z vat si! S iment» Freitag, de« 23. Oktober 1883. II. Jahrg. ,TS8 A crltaftUolbstilnll Krgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Da- �Berliner Bollsblatt« (Eingetragen in ver PostzeiwngSprei-list« für 1885 unter Nr. 746.) Jafertioasgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 M.. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce«' Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. chen otze und ein- Pf- üher offe ach' !ark. l mit tat*. eke- Kedaktio«: Kenthstratze 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. Mi ,( n m- I Dizilbliiliillge uub Truiiftiuhl, iwei Worte, die wir jetzt fortwährend nebenein- «er hören. Die Generalsynode beschäftigt sich mit solchen huto. k'e zahlreichen Vereine zur Verhütung der Trunk- gleichfalls und doch muß man durchweg sehen und "'-daß nur leeres Stroh gedroschen wird. N�erkwürdia, daß der Stock bei diesem Dreschen die n,. 1 des Dreschflegels vertritt, den« aus allen Reden hört -"h in erster Linie Prügel den Branntwein und die dage vertreiben sollen. wolle» heute das oft genug Gehörte hier nicht en; wir wollen auch unsere Gegengründe nicht wir wollen nicht weiter darauf hinweisen, daß t und Vagabondage zwei nothwendige Uebel unserer �""gen wirthschaftlichea und sozialen Zustände überhaupt sind, einer eingreifenden, auf dem Boden einer volkS» «?->?"chen Sozial-Reiorm entstandenen Umänderung dieser Made selbstverständlich auch verschwinden werden. "otbe''ß** iu unserem Blatte schon genügend erörtert , Wir wolle« heute etwas Näherliegendes in dieser Frage °erühre>:, worauf wir früher übrigens schon einmal im "berliner Volksblatt" hingedeutet haben. . Wenngleich wir eine gründliche Heilung von den Folge« des SchuapSteufel« allerding« erst durch die Aenderung un- Ifter heutige« wirthschaftlichen Zustände erwarten, so sind >t>ir doch der Meinung, daß auch heute schon dadurch etwas Seholfe« werden kann, wenn in den sogenannten geistigen Betränken dem Volke kein Gift gereicht wird. Deshalb erklären wir uns gegen eine Besteuerung mcher Getränke, weil dieselbe» dadurch verschlechtert gesundheitsschädlicher werden. Aber wir wünschen -uch, daß da« NahrungSverfälschungSmittel« »Metz streng angewendet resp. erweitert werde. Schon Jahresfrist erklärten wir den F u s e l im Branntwein N den verderblichsten Träger der Devastation, welche im durch den Branntweingenuß allerdings angerichtet d« Freuden begrüßen wir deshalb die kleine Schrift tf!:, Pfarrer« Hirsch aus Lintorf:„Die Arbeit an Trinker- »w weil in derselben die Fuselfrage besonders wird. «uit«. bieser Schrift wird nämlich auf den Widerspruch W''sam gemacht, der darin liegt, daß die Polizei das tt»iw"d die Pflicht hat, verfälschte Nahrungsmittel und zu fJjA vbst mit Beschlag zu belegen und d« Verkäufer 'hie daß man aber den giftigsten Fusel geringste verkaufen Kontra le fabri läßt,„obwohl man IseuMeton. Die Hand der Uemests. Roma« von Ewald August König. (Fortsetzung.) Punkt zu genau und kann deshalb auch nicht ? Ntt, jdaß der Assessor v. Stuckmann e« wagen würde, f � aut W«« zu trotzen. Zch muß also annehmen, daß - k „ rief Ella in maßlosem Erstaunen. � h � mir selbst da« nicht verzeihen, über» ich es mit meiner Wahrheitsliebe Nicht >err Assessor von Stuckmann war heute allerdings unter dem Vorwande. daß seine hierher führe, aber waS von solchem Vor» a ist, da« wissen Sie so gut wie ich. � S°hstssta."m�icht?" wiederholte Ella, ,n deren Zügen OMZW� weiß, daß durch die Fuselöle der Branntwein doppelt und dreifach schädlich wirkt," daß man ferner„ganz un> wissende, nur auf ihren Vortheil bedachte Leute allerhand Mischungen von Branntwein machen und färben läßt, welche durch schöne Namen das Publikum bestechen und durch ihre Schärfe dem unnatürlichen Geschmack des Trinkers schmei« cheln, aber in den meisten Fällen nicht anders, denn ver» heerendeS Gift wirken."--- Da wird doch endlich einmal von den Fromme« ein wahrhaft praktischer und verständiger Vorschlag gemacht, den die Gesetzgebung aufgreifen müßte und auf de« die Aerzte und Naturforscher ihr Auge zu richten hätten. Nicht der Branntweingenuß ist vollständig zu ver» bieten, da dieses Verbot den Arbeiter bedürfnißloser machen würde und da ferner einzelne Arbeiterkategorien den Branntwein nicht entbehren können, sondern der Fusel muß gesetzlich vollständig verboten werden, dann werden die bösesten Folgen des Schnapse« bald schon überwunden sein.——— Und wie hier bei der„T r u n k s u ch t S f r a g e" end» lich einmal eine vernünftige Ansicht au« der sogenannte« besseren Gesellschaft auftaucht, so haben wir gleichfalls mit Vergnügen einen Beitrag gelesen, den der Oberlehrer Dr. Krause zu Annaberg zu der verwandten„V a g a b o n d e n» frage" veröffentlicht hat. Derselbe nennt eS große Ober» flächlichkeit, wenn von 200 000 Vagabonde» in Deutschland geredet werde. Dr. Krause schlägt vor. als Vagabond nur denjenigen zu bezeichnen, der mehrere Jahre hindurch in ge» wissen Zwischenräumen wiederholt in denselben Orten erscheine und Unterstützungen beanspruche. Die juristische Definition de» Vagabonde«, alS eine« erwerbslos umherschweifenden Mensche« sei in jetziger Zeit bei den häufigen Ärbeitistockunaen eine zu weitgehende, weil sie jeden zeitweilig brodlosen Arbeiter treffe« könne. Wird diese Definition akzeptirt, so findet man, daß höchstens etwa ein Fünftel aller umherziehenden Bettler wirklich als Vagabonde« zu betrachten sind, denn es ergab sich in jenen Bezirken des Erzgebirges, auf die sich die Dar- legungen des Dr. Krause stützen, daß vom November 1880 bis Ende 1883 von 18 686 Unterstützten 10 026 nur ein» mal, 2532 aber wiederholt diese Unterstützung in Anspruch nahmen. So wird doch auch einmal der Name„Vagabond" von denen abgewälzt, die gar nicht mit demselben belegt werden können. Doch leider wird die Mehrzahl unter der söge» nannten besseren Gesellschaft schon aus Interesse für die Aufrechterhaltung der heutigen soziale» Zustände jeden Ar» beitSlosen einen Vagabonde» nennen. Aber die bessere Erkenntniß wird sich Bahn brechen: die Erkenntniß, daß der SchnapSpest nur durch verständige verhaftet er einen harmlosen Menschen, der damals hier wohnte und vor einige« Tagen aus Amerika zurückgekehrt ist. Der Vorwand war gefunden, er benutzte ihn unverzüg» lich, nicht, um hier Nachforschungen anzustellen, sondern um seine schöne Kousine zu besuchen." „Und Sie glauben wirklich, daß dies der einzige Zweck seines Besuches gewesen ist?" „Zch glaube mich auf meinen scharfen Blick verlassen zu können." „Und welchen Empfang fand der Herr Assessor hier?" „Einen so außerordentlrch liebenswürdigen, daß e» mich durchaus nicht wundern wird, wenn er schon morgen seinen Besuch wiederholt," erwiderte Rabe, der den wechselnden Gefichtsausdruck Ella'« unverwandt beobachtete.„Zch habe meine Schwester gewarnt, aber sie will die Berechtigung dieser Warnung nicht anerkennen, sie glaubt wahrscheinlich, der Vater weroe dem Willen und den Wünschen seine« Sohne» nachgeben." „Sie würde in dieser Hoffnung sich getäuscht sehen," sagte Ella, und ein spöttisch verächtliche« Lächeln umzuckte dabei ihre Lippen,„der Oberst v. Stuckmann, ich bitte um Verzeihung, Herr Rabe, wird die Tochter einer bürgerlich geborenen Dame niemals als seine Schwiegertochter aner» 8 lernten/ „Da» ist auch meine Ansicht, aber die Generali» und Arabella sind von der Liebenswürdigkeit des Herrn Assessors in so hohem Grade entzückt, daß sie auf keine Warnung hören wollen. Und doch habe ich bei dieser Warnung nur da« Interesse meiner Familie im Auge. Der Assessor ist ein junger Herr, und die Jugend handelt nach augenblicklichen Eingebungen, ohne über die Folgen nachzudenken. Wenn Herr v. Stuckmann um die L-rnnd Arabella'« wirbt, so-wird er unzweifelhaft das Za» wort erhalten, dann aber ist der Bruch mit dem Vater ent» schieden. und un» wird der Oberst den Vorwurf machen, wir hätten die Sache angezettelt." Fräulein v. Lossow bltckte sinnend vor stch ht», ihr Geist schien sich mit Pläne« zu beschäftige«, die den Wün- sche« und Erwartungen Rabe'« entgegenkamen. „Diesen Vorwurf kann er nicht machen," erwiderte sie Gesetze, spezielle und besonders allgemeine, s o z i a l e ent> gegen getreten werden kann, und die Erkenntniß, daß der Arbeitslose durckweg mit dem Vagabondenthum nicht« zu schaffen hat und vaß wiederum die soziale Gesetzgebung aller» Hilfe bringen kann und Hilfe bringen muß. PoUtische Ueberstcht. Von einem heilsamen Stock. Der bekannte Stock- reaktionär, aber sonst sehr harmlose Herr von Kleist-Retzow hat auf der Generalsynode„den heilsamen Stock des großen getanzt hat. Oder hat der Junker von Kleist bei seinem Aus- spruch gedacht, der„heilsame Stock" könne auch jetzt dem Junkerthum nichts schaden? Wohl bckomm's! Es giebt nur eine vernünftige Partei und diese heißt:„Partei Bismarck!" Der in Berlin von den Naitorn N Eetteg liberalen— so dozirt......... Verbündete des Fürsten Bismarck. Kein einziger Akt in Bismarck'« Leben stehe im Wideispruch mit dem national- liberalen Gedanken, wenn er auch seinem eigenen Lichte nach- geht.„Bismarck ist der Mann, zu dem wir schwören und der ju uns schwött. Er ist der unsere!"(Lebhafter Beifall.) Im ebrigen hoffe er, daß der Moment nicht mehr fern sein wird. wo die Nationallrberalen auch in Berlin eine Macht bilden werden.- Wenn dem guten Manne nur nicht die Zeit lang werden wird! Der Neichsetat wird- einer offiziösen Notiz zufolge- binnen Kurzem vollständig dem Bundesrathe vorliegen, so daß der Brauch, dem Reichstage alsbald bei seinem Zusammen. tritte rm November den Reichshaushalts- Etat vorzulegen, auch in diesem Jahre festgehalten werden wird. Bekanntlich wurde bisher der ModuS beobachtet, die einzelnen Epezialetats nicht erst an das Plenum des BundcsrathS. sondern sofort an die Ausschüsse gelangen zu lassen: eS dürften noch in dieser Woche die EtatS für den Rechnungshof, die Reichskanzlei, die Justiz- Verwaltung, das Retchscisenbahnamt, die Reichsdruckerei, die Zölle und VetJrauchSsteuern und die Reichsstempelabgaben den Bundesraths-Ausschüssen zugchen. In der Karoltnen-Angelegenheit veröffentlicht der „RetchS-Anz. daS zweite Schriftstück, welches der deutsche Gc- sandte m Madrid am 10 Oktober dem spanischen Minister des Auswärtigen übergeben hat. Die Note enthält die Antwort der deutschen Regierung an das Madrider Kabinct auf die von demselben eingegangene Begründung der spanischen Bcfitzrechte an den Karolinen, und Pelew Inseln. Am Schluß heißt es: Wtr werden lcdigltch nach Maßgabe der Thatsachen die Frage der Pnorrtat der Besitzergreifung der Insel Aap einer unbe- fangenen Prüfung unterzrehen, sobald die amtlichen Berichte unserer betheilrgten See-Ofsiziere vorliegen. Wir hoffen, daß dann durch fortgesetzte direkte und freundschaftliche VerHand» nach einer Pause mit bitterem, gehässigem Spott,„Oberst v. Stuckman« ist unbemittelt und—" „Ich bitte um Verzeihung, Fräulein Ella, da« Geld hat für den Oberst nie Werth gehabt, einen höheren Werth legt er auf sein Wappen; er würde behaupten, durch diese Verbindung wollten wir, meine Schwester und ich, un» enger mit dem Adel verbinden, in dessen Kreise wir uns damals hineingestohlen hätten. Diesen letzteren Vorwurf hat er uns schon einmal gemacht, wie mir aus zuverlässiger Quelle mttgetheilt worden ist. Daß doch die Vorurtheile des Adels eine unübersteigbare Schranke bilden müssen? Wte glücklich könnte ich werden, wenn diese Schranke nicht mich hinderte, das Ziel meiner sehnlichsten Wünsche zu er- reichen!" Ella schlug die dunklen Augen auf, ihr Blick hatte seine frühere Bitterkeit, seine herbe Schärfe verloren. „Sie?" fragte sie leise. Rabe ergriff schweigend ihre Hand und zog sie an seme Lippen. „Herr v. Lossow denkt wie der Oberst," erwiderte er, leise seufzend,„was nutzt e«, Hoffnungen und Träume» nachzuhängen, die sich nicht verwirklichen können! Dem Knaben verzeiht man es, wenn er Lustschlösser baut, aber der erfahrene Mann darf nur mit sicheren Faktoren rechnen." '„Auch er hat das Recht, die kühnste« Hoffnungen zu hegen," sagte Ella, die Wimpern senkend,„und vielleicht ist es seine eigene Schuld, wenn die Hoffnungen sich nicht ver, wirklichen." „So dürste auch ich hoffen?" stagte der Gutsbesitzer in steudiger Erregung. „Hoffen darf Zeder, Herr Rabe!" „Sie weichen mir au«, Ella!" „Welche andere Antwort verlangen Sie von mir?" er- widerte Fräulein v. Lossow, deren Wangen Purpurgluth übergoß.„Vorurtheile zu überwinden und zu besiegen, ist Sache de« Mannes, er muß den Kampf mit ihnen auf- nehmen und muthig in ihm ausharren, bis der Erfolg den Sieger krönt."' 8 »Und darf ich in dieftm Kampfe auf Ihre« Beistand lunfltn ein Einverständnis beider Regierungen erzielt� werden wird, und wir sind in dieser Hoffnung wesentlich destärkt wor> den, nachdem die spanische Regierung unserem Vorschlagt, die Frage der Entscheidung des Papstes au unterbreiten, dahin entgegengekommen ist, daß sie die Vermmelung Seiner Heiligkeit angenommen, und der Papst bereit ist, dieselbe eintreten zu laffen. Euere Exzellenz wollen der königlich spanischm Regie- rung anzeigen, daß wir in Folge deffen dem Kardinal-Staats- sckrctär die nöthigen Informationen über die Sachlage mit- tbeilen werden und anheimstellen, daß von spanischer Seite das Gleiche geschehe. Wir werden dieser Information Vergleichs- vorschlage in dem zwischen uns bereits besprochenen Sinne folgen laffen, sobald uns die schristlichm Berichte über die Be- sitzergreifung aus den Inseln vorliegen, welche ich von den da« bei betheiligt gewesenen deutschen See Offizieren erwarte. Heil unserem Kronprinzen l Unter diesem Jubelruf begrüßt die Eugen R i ch t e r' sche„Freifinnige Zeitung" an der Spitze ihrer Sonntagsnummer den Kronprinzen zu seinem Geburtstage. Nun wird fich Niemand wundern, daß in einem monarchischen Staate von den Monarchisten der Dynastie Huldigungen dargebracht werden; höchstens schütteln wahrhafte Monarchisten den Kops, wenn die Huldigungen den Charakter heuchlerischer und hündischer Schwetfwedelei an- nehmen. In den Blättern vom 18. d. M., die wir zu Ge- sichte bekamen(wie„Nordd. Allg."„Post", Magd. Ztg." u. a), die fich doch gewiß durch ihre besonders monarchische Gefinnung auszeichnen, fanden wir nirgends eine so entbufiastische Hervor- hehuna der Geburtstagsfeier als in dem Richter'schen Blatt. Es wrrd nun doch Keinem einfallen, den konservativen und nationalliberalen Blättern irgend welche Feindseligkeit gegen den Kronprinzen unterzuschieben. Woher nun gerade bei Eugen Richter dieses Hervordrängen seiner monarchischen Begeisterung? Der Mann, der fich aufs äußerste gegen den Vorwurf verwahrt, ein„verkappter Republikaner" zu sein, der für fich in Anspruch nimmt, zu den wahren Stützen der Hohenzollerndynastie zu ge- bören, der gr�ßm— oglige Fortschrittsmatador Eugen Richter ist nämlich auch ein großer Staatsmann. Er bedarf beim Fortschrittsphilister des NimbuS der RegierungSfähigkeit und dazu muß der Kronprinz herhalten. Es bedarf deS Scheines, daß der Kronprinz im Herzen ganz auf Seiten Eugen Richter'S steht; dieses Märchen wird sorgfältig von den Fortschrittlern Richter'schen Schlages gepflegt und verbreitet, wenn er auch zu dumm ist, um bei äscheren Leuten als den im Fortschritts- phrasenbrci versumpftesten Philistem noch Glauben zu fin- den. Wartet nur ab, ihr lieben Philister. Nach dem Kaiser kommt der Kronprinz und dann, ade Bismarck. Deinen Fußtritt hast du ficher und wir find dann oben auf. Le roi eit wort, vive le roi! Bismarck est moit, vive Engen Richter!