Zeit.'' �' 5 „Erinnern Sie sich eine« Tagelöhners Ferdinand Halm?" erwiderte er auf die Frage der Generalin; aber er hatte «PwaÄISZ'"" Wm!«-»"Ich»--«-» »De» haben Sie verhastet, Herr Assessor?" ftagte Rabe. nachdem zene« Lachen verklungen war, welche« nicht auf Sregftred allem, sondern auch auf die Damen einen peir. gestern Morgen schon* daß es'ein AAch« Wegsei,"!.?» «° „Sie glauben wirklich, m jenem Manne den Ver- brecher entdeckt zu haben?" wandte die Teneralin sich zu S'-gsn-d, ohne den Eznwurf ihre» Bruders zu beachten. ..E« ist wahr, kurz»ach der That wanderte Halm au», und baJ°ls ich über das Erttaniß sä tÄTwZR eme Vermuthung. die ich selbst als unbegründet wieder Wssssss »äsSSSS�tam. stehen. Mithin bewerben fich 246 liberale und 160 konsenA Mädch Abgeordnete um Wiedererwählung. q,, J™?" Die englische Presse spricht fich sehr entschieden fön nr. Knabe Annexion Birmas aus. So schreibt die konse�.n „St. James Gazette"[ Oder-Birma ist gänzlich von br Territorium eingeschloffen, ausgenommen an der östli und dort bildet die Gebirgskette, welche fich im rechten vom Himalaya nach dem Golf von Siam erstreckt, eine liche und wissenschaftliche Grenze gegen unser indische» Irgend einer politischen Macht zu gestatten, politischen( in Mandalay zu erlangen, würde so viel bedeuten, fie halb unserer eigenen Zitadelle festen Fuß fassen zu lassi kommerzielle Wichtigkeit von Ober-Birma für un» >19 Mädche "inder. A Sepien ostkinder, inderzahl indem ka unen 18 nd 71 Kii scheinlich genug, und die zwischen uns und der Regierung begonnene Entente, die wahrscheinlich anhast»'7 macht eine anstoßende Grenze zwischen Indien und Gb&oo hohen Grade wünfchenswerth. Aber das stärkste% für die unverzügliche Annexion von Ober-Birma ist, M länger fie verzögert wird, je mehr Gefahr vorhanden ift wir in Verwicklungen mit Frankreich gerathen werden,> wohl M. de Freycinet augenblicklich genöthigt ist, fich zu machen", in nicht zu entfernter Zeit fich wiederholen' — Die letzten Kriege der Engländer gegen Birma 1824—25 und 1852 statt. Dem Kommunale». Berichte des Magistrats über bildungsschulwesen pro 1. April 1884/85 entnehmen ,s»„;:irviuu gen des: A. Fortbildungsanstalten. Die drei Fortbil* �„ Mraße: anftalten, welche während des Berichtjahres bestanden, st» ,2; mäi von Ostern 1884 ab weiter geführt worden. Der 3®" 70 weil die Ziele derselben haben eine Aenderung nicht erfahr» ,wr:2Jveit Frequenz der einzelnen Anftalten war folgende: 1 sammen 93 Ziehung 26 Kinder siege 126; rdan 63 laufe 10; ltt'u Fr- ihaus-Depoi bustger Kos und 1 MA ■a» bei •ÄSi foribildungsanstalt bei dem Friedrichs Gymnasium be fahl der Theilnehmer im Sommer 1884 180(inkl. ' in« s®ei '« �beanstl i Bader a 5 »unentgeltlick Ufc1'1 (Im Jahre schüler), im Winter 1334 85 232 Theilnehmer(inkl. jchüler). 2. In der Fottbildungsanstalt bei der Werderschen Lberrealschule betrug die Zahl der Tb im Sommer 213(inkl. 3 Freischüler), im Winter 18 (inkl. 2 Freischüler). Bei den von der Berliner Kaufu_ veranstalteten Vorlesungen betrug die Zahl der The�'.... im Sommer 1884 126, im Winter 1884,85 123. ß ,mt«in ls� als eine den Verhältnissen entsprechende Entwickelung, Vorlesungen angesehen werden, daß jetzt die J nehmer fich durchschnittlich in höherem LebenSaV früher definden und bei größerer Reife des Ist 1 auck den Kursen mit größerer Stetigkeit!"!£ m.fWflf 3. In der Fortbilvungsanstalt bei der Luisenstädtifch» Barenf Realschule betrug die Zahl der Theilnehmer im Somv»>?enfett. T 240(in« 10 Freischüler), im Winter 1884/85 235(inkl. vre verabfoh schüler)/ B. Fortdilvungsfchulen. Durch die im Jan» entfernt erfolgte Eröffnung der Fortbildungsschule in der 58.] Erstand vi meindeschule, Heinersdorferstr. 5, ist die Zahl dieser 4°der daß ei auf 9 gestiegen. Die Anzahl der Theilnehmer. welches 0t entschttvk Sommer 1883 auf 4552 und im Winter 1883/84 auf 1 Geherm-Mit lief, ist im Jahre 1884/85 auf 5316 resp. 5738 ge fremdsprachlichen Kurse sowohl als diejenigen für zeichnen mußten wiederum vermehrt werden, im ük den für die Verwaltung des Fortbildungsschulwe stellten Grundsätzen nichts geändert. Die Zahl der 8 Fortbildungsschulen für Mädchen hat fich gegen' nicht verändert. Die Zahl der Theilnehmerinnen lichen Schulen ist um 44 höher alS im V selbe betrug im Sommer 1884 1808, im Wi 1834. Die Fortbildungsschule für Taubstumme Sommersemester 1884 von 13 Schülern und 14 r im Wintersemester 1884/85 von 12 Schülern und 12 besucht. An dem Unterttcht der städtischen Forst für Blinde nahmen 7 Schüler und 12 Schülerii Von dem Verein zur Errichtung sonntäglicher wurden folgende elementare Fortbildungsschulen f Gewerde unterballen: 1. Die Schule für Schi Lehrlinge. 2. Die Schule für Schubmacher. 3 für Lehrlinge der Bäcker. Innung Konkordia. Die. schule der Halleschen Tborbezirke ist mit Beginn deS semesters in städtische Verwaltung übergegangen., bildungsschule des Handwerkervereins rst die Zahl nehmer von 297 im Votjahre auf 337 gestiegen. Ausgabe für das FortdtldungSschulwesen(abgeseb» üandwerkerschule und der Baugewerkschule) betrug l# Dieser Summe steht eine Einnahme an Stbulj von 16068 M.. so daß der Zuschuß 119 225,54 3) Zu Zwecken der Armen-Unterstützung' Haupt Strftungskaffe im Monat September d. I- &) an Vermächtnissen und Geschenken 531,60 Mi lettengeldern 620,75 M, c) aus schiedsmännischen s&a ,. vi. reihe; aber | vor der eig« | wird ein grc das Wesen Vorarbeit jreis jotusvB lich aeld> olizei res beurl den wohl iird Herr r Polizeipräfid Freiherr v.\ der Etä-te s auf diese W, J" verzichten Gegnerschaft einfach den! wird ihn h feil außerordentl em Verwaltr Großes zutr. sten zu den' Jft. Daß ei Wu, ist ein Erötterung Anlaß vorlie Baden gereij Ijhef Zessionen jc. 840 M. In Summa" 1992.35 M., der B Räch dem Berichte der Berwaltungs-Dtttsi, 40er Jahre, Großen Friedrichs-Watsenhauses befanden fich der 1885 in Wagenpflege: 1. im Waisen-Depot bedacht habe — qU Antworten r Die Arme auf der Brust gekreuzt, stand.*3 nicht brillire -......e daß Arabella diese« Urthal in derselbe», fein» entsprechenden Weise ergänzte., Stab« hatte den Salon valassen, Siegst� j| " s'ch uitt den Damen allein befand. Sil/* t ivm 4 j____.r, r»» r>» rn•, - Eor Frühlings, w°hl am vä U"n zu ein Schranke. Man st «s deshalb 1 daß Siegfric »un der Hos Kluft llberb, So ver nehmer U»ti Abschied zu > willkürlich ei sich trennen „Betrat Generalin, mell und ihi 1« das Haus -.Und n U'ürdrgen Q �Cm Tone. gen färff , Siegsti« des Glücke« Mit MitEntzücke» mhte'sa�Blick Ä*(*/% Kammerdi� 5 rr-Ä-t sä««? nen hm auf ihn übte Er die Natur begriff nicht, wie sein Vater behwA it Arabella in Bezug auf de» F 50 kons« O MSdchen; 2. in der Waisen.Anstalt Z8 Knaben. 33 Mädchen; 3. in der.—...... lieben fü:1..l, Knaben, 1078 Mädchen; 4. in der auswärtigen Kostpflege , m f-iöfvl DMA&a* OQft anvv. JL____ r____ m. t c r.ZL 4 j...... ie konse zu Rummelsburg hiefigen Kostpflege nr*----- 4. in Her auswärtigen Kostpflcgc irPln&l'�en' 989 Mädchen; 5. in Krankenhäusern 14 Knaben, 9 Madchen. Zusammen 2357 Knaben, 2149 Mädchen--- 4506 tnoer. Aufgenommen wurden in der Zeit vom 1. Juli bis September er. 566 Kinder und zwar 505 Haus- und 61 isumber, dagegen schieden aus 305 Kinder, so daß fich die inderzahl um 261 vermehrt hat.— Von den ausgeschiedenen indem kamen zu ihren Angehörigen 199; zu fremden Rom« luntn 18 und in unentgeltliche Pflege 17 Kinder; gestorben nd 71 Kinder. on. � zum I.Oktober find zur Zwangserziehung überwiesen: rt Knaben, 95 Mädchen, zusammen 419 Kinder. Aus- Cffchiedcn find: 1. durch widermfliche Entlassung 14 Knaben, und wgwL Wdchen: 2. durch definstive Entlassung 48 Knaben, gltoic?0 Madchen; 3. durch Tod 3 Knaben und 1 Mädchen; zu- 1 ist$m™n 93 Kinder, so daß am I.Oktober er. noch in Zwangs- «den waren 259 Knaben, 67 Mädchen, zusammen .• 326 Kinder. Von diesen befanden fich: in auswärtiger Kost« pflege 126; in der Lehre 67; in der Erziehungsanstalt am rban 63; im evang. Johannisstift 17; im Grünen «ufe 10; im lach. Waisenhause 8; im Dienst 6; im Marien- . L! Frankfurt a./O. 5; im Goßner-Hause 5; im Waisen- auS- Depot 4; im Krankenhause 4; im Afra-Etist 3; in �ufiger �ostpflc�e 1 und entlaufen waren 7 Kinder(6 Knaben .oi. 3* den 8 städtischen Flußbadeanstalten haben in den ber dat 5 mr n �uni, Juli, August und September 1385 gebadet: hmen � �alsenbrücke; 66 967 männliche. 91756 weibliche Personen. Fortbild A,urgstraße: 74933 männliche Personen. An der Schleuse: 90 1?? männliche Personen. Fennstraße: 89455 männliche, 7a olo weibliche Personen. EchillmgSbrücke: 96 506 männliche, o�7;».weiblicht Personen. Zusammen 395428 männliche und r so v weibliche= 595 595 Personen.— Die Einnahmen der �Badeanstalten betrugen in den 4 Monaten: für 235443 ?? S Pf-= 14 272 M. 15 Pf. 310152 Bäder wurden unentgeltlich verabfolgt. lahrigen� der diesjährigen Resuttate mit den vor« Im Jahre 1885: �310�52 �°285 443�� 14 272"m'l5 Pf. »» 1884: 287128 165 698 13 284„ 90„ michm 1885 mehr von bi östli rechten kt. eine ndischeS tischen ten, fie zu laffi ns ist der cir anhi, und C! erden, ist. st» rholen Birma nden, LerZ erfahr! >e: 1 um linst (wkl., der er X er 1 Txm 23.& -ickelung. 23024 19 745 987 M. 25 Pf. !ebensold( 0(t Xt 1$ des J'• 3« unseren Apotheken werden noch immerfort die gkd J«.Wösten Dinge verkaust; da giebt eS Quecken-, Schlangen- ädtischei«nd Barenfett und sogar— entsetze dich o Publikum— Men- 6omW lwenfett. Daß die Substanzen in den kleinen Schächtelchen, 55(inli oie verabfolgt weiden, wenn man solche Dinge fordert, auch Jainv"ur entfernt den Vorstellungen entsprechen, die fich der Laien- er 58-s Erstand von demselben macht, ist keineswegs anzunehmen; aber daß ein Apotheker Dinge unter solchen Namen verkaust, ist entschieven nicht zu billigen. Man bekämpft mit Recht den Geheim-Mittel-Schwindel und viele Mediziner und Apotheker l stehen in diesem Kampfe in anerkennenSwerther Weise in erster Reihe; aber thäten die Herren Apotheker nicht gut, hier einmal vor der eigenen Thür zu kehren ¥ Gerade durch solche Dinge ' Theil dtS Publikums in Unwissenheit über Arzneimittel erhalten und daS ist die beste Vorarbeit jfi Gunsten des Geheim-Mittel-Echwindels. Der rb oder 10 Pf., der für ein Echächtelchcn solchen is bezahlt wird, kann unsere Apotheker doch unmög- I, oder sollte es doch nicht können. Polizeipräsident v. Madai ist bis zum 1. April nächsten beurlaubt worden, mit diesem Tage soll die Versetzung wohlverdienten Ruhestand erfolgen. Wie wir hören, >ird Herr v. Madai fich in Westend anfiedeln. Der neue Polizeiprästdent von Berlin, der Landrath des Etolper KreiseS, Freiherr v. Richthofcn, ist in der glücklichen Lage, daß ihn an der Etä'te seines zukünftigen Wirkens Niemand kennt. Hat er auf diese Weise auf den freundlichen Empfang von Anhängern , Zu verzichten, so ist er andererseits der Mühe überhoben, Gegnerschaft und Mißtrauen zu bekämpfen. Man erwartet lleiTy* einfach den Nachweis seines Wollens und Könnens, und man hüC ucu Nachweis seineS________ " ihn darnach beurtheilen. DaS kann allerdings nicht iinb! f*1 Är"' tlQ| die Wahl eines hinterpommerschen Landraths zum ,en � auÄ!», u*l kerrn von Madei in der Berliner Bürgerschaft AMWSii Könnens, kann allerdings ' freut, ist" ein Umstand«��U?atm CharÄ«S.� welchen�n dre L � Erörterung zu»ieben"l—t-— um den, Wkr-WjmuW' � A Ehef d"« W.S AJt% r&ÄT-- 8-" bereits nach Baden neue TM— bedacht habe. Waren auch ihre Urtheile nicht blendend, ihre Antworten nicht immer geistreich und ihre Redewendungen nd% nicht brillirend, so lag doch gerade in der Natürlichkeit, mit äa« � der sie ihre Gedanken aussprach, ein anmuthender, fesselnder er Reiz, �'f>~ v~"J1" .6« ,r—„—>..M.w«uvuvct, 1 Reiz, der schon bei der ersten Begegnung euren nachhalttge» t Eindruck auf Siegfried gemacht hatte. Man sprach über j die Vergnügungen bei vergangenen Winters, über die Ge« -r.--o—o—»— vvvuu«Uciicu aisinier«, Uder vre Ge« n ei>. sellschaft, mit der man verkehrte, über Pläne für de« kom» . dieser, mende« Sommer, über die entzückenden Schönbeiten de« .........., un entzückenden Schönheiten '*(0' Frühlings, über alle« Andere, nur nicht über da«, was wohl am nächsten lag, die Beziehungen der beiden Fami- dee lren zu einander, und die Beseitigung der trennenden Schranke. die Äian fühlte daS Peinliche diese« Thema'S und berührte , es deshalb nicht, man begnügte sich einstweilen gerne damit, daß Siegfrred da« Eis soweit gebrochen hatte, und gab stch »un der Hoffnung hin, daß die Zell allmälig die trennende 'Kluft überbrücken werde. So verstrich eine Stunde rasch in gegenseitiger, ange- nehmer Unterhaltung, und als Siegfried sich jetzt erhob, um Abschied zu nehmen, durchzog die Herzen der Damen un« willkürlich ein Bedauern darüber, daß man schon so bald stch trenne» mußte. „Betrachten Sie mera Haus als da» Ihrige," sagte die . Generalin, indem sie die Hand des jungen ManneS fest- " hielt und ihm mit Herzlichkeit in die Augen schaute,„eS ist ja das Hau» Ihrer Väter!" „Und wa« sagt meine schöne Koufine zu dieser lieben»« i würdigen Einladung?" fragte Siegfried in scherzen. dem Tone. Arabella senkte verwirrt die Wimpern und ihre Man« gen färbten sich höher.., _«Rönnen Sie noch fragen?" erwiderte sie mrt leisem * j Vorwurf.