und in der! Beim � Zeiivau« tn 5- tn im stätter. an beidni von Ebb« Donnerstag, de« 22. Oktober 1883. II. Jahrg. itentat vi - Di-> n Mona» he verit?i lngestclltt» i)nom(i'% \ti Beilri» Ervl°fi°« zr einig« im Cof«� »igiichen« tet, der(» Ul crliurrDollislilgli Brgan für die Jnterrffen der Arbeiter. 4 m. tio«. :tt in die ine" ist' pielung M. frei wpobotmemeni Da«„«Berliner VoUsblatt" wgen« ou|er nach Sonn- und Festtagen. WonnementSprei« l w« viertchährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35! mein 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. SonntagS-Nummer mit illustr. Beilage 10' (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größere« Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bi« 4 Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. NS* Sit stzialMischkil Ktmillissk itt Twi»Sirditiilschni Allzmmtii Ztitmz." j,.,®'r wiesen gestern— bei Erwähnung einiger Artikel ng der SJk«Nordd. Allg. Ztg."— bereit« darauf hin, daß ei die der öffentlichen Verhältnisse che» Sozialdemokraten un- m Bert» machen, den Sozialismus gegenüber allen verlogenen Angriffen m Büchern und Zei Fletzen. •"vvii"in AN armen in �nuyem»»» Zeitungen zu ver» ��k». man da«, so würde man sich der Gefahr ik '." WU VillUIlU Utk VV....." rT\ i» Konflikt zu gerathen. Will die„Nordd. Allg. Ztg." "s° im Ernste eine allseitige Diskussion der sozialen Pro- ™tne unserer Zeit herbeiführen, so hätte sie ihr Bestrebe» nächst dahin zu richten, diese Diskussion frei zu machen. .____„. gf• 1 f JT_ b 30 che [jJjhJlJltp gu* l V4�»v»»� v»v|v| j■»'»- q——-- y---- Ah, Em jedoch die Unwissenheit zn kennzeichnen, mit welcher JlU'joie»Nordd." sich unterfängt, den Sozialismus zu schul- Vfrstern, weisen wir kurz auf folgendes hin. Die„Nordd." Plelt zuletzt als höchsten Trumpf eine Berechnung aus, daß sozialistischen Pläne nicht« helfen könnten, denn nach 8 Steuer-Listen würde» die ärmeren blassen bei einer gleichen Vertheilungso lv.sUtwienicht« erhalte«!!— Wäre diese Beweis- end« ührung neu, so würde sie immerhin, wenn auch nicht für 0. ine besondere Denkfähigkeit, so doch für eine gewisse Fin- o fA#* der„Nordd." zeugen. Da sie aber nicht neu und «Jif hundertmal in ihrer Lächerlichkeit aufgedeckt ist, so «op- innen wir sie nur als Bewei« dafür betrachten, daß für !„Nordd. Allgem." al«„beachtenSwerther" Sozialpolitiker lt, wa« jedem Halbweg« gebildeten Natioaalökonomen al» »fältiger und unwissender Tropf erscheine« muß. Wir �nnten Dutzende von Widerlegungen obigen Argumentes mch aus unverdächtige» Werken, wie denen des Prof. Wagner) anführen, beschränken un« aber darauf, die a"ogste mitzutheilen, welche wie eigen« für die„Nordd." 9 Di« �s�rieben ist. In der von uns vor Monaten bereit« be- .schiede»�, Schrift über:„Staatliche Lohnregulirung", heißt fumjä; �2 ff.: «CAftöttr man sich eine ungefähre Vorstellung von erreichbaren Leben«halwng unserer unteren Klassen i5.'. so darf man freilich die Frage s° stellen, wie sie»och immer gern G gestellt wird: wa« nämlich auf die �«Ulsiaus-� �iassen entfalle« würde, wen« die oberen Zehn- n«'ää '"' ff;»— die 6378 Personen, welche im Zahre 1882 �»kommen über 9600 Mark und zusammen 161 Mil- nd« �' traße M. l und JeuMeton. 5« Hank der Demests. Roma» von Ewald August König. (Fortsetzung.) °b!" entgegnete der Gärtner, während er, in it. �"uend Dor"olin,en uud da« Haupt auf den Arm gestützt, cKP/rr Rege» n �.dwblickte.„Eine stürmische Nacht war e«, ,j,«»d der S.,f"schie in schwere« Süsse« gegen die Fenster, r dl �«elassen Z? pfiff und heulte, al« ob alle Höllengeister 5 ästiger, aber h gegen Morgen wurde e« etwa« > Z"tte hören r � nicht ruhig genug, daß man den Schuß '�. 2 I0nnen- E« will eben Niemand ihn gehört Wärterin Schlosse war« auch nicht geheuer: die «en krlü" au« und ei«, statt im Zimmer der Gnä- « trakti� �U' der Doktor machte ein grimmige« Gesicht �obbeOo» e.den, der ihm in den Weg kam, mit seinen ■immer w' �?d ehe er da» Schloß verließ, hörte ich ihn im Schauer kt schelten und toben, daß mir ein kalter über die Haut lief." '''zu�UfeShalb tobte et?" fragte Joseph lauernd. in»'ch da«? Glauben Sie, ich hätte unser» Herrn ht bi. g�' Mich nahm e« Wunder, daß er den Grobiaa Auswerfen ließ." .Men Sie auch nicht gehört, wa« er sagte?" Spioniren ist mir immer verhaßt gewesen." ««w.««iio stA merken," lionen, das ist 15,23 pCt. des Volkseinkommens besaßen, ihres Vermögen« oder Einkommen« berauben und da« be- treffende Einkommen auf die übrigen Klassen der Bevölke- rung vertheilen, so würde auf de« Kopf der Bevölkerung ein einmaliger(?) Antheil von je 54 Mark komme«. Da« wäre für die Armen ein sehr geringer, ganz unverdienter und wahrscheinlich schnell verzehrter Zuwach« zu ihrem be- scheidenen Einkommen." Also ganz der„Gedanke«"gang der„Nordd. Allgem." Hierzu bemerkt nun unsere Schrift:„Man sollte solche Beweisführungen schon deshalb kluger Weife unter- lassen, weil sie leicht gegen ihre Urheber ausschlagen. Nach der erwähnten staiistischm Untersuchung beziehen im Königreich Sachsen 49,96 Prozent der eingeschätzten Per- sonen nur 20,87 Prozent de« geschätzten Einkommen«. Wollte man, wie Professor Böhmert(uno die„Norddeutsche Allgemeine"!) zu Grunde legt, da« gesammte VolkSeinkom- wen in gleiche Antheile zersplittern, so würde» diese 50 Prozent nicht 21, sondern 50 Prozent alle« Einkommens erhalten, d. h. die ärmere Hälfte der Bevölke- rung bekäme zweieinhalb mal soviel wie heute. Und wollte man nur die Einkommen auftheile», welche 9600 Mark überschreiten, s o würde die ärmere Hälfte der steuerfähigenBevölkerung»och immer drei Viertel ihre« heutigen Ein- kommen« mehr erhalte«(15,23 Prozent der gesammte« eingeschätzte» Summe, von der sie jetzt noch nicht 21 Prozent besitzt). Die Kritik der„gleichen Theilung" seitens Böhmert's(und des KanzlerblatteS!) hat sonach ihre recht bedenkliche Kehrseite. „Aber— fährt unser Autor fort— wozu derartige Auslassungen berühre«, welche nicht gegen ernstlich erhobene Forderungen, sondern lediglich gegen Schreckge- bilde kämpfen, wie sie dem Parteifanati«- mu« blinder o d er u n e h r l i ch er G e g n er e« t- springen!" Die Schrift weist dann nach, daß es ganz„ ist, wa« man aus der beutigen, durch Krisen und Absatz- stockunge« schon zerrüttete» Einkommensverhältnissen für die Armen etwa herausrechnen kann,— daß vielmehr die Frage so steht:„Was könnten die Besitzlosen an Güter« aller Art mehr erhalte», wenn man alle die feiernden Ma- schinen in Bewegung zu setze«, die hunderttausende gänzlich Arbeitsloser in die Fabriken und Werkstätten einzustelle» und die nur ungenügend Beschäftigten zu voller Thätigkeit heranzuziehen wüßte.... Was könnten wir heute in den fette« Jahre« mehr produziren und wa« hätte» wir in den langen Zahre« des Darniederliegen« mehr produziren können, als der Pulsschlag de« Verkehr« kaum zu fühle» war, als eine Fabrik»ach der ander« ihre Thore schloß, al« gehört, Georg?" fragte Marianne, den beiden Streitsüchti- gen einen ernsten, verweisenden Blick zuwerfend. „Hm, eS ist mitunter rathsam, daß man Augen und Ohren verschließt, und wa« ich damals gesehen und gehört habe, das weiß ich jetzt nicht mehr. Ich sehe den Doktor noch vor mir, wie er auf seinem grauen Pony saß und mit einem grimmige» Blick fortritt. Es war ei« geduldige« Thier, und es war Kinderspiel, ihn von diesem Thier her- unter zu schießen, besonders wenn man im Hinterhalte stand. Ich erinnere mich auch noch, wie die Arbeiter aus der Stadt die Nachricht brachten, sie hätten die Leiche de« Doktors im Gebüsch gefunden. Der Kutscher, den wir damals hatte», mußte sofort in die Stadt reiten und der Polizei die An- zeige machen, der Kammerdiener wurde fortgeschickt, um einen andern Arzt für die gnädige Frau zu hole», und Herr Rabe ging selbst hiaau», um nach der Leiche zu sehe». Und nachher kamen die Herren vom Gerichte und fragten und schriebe«, bis ihnen die Zungen und Finger lahm wurden, aber sie brachten nicht« heraus." „Gar nicht«?" fragte Franziska. „Nein. Weshalb haben sie damals nicht an Halm ge- dacht?" „Halm? Wer war da»?" ftagte Marianne. ---e» !e- auf schichte, der Geist der Ferse." „Auch im Zuchthau«?" spottete Zoseph. „Ja, auch da!" erwiderte Franz, aus feinem starre« Hinbrüten aufblickend. „Ein traurige« Los« für eine» Geist!" „Der Ochse, der nie auf einen Baum kommt, kennt keine Birnen," sagte der Kutscher m demselden ruhigen, digung der Streiks zur Adurtheiluna kommen. Der Effekt der Strafe, die Warnung vor gleichen Ausschreitungen, ging ver- loren. ES ist nicht Schuld der Richter und der Staats- anwälte." Die Ausschreitungen Streikender scheinen somit für die träumerischen Tone;„er frißt Zahr aus Zahr ei» das Heu, das ihm vorgeworfen wird, und denkt weiter nichts dabei." „Das ist stark!" lachte Franziska, und wieder mußte Marianne Ruhe gebieten, damit der alte Gärtner den Fade« seiner Mittheilungen nicht verlor. „Und weshalb wanderte Halm au«?" ftagte die Wirth- schafterin, in deren rundem, leicht geröthetem Gesichte eine maßlose Neugier sich spiegelte.„Fiel eS denn Niemand auf, daß er so eilig sich au» dem Staube machte?" „Nein," antwortete der Gärtner, das graue Haupt schüttelnd.„Er hatte das längst vor, und in der Nacht, in welcher der General starb, verlor auch er fei» einzige« Kind, feine Frau schien das nicht verwinden zu können, das heitere, lebenSftohe Weib war nur«och ei« Schatten." „Natürlich!" nickte der Kutscher.„Wenn da» einzige Kind stirbt, so folgt ihm da« Herz der Mutter in de» Sarg." „Und Halm war ei» ordentlicher Mensch?" ftagte Marianne. „Ein braver Mensch, der still und fleißig arbeitete und sich um nicht« weiter kümmerte. Unser damaliger Kammer- diener will freilich gehört haben, Halm habe dem Doktor gedroht, aber ich glaub'» nicht, er sah mir nicht danach aus, und der Kammerdiener war ein Großmaul, der e« mit der Wahrheit so genau nicht nahm." „Solche Behauptungen greift man nicht aus der Luft," sagte Zoseph, den der höhnische Blick des Kutschers ärgerte, „wenn der Kammerdiener da» ausgesagt hat, dann wird e« auch wahr sein!" „Zst denn AlleS, wa» Sie sage», wahr?" spottete Franz.„Wir wissen nur zu gut, daß Sie durch Zhre üüge« und Verleumdungen sich bei unserem Herrn eine» Stein in« Brett gelegt habe», aber da« wird auch einmal anders werden". „Wer ist hier der Verleumder?" fuhr Joseph zornig auf.„Sie sind e«, kein Anderer! Gegen Ihresgleichen sind Sie grob wie Bohnenstroh, und«ach Oben krieche» Herren Juristen der„Nordd." das Schrecklichste der Schrecken ,u sein, denn sonst würde nicht bei dieser Gelegenheit gerade hierauf exemplifizirt werden. Wenn man bedenkt, daß die Ge- setzgedung fich bis jetzt beharrlich geweigert hat, den Arbeitern im Kampf ums Dasein den nöthigen Schutz zu gewähren, und daß dieselben also vor der Hand kem anderes Mittel haben zur Verbesserung ihrer Lage, als den Streik, so nimmt fich dieses Beispiel recht gehässig auS. Wir billigen dergleichen Ausschreitungen durchaus nicht, aber es darf doch nicht über« sehen werden, daß solche in Momenten größter�Errcgung ge« deS schehen, wo es fich'um die nackte Existenz handelt. Warum müssen ' hreitunaen der Arbeiter als Folie herhalten, also gerade die Ausschrertun........... warum rügt man nicht daS Verhalten der Lohnherren, welches doch in vielen Fällen gewissermaßen zum Streik und zu Aus- schreitungen aufteizt? Man sollte doch endlich einmal auf. hören, vre Arbeiter, wenn auch nur indirekt, als denjenigen Thnl der Bevölkerung hinzustellen, dem man unter allen Um« ständen Respett vor den Gesetzen beizubringen hat. Der Effekt solcher Deduttionen dürfte lediglich mit dazu beitraae das warme Herz, welches in gewissen Kreisen für die Ai besserung der Lage der Arbeiter vorhanden sein soll, in ei, recht eigenthllmlichen Lichte ericheinen zu lassen.— Wie iuftner bei dergleichen Angelegenheiten, so kommt auch in Zfiesem Artikel der„Nordd." am Schluß der Zweck deffelb« zum Vorschein. ES handelt fich lediglich um eine Erhöbling deS Justizetats. Es heißt da:,,. � ,,, Die Mittel des gegenwärtigen, überhaupt sehr karg dotirten Justizetats reichen zu dieser durchaus dringend nolhwendigen Vermehrung des BeamtenpersonalS nicht aus. Wir zweifeln aber nrcht, vaß der Landtag in liberaler Weise die Mittel ge« währen wird, wo es fich um Ehre, Vermögen und Freiheit der Staatsangehörigen handelt, und ohne welche es unmöglich ist, eine noch promptere und gründlichere Justiz, als gegen» wärtig, zu üben._, DaS ist also des Pudels Kern. Um die Erhöhung deS Justizetats zu begründen, mußten die Ausschreitungen der Ardeiter als Aushängeschild benutzt werden. Man merkt die Abficht, wird aber nicht verstimmt. Einen neuen Vorschlag zur Wahlreform hat ein Herr L. v. Hirschfeldt, kais. Botschaftsrath z. D., m einer Broschüre unter dem Titel:„Die proportionale Berufsklassenwahl" ge» macht. Der Verfasser geht von der Anficht aus, daß die von ihm empfohlene„Reform" am besten geeignet sei, die sozia« listischen Gefahren zu beseitigen. Die Sozialdemokraten müssen in Gruppen gespalten werden und das wird erreicht, wenn die Bevölkerung nach Beruftständen in sechs Gruppen eingetheilt wird. Es sollen vertreten sein die Land« und Forst- wirthschast durch 174, die Industrie durch 143, Handel und Verkehr durch 40, häusliche Dienstleistung x. durch 8, Zivil-, Staats-, Gemeinde-, Kirchendienst und sogenannte freie Berufsarten durch 15, Berufslose durch 17 Mandate. Uns eingehender mit diesem Machwerke zu be« schäftigen, halten wir für überflüsfig. Angenommen, es würde gelingen, durch ein derartiges System vre Sozial» demokratie von der Vertretung in der Gesetzgebung auSzu» schließen, was wäre damit eneicht? Ist denn der Herr Re- former so naiv, zu glauben, daß dann die Sozialdemokraten vom Erdboden verschwinden würden? Nach seiner eigenen Anficht wirbt die Sozialdemokratie ihren Anhang unter den Unzufriedenen. Würde es aber nach Einführung dieser „Reform" weniger Unzufriedene geben? Es gehört in der That der Muth eines LegationsratheS zu dem Versuch, daS im Absterben begriffene Kastenwesen auf diese Weise neu de« leben zu wollen. Der Dtätenprozeß gegen de« Abg. Hasenelever, welcher den 21. d. M. vor dem Halle'schen Landgericht aus- stand, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden, weil der Vertreter des klägerischen FiskuS verreisen mußte. Sollte das vielleicht der Anfang zum Rückzüge sein, den der Fiikus in dieser unerquicklichen Sache angetreten hat? Will keiner der Herren Vertreter des Fiskus zuerst in den säuern Apfel beißen? Nun, man wird ja bei den nächsten ausstehenden Prozessen diese Fragen beantworten können. Ueber das Sozialistengesetz spricht fich die„Nat.