*) Herr Eugen Richter schreit über Reaktion! Er gerade ist ein Hauptträger der Reaktion. Die Art, wie er liberale Ideen verKitt, ist es, welche dieselben herabsetzt. Statt dem Bürgerthum die Achtung vor steistnnigen Ideen beizubringen, Mannesmuth und UebcrzeugungSKeue zu wecken, sucht er durch allerlei kleinliche und noch dazu dumme Kniffe und Pfiffe dem Philister zu schmeicheln und ihn in die bodenloseste Versumpfung des Denkens und Empfindens hinab- zusenken. Zur Zuckersteuerfrage schreibt man der„Magdeb. Ztg." auS Berlin: Die Mtttheilungen, welche über die Richtung und den Inhalt der zu erwartenden Zuckersteuervorlage ver- breitet werden, kctcn mit einer Bestimmthett auf, als wenn dieselbe bereits fertig vorläge. Tbatsächlich befindet fich aber die Angelegenheit noch vollständig in den vorbereitenden Stadien, so daß selbst in den zunächst betheiliaten ReffortS der Regierung noch nicht mit Sicherheit beurtheilt werden kann, welcher Art der endgiltige Beschluß sein wird. Es ist daher vorläufig nur Kombinatton, wenn in der Preffe besttmmt be« hauptet wird, es werde eine Erhöhung der Rübenstcuer auf 1,80 Mark für den Doppelzentner beantragt werden. Einiger- maßen ficher oder wenigstens höchst wahrscheinlich ist nur, daß die Vorlage im Allgemeinen fich als eine Wiederholung des vor zwei Jahren erngebrachten, damals aber gar nicht zur Berathung im Reichstage gelangten Gesetzentwurfs er- weisen wird. Damit ist aber nur die Tendenz der- selben angedeutet, während bezüglich der Erhöhung der Rüdensteuer und der Normiruna der Bonifikationshöhe sehr wohl Abweichungen von den damals vorgeschlagenen Säpen denkbar find. Es giebt fich in dieser Beziehung in denjenigen Re« gierungSkreisen, welche bei der Feststellung der Vorlage vor« zugSweise betheiligt find, die Neigung kund, die Erhöhung der Steuer nicht sofort von 1,60 M. auf 1,80 M. eintreten zu laffen, wie der vorige Gesetzentwurf vorschlug, sondern für das erste Jahr nur auf 1,70 M. und darauf vom folgenden Jahre ab auf 1.80 M., zugleich aber in entsprechender Weise auch die Exportbonifikation für das zweite Jahr und weiter anders als für das erste Jahr zu normiren. Man darf es als wahr« *) Der König ist todt, es lebe der König! lautete die höfische Ankündigung des Todes des Königs am altfranzöfischen Hofe. Bismarck ist todt, es lebe Eugen Richter! rechnen?" fragte Rabe, die Hand Ella'« noch immer fest- haltend. Fräulein v. Lossow wandte verwirrt da» Antlttz ab, sie fürchtete offenbar, dem forschenden Blicke des Gutsbesitzers zu begegnen. „Ich kann diese Frage nicht beantworten," erwiderte sie,„wenigstens heute noch nicht, ich kann nur wiederhole«, daß jeder thatkräfttge Mann da« Recht hat, die kühnsten Hoffnungen zu hegen. Begnüge» Sie sich damit, und wenn der Kampf Ihnen angeboten wird, dann steten Sie kühn in die Schranke», der Sieger darf de» höchste« Prei« for- der«, er wstd ihn erhalten." Wieder zog Rabe die schmale Hand an seine Lippen, und schon jetzt leuchtete die Siegesfreude aus seinen �»3ch danke Ihnen," sagte er,„Sie zeigen mst einen Stern, deffen Licht fortan meine« dunklen Pfad erleuchten wird. Sie find die Freundin Arabella'«, Ihnen darf ich wohl die Bitte ans Herz lege», Ihren ganze» Einfluß auf- zubieten, diesem Hause den Frieden zu bewahren." „Die Verlobung Bella'« mit dem Assessor v. Stuck- mann würde freilich diese» Frieden stören," erwiderte Ella sint,en@te würde ihn vernichten. Sie würde da« Band zwischen dem Oberst und seinem Sohne zerreißen und den Haß des Erstere» gegen uns Alle steigern. Ich für merne Person habe ja gar kein Interesse daran, ich muß ja darauf gefaßt sein, daß über kurz oder lang der Schwiegersohn der Gencralm die Verwaltung der Güter übernehmen wird, und ich wäre ei« schlechter Rechner, wenn ich mich nrcht schon darauf vorberettet hätte. Ob dieser Schwiegersohn v Stuckmann heißt, oder ob er einen anderen Namen tragen wird, kann mst ebenfall« gleichgiltig sei», an der Sache selbst ändert es nicht«, und mein Stolz erlaubt mir nicht, die Rolle eine« fünften Rade« am Wagen zu �„Ich werde Bella warnen und sie auf die Folgen einer solchen Verlobung aufmerksam mache» ," sagte Fräulein v. Lossow entschlossen.„Da« ist die Pflicht der Freundin, und diese Pflicht gedenke ich zu erfüllen. scheinlich bezeichnen, daß dieser Modus dem neuen Gesetzent« wurs zu Grunde gelegt werden wird. Daß auch eine Melasse- besteueruna beanstagt werden sollte, ist nicht wahrscheinlich, aus dem ernfachen, schon bei der vorigen Vorlage entscheidenden Grunde, daß die zunehmende Verbesserung in dem Versahren der Melasse-Entzuckerung vorauSfichtlich«S bald dahin bringen wird, daß von Melasse überhaupt nicht mehr oder doch nur in ganz verschwindendem Umfangt die Rede sein kann. Die Frage des Verkauf« giftiger Medikamente wurde bereits in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses auf An- trag des Abg. Douglas eingehend desprocken. Es wurde auf die statistisch in ihrem Umfange nicht festzustellenden aber that« sächlich außerordentlich zahlreichen Vergiftungsfälle hingewiesen, welche namentlich in den niederen Volksklassen bei mangelnder zuverläsfiger Krankenpflege durch Verwechslung der Medizin- flaschen vorkommm. Herr Douglas beantragte, die Apotheken möchten angehalten werden, durch Farbe und Form der Flaschen k.(nicht blos durch die leicht ablösbare Etiquette) die giftigen äußerlichen Arzneimittel von den innerlich anzu- wendenden nicht giftigen kenntlich zu unterscheiden. Er sprach am Schluß seiner Rede noch die Bitte aus, man möge Schwefelsäure, das sogenannte Oleum, nur gefärbt in den Kleinhandel gelangen lassen, eben so chlorsauren Kali, Kleesalz u. dergl. nur in farbiger Umwicklung. Der Antrag Douglas wurde(was lange nicht im Hause vorgekommen) einstimmig angenommen. Die„Magd. Ztg." kann nun die erfreuliche Mit- therlung machen, daß auf Veranlassung dieser Anregung von Seiten der Behörde zum Theil'bereits Abhilfe geschaffen worden ist. Es ist verfügt worden, daß Zucker-, Salpeter- und ähnliche Säuren überhaupt nur noch gegen einen Gift- schein verabfolgt werden dürfen. Wettere Anordnungen, auch bezüglich farbiger Flaschen und Enveloppen, stehen bevor. Auch der Handel der Droguisten dürste in dieser Richtung be- schränkt werden. ES wurde schon in den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses vom Ministertische aus auf die Roth- wendigkeit einer reichsgesetzlichen Regelung dieser ganzen Angelegenheit hingewiesen; da fich dieselbe aber nicht so schnell erzielen läßt, so hat man bei der dringlichen Wichtig- keit der Sache zunächst in Preußen auf dem VersügungSwege begonnen. Die reichsgesetzliche Regelung wird jedoch nicht außer Acht gelassen, sondern ist in nicht allzu ferner Zeit zu erwarten. Stolz wie ei« Spanier verkündet Herr Eugen Richter in seiner Zeitung, daß er und sein Gefolge„unentwegt" die zweijährige Dienstzeit für die Fußtruppen weiter fordern. — Diese Betonung einer solchen einfachen, harmlosen und für einen wirklichen Liberalen selbstverständlichen Forderung beweist nur, daß eine größere Anzahl ver Deutsch. Freifinnigen für die- selbe nicht stimmen wird. Herr Richter wird übrigens diese Forderung im Reichstage auch gar nicht einmal stellen. Bei ihm ist eben Alle« nur eine Phrase. Au» Anlast des Verschollenbleibens der„Augusta" wird jetzt die Frage erörtert, ob die auf dem Schiffe Gewesenen durch die Veröffentlichung des„Reichs Anzeigers" für todt er- klärt worden find. Die„Germ." sagt hierzu: Dem ist nicht so. Da« Einketen des Reiches mit Penstonen für Wittwen und mtt Erziehungsgeldern für die Kinder Verschollener ist ab- hängig von der gerichtlichen Todeserklärung.(Da könnten also die Wittwen und Waisen drei Jahre lang hungern!) In dieser Beziehung bestimmt ein preußisches Landgesetz vom 24. Februar 1861, daß bei Echiffem oder seefahrenden Per- sonen, welche in außereuropäischen Meeren verschollen find, drei Jahre nach der letzten'Nachricht die gerichlttche Todes« erklärung stattzufinden hat. Da nun nach den Veröffent- lichungen der Admiralität der 2. Juni als Tag der letzten Nachricht über die„Augusta" festgehalten werden muß, so steht, wie der„H. C." bemerv, die Todeserklärung nicht vor dem 2. Juni 1888 zu erwarten. Aus Leipzig wird eine„wichttge" Entscheidung des Mi- nisterium des Innern in Bezug auf ZlolkSversamm« l u n g e n gemeldet. Nach dieser Entscheidung hat der über- wachende Polizeibeamte kein Recht, den Redner zur Sache oder zur Tagesordnung zu tufen. Nach dem sächstfchen Vereins- aesetz aber muß bei der Anmeldung der Versammlung die Tagesordnung angegeben werden. Konsequenterweise wird nunmehr, wenn der Redner von dieser angemeldeten TageS- ordnung abweicht, der überwachende Beamte den Redner nicht mehr unterbrechen, sondern sofort die Versammlung auflösen. Eo wird ei da« sächstsche Ministerium auch wohl gemeint haben. Glaube man nicht, daß in Sachsen auch nur die ge- ringsten liberalen Anwandlungen im Schöße der Regierung stattfinden könnten! Freilich, wo anders ist's„äbenso". Halle, 20. Oftober. Die Stadlverordneten' Versammlung hat die Vorlage des Magisttats, best. Einführung einer l o- kalen Bier st euer, mit 22 gegen 12 Stimmen genehmigt. Das eingeführte fremde Bier zahlt 65 Pf. pro Hektoliter, daS am Orte gebraute einen 50prozentigen Zuschlag zur Braumalz- steuer. Der Erttag soll hauptsächlich zur Entlajtung der untern Stufen der kommunalen Klassensteuer dienen. Der Kampf war ein ziemlich lebhafter.— Jedenfalls eine recht eigenthümliche Entlastung. WaS nützt es den ärmeren Bewohnern, wenn Wie aber, wenn diese Warnung zu ftüh käme, wenn Ihre Vermuthuna wirklich grundlos wäre? Würde in diesem Falle möglicherweise nicht da« Gegentheil erreicht werden von dem, was wir erreichen wollen?" „Ich überlasse e« vertrauensvoll meinem liebenswürdigen und kluge» Verbündeten, vorher das Terrain zu sondiren" erwiderte Rabe lächelnd.„Ihrem Scharfblick kann und wird die Wahrheit nicht verborgen bleiben. Ich brauche Sie wohl auch nicht darauf aufmerksam zu machen, daß unser Bünd- niß ei» streng verschwiegene» Geheimniß bleiben muß Sie kennen die völlig unberechtigte Abneigung Arabella'« gegen mich!" w""d ihr bereit- von dieser geheimen Unter. redung MtttHetlung gemacht haben." »Eben deshalb müsse« wir desto vorsichtiger sei» Können wir un« nicht über die Kultur der hochstämmigen Rosen unterhalten habe«? Arabella weiß, daß wir Beide uns dafür interesfiren, daß die Rosenkultur unser gemein- sames Steckenpferd ist, und da ich gerade vor einigen Tage» eine Sendung der seltensten und prächtigsten Sorte« erhalten habe, so—" ewige Namen der neuen Sorten." „Hier habe» Sie ei» vollständige» Verzeichniß" er- widerte Rabe scherzend, während er einen gedruckten Katalog au« der Tasche zog,„mit dieser Waffe können Sie allen Vermuthungen erfolgreich entgegentreten.— Wen» mich eine Erinuerung, die in diesem Augenblick in mir aussteigt nicht trügt, so brachte man vor einem Jahre den Namen meiner Uebenswürdigen Freundin mit dem Namen de« Assessor« in »ah« Verbindung," fuhr er in ernsterem, nachdenklichem Tone fort,„ich wies damals schon diese Behauptung als eine müßige Erfindung zurück." „Und da« war sie auch." sagte Fräulein von Lossow. aber der Ausdruck thre« Gesicht« strafte ihre Worte Lüae „E« tst ja möglich daß mein Papa diese Verbindung im M SÄ sich memals meiner Sympathie erfreut." ihnen die Klassensteuer erlassen, dagegen aber jedes GlaS B« vertheuert wird? Mannheim, 21. Oftober. An eine große Anzahl hiefae Sozialdemokraten werden soeben hektographirte Zettel versank- worin denselben vorläufig mitgetheilt wird, daß Herr Untn der Lil Jahres % suchungsrichter Walz eine Untersuchung eingeleitet habe weac Uebertretung des§ 13 deS dadischen Vereinsgesetzes. ...-.. DieL sache dieser Anklage ist kurz folgende: Im Sommer dip Jahres war der Reichstagsabgeordnete Bebel hier auf# Geschäftsreise, und fand fich, wie jeder für selbstveiständ!- hält, mit einer Anzahl seiner GefinnungSgenossen zusamim- um einen Epaziergang zu machen. Dieser Spaziergang defo» fich auS bis zur Neckarspitze, wo man der Hitze wegen J- machte. Diese harmlose und durchaus nicht heimliche 3- sammenkunft, zu der fich die Leute zufällig zusammensänke soll als— Volksversammlung von der Polizei betrachtet m* den sein, weshalb Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erM wurde, welche nach Vernehmung einiger der Betheiligten» Sache dem Untersuchungsrichter übergab. München, 21. Oktober. Der Anttag Gabler, die Mili� dienstzeit her Theologen zu verkürzen, wurde in namentM Abstimmung mit 86 gegen 54 Stimmen vom Abgeordnn» hause angenommen. Der Kriegsminister v. Feilitzsch erklN daß es fich bei dem Ankaae um eine Frage handele, die* das Forum des Reichs gehöre. Die Regierung werde in-' die betreffenden Bestimmungen auch weiterhin mit Wohls«»' handhaben. Die unehelichen Kinder find die„Märtyrer des To� Die Sterblichkeit der unehelich Geborenen ist bei weitem arv als diejenige der ehelichen Kinder. Kein Wunder! Tief d rückende Mehrzahl der Mütter, die illegitime Geburten rekrutirt fich aus dem Proletariat, und der Kampf um'» sein, so schon verheerender als die schrecklichlichste Seuch«.' am furchtbarsten für daS arme Weib, daS für fich un»? Kind mit dem kärglichen Lohn sorgen soll, mit dem weidi» Arbeit dezahlt wird. Und wenn nur immer Arbeit vorb«� wäre! Jn'zahlreichen Fällen ist die Mutter nicht im StS- ihr Kind selbst zu pflegen und aufzuziehen, fie muß es Ml Ziehe" geben. Die Engelmacherei spielt dabei eine großes oft genug, ohne daß dre Mutter des KindeS eine Ahnung' von hat. Lassen wir die Zahlen amtlicher Statistik ß* Vom Tausend der Geborenen im preußischen 6", find mit Einschluß der Todtgeborenen vor der Vollendung' ersten Lebensjahres gestorben: De aus P rusfische buh httfigen mehr a! einen zi südslavi bt ist, toafi % aben d . egimet bataillot gesendet 1876 1877 1878 1879 1880 1881 1882 Durchschntt Von den ehelichen Kindern Von den unehelichen Kindem 393,37 371,00 380,83 381,26 395,63 386,22 388,44 385,26 Von den uneW4 mehr als von' ehelichen Kink» 162,69 15289 159,78 160,50 163,23 165,30 159,27 230,88 218,11 221,05 220,76 232,40 220,82 229,17 224.74 Die durchschnittliche Sterblich lichen Kinder bis zur Vollendung ih Lebensjahre» hat also 171,3 p Ct. der schnittlichen Sterblichkeit ehelicher Rlf betragen, und von je lOOQ ehelichen überlebten 160,52 mehr als von derselben U« 33%� mwsmm# MMMUM MMMU derselben Sahl eheltch Geborener vor der Vollendung de» � te wchnen fei «erden I doppelt 515 an «ttte dal S Ä Öffnung 159,27 160,52 I »keit der»»<' ung ihres 1 fijä th en% ersten itgenWil K'chauer äz Schnitt. -verbluten aber Nietn einmal zi »engt Hab bis auf d % Ä langer na den cot He W Htoufei th. e W Sterblichkeitsziffer überhaupt� W Zeit der Krisen vre vlerdlichkettsziffer überhaupt fo räumt ttn Krach mtt seinen Nachwehen, als da find Elend, Arbertslostgteit ganz besonders auf unter den' gel 5"st übe, »US einer -------- gfl( „So hatte ich also Recht," nickte Rabe, während","M den Arm bot, um fie hinauszuführen,„ich—■l8« Gerücht sofort auf die Freundschaft der Jj Väter zurück. Oder sollte der Assessor selbst eS%i und verbreitet haben? Mir gegenüber wollte man«»*% te«, man sagte, er habe zu de» Gratulationen seiner tr gelächelt." «Soll er da« wirklich gethan haben?". „Ich behaupte nicht«, Ella, ich berichte Ihnen, man mir mitgetheilt hat, ohne indeß eine Garantie"V Richtigfett zu übernehmen. Das Gerücht hat dam» jich behauptet, und doch hätte e« in der Macht de«- gelegen, ihm Schweige» zu gebieten."