„Sie werden un« stets willkomme« sein!" Siegfried verbeugte fich dankend, mit dem Lächeln des Glückes auf den Lippen verließ er den Salon. Mit einer tiefen Verbeugung empfing ihn draußen der Kammerdiener. um eine kurze „Herr Rabe läßt den Herrn Assessor - Unterredung bitten," sagte er. waltet er seit Anfang dcr stebziger Jahre an und hat fich während dieser Zeit den Ruf eines energischen Beamten von roßer Arbeitskraft erworben, so charakterifirt ihn die„Kreuz- .eitung". Zur Zeit ist Freiherr von Richthofen noch unver« heirathet. r. Der falsche Hase. In unserer stolzen Weltstadt Berlin bestehen stellenweise noch recht kleinstädtische Verhält« nisse; Vomehmthuerei und Mehrseinwollcn als andere passen zwar wenig zu dem Getriebe unserer Stadt, aber in den großen Miethskascrnen wird dieses gegenseitige Ueberbieten meistens von den Hinterfenstern aus in wahrhaft gemeiner Weise be« trieben, und mit welchem Raffinement dabei verfahren wird, blos um den lieben Eitelkeiten zu stöhnen, das beweist der folgende Vorfall. Die Frau— benennen wir fie Müllern— har an ihrem Küchenfenster einen Hasen aufgehängt. Die ganze Nachbarschaft in der Adalbertstraße, meist kleine Leute, staunen daS Wunder an und erzählen fich bedeutungsvoll das große Ereigniß: am Sonntag grebtS bei Müllers Hasendraten. Die gegenüberwohnende Frau Schulzen aber meint wegwerfend: „Was die Müllem kann, kann ich alle Tage", und am nächsten Morgen hängt eine Gans vor ihrem Küchenfenster; die Frau Meyern will in diesem Wettkampfe nicht zurückbleiben und hängt die Keule eines Hammels zum Fenster hinaus, natürlich 'at diese Nahrungsmittelparade angeblich nur dm Zweck, das fleisch zu konserviren, daS am Sonntag verschwunden ist. Iber stehe da, bei Müllers hängt am Dienstag schon wieder ein Hase, dessen Fleisch sehr bitter schmecken müßte, wenn es mit den Redensarten und Bemerkungen der Schulzen und der Mepern, statt mit Speck gespickt würde. Am Donnerstag ist der Hase bei der Müllem verschwunden, aber— kaum glaublich— am Freitag hängt schon wieder einer da! Drei Hasen in einer Woche, bei zwei einzelnm Leutm, nein, solche lüder« liche Wirthschaft! Die Schulzen und die Meyem find außer fich. Da, als am Sonnabend Morgens die Müllem von ihrem offenen Fmster auS daS Häslein beliebäugelte, stürzte dasselbe, zum Gaudium der hinter den Gardinen heimlich hervor- lugenden Schulzen und Meyem, in den Hof hinab. Aber wie war die Müllem so schnell die drei Treppen herunter auf den Hof! Leider nicht schnell genug, um zu verhindem, daß der Schulzen ihr elfjähriger Junge den Hasen aufhob und ver- wundert betrachtete und später mit treuherzigster Miene seiner Mutter sagte:„Mutter! Die Müllem ihr Hase war aus- gestopft!"— Seit diesem„Fall" ist der neiderregende Hase nicht wieder an dem Müller'schen Küchenfenster gesehen worden. Tragt keine bunten Strümpfe. Von fachmännischer Seite wird der„Tgl. R." in Ergänzung der Polizei-Verord- nung betreffs gifthaltiger Stoffe geschrieben: ES find in den letzten Jahren sehr viele Blutvergiftungen, namentlich bei vorgenommenen Hühneraugen- Operattonen vorgekommen, welche auf das Tragen nicht giftfreier Strümpfe zurückzuführen find. Da nun viele Personen diese Operationen selbst bewerkstelligen, so kommt eS auch häufig vor, daß einer oder der andere fich schneidet oder beim Schneiden fich etwas Haut abreißt. An und für fich ist diese Verletzung gering und hat bei einiger Vorficht die Bedeutung nicht, wie man im allgemeinen an- nrmmt. Es kommt aber oft vor, daß namentlich Leute, welche bunte Strümpfe tragen und fich bei solcher Operation verletzt haben, die nöthigste Vorficht außer Acht lassend, ihren Stmmpf wi«>er überziehen. Nach einigen Tagen wird eine Entzündung wahrgenommen, in der Hoffnung aber, daS werde schon wieder gut werden, noch einige Zeit gewartet, dann aber, gewöhnlich zu spat, arztlicher Rath in Anspruch genommen. So hat auch letzt wieder eine Dame, in der Potsdamer Vorstadt wohnend, welche fich beim Gehen eine kleine Blase am Fuß gelaufen hatte, die Haut davon abriß und ihren rothen wollenen Strupf wieder überzog, ohne die wunde Stelle zu schützen, fich erne Blutvergiftung zugezogen, an deren Folgen fie nach vor« hergeganaener Amputation vor einigen Tagen unter den gräß« llchsten Qualm verstorben ist. Am besten ist es, derartige Strümpfe zu meiden und einem weißen oder naturwollenm Strumpf den Vorzug zu geben, da bei diesen Farben gift« haltrge kaum vorkommen dürften. Dreitausendjährige Harfen, so derichteten jüngst die Zertungcn, seren bei Memphis im fenrm Egypterlande aufgefunden worden, und trotz ihres hohen Alters habe man die aus dem Schutt der Jahrhunderte ausgegrabenen Instrumente richtig wieder zum Tönen gebracht. Bei der in Berlin Herr- schenden Vorliebe für mufikalische Antiquitäten— läßt stch doch ein gewisses Publikum die ältesten und stimmlosesten Sängerinnen gefallm, wenn diese nur fürstlichen Geblütes find,— dürfen wir annehmen, daß irgend ein gewiegter Im- prefario uns bald etliche dieser Harfen vorführt, und zweifellos werden die altm Egypterinnm, die einst vor den großen Pyra« mtdenbauern ihre Stimme haben vernehmen lassen, auch bei uns ein aufmerksames Auditorium finden- Ein wunderbares Klingen müßte es in der Tbat sein. Da die Harfen drei Jahr- tausende unter Staub und Sand verschüttet gelegen haben, so daß von der Außenwelt nicht ein Ton zu ihnen drang, wovon anders können fie jetzt reden, als von den Herrlichkeilen ihrer Zeit, von der Zeit, da König SethoS und RamseS Assyrien „Herr Rabe?" erwiderte Siegfried überrascht, wäh- rend er eine« Blick auf seine Uhr warf.„Führen Sie mich zu ihm." Eine Minute später stand Siegfried dem Bruder der Generalin in dessen Arbeitszimmer gegenüber. „Sie werden verzeihen, wenn ich Ihre gewiß werth- volle Zeit für mich allein in Anspruch nehme," sagte Rabe, dessen frühere Schroffheit einer fast auffallenden freund- lichkeit gewichen war.„Zndeß, die Sache interessirt ja nicht mich allein, sondern auch Sie. Ich bitte csie, nehmen Sie Platz." Siegfried ließ fich in den Sessel nieder, den Rabe ihm hinges-boben hatte, die ihm angebotene Zigarre lehnte er dankend ab.„... „Ich habe Ihnen gestern meine Unterstützung rn dieser Untersuchungssache angeboten," nahm der Gutsbesitzer da» Wort, nachdem er seine Zigarre angezündet hatte,„und ich darf wohl hoffen, daß diese Unterstützung Ihnen wrllkom« men sein wird, da ich ja mit den damaligen Ereignissen mehr wie jeder Andere vertraut bin." „Dann begreife ich wirklich nrcht, daß Sre so ent. schieden die Schuld des Verhaftete« bestreiten," erwiderte Siegstied mit gemessener Ruhe. „Weil ich nicht an sie glauben kann. Ich kenne Ha m, er war ein braver, solider Mensch, ein fleißiger Arbeiter, und zu einer solchen That lag für ,hn nrcht die g-nngste Veranlassung vor. Ich wollte eher daran glauben, wen« er eine« Raubmord beabsichtigt hätte aber auch dazu konnte 66„ff UtrteÄ Jf h�t'damal, bereit» festgestellt, daß keinen Werth auf goldene Uhren und Ringe, ich erinnere mich, in jener Nacht eine Uhr in seiner Hand gesehen zu und Medien, Libyen und Aethiopim eroberten und mit Hilfe der erbeuteten Schätze jene Wunderbauten errichteten, die noch in ihren Trümmern daS Staunen der Welt bilden? Fürwahr, der echte Forscher wird aus den Tönen der zu neuem Klingen erweckten Harfen über den großen Sesosms und seine Zeit mehr erfahren, als die Gelehrten aus den Hieroglyphen der Gräberfunde herauszulesen vermocht, und Leben und Wandel des alten Egypten werden stch ihm entschleiern, als schritten die merlwürdigen Gestalten, deren starrer, ins Weite gerichteter Blick auf den erhaltenen Bildwerken uns anmuthet, als schauten fie durch die Jahrtausende zu uns herüber, in greifbarer Nähe vor uns. Ja, auch die Harfen haben ihre Schicksale. Stellen wir uns vor, daß einstmals nach Jahrtausenden ein Forscher auS den Saitenspielen, die man im Schutte des alten Berlin aufgefunden, seine Schlüsse zöge! Von Harfen wird man steilich wenig oder nichts vorfinden- Denn nicht bei einer plötzlichen, Alles verwüstenden Katasttophe wurde in Berlin mit anderen Kostbarkeiten die Harfe zu Nutz und Frommen des späteren Entdeckers in den stcheren Versteck gerettet, sondern grausam ward ihr das Ende bereitet während der schönsten Blüthe der Stadt. Ja, nicht einmal ein wirkliches Ende, denn fie wurde nur aus Berlin fortgedrängt, als das polizeiliche Machtgebot vor etlichen Jahren die kleinen Caf�s chantants unterdrückte. Indessen an einer Stelle wird ficherlich der Schliemaun zukünftiger Jahrhunderte eine Harfe entdecken: auf dem Hausvoigteiplatz, dort, wo einst der schmale, übel berufene Durchgang die Verbindung mit dem Schillerplatze herstellte. Dort hatte die alte, in Berlin einst so weit ver- zweigte Harfenei ihre letzte Zuflucht gefunden, und wir dürfen wohl nicht zweifeln, daß der Baumeister in schöner Pietät dem f undamente des Neubaues auch die letzte Harfe, die am Ge- ade des schwarzen Grabens gespielt worden, eingefügt hat. So stark die Mauern dieses Neubaues aufgeführt zu werden scheinen, einst wird auch er dahinfinken, und wenn man dann wieder an das Auswerfen des Grundes geht und auf die ehr- würdige Harfe, die Zeugin längst vergangener Tage, stößt, was wird ihr Klingen den aufmerkenden Nachgeborenen sagen? Es wird erzählen von Zeiten strahlenden Glanzes, wo viele Straßen deS„alten" Berlin wie ein einziges großes Harfcnkonzert schwirrten, von den Tagen der Verfolgung und Roth, wo der fröhliche Klang, der sonst bis zum Morgendämmem die lieben Nachbarn wach erhielt, schon vor Mittemacht verstummen mußte, endlich von der bitteren Stunde, da die letzte gastliche Statte der mißhandelten Harfe fich verschloß. Und in diese Töne sanfter Klage werden fich Klänge grimmen ZomeS mischen, wenn die Harfe erzählt von dm falschen Götzen, denm fie hat weichen müssen. Was trat an die Stelle des harmlosen Saitenspieles? Die Finessen der Chantants und„Akademien", mit ihren Sängerinnen in sämmtlichen ledenden Sprachen und seide- und sammetstarrenden Toilettm, die nur zu ermöglichen find durch exorbitante Preise für Eintritt und Getränk. So fashionable das Alles fich ausnimmt, das ganze Treiben war harmloser zur Zeit der Harfe, der Kattunfähnche- und der Tellersammlung. Man hatte nicht für den Eintritt eine Mark zu entrichten, es gab kein— lucns a von Incendo— Weinzimmer, unb_ wer wirklich vom Uebermuth gedräni wurde, den Genuß des Konzertes noch durch eine Flaß „Wein" zu würzen, der hatte doch für daS Präparat nicht eine Geldbuße zu erlegen, für die man stch schon eine nächtliche Ruhestörung oder einen kleinen Hausfriedensbruch leisten kann. In der That, wenn die Statistik schon auf diesen Zweig des großstädtischen Lebens ihre Fühlhömer ausgestreckt hätte, es würde fich wohl ergeben, daß Kaffendefekte heute den Prinzi- palen viel theurer zu stehen kommen, als einstmals. Solche Statistik, meint die„Voss. Ztg.", wäre eine schöne Ehrenrettung für die einst viel verehrte, dann viel verketzerte Harfe. Wohl sank fie, einst von Königm gespielt, zur Belustigung deS ge- meinen Voltes herab, aber fie dimte doch einer unschuldigeren Unterhaltung, als fie jetzt der großstädtischen jugendlichen Lebe- welt fich bietet, und deshalb können wir ihrer heute, da wir von der Auffindung ihrer tausendjährigen egyptischen Urahnen vernehmen, freundlich gedenkm. einem— M..V,„V...V V.., CHI wohnender Student, die Widerklage erhoben, weil ihn de, Kläger(ein Referendar) früher einmal„Fatzke" genannt habe Rechtsanwalt G-, als Vertreter des Referendars, gab dii Aeußerung seines Mandanten zu, erklärte aber, daß dieser dü betteffende Aeußerung an einer Kneiptafel gethan und dahe das Wort als Beleidigung nicht aufzufassen sei. Jm Ucbriger seien seiner Meinung nach fragwürdige Aeußerungen bei etnei derartigen Gelegenheit nicht strafbar. Der Gerichtshof schloj fich dieser Anficht an, und verwarf die Widerklage. Einen Tai nach dieser Verhandlung erhielt nun der Vertreter bei Referendars, Rechtsanwalt G., von dem Studenten einer Brief, ungefähr folgenden Inhalts:„Sehr geehrter Her Rechtsanwalt! Gelegentlich der gestrigen Gerichtsverhandlunj erklärten Sie in Bezug auf meine Widerklage, daß der Aus- druck„Fatzke" keine Beleidigung sei. Ich erlaube mir daher Sie hiermit einen„Fatzke" zu nennen". Rechtsanwalt G. ha haben, die mein Kammerdiener nicht tragen würde. Nur fand der Mörder bei der Leiche nichts weiter, als ein- werthlose Uhr und eine Börse, die kaum einige Groscher enthielt. Sollte er diese Gegenstände sich aneignen? Si- konnten ihn verrathen und der Gewinn war gleich Null Ließ er aber dem Ermordeten dieses völlig werthlose Eigen thum, so wurde dadurch die Untersuchung auf ein andere» Fels gelenkt, auf dem siechem wirklichen Thäter nicht begegnen konnte Sie werde» mir zugeben, Herr Assessor, daß jeder Verbrecher sobald er auS dem Verbrechen ein Gewerbe gemacht hat, ei, Raffinement entwickelt, welche» häufig den UnterfuchungS beamten irre führt." Siegfried konnte allerdings nicht leugnen, daß die Be hauptungen Rabe'» im Allgemeinen einer gewissen Begrün dung nicht entbehrten, aber daneben mußte es ihn auch be fremden, daß dieser Mann sich so große Mühe gab, di Schuld de« Verhafteten in ein zweifelhaftes Licht zu bringen Mußte nicht die Vermuthung, daß besondere un! zwar persönliche Gründe de« Gutsbesitzer zu dieser Ver theidigung bewogen, mehr und mehr sich in ihm be festigen? „Auch diese Wahrscheinlichkeit wird von dem derzei- tigen Untersuchungsrichter berücksichtigt worden sein," sagt, er,.wenigsten» so lange, bis der Verdacht sich gegen Haltr lenkte, bis e» erwiesen wurde, daß der Mord au« persön licher Rachsucht verübt worden war. Sollte Ihnen denr die Aussage Ihres eigenen Dieners unbekannt gebliebei sein? Ihm gegenüber hat Halm die Drohung ausgesprochen er wolle dem groben Doktor einen Denkzettel geben. Dai Kind Halm'S war schwer erkrankt, der Arzt beant wartete die Bitte um seinen Beistand mit einer beleidigender Grobheit, das Kind starb, was war natürlicher, als daß de erregte Vater dem Arzte die Schuld aufbürdete, und de Gedanke, an diesem den Tod des Kindes zu räche«, imme lebendiger in ihm wurde?" Im erste« Augenblick hatte ein ironisches Lächeln di Lippen Rabe'S umspielt, aber es verschwand bald wieder um einem Zuge der Besorgniß und ängstlicher Erwartun, Platz zu machen. (Fortsetzung folgt.) nun, wie wir hören, gegen den Etudenkn die Plivaiklage erhoben, um denselben zu beweisen, daß unter Umständen der mehrerwähnte Ausdruck doch nicht so ganz straflos ist, wie der Herr Student cS in seiner Einfalt zu glauben scheint. Auf den Ausgang dieses Rechtsstreites darf man gespannt sein. DaS Belle-Alliance-Theater war am Eonnabend und Sonntag bei den Äuffüdrungen von„Doktor Klaus" ausser« kaust. Heute findet die Premiere der Novität„Lug und Trug" Lustsviel in 3 Asten von G. v. Moser statt- Alhambra-Theater. Das Publikum, das am Sonntag alle Räume des Theaters füllte, folgte gespannt der effektvollen Handlung des Slottko'schen vicraktigen Stückes„In Leid und Freud" und klatschte oft stürmischen Beifall. Im nächstfolgen- d-n Stück„Des Seiltänzers Sohn" find außer Herrn Regiffeur Seefeld, als Seiltänzer Spinelli, noch die Damen Häser, Wal- den und die Herren Betz und Michaelis bedeutend beschäftigt. Gerichts-Ielwng. Ein Giftmischer. Paris, den 14. Oktober 1885. Vor den Assisen des Scine-Departements entrollte fich heute eine Giftmischer- Affaire von höchstem Interesse. Der