«Ztg." am Schluß eineS diesen Gegenstand behandelnden Leitartikels folgendermaßen aus: „Wir vertreten heute so wenig wie vor zwei Jahren die Meinung, daß daS Sozialistengesetz nur einfach aufgehoben zu werden orauche. Herr Gneist hat für diesen Fall angedeutet, daß einige neue Kautelen für die Benutzung des Versamm« lungsrechts erforderlich seien-, wir halten unsererseits Maß« regeln gegen das Emporschießen von Dutzenden solcher klemen Agitationsblätter, deren Verantwortlichkeit durch Zahlungsunfähigkeit und durch das Institut der„Eitzredakteure" illusorisch gemacht wird, für nicht unvereinbar mit der gesetz« lichen Preßfreiheit.(!) Die Frage, wie weit bei dem Verzicht auf das Sozialistengesetz die Staatsordnung eine Verstärkung der jetzt vorhandenen Schutzmittel bedarf und eine solche er« halten kann, die doch nicht in„Kautschuk. Paragraphen" zu be« stehen braucht, ist ein Gegenstand ernster Erwägung Aus fie die öffentliche Aufmerksamkeit hinzulenken, anstati auf die kahle Sie wie ein Wurm, Sie habe« wahrhaftig Ursache zu schweige«!" „Die Ursache habt Ihr Beide," sagte Marianne in ihrer energische«, jedem Widerspruch vorbeugenden Weise.„Wenn Ihr Eure« Streit auSfechtea wollt, dann geht vor die Thüre, hier dulde ich'« nicht. Wollt Ihr hier bleiben, so haltet Ruhe.— Sagt mir doch, Georg, wie ist es eigent- lich gekomme», daß der General v. Stuckmann mit fernem Bruder so schlecht stand? Heute Morgen war ei« Herr v. Stuckmann hier, ich glaub', es war der Sohn de« Obersten — ob der alte Streit jetzt beigelegt ist?" Wieder schüttelte der Gärtner de« Kopf, man sah ihm an, daß er in die Geheimnisse der Familie eingewecht war.— „Wenn der Sohn de« Obersten hier gewesen ist, dann hat sein Vater gewiß nicht» davon gewußt," erwiderte er, „der Streit kann nie beigelegt werden." „Nie? Weshalb nicht?" „Weil der Oberst die gnädige Frau nie al« seine Schwägerin anerkennen wird. Er ist em stolzer Herr und eine kreuzbrave Natur; aber der Generalin kann er«»nicht verzeihen, daß sie eine Bürgerliche ist. Und dann hat sei» Bruder damal« da« ganze Vermögen geerbt, und der Oberst hat da« bloße Zusehen gehabt, da« wurmt auch, und man vergißt es so leicht nicht." „Der Oberst ist nie hier gewesen?" fragte Franziska. Nach dem Tode seine« Vater« nur einmal, kurz vor der Hochzeit de« General«. Es müsse» böse Worte gefallen sein, denn der Oberst ist fuch«wild wieder fortgeritten, und seitdem hat er da« Schloß nicht wieder betteten." „Auch nicht bei der Beerdigung seine« Bruder«?" „Auch da nicht, Er war immer ei» eigensinniger Kopf, und ich glaub', wenn er dem Bruder der gnädigen Frau hier begegnet wäre, hätt'« ei« Unglück gegeben." „Also auf den hat er'« abgesehen?" ftagte Joseph lauernd. „Spionirt Ihr schon wieder?" erwiderte der Kutscher. „Alle«, was Ihr gesagt habt, Georg, erfährt der Herr heute noch wieder." „Meinetwegen," antwortete der Gärtner achselzuckevd, Alternative der Verlängerung oder Nichiverlangerung Sozialistengesetzes, da« scheint uns dringend geboten." Das iß deutlich gesprochen! Die nationalliberale„Nat.« Ztg." will also die Versammlungs« und Preßfrciheit auf die Dauer beschränkt wissen. Das Strafgesetz ist dem„liberalen" Blatte nicht genügend und das ohnehin schon kümmerliche Versammlungsrecht noch zu„frei". Die Leutchen wollen diese Rechte offenbar bis auf ewige Zeiten in die Hände der Polizei legen, damit diese in Zukunft je nach Laune mit denselben verfahren Ann. Wäre es denn nickt besser, wenn da« AuS- nahmegeuf in seiner vollen Herrlichkeit bestehen bliebe? Z«? Reform der Rübenzuckersteaer wird offiziös kon- statuv�iaß die seit einigen Tagen in den Zeitungen zirkuliren- denMittheilungen über den Inhalt des neuen Gesetzentwurfs unSsllständig und verfrüht find. Der Gesetzentwurf sei wohl in . arbeitung, dürfte aber noch mancherlei Instanzen zu durch« ufen haben, ehe er an den Reichstag gelangt. Die Gefängniharbeit in Preußen. Tie seit 1869 alljährlich erscheinende statistische Ueberficht über die dem Geschäfts- kreise deS Ministerium« des Innern unterstellten Straf- und Gefangenanstalten ist vor einiger Zeit für das Jahr 1882,83 veröffentlicht worden.— Dieselbe giedt auch eine Reihe inter- essanter Daten über die Beschäftigung der Gefangenen, au» denen hervorgeht, daß diese gefährliche Konkurrenz der„freien" Arbeiter von Jahr zu Jahr in stetem WachSthum begrinen ist. E« wurden von den durchschnittlich täglich zur Arbeit ver- pflichteten 26 616 Gefangenen im Jahre 1882/83 90,99 Prozent legen 89,90 Prozent im Vorjahr beschäftigt. Der Rest von i,01 Prozent bestand au« Arbeitsunfähigen. Davon waren thätig 6915 Personen� oder 25,98 Prozent aller Beschäftigten für den eigenen Bedarf der Anstalten, 638 Personen oder 2,48 Prozent für eigene Rechnung der Anstallen zum Verkauf undl9 063Personen oder 71,62Prozent s ürDritte cgen Lohn. Da« heißt: die auf Staatskosten, aus dem »äckel der Steuerzahler unterhaltenen Gefangenen, 19063 an der Zahl, haben im Jahre 1882/83 den freien Arbeitern ein ganz bedeutendes Gebiet des ArbeitSmarktes fortgenommen und so könnm die privilegitten Herren Unternehmer die eminent billigen Arbeitskräfte der Strafanstalten zur höheren Ehre des Profits anwenden und den„freien" Arbeitem den Lauf« paß geben. Die niedrigen Löhne, an denen wir bereits labo- riren, werden durch den Wettbewerb der Strafanstalten natürlich noch ttefer heradgedrückt, die Zahl der Arbeitslosen wächst, die industrielle Reservearmee vermehrt fich. Der„freie" Arbeiter aber kommt dann in die Versuchung, fich einsperren zu lassen, um ein Unterkommen und Arbeit zu finden. Von den für Dritte gegen Lohn beschäftigten Gefangenen wurden durchschnittlich läglich 18168 Personen(15 310 Männer und 2858 Weiber) für Jndustriearbeiten und 895 Personen für landwirthschaftliche und andere gewöhnliche Tagelöhnerarbetten verwendet. Unter dm Jndustriearbeiten treten hervor: Zunahme in pEt. gegen 1881/82 Die Zigarrenfabrikation mit Die Weberei mit Die Schuhmacherei, Fabrikation von Fitt- u geflochtenen Schuhen mit 1730 Die Schreinerei u. Kistenfabrikation mit Die Buchbinderei, Kartonnage, Düten-, Patronenhülsen Änfeni« gung, Papierschlägerei u. Papier- machöfabrikation mit 2362 Pers. 1935, 3,5 14.0 8,3 1131 6,0 1098 ». 29,8 Die geradezu rapide Zunahme der in diesen Branchen beschäftigten Gefangenen springt in die Augm; man bettachte nur das prozentuale' Wachsthum gegen das Vorjahr. Und wa« wird aus den freien Arbeitern? Sie werdm einfach „frei"gesetzt, d. h. arbeitslos, brodlo«. fie kommen auf die Landstraße, fie werden„Vagabunden".— Daß der Groß-Betrieb in den Sttaf- Anstalten immer mehr Platz greift, daß also da« Großkopital fich immer eifriger auf die Anwendung der Sträflinge stürzt, beweist u. A. die That- fache, daß bererts in 12 Strafanstalten bei einigen Arbeits- zweigen Dampfmaschinen in Gebrauch find. Alle ar« bettenden Gefangenen dieser Gruppe erzielten einen Brutto« arbeitsertrag von 2876 294 M., 93 402 M. mehr als im Vorjahre, oder per Kopf und Arbeitstag 50,76 Pf. gegm 50,63 Pfennige im Jahre 1881/82. Em Sechstel des ganzen Arbeitserträge« wird den Gefangenen tzutge- schrieben: im Berichtsjahre belief fick diese„Prämie� auf 489 996 M. oder 6,26 Pf. pro Kopf und Arbeitstag (4- 0,2 Pf. gegen 1881/82), bei den Zuchlhausaefangenen speziell 394222 M. oder 6.77 Pf. pro Kops und Arbertstag (+ 0,14 Pf. gegen 1881/82.) Gegen solche Löhne kann freilich der freie Ardeiter nicht aufkommen. Man steht, wie noth« wendig eine ae s etzliche Regelung der Gefängnißarbeit im Sinne des ArbeitnschutzgesetzentwurfeS ist. Wir find nicht argen die Beschäftigung der Gefangenen überhaupt, das ist selbstverständlich, aber fie sollen für den Bedarf der Sttaf« anstalten, für Staatszwecke überhaupt verwendet werden. In Preußen giebt es Ledland genug, das urbar gemacht, Wirr» „ich werde nicht« sagen, wa« ich nicht verantworten kann. Und wenn er Ander» eine Grube graben will, dann kann er selbst hineinfallen, das mag er sich merke». Wir haben auch Augen und wissen Manches, wovon wir im Nothfall Gebrauch machen." ««%%%%.% schlug die Auge» nieder und brummte einige Worte die Niemand verstand. , 3n demselben Augenblicke ließ sich da« rollende Ge. räusch ernes Wagen» vernehmen. „Fräulein v. Lossow!" sagte Franziska fich rasch er- %o. hebend Die letzten Worte verschluckte er, um der Zofe»u folgen, die schon hiaauSgeeilt war, um de« Besuch zu em. pfangen. „Der Bursche wird immer unverschämter!" sagte Ma- „Wie der Herr so der Diener I" erwiderte Georg %«%%%%/- w „Da« denke ich auch," sagt« Marianne.„Wenn die O.MMM land, da« der Kultur übergeben, Kanäle und Straßen, di- Vereinen baut und verbessert werden können. Dahin gehört dir und plötz fängnißarbeit. Jetzt dient fie nur dem Nutzen der p)»riesencn kapitalistischen Unternehmer zum Schaden der Arbeiter.. mtehrend Frankfurt, 19. Oktober. In der heute Abend abaek Selbst da nen sehr gut besuchten Versammlung des demokratist genügend Vereins wurde nach lebhafter Debatte der Vorschlag del«ereir mitees, fich der Wahl zum Landtage zu enthalten, mit Majorität abgelehnt und das Eintreten in die Wahl, trä mit zwei Kandidaten, deschloffen. « wsth Geheimen doch dem werden. wannichfa armer Ko nerinnen soll doch findet: o pcrcciup'ungacn. n>—"." Stadtverttetung hat laut„Franks. Ztg> r**'0J[fe ickstcht auf die Ausweisungen� au« V» die dem Gan vorher noi allenhimn' nens mtt. Nothlaae n Wechsel d f° schnell, >>.. Da« Wahlkomitee wi diesem BeHufe durch vier Herren verstärkt.—(Demm die auch von uns gebrachte Notiz, daß die demokratische fich nicht an der Landtagswahl betheiligen werde, richtig.) Oesterreich.Uugar«. Die Krakauer Etad schloffen, mit Rückficht. deutsche Staatsangehörige in den Gemeinde-Verband i» fünft nicht aufzunehmen. Frankreich. In Frankreich ist die schon nach dem ersten Wah. 4. d. M. angekündigte theilweise Ministerkrifis einj Wie aus Paris telegraphirt wird, hat der Präfident publik, Grsvy, die Demission des Ministers für! Legrand, und des Mnisters für Handel, HervSMango»,> tanzt Fan, der Unterstaatssekretäre Härault und Rousseau, welche f fällen vert wieder zu Deputirten gewählt worden find, angenommen! nach eine: selben werden jedoch bis zur Ernennung der Nachfolge! Unterstützu Amtsgeschäste fortführen,— Die franzöfische DeputirtenV wrrken unl wird zum 10. November zur Prüfung der Mandate eint» und unwü werden. mmen Ow Holland. welche für Amsterdam, 17. Oktober. Vorgestern hat der f unb Wohl größte Wahlverein darüber berathschlagt, welche Stell«* In dl liberale Partei zm Frage des allgemeinen Sil' oern sehen, und Wahlrechts nehmen solle. Der Vorstand, der#%mhaUe die„liberale Union" für daS ganze Land leitet, hatte w Planten( die Beibehaltung eines, wenn auch sehr niedrigen ZfJ �ssung de unter gehöriger Bcrückfichtigung des sogenannten Kap« prinzips entschieden und deshalb erwartete man auch andere», als daß die bi« jetzt in erster Linie von Käthe* listen, Sozialdemokraten und Arbeitervereinen aufgestellt deruna abgewiesen werden sollte. Aber grade daS 0 1 th eil geschah, von den 140 Anwesenden stimmten der Ztg." zufolge über 100 für die unbedingte Zuerkenm» allgemeinen Stimmrecht« und sprachen laut ihre Er* aus, daß in die demnächst zu reviduende Verfassung° daS letztere beschränkende Bestimmungen aufgenommen� Dieser Beschluß ist um so wichtiger, als dem Beispi» auch andere Wahloereine und damit auch die liberale Union überhaupt folgen dürften.— Da haben fichdie Haupthähne wieder einmal gründlich getäuscht! diesen Herrn überall um 50 Jahre voraus. In der S» llung aufgj g�on- Das m m ga ----------- den ._„. Beilage unserer gestrigenZ Maurersttei heißt e« in dem Bericht aus Magdeburg, daß vre V* t» lung, in welcher Herr Reichstagsabgeordneter Singer* Europa sollte, verboten wurde. Die Versammlung ist boten, sondern aufgelöst worden.(Siehe Versl Berichte.) Zollatrs. Um die Unterführung der Pstsdamer fich nachgerade eine Legende. So hieß e« neulich, bahn-FiSttl« wolle daS Terrain unter dem Bahnkörper 'äer ei °n der ea nehmen, w ] Ouantttätei Fiebers ein dem staikei schlechter u viele dort li Chinins— auch ganz ssäSf*. °n den Oberbürgermerster und auf dessen VeranlaMg Stadtbaurath Hobrecht und erfuhr merkwürdige D Arbeiten hätten eingestellt werden müssen, weil da sei. Im nächsten Sommer abergedenke man ftraße zu pflastern, so daß aller Wahrcheinlichkeil Passage zwischen der Tempelhofer und der Potsv« stadt im nächsten Herbst werde eröffnet werden könnenfügte Herr Hobrecht hinzu, die Sache würde übof nicht so weit sein, wenn er nicht das Druckrohr gel Dabei spielt die Sache sett 1868 und die beiden zählen zusammen 180000 Seelen. Die bisher fttt Ein a , em Hause in der Erd Lfäßi« zug« Namenszug d« Eckseiti> Ksht hervor, vom Sc 5�. gestant llernung «cstattete Passage ist auch wieder gesperrt, und Niegn durch wen. Die Polizei hat eS nrcht angeordnet.*■% Museum ge energisch intervelliren. r. Da« Vereinswesen die bedeutend« Z"' solchen Zerstreut LU reichen Wol ��..yätigkeitS Vereine zum Gegenstand«. gehenden Studiums machen, den meisten Vortheu verpflanzen, man muß ihn stehen lassen wrrd." „Da habt Ihr Recht," sagte der Kutscher. bi» wollender dringen. wehr einlck ,o>,i meryr, faczre oet Kuxiw«" tu j,!. m hier so lange ausgehalten, da kommt's auf tmffr wenig langer auch nrcht an. Und einstweilen tteibt ia i) wär- noch mchtS fort, wer weiß, wie die Dinge sich- tea können." Der alte Mann blickt« die Beide« lange Arb«;" thre Gedanken erforschen wolle, und der Jj* Gesicht« nmrde immer ernster. 0 o' Perso» g „Zch steh« mit einem Fuß schon im»ach er,„und ,ch kann plötzlich abgerufen werden, � dem alten Lntten so oft vorkommt."