„m Rabe blieb jetzt vor dem Boudoir Arabella'« „Ich hoffe, Sie bald wiederzusehen und zu dürfen, an die ermuthigendev Worte erinnern mir vorhin gesagt haben." flüsteile er, Fräulein v. Lossow sah ihn an, als ob seiner Worte nicht ganz verstanden habe, aber leuchtenden Blick begegnete, schlug sie verwirrt i W 4 ttnb -st ss| mb% u.b«...»««, MMZ-MM tot Siebe", man oergleldbe oben nur j. B. die Ziffern des Jahres 1875 und 1876. Eine rationellere Regelung unseres WirthschaftSlebens wird dieser traurigen sozialen Erscheinung tot Spitze abbrechen. 91 u � 1 a n b« Dem in Lemberg erscheinenden„Dziennik PolSki" wird aus Warschau berichtet:„Zu Ehren von zweiundzwanzig russischen Offizieren, die sich nach Rumelien begeben, um in tot bulgarische Armee einzutreten, fand am 16. d. M. un hltfigen Militär-Kasino ein großes Bankett statt, an welchem mehr als fünfhundert Offiziere theUnahmen. Die Feier nahm «nen ziemlich lebhaften Verlauf. ES wurde auf die bedrängten südslavischen Brüder und auf Oberst Nikolajew, welcher, dem Utas des Czais entgegen, in der bulgarischen Armee verblieben Ut, toastitt. Die Versammlung richtete sofort ein Telegramm an Nikolajew nach Philippopel, welches jedoch behördlrch in» h'bitt und den Absendern zurückgestellt wurde. In Folge deffen h->den die Festtheilnehmer, sowie die Offiziere des 14. Dragoner- Regiments in Petrikow und die Offiziere deS Schützen- dataillons in Czenstochow an Nikalajew eine Abreffe per Post gesendet." lokales. ll-ßganger unpaffirbaren Zustand versetzt. Auf langen «Necken ist daS Trottoir verschunden und bei Regenwetter de- jetihnen trübe Waffertümpel die Stelle, an der eS fich einst Rfn?uzu läßt die Beleuchtung der Straße an manchen Sl* ebenfalls zu wünschen übrig und alle diese Uebelstände W U" dem sehr lebhaften Verkehr in den Abendstunden «Mu unaugenehm empfunden. Für kurzstchtige Paffanten toe Wassertümpel, welche im zweifelhaften Scheine der °«"Aaiit durch den Hals beigebracht wird, aus dem dann üeii„in er fich langsam verblutet.— Wer nun einmal Gelegen« (ja. B'W't hat, diese beiden Arten des EchlachtenS zu beob« üb«-*" �lrd zugeben, daß dieS rituelle Schlachten gegen» iNai,k-sitwöhnlichen Tödten der Rinder im höchsten Maße «Ai" 7 lt. Während das stärkste Rind nach wenigen kräftigen iinh auf den Kopf laut und bewegungslos zusammenstürzt t>iL Ablassen des Blutes durch eine am Halse beigebrachte bi.k»I'll lchon kein Lebenszeichen mehr von fich giebt, so daß q.le Art der Tödtung jedes aufregenden Eindrucks auf den «st wauer entbehrt, ist das Schächten der Rinder ein im höchsten Mße grausames Schauspiel- Das Thier hängt mit gefesselten 'rußen in wagerechter Stellung auf dem Rücken liegend in geringer Höhe über dem Boden und empfängt in dieser Lage, todem ihm der Kopf nach unten gedrückt wird, den tödtlichen Schnitt. Nun behauptet man, diese Art des langsamen Verblutens sei ein durchaus schmerzloser Tod; das weiß aber Niemand aus praktischer Erfahrung und wer dieser Prozedur einmal zugesehen hat, der wird fich vom Gegentheil über- zeugt baden. Es ist ein widerwärtiger Anblick, da« mit dem biS auf die Halswirbel durchschnittenen Halse daliegende Thier �.-Jehen, das fich in mächtigm Bewegungen gegen seine pslseln sträubt und mit dem Schwänze den Boden peitscht; «dhafte Muskelzuckungen an dem todten und schon enthäupteten norper kann man nach dreißig ja vierzig Minuten und noch ffuisser nach der Verblutung des ThiereS beobachten, was bei «en orn her durch Schlägen betäubten Thieren nie oder nur ll ganz geringem und kaum wahrnehmbarem Maße zu de« Men ist. Wir möchten in der That glauben, daß unsere �bischen Mitbürger auf diese grausame Art des Schlachtens Mi verzichten könnten, das doch gegenüber den neueren Fort- Mten nur noch ein inhumanes Ueberbleidsel vergangener Jahrtausende ist. ld. gin originelles Verfahren, die ungewissen Früchte C xausdettelei mit mehr AuSficht auf Erfolg einzuheimsen, ?? v to» ein ingeniöser Fechtbruder ersonnen. Derselbe läßt fich f mLflfolrieb jener Räuber- und Mordgeschichten und Be- !»us jpUnaen wunderbarer Begebenheiten angelegen sein, welche 0\l ej». Mlichen Jahrmärkten und Schützenplätzen noch immer eN°« i» v9to|e Rolle spielen und Bewunderer und Käufer finden, villi? Stadt der Intelligenz fich aber kaum noch einen frei- pt ,13 teut. v? Leserkreis zu erobern vermögen, weshalb die Rolpot« �Mer„Werfe" allerlei künstliche Mittel erfinnen, um fich Schönheit und Liebenswürdigkeit dem Herzen Liebe einflöße» können! Siist übl.?% selbst mit ehrlicher Offenheit sagte, hatte er aas ZM jd*e Zukunft vachgedacht, und die Folgen, die Men Hkirath Arabella'« für ihn erwuchsen, reiflich er- der künftige Gatte Arabella'«, wie sich da« Rab/'rV'lß, die Verwalwng de« Gute« übernahm, so war "ad b«, oie Tnade seiner Schwester allein angewiesen, '"torte' eden eine« von Almosen existirendea Bettler« neue Absatzgebiete zu verschaffen. Eines der originellsten bat fich jener Schlauberger erdacht. Als Operationsfeld hat er fich die Vorstädte ersehen, in denen am Tage die männliche Be> völkerung zum großen Theile von Hause abwesend ist und nur die Frauen in den Wohnungen anzutreffen find, auf deren Weichherzsgkeit er spelulrrt. Aber wohl wissend, daß auch die Frauen ihm kurzer Hand die Thüre vor der Nase zuschließen, läßt er fich gar nicht erst auf ein Gespräch ein. sondern über- reicht schweigend seine Werke, mit diesen zugleich aber einen Zettel, auf welchem unter Hinweis auf seine Hilflose Lage um den Ankauf der bewußten„Werke" gebeten wird mit dem nicht mißzuverstekenden Hinweise:„Ich warte draußen." In der Meinung, einen unglücklichen Stummen vor fich zu haben, lassen fich thatsächlich Viele bewegen, des guten Zweckes wegen die geforderten 10 Pf. zu opfern, werden aber in ihrem Glau- den gewaltig getäuscht, da der Betreffende beim Empfang der 10 Pf. in verbindlichster Weise seinen Dank ausspricht. Wenn auch dai fich selbst gegebene Gelübde:„Einmal und nicht wieder!" von den geprellten Hausftauen mit aller Strenge ge- halten wird, so dürfte der schlaue Spekulant doch immerhin ein ganz gutes Geschäft machen auf seiner Reise durch Berlin. g. Nsch ist der Winter nicht in sein Recht getreten und schon hält es schwer, die günstiger belegenen unbebauten Grundstückskomplexe zur Herstellung von Eisbahnen zu pachten. Welche Gründe die Unternehmer veranlassen, anzu- nehmen, daß der bevorstehende Winter für die Pachtung von Eisbahnen ganz besonders günstig zu werden verspricht, wissen wir nicht, Thatsache aber ist, daß die Eisbahnpächter fich gegen- seitig überbieten und für manche Terrains eine ganz horrende Pacht bezahlen. Bekanntlich haben die Eisbahnpächter im vorigen Jahr nicht gerade Rosen gepflückt, und so wäre ihnen zu wünschen, daß nrcht auch der bevorstehende Winter ihnen ebenso große Enttäuschungen bringt. j. Die Kriminal-Polizei hat in letzter Zeit mit dm StcUenvermittlungS Schwindlern gründlich aufgeräumt. Im Ganzen find seit etwa einem Jahre neun solcher Schmarotzer, die ausschließlich aus die bittere Roth der Unbemittelten spe- kulirm, zur gerichtlichm Bestrafung gebracht wordm. Gegm mehrere ist seitens des Gerichts auf sehr erhebliche FreiheitS strafen erkannt worden. Zur Zeit schwebt nur noch ein solcher Prozeß, der auch mit einer Verurtheilung enden dürfte. ES scheint. alS ob dieses energische Vorgehen der Kriminalpolizei diese Schwindler gründlich eingeschüchtert hat, denn die Zahl der diesbezüglichen Anzeigen, die förmlich früher regneten, hat fich in jüngster Zeit ungemein beschränkt. Am wirksamsten je- doch erweist fich das Verfahrm der Administrattvbehördm, welche solchen verdächtigen Agenten einfach die Konzession mt- ziehen, sobald nachgewiesm ist, daß fie ihrem Erwerb nicht auf reelle Weise nachgeHm. Bei einigen hat man dieser Tage so- gar die betreffenden Aushängeschilder entfernt. Nichtsdestoweniger mag auf diesem Gebiet noch immer heimlich„gearbeitet" werden und zwar besonders auf den Bahnhöfen, wo die fremden Arbeitsucher ankommm. Dort findm solche„Schlepper" für angeblich vakante, aber gar nicht existtrende Stellen noch immer zahlreiche Opfer, die fich trotz der scharfen Polizei« Vigilanz von ihnen ausbeuten lassen. g. Die schon wiederholt in der Presse gerügte Unftttt kleine Kinder mit gläsernen Gefäßen zum Einkauf zu schicken, hat gestern Vormittag wiederum einen bedauerlichen Unglücks- fall zur Folge gehabt. DaS 7 Jahre alle Töchterchen eine« in der Markgrafen straße wohnenden Schneidermeisters hatte von der Mutter den Austrag erhatten, von einem in der Kochstraße wohnenden Kaufmann eine Flasche Petroleum zu holen. Als das Kind bei der Rückkehr mit der gefüllten Flasche den Straßendamm überschreiten wollte, wurde es durch einen daher fahrenden Wagen zur schnelleren Gangart veranlaßt, glitt zur Erde und fiel so unglücklich, daß die Flasche zerschlug und es sich an den Scherben die beiden Aermchen sowie die Finger der linken Hand recht erheblich zerschnitt. Ein Heilgehilfe, der daS Kind kannte, verband dasselbe und führte es sodann den nicht wenig erschreckten Eltern zu. R. Uebertriebene Angst vor Strafe. Der achtjährige Willy, Sohn eines in der Martenstraße wohnenden Beamten, hatte ohne Wissen der Eltern vierzehn Tage hindurch die Schule geschwänzt. Gestern Mittag erschien nun der Schul- direktor bei den Eltem, um fich nach dem Grund für daS so lange Fehlen des Knaben zu erkundigen. Natürlicherweise waren die Eltern aufs Höchste überrascht und der gestrenge Herr Papa versicherte dem Schulmann, daß er durch eine ge- hörige Tracht Prügel für zukünftigen regelmäßigen Schulbesuch Sorge tragen werde. Das Gespräch war, namentlich von dem aufgeregten Vater, ziemlich laut geführt und so von der im Nebenzimmer weilenden 12 jährigen Schwester deS kleinen Sünders angehört worden. Diese hatte nichts eiligeres zu thun, als dre Treppe hinab in den Hof zu laufen und dem hier spielenden Bruder den Besuch des DirettorS mitzutheilen und vor den angedrohten Prügeln deS Papa zu warnen. Der hierdurch aufs Höchste erregte und geängsttgte Knabe lies sofort auf die Straße, nach dem HumboldiShafen zu und spranghier ohne weiteres ins Wasser. Glücklicherweise waren in der Nähe �nte bpm eoen eines von aimoien------- p. N«�ü??�>oh«ten Manne wahrlich nicht zusagen. st. für u. k«: und peinvoller gestalteten die Verhältnisse W;?' wenn die Generalin vor ihm starb, e» wäre a'< Xx.gewesen, seine Existenz von der Gnade Ära r. tief. ,010 machen zu müssen. ,, binbf.'eostlosen Gedanken bereiteten ihm manche trübe Ell» sw hatten allmälig den Entschluß in ihm gereift, „sel- Lossow zu werbe« und Alles aufzubieten, dieses Mette. uj5,�en' welche« ihm eine sorgenfteie Existenz �ez»7, zugleich seinem Ehrgeiz und seinem Stolze ein bot. �"tome Lossow hatte seine Werbung günstig auf- Mhigt''W sogar zu dem Kampfe mit ihrem Vater er- ito�üt'»*, war dem Ziele schon um eine» bedeutenden und» gekommen, und er durste hoffen, mit einigem ». Jose»s," a"er e« zu erreichen. totend fit eingetreten, die Befehle seine« Herrn er- wv»aÄ, n 08 der Thüre. Ü er tel i,,8e soll gesattelt werden," gebot Rabe, wäh- "toen» Sjdtet blieb und einen Blick auf seine Uhr warf, Sie nst.M Äscher den Befehl gegeben haben, kom- b.®r traf zurück." tost Käftipl 98. den Schreibtisch und nahm eine Zigarre au« "achbenfi�'e« eine Werle prüfend betrachtete und dann ... 3oCr'4er Miene anzündete. MIT Arbeiter beschäftigt, die den jugendlichen Selbstmörder auS dem Waffer zogen, ibn dann gehörig durchprügelten und zu den nichts ahnenden Eltern zurück begleiteten. R. Blutvergiftung. Der penstonirte Lehrer Stengel in der Puttkamerstraße beschäftigte fich in seinen vielen Muße- stunden gern mit dem Ausstopfen von Vögeln. Vor einiger Zeit hatte St. einen kleinen Riß zwischen Daumen und Zeige- finger fich zugezogen und hier hinein mußte wohl Arsenik ge- kommen sein, deffen sich Et. bei dem Ausstopfen bediente, denn heftige Schmerzen und Anschwellung der ganzen linken Hand veranlaßten den sehr ängstlichen Herrn, sofort Hilfe bei einem Arzt zu suchen. Dieser lonstatirte denn auch eine Blut» Vergiftung und meinte, daß nur die schnelle Anwendung geeig« neter Mittel Herrn St. vor einem langwierigen Leiden be« wahrt habe. Selbstmordversuch. Wiederum haben wir leider über einen Selbstmordversuch zu berichten. In der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr sank in einem Restaurant in der Linien» straße plötzlich eine Kellnerin, die fich den ganzen Abend über durch ein auffallend lebhaftes Benehmen bemerkbar gemacht hatte, unter heftigen Krämpfen zu Boden. Da einige Gäste die Nothwendigkert, eine Hebeamme zu Rathe zu ziehen, betonten, wurde eine solche herbeigeholt, doch erklärte diese ihre Hilfe für noch längere Zeit als unnöthig. Ein nun herbeigerufener Arzt konstatirte eine Strychninvermftung, und es gelang ihm nach längeren Bemühungen, durch geeignete Mittel die Selbstmörderin wieder zum Bewußtsein zu bringen, ohne daß fie jedoch über die Motive ihrer That Angaben machen konnte. Dieselbe wurde darauf auf Anordnung des Arztes in daS katholische Krankenhaus geschafft, doch soll ihr Zustand ein wenig Hoffnung erweckender sein. g. lieber den Selbstmord eine« bei dem Droguen- waarenhändler Stellmacher in der Weinstraße 29 beschäftigten Lehrlings erfahren wir folgendes. Der Kaufmann St. hatte bereits wiederholt die Erfahrung gemacht, daß sein Lehrling, den er erst seit wenigen Monaten in Stellung genommen, der Ladenkaffe einen Besuch abgestattet hatte. Nachdem er die« auch am vergangenen Sonnabend bemerkt, wollte St. den Lehrling sofort der Polizei übergeben, wurde jedoch von diesem inständigst gebeten, diese« Vorhaben wenigstens bis zu der am Sonntag zu erwartenden Ankunft des in Stettin wohnenden Vaters des Lehrlings zu verschieben. Der Kaufmann ließ fich auch hierzu bewegen, war aber nicht wenig erstaunt, als er am andern Morgen den Lehrlina weder sah noch hätte. Als man die Lagerstätte deS jungen Mannes aufsuchte, fand man den- selben todt vor. Er hatte fich anscheinend mit Schweinfutter Grün vergiftet. Der junge Mensch soll einen wenig festen Charakter gehabt und schon mehrere Stellungen als Lehrling eingenommen haben. Da er fich aber stets etwas zu Schulden kommen ließ, so wurde er überall nach kurzer Zeit entlassen. Seine Leiche- wurde am Sonntag Morgen nach der Morgue geschafft. Loutsenstädtisches Theater. Um das Repertoir recht abwechslungsreich für den Winter»u gestalten, glaubt die Di» reftion, auch das Operetten- Genre nicht oernachläsfigen zu sollen. Am nächsten Montag wird daher die komische Operette„DaS Testament des Herzogs", Mufik von G- Eeydel, in Szene gehen. Ganz neue Ausstattung und die sorgfältigste Besetzung werden eS ficherlich ermöglichen, daß das melodiöse Wett fich den allgemeinen Beifall erwirbt. Alhambra-Theater. Trotzdem fich der Besuch zu den Votttellungen des Lebensbildes„In Leid und Freud" von Aufführung zu Aufführung steigert, soll ungeachtet dieses Um- standeS bereits am Sonnabend die Novität„Des Seiltänzers Sohn" zur Darstellung gelangen. Poltzet-Bericht. Als der Milchhändler Fechner am22.d. M. Abends mit seinem Fuhrwett die Kulmstraße pasfitte, wurde er von einem ihm zwar der Person, jedoch nicht dem Namen nach bekannten Arbeiter gebeten, ihn nach dem Asyl für Ob- dachslose, in der Friedenstraße, zu bttngen. Er nahm den Mann mit fich. gewährte ihm vorläufig Unterkommen in seinem Pferdestall und ließ ihm auch Kost verabreichen. Am 21. d. M. Abends wurde der Mann jedoch todt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduttionshause geschafft.