Mann, der unter der schweren Anklage, seine Gattin vorsätzlich vergiftet zu haben, den Geschworenen vorgefühtt wurde, ist in Allem und Jedem der denkbar größte Gegensatz zu dem unheimlichen Alchymisten Peel, dessen zweimaliger Prozeß überall ein so sensationelles Aufsehen hervorrief. Mordete Peel aus reiner Habgier, aus ebenso verwerflicher wie empörender Sucht, der winzigen Habseligkeiten seiner Opfer fich zu bemächtigen, so kredenzt Ribout— so heißt der Angeklagte— den Giftbecher auS Liebe, aus heißer, leidenschaftlicher Liebe, die, zur ver- zehrenden Flamme, zur versengenden Begierde gesteigert, den gräßlichen Entschluß in ihm erzeugt, das Hinderniß, welches der Befriedigung seiner verbrecherischen Gelüste fich entgegen« stemmt, selbst um den Preis des eigenen Kopfes, gewaltsam hinwegzuräumen. Jung an Jahren kam Ribout kurz vor dem Kriege mit seinem federleichten Bündel und in Holzschuhen bei- nahe mittellos nach Paris, wohin sein rastloser Ehrgeiz ihn fhallsam trieb. Schneider von Profesfion, wußte er in unaufhallsam---------------_ kurzer Zeit mit der Fabrikation von Kunstblumm— einem lohnenden Gewerde— fich vertraut zu machen und schon nach vierjähriger Dienstzeit hatte er genügende Ersparnisse gesammelt, um an die Begründung eines eigenen Geschäftes denken zu können. Um mehr Kapital zur Verfügung zu habm, beschloß er zujjeirathen. Und in der Zhat'gelang es ihm alsbald, nken aus eine Braut mit einigen tausend Franken ausfindig zu machen. Er zögerte nun nicht, eine jener Eden zu schließen, bei denen die Person, welche man Heirathet, in allerletzter Linie in Betracht kommt, während die Mttgist der Hauptpunkt dieser kommerziellen Verbindung bleibt. Ribout war übrigens ein musterhafter Gatte, ein exemplarischer Vater, ja sogar ein Ideal von Schwiegersohn. Der Wohlstand kehrte bald in sein Haus ein. Er arbeitete rastlos an der Verwirklichung deSZu« kunftstraumeS eines jeden Pariser Spießbürgers, an der Schaffung einer Rente, die sorgenlos zu leben gestatten würde. Er vergrößerte lein Geschäft, kaufte Terrain in„Noisy le See", einem Villcggiaturone an der Marne, baute daselbst eine Fabrik für Kunstblumen und schließlich eine Villa für seine Familie- In Noisy le See wohnte auch ein gewesener Atelierkollege Ribout's, ein Arbeiter NamenS Luiot, der zwar mit Ribour zusammen den Kampf um's Dasein begonnen hatte, jedoch es nie zu einer auch nur bescheidenen Einrichtung dringen konnte. Die Familie des letzteren lebte im tiefsten Elenve, litt häufig sogar Hunger, da daS Oberhaupt derselben an jedem Samt tage den Löwenantheil seines Wochenlohnes regelmäßig in den verschiedenen Brannt« weinspelunken und AssommoirS der Pariser Banlieue zurück- zulassen pflegte. Frau Ribout unterstützte häufig die schuldlose Familie des Trunkenboldes und nahm sogar nach dem Tode seiner Frau dessen einzige Tordter Lucie in ihr eiaeneS tzauS auf. Lucie wurde von dem Ehepaar alS eigenes Kmd dehan« delt. Sie fuhr mit den Gatten täglich nach Paris m's Ge- schüft und kehrte in ihrer Gesellschaft des Abends nach Hause zurück. Lucie war 17 Jahre alt und gewiß geeignet, selbst dre Tugendhaftigkeit eines Mannes von felsenfesten fittltchm Grundsätzen in's Wanken zu bringen. Hoch aufgeschossen, chlank wie eine Esche und dessenungeachtet von stark entwickelten Formen, das reizende Köpfchen erngeradmt von einer goldig« blonden, dichten Mähne, wie ste Titian seinen Kourttsanen auf- zusetzen pflegte, mit einem allerliebsten Munde von Mutter Natur begabt, dessen kirschrothe Korallenlippen nur unvoll« kommen die zwei Reihen glänzend weißer, feiner Elfenbein- zähnc verdecken, in den fein koloritten Wangen allerliebste Grazien« grübcken, die dem Lächeln, welches beständig ihr Geficht erhellt, einen allerliebsten Reiz verleihen, dem höchstens nur ein Marmorherz widerstehen könnte— ist Lucie geradezu das Prototyp einer eleganten Pariser Schönheit. Die kleine Arbei- terin, die schon in den Kinderschuhen kokett war, merfte sehr bald, daß fie in dem Herzen des Blumenfabrikanten eine brennende Leidenschaft entzündet hatte, die niederzukämpfen der Mann außer Stande war. Der Johannistrieb stellte fich bei Ribout ein und er hatte nur Herz und Sinn für die blonde Lucie. Er führte fie spazieren, überhäufte ste mit kostbaren Geschenken. Sie— schürte die Flamme, fachte die Leidenschast durch tausenderlei Künste zur brennenden Lohe an. Bald ge- währte fie dem rasend Liebenden einige wetthlose Scheide« münzen der Zärtlichkeit, ball» ließ fie ihn die Vorhallen des Tempels betreten, um ihm hierauf zu erklären, daß fie fich nur dem ihr am Allare angetrauten Manne ergeben werde. Der Frau Ribout'S blieb natürlicherweise das standalöse Benehmen ihre? Gatten nicht lange verborgen, aber wiewohl fie wußte, daß ihr Gatte, selbst in Gegenwart der Arbeiter, die Schlange, welche fie an ihrem eigenen Busen großgezogen hatte, umarme und küsse, so schwieg ste dennoch. Sre war ja Mutter und zwar die aufopferungsfähige Mutter eines ge« rade zum Mädchen aufblühenden Kindes. Dieses sonderbare Verhältniß dauerte ungefähr ein Jahr. Ribout wurde von Tag zu Tag mehr verliebt, in seinen Adern tobte und raste das kochende Blut, von einer zwar unbefriedigten, aber ver» zehrenden Begierde gepeitscht. Und die blonde Schöne? Sie beantwortete seine Bctheuerungen und Schwüre mit einem ad- soluten„von possnmaa", wies alle noch so glänzenden Anträge zurück und zwar mit der Motivirung, daß fie nur dem ange« trauten Gatten ihre Unschuld opfern werde. Da begann plötz« lich in dem Hirne Ribout's der gräßliche Entschluß ,n keimen, der zum Hinderniß gewordenen Gattin fich zu entledigen. Er wagte seinen Kopf, setzte fich der Gefahr, daS Schaffst zu de- steigen, auS, um nur seinem heißen Begehren Befriedigung zu verschaffen. Als Blumensadrikant war er über die Eigenschaften verschiedener vegetadllischer Gifte wohl unterrichtet und wußte genau, daß-diese Gifte fast aar leine Spuren im Organismus zurücklassen. Eines dieser Gifte, welches übrigens selbst in den Kreisen der Mett- ziner nur unvollkommen bekannt ist, bediente er fich nun. um seine Gattin ins bessere Jenseits zu befördern. Frau Rrbout, die sonst stets einer ausgezeichneten Gesundheft fich zu erfreuen hatte, wurde plötzlich krank. Dieselben Symptome stellten fich bei ihr ein. wie bei den Opfern Peel's, nämlich heftiges Er« brechen, häufige DurchfällZ, Brennen rm Magen, verehrender unstillbarer Durst, sowie stechender Schmerz in der Brusthohle. Der Arzt stand rathlos an ihrem Krankenbette und faselte von Frauenkrankheiten, verdorbenem Magen u. s. w„ verficherte übrigens, daß der Zustand der Kranken keinerlei Besorgnisse einflöße. Allein Ribout, der es besser wissm mußte, erzählte aller Welt, daß es mit seiner Frau aus sei; „eile est fontve", meinte er mit zynischem Grinsen. Die Frau starb auch einige Tage später und so groß war chie Freude des beinahe schon thierisch roh gewordenen Mannes über den Tod einer Gattin, daß er in Gegen- wart Ver noch warmen Leiche seiner Lucie um den Hals fiel, fie umarmte, leidenschaftlich küßte und schließlich nach Paris fuhr, um fich einen äuten Tag zu machen. Vierundzwanzig Stunden nach der Bestattung seiner Frau befand fich Ribout schon auf Freiersfüßcn auf dem Wege nach der Behausung des Vaters der Lucie Guiot, um vrn alten Trunkenbolde die Hand seiner Tochter zu verlangen. D ei Monate später wurde Hoch- zeit gemacht. Die ehelichen Freuden des Blumenfabrikanten sollten jedoch nicht von langer Dauer sein. Die Mutter seiner verstorbenen Frau beschuldigte ihren gewesenen Schwiegersohn offen des Mordes und als diese Frau durch Zufall in Erfah- rung brachte, daß Ribout fich an verschiedenen Orlen Gift zu verschaffen suchte, erstattete fie Strafanzeige. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß Ribout einen seiner Arbeiter mit einem von ihm fabrizitten und mft„Dr. Guilleme" gezeichneten ärztlichen Rezept in eine Apotheke am ent- gegengesetzten Ende von Paris gesandt hatte, um fich Col- chicine zu verschaffen. Der Apotheker, dem der Name dcS Arztes unbekannt war, weigerte fich, die verlangte Ingredienz auSzufolgen, da diese Dose" zur Vergiftung von 12 Personen .....■"Irbeii hingereicht hätte. Er schickte den Arbeiter unverrichteter Sache beim und behielt das Rezept. Ribout wurde nun eingezogen. Er leugnete aufs Entschiedenste und die Staatsanwaltschaft, in Andettacht des Umstände?, daß keinerlei direkte Beweise der Schuld vorlagen— selbst die Exhumirung der Leiche ergab kein Resultat, da dieses aus der„Herbstzeitlose" gewonnene Gift keine Spuren im Organismus zurücklasse— wollte schon die ganze Geschichte ack acta legen; da beging Ribout eine kolossale Unvorfichkeit, die für ihn verhängnißooll wurde. Er übergab einem Zellengenossen, der in Freiheit gesetzt werden sollte, einen Brief an seine Gattin und ver- sprach dem Manne für die Bestellung dieses Briefes eine reichliche Belohnung. In diesem Brief forderte er seine Gatttn auf, fest zu leugnen, Alles in Abrede zu stellen und fich durch die Kreuzfragen deS Untersuchungsrichters nicht verivirren lassen, da Wiedersvrüche in den Aussagen ihm verhängnißooll werden könnten. Am Schlüsse- meint er, daß ihm nichts geschehen könne, da keinerlei Beweise seiner Schuld vorliegen. Der Bote bediente fich nun dieses Briefes, um bei der jungen Frau des verhafteten Fabrikanten Geld zu erpressen. Diese Umtnebe kamen zur Kenntniß der Behörde, der Mann wurde verhastet und zu fünf Jahren Kerker verurthcilt. Der saistrte Brief, der nach Anficht des Staatsanwalts einem Ge- ständnisse gleichkommt, bildet die Hauptstütze der gegen Ribout erhobenen Anklage auf vorsätzlichen Mord. Mereine und Nersammlungen. bs. Die öffentliche Generalversammlung der Klavier- arbeiter und Tischler, welche am Sonntag, den 18. d. M., in Gratweil'S Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79, unter Vorfitz deS Herrn Röske stattfand, war sehr gut besucht und beschäftigte fich mit dem Ausgang deS Streiks in der Piano» fortefabrrk von Klingmann und Co. Herr Zubeil als Refetent setzte auseinander, daß der Streik als verloren gegangen zu bettachten sei, weil es dem Fabrikanten gelungen wäre, seine Fabrik mit neuen Arbeitskräften, allerdings ungeübten und nicht so leistungsfähigen wie den früheren, zu besetzen. Jene indifferenten Kollegen, die, jedes Gefühls der Solidarität dar, an Stelle der Streikenden die Arbeit angetreten hätte, s ien hauptsächlich für den Sieg des Kapitals verantwottlich. Auch die frühere Lohnkommisston(Rödel und Genoffen) hätten dazu gethan, die Anstrengungen der Sttcikenden zu vereiteln. Wenn der Haß auch bergehoch gethürmt sei, die Lohnkommisston, die fich ja immer noch alS Lohnkommisston betrachte, hätte die Pflicht gehabt, Zuzug zu jener Fabrik soviel als möglich zu verhindern. Sie habe aber nicht einmal eine Annonze in die Zeiwngen gesetzt, die vor Zuzug gewarnt hätte. Es sei also ihr Werk mir, daß die Klingmann'sche Fabrik von Tischlern überflutet worden und die Streikenden unterlegen seien. Hätten da die Tischler nicht Recht, zu erklaren, eS bestehe überhaupt keine Lohnkommisston mehr? Das einzige, was jetzt noch zu thun sei, wäre, dem Fabrikanten seinen Sieg so theuer als möglich tosten zu lassen, d. h. zu verhindern, daß tüchtige Arbeiter in jener Fabrik in Arbeit treten. Die Streikenden(32 Mann) selber würden des Opfer« muthS der Kollegen so lange bedürfen und seiner auch ficher sein, als fie anderwätts noch nicht Arbeit gefunden hätten. ttder Klavierarbcittr aber hätte daS seinige zu thun, den treikenden Arbeit nachzuweisen.(Lebhafter Beifall.)— In der DiSkusfion sprachen die Redner in gleichem Sinne. Ein Arbeiter, der während deS EtteikS in der Klingmann'schen Fa- brik die Arbeft aufgenommen hat. Herr Petrick, suchte fich ver- edlich gegen den Vorwurf der Wortbrüchigkeit zu vettheidigen. olgende Resolution wurde hierauf einstimmig angenommen: )ie heutige e. c. Generalversammlung der Klavierarbeiter und Berufsgenossen erklärt fich mit dem Referenten einverstanden, daß der Streik als beendet erklärt werden mußte, da fich Ar- beilcr gefunden haben, die den Streik illusorisch machten. So bleibt uns nur noch als letztes MUtel übrig, um dem Fabri- kanten den Sieg schwer zu machen, über seine Fabrik die Sperre zu veihängen, so daß kein reeller Arbeiter die Arbeit in besagter Fabrik ausnimmt. Auch erklärt die Versammlung, den sttcikenden Kollegen so lange durch Unterstützungsdeiträge beizustehen, bis alle untergebracht find."— Hierauf sprach Herr Michelsen über: Sind Streiks in der Gegenwart durchzu- führen, und wie stehen die geschlossenen Vereinigungen dem gegenüber? Er zog das Fazrt aus dem verunglückten Streik m einer Fabrik, wo'/» der Arbeiter organifirt mar, in einer Zeit, wo die Geschäftskonjunftur nicht ungünstig lag, dahin, daß nur durch ein Eingreifen der Gesetzgebung wirkliche Re- sultate für den Arbeiter zu erzielen wären. Deshalb habe der Arbeiter sein Hauptaugenmerk auf die politische Bewegung zu lenken. Wohl sei der Nutzen der gewerkschaftlichen Bewegung unverkennbar für die Organisation und das Klassenbeivußtsein des Arbeiters, trotzdem werde aber in nächster Zeit die Frage gründlich zu prüfen sein, ob nicht an eine Reorganisation der Gewerkschaften gedacht werden müsse. Dielen Ansichten pflichteten die Herren Schaar, Schmidt und Zubeil bei. Als ein besonderer Fehler wurde bezeichnet, daß die bestgestelltesten und die schlechtgestelltesten Ardeiter gerade fich der gewerk- schaftlichen Bewegung fast gar nicht anschlöffen.— Nach einem Schlußwort deS Referenten endete die Versammlung gegen l'/i Uhr Mittags. OrtSkrankenkasse der Tischler und Pianoforte- Arbeiter. Bei der am Sonntag Vormittag in Keller's Salon, Andreasftt. 21, abgehaltenen Versammlung derjenigen Mit- glieder, welche in dem Bezirk des Kasstrers Richter wohnen, und folgend« 53 Mitglieder als Delegirte zur General Ver- sammlunggewählt worden: Arnold. Bervalter, Binde, Böhne, Bruns. Buchholz. Clemens, Dannenberg. Dietrich, Elze, Furchtbar, Fuge. Gaude. Gold Gans. Glockner, Hanke. Hau- Aild, Handtke. Heine, Hübner, Igel. Janßen. Kreutz. Kühne, «röhn. KrelSmark, Kranz, Kowalke, Krause, Ladewig. Kietke. Lüder, Lose, Landschulz. Müller. Neubett, Regel. Rieger. Richter, Soltmann, Sorge, Sttamm, Scherret. Schmidt, Unken der Kasfirer Röntg und Greiner gewählten, werden ersucht, brs Donnerstag Abend ihre Adressen und Buchnummern bei Stramm, Skalitzerstr. 