« p»„{W „Ihr seid»och kerngesund und rüstig, Georss- richter MWZWM mand werter darum grämen, ich Hab' ja hinter Ein, MKS kleines Kästchen finde». Da« nehmt her»� � � J« m«Pide' und'untn'iken$%«,%* ich'--� KzÄ richte er» Blick auf dem alten Manne. � Die L „Und wa« enthält diese« Papier?" uK/ A» seit, ä'ä w, »?a. „Wenn Gärtner schüttelte ablehnend da« � eine« en, mit Wahl, m imttee (Dem oiratisch« itro�en, W Vereinen haben, während Jemand, der wirklich unverschuldet gehört du und plötzlich in Roth geräth, trotz unserer großartiam, vielge- en der f»riesenen Privatwohlthätigkeit völlia rathloS dasteht und der lrbeiter. ��hrenden Armenunterstützung der Kommune zur Last fällt. dend ab«» Selbst daS Adreßbuch giebt nicht einmal über diese Vereine okratt>> genügende Auskunft; wir kennen deren mehrere, die nicht im schlag des Vereinstheile verzeichnet find. Möglich, daß solche Vereine im Gehennen zu wirken wünschen, aber ste müssen ooch dem Bedrängten die Möglichkeit geben, aufgefunden zu werden. Dabei zersplittert fich die Wohllhätigkeu nach dm mannrchfachsten Richtungen: hier ist ein Verein zur Bekleidung «..iwr,- Mw" Konfirmanden, dort einer zur Emährung armer Wöch- n werde, uennnen u. s. w. Aber der oberste Satz aller Wohlthätigkeit I o v. � sein, dem Nothleidendm zu helfen, wo man ihn findet; ob Konflrmande, ob Wöchnerin ist dabei gleichgiltig rankf. Zta' � s0?|e es doch sein. ES wäre daher doch empfehlmswerth, m aus Pre Tenn diese verschiedenm Wohlthätigkeitsvereine fich in einer erband i» �eise zcntralifirten, daß der Hilfesuchende, der sich noch vor vem Gange zum Armen-Kommiffar scheut, weiß, wohin er fich vorher, noch wmden kann; heute wird so ein armer Teufel nach c™ ,, ullenylmmclsrichtungen in unserer Stadt umhergeschickt und höch- n Wahlgm stens mit einem dürftigen Bettler-Almosen abgespeist, weil seine ifis erngw Vothlaae nicht In daS Etatut des bctreffmden Vereins paßt.— Der cafident d« Wechsel der Verhältnisse vollzieht fich in unserer Stadt oftmals * füi All» so schnell, daß bsttere Roth plötzlich und unvermuthet über -Mangos, ltzanzr Familien hereinbricht. Mit solchen unvermeidlichen Roth- u, welch«.'fallen verträgt fich aber keine klüglich in der Behaglichkeit und genommw. nach einer desonderen Neigung geschaffme Spezialität der Nachsola« Unterstützungen. Sollen alle diese Spezialitätm segensreich eputirteolo wirken und nicht ein ergiebiges Ackerfeld für erwerdimäßige ndate ein» und unwürdige Bettler werden, so bedürfen fie einer gemein- iamen Organisation und einer einfichtigen obersten Leitung, «--chefür die Nothfälle in unserer Stadt Verständniß befitzt hat der? Wohlwollen für leidende Menschen empfindet. he Stell� I« de« Kreisen unserer Hautfrauen würde man eS nen St'' Umsehen, wenn schon jetzt möglichst viel über den künftigen and, der Isj �arnhallenbetrieb veröffentlicht würde, damit fie fich mit den t, hatte P Wlanten Einrichtungen vertraut machm können. Da die Er» r%' nmM»«.- w._ cm mir%----. tt»---- i anxv« k:. en K ran auch m Käthe' aufgestt' das@ mten der Kt g tte P»""»»ren srnnchrungen verrraur rnacycn ivnnrn. juu v Z(! der Markthallen nun bis zum I.März hinausgeschoben Mfl" ist, hat es damit wohl nicht so dringende Eile, als es "'" JI Anschein hatte. Immerhin wird eS mtt Befriedi« '--"-ÄÄ Öunm Za'**"W"-u". wird«8...... «vif fXommtn werden, daß die Markthallen täglich und den ��orgenS bis �AbendS geöffnet sein werden. Unter »ifffTv Wandlern erhält fich allerdings noch immer eine ge- L)vi>n««Irm nrnm hl» Marktballm. Man glaubt in diesen i sein weroen, und rüstet S-auSfiluren u. f. w. an liberale r fich die i Tis P noauentutatonums enigegengerreien wctucn,«« ju 1?�r als seftstehend angenommm werden müssen, alS die für SP1 l. Dezember geplante Eröffnung der Hallen nur durch den -lfiaurerstreik verhindert worden ist. _ r. Der schwarze Erdthetl Afrika bleibt doch für uns Europäer ein Wunderland. Wie wir dem Privatbriefe etneS on der Südostküste fich aufhaltenden jungen Kaufmannes ent» Nehmen, werden dort von dem Europäer ganz bedeutende Quantitäten Chinin gegen die heftigen Anfälle veS Malaria- ftiebers eingenommen. Da nun aber die Droguen-Händler bei dem starken Gebrauch von Chinin diese Waare oft in sehr schlechter und wenig wirksamer Qualität liefern, so nehmen er va»" I viele dort lebende Weiße alS Mittel gegen das Fieber statt deS mlick, vö! Chinins— Arsenik und zwar in täglichen Dosen, daS ihnen iabnkör»�! ssuch ganz gut bekommen soll. Von ärztlicher Seite wird diese ...-«..«I Art, daS Fieber zu bekämpfen, unter Anbetracht der dortigen t»Win«. Art, daS Fieber zu bekämpfen, unter Ar )hrT»u rt Verhältnisse, für wahrscheinlich gehalten. iOcT JTLm< tci** iL anla�s� n® nlÄdt t üb -eiden MMWZM ß* bttvor, daß der Stein Meile von Berlin, wahrschein- Schlosse aus gemessen, also in der Nähe seines Fund- I filA gestanden hat und hier bei Bebauung der Potsdamer« I(Är sväter verschüttet worden ist. Die Zahl 3'/, bedeutet die > onT�ung von Potsdam. Der Stein ist nach dem Märkischen er fV rd Nie )Ntt. cs» A WWMMM er im it, im"i"nun0 von Porvoam. ih uitum gebracht worden.._ «•'- � v Jr*— �— x verletzt WWWcht� 0� u«»!5»ahl7ftchen"Wilddied-n jener Gegend arg gefürchtet er eine volle Schrotladung in die linke Seite der Brust und eine Ladung Rehposten in die Lende erhalten. Mtt dem Auf- wände seiner letzten Kraft kroch er auf allen Vieren in die Nähe eines Weges, welchen an jedem Abend ein Wildkürer benutzte. In der Hoffnung, von diesem demerft zu werden, ließ er fich dort nieder. In der That wurde er dort bemerkt und von dem Wildkürer nach Waltersdorf getragen. Etwa 500 Schritt vom Orte verließ auch den Träger die Kraft, er ließ den Verwundeten liegen, lief nach dem Orte und holte einen Wagen mit einigen Leuten, mtt deren Hilfe der Förster nach Hause tranSporttrt wurde. Dem sofort herbeigeholten Gendarmen sprach der Förster den Verdacht aus, daß ein paar ihm bekannte Wilddiebe aus einem anderen Orte die That ver- übt hätten. Der Gendarm satteste sein Pferd und ritt im Karriere ad, um zu sehen, ob die Verdächtigen zu Hause seien oder nicht. Ueber den Erfolg seiner Recherchen konnten wir noch nichts erfahren. Die Verletzungen deS Förster? haben fich als lebensgefährliche erwiesen. Die Selbstmordepidemie. Shakespeare spricht einmal von dem Wetter, daS„die Menschen rasend machst'. Die Selbstmorde häufm fich so in Berlin, daß man gestehen muß: hier spielt Spleen mit, daS Gähnen, daS die feuchte, sonnen- lose Wärme dieser Tage erzeugt. Der Winter ist bedrohlich für Manchen, der mühsam mit der Notb des Lebens ringt; aber furchtbarer noch als die Steigerung der Bedürfnisse, die er mtt fich bringt, erscheint das trübe Grau des Himmels, die Nässe, die er über die Stadt brettet. Die Dinge find ja stets weniger schwer zu ertragen als ihre Erscheinung. Der Polizei- bericht achtet nicht auf das Wetter und nicht auf die Roth des Einzelnen; mit seiner geschäftsmäßigen Ruhe macht er einen schauerlichen Eindruck, uören wir, waS er meldet: Am 19. d M. Morgens sprang ein Dienstmädchen hinter dem Grundstück Gitschinerstraße 1 m selbstmörderischer Adstcht in den Landwehr« kanal, wurde jedoch gerettet und noch lebend nach der CharitS gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde ein Mann in einem Hause in der Lindenstraße am Treppenpfosten erhängt vorgefunden. Seine Leiche wurde nach dem ObduttionShause geschafft.— Um dieselbe Zeit und auf gleiche Weise machte ein Mann in seiner in der Weißenburgorstraße belegenen Wohnung seinem Leben ein Ende, nachdem er vorher den Versuch gemacht hatte, fich mittelst Revolvers zu erschießen.— Am Vormittag desselben Tage? machte ein 14 Jahre alter Arbeitsbursche einen Selbstmord« versuch, indem er fich auf dem Bahnhof Alexanderplatz vor einen einlaufenden Zug warf. Er wurde von dem Räumer der Maschine erfaßt und von demselben etwa 20 Schritte weiter fortgeschoden, ehe der Zug zum Stehen gebracht werden konnte. Er hat anscheinend nur leichte Verletzungen davon« getragen.— An demselben Tage Nachmittags wurde eine Arbetterftau in ihrer in der Bntzer Straße belegenen Woh« nung erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit machte ein Dienstmädchen in der Louisenstraße den Versuch, fich mittelst Oleums zu vergiften. Dasselbe wurde noch lebend nach der CharitS gebracht.— An demselben Nachmittage wurde ein vor , mehreren Tagen in einem Hotel angekommmer Gast im Bette liegend todt aufgefunden. Derselbe scheint in der vorher« gegangenen Nacht am Schlagfiusse verstorben zu sein, da nach dem Befunde der Leiche ein Selbmord nicht wahrscheinlich ist. — Am Abend desselben TageS erschoß fich ein Mann in seiner in der Müllerstraße belegenen Wohnung mittelst einer alten Flinte.— Um dieselbe Zeit wurde hinrer der Mühlenstraße die Leiche eines etwa 45 Jahre allen Mannes, nach einem bei derselben vorgefundenen Steuerzettel anscheinend die de? Ar« SJ. er!..®*eP,ftt' in der Spree angeschwemmt und nach dem ObduttionShause geschafft.— Am 20. d. M. früh sprang eine Frau in selbstmörderischer Abficht von der OberbaumSbrücke in We Spree, hielt fich jedoch hilfemfend an einem Pfeiler fest. Sie wurde anS Land geholt, nach der Wache deS 45. Polizei- Reviers gebracht und dort ihrem Ehemann übergeben. Sie gab Krankheit als Veranlassung zum Selbstmordversuch an. Ein herzerschütternde« Unglück hat in der Nacht zum Sonntag eine Familie in Charlottenburg betroffen. Für daS erkranfte einzige Kind im vierten Lebensjahre war, so schreibt die„N. Z.", vom Arzt eine Medizin zum innerlichen Gebrauch und Karbolsäure zur äußerlichen Anwendung verordnet worden. Trotz drullicher und ausführlicher Signatur— die Karbol- säure trug die Bezeichnung„Aeußerlich" und daS Giftzeichen t f t am der Flasche— und trotzdem feilen? deS behandelnden Arztes die Eltern mündlich auf die Gefahr einer Ver- wechsclung der Arzeneien ausdrücklich aufmerksam gemacht waren, beging die Mutter während der Nacht den verhangniß- vollen Jrrthum, dem Kinde einen Löffel Karbolsäure innerlich *—--.---- �«-.¥»■*. f rx-i.---- W-___ w Gerichts-Zeitung. P. Auf dem Charlottenburger Pferdemarkt im Mär, d. I. stellte der Handelsmann Eduard Jastrow ein Pferd zum Verlaus, welches auf einem Auge blind und mit dem schwarzen Staar behaftet, sowie außerdem„stätsch" war.— Jastrow hatte das Pferd, einen braunen preußischen Wallach, kurz vor« her auf dem Spandauer Pferdemartt von einem unbekannten Händler für 240 M. gekauft und nach seiner Behausung ge» führt. Hier erfuhr er von seinem Kutscher August Klappstein, welcher, um die Sehkraft des Thieres zu prüfen, dem Pferde eine Faust vor das erblindete Auge hielt, daß er einen schlechten Kauf gemacht. Deshalb suchte er nun so schnell als möglich einen anderen Abnehmer, den er auf dem Charlotten- burger Pferdemartt alsbald in der Person des HandelSmanneS Jakob Kersten in der That fand. Jastrow hatte seinem Kutscher Klappstein, welcher bei Pferdehändlern früher in Dienst gewtsen und das„Gestüt" kannte, die Erledigung des Kaufgeschäfts überttagm und zwar, indem er dem Klappstein den Wallach für den Preis von 240 M. in Kommisfion gab. Klappstein erzielte von Kersten 265 Mark Verkaufspreis, zahlte 240 Mark an seinen Auftraggeber und strich vergnügt seinen Profit von 25 Mark ein. Hinterher aber folgte der hinkende Bote; denn Kersten denunzirte, nach» dem er daS Kaufsobjett näher in Augenschein genommen und daS Vorhandensein der sogmannten„gesetzlichen" Fehler ge» wahrte, gegm Klappstein und Jastrow wegen Betruges— Dieses Vergehens bezw. der Anstiftung angeklagt, erschienen gestem Klappstein und Jastrow vor den Schranken der Sttaf» kammer des Landgerichts Ii.— Jastrow bestritt— im Gegensatz zu seinen AuSsagm in einem früheren Audienz-Termin— daß er von den Fehlem des PferdeS etwas gewußt, während Klappstein den Sachverhalt wie oben geschildert darstellte. Dem Antrage deS Verthewigers, Rechtsanwalt Wronker, in dem früheren Termin auf Ladung deS Thierarztes Müller vom Garde- Kürasfier> Regimmt als Sachverständigen hatte der Gerichtshof stattgegeben. Im gesttigen Audienz-Termin begut» achtete nun der Sachverständige, daß das au. Pferd seiner äußeren Beschaffenheit nach wohl 600—700 Marl werth sei, wenn es ohne Fehler wäre; mtt diesem aber sei dasselbe immerhin noch mtt 240 Mark nicht zu(heuer bezahlt. Nach Anhörung dieses Gutachtens verzichtete der Staatsanwalt auf Vemehmung weiterer Zeugen und beantragte Freisprechung, denn ein Schaden sei dem Käufer Kersten nicht entstandm, ---— fa— i jr. x air. c___ W. iOberförfterei KönigS-Wusterhausen) lebt schwer verletzt. Ji% ist in Schul, endorf stationirt und wegen seines Pfl'ch elfers r T den»ahlr»}rf,»ri Wilddieben jener Geaend arg gesurchtet. ----— uuuir VUII ovmvv vuiv.» Verein" in Leipzig degründet, der gegenwärtig etwa 230 Mitglieder zählt und durch Einrichtung einer Stellenvermittlung, einer Kranken- und Begräbnißkaffe, einer allgemeinen Unter- stützungskasse und einer Spaikaffc seinen Mitgliedern werthoolle Hilfsmittel zur Sicherung und Hebung ihrer bürgerlichen Stellung darbietet. Im Jahre 1884 unternahm der Verein eine Erhebung bezüglich der Höhe der Gehalte, welche daS Personal der Leipziger Rechtsanwälte bezieht. Wenn auch nur bezüglich 82 Personen auS 22 Rechtsanwalts- Expeditionen Auskunft ertheilt wurde, so find diese Auskünfte doch bezeich« nend für die Lage der fraglichen Personen, so daß wir fie nach dem Jahresberichte des Vereins hier beifügen. Zahl Angestellten in l Monat 21/22 23/24 25 26/27 28/29 30/35 35/40 40/50 über 50 7 10 10 5 9 4 4 10 9 4 1 1 4 2 1 1 Durchschnitts» Einkommen in l Jahres Mark 17 23 32 28 48 65 61 78 75 77 70 115 90 99 82 133 Höchste» Niedrigst. JohreS-Einkommen Mark 200 281 378 340 574 785 735 938 903 920 840 1385 1078 1184 990 1600 Mark 300 375 495 380 780 1080 780 1300 1350 1000 840 1385 1800 1188 990 1600 Mark 72 180 180 248 426 600 600 665 620 840 8*0 1385 774 1180 990 1600 08* Der Export Berlins nach den Bereinigten Sto! ten weist für daS 3. Ouattal dieses Jahres wieder eil« Rückgang auf; besonders werden dadurch die Konfestion vi die feineren Lederfabrikate, wie AldumS, Brieftaschen u. s.> bettoffen. Der Hauptgrund dieses Rückganges liegt natüch * in erster Linie in der Geschäftslostgkeit selbst, die jenseit«* Meeres herrscht, dann aber tritt die amerikanische Konkurr» in oben genannten Attikeln scharf zu Tage, die nebenbei gf? die Berliner Industrie Schutzzölle verlangt. Im Von«! Mo» wurden noch für zirka'/, Millionen Mark Lederwaaien o? Amerika exportirt, während in diesem Jahre nicht mehr,» die Hälfte verschickt worden find, resp. noch verschickt weil» Aus England wird mttgetheilt, daß der Weberstreil» Oldham zu Ende sei. Die Arbeit soll bei einer Lohnheio setzung von 5 pCt. wieder aufgenommen werden und in* Monaten soll eine weitere Redustion von 5 pCt. cintrev falls fich der Geschäftsgang bis dahin nicht gebessert bat' �en kleinei In einer gestern abgehaltenen Massenversammlung der Keft> Umgegend schmiede von Eüd-Staffordshire, die behufS Erzielung e-'f r,1 ätzten Lohnerhöhung bereits seit 5 Wochen streiken, wurde mttaethci! bekannten daß einige der größten Arbeitgeber die verlangte Lohncrhöh�*or«spond von 20 pCt. zugestanden haben. In Folge dessen haben 1* Wthcn, db Mann die Arbeit wieder aufgenommen.»uSgeanese -«aß in den Nachd« Pereine und Nersammlungeu. wZ Die Kommnnalwähler- Bersammluna. welche 1 ,aPn! »aragraphei ' f ür Die Kommunalwähler- Versammlung, welche' ÖP oie p Montag Abmd in Gründels Salon, Echweiinstr. 