— Am 21-*- M. VormittagS vergiftete fich ein schon seit längerer Zeit an VerfolgunaS-Wahnstnn leidender Mann in seiner Wohnung, in der Friedrichsbergerstraße, mittelst Arsenik.— Um dieselbe Zeit wurden im Landwehr-Kanal am Kott- buser Ufer die Leiche eines etwa 35 Jahre alten unbekannten ManneS und an demselben Tage Nachmittags auf dem Flur des HauseS Koppenstr. 79/80 dre Leiche eines anscheinend dem Arbeiterstande angehöttgen, etwa 40 Jahre alten Mannes auf» gefunden und beide nach dem Obduttionshause geschafft. Nach Angabe des hinzugezogenen ArzteS scheint bei dem Letzteren der Tod in Folge Schlagfluffes eingetreten zu sein.— An dem» selben Nachmittage sprang ein Mann vor dem Hause Gitschi- nerstr. 109, um fich zu ettränken, in den Landwehrkanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen. Derselbe war statt angetrunken und verweigerte jede Angabe über die Wer» anlaffung zur That. WWUWW „Ich werde vielleicht spät aus der Stadt zurückkehren," sagte er,„Sie wisse«, wa« Sie in diesem Falle zu thun haben. Ich hoffe, daß ich nicht wieder genöthigt werde, meine Heimkehr in geräuschvoller Weise kundmachen zu müssen, Sie können den Hufschlag meines Pferde« deutlich genug hören und mir die Thür so ftüh öffnen, daß ich nicht die Glocke zu ziehen brauche." „Ich bitte nochmals um Entschuldigung—" „Schon gut, schlafen Sie nur nicht wieder ein, Wachsamkeit ist da« Geringste, wa< ich verlangen kann. Weshalb sehen Sie mich so seltsam an?" Der Kammerdiener fuhr erschreckt zusammen und suchte seine Verlegenheit hinter einem erzwungenen Lächeln zu verbergen. „Zn der Gesiodestube war vorhin die Rede von der Ermordung des Doktor» Wieland," sagte er. „Und wa« wißt Ihr Alle denn davon?" ftagte Rabe spöttisch.„Von Euch Allen war damals Keiner in meinen Diensten." „Nur der alte Gärtner." „Georg? Richtig, an den dachte ich nicht. Der alte Schwätzer hat Euch jedenfalls den Vorfall lang und breit erzählen müssen?" „Er hat kaum mehr erzählt, als wir schon wußten," sagte Joseph achselzuckend,„aber er ließ ewige Aeußerungen fallen, die mich beftemdeten." Rabe blickte den Diener scharf an, e« war ei« durchbohrender Blick, der in die geheimste» Tiefen der Seele ein- dnngen zu wollen schien. .Bezogen diese Aeußerungen sich auf jenen Vorfall?" ftagte er. � „Jawohl. Er sagte geradezu, der Man«, der gester» verhaftet worden sei, habe die That nicht begangen." „Gewäsch eine« SchwachkopfeS!" „Ein Anderer habe das Verbrechen verübt, und dabei ließ er deutlich durchblicken, daß er wisse, wer dieser Andere sei. Aber mit der Sprache wollte er nicht herausrÄcken, er sei ein alter Mann, meinte er, und wenn er au« dem Dienst fortgejagt werde, müsse er verhungern." Der Gutsbesitzer hatte die L'ppen fest aufeinander ge- preßt die buschigen Brauen, unter denen die zornfunkelnden Augen Flammen sprühten, zogen sich drohend zusammen. ,Der Mann ist ein Narr." sagte er mrt mühsam er» zwun'gener Ruhe,„einer von jene» kindischen Thoren, die jede Gelegenheit ergreifen, um ihre eigene Person in den Vordergrund zu drängen. WaS soll diese Geheimniß» krämerei und Wichtigthuerei bedeuten? Wenn er einen Aufschluß geben konnte, weshalb hat er es damals nicht �„Weil er, um seine eigenen Worte zu gebrauche«, fich die Finger nicht verbrennen wollte," erwidctte Joseph. „Da« verstehe ich nicht." „ES war auch uns Allen unverstätrdlich, aber er wollte die Frage«, vi« wir deshalb an ihn richteten, nicht beant» motten. Dann kam Fräulein v. Lossow, und ich mußte da« Zimmer verlassen, um die Dame zu empfangen; als ich zurückkehtte, war der Gättner mit Mananne und Franz allein, und ich hörte, daß er von Papieren sprach, welche die Beiden nach seinem Tode erben sollten." „Werthpapiere?" .Keineswegs— Papiere, die über die Person deS Mörder« Aufschluß geben sollen/' „In der That?" spottete Rabe, um dessen Lrppe« e» seltsam zuckte.„Der alte Bursche scheint ein schlauer In- tnguant zu sein. Erst«ach seinem Tode sollen diese Pa« piere an das Tageslicht kommen? Weshalb nicht früher? Fürchtet er, man könnte ihn wegen de« Blödsinns, den er wahrscheinlich niedergeschtteben hat, zur Rechenschaft ziehen? Keinesfalls kann er die Wahrheit de« Niedergeschriebenen beweisen, er würde sonst die Papiere längst dem Gettcht übergeben habe«. Hat er nicht gesagt, wo er fie aufbe» wahrt?" „Davon habe ich leider nicht» gehött, den Beide» wird er eS wohl gesagt haben. Wenn Sie aber wünschen, Herr Rabe, daß ich e« erforsche, so werde ich mir alle Mühe geben—" „Bah, ich weiß voraus, daß der Inhalt dieser Papiere keinen Heller werth ist," sagte der Gutsbesitzer achsel- zuckend. (Fortsetzung folgt.) N Die i o I a. N- Kä % \\ u e 3 V w Z 3 S » « o o tjT o (M CO CO o b- 8 CO Q I Z. N» 'CÖ Q I s « I u s- von «tue Theodor Fricke, nur 174 Oranienftraße 174 Berlin SO., empfiehlt zu fefiett Preisen: Wolleue Herreu-westen. Preis für 1 Stück 3,50, 4,00, 4,50, 5.50, 6,00, extra feine Qualität bis 10,00, 12,00 Ml. Wolleue Tailleu-Tücher. Maw�iu. vameu- uud Aiuder-Caoottm. Farben: schwarz, weiß, bordeaux, arenat. marine k. Für Kinder«i Stück 25. 50, 75, 1,00, 1,25, 150. a Stück 3,00, 3,50, 4,00, 5,50, 6,50, 7,50 Ml.„ Damen a„ 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00. Wolleue gehäkelte Ämder Lleldche». Kinder-Tricots. a Stück 2,50, 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 6,50, 6,00. Baumwollene a Stück 80, 90, 1,00, 1,10, 1,20»c. Vigogne„„ 80. 90. 1,00, 1,10, 1,20 je. 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Krritag, de» 23. Oktober 1885. NoUtische Ueberstcht. Die braunschweiger Erbfolgefrage ist nun gelöst war- Der Landtag wählte am Mittwoch einstimmig den Prinzen »wrecht von Preußen zum Regenten. Zugleich wurden drei ?»l>l�der gewählt, die dem Prinzen die Wahl olfizieS ver- lunden sollen. ,. Herr Stöcke» wird im ersten Berliner LandtagSwahlkreise Z.ia neben ihm die Herren von Leaetzow und Ober- Nttister Brandes.(Der erste LandtagSwahlkreis hat drei Ab- �ordnete zu wählen.) Nach dem bisherigen Verhalten der �anonalliberalen zu urtheilcn, werden dieselben Arm in Arm "®tn Jüngern des„zweiten Luther" marschiren. »..Auch ein Grund zur Auflösung der Versammlung. r�Jjlaiow wird der„Kreuz. Zeitung" und der„Post" über- »flimmend geschrieben, daß eine dortige polnische Wähler- •* l a m m l u n g von dem Bürgermeister Löhrke in Flatow «>!] gelöst worden sei, weil die Rede eines Geistlichen von «.i �Äer, eines Bruders des Abgeordneten dieses Namens, .l.ue Wahlbelehrun g enthalten habe. Die„Volks- Ls8. demerkt dazu: Da man annehmen darf, daß die erden konservativen Blätter die Wahrheit berichtet haben, so 3 wan folgern, daß der Bürgermeister Löh-ke uugesetzlich ttk chat. Ob das, was ein Redner sagt, eine„Wahlbe- s??38. W oder nicht, ob er stch von der Tagesordnung ent- vi-Sif? kr über andere Dinge spricht, als über solche, die htotf iibcrflüsfiger Weise in der Anmeldung bei der Polizeibe- m 1,1 �gegeben worden find, geht den Abgesandten der letzteren uwer amtlichen Eigenschaft garnichts an. Prozeß Sarauw wird dem„Aolkebladet" aus ibn« �schrieben: Der Kapitän Sarauw steht in dem gegen kcheib, �kten Prozeß wegen Landesverrath jetzt vor der Ent- k«ww ob es vor dem Reichsgericht zur Hauptoerhandlung soll oder nicht. Die betreffenden Akten werden in %%,. okr Prozeß Kraszewski. Die langwierige Untersuchung ist W®tm Siegel der strengsten Verschwiegenheit geführt wor- u?.' Sobald das Reicht gericht die Erhebung der Anklage be- wird der Angeschuldigte nach Leipzig übergeführt Einmischung in die Selbstverwaltung der Städte M. immer weiter. Wie der„Freis. Ztg." mitgetbeilt wird, ?iiblte die Stadtverordneten. Versammlung von Tilfit vor Mger Zeit den Privatlehrer A. Hcydenreich zum unbesoldeten vtadtrath. Nachdem längere Zeit die Bestätigung dieser Wahl kusgeblicbkn war, hat jetzt der Regierungspräfident Steinmann dem Gewählten durch den Tilfiter Magistrat die Ein- Eichung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes erfordert, um l�raus seine Qualifikation entnehmen zu können. Wie das «Tilfiter Tagebl." hört, hat Herr Heydenreich sich dieser An- Liderung gefügt.— Letzteres ist zu bedauern. Wenn eine «ladtverordneten-Versammlung einen Bürger zum unbesoldeten i S�atb wählt, so hat fie dem Betreffenden damit ein Zeug- ;b der Qualifikation ausgestellt, welches mehr beweist, als der �klbstgeschriedene Lebenslauf". Letzterer reicht sonst nicht ein- NU aus zum Befähigungsnachweis als Zioilsupernumerar. j�ihgerade wird das Verhältniß von Auffichtsbcamten und r'wmunalverwaltung immer mehr auf den Kopf gestellt. Bis- ??nohm man an, daß Nichtbestätigungen nur ausnahmsweise WÄn dürsten, wenn die Auffichtsbehörden in der Lage find, iw Mangel der erforderlichen Eigenschaften bei dem Gewählten tzMihun. Jetzt scheint man umgekehrt davon auszugehen, jv' der Gewählte der Aufsichtsbehörde selbst seine KiUtfikation zu beweisen bat. Von dem„selbstgeschriebenen »Mlauf" bis zur Einrichtung förmlicher Stadtraths> durch den Regierungspräsidenten ist nur noch ein Siah* Ortentkrise wird gemeldet:„Zwischen England, flekoin'reich und Italien ist ein Einvernehmen zu Stande (n welches gegen die Herstellung des statu, guo ante ls-/�'''klicn und gegen die Entthronung Alexanders ge- JeuMeton. ?«» MOr«-«e»«adche». »merikaursche Erzähluag von «aldui» MSllhauseu. ,(Fortsetzung.) �eser»un. der mit der Lage und Beschaffenheit de- ---- r-_____ x—-.T* kin»MAfltOtt'Iii IT« wuWT uicht mehr vertraut war, als die meisten Mit- %%%* Gesellschaft, hatte sich nicht so bald von seme» "Hto? Setrennt, so trachtete er vor allen Dingen dar- ßmjfLj genug an La Bataille heranzukommen, um ihn % als Führer zu benützen. Da derselbe von ° 0,1%� sein weithin schallendes Gelle« wiederholte. j-hnell 8 dies leicht, und zwar näherte er sich'hm so M°e auf so weit, daß er, wenn er sich bückte. �>chU DOtt dem gestirnte» Himmel zu unterscheide« �Nort Viertelstunde lang schien sie dann ihr- Wände- W'ött i'°hue daß sie auf die eine oder d,e andere Art Mlt wären. La Bataille racheschnaubend, aber >dtLt.haltend und mit Aufbiewng seiner ganzen Ge- ÄÄ 'ieh�. der Falle, in welche sie gerathen waren, zu J mmm europäischen Friedens und zur Abwendung der weiteren Zer> stückelung des Türkenreiches." Seit dem Staatsstreiche in Philippopel sollen mindesten! 30 000 Türken Bulgarien verlassen haben, weil fie die ffii der Bulgaien, namentlich in den Dörfem, fürchten.— � ie russticke Regierung bat das Verbot der Munition! nach Bulganen zurückgezogen und die bisher in Rem zurück gehaltenen Dampfer mit Patronen und Torpedos find bereits in Rustschuk angelangt.— Die bulgarischen Rüstungen dauern fort.— In Philippopel ist angeordnet worden, die Abgaben in Natura zu erbeben und auf diese Weise find bereits große Quantitäten Getreide für die Armee gesammelt worden. Fravrveich. Bezüglich des Resultates der französischen Wahlen find noch einige Ziffern von Interesse. Von den rund 9 Millionen Wahlberechtigten sind 8032213, also etwa 89 Prozent zur Urne gegangen. Nach dem„Gaulois" vertheilen fich dieselben wie folgt: Konservative 3 471 197, Republikaner 4 61 1 019 Stimmen. Unter den letzteren wurden abgegeben: für die unabhängigen Republikaner 431 500, für die Radikalen 1 986 000. für die Opportunisten 2 193000 Stimmen. Stach dem näm« lichen„Gaulois" haben die Konservativen vom ersten zum zweiten Wahlgang 162000 Stimmen gewonnen. Unter den G.'wähl.en befinden stch 281 Neulinge im parlamentarischen Leben, davon 150 Republikaner und 131 Konservative; die übrigen 300 haben bereits in der vori- gen Kammer gesessen. Die Zahl der konservativen Dcputiiten beträgt 202, die der republikanischen 382. Unter den Konservativen befinden fich dem„Temps" zufolge 65 Bo- napartisten und 73 Orleanisten von ausgesprochener Färbung; die übrigen 60- 65 find einfach reaktionär und klerikal. Äe> züglich der Chalakteristik der Republikaner gehen die Angaben auseinander; während der„Temps" nur von etwa 100 Radikalen wissen will, giebt der„National" die Zahl derselben auf 150 und die„Justice" gar auf 165 an. Diese Verschiedenheit der Angaben deweist, daß fich auf Grund bisheiiaer Indizien gar keine bestimmte Grenze ziehen läßt, woraus folgt, daß ganz neue Bildungen nach den Bedürfnissen nöthig find. Bis diese Bildungen m der neuen Kammer stch vollzogen haben, find alle Angaben unzuverlässig und der Streit um ihren Werth ein ganz müßiger. Dänemark. AuS Kopenhagen wird ein Attentat gegen den Minister- präfidenten Estrup gemeldet. Ein 19 jähriger Mensch Namens Rasmussen feuerte zwei Schüsse auf denselben ab, von denen der erste den Rock Estrups zerrissen haben soll. Der Attentäter, welcher sofortlkvei haftet wurde, soll dem offiziösen Telegramm zufolge Tyvograph bei einer radikalen Zeitung sein. Die Re- gierung wird natürlich das Attentat für ihre Zwecke zu ver- werthen suchen. Es ist just zur paffenden Zeit gekommen. Nach einem Telegramm der„JndSp. belge" aus Kopenhagen baden daselbst Ruhestörungen stattgefunden. Die Demonstra« tionen gegen das verhaßte Ministerium Esttup nehmen bestän- zu und man glaube, daß der Belagerungszustand bald werde erklärt werden, falls es der bis jetzt ohnmächtigen Polizei nicht gelinge, im Laufe der nächsten Tage die Wiederkehr von Ruhe- störungen zu verhindern. Die an und für fich schon sehr starke Garnison Kopenhagens werde nöthigenfaUS durch 2 Bataillone Infanterie aus Helstngör und 3 Schwadronen verstärkt wer- den. Ein Freiwilliaentorps, welches in Bildung begriffen sei. soll die Polizei unte> stützen. Dieses Korps, das bereits aus 400 vom Kriegsmlnisterium ausgerüsteten Leuten bestehe, werde fich das„Jägerkorps des Königs" nennen. Blutvergießen scheine unvermeidlich zu sein. Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 22. Oktober. Der Stadtverordneten-Vorsteher Herr Dr. Etraßmann eröffnet die Sitzung um 5'/» Uhr mit geschäftlichen Mit- theilungen. Die Anfrage des Etadtv. Spinola vom 8. Oktober, die Errichtung einer Gas-Nothbeleuchtung in den Räumm des Rathskellers betreffend, wird von dem Etadtbau« rath Blanken st ein dahin beantwortet, daß eine solche Einrichtung sn nächster Zeit werden getroffen werden. Derselbe wurde zweimal beantwortet; das eine Mal aus der Richtung, in welcher der Felsenrand hinlief, da« andere Mal fast in derselben Entfernung, aber aus der Tiefe. La Bataille lachte schadenfroh, denn er hatte dadurch die Gewißheit erhalten, daß der Beistand sich von zwei Seiten nähere, de« Flüchtlingen also jeder Weg des Entrinnens abgeschnitten sei. Da, wo er sich niederbückte, führte nämlich eine zu- gänzliche Wasserrinne in die Tiefe hinab, dieselbe, auf welche Kairuk seine Hoffnung setzte. Dadurch nun, daß sich die Bande getheilt hatte und auf den beiden einzigen Zu- gängen des Plateaus herbeikam, war seine eigene Bewachung jenes Punktes überflüssig geworden, den» wohin die Flücht- liage sich auch wenden mochten, überall stießen fie auf eine ihnen überlegene Streitmacht, welcher sie, wenn auch erst nach hartem Kampfe, unterliege« mußten. TheilS um sich den Weg zu ersparen, theil« aber auch um zu beobachten, welchen der beiden Wege die Flüchtlinge wählen würden, setzte er sich so auf de» Felsenrand nieder, daß seine Füße gerade in der nach unten führenden Rinne hinabhingen. Er befand sich in dieser Stellung tief genug, um Alles, was sich von der einen oder der andern Seite auf dem lustigen Pfade näherte, rechtzeitig vor dem mild erleuchteten Firmament unterscheide« zu könne«. Kaum hatte er sich indessen hingesetzt, da zuckte er leicht zusammen. Er fühlte eine» festen Druck auf seiner rechten Schulter. Die ihm angeborene Vorficht hielt ihn zurück, empor zu springe«, indem er berechnete, daß, wen« ein Feind fich so anmelde, derselbe auch das Uebergewicht über ihn haben müsse, eine Aeußerung des Schreckens einem Freunde ge- genüber ihm dagegen nur Hohn eintrage» könne. Indem er fich aber umwendete, suchte seine linke Hand verstohlen nach dem in seinem Gurt steckenden Messer, während die rechte den Kolbenhal« der auf seine» Knieen ruhenden Büchse fester umspannte. � � „Laß, mein tapferer Freund, da« Messer in der Scheide," sagte Zohn ruhig, indem er mit der Spitze des eigenen Messers, wie spielend, die Haut am Halse de« Schlangen- Indianer« ritzte und zugleich mit den Blicke« eine« Geier« II. Jahrg. lach Eintritt in die Tagesmdnung werden zunächst eine ' Naturalisationsgesuche erledigt. Petittonen. Es liegen eine Reihe Petttionen vor, welche nach Vorschlag des PetitionSausschuffes theils durch Ueber- gang zur Tagesordnung, theils durch Ueberweisung an den Magistrat zu erledigen find. Auch über die Petition des Bankiers E. Löser, Alte Jakobstraße 36, um Errichtung von V o l k s b a d e a n st a l t e n(I. Nr. 63) soll zur Tagesordnung übergegangen werden. Der Petent richtet in seinem Schreiben an die Versammlung die Bitte, dahin zu wirken, resp. den Magisttat zu ersuchen, in den nächstjähiigen Etat eine entsprechende Summe für die Errichtung von Volks- Bade> Anstalten einzustellen, so daß die Bürgerschaft Sommer und Winter für einen billigen Preis der Wohlthat eines warmen BadeS theilhafttg werden könne. Zur Begründung seines Anttages, wenn es einer solchen überhaupt noch bedürfe, theilt der Petent einen diesen Gegen- stand betreffenden Arttkel aus der„Vosstschen Zeitung" vom 14. Juli d. I.— Nr. 321— mit und giebt schließlich der Hoffnung Ausdruck, die städtischen Behörden werden seiner Bitte um baldigste Schaffung von Volksbadeanstalten Gehör gewähren.— Der Stadtv. Görcki beantragt eine besondere Berichterstattung des Ausschuffes über diese Petition. Dieser Antrag muß, wie der Voisteber bemerkt, geschäftSordnungs- mäßig schriftlich durch 5 Mitglieder gestellt werden. Die An- gelegenheit bleibt vorläufig unerledigt. Erwerbung des früher Eametzki'schen Grundstücks an der Georgenkirch st raße und Frieden st raße. Der Ausschuß beeantragt durch seinen Berichterstatter Stadtv. Nicolai die Bewilligung eines Be- träges von 50000 M. aus den im Ordinarium Titel HA der Spezial Verwaltung 408 pro 1885/86 ausgeworfenen 800000 M. behuss Erwerbung des an der Georgenkirchstraße und an der Friedenstraße belegenen, im Grundbuche von der Königstadt, Band 89 Nr. 4546 verzeichneten, früher Eametzkysschen Grund- stücks an die Bartholomäus- Kirchengemeinde zur Errichtung von ausschließlich zu kirchlichen Zwecken bestimmten Baulichkeiten unter der Bedingung, daß die genannte Kirchengemeinde das« jenige Terrain, welches auf dem der Vorlage des Magistrats vom 25. Juni er. beigefügten Eituationsplane mit den Buch- staben ABCDEFQHJA umschrieben ist, der Stadtge- meinde ohne weiteres Entgelt pfandfrei übereignet. Es entspinnt fich eine ästhetische Debatte zwischen den Etadtv. I r m e r und Heller, die belangloser Natur ist. Der Ausschußantrag wird angenommen. Eine Anzahl Rechnungen wird auf Antrag des Rechnungsausschusses dedatteloS dechargirt. Ferner beantragt der Rechnungsausschuß: „Die Versammlung dechargirt die Rechnung über den Neu- resp. Umbau des Sparkaffengcbäudes Klosterstr. 68 und erklärt fich mit der stattgefundenen Restauration von Bildern nach- träglich einverstanden. Zugleich ersucht die Versammlung den Magisttat, anzu- ordnen, daß die Festsetzung der Höhe der Diäten, uschläge (Bauprämien) an die Bauleitenden künftighin unter Mitwtt- kung der Baudeputatton stattfindet." Ueber den zweiten Theil des Anttages entspinnt fich eine längere Debatte. Stadtbaurath Blankenstein bittet, den zweiten Theil des Antrages abzulehnen. Derselbe scheine ihm auS dem all- gemeinen Mißtrauen hervorgegangen. das man gegen Bau- Prämien in dem Glauben habe, ihre Festsetzung sei ganz will- kürlich; dieselben würden aber kontraktlich festgesetzt. Die Mitvirkung der Baudeputation würde den Geschäftsgang nur verlangsamen, und doch in den einzelnen Fällen zu keinem anderen Resultate führen. Denn nur der Stadtbau- rath sei in der Lage, den angemessenen Satz in jedem einzelnen Falle zu bestimmen. Diese Festsetzungen unterstän- den jedoch der Kontrole und Mitzeichnung des Vor- fitzenden der Baudeputation und diese Kontrole werde ge- nügend sein. Stadtv. Wieck beantragt, die prinzipielle Entscheidung über diese Frage heut abzulehnen und den Antrag noch einmal an den Rechnungs- Ausschuß zurückzuweisen. Stadtverordneter Singer: Es sei viel praktischer, beut diese Vorlage zur Entscheidung zu bringen. Keinesfalls könne eine solche Machtbefugniß, wie fie der Herr Stadtbau- rath in dieser Beziehung bisher besessen habe, ihm stillschweigend seine Bewegungen bewachte.„Mein muthiger Freund ist sehr schlau," fuhr er fort, sich an La Bataille'« Seite niederlassend, ohne denselben auch nur auf einen Augenblick au« seiner Gewalt zu geben;„er könnt« aber noch viel listiger werden, wenn er einige Winter die Delaware» auf ihren Zagdzügen begleitete. Die Delaware« wollm aber nicht mit Jemand jagen, dem sie nicht ttauen dürfen, nicht mit Jemand, der von den Mormonen und den Amerikanern zugleich Geld und Pferde nimmt und beide Theile verräth." „Der Amerikaner nicht zahlen, wa« versprochen," ent- gegnete La Bataille mit verstelltem Gleichmuth. „Mein muthiger Freund würde den Amerikaner ver- rathen haben, auch wenn derselbe Gelegenheit gefunden hätte, sei» gegebene« Wort zu halten," versetzte John. „Noch nicht zu spät sein," antwortete La Bataille, dessen Gier»ach den Schätze« der Weiße« plötzlich wieder mit dop- pelter Gewalt erwachte, und der zu dem versprochenen Loh« der Mormonen auch noch von Weatherton gern etwa« er- preßt hätte. „E« ist zu spät," erwiderte John entschieden;„für La Bataille giebt es nur das nackte Lebe« oder einen sicheren Messerstoß, und La Bataille weiß, daß ein Delaware ihn überall findet. Die Wunde, welche ihm in Fort Utah da« Delawaren-Messer schnitt, kann noch nicht vernarbt sein- mein muthiger Freund sieht, ich spreche die Wahrhett." „Wa« verlangt der Delaware?" fragte La Bataille gleichgilttg. „Die Büchse meines listigen Freunde» und sei« Messer." La Bataille zögerte einen Augenblick. Verstohlen schaute er zur Seite und m die Tiefe hinab, von wo er schon hin und wieder den Ton einer Stimme unterschied Die erhoffte Hilfe war«och fern und da« Messer de« Dela� waren mahnte ihn daran, daß er keine Zeit zu verlieren habe Er reichte daher da« Verlangte hin, ohne fich die Mühe zu gebe«, irgend etwas zu erwidern. Zohn warf das Messer m den Abgrund hinab, blie« oelaffcn w«iden. Wenn der Herr Etadtdaurath sage, er fürchte die Baudeputation in die Lage zu bringen, zu allen derartigen Vorschlägen Ja zu sagen, so ist vaS Jasagen keine Schande, wenn man fich überzeugt hat, daß man Ja sagen darf. Wenn der Herr Stadtbaurath fich aber nur mcht in die Lage bringen will, einmal ein Nein zu hören, so ist das von seinem Standpuntt aus sehr an- genehm, für uns aber nicht. Wir haben keine Veranlaffung. die personliche Machtvollkommenheit eines unserer Beamten so zu respeltiren, daß wir so bedeutende Mittel ihm zur persön« Uchen Verfügung stellen.(Sehr richtig.) Daß seit 13 Jahren diele Einrichtung bereits bestehe, beweise noch nichts für die Güte derselben und nichts für ihre Richtigkeit. Ein Mann von der Stellung des Herrn Stadtbauraths könne davon überzeugt sein, daß es der Stadtverordneten- Versammlungfern liegt, bei einer rein sachlichen Erwägung ihm persönlich Mißtrauen ent- gegenzubringen. Es bandle fich hier aber um eine prinzipielle Entscheidung, um das Prinzip der Selbstverwaltung. Es handelt fich um die Frage, wollen wir den Schwerpunkt der Lerwal« tung in die von uns gewählten Deputattonen legen, oder sollen fie nur ein Ornament der Verwaltung des Magistrats sein? Wir müssen der Baudeputatton daS Recht vindiziren, zu verhindern, daß über ihren Kopf über Aus- gaben verfügt wird.(Bravo.) Nach einer kurzen Erwiderung des StadtbaurathS Blankenstein wird nach einer Geschäftsordnungsdebatte und nachdem die Stadtverordneten Jakob und F r i e d e r i c i fich für den Antrag des Rechnungsausschuffes ausgesprochen, der Ausschußantrag mit großer Majorität angenommen. Genehmigt wrrd der Ankauf eines hinter der Elbingerstraße belegenen Gmndstücks-Komplexes. Eine Reihe weiterer unwesentlicher Magistratsanträge wird debattelos genehmigt. Die Vorlage, detreffend die Verlängerung der GiltigkeitS- dauer des Nachtrages zu den Instruktionen für die Verwaltung des stävtischen Bauwesens wird auf Antrag des Ttadto. Dr. Strpk einem Ausschuß von 10 Mitgliedern zur Vor« berathung überwiesen. Die Vorlage, betteffend den Verkauf der Bau« lichkeiten auf dem zur Freilegung der Uorkstraße erworbenen Theile des Grundstückes Hornstraße 25 zum Abbruch, wird vertagt, weil kein Magisttatsmitglied anwesend ist. Der Etat der Sublevattonslaffe und der Vorspannverwaltung wird en bloc genehmigt. Eine Reihe Rechnungen werden dem Rechnungsausschuß überwiesm. Der Vorsteher theilt noch mit, daß ein Antrag der Stadt- verordneten Singer, Tutzauer, Goercki, Herold und Schiegnitz dahingehend, bei den bevorstehenden Kommunalwahlen die Wahlzeit bei der Hl. Abtheilung von 9 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends festzustellen, auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gesetzt wird. Die Petition, betreffend die Volksbadeanstalten, geht an den Ausschuß zur Berichterstattung zurück. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 7»/« Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Lokale«. Seit Jahr und Tag find Doppelkronen(aller Ge- präge) im Verkehr, welche anscheinend von einem verbrecherischen Unternehmer um das nach seiner Anficht vielleicht überflüsstge Ueberpassirgcwicht erleichtert find. Eämmtliche Stücke find nach einer fabrikmäßigen Methode an den scharfen Rändem durch Abdrehen abgerundet; eS ist jedoch nur soviel fortge- nommen, daß die Stücke nicht unter Pasfirgewicht halten. Nach dem Gesetz vom 4. Dezember 1871, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, werden die Kronen hergestellt in An- zahl von 125,55 Stück, die Doppelkronen von 62,775 Stück auf 0,5 Kg.(gleich 1 Pfund) mit Gestattung einer Abweichung in mehr over weniger von höchstens 2'/, Tausendtheilen. Da das Mischungsverhältniß von Gold zu Kupfer gleich 9:1 ist, so stellen 125,55 Kronen+ 13,95 Kronen gleich 139'/, Stück und 62775 Doppelkronen+ 6 975 Doppelkronen gleich 69JA Stück erst ein Pfund fein dar. Wenn 125,55 Kronen im Werthe von 1255'/, Mark, wie vorhin gesagt, 0,5 Kg. seich 500 Gr. wiegen, so berechnet fich das Gewickt von nmo 000 M. auf 398,25 Gr., es fehlen demnach 1,75 Gr. an rund 400 Gr. und dieses letztere Gewicht wird, wenn man die ?! Papierumhüllung in Anschlag dringt, eine 1000 Mark- Gold rolle mit geringen Abweichungen stets haben müffen. Dürfen nun nach"§ 9 des in Rede stehenden Gesetzes Kronen und Doppelkronen Vi*»(fünf Tausendtheile) ihres Gewichtes ein« gebüßt haben, um bei allen Zahlungen noch als vollwichtig zu gelten, vorausgesetzt jedoch, daß keine gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung an den Münzen erfichtlich ist, so erhellt, nach der„Magdeburgischen Zeitung", daß der Anfangs erwähnte Unternehmer, wenn er 50 Doppelkronen abgedreht hat, fich gegen 5 Mark Gewinn berechnen kann. Weil bei den einfachen Kronen die Arbeit weniger einbringen würde, so giebt er fich damit nicht ab. Letztere werden jedoch ebenso wie das Pulver von der Pfanne der Büchse, und nachdem er dieselbe dem Messer nachgesendet hatte, fuhr er fort: „Mein listiger Freund stand heute schon dicht vor den Pforten der glückseligen Zagdgefilde." „La Bataille zu schnell für Mohave, zu schnell für langes Messer von weißem Wassermann«," versetzte dieser mit unverkennbarer Verachtung. „Doch nicht zu flink für einen Delawaren-Zäger," fügte Zohn höhnisch hinzu.„Behauptet La Bataille, daß er heute noch mcht an den Pforten der glückseligen Zagdgefilde stand, so befindet er sich jetzt ganz nahe vor denselben." „La Bataille nicht fürchtet sterben, La Bataille ein Krieger, viel Blut erschlagener Feinde machen roth seine Freund spricht in der That wie em be« rühmter Krieger," versetzte Zohn wiederum höhnisch,„er vergißt aber, die Stimme eines Raben ist nicht die Stimme eine« KriegtadlerS, und der Wolf gehört nicht in da» Lager des stolzen GebirgSbären. La Bataille ist Rabe mit gespaltener Zunge, ei» Wolf mit em zweierlei Gebiß. La Bataille fürchtet den Tod, er liebt da« Leben; La Bataille soll lebe», er soll aber vorher der Sklave seiner Feinde sein." Kugel auch Adler treffen," bemerkte La Bataille achsel« zuckend;.La Bataille überlistet; was wünschen großer De- lawarm Kmg�� antwortete Zohn entschieden;„ich sage dem getroffenen Adler�der Schlangen-Zndianer: leihe Hier bog si�LaBataille, trotz seiner Fähigkeit, ohne Klage Schmerz zu ertragen, unwillkürlich m Seite, denn des De« lawaren Messer war ihm, um den Ernst seiner Drohung zu beweisen, so tief in's Flessch gedrungen, daß er da» Blut warm Niederriesel« fühlte. „Meine Ohren offen, ich leihen Delaware« Zunge," versetzte er dann ruhig.. �„ „Gut," sagte Zohn emporspnngend, und sich hinter La Bataille stellend, ergriff er ihn zugleich an semer Skalplocke, um ihn nicht entschlüpfen zu lassen;„La Bataille sprich jede« Wort, welche« ich ihm vorsage, nicht zu laut und nicht die Doppelkronen dem Prozeß de« Abziehens mittelst Salpeter« säure unterworfen, die so dehandelten Goldmünzen zeigen einen grünlichen oder schwärzlichen Schern.— Ilm fick vor Nach- thcilen, die durch Annahme solcher beschädigter Goldmünzen erwachsen können, zu bewahren, gewöhne man fich, bei der An- nähme fie so zwischen Daumen und Zeigefinger der Hände zu fassen und zu drehen, daß man genau die Beschaffenheit der Ränder beobachten kann; bei dieser Handhabung, die auch für Silbermünzen— wegen der zwischen 50-Pfg. und 10 Pfg.- Etücken und zwischen 20-Pfa.