18, abzugeben. hft. Die öffeutltche Versammlung der Röbelvolirer welche� am. Somrtag Vormittag in Breuers Salon. Große nähme einer dcmcntsprechcnden Resolution zu der ang Verschmelzung der seither bestehenden kleineren Vercinlgis der Möbelpolirer„für geschweifte Arbeit" und„für arbeit" zu einem großen„Fachverein der Möbelpolirer".) vom Verein der selbststänvrgen Möbelpolirer waren einige: glieder erschienen, die fich gleick'alls für das Aufgehen iflii einzigen Verein, beziehungsweise für den Beittitt zu den* aussprachen. Nach Verlesung der Petition an den Reit um Annahme des Arbeiterschutz-GesetzentwurfeS beschloß die!" 3 %4 sammlung, fich derselben ausnahmslos anzuschließen. darauf folgenden Debatte über die gänzliche Einstellung Sonntagsardeit sprachen fich sämmtliche Redner geg» Sonntagöardeit aus. dts. Die öffentliche Versammlung von Etui- Lederarbeitern, welche am Sonnabend, den 17. d. M-, Ade in der Oranienstraße 180 stattfand, um eventuell den Air:_ der Arbeiter dieser Branche an den„Unterstützungsverein.lieber t Buchbinder und verwandten Berufsgenossen" zu besä» Htter» G«ei und fich als eine Gruppe oder Sektion des Vereins zu v«uartuel iol tuiren, wurde, nachdem der Einberufer, Vorsttzende und' die rent der Versammlung, Herr Mehnett, sein beifällig t �78 dem R< nommenes Referat beendigt hatte, gleich nach Begiitf«ar Pr Diskusston vom überwachmden Poliz.-ilieutcnant auf» welcher des§ 153 der Reichs-Gew.-O. aufgelöst, alS der erste$ f�ei in der Debatte die in dem Zender'schen Geschäfte, Arft Wflte dai burgstraße, eingeführte Fabrikordnung mit dem Reglc<«5°' oie Na einem Zuchthause verglich. Nach kaum halbstündiger$ der Versammlung verließen die Anwesenden, ca. 80 J Jr nehmer. das Lokal.. Der Verein„Vereinigung deutscher Schmieds®«1 am Sonnabend seine Vereinsoersammlung in Gratweill' tUSf ,�al hallen ab. Der Vorfitzende, Herr Drewitz, laS zunäA,;n] Erwiderung des Polizeipräfidiums auf die seiner Zeit geS„ T*«weif Eingabe vor, ob bei wissenschaftlichen und medizinischen� aurf".»wet trägen auch die Frauen die Versammlung besuchen lÄ iuge Der Bescheid geht dahin, daß der Verein als kein polb � jw. angesehen würde, daher der§ 8 des Vereinegesetzes tionallib-r»?." Anwendung kommen könnte. Herr Drewitz theilt darorf Getez,-« daß in der nächsten Versammlung.Sonnabend, ven 31. C# n(fl~ hi; 0st auch Frauen Zutritt haben. Eine längere Debatte entM auch nur die Frage: welche Agitation für den Verein am vort? meinen testen wäre, die durch Wort oder durch Schrift. __ Agitation durch Wort als die beste bezeichnet, jedoch von! EmmfoklumT Drewitz bemerkt, daß eine Agitationsreise dem Verein# fahren ber kosten würde, darum stellte er den Antrag, den Vorstand t hin. daß diel austragen, einen Aufruf auszuarbeiten, in 1000 Exen� müßten." drucken zu lassen und an die Verwaltungsstellen zu t# Und nur Der Antrag wird von der Versammlung angenommen..� Teufel an di auf wurde, da bisher nur ein provisonscher Vorstand* nicht auch an ein definitiver gewählt und zwar: die Herren Drenjl resp. nicht b, Tempel als Vorfitzende, Stange und Jung als Schelf? schlußfolaett Rippert und Bofin als Kasstrer und Hasse, Hampel und. mit der Umsli als Revisoren. Zum Verschiedenen wurde noch über dij Macht, welche lung des Arbeitsnachweises verhandelt und wurde nach W kütcn,-u ihr, Debatte der Vorstand beaustragt, die Vornchtungen z? kündigt das S beitsnachweis zu übernehmen. � hfs. Die LuxuSpapierpräaer und Papiers» fturzes, den d beschlossen in einer am Sonntag Vormittag im Seeft». vor ihr nicht Lokal in der Grenadierstraße, unter dem Vorfttze de«' neuen Sündfl Caspar stattgehabten und von ca. 200 Theilnehmern% und Halben Versammlung, nach Anhörung eines sehr beifällig ainr Jahren, er t menen Referates deS Herrn Otto Ballmüller, mit allen! Kampfplatze I 2 Stimmen die Gründung einer fachgewerblichen Organs und die lichte eines„FachvereinS der Luruspapierpräger und Papi� Wir aber heb Die genannte Branche besteht in Berlin auS ca. S00j»>rd wider ur lieben Arbeitern und einer beträchtlichen Anzahl von u*'? Den Lest Atbeittkräftm. Die Löhne der Männer stellen fich--uf- araufigen Ech 2.Mk. 50 Pf. und 3 Ml. täglich, bei einer täglich«« � haben. Wir i zert von Morgens 7 bis Abend» 8«/. Uhr. Die mania" über 1 nungen sollen, wie die an der animitten DiSkusston fiäj soll eS nicht u ligenden Redner übereinstimmend verfichetten, sehr rechnen Wir hart sein, die Behandlung der Arbeiter sei im heraus, daß! «ine sehr schroffe. Bisher entbehtte diese ArdeitergSltft» Ursache haben eigentlichen Organisation; eS gab nur einen Krank««'., tische Kirche zi stützungsverein derselben, welcher im Laufe der Zeit v»« mich für die 3 auf ca. 20 Mitglieder zurückgegangen war. th. Die öffentliche Versammlung der Kolonial« handlnngsgehilse« beschäftigte fich am SonnG mittag, Rosenthalerstr. 11/12, mit der Frage der Cftt ruhe und nahm nach einem diesbezüglichen Referate«fts wü,,*-"T Hinze einstimmig folgende Resolutton an: Die heute � kl&en wir den hoben Reichstag, folgenden, von Seiten der Arb«� 2"» W Kommission deS Rerchstages in der letzten Session, Beschluß;.Inhaber von Verkaufsstellen aller Art% nehmen! Gehilfen und Lehrlinge an Sonn- und Festtagen d? demokrätikÄ» 5 mÄff S"&'V «a: aR&jjK srrrf währen." Die Versammlung bittet ferner, ein@(l%j lassen, wonach kaufmännische Geschäfte aller Art, einiZ der Viktuallen- und Vorkostgeschäfte. an Sonn- und, 1 Uhr Mittags geschlossen werden müssen. Die. > 5',"« Pattei. fett1 Itt die Hände. »«gen welche demselben um lung glaubt, daß nur auf gesetzlichem Wege die dm selbstständigen, als auch unkldstständigen Raufn* Gewerbetreibenden so nothwendige Sonntagsruhe ffl werden kann und hofft daher auf Erfüllung ihrer% DaS Bureau der Versammlung wurde deaustralP Resolution dem Reichstage zu unterbreiten. Arbeiter-vezirksverein für den Osten verlb die heute Abend 8'/, Uhr in Keller's GesellschaftSsälen», sttaße 21, stattfindende Versammlung werden die nochmals mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht, za> I 85J «Wer h IJerte 23« nochmals mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht, zav�z zu. pünktlich zu erscheinen. Die Tagesordnung lautet= K.m„Und do des Schriftstellers Herrn Baake� über:„Die Ueberv�j Kationen zun r frage." 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes. 4. Neue Mitglieder werden aufgenommm.— Gäste. — Die Mitglieder werden nochmals ersucht, rech' � die Agitatton für das Arbeiterschutzgesetz einzutretc" entnommenen PetitionSIisten baldigst abliefern � Listen zur Unterzeichnung liegen auch in der Wai sammlung auS. Den Mitgliedern zur Nachricht, da? N« Falk überlege der m unsere, aber doch nick nach dem L halten." für den neuen Vereinskalender noch bei den i_'st> Küsttiner-Platz 8, und Berger, Sttaußbergerstra?«®rausamkefter wie in der Vereins- Versammlung beim Kasstr�, ff vst von zivili C rannen werden.— WohnungS-Vcränderungcn n"" Ntn zu morde, Kasstrer Berger zu melden. f streck« grau? t?e»irksverein de» werkthätigen Volkes$1 Völkern der MMSSMONS Der aus§ 5 des Statuts aufmerksam gemacht und«J�'„.♦avT'" von tttwnSltsten betr. Arbefterschutzgesetz baldmöglichst� � und Uta Verantwottlich« Redakteur«.«rauhet« in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in B«Iin 8W„ Beuchstraße 2 schnsten zu versehen und bei den Vorstandsmitgliedern NähmS stehe Inserat._ Stne allgemeine Kommnualwähler- für den 10. Wahlbezirk findet am Mittwoch, den- AbendS 8 Uhr, tn Habel'S Bräunet, Bergmanra»' Tagesordnung: 1. Dorttag deS Stadtverordneten � üb«:„Die bevorstehenden Kommunalwahlen." Ct 8. Aufstellung eines Kandidaten. Die Wähler munalwahlbe�rkS werden ersucht, recht zahlrett Deutscher Senefelderbund. Mitgliedschaft? AbendS 8 Uhr, Versammlung im Restaurant 33«**', straße 31. --Ä 3we inbi w«fter beuurul «euten Ruf; schadenfrohe« M'°S Nur d« Hier,« rr ani Vereinig« ->„für«rf lpolirer". j iren einigt. -'gehen inr V,u H »escdloßdit." Beilage zum Berliner Volksblatt. ÜSJSl*. 245. ner ßegw, Dienstag, de« 30* Oktober 1888. IL Jahrg. Se, nt auf er erste äste." r Regli lindiger ca. on Etui»' f S®_. Volitische Urberftcht. ungsverei!! Ueber da» Eoztalifterrgesetz««d da» Verhalte« de» zu besc- Herr« Kneift äufjert sich die„Germania" in einem längeren reins zu v«itartikel iolgendennasjen: mde und*''«ls die Regierung nach dem Hödel-Attentat im Frühjahr beifällig» f~i° dem Reichstage sofort einen Sozialistengeseyenlwurf vor- b Beginn war Professor Gneist der einzige nationalliberale Abgeord« «1•' melcher dafür redete und stimmte, während die ganze m>"ge Partei unter Führung von Bennigsen noch widerstand. folgte das Nobiling-Attentat und die Auflösung des Reichs- M», die Nattonalliberalen wurden bei den Wahlen„an die Wand gedrückt" und kehrten zwar gemindert an Zahl, aber »gelautelt" in ihrer Stimmung zurück, so daß der zweite Ent- «urf eines Sozialistengesetzes mrt ihrer vollständigen Zustimmung N» einem Gesetz verarbeitet wurde. Den rednerischen Eiertanz »■mschen Ja und Nein vollzog für die nattonalliberalen in diesem Falle der Abgeordnete Lasker, da der «uUes beweisende" Gneist ihn nicht zu machen brauchte, weil J"„weiser Vorausficht" sofort schon dem ersten Eni- ?urfe zugestimmt hatte. Und dieser früheste Ver- uerer eines Ausnahmegesetzes gegen die Sozialdemokratie «? nattonalliberalen Partei ist nun auch der erste Na- !M°lHberale, welcher die Aushebung, bezw. Milderung dieses Gesetzes in Ausficht nimmt! Ohne an die Ausnahmegesetze m,*R Kirche und an ihre Aufhebung bezw. Milderung aus, nur zu denken, proklamirte er in Kreuznach den allge- ®a$:„Man darf solche Ausnahmegesetze nicht ver- WÄUKDMiS -chmiedt gratweils rS zun -r Zeit dizinische». suchen kein pi fesctzes >eift di ?en 31. tte ents am voi Es wi DOO Ejrt» Müßten/ bin>.„5 5-° i» a l i st i f« e n �veorren" wres er oaraur mübten" ��en in geistigem Kampfe überwunden weiden npel unt über di oe nach! langen I Sapierst m Serf, rfttze de» hmern ällig �. mit aüf, !N Ok, Ä von Bf, '"f'UBrome....................... m J!? Umsturzpartei gehen wollen, als der Kirche, der einzigen Fracht, welche heute noch im Stande ist, den Umsturz zu ver- ?"«en, zu ihrem Rechte zu verhelfen. WaS daraus folgen wird, kündigt das Blatt in folgenden Worten an: „Sie werden die nov» potentia des fürchterlichsten Umsturzes, den die Welt noch gesehen, großziehen, und was fich uor ihr nicht rettet in die Arche der Kirche, wird von der neuen Sündfluth verschlungen. Die Aufreibung der Mittleren und halben ist der charakteristische Zug der Zeit schon seit Jahren, er wird rapide beschleunigt werden, und auf dem Kampfplätze bleiben dann nur— die Mächte der Finstcrniß und die lichten Schaaken des menschgewordenen Sohnes Gottes. Wir aber heben die Häupter— wenn Gott mit uns ist, wer wird wider unS sein!" Den Lesern dieses frommen Blattes weiden bei diesen _ Schilderungen sicher die haare zu Berge gestanden aben. Wir haben indeß nicht die Abficht, uns mu der„Ger- gilchm paocn._. Die txl mania" über das, was da kommen wird, zu streiten, namentlich sston fiäj soll eS nicht unsere Aufgabe sein.'......."• j rechnen. raus. mit überirdischen Dingen zu und da stellt fich Wir bleiben auf realem Boden daß die Herren von der„Germania" eigentlich keine rträt I fl c' ö"vi» vt*.„vz/timumu ciytniiiu� it uic Ütergsl�n Mache haben, fich über das Ausnahmegesetz gegen die katho- Krank«»' ö«sche Kirche zu beklagen, da ein Theil der Zentrumspartei ja Zeit-� lonial sonnt der % er Ai IflÄ avl und mm Ylpfim.» V-» anzu- *aK We Herren Gneist und Genoffen ernstlich dem WMWWW mssgsmimßm des das in rt, etnis !- und Die,, die fi» ; Rauf*' öruhe I ihr« f eauflrw 85J IeuMeton. D«» Msr«»«en«ädche«. »merikanisch« Erzählung van »aldui« Möllhansen. (Fortsetzung.) hätte rhne« so viel Grausamkeit zugetraut, erte Weatherton, noch immer heftig erregt, dem .We, aler zu'--- uwut immer heftig erregt, Nattöne»�,,��? H �um grausamer, als wenn zivilifirte schüsse al��°R"R°'' Einzelner mittelst ihrer Shrapnell- vuu zwlnzrrren Zlarrone« lernen." Sie morden nicht, gen um zu morden, wie der Tiger, und da« können die Voll- ß strecker grausamer SSanSTii»«»- unter den zivilisirten .....„..... viioe mqr immer von sich behaupten. übend* 0./ Wir brauchen nur einzelne Blätter der allerneueste«®e' Gtcp schichte umzuschlagen, um auf jeder Sette diesen Ausspruch Ce��" PsäSkSäSsSSä «igenn�La�e zuzuwenden. ni eten. er J�e indianischen Gefährten schienen indeß dadurch r. ich: rwitet beunruhigt zu werde«; im Geaentheil, bei ledem erneuten Ruf i.**-—'- 5- und plauderten fie mit verschmitztem, fmolosln 0 brück und einer solchen unverkennbaren '»> benheit, als wenn Hunderte von Meilen »wischen.>hneu und ihre« Verfolgern gelegen hätten. 1 der Schwarze Biber betheiligte fich nicht an der ast, j ZLeilf' ID«.—, Sozialistengesetz mtt Hilfe der Nationalliberalen abgethan wer- den könnte, dürste ganz unbegründet sein. Daß ein Organ Zentrums aber die Aufhebung fürchtet, kennzeichnet so rech�daS doppelzüngige Wesen dieser Partei. e Münchener Zeugnißzwang-Affaire hat mit der Haftentlassung ves gefangenen Redakteurs geendet. Diese Entlassung von Seiten des Gerichts erfolgte, 0 h n e daß das verlangte Zeugniß abgelegt, und trotzdem eine Beschwerde des Verhaftelen aus formalen Gründen vom Oberlandesgericht abgewiesen worden war. Auf welche Veranlassung hin die Remedur erfolgt ist, dedarf noch weiterer Aufklärung.