26, ins Efts% Leitung des Herrn Fahrenwald tagte, wurde polizeilich« gelöst. Herr Heinrich Nöske, der Kandidat der Arbeitl für den 8. Kommunalwahlbezirk, hatte das Referat übernoa In einem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage Referent der Versammlung die Prinzipien der Arbeiterpartei» Es sei Pflicht eines jeden Wählers, einzutreten für die Sacht' Arbeiter, da eS fich nicht um die Personenfrage handle, sonder«/ w 1„ um die Sache der Arbeiter. Der 8. Kommunalwahlbez� 5%% meinte Redner— sei wohl der einzige, in welchem fich 4 mck«„r.' didaten gegenüberstehen. Hieran knüpfte Herr Noeske eine Ii' Kritik der gegnerischen Parteien. Zur Diskusston sor, die Herren Bartsch und Plöß. Letzterer meinte, er sei deiß für den Arbeiterkandidaten, weil dieser am besten die Intel? der Arbeiter vertteten würde, da er selbst Arbeiter sei.? gende Resolution war eingelaufen: Die heute in Grüns« b« Betress «n einrac vom 25. i btt Harnt Salon tagende Kommunalwählerversammlung erklärt fich mit? sführungen deSHerrnNoeSke einverstanden und verspricht,»* Ausführungen deSHerrnNoeSt> Sorge zu tragen, daß derselbe als Stadtverordneter gewählt Herr Noeske inüpfte in seinem Schlußwort an eine eingelw' Frage an und meinte, daß man erst Geld für SanitätSw» v a,,< und dergleichen bewilligen solle, und dann erst für Vergn« Berlin isq, und Kirchenbauten. Erst solle man dafür sorgen, daß"- Körper gesund werde, ehe man für daS Seelenheil J ?tcht ohne Hungen jÄ I Hierauf erklärte der überwachende Polizeibeamte Berlin werden. Eine öffentliche Versammlung der Fabrik- Tag, i™» ter tagte am Sonntag, im|-jj knecht nicht Handarbeiter tagte „Sanssouci" Kottbuserstraße 4a. referirte über das ,,Unfallverficherung?gesetz". abgeordnete Herr L. Löwe, welcher ebenfalls Der Reicht Retz�BloS diesem not eingcladesflgx� war trotz bestimmter Zusage nicht erschienen. Herr Gotf'jocstört nach in längeren Ausführungen auf die einzelnen BesttmaaJLiebknecht ei deS Gesetzes hin und hob die demselben anhastenden �kommen, wi hervor. Er kritistrtt das Verhallen der verschiedenen Fiau�dürfen. Di deS deutschen Reichstages bei der Berathung der Gests«? gewiesenen: löge, welche fich den, von den Arbeitervertretern eingebra« stattet, nur: aerbeffetunflsanlraflen gegenüber durchaus ablehnend veH brieflich odei mm# nicht zum Wort kommen zu können. Zu wiederholten ZZ Dauer der« scheinen eben nicht, selbst wenn„„ Schluß forderte Referent die Anwesenden. KWWZiMMS lution«vurde zur Abstimmung gebracht und einstimmig SwTmmV i Sanssouci. Kottbuserstt. 4», Versammlung der Fabrik- und Handarbeiter Berlins mit den Ausführungen de» Referenten vollständig ein und verspricht mtt»oller Kraft und allen gesevlichen% wtt den Arbeitervertretern dahin zu streben, daß daS M Gesetz derart zu Stande kommt, daß ti < ein gutes und brauchbares bettachsts/f M Arbeitern a zu veranstalten. Diese Sammlung ergab 12 R. 80 � f*M?w3et,ttröl,ftr#nfen* und Sterbe"- Kasse*yi#7| Die U 1. Abrechnung über das 3. Quartal. 2. Soll die.�! MMMM KÄUWHKZ bekannt gemacht________ tat Im verein iur v,» Int li'vilifirter L Der( Haupt; ff »redete Wen unh , Die l W» letzte «w'"» MMMM m um so mehr vorstehende Versammlun ta'tt,„welche untetfi Versammlun redanionell als eine solch«. ckstchtigung der letzen| «VMW verr Sm-too-tltta»a-v-m R. ta«Min. u.«... � � m La Bo les , int »S' schwarze 8 Wohl te Delawa 'flfall. Hierzu en©tat sieder eint nfektion � chm e ffnntultf_ it mehr," Beilage zum Berliner Bolksblatt. Donnerstag, den 22. Oktober 1886. II. Jahrg. tieft werd» Jeberftteif{ Lohnhew und in K 5t. cintiei" Kusullhiiiezkschlichez. y,!.«umv-. Nachdem der Bundesrath wieder seine Pflicht gethan unl efiert bat*®*11 rteinen Belagerungszustand für Berlin, Hamburg und , der SWtfl Umgegend auf ein weiteres Jahr nerlängert bat, find im Laufe fielung ei!< lexien Zeit den von der Maßregel Beti offenen wieder die e mitgetht* bekannten lithographirtcn Formulare zugegangen. Ein lohnerhöhis«omspondent.hatte Gelegenheit, vier derartige Formulare ein- l haben 0 Wihey, die einem aus Hamburg-Altona Harburg und Berlin i Ausgewiesenen zugegangen find. Dabei ist ihm aufgesallen, baß in den Formularen, mit Ausnahme natürlich des Gesekes- Paragraphen, auf welchen die Ausweisung sußt, die Gründe, »eiche für fie angeführt werden, nickt gleich lauten So be- nrelche' ia|en �'e von Berlin und der Regierung in Schleswig er- str. 26, us Offenen Formulare 9-, daß die Ausweisung erfolgte, weil olireilick& v Betreffende eine Person sei,„von welcher eine Gerährdung Arbeiten�% öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist"; die übernomis Regierung in Lüneburg dagegen begnügt fich, dem Betreffen« Z ortrage$«niach, unter Berufung aus dm Ministerialbeschluß riterpartei�- om die Sacht' . 25. v. Ms., den Äufmthalt zu versagen, während ber Hamburger Polizeiherr ihm mittheilt, vre saw daß der e, sondern� �vbt die unterm 28. Oktober 1880 erlassenen HIbezÄ' Dauer eines weiteren Jahres in Kraft zu dercdlossen hat.— Bei der Gelegenheit dürste wa. n fich 4 'e eine Ii fion fl er sei d die I itcr sei. In Grü-., Anordnungen n.rf!? beicklossen hat.— Bei der Gelegenheit dürste es ckt ohne Interesse sein, festzustellen, in wiefern bei den Aus ??,'vvgen die Mitglieder der sofialdemokratischen Reichstags- alt! r?®ttheiligt find. Unseres Wissens haben bisher 9 Mann, Vj.l Iber ein Drittel der Frattion Bekanntschaft mit dem§ 28 �'tobcrgesetzes gemacht. Es find dies: «US& st' ber im Jahre 1878 aus Berlin, im Jahre 1880 Kamburg und 1881 aus Harburg ausgewiesen wurde; S?'el, aus Leipzig ausgewiesen 1882; S!0s, aus Hamburg ausgewiesen 1880; m'e*, aus Hamburg ausgewiesen 1880; «nitätst»» cf e« t, aus Leipzig ausgewiesen 1882; ür Vergn» Berlin° 88t �- r, aus Leipzig ausgewiesen 1882, '.e,PJ. necht, aus Leipzig ausgewiesen 1882, erspricht,-, zewähltvf e eingclail' «nitälsi»� aus len'heil Ig Berlin' 1884?'� Kodiger. i Bestri ifgelöst it abge1 xabrik- der, im Herr >er R< ngeladen wr Görck' Bestim« endm. nm Fmk er Gest eing« mendveu ei stt chm" -m... ilid) w«. irden. aus Leipzig ausgewiesen 1882, aus aus Berlin ausgewiesen 1884- aus Berlin ausgewiesen 1879 und aus � Das Komische an der Sacke ist nun, daß, während Auer, Wh Bios ic. ungestört nach Leipzig kommen und fich dort £agt lang aufhalten können, dies natürlich Bebel oder Lieb« knecht nicht dürfen. Es sei denn, der letztere hat— was bei diesem notorischen Pechvogel ja öfters vorkommt, und auch jetzt wieder der Fall ist— kürzere oder längere Zeit zu fitzen. Dagegen kann Bebel un- lestört nach Berlin und in Gesellschaft seines Freundes Liebknecht ebenso ungestört auch nach der„freien" Hansestadt fornmm, wo Auer und Blos fich wieder nicht sehen lassen dürfen. Die Durchreise durch Leipzig ist dm von dort Aus« ewiesenen: Bebel, Hasmelever und Liebknecht jederzeit ge- lastet, nur müssen fie die Zeit ihres Eintreffens am Bahnhof neflich oder telegraphisch melden. Sie werden dann von inem Polizeibeamten am Bahnhof empfangen und zum Ab- angsbahnhof geleitet. Befindet fich, was wohl öfter vor- ommen mag, ein anderwärts Ausgewiesmer in ihrer Gefell« Aast, so kümmert fich um denselben die Polizei natürlich nicht. In Berlin oder Hamburg wäre aber dieser daS bewachte Ob- jekt, während z. B. Bebel ruhig hinterdrein marschiren könnte. o gefährlich aber die Ausgewiesenm der„Sicherheit oder "-g werben könnten, während der die Gefahr von Seiten der Ab- Perfr-fljtrt % abn« lJSo gefährlich aber tie AuSg ZersaiM»� Ordnung" der Reichshauptstadt trholten� Dauer der Reichstagesesston ist anbete YJ£?°tbneten bekanntlich nicht vorhanden. Während aber nach - Herrn, Schluß ber Session die nicht aus Berlin ausgewiesenen Abge« lie Het"» rfneten in aller Ruhe ihre Koffer packen können, müssen die zusage". �«„�"clever und Kons, innerhalb 48 Stunden nach Schluß das Nack �"Aen, denn nach Ablauf dieser Zeit beginnen fie, a&rnr%%%:% folgen� �«oen. Sri ä äÄÄÄt: r fe Keuilleton. Na» Morms»e»«Lkche». amertkantsch« Erzählung von 'W Sei »alduin Möllhause». „(Fortsetzung.) mit ihnL a�' der Meinung, ihr Genosse kerbe Scherz Wii ihnen JT'rV""er weernung,......— ,-0 ?en �chm'„n �ichüttetm de» ankommende» mit einem gan- to Bataig,?on Schmähungen, und Niemand lauter als �e*eichn„'®e: S« den indianischen, wenig schmeichelhaften fügte, n>el�"fch»och alle die Flüche und rohen Ausdrücke zwilifirter in seinem Verkehr mit der niedrigsten Klasse _ Der 6*!!f"en sich angeeignet hatte. Haupt- sei» Biber schwang setzt sein Kriegsbeil um's "erabredet- q fesährtm aber gewahrten nicht so bald das füßen un.�Aen, so glitten sie auf ihren unbeschuhtm oh r.j. t0at neben den Delaware», und gleichzeitig er» Stellung vermeintliche Utah-Bote au« seiner gebückten lesen tofc. verstummten und blickten verwundert auf f�rndarii/? �'n. Derselbe schien plötzlich für fie etwas 'eÄmm�» ,u besitzen. Ehe aber noch ihr Verdacht eine betaningp®0?n Sewann und fie zu irgend einer Bewegung ÄS M Zeit» -Ick« A en viel de» erklang ein Fluch, wie ein Donner- I�chla"" MM- Dhren, zu welkem sich da« dumpfe Krachm 'lltah, eTz.��che* Rast'« Kutlaß sich tief in des nächsten P« m.l Srub. oor? stille und die beiden Utahs sprangen entsetzt len' i.» v. amen"ber nicht mehr auf ihre Füße zu »er ki* T. f Keulenschläge der MohaveS sie mit tödt- stäubt«» die Schläfen trafen und augenblicklich « SLu"U i'iunfet btvm verzweifelten Sprung den Abhang Haltsbeschränkungen auf Grund des Sozialistengesetzes die bösesten Erfahrungen gemacht hat. Zwar mit den Folgen des Paragraphen 28 hat man ihn äs jetzt verschont, dafür aber ist er wegen„Verbreitung ver- ivlener Schriften" von dem Landgericht in Dresden bestraft und hat dasselbe zugleich die Zulassung der Beschränkung des Aufenthalts(§ 22 des Sozialistengesetzes) gegen ihn ausge- sprochen. Die Folge dieses UrtheilS war nun für Kayser, daß rhm der Ausenthalt in dm Kreishauptmannschastm Dresden und Zwickau versagt wurde, so daß er bei der letzten Wahl weder in seinem früheren Wahlkreis Freiberg, noch in dem von ihm jetzt vertretenen Wahlkreis Reichenbach Auerbach fich sehen lassen durste. Zugleich ist ihm der Äufmthalt in Breslau, seiner Heimath, wie auch in Elberfeld-Barmen und vielen anderen Bezirken des Reiches untersagt. Aus Dresden konnte er nicht ausgewiesen werden, weil er zur Zeit des Unheils bereits länger als sechs Monate dort wohnte, dafür darf er aber das Weichbild der Stadt nicht über- schreiten, ohne fich der Gefahr der Bestrafung auszusetzen. So z. B. ist ihm seitens der Kreishauptmannschast Dresden abge- schlagen worden, den Abgeordneten Bebel in seiner vor dm Thoren Dresdens liegenden Wohnung in Plauen zu besuchen, natürlich steht dagegen Bebel nichts im Wege, Kayser in Dres« den zu besuchen, so oft es ihm beliebt. Das Interessanteste an der AufmthaltSbeschränkung aber ist nun, daß dieselbe eigentlich ohne Ende ist, so lange das Sozialistengesetz existirt. Das Vergehen, wegen dessen Kayser bestraft wurde, kennt im Maximum nur 6 Monate Gefängniß, die Aufenthaltsbeschränkungen gegen ihn, die in Folge dieser Straft ausgesprochen wurden, dauern nun aber bereits Jahre an und verlängern fich mit jeder Erneuerung des Sozialistengesetzes. Kein Paragraph unseres Strafgesetzes kmnt eine ähnliche Bestimmung, wonach Jemand wegen eines ver- hältnißmäßig geringfügigen Vergehens gewissermaßen auf Zeitlebens rn dm Bann gethan wird. Bemerkt mag noch sein, daß es blos eines bezüglichen AkteS des Berliner Polizeipräfidenten bedürfte und Kayser könnte auch nicht nach Berlin, selbst nicht während der Reichstags sesfion kommen. Denn als seinerzeit bei dem bekannten Fall Fritzsche- Hasselmann, welche ausgewiesen warm und wegen ihrer Theil- nähme an den ReichStagsverhandlungm unter Anklage gestellt wurden, der Reichstag beschloß, daß der§ 28 auf Reichstagsabgeordnete während der Sesfion keine Anwendung finden dürfe, da lehnte er den gleichzeitigen Antrag, diese Vergün- stigung auch den nach§ 22 in ihrer Aufenthaltswahl beschränkten Abgeordneten zu Theil werden zu lassen, ausdrück- lich ab. Dr. Marquardsen, einer von jener Professoren. Sippe, die seit ihrer Entstehung Deutschlands Unglück in der Politik ge- wesen ist, entdeckte, daß eS ein Eingriff in die Rechtsprechung wäre, wenn der Reichstag den Reichtboftn unter allen Um- ständen das Recht sicherte, ihr Mandat als Volksverketer aus« zuüben. So hängt es denn bei dem Abgeordneten Kayser thatsächlich von der Gnade der Berliner Polizei ab, ob er die Interessen seiner Wähler im Reichstage wahrnehmen kann oder nicht. Wir leben eben in einer gar zu eigenthümlichen Zeit und eines ihrer sonderbarsten Erzeugnisse ist gewiß das Gesetz vom 21. Oktober 1878. Die überiölkertell WhimiM Mm 1880. Unter dieser Ueberschrift bringt die„Zeitschrift deS kgl. pr. stat. Bureaus(L. ll, III. Heft 1885, S. XVII, XVIII) eine äußerst interessante Notiz auf Grund der Mittheilungen deS Dr. Stephan Eedladczek, welcher die Ergebnisse der Volkszäh- lung in Wim offiziell bearbeitet hat. Vorausgeschickt sei, daß in Wien eine Behausungsziffer von 4 Personen pro Wohnraum alS Kmnzeichen der Uebervölkerung angesehen wird, während in anderen Städten, z. B. in Berlin, eine Wohnung bereits dann als übervölkert gilt, wenn auf je einen Wohnraum mehr als zwei Personen kommen. Es waren nur von den Ende 1880 in Wien ausschließlich Der«chlangen-Zndianer, gehetzt von Todesangst und mehr ge- wohnt, auf scharfem, felsigem Bodm zu wandern, entschlüpfte ihnen, wohin sie sich auch immer wmdm mochten, und nach- dem sie ihm eine Weile auf dem abschüsfigm, mit Hm- bemissen mancher Art bedeckten und in Nacht ge- büllten Abhänge nachgesetzt, war er plötzlich spurlos ver- schwundm. Der Biber rief mdlich Alle zurück; er sah ein, daß jetzt keine Zeit mehr zu verlieren sei. La Bataille war viel- leicht schon auf dem Wege nach dem andern Lager hin, und ___ t* 1—.. � � 44 A es 4 t lUy*| MP Witt»»— jj»• y**V vor Ablauf von zwei Stundm hattm fie dann die ganze Bande auf den Fersm. Ehe sie indessm an'« Werk gingen, dm noch in der Höhle eingeschlossenen Gefährten hilfreiche Hand zu leistm, begabm fie fich noch einmal nach dem er- löschmdm Feuer. Die