- und S-Pfg. Stücken bestehenden gleichen Größe— zu empfehlen ist, springen Unregelmäßigkeiten sofort in die Augen; auch das etwaige Unterlaufen fremder, mitunter minderwerthiger Münzen(20 Franks- Stücke). oder wohl gar von Spielmarken, macht fich dabei ganz sicher be- merkbar. ws. Ueber die nicht mehr ungewöhnliche Verwendung von Militärpersonen in kaufmannischen Geschäften wird im Fachorgan der konditionirenden Kaufleute,„Der yandlungs- gehilfe", eine nicht unberechtigte Klage laut. Bekanntlich kommt es seit geraumer Zeit in Berlin immer häufiger vor, daß große Banquier und Bankinstitute mit besonderer Vorliebe Feld- webel, Unteroffiziere, Sergeanten, Zahlmeister und Krongardi- sten, theils diätansch, theils festangestellt, in ihren Komtoirs verwenden, daß also letztere den jungen Kaufleuten, die, stellen« lo« und Arbeit suchend, in der dedrängtesten Lage zu Taufen- den umherirren, eine schwerlich zu rechtfertigende Konkurrenz machen. Gegen eine Bezahlung von täglich 2 bis 3 Mk. überträgt man jenen im Staatsdienste stehenden und vom Staate besoldeten Leuten untergeordne'e Arbeiten, die Anfertigung von Nummerverzeichniffen, das Ordnen von Koupons nach der Nummer u. Vgl. m. j. Hofprediger Stöcker bat, wie uns berichtet wird, be- reits den Rechtsanwalt Wolff aus Fürstenwalde beauftragt, gegen Professor Strack in Bezug auf dessen Erklärung im Prozeß„Man" den Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung zu stellen. Herr Stöcker hat mit seinen Beleidigungsklagen bisher bittere Erfahrungen gemacht, dieselben scheinen ihn jedoch kemeswegS eines Besseren velehit zu haben. j. Bertha Rother hat fich in einem an eine hiefige Be- kannte(ebenfalls Modell) gerichteten Schreiben bitterlich über ihre allzu große— Popularität beklagt. Seit fie mit ihrem Bräutigam fich auf Reisen befindet, wird fie— so lauten ihre Worte—„ihres Lebens nicht recht froh". Ihre Photographie folgt ihr überall wie ihr Schatten. Selbst in Provinzialstädten wie Magdeburg, Kassel, Braunschweig, Dresden, Wiesbaden w. igt dieselbe in allen kunsthändlerischen Schaufenstern. De prang nun die Photographie sehr getroffen und das Aeußere Bertha RotherS überaus charaktei istisch ist, so wird fie sehr oft von ganz wildfremden Leuten erkannt und, wie fie schreibt,„wie ein Meerwunder" angestaunt. Bertha ist über diese Molestirung recht unglücklich. Sie schreibt es wenigstens. at. Bei der herannahende« Kälte wird unsere Lebens- weise ganz und gar verändert; wir schließen auch unsere Zimmer strenger gegen die Außenwelt ab. Vielfach aber ist noch die eigentbümliche Anficht verbreitet, daß es der Gesund- heit zuttSauch sei, auch im Winter während der Nacht die Fenster offen zu halten. Da find denn einige Bemerkungen am Platze, die Herr Dr. Virchow gestern gelegentlich eines Vortrages im Handwerkerverein machte. Das Ausströmen verdorbener Luft erfolgt nur bei Verschiedenheit der Temperatur, es unterbleibt, wenn die kalte Außenlust auch bereits das Zimmer erfüllt. Dann können jedoch bedenkliche Krankheitserscheinungen eintreten, und manche Personen haben an dieser irrigen Anficht schon ihr Leben eingebüßt. Uebrigens findet eine Ventilation auch bei geschloffenen Fenstern statt, nämlich durch die Wände und selbst durch � die dicksten Wände. Ein Berliner Architekt hat neuerdings Versuche in dieser Beziehung angestellt; diese haben ergeben, daß die neuen Häuser deshalb nicht zur Bewohnung geeignet find, weil die feuchten Wände wegen des WafferS, das die Lust aufsaugt, keine Ventilation gestatten. Auch ein anderer Architekt erklärte:„Wenn ich ein neues Gebäude be« säße, so würde ich es im ersten Jahre von meinen Feinden bewohnen lassen, im zweiten Jahre von meinen Freunden und erst im dritten von mir selbst." ar. Ein ganzer Vorrath von ausländischen Loosen ist gestern Vormittag der hiesigen Kriminalpolizei in die Hände gefallen. Der Loosehändler Wolff hatte fich vor einigen Tagen in seiner Wohnung auf dem Hohensteinweg das Leben genom« men. Wie fich nachträglich herausstellte, ist die Veranlaffung in pekuniären Verlegenbeiten zu suchen. Wolff hatte nämlich nicht weniger als 1000 Theilloose, die er vom Loosehändler Frankel(Straulauerstraße) bezogen hatte, bei dem Kaufmann Fallenberger versetzt.' Dieser wandte fich nach dem Tode .. des Pfandgeders an Frankel und erklärte fich bereit, ihm die Loose degen Rückgabe des Darlehns in Höbe von mehr als 3000 M. auszuhändigen. Frankel bot ihm 2000 M und ersuchte ihn um Einficht in die Papiere; dabei soll er ihm jedoch die Loose auS der Hand geriffen haben. Dieser Porfall wurde der Staatsanwaltschaft gemeldet, und so erschien denn gestern ein Kriminalschutzmann m der Wohnung des Fränlel und fordert« ihn zur Herausgabe der Papiere auf. Dies wurde ihm jedoch zu leise: ein Wort mehr, und ein Schnitt durch die Kehle macht ihn verstummen." Zndem der Delaware diese Bedingung stellte, wußte er, an wen er sich wendete. Er kannte seinen hinterlistigen Gegner zu genau, um noch zu bezweifeln, daß er, welcher sich um geringen Vortheil« willen zu jeder Verrätherei be« nutzen ließ, auch nicht einen Augenblick zögern würde, einen tausendfachen Verrath zu begehen, wenn e« der Rettung de« eigene» Lebens galt. Eine Vi.rtelstunde verrann darauf, ohne daß weitere Worte gewechselt worden wären. La Bataille sich ergebend in seine gezwungene Lage und brütend über neue Verrätherei, der Delaware gespannt lauschend auf die Stimmen der sich beeilenden Utahs und auf Zeichen von der Annäherung seiner Freunde. Die Mormonen mit ihrem Utahgefolge, welche sich auf dem oberen Vorsprung herumbewegte», mochten ungefähr noch dreihundert Ellen weit emfcrnt sein, und die andere Abtheiluag war unten an der Mündung der aufwärt« füh- rende« Wasserrinne angekommen, al« Zehn endlich die schwarze Gestalt de« Mohavebäuptling« entdeckte, der fich leichten Schritte«, aber mit größter Vorsicht näherte. Zn der Entfernung von etwa zehn Schritten blieb der- selbe stehen. Er hatte die in seinem Wege befindliche» Ge« stalten entdeckt und wußte nicht, ob er fie für Freunde oder Feinde zu halten habe. Da schallte da« scharfe Zirpen der kleinen Känguru- mau« zu ihm herüber. Der hinter ihm stehende Schwarze Biber erklärte ihm den To» durch eine leichte, nach vorn deutende Berühruna, worauf er unbesorgt auf Zohn zu- ttat, bei seiner Ankunft aber den Biber an sich vorbei- lassend. Die Stimme« der Utahs, sowohl oben wie unten, waren schon wieder um ein Beträchtliche« näher gerückt, und e« ließ sich berechnen, daß die drei verschiedenen Abtheilungen beinahe zu gleicher Zeit auf der Stelle zusammentreffen würde», auf welcher der Seitenpkad von dem Fellenaefimle niederwärt« bog. Kairuk fühlte sich durch diese Entdeckuna mit dem Bemerken verweigert, daß dieselben bereits nach Lei» wetter verkauft seien. Nun ersuchte ihn der Beamte, sä»» liche in seinem Besitz befindlichen ausländischen Loose ibm s auszugeben. Das geschah, und so kamen zirka 500 sachl» Loose in den Besitz der Polizei. Die Affaire wird indeß» ernstere Folgen nach fich ziehen. Au« dem Geschäftsbetriebe der Königlichen ChaB „Am 25. August d. I.— so erzählt man uns— wmde n* Bruder auf dem Flur des Hause« Kanonierstraße 16 aus f Kopfwunden heftig blutend aufgefunden und, nachdem* ihm einen Nothverband angelegt hatte, nach der Charit« s bracht, woselbst er als unbekannter Mann gleich darauf» storben sein soll. Ich, die Schwester des Verstorbenen, chf dies erst am 3. September und zwar von der Wirthin, mein Bruder zuletzt gewohnt hatte. Dieselbe hatte ei J» erst an diesem Tage durch einen Schutzmann in Ersah« gebracht. In der Charitee, wo ich Erkundigungen einzog, B man mir, daß mein Bruder auf dem GW kirchhof bereits beerdigt sei. Als ich mich am 4. Sept» dorthin begab, sagte man mir, daß der Name dei Verstott« dort nicht eingetragen sei. Ich wurde an Arbeiter gW die auf dem Kirchhof beschäftigt waren, und diese theilt«' mit, daß unter den soeben Beerdigten fich allcrdwp. Mann mit dem angegebenen Namen befindet.' Arbeiter zeigten mir auch ein frischgeschloffene«% in welchem mein Bruder angeblich liegen r Ich mußte mich hiermit beruhigen und begnügte mich% einen mitgebrachten Kranz auf das Grab zu legen-? Bruder ist nun keineswegs alS ein unbekannter Mann gestZ er hatte vielmehr Briefe und Papiere bei fich, als er.h? leidend Pfarrer an die Büliger «nerken Jaarwt Mittel zwei Fl |Ä St" «i zwei ausdleib welche t «ung fii daraus manchen wegen ö St SS Ra er yane metmeyr«uese unv Papiere bei fich, als er r nm aufgefunden wurde. Ebenso war mein Bruder polizettich bW Wirthin angemeldet, man unterließ es jedoch trotzdem die P z,.,, e; wandten von dem Unglücksfalle zur rechten Zeit und in orW 11 r Kenntniß zu setzen. Wie die VerhA ich nicht einmal, wo fich die letzte Ru?J mäßiger Weise in jetzt liegen, weih iu, rnuf». WUOUI, WU IHK wie»pie Jiwrr, meines unglücklichen BruderS befindet." Wir haben f* schlichten Bericht einer Näherin nichts hinzuzufügen, wüm« werth erscheint e» jedoch, daß die Direkton der Kgl. ß» wenigstens über den Punkt Aufklärung giebt, ob in der«J wirklich die Verstorbenen nur nach der Nummer werden. ,»nei i fatzes üb «feine St A™ j. Z« dem konknrsgerichtlich geschlossenen Vtts thungsbureau in der Friedrichstraße wird unS folgend- tlonw Ü ._ reau in der Friedrichstraße wird uns folgen»» tloub»* schrieben. Die betreffenden Gründer haben sich diese tung ungemein viel Geld kosten lassen. Der eigenilidstr � derselben soll die künstliche Gewinnung eines gesunven* auf wj, nentenstockes für ein neu zu begründendes Jnlertiot»' * la Berliner Jntelligenzblatt'gewesen sein. Tadurck' man das Dienstpersonal an daS Institut heranzog, hoff»! für ein derartiges Unternehmen eine solide und vW Bafis zu gewinnen. Aber man hatte von vornhettjj Schwierigketten und Kosten zu seiner Erhaltung und Auch war hinfichtlich der Einrichtung der erdenklichste. aufgewandt worden, so daß das tragikomische Finale VL Konkursgericht wohl kaum Wunder nehmen konnte-.« meisten rn Mitleidenschast gezogene Kapitalist ist ein M Rittergutsbesitzer C.... Ueber einen Schwindler wird uns berichtet: � sine «a KZ ei d zu Leipzig erscheinenden Mühlenanzeiger sowie in 3 f.�ttahre landwirthschaftlichen Fachblättern waren in neuerer Ze»? �'lung holt Annonzen abgedruckt, inhattS deren der zur Zeiti»*«ben fei sich aufhaltende Mühlendcfitzer Zimmer für seine. J*■ Wardein in Ungarns befindliche Mühle einen kautioickÄ Verwalter suchte. Mehrere Personen, welche aus dtrst reflektirten, wandten fich brieflich an Zimmer und erW letzterem den Bescheid, daß außer freier Wohnu" Feuerung ein Gehalt von 2400 Mark mit der gebotenen Stelle verbunden sei, auch UmzugSksl stattet werden würden, daß Zimm» fich in» auf mündliche Verhandlung einlassen könne. 1 werbet wurden aufgefordert, fich, schleunigst mit versehen an einem der nächsten Tage in Berlin zum � des Vertrages einzufinden, und reisten auch in der%}%, aus weit entfernten Orten zu dem bezeichneten Zweck n Die Verhandlungen kamen jedoch in keinem Falle Fj» schluß, weil Zimmer für die Kaution, welche er in ÖJ1 600—6000 M. forderte, keine Sicherheit bestellen zwischen war die Kriminalpolizei auf das Treiben des o. aufmerksam geworden und hatte ermittelt, daß ders«»»« Mühle besitzt, auch niemals besessen hat, vielmcdk- Müllergeselle war und fich in der letzten ZBt als und Portier ernährt hat. E« wurde deshalb gegen 3 welcher die unglaubhafte Angabe macht, daß er die»n nur deshalb habe einrücken lassen, um fich zu übeneuz i es leichlfeltige Menschen gebe, welche auf solche Lsse«? gingen, das strafrechtliche Verfahren wegen Betruges euRk und seine Haftnahme bewirft., ., Mehrere hiesige Zeitungen brachten in folgendes Inserat:„Ein älterer Pfarrer, seit vielen v„llständig kahlköpfig, erhielt durch ein einfaches � sein vollständiges Haar wieder. Ich bin gern erdönfl- lheil zurü Selb (tanzen T winerstra Feieraben Um fich zi »erzweifel Aach und einem hir und«ach Ein -Jsi Äs kl 1 % vorig-, uf � ßSn en ihm gelingen würde, mit seinen Gefährte» auf »u entkomme«. Al« er nun beide Ausweg« fand, da wußte er in der That nicht, Mittel er greifen sollte, doch beruhigte er sich Delaware» im flüsternde« Tone mit iS en P i D bald er die berathen hörte. qd Die Verständigung zwischen den beide« alte«> fährten nahm eine Minute in Anspruch, und(«fi ihre Unterhaltung stattfand, war auch ihr der vorzug«weise davon abhing, ob die obere ober Abtheilung zuerst eintreffen würde. Zhre scha»� enischtebe« aber auch hier schnell, und ehe die /'K Zuge« eigentlich wußten, um was e» fich handle-!%!" der Biber und Kairuk den schwarzen Abhang h'*" gA-Lf, m.r ir.,. rtt.fÄWoTt alle, rt 0,7%� !>' Ffo W »war tief genug, daß nicht nur ihre Gefährten alle-* auch John mit seinem Gefangenen noch f finln' thnen in sicherer Entfernung von dem Felsen»� ftief'/s»» fanden. WL« i oben, noch von unten, ihre® 3»% entdecken vermochte. -MZMW. lag. halb stand, undj*,, m Ggung ba«\�s;�g�K 318 diese Vorkehrungen getroffen %%%%%* S . 1"", wuijisHü uie untere iuoüi v �" Fuß schwer zugänglichen Boden« m erklettern, de« Schwarzen Biber erreichte.< ■" aew-sen s«?.'. 1#* baW kR plagen, au«, ..14. M � ©rund aufgeschreckt, so mag er sich hüten'/ (Fortsetzung folgt.) �(kTj ktoenbtn die Anweisung dazu gratis zu versenden. Briefe»nd �"rm, postlagernd Berlin 29." Diejenigen Personen, welche an die bezeichnete Adresse Anfragen gerichtet hatten, erhielten «ne aus Anerkennungsschreiben besteyende Broschüre mit dem gW:„Erfolge der Haar� Konservirungs-Avparate von Edmund �ulwen, Solmsstraße 45, vormals in Leipzig," Durch die Anerkennungsschreiben, welche zum Theil mit gerichtlicher Be- gwudrgimg versehen waren, ließen fich Viele, welche mit ihrem vaarwuchg unzufrieden waren, bewegen, das angepriesene 7?�'kl anzuwenden und die Präparate, welche in Kisten zu Zwei Flaschen für den Preis von 12,50 M. versendet wurden, iu beziehen, natürlich ohne die geringste Wirkung durch den Gebrauch zu erzielen. Den hierüder geführten Klagen trat k* �tr Bemerkung entgegen, es sei Geduld erforder- !?, derm ersten Atalc sei der Erfolg noch nicht wahrzunehmen, iwntcr und dritter Wiederholung werde derselbe aber nicht °�"ben. In der That haben sich auch Personen gefunden, S, o PS der WirkungSlofiakeit des Mittels eine zweite Een- oung sich kommen ließen. Wie groß der Umsatz war, geht I. raus hervor, daß die Einnahme ausweislich der Bücher in manchen Monaten 1500 M. überstieg. Da der rc. Büttgen 2%" ähnliche Betrügereien in Leipzig bereits zu einer hohen �angniß striche verurtheilt worden ist, erfolgte seine Festnahme und Vorführung. t~ Auf einen Schwindel neuer Art wollen wir nicht unter- "t" aufmerksam zu machen. Zu einer in der Pionierstraße �anhaften Wittwe, kam am 14. d. Mts. ein Herr, der em madlirteS Zimmer miethete. Er nannte fich Dr. v- Kampe und ky. an, daß er direkt von Leipzig komme und als Doktor der «?dlzm zwei Fahre in der königlichen CharitS fungiren wolle. um lerne Wilchin zu überzeugen, daß er wirklich Arzt sei, ver- MNed er am folgenden Tage dem erkrankten Dienstmädchen Ä'und ließ auch auf seinem Tische den Anfang eines Auf- S ilber Hygiene" liegen. Bei seinem Weggänge ersuchte "'»ne Wirlhin, eine für ihn eingehende Rechnung zu be« � welchem Ersuchen die Frau auch nachkam. Der angeb» Wi ktor hatte aber die Rechnung selbst ausgeschrieben, fie gT? dnen Dienstmann einkasfiren lassen und, auf der Straße ilw k?' den Betrag von dem Dienstmann entgegengenommen. 'mgenden Tage entfernte er fich auS der Wohnung unter ijy vorgeben, nach Potsdam reisen zu wollen, und ist bis WV'cht wieder zurückgekehrt. Der Schwindler ist etwa alt, hat hellblonde Haare, rundes Geficht, kleinen Mien Schnurrbart und frische Gestchtsfarbe. Er trägt einen 'mr grünlicher Farbe und Schnürschuhe. (m, jd haut ihm. Zwei Parteien Studenten, in der Nacht !°w�7w°ch gegen zwei Uhr auS einer Kneipe der Karlstraße gerieihen an der Ecke der Friedrichstraße in einen «fügen Streit, in Folge dessen plöelich der Führer der Partei, unter dem Rufe:„Haut ihm, es ist ein ein.' lich auf einen der Gegner stürzte. Es entspann fich . Gründliche Keilerei, die nur durch daS energische Ein« iwetten mehrerer Schutzleute und Nachtwächter und mit hZ«rstirung sämmtlicher Studenten zur Wache beendet wer« � rannte. tUttter Bezugnahme auf die vor einigen Tagen von wonach ein Ein- it desertirt sei und iir J" wiutwii Wiu.