— Ob die Direktion jener Gesellschaft den von ihr gesuchten Echuldi- gen mittlerweile auf anderem Wege herausgefunden hat, ist nicht bekannt. Wäre das nicht der Fall, so würde der ganze Vorfall nur zeigen, wie mangelhaft unter gewissen Umständen die Garantien gegen unberechtigte Freiheitsentziehung in Deutschland find, nnd wie ein Zwang, den man seiner Zeit der öffentlichen Sicherheit für unentbehrlich hielt, mehr und mehr nur Anlaß zu öffentlichem Aergerniß wird. Frankfurt a. M. Die hiesige demokratische Partei hat beschloffen, fich nicht an der Landtagswahl für den preußischen Lanvtag zu betheilrgen. Der„Leob." tadelt den Beschluß, fügt aber zur Erläuterung hinzu:„Es hat in Frankfurt niemals gelingen wollen, ein besonderes Interesse für die preußischen Landtagswahlen wachzurufen, weil das moralische Binde alicd, welches zwischen unserer Stadt und dem preußischen Staate besteht, nicht in den Ereignissen von 1866, sondern in der 1871 erfolgten Wiederauflichtung des Deutschen Reiches liegt. Für die Altpreußen ist daS Abgeordnetenhaus in Berlin eine historische Einrichtung, an welche fich Er- innerungen bedeutsamer Art knüpfen, den Neupreußen Frank- furts fehlt dieses Band ganz und gar. Soweit fich für Frankfurt Erinnerungen an das preußische Abgeordnetenhaus knüpfen, find fie sehr depttmirender Art." Franrreich. Bis heute früh waren 115 Stichwahlresultate bekannt und zwar waren gewählt 107 Republikaner, darunter 51 Radikale, und 8 Konservative. In den DevattementS Aisne, Eure, Oran, PyrsnSes orientales, Haute-Marne, Meuse, Vancluse, Haute-Vienne, Jndre et Loire, Eber, Deux-ESvres, Haute- Saone, Eure et Loir, Bouches du Rhone, Var, Lot-et Garonne, Aidennes, Aude, Jftre, Jlle et-Vilaine, Jura, Nonne, HauteS- AlveS, Arisgc, Saone et Loire, Aude. Cröuse wurden Repu- blikaner, in den Departements Otse, Sarthe, Belfort wurden Konservative gewählt. Das Departement Somme wählte zwei Republikaner und zwei Konservative. Von bekannteren Persönlichkeiten find gewählt: Ändrieux in den Nieder- Alpen, Floquet(Ostpyrenäen), Brtsson und Henri Maret(Eher Departement), Waldeck- Rousseau und Mi- nister Martin FeuillSe(Jle-eiVilaine), Unterstaatssekretäre Casimir Perier und Turquet(Aubeftlnd Aisne), Minitter Godlet sSomme), Ermister Cocheiy(Loiret), Cltmenceau(Var), Paul Bert(Nonne), Geoige Peiin(Vienne), Pelletan und CloviS Hugues(Marseille). Eine spätere Nachricht meldet, daß bereits 229 Stichwahlresultate bekannt find. Davon entfallen auf die Republikaner und Radikalen 208, auf die Konservativen 27. Aus den Departements Seine, Korstka und den Kolonien stehen die Wahl- resultate noch aus. Ziebt man daS voraussichtliche Ergebniß der noch ausstehenden Wahlen mit in Betracht, so wird die neue Kammer 200 Konservative und 384 Opportunisten und Radikale zählen.— Der Herzog von Broglie ist durchgefallen. R« st l a n d. Zurück, immer mehr zurück! DaS ist setzt mehr denn je die Paiole der Machthaber. Wie der russische Regienmas- anzeiger meldet, soll es Personen von deutscher Herkunst nicht mehr gestattet sein, dauernden Aufenthalt innerhalb russtscher Festunasrayons zu nehmen. Die Festungskommandanten in Polen haben bereits derartige Befehle zugestellt erhatten. Nun feblt nur noch, daß an den Landesgrenzen die bekannte „chinefische" Maurer errichtet wird. Unterhaltung. Er war emsig damit beschäftigt, die Leine, an welcher von oben aus heftig gezupft und gerissen wurde, fest um einen vorspringenden Filsblock zu schnüren. „Werden sie nicht kommen und ihre Lassos zu lösen suchen?" fragte Weatherton, nachdem er den Delawaren und sein Treiben eine Weile beobachtet;„ich-glaube, Lasso« sind unter den Utah« zu kofibare Gegenstände, als daß sie dieselben so leicht aufgeben möchten." „Heute kommen sie nicht mehr," antwortete der Biber entschieden;„eS beginnt zu dämmern, und ehe fie die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der Utah von der Strö- mung mit sortgerissen wurde, wird es dunkle Nacht sein. Löse ich den Strick, so ziehe« sie ihn hinauf, bleibt er straff, so werden sie sich hüten, ihn oben zu lösen. UebrigenS lieben auch die Utah» ihr Leben, und so leicht wird sich ge- wiß keiner da hinunter wagen, wo einer ihrer Genosse» auf so unerklärliche Weise verschwand, aus Furcht, dessen Schick- sal zu theilen." Das Rufen war unterdessen immer lauter und dringender geworden, und die Bewegung der straff gespannten Leine verrieth sogar, daß Einer an dem Abhänge hinunter klet- terte, aber wieder umkehrte, sobald er seine Mühe, den Lasso nach sich zu ziehen, für eine vergebliche erkannte. Die oben auf dem Felsenwall Versammelten gaben fich endlich keiner Täuschung mehr über das Loos des Ver- schwundenen hin. Sie nahmen an, daß er in die Strudel gerathen und von denselben fortgerissen worden sei, und fügten sich nothgedrungen darein, die Forschungen nach de« Flüchtlingen erst am folgenden Morgen mit ausreichenden Mitteln wieder fortzusetzen. Es folgte darauf eine kurze Bcrathung, welche den in der Höhle Befindlichen unverständlich blieb, die aber damit schloß, daß Holmsten dem Schlangen-Jndianer befahl, mit drei Utahs die Nacht daselbst zuzubringen, wozu er noch die Bemerkung fügte, bald nach Tagesanbruch wieder bei ihm fein zu wollen. Obgleich er nicht befürchtete, daß diejenigen, welche er mit so viel Haß verfolgte, und die er mit vollster Strömung hatte vorbeitreibea sehen, ihren Weg wie- der so weit aufwärt« finden würde», so empfahl er den Zurückbleibenden doch die größte Wachsamkeit, worauf er mit seinen Genossen eine Strecke an dem zokale». Die Berliner Schnetderinnnug kann nicht, wie der „Voss. Ztg." geschrieben wird, ihr sechshundertjähriges Jubi- läum schon am 6. Februar künftigen Jahre« begehen. Der Gildebrief, welchen oer Rath zu Berlin den Schneidern tu theitte, datirt erst vom 10. April 1288 und lautet in der Uebersetzung des lateinischen TexteS:„Da der Tod die Wuth seiner Gewalt nicht stillen wird, bevor er nicht Alles in Trümmer gestürzt hat, ist er durch nützliche Fürsorge bestimmt und für nöthig befunden worden, daß glaubwürvige Schriften über alle Verhandlungen aufgenommen werden, aus denen zu ihrer Zeit die Wahrheit auf das Beste erwiesen und jeder Zweifel gelöst werden kann. Durch den Anblick dieses Briefes wollen wir Nicolaus von Lietzen, Johann von Blankenfelde, Conrad, ehemals Schulze in Baruth, Conrad von Belitz, Rathmannen der Stadt Berlin, mit der gesammten Gemeinde dieser Stadt es daher zu öffentlicher und allgemeiner Kenntniß bringen, daß wir den Schneid« n, unfern lieben Mitbürgem, die mit uns in der Stadt Berlin wohnen und von uns ihr Recht haben, die Freiheit geben, das Recht zu behalten und zu genießen, welches die Schneider der Stadt Brandenburg von der ersten Gründung jener Stadt an ge» Nossen haben. Auch wollen wir, dich Jeder, der ihr Gewert gewinnt, für dessen Gewinnung 4 Schilling Pfennige und 2 Pfund Wachs gebe, wovon unsere Stadt 2 Schilling Pfennige, und das Hospital zum heiligen Geist ein halb Pfund Wachs, sowie das HauS der Aussätzigen ein halbes Pfund empfangen soll. Die andern 2 Schillinge und ein Pfund Wachs werden zum Nutzen der Schneider verwandt. Außerdem wollen wir, daß Niemand gestickte Wämmser, Kapuzen oder Kotten und Jacken auf den Wochenmarkt zum Verkauf bringe, sondern allein auf den Jahrmarkt. Ferner bestimmen wir, daß die Söhne de? von auswärts Zugezogenen, welcher das Schneidergewerk ge- wonnen hat, an demselben nicht Theil haben sollen; aber von den später geborenen Kindern soll die Tochter die Hälfte deS Gewerls, wie der Vater, befitzen. Niemand darf ferner das Gewerk ausüben, ohne vorher die sogenannte„Burfchap" und die Brüderschaft der Schneider erworben zu haben. Femer wollen wir, daß streng darauf gehalten werde, alle Diesenigen aus der Gilde auszustoßen, die fich durch Diebstahl oder Be- trug vergangen haben, so daß fie niemals mehr Gelegenheit finden, da« Gewerk auszuüben. Damit aber diese unsere Schenkung und Verleihung gtltig bleibe, haben wir vorliegen» den Brief durch Anhängung unseres Siegels bekräftigen und ihn den Schneidern übergeben lassen. Ausgestellt durch die Hand unseres Notars Johann von Barby. Geschehen am 10. April 1288." Dies Datum allein muß für die Stiftung der Schneider-Jnnung maßgebend bleiben, welche sonach erst im Jahre 1888 auf ihr sechshundertjähriges Bestehen zurück» blicken wird. Ei» Pseudo-Krtminalbeamter. Vor einigen Tagen er» schien in einem Seifengeschäft in der Kochstraße ein unbe» lannter, etwa 32 Jahre alter Mann, der in einem blauen Aktendeckel Druckschriften unter dem Arm trug und fich der anwesenden Verkäuferin als Kriminalbeamter vorstellte. Er theilte derselben mit, daß er vom Polizei-Prästdium beauftragt sei, sammtliche Händler mit Giften und Säuren aufzufordern, die von ihm mitgebrachte Polizeiverordnung, betreffend„Auf» bewahrung und Verabfolaung ver Giftwaaren" für 25 Pf. zu kaufen, widrigenfalls fie in den nächsten Tag»« tn Ordnungsstrafe genommen würden. Die im Geschäft allein anwesende Verkäuferin zahlte auch aus Furcht vor Strafe die geforderten 25 Pf., worauf fich der Unbekannte in den nächsten Seifen» laden begab, um dort daffelbe Manöver zu wiederholen. Er wurde hier jedoch von dem inzwischen erschienen Geschäfts- Inhaber hinausgewiesen. Wir wollen nicht unterlassen, auf den noch nicht ermittelten Schwindler warnend aufmerksam zu machen. R. Ein bestrafter Preller. Am Freitag gegen Abend . � f........ L "."suchte ein ziemlich elegant gekleideter junger Mann einen F« Droschkenkutscher erster Klasse um das Fahrgeld zu prellen. Derselbe bestieg in der Leipzigerstraße das Gesahrt. enaagute den Kutscher auf Zeit und fuhr nach verschiedenen Straßen, aing auch, jedenfalls aber nur zum Schein, in diverse Hauser, vor denen er halten ließ und verlangte schließlich, nachdem er Abhänge hinaufkletterte und sich dann auf einem gestmse» ähnlich, westlich um das Plateau herumführenden Vorsprunge nach dem südlichen Ende des Felsenthors hin- begab.— Er hatte also den Indianer« die größte Wachsamkeit »ur Pflicht gemacht. Sie dagegen lachten über seine Be» sorgniß, indem nach ihrer Ueberzeugung ein Mensch, der einmal bis in den bekannten Felsenwinkel vorgedrungen sei, denselben nicht verlassen könne, ohne dem sichere« Verderbe» anheimzufallen. Holmsten war überhaupt der Einzige, welcher den sichere» Untergang der Flüchtlinge noch bezweifelte; er würde dara» gezweifelt haben, und hätten alle seine Gefährten sich ihm mit de« festeste« Behauptungen gegenüberstellt.— Nur dann wäre er von der Furcht einer Entdeckung seine« Ver- brechen« befreit und vorläufig beruhigt gewesen, wenn er diejenigen, die gegen ihn zeugen konnten, al« stumme Leichen vor sich gesehen hätte. Daß aber die außergewöhnliche Aengstlichkeit, mit welcher er immer wieder auf die Verfol» gung und augenblickliche Bestrafung von Rynold»' vorgeb- lichen Mördern drang, selbst bei seinen Glaubensgenosse« zuletzt Verdacht erwecken müsse, da» bedachte er in seiner fieberhaften Aufregung nicht. Eine Stunde war nach Holmsten'« Entfernung ver, strichen. Auf dem zerrissenen Hochlande ruhte eine so tiefe Dunkelheit, wie es unter einem hellgestirnten Himmel nur möglich; das heißt, die oberen Luftschichten waren transpa- rent, während Alles nahe dem zerklüfteten Erdboden, die nackten starren Erhebungen, wie die Schluchten und sogar der unheimlich rauschende Wüstenstrom, in einen einzige« ununterbrochenen schwarzen Schatten zusammenfielen. War es nun draußen unter den schroff emporstrebenden Felswänden schon dunkel, so henschte in der Höhle eine undurchdringliche Finsterniß. Die schwere Arbeit des Tages hatte die augenblickliche» Bewohner derselben ermüdet und erschöpft. Die Zeit der Rast war ihnen daher willkommen, und in der Thai hätte» sie sich nicht angemessener und verständiger auf die kommen- den Ereignisse vorbereiten können, al« indem sie fich rück- stchtSlo» der so nothwendigen Ruhe Hingaben. Die Flöße boten ihnen hinlänglich Raum, sich gemäch» ei-- bereits ca. 2 Stunden herumkutschirt war, nach der Kurzen» ftrajje, Ecke der Kaiserstraße, gefahren zu werden. Das dem Kutscher angegebene Haus hatte aber au» nach der Kaistrstraße einen Ausgang, was diesem zufällig bekannt war. Als der Fahrgast das Haus betreten hatte, sprang der Kutscher, dem die Geschichte verdächtig geworden war, eiligst vom Bock, stellte fich an der Ecke des Hauses auf und erwischte noch rechtzeitig den Patron, der soeben im Begriff war, die Kaiserstraße nach der Alexander straße zu, entlang zu stürmen. Mit ficherem Griff packte der Roffclenkcr den Prellcr beim Kragen, nahm ibn dann zu fich auf den Kutscherbock und fuhr dem nächsten Polizei- Bureau zu, nicht ohne dem feinen Fahrgast vorher seine richtige Meinung offen ausgesprochen zu haben. Studenten-Humor. In der Wochenschrift„Alma mater" werden seit einiger Zeit Proben auS der Kne.pzeilung der „Fidelitas' mitgetheilt. Die nachfolgenden Kemsatze studen- Äscher Finanztheorie dürften im Augenblick, wo unsere Musen- söhne fich anschicken, die Hochschule wieder zu beziehen, überall willkommen sein. Der scharffinnige Verfasser schreibt unter Anderem: Die akademische Finanzwissenschaft ist die Lehre von den Schulden oder die Lehre von der momentanen Geldver- legenheit in Permanenz; fie zerfällt in zwei Theile: der erste handelt von den Schulden, der zweite— nebensächliche— von den Einnahmen, von Bezahlung und ähnlichen überflüsfigen Dingen. Die Einnahmequellen, aus denen der Student schöpft, find: 1. der Alte, in der Naturgeschichte Vater ge» nannt: derselbe führt dem hoffnungsvollen Sohne allmonat- lich einen fixen Geldbetrag zu. Schickt er nur diesen und keinen Heller mehr, so heißt er Rabenvater; hat er einen so breiten Rücken, daß hinter demselben die Frau Mama i schicken kann, so ist er noch zum Mitnehmen— noch etwas W______ WWW, schickt er aber selbst hinter seinem Rücken etwas mehr, dann ist dem Studenten zur Wahl seines Alten zu gratuliren.— Die zweite Einnahmequelle ist der Haustrhandel mit Normalschul- gegenständen, Stenographie, Aesthetit, reinen Selbstlauten, Weltgeschichte u. vgl.— Materiell am besten stehen die söge- nannten Hofmeister, komischerweise auch Erzieher genannt; fie beziehen ein hoh-S Gehalt, haben aber außer freier Wohnung und Kost keine Freiheit, müssen Sklavendienste verrichten und werden mit Recht die weißen Neger genannt. Mehr Freiheit. aber weniger Geld hat der Korrepetitor, schlechtweg Hauslehrer genannt. Gleich Benjamin Franklin ist ihm, da er von der Stunde lebt, Zeit Geld; zugleich dient er als Blikableiter für die schlechte Laune der HauSfrau und ihrer werthen Familie. — Die dritte und wichtigste Einnahmequelle ist das Pumpen — und hiermit find wir bei der eigentlichen akademischen Finanzwiffenschait angelangt. Das Pumpen ist diejenige Operation, durch welche ich den Inhalt der Tasche meines Nebenmenschen zum Fnhalt der meinigen mache. Einen solchen Nebenmenschen liebe ich, wie mich selbst; er ist mein Freund. Wenn von Dichtern die Freundschafi destnirt wird als eine Seele in zwei Körpern, so heißt dies in unserem Sinne: eine Hand in zwei Taschen. Läßt der akademische Nedenmensch bes dieser Operation Haare, so entsteht ein Pump.