drei Indianer, welche daselbst lagm, waren tobt. De« Bootsmanns Kutlaß hatte dem einen Utah, der fich bei dem Angriff zwischen ihm und dem verhaßten Schlangm-Indianer befand, dm Schädel bis fast auf die Zähne gespaltm, wogegm die anderm beiden durchaus gar keine Spurm einer blutigen Verwundung an sich trugen. AI« sie aber nach dm Büchsen derselben suchtm, fanden sie deren nur drei, ein sichere» Zeichm, daß es La Bataille gelungen war, die seinige mit fortzunehmm. Der Schwarze Biber sprach noch seinen Unmuth darüber au», da knallte von dem höher aelegenm AbHange ein Schuß nieder; die Kugel flog mit pfeifmdem Ton über sie fort, und ehe noch der Schall sich an dm mtfernten Plateaus mit donnerndem Geräusch zu brechm begonnen hatte, stieß La Bataille ein so durchdringendes, gellendes Geheul aus, daß da« Echo dadurch förmlich übertäubt wurde._ „Der Hund," grollte der Schwarze Biber,„er wird die ganze Bande hierher lockm, noch ehe wir un« eine Meile weit entfernt haben." Niemand antwortete. Als aber das Gellen verstummte, schallte von Südm her, leise, aber deutlich zu unterscheiden, das Heulm der dort versammelten Utah«. Dieselben woll- len offenbar ihre bedrängten Kameraden bmachrichtigen, daß sie sich rüsteten, zu ihrem Beistande herbeizueilen. der Passagierzimmer gezählten 141 325 bewohnten Wohnungen 4597---- 3.25 pEt. übervölkert, d. h. solche, in denen auf je einen Wohnraum einschließlich der Küchen und Vorzimmer durchschnittlich 4 oder mehr Personm kommen. Mit Recht hebt die„Zeitschrift des kal. pr. st. B." hervor:„Bei Beurtheilung der Frage, ob eine Wohnung übervölkert sei, sprechen die verschiedensten Verhältnisse mit, so die Größe der einzel- nen W ohnräume, deren Zugängigkeit für Licht und f r i sch e Luft u. s. w." Freilich find gerade diese hygienischen Gestchtspunkte mit die wichtigsten zur klarm Beurtheilung der Wohnungsstage. Wie kläglich und wie be- zeichnend für die Regierungsftdistik ist es deshalb, wenn es in unserer Quelle weiter heißt:„Da jedoch die Erhebung und Feststellung derarttger Einzelheiten schwierig auszuführen und sehr zeitraubend sem würde, so beschränkt man fich in der Regel darauf, alS Maßstab der Beurtheilung lediglich daS Verhältniß der Anzahl der Personen zur Anzahl der von ihnen bewohnten Räumlichkeiten anzunehmen." Also vor den etwaigen Schwierigkeiten bei der Aufnahme dieser Thatsachen schrecken die Herrm Amtsstatistiker zurück. Wie kann aber eine authentische Darstellung der Lebensver- hältniffe des Volkes geschaffen werden, wenn die aus dem Säckel des Volks bezahlten amtlichen Institute diejenigen Auf- gaben nicht erfüllen, die ihnen am nächsten liegen sollten. Freilich, Militärstatistik, Tabellen über Banken und andere Profitgesellschasten find— interessanter. Ist daS Vogelstrauß- politik, d. h. will man nicht sehen, oder aber will man nicht sehen lassen? Die nackte, offene Darstellung des Sachverhaltes, die ungeschminkte Offenheit» die alles sagt und nichts ver- schweigt, fie ist so nochwendig, um das Volk über seine Lage aufzuklären und den Ruf nach gründlichen Reformen zu einem allgemeinen, zu einem gebieterischen, zu einem erfolgreichen zu machen. Aber bis jetzt wird blos ein wenig der Schleier zurück- gezogen. Fürchtet man, daß die ganze Wahrheit auf das Volk so wirst, wie das enthüllte Bildniß auf den Jüngling von Sais. Darauf könnte man, meinen wir, eS ankommen lassen. Bekachten wir unS nun die Ziffern, deren Mangechastig. keit wir wohl zur Genüge beleuchtet haben. Trotz der Nicht- beachtung der wichtigsten Faktoren in der Wohnungsfrage find sie belehrend genug. Es unterschieden fich nach dem Berufe der Bewohner die übervölkerten Wohnungm wie folgt. Es fielen auf Gewerbe und Industrie.. 2 198 Wohnungen „ Dienstleistungen..... 1430„ „ Handel........ 405„ „ Verkehr........ 367 „ Urproduktion...... 31„ „ HauSbefitzer und Rentiers. 7„ „ Personen ohne bestimmte Be- schästigung...... III zusammen 4 549 Wohnungen*) In der erstgenanten Gruppe find die Maurer-, Schlosser-, Tischler-, Schuhmacher. Schneider-, Schmiede- und Zimmer- gesellen mit bezw. 237, 118, 176, 105, 94, 68 und 63, die Schuhmacher- und Schneidermeister mit 192 bezw. 64, in der Gruppe„Dienstleistungen" die Tagelöhner, HauS- besorger, Handarbeiterinnen und Diener aller Art mit bezw. 626, 281, 137 und 108, in der Gruppe„Handel" die Hau sirer und Grün zeug Händler mit bezw- 81 49, sowie in der Gruppe„Verkehr" die Kutscher und Bahnbediensteten mit 120 bezw- 113 am stärksten vertreten- Treffend heißt eS in der„Ztschr.":„Die übervöl» kertenWohnungen beherbergen demgemäß— wie überall, so auch in Wien— vorzugsweise die sogenannten kleinen Leute und die arbei. t e n d e n Klassen." Wir bescheinigen mit Vergnügen dies Zugeständniß einer amtlichen Autorität königlich preußischer Provenienz. Weitaus die meisten dieser Wohnungsinhaber, 77,58 pEt., ♦) Die übrigen 48 übervölkerten Wohnungen find hierbei deshalb außer Betracht gelassen werden, weil 46 vom Wohnungsinhaber selbst nicht bewohnt und 2 von Militärpersonen gemtethet waren. Die Lage der Flüchtlinge drohte jetzt bedrängter zu werden, als sie während der ganzen Zeit, seit sie das Utah- Gebiet verlassen hatten, gewesen. Denn außerdem, daß sich eine ihnen an Zahl dreifach überlegene Macht zu ihrer Ver- folgung auf den Weg begab, befand sich auch zwischen diesen und ihnen selbst ein listiger Späher, dessen Aufmerksamkeit zu täuschen ihnen auf alle Fälle schwer, vielleicht sogar un- möglich wurde. Er konnte ihnen, ohne Gefahr für sich selbst, überall hin nachschleichen, wogegen sie nicht einmal so viel Zeit übrig behielten, auszukundschaften, nach welcher Richtung hin sie ihm unbemerkt auszuweichen im Stande gewesen wären. Waren aber die auf dem Südende de« Felsenthor« befindlichen Utahs wirklich aufgebrochen, was sich nach den jüngsten Ereignissen kaum noch be- zweifeln ließ, so durften sie mit Bestimmtheit darauf rech- nen, daß dieselben noch vor Ablauf einer Stunde den Um- weg von dem südlichen nach dem nördlichen Ende zurückgelegt haben würden. Führte nur ein einziger Weg von ihrer jetzigen Zu- fluchtsstelle nach der ersehnten zugänglichen Schlucht, so waren sie außerdem der Gefahr ausgesetzt, ihren Feinden auf dem schmalen Felsenpfade zu begegnen, auf welchem ein AuSbiegen sogar noch am hellen Tage seine Schwierigkeiten hatte. Alles diese« erwog der Schwarze Biber etwa eine Minute lang, und nach kurzer Berathung mit John beeilte er sich, Kairuk und Raft beim Hinaufschaffen der in der Höhle befindlichen Gefährten und aller Sachen behilflich zu sein, während John in der Richtung davonschlich, aus welcher La Bataille'« Ruf zu ihnen gedrungen war.— Da Weatherton, Falk und die übrigen drei Mohaves bereits alle Vorbereitungen getroffen hatten, so wurde ihr Ersteigen der Felswand mit nur geringem Zeitverlust be- werkstelligt. Die durch die Spalte in's Freie hinausge- reichten Waffen und Kleidungsstücke wanderten schnell von Hand zu Hand, und als dann endlich die letzte Decke sich oben befand, folgten die Männer fast eben so schnell nach. Kaum eine Viertelstunde nach dem Angriff auf die ausgestellte Utah- Wache ordneten sich also die Flüchtlinge waren verheirathet, hatten also wahrscheinlich auch Kinder, 13,01 vCt. waren oerwittwet, 1,47 pCt. geschieden. Nur 7,94 pCt. waren ledige Leute. Der Kinder„Eegen" in diesen Behausungen der Armuth wird zum Fluch. Unsere Quelle sagt»um Schluß:„Die Hauptursache für die Ueberoölkerung der Wohnungen ist in der häufig vorkommenden Aufnahmt nicht nur der beim Arbeitgeber wohnen- den Gehilfen, sondern namentlich auch von Aftermiethern und Schlafleuten zu suchen, wozu die Wohnungsinhaber umsomehr gedrängt werden, je schwieriger «s ihnen wird, die W oh nungs m i et h e und überhaupt den Lebensunterhalt zu er- f ch w i n g e n. In dieser Beziehung kann gerade die Häufig- leit des Vorkommens von übervölkerten Wohnungen als Grad- mesier der Wohlhabenheit der Bewohner gelten." Wenn dies von dem preußischen Regierungsstatistiker zuge- standen wird, dann können die Offiziösen doch nicht länger fich sträuben. Es existirt die Wohnungsfrage, fie ist ein integnrender Bestandtheil der sozialen Frage. Wer es ehrlich meint mit dem Volk, der muß für die Hebung seiner wirthschaftlichen Lage, der muß für soziale Reform auf volksthümlicher BafiS kämpfen. Das lehrt uns, ein Beispiel neben vielen, auch die Wiener Wohnungsnoth. Kommunales. w. Die Brutto- Einnahme« der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn-Akliem Gesellschaft aus dem Personen-Verkehr haben sür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Eevtember v. I. € 999 286 M- betragen und werden im letzten Vierteljahr vor- ausfichtlich noch 2 270 000 M. eingenommen weiden, so daß die Jahreseinnahme fich auf etwa 9 269 286 M- belaufen wird. Hiervon bat die Gesellschaft pro 1885 eine Abgabe von 7 pCt., also 648 850 M. an die Stadtgemeinde zu zahlen. w. Die Brutto-Einnahme aus dem Personalveikehr der Berliner Pferde- Eisenbahn-Gesellschaft, Kommandit-Gesellschast auf Aktien, I. Lestmann u. Komp., hat für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. September d. I. 332 207,28 M. betragen und rechnet die Gesellschaft noch auf eine solche von 83 000 M. für die Zeit vom I.Oktober bis 31. Dezember d.J., also auf eine Gesammtjahreseinnabme von ca. 415 207 M. Es find hiervon 16 608.28 M. pro 1885 als Abgaben an die Stadt- gemeinde zu zahlen. Lokales. Derjenige Theil des großen Exerzierplatzes bei Tempelhof, welcher unterhalb des Kceuzberges nach Schöneberg xLCWIfCty VI, WVIU�V*. a r* crr\ 71 w n zu liegt, im Osten von dem Denkmal, mr�Westen� von den zu llCHl, im VVII VVII» VM» MV.» vv.» «hemals Barez'schen Sandgruben, im Süden und Norden aber von der Kreuzbcrg- und Kolonnenstraße begrenzt wird. ist jetzt der Benutzung des Publikums entzogen. Derselbe ist an der Kreuzbergstraße und an den Barez'schen Sandgruben entlang mit einem 6 Fuß hohen Zaun von Drahtgeflecht ein- gefaßt worden. In diesem Zaun findet fich auch nicht einmal eine Thüröffnung, so daß auch daS Militär nur von der Kolonnenstraße aus auf den Platz gelangen kann. Der erste diesjährige Frost stellte fich in der vorletzten Nacht ganz unerwartet ein. Das Thermometer zeigte um 6 Uhr Morgens 2 Grad unter Null, alle Felder, Bäume und Sträucher waren mit Reif bedeckt. Das Arbeiterwahlkomttee hielt bisher seine polizeilich angemeldeten und beauffichtigten Versammlungen in dem Lokal von Jacobi in der Landsdergerstraße ab. Dem Wirth ist jetzt, wie uns von durchaus glaubwürdiger Seite mitgethcilt wird, die Konzesfion des Bierausschanks vis 1 Uhr entzogen und nur noch bis 11 Uhr bewilligt worden. Wir können kaum annehmen, daß diese Maßregel mit der Zulaffung des oben erwähnten Komitees in das Lokal im Zusammenhang steht. w. Die Kavalier-Brücke, deren Abbruch jetzt erfolgt, war ursprünglich keine öffentliche Brücke, sondern bei ihrer Bebauung durch den großen Kurfürsten ausichließlich für die Paffage der Echloßbewohner und der mit dem Hofe in Be- ziehung stehenden höheren Kreise bestimmt. Darauf deutet so- wohl der Name„Kavalierbrücke", wie ihre dama- lige Lage, die nicht dieselbe war, wie die heutige. Während find jetzt von dem Lustgarten aus nach der kleinen Burgstraße führt, vermittelte fie bei ihrer ersten An- läge die Verbindung eineS Durchganges zwischen Schloß- avotheke und Schloß mit einem andern, der von dem Grundstücke Burgstraße 17, damals Bohmshoff genannt, nach dem Hause Heiligegeiststraße 14 führte. Nur als Laufbrücke für den Fußgänger- Verkehr, in leichter Holzkonstruttion erbaut, brach fte am 1. September 1709, als fich bei einem Feuerwerk auf der Spree eine übergroße Anzahl von Zuschauern auf ihr aufge- stellt hatten, zusammen, bei welcher Gelegenheit 18 Personen ihren Tod in der Spree fanden. Ueber„diesen traurigen Kasus", der an das ähnliche Unglück an der Echloßbrücke im Jahre 1823 erinnert, berichtet ein alter Chronist folgendes. nach alter Weise in einen langen Zug, nur daß dieses Mal dec des Weges kundige Mohave- Häuptling sich anstatt des Schwarzen Bibers an die Spitze stellte und diesem den zweiten Platz überließ, während Rast, der sich des Schwarzen Bibers Vertrauen im höchsten Grade erworben hatte, den Auftrag erhielt, mit seiner furchtbaren Handwaffe den Zug zu beschließen. Langsam und in tiefstem Schweigen bewegten sie sich sodann den Abhang hinauf. Zhr Weg war schroff und uneben, allein der Mohave- Häuptling mußte denselben schon zu wiederholten Malen zurückgelegt haben, den« in vielfache» Schlangenwindungen führte er sie beständig auf verhältnißmäßig gangbarem Bode». An den schwarzen Schatten aber, welche bald auf der einen, bald auf der an- der» Seite von ihnen, ähnlich einer zerstreute» Viehheerde, auftauchten, erkannten sie, daß der ganze Abhang mit schwe- ren Geröllblöcken bedeckt war, so daß eS für einen weniger kundigen Wanderer selbst am Tage nicht leicht gewesen wäre, ohne zeitweise gehemmt zu werden, sich zwischen denselben hindurch,»finde«._. Ihre Hauptrrchtung von Osten nach Westen ber- behaltend, gelangten fie bald auf den höchsten Punkt des nördlichen niedrigeren Theil» des zerbröckelnden Plateaus. Sobald sie dann aber wieder abwärts zu steigen begannen, wuiden Kairuk'» Bewegungen noch vorsich- tiger und behutsamer, indem fie sich allmälig dem schwer zu unterscheidenden Felsenrande näherten, auf welchem sie, an einem gegen zweihundert Fuß tiefen Abgrunde hinschrettend, in südlicher Richtung einen Seitenpfad m die Schlucht noch vor Ankunft der Utah-Bande zu gewinnen �AIS sie endlich den Felsenrand erreichten, wo ihnen, wen» sie sich erst auf demselben befanden, weder nach der einen, noch nach der andern Seite hin Raum genug blieb, einen Begegnenden ohne die größten Vorsichtsmaßregeln vor- beischlüpfen zu lasien, hielten sie eine Weile an, um au irgend welche Bewegungen ihrer Feinde oder de» vorauSge- «iltea Zohn zu lauschen.