«.vu.w UV»->>>»»! Eisendahnzuge habe «Verfahren lassen, geht uns von unterrichteter Seite die Mit« 'Heilung zu, daß der deserttrte Einjährig. Freiwillige B. fich am >rben befindet und heute durch seinen Dater zu seinem Truppen- rheil zurückgebracht worden ist. Selbstmordversuch. Ein Steinsetzer, welcher gestern den Ganzen Tag über bei den Pflasterungsarbeiten in der Git- schinerstraße noch fleißig gearbeitet hatte, sprang bald nach Feierabend in der Nähe des Halleschen Thorrs in den Kanal, Um fich zu ertränken. Seine Kameraden, welche Zeugen des verzweifelten Sprunges waren, sprangen dem Lebensmüden dach und brachten ihn glücklich wieder ans Land, wo er von einem hinzukommenden Schutzmann in Empfang genommen und nach der nächsten Polizeiwache gebracht wurde. Gerichts-Zeitung. „. Ein schweres Verbrechen beschäftigte gestern daS Schwur« �ncht des Landgerichts I. Auf der Anklagebank befand fich isv 35 jährige frühere Eisenbahn- Asfistent Hermann Ewcrt, Mer des versuchten Mordes, begangen an seiner Gattin, �huldigt wurde. Es war ein trübes Bild zerrütteter Fami« Verhältnisse, welches fich im Laufe der Verhandlung ent« Ä Der Angeklagte wurde nach Absolvirung seiner Mili« . Micht beim Betricbsamt der Sttecke Berlin. Sommerfeld Quellt, aber im Fahre 1883 wieder entlassen, weil er wie- biito, ohne Entschuldigung aus dem Dienste geblieben, auch CWien in trunkenem Zustande dettoffen wmde. War seine .Me 1881 eingegangene Ehe schon von Anfang an eine ...... f_ f„» R rt-, S/>ä wnefz "3 fesn"" bei denen Drohungen man gegenseitig" die ge« gehörten� zur Tages- « und u wiederholten Malen verließ die Ehefrau KUMWW «ifdttd1 mit fich genommen und— ,1---■-. MUMK , bedeutende der Wüthc- r# B hat* m liehen Verlauf genommen, daß nur noch einige Narben an den Fingern, auf dem Kopfe und am linken Arme der Getroffenen als fichtdare Folgen deSAttentatszurückgeblieben find. Es konnte fich bei der Beweisaufnahme nur darum handeln, festzustellen, ob der Angeklagte die That mtt Ueberlegung degangen oder nicht und bekundeten vie Zeugen allerdings, daß dessen Ehe- frau ihn in überaus schroffer Weise abgewiesen. Die Behaup- tungen des Angeklagten, daß seine Ehefrau ein nicht minder heftiges Temperament befitze als er und dies beispielsweise dadurch dekumentirt habe, daß fie ihn einst mit einem glühenden Eisen und mit einem Messer bedrohte, verdienten dadurch Glauben, daß Frau Ewert, über diese Puntte beftagt, die Antwort verweigerte. Nachdem die Sachverständigen, Geheimräthe Liman und Wolff, begutachtet hatten, daß die der Zeugin beigebrachten Wunden einen lebensgefährlichen Charakter trugen, wurde die Beweis- aufnähme geschlossen. Staatsanwalt Dr. Otto erklärte, die Anklage im vollen Umfange nicht aufrecht erhalten zu können, denn aus der Beweisaufnahme gehe hervor, daß die That im Affekt und nicht mit Ueberlegung ausgeführt sei und somit nur versuchte Tödtung und kern versuchter Mord vorliege. Indem er die Geschworenen bat, in diesem Sinne zu urtheilen, stellte er ihnen noch anHeim, dem Angeklagten mildernde Um- stände zu dewilligen. Der Vertheidiger, R.- A. Wreschner, plaidirte mit Wärme für die Anschauung, daß hier nur schwere Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges vorliege. Die Geschworenen entschieden im Sinne der Vertheidigung, worauf der Staatsanwalt 2 Fahre Gefängniß beantragte. Das Urtheil lautete diesem Antrage gemäß. AuS dem Kampf der„Allg. Fleischer-Zeitung" gegen die Pferdewurst rührt ein Artikel des genannten BlatteS vom 15. Funi er. her, durch welchen fich neun hiefige Roßschlächter beleidigt fühlen. Auf die von denselben durch ihren Mandaten Rechtsanwatt Rosenthal angestrengte Privatklage hatte fich gestern der Redakteur der gedachten Zeitschrift, Heinrich Hör- witz vor der 93. Abtheilung des hiefigen Schöffengerichts zu verantworten. In einer fich an eine Statistik über die in Folge strengerer Untersuchung eingetretene Abnahme der im Zentral- roßschlachthofe geschlachteten Pferde anknüpfenden Note war gesagt, daß aus diesem Grunde die Roßschlächter eS für zweck- mäßig erachtet haben, die Pferde auf dm umliegenden Ort- schaftm zu schlachten und das Fleisch derselben in Berlin ein- f führen. Dies sei ein Kniff, welcher die Polizeibehörde zu mgerer Ueberwachung veranlassen müßte. Rechisanwatt zsmthal führte aus, daß durch dm inkriminirten Artikel sämmtlichen Roßschlächtem Berlins der Vor- wurf gemacht werde, gegen daS Nahrungsmittelgesetz und gegen die Polizeiverordnung vom 24. März 1854, in welcher den Berliner Pferdeschlächtern das Schlachten von Pferden außer« halb der eingerichtetm Schlachtstätte untersagt ist, zu verstoßen. Er deantrage deshalb die Verurtheilung des Beklagten. RechtS« anwalt Dr. F. Friedmann hob hervor, daß der Angriff nur dem außerhalb geschlachteten und unkonttolirt hier einge« schmuggeltm Pferdefleisch gegolten habe. Die Kläger serm somit gar nicht getroffen und zur Anstrengung der Klage legi- timirt. Eventuell sei seinem Mandanten Schutz des§ 193 Str. G-B. zu bewilligen. Der Gerichtshof erachtet es für zweifellos, daß die Notiz fich auf die Berliner Roßschlächter, deren jeder zur Anstrengung der Klage berechttgt war, bezog. Der Angeklagte habe zwar allgemein berechtigte Interessen wahrgenommen, aus der Form der Ausdrücke gehe aber die beleidigende Abstcht hervor; derselbe sei somit mit einer Geld- strafe von 30 M. zu belegen gewesen. Kiel, 20. Oktober. Heute Vormittag verhandelte daS hiefige Landgericht gegen den Redakteur des periodischen Witz- blattes„Eulenspiegel" wegen Beleidigung des Herrn Hof- Prediger Slöcker durch ein Gedicht:„Die modemistrten Zehn- geböte". In demselben legt ein Vater seinem Sohne die zehn Gebote aus und nimmt bei Erläuterung des achten Gebotes in Betreff des falsch-n Zeugnisses auf gewisse Vorkommnisse im Prozeß Stöcker Bezug. Der Kieler Staatsanwalt erblickt in dem Gedicht eine schwere Beleidigung deS Hofpredigers Stöcker, und zwar dm Vorwurf des Meineides, und beantragte sechs Monate Gefängniß. Der Gerichtshof sprach aber schließlich den Angeklagten frei, da er annahm, daß in dem angezogenen Gedicht eine persönliche Beleidigung Stöckers nicht ent- halten sei.___ Soziales und Arbeitervemegang. Zum Formerstreik in Leipzig.(Eituationsbericht.) Während der Zeit des Formerstreiks, rn welcher den Streikenden noch gestattet war, öffentliche Versammlungen abzuhalten, als die Streikkommisfion noch ungehindert tagen durfte, und die streikenden Former demnach den§ 152 der Gewerbe Ordnung in Anwendung bringen konnten, da wagte das„Leipziger Tageblatt" es nicht, seiner Gewohnheit gemäß, auf die hohlen Phrasen, wie es das Vorgehen der Streikkommisfion der Former Leipzigs in ihren Aufrufen rc. bezeichnet, zu raisonniren; denn da fürchtete es jedenfalls die scharfe Zunge und die spitze ? seder jener polizeilich aufgelösten Kommisfion. Ja, es sah fich ogar genöthigt, mehrere Berichtigungen von Seiten der Kom- mrsfion in seine Spalten aufzunehmen. Kaum aber war durch das Einschreiten der Behörde den streikenden Formern dir Boden unter den Füßen schwankend gemacht und dadurch schließlich die Niederlage derselben herbeigeführt, da war die Zeit gekommen, in welcher daS„Leipziger Tageblatt" wieder frank und frei seine so lange im Zaume gehaltene Zunge lösen konnte, um auf die Former zu schimpfen. Eine Lust ist eS, wmn man den Artikel„Zum Formerstreik" liest. Alles, was die Streikkommisfion der Former Leipzigs behauptete, find„hohle Phrasen", aber das, was das„Leipziger Tageblatt" seinen Lesern auftischt und ausrechnet, find Thatsachen!! Am schlimmsten aber geht es dem Fachverein der Metallarbeiter in gedachtem Artikel. Es heißt darin:„Zwischen den Formern und ihren Prinzipalen stellte fich jedoch der Fachverein der Metallarbeiter für Leipzig und Umgegend, dessen Schrift- führer,(ein 23jähriger Mann) fich brieflich in dieser Sache an terrn Krause wandte. Daß dieser keine Ursache hatte, mit emand, dem die Verhältnisse in seiner Fabrik absolut nichts angingen, und der für fich selbst erst noch den Lohn erringen muß, den die bei Krause beschäftigt gewesenen Former längst erzielten, in Unterhandlung zu tretm, liegt vollständig klar auf der Hand. Das Schreiben fand deshalb auch keine Beant- wortung".— Daß aber die streikenden Former einzelner Gießereien fich schriftlich an ihre Chefs um Vereinigung gewandt haben, und als auch dies seitens der Fabrikanten unbeantwortet blieb, auch ein Schreiben der beauftragten Kommisston an dieselben mit der Bitte, mit ihnen in Unterhandlung zu treten, gleichfalls unbeantwortet blieb, verschweigt das„Leipz. Tagebl. wider besseres Wissen. Auch wird den Lesern jenes Blattes eine„aus zuoerläsfiger Quelle" kommende Zahl der eingegangenen Gelder für die Streikenden angeführt und schließlich der thatsächliche Schaden, den die 190 Former in den 5-6 Wochen erlitten, auf ca. 16 500 M. insgesammt oder 87 M. für den Einzelnen herausgerechneü Dieser„zuverläsfigen Quelle" nach sollen nämlich für die Streikenden noch nicht 2500 M. an Unterstützung eingelaufen sein.- Em ausgezeichnetes Sätzchen dieses famosen Artikels müssen wir noch erwähnen; es lautet:„Nun, bei einem Streik, der so vom Zaune ge brachen ist, wie der Leipziger Formerstreik, kann lediglich das letzte Wort des vorigen Satzes zutreffen(unterliegen). Unter- liegen werden die Leipziger Former und fie müssen fich oben- drein sagen, daß im Verlauf des Streiks das große Publikum ihm auch nicht die geringste Snmpathie entgegengebracht hat. Picht mehr Phrasen regieren die Welt, sondern Thatsachen!"— Auf alle in gedachtem Artikel zu Tage getretenen Phrasm und Thatsachen näher einzugehen ist nicht nöthig, denn es ist unsererseits in den uns zu Anfang des Streiks frei-- gegebenen Versammlungen und in einigen Flugschriften den Einwohnern von Leipzig-Stadt und-Land sowie den Arbeitern Deutschlands zur Genüge über den Grund deS Streiks, über den schwierigen Kampf, sowie die schließliehe Niederlage berichtet worden. Rur über das kleine Rechen- exempel des, Leipz. Tagebl." und somit gleichzeitig über die „geringe Sympathie", welche„das große Publikum" streikenden Formern entgegengebracht haben soll, müssen noch einiges richtig stellen. Die Gesammteinnahme bis 15. Ottober betrug 7268 M-, die Gesammtausgabe 6926 74 Pf. An Unlerstützuna für die streikenden Former find zum 14. Ottober 6296,50 M- gezahlt worden, an Unterstütz für nach hier gelockte und wieder mit Reisegeld zur Rüer ausgestattete Kollegen, sowie für Drucksachen und verschiedene andere Ausgaben stnd bis zum 15. Oktober 630,24 M. verausgabt worden.— Dies möge zur Aufklärung über„die geringe Sympathie" des„großen Publikums" dienen.— Die Zahl der Ausgesperrten beträgt jetzt noch netto 60 Mann und da das große„unsympathische Publikum" uns nicht im Stiche läßt, sondern die Ausgesperrten unterstützt, so'kann auch eine ge- naue Abrechnung noch nicht gegeben werden, und bitten wir daher alle uns Unterstützende, sich vor der Hand mit den an» geführten Zahlen zu begnügen! Mit Gruß die ausgesperrten Former Leipzigs! Jlnr Frauenarbeit. Die Schädlichkeit vieler Betriebe füs esundheitsoerhältnisse der in ihnen beschäftigten Frauen ist bekannt. Ganz besonders verheerend wirkt die industrielle Arbeit, die mit giftigen Stoffen, besonders mit Blei, Phosphor, Queckstber, Anilm, Arsenik und Kupfer betrieben wird. In diesen Jndrustrien giedt eS die meisten Frühgeburterr unter den Arbeiterinnen. Von schwangeren Bleiarbeiterinnen z. B. abortiren 58 pCt.; 78,5 pCt aller von Bleiarbeiterinnen Gebormen kommen todt zur Welt und von den 21,5 pCt. Lebendgeborenen erreichen kaum 13 das zweite Lebensjahr! Von allen lebendgeborenen Kindern starben während des ersten Lebensjahres durchschnittlich im preußischen Staate 21,3 und in der Stadt Berlin 32 pCt., dagegen von den lebendgeborenen Kindern der Spiegelbelegerinnen 65 pCt., der Glasschletferinnen 55 pCt., der Bleiarbeiterinnen 40 pCt. Nach dem Gutachten, das der bekannte Gewerbehygieniker Dr. Hirt aus Breslau zu Danzig 1874 als Referent über„Frauenarbeit in den Fabriken� auf dem Kongresse des deutschen Vereins für öffentliche Ge- sundheitspflege vorgetragen hat, find folgende Gewerdebetriebe von der zweiten Halste der Echwangerschaft an für die Ar« beiterinnen und deren Kinder besonders gefahrbringend: Fabrikation von buntem Papier, von künstlichen Blumen, daS sogenannte Einstäuben der Brüsseler Spitzen mit Bleiweiß, die Herstellung von Abziehbildern, das Belegen von Spiegeln, die gesammte Kautschuckindustrie und alle Fabrikbetriebe, in denen die Arbeiterinnen schädlichen Gasen— KohlenoxydgaS, Kohlen» säure und Schwefelwasserstoffgas— ausgesetzt find. Die Zahl der jugendlichen Arbeiter hat ffch im Deut» schen Reiche im Vorjahre wiederum vermehrt, ein Beweis, daß die älteren Arbeiter immer mehr feiern müssen, da im Allge« meinen die Arbeiterbeschäfttaung eher nachgelassen, als zuge« nommen hat. AuS den statistischen Tabellen, welche den Jahresberichten der Fabrikinspcktoren hinzugefügt find, geht hervor, daß die Gcsammtzahl der jugendlichen Arbeiter beiderlei Geschlechts im Deutschen Reiche fich auf 153 507(gegen 1883 + 9702) belief, davon 96 614 männliche und 54 893 weibliche. Sicht man von Braunschweig und Mciningen ab, aus denen nicht hinreichend detaillnte Berichte eingingen, so kommen von der übrigbleibenden Gcsammtzahl von 152238 jugendlichen Arbeitern 44453 auf die Textilmdustrie, 18211 auf die Gruppe der Nahrungs- und Genußmittel, 16 918 auf Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, 16 765 auf Metall- Verarbeitung. 14433 auf Industrie der Steine und Erden. 10497 auf Maschinen. Werkzeuge, Instrumente ic. Dem Alter nach waren 133 517 zwischen 14 und 16 Jahren(85 860 männliche, 47 657 weib- "<$«) und 18 716 zwischen 12 dis 14 Jahren(11799 männliche und 6917 weibliche). v. Leipziger Oktobermesse hat im Allgemeinen nur daS trübe Bild widergespiegelt, welches die wirthschaftlichen Zustande in Deutschland uns zeigen. In Handelskreisen möchte man deshalb auch, da die Meffe überhaupt auch an Bedeutung verliert, dieselbe abkürzen, doch stößt man dabei auf den en£ schiedenen Widerspruch der Stadt Leipzig, die von den Meß. fremden, das heißt von den Sonntagsbesuchern so viel als möglich profitiren will. Daß aber das allgemeine Treiben auf der Messe, vom sozialen Standpuntte aus betrachtet, so sehr fruchtbringend sei, kann Niemand behaupten. Jedoch der Profit sp elt einmal die erste Geige, und so wird es auch wohl beim Alten bleiben. Das Dtvidendenzahlen geht ebenso flott vorwärts, wie dt« L o h n k ü r, u n a e n. Die Altenburger Aktienbrauerei bezahlt 15 Prozent; die Schlestsche Leinenindustrieaktiengesell» fchaft 8V. Prozent; die Staßfurter chemische Fabrik 7'/, Prozent; der Oberhohndorfer Forst und Steinkohlenbauverein viertel Jahr vom 1. Juli- 1. Oktober; die Cröllwitzer Papierfabrik giebt 15 Prozent— und im Voigtlande, besonders in den reußischen Fürstenthünern, find in den letzten Tagen in der Wollwaarenindustrie viele hundert Arbeiter brod« loS geworden. Die Lohnfrage kommt bei der S o n n t a g g a r b e i t in der Großindustrie gar nicht in Betracht- so erklärte der MWMiUZ verschiedenen Konjunkturen und schließlich auch wohl- dies Fallissements angemeldet. 