— Derselbe hat verschiedene Abarten, je nach seinem Entstehungsort. Wir unterscheiden 1) einen Straßen-Pump(pumpna Tulgaria rel ambulatoriua); er ist der harmloseste, am wenigsten gefährliche; man kann fich leicht durch das Treten in ein Hausthor oder Aufspringen auf einen Tramwaywagen retten, da man den Angreifer aus der Ferne steht; 2) einen Hampump(pumpn. domeaticu»); derselbe ist gefährlicher und wird immer mit einem ungewöhnlich warmen Gruße des bei uns eintretenden Kollegen eröffnet. In solchen Fällen rettet entweder em stein- hartes Gemüth oder ein altes Portemonnaie, das man bei der Hand hat und leer dem verblüfften Kollegen hinhält. Die gefährlichste Art ist aber die dritte, der Wirthshauspump (pnmpng cerevisius«en perniciosas). Man fttjt ahnungslos im Wirthshause im Kühlen und denkt, wie gewöhnlich, über nichts nach. Plötzlich fitzt ein Kollege be, umf ,ßt und trinkt mehr als gewöhnlich, und endlich heißt's:„Ser so gut. zahl für mich!" Gegen diese Politik der vollendeten Thatsachen hilft kein Gott. Die Geheimnisse deS falschen Spiel« werden in ver- dienstooller Weise zu Nutz und Frommen für Jedermann von einem Kenner desselben» welcher seinen Namen aber mcht ge- nannt, an's Licht gezogen. Es ist eine nur zu bekannte That- fache, daß troy der Polizei, welche ein wachsames Auge hat, in Berlin immer wieder neue Spielhöllen entdeckt werden, und daß außerdem in Privatzirkeln viel und hoch gespielt wird. Die Versuchung für den Falschspieler, ein bequemes Leben zu führen, ist zu groß, und er trotzt der Gefahr, entdeckt zu wer- den. Wie aber das Glück korrigirt wird, erzählt ein Anikel in„Schorer's Familienblatt" in folgender Weise:„Werfen wir nun einen Blick hinter die Koulissen, so finden wer Hermann, den Svieler, allein im Zimmer; er ist im Begriff, eine größere Zahl von Kartenspielen sür seine Zwecke zu präpariren. Jede Karte wird enzeln auf eine eigens tür diesen Zweck konstrutrte Maschine( eine Hebelscheere") gelegt und an den Längs- feiten beschnitten. Die auS den Fabriken gelieferten Karten« spiele enthalten nämlich trotz deS gewiß mit Sorgfalt bewirkten Beschneiden« nicht gleich große Blätter. Der Falschspieler ist mithin gezwungen, die dem bloßen Auge kaum wahrnehmbaren Ungleichheiten in der Breite der Kartendiätter vor dem Ge- brauche der Karten wegzuschaffen. Er bediente fich hierzu, wie lich auszustrecken, und wenn Weatherton und Falk unter dem Einfluß der Erinnerung an die jüngsten Erlebnisse »isse nicht, wie ihre übrigen Gefährten, die Augen zum kräf- ttgenden Schlummer schlössen, so ließe« fie doch wenigsten« ihre Glieder ruhen, mochte ihr Geist auch»och so weit um» herwandern oder noch so lebhaft mit ihrer gegenwärttgen Lage beschäftigt sein. Nichts störte sie in ihren Betrachtungen, nichts in der schwarzen Finstcrniß fesselte ihre äufmetlfamleil, oder gab ihren Gedaake» eine andere Richtung. Dre Leute aber, welche zu ihnen drangen, waren wieder mehr dazu gtschaffen, ihre aufgeregten Gemüther zu beruhigen, al» störend und beäng- stigend auf sie einzuwirken. Die Aihemzüge der schlafenden Indianer folgte« ja so regelmäßig auf einander, das laute, jetzt nicht mehr gesähr« liche Schnarchen des getteuen Rafr klang so sorgenfrei, und dazu gurgelten die Fluthen so emsig und doch auch wieder so bedächtig unter dem Felsenrande durch, während aus der Ferne da« eintönige dumpfe Brause» des Wasserfalls, wie da« hohle Gebrüll eine« fabelhaften Ungeheuers, zu ihnen herüberschallte, und in dem Felsenwiukel die Sttömung mit scharfem Getöse heftig gegen de« unerschütterliche« Wall brandete. Am Gegensatz zu dieser einschläfernden Musik, gleichsam wie em Mißton m deren Chor, ließ sich von Zeit zu Zeit ein häßliche« Lachen von der Höhe de« angrenzenden Ab« hange« her vernehmen. Die drei Utah« und der Schlangen- Zvd'aner lachten dort oben laut und au» vollem Herzen; La Bata'lle, weil er schlau genug gewesen, einen Andern statt seiner in die Tiefe hinabzusenden, ehe er selbst sich in eine unbekannte Gefahr begab; die Anderen, weil ihr ver- schwundener Gefährte sich thörichter Weise zu einem Unter- nehmen hatte verleiten lassen, welche« ihm da« Lebe« kostete. Sie lachten und wechselten scherzhafte Bemerkungen. Auch über Holmsten lachten sie, weil er ihnen angerathen, scharfe Wache zu halten. Sie lachten ferner, daß es ihnen so leicht gemacht schon gesagt, einer Hebelscheere. Nachdem Hermann in dieser Weise sämmtliche Karten eines Spieles völlig gleich breit be- schnitten, glättete er die rauh gewordenen Rander mit einem Falzbein, nahm sodann die vier As, paßte fie zwischen zwei Brettche» und ränderte die soeben beschnittenen Längsseiten mit einem äußerst fein gearbeiteten stählernen Rädchen. Auch die vier Könige, die Damen und Buden wurden in gleicher Weise eingepreßt und mit verschiedene Muster zeigenden Rädchen gerändert. Nachdem er tzie Karten(meh- rere Spiele) sorgfältig wieder in ihre Hüllen ver- packt, mischte er fein zerriebene Schlemmkreide, weißen Wachs, Provenceöl(oder Steinöl) und ttnige Kömchen Zinnober zu einer fleischfarbenen Pasta, die er in eine Dose that und zu fich steckte. Bald darauf'pochte es; Besucher waren erschienen und wünschten den Hausherrn zu begrüßen, der fich nun mit Eifer den Pflichten deS liebenswürdigsten WirtheS widmete. Als dann Abends spät dem Spiclgott ein Tempel gebaut worden, hielt ein älterer, durchaus ehrenwerther Herr die Bank. Hermann schien fich wenig am Spiele be- lheiligen zu wollen, und erst, als der Taumel ein allgemeiner geworden, als fich Niemand mehr der Leidenschast entzog, als Tausende gewonnen und verloren wurden, gab er dem Zureden seiner Gäste, am Spiele theilzunehmen, nach.„Ich bitte Sie aber, meine Herren, die Verantwortung dafür zu übemehmen," sagte er.„Sie wissen eS ja, so wenig Glück ich sonst habe, so viel Glück babe ich im Spiel!"—„Thorheit," antwortete man, „auf die Gefahr bin wollen wir gem mit Ihnen rivalifiren. Gilt der Pakt?" Hermann trat an den Tisch, koupirte die vor dem Bankier ligenden Karten und zog fich dann zurück, um in verbindlichster Weise der Dame des Hauses seinen Platz zu überlassen. Niemand hatte demerkt, daß Hermann auf der inneren Seite des ersten Daumengliedes seiner rechten Hand ein plattgedrücktes Stück der am Nachmittag prävarirten Paste trug, in welchem fich nun beim Koupiren die Randeindrücke der mit- telst der Rüdchen gezeichneten Karten ausgeprägt hatten. An- scheinend um sich eine Zigarre anzuzünden, trat Hermann an einen Armleuchter, betrachtete einen Augenblick mit gespannter Aufmerksamkeit durch eine große Luve die Abdrücke in der Paste und kehrte dann zum Spielttsche zurück. Er hatte deutlich aus der Zeichnung ersehcn, daß die erste der abgehobenen Karten ein Bube, me dritte ein König und die vierte ein As sei. Weiterhin fand fich nochmals ein Bube, und bald darauf eine Dame, und, unmittelbar auf diese folgend, nochmals ein As. — Ali nun der Bankier im Verlauf der Taille unmittelbar hinter einander Bube, König, As zog. wußte Hermann, daß seine Stunde geschlagen habe. Sobald die Dame zu Gunsten des Bankiers gezogen wurde, rief er, seinem TaliS- man folgend:„Va banqae auf daS As!" Die Dame des HauseS hatte die Leidenschaft de« Spieles inzwischen trefflich geschürt und der Bankier bisher mit großem Glück gespielt; ein Berg von Banknoten und Gold bildete die Bank; die Blicke des Pointeurs hingen deshalb mit Spannung an der Hand des Bankiers, der zögernd abzog. Das As hatte ge- wonnert; die Bank war gesprengt! Mit einem Schlage hatte Hermann ein Vermögen an fich geriff«n, das, in ehrliche Hände übergegangen, manche Thräne gettocknet haben würde. Einige der leivenschastlichsten Pointeurs ersuchten Hermann nun um Uebernahme der Bank; er kam diesem Wunsche nach. Beim Wechseln der Plätze waren einige Karten heruntergeworfen und durch Darauftreten beschädigt worden. Hermann ließ durch einen Diener mehrere neue Spiele reichen und spielte mit wechselndem Glück noch einige Stunden weiter, bis er schließlich der Gesellscha t durch einen nochmaligen größeren Gewinn die Lust an der Fortsetzung deS Spiels benahm." Wegen wiederholte« Diebstahl« wurde am 17. dieses MonatS ein Schwede, der Schreiber Swendson aus Stockholm, zur Haft gebracht. Derselbe ist geständig, am 13. d. Ml«., Abends gegen 7 Uhr, in der Nähe des Ostbahnhofes einem Unbekannten, der angetrunken gewesen, auf der Straße aus den Taschen seines Paletots eine Brieftasche mit 3 Fünfmark- scheinen und verschiedenen Papieren gestohlen zu haben. DaS Geld will E. bereits für fich verbraucht und die Papier« mit Ausnahme deS Manuskripts eines Theaterstückes, betitelt: „Saat und Ernte" oder„Natalie Petrowna" fortgeworfen haben. Bisher ist es nicht gelungen, den Eigenthümer der ßc stohlenen Sachen zu ermitteln. Der Bestohlene ist Wahrschern« sich von Außerhalb mit der Ostbahn angekommen und hat mög- licherweise Berlin schon wieder verlassen. Da« Zuhälterthnm läßt trotz des neuerlichen schärferen Vorgehens der Polizei immer wieder von fich hören und treibt namentlich im frequentesten Theile der Friedrichstadt sein un- sauberes Wesen. Nächtliche Ruhestörungen find gerade dort gar nichts seltenes, und es kommen erhebliche Sachbeschädi- gungen irr Folge von Raufereien und Rempeleien nur zu oft -"»er N- vor. In der Nacht vom Eonnabend zum Sonntag wurde das kolossale Schaufenster des im Zenlralhotel, Laden 16, domizili- renden Uhrengeschäftes von Fr. Raeth völlig zertrümmert, nachdem nft kürzlich derselbe Frevel an dem gegenüberliegenden von Siegfried Rosenthal verübt worden war. Schaufenster Selbstmord auf der Stadtbahn. Der Selbstmord scheint in Berlin epidemisch zu werden. So stürzte fich wieder gestern Vormittag auf dem Sladtbahnhof Alexanderplatz ein etwa 14— ISiähriger Bursche vor dem von Westend heran- brausenden Zug auf die Schienen. Im arg verstümmellen wurde, den ausbeduvaenen Lohn zu verdienen; den« nicht an dem einzigen Punkt, an welchem auf eine meilenlange Strecke ein Ersteigen der schroffen Uferwand möglich und wo die zusammengeknüpften Lassos um den FelSblock ge- schlungen waren, beabsichtigten sie zu übernachten, sondern etwas höher hinauf und etwa« mehr seitwärts, wo sie auf einer Abflachung ihre Glieder bequem ausstrecken konnten. Sie hatten sogar ei« kleines Feuer angezündet, freilich nur sehr klein, weil sie weiter nicht« zum Nähre» desselben besaßen, al« da« Holz von den skeletartigen Ueberresten ver- trockneter Kaktee», die zwischen dem nahrungslosen Gestein nur bis zu einer gewissen Höhe gediehen und dann wieder abgestorben waren; doch immer groß genug, die nächtliche Kühle von ihren unbekleideten Gliedern abzuhalten und einige große, fettschwänzige Eidechse« auf de« Kohle« zu röste«. Sie waren dabei sorglos und guter Dinge, aber Nnmand mehr als La Bataille, der sich mit seinem farbigen kattunenen Hemde und der warmen Decke seinen ärmeren Gefährten gegenüber brüstete. Dabei setzte er ihnen aus- einander, weicher Segen eS für fie sei, wenn sie zu vieren der Flüchtlinge habhast würden und sich in deren Kleider und Waffen theilten, die vielleicht noch besser al» die ge- zogenen Büchsen wären, welche sie neben sich hingelegt hatte«. Und dann lachten sie so laut und widerwärtig, daß e« grausig durch die Nacht schallte, und Weatherton und Falk au« dem Klange desselben ihre feindseligen Ab- sichten herauszuhören meinten. Je sorgloser und geräuschvoller nun die Indianer auf der Höh« mit einander verkehrten, um so stiller war es dn Höhle. Selbst al« der Schwarze Biber seine Gesellschaft ermunterte und zur Eile mahnte, blieb e« so daß der schlaueste Späher auf der Außenseite hätte Zustande, entsetzlich wimmernd, wurde er aufgehoben und« rad'schen Bi erst in daS auf dem Bahnhof befindliche Wärterhäuschen nii* Frau Com gelegt. Ferner wird über zwei Selbstmordversuche durch v fie die Z giftung vom gestrigen Tage berichtet. Das in der Louisenß» hatten die Nr. 4 bei einem Restaurateur in Konditton stehende die Frau C mädchen Louise H. trank gestern Nachmittag in selbstmördens Rechnung n Abficht eine Quantität Oleum; das Mädchen ward* tafeln und lebend in die königliche Charttee eingeliefert. In# exorbitanten ähnlichen Weise versuchte gestern Abend die m dem Hause% Rechnung f bergerstraße 23 konditionirende Köchin AgneS F. ihrem nahm der! ein gewaltsames Ende zu machen. Sie trank zu diesem Z»> dieselbe auf Zuckersäure, wurde jedoch nach Einflößuna von Gegengift* der Geselle falls lebend in oben genanntes Krankenhaus geschafft. Vnls ein äuß< die Motive zu den Selbstmordoersuchen war etwaS Bestias Manipulatic nicht zu ermitteln.— Am Sonnabend endlich erschoß fit � Besichtigung in der Dcssauerstraße wohnhafter Referendar, welcher kmi! Gesellen ihr dem Examen stand�au» Furcht, daß er dasselbe nicht kW in Haft gem er einen in der KörnessVAlleS rundw würde. Noch am Morgen wollte...................... wohnenden Freund besuchen, traf denselben aber nicht zu k ungünstig an an. Eine Stunde später erhielt derselbe die betrübende$ von einem Ii richt, daß der Referendar fich erschossen habe. Verlust, der P-lizeibericht. Am 13. d. Mt«., Nachmittags, r-baus. 2 Jal ein 5 Jahre altes Mädchen in der Laufitzerstraße von Monat Droschke überfahren und erlitt dabei einen Doppelbruii' Sin nc rechten Beines.— Am 16. d. Mts., Nachmittags, mad% Astern die 2 Dienstmädchen in der Perlebergerstraße den Versuch, sich mi> j-Nesache g» Zuckersäure zu vergiften, wurde jedoch durch Anwendung' bat Gegenmitteln gerettet, so daß es fich außer Lebensgefais Mrer Zett findet.— An demselben' Tage, Äb'endS, fiel ein Mann> �lterunwcse! Verlassen eineS in der Fahrt befindlichen Pferdebahnass°.?ahre nach dem Krankenbauie im FriedrickSbain'aedrackt** In nach dem Krankendause im Friedrichshain'gebracht mußte.— Am nächsten Tage, Vormittag«, wurde Treppe de« Hinterhauses Adalbeltstraße 46 die Leiche neugeborenen KindeS, in Leinen und Zeitungspapier gl aufgefunden und nach dem Oaduttionshause geschafft. dieselbe Zeit wurde eine Frau auf dem Flur oes Hauses straße Nr. 27 krank angetroffen und nach dem Sp eines dort wohnhaften Arztes gebracht, woselbst fie jed bald verstarb. Die Leiche wurde nach dem Obduktions' schafft.— An demselben Tage vergiftete fich ein Mät seiner in der Waffertborstraße belegenen Wohnung Zuckersäure.— Am 17. d. Mts. fanden in den Häuser» swe Dirne, ßD ßy °.