— (Fortsetzung folgt.) Als der russische Gesandte von der Lith, welcher in dem söge- nannten Herrenhause(Burgsttaße 24) wohnte, wegen des Sieges von Puldawa ein prächtiges Fest veranstaltete und dabei seinen Palast mit allerband finnreichen In- ventionen und Siegeszeichen vortrefflich illuminirte. lockte dies viel Zuschauer herbei. Eine große Menge Menschen postirte fich auf der Kavalier- Brücke um das Feuerwerk auf dem Wasser— die Pasfirung der Schweden über den Dnieper darstellend— anzusehen, allein die Zugbrücke zerbrach und ielen über 40 Personen in die Spree, so daß man später 18 Leichen herausgezogen hat. Die übrigen find zwar noch lebend herausgezogen, doch find die meisten davon bald nach- »er gestorben. Wiederhergestellt bestand die Brücke noch bis 1773, in welchem Jahre die neugebaute massive Friedrichtbrücke dem Verkehr übergeben wurde und die Kavalierbrücke als baufällig und überflüssig abgebrochen werden konnte. Erst 1831 wurde sie weiter stromabwärts an der jetzigen Stelle durch eine Aktiengesellschaft wieder er- baut und im Mai 1832 dem Publikum gegen Erlegung von Pfennigen Brückenzoll für die jedesmalige Benutzung er- öffnet. Obwohl die Aklicngesellsckaft, an deren Spitze der Bau- Unternehmer Jannowitz, von dem bekannttich die Jannowitz- drücke ihren Namen hat, stand, ziemlich gute Geschäfte machte, so trat sie doch ihre auf 40 Jahre laufende Konzesfion 1846 an den FiskuS ab, welcher das Brückengeld noch 27 Jahre lang zum Besten des Dombaufonds erheben ließ, bis er endlich am 1. Januar 1873 nach vielfachen Beschwerden der Gemeinde- Behörden in die Aufhebung des Brückenzolles willigte. Die Verhaftung eineS bekannten in der B.� Straße wohnenden„Geldmanncs", welcher auch in dem auf Anregung eines hochgestellten Beamten eingeleiteten Wucherprozeß verwickelt sein soll, erregt Aufsehen. Die Verhaftung soll aui die Anzeige der Verwandten eineS seiner Opfer hm, welches fich noch in sehr jugendlichem Alter befindet, erfolgt sein. Die Wucherer bilden hier bekanntlich einen förmlichen Ring, plündern ihre Opfer in erbarmungslosester Weise aus und fragen nicht dar- nach, ob sie das gehetzte Wild selbst in den Tod treiben. ar. Ein HauSwirth, der eine halsbrecherische Hintertreppe unbeleuchtet gelassen hatte, war denunzirt und in eine Polizei- strafe genommen worden. Da er die übrigens unbegründete Vermuthung hatte, daß die Anzeige von einem seiner Miether in der 3. oder 4. Etage ausgegangen sei, so untersagte er ihnen neuerdings, möbiirte Zimmer, wie fie es bisher gethan, zu vermiethen. Für die nicht sehr, bemittelten Leute ist das ein empfindlicher Verlust, um so mehr, als fie noch für einige Zeit an den Miethsoertrag gebunden find. Der Reporter Alwin Böhme wurde gestern Nachmit- tag, wie eine hiesige Korrespondenz meldet, von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet. Seine Festnahme er- folgte auf Grund einer telegraphischen Requifitron des Defsauer Gerichts, das feine Sistrrung wegen Abbüßung einer Haftstraf« forderte. Böhme wurde durch einen Transporteur sofort nach Dessau abgeführt. Später wird er fich auch noch wegen BannbruchS hier zu verantworten haben. g. Berlin hat in einem Jahre mehr Zwillings- und Drillingsgeburten aufzuweisen, als man allgemein annimmt. Die Zahl der Zwillingsäeburten im vergangenen Jahre betrug 547, Drillingsgeburten kamen im ganzen 5 vor. Von den im vorigen Jahre in Berlin geborenen 46400 Kindern wurden die meisten und zwar 6931 im Etralauer Viertel geboren; es folgen alsdann: die Louisenstadt(jenseits) mit 6407, die Rosenthaler Vorstadt mit 6022, die Oranienburger Vorstadt mit 4114, die Friedrich- und Tcmpelhofer Vorstadt mit 3890, die Louisenstadt(diesseitSI mit 3593, der Weddtng mit 3326, das Königsviertel mit 2711, das Spandauer Viertel mit 2236, die Friedrichs- und Schöneberger Vorstadt mit 2128, die Friedrich-Wilhelmstadt(Moabit) mit 2127, die Friedrichstadt mit 1474, und die Altstadt mit 1441 Kindern. Unter den im vorigen Jahre geborenen 46 400 Kindern defanden fich 3310 außerehelich geborene. AlS eine Art„Ritter Blaubart" betrachtet man in der Gegend des Alexanderplatzes einen biederen Bäckermeister, der das Malheur besitzt, be:eits 4 Frauen durch den Tod verloren zu haben und jetzt noch den beneidenswerthcn Muth findet, eine fünfte Ehe einzugehen. Allerdings muß zur Ehre für diesen„modernen Blaubart" bemerkt werden, daß er weder selbst seine verflossenen„Ehehälften" nach Art jenes mittelal- terlichen Ritters hinschlachtete, noch irgendwie die mittel- oder unmittelbare Veranlassung dazu bot; rm Gegentheil— so erzählt man fich— habe er mit seinen„Frauen", deren jede ihm ein nicht unbeträchtliches Vermögen mit in die Ehe gebracht hat, außerordentlich zufrieden und glücklich gelebt. Auffällig und seltsam erscheint nur sein Mißgeschick, daß ihm die Todesnachricht aller seiner Frauen auf Reisen traf und daß er fich über den Verlust der Einen stets sehr schnell durch eine eheliche Verbindung mit einer Andern zu trösten wußte. Jeder dieser Ehen find Kinder entsprossen, so- daß bis jetzt viererlei Geschwister vorhanden find. Jndeß steht bei der Rüstigkeit des Mannes— er zählt erst 55 Jahre— ein Familienzuwachs von noch einer fünften Linie zu erwarten. Fama, dieses ebenso klatschsüchtige wie abergläubische Weib, Kerlmu Throler. Belle-Allianee-Theater. R. C. Ein Stück wirklichen Lebens voll frischer, wahrer Figuren war e«, womit die Direktto« des Belle- Alliance« Theaters uns vorgestern Abend überrascht hatte. Zn Berlin bedeutet da» heute etwas, denn man kann nicht genug da- für dankbar sein, wenn man einmal statt abgestandener Phrasen, abgedroschener Kalauer und unmöglicher Situa- tionen auch einmal etwas zu sehe» und zu hören bekommt, was den Begebenheiten des wirkliche» Lebens entspricht und nicht nur auf den bloßen Effekt hinzielt. „Lug und Trug" heißt da» Lustspiel, welche» G. v. Moser nach dem Russischen des Alexandrow dem deut- schen Publikum zugänglich gemacht hat. Es muß dem Be- arbeiter zur Ehre nachgesagt werden, daß er e» sehr wohl verstanden hat, die typischen russischen Figuren, die sich im Allgemeine« bei un» keiner besonderen Sympathie erfreuen, so zu formuliren, daß man denselben auch bei uns zu be- gegnen vermeint. Ebenso ist der Dialog ein durchaus ge- wählter; Herr v. Moser hat et mit glücklicher Hand ver- mieden, RuIsiziSmen in der Sprache anzuwenden. Nicht« klingt dem Deutschen unnatürlicher, als die russische Aus- drucksweise:„Väterchen, Mütterchen" u. s. w.; sie entspricht dem deutschen Sprachgebrauch durchaus nicht, dennoch glau be» viele Uebersetzer, gerade derarttge Floskeln in den deutsche« Text mit hinein weben zu müsse«, um das spe- zifisch russische Zuchten-Aroma nicht verfliegen zu lassen Das Lustspiel zeigt uns eine ganze Reihe origineller Figuren und nebenbei ein kleines Stückchen russischer Sitten- geschichte. Z« Bezug auf den letzten Punkt hätten wir e« gerne gesehen, wenn sich der Bearbeiter etwas weniger skia- v'sch an sein Original gehalten hätte, das Stück bot mehr- fach Gelegenhett, hier in geschickter Weise mit eigenen Er- findungen hervorzutteten, zumal der Dreiakter trotz der über- aus länglichen Pausen doch nicht im Stande ist, den ganzen Abeno zu füllen.—— Es ist bekannt, daß Familienfeindschaften die gehässigsten sind, we.che wohl überhaupt vorkommen. Stets bedarf es eines ganz besonderen Anlasses, um die feindlichen Mttglieder kann fich diese auffällige„Frauen- Sterblichkeit natürlich � lelbe Zeit anverS erklären, als davurch, daß der Mann eine sogen-» von Krän „weiße Leber" habe, welche den Tod der dedauernsam»**r Chart Geschöpfe herbeiführt. Soviel zur„Schauer-Romantik"> Wege dm Berlin 0, jener Gegend, in der fich künftig das Lesfing-!» Zesivafft. mal etheben soll. Jahre Seid gerüstet zur Wahl! Unter diesem Titel-x fcl™ rn nnn einpr fpinnefUinplprt Tinm# ai- ' Jan" Thätigkeit gestern von einer femgettnoelen Dame folgendes G-dichi die Verkäuferinnen aus dem Markt in der Josephstraße> �9»", Lobet den Kanzler der alles so herrlich regieret, nahm" Deutschland zum Glänze und ruhmvoller Größe geführet, Füist von Bismarck Jsi wie St. Michael stark. Lobet den Kanzler auf ewig. Lobet den Fürsten, dem Freunde und Feinde fich beuge», sicherunc Der auch dem Fortschritt und Bebel lehrt schweigen, Fürst von Bismarck Ist wie St. Georg so stark, Der einst den Drachen bezwungen. Ob Demokraten auch reichsfeindlich toben, Fürst von Bismarck hält gar ruhig die Blicke nach oben Zum ewigen Gott; Er fürchtet nicht Buben noch Tod. Gloria dem Kanzler auf ewig! Od Demokraten fich zischend wie Ottern auch winden,. er den Em Fürst von Bismarck wird den Reichsfeind wohl mänifl und Eterl biitb» Angaben Habet nur Acht,( 1884 von Er wird zu Falle gebracht. V-rhandlv Freu' Dich lieb' Deutschland auf ewig! �chuhmaö Drum' wer als Deutscher fich ritterlich stolz hier bekennt,"2 Wer noch nach Christus fich muthig und glaubenstteu t* C(1 W iÄÄ1 6% Wie sich's dem Edlen geziemt! h.z elfet dem Fürsten von Bismarck die Buben zerschmeflel» beshalh a >ie fich erdreisten dem Thron und dem Kreuze zu zrterti Schützet den Thron, Laufet nicht feige davon, Zeigt Euch als Ritter vom Kreuze! - vor der f antworten %% fieueramt "m Ehefr - Seklagte n ! hiner vers «L ihm be, Ja, in dem Kreuze seid brüderlich treu nun vereinet, Wenn Ihr zur Urne des bravsten der Kaiser erscheinet. Ihr geht zum Sieg, Hrilig und schön ist der Krieg, Für Thron und für Tugend, und Glaube»' u» «choren. Ä5 «W Windet dem Fürsten v. Bismarck nun Rosen der heilige»� ÄM Ber Spendet mit feurigen Zungen dem Reichsfeinde wuchtige»»Iftand Zeigs ihm die Thür.%Wch, Brüder, glaube! es mir, j%% in Golden erblüh'n dann die Zelten! A*, ar. Der Bahnhof Alexanderplatz scheint vorzW«-?ierche für selbstmörderische Zwecke gewählt zu werdm. J>? SämÄrlh d. I. nahm sich dort in der ehemaligen Schlofferwerkst-� zimm� n� jetzt die Maschine zur Herstellung deS- elektrischen Liebt? Der m.* befindet, der Schlosser Thicß das Leben, indem er GuC vorbekkatt Pulsadern sich zerschnitt. Kurz vorher hatten fich 2 Derselbe o darunter ein stellenloser Apotheker, in den reservirten aber die räumen vergiftet. Hierzu kommt endlich der neuere»- fl�dig, e Mordversuch des Knaben, der fich vor die daherbrausen-»\ Aussagen schine stürzte. Schon bei der Herstellung des Bahnhofs Er wird h ein eigener Unstem über demselben. So verunglückte». 0etn Zucht Arbeiter bei der Aufstellung des mittleren Bogens-« Die stürzt« ein Maler jjsn dem Gerüste. Weiter wurde a» dm Gerich Bahnhofe einem Streckenarbeiter von der Maschine den Arm abgenssen. Endlich wurde im letzten SoMM« s Gebert ( r*M*v am.»»» L L____ v__ i w f.ti nffl U' 0' schwer heimgesucht worden; während er im Kranken� befand, starb ihm ein Kind und nicht lange daraus Uebei btllets, n beiechtigtei tragbar, der Rev °bg Bremen n Er selbst leidet noch immer an den Folgen seiner Berle� und ist erwerbsunfähig geworden. Dazu soll f, mit seinen Ansprüchen an den Eisenbahnfiiku» wiesen sein., Die Direktion de» Deutschen Theaters W M schloffen, aus Rucksicht für das am nächsten MontaS. findende Fest des Schriftstellertages, die erste WßM Wildrandt'schen Trauerspiels„Gracchus, der Volkstri»� worden einen Tag zu verschieben. Dasselbe wird demnach am%trafteria den 27. Oktober, in Szene gehen.-z in e Polizeibericht. Am 20. d. Mts., MorgcnS. � wünde. in Madchen, als es vor dem Hause Köpnickerstraße Nr- Mte... einen Möbelwagen steigen wollte, von diesem herab»»j dabei einen Bruch des linken Handgelenks.— An Tage, Nachmittags, wurde eine Frau in der Wohra Schwester, am Michaelkirchplay, erhängt vorgefunvc� Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. DT- s§ einer Familie sich wieder näher zu bringen, und d» Haß und Zwiettacht auch nur immer für einige 9% vergessen. So auch hier. Ein Verwandter, der#5 steht, ein ungeheures Vermögen hinterlassen zu Wj plötzlich gestorben, und die muthmaßlichen Erbe« v Brüder, eine Schwägerin und ein Nesse— eile». bekannten trübseligen und niedergeschlagenen Gesiv'Sj bei, Zeder mit der festen Absicht im Herzen, auch nicht einen Pfifferling von dem unoemuchrt J thum zukommen zu lasse»..Jk Dieser Gegenstand ist, wie man zugebe« aanz neu, im Gegentheil, die Lustspieldichter habe« Lessing'S Zeiten her mit ganz besonderer Vorl'«� � E« tst fernerhin für den Apparat eines LusifP�V auf einer solchen Boraussetzun« aufgebaut if% J nothwenbig, daß bei der Revision der Hi«�,* de« Verstorbenen irgend ein Umstand oder«f? auftaucht, von deren Existenz man vorher kei«� hatte, und diese verursachen dann, daß die ga«� ,o eitel Dunst und Nebel zerrinnt. Etwa« Ä»� auch das vorliegende Stück nicht, indessen mach' eme rühmliche Ausnahme, als Charaktere u«d mit unwiderstehlicher Komik und feiner Persifl-S«, geben find. K r, dem o lkruppigen Eine benutz dw erste( «üft »w Ttoldj teitt |l U-ch» fc-6 KUmtgfett von 50%) Rubeln über.ümpelt w'rd. 7�. ?•»» :---'i"-"» xumiuieroiiicy, oer g«'"-> gekommen ist, bildet die komischste Figur des Sw � Und Frau tm verbauerter Gutsbesitzer, ein buchen„däml'5 � Gramm et i te tür cTiT �bildet. Auch diele verbinden' sagen, d. n schließlich ganz gehörig reinfällt. Er i& wenig zu Man.«»ad, jeder Idee, gleichviel, ob si- r emem Anderen kommt, bis zum Uebelwerde« u 1 •.atötlfä* Wb« ätit wurde der Handelsmann Heim in der Friedrichstraße ne sogenl»»on Krämpfen befallen und sollte, da er sich nicht erholte, nach luernSwnt»er t�hantee gebracht werden, verstarb jedoch schon auf dem omanttf*1 dorthin. Die Leiche wurde nach dem ObduktionShause Lesfing'!» Mchafit.— Einige Zeit später wurde ein unbekannter, etwa wahre alter, anscheinend dem Arbeiter stände angehöriger Titel t# iran" rn der Königgrätzerftraße in Krämpfen an der Erde Gedicht vorgefunden und nach der Charitee gebracht.— In der mbstraße'.'u,m � d. Mts. fand in der Buchdruckerei von Lustig Levin, Seqdelstraße Nr. 29, ein Brand statt, welcher die eLdatigkert der Feuerwehr auf etwa eine Stunde in Anspruch „fiw_ Gerichts-Iritnng. i..,,«.«a. Abgabe einer falschen eidet stattlichen Ver- i beuge», stcherung hatte fich der Arbeiter Wilhelm Gottlieb Zehdner sen., vor der dritten Straslammer hiestgen Landgerichts i zu ver« antworten. Am 8. Juli 1883 verstarb die Ebefrau des Ange- vjßlen, welche bei 2 Sterbekaffen mit 150 Mark und mit 80 l iiiatl eingekauft war. Der Angeklagte wurde vom Erhschafts- neueramt aufgefordert, ein Nachlaßverzeichniß seiner verstorbe- ch obe»'„JJ Ehefrau einzureichen. Dieser Aufforderung kam der An- bttlagte nach, bezeichnete nur sehr wenige Gegenstände als von Mner verstorbenen Ehefrau hinterlassen und gab nur die Ber- ' � ungssumme von 150 Mark an, die größtentheils für die .