554 mehr, als im gleichen Zeitraum von 1884. Vereine mh Versammlungen. . D" Arbeiterverein„Hoffnung" hielt am 17. d. M. in Lokale des Herrn Ne amann in Fnedrichsbera. Gürte Istr. 41, WMWWSfe« werkoereine und kritifirte die von Schulze� Delitzsch begründeten Spar-, Konsum- tc Vereine, welche dem Arbetter auf dem Wege der Selbsthilfe eine bessere Lage schaffen sollen. Redner Redner ging dann zu den englischen Trabes UnionS über und meinte, dieselben hatten trotz ihrer guten Organisation doch keine dauernde Verbesserung der Lage des Arbetteistandes her- �Whnn können, da fie fich eben nur auf dem Boden der Selbsthilfe bewegen, wahrend dauernde Vortheile für den Ar- ■»1 Ali ihre Hauptaufgabe mtihten ei daher die Arbeiter betrachten, eine immer größere Zahl von Arbeitervertretern in die«setzgebenden Körperschaften|U senden; je größer die Zahl derselben sei, um so mehr und um so wirksamer könnten fie für die Interessen der Arbeiter wirken. Zum Schluß beleuchtete Referent noch in kurzen Umrissen den früheren„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein". Taraus wurde der Kassenbericht für dai letzte Bierteljahr erstattet und dem Kasfirer Tccharge er- thM. Nachdem noch eine Tcllersammlung zu Gunsten der streikenden Drechsler veranstaltet worden war, erfolgte der Schluß der Versammlung. Der Verein zur Vertretung der Interessen der Ber- liner Ärbetterinne« hielt am Dienstag Abend im Gratweil. schen Saale eine Mitgliederversammlung ab, die einen klemm Zearündung hat auf den ersten irgend welchen ungünstigm Einfluß nicht ausgeübt. Die Einnahmen betrugen in den beidm letzten Monaten einschließlich Bestand 409,22 M., die Ausgaben 205,59 M. Zwei Aerzte und zwei Rechtsanwälte haben fich dem Verein zur Verfügung gestellt. Der Fachveretu der Tischler hielt Montag, den 19. Oftoder, seine ordentliche Generalversammlung Neue Grün» straße 28 ab. Dieselbe nahm den Vierteljahrsbericht des Kasstrers, sowie des Vorstandes entgegen und vollzog die Er» gänzungswahl desselben. Die Führung und der Stand der Kasse wurde von den Kontroleuren als korrelt und richtig hin« gestellt und wurde dem Kasfirer Decharge ertheilt. Der Bib< othekar berichtete über die Benutzung der Vereinsbibliothek und gab die Zahl der Werke und den Werth derselben an. Hiernach besteht die Bibliothek aus 108 Werken(144 Bände) ""---------- �"' fachwissenschaftlichen, wissenschaftlichen und verschiedenen In Halts und präsentirt einen Werth von 431 Mk. Nach den Zerichtcn der Bevollmächtigten der verschiedenen Bezirke wurde zur Wahl geschritten und wurde zum 1. Kasfirer Herr Kofin, um 2. Vorfitzenden Herr 2. Biblio'- zum 2. Kasfirer Herr Borchers, A. Winter, zum 2. Schriftführer Herr Fölske, zum 2. Brblwthekar Herr Marholz, zum Beifitzer Herr Apelt und zum Kontroleur Herr Mente gewählt. Sodann wurde, da der Verein in steter Zunahme begriffen ist und der 1. Kasfirer die Arbeiten, als Beitragsammeln, Kasse- und Bücherführen, nicht mehr allein bewältigen kann, ein Rendant und als solcher Herr Merkel gewählt. Ebenfalls wurde die Arbeitsvermittlungs-Kommisfion verstärkt, da dieselbe vom 1. November in der neu errichteten Tischlerberberge, Blumenstr. 56, täglich Ärbeitsadressen aus- Es wurde sodann eine Resolution angmommen, nach welcher die Drechsler, welche fich jetzt im Streik befindm, durch freiwillige Beiträge unterstützt werden sollm. Zur Entgegen- naame derselben wurden die Herren Schäfer, Fritz, Kloß und Mente bestimmt. DaS nächste Vcreinsvergnügen findet den 14. November in Jordan's Salon statt. hfa. Der Verein zur Wahrung der Interesse« der Berliner Maurer beschäftigte fich in seiner von ca. 500 Theil» nehmern besuchten Mitgliederoersammlung am Dienstag, den 20. d. M., Jnselstr. 10, unter dem Vorsitze des Herrn Lehrend hauptsächlich mit dem Unfalloerfichcrungsgesetz, dessen Haupt- bestimmungen der genannte Vorfitzende ei läuterte. Redner empfahl ganz besonders jedem Bauhandwerker, sich die zum Preise von 50 Pf. erschienene Volksausgade deS Gesetzes anzuschaffen und dasselbe einem gründlichen Studium zu unter- iehen. Die Verheiratheten zumal hätten doppelten Grund >iezu und dürsten nicht unterlassen, ihre Eheftauen über deren �erhalten bei etwa eintretenden Unfällen aufzuklären, da die Unfalloerstcherungsgesellschaften meist bestrebt wären, ebenso die Wittwen der Vernglückten zu Vereinbarungen geringfügiger Abfindungen zu bewegen, wie fie dies bei den durch Unfälle invalide Gewordenen selbst zu thun pflegten. Es werde sich ja, meinte der Redner, schon Ä nächster Zeit anläßlich des bekannten jüngsten NeubaueinsturzeS in Hamburg und der dadurch verursachten Tödtungen und schweren Verletzungen zeigen, welche Vortheile das neue Gesetz den Verunglückten oder deren Hinterbliebenen zu bieten im Stande sei. In der animirten Diskusfion, welche fich hieran anschloß. theiUc Maurer Wilhelm die Einzelheiten eineS ihn und seinen gleichfalls geschädigten Kameraden betreffenden UnfallverficherungS» Prozesses mit, in welchem er(Herr W.) ungeachtet seiner, wie Redner verfichert, zweifellosen Ansprüche ganz abgewiesen worden sei, wädrend sein Leidensgefährte statt 15000 Mark nur 4500 Mark Unfalls» Entschädigung erhallen Habe. Bezüglich des erwähnten Hamburger Unglücksfalles, bei welchem zwei Maurer da» Lebm verloren und zwei andere erheblich verletzt wurden, theilte Maurer Behrend, der nebst den Kollegen Lähn von hier nach Hamburg gesandt worden war, um der Beerdigung der verunglückten Berufsgenossen beizuwohnen, einige charakteristische Umstände mit, die fie dort über die Ursachen des Einsturzes in Erfahrung gebracht. Hiernach Hätten die beiden Architekten, welche die betreffenden Bauzeichnungen geliefert, un» mittelbar nach Eintrttt deS Unfalles bei der Polizeibe- Hörde angezeigt, daß der in Bettacht kommende Baununter« nehmer den Sand tiefer habe ausschachten lassen, als daS Fundament es nöthig machte. Wahrscheinlich werde nun der Unternnehmer die Schuld auf den Portier wälzen,-d.r, wie es heißt, seit dem Unglück zeitweise ganz geistesabwesend sein soll. Uebrigens sei es, so bemerkte der Redner, absolut nicht zu begreifen, wie eine solche Bauart gestattet sein könne. Die Front sei— in drei Etagen— 89 Zentim. und die Mittelwand nur 26 Zentim. stark! Die Ruine sehe entsetzlich aus.— Maurer Scheel warnte die Kollegen, beim Bau in der Burgstraße Arbeit zu nehmen, da dort 16 bis 18 Stunden täglich und fast die ganze Nacht hindurch bei elektrischem Licht searbettet werde, anstatt einige Maurer mehr einzustellen. cbeck zerr Schmidt theilte mit, daß bei dem Bau von Oberbeck und Lüdecke am Aleranderplatz im Grund Klamotten schlechtester Art anstatt Kalksteine verarbettet werden. Die Verhandlungen zogen fich bis kurz vor Mitternacht hin. Zentral'Kranken» und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Oerllicke� Verwaltungsstelle Berlin.� Die OrtS- Verwaltung bringt den Mitgliedern nochmals in Erinnerung, daß die neuen Statuten�in sammtlichen Zahlstellen zu haben find.— Alle erkrankten Mitglieder haben fich jetzt beim Bevoll- mächtigten Herrn Drewitz, Gubenerstraße 61, Hof IV, an- und nach erfolgter Genesung wieder abmmelden.(Sprechstunden: Wochentags von 12—12% Uhr Mittags und von 7—8 Uhr Abends. Sonntags von 8—10 Uhr Vormittags� Mit den erren Aerzten find folgende Vereinbarungen gettosscn worden: Sä ist an Honorar zu zahlen: Für eine Konsultatton in der des Arztes 0,50 M., für einen Besuch deS Arztes in der Wohnung des Patienten 1,00 M., für Ausstellung eines Todtenscheins 1,50 M.— Für Nachtbesuch und ärztliche Ge- durtshife werden möglichst billige Preise berechnet.— Sämmt- liche Sätze verstehen fich bei sofortiger Bezahlung, im andern Falle kommt die Medizinaltaxe in Anwendung. Die angege- benen Sätze gelten auch für erkrankte Familienangehörige der Kassenmitglieder, wenn fich dieselben durch Vorzeigung des Mitgliedbuches der Kasse legittmiren. Die Adressen der Aerzte find auf den Zahlstellen der Kasse einzusehen. Auf Beschluß der letzten Versammlung soll die Verwaltungsstelle Berlin in mehrere selbstständige Zahlstellen eingetheilt werden. Die Mit- lieber werden ersucht, stets in der zunächst gelegenen ahlstelle ihre Beiträge zu entrichten. Kein Mit- Slied der Kasse kann verpflichtet werden, Bei- -äge zur Ortskrankenkasse zu zahlen. Sollten dennoch Jemand wider seinen Willen derartige Betträge von seinem Arbeitslohn in Abzug gebracht werden, so möge er dies un- gesäumt dem Bevollmächtigten der Zentral Kranken- und Sterbe-Kaffe der deutschen Wagenbauer(Adresse stehe oben) mitthetten. Die Ortsverwaltuna wird bemüht sein, auch in dieser Hinficht die Rechte der Mitglieder zu wahren.— Die Zahlstellen der Kasse find folgende: Hauptkasstrer G. Seehaus. 0. Mcmelerftt. 34 II.(Sonntags von 9—1 Uhr, Wochentags von 7—9 Uhr Abends;) Hilfskasflrer: O. MaltheS, SO. Rott» buserstr. 10a, Hof parterre; C. Wienbrack, SW. Maliendorfer« straße 16, Hof I.; G. Hoffmann, W. Blumenthalstt. 5, IV.; H. Wulff, NW. Schlegelstraße 14, I; G. Pritskow, N. Gerichts- e 63, Hof n.; H. Graack, NO. Marienburgerstraße 25, ll H. Nebel, FriedrichSderg, Straße 32, Löwe'scheS Hau». Aufs dem werden jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. w Monats, Abends von 8—9 Uhr, Beiträge entgegengenomirs in folgenden Lokalen; Räbtger, Lindowerstraße 26; Borfigstraße 13; Lehmann. Friedensstraßen, und Prenzlaui» Allec-Ecke; Franke, Belle-Alliance- und Gneisenaustraß» Ecke, sowie täglich im„Zentralverkehr sämmtticher Gewerl- Weberftt. 22., Der unentgeltliche Arbeitsnachweis der Rem fchleifer befindet fich jetzt bei Herrn Sodlke, Ritterstr. l» Daselbst werden den Herrn Arbeitgebern stets tüchtige Rtal» nachgewiesen. Eine große öffentliche Versammlung der Berlik Kaufleute, zu welcher ganz besonders auch die GeschO reisenden aller Kategorien eingeladen find, findet am Monm den 26. d. M., Abends 8 emhald Uhr, in den vereint� Sälen des Nieft'schen Lokales, Kommandantenstraße 72, fp; Den einzigen Gegenstand der Tagesordnung bildet die„c"; lungnahme zur Einstellung von weiblichen Geschäftsreisende Auch soll zu dieser Versammlung da» Erscheinen mehrerer der Frauen- und Arbeiterinnenbewegung vorzugsweise F nannter Damen in Ausficht stehen. Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Fabrif and- und landwirthschaftlichen Arbeiter Britz'« � mgegend am Sonntag, den 25. Oktober, Vormittags 10 W) in Pohl's Lokal in Britz, Chauffeestraße 18. Tagesor' Welche Krankenkassen find für den Arbeiter am vort' testen? Freie Diskusston.— Die Mitglieder der Kranken- und Sterdekaffe der Tischler u. s. w.(Ber Filialen) werden gebeten, durch persönliches Erscheinen um unterstützen. Zentral- Kranke«- und Eterbekasse der Dachdr. Dentschlands,„Einigkeit".(Oertliche Verwaltung� Berlin). Generalversammlung. Sonntag, den 25. Oktober Vormittags 10% Uhr, im Restaurant Wcick, Alexanderstr. Kr. s Kleine Wittheilunge«. Stettin, 16. Oktober. Der hiefige Dampfer Kapitän Dahms, ist gestern bei nebligem Wetter an der lichen Spitze von Bornholm in der Nähe des Ortes Alli aus den Strand gerathen. Der am gestrigen Nachmittag brechende Sturm, welcher bis in die Nacht hinein andav machte das Schiff zum vollständigen Wrack Die Manffl ist glücklicher Weise gerettet worden. Soweit die kurze 5 richt, welche von dem Verlust eines der stattlichsten und sten Dampfschiffe meldet, die unser Hafen aufzuweisen Bekanntlich hatte die„Melida" die Ladung des Dam „Deutschland", die in Folge eines Zusammenstoßes Schiffes hier entlöscht werden mußte, übernommen und »die nach Riga gebracht. Von dort"war fie mit einer für „Deutschland" destimmten Ladung nach Lüdeck in See gW als fie gestern von dem verhängnißvollen Unfall ereilt lr> der ihren Fahrten für immer ein Ende machte. Angst dieses Ereignisses wird die Erinnerung an das traurige 6® wiederum ledendig, welche» dem Vorgänger dieses Davst ebenfalls„Melida" genannt, zu Theil geworden ist. wenigen Jahren ging derselbe mit Mann und Maus durch einen Schneesturm auf der Ostsee unter; zum Eisak ihn hatte man diese neue„Melida" gebaut. Rom, 20. Oktober. Gestern zählte man in der Palermo 32, davon in der Stadt 21 Choleratodte. Rom, 21. Oktober. In der Provinz Palermo � gestern 56 Choleraerkrankungen und 30 Choleratodesfal». davon in der Stadt Palermo 43 Erkrankungen und 23 fälle. Hriefkasten der Redaktion., E. P., Anhaltstraße. Der Beucht war unverstäo� C. H. Ihre Frage ist bereits in der gestttgen � beantwortet worden. Heute: Carmen. Heute: Faust. So unb njej filaiiben, h' K £» «tttalt o geberben 5, als tafen, J schon fffett, u rrernel "ll ein enzel mr Kün Frevzel tt bettu aber nur wären s< ten, daß Wirkung produzttl ttösten i ßcn Bei b'ge uvt llcheu T Deuttche« Theater. Heute; Romeo und Julia. Friedrich-WilhelmitädttscheS Theater. Heute: Ossenbach- Cyclus. OrpheuS in der Unterwett. Restdenz-Theater. Heute: Theodora. Wallner-Theater. Heute: Unser Glückskind. Belle-Allianee-Theater. Heut«: Lug und Trug. Walhalla-Overetten-Theater. s-w. SWWln.. Alte Jakobstraße 32. Direktion: Adolph Ernst. Heute: Zum 85. Male: Die wilde Katze. GesangSposse in 4 Akten von W. Mannstäb t, Mufik von®. Steffen». Louisenstädtische» Theater. Direktion: Jos. Firmans. Heute: Berliner in Kamerun. KdniastädttscheS Theater. Heute: Gastspiel der Liliputaner. Dre kleine Baronin. Theater der Reichshallen. Täglich: Aufreten sämmtlicher Spezialitäten. American-Theater. Täglich: Austreten sämmtlicher Spezialitäten. Kaufmann'» Vmrlerä •zialitätei Täglich: Große Spezialitäten-Vorstellung. Konkordia. Täalich' Austreten sämmtticher Spezialitäten und theatralische Vorstellung._ Albambra-Tbeater. Wallneltheaterftraße 15. Heute zum 13. Male: Zn Leid und Freud. ... /t% r____ i- a am««* sif«er**** Lebensbild mit Gesang in 4 Asten von A. Slottko. Por der Vorstellung:. Grobe� Konzett der HauSkapelle. _ s% a# Lz/* �~ �' Anfimg'des Konzerts 7Wr. der Vorstellung 7% BonS haben Wochentags Gilttgkeit. Ä'Ä Geöffn. v. 9 U Morg. bi» fiauorama. Diese Woche: Sine Reise durch'die S ch w e i z fl. CijHuS), sowie die Abtheilung Helgoland. Nor d e r neu- Hamburg, neben der interessanten Hertha- Reise.» Reise 20 Pf.. Kinder 10 Pf.>2450 als unv . Do ("w aus �>Sen, _ Da Wze 0 % ot Ä" Außerordentliche Kumlnullmhltr- vtlhimmlllüg am E o n n t a g, den 25. Ottober 1885, Vormittags 10 Uhr, in Thormann'» Kasino, Belforterstt. 15. . � Tages-Ordnung: Die Stellung der Arbeiterpartei zu den Stadtverordneten- Wahlen. Referent: Stadto. Fritz Görcki. MKWW Handlung von Ewald(Bremer), Weinbergsweg Nr. 15, s«r Einsicht au«. 12535 Das Wahlkomitee. I. A.: Hugo Lehmann. Versammlung deS Fachvereins der Sieiniräaer w*«* or: v an* j �** Sonntag, de« 2a. d. Mte.. Vormittag« 10'/, Uhr. in Bratwetl« vierhallen, Kommandanteustraße 77/79. TageS-Ordnung: 1. Vierteljährign Kassenbericht der Revifions-Kommission. � ÄS schiedeneS. 12534 Mitgl ieder-Verf ammlung des Vereins zur Wahrung der Äutercsse« der Ülavierarbeiter Sonnabend, den 24. Oktober. Abends 8 Uhr, Kommandantenftr. 77/79, oberer Saal. Tagesordnung: "''"' Herr Michelsen. . uno �ragerasten. Gäste willkommen. Um rege Betheiligung bittet _ Der Borstand [2533 An die Mitglieder der Ortskrankenkasie �, der Mafchinendau-Ärbeitt' u. verw. Berufsgenossen zu Berlio� Die Wahl der Delegitten aus der Zahl der divSstM glttder(d. h. solche, welche ihre Beiträge direst zu: Ram j zur Wahl der Vertreter der Arbeitnehmer für den � ,, der Ottsstankenkaffe findet am W n n t n n den � '***»*, 10] liit Wahl der Vertreter der Ärbettnehmer OttSstankenkaffe findet am Montag, f.- cr.. Abends V.8 Uhr. in Graetz' Salon straße 140 hier, statt. � »Ät SÄK» zudnngen. Da« QutttungSbuch legitimich le« Ä" Der Allen Freunden und Bekannten empfehle mein , � Sfhabwmmrem AMicbän s ÄlSr%% Bestellungen nach Maaß. beso' 0%,.=- �lvj«. Wohack, MüllcrM�> Schön, und Schnellschr� Unterricht! Ei! WWESZM («astAT Mleltot&t �286]«alltgrahh und Echretblehrer, Stegli«�� Ein tüchtiger und energischer wird für eine steine Veranttvottluher Redaktem R. Eronhei» in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing wäter gesucht. Der Bettef st- b°n Cr �!chrlei ?ei Cp. «»cht« «llz,