°n Strolch % Zuaenaure.- Am 17. d. Mts. landen in den Häuser», einio-w i Moabit Nr. 13, Dresdenerstraße Nr. 19 und Brüderfi» Anoeklan« unbedeutende Feuer statt, welche zum Theil die ThätigW die Beo?«? Feuerroebr nur kurze Zeit in Anspruch nahmen.— Am>' kommen% Mts., Morgens, wurde ein Kaufmannssehrling in r fie aber Schlafzimmer in der Wienerstraße todt aufgefunden. Es? waren durch den hinzugerufenen Arzt festgestellt, daß derselbe I Es oern„'' der vorhergehenden Nacht vergiftet hat.— An demselben'" 1 Vormittags, fiel eine Frau, vom Schwindel befallen, Andreasplatz zur Erde und erlitt dabei einen Bruch dl kleinen Fingers.— Um dieselbe Zeit wurde ein iml etwa 48 bis 50 Jahre alter Mann auf einer Bank drichShain plötzlich vom Blutsturz befallen und nach belegenen Krankendause gebracht, wo er bald darauf — An demselben Tage, Mittags, wurde in einem H» am Abend vorher angekommene junge Dame in ihrem todt aufgefunden. Dieselbe hat fich mittelst eine« erschossen. Er* Gerichts-Zeitung. Eine neue Schwurgerichtspertode des Land begann am Montag unter dem Vorfitze deS Landg» Kannenberg mit einer Verhandlung Oeffentlichkett angniß. "Bau�andw! verhandelt n , fand fich uni aus Hannovl fellen gegen gebirge gewo tigen Eteinb Brüche gepa, sogar lieber Natürlich gii denen bei eil Ä unter dem"Ausschluß der Oeffentiichkett�stat., � sr AK%%%% ÄH? ZM den Angeklagten um so schlimmer7°lS%%%%*%% er Unterschlagung, wiederholten Diebstahls und Betrüge� flauten,»eld fache Vorstrafen, zuletzt zwei Jahre Gefängniß. hinter Der Angeklagte war im Juli d- I. von der Eigenthüo Hauses LandSdergerstraße 1 und 2, Frau Hauptmann mit einer Reparatur deS DacheS beauftragt worden unosi hierbei als ein Handwerker gezeigt haben, der an u seine« Gleichen sucht. Anstatt wie versprochen da Echiefersteine anzuwenden, soll er hier und Dache gute Steine herausgenommen und wieder mit Bruchstücken ausgefüllt haben, welche, früheren Reparaturen herrührend, in einer Nische Conrad'schen Boden lagerten. Die guten Steine dann zu der ihm aufgegebenen Reparatur, indem er durch Aneinanderreiben ein neues Aussehen zu geben und an besonders exponirten Stellen des Daches, Steine doppelt lagen, nahm der Angeklagte die untere« , und di, elegen habe Uagtcn der' %% Nngesprochep Ü _..: vre unu»-, m""ua alle fort und dehielt von dem gestohlenen Material noa;-Mund. Oft übrig, daß er 12 Stück Tafeln mit nach Hause nehmen, von 1874 bt Außerdem soll Skoruppa nach Fertigstcllunq seiner Ar� Egypten in Vanbnl». m-trh.S auf vm—, 12 Rollen Tapeten und etwaS Bauholz, welches aus jSnftntt Wttter. i I %\ selbst 1 A°mas, sei vff« nach °llner-Th Wallner-Theate». R. C. Eine gewisse Witzlofigkeit scheint die Siß serer Zeit zu sein, der wirkliche Humor, die schönste u» Blüthe der Bildung, ist entschieden im Schwindens., An die Stelle des blitzartigen, glänzenden ßrgretW Situation, deS momentanen Erfassens des größten(% zweier Thatsachen ist der HarlekinSsprung in die tiefst� des BlövfinnS getreten. J Entweder ist die Berliner Posse im Rückgang« A oder der Geschmack de« Publikums ist im Laute anderer geworden. Wenn daS letztere der Fall(ß-JÄ entschieden diejenigen Leute die Schuld daran, tW*' j daS Recht in Anspruch nehmen, daS Publikum mi'Ä Nahrung zu versorgen. Gegen die Verfälschung** � Nahrungsmittel hat man fich durch das N- gefe« geschützt, die Marktpolizei waltet mit eis-n& Pl* dTT �uuu�ujci mau« mir nnrvj/Wf d».heutige Kritik über die" ÄMchr'eittrngen"des werses°nsüb.'"ist'mV als�m n»'� � uis eine Illlllnussige, r denen man höchstens die Flucht ergreifen kann. � 5 «» SÄWÄT S°Z.S» hatten! Was bedeutet der bluttgste � die sogenannten Witze dieser Posse! Indessen ist gevuldia und von großer Güte, da' das gewiß mit dem besten Willen, fich zu unterhalb i°S"°°r.°uf die oderfaulen Kneipen�» Bühne K- verzichten und fich auf eigene Faust'� Publirum"sür"dtt"kmfrist Händig J? erwärm�' i und» rad'schen Bodm lagerte, sich widerrechtlich angeeignet haben. zen ni» Frau Conrad glaubte ihren Augen nicht zu trauen, als vurch b sie die Rechnung des Angeklagten erhielt. Natürlrch uisenst» hatten die betiügenschen Manipulationen viel Zeit erfordert, tc V» die Frau Conrad bezahlen sollte, außerdem figmrrten auf der lörderiß Rechnung nicht weniger alS 200 Stück neue englische Schiefer- ward»tafeln und nach sonstiges angeblich verwandtes Matena! zu an cd exorbitanten Preisen. Als die Auftragaeberin fich wergerte, Vre mse Rechnung für die famose Dachverbefferung zu honoriren. da .„mÄnahm ber Angeklagte die Rechnung wieder mit und änderte em Z» dieselbe auf 140 Tafeln als verbraucht um. Inzwischen hatte naift cd der Geselle des Angeklagten, dem gegenüber der letztere sich ,f4.»alS ein äußerst schlechter Lohnzahler erwres, dre betrügerischen g.stia» Manipulationen seines Meisters enthüllt und als durch eme wß fit l Besichtigung seitens eineS Sachverständigen die Angaben des D_. m r rt>»--------■" äyngem Ehr- ltonate Zucht- Geldstrafe eoent. noch beschäftigte einer An- zt zu» ungünstig aus. Der Staatsanwalt beantragte«ine Gesammtstrafe ende v von emem Jahr neun Monaten Zuchthaus und zv'"' Verlust, der Gerichtshof erkannte aus I Jahr 3 Haus. 2 Jahre Ehrverlust und 150 M"" nen Monat Zuchthaus. ildnit �. Ein nächtliches Renkontre mit Zuhältern malt? gestern die 20. Abiheilung deS Schöffengerichts in sich«i»--vgesache gegen den Schlächtergeselleu Georg Juling.— Der ndun«' bat wesentlich dazu beigetragen, daß die Behörden in lsgefch Wkeer Zeit mit aller Energie gegen den Krebsschaden des Zu- Rann* Sj �""»tfenä vorgehen. In der Rächt vom 9. zum 10. Juli lahnnB Jahres passirten zwei Referendare und der Direktor r blictj?ves statistischen Sureaus auf dem Nachhausewege die König- cht"7 3« der Nähe der Kolonaden begegnete den Herren rde a» 2™ Dirne, von der fie in unfläthigster Weise engeredet wur- iciche S Emer der Referendare replizirte in derb abweisender Art er gcM Sv: A�ich darauf erhielt der einige Schritte vorausgehende st.- c-P01 von einem Manne, der plötzlich hinter einer der auset'?°uien hervorsprang, einen heftigen Faustschlag gegen '"_ Kopf. Einer der Referendare kam dem An- L�rcffenen zu Hilfe und hieb mit dem Stock auf {.iv�frold) ein, dieser ergriff aber den Stock und suchte den- onar? ln itine Gewalt zu bringen, indem er dabei einen Pfiff ng»in Wie aus der Erde gestampft erschien plötzlich noch äuser»»in;», v- Dutzend Kompliren deS Angeklagten und während iderfW An�n-�tben auf den Referendar ernhieben, der mit dem lätiakc« die Ä.?? tn's Handgemenge gerathen war, hielten andere Am' kommen" M Referendars �ab. demselben jur Hilfe zu fie . Der Lärm lockte zwei Wächter herbei, als die Strolche war.» i Näherkommen hörten, ergriffen fie die Flucht und sx. �n ebenso schnell verschwunden wie fie aufgetaucht waren. „..llklang nur, den von dem Referendar festgehaltenen Singe« »r�l-.hingfest zu machen. Der Gerichtshof hielt eine k� riscbe Strafe gegen den gemeingefährlichen Bur- Wen am Platze und verurtheilte ihn zu sechs Monaten Ge- lvngniß. Herr Regierungsbaumeister Keßler, Redakteur des t«bi"s-auhandwerker", hatte fich eine Beleidigungsklage zugezogen, '"t??»eiche gestern vor der 100. Abtheilung des Schöffengerichts '* ai verhandelt wurde. In der Nr. 15 der genannten Zeitung be- »rem vfi fand fich unter der Rubrik:„Gewerkschaftliche Bewegung" ein 5 IWn aus Hannover datirter Arttkel, in welchem die Steinmetzge- | sellen gegen den Zuzug nach den Steinbrüchen im Deister- ebirge gewarnt wurden. Es wurde behauptet, daß die Vor- 'gen Eteinbruchbe sitzer Menfing u. Bredenbeck fast sämmtliche rücke gevachtet hätten und, um jeder Konkurrenz vorzubeugen, . u sogar lieber für still liegende Brüche die Pacht bezahlten. rndgenj Natürlich ginge dies auf Kosten der arbeitenden Gesellen, von dgeU'® denen bei einem Lohn von 1 Mk. 25 Pf. bis zu 2 Mk. täglich ein exorbitant hohes Arbeitspensum verlangt würde. Auch nv» ein von den Arbeitgebem gegründeter Konsumverein, deffen eberschuß der Krankenkasse zufließen solle, diene den Gesellen lum Nachtheil anstatt zum Vortheil u.s.w. Die vorerwähnten Vteinbruchhefitzer fühlten fich durch diesen Artikel beleidigt und behaupteten, derselbe enthalte Unwahrheiten. Dem gegenüber erbot fich der Beklagte, dem der Rechtsanwalt Michaelis als Bertheidiger zur Seite stand, den Wahrheitsbeweis anzutreten; es kam aber nicht dazu, denn der Gerichtshof glaubte dem Be- Eft £ rußt» nter Prel!?,n babe. Äußerdem war der Gerichtshof mit dem Be- !!°�en der Anficht, daß der letztere in Wahrnehmung berech- Interessen gehandelt und das Maß einer erlaubten ien freigespro� iiberschrilten habt. Herr Keßler wurde deshalb � und Arveitervewegnng. Maaten, welcher verfichcrte, daß er nur die Sache im Auge ge- b°?tund die Abficht, die Kläger zu beleidigem ihm völlig fem Jahrzehnt------- am-Hf.—--"•�tnie in den Vereinigten Staaten von Nord- ntkZß w?"tta allein ca. 49 896 740 Dollar oder 24731 Millionen ten % iM K gelungene Vorträge. Pfund pro Jahr. Während im Jahre 1876—77 zirka 2900 Millionen Prund roher Baumwolle in den Ländern westlicher Kultur verarbeitet wurden, betrug diese Menge im Jahre 1882 schon 4500 Millionen Pfund. Die größte Menge roher Baum- wolle verarbeitete seither England, nämlich vom Jahre 1875 bis 1880 ca. 6198 Millionen Pfund, während auf dem ge- summten übrigen europäischm Kontinent zusammen für denselben Zeitraum nur 5100 Millionen Pfund entfallen. Die Baum- woll-Jndustrie anlangend, so waren nach einer Schätzung der amerikanischen Konsularberichte im Jahre 1881 in Europa, Amerika und Ostindien überhaupt nahezu 75 Millionen Baumwollspindeln vorhanden. Dieselben vertheilen fich wie folgt: Großbritannien Vereinigte Staaten Frankreich Teutschland Rußland Schweiz Spanien Oesterreich-Ungarn Ostindien Italien Belgien Schweden und Norwegen Holland_ 40600000 Spindeln 11 375 000„ 5000000„ 4815000„ 3640000 1850000 1885 000 1765000„ 1 496 000„ 985 000 800000 310000 245000 zusammen: 74766000 Spindeln In den Jahren 1882 und 1883 wurde die Spindelzahl in Folge des vorausgegangenen Aufschwunges der Textllin- industrie vermehrt auf 78 860 000. Geradezu überraschend find die Fortschritte, welche die Baumwoll- Manufaktur in England seit dem Jahre 1850 gemacht. Damals gab es dort 1882 Etabliffe- ments mit 20977000 Spindeln, 300000 Maschinenstühlen und etwa 400000 Arbeitem. Das Jahr 1881 aber wie? auf: 2690 Etablissements mit 40 351000 Spindeln, 550000 Ma- schinenstühlen und 488 677 Arbeitem. Die Industrie war also im Jabre 1881 nahezu doppelt so bedeutend wie 1850. Zu ihrem Wacksthum aber steht— das ist das Bemerkenswertheste — das Wachstvum der Arbeiterzahl in keinem Verhältniß. Wir sehen vielmehr, wie die Maschinenarbeit die lebendige Arbeitskraft überwuchert. Noch mächtiger ist daS Emporstreben Nordamerikas in der Baumwoll- Industrie. Im Jahre 1830 bestanden dort 801 Etablissements mir 1 246 703 Spindeln, 33433 Webstühlen und 62 208 Arbeitem. Das dabei mgagirte Kapital betmg 40 612 984 Lst. Fünfzig Jahre später, 1880, gab es allerdings nur 756 Etablissements-, dieselben zählten jedoch 10 653 435 Spindeln, 225759 Webstühle und 172 544 Arbeiter, sowie ein Kapital von 208 280 346 Lstr. Frankreichs Baumwoll Industrie weist seit 1875 folgende Entwicklung auf: 1875 existiren 1083 Etablissements mit 114259 Arbeitem 4 644 167 beschäftigten und 278 308 stehenden Spindeln; 50 330 beschäftigten und 6210 stehenden Kraftstühlen, sowie 78 037 Handstühlen. Im Jahre 1879 existirten nur noch 906 Etablissements mit 95 189 Arbeitem, 4 529 427 beschäftigten und 348 877 stehenden Spindeln. 58 836 beschäftigten und 4512 stehenden Kraftstühlen und 48 961 Handstühlen. Die Zahl der Arbeiter nahm also in jenen 5 Jahren um über 19000, die der Handstühle um über 29000 ab.— ~;m Deutschen Reiche waren nach der Gewerbezählung vom .ahre 1875 überhaupt 4 274 400 Spindeln vorhanden und bei der Spinnerei 66 675, bei der Weberei 186 496, bei der Bleicherei, Färberei rc. 20 277 überhaupt in der Baumwoll- Manufak- tur im Ganzen 296 827 Ardeiter beschäftigt. Ausweislich der von uns vor einiger Zeit mitgetheilten Ergebnisse der Bemfs- zählung von 1882 hat die Zahl dieser Arbeiter seitdem beträchtlich zugenommen und dürfte fie gegenwärtig mindestens 400000 betragen. Unter den außereuropäischen Staaten endlich ist eS Bntisch-Ostindien, wo fich die Baum- woll-Jndustrie raschen Schrittes mtwickelt und die Zahl der Etablissements jährlich zunimmt. Dieselbe betrug im Jahre 1876 ca. 51 mit 1 245000 Spindeln und 10000 Webstühlen und im Jahre 1881 bereits 62 mit 1550944 Spindeln und 14 386 Webstühlen. Die Zahl der Arbeiter hat von 1879 bis 1882 fich ganz besonders rasch vermehrt; fie stieg von 39 537 aus 52 231.— Die letzten Jahre brachten fast in allen Ländem auf dem Gebiete der Baumwoll Manufaktur eine quantttattve Einschränkung mit erheblichem Preisrückgange, worunter be> sonders die Arbeiter sehr hat zu leiden haben, denn die un- ausbleibliche Folge davon für fie ist: Lohnreduttion, Ver- schlechterung der Arbeitsbedingungen überhaupt. Merewe und Uersammwngen. An die Steindrucker«nd Lithographen Berlin» und Umgegend. Kollegen! Den von der Kommisfion ausgearbei- teten Etatuten ist die polizeiliche Genehmigung ercheilt worden; laßt uns nun auf den einmal betretenen Wege rastlos vorwärts schreiten, mit Entschiedenheit und Besonnenheit werden wir Vieles erreichen. An Euch, Kollegen, appelliren wir, daß Ihr unsere gerechte Sache unterstützt. Erwacht auS Eurem geistigen Schlafe, ermannt Euch, tretet ein für Eure Rechte, denn an Euch selbst liegt es, wenn Eure Lage verbessert werden soll. Tretet Alle, Mann für Mann, dem Fachvereine bei, od Stein- brucker oder Lithograph, denn nur in einer geschlossenen Or« ganistttion kann wirklich Ersprießliches geschaffen werden. ES ist daher Pflicht eines jeden Kollegen, in der am 25. Oktober (Sonntag), Vormittags 10 Uhr, stall findenden Versammlung zu erscheinen, welche im Valmrnsaal, Neue Schönhauserstr. 