■«cerdigung der Verstorbenen verwendet worden war, während '--«i?»en Empfang der 80 M. aus der Meyer'schen Fabrik- Kranken- � �terbekasse vollständig verschwieg. Die Richtigkeit seiner i«Ä versicherte der Angeklagte in der am 22. Februar vom Erbschofts-Eteueramt mit ihm ausgenommenen iL-�Handlung an Eidesstatt. Auf eine Denunziation der Frau vig! s?l«uhmacker Hartmann, einer Schwester der verstorbenen Frau bekennt, er. und Ei bin derselben, gegen ihren Schwager, in der de- mstteu s ist. daß ihre Schwester an ihr gehörigen Mobilien für ea. 9oo Mk. im Werthe hinterlassen hat, wurde die obige An- Me erhoben. Der Angeklagte aiebt an, daß seine Frau ab- Mi nichts in die Ehe gebracht hat und daß er den Empfang �ierbekassendetrags aus der Meyer'schen Fabrikkaffe um schmena» vesyalb aufzuführen unterlassen habe, weil die Beiträge von U zeterl, am bezahlt worden find, also auch das Sterbekassengeld sein ' Mens h um sei. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate Ge- , da Sterbegelder stets zum Nachlaß der Verstorbenen g,,, een. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung des An- a,,». iiien, weil es zumindest sehr zweifelhaft sei, ob das Sterbe- jurn Nachlaß der Frau gehört oder zum Vermögen des ftrnf! JMen gehöre. Keinesfalls habe dem Angeklagten das Ulafrechtfjcha Bewußtsein innegewohnt. w,,� Eningen, 18. Ottober. Die jüngsten beiden Tage t ri». ü. bei dem hiestgen Schwurgericht mit einer höchst trau- heilige»» Ken Verhandlung über ein entsetzliches Verbrechen ausgefüllt. ouchtig«?(J stand der„Dietharzer Mord" zur Verhandlung. In der vunerschen Mühle bei Dietharz, rn der Nähe von Ohrdruf, aren in der Nacht vom 14. zum 15. Januar d. I. der A!Menbesitzer Köllner, dessen Ehefrau und ein stebenjährigcS »?.a)>erchen auf entsetzliche Weise ermordet und auf ein !gohnchen derselben ein Mordversuch ausgeführt worden. �ammtliche Ermordete waren in ihrem gemernsamen Schlaf- Mmer überfallen und durch fürchterliche Bcilhiede getödtet. �er auch noch wegen Raubes Angeklagte ist der vielfach schon vorbestrafte Gartenarbeiter Thaldorf, 24 Jahre alt, aus Erfurt. Derselbe gesteht die vorher begangenen Diebstähle ein, leugnet aber die Mordthatcn: sein Alibibewels mißlingt ihm voll- ständig, er wird durch die Zeugen- und Sachverständigen« Aussagen so überführt, daß jeder Zweifel ausgeschlossen ist. fC-A« ff»### C ff»•- T S»» f. f i.»»f s»---— � s»'... i O r L* L � I inet, Heinet. Glaube»' vor, vi . werl m Li er Gw b 2 nrten icuere rause» hnhost hat SloiM luffllh' für schuldig erklärt und zum Tode,"zu i2jähri 'g,/ liem Zuchthaus und Ehrverlust veruriheilt. �„ ����"zeilichen Brotta�en finden keine Gnade vor Iä|i£t'äIS wegen Einführung derselben mit den Bestimmun- %nbau(' 9ln d«. Gewerbeordnung nicht im Einklang stehe. �(ein» �/ber die veräußerlichkeit von Etsenbahn-Retour- m-rkl» P'ÜetS, welche, ohne dre bestimmte Person als den Fahr- c n er»echtigten zu bezeichnen, den Vermerk enthalten:„Nicht über- soll«agdar, hat der Sttafsenat des Oberlandesgerichts zu Celle , ver Revifionsinstanz eine Entscheidung von allgemeinem In- Leeste abgegeben. Ein Retombillet für die Strecke Geestemünde- fernen war, nachdem der erste Erwerber auf dasselbe die Fahrt W Geestemünde nach Bremen gemacht hatte, zur umgekehrten ifetriBv n�vhrt an einen Andern verkauft und von diesem benutzt „m Sil f"' Hinterher entspann fich hieraus ein gerichtliches )»�verfahren gegen den Verkäufer wegen Betruges, und fi miinV1" erster Instanz vor dem Schönengerichte zu Geeste- 'so,- 80$ rickr.' in ,weiter vor dem Landgerichte zu Verden. Beide Ge- h ur5 Tb>.erklärten den Verkäufer deS Betruges für schuldig. rJj n>id»»,�°Üengerichtliche Entscheidung beruhte auf der später mihnttd bereo?gten Annahme, das Billet sei zur Zeit seines Verkaufes s," ganzen Stück kann sich den Liebkosungen seine» cs?en®arteä entziehen. �•ne echt russische Figur ist der Landrach Graf Liuti». den j % f�r betint», y 1- p* ö~*■ r—-------, die etfi»«i ket bekannten Theorie russischer Beamten Spielsch,.�» �vider muthmaßlichen Erben, um eine kleine in ErinL» der Verstorbene noch angeblich an ihn hatte, »u bringen und einzuheimsen. «aäßiß gutes Personen machen noch ein verhältniß- erob�°/?lhea Progalinof, die Schwägerin de» Verblichenen, llnb buch da» Silberzeug, worauf ihr ganze« Sinne» fein bnX», gerichtet ist; Boris, ihr Sohn, übrigen« der seine«» chtiste Charakter de« ganzes Stücke«, wimmelt sich «och Maut, dre vermeintliche Erbin de« ganzen Nachlasse«, feljgx 0'echten Zeit ab, nachdem er gemerkt hat, daß der Tassen ha" i1" Gründe genommen nur Schulden hinter� »II» wvwuvv �wi»——--- 7----' r f Katharina, die heimliche Tochter des Entschlafe- ..en Dasein man erst durch da« Testament Kenntmß .hatte, erhält schließlich doch noch so viel, daß sie �issfacht�1?'ch.teT'ß e? gelungen, diese Personen in der 1 ■ wenig zu dürftig war. Vermerkes„Nicht übertragbar" für den Käufer keine Giltigkeit gehabt, der Verkäufer habe in Beziehung hierauf in dem Käufer wissentlich einen Jrrthum erregt, auch dadurch das Vermögen sowohl des Eisenbahnfiskus, wie dasjenige des Käufers be- schädigt, und zwar ersteres, weil dem EisenbabnfiskuS daS ihm für die Fahrt des Käufers gebührende Paffagiergeld entzogen, letzteres, weil dem Käufer die vermeintlich von diesem erworbene Fahrberechtigung in Wahrheit nicht verschafft sei. Auf hiergegen von dem Verkäufer eingelegte Reviston hat, dem..Hannöverschen Kurier" zufolge, der Strafsenat des Oderlandesgerichts zu Celle das Urtheil des Landgerichts Verden aufgehoben, den Verkäufer von der gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse zur Last gelegt. In den Entscheidungsgründen ist in Ueberem- stimmung mit der einem früheren gleichartigen Urtheile des Obcrlandesgerichtes in Naumburg zu Grunde gelegten, vom Professor v. Jhering- Göttingen in den Jahrbüchern für Dog- matik des römischen Rechts vertretenen Anficht ausgesprochen: Die Eisenbahnbillets haben den Charakter eines Jnhaderpapiers. Dieser Charakter kann ihnen nicht dadurch genommen werden, daß die Eisenbahnverwaltung auf dieselben den Vermerk„Nicht übertragbar" drucken läßt. ES hatte demnach das fragliche, noch nicht abgelaufene und zur Fahrt von Bremen nach Geeste- münde noch nicht benutzte Retourbillet zu solcher Fahrt für den Käufer volle Giltigkeit. Mithin ist weder ein Jrrthum in dem Käufer erregt, noch hat der Eisenbahnfiskus, da er rechtlich verpflichtet war, jeden Inhaber des Billets zu beför- dern, eine Vermögensschädigung erlitten." Soziales mh Arveiterbewegang. Zur Lohnbewegung der Drechsler und verwandten Berufsgenossen! Die.Forderungen find bis zum 21. Oktober in 68 Werkstätten mit 281 Gesellen bewilligt worden. Der Lohnausschlag beträgt 25 bis 50 pCt. In diesen Werkstätten erreicht demnach der Wochenverdienst des sogenannten „schwachen Arbeiters" die Höhe von 15—18 Mark, oei einer Maximalarbeitszeit von täglich 10 Stunden. Es ist dieser Erfolg ein bedeutender, wenn man bedentt, daß der Wochen- verdienst des schwachen Arbeiters vor Ausbruch der Lohn- bewegung in diesen Werkstätten, als den besseren, nur 10 bis 12 Mark betragen hat. Die Arbeitseinstellung dauert noch fort in folgenden Werkstätten: Lorenz, Prinzesfinnenstr. 24. Fest, Brunnenstr. 136. Scholz. Reinickendorferstr. 49. Waltenberg, Rixdorf, Bergstt. 9. Stolzmann, Schmidtstt. 31. Weber, Ritterstr. 114. Körner, Blumenstr. 38. Räbiger, Waldemarstraße 67. Holzapfel u. Hilgers, Eimeonstr. 20. Külger, Wafferthorstraße 24. Hoffmann, Kleine Markusstraße 24. Drake, Palltsadenstraße 32. FablonSIy und Betsak, Oranienstraße 119. Fritsche, Oranienstraße 36. Meyer, Feilnerstt. 11. Tie Gesammtanzahl der noch streikenden Ge- sellen beträgt 40. In der nächsten Woche wird fich die Anzahl der streikenden Gesellen bedeutend höher stellen, indem vom Montag, den 26. d. M. ab, in energischer Weise gegen die „Schundwerkstätten" vorgegangen werden soll. Demnach richten wir nochmals an die gesammte Arbeiterschaft den dringenden Mahnruf: uns auch fernerhin zu unterstützen!„Nur die Soli- ditarität der Arbeiterinteressen wird uns zum Siege führen!" — Alle Geldsendungen find an den Kasstrer Karl Buchmann, Naunynstr. 4 in oder an das Bureau der Kommisston, Alexan- derstr. 25 bei A. Mönch, zusenden.- Mit kollegialischem Gruß: Die Lohnkommission der Drechsler und verwandten Berufsgenossen zu Berlin. I.A.: Der Vorfitzende. Robert Eündermann, Gitschinerstt. 61 I. Die Löhne der Bergarbeiter auf den fiskalischen Stein- gruben im Saarbrückener Gebiet find gegen das Vor- lahr etwas herabgegangen. Im Jahre 1833/84 betrug der durchschmttliche Jahresverdienst nach dem..Bergmannsfreund" 963 Mark, während derselbe im Jahre 1884/85 auf 938 Mark gesunken ist._ Vereine und Uersammlungen. I*«/• Dem Schicksale polizeilicher Auflösung verfiel «nach fast zweistündiger Dauer die öffentliche Versammlung der tArbeiterinnen, die am Dienstag im Saale„Zum Deutschen 'Karser" unter dem Vorfitze der Frau Pötting stattfand. Herr Dr. Lütgcnau hielt einen Vortrag über„Echte und falsche Bil- dung". Was Hirr Dr. L. in seinem Vortrage ausfühtte, war, in Kürze angedeutet, folgendes: Der echten Bildung, welche das geistige Leben in allen drei Richtungen: Denken, Fühlen und Wollen— umfaßt, steht nicht nur die Unbildung gegen- über, sondern auch die falsche, die einseitige Bildung. Die in unseren Schulen geförderte Bildung ist einseitige Verstands- bildung. Das Mehr von Kenntnissen, was heutzutage in der Volksschule den Kmdern beigebracht wird, beeinträchtigt die Gründlichkeit, und wird nach absolvitter Schule zum größten Theile bald vergessen. Die Herzens- und Gemllthsbildung, die den Menschen liebevoll gegen alle Mitmenschen macht, wird in den Schulen nicht genug gepflegt. Sehr treffend sagt Auer- dach, daß die moderne höhere Bildung, weil fie ungleich macht und trennt, die Religion, d. h. die wahre Religion, in welcher die Menschen fich als gleiche erkennen und behandeln, nicht ersetzen kann. Der Geschichtsunterricht, wie derselbe in den Schulen ertheilt wird, ist nicht dazu angethan, die echte Bil« dung, durch welche wir Menschen einander gleich werden, zu fördern. Kulturgeschichte und Volkswitthschaftslehre, durch welche wahre allgemeine Bildung am besten gefördert werden könnte, find von den Schulen noch ausgeschlossen. In Bezug auf daS Verhältniß der Naturwissenschaft zu den Religions- Vorstellungen steht der Unterricht in der Schule noch unter dem Einflüsse solcher, welche der Anficht huldigen, daß die volle Wahrheit nur für die„gebildeten", nicht aber für die unteren Volksklassen gut sei.— Nachdem Redner dann noch die Mängel unserer höheren Töchterschulen besprochen, trat er, auf die Frauensrage eingehend, zwar dafür ein, daß die wahre Bildung auch dem weiblichen Geschlechte in allen Schichten der Gesellschaft zugänglich gemacht werden müsse, erklärte sich aber gegen die Fraucnemanzipation im' Sinne einer vollständigen Gleichstellung der Frau mit dem Manne auf dem Gebiete des gewerblichen und deS politischen Lebens. Daß die Mädchen in unserer Zell fich erwerbsfähig machen, daß auch verheirathete Frauen in Fabriken arbeiten, daß die Frauen zu Vereinen zusammentreten, um eine Besserung ihrer Lage Herbeizuführen, sei unter den jetzigen sozialen Verhältnissen wohl nöthig. aber diese sozialen Verhältnisse seien der Reform bedürftig und nach eingetretener Reform werde die Mehrheit auch der Arbeiterfrauen wieder ihrem Berufe, im Hause liebend zu walten, zurückgegeben sein. Referent schloß mit der Bemerkung, daß die Frauenfrage, die Bildungssrage und die soziale Frage nur mit einander ihre Lösung finden können.— Zur Diskus fion nahm zuerst jder Schnerdermeister Weigelin das Wort, um die Behauptungen des Referenten, daß die Volsschule zu viel beibringe und daß das den Kindem Beigebrachte bald veigessen werde, zu be- streiten und fich dahin auszusprechen, daß solche Vorträge, wie der eben gehörte, für den Verein, dessen nächste Aufgabe die sei. bessere Löhne herbeizuführen, verfrüht seien und mehr schaden als nützen. Frau Pötting wies daraus hin, daß der Verein den Zweck habe, nicht allein die materielle, sondern auch die geistige Lage seiner Mitglieder zu heben. Frau Cantius spendete dem Referenten Dank dafür, daß er für eine allge- meine wahre Bildung eintrete, beklagte es, daß in den Schulen die Herzensbildung nicht genug gepflegt werde und daß es den Arbeiterinnen an Geld und an Zeit dazu fehle, fich selbst und ihren Kindern die höhere Geistesbildung zu eigen zu machen, und schloß mit der Bemerkung, daß auch die„armen" Frauen ein Recht auf einen Antheil an allen Lebensgütem haben. Frau Kolbe trat für die Emanzipation der Frauen ein, die in der durch Erwerbsarbeit zu erlangenden Unabhängigkeit bestehe. Aber nicht die Arbett auf gewissen industriellen Gebieten sei die fürFrauen geeignete Arbeit. Herr Kunkel wieS darauf hin, daß ein Verein, der die wirthschaftliche Lage der Arbeiterinnen verbessern wolle, eine bessere Gesetzgebung herbeizuführen be- strebt sein müsse. In Bezug auf daS Urtheil über die heutige Volksschule stellte er fich auf die Seite des Referenten und in Bezug auf die Frage, ob Votträge, wie der eben von dem Referenten gehaltene, dem Zwecke de« Vereins entspreche, auf die Seite der Frauen Pötting und Cantius.— Frau Pötting wollte nun noch ihre Anficht über die Stellung der Frauen zur Politik darlegen: fie kam aber nicht weit damit; als fie äußerte, daß fie die Frauen nicht für reif dazu halte, bei den politischen Wahlen mitzuwirken, und daß fie die Männer, die heutzutage zu wählen haben, bedauere— erhob fick der über- v wachende Polizeilreutenant und erklärte auf Grund des So-£—- zialistengesetzes die Versammlung für aufgelöst. � f. Eine öffentliche Versammlung der Stuckateure tagkb am Sonntag, den 18. Oktober, in Nieft's Salon, unter Vorsitz des Herrn Heindorf. Herr Tischlermeister Mitan hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag. Er drückte zunächst seine Freude aus üher das rüstige VorwättSschreiten der Berliner Stuckateure, welche die Notwendigkeit und den Wetth einer festen Organisation erkannt hätten. Der indifferente Arbeiter — so meinte Redner— würde nie dazu gelangen, seine Lage wesentlich zu verbessern. WaS die Abkürzung der tag» lichen Arbeitszeit und Abschaffung der Sonntagsarbert betteffe, so läge es ja klar auf der Hand, daß dadurch fich die Notwendigkeit erweise, mehr Arbeitskräfte einzustellen, um das vorhandene Arbeitsmaterial zu erledigen. Es brauchten nicht soviel Handwerker auf der Landstraße herumzuliegen und als Vagabunden verschtten zu werden; die Organisation muß an allen Plätzen, wo Stuckateure vorhanden sind, ver- breitet werden, und die Devise lauten: Einer für Alle, Alle für Einen. Nachdem fich der stürmische Applaus gelegt, stattete Herr Heindorf im Namen der Versammlung dem Referenten seinen Dank ab. Im Sinne des Referenten sprachen noch ver« schiedene andere Herren und gingen inzwischen mehrere Reso« lutionen ein, von denen die des Herrn Schuchardt von der Versammlung angenommen wurde. Dieselbe lautete: Alle anwesenden Kollegen stimmen dem Referat des Herrn Mitan zu und versprechen, mit allen Kräften dahin zu streben, die feste Organisation weiter zu fördern, dem Fach- verein der Berliner Stuckateure alle noch außenstehenden Kol- legen zuzuführen, ebenso Material für eine, für Alle Städte eintretende Organisation der Stuckateure und verwandten Be- rufsgenossen der Kommisfion zu Händen des Herrn Heindorf, Blumenstr. 50», zukommen zu lassen. Herr Meißner verlas den Aufruf an alle Kollegen und sprachen für denselben die Herren Heindott und Werner. Herr Schmiedel will Abschaffung der Akkordarbeit und Einführung der Schiedsgerichte, worüber fich noch eine eingehende Debatte entspann. Es trennte fich die Versammlung um 2'/, Uhr. Der Gauverein der Maler Berlin« hielt am 20. d. M. in Reyher's Lokal, Alte Jakobstraße 33, eine Generalversamm- lung ab, in welcher Herr Schweitzer einen beifällig aufgenom- mcnen Vortrag hielt über:„Die Gesetze, denen der Fottschritt der Zivilisation unterworfen ist." An der Debatte, die fich dem Vortrage anschloß, betheiligten fich mehrere Redner.— Hierauf sprach Herr HarmS über die neu eröffnete Fachschule für Maler, welche fich im Schulgebäude Köpnickerstraße 125 befindet. Der Unterricht wird Montags, Mittwochs und Donnerstags Abends von 7 bis 9 Uhr und Sonntags von 9 bis 12 Uhr Vormittags unter bewährter Leitung des Herren Berkbolz und Scheller ettheilt. Das Honorar beträgt für Nicht» Mitglieder des Gauvereins vorläufig pro Monat 5 Mk., für Mitglieder desselben 2,50 M. Es muß für jeden Maler von Interesse sein, fich an der Fachschule zu betheiligen. Unterricht wird in Holz- und Marmormalerei und im dekorativen Fach ettheilt. Nach diesem forderte Herr Kißner die Mitglieder und Kollegen auf. fich recht rege am Vergnügen, welches am Sonn- abend, den 24. Oktober, in Deigmüller's Salon stattfindet, zu beteiligen. An Stelle des Herrn Richter würbe Herr Buch- holz als Revisor gewählt. Magdeburg, 20. Oktober. Gestern Abend tagte im großen Saale der„Flora" eine sehr zahlreich besuchte öffentliche Ver- sammlung, welche im Laufe deS Nachmittags polizeilich ver- boten, dennoch, in Folge persönlicher Verwendung des Einbe- ruferS, noch in letzter Stunde freigegeben wurde. Der Vor- fitzende Herr Brenner machte der Versammlung von dem Ge- schehenen Mittheilung und verwahtte fich dagegen, daß er oder seine Pattet gewaltsamen Umsturz wollten; die Genehmigung der Versammlung sei davon abhängig gemacht worden, daß eine Tellersammlung nicht stattfinden dürfe. Auf das Geld komme es auch nicht an; er habe auch diesmal der Behörde keine Zugeständnisse gemacht, was ihm früher schon einmal von Patteimitgliedern vorgewotten worden sei, dem Prinzip habe er nichts vergeben. fEr stehe seit zwanzig Jahren im öffentlichm Leben und strebe nur den idealen Zielen der Pattei nach. Hierauf referitte der Reichstagsabgeorvnete Herr Singer über den von der sozialdemokratischen Fraktion dem Reichstage vor- gelegten Arbeiterschutz-Gesetzentwutt, welcher sich an die be- stehende Gewerdeordnung anlehne. Er(Redner) und seine Partei verlangen in dem Entwurf: Aufhebung der industriellen Zuchthaus- und Gefängnißarbeit, die Beschränkung der Frauen- und das Verbot der Kinderarbeit in den Fabriken, die Einführung eines MaximalarbtttStages, die Fest- setzung des MinimalarbeitstohneS und das Verbot der Sonntagsarbcit. Zum Schluß sprach Herr Singer noch über GewerbeschiedSgerichte und deren Zwecke, sowie über die Notwendigkeit von Arbeitsämtern, Arbeitskammern, so wie einem Reichsarbeitsamt, und empfahl, für die Unterschttft der Petition zum Arbeiterschutzgesetz recht thätig zu sein. Nach einer kurzen Pause wurde dem Sinne nach folgende Resolution eingebracht und angenommen: Die heute von Tausenden besuchte Ver- sammlung erklärt fich mit den eben gehötten Ausführungen de« Herrn Ernger in allen Theilen einverstanden und hält es für Pflicht jedes Einzelnen, für daS Wohlergehen des Volkes zu streben, so wie für Pflicht, für daS Arbeiterschutzgesetz einzu- treten und durch Unterzeichnung der ausliegenden Petition seine Ueberzeugung auszudrücken. Herr Jordan aus Buckau war, wie die„Magd. Ztg." schreibt, nicht damit einverstanden; man solle das, was das Arbeiterschutzgesetz wolle, verlangen und nicht erbitten, und wenn dies nicht freiwillig gegeben werde, auf dem Wege der Gewalt zu erlangen suchen. Nach diesen Ausführungen wurde die Versammlung von dem über- wachenden Polizeibeamten auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. Nachdem hielt noch Herr Singer— mit Genehmigung deS Polizeibeamten— eine Ansprache an die Versammlung, und fordette die Anwesenden schließlich»um ruhigen Auseinandergehen auf, worauf fich der Saal langsam leerte. Uermischtes. Bremerhaven, 20. Oktbr. Ein hervorragendes Weik menschlicher Technik, ein Werk, wie es in seiner Art zur Zeit nur hier existitt, ist gestern nach einer Bauzeit von nahezu 2 Jahr 5 Monat vollendet worden— der neue Leuchtturm auf dem Rothen Sande— ist gestern Nachmittag vollständig fertig gestellt worden: die letzten Ardeiter find gestern Abend von der Stätte ihrer langen Thätigkeit nach hier zurückgekehtt. Der zum Oberwärter bestimmte bisherige zweite Wätter des Hohenwegthurms, Herr Düsmann, hat seinen verantwottlichen Posten vorgestern angetreten und so wenigen Tagen das Licht des Rothensand wird rn thurmeS offiziell leuchten und hinauSstrahlen in dii Nacht. dem heimkehrenden Schiffer den Gruß der Heimath, dem ausgehenden ein Lebewohl derselbm winkend. Die Arbeiten an dem Thurme, soweit solche nicht an Land fertig gestellt find, begannen am 26. Mai 1883 mit der Ausfahrt des Kaiffons, der am 28. Mai an der Stelle des jetzigen Thurmes versenkt wurde. wiener ruht jetzt im Meeresgrunde und auf ihm erhebt fich der nunmehr vollendete Thurm. Mit dem Thurme ist jetzt auch das Kabel von dort nach dem Hohenwegthurm vollständig »ollendet worden- die Telegraphenstation auf dem neuen Thurme wird ebenfalls in dm nächsten Tagm eröffnet rverden. Kriefkasten der Redaktion. Kleine Mittheilnngen. Schwyz, 21. Oktober. Gestern Nachmittag fand auf der Arth-Rigibahn unterhalb Kräbelwand eine Entgleisung deS ZugeS statt. Der Lokomotivführer wurde getödtet, der Heizer schwer verwundet. Unter den 20 Paffagierm haben 4 schwere Verletzungen, meistens Schenkelbrüche, davongetragm. Mit Ausnahme einer Frau aus Luzem waren alle Paffagiere auS Echwyz. Die Verwundeten find in dem Krankenhause von Arth untergebracht worden. Die Ursache deS Unfalls ist bis jetzt noch mcht aufgeklärt. Mainz. 20. Oktober.(Zum Doppelmord.) Die noch fehlenden Körpertheile des ermordeten Schuhmachers Wothe find heute Nachmittag in dem Abort zur„Brauerei zum Tan« nmbaum" aufgefunden worden. A. S. Fordern Sie den Vermiether schriftlich auf, die Reparaturen zu machen. Läßt er dieselbe nicht vornehmen, so können Sie dieselben besorgen laffen und deren Werth vom MiethSzinS abziehen. C. H. Die Schulden, wesche der minderjährige Sohn kontr ahirt, find ungtltig. Besondere Eicherheitsmaßregeln be« dürfen Sie nicht. Frank. Nein. Abonnent Pültlerstratze. Fragen Sie nochmals an und zwar unter Angabe des Alters �hrer Schwester. H. AlvenSlebenstraße. Zu dm StaatSsteuem kann das Dienstmädchen mit Rückstcht auf ihr Gehalt nicht herangezogen werden, jedoch zu den Kommunalsteuem. Gerick. 1. Rechtsanwalt Freudenthal, Molkcnmarkt 11. 2. Der Stempelbetrag ist 6 M. S. S. Stromftr. 1) Gütergemeinschaft herrscht nicht unter den Eheleuten. Die Frau haftet nicht für vie Schulden des MsnneS. Der Frau kann, wenn fie nicht durch glaubhaste Zeugen nachgewiesen, daß fie die Sachen in die Ehe gebracht hat, vom Richter ein Eid deS genannten Inhalts abgefordert werden.— 2) Vergleiche Antwort aub A. S dieses Brief« kastmS. I. S. Schlestschestr. 1) Wenden Sie fich wegen der Er- theilung der Vollmacht an das Amtsgericht, Neue Frievrichftr. 13. Beide Eheleute haben dieselbe zu ertheilen.— 2) Vergleiche Antwort aub A. S. dieses Brieftastens. Abonnent in der Ferne. 1. Der MiethSvertrag vat stl ein Fahr Giftigkeit. Der Vermietber hat keine BerechtiMs von demselben zurückzutreten. 2. Die OrtSarmengemeinde» zur Alimentirung des Arbeitsuntähigm verpflichtet R. B. 100. Am Vater ist es, wenn ein Testament � richtet wird, in welchem die Pflegekinder zu Eiben eingebf werden. Fn anderer Weise läßt fich die Angelegenheft � leicht machen. G. R. Sie haben das Buch»u bolen. j: XDOUCn sDlt oonwg noch verzichten, es gehen uns nach jeder Versammlung ähnli» v*' miiv nuuy jtvtt Ol �.�"MSfufe zu, wir sehen unS daher genötbiat" bei* selbstständigen Artibb _----,------—»| v,•««•«• I v vf v i fr■«•10 VW ersten paffenden Gelegenheit in einigen setdstständigen Ar»W die dortigen Zustände zu besuchten. Im Uebrigen besten für die Mittheilung. H. B.. Mtttenwalderstraste. Falls Sie das Zim� nicht anderweitig vermtethet haben. brauchen Sie das b''; nicht zurückzuzahlen, im Gegentheil, Sie haben für einen DM die Miethe zu beanspruchen. Köppe, Ttraußbergerftr. Sie wollm den Name« � betreffenden Spediteurs der Expedition, Zimmerstr. 44, bei»1* geben. F. I. 38. Wird benutzt werden. Besten Dank. J R. M.„Caesar ad Rnbieonem" ist ein lateinW Sprichwort und dedeutet sosiel wie„Herkules am Sch� weae." Theater. Opernhaus. Heute: Der Prophet. Schauspielhaus. Heute: Das Tagebuch. Deutsche? Theater. Heute: Ein Tropfm Gift. Friedrich-Wilhelmstädtische? Theater. Heute: Offenbach- Cyclus. OrpheuS in der Unterwelt. Restdenz-Theater. Heute: Theodora. Wallner-Theater. Heute: Unser Glückskind. Velle-Alltauee-Theater. Heute: Lug und Trug. Walhalla-Operetteu-Theater. Heute: Don Cesar. Viktoria-Theater. Heute: Meffalina. Central-Theater. Alle Fakobstraße 32. Direttion: Adolph Ernst. Heut«: Zum 84. Male: Die wilde Katze. BesangSpoffe in 4 Akten von W. Mannstädt, MusÜ von G. Steffen?. Louisenstädttsche? Theater. Direllion: Jos. Firmans. Heute: Der Freischütz. Osteud-Theater. Heute: Berliner in Kamerun. Köntastädtisches Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Die kleine Baronin. Theater der Reichshalle«. Täglich: Aufteten sämmllicher Spezialitätm. »merieau-Theater. Täglich: Auftreten sämmtlicher Spezialitätm. «aufmann's V«rl®W. Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täglich: Austreten sämmllicher Spezialitätm und theatralisch« Vorstellung. Aisverlllllls m Kleiilkrstsjfeo zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kerliner Warb)« Kaasklerdern Meter 30, 40— 50 Pf. Eine große Auswahl moderner Kleiderstoffe in vielen sehr hübschen dunklen Farbenstellungen, früher 75 Pf., jetzt Meter 40 und 60 Pf.— Eine große Auswahl Winter-Cheviots, wollener kräftiger Stoff für praktische Haus- und Straßenkleider, früher 90, jetzt Meter 60 Pf.— Ein großer Posten glatter, ein- farbiger Tuch-Duble-Foul�s, decatirte kräftige Waare, früher 1,60, jetzt Meter 76 Pf. — Eine große Auswahl sehr hübscher Kleiderstoffe, doppelt breit, früher 2 Mark, jetzt Meter 90 Pf. und 1 Mark-— Eine große Auswahl Winterstoffe mit Bordüren, doppelt breit, Meter 1,30 bis 1,50 Mark.— Doppelt breit Tuch' Lama zu Morgenkleidern, Meter 1,20 Mark, 1,60 bis 2 Mark. Schwarze Double Cachemirs, Meter i, 1,25, 1,50, 1,80, 2 Mark. ,1»» � �..»«---- 1....."-------*-...—— , I sAi l K iUtrtf« Z,« 1886 Notiz Der Kalender ist inhaltlich wiederum bedeutmd ver- mehrt worden.. Außer den bisher schon darin enthaltenen Tabellen, Tarifen und Gesetzen(als Krankmverficherungs mit Nachtrag vom 28. Januar 1885, Hill 50 Pfennig. Auf vielfachen Wunsch ist-ine stärkere Ausgabe wird. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Wir verkaufen große Zimmer-Tep- piche für 5 Mark,'- piche für 5 Mark, große Holländer Sopha-Teppiche 6 M. 50, Germania« Sopha Teppiche 7 M. 50 und II M. 50, Brüssel- Tapestrie.Teppiche 11 M. 50 Pf., Velour, Plüsch-Teppiche 16 M. 50. Bettvorleger 1 M. Läuferstoffe. Meter 40, 50, 60 Pf. Gardinen, schöne neue Muster, Damast-Zwirn- Gardinen Meter 40, 50 u. 60 Pft, .„«ntj.. o_i— T-—- wTiW y«. w-w*» vv j.• Sielmann& Uosenberg, ,—"—• Eine große Auswahl abgepaßter Gardinm zu bekannt billigen Preisen. Nommandanten- und 1 . Wenn C Schna, Itter heutig •"ir doch d pholfen w «elrävkm! . Desha '«lcher Ge « LindeuKraßen-Ecke. P .??. di« sain ------- � Möbel-, Spiegel-«. Polsterwaaren-Magazin von A. Fran*' _... Wassenhoratrasse 46, empfffbll nur reelle, gediegme Arbeit. Eigene Werkstatt. Solide Preise. Auch Theilzahlung ---- w-7-"Ii— Mvbcl, Gopha- und Matratzen Fabrik A. Schulz, 34 Wassetthorffraße 34(auch Theilzahlung). lv, Große General-Versammlung des Fachvereins der Steindrucker u. Lithographen Berlik � am Sonntag, den 25. d. Mts.. Vormittaas 10 Übt.■ � _. � � � �-V'-�s � � � 4� V am Sonntag, den 25. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, gg? ttn Palmen-Saal, Neue Schönhauser-Straße 20. Ordnuna: 1. Bericht der KommiM»» o � TageS-Ordnung: 1. Bericht der Kommisston. NB. Die Mits'-■ Mitglieder aufgenommen. 2. Wahl deS Vorstandes. 3. Verschiedenes. ____________ awMUUV)|WJl. 6. CCÖ 2Ü.---- Srtfl Die Mitgliedskarten nebst Statuten werden am Einaana des Saales ausaetheilt, ebenfalls werden vo ------- Pflicht eines jedm Kollegen ist es, in dieser Versammlung püntilich zu erscheinen. Außerordentliche Generalversammlung der Mitglieder der Kranken- und Begräbnißkasse für die im Berliner Gürtler- und Bronceurgiwerbe beschäftigten Personen(E. H.-K. Nr. 60) Sonntag, den 25. Oktober, Vorm. 10 Uhr, in Baumbach's Kasstno, Prinzenstraße 94.— Tagesordnung: 1. Rechnungslegung. 2. Wahl deS zweiten Schriftführers und zweier Beisitzer. 3. Verschiedenes.— Das Quittungsbuch legitimirt.[2519 Der B o r st a n d. Große Versammlung llung mWkb der Kttlmn Mimlkl-" lhu ln, vs...... 1 Donnerstag, den 22. Oktober. AbendS 8 im Etablissement Eiskeller, Chausseestraße. � Die zur Branche gehörigen Herren Kaufleute und 6® m klh l�lech meister find als Gäste eingeladen...i.,Zch I. A. der Fachkommisfion: RofaJ�V Ä "Ony en gros. Cigarren- u. Tabak-Handlung Fritz Goercki Berlin 80., Admiralstraße 40(frühere Linde/, Import echter Havanna, Lager aüer Sorten Banch- und Sf&sjmnftaöak*. ll»ich affsrtirte? Lager echt türkis?� rusfische* und amerikanischer Ctgarreta»«ud Tabake. V-rantwortluher Redakteur R. Sronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. 1