20, abgehalten wird. Das Nähere werden die Zeitungen und An- schlagssäulen bringen. Fehle also Niemand, erscheinet Alle, Mann für Mann, in dieser Versammlung. Die Kommisfion. Im Kachverein der Drechsler, Knopfmacher und Bemfs- genossen hielt nach Erledigung einiger geschäftlichen Vereins- angelegenheiten Herr Dr. Lütgenau am 13. d. M. einen bei- fällig aufgenommenen Vortrag über den Werth der Geschichte. Hierauf erstattete Herr Schräder der gut besuchten Versamm- lung in humoristischer Weise Bericht über die bei dem königl. Polizeipräsidium staltgehabten Verhandlungen betreffs der Sonn- tagöruhe, dabei besonders daS wahrhast zünftlerische Vorgehen der einzelnen dort anwesen JnnungS-Obermeister hervorhebend. tu einer heftigen Debatte gab darauf der Bericht des Herrn ichcader über den derzeitigen Stand des Streiks Veranlassung, da ein Anttag eingegangen war auf Wiedereinführung der vom Verein früher fallen gelassenen Streikkasse. Nachdem dieser An« ttag bis zur nächsten am Dienstag, den 27. d. M., in Tietz Lokal, Köpnickerstr. 150751, stattfindenden Generalversammlung zurückgezogen wurde, bewilligte die Versammlung zur Unter» stützung der streikenden Drechsler vorläufig 50 Mark; gleich» zeitig verpflichteten fich die Anwesenden, nach Kräften in den Werkstätten Geld sammeln zu wollen. Am Schluß nahm der Vorfitzende Gelegenheit, 15 neu eingetretene Mitglieder zu de» grüßen; ein erfteulrches Zeichen, daß die Kollegen, wenn auch langsam, aber mehr und mehr dem Verein fich zuwenden, in der Erkenntniß, daß nur durch eine feste Organisation für die Zukunft etwas zu eneichen ist. Verein Berliner Bildhauer. Heute Abend Wochenver» sammlung.„Fach-Abend mit Vorlesung." Versammlung der Zentral-Krankeu-«nd Begrab-» Kasse der Sattler und Berufsgenossen am Mittwoch, den 21. Oktober, Abends 81/» Uhr, in Gratweils Bierhallen, Kom- mandantenstt. 77/79. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassen» dericht. 2. Verschiedenes. Eine Versammlung der Schuhmacher(Meister und Gesellen), einberufen von der Lohnkommisston der Schuhmacher, findet am Montag, den 26. Oktober, in Gratweil's Bicrhallen, Kommandantenstr. 77—79, statt. T. O.: Berichterstattung deS Gesellen-AuSschuffes über seine bisherige Thätigkeit. Der Ober- meister der Innung und der Gesellen- Ausschuß wird zu der Versammlung eingeladen. Vermischtes. Ei« klassischer Polizet-Rapport folgenden Inhalts ist jüngst von der Polizei einer schweizerischen Gemeinde erstattet worden: Wahrscheinlicher Diebstahls- Verdacht. Er füselte in der Stube herum und rütschte mit einem Stuhl von Tisch zu Tisch, sprang dann auf den Gang, wo er eins bekam, purzelte die Etäge hinunter, sprang dann fort, wo er an der— straße arrettrt wurde. Eine aufregende Szene spielte fich am Sonntag, den 11. Oktober, Nachmittag gegen 2 Uhr in dem Bärenzwinger deS Zoologischen Gartens in Leipzig ab. Aus unermittetter Ursache, vielleicht um einen hingeworfenen Brocken BrodeS, entspann fich— so berichtet das„Leipziger Tageblatt"— zwischen den beiden, den linken Seitenflügel deS Zwingers be» wohnenden braunen Bären ein erbitterter Kampf, welcher da» mit endete, daß der männliche Bär seine etwas jüngere und schwächere Gefährtin, nachdem er dieselbe zu wiederholten Malen durch das im Zwinger befindliche Wafferbassin geschleift. durch Hiebe und Bisse in emer Weise zurichtete, daß das ver» letzte Thier binnen wenigen Minuten dem Tode verfallen war. Um ihre Leiden abzukürzen, sah fich der Direktor deS Zoologischen Gartens, Pinkert, veranlaßt, dem Leben der Bärin durch einen wohlgezielten Schuß ein Ende zu machen, auf die Gefahr hin, den noch fortwährend mit dem Zerfleischen deS verendenden Thieres beschäftigten männlichen Bären zugleich zu treffen. Mit Mühe gelang es, das letztgenannte, im höchsten Grade aufgeregte Thier von der Leiche seiner Gefährtin zu kennen und letztere aus dem Zwinger zu entfernen. Der blutige Kampf versammelte eine große Zuschaunmenge um den Zwinger. Merarifches. Die Balkanhaldinsel ist heute der Mittelpunkt des europäischen Interesses und ist daher das Erscheinen einer neuen. vorzüglichen Karte derselben, die A. Hartlebens Verlag in Wien für den 23. dieses Monats ankündigt, freudig zu be» grüßen. Diese Karte umfaßt den größten Thell BoSnienS, der Herzegowina, Montenegro, Serbien. Albanien, Griechenland, in separatem Karton die Insel Kreta im Maße der Hauptkarte» Makedonien, daS Marmarameer mit den Dardanellen und den Bosporus, Nord- und Süd-Bulgarien und den südlichen Theil Rumäniens. Besonders berückstchtigt wurden die Grenzgebiete zwischen dem heutigen Großbulgarien und der Türkei und zwischen Serbien und Alt-Eerbien. Außerdem die theilweise noch in Ausführung begriffene Eisenbahnverbindung zwischen Otsterreich-Ungarn und Konstantinopel über Belgrad, Risch, Sofia, Philippopel, Adrianopel, dann die den Verkehr zwischen dem von Oesterreich- Ungarn theilweise okkupirten Sandschak Novibazar und Salonin vermittelnde Eisenbahnstrecke. Die Karte ist nach den neuesten Kartenmaterialien bearbettet und dem großen Maßstabe entsprechend außerordentlich reich an Detail«. Die Ausführung auf lithographischem Wege ist eine deutliche und überfichtliche, und zwar wurden Flüsse, Straßen und Eisenbahnen schwarz, das Terrain braun und die einzelnen Reiche durch zartes Flächenkolorit dargestellt. Bei der besonderen Aktualität dieser vorzüglich ausgeführten großen Karte und dem außerordentlich billigen Preise von 60 Kr.— 1 Mark dürfte dieselbe Jedermann willkommen sein. — Zu haben ist diese Karte, nach Ausgabe, in allen Buch» Handlungen. Kriefkasten der Redaktion. ®. W. 71. Wenden Sie fich an die Redaltion und Ex» pedttion der Zeitschrift. Dieselbe befindet fich Berlin 8., Rott» buserdamm 72. Auch können Sie bei der Post abonniren. Die Zeitschrift ist im Post-Zeitungs Katalog unter Nr. 5828 ringe» trogen. R. B. 66. In unserer Expedition, Zimmerstraße 44, können Sie fich die fehlenden Nummern aushändigen lassen. P. M. Norden. Die letzten(allgemeinen) Etadtverord» neten- Wahlen fanden am 18. Ottober 1883 statt. Im 34. Kommunal-Wahlbezirk war kein Arbeiterkandidat auf» gestellt. H. D. Wiesenstraße. Sie wollen gefälligst Ihre Anfrage wiederholen, uns ist nichts zugegangen. WeShald denn gleich so böse? Möbcl-, Sopha- und Matratzen-Fabrik A. Schulz, 34 Wafferthorftraße 34(auch Theilzahlun«j. [2124 mm-, SpiWl.-.M-wazrwMqmm* A. Franke, enmfleblt nur reelle, gediegene Arbeit. Eigene Werkstatt. Solide V�c. THe%ch� 2176 Die Beleidigung straße 76, nehme ich Ehrenmann. des Herrn H o f f m a n n, Ettalsunder- zurück und erkläre denselben für einen [2592] Schwabe. Meinen geehrten Freunden und Bekannten empfehle mein Scholl- ond Slikfelniaoren-Kigkr. 2398] L. Zauke. Küstriner Platz 8. __ Reparaturen schnell und billig._ Möbl. Zimmer, sep. Eing, E- Schmidt, Christinenstraße 28 n. Ein möbl. Zimmer an zwei Damen od. Herren zu vermiethen Lindensttaße 107, Hof pari. Krämer, Tapezirer-[2505 E. Schlafstelle zu verm. Reichenbergerstr. 125, Hof 2 Tr. Schaar. Wj»IerDlÄts in reichster Auswahl auf Lager und nach Maß i» &% Hose«: 2, 3, 4, 5 und 6 Thlr.[2428 G. Dilssner, Schneider für Herren, 46. Alexandrineustrasse 46, Onergebäude 1 Treppe. Thealer. Operuha«». Heute: Flick und Flock. Schauspielhau». heut«: Glück bei Frauen. Deutsche» Theater. Heute: Jungbrunnen. Friedrich-Wilhelmkadttsche» Theater. Heute: Offenbach« Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Restden,-Theater. Heute: Theodora. Walluer-Theater. Heute: Unser Glückskind. Velle-Alltauee-Theater. Heute: Lug und Trug. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Cesar. Viktoria-Theater. Heute: Messalina. Central-Theater. We Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heut«: Zum 82. Male: Die wilde Katze. GesangSpoff« 4 Akten von W. Mannstädt, Mustk von G. Steffen». in Louisenstädtische» Theater. Direktion: Jos. F' .. FirmanS. Heute: Der Postillon von Lonjumeau. Oftend-Theater. Heute: Berliner in Kamerun. Kdnigstädtisches Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. Aufteten sämmtlicher Spezialitäten. Täglich: Täglich Ameriean-Theater. Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'» Vmri*t6. Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmllicher Spezialitäten und theatralische Vorstellung. Alhambra-Theater. atze 15. ale: Heute zum 10. In Leid und Freud. Lebensbild mit Gesang in 4 Asten von A. Slottlo. Vor der Vorstellu Anfang de» Konzerts BonS haben Wochentags Giltigkeit. Morgen: Dieselbe Vorstellung. mg: Großes Konzert der Hauikapelle. 7 Uhr, der Vorstellung 7'/« Uhr. äge 1 Treppe. Geöffn. v. 9 U- Morg. bis 10 U. Ab. Kaiser-Panorama. Diese Woche: Eine Reise durch die S ch w e i z(l. CykluS), sowie die Abtheilung Helgoland, Norderney- Hertha- Reise, a Reise (2450 Hamburg, neben der interessanten 20 Pf.. Kinder 10 Pf. roß« öffentliche Arbeiterinnen> Versammlung Dienftaa. Abend» 8'/, Uhr. t» S«li« fl» Deitschki Klistt, zothriugerSr. 87. Tages-Lrdnung: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Lütgenau über:„Die echte und falsche Bildung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Aufnahme neuer Mitglieder.[2485 1 Frau Pötting. /flbrik- n. Kardarbeitcr-vertill. Heute Abeud 8'/, Uhr. Köpnickerstr. 150—51, Berfammlung. TageS« Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Zubeil. 2. Vierteljahrs- Abrechnung. 3. Ergänzungswahl deS Vor- standeS. 4. Verschiedenes.— Neue Mitglieder werden auf« genommen. Gäste find willkommen.[2505 Der Vorstand. Aezirksverein des werkt hätigm Wolkes der Schönhauser Dorstadt. Mittwoch, den 21. d. Mts, Abends 8'/- Uhr, i« Reister'S Lokal. Schönhauser Allee Nr. 161: V er Sammlung:. Tagesordnung: 1. Vortrag des Abgeordneten Paul Singer. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.[2507 Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Mitglieder werden auf§ 5 des Statuts aufmerksam gemacht. Central-Kranken- und Sterdekaffe der Maler und verw. verufegenosseu(E. H. Nr. 71). Den Milgliedern zur Nachricht, daß von jetzt ab Niemand über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände bleiben darf— ohne gestrichm zu werden. Am Sonntag, den 18. Oktober, begann die 43. Jahreswoche der Kasse. Von Montag den 19. d. Mts., ab bis auf Weiteres find die Kaflenstunden: Wochentags von 6— 8 Uhr Abends und Sonntags von 9—1 Uhr Bormittags Alle Jakobstraße 83 im Lokal. Der Bevollmächtig \T in ftcein zur Decftefnng dec Interessen der Arbeiterinnen. Geschlossene Mitglieder-Versammlung heute. Dienstag, den 21. Oktober. Abend» 8 Uhr. Gratweil'» Bierhallen. Kommandantenstraste 77/79. Tages-Ordnung: 1. VierteljahrSbericht. 2 Abrechnung. 3. Verschiedenes. Die Billets zu dem am 24. d. Mts. stattfindenden Ver- ügen zum Preise von 25 Pf. find in der Versammlung zu den.— Mitglieds katte legilimitt.— Neue Mitglieder werden aufgenommen.[2510 Der Vorstand de» 1. Arbeiterinnen-Verein». NB. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis befindet fich bei Frau Kreutz, Ekalitznstr. 28, Frl. Seeger, Prenzlauers«. 39. Heute Abend 8 Uhr findet die Mitglieder-Versamlnluug de» Gauberems der Maler Beck Hsa. im Safe Reihe», Alte Jakobstraße 83, statt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bortrag. schiedeneS. 4. Fragekasten. SeMsv.„Normrü Dienstag, de« 20. Oktober, Abend» 8'/, Uhr: im Marquardt-Restanrant, Alexandrincnstraße Nr. l Hmeral-Aersammtung. Bericht deS Borstandes. Kendziora über„Intelligenz und rd Fraocfi' Verschiedenes und Frage tasten. 2. Vortrag Charakter". des Ptt» 3. Drck Mittwoch, den 21. Ollober, AbendS 8'/, Uhr: Große General-versammluvl Arb.-Ve).-Verein„Süd-O« in der„Urania", Wrangelstraße 9 1_ Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag deS Herrn L i e f l i „Der Prozeß Graes und die öffentliche Meinung"._ kussson. 4. Verschiedenes und Fragekasten.'j" 1 Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgen� Allgemeine gommmtmöhltr N« Mar weilen d Mittwoch, den 21. Oktober er., Abends 8 Uhk> berdev,, in Habel's Lrauerei, Bergmannstr. Wortes s Tage». Ordnung: Jj,en Hat die bisherige Majorität der Stadtverordnet» jv* sammlung die Interessen der Bürgerschaft ottt Ref.: Stadv. Fritz Goercki. Aufstellung deS Kandidaten für den 10. K«? Wahlbezirk.[2508]""" Das W a h l- K o m Oeffeutliche Quittung. 50 Mark vom Fach verein der Drechsler, RnopfarW* fitetfen% ?lderwär P ein Berufsgenossen, 12,80 Mark aus der öffentlichen Vers»» iP" ffc der Fabrik« und Handarbeiter in Sanssouci(Tellers«»» yerrschend ............'1 liberal n1 'Ferner» nilliaf r ß "aSl Z? i m ÜQ ai-ssii« l erhalten zu haben, bescheinigen wir hiermit. Solidarität der Arbeiter� Interessen durch freiwillige� (laut eingelaufener Sammelliften) die Summe von W aufgebracht. Wir richten an die gesammte Arbeiterschaft den dr» Mahnruf, auch ferner uns ihre Unterstützung zu ged» wir brauchen dringend ihre Hille. Geldsendungen richten an den Kasstrer Karl Buchmann, 4 Hl. vorn. Die Lohntommission der Drechsler und verw. verufsgenossen zu ■1- 33sssss;s< OTOieecoco«« ■SM CO % ig oi ie m£ S «gsss.s 8 1 o »»»»»» •11....... Ii kl L�§S�I-s�Ää£s o o ö©-- g litt' aa■-.tä® m o... a I-«i2 Ui i 2 s- s Z' Z- s« »»o cT II "O C V ■Si In ä 8 v « W « « Z 0 i L Ii 8 i "O o \A SZZ - �QÜ ■I iu e— fl I s & Ii >» Ii ü 8 � 1.1.1388 18 I o tt # « CS ■ X a o II).5 •1„ äi-ij5 lila0" Iii o A* lllllfäi im 55=.� sumt u f» o" <»-« um fft _ SS i-a 73 w i Sx: Sx| o a a § l I l l 'S' I'S'Z I I. äa fs? "g- l's' l'i f I I 8 I II I I I 1 ZkY ä' IIA]• UUi> ä � s" ii iiiiii 8 Iii!1 ■ 5® a SQE-iHa.a.WWEHH iili SA ;s •$ CO ao 3 MI « e o o o oog jSSo aKob UcflOcß ®&c( * � o 45-51§ •-a s :tp |"a"S «Iii UiP «8 I Ii "sß: 5-22 43 s« L« C-l CQ ■M-a aaa» III s ä T SSS« Zsssz o miiit 3gsg§ 'iiil m ooo L>. 12 « O-»C»O - Uli Iii1 Snllti »LT «A-XS S! I o o» � •-73 I Iiis s|. liiiiliii ® � �5 Äia'Ssäsä»fä fcw«MW„ �« Ülilllll a Fi aLSKZ P. L,** 5 0 3 «II So, s Ii- i W d2SS888S Sleo�eoterf5>c>o aSÄ�ggSä g c«« eo' V � P«-•••• M £-«4 •Ii- ti �0-30000 textete 8 •'x a s t a s s s «-Z § s§ 8 Cch CM CO V I Ii::« 3- iS g S I« S 3SSSS s iiii|x ;444i,4 II I 0 2 - sl i ss 4 04 CM V»o' iO 00«o" V •'S ES 1:1 51 Sä" Iii Ö o bd •SS«® ilpl s-i® s«. 4< L- § g&ö 'ist. 1 s"'!:!8 Vi Uli -®« ot ft,>a hl |ä 0) ±8 t- « L n a- o I 2-2 a 8? «2 l|a Ü. «sl o'S« §j' -Z 25 I lS s£? sa iberal 0 zeitweise WZ von selbst Man bewegung hin auSsp das Sozi« Leute, die sich dama den Ultra in Bezug Arbeiter j werden. auf die n die Wahl war, rä durch, h, empfahl. die Arbei »attonalli . Eine °en Natt uS» «r eise% dufgestelll Stoßen$ % »>•*<: M 8| f; I 8 ®ä Sl a. z. Ii tm»X4 w i kms u Olli si • S l «- L o -15 m «088 f S o�. Ii Verantwortlicher Redakteur «i * Ooo — sss SS fc"ZZ- r ÜM sei»-»I Mach« beweise 0